ув 507 1 Lüneburgisches Kirchen Gefang- Buch nebst einem Gebet- Buche. ISTES 10002 Mit Königlich allergnädigstem Privilegio. FINTRE Die vierzehnte Auflage. Lüneburg, 1846. Druck und Verlag der von Stern'schen Buchdruckerei. Das Eremplar fostet 6 gr. 10 Pf. Gf 5072 13 3421 ng 19 01 48 Univ.- Bibl. Giessen CHE C 1001g anu apunjagdo bon madal bsn on 29mm,& did ndo tardu mudsime and din 10 exisd müm namolinis Eintheilung des Gesang= Buches. 1. Lob- und Wochen- Gesänge. I. Lob- Gesänge, und zwar a) Aufmunterungs- Lieder zum Lobe GOttes Nro. 1 b) Lob- Gesänge für die mannigfaltigen Wohl. thaten Göttes Lob: Lieder im gesegneten Wohlstande II. Sonntags- Gesänge a) Vorbereitungs- Lieder zur Sonntags Seyer b) Bey der öffentlichen Sonntags- Seyer selbst Klage über Mangel der Andacht bey dem Gottesdienste Vor der Predigt Nach der Predigt Bey dem Schlusse des öffentlichen Gottesdienstes Abend: Lied am Sonntage III. Bey dem Anfange der Woche IV. Bey dem Schlusse der Woche 7 33 36 39 45 46 48 50 51 52 53 II. Fest- Gesänge. I. Bey dem Anfange des Kirchen- Jahres 54 II. Von der Zukunft Chrifti ins Fleisch Zur Advents: Jeit 56 Eintheilung des Gesang- Buches. III. Weihnachts= Gesänge Von der Menschwerdung und Geburt Christi IV. Auf das neue Jahr Von der Beschneidung Jesu 93 V. Auf das Fest der Erscheinung Christi 95 VI. Auf das Fest der Reinigung Marià 99 VII. Auf das Fest der Verkündigung Marià 101 VIII, Von dem Leiden und Sterben JEsu a) Von JEsu innerlichem Seelen. Leiden b) Von dem äußerlichen Leiden JEsu 104 Von dem Leiden JEsu vor dem geistlichen Gerichte Von falschen Zeugen wider Jesum Don Petri und Judd Sünden bey Christi Leiden Von JEsu Leiden vor dem weltlichen Gerichte Von der Verurtheilung JEsu Von dem ingange JEsu nach Golgatha Von der Kreuzigung Jesu Von den Wunden JEsu Von dem Blute Jesu c) Von den sieben Worten JEsu am Kreuze d) Von dem Tode Jesu e) Von dem Begräbniß JEsu IX. Auf das Oster- Fest. Von der Auferstehung Jesu Christi X. Von der Himmelfahrt Christi Von Christi Siren zur rechten and GOttes XI. Auf das Pfingst- Fest. ar 09Nro. 65 85 = Von dem heiligen Geiste XII. Von dem Dreyeinigen GOtt und dessen Wesen und Eigenschaften von dessen Ewigkeit und Unveränderlichkeit H = Allgegenwart und Allwissenheit Weisheit = Zeiligkeit 128 nah 133 135 136 137 138 142 144 147 155 159 164 169 174 176 194 199 201 hi 216 226 228 231 232 is casuck G Nro. 233 234 235 3 Langmuth und Geduld 237 239 240 XIII. Am Tage Johannis des Täufers XIV. Am Tage der Heimsuchung Marià XV. Am Michaelis- Feste von den Engeln 241 III. Von GOttes Werken und Wohlthaten, und zwar I. Von der Liebe GOttes als der Quelle Von dessen Gerechtigkeit = = Allmacht Treu und Wahrheit 3 Eintheilung des Gesang- Buches. 3 = derselben II. Von der Schöpfung Don des Menschen Schöpfung Von dessen wesentlichen Theilen, Leib und Seele Don dem Ebenbilde GOttes und dem Stande der Unschuld Von der Beschaffenheit der Seele vor und nach dem Falle von der 11nsterblichkeit und den Vorzügen der mensch= lichen Seele III. Von der Vorsorge, Erhaltung und Regierung GOttes. Klage wegen unerkannter Wohlthat der göttlichen Vorsehung Um göttlichen Beystand und Segen zu unsern Berufs Werken : IV. Von der Erlösung des menschlichen Geschlechts a) Von den Namen unsers Erlösers b) Von der Person des Erlösers Von der Gottheit Christi Von der Menschheit Christi 246 254 no 258 260 261 262 263 c) Von dem Stande der Erniedrigung und Erbobung JEsu 265 278 279 281 289 294 297 298 299 Eintheilung des Gesang- Buches. d) von den Aemtern unsers Erlösers Von dem Mittler: Amte JEsu überhaupt 1) Von dem hohenpriesterlichen Amte Christi Von der Genugthuung Christi Von den Thränen Jesu per von der Fürbitte Jesu 2) Von dem prophetischen Amte Jesu 3) Von dem königlichen Amte Jesu e) Von dem Gnaden- Bunde V. Von dem Werke der Heiligung nach dem dritten Artikel, und zwar a) Von der Heils Ordnung überhaupt b) Von dem Gnaden- Berufe GOttes do c) Von der Erleuchtung d) Von der Wiedergeburt e) Von der Rechtfertigung Von den aus der Rechtfertigung fließenden Früchten, als das 1) Von dem Frieden des Gewissensit 2) Von der Gnaden: Kindschaft GOttes 185 3) Von der Vereinigung mit GOtt und JEsu 4) Von der Ruhe und Freude in GOtt Nro. 300 301 303 305 306 307 309 311 f) Von der Erneuerung und Erhaltung in der Gnade von der Gnaden: Versiegelung des Geistes Von dem Gnaden- Stande 1024 Von der Herrlichkeit der Gerechten VI. Von der Gnaden- Wahl IV. Von den Gnaden- Mitteln, I. Von dem Worte GOttes Vor der Betrachtung des göttlichen Wortes Nach der Betrachtung des göttlichen Wortes a) Von den fünf auptstücken des Katechismi b) Von den zehen Geboten als dem Gesetze res von der Erfüllung des Geseges von dem Unterschiede des Geseges und Evangelii c) Von dem Evangelio 312 315 320 322 326 336 339 342 352 363 371 372 373 374 als 377 385 386 387 388 393 396 397 Eintheilung des Gesang- Buches. II Von dem Gebete Aufmunterung zum Gebete Erkannte Fehler des Gebetes Um die Gabe des Gebetes Die rechte Art des Gebets von JEsu erlernet Die im Beten gefundene Erquickung Von dem Gebete des Errn oder Vater Unser 411 Allgemeines Gebet um geistliche und leiblichen Wohlthaten Allgemeine Fürbitte für andere Menschen III. Von den Sakramenten Nro. 399 401 403 409 410 mus und zwar a) Von der Stiftung desselben b) Vorbereitung zum b. Abendmahle A) Von dem Sakramente der h. Taufe 420 e Bey einer Tauf: Handlung če von der Erneuerung des Tauf: Bundes B) Von dem Sakramente des h. Abendmahls, and in 1416 417 418 c) Bey dem Genuß des b. Abendmahls d) 7ach dem Genuß des b. Abendmahls Nach der Kommunion eines Kranken Abend- Lied eines Kommunikanten Morgen- Lied eines Kommunikanten Vorbereitungs- Lieder Von der nichtigen Entschuldigung derer, die sich des h. Abendmahls enthalten düsle Vor der Kommunion eines Kranken 426 427 Klagen über den Verfall der Kirche Klagen über die Sicherheit und Bosheit der Welt d) Um Schutz und Erhaltung der Kirche wider die Macht der Feinde 430 435 436 441 442 443 455 461 462 IV. Von der christlichen Kirche, und zwar a) Von der Stiftung derselben Von dem hohen Werthe der Religion in der wahren Kirche b) von der Reformation der Kirche durch Lus 390 90and sid therum 467 c) Um die Erhaltung der Kirche bey reiner Lehre und heiligem Leben 463 466 4468 473 474 475 Eintheilung des Gesang- Buches. e) Um Ausbreitung der christlichen Lehre und Vermehrung der Kirche Von dem heiligen Lehr- und Predigt: Amte 20 Bey Einweihung einer neuen Kirche V. Von den Pflichten des Menschen. I. Von der wahren Buße und Bekehrung, ma und zwar a) Erweckungen zur Buße 1) Durch die gegenwärtige Gnaden- Zeit 2) Durch die Gefahr der späten Buße 3) Durch die zu befürchtende Verstockung 4) Durch das aufwachende Gewissen s 5) Durch die zur Buße leitende Güte GOttes 6) Durch die erbarmende Liebe Jesu 7) Durch die guten Bewegungen des heiligen Geistes b) um göttliche Gnade zur Bekehrung Angst und Schrecken des Gewissens Schaam vor GOtt Saß gegen die Sünde Verlangen nach der Gnade me e) Von der im Glauben gesuchten Gnade und Vergebung 497 c) Von der Erkenntniß und Bekenntniß der Sünden 501 d) Von der Reu und Leid über die Sünde Traurigkeit über die Sünde An einem öffentlichen Buß- Tage Gesuchte Gnade wegen öftern Rückfalles in vorige Sünden Buß: Gedanken über die Sünden der Jugend f) Von den Früchten der Buße: als, dem guten Vorsatze und der Besserung des Lebens g) Beicht Lieder Morgen: Lied an dem Tage, da man beichten will 1) Vor der Beichte Nro. 480 483 485 2) Nach der Beichte Abend: Lied an dem Tage, da man gebeichtet hat h) Danksagung für die Gnade der Bekehrung i) Von der täglichen Buße der Frommenie II. Von dem wahren Glauben, und zwar a) Von den Lehren, die wir glauben Um ein freudiges Bekenntniß der erkannten Wahrheit Von der Treu und Beständigkeit in der erkannten Wahrheit d 486 490 491 492 493 494 495 496 506 508 512 513 514 517 538 539 540 541 545 546 548 550 551 553 554 557 559 patrubia sid Cintheilung des Gesang Buches. C det b) Von der gläubigen Juversicht, mit welcher wir glauben Nro. 1001 190 560 III. Von dem heiligen Leben und Wandel, und zwar atsdon lis8 574 wad 11682 581 601 mind igu ratug. a) Don dem wahren Christenthume b) Von der göttlichen Gnaden Regierung c) Von dem Gewinn der Gottseligkeit IV. Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden, und zwar a) Von der wahren Weisheit und Erkenntniß GOttes Von der natürlichen Erkenntniß GOttes Von der übernatürlichen Erkenntniß GOttes Von der wahren Weisheit b) Von der Erhebung des Herzens zu GOtt mit Andacht und Ehrerbietung c) der d) von der Liebe beides gegen GØtt und den Nächsten Von der Liebe zu GOtt und JEsu e) Von der Hoffnung auf Gött f) Von dem Vertrauen auf GOtt Von der Demuth h) Von der Geduld i) Von der Gelassenheit und Zufriedenheit in GOtt k) Von der Uebergebung an GOtt und dessen Willen durch heiligen Gehorsam 1) Von der Verleugnung sein selbst Wider den Eigensinn 608 611 614 617 619 Von der guten und bösen Eigenliebe m) Von der Verleugnung der Welt Von der Nachfolge Jesu o) Von der Selbsterkenntniß und Wachsamkeit p) Von dem geistlichen Kampf und Streitend q) Von der Treu und Beständigkeit im Guten r) Von der Liebe und Barmherzigkeit gegen den Nächsten 622 624 634 637 648 653 6570 676 677 du 679 682 670 675 11100 3890 s) Von der Dienstfertigkeit t) Von der Gerechtigkeit und Billigkeit gegen den Mächsten u) Von der Wahrheit und Aufrichtigkeit Um treue Freundschaft x) Von der Eintracht, Friedfertigkeit, Sanftmuth und Versöhnlichkeit 68⁰ 692 703 705 113 00: 714 716 718 719 an Eintheilung des Gesang Buches. y) Donder Begnügsamkeit und rechtem Verhal. Nro. 21hd dan ten gegen irdische Güter adi724 iz) Von der Keuschheit und Reinigkeit des pa bilgung Herzens ord is o 729 aa) Von der Mäßigkeit 733 bb) Von guten Gedanken Galo 19 blan that our* dont wall, bin cc) Von der Unsträflichkeit im Reden #ST dd) von guten Werken 738 ee) Von dem rechten Gebrauche der Lebens- Zeit 740 ff) Von dem guten Gewissen 742 VI. Von dem menschlichen Elende. 1. Von dem Falle des Menschen 745 Von dem aus dem Falle entstandenen Verderben des Menschen, und zwar 1) Von dem geistlichen Elende und Verderben 2) Von dem leiblichen Elende II. In gemeiner Noth A) Ueberhaupt B) Insonderheit a) Um Abwendung der Krieges. Toth, und um beständigen Frieden Bey herannahender Krieges- Gefahr Bey gegenwärtiger Krieges- Noth Dank- Lied nach wieder erlangtem Frieden b) Um Abwendung ansteckender Seuchen von Sid Menschen und Dieb nophilof 735 737 In Feuers: Gefahr Nach einer Feuers: Brunst Für Abgebrannte In Wassers- Noth Nach geendigter Wassers: Noth e) Bey großem Ungewitter und Sturm Bey heftigen Donner: Wettern Bev heftigen Sturmwinden 746 751 754 754 uscarindopsyona Bey ihrer Annäherung Bey gegenwärtiger Seuche Danksagung nach überstandener Seuche 2196776 c) Um Abwendung der Theurung und ungers.m oth Um die tägliche Nothourft Bey gegenwärtiger Hungers: Noth d) In Seuers und Wassers- Lotb 766 767 768 771 772 774 777 778 780 781 782 783 784 785 7.86 Eintheilung des Gesang- Buches. nilipo Dank Lied nach überstandenem Ungewitter f) Für die Früchte des Feldes Lob GOttes Um fruchtbare Witterung Um Regen bey großer Dürre Dank: Lied für den Regen IND Um Sonnenschein bey anhaltendem Regen Danksagung nach wieder erlangtem Sonnenschein Zur Saat: Zeit Dor der Ernte 97 Bey der Ernte Nach der Ernte Bey reicher Ernte Bey sparsamer Ernte II. Kreuz- und Trost- Lieder, und zwar 1) In allerley Trübsalen überhaupt 2) Jn besondern geistlichen 278then und Anfech idon tungen Klage über die Unempfindlichkeit bey den göttlichen Tröstungen Klage über die Schwachheit des Glaubens Bey zweifelhaften Gedanken Bey gotteslästerlichen Gedanken 3) Jn besondern leiblichen 78then und Bey Verfolgung und Neid Bey Sorgen und Bekümmernissen um das Zeitliche In Dürftigkeit und Armuth In Krankheiten For Morgen: Lieder eines Kranken Le Abend Lieder eines Kranken 3 kun Dank: Lied nach überstandener Krankheit 800 Bey anhaltender Krankheit Bey zunehmender Krankheit und herannahender Todes: Gefahr Bey dem Verzuge göttlicher Zülfe Dank: Lieder nach erlangter Hülfe Nro. 787 Aufmunterung an einen Sterbenden Fürbitte für einen Sterbenden 803 837 843 it 844 paded 848 852 788 790 791 793 794 796 VII. Von den vier leßten Dingen des Menschen. I. Vom Tode und Sterben, und zwar a) Vorbereitungs Lieder zum Tode b) In Todes. 7öthen 797 798 Leiden, als al Than: 403 854 799 800 801 802 857 861 862 869 871 874 875 876 877 879 thin 885 907 922 923 adsite POOR on c) Bey Begräbnissen II Von der Auferstehung der Todten III. Von dem jüngsten Gerichte IV. Von der Ewigkeit ab Eintheilung des Gesang- Buches. Sigm A) Von der unseligen in der Holle B) Von der seligen im Zimmel I. Morgen- Lieder II. Tisch Gesänge F Morgen-, Tisch- und AbendGefänge. Vor dem Essen Nach dem Essen III. Abend- Lieder millal m IX. Berufs-, Standes- und Reise- Lieder. I. Für alle Stånde insgemein II. Für einige Stånde insbesondere da) Sur die drey Hauptstånde db) Für die Obrigkeit Prüfung, insonderheit am Abend Abend: Lied am Sonnabend mois Eines Previgers Einer obrigkeitlichen Person Für den Krieges: Stand c) Sürbitte der Juhörer für Lehrer d) für den Ehestand Der Eltern für ihre Kinder Der Rinder für ihre Eltern Eines Waisen Eines Kindes Morgen- Lied Nro. 924 926 931 941 945 949 pict Nach geendigter Reise Allgemeines Dank: und, Bet: Lied 960 976 980 981 982 996 997 1012 e) Eines Kaufmannes 1013 f) Eines Sandwerksmannesmara descansa- 1014 g) Eines Ackermannes h) Alter Leute a) Reise. Gesänge 1015 1016 1017 1019 1020 998 1002 1003 1004 b. 1005 1006 1006 b. 1007 1009 1011 1011 b. Die langen Gesänge sind mit*** abgetheilet worden, daß man nach Belieben die eine Hälfte davon vor der Predigt, die andere nach derselben singen könne. en tid munted en ng chi shohm 120 I. 1. Lob-, auch Sonntags und an and the Wochengesänge. I. Lobgesänge But fi hom di 96 UUR 110 und zwar Aufmunterungslieder zum Lobe Gottes. 1.2 Mel. Helft Gottes güte preisen. obt Gott mit vollem schalle, Preist seine majestät, Ihr kreaturen alle! So weit die sonne geht: Ihr seid sein eigenthum, So weit der himmel reichet. Was luft und meer durchstreichet, Erhebe seinen ruhm. 6. Lobt Gott als den berather Und besten herzensfreund, Der auch, als treuer vater, Jm kreuz es redlich meint, Das er euch 2. Shr reinen himmelsgeister! auferlegt: Laßt uns in solchen Erwecket euren fleiß: Gebt eurem Herrn und meister Dank, ehre, lob und preis. Stimmt dreimal: heilig! an, Jhr schnellen seraphinen! Lobt ihn, ihr cherubinen! Lob' ihn, was loben kann. proben Ihn dennoch findlich loben, Weil er aus liebe schlägt. 7. Er ist getreu den seinen, Beschämt der feinde spott. Wenn seine kinder weinen, So bleibt er doch ihr Gott. Wenn der verfolger schlägt, Wenn satan tobt und wüthet; So wird sein volk behütet, Durch den, der alles trägt. 3. Was odem hat und lebet, Was sich bewegt und regt, Was in den lüften schwebet Und was die erde trägt, Sei überall bemüht Den höchsten Gott zu loben, Der gnabenvoll von oben Auf sein geschöpfe sieht. 4. Der Herr ist groß und mächtig, Voll heiligkeit und ruhm. Es stehet alles prächtig In seinem heiligthum. Er läßt es löblich gehn, Und führt das reich gewaltig, Er läßt uns mannigfaltig In seiner aufsicht stehn. 5. Drum lobt, erlöste seelen! Drum lobt den Herrn der welt. Helft dessen ruhm erzählen, Der euch erschuf, erhält, In Christo Jesu liebt, Durch den ihr seid erkaufet, Auf seinen tod getaufet, Der euch den himmel giebt. 8. Lob, ehre, macht und stärke Sei dir, o Gott! bereit, Denn deine weg' und werke Sind voll von herrlichkeit. Dein Zion lobet dich, Merk auf sein schwaches lallen, Und laß dirs wohlgefallen: Erhör uns gnädiglich! 9. Dort soll es besser klingen, Dort hört die schwachheit auf: Dort hält erst unser singen Und loben steten lauf. Dort, we vor deinem thron Dich zungen, stimmen, weisen Der auserwählten 1 Lobgesänge und zwar stovai preisen, Preist dich auch unser des glaubens bringen wir Das ton. opfer unsrer lippen dir. 9. Hör an den schwachen preis und ruhm Von deinem voll und eigenthum: Nimm unser lied in gnaden auf, O treuer vater! merke drauf. 10. Wir singen hier nun alle Dank, weisheit, stärke, kraft Und preis mit vollem schalle, Dir Herr! der alles schafft. Es mache feld und wald, Luft, erde, meer und himmel Ein freudiges getümmel, Das bis zu Gott erschattt. Mel. Nun jauchz' dem Herren 2c. tbt und preift Gott menschenfinder, Dommt 2. vater, sohn und heilgen geist, Die allerhöchste majestät, Vor deren augen ihr jetzt steht. 2. Macht mit vereinter zung und mund Des theuren waters größe fund: Stimmt mit verstand und willen ein, Und fast has herz voll andacht sein. 10. Als Herr und schöpfer sei gepreist, So lange man uns menschen heißt: Du giebst das leben, nährst uns wohl, Und machst une deines segens voll. 11. Herr Jesu, heiland aller welt! Vor dir man billig nieder fällt: Denn was dein blut an uns gethan, St mehr, als mai verdanken kann. 12. O geist! du kehrest bei uns ein; Drum soll dein ruhm un endlich sein, Drum ist dein lob wie deine treu Und gnade, täglic bei uns neu. 13. is an das lob in bie 3. Der Herr, den erd und hommel ehrt, Der ist es, ja, der ist es werth, Daß nicht ein tag por- ferzeit, D heiligste breieinigkeit über geh'. Da man nicht dankend Verschmähe nicht das arme liet v ihm steh'. And schenk uns segen, heil un friet. 4. Dies ist der engel edles amt, Die Gottes feuer angeflammt, 14. Wenn kommt der täg Wollt ihr einst engeln ähnlich sein, So schicket euch schon jetzt daréin. wenn kommt die zeit, Da mar von aller noth befreit, Dir ewi halleluja! bringt, Und heilig heilig! beilig! singt? 5. Die welt, die ganz im argen liegt, Und uns durch tausend list betrügt, Hält zwar von Gottes lob nicht viel, Weil eigenlob ihr eitles Mel. Allein Gott in der höh se 6. Wir selbst, da wir im fleische sind, Wenn uns nicht Gottes geist entzündt, Vergessen Gottes ruhm gar sehr, Der klagen höret man vielmehr. 3. Bringt her dem Herren lo Aus gemüthe: Ein jeder Gottes ruh vermehr, Und preise seine güt Er macht uns frei von aller noth Drum lobet ihn, drum lobet Got Und danket seinem namen. 7. Denn unser unvergnügtes 2. Lobt Gott, und rühmet all berz Macht ohne noth sich man- zeit Die großen wunderwerke, D chen schmerz, Und denkt indeß gar majestät und herrlichkeit, D wenig dran, Wie viel der Herr weisheit, kraft und stärke, Die an uns gethan. beweist in aller welt, Dadurch alle ding erhält: Drum dank seinem namen. 8. Doch jetzt, o Herr! macht herz und mund Dein lob, weil zu uns rührest, kund. Im schmuck 3. Lobt Gott, der uns erscha Aufmunterungslieder fen hat. Der seele, leib und leben Aus lauter väterlicher gnad Uns allen hat gegeben; Der uns durch seinen engel schüßt, Der täglich giebet was uns müßt: Drum banket seinem namen. 4. Lobt Gott! er schenkt uns seinen sohn, Der selbst für uns gestorben, Der uns die sel'ge lebensfron Durch seinen tod erworben; Der worden ist der höllen gift, Den friedensbund mit Gott gestift: Drum danket seinem zum Lobe Gottes. 3. Er hat uns ferner wohl bedacht, Und uns zu seinem volk gemacht, zu schafen, die er ist bereit zu führen stets auf gute weid. namen. 6. Lobt Gott! er hat dies gute verk Selbst in uns angefangen, Bollführt es auch, giebt fraft und tärk, Das kleinod zu erlangen, Das er uns allen dargestellt, Doch nur den gläub'gen vorbejält: Drum bantet seinem na4. Die ihr nun wollet bei ihm sein, Kommt, geht zu seinem hause ein Zu loben durch ber psalmen klang, Mit geistlich lieblichem gesang. 5. Dankt unserm Gott, lobsinget ihm, Erhebet ihn mit lauter stimm: Lobsingt und banket allesammt: Gott loben ist ja unser amt. namen. 15. Lobt Gott! der in uns burch den geift Den glauben an- 6. Er ist voll güt und freundgezündet, Und alles gute noch verlichkeit, Voll lieb' und treu zu heißt, Uns särket, träftigt, grün- jeder zeit; Sein' gnabe währet bet; Der uns erleuchtet durch sein dort und hier, Und seine wahrheit DE wort, Regiert und treibt zum für und für. guten fort: Drum danket ſeinem * 7. Gott vater auf dem höchsten thron, Und Jesus Christ sein einger sohn, Sammt Gott bem werthen beilgen geist, Sei nuu und immerdar gepreist. Mel. Gott des himmels und ic. 5. Alle welt, was lebt und nen. webet, Was in felb und häusern ist, Was nur stimm und 7. Lobt Gott! ihr starken sera- zung erhebet, Lobe Gott durch him, Nebst fürstenthum und Jesum Christ. Dienet ihm, wer bronen! Es loben Gott mit dienen kann, kommt mit luft zu eller stimm, Die hier auf erden ihm heran. vohnen. Lobt Gott und preist hn früh und spat! Ja alles, was ur odem hat, Das dante seinem tamen. 2. Sprecht: der Herr ist unser meister, Er hat uns aus nichts gemacht, Unsre leiber, unsre geifter, An das licht hervor gebracht. Wir sind seiner allmacht ruhm, Seine schaf' und eigenthum. 3. Gehet ein zu seinen pforten, Geht mit freuden diesen gang. Lobet ihn mit schönen worten, Saget ihm lob, preis und dank; Denn der Herr ist jederzeit Boller gnad und gütigkeit. * 4. Gott des himmels und der Vater, sohu und heilger Daß dein ruhm bei uns 1* 4. Nun un jauchz' dem Herren alle welt! Kommt her, u seinem dienst euch stellt! Kommt nit frohlocken, fäumet nicht, Rommt vor sein heilig angesicht. 2. Erkennet, baß Gott unser Herr, Der uns erschaffen sich zur hr: Nicht von ihm selbst, durch Bottes gnab Ein jeder mensch sein erde, eben hat. geist! Lobgesänge und zwarmárs 4 groß werde, Beistand selbst und hülf uns leist. Gieb uns fräfte und begier, Dich zu preisen für und für. Mel. Nun sich der tag geendet. 6. ie selig bin ich, wenn Wie mein geist Hinauf zu Gott sich hebt, Und da er seinen schöpfer preist, Der engel leben lebt! 2. Wer gleicht ihm, wer ist so geschmückt mit herrlichkeit und licht? Er ist der schönste! wen entzückt Des schönsten anblick nicht? 3. Ein voller strom von freude quillt Aus seiner wissenschaft: Denn er ist selig und erfüllt Mit freuden, was er schafft. 4. Er ging aus seiner ewigkeit Heraus, um nicht allein, Nicht blos für sich, wie vor der zeit, Der selige zu sein. 3. Denn er hat große dinge an mir gethan, Der da mächtig ist, und deß name heilig ist. 4. Und seine barmherzigkeit währet immer für und für Bei denen, die ihn fürchten. 5. Er übet gewalt mit seinem arm, Und zerstreuet, die hoffärtig sind in ihres herzens sinn. 6. Er stößet die gewaltigen vom stuhle, Und erhebet die niedrigen. 7. Die hungrigen füllet er mit gütern, Und lässet die reichen leer. 8. Er gedenket der barmherzigkeit, Und hilft seinem diener Israel auf. 9. Wie er geredet hat unsern vätern, Abraham und seinem saamen ewiglich. * 10. Lob und preis sei Gott dem vater und dem sohn, Und dem heiligen geiste. 11. Wie er war im anfange jeßt und immerdar, Und von ewigfeit zu ewigkeit, amen. 5. Er sprach ein wort, und schnell umringt Den seligen ein heer, Das selig ist und ihm lobsingt, Das niemand zählt, als er. 6. So will es der, der mich Mel. Herr unser Gott, beherrsch. 8. Mein herz und ſeel den erschuf, Auch ich soll selig sein. Herren hoch erhebet, Wohl seele dir! denn dein beruf Den großen Gott, der ewig herrscht Ist, seiner dich zu freun. und lebet. Mein geist in mir sich meines heilands freut; Und seinen ruhm vermehrt er allezeit. 7. Schon siehst du durch der dämmrung licht, Den kein mensch sehen kann: Dort schaust du ihn von angesicht Zum angesichte an. 2. Denn er hat mich elenden angesehen, Und mein gebet erhöret und mein fleben. Es hat der Herr mich armen nicht veracht't, Für die mannigfaltigen Er hat mit gnad und rettung mich bedacht. Wohlthaten Gottes. Lobgesang der Maria. 7. Mein eine seele erhebt den Herrn, Und mein geift freuet sich Gottes, meines hei landes. 3. Gott, dessen macht nicht kann ergründet werden, und dessen nam' im himmel und auf erden Hochheilig ist, hat große ding' gethan An mir, die ich nicht alle zählen kann. 2. Denn er hat seine elende 4. In feiner noth hat er mich magd angesehen. Siehe, von nun je verlassen: Barmherzigkeit ist an werden mich selig preisen alle bei ihm ohne maaßen, Und wähfindeskind. ret von geschlechte zu geschlecht, pro and ameliathO für die mannigfaltigen Wohlthaten Gottes. 5 Wo man ihn fürcht't, und hoch| danke höchst verpflichtet. Was hält seine recht'. uns sein geist zuvor entdeckt, 5. Er übt gewalt mit seines ar- Durch lehrer, die er uns erweckt, mes stärke, Daß jedermann muß Das ist nach unserm hoffen Vollspüren seine werke. Die stolz und kommen eingetroffen. hoch in ihrem herzen seind, Zerstreuet er, und ist denselben feind. 6. Er stößet, die gewaltig sein vor allen, Von ihrem stuhl, daß sie erschrecklich fallen. Die niedrigen erhebet er davor, Und stellet sie ganz unverhofft empor. 3. Sein starker arm ist ausgestreckt, Von feinden uns zu retten. Sein schuß uns vor den hassern deckt, Zerbricht die schweren fetten. Gott denkt an seinen heilgen bund, Und macht davon die wahrbeit fund, Den er mit 7. Die hungrigen, die ihn vor den genossen Vor langer zeit geaugen haben, Erfüllet er mit gü- schlossen. tern und mit Die reichen läßt er leer beim überfluß, Daß noth und angst darauf erfolgen muß. 4. Er denkt auch an den theuren eid, Dem Abraham geschworen, Und gönnt uns die glückseligkeit, Daß wir als neugeboren, Erlöst vom tod und der gefahr, Worin die arme seele war, Nun können seine weisen zu allen zeiten preisen. 8. Er denket der barmherzigkeit und güte, Daß er forthin uns väterlich behüte, Und seine kirch im ganzen erdenkreis Erhalt und schüß zu seines namens preis. 5. Bringt Gott das herz, voll 9. Die treu, die er im neuen heiligkeit, Ihm ohne furcht zu bund und alten Geredet hat, wird dienen Durch eure ganze lebenser auch ewig halten. Der Herr, zeit: Sein ruhm soll immer grüverläßt uns, seine finder, nicht, nen. Bereit uns selbst, o treuer Denn zu ihm steht all' unsre zu- Gott! Und mach uns frei von sünd versicht. und noth, Damit wir dir in allen Beständig wohl gefallen. * 10. Gott vater! dir sei dank gesagt und ehre. Herr Jesu Christ! O ben glauben in uns mehre. 10. Allein Gott in der höh erneu uns und mund, Daß wir dein lob aus breiten jede stund. ehr, Und dank für seine gnade, Darum, weil nun und nimmermehr Uns rühren kann kein schade. Ein wohlgefalln Gott an uns hat; Nun ist groß fried ohn unterlaß, Der streit hat nun ein ende. 2. Wir loben, preis'n, anbeten dich, Für deine gnad wir danken; Weil du, Gott vater! ewiglich Negierest ohne wanken. Ganz ungemess'n ist deine macht: Fort g'schieht, was dein will hat bedacht, Wohl uns bei solchem Herren. 2. Hier ist die füll an gnad und heil, Die er uns zugerichtet. 3. O Jesu Christ, sohn einWir nehmen alle daran theil, Zum geborn Deines himmlischen vaters! Lobgesang Zacharia. Mel. 6. Ermuntre dich, mein 2c. 9. Ge elobet fei Gott unser schild, Und Ifraels berather, Es ist das berz mit freud erfüllt; Denn Gott bleibt unser vater; Er sieht sein volk mit gnaden an, Erlöst uns, da es niemand kann, Und läßt von jahr zu jahren Uns segen wiederfahren. Lobgesänge und zwar Versöhner der'r, die war'n ver-| mehr und mehr. O Herr, dreilorn, Du stiller unsers haders, einger Gott! Dir sei lob, preis Lamm Gottes, heilger Herr und und chr. Gott! Nimm an bie bitt von unsrer noth: Erbarm dich unser aller. 6 Das Te Deum Laudamus. 4. beilger geist, du höchstes 12. Herr Gott! bich loben wir, gut, Du allerheilsamster tröster! Herr Gott! wir danken bir. Vors teufels g'walt fortan behüt, Die Jesus Christus erlöset Durch große mart'r und bittern tod; Abwend all unsern jamm'r und noth, Darzu wir uns verlaffen. Mel. O Gott, du frommer Gott. 11. Er sei Gott in der böb, Und dank für seine gnabe, Daß nun und nimmermehr Üns rühren kann kein schade: Mit woblgefallen sich Der höchste zu uns wendt, Ohn unterlaß ist fried, Der streit hat nun ein end. 2. Gott vater! deinem nam'n Mit lob und preis wir danken, Der bu in ewigkeit Regierest ohne wanken: Ganz ungemessen ist, Herr! beine wundermacht. Sofort geschieht, was nur Dein wille hat bedacht. 3. O Jesu, Gottes sohn, Von ewigkeit geboren! Versöhner derer, die In sünden war'n verloren, Lamm Gottes, einger Herr! D wahrer mensch und Gott! Erbarme dich, nimm an Die bitt in unsrer noth. 4. O werther heilger geist! Du tröster frommer christen! Behüt uns kräftiglich Vors satans tück und listen: Errette uns auch sonst Aus trübsal, noth und pein, Die wir durch Christi tod So theur erlöset sein. * 5. Gott vater! dir sei preis Hier und im himmel oben: Gott sohn, Herr Jesu Christ! Wir wollen dich stets loben: heilger geift! bein ruhm Erschalle Gott Dich, Gott vater in ewigkeit! Ehret die welt weit und breit. Alle engel und himmelsheer, Und was dienet deiner ehr, Auch cherubim und seraphim, Singen immer mit hoher stimm: Heilig ist unser Gott! veilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, der Herre zebaoth! Deine göttliche macht und herrlichkeit Geht über himmel und erben weit. Der heiligen zwölf boten zahl, Und die lieben propheten all, Die theuren märtyrer allzumal Loben bich, Herr! mit großem schall. Die ganze werthe christenheit Rühmt dich auf erden allezeit, Dich, Gott vater im höchsten thron, rechten und ein'gen Deinen sohn, Den heilgen geift und tröfter werth Mit gleichem dienst fie lobt und ehrt. Du könig der ehren, Jesu Christ! Gottes vaters ewger sohn du bist; Der Jungfrauen leib nicht hast verschmäht, Zu erlösen das menschliche geschlecht; Du haft dem tod zerstört seine macht, Und alle christen zum himmel gebracht. Mas für bie mannigfaltigen Wohlthaten Gottes. 7 Du fizest zur rechten Gottes| wohlgefallen, Und schüßest uns, gleich, so lange wir hie wallen. Mit aller ehr ins vaters reich. Ein richter du zukünftig bist Alles deß, was todt und lebend ist. hid Nun hilf uns, Herr! den dienern dein, Die mit deinem theuren blut erlöset sein. Laß uns im himmel haben theil Mit den heil'gen im ewgen heil. Hilf deinem volk, Herr Jesu Christ! Und segne, was dein erbtheil ist. Wart und pfleg sie zu aller zeit, Und heb sie hoch in ewigkeit. Täglich, Herr Gott! wir loben dich, 7. Wenn freuz und trübsal uns gleich oft berühret, So bast du es doch herrlich ausgeführet. * 8. Sehr groß ist deine weisheit, güt und stärke, Und wunderbar sind alle deine werke. 9. Herr! wir bekennen es mit unserm munde, Und danken dir dafür von herzensgrunde. * 10. Lob sei dir, vater! der du mit dem sohne Und beilgem geist regierst in einem throne. 11. Dein großer name sei allzeit gepriesen Für alles gute, das du uns erwiesen. 12. Hilf, daß wir dir im glauben fest anhangen, Und denn die seligkeit darauf erlangen. Und ehren deinen namen stetiglich. Bebüt uns heut, o treuer Gott! 14. Datortlich bin a as fürwahr ein köstlich ding, Daß man dem Herren dank und sing', Und lobe fröhlich seinen nam'r, Der herrlich ist und wundersam: 2. Daß man des morgens seine güt Erzähl mit dankbarem gemüth, Auch seine wahrheit bei der nacht Erkenn und preise, wenn man wacht: Vor aller sünd und missethat. Sei uns gnädig, o Herre Gott! Sei uns gnädig in aller noth; Zeig uns deine barmherzigkeit, Wie unsre hoffnung zu bir steht. Auf dich hoffen wir, lieber Herr! In schanden laß uns nimmermehr, amen. 3. Daß man des lobes mache 13. Was für ein lob soll viel, Mit singen und mit faitenman dir, vater! sin- spiel: Damit ja unsers Gottes gen? Kein mensch vermag es wür- ehr Auf alle weise sich vermehr. dig zu vollbringen. 4. Darum ich auch auf dein 2. Du hast aus nichts den geheiß, Herr! deine thaten fröhhimmel nebst der erden, Und alles lich preis: Dein rath ist uns verwas darin ist, lassen werden: borgen zwar, Die werke groß und offenbar. 3. Die menschen drauf nach deinem bild formiret, Und mit verstand und gaben ausgezieret. 4. Du läsfest uns in deinem wort auch lehren, Wie wir dir dienen sollen und dich ehren. 5. Von kindheit an hast du uns stets ernähret, Was wir bedurft, uns väterlich bescheret. 5. Ein thor gläubt solches alles nicht, meint, daß es ohngefähr geschicht: Gleich wie er selbst lebt immerhin Nach seines herzens eitlem sinn. 6. Die spötter grünen wie das gras, Die übelthäter gleicher maaß': Bis daß ihr name hie auf 6. Du speisest alles fleisch mitlerd Und ewig dort vertilget werd. 8 Lobgesänge und zwarna aid a 7. Du aber bist, o Herr, mein er uns allhie Das leben noch hort! Der allerhöchst, und blei- verleiht. best fort. Umkommen müssen deine feind, Und die dir, Gott! zuwider feind. 4. Gott vater! dir sei preis Hier und im himmel oben. Gott sohn, Herr Jesu Christ! Wir Gott wollen dich stets loben. heilger geist! dein ruhm Erschalle mehr und mehr. O Herr! dreieinger Gott! Dir sei lob, preis und ehr. 8. Hergegen so empfange ich Stets neue fraft, die stärket mich: Durch deine gnad ist mir bereit Sehr großer trost und wahre freud. 9. Du machst mir deine recht' bewußt, Drum seh ich an dir meine dem Herren Danksalust: Mit lust seh ich die gnade 16. Nun laßt uns Gott an, Die du bisher an mir gethan. gen und ihn ehren Von wegen 10. Der fromme ist dem palm- seiner gaben, Die wir empfangen baum gleich, Un segen und an früchten reich; Er blühet ein und alle jahr, Und wächset dabei immerdar. 11. Er grünet, wenn er gleich wird alt, Und bringet frucht gar mannigfalt: Er rühmt, daß du so gütig bist, Und daß kein unrecht an dir * 12. Gott vater, sohn und heilger geist! Von dem uns alle gnade fleußt, Wir loben dich, wir danken dir Für deine wohlthat für und für. haben. 2. Den leib, die seel, das leben Hat er allein gegeben: Dieselben zu bewahren, Will er an uns nichts sparen. 192 3. Nahrung giebt er dem leibe; Die seele muß uns bleiben, Wiewohl tödtliche wunden Sind kommen von 4. Ein arzt ist uns gegeben, Der selber ist das leben: Christus, für uns gestorben, hat uns das heil erworben. 5. Sein wort, sein tauf', sein nachtmahl Dient wider allen unfall; Der heilge geist im glauben Lehrt uns darauf vertrauen. 6. Die sünd ist uns vergeben, Durch ihn geschenkt das leben: Im himmel solln wir haben, O Gott! wie große gaben! 15. N mit Herzen, mund Jun danket alle Gott und händen, Der große dinge thut Hier und an allen enden; Der lebend uns erhält Vom mutter leibe an, Und thut uns alles guts, Mehr als man zählen kann.g 2. Es wolle unser Gott Ein fröhlich herz uns geben; Er laffe uns, sein volk, In sichrem frieden leben Forthin zu unsrer zeit: Daß seine gnad und treu Bei uns und unserm land Allweg beständig sei. i $ 3. Der große starke Gott Woll uns von allem bösen, Und was uns schaden kann, erlöſen: Er schüß und rette uns, 17. Nun last und Gottes helf uns allezeit, So lang Gewaltiglich Mel. Nun last uns Gott dem sc. güte Uns zu * 7. Wir bitten deine güte, Daß sie uns fort behüte, Die großen nebst den kleinen; Du fannsts nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der wahrheit; Gieb ewigliche freiheit Zu preisen deinen namen, Durch Jesum Christum, amen. Lastbu pols@ ad paulistni 07 Jad für die mannigfaltigen Wohlthäten Gottes. gemüthe; Laßt uns des vaters fegen und liebe recht erwägen. be re 2. Eh wir ans licht geseßet, Hat er uns hoch geschäßet, Und schon aus liebestrieben Ins lebensbuch geschrieben. 3. Als wir noch ohn bewegen Und ohne gelegen, Ohn menschenhülf und sorgen, Der mutter selbst verborgen: 4. Hat er uns glieder, leben Und unterhalt gegeben, Und wunderbarer weise Versorgt mit trank und speise. 5. Sein' hand, die uns berei tet, hat uns ans licht geleitet: Und er hat uns erquicket, Da wir die welt erblicket. 6. Er hat uns aufgenommen Hier in die zahl der frommen, Gemacht zu seinen erben, Daß wir nicht ewig sterben. 7. Er giebt uns zu erkennen Sein wort, daß wir ihn nennen Den gütigen ernährer, Und freundlichen bescherer. dal 8. Er hat für unser leben Sein eigen find gegeben; Er ließ es gar, als bürgen, Für uns am freuz erwürgen. 12. Sollt der, so diese beget Und ihrer fleißig pfleget, Uns, seine himmelserben, Verlassen zum verderben? 9 13. O vater! diese liebe Laß uns, aus heilgem triebe, Doch allezeit betrachten, Und nicht geringe achten. 14. Verleih uns, und beschere Uns, vater! dir zu ehre, Daß wir dir recht vertrauen, Und gänzlich auf dich bauen. 15. Wenn wir nur dieses haben, So werden uns die gaben, Der wir zu diesem leben Bedürfen, wohl gegeben. 16. Der himmel sammt der erden Muß eh zu nichte werden: Eb du, Gott! vie kannst lassen, Die dich im glauben fassen. Mel. Nun freut euch liebe c. 18, gläubig herze! benedei lobe deinen Herren: Gedenk, daß er der vater sei, Den du allzeit sollst ehren: Dieweil du keine stund ohn ihn, mit aller sorg in deinem sinn, Dich selber kannst ernähren.bling 9. Dies lasset uns bedenken, Wenn uns die sorgen fränken, Daß der aufs höchste liebet, Der seinen sohn hergiebet. 10. Er kann uns nichts versagen, Wenn wir ihm gläubig kla- 4. Wie sich ein vaterherz begen, Was wir von nöthen haben, An feel und leibesgaben: 11. Wie vögel in den lüften, Und thiere in den klüften, Ja blumen an den wegen Uns dies vor augen legen. 2. Er ists, der dich von herzen liebt, Viel gutes dir mittheilet, Dir deine missethat vergiebt, Und deine wunden heilet: Dich waffnet zu des geistes frieg, Daß dir dein feind nicht oben lieg, Noch deine hoffnung raube. 3. Er ist barmherzig und sehr gut Den armen und elenden, Die sich von allem übermuth Zu seiner wahrheit wenden: Er nimmt sie als ein vater auf, Und giebt, daß sie den rechten lauf Zur seligkeit vollenden. zeigt, Und gutes thut den findern; Also hat sich auch Gott geneigt Zu uns blutarmen sündern: Er schenkt uns gnade, lieb und huld, Vergiebt uns gnädig alle schuld, Und hilft uns überwinden. 5. Er giebt uns seinen guten geist, Verneuert das gemüthe, Daß wir vollbringen, was er heißt, Und trauen seiner güte. Er hilft uns hie mit gnad und heil, Verheißt uns auch ein herrlich theil Von seinen eigen schätzen. 10 dist Lobgesänge und zwar didsdig 6. Nach unsrer ungerechtigkeit| 4. So fang ich an: wie daß Hat er uns nicht vergolten, Biel- du so bedenkest Den sterblichen! mehr erzeigt barmherzigkeit, Da wer ist es, dem du schenkest So wir verderben sollten. Er ist mit reiches gut? was sag ich doch dagnad und freundlichkeit Densel- von, Daß deine treu besucht des ben immerfort bereit, Die ihn menschen sohn? von herzen lieben. * 7. Was Gott nun angefangen hat. Das woll er auch vollenden. Wir geben uns ganz seiner gnad Und seinen vaterhänden. Wir thun darneben unsern fleiß, Gewiß, er werd zu seinem preis All unsern wandel wenden. * 8. O vater! steh uns gnädig bei, Weil wir sind im elende, Daß unser thun aufrichtig sei, Und nehm ein selig ende. Leucht uns mit deinem hellen wort, Daß uns in diesem dunkeln ort Kein falscher schein verblende. b 9. O Gott! nimm an den preis und dank, Den wir voll andacht fingen: Und laß dein wort mit freiem klang Durch unsre herzen dringen. O hilf! daß wir mit deiner kraft Durch eine gute ritter schaft Die lebenskron erringen. 5. Zwar hast du ihn ein wenig hier auf erden, Als engel sind, geringer lassen werden: Jedennoch auch mit herrlichkeit bedacht, Mit majestät gekrönt und groß gemacht. 6. Weil alle ding ihm unterthan sein müssen; Du legest ihm dahin zu seinen füßen Was deine hand erschaffen und gethan, Was odem hat und sich regt um und an: 7. Der rinder schaar, der schafe große heerden, Und alles vieh, das nimmer zahm will werden, Der vögel heer, so in den lüften schwebt, Der fische zahl, die in dem wasser lebt. 8. Herr unser Gott, beherrscher aller herren! Wie herrlich ist dein name weit und ferren! Wie wird sein glanz so prächtig vorgestellt, Und strecket sich durch diese ganze welt! Mel. Mein Herz und seel den 2c. Mel. Nun sich der tag geendet 26. 19. Herr unfer Gott, beherrWie herrlich ist dein name weit 20. ch singe bir mit herz aller und ferren! Wie scheinet er der ganzen welt berfür! Wie strecket sich im himmel deine zier. und mund, Herr! meines herzens lust: Ich sing und mache freudig kund, Was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der brunn der gnad, Des lebens quelle seist, Daraus uns allen früh und spat Viel heil und gutes fleußt.d 3. Was sind wir doch? was haben wir Auf dieser ganzen erd, Das uns, o vater! nicht von dir Allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne himmelszelt Hoch über uns geseßt? Wer ist es, der uns unser feld Mit than und regen neßt? 2. Der finder mund, die an den brüsten liegen, Redt schon von dir, ohn reden, in den wiegen, Der schwache mund! du lehrst ihn deinen preis, Daß er den feind zu widerlegen weiß. 3. Wenn ich bei mir den himmelsbau betrachte, Dein meisterwerk, das schöne licht bei nachte, Den mondenschein, die sterne auch dabei, Die deine hand gesehet nach der reih; für die mannigfaltigen Wohlthaten Gottes. 11 5. Wer wärmet uns in fält 16. Hat er dich nicht von juund frost? Wer schüßt uns vor gend auf Versorget und ernährt? dem wind? Wer macht es, daß Wie manchen schweren unglücksman korn und most Zu seinen zei- lauf Hat er zurück gekehrt! ten findt? 6. Wer giebt uns leben und geblüt? Wer hält mit seiner hand Den güldnen, werthen, edlen fried In unserm vaterland? 18. Ci nun, so laß ihn ferner 7. Ach! Herr, mein Gott! das thun, Und red' ihm nicht darein, kommt von dir, Du, du mußt al- So wirst du hier in frieden ruhn, les thun, Dein auge wachet für und Und ewig fröhlich sein. für, Und läßt und sicher ruhn. 8. Du nährest uns von jahr zu jahr, Bleibst immer fromm und 17. Er hat noch niemals was versehn In seinem regiment: Nein, was er thut und läßt geschehn, Das nimmt ein gutes end. Mel. 41. treu, Und ſtehst uns, wenn wir 21. Gott ist mein lied! Er Gerathen, ist der der stär9. Du strafft uns fünder mit geduld, Und schlägst nicht allzusehr, Ja endlich nimmst du unsre schuld, Und wirfst sie in das meer. 10. Wenn unser herze seufzt und schreit, Wirst du gar leicht erweicht, Und giebst uns, was uns hoch erfreut, Und dir zur ehr nichts. gereicht. 3. Licht ist sein kleid, Und seine 11. Wenn auch der christ ver- wahl das beste. Er herrscht als lassen scheint, Bist du es, der ihn Gott, und seines thrones feste Ift stärkt, und keine thräne, die er wahrheit und gerechtigkeit, weint, Bleibt von dir unbemerkt. 4. Unendlich reich, Ein meer von seligkeiten, Ohn anfang Gott, und Gott in ew'gen zeiten! Herr aller welt! wer ist dir gleich? 5. Was ist und war, Im himmel, erd und meere, Das kennet Gott; und seiner werke heere Sind ewig vor ihm offenbar. 12. Du füllst des lebens mangel aus, mit dem, was ewig steht, Und führst uns in des himmels haus, Wenn uns die erd entgeht. 13. Woblauf mein herze! lob und sing, Und habe guten muth: Dein Gott, der ursprung aller ding, 3st selbst und bleibt dein gut. te: Herr ist sein nam, und groß sind seine werke, Und alle himmel sein gebiet. 2. Er will und sprichts; So sind und leben welten: Und er gebeut; so fallen durch sein schelten Die himmel wieder in ihr 6. Er ist um mich, Schafft, daß ich sicher ruhe; Er schafft, was ich vor oder nachmals thue, 14. Er ist dein schaß, dein erb und theil, Dein glanz und freu- Und er erforschet mich und dich. denlicht, Dein schirm und schild, bein hülf und heil, Schafft rath und läßt dich nicht. 7. Er ist dir nah, Du sizest oder gehest; Ob du ans meer, ob du gen himmel flöhest, So ist er allenthalben da. 15. Was kränkst du dich in deinem sinn, Und grämst dich tag und nacht? Nimm deine sorg und wirf sie hin Auf den, der dich gemacht. 8. Er fennt mein flehn Und allen rath der seele. Er weiß, wie oft ich gutes thu und fehle, Und cilt mir gnädig beizustehn. 12 Lobgesänge und zwar sid zuj 9. Er wog mir dar, Was er Weil man sie allenthalben findt e mir geben wollte; Schrieb auf Voll stärke, güt und weisheit. sein buch, wie lang ich leben sollte, Da ich noch unbereitet war. 30 10. Wer kann die pracht Von Odeinen wundern fassen? Ein jeder staub, den du hast werden las sen, Verkündigt seines schöpfers armacht. FI 11. Der kleinste halm Ist deiner weisheit spiegel. Du, luft und meer, ihr felder, thal und bügel, Ihr seid sein loblied und sein psalm. as 12. Du tränkst das land, Du reschaffest grüne weiden; Und nacht und tag, und forn und wein und freuden Empfangen wir aus deiner hand. 13. Kein sperling fällt, Herr! ohne deinen willen, Sollt ich mein herz nicht mit dem trofte stillen, Daß deine hand mein leben dhält? 14. Ist Gott mein schuß, Will Gott mein retter werden: So frag ich nichts nach himmel und nach erden, und biete allen feinden truß. mt, aua intruna 15. Nichts, nichts sei mein, Das Gott nicht zugehöre. Herr! immerdar soll deines namens eh re, Dein lob in meinem munde sein. 3. Ich will dein lob mit meinem mund Nun und zu allen zeiten Auch inniglich von herzensgrund Vermehren und ausbreiten: Ich will von deiner ehr und pracht, Von deiner großen wundermacht, So lang ich lebe, reden. 4. Du bist voll gnade, lieb und treu, Die frommen zu verschonen: und gleichwohl auch gerecht dabei, Die bösen abzulohnen. Der Herr ist voll barmherzigkeit, Geduldig, gütig, allezeit, Wenn man ihm recht vertrauet. 5. Er ist auch gnädig jedermann, Und hilfet gern den armen; Nimmt aller seiner wert sich an Durch väterlich erbarmen. Durch seine allmacht er erhält, Was hier in dieser ganzen welt Sich regt, bewegt und lebet. en 6. Herr! deine werke und gewalt Laß hie bei uns auf erden Den menschenkindern mannigfalt Bekannt gemachet werden. Dein reich, Gott! ist ein ewig reich, Und deiner berrschaft ist nichts gleich; Sie bleibet jetzt und ewig. 7. Der Herr verstößt die sünder nicht, Wenn sie den fall beklagen. Es werden von ihm aufgericht't, Die nieder sein geschlagen. In keiner noth er die verläßt, Die sich an ihn ergeben fest, Und hülfe bei ihm suchen. Mel. Nun freut euch liebe 2c. Jein Gott und könig! deine güt Will ich 22. Mein * 8. Herr! aller augen warten dein: Du giebest ihnen speise Zu mit lob erheben; Ich will aus rechter zeit, daß insgemein Man freudigem gemüth In meinem gan- dich, als vater, preise. Du thust zen leben, Gott! alle tage preisen auf deine milde hand, Und sätdich, Und deinen namen ewiglich tigst alles in dem land Mit luft Vor jedermann erhöhen. und wohlgefallen. 2. Sehr groß und löblich, Herr! 9. Groß ist der Herr, und ganz du bist; In nöthen kannst du ra- gerecht In allen seinen wegen, then. Dein' größe unaussprech- Drum segnet er auch das gelich ist. Es werden deine thaten schlecht, Das geht auf seinen steGepriesen noch von findeskind: gen. Und wie er heilig ist und für die mannigfaltigen Wohlthaten Gottes. 13 rein, So liebt mit vorzug er alvater der gnade, Und feine gnade lein, Die heilig vor ihm wandeln. war mir nah. 10. Der Herr ist allen denen 6. Um trost war meiner seele nah, Die flehend vor ihn treten. einst bange; Denn Golt verbarg Er ist bei allen denen da, Die ihn sein angesicht. Ich rief zu ihm: mit ernst anbeten. Der frommen ach Herr! wie so lange? Und schreien Gott erhört, und ihrer Gott verließ den schwachen nicht. bitte sie gewährt; Er läßt sie 7. Er half, und wird mich ferner hülfe finden. gobyerlösen. Er hilft, der Herr ist 11. Der Herr in gnaden die fromm und gut. Er hilft aus der bewahrt, Die ihn von herzen lie- versuchung zum bösen, Und giebt ben: Vertilget auch die böse art, mir zu der tugend muth. Die fromme leut betrüben. Mein mund soll stets, nach seinem wort, Auch alles fleisch wird immerfort Des Herren namen loben. 8. Dir dank ich für die prüfung der leiden, Die du mir liebreich zugeschickt. Dir dank ich für die häufigern freuden, Womit mich deine hand beglückt. 9. Dir dank ich für die güter der erden, Für die geschenke deiner treu: Dir dank ich, denn du bießeft sie werden, Und deine güt ist täglich neu. * 12. Gott vater, sohn und heilger geist, Ohn anfang und ohn ende! Der du viel gutes mir er weist Durch allmacht deiner hände! Sei von mir jetzt und alle zeit, Von nun an bis in ewigkeit, Gelobet und gepreiset. 10. Dir dank ich für das wunder der güte: Selbst deinen sohn gabst du für mich. Von ganzer Melodie 42. 23. Debre gebühret, allen fräften preis ich dich. bists, dem und Bon 11. Erhebt ihn ewig, göttliche werke! Die erd' ist voll der huld des Herrn. Sein, sein ist ruhm und weisheit und stärke; Er hilft und er errettet gern. 12. Er hilft; des abends währet die klage, Des morgens kommt zufriedenheit. Nach einer prüfung weniger tage Erhebt er uns zur seligkeit. 13. Vergiß nicht deines Gottes, o seele! Vergiß nicht, was er dir gethan.. Verehr und halte seine befehle, Und bet ihn durch gehorsanı an. Und ruhm und ehre bring ich dir. Du, Herr! hast stets mein schicksal regieret, Und deine hand war über mir. dal quallo on 2. Wenn noth zu meiner hütte sich nahte, So hörte Gott, der Herr, mein flehn Und ließ, nach seinem gnädigen rathe, Mich nicht in meiner noth vergehn. 3. Ich fank in schmerz und krankheit darnieder, Und rief: Herr! errette mich! Da half mir Gott, der mächtige, wieder, Und mein gebein erfreute sich. 4. Wenn mich der haß des feindes betrübte, Klagt ich Gott kindlich meinen schmerz. Er half, Mel. Kommt her zu mir, spricht. daß ich nicht rache verübte, Und 24. Von ganzem Herzen un mit ich dem 5. Wenn ich verirrt vom rich- Herren lob und preis Und dank, tigen pfade, Mit sünden mich um- im rath der frommen: Ich preise fangen sah: Rief ich zu ihm, dem seines namens ruhm Da, wo sein 14 Lobgesänge und zwar volk und eigenthum Erfreut zu 25. Nun lob', mein feel! fammen den in 2. Des Herren werke sind voll mir ist, den namen sein: Sein pracht, Ein jeder wird, der ihrer wohlthat thut er mehren, Bergis acht't, Nicht ohne lust verbleiben. Denn was er ordnet, sagt und thut, Ist löblich, herrlich, recht und gut. Wer will es hintertreiben? es nicht, o herze mein! Hat dir dein' sünd vergeben, und heilt dein' schwachheit groß: Errett't dein armes leben, Nimmt dich in seinen schooß: Mit reichem trost beschüttet, Verjüngt dem abler gleich, Der könig schafft recht, behütet Die leiden in seinem reich. 2. Er hat uns wissen lassen Sein heilig recht und sein gericht, Darzu sein' güt ohn maaßen; Es mangelt an iein'r erbarmung nicht. Sein'n zorn läßt er bald fahren, Straft nicht nach unsrer schuld. Die gnad thut er nicht sparen, Den blöden ist er hold. Sein güt ist hoch erhaben Bei den'n, die fürchten ihn: So fern der oft vom abend, Ist unsre sünd dahin. 3. Gott stiftet, ber voll gnad und rath, Ein denkmal seiner wunderthat, Die er an uns beweiset. Sein bund steht fest und unversehrt, Es wird, wer seine macht verehrt, Mit himmelsbrot gespeiset. 4. Er läsfet seiner finger wert Und seiner thaten kraft und stärk Bei seinem volk erzählen; Daß er der heiden erb und recht Auf seine treue diener brächt, Sich ihnen zu vermählen. 5. Das alles, was der Herr verricht't, Ist recht und wahr und wanket nicht, Und sein gebot bleibt stehen; Denn ers jest in der ganzen welt, Hinfort auch ewiglich erhält. Sein wille muß geschehen. 6. Dem volke, das nach ihm genannt, Hat er erlösung zugefandt, Sein bund wird nie gebrochen. Sein nam ist heilig, hoch und werth, Und alles das wird uns beschert, Was er uns hat versprochen. 7. Der hat, der Gott recht fürcht't und liebt, Und sich in seinem willen übt, Der weisheit grund gefeßet, Wer sich derselben nimmet an, Hat klüglich und sehr wohl gethan; Sein lob wird hoch geschäßzet. 193 dni 8. Gott vater, sohn und geist! verleih, Daß diese weisheit bei mir sei; Daß ich all deine werke Mit fleiß in gottesfurcht betracht, Dir stets vertrau und habe acht Auf deine güt und stärke. 3. Wie sich ein vater erbarmet leb'r seine lieben kindelein: So thut der Herr uns armen, Wenn wir ihn findlich fürchten rein. Er kennt das arm' geschlechte, Er weiß, wir sind nur staub, Gleich wie das gras zu rechnen, Ein blum und fallend laub; Der wind nur drüber wehet, So ist es nimmer da: Also der mensch vergehet, Sein ende ist ihm nah. 4. Nur Gottes gnad alleine Steht fest und bleibt in ewigkeit Bei seiner lieb'n gemeine, Die stets in seiner furcht bereit, Die seinen bund behalten. Er herrscht im himmelreich. 3hr starken engel wartet Sein's lobs, und dient zugleich Dem großen Herrn zu ebren, Und treibt sein heilig wort; Mein' seel soll auch vermehren Sein lob an allem ørt. 5. Sei lob und preis mit ebren Gott vater, sohn und beilgem geist. Der woll in uns vermehren, Was er aus gnaben uns für die mannigfaltigen Wohlthaten Gottes. 15 verheißt: Daß wir ihm fest ver-| nicht nach unsern schweren sünden. trauen, Uns ganz verlass'n auf So weit entfernt die himmel sich ihn, Von herzen auf ihn bauen, befinden Von uns'rer erd: so weit Daß uns'r herz, muth und sinn reicht seine huld. Ihm allezeit anhangen; Drauf singen wir zur stund: Amen, wir werdens erlangen, Gläub'n wirs von herzensgrund. 6. So weit der grund sich scheldet von der festen, So weit der oft ablieget von dem westen; So weit läßt er die sünden von uns sein. Sein gnadenblick muß über die stets walten, Die ihn mit furcht Melodie 84. 26. meine feel, bu sollst für ihren helfer balten, Daß er sie rett' aus ihrer noth und pein. den Herren preisen: Was in mir ist, das muß ihm ehr erweisen. Auf, auf, mein herz! und mache dich bereit. Vergiß ja nicht, vergiß nicht mein gemüthe! Was dir der Herr für wundervolle güte Erwiesen hat die ganze lebenszeit. 2. Denn er hat dich von sünden los gesprochen, Denkt dessen nicht, was du bisher verbrochen. Er machet dich von schwachheit heil und rein. Es hat der Herr dein leben vom verderben Erlöst, daß du nicht ewig müssest sterben: Dein Gott will dir forthin barmherzig sein. 7. Wie unter uns ein vaterherz erbarmen Mit kindern hat; so thut der Herr uns armen, Es stehet Gett den frommen kräftig bei. Er kennet uns, daß wir, wie irdne töpfe: Ihm ist bewußt, daß dieses sein geschöpfe Ein leichter staub, ein schwaches werkzeug sei. 8. Ein mensch muß stets des lebens end erwarten: Er ist wie gras, wie eine blum im garten, Die sich sehr schön und lieblich läsfet an: Wenn aber nur der wind darüber fähret, Ift ihre zierd hinweg, und so verzehret, Daß man die stätt' auch nicht mehr finden kann. 3. Er frönet dich mit gnab und mildem segen, Will deinen mund 9. Des Herren gnad ist aber mit reicher fülle pflegen; Er ma- überschwänglich, Währt für und chet dich von seinen gütern satt, für, und bleibet unvergänglich. Daß du mit lust darüber dich er- Auf findeskind wird seine güt gefreuest, Und deine fraft, den ad- bracht Bei denen, die in seinem lern gleich, verneuest; Weil er bund sich üben: Die ihren Gott mit heil dich überschüttet hat. von ganzem Herzen lieben, Und 4. Der Herr läßt recht denselben sein gebot zu halten sind bedacht. widerfahren, Die sonst bedrängt 10. Es ist sein, stuhl im himmel und unterdrücket waren. Er hat zubereitet, Sein' herrschaft ist um sein thun dem Mosi kund gethan, diese welt gebreitet: Sein reich Und seine recht' Israel wissen las- und thron umschließt den erdensen: Er ist voll güt, will sein ge- freis. Ihr engel lobt, lobt ihn, schöpf nicht hassen. Nach kurzem ihr starken helden, Die ihr sein zorn blickt seine huld uns an. thun und willen müßt anmelden: 5. Der Herr ist fromm, barm- Lobt unsern Gott, und sagt ihm herzig und sanftmüthig, Voll gnad ruhm und preis. und gunst, geduldig, treu und gütig; Er handelt nicht mit uns nach unsrer schuld, Vergilt uns 11. Lobt unsern Gott, ihr alle seine schaaren! Die ihr ihm dient, und hin und her müßt fahren Auf 16 Lobgesänge und zwar sein geheiß; lobt ihn an jedem| erwählet, Und zu seinem volk geort, An dem er herrscht: lobt ihn, zählet iher seine werke! Rühmt seine 4. Lernet euren Jesum kennen, kraft, rühmt seiner allmacht stärke. Lob' ihn, mein herz! o lob' ihn fort und fort. Der euch theur erkaufet hat. Lernet ihn recht gläubig nennen Euren bruder, freund und rath, * 12. Gott vater, sohn und geist! Euren starken held im streiten, sei stets gepriesen Für alle huld, Eure luft in fröhlichkeiten, Euren die du an mir erwiesen Von kind- trost und euer beil, Euer allerheit an bis iegt auf diese zeit. bestes theil. Ewigsolche güte Herr! steh mir bei, laß deine gnad währet, Die euch durch ihn wisich mehren, So will ich dir drum derfähret: Ewig soll das lob erdanken und dich ehren Auf erden klingen, Das wir ihm zu ehren hier und dort in ewigkeit. singen. 5. Tretet nur getrost zum throne, Wo der gnadenstuhl zu sehn; Mel. 1. 27. Lasſet uns ben Herren Es kann euch von Gottes ſobne preisen, Auf! vermeh- Nichts als lieb und huld geschehn. ret seinen ruhm. Stimmet an Er erwartet mit verlangen, Uns die süßen weisen, Die ihr seid voll gnade zu umfangen, Und sein eigenthum. Ewig währet sein das allerhöchste gut zu ertheilen erbarmen, Ewig will er uns um- durch sein blut. Große gnad ist armen Mit der süßen liebeshuld, da zu finden, Er will sich mit Nicht gedenken unsrer schuld. Prei- uns verbinden, Und niemals soll set ewig seinen namen, Die ihr etwas können uns von seiner seid von Abrams saamen; Rüh- liebe trennen. met ewig seine werke, Gebet ihm lob, ehr und stärke. 6. Er hat nunmehr selbst die fülle Seiner gottheit aufgethan; 2. Ehe noch ein mensch gebo- Und es ist sein ernster wille, Daß ren, hat er uns zuvor gekannt, nun komme jedermann. Keiner Und in Christo auserforen, Seine soll sich hiebei schämen, Sondern huld uns zugewandt. Selbst der gnad um gnade nehmen; Wer himmel nebst der erden müssen ein hungrig berze hat, Wird aus uns zu dienste werden; Weil wir seiner fülle satt. Ewig solche durch sein liebstes find Seine fin- fülle währet, Die uns so viel der worden sind. Ewig solche guts bescheeret; Wollust, die uns gnade währet, Die er uns in ihm ewig tränket, Wird uns daraus bescheret; Ewig wollen wir uns eingeschenket. üben, Uleber alles ihn zu lieben. 3. Ja wir wollen nun mit freuden Zu dem lieben vater gehn, Uns in seiner liebe weiden, Wie die thun, die vor ihm stehn, Heilig! heilig! heilig! singen. Halleluja soll erklingen Unserm Gott und auch dem lamm, Unserm holden bräutigam. Lasset seinen ruhm erschallen, Und erzählt sein werk vor allen, Daß er ewig uns ihm zu ehren leben. 7. Nun, o liebster! unser lallen, Damit wir dir dankbar sein, Laß dir gnädig wohlgefallen, Bis wir alle insgemein Ewig deine gütigfeiten Mit gesammtem lob' ausbreiten, Da wir werden gloria! Singen und halleluja! Preis, dank, ehre, macht und stärke, Und was seine große werke Rühmet, werde Gott gegeben. Laßt uns für die mannigfaltigen Wohlthaten Gottes. Mel. Werde munter mein gemüth. 28. Gott, mein vater! ſei gepriesen Für die große gütigkeit, Welche du an mir bewiesen Durch die ganze lebenszeit: Höchster, ach! wie dank ich dir Recht und würdig gaug dafür? Mein verstand und alle sinnen Sollen, Herr! dein lob beginnen. 2. Du hast, was genannt mag werden, Anfangs blos aus nichts gemacht; Auch den menschen aus der erden Durch dein wort hervor gebracht. Diese deine wunderthat Muß ich preisen früh und spat: Denn wo wird die macht gefunden, Die sich dessen unterwunden? 3. Daß ich mit vernunft gebo- thron! Helft des Herren lob erren, Daß ich leb in dieser welt, zählen, Preist den großen GottesBin zum christen auserkoren, Weiß, sohn, Rühmt des geistes herrlichwas dir, mein Gott! gefällt, feit Jeßt und künftig ohne zeit: Oder mag zuwider sein: Das Lasset euch zu seinen ehren Mit hab ich von dir allein; Drum, viel lobgesängen hören. o Gott! sei hoch gepriesen, Daß diz dieses mir erwiesen. 10. Ich will auch, zu seinen zeiten, Wenn ich werde bei euch 4. Du hast alle straf und plagen, sein, Gott sein lob recht zu bereiDie mein fündlich thun verdient, ten, Mit euch fröhlich stimmen Deinen sohn selbst lassen tragen; ein. Unterdessen soll von mir, Und bist nun dadurch versühnt, So viel möglich ist, allhier Gott Weil er an dem freuzesstamm zu ehren und gefallen Schon ein Meine sünden auf sich nahm: lobgesang erschallen. Ach! sei auch dafür gepriesen, Was du diesfalls mir erwiesen. 5. Dazu werden deine wege Mir noch täglich kund gethan: Denn zum rechten himmelsstege Führt dein guter geist mich an: Daß ich schon in meinem sinn Durch die hoffnung selig bin: Dafür muß ich dich hie preisen, Und dort ewig dank erweisen. 17 7. Gnadenvoll hast du gegeben mir hierbei mein täglich brot, Läsfest mich im frieden leben, Frei von pest und hungersnoth. Meine ehre, meinen stand Hab ich blos von deiner hand; Für so viele gütigkeiten Muß ich, Herr! dein lob ausbreiten. 6. Bin ich schon mit kreuz beladen, Seht mir gleich der satan zu; Muß mir solches doch nicht schaden: Denn du schaffst mir hülf und ruh. Ja, es muß die kreuzespein Mir mehr nüß als schädlich sein: Sollt ich dich dafür nicht preisen, Und dir ewig lob erweisen? 8. Vater! deine güt und treue Ist wahrhaftig ohne zahl, Sie ist alle morgen neue; Drum, ihr menschen allzumal! Bringet doch mit höchstem fleiß Unserm schöpfer lob und preis, Rühmet seine große güte, Lobt sein väterlich gemüthe. 9. Auch ihr engel und ihr seelen, Die ihr steht vor Gottes Gott! dein name stets genannt: 11. Heilig! heilig! heilig werde, Denn der himmel und die erde Machen deinen ruhm bekannt. Deine güte, deine macht, Weisheit, majestät und pracht hat doch nirgents ihres gleichen: Gott! wer kann dein lob erreichen? Mel. Jesu, meines lebens leben. 29. omit soll ich dich wohl loben? Mächtiger Herr Zebaoth! Sende mir dazu von oben Deines geistes kraft, mein Gott! Denn ich kann mit nichts erreichen Deine huld und liebeszeichen, Tausendtausende 2 18 Lobgesänge und zwar mal sei dir, Großer könig! dank ich hab auf tausend weisen Diese dafür. weisheit auch zu preisen. Tau2. Herr! entzünde mein ge- sendtausendmal sei dir, 2c. müthe, Daß ich deine wunder- 9. Bald kamst du mit frohen macht, Deine gnade, treu und zeiten, Bald mit fummer, angst güte Stets erhebe tag und nacht: und last, Nur mein herz dahin zu Weil von deinen gnadengüssen leiten, Daß es dich allein umfaßt, Leib und seele zeugen müssen. Tausendtausendmal sei dir, Großer fönig! dank dafür. Daß mein gänzliches verlangen Möcht an deinem willen hangen. Tausendtausendmal sei dir, 2c. 10. Wie ein vater nimmt und giebet, Nachdem's findern nüßlich ist; So hast du mich auch geliebet, So hast du zu jeder frist Dich auch meiner angenommen, Wenns auch gleich aufs böchste kommen. Tausendtausendmal sei dir, 2c. 4. Ach ja! wenn ich überlege, 11. Trugst du nicht auf deinen Mit was lieb und gütigkeit Du armen Mich oft treu und väterdurch so viel wunderwege Mich lich? Hast du nicht oft voll erbargeführt die lebenszeit; So weiß men Wunderbar errettet mich? ich fein ziel zu finden, Noch den Wollte alle hülf zerrinnen, Ward grund hie zu ergründen. Tausend- ich deinen beistand innen. Tautausendmal sei dir, Großer zc. sendtausendmal sei dir, 2c. * 12. Vater! du hast mir erzeiget Lauter gnad und gütigkeit; Und du hast zu mir geneiget, Jesu! deine freundlichkeit. Und durch dich, o geist der gnaden! Werd ich stets noch eingeladen. Tausendtausendmal sei dir, 2c. 3. Vater! wenn mein herz bedenket, Wie dich meine sündenschuld Oft betrübet, oft gekränket, Und wie deine lieb und huld Mich aus langmuth doch getragen; So muß ich beschämet sagen: Tausendtausendmal zc. 5. Du, Herr! bist mir nachgelaufen, Mich zu reißen aus der gluth: Denn da mit der fünder haufen Sch nur suchte irdisch gut; Hießest du mich dies verachten, Und nur nach dem himmel trachten. Tausendtausendmal zc. 13. Tausendmal sei dir gesungen, Herr, mein Gott! preis, lob und dank, Daß es mir bisher gelungen; Ach! laß ferner meinen gang Sicher gehn rurch Christi leiten, In die frohen ewigkeiten, Da will ich, o vater! dir Freudig danken für und für. 6. O! wie hast du meine seele Stets gesucht zu dir zu ziehn; Daß ich aus der sündenhöhle Möchte zu den wunden fliehn, Die mich ausgeföhnet haben, und mit fraft zum leben laben. Tausendtausendmal sei dir, 2c. 7. Ja, Herr! lauter gnad und wahrheit Sind vor deinem angesicht: Du, du trittst hervor in tlarheit, In gerechtigkeit, gericht: Mel. Es ist das heil uns kommen. 30. und höchsten gut, Dem vater aller güte, Dem Gott, der große wunder thut, Dem Gott, 8. Herr! du seßest jedem dinge der mein gemüthe Mit seinem Beit, ziel, maaße und gewicht; reichen trost erfüllt, Dem Gott, Damit feinem zu geringe, Kei- per allen jammer stillt: Gebt un nem auch zu viel geschicht: Undserm Gott die ehre! Daß man joll aus deinen werken Deine güt und allmacht merken. Tausendtausendmal ac. don für die mannigfaltigen Wohlthaten Gottes. 19 nigd 2. Es danken dir die himmels. der Herr ist Gott! Gebt unserm heer, O herrscher aller thronen! Gott die ehre! Und die, so erde, luft und meer 9. So fommet vor sein angesicht In deinem schuß bewohnen, Die Mit jauchzen und mit singen. preisen deine schöpfersmacht, Die Bezahlet die gelobte pflicht, Laßt alles, alles wohl bedacht: Gebt unserm Gott die ehre! lob und preis erklingen; Gott hat es alles wohl bedacht, Und alles recht und gut gemacht: Gebt unserm Gott die ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, Das will er auch erhalten, Darüber will er früh und spat Mit seiner gnade walten. In Mel. Jesu, meines lebens leben. feinem ganzen königreich 3ft alles 31. Swing dich auf, mein und Gebt unserm Gott die ehre! 4. Jch rief zum Herren meinem Gott: Vernimm, vernimm mein schreien! Da ließ er mir in meiner noth Die hülfe angedeihen. Drum, vater, ach! drum dank ich dir. Ach danket, banket Gott mit mir: Gebt unserm Gott die ehre! ganz gemüthe! Und geh in den himmel ein: Denn es muß des höchsten güte hier und dort gepriesen sein. Mit viel tausendtausendmalen Kann ich ihm das nicht bezahlen, Was er mir durch rath und that Lebenslang erwiesen hat. 2. Herr Gott vater! lauter se8 gen Trieft von deiner milden hand, 5. Der Herr ist noch und nim- Den du mir auf meinen wegen mer nicht Von seinem volk geschie. Uleberall haft zugewandt; Aus den; Er bleibet ihre zuversicht, wie viel bekümmernissen Hast du Giebt ihnen heil und frieden: mich, mein Gott! gerissen? TauMit mutterhänden leitet er Die sendtausendmal sei bir, Treuer seinen stetig hin und her: Gebt vater! dank dafür. unserm Gott die chre! 3. O Herr Jesu! heil und leben Ist in deinem blute mein. Alle sünden sind vergeben, Und ich bin gerecht und rein. Ja du willst in meiner feelen Dir sogar die wohnung wählen: Tausendtausendmal sei dir, Liebster heiland! dank dafür. SANS 4. Heilger geist! an deinen gaben Läsfest du es mangeln nicht; Und was wollt ich größers haben, Mein Als dies gnadenvolle licht, Daß Mein ich weiß, an wen ich gläube, Und ein Gotteskind verbleibe: Tausendtausendmal sei dir, Werther tröster! dank dafür. 6. Wenn trost und hülfe mangeln will, Wenn niemand mehr kann rathen; So seßet Gott der noth ein ziel, Und hilft durch wort und thaten. Er nimmt sich dessen gnädig an, Der keine hülfe finden kann: Gebt unserm Gott die ehre! 7. Drum will ich dich mein lebelang, O Gott! von nun an ehren; Man soll, Herr! deinen lobgefang An allen orten hören. ganzes herz ermuntre sich, geist und leib verehre dich: Gebt - unserm Gott die ehre! 8. Jhr, die ihr Christi namen nennt, Gebt unserm Gott bie 5. Ach! daß alle meine glieder ehre! Jhr, die ihr Gottes macht Lauter zungen möchten sein! Daß erkennt, Gebt unserm Gott die ich mich durch lobelieber könnte ehre! Die falschen gößen macht recht in Gott erfreun! Und daß zum spott: Der Herr ist Gott, lauter preis und ehre Mein beständig 2* ball Lobgesänge und zwar aigu 20 opfer wäre, Das ihm würde tag und nacht Tausendtausendmal gebracht. 6. Doch du wirst ein schwaches lallen, Gott vater, sohn und geist! Dir auch lassen wohlgefallen, Das dich hier auf erden preist; Bis ich dich im himmel oben mit den engeln werde loben; Ja! da lob' und preis' ich dich Ohn aufhören ewiglich. sünden, Los von seelenangst und noth, Frei vom teufel, böll und tod: In der beilgen taufe finden Sich die schäße: Gott ist mein, Ich werd ewig bei ihm sein. 8. In dem lebenswort der gnaden Find ich meines herzens theil, Meiner seelen trost und heil. Nichts kann alle welt mir schaden, Weil mein Gott mich selbst bewacht: Er stürzt aller feinde macht. ten Jun Melodie 2. 9. Alle diese lieb und güte, 32. Alles, was mir Gott ge- Die mein Jeſus mir bereit, Preiſ geben, Was mir leib und feel erfreut Hier und dort in ewigkeit, All mein thun, mein ganzes leben Zeigt mir meines Got- erfreut. tes treu Alle morgen wieder neu. ich nun und allezeit. Hilf, Gott! daß sich mein gemüthe Ueber solche gütigkeit Nun und ewiglich 2. Nichts von allem, was ich habe, Nichts von ehre, gut und Im gesegneten Wohlstande. macht, hab ich auf die welt ge- Mel. Nun danket alle Gott 2c. bracht. Gottes güte, Gottes gabe Schafft alleine hülf und rath, 33. Mein Gott! ich preiſe Schüßt und segnet früh und spat. dich Für deine huld und segen, Den du bringst über mich Auf allen meinen wegen. Du hast bishero mir Biel gnade zugedacht, und deine segensthür Für mich ganz aufgemacht. 3. Nun, mein Gott! ich will dich preisen, Und in deinem heiligthum Offenbaren deinen ruhm. Ich will, vater! dir erweisen, Jezzo und zu aller zeit, Ehre, ruhm und dankbarkeit.#i 4 44. Eh mich deine hand bereitet, Hast du schon an mich gedacht. Eh mich deine gnadenmacht Aus der mutter schooß geleitet; Hat mir deine liebeshand Alle wohlthat zugewandt.m 2. Mein herz soll dir dafür Mit dank verbunden bleiben, Und alles, was in mir, Coll dein lob eifrig treiben. Ich will mit lobgesang Dir stets entgegen gehn, Und all mein lebelang Zu deinem dienste stehn. 3. Auf demnach, herz und sinn! 5. Meine feele, leib und leben, Auf secle, geist und glieder! Werft Augen, ohren, fleisch und blut, alles von euch hin, Singt dankWas ich habe, ist dein gut: Alles und lobeslieder Dem Gott, der hast du mir gegeben, Wiß, ver- seine treu So reich an mir benunft, verstand und sinn; Dein Unt ist alles, was ich bin. tim 116. Alle meine freud und wonne, 14. Denn alles, was ich bin, Alles glück in dieser zeit Alle Bin ich durch Gottes güte, Die himmelsherrlichkeit Hat mein Je- segnet mit gewinn, Die tröstet sus, meine sonne, Meiner seelen mein gemüthe. Was andern dørt höchstes gut, Mir erworben durch und hier Un ehr und glücke fehlt, fein blut. Hat Gottes güte mir Gar reich. lich zugezählt. baz 7. Rein bin ich von meinen weist, Mich alle morgen neu Mit reicher gnade speist. für die mannigfaltigen Wohlthaten Gottes. 21 5. Ach ja, du bist mein Gott,| als kind, Und wuschest mich von Der mich so hoch beglücket, Der meiner sünd. mich befreit von noth Und mich mit wohlsein schmücket: Dir schreib ich alles zu; Weil ich sonst nichts mehr kann, Als daß ich glück und ruh Mit danken nehme an. 3. Mein name ward mir da gegeben, Den schriebst du auch im himmel ein; Da ich einmal soll ewig leben, Da ich bei dir soll ifröhlich sein. Da ich im glanz, 16. Ich will mich dir allein Zum der sonnen gleich, Soll herrschen eigenthum verschreiben; Du sollst in des vaters reich. Adtiming mein vater sein, Ich will dein Find verbleiben: Bleib du nur ferner mir Mit liebe zugethan, Auf daß ich für und für Mein wohlsein rühmen kann. 0818 7. Laß deinen guten geist Mich lehren, leiten, führen, Daß ich, was bein wort preift, Un mir auch blieben, Es kost't mich manche 5. Zwar ohne kreuz bin ich nicht mich thränenfluth: Doch machet denen, die Gott lieben, Der liebste vater möge durch dich, Daß ich in dir allein Vor allen inniglich Vergnüget möge sein. 8. Hilf, daß ich nicht im glück Mich fühn und frech erhebe, Und meinen liebesblick Nicht blos dem reichthum gebe. Ach! hilf mir, daß ich auch Die armen neben mir, Nach deinem vaterbrauch, meine liebe 4. Indessen hast du alle stunden mit deiner güte mich ergeßt: Ich habe deinen schuß empfunden, Wenn mich ein trauerfall verlegt. Mein Gott! bis hieher hast du mir Geholfen immer für und für. Mel. Wer nur den lieben Gott. 34. Mein treuer Gott! was soll ich sagen? Daß du mir so viel guts gethan In allen meinen lebenstagen, Daß ichs nicht gnug erzählen kann. Ja, eh ich noch die welt gesehn, Ist mir viel guts von dir geschehn. laft, die drückt; So hilft er tragen und erquickt. 6. Und also rühm ich deine gaben, Mein Gott! es sei freud oder leid. Was du uns giebest, muß uns laben, Du meinst es zu Mir ist auch deine vatertreu Noch alle morgen 9. So wird sich all mein glück Durch deine gunst vermehren: So frisch und neu. wird den gnadenblick Mein herz und haus verebren. Denn wer in demuth dir Herz, feel und sinnen schenkt, Der wird auch für und für Mit deiner gunst getränkt. 7. Ja heut an diesem lieben tage Erfreuet mich dein gnadenlicht. Ich bin befreit von harter plage: Und fehlt mirs gleich am freuze nicht; Hab ich doch Gott zum helfersmann, Der aller noth abhelfen kann. 8. Daher bin ich auch wohl zufrieden, Und danke Gott herzinniglich Für das, was er mir hat beschieden: Ich nehm es an, und freue mich, Und sebe meine hoffnung fest Auf Gott, ber mich niemals verläßt. 2. Und da ich kaum die welt 9. Noch eins will ich von Gott erblicket, hat deine güte mich um- verlangen: Laß meinen namen armt; Die taufe hat mich hoch allzeit stehn Jm himmel, wo die beglücket, Eo hast du meiner dich frommen prangen, Wo sie in erbarmt; Da nahmest du mich an weißen kleidern gehn: Und bringe 22 Sonntagsgesänge und zwar mich auch einst dahin, Wo ich gedächtniß schreib ich an: Der ohn ende fröhlich bin. Herr hat große ding' gethan An mir, und mir geholfen. Mel. Allein Gott in der böh sei. 35. Bi is bieber hat mich Gott gebracht Durch seine große güte: Bis hieher hat er tag und nacht Bewahrt berz und gemüthe. Bis hieber hat er mich geleit't, Bis bicher hat er mich erfreut, Bis hieher mir geholfen. 2. Hab lob und ehre, preis und bank Für die bisher'ge treue, Die du, o Gott! mir lebenslang Bewiesen täglich neue: In mein II. Sonntagsgesänge. 11. Vorbereitungslieder zur Sonntagsfeier. Mel. Nun jauchz' dem Herren 2c. ein Gott! die fonne 36. Mein geht berfür, Sei du die sonne selbst in mir: Du sonne der gerechtigkeit! Vertreib der sünden dunkelheit. 3. Hilf fernerweit, mein treuer bort! Hilf mir zu allen stunden. Hilf mir an all- und jedem ort, Hilf mir durch Jefu wunden; Hilf mir im leben, tod und noth: Durch Christi schmerzen, blut und tod, Hilf mir, wie du geholfen. Mehrere S. N. 217. 221. 223. u.f. 246. u. f. 255. u. f. 266. u. f. 351. 357.362.376.552.604.608.u.f. 618.624.787. u. f. 828.832.848. 850. 879. u. f. 944. 978. 892. 2. rub, Mein herz ist ſelbst bein opfer dein Mel. O Gott, du frommer Gott. mir ein! Du mußt dir selbst den tempel weihn. 37. A Gott Recht loben und erheben, und ihm, wie er es werth, In allem ehre geben! Ja, 3. Gieb, daß ich meinen fuß Herr! mein leib und geist Verbewahr, Wenn ich mit deiner mehre deinen ruhm, Du hast sie Firchenschaar Hinein zu beinem theur erkauft Zu deinem eigenhause geb, Daß ich ta beilig vor thum. dir steh. 2. D vater! der du mir Das wollen selbst gegeben, Dir lob und dank zu weihn In meinem ganzen leben, Gieb das vollbringen auch Durch deinen guten geist, Und heilige mein herz, Daß es dich würdig preist. 4. Bereite mir herz, mund und hand, Und gieb mir weisheit und verstand, Daß ich dein wort mit andacht hör, Zu deines großen namens ehr. 5. Schreib alles fest in meinen sinn, Daß ich nicht nur ein hörer bin: Verleih mir deine kraft dabei, Daß ich zugleich ein thäter sei. 6. Hilf, daß ich diesen ganzen tag Mit leib und seele feiern mag. Bewahr mich vor der argen welt, Die diese feier fündlich hält. 7. So geh ich denn mit freuden hin, Wo ich bei dir recht selig bin. Mein herz ist willig und bereit, O heilige breieinigkeit! 3. Lob, ehre, preis und dank, Und weisheit, kraft und stärke Sei dir, erhabner Gott! Für alle deine werke, Für alle gütigkeit, Die du an mir gethan, Ach nimm mein schwaches lob In Christo gnädig an. in anmälsadibandis Vorbereitungslieder zur Sonntagsfeier. 23 Mel. Von Gott will ich nicht. weh und klagen Man bringt im 38. Wohl auf, berz und ge- himmel zu stium h müthe! Des tag bricht an: Der zeugt von Bei der öffentlichen SonnGottes güte, Die er an uns ges tagsfeier selbst. than. Weg, weg was irdisch Mel. 20. Unumschränkte liebe 2c. heißt! Weich, fleischliches beginnen! Weich, welt- und fündlich sinnen! 39, ott ist gegenwärtig! Es rühr' uns Gottes geist. Laßt uns ihn anbeten, Und in ehrfurcht vor ihn treten. 2. Mein Gott! hilf mir beden- Gott ist gegenwärtig! Alles in ken, Wie heilig dieser tag: Was uns schweige, Und sich innigst vor sündlich, hilf versenken, Damit ihm beuge. Wer ihn kennt, Wer ich ruhen mag. Erwecke lust in ihn nennt, Müsse ihn verehren, mir, Ihn christlich zu begehen, und sein lob vermehren. Laß mich dein antlig sehen, Und zeuch mein herz zu dir. 3. Mein Gott! hilf mir anbeben Der seelen ruhetag. Laß mich dir sein ergeben, Wend ab all angst und plag. Erfrisch herz, sinn und muth, Dir treulich anzuhangen, Ach stille mein verlangen, Schenk mir der seelen gut. 4. Hilf, daß ich freudig böre Der firchen ton und klang, Mein herz ganz zu dir kehre: Führ du felbst meinen gang Zu deiner woh nung hin, Wo schön und lieblich wesen, Wo leib und seel genesen, Wo ich schon selig bin. 5. Hilf, Gott! daß ich die lebre Des geistes freudig hör, Von herzen mich bekehre, Und sich mein glaube mehr. Mach mich im boffen treu, Laß mich mein thun und dichten Nach dir alleine richten, Daß ich recht heilig sei. 2. Gott ist gegenwärtig! Dem die seraphinen Tag und nacht gebücket dienen; Heilig, heilig singen Aller engel chöre; Ihm dem Herrn sei preis und ehre! Herr! vernimm Unsre stimm, Da auch wir geringen Unsre opfer bringen. 3. Wir entsagen willig Allen eitelkeiten, Die die seele von dir leiten. Alle unsre kräfte, Seele, leib und leben Wollen wir dir übergeben. Du allein Sollst es sein, Dessen ruhm und ehre Herz und mund vermehre! 4. Majestätisch wesen, Möcht ich dich recht preisen, Und im geist dir dienst erweisen! Möcht ich, wie die engel, Immer vor dir stehen, Und wie sie dein antlig sehen! Laß mich dir Für und für Großer Gott in allen Trachten zu gefallen. 5. O du Gott der gnaden! Laß mein herz auf erden Dir zum heiligthume werden. Komm, o böchstes wesen! Vater! ach verkläre Dich in mir, daß ich dich ehre. Wo ich steh, Wo ich geh, Laß mich dir nur leben Und dich stets erheben. 6. Gieb, daß mein herz die liebe Dem nächsten willig zeigt, Sich so im wohlthun übe, Daß es sein herze beugt. Gieb, daß ich arme nicht Ohn wohlthun stehen lasse, Und wohl zu herzen fasse, Daß es dir selbst geschicht. 7. Hilf mir den tag vollbringen Zu beines namens ehr: Mein beten, lesen, singen Zur seligkeit erhör. Laß dieses tages ruh Mich tes wort im schwange geht, Wo licht führen zu den tagen, Die ohnel und recht ganz belle brennen, Und Mel. Wer nur den lieben Gott. 40. Wie felig ist der ort zu nennen, Sonntagsgefänge und zwar drat 24 am zion niemals wüſte ſteht! Da man im schmuck der heiligkeit Dem Herren opfert allezeit. 2. Web aber! wo die lebensworte So rar und theuer worden sind, Daß man an solchem wüsten orte Von Gott nur dunkle spuren findt: Wie billig wird der ort beweint, Wo Gottes wort entfernet scheint! 103. Wir dürfen keinen zweifel tragen, Als wär allbie nicht Gottes haus; Wo wir nach Gottes worte fragen, Da macht er eine firche draus: Sie sei nun zahlreich oder klein; So muß sie ihm doch heilig sein. Da stät zu dienen, Und zu hören deine lehr: Doch, mein geist ist viel zu wenig Für dich, großer himmelskönig! 2. Drum entzeuch mir deine gnace Bei der jetzgen andacht nicht; Daß mir fatons list nicht schade, Wenn mein geist das abba! spricht. Wirst du sinn und berz nicht lenken, So kann ich nichts gutes denken, ind 3. Wirf binweg nach deiner güte, Was dir, Herr! an mir mißfällt, Und befreie mein gemüthe Von den sorgen dieser welt. Laß die schlüpfrigen gedanken Nicht von dir aufs eitle wanken. 4. So treten wir im geist zu- 4. Hilf, daß, da ich vor dich sammen, Sofingen wir des trete, Jchs nicht thu aus heucheHerren lied. So bringen wir lei, Daß ich nicht ohn' andacht die opferflammen, Auf welche Gott bete, Noch auch unbußfertig sei: in gnaden sieht. So lesen wir, Laß mich ohne geist nicht singen, und hören an, Was Gottes wort Ohne dank nicht gaben bringen. uns lehren kann. 5. Vater! schleuß die gnadenpforte Nicht vor meinen seufzern zu: Was du mir in deinem worte Zugesagt zur seelenruh, Was du mir auch schon verliehen, Wollst du nicht zurücke ziehen. 5. Ach Herr! gieb selber das gedeihen, Laß doch kein wort vorüber gehn, Laß uns die seelenspeis erfreuen, Laß unser herz erquicket stehn. Gieb unsrer einfalt deut lich ein, Das, was uns fann erbaulich sein. 6. Hilf mir auch mich selber strafen, Laß mich nicht mit ärger6. Erhalt uns bei dem glau- niß Plaudern, gaffen, oder schlabensgrunde, Den du den echstein fen. Laß mir auch nicht über haft genennt: Daß man dich nicht nur mit dem munde, Auch mit dem herzen selbst bekennt. Wenn uns die welt verfolgung dräut, So gieb, o Herr! beständigkeit. dies Wort, gedanken und geberden Unvermerkt zur sünde werden. 7. Laß mich kein gespötte machen, Wenn ich dein wort hören soll. Laß den geist die glaubenssachen, Welche von geheimniß voll, Ohne zweifeln, ohne klügeln, Mir im herzen fest versiegeln. 7. Ja, bau du selbst in unsrer feele Dir ein lebendig Gotteshaus: So wird in dieser jammerhöhle Ein angenehmer sabbath draus; Bis wir in jenen tempel gehn, Und vor des lammes stuhle stehn. 8. Hilf, daß wir uns warnen lassen Ohne widerspenstigkeit; Daß wir die vermahnung fassen, Achten auf die gnadenzeit, Daß uns auch des trostes gaben Stets in allen nöthen laben. Melodie 3. ein Gott! ich bin 41. Mein jetzt erschienen An 9. Laß die lehrer nicht ver dem orte deiner ehr, Deiner maje- drossen, Noch die hörer eckel sein. bei der öffentlichen Sonntagsfeier selbst. 25 Führ auch noch zu christgenossen| Damit versichert wär ihr sinn, Unsre widersprecher ein, Daß wir Des todes macht sei nun dahin. alle dich dort oben Ohne trennung ewig loben. OPE 11. Darum begeben wir mit fleiß Den tag nach rechter christenweis: Wir öffnen freudig unsern mund Und danken Gott von herzensgrund. Mel. Nun jauchz' dem Herren 2c. eut ist der christen ru42. St hetag, Vergesset forge, 12. Gott! der du den ermüh und plag, Treibt eure wo- denkreis Erschaffen haft zu deichenarbeit nicht, Kommt vor des nem preis, Uns auch bewahrt so höchsten angesicht. manches jahr In vieler trübsal und gefabr. 2. Kommt her und fallt auf eure knie Vor Gottes majestät allhie: Es ist sein heiligthum und haus, Wer fünde liebt, gehört hinaus. 13. Hilf, daß wir alle deine werk Voll höchster weisheit, güt und stärk, Erkennen, und je mehr und mehr Ausbreiten deines namens ehr. 3. Ganz unerträglich ist sein grimm, Doch hört er gern der armen stimm: Deswegen lobt ihn alleſammt, Das ist der christen rechtes amt. 14. liebster heiland Jesus Christ! Der du vom tod erstanden bist, Nicht unsre herzen auf zu dir, Daß sich der sündenschlaf verlier. 4. Rühmt unsers Gottes meisterthat, Da er aus nichts erschaffen hat Den himmel und die ganze welt, Und was dieselbe in sich hält. 15. Gieb deiner auferstehung kraft, Daß dieser trost ja bei uns 5. Und als er sie genug geziert, baft, Und wir uns drauf verlaſHat er den menschen drauf for- sen fest, Wenn uns nun alle welt mirt, Und ihn nach seinem eben- verläßt. bild Mit weisheit und verstand erfüllt. 16. Erkennt mit dankbarem gemüth, Wie er allein durch seine güt Uns täglich schüßet und ernährt, Und manches unglück von uns kehrt. 7. Dankt auch, daß heut geschehen ist Die auferstehung Jesu Christ: Dadurch ist wahre freudigfeit In aller noth für uns bereit. 8. Der von den juden ward veracht, mit mördern schändlich umgebracht, Daß seine lehr hätt kurzen lauf Und mit ihm möchte 16. heilger geist! laß uns dein wort So hören heut und immerfort, Daß sich in uns durch deine lehr Glaub', lieb' und hoffnung reichlich mehr. 17. Erlenchte uns, du wahres licht! Entzeuch uns deine gnade nicht: All unser thun also regier, Daß wir Gott preisen für und für. * 18. Gott vater, sohn und geist! verleih, Daß dieser tag dir heilig sei, Wir auch die sabbathsruh und freud Erlangen drauf in ewigkeit. 9. Der ist erstanden offenbar, 43. eit Erheben deine güMel. Wie schön leucht't uns der. ch will, o vater! alleUnd hat erfreut sein kleine schaar, Die ihn bis in den tod geliebt, Und seinethalben war betrübt. tigkeit, Daß du von so viel jahren Mich bast behütet wunderbar, Wie ichs mein lebtag immerdor, Auch diese woch' erfahren. Sin10. Leibhaftig er sich ihnen wics, Sich sehen, hören, fühlen ließ; Ayuhin ft yd mae Sonntagsgesänge und zwar 26 get, Bringet Gott dem Herren| Mel. Von Gott will ich nicht. Nah und ferren Dank und ehre: 44. fen, 3br chriſten ins elft Gottes güte Jedermann sein lob vermehre. 2. Du führst durch deinen gnadenschein Aus aller trübsal, noth und pein Den, der recht zu dir gemein! Wir wollen all' erweisen, Daß wir Gott dankbar sein. Vornämlich zu der zeit,* Da sich schreiet. Durch Christum giebst die woch' geendet, Der sonntag du deinen geist, Der uns den weg zur buße weist, Und innerlich erfreuet. Laß mich, Bitt ich, ( Am Sonnabend.) Deine güte Jm gemüthe Fort Da sich die woche endet, Der empfinden, Ohn anfechtung mei- sonntag zu uns wendet: Des ner sünden. hergewendet: Des Herren tag ist heut.* Herrn tag ist nicht weit. 2. Laßt uns mit ernst betrachten Des höchsten reiche gnad, Und darauf freudig achten, Was er erwiesen hat. Auf! führt euch zu gemüth,(* Wie er die woch' gegeben*) Was noth zu diesem leben, Und uns vor leid behüt't. 201 3. Sein wort hat er erhalten, Die obrigkeit darzu; Die nah 4. Mein leib und seel und was rung jung und alten Beschert in nur mein, Laß dir, o Herr! befoh- fried und ruh: Und mit gar millen sein, Ich will dir all's ergeben. der hand Bertheilet seine güter, Wend ab noth, angst und Herze- Auch als ein menschenhüter Verleid, Du vater der barmherzigkeit! wüstung abgewandt. In meinem ganzen leben, Daß ich Fröhlich Deinen willen Mög erfüllen, Dich stets lieben, Auch die lieb am nächsten üben. 4. Hat unser auch verschonet Mit rechter vatergnad: Hätt er nach recht belohnet All unsre missethat, Mit gleicher straf und pein: Wir wären längst gestorben, In mancher noth verdorben, Da wir voll sünden sein. 3. Sieh ja dasselbe nicht mehr an, Was ich, Herr! wider dich gethan In nächst verwichnen tagen. Nimm zur versöhnung Christi blut: Er hat gelitten uns zu gut, Und völlig abgetragen, Was sich Täglich noch für fünden In uns finden: Drum wir schwachen Uns zum gnadenthron hinmachen. 5. Gieb, daß mir dieser rubetag Mein' innre ruh befördern mag, Durch deines wortes stärke: Daß mir es durch das herze dring, Und hundertfältig früchte bring, Als rechte glaubenswerke. Von dir Laß mir Brünnlein fließen, Sich ergießen, Daß ich bleibe Stets ein glied an deinem leibe. 5. Gott liebet uns, wie finder Der beste vater liebt: Gläubt nur ein armer fünder An Christum, ist betrübt Von seiner sünden schuld, So will er sie vergeben, Die strafe auch daneben Erlassen voller huld. 6. Wir preisen dein erbarmen, 6. Verleihe, daß in dieser welt Mein' hoffnung sei auf dich ge- O Gott im höchsten thron! Das armen Durch stellt, Und ich dir ganz vertraue; du erzeigt uns Daß ich die wahre ruh und freud Christum, deinen sohn. Wir bitErlange dort ohn einig leid, ten ferner dich,* Hilf du bedrängWenn ich Gott immer schaue. ten leuten, Bescher uns friedensDurch dich Werd ich Große ga- zeiten Und nähr uns mildiglich.* ben Ewig haben Bei dir oben: Deinen namen will ich loben.. Am neuen jahre, darauf dieser gefang erstlich gemacht worden, Univ.- Bibl. Giessen bei der öffentlichen Sonntagsfeier selbst. * ändert man was zwischen zween stehet, so, wie folget: Im 1. Verse, in den 3 legten Zeilen: Da sich das jahr geendet, Die sonne zu uns wendet: Das neue jahr ist heut. Jm 2. Verse, in der 6. Zeile: Wie er dies jahr gegeben. Jm 8. Verse, in den 3 lenten Zeilen: Gieb uns friedsame jahre, Vor allem leid bewahre, Und nähr uns miltiglich. 27 Klage über Mangel der Andacht bei dem Gottesdienste. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 45. Großer Gott! ich muß herzens schweres leid; Und mit wehmuth dir vortragen, Wie die schnöde eitelkeit So viel unruh stift in mir, Wenn ich seufzen will zu dir; Wie sie mir die an racht störe, Wenn ich, Herr! dein wort anhöre. dir. Du, du kannst den schweren stein, Höchster heben; du allein Kannst erwecken das verlangen, Dir mit eifer anzubangen. lisf 5. Zünde deiner liebe flammen Selbst in meinem herzen an: Die getanken halt zusammen, Daß fie nichts verwirren kann. Laß im beten mich allein, Herr! auf dich gerichtet sein, Daß sich gluth und andacht mehre, Wenn ich deine lehre höre. 6. Vater! lenke mein gemüthe, Daß ich seh dein licht und recht: Daß ich schmecke deine güte, Die dein wort mir schnöbem fnecht mein Gott! die herzensthür, Mit Dargebracht; und öffne mir Selbst, recht sehnlichem verlangen Solche gnade zu umfangen. dir klagen Meines 7. Weg ihr eitlen weltgedanken! Weg du schnöre nichtigkeit! Weicht aus meines herzens schranken; Daß ich Gott zum dienst bereit, Unt, von aller unruh frei, Ihm allein ergeben sei, Daß ich, in mir selbst verborgen, Könne für die seele sorgen. 2. Da ich irdischer gedanken Gänzlich sollte müssig gebn; Mein gemüth ohn alles wanken Lassen Vor der Predigt. bei mir stille stehn, Und betrach 46. Liebster Jeſu! wir sind Dich und ten sorgenfrei, Was der seele nüßlich sei, Was uns muß zum himmel bringen: Plag' ich mich mit eitlen dingen. 3. Da ich sollte ganz entzündet, Und im geiste brünstig sein; Schlechte luft sich bei mir findet: Ach! wie schläfrig nehm ich ein, Was mich zu dem himmel führt, Ind das höchste gut gebiert. Ach! wie lau sind meine thränen, Ach! wie schwach mein himmels. sehnen. 4. Nun was soll ich armer machen? Herr! es steht ja nicht bei mir; Schaffe rath in diesen fachen; Denn es steht allein bei wort anzuhören: Lenke sinnen und begier Auf die süßen himmelslehren, Daß die herzen von der erden Ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser wissen und verstand 3ft mit finsterniß verhüllet; Wo nicht deine gnadenhand Uns mit hellem licht erfüllet: Gutes denken, thun und dichten Mußt du selbst in uns verrichten. # 6) 3. D dur glanz der herrlichkeit, Licht vom licht, aus Gott geboren! Mach uns allesammt bereit, Deffne herzen, mund und ohren; Unser lehren, hören, singen Laß, Herr Jesu! wohl gelingen. 28 Sonntagsgesänge und zwar 47.$ err err Jesu Christ! dich treu, was du uns lehrst, bewahren, He zu uns wend, Den Wenn wir( was deine lehren wirken sollen) Uns bessern wollen! 7. Auch möcht' ich, Gott! aus allen meinen kräften, Dich suchen, ruhn von sorgen und geschäften, Und mein gemüth, um mich zu dir zu schwingen, Zur stille bringen. 8. Doch, mein verstand ist unstät, träg und scheuet Des denkens mühe, wird gar bald zerstreuet, Und senket sich, wenn ich dich inne werde, Zurück zur erde. 9. Auch täuscht mein herz ihn, machet ihn vermessen, Verführt ihn seine grenzen zu vergessen, Will mehr, als seine kräfte mir vergönnen, Von dir erkennen. heilgen geist du zu uns send: Mit hülf und gnad er uns regier. Und uns den weg zur wahrheit führ. 2. Thu auf den mund zum lobe dein, Bereit das Herz zur andacht fein; Den glauben mehr, stärk den verstand, Daß uns dein nam werd wohl bekannt. 3. Bis wir singen mit Gottes heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! Und schauen dich von angesicht In ew'ger freud und sel'gem licht. 4. Ebr sei dem vater und dem sohn, Dem heilgen geist in einem thron, Der heiligen dreieinigkeit Sei lob und preis in ewigkeit. Nach der Predigt. Mel. Herzliebster Jesu! was hast. 48. Wenn ich mein auge, Gott! zu dir erhebe, Dich suche, dich zu finden mich bestrebe, So muß ich ganz mich, groß von dir zu denken, In dich 10. Ergreife mich und leite meine seele, Daß sie den weg zum lichte nicht verfehle, Gewähre mir, damit sie nie ermüde, Ernst, lust und friede. 11. Dann werd ich immer heller dich erkennen, Und täglich mehr von deiner lieb entbrennen, Dir gern gehorchen, fröhlich dich erheben, Dir, Gott! nur leben. versenken. 2. Sei du allein, Herr! wenn ich dich beachte, Mir gegenwärtig, meine ſeele trachte Nach dir allein, daß mich, zu ehre, glanz verkläre. ( Soft! 3. Was ist im himmel, Gott! was ist auf erden, Das so, wie du, verdient erkannt zu werden? Was ist, das meinen durst nach wunsch so stille, Als deine fülle? 4. Dich suchen, ist die edelste der sorgen: Zwar bist du unerforschlich und verborgen; Doch willst du, wenn wir nur dein licht Mel. Ich dank dir lieber zc. 49. Laß mich dein sein und bleiben, 6. Noch immer mehr willst du dich offenbaren, Wenn wir mit Gott und Herr! Von dir laß mich nichts treiben, Halt mich bei reiner lehr: Von dir laß mich nicht wanken, Gieb mir beständigkeit, Dafür will ich dir danken In alle ewigkeit. Bei dem Schlusse des öffentlichen Gottesdienstes. Mel. Liebster Jesu! wir sind hier. nicht basſen, Dich finden lasſen. 50. Gott hat alles wohl geMit lauter stimme lehren macht, Lasset uns deine werke Uns deine weisheit, lob vermehren. Er hat reichlich deine gut und stärke; Auch haft uns bedacht In dem singen, beten, du selbst, sei hoch dafür gepriesen! Uns unterwiesen. hören. Unser Gott sei hoch gepriesen, Der dies gute uns erwiesen. 2. Dieser gottesdienst ist aus, Uns ist mitgetheilt der segen; bei der öffentlichen Sonntagsfeier selbst. 29 Drum gehn wir in fried nach| blut, Und pfleg es öfters zu verhaus, Wandeln stets auf Gottes sehn, Wenn gleich der wille gut. wegen. Gottes geist uns ferner leite, Und zur seligkeit bereite. 5. Nun such ich deinen gnadenthron: Sieh meine schuld nicht an, Und denke, daß dein lieber sohn Für mich genug gethan. 3. Unsern ausgang segne, Gott! Unsern eingang gleicher maaßen: Segne unser täglich brot, Segne unser thun und lassen, Segne uns mit sel'gem sterben, und mach uns zu himmelserben. Abendlied am Sonntage. Melodie 4. 100 51. ၅ ။ un bricht die finstre nacht herein, Du suchst die ruhestätt: Jedoch, herz! schlaf noch nicht ein, Bis du mit Gott geredt. 2. O Gott, du großer Herr der welt! Den niemand sehen kann: Du siehst auf mich vom himmels. zelt, Hör auch mein seufzen an. 3. Der tag, den ich nunmehr vollbracht, War insbesondre dein: Darum hat er bis in die nacht Mir sollen heilig sein. 6. Schreib alles, was man heut gelehrt, In unsre herzen ein, Und lasse die, so es gehört, Dir auch gehorsam sein. 7. Erhalt uns fernerhin dein wort, Und thu uns immer wohl; Damit man stets an dieſem ort Gott diene, wie man soll. 8. Indessen such ich meine ruh: O vater! steh mir bei, Und gieb mir deinen engel zu, Daß er mein wächter sei. 9. Gieb allen eine gute nacht, Die christlich heut gelebt, Und beßre den, der unbedacht Der gnade widerstrebt. 10. Wofern es dir, mein Gott! gefällt; So hilf mir morgen auf, Daß ich noch ferner in der welt Vollbringe meinen lauf. 11. Und endlich führe, wenn es zeit, Mich in den himmel ein: 4. Vielleicht ist dieses nicht Da wird in deiner herrlichkeit geschehn, Denn ich bin fleisch und Mein sabbath ewig sein. III. Bei dem Anfange der Woche. 52. D neue woche geht Gemildert und gesegnet: So, daß Mel. Was Gott thut, das ist wohl. Hat er durch viel zufriedenheit ie nun an und ist schon eingetreten, Wach auf, mein herz! und denke dran, Daß du zu Gott sollst beten, Und ihm dabei Für seine treu Mit danken und mit singen Ein morgenopfer bringen. er nie In angst und müh Mich trostlos lassen stehen, Noch drinnen untergehen. 2. Wie viele wochen hab ich schon Im leben angefangen: Und doch ist keine noch davon Erlebet und begangen, In welcher nicht gnad und huld verliehen. Ein gnadenlicht Von Gott mich angeblicket, Der mir viel guts geschicket. 4. Ach! fallen mir die sünden ein, Was wird in so viel wochen Für schuld nicht aufgehäufet sein? Und doch, was ich verbrochen, Hat er dabei Auf buß und reu In Christo mir verziehen, Und 5. Nun, treuer Gott! ich danke dir, Ich danke dir von herzen, 3war meine schwachheit machet 3. Das freuz und leiden dieser mir Bekümmerniß und schmerzen, zeit, So mir auch mit begegnet, Daß meine pflicht Dich also nicht Bei dem Anfange und Schlusse der Woche. 30 Kann loben, als ich sollte, Und dennoch gerne wollte. 6. Jedoch in Christo wirst du dir Es wohlgefallen lassen. In Christo will ich ferner mir Die gute hoffnung fassen, Daß du mich wirst. Mein lebensfürst! Bei allen meinen werken In dieser woche stärken. 8. Wohlan, so mags gleich 7. Nun aus- und eingang sei wunderlich In dieser woche gebeglückt An seel- und leibessegen. hen; Es fann doch anders nicht Bring mir, was meinen geist er- um mich, Als gut und heilsam, quickt, In deinem wort entgegen; stehen. Denn was Gott fügt, Denn dies allein Soll's beste Wird mich vergnügt Bei allen sein, Was ich mir zum ergößen meinen sachen, Und endlich selig Zeit lebens werde seßen. machen. IV. Bei dem Schlusse der Woche. Mel. Wer nur den lieben Gott. versprochen, Daß er, wenn ihm die sünde leid, Nicht sterben, sondern gnadenvoll, Als ein gerechter, leben soll. 53. 8. Doch aber soll sich meine zeit Mit dieser woche schließen? Ei nun, so wird die ewigkeit Mir auch den tod versüßen. Denn dich und mich, Ja mich und dich Kann weder freud noch leiden, Noch tod und leben scheiden. ( o ist die woche nun geschlossen, Doch, treuer Gott! dein herze nicht. Wie sich dein segensquell ergossen; So 6. Mein glaube hält an diesem bin ich noch der zuversicht, Daß segen, Und will also den wochener sich weiterhin ergießt, Und unschluß Vergnügt und froh zurücke erschöpflich auf mich fließt. legen, Da mich der troft ergeßen 2. Ich preise dich mit hand und muß, Ich solle hier in Christo dein, munde; Ich lobe dich, so hoch Und schon in hoffnung selig sein. ich kann; Ich rühme dich von herzensgrunde Für alles, was du mir gethan, Und weiß, daß dir durch Jesum Christ Mein dank ein süßer weihrauch ist. 7. Doch, da mein leben zugenommen, So bin ich auch der ewigkeit Um eine woche näher kommen, Und warte nun der letzten zeit, Da du die stunde hast bestimmt, Die mich zu dir in himmel nimmt. 3. Hat mich bei meinen wochentagen Das liebe Freuz auch mit besucht; So gabst du auch die fraft zu tragen: Zu dem, es ist voll heil und frucht In deiner liebe gegen mir; Und darum dank ich auch dafür. 4. Nur etwas bitt ich über alles, Ach! du versagst mir solches nicht: Gedenke keines sündenfalles, Weil mich mein Jesus aufgericht, Mein Jesus, der die missethat Auf ewig schon gebüßet hat. 8. Und wenn ich morgen früh aufs neue Den sonntag wieder sehen kann; So blick die sonne deiner treue mich auch mit neuen gnaden an. Ach ja, da theilt dein wort und haus Den erstund besten segen aus. 9. So will ich das im voraus preisen, Was du mir künftge woche giebst. Du wirst es in der that erweisen, Daß du mich je und immer liebst, Und leitest mich nach deinem rath, Bis leid und zeit ein ende hat. 5. Dein schwur ist ja noch nicht gebrochen, Du brichst ihn nicht in ewigkeit, Da du dem sünder fest! Siehe auch 944. 996. 997. Bei dem Anfange des Kirchenjahres. II. Festgesänge. Bei dem Anfange des Kirchenjahres. Mel. Erschienen ist der herrlich. Andre nimm in gnaden auf, Daß 54. № un fommt das neue wir alle dir gefallen, Und gewiß zum himmel wallen. firchenjahr, Des freu' sich alle christenschaar. Dein könig kommt, drum freue dich, Du an wahres zion! heiliglich. Halleluja. i 2. Wir hören noch das gnadenwort Vom anfang wieder immer fort, Das uns den weg zum leben ausweist; Gott sei für diese huld gepreift. Halleluja. 5. Wenn wir hie mit flehen beten, Und in christlicher gemein Vor dein heilig antlig treten; Laß dein ohr zugegen sein, Daß auch das geringste flehen Nicht vergebens mag geschehen. 6. Laß dein gnadenantlig leuchten, Wenn wir hie voll leid und dst 3. Gott! was uns deine wahr- reu Unsre missethaten beichten. trheit lehrt, Die unsern glauben Spricht uns hie dein diener frei, aftets vermehrt, Das laß bekleiben, und vergiebt in deinem namen; sil daß wir dir Voll freuden danken Herr! so sprich auch du das amen. id für und für. Halleluja. 4. Ehr sei dem vater und dem msohn, Dem heilgen geist in einem thron, Der heiligen breieinigkeit Sei ewig preis und lob bereit. Halleluja! 7. Die den tisch des heils genießen, Denen laß zu jeder zeit Diese feelenspeiß ersprießen Zu gewiffer seligkeit: Laß sie ihnen hier auf erden Jener freuden vorschmack werden. I. on n Mel. 3. Mein Gott! ich bin jetzt. 55. Großer ſchöpfer! heute treten wir ein aller firchjahr an: Drum wir dankbar dich anbeten, Daß du uns so wohl gethan; Weil, was leib und seel beglückte, Man von deiner hand erblickte. 31 8. Die, so freuz und leiden drücken, Laß dein evangelium Stärken, tröſten und erquicken, 3. Sakramente, lehren, lehrer, Gönn uns anverfälscht und rein. Mach die lehrer und die hörer Reich an segen und gedeihn. Laß in glück- und unglückszeiten Uns dein haus in ruh beschreiten. 4. Die da Gottes finder worden Durch das bad der heilgen tauj, Die erhalt in diesem orden: die hörer hier auf erden Sämmtlich wahre thäter werden. 9. Die dies jahr bei uns entschlafen, Laß einst fröhlich auferstehn, Und mit deinen frommen 2. Gieb forthin solch wohlerge- schafen Zu der himmelsfreude hen, Laß dein theures werthes gehn: Hiernach laß uns alle rinwort Ferner bei uns feste stehen, gen, Durch die enge pførte bringen. Allertreuster seelenhort! Denn an 10. Nun, o großer Gott! erdiesem himmelssegen Ist vor al- halte Deine kirche weit und breit. lem viel gelegen. Friede, schuß und segen walte Ueber deine dyristenheit. Laß, wo möglich, all auf erden Einst befehrt und selig werden. 11. So wird der gerechte saamen, Als dein theures eigenthum, Höchster! deinem großen namen Dank und ehre, preis und ruhm Ewig hier und dorten bringen, Heilig, heilig, heilig! singen. 30 32 Von der Zukunft Christi ins Fleisch. II. Von der Zukunft Christi ins Fleisch. Zur Adventszeit. mero neider TODA Mel. Nun komm der heiden 2c. finder. Wer vermöchte uns zu 56. A ferichaar! Das María bätten? Domm, o heil der völ- retten, Wenn wir keinen Jesum uns gebar. Dich bewundre alle welt, Heiland selbst von Gott bestellt! 2. Nicht von mannes fleisch und blut Kommst du her, o höchstes gut! Von dem heilgen geift allein Mußtest du empfangen sein. 3. Aber, Gott! was bin ich doch, Daß du deinen sohn mir giebest? Reicht die gnade schon so hoch, Wenn du deine feinde liebest; Was wird sie denn fünftig geben Denen, die in Chrifto leben? 3. Eine jungfrau dich gebar, Wie zuvor verkündet war, Deren leib war Gottes thron, Und ihr kind des höchsten sohn. 4. Daß du menschen haft gemacht, Hat dich ja vor dem gereuet. Wer hat denn zuwege bracht, Daß dein herz sich ihrer freuet? Nur dein sohn, den man auf erden Siehet einen menschen werden. 4. Du, o Gott und mensch zugleich! Ließest deines vaters reich, und die höchste herrlichkeit; Aber nur auf kurze zeit. 5. Von dem vater kam dein lauf, Zu ihm fuhrst du wieder auf. Von der erden stiegest du Im triumph dem himmel zu. 5. Auf, mein herz! hier ist dein Gott, Heiß ihn tausendmal willkommen. Deine sünde, deinen tod Hat er schon auf sich genommen; Durch sein leiden, blut und sterben Sollst du einst den himmel erben. 6. Darum tanke, wer nur kann, Gott, dem vater aller gnaden. Betet euren heiland an, Er heilt euren seelenschaden. Ehre sei Gott in der höhe, Und des satans reich vergehe! 6. Du dem vater gleicher held! Komme, kämpf, erhalt das feld. Deiner gottheit gnad und macht Reiß uns aus der sünden nacht. 7. Hier, aus deiner frippen bricht In der nacht ein neues licht, Welches unser glaub' erblickt, Und das ewig uns erquickt. 8. Vater in dem höchsten thron! Mel. Nun komm der heiden 2c. Du sein eingeborner sohn! Und 58. ott sei dank in aller Sei gelobt in ewigkeit. welt, Der beständig hält; Und der sünder trost und rath Zu uns hergesendet hat. 2. Was der alten väter schaar Höchster wunsch so lange war, Mel. Liebster Jesu! wir sind hier. 57. Herr uns [ dam hat im paradies Ist erfüllt in herrlichkeit. 3. Zions hülf und Abrams lohn, Jacobs heil und Davids sohn, Der so wunderbare held Hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein heil! Hosianna dir, mein theil! Richte du dir eine bahn Auch zu meinem herzen an. gebrochen: Gott, der ihn doch nicht verstieß, Hat erlösung uns versprochen, Und nun kommt in seinem namen Der versprochne weibes saamen. 2. Komm, mein helfer in der noth! Komm, o heiland aller sünder! Du wirst mensch, o ew'ger Gott! Für uns arme menschen og dhe apeniaga? Zur Adventszeit. 33 5. Beuch du ehrentönig ein! So werden herg und lippen Dir Es gehöret dir allein. Mach es, ewig dankbar sein. wie du gerne thust, Rein von allem sündenwust. Mel. Herzlich thut mich verlang. 6. Und wie deine zukunft war 60. Wie soll ich dich emwie Voller sanftmuth, obn gefahr: Also sei auch jederzeit Deine sanft muth mir bereit. begegn ich dir? O aller welt verlangen! O meiner seelen zier! D Jesu! mich regiere, Und deinen geist verleib; Damit, was dir ge bühre, Mir fund und wissend sei. 2. Dein Zion freut dir palmen Und grüne zweige bin; Und ich will auch mit psalmen Ermuntern geist und sinn. Mein herze foll dir grünen Jn stetem dob und preis, Und deinem namen dienen, So gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen Zu meinem troß und freup? Als leib und seele saßen Su ihrem größten leip, Als mir das reich genom59. du, mein men, Wo fried und freude lacht: 7. Tröste, trößte meinen sinn, das Wenn ich schwach und elend bin, Und bes satans macht und list Wider mich geschäftig ist. bi 8. Tritt der schlangen kopf entangwei, Beig an mir auch deine treu. Bieb, daß ich im wohl und weh Fest im wahren glauben steh. 9. Laß mich, wenn du lebensStsfürst! Herrlich wiederkommen wirft, Freudig dir entgegen gehn, Und vor dir gerecht bestehn. Mel. Von Gott will ich nicht ac. it ernst, o menschenin euch bestellt, Damit das heil der sünder, Der große wunderheld, Den Gott aus gnad allein Der welt zum licht und leben Gesen. bet und gegeben, Bei euch auch febre ein. Und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren banden; Du kommst und machst mich los. Ich stand in spott und schanden; Du kommst und machst mich groß, Und hebst mich hoch zu ehren, Und schenkt mit großes gut, Das sich nicht läßt verzehren, Wie irgend reichthum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben Zu mir vom himmelszelt, Als dein getreues lieben, Damit on alle welt In ihren großen plagen Und centnerschweren last, Die fein mund kann aussagen, 2. Bereitet doch fein tüchtig Den weg dem großen gast: Macht seine steige richtig, Laßt alles, was er haßt: Macht alle babnen recht, Die thal last sein erhöhet, Macht niedrig, was hoch stebet, Was frumm ist, gleich und schlecht. 3. Ein herz, das demuth übet, Bei Gott am höchsten steht; Ein herz, das hochmuth liebet, Mit So fest umfangen hast. angst zu grunde gebt. Ein herz, das richtig ist und folget Gottes leiten, Das kann sich recht bereiten, Zu dem kommt Jesus Christ. * 4. Ach mache du mich armen Bu dieser beilgen zeit Aus güte und erbarmen, Herr Jesu! selbst bereit. Zeuch in mein herz hinein Vom stall und von der frippen; 6. Das schreib dir in dein herze, Du hochbetrübtes beer! Bei welchem gram und schmerze Sich häuft je mehr und mehr. Seid unverzagt! ihr habet Die bülfe vor der thür; Der eure herzen labet Und tröstet, steht allhier. 7. 3hr dürft euch nicht bemühen, Noch sorgen tag und nachs, 3 34 Von der Zukunft Christi ins Fleisch. Wie ihr ihn wollet ziehen Mit 4. Ach sei gelobt, Immanuel! äußerlicher macht. Er kommt, er Du überwindest tod und höll, kommt mit willen, Er ist voll lieb und lust, All angst und noth zu stillen, Die ihm an euch bewußt. 18. Auch dürft ihr nicht erschrecken Vor eurer sündenschuld; Mein Jesus will sie decken Mit seiner lieb und huld. Er kommt, er kommt den sündern Zum trost und wahren heil; Schafft, daß bei Gottes kindern Verbleib ihr erb und theil. 9. Was fragt ihr nach dem schreien Der feind und ihrer tück? Der Herr wird sie zerstreuen In einem augenblick. Er kommt, er kommt ein könig, Dem wahrlich alle feind Auf erden viel zu wenig Zum widerstande feind. 10. Er kommt zum weltgerichte, Zum fluch dem, der ihm flucht; Mit gnad und süßem lichte Dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o sonne! Und hol uns allzumal, Zum ewgen licht und wonne, In deinen freudensaal. Mel. Kommt her zu mir, spricht. un hosianna, Davids 61. aus dem himmelsthron Zu allen armen fündern: Zeuch ein! zeuch ein! dir stehet hier Ganz aufgeschlossen thor und thür Bei deinen armen kindern. Du tilgest meine sünden. Komm, kehr in meinem herzen ein, Ob du es gleich wirst arm und klein Für dich zur wohnung finden. 5. Denn du bist aller herren Herr, Ich asch und staub: ja, was noch mehr, Da wir in sünden liegen, So sind wir deiner huld nicht werth. Ich armer mensch, ich arme erd! Wie will ich dich vergnügen? 6. Jch dürfte nicht mehr bitten dich, Wenn du nicht selbst verlangtest mich, Und sprächst: gieb mir dein herze. Willst du es denn, so sei es dein, Dem herzen kann nicht besser sein, Als bei dir, lebenskerze! 7. Du willst es aber ganz allein, Ach! wär es doch ganz frei und rein Von aller fremden liebe! Du bringst mir mit gerechtigkeit, Sm heilgen geiste fried und freud, Dies sind die reinsten triebe. 8. Ach nimm von meiner armuth an Lieb', ehre, demuih, und was kann Mein armes herze haben. Mein glaube hängt sich fest an dich, Und nimmt aus deinen schäßen Die Gott gefäll'gen gaben. 9. Mit diesen bin ich wohl geschmückt; Zeuch ein, so werd ich höchst beglückt, Mein herz ist dir ergeben. Komm, wähl es doch zu deiner rub, Ich rufe dir mit freuden zu: Willkommen, o mein 2. Mein herz bereitet sich auch schon; Kehr bei mir ein, o Gottes leben. sohn, Du wahrer weibessaanen, Du fönig, heiland, hirt und heil, Melodie 5. Mein bruder, gnadenthron und 62. sohn! Her in ſeines vaters Hoon theil! Komm in des Herren namen. 3. Komm, friedefürst, komm, namen Sich erhebet auf den kraft und held, Erlöser, mittler, thron, leber Jacobs haus und lösegeld, Rath, licht und trost saamen: Welchem Gott ein reich der heiden, Schuß, seligmacher, bestimmt, Dem die reiche dieser todestod, Prophet, versöhner, erden Endlich müssen dienstbar bülf in noth! Beuch in mein werden, Und das selbst kein ende nimmt. herz mit freuden. na 35 3. Wir danken dir dafür, Daß 2. Sei gesegnet, theures reich! Das ein solcher herr besißet, du hast angenommen, Wie kinder, Dem kein herr auf erden gleich, fleisch und blut, Und bist du uns Der das recht mit nachdruck gekommen, Sanftmüthig, arm, schüßet. Schwinge dich im steten gering, Ein könig ohne pracht, flor, Und im unverrückten frieden, Und doch ein Gott und Herr Unter heiden, unter jüden, Mit Von höchster kraft und macht. vermehrtem glanz empor. 3. Deines königs majestät Müsse jedes volk verehren: Und so weit die sonne geht, Müsse sich sein ruhm vermehren. Selbst der kleinen finder mund Mache, zum verdruß der feinde Und zur freude seiner freunde, Seinen großen namen fund. 4. Soll nicht ein gläubig herz Getrost und freudig werden? Wenn deine ankunft ist Demüthig in geberden, Wenn alles dieses blos Zu unserm trost geschicht, Was deine niedrigkeit Für unsre sünd ausricht't. 4. Schreibe mich, Herr! auch mit an Unter deinen untertha5. Zu dieser zukunft hat Dich ja sonst nichts getrieben, Als dein erbarmend herz Und unverdientes lieben. O was für gnad ich und Die sich hierin erweist! nen: Ich will dir, ſo gut ege Dein name ſei darum Gerühmet kann, mein herz und gepreist. Zur Adventszeit. bahnen. Ich geselle mich im geist Zu derselben großen reihen, Die das hosianna schreien, Wo man dich willkommen heißt. 5. Jauchzt ihr kräfte, freuet euch, Seid ermuntert, meine sinnen! Jesus und sein gnaden reich Wird bei euch nun raum gewinnen. Kommt und schwört den huld'gungseid, Kommt und küßt den sohn der liebe. Ach daß niemand außen bliebe! Hier, ach hier ist seligkeit. 6. Laß uns hinführo auch Bereit und fertig stehen, Wenn wir dir sollen einst Geschickt entgegen gehen. Halt uns in heilger furcht Und deiner weisheit licht, Wenn du erscheinen wirst Zum großen weltgericht. 7. Das hosianna soll Alsdenn von neuem klingen, Wenn selbst der engel chor Nebst uns wird fröhlich singen Ihr heilges lob und lied, Dem, der da war und ist: Gelobet sei der Herr, Der heiland Jesus Christ. Mel. O Gott, du frommer Gott. Domm, tochter zion! 63. zu empfangen, Der unser heiland ist, Mel. Alle menschen müssen 2c. Und aller welt verlangen. Stimm 64. Liebster Jeſu! ſei willdiesem kommen Hier in dieser Davidssohn Dein hosianna bösen welt, Da du kaum wirst aufan; Bring, was zu seinem dienst genommen, Da man dich verächtDie liebe bringen kann. lich hält. Ich, ich will dich nicht 2. An statt des grünen laubsverscherzen, Wohne nur in mei Der reiser und der palmen, nem herzen. Du bist mein, und ich Streut unsre andacht dir Anjezt bin dein, Allerliebstes Jefulein! dank- und lobpsalmen; Sie spricht: gepriesen sei Der heiland Jesus Christ, Der aus des vaters schooß Auf erden kommen ist. 2. Zwar du kommest gar nicht prächtig, Aber ich bin schon vergnügt; Ich weiß, daß du reich und mächtig, Daß in dir verborgen 3* € 136 dationsind Weihnachtsgesängen sids liegt, Was mich sünter, was mich Du bist mein, und ich bin dein, schwachen kann gerecht und selig Allerliebstes Jefulein! machen. Du bist mein, und ich 5. Deine schmach und deine bin dein, Ullerliebstes Jesulein! schande, So dir diese welt anthut, 180 3. Dein so armes fummerleben Dienet mir zum unterpfance, 11 Coll mein höchster reichthum sein. Und versichert meinen muth, Daß dn Mein herz ist dir ganz ergeben, du mir in jenem leben Wirft die 14: Und ich trau auf rich allein. ehrenkrone geben. Du bist mein, Du, du kannst mir alles geben, und ich bin dein, Allerliebstes Was vergnügt in diesem leben. Jesulen! Du bist mein, und ich bin dein, Allerliebstes Jesutein! 6. Nun, mein herze steht dir offen, Zeuch, mein beilane! bei 4. Will dich alle welt gleich mir ein; Laß mich nicht vergeb meiden: Dennoch sind ich mich zu lich hoffen, Laß mich nur dein eidir. Dich und mich soll nie was gen sein. Tilge du all mein verscheiden; Sondern ich will für und brechen, So kann ich stets fröhlich für Unverrückt an dir bekleiben, sprechen: Du bist mein, und ich Todt und lebend dein verbleiben: bin tein, Allerliebstes Jesulein! III. Weihnachtsgesänge. 65. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 5. Der ew'ge Gott, des vaters wort Wird unser bruder, hülf und hort, Auf den wir sicher trauen. Komm, ganze welt! ach fomm herbei, Hier kannst du, daß Gott gnädig sei, Ohn dein verdienst anschauen. Go Gott ott lob! die höchst gewünschte zeit, Der anfang unsrer seligkeit Und unsrer hülf' ist kommen. Des ewgen vaters einzig find hat, daß es sich mit uns verbind', Fleisch und blut angenommen. isd 6. Willkommen, theurer werthergaft, Willkommen, träger meiner last, Mein licht, mein 2. Zu Bethlehem in Davies start, Wie Micha längst verkün digt hat, Ist er ein mensch getroft, mein segen! Mein einzig boren: O großes heit! wär die gut! was soll ich dir, Zum zeugses nicht, würd alles, was das niß meiner dankbegier, Zu deinen sonnenlicht Gesehn und sieht, verfüßen legen? loren.s 7. Dich selbst, nimm diese gabe 3. Sein armer stand, sein dürf- an, Denk, daß ich sonst nichts tig sein Bringt uns den größten liefern kann Dir, der du alles reichthum ein; Wir haben nun die begest. Der du den weltkreis zufülle Hat Aram uns gleich sehr gericht, Veracht mein schlechtes verleßt Und uns in tiefe schuld opfer nicht, Der du den himmel 15 gefeßt; Er fommt, caß er sie stille. trägest. 4. Seht nicht vie schlechten win- 8. Zeuch, Herr, in dies mein teln an, Und was vernunft bie ta herz hinein, Laß du es deine ruhTodeln tann Seht, wer darein ge- stätt' sein: Verschmäh nicht meine 31 hullet! Der große Gott ras heil seele, Laß sie mit dir sein selbst der welt, Der wunderbare starke geschmückt, und alles eitle weggeheld, Der erd und himmel füllet. rückt, Weil ich dich einzig wähle. von der Menschwerdung und Geburt Chrifti. 37 Metodie 6. 66. Ermi 7. D liebes tind! o werther Ermuntre dich, mein sohn! Holdselig von geberden, schwacher geist, Und Mein bruder und mein gnatentrage groß verlangen, Ein kleines thron, Mein höchster schaß auf find, das vater heißt, Mit freu erden! Komm, schönster! in mein den zu empfangen. Dies ist die herz hinein, Komm eilend, laß zeit, darin es kam, Und menschlich tie krippe sein: Komm, komm, wesen an sich nahm, Mit uns und ich will bei zeiten Dein lager dir unsern seelen Sich ewig zu ver- bereiten. mählen. 8. Sag an, mein herzensbräu2. Willkommen, theurer bräutigam, Mein hoffnung, freud tigam, Du könig aller ehren! und leben, Mein edler zweig aus Willkommen, Jesu, Gottes lamm! Ich will dein lob vermehren. Ich will dir all mein lebelang Von herzen sagen lob und danf, Daß du, da wir verloren, Für uns bist mensch geboren. Davits stamm! Was soll ich dir Doch geben? Ach nimm von mir leib, seel und geist, Und alles, was mensch ist und heißt: Ich will mich ganz verschreiben, Dir ewig treu zu bleiben. 3. O großer Gott! wie konnt es sein, Dein himmelreich zu lassen, Zu kommen in die welt hinein, Wo nichts als neid und haffen? Wie konntest du die große macht, Dein königreich, die freudenpracht, Ja dein erwünschtes leben, Für solche feind' hingeben? 9. Lob, preis und dank, Herr Jesu Chrift! Sei dir von mir gesungen, Daß du mein bruder worden bist, Und hast die welt bezwungen: Hilf, daß ich deine gütigkeit Stets preis in dieser gnadenzeit, Und dich hernach dort oben In ewigkeit mag loben. 4. Ist doch, Herr Jesu! deine braut Ganz arm und voller schanden; Noch hast du sie dir selbst vertraut Am freuz, in todesbanden: Ist sie doch ganz und gar befleckt, mit dem verderben angesteckt, Doch willst du ihrentwegen Die fnechtsgestalt anlegen. 5. Du fürst und herrscher dieser welt, Du friedenswiederbringer, Du kluger rath und großer held, Du starker höllenzwinger! Wie ist es möglich, daß du dich Erniebrigest so jämmerlich, Daß du im ärmsten orden Der menschen, mensch geworden? 6. O großes werk, o wundermacht, Desgleichen nie gefunden! Du hast den heiland hergebracht, Der alles überwunden; Du hast gebracht den starken mann, Der feur und wolken zwingen kann, Vor dem die himmel zittern, Und alle berg' erschüttern. 67. Vom om himmel kam der engel her, Verfündigte die große ehr, Die Gott dem menschlichen geschlecht Erzeigt, daß ers zum himmel brächt. 2. Euch, sprach er, ist ein find geborn, Von einer jungfrau auserforn: Ein findelein so zart und fein Soll eure freud und wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ unser Gott, Der will euch helf'n aus aller noth, Will euer heiland selber sein, Von allen sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle seligkeit Die Gott der vater bat bereitid Daß ihr mit uns im himmelreich Sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das zeichen recht, Die Fripp und wintelein so schlecht, Da findet ihr das tind 38 3012 Weihnachtsgesänge.. 13 Hoe gelegt, Das alle welt erhält und 168. Nom himmel kam der trägt. 6. Deß laßt uns alle fröhlich schien den hirten offenbar, Sie sein, Und mit den hirten gehn sagten ihn'n: ein kindlein zart hinein, Zu sehn, was Gott uns Das liegt dort in der krippen hart. hat beschert, mit seinem lieben sohn verehrt. * 7. Merk auf, mein herz! und sich dort hin, Was liegt dort in dem krippelein? Weß ist das schöne kindelein? Es ist das liebe Jefulein. 8. Sei willkommen du edler gafst, Den sünder nicht verschmähet hast, Und kommst ins elend her zu mir, Wie soll ich immer danken dir! 9. Ach Herr! du schöpfer aller ding, Wie bist du worden so gering! Daß du da liegst auf dürrem gras, Davon ein rind und esel aß. 10. Und wär die welt vielmal so weit, Von edelstein und gold bereit; So wär sie dir doch viel zu klein, Zu sein ein würdig's wiegelein. 11. Der sammet und die seide dein Ist nur grob heu und windelein, Darauf du könig groß und reich Herprangst, als wärs dein himmelreich. 12. Das hat also gefallen dir, Die wahrheit anzuzeigen mir, Wie aller welt pracht, ehr und gut Bor dir nichts gilt, nichts hilft, noch thut. 13. Ach mein herzliebes Jesulein! Mach dir mein ganzes herze rein, Und laß es deine ruhe sein, Daß ich nimmer vergesse dein. 14. Davon ich allzeit fröhlich sei, Zu rühmen, singen immer frei, Die rechten freudenlieder schön, Mit herzenslust den süßen ton: 15. Lob, ehr sei Gott im höchsten thron, Der uns schenkt sei nen eingen sohn: Deß freuet sich der engel schaar, Und singen uns solch neues jahr. 2. Zu Bethlehem in Davids stadt, Wie Micha das verkündigt hat: Es ist der Herre Jesus Christ, Der euer aller heiland ist. 3. Deß sollt ihr billig fröhlich sein, Daß Gott mit euch ist worden eins: Er ist geboru eur fleisch und blut, Eur bruder ist das ewge gut. 4. Was kann euch thun die sünd und tod? Ihr habt mit euch den wahren Gott. Laßt zürnen teufel und die höll, Gotts sohn ist worden eur gesell. 5. Er kann und will euch lassen nicht, Seßt nur auf ihn eur zuversicht: Es mögen euch viel fechten an, Dem sei trop, ders nicht lassen kann. 6. Zuleßt müßt ihr doch haben recht, Ihr seid nun worden Gottes geschlecht: Deß danket Gott in ewigkeit, Geduldig, fröhlich allezeit. Mel. Nun singet und seid froh. 69. Auf die ihr Jesum liebt, In seinem lob euch übt: Sept herz und mund zusammen, Stimmt freudenpsalmen an: Schickt heilge andachtsflammen Zum himmelsthron hinan: Jesus kommt zu uns:,: 2. Otheures gnadenpfand! Ein neues in dem land: Das find ist unsgeboren, Das held und vater ist, 3Zum gnadenstuhl erkoren: Sei tausendmal gegrüßt, Mein Immanuel:,: 3. Das heil der ganzen welt Ist nunmehr fest gestellt. Der könig ist erschienen, Der lauter segen weist, Und alle, die ihm dienen, Mit himmelsgütern speist: Gott ist nun mit uns:,: grad allo von der Menschwerbung und Geburt Christi. 4. So fehre bei mir ein, Holdselges Jesulein! Seß deine gna- bar. denwerke In meiner seele fort: Dein leib und blut mich stärke, Es heile mich dein wort, O Immanuel:,: 39 8. Jm fleische wird Gott offenGeheimniß, du bist groß! Der in des vaters schooße war, Den trägt der mutter schooß. 9. Der schöpfer wird auch kreatur, Der ewige wird jung; Jedoch nach seiner menschheit nur, In der erniedrigung. 5. Immanuel mein licht! Ich laß, ich laß dich nicht, Bis mich dein segen schmücket, Und deine gnade krönt, Mein geist dich an sich drücket, Ob mich die welt gleich höhnt. Mein Immanuel:,: 6. Drum himmel, erd und meer, 11. Du, wunderbarer Gott Du reines engelheer! Seid zeu- mensch! wirst, Mein rath und gen, daß kein leiden, Kein fum- kraft und held, Mein vater und mer, keine noth Mich soll von mein friedefürst, Und heiland aller Jesu scheiden; Ich fürchte nicht welt. den tod, Jesus ist bei mir:,: 298193 Mel. 4. Nun sich der tag geendet. 70. bier, und nimmt Emmanuel! der Herr ist mein fleisch an sich. Immanuel! ist Gott mit mir, Wer ist denn wider mich? 2. Also hat Gott die welt geliebt, Daß er durch freien trieb Den eingebornen sohn uns giebt. Wie hat er uns so lieb! 3. Und was sein wunderbarer rath Schon in der ewigkeit Von Jesu fest beschlossen hat, Das that er in der zeit: 7. Es nahm demnach das höchste gut, Der große wundermann, Wie andre kinder, fleisch und blut, Doch ohne sünde, an. 10. Herr Jesu! der du also bist, In dem mich Gott geliebt; Du find! das uns geboren ist, Du sohn, den Gott uns giebt; 12. Ich war im fleisch ein sündenknecht, Auch so zur welt gebracht: Du aber bringst das kindgemacht. schaftsrecht, Und hast mich los 13. Dein mangel ist mein reiches theil, Die windeln sind mein kleid. Die tnechtsgestalt bringt mir mein heil, Dein leiden stillt mein leid. 14. So sei Gott ehr und lob gebracht, Und friebe dieser welt, Weil Gott das fleisch gerecht gemacht, Daß es ihm wohlgefällt. 15. Immanuel! der Herr ist da, So lob ihn, meine seel! Immanuel! halleluja! Gott lob! Immanuel! 4. Denn als die zeit erfüllet war, Die er vorher benannt; So ward der Gottmensch offenbar, Den Gott ins fleisch gesandt. Mel. Ein kindelein so löbelich zc. 5. Was Gott vom weibessaa- 71. Erheb, werthe christeno men spricht, Das bringt durch heit! und Gottes kraft Maria an das ta- mund mit freuden, Und opfre dant geslicht, In reiner jungfrauschaft. in ewigkeit Gott, für das licht der 6. So hat auch Gott zuvor den ort Und das geschlecht bestimmt, Worin des großen vaters wort Das leben an sich nimmt. heiden. Des weibes saam ist nunmehr da, Messias, der verheißen war, Ist von dem himmel kommen. Gottes sohn, das höchste gut, Hat der menschen fleisch und blut Allhier an sich genommen. 2. Mit nichten man für klein dich hält, Bethlehem! auf erden; Weihnachtsgefänge 10 Weil du des beilands aller Welt 3. Wohl dem, der dieses glauGeburtstart müssen werden; Weil bens ist, Mit ganzem Herzen die holoselge mutter bat Den til trauet; ger unsrer misfethat In diese welt geboren, Deffen ausgang allbereit Vor der welt von ewigkeit Gewesen und erforen.mpnds Dem wird die feligkeit gewiß. Wohl dem, der darauf bauet, Daß Christus bat genng gethan Für uns, auf seiner lei densbahn Vor Gott dem ewgen vater. O welche große wunderthat! Chriftus trägt unsve miffethat Und stillet unsern haber. 3. Was trieb dich, Jesu, böch ftes gut! So tief berab zu steigen, Und dich zu unserm fleisch und blut Auf solche art zu neigen? 4. Deß dank ihm alle christenAus liebe thatst du das alleir, heit Für solche große güte, Und Daß du möchtst unser mittler fein, bitte um barmherzigkeit: Daß er Und wir, als deine brüder, Mit uns fort behüte Bor falscher lehr dem vater hier versöhnt, Dort und bösem wahn, Der unsern mit ehr und schmuck gekrönt, Als deines reiches glieder. 4. Lob, ehr und preis fei Gott gebracht Zu seinem beilgen throne, Der mit uns frieden hat ge- den leben. macht, In seinem lieben sohne. 40 seelen schaden fann: Er woll all schuld vergeben. Gott vater, sohn und beilger geift! Wir bitten von dir allermeist, Laß uns im frieDadurch fließt uns sein segen zu, Melodie 7. Und wächst in uns die wahre rub. 73. Wie fündlich groß find Mit vollem strom werke, Die Daß des satans haß und grimm, Wär er noch so ungestüm, Uns nimmer könne schaden. Gottes hand und wundermacht An uns, uns fündern hat vollbracht! Wer gründet seiner allmacht stärke? Wer ist, der solch 72. keines Gott ſelbst F wird ein menschenkind? Wer faßt, wie sich der gottheit fülle a unser sterblich wesen hülle? jemals glich, Ist uns geboren heute Von einer junge frau, dessen sich So erd als himmel freute. Wär uns dies lindlein 2. Otheures, werk, von Gott nicht geborn, So wär'n wir all- erlesen! O wunder, das kein zumal verlorn: Das heil ist un- gleiches kennt! liebe, die ohn fer aller. Ei süßer beiland Jesu ende brennt! Gott kleidet sich in Chrift! Der du ein mensch gebo- menschlich wesen: Der Herr, der ren bist, Behüt uns vor der hölle. diese welt gebaut, Nimmt an des 2. Die zeit ist nun ganz freu- menschen bein und haut, Läßt, denreich zu loben Gottes namen: uns von satans joch zu scheiden, Daß Christus von dem himmel Der gottheit glanz mit fleisch reich Auf erden zu uns kommen. bekleiden. Groß ist die demuth, huld und gnad, Die Gott vom himmel bei uns that: Ein knecht ist er hie worden. In allem, doch ohn sünd, uns gleich, Dadurch wir ewig werden reich: Trug unsre sündenbürde.. 3. Wir frevler waren abgemi chen: Das bilt, das Gott in uns geprägt, Ward, als uns ebens garten hegt, Mit satans bosheit überstrichen: Gott, der uns erst den vorzug gab, Wäscht unsern unflath wieder ab: Will, uns im von der Menschwerdung und Geburt Chrifti. Herren zu erfreuen, Sein erstes bild in uns erneuen. 4. Er deckt durch seines reich thums größe, Durch seine füll und überfluß, In höchster armuth und verdruß, Der abgefallnen seelen blöße; Dem schöpfer, der die ganze welt In maaß, gewicht und schranken hält, Kann kaum in dieser weiten erden Ein raum zur ruhy verstattet werden. 5. Der, den nicht welt, nicht himmet fasfen, Schließt sich in stall und frippen ein; Sein glanz und unerforschter schein Will sich im finstern bergen lassen. Der sonst voll glanz und gottheitspracht, liegt dert im heu bloß und veracht! Er legt sich, uns zu Gott zu führen, Hin in die frippe, bei den thieren. 41 9. Fall ich aus schwachheit, hilf mir wieder. Tilsalles, auser- 19 wähltes find, Was sich nur fünde lichs in mir Andt. Du theures haupt der frommen glieder! Gieb deinen grist, ras theure gut, Das du erwirbst, in meinen muth, Daß satan und die macht der höllen Mein erbtheil nun und nimmer fällen. 10. Indeß mein heil und mein vergnügen, Du Gotteskind, du menschen sohn, Mein schild, mein bort, mein gnadenthron! Hilf mir mein sündlich fleisch besiegen. Mein trost in noth, mein fleisch und blut, Mein eigenthum, mein höchstes gut! Durch dein blut, welches du vergossen, Mach mich zu deinem reichsgenossen. Mel. Vom himmel hoch ic. 6. Ach süßes kind, doch Gottes erbe! Saf windeln, stallume 74. Dies iſt der fag, ben Laß gemacht; Sein Frippe sein: Komm, fehr bei mir zur berberg ein! Ich bin zwar mur dein thon, ein scherbe, Ein wüstes haus; doch deine Fraft, Die alles trägt, erhält und schafft, Kann mich, der arm an allen sachen, Zur würdgen wohnung Gottes machen. 7. Komm, heil ge meines geistes gaben, Laß du durch deinen überfluß, Sm größten mangel und verdruß, Mich reichthum und die fülle haben. Hilf, daß ich eitler dinge pracht Als himmelserbe gern veracht, und nur in dir und deinem willen Mög alle mein verlangen tillen. werd in aller welt gedacht! Jhn preise, was durch Jesum Chrift Im himmel und auf erden ist. 2. Die völker haben dein geharrt, Bis daß die zeit erfüllet ward, Da sandte Gott von seinem thron Das heil der welt, dich, seinen sohn. 3. Wenn ich dies wunder fas sen will, So steht mein geist vor ehrfurcht still: Er betet an, und er ermißt, Daß Gottes lieb une endlich ist. 4. Damit der sünder gnab erhält, Erriedrigst du dich, Herr der welt, Nimmst selbst an unsrer 8. Herodis pracht und eitles menschheit theil, Erscheinst im prangen Sei mir ein gräuel, spott, fleisch und wirst uns beil. und schen; Laß beine bemuth, 5. Dein fönig, Zion, spricht zu deine treu Mich, dein erworbnes dir: Ich komm, im buche steht gut, umfangen. Ich bleibe, wer- von mir; Gott, deinen willen thu thes find! bein find; Die wollust, ich gern. Gelobt sei, der da so die welt entzündt, Laß nie an kommt im Herrn! as meinem geifte fleben, Dein arm- 6. Herr! der du mensch gebosein kann mich hoch erheben. hdren wirst, Immanuel und friedebi dnit $ 113 42 hide im Weihnachtsgesänge fürst, Auf den die väter hoffend sahn, Dich, Gott, Messias, bet ich an. 7. Du unser heil und höchstes gut, Vereinigst dich mit fleisch und blut, Wirst unser freund und bruder hier, Und Gottes kinder werden wir. 8. Gedanke voller majestät! Du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller seligkeit! Du bist es, der das herz erfreut. 9. Durch eines sünde fiel die welt. Ein mittler ists, der sie erhält. Was zagt der mensch, wenn der ihn schüßt, Der in des vaters schooße sitzt? 10. Jauchzt, himmel, die ihr ihn erfuhrt, Den tag der heiligsten geburt: Und erde, die ihn heute sieht, Sing ihm, dem Herrn, ein neues lied! 11. Dies ist der tag, den Gott gemacht; Sein werd in aller welt gedacht; Ihn preise, was durch Jesum Christ Jm himmel und auf erden ist. and are 4. Der als brunnquell aller güte, Was da lebt und webet, tränkt, Und sein väterlich gemüthe, Als mit strömen, auf uns lenkt; Muß die tropfen seiner lust Suchen an der mutter brust. 5. Großes kind, das vater heißet, Gott an wesen, ehr und pracht, Das der knechtschaft uns entreißet, Und zu Gottes kindern macht! Sei willkommen tausendmal In dies elendsvolle thal. 7. Werthes kind! wie hat die liebe Dich so tief herab gebracht! Ach! wie zogen ihre triebe Dich in unsre sündennacht! Ach! wie lenkt sie deinen sinn Zu uns, deinen feinden, hin! mast 8. Nun, weil mein mund deine treue Nicht genug ausbreiten kann; So laß mich dich stets aufs neue Mit bewundrung sehen an, Und Mel. Alle welt, was lebt und 2c. mit andachtsvollem flehn Stets 75. Weg ihr irdischen ge- bei deiner krippe ſtehn. danken! ge- 9. Mache mich auch neugeboheimniß ist zu groß; Die vernunft ren, Nimm mein Herz und meihat ihre schranken. Nur der glaube fasset blos, Was dem menschlichen verstand Dunkel, schwer und unbekannt. nen geist; Laß ihn dir sein auserkoren, Daß er stets dein tempel heißt. Ich verspreche: dir allein Ewig, ewig treu zu sein. Ind 3. Selbst der reichthum scheint zu schmachten; Gott, der herrscher, wird ein knecht. Der, vor dem die berge krachten, Liegt hie schwach, gering und schlecht: Der den ganzen weltbau trägt, Wird im engen schooß gehegt. 6. Unser fleisch ist nun dem! throne Höchster gottheit zugesellt, Und, nebst unserm sündenlohne, Gottes zorn ganz abgestellt, Daß, weil Gott ein menschenkind, Wir nun Gottes finder sind. 2. Der von ewigkeit gezeuget, Wird geboren in der zeit: Vor Mel. In dich hab ich gehoffet ac. dem sich der himmel beuget, Wird 76. r groß! Des vaters der ein find in niedrigkeit. Dem, den nichts umfassen kann, Legt man schlechte windeln an. licht liegt nackt und bloß, Der ewge fürst des lebens. O göttlich wort! O himmelspfort! Das thust du nicht vergebens. 2. Weil du so dürftig kommst herein; Räumst du das himmelreich uns ein, Wo wir die fülle haben. Dein armuth macht, Daß uns wird bracht Der reichthum edler gaben. von der Menschwerdung und Geburt Christi. 43 3. O menschenkinder! freuet In unser armes fleisch und blut euch, Dies arme kindlein macht euch Verkleidet sich das ewge, gut. reich: Es bringt euch von der er- Halleluja. den Zur himmelsfreud, Die euch bereit, Und ewiglich soll werden. 4. Drum laßt die herzen wacker sein, Und mit den lieben engelein Die stimm also erschallen: Gott! dir sei ehr, Bei uns sich mehr Dein fried und wohlgefallen! 5. Du aber, zartes Jesulein! Kehr auch bei uns zur herberg ein! Erleucht uns das gemüthe, Daß glaub' und lieb' Sich täglich üb': Herr! giebs durch deine güte. 77. Nun un singet und seid froh, Jauchzt all und saget so: Unsers herzens wonne, Liegt in der krippe heut, Und leuchtet wie die sonne In seiner niedrigkeit. Du bist A und O, Du bist A und O! 3. Den aller welt freis nie beschloß, Der liegt in Marien schooß: Der ist ein kindlein wor den klein, Der alle ding erhält allein. Halleluja. 78. Selobet feit du, Jeſu Christ! Daß du mensch geboren bist Von einer jungfrau, das ist wahr, Deß freuet sich der engel schaar. Halleluja. 2. Des ewgen vaters einig kind Jetzt man in der Frippe findt. 4. Das ewge licht geht da herein, Giebt der welt nun neuen schein, Es leuchtet mitten in der nacht, Und uns zu lichteskindern macht. Halleluja. 5. Der sohn des vaters, Gott von art, Ein gast in der welt hie ward: Er führt uns aus dem jammerthal, Und macht uns erb'n in seinem saal. Halleluja. 6. Er ist auf erden kommen armı, Daß er unser sich erbarm, Und in dem bimmel mache reich, Und seinen lieben engeln gleich. Hallel. 7. Das hat er alles uns gethan, Sein groß lieb' zu zeigen an: Deß freut sich alle christenheit, Und dank ihm deß in ewigkeit. Hallel. 2. Sohn Gottes in der höh! Nach dem ich sehnlich seh, Tröst mir mein gemüthe. O kindlein zart und rein! Durch deine große güte, liebstes Jesulein! Zeuch mich hin nach dir:: Mel. Wacht auf ihr christen 2c. 3. Groß ist des vaters huld, 79, br, die ihr war't verDer sohn tilgt unsre schuld. Wir waren all verdorben Durch sünd und eitelkeit; So hat er uns er worben Die ewge himmelsfreud: Ei ja wär'n wir da:,: loren! gute neue lehr: Der heiland ist geboren, Er kommt auf erden her. Deß freuet sich dort oben Der heilgen engel schaar, Die Gott den vater loben Deswegen immerdar. 4. Wo ist der freudenort? Nirgend sonst als dort, Da die engel singen Mit den heilgen all, Und die psalmen klingen Im hohen himmelsfaal: Ei ja wär'n wir da! Ei ja wär'n wir da! 2. So singen sie mit schalle: Ihr menschen insgemein! Freut euch von herzen alle, Der heiland stellt sich ein. Euch, euch ist er gegeben, Euch ist das heil bereit, Daß ihr bei Gott sollt leben In steter seligkeit. 3. Kein mensch sich ja betrübe, Denn seiner gnaden schein Bringt euch nun fried und liebe, Was wollt ihr traurig sein? Den himmel er dem schenket, Der an ihn gläubet fest. An diesen schatz gedenket, Er ist der allerbest. dipe 44 Jair 4. Nun seid ihr wohl gerochen An eurer feinde schaar: Denn Christus hat zerbrochen, Was euch zuwider war. Tod, teufel, sünd und hölle Jetzt liegen ganz geschwächt: Gott giebt die ehrenstelle Dem menschlichen geschlecht. 5. Drum wir auch nun dich loben, Jesu, zweistämmger held! Daß du vom himmel oben Bist kommen in die welt: Komm auch Weihnachtsgesänge Mel. Nun danket alle Gott 2c. Jein herzensfreund, ach komm! Und mache dir von neuem In meiner seele plaß; Daß ich in dir mich 80. Gott senkt von seinem thron Sich in der jungfrau leib; Bleibt Gott, und wird ihr sohn. Melodie 43. in unsre herzen, Und bleib brinn 81. Auf, schicke dich, Recht für und für, Daß weder freud noch schmerzen Uns trenne je von dir. feierlich Des heiland's feft mit danken zu begehen! Lieb ist der dank, Der lobgesang, Durch den wir ihn, den Gott der lieb, erhöhen. 2. Sprich dankbar froh: Also, also hat Gott die welt in seinem sohn geliebet! O, wer bin ich, er, Go herrlich hoch in deinem sohn geliebet? kann, Wie süß, o Jesu Christ! Du großer Gottessohn In deiner menschbeit bist. 3. Er, unser freund, Mit uns vereint, Zur zeit, da wir noch 2. Befreie doch mein herz Von Gottes feinde waren; Er wird sorgen dieser erben, Daß du in uns gleich, Um Gottes reich Und selbigem Magst aufgenommen wer- seine lieb im fleisch zu offenbaren. den. Laß sehn, daß du in mir Gestalt gewonnen habst, Wenn du mit deinem sinn Und geiste mich begabst. 4. An ihm nimm theil, Er ist das heil; Thu täglich buß und gläub an seinen namen. Der ehrt ihn nicht, Wer Herr Herr, 3. Weil mich der vater ihm spricht, Und doch nicht sucht sein Zum kinde auserforen Schon vor beispiel nachzuahmen. der zeit der welt: So bist du mir 5. Aus dank will ich In brügeboren Zum heil, du gnaden- dern dich, Dich, Gottes sohn! befind! Daß Gottes liebesschluß, kleiden, speisen, tränken; Der Zu trop des teufels neit, Bestehn frommen herz In ihrem schmerz und bleiben muß. Mit troft erfreun und dein dabei gedenken. 4. Doch blieb der weise rath Geheim und tief verstecket, Bom anbeginn der welt Mit schattenwerk bedecket: Bis Gottes wahrer sohn, Selbst Gott von ewigkeit, Im fleisch sich offenbart Zu der erfüllungszeit. 6. Rath, kraft und held, Durch den die welt Und alles ist, im himmel und auf erden! Die christenbeit Preist dich erfreut, Und aller knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern, Und wer ihn sucht, den wird sein name trösten. Halleluja! Halleluja! Freut euch des Herrn, und jauchzt ihm, ihr erlösten! 5. O freudenvolles wort! Du machst dem feinde grauen, Die engel lüfter selbst. Dies wunder an zuschauen. Geheimnisvoller rath! 6. Du großes wunderkind, Der du dich uns gegeben; Ach laß mich doch vor dir In solchem glauben leben, Der voller zuversicht, Voll milder thätigkeit, Stets deiner liebe sich zu rühmen ist bereit. von der Menschwerbung und Geburt Chrifti. 45 19 82. થયાં! Mel. Allein Gott in der höh sei.| berze ist, Dazu will ich dirs geben. Ach! heil der alten schlangen bis, Treib aus des todes finsterniß, So bist du mir mensch worden. freuet euch von herzensgrund, 3br, die ihr war't verloren: Nun wird das größte wunder fund, Denn Gott ist mensch geboren. bringt bas beil von oben hers er nicht erschienen wär, Müßt alles fleisch verderben. i 2. Er ist das wort, das alles schafft, Das alles hält und träget; Der schön glanz, die ewge kraft, Worurch sich alles reget. Er kommt uns sterblichen zu gut, Und will, als unser fleisch und blut, Uns nun mit Gott versöhnen. Er Mel. 7. Wie kündlich groß sind 2c. 83. Emmanuel, mein freund! 3. Er ist des ewgen vaters sohn, Von ewigkeit gezeuget; Doch sieh, wie er von seinem thron Zu uns hernieder steiget, Mit unserm schwachen fleisch sich paart, Auf daß in uns die göttlich art Mög' angerichtet werden. kommen, gast auf dieser welt! Der du die erde dargestellt, Wirst als ihr bürger aufgenommen. Du fönig in des vaters reich Wirst andern unterthanen gleich: Du schöpfer himmels und der erden, Willst der geschöpfe bruder werden. 2. Du hüllest deiner gottheit größe, Der selbst des himmels raum zu klein, In fleisch von unserm fleische ein; Giebst kleider, und fühlst selber blöße! Machst reich, und wirst ein armes find, Das kaum im stall ein örtchen findt, Wirst einer mutter sohn genennet, Die dich als Gott und vater fennet. 4. Der menschen sündlich herze war Zum guten ganz erstorben: Drum stellet sich das leben dar, Daß die, so ganz verdorben, Im schönen rock des heils verhüllt, Mit neuer lebenskraft erfüllt, Den tod besiegen können. 3. O wunderfind! durch was für triebe Wirst du in diesen stand gebracht? Wie kommst du, licht! in unsre nacht? Es zicht dich nichts, als holde licbe, Die macht, dich, allmacht! schwach und klein, Die flößt dir diese regung ein, Daß du von deinem throne steigest, Und dich zu stall und trippen neigest. 5. Es lag die welt in finster nacht, In furcht und todes schrecken: Ihr selber fehlte fraft und macht Das licht sich zu erwecken. Drum kommt das unumschränkte licht, Und will mit bellem angesicht In aller berzen leuchten. 4. Mein erster vater war gefallen, Und hatte pflicht und bund versehrt: Darum ließ Gott, den er entehrt, Ein strenges todesurtheil schallen. Es ward des ichöpfers zorn erregt, und dessen fluch ihm aufgelegt; Er ward mit 32 bich betriegen. Ei folge deiner seinen späten erben Verdammt, 6. Drum sei, o mensch! nicht ferner blind, Bleib nicht in fünden liegen: Komm und umfasse dieses find; Sonst wirst du an seel und leib zu sterben. trägheit nicht. Es will dir leben, kraft und licht Aus seiner fülle schenken. 7. Hier ist mein herz, o Jesu Christ! Mein heiland, licht und leben! Ach! mach es, wie dein 5. D schwerer fluch für Adamsfinder, Der allen jammer in sich hält! Was wurde nun die ganze welt? Der höllen vorplas für die jünder, Ein terker ohne licht und Weihnachtsgesängend now 11. So komme denn, mein herz steht offen: Bezieh es, auserwählter sohn! Verläßt du deinen ehrenthron; So kann ich auch 6. Hier war nun rath und hülfe die gnade hoffen, Daß du den theuer. Es war für mich kein stall, o lebensfürst! Mit meiner engel gut, Und kein vergoßnes brust vertauschen wirst. Willst bruderblut Besiegte das entbrannte du dich nicht der windeln schäfeuer. Du aber konntest meinen men: So komm, mein herz auch tod Und die damit verknüpfte einzunehmen. noth, Darin ich sollte untergehen, Nicht ohne schmerz und jammer sehen. 46 id tag, Der voll verdammter menschen lag, Die, weil sie selbst nicht leben wollten, In ewgen flammen sterben sollten. 12. 3ch preise deine gütigkeiten, Jch bete deine liebe an, Die mir auf dieser rauhen bahn Den weg 7. Du lebtest in vergnügter zum himmel will bereiten. Was wonne, Es schallte stets um dei- geb ich dir für deine huld? Ich nen thron Der seraphinen hoher habe nichts als sünd und schuld; ton. Du warest deines himmels Doch du hast blut, sie zu versühsonne, Der engel lust und lieb- nen: Wir werden wohl zusammen stes ziel, Darauf ihr lob mit dienen. freuden fiel. Doch konnt' dies alles dir nicht wehren, Bei mir auf erden einzukehren. 8. Du läſfeſt deinen himmel stehen, Und ziehest ihm die krippe vor. Du läßt die ruh, zeigst mir das thor, Dadurch ich soll zur ruhe gehen. Du nimmest einen förper an, Damit man dich verwunden kann; Läßt blut in deine adern fließen, Für mich es wieder zu vergießen. Mel. Nun danket alle Gott 2c. 84. Du wesentliches wort, wesen, Du Gott von Gott gezeugt, Von ewigkeit erlesen Zum heil der ganzen welt, O mein Herr Jesu Chrift! Willkommen, der du mir Zum heil geboren bist. 2. Komm, o selbständig wort! Und sprich in meiner seelen, Daß mirs in ewigkeit An trost nicht 9. Du kommst und trittst in solle fehlen. Im glauben wohn meinen orden, Und legst mir erd- in mir, Und weiche nimmer nicht, wurm deinen bei: Daß ich ein Laß mich auch nicht von dir Abkind des höchsten sei, Bist du ein weichen, schönstes licht! menschenkind geworden. Du äußerst dich der herrlichkeit, Giebst mir dadurch das ehrenkleid. Und dein geburtstag hat das leben Nicht wen'ger mir, als dir gegeben. 10. In deiner engen frippe lieget Ein schaß, für den mein herz zu klein: Ach kindlein! komm 4. Was hat, o Jesu! dich Von und nimm dies ein, Sei mit der anfang doch bewogen? Was hat dürftigkeit vergnüget. Hast du vom himmelsthron Dich in die doch selbst dich klein gemacht. welt gezogen? Ach! deine große Entäußerst dich der hohen pracht, lieb', Und meine große noth Hat Daß dich mein enges herze fasse, Und sich von dir erfüllen lasse. deine gluth entflammt, Die stärfer, als der tod. 3. Du wesentliches wort! Warst bei Gott, eh geleget Der grund der großen welt, Da sich dein herz beweget Zur liebe gegen mich; Ja, du warst selber Gott, Damit machst du im fleisch Sünd, höll und tod zu spott. 47 7. Ach! laß nichts in mir sein, Was du nicht selbst geschaffen. Reut alles unkrant aus, Zerbrich des feindes waffen. Was bös, ist nicht von dir, Dies hat der feind gethan; Du aber, führe du Mein herz zum himmel an. 6. Gieb, daß ich dir zum dienst 8. Das leben ist in dir, Und Mein ganzes herz ergebe, Auch alles licht des lebens: Laß deinen dir allein zum preis Auf dieser glanz in mir, Mein Gott! nicht erden lebe. Ja, Jesu! laß mein sein vergebens. Weil du das herz Ganz neu geschaffen sein, Laß mich bis in den tod Es dir alleine weihn. licht der welt, So sei mein lebenslicht, O Jesu! bis mir dort Dein freudenlicht anbricht. von der Menschwerdung und Geburt Christi. 5. Du bist das wort, wodurch Die ganze weit formiret: Denn alle dinge sind Durch dich ans licht geführet. Ach! so bin ich, mein heil! Auch dein geschöpf und gab', Der ich das, was ich bin, Von dir empfangen hab. IV. Auf das neue Jahr. Mel. Herr Jesu Christ! meins.| jahr darnach zu theilen. Er schafft 85. Das as alte jahr vergangen ist: Wir danken dir, Herr Jesu Christ! Daß du uns in so groß'r gefahr Bewahret so viel zeit und jahr. es, daß man sicher wohnt, Und heißt die zeiten eilen. Er ordnet jahre, tag und nacht; Auf, laßt uns ihm, dem Gott der macht, Ruhm, preis und dank ertheilen. 2. Wir bitten dich, ben ewgen 2. Herr, der da ist, und der da sohn Des vaters in dem höchsten war, Von dank erfüllten zungen thron: Du wollst dein arme chri- Sei dir für das verfloßne jahr stenheit Bewahren ferner allezeit. Ein heilig lied gesungen; Für 3. Darneben gieb uns fried und ruh, Und was uns nöthig ist darzu: Durch deine starke gnadenhand Beschüße uns und unser land. leben, wohlfahrt, trost und rath, Für fried und ruh, für jede that, Die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies jahr gesegnet sein, Das du uns neu gegeben. Verleih uns kraft, die kraft ist dein, In deiner furcht zu leben. Du schüßest uns, und du vermehrst Der menschen glück, wenn sie zuerst Nach deinem reiche streben. 104. All sünd und schwachheit uns verzeih, Ein gut gewissen stets verleih. Gieb, daß wir deines namens ehr Ausbreiten immer mehr und mehr. 5. Und wenn es dir, o Herr! gefällt, Uns abzufordern aus der welt; So gieb ein seligs ende hier, Daß wir dort ewig sein bei dir. 4. Gieb mir, wofern es dir gefällt, Des lebens ruh und freuden; Doch schadet mir das glück der welt, So gieb mir freuz * 6. O Jesu Christ! erbarme und leiden. Nur stärke mit gedich, Hör unsre bitte gnädiglich! duld mein herz, Und laß mich Durch dein verdienst, durch deinen tod Erlöse uns aus aller noth. nicht in noth und schmerz Die glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem volke väterlich In diesem jahre wieder. Erbarme der verlaßnen dich, Und der bedrängten glieder. Gieb glück zu Mel. Es ist das heil uns kommen. 86. Gott ott ruft der sonn und schafft den mond, Das 18 48 jeder guten that, Und laß dich, stehn, Daß ihren anschlag glück Hott! mit heil und rath Auf begleite, Und sie der völker wohl unsern fönig nieder. erhöhn. Auf alles, was den staat gio Melodie 28. 6. Daß weisheit und gerechtig- kann bauen, Laß sie mit wacher teit Auf seinem stuble throne; sorgfalt schauen, Sie, die des Daß tugend und zufriedenheit In tönigs auge sind. Der unschuld unserm lande wohne; Daß treu flehn, des lands begehren, Laß und liebe bei uns sei: Dies, lie- sie mit wacher sorgfalt hören, ber vater! dies verleih In Chri- Sie, die das ohr des fönigs sind. sto, deinem sohne. 65. Erhalte deines Zions wächter Sm eifer für die frömmigkeit, Daß noch die spätesten geschlechter ie, Gott! dein arm Die predigt deines worts erfreut. die welt bewahre, Den lehrern hilf, daß ihre lehren Verfündiget der tag der nacht. Nie leer von früchten wiederkehEin jahr erzählt dem nächſten jabre ten, ir ganz ber gott fe Die wunder deiner macht. uns weihn. Laßdadeinen segen Dein stuhl, o Gott! bleibt ewig auf uns fließen, Denn, Herr, sie stehen, Du bleibst derselbe; wir pflanzen und begießen, Von dir vergehen, Wie schnell verfließet fommt aber das gedeihn. unsre zeit! Schon wieder ist ein jahr vom leben, Das uns dein agnaden ath gegeben, Im abgrund der vergänglichkeit. 87. Mi 6. Den obrigkeiten dieses landes Gieb liebe zur gerechtigkeit, Daß uns die wohlfahrt jedes standes Und unsers fleißes frucht erfreut. Bild auch das berz der zarten jugend. Gieb, daß nebst weisheit ächte tugend In allen unsern schulen blüht. Des landes hoffnung laß gerathen, Da, wo man bürger für die staaten Und deinem himmel christen zieht. 7. Ach! feinen laß sein heil verscherzen, Herr! mache selbst die thoren flug. Gieb süßen troft bedrängten herzen, Und unsern armen brots genug. Dies unser flehn sei ja und amen In Jesu, denn in Jesu namen Giebst du, was unfer herz begehrt. Gott unser vater! dir zum preise Erböre dieses flehn! beweise, Du seist es, der gebet erhört. #E $ 15.00 Barlinby2 Gad sompin mad he Auf das neue Jahr. ad 2. Drum sei uns dies ein tag mudes bundes! Dem bunde bleibe jeder treu, Und den gelübben unsers mundes Stimm unverstellt das herz auch bei! O land( stadt) gelobe, Gott zu dienen, Und du wirst, wie ein garten, grünen, Den er ihm selbst gepflanzet hat. Ach! last uns nur auf seinen wegen Stets wandeln und mit ihrem segen Macht denn uns seine güte satt. Ha 3. Ja, schaue, Gott, aus deinen höhen Auf unser land( unfre stadt) daß du es( sie) liebst. Erhöre, die in Chrifto flehen! Gieb, wie du deinen findern giebst. Gott! sättige mit langem leben Den du zum pater uns gegeben, Denn er betieg durch dich den thron. Drum Mel. Herr Gott! der du erforsch. naiſegne ihn mit holden blicken. Sieb 88. großer Gott! wir dweisheit, länder zu beglücken, danken dir, Dein naDem könig und des königs sohn. me sei gepriesen, Daß du uns so viel 4. Tritt den gewaltigen zur wohlthat hier Das vorge jabr( Die seite, Die um den thron des fönigs( vorge woch) erwiesen: Gegeben 2 Auf das neue Jahr. 49 hast du uns dein wort, Die obrig-| alles, was wir greifen an, In unfeit hat unsern ort In friede noch serm amt( stand) sein wohl geregieret. Du haft gesegnet jeden than, Wenn wir den fleiß nicht stand, Uns bei den werken unsrer sparen. Gieb endlich, wenn es dir hand Versorgt und wohl geführet. gefällt, Uns heim zu helen aus der 2. Du hast viel noth und her- welt, Daß wir in fried hinfahren. zeleid Von uns ganz abgewendet:* 7. Gott vater in dem höchsten In andern noch zu rechter zeit thron! Erhöre unser flehen: VerRath, hülf und trost gesendet: leih durch deinen eingen sohn, Daß Uns, da du, wie ein vater thut, alles mag geschehen. Den vater Balb weggeleget deine ruth, 3u bitt, o Jesu Christ! Weil du für dir mehr wollen ziehen; Daß wir uns gestorben bist, Daß ers ihm dich liebten gleicher weis, Bemüh- laß gefallen. Durch deine kraft, ten uns mit höchstem fleiß, Die o heilger geist! Uns bis ans ende sünde stets zu fliehen. beistand leift. Hilf uns, Herr, hilf uns allen. 3. Da ist nun leider! wenn wirs blos Und frei bekennen wollen, In alle dem der mangel groß, Das wir dir leisten sollen. Wir haben, o du frommer Gott! Dein recht verlassen und gebot, Sind dir abfällig worden; Den näch sten haben wir betrübt, Nicht also, wie uns selbst, geliebt In keinem stand und orden. 4. Verschon uns, vater! gnädiglich, Straf nicht solch böses le ben! Gedenk, daß dein sohn selber sich Für uns zur straf gegeben: Um dessen willen alls verzeih, Gieb deines geistes fraft dabei, uns täglich zu erneuen; Des nächsten nuß und deine ehr zu suchen, und uns beffen mehr, Als aller schäß zu freuen. * 5. In deiner kirche weit und breit Gieb fort die reine lebre, Daß wahrheit, lieb und einigkeit, Auch gottesfurcht sich mehre. Dem landesherrn( Der obrigkeit) gieb fried und ruh, Gut regiment und kraft dazu, Zu schüßen reich und arme: Hilf denen, die freuz, brangsal, noth Ansichtet, oder gar der tod: Ihr'r aller dich erbarme. 6. Das jahr( Die woch') laß uns gesegnet sein Vom anfang bis zum ende, Wo wir ausgehen oder ein, All's übel von uns wende. Laß Mel. Jesu! deine heilge wunden. 89. A wie laufen doch die fabre! Wie verschwindet doch die zeit! Und ich bleibe von der bahre Noch bis diesen tag befreit. Ich weiß wohl, o lebenslicht! Daß ein tag zum andern spricht: Alles, was von Adams erben, Groß und kleine müssen sterben. 2. Doch du hast durch deine güte, Wie ein wächter, mich bewacht; Daß der tod die leibeshütte Noch nicht in das grab gebracht. Ach! mich läsfest du noch stehn; Da doch andre schlafen gehn, Und gar viele schon begraben, Die noch nicht mein alter haben. 3. Herr! ich bin fa zu geringe Dieser großen gütigkeit. Wenn ich meine rechnung bringe Der bisher genoßnen zeit: So entfällt mir aller muth, Weil die rechnung gar nicht gut. Wie viel fahre sind verdorben, Da ich nicht der welt gestorben! 4. Doch ich will auf mittel denfen, Und auf buße sein bedacht: So wirst du die schulden schenken, Die ich bis hieher gemacht. Lieber vater! steh mir bei, Daß nur keine heuchelei Sich in meinem her neue Jahr. 4. Ach! willst du auf die sünden sehen, Womit ich dies jahr hingebracht; So kann mir anders nichts geschehen, Als was mir angst und schrecken macht. Doch du gedenkest keiner schuld, Und schenkst in Christo guad und huld. 5. In Christo laß mich deinen segen Auch in dem neuen jahre sehn, Und es gefund zurücke legen; Jedoch dein wille mag geschehn: Denn was derselbe schickt und fügt, Damit bin ich auch wohl vergnügt. 6. Ich überlasse dir mein leben, Und dessen länge, freud und noth. Doch willst du mir mehr jahre geben, So gieb, daß ich dir bis in tod Durch glauben, lieb' und boffnung treu, Und auch dem nächsten nüßlich sei. 50 Auf das zen finde, Wenn ich mich deß unterwinde. 5. Willst du mich noch ferner laffen Hier in dieser bösen welt; Ach! so hilf mir alles hassen, Was dem geiste nicht gefällt. Stärke mich von deiner höh, So wird auch das größte web, Das mir oft zu schwer geschienen, Mir zu meinem besten dienen. 6. Steh mir allezeit zur rech. ten: Herr! du bist ja sonn und schild. Hilf uns, deinen armen knechten, Wie, und wo, und wenn du willt. Wenn die tage böse sein, Ach! so ruf ins herz hinein: Lernt euch in die zeiten schicken, So wird alles heilsam glücken. ausond 7. Endlich wenn der lauf zum ende, So befehl ich meinen geist Dir in deine treue hände, Dir, 7. Bringt ja dies jahr mein der Gott und water heißt. Ach! leßtes ende, So trete solches selig ich freu mich schon darauf, Daß ein. Ich gebe mich in deine hände, ich nach vollbrachtem lauf Dort der So bleib ich todt und lebend dein, freude soll genießen, Wo wir keine Und stelle mir zum wahlspruch zeit mehr wissen. für: Herr! wie du willst, so schicks mit mir. Mel. Wer nur den lieben Gett. 90. Gott lob! so gebt mit guMel. 4. Mein Gott! ich bin jetzt. laß tem glücke, und beſſer, 91. Hilf, Herr 3efu! las ges lingen, Hilf! neue jahr geht an: Laß es neue kräfte bringen, Daß aufs neu ich wandeln kann: Neues heil und neues leben Wollst du mir aus gnaden geben. 2. Alles, was ich zu beginnen Und zu reden bin bedacht, All mein trachten und mein sinnen Werde nur durch dich vollbracht; Daß auch das, was ich erdenke, Dich zu preisen stets sich lenke. 3. Meiner hände werk und thaten, Meiner zunge reb' und wort Müsſe nur durch dich gerathen, Und ganz glücklich gehen fort. Laß mich neue fraft erfüllen, Zu verrichten deinen willen. 4. Was ich dichte, was ich mache als ich selbst gedacht, Der rest des alten jahrs zurücke, Der Herr hat alles wohl gemacht, und macht es wohl noch fernerhin, Daß ich bei ihm in gnaden bin. 2. Jch trete nun durch seine güte Ein neues jahr mit freuden an; Ach! daß mein mund und mein gemüthe Ihn nicht nach würden preisen fann! Gott thut ja mehr als ich begehrt, Ich bin nicht des geringsten werth. 3. Wie kann ich solche wohlthat zählen, Die schlechterdings unzähLig ist? Ich sage dies vom grund der seelen, Daß du mein Gott und vater bist, Der hilft, und der geholfen hat, Und helfen wird durch rath und that his histrad Auf das neue Jahr. 51 Das gescheh' in dir allein. Wenn ten, Der ich nicht bezahlen kann. ich schlafe, wenn ich wache, Wollest du, Herr! bei mir sein. Geh ich aus, laß mich nicht gleiten, Komm ich heim, steh mir zur seiten.i Liebe mich in dem geliebten, Dein sohn Jesus nimmt mich an: Jesus läßt mich nicht verderben, Jesus läßt mich nicht im sterben.g 5. Laß mich beugen meine fnie Nur zu deines namens ehr. Hilf, daß ich mich stets bemühe, Dich zu preisen mehr und mehr. Laß mein bitten und mein flehen Zu dir durch die wolken gehen. 13. Herr! du wollest gnade geben, Daß dies jahr mir heilig sei, Und ich christlich könne leben, Ohne trug und heuchelei: Daß ich noch allhier auf erden Fromm und selig möge werden. 2009 wisitte 6. Laß mich, Herr! wie alle from- 14. Laß mich armen fünder zie men, Fröhlich nehmen ſpeis und ben Deinen weg der frömmigkeit. trank: Laß mich stolz und hoffart fliehen, Laß mich beten jederzeit: Laß mich schand und unzucht meiden, Laß mich willig unglück leiden. sdeid Güter, die von dir herkommen, Fodern ja von dir den dank. Deine weisheit laß mich stärken In der lieb und guten werken. 7. Mein gebet das müsse stei- 15. Jesu! richte mein begingen, Herr! zu deinem gnaden- nen, Jesu! bleibe stets bei mir. thron: Dann wirst du dich zu mir Jesu! zähme mir die sinnen, Jeneigen, Wie zu deinem lieben sohn. su! sei nur mein begier. Jesu! Herr! ich weiß, es wird vor allen sei mir im gedanken, Jesu! laffe Dies mein opfer dir gefallen. in mich nie wanken. Indamuni con 8. Laß dies sein ein jahr der gnaden, Laß mich hassen meine sünd: Hilf, daß sie mir nimmer schaden, und ich bald verzeihung find, Herr! bei dir; denn du, mein leben! Rannst die sünd allein vergeben. tamil a 16. Jesu! laß mich fröhlich enden Dieses angefangne jahr! Trag mich stets auf deinen händen, Halte bei mir in gefahr, Freudig will ich dich umfassen: Wenn ich soll die welt verlassen, mantros E 9. Tröste mich mit deiner liebe, Nimm, o Gott! mein flehen hin; Weil ich mich so sehr betrübe, Und voll angst und zagen bin. Stärke mich in meinen nöthen, Daß mich sünd und tod nicht tödten. 10. Salb, o vater! meine wun den, Wasche mich mit vsop ab: Denn ich bin noch unverbunden, Und verleßet bis ins grab. Tilge meine missethaten, So wird meiner noth gerathen. austuotash 11. Große sünder kannst du bei len, Ach! ich bin in ihrer zahl: Du, du kannst mir gnad ertheilen, Hilf mir doch aus dieser qual; Denn du kennest ja die schwachen, Die du wieder stark willst machen. 12. Zähle los mich hochbetrüb30 TOU On Mel. Wer nur den lieben Gott. ist das jahr nun auch 92.verfloffen zu dieſer hølden gnadenzeit. Mein Gott! was hab ich nicht genossen Für große lieb und gütigkeit! Wie hat mich nicht dein berz verpflegt Mit allem was es gutes hegt! dum 299 espinis wunder2. Gelobt sei deine treue, Die meiner so gewartet hat, Und über mir war täglich neue, Wie ichs erfahren früh und spat. Du nahmst dich meiner herz lich an, Daß ich dich nicht gnug preisen kann. diagallo mas 3. Ich war aus Adams bösem stamme Ein unfruchtbarer feigen-: baum: Du führtest mich zu deis nem lamme, Gabst mir in deje. 4* 52 Auf das neue Jahr. 10 nem weinberg raum; Dein gna-| fleisch herein Als andrer Adam, denwort, das voller kraft, Gab daß die erd Ein neuer garten Gotmir stets neuen lebenssaft. tes werd. 4. Du wolltest keinen fleiß ersparen, Und mich als deinen baum erziehn. Du gabst mir kraft von jahr zu jahren, Als ein fruchtbarer baum zu blühn. Dein lebensthan floß mildiglich, Dein gnadenschein erwärmte mich. de 5. Mein Gott! ich kann nicht gnug erhöhen Den fleiß, den du an mich gewandt. Ich habe freilich gnug gesehen Die pflege deiner treuen hand; Und ob ich gleich von böser art, Hast du mich doch bisher gespart. 6. Du hast nun schon so viele jahre Gewartet, ob ich früchte brächt: Ich läge längstens auf der bahre, Gings nicht nach gnade, fondern recht. Doch trägst du mich noch immerdar, Und schenkst mir immer noch ein jahr. 11. Ich will dir frucht und zweige bringen, Wenn du mich fruchtbar machen wirst. Ich will dir halleluja singen Für diese kraft, du lebensfürst! Dort mit der frohen d engelschaar Im großen ruh- und jubeljahr. Siehe auch 944, 996. Von der Beschneidung Jesu. W Mel. Von Gott will ich nicht 2c. 93. er sich im geist beschneidet, Und als ein wahrer christ Der lüste tödtung leidet, Die so hochnöthig ist; Der wird dem heiland gleich, Der williglich gelitten, Daß man sein fleisch beschnitten: Hat theil am gnadenreich. 2. so dies jahr anhebet, Der folget Gottes lehr; Weil er im geiste lebet, Nicht nach dem fleische mehr: Er ist ein Gottesfind Von oben her geboren, Das alles, was verloren, In seinem Jesu findt. 3. Doch, wie muß dies beschneiden Im geist, o mensdy! geschehn? Du mußt die sünde meiden, Ihr ernstlich widerstehn. Das mittel ist die buß, Wodurch, obwohl mit schmerzen, Die böse luft im herzen Getödtet werden muß. 27. Ja wohl ein jahr, mich zu beFehren; Ach ja, Herr! schenk mir noch dies jahr: Ich will dich mehr, als ehmals, ehren, Zähl mich nicht zur verworfnen schaar. Hau mich nicht ab, hör deinen sohn, Der für mich bitt't, und meiner schon. 8. Thu' weg, was noch mein herz umgeben, Der welt und aller sünden wust. Laß mich am lebensbaume fleben: In dem zu sein, sei meine lust, Und aus demselben frucht zu ziehn, Sei stets mein eifriges bemühn. 4. Ach! gieb zu solchem werke, 9. Laß mich nicht bloße blätter In diesem neuen jahr, Herr Jesu! tragen, Wenn dein sohn früchte kraft und stärke, Damit sich offenan mir sucht, Daß ich nicht ewig bar' Dein bild der heiligkeit An dürfe stagen, Wenn dein sohn vielen tausend seelen, Die sich solchen baum verflucht. Laß früchte mit dir vermählen In herzens eider gerechtigkeit Sich an mir fin- nigkeit. den allezeit. 5. Ich seufze mit verlangen Und 10. Herr Jesu! baue deinen gar- sehnlicher begier, Dich herzlich zu ten, daß einen baum tarin mich umfangen, Mein' aller schönste zier! scia, Von dem du könnest frucht Denn hab ich dich allein, Was erwarten; Du kommst darum ins will ich mehr auf erten? Es muß Auf das Fest der Erscheinung Chrifti. 53 mir alles werden, Und alles nüß-, tes Jesulein! Mit dem herbsten lich sein. schmerz empfunden, Und dein blut vergossen sein? Tropfen sieht man jego fließen, Die sich bald wie ström' ergießen. sul m 6. Ach ihr verstockten fünder! Bedenket jahr und zeit: Shr abgewichnen finder, Die ihr in eitelkeit und wollust zugebracht! Ach! 2. Ohne blut fonnt's nicht geführt euch Gottes güte Doch einmal zu gemüthe, Und nehmt die zeit in acht. schehen, Daß die blutschuld abgethan, Wir mit Gott im frieden stehen, und die welt sich 7. Beschneidet eure herzen und freuen kann: Darum bist du, uns fallet Gott zu fuß In wahrer reu zu retten, Selber blutig aufgeund schmerzen: So wird die her- treten. lnd andrelin radsif zensbuß, Die glaubensvoll geschehn, Des vaters herz bewegen; Daß man wird neuen segen In diesem jahre sehn. 8. Ja, mein Herr Jesu gebe, Daß seine christenschaar Mit ihm im geiste lebe In diesem neuen 4. Laß dein blut mein herz bejahr, Daß sie in keiner noth Sich streichen, Jesu! in dem neuen möge von ihm scheiden; Er stärke jahr: So muß jener würger weifie im leiden Durch seinen bit- chen, Sammt verdammender gefahr. Färbt dies blut des herzens schwellen, So wird mich kein unfall fällen. 5. Laß mein blut vor liebe wallen. Da dein blut vor liebe fließt, Laß ein halleluja schallen, Weil ein odem in mir ist. Blutigs lamm! ach! laß mein leben Dir zu ehren sein ergeben. die Von dem Namen Jefu suche unten Nr. 288. m. f.p mal tern tod. 9. So wollen wir ihn preisen Die ganze lebenszeit, Und unsre pflicht erweisen In alle ewigkeit; Da er wird offenbar, tind wir mit allen frommen Nach diesem leben kommen Ins große neue jahr. Mel. 3. Mein Gott! ich bin jetzt. 94. Müffen allbereits wunden, Heiligzar3. Blutge wunden in dem leben, Blutge wunden in dem ted Sollen mir versichrung geben, Daß nun aller angst und noth Mein so sehr verleßt gewissen Durch bes mittlers blut entriffen. dau V. Auf das Fest der Erscheinung Christi. Mel. 8. Jesus, meine zuversicht. esu, großer wunderstern, 3. Nimm den weihrauch des 95. sollen gebets, Laß denselben vor dir schienen! Meine seele will so gern Dir an deinem feste dienen: Nimm doch, nimm doch gnädig an, Was ich armer schenken kann. 2. Nimm das gold des glaubens hin: Wie ichs von dir selber habe, Und damit beschenket bin, So ist dirs die liebste gabe. Laß es auch bewährt und rein In dem freugesofen sein. stets, Ihn zu opfern, vor die liegen; Wenn ich bete, nimm es auf, Und sprich ja und amen drauf. uunin 1131 4. Nimm die myrrhen bittret reu. Ach! mich schmerzet meine fünde; Aber du bist fromm und treu, Daß ich trost und gnade finde, Und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein opfer an. 54 Auf das Fest der Erscheinung Chrifti. Mel. Werde munter mein gemüthe.| blieben immer ungewiß Von seiCreuet Gottes- ner und leben. 96. finder, Preifet mit mir 13. Gott lob! uns ſcheint das feine macht. Freuet euch, ihr ar- lebenslicht, und machet uns zu men sünder! Gott hat auch an christen. Ach! wenn wir diesen uns gedacht, und den heiland segen nicht zu unserm tröste fund gethan, Der uns führet him- wüßten; Wärs besser für uns mel an, Daß auch heidenkinder allzumal, Daß wir nicht in der können Sich nun Gotteskinder menschen zahl, Und nie geboren nennen. fid min@ Di n wären. 2 Jesu herrschaft sich erstrecket 4. Nun aber, da wir christen Ueber alles, was da lebt. Seine sind, Steht uns der himmel offen. hand schüßt und bedecket, Was in Ein jeder hat, der Gottes kind, ihm sich regt und schwebt. Wenn Die seligkeit zu hoffen: Denn wer er spricht, so geht sein wort Schnell, an Jesum Christum gläubt Und wie bliß und donner fort. Es durch ihm getreu im glauben bleibt, Wird dringet geist und glieder, Tödtet nimmermehr verloren. und giebt leben wieder. alitim 5. Doch deren ruhm ist gar nicht 3. Drum, ihr fünder hier auf er- fein, Die sich der welt ergeben, den! Wünscht ihr euch das höchste Die bauch und mammonsdiener gut: Wollt ihr Gottes finder wer- sein, Und also heidnisch leben. den! Ei so ändert euren muth. Ach! wie gefährlich stehts um die! Suchet Gottes gnadenkraft, Die Herr Jesu Christ! bekehre sie, Mach ein neues herze schafft, Daß ihr sie zu wahren christen. könnet zu ihm kommen, Und euch freuen mit den frommen. 6. Der christenname hilft ja nichts, Wenn man nicht christlich handelt, Und heilig, wie ein kind des lichts, Auf Christi wegen wandelt. Man muß das wahre 4. Aller völfer troft ist kommen, Jesus, unsrer feclen licht, Der beschirmer aller frommen, Unser heil und zuversicht. Preiset seine christenthum Zu Chrifti Jesu preis güt und freu, Die an uns noch und ruhm Im werke selbst ertäglich neu; So wird er uns al- weisen. len geben hier und dort mit ihm 7 Herr Jesu, ach! erleuchte zu leben. mich mit deinem gnadenlichte, uch liebe 2c. Damit ich wandle würdiglich Vor deinem vor : dir nach dieser zeit Im reiche deiMel. Nun freut euch liebe zc. 97. Wie schön leucht't uns der morgenstern Mit ner herrlichkeit, Als wie die sonne, seinen gnadengaben, Den wir an leuchte. Christo unserm Herrn Zu uns'rer m leitung haben! In seiner kirche mit denar leuchtet er, Und wirft den schö- Mel. Schmücke dich, o liebe ſeele. nen glanz umher Im wort und faframenten. 98. Gott, dein unsichtbares wesen Läßt sich in dem 2. Wir müssen unsrer väter lichte lesen, Das du uns, um schaar Ja blinde heiden nennen; dir zu leben, Bei dem ursprung Weil tein licht im verstande war, schon gegeben. Herr! ich muß Den wahren Gott zu kennen: aus deinen werken Dein nothSie gingen bin in finsterniß Und wendigs dasein merken, Und die Auf das Fest der Reinigung Mariä. 55 pflicht, dich zu verehren, Kann| ben Der verlornen welt gegeben, mich deine schöpfung lehren. Und, den du zum licht erwecket, Uns auf erden selbst entdecket. Ihre wahrheit, werth und stärke Zeig ten seine großen werke. 2. Die vernunft zeigt deine größe, Und entdeckt mir meine blöße, Ruft, mit dir mich zu verbinden: Doch dies hindern meine sünden, Und ich, kann ich sie versühnen? Meine kraft kann nichts verdienen. Ach vernunft! dies ist der schade: Aber, wie find ich nun gnade? Blist 3. Hier erscheint in größrer klarheit Uns ein licht, das wort der Dies den nen? geiſtlich armen Güter, friede und 6. Aber ists von uns gescheerbarmen. Hier ist heil für men- hen? Bater! trage das vergehen. schenkinder, Hier ein bürge für Trag es noch nach deiner treue. die fünder. Hier steht allen, die Gieb uns glauben nach der reue. sein hoffen, Nun der weg zum Laß uns nichts von dir entfer himmel offen. nen, Stets getreu von Jesu ler4. Lob und preis und dank und nen, Und uns einst, bewährt durch ehre, Herr! sei dir für diese lehre, ringen, In das reich des lichtes Die dein sohn, den du zum le- dringen. adm 55 VI. 5. Gott, wie reich an trost und segen, Und wie groß in deinen we gen Lehrt dich uns dies wort vom glauben! Wer will uns den himmel rauben, Wenn wir auf dein zeugniß bauen, Deiner vaterhuld vertrauen, Unsern mittler gläubig kennen, und in deiner liebe brenAuf das Fest der Reinigung Mariä. Mel. 8. Jesus," meine zuversicht. Jesu! dich Zur erfüllung auch) 99.per pfer für die ganze welt! für mich. Du kommst heut in dei5. Laß mein opfer taubenart nen tempel, Daß du würdest vor- Reine unschuld an sich haben, gestellt uns zum löblichen erem- Glaub und liebe sei gepaart: Nimm pel. Wie man sich von jugend aus huld die schlechten gaben Von an Deinem vater opfern kann. der armen seele an, Die nichts bessers bringen kann. 6. Ich will dich, wie Simeon, An mein treues herze drücken; Du wirst, als mein gnadenthron, Mich mit rath und trost erquicken: Du bist der trost Israel, Treuester Immanuel! 2. Deiner mutter reinigung Im geseße vorgeschrieben, Giebt uns die erinnerung, Dein gebot getreu zu lieben, und den weg mit luft zu gehn, Der uns heißt im tempel stehn. 3. O du brunn der reinigkeit! Nimm von mir die sündenflecken, Und laß deiner unschuld kleid Meine blöße ganz bedecken. Deines opfers wohlgeruch Tilge des gesetzes fluch. 4. Hast du dieses schwere joch Willig über dich genommen, Da du ohne sünde doch Warest in die welt gekommen; Ach so stelle 7. Sei der müden augen licht, Wenn der tod sie will verschließen. O mein heiland! laß mich nicht, Wenn ich werde sterben müssen. Du bist deines volfes preis, Und der weg ins paradeis. 8. Dieses sei mein sterbelied; Herr! laß mich in friede fahren; 56 Auf das Fest der Verkündigung Mariä. Bieb, daß dich mein auge sieht| geben ist, So reinige herz, sinn Bei den auserwählten schaaren, und muth, und mache mich geWo man dort in jener welt Erst recht und gut. das rechte licht erhält. 3. Zeig mir die bahn, o helles licht! Daß ich des himmels fehle nicht. Du bist allein mein preis und ruhm, und ich dein knecht und eigenthum. Mel. Vom himmel hoch da 21. 100. Dich bitt ich, heiland aller welt! Sei meinem herzen dargestellt, Daß ich an dir hab solche freud, Als mir von Gott in dir bereit. 2. Weil du mein heil und Christus bist, Der mir von Gott ge4. Dein friede, Herr! verlaß mich nicht, Mein ange sei auf dich gericht't: So will ich gern aus dieser welt Hinfahren, wenn es dir gefällt. VII. Auf das Fest der Verkündigung Mariä. Mel. 3. Mein Gott! ich bin jetzt. eut ist uns die zeit 6. Gnadenvolles wunderzeichen! Das der Herr an uns 101.5een, Auf die Welches kein verstand erreichen, Keine flugheit fassen kann, Das in dies' und jenem leben Wir bewundrungsvoll erheben. 7. Menschensohn und Gott darneben, Unser bruder, fleisch und blut! Ach! wir preisen und erheben Dich für dieses große gut. Laß die herzen voll verlangen Dich im glauben fest umfangen. Adam schon so oft, Auf die Jacob, und sammt ihnen Alle väter tängst gehofft, Dran sich Abraham erquicket, Als er sie im geist erblicket. 2. D! des tages voller wonne! Welchem sonst kein tag nicht gleicht, Seit den zeiten, da die sonne Hat um diese welt geleucht't; O der oft gewünschten stunden, Die sich nunmehr eingefunden! Mel. Gelobet seist du, Jesu 2c. 3. du anfang unsrer freuden! 102. Gelobet ſeist du, GotDer du auf D du licht! Das uns sonst verworfnen heiden Und den juden heil verspricht! Du vertreibst die finstren schatten, Die uns sonst umgeben hatten. der allmacht thron Jett herrschest, und einst warst, wie wir: Anbetung, preis und dank sei dir, Weltversöhner! 4. Jego regnet uns von oben Leben, heil, gerechtigkeit; Und Gott zeigt durch diese proben, Was uns dort für heil bereit. Gott der Herr kommt selbst auf erden Uns zu gut ein mensch zu werden. 5. Gott stellt, menschen zu beglücken, Schwachen menschen gleich sich ein, Will als kind die welt erblicken, Sein geschöpf soll mutter sein. Herrlichkeit kommt zu 4. Durch den die welt einst wor= uns armen, Aus der rache wird den ist; Der einst richtet Seerbarmen. sus Christ; Der schöpfung Herr 3. Die nacht entflieht; der tag bricht an Ueber die, so nie ihn sahn; Auf die, so finsterniß umgab, Glänzt aus der höhe nun herab Gottes wahrheit. 2. Dich sahn die väter schon von fern, Davids sohn und Davids Herrn; Jhr heil und ihre zuversicht, Und aller völker trøst und licht: Halleluja! Von dem Leiden und Sterben Jefu. 57 fommt in fein reich; Erniedrigt 3. D füßer troft! o großes glück, in sich und wird uns gleich, Halle- Das aller welt entstehet! Gott nön luja! giebt uns einen gnadenblick, Und hat uns hoch erhöhet; Denn unser stand Ist nah verwandt Mit Gott und seinem worte. Nun haben wir Durch Jesum hier Zum himmel eine pførte. 4. Gott hat sich unserm fleisch vermählt, und unter uns auf erden Sich seine wohnung auserwählt, Auf daß wir göttlich werden: Zu seiner braut Hat er vertraut Das menschliche geschlechte, Und uns bedacht, Aus liebesmacht, Mit seinem findesrechte. 5. Troß sei nun dir, du seelenfeind! Troß allen deinen pfeilen; Denn unter uns wohnt unser freund, Der beiland kann uns beilen. Hier ist der mann, Der helfen kann, Und deinen kopf zertreten: Hier ist ein kind, Das sich verbindt Allzeit für uns zu beten. 6, Jesu! theurer Gottessohn! Der du zwar mensch geboren, Und doch von deinem ehrenthron Und gottheit nichts verloren: Hilf, daß wir dich Nun stetiglich In unsern herzen tragen; So kann uns Gott Einst nach dem tod Den himmel nicht versagen. 5. Jauchzt himmel! erde freue i dich! Gott versöhnt die welt mit bu sich! Uns, Adams sündiges geschlecht, Entsündigt er, macht uns 100 gerecht, Halleluja! 6. Gelobet seist du, Jesu Christ! Daß du mensch geboren bist. Dir ist der erdkreis unterthan! Dich beten alle himmel an; Halleluja! Mel. Durch Adams fall ist ganz. 103. Nun ist der tag der feligkeit Den fündern angebrochen. Nun ist des teufels mord und neid Gedämpfet und gerochen. Denn Gottes sohn, Der gnadenthron, Ist selbst ins mittel kommen: Das höchste gut Hat fleisch und blut Von menschen angenommen. 2. Nun ist des vaters wort erfüllt, Der gläubigen verlangen 3ft nun nach herzenswunsch gestillt, Denn Jesus ist empfangen. Der uns erhält, hat sich gesellt Zu den verlornen sündern. War er schon reich, Wird er doch gleich Den armen menschenkindern. VIII. Von dem Leiden und Sterben Jeſu. 3. Du, du solltest große pein Mel. Liebster Jesu! wir sind hier. 104. Meine feel ermuntre dich, Jesu liebe zu bedenken! Auf sein leiden müsse sich Deine ganze andacht lenken. Ach! erwäg die große treue, Une dich deines Jesu freue. In der bölle ewig leiden, Und von Gott verstoßen sein Wegen deiner sündenfreuden; Aber Jesus trägt die sünden, Daß du könntest gnade finden. 2. Sieb' der wahre Gottessohn Ist für dich ans freuz gehänget, Sein haupt trägt die dornenkron, Sein schweiß ist mit blut vermenget. Er läßt sich für dich verwunden. Wo ist größ're lieb gefunden? note del 4. Sein verdienstlich leiden stillt Deines Gottes zorn und rache. Er hat das geseß erfüllt, Gut gemacht die böse sache, Sünde, teufel, tod bezwungen, Und den himmel dir errungen. 5. Nun, was liegt dir ob, mein berz! Dem dich dankbar zu be 58 Von dem Leiden und Sterben Jesu. weisen, Der sogar durch blut und| Ewig werd ich dich dann loben, schmerz Seine lieb' an dir will Wann mich Gott zu sich erhoben. preisen. Kannst du wohl mit schwachen liedern Solche liebe ihm erwiedern? ma 6. Ich kann nimmer, nimmermehr Das geringste nur vergelten, Er verbind't mich ihm zu sehr, Meine trägheit muß ich schelten, Daß ich ihn so schlecht geliebet, Ja durch sünden oft betrübet. him ye und Vor der Predigt. mel. Herzliebster Jesu, was hast. 7. Was geschehen, soll nun nicht Fernerhin von mir geſchehen, Mein 105. Herr! ſtärke mich, bein nun fest gericht't, andern weg zu gehen, Darauf ich nur Jesum suche, Und was ihn betrübt verfluche. leiden zu bedenken, mich in das meer der liebe zu versenken, Die dich bewog, von aller schuld des bösen Uns zu erlösen! 8. Dir, mein Jesu! dir mein heil! Dir will ich mich ganz verschreiben, Daß ich dir, mein bestes theil! Ewig will getreu verbleiben, Dir zu leben, dir zu leiden, Dir, dem Herrn, auch abzuscheiden. * 9. Du, mein Jesu! sollst es sein, Auf den stets mein glaube blicket. Wie du mein, so will ich dein Bleiben stets und unverrücket. Was du liebst, will ich auch lieben; Was dich kränkt, soll mich betrüben. 10. Was du willst, das sei mein will, Dein wort meines herzens 13. Lebend, sterbend freu ich mich Auf dies freudenvolle leben, Heiland! dir sei dank; durch dich Ist mir recht dazu gegeben. Laß es gläubig zu behalten, Deine fraft in mir stets walten. UND 12. Was für luft und süßigkeit! Nach dem elend, wie viel freuden! Was für ruhe nach dem streit! Was für ehre bringt dein leiden! 2. Vereint mit Gott, ein mensch gleich uns auf erden, Und bis zum tod am kreuz gehorsam werden; An unsrer statt gemartert und zerschlagen, Die fünde tragen; hink t 3. Welch wundervoll hochheiliges geschäfte! Sinn ich ihm nach: so zagen meine kräfte, Mein herz erbebt; ich seh und ich empfinde Den fluch der sünde. 4. Gott ist gerecht, ein rächer alles bösen. Gott ist die lieb und läßt die welt erlösen. Dies kann mein geist mit schrecken und entzücken Am kreuz erblicken. du Es den und mein ich still. Dein geist bleibt mein verdienst danieder. Es stürzt mich pfand und siegel, Daß ich soll den tief, und es erhebt mich wieder; himmel erben; Darauf kann ich Lehrt mich mein glück, macht mich fröhlich sterben. 110 110 aus Gottes feinde Zu Gottes 1st talf usingand freunde.d 11. Ist schon jezo, ist schon hier Solche freud' und ruh zu finden, Wenn im glauben wir mit dir Uns, mein Jesu! recht verbinden; Schenkst du schon so viel auf erden; Ey, was wird im himmel werden! 6. O Herr, mein heil! an deffen blut ich glaube, Ich liege hier vor dir gebückt im staube, Verliere mich mit dankendem gemüthe In deiner güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen gedanken; Allein, sollt ich darum im glauben wanken? Ich bin ein mensch, darf sich der unterwinden, Gott zu ergründen? Von dem Leiden und Sterben Jesu. 8. Das größt' in Gott ist gnad und lieb erweisen; Uns kommt es zu, sie demuthsvoll zu preisen, Zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns gnad erzeiget, Die gnade steiget. 59 hier im glauben? So wird mir nichts, nichts meine Frone rauben? So werd ich dort, von herrlichkeit umgeben, Einst ewig leben? 9. Laß deinen geist mich stets, 18. Ja, wenn ich stets der tumein heiland! lehren, Dein gött- gend pfad betrete, Im glauben lich freuz im glauben zu verehren, kämpf, im glauben wach und bete: Daß ich getreu in dem beruf der So ist mein heil schon so gewiß liebe mich christlich übe.erstrebet, Als Jesus lebet. 10. Das gute thun, das böse 19. Lockt böse lust mein herz mit fliehn und meiden, Herr! diese ihrem reize: So schrecke mich dein pflicht lehrt mich dein heilig lei- wort, das wort vom kreuze, Und den. Kann ich zugleich das böse mir werd ich matt im laufe guter werke: erlauben, Und an dich glauben? So sei mir stärke. # 11. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, Wie könnt ich noch nach meinem willen leben? Und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner ehre! 12. Ich sollte nicht, wenn leiden dieser erden, Wenn kreuz mich trifft, gelaßnes herzens werden; Da du so viel für uns, die wirs verschuldet, Liebreich erduldet? Nach der Predigt. 16. Unendlichs glück! du littest uns zu gute. Ich bin versöhnt in deinem theuren blute. Du hast am kreuz, da du für mich gestor ben, Mein heil erworben. 47. So bin ich denn schon selig 20. Seh ich dein kreuz den klugen dieser erden Ein ärgerniß und eine thorheit werden: So seis doch mir, troß allen frechen spottes, Die weisheit Gottes. Hom 21. Gott! eile nicht, sie rächend zu zerschmettern; Erbarme dich, wenn einer von den spöttern Sich spät bekehrt, und dich, den er geschmähet, Um gnade flehet. 22. Wenn endlich, Herr! mich meine sünden fränken, So laß dein kreuz mir wieder ruhe schenten! Dein kreuz, dies sei, wenn ich den tod einst leide, Mir fried und freude. 13. Für welche du dein leben selbst gelassen, Wie könnt ich sie, sie meine brüder hassen! Und nicht wie du, wenn sie mich untertreten, Für sie noch beten! 700 ml 14. Ich will nicht haß mit gleichem haß vergelten, Wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelMel. Christus, der uns selig 2c. ten. Du, Herr 106. esu! deine passion haupt der glieder, Schaltst auch nicht wieder. og Jun Herzlich zu bedenken, Wollst du mir von deinem 15. Ein reines herz, gleich dei- thron Geist und andacht schenken. nem edlen herzen, Dies ist der Ach erschein in diesem bild, Jesu! dank für deines kreuzes schmerzen. meinem herzen, Wie du Gottes Und Gott giebt uns die kraft in zorn gestillt Durch die größten deinem namen, Dich nachzuah- schmerzen. men. 2. Gieb, daß ich recht sehen mag Deine angst und bande, Deine speichel, schläg und schmach, Deine kreuzesschande, Deine geißel, dornenkron, Speer- und nägelwunden, Dadurch du, o Gottessohn! Dir mich haft verbunden.disin 3, Saß mich aber nicht allein 60 Von dem Leiden und Sterben Jesu. Deine marter sehen; Laß die ur-| Er wird verhöhnt, verspeit, Veruld desach deiner pein Mich zugleich ver- spottet und geschlagen Der Herr der herrlichkeit. stehen. Ach! die ursach war auch ich, Ich und meine sünde; Diese in schlug und quälte dich, Daß ich malignade fünde. 4. Hilf, daß ich in buß und reu Dieses recht bedenke, Und dich künftig nicht aufs neu Durch die sünde kränke. Dämpf in mir die sündenlust, Laß mich alles meiden, Was du selber büßen mußt Mit so schwerem leiden. dram nd 10 Sdnit 5. Drohet mir die höllenpein Um der sünde willen; Ach! so tritt and the ins mittel ein, Hilf die schrecken sd stillen. Laß mich deine passion Denn im glauben fassen. Liebst du mich, o Gottes sohn! Kann mich Gott nicht haffen. 6. Gieb auch, Jesu! daß ich gern Dir das kreuz nachtrage, Daß da ich demuth von dir lern, Und geduld in plage; Daß ich dir geb lieb' um lieb'. Laß indeß dies lallen, Bis es kommt aus reinerm trieb, Jesu! dir gefallen. tnbied J 4. Man seßt dir, Gottes sohne, Mit geißeln grausam zu: Du trägst die dornenkrone, Du himmelskönig, du! Du wirst ans kreuz geheftet, Das du getragen haft; Doch was dich mehr entkräftet, Ist unsre sündenlast. schil 5. Wer hätte bei den mördern Die unschuld doch gesucht? Den segen zu befördern, Wirst du von Gott verflucht. Die dich zu boden treten, Woher dir weh geschicht, Für diese willst du beten, Von rache weißt du nicht. 6. Dein durst, o lebensquelle! Geht auf mein seelenheil: Du fühltest tod und hölle, Das leben ist mein theil. Du wirst von Gott verlassen, Damit er bei mir sei: Und weil du mußt erblaffen, Bin ich vom tode frei. 7. Die ausgestreckten hände Sind gegen mich gewandt. Du neigst das haupt zum ende, Das ist ein liebespfand. Ich seh in deinem streite Die ruhe für den schmerz, llnd durch die offne ſfeite, Herr Jesu! in dein herz. Mel. Herzlich thut mich verlang. 107. Weg welt! mit deinen freuden, Und was dir wohlgefällt! Dein Jesus muß jetzt leiden, Der sich zum opfer stellt. Entfernet euch, ihr lüste! Der Herr trägt qual und pein: Wie kann sein knecht, ein christe. Dabei wohl fröhlich sein? 2. Ach! seht sein seelenschrecken, selber ab. Er wird in tod betrübt, Und muß den zornkelch schmecken, Den ihm Mel. 3. Mein Gott! ich bin jetzt. sein vater giebt. Sebt! wie er 108. Ah! muß Gottes sohn uns zu gute, Selbst mit dem tode ringt, Und wie sein schweiß mit blute Curch baut und adern dringt. selbst leiden, Und erdulden hohn und tod? Muß er sich in blut einkleiden, Um zu tilgen meine noth? Konnt ich sonst in meinen sünden Weder troft noch rettung finden? 3. Er wird verkauft, verra hen, Man legt ihm fessel an. Ach! unsre missethaten, Die haben dies gethan, Die fälschlich ihn verklagen; 2. Vater! konnte dein erbarmen Und die theure menschenhuld Mich 8. Die welt mag voller freuden Hin nach der hölle gehn; Ich will bei Jesu leiden Und seinem freuze stehn. O Jesu! deine liebe Trieb dich in tod und grab; Drum stirbt aus gleichem triebe Mein herz sich Von dem Leiden und Sterben Jesu. 61 nicht ohne blut umarmen, Noch Meines geistes kräfte mehre, Daß erlassen meine schuld? Mußt du ich die vollkommenheit Deiner liebe denn das lämmlein schlagen, Das so beschaue, Daß ich freudig darsda nie eigne schuld getragen? auf baue. draf 3. War kein guter engel tüchtig, Daß er konnte mittler sein? War das werk für die zu wichtig, Die von fünden frei und rein? Konnte mich von satans fetten Unter ihnen feiner retten? 5. Nein, ach nein! so mußt es geben. Selbst der allerliebste sohn Mußt an unsrer stelle stehen, Wenn du, Herr! von deinem thron Gnädig solltest auf uns schauen, Dich uns wiederum vertrauen. 80 1800 mschl ude sens 11. Laß mich nicht den fünden leben, Sondern dem, der mich befreit, Und deswegen sich ergeben In des todes bitterkeit. Laß mich, dadura wenn ich soll erblassen, Seinen tod im glauben fassen. 4. Oder war aus Adams tindern, Unter der so großen zabl, 109. Christus, der uns felig dies zu Daß nicht träfe diese wahl Den, der als der eingeborne Kommt zu suchen das verlorne? macht, Hatte nichts begangen. Ward doch für uns in der nacht Mördern gleich gefangen, Hingeführt vor böse leut, Fälschlich angeklaget, Sehr verlacht, verhöhnt, verspeit, Wie ers oft gesaget. 2. In der ersten tagesstund Ward er unbescheiden Dem Pilato dargestellt, Einem harten heiden, Der ihn ohne schuld befand, Ohn ursach des todes: Ihn desbalben von sich sandt Zum vierfürst Herodes. til dot 10 Blon 6. Wie die worte feste stehen, Daß du gut und gnädig seist; Also mag auch nicht vergehen, Was du allen sündern dräust: 3. Um drei hat der Gottessohn Keiner kann in seinen sünden Un- Geißeln fühlen müssen, und durch versöhnt erbarmung finden. eine dornenkron Ward sein haupt 7. Keiner von den seraphinen, zerrissen: Umgekleidt zu hohn und Von der cherubinen chor, Konnte spott Ward er hart geschlagen, mir den schmuck verdienen, Wel- Und das kreuz zu seinem tod mußt chen Adams fall verlor: Gott, ja er selber tragen. Gott muß mich versöhnen, Und mit heil und segen krönen. 8. Alle menschen waren sünder: Keiner auf der weiten welt Zahlet für die menschenkinder Solch ein theures lösegeld, Das zur tilgung unsrer sünden Dich, o vater! kann verbinden. SA00 1008 de jursm 4. Um sechs ward er nackt und bloß An das kreuz geschlagen, An dem er sein blut vergoß Betend mit wehklagen. Die ihn sehen, nd bid spotten sein, Auch die bei ihm hingen: Selbst die soun entzieht den schein Solchen schnöden dingen. bundad daft dig n 01 and 9. Aber nun, da der gelitten, 5. Jesus schrie zur neunten Und sein theures blut vergießt, stund, Klagte sich verlassen: Essig Der dein wort nie überschritten, ward in seinen mund Bei demin duas Der vollkommen heilig ist: So ist alles das erseßet, Was, Herr! dein geseß verleget. burst gelassen. Da gab er aufigisfried seinen geist: Seht! die erd era chad zittert, und des tempels vorhang reißt, Mancher felszer- id o splittert. 10. Gieb, daß ich dies wunder chre; Mit gebet und dankbarkeit 197 62 Von dem Leiden und Sterben Jesit. 6. Da man hat zur vesperzeit einer ewigkeit, und strafen ohne Andrer bein zerbrochen; Ward der Herr in seine seit Mit dem speer gestochen, Daraus blut und wasser rann, Die schrift zu erfüllen, Wie Johannes zeiget an; Auch um unsernt willen. ende. Auf dich nimmst du der menschen schuld, Und giebst mit göttlicher geduld Dich in der sünder hände. 7. Da der tag sein ende nahm, Und der abend kommen: Ward er von dem kreuzesstamm Liebreich abgenommen: Herrlich nach der reichen art In ein grab getragen, Und mit hütern da verwahrt, Bis Ampung? nach dreien tagen. 4. Du trägst der missethäter lohn, Und hattest nie gesündigt; un Du, der gerechte Gottes sohn! So wars vorher verkündigt. Der frechen schaar begehrt dein blut, Du duldest, göttlich groß, die wuth, Um seelen zu erretten. Dein mörder, Jesu! war auch ich; Denn Gott warf aller sünd auf dich, Damit wir friede hätten. * 8. O hilf Chrifte Gottes sohn! Durch dein bitter leiden, Daß wir stets dir unterthan, All untugend meiden: Deinen tod und sein ursach Fruchtbarlich bedenken; Dafür, wiewohl arm und schwach, Dir dankopfer schenken. Mel. Ein lämmlein geht und zc. 110. Erforsch mich, Herr! erfahr mein herz, Und prüfe meine triebe. Ich denk an deines leidens schmerz, An deine große liebe. Dein freuz sei mir gebenedeit! Welch wunder der barmherzigkeit Hast du der welt erwiesen! Wenn hab ich dies genug bedacht, Und dich aus aller meiner macht Genug dafür gepriesen? 2. Rath, kraft und friedefürst und held! In fleisch und blut gekleidet, Wirst du das opfer für die welt, Und deine seele leidet. Dein freund, der dich verräth, ist nah. Des zornes Gottes stund ist da, Und schrecken strömen über. Du zagst, und fühlst der höllen weh: Ists möglich, water, o so geh Der felch vor mir vorüber! 5. Erniedrigt bis zur knechts gestalt, Und doch der größt' im herzen, Erträgst du spott, schmach und gewalt, Voll krankheit und voll schmerzen. Wir sahn dich, der verheißung ziel; Doch da war nichts, das uns gefiel, Und nicht gestalt noch schöne. Vor dir, Herr! unsre zuversicht! Verbarg man ſelbſt das angesicht; Dich schmähn des pot ate bundes söhne. 6. Ein opfer, nach dem ewgen rath, Belegt mit unsern plagen, Um deines volkes missethat Gemartert und zerschlagen, Gehst du den weg zum kreuzesstamm, In unschuld, stumm, gleich als ein lamm, Das man zur schlachtbank führet. Freiwillig, als der helden held, Trägst du, aus liebe, für die welt, Den tod, der uns gebühret. 7. Du neigst dein haupt. Es ist vollbracht. Du stirbst. Die erd er schüttert. Die arbeit hab ich dirgemacht. Herr! meine seele zit tert. Was ist der mensch, den du befreit? O wär ich doch ganz dank! 3. Dein schweiß wird blut; du barkeit! Herr laß mich gnade finringst und zagst, Und fällst zur den. Und deine liebe bringe mich, erde nieder; Du, sohn des höch- Daß ich dich wieder lieb, und dich sten! kämpfst und wagst Die erste Nie freuzige mit sünden. ge warten einer gestärkt im streit, Die schrecken pein Für die, die dich verachten; 8. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 63 Die, solcher gnade werth zu sein,| ursprung ist; Daß wir drum alle Nach keinem glauben trachten! Für müssen Erdulden hier den tod, Und die, die dein verdienst gestehn, sollten dort noch büßen Die ewge Und dich durch ihre laster schmähn, höllennoth. Kyr. Als einen sündendiener! Wer dich nicht liebt, kömmt ins gericht, Wer nicht dein wort hält, liebt dich nicht; Warst du gleich sein verfühner.dd opp 9. Du hasts gesagt, du wirst die fraft Zur heiligung mir schenken. Dein blut ists, das mir trost verschafft, Wenn mich die sünden kränken. Laß mich im eifer des gebets, Laß mich in lieb und demuth stets Vor dir erfunden werden. Dein heil sei mir der schirm in noth, Mein stab im glück, mein schild im tod, Mein letter trost auf erden: de nos si 3. Kein rath war da vorhanden. Für diese höllenqual; Weil wir vor Gott mit schanden Bestunden allzumal: Und hatten eigne werke, Wie gut die immer sein, Ganz keine kraft und stärke, zu retten uns von pein. Kyr. bun 4. Du, Herr! hast uns gerathen Auf unerforschlich' art Durch solche wunderthaten, Als nie erhöret ward: Es hat fleisch angenomment Der ewge Gottessohn, Und ist herunter kommen Zu uns vom himmelsthron. Kyr. ana dili bising 5. Damit nicht würd verloren Der mensch durch seine sünd: Ist Gottes sohn geboren Ein schwaMel. O Christe Jesu Gottes 2c.ches menschenkind: Ja er ist gar 111. Last uns doch Christo auf erden Gleich einem knecht getankbar sein, Daß er acht, Daß wir hingegen werden für uns in große pein Sich willig! Sein freies volk gemacht. Kyr. hingegeben: Ach laßt uns sein 6. Weil wir Gott widerstrebet der sünde feind; Weil wir mit Und dessen klarem wort; Hat er Gott feinem willen leben; Die lieb' er- fort. Weil wir all ausgeschritzeigen jedermann, Wie Christus ten, Mehr als man zählen kann: selbst an uns gethan Mit seinem Hat er dafür gelitten, Und völlig bittern leiden. O menschenkind! gnug gethan, Kyr. betracht es recht, Wie Gottes zorn die sünde schlägt: Bemüh dich, sie zu meiden. 7. Sehr hart ist er geschlagen An seinem heilgen leib; Auf daß mit seinen plagen Der satan von uns bleib. Es ist von ihm geflossen Mel. O wir arme sünder 2c. Sein purpurfarbnes blut, Das THE 112. Lieb an uns arme er darum vergossen, Daß es uns komm zu gut. Kyr. 01001 fünder, Gott unfre zuversicht! Wir sind ja deine kinder; Darum verstoß uns nicht, Ob wir gleich sind empfangen In schuld und missethat, Viel böses auch begangen. Das dich erzürnet bat. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 8. Sein haupt hat auch erduldet Die scharfe dornenkron Für uns, die wir verschuldet Viel marter, schmach und hohn. Er hat gar nicht gescheuet Am freuz die todespein, Daß wir dadurch befreiet Vom andern tode sein. Kyr. 2. Gedenk, o Herr! in gnaden, 9. Durch solche wundergüte Hat Daß erst des teufels list, Dann Gott der ganzen welt Sein väAdams fall und schaden Des elendsterlich gemüthe Beweglich vorge TA Von dem Leiden und Sterben Jesu. Apudiambinsite and re 64 stellt: Wie er sonst nichts begehre, 4. Solche große gnade Und väAls daß der fünder sich Durch Je terliche gunst hat uns Gott ersum Chrift bekehre, Und lebe ewig- zeiget Ganz und gar umsonst, In lich. Kyr. Christo seinem sohne, Der sich gegeben hat In den tod des freuzes Zu unsrer seligkeit. Kyr. 10. Wenn wir vor Gott nun treten Und fallen ihm zu fuß, In Christi namen beten Mit wahrer reu und buß; So ist die sünd vergeben, Die Adam auf uns bracht: Von unserm bösen leben Wird auch nichts mehr gedacht. Kyr. 5. Deß sollen wir uns trösten Gegen sünd und tod, Und ja nicht verzagen Vor der höllengluth; Denn wir sind errettet Aus all'r gefährlichkeit Durch Christum unsern Herren, Gelobt in ewigkeit. in Kyr. 11. Dies sollen wir wohl fassen Zum trost in aller noth, Und uns nicht schrecken lassen Sünd, teufel, höll und tod: Denn Christus ist gestorben Für aller menschen schuld, Dadurch er uns erworben Des vaters lieb und huld. Kyr. 12. Drum wollen wir dich loben, Gott vater, sohn und geist! Daß du vom himmel oben Uns solche guad erweist: Gieb, daß wir böſes meiden, Gern helfen ieder- 114. Christe, du lamm Got mann, im leiden, Der bu trägst 6. Darum woll'n wir loben Und danken allezeit Dem vater und dem sohne, Und dem heilgen geist; Und bitten, daß sie wollen Uns retten in gefahr, und lassen uns stets bleiben Bei seinem heilgen wort. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! Wie Christus selbst gethan. Kyrie die fünde der welt, Erbarm dich eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 3. So nicht wäre kommen Christus in die welt, Und an sich genommen Unsre arm' gestalt, Und für unsre sünde Gestorben willigunser! 2. Christe, du lamm Gottes ic. Erbarm dich unser! 3. du Gottes 20. sünder! 113. unfremiffethat, Gieb uns deinen frieden! Amen. lamm Gottes! unDarin wir empfangen Und geboren sind, hat gebracht uns alle 115. In große wir unAm stamm terworfen Sind dem ewgen tod. des treuzes geschlachtet, Allzeit Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 2. Aus dem tob wir konnten Durch unsre eigne merk Nimmer werd'n errettet; Die fünde war zu stark. Daß wir würd'n erlöset, So fonnts nicht anders sein, Got tes sohn mußt leiden Des todes bittre pein. Kyr. gefunden geduldig, Wiewohl du wurdest verachtet: Al' sünd' haft du getragen, Sonst müßten wir verzagen; Erbarm dich unser, o Jesu! 2. D lamm Gottes! unschuldig 2c. Erbarm dich unser, o Jesu! 3. D lamm Gottes! unschuldig 2c. Gieb uns deinen frieden, o Jesu! Mel. O traurigkeit! ir. falsche treu! So werben Berdommet ewiglich. Ryr. 116. bejeleit 3, menheuchelei! Ift, Von dem Leiden und Sterben Jesu. schen! das nicht schande? Jesum will man dulden nicht In dem lebenslande. 2. Sünd, höll und tod, Durch manche noth Mit dem erlöser kämpfen, Satan will mit aller macht Sein geschäfte dämpfen. 3. Der sünder schaar Erkühnt sich gar, Den beilgen zu entflei den: Speiet ihm ins angesicht, Häufet pein und leiden. 4. Zum spott und hohn Sie eine fron Aus scharfen dornen flechten, Seßen solche auf das haupt Jesu, des gerechten.d 5. Ja, was noch mehr, Sie geißeln sehr Mit mörderischen riemen Meinen Jesum, daß sein leib Boller blut'gen striemen. 6. Dennoch wird nicht Vor dem gericht Ihr haß und neid zernichtet; Sondern durch des freuzes pein Jesus hingerichtet. * 7. Laß Jesu! mich Zeit lebens dich mit meinem herzen fassen, Und mich auf dein theures blut Festiglich verlassen. 8. Mein sündengräu'l Ach Herr, mein heil! Hat dich so hart zer schlagen: Jesu! meine missethat Brachte dir die plagen. 9. Hilf, Gotteslamm! Mein bräutigam, Durch deine gnad und güte, Daß ich forthin beßre mich Und vor sünden hüte: 10. Und denn allein Auf deine pein, Und dein so schweres leiden Mag gesegnen diese welt, Und von hinnen scheiden. 65 2. Rette mich durch deine plagen, Wenn mich meine sünde plagt. Laß, ach! laß mich nicht verzagen, Weil du selbst für mich gezagt. Hilf, daß mich dein angstschweiß fühle, Wenn ich drangsalshiße fühle. Ach! laß deine todespein Nicht an mir verloren sein. 3. Mache mich durch deine bande Von des satans banden frei. Hilf, daß dein' erlittne schande Meine kron und ehre sei. Trost der seelen! heil der erden! Laß mich nicht zu schanden werden. Ach! laß deine todespein 2c. 4. Rede durch dein stilleschweigen, Liebster Jesu! mir das wort, Wenn mich sünden überzeugen Und verklagen fort und fort: Wenn mein bös gewissen schreiet, Und mir mit verdammniß bräuet. Uch! laß deine todespein 26. 5. Laß mich freudenrosen brechen, Liebster Jesu, meine zier! Von den dornen, die dich stechen. Jesu! nahe dich zu mir, Kröne mich mit hule und gnade, Daß die jünde mir nicht schade. Ach! laß deine todespein zc. 6. Heile mein verlegt' gewissen, Nimm von mir der schmerzen last, Du, den geißeln so zerrissen, Welche du gefühlet hast; Daß ich böser knecht der sünde Satans streiche nicht empfinde. Ach! laß deine todespein Nicht an 2. 7. Ach! laß deine tiefe wunden Frische lebensbrunnen sein, Wenn mir alle fraft verschwunden, Wenn ich schmacht' in seelenpein. 117. mich esu! der du wollen den abgrund deiner gnaden Sent' Mel. Jesu, meines lebens leben. den aller welt, Durch dein theures laß deine 2c. blutvergießen; Der du dich haft 8. Ach! zerbrich des eifers rudargestellt Als ein opfer für die the, Uch! erzeige guad und huld. sünder, Die verdammten Adams Tilge doch mit deinem blute Finder: Ach! laß deine todespein Meine schwere sündenschuld. Laß Nicht an mir verloren sein. mich in der angst der sünden Ruh 5 66 Von dem Leiden und Sterben Jesu. in deiner seite finden. Ach! laß befällt, Mit vergälltem effig trändeine todespein Nicht an mir zc. fet, Daß man hart verfährt mit dir: Dieses alles kommt von mir. 9. Hilf, daß mir dein dürsten nüße, Das am freuze dich geplagt. Wenn ich lechze, wenn ich schwiße, Wenn gewissensangst mich nagt; Laß mich deines dursts genießen, Laß mir lebensströme fließen. Ach! laß deine todespein 2c. 10. Jesu! komm, mich zu befreien, Durch dein lautes angstgeschrei. Wenn viel tausend sünden schreien, Ach! so steh mir armen bei. Wenn mir wort und sprach' entfallen, Laß mich sanft von hinnen wallen, Laß mir deine todespein Leben, heil und himmel sein. 6. Ich bin schuld, daß Gottes grimm Und gerichte dich umfassen, Daß du schreist mit starker stimm, Klagest dich von Gott verlassen. Herr! du leidest todespein, Daß ich möge selig sein. 01 7. O der übergroßen treu! Dies kommt alles mir zu gute: Nun bin ich mit Gott aufs neu Ausgesöhnt in Christi blute, Der mir, statt der höllenqual, Deffnet jeßt den bimmelssaal. 8. Heiland! sieh, es kommet hier Eine sehr geplagte seele, Suchet ruh und trost bei dir Und in deiner wundenhöhle; Wie ein vogel in der flucht, Der sich einen felsen sucht: Mel. 8. Jesus, meine zuversicht. Yesu, wahrer Gottes 118. sohn! Der den tod 9. So will sie in deine seit, für uns erlitten, Und durch mar- Als in einen fels, sich legen, Wo ter, spott und hohn Mir die se- sie sicher und befreit Von den ligkeit erstritten: Ach! laß deine harten donnerschlägen, Von der angst und pein An mir nicht verfeinde list und macht, Die sie in loren sein. die flucht gebracht. 2. Meine sünd und missethat 10. Herr Jesu! nimm sie Ist die ursach deiner plagen. Sie, ach sie ists, die dich hat So gegeißelt und geschlagen: Sie ist's, die dir, o mein Gott! Zugezogen alle noth. auf Mit getreuen vaterhänden. Und wenn sie den harten lauf Dieses lebens wird vollenden; So gieb ihr, für alles leid, Die gewünschte seligkeit. 3. Daß du heißes blut geschwißt, Daß du grausamlich gebunden, 119. Wenn meine fünd'n Daß die dornen dir gerißt So viel striemen, so viel wunden, Daß dein spottet jedermann: Das hat meine schuld gethan. mich fränken, D mein Herr Jesu Christ! So laß ge mich wohl bedenken, Wie storben bist: Und alle meine schuldenlast Um stamm des heilgen freuzes Auf dich genommen hast. 4. Daß ein schnöder knecht dich schlägt, Daß die geißel dich 2. O wunder ohne maaßen, zerschmeißet; Daß man dir ein kreuz auflegt, Das dich fast zur Wenn mans betrachtet recht! Es erden reißet, Ja, zuletzt am schä- hat sich martern lassen Der Herr für delort Händ und füße dir durch seine knecht; Es hat sich selbst der bohrt: wahre Gott Für mich verlornen menschen Gegeben in den tod. 5. Daß, als einen fluch der welt, Man dich an das freuz aufhenket, Und, als dich der durst 3. Was kann mir denn nun schaden Der sünden große zahl? Von dem Leiden und Sterben Jesu. 67 Ich bin bei Gott in gnaden, Die 2. Ich erwäg es hin und her, schuld ist allzumal Bezahlt durch Christi theures blut; Daß ich nicht mehr darf fürchten Der höllen qual und gluth. Was dich doch bewogen, Daß du, Herr! so viel beschwer lleber dich gezogen: Da du angst, gewalt und noth, Schläg und hohn in banden, Lästerungen, kreuz und tod Willig ausgestanden. PH 4. Drum sag ich dir von her zen Jeßt und mein lebelang Für deine pein und schmerzen, O Jesu! 3. Gottes wohlgewogenheit, lob und dank: Für deine noth Vaterlieb' und güte, Deines herund angstgeschrei, Für dein unschul- zens freundlichkeit, Und dein treu dig sterben, Für deine lieb' und gemüthe, Hat dich da hinein gesebracht, Daß kein mensch verzagte, treu. 5. Herr! laß dein bitter leiden Wenn der sünden meng' und Mich reizen für und für, Mit macht Die gewissen nagte. Ams] allem ernst zu meiden Die sündliche begier: Daß mir nicht komme aus dem sinn, Wie viel es dich gekostet, Daß ich erlöset bin. 4. du wunderbarer rath, Den man nie ergründet! O der unerhörten that, Die man nirgends findet! Was der mensch, der sünBis aufs blut gerochen. n 6. Mein freuz und meine pladenknecht, Tropiglich verbrochen, gen, Sollts auch sein schmach und Wird an dir, der du gerecht, spott, Hilf mir geduldig tragen: Gieb, o mein Herr und Gott! Daß ich verleugne diese welt, Und folge dem exempel, Das du mir vorgestellt. 5. Meine schnöde lustbegier Hat dich so zerschlagen, Diese krankheit hast du mir, Herr! zu gut getragen. Nur für meine missethat Hast du dich verbürget, Bis sie dich auch endlich hat Jämmerlich erwürget. 7. Laß mich an andern üben, Was du an mir gethan, Und meinen nächsten lieben, Gern dienen jedermann Ohn eigennuß und heuchlerschein, Und, wie du mir erwiesen, Aus reiner lieb' allein. 6. Alle strafe, dazu ich Bis zum tod. verbunden, Nahmst du, großer bürg'! auf dich, Und durch deine wunden Wird uns fried und 8. Laß endlich deine wunden heil gebracht; Drum will mir Mich trösten kräftiglich In mei- geziemen, Deine starke liebesmacht nen leßten stunden, Und deß ver- Ewiglich zu rühmen. sichern mich: Weil ich auf dein 7. Laß doch dieser freudigkeit verdienst nur trau, Du werdest Gleichfalls mein gewissen Gegen mich annehmen, Daß ich dich angst und noth und streit Kräfewig schau. tiglich genießen: Jesu, meiner feelen hort! Treib durch deine schmerzen Meine scelenangst hinfort Fern aus meinem herzen. 8. Laß mich, wenn ich dich erblickt, So bald gnade finden, Als mein herze schnell erschrickt Ueber straf und sünden. Jesu! sieh, ich falle dir mit wahrhafter buße Und mit besserungsbegier Glaubensvoll zu fuße. nom pr 5* Mel. Christus, der uns selig 2c. 120. eu, meiner feelen licht, Ursprung meiner freuden, Meines herzens zuversicht; Nimm doch für dein leiden Dieses schlechte danklied an, So viel meine seele Immermehr dir bringen kann, In der leibeshöhle. and# 3 Von dem Leiden und Sterben Jesu. 68 9. Nun ich weiß, worauf ich bau, Und bei wem ich bleibe, Wessen fürsprach ich vertrau, Und an wen ich gläube. Jesu! du bist es allein, Der mich hält und schüßet; Wenn gleich alle höllen pein Auf mich drohend bliget. 10. Sch will, weil ich einst mit dir Werd im himmel erben, Herr! bei deinem kreuze hier Leben und auch sterben; Bis mein auge sehen wird nach den todesbanden, Meinen heiland, freund und hirt, Jesum, der erstanden. verlassen du gehangen. Tausendtausendmal sei dir, Liebster 2c. 6. Du hast dich in noth gestecket, Hast gelitten mit geduld, Gar den herben tod geschmecket, Um zu büßen meine schuld. Daß ich würde los gezählet, Hast du wollen sein gequälet. Tausendtausendmal sei dir, Liebster Jesu! c. dal Es 7. Deine demuth hat gebüßet Meinen stolz und übermuth. Dein tod meinen tod versüßet. kommt alles mir zu gut. Dein verspotten, dein verspelen Muß zu ehren mir gedeihen. Tausendtausendmal sei dir, Liebster 2c. 121. Jeu, meines lebens 8. Nun ich danke dir von herleben, mei zen, für gesammte nes todes tod! Der du dich für Für die wunden, für die schmermich gegeben In die tiefste seelen- zen, Für den herben bittern tod, noth, In das äußerste verderben, Für dein zittern, für dein zagen, Nur daß ich nicht möchte sterben; Für dein tausendfaches plagen: Tausendtausendmal sei dir, Lieb- Für dein ach und schwere pein ster Jesu! dank dafür. Will ich ewig dankbar sein. 2. Du, ach! du hast ausgestanden Lästerreden, spott und hohn, Speichel, schläge, strick und ban 122. angst und pein Mel. Aus tiefer noth schrei ich zc. err Sesu, deine den, Du gerechter Gottessohn! Mich elenden zu erretten Bon des teufels sündenketten. Tausendtausendmal sei dir, 2c. Und dein betrübtes leiden, Laß mir allzeit vor augen sein, Die sünden zu vermeiden. Laß mich) an deine große noth Und deinen herben bittern tod, Dieweil ich lebe, denken, son bie 3. Du hast lassen wunden schlagen, Dich erbärmlich richten zu, Um zu heilen meine plagen, und zu seßen mich in ruh: Ach! du hast zu meinem segen Lassen dich mit fluch belegen. Tausendtausend 2c. 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, Dich mit großem schimpf belegt, und mit dornen gar gekrönet: Was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich ergeßen, Dir die ehrenkron aufseßen. Tausendtausendmal 2c. hit 2. Laß deiner seelen höllenqual, Dein' augst und blutig schwißen, Und übrig elend allzumal, Darin du mußtest sißen, Mir oftermalen fallen ein, Und eine starke warnung sein Vor sünd und missethaten.jir 5. Du hast wollen sein geschlagen Bur befreiung meiner pein; Fälschlich laffen dich anklagen, Daß ich könnte sicher sein. Daß ich möchte trostreich prangen, past 4. Du hast verlaffen deinen 3. Die wunden alle, die du hast, Hab ich dir helfen schlagen, Auch meine große sündenlast Dir aufich liebster gelegt zu tragen. heiland! schone mein, Laß diese schuld vergessen sein, Laß gnade für recht gehen. * C Von dem Leiden und Sterben Jesu. thron; Bist in das elend gangen;| o liebesmacht! Du kannst, Ertrugest schläge, spott und hohn, Must' an dem Freuze hangen; Auf daß du für uns schafftest rath, Und unsre schwere missethat Bei Gott versöhnen möchtest. 5. Drum will ich jetzt zur dankbarkeit Von Herzen dir lobsingen: Und, wenn du mich zur seligkeit Dereinsten wirst hinbringen, Will ich in solcher noch vielmehr, Zufammt dem ganzen himmelsheer, Dich ewig dafür loben. sig 6. Herr Jesu! deine angst und pein, Und dein betrübtes leiden Laß meine letzte zuflucht sein, Wenn ich von hier soll scheiden; Und hilf, daß ich durch deinen tod Fein sanft beschließe meine noth, Und selig sterbe, amen. 69 was nie ein mensch gedacht, Gott seinen sohn abzwingen. O liebe, liebe! du bist stark, Du streckeft den in grab und sarg, Vor dem die felsen springen. Mel. Herr Gott! der du erforsch. 123. in in lämmlein geht und trägt die schuld Der welt und ihrer finder: Es geht und büßet in geduld Die sünden aller sünder: Es geht dahin, wird matt und krank: Es giebt sich auf die würgebank, Entzieht sich allen freuden. Es übernimmt schmach, bohn und spott, Angst, wunden, striemen, kreuz und tod, Und spricht: ich wills gern leiden. 2. Das lämmlein ist der große freund, Der heiland unsrer seelen, Den Gott, der uns als sündern feind, 3um mittler wollen wäh. len: Mein sohn! sprach er, geb, nimm dich an Der finder, die im bösen wahn Verdient des zornes ruthen: Die straf ist schwer, der zorn ist groß; Du kannst und sollst sie machen los Durch sterben, pein und bluten. 4. Du marterst ihn am freuzes stamm, Damit wir gnade finden: Du schlachtest ihn als wie ein lamm, Zum opfer für die sünden. Das herz verlieret feine fraft, Die adern werden leer vom saft Des purpurrothen blutes. O werthes lamm! was soll ich dir Dafür erweisen, daß du mir Er zeigest so viel gutes? 5. Mein lebetage will ich dich Aus meinem sinn nicht lassen. Dich will ich stets, gleich wie du mich, Mit liebesarmen fassen. Du sollst sein meines Herzens licht! Und, wenn dereinst meint berz auch bricht, Sollst du mein leben bleiben. Ich will mich dir, mein höchster ruhm! Hiemit zu deinem eigenthum Auf immerdar verschreiben. bloot ni 6. Ich will von deiner lieblichkeit Bei nacht und tage singen, Mich selbst auch dir zu aller zeit 3um freudenopfer bringen! Mein ganzes leben soll nur dir Und deinem namen für und für In dank und preis verfließen: Und was du an mir hast gethan, Das will ich stets, so tief ich kann, In mein gedächtniß schließen. 7. Wie sollte sich mein geist nicht freu'n? Ich soll gewürdigt werden Der schäße, die viel gröser sein, Als himmel, meer und erden. Weg, ehr und stand der eitlen welt! Weg, reichthum, gold und alles geld! Ich hab ein bessers funden: Mein größ'rer schap, Herr Jesu Christ! Ist dieses, was geflossen ist Aus reines lei3. Leg auf, sprachst du von herzensgrund, Mein vater! ich wills tragen: Mein wollen hängt an deinem mund, Mein wirken bes wunden. ist dein sagen. O wunderlieb, 8. Das soll und will ich mir Von dem Leiden und Sterben Jesu. ( 70 zu nuß zu allen zeiten machen: Im streite soll es sein mein schuß, In freuden treib's zum wachen: In angst mach es die seele still, Und wenn mir sonst nichts schmeden will, Soll es mein labsal bleiben, Im seelendurst des trostes quell; Die nacht der sorgen mach' es hell, Die schrecken zu vertreiben. 10. Wenn endlich soll ich treten ein In deines reiches freuden; So soll dein blut mein purpur sein, Ich will mich darein kleiden. Es soll sein meines hauptes kron, In welcher ich will vor den thron Des höchsten vaters gehen, Und dir, dem er mich anvertraut, Als eine wohlgeschmückte braut, An deiner seite stehen. 4. Was zieht dich denn, erlöser! auf die erde? Was schadet dirs, wenn ich verdammet werde? Du bleibest doch, wenn ich gleich strafe leide, Des vaters freude. sin! 6. Des höchsten sohn büßt für die menschenkinder, Der heiligste bezahlet für die sünder, Der lebensfürst und aller bosheit rächer Stirbt bei dem schächer. 9. Was schadet mir des todes gift? Dein blut bringt mir das leben: Wenn mich des kreuzes hige trifft, Kann mir es schatten geben. Seßt mir der schmerz der schwermuth zu; So find ich bei 7. Kann dein verstand so hohe dir meine ruh, Als auf dem bett gnadenzeichen, So große wunder ein franker: Und wenn des un- seiner huld erreichen? Thut er glücks tobend meer Mein schiff nicht mehr, uns sünder zu erhölein treibet hin und her, So hen, Als wir verstehen? dient es mir zum anker. 5. Verehrt gebeugt den weisen rath, ihr christen! Den einzusehn die engel selbst gelüsten. Bewundert doch in dem erlösungswerke Der liebe stärke. 2. Was ist der mensch, daß du sein so gedenkest? Daß du für ihn dich in das elend senkest? Was findest du an mir und an uns allen Für wohlgefallen? 8. Herr! lehre selbst mich deine huld erkennen; Im rechten glauben meinen Herrn dich nennen! Erbarme dich und heile meinen schaden, Du brunn der gnaden! 9. Ich bin verderbt vom fuße bis zur scheitel. Mein Herz ist trozig, widerspenstig, eitel. Mein bestes thun ist mangelhaft und sündlich; So fehl ich stündlich. 10. Darum flieh ich zu deinen liebesarmen. Ich such und bitte Mel. Herzliebster Jesu, was hast. nichts, als dein erbarmen. Ver124. Wie grundlos sind stoß den nicht, der ſeine fünden liebe! Wie treu, wie zärtlich, 11. Was machst du, feind! mir Jesu, deine triebe! Kein mutter- Christi huld verdächtig? Schweig; herz gleicht deinem treuen herzen, seine kraft ist ja im schwachen Du mann der schmerzen. mächtig. Er selbst macht den gerecht, der an ihn gläubet, Und in ihm bleibet. 12. Beuch mich, erwürgtes lamm! zu deinem freuze, Damit dein blut die seele dring und reize, 3. Verdient verachtung göttli- Dich, den erwerber aller guten cher gesetze, Verdient verschwen- gaben, Recht lieb zu haben. dung unschäßbarer schäße, Ver- 13. Dir, Jesu! leb ich; dir will dient ein selbst gemachter böser ich auch sterben. Laß den nur fchade Des richters gnade? Inicht, den du versöhnt, verderben. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 71 O bilf mir jetzt und in den letz- wir An diesem segen theil, In ten stunden Durch deine wunden. Christo finden wir Gerechtigkeit und heil. Mel. Nun ruhen alle wälder 2c. 125. Di u, brunnquell aller liebe, Gabst dich aus liebestriebe Für uns in tiefe noth: Du wolltest blut und leben Für uns zum opfer geben, Uns zu erretten von dem tod. ci 2. Du liebtest die gemeine, Und machtest sie ganz reine Von sünden durch dein blut. Du heiligtest die seelen, Die dich zum schaß erwählen, Durch diese theure lebensfluth. 3. Ach! laß dein beilig leiden Auch unsre seelen kleiden Mit der Laß dei nen geist und gaben Auch unfre 127. Gie, berzerwä Mel. Wer nur den lieben Gott. wenn Sieb Jesu! herzen laben, In wahrer glaubensfreudigkeit. 4. Die alte lust der sünden Hilf uns nun überwinden, Als dein' erlöste schaar! Da deine gnad' erschienen: So stell uns, dir zu dienen, Voll neuer kraft und lebens dar. 4. Herr! mache mich gerecht, Errette meine seele, Daß für den segen ich Ja nicht den fluch erwähle. Weil du mich haft erlöst, Laß mich der sünden knecht Nicht bleiben; durch dein blut, Herr! mache mich gerecht.nl 5. Dein segen fröne mich, O Jesu, meine wonne! Dein geist belebe mich, O meine lebenssonne! Gesegneter des Herrn! Genß auf mich mildiglich Dein blut und dessen kraft; Dein segen kröne mich. mein get, Was uns das zeugniß deiner schrift Von deiner pein vor augen leget, Daß es den zweck des leidens trifft: Laß mich nicht nur die juden schmähn, Noch blos auf ihren frevel sehn. 2. Laß mich vielmehr mit webmuth fassen, Was dich in ihre Mel. O Gott, du frommer Gott. wuth gebracht. Laß mich die 126. ein Jesus wird schnöde sünde hassen, Die dir, ein fluch, Bringt Herr! alle noth gemacht, Und uns dadurch den segen, Trägt des deren schweren fluch und last Du gesetzes straf' Und schuld um un- so voll angst getragen hast. serntwegen. Er opfert sich Gott auf Zum lieblichen geruch, An dem verfluchten holz: Mein Jesus wird ein fluch. sind 3. Fürwahr du trugest alle schmerzen, Und nahmest unsre frankheit weg: Doch gehts den meisten schlecht zu herzen, Sie bleiben auf dem sündensteg, Und freuzigen dich immerhin Von neuem, mit verkehrtem sinn. D 2. Sein segen ist nun mein, Er hat ihn mir erworben, Da er am kreuzes stamm Für meine schuld gestorben. Es kann nun das geset Mich nicht vermaledein, Weil ich in Christo bin: Sein segen ist nun mein. dag 3. Gerechtigkeit und heil, Sein geist und dessen gaben Sind sei4. Laß mir dein bittres marterleiden, Herr Jesu! recht zu berzen gehn, Und mir so tiefe munden schneiden, Die immer blutend offen stehn; Bis von mir alle list und macht Des satans gänznes leidens frucht, Damit er uns lich weggebracht. will laben. Im glauben nehmen! 5. Was würd es helfen, wenn Von dem Leiden und Sterben Jefur 72 ich sünge Von deinem leiden noch so vict; Und mirs doch nicht zu herzen drünge? Rechtschaffne buß ist hier das zieb: Bekehre mich, o starker held, Du heil und arzt der ganzen welt! 6. Jch lege mich zu deinen füßen, Erweiche das sonst harte herz, Laß es in thränen über fließen, Zerknirsche es durch deinen schmerz. Gieb, daß die noth, die dich umringt, Auch mir durch herz und seele dringt. 7. Laß mich mit allem ernste meiden, Was dir, mein heiland! nicht gefällt. Ach! schaff durch deinen tod und leiden, Daß ich den sünden auf der welt Absterbe, und in fester treu Ein glied an deinem leibe sei.dsi Von Jefu innerlichem 9. Wer deine striemen, schmach und wunden Mit reifer andacht überlegt, Der wird nicht übermannt gefunden, Wenn sich des satans heer erregt: Dieweil ein solches herz verlacht, Woraus die welt ihr alles macht. 10. Ruhm, schönheit, wollust, ehr und güter, Auch alle schäße dieser zeit, Sind nur ein abgott der gemüther, Die Christi kreuz und niedrigkeit Verachten, und dem zugethan, Was ihrem fleische schmeicheln kann. 11. Brich, Jesu! meinen bösen willen Durch das gedächtniß dei ner qual: Laß sie stolz, geiz und wollust stillen. Dein blutschweiß, angst und freuzespfahl Ertödt in mir, durch deinen geist, Was ir disch, falsch und sündlich heißt. Seclenleiden. Mel. Herr Gott! der du erforsch. gehst du nun, o 128. Seju! bin, Dein leiden zu vollbringen. Du willst, erschricket gleich dein sinn, Selbst mit dem tode ringen. Du gehest hin, der sündenlaft, So du auf dich genommen hast, Uns menschen zu entladen. Der angst am ölberg gehst du zu, Denn dadurch, beiland! trachtest du zu heilen unsern schaden. g 2. Du gehest über kidrons bach Mit schwermuthsvollen tritten, Den David auch mit weh und ach Bei schwerer zeit beschritten: Die jünger wandeln mit dir fort, Und 8. Ach stärke stündlich meinen gehn mit furcht an jenen ort, glauben! Ach stärke mich im Wo du zu beten pflegest: Du kampf und streit! Laß mir die willst dahin, doch nicht allein; feinde dich nicht rauben, Noch Die jünger sollen zeugen sein, meines glaubens beiligkeit. Ich weiß, ohn glauben kann man nicht Dich schauen, Herr! in deinem licht. fim Was du für angst hie trägeſst. 0 3. Im garten zu Gethsemane War die betrübte stelle, Da traf dich solches ach und weh, Als wärst du in der hölle. Du wurdest vor entseßen kalt, Fielft auf die knie, und wolltest bald Vor jammer leblos werden. Du zittertest vor großer noth, Und warst betrübt bis in den tod: Dein blutschweiß floß zur erden. 4. Du lagst auf deinem angesicht Voll angst, die dich betroffen, Und riefst: mein vater! kann ich nicht noch jetzt erleichtrung hoffen? Mein vater, ach! ich fleh zu dir, Kanns sein, so nimm den felch von mir: Und soll ich ihn ja trinken, Wohlan, so soll dein wink geschehn; Doch laß mich nicht vor angst vergehn, Noch in der noth versinken. 5. Du suchtest hülf und trost für dich, Er war nicht abzusehen. Die jünger zwar vermaßen sich Mit in den tod zu gehen: Du 73 und zwar von deffen innerlichem Seelenleiden. mahntest sie zum beten an; Doch ruhm und preis Recht ausgebreitet kaum trat deine noth heran, So liegen sie im schlafe. Die schaar der feinde nähert sich, Und alle welt verlässet dich; Du trägst allein die strafe. werde. Ich will dein theures lob erhöhn, Stets auf dein heilig vorbild sehn, Und dir gefällig leben. Der welt und sünde sterb ich ab; Ach! laß mich doch bis in mein grab Beständig darnach streben. 6. Den himmel jammert deine pein: In deinen größten nöthen Stellt sich ein engel bei dir ein, Muß dir zur ſeite treten. Den 129, Weine noth vier Mel. Christus, der uns selig 2. er ist der, der O großen schöpfer der anißt Vor feelenangst blutstropfen schwißt, Muß ein geschöpfe stärken. Gott! hie sieht man hell und klar, Wie du so groß und wunderbar In allen deinen werken. so sehnlich Hlaget? Bor betrübniß bis zum tod Ganz erbärmlich za get? Ach! bist du es, Jesu! nicht? Meiner seclen wonne, Meines herzens zuversicht, Meines lebens sonne? 7. Und ach, mein heil! wie hat dir dies Doch wiederfahren können? Weiß auch der fürst der finsterniß Wohl eine schuld zu nennen, Die er dir vorzuwerfen hat? Du kannst ja keiner missethat 2. Ja, ach freilich bist du der, Den ich sche stehen, Wo man geht von salem her An des ölbergs höhen, Voller angst und bangigfeit, Voller qual und schmerzen, Von ihm beschuldigt werden; Die mit höchstem weh und leid Dein reines herz ruft jedermann Sich gehäuft im herzen. Zum zeugen deiner unschuld an, Du heiligster der erden! 3. Aber, warum kränkst du dich, D du trost der seelen? Was 8. Jch, ich, Herr! bin ter sün- mag doch so jämmerlich Deine denknecht: Ich sollte blutschweiß seele quälen? Nengstet dich des schwißen, Ich sollte mit dem höch- todes pein? Scheust du dich zu sten recht In steten ängsten sißen, sterben? Willst du nicht mehr mittIch sollt' in cwger qual und ler sein, Uns heil zu erwerben? pein Ohn alle hülf verloren sein: 4. Ach! die schwere zorneslast, Und siehe, dein erbarmen Zieht So nicht zu ergründen, Die du dich, du großer Gottessohn! Herab aufgenommen hast, Nebst der mens vom hohen himmelsthron, Zuschen sünden, Martern deinen büßen für mich armen. treuen sinn; Daß du voller zagen 9. Wie kann dir nun mein Traurig gebeft her und hin, Und schwacher geist Die große treu beführst solche klagen. zahlen, Die mir dein treues herz 5. So betrübt gehts auch dabeweist! Wenn auch zu tausend her, Wenn der tod berücket Den, malen Herz, zunge, mund und ton erklingt, Und dir ein ewig loblied singt, Sich dankbar zu erweisen: So lässet sich doch solche last, Die du für mich getragen hast, Dadurch nicht sattsam preisen. dem sein gewissen schwer, Das ihn quält und drücket. Ach! die sünde, die man weiß, Daß sie Gott will rächen, Macht so ängstlich, bang und heiß, Wenn das herz soll brechen. 10. Doch, Jesu! weil ich sonst 6. Zwar leidt Jesus solche nichts weiß; Tracht' ich nur auf qual Nicht für cigne sünden; der irde, Daß deines namens Denn er kennt im himmelssaal 74 Von dem Leiden und Sterben Jesu da Ewge freud empfinden: Sondern 3. Wie kommt es denn, daß durch sein heilig blut Will er nur deine seele Jeßt lauter angst und verwehren, Daß des höchsten eifer- trauren rührt, Die doch, gesalbt gluth Uns nicht soll verzehren. mit freudenöle, Sonst selbst der 7. Hinfort nun, wenn uns der gottheit freuden spürt? Wie darf tod Drückt und vagt am herzen, das zittern und das zagen Sich Und in letter sterbensnoth Häuft an die freudenquelle wagen? viel tausend schmerzen: So hat 4. So viele theure wahrheitsChristi traurigkeit Für uns überzeugen Sieht man mit unerwunden, Und für solches schwere schrocknem muth Auf ihre scheiterleid Reichen trost gefunden. haufen steigen; Sie singen in 8. Doch weil wegen fremder der heißen gluth. Man sieht sie schuld Jesus voller zagen An dem fröhlich, ohn entfärben, In unölberg hat erduldt Diese seelen- erhörter marter sterben. plagen; Ei, so laßt uns in der 5. Wie kommts, daß deine zeit Uns vor sünden hüten, Daß glieder zittern, Unüberwindlichsie nicht in ewigkeit Im gewissen großer held! Daß schmerzen deiwüthen. nen leib erschüttern, Daß dich 9. Kränkt die sünde den so sehr, ein grausen überfällt? Kann dir Der sie nicht begangen; O wie der tod ein größer schrecken, Als wird sie mir vielmehr, Den sie jenen märtirern, erwecken? bält gefangen, Fürchterlich und 7. Ach ja, der tod, der dich schrecklich sein, Feig und zaghaft umgiebet, Ist gar von einer anmachen, Wenn sie zur gewissens- dern art. Der grimm, den er an pein Wird in mir erwachen. dir verübet, Ist mit des himmels 10. Darum weich, o sünden- zorn gepaart. Dein herz muß nacht! Die ich ganz verlasse: seinen stachel schmecken, Daß er Meines Jesu trauren macht, Daß die gläub'gen nicht kann schrecken. ich dich nun hasse. Jesu! hilf, wenn ich forthin Deiner angst gedenke, Daß ich meines herzens sinn Stets zum guten lenke. 7. Du bist das lamm, das schuld und strafe Auf den gebeugten schultern trägt: Der gute hirt, der für die schafe Sein theures leben niederlegt. Du zahlst, als bürge, fremde schulden, Und mußt Melodie 9. SEO 130. Erwünschter brunn- was wir verdient, erdulden. quell aller freu- 8. Drum fällt die angst auf den, Wirst du mit traurigkeit er- dich alleine, Die allen fündern füllt? Muß deine zarte menschheit zugedacht: Drum ist im mark und leiden, Daß schrecken aus dem im gebeine Ein meer der traurigHerzen quillt, Und wie ein strom, feit erwacht, Das dich mit solchen der überfließet, Sich durch die wellen decket, Vor welchen leib bange brust ergießet? und seel erschrecket. 2. Du wußtest nichts von trüben stunden In deines vaters sanftem schooß. Von schmerzen, die dich jetzt gebunden, War deine gottheit frei und los. Es war dein selig freudenleben Mit lauter licht und glanz umgeben. 9. Dies ist die ursach deiner flagen; Das herz fließt über durch den mund, Und macht sein schreckenvolles zagen Durch schredenvolle worte kund; Indem du von dir selbst gezeuget: Mein geist ist bis in tod gebeuget. und zwar von dessen innerlichem Seelenleiden. 75 leiden. sein Trost in meinen nöthen ein. 10. Ich will für solche liebes-| Tröster! ohne tröstung proben, Dergleichen man noch nic Sprich mir durch dein trostlos gesehn, Dich, mein erlöser! ewig loben, Werd ich vor deinem throne stehn. Indessen laß dein traurig ringen An mir erwünschte früchte bringen. 5 6. Dort am holz sprokt mein verderben, Durch des ersten sünders stolz; Mich zu retten mußt du sterben, Und du stirbst am marterholz; Stirbst wie ein verfluchter fünder, Für verfluchte AdamskinMel. Jesu, meines lebens leben. o der. O geheimniß! du allein Wirst mein trost im sterben sein. 131. Sa, belfer unsrer Las, seelen, Jesu! deine seelennoth, Und die schmerzen, die 7. Endlich wird in jenen stundich quälen, Wenn des vaters den, Da der himmel traurig ist, eifer droht, Wenn der geist in Da der welt ihr licht verschwundem gedränge, Vor der sünden den, Selbst dein Gott von dir schwerer menge, Nicht mehr weiß vermißt. Schreckenvolle dunkelheiwo aus noch ein, Unsern seelen ten Jener finstern ewigkeiten! tröstlich sein. Nun wird mich von eurer pein 2. Dich mit so viel angst umge- Meines mittlers angst befrein. ben, Quell der freuden! trauren 8. Zwar es muß dein Elischreien, sehn, Held! dich unter furcht und Zur vergrößrung deiner noth, beben, Sehn zum kampf, doch wil- Selbst dir noch zum ſpott gedeihen: lig, gehn: Dies erfordert dank und thränen; Dies erweckt mein heißes sehnen. Laß, o laß in aller pein Mir dein zagen tröstlich sein. Doch du siegest durch den tod. und so muß aus diesem flehen Mir die zuversicht entstehen, Dein Gott will nun wieder mein, Mein, durch dein verlassen, sein. 3. Mich, als mittler, zu vertreten, mir im kämpfen beizustehn, Ringst du selbst für mich im beten, Sohn der liebe! und dein flehn, Stillt für mich des vaters drauen, Lehrt mich findlich abba schreien. O wie wird nun unterm schrein Mir dein kämpfen tröstlich sein. 9. Habe dank, o freund der feelen! Daß du mir so wohl gethan. Nimm dich, durch dein seelenquälen, Ferner meiner seelen an. Dein herz sei mit meinem herzen! Und mein herz in freud und schmerzen Müsse, Jesu! dir allein Leben und dir dankbar sein. 4. Ja du kämpfest, mir zu gute, Wahres leben mit dem tod. Und Mel. Jesu, meines Lebens leben. ein bicker schweiß von blute Lehrt 132. eſu! du haft blut deine große noth. Schöpfer! Da des eins von deinen werken Kommt, höchsten eifersgluth Dich in deiin ohnmacht dich zu stärken. Laß, ner angst erhißet: Bürge! du bewenn sünd und hölle dräun, Mir zahlst mit blut; Es fällt von dir dies wunder tröstlich sein. auf die erde, Daß ihr fluch getilget werde. Dieser wunderbare schweiß Bringt mir heil, dir ehr und preis. 2. Ach! was haben meine sünden Dir für arbeit, Herr! gemacht! Was für angst mußt du 5. Schmach und marter, hohn und wunden, Schmerz, der herz und seele bricht, Hast du Gottes sohn empfunden, Und die menschen fammerts nicht; Ja man läßt dich bis zum scheiden, Von dem Leiden und Sterben Jesu nu empfinden In der letzten trauer- verlangst es nicht, Daß man nacht! Doch du wolltest aus den deine bande bricht. fetten Aller angst mich ganz erretten: Dein blut war das lösegeld Für die sünden aller welt. 3. Du bist selber reich an stärke, Kraft und allmacht wohnt bei dir; Aber hier in diesem werke Geht geduld der allmacht für: Denn sonst müßten band und schlingen, Wie des Simsons stricke, springen, Und dein heller Gottesstrahl Stürzte deiner feinde zahl. 76 3. Gieb, mein heiland! daß die mühe, Welche du an mir gethan, Und bein blutschweiß mich abziehe Von der breiten fündenbahn. Laß mich wider mich selbst kämpfen Bis aufs blut, und hilf mir dämpfen Alle lust, die dich verhöhnt: 4. Frommes lamm! um meinet Wer recht kämpfet, wird gefrönt. willen Streckst du deine hände 4. Laß mich deinen schweiß bedar: Um die schriften zu erfüllen, denken, Den es dir gekostet hat, Läßt du von der frechen schaar Mir die himmelsruh zu schenken; Allen frevel an dir üben: Und dein Daß ich, auf dem tugendpfad unvergleichlich lieben Nimmt die Stets zu wandeln, mich ergebe, fesseln willig an, Die es doch verUnd dir, Herr! zu ehren lebe, meiden kann. Ja für deine liebestreu Ewiglich dir dankbar sei. 5. Alles, was du ausgestanden, Ist zu meinem trost geschehn: Und die schmach von beinen banden Macht, daß ich kann ledig gehn. Da man dich gefangen führet, Bleib ich frei und unberühret; Weil du deiner ketten last mir zu gut getragen hast. 6. Habe dank für diese güte! Gieb nun deinen banden fraft, Und befreie mein gemüthe Ganz von schnöder fünden baft: Daß ich mich von ihren stricken Lasſe nimmermehr berücken; Daß ich. von der fünde frei, Dir dienst zum 5. Fiel dein blutschweiß auf die erde, So bin ich auch erd und thon. Gieb, daß er ein thau mir werde In der hiß, o gnadenthron! Wenn mich sündenangst will drücken, So laß ihn mein herz erquicken; Auch in herber todespein Meinen lebensbalsam sein. Von dem äußerlichen Leiden Jesu. Mel. Jesu, meines lebens leben. 133. Feffen wunden Undessen 7. Laß in meinen lebenstagen ser heil wird fest gesetzt! Ach! Den durch dich erlösten geist Keiwie hart wirst du gebunden Und ne andre bande tragen, Als die dein heilger leib verletzt! Deiner du mich tragen heißt: Bande benker strenge bände Wissen in deiner furcht und liebe Legen meis der wuth kein ende: Und du giebst nem fleischestriebe Deine liebesmit stillem sinn Dich in ihre seile an, Daß ich dir nachwandeln kann. fesseln hin. 2. Mehr, als zehen legionen 8. Wär es, heiland! dein beDerer, die um jenen thron gehren, Daß ich, deines geistes Deines großen vaters wohnen, voll, Auch in fesseln, angst und Steln bereit, o menschensohn! zähren, Deinetwegen leiden soll; Deine ketten zu zerschlagen, Dei- Ach! so laß mich in den banden, ne feinde au verjagen: Aber, du In gesängniß, schmach und schanrommes lamm! durch verbunden sei. und zwar von dessen äußerlichem Leiden. 77 kommen? Du zeigst ihm, als ein seelenfreund, Wie leicht er aufgenommen, In lieb' umarmet wer den sollt'; Im fall er nur mit rene Dich aufs neue Im glauben küssen wollt': O welche huld und treue! TONG Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu. 134. Dies war die nacht der finsterniß, Die Jesum hart gedrücket: Er ward, 7. Nur dieser treu erinnre mich, da er sich küssen ließ, Verrathen und bestricket. Die falschheit grüßt Wenn mir die sünden schmeicheln, den treusten freund. Mit schwer- Empfind ich falscher zungen stich tern und mit stangen, Voll verlan- Und böser menschen heucheln: So treuen rath, gen kam der ergrimmte feind, gönn' mir einen Den Herren Christ zu fangen. Wenn trost in leidensstunden Ganz verschwunden: Komm, hilf mir in der that, Dich hab ich treu erfunden. 2. O sanftmuth! die den sünder trug, Und nicht mit übereilen Den falschen mund zu boden schlug; Leit mich in deinen seilen. Du nimmst von Juda jenen fuß; Drum kannst du den nicht hassen, Noch verlassen, Der dich in wahrer buß Und glauben will umfassen. 8. Man sucht mit fackeln in der nacht Dich, helle lebenssonne! Mein herz, durch deinen glanz erwacht, Verlangt mit deiner wonne Und freundlichkeit erfüllt zu sein; Bis deine hand mit freuden Mich wird kleiden Jn stetem glanz und schein, Den nichts von mir soll 3. Herr! ich bekenn es, daß ich oft In thörichtem verlangen, Das auf genuß des eitlen hofft, Die welt mit lieb umfangen. Doch scheiden. gönnst du Juda dein gesicht, Der ben, Ja in aller todespein Ein dir gleiches lämmlein ſein. list und trug verübet, Dich betrü- Von dem Leiden Jesu vor bet! Ach! so verstoß den nicht, Der dich aufrichtig liebet. dem geistlichen Gerichte. 4. Ich nahe mich, mein heil! Mel. Mein herz und seel den 2c. zu bir, Du heißest mich ja fom- 135. Ve erstummtes lamm! men: Ach! nimm den treuen fuß das vor dem schevon mir, Du trøst und heil der rer schweiget, Das seinem volk frommen, Mein herz will dich, der durch sein erempel zeiget, Wie sünder heil, Umarmen, doch mit sanftmuthsvoll, wie stille bei der schämen, Buß und grämen: So pein Ein christlich herz in unschuld soll den besten theil, Dich, nie- solle sein. mand von mir nehmen. 2. Du hast, was ich verschuldet, 5. Ich hatte dich: stärk meinen übernommen, Und bist für mich schluß, Dies nimmermehr zu las- vor manch' gericht gekommen; Da sen, Bis mich einst wird dein gna- wolltest du als bürge schweigend denfuß In jenem reich umfassen: stehn, Daß vors gericht getrost ich Wo sich stets treu und wahrheit könne gehn. küßt, Wo nie die reinsten freuden Von mir scheiden: Wo mir dein trost versüßt, Was bitter war zu leiden. 3. Ach hilf mir auch, wenn ich verfolget werde, Wenn satans heer, wenn hölle oder erde Sich wider mich aufmacht und an mich will, 6. Mein freund! fragst du den Daß unter deinem schuß ich bleibe falschen feind: O warum bist du still.gumt atual solo sol 78 Von dem Leiden und Sterben Jesu 4. Komm, stilles lamm! schließ| Sei dein leiden meine freude. Muß meines mundes pforten; Damit ich dort vor dein gericht, Dem man ich nie mit fluch und lästerworten nicht entgehen kann; Ach! so sieh Dem tollen feind in seiner raserei mich gnädig an: Was mich dort Zu eignem schimpf und schaden könnt' überzeugen, Laß durch dein ähnlich sei. verdienst, Herr! schweigen. Von Petri und Judä Sün5. Auch müsse nichts aus meinem munde gehen, Als was vor dir, mein heiland! kann bestehen, Kein schandbar wort, kein faul den bei dem Leiden Jesu. geschwäß der welt, Kein solcher Mel. Jesu! deine heilge wunden. ſcherz, der meinem Gott mißfällt. 137. Seſu! wenn ich mich 6. mir kraft, dich ein Petrus, welcher dich So geliebt vom anbeginne, Doch so hart verfluchte sich, Daß er nicht dein jünger sei, So bekenne ich dir frei: Herr! regierst du nicht mein wallen, Kann ich noch viel leichter fallen. zu bekennen, mit herz und mund dich meinen Herrn zu nennen: Richt jedes wort zu deiner ehre ein, Laß mich beredt in deinem lobe sein. Von ren falschen Zeugen wider Jesum. 2. Zwar man legte strick und bande Dir mit größtem frevel an: Zwar man hat dir schmach und schande Ohne maaße angethan Mel. Jesu! deine heilge wunden. 136. Falche zeugen, falſche Backenstreiche, ſpott und hohn LitJesu! schon; Doch dich hat auch dies gequälet, Daß dein jünger so gefehlet. Klagen mein Jesu! an, Die man nur dazu gedungen, Die dem satan zugethan. Satan selbst verleumdte dich, Bis er schimpflich von dir wich: So hilfst du noch dem in gnaden, Dem der satan sucht zu schaden. 3. Aber bei den großen schmerzen, Die dir Petri fall gebracht, Ging noch weiter dir zu herzen, Jene angst, so dir gemacht Judas, das verlorne kind, Dem die unerlaßne sünd Hier den tod, und nach dem leben Höllenqual zum lohn gegeben. 2. Laß es mich, wie du, Herr! leiden, Wenn die böse zunge sticht. Laß mich alles das vermeiden, Was ein lügner von mir spricht. Laß mich ohne heuchelei, Voll ge= rechtigkeit und treu, Wahrheit stets im münde führen, und die zunge wohl regieren. 3. Laß mich alle falschheit hassen, Laß mich, allen lügen feind, Das verleumden unterlassen; Daß mein mund der wahrheit freund Ist und bleibt, und im gericht Nie ein falsches zeugniß spricht: Weil die falschheit unterlieget, Und die wahrheit endlich sieget. 4. Jesu! wenn ich auch hier leide Falscher leute schandgedicht; 4. Zwar hats Petrus grob versehen, Daß er seinen Herrn verneint, Nur gefahren zu entgehen: Doch du blickst, und er beweint Diese sünde bitterlich, Hält im glauben sich an dich, Flieht, versuchung zu vermeiden; Darum nüßte ihm dein leiden. 5. Judam stürzt, der ihn besessen, Weiter in verkehrten sinn, Deiner gnade zu vergessen; Ohne glauben geht er hin. Was hilft ihm die reu und flucht, Da er keine gnade sucht, Also in ver und zwar von dessen äußerlichem Leiden. 79 zweiflung stirbet, Und an leib und seel verdirbet? 6. Jesu! hilf mir durch dies leiden Sowohl die vermessenheit, 6. Getreuer Jesu! wenn ich sterbe: So gieb, daß ich den matten geist mit deinem blute lab' und färbe, Das dir der geißel Als verzweifelung zu meiden In schlag entreißt. So geh ich ein dem lauf der gnadenzeit. Sollt zur ewigkeit, Wo mir kein leiden ich schwacher mich vergehn, Laß ferner dräut. mit Petro mich aufstehn, Weinend glauben, rückfall meiden, Nicht Mel. 9. Erwünschter brunnquell. mit Juda von dir scheiden. betrübten blicken, 139. Comm, mit Und schaue deinen heiland an. Betrachte seinen blutgen rücken, Den man vor blut nicht kennen kann. Komm her, die dornen zu erwägen, Die sich um seine schläfe legen. 2. Hier stehet, wie ein armer sclave, Der Herr, den erd und himmel ehrt: Hier duldet er dieselbe strafe, Die sonst den knechten zugehört: Hie läßt er mit dem fluch der erden Sein segenshaupt gefrönet werden. 3. Erzittre, seele! wenn du siehest, Was an dem grünen holz geschieht. Bedenke, wie du heimlich fliehest, Wenn dich der himmel zu sich zieht. Hie wird der rücken dem versehret, Der Gott den rücken nie gekehret. 4. Dein eitles haupt sucht ehr' und krone, Die es doch billig demuthsvoll Vor deines schöpfers hohem throne Zu seinen füßen legen soll. Hie läßt sich dessent haupt entehren, Dem alle kronen zugehören. Von Jesu Leiden vor dem weltlichen Gerichte. Mel. Wer nur den lieben Gott. 138. G ebundner Jesu! jene stricke, Womit man dir die hände band, Versprechen mir ein ewig glücke, Und sind mir ein versichrungspfand, Daß ich nun von der sclaverei Der höllen ganz erlöset sei. 2. Entblößter Jesu! deiner glieder Bejammernswerthe pein und schmach Giebt mir die ehre reichlich wieder, Die mir von Adam her gebrach. Ich bin bloß von gerechtigkeit, Drum wird dein spott mein ehrenfleid. 3. Gestäupter Jesu! jene schläge, Die dein gestäupter rücken fühlt, Bezeugen, wenn ich sie erwäge, Was schon auf mich war abgezielt. Ich sollt der schweren höllenpein Auf ewig unterworfen sein. on 4. Ach blutger Jesu! deine liebe Ist wahrlich gros, ja wundergroß! Du machst mich frei aus reinem triebe, Du deckst mich liebreich, da ich bloß. Ja du vergießest nur dein blut, Mein heiland! mir, ja mir zu gut. 5. Geduldger Jesu! wenn ich leide, So gieb mir auch durch deine huld, Daß meinen geist dein beispiel weide, Und leit ihn liebreich zur geduld; Daß er dir auf der schmerzensbahn Mit stiller sanftmuth folgen kann. 5. Erschrick, o seele! vor der strenge, Damit Gott deine sünden rächt. Kommt Gottes sohn in solch gedränge; Was wartet auf den bösen knecht? Muß Jesus leiden ohn verschulden: Was wird der schuldner nicht erdulden? 6. Ach mittler! laß dein blut mich schüßen, Wenn Gottes strenger zorn erwacht. Laß du mir I deine schläge nüßen, Wenn ich, was 80 Von dem Leiden und Sterben Jesu an schläge werth, vollbracht. Laß 2. Sein volk hielt ihn für den, deine dornen muth erwecken, Wenn Den Gott also geschlagen, Und tod und hölle mich erschrecken. meinte nicht, daß wir Die ursach solcher plagen. Doch kommt dies alles her Von unsrer missethat, Nur unsre fünde ists, Die ihn zerschlagen hat. 7. Ich lieg allhier zu deinen wunden, Ich fasse deinen kreuzes. pfahl, An welchem man dich angebunden, Wenn auf mich blißt des fluches strahl. Will das gesetz mich sünder schlagen; So hast du seinen fluch getragen. 8. Gerathe ich auf böse wege, Führt mich mein fleisch in sünden ein: So wird mir, wegen deiner schläge, Dein vater nun gelinder sein. Denn da auf dich die geiseln zielen, So werd ich nur die ruthe fühlen. 3. Die strafe liegt auf ihm, Damit wir friede haben: Durch) seine wunden beil Kann sich die seele laben. Wir gingen in der irr, Und folgten unserm sinn; Der Herr warf unsre sünd. Auf ihn, er nahm sie hin. 4. Wie ein geduldigs lamm, Das man zur schlachtbank führet, Vor seinem scherer schweigt, Und seinen mund nicht rühret: So trug der Herr die schmach, So willig litte er; So willig bring, o mensch, Dich ihm zum opfer her. 9. Ich danke dir mit frohem herzen, Geduldig's lamm! für solche pein: Ich danke dir für deine schmerzen, Die meiner schmer zen heilung sein. Ich danke, daß dich dornen stechen, Von welchen ich kann rosen brechen. 10. Diach mich so treu durch deine striemen, Wie deiner ersten boten schaar, Die ſelbst in trübsal voller rühmen, In schlägen voller jauchzen war: Die fröhlich und mit frohem singen Gestäupet von dem rathe gingen. 11. Erlöser! lege deinen dornen Den segensreichsten nachdruck bei. Gieb ihnen kraft, mich anzuspornen Zu einer unverfälschten treu. Bis du mich wirst gen himmel ziehen, Wo rosen ohne dornen blühen. Mel. O Gott, du frommer Gott. ürwahr der Herr Vor der Predigt. Mel. O Gott, du frommer Gott. 141. Sebt, welch ein mensch ist das! Ihr frechen menschenkinder! Erschreckt ihr nicht davor, Ihr undanksvollen sünder? Denn alles, was ihr seht, Hat eure schuld gethan. Die unschuld Sesu giebt Euch als verbrecher an. krankheit unsrer fünden, Lud un sern schmerz auf sich, Für uns ihn zu empfinden. Das, was uns Gottes fluch Un leib und feel gedroht, Das übernimmet er, Und büßt es durch den tød. 2. Seht, welch ein mensch ist das! Ach seht! der ist gebunden, An dem der richter selbst Noch keine schuld gefunden. Ach ja, das ofterlamm Mußt ohne fehler sein: Darum war Jefus auch So unschuldsvoll und rein. 3. Seht, welch ein mensch ist das! Seht, wie die tropfen fließen, 140. zu purpurroth ergießen! Heilsame theure fluth! Aus diesen wunden quillt, Was unsern schaden heilt Und alle schmerzen stillt. 4. Seht, welch ein mensch ist das! Den scharfe dornen krönen. und zwar von dessen äußerlichem Leiden. Hört, wie die lästrer ihn Verspot-| Von der Verurtheilung Jesu. ten und verhöhnen! Mich jammert ſeine ſchmach. Doch wohl mir! 142. Herzliebster Jefu! was haft bu verbrochen, denn weiß, Dies alles diene mir 3um ewgen ruhm und preis. Daß man ein solch scharf urtheil 5. Seht, welch ein mensch ist hat gesprochen? Was ist die das! Den rohrstab, den er träget, schuld? in was für missethaten Hat man ihm zwar zur schmach Bist du gerathen? 1927 850 In seine hand geleget; Doch meines heilands noth Wird mir in aller pein Die stüße meines heils Und meines trostes sein. 2. Du wirst gegeißelt und mit dorn gekrönet, Ins angesicht geschlagen und verhöhnet: Du wirst mit essig und mit gall getränket, Ans kreuz gehenfet. 3. Was ist doch wohl die ursach solcher plagen? Ach meine sünden haben dich geschlagen! Ich, ach Herr Jesu! ich hab es verschuldet, Was du erduldet.om 6. Seht, welch ein mensch ist das! Wie speichel ihn beflecket! Mein Jesu! tröste mich, Wenn mich auch schmach bedecket: Daß, wie du rein verbliebst, Ob speichel dich besprüßt, Auch mir zur reinigung Oft spott und schmähung nüßt. 81 4. Wie wunderbarlich ist doch ediese strafe! Der gute hirte lei7. Ach Jesu! den man dort det für die schafe. Die schuld Der welt zur schau gestellet; Gieb, bezahlt der Herre, der gerechte, Für daß mir nie dein bild Aus meiner seine knechte. In ng tin bad brust entfället. Verleih, mein treuster freund! Daß deine leidenstreu In mir zu meinem trost Stets unvergessen sei. ben 5. Der fromme stirbt, der recht richtig wandelt: Der böse der wider Gott mißhanDer mensch verwirkt den tod, und ist entgangen: Du wirst gefangen. Nach der Predigt. 8. Seht, welch ein mensch ist das! Ach ja, wir wollen sehen, Was dir, o menschenfreund! Durch menschen ist geschehen, So lang ich denken kann, So lange soll die pein, Die du für uns ertrugst, Auch unvergessen sein. und lebt, delt. 9. Seht, welch ein mensch ist das! Ach sieh' auf uns in gnaden! Wenn wir uns voller buß Vor dir in thränen baden; So laß den blick vom freuz In unsre seele gehn, Und dein vergoßnes blut Für uns im mittel stehn. AKY 6. Ich war von fuß auf voller schand und sünden: Bis zu der scheitel war nichts guts zu finden: Dafür hätt' ich dort in der hölle müssen Ewiglich büßen. 7. O große lieb, o lieb ohn alle maaße! Die dich gebracht auf diese marterstraße. Ich lebte mit der welt in lust und freuden, Und du mußt leiden. dal dns tbil ann * 8. Ach großer könig! groß zu allen zeiten: Wie kann ich gnugsam alle treu ausbreiten! Reins menschen herz vermag es auszudenken, Was dir zu schenken. 10. Seht, welch ein mensch ist das! So werden wir dich schauen, Und unsern ganzen trost Auf deine 9. Ich kanns mit meinen sinnen leiden bauen. Wenn unser haupt sich neigt, So sterben wir mit dir; Wenn unser auge bricht, So leben wir dafür. nicht erreichen, Womit doch bein erbarmen zu vergleichen. Wie kann ich dir denn deine liebesdiri thaten Im werk erstatten? nd you 6 82 Von dem Leiden und Sterben Jesu 10. Doch ist noch etwas, das dir angenehme, Wenn ich des fleisches lüste dämpf und zähme, Daß sie aufs neu mein herze nicht entzünden Mit alten sünden. 11. Weils aber nicht besteht in eignen kräften, Fest die begierden an das freuz zu heften; So giebtod dir zuerkannt. mir deinen geist, der mich regiere, Zum guten führe. 12. Alsdenn so werd ich deine huld betrachten, Aus lieb zu dir die welt für nichtes achten: Bemühen werd ich mich, Herr! deinen willen Stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu ehren alles wagen: Kein kreuz nicht achten, keine schmach noch plagen: Nichts von verfolgung, nichts von todesschmerzen Nehmen zu herzen. 14. Dies alles, ob es zwar für schlecht zu schätzen, Wirst du es doch nicht gar bei seite sehen; Zu gnaden wirst du dies von mir annehmen, mich nicht beschämen. 15. Wenn, o Herr Jesu! dort vor deinem throne Auf meinem haupte steht die ehrenkrone: Da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und dank singen. 3. Aber ehe deine stunde Nach des vaters rathe kam, Stundest du auf festem grunde, Was der feind auch unternahm. Nunmehr, da die zeit gekommen, Die sein weiser schluß benannt, Wirst du vors gericht genommen, Wird der sollst du sterben? Fürst, von dem das leben stammt! Wird der töpfer von den scherben, Gott von menschen hie verdammt? Soll das lebenslicht erblassen, Das uns licht und leben giebt? Kann man den so tödtlich hassen, Der auch seine feinde liebt? dniu Melodie 10. 143. 7. den alten 2. Warest du doch kaum geboren, Da Herodis grimm und wuth, Zartes lamm! dir schon geschworen, Deine handvoll reines blut 4. Es beflecken jud und heiden Ihre hand mit deinem blut. Wie du willst für beide leiden, Fühlest du auch beider wuth. Daß dein tod an schönen früchten Desto reicher wer werden kann; Hörest du vor zwei gerichten Ein so hartes urtheil an. 5. Mir war schon in edens garten: Du mußt sterben! angesagt. Lamm! ich sollte das erwarten, Was dich martert, würgt und plagt. Ach wie groß ist deine treue, Und dein liebesschluß so fest! Daß du, was ich fürcht und scheue, Selbst an dir vollstrecken läßt.und 6. Sei gepriesen, sei verehret, Daß du deiner richter schluß So gelassen angehöret, Daß ich mich verwundern muß. Weil du stehst an meiner stelle, Geht das urtheil mich vorbei. Weis't mich das gesetz zur hölle; Dein verdammtsein macht mich frei. hingi nchinom ſterben, Der zu herrschen sich bemüht, Welcher mich in mein verderben, Dich in tod und leiden zieht. Gieb mir auf dem sterbebette, Durch dein todesurtheil, trost. Hilf, mein heiland! und errette, Wenn der bild mad tod das herz zerstoßt. La mi bu 148 Von dem Hingange Jesu nach Golgatha.. 10 Melodie 10. dall i In der wiege zu vergießen. In 144. Ramm, bu muſter wahder ganzen lebenszeit Lag schon rer liebe! Ich verdeinen heilgen füßen Ein verstecktes ehre deine huld, Und die ungenet bereitsuni ta mi mind! Imeinen triebe, Welche dich für 3 und z zwar von dessen äußerlichem Leiden. 83 wenn ich überwunden, Dort mein haupt mit ehr und preis. dil meine schuld zu der schlachtbank uns nun zu helfen weiß: Kröne, d hingeführet. Gieb, daß ich in wahrer reu, Weil sich eine ader rühret, Deiner güte dankbar sei. Id 1 2. Lamm, das meine schulden büßet, Das den fluch der sünde sich last ent8. Lamm, das selbst das holz getragen, Das zum opfer nöthig war, Und nach überhäuften plagen, Auf den traurigen altar Wil s trägt, Das finis fall bir aufer- lig ſich erhöhen laſſen Gieb, daß legt: Laß auch meinen rücken train der letzten noth Ich dich mag gen Die von dir versüßte laft, Die im glauben fassen, Meines todes. in deinen leidenstagen Du zuerst gift und tod! 2018 o getragen hast. The ar doil di3. Lamm, das seinen todes is schmerzen Ganz getrøst entgegen kam, Und mit unverzagtem herzen Im Alle marter auf sich nahm: Gieb, ad daß ich auch meinen leiden Frisch und frei entgegen geh, Ja in jauch snis zen und in freuden Unter deinem ad freuze steh. in 201 4. Lamm, das alle lästerungen Höchst gelaffen angehört, Das den hohn der frechen zungen Durch kein widrig wort gestört: Laß mich auch in solchen fällen Meines zordnes meister sein. Will das herz sich übel stellen; Flöß ihm deine sanftmuth ein. SOND? 9. Famm, erzeige mir die güte, Deinem sterben gleich zu sein. Führ' mein sonst verführt gemüthe Doch in deine wunden ein, Da ich vor des zornes blizen, Vor dem sturm der bösen welt Kann in stillem frieden sißen, Wenn auch selbst die welt zerfällt. traduise Mel. Wer nur den lieben Gott. 145. Auf feele! nimm dies glaubensflügel, Und eile mit nach Golgatha: Dein Jesus geht zum schädelhügel, Und pflanzet deine wohlfahrt da. Er tritt den weg zum sterben an, Nur daß ich ewig leben kann. 151310 15. Lamm, das sich mit harten ketten Ganz geduldig binden ließ, Mich von satans joch zu retten, Das mir blendwerk nur verhieß: Reiß die allerdünnsten schlingen, Das subtilste band entzwei, Daß ich, ohne knechtisch zwingen, Dein ja für mich. befreiter diener sei. 519 wist, m 3. Betrübte bahn, mit blut besi 6. Lamm, das seine zarten wan- sprüßet, Das aus den vielen wungen Jedem schlag' entgegen hielt, den floß! Laft, unter welcher Jesus Das den biß erzürnter schlangen schwißet, Last, die da groß, und Durch den ganzen leib gefühlt, übergroß! O du geduldges lämme2. Der freuzpfahl beuget ihm den rücken, Er schmachtet unter solcher last: Doch mehr muß ihn die sünde drücken, Die er voll huld auf sich gefaßt. Ach seele! schlag einmal in dich, Denn Jesus leidet bar sein dilish mins An die säule hingestellt; Laß mich diese fluth erquicken, Wenn ich 4. Fürwahr du trägest unsere scheide von der welt. wehe, Du ladest unsern schmerz 7. Lamm, das statt der ehren- auf dich. Dein beugen bringt uns binde Eine dornenkrone trägt: in die höhe, Und unsre krankheit Das den fluch, den unsre sünde mindert sich. Du bist es, der uns In dem paradies erregt, An dem rath ertheilt, Und uns durch seine heil'gen haupt empfunden, Und wunden heilt. stjant dig 6* Von dem Leiden und Sterben Jesu 84 5. Laß beinen weg zur schädelstätte mir noch sodann recht tröstlich sein, Wenn ich den todesweg betrete; Und flöße mir dies wort noch ein: Daß ich durch deine sterbensbahn Den weg zum leben finden kann. 6. So fahrt denn hin, ihr eitlen gänge, Darauf die welt sich Von der Kreuzigung Jeſu. Mel. Werde munter mein gemüthe. lustig macht. Ich folge Jefu burchs 147. Dmeine liebe; Meine gedränge Der freuzesbahn und todesnacht; Gott lob! daß mich die hoffnung füßt, Daß sie ein weg zum leben ist. Mel. Herzliebster Jesu, was hast. 146. Lamm Gottes! das zur schlachtbank ist geführet, Welch eine schmach bast du dabei verspüret! Man führt dich hin zum freuz voll schmach und spottes, D du lamm Gottes! 2. Verdienet war der tod, verscherzt das leben: Drum willst du dich für uns ans freuz hingeben. Denn daß wir nun zum leben sind verfühnet, Hast du verdienet. 3. Erschrecket doch, ihr sünder! da ihr sehet, Welch einen sauren weg das lamm jeßt gehet. Ach! follt euch dieses nicht zur buß er weden, Und höchst erschrecken! 4. Jhr frommen, auf! ihr müßt mit Jesu eilen Aus sodom, und in sünden nicht verweilen. Sucht von der lasterstraße weg zu kommen. Auf, auf! ihr frommen. 5. Daß ich mit dir das leben mög ererben, Komm ich, mein leben! und will mit dir sterben, Mit dir mein fleisch zur freuzigung hingeben: Sei nur mein leben. 6. Gieb träfte, wenn ich auch mein freuz soll tragen. Laß auf der leidensbahn mich nicht verzagen. Durch deinen schweiß und Blut, als lebenssäfte, O Herr! gieb träfte. Kilind 7. 3um himmel wollst du mich auch endlich führen, Mich kraft im tobe selber lassen spüren. Herr! führ mich einst aus diesem weltgetümmel Hinauf zum himmel. lieb ist Jesus Christ. Weicht ihr schnöden fleischestriebe! Alles fern, was eitel ist. Mich irrt nicht, daß dieser welt Nur das eitle wohlgefällt: Meine lieb ist der erwürgte, Der für mich beim richter bürgte. 2. Der am freuz ist meine liebe; Welt! was wunderts dich, daß ich Jesum über alles liebe? Er, er blutete für mich. Dürstend, bleich, zum fluch gemacht, Hing er in des todes nacht. Meine wonn' ist der erwürgte, Der für mich beim richter bürgte. 83 3. Der am kreuz ist meine liebe; Dir, o sünde! sterb ich ab. Weh mir, wenn ich den betrübe, Der für mich sein leben gab. Kreuzigt' ich nicht Gottes sohn? Trät' ich nicht sein blut mit hohn? Ach! mein schuß sei der erwürgte, Der für mich beim richter bürgte. an@ 4. Der am freuz ist meine liebeg Nun, gewissen! habe rub. Ach was zeigt für heiße triebe Gottes herz! was zagest du? Stille dich; denn Jesu blut Macht die böse sache gut; Drum sei dein troft der erwürgte, Der für mich beim richter bürgte. 5. Der am freuz ist meine liebe; Der allein mir heil gewährt. Wenn ich ihm nicht treu verbliebe, Wär ich da des lebens werth? Nein, mich trennt von ihm kein bräun, Steine schmach, gefahr noch pein. Und mein fels ist der und zwar von dessen äußerlichem Leiben. 85 erwürgte, Der für mich beim| gethan: Ob ich sie schon nicht richter bürgte.d zählen kann, Dein' augen sie doch finden. Sing 6. Der am freuz ist meine liebe Und mein allerbester freund. Wenn 7. Schau an, mit was für grauich wie ein staub zerstiebe, Bleib ich Jesu doch vereint. Denn genieß ich ganz sein heil. Meiner seele licht und theil Bleibet ewig der erwürgte, Der für mich beim richter bürgte. samkeit hat man sein' allerheiligst seit Mit einem speer durchbrungen! Erncure mich aus großer gnad Durch dieses edle wasserbad, Das hieraus ist entsprungen. 8. Schau, vater! schau wie deinem find Durchgraben seine füße sind! Laß meinen fuß nicht die Ohn gleiten. Die welt sehr schlüpfrig leichtlich straucheln kann. Drum wollst du selbst mich leiten. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 148. ch Herr! wie schreckDort hörte man die donnerstimm Bei des gesetzes geben. Doch Christi leiden stellet mir Dein strafen noch weit stärker für, Führt mich zugleich zum leben. 2. Schau doch, o frommer vater! an Den, der für uns hat gnug gethan, Und was er hat er duldet. Ists nicht dein allerliebster sohn, Der ausgestanden spott 10. Schau, Herr! wie ist seint und hohn Für mich, der ichs ver- herz entblößt! Weil man ihm schuldet? 3. Er ist der sohn, ich bin der knecht: Dennoch, auf daß ich leben möcht, Hast du ihn lassen tödten: Wie er denn auch gehorsamlich Zum freuztod eingestellet sich, Geholfen mir aus nöthen.mon seine seit' durchstößt. Wie blag sind seine wangen! Der leib verschmacht't, der mund erbleicht, Den armen alle kraft entweicht, Die bein' durchbohret hangen. mase 4. Er ist, der mit dir alles schafft, Den du gezeugt aus deiner traft; Den hast du mir geschenket, Daß er sich macht' zu rechter zeit Theilhaftig meiner dürftigkeit; In todespein gesenket. 11. Die augen brechen, die ge sehn, Was in der ganzen welt geschehn. Das blut die füße neßet, Das blut, so aus den wunden fließt, Und uns zu gute sich ergießt, Das uns in gnade seßet. 5. Drum schaue doch, o Gott! und merk Auf dieses große gnaden werk, Dem feines zu vergleichen. Deins sohnes leib hängt ausgespannt, Gleich wie ein roth gefärbt gewand: Dies laß dein herz erweichen.is ding om 6. Schau doch, wie bluten seine händ', Daß man vor blut sie kaum noch kennt. Bergieb, was ich für fünden Mit meinen händen hab 9. Schau doch, wie er sein haupt geneigt Am freuz, und jedermann gezeigt, Daß er den tob nicht scheue. Von wegen seiner freundlichkeit Sei zur erbarmung mir bereit: Dein arm geschöpf erfreue. 12. Die glieder sämmtlich sind verwundt, An seinem leib' ist nichts gesund, Der schmerz hat gar kein ende. Gedenk an diese schwere straf, So deinen sohn am freuz betraf. Von mir die strafe wende. * 13. Jch bitte dich, o treuer Gott! Von wegen deines sobnes tod, All schulben mir erlaffe: Weil er ja meine miffethat Am freuz für mich getilget hat, Der ichs mit glauben faffe. no maning E and be wag dal Von dem Leiden und Sterben Jesuun 86 Mel. 8. Jesus, meine zuversicht. sie zur zuflucht macht, Spricht ge149, Seelel geh auf Got trost: es ist vollbracht, ist gatha, Seß dich unter Christi kreuze, Und bedenken Melodie 11. d 3 Be eladner geist, den was dich da Für ein trieb zur 150. buße reize. Willst du unempfindgorn und fünde lich sein, Oso bist du mehr als drücket, Den Mosis fluch in furcht stein! poldssid bu dono und zittern seßt, Der keinen weg 2. Schaue doch das jammer- zu seinem heil erblicket, Der in bild Zwischen erd und himmel der angst sich für verloren schäßt: hangen, Wie das blut mit strö- Laß Sinai und Horeb stehn, Komm men quillt, Daß ihm alle kraft mit auf Golgatha, mein wunder 19 entgangen. Ach mein Jesus, welche anzuſehnen ein freuz, paran 2. Hier steht stodt. not nhuns bithislein lämmlein hänget, Das ohne 3. D lamm Gottes ohne schuld! schuld, und doch die schulden trägt, Alles das hatt' ich verschuldet: Das in die schaar der fünder sich Und du hast aus großer huld Pein gemenget, Und gleichwohl nichts und schmerz für mich erduldet. von eigner bosheit hegt. Ein Daß ich nicht verloren bin, Giebst lämmlein ohne trug und list, Das du dich ans kreuze bina bild heilig und doch auch der größte 4. Unbeflecktes Gotteslamm! Ich fünder ist. delodisgumped verehre deine liebe: Schaue von 3. Was Adam dort im paradies des kreuzes stamm, Wie ich mich um dich betrübe: Deine marter und der schmerz, Der dich trifft, durchbohrt mein herz. anis 5. Nun, was kann ich dir dafür, Daß du mich so liebest, geben? Nimm, was ich vermag, von mir; Dir gehört mein ganzes leben. Wie du mein, so will ich dein Lebend, leidend, sterbend seine * verbrochen, Was eine welt voll menschen böses thut, Sst diesem lamm gerichtlich zugesprochen: Für ihre schuld sagt dieser bürge gut, Als hätter solche selbst gethan, Nimmt willig die person der übelthäter an. bun ad 4. Da er demnach die sünd auf sich genommen, Die auf dem haupt der finder Adams lag: Ist das geseß mit seinem fluche kommen: Dies rühret ihn mit seinem donnerschlag. Tod, höll und abgrund stürmt auf ihn, Er fühlt des himmels zorn in mark und adern glühn.dat 152 Doch weil er selbst der segen 7. Kreuzige mein fleisch und und das leben; Wird fluch und tod blut, Lehre mich die welt ver- an seinem freuz besiegt. Weil er schmähen. Laß mich dich, du höch- für uns sich in den tod gegeben stes gut! Immer vor den nugen Und unser fluch auf seinen schulsehen. Führ mich, obgleich wun- tern liegt; So wird sein segen derlich, Doch nur allzeit seliglich. uns geschenkt, Und seine lebens1.8. Endlich laß mich alle noth fraft in unsern tod gesenkt. a Auch im tode überwinden: Nir- 6. Beladner geist! kannst dit dies gend müsse mich der tod, Als in wunder glauben: So bist du ganz deinen wunden finden; Wer nur von fluch und sünden los. Kein H JTS 6. Laß dein herz mir offen stehn, Deffne deiner wunden thüre: Dahin will ich freudig gehn, Wenn ich noth und kreuz verspüre, Wie ein hirsch nach wasser dürft't, Bis du mich erquicken wirst thin und zwar von dessen äußerlichem Leiden. Was mich erquickt, 87 Moses wird dir deinen frieden labung ſein: 2. rauben, Dein mittler schließt dich find ich in fest in seinen schooß, Der himmel 5. Mein heil! du siehst von blickt dich freundlich an, Weil deines freuzes höhe, Wie nebst Gottes unschuld dein, der für dich gnug gethan. sp 7. So schaue denn auf die erhöhte schlange, Wenn dich der biß der alten schlange quält. Macht zorn und tod dir heimlich angst und bange; Gedenk an den, den zorn und tod entfeelt, Der dich vom fluche frei gemacht, Und allen segensschaß dir heilsam zugebracht. dem freund die mutter drunten stehe. Sieh, wie mein geist auch da zugegen ist, Und sehnlich fleht, bis du mir gnädig bist! 6. Du kannst es ja, mein heiland! nimmer laffen, Ein gläubig find mit liebe zu umfassen. Ein speer hat dir die feite aufgethan, Daraus ich heil und segen nehmen kann. 8. Auf! greif nur zu mit offnen glaubenshänden, Nimm diesen schaß mit tiefster demuth hin. Laß 7. Dein rother schweiß ist auch für mich gefloffen, Dein theures blut hast du für mich vergossen. Ach! dieses wäscht mich von den von ihm auge weg Wie ich denn wenden, Sprich: theures lamm! bei dir nicht selig sein! hier ist mein herz und sinn, Dein sieg und segen bleibet mein, Mein berz soll nun dafür dir ewig eigen ſein. hänget, Wo unsre noth und schmach ihn quält und dränget! Erweiche dich, mein herz, durch wahre reu, Damit ich nachmals seiner mich erfreu. 8. Nun seelenfreund! ich will bein freuz umarmen: Erblicke mich, mein Jesu! mit erbarmen, Wenn satan spricht: du mußt zur höllenpein; So nimm du mich in deine wunden ein. Mel. Mein herz und seel den Chr augen seht das 151. Jorge Jesus mehr besieget. Bieb, daß mich höll 9. Du der höllen macht nunund welt nicht mehr betrieget. Bieb, daß ich nun dein kind und erbe bin; Nimm mich mir selbst, gieb mich dir eigen hin. 10. Dein leiden laß mein leiden stets versüßen: Im tode will ich deinen tod nur wissen. Die feele schleuß in deine arme ein, Und laß den leib auch dein im grabe 2. Es haben dich die sünden, die mich nagen, O Jesu Christ! an dieses freuz geschlagen. Ich habe mich den mördern gleich gemacht, Die dich, mein heil! aus sein. feindschaft umgebrachtu 3. O gütigkeit! o liebe sonder ende! Der dich verfolgt, dem reichst du deine hände. Der dein vergaß, an den gedenkst du noch. Du trägst mein freuz, giebst mir dein sanftes joch! 4. Wie sollt ich denn noch an der nein: dir will ich nunmehr leerde Fleben? Mein Jesu! 152. W meine feele wei o der ort, da ben. Dein heilig blut soll meine det? Wo ist die au, darauf meix 11. Gedenke mein im paradies der freuden, Und laß mich das, was dich betrübet, meiden. So leb und sterb ich dir nun ganz allein, Ich bleibe dein, o Gottes lamm! du mein. Melodie 12. 88 Von dem Leiden und Sterben Jesus matter geift Das manna schmeckt, 7. Ich seh, o lamm! in dir, die lebensquell geneußt? Mir ist dein herz, o Jesu! zubereitet; Da find ich schon, was meine seele sucht, Ein paradies voll süßer le bensfrucht. skyd als einem spiegel, Wie Gottes grimm auf sünd und unrecht blißt. Doch da dein blut um meine schuld versprüßt; Hab ich zugleich ein festes liebessiegel. Drum werd ich theils mit schmerz und ach gebeugt, Und theils zu dir mit größter fraft geneigt. 2. Dring dich hinein, mein herz, mit allen fräften. Geb nur, weil sich die thür geöffnet hat, Da sich dein freund so brünstig zu dir naht, Und dir zu gut, sich an das freuz läßt heften. Schau, wie sein herz vor treu zerschmolzen ist, Gleich wie das wachs vor heißer gluth zerfließt. 3. Ein jeder muß dein treues herz erkennen, Der dich erblickt, für uns erwürgtes lamm! Ein gläubig herz, das dich am kreuzesstamm Betrachtet, muß in heißer liebe brennen, Und giebet sich mit leben, leib und sinn Dir ganz und gar voll dank zum opfer hin. 9. Doch wird mein herz auch Jefu zugeneiget, Wenn es bedenkt, wie dieses theure lamm Aus eignem trieb, in heißer liebesflamm, Für mich hinauf am pfahl des freuzes steiget, Und durch den tod des todės macht bezwingt, Heil, leben, gnad und friede wiederbringt. 10. Wenn ich die kraft des blutes gläubig merke; Wird des gewissens angst und noth gestillt, Das herz mit trost, daß Gott versöhnt, erfüllt. Dies wasser bringt mit seiner lebensstärke In mein verwundetes gewissen ein, Erquicket mich und macht mich völlig rein. 11. Nun fängt das herz erst wieder an zu leben, Nachdem es nun des lebens ursprung hat. Immanuel und dessen liebesthat Ist meine lust; ihm bleib ich fest ergeben. Er ist das ziel, wornach so tag als nacht Mein reinster trieb der treusten liebe tracht't 12. O herzensschaß, o leben meiner seelen! Nachdem ich dies, als wahrheit, recht erkannt; So sei mein herz allein zu dir gewandt. Mir kann bei dir fein 908 beil, fein gutes fehlen: Du bifst 4. Und dieses ist, wornach mein geift jest ächzet. Nachdem, o lamm! ihn deine lieb' erweckt; So hat mein herz sich nach dir, ausgestredt, Daß es nach dir, gleich einem birsche, lechzet. Es fuchet dich, mein freund! und wünschet nun Allein in dir und deiner huld zu ruhn. 5. Drum weg mit dem, was mich bisher gefangen! Weg fleisches sinn! mein herz faßt diesen schluß: hat sich mein freund die feite, hand und fuß Durchbohren lassen, ist am freuz gehangen; So bin ich auch, aus lieb' und dankbarkeit, Die liebste lust zu freuzigen bereit. 8. Gebeugt werd ich, wenn ich die schuld bedenke, Womit ich eine solche gluth erweckt, Die dich, o lamm, an leib und seel erschreckt. Dies macht, daß ich in wahrer reu mich fränke: Dies quälet, dies zermalmet meinen sinn; Weil ich die ursach deiner marter bin. 6. Doch schenke mir auch deines geistes fräfte: Ja flöß in mich, was auf des speeres stoß So mildiglich aus deiner seite floß. Wenn dieser strom der beiden lebenssäfte, Des theuren bluts und wassers in mich fließt; So ist mein geist zum größten kampf gerüst't. und zwar von dessen äußerlichem Leiden. ja selbst mein ewig haab und gut. So hat mein herz, worin es ewig ruht. Mel. Nun ruhen alle wälder 20. 153. welt, fich bier dein leben Am stamm 9. Dir leb ich höchst verbunden, Mein heil! zu allen stunden. Ich dein eigenthum. bin Was leib des freuzes schweben! Dein heil und seel vermögen, Will ich mit sinkt in den tod. Der große fürst ber ehren Läßt willig sich beschweren Mit banden, schlägen, hohn und spott. fleiß anlegen Zu deiner ehr, zu deinem ruhm. 10. Kann ich gleich nicht viel geben In diesem armen leben; Will ich doch dieses thun: Es soll dein tod und leiden, Bis leib und seele scheiden, Mir stets in meinem herzen ruhn. 2. Tritt her und schau mit fleiße: Sein leib ist ganz mit schweiße Des blutes überfüllt: Da aus dem matten herzen, Von unerschöpften schmerzen, Ein seufzer nach dem andern quillt. 89 Du Mit großem heldenmuth. stirbst, daß ich nicht sterbe, Noch ewiglich verderbe; O unerhörte liebesgluth! 11. Ich will mirs täglich sehen Zur freud und zum ergeßen, Ich sei auch, wo ich sei. Es soll mir sein ein spiegel Der unschuld, und ein siegel Der lieb und unverfälschten treu. modes 12. Wie heftig unsre sünden Den frommen Gott entzünden, 4. Jch, ich und meine sünden, Wie rach und eifer gehn, Wie Der sich so viele finden, Als sandes grausam seine ruthen, Wie zornig an dem meer, Die haben dir erre- seine fluthen; Will ich aus diesem get Das elend, das dich schläget, leiden sehn. Und das betrübte marterheer. 13. Dein bild soll mich anfüh5. Ich bins, ich sollte büßen ren, Wie ich mein herz soll zieren In ew'gen finsternissen, Was nun Mit stillem, sanftem muth, Und dein schmerz verfühnt. Die gei- wie ich die soll lieben, Die mich feln und die banden, Und was so sehr betrüben Mit werken, so du ausgestanden, Das alles, Herr! die bosheit thut. hab' ich verdient. 3. Wer hat dich so geschlagen, Mein heil! und dich mit plagen So übel zugericht? Du bist ja nicht ein fünder, Wie wir und unsre kinder. Von missethaten weißt du nicht. 6. Du nimmst auf deinen rücken Die lasten, die mich drücken Viel schwerer als ein stein. Du bist ein fluch: dagegen Verehrst du mir den segen, Dein schmerz muß mir ein labsal sein. 7. Du sehest dich zum bürgen, Ja läsfest dich gar würgen Für mich und meine schuld. Für mich läßt du dich krönen Mit dornen, die dich höhnen, Und leidest alles mit geduld. 14. Wenn böse zungen stechen, Mir guten namen brechen, So will ich zähmen mich, Das unrecht will ich dulden, Dem nächsten seine schulden Verzeihen gern und williglich. sis 15. Ich will ans kreuze schlagen Mein fleisch, und dem absagen, Was meinem sinn gelüft't; Was deine augen hassen, Das will ich fliehn und lassen, So viel mir immer möglich ist. 16. Dein seufzen und dein seh8. Du gehst in todes rachen, nen, und die viel tausend thräMich frei und los zu machen, Inen, Die vir sind ausgedrückt, 90 201 Von dem Leiden Die leiten mich am ende In dei nen schooß und hände, Wenn mich dereinst der tod hinrückt. tontt por mim o mein leben! Bei deinem kreuze Mel. Herzlich thut mich verlangen. dir Mein leben einst hingeben, 154. haupt voll blut Wie wohl geschähe mir! wunden, Voll und schmerzen, schmach und hohn! haupt zum spott gebunden Mit einer dornenkron! O baupt, sonst schön gekrönet Mit höchster ehr und zier, Seßt aber höchst verhöhnet, Gegrüßet seist du mir. du 2. Du edles angesichte, Davor 9. Wenn ich einmal soll scheisonst bebt und scheut Das große den, So scheide nicht von mir. weltgewichte, Wie bist du so be- Wenn ich den tod soll leiden, So speit! Wie bist du so erbleichet! tritt du dann herfür. Wenn mir Wer hat dein augenlicht, Demam allerbängsten Wird um das sonst kein licht nicht gleichet, So herze sein, So reiß mich aus den schändlich zugericht? * 8. Ich danke dir von herzen, Jesu, liebster freund! Für deine todesschmerzen, Da du's so gut gemeint. Ach! gieb, daß ich mich halte Zu dir und deiner treu, Und wenn ich nun erkalte, In dir mein ende sei. ängsten, Kraft deiner angst und pein. 10. Erscheine mir zum schilde, 3um trost in meinem tod, Und laß mich sehn dein bilde In meiner lezten noth: Da will ich nach dir blicken, Da will ich glaubensvoll Dich fest an mein herz drücken: Wer so stirbt, der stirbt wohl. 3. Die farbe deiner wangen, Der rothen lippen pracht Ist hin, und ganz vergangen: Des blaffen todes macht hat alles bingenommen, hat alles hingerafft; Und daher bist du kommen Von deines leibes fraft.&# 193 und Sterben Jesu Bekömmt der seele wohl, Wenn ich in deinem leiden, Mein heil! dich finden soll. Ach! möcht ich, 4. Nun, was du, Herr! erduldet, Ist alles meine last: Ich hab es selbst verschuldet, Was du getragen hast. Schau her! hie steh ich armer, Der zorn verdienet it hat! o mein erbarmer! Den anblick deiner gnad.es 5. Erkenne mich, mein hüter! Mein hirte, nimm mich an! Von dir, quell aller güter! Ist mir viel guts gethan. Dein mund hat mich gelabet Mit trost an deiner brust; Dein geist hat mich begabet Mit mancher himmelsluft. f 6. Sch will hie bei dir stehen, Verachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht gehen, Wenn mir das herz schon bricht. Wenn mein herz wird erblassen In letzter todespein, Alsdenn will ich dich fassen Und noch dein eigen sein. th7. Es dient zu meinen freuden, Von den Wunden Jesu. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 155. Jeſu Chrift, durch deine wunden, Deinen martervollen tod, Hab ich heil bei Gott gefunden, Kraft zur tugend, trost in noth. Mich sollt ich durch sünd entweihn? Nein, ich denk an deine pein. Sie, sie zeigt mir meine blöße und der sünden ganze größe. 2. Schmachtet nach der wollust freuden Mein verderbtes fleisch und blut; O so blick ich auf dein leiden: Schnell verlischt die wilde gluth. Tracht ich eitler ehre nach, Und ich blick auf deine schmach; Schnell schlägt die den stolz darnieder, Und giebt mich der demuth wieder. 91201 und zwar von dessen äußerlichem Leiden. 3. Sucht die welt mich zu ver- Mel. Jesu! deine heilge wunden. führen; Und der reiz der breiten 156. Sei mir tauſendmal Der mich bahn Fängt schon an mein herz zu rühren; Jesu! dich schau ich dann an. Da warnt mich der qualen last, Welche du getragen hast, Nicht nach kaum geheiltem schaden Sie aufs neu auf mich zu laden. je und je geliebt, Jesu! der du d selbst gebüßet, Das, womit ich and dich betrübt. Ach! wie ist mir doch so wohl, Wenn im geist ich dat liegen soll Bei dem kreuz, woran du stirbest, Und um meine ſeele wirbest. 4. Droht mich satan zu verwunden, Stracks such ich dein kreuz und dich. Schnell ist die gefahr verschwunden, Und sein pfeil verfehlet mich. Sft sein grimm auch noch so fühn; Deine wunden schrecken ihn. Diese blutgen sieges zeichen Zwingen ihn alsbald zum weichen. d d din 2. Gläubig ich umfaß und küsse Dich an deines kreuzes pfahl, Die durchbohrten händ' und füße, Deiner seite wundenmaal. Wer kann doch, o lebensfürst! Den so sehr nach uns gedürft't, Daß du dich auch tödten lassen, Völlig deine liebe faffen? 5. Hier such ich in unruh friede, In der angst beruhigung, Neue3. Heile mich, o heil der seelen! kraft, wenn ich ermüde: Selbst in Wenn ich krank und traurig bin. qualen linderung. Schreckt mich Nimm die schmerzen, die mich dieses lebens müh; Durch dein quälen. Und den ganzen schaden 3 kreuz verschwindet sie. Denn es hin, Den mir Adams fall geführt durch kurze leiden Zum ge- bracht, Den ich selber mir genuß von ewgen freuden. aid macht. Wird, o arzt! dein blut mich negen, Wird mich weiter nichts verlegen. M 6. Ueber alles, was zum staube Meine seele niederdrückt, Bird mit starker kraft mein glaube 4. Schreibe deine heilge wunDurch dein leiden hingerückt. Dei- den Mir, Herr! in das herz hinnes trostes freudigkeit Reißt mich ein, Daß sie mögen alle stunden fort zur ewigkeit, Die du mir am Bei mir unvergessen sein: Du kreuz erworben, Als du selbst für bist doch mein liebstes gut, Wo mich gestorben. gol adina@mein ganzes berze ruht. Laß mich nis 7. Hab ich dich in meinem her- hier zu deinen füßen Deiner lieb' zen, Ursprung aller seligkeit! So und huld genießen. besieg ich alle schmerzen, Auch so- 5. Diese füße will ich halten, gar im letzten streit. Du, Herr! So fest ich nur immer kann. hilfst mir hab ich nun Gnug Schaue meiner hände falten, Und gekämpfet, um zu ruhn; Dann mich selbst, in gnaden an Von verdank ichs deinen wunden, Daß dem theuren kreuzesbaum, Und ich sieghaft überwunden. di gieb meiner bitte raum. Sprich: 8. Ja, auf dich steht mein ver- laß all dein trauren schwinden, trauen: Du bist meine zuversicht. Ich tilg' alle deine sünden. des todes grauen, Rettest mich aus dem gericht. Durch 157.be, Deine qual den, dein mir erworbnes heil Hab ich an dem himmel theil. Wahrlich, und bittern tod Laß mir geben Herr! ein ewig leben Wird dereinst alle stunden Trost in leibs- und bein tod mir geben. enind 10 seelennoth. Wenn mir fällt was 92 Von dem Leiden und Sterben Jesu arges ein, Laß mich denken deiner| zu dir wend, Trost in deinen wunpein, Daß ich deine angst und den finde, Und denn fröhlich überschmerzen Wohl erwäg' in meinem winde. berzen. Mel. Herzlich lieb hab ich dich zc. 158. 158, eble wunden! was 3. Will die welt mich mit verführen Auf die breite sündenbahn; Wollst du mich also regieren, Daß ich alsdenn schaue an Deiner marter centnerlast, Die du ausgestanden haft: Daß ich ja in andacht bleibe, Mit der welt nicht 2. Ach! liebster vater! geh doch bosheit treibe. soll ich, Du großer richter! gegen dich Verdienen und erwarten? Dieweil du hier die sündenlast So eifrig abgestrafet hast; Der blutge schweiß im garten, Der dornen schmerz, der geißel schlag, Der rothen striemen ungemach, Die kreuzeslast, der schnöde tod Erinnern mich, o starfer Gott! O starker Gott! Was sünde sei, und dann dabei Der strengen strafen mancherlei. nicht mit deinem knechte ins gericht: Sieh, wie ich mich jest wende In wahrem glauben, reu und leid, Von deiner richtersstrengigkeit, Und faß die gnadenhände, Ja dein getreues vaterherz, Das in dem freuz und todesschmerz Für meine schwere missethat Auch seinen sohn gegeben hat. Herr Jesu Chrift! Ich halte mich ge= trost an dich, Und an dein lieben ewiglich. 3. Du bist das theure lösegeld, Der werthe schaß der ganzen welt. In deinen tiefen wunden hat mein durch reu zerknirschtes herz Von seiner angst und sündenschmerz Erwünschte ruh gefunden. Sind meine sünden ohne zahl: Ist dein verdienst doch allzumal Auch unermeßlich: denn mein Gott Giebt sich dafür selbst in den tod. Herr Jesu Chrift! Weil ich in dir, und du in mir, So bin ich selig für und für. 2. Will sich denn in wollust weiden Mein verderbtes fleisch und blut; Laß mich leiden Hat gelöscht der höllen gluth, Nicht, daß ich nach meinem sinn Soll in wollust leben hin: Sondern leiden mit auf erden, Deinem bilde ähnlich werden. 4. Will mir satan meine sünden Mit viel schrecken zeigen an: Laß mich diesen trost empfinden, Daß du gnug dafür gethan. Dringt er brüllend ein zu mir, Hilf, daß ich ihm halte für Deiner wunden maal und zeichen, Daß er von mir müsse weichen. 5. Gieb für alles, was mich kränket, mir aus deinen wunden kraft. Wenn mein herz hinein sich senket; So gieb neuen lebenssaft; Daß mich stärk in allem leid Deines trostes süßigkeit: Weil du mir dein heil erworben, Da du bist für mich gestorben. * 6. Laß auf deinen tod mich trauen, mein Gott und zuversicht! Laß mich feste darauf bauen, Daß den tod ich schmecke nicht. Deine todesangst laß mich Stets erquicken kräftiglich: Herr! laß deinen tod mir geben Auferstehung, heil und leben. 7. Jesu! deine beilge wunden, Deine qual und bittern tod Laß mir geben alle stunden Trost in Teibs- und seelennoth. Sonderlich am legten end Hilf, daß ich mich 4. Du schenkest mir dein ehrenkleid Der himmlischen gerechtigkeit, Dein ganz hochheilig leiden. Drum tret ich nun voll zuversicht Vor deines vaters angesicht, mit 93 und zwar von dessen äußerlichem Leiden. dir du brunn der freuden! Desund will. Keiner darf sich hiebei bruderrechts theilhaft zu sein; schämen, Weil auch Gottes brünnIch weiß, er räumt mirs gnädig lein quillt Dem, den lauter noth ein, Nebst allen schäßen; weil umhüllt. er schon Dich mir geschenkt als seinen sohn. Herr Jesu Chrift! Dein leiden, pein und freuz ist mein, Drum kann mir nichts versaget sein. 5. Was für unschäßbare gaben Theilt der hohepriester aus, Den wir arme sünder haben Ueber unfers Gottes haus! Er giebt freudigkeit zu gehen In den himmel durch sein blut. Laßt uns mit getrostem muth Unserm heil entVon dem Blute Jesu. gegen sehen, Auf dem neuen Mel. 15. Sollt ich meinem Gott. lebenspfad, Den er eingeweihet lamm Gottes hoch- hat. 159. erhaben! Dich schau ich im glauben an. Nichts kann Mel. Herr Jesu Christ! mein 2c. meine seele laben, Als was du 160. Here Jeſu Chrift! für uns dein theures blut nur dein leiden, Nur dein blut It meiner seelen höchstes gut; und todesschmerz Ist erquickung Das stärkt, das labt, das macht für mein herz, Ist die quelle allein Mein Herz von allen sünmeiner freuden. Du verschlingst den rein. immon der sünden heer, Unergründlich 2. Dein blut, mein schmuck, gnadenmeer! mein ehrenkleid, Dein' unschuld und gerechtigkeit Macht, daß ich kann vor Gott bestehn, Und zu der himmelsfreude gehn. 2. Nicht das blut der böck und fälber Tilgt verdientes höllenweh. Jesus Christus der ging selber Einmal in das heilige. Durch sein eigen blut und wunden; Und mit einem opfer hat Er, aus übergroßer gnad, Ewige erlösung funden. Seht, auf diesem felsengrund Stehet Gottes friedensbund. 3. O Jesu Christe, Gottes sohn! Mein trost, mein heil, mein gnadenthron! Dein theures blut, dein lebenssaft Schenk mir stets neue lebenskraft. 3. Lamm! dein opfer, nur dies eine Gilt in Gottes heiligthum, Daß es ewig da erscheine, Uns zu gut und dir zum ruhm. Alle, die geheiligt werden, Sind in ewigkeit vollendt; Wer zu deinem Mel. Christus, der uns selig ac. blut sich wendt, Wird vom Herrn 161. Was hat boch des blut, schon auf erden Als vollendet angesehn, Wie die so vorm throne stehn. 4. Hoherpriester! deine krone Blühet ewig über dir, Und du sißest auf dem throne Mit der sehnlichsten begier, Daß doch alle möchten nehmen Aus der freien gnadenfüll, Was ein jeder braucht 4. Herr Jesu! in der letzten noth, Wenn mich schreckt teufel, höll und tod, So laß ja dies mein labsal sein: Dein blut macht mich von sünden rein. so mild geflossen, und zum heilgen opfergut Täglich ward vergossen, In der alten falemsstadt Zu der juden zeiten, Nach des großen Gottes rath, Sollen vorbedeuten? 2. Das bestimmte Gotteslamm, Christus, ward gemeinet: 00:94 Von dem Leiden und Sterben Jesu Bufe Der von vom himmel zu uns kam,[ himmel. Dort, ach dort Ist der Und vor Gott erscheinet, Auf dem ort, Wo kein weltgetümmel. Dagol hohen kreuzaltar, Als die opfer- hin steht nun mein verlangen. dsgabe, Daß die ganze menschen- Ehr und gut Soll den muth Nimpillschaar Ihr' erlösung habe. mer wieder fangen. driot 3. Denn was man daselbst ver-da goß, Macht an sich von sünden suns nicht völlig rein und los, Daß kein' schuld zu finden. Ach! dowie konnt an sich das blut Von den schaf und rindern Sünden tilgen, und die gluth Gottes ani zornes mindern? 4. Christus aber, da er kam, Ist das lamm gewesen, Das die sünde von uns nahm, Und uns half geneſen, Chriſti blut das rein den Alle menschen groß und klein, Die damit beladen. 5. Ei so kommt zu dieser fluth, Kommt, ihr menschenkinder! Unsers theuren Jesu blut Reiniget die sünder. Drum, die ihr beflecket feid, Laßt euch hier beneßen. Eure unvollkommenheit Kann dies blut erseßen. dist 6. Ja, mein Jesu! wasch auch mich Rein aus deinen wunden, Daß ich nun und ewiglich Unbefleckt erfunden, und mit solcher heiligkeit Mag erfüllet werden, Die mich zieht zu jeder zeit Von der sünd' beschwerden. 4: Dein blut soll mich stets vergnügen: Ich will nun In dir ruhn, Und ganz sicher liegen. Ich will zu den wunden eilen, Denn da kann Jedermann Seine krankheit heilen. wunden: 5. Krank bin ich von sündenKrank und schwach Schrei ich nach Dir, bis ich dich funden. Ich will zu dir, Jesu! fliehen, Doch du mußt Aus dem wust Mich ſelbſt zu dir ziehen: TSITZ 6. Wie Als du dort, Liebster hort! Für die feinde batest. Ob mich spät die sünden reuen; Hoff ich doch, Mich wird noch Deine gnad erfreuentin 7. Sch will dich mit thränen neßen, Und mein herz Soll im schmerz Sich zum kreuze sebzen. Hier will ich dich ganz umfassen, Gottes lamm! Bräutigam! Du wirst mich nicht lassen. 2. Dein blut rann mit reichen dna flüssen, Als ein saft, Dessen kraft Wir zum trost genießen. Laß mich diese fluth erquicken, Meinen geist, Der dich preist, zu dir hin zu fitmajad rücken. 3. Dieser strom führt in den 8. Laß mich nicht am letzten ende: Da hilf mir, Wenn zu dir Ich mich gläubig wende: Da laß mich dein blut erquicken: So kann ich Seliglich mich zum sterben schicken. 13 Melodie 13. stan 162. Jelen! Du ließt esu, trost ber armen 163. G Gottes Mel. Christus, der uns selig zc. fo ottes sohn! bein reines blut Rei #isp dich Williglich Meinetwegen quä- nigt mich von sünden, Löscht des len. Uch! wie kann ich nun ver- höchsten eisers gluth, Läßt uns glas zagen, Da du haft Alle last Mei- gnade finden, Nimmt weg allen ner schuld getragen. sündenkoth, Reinigt das gewissen, Hilft der seel in aller noth, Läßt ihr kraft zufließen.qad 2. Dein blut sei mein lebensborn, Der mich täglich labe; Weil ich gegen Gottes zorn Keinen trost sonst habe. Laß es mir den balsam sein, Der die wunden und zwar von den sieben Worten Jesu am Kreuze. eft 95% arbeile, Und mit auch in todespein Lebenskraft ertheile. 13. Lösche dadurch aus in mir Böser lüste flammen, Und was von gemacht. Gieb, daß wir auch durchdringen: Und was du, Herr! uns auferlegst, Hilf seliglich vollbringen. todzia der lustbegier Pfleget her zu stam- 8. Zum letztens ich nun meine men. Theures blut! schrei du für mich, Wasche mich von sünden, Laß des höchsten zorn durch dich, Wie ein rauch, verschwinden. seel, O Gott, mein vater! dir befehl Zu deinen treuen händen. Dies wort sei unser letter wunsch, Wenn wir das leben enden. * 9. Wer oft an diese worte denkt, Wenn ſeine missethat ihn fränkt, Der wird es wohl genießen: Weil er durch Gottes gnad erlangt Ein Dfreuzes stamm der 10. Verleih uns dies, verr Jeſu D Von den sieben Worten un Jesu am Kreuze. bad 164. a an ganzen welt sünd auf sich nahm, hareSpracher in ſeinen schmerzen Noch sieben wort: die lasset uns Erwägen wohl im Herzen. 2. 3um ersten: vater! strafe nicht An ihnen, was mir jetzt be Melodie 14.14 a geschicht, Weil sie es nicht ver. 165. Wenn meine ſeel'den stehen. Vergieb uns, Gott! wenn wir auch noch Aus irrthum sünd begehen. tag bedenket, bith 3. Zum andern er des schächers dacht: Fürwahr, du wirst noch vor der nacht In meinem reich heut leben. Herr! nimm uns auch einst zu dir, Die wir im elend schweben. Da meine sonn' zur nacht geeilt, Da mein geliebter arzt gekränket, Durch seine wunden mich geheilt, Da er die letzten wort' gesprochen, Da Jesu ist das herz gebrochen: So hör' ich, weil ich hören kann, Und stimme diese seufzer an: Christ! Der du für uns gestorben bist. Gieb, daß uns deine wunden, Dein leiden, marter, kreuz und tod Erquicken alle stunden. 4. Zum dritten: deinen sohn sieh, weib! Johannes! ihr zu dienste bleib, Und sie als mutter liebe. Versorg, Herr! die wir lassen hier, Daß niemand sie betrübe. 5. 3um vierten sagte er: mich dürst! O Jesu, großer lebensfürst! Du hast durst und verlangen Nach unsrer seligkeit: drum hilf, Daß wir sie auch empfangen. 6. 3um fünften: o mein Gott, mein Gott! Wie läßt du mich so in der noth! Hier wirst du, Herr! verlassen, Daß uns Gott wieder dort aufnähm. Den trost laß uns wohl fassen. 7. Zum sechsten: hiemit ist vollbracht und alles nunmehr gut 2. Herr Christ! der du mit heißen thränen Im tod noch batst für deine feind, Laß deine thränen mich versöhnen, Du hast ja auch für mich geweint. Laß mich die rach dir überlassen. Gieb, daß ich liebe, die mich hassen. Vergieb den feinden ihre schuld, Gieb ihnen reue, mir geduld. Intl.10074 3. Schaff', daß ich nicht die buß aufschiebe, Bis daß schon kommt der todesschweiß. Gedenk an mich mit deiner liebe, Nimm mich vom kreuz ins paradeis, Da mir der baum des wissens dienet, Da mir das holz des lebens grünet, Da der frystallne strom mich stillt, Der aus dem stuhl des lammes quillt. 420 77930 96 Von dem Leiden und Sterben Jejut our dut 4. Laß mich, wenn mancher| Mel. Ich gläub an einen Gott. von dir gehet, Bei dir in liebe 166. Beber Bedenk, menſch! wie viele noth halten stand. Wer unter deinem kreuz hie stehet, Steht dort zu Der fürst des lebens bis zum tod deiner rechten hand. Laß mich die Am kreuze mußte leiden, Damit du wittwen und die waisen, Als dein' kämst zu freuden. Sieh, wie sein und meine brüder, speisen: Und ganzer leib verwundt; Und denwenn ich mir nicht helfen kann, noch läßt der süße mund Viel So nimm dich meiner nothdurft liebesströme fließen, Die reichlich sich ergießen. an. 5. Wie sollt ich nicht die sünde hassen, um welche dich Gott selbst verläßt! Ich halte dich, du kannst nicht lassen Den, der dich hält, wie Jacob, fest. Wenn dich die zornded' mir verstecket, Benn mich des todes schatten schrecket; So höre, was mein herze spricht: Mein Gott! mein Gott! verlaß mich nicht. Ach vater! spricht er, laß ja nicht Die blinden leute im gericht Entgelten diese missethat, Weil sie Wornicht wissen deinen rath, nach ich muß so büßen. 2. Auch dir, du schächer! kommt zu gut Des glaubens kraft, mein tod und blut. Heut will ich dein gedenken, Das paradies dir schenfen. Du weib! bist hier versorget schon; Sieh, den sollst du, wie deinen sohn, Mit mutterlieb' umfassen, Der sohn wird dich nicht lassen. 6. O quell! von der viel ströme fließen, Es dürftet dich nach mir, nach mir. Dein durst muß unsre wollust büßen. Mich dürstet auch nach dir, nach dir. Gieb, daß auch mir die leidensgüsse Dein scharfer essigtrank versüße, Bis du mich dort, o lebensfürst! Mit ew'ger freude tränken wirst. 7. Es ist vollbracht, ich hab ge- haffen. kämpfet: Rufst du; der vater ist 3. Weil deine schwere hand vergnügt, Die schrift erfüllt, mich drückt, Verdorrt mein saft, die sünd gedämpfet, Tod, teufel, mein herz erstickt, Vor durft die hölle sind besiegt, Daß sie mir seel perschmachtet, Und muß noch nicht mehr schaden werden. Gieb, sein verachtet. Doch alles ist nundaß ich, wenn ich geb der erden mehr vollbracht, Wodurch zuvor An meinem ende gute nacht, dein rath gedacht Dem menschen Auch fröhlich rühm': es ist voll zu erwerben Das heil, bis auf mein sterben. bracht. 8. Alsdenn komm, meine seel' zu holen. Nimm, himmels- Noah! deine taub'. Mein geist sei dei ner hand befohlen; Mein frisches ölblatt ist der glaub'. Neig gegen dich mein haupt im leiden, Scheid nicht von mir, wenn ich soll scheiden. Führ aus der marterwochen pein Mich zu den ew'gen oftern ein. Nur ich allein muß in dem spott Verlassen sein von dir, mein Gott! Mein Gott! dein antliß zu mir kehr, Du kannst ja, wär auch noch so schwer Die marter, mich nicht Darauf mein haupt nun neiget sich. Ich weiß, mein geist wird sicherlich In deiner hand verwahret sein, Der leib befreit von aller pein Im grabe nicht verderben. * 4. Herr Christe, heiland aller welt! Der du dich selbst hast eingestellt, Für sünd und straf zu büßen, Laß mich deß auch genießen. Hilf, daß ich stets in freud und und zwar von den sieben Worten Jesu am Kreuze. 97 6. Fünftens riefst du, als die last Zunahm ohne maaßen: Mein Gott, mein Gott! warum hast Du mich so verlassen? Daß ich nie verlassen blieb, Wurdest du verlassen: Oder unerhörten lieb'! Wer kann dieses fassen? pein Hinfort mich dir ergeb allein; Gedulrig alles leide, Die sünde herzlich meide. Den vater bitt für meine sünd: Denk mein, versorg mich als dein kind: Verlaß mich nicht, gieb kräfte mir: Hilf alls vollbringen: nimm zu dir Den geist, wenn ich abscheide. Mel. Christus, der uns selig sc. 167. La mir alle wochen sein, Jesu! stille wochen: Daß ich oft denk deiner pein, Und was du gesprochen An dem frenze, laß mich es Fruchtbarlich erwägen: Daß ich dessen nie vergeß, Herr! gieb gnad und ſegen. 2. Dein anfänglich wort war das: Vater! vergieb ihnen; Weil sie selbst nicht wissen, was Sie an mir verdienen. Spricht hier Gottes sohn zu Gott Für sein ärgste feinde; Was wird er nicht in der noth Thun für seine freunde? 7. Sechstens, als du nun mit macht So weit durchgebrochen, Hast du auch: es ist vollbracht! Uns zum trost gesprochen: Denn durch dich ist ganz und gar Gottes zorn gestillet; Weil, was zu vollbringen war, Du für uns erfüllet. 8. Endlich schrieft du lant am end: Bater! ich befehle Meinen geist in deine händ: Damit schied die seele. Wenn mir auch der tod zuseht, Und mein herz will brechen; So laß mich dies wort zuletzt Denken, wo nicht sprechen.am 9. Jesu, tilger aller noth! Bitt für mich, den deinen: Gieb des schächers trost im tod: Sorg auch für die meinen: Laß mich nie aus deiner acht, Still den durst der seele! Daß ich, wenn mein lauf vollbracht, Dir den geist befehle. 3. Drauf der schächer hört, der dir Seinen glauben wiese: Wahrlich, du wirst heut mit mir Sein im paradiese. Gicb, wenn ich nun nichts mehr kann In des todes Mel. Wer nur den lieben Gott. schmerzen, Daß ich dieſe wort alsdann hör in meinem herzen. 168. Enoch erschallen Durch Es ist 4. Weib, sagst du zur mutter, meines Jesu blassen mund. Ach! sich Deinen sohn hie stehen; Zu dringe doch, du trostreich lallen, Johanne: du kannst hie Deine In meiner feele tiefsten grund. mutter sehen. Auch dies dritte Ja kommt die finstre todesnacht, wort macht froh, Und läßt trost erscheinen, Wenn ich denk: du wirst auch so Sorgen für die Sei dies mein licht: es ist vollbracht! 2. Was ist vollbracht? die ganze fülle Von Jesu übernomm'ner noth. Was Gottes treuer gnadenwille Von unserm heil durch Christi tod In seinem ewgen rath bedacht; Davon spricht er: es ist vollbracht! meinen. 5. Viertens mußt bei aller noth Auch der durst dich plagen, Da man dich, o mensch und Gott! Hört: mich dürftet, klagen. Laß mich armen doch in mir, Statt der vor'gen sünden, Lebensquelle! stets nach dir Heilgen durft em pfinden. 3. Was uns des geistes lehren sagen, Durch heiliger propheten mund: Um unsre schuld ist er zer7 Von dem Leiden und Sterben Jesu schlagen, Und unsre missethat ver- thränenvollem herzen Durch trübwundt, Er ist verfolgt, betrübt, sal ins reich Gottes gehn; Kommts, veracht; Davon erschallt: es ist daß mir seel und leib verschmacht; vollbracht! So sei mein trost: es ist vollbracht! 4. Vollbracht des herben kelches trinken, Den bittre leiden ange- 11. Schmeck ich in dieser jamfüllt. Vollbracht der müden knie merhöhle Mit dir des todes bitfinken, Wenn blutschweiß aus dem terkeit: So sei die tröstung meikörper quillt. Von aller sündner seele Dein frohes leben nach und höllennacht Spricht Jesu mund: der zeit; Daß ich, wenn glaub es ist vollbracht! und hoffnung wacht, Mit freuden sprech: es ist vollbracht! 98 5. Geht nun das licht der völfer unter; So hemmt dies gar der sonnen licht. Die tobten ſelber werden munter, Da seine kraft die gräber bricht. Der fels erbeVon dem Tode Jesu. Mel. Wer nur den lieben Gott. bet, ſpringt und bracht. Dies alles 169. Mein Jefus ftirbt; es vollbracht! der gerechte! Es stirbt am kreuze Gottes sohn! Uch weh mir bösem sündenknechte! Was ist wohl meines frevels lohn? Ich bins ja, der die missethat, Für die er stirbt, begangen hat. 2. Mein Jesus stirbt; ich werde leben. Sein tod befreiet mich vom tod. Getrost kann ich mein haupt erheben; Ich bin erlöst, ich lebe Gott. Jch, kind des todes, leb in dir, Mein Jesu! leb auch du in mir. 6. Es sprechen, Jesu! deine wunden, Es spreche dein vergoßnes blut, Und alle pein, die du empfunden, Da deiner feinde wilde wuth Dich, o lamm Gottes! abgeschlacht, Durch kraft an mir: es ist vollbracht! 7. Jhr freudenthränen neßt die wangen! Der glaube siehet offenbar Die handschrift an dem kreuze hangen, Die wider meine seele war. Wer ist, der nicht voll wonne lacht? Da so erschallt: es ist vollbracht! 3. Mein Jesus stirbt: er stirbt der fünde. Mit ihm sterb ich den 8. Es führe mich von allen or- sünden ab. Mit ihm, durch den ten, Wo dieser erden wollust blüht, ich überwinde, Sent ich die fleiDen mund von allen bösen wor- scheslust ins grab. Ich lebe der ten, Vom argen dichten das ge- gerechtigkeit Von nun an bis in müth, Das herz von aller eitlen pracht, Dies wort am freuz: es ist vollbracht! ewigkeit. 4. Mein Jesus stirbt, und seine seele Befiehlt er in des vaters 9. Doch steigt die flamme deiner händ'. Uch vater! ach! auch ich liebe zu größrer gluth in mei- befehle Dir meinen geist an meiner brust: Wenn rege sehnsucht nem end. Wo deines sohnes seele reiner triebe Des alten Adams ruht, Da ists auch meiner seele fleisches lust Zu kreuz'gen und zu gut. tödten tracht, So heiß es auch: es ist vollbracht! 5. Mein Jesus neigt sein haupt zur erden. Er winket mir, ich 10. Soll auch mein haupt in scheide mit. Muß Jesus eine leiche vielen schmerzen, Gleich deinem, werden, Was scheu ich denn den unter dornen stehn; Soll ich mit legten schritt? Ich neige mich, o und zwar von dem Tode Jesu. ( 99 Herr! zu dir, Ich lebe dir, und| Mel. Laßt uns doch Christo 2c. sterbe mir. 6. Mein Jesus ſtirbt, er is 171. dh ebre dich am frenverschieden. Wie sanfte neigte er sein haupt!. So schlaf ich ein in sanftem frieden. Der stirbt nicht, der an Jesum glaubt. Daß Jesu tod mein leben sei, Das macht von todesfurcht mich frei. zesstamm, Du hochgelobtes Gotteslamm! Mit andachtsvollem herzen. Hier hängst du zwar in lauter noth, Und bist gehorsam bis zum tod, Vergehst in tausend schmerzen; Doch weiß mein glaube wohl von dir, Daß Gottes majestät und zier In deiner menschheit wohne, Und daß du hier so würdig seist, Daß man dich Herr und könig heißt, Als auf dem ehrenthrone. 7. Mein Jesus stirbt; sogar sein leben Ist ihm auch nicht für mich zu theur. Nun hat er alles hingegeben: O unaussprechlichs liebesfeur! Mein beil, was for derst du von mir? Ich geb mein alles, alles dir. 170. traurigkeit, Oberzeleid! Ist das nicht zu beklagen? Gottes vaters einig find Wird ins grab getragen. 2. O große noth! Des todes tod Ist selbst am kreuz gestorben: Doch hat er das bimmelreich Mir dadurch erworben. 3. menschenkind! Nur deine sünd Hat dieses angerichtet, Als du durch die missethat Warest ganz vernichtet. 2. Ich liebe dich, mein seelenfreund! Wer zweifelt, daß du's gut gemeint, Da du für mich erblasset? Nimm einen treuen liebesblick Von meiner seele, Herr! zurück, Die dich im geist umfasset. Du stirbst zwar, weil die liebesmacht Zur höchsten probe dich gebracht. Und liebest bis ans ende: Doch lebst du mir, und meine noth Verwandelt sich mit deinem tod In heil durch deine hände. 8. O Jesu, du Mein hülf und ruh! Ich bitte dich mit thränen, Hilf, 1 , daß ich mich bis ins grab Nach dir möge sehnen. f 3. Ich fasse dich, mein lösegeld, Versöhner Gottes und der welt, Mit unverrücktem glauben: Ich halte dich, und laß dich nicht, Du hast den kampf für mich verricht't, Dich soll mir niemand rauben. Mein hoherpriester hat 4. Dein bräutigam, Das Gotteslamm Liegt hie mit blut beflossen, Welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. 5. O süßer mund! O glaubens- vollbracht, Was mich gerecht und grund, Wie bist du doch zerschla- selig macht, Mein bürge hat begen! Alles, was auf erden lebt, zahlet: Nun bin ich los; mein Muß dich ja beklagen. glaube gilt, Wenn das geseß gleich droht und schilt, Die hölle schredlich strablet. 6. Olieblich bild, Schön, za und mild! Du sohn von der jungfrauen! Niemand kann dein heiBes blut Ohne reu anschauen. 7. O felig ist Zu jeder frist, Der dieses recht bedenket, Wie der Herr der herrlichkeit Wird ins grab gesenket. 4. Jch trinke deinen purpursaft, Und ziehe neue, lebenskraft Aus den geweihten wunden. Mein arzt! du gabst dich willig hin, Daß mein verderbtes herz und sinn Geheilt sei und verbunden: Die bitterkeit, die du geschmeckt, Da dich des richters zorn geschreckt, Die kommet mir zu gute. Der balsam, der am freuze quillt, Er7* 100 Von dem Leiden und Sterben Sefit quickt mich, wenn ich werd erfüllt| voll fünder lag. Für uns hast du Mit dem hochtheuren blute. genug gethan, Gott nimmt uns 5. Ich folge dir durch tod und nun zu gnaden an. leid, O herzog meiner seligkeit; 4. Dankvolle thränen! neßt die Nichts soll mich von dir tren- wangen; Mein glaube sieht nun nen. Du gehst den engen weg offenbar Die handschrift an dem voran, Dein kreuzestod macht offne bahn Den seelen, die dich kenAch Jesu! deine höchste treu Mach', daß mir nichts unmöglich sei, Da du für mich gestorben: Ich scheue nunmehr nicht den tod, Und bin gewiß in aller noth, Wer gläubt, bleibt unverdorben. treuze hangen, Die wider meine seele war. Er, den mir Gøtt zum heil gemacht, Rief auch für mich: es ist vollbracht. nen. 6. Sieh auch auf mich, o Got teslamm! Ach liebe mich, mein bräutigam, Und gieb dich mir, mein leben! Mein seelenarzt! komm, heile mich: Mein heiland! ich erkenne dich, Laß mich an dir stets fleben. In Christi leiden ruht mein geist; Die liebe Jesu wird gepreist; Mein glaube soll hier erben; Die hoffnung zeigt mir bülf und rath: Gehorsam folge in der that: So will ich leben, sterben. 5. Hert! laß mich nun auch vollbringen, Was wahre dankbarfeit begehrt. Laß nach der heiligung mich ringen, Dazu dein tod mir kraft gewährt. O! stärke mich dazu mit macht, Bis meine beßrung ganz vollbracht. 6. Du litt'st so viel zu meinem leben: Drum laß mich stets voll eifer sein, Mich deinem dienste zu ergeben, und keine schmach dabei zu scheun. Dein dienst, mein heiland! sei mein ruhni: Denn ich bin ganz dein eigenthum. 7. Soll ich bei dir ergebnem herzen Auch hier durch manche trübsal gehn, Und hat mein Gott gehäufte schmerzen Zu meiner prüfung außersehn; So laß auch mich Mel. Wer nur den lieben Gott. den trost erfreun: Es kommt ein 172.Es ist volbracht! so ende meiner pein. ruft am freuze Des sterbenden erlösers mund. O wort voll troft und leben! reize Zur freude meines herzens grund. Das große opfer ist geschehn, Das Gott auch mir zum heil ersehn. 8. Ja, fühlt mein herz des todes schrecken, So stärke mich in solcher last. Laß mich den trost auch sterbend schmecken, Daß du ihn überwunden hast. So tret auch ich ins todes nacht, Mit dem triumph: es ist vollbracht. 2. Mein Jesus stirbt, die felsen beben; Der sonne schein ver- Mel. Herzliebster Jesu, was hast. lievet sich; In tobte bringt ein 173. ei hoch gepriesen, neues leben; Der heilgen gräber öffnen sich: Der vorhang reißt, die erde fracht; Und die versöhnung ist vollbracht. liebe, Sie drang dich zu dem mitleidsvollen triebe, Für eine welt voll fünder selbst dein leben Dabin zu geben. 3. Wie viel, mein heil! hast du vollenbet, Als dir das herz im 2. Fürwahr, du trugest unsrer tode brach! Du hast den fluch hin- sünden schmerzen. D! welch ein weg gewendet, Der auf der welt herz gleicht deinem edlen herzen? und zwar von dem Tode Jesu. 101 Du ließest unsre schuld an dir| muß ich mit dir den tod Ausgebestrafen, Uns heil zu schaffen. standen haben. 3. D! laß dies heil doch auch mein erbe werden. Was hab ich sonst für sichern troft auf erden? Was giebt mir sonst wohl wahren grund zur freude, Wenn ich einst scheide? * 5. O lebensfürst! Ich weiß, du wirst mich auch, wie dich, erwecken. Sollte denn mein gläubig herz Vor der gruft erschrecken? 5. O! stärke selbst mein herz in diesem glauben! Kein banger zweifel müsse ihn mir rauben; Er müsse mich zum fleiß in guten war stirbt; Doch wird er 6. Sie wird mir sein Ein kämmerlein, Da ich im frieden liege. Weil ich einst durch deinen tod Tod und grab besiege. werken Beständig stärken. 7. nichts verdirbt. Der leib auferstehen, und in ganz verklärter zier Aus dem grabe gehen. 6. Sollt ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, Der sünde, die dich tödtete, zu dienen? So wär ich ja, o Herr! nicht dein erlöster, Du nicht mein tröster. 8. Indeß will ich, Mein Jesu! dich In meine seele senken, Und an deinen bittern tod Lebenslang gedenken. 4. Für mich, o Herr! bist du ja auch gestorben. Was du der welt durch deinen tod erworben, Das hast du ja, von großer treu geleitet, Auch mir bereitet. 7. Nein, dir allein, der du durch deine wunden Auf ewig mich zu deinem dienst verbunden, Nur dir, Mel. Mein herz und seel den ic. 175. lamm! das meine schuldenlast getragen, Und als ein fluch ist an das kreuz geschlagen, Nun nimmt man noch vor abends dich berab, und trägt dich hin in Josephs neues grab. 2. O tröstlich bild! o gnadenvolles zeichen! Das aber nur der glaube kann erreichen: Der sluch ist weg, die erde ist nun rein; Zum zeugniß deß mußt du begraben sein. 3. Nun weiß und gläub ich, daß man dich nun zum grabe. Gieb, du bist gestorben, Daß du den daß ich auch durch dein grab Trost tod geschmeckt und mir erworben und segen habe. Berechtigkeit, daß ich bestehen kann Vor Gott, und daß die sünde abgethan. 2. Wie Herr! dein grab Ein zeugniß gab, Daß du gewiß gestorben: Also schenkt die taufe mir, Was dein tod erworben. 4. Die schrift fonnt nicht an dir gebrochen werden; Drum muß dein leib auch ruhen in der erden. Was Daniel und Jongs vorgebild't, mein heiland! sei mein ganzes le ben 8. Nichts soll mich je von deiner liebe scheiden, Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, Wo deine liebe mit verklärten zungen Stets wird besungen. 4. Drum darf ich dir, O sünd in mir! Nun kein gehör mehr geben, Weil ich dir gestorben bin. Gott will ich nur leben. ** Von dem Begräbniß Jesu. Mel. O traurigkeit, o herzeleid! 174. Gotteslamm! Bom freuzesstamm Bringt 3. Sie zeiget mir, Ich sei mit dir In deinen tod begraben. So 102 Auf das Seh ich nunmehr, mein beil! an dir erfüllt. 5. Du bist das weizenkorn, so man verscharret. Doch wenn man nur drei tage lang geharret, Wird man dich aus dem grabe auferstehn, Und tausendfache früchte bringen sehn. 8. Mein heiland! ich bin 6. Indeß ist dein begräbniß mit dir schon begraben, Als selbst ein fiegel Der unschuld, und seel und leib die tauf empfander ganzen welt ein spiegel, Worin- gen haben, Die taufe, die auf nen mit verwundrung jedermann deinen tod geschehn: Nun laß Ein vorspiel der erhöhung spüren mich auch mit dir stets auferFann. stehn. Osterfest 7. Ich darf nun nicht vor meinem grab erschrecken, Da du mich wirst, wie dich, daraus erwecken; Dein grab macht meins zur süßen lagerstätt, Zum schlafgemach, zum stillen ruhebett. IX. Auf das Osterfest. Von der Auferstehung Jesu Chriſti. Mel. Erschienen ist der herrlich. ich, Gott! auf mein angesicht. Frinn're dich, mein Halleluja. geist, erfreu't Des 7. Du, der du in den himmeln frohen tags der herrlichkeit; Halt thronst, Ich soll da wohnen, wo im gedächtniß Jesum Christ, Der du wohnst. Und du erfüllst einst von dem tod erstanden ist. Halle- mein vertraun, In meinem fleiluja. sche dich zu schaun. Halleluja. 8. Ich soll, wenn du, des lebens fürst, In wolken göttlich kommen wirst, Erweckt aus meinem grabe gehn, Und rein zu deiner rechten stehn. Halleluja. 176. Sin 2. Fühl alle dankbarkeit für ihn, Als ob er heute dir erschien. Als spräch er: friede sei mit dir! So freue dich, mein geist, in mir. Halleluja. 3. Schau über dich, und bet ihn an, Auf seiner hohen siegesbahn; Er lebt und herrscht mit Gott vereint, Und ist dein könig und dein freund. Halleluja. 4. O glaube, der das herz er- 10. Nie komm es mir aus meiböht! Was ist der erde majestät, nem sinn, Was ich, mein heil! dir Wenn sie mein geist mit der verschuldig bin; Damit ich mich, in gleicht, Die ich durch Gottes sohn liebe treu, Zu deinem bilde stets erreicht? erneu. Halleluja. Halleluja. 9. Zu welchem glück, zu welchem ruhm Erhebt uns nicht das christenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottessohn! Sind wir auch auferstanden schon. Halleluja. 11. Er ists, der alles in uns schafft; Sein ist das reich, sein ist die kraft. Halt im gedächtniß Jesum Christ, Der von dem tod erstanden ist. Halleluja. 5. Vor seinem thron, in seinem reich, Unsterblich, heilig, engeln gleich, Und ewig, ewig selig sein; Herr! welche herrlichkeit ist mein! Halleluja. 6. Mein herz erliegt froh unter ihr; Lieb und verwundrung in mir; Und von Mel. Erschienen ist der herrlich. rüh morgens, da ehrfurcht, dant und pflicht, Fall 177. Form aufgeht, ein sonn stalls von der Auferstehung Jesu Chrifti. 103 heiland Christus aufersteht. Ber-| schlägt, Da er selbst todt, und sich trieben ist der fünden nacht, Licht, nicht regt: Geht aus dem grab in heil und leben wiederbracht. Halle- eigner kraft; Tod, teufel, höll nichts luja. an ihm schafft. Halleluja. 2. Wenn ich des nachts oft lieg in neth Verschlossen, gleich als wär ich todt; Laß du mir früh die gnadensonn Aufgehn, nach trauren, freud und wonn. Halleluja. 3. Nicht mehr, als nur drei tage lang, Viein heiland bleibt im to deszwang: Am dritten tag durchs grab er dringt, Mit ruhm die sie gesfahne schwingt. Hallel. 4. Hier ist die zeit, da mich die 14. Und daß der Herr erstanwelt Mit schmach und freuz ge- den sei, Das ist von allem zweifel fangen hält: Drauf folgt der sab- frei; Der engel selbst bezeugt es bath in dem grab', Darin ich ruh klar, Das leere grab machts offenund friede hab. Halleluja. bar. Halleluja. 5. In kurzem wach ich fröhlich auf: Mein ostertag ist schon im lauf; Ich wach auf durch des Herren stimm, Veracht den tod mit seinem grimm. Halleluja. 15. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt: Wenn mir gleich alle welt stürb ab, Gnug, daß ich 6. Am kreuz läßt Christus öffent- Christum bei mir hab. Halleluja. lich Vor allem volke tödten sich: Da er durchs todes ferker bricht, Läßt ers die menschen sehen nicht. Halleluja. 16. Er nährt, er schüßt, er tröstet mich, Sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, Weil ich ein glied sein's leibes bin. Halleluja. 7. Sein reich ist nicht von dieser welt, Rein groß gepräng ihm hier 17. Durch seiner auferstebung gefällt: Was schlecht und niedrig fraft Komm ich zur engel brüdergeht herein, Soll ihm das aller- schaft: Durch ihn bin ich mit liebste sein. Halleluja. Gott versöhnt, Die feindschaft ift ganz abgelehnt. Halleluja. 18. Mein herz darf nicht entseßen sich, Gott und die engel lieben mich: Die freude, die mir ist bereit, Vertreibet furcht und traurigkeit. Halleluja. 9. Der jüngste tag wird zeigen an, Was er für thaten hat gethan: Wie er den satanas besiegt, Und höll und tod darnieder liegt. Hall. 19. Für diesen trøst, o großer held, Herr Jesu! dank' dir alle welt. Dort wollen wir auf beßre 10. Da werd ich Christi herrlich- weis' Erheben deinen ruhm und keit Anschauen ewig voller frend: preis. Halleluja. Ich werde sehn, wie alle feind Zur höllenpein gestürzet seind. Halleluja. Mel. Wenn mein stündlein re. Dommt wieder aus der 11. Der Herr den tod zu boven 178. finstern gruft, 3hr 12. O wunder groß! o starker held! Wo ist ein feind, den er nicht fällt? Kein angststein liegt so schwer auf mir, Er wälzt ihn von der herzensthür. Halleluja. 13. Kein kreuz und keine noth sich findt, Die Christi sieg nicht überwindt: Er führt mich aus durch seine hand: Wer mich will halten, wird zu schand. Halleluja. 8. Hier ist noch nicht ganz kund gemacht, Was er uns aus dem grab' gebracht, Den großen schaß, die reiche beut, Drauf sich ein christ so herzlich freut. Halleluja. 104 Auf das Ofterfest d Gott ergebne sinnen! Schöpft neuen| Mel. Christ lag in tobesbanden. muth und frische luft, Blidt bin 179. Bringt preis und ruh nach zions Denn Jesus, der im grabe lag, Hat als ein held am dritten tag Des todes reich besieget. dem heiland dar! Frohlockt ihm alle frommen! Er, der für uns getödtet war, Sft dem gericht entnommen. Sei gelobt, Herr Jesu Christ! Daß du für uns gestorben bist. Und siegreich auferstanden. Halleluja. 2. Auf! danket ihm mit herz und mund Um tage seiner freuden; Er hat den ewgen gnadenbund Gegründet durch sein leiden, Er bat dem tod entwandt die macht, Das leben aber wiederbracht und unvergänglich wesen. 2. Dein leben in der majestät Befestigt unsern glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, Uns nun den troftgrund rauben, Daß du für uns genug gethan, Uns sündern eine neue bahn Zum ewgen heil eröffnet? Halleluja. 3. Nun tritt, was Christo ähnlich ist, In glaubenskraft zusammen; Weil Christus auferstanden ist, Wer will sein volk verdammen? Hier ist der mann, der überwand, Und nach zerrißnem todesband Zur rechten Gottes fizet. 3. Gott selbst, der dich dem grab entrückt, Hat dem, was du gelehret, Der wahrheit siegel aufgedrückt, Und dich als sohn ge= ehret. Deines opfers hohen werth hat er aufs herrlichste bewährt, Da er dich auferwecket. Halle4. Du hartgeplagtes christinheer! Vergiß, was drückt und naget. Häuft sich die noth gleich noch so sehr; Nur frisch mit dem luja. gewaget, Der durch des grabes sie4. Erstandner! ich frohlocke dir, gel brach Und zu dem tode mäch- Daß du nun ewig lebest. Du tig sprach: Wo ist nunmehr dein lebst und siegst, daß du auch mir stachel? Das ewge leben gebest; Daß du mein erretter seist, Und nene kräfte mir verleihst, Mit freuden Gott zu dienen. Halleluja. 5. Nur Christi sieg ist gut dafür, Der hilft uns überwinden, Und öffnet riegel, schloß und thür, Trop teufel, welt und sünden! Er ist der große siegesmann, Mit ihm ist alles wohlgethan: Wo bleibt dein sieg, o hölle! 5. Mein Herr! mein Gott! bilf mir dazu. Befreie mich von fünden. Laß mich für meine feele rub Im frieden mit Gott finden. Pflanze deinen sinn in mir, Da mit ich Gott ergeben, hier Als dein erlöster wandle. Halleluja. 6. Dein ist das reich; dein ist die macht Verstorbne zu erwecken. Du russt einst, und der gräber nacht Wird tødte nicht mehr decken. 7. Gott, unserm Gott sei lob Wie du auferstanden bist. So und dank, Der uns den sieg ge- werd auch ich, Herr Jesu Chrift! geben, Der dem, so sterbend nie- Durch dich einst auferstehen. Halledersant, Hat wiederbracht das le- luja. ben. Der sieg ist unser, Jesus lebt, Der uns zur herrlichkeit erhebt, Gott sei dafür gelobet! 6. Zum siegel dieser großen beut Giebt uns der Herr zu essen Die ſpeise der unsterblichkeit, Sein nimmer zu vergessen. Des lebens saft uns heilsam tränkt, Den das er würgte lamm uns schenkt. O edler ostersegen! 7. O laß mich, weil ich hier noch bin, Im glauben an dich wandeln; Und jederzeit nach dei von der Auferstehung Jesu Christi. 105 nem sinn Rechtschaffen sein und zeichnet unsre thür, Das hält der handeln, Daß ich, wenn ich aufer- glaub dem tode für: Der türger steh Und dich, des todes sieger, kann uns nicht rühren. Halleluja. seb, Vor dir dann nicht erschrecke. 6. So feiren wir das hohe Halleluja. fest, Mit herzensfreud und wonne, Das uns der Herr erscheinen läßt; Er selber ist die sonne, Der durch seinen gnadenglanz Erleuchtet unsre herzen ganz. Der sünden nacht ist vergangen. Halleluja. 7. Wir reinigen bie herzen wohl, Von Gott zur fei'r geladen: Der alte sauerteig nicht soll Sein bei dem wort der will die speise sein, Und speisen unsre see! allein, Der glaub will kein's andern leben. Halleluja. 8. Da, wo du bist, da soll auch einst Dein jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wenn du nun erscheinst, Zu deiner freud erheben. Laß dies auch mein erbtheil sein; So werd ich ewig des mich freun, Daß du vom tod erstanden. Hallelufa. 180. Chri in todesbanden, Für unsre sünd gegeben; Der ist wieder erstanden, Und hat uns bracht das wir sollen fröhlich unfer fein, Gott loben und ihm dant- 181. heiland, Der den bar fein, Und singen halleluja! Halleluja. 7517 tod überwand, Ist auferstanden, Und lös't der sünden banden. Halleluja. 2. Den tod niemand bezwingen konnt Bei allen menschenfindern: Das machte alles unfre sünd; Kein unschuld war zu finden. Davon kam der tod so bald, Und nahm über uns gewalt, Hielt uns in seinem reich gefangen. Halleluja. 3. Jesus Christ wahrer Gottes sohn An unsrer statt ist kommen. Und hat die fünde abgethan, Damit dem tod genommen All ſein recht und sein gewalt: Da bleibet nichts denn todsgestalt, Den stachel hat er verloren. Halleluja. 2. Der ohne sünde war gebor'n, Trug für uns Gottes zorn: Hat uns versöhnet, Daß uns Gott seine huld gönnet. Halleluja. 3. Tod, sünde, teufel, leben und gnad, Alles in händen er hat. Er fann erretten Alle, die zu ihm treten. Halleluja. * Oder:* Chrif hrist ist erstanden Von der marter alle: Deß sollen wir alle froh sein, Christus will unser trost sein. Halleluja. 4. Es war ein wundervoller 2. Wär er nicht erstanden, So frieg, Da tod und leben rungen: wär die welt vergangen; Weil er Das leben da behielt den sieg, nun erstanden ist, So loben wir Es hat den tod verschlungen. den vater Jesu Christ. Halleluja. Dies verkündigt uns die schrift, 3. Halleluja, Halleluja, HalleSein tod war des todes gift; Ein luja! Deß sollen wir alle froh schlaf aus dem tod ist worden. sein, Christus will unser trost Halleluja. sein. Halleluja. 5. Hie ist das rechte ofterlamm, Davon Gott hat geboten, Das Mel. Es ist das heil uns kommen. ist hoch an dem kreuzesstamm In heißer licb gebraten; Deß blut 182. Herr, unſer beil! du haft gesiegt, Auf das Osterfest frei von todesbanden. Du zei- dein sieg, o hölle? Was kann uns gest, daß dein wort nicht trügt, jetzt der teufel thun? Wie grauDenn du bist auferstanden. Dein sam er sich stelle. Gott sei gefreuz, an das man dich erhöht, dankt, der uns den sieg So herrVerwandelt sich in majestät; Du lich hat nach diesem krieg Durch gehst aus deinem grabe. Jesum Chrift gegeben. 106 hammar and Jum 2. Gehaft in deiner niedrigkeit, 2. Wie sträubte sich die alte Warst du ein ziel des spottes, schlang, Als Christus mit ihr Und zeigtest doch zu gleicher zeit kämpfte! Mit list und macht sie An dir die hoheit Gottes. Dein auf ihn drang, Jedennoch er sie kreuz schien zwar der welt ein dämpfte. Ob sie ihm in die fersen gräul; Doch sterben für der feinde sticht; So sieget sie doch darum heil, Dies ist die höchste tugend. nicht, Der kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig Christus kommt hervor, Die feind nimmt er ges fangen, Zerbricht der höllen schloß und thor, Trägt weg den raub mit prangen. Nichts ist, das in dem siegeslauf Den starken held kann halten auf, Der alles überwunden. 3. Dein reich war nicht von tieser welt, Dein ruhm nicht menschen ehre. An demuth groß, an lieb' ein held, Und göttlich in der lehre. Geduldig und von sünden rein, Gehorsam, bis zum kreuze, sein; Dies war des heilands größe. 4. Du starbst am freuz: doch war dir nicht Die kraft des Herrn gegeben? Wer gab den blinden das gesicht? Den todten selbst das leben? Und wem gehorchte wind und meer? Und wem der bösen geister heer? Du warst von Gott gekommen. 5. Nun irren mich nicht schmach und spott, Noch deines kreuzes schanden. Du bist mein Herr, du bist mein Gott; Denn du bist auferstanden. Du bist mein heil, mein fels, mein hort. Der Herr, durch dessen mächtig wort Auch ich einst ewig lebe. 6. Wir sind nunmehr mit Gott versöhnt, Durch dich des himmels erben. Dies ist die hoffnung, die mich frönt, In dieser will ich sterben. Wie du vom tod erstanden bist; So werd auch ich, Herr Jesu Christ, Am jüngsten aufstehen. 4. Des todes gift, der höllen pest Ist unser heiland worden: Wenn satan auch noch ungern läßt Von wüthen und von morden, Und, da er sonst nichts schaffen kann, Nur tag und nacht uns klaget an: So ist er doch verworfen. 6. Es ward getödtet Jesus Christ, Und sieh, er lebet wieder. Weil nun das haupt erstanden ist, Stehn wir auch auf, die glieder. So jemand Christi worten gläubt, Im tod und grabe der nicht bleibt; Er lebt, ob er gleich stirbet. 7. Wer täglich hier durch wahre tagreu Mit Christo auferstehet, ft dort vom andern tode frei, Als der ihn nicht angehet. Genommen ist dem tod die macht, Unschuld und leben wiederbracht, Und stachel nun? Wo ist unvergänglich wesen.c Mel. Allein Gott in der höh sei. 183. to wo ist dein 5. Des Herren rechte die bebält Den sieg, und ist erhöhet. Des Herren rechte mächtig fällt, Was ihr entgegen stehet. Tod, teufel, höll und alle feind Durch Christi sieg gedämpfet seind; Ihr zorn ist kraftlos worden. von der Auferstehung Jefu Chrifti. 107 8. Das ist die rechte osterbeut, Der wir theilhaftig werden, Fried, freude, heil, gerechtigkeit Im himmel und auf erden. Hie sind wir still und warten fort, Bis unser leib wird ähnlich dort Des Herrn verklärtem leibe. 9. Der alte drach mit seiner rott Hingegen wird zu schanden: 5. Du lebst, so leb auch ich in dir, So lang ich leb auf erden, Vollbringe du dein werk in mir, Laß mich erneuert werden, In der neuen lebenskraft, Die dein erErlegt ist er mit schimpf und neurtes leben schafft, Von sünden spott, Da Christus auferstan- aufzustehen. den. Des hauptes sieg der glieder ist, Drum kann mit aller macht und lift Uns satan nicht mehr schaden. Halleluja. thun; Du bist ins reich gekommen. Herr, gedenke dort an mich! Vor deinem namen beuget sich Mein herz mit aller knien. Halleluja. 10. O tod! wo ist dein stachel nun? Wo ist dein sieg, o hölle? Was kann uns jetzt der teufel thun? Wie grausam er sich stelle. Gott sei gedankt, der uns den sieg So herrlich hat nach diesem krieg Durch Jesum Christ gegeben. 6. Ich bin dein glied und eigenthum: So sing ich freudenlieber. Des hauptes wohl erlangter ruhm Ist auch ein ruhm der glieder. Tod! wo ist dein stachel nun? Was kannst du mir, o hölle! thun? Mir ist der sieg gegeben. Hall. 18 7. Ich weiß, daß mein erlöser lebt, Der wird mich auferwecken. Ich weiß, daß er mich dort erhebt, Mich darf der tod nicht schrecken. Denn ich weiß, daß ich verklärt, Mel. Christ lag in todesbanden. Ob gleich die fäulniß mich ver184. Mein könig! ich verzehrt, Auch auferstehen werde. ehre dich nicht mehr Halleluja. in spott und hohne. Du hängest nicht mehr jämmerlich In einer Mel. 15. Sollt ich meinem Gott. dornenkrone. Jesus, welcher mich) verſöhnt, Der ist erhöht, der ift 185. Laſſet uns den Herren gekrönt ehren. Mit großem preis und Halleluja. 2. Der von dem bach am wege trank, Hat nun das haupt erhaben. Der erst für uns zur erde sank, Empfing für uns die gaben. Also braucht er die gewalt, Und seine göttliche gestalt, Nun ewig und vollkommen. Halleluja. preisen, Oihr christen überall! Kommet, laßt uns dank erweisen Unserm Gott mit frohem schall. Er ist frei von todesbanden, Christus, der vom himmel kam, Und der löw aus Juda stamm, Christus Jesus ist erstanden. Nun ist hin der lange streit; Freue dich, o christenheit! 3. Denn als der dritte morgen fam, So trat er in das leben, Das er sich selber wieder nahm, Wie ers selbst hingegeben. Und der Förper ward werklärt, Den die verwesung nicht versehrt, Als Gott ibn auferwecket. Halleluja. 4. Mein heiland! also bist du nun Aus deiner angst genommen. Du kannst jetzt überschwänglich 2. Christus selbst hat überwunden Des ergrimmten todes macht: Der in tüchern lag gebunden, Hat die schlange umgebracht, hat des satans reich verheeret, hat ihn nach der kurzen ruh Ausgezogen, und dazu Seine stolze macht zerstöret. Nun sind wir in sicherheit. Freue dich, o christenheit! 3. Ob mein heiland gleich ge Auf das Osterfest 108 storben, und ins grab geleget ist, Blieb er gleichwohl unverdorben: Denn nach dreier tage frist Bist du, held! zurückgekommen, Hast das leben und die macht Aus der schwarzen gruft gebracht, Und dem tod den raub genommen, Schenkfst uns nun die seligkeit. Freue dich, o christenheit! 4. Tod! wo sind nun deine waffen? Hölle! wo ist dein triumph? Satan kann nun nichts mehr schaffen, Seine pfeile sind nun stumpf. Christus ist sein gift gewesen, Christus ist der höllen pest: Welt und sünde liegen fest. Und wir menschen sind genesen, Siegen nun durch Christi streit. Freue dich, o christenheit! 8. Herr! dies sind die edlen früchte, Die dein auferstehen giebt: Daß wir gehn vor dein gerichte, Um das urtheil unbetrübt, Herr! dies sind die schönen gaben, Gnad und leben, freud und sieg, Trost und friede nach dem krieg: O die sollen kräftig laben Leib und feel in allem leid. Freue dich, 0 christenheit! 7. Zwar du tranfst vom bach am wege Einen bittern leidens: trank: Littest tausend schmach und schläge, Warst von sündenstrafen frank. Doch nun ist bein haupt erhoben, Nun erblasset ewig nicht Dein verklärtes angesicht: Wofür wir dich ewig loben In dem schauen nach dem streit. Freue dich, o christenheit! 9. Ach! ich seufze, ach ich dürfte Nach dem frieden tag und nacht, Den du, großer lebensfürste! Durch den kampf hast wiederbracht: Darum theil aus diese beute, Als der starke Simson that, Da er überwunden hat: Gieb sie uns, und zeig uns heute Deines sieges herrlichkeit. Freue dich, o christenheit! * * 5. Jesus heilet unsre plagen, Wenn wir nirgend hülfe sehn, Läffet uns nach dreien tagen Freu- 10. Gieb, Herr Jesu! deine dig mit ihm auferstehn. Die ver- gnade, Daß wir stets mit reue wesung dieser erden Sieht mein sehn, Was uns armen sündern treuer helfer nicht, Der durch grab schade, Daß wir mit dir auferstehn. und ferker bricht: Darum will ich Brich hervor in unsern berzen, dankbar werden. Harf und psal- Ueberwinde sünde, tod, Tiufel, ter sei bereit! Freue dich, o chri- welt und höllennoth: Dämpf in stenheit! uns angst, pein und schmerzen, Seelenkummer, traurigkeit. Freue dich, o christenheit! 6. Er ist aus der angst gerissen, Und mit ehren angethan: Wer ist, der sein leben wissen, Dessen läng' ausreden kann? Christus ist der eckstein worden; Gott! das ist von dir geschehn, Wie wir höchst erfreuet sehn. Aus verlorner fünder orden Reißt uns Gott durch diesen streit. Freue dich, o christenbeit! 11. Meinen leib wird man begraben, Aber gleichwohl ewig nicht. Bald werd ich das leben haben, Wenn das leßte weltgericht Alle gräber wird aufdecken. Wenn der engel feldgeschrei Zeiget, was vorbanden sei; Denn wird mich mein Gott aufwecken, Und beschließen all mein leid. Freue dich, o christenheit! 12. Denn so werden meine glieder, Die nur staub und asche sein, Unverweslich leben wieder, Und erlangen solchen schein, Deffen gleichen auf der erden Nimmermehr zu finden ist: Ja mein leib, Herr Jesu Christ! Soll dem deinen ähnlich werden, Ganz voll von der Auferstehung Jesu Christi. 109 pracht und herrlichkeit. Freue dich, erschreckt mich mehr, Mein Jesus o christenheit! lebt! das grab ist leer. 2. Mein Jesus siegt, drum liegt zu füßen, Was mir das leben rauben kann. Der tød wird völlig satan ihm unterthan; Der höllen abgrund selber bebt; Denn überall schallt: Jesus lebt. Mel. Christ lag in todesbanden. 186. allerschönster freudentag! tag, da meine sonne, Mein Jesus durch sein grab durchbrach, Zu meines herzens wonne. Ach! laß deiner klarheit schein Doch auch auf mich gerichtet sein, Damit ich fröhlich singe: Halleluja. 2. Nun weiß ich, meine seligkeit Kann mir kein mensch absprechen, Ich kann mit meinem Jesu heut Durch tod und hölle brechen. Gleich wie Israelis heer Befreiet durch das rothe meer, Will ich zum erbtheil reisen. Halleluja. 3. Mein Jesus lebt! das grab ist offen, So geh ich freudig in die gruft. Hier kann ich auch im tode hoffen, Daß mich sein wort ins leben rust. Wie süße schallt die stimme hier: Ich leb, und ihr lebt auch in mir. Mel. Wer nur den lieben Gott. 187.Mein ein Jesus lebt! was 4. Mein Jesus bleibt also mein leben, Er lebt in meinem herzen hier: Und soll ich ihm mein leben 3. Weg, satan! weg, o fleisches- geben, Kommt mir der tod nicht lust! Weg sündliches Egypten! schrecklich für; Weil er mich in Mein Kanaan ist mir bewußt Bei den himmel hebt, So wahr als Jesu! dem geliebten. Ach, mein Jesus ist und lebt. heil! verleihe mir, Daß meine feel stets ruh' in bir Und von der erde fliehe. Halleluja. Mel. In dich hab ich gehoffet 2c. 4. Mein heiland! weil du lebeft 188, Gott ſei gedankt zu jeder zeit, Die sonne mir, So hilf, daß ich dir lebe. Gieb, daß ich mich nun für und für Mit ganzem ernst bestrebe, Daß ich aus dem sündengrab' Aufsteh', und alles lege ab, Was mich und dich kann trennen. Halleluja. 5. Und weil du auferstanden bist, Laß mich auch einst aufstehen, und dorthin, wo mein erbtheil ist, mit vollen freuden gehen. Indeß ist mein herz bei dir, Herr! hol mich, wenn du willst, von hier In deine himmelsfreude. Halleluja. der gerechtigkeit Geht auf, uns zu erfreuen: Sie bricht mit macht Durchs todes nacht, Um alles zu erneuen. 2. Der siegesfürste Jesus Christ, Der heut vom tod erstanden ist, Der hat dem feind genommen All sein gewalt; Drauf ist er bald Mit freuden wieder kommen. 3. Auch hat des siegers starke macht Viel ausbeut aus dem grabe bracht, Die will er gern uns geben. Das ehrenkleid, Ge rechtigkeit, Fried, freud und ewig leben. 4. Drum geb ich dir, Immanuel! In deine hände leib und soll ich sterben? seel, Du bist mein schuß auf Hier steht mein haupt und trium- erden: Mein einger trost, Der phirt; So muß ich ja das leben mich erlöst: Nichts liebers mag erben, Weil noth und tod die mir werden. macht verliert. Kein trauerbild 5. Laß mich mit dir zu grabe 110 Auf das Osterfest dow gehn, Mit dir auch wieder aufer-| streit, Die feinde schau getrastehn, Den lüsten stets zu steuren: gen. Daß nach der zeit In höchster freud Ich dort mag ostern feiren. Mel. Nun freut euch liebe christen. 189. Mach auf, mein herz! 7. Drum auf, mein herz! geh an den streit, Weil Jesus überwunden: Er wird auch überwinden weit In dir, weil er gebunden Der feinde macht: daß du aufſtehst, neues leben gehſt Und Die sonn ist aufgegangen. Er- Gott im glauben dienest. muntre dich, mein geist und sinn! 8. Scheu weder teufel, welt und Den heiland zu empfangen. Er tod, Noch gar der höllen rachen: bricht nun durch des todes thor, Dein Jesus lebt, es hat nicht Und geht aus seinem grab' hervor, noth; Er ist noch bei den schwachen, Der ganzen welt zur wonne. Und bei elenden auf der welt, Als ein gekrönter siegesheld; Drum wirst du überwinden. 2. Steh aus dem grab' der sünden auf, Und such ein neues leben. Vollführe deines glaubens lauf, Laß sich dein herz erheben Zum himmel, wo dein Jesus ist, Such das, was droben, als ein christ, Der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nur, was dahinten ist, Und tracht nach dem, was droben: Damit dein ganzes herz, o christ! 3u Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse welt, Und strebe nach dem himmelszelt, Wo Christus ist und lebet. 4. Quält dich ein schwerer sorgenstein? Dein Jesus wird ihn heben. Es kann ein christ bei kreuzespein In freud und wonne Mel. Jesus, meine zuversicht. leben. Wirf dein anliegen auf 190. Auf mein herz! des A" den Herrn, Und sorge nicht; er Herren die ist nicht fern; Nachdem er auf nacht der furcht vertrieben. Chrierstanden. ostus, der im grabe lag, Sft im 5. Geh mit. Maria Magdalen tode nicht geblieben. O wie hoch Und Salome zum grabe: Die sind wir getröst! Jesus hat die liebe zwingt sie früh zu gehn Mit welt erlöst. ihrer salbungsgabe. Da siehest du, daß Jesus Christ Von todten auferstanden ist, und nicht im grabe blieben. 2. Er ist Gottes ewger sohn, Ewig sei er auch gepriesen! Seiner feinde schaar zum hohn Hat er sichtbar es bewiesen. Er erfüllte durch die that, Was sein mund geredet hat. 6. Es hat der löw aus Juda stamm Nun siegreich überwunden, Und das erwürgte Gotteslamm Das leben wieder funden. Es bringt heil und gerechtigkeit, Und hat, nach hartem kampf und * 9. Ach mein Herr Jesu! der du bist Von todten auferstanden, Rett' uns von satans macht und list, Und von des todes banden. Führ uns zusammen insgemein Zu einem neuen leben ein, Das du uns hast erworben. 10. Sei hochgelobt in dieser zeit Von allen gotteskindern, Und ewig in der herrlichkeit Von allen überwindern, Die überwunden durch dein blut: Herr Jesu! gieb uns fraft und muth, Daß wir auch überwinden. 3. Unsre schulden sind zwar groß; Doch wir dürfen nicht verzagen. Gott läßt unsern bürgen los, Der sie büßend hat getragen. von der Auferstehung Jesu Christi. 111 Jesus ist mit preis gekrönt, Und schlacht't am freuzesstamm, Ihn wir sind mit Gott versöhnt. 4. Sterben war der sünden sold; Nun ist Christus unser leben, Der für unsre schuld nicht gold, Nein sich selber hingegeben. Er hat aus des grabes nacht Neues leben mit gebracht. 5. Tod! wo ist nun deine fraft? Grab! wo sind nun deine ketten? Hier ist Gott, der hülfe schafft. Hier ist Jesus, der kann retten, Wenn gleich unser fleisch und bein Wird in staub verwandelt sein. 6. Herr! dies glaub ich dir zum ruhm, Und mein trost ist nicht vergebens; Denn ich bin dein eigenthum, Du bist mir die quell des Mel. Wie schön leucht't uns der. lebens. Hocherfreuet sing ich dir 192. Nom tod erstandnes Jetzt und ewig dank dafür. osterlamm! Deß blut Mel. Wo Gott der Herr nicht. hr christen! seht, daß durch sein blut rein mache. 5. Drum laßt uns nicht im sauerteig Der bosheit ostern essen, Daß uns nicht schalkheit dahin neig, Der buße zu vergessen. Vielmehr laßt uns die osterzeit Im süßen teig der lauterfeit Und wahrheit christlich halten. * 6. Jesu, du osterlamm! verleih Uns deine ostergaben, Daß wir fried, freude und dabei Ein reines herze haben. Gieb, daß in uns dein heiligs wort Der sünden sauerteig hinfort Je mehr und mehr ausfege. des hohen kreuzes stamm In unschuld erst beneßet; Und dem, da uns dein schmerz versöhnt, Ein von vornen, der es front, Sein heilig haupt verletzet: Von dir Strahlt mir Eine sonne Süßer wonne, Nach dem hohne, Aus des sieges ehrenkrone. sich in euch von sünden Und altem sauerteig noch regt: Nichts muß sich deß mehr finden; Daß ihr ein neuer teig mögt sein, Der ungesäuert sei und rein, Ein teig, der Gott gefalle. 2. Nahm der durch dich versöhnte Gott Dich selbst, dein ster2. Habt doch darauf genaue acht, ben, deinen spott, Zum opfer für Daß ihr euch wohl probiret, Wie die sünde; So zeigt mir dein lebenihrs vor Gott in allem macht Und dig sein, Als auf den sturm ein euren wandel führet. Ein wenig gnavenschein, Daß ich das leben sauerteig gar leicht Den ganzen finde. Durch dich Schmeck ich In teig sofort durchfreucht, Daß er den tagen Bittrer plagen Süße wird ganz durchsäuert. sind weide Angenehmer seelenfreude. 3. Also es mit den sünden ist: 3. Wie stärkt dein heilig fleisch Wo eine herrschend bleibet, Da so gut! Wie lieblich labt dein bleibt auch was zu jeder frist Zum göttlich blut! löw' aus Juda bösen ferner treibet. Das oster- stamme! Und so macht mir zu Das lamm im neuen bund Erfordert, gleicher zeit Dich deine holde freunddaß des herzens grund Ganz rein lichkeit Zum süßen osterlamme. Laß, in allem werde. Herr! Ferner Ohn verrücken Das erquicken Dieser gaben Meine seele kräftig laben! 4. Wer ostern halten will, der muß Dabei nicht unterlassen Die bittre salsen wahrer buß, Das 4. Hilf, daß ich mich zu jeder böse muß er bassen; Daß Christus zeit Zum süßteig ächter lauterunser ofterlamm, Für uns ge- keit Je mehr und mehr erneure; 112 Auf das Osterfest. Daß, wenn du mich erwachen läßt,| Der fluch aus Mosis büchern Ich auch ein ewig ofterfest Mit schallt; So schüß ich Jesum vor: allen engeln feire. Muß hier Dies schreckt mich nicht, mein Mit dir Gleich mein herze, Voll heiland spricht: Ich bringe dir vom schmerze, Noth und schrecken den frieden. Erst als bittres salsen schmecken. 5. Weil du vom tod erstanden bist; So werd ich nun auch, als ein christ, Nicht in dem grabe bleiben. Nichts wird mich, o mein ofterlamm Und meiner seelen bräutigam! Auf erden von dir treiben. Lieblich Will ich mich im schauen Auf den auen Deiner freuden Ewig mit und an dir weiden. Mel. Du friedefürst, Herr 2c. ie lieblich sind doch 5. Wenn mich die welt bedrängt und plagt, Und seßt mir heftig zu, Von einem ort zum andern jagt; So schafft mir Jefus ruh. Die welt schreckt nicht, Mein heiland spricht: Ich bringe dir den frieden. 6. Wenn mich die noth und trübsal drückt, Wenn mich ein freund verstoßt; Werd ich doch träftiglich erquickt, Mir bleibt des Herren trost. Die noth schreckt nicht, Mein heiland spricht: Ich bringe dir den frieden. 7. Wenn mich mein fleisch unruhig macht, und reizt zur sündenbahn; Wird doch sein wille nicht vollbracht, Ruf ich nur Jesum an. Das fleisch schreckt nicht; Mein heiland spricht: Ich bringe dir den frieben. freundlich ist dein mund! Wie tröstet mich dein wort so süß, meines glaubens grund! Du guter bot, Du tobestod, Du friedenswiederbringer. 2. Nun ist des höchsten wort erfüllt, Nun freut sich herz und sinn. Nun ist des Herren zorn gestillt, Nun ist das zagen hin. Mein Jesus hat An meiner statt Die fündenschuld gebüßet. 8. Und droht mir gleich zuletzt der tod Mit krankheit, angst und pein; So will auch in der todesnoth Mein heiland bei mir sein. Der tod schreckt nicht, Mein heiland spricht: Ich bringe dir den frieden. 3. Der friede Gottes herrscht in mir, Der über die vernunft; Mir öffnet sich die himmelsthür, Drum fleuch du höllenzunft! Du schreckst mich nicht, Mein hei land spricht: Sch bringe dir den frieden. 9. Dank sei dir, o du friedefürst! Für das erworbne gut, Das du mir wohl erhalten wirst. Mein herz, das in dir ruht, Erschricket 4. Wenn des geseßes donner nicht, Auch wenn es bricht: Ich knallt, Wenn mir im herz und ohrfabre hin in friede. X. Von der Himmelfahrt Christi. Mel. Von Gott will ich nicht ac. 1 überstandnem leiden. Lobsingt, 194.Mein Jein Jefus triumphi** ret, Und nimmt den himmel ein. Er hat sein werk vollführet, Vom fluch uns zu befrein. Die hohen seraphim Empfangen ihn mit freuden Nach lobsinget ihm! 2. Wohl uns! die wir noch hoffen. Nun Jesus triumphirt, Steht uns der weg auch offen, Der zu dem himmel führt. Er selbst, er macht uns bahn. Wer Von der Himmelfahrt Chrifti. 113 hier nur an ihn gläubet, Jhm Freudenlieder, Fallet nieder, Rühmt folgt und treu ihm bleibet, Der wandelt himmelan. und ehret Den, der jetzt gen hime mel fähret. 3. Du bist das haupt von uns, und wir Sind deine#glieder: drum von dir Kommt uns licht, troft und leben. Heil, friede, freude, starke kraft, Erquickung, labsal, lebenssaft, Wird uns von dir gegeben. Rühre, Führe, Höchste güte! Mein gemüthe, Dich zu preisen, Dir sich dankbar zu erweisen. bi deda 4. Herr! hilf uns darnach ringen Mit eifrigster begier. Laß unsern fleiß gelingen! Den him mel suchen wir. Laß uns in die4. Zeuch Jesu! uns, zeuch uns ser welt Sm glauben an dich wannach dir. Hilf, daß wir künftig deln, So denken und so handeln, für und für Nach deinem reiche Wie dir es wohlgefällt. 5. Was sind der erde freuden? Wie bald sind sie dahin! O bilf uns alles meiden, Was hier noch unsern sinn Bereitelt und uns stört, Das beste theil zu achten, Und nur nach dem zu trachten, Was ewig heil gewährt. trachten. Laß unser thun rechtschaffen sein: Leucht uns durch deinen gnadenschein, Das eitle zu verachten. Unart, Hoffart Laf uns meiden, Christlich leiden, Dich umfassen, Sünd und bosheit eifrig haffen. 6. Sei du selbst unser leiter In unsrer prüfungszeit; Und bring uns immer weiter zu deiner herrlichkeit! Bis diese zeit vorbei, Bis wir dich, heiland! sehen, Und freudig vor dir stehen, Bis erd und himmel neu. 3. Nur dort, nicht auf der erden, Ist unser bestes theil. Um himmlisch einst zu werden, Erwarb der Herr uns heil. Erlöste! macht euch auf! Wo Jesus hingegangen, Dahin schickt das verlangen! Da hin geh euer lauf! * 5. Sei, Jesu! unser schaß und schng. Der christen ruhm, der feinde trup, Worauf wir uns verlassen. Lenk uns nach dem, was droben ist: Auf erden wohnet trug und list, Es ist auf allen gassen, Lügen, Trügen, Angst und plagen, Die uns nagen, Die die seelen Armer christen beftig Mel. Wie schön leucht't uns der. quälen. 195. 2 wundergroßer sie. A d geshelp! Du sündentilger aller welt! Heut hast du dich geseßet Zur rechten deines vaters fraft, Der feinde schaar nun ganz siegbaft Bis auf den tod verleget; Mächtig, Prächtig Triumphiret, Jubiliret: Tod und leben Ist, Herr Christ! dir untergeben. n Die dich, nebst allen seraphim, 196. Defu Chrift! Der 2. Dir dienen alle cherubim, Mel. 6. Ermuntre dich, mein ac. lebensfürst, Herr Als siegesfürsten löben: Weil du den segen wiederbracht, Und dich du bist aufgenommen Gen himmit majestät und macht Zur herr- mel, da dein vater ist, Und die lichkeit erhoben. Singet, Bringet gemein' der fremmen; Wie soll 8 6. Herr Jesu! komm, du gnadenthron, Du siegesfürst, held, Davies sohn! Komm, stille das verlangen! Du bist uns allen fa zu gut, O Jesu! durch dein theures blut Ins beiligthum gegangen. Eile, Theile Mit uns armen, Aus erbarmen, Deine gaben, Bis wir sie dort völlig haben. 114 Von der Himmelfahrt Christi. ich deinen großen sieg, Den du licht, Wenn uns vor angst das durch deinen schweren krieg Er- herz zerbricht; Denn du kannst worben, würdig preisen, Und dir kraft und leben Und fried' und gnug ehr erweisen? freude geben. 2. Du hast die höll' und sün- 8. Du salbest uns mit deinem dennoth Ganz ritterlich bezwun- geist, Giebst lehrer, treue hirten, gen, Es ist dem teufel, welt und Die uns mit dem, was seelen tod Nicht wider dich gelungen. speist, Erquicken und bewirthen. Du siegest völlig nach dem streit. Wie werd ich solche herrlichkeit, D Herr! in diesem leben Nach würdigkeit erheben? Du, hoherpriester! zeigest an, Daß uns dein opfer retten kann, Ja gar von satans rachen Frei, los und ledig machen. 9. Nun hat uns deine himmelfahrt Die straße schon bereitet: Du hast den weg nun offenbart, Der uns zum vater leitet. Und weil du denn, Herr Jesu Christ! Nun stets in deiner wonne bist; So werden ja die frommen Der einst auch zu dir kommen. 3. Du hast dich zu der rechten hand Des vaters hingeseßet; Der hat dir alles zuerkannt, Weil du, obgleich verleßet, Den starken feind doch umgebracht, Triumph und sieg daraus gemacht, Und ihn auf deinem wagen Sehr herrlich schau getragen. 4. Nun unterwirft Gott alles dir, Sich selber ausgenommen: Die engel müssen für und für Zu deinem dienste kommen, Die fürstenthümer stehn bereit Zu dem, was deine macht gebeut! Luft, wasser, feuer, erde, Sucht, wie es folgsam werde. 10. Ist unser haupt im himmelreich, Wie deine jünger schreiben; So sind wir auch einst engeln gleich, Und können hier nicht bleiben: Die glieder müssen insgemein Dereinst bei ibrem haupte sein. Wir hoffen mit vertrauen, Dein herrlich reich zu schauen. * Nach der Predigt.* 11. Herr Jesu! zieb uns für 5. Du, herrscher! fährst mit jauchzen auf, mit mehr denn tausend wagen Der starken engel, die und für, Lenk unsere gemüther zu hauf Dir preis und ehre sa- Herz und gedanken stets zu dir, gen. Du fähreft auf mit lobge- Auf deine himmelsgüter; Daß da fang, Es schallet der posaunen schon unser wandel ist, Wo sich klang: Mein Gott! vor allen din- fried, freud und wahrheit füßt, gen Will ich dir auch lobsingen. Und wir nur solches wesen, Das himmlisch ist, erleſen. 6. Du fährest freudig in die 12. Hilf, daß wir unsern schaß höh Und führeſst die gefangen, Die sonst, zu unserm ach und weh, allein In jener welt erlesen, Wo Ergrimmt auf uns gegangen; Gottes finder ewig sein, Nicht Drum preisen wir mit süßem in dem eitlen wesen; Und dorthin schall, starker Gott! dich über- sehn, was künftig ist, Da du uns all, Wir, die wir so viel gaben schaß und alles bist: Weil doch Hiedurch empfangen haben. in diesen gründen ein bleibend gut zu finden. 13. Zieh uns dir nach, so laufen wir, Gieb uns des glaubens flügel: Reiß uns durch deine kraft von hier Auf zions jeudenhügel: 7. Du bist das haupt in der gemein, Und wir sind deine glieder: Du wirst ein schuß der glieder sein, Wir fallen vor dir nieder, Und bitten: gieb uns trost und Von der Himmelfahrt Chrifti. Mein Gott! wenn fahr ich doch dahin, Woselbst ich ewig fröhlich bin! Wenn werd ich vor dir stehen, Dein angesicht zu sehen? Mel. Christus, der uns selig ic. 197. Siegesfürst! wo fährst du denn der erden, Wo ich noch im elend bin, Nun entzogen werden? Willst du dich, verfärtes haupt! Von den gliedern trennen, Welche, deiner fraft beraubt, Nicht bestehen können? 2. Nein, auf wolken schwingst du zwar Dich zu jenen sternen; Doch du willst von deiner schaar Dich nicht ganz entfernen. Sichtbar nur erhöhst du dich, Menschensohn! von sündern, Doch du bleibst unsichtbarlich Noch bei deinen kindern. g 3. Heiland! welch ein trost für die, Die dich nicht mehr sehen! Und, versucht in kampf und müh, Unter feinden stehen. Jesu! du bist auch bei mir, Hilf, daß auch die leiden Nie das schwache find von dir, Seinem führer, scheiden. 4. Du gehst in das heiligthum, Für dein amt auf erden nun mit ehre, preis und ruhm Dort gefrönt zu werden. Gieb, daß ich Gott auch getreu Lebe, leide, sterbe; Und von allem übel frei Einst dein reich ererbe. 115 7. Hoherpriester! dein gebet Währt in zions auen, Wo die sel'gen dich erhöht Bei dem vater schauen. Da stellst du dein opfer dar, Suchst für fünder gnade, Und, daß kindern nicht gefahr Noch versuchung schade. 8. Jesu! sich aus heilger höh Auf die erde nieder, Sei bei uns in lust und weh, Segne deine glieder Bürge! sorg' auch für mein wohl, In des vaters reiche, Daß mein hingang, freudenvoll, Deiner auffahrt gleiche. Mel. Wo Gott der Herr nicht. 198. Auf Christi himmelfahrt allein Ich meine nachfahrt gründe, Und allen zweifel, angst und pein Hiemit stets überwinde: Denn weil das haupt im himmel ist, Wird seine glieder Jesus Christ Zur rechten zeit nachholen. d dog 2. Weil er gezogen himmel an, Und große gab' empfangen: Mein herz auch nur im himmel kann, Sonst nirgends, ruh erlangen. Denn wo mein. schaß gekommen hin, Da ist auch stets mein herz und sinn; Nach ihm mich stets verlanget. 3. Ach Herr! laß diese gnade mich Von deiner ausfahrt spüren; Daß mit dem wahren glauben ich Mag meine nachfahrt zieren, Und denn einmal, wenn dirs gefällt, Mit freuden scheiden aus der welt: Herr! höre dies mein flehen. 5. Mittler! deine himmelfahrt Naubet den erlösten nicht ganz deine gegenwart. Dieses soll sie trösten. Du eröffnest uns die thür Zu den seligkeiten, Gehst, um ihnen und auch mir Stätten zu bereiten. Von Christi Sißen zu der 6. Ja, du fährst zum vater auf, Uns den geist zu senden, Daß rechten Hand Gottes. Mel. Erschienen ist der herrlich. wir durch ihn unsern lauf Un- 199. Wir freuen uns, Herr verrückt vollenden. Jesu! laß uns Christ! Daß diesen geist Hier zum pfande die- du zur rechten Gottes bist. Du nen, Bis das, was bein wort ver- starker Herr Immanuel! O stärk heißt, Uns dereinst erschienen.no in glauben unsre feel. Halleluja, 8* Von der Himmelfahrt Chrifti. 116 2. Du sigest auf der himmel thron, Als unser freund, als men schensohn. Auch da schämst du bich unser nicht; Drum bleibst bu unsre zuversicht. Halleluja. 3. Dein ist die macht, dein ist das reich. Wer ist an majestät Mel. Nun lob', mein seel! den zc. bir gleich? Mensch, engel, febe 200. Mein heiland fiet kreatur ft dein, du herrscher der natur. Halleluja. 4. Umsonst, umsonst empöret sich Der fürst der hölle wider dich. Dein thron steht fest, der seine liegt; Durch deine macht ist er besiegt. Halleluja. 15. Du unser triumphirend haupt! Wie selig ist, der an dich glaubt! Du bist sein licht, sein trost, sein theil, Sein starker schuß, sein ewges beil. Halleluja. 10. Dann triumphirt der glaub' an dich. Dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jesu Christ! Der du zur rechten Gottes bist. Halleluja. poil? vaters rechten hand, Allwo ihn herrlich loben Die seraphim; in solchem stand Ist unser fleisch zu finden; O welch ein ruhm und ehr! Es müsse nun verschwinden, Was uns betrübet sehr! Denn unser haupt regieret In großer herrlichkeit, Wohin er uns auch führet Nach unsrer wallfahrtszeit. 2. Lob sei dir, Herr! gesungen, Daß du dich aus selbsteigner macht 6. Herr! unsre herzen traun Gen himmel aufgeschwungen, Und auf dich. Dein freuet unsre feele den triumph davon gebracht; Daß sich. Du held von unserm fleisch du hast aufgeschlossen Des himund blut! Bist unser trost und höchstes gut. Halleluja. mels freudenthür, Und uns zu reichsgenossen Verordnet für und für. Ach! laß es uns gelingen, Den lieben engeln gleich Ein loblied dir zu singen In deines vaters reich. 7. Was uns gebricht, ist dir bekannt. Der segen ist in deiner hand. Von keiner seele bist du fern; Du siehst auf sie und hilfst ihr gern. Halleluja. 68. Sich auf uns gnädig allezeit Vom throne deiner herrlichkeit! Hilf unserm schwachen glauben auf Halleluja tröster den heilgen geist, zu troft der armen christenheit. Halleluja. 9. Gen himmel fuhrst du als ein held. Als Herr und richter Halleluja, Halleluja, Halleluja! aller welt Wird dich dereinst der Deß soll'n wir alle froh sein: erdfreis sehn, Laß uns dann freu- Christus will unser trost sein. dig vor dir stehn. Halleluja. Halleluja. * Zwischen der Predigt.* Christ fuhr gen himmel: Was er 10 XI. 1 Auf das Pfingstfest. Von dem heiligen Geiste. o 201. Komm, Gott schö- Daß dein geschöpf vor bir soll pfer, beilger geist! sein. Besuch die herzen, sie sind dein: Mit gnaden füll sie, wie du weißt, 2. Denn du der tröster bist ge nannt, Des höchsten gabe, die uns Auf das Pfingstfeft. 117 3. Du heilge brunst, süßer trost! nun laß uns fröhlich und getroft In deinem dienst beständig bleiben, Die trübsal uns nicht abtreiben. Herr! durch dein' fraft uns bereit, Und stärke uns bei blödigkeit, Daß wir bie ritterlich ringen, Durch tod und leben zu 4. Jünd uns ein licht an im dir dringen. Halleluja, Halleluja. verstand, Gieb uns ins herz derdil Oder: liebe brunst. Wie schwach wirnis Melodie 16. sind, ist dir bekannt: Drum stärk omm heiliger geift! erfüll die und theur: Ein falböl, das an uns gewandt, Des lebens brunn, der liebe feu'r. 3. Du bist in gaben mannigfalt, Du schmückst das herz und den verstand: Des vaters wort dringt mit gewalt Durch deine fraft in alles land. 5. Des feindes list treib von uns fern, Den frieden gieb durch deine gnad: Daß, wie du führst, wir folgen gern, Und meiden, was der seelen schadt. 6. Den vater uns recht kennen lehr, Und Jesum Christum seinen sohn, Daß wir auch geben gleiche ehr Dir, beider geist, in einem thron! * 7. Gøtt, unser vater! sei allzeit Aus herzensgrund von uns Gott! und beinen geist, Denen, gepreist. Lob sei, Herr Jesu! dir die dich bitten, giebest, Ja uns um bereit Mit Gott dem werthen heil- ibn bitten beißt; Demuthsvoll fleb gen geist. ich vor dir; Vater! send ihn auch zu mir, Daß er meinen geist ert und Gott, weibe. da heiliger geist, erneue, Und ihn dir zum tempel Domm 202. Erfüll mit deiner gnaden gut Deiner gläub'gen berz, muth und finn, Dein brünftge lieb' entzünd in ihn'n. O Herr! durch deines lichtes glanz zu dem glauben verfammlet haft Das volk aus aller welt zungen! Das sei dir, Herr! zu lob gesungen. Halleluja, Halleluja, entzünd in ihnen das fener beiner göttlichen liebe; Der du durch mannigfaltigkeit der zungen Die völfer der ganzen welt versammlet baft, In einigkeit des glaubens, Halleluja, Halleluja. Mel. Jesu! deine beilge wunden. 203, 203. Der du uns als va 2. Ohne ihn fehlt meinem wisjen Leben, fraft und fruchtbarkeit; Und mein berg bleibt dir entriffen, Und dem dienst der welt geweiht, Wenn er nicht durch seine fraft Die gesinnung in mir schafft, Daß ich dir mich ganz ergebe, Und zu deiner ebre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht. 2. Du beiliges licht, edler hort! erkennen, Jesu! noch mit ächter Laß uns leuchten des lebens wort, treu Meinen Gott und Herrn Und lehr uns Gott recht erkennen, dich nennen, Stebet mir dein Von herzen vater ihn nennen. Ogeist nicht bei. Drum so laß ihn Herr! bebüt vor fremder lehr, Daß fräftiglich In mich wirken, daß wir nicht meister suchen mehr, ich dich Glaubensvoll als mittDenn Jesum Christ in rechtem glau- ler ehre, Und auf deine stimme ben, und ihm aus ganzer macht höre. vertrauen. Halleluja, Halleluja. n@ adin 4. Ew'ge quelle beil'ger güter, Auf das Pfingstfeft Hochgelobter Gottesgeist! Der du Mel. Herr Jesu Christ! dich zu. menschliche gemüther Besserst und mit troft erfreuft! Nach dir, Herr! 204.heiliger und reiner geist! Der sich als verlangt auch mich; Ich ergebe wahrer Gott erweist: Dein edler mich an dich. Mache mich, zu nam' und eigenschaft Bezeugen Gottes preise, Heilig und zum deiner gottheit kraft. Gue himmel weise. 12. Jehovah wirst du, Herr! 5. Fülle mich mit heilgen trie- genennt, Vom sohn und vater ben, Daß ich Gott, mein höchstes nicht getrennt: Dein wesen ist mit gut, Uleber alles möge lieben, Daß beiden gleich, Du lebst und herrsch'st ich mit getrostem muth Seiner in gleichem reich. vaterhuld mich freu, Und mit wah- 3. Die allmacht und allwissenrer findestreu Stets vor seinen augen wandle, Und rechtschaffen denk und handle. sdsil nidiltion heit, Allgegenwart und ewigkeit, Und was der eigenschaften mehr, Erweisen deiner gottheit ehr. 6. Geist des friedens und der 4. Du wirkest stets durch deine liebe! Bilde mich nach deinem kraft, Die alles trägt, erhält finn, Daß ich lieb' und sanftmuth und schafft. Dein' erste schöpfung übe, Und mirs rechne zum ge- ist vorbei, Die andre machet alwinn, Wenn ich je ein friedens- les neu. band Knüpfen kann, wenn meine hand, Zur erleichtrung der beschwerden, Kann dem nächsten nüßlich werden. 7. Gieb mir wahres selbsterfenntniß, Daß ich meine fehler feb, Und durch demuthsvoll bekenntniß Gott um die vergebung fleh. Mache täglich ernst und treu, Sie zu bessern, in mir neu, Zu dem heiligungsgeschäfte Gieb mir immer neue fräfte. dr and 118 8. Wenn der anblick meiner sünden Mein gewissen niederschlägt; Wenn sich in mir zweifel finden, Die mit angst mein herze hegt; Wenn mein aug in nöthen weint Und Gott nicht zu hören scheint: O dann laß es meiner seelen Nicht an trost und stärkung fehlen! hehe ( 9) 9. Was sich gutes in mir findet, Ist dein gnadenwerk in mir, Selbst den trieb hast du entzündet, Daß mich, Herr! verlangt nach dir. O so seße durch dein wort Deine gnadenwirkung fort, Bis sie durch ein selig ende Herrlich sich an mir vollende.mp 5. Die taufe gründet sich auf dich, An deinen namen gläube ich. Ich will kein schnöder lästrer sein; Denn solche trifft die höllenpein. per 6. Ein unterschiedene person, Von Gott dem vater und dem sohn, Bist du, die ewig ist und bleibt, Wie uns dein heilig wort beschreibt. 7. Du kamst in feuriger gestalt. Auch jego zeugst du mannigfalt, Daß du in frommen seelen wohnst, Und, die dich lieben, reichlich lohnst. 8. Du gehest ewig von dem sohn Und vater aus: von Christi thron Wirst du als ein gewisses pfand In aller gläub'gen herz gesandt. 9. Du stellt die feuertaufe dar, Kommst auf die jünger offenbar, Und machest, daß durch deine fraft Jhr lehramt reichen nußen schafft. note 10. Unsichtbar aber kommest du, Und sehest eine seel in rub, Die dich durch wort und sakrament Annimmt und hält bis an das end. PTT von dem heiligen Geifte. 119 11. Nun sieh! ich öffne dir| tes kraft Getroft und gläubig mein herz, Ach! lindre meinen stehn. sündenschmerz. Ich bin dein tempel, wohn in mir: Denn auf dich hoff' ich für und für. 7. Wen Gottes geist beseelt, Wen Gottes wort erreget, Und wer die erstlinge Von seiner gnade träget, Der stimme mit uns ein, Und preise Gottes treu; Sie ist an diesem fest, Und alle morgen neu. Mel. O Gott, du frommer Gott. 205. Kommt, feelen! dieſer tag Muß heilig sein besungen: Sprecht Gottes thaten aus Mit neu erweckten zunMel. Wie schön leucht't uns der. gen. Dort hat der werthe geift 206. Komm, Gottes geift! Viel helden ausgerüst't: Drum betet, daß er auch Die herzen hier begrüßt. komm, höchster gaft! Herr! den der himmel nicht um fast, Noch dieser freis der erde. Komm, offenbare dich auch mir, Gott heilger geist! daß ich in dir Ein geist mit Christo werde. Leite Heute Geist und sinnen, Mein beginnen Und mein leben, Deiner liebe nachzustreben. 2. Ach ja, du ewger geist, Du tröster aller frommen! Wir warten, daß du mögst Zu uns mit segen kommen. Dein sind wir durch die tauf, Durchs wort und predigtamt; Des geistes früchte schenk Uns reichlich allesammt. 3. Du edler liebesgeift, Laß deine liebesflammen Durch aller herzen gebn, Und füge sie zusammen. Willst du geschäftig sein, Ach! präge Christi finn Uns allen kräftig ein. Bei Chrifti liebesmahl mein heil und licht, Du theurer 4. Wir sind an Christi leib Zu gliedern auserkoren, Durch deine gnadenkraft, In Christo neu geboren. Gieb,( beine gaben sind, Ja, Herr! so mancherlei) Daß jeder seines orts Ein lebend glied maaß sei. 2. Komm, theures gut, komm, böchster schaß! Komm in mein herz und mache plaß, Dich gläubig einzunehmen. Ich gläube feft, 5. Uns lehret Christi tisch Fried und gemeinschaft haben, Und dazu dienen die Von dir empfangnen gaben: Wenn nun der alte feind Uns listig trennen will, So wehre ihm und mach Uns friedsam, fromm und still. tröster! wirst dich nicht Der armen hütte schämen. Eile, Heile Herz und seele Mit dem öle Deiner gnaden; mache gut den fündenschaden. 3. Entzünd in mir die liebesgluth, Und mache brünstig geist und muth, Du flamme reiner liebe! Laß mich mit dir versiegelt sein, Damit in noth und todespein Ich steten glauben übe. Rühre, Führe, Mein gemüthe, Gottes güte Zu erkennen, Christum meinen Herrn zu nennen. 4. Erquicke mich, du sanfter wind, Du brunn, wo lebenswaffer rinnt, Du süße freudenquelle! Die allen durft der seelen stillt, Und aus der gottheit tiefe quillt, Ganz rein und ewig helle. Fließe, Gieße Deine gaben Mich zu laben, Wenn ich size In der angst- und 6. Was unserm wissen fehlt, Das hie nur stückwerk bleibet, Was unsern willen lockt Und zum verderben treibet: Das laß, o großes licht! Durch deinen glanz vergehn, Und uns in Got- trübfalshiße. 120 Auf das Pfingstfest 5. Sei meiner phnmacht fraft| gewinnen, Dich zu preisen, Guts und macht, Mein helles licht in dem nächsten zu erweisen. dunkler nacht, Mein weg, wenn ich verführet; Mein Lehrer in unwissenheit, Mein starker beistand in dem streit, Bis mich die wonne zieret. Schüße, Stüße, Herr! mich schwachen, Stark zu machen Meinen glauben; Laß mir nichts die frone rauben. 4. Steh uns stets bei mit deinem rath, Und fübr uns selbst den rechten pfad, Weil wir den weg nicht wissen. Gieb uns beständigkeit, daß wir Getreu dir bleiben für und für, Wenn wir auch leiden müssen. Schaue, Baue Was zerrissen, Doch geflissen, Dir zu trauen, Und auf dich allein zu bauen. 6. Hilf mir in meiner letzten noth; Versüße mir den bittern tod. Wenn herz und augen brechen: So sei du meines lebens 5. Laß uns dein' edle balfamskraft Empfinden und zur ritterlicht. Laß, wenn die zunge nicht schaft Dadurch gestärket werden: mehr spricht, Dein seufzen für Auf daß wir unter deinem schußz mich sprechen. Laß mich Endlich Begegnen aller feinde trup, So Nach dem scheiden Zu den freu- lange wir auf erden. Laß dich den Aller frommen und des him- Reichlich Auf uns nieder, Daß mels erbtheil kommen. wir wieder Troft empfinden, Alles unglück überwinden. Mel. Wie schön leucht't uns der. heilger geist! kehr 207. bei uns ein, Und laß uns deine wohnung sein, komm, du herzenssonne! Du himmelslicht! laß deinen schein Bei uns und in uns kräftig sein, 3u steter freud und wonne; Daß wir In dir Recht zu leben Uns bestreben, und mit beten Oft deshalben vor dich treten. * 6. Du füßer himmelsthau! laß dich In unsre berzen fräftiglich, Und schenk uns deine liebe; Daß unser sinn verbunden sei Dem nächsten stets mit liebestren, Und sich darinnen übe: Kein neid, Kein streit Dich betrübe; Reine liebe Wollst du geben, Sanft- und demuth auch daneben. 7. Hilf, daß in wahrer beiligfeit Wir führen unsre lebenszeit. 2. Gieb kraft und nachdruck Sei unsers geistes stärke, Daß deinem wort, Laß es wie feuer uns forthin sei wohlbewußt, Wie immerfort In unsern herzen bren- eitel ist des fleisches lust Und nen; Daß wir den vater, seinen seine sündenwerke. Rühre, Führe sohn, Dich beider geist, in einem Unsre sinnen Und beginnen Von thron, Für wahren Gott beken- der erden, Bis wir himmelserben nen. Bleibe, Treibe Und behüte werden. Das gemüthe, Daß wir gläuben, und im glauben standhaft bleiben. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 3. Du quell, draus alle weis- 208. Celer gift im bin heit Die in fromme melstbrone! Eines feelen gießt, Laß deinen trost une wesens, einer kraft Mit Gott vahören, Daß wir in glaubenseinig- ter und dem sohne, Schwacher feit Auch andre in der christenheit seelen lebenssaft! Ach geuß dich Dein wahres zeugniß lehren. nach deiner treu In mein herz, Höre! Lehre, Herz und sinnen Zulund mach es neu; Daß Gott von dem heiligen Geiste. felbft mit seiner gabe Lust in mir zu habe. 2. Ach! ich bin voll schmach und schande, Gar erbärmlich zugericht't. Satan hat durch sündenbande Meine schönheit ganz zernicht't. Gottes bild ist ganz verderbt. Sünden sind mir angeerbt: Und wie kann Gott solche seelen Sich zur wohnung auserwählen? 121 Rechte frende muß den frommen Einig von Gott selber kommen. 8. Geist des betens! lehr mich beten: Abba vater in der höh! Treibe mich, vor Gott zu treten, Und gieb, wenn ich vor ihm steby Daß mein bitten fräftig sei, Steh mir stets mit seufzen bei: Sprich in mir in Jesu namen Nach dem flehn ein kräftig: amen! 3. Du bist Gottes starker finger, Der der sünden macht zerbricht, Satans mächtiger bezwinger, Meiner feelen helles licht: Mel. Jesu! meines lebens leben. Kehrest du nur bei mir ein, ch! 209. Gnadengeift, ach! ſei willkommen, Zeuch wird mein herze Und auch schon auf dieser erden Eine wohnung Gottes werden. 4. Geist der weisheit! komm und leite mich zur rechten weisheitsquell. Geh' und stehe mir zur Seite, Mach mein finstres herze hell, Und durch deinen glanz erleucht't; Daß es Gottes sinn erreicht, Bis ich nach den trauerstunden Jene seligkeit gefunden. in unsre herzen ein, Da du wohl wirst aufgenommen, Weil wir trost bedürftig sein; Tröfte diese schwache glieder, Was gebunden, löse wieder. Lenk zurück. was irrig heißt, O du sanfter gnadengeist. 5. Geist des trostes! in dem leiden Steh mir allzeit kräftig bei. Wenn die besten freunde scheiden. Bleib du mir beständig treu. Gieb mir ein gelassen herz. Daß ich in dem größten schmerz Trost der seelen bei dir finde, Und mich stets mit dir verbinde. 2. 3war kein mensch lebt auf der erden, Der des geistes gaben werth; Weil sie dem verfaget werden, Der mit sünden sich beschwert. Alles liegt an Christi gnaden: Denn der heilt der seelen schaden, Der hat uns das theure pfand, Gottes geist, auch zugewandt. 6. Geift des raths! wie oft verschwindet Rath und that in angst und noth! Wenn mein herz nicht hülfe findet, Wenn ich leide, wenn der tød Herz und augen niederdrückt, Wenn ich traurig und gebückt, und vor jammer müßt vergehen; Ach! so bleib du bei mir stehen. 3. Ach! wir waren wilde reben, Gänzlich aus der art gebracht. Tod und fluch traf unser leben: Nun ist alles gut gemacht. Was uns sünder, was uns schwachen Kann gerecht und selig machen, Giebt uns in der tauf der geist, Der ein geist der gnaden heißt. 4. Nun du brunnquell aller güter, Geist! der freud und trost verspricht, Ach! bestrable die ge7. Geist der freuden! mein gemüther Durch dein göttlich gnamüthe Suchet an dir seine lust. denlicht. Behre du verstand und Schmeckt mein herz nur deine willen; Hilf uns Gottes wink güte; So verlachet meine brust, erfüllen, Gieb uns beistand, heil Was die welt für luft erdenkt. und fraft, Die uns totten leben Weltluft nur die seele fränkt; schafft. 122 Auf das Pfingstfest 5. Treuer beistand unsrer see- Wie man recht beten soll: Dein len, Stifter wahrer freudigkeit! beten wird erhöret, Und macht Wenn uns unsre sünden quälen, uns segensvoll; Es steiget himSo gieb du zufriedenheit, Daß mel an, Es steigt und läßt nicht wir in dir ruhe finden: Steure abe, Bis der geholfen habe, Der du den unglückswinden; Brich allen helfen kann. hervor, du gnadenschein! Daß wir in dir selig sein. 6. Ach ich rufe! ach ich schreie, Wie ein hirsch nach wasser schreit! Lebensquelle! komm, erfreue mich in meiner bangigkeit. Gnadengeist! ach laß dich finden, Komm, dich mit mir zu verbinden, Daß ich jetzt und allezeit Deines namens ruhm ausbreit. Mel. Von Gott will ich nicht ic. 210.3 euch ein zu deinen thoren, Sei meines herzens gast, Der du, da ich geboren, Mich neu geboren hast, O hochgeliebter geist Des vaters und des sohnes, Mit beiden gleiches thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein, laß mich empfinden Und schmecken deine kraft, Die kraft, die uns von sünden Hülf und errettung schafft: Entsünd'ge meinen sinn, Daß ich mit reinem geiste Dir ehr und dienste leiste, Die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder reben, Du hast mich gut gemacht. Der tod durchdrang mein leben, Du haft ihn umgebracht, und in der tauf erstickt, Als wie in einer fluthe, Mit Jesu tod und blute, Das uns im tod erquickt. 6. Du bist ein geist der freuden, Der unser herz aufricht't, Erleuchtest uns im leiden Mit deines trostes licht. Ach ja! wie manches mal Hast du mein herz erquicket Und trost mir zugeschicket In trübsal, noth und qual! 7. Du bist ein geift der liebe, Ein freund der freundlichkeit: Willst nicht, daß uns betrübe Zorn, zank, baß, neid und streit. Der feindschaft bist du feind, Willst, daß in liebesflammen Sich wieder thun zusammen, Die voller zwietracht seind. 8. Du, Herr! haft selbst in händen Die ganze weite welt, Kannst menschenherzen wenden, Wohin es dir gefällt: So gieb doch deine gnad Zu fried- und liebesbanden: Verknüpf in allen landen, Was sich getrennet hat. 9. Erfülle die gemüther Mit reiner glaubenszier, Die häufer und die güter Mit segen für und für: Vertreib den bösen geist, Der sich dir widerseßet, Und, was dein herz ergeßet, Aus unsern herzen reißt. 10. Gieb freudigkeit und stärke, zu stehen in dem streit, Den satans reich und werke Uns täglich zubereit't. Hilf kämpfen ritterlich, Damit wir überwinden, Und ja zum dienst der sünden Kein christ ergebe sich. 11. Nicht unser ganzes leben Allzeit nach deinem sinn; Und wenn wirs sollen geben In Gottes hände hin, Und scheiden aus der zeit: So hilf uns fröh. lich sterben, Und nach dem tod 5. Du bist ein geist, der lehret, ererben Des himmels herrlichkeit. 4. Du bist das heilge öle, Dadurch gesalbet ist mein leib und meine seele Dem Herren Jesu Christ, Zum wahren eigenthum, Zum priester und propheten, Zum fönig, den in nöthen Gott schüßt vom heiligthum. von dem heiligen Geifte. 123 un bitten wir den 4. Von oben her uns sende 211. Nut heilgen geist Ulm Den geist, den edlen gaft, Deß den rechten glauben allermeist: kraft sich zu uns wende, Wenn Daß er uns behüte an unserm uns drückt freuzeslast. Tröst uns ende, Wenn wir heimfahren aus in todespein, Mach auf die himdiesem elende. Kyrieleis. melsthüre, Uns mit einander führe Zur himmelsfreude ein. 2. Du werthes licht! gieb uns deinen schein, Lehr uns Jesum Chrift erkennen allein: Daß wir Mel. Mein herz und seel den 2c. an ihm bleiben, dem treuen bei 213. Du geist des Herrn! dem von Gott land, Der uns bracht hat zu rechten vaterland. Kyrieleis. 3. Du süße lieb'! schenk uns deine gunst, Laß uns empfinden der liebe brunst, Daß wir uns von herzen einander lieben, Und in fried auf einem sinne bleiben. Kyrieleis. der ausgehest, Und doch mit ihm in einem wesen stehest, Kraft aus der höh! steh mir in gnaden bei, Damit mein lob dir wohlgefällig sei. 4. Du höchster tröster in aller noth! Hilf, daß wir nicht fürchten noch uns die sinne nicht verzagen, Wenn der komm und belebe mich. feind wird das leben verklagen. 3. Du bist, der uns Kyrieleis. Mel. Helft Gottes güte preisen. Creut euch ihr christen 212. Frent alle! Gott schenkt uns seinen sohn. Lobt ihn auch drum mit schalle, Daß er vom himmelsthron Uns sendt den heilgen geist, Der uns durchs wort recht lehret, Des glaubens licht vermehret, Und uns auf Christum weist. the lianiem 102. Es läsfet offenbaren Gott unser höchster hort Uns, die wir unweis waren, Sein himmlisch gnadenwort. Wie groß ist seine güt: Nun können wir ihn kennen, Und unsern vater nennen, Der uns allzeit behüt. 2. Erquick das Herz, entzünde mein gemüthe; Erfüll es selbst mit neuer lieb' und güte, Du heilge kraft! ach komm, ich wart wind, 3. Verleih, daß wir dich lieben, O Gott von großer huld! Aus vorsaß nicht betrüben Durch ein'ge sündenschuld. Leit uns auf ebner bahn. Hilf, daß wir dein wort hören, Und thun nach deinen lehren; So ist es wohl gethan. allein die weisheit sendet; Der menschen wig ist ohne dich verblendet. Gieb mir verstand, erkenntniß, rath und that, Wie Salomo von dir erlanget hat. 4. Aus deinem licht, durch deine kraft getrieben, hat der prophet das wort des Herrn geschrieben, In dem sich Gott uns menschen offenbart: Du weißt allein die rechte deutungsart. 5. Drum lehre mich mein heil daraus erkennen, Lehr Christum mich recht einen Herren nennen: Ja, reiner geist! erleuchte meinen geist, Daß er verläßt, was falsch und irrig heißt. 6. Entdecke mir der wahrheit heitern morgen, Und schleuß mir auf, was noch vor mir verborgen, Verkläre doch des vaters wort in mir, Und führe mich durch deinen glanz zu dir. 7. Laß mich mein herz dir gläubig übergeben; Entfündge mich, schaff in mir neues leben. Gieb, 124 Auf das Pfingstfeft* daß mein geist in buße, leid und| ein mächtiges gewicht, Meine ren, Durch deine kraft zerknirscht, pflichten zu vollbringen. Wenn zerschlagen sei. mir kraft und feuer fehlt, Wenn mich tält und ohnmacht quält; So las fräfte in mich bringen, Und entzünde meinen geist, Das zu thun, was du mich heißt. 8. Ach! rein'ge mich von allen eitlen trieben, Laß mich nur dich, und nicht was sündlich, lieben. Ja mache mich von dem, was ir disch, frei, Daß deinem wink ich stets geborsam sei. 9. Versiegle mich, und stärke mich im glauben, Laß mir den feind die siegeskron nicht rauben. Du freudenöl! verleih mir deine traft, Die friede, troft und freude in mir schafft. 10. Laß, reiner geist! mich dei- dämpfen. ne wirkung spüren, Laß sie mir ebnen bahn Stets zum weitern leib und seele kräftig rühren. Du, göttlich licht! entzünde mein gebet, Daß dessen gluth sich stets zu Gott erhöht. 11. Gieb mir schon hier den vorschmack fener freuden, Daß ich babet der erde schmach und leiden Vergessen kann, ja gieb mir Christi finn, Und ziehe mich stets nach dem himmel hin. 3. Treib mich zu des mittlers wunden, Wenn mein fündenelend groß. Treib mich in versuchungsstunden In der gnade sichern schooß. Treib mich an, getrost zu kämpfen, und durch einen ernsten streit Mit gebet und wachfamkeit meinen ärgsten feind zu Treib mich auf der 12. Komm, heilge mich, ja schmücke geist und sinnen Zum tempel aus, und wohne selbst darinnen. Erneure mich, so wird durch dich allein Mir jeder tag ein frohes pfingstfest ſein. laufe an. 4. O wie sanft ist dieses treiben, Und wie kräftig doch dabei! Es läßt niemand müssig bleiben, macht das herz von trägheit frei; Lenkt mit starken liebesseilen Das erneuerte gemüth, Daß es sich mit lust bemüht, Seinen pflich ten nachzueilen: Glaub und lieb nimmt täglich zu, Und der hoffnung süße rub. 5. Geist der kraft, der zucht und liebe! Treib auch mich zum guten bin. Zeug' auch mir durch deine triebe, Daß ich ein kind Gottes bin. Gieb mir trost in allen leiden, Zuversicht, wenn im gebet Ich vor meinen vater tret, Frendigkeit im letzten scheiden. Ach! wie herrlich, geist der zucht! Ift mir deiner liebe frucht. Mel. 15. Sollt ich meinem Gott. 214. eist der kraft, der Seift zucht und liebe! Der sich in die frommen senkt, Und die wohlthat seiner triebe Gottergebnen seelen schenkt, See- Mel. Es ist das heil uns kommen. will ich, süßer fen, die das arge haſſen, und die 215. Heutroner! Dir mit fest entschlossen sind, Daß sie sich von ihrer sünd' Nicht mehr wol- herzensfreude singen: Ach heilger len treiben lassen: Laß auch mich geist! verleihe mir, Daß ich jeßt in freud und pein Deiner triebe fähig ſein. möge bringen Ein opfer, frei von heuchelet, Das deiner huld gefäl lig sei, Der du die herzen prüfest. 2. Laß dein licht den sinn erfüllen, zu erkennen meine pflicht. Neige aber auch den willen Durch 2. Wie hast du meiner seelennoth Dich, höchster Gott! erbar von dem heiligen Geiste. 125 met! Mich hast du, da ich blind| Hinwiederum zu Gott gebracht, und todt, Mit lieb' und hule Und völlig ausgeföhnet. umarmet: Ich ging in ganz verfehrtem wahn; Du nahmst dich meiner thorheit an, Und wolltest selbst mich lehren. 8. Ich würd in dieser sündenwelt Mein erbtheil bald verlieren: Drum hast du dich zu mir gesellt, Mich seliglich zu führen. 3. Ich habe den nicht recht er. Du nimmst in meinem herzen fannt, Dem ich ganz sollte leben: play, Damit ja meinen himmelsDoch du hast dich zu mir geschaß Mir niemand rauben möge. wandt, Erkenntniß mir gegeben. Dein theures wort zu rechter zeit Hat meiner augen blödigkeit Zum himmelsweg erleuchtet. 9. Mein ist und bleibt allein der ruhm, Wenn du mir kraft gegeben, Daß ich im wahren christenthum Dir, meinem Gott, kann leben. Ach! nimm doch ferner in mir raum, Auf daß ich als ein guter baum Zum paradies gedeihe. 4. O höchstes licht! durch dich hab ich Den vater lernen kennen; Auch kann ich Jesum sicherlich Nun meinen heiland Du leitest mich mit deiner hand, Daß ich mein rechtes vaterland Gewißlich finden werde. nennen. 10. Hab ich in meiner freuzeslast Nach hülf und troft geschrien; So hast du, süßer seelengast! Mir öfters auch verliehen, Daß ich in hoffnung und geduld, Versichert deiner lieb' und huld, Mich Gott ganz überlassen. 5. Ich war im höchsten jammer stand, In ewigkeit verloren; Wo du dich nicht zu mir gewandt, Und mich aufs neu geboren. Du nahmest mich in meiner tauf, Als Gottes kind, mit gnaden auf: Ach! laß michs ewig bleiben. 6. Wie oft bin ich auf bösen rath Und falschen weg gekommen! Doch deine theure gnade hat Sich meiner angenommen. Du strafest betrachten. mich, und zeigest frei, Was mei- 12. Kann ich in dieser sterblichner seelen schädlich sei: Das mag feit Den wunsch nicht gar erlanja liebe heißen! gen; So will ich doch, wenn 7. Du hast mich armen oft aufs nach dem streit Die ruh dort anneu Mit meinem Gott verbunden, gegangen, Dit, sammt dem vater Wenn ich durch wahre buß und und dem sohn, Mit herzenslust reu Vergebung habe funden. Du vor deinem thron Ein beßres lobhast mich aus der fündennacht lied singen. 11. Ach! könnt ich nun auch, wie ich wollt, Dich, liebster Gott! recht preisen! Ach könnt ich, wie ich billig sollt, Mich gegen dich erweisen! O heilger geiſt! laß meinen sinn, So lang ich noch auf erden bin, Und ewig, dies XII. Von dem Dreieinigen Gott und dessen Wesen und Eigenschaften. Mel. Nun danket alle Gott 2c. perreichen! Ach vater! schaue doch 216. Gott du höchster Des findes einfalt an, Das nur geist, Ist nichts durch dunkles wort Im spiegel schauen kann. ridis 2. Ich kann zwar von natur dir zu vergleichen; Wie will mein schwacher sinn Denn deine höh' 126 Von dem Dreieinigen Gott In meiner seele merken, Daß du| Gottes kraft An den geschöpfen seist; und du stellst In deinen merken: Die schrift zeigt aber schöpfungswerken Die unsichtbare auch, Wie vater, sohn und geist kraft Als sichtbar deutlich dar. In jedem sonderlich Sich vor dem So macht schon die vernunft Die andern weist. gottheit offenbar. 3. Doch da die wissenschaft Sehr unvollkommen bleibet, So such ich, was von dir Die offenbarung schreibet. Bei diesem lichte wird mir das geheimniß kund, Davor vernunft erstaunt: O tiefe ohne grund! 10. Der vater schuf die welt, Die er also geliebet, Daß er den sohn für uns und seinen geist uns giebet. Und das erlösungswerk Hat Gott der sohn vollbracht; Das werk des geistes ist, Daß er uns heilig macht. 11. Die demuth wird hier nicht Zu grübeln sich getrauen, Da auch die engel selbst Bedeckt dein antlig schauen. Geheimnisvoller Gott, Der hie verborgen ist! Dort erst gelingt es mir Zu schauen, wie du bist. 12. Indessen, Herr, Herr, 5. Du, höchstvollkommner geist! Herr! Ach segne und behüte, ErBist in dir selber selig, Und deine heb' dein angesicht Mit gnade, kräfte sind Unendlich und unzäh- fried und güte. Die gnad erlig. Hör Israel! der Herr, Dein leuchte mich, Die liebe stärke mich, Herr, Gott zebaoth, Ist nur ein Und der gemeinschaft geist In einiger Und ewig wahrer Gott. mir vermehre sich. 6. Ja hör' es, Israel! Was hörst du dreimal nennen? Dreieinig sollst du den, Der einig ist, erkennen. Gott, der im lichte wohnt, Der ursprung alles seins, Ist vater, sohn und geist; Und diese drei sind eins. 13. Lob, ehr und preis sei Gott Dem vater, sohn und geiste: Wie ihn der engel chor Schon bei der schöpfung preiste. Nimm dieses lallen an, Das lob und ehre bringt, Bis mein verflärter mund Auch dreimal heilig! singt. 4. Du bist von ewigkeit, Hast in dir selbst dein leben: Was lebet, hat von dir Das leben, sein und weben. Herr! du bist, wie du bist, Du bleibest, der du bist, Also, daß außer dir Sonst nichts selbstständig ist. 7. Ach Gott! wie hoch ist das? Was muß ich hie bemerken In deinen ewigen Und innerlichen Mel. Nun laßt uns Gott dem 2c. werken? Daß sich ein unterschied 217. Gott, dem die ſera. phinen, Dem In dir persönlich findt, Da der personen drei In einem wesen sind. welt und himmel dienen! Laß auch durch uns auf erden Dein lob verbreitet werden. 8. Der vater zeugt allein Den Der 2. Du vater! hast uns leben, Geift und in der schöpfung werken Des schöpfers hand zu merken. 3. Sohn! du läßt heil uns finden Und tilgest schuld und sünden: Die zahlst, der welt zu gute, Du selbst mit theurem blute, feiten. Der sohn wird nur gezeugt, Der geist geht nur allein Von beiden ewig aus, Und hier ist nichts gemein. 9. Doch wirken alle drei In äußerlichen werken, Darin wir und dessen Wesen und Eigenschaften. 4. Durch dich, geist! hebt der| mich, In liebe zu entbrennen, glaube Sich mächtig aus dem Die meiner seelen hoffnung nährt; staube, Lernt welt und tod bekriegen Gott werd in jenem leben Die Und jauchzt von deinen siegen. freude, die kein ohr gehört, Und solche wollust geben, Die hier kein aug' erblicket. 5. Herr! neig auf schwache lieder Ein gnädig ohr hernieder! Einst wollen wir dich oben Im ton der engel loben. Mel. Christ unser Herr zum 2c. 218. W as alle weisheit in der welt Bei uns kaum weiß zu lallen; Das läßt Gott aus dem himmelszelt In alle welt erschallen, De er alleine könig sei, Hoch über all götter, Groß, mächtig, freundlich, fromm und treu, Der frommen schuß und retter, Ein wesen, drei personen. 2. Gott vater, sohn und heilger geist Heißt sein hochheilger name: So fennt, so nennt, so rühmt und preist Ihn der gerechte saame: Gott Abraham, Gott Isaak, Gott Jacob, den er liebet, Herr zebaoth, der nacht und tag Uns alle gaben giebet, Und wunder thut alleine. 127 6. Weh' aber dem verstockten heer, Das sich hier selbst verblendet, Gott von sich stößt und seine ehr Auf kreaturen wendet! Ihm wird gewiß des himmels thür Dereinst verschlossen bleiben. Wer seinen Gott verläßt allhier, Den wird er von sich treiben, Und ewig dort verstoßen. 7. Ei nun, so gieb, du großer held, Gott himmels und der erden! Daß alle menschen in der welt Zu dir bekehret werden. Erleuchte, was verblendet geht, Bring wieder, was verirret: Reiß aus, was frech dir widersteht, Was freventlich verwirret Die schwachen in dem glauben. 3. Vom vater ist von ewigkeit Der sohn gezeuget worden. Der sohn tam nach bestimmter zeit 8. Laß deine fraft uns alle gleich Zur himmelspforte bringen, Daß wir gesammt in deinem reich Ohn alles ende singen: Daß du alleine könig seist, Hoch über alle götter, Gott vater, sohn und heilger geist, Der frommen schuß Ins fleisch in unsern orden. Der und retter, Ein wesen, drei pergeist geht aus ohn alle zeit Vom sonen. vater und vom sohne, Mit beiden gleicher herrlichkeit, Gleich ewig, gleicher krone, Und ungetheilter 219. stärke. Mel. Christ unser Herr zum 20. heiliger gerechter Gott! klage 4. Sieh hier, mein herz! das dir mit schmerzen Die angeborne ist dein gut, Dein schaß, dem kei- sündennoth Und finsterniß im herner gleichet: Das ist dein freund, zen: Denn ich kann dich nicht der alles thut, Was dir zum heil von natur Erkennen, noch dich gereichet: Der dich gebaut nach lieben; Ach! zeige mir dazu die seinem bild, Für deine schuld ge- spur, Wie ich mag beides üben büßet: Der dich mit wahrem glau- Nach deinem wohlgefallen. ben füllt, Und all dein freuz versüßet Mit seinem heilgen worte. 2. Gieb, vater! daß ich deine macht und liebestreu anbete, Auch 5. Drum auf, mein herz! erhebe deine weisheit wohl betracht', dich, Und lerne Sott recht fen- Und findlich vor dich trete. Gieb nen: Denn die erkenntniß rühret deine allmacht mir zum schuß, 36740 stundafesjulk ved moe 128 Von dem Dreieinigen Gott sist than 1 kub Zum labsal dein erbarmen: Dein| heißt, Dich, den wir vater nenrecht und wahrheit sei mein trup: nen, Sammt deinem sohn und Dein licht erfreu mich armen, Zum heilgem geist, Sm glauben zu erlobe deiner gnade. fennen. Weil dich erkennen, wie 3. Laß mich auch deinen lieben du bist, Und deine liebe schmecken, sohn In deinem licht erkennen, Des ewgen lebens vorschmack ist; Wie er sei unser gnadenthron, Bis du uns wirst entdecken Das Und einig beil zu nennen: Ein volle licht im schauen. wahrer mensch, und doch mit dir Auch Gott von gleichem wesen: Das licht vom licht, durch welches Mel. Komm heil'ger geist, Herre. hier nun alle wohl geneſen, Die 220. Unendlicher Gott, höchdurch die sünd erstorben. gut! Das in men. Das ewge wort hat unser blut Und fleisch an sich genommen, Daß es von unserem geschlecht Den zorn und fluch ab fehrte, Den segen aber wieder brächt, Der uns sonst nicht gehörte, Durch thun und auch durch leiden. 4. Denn drum ist er, das höchsich selbst besteht und ruht, Das ste gut, Vom himmelsthrone fom- unbegreiflich ist zu nennen, Wer kann dich vollkommen kennen? Du bist ein unumschränktes licht, Von ziel und grenzen weißt du nicht. Dich kann kein sterblich auge se ben. Es muß vor dir verhüllet stehen. Halleluja, Halleluja. 2. Erschaffner geist, blöder sinn! Komm, seße dich voll demuth hin, Mit stummer einfalt anzuhören Unbegreiflich hobe lehren. Gott ist ein unerschaffner geist, Der aller geister vater heißt, Der ursprung aller guten gaben, Die alle kreaturen haben. Halleluja, Halleluja. 3. Dies ewige licht ist befreit Von aller unvollkommenheit. Sein geistlich und nothwendigs wesen Läßt nichts schwaches an sich le sen. Sein unerforschlicher verstand Ist keinem, als ihm selbst, bekannt. Sein freier und gerechter wille Ist cine ewge liebesfülle. Halleluja, Halleluja. 5. Ja, Jesu! du, du bist der weg, Der uns zum himmel führet: Laß mich dich eingen glaubenssteg So gehn, wie sichs gebühret. Sei meine wahrheit, welcher ich von ganzem Herzen glaube; Sei mir das leben, auf daß mich nicht tod und hölle raube; O meines Lebens leben! 6. Laß mich, o höchste majestät! Den heilgen geist auch ehren, Der von dir und dem sohn ausgeht, Und uns durchs wort will lehren: Ach! laß denselben sein mein licht, Mich irrenden zu leiten, Und wenn es mir an muth gebricht, Mit tröstung stehn gur seiten, Und mich in schwachheit stärken. 4. Sein herrlicher glanz, der höchst rein, hat mit dem schatten nichts gemein. Die größte einheit ist zu spüren, Da sich aug' und sinn verlieren. Legt schon die schrift ihm glieder bei; So macht sie solche schilderei, In unsre schwachheit sich zu schicken, Die eigenschaften auszudrücken. 7. Laß ihn, o Herr! mich alle zeit Zu seinem tempel weihen, Und mit rechtschaffner heiligkeit Mein herze benedeien: Laß ihn die sündliche natur Stets bessern, daß auf erden zu einer neuen kreatur Ich mag bereitet werden, Und so dein erb' erlangen. 8. So gieb uns, der du heilig Halleluja, Halleluja. und dessen Wesen und Eigenschaften. 129 5. Kein menschlicher leib schränkt| einst begaben, Du quelle alles ihn ein, Ein geift hat weder fleisch segens. noch bein: Die hand bezeichnet 2. Wir beten dich, als vater, seine stärke, Und beschirmung sei- an. Sind wir gleich vor dir sünner werke. Sein offnes aug' und der, So nimmst du dich doch unhörend ohr Stellt sein unendlich ser an, Wie väter ihrer finder. wissen vor, Das alles kennt, nichts Du haft für uns aus großer ausgenommen. Kurz, alles ist huld Selbst deinen sohn gegeben. bei ihm vollkommen. Halleluja, Dein herz voll güte und geduld Halleluja. Verleih uns trost und leben, Daß wir dich findlich fürchten. 6. Vor schöpfungszeit war er allein, Es wird auch kein Gott 3. Jesu, ewger Gottessohn! nach ihm sein: Obgleich der satan Du heil, darauf wir hoffen. viele gößen Ihm will an die feite Durch dich steht zu des vaters sehen; So ist doch ihre göttlich- thron Der weg uns wieder offen. keit Nur eine mißgeburt der zeit. Uns zu befrein von sünd und Der letzte brand wird sie verzeh- tod, Kamst du zu uns auf erden. ren; Ihn aber wird man ewig laß uns, unser Herr und Gott! ehren. Halleluja, Halleluja. Froh deines segens werden, Und 7. Der höchste Gott ist nun dir im glauben dienen. zugleich In seinem ewgen wesen 4. beilger geist, du wahrer reich, In welchem ewig drei per- Gott! Wehr in uns dem verdersonen Wunderbar vereinigt woh- ben! Im glauben an des mittlers nen: Der vater hat vor zeit und tod Hilf uns der sünde sterben! welt Den sohn gezeugt und dar Du giebst zum guten lust und gestellt: Der heilge geist geht aus kraft. Laß uns deß auch genievon beiden. O wunderdrei, voll ßen! Damit wir unsre pilgrimmglanz und freuden! Halleluja, schaft Sm glauben selig schließen. Halleluja. Turisp Wir wollen gern dir folgen. 8. Jch bete dich an, großes 5. Laß, Gott! uns dein auf licht! Mit ehrfurchtsvoller liebes- erden schon, Als unsers Gottes, pflicht! Ach! laß mich arme hand freuen. Herr, segne uns von deivoll erden Deiner liebe fähig werden. Mein herz begehret nur allein Mit dir vertraut befannt zu sein; Laß mich vor deinem thron bald stehen, und unverrückt dein antlig sehen! Halleluja, Halleluja. nem thron, Daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das reich, die herrlichkeit. Dir wollen wir hier leben; Und du wirst nach vollbrachter zeit Uns einst dahin erheben, Wo wir dich ewig schauen. Mel. Es wolle Gott uns gnädig. 222. vater! allmächtiger Gott, Zu dir 221. He it bir gleich? beine große barmherzigkeit Erbarm err, unser Gott! wir in noth: dich über uns. Du bist das höchste wesen. Und doch hast du an gnade reich, Uns dir zum dienst erlesen. Gemeinschaft sollen wir mit dir, Du allerhöchster, haben. Mit deinem heil willst du uns hier Und ewig robe trimnino n 2. Christe, wollst uns erhören, Für uns bist du mensch geboren Von Maria. Erbarm dich über uns. 3. Vergieb uns all unsre sünde, Hilf uns in der letzten stunde; 9 Von dem Dreieinigen Gott an 130 Für uns bist du gestorben. Er barm dich über uns. Der wesen ganze fette. Bei ihm ist weisheit und verstand, Und kraft und stärke; seine hand Um spannet erd und himmel. su 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? Weiß er nicht aller wege? Wo ist die nacht, da sich dem Herrn Ein mensch verbergen möge? Hüllt keine schatten um euch her! Gedanken selbst erkennet er, Noch id ehe sie entstehen. 4. O heilger geist! wollst uns geben, Dich allzeit herzlich zu lieben, Und nach deinem willen zu leben. Erbarm dich über uns. torp Sun* Oder:* Andud yrie, Gott water in ewigkeit! Kyrie Groß ist deine barmherzigkeit, Aller dinge schöpfer und regierér! Eleison. 2. Christe aller welt trost! Uns fünder allein du hast erlöst: O Jefu, Gottes sohn! Unser mittler bist du im höchsten thron: Zu dir schreien wir aus höchster begier. Eleison. 3. Kyrie, Gott heilger geist! Tröst, stärk uns im glauben allermeist, Daß wir am letzten end Fröhlich abscheiden aus diesem elend. Eleison. voll freundlichkeit und huld, Barmherzig, gnädig, voll geduld, Ein vater, ein verschoner. 7. Unsträflich bist du, heilig, gut, Und reiner als die sonne. Wohl dem, der deinen willen thut, Denn du vergiltst mit wonne! Du hast unsterblichkeit allein, Bist selig, wirst es ewig sein, Bei aller Mel. Es ist das heil uns kommen. er Herr ist Hou 223. Dund feiner mehr. 8. Nur dir gebühret lob und dank, Kraft, weisheit, preis und ehre. Komint, werdet Gottes lobe gesang Ihr, alle seine heere! Der Herr ist Gott und feiner mehr. Wer ist ihm gleich? wer ist wie er, So herrlich, so vollkommen? 6. Wer schüßt den weltbau ohne dich, O Herr! vor seinem falle? Allgegenwärtig breitet sich Du bist Dein flügel über alle. Frohlockt ihm, alle frommen! Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er? So herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß! sein nam ist groß; Er ist unendlich, grenzenlos In seinem ganzen wesen. 2. Er ist, was er ist, auf einmal, nie größer oder kleiner. 19 Melodie 17. Wer forscht seiner jabre zabi? 224. Verklärte majestät! der keiner. Die menschen sind von gestern her; Eh noch die erde war, war er, Noch eher als die himmel. 4. Wo wären wir, wenn seine fraft Uns nicht gebildet hätte? Er Tennet uns; fennt, was er schafft, Anbetungswürdig wesen, Unendlich größrer Gott, Als wir geschrieben lesen: Ach flöße meiner armen seele Ein ehr, furchtsvolles schaudern ein: Laß, wenn ich deinen ruhm erzähle, Mich tief vor dir gebeuget sein. 3. Des ewgen thron umgiebt ein licht, Das ihn vor uns verhüllet. Ihn fassen alle himmel wie weit er Du fie Er Heibet ewig, wie er war, Verborgen, und nur offenbar In seiner werke wundern.ann weißt von feinem leide. Dein tiefer abgrund ist Ein meer voll kommner freude. Du fonntst in süßer stille schweben, Eh dich der engel schaar geehrt. Es war dein höchst vergnügtes leben Von kei ner einsamkeit gestört. 131 und dessen Wesen und Eigenschaften. 3. Dein selig sein wuchs nicht 9. Was wir von deinem rath Durch schöpfung dieser erden! Du Zu unserm heile wissen, Das hast konntst durch meinen fall Nicht du selbst zuvor Uns offenbaren unglückselig werden: Doch läßt müssen. Der sohn, den deine dein sohn in solche mühe Sich für feele liebet, Und den dein vatermich schnöden sünder ein, Daß er schooß umschließt, Der ists, der mich wieder zu dir ziehe; Als uns die nachricht giebet, Die unfönntst da sonst nicht selig sein. ferm glauben nöthig ist. CUST 4. Du kannst mit größtem recht Allein gewaltig heißen. Dein wink, Herr! kann die welt Aus ihrer stellung reißen. Es ist kein ziel in deiner stärke, Dein wort trägt diese schwere welt. Das ist das kleinste deiner werke, Was jeder für unmöglich hält. 5. Du bist der herren Herr, Den erd und himmel scheuet, Der allen kön'gen selbst Die theuren kronen leihet. Dich fürchten alle majestäten, Dich bete jede herrschaft an! Du kannst so leib als ſeele tödten, Das kein zerbrechlich scepter fann. 10. Doch hier erkennen wir Dich noch gar Wird aber dermaleinst Der vorbhang weggenommen; So werden wir erst unsre blöße Mit vieler schaam und demuth sehn, Und, schönster geist! von deiner größe In ewigkeit entzücket stehn. 11. Indessen sei dein ruhm Mit schwachheitskraft befungen, Nimm hin ein findlich lob Von einer blöden zungen. Wirst du dereinst den mund verklären, So wird er deine majestät Mit einem beſſern liebe ehren, Das stärker deinen ruhm erhöht. 6. Du bist es, der allein Un- Mel. Christ sterblichkeit besißet, Und andre, wenn er will, Vor tod und gruft 225. beschüßet. Was die erschaffnen geister haben, Das tragen sie von dir zu lehn: Du kannst sie in ihr nichts begraben, Bleibst aber selber ewig stehn. unser Herr zum zc. meine feel erhebe dich, Mit andacht fenbaret sich, Und wie man ihn zu betrachten, Wie Gott hat of soll achten: Daß er der allerhöchste ist Im himmel und auf erden, Und soll gepreist zu jeder frist, Auch angerufen werden, Als ur7. Ein unzugänglich licht Muß dir zur wohnung dienen, Einsprung aller dinge. glanz, der noch zu klar Den lichten seraphinen: Ein bliß, der selbst die engel blendet, Wenn er auf ihre stirnen fällt, Von welchem sich ihr antlig wendet, Und sich vor schaam verhüllet hält. 2. Gott! du bist einig für und für, Nichts sind der beiden götter: Kein heil und trost ist außer dir, Kein helfer noch erretter. mich, o Herr! auf dich allein Laß Von ganzem Herzen trauen, Dir 8. Welch sterblich auge hat lediglich ergeben sein, Auf nieDein wesen je geschauet? Wer mand anders bauen, Dir, Gott! lebet, der es sich Im fleisch zu allein anhangen. sehn getrauet? Du siehst zwar als am bellen morgen, Was nacht und abgrund in sich schleußt: Uns aber bleibst du woh! verborgen, Du unsichtbarer großer geist! 3. O Herr, mein Gott! du bist ein geist, Und theilest bei uns allen An gaben aus, was geistlich heißt, Nach deinem wohlgefallen: Laß mich stets geistlich sein ge 9* 132 Von dem Dreieinigen Gott sinnt, Daß, wenn ich vor dich| dein gericht gut heiße, Ob ichs trete, Ich deine kraft in mir schon nicht begreife.se miss empfind, Und dadurch dich anbete 9. Du bist sehr gnädig, fromm Im geist und in der wahrheit. und gut, Wenn sich bekehrt der 4. Du bist, o Gott! von ewig- sünder; Erbarmst dich, wie ein keit, Ohn anfang und ohn ende.vater thut, Von herzen deiner Gieb, daß mein herz von eitler finder. Herr! laß von deiner freud Des zeitlichen sich wende: lieb' und gnad Mich steten trost Auf daß ich möge immerdar bekommen; Von mir auch meine Drum bitten und drauf denken, missethat So fern sein hingeWeil alles hier nur wandelbar, nommen, Als morgen ist vom Daß du mir dort wollst schenken abend. Ein unvergänglich erbe. 10. Gott! deine wahrheit stets 5. O Gott! du bist an allem besteht, Wohl dem, der dir nur ort, Und gar nicht zu ermessen: gläubet: Der himmel und die erd Ob einer hier ist oder dort, Sst vergeht, Dein wort, Herr! ewig er dir nicht entfessen. Laß mich bleibet. Gieb, daß ich fürchte nicht zweifeln, wo ich sei, Du dein gericht, Und alles, was du könnst dich mein annehmen: Auch dräueft: Auch hoffe, was bein was ich thu, laß mich dabei Deswort verspricht, Daß du mirs bösen vor dir schämen, Und über- gern verleihest; Wer hofft, wird all dich fürchten. nicht zu schanden. 6. Unendlich ist, Herr! deine macht, zu retten, die dich lieben, Und, wenn der frevler dich veracht, Die rache auch zu üben. Gieb, daß sich deiner allmacht schuß Fort über mich erstrecke, Mich auch nicht menschen grimm und truß, Nur deine straf erschrecke: Du tödtest leib und seele. 7. Voll höchster weisheit bist du, Gott! Kein sinn kann sie ergründen; Wie wunderschwer auch ist die noth, Weißt du doch rath zu finden. Gieb, daß ichs dir stets traue zu, Auf dich werf meine sorgen: Auch übels weder denk noch thu, Weil dir nichts ist verborgen. Du prüfest herz und nieren. 11. Allselig bist du, Gott! und frei, Du thust, was dir bes liebet. Du bist ein milder Herr dabei, Der reichlich gutes giebet. Laß mich mit dem zufrieden sein, Was ist dein heilger wille: Gieb auch, daß ich von dir allein Und deiner güte fülle Erwarte alle gaben. 12. Gott! wenn ich dich so kenn und ehr, Dein wort zum grunde seße; Kann ich mich deß erfreuen mehr, Als aller andern schäße: Bis ich dort, o mein heil und licht! Dich ohne lallen nenne, Von angesicht zu angesicht Anschaue und erkenne, Und ohn aufhören lobe. * 13. Gott vater, sohn und heilger geist! Der du auch willst auf 8. Gott! du bist heilig underden Von mir und allen sein ge gerecht, Du kannst die sünd nicht preist, Laß deinen ruhm groß wer leiden; Wer sagen will, er sei den: Verleih mir gnade, kraft dein knecht, Der muß das böse und stärk, Daß ich zu allen zeiten, meiden. Gieb, daß ich mich zu Herr! deinen namen, deine wert, jeder zeit Der heiligkeit befleiße, Kann mehr und mehr ausbreiten, Nachjage der gerechtigkeit: Auch So lange ich hier lebe. und dessen Wesen und Eigenschaften. 133 Von der Ewigkeit und Un-| Dessen tiefe den verschlinget, Der veränderlichkeit Gottes. mit vorwiß gar zu sehr Grübelnd in dasselbe dringet; Drum will Mel. Herr unser Gott, beherrsch. ich in demuth hören, Was du selbst uns wollen lehren. 226. vie auflucht aller Her err Gott! du bist zeiten! Denn du bist Gott in allen newigkeiten. Du warst es schon, eh erd und himmel ward, Eh noch dein arm sich uns geoffenbart. 2. Was bin ich, Herr! und alle menschenkinder? Staub sind 4. Dies dein wort zeigt weiter vor dir der heilige, der sünder. an, Ewig sei auch deine treue! Wie schnell enteilt das leben doch Ja, wie mohl sind wir daran; von mir! Du, höchster! du nur| Sie wird alle morgen neue: Laß bleibest für und für. nur deinen geist uns treiben, Dir beständig treu zu bleiben. 3. Du hast vorhin die erde zubereitet: Dein arm, Gott! hat den himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, veralten wie ein kleid; Du aber bleibst in alle ewigkeit. 5. Macht uns nicht dein licht bekannt: Ewig sei auch, Gott! dein wille? Du willst, daß ein jeder stand Solchen in der that erfülle: Ach könnt ich in meinem leben Doch demselben recht nachstreben! 4. Es werden noch die himmel fammt der erden Wie ein gewand von dir verwandelt werden. Du bleibest wie dit bist; denn keine zeit Umgränzet doch je die unendlichkeit. 6. Es ist fund und offenbar: Ewig sei dein hohes wissen. Du erkennest sonnenklar Aller men5. Das ist der trost, die hoff- schen ihr gewissen; Ei so will ich nung deiner knechte. Du schüßest mich bemühen Mich von sünden sie mit deiner starken rechte, Du abzuziehen. läßt ihr herz sich ewig deiner freun, Und bleibst ihr Gott; denn sie sind ewig dein. 6. Das sei mein trost in allen trüben stunden. Vom tode selbst bleibt er unüberwunden. Kein tod, fein grab, trennt mich, o Gott! von dir. Mein fels, mein heil! das bleibst du ewig mir. 3. Herr! dein wort und zeugniß spricht: Ewig ist dein heilig wesen; Wie wir diesen unterricht Deutlich offenbaret lesen. O! so laß uns dieses merken, Uns damit im glauben stärken. 7. Du liebreicher frommer Gott! Ewig ist auch deine liebe. Trifft mich nun gleich schmach und spott, Ja wenn ich wie staub zerstiebe; Werd ich doch zu dir gelangen, Und mit ew'ger huld umfangen. Mel. Liebster Jesu! wir sind hier. 227. Großer Gott, Herr ab 8. Frecher fünder! merke dies, Ewig ist auch Gottes strafe: Diese trifft einst ganz gewiß Die verlornen bösen schafe: Drum laß von deinen sünden, Hier zebaoth! Dich soll kannst du noch gnade finden. man allein anbeten. Du hilfst 9. Diese deine ewigkeit, Du uns aus aller noth, Wenn wir Herr himmels und der erden! gläubig vor dich treten: Darum Laß mir doch zu jeder zeit Tief laß, was wir jetzt singen, Zu dir ins herz gepräget werden; So durch die wolken dringen. werd ich, mein Gott! dort oben Dich auch ewig, ewig loben. 2. Deine gottheit ist ein meer, 134 Von dem Dreieinigen Gott diribdi Von der Allgegenwart und sein soll, Aus mutterleib geleitet. Allwissenheit Gottes. Hist Durch deine vorsorg, fleisch und bein Und alle glieder an mir sein; Dein rath hat mich erwäblet. Da ich noch ungeboren war, Hast du schon stunden, tag und jahr Sm lebenslauf gezählet. err Gott! der du 228. Herr erforscheft mich, Und kennest herz und sinnen: Mein thun und lassen kommt vor dich, Gehn, stehen and beginnen. Was ich im bette denk und dicht, Siehst du von fern, und fehlest nicht; Du prüfest herz und nieren: Du kannst auch, wenn ich bin allein, Und gerne wollt verborgen sein, All meine weg' ausspüren. 2. Es ist kein wort in meinem mund, Das ich dir könnt verhehlen: Du, Herr! siehst recht des herzens grund, Was steckt in meiner seelen. Du schaffest, was ich guts vollbring: Wie groß es ist, und wie gering, Ich kanns ohn dich nicht richten. Wenn aber scheide: Daß ich nur lieb', was du durch deine gnad Verstand dir gefällt, Und hasse, was ist von mir giebst, auch hülf und rath; der welt, Auch ihren troß nicht So kann ich alles schlichten. achte, Halt dein gebot, hör gern dein wort: Im glauben und in hoffnung fert Das ewige betrachte. 8. Erforsch mich, Gott! ergründ mein herz, Durchsuch all' mein gedanken, Und siehe, ob ich hinterwärts Und auf die seit woll' wanfen: Bin ich vielleicht auf bösem weg, So führ du mich den rechten steg, Der nach dem himmel weiſe; Daß ich vom sündendienste frei, Und dir, o Herr! gefällig sei, deine hand Mich überall kann Bis ich von hinnen reise. finden, Und all mein thun dir ist 3. Wie du die deinen wunderlich, O Gott! hier pflegst zu fübren, Versteh ich nicht; und lasse mich Blos deine gnad regieren. Wo soll ich hin vor deinem geist? Weil du auch die gedanken weißt: Es hilft vor dir kein flichen. Führ ich gen himmel, bist du da, Auch in dem grab bleibst du mir nah: Kann dir mich nicht entziehen. * 4. Nun, großer Gott! weil 6. Ich danke dir und preise dich Für solche große thaten, und daß du mir so wunderlich An leib und seel gerathen. Sehr köstlich ist dein werk an mir; Wenn ich erwach, bin ich bei dir, Und warte deiner gnaden: Ich glaube fest, daß meine sünd Durch Christum mir vergeben sind, Daß sie mir nicht mehr schaden. * 7. Den vorsatz gieb mir, Herr! dabei, Daß ich, was bös ist, meide. Die gottlos rott fern von mir sei, Von frommen mich nicht ſünden. bekannt; So hüt ich mich vor Mel. Es wolle Gott uns gnädig. Denn finster ist wie licht 229, Alwissender vollkomm vor dir, Was heimlich war, kommt Deß klar herfür, Ich kann dir nicht auge alles siehet, Was nacht und entgehen. Was ich gethan, ge- abgrund in sich schleußt, Und dem redt, gedacht, Das wird vor dei sich nichts entziehet! Es kann nen thron gebracht, Da ich vor vor deinem hellen licht Sich kein dir muß stehen. geschöpf verstecken. Was in der finsterniß geschicht, Das weißt du aufzudecken und an den tag zu bringen. 5. Herr! meine seel erkennt dies wohl, Daß du mich hast bereitet, Und, wie ein mensch gestalt't und dessen Wesen und Eigenschaften. 135 2. Selbst die gedanken sind dir| Wo ich nur bin, Herr aller herrn! fund, Die unsre seele heget, Eh Bin ich in deinen händen. Durch sie noch der verschloßne mund dich nur leb und athme ich; Denn Durch worte dargeleget. Die herdeine rechte schüßet mich. Gl zen sind dir offenbar, Du kannst 2. Was ich gedenke, weißest du: ihr dichten spüren; Den rath Du prüfest meine seele. Du siehst derselben siehst du klar, Du prü- es, wenn ich gutes thu; Du siehst fest herz und nieren, Und dir es, wenn ich fehle. Nichts, nichtsn bleibt nichts verborgen.n kann deinem aug entfliehn; Und nichts mich deiner hand entzichn. 3. Was deiner freunde herz begehrt, Das weißt du, eh sie beten, Jhr seufzen wird von dir erhört, Eh sie noch vor dich treten. Was deiner feinde herz beschließt, Das ist dir unverborgen, Dieweil du ihren anschlag siehst, Als wie den lichten morgen, Den keine schatten decken. intallied as 3. Wenn ich in stiller einsam keit mein herz an dich ergebe Und, über deine huld erfreut, Lobsingend dich erhebe; So hörst du es und stehst mir bei, Daß ich dir immer trener seid nu 4. Was nach verfließung vieler zeit noch künftig wird geschehen, Das sieht dein auge allbereit Als gegenwärtig stehen. Du machst es deinen knechten kund, Es weiterauszubreiten; Und läßt durch ihren schwachen mund Die größ ten heimlichkeiten Der ganzen welt entdecken. Ind it 5. Bleibt gleich vor menschen manches noch In dieser zeit verschwiegen; So wird die wahrheit künftig doch Die finsterniß besiegen. Dein unpartheiisches gericht Wird alles offenbaren: Was noch so heimlich jetzt geschicht, Wird man alsdenn erfahren, Und öffentlich erzählen. 4. Du merkst es, wenn des herzens rath Verkehrte wege wähan let: Und bleibt auch eine böse that Vor aller welt verhehlet; So weißt du sie und strafest mich Zu meiner beßrung väterlich. tid 5. Du hörest meinen seufzern zu, Daß hülfe mir erscheine. Voll mitleid, vater! zählest du Die thränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen schmerz, Und stärkst mit deinem trost mein herz. 6. Obrück, allgegenwärtiger! Dies tief in meine seele! Daß wo ich bin, nur dich, o Herr! Mein herz zur zuflucht wähle; Daß ich dein heilig auge scheu Und dir zu dienen eifrig sei. mandi 7. Laß überall gewissenhaft Nach deinem wort mich handeln; Und stärke mich denn auch mit kraft, Vor dir getrost zu wandeln. Daß du, o Gott! stets um mich seist, Das tröst und beßre meinen geist. 6. Laß mich, o höchste majestät! Dein helles auge scheuen, Das nie ein heuchler hintergeht mit falschen schmeicheleien. Erinnere stets meinen geist An dessen scharfe blicke. Laß, was geheime schande heißt, Und alle böse tücke, Mich Von der Weisheit Gottes. lebenslang vermeiden. thien Mel. 18. Herr! deine allmacht. 230. Nie bist du, höch. fern; Du wirkst an allen enden. Mel. Wer nur den lieben Gott. aller 231. Du weiser schöpfer alles ganz genau versteht! Nichts nicht nach deiner ordnung geht. Du 136 Von dem Dreieinigen Gott schreibest ber geschöpfe chor Ziel,| reiner wandel gilt; Ewges licht, maaß, gewicht und regeln vor. 2. Die wundervollen schönen werke, Die unsern augen fern und nah, Die stehn sowohl durch deine stärke, Als auch durch deine weisheit da. Es zeigt das ganze weltgebäu, Daß dein verstand unendlich sei. aus dessen lichte Nichts als reinste klarheit quillt! Laß uns doch zu jeder zeit Deinen strahl der heiligkeit So durch herz und seele bringen, Daß wir stets nach solcher ringen. 2. Du bist rein in werk und wesen: Und dein unbeflecktes kleid, 3. Mit eben diesen meisterhän- Das von ewigkeit gewesen, st den, mit welchen du die welt ge- die reinste heiligkeit. Du bist beimacht, Regierst du auch an allen lig: aber wir, Großer schöpfer! enden, Was dein verstand hervor sind vor dir Als ein kleid, das gebracht. Du brauchst, o uner- sündenflecken Ganz besudeln und schaffnes licht! Der menschen rath bedecken. und beistand nicht. 3. Nichts wird sonst von dir ge 4. Was du zu thun dir vorge- licbet, Vater! als was sich allein nommen, Das geht ohnfehlbar in Deiner heiligkeit ergiebet, Und die that. Wenn tausend hinder sich sehnt dir gleich zu sein. Darnisse kommen, So triumphirt rein um nimm dich unser an, Deren hoher rath. Die mittel stehn in herz nichts lieben kann, Wenn deiner hand, Die du zum endzweck dem fleisch die herrschaft bleibet, gut erkannt.in Als was dich zur strafe treibet. 5. Die menge so verschiedner willen, Die theils auf dies, theils jenes fällt, Muß doch denselben schluß erfüllen, Den sich dein wille vorgestellt, Der aller feinde stolzen wahn Als unvernunft beschämen kann. 6. O weisheit! decke meiner seele Die angeborne thorheit auf, Damit sie dich zum leitstern wähle In ihrem sonst verwirrten lauf. Ich weiß den weg des friedens nicht: Ach! gönne mir dein hohes licht. 7. Du hast mich durch mein ganzes leben Nach deinem klugen rath geführt. Mein geist muß dir das zeugniß geben, Daß du vollkommen wohl regiert; Leit ferner mich durch welt und zeit, Bis zu ber frohen ewigkeit. Von der Heiligkeit Gottes. Mel. Kommt, laßt euch den 2c. 23200( ott, vor desſen angesichte Nur ein 4. Was dein herz gedenkt und dichtet, Was dein heilger wille thut, Was dein starker arm verrichtet, Ist stets heilig, rein und gut; Und so bleibst du ewiglich: Da wir schwache menschen dich Durch das böse, das wir üben, Thun und dichten, stets betrüben. 5. Wo unreinigkeit zu finden, Was nur flecken in sich fast, Was unheilig, was voll sünden, Ist und bleibet dir verhaft. Du bist nur der reinen freund, Und den übelthätern feind: Ach! dies muß uns sünder schrecken, Und so furcht als schmerz erwecken.snia 6. Lindre solche furcht und schmerzen: Du bist rein, und machest rein: Drum schaff in uns solche herzen, Die auch rein und heilig sein. Wasche sie, o höchstes gut! Wasch uns rein durch Christi blut, Laß in uns verstand und willen Deinen heilgen geift erfüllen. 7. Gieb, o vater! unsern seelen, Glaubensvoll auf dich zu sehn, Rojenie God Jul und dessen Wesen und Eigenschaften. Deine beiligkeit zu wählen, Und Egyptens lange plagen, Und andre darnach einher zu gehn; Bis wir dort mit jener schaar Der erlösten immerdar Heilig, heilig, heilig! singen, Und die reinsten opfer bringen. Von der Gerechtigkeit Gottes. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 233. Gerechter Gott! vor dein gericht Muß alle welt sich stellen, Und sich vor deinem angesicht Ihr urtheil lassen fällen. Du schaust von deinem hohen thron, Ohn alles ansehn der person, Auf alle menschenkinder. sst 137 wunder deiner macht, Bezeugen, wenn dein zorn erwacht, Wie du nach werken lohnest. 7. Bleibt hier viel böses ungekommt ein tag der rechenschaft, wird sich die gerechtigkeit, Die je Der feines sünders schonet: Da dem die vergeltung beut, Am herrlichsten erweisen.al ve 8. Gerechter Gott! laß meinen sinn, Wie du, das gute lieben. Nimm alle lust zur fünde hin: Wirk inniges betrüben, Wenn sich dies übel in mir regt. Dein herz, das lauter gutes hegt, Sei meines herzens vorbild. 2. Du bist des satans werken feind, Und hasfest gottlos wesen. 9. Und weil vor dir, gerechter Der ist gewißlich nicht dein freund, Gott! Kein sünder kann bestehen, Der sich zum zweck erlesen, Was Der nicht des mittlers blut und außersehen: dein gerecht geseß verbeut, Und tod Zum schile gerechtigkeit, der sich wahrer heiligkeit von So gieb mir herzen nicht besleißet. 3. Du liebest das, was recht und gut, Und bist ein freund der frommen: Wer g glaubt und deinen willen thut, von dir Von der Allmacht Gottes. Wir v werk und dienst gefällt dir wohl, Ist er gleich nicht so, wie er soll, Nach dem geseß vollkommen. 4. Du öffnest deine milde hand, Das gute zu belohnen, Und giebest, als ein liebespfand, Den frommen schöne kronen: So zeigest du vor aller welt, Daß es dir herzlich wohlgefällt, Wenn man das gute liebet. auch Ein 5. Hingegen bleibt die bosheit Von dir nicht ungerochen. abgrund voller qual und keinem auge sah. rauch Wird denen zugesprochen, Die sich mit fündenluft befleckt; Ja deine hand ist ausgestreckt, Sie hier bereits zu strafen. Die mich von deinem zorn befreit, Durch sein verdienst, zu eigen. Melodie 18. 234. Herr! beine allmacht weit, Als selbst dein wesen reichet. Nichts ist, das deiner herrlichkeit Und deinen thaten gleichet. ist kein ding so groß und schwer, Das dir zu thun unmöglich wär. 2. Es fällt auf dein allmächtig wort Dir alles zu den füßen. Du führest deinen anschlag fort Bei allen hindernissen. Du winkst, so stebet eilend da, Was man mit 3. Du hast dein großes schöpfungswerk Allmächtig ausgeführet. Es bleibet, Herr! dein augenmerk Und wird durch dich regieret. Noch immerhin besteht die welt, Weil dein allmächtig wort 6. Der untergang der ersten welt, Die aus der art geschlagen, Das fener, das auf Sodom fällt, sie hält. 138 Von dem Dreieinigen Gott 4. Wenn jemand so verständig| trümmern gehn, Gottes gnade ist, und sich zum guten neiget, muß bestehn. Wenn er der eitlen welt vergißt, Und unter dich sich beuget, So lösest du des satans band, Und machst ihn frei mit starker hand.. 2. Gott hat mir ein wort gee sprochen, Gott hat einen bund gemacht, Der wird nimmermehr gebrochen, Bis er alles hat vollbracht. Er, die wahrheit, trüget nicht! Was er saget, das geschicht. 5. Die größe deiner wunder macht, Die Christum auferwecket, Den man erblaft ins grab gebracht, Wird auch alsdenn entdecket, Wenn unsers blöden glaubens licht Durch alle nacht der zweifel bricht. 3. Seine gnade soll nicht weichen, Wenn gleich alles bricht unde fällt; Sondern ihren zweck erreichen, Bis sie mich zufrieden stellt. Ist die welt voll heuchelei; Gott ist fromm und gut und treu. 6. Die menge vieler wunder zeugt, Daß, schöpfer! dein vermögen Weit über die geseße steigt, So die natur bewegen. Du hast gemacht das ordnungsband, Und hebst es auf durch deine hand. 7. Was für ein wunder deiner macht Wird unser aug' einst sehen, Wenn nach der langen todesnacht Die körper auferstehen! Wenn du der dürren knochen rest Mit fleisch und glanz bekleiden läßt. 8. O allmacht! mein erstaunter geist Wirst sich vor dir darnieder: Die ohnmacht, wie du selber weißt, Ulmgiebet meine glieder. Mach mich zum zeugen deiner kraft, Die aus dem tode leben schafft. 4. Will die welt den frieden brechen, Hat sie krieg und streit im sinn: Gott hält immer sein versprechen, So fällt aller zweifel hin: Denn er bleibet immerdar Was er ist und was er war. 5. Laß sein antlig sich verstellen; Sst sein berz doch treu gesinnt, Und bezeugt in allen fällen, Daß ich sein geliebtes kind, Dem er beide hände reicht, Wenn auch grund und boden weicht. 6. Er will friede mit mir halten, Wenn die welt mir unruh macht: Shre liebe mag erkalten, Ich bin bei ihm werth geacht. Und wenn höll und abgrund brüllt, Bleibt er mir doch sonn und schild. 7. Er, der Herr, ist mein er9. Ach! zünd in mir den glauben an, Der deiner macht an- barmer: So hat er sich selbst gehange. Daß mein herz muthig nennt; Das ist trost! so werd ich werden kann, Indem ich dich um- armer Nimmermehr von ihm ge fange, Und traue deiner Gottes- trennt. Sein erbarmen läßt nicht kraft, Die alles kann, die alles zu, Daß er mir je schaden thu. schafft. 8. Nun es bleibt mein ganz vertrauen Auf ihn ankerfest gericht't: Auf den felsen will ich bauen, Denn Gott hält, was er verspricht. Erd und himmel kann Mel. Gott des himmels und 2c.vergehn, Sein bund bleibet feste eicht, ihr berge! stehn. 235. Wei fallt ihr bügel! Berg und felsen brechet ein: Got Mel. Wer nur den lieben Gott. tes er Herr hat nic unverändert sein. Laß die welt zu freu hat dieses ſiegel, Sie will 236. De fein wort ge Von der Treue und Wahrheit Gottes. und beffen Wesen und Eigenschaften. 1391 brochen, Noch seinen gnatenbund Von der Langmuth und Ge verleßt. Was seine wahrheit hat versprochen, Das wird auch in die that geseßt. duld Gottes. Er ist entfernt Mel. Herr Gott! der du erforsch. von trug und list, Die eine brut 237. Get etreuer Gott! wie des satans ist. viel geduld Bezeigest du uns armen! Wir häufen täglich unsre schuld, Du häufest dein erbarmen. Des menschen ganzer lebenslauf Ist immerdar von jugend auf Verderbt und dir entgegen; Und gleichwohl, vater! suchst du ihn Durch gnad und huld zurück zu ziehn, Durch langmuth zu bewegen. die 2. Der menschen elend jammert dich: Wenn sie sich gleich verstocken, Willst du sie dennoch väterlich Durch güte zu dir locken. Wie lange siehst und rufest du Den juden in der wüste zu, Bis sich ihr herz bekehret! Wie trägeft tu so lange zeit Die erste welt mit gütigkeit, Eh sie die fluth verheeret! dal 10 2. Was er aus lieb und huld verheißen, Das läßt er in erfüllung gehn. Er pflegt den grund nicht umzureißen, Darauf des glaubens pfeiler stehn. Scheint die erfüllung gleich noch weit, So kommt sie doch zur rechten zeit. 3. Doch wie er das unfehlbar giebet, Was seine lieb' uns zugedacht; So wird auch, wenn er rache übet, Sein drohwort ganz gewiß vollbracht. Wenn er den schluß zu strafen faßt, So fühlt man deffen centnerlast. 4. Drum scheue dich mit from mem herzen Vor dem, was er den sündern dräut. Es ist, o seele! nicht zu scherzen Mit seiner strafgerechtigkeit. Fleuch, fleuch, was er zu strafen droht, Sonst sfinkest du in noth und tod. 3. So giebst du sündern zeit und raum, Der strafe zu entgehen. So läsfest du den argen baum Nicht ohne pflegung stehen, Du wartest sein, du suchest frucht: Und wenn, du gleich umsonst gesucht, Hörst du nicht auf zu bauen. Du schonest sein von jahr zu jahr, Dein vaterherz hofft immerdar Noch frucht von ihm zu schauen. 5. Doch halt dich auch mit festem glauben An sein verheißnes gnadenwort; Es stehet nicht auf sand und schrauben: Drum fahre nur im beffen fort: So wirst du sehn, daß seine treu Sein wort zu halten mächtig sei. 6. Wir haben ja zwei starke gründe, Auf welchen unser glaube ruht; Weil er, damit er beifall Und finde, Zu seinen worten eide thut. O wunder! wenn ein sünder hört, Daß ihm die ewge wahrheit schwört. 4. Gerechter Gott! so große huld Bezeigst du frechen süntern: hast nicht weniger geduld Mit deinen schwachen kindern. Sie werden ja, wenn fleisch und welt Und satan häufig neße stellt, Oft sicher, matt und träge. Sie straucheln, sie vergeben sich, Sie fallen oft, verlassen dich Und deitreulich meint. Siehſt du ihn ſich 5. un bätteſt du, a water! ne heilgen I 7. Ach seele! laß dich dies beschämen, Da es dein Gott so nach dir bequemen, du auch dem wanken feind: Beweise recht, Sie wieder zu verlassen, dich als Gottes find, Bei dem Und einen ungetreuen knecht In man treu und wahrheit findt. ewigkeit zu haffen. Doch nein: EXT af megil mid m Von dem Dreieinigen Gott. 140 das fann bein herze nicht, Dein| freis huldreich schmücken, Und zuherz, das aus erbarmen bricht, gleich Freudenreich, Bösen und den Wenn deine finder fehlen: Es deinen, Wie die sonne, scheinen. hat geduld, so lang es kann, Es nimmt sich ihrer schwachheit an, Und wacht für ihre seelen. 6. Drum rufst du ihnen in gefahr, So oft sie irre gehen: Reichst ihnen hand und stärke dar, Von sünden aufzustehen. Du lockest sie mit vaterhuld, Versprichst durch Christum ihre schuld Und fehler zu vergeben, Giebst selber glauben, geist und kraft, Und nach vollbrachter ritterschaft, Ein rig * Freudenleben. 2. Wasser, luft und erde, Ja dein ganz gebiete Ist ein schauplaß deiner güte. Deiner langmuth ehre Wird durch neue proben Immer herrlicher erhoben. O wie weit, O wie breit Streckt sie ihre flügel Ueber berg und hügel. 3. Was wir davon denken, Was wir sagen können, Ist ein schatten nur zu nennen. Tag vor tag zu schonen, Tag vor tag zu dulden So viel millionen schulden, Und dazu Ohne ruh Lieben für das haffen, Herr! wer kann das fassen? 801 7. O langmuth, der nichts gleichen kann! Ach vater! sich uns armen Auch künftig so geduldig an, Und trag uns mit erbarmen. Was bisher Voll güt und huld gewesen wär; Wenn sie aufhören sollte? Wenn deine hand, die straf und schwert Bisher in gnaden abgefehrt, Uns nun verderben wollte? 4. Du vergiebest sünde, Hörst der sünder flehen, Wenn sie reuig dir stehen. Deine rechte vor dein Und erbarmt sich wieder, Legt die pfeile gerne nieder, Welche doch Immer noch, Wenn sie kaum geleget, Neue schuld erreget. bid 8. Drum, brunn der güte! duld uns noch Durch Christi tod und schmerzen: Erwecke bald und rühre doch Die träg' und sichern herzen; Daß deine huld und vatertreu Uns ja kein sündendeckel sei: Daß wir das böse hassen, Und uns 6. König! sei gepriesen, Daß noch in der gnadenzeit Den reich- du so verschonest, Und uns nicht thum deiner gütigkeit Zur buße nach werken lohnest. Deiner hand leiten lassen. 5. Herr! es hat noch feiner, Der zu dir gegangen, Statt der gnade, recht empfangen: Wer zu deinen füßen Sich mit wehmuth senket, Dem wird straf und schuld geschenket. Unser schmerz Rührt dein herz, Und du willst der armen Gnädig dich erbarmen. sei ehre, Die so wohl regieret, Und mit ruhm den scepter führet. Fahre fort, Zions hort! Langauszuüben; Und die welt Melodie 20. 238. löne blöden au- zu lieben. numschränkte liebe! muth gen, Die zum irdischen kaum taugen, Daß fie in die strahlen Deiner langmuth blicken, Die den erdGesänge von der Liebe Gottes suche unten auf der 145. Seite. XIII. Am Tage Johannis des Täufers. Mel. Was Gott thut, das ist zc.| himmel und auf erden, Der bald 239. Gott, dem kein ding der mutter leib verschließt, Bald unmöglich ist Im fruchtbar lässet werden: Der aller asp Am Tage Johannis des Täufers. welt Vor augen stellt, Es sei in deinem namen Nur lauter ja und amen! 14. horn des heils, Immanuel, Hat Davids haus beehret. Wir sind erlöst, Und auch getröst't. Was du vorlängst versprochen, hast du nicht gebrochen. 2. Du hast einmal ein wort geredt In Zachariä tagen; Darum muß auch Elisabeth Ein kind im alter tragen. O laß mich nicht, Was dein mund spricht, Zum ziel des zweifels seßen, Nein, felsen gleich es schäßen. Das no 7. Der feinde macht ist nun gebeugt, Weil der erretter kommen. Du hast barmherzigkeit erzeigt, Und uns in schuß genommen. Dein bund und eid Ist nun verneut: Nicht Israel alleine, Die heiden sind auch deine. 3. Auch mich zog vormals deine hand Aus meiner mutter leibe. Du hast mich, eh ich war, 8. Die finsterniß, die uns begekannt; Ach! diese wohlthat trübt, Weicht nunmehr ganz zu- a schreibe In meine brust, Daß ich rücke. Der aufgang aus der höhe mit lust Allzeit daran gedenke giebt Uns lauter sonnenblicke. Und mich dir gänzlich schenke. Der friedensschluß Setzt unsern fuß Aus allen todesschatten, Die uns umgeben hatten. 9. Ist uns auch so viel herrlichkeit Durch deinen sohn erschienen; So mach auch unser herz bereit, Ihm lebenslang zu dienen. Kein ander heil Wird uns zu theil; Vergebung unsrer sünden 4. Mein name, welchen man mir gab, Ist auf dein buch geschrieben, O! laß auch mich bis in mein grab Den christennamen üben. Wer Christi glied, Der lebt bemüht Auch Christo nachzuahmen, Sonst hilft kein schöner namen. 5. folge dem exempel. Dein 10. Johannes ging vor Jesu guter geist bereite mich Zu dei- her: Wir folgen Jesu schritten, nem ehrentempel. So stimm ich Und obs auch durch die wüste wär; an, So gut ich kann: Dein lob, Laß uns doch, wie wir bitten, das er besungen, Sei auch auf Dir bleiben treu Ohn heuchelei; unsern zungen. Bis wir in Zions auen Der son6. Gelobet sei Gott Israel! nen aufgang schauen. Du hast dein volk erhöret. Das! nignid XIV. Am Tage der Heimsuchung Mariä. Mel. 48. O meine seel, du sollst 2c. 240. Mein mund und geist erhebt des Herren güte; Mein Gott, mein heil, erwecke mein gemüthe, Das seine lust nicht mehr verschließen kann. Ich bin nur staub, ja nichts vor ihm zu nennen; Doch will er mich, den niedrigen, erkennen, und blicket mich im elend gnädig an. neuen weisen, Wird alle welt die seligkeiten preisen, Durch die der* P Herr mich ewig herrlich macht! Ower besingt, wer zählt die wunderwerke, Die dieser Gott durch seine huld und stärke Und heilig- al feit an mir allein vollbracht.ds 3. Unendlich ist sein reichthum an mir armen; Unendlich währt an jedem sein erbarmen, Der ihn allhier in treuer demuth ehrt. Er rühret kaum die allmachtsvolle 2. O wie erstaunt, mit welchen 142 Am Michaelisfeste, von den heiligen Engeln. rechte, So fällt vor ihm der mäch- Die leert er aus und läßt sie tigsten geschlechte, Und aller trost nackt und bloß. der sünder wird zerstört. 5. Sein Israel, das er sich aus4. Sein eifer stürzt der unge- erkoren, Erfährt die treu, die er rechten throne; Und seufzt zu ihm ihm zugeschworen, Und steht und ein frommer in dem hohne, So steigt durch aller zeiten lauf. Was macht er ihn vor den tirannen kann uns wohl die welt und hölle groß. Er frönt und füllt die schaden? Der Herr gedenkt des hungrigen mit segen; Und die ihr heilgen bunds in gnaden, Und richfleisch in reichem stolz verpflegen, tet uns durch unsern heiland auf. XV. Am Michaelisfeste, von den heiligen ng op basis Engeln. Mel. Herzlich thut mich verlang.| heilig, heilig! Erhöht ihn immerott meines lebens dar, Sie nehmen schnell und eilig Stets seines dienstes wahr. 241. Gott meister! Du Herr der ganzen welt, Der so viel tau- 6. Sie fündigten uns armen send geister Ulm seinen thron be- Oft frohe botschaft an, Wie viel stellt! Wie herrlich mußt du woh- Gott aus erbarmen Zu unserm nen, Wie prächtig muß es sein, Wo cherubim und thronen Bei dir gehn aus und ein! 2. Mir ist es noch verborgen, Was diese geister sind: Bis daß heut oder morgen Jch, dein geliebtes find, mit allen seraphinen In jenem hellen licht Dir ewig werde dienen, Und sehn dein an gesicht. 3. Sie sind ohn fleisch und beine, Nur lauter fraft und geist, Von dem ganz frei und reine, Was schwach und sterblich heißt. Ihr wissen übersteiget Den menschlichen verstand: Weil Gott sich ihnen zeiget, Wie ihn kein mensch erkannt. 4. Sie leben ohne sünde, Und werden niemals alt, Sind mächheil gethan; Sie waren Christi boten, Da er geboren ward, Und ausstund von den todten, Auch bei der himmelfahrt. 7. Mein Gott! sei hoch gepriesen, Daß du der ganzen welt Die wohlthat hast erwiesen, Und engel uns bestellt, Die stets auf unsern wegen, Wo sich ein anstoß findt, Die hand uns unterlegen, Und treue wächter sind. 8. Die zeit wird auch noch kommen, Da ich verklärt und rein, Und aller angst entnommen, Bei engeln werde sein: Da will ich denn recht ehren Dich, vater, sohn und geist! Und deinen ruhm vermehren, So lang es ewig heißt. Mel. Nun ruhen alle wälder 2c. tig und geschwinde Von himmli- 242. Du Herr der seraphischer gestalt, Voll wunderbarer stärke, Bei der sie nimmer ruhn: Und das sind ihre werke, Den willen Gottes thun. nen! Dem alle engel dienen Und zu gebote stehn. Du aller wesen meister, Du vater aller geister! Mein mund soll deinen ruhm erhöhn. 5. Sie sind die hochvertrauten Des Herren zebaoth; Die ihn 2. Die fürsten und die thronen, vom anfang schauten, Ihn, den Die in dem himmel wohnen, verborgnen Gott. Ihr heilig, Giebst du zu meiner wacht; Sie Am Michaelisfeste, von den heiligen Engeln. 143 sehn dein angesichte In höchst Mel. Wo Gott der Herr nicht. vollkommnem lichte; Doch nehmen sie auch mich in acht. te 243, Gott! der du aus 3. Das sind die starken helden herzensgrund Die menschenfinder liebest, Und uns Die deinen rath vermelden, Und zu aller zeit und stund Viel gustehn dir zu befehl. Das sind tes reichlich giebest: Wir danken die himmelsschaaren, Die treulich dir, denn deine treu Ist alle moruns bewahren Und mächtig schü- gen bei uns neu In unserm ganBen leib und seel. zen leben. 4. Ich preise deine güte Mit dankbarem gemüthe Für diese wunderschaar: Ich rühme deine rechte Für diese deine knechte, Die mich behüten vor gefahr. 5. Laß ferner mich behüten Vor aller feinde wüthen Durch diese himmelswach: Laß sie auf meinen wegen Die hand mir unterlegen; So bleib ich frei von ungemach. 6. Den feind laß sie erschrecken, Und mich beständig decken, Daß mich kein leid betrübt. Ich sei im ganzen leben Von ihnen stets umgeben, Von ihnen immerdar geliebt. 7. Doch sollen sie nicht weichen; So laß mich ihnen gleichen In wahrer beiligkeit: Wie sie die kinder lieben, und sich in demuth üben, So mach auch mich dazu bereit. 8. Sie thun ja deinen willen, Den laß mich auch erfüllen. Sie leben fromm und rein: O laß mich schon auf erden Auch ihnen ähnlich werden, Stets diese reinen geister scheun. 9. Hilf aug' und hand bezähmen, Kein ärgerniß zu nehmen, Lehr' mich behutsam sein: Laß mich in meinem leben Auch niemand anstoß geben; Denn beides bringet höllenpein. 2. Wir preisen dich insonderheit, Daß du die engelschaaren Zu deinem lob' und preis bereit't, Und auch uns zu bewahren; Daß unser fuß an keinem stein, Wenn wir auf unsern wegen sein, Sich stoße noch verleße. 3. Was ist der mensch allhie auf erd, Den du so wohl bedentest, Und achtest ihn so hoch und werth, Daß du ihm liebreich schenfest Nebst andern auch noch diese guad, Daß er die himmelsgeister hat Zu seinem steten schuße. 4. Herr! diese sonderbare prob Der freundlichkeit und güte Erheischt ein immerwährend lob Aus freudigem gemüthe. Darum, o vater! rühmen wir Die große lieb' und danken dir Für solche hohe wohlthat. 5. Es stand der starken helden fraft Uns bis anher zur seiten: Durch sie hast du uns ruh verschafft Selbst in den schlimmsten zeiten, Die kirche und die obrigfeit, Auch jeden stand in sicherheit Durch ihren schuß erhalten. * 6. Verleih, o Herr! durch deine gnad, Daß wir fest an dir bleiben, Und ja nicht selbst durch übelthat Die engel von uns treiben. Gieb, daß wir rein und heilig sein, Demüthig, ohne heuchlerschein, 10. Und endlich, wenn ich schei- Dem nächsten gerne dienen. riggi de; So führe mich zur freude 7. Gieb auch, daß wir der enDurch deine engel ein: Da werd gel amt Verrichten dir zu ehren; ich dich recht loben, und in dem Mit lobgesängen allesammt Der himmel droben Dir mit den en wunder ruhm vermehren, Die du geln ähnlich sein. djuns in der ganzen welt Und .thirgrad 144 Am Michaelisfeste, von den heiligen Engeln. deinem worte vorgestellt, Voll| 5. Und diese selgen geister Lobweisheit, macht und güte. singen dir, dem meister, Dem 8. Und wie du durch die engel vater der natur, Verehren dich, haft Uns oft aus noth geführet; erfüllen Frohlockend deinen wilJa auch bewahrt, daß manche last len. Herr! leit uns auch auf Und plag uns nicht berühret; So dieser spur. thue solches auch hinfort, Be- 6. Ja, deine seraphinen Sind fiehl, daß sie an jedem ort Sich stets um uns her lagern. menschen auch zu dienen, Auf deinen wink bereit. Gott! laß sie uns umgeben, und hilf uns also leben, Daß unser wandel sie erfreut. Laß 7. Doch weh den geistern allen, Die, Herr! von dir gefallen Und nun verworfen sind. Uns soll ihr elend lehren, Von dir uns nie zu kehren, Weil alles heil in dir sich findt. ford 8. Und da sie noch auf erden Uns oft zum fallstrick werden, Und brüllend um uns gehn: So hilf auf allen seiten Uns wachen, beten, streiten, Und sterbend noch als sieger stehn. 9. Laß deine kirch und unser land Der engel schuß empfinden, Daß fried und heil in allem stand Bei uns sich möge finden. sie des teufels mord und list, Und was sein reich und anhang ist, Durch deine kraft zerstören. 10. Zulegt laß sie an unserm end Den satan von uns jagen, Und unsre seel in deine händ Und Abrahams schooß tragen: Wo alles heer dir ehre bringt, Und heilig, heilig, heilig! singt Ohn einiges aufhören. nawier Mel. Nun ruhen alle wälder 20. err! den in lauten 9. Herr! dem die himmels. höre Anbetung, lob und ehre Im 244. men- felgen Laß schen zungen ehren, In deinem dienst erquickt: Dich preisen auch die schaaren Der geister, die da waren, Eh noch der mensch das licht erblickt. geist am ende Geführt durch ihre hände Vor dir mit ihnen selig sein. Mel. Jesus, meine zuversicht zc. 245. Herr! du haft in deinem 2. Du sprachst: so wurden wesen, Unsichtbar, auserlesen, Unkörperlich und rein. Gott! laß schaaren vieler engel: Diesen bin auch diese werke Uns zeugen deiner stärke Und unerforschten weisheit sein. ich noch nicht gleich, Denn mein herz ist noch voll mängel. Ach! wenn werd ich auch so rein, Als die guten engel, sein? 3. Die engel sind mit kräften Zu wichtigen geschäften Für dich und uns versehn. Laß uns auch mit den gaben, Die wir empfangen haben, Dein lob und andrer wohl erhöhn. 2. Mich beschweret fleisch und blut: Hilf du, daß ich geistlich werde. Gieb mir einen engelmuth, Der sich trenne von der erde; Daß ich, als dein liebes kind, Allzeit himmlisch sei gesinnt. 4. Die du in prüfungsstunden Von ihnen treu erfunden, Sehn 3. Mache mir dich, Herr! benun dein angesicht. Hilf in den probezeiten Uns zu dem heil bereiten, Das unsrer treu dein wort verspricht. mus kannt Durch des heilgen geistes gabe, Daß ich weisheit und verstand, Wie ein engel Gottes, Von Gottes Werken und Wohlthaten und zwar von der Liebe 2c. 145 habe: Bis wir einst in jenem licht Völlig sehn dein angesicht. 4. Ach! dein wille soll geschehn, Wie im himmel, auch auf erden: Darum laß uns dahin sehn, Daß wir dir gehorsam werden, So in deinem willen ruhn, Wie die reinen geister thun. 6. Mach es wie mit Lazaro, Wenn ich künstig werde sterben: Und damit ich eben so Möge trost und segen erben; Laß die engel mich zur ruh Tragen nach dem himmel zu. 5. Unsre welt ist voll gefahr, Alles scheiat uns nachzustellen: Sende deiner engel schaar, Daß uns ja uichts möge fällen; Und so oft wir schlafen ein, Laß sie unsrewächter sein. 7. Laß uns dann vor deinem stuhl Bei den auserwählten stehen; Wenn die bösen in den pfuhl Mit dem satan werden gehen. Und hernach in jenem reich Mache uns den engeln gleich. III. Von Gottes Werken und Wohlthaten und zwar I. Von der Liebe Gottes als der Quell derselben. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 246. A[ ch! was hat für in der argen welt Allenthalben neße stellt, Und, die seine list berücket, Unvermerkt zur hölle schicket. wunderliebe Dich, von dem die welt herstammt, Gott! mit unerhörtem triebe Gegen menschen angeflammt! Wohin ich mit andacht seh, Wo ich voll betrachtung geh: Läßt der tritt von deinen süßen Lauter liebesströme fließen. 2. Liebe wars im schöpfungswerke, Die dem armen erdenkleß Geist und leben, kraft und stärke In die todten glieder goß. Eben dieser liebe frucht hat uns alles ausgesucht, Was wir unter deinen gaben Hier und dorten nöthig haben. 3. Die gesammten freaturen, Deiner hände meisterstück, Zeigen uns in gleichen spuren Solcher liebe hellen blick, Die sich väterlich bemüht mit dem allen, was man sieht, Uns zu nähren, uns zu nüßen. 3u erfreun, zu unterstüßen. 4. Liebe macht es, daß der orden Deiner engel, der dich preist, Unser schutz und wache worden, Auch den feind zurücke weis't, Der uns 5. Liebe schließt die vorrathskammer Unerschöpfter nahrung auf, Und verschafft in angst und jam= mer Unsrer hoffnung freien lauf: Wenn gleich noth und armuth schreckt, Ist der tisch doch schon gedeckt, Der den armen, der sich kränket, Beides liebreich speist und tränket. 6. Doch wenn ich mich weiter übe, Zeiget uns das heil der welt, Christus, noch viel größre liebe; Weil er sich zum lösegeld Selber in das mittel schlägt, Alle schuld für uns erlegt, Und den zorn, den wir verdienet, Willig durch sein blut verfühnet. 7. Drum hilf, daß ich für die liebe, So mir deine gnas erzeigt, Meinen dank niemals aufschiebe: Und wenn gleich die zunge schweigt, So entzünde deine hand Mir im herzen einen brand, Der, wie weihrauch, in die höhe Dir zum liebesopfer gehe. 10 146 Von Gottes Werken und Wohlthaten und zwar 8. Laß mich dir alleine leben;| er mir mein berz erfülle Mit dem Laß mich alles, was ich hab, Dir bellen glaubenslicht, Das des tozum liebespfande geben: Laß mich, des macht zerbricht, Und die hölle bis ins finstre grab, Immer der selbst macht stille. Alles ding gedanken sein, Daß kein freuz und währt seine 2c. teine pein, Damit man mir dräuen wolle, Meine liebe stören solle. 9. Nun ich liebe; gieb gedeihen, Daß die flamme nicht erstickt, Sondern allemal von neuen Liebesproben aufwärts schickt; Ja, daß bis zum lebensziel Nichts, als was dein wille will, Und dein vaterberg ergeßet, Sei zu meinem zweck geſeßet. 5. Meiner seelen woblergehen Hat er ja recht wohl bedacht; Will dem leibe noth zustehen, Nimmt ers gleichfalls wohl in acht. Wenn mein können, mein vermögen Nichts vermag, nichts helfen kann; Komut mein Gott, und hebet an, Seine traft mir beizulegen. Alles ding währt seine 2c. ollt ich meinem 247. Gott nicht sin6. Himmel, erd und ihre heere Hat er mir zum dienst bestellt: Wo ich nur mein aug' hinkehre, Find' ich, was mich nährt und hält, Thier und kräuter, und getreide. In den gründen, in der höh', In den büschen, in der see, lleberall ist meine weide. Alles ding währt seine zeit zc. gen? Sollt ich ihm nicht dankbar, fein? Denn ich seh in allen dingen, Wie so gut ers mit mir meint: Ist doch nichts als lauter lieben, Das sein treues berze hegt, 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Das ohn ende hebt und trägt sorgen, Und ermuntert mein geDie in seinem dienst sich üben. müth, Daß ich alle liebe morgen Alles ding währt seine zeit, Got- Schaue neue lieb' und güt. Wär' tes lieb' in ewigkeit. er mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein angesicht Nicht gelei tet; wär ich nicht Aus so mancher angst genesen. Alles ding zc. 8. Wie so manche schwere plage Wird vom feinde hergeführt, Die mich doch mein lebetage Zum verderben nicht gerührt. Gottes en gel, den er sendet, Hat das böse, das der feind Anzurichten war ge meint, In die ferne weggewendet. Alles ding währt 2c. 9. Wie ein vater seinem finde Sein herz niemals ganz entzeucht, Thut er gleich bisweilen sünde; Obs gleich aus der bahne weicht: Also hält auch mein versehen Mir mein frommer Gott zu gut: Läßt beim fehlen nur die ruth Und nicht gleich das schwert ergehen. Alles ding währt zc. 10. Seine, strafen, seine schläge, Melodie 15. 2. Wie ein adler sein gefieder Ueber seine jungen streckt; Also hat auch hin und wieder Mich des höchsten arm bedeckt, Alsobald im mutterleibe, Da er mir mein wesen gab, Und das leben, das ich bab', Und noch diese stunde treibe. Alles ding währt seine zeit, Gottes lieb' in ewigkeit. 3. Sein sohn ist ihm nicht zu theuer, Nein, er giebt ihn für mich bin, Daß er mich vom ewgen feuer Durch sein theures blut gewinn': Unbegreiflich ist die güte, Deren tiefe ja mein geist, Ob er sich gleich sehr besleißt, Nicht kann fassen im gemüthe. Alles ding zc. 4. Seinen geist, den edlen führer, Giebt er mir in seinem wort, Daß er werde mein regierer Durch die welt zur- himmelspfort, Daß! von der Liebe Gottes als der Cuell derselben. 147 dern ab, Wie stark Gott lieben könne. Ob sie mir gleich bitter seine; und grab, Die malen uns in bilDennoch, wenn ichs recht erwäge, Sind es zeichen, daß mein freund, Der mich liebet, mein gedenke, Und mich von der schnöden welt, Die uns hart gefangen hält, Durch das krenze zu ihm lenke. Alles ding währt seine zeit, 2c. 11. Das weiß ich fürwahr, und lasse Mirs nicht aus dem sinne gehn, Christenkreuz hat seine maaße, Und muß endlich stille stehn. Wenn der winter ausgeschneiet, Tritt der schöne sommer ein; Also wird auch nach der pein, Wers erwarten fann, erfreuet. Alles ding währt seine zeit, c. 4. Ich grüble nicht und glaub allein: Kann ich dies meer nicht gründen; So werf ich mich getreft hinein Mit allen meinen fünden. Gott gab mir was sein liebstes war, Drum bringe ich mein herz ihm dar, Als herz für herz zum opfer. 5. O liebster vater! nimm es hin; Gieb kraft, dich recht zu lie ben; Verstand und wille, muth und sinn Sein dir hiemit verschrieben. Ach dämpf das seuer böser lust, Laß ewig nichts in dieser brust, Als deine liebe, brennen. 12. Weil denn weder ziél noch ende Sich in Gottes liebe findt; Ei! so heb' Mel. Nun danfet alle Gott 2c. dir, vater! als dein find, Bitte: 249. Gott iſt die liebe wollst mir guade geben, Dich aus aller meiner macht Zu erheben tag und nacht, hier in meinem ganzen leben: Bis ich dich nach dieser zeit Lob' und lieb' in ewigkeit. selbst, dem die liebesgaben, Als aus der schönsten quell, Den ersten ursprung haben. Der bleibet fest in Gott, Wer in der liebe bleibt, Und welchen keine macht Aus Jesu wunden treibt. 2. Der vater liebt die welt: Mel. Allein Gott in der höh sei. 248. liebesgluth, wie jell Sein väterlich erbarmen Schicht ich dich Mit preis und lobe zieren? In deinen tiefen muß ich mich, volles meer! verlieren. Gott selber, die vollkommenheit, Brennt stets von lieb' und gütigkeit, Und ich bin oft erfaltet? den geliebten sohn Zu uns verlaßnen armen: Und dieser liebet uns, Drum scheut er keine noth; Erträget williglich. Sogar den treuzestod. 3. 23ie reiche ströme sind Bon dieser huld geflossen! Die liebe 2. Der in sich selbst vergnügte Gottes ist In unser berz gegos Gott, Das allerreinste wesen, sen; Der werthe heilge geist Hat sich die schnöde sündenrott Zu lieben auserlesen. Hier schweig, vernunft! gieb Gott die ehr! Gott wollt' unendlich lieben mehr, • Als du begreifen wolltest. Nimmt selbst die seelen ein, So daß wir nun sein haus Und teme pel worden sein. 3. O liebe! die Gott seinen sohn Aus seinem schooß genom men: Er ist von seines vaters thron Zu uns herab gekontmen. Sein mangel, knechtschaft, freuz 4. Ja, wer den heiland liebt, Der hält sein wort in ehren; Und so verspricht der Herr Bei ihm selbst einzukehren. Was muß für freud und lust, Die göttlich ist, entstehn, Wenn vater, sohn und geist In eine seele gebn? 10* 148 Von Gottes Werken und Wohlthaten und zwar 5. Gott heilger geist! lehr uns Jesu ist. Keine zeit, Noch ewigDie liebe Jesu kennen; Laß unsre keit Aendert deine gnadentriebe; herzen stets In reiner liebe bren- Wesentliche liebe! nen; Und endlich führ uns dort In jenes leben ein, Wo unsre liebe Mel. 8. Jesus, meine zuversicht. wird In dir vollkommen sein. 251. Nh! wer giebt mir Mel. Jesu! meine freude zc. worte her, Gottes liebe recht zu preisen? Dieses un 250. Wesentliche liebe! Ba- erschöpfte meer Will mir einen ter! dessen triebe abgrund weisen, Den ich nicht Gnad und liebe sind; Uns durch erforschen kann: Ich seh ihn ersünden armen Schenket dein er- staunend an. barmen Dein gerechtes kind. Sollte nicht, Was uns gebricht, Uns dein herz in Jesu schenken, Und an uns gedenken? 2. Der den sohn uns giebet, Gott der vater, liebet Vor der zeit die welt. Und sein wohlgefallen hat uns menschen allen Diesen rath gestellt, Als den grund Vom liebesbund; Jesum Christum uns zu geben, Daß wir alle leben. 3. Dies hat er erwiesen, Und die lieb' gepriesen Gegen alle welt: Da der Herr zu sterben, Und uns zu erwerben, Selbst sich dargestellt. Jesus kam, Der hirte nahm Von uns, den verlornen schafen, Anf sich alle strafen. 4. O welch eine treue! Die sich täglich neue An den frommen preist, Wenn sie das vertrauen Auf die liebe bauen, Die uns Gott beweist. Väterlich Erzeigen sich An den gläubigen die triebe Von des vaters liebe. 5. Liebe! laß dein lieben, Das dich mir verschrieben, und mich dir vertraut, Meinen geist bewegen, Meine lieb' erregen; Weil ich Jesu braut Heiß und bin, So soll mein sinn Alle kraft und alles dichten Auch zu Jesu richten. 2. Also, also: spricht der mund, Dem die wahrheit zeugniß giebet, Und macht durch dies machtwort fund, Daß Gott über alles liebet; Und daß seine liebestreu So groß, als er selber, sei. 3. Also hat er schon geliebt, Eh der welt grund ist geleget; Und im lieben sich geübt, Eh sich unser herz beweget. So liebt er noch in der zeit, So liebt er in ewigkeit. 4. Doch was wunder, wenn Gott liebt? Er ist selber ja die liebe. Wie es nun sein wesen giebt, So sind alle seine triebe. hier ist aller liebe quell, Die strömt ewig rein und hell. 5. Aber wunder gnug dabei! Denn er hat die welt geliebet, Die ihn leider! ohne scheu Tausendfältig hat betrübet. Ist wohl seine feindin werth, Daß er sie mit gunst beehrt? 6. Und was hör' ich? seinen sohn, Den geliebten eingebørnen, Sendet er vom himmelsthron, Zur erlösung den verlornen, Und macht diesen festen schluß, Daß er für sie sterben muß. 7. Ach! mein herz kann sich gar nicht In so große liebe finden; Wenn selbst Jesus also spricht, Wie will das vernunft ergründen? O was sind für tiefen hier! Doch ich glaube, Jesu! dir. 8. Nun mein Gott! ich bin zu schwach, Daß ich deine huld 6. Ja, mein ganzes leben Soll sich dir ergeben, Der du liebreich bist. Mich soll auch kein leiden Von der liebe scheiden, Die in Einor 149 von der Liebe Gottes als der Quell derselben. ergründe, Wenn ich auch gleich Ists nicht der Herr, der alles tausendfach Dich zu lieben mich verbinde;- Wirds doch viel zu wenig sein, Gegen deinen gnadenschein. schafft? 9. Ich bin auch in dieser welt, Dein sohn ist auch mir gegeben; Wenn ihn nur mein glaube hält: So ist er mein heil und leben; Ich bin sein und er ist mein, Wie kann ich verloren sein? 3. Schau, o mein geist! in jenes leben, Zu welchem du erschaffen bist; Wo du mit herrlichkeit umgeben, Gott ewig siehest, wie er ist. Du hast ein recht zu diesen freuden; Durch Gottes güte sind sie dein: Sieh, darum mußte Christus leiden, Damit du könntest selig sein. 10. Hat der glaube solche kraft, Ach! so gieb mir wahren glauben, Der an deinem sohne haft, Und sich ihn nicht lässet rauben. Gläubt jemand an Christum nicht, Der ist wahrlich schon gericht't. 11. Soll es wahrer glaube sein, So muß er das licht nicht hassen: Drum laß tugend mich erfreun, Bosheit laß mich ganz verlassen;. Alles sei in Gott gethan, Was ich thun und wirfen kann. 12. Nun hab ich ein wort gehört: Also hat mich Gott gelie bet, Und mir seinen sohn verehrt, Der mir heil und himmel giebet, Und ich glaub an ihn allein: Also muß ich selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren, und seine güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? Den weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein will ist mir ins herz geschrieben; Sein wert be.. stärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über alles lieben, und meinen nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein, dank, dies ist sein wille. Ich soll vollkommen fein, wie er. Indem ich dies gefesz erfülle, Stell ich sein bildniß in mir her, Lebt seine lieb' in meiner seele, So treibt sie mich zu jeder pflicht: Und ob ich schon aus schwachbeit fehle, Herrscht doch in mir dir sünde nicht. 6. O Gott! laß deine güt' und liebe mir immerdar vor augen In eigener Melodie. 252. Wie groß ist des all- sein. Sie stärk in mir die guten mächtgen güte! triebe, Mein ganzes leben dir zu Ist der ein mensch, den sie nicht weihn: Sie tröste mich zur zeit rührt? Der mit verhärtetem ge- der schmerzen: Sie leite mich zur müthe Den dank erstickt, der ihr zeit des glücks; Und sie besieg in gebührt? Nein, seine liebe zu er- meinem herzen Die furcht: des meffen, Sei ewig meine größte lesten augenblicks. pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen: Vergiß mein berz Mel. 21 Schmücke dich, o liebe. auch seiner nicht.. 253. H eiland deine. mena 2. Wer hat mich wunderbar schenliebe War die bereitet? Der Gott, der meiner quelle deiner triebe, Die dein nicht bedarf. Wer hat mit lang treues berz bewogen, Die in unmuth mich geleitet? Er, dessen ser fleisch gezogen, Dich mit rath ich oft verwarf. Wer stärkt schwachheit überdecket, Dich vom. den frieden im gewissen? Wer giebt dem geiste neue fraft? Wer läßt mich so viel glück genießen? kreuz ins grab gestrecket. Oder ungemeinen triebe Deiner. treuen. menschenliebe! Bon Gottes Werken und Wohlthaten 2. Uleber seine feinde weinen, schmerzen ziel geworden, Und, den Jedermann mit hülf erscheinen, jegen zu erwerben, Als ein sluch Sich der blinden, lahmen, armen bast wollen sterben. Mehr als väterlich erbarmen, Der betrübten flagen hören, Sich in andrer dienst verzehren, Sterben für die ärgsten Sünder: Das ist lieb', o menschenfinder! 150 6. Deine lieb' bat dich getrieben, Sanftmuth und geduld zu üben. Ohne scheiten, drohen, schlagen, Andrer schmach und last zu tragen, Allen freundlich zu 3. O du zuflucht der elenden! begegnen, Für die lästerung zu Wer hat nicht von deinen händen segnen, Für der feinde schaar zu Segen, bülf und heil genommen, beten, und die mörder zu ver Der gebeuget zu dir kommen? Dwie ist dein herz gebrochen, Wenn dich franke angesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, Das gebetne mitzutbeilen! treten. 7. Demuth war bei spott und bobne Deiner liebe schmuck und frone, Dieie machte dich zum fuchte Einem sündlichen geschlech 4. Die betrübten zu erquicken, te: Diese war, als wie die tauZu den kleinen sich zu bücken, ben, Ohne falsch, voll tren und Die unwissenden zu lehren, Die glauben, Mit gerechtigkeit geverführten zu bekehren, Sünder, paaret, Durch vorsichtigkeit bedie sich selbst verstocken, Täglich liebreich zu sich locken: War, mit schwächung deiner kräfte, Dein gewöhnliches geschäfte. wabret. 8. Komm, laß deine liebe decken Meiner sünden meng' und flecken. Du hast das gefeß erfüllet, Und 5. O! wie hoch stieg dein erbar- desselben fluch gestillet: Laß mich men. Da du für die schwach und wider dessen stürmen Deiner liebe armen Dein unschäßbar theures schild, beschirmen. Heil'ge meines leben In den ärgsten tod gegeben: berzens triebe, Salbe sie mit deiDa du in der fünder orden Aller! ner liebe. II. Von der Schöpfung. Mel. Alle menschen müssen 20. 3. Doch im anfang, da dein 254. Swinget euch mein wille Stimmte mit der allmacht herz und sinnen, ein, Nach der ewig langen stille, Must' ein nichts bald etwas sein. Gottes wort erging: es werde! Da ward himmel und die erde. O unendlich große fraft, Die so viel auf einmal schafft! Von der erde himmel an! Singet von der welt beginnen, Was des schöpfers macht gethan. Lobet mit den seraphinen Und mit allen cherubinen Gott, der alles kräftig trägt, Der den grund der welt gelegt. 2. Ewig warst du, großer schöpfer! Groß von fraft und groß von rath. Wir sind thon, du bist der töpfer, Der uns erst gebildet hat. Eh ein berg hervor gegan gen, Eh noch engel dich besangen, Eh der jahre wechsel war; Warst du ohne zeit und jahr. 4. Dieser schöpfer wollte lehren, Wie er weis' und gütig sei, Daß wir ihn vollkommen ehren, Darum schuf er mancherlei. Erst war dieses weltgerüste Gänzlich öde, leer und wüste; Nur daß sich da Gottes geist Auf dem wasser schwebend weist. 5. Drauf erging das wort von meg die msindildoek dan stas20 891100 hod usonilse ne an und zwar von der Schöpfung. h 62 151 eben: Werde licht! und schnell| Met. Sei lob und ehr dem höchst. ward licht. Alle morgensterne loHierauf Gottes angesicht. ben Da der erste tag vergangen, Und 255. Wenn ich, o schöpfer! deine macht, Die weisheit deiner wege, Die liebe, die alle überlege: So weiß ich, von bewundrung voll, Nicht, wie ich dich erheben soll, Mein Gott! mein Herr und vater. Gott das firmament, Welches man den luftkreis nennt. 6. An dem dritten ward geschieden Erd und wasser durch das wort. Meer und wellen wies hienieden Gott an ihren eignen ort; Und befahl sofort der erden, Daß Der himmel, prächtig ausgesie mußte fruchtbar werden. Gras und fräuter gebn hervor, Bäume steigen hoch empor. schmückt, Preist dich, du Gott der stärke! Wer bat die sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit majestät? Wer rust dem heer. der sterne? 7. An dem vierten tage schmückte Sonn und mond das himmelszelt: Und der skerne menge schickte 3. Wer mißt dem winde seinen, Strahl und glanz auf unsre welt. lauf? Wer heißt die himmel regUud der fünfte ließ in seen Tau- nen? Wer schließt den schooß der send arten fische gehen, Das ge- erden auf, mit vorrath uns zu flügel füllt die luft, Und die wür- segnen? O Gott der macht und mer machen gruft. herrlichkeit! Gott! deine güte fen reichen! 8. Was sich auf vier füßen re- reicht so weit, So weit die wolget, Kommt den sechsten tag hervor. Alles wird erfreut beweget, Und vergnüget aug und ohr. Endlich muß aus staub und erden Adam selbst gebildet werden. Gott blies ihm den odem ein, Dessen bilo er sollte sein. 2. Mein auge sieht, wohin es blidt, Die wunder deiner werke. 4. Dich predigt sonnenschein und sturm, Dich preist der sand am meere, Bringt, ruft auch der geringste wurm, Bringt meinem schöpfer ehre! Mich, ruft der baum in seiner pracht, Mich, ruft die saat, hat Gott gemacht; Bringt unserm schöpfer ehre. 9. So hat Gott erst alles schöne Herrlich und sehr gut, gemacht. Man sieht, wie den schö- 5. Der mensch, ein leib, den pfer fröne Jedes werf in seiner deine hand So wunderbar bereipracht. Da man sieben tage tet; Der mensch, ein geist, den zählte, Und Gott selbst die ruh sein verstand Dich zu erkennen erwählte, Rief er gleichsam: Gott allein Soll, mensch! deine ruhe sein. leitet, Der mensch, der schöpfung ruhm und preis, Ist sich ein täglicher beweis Von deiner güt? und größe. 10. Wir sind dein, Herr! laß uns immer Unter deinen flügeln 6. Erheb ihn ewig, o mein ruhn: Strahl mit deinem gnaden- geist, Erhebe seinen namen! Gett, schimmer lleber uns und unser unser vater, sei gepreist, llad thun. Schaff in uns, was dich alle welt sag: amen! Und alle ergößet, Tilge, was dein werk welt fürcht ihren Herrn, Und hoff verleßet, Mach, was alt ist von auf ihn, und dien ihm gern: natur, Zur erneuten freatur. Wer wollte Gott nicht dienen? Von Gottes Werken und Wohlthaten 3. Es zeugen alle elemente, In eigener Melodie. 256. Die himmel rühmen Wie weiß und gut der schöpfer des ewigen ehre, Jbr bau pflanzt seinen namen fort, Shn rühmt der erdkreis, ihn preisen die meere; Vernimm, o mensch! ihr göttlich wort. sei. O! wenn das stumme reden könnte, Wie groß wär immer dies geschrei: Shr menschen! ehrt des höchsten macht, Der uns für euch hervorgebracht. 2. Wer trägt der himmel unzählbare sterne? Wer führt die sonn aus ihrem zelt? Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne, Und läuft den weg, gleich als ein held. 4. Herr Gott! nach deiner menschenliebe Halt mich in deinem gnadenbund. Und gieb mir reine geistestriebe; Dein lob sei stets in meinem mund. Nimm, was ich kann und hab und bin, Zu deinem dienst auf ewig hin. 3. Vernimms, und siehe die wunder der werfe, Die die natur dir aufgestellt! Verkündigt weisheit und ordnung und stärke Dir nicht den Herrn, den Herrn der welt? 4. Kannst du der wesen unzählbare heere, Deu kleinsten staub fühllos beschaun? Durch wen ist alles? o gieb ihm die ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun. 152 5. Mein ist die fraft, mein himmel und erde; An meinen werken kennst du mich. Ich bins, und werde sein, der ich sein werde, Dein Gott und water ewiglich. 5. Hilf, daß die güter dieser erden Mich locken zu dem höchsten gut, Daß sie mir nicht zum fallstrick werden. Der statt des nußens schaden thut. Laß allen mißbrauch ferne sein: Mein schaß und ziel sei du allein. 6. Hier ist mein leben eine reise, Hier geht mein weg zur andern welt. Drum mache du mich fromm und weise, Daß ich hier thu', was dir gefällt, Und wenn ich ende meinen lauf, So nimm mich in die ruhe auf. 6. Ich bin dein schöpfer, bin weisheit und güte, Ein Gott der ordnung und dein heil; Ich bins! mich liebe von ganzem gemüthe, Und nimm an meiner gnade theil. Mel. Es ist das heil uns kommen. Von der Schöpfung des Menschen. Mel. Wer nur den lieben Gott. 258. Dir, Gott, ſei preis und dank gebracht! 257. D Gott des himmels Dich rühme harf und psalter! Ich bin ein wunder deiner macht, Mein schöpfer, mein erhalter! Mein ganzer leib erbaut von dir, Sammt einem jeden sinn an mir, Beweiset deine größe. und der erden! Der du allgegenwärtig bist, Und nimmer fannst begriffen werden, Vor dem fein ding verborgen ist: Ach! ziehe meinen sinn zu dir, Und offenbare dich in mir. 2. Wohin ich herz und augen lenke, Da find ich deiner gottheit spur. Wenn ich voll andacht überdenke Die wunderschöne kreatur; So ruft mir gleichsam alles zu: Wie groß ist Gott, wie klein bist du! 2. Haupt, aug und ohr, und mund und hand, Die ich zu dir erhebe; Die haut, so künstlich ausgespannt, Der nerven fein gewebe, Und alle glieder sagen mir: Ich sei, o Gott! ein werk von dir, Ein werk von deiner weisheit. 3. Wie biegsam, wie gelenkvoll und zwar von der Schöpfung. 153 schließt, Den thoren zu verdam-| tet hast, Als mich des muttermen, Ders leugnet, daß ein libes schranken Und dunkle schatschöpfer ist, Sich glied an glied ten noch umfaßt: Ich preise deine zusammen! Wie willig, Herr! ge- wundermacht, Die mich ans taherchen sie, Wenn meine seele geslicht gebracht. spät und früh Des leibes dienst verlanget. 3. Du gabst mir die vernünft'ge. seele, Das theure pfand, die ewig lebt, Die noch in meiner leibeshöhle, So lang es dir gefällig, schwebt; Du hast mir sinnen und verstand, Und leib und leben zugewandt. 4. Ach hättest du mein auge nicht So meisterlich bereitet: Was nühte mir der sonnen licht, Ihr glanz vor mir verbreitet? Dann säh' ich nicht, mit welcher pracht, Du Herr! durch deine weise macht, Was du erschaffen, schmückest. 5. Ich jauchze, daß ich sehen kann, Und hören und empfinden, Und reden. Beten will ich an, Gott seben und empfinden. Mein mund sei voll von deinem dank, Und deiner schöpfung lobgesang Sei mein gehör gewidmet. 6. Wer leitet meines blutes lauf? Wer lenkt des, herzens schläge? Wer regt die lung' und schwellt sie auf, Damit ich leben möge? Gott ist es, der dies alles thut. Schlag, berz! entflamme mich, o blut! Daß ich den höchsten preise. 4. Du liebster water in der höhe! Mein geist wird in mir ganz entzückt, Wenn ich des leibes bau ansehe, Den du mit deiner hand geschmückt. Mein geist bewundert jederzeit Des schönen bau's vortrefflichkeit. 5. Du hast durch dein höchst gnädig walten, O Herr der großund kleinen welt! Mich, dein gebäude, wohl erhalten, So, daß der ted mich nicht gefällt: Sch stehe noch und preise dich, Denn deine rechte schüßet mich. 6. Jch bin nicht werth der großen güte, Die du, mein Gott! an mir gethan. Dich preist mein 7. O pricf' ich, höchster! im- herz und mein gemüthe; Ach! mer dich, Wenn ich die sinne nimm mein dankbar opfer an. brauche, Geh, lieg und ausrub, Bewahre mich auch fernerbin, oder mich Bewege, athme, hauche! Mein schöpfer! dessen werk ich bin. Gieb, daß ich ewig rein mich freu, 7. Vor dir fall ich in demuth Und daß mein leib. ein tempel sei, Worin dein geist stets wohne. nieder: Bergieb die schuld, die ich vollbracht. Ich habe, leider! meine glieder Zu sündengliedern oft gemacht: Ich wich von dir mit schnellem lauf, Und du nahmst mich doch wieder auf. 8. Ich habe ja mit bösem wesen Mein herze, leider! sehr entweiht, Mein herz, das du dir auserlesen Zum tempel deiner heiligkeit: Doch rächtest du es nicht an mir, Und heiligtest mich wieder dir. Mel. Wer nur den lieben Gott. 259, ott dessen allmach ott dessen allmacht sonder ende! Wie preis ich dich doch nach gebühr? Ich bin die arbeit deiner hände, Mein ganzes wesen kommt von dir. Du hast mich wunderbar erbaut, Und mir viel gaben anvertraut. 2. Dir, wunder- Gott! hab ichs 9. Hilf, großer Gott, durch den zu danken, Daß du mich zuberei- ich lebe! Hilf, daß ich thu, was eas 154 atbalblaasthildhigam est anully, and noo, Von Gottes Werken und Wohlthaten dich erfreut; Und geist und leib seile, Als, Hera! nach deiner leiund glieder gebe Zu waffen der gerechtigkeit, Daß ich dir bis in tod getreu, Und stets ein freund der tugend sei. tung gehn; Wird alle stunden offenbar, Und, leider! mehr als sonnenklar. 6. Drum laß mich dieses wohl be10. Fällt dieses leibes hütte denken, Was tu, o Gott! an mic nieder, Wenn ich vollende meinen gethan, Dir leib und seele wieder lauf; O Gott! so richte sie bin- schenken: Sich beide doch in gnawieder. Und führ sie schön verkläden an, Damit sie beide nach der ret auf. Laß mich ins haus des zeit Dich preisen in der ewigkeit. himmels gehn, Und stets dein heilig antlig sehn. 7. Und nimm indeß sie alle beide In obbut und in deinen sebut: So bieten wir in allem leite Mit dir, auch welt und teufel truß, Als die wie löwen um uns gehn. Und uns nach leib und seele stehn. 8. Dort, wenn in jenes ziens auen, In der vollkommnen himmetsstadt, Dich leib und seele ewig schauen, Ben deinem lichte froh und satt; So sollen sie auch beide dich Mit jauchzen rühmen ewiglich. Von den wesentlichen Theilen des Menschen, Leib und Seele. Mel. Wer nur den lieben( Sott. 260. Was as ist der mensch, die arme made? Daß tu, o Gott! an ihn gedenkst, Und aus dem überfluß der gnate Ibm täglich neue proben schenkst. Was ist der mensch? ein erdenklok, Boll jammer, wär er noch so groß. 2. Du fabest an den menschenkindern Den schweren fall vor al ler zeit; Und dennoch bast du diesen sündern Aus göttlicher barmherzigkeit Unzählig viel zu gut gethan, Ja mehr, als jemand glauben kann. 3. Du hast den, leib, ob schon aus erce, Doch wunderbar und schön gebaut; Und, daß er recht vortrefflich werde, Jbm sprach und sinnen anvertraut. Du hast die güter dieser welt Des menschen berrschaft beimgestellt. 4. Du baft ihm noch viel mehr erwiesen, Indem du ihm das beste theil, Das unverweslich wird gepriesen, Seel und vernunft und ew'ges beil, Theils schon geschenkt, theils zugesagt, Bevor er noch nach dir gefragt. Von dem Ebenbilde Gottes und dem Stande der Unschuld. Mel. Komm heilger geist, Herre. 261.böchstes licht, voll kommnes Das sich so freundlich zu uns thut, Und das sich denen, die es liebet, So willig zu genießen giebet: Was bat cie güte deiner hand Un menschliche natur gewandt! Wie herrlich haft eu sie geschmücket! Wie reichlich hast du sie beglücket! Halleluja, Halleluja. 2. Der leib, den du aus stanb erbaut, An dem man lauter wunder schaut, Der wird durch deinen mund beseelet, Und mit der ewigEit vermälet. Du bliesest einen geist ihm ein, Der sollte sein regierer sein, Den deine gottheit lieben wollte, Und der dich wieder lieben sollte. Halleluja, Halleluja. 5. Allein wie schlecht oft beide 3. Sein fähiger verstand war theile Des menschen dir zu dienste ganz Mit deines reinen lichtes stehn, Die lieber in des satans glanz, Und mit der weisheit anges und zwar von der Schöpfung. 455 füllet, Die selbst aus deinem her- feind entwandt. Laß uns durch. zen quillet. Er kannte dich in Christum hier auf erden Nach deideinem licht, Er wußte seines nem bild erneuert werden. Hallestandes pflicht, Er sab an allen luja, Halleluja. Freaturen Der höchsten macht und weisheit spuren. Halleluja, Hall. 4. Sein wille war dir gleich gesinnt, Er liebte dich als wie ein Die heiligkeit war seine Von der Beschaffenheit der Seele vor und nach dem Falle. Miel. 9. Erwünschter brunnquell. find. zierde; Und eine jegliche begierde 262. Gott schuf dazu des 2ar deinem willen unterthan; seele, Er ging allzeit auf rechter bahn: Daß sie was göttliches erfreu, Daß Drum war sein herz auch voller sie das ewige erwähle, Daß sie sein freude, Und wußte nichts von furchtbild und gleichniß sei. 2er kann und leide. Halleluja, Halleluja. die ehre gnugsam preisen, Die Gott der seele wollt erweisen. 5. Der leib nahm theil an die ser lust, Ihm war kein schmerz, kein tod bewußt: Er konnt' durch kein geschöpf auf erden Verleßet und zerstöret werden. Sein antlig war vollkommen schön, Als Gottes meisterstück, zu sehn, Sein auge war zu allen zeiten Ein siz der holdſsten lieblichkeiten, Halleluja, Halleluja. 2. Kein adel glich ver seelen adel, Kein pracht kam ihrer schönheit bei; Man fand sie ohne fehl und tadel, 3hr schmuck war viel und mancherlei. Es fonnte ihr nichts gutes fehlen, Denn Gott war selbst das licht der selen. 6. Sein wohnplaß war ein paradies, Das kein vergnügen mangeln ließ. Was seine seele nur begehret, Ward ihm im überfluß gewähret. Die erce war sein königreich. Was er befahl, geschah sogleich. Nichts widerstrebte seinem willen, Ein jedes thier mußt' ihn erfüllen. Halleluja, Halleluja. 3. Sie schöpfte stets aus ihrer quelle, Aus welcher sie entsprungen war. Die weisheit war stets ibr geselle, Die trefflichkeit war wunderbar. Sie hatte ehr und reichthum funden, Weil Gott sich selbst mit ihr verbunden. 4. Shr leben war, Gott stets zu lieben, Ihr alles, daß sie sein sollt sein. Wär sic in seiner liebe blieben, So wär sie frei von qual 7. Er war des schöpfers lieber und pein: Allein der feind hat sohn, Ein erbe von dem ehren- sie verderbet, Die sünde ist uns thron, Ein tempel von dem höch- angeerbet. sten wesen, Das seine brust zum 5. Sie ist nunmehr ganz irdisch sis erlesen: Der gottheit schönstes worden, Sie liebt die eitelkeit der ebenbild. Mit weisheit im ver- welt. Sie steht nun in der sünstand erfüllt, Und auch im willen der orden. Der arge bat sie ganz ohne mängel, Die freud und lust verstellt. Sie kann sich nicht mehr der beilgen engel. Halleluja, Hall. aufwärts schwingen, Sie suchet ruh in schnöden dingen. 8. O schöpfer! dir sei lob und preis Für den an uns gewandten 6. Sie ist in thorbeit ganz verfleiß, Für die uns aner schaffne ga- fallen, Sie spielt mit sand und ben, Die wir längst, ach! verloren wählet koth. Hört sie gleich Gethaben. Herr! öff'n aufs neue tes crohwork schallen, So denkt deine hand, Gieb wieder, was der sie doch an feine noth. Sie übt sich Bon Gottes Werken und Wohlthaten 156 nur in schattenwerken, Läßt große blindheit an sich merken. 7. O Gott! der du ein heil gegeben, Du bilfst der feele wieder auf: Erwecke sie zum neuen leben, Und förere zu dir ihren lauf. Laß mich die weisheit wieder finden, Und neue liebe mich entzünden. 8. Sei du mein himmel, meine sonne, Mein reichthum, meine herrlichkeit, Mein schab und theil, und meine wonne, Mein leben schon in dieser zeit. Findt dich mein berz, o lebensquelle! So find ich meine vorge stelle. 7. Drum sorge doch bei zeit, O mensch! für deine seele, Daß nicht der höllen pein In ewigkeit sic quäle. Thu buße, wasche dich In u stirbst, Gewißt die seele gut. deines Jesu blut, So fähret, wenn 8. Gott! laß durch deinen geist Mel. O Gott, du frommer Gott. Mich dieses wohl bedenken, Und 263. D lenken. Erwecke mich er mensch ist Gottes stetig meinen sinn Zur seelensorge dieser gnadenzeit, Daß ich dein lob erhöh" In jener ewigkeit. Von der Unsterblichkeit und Vorzügen der menschlichen Seele. 5. Die frømmen seelen muß Nach überstandnen plagen Der treuen engel schaar Hinauf gen himmick tragen. Wer hier durch bosheit sich von seinem Gott gekebet, Der wisse, daß sein geist Hinab zur bölle fährt. 6. Im himmel wird die seel In ewigkeit erfreuet, Weil ihre seligkeit Vor Gott sich stets vernexet. Allein im höllenpfuhl Ist unerhörte pein, Da werden ebenfalls Die seelen ewig sein. gleich gewesen, Das bei der schöpfung ihm Der schöpfer auserkesen Zu seinem eigenthum, Und herzlich ausgeschmückt, Daß er an seet Mel. Ber nur den lieben Gott. und leib Bollkommen ward beglückt. 264. Es werde Gott von 2. Hat er nun diesen schmuck dir erhoben, Du Gleich durch den fall verloren, feines odems hauch, mein geist! Und wird in sünden nun Empfan- Sollt ich nicht meinen vater logen und geboren; So stirbt doch ben, Den jedes seiner werke preist? nur der leib Althier in dieser zeit: Jhn, der mich schuf sein bild zu Allein die seele lebt und bleibt sein, zu kennen iha, mich sein in ewigkeit. zu freun! 3. Denn wie der höchste selbst 2. Schön ist der frernenreiche Den edlen geist gegeben, und ihn himmel, Den er zu seinem stuble erschaffen hat Zum steten freuden- wählt; Doch ist der sternenreiche leben; So bleibet er hierin Auch himmel Gedankenlos und unbeseinem schöpfer gleich, Und fällt seelt; Und mir giebt seine milde nicht mit dem Leib Ins blassen todes reich. hand Sowohl empfindung als verstand. 3. Anmuthig, prächtig zum entzücken Ist Gottes ganze förperwelt. Wer zählt die reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt; Und dennoch kann sie nicht, wie schön, Wie wundervoll sie sei, verstchn.d 14. Wird sie vom leibe gleich Hier durch den tod getrennet: So ist ihr doch bereits Ein ort von Gott ernennet, Weselbst sie ewig bleibt: Denn wie der mensch hie fällt, So ist in ewigkeit Ihm dort ein plat bestellt. und zwar von der Schöpfung. 157 4. Nur, nur für geister, nur für, 7. Wie feurig dürftet meine seele seelen, Die zu den geißern Gott Nach glück und lust und seligkeit! erhob, Sind sie so herrlich; sie nur, daß ich oft betrogen wähle, erzählen Nur ihnen meines schö- Was mich nach dem genusse reut. pfers lob. O seele, jauchze, daß Doch, das ist. vater! meine schuld, der ruf Der allmacht dich zum Denn was du schaffst, gengt nur geiste schuf! von huld. 5. Gott! ich kann denken; ich gewinne, Weil ich zu einem geiste ward, Durch die empfindung meiner sinne, Gedanken tausendfacher art. Groß, mannigfaltig ist ihr heer, Und doch wird ihrer täglich mehr. 6. Ich kann sie fammeln und verbinden, Und trennen, wie es mir gefällt, Die welt empfinden, mich empfinden, Weit unterschieden von der welt. Zu tausend thaten hab ich kraft; Wer giebt sie? Gott, der alles schafft. 9. Gott! meine lust sei, dich zu kennen, Dich, brunnquell der voll. kommenheit! Von deiner liebe ganz zu brennen, Mein lob und meine seligkeit! Bin ich vereinigt, Herr! mit dir, Was brauch ich noch, was fehlet mir? III. Von der Vorsorge, Erhaltung und Regierung Gottes. 4. Dieser Gott, den ich hoch öchstes wesen! ich preife, Ist mit allmacht ausge; Mel. Alle menschen müssen sterb. 8. Wie wundervoll ist das vermögen, Gott! das du meinem willen giebst! O möcht ich immerdar erwägen, mit welcher güte du mich liebst! Möcht ich mit allen fräften dein, Dein mit verstand und willen sein. 265. Davon glanz und majestät. Ach! erwecke| In dem, was erschaffen ist. Denn und bekehre Den, der dich noch wer nur die welt betrachtet, Und nicht versteht; Damit deines na- auf ihren bau recht achtet, Merfet mens ehre Sich auf erden stets ver- alsofort die macht, Die das kunstmehre. Herr! dein ruhm erfüll die gebäu vollbracht. welt Wie des himmels freudenzelt. 5. Welche kunst und weisheitzeiget Gott in jeder kreatur! Wer sein denken darauf neiget, Findet bald des höchsten spur, Und wird willig zugestehen, Daß man dentlich könne sehen, Wie die weiss heit sie formirt, Und recht fünstlich ausgeziert. 2. Herr! vor dem die cherubinen, Und der auserwählten schaar, Nebst den hohen seraphinen, Legen ihre kronen dar: Laß dir jetzt das frohe lallen Meiner lippen wohlgefallen, Und vernimm: in deiner höh', Was ich brünstig zu dir fleh. 3. Laß mich stets getrost bekennen, Daß du, Herr! der wabre Gott. Laß mich dich im glauben nennen Meinen schuß in noth und tod. Thoren mögen es vergessen, Und die wahrheit nicht ermessen: Ich verbleibe stets dabei, Daß ein Gott und schöpfer sei. 6. Toch unmöglich könnt' und würde Eine welt so groß, so schön, Und von solcher last und bürde, So viel jahr und zeit bestehn: Wenn sie nicht die hände stüßten, Und an allen enden schüßten, Welche sie hervor gebracht, Und zuerst aus nichts gemacht. 158 Von Gottes Werken und Wöhlibaten und zwar 7. O mein Gott! wer fann es| Mel. Wie schön leucht't uns der faſſen, Wer versteht dies regi- 266. ett, deß starke ment? Würde deine hand ablasband welt Er sen, Wo blieb wohl ein element? schaffen hat, und noch erhält! Ich Alles, was du aufgerichtet, Würde spüre deine güte Hier auf der alsobald zernichtet, Und die welt welt an jedem ort, Co in der näh fiel plößlich ein, Wenn sie ohne als ferne dort: Und wenn ich dich sollt sein. mein gemüthe Von hier Zu dir, Gott! wende, Streckst du hände Voll erbarmen, Und voll wohlthun nach mir armenie 8. Uleberall bist du zugegen, Herr! vor dem die wilt erbebt: Du vermagst mit fluch und segen Den, der fromm und boshaft lebt, Nach gerechtigkeit zu lohnen; Du beherrschest alle thronen: Dir ist aller menschen luft, Werke, wort und that bewußt. 2. Seh ich den weiten himmel an, So viel ich davon sehen kann, So seh ich deine güte.Derm himmelskörper lauf und pracht, Das sternenheer, das du gemacht, 9. Daß der mensch doch dies Erreget mein gemüthe, Willig, bedächte, Und verehrte deine macht! Freudig Dir zu singen, Dir zu Daß er doch auf deine rechte bringen Ehr und stärke.( roß Hätte begre sorg' und acht! Höch- sind deiner hände werke! ster! laß es mir gelingen, Nicht 3. Co oft ich athme und den nur blos davon zu singen. Nein: hauch Der lüfte fühle, fühl ich regiere mein gemüth, Daß es sich auch, Gott! deine große güte. vor fünden hüt'. Wind, wasser, feuer, schnee und 10. Du bist unergründlich mäch- eis Sind deines wohlthuns lauter tig, Lebst und bist von ewigkeit, preis, Und rühren mein gemüthe. Und erzeigst dich berrlich, hrächtig Täglich Hier mich Dein zu freuen In der welt und gnadenzeit. Und von neuen, Herr! mein leben Möchten wir von deinem wesen Dir zum dienste zu ergeben. Mehr noch wissen, mehr noch lefen! Auf denn seele! auf, durchsuch Das natur- und gnadenbuch. 4. Die erd ist deiner güte voll, In allem, was mich nähren soll, Schmeck ich, Gott! deine güte. 11. Aber merke auch vor allen, Sch sch und hör und fühle sie, Daß Gott der gerechtste sei, Darum Su feld und wald, an vögeln, such ihm zu gefallen; Weil es vieh, Dies dringet mein gemütbe, ihm nicht einerlei, Was man Herr, dich Innig Ohn aufhören glaubt, und wie man lebet: Denn 3u verehren. Hoch zu loben Sind wo sich dein herz erhebet, Und ja deiner güte proben. verleset sein gebot, Straft er dich 5. Schau ich mich selber achtsam mit höll und tod. on finan, So viel ich mich beschauen 12. Laß dich seinen geist stets kann, So seh ich deine güte. leiten, Suche von der rechten Die zeiget mir ein jedes glied, T bahn, Die er zeigt, nie auszu Ein jeder sinn, ein jeder tritt, schreiten: Fleh ihn stets um bei Mein geist und ganz gemüthe.h stand an. Lerne ja sein wort Billig Muß ich Dir hinwider bemerken, Er wird dich im guten Meine glieder Ganz ergeben, und d stärken. So vermehrt dein chri- nur dir zu ehren leben. stenthum Gottes ehre, preis und rubm. 6. Herr! dazu, bitt ich, hilf du mir. Zeuch immer näher mich zu 159. von der Vorsorge, Erhaltung und Regierung Gottes. dir Durch deine große güte. O Mel. Es ist gewißlich an der zeit. ich ganz, 268. Hottie hat ili heilige, zu einem preis vor daß allem fleiß dem undank hüte. Laß mich, Was ich Bitt, erlangen; Dir an hangen Hier auf erden, Bis mir wird dein himmel werden. teufel( Gare viele so in fir den! Daß er in ihrem sinn und wie Sie also faun berücken, Als wären wir obn' but und schirm, Wie fisch im wasser, wie gewürm, Das ohne eigne herren. d erfennet, liebste 267. A seelen! Unsers Got tes gütigkeit. Helfet dessen ruhm erzählen, Die ihr sein geschöpfe seid. Euch gebühret dank zu ge ben Dem, der euch viel guts gethan, Und der noch in eurem leben Eurer sich nimmt treulich an. 2. Da doch die viel und große werk, Die du, o Gott! vollführet, Durch deine weisheit, güt und stärk Auch werden fort regieret. Du sorgest noch für alle ding; Reins ist so groß, teins so gering. Auf welches du nicht achtest. 3. Sonst wärest du von schlechter traft, Und dem nur gleich ge2. Denket, da wir gar nichts schaser, Der zum gebäu zwar alles waren, Hat er uns zu was geschafft, Und es in orenung sehet; macht. Er hat uns von jahr zu Drauf aber von demselben gebt, jahren Wunderbarlich fort ge- nicht mehr zujieht, obs noch bebracht. was wir an uns steht, Und wie man es gebrauchet. Das nicht a haben, Das alles von ihm 4. Viel anders bist du, Gott! fließt. Es sind lauter Gottesga- gesinnt Bei menschen und bei thieben, Die der a Wo eine treatur sich findt, arme mensch genießt: deine sorg zu spüren. Melodie 25 3. O wer ist, der ihn verbunden Dich zu schaffen, menschenkind? Wer, daß wir zu diesen stunden Frisch, gesund und fröhlich sind? Wer giebt uns die leibeskräfte, Das vermögen, den verstand Zur verrichtung der geschäfte? Blos des höchsten gnarenhand. 4. Ferner will er noch erhalten, Was er uns gegeben hat. Seine gnade läßt er walten Uleber alle fruh und spat. Er will uns vor allem schrecken, Vor des satans trug und lift Unter seinem schuße decken, Wo man völlig sicher ist. 5. Lasset darum, liebste seelen! Laßt uns alle, groß und klein, Ihm den besten dank erwählen, Welcher heißt: gehorsam sein. Lobet sein allweises fügen, Rüh. met alles, was er schickt. Wer sich daran läßt begnügen, Bleibet immerfort beglückt. Zuförderst sind die frommen leut Versichert, daß du allezeit In gnaden an sie denktit. 5. Du hast uns bracht aus mutterleib, Den odem eingegossen. Daß man bei stärk und kräften bleib, Kommt von dir hergeflossen. Herr! aller, augen warten auf, Du läßt, ob schon sehr groß der hauf, Sie speise von dir sammeln. 6. Den feld- und waldesvögelein, Die feine scheuren haben, Schafft deine vorsorg alles ein: Du sättigst auch die raben. Kein sperling auf die erce fällt, Obn deinen willen, Herr der welt! Du bists, der alles nähret. 7. Um meisten aber pflegst du dich Der menschen anzunehmen: Was du erschaffen hast, muß sich Zu ihrem nuß bequemen. führst die deinen wunderbar, Daß Du Von Gottes Werken und Wohlthaten und zwar 14. Gieb, wenn du väterlich mich nährst Und neben mir die meinen, 8. Dieweil du die gedanken Mir eine gute stund bescherst, weißt; So gilt vor dir kein dich- Mir deine gnad läßt scheinen: ten: Wenn falschheit ist in je- Daß ichs in demuth wohl erkenn', mands geist, So kannst du ihn Necht brauche, und allein dich wohl richten. Du strafft und loh- nenn' Den geber alles guten. nest jedermann; Was er gelassen 15. Hilf, daß ich mich alsdenn und gethan, Wird einst von dir besleiß Zu thun, was dir beliebet: vergolten. Dein aug', das alles sieht und weiß, Sonst rache an mir übet. Gieb, daß ich solch gericht erwäg', Mit andacht bei mir übertrg', Und niemals sicher werde. 160 deine ehr sich immerdar Und überall ausbreite. 9. Durch dein wort giebst du kraft und gnad, Daß man kann überwinden, Wenn böse lust zur missethat Uns reizet und zu iünden. Ein frommes herz alsdenn bemerkt, Daß es von oben wird gestärkt, Wenn du dem bösen wehrest. * 16. Wenn mir auch widerwärtigkeit Will sorg und schwermuth machen: So hilf, daß ich die jederzeit Befehle alle sachen: Und gar nicht zweifle, daß mits noch, Wie schwer auch ist des kreuzes joch, Zum besten dienen müsse. 17. Denn du willst mich auf solche maaß Nur stärker zu dir ziehen, Daß ich forthin von sünden laß, Sie lern mit sorgfalt fliehen; Dir meine schwachheit alle tag Bekenne, und mit seufzen klag, Und dich um beistand bitte. 10. Durch sitten, durch geseß und recht Lehrst du uns deinen wil len, Wie von geschlecht man zu geschlecht Denselben muß erfüllen. Du nöthigest uns fort und fort Durch drauung und durch gute wort, Wir' sollen zu dir kommen. 11. Und wenn's zuletzt auch nöthig thut, Strasst du, wie du gebräuet: Doch wirfst du wieder weg die ruth, Wenn man die 18. Die rechte zeit weißt du sünd bereuet; Da giebst du denn auch wohl, Wenn mir dir hülf durch deine güt Ein neu und wil- wird kommen, Und wie mein freuz liges gemüth, Den lauf hie zu und unglück soll Mir werden abvollenden. genommen; Gewiß muß all's, nächst deiner ehr, Des glaubens end mir mehr und mehr, Die fe ligkeit befördern. 12. Gott! mein vater! steb mir bei, Daß ich dein aussehn gläube: Bei deiner vorsicht, lieb' und treu Mit stillem herzen bleibe: Ob sichs oft wunderlich anläßt: Daß ich dir doch vertraue fest, Und alles dir heimstelle. 19. Zu schanden mach, o großer Gott! Die deine ehr dir rauben. Hilf, Jesu! hilf in aller noth, Und stärke meinen glauben! D heilger geist! erleuchte mich, Daß 13. Was du willst haben, das ich all ärgerniß durch dich Getrost geschicht, Und niemand kann es mag überwinden. wehren: Verstattest du es aber nicht; So muß sichs anders keh- Mel. Nun ruhen alle wälder 26. ren. der alles fügt; Drum bilf, daß ich, was 269, Auf! auf mein ganz gemüthe, Und preiſe mir anliegt, Auf dich, o Herr! Gottes güte, Die je und ewig stets werfe. währt: Die alles hat zu geben, von der Vorsorge, Erhaltung und Regierung Gottes. 161 Was man im ganzen leben Zum| ihm trauen: Ich weiß, was mir segen wünschet und begehrt. 2. Gott hat sie lassen walten, Und mich dadurch erhalten Vom mutterleibe an: Ich spüre sie noch täglich, Daß also ganz unsäglich, Wie viel sie gutes mir gethan. allhier gebricht, Kommt leicht von seinen himmelsauen, Wenn er ein einzig wörtlein spricht. Drum bin ich jetzt und ewiglich Gar wohl versorgt. Gott sorgt für mich. 3. Gott macht sie alle morgen Durch väterlich versorgen An leib und seele neu. Er läsfet sie desgleichen Bei nacht nicht von mir weichen, Daß sie mir schild und sonne sei. 3. Gott sorgt für mich an leib und seele, Sein wort ist meiner seelen speis, Den leib speist er mit forn und öle, Ob wohl bei saurem arbeitsschweiß: Wohl dem, der ihm nur festiglich Vertraut und gläubt: Gott sorgt für mich. 4. Gott sorgt für mich bei theuren zeiten: Auch in der größten hungersnoth Verschafft der Herr den frommen leuten Zum unterhalt ihr täglich brot. Ists gleich nicht viel, doch gläube ich, Er giebt genug, und sorgt für mich. 5. Gott sorgt für mich und für die meinen, Die mein am blut und glauben sind. Er läßt uns seinen frost erscheinen, Wenn alle hoffnung sonst zerrinnt. Geht es den meinen kümmerlich, Und mir auch selbst? Gott sorgt für mich. 4. Sie fördert meine werke, Daß ich mit freuden merke, Wie Gott mir freundlich ist. Will mich ein kummer stechen, Und mein vergnügen brechen; Wird er durch ihren trost versüßt. 5. Wenn durch betrübte tage Mandh kreuz und manche plage Mir an die seele tritt; So ist sie auch zugegen, und bringet trost und segen Aus meines Gottes liebe mit. 6. Ja, wenn die noth am größten, So folgt, daß man am besten Die güte Gottes spürt. Zuletzt muß doch erscheinen, Daß Gottes hand die seinen Zwar wunderlich, doch selig führt. 6. Gott sorgt für mich in meinem leiden: Das kreuz, das er mir auferlegt, Verwechselt sich gar bald in freuden. Und wenn Gott gleich die seinen schlägt; So schlägt er doch nur väterlich Zu unserm wohl, und sorgt für mich. 7. Gott sorgt für mich in meinem alter: Da hebt und trägt mich, der mich liebt. Denn er verbleibet mein erhalter, Der mir all meine nothdurft giebt Aus seinem vorrath mildiglich. Wohl also mir: Gott sorgt für mich. Mel. Wer nur den lieben Gott. 270. Gott sorgt für mich, was will ich sor- 8. Gott sorgt für mich auch gen? Er ist ja vater, ich sein selbst im sterben; Der tod wird Find. Er sorgt für heut, er sorgt mir ein süßer schlaf. Gott macht für morgen; Weil allenthalben mich dann zum himmelserben, spuren sind, Wie Gott die seinen Und stellet mich, als Christi schaf, väterlich Versorgt und schüßt. Das ihm hier folgt, bort feliglich Gott sorgt für mich. 3ur rechten hand: Gott sorgt für 2. Gott sorgt für mich, ich will mich. 7. Drum preiſse, mein gemüthe! Die wunderbare güte, Die dir von Gott geschicht. Im leben und im sterben Läßt sie dich nicht verderben, Denn Gott verläßt die ſeinen nicht. 11 163 Von Gottes Werken und 9. Gott sorgt für mich im fühlen grabe, Der leib gelangt zu seiner ruh: Und wenn ich ausgeschlafen habe, So führt er mich dem himmel zu, Wo seel und leib auf ewig sich Vereinigen: Gott sorgt für mich. Wohlthaten und zwar 5. Hab acht auf mich, wenn ich gesund, Und wenn ich ohne leid und schmerzen, Wenn keine klag' in meinem mund, Kein banges trauren in dem herzen: Damit ich bei gesundem leibe, Dir dankbar und gehorsam bleibe; Dein nicht vergesse freventlich, Mein vater! so hab acht auf mich.. 6. Hab acht auf mich, auch wenn ich frank, Und meine kräfte ab acht auf mich 271. H in aller noth, mir verschwinden: Daß ich angroßer Gott, Herr aller herren! Wenn mir der höllen rotte dreht, Wenn sie den rachen will aufsperren, Wenn sie mich suchet zu verschlingen und in die höchste noth zu bringen; So bitt ich dich herzinniglich, mein vater, ach! hab acht auf mich. nehm den bittern trank, Als eine arzenei der sünden; Daß ich nicht ungeduldig werde, Und denke, daß ich staub und erde. Ja wenn die schmerzen mehren sich, Mein vater! so hab acht auf mich. 7. Hab endlich, vater! acht auf mich, Wenn ich der welt muß ab2. Hab acht auf mich: wenn schied geben. Stärk meine zuvermich die sünd Will von dir, höchsicht auf dich, Und führe mich in stes gut! abwenden, So halte jenes leben, Wo ich des glaubens mich, Herr! als dein kind Mit end erlange, Und jene lebenskron deinen treuten vaterhänden. Bleib empfange: Da leb? ich dir, da leb du mir stets in den gedanken, ich dich, Mein vater! ach! hab Laß mich von deinem wort nicht acht auf mich. wanken. Wenn sünden in mir regen sich, mein vater! so hab acht auf mich. Melodie 22. $ 5 8. Ach laß mich auch nicht aus der acht, Wenn uns dein jüngster tag erscheinet, Und im gericht wird 3. Hab acht auf mich, wenns vorgebracht, Was man gethan, glücklich geht, Wenn mir die freu- geredt, gemeinet; Laß mich zu deidensonne scheinet. Gieb, daß mich ner rechten stehen, Und zu des dann kein stolz aufbläht, Da man lammes hochzeit gehen: Mein Je nach lust oft schmerzlich weinet. su! dann hab acht auf mich! So Laß mich dem glücke ja nicht preis' ich dich dort ewiglich. trauen, Vielmehr auf deine güte schauen. Das beste glück veränMel. Von Gott will ich nicht. dert sich, Mein vater! brum hab 272. Gott ott! der an allen acht auf mich. enden Viel große und mir bei, Wenn mir das unglück händen Mein ganzes leben ruht. stürmt entgegen: Daß ich dann Der meiner monden zahl Und nicht verzaget sei, Noch weichen meine lebenstage Mit ihrem glück mag von deinen wegen, Die du und plage Verordnet allzumal. zu wandeln anbefohlen. Und bren- 2. Da ich noch tief verborgen nen mich des freuzes kohlen, Sip' ich, und weine bitterlich, mein vater! so hab acht auf mich. Im mutterleibe lag; Da wachte schon dein sorgen Für mich: und wie vermag Mein menschlicher von der Vorsorge, Erhaltung und Regierung Gottes. verstand Die weisheit auszubreider du zu bereiten Uns pflegst durch deine hand? 3. Du fängst uns an zu lieben, Noch eh wir etwas sind; Und hast schon aufgeschrieben, Was sich von plagen findt. Dein herz, das liebensvoll, Denkt schon, wie du willst lindern Die bürde deinen kindern, Die sie einst treffen soll. 4. Läßt du mich angst empfinden; Wohlan, so tröst ich mich, Daß du weißt rath zu finden: Und daß ich ja auf dich, mein Gott! geworfen bin; Drum werf ich, was zu tragen mich schwer deucht, ohn verzagen Noch täglich auf dich hin. 5. Es hat in meinem Leben Mir diese zuversicht Stets neue fraft gegeben, und fehlt noch jeßo nicht. Wenn ich bekümmert war; So seufzt ich und war stille, Bis mich dein guter wille Entriß aus der gefahr. 5. Und ob gleich alle teufel Hier wollten widerstehn; So wird doch ohne zweifel Gott nicht zurücke gehn: Was er ihm vorgenommen, Und was er haben will, Das muß doch endlich kommen zu seinem zweck und ziel. 6. Hoff, o du arme seele! Hoff und sei unverzagt: Gott wird dich aus der höhle, Da dich der kummer plagt, Mit großen gnaden rücken; Erwarte nur die zeit; So wirst du schon erblicken Die sonn' der schönsten freud. 7. Auf, auf, gieb deinem schmerze Und sorgen gute nacht. fahren, was das herze Betrübt und traurig macht: Bist du doch nicht regente, Der alles Mel. Herzlich thut mich verlang. 273. du deine ordnen Gott im Und was dein herz mente, Und ordnet alles wohl. nur kränkt, Der allertreusten pflege Deß, der den himmel lenkt: Der wolken, luft und winden Giebt wege, lauf und bahn; Der wird auch wege finden, Da dein fuß gehen kann. 8. Laß ihn nur thun und walten, Er ist ein weiser fürst, Und wird sich so verhalten, Daß du dich wundern wirst; Wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem rath Das werk hinaus ge= führet, Das dich bekümmert hat. 2. Dem Herren mußt du trauen, 11* 6. Dein name set gepriesen, Der jederzeit an mir Sich herrlich hat erwiesen. Herz, zung und mund soll dir, Dem retter aus gefahr, Mein schuldig opfer bringen, Von deiner güte singen Jezund und immerdar. 163 Soll dir es wohl ergehn. Auf sein werk mußt du schauen, Wenn dein werk soll bestehn. Mit sorgen und mit grämen, Mit selbst gemachter pein Läßt Gott ihm gar nichts nehmen; Es will erbeten sein. 3. Dein ewge treu und gnade, vater! weiß es recht, Was gut sei, oder schade, Dem menschlichen geschlecht, Und was du denn erlesen Vollführst du, starker held! Und bringst zum stand und wesen, Was deinem rath gefällt. 4. An mitteln und an wegen Fehlt dir es, höchster! nicht. Dein thun ist lauter segen, Dein gang ist lauter licht. Dein werk kann niemand hindern, Dein sorgen kann nicht ruhn, Wenn du, was deinen kindern Ersprießlich ist, willst thun. 7. Du hast mir woblgerathen, Und lauter guts gethan: Daß beiner liebe thaten Ich nicht gnug rühmen kann. Hilf, daß ich ewig dort, Berklärt und ganz vollkommen, Dir danke mit den frommen An deinem freudenort. 164 Von Gottes Werken und Wohlthaten und zwar 9. Er kann zwar eine weile| Gott und vater! führe mich Nur Mit seinem trost verziehn, Und selig, ob gleich wunderlich. thun an seinem theile, Als wollt 4. Dein' allerheiligste gedanken in seinem sinn Er deiner sich be- Sind himmelweit von menschengeben, Als solltst du für und für wahn; Drum leite mich in deinen In angst und nöthen schweben, schranken, Und führe mich auf Als fragt' er nicht nach dir. rechter bahn! Mein Gott und vater! führe mich nur selig, 2C. 10. Wirds aber sich befinden, Daß du ihm treu verbleibst; So wird er dich entbinden, Da du es kaum noch gläubst: Er wird dein herz erlösen Von der so schweren last, Die du zu keinem bösen Bisher getragen hast. * 5. Dir will ich mich ganz überlassen, mit allem, was ich hab' und bin. Ich werfe, was ich nicht kann fassen, Auf deine macht und weisheit hin. Mein Gott und vater! führe mich Nur selig, 2c. 6. Hilf, daß ich nimmer von dir kehre In glück und unglück, freud und leid. Schick alles, sieg, die ehrenkron: Gott giebt Herr! zu deiner ehre Und meiner dir selbst die palmen In deine seelen seligkeit. 11. Wohl dir, du find der treue! Du hast und trägst davon Mit ruhm und dankgeschreie Den Mein Gott und rechte hand; Und du singst freu- vater! führe mich Nur selig, ob denpsalmen Dem, der dein leid gleich wunderlich. gewandt. 12. Mach end, o Herr! mach Mel. Hilf mir, mein Gett! hilf. ende Von aller unsrer noth: 275. Mein liebes herz, was Stärk unser herz und sende Uns trost, bis in den tod. Laß uns stets deiner pflege Und treu empfohlen sein; So gehen unsre wege Gewiß zum himmel ein. Und fränkest deine sinnen? Du wirst, sorgst du gleich immerzu, Doch nichts dadurch gewinnen. Gehts nicht so her, Wie dein begehr; Was willst du dich drum grämen? Gott lebet noch, Den bitte Mel. Wer nur den lieben Gott. 274. Mein Gott, wie bist doch, Er wird es auf sich nehmen. so verborgen! Wie ist dein rath so wunderbar! Was helfen alle meine sorgen? Du hast gesorget, eh ich war. Mein Gott und vater! führe mich Nur selig, ob gleich wunderlich. 2. Dort oben herrscht der Herr der welt, Der alles wohl regieret, Der alles schüßet, trägt, erhält, Und wohl und weislich führet. Er schützt und wacht Mit vorbedacht Gott Vor aller menschen sachen. herrschet noch, Das gläube doch, Und laß ihn alles machen. 2. Man kann dich nicht von vorne sehen, Wir blicken dir nur hinten nach. Was du bestimmt, das muß geschehen Bei unserm glück und ungemach. Mein Gott und vater! führe mich Nur selig, 2C. 3. Herr! wer kann deinen rath ergründen? Dir bleibt allein der weisheit preis: Du kannst viel tausend wege finden, Wo die vernunft nicht einen weiß. Mein 3. Was, wenn und wo, und wie ers heißt, So muß es auch geschehen, Was er von dir bei sich beschleußt, Das muß also ergehen. Umsonst ist gunst, Nath, wiß und funst, Läßt Gott es nicht gerathen. Ach! gläube doch, Gott führt dich noch In allen deinen thaten. 4. Die gaben seiner gütigkeit von der Vorsorge, Erhaltung und Regierung Gottes. 165 Vertheilt er nach gefallen, Doch sorget doch, Das gläub ich noch, mit gewissem unterscheid: Er Und trau ihm ohne wanken. schenkt nicht alles allen: Dort 10. Jch sei in armuth oder giebt er viel: Hier seht er ziel Und reich, Steh unten oder oben: maaß in seinem geben. Drum Mach mir cs, vater! alles gleich, gläube doch, Gott schenket noch Laß mich dich dennoch loben. So Die nothdurft deinem leben. nehm ich an, So gern ich kann, Was deine vorsicht schicket: Sie schickt es doch, Das gläub ich noch, Wie mir es nüßt und glücket. 11. Gehts gleich den frommen oftmals schlecht, Und wohl den schlimmsten leuten; Gilt unrecht schon oft mehr als recht: Laß mich es christlich deuten. Du ordnest schon Den gnadenlohn, Mich einst tamit zu zieren. Gott liebt mich doch, Das gläub ich noch, Und werd es künftig spüren. 5. Dem hat er großes gut beschert; Der kann sich kaum ernähren: Dem fehlt der wiß; der ist gelehrt; Der niedrig, der in ehren. So ists bestellt, So wird die welt Durch unterschied erhalten. O! schließ daraus: Gott selbst hält haus; Den mußt du lassen walten. 6. Doch dein Gott will die arbeit auch nicht unterlassen haben; Er fordert auch den rechten brauch Der anvertrauten gaben; Drum deine gab' Ja nicht vergrab': All deine kraft anwende, Und gläube doch, Gott nährt dich noch Durch arbeit deiner hände. 12. Nun, ich befehl mein ganzes neben: Ich lasse angst und sorgen thun, Dir, Herr! und mich darIch bleibe still, Nur wie Gott ruhn, Dir sei es heimgegeben. will Mag fünftig alles geben: Er hilft mir doch, Das gläub ich noch, Sein wille muß geschehen. 7. Ist das, wonach man strebt und ringt, Mit Gott nur angefangen; So sieht man oft, daß es gelingt Mit Gott es zu erlangen: Auf sauren schweiß Und fteten fleiß Läst Gott gedeiben kommen. Gott segnet doch, Das die gnadenhände. gläub ich noch, Er hilft ja allen frommen. 8. Es kommt allein von Gottes kraft, Was mich allhier erfreuet. Gott ist, der, was mir nußen schafft, Aus bloßer huld verleihet. Weg blind geschick! Weg falsches glück! Ihr könnet hier nichts machen. Gott gönnt mirs doch, Das gläub ich noch, Befehl ihm meine sachen. 9. Auf deine vorsicht, Gott! ich schau, Und lasse dich nur rathen, Auf deine güt ich feste trau In allen meinen thaten. Ich hoff' und bet', Und freudig tret' In meines standes schranken; Gott Mel. O Gott, tu frommer Gott. 276. Ah Gott! verlaß mich nicht; Ach! führe mich, dein kind, Daß ich den lauf vollende Zu meiner seligkeit: Sei du mein lebenslicht, Mein stab, mein bort, mein schuß. Ach Gott! verlaß mich nicht. 2. Ach Gott! verlaß mich nicht; Regiere du mein wallen. Ach! laß mich nimmermehr In sünd und schande fallen. Gieb mir den guten geist, Gieb glaubenszuversicht, Sei meine stärk und kraft: Ach Gott! verlaß mich nicht. 3. Ach Gott! verlaß mich nicht; Ich ruf aus herzensgrunde: Ach höchster! stärke mich In jeder bösen stunde. Wenn mich versuchung plagt, Und meine seel an 166 Von Gottes Werken und Wohlthaten und zwar ficht: So weiche nicht von mir:| mich eignen wiß nicht äffen, SonAch Gott! verlaß mich nicht. dern deinen sinn recht treffen. 4. Ach Gott! verlaß mich nicht; 5. Forsch und läutre die gedanAch! laß dich doch bewegen. Ach ken, Die du auf so dunkler bahn vater! fröne doch mit deinem Siehst voll ungewißheit wanken: reichen segen Die werke meines Zeige mir nur deutlich an Deines amts, Die werke meiner pflicht, willens weisen rath, Der noch Zu thun, was dir gefällt: Ach nichts verdorben hat. Wohin Gott! verlaß mich nicht. dieser mich will lenken, Irrt mich weiter fein bedenken. 5. Ach Gott! verlaß mich nicht; Ich bleibe bir ergeben. Hilf mir, o großer Gott! Necht gläuben, christlich leben, Und selig scheiden ab, Zu sehn dein angesicht. Hilf mir in noth und tod: Ach Gott! verlaß mich nicht. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 277 Vate ater! welchem nichts verborgen, Was ich denke, red' und thu; Dessen liebe meine sorgen Mich, zu meiner seelen rub, Auf dich selber werfen heißt, Wenn mein blinder, schwacher geist keinen rath und schluß kann fassen, Was zu thun und was zu lassen. 6. Kann ich bei den schwachen werken, Und bei allem, was mich kränkt, Deinen hohen wink nur merken, Und wohin dein rath sich lenkt; Folg ich willig und mit luft, Weil mir går zu wohl bewußt, Was man dich nur läßt regieren, Weißt du herrlich auszuführen. 7. Darum schließ nur, Herr! mich schwachen Ganz in dein regieren ein, Und nimm selber meine sachen, Die für mich zu wichtig sein Auszumachen, völlig bin; Denn mein zweifelhafter sinn kann sich niemals recht entschließen: Dir, Herr! leg ich sie zu füßen. gang foll 2. Wie ich meinen 8. Ich will stille sein und schweirichten, Steht ja nicht in meiner gen, Bis mir, höchster! deine hand macht: Auch in dem ist unser dich- Wird die rechten wege zeigen! Auf ten, Was man reiflich wohl be- dich seh ich unverwandt, Und er dacht, Dennoch eitel immerdar, wart es unverzagt. Hast du mir Mißlich. finster, voll gefahr: Und doch zugesagt, Daß du mich zu wanft in den schweren fällen in allen zeiten Willst mit deinen auund her, wie meereswellen. gen leiten. 3. Drum entdeck mir deinen willen Hier in dieser finsterniß: Herr! ich will ihn gern erfüllen, Mache nur mein herz gewiß, Was dein eigner rathschluß ist, Oder menschenwill beschließt, Laß mich dich recht deutlich ſpüren, Du al- 278.ch weiß, mein Mel. Da, Jesus an des kreuzes. Gott, lein, mich Klage wegen unerkannter Wohlthat der göttlichen Vorsehung. 4. Du, mein Gott! in dem ich manchen fehler, manche schuld Bislebe, Prüfst mein herz, und weißt, hero nachgesehen; Und daß du daß ich nicht nach eitlen dingen nie nach strengem recht Mit mir strebe: Herr! mein auge sieht auf pflegst umzugehen. dich. Zeige mir, mein vater! nur 2. Du bist der meister meiner Deines willens rechte spur! Laß zeit: Du hattest ja von ewigkeit von der Vorsorge, Erhaltung und Regierung Gottes. 167 Mein wesen schon beschlossen; Mit freuden abzutragen. Ich Denn, was ich bin, das ist von weiß, du wirst mir deine kraft dir Und deiner kraft entsprossen. Hiezu ja nicht versagen." 3. Von dir empfing ich den 12. Herr! dort in der vollkomverstand, Als deiner liebe unter- menheit Will ich, für solche gütigpfand, Der mich zum menschen keit, Dir rechten dank entrichten. machet Dein ist der schuß, der mich erhält, Und für mein wohl sein wachet. Da kann das fleisch den vorfaß nicht, Wie jeßt allhier vernichten. 4. Noch giebst du meinem geist ein licht, Das mir ein schnelles urtheil spricht, Ein strafendes gewissen: Dies nagt mich gleich, so oft ein fall Von dir mich abge riffen. 5. Und daß ich fa recht glücklich wär, So nahmst du mich von eltern her, Die selber christen wa8. Jetzt fehlt mir nichts, was nöthig heißt; Und dennoch ist mein träger geist So langsam, dich zu loben: Wie selten hat mein schläfrigs herz, Herr! deine huld erhoben. $ 1051-003 ren, Durch deren auferziehung ich, Mel. Vor deinen thron tret ich sc. Hert! deine weg' erfahren.279 of 191 ott! dessen hand 6. Verdiente ich wohl diese die welt ernährt, huld? Ich war, sobald ich war, Und jedermann sein theil beschert: voll schuld, Verdiente straf und Regiere mich doch tag für tag, plage: Doch warst du gütig und Daß ich mich redlich nähren mag. getreu Vom anfang meiner tage. 7. Gesett, ich wäre blind und taub, Ich wär von findheit auf ein raub Von frankheit und gebrechen; So dürft ich diesem deinem schluß Dennoch nicht widersprechen. ang today 2. Du sorgst für mich, doch so, daß ich Auch sorgen soll, zu thun, was mich Vernunft und offenbarung heißt; Darzu verleih mir deinen geist. 3. Hilf, daß ich in der bösen welt So lebe, wie es dir gefällt, Laß meine erste sorge sein, Wie ich geh' in den himmel ein. 4. 3ft meiner armen scele wohl; So lehre mich auch, wie ich soll Dem leibe thun wie ihm gebührt, Damit er keinen mangel spürt. 5. Und weil du frömmigkeit so liebst, Daß du den frommen güter giebst; So gieb, daß ich in heilger scheu Recht fromm und recht gesegnet fei. 9. Wie sträflich ist der undank hier! Wie schwer verfündigt sich an dir, Der dieses nicht erkennet, Der nicht in demuth deinen rath Groß, herrlich, gnädig nennet. 10. Wie billig ist es, daß find Den treuen water lieb gewinnt, Der es beschützt und pfleget; Und der mit seiner schwachheit selbst So viel erbarmen träget.. 13. Nimm mich nur selbst zum opfer an, Weil ich nichts bessers geben kann, Als was du mir gegeben. Ach lehre mich, ach hilf mir selbst, Dich sattsam zu erheben. 11. D vater! lenke meinen sinn, Das lob, das ich dir schuldig bin, Um göttlichen Beistand und Segen zu unsern BerufsWerken. Dich ruf ich an, verlaß mich nicht; Du weißt ja wohl, was mir gebricht; Doch schreib ich, vater! dir nicht für: Was du mir geben willst, gieb mir. anu tun 7. Mit beten geh ich an mein werk, Gieb du dem leibe kraft und Von Gottes Werken und Wohlthaten und zwar 168 stärk. Ich stredk die hand mit freuden aus, Komm du mit segen in mein haus. 8. Versüße mir den sauren schweiß: Und hilf, daß ich mit allem fleiß Das thu', was meines amtes ist: Ich weiß, daß du mein helfer bist. 9. Ich trau auf dich von herzensgrund, Du werdest mir zu beiner stund Auf meine arbeit und bemühn Den nahrungssegen nicht entziehn. 10. Du machst die dürren berge naß, Du fleidest liljen, laub und gras, Auch vögel sind dir nicht zu klein: Sollt ich denn ohne segen sein? 4. Gott ist der frommen schild und lohn, Er frönet sie mit gnaden: Der bösen welt haß, neid und hohn Kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner hand, Er segnet ihnen stadt und land, Und füllt sie dort mit freuden. 5. Drum komm, Herr Jesu! stärke mich, Hilf mir in meinen werken. Laß du mit deiner gnade dich Bei meiner arbeit merken. Sieb dein gedeihen selbst darzu, Daß ich in allem, was ich thu, Erlange deinen segen. 6. Regiere mich durch deinen geist, Den müssiggang zu meiden; Daß das, was du mich schaffen heißt, Gescheh' mit lauter freu280.J den: ich bir mit aller 1 treu Auf dein gebot gehorsam sei, Und meinen nächsten liebe. 7. Nun Jesu! komm und bleib bei mir. Die werke meiner hände Befehl ich, liebster heiland! dir, Hilf, daß ich sie vollende Zu dei2. Gott ist, der das vermögen nes namens herrlichkeit; Und gieb, schafft, Was gutes zu vollbringen: daß ich zur abendzeit ErwünschEr giebt uns segen, muth und ten lohn empfange. zu thun gebühret. Mit Gott wird alles wohl gethan Und glücklich ausgeführet. Was man in Gottes namen thut Mit glaubensvollem sinn und muth, Das muß uns wohl gedeihen. 11. Ach! daß wir unser lebelang Nur wüßten recht zu deinem dank Mit deinen gaben umzugehn; So würd' es wohl im hause stehn. 12. Nun treuer Gott! erhöre mich, Mein auge siehet nur auf dich, Hilf, daß ich sorge, wie ich soll; Ja, sorge du, so geht mirs wohl. kraft, Und läßt das werk gelingen. Ist er mit uns, giebt sein gedeihn, So muß der zug gesegnet sein 3um reichen überflusse. 3. Wer erst nach Gottes reiche tracht't, Und bleibt auf dessen wegen; Der wird von ihm doch wohl bedacht Mit dieses lebens segen. Dem frommen giebt er früh und spat, Daß er von seiner arbeit hat, Auch armen mitzutheilen. Mel. Wo Gott der Herr nicht. en Gottes namen fang IV. Von der Erlösung des menschlichen Geschlechts. 281. Durch Abams fall ist dem ſo großen schaden, Dazu bie ganz verderbt Der schlang' bezwang, menschen art und wesen: Das zorn auf sich zu laden. gift ist auf uns fort geerbt, Wir 2. Wie Eva war dahin gebracht, konnten nicht genesen Ohn' Got It Adam auch gefallen Von Gottes kraft, Die hülfe schafft Vontes wort, das sic veracht: Dadurch von der Erlösung des menschlichen Geschlechts. 169 ist nun uns allen Gebracht derzensgrund, Du wollst nicht von tod; Drum ward es noth, Daß mir nehmen Dein heilig wort aus Gott uns mußte geben Den eig- herz und mund; So wird mich nen sohn, Den gnadenthron, In- nicht beschämen Mein sünd und dem wir möchten leben. schuld; Auf deine huld Seß ich mein ganz vertrauen; Wer in der welt Dein wort nur hält, Der wird den tod nicht schauen. 3. Wie uns nun eine fremde fchuld In Adam all' verhöhnet: Also hat eine fremde huld In Christo all' versöhnet. Und wie wir all' Durch Adams fall Des ew'gen tod's gestorben; Also hat Gott Durch Christi tod Erneuert, was verdorben. 9. Es ist dein seligmachend wort Die leuchte unsern füßen. Ein licht, das scheint im dunkeln ort, Auf daß wir Christum wissen, Wenn der aufgeht, Alsdenn 4. Da er uns seinen sohn ge- versteht Der mensch die hohen schenkt, Als wir noch feinde wa- gaben, Die Gottes geist Gewiß nen, Der für uns ist ans freuz verheißt, Wenn wir nur glauben gehenkt, Getödtet, aufgefahren; haben. Se trifft uns nicht Das zorngericht, Wenn wir auf ihn vertrauen. Er ist der hort, Des 282. Nun frent euch christen insgemein! vaters wort: Wem wollt' vor'm sterben grauen? 5. Er ist der weg, das licht, die pfort, Die wahrheit und das leben, Des vaters rath und ew'ges wort, Das er uns hat gegeben Zu einem schuß, Daß wir mit nuß An ihn fest sollen glauben. Drum wird niemand aus seiner hand Uns nun und ewig rauben. Und laßt uns chre bringen Dem Gott des heils, und ihm allein Mit lust und liebe singen, Was er an uns gewendet hat, Und seine große wunderthat; Wie theur er uns erworben. 2. Dem teufel ich gefangen lag, Im tod war ich verloren: Die sünd mich quälte nacht und tag, Darin ich war geboren. Ich fiel auch immer tiefer drein, Es war nichts guts am leben mein, Die sünd hatt' mich besessen. 6. Der mensch ist gottlos und verflucht, Sein heil ist auch noch ferren, Der solchen troft bei menschen sucht, Und nicht bei Gott 3. Mein' eigne werke galten dem Herren. Denn wer ihm nicht, Es war damit vertorben: will Ein ander ziel Ohn diesen Der wille haßte Gotts gericht, tröster stecken, Den mag gar bald Zum guten ganz erstorben. Die List und gewalt Des bösen fein- angst mich zu verzweifeln trieb, des schrecken. Daß nichts denn sterben bei mir blieb; Zur hölle mußt ich sinken. * 7. Wer hofft in Gott, und dem vertraut, Wird nimmermehr zu schanden. Denn, wer auf die sen felsen baut, Ob ihm gleich stößt zu handen Viel unfall hie; Hab ich doch nie Denselben sehen fallen, Der sich nur fest Auf Gott verläßt: Er hilft ten gläub'gen sein bestes kosten. allen. 5. Er sprach zu seinem lieben * 8. Sch bitt, o Herr! aus her- sehn: Nun ists zeit zu erbarmen: 4. Da jammert Gott in ewigfeit Mein elend ohne maaßen. Er dachte der barmherzigkeit, Und wollt' mir helfen lassen: Er wandt zu mir sein vaterherz; Und daß er heilte meinen schmerz, Ließ ers 170 Von Gottes Werken und Wohlthaten und zwar Eil! meines herzens werthe fron,| Sst mein schild und lohn, Er hat das der armen, ihnen aus der sündcunoth, Er- tauft, und bin auf ihn gewürg den bittern tod, Und laß sie mit dir leben. bleibt 2. Ich war zuvor des todes knecht, Da. mich der zorn gebune 6. Der sohn, der ihm gehorsam den. Der teufel hatt' an mir war, Kam selbst zu mir auf erden, ein recht, Ich war voll sündenAls eine ihn Des nichts, als Des Mein bruder wollt er werden, gerichtes fluch Drohte Hielt beimlich seines arms ge- noth, Ja gar den ew'gen tod. walt, Und ging einher in knechts- Wo war, der mich erlöste? gestalt, Des teufels reich zu 3. Kein bruder, welcher selbst stören. ein knecht, Kann mir die hoffnung 7. Er sprach zu mir: halt dich geben, und das geseß, durchs an mich, Es soll dir wohl gelin- fleisch geschwächt, Hilft mir auch gen. Mich selber geb ich ganz nicht zum leben. Gott mein für dich, Ich selbst will für dich Herr allein Kann mein helfer ringen. Denn ich bin dein, und sein, Der die schuld vergiebt. Er du bist mein, Und wo ich bleib, hat die welt geliebt, Die sünder da sollst du sein; Uns soll der zu erlösen. tod nicht scheiden. 8. Vergießen wird man mir mein blut, Darzu mein leben rauben; Das leid ich alles dir zu gut, Das halt mit festem glauben. Dein böses wird im tode mein, Und meine unschuld wird nun dein; So kannst du selig werden. 9. Gen himmel zu dem vater hin Fahr ich aus diesem leben, Wo ich stets dein vertreter bin, Und dir den geist will geben, Der dich in trübsal trösten soll, Und lehren mich erkennen wohl, Und in die wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, Das sollst du thun und lehren; Dadurch wird Gottes reich gemehrt Zu seinem lob und ehren. Nur hüte dich vor menschenwahn, Der dir das heil leicht rauben kann: Bewahre meine lehre. 4. Das ist gewiß und theuer-/ werth: Mein Jesus ist gekommen, Die große last, die mich beschwert, Hat er auf sich genommen. Der gerechte knecht Machet uns ge recht: Für die schuld der welt: Gab er das lösegeld, Durch blut uns zu erlösen. 5. Denn weil er unser bürge war, So trug er unsre fetten. Er stellte sich zur knechtschaft dar, Die knechte zu erretten. Der er löser starb, Gott der Herr erwarb Uns durch eignes blut: Das stärfet meinen muth. Ein Gottmensch hat erlöset. 6. Daher ist für die ganze welt Die zahlung auch vollkommen. Der in dem siege starke held Ist aus der angst genommen: Und sein theures blut Wird mein theures gut, Dieses macht mich los; Der schaß ist aber groß, Dazu es mich erlöset. Mel. Ein' feste burg ist unser 2c. ein fester fels und 283. 7. Nun Gott sei dank! der also starker hort, Dar- mir In Jesu sieg gegeben. Als auf ich mich verlasse, Ist dieses ein erlöster will ich dir, Mein theuerwerthe wort, Das ich im Herr! zu ehren leben. Finstre glauben fasse: Jesus Gottes sohu tobesnacht; Teufel! beine macht, 171 von der Erlösang des menschlichen Geschlechts. Hölle! Dein gericht Erschrecken mich| schaf, das ganz verirret war, nun nicht. Ich bin von euch erlöset. Ging mit gefahr, Es war in 8. Ich weiß, daß mein erlöser satans stricken: Das hat er bracht lebt, Er lebet mir zum leben. Aus eigner macht, Wie du beIhm will ich, wenn er mich er- gehrt, Zu deiner heerd, Zur heerhebt, Lob, preis und ehre geben. de der gerechten. Denn aus aller noth Wird er durch den tod, Und aus dieser zeit, Zu seiner ewigkeit Mich ganz gewiß erlösen. 6. Mich, den die welt ganz listiglich Von dir zu sich mit ibrer lust gezogen, Bringt jetzt dein sohn in deinen schooß Bon sünden los, Aus lieb' hierzu bewogen. Ich, der sich weit Durch eitelkeit herzensgrund, Mit Von deiner gnad Entfernet hat, Ich bin jetzt wieder kommen. 284. He err! ich bekenn von meinem mund: Nichts sei, das mich abwende; Daß niemand sonst mein heiland ist, Als Jesus Chrift, Der wahre Gott ohn ende: Der mir zu gut Mein fleisch und blut Genommen an: Drum er nicht kann mich armen fünder bassen. 2. Geborn ist er ein kleines tind, Für meine sünd In windeln eingehüllet. Die jugend mit mühseligkeit, Armuth und leid Ist überall gefüllet. Er hat gewacht, Sich matt gemacht, Er ward gestäupt, Sein heilig häupt Mit dørnen scharf gekrönet. 3. Er ward an's kreuzesholz gehenkt, Mit gall getränkt, Und lag in todesbanden. Doch wie derum am dritten tag Nach aller plag Ist er vom tod erstanden; Mit herrlichkeit Zur bimmelsfreud Gegangen ein Frei aller pein, Geseßt zu deiner rechten. 7. Was satanas aus bösem sinn Gerissen hin, Und von dir weggetrieben; Das bringt dein sohn zu deiner heerd Aufs neu bekehrt Zu denen, die dich lieben. Er stellet dir Jetzt wieder für Dein find das sich Muthwilliglich Von dir verlaufen hatte. 8. Also hab ich nun gnad, o Gott! Durch Christi tod, Den er für mich erduldet. Und ob ich wohl bei mir befind, Daß meine sünd Die höllenpein verschuldet; So hab ich doch Die hoffnung noch, Durch deinen sohn Den gnadenthron, Ich werd nicht sein verloren. 9. Die thür zum schönen paradies hat er gewiß Durch sein blut aufgeschlossen, Das aus den wunden mildiglich Am kreuz für mich Versöhnend sich ergoffen. Ich gläube fest, Daß du nicht läßt, Ofrommer Gott! In angst und noth, Der dies mit glaube faffet. 4. So schaue deinen sohn doch an, Was er gethan: Laß gnad in ihm mich finden. Du hast Mel. Nun freut euch liebe christen. mich armen nicht veracht, Ganz 285. Gottes fohn Herr frei gemacht meinen schweren sünden. Des sohnes tod, Hat nun aus noth Den knecht erlöst; Wer deß sich tröst't, Den kannst du nicht verdammen. Jesu Christ! Du leben, licht und wahrheit! Du ebenbild des vaters, bist Sein glanz voll ew'ger klarheit, Doch nicht geschaffen, nicht gemacht: 5. Der treue hirt kommt jest Aus Gottes wesen vorgebracht, vor dich, Und träget mich, Das Von ewigkeit gezeuget. schaf, auf seinem rücken: Das 2. Ich ehre, lieb und lobe dich, 172 Von Gottes Werken und Wohlthaten und zwar Ans dankbarem gemüthe, Ich| bist Und nicht im grabe blieben, preise dich recht inniglich Für alle Hast du dadurch, o Jesu Christ! deine güte, Ich rühme dich, ich Auch unsein tod vertrieben; Hindanke dir Für alle gnade, die du gegen die gerechtigkeit, Unschuld mir Bis diesen tag erwiesen. und wahre himmelsfreud Hervorbracht aus dem grabe. 3. Voraus ist diese gnade groß, Daß du zu uns gekommen Herab aus deines vaters schooß, Und 10. treuer heiland, Jesu haft an dich genommen Die wahre Christ! Der du auch mir gebomenschliche natur Von einer arren, Ja auch für mich gestorben men freatur, Von der jungfrau bist: Laß auch nicht sein verloMaria. ren An mir das groß' erlösungswerk; Vielmehr gieb gnade, kraft und stärk, Dir mit der that zu danken. 11. Gieb gnade, daß ich dich hinfort Als meinen heiland liebe, Dir lebe, und in deinem wort Mich treu und fleißig übe. Und wie du, Herr! gestorben bist, So gönne mir die kraft und frist, Den sünden abzusterben. * 4. Mich, der ich von der erde her, Und ewig war verdorben, Von rettung, trost und hülfe leer, Hast du dir, Herr! erworben. Vom sündenfluch, von straf und tod, Ja von der schweren höllennoth Und teufels strick erlöset. 5. Und solches nicht mit geld und gut, Und was sonst hoch zu schäßen: Vielmehr mit deinem theuren blut, Dem gar nichts gleich zu sehen. Du hast in die ser gnadenzeit, Ohn mein verdienst und würdigkeit, Mir ein' erlösung funden. 6. Wie herrlich, groß und herz. lich ist Doch solche gnad' und liebe! Die dich, o mein Herr Jesu Christ! 13. Laß hier in deinem reiche Erfüllt mit solchem triebe! Daß mich Dir treu, beständig dienen, du, gerechter Gottes knecht! So In guten werken fruchtbarlich gern für die, so ungerecht Und sünder sind, gestorben. 7. Kann eine liebe größer sein Als die so zärtlich liebet, Daß sie sich gar in todespein Für ihre freunde giebet? Doch Christi liebe thut viel mehr, Sie liebt uns Melodie 45. auch als feinde sehr, Und läßt 286. Gedanke, der uns les für uns das leben. giebt, Welch 12. Du stundest von den todten auf, Brachst durch des grabes thüren; Drum laß mich einen neuen lauf Voll geist und tugend führen. Laß mich von sünden auferstehn, In deinen heilgen wegen gehn, Und dir zu ehren leben. Stets wachsen, blühn und grünen; Bis du, nach meinem pil grimmslauf, Mich nimmst in deinen himmel auf, Wo du zur rechten sigest. Uns seinen sohn zu schenken! 8. Sie wollte für uns allzumal, herz vermag dich auszudenken! Die wir verloren waren, Die Also hat Gott die welt geliebt, größte pein, die größte qual Und feelenangst erfahren: Sie ging für uns in grab und tod, Und hat dadurch mit unserm Gott Uns völlig ausgeföhnet. 9. Denn, weil du auferstanden 2. Hoch über die vernunft erhöht, Umringt mit heilgen finsternissen, Füllst du mein herz mit majestät, Und stillest mein ge wissen. von der Erlösung des menschlichen Geschlechts. 173 3. Ich kann der sonne wunder| 13. Kann unsre lieb im glaunicht, Noch ihren lauf und bau ben hier Für den, der uns geergründen; Und doch kann ich liebt, erkalten? Dies ist die lieb, der sonne licht Un ihre wärm o Gott! zu dir, Dein wort von empfinden. herzen halten. 14. Erfüll mein herz mit dankbarkeit, So oft ich deinen namen nenne, Und hilf, daß ich dich allezeit Treu vor der welt bekenne. 4. So kann mein geist den hohen rath Des opfers Jesu nicht ergründen; Allein das göttliche der that, Das kann mein herz empfinden. 5. Nimm mir den trost, daß Jesus Christ Am kreuze meine schuld getragen, Selbst Gott und mein erlöser ist: So werd ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi wort nicht Gottes sinn: So werd ich ewig irren müssen, Und wer Gott ist, und was ich bin Und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen trost der christenheit Soll mir kein frecher spötter rauben; Ich fühle seine göttlichkeit, Und halte fest am glauben. 9. Er giebt mir seinen geist, das pfand, Daran wir seine liebe merfen, Und bildet uns durch seine hand Zu allen guten werken. 10. So lang ich seinen willen gern Mit einem reinen herzen thue; So fühl ich eine kraft des Herrn, Und schmecke fried und ruhe. 8. Des sohnes Gottes eigen- Mel. Es ist das heil uns kommen. thum, Durch ihn des ewgen le- 287. Hat alt im gedächtniß bens erbe, Dies bin ich; und Jesum Christ, Den das ist mein ruhm, Auf den ich heiland, der auf erden Vom thron leb' und sterbe. des himmels kommen ist, Dein bruder da zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zu gut Hat angenommen fleisch und blut. Dank ihm für diese liebe. 11. Und wenn mich meine sünde kränkt, Und ich zu seinem freuze trete: So weiß ich, daß er mein gedenkt, Und thut, warum ich bete. 15. Sollt ich dereinst auch würdig sein, Um deinetwillen schmach zu leiden: So laß mich keine schmach und pein Von deiner liebe scheiden. 16. Und sollt ich, Gott! nicht für und für Des glaubens freudigkeit empfinden: So wirk' er doch sein werk in mir, Und reinge mich von sünden. 12. Ich weiß, daß mein erlöser lebt, Daß ich, erwecket aus der erde, Wenn er sich zum gericht erhebt, Im fleisch ihn schauen werde. 17. Hat Gott uns seinen sohn geschenkt: So laß mich noch im tode denken, Wie sollt uns der, der ihn geschenkt, Mit ihm nicht alles schenken? 2. Halt im gedächtniß Jesum Christ, Der für dich hat gelitten, Ja gar am freuz gestorben ist, Und dadurch hat bestritten Welt, sünde, teufel, höll und tod, Und dich erlöst aus aller noth. Dank ihm für diese liebe. 3. Halt im gedächtniß Jesum Christ, Der auch am dritten tage Siegreich vom tod erstanden ist, Befreit von noth und plage; Den frieden mit Gott selbst gemacht, Unschuld und leben wiederbracht. Dank ihm für diese liebe. 4. Halt im gedächtniß Jesum 174 Von der Erlösung des menschlichen Geschlechts Chrift, Der nach den leidenszeiten 5. Dies müsse mein vertraun Gen himmel aufgefahren ist, Die Bu bir, o Herr! erwecken. Zu stätte zu bereiten, Da du sollst schwach der gottheit rath Vomt bleiben allezeit, Ind sehen seine menschen zu entdecken, Bei ich der herrlichkeit. Dank ihm für diese liebe. liebe macht, Die ich nicht fasſen kann, Mit froher zuversicht, Doch auch in demuth an. 5. Halt im gedächtniß Jesum Christ, Der einst wird wieder kommen: Und sich, was todt und 6. Herr! deine ewigkeit Wird lebend ist, zu richten vorgenom- mir mehr licht gewähren, Und deimen: O denke, daß du da bestehst, ne große lieb Im schauen mir er. Und mit ihm in sein reich ein- klären. Unendlich ist mein heil! gehst, Ihm ewiglich zu danken. glaube, der erfreut! Gelobet 6. Gieb, Jesu! gieb, daß ich sei der Herr! Gelobt in ewigkeit. dich kann mit wahrem glauben fassen, Und nie, was du an mir gethan, Mag aus dem berzen las- Von den Namen unsers sen. Daß ich mich dessen in der Erlösers. noth Getrösten mag, und durch den tod Zu dir ins leben dringen. Gott, du frommer Gott. Mel. Nun danket alle Gott se. 289. Ich kann, mein Jeſu! Mel. O 288. D, n bir find ich und that Und deinen ruhm erkenJesu! bet namen Und daraus rath mein leben, Weil du zu meinem nen. heil Dich in den tod gegeben. Dein freuz ist thorheit nur Dem, der verloren geht; Uns, die der glaube stärkt, Ists kraft und majestät. Mein Jesus heißest du, Der selig uns gemacht, Mein Christus, der gesalbt, Die salbung uns gebracht. 2. Nur du, des höchsten sohn, Konntst uns mit Gott versöhnen, Und uns mit neuem recht Zum ewgen wohl belehnen. O! beides ist gleich groß, Der welt ein schöpfer sein! Und eine welt, die fiel, von ihrem fall befrein. 2. Du bist Immanuel, Als Gottmensch zu verehren! Dein name: Herr und Gott, Kann mich die gottheit lehren. Du bist des vaters wort Und kraft vor aller zeit, Des wesens ebenbild, Der glanz der herrlichkeit. 3. Du heißest auch und bist. Als 3. Wer kann die majestät Der mensch, des weibes saamen, Ein lieb und großmuth fassen? Als mensch, ein menschensohn: Dies sohn des ewigen, Der himmel sind die brudernamen, Die du thron verlassen, Sich selbst ernie- als Davids zweig Ganz willig an brigen, Einher in demuth gehn, Der wahrheit herold sein, Und sich verspottet sehn. dich nahmst, Als du dem fleische nach Aus deinen vätern kamst. 4. Die namen, welche dir Dein 4. Die winder Gottes thun, mittleramt gegeben, Als: rath, Und an das freuz geschlagen, Mit fraft, friedefürst, Held, wahrheit, himmlischer geduld Der menschen weg und leben, Bezeugen, daß, schulden tragen, Um der zu sein, indem Du heiland! mich befreist, ber uns Ein ewges heil erwirbt. Du wirklich zwischen Gott Und Deß herz ist göttlich groß, Der menschen mittler feift. felbst für feinde stirbt. 5. Du höchster könig! führst 2023 und zwar von den Namen unsers Erlösers. Den namen nicht vergebens, Du so viel Als heiland oder held, Der selig machen will. bist der friedefürst, Du bist der fürst des lebens. Ein priester, Gotteslamm, Das sich geopfert hat. Du bist mein guadenstuhl, Und mein getreuer rath. 4. Will satan sich bei mir Mit anfechtungen regen: So ist mir Jesu nam' Jum trost, schuß, fried und segen, Zur weisheit und arznei In aller angst und noth, Daß ich nicht fürchten darf Den teufel und den tod. 6. Du heißest der prophet, Der zu uns kommen sollte: Der hirt, der meisterlich Mit lehren weiden wollte. Erniedrigt wurdest du, Und als ein knecht erkannt; Erhöhet wurdest du Der herren Herr genannt. 7. Mein hort, mein A und O! Mein fels, mein ja und amen! Ach nenue du mich auch Nach deinem neuen namen. Herr! wie dein name ist, So ist führwahr dein ruhm: So nenn auch sich, und sei Nach dir mein christenthum. ser 8. Dein nome bleibt mein fels, Du nennest deine lieben: So steht mein name schon In deiner hand geschrieben; Die schreibe in mein herz Auch deinen namen ein, So soll mein letztes wort Dein name: Jesus! sein! 175 5. Daß ich ein zornkind bin, Das macht die schnöde sünde: Dein Jesusnam' macht mich Zu einem gnadenkinde: Er nimmt von dir hinweg Die schuld und missethat, Bringt mir die seligkeit, Und deines vaters gnad. 6. Ei nun so heilge mich, Mich, der ich ganz beflecket, Mein Jesus, der vor Gott Der sünden schande decket. Er kehre ab den fluch, Den segen zu mir wend: Sei meine stärk, dadurch Sich alle schwachheit endt. 7. Er sei mein licht, das mich In finsterniß erleuchte: Er sei des himmels thau, Der mich in hig anfeuchte: Er sei mein schirm und schild, Mein schatten, schloß Mel. O Gott, du frommer Gott. und hut, Mein reichthum, ehr 290. A Jesu! dessen treu und ruhm, Er sei mein höchstes chy Im himmel und gut. auf erden Durch keines menschen 8. Er sei mein himmelsweg, mund Kann gnug gepriesen wer- Die wahrheit und das leben: den: Ich danke dir, daß du Ein wahrer mensch geborn, Den fluch von mir gewandt, Daß ich nicht bin verlorn. Er wolle mir zuleht Aus- gnaden dieses geben, Daß ich alsdenn in ihm Dies leben schließe wohl, Wenn meine sterbenszeit Und stunde kommen soll. 2. Vornämlich wird in mir All herzensangst gestillet, Wenn 9. Inmittelst belf er mir So mich dein süßer nam' Mit seinem lang ich hie noch wandle, Daß troft erfüllet. Kein trost so lieb- ich in meinem thun Treu und lich ist, Als den mir giebt dein aufrichtig handle. Er steh mir nam, Der süße Jesusnam, Du allzeit bei Mit seines geistes gab', fürst aus Davids stamm! Wenn ich in meinem amt Was zu verrichten hab. 5 3. O Jesu! höchster schaß! Nur du fannst freude bringen: Es* 10, Jesu! in deinem nam kann nichts lieblicher, Als Jesu Bin ich heut aufgestanden, In name, klingen. Ich kann nicht ihm vollbring ich heut, Was mir traurig sein, Weil Jesus heißt kommt unterhanden. In deinem Von der Erlösung des menschlichen Geschlechts 176 namen ist Der anfang schon gemacht; Das mittel und der schluß Werd auch durch ihn vollbracht. 11. Dir leb ich, und in dir, In dir will ich auch sterben: Herr! sterben will ich dir, In dir will ich ererben Das ewge himmelreich, Das du erworben mir: Von dir verklärt will ich Dir dienen für und für. 7. Jesus ist des vaters wort. Jesus ist mein weg und leben. Jesus ist mein fels und hort. Jesus ist der stock der reben. Jesus ist mein lösegeld. Jesus ist der starke held. 8. Jesus ist das Gotteslamm, Jesus ist mein arzt und stärke. Jesus ist mein bräutigam. Jesus heiligt meine werke. Jesus ist der beste rath, Wenn man weisheit nöthig hat. Mel. 8. Jesus, meine zuversicht. Jeinen Jesum laß 291. Mein ich nicht, Denn 9. Jesus ruft: kommt her zu mir! Jesus lehrt den weg des er will mich nicht verlassen. Was lebens. Jesus spricht: ich bin sein name mir verspricht, Das bei dir. Jesus tröstet nicht verwill ich im glauben fassen. Jesu gebens. Jesus hilft in aller noth. name ist sein ruhm, Und zugleich Jesus ist des todes tod. mein eigenthum. 10. Jesu lösgeld ist mein theil, 2. Jesus, Gottes wahrer sohn, Jesu leiden meine freude. Jesu Ward ein mensch, wie andre tin- wunden sind mein heil. der, Jesus ist mein gnadenthron, wort ist meine weide. So behält Jesu Denn er rufet alle fünder. Je- er nichts für sich, Alles, alles ist sus heißt und ist mein heil, Mei- für mich. nes herzens trost und theil. 11. Nun, mein alles ist auch 3. Jesus, des verstandes licht, sein; Jesum hält mein fester Morgenstern und helle sonne: glaube. Jesu folg' ich nur allein, Meines willens zuversicht, Meine Troß dem, der mir Jesum raube. freude, meine wonne. Denn deß Jesus endet meinen lauf, Meinen tröstet sich mein geist, Daß er geist nimmt Jesus auf. seligmacher heißt. 4. Was von diesem A und Gott verspricht in diesem namen, Das erfüllt er auch also: Jesus ist das ja und amen. Jesus Nazaremus ist Der von Gott verheißne Christ. 5. Denn es ist kein andres heil Und kein name sonst gegeben, Darin sünder nehmen theil An der seligkeit und leben. Gott uns diesen heiland giebt: So hat er die welt geliebt. 6. Jesus fängt den glauben an, Jesus kann ihn auch vollenden. Jesus ist ein wundermann, Jesus kann mein elend wenden. Jesus ist mein gnadenbund, Jesus ist der hoffnung grund. Mel. Es ist das heil uns kommen. 292. Es ist in keinem andern heil, Ist auch kein nam' gegeben, Darin wir könnten nehmen theil An seligkeit und leben; Nur Jesus ist allein der beld, Der uns das leben hergestellt. Gelobet sei sein name. 2. Denn Jesus ists, der unsre schuld Sammt allen straf und plagen, O unerhörte lieb' und huld! Hat williglich getragen. Er war gerecht, doch ließ er sich Zur sünde machen, daß ich mich In ihm gerecht könn' nennen. 3. So heißt er Jesus denn nicht nur; Er ist auch was er heißet: und zwar von der Person unsers Erlösers. 177 Indem er unsere natur Aus allem| Jesu! helfer der gekränkten! Du jammer reißet. Die that stimmt des vaters ebenbild! Was würd' mit dem namen ein: Er will auch, erd und himmel sein, Bliebe nicht wie er heißet, sein Mein heil mein Jesus mein? Erd und himund seligmacher. mel würden hölle, Wär nicht Jesus mein geselle. 4. O name! werde doch in mir Durch Gottes geist verkläret; Weil, 5. Jesus kann im kreuze laben, was verborgen liegt in dir, Kein Jesus ist, der mich erhält. Kann irdisch herz erfähret. Denn die ich seinen beistand haben, Trag vernunft begreift es nicht, Ohn ich allen spott der welt. Wenn Gottes glanz und gnadenlicht Bleibt es unaufgeschlossen. 5. Laß, Jesu! deines namens kraft Und innre süßigkeiten, Und was derselbe gutes schafft, Sich stets in mir ausbreiten. So wird der fündennoth gewehrt, So wird die last in lust verkehrt, So bin ich selig, amen. der tod die augen bricht, Laß ich dennoch Jesum nicht. Muß ich meinen geist aufgeben, Bleibt er meines lebens leben. 6. Will mir ehr und gut verschwinden, Geht auch leib und leben hin, Und ich kann nur Jesum finden; Ist auch sterben mein gewinn. Nun ich halte, Jeſu! dich, Jesu! komm und halte mich, Mel. Jesu! deine heilge wunden. Sei mein trost in noth und ster293. Jeſu, ursprung mei ben, Und laßt mich bein reich erner freude! meines glaubens licht! Jesu, meiner seelen weide! Jesu, meine zuversicht! O wie kommt dein name mir So gewünscht und liebVon der Person des lich für! Dein gedächtniß, Jefu! 294. Her Chrif busine Erlösers. Christ! Gottessohn Von du machet, traurig herze lachet. aller ewigkeit! Du licht vom licht entsprossen! Du glanz der herrlichkeit! Du gleichst dem morgensterne, Dein glanz dringt in die ferne Vor andern sternen klar. 2. Für uns bist du geboren Als mensch zur rechten zeit, Zu retten, was verloren, Zu schenken seligkeit. Den feind hast du verstoßen, Den himmel aufgeschlossen, Das leben wiederbracht. 2. Ach! ich liebe dich von herzen, Meine liebe wird nicht satt: Und mein geist ist frei von schmerzen, Wenn er dich, mein Jesu! hat. Kehr in meinem herzen ein: Dir mag nichts verborgen sein; Darum kennst du meine triebe, Daß ich dich vor allen liebe. 3. Jesu, meine lebenssonne! Jesu, meiner seelen lust! Ueber welchem keine wonne, Kein vergnügen mir bewußt. Ach mein heil! ich bitte dich, Komm, um fang und halte mich, So umfang' ich dich im glauben, Dich soll mir fein teufel rauben. 4. Jesu, schußherr der bedrängten! Jesu, der verlaßnen schild! 3. Laß uns in deiner liebe Und fenntniß nehmen zu, Daß wir im glauben bleiben, Im geist dir dienen so, Daß wir hie mögen schmecken Dein' süßigkeit im herzen, Und dürsten stets nach dir. 4. Du schöpfer aller dinge! Des vaters ew'ge fraft! Regierst ohn alles ente Mit gnadenreicher macht. 12 178. Von der Erlösung des menschlichen Geschlechts Die herzen zu dir wende, Und anblicken; O Jesu, du mein höchlenke unsre sinne, Daß sie nichts stes gut! Dein wort, dein geist, zich von dir. dein leib und blut Mich innerlich erquicken. Tröst mich Freundlich: Hilf mir armen Aus erbarmen. Hilf in gnaden, Auf dein wort komm ich geladen. 5. Gott vater! o mein starker held! Du hast mich ewig vor der welt In deinem sohn geliebet: Dein sohn hat mich ihm selbst vertraut, Er ist mein schaß, ich seine braut: Drum mich auch nichts betrübet. Heilig, Treulich Wird er geben Himmlisch leben Mir dort oben. Ewig soll mein 5. Erzeig uns deine güte; Erwecke uns durch gnad. Erneure das gemüthe, Daß man dir leben mag, Allhie schon auf der erden: Gedanken und begierden, Auch sinne richt zu dir. 6. Dank, lob, preis, ruhm und ehre, Sei Gott in ewigkeit, Für seine süße lehre, Die uns sein rath bereit Aus seinem eignen munde: Der helf in jeder stunde; Er helf zur seligkeit. 295.Wer morgenstern Voll 6. Singt unserm Gott, singt gnad und wahrheit von dem Herrn! oft und viel, Und laßt andächtig Wer könnte sein vergessen? Du saitenspiel Ganz freudenreich erDavidssohn von Juda stamm, schallen, Dem allerliebsten GotMein könig und mein bräutigam, teslamm, Und uns'rer seelen bräuHast ganz mein herz besessen. tigam zu ehren und gefallen: Lieblich, Freundlich, Hold und Singet, Bringet Triumphirend, mächtig, Groß und prächtig, Reich Jubilirend Dank dem Herren. Groß von gaben, Uleber alles hoch er- ist der könig der ehren. haben. * 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, Daß mein schatz ist das A und O, Der anfang und das ende. Er wird mich auch zu seinem preis Aufnehmen in das paradeis, Deß klopf ich in die hände. Amen, Amen, O Gott! amen. namen Sei gesungen Deinem Dank und preis mit frohen zungen. ie schön leucht't uns herz ihn loben. 2. O meines herzens werthe fron, So Gottes als Marien sohn, Ein hochgeborner könig! Mit freuden rühm ich deine ehr, Deins heilgen wortes süße lehr Geht über milch und honig. Herzlich Will ich Dich erheben, Dir nur leben, Daß man merke In mir deines geistes stärke. 3. Geuß sehr tief in mein herz hinein, O du, mein Herr und Mel. Nun lob', mein seel! den 2c. Gott allein! Die flamme deiner 296. Mein heiland! beber Geht liebe: Daß ich in dir beständig bleib, Und mich kein unfall von dir alle himmel weit. Wer ist, der treib, Nichts fränke noch betrübe. sie ermesse? Du Herr! bist Gott Durch dich Laß sich Ohn aufhören von ewigkeit. Du bist der erstgeIn mir mehren Lieb' und freude, Daß der tod uns selbst nicht scheide. borne Vor aller freatur; Kamst zwar für uns verlorne In menschlicher natur; Doch in der mensch 4. Von Gott kommt mir ein heit orden Tratst du erst in der freudenlicht, Wenn du mit dei- zeit. Eh noch die welt geworden, nem angesicht Mich gnädig willst Hatt'st du schon herrlichkeit. und zwar von der Person unsers Erlösers.nd no 179 2. Der himmel und die erde wort nicht glauben, Und dir, der Sind durch dein träft'ges wort für sie litt, Die schuld'ge ehre gemacht. Auf dein allmächtig: rauben. Theil ihnen gnade mit, werde! Entstand die welt mit Dich gläubig zu erkennen. Laß ihrer pracht. Du bist auch unser nichts, die dich erkannt, Von deimeister; Auch uns schuf deine ner liebe trennen. Dein ruhm hand So, wie das heer der gei- füll jedes land. ster, Das dich noch ehr erkannt. Ein erbe über alles! Das ist dein ewger ruhm; Drum jammert dich des falles Von deinem eigenthum. Von der Gottheit Christi. Mel. Herr Gott! der du erforsch. 3. Du trägest alle dinge Durch 297. Dir sei, o Jeſu! dank deiner allmacht starkes wort; Das große und geringe Geht blos durch deinen willen fort. Sohn Gottes! du regierest Den ganzen kreis der welt. Weil du das ruber führest, Geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht tod und le ben; Drum wird einst jede gruft Die todten wieder geben, Wenn deine stimme ruft. bereit, Beherrscher aller thronen! Du bist in der dreieinigkeit Die andre der personen: Gott sohn, den Gott der vater heut, Das ist, von aller ewigfeit, Selbst aus sich selbst gezeuget. O Gott, von Gott! o licht, vom licht! Vor dessen glanz und angesicht Des himmels heer sich beuget. 2. Du wesentliches ebenbild Von deines vaters wesen, Mit him. melsherrlichkeit erfüllt, Am glanz höchst auserlesen! Du wahrer Gott, der ewig ist, Der du das ewge leben ist, Du anfang und das ende! Du A und O, du bist es gar; Es ist, was ist, und wird und war, Ein kunststück deiner hände. 3. Durch deinen schöpferswillen stehn Herrschaften und die thronen, Die werfe, so die menschen 5. Wie herrlich ist dein name sehn, Und die im dunkeln wohSchon jetzt, o Herr! in aller nen; Indem dein allmachtsvoller welt! Dich preist der frommen ruf Ein etwas aus dem nichts saame, Der gläubig dir zu füßen erschuf; Dies alles trägt dein fällt. Dich preisen seraphinen, Er- walten: Denn was gemacht ist, habner menschensohn! Mit freuden machtest du; Und deine macht dir zu dienen, Stehn sie vor dei- muß es darzu Im wesen noch ernem thron. Wer sollte dein sich halten. schämen? Werth bist du, preis und ruhm Auch, Herr! von uns zu nehmen, Uns, deinem eigenthum. 6. Sohn Gottes! ich verebre and bete dich in demuth an. schäme und bekehre Die, die dir 4. Du wurdest auch ein mensch für mich, Als sich die zeit geendet, Die Gott bestimmt: da hat er dich In diese welt gesendet, 3u was verloren war, Und uns zu retten aus gefahr; Wir noch nicht zugethan, Die deinem sollten selig werden. Du wurdst G 12* 4. Dir soll man ehr erzeigen, Wie sie dem vater widerfährt. Dir soll sich alles beugen; Denn göttlich groß ist, Herr! dein werth. Du bist das heil der erden. Wer auf dein wort nicht hört, Der kann nicht selig werden. Wer aber dich verehrt, Dem hilfst du vom verderben: Schaffst ihm zufriedenheit, und machst ihn einst zum erben Vollkommner seligkeit. 180 Von der Erlösung des menschlichen Geschlechts und zwar mein bruder, fleisch und blut, Du wurdst, mir armen wurm zu gut, Ein wurm, ein fluch auf erden. 5. Du willst, mein bräut'gam! ( sind das nicht Der zärtsten liebe proben?) Dich in gerechtigkeit, gericht Und glauben mir verloben. Du bist Immanuel in noth, Mein hoherpriester durch den tod, Mein könig in dem leben, Mein fürsprach, der es mit mir hält, Der mittler, für die ganze welt 3um opfer hingegeben. 6. Du bleibst in finsterniß mein licht, Du bist mein stuhl der gnaden, Mein beistand, der stets für mich spricht, Mein arzt in seelenschaden. Ja, du bist Gott und mensch zugleich, Doch nur ein Christus, dessen reich In ewigkeit fort währet. Du lebst mit dem, der alles schafft, Du sigst zur rechten seiner fraft, Und wirst, wie er, geehret. 7. Du hörest seufzen und gebet, Dich jammert unsre klage; Und bist, bis zeit und welt vergeht, Bei uns noch alle tage. Dir sei lob, ehre, dank und ruhm Für deinen tod und marterthum, Für deine heiße triebe, Für das, daß du, mein Jesu Christ! Erweckt und aufgefahren bist, Für alle deine liebe. Von der Menschheit Christi. Mel. Vor deinen thron tret ich sc. 298. aß Gottes sohn der wahre Christ Mein bruder und erlöser ist, Das fasset die vernunft zwar nicht; Doch gläub ichs, weils die wahrheit spricht. 2. Maria, ein jungfräulich und ohr Sein ganz geschlechtsregister vor, Und lehrt uns, daß von Abraham Er den verheißnen ursprung nahm. 4. Er heißt ein mensch und menschenkind, Wie andre menschenkinder sind, Des weibes saame, Davids sohn, Der erbe von desſelben thron. 5. Hat nicht auch der Immanuel, Bleich andern menschen, leib und seel, Verstand und willen, fleisch und bein? Wie sollt er nicht mein bruder sein? 6. Ist gleich von sünden keine spur In seiner menschlichen natur: Kann diese doch wahrhaftig sein; War Adam nicht auch anfangs rein? 7. Die schwachheit, die uns hier umgiebt, Hat dieser Gottmensch mit beliebt: Durst, hunger, trauren, müdigkeit Ertrug er mit gelassenheit. 8. Sein körper schwißte blutgen schweiß, Er gab ihn allen martern preis, Und nach vollbrachtem lebenslauf Gab er den geist im sterben auf. 9. Ich freue mich, o menschensohn! Daß man nun auf dem höchsten thron Die menschheit, deine liebe braut, Im glanz der gottheit prangen schaut. 10. Mein bruder! sieh mich gnädig an, Mach mir zu deinem vater bahn. Du liebest ja dein flei ch und bein; Ach! laß mich ganz dein eigen sein. leib Die kraft des höchsten frucht: bar macht, Ihn an das licht der welt gebracht. 3. Die schrift legt unserm aug' Von dem Stande der Erniedrigung und Erhöhung Jesu. 299. Chri lig macht, Ward Mel. Christus, der uns selig 2c. Christus, der uns seein knecht geboren; Der hat wieder hergebracht, Was wir längst verloren. Gott erniedrigte sich tief, to je von dem Stande der Erniedrigung und Erhöhung Jesu. 181 Menschen zu erheben. Da er deine seelennoth Seelenruhe geben. Eli! Eli! rief, Starb für uns das leben. Herr! dein leiden und dein tod Bringt mir freud und leben. 9. Auf, mein geist, erhöhe dich! Jesus ist erhaben. Der empfing erhöht für mich Alle gute gaben. Dahin, wo er mich vertritt, Wird er mich erheben. Nun hie duld und sterb ich mit, Dort mit ihm zu leben. 2. In der leiblichen gestalt Wohnete die fülle Aller göttlichen gewalt; Doch sein freier wille Neußerte sich wunderlich Des gebrauchs der rechte; Und es nahm der Herr an sich Die gestalt der fnechte. 3. Als die mutter ihn empfing; Als er wie die finder, Mensch Von den Aemtern unsers ward, und auf erden ging; Als er für uns fünder Litte, starb, und Erlösers. da er tødt In dem grabe ruh'te: Von dem Mittleramte Jesu Da erwarb uns Gott aus noth überhaupt. Mit dem eignen blute. 4. Da enthielt er sich der macht, Und der höchsten freuden, Der allgegenwart und pracht; Schmach und spott zu leiden. Er war Gott, in ihm war auch Aller gottheit stärke; Aber nur nicht ihr gebrauch Bei jedwedem werke. Mel. 8. Jesus, meine zuversicht. der 300. Die mein beiland mix 5. Dies ist die entäußerung, 2. Mir ward solch ein schat Die bis dahin währte, Da, nach vertraut, Dessen werth nicht ausder erniedrigung, Ihn sein Gott zusagen. Nie hat eines königs verklärte, zu gebrauchen alle macht braut Einen solchen schmuck getraMit dem neuen leben; Und der gen. Gottes bild und herrlichkeit gottheit höchste pracht, Jhm er- War mein schönstes ehrenkleid. böbt gegeben. 3. Licht erfüllte den verstand, 7. Ach mein Jesu! der du dich So entäußern wolltest, Als du, theurer heiland! mich Göttlich machen solltest: Mach mich hie dir gleich gesinnt, Laß mich niedrig leben. Nach der zeit wirst du dein kind Auch zu dir erheben. erzeiget! Meine große sündenschuld hat sein liebreich herz geneiget, Daß er, als ich ward verklagt, Für mich armen gut gesagt. 6. Und das that das höchste gut Fried und freude das gewissen. Nur um unsernt willen; Durch Die lust war mir unbekannt, Die sein leiden, tod und blut Gottes wir nunmehr tödten müssen: Und zorn zu stillen. Unsern raub, wie an kraft gebrach mirs nicht, Zur Gott zu sein, Muß der Herr be vollbringung meiner pflicht. zahlen; Und nun soll in uns der schein Seines bildes strahlen. 4. Dieser gaben meng' und zier Hab ich, leider! ganz verloren. Alles gute mangelt mir, Und ich bin höchst arm geboren, Ohne licht und lebenskraft, Die der fall hinweg gerafft. 5. Daher rührt die schuldenlast, Die mich in den abgrund drücket. Diese macht mich dem verbaßt, Der mich erst so schön geschmücket. Wehe mir! die ewge pein Wird mein lohn im schuldthurm ſein. 6. Doch ein bürge giebt sich an, 8. Du wirst arm, ich werde reich, Du wirst gleich den knech. ten: Knechte werden Jesu gleich, Sünder dem gerechten. So kann 182 Von der Erlösung des menschlichen Geschlechts Der des urtheils schluß vernichtet, du Gotteslamm! War deines Der, was ich nicht zahlen kann, kreuzes schwerer stamm. Herr JeZu bezahlen sich verpflichtet: Mei- su Christ:: Dein mittleramt nes schöpfers reicher sohn Kommt Versöhnt mit Gott uns alle. herab von seinem thron. sammt. 7. Er nimmt auf sich meine schuld, Er bezahlt mit seinem leben, Welches er aus großer huld Für mich in den tod gegeben, Das mir den zum freunde macht, Deffen gut ich durchgebracht. 3. Als du auf erden dies vollbracht, Erschienest du mit großer pracht Vor Gottes angesichte; Wo du durch dein verdienst vertrittst, Wo du für uns nachdrücklich bitt'st, Daß uns der zorn Ob jemand hier nicht richte. gesündigt hat; Sprichst du vor Gott an seiner statt. Dein geist versichert uns dabei, Daß dein Herr Jesu gebet erhöret sei. Chrift:,: Dein mittleramt Ver8. Das geseß, das ich verlegt, Ehret sein gehorsam wieder. Was geraubt ist, wird ersetzt, Meine ftraf' trifft seine glieder. Meine schuld wird ausgesühnt, Mir wird gnad und heil verdient. 9. Dank sei dir, mein seelen- schafft, daß Gott uns nicht verfreund, Bürge! dir sei lob gesun- dammt. gen, Daß du es so treu gemeint, Und nun höll und tod bezwungen. Du hast gnug für mich gethan, Nimm mich als dein eigen an. 4. Laß uns auch deine priester sein: Laß uns des blutes salbung weih'n, Und schmücke du uns alle: Daß der in angst zerschlagne geist, Der dir ein liebesopfer heißt, In dir Gott wohlgefalle. Schopfre bir so herz als mund, Und halte des gewissens bund. Mein ganzes leben opfert stets Den rauch des dankes und gebets. Herr Jesu Christ:,: Dein mittleramt Hat dieses feuer angeflammt. 1. Von dem hohenpriester lichen Amte Jesu. Mel. Herzlich lieb hab ich dich 2c. 301. wahrer Gott, und menschensohn! Herr Jesu du mein gnadenthron! Den ich in demuth preise: Zum lamm und opfer giebst du dich Und wirft ein priester ewiglich Nach Melchifedechs Mel. Jesus, meine zuversicht. weise. Was Aaron vorgebildet 302. Menschgeborner Gothat, Das leistet Jesus in der Mittler that; Weil dort nur blut der für die höllenkinder! Warum läßt thiere floß, Und Jesus cignes blut du deinen thron Für das heil vergoß. Herr Jesu Christ:,: Dein so armer fünder? Darum, liebster mittleramt Erlöset, was von Adam Jesu Christ! Weil du unser mitte ler bist. stammt. 2. Am holze wurdest du ein fluch, Und Gott der süßeste geruch In deines opfers gabe; Du warest unbefleckt und rein, Für mich mußt du ein opfer sein, Daß ich erlösung habe. Du hast dich für uns dargestellt Als die versöhnung aller welt, Und dein altar, 2. Darum, liebster! ists geschehn, Uns den vater zu versöhnen, Unser elend anzusehn, Uns mit gnad und heil zu krönen. Du, Gott! wirst ein menschenkind, Daß sich Gott mit uns verbindt. 3. Menschenfreund! allein in dir Liebt die wesentliche liebe Uns und zwar von den Aemtern unsers Erlösers. 183 verlorne für und für Mit erbar- 4. Sa Jesu! du bist gänzlich mungsreichem triebe. keine gnade mehr, Die durch dich nicht unser wär. Gott hat mein, Du willst mein eigen erbgut sein. Dein blut macht unser arm geschlecht Vor Gott gerecht: Ich bin nicht mehr ein höllenknecht. 4. Ewger hoherpriester! du Bittest für die armen seelen; Sprichst uns Gottes segen zu, Läßt dich opfern, schlachten, quälen; Trägst wie ein geduldig lamm Unsre last I am freuzesstamm. 5. Dein blut, das theure lösegeld, Das ist mein troft statt aller welt, Hierin kann meine seele ruhn; Sie kann sich nun Aus Jesu reichthum gutes thun. 5. Schuldenopfer! das versöhnt, 6. Der reichthum bringt zuFriedensopfer! das erfreuet, Alle friedenheit, Der reichthum daurt schuld ist abgelehnt, Obgleich das in ewigkeit. Dein heilig leben, gesehe dräuet. Denn du zahlest Herr! dein tod, Dein schmerz sie für mich, Da du selbst ge- und spott Erwirbt mir alle huld opfert dich. bei Gott. 6. Wenn ich gleich der ganzen welt Schuld und fünde an mir fünde: Ist doch dieses lösegeld für eine Gnug, ja ganz vollgültig ist Dein verdienst, Herr Jesu Christ! Ho7. Friede, trost und sicherheit Kommt aus diesem zarten triebe: Ruhe, lust und seligkeit Fließt aus meines Jesu liebe. Liebt mich nun mein Herr und Gott, Acht ich weder höll noch tod. Von der Genugthuung Christi. Mel. Ich hab mein sach Gott 2c. 303. 7. Du bist die himmelsthür allein, Durch dich geh ich zum vater ein. Ach! gieb durch deiner Die mir ein neues leben schafft. 8. So friegt mein glaube zuversicht, Er kämpft, er hält, er läßt dich nicht. Es bringt dein sterben in der zeit Mir allbereit Die ewige gerechtigkeit. 9. Ich kann durch deine leidenspein Ein miterb deiner freuden sein: So schau ich dich, wenn alles bricht, In deinem licht Von angesicht zu angesicht. Mel. Es ist das heil uns kommen. Chrift! Der bu für 304. Gott lob! aus unsrer du 2. Was Gottes zorn versöhnen kann, Haft du gelitten und gethan: Die schuldenlast, die alle welt Und mich befällt, Zahlt dein unendlich lösegeld. 3. Der richter giebt sich nun zur rub, Und spricht uns als ein vater zu. Er nimmt dich zum bezahler an, Da ichs nicht kann; Als hätt ich selber gnug gethan. retuns gestorben bist: Du trugst nachtung uns erworben. Der Herr deiner großen huld, Was ich ver- will nicht des sünders tod. Was schuldt, Mit unaussprechlicher ge- Adams fall verdorben, Hat er aus duld. gnaden uns erseßt. Wie werth sind wir vor ihm geschätzt! Wie groß ist sein erbarmen! 2. Selbst seinen eingebornen sohn Sandt' er zu uns auf erden, Von dem verdienten sündenlohn Ein retter uns zu werden. kam, und mit ihm unser heil;. Er kam, am ewgen leben theil Uns wieder zu erwerben. 3. Wo ist, o tod! dein stachel Von der Erlösung des menschlichen Geschlechts 184 nun? Hier ist dein überwinder. Für unsre schuld genug zu thun, Starb er, das heil der sünder. Wo ist nun, sünde! deine kraft? Hier ist der, der uns kräfte schafft, Dein joch von uns zu werfen. 4. Gelobt sei Gott! gelobt sein sohn, Der retter unsrer seelen! Nun fann uns auch auf erden schon Das wahre glück nicht fehlen, Getroft und froh in Gott zu sein, Wenn wir uns nur dem Heiland weihn, Den Gott für uns verordnet. 5. Was er zum leben uns verschafft, Das ist in seinen händen. Sein das reich, sein ist die fraft, Das heil uns zuzuwenden, Das er so liebreich uns erwarb, Als er für uns am kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen! 6. O! laßt uns ihm uns anvertraun, Und niemals sein uns schämen! Auf seine mittlershülfe baun, Und sein joch auf uns nehmen, Das ist der weg zum ewgen wohl, Der weg, auf dem man friedensvoll Auch schon auf erden wandelt. 7. Herr! laß uns diese seligfeit Doch über alles schäßen. Nie gel uns erseßen, Wenn uns das größte gut gebricht, Ein reines herz voll zuversicht Zu dir, Gott, unserm water! 8. D lenk auf dies erhabne glück Der seele stärkste triebe! Zeuch mächtig unser herz zurück Von schnöder fündenliebe. An dem uns theur erworbnen heil Laß uns im wahren glauben theil Stets suchen und gewinnen. Von den Thränen Jesu. Mel. Allein zu dir Herr Jesu 2c. 305. D" u weinest um Jerusalem, Herr Jesu! heiße zähren: Bezeugst, es sei dir angenehm, Wenn sünder sich bekehren. Wenn ich vor dir mit buß erschein, Und über meine sünde wein; So wasche ab aus lauter gnad Die missethat, So mich bisher gequälet hat. 2. Wenn deines vaters zorn entbrennt Von wegen meiner fünde; Zu deinen thränen ich mich wend, Da ich erquickung finde. Vor Gott sind sie gar hoch geschäßt, Wer sich damit im glauben nett, Den blickt Gott an mit gütigkeit zu jeder zeit, Und macht sein traurig herz erfreut. 3. Hier muß ich auch im thränenthal Vor großer angst oft weinen, Der welt aushalten manche qual: Sie martert stets die deinen. Auf allen seiten, wo sie kann, Fängt sie mit uns zu hadern an. Da tröstet mich zu aller frist, Daß du Herr Christ, In gleicher noth gewesen bist. * 4. Du siehst auch meine thränen an, Und du hast sie gezählet; Ob ich sie gleich nicht zählen kann, Dennoch dir keine fehlet. So oft vor dir sie zeigen sich, So oft bewegen sie auch dich, Daß du dich luft Ist, daß du hülf im elend thust. 5. Wer jeßo thränen säet aus, Hält in geduld Gott stille; Wird fröhlich sein in jenem haus, Wo freude ist die fülle, Ja solche freude, die kein mann Mit jeiner zung aussprechen kann, Und die da bleibt in ewigkeit: Mein freuz und leid Wird werden dort zu lauter freud.dh 6. Für deine thränen dank ich dir, Der du die freudenkrone, Herr Jesu Christ! erworben mir, Bei dir im himmelsthrone. Wenn du mich holen wirst hinauf zu deinem auserwählten hauf, Dann will ich recht lobsingen dir, O höchste 2001: dha fataddar du matrs sito no und zwar von den Aemtern unsers Erlösers. zier! Für deine thränen für und für. 2. Dein geschäft auf dieser erden, Und dein opfer ist vollbracht. Was vollendet sollen werden, Ist nun gänzlich ausgemacht. Da du bist für uns gestorben, Ist uns gnad und heil erworben, und dein fiegreich auferstehn Läßt uns in die freiheit gehn. 3. Nun ist dieses dein geschäfte, In dem obern heiligthum: Die erworbnen segenskräfte Durch dein evangelium Allen denen mitzutheilen, Die zum thron der gnaden eilen. Nun wird uns durch deine hand Heil und segen zugewandt. OYI 185 Von der Fürbitte Jesu. Mel. Alle menschen müssen sterb. 7. Aber jego wird dein flehen Von der allmacht unterstüzt; Da 306. Großer mittler, der zur in fenen himmelshöhen Die verrechten Seines großen vaters sigt, Und die schaar von seinen knechten In dem reich der gnaden schüßt: Dem auf dem er habnen throne, In der königlichen frone, Aller ewigkeiten heer Bringt in demuth preis und ehr: klärte menschheit sigt. Nun kannst du des satans klagen Majestätisch niederschlagen: Und nun macht dein redend blut Unsre böse sache gut. 8. Die verdienste deiner leiden Stellst du deinem vater car, Und vertrittst nunmehr mit freuden Deine theur erlöste schaar: Bittest, daß er kraft und leben Wolle reinen freunden geben, und die alle zu dir ziehn. Die noch deine freundschaft fliehn. 9. Großer mittler! sei gepries sen, Daß du in dem heiligthum So viel treu an uns bewiesen: Dir sei ehre, dank und ruhm. Laß uns dein verdienst vertreten, Wenn wir zu dem vater beten. Sprich für uns in letzter noth, Wenn den mund verschließt der tod. 6. Zwar in deines fleisches tagen, Da die sünden aller welt Dir auf deinen schultern lagen, Hast du dich vor Gott gestellt, Bald mit seufzen, bald mit weinen Für die fünder zu erscheinen! mit wie viel niedrigkeit Batest du zur selben zeit! Von dem prophetischen Amte Jesu. 4. Deines volfes werthe namen Trägest du auf deiner brust: Und an den gerechten saamen Denkest Mel. Es ist das heil uns kommen. du mit vieler luft. Du vertrittſt, 307. Propbete Sefu! du bist groß die an dich gläuben, Daß vereinigt bleiben; Bittest in des vaters haus Ihnen eine wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der armen, Die der welt noch dienen, nicht; Weil dein herz dir aus erbarmen Uleber ihrem elend bricht. Daß dein vater ihrer schone, Daß er nicht nach werken lohne, Daß er ändre ihren sinn; Ach! da zielt dein bitten hin. von thaten. Dein siz ist deines vaters schooß: Jedoch, der welt zu rathen, Hast du dich selber dieser welt Als einen lehrer dargestellt In deinem mittleramte. 2. Wie die propheten allesammt Von Christo zeugniß gaben; So zeiget dein prophetenamt, Daß wir an dir nun haben, Was uns von dir versprochen wird. Du heißt ein lehrer, meister, hirt Und bischof unsrer seelen. 3. Du warst es durch des vaters rath Sn diesen letzten tagen: Da dich dein Gott erwecket hat, Den 186 10s Von der Erlösung des menschlichen Geschlechts irrenden zu sagen, Wie man zum himmel wandeln soll. Du warest fraft und geistes voll, Gesalbt mit freudenöle.bnom zlo 4. Vornämlich warst du, hirt, gesandt Zu den verlernen schafen Des hauses, Israel genannt, Zu lehren und zu strafen; Wo sich dein herz auch treu erwies, Nach dem es bei der taufe hieß: Dies ist mein sohn, den höret! 5. Wer elend und zerbrochen ist, Gebunden und gefangen, Ein trauriger, doch gläub'ger chrift, Der in dir erlangen heilung, linderung, Eröffnung und erledigung, Ein gnädigs jahr und freude. 6. In deinem evangelio, Das gnad' und wahrheit brachte, Machtst du die matten herzen froh, Die Moses traurig machte. Doch haft du auch zugleich erklärt, Was Gott durch das gesetz begehrt: Drum lehrst du buß und glauben. 7. Da auch zu deines mortes macht Der zeichen kräfte kamen; So rühmte man, was du vollbracht, An blinden, tauben, lahmen, An menschen, die der aussatz fraß, Und die der teufel gar besaß, Ja selber an den todten. 8. Du seßtest dieses lebramt fort In dem erhöhungsstande Durch deiner boten reines wort, Die du in alle lande Nach deiner himmelfahrt gesandt: Da alle welt in dir erkannt Das licht und heil der heiden. 9. Du bist noch jezo der prophet, Der uns propheten sendet. Gott lob! der feste grund besteht, Bis zeit und welt sich endet. Der treuen lehrer reiner mund Macht uns dich großenlehrer fund, Der Gottes weg recht lehret... 10. Mein Jesu! ja du bist allein Das heil, das kommen sollte; Durch den Gott seinen gnadenschein Uns offenbaren wollte. Der& mittler und der seelen hirt, Von dem mein geist geweidet wird Mitm stäben sanft und wehe.t 11. So leite denn und führen mich Auf einer grünen weide! br Dein wort sei immer kräftiglich e Des herzens trost und freude. Und wenn die welt einmal vergeht; Ach! so erfülle, mein prophet! Was du hier prophezeiet. Mel. Vater unser im himmelr. 308, lehrer! dem kein andrer gleich, flugheit, lieb' und eifer reich, Des ewgen vaters höchster rath, Prophet, berühmt durch wort und dal that, Den Gott zu unserm heil gesandt, Und ihn gesalbt mit eigenl ner hand! 2. Du kamst aus deines va- lom ters schooß, Und machtest alle fiend gel los, Womit sein rath versiegelt war. Durch dich ward alles offenbar, Und an das helle licht gestellt, Was dunkelheit umschlossen hält. 3. Du- weiseft uns die wahre spur Zu Gott, dem schöpfer der natur. Du hast den weg uns recht gezeigt, Auf welchem man zum himmel steigt. Was du vom vater selbst gehört, Das hast du treulich uns gelehrt. 4. Du sahest in der gottheit licht Mit aufgeklärtem angesicht, Was, nach des himmels weisem rath, Man künftig zu erwarten hat. Du machtest alles klarer kund, Als jemals der propheten mund. # 300 5. Die lehre, welche du geführt, hast du mit heiligkeit geziert, Und mit viel wundern oft bestärkt, Daraus man deine allmacht merkt: Ja endlich, als es Gott geschickt, Ein blutig siegel drauf gedrückt. und zwar von den Aemtern unsers Erlösers. 187 108 6. Nachdem du hingegangen bist,| gieren lassen, Und, wie du, das Wo aller weisheit ursprung ist: unrecht hassen. So seßest du an jedem ort Dein lehramt durch die knechte fort, Die dein beruf herbei geführt, Und sie mit gaben ausgeziert. 7. Du sendest dabei deinen geist, Den du den gläubigen verheißt, Der denen seelen, die er liebt, Erkenntniß, licht und weisheit giebt, Und der, wo man ihn nicht vertreibt, Dein wort in herz und sinnen schreibt. 4. In dem reiche deiner ehren Kann man dich stets loben hören Von dem himmlischen geschlechte, Von der menge deiner knechte, Die dort, ohne furcht und grauen, Dein verklärtes antlig schauen: Die dich unermüdet preisen, Undon dir ehr und dienst erweisen. 5. Herr in allen diesen reichen! mait Dir ist niemand zu vergleichen An dem überfluß der schäße, An 8. Ach laß, o himmlischer pro- der ordnung der geseße, An vor- d phet! Mich scheuen deine maje- trefflichkeit der gaben, Welche deine ind stät. Mach mich von eignem dün- bürger haben. Du beschüßest deifel frei, Damit ich dir gehorsam sei. Du sollst mein höchster lebrer sein, Führ mich in deine schule ein. ne freunde, Du bezwingest deine d feinde. 47948 6. Herrsche auch in meinem her mid zen lleber zorn, furcht, lust und schmerzen. Laß mich deinen schuß port genießen, Laß mich dich im glau- d ben küssen, Ehren, fürchten, lod ben, lieben, und mich im gehorsam üben, Hier mit leiden, kämpfen, streiten, Dort mit herrschen, dir 3. Von dem königlichen Amte Jesu. Mel. 21. Schmücke dich, o liebe. Dönig, dem kein könig 309. gleichet! Deffen ruhm zur ſeiten. kein mund erreichet, Dem, als Gott, das reich gebühret, Der, als mensch, den scepter führet, Dem Mel. Herr Christ der einge 2c. das recht gehört zum throne, Als 310, obt Gott! ihr feine des fnechte! Verehret Jesu vaters eingem sohne, Den so reich. Bewundert seine rechte: viel vollkommenheiten Krönen, zie- Denn Jesus ist zugleich In seiren und begleiten. ner ehren krone, Herr auf der allmacht throne, Und unser gnadenthron. 2. Himmel, wasser, luft und erde, Nebst der ungezählten heerde Der geschöpfe in den feldern, In den seen, in den wäldern Sind, Herr über tod und leben! Dir zum eigenthum gegeben. Thiere, men schen, geister scheuen, Menschensohn! dein mächtig dräuen. 2. Du glanz der herrlichkeiten! Du wesentliches wort! Bestimmst den lauf der zeiten, und sehest ihn noch fort. Dein reich ist ewig, mächtig, und bleibet ewig prächtig Nach deiner gottheit kraft. 3. In des gnadenreiches grenzen Sieht man dich am schönsten glänzen, Wo viel tausend treue seelen Dich zu ihrem haupt er wählen: Die durchs scepter dei- zu sehen, Sammt allen gottheitsnes mundes, Nach dem recht des schäßen, Der menschheit mitgegnadenbundes, Sich von dir re- theilt. 7-11-1 3. Und da du, Herr! gekommen, Und unsre knechtsgestalt Auf erden angenommen: So hast du die gewalt, Uns in dein reich CAMARET ksidlo malélusin and our sed no Von der Erlösung des menschlichen Geschlechts Von dem GnadenBunde. 4. Doch hast du für die knechte Dich in der leidenszeit EntäuBert deiner rechte, Bis zu der herrlichkeit, Da du zur rechten Mel. Wer nur den lieben Gott. fißeft, Und nun dein reich be- 311.Mein Gott! wie groß schüßest völliger 5. Die bat dir Gott gegeben Im reiche deiner macht. Du hast uns in das leben Auf diese welt gebracht. Wir preisen dein regieren An menschen und an thieren, Un aller freatur. dein erbarmen, Das mir dein gnadenbund beweist; Du nimmst mich auf mit gnadenarmen, Und giebst mir deines sohnes geist, Daß ich von fünden rein und frei Dein neuer bundsgenosse sei. 2. Ich war zuvor von dir gewichen, Da ich in meinem blute lag: Doch da dein sohn die schuld durchstrichen, Erschien mir ein erwünschter tag, Der that mir, Herr! durch deinen bund Heil, segen und erlösung kund. 7. Ja, könig! du regierest Das 3. Aufs neue hast du mich gereich der herrlichkeit; Woselbst du boren, Und mich zu deinem find triumphirest; Wo nach vollbrach- erliest, Da du den heiland ausertem streit Der engel stimmen klin- foren, Der meine sündenschuld gen, Wo auserwählte singen: Lob, gebüßt. Die tauf hat mich ihm ehre, preis und macht! einverleibt, Daß deine huld mein eigen bleibt. 8. Du könig aller ehren! So mach ich in der zeit, Dein gnadenreich zu mehren, Die thore hoch und weit, Dein reich laß zu mir kommen, Daß ich mit allen from men Dein reich ererben mag. 4. 3war bein gefeß macht' auch vor zeiten Den vätern deinen bund bekannt: Es zeigte Jesum zwar von weiten, Den du zum heil der welt ernannt, Doch konnte dieser gnadenschein Noch nicht so hell und heiter sein. KI 188 6. Du hast, als du gestorben, Dir auch durch eignes blut Dein gnadenreich erworben, Da du, mein theil und gut! Uns vormals abgetrennte Durchs wort und sakramente Zum erbtheil sammlen willst. 9. Gerechtigkeit und frieden, Und freude giebt das reich. Das dir und mir beschieden. Besiz ich also gleich Von erdengütern wenig: So macht mich doch mein fönig In seinem reiche reich. 10. Da hab ich überwunden. Der sünden herrschaftsrecht Hat Jesus selbst gebunden. Mein herrscher wird ein knecht, Und ich soll herrscher werden: Vor Gott bin ich auf erden Zum könige gemacht. 11. Herr! lege mir die krone Des lebens ewig bei, Daß ich vor deinem throne Ein knecht und könig sei. Hilf du mir mich regieren; Hilf du mir triumphiren. Herr, hilf! so kommt dein reich. 5. Dein licht war auch sogar den heiden Zu ihrer leitung dargestellt; Doch diese wählten eitle freuden; Darum verwarfst du diese welt, Und schloßfest Israel allein In dein besondres bündniß ein. 6. Nun zu dem neuen bund der gnaden, Woraus uns heil und segen quillt, Hat Jesus alle eingeladen, Nachdem er das geseß erfüllt; So, daß, wer fest an Christum gläubt, Gerecht und ewig selig bleibt. 7. Dies gnadenbündniß muß bestehen, Wenn teufel, höll und und zwar von dem Gnadenbunde. sünde tobt. Wird welt und himmel gleich vergehn, Bleib ich doch meinem Gott verlobt: Denn Christi meines bürgen blut Macht alle meine schulden gut. 8. Der menschen bündnisse vergehen: Sie sind voll list und heuchelei; Doch Gottes bund bleibt ewig stehen, Weil Gott von ewig fester treu. Er bleibt mein schild und großer lohn, Dieweil mein bürge Gottes sohn. 11. Erhalte mir, Herr! mein gewissen In deinem gnadenbündniß rein; Und laß durch deinen geist mich wissen, Wie ich dir kann gefällig sein; So hab ich das erwünschte loos, Und ruhe sanft in deinem schook. 9. Eh' müßten berg und hügel weichen, Eh' müßt die ganze welt 12. Laß mich bis an mein lettes vergehn, Als daß dein bund, dein ende Getreu in deinem bunde gnadenzeichen, Nicht sollte ewig stehn, Und leite mich durch deine fest bestehn. Der friedensbund, hände, Daß meine tritte richtig den Gott vollstreckt, Macht, daßgehn; So komm ich als dein die hölle mich nicht schreckt. bundsgenoß Zu dir, mein Gott! 10. Wer kann mir nun den him- ins himmelsschloß. V. 189 mel rauben? Den Gott mir durch den bund geschenkt, Der mich verpflichtet, fest zu glauben; Der meinen geist schon dahin lenkt, Wo ich in vollem gnadenschein Soll ohn aufhören selig sein. Von dem Werke der Heiligung nach dem dritten Artikel, und zwar Von der Heilsordnung überhaupt. 312. Ani Mel. Jesu! deine heilge wunden. Da das heil, mein Jesus, fam, nfang, mittler und Und die sünden auf sich nahm, vollender Alles heils Sein verdienst, als er gestorben, und seligkeit! Ach! wir waren hat uns alles heil erworben. höllenbränder: Doch du branntest vor der zeit In entflammter liebesgluth, uns zu tir, o höchstes gut! Durch der gnadenmittel lehren, In der ordnung zu bekehren. 4. Da nun uns in sünden todten Dieses leben leben schafft; So wird dies uns angeboten Durch der gnadenmittel kraft. Treuer lehrer hand und mund Legt in uns dazu den grund Durch das wert und sakramente, Die zu mitteln Gott ernennte. 5. Diese nimmt an unsrer feiten Nur der glaube freudig an, Und zugleich die seligkeiten, Die er darin finden kann. Doch durch dieses glaubens kraft, Die Gott auch durch mittel schafft, Will die weisheit nun das leben In der gnadenordnung geben. 6. Gott beruft durch seine lehren, Uns erleuchtet Gottes schein. 2. Uns in sünden geistlich armen, Die der fall getödtet hat, Zeigt dein ewiges erbarmen Einen reichen lebensrath. So hat Gott die welt geliebt, Daß er seinen sohn uns giebt; Dieser ursprung aller gnaden Heilet unsern seelenschaden. Smoli 3. Dies erbarmen, das die triebe Vor der zeit in Gott bewegt, hat auch in der zeit, aus liebe Unsers heiles grund gelegt, COS 190 Von dem Werke der Heiligung und zwar 73 Gott gebiert, uns zu befehren:| getragen. Zeig die wege, Wie Und denn will er gnädig sein, ich zu dir kommen möge. Wenn er uns gerecht erklärt, Und 3. Erweiche meinen horten sinn, Daim freuze wohl bewährt. Gott Gieb, daß ich voller reue bin Um wird kraft zur tugend geben, und meine schwere sünden. Zerschlag, dies ist der weg zum leben. zerknirsche geist und herz, Und laß 7. Hochgelobet und gepriesen mich wahren seelenschmerz Jm inSei der Herr Gott Israel! Der nersten empfinden. Hierzu Gieb uns seinen weg gewiesen, Dessen du Glaubenstriebe, Reine liebe, gnade wie ein quell Durch die Und verlangen, Dich, mein heil! wunden Jesu floß, Und den geist recht zu umfangen. auf uns ergoß, Der uns zu dem leben leitet, Das sein lieben uns bereitet. 4. Denn du bist ja mein gnadenlicht, Dem niemals glanz und schein gebricht. Wenn ich zum vater gehen und seinen strengen richterschluß Vor seinem richtstuhl fürchten muß; Kann ich mit dir bestehen, Weil ich Durch dich, Gnadensonne! Lauter wonne Dort erlange, Und als ein gerechter prange. 5. So fleide meine seele ganz In deinen reinen schmuck und glanz, Und reinge mein gewissen. Mich hat zwar deines blutes fraft, Die alles rein und heilig schafft, Dem sündenwust entrissen: Jedoch Laß noch Glaubensproben Dich zu loben Stets aufsteigen, Mich mein licht den leuten zeigen. 6. Dring in mein herz, mein licht, mein heil! Ich find an dir mein bestes theil, Drum will ich auf dich hoffen. Du hast dich fest mit mir vereint; Gieb, daß mein herz es redlich meint, Da nun der bund getroffen. Herr! ich Faß dich, Bleib du meine, Ich bin deine, Und uns beide Scheide weder leid noch freude. 8. Diese liebe will ich preisen, Bis ich sie dort rühmen kann. Was mir Gottes mittel weisen, Nehm ich alles gläubig an. Die sen folg' ich ordentlich: Gottes ordnung führet mich Auf dem wege zu dem frieden, Den er ewig mir beschieden. 9. Lob sei dir, du Gott der gnaden! Der du mich berufen hast. Jesu! den die schuld beladen! Nimm von mir der sünden last. Geist der gnaden! führe mich, Ich verirr mich ohne dich. Fang es an, mein Gott! und stärke, Ja, vollende deine werke. Mel. Wie schön leucht't uns der. 313. Brid rich, heller morgena du stern! herein, Und laß uns deinen freudenschein In hellen strahlen sehen. Erleuchte of mich, du gnadenlicht! Und laß tam die arme seele nicht In satans stricken gehen. Ruf mich, Daß ich aid In dem herzen Rechte schmerzen ni Um die sünde, Die sich an mir rall zeigt, empfinde. Vadi dall 2. Ach! gieße deinen hellen aus schein In mein verfinstert herz bi hinein, Und gieb mir reine triebe. elu Vertreib die schwarze sündennacht; sund Die mir so angst und bange macht; Zeig mir, wie du aus liebe, Was mich Ewig Sollte plagen, Schon 7. Befestige mein wankend herz, Damit es sich durch keinen schmerz Von dir abwenden lasse. In dir, mein heiland! gründe mich; Gieb, daß mein fester glaube dich Als seinen schuß umfasse. Halt mich, Daß ich Ja nicht weiche; Komm und reiche mir die hän astig de, Daß kein fall mich von dir wende. 8. Den glaubensschmud trag ich an was man von dir Zum schmuck der tugend zählet. Du hast mich, Herr! zu deinem ruhm, Zum kösnige, zum priesterthum, Ja gar in zur braut erwählet. Schmück mich, Daß ich Diese ehre Halt und di mehre, Nie verliere, Bis ich sie dort ewig führe. alla 9. Verklär dich täglich mehr in imir, Ein reich erkenntniß gieb von por dir; Laß mich gewisser werden, von der Heilsordnung überhaupt. Melodie 23. Daß ich in deiner gnade steh, Und auf den himmelswegen geh, So lang' ich wall' auf erden. Gänzlich Will ich mich verschreiben, iDein zu bleiben, Daß ich droben Dich könn' ewig sehn und loben. * 10. Erfreue mich, mein seelenschaß! Du hast in meinem herzen play, Erfüll' es mit vergnügen, Gieb ihm des himmels lebenssaft, Laß mich durch deiner liebe kraft Hier alles leid besiegen. Eil, mich Brünstig Voll verlangen Zu umfangen, Mich zu küssen, Alle noth mir zu versüßen. 808 191 314. ganz ein heiland! bilde Vermehr nun auch nach deinem bilde, Und schaffe selbst in mir Die neue freatur. Laß mich auch gütig sein, Auch heilig, weis' und milde; Durch gnade zeig' an mir Sich deines sinnes spur. 2. Mein licht! erleuchte mich, Laß deiner gnade strahlen Mir dringen in mein herz: Vertreib die finsterniß. Ich fall' und irre sonst Zu allzuvielen malen; Ja werd ich nicht erleucht, Verderb ich ganz gemiß. 3. Mein weg zum vaterland! Ach öffne mir die pforte, Die mich, Herr! in dein reich Sm glauben überbringt. Du weißt ja, daß dein knecht An einem prüfungsorte Schon lange zeit gewohnt, Und nach vollendung ringt. 4. O wahrheit! heilge mich In aller deiner wahrheit, und bringe meinen sinn Zur rechten lauterfeit: Vertreib den lügengeist Durch deines wortes klarheit, und mache mich recht fest In allem kampf und streit. 11. Erhalte mich in deinem licht, und laß mich, weil ich lebe, nicht Von deiner gnade trennen. Vollführ in mir dein gnadenwerk, Gieb geifteskraft und glaubensstärk. Laß mich dich ewig kennen, Und mich Stetig In dir leben, An dir kleben, Bis ich sterbe, 5. Mein leben! leb in mir, Und laß mich in dir leben. Ich bin ja ohne dich Zum guten gänzlich todt. Du kannst, o lebensbrot! Mir einzig nahrung geben Für meinen matten geist In aller seiner noth. 191 6. Mein lamm, das still und fromm, Rein, heilig und unschulUnd mit dir das reich ererbe. dig; Ach wirke doch in mir Den sanften lammessinn; So werd ich auch, wie du, Jm leiden recht geduldig, Und lasse mich zum kreuz Gar willig führen hin. 12. Umgieb mich endlich überall Mit gnadenproben ohne zahl: Dein auge mich behüte, Daß ich in deiner gnade steh, Und stets darinnen weiter geh. Gieb mir, o wundergüte! Täglich, Reichlich Neue guade, Daß kein schade Mich abtreibe, Und ich fest in dir verbleibe. 7. Mein meister! lehre mich Den vater recht erkennen, Weil ohne dich, d licht! Ich Gott, das licht, nicht seh. Ach unterweise mich Ihn abba recht zu nennen, 192 Von dem Werke der Heiligung Daß mein gebet allzeit Nach kin- erden: So geh ich freudenvoll Zu desart gescheh. deinen freuden ein. 8. Mein hoherpriester! hör Nicht auf für mich zu beten, Ach! rufe Von dem Gnadenberufe doch mit mir Den vater täglich Gottes. an. Laß deinen heilgen geist Mit seufzen mich vertreten, Wenn ich Mel. Wer nur den lieben Gott. im harten kampf Selbst nicht mehr 315. Es hat zwar Gottes beten Die keinen fleiß an uns gespart, Die unaussprechlich starken triebe In manchem werke offenbart: Doch es gebührt auf viele weis Dem gnadenruf besondrer preis. 2. Man denke doch, was sind wir armen? Wir alle sind ver10. Mein hirte! weide mich Auf lorne schaf': Gott ging uns nach einer grünen auen, Und führe mit viel erbarmen, Da uns des mich im durst Ans frische wasserfalles jammer traf. Da wir aus hin. Halt mich vom irrweg ab: bosheit uns verirrt, So rufet uns Wollt' ich aufs eitle schauen, So der treue hírt. bringe bald zurecht Den ausgeschweiften sinn. 3. Er rufet uns durch seine fnechte: Er warnt uns treulich 11. Mein arzt! ich bin ver- vor gefahr. Durch sein wort lehrt wundt, Sind ausgezehrt die kräf- er seine rechte. Er ruft uns schon te; So heile wieder mich Dein so manches jahr; Er hört nicht theurvergoßnes blut: Dein geist erneure mich, Und schenke lebensfäfte. Erquicke mir mein herz. Und stärke sinn und muth. auf, ruft fort und fort, Wir hören stets sein heilig wort. 4. Er rufet uns zu seinen hütten, Er rufet uns zu seinem mahl, 12. Mein freund! vertraue dich Zur wahrheit und zu guten sitNoch näher meinem herzen, Und ten, In seines sohnes hochzeitlaß mich deiner treu Noch mehr saal. O gnad und huld! o wunversichert sein: Auf daß zu aller derthat! Gott rufet uns noch früh zeit Ich meiner seelen schmerzen und spat. Getrost versenken darf Ganz in dein herz hinein. 9. Mein könig! schüße mich, Wenn satan, welt und sünde, Die sich noch in mir regt, Auf meine seele stürmt. Hilf, daß in deinem schooß Ich allzeit ruhe finde; Weil der nur sicher ist, Den deine macht beschirmt... 5. Wir konnten nichts,' als uns verlieren, Wir waren ein verdammter hauf: So aber macht uns Gott die thüren Zu seiner gnade selber auf; Doch viele bleiben taub und blind, Weil sie verstockt und boshaft sind. 13. Mein bräut'gam! liebe mich, Und seße mir das siegel Der unverfälschten treu, Den geist, auf meine brust. Dein gruß erquicke mich, Dein leben sei mein spiegel, Darin ich mich beschau Mit wahrer seelenluft. 6. Ach Herr! laß uns dein wort nicht rauben, Laß es erschallen 14. Mein ein und alles! laß fort und fort. Ruf ferner uns Mit dir mich eins hie werden: zur buß und glauben; Bis wir an So wird mir alles nichts, Du jenem freudenort Im himmel mit aber alles sein. Und nimmt denn der engelschaar Dich preisen werdeine huld Mich endlich von der den immerdar. 193 und zwar von dem Gnadenberuf Gottes. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 7. Zeuch du mich, dein mahl zu 316. Gott! bein scepter, schmecken, Aus der schwarzen ſünstuhl und krone Herrschet über alle welt. Du hast deinem liebsten sohne Längst ein hochzeitmahl bestellt. Dir sei dank ohn end und zabl, Daß zu diesem liebesmahl Du mich auch, aus lauter gnaden, Von der straße lassen laden. cengruft. Laß mich deine stimme wecken, Welche mir so sehnlich ruft: Komm, o mensch! und eile schnell! Komm zu dieser lebensquell! Komm, und iß dies brot cer seelen, Dich mit Jesu zu vermählen. 8. Deffne, vater! herz und 2. Herr! wer bist du? groß und obren, Daß dein wort zum herzen mächtig; Ich nur erde, staub unteringt, Und mich zu den freufoth. Du bist ewig. reich und denthoren Jener prächtig, Ich voll cürftigkeit une noth: Du voll licht und herrlich keit, Jch voll nacht und dunkelheit: Du bist heilig, ich verrorben: Du das leben, ich erstorben. auserwählten bringt. Laß mich, den tu theur erkauft, Der auf Christi tod getauft, Bei den träbern nicht verweilen, Zu dem gnadenmahle eilen. 3. Dennoch, o der großen gna 9. Gich, daß mich dies weltgetümmel, Das als rauch und den! Werd ich zu dem hochzeit- schatten flieht, Nicht von jenem mahl Als dein gast von dir gela- mahl im himmel, Von der lamden: Ich soll in des himmels saal meshochzeit, zicht. Zieh mir an Dort bei dir, o Gotteslamm! O das hochzeitskleid, Christi heilsmein Herr und bräutigam! Mit gerechtigkeit, Daß ich mit dem der engel chor und reihen Ewig Herrn der ehren Hochzeit feire ohn mich, ach! ewig freuen. aufhören. 4. Wen nur türstet, kann sich laben: Weil hier lebenswasser Mel. Nun danket alle Gott 2c. quillt. Hier ist himmelsbrot zu 317. füßes gnadenwort haben, Das der hunger stillt. Süßes mahl, freudenort! fließen! Das sich durch jeden ort Hier läßt Gottes herz und wort Der erden soll ergießen: Geht Für die sünd und seelenplagen bin in alle welt, Und predigt, Uns das wahre heil auftragen. Gott zum ruhm, Weils ihm also gefällt, Das evangelium. 5. O du großer Herr und könig! Du rufft selber: fommt herbei! Jch, ich bin ja viel zu wenig Aller deiner lieb' und treu! Meine schwachheit danket dir Niemals würdig gnug dafür; Rühr und lehr mich selbst, die proben Sol. cher gnade recht zu loben. 2. Dies ist die friedensstimm Und botschaft vieler freuden, Die tilgt des fluches grimm, Ergeht an jud und heiden In solcher gnadenzeit, Die bis zum herzen schallt: Ach wär es doch bereit Dem, ruf zu folgen bald. 3. Gott ist noch jeßt getreu, Er ruft und macht hienieden Das berz von sünden frei, Und schenkt ihm seinen frieden; Allein, der mensch verstoßt Den rath der seligkeit, Und sündiget getroft Auf gnad und sicherheit. 13 6. Rüste mich mit deinen gaben: Rühre die durch deine macht, Die so lieb das eitle haben, Daß ihr herz dein mahl veracht't. Laß die lebensquelle mir Reichlich fließen für und für. Daß mein geist in dir sich labe, Und die volle gnüge habe. 194 Von dem Werke der Heiligung 4. Mein herz! ach denke nach,| deine hand den armen Nicht selErwäg' die große gnade, Steb ber, aus erbarmen Und gnade, auf, dieweil es tag, Daß dir die noch ergreift. nacht nicht schade, Die etwa bald einbricht. Es ist der bösen welt Ein schreckliches gericht Auf ihren trop bestellt. 5. Gott läßt die gnadenstimm weicht von mir, Ich will euch Von neuem heut erschallen: Dar- nicht erkennen! Wer wollt es unum, mein herz, vernimm, Was recht nennen? Wer bist du? wer Gottes wohlgefallen; Das evan- sind wir? gelium Gebicret dich ganz neu; Drum komme wiederum Zu Gott in wahrer reu. 3. Doch nein, du heißt uns kommen, Und suchst uns selber auf: Du denkst nicht nur der frommen: Dein herz sinnt auch darauf, Das recht vor liebe brennt, Daß doch das schaf zur heerde Zurück geführet werde, Davon es sich getrennt. 4. Nimmt nun der freche sünder Den gnadenruf nicht an: So gehst du viel gelinder, Als man gedenken kann. Du spst ihm lanEr kann noch gnade ges ziel, hoffen, Der zugang steht ihm of fen, Wenn er nur kommen will. 5. Ach hirte meiner seelen! Ach wahrer herzensfreund! Was soll ich es verhehlen? Du hast es wohl gemeint. Ich war verirrt, verflucht; Du hast mich in der wüste Der ungezähmien lüste In gnaden aufgesucht. 6. Dein wort schallt noch im herzen, Das mich zur buße rief, Als ich, zu deinen schmerzen, Den weg zur höllen lief. Wie gnädig zogst du mich Von diesem breiten wege Zum schmalen himmelsstege! Mein hirt! ich preise dich. 7. Ach, daß ich einem triebe Nur immer folgsam wär, Und deine hirtenliebe, Von gegenliebe leer,( Wie ich bisher gethan) nicht fruchtlos bleiben ließe, Da ich ja mehr genieße, Als ich ver danken kann. 6. Wer gläubet, wer getauft, Und fest im glauben bleibet, Dem hilfts, daß er erkauft. Doch, wer nur blendwerk treibet Mit seinem christenthum, Der kann nicht selig sein: Er wird verdammt, kommt um In ewger höllenpein. 7. Ach! möcht die böse welt Doch dieses einmal fassen, Und das, was Gott mißfällt, Von ganzem herzen hassen, Als: wollust, augenlust, Und diesen falschen wahn, Daß man bei sündenwust Doch selig werden kann. 8. Hinweg verdammter schein, Der du das herz verführest, Und nichts als weh und pein, Und höllenfurcht gebierest! Bei dem, der sünde thut, Kann glaube nicht bestehn: Wo Gott im herzen ruht, Muß sünd und nacht vergehn. 9. O Jesu! leite mich In meinem ganzen leben: Laß meine seele sich zu dir allein erheben: Daß sie im geiste schon Zu dir gen himmel fährt; Bis sie vor deinem thron Dich ewig preist und ehrt. Mel. Von Gott will ich nicht zc. ein hirte! wie so 318. Mein treulich Gehst du dem sünder nach, Dem sünder, der oft eilig, Bald aber allgemach In sein verderben läuft; Wenn 2. Wie tröstlich ist die stimme, Die alle sünder lockt! Ach sprächest du im grimme: Weicht, die ihr euch verstockt! Weicht sünder, 8. Nun Jesu! ich beklage Den groben unverstand, Und, daß ich * d) dru grupit 50 und zwar von der Erleuchtung. paling and wo 195 angewandt.[ dir, Mein heiland! komm zu nicht! Es bülfe mir! Mein matter fuß kann Verwandle nirgend fort; Ach trage mich an ein zorn- stell und ort. meine tage So übel Verstoß den fünder reuet mich der schade, deine gnade Nicht in gericht. 9. Du kamest ja, Was ganz verloren ließest dich verfluchen, 6. Flöß' du mir matten kräfte zu suchen ein, So werd ich künftig stärker da war, Dulsein; So folg' ich dir, mein Herr Und mach- und Gott! Durch fluth und gluth, test offenbar, Was uns dein durch noth und tod. name weis't: Daß du an jedem orte, Ach theuerwerthe worte! Der sünder heiland seist. Von der Erleuchtung. 10. Das laß mich feste gläuben; Doch gieb mir selber fraft, Wie Mel. Liebster Jesu! wir sind hierich, auch tren zu bleiben, Den 320, Gott mein licht! erleuchte mich, Daß rechten lebenssaft Getrost und ich mich und dich erkenne, Daß glaubensvoll Aus deinem ich durch den geist auch dich, Jesu! flusse Zum wirklichen genusse Noch meinen Herren nenne. Höchster! ferner nehmen soll. laß mich doch auf erden Weise zu dem himmel werden. über2. Lauter wahrheit ist dein wort, Lehre mich es recht verstehen; Hilf selbst meinem forschen fort, Nichtig daraus einzusehen, Was zu meinem heil mich führet, Und mir, deinem knecht, gebühret. 11. Doch sollt ich mich aufs neue Bald hie, bald dort vergehn, So laß mir deine treue, Mein hirte! nicht entstehn. Ach weck und suche mich! Schließ mich in deine hände; So bleib ich ohne ende, Mein hirte! stets um dich. Mel. Wenn wir in höchsten nöth. 319. ier bin ich, Herr! du 3. Aber laß mich nicht allein Richtig seinen sinn verstehen; Laß mein herz auch folgsam sein, Den rufest mir: Du ziehest erkannten weg zu gehen. Denn, mich, ich folge dir. Du sorderst sonst würd ich, bei dem wissen, von mir herz und sinn, Mein Doppelt streiche leiden müssen. schöpfer! nimm, ach! nimm es hin. 4. Gieb, daß ich den unterricht Deines wortes treu bewahre; Daß ich, was es mir verspricht, Reichlich an mir selbst erfahre. Ja, es sei in meinem leiten mir ein quell von trost und freuden. 2. Ich hab oft deinen wint verschmäht, Es ist mir leid, ich komme spät. Doch ist mir lieb, daß deine güt Noch auf mich ar men sünder sieht. 5. Hilf, daß sich von zeit zu zeit Meine fenntnisse vermehren! Find ich manche dunkelheit Bei geheimnisvollen lehren: Laß mich zweifelsucht entfernen, und in demuth glauben lernen. 3. Ich wag' es aber länger nicht zu unterlassen meine pflicht. Ich komme, Herr! voll reu und buß! Ach aber, ach! wie wanft mein fuß! 4. Es geht mir, wie es Petro ging; Dort kommt ein sturm, ach Herr! ich sink. Ach reiche mir die starke hand, So wird mein sinken abgewandt. 5. Du rufest mir: nun ruf ich 6. Laß mich, Herr! in deinem licht Immer rührender erkennen Jener herrlichkeit gewicht. Und wie glücklich der zu nennen, Det 13* stoly mu mohall and mag po dhu Von dem Werke der Heiligung 196 37 darnach mit eifer trachtet, Und sei denn neu geboren: Sonst is er bei dem besten schein Mit feel und leib verloren. Was fleisch liche geburt verderbt, In der man sünd und schwachheit erbt, Dai muß Gott selbst verbessern. 2. Soll man mit diesem höch sten gut In der gemeinschaft leben; Muß er ein ander herz und muth Denn Mel. Werde munter mein gemüth. Und neue kräfte geben. öchster Gott! in dei- ohn sein göttlich ebenbild Darf in die lust der welt verachtet. 37. O! verleihe mir die kraft, nd Deinem wort gemäß zu handeln, Und vor dir gewissenhaft, Als dein treues kind zu wandeln; So wird einst in jenem leben Mich ein hellres licht umgeben. 321. Hö erst das rechte licht; Wenn ich Dies muß er in uns schaffen. mich nach solchem richte, Fehlen meine tritte nicht. Nun, mein licht! erleuchte mich, Jch bin finster ohne dich. Laß dein licht zu deinen ehren, Sich in mir beständig mehren. 3. Ach vater der barmherzig keit! Was Jesus uns erworben, Da er zu unsrer seligkeit Um Freuz für uns gestorben, Und wieder auferstanden ist: So, daß cu nun versöhnet bist, Das la auch uns genießen. 2. Gieb mir weisheit, zu verstehen, Was mir gut und nüßlich ist. Gieb verstand, dem nachzugehen, Was ich, als ein rechter christ, Durch den wandel zeigen soll, Daß ich, deines lichtes voll, Allezeit das beste wähle, Und des himmels nicht verfehle. 4. Dein guter geist gebär uni neu, Er ändre die gemüther, Diach uns vom sündendienste frei, die himmelsgüter. Schenk uns 3war in der tauf ist es geschehnis Doch haben wir durch manch ver gehn Nachher den bund gebrochen. 5. Drum wollst du durch dein fräftig wort Uns abermals a neuren: Wir wollen dir, o treuer hort! Mit herz und mund be theuren, Von nun an nicht in sicherheit, Vielmehr mit fleiß, be ständigkeit Und treu vor dir zu wandeln. 3. Lehre mich, dich recht erkennen, Und den weltdunst einzusehn: So kann ich dich vater nennen, und die eitelkeit verschmähn; So entsag ich dieser welt, Die der seele neße stellt; So kann ich mein heil der seelen, Jesum, finden und erwählen. 4. Nun, mein licht! ich seh viel mängel, Und viel finsterniß bei mir; Sende deines bundes engel, Dieser leite mich zu dir: Dein geist stärke mein bemühn, Mich dem schatten zu entziehn, Hier das licht schon zu erblicken, Das mich ewig soll erquicken. Von der Wiedergeburt. Mel. Ach Gott vom himmel! sieh. 322. 6. Rimm uns, o vater! wieder an: Ob wir, als schnöde sünder Gleich nicht, was du befiehlsit, gethan: So werden wir doch fin der, Wenn uns dein geiß von neuem zeugt, Und unser herz zum guten neigt Im glauben und in liebe. 7. Wir wollen denn, was du uns giebst, Hinführo fester fassen: Wir wollen dich, weil du uns liebst. Nicht aus dem herzen Daß deine göttliche m uns, der neuen freatur, und bleive. lassen, n Gottes reich geht tur In 197 5. Laß durch ihn mich kraft erlangen; Flöß mir fraft und leben ein, Jbn im glauben zu umfangen: Laß den glauben thätig sein, Laß mich torte werfe meiden, Laß mich lieben meinen Gott, Laß mich halten sein gebot, Heilig leben, mutbig lei Mache mich, als Gottes Meinem vater gleichgeden. Mel. Sollt ich meinem Gott 2c. err! du haft im find, 323.ferbabe mir viel finnt. gnare mitgetheilt: Meiner seelen 6. Geist! du wollest zeugniß tiefer schade Ward durch Christi geben, Daß mich Gott als vaGieb mir fraft, dich blut geheilt, Und dein geist, der ter liebt. auf der tiefe, Als er alles schuf, zu erbeben, Wenn dein blick Gieb mir geschwebt. Hat mein todtes berz mir freude gicbt. belebt: Aber wenn ich mich recht fraft, getroft zu sterben, Weil prüfe, Ach! so ist des todes macht ich nach verfloßner zeit, In der Wieder bei mir aufgewacht. frohen ewigkeit, Soll ein ewig leben erben, Da werd' ich den vater sehn: Guter geist, laß es geschehn! 2. Ach! durch die verfluchte sünde Riß ich mich von deiner hand: Nun ist, weh mir armen finde! Dein zorn gegen mich entDich zu fürchten, dich lieben, zu vollbringen meine 324. Meinut vich in uns Mel. Mein herz und feel den sc. heiland, mußt zu pflicht Find ich keine kräfte nicht: Aber böses auszuüben, Dazu reißt den matten sinn Ein sehr starker trieb dahin. verklären, Und uns durch geist und wasser neu gebären: Wir müssen ja aus Gott geboren sein, Sonst gehen wir in Gottes reich nicht ein. 3. Weil ich nun in diesem stande Nicht geschickt, dein reich zu sehn; So zerreiß die todesbande, Laß mich in die freiheit gehn. Zeuge, vater! mich aufs neue Durch dein wort, durch deinen geist, Der des lebens ursprung heißt, Daß sich meine seele freue, Wenn sie, munter und geheilt, Aus dem tod ins leben eilt. 2. Denn was allhier als fleisch vom fleisch geboren, Ist sündlich fleisch, und geht dereinst verloren. Was aber geist vom geist geboren heißt, Vergehet nicht, es ist und bleibet geist. und zwar von der Wiedergeburt. 8. Nun, Herr! laß deine vaterhule Uns jederzeit bedecken, Da mit uns weder fündenschuld, Noch zorn und strafen schrecken. Mach uns der findschaft ganz gewiß, Und schenk uns einst im paradies Das erbe deiner finder. 3. Zerbrich in uns, o Gott! das sündenwesen, Auf daß wir bald durch deine hand genesen. Vollführ in uns dein werk, du höchstes licht! Du mußt es thun, wir selber könnens nicht. 4. Nimm mich arme hand voll erden, Lebensgeift! in deine fur, Und laß mich theilhaftig werden Deiner göttlichen natur. Wirke unter reu und schmerzen Eine 4. Ertödt in uns des fleisches neue glaubenskraft, Die allein dein böse triebe, Entzünd in uns das odem schafft, In dem ganz erstorb- feuer deiner liebe. Erwecke uns nen herzen. Neige meinen geist durch deinen gnadenschein, So und sinn Zu dem lebensheiland dringen wir vom tod zum leben hin. ein. 198 Von dem Werke der Heiligung 5. Vom himmel laß die lebens- Von der Rechtfertigung. wasser fließen, Den strom des geistes sich in uns ergießen; Durch diesen wird der alte mensch Mel. Alle menschen müssen sterb. 326. Schöpfer chöpfer aller menschenkinder, versenkt, Durch diesen wird der neue mensch getränkt. Großer richter aller welt! Sieh 6. So wird der alte mensch hie wird ein armer sünder Vor zur gruft gebeuget, Und durch dein streng gericht gestellt, Der das wort ein neuer mensch ge- in sünden ist geboren, Der dein zeuget, An welchem sich das bild ebenbild verloren, Der mit lades höchsten weis't: Und dies ge- stern sich befleckt, Der in tiefen schicht, o Gott! durch deinen geist. schulden steckt. Mel. Wer nur den lieben Gott. 325. großer Gott, du reines wesen! Der du nur reine herzen dir Zur steten 2. Mein gewissen, das mich quälet, Meine ungerechtigkeit, Dein geſeß, das nichts verhehler, Ja der satan steht bereit, Meine seele zu verklagen, Ich weiß nichts wohnung auserlesen! Ach schaff darauf zu sagen: Denn man ein reines herz in mir, Ein herz, das von der argen weit Sich rein und unbefleckt behält. 2. Vor allem mache mein gemüthe Durch ungefärbte buße rein, Und laß es, Herr! durch deine gute In Christi blut gewaschen sein. Denn mache mich zur reinigkeit Des lebens fertig und bereit. 3. Regiere mich mit deinem geiste, Der mein getreuer bei stand sei, Und mir erwünschte hülfe leiste: Gott! stehe mir aus gnaden bei, Und gieb mir einen folchen geist, Der neu, gewiß und heilig beißt. 4. Doch weil ich meine schwachheit merke, Mein vater! so verwirf mich nicht, Und stoß mich wegen meiner werke Ja nicht von beinem angesicht. Laß hier mich in der gnade stehn, Und dort in deinen himmel gehn. 5. Nimm deinen geist, den geist der liebe, Doch nun und nimmermehr von mir. Ach! leite mich burch seine triebe Und seinen beistand für und für; Ja führe du mich durch die zeit hin zu der reinen ewigkeit. flagt vor dem mich an, Der ge sehn, was ich gethan. 3. Wehe mir, ich muß verderben! Ich seh nichts als höllenpein. Frecher fünder! du mußt sterben! Wird mein strenges urtheil sein. Es erzittert meine seeke Vor des offnen abgrunds höhle, Es erstarret geist und blut Vor des ewgen feuers gluth. 4. Doch Gott lob! die furcht verschwindet, Weil ein bürg' ins mittel tritt; Weil sich ein fürsprecher findet, Der für den beflagten bitt't. beglückte theure stunden! Gottes sohn hat seine wunden, Und sein blutig lösegeld Meinem richter dargestellt. 5. Richter! siehe meinen bütgen, Siehe die bezahlung an: Dieser ließ für mich sich würgen, Dieser hat genug gethan. Der hat dein geseß erfüllet, Der hat deinen zorn gestillet. Herr ich gläube, steh mir bei, Sprich von straf und schuld mich frei. 6. Ach! was hör ich? gnade! gnade! Gnade schallet in mein ohr, Ach! mich sündenwurm, mich made, Hebt ein sanfter zug empor. Gott spricht: sünder, du und zwar von der Rechtfertigung. 199 follst leben! Deine schuld ist dir geben, Als ob wir möchten selvergeben, Sei getrost, mein lie ber sohn, Komm zu meinem gnadenthron. ber frei Darnach vollkommen leben. Da nach dem fall vielmehr es ward Ein spiegel, der uns offenbart Die sünd im fleisch verborgen. 7. Seht, wie sich der abgrund schließet! Seht, wie sich der him mel freut, Da das blut des lammes fließet, Da mich die gerechtigkeit Des vollkommnen mittlers decket. Wer ist, der mich ferner schrecket? Wer ist, der sich an mich wagt, Und ein Gotteskind verklagt? 4. Nicht möglich wars, die böse art Aus eigner kraft zu lasſen. Wiewohl es oft versuchet ward, Doch mehrt sich fünd ohn maaßen. Sie nahm gar ursach am gebot, Das bräute mir den ewgen tod, Weil ich der fünde diente. 8. Richter, der mich losgesprochen, Vater, der mich zärtlich liebt! Mittler, der, was ich verbrochen Und geraubt, Gott wieder giebt! Geist, der mir den glauben schenket: Mich in Jesu wunden senket! Gott der gnaden! dir sei ruhm, Und mein herz dein eigenthum. 9. Laß mich nun die sünde haffen, Die das herz mit angst beschwert. Laß mich alles unterlassen, Was den theuren frieden stört. Rein'ge täglich mein gewissen, Laß mich eifrig sein beslissen, Mit verleugnung dieser welt Das zu thun, was dir gefällt. 5. Doch mußte es erfüllet sein, Sonst wär'n wir all verdorben: Drum stellet Gottes sohn sich ein, Der selber mensch ist worden. Das ganz geseß hat er erfüllt, Dadurch des vaters zorn gestillt, Der über uns ging alle. 6. Und da es nun erfüllet ist Durch den, den Gott erlesen; So lerne jeßt ein frommer christ Des glaubens rechtes wesen; Nur dies: du lieber Herr! bist mein, Dein tod wird mir das leben sein. Du hast für mich bezablet. 7. Daran ich keinen zweifel trag, Dein wort kann ja nicht trügen: Nun sagst du:( daß kein mensch verzag; Das wirst du 327. G Es uns kommen her Von Gott aus lauter gnaden. Die werk' vermögen nimmermehr Zu heilen unsern schaden. Der glaub sieht Jefum Christum an, Der für uns alle gnug gethan, Und unser mittler worden. mich, und wird getauft, Dem ist der himmel schon erkauft, Daß er nicht werd verloren. 8. Der ist gerecht vor Gott allein, Der diesen glauben faffet, Der glaube zeiget glanz und schein, So er die werk nicht läffet. 2. Da nun, was das geseß Mit Gott der glaub ist wohl gebot, Nicht weiter konnt' erfül- daran, Dem nächsten muß die len; Erhub sich zorn und große lieb' guts thun, Wenn du aus noth, Die niemand konnte stil- Gott geboren. len. Vom fleisch entstehet nie der geist, Drauf das geseß dringt allermeist: Es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher wahn dabei: Gott hätt' es drum ge9. Die fünd wird durchs geseg erkannt, Schlägt das gewissen nieder. Die frohe botschaft reicht die hand, Und stärkt den fünder wieder: Sie spricht: nur Freuch zum kreuz herzu, In dem gesetz 200 Von dem Werke ter Heiligung du werken. ist keine ruh Mit allen seinen 16. Die hoffnung wart't der rechten zeit, Was Gottes wort 10. Die werke kommen allzeit zusage: Wenn das geschchen soll her Aus einem rechten glauben: zur freud, Sagt Gott kein' geDenn das nicht rechter glaube wisse tage. Er weiß wohl, wenns wär, Dem man sie wollte rauben: am besten ist, und braucht an Doch macht allein der glaub ge- uns kein arge list: Deß soll'n wir recht, Durch werke läßt ein Got- ihm vertrauen. tesknecht Den glauben andern merken. 17. Obs sichs anließ, als wollt er nicht, Laß dich dadurch nicht 11. Der glaub ergreifet Jesum schrecken: Denn wo er ist am Christ, Sein freuz, verdienst und besten mit, Will ers oft nicht ent sterben, Dadurch die sünd getecken. Sein wort laß dir gebüket ist: Wir können nichts er wiffer sein: Und ob dein herz werben. Die eigene gerechtigkeit spräch lauter nein, So laß dir Thut nichts dabei, ist wie ein toch nicht grauen. fleid, So durch und durch beflecket. * 18. Cei lob und chr mit hohem preis, Um dieser gutthat willen, s 12. Doch, wenn man durch den Gott vater, sohn und beilgemd glauben nun Gerechtigkeit empfan- geist! Ter woll in uns erfüllen, gen; Muß man auch rechte werke Was er selbst angefangen hat, thun, Dem guten stets anhangen. Zur ehre seiner großen gnat, Denn wer gottloses wesen treibt, Derselb' im glauben gar nicht bleibt, Ihn mit der that verleugnet. Daß heilig werd sein name. 19. Sein reich zukomm, sein will auf erd G'scheh, wie im himmelsthrone: Das täglich brot uns heute werd: Herr! unsre schuld verschone, Als wir auch unsern schuldnern thun. Laß auf uns nicht versuchung ruhn, Befrei vom übel! amen. * 13. Wer gnad bei Gott erlanget hat, Muß ihn vor angen haben: Daß er bei ihm such hülf und rath, Dank ihm für alle gaben. In seiner furcht freiwillig leb', Des fleisches lüften widerstreb: Das ist der weg zum leben. Mel. Aus tiefer noth schrei ich 2. 14. Wer aber sicher gehet hin, 328. Herr mein Gott! Thut, was ihm nur beliebet, Lebt fort nach seines herzens sinn, Der fleischeslust raum gicbet, Rust Gott nicht an, daß er ihn führ, Und stets mit seinem geist regier: Der läuft den weg ter höllen. ich hab zwar dich Durch mich erzürnen können: Wie ich versöhne dich durch mich, Kann ich gar nicht aussinnen. Doch tröst't mich, daß dein liebstes find, An dem man nichts sündhaftes findt, Ist mein erlöser worden. 15. Davor sich hütet, wer recht gläubt, Bewahrt, was ihm gegeben, Verschmäht die welt, das fleisch betäubt, Sehnt sich nach jenem leben, Den glauben stets im werk erweist, Dem nächsten dient, Gott ehrt und preist, Es geh ihm, wie es wolle. 2. Vom himmel ist er williglich Auf erden zu mir kommen, und hat mein fleisch und blut an sich Aus großer lieb genommen; Daß er mich schwachen heilen möckt, Dir wiederum zum opfer brächt, Was dich zum zorn gereizet. und zwar von der Rechtfertigung rad no 3. Dich hat ein mensch zum zorn| größer aber Gottes gnad bewegt; Dich mußt ein mensch Christus mir erworbenledano versöhnen, Durchs freuz, das er 10. Ja wenn man Christi gitad fort so willig trägt, Dein'n grimm und buld Und aller menschen fündart und zorn ablehnen. Zu deiner den Auf gleiche wage legen sollt;. rechten zeigt er dir Jest immer- So würde sich befinden Ein forening dar, wie er sich mir Mit freund- cher großer unterscheid, Als zwi- 310 schaft bat verbunden. bisschen nacht- und tageszeit, Alsandal 4. Sieb, dies ist meine zu- zwischen böll und himmel. versicht, Dies ist mein ganz ver-* 11. Darum, o du liebreicher trauen; Willst du, gerechter Gott! Gott! Deß gnad nicht auszumich nicht Der fünden halb'r gründen, Durch deines sobnes anschauen: So sieh mich toch blut und tod Vergieb mir meine in gnaden an, Weil gnug für fünten. Laß durch sein unschuldg mich dein sobn gethan, Und meine meine schule, Durch sein geduld Not schuld bezablet. 19 mein ungeduld Ganz ausgetilget ind werden. 5. Nimm wahr, o vater! deinen sohn, Sei gnädig deinem knechte: 12. Kraft seiner menschwertung verschuß, schon, Straf nicht nach strengem Sein rechte. Wenn du siebst se ne nägel mal; Laß meine sünden ohne zahl Darin verborgen bleiben. Gieb seine demuth mir zum Die mich vor stolz behüte, sanftmuth steure meinem Daß ich nicht feindlich Er sei mir all's, was ich bedarf, So wird kein urtheil sein so scharf, Das mich verdammen möchte. truß, wüthe. 6. Wenn du beschauft das blut so roth, Das von ihm ist geflossen; Wasch ab von mir den sündenfoth, Weil ers für mich vergossen. Weil Mel. Ach Gott vom himmel! sieh.com dich das fleisch erzürnet bat, So 329. Wenn dein herzlieb er des zur gnad Dich wiederum bewegen. ster o Gott Nicht wär auf erden kommen, und bätt', da ich in sünden todt, 30) Mein fleisch an sich genommen: 7. Sehr groß ist, was ich oft und viel Mit fünden hab verschuldet: Jedoch ich nicht verzagen o müßt ich ewig elend sein, will, Weil Christus hat erduldet Zur höllen fahren in die pein, no Gehorsamlich den bittern tod, Und Um meiner unart willen. med 23 mir dadurch, o treuer Gott! Die 2. Jetzt aber hab ich ruh und seligkeit erworben. rast, Darf nimmermehr verzam 8. Groß ist mein ungerechtig- gen; Weil er die schwere sünden i feit, Die deinen zorn erwecket; last Für mich selbst hat getragen. d Sein unschuld aber ist das kleid, Er hat mit dir versöhnet mich, Damit sie wird bedecket. Kein Da er am freuz ließ tödten sich, mensch so große sünde findt, Die Auf daß ich selig würde. nicht in Christi tod verschwindt, Der unser bruder worden. 9. Wer ist so sehr in aller welt Mit fündenschuld beladen, Dem Chrifti theures lösegeld hilft von allem schaden? groß ist meine missethat, 3. Drum ist getroft mein herz und muth, Mit findlichem vertrauen. Auf dies fein purpurfarb nes blut Will ich mein hoffnung Nicht bauen, Das er für mich vergossen Zwar bat, Gewaschen ab die missethat, Noch Daß ich schneeweiß bin worden. 201 081 DiensTI semid FI202 1100 Von dem Werke der Heiligung 4. In seinem blut erquick ich mich, und komm zu dir mit freu. den. Ich suche gnad demüthiglich; Von dir soll mich nichts scheiden. Was mir erworben hat dein sohn, Durch seine marter, spott und hohn, Kann mir der feind nicht rauben. 5. Nichts hilft mir tie gerechtigkeit Die vom geseß herrühret, Wer sich in eignem werk erfreut, Wird jämmerlich verführet. Des Herren Jesu werk allein Das macht, daß ich kann selig sein; Weil ich fest an ihn glaube. * 6. Gott vater! der du alle schuld Auf deinen sohn geleget; Herr Jesu! dessen lieb und huld All meine sünden träget! O heilger geist! deß gnad und kraft Allein das gute in mir schafft! Laß mich beständig bleiben. Mel. O Gott, du frommer Gott. 330. W as darfst du, blödes herz! Dich ängsten und so zagen, Daß deine sünden dich Ohn unterlaß verHlagen, Und übers haupt dir gehn, Gleich zentnerschwerer last, So daß tu keine ruh Vor ihrer menge haft? trägt: Daß der, so an ihn gläubt, Nun nicht gerichtet wird, Und ewig selig bleibt. 5. Der bot sich selber dar, Vollkommen zu erfüllen, Was uns unmöglich war Bei dem verderbten willen, Der etwas gut's zu thun Nicht lust noch kräfte hat. Er trug gesetz und fluch An unser aller statt. 6. Wir sind durch sein verdienst Nunmehr aus lauter gnaden Ohn unser werk gerecht: So daß nun Adams schaden, Der ganz verzweifelt bös, Uns nicht mehr tödtlich ist: Weil Jesus unsre schuld Durch seinen tod gebüßt. 7. Wohlan, ich troße nun Der Will höll und ihren flammen. gleich mein herz sich selbst Voll zweifelmuth vercammen; So ist Gott, dessen wort Mir solchen trost verspricht, Viel größer als mein herz; Er täuscht und läßt mich nicht. 8. Laß mich nur deinen geist, O mein erlöser! stärken, Daß ich dir dankbar sei, Da von den torten werken Du mein gewissen haft Gereinigt durch dein blut: Und mach noch immerfort Mein herze rein und gut. 2. Zwar billig mußt du dir Das sündenurtheil sprechen: Du 9. Laß die erlösungskraft Stets hafts mit Gott verderbt! Vor fiegreich in mir kämpfen, Den dem ist dein verbrechen Und böser satan, welt und fleisch, Und alles herzensgrund Entdeckt und offen- das zu dämpfen, Was meinen bar: Du haft den tod verdient, geist anläuft, Daß nimmermehr Das ist gewißlich wahr. forthin Die fünde herrsch in mir, Der ich gestorben bin. 3. Verdammt dich nun dein herz: So hat Gott gleicher maaßen Ein theuerwerthes wort Dir offen- Mel. 8. Jesus, meine zuversicht. esus nimmt fünbaren laffen, Daß, so gewiß und 331. per an. Sagt roch wahr, Als du ein sünder bist, Auch Jesus dir zu gut Auf erden dieses trostwort allen, Welche kommen ist. 4. In dem steht unser heil: Denn darum hat Gott eben Den eingebornen sohn Der welt aus lieb gegeben, Der alle sünden 3. Reiner gnade sind wir werth; von der rechten bahn Auf verkehrten weg verfallen: Hier ist. was sie retten kann: Jesus nimmt die sünder an. 06203 und zwar von der Rechtfertigung. Dennoch hat in seinem worte| meine sünde trägt, Und dir deiEr sich gnadenreich erklärt, Und nen zorn gelegt: Ach! um dessen die theure gnadenpførte Durch willen schone, Und mir nicht nach fein blut selbst aufgethan: Jesus sünden lohne. nimmt die sünder an. 2. Dies lamm hat mit seinem 3. Wenn ein schaf verloren blute Meine seele theur erkauft, ist, Suchet es ein treuer hirte. Sft erwürget mir zu gute: Auf Jesus, der uns nie vergißt, Su- fein blut bin ich getauft. Meine chet treulich das verirrte, Zeiget fleider sind nun hell, Und mein ihm die rechte bahn: Jesus nimmt nam' hat eine stell In rem les die sünder an. bensbuch: drum schone, Und mir nicht nach sünten lohne. 4. Kommet alle, kommet her, Kommet, ihr betrübten sünder! Jesus rufet euch, und er Macht aus sündern Gottes Finder: Gläubet es, und denkt daran: Jesus nimmt die sünder an. 5. Ich betrübter komme hier, Und bekenne meine fünden: Laß, mein heiland! mich bei dir Gnade zur vergebung finden, Daß dies wort mich trösten kann: Jesus nimmt die sünder an. 6. Ich bin ganz getrosten muths; Ob die fünden blutroth wären, müssen sie, fraft deines bluts, Dennoch sich in schneeweiß kehren, Daß ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt mich sünder an. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 332. Großer Gott! wirf aus erbarmen Bon 3. Dies blut kann dein herz erweichen, Hör nur, wie es für mich schreit! Sieb, id trag die gnadenzeichen, Daß ich dir, mein Gett! geweiht, Und frei von der sündenmacht, Ob sie mich gleich oft noch plagt; Ach! um dessen willen schone, Und mir nicht nach sünden lohne. 4. Weil das lamm hat überwunden; So hilf, daß auch ich dein kind, Durch des lammes blut und wunden Sünd und hölle überwind. Dies lamm laß ich nimmermehr, Jhm gebühret preis und ehr: Uch! um dessen willen schone, Und mir nicht nach sünden lohne. 7. Mein gewissen zaget nicht: Will mich das gesetz verklagen? Der mich frei und ledig spricht, Hat die schulden abgetragen, Daß mich nichts verdammen kann: Jefus nimmt die fünder an. 8. Jesus nimmt die sünder an, Mich hat er auch angenommen, ich felig zu ihm kommen, Und 333. Nift an denen, Die in Und den himmel aufgethan, Daß Mel. Jesu! deine heilge wunden. lichts verdammlichs auf den troft sterben kann: Jesus nimmt die fünder an. Christo Jefu sind: Darum still die fluth der thränen, Die aus deinen augen rinnt. Weintest du gleich tausend fahr, Ei so würdest du fürwahr Für die kleinste deiner fünden Dadurch noch kein mittel finden. 2. Schaue nur nach Christi mir weg die fündenlast. Sieh! ich hab in meinen armen Das lamm Gottes aufgefaßt, Welches 5. Wenn das lamm mich dort wird weiden In der himmelsherrlichkeit, Leiten zu dem brunn der freuden; Will ich, in dir höchst erfreut, Danken dir zur selben frist, Daß alleine meiner ist Um des lammes blut verschonet, Und mir nicht nach sünd gelohnet. 204 181 Von dem Werke der Heiligung blutes Dieses, dieses macht rich 8. O mein liebster Jesu! leiste, rein: Das soll bei zerknirschtem Leiste kraft nach deiner treu, Daß muthe Dein erquickend labsal sein. Er ruft selber: komm herzu, Daß dein glaube sich zur ruh Hier in meine wunden lege, Und dich nichts vercammen möge. mein wandel nach dem geiſte, Und nicht nach dem fleische sei. Also steh ich allemal Sicher in der gnadenwahl, Und ich faß den trost zusammen: Nichts kann mich in dir verdammen. 3. Was soll dich verdammen können? Gott ist hie, und macht gerecht. Ist wohl eine schuld zu nennen, Welche der gerechte fnecht, Christus, Wie er aller heiland ist; Also bleibet er alleine Auch insonder heit der deine. Mel. Wer nur den lieben Gott. 334.Also hat Gott die welt geliebet, Daß er sein eingebornes find Für alle zur versöhnung giebet, Die der verWer cammniß schuldig sind. gläubt, der soll von sünden rein, Und jenes lebens erbe sein. 2. Also hat Gott auch mich geliebet, Und liebt mich diese stunde noch. Ob mein gewissen mich betrübet, O! so erfreut mich dieses doch: Ich habe Christi theures blut, Das macht mein bös gewissen gut. 5. Schon im heilgen wasserbade Hat dich sein verdienst ge- 3. Ich weiß, der sünden meischmückt, Und das zeichen seiner ner jugend Gedenkt mein fromgnade, Gottes bild, dir einge- mer Gott nicht mehr. Ach! ich drückt. Nunmehr bist du Gottes verließ den weg der tugend, Und kind, Darum sei getrost gesinnt; liebte schnöde laster sehr; Doch Denn Gott wird, hast du gleich ist mir alles herzlich leid, Und sünden, Nichts verdammlichs an suche nun barmherzigkeit. dir finden. 4. Sein verdienst ist dir gegeben In dem evangelio; Seine gnade, beil und leben Machen hier die seele frob; Hier schließt Jesu herz sich auf; Drum vertraue fest darauf, Daß an eir, hast du gleich sünden, Nichts verdammliches zu finden. 4. Zwar, will Gott ins ge6. Sein verdienst wird dir gerichte gehen: So bin ich ein verschenket, Da sein wahrer leib dich lorner fnecbt. Wie könnt ich doch speist, Und sein wahres blut dich tränket. Was sich hier für liebe weis't, Spricht so gar kein engel aus. Darum folgt gewiß daraus, Daß an dir, hast du gleich sünden, Nichts verdammliches zu finden. vor ihm bestehen? An mir ist ale les ungerecht; Doch das ist meine zuversicht: Wer gläubet, der wird nicht gericht't. 7. Nun getrost, auf solchen glauben Leb' und sterb ich als ein christ. Ihn soll mir fein teufel rauben, Ob er noch so grausam ist. Nichts verdammlichs ist an mir; Denn mein heiland ist allhier, Spricht mich frei von jenen flammen, Wer wird mich denn nun verdammen? 5. Gott zürnet wider alle sünden, Die man die lebenszeit ges than; Doch kann man auch vergebung finden, Gott siehet reu Stürmt sünde, und glauben an. tod und strafe sehr, Ist doch die gnade mächtiger. 6. Wirft mein gewissen, höll und teufel Mir immer meine greuel für: Mein herz ist frei von allem zweifel, Und spricht: Gott $ 100 mil 7. Auf diesen glauben will ich 6. Jch zeige, sprichst du selbst leben, So sterb ich auch, und zu mir, Den rechten weg zum anders nicht. Mein Jesus wird heile dir, Dich soll mein auge mir alles geben, Was meiner leiten. Darum, mein herz! verschwachheit noch gebricht. Ich achte nicht Des ewgen vaters undihabe nichts; doch er allein Soll terricht, Er führt zu seligkeiten. mir in allem alles sein. 7. Wer nicht 8. So ruhet mein erschreckt Gott die weisheit lernt, Der ist verblengewissen, So hat mein geist ge- det, und entfernt Sich von den trosten muth; So wird Gott al- wahren freuren. Wer aber sich les leid versüßen, So wird mein auf Gott verläßt, Den hält die end und alles gut: Das ist mein gnade ewig fest, Auch in den du trost und freucenlicht: Ich lasse schwersten leiden. meinen Jesum nicht. 8. Stimmt Gottes lob, ihr frommen! an, Cuch wird des höchsten güt umfahn. Von allen seinen knechten, Bleibt Gott der trost, die zuversicht, Er rächet ihre sünden nicht. Frohlockt ihm, ihr gerechten! dat 001 205 und zwar von der Rechtfertigung. handelt nicht mit mir Nach mei- der gefahr, Als meinen retter, ner sünd und missethat, Weil Christus sie gebüßet hat. offenbar, Und läß'st mich sicher wallen. -ang dois Mel. Kommt her zu mir, spricht. 335. Wie ie selig, Gott! wie felig ist Der sünder, dem du gnädig bist! Den dein gericht nicht schrecket; Dem, weil er feine falschheit liebt, Dein herz die schulden ganz vergiebt, Die missethat bedecket. Von den aus der Rechtferti 2. Wer seine sünden noch ver- gung fließenden Früchten, als: 1. Von dem Frieden des hehlt, Deß seele wird mit angst gequält Vom strafenden gewissen, Gewissens. Die angst verzehret seine traft, Mel. Durch Adams fall ist ganz. Der trøst, den deine gnade ſchafft, 336. bie mich, Dieweil ch S Wird ihm dadurch entrissen. freue 3. Darum, mein Gott! bekenn ich Jesum funden. Ich lieg und ich dir, Was deine huld entfernt schlafe sicherlich In seinen beilvon mir, Die mir bewußten sün- gen wunden. Dies ist der ort, den. Dann, dann mein Gott! allwo mich nicht Sünd, tod und verzeihest du, Und läßt die müde hölle schrecket; Weil mir in Chrifto seele ruh In deinem frieden nichts gebricht, und seine macht finden. mich decket. 4. Die frommen werden deine huld, Und deine schonende geduld, Ovater! ewig loben. Du bleibest ihre zuversicht, Die fluth, die aus den ufern bricht, Mag noch so mächtig toben. 2. Er ruft mir zu: nun bin ich dein, Und du bist mein hinwieder; Dich mach ich frei von aller pein, Drum singe friedenslieder: Ich fülle dich mit trost und freud, Und fröne dich mit wonne, Dich schmückt mein schönes unschulds fleid Viel schöner, als die sonne. did som 5. Mein schirm bist du, zu 3. Was will mich nun von Chrifti huld Und seiner liebe schei( 15) dir flieh ich, Wenn drohence gefahren mich Mit schrecken überfallen. Du machst dich mir in 206 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten den? Verklagt mich meine sünden-, liebesflammen Thu ich dem vater schuld, So faß ich Christi leiden: rechenschaft; So kann mein herz Dies stellet mich in sicherheit, nach erster pein In ruh und stilUnd stillet mein gewissen: So lem frieden sein. hab ich fried und freudigkeit, Und trost in tümmernissen. 6. So schenke mir, Herr! deinen frieden, Den diese welt nicht 4. Hab dank, o Jesu, Gottes- geben kann. War ich zuvor von sohn! Der du den frieden bringest, dir geschieden, So nimm mich mal Der du den höchsten allmachts- nun von neuem an: Und wenn der thron Verläsfest, und bezwingest feind aufs neue droht, So tilge Was uns den theuren frieden stört. Laß mich zum tempel werden, Wo nichts als fried und freud einkehrt. Sei selbst mein fried auf erden. du auch solche noth. 337 Gott ott lob! Mel. Wer nur den lieben Gott. ich habe frieden funden; Das täublein ist in seiner ruh. Ich liege nun in Jesu wunden, Mich deckt des vaters liebe zu. Sein geist bezeuget meinem sinn, Daß ich mit Gott versöhnet bin. 7. Dein friede müsse mich bewahren, Damit mein geist stets ruhig sei. Steh mir in mancher lei gefahren mit deiner kraft und gnade bei! Bis mich die himmelsruh erquickt, Wo mich die sünde nicht mehr drückt. 8. Ach gieb mir, deinem armen schafe, Mein friedensfürst! dies wohlergehn, Daß ich in friede sanft entschlafe: Laß mich die sichre wohnung sehn, Worinnen aller friede liegt, Der sünde, höll und tod besiegt. 2. Wie hart schlug des geseßes hammer, Da er an mein gewissen schlug! Was fühlt' ich da für angst und jammer; Was merft Mel. Nun danket alle Gott zc. ich nicht für ſelbstbetrug! Der 338. Wie groß ist doch, o Gott! Wie groß fluch zerknirschte mir das herz, ist deine liebe, Die du zum menUnd warf mich in den größten schen trägst! Wenn ich mich oft schmerz. betrübe In meinem freuz, und denk' An diese gütigkeit; So wird dadurch mein herz Von aller angst befreit. 3. Sobald ich aber den umfangen, Der auch mein friedensstifter ist: Kann ich nun trost und gnad erlangen, Weil er den fluch für mich gebüßt, Und diesen frieg schon igelegt, Den satan gegen mich erregt. 2. Du giebst uns deinen sohn, Uns, die wir fünder waren, Die wir zur höllenpein Mit schrecken jollten fahren Und brennen ewiglich: Uns giebst du deinen sohn. Du giebst ihn, uns zu gut, In noth, tod, spott und hohn; 4. Nun ist die handschrift ausgelöschet, Die mir so hart entgegen stund. Da Christi blut ganz rein mich wäschet, Tret' ich mit Gott aufs neu in bund: Er liebet mich und zürnet nicht, Weil Jesus selber für mich spricht. 3. Auf daß ein jeder mensch, Der ihn mit glauben faffet, Und als ein kind des lichts Die finstre werke hasset, Dein sel'ges himmelreich Besig in ewigkeit, Und lebe stets bei dir In lauter fried 5. Wer will mich jest mit recht verdammen? Die schuld verlieret ihre fraft. Durch Jesu heiße und freud. 207 95 als von dem Frieden des Gewissens. 4. Hast du mir deinen sohn, O durch du mir so wohl An seel und frommer Gott! geschenket, Den leib gerathen: Wenn ich in sichrer man für mich ans kreuz In höch- ruh Leb ohne end und zeit, Und ster schmach gehenfet, Der ausge- nichts mehr weiß von furcht, Vom standen hat Für mich so schwere schrecken, krieg und streit. pein: Wie solltest du mir gram Und feind noch können sein? 2. Von der Gnadenkindschaft Gottes. 5. Nachdem ich bin mit dir Durch seinen tod vertragen, Bin ich gleich trübsal voll; Darf ich Mel. Es ist das heil uns kommen. doch nicht verzagen. 3d bente 339. Bist du wahrhaftig Gottes find, bald bei mir An deine lieb' und huld, Und trage, was du mir Auflegest, mit geduld. 6. Jch gläube fest, daß du Aus liebe, mir zu gute, Mich züchtigst väterlich Mit deiner vaterruthe, Und werdest endlich noch Abwenden alles leid; Ich weiß, du wirst es thun, O Gott! zu rechter zeit. 7. Wenn mich die sünde drückt, Und das gewissen naget: Wenn mich der satan schreckt; Bleib ich doch unverzaget. Denn dein herzliebster sohn Hat meine große schuld An seinem Freuz bezahlt Mit willigster geduld. 8. Er hat für alle welt Den bittern tod gelitten, Und allen menschen heil Und seligkeit erstrit. ten. Hierauf verlaß ich mich, Une schließe, daß ich sei Ein find der seligkeit, Und von der sünde frei. 9. Durch sein verdienst kann ich Vor dir, mein Gott! bestehen, Und aus der welt getrost In dei nen himmel gehen. Erhalte nur in mir Des wahren glaubens fraft, Die mich mit dir verbindt, Und neues leben schafft. zeige solche triebe, Als man bei guten kindern findt; Schmeck deis nes vaters liebe, Vertrau und glaube dessen mund, Der dich in seinen gnadenbund Voll liebe aufgenommen. 11. Da will ich, treuer Gott! Hoch preisen deine thaten, Wo 2. Ein fromm und wohlgeartet kind Darf sich nicht knechtisch scheuen, Weil blöde furchtsamkeit verschwindt: Es kann sich fint lich freuen. Der geist der find- 8 schaft treibt den sinn Zum schooß des lieben vaters hin, Den es darf abba nennen. 3. Ein wohlgeartet Gotteskind Wird seinen vater lieben, Und, weil es ihm gern gleich gesinnt, Sich im gehorsam üben. Es hält ihn für sein höchstes gut Und lebt mit ihm durch Christi blut In einem süßen frieden. 4. Ein wohlgeartet Gotteskind, Das liebet seine brüder, Die auch von Gott geboren sind, Die mit ihm Christi glieder: Ja, seine lieb ist allgemein; Er weiß nicht mehr, was feince sein, Sein herz ist ganz voll liebe. * 10. Wenn einst die stunde 5. Ein fromm und wohlgeartet kommt, Da ich die welt soll las- find Spricht gern mit seinem vafen; So wollst du meinen geist ter; Bekennet ihm auch seine In deine arme fassen! Und führe sünd. ihn hinauf zu jenem freudenlicht, Wo lieblichs wesen ist Vor dei nem angesicht. Kein besserer berather Ist außer diesem ihm bewußt; Und darum ist es seine lust, Sein herz ihm auszuschütten. 6. Ein neugebornes Gottesfind Ist brünstig im verlangen, ter 208 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten Die milch, die aus dem werte den ist, Der alle bitterfeit versüßt solid rinnt, 3ur nabrung zu empfangen. Im leben und im sterben. gung Durch dieses süße lebenswort Wächst a es im guten munter fort, Und wird im geist gestärket. 7. Ein fromm und wohlgeartet find Küßt seines vaters ruthe; Erkennt, was es dacurch gewinnt An seiner seelen gute. Es un terwirft sich seiner zucht. Und läßt dadurch des geistes frucht Zu a größrer reife kommen. 4. Nun wohl! so will ich auf der welt Mit Gott nach sonst nichts streben, Als, wie es seinem rath gefällt, Beständig fromm zu leben: Sonst fäm ich um mein findesrecht, Und würde wieder satans knecht, Wenn ich nicht Jein folgte. 5. Co lang ich aber dieses thu, Was Gott gethan will wissen; So 8. Hier prüfe, meine seele! kann die innre seelenruh Mir alles dich, Ob du aus Gott geboren? leid versüßen. Was acht' ich Sonst rühme dich nicht frevent- boheit, gut und geld? Was frag lich, Du seist zum tind erkoren, Du könnest ohne sorg und pein me Auf deine taufe sicher sein, Und nur das beste hoffen. ich nach der ganzen welt, Wenn Gott mein vater heißet! mai 9. Ach! baſt du deiner taufe ting fraft Durch Shud So rub nicht, bis Gott rath ge- mit zuversicht herzu, Wir wollen schafft, Und dich aufs neu geboren: hin zum vater gehn, Den wir bis der findschaft so liebreich vor uns schn; 3μm nicht, ne So ruburch sein zeugniß über- vater, der uns nacht und tag Mehr locket. als man gläuben mag. 2. Dein vater ruft ja für und für: Komm, meine feele! komm zu mir, Daß ich dir geb, o liebstes find! Was dir mein rath ersprießlich findt; Ich mache ja von herzensgrund Aus gnaden mit dir einen bund. Qnis geist tweist, Daß du sein kind und erbe. drug j schon Mel. Allein Gott in der höh sei. 1m340, welch ein unge meiner schaß! Dies kann mein herze laben, Ich soll dereinst im himmel plaß Mit mei nem Jesu haben. Ich soll trop aller angst und pein Ein Gottestind und erbe sein, Bei ihm zur madag alla ruhe kommen. ENDA 2. Das ist mir ein viel größrer ruhm, Ein Gotteskind zu lub werden, Als selbst das größte fürstenthum, dhi derden. Als kronen dieser Das hat mein heiland wiederbracht, Und giebet mir dazu die macht, Weil ich ihn auf genommen. Mel. Vater unser im himmelr. 341. Stell, liebe seele! dich in Und tritt im 3. Was kann mir nun der teu fel thun? Was sünde, tod und 5. O herrlichkeit! o chr und leiden? Ich kann vor ihnen sicher pracht! Die uns zu Gottes finruhn, Der hirte wird mich weidern macht. O liebe! daß der starte slis ats anden, Der gar mein bruder wor- Gott, Der Herr der welt und is end 3. Du bist ja meiner hände werk: So bleib ich deiner schwachheit stärk, Und stehe bei dir in der noth; Ich lasse dich auch nicht im tod, Ich helfe dir zu jeder zeit, Wenn deine seele zu mir schreit. 4. Dein vater heiß ich ewiglich: Darum gedenk ich stets an dich, Und merk auf dein geschrei, so oft Dein glaub auf meine güte hofft; Da geb ich, was dir nöthig thut, Was dir an leib und seele gut. als von der Gnadenkindschaft Gottes. zebaoth, Der alle ding erhält al-| freund und schönster bräutigam! lein, Will unser aller vater sein. Du strittest, uns zum frieden: 6. Wie tief hat sich mein Gott Du mußtest, da du dir zur braut geneigt! Weil er uns alles dies Die seele wiederum vertraut, Die erzeigt, Was dieser schnöden welt sich von dir geschieden, Schande, gebricht, Die blind verbleibt bei Bande, Strick und ketten, Sie zu seinem licht. Ich bin nun an der retten, Schwer empfinden, Uns seele reich, Werd einst den engeln getrennte zu verbinden. Gottes gleich. 2. Dein gnadenwort, dein saframent, Vereinigt das, was sich getrennt, Mit dir und Gott aufs neue: Wenn mich dein geist zur buße weckt, Wenn des geseßes fluch mich schreckt; So muß mein geist in reue Herzlich, Schmerzlich Und zerschlagen Dies beklagen Voller sorgen, Daß dein licht vor mir verborgen. 7. Drum ruf ich: vater! du bist mein, Ich soll dein kind und erbe sein: Dies lehret mich dein guter geist, Der mich im glauben beten heißt: Ja, der versichert herz und sinn, Daß ich von dir erhöret bin. 8. Dir welt! dir hab ich abgesagt, Weil deine lust doch endlich plagt; Dieweil sie leib und seel betrübt, Und ew'ge qual zum lohne giebt. Ich suche jene seligkeit, Die Gott den seinen hat bereit. 9. Indessen hab ich meine lust Am Herrn, dem all mein thun bewußt, Der mir in nöthen helfen kann: Drum ruf ich ihn, als vater, an, Und gläube, daß er mich erquickt, Wenn mich die last des freuzes drückt. 209 10. In schwachheit klag ich tag und nacht: Mein vater! nimm dein kind in acht. In armuth fleh ich voll begier: Mein vater! wende dich zu mir. Ich ruf in höchster traurigkeit: Hilf, vater! es ist hohe zeit. 4. Der glaube machet mich gerecht: Im glauben find ich böser knecht Den himmel hier auf erden. Im glauben werd ich Jesu braut Und Gott zum tempel aufgebaut, Denn durch den glauben werden Sünder Kinder; Ungerechte Todesknechte Sollen leben: Dürre reiser werden reben. * 5. Also hat sich das höchste gut Der menschen herz, durch Jesu blut, Zur wohnung außerlesen; Drei, die ein einger Gott nur sind, Verbinden ein gerechtes kind Mit iyrem höchsten wesen, Geben Leben, und der liebe Reine triebe 3. Von der Vereinigung mit uns auf erden, Daß wir eins in ihnen werden. Gott und Jesu. 11. So grausam scheint mir keine noth, So bitter nicht der herbe tod: Ich fühle trost, ich spüre rath, Wenn mich mein Gott erhöret hat. Drum, schnöde welt! fahr immer hin, Weil ich ein find des höchsten bin. 3. Wenn aber dein getreuer geist Mich los von diesen banden reißt Im sakrament und worte; So hör ich dich: kommt her zu mir! Drum nab ich mich getrost zu dir, Zu dir, der gnadenpforte. Lehre, Mehre, Bester lehrer! Mein bekehrer! Meinen glauben, Daß ihn niemand könne rauben. Miel. Wie schön leucht't uns der. 6. So kann die seele fröhlich sein, Bei ihr kehrt Gott und Jesus 342. Getreuer birt und Gotein, Sie bleiben unzertrennet! teslamm! Mein Und meinen gliedern bleibt der 210 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten ruhm, Daß Gott sie selbst sein Die freundschaft nur auf eures gleieigenthum Und Christi glieder chen, Und leugnet, daß sich Gott nennet. Gutes Muthes Kann gesellt Zu denen, die an ihn nicht mein leben Gott erheben, und reichen. Ist Gott schon alles, und mit singen Ihn zu loben, opfer ich nichts, Ich schatten, er die quell bringen. des lichts, Er noch so stark, ich noch so blöde, Er noch so rein, ich noch so schnöde, Er noch so groß, ich noch so klein: Mein freund ist mein und ich bin sein. 2. Mein heiland, mein Immanuel, Mein mittler wußte rath zu finden, Sich selbst mit meiner armen seel, Die ihn herab zog, zu verbinden. Mein Gott, mein freund, mein Jonathan, Sab meinen großen jammer an, Und kam vom himmel auf die erden, Mein muth- und blutesfreund zu werden, Ein leib und geist, mein fleisch und bein: Mein freund ist mein und ich bin sein. * * 7. Ich erd' und asche! wer bin ich? Und wer bist du, Herr! daß du mich Zum tempel dir erbauet? Geheimnis! du bist wahrlich groß, Vom teufel macht mich Jesus los, Und hat sich mir vertrauet. 3agen, Plagen Und die strafe Aller schafe Drückt den hirten, Zur erlösung der verirrten. 8. Ja weil er meine sünden trug, Dieweil das schwert den hirten schlug; So litt er meine strafe. Sein leben aber ist nun mein, Mein freund ist mein, und ich bin sein; Er ist es, der die schafe Kennet, Nennet. Jesus 3. Gott, welcher seinen sohn kriegte, Jesus siegte, Jesus mir gab, Gewährt mir alles mit fämpfte, Daß er meine feinde dem sohne; Nicht nur sein kreuz, dämpfte. nicht nur sein grab, Auch seinen thron, auch seine krone: Ja, was er redet, hat und thut, Sein wort und geist, sein fleisch und blut, Was er gewonnen und erstritten; Was er geleistet und gelitten, Das räumet er mir alles ein: Mein freund ist mein und ich bin sein. * 9. Mein bräutigam! du lebst in mir, Mein Herr und Gott! ich leb in dir. Dies band laß ewig bleiben. Ach lebe du in mir, daß ich Die schweren sünden, welche dich Aus meinem Herzen treiben, Hasse, Laffe, Und die brüder, Deine glieder, Herzlich liebe, Nach des reinen geistes tricbe. 10. Du wohnst bei mir in dieser zeit, Bei dir wohn' ich in ewigkeit: Hier heißt es nur. vertrauen: Doch hab ich gnug versicherung, Die völlige vereinigung Und hochzeit dort zu schauen. Wende, Ende Alles leiden, Laß mich scheiden, Nach dem sterben Ungetrennt mit bir zu erben. 4. Ich finde nußen, lust und ehr Bei unserm bund im höchsten grade. Er fordert von mir sonst nichts mehr Als glauben, und ich nichts, als gnade. O wohl der wahl, die uns gefügt; Weg reu und tausch! ich bin vergnügt In ihm, er ist mit mir zufrieden: Drum bleibt bei beiden ungeschieden Ein herz und mund, ein ja und nein. Mein freund ist mein und ich bin sein. Melodie 24. 5. Zwar kann er aller christen Beschränkt ihr wei- muth Mit ſeiner liebe ſattſam wei dieser den; uns die 343. Bef als von der Vereinigung mit Gott und Jesu. 211 gut Nicht eifern, noch einander ist mein sinn, Sein. was ich denke, neiden. Durch unsern größesten will und bin; Ja, was ich gutes genuß Erschöpft sich nicht sein an mir habe, Ist alles seine gnaüberfluß; Drum will ich ihn zwar dengabe, Die macht mich auch von keinem leugnen, Doch mir vor al- undank rein: Mein freund ist len fest zueignen: Welt, zank dich mein und ich bin sein. um das mein und dein: Mein freund ist mein und ich bin sein. 6. Mein freund ist meiner seelen geist. Mein freund ist meines lebens leben. Nach einem, der mich seinen heißt, Und sonst nach feinem soll ich streben: Dem ich mich geb, der sich mir giebt, Den ich lieb', der mich wieder liebt, Von dem ich nichts mehr kann begehren: Der mir nichts bessers kann gewähren. Dies licht verdunkelt allen schein: Mein freund ist mein und ich bin sein. 7. Ohn ihn ist mir der himmel trüb', Die erd ein off'ner höllen rachen! Hingegen kann mir seine lieb' Die einöd selbst zum eden machen. Ohn ihn ist mir, bei aller meng, Die zeit zu lang, die welt zu eng. Ich bin, wenn feind und freunde fliehen, Wenn sich die engel selbst entziehen, Zwar einsam, aber nicht allein. Mein freund ist mein und ich bin sein. 10. Sein ist mein werk, sein ist mein ruhm. Er suchte mich, eh ich ihn fande. Ich habe für mein eigenthum Sonst leider nichts, als sünd und schande; Doch hat mein freund auch diese last, Zusammt dem freuz, auf sich gefaßt; Und, meine feindschaft abzuschaffen, Die scharfgebüßte schuld und strafen Versenket in sein grab hinein. Mein freund ist mein und ich bin sein. 11. Sein ist mein glück und meine zeit, Sein ist mein sterben, und mein leben Zu seinem ehrendienst geweiht, Von ihm bestimmt, und ihm ergeben. Es kommet, was ich laß und thu, Von ihm her, und ihm wieder zu. Sein sind auch alle meine schmerzen, Die er sich zärtlich zieht zu hergen. Er fühlt und ahnet meine pein: Mein freund ist mein und ich bin sein. 12. Es zürn' und stürme feder 8. Man nehme alles, was ich feind, Er soll mir nicht viel angst hab, Man gebe nichts, was ich erwecken. Der richter ist mein begehre, Man schimpfe mich, man bester freund; Drum kann mich nehm mir ab Kleid, freunde, le- sein gericht nicht schrecken. Ob erb ben, haab und ehre, Auch speis' und himmel bricht und fracht, Ob und trank, und was man will: leib und seele mir verschmacht't, Mein freund bleibt meine hüll Ob meine glieder gleich verwesen; und füll: Die welt, mag mir nur So soll man doch den wahlspruch alles rauben; Sie lasse mir nur lesen An meines finstern grabes meinen glauben, So bleibt das stein: Mein freund ist mein und beste dennoch mein. Mein freund ich bin sein. ist mein und ich bin sein. * 9. Sein ist mein leib und meine 344. mit, mein rechtes seel', Die er erschuf und auch erMel. Mein herz und seel den 2c. komm zu löfte, Hier nährt und salbt mit leben, und mache mich an dir freudenöl, Bis er dort beide ewig zum edlen reben. Ich kann und tröste. Sein ist mein muth, sein will nicht ferner meine sein; 14* 212 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten Berleibe mich nur dir, mein hei-, Da, da ist das beste theil; Da land! ein. dein alles, da dein heil. 2. Was bin und kann ich ohne 3. Wie Maria sich beslissen dich doch machen? Ich steckte ja Auf des einigen genieß; Als sie der höllen in dem rachen, und sich zu Jesu füßen Voller andacht könnte nicht vor meinem Gott be nieder ließ: Ach wie brannt' ihr stehn; Hätt ich nicht theil an dir, berz, die lehren Aus der weisheit müßt ich vergehn. mund zu hören! Sie, die nur auf Jesum denkt, Fasset, was sein heil ihr schenkt. 3. Drum soll die glaubenshand dich fest umfassen, Du wirst, mein beil! dies treue band nicht hassen. Ich liebe dich: drum nimm mein herze hin, Und lieb' auch mich, weil ich der deine bin. 4. Ja, nimm mich ganz nach deinem beilgen willen, Und eile, mein verlangen zu erfüllen. Ich bin schon selig hier in dieser zeit, Weil Jesus sich mir selbst zu eigen weiht. 4. Also steht auch mein verlangen, Liebster Jesu! nur nach dir. Laß mich treulich an dir hangen, Schenke dich zu eigen mir. Will die welt sich hier verweilen, Suche ich dir nachzueilen. Jesu! geist und leben ist, Was dein freund bei dir genießt. 5. Aller weisheit höchste fülle, Herr! in dir verborgen liegt. 5. Was kannst du doch, o seele! Hilf mir nur, daß auch mein mehr verlangen? Auf! schäme wille Sich nach deiner weisheit dich, dem eitlen anzuhangen. Ach fügt. Die nebst demuth mich rezeuch du mich, mein Jesu! von giere und z zu deiner kenntniß der welt; Nur droben sei, führe. Wenn ich dich, mein Jesu! meinem geist gefällt. weiß, Fehlt mir nicht der weisheit preis. was 6. Co fomme denn zu mir, mein licht und leben! Und mache mich an dir zum edlen reben. Gieb, daß mein herz durch dich viel früchte bring', Und hier und dert dir freudenlieder sing'. 6. Nichts kann ich vor Gott darbringen Als nur dich, mein höchstes gut! Nur mit dir fann mirs gelingen Durch dein unschuldsvolles blut. Du allein hast mir erworben, Als du an dem freuz gestorben, Das erwünschte ehrenkleid, Unschuld und gerechtigkeit. Mel. Jesu, meines lebens leben. 345. Eine is noth! ach Herr! dies eine Lehre mich erkennen doch. Alles andre, wie's auch scheine, Ist doch nur ein schweres joch, Unter dem das herz sich plaget, Und doch keine ruh erfaget. Alles, alles wird ersetzt, Wenn dies cine mich ergeßt. 2. Seele! willst du dieses finden; Suchs bei teiner freatur. Laß, was irdisch ist, dahinten, 8. Ja, was soll ich mehr verSchwing dich über die natur, langen, Da mein herz in dir Wo der gottheit füll' erscheinet nur ruht? Da du einmal eingeMit der menschheit fest vereinet. gangen In das heilge durch dein 7. Nun so gieb, daß meine seele Auch nach deinem bild erwacht. Du bist ja, den ich erwähle, Mir zur heiligung gemacht. was nur dient zum wahren le ben, Dies muß mir dein beispiel geben, Nicht die welt, nein du allein Sollst des wantels richtschnur sein. 2519 als von der Vereinigung mit Gott und Jesu. 213 blut, Hast du mich des zorns ent-| dieser welt, So thut man nicht, bunden, Ewige erlösung funden, Nun nimmt mich dein vater an, Daß ich abba! rufen kann. was Gott gefällt. 9. Volle gnüge, fried und freude Jego meine seel ergeßt. Weil auf eine frische weide Mein hirt, Jesu, mich verseßt. Was kann mich wohl süßer laben, Als den besten hirten haben, Der mich tröstet und erquickt, Wenn mein glaube ihn erblickt? 5. Wenn du auch deine gnadenblicke, Mein Jesu! mir entziehen willt, Weil sich geäußert böse tücke, Die nur auf sünden abgezielt; So blicke mich wie Petrum an, Daß mich gereu', was ich gethan. 10. Drum, o Jesu! du alleine Sollst mein ein und alles sein. Prüf, erfahre, wie ichs meine; Tilge allen heuchelschein. Irre ich auf bösem stege; So leit mich zum ewgen wege. Wenn die welt bald lockt, bald droht, Ach so sprich: nur eins ist noth! Mel. Wer nur den lieben Gott. 346. Gott ott lob! ich habe dich gefunden In deinem wort, o lebensfürft! Und gläube, daß durch deine wunden Du meine schwachheit heilen wirst. Du bist mein troft und glaubenslicht: Ach! segne mich, ich laß dich nicht. 6. Durch glauben kann man dich besiegen, Und wahre buße rübret dich: Drum will ich dir zu füßen liegen, Mein Gott! mein Gott, erhöre mich! Mein hoffen steht zu dir allein: Wie kann ich denn verlassen sein? 4. Wer aber Jesum will be halten, Der sei voll eifers stets bemüht, Daß weltlust mög' in ihm erkalten, Und was vom bösen in ihm glüht. Liebt man die lüfte 7. Ich laß dich nicht, mich mag verlassen, Was immer will in dieser welt. Was odem hat, das mag mich hassen: Nur dir, mein Gott! sei's heimgestellt; Was mir begegnen soll und kann, Nehm ich von dir mit freuden an. 8. Will neid und spott mein kleid beflecken, Will mich umgeben angst und noth, Will mich gefahr und unglück schrecken, Will mich berücken fünd und tod; So stell ich meine zuversicht Auf dich, mein Gott! verlaß mich nicht. 2. Ich halte dich: das weltgetümmel Mag toben, wie es immer will; 3ch ſehne mich nur 347. Jeju ist gut ich nach dem himmel, Da find' das gewünschte ziel, Seßt sich gleich alles wider mich, Bleibt doch mein wort: ich halte dich. leben. Er ist, der anfangs mir Das leben selbst gegeben, Er ist, der mirs vermehrt, Er ist der mirs erhält, Wenn gleich der erdenbau Zergehet, bricht und fällt. 3. Hältst du mich auch, wer kann mich reißen Aus deiner treuen hirtenhand? Wie du mir gnädig 2. Ich lasse Jesum nicht: Mit haft verheißen; Dein wort dient Jesu ist gut leiden. Er lindert mir zum unterpfand: Wenn mich mir mein kreuz, Er führet mich die ganze welt verläßt, So hält zu freuden Durch freuz und doch deine hand mich fest. traurigkeit. Wenn Jesus bei mir ist, Wird mir die bitterkeit Des kreuzes ganz versüßt. 3. Ich lasse Jesum nicht: Mit Jesu ist gut streiten: Will teufel, welt und tod Vereinigt fich: Mel. Nun danket alle Gott 2c. chlaffe 214 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten bereiten zu streiten wider mich;| sum noch betrüben, Der mich zu So steht mir Jesus bei, Er den seinen zählt? kämpfet selbst für mich, Macht mich von feinden frei. 4. Ich lasse Jesum nicht: Mit Jesu ist gut sterben. Wenn er nur bei mir ist, So kann ich nicht verderben. Er führt mich durch 3. Nein, die ganze welt soll wissen, Daß ihr thun mir icht gefällt. Ich will meinen Jesum küssen, Welcher mich umarmet hält: Seine lieb' hat mich umfangen, Diese bande laß ich nicht: Denn mein sehnliches verlangen Ist allein auf dich gericht't. tod In jenes freubenzelt. Drum halt ich Jesum fest, Der mir allein gefällt. 5. Ich lasse Jesum nicht; Denn wenn ich ihn nur habe, So hab ich hier und dort Die allerbeste 4. O wie lang hab ich verzogen Und dich, seelenfreund, veracht't! O wie oft ward ich betrogen Und von dir hinweg gebracht! gabe. Ohn dieses höchste gut Aber nun soll uns nichts scheiden, Ncht ich nichts für gewinn. ist mein lebenslicht, Nach nur steht mein sinn. Er Nicht das leben, nicht der tod, ihm Nicht das kreuz, nicht schmach und leiben, Weber unglüd, schmerz noch noth. 6. Ich lasse Jesum nicht, Ich bang als eine klette An ihm, und 5. Stärke du nur meinen wil er an mir; Dies ist die liebes- len. Wider meiner feinde list; kette; Mit der sind wir ver- Denn du mußt in mir erfüllen, knüpft, Daß uns nichts trennen Was dem fleisch unmöglich ist; kann: Mit dieser zieht er mich Laß mich nicht mehr von dir Beständig himmel an. wanken; Ach! wo soll ich sonst auch hin? Weil ich nicht nur in gedanken, Sondern wirklich bei dir bin. 7. Drum laß ich Jesum nicht, Ich mag vom schlaf erwachen, Ich mag zur ruhe gehn: So bleibt in allen sachen Doch Jesus meine luft. Auf ihn nur ist gericht't Mein dichten und mein thun: Ich lasse Jesum nicht. 6. Nun sei tausendmal gegrüßet, Jesu! meine süße luft! Sei mir tausendmal geküsset, Sei du mir allein bewußt, Sei mein wunsch und mein bestreben, Sei mein bräutigam und hort; Sei ch will mich mit dir du meiner seelen leben, Sei mein Melodie 25. 348. verloben, Liebster alles hier und dort. Jesu! du allein Wirst von mir aus lieb' erhoben: Nunmehr bin Mel. 8. Jesus, meine zuversicht nicht, Weil ich gänzlich bein. Zwar die welt 349. Meinen Jefum laß wird mich stets hasſen, Denn sie haffet dich zugleich. Kann ich er sich für mich gegeben, So eraber dich umfassen, So bin ich fordert meine pflicht, Klettenweis' vergnügt und reich. 2. Alles soll mir ekel machen, Was zur eitelkeit gehört: Und in allen meinen sachen Werde Jesus nur geehrt. Sollt ich Jesum denn nicht lieben. Der mich vor hab ich voll zuversicht, Was ich der welt erwählt? Sollt ich Je- bin und hab, ergeben: Alles ist an ihm zu fleben. Er ist meines lebens licht, meinen Jesum lag ich nicht. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, Weil ich soll auf erden leben. Ihm 215 4. Herr Jesu! ohne dich muß mir Die welt zur hölle werden: Ich habe, häng ich nur an dir, Den himmel schon auf erden. Es quillt mein lebenstrank von dir, Das lebensmanna giebst du mir. 5. O sel'ge stunde, da man dich Kann recht ins herze schließen! Wie läßt du da so süßiglich Heil, gnad und friede fließen! So oft das herze nach dir blickt, Wird es mit himmelslust erquickt. als von der Vereinigung mit Gott und Jesu. auf ihn gericht. Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehn geruch, gesicht, Hören, schmecken, fühlen weichen; Laß das legte tageslicht mich auf dieser welt erreichen: Wenn der lebensfaden bricht, Laß ich meinen Jesum nicht. 4. Ich werd' ihn auch lassen nicht, Wenn ich nun dahin gelanget, Wo vor ihm im reinsten licht Frommer christen krone pranget. Mich erfreut sein angesicht, Meinen Jesum laß ich nicht. 6. Das schwerste kreuz wird leicht und klein, Denn du selbst 5. Nicht nach welt, nach him- hilfft es tragen: Du richtest es mel nicht meiner seelen wunsch am besten ein, sich sehnet; Jesum wünscht sie, und sein licht, Welcher mich mit Gott versöhnet, Und befreiet vom gericht. Meinen Jesum laß ich nicht. Kannst nicht von Dein ruthenstreich Du forderst von 6. Jefum las ich nicht von mir, Geh' ihm ewig an der seiten: Christus läßt mich für und für Zu dem lebensbrunnen leiten. Selig! wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. Mel. 18. Herr! deine allmacht. 350. ein herz, ach! rede hergen plagen. ist voller huld, uns nur geduld. 7. Führst du mich nun gleich wunderlich, mein freund! durch leid und freude: Weiß ich dennoch, daß alles mich Von deiner lieb' nicht scheide. Es führet mich dein wunderpfad Zu dir, in deines vaters stadt. 8. Ich übergeb mich deiner hand Und deiner treuen liebe: Du bist entfernt von unbestand In deinem Gerecht und fromm und liebestriebe. Dein herz ist immer Ich muß von hinnen eilen: Ich ewig treu. muß bei meinem Jesu sein. Was 9. Nun blinbe welt! such imsoll ich hier verweilen, Wo eitel- merhin Nur foth und dunst der keit, wo keine ruh? Mein geift erden: Nur Jesus ist's, in dem eilt nach dem himmel zu. mein sinn Kann recht ergeßet werden. Drum rede mir nur niemand drein, Ich will und muß bei Jesu sein. 2. Mein herzensfreund! dich laß ich nicht, Ich kann nichts bessers haben: In dir ist freude, trost und licht, Du kannst vollkommen laben. Nichts ist, das mir ver. Mel. Jesu, meines lebens leben. gnügen giebt, als wenn mich 351.eu, meiner ſeelen leJesus herzlich liebt. Meines 3. Du, du bist mein, und ich bin dein, Wir sind in eins verbunden: Dies gute theil hab ich allein Durch deine heilge wunden. Du bist mein fels, der mich nicht läßt; Auf dir ruht meine ſeele fest. zens höchste freud! Dir will ich mich ganz ergeben Jeso und in ewigkeit: Meinen Gott will ich dich nennen, Und vor aller welt bekennen: Liebster Jesu! du bist Imein, Und ich bin und bleibe bein. 216 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten 2. Deine hand hat mich berei-| 9. Dein geist zeiget mir das erbe, tet, Dein mund blics mir odem Das du mir dort beigelegt. Ich ein; Deine gnad ward ausgebrei- weiß, wenn ich heute sterbe, Wo tet, Eh ich sah des lichtes schein, man meine feel hinträgt, Zu dir, In dem finstern noch verschlossen; Jesu! in die freude: Troy! daß Darum sag ich unverdrossen: Lieb- mich was von dir scheide. Liebster Jesu! du bist mein 2c. ster Jesu! du bist mein 2c. 3. Deine güt hat mich umschlossen, Als mich erst die welt empfing. Deiner huld hab ich genossen, Als ich an der brust noch hing. Dein schooß hat mich auf genommen, Als zur taufe ich geFommen: Liebster Jesu! du 2c. 4. Auf der findheit wilden wegen Folgte mir stets deine güt; Deines geistes trieb und regen Regte mir oft das gemüth, So ich etwa ausgetreten, Daß ich wieder täm mit beten. Liebster Jesu! bu bist mein, Und ich bin ic. 10. Dieses alles ist gegründet Nicht auf meiner werke grund, Dieses, was mein herz empfindet, Thu ich allen menschen fund. Daß es kommt aus deinem blute, Das allein kommt mir zu gute. Liebster Jesu! du bist mein 2c. 11. Drum ich sterbe oder lebe, Bleib ich doch dein eigenthum; An dich ich mich ganz ergebe, Du bist meiner seelen ruhm, Meine zuversicht und freude, Meine sü Bigkeit im leide. Liebster Jesu! du bist mein, Und ich bin und bleibe dein. 12. Hör noch, Jesu! dieses fleben, Und verwirf die bitte nicht: Wenn die augen nicht mehr sehen, Wenn dem munde kraft gebricht Sonst noch etwas vorzutragen; Laß mich noch im sterben sagen: Liebster Jesu! du bist mein, Und ich bin und bleibe dein. 5. Ach! wie oft hat meine jugend Deine gnadenhand gefaßt, Wenn die frömmigkeit und tugend War in meinem sinn verhaft! Ohn dich wär ich längst verdorben Und in sünden hingestorben. Liebster Jesu! du bist mein, Und ich bin 2c. 6. Jrr' ich, sucht mich deine liebe; Fall ich, hilfet sie mir auf. Kommt es, daß ich mich betrübe, Stillet fie den thränenlauf. Bin ich arm, giebt sie mir güter; Haßt man mich, ist sie mein hüter. Liebster Jesu! du bist mein, Und ic. 7. Schmäßt man mich, ist ſie 352. Haber Denn er Mel. 8. Jesus, meine zuversicht. deine am 4. Von der Ruhe und Freude in Gott. mein' ehre; Troßt man mir, ist Herrn, fie mein truß. Zweifl' ich, ist sie schenket luft und leben; So wird meine lebre; Jagt man mich, ist fie mein schuß. Niemals hab ich was begehret, War es gut, ich bin's gewähret. Liebster Jesu! 2c. 8. Deine süße lieb und güte Haft 2. Laß der welt die eitle luft, du in mein herz geflößt: Drum Die in weinen sich verkehret: Wer wird mein verzagt gemüthe Auf- nur seele, geist und brust Gott gerichtet und getröst. Durch den zum eigenthum gewähret; Trifft vorschmack jener freuden Linderst in allen stücken an, Was das du mir freuz und leiden. Liebster herz nur wünschen kann. Jesu! du bist mein, Und ich ic. 3. Lust an Gott steigt über sich, dir sein gnadenstern Tausend holde strahlen geben: Denn er beut dir treulich an, Was dein herz nur wünschen kann. als von der Ruhe und Freude in Gott. Abso 217 Wenn man Gott im worte ken-| erden. Denn wär der himmel net. Lust an Gott ist innerlich, ohne dich: So könnte keine luft für Wenn man in der liebe brennet. mich In tausend himmeln werden. Solche lust beut alles an, Was Wärst du nicht schon auf erden das herz nur wünschen kann. mein, Möcht' ich auch nicht auf erden sein: Denn auch die ganze weite welt Hat nichts, das mir, wie du, gefällt. Herr Jesu Christ:: wo du nicht bist, Ift nichts, das mir erfreulich ist. 4. Wer die lust am Herren hat, hat auch lust an seinem willen, Suchet ihn durch wort und that Unverdrossen zu erfüllen: Und so trifft er alles an, Was das herz nur wünschen kann. 4. Und sollte mir durch freuz und noth, Durch marter, durch gewalt und tod Auch feel und leib verschmachten: Dies alles wird, wenns auch noch mehr, Ja gar wie eine hölle wär, Mein glaube doch nicht achten. Du bist und bleibest doch mein heil, Und meines herzens trost und theil; So wird und muß durch dich allein Auch leib und seele selig sein. Herr Jesu Christ:,: ich hoffe fest, Daß deine kraft mich nicht verläßt. 5. Wer von dir weicht, und auf der welt Dir nicht beständig glauben hält: Muß freilich wohl verderben, Und kann, weil er die lust und pracht Des fleisches hier zum himmel macht, Den himmel fort nicht erben. Wer teufeln folgt, und ärgerlich In sünden lebet wider dich, Und denkt an keine buße nicht; Den bringst du um durch dein gericht, Herr Jesu Christ:: und bist dabei Dem, der dir treu ist, ewig treu. 5. Ist die lust nicht ohne last? Trag geduldig die beschwerden! Wenn du wohl gelitten hast, Wirst du erst recht freudig werden, Und trifft dort im himmel an, Was dein herz nur wünschen kann. err Mel. Herzlich lieb hab ich dich zc. 353. Jesu Christ, mein höchstes gut, Mein seelenschap, mein herz und muth, Und meiner sinnen freute! Ich bleibe dennoch stets an dir, So ist auch nichts, das dich von mir Und unsrer liebe scheide. Du machst mir deinen weg bekannt, Hältst mich bei deiner rechten hand, Regierst und führst den lebenslauf, Und hilfest meiner schwachheit auf. Herr Jesu Christ:,: du bist mein licht: Ich folge dir, so irr' ich nicht. 2. Du leitest mich nach deinem rath, Der anders nichts beschlossen hat, Als was mir segen bringet. Gehts gleich zu zeiten wun- 6. Drum halt ich mich getrost derlich, So weiß ich dennoch, daß zu dir, Du aber hältst dich auch durch dich Der ausgang wohl ge- zu mir, Und das ist meine freude. linget. Nach hartem tritt auf Ich sehe meine zuversicht Auf rich, rauher bahn Nimmst du mich dort mein fels, der nicht zerbricht, In mit ehren an, Wo mich vor deinem freud' und auch im leide. Dein thren erfreut Die krone der ge- thun soll alles mir allein, Im rechtigkeit. Herr Jesu Christ:,: berzen, wie im munde sein, Bis ach mit begier Wünsch ich zu ich dich kann mit augen sehn. sein, mein Gott! bei dir. Ach! wenn wird solches doch ge3. Mein alles ist auf rich geschehn! Herr Jesu Christ:,: ich richt, hab ich nur dich, so frag warte drauf, Komm, komm mein ich nicht Nach himmel und nachschap! und nimm mich auf. ma 218 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten Mel. Wie schön leucht't uns der. 6. Deshalben soll mich keine ein 354. noth, Mein wär es auch lenlust! Mir ist der tod, Von deinem dienst abe nichts außer dir bewußt, Wenn schrecken. Ich weiß, daß mich du mein herz erquickest; Weil mir dein herze liebt: Darum so geb dein blick so lieblich ist, Daß man ich unbetrübt Mit dir durch dorn auch seiner selbst vergißt, Wenn und becken. Plage, Schlage! Ich du den geist entzückest; Daß ich bin stille: Ifts dein wille, Mich zu Durch dich, Aus dem triebe Dei- kränken; Du wirst meiner doch ner liebe Von der erde, Uleber mich gezogen werde. 2. Was hatt' ich doch für trost und licht, Als ich dein holdes angesicht, Mein Jesu! noch nicht fannte? Wie blind und thöricht ging ich hin, Da mein verkehrter fleischessinn Von weltbegierden brannte! Bis mir Von dir Licht und leben Ward gegeben, Dich zu kennen, Herzlich gegen dich zu brennen. 3. Die arme welt hat zwar den schein, Als wär ihr schlechtes fröhlichsein Ein herrliches vergnügen; Allein wie eilend gehts vorbei! Da sieht man, daß es blendwerk sei, Wodurch wir uns betrügen. Drum muß Jesus Mit den schätzen Mich ergeßen, Die bestehen, Wenn die weltlust muß vergehen. gedenken. 7. Und sollt ich auch, mein seelenlicht! Dein süßes lebensmanna nicht In dieser zeit empfinden; So will ich doch zufrieden sein, In hoffnung, deinen gnadenschein In jener welt zu finden, Wo ich Ewig Mich zu laben Dich werd' haben, Dich erblicken, Mich in deiner huld erquicken. 8. Deswegen, holder menschensohn! Erkenn ich deine liebe schon, Wenn mich gleich dornen stechen. Dein herz, das mich in trauren seßt, Und sich verschleußt, muß doch zulegt Vor lauter liebe brechen. Ja du Giebst ruh Nach den schmerzen, Füllst die herzen Ganz mit freuden, Die mich schon auf erden weiden. 9. Du salbest mich mit freudenöl, So daß sich öfters leib und 4. Wer Jesum fest im glauben seel Recht innerlich erfreuen. Ich hält, Der hat die kraft der andern weiß wohl, daß du mich betrübst, welt Hier allbereit zu schmecken. Ich weiß auch, was du denen Pflegt Jesus gleich zu mancher giebst, Die sich davor nicht zeit Bei großer herzenstraurige scheuen. Drum gieb Den trieb, feit Sein antlig zu verbecken; Ist Unabwendig Und beständig Treu doch Sein joch Sanft, beleget zu bleiben, und recht fest on dich Den, ders träget, Nicht mit bür- zu gläuben. den, Welche ihn erdrücken würden. 10. Der glaub' ist eine starte 5. So weiß ich auch aus dei- hand, Und hält dich, als ein festes nem wort, Daß du dich, liebster band; Ach stärke meinen glauben. seelenhort! Nicht ewiglich ver- Im glauben kann mich niemand deckest. Dein antlig, Herr! ver- dir, Im glauben kann dich niebirgest du, Auf daß du desto größre mand mir, O starker Jesu! rauruh Hernach in mir erweckest; ben. Durch dich kann ich Welt Wenn ich Treulich Als ein rebe und drachen Gar verlachen, Und Un dir klebe, Auch im leide, Nicht die sünden Durch den glauben nur in der süßen freude. überwinden. als von der Ruhe und Freude in Gott. kefu, meine freude, 356. Je, Und mein Jeft meiner Meines herzens ruh, weide, Jesu, mein begier! Ach wie befter schatz dazu! Alles bist du lang, ach lange Ist dem herzen mir allein, Sollst mir fort auch bange, Und verlangt nach dir! alles sein. Gottes lamm, Mein bräutigam! Außer dir soll mir auf erden Sonst nichts liebers werden. 355. Jefu 2. Unter deinem schirmen Bin ich vor den stürmen Aller feinde frei. Laß die felfen zittern, Laß die welt erschüttern: Mir steht Jesus bei. Ob es ist Gleich windet höll und ted. kracht und blißt, Ob gleich sünd und hölle schrecken: Jesus will mich decken. 3. Troh dem alten drachen! Troß des lodes rachen! Trop der furcht dazu! Tobe welt und springe! Ich bin hier und singe In gar sichrer ruh. Gottes macht Hält mich in acht, und wird vor des satans wüthen Mich, sein find, behüten. 4. Weg mit allen schäßen, Du bist mein ergeßen, Jesu meine lust! Weg ihr eitlen ehren, Ich mag euch nicht hören, Bleibt mir unbewußt. Elend, noth, Kreuz, schmach und tod, Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von Jesu scheiden. 5. Gute nacht, o wesen! Das die welt erlesen; Mir gefällst du nicht. Gute nacht, ihr fünden! Bleibet weit dahinten, Kommt nicht mehr ans licht. Gute nacht, Du stolz und pracht! Dir sei ganz, du lasterleben! Gute nacht gegeben. 6. Weicht, ihr trauergeister! Denn der freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, Muß auch ihr betrüben Lauter freude sein. Duld ich schen Hie spott und hohn, Bleibst du dennoch auch im leide, Jesu! meine freude. 219 2. Liebet jemand in der welt Edle schäße, gold und geld; Jesus und sein theures blut Ist mir mehr, denn alles gut. 3. Stellen meine feinde sich Deffentlich gleich wider mich; Jesus reißt aus aller noth, lleber4. Bin ich krank und ist kein mann, Der die schwachheit lindern kann: Jesus will mein arzt in pein, Und mein treuer helfer sein. 5. Bin ich nacket, arm und bloß: Ist mein vorrath schon nicht groß: Jesus hilft zu aller zeit mir aus aller dürftigkeit. 6. Muß ich in das elend fort Hin an einen fremden ort; Jesus forget selbst für mich, Schüßet mich da wunderlich. 7. Muß ich dulden hohn und spott Wider Gott und sein gebot; Jesus giebt mir kraft und macht, Daß ich allen spott nicht acht. 8. Drum, o Jesu! will ich dich Immer lieben festiglich; Du, du Jesu! sollst allein Meiner seelen alles sein. 9. Jesus meiner seelen licht, Meines herzens zuversicht, Jes sus ist es, der mich deckt, Wenn mich sünd und noth erschreckt. 10. Jesus ist mein speif und trank, Jesus ist mein lobgesang, Jesus sei mein freudenschall, Jesus sei mein ganzes all. 11. Endlich laß, o höchstes gut, Jesu! dein vergoßnes blut, Deine wunden, deine pein Meine kraft im tode sein. C00220 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten Mel. In dich hab ich gehoffet 2c. Wir bleiben fort, So hier als 357. Mein geift und sinn dort, Vereint und ungeschieden. ist hoch erfreut 10. Er segnet mich, wenn man mir flucht; Und wenn der feind mein unglück sucht, Wirds ihm doch nicht gelingen: Er macht mich frei, Und steht mir bei, Daß ich kann fröhlich singen. 11. Es wird mir ewig wohl ergehn, Ich werd ihn selbst mit augen sehn, Den ursprung aller freuden: Mein herz wird sich, Das gläube ich, Ohn ende an ihm weiden. 12. Kein menschlich ohr hat es gehört, Was mir von Gott noch ist beschert, Ich seh es schon im glauben, Und freu mich sehr, Daß nimmermehr Ein feind es mir fann rauben. In Gott, der mich hat benede In Christo seinem sohne, Den er zum heil und besten theil Gesandt von seinem throne. 2. Er hat mich vor der welt serwählt, und seinen kindern zugezählt. Er wird mich nimmer lassen. Die gnadenfüll Giebt, was ich will; Sein lieben ist ohn maaßen. 3. Bin gleich ich sünder deß nicht werth, Bleibt doch die huld unabgekehrt, Sie hebt, sie trägt, sie duldet: Drum trifft mich nicht Das zorngericht, Das ich sonst wohl verschuldet. 4. In Christo siehet er nicht an, Was meine unart hat gethan; Wenn ihn mein glaube faffet, Und alle sünd. Die sich noch findt, Mit ernst und abscheu hasset. 5. So schenkt er mir auch seinen geist, Der mir den weg des lebens weis't, Jus berz die liebe gießet, Die mir mein leid Und traurigfeit Vermindert und versüßet. 6. Er ist der allerbeste freund, Ders treu und gut mit mir stets meint. Wo ist wohl seines gleichen? Wer ihn erkennt, Recht vater nennt, Dem wird er nie entweichen. 7. Ich habe und behalte ihn, Ich geb mich ihm vollkommen bin; Ohn ihn will ich nichts wissen; Weil ich ihn hab Zu meiner gab, Kenn ich das andre missen. 8. Er ist mein leben, trost und licht, Mein fels, mein heil, hätt' ich ihn nicht Im himmel und auf erden, Würd mir ohn ihn, Nach meinem sinn, Rein gut und theil Mel. Kommt her zu mir, spricht. 358. hoff ich denn mit festem muth Auf Gottes gnad und Christi blut; Ich hoff ein ewig leben. Gott ist ein water, der verzeiht, Hat mir das recht zur seligkeit In seinem sohn gegeben. 2. Herr! welch ein unaussprechlich heil! An dir, an deiner gnade theil, Theil an dem himmel haben! Im herzen durch den glauben rein, Dich lieben und versichert sein Von deines geistes gaben! 3. Dein wort, das wort der seligkeit, Wirkt göttliche zufriedenheit, Wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns troft im elend zu, Versüßet uns des lebens ruh, Und stärkt uns in gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein bort, Den glauben an dein göttlich wort, Um deines namens willen; Laß ihn mein licht auf erden sein, Jhn täglich mehr mein herz erneun, Und mich mit trost da werden. 9. Er ist mein allerhöchstes gut, Mein herz in seinem herzen ruht, Ich schlafe ganz mit frieden: erfüllen! als von der Ruhe und Freude in Gott. 14221005 Mel. Wer nur den lieben Gott, alle morgen neu; So freut sich d 359. Wa as sorg' ich doch mein gemüthe Bei solcher vater luth treu. Die last werf ich auf ihn, in diesem leben Um das, was nur ein raub der zeit? Berspricht mir doch mein Gott zu geben Den himmel und die seligkeit. Der darbet ewig, der nicht satt An Gott und seinem Jesu hat. 2. Versagt mir Gott der erden gaben, Glück, ehre, freude, gut und geld: Mit meinem Jesu kann ich haben Mehr, als den himmel und die welt. Er ist allein mein höchstes gut, Werin mein herz vergnüget ruht. 3. Das wesen dieser welt vergehet, Weil zeit und sterben alles frist. Mein bestes theil bleibt und bestehet, So lang ein Gott im himmel ist: Und wenn der himmel selber bricht, Vergehet doch mein himmel nicht. So wird die arbeit süße; Ob ich all gleich schweiß vergieße; Denn dog Gott ist mein gewinn. Mel. Von Gott will ich nicht. n 360, A 4. Denk ich an sein erbarmen, Er schenket mir sein kind; O gnade dej für mich armen! Heißt das nicht treu gesinnt? Gott ist in Christo di mein: Gott müßte Jesum haf sen, Wenn er mich wollte lassen; Das kann unmöglich sein. 5. Drum will ich an Gott denken; Die welt mag immerhin Den sinn aufs eitle lenken; Hier ist ein andrer sinn. Ich trage Gott allein Im herzen und im munde. So kann mir keine stunde Allhier zu lange sein. 6. An Gott will ich gedenken, So lang ich denken kann. Wird man ins grab mich senken, So ist dies zwar die bahn, Da mein die welt vergißt; Doch glaub ich dieses feste, Gott denket mein aufs beste, Wo er uns alles ist. 4. Fahr hin du stolzes nichts der erden, Das fleisch und blut sein alles nennt! In Gott kann ich vergnüget werten, Von dem mich auch der tod nicht trennt. Was macht mir doch mein herze Mel. Nun danket alle Gott 2c. schwer? Ich habe Gott: was 361. Gieb mir ein fröh lich Du geber aller gaben! Und laß mich meine lust An deinem worte habin z So ist kein trauergeist, Der dich, mein lieber Gott! Aus meiner ang seele reißt. 2. Bieb mir ein fröhlich herz, Im wünschen und verlangen. Laß meine zuversicht An dir beständig hangen, Und blicke mich mit treft fol In meiner hoffnung an, Daß sie auf deine huld Sich sicher grüne den kann. moto m 3. Gieb mir ein fröhlich herz, So oft ich vor dich trete, Und durch bourse des geistes trieb Das abba, vater! Doch deinem willen bleibt a wille heimgestellt. Gieb denken, Denn er gedenkt an mich. Wenn mich die sorgen fränken: So hebt mein herze sich Zu meinem Gott empor: Bald weichen alle schmerzen, Denn er stellt meinem herzen Nichts, als vergnügen vor. 2. Denk ich an seine liebe, Wie werd ich doch entzückt! Daß, wenn es noch so trübe, Mir doch die sonne blickt. Da kommt mir immer ein: Er will mein nie vergessen; Wird das von mir ermessen, Wie kann ich traurig sein? bete. 3. Denk ich an seine güte, Die Mein 222 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten nur, was dir beliebt, Gieb, was schenket Ein solch gemüth, das dit wohl gefällt. 4. Gieb mir ein fröhlich herz, Bei kümmerniß und sorgen. Du sorgest ja für mich; Und dir ist unverborgen, Was meiner seele gut, Was meinem leibe dient. Du weißt die mittel auch, Wodurch mein glücke grünt. meistens hier Un keinen kummer denket. Du bist, der mich so fröhlich macht, Daß mund und geist voll freude lacht, Wenn sich ein andrer fränket. 3. Mein Gott, wie sehr erfreu ich mich, Daß du aus reichen gnaden Versorgest den so väter5. Gieb mir ein fröhlich herz, lich, Der doch mit schuld beladen! Wenn ich in unschuld leide. Du gönnst mir deine lieb und Kränkt mich die falsche welt Mit huld, Und läsfest mir die sündenunverdientem neide; So bleib ich schuld, So groß sie ist, nicht doch getrost. Du bist mein bester schaden. freund, Ders ewig treu und gut Mit meiner wohlfahrt meint. 4. Du wendest manche große noth, Und füllest mich mit segen. Mit freuden eff' ich hier mein brot, Und kann mich ruhig legen. Du schenkest mir manch zeitlich gut, Du bist, der oft erfüllt und thut, Woran mir hie gelegen. 5. Mit freuden trink ich meinen trank: Drum soll mein gläubig singen Dir, treuer vater! lob und dank Für solche gnade bringen. Sch greif die arbeit fröhlich an, Vollführe durch dich, was ich kann; Du läsfest es gelingen 6. Dies alles muß ich deine gab' Und milde wohlthat nennen: Dein ist und bleibet was ich hab, Ich kann es wohl erkennen. Ach lieber vater! nähre mich Durch deinen segen mildiglich; Sonst hilft fein schweiß noch rennen. 7. Nimm deine freude nicht von mir, Laß meinen sinn nicht wan fen: Mein herze klebe stets an dir, Gieb fröhliche gedanken. Be Mel. Nun freut euch liebe zc. 362. Gott sei gelobet, der büte mich vor üppigkeit, Halt meinen lauf zu jeder zeit In wahrer tugend schranken. allein Die wahre freude giebet: Der unser herz läßt fröhlich sein, Der uns unendlich liebet, Der uns in dieser sterblichkeit Durch manches glück und heil erfreut, Wenn er uns gleich betrübet. 2. Ja Gott, von herzen dank ich dir, Daß du mir hast ge6. Gieb mir ein fröhlich herz Bei nassen trauertagen, Und laß mich mit geduld Die last derselben tragen. Auf ungewitter folgt Doch wieder sonnenschein; So wird mir auch das freuz Voll frucht und segen sein. 7. Bieb mir ein fröhlich herz, Wenn ich auch endlich sterbe. Der tod ist mein gewinn, Weil ich das leben erbe. Im himmel gehen erst Die rechten freuden an; Gieb, daß ich einst getrost Bon hinnen scheiden kann! 8. Gieb mir ein fröhlich herz, Das wirst du mir auch geben. Ich will an dir, mein Gott! Wie eine flette kleben. So werf ich ganz getroft Das trauern hinterwärts, Und bitte noch einmal: Gieb mir ein fröhlich herz. 8. Bewahre mich vor kümmerniß, Und schwermuthsvollen plagen; Du kannst den trauergeist gewiß Aus meinem herzen jagen. Er darf sich, wenn nur Jesus Christ Und deine güte bei mir ist, Sa niemals an mich wagen. als von der Ruhe und Freude in Gott. 9. Laß mich, Herr! vor dein angesicht Mit freuden allzeit kommen, Damit der hoffnung theures licht mir niemals werd entnom men. Was hilft es, stets voll trauren sein? Da doch die selbst gemachte pein Nicht schicklich für die frommen. 10. Erfülle mich mit freud und lust; Laß meine seel empfinden, Daß den, dem Christi tod bewußt, Nicht angst noch trübsal binden; Daß satanas ihn selbst nicht fällt. Ein Gottesfreund, Auch thätig durch die liebe. der glauben hält, Kann alles überwinden. 223 rung und heiligung Den neuen geist mir geben. 2. Ich war ein finstrer sündenknecht: Du aber machtest gerecht, Dein licht ist mir erschie. nen. Da treibt mich nun des glaubens kraft, Im lichte fromm und tugendhaft Dir, als ein knecht, zu dienen. 3. Herr! stärke dicse kraft in mir, Du wirkest selbst, und ich mit dir, Durch deines geistes triebe. Erst wirktest du, ich wirkte nicht: Jeßt wird des glaubens zuversicht 4. Denn Jesu sakrament und wort Erhält und stärket immerfort Des glaubens kraft und leben: Die mittel müssen zu der frucht, Die Jesus an den reben sucht, Auch saft und nahrung geben. 5. Da nimmt denn die erleuch tung zu, Den willen vollbereitest du, Mein Gott! zu neuen trie12. Doch laß mich auch mit ben, Von ganzer feel und herzen freudigkeit Auf dieser welt an- dich, Und meinen nächsten, gleich schauen, Was du für schöne selten- als mich, In wahrer that zu heit Auf erd, im meer und auen| lieben. Am himmel, an der sonnen pracht, Und überall durch deine macht, So herrlich wollen bauen. 6. Mein glaubenslicht wird offenbar: Im glauben reich ich tugend dar. Ich will von Jesu lernen; Dem folg ich nach: ihm nah ich mich, Und von der sündenbahn will ich mich immer mehr entfernen. 11. Was acht ich eitle lust der welt? Was hilft mir solch ein leben, Wo geiz und list nach gut und geld Und großen schäßen streben? Mein höchstes gut in dieser zeit Jit, sich der tugend, frömmigkeit und ehrbarkeit er geben. 13. Hilf, daß ich freudig, wenn ich soll, Aus diesem leben scheide, Verleih mir, daß ich freudenvoll Besteh in allem leide. Mit freuden geh' ich aus der noth, Mit freuden dring ich durch den tod 3u dir ins reich der freude. 7. So wirkt, so kämpft, so ringt und strebt Der neue mensch, der heilig lebt, Durch freuzigung des alten. Ich jage nach der beiligung, Gott will zu meiner besserung Des glaubens kraft erhalten. Von der Erneuerung und Erhaltung in der Gnade. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 8. Zwar fehlet die vollkommen363. err! bekehre heit: Ich finde selbst, daß allezeit ch mich zu dir, Und Mein thun nur stückwerk bleibe; schaff ein reines herz in mir, Zu Doch darum bessert Gott auch einem neuen leben. Denn du mich, Sein ebenbild erneuert sich mußt zur erneuerung, Zur ände- Bei mir an feel und leibe. 22408) 9. Gott vater! du willst deine treu An mir noch alle morgen neu Erhalten und vermehren: Du schenkest mir das findschaftsrecht, Ach! so erneure deinen knecht, Dich findlich zu verchren. 10. Herr Jesu! groß von rath und that, Dein rath, der angefangen hat, Muß auch die that vollenden: Ach hilf du mir, die neue fraft, Die mir dein blut und tod verschafft, Zum leben anzuwenden. Von dem Werke der Heiligung und zwar 11. Gewisser geist! laß mich dein wort Gewiß und immer weiter fort Auf ebnen wegen leiten: Laß meinen geist unsträflich sein, Verklär in mir den hellen schein Zu jenen herrlichkeiten. Mel. Aus tiefer noth schrei ich zc. 364, Shaff in mir, Gott! Mel. Durch Adams fall ist ganz. aß 365. Las mich, serr! die gerechtigkeit 3m meiwahren glauben finden, Die mich ein reines herz, in ewigkeit befreit Von allen nen sünden. Dein theures blut, Mein höchstes gut, Das heilet allen schaden: Ja deine huld Tilgt meine schuld, Mit welcher ich beladen. Mein herz ist ganz verderbet: Es fühlt von fünden großen schmerz, Die ihm sind angeerbet, Und die es thut, oft ohne scheu: Ach mache, daß es wieder sei, Wie du es erst erschaffen. 2. Gieb mir aufs neue deinen geist, Der immer bei mir bleibe, Der mir zum guten beistand leist', Und mich dazu stets treibe; Der steure meinem fleisch und blut, Und gebe, daß ich sanften muth, Zucht, demath, feuschheit liebe. muth Durch deinen geist, so fahr ich gut Im leben und im sterben. 5. Mit deiner hülfe tröste mich, Hilf, und vergieb die sünden, Und, suchet meine seele dich, So laß dich gnädig finden. Durch dein verdienst, Herr Jesu Christ! Darinnen trost und leben ist, Hilf wider tod und hölle. 3. Verwirf von deinem angesicht, Ob ich es gleich verdienet, Mich, allerliebster vater! nicht, Weil Jesus dich versühnet. Laß mich, dein find, doch nimmermehr Hier fallen so gar tief und schwer, Daß du mich gar verwürfest. 6. Dein freudengeist enthalt mich dir Mit seinem freudenöle, Daß mich nichts zur verzweiflung führ, Und bring um meine seele. Sei du, Herr! meine freud allein; Laß mich auch deine freude sein, Bring mich zur ewgen freude. 2. Gieb, daß ich mich, statt zorn und grimm, Mit wahrer sanftmuth schmücke, Durch demuth allen ungestüm In meiner brust ersticke. Laß deine macht Die sündennacht Aus meinem herzen treiben, Und mich allzeit In fried und freud Dein liebes kind verbleiben. 3. Herr! schenk mir deine güt und treu, So lang ich leb auf erden, Und laß sie alle morgen neu An meiner seele werden: So rühm ich rich Beständiglich, So werd ich deinen namen Nach dieser zeit In ewigkeit Von herzen preisen, amen. 4. Den heilgen geist nimm nicht von mir: Den bösen geist vertreibe, Daß er mich nicht entführ von bir, Und ich dein ſei und bleibe. 366. großen welt, Den Melodie 26. 11 dieser Beherrsche mein herz, sinn und von der Erneuerung und Erhaltung in der Gnade. 225 alles das, als seinen ursprung ehret, Was dieser bau in seinen grenzen hält, erd meer in seinem schooß ernähret, Der alles selbst in schönster zier und pracht Aus nichts gemacht. 2. Durch dich ist auch der mensch gemacht, Das meisterstück von deinen weisen händen, Ein kurzer riß und auszug aller pracht, Die und blut Verleihe mir kraft, geist du der welt beschlossen zuzuwen- und muth. den, Der mittelpunkt von dem, 3. Schaff in mir, Herr! den was deine fraft Auf erden schafft. neuen geist, Der dir mit luft gehorsam leist: Ein willig opfer forderst du, Mein alter mensch taugt nicht dazu. 3. Du prägtest ihm dein bildniß ein, Du machtest ihn zum herren deiner werke. Die heiligfeit, der liebe reiner schein, Der ni weisheit glanz, des leibes muntre stärke, Die stellten ihn dem, was geschaffen war, Zum wunder dar. 4. Mach in mir das gedächtniß neu, Daß es auf dich gerichtet sei, Und, was dahinten ist, vergißt, Vornämlich Christi tod ermißt. 4. Wo ist nunmehr dies alles hin? Wer kann die spur der ersten schönheit zeigen? Ein finstrer dampf umgiebt den blöden sinn, Der freie geist muß sich in fesseln beugen. Dein edles bild, o schöpfer! ist zerstört, Und umgekehrt. 5. Ach Herr! den unser elend rührt, Dem unsre noth gar tief zu herzen gehet; Ach siehe doch, wie uns der feind verführt, Wie es so schlecht um dein geschöpfe stehet. Auf! mache bald, daß alles wieder neu Und heller sei. 6. Dein milder segen sei gelegt In des mit fluch beschwerten herzens erde, Die leider! nichts, als schnödes unkraut trägt: Gieb, daß sie bald voll guter früchte werde. Ach mache doch, daß alles wieder neu Und fruchtbar sei. Mel. Herr Jesu Christ! dich zu. 367, Erneure mich, o ewig licht! Erheb auf mich dein angesicht, Und laß mit deinem gnadenschein Mein ganzes herz erfüllet sein. 2. Ertödt in mir des fleisches lust, Und reinge mich vom sündenwust: Zu streiten wider fleisch 5. Des fleisches willen tödt in mir, Lenk mich zum guten, daß ich dir Gehorsam sei, und deiner bahn In lieb' und einfalt folgen kann. 6. Herr! ohne deines geistes licht Erkenn ich deinen willen nicht: Darum erleuchte den verstand, Mach ihm dich und dein wort bekannt. 7. Mach mein gewissen durch dein blut Ganz rein, daß mit getrostem muth Ich kann vor deinem richtstuhl stehn, Und auf den mittler, Jesum, sehn. 8. Laß herz und sinn auf dich allein Und auf dein wort gerichtet sein: Daß ich es freudig hör und thu, Gieb selber kraft und lust darzu. 9. Gieb, daß mein geist erfährt und schmeckt, Was uns dein wort für freud erweckt, Was er für leben, stärke, fraft Und süßigkeit der seelen schafft. 7. Ach mache alles wieder recht, Was Adams fall verrücket und verkehret. Bereite dir ein heiliges 10. Treib mich durch deinen geschlecht, Das dich im geist und guten geist; Durch seine kraft in der wahrheit ehret. Ach schaffe mir beistand leist, Daß er in doch, daß ich auch wieder neu mir die herrschaft führ, Herz, Und herrlich sei. sinnen, mund und that regier. 15 Von dem Werke der Heiligung, und zwar e 226 11. Weil dies nur aus dem glauben steigt, Der sich durch werke thätig zeigt: So gieb, daß sich durch deinen geist Mein glaub in reichen früchten weist. 12. Nimm, Jesu! mich in deine hut So troß ich aller feinde wuth: So sieg ich stets, mein heil! durch dich, So preis' ich dich dort ewiglich. 5. Du kennst mein herz, Herr Jesu Christ! Und forschest mein gewissen: Ach gieb, daß alle tück und list Daraus entweichen müs sen. Verleihe, daß ich mehr und mehr Mein thun und lassen richte: Was wider dein geheiß und ehr, Das mache selbst zunichte, Und mach mich täglich treuer. 6. Jch bitte mehr: ein weiser sinn Muß wahre christen leiten: Sie gehn nicht in den tag dabin, Noch nach dem lauf der zeiten. Der zweck, den ihr beruf vorhält, Ist ihnen stets vor augen: Die mittel werden auch gewählt, Die nüßlich sind und taugen; Sie können flüglich handeln. den Mel. Christ unser Herr zum 2c. 368.Mein ein Gott! ich nahe mich und tret' 3u deinem gnadenthrone. Ich opfre seufzer und gebet Vor dir in dei. nem sobne. Du willst, ich soll der heiligung In deiner furcht nachjagen; Verheißest auch ver- 7. Drum gieb mir, höchste mögen gnug, Den sünden abzu- weisheitsquell! Die klugheit der sagen; Ach gieb mir kraft und gerechten. Ach! sende selbst in guade! meine seel Den glanz von deinen rechten. Lehr mich, mein beil, und die gefahr Noch täglich besser kennen, Den unterschied, was falsch und wahr, Was gut und bös zu nennen: Ach! mach mich täglich flüger. 8. Und diese weisheit kann uns nicht Kalt und unfruchtbar lassen: Ein wahrer glaub thut seine 3. Ach treuer Gott! begabe pflicht, Und eilt auf Gottes stramich Mit solchem ernsten sinne, ßen: Er ist ein baum, der grünt Daß ich nichts lau und schläferig und blüht, und reiche früchte träIm christenthum beginne. Er- get; Ein feuer, welches immer wede, höchste fraft! mein herz, glüht; Ein leben, das sich reget, Daß ich beständig fämpfe, Auch Und ein geschäftig wesen. bis aufs blut mit ernst und schmerz Die bösen lüste dämpfe, Und nach dem kleinod ringe. * atmin * 9. Mein lebensfürst! gieb fri sche kraft Zum neuen geistesleben: 4. Wen nun ein rechter ernst Dein zweig zieht von dir seinen bewegt, Der reinigt sein gewissen; saft, Und fruchtbarkeit dein res Er wacht, wenn sich dasselbe regt, ben. Ach! daß ich eine tugend Geht mit gestärkten füßen: Es möcht' Darreichen aus der an muß sein auge heller sein, und dern, Und reiche glaubensfrüchte täglich reiner werden In Christi brächt', Ja allzeit würdig wanblute, der allein Bleibt unser licht dern! Du kannst und wirst es auf erden, und lehrt im lichte schaffen. wandeln. indianu numa 10. Wer reich au guten werken 2. Wo sich der glaube thätig kann Als Gottes werk beweisen: Da scheut man nicht, die schwere bahn Mit Gottes volk zu reisen; Man geht getrost den engen weg, Man dringet durch die pforte, So schmal sie ist, und sucht den steg Mit ernst nach Gottes worte, Der zu der krone führet. von der Erneuerung und Erhaltung in der Gnade. 227 ist, Bei dem wird Jesus woh-| kindlich gläube, Und mir getrost nen. Der trost, der unsre müh und unverzagt, Jedoch in demuth, versüßt, Kann alles reichlich loh- das zuschreibe, Was uns dein nen. schon wird Im vorschmack uns gegeben! O süße lindrung unsrer bürd'! O angenehmstes leben, Wo 6. Du, ist Jesus hütten bauet! erkläre meinem geist, Was deine vatertreue heißt. doi anir bilm unerschaffnes höchstes bingwesen! Hast vor der welt an mich gedacht, Und schon, da ich noch nicht gewesen, Den liebesvollen schluß gemacht, Daß ich soll dein in Christo sein, Befreit von aller fündenpein. 11. Herr! laß mich die beständigkeit In Jesu bei dir finden. Du wirst mich stärken in dem streit, Selbst vollbereiten, gründen. Ich halte mich, Herr! an dein wort, Das ich gehört, gelesen: Ach gieb mir fräfte, höchster abort! Und ein rechtschaffnes wesen: So hab ich volle gnüge. Mel. Wer nur den lieben Gott. 369.Mein Jein Gott! du weißt aufs allerbeste, Was mir gut und ersprießlich sei. Ach! seße du mein heil selbst feste; Weg mit dem eigenen gebäu! Gieb, daß mein herz auf dich nur bau, Und dir, mein Gott! allein vertrau. 2. Reiß alles weg aus meiner seele, Was dich nicht sucht und die sünd verhehle; So prüfe selbst je mehr und mehr Mein' innere beschaffenheit, Und gieb mir her zensreblichkeit. 3. Laß mich mit grund der wahrheit sprechen: Du bist mein abba, licht und heil; Du heilest alle mein gebrechen, Und schenkest mir an Christo theil: Du bist mein allerbester freund, Ders treu und herzlich mit mir meint. 4. Darf ich dich meinen vater nennen, abgrund der barmberzigkeit! So muß mir alles nußen können, Was man sonst heißet kreuz und leid. Denn wo radu, Gott! im herzen bist; Wird quch das bittre freuz versüßt. 5. Drum gieb, daß ich recht ist suisd tot 7. Dein sohn, mein Jesus, hat vollendet, Was du beschlossen vor der zeit; Hat schuld und strafen abgewendet, Erworben mir die seligkeit: Dein geist, der mir dies macht bekannt, Ist dessen sichres unterpfand. monst 8. Was soll ich von der güte sagen, Die ich sonst bis hieher gespürt? Mit der du mich in meinen tagen So wunderbar, doch treu geführt, Und welche mir in ewigkeit Noch ein unsterb lich gut bereit't? Hot 990 * 9. Nun, Herr! ich falle dir zu füßen, Und bitte dich, o höchbuld genießen, Und mehre meine liebesgluth. Verleih, daß meine lieb' und treu Auch gegen dich recht herzlich sei. 10. Jch bin nun auf so viele weise, Mein treuer Gott! dein eigenthum; Drum halte mich auch, dir zum preise, zu deines großen namens ruhm, In una schuld und gerechtigkeit, Und führ mich zur vollkommenheit.#g 11. Du mußt das gute selbst vollbringen: Drum lenke worte, that, verstand, Und reiche mir in allen dingen Aus gnaden deine vaterhand: Weil hier nicht fleiß noch eigne kraft, Nur bein ers barmen alles schafft. nation o 12. Legst du was auf; so hilfs 15* 228 Von dem Werke der Heiligung, und zwar auch tragen. Gieb nur geduld in 5. Den glauben, den er mir leidenszeit, Und sei in gut- und geschenkt, Den wird er mächtig bösen tagen Mein rath, mein trost stärken. Die kraft, die er in mich und meine freud. Gieb demuth, gesenkt, Wird keinen abgang mereinfalt, lieb und zucht: Was ken. Er wird durch seines geifalsch und stolz ist, sei verflucht. stes trieb mich schwachen vollbereiten, Gründen, leiten. Er hat mich zärtlich lieb; Drum wird mein fuß nicht gleiten. 6. Führt er mich selbst in kampf und streit; So wird er mich auch schüßen: Wenn nur gebet und wachsamkeit Die kräfte unterstüßen. Fall ich, so wird er mich, sein kind, Nicht hülflos liegen lassen, Noch mich hassen. Ach nein, er Mich bei der 13. Nun, amen! es sei fest is geschlossen, Bleib über mich, o geisteskraft! Stets reich- und täglich ausgegossen, Die einzig alles gute schafft; So bleibts in ewigfeit dabei, Daß du mein, und ich deine sei. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu. 370. Mein treuer Gott! dein gutes werk, kommt geschwind, Das in mir angefangen, Muß hand zu fassen. ganz allein durch deine stärk Zu seinem ziel gelangen. Soll ich, bis in den tod getreu, In deinem dienste bleiben, und bekleiben; Go stehe du mir bei, Im glauben frucht zu treiben. 2. Es fehlet mir an feinden nicht, Die wider mich stets rasen; Der satan sucht das kleine licht Des glaubens auszublasen. Die welt ist auch auf ihrer hut, Mich mit geheimen tücken Zu bestricken. Mein eigen fleisch und blut Sucht selbst mich zu berücken.d 3. Doch, vater! deine treu und macht, Doch, mittler! dein vertreten; Doch, geist der gnaden! Dein licht ist vom wechsel frei! deine macht, Dein trieb zum kampf Du bist in jedwedem werke Heilig, und beten Wird alles, was mir wahrhaft und getreu: Ach! ich schaden bringt, Ja selbst den wei- flage dir mit leid Meine unbeten rachen Jenes drachen, Der ständigkeit; Denn mein Herz ist sonst so viel verschlingt, Bei mir gleich den wogen, Leicht bewegt zu schanden machen. und bald betrogen: 14. Die in der liebe Läßt sich der Herr nicht nehmen. und liebe, Bald durch ehre, ruhm Mein vater wird sein armes kind und geld, Bald durch böse wolIm hoffen nicht beschämen. Mein lusttriebe und durch ärgerniß der hirt läßt auch das kleinste lamm Nicht welt; Bald treibt die verfolgung in der noth verschmachten: Drum mich, Bald die armuth hinter sich; wird achten Auf mich mein bräu- Bald macht sonsten eine seuche, tigam, Und mir zu helfen trachten. Daß ich von dem höchsten weiche. 2. Bald CE og ambi 7. Er bleibet mir, ich ihm getreu: Kein tod, kein schmerz, kein leiden: Nicht furcht, nicht lust, nicht schmeichelei Soll uns verbundne scheiden. Was er zusammen hat gefügt, Wird kein geschöpfe können Jemals trennen. Wohl mir, ich bin vergnügt! Ich darf mich selig nennen. Von der Gnadenversiegelung des heiligen Geistes. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 371. Gott der stärke! F rommer vater, von der Erneuerung und Erhaltung in der Gnade. 229 3. Sch bekenne, Herr! wie lebe, Meinen geist mit deinem billig, Ich bekenn's mit weh und geist, Der ein sichres zeugniß gebe, ach: Oftmals scheint mein geist Daß du mich dort erben heißt. zwar willig; Aber ach! mein fleisch Zeichne meine stirn und herz, ist schwach. Ach! ich bitte, rechne Daß der feind weich' hinterwärts, du mir nicht solche sünde zu, Und mich niemand dir entreiße, Weil wir arme deine gaben Nur Weil ich dir versiegelt heiße. in mürben scherben haben. 4. Ach! befestige mein herze; Nur die gnade macht es fest, Daß mich unter allem schmerze Muth und hoffnung nicht verläßt. Deine ehre, furcht und ruhm Sei mein einig eigenthum. Lehr mich aller gunst und schäßen Deine liebe vorzusetzen. 10. Mach mich auf den grund erbauet, Den man unbeweglich nennt, Wo man dieses siegel schauet, Daß mein Gott die seinen kennt: Nimm durch deine Gottesmacht Meine seligkeit in acht, und bewahre mich im sterben Noch als deinen himmels erben. 5. Laß den allertheursten glauben Und die hoffende geduld Mir nichts auf der erden rauben. Steh mir bei mit deiner huld, Daß ich, Herr! von deiner treu Ewig unzertrennlich ſei. Gieb mir aber alle stunden Neue kraft aus Christi wunden. 6. Laß den undank dieser erden Und den hohn der ganzen welt Mir nicht zur versuchung werden, Wenn das leiden mich befällt: Denn es ist der christen freud, Leiden um gerechtigkeit: Laß mich dein verheißen fassen, und mich fest darauf verlasſen. 7. Gieb ein herze, das im glücke Nicht verwegen, stolz und frei, Und i widrigem geschicke nicht verzagt noch mürrisch sei. Zieh mein herz mit großmuth an, Daß es etwas wagen kann, Und nicht vor dem kampf und siege Schon ermüdet unterliege. 8. Wehre allem trug vom teufel, Der die wahrheit will verdrehn. Laß mich wider allen zweifel Auf der wahrheit Gottes stehn; der pfeile schwefelgluth, Nur aus deines wortes gründen Kräftig möge überwinden. Von dem Gnadenstande. Mel. 8. Jesus, meine zuversicht. 372. Jeſu! kesu! wenn ich mein gemüth Christlich in mich selber lenke, Und den reichthum deiner güt', Meine seligkeit, bedenke; So dünkt mir, als wär ich schon Dort um deinen gnadenthron. in 192 2. An dem schnöden sündenwust Mag mein herz denn nicht mehr kleben, Ich verspüre kraft und lust, Heilig und nach Gott zu leben: Ich bin reiner freuden voll, Mir ist überschwänglich wohl. 3. Dir sei dank, preis, ehr und macht, Jesu, der du durch dein sterben mir das heil hast wiederbracht! Du machst mich zum himmelserben In der taufe, wo dein blut Alle meine schuld abthut. 4. Dieses macht mich rein und schön, Daß ich ohne fehl und flecken Kann gerecht vor Gott bestehn: Dies kann alle schuld bedecken. Deine unschuld, Jesu Macht mich, wie du ſelber bist. 5. Höll und teufel sind gefällt, Ihre macht hat weichen müſ* 9, Herr! versiegle, weil ich sen. Diese höchst verderbte welt da Von dem Werke der Heiligung, und zwarou 230 Tret' ich ritterlich mit füßen: Und weil ich in Christo bin, Ist auch sterben mein gewinn. 6. Donnert das gesetz und blizt Schrecklich über alle bösen? Hie steht Christus, der mich schüßzt, Der mich kann vom fluch erlösen, Deffen thun vor Gott so gilt, Als hätt ich es selbst erfüllt. ser herz sich dir ergiebt, Und treu in Jesu dienst sich übt; Wie groß wird sie einst werden, Wenn sich Herrlich Jenes leben Wird anheben, Wo man freuden Erntet von der saat der leiden! ve 7. Er, der aller heiland heißt, Hat lust in mein herz zu ziehen, Und mir seinen werthen geist Als ein liebespfand verliehen: Gott fehrt selber bei mir ein, Nun muß ich sein erbe sein. 2. D! wie erhaben ist das recht, Das du uns giebest, dein geschlecht Und bundesvolk zu heißen! Bei dir ist unser vaterland; Und wer will deiner starken hand, Allmächt'ger! uns entreißen? Wenn wir Gleich hier Müssen streiten, Und zu zeiten Schwach uns finden, Hilfst du uns doch überwinden. 3. Du deckest unsre sünden zu, Schenkst unsern seelen wahre ruh, brechlich ist sohn haupt und ruhm; Und stärkest uns mit freude. Dein 8. Schweig, vernunft! und fage nicht, Sch sei elend und geDenn mein glaub' an Christum unaussprechlich. Niemand schrecke Wir sein erkauftes mich forthin, Weil ich hier schon selig bin. D eigenthum, Und schafe seiner weide. Gutes Muthes Sind auf erden In beschwerden Unsre seelen. Herr! was kann bei dir uns fehlen? 9. Tilg, o Gott! mein schutz und ruhm: Was den glauben sucht zu stören, Laß dein evangelium, Tanf und abendmahl mich nähren: Dies laß mir in freud und pein Meine feelenweide sein. 4. Es bleibet zwar der hohe werth Der gnade, die uns widerfährt, Verborgen hier auf erden. Doch, wenn dereinst vor aller 10. Und an diesem himmels- welt Er, unser haupt, gerichtstag brot Will ich mich so lang erhält; Dann wird er sichtbar wergeßen, Bis du mich einst durch den. Alsdann Sieht man, Ihn den tod In den himmel wirst ver- mit kronen Uns belohnen, Und seben: Da seh ich vollkommen ein, mit ehren Für sein treues volk Was es sei: ganz selig sein. erklären. Von der Herrlichkeit der Gerechten. 5. Wie wohl, o Gott! sind christen dran! Wie viel hast du an uns gethan; O! laß uns unsre würde Vor augen haben jederzeit! So tragen wir mit willigfeit Der kurzen leiden bürde, Herr! feligkeit, Gott! gieb Den trieb In die seelen, schon in der prüfungszeit, Selbst Dich zu wählen, Und das leben unter viel beschwerden; Wenn un-| Ganz zu Jesu dienst zu geben. Mel. Wie schön leucht't uns der. 373. Wie groß ist unsre mit VI. Von der Gnadenwahl. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 374. einen frohen blick In den ab. grund deiner güte! Send ihm ge wge liebe! mein ge müthe Thut jetzt einen blick zurück, Einen blick von der Gnadenwahl. 231 voll heiterkeit, Der die finsterniß| Wer nicht gläubt an deinen sohn, zerstreut, Die mein blödes auge Der hat fluch und tod zum lohn: drücket, Wenn es nach dem lichte Sein muthwillig widerstreben blhtet. Schließt ihn aus von heil und vangl leben. 8. Liebe, dit sei løb gesungen Für den höchst gerechten schluß, Den das lob, verklärter zungen Rühmen und bewundern muß, Den der glaub in demuth ehrt, Die vernunft erstaunend hört, Und umsonst sich unterwindet, Wie sie dessen tief ergründet. 9. Liebe! laß mich dahin streben, Meiner wahl gewiß zu sein. Richte selbst mein ganzes Leben So nach deinem willen ein, Daß des glaubens frucht und kraft, Den dein geist in mir geschafft, Mir zum zeugniß dienen möge: Ich sei auf dem himmels wege. 2. Ich verehre dich, o liebe! Daß du dich erbarmet hast, Und aus unverdientem triebe Den erwünschten schluß gefaßt: Der in fluch versenkten welt, Durch ein theures lösegeld, Durch des eignen sohnes sterben Gnad und freiheit zu erwerben. 3. O ein rathschluß voll erbarmen, Voller huld und freundlichkeit, Der so einer welt voll armen Gnade, trost und hülfe beut! Liebe, die den sohn nicht schont, Der im schooß des vaters wohnt, Um die sünder zu erretten Aus den schweren sünden. fetten. 4. Doch du hast, o weise liebe! Eine ordnung auch bestimmt, Daß sich der darinnen übe, Der am schauen segen antheil nimmt. Wer nur stehn. 10. Laß mich meinen namen In dem buch des lebens Denn so werd ich ohne an den mittler gläubt, Und ihm grauen Selbst dem tod entgegen treu ergeben bleibt; Der soll nicht verloren gehen, Sondern heil und leben sehen. gehn. Keine freatur wird mich, Den du liebtest ewiglich, Deiner hand entreißen können, Noch von deiner liebe trennen. 3. Diesen glauben anzuzünden, Der ein werk des himmels heißt, Läsfest du dich willig fin- Mel. Jesu, meines lebens leben. den, Deinen theuren guten geift 375. Wer will, was weit stehn, auserwählet, Was ihr unvermögen sehn, Und zum thron der gnaden eilen, Gern und willig mitzutheilen. 6. Wo du nun vorher gesehen, Daß ein mensch auf dieser erd Deinem geist nicht widerstehen, Noch sein werk verhindern werd; Sondern ohne heuchelschein Werd im glauben feste sein: Diesen hast du auserwählet Und den deinen zugezäblet. 7. Du hast niemand zum verderben Ohne grund in bann gethan, Die in ihren sünden sterben, Die sind selber schuld daran. er selbst gerecht gemacht, und zu feinen findern zählet, Zu verklagen sein bedacht? Weil Gott, die sonst fündenknechte, Selbst er fläret für gerechte. Gott ihr freund und heil ist hie, Wessen macht verdammet sie? 2. Hier ist Chriftus, der gestorben, Ja auch auferwedket ist, Welcher durch sein blut erworben, Was geraubt des satans lift: Dieser sizet Gott zur rechten, Seine schafe zu verfechten; Er vertritt uns stets bei Gott, Und erlöst aus aller noth. Von der Gnadenwahl. 232 3. So wird uns nunmehr nichts scheiden Von des höchsten liebestreu, Keine freude, keine leiden; Seine huld bleibt ewig neut. Kreuz, verfolgung, trübsal, schmerzen Trennen nicht mehr unsre herzen: Wir besiegen freuz und noth, Hunger, schwert, gefahr und tod. 3. Für deinen geist der gnad' und liebe, Der glauben wirkt in unserm geist; Für dieses glaubens kraft und triebe, Durch die sich deine macht beweist; Für die befestigung darin, Dankt dir mein neugeschaffner sinn. 4. Für dein so tröstliches versprechen, Daß deine gnade ewig 4. Werden wir auch, wie ge- sei, Wenn berge weichen, hügel schrieben, Durch den ganzen tag brechen, Steht doch dein bund gekränkt, Zu der schlachtbank hingetrieben, und mit bitterkeit getränkt: O dies ist uns ja kein schade, Denn wir haben Gottes gnade; Ja wir überwinden weit, Denn Gott liebt uns jederzeit. und deine treu; Wenn erd und himmel sinkt und fällt, So bleibt doch Gott, der glauben hält: 5. Ja ich weiß gewiß, und glaube, Daß kein leben, daß kein tod Mir die liebe Gottes raube, Ob gleich welt und hölle droht: Weder macht noch seltne werke, 6. Ja, mund und herze soll Fürstenthümer, engel, stärke, Noch dir danken; Doch bittet auch mein was jetzt und künftig ist, Schei- herz und mund: Laß weder mund den mich von Jesu Christ. 5. Für deine theursten sakramente, Als siegel der gerechtigfeit, Wo du, damit ich glauben könnte, Der wunder denkmal selbst geweiht: Für diese gnade in der zeit Dankt dir mein herz in ewigkeit. noch herze wanken, Und gründe mich auf diesen grund. Erhalte nur durch deine treu Mich bis in meinen tod dabei. 6. Weder was man hoch und prächtig, Oder tief und niedrig nennt, Noch sonst ein geschöpf ist mächtig, Daß es mich von Jesu trennt, Daß es mich von Gottes liebe, Und von seiner gnade triebe, Die allein in Jesu Christ, Meinem Herrn und heiland, ist. 7. Und fechten satan, welt und lüfte Mich in dem bösen stündlein an; Gieb, daß ich mit dem schild mich rüste, Der satans pfeile löschen kann. Doch, weil ich schwach bin, so laß du Kein allzu stark versuchung zu. Mel. Wer nur den lieben Gott. 376. H err von unendlichem 8. Laß mir dein allgemein ererbarmen! Du un- barmen, Das allgemeine löseergründlich liebesmeer! Ich danke geld, Den allgemeinen ruf der dir mit allen armen, Und mit armen, Den allgemeinen trost dem ganzen christenheer, Für deine der welt, Die mittel, die auch huld in Jesu Christ, Die vor allgemein Des glaubens feste der welt gewesen ist. gründe sein. 2. Für dein so allgemein er- 9. Du gabst auch mir den ruf lösen, Für die bezahlung aller der gnaden, Auch ich erhalte theil schuld, Für den beruf an alle bösen, daran: Es lag mein herz in gleiUnd für das wort von deiner chem schaden, Drum ist auch gnad huld, Ja, für die kraft in deinem für mich gethan. An deinen worwort Dankt dir mein herze hier ten, trost und heil Hab ich auch und dort. din insbesondre theil. mi 49 818 fe 10. An diesem kann ich nun| neben, Es reiße weder lust noch erkennen, Daß ich dein kind in pein Mich von der liebe Gottes gnaden bin. Du willst mir selbst hin, Weil ich in Jesu Christo bin. die ehre gönnen, Du gabst den sohn für mich dahin: Und der ward sündern zugezählt, In dem du sünder auserwählt. blus 12. Tod, leben, trübsal, angst und leiden, Was welt und hölle lisd in sich schließt, Nichts soll mich von der liebe scheiden, Die da 11. Laß mich in liebe heilig in Christo Jesu ist: Ja, amen, leben, Unsträflich, dir zum lobe, vater aller treu! Zähl mich den sein: Versichere mein Herz dar- auserwählten bei. IV. Von den Gnadenmitteln, Von dem Worte Gottes.gilis d 0233 als Worte Gottes. 5. Deff'n uns die ohren und das herz, Daß wir dein wort recht fassen; In lieb' und leid, in freud und schmerz Es aus der acht nicht lassen: Daß wir nicht hörer nur allein Des wortes, sondern thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. 2. Drum sind vor zeiten ausgesandt Propheten, deine knechte, Daß durch dieselben würd bekannt Dein will' und deine rechte. Zum 6. Am weg' der same wird so fort Vom teufel hingenommen: In fels und steinen kann das wort Die wurzel nicht bekommen: Der saame, der in dornen fällt, Von letten ist dein lieber sohn, sorg und wollust dieser welt VerO vater! von dem himmelsthron Selbst kommen, uns zu lehren. I. Von dem Mel. Es ist das heil uns kommen. 377, Wir ir menschen sind zu dem, o Gott! Was geistlich ist, untüchtig: Dein wesen, wille und gebot Ist viel zu hoch und wichtig: Wir wissens und verstehens nicht, Wo uns dein göttlich wort und licht Den weg zu dir nicht weiset. dirbet und ersticket. * 7. Ach hilf, Herr! daß wir werden gleich Dem guten fruchtbarn lande, Und sein an guten werken reich In unserm amt und stande, Viel früchte bringen in geduld, Bewahren deine lehr und huld In feinem guten herzen. 4. Hilf, daß der frechen spötter hauf Uns nicht vom wort abwende: Weil ihr gespött sammt ihnen drauf Mit schrecken nimmt ein ende. Gieb du selbst deinem* 9. Dein wort, o Herr! laß donner kraft, Daß deine lehre allweg' sein Die leuchte unsern in uns haft, Auch reichlich bei füßen: Erhalt es bei uns klar und uns wohne. rein: Hilf, daß wir braus genießen 8. Laß uns, so lang wir leben hier, Den weg der sünder meiden. Gieb, daß wir halten fest an dir, In anfechtung und leiden. Rott aus die dornen allzumal, Hilf uns die weltsorg überall Nebst bösen lüften dämpfen. 3. Für solches heil sei, Herr! gepreist, Laß uns dabei verbleiben, Und gieb uns deinen heilgen geist, Daß wir dem worte gläuben: Daß wirs annehmen jederzeit Mit sanftmuth, ehrfurcht, lieb' und freud, Als Gottes, nicht der menschen. 234 CAS Von dem Worte Gottes. Kraft, rath und troft in aller ferne: Nicht kalt, gleichgültig, noth, Daß wir im leben und im schläferig Die predigt hör und tod Beständig darauf bauen. lerne. Der sørgen dørn, Geiz, neid und zorn, Der wollust feuer dämpfe. Ach! steh bei mir, Wenn ich allhier Mit sünd und zweifel kämpfe. * 6. Erhalt uns, Herr! dein wort Zu unsers herzens Daß es uns schein' im dunkeln ort, Und unsre seelen weide. Hilf, daß mirs ißt Zur lehre nüßt, Des glaubens werk dein angesicht In zu stärken, Zur besserung, Zur züchtigung, Zu allen guten werken. 10. Gott vater! laß zu deiner ehr Dein wort sich weit ausbreiten. Hilf, Jesu! daß uns deine lehr Erleuchten mög' und leiten. beilger geist! dein göttlich wort Laß in uns wirken fort und fort theures Glaub, lieb', geduld und hoffnung. freude, Mel. Hilf mir, mein Gott! hilf. 378. Mein Gott! du zeigst deines wortes spiegel, Dasselb' ist uns ein helles licht, Ein theures pfand und siegel: Oheilger geist! Dein wort selbst weis't, Daß du die lehrer treibeft, Da du dies wort Für jeden ort Durch deinen griffel schreibest. 2. Ist dein geheimniß tief und schwer: So giebt dein wort doch Klarheit. Ist die vernunft gleich wüst und leer; Dein wort führt in die wahrheit, Lehrt, straft, Mel. Von Gott will ich nicht. verbeut, Vollführt den streit; 379 Eikenne mein gemüthe! Gott Die ist unzählig, Hat himmelskraft Und lebenssaft, und macht uns endlich felig. 01 7. Hilf, daß ichs auch mit freud'gem muth Vor aller welt bekenne, Und stets in angst und trübsalsgluth Es meinen labsal nenne. Die letzte noth Ist end und tod, Laß mich der hoffnung trauen, Wer in der welt Dein wort nur hält, Der wird den tod nicht schauen. ist: Aus dessen licht und güte Dir diese wohlthat fließt, Daß er 3. O morgenstern! o manna- die heilge schrift Dir hat zum thau! O angenehmer regen! licht gegeben, und darin, dir immer grüne seelenau! In dir zum leben, Den bund mit dir ist heil und segen. Drum sei gestift. gepreist, O heilger geist! Für 2. Gott, der erbarmer, sabe diese theure gaben: Ich will hin- Uns in der blindheit stehn; Es fort An diesem wort Mein licht ging ihm herzlich nahe, Solch und labsal haben. elend anzusehn. Sollt er nun unterricht Nebst den erleuchtungsgaben Zurückgehalten haben? O nein! das konnt er nicht. 4. Ach Herr! bewahr vor menschentand, Vor falscher lehr und rotten: Bring nicht den hunger in das land, Laß uns des worts nicht spotten; Daß man die lehr Nur lautlich hör', Und doch darnach nicht thäte. Ja, stoß doch nicht Dies helle licht Von seines leuchters stätte. 5. Hilf, daß ich nicht aus leichtsinn mich Von der gemein ent3. Vielmehr erwählt' er knechte, Gab ihnen alles ein, Was uns zum licht und rechte Von nöthen möchte sein; Er lenkte hand und mund, Daß alles, was sie dachten, Und in die schriften brachten, Von und aus ihm entstund. 4. Ein heide schreibt und gläu Von dem Worte Gottes. 235 bet, Daß Gott und tugend sei: Mel. Ach Gott und Herr 2. Doch was er sagt und ſchreibet, 380, Gon auf fein wort ott Kommt Gottes schrift nicht bei: Und Ihr bleibt an alterthum, An Soll meine seele trauen. Ich richtigkeit und wahrheit, An weis- wandle hier, Mein Gott! vor dir h heit, kraft und klarheit Allein der Im glauben, nicht im schauen. preis und ruhm. if on 2. Dein wort ist wahr; Laß 00 immerdar Mich seine kräfte schmecken. Laß keinen spott, Herr mein the Gott! Mich von dem glauben schrecken. 5. Was man sonst nirgend findet, Und Gott alleine weiß, Was kein verstand ergründet; Das lehret sie mit fleiß; Weil durch fie Gottes geist, Gott, dessen 3. Wo hätt ich licht, Wofern wesen, werke, Und willen, kraft mich nicht Dein wort die wahrund stärke, Ja jenes leben weist. heit lehrte! Gott! ohne sie Verstünd ich nie, Wie ich dich würdig ehrte. 6. Sie trägt die höchsten sachen In tiefster einfalt vor, Und kann doch weise machen: Sie führt zu Gott empor: Sie schenket dem gemüth Ein solch verklärt gesichte, Daß man im glaubenslichte Gott recht ins herze sieht. 4. Dein wort erklärt Der seelen werth, Unsterblichkeit und leben. Zur ewigkeit Ist diese zeit Von dir mir übergeben. that 5. Den ewgen rath, Die misſe7. Sie reißt durch eigne stärke Der fünder zu verfühnen, Das reich der sünden um, Und Den fennt' ich nicht, Wär mir bauet neue werke Durchs evan- dies licht Nicht durch dein wort gelium. Sie stößt ein sündlich erschienen. herz Erst in die hölle nieder; Und 6. Nun darf mein herz In reu führt doch solches wieder Durch und merz Der sünden nicht tröstung himmelwärts. eliverzagen. Nein, du verzeihst, Lehrst meinen geist Ein gläubig abba! sagen. 8. Sie dient sich zum beweise, Daß sie vom himmel sei. Der geist stimmt, ihr zum preise, Mit 7. Mich zu erneun, Mich dir seinem zeugniß bei. Es haben zu weihn, Ist meines heils gehier und dort Blutzeugen sie geschäfte. Durch meine müh Verpriesen, und durch den tod bemag ichs nie; Dein wort giebt wiesen, Sie sei das lebenswort. mir die fräfte. 9. Kein buchstab ist entfallen, 8. Herr, unser hort! Laß uns Der nicht erfüllet fei: Der aus dies wort; Denn du hasts uns gang tritt in allen Den weissa- gegeben. Es sei mein theil, Es gungen bei. Vermag nun Gott sei mir heil, Und kraft zum ewallein Weissagung vorzutragen; gen leben! So kann mein glaube sagen: Die schrift muß göttlich sein. Mel. Gott des himmels und zc. 10. Weblan, geliebtes berze: 381. T 381. Totes munde, heures wort aus Weil Nimm Gottes zeugniß an; es im größten schmerze Dich himm- Das mir lauter honig hegt! Dich lisch trösten kann. So wenig allein hab ich zum grunde Meiner Gott betreugt, So wenig kann seligkeit gelegt. In dir treff ich es lügen, Noch auf dem wege alles an, Was zu Gott mich trügen, Den es zum himmel zeigt. führen kann. hos for a Al 30th 236 Von dem Worte Gottes. 2. Will ich einen vorschmack Mel. O Gott, du frommer Gott. haben Jener reinen seligkeit: So 382. Du willst, Gott! daß du mich herrlich laben: mein herz Zur Weil mir deine süßigkeit Himm- heiligung genese; Drum gieb, daß lisch manna reichlich schenkt, Mich ich dein wort Oft und mit anmit lebenswasser tränkt. dacht lese: Das wort, das deinen rath Von unserm heil enthält. Dank sei dir für dies wort, Den größten schaß der welt. 2. Erfülle mein gemüth Mit ehrfurcht und vertrauen, Mit lust und frommem ernst. Dadurch mich zu erbauen. Du bists, der in der schrift zu meiner seele spricht. 4. Geist der gnaden, der im worte An des höchsten herz mich legt! Deffne mir die himmelspforte, Daß mein geist hie recht erwägt, Was für schäße Gottes hand Durch sein wort mir zugewandt. segne doch an mir, Herr! deinen unterricht. 3. Mein Gott! vor welchem ich Jeßt meine hände falte, Gieb, 5. Laß mich stets in dessen daß ich allezeit Dein wort für schranken Frei von eitlen sorgen wahrheit halte; Und laß mich sein; Schließe sinnen und gedan- deinen rath Empfindungsvoll verken In ein stilles wesen ein, Daß stehn, Die wunder am gesez, Am die welt mich gar nicht stört, wort vom kreuze sehn. Wenn mein herz dich reden hört. 6. Gieb dem saamkorn einen acer, Der die frucht nicht schuldig bleibt, mache mir die augen wacker; Und, was hier dein finger schreibt, Präg ins herz mir kräftig ein; Laß den zweifel ferne sein. 4. Du, aller wahrheit Gott! Kannst mich nicht irren lassen. Untrüglich ist dein wort. D! laß mich daraus fassen, So viel mein heil verlangt. Du bists, der weisheit giebt, Wenn man sie redlich sucht, Und aus gewissen liebt. 5. Gieb, daß dein kräftig wort 7. Was ich lese, laß mich mer- O Gott! mein herz stark rühre: ken, Was du sagest, laß mich thun. Und daß ich mir den spruch Oft Wird dein wort den glauben stär- zu gemüthe führe, Der mich vor ken, Laß es nicht dabei beruhn; andern rührt. O! stärke mich Sondern gieb, daß auch dabei durch ihn, Mit ernst und munIhm mein leben ähnlich sei. a terkeit Das gute zu vollziehn. 8. Hilf, daß alle meine wege 6. Um tugendhaft zu sein, DaNur nach dieser richtschnur gehn. zu sind wir auf erden. Wer Was ich hier zum grunde lege, deinen willen thut, Den läßt du Müsse wie ein felsen stehn; Daß inne werden, Die lehre sei von mein geist auch rath und that dir, Die uns die bibel giebt; In den größten nöthen hat. Man lernt ihr wort verstehn, Wenn man es treulich übt. 9. Laß dein wort mir einen spiegel In der folge Jesu sein: Drücke drauf ein gnadensiegel, Schleuß den schaß im herzen ein. Daß ich fest im glauben steh, Bis ich dort zum schauen geh. 3. Du mein paradies auf erden! Schleuß mich stets im glauben ein. Laß mich täglich klüger werden, Daß dein heller gnadenschein mir bis in die seele dringt, Und die frucht des lebens bringt. 7. Spricht sie geheimnisvoll: So laß mich dies nicht schrecken. Ein endlicher verstand Kann dich nie ganz entdecken. Du bleibst unendlich hoch. Was du selbst mir kaiblry 20 Von dem Worte Gottes. nad 1000 20237 19 erklärt, Nichts was mein wit| Von deinem wort mich schmecken; verlangt, Ist meines glaubens Und dieses gut In mir die gluth afwerth. Der gegenlieb' erwecken. da 8. Sich seines schwachen lichts Bei Gottes licht nicht schämen, Ist ruhm; und die vernunft Alsdenn gefangen nehmen, Wenn Gott sich offenbart, Ist der geschöpfe pflicht; Und weise demuth ists, Das glauben, was Gott spricht. 9. Erinn're mich hieran, Herr! wenn mich zweifel kränken. Hier bin ich kind; doch dort Wirst du mehr licht mir schenken. Dort wächst mit meinem glück Mein nilicht in ewigkeit; Dort ist die zeit des schaun's, Und hier des bilglaubens zeit. 3. Verleih auch deinen guten geist, Der alles das versiegle, Worin dein wort mich unterweist; Daß ich mich drin bespiegle, Und immerdar, Das, was ich war, Und was ich bin, erkenne: Auch niemals mehr Von deiner lehr In sünd und irrthum renne. di 10. Find ich in deinem wort scheiden. Noch manche dunkelheiten: So laß mich einen freund, Der mehr Mel. Wo Gott der Herr nicht. als ich sieht, leiten. Ein for- 384. feele! welche feligverstand, sich der keit allhier 11. Stets sei dein wort mir werth! Es ist mein glück auf erden, Und wird es einst noch mehr In jenem leben werden. Nie irre mein gemüth Des bibelfeindes spott; Die lehre, die er schmäht, Bleibt doch dein wort, o Gott! 4. Gieb meinem glauben stärk und kraft, Die alles kann vollbringen, Damit, durch dessen eigenschaft, Ich ritterlich kann ringen, Und freuz und noth, Ja gar den tod Viel eher mag erleiden, Als daß ich hier Vom wort und dir Mich ließ aus kleinmuth schrift geweiht, Ein angefochtnes auf erden Von deinem schöpfer herz Hebt manche dunkelheit. zubereit! Da er dir fund läßt werden Sein theures wort voll lebenssaft, Das eine wahre Gotteskraft Und leben mit sich führet. 2 2. Gleich wie auf grüner aue sich Ein hungrig schäflein füllet, Und seinen durst gar emsiglich Am frischen waffer stillet; So kann dein wort zu aller zeit Mit heil, trost und zufriedenheit Mir meine Mel. Durch Adams fall ist ganz. ein wort, Herr! ist 383. De rechte lehr, Ein feel erquicken. Ein licht, das uns erleuchtet. schild zu unsrer gegenwehr, Ein thau, der uns befeuchtet: Ein stärkungstrank, Wenn wir uns krank An seel und geist befinden: Ein festes band, Das unsre hand Mit deiner kann verbinden. 3. Denn was ich suche find' ich dort; Und was mir noth zu haben, Zeigt mir dein seligmachend wort. Das kann mich kräftig laben. Dein edles wort begreift in sich, Was tröstet und erfreuet mich Im leben und im sterben. 2. So führe denn auf rechtem 4. Aus deinem honigsüßen wort npfad, Durch dies dein licht, mich blinden. Laß mich, durch deinen schuß und rath, Den satan überwinden. Laß allezeit Die süßigkeit Lern ich dich selbst erkennen, Und Jesum meinen treuen hort, Mein licht und leben nennen: Ja dieses wort zeigt mir den geist, 238 Von dem Worte Gottes ed monis Des erbes pfand, das du verheißt Vor der Betrachtung des sp Uns sterblichen zu geben. third 5. Will mich gleich fünde, höll Mel. Gott, du frommer Gott. göttlichen Wortes." en und tod, Und welt und teufel dfgzeugt die schrift, Der höllen pest, small des todes gift, Der alles übergrid wunden. 000 schrecken; So kann dein wort in 385. Mein Gott! ich will solcher noth Gewissen trost er anjetzt Dein heilig mwecken: Denn Christus ist, so wort erwägen; Ach! gieb doch gnädiglich Mir hierzu deinen segen, Damit ich dein gebot Darinnen recht versteh, und aus der finsterniß Zum licht des lebens geh. 2. Ich bin blind von natur Durch angeerbte sünden, Und selbst Den kann nicht von mir weg zum himmel finden; Jedoch dein wort ist mir Ein leitstern in der nacht, Daß ich durch desſen ohit maig 6. Wenn mir die welt viel trübsal macht, Wenn mich gefahr dong umgeben: Quält mich verfolgung tag und nacht, Muß ich in kummer leben, Kommt krankheit, schmerz und selbst der tod; So sing kann dein wort, o trener Gott! Mich immer kräftig trösten. 3. Drum gieb mir deinen geist, Der mich zum lichte führe, Mein sonst verfinstert herz Mit wahrer tugend ziere, Daß glauben, hofffraft, nung, lieb' In vollem wachsthum fei, Und meine gottesfurcht Bleib' ohne heuchelei. 7. Dein wort ist meines lebens licht, Das lehrt mich richtig gehen, und bei der fünder rotte nicht In ihrem rathe stehen. Dein wort giebt meiner seele Es ist das holz, des lebenssaft Uns lieb' und glauben stärket. 8. Drum laß mir, Herr! dies edle wort Nicht aus dem herzen reißen. Ja laß es, Jesu! fort und fort Mein trost und labsal heißen. Erhalte mir es klar und Trein: Denn ohne dessen glanz und schein Ist all mein thun verloren. 9. Gieb, daß ich auf dies wort stets acht' mit denken und mit id sinnen, Und davon rede tag und de nacht. Laß michs so lieb gewinards nen, Daß dessen heil und süßigalteit In allem schmerz, in augst und leid Mein troft und stärke aid bleibe. Naj Said 10. Ja, laß mich, kommt der dvise tod herbei, Dies wort von Jesu már hören, Daß er mein' auferstehung ver Hasſei: Dann laß mich zu dir teh iren, und freudig sterben, weil 10: Nach der Betrachtung des göttlichen Wortes. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 386, Liebster Seju, liebstes leben! Deine güte sei gepreist. Daß du mir dein er spricht: Die sterben nun und wort gegeben, Das mich herrlich sid nimmer nicht, Die feste an mich unterweist, Das zur seligkeit mich hun hingläuben. olehrt, Warnet, bessert, straft, na 4. Verleihe, daß ich das, Was dir zuwider, hasse! Das gute aber Denn wer ein hörer nur, Und auch zu thun nicht unterlasse. nicht ein thäter, ist; Dem hilft das wissen nichts, Der ist kein wahrer christ. 5. So hilf nun, treuer Gott! Daß ich dein wort recht höre. euch du mein herz nach dir, Daß Lenk nichts die andacht störe. alle sinnen jetzt Nur blos auf dich allein, Daß ich kann nach der zeit Ein himmelserbe sein. und zwar von dem Geseße. 239 bekehrt, Auch, wenn kreuz und rächen; Den ehebund nicht bretrübsal drücket, Mich mit süßem trost erquicket. chen; Dem nächsten nicht sein gut entziehn; Nicht fälschlich zeugen wider ihn; Nicht böse lüste nähren; Was bös ist, nie begehren. Herr! wie erfüll ich dein gebot? Ich fühl, ich bin zum guten 2. Gieb, daß ich dein wort recht liebe Ohne schein und heuchelei, Daß ich mich darinnen übe, Und fein bloßer hörer sei. Denn wer deinen willen weiß, Thut ihn todt. Mich träf ein schreckliches is gleichwohl nicht mit fleiß; Der nis ist ärger, als die heiden, Und soll doppelt streiche leiden. 3. Darum schreib, was ich vernommen, Jegt in meine seele ja pein. Laß mich zum erkenntniß kommen, Und des wortes thäter nopfein. Dein geist treibe mich stets an, Daß ich dich, so gut ich kann, Gläubig fase, fürchte, liebe, Und damit sünden nicht betrübe. id 4. Dein wort sei auch meinen horfüßen Eine leucht' und helles licht, Daß ich möge trost genießen, Wenn es mir an trost gebricht. Es versüße alle qual In dem finstern todesthal, Führ mich endlich aus dem leide Zu der süßen bimmelsfreude. Von den fünf Hauptstücken des Katechismi. gericht, hätt' ich dein heil in Christo nicht; Drum lehre du mich gläuben. Ich bin der Herr! erwähle dir Nicht andre götter neben mir! Mein name soll dir heilig sein, Daß mund und herz ihn nie entweihn: Am sabbath ruh und danke! 3. Ich gläub an den dreieingen Gott; Nie irre mich der frevler spott! Ich gläub an Gott den vater! Den gütigsten berather, Deß allmacht erst den kreis der welt Aus nichts erschuf, nun iha erhält; Und an den eingebornen, Den heiland der verlornen. 4. Ich glaub auch an den heilgen geist, Der uns beruft und unterweist, Vergebung aller sünden Durch Christi blut zu finden. Der auferstehung troft erquickt, Wenn vor der gruft das herz erMel. Ich gläub an einen Gott. schrickt; Und unverwelklichs leben 387. Du eifriger Herr Kann troft im sterben geben. zebaoth! Dein majestätisches gebot Hast du, es treu zu üben, Uns erst ins herz geschrieben. Dann thut auf Sinai dein mund Es dem erwählten volke fund. Du redest aus gewittern Und alle herzen zittern. Doch solcher glaube kommt von dir, heilger geist! erhalt ihn mir! Ihn wirkst und nährest dut allein, Und willst drum angerufen sein. Drum lehr mich gläubig beten. 5. O vater, dem an macht nichts gleicht! Es werd, so weit der erdkreis reicht, Dein name stets geehret, Dein gnadenreich vermehret! Dein will gescheh gern, ganz, sogleich Auf erden, wie im himmelreich! Was nöthig ist zum leben, Wollst du auch heute geben. Er, welcher mensch ward, litt und starb, Am blut'gen kreuz uns heil erwarb, Vom grab erstand, gen himmel fuhr, Beherrscht die welt und die natur, Und kommt dereinst zu richten. 2. Die eltern ebre! wer sie ehrt, Den acht ich meines segens Du wollest unsre schuld verwerth. Du sollst dich selbst nicht zeihn, Als wir auch selbst versöhn 63240 Von dem Worte Gottes slo lich sein; Und in versuchung führ Von den zehn Geboten uns nicht, Erlös uns, wenn das herz uns bricht. Dein ist reich, als dem Gesetze. kraft und ehre. Mel. Dies sind die heilgen zehn. 6. Ich weiß, Gott! du erhörest 388. Die zehn gebote Gottes mich. liebst uns väGegeben, daß terlich; Du sohn! willst uns ver- du deine sünd Erkennest, mensch! treten; Du geist! wirkst unser beten. Gott hat, weil er uns nwerth geschäßt, Zwo sakramente 2. Das hilf du uns, Herr Jesu eingesetzt, Auf daß wir seine gaben In reicher fülle haben. Christ! Der du der mittler wor den bist: Sonst ists mit unserm thun verlorn, Verdienen nichts denn eitel zorn. Kyr. in 3. Kein mensch wird durch verdienst gerecht, Wir bleiben stets unnüße knecht. Herr Jesu! dein verdienst allein Erwirbt uns, daß wir selig sein. Kyr. Mein Jesu! unser höchstes gut! Du kommst mit wasser und mit blut; Du kommst in tauf und abendmahl. Die g gläuben, willst du allzumal Dir innig einverleiben. 7. Stets dank ich dir mit mund und that, Gott! daß dein heiligs wasserbad Mich fünder neu geboren. Gott! dir hab ich geschworen: Entsagt hab ich dem Darnach muß leben allezeit. Kyr. bösewicht; Dir angelobt, ich 5. Weil aber in dem jammerwolle nicht Von dir mich schei- thal Die sünd uns anklebt überden lassen, Stets satans werke all; So gieb, o Herr! uns deihassen. nen geist, Der uns kraft, stärk und beistand leist. Kyrieleis. O vater, sohn und geist! verleih In solchem bunde feste treu. Hilf selbst, daß ich mit jedem tag Der bösen lust absterben mag, Im neuen leben wandle. 8. Dus mahl, an himmelsfreude reich! Was ist der liebe Jesu gleich? Sein leib wird uns zum leben, Hie mit dem brot gegeben, und mit dem wein sein theures blut. Die seel erhält so trost als muth, Zur seligkeit das siegel, Zur tugend neue feflügel. und lernest wohl, Wie man vor Gott recht leben soll. Kyrieleis. Uns speist( Herr! lob und dank sei dir) Dein leib; und #deinblut trinken wir. Was kann forthin uns schrecklich sein? Du kehrst mit gnade zu uns ein, Wohnst in uns, bist ganz unser.disch 4. Jedoch steht Gottes wille flar, Und die gebot sind offenbar: Drum man nach aller möglichkeit Mel. O Gott, du frommer Gott. 389, Wie billig feßest du Dem menschlichen gemüthe Dich selbst zum höchsten ziel, O höchste macht und güte! Wer dich geringer schäßt, Dich minder liebt und sucht, Als etwas, das du schusst, Der ist mit recht verflucht. 2. Wie billig schreckst du die, Die deinen namen kennen, Den namen, der dein ruhm, Ohn ehrfurcht nie zu nennen! Zu groß ist er, zu groß Zum sprichwort, fluch und zank. Er sei mein schuß in noth, Und täglich mein gesang. 3. Wie liebreich milderst du Die schwere müh und plage, Die unsre zeit verzehrt, Mit deinem ruhetage! Da soll sich unser geist und zwar von dem Gefeße. Zur ewigkeit erhöhn; Da höre dich dein volk, Um dich dereinst zu sehn. 4. Wie weislich ordnest du, Zum wohl in jedem stande, Die ehrerbietigkeit, Und des gehorsams bande! Was selber die natur Ins herz der kinder spricht, Stärkst du durch dein gebot, Und segnest ihre pflicht. 5. Wie billig heiligst du Der menschen blut und leben! Nur du darfst es entziehn; Denn du nur kannst es geben. Uns bindest du die pflicht, Es zu erhalten, ein: Laß herz und mund und hand Dazu geschäftig sein. 6. Mit recht verbietest du, Die glieder zu entehren, Die du zum tempel wählst, Die Christo zugehören. Uns selbst beschämt die brunst: Welch gräuel ist sie dir! Du liebst ein reines herz; O! schaff es auch in mir. 7. Kannst du, der allen giebt, Zum rauben freiheit lassen? Nein, unrecht fränket uns: Wie sehr mußt du es hassen! Ich preise meinem gute nüßt, Auch soll mirs heilig sein, Indem es andre schüßt. 8. Du bist der wahrheit freund; Der unschuld gönnst du siege. Wenn sie der lügner kränkt, So weißt du, daß er lüge. Dein schweigen macht ihn fühn; Doch dein gesebe spricht. So scheue dann mein mund Dein ohr und dein gericht! 9. Mit recht kannst du von uns Das reinste herz verlangen, So völlig rein und gut, Als Adam es empfangen. Zwar bin ich ganz verderbt; Doch mache geist und blut, Das blut mich wieder rein, Der geist mich wieder gut. 241 nach wir sollen leben, Wollst du mir, o du treuer Gott! Ins herze selber geben; Daß ich zum guten willig sei; Mit sorgfalt ohne heuchelei, Was du befiehlst, vollbringe. 2. Gieb, daß ich dir allein vertrau, Allein dich fürcht' und liebe, Auf menschenhülf und trost nicht bau, Noch mich darum betrübe: Daß großer leute gnad und gunst, Gewalt, pracht, reichthum, wiß und kunst Mir nicht zum abgott werde. Mel. Es spricht der unweisen 2c. 390. 3. Hilf, daß ich deinen nam'n und bund Aus deinem wort erkenne; Auch niemals dich mit meinem, mund Ohn herzens andacht nenne; Daß ich bedenke jeden tag, Wie stark mich meine taufzusag Zu deinem dienst verbinde. 4. Am tage deiner heilgen ruh Laß mich früh vor dich treten, Die zeit auch heilig bringen zu Mit danken und mit beten; Daß ich hab meine lust an dir, Dein wort gern höre und dafür Herzinniglich dich preise. 5. Die eltern, lehrer, obrigkeit, So vorgeseßt mir werden, Laß mich ja ehren allezeit, Daß mirs wohl geh auf erden. Für ihre sorg und treu laß mich, Auch wenn sie werden wunderlich, Gehorsam sein und dankbar. 6. Hilf, daß ich nimmer eigne rach Aus zorn und feindschaft übe; Dem, der mir anthut kreuz und schmach, Verzeihe und ihn liebe; Sein glück und wohlfahrt jedem gönn, Schau, ob ich jemand dienen könn, Und the es denn mit freuden. 7. Unreine werk der finsterniß Laß mich mein lebtag meiden, Daß ich nicht für die luftfeuch müß Der höllen qual dort leiden. err! deine rechte Schaff in mir, Gott! ein reines und gebot, Dar- herz, Daß ich schandbare wort 16 242 Von dem Worte Gottes irrthum führen. und scherz, Auch fressen haß' und| sich bald zum saufen. Doch, leitest du uns selber bei der 8. Verleih, daß ich mich redlich hand; So wird uns dein befehl nähr, Der bösen ränke schäme; und wort bekannt. Mein herz vom geiz und unrecht 3. So gieb, daß wir uns vor kehr, Nichts durch gewalt hin- abgöttereien Und mißbrauch deinehme, Und von der arbeit mei- nes namens herzlich scheuen. Du, ner händ, Was übrig ist, auf du allein bist unser Herr und arme wend, Und nicht auf pracht und hoffart. Gott, Dein nam' ist groß! dies lehret dein gebot. 4. Gieb uns die lust, den sabbath recht zu feiren: Der finder unart wollst du kräftig steuren, Daß sie in kindlichem gehorsam stehn, Und sich desfalls von dir gesegnet sehn. 5. Behüt uns auch vor haß Halt unser 10. Laß mich des nächsten haus und mordgedanken. und gut Nicht wider recht begeh- herz fest in der keuschheit schranren; Was aber mir von nöthen ken. Gieb, daß nicht unser sinn thut, Deß wollst du mich gewäh- zur dieberei, Noch zum betrug ren: Doch daß es niemand schäd- und geiz geneiget ſei. lich sei, Ich auch ein ruhig herz dabei und deine gnad behalte. 6. Laß jedermann sich der verläumdung schämen, Und seine schnöden luftbegierden zähmen, Daß niemand durch betrüglichkeit und list Das suchen mag, was seines nächsten ist. 9. Hilf, daß ich meines nächsten ehr zu retten mich befleiße, Verläumdung meide und ihr wehr; Doch böses nicht gut heiße. Gieb, daß ich lieb' aufrichtigkeit, Hab einen abschen jederzeit An lästern und an lügen. * 11. Ach Herr! ich wollte deine recht und deinen heilgen willen, Wie mir gebührt, als deinem knecht, Dhu mangel gern erfüllen: So fühle ich, was mir gebricht, Und wie ich das geringste nicht Vermag aus eignen fräften. 12. Drum gieb du mir von deinem thron, Gott vater! gnad und stärke. Verleih, o Jesu Gottes sohn! Daß ich thu rechte werke. Mel. 3. Mein Gott! ich bin jest. du mir heilger geist! hilf, daß ich dich 392. Herreinen willen Ja Von ganzem Herzen, und als mich Ohn falsch den nächsten liebe. den zehn geboten für. Diesen möglichst zu erfüllen, Wirk durch deinen geist in mir, Daß ich das gebotne fasſe, Und auch das Mel. Mein herz und seel den ic. 391. Gerechter Gott! der du von uns begehrest zu leben, wie du im geses uns lehrest: Geuß deinen geist in unsre herzen ein, Daß wir biezu geschickt und millig sein. 2. Ohn deine fraft und weisestes regieren Läßt die vernunft 7. So werden wir, Herr! deinen heilgen willen Geflissen sein, rechtschaffen zu erfüllen, Auf daß, an statt der sündenstrafen, wir Für deine huld dir danken für und für. verbotne lasse. 2. Laß mich dich allein verehren, Du bist Gott und keiner mehr, Welchem lieb und furcht gehören. Gieb, daß ich auf nichts so sehr, Als auf deine huld vertraue, Und mir keinen abgott baue. und zwar von dem Geseße. 243 3. Deinen namen laß mich in dem fleische finde, Täglich tödt' preisen Mit dem munde, mit der und überwinde. that; Durch gebet und dank beweisen, Wie man ihn zu ehren hat. Fluchen, schwören, zaubereien Laß mich stets mit ernste scheuen. 11. Die begierden zu bezähmen, Gieb mir deines geistes kraft. Laß mich wohl zu herzen nehmen, Wie dein recht auch lüste straft, Daß ich ja nicht was begehre, Das dir, Herr! zuwider wäre. 4. Deinen tag recht zu begehen, Heilige mir herz und sinn. Laß dein wort mich recht verstehen, Und wenn ich ein hörer bin, So hilf, daß ich mich befleiße, Daß ich auch ein thäter heiße. 5. Gieb, daß ich die eltern liebe, Auch, die statt der eltern sind, Und mich im gehorsam übe, Daß ich auch den segen sind, Und denselben nicht verscherze Durch ein widerspenstig herze. Von der Erfüllung des Gefeßes. Mel. Durch Adams fall ist ganz, ft denkt mein herz, es 6. Zürnen, misgunst, hassen, 393. neiden, Eigne rache, zank und Herr! deinen weg zu wandeln, streit Laß mich, Herr! beständig Und täglich deinem worte treu meiden, Auch die unversöhnlich- Zu denken und zu handeln. Wahr keit; Laß mich nicht in laster stür- ists, die tugend kostet müh; Denn zen, Die das leben hie verkürzen. sie besiegt die lüste; Jedoch, mein 7. Schenfe mir ein keusches Gott! was wäre sie, Wenn sie herze, Und bewahr durch deinen nicht kämpfen müßte? geist Meinen mund vor geilem 2. Die, die sich ihrer laster scherze. Weil mein leib dein tem- freu'n, Trifft ja auch schmerz pel heißt, Laß mich ihn auch sel- bienieden. Sie sind die sclaven ber ehren, Nicht durch fleisches lust eigner pein, Und haben keinen zerstören. frieden. Der fromme, der die 8. Willst du mir mein theil lüste dämpft, Hat oft auch seine bescheiden, Laß mich stets dabei leiden, Allein der schmerz, mit beruhn; Und viel lieber unrecht dem er kämpft, Verwandelt sich leiden, Als jemandem unrecht in freuden. thun: Daß ich schlecht und recht hier wandle, mit dem nächsten redlich handle. 9. Laß mich alle falschheit meiden, Und der lügen feind stets sein: Meinen nächsten nicht beneiden, Noch mich seines falles freu'n. Gieb, daß ich die wahrheit liebe, Und in redlichkeit mich übe. 12. Herr! du hast mir fluch und segen, Tod und leben vorgestellt; Laß mich beides wohl erwägen, Daß die wahl aufs beste fällt, Und ich deinem zorn entgehe, Stets in deiner gnade stehe. 3. Des lasters bahn ist anfangs zwar Ein breiter weg durch auen; Allein sein fortgang wird gefahr, Sein ende nacht und grauen, Der tugend pfad ist anfangs steil, Läßt nichts, als mühe blicken; Doch weiter fort führt er zum heil, Und endlich zum entzücken. 4. Gott! hättest du es uns ver10. Sst mein herz voll böser gönnt, Nach unsers fleisches wiltücke, Reizt mich angeerbte lust; len, Wenn wollust, neid und zorn Hilf, daß ich sie unterdrücke, Und entbrennt, Die hüste frei zu stildes alten Adams wußt, Den ich len; Gott! ließest du den undank 16* 244 Von dem Worte Gottes zu, Den frevel, mich zu kränken, muth mir geben; Und zu den Den menschenhaß; was müßten freuden jener welt Mich oft im wir Doch dann von dir gedenken? geist erheben. 5. Du willst, wir sollen glücklich sein; Drum gabst du uns gesetze. Sie sind es, die das herz erfreun, Sie sind des lebens schätze. Du sprichst in uns durch den verstand, Und redest durchs gewissen, Was wir, geschöpfe deiner hand, Fliehn oder meiden müssen. 6. Dich fürchten, das ist weis- herze stillen. heit nur, Und freiheit ists, sie wählen. Ein thier folgt trieben Mel. Es ist das heil uns kommen. err! dein das der natur, Ein mensch dem licht 394. Her welt Zur der seelen. Was ist des geistes eigenthum? Was sein beruf auf richtschnur hast gegeben, Das du erden? Die tugend üben: was sein zur regel vorgestellt, Wornach ruhm? Dir ewig ähnlich werden. wir sollen leben, Das deinen 7. Lehr mich, geschmack am willen offenbart, Ist ganz von wort des Herrn Und deiner gnade einer andern art, Als menschliche finden: So üb' ich mich getreu geseße. und gern, Mein herz zu überwinden. Wer fräfte hat, wird durch gebrauch Von dir noch mehr bekommen; Wer aber nicht hat, dem wird auch Das, was er hat, genommen. 2. Mit äußerlicher ehrbarkeit Läßt sich es nicht begnügen. Ob gleich die hand nicht schlägt noch dräut, Die lippen nicht betrügen, Das aug auf nichts verbotnes sieht, Ja über dies ein jedes glied In seiner ordnung bleibet. 3. Ist einer gleich kein flucher nicht, Kein dieb, kein sabbathsschänder, Kein frevler, der die ehe bricht, Kein mörder, kein verschwender, Kein freund von üppigem geschwäß; So ist dein heiliges gesey Doch damit nicht zufrieden. 8. Jch streite nicht durch eigne kraft; Drum muß es mir gelingen. Du bist es, welcher beides schafft, Das wollen und vollbringen. Wann gab ein vater einen stein Dem sohn, der brot begehrte? Viel weniger wirst du der sein, Der sein kind nicht erhörte. 11. Erhalte mich stets unverzagt, Wenn mirs nicht immer glücket; Wenn mich, so viel mein Stets neue herz auch wagt, Du siehst schwachheit drücket. nicht auf die that allein, Du siehst auf ernsten willen. Ein göttliches verdienst ist mein! Dies laß mein 9. Mich stärke auf der tugend pfad Das beispiel sel'ger geister; 4. Weiß einer gleich die böse Ihn zeigte mir und ihn betrat lust Mit nachdruck zu bezwingen, Ja selbst mein herr und meister. Und die begierden seiner brust Mich müsse nie des frechen spott In stille ruh zu bringen, Daß Auf diesem pfade hindern; Mein wahrer ruhm ist bei dir, Gott! Und nicht bei menschenkindern. sich ihr wüthen legen muß: So ist doch des geseßes schluß Auch damit nicht zufrieden. 10. Gieb, daß ich mit der ewig- 5. Es fordert, daß leib, seel und keit Den kampf so kurzer jahre muth Sich im gehorsam üben, Vergleiche, ernstlich allezeit Ge- Und daß wir dich, das höchste gut, denk an meine bahre. Das kleinod, Aus allen kräften lieben. Es will, das der glaube hält, Laß neuen daß, wie du heilig heißt, Auch und zwar von dem Geseße. 245 unser herz und ganzer geift Durch-| nicht vergnügt, Mit lust auf sich aus geheiligt werde. zu nehmen. Sein sinn, der nichts 6. Es soll beim wahren weis- als irren kann, Ist dem gesetz heitslicht Der liebe feuer bren- nicht unterthan, Er hasset dessen nen; Kein mangel soll an unsrer bande. pflicht Bemerket werden können. Es soll gar keine böse lust, Kein arger trieb in unsrer brust Sich auch nur heimlich regen. 3. Wo aber, Herr! dein guter geist Sich in der seele reget; Da thut sie gern, was du ihr heißt, Was du ihr vorgeleget. Wer dich von reinem Herzen liebt, Und sich in deiner liebe übt, Der wird dein wort auch halten. date 7. Kannst du, o mensch! nach solcher art Wohl das geseß erfüllen? Du siehst darinnen offenbart Des allerhöchsten willen: Allein wie voll von sclaverei, Wie träg und matt dein wille sei, Das wirst du leichtlich fühlen. 4. Er wird an deinem theuren sohn In wahrem glauben hangen, Und ihm, als seinem schild und lohn, Stets treu zu sein verlan8. So lerne: weil der fall ge- gen; Es wird sein neugeborner schehn, Kann niemand auf der sinn Zu dir und zu dem nächsten erden Vor Gott durch das geseß hin Sich voller liebe neigen. bestehn, Gerecht und selig werden: Es ist zu hoch, du viel zu schwach; Es dräuet denen fluch und rach', Die es nicht völlig halten. 5. Die kraft, die er hier nöthig bat, Kann er von Christo erben: Der litt und starb an unsrer statt, Uns kräfte zu erwerben. Was die natur unmöglich nennt, Das wird für süß und leicht erkennt, Wenn Christus in uns lebet. 9. Drum eile mit gebeugtem sinn, Der sich in demuth hüllet, Zu deinem treuen mittler hin, Der das gesetz erfüllet. Nimm das, was er für dich gethan, Nimm den gehorsam gläubig an, Zur tilgung deiner schulden. 10. Laß aber auch in deinen geist Dir sein geseße schreiben: Thu alles willig, was es heißt. Wenn mängel übrig bleiben, So laß nur deinen glauben ruhn In Christi ganz vollkomm'nem thun, Der, was dir fehlt, erseßet. 6. Fehlt unserm halten gleich noch viel, Nach des gesetzes strenge, Erreicht man nicht das weitste ziel Nach seiner breit' und länge; So sieht Gott ernsten willen an, Weil das, was Jesus hat gethan, Die mängel ganz ersetzet. 7. Nimmt unser glaube diesen an, So wird ihm alles eigen, Was er gelitten und gethan; Dann muß der Fläger schweigen. Wen Gott in seinem sohne findt, Mel. Nun freut euch liebe zc. 395. Du baft, allerhöch- Den liebt er als sein eigen kind, D" o Und ist mit ihm zufrieden. ster Gott, Herr über tod und leben! Dein majestätisches gebot Uns nicht umsonst gegeben. Du willst, daß wir aus aller kraft, Die deine wirkung in uns schafft, Dasselbe treulich halten. 8. Die lust, die noch im fleische steckt, Muß kraftlos unterliegen. Der geist, der Christi liebe schmeckt, Kann ihren trieb besiegen. Man wandelt nicht mehr nach dem 2. 3war, wer noch todt in sün- fleisch, Man lebet fromm, gerecht den liegt, Der wird sich nicht be- und keusch, Man thut des vaters quemen, Dein joch, das ihn gar I willen. 2/3 92751# 22 43 246 Von dem Worte Gottes 9. Mein heiland! mache dein zeigt; So sagt dics von erbargebot Mir angenehm und süße. men. Wenn jenes dich zur erden Dein wille sei, bis in den tod, beugt; Hebt dies und trägt die Die leuchte meiner füße. Schreib armen. Wenn jenes dir verdein geseß in meinen sinn, Fall dammniß droht; So hilft dir dies ich, so wirf mich ja nicht hin, aus noth und tod, Und bringt Stärk mich durch deine gnade. dir geist und leben. Von dem Unterschiede des Geseßes und Evangelii. Mel. Nun freut euch liebe christen. 7. Was das gesetz gedrohet hat, Gebört für rohe berzen, Für heuchler, die schon reich und fatt, Die mit der sünde scherzen. Des gnadenwortes balsamöl Senkt sich 396. Gefes und evangelium in eine franke ſeel, Die elend und Sind beladen. gaben, Die wir in unserm chri fenthum Beständig nöthig haben! Doch bleibt ein großer unterschied, Den solch ein auge deutlich sieht, Das Gottes geist erleuchtet. 2. Was Gott in dem gesetz gebeut, Ist uns ins herz geschrieben: Wir sollen nämlich jederzeit Gott und den nächsten lieben. Daß aber Gott die welt geliebt, Und seinen sohn für fünder giebt, Das muß er selbst entdecken. 3. In dem gesetz wird unsre pflicht Uns ernstlich vorgetragen. Das evangelium kann nicht, Als nur von gnade sagen: Was du sollst thun, zeigt jenes an; Dies lehrt, was Gott an dir gethan: Dies schenket, jenes fordert. 8. Wenn das geseß den zwed erreicht, So hört es auf zu fluchen. Sein zwang, sein bliß, sein drohen weicht, Wenn man will gnade suchen; Es treibt zum Freuz des mittlers hin: Wenn ich an diesen gläubig bin, So hat der trost kein ende. 9. Mein Gott! laß diesen un terschied mich in der that erfahren. Nach sündenangst laß trost und fried Sich in der seele paaren. Treib mich durch des gesetzes fluch, Daß ich die gnade gläubig such In des erlösers namen. 10. Gieb aus dem evangelio Mir kräfte, dich zu lieben, Ünd, als dein kind, mich frei und froh Sieb In dem gesetz zu üben. gnade, daß ich meine pflicht Mit heiligkeit und zuversicht, In lieb' und glauben leiste. 4. Was das gesetz dir guts verspricht, Wird dir nicht zugewendet, Es sei denn, daß du deine pflicht Vollkommen hast vollendet. Was Christi gnade guts verheißt, Wird dem, der gläubig sich erweist, Frei und umsonst gegeben. Von dem Evangelio. 397, W Mel. Jesu! meine freude zc. Fort aus Gottes 5. Wo das geseß den sünder munde, Wort findt, Da schlägt es ihn darnieder. vom neuen bunde, Evangelium! Das evangelium verbindt, Und Bald da wir gefallen Ließ dich heilt die wunden wieder. Aus Gott erschallen. Du bist unser jenem kennst du sünd und fluch; Dies öffnet bir das lebensbuch Durch des erlösers wunden. ruhm, Eine kraft, Die glauben schafft; Eine botschaft, die zum leben Uns der Herr gegeben. 6. Wenn jenes dir dein elend 2. Was sein wohlgefallen Vor und zwar von dem Evangelio. 247 der zeit uns allen Fest bestimmet| Nichts kann mich nun scheiden, hat; Was der opfer schatten Längst Hilf dann, daß mein leiden Evanverkündet hatten, Das vollführt gelisch sei. Laß auch mich Eine sein rath. Was die schrift Ver- mal auf dich, Als ein kind mit sprach, das trifft Alles ein in Jesu dir zu erben, Evangelisch sterben. namen, Und ist ja und amen. 3. Alles ist vollendet, Jesu Mel. 8. Jesus, meine zuversicht. gnade schuld. wendet Allen Jesus ist gestorben, Jesus hat erworben Alle gnad und huld. Auch ist dies Fürwahr gewiß: Jesus lebt in preis und ehre; Ach erwünschte lehre! zorn und 398. Süßes evangelium, Das manna schmecket, Und mir Christi priesterthum In der klarheit aufgedecket, Du bist meines glaubens ruhm, Süßes evangelium. 2. Du bist eine Gotteskraft, Seligmachend die da gläuben. Es kann deine wissenschaft Jesum mir ins herze schreiben. Jesus ist allein dein kern, Und der schriften glanz und stern. 3. Ei! so stell mir Jesum für 5. Kommt, zerknirschte herzen! Wie er hat gelebt, gelehret, Und Die in bittern schmerzen Das mit seinen wundern hier Als gesetz zerschlug; Kommt zu dessen Messias sich verkläret, Bis sein gnaden, Der für euch beladen, sterben mich zuleht In den gnaAlle schmerzen trug. Jesu blut denstand gesetzt. Stärkt euren muth; Gott ist hier, der euch geliebet, Und die schuld vergiebet. 4. Herr! dies alles laß in mit Meinen schwachen glauben stärken, Und ein muster mich allhier In den stapfen Jesu merken, Daß ich würdig wandle so Diesem evangelio. 4. Uns in sünden tødten Machen Jesu boten Dieses leben kund. Lieblich sind die füße, Und die lebren süße, Theuer ist der bund. Aller welt Ist nun vermeldt Durch der guten botschaft lehre, Daß man sich bekehre. 6. Dieser grund bestehet: Wenn die welt vergehet, Fällt er doch nicht ein. Darauf will ich bauen, So soll mein vertrauen Evangelisch sein. Auch will ich Nun würdiglich In der kraft, die mir gegeben, Evangelisch leben. 7. Jesu! deine stärke Schaffet diese werke: Stehe du mir bei! evangelium. 5. Nun ich leb und sterbe drauf, Diese lehre zu bekennen: Keine schande hält mich auf, Dieses meinen ruhm zu nennen: Jesus bleibt mein eigenthum, Und sein II. Von dem Gebete. Aufmunterung zum Gebete. Mel. Wer nur den lieben Gott. 2. Welch glück! so hoch geehrt 399. Dein heil, mein geist! zu werden, und im gebet vor nicht zu verscherzen, Sei wach und nüchtern zum gebet. Ein findlich flehn aus reinem herzen Hat Gott, dein vater, nie verschmäht. Erschein in temuth oft und gern, Mit dank und slehen vor dem Herrn. Gott zu stehn! Du Herr des himmels und der erden! Brauchst freilich keines menschen flehn. Du weißt die sorge, die uns plagt, Auch eh sie unser herz dir klagt. 3. Doch sprichst du: bittet, das 248 risp Von dem Gebete. ihr nehmet! Der bitten frucht ist| Allzeit freudig vor ihn treten, einzig mein. Wer sich der pflicht Findet hülfe, gnad und gunst. zu beten schämet, Der schämt sich, Gott! dein freund zu sein; Und stößt das angebotne glück Muthwillig selbst von sich zurück. Wer Gott fest vertrauen kann, Gehet sicher seine bahn; Er wird allzeit rettung finden, Kein feind wird ihn überwinden. 4. Sein heil von dir, o Gott! begehren, Wie? ist das eine schwere pflicht? Des herzens wünsche zu erklären, Wie stärkt das unsre seele nicht In dem vertraun, daß du uns liebst, Und uns gern, was uns nüßet, giebst? 5. Was kann zum fleiß in guten werken Uns kräftiger den muth erhöhn? Was mehr in leidensstunden stärken, Als wenn wir flehend auf dich sehn? O vater! unsre seelenruh Nimmt durch gebet beständig zu. 6. Dein wort ist immer ja und amen. Wer gläubig bittet, der empfäht. Drum laß auch mich, in Jesu namen, Oft vor dich kommen mit gebet. Nie sei mir diese pflicht zur last, Die du zum heil geboten hast Mel. Jesu! deine heilge wunden. 400, Wen enn dich unglück 0 4. Lerne Gottes weise merken, Die er bei den seinen hält: Er will ihren glauben stärken, Wenn sie unglück überfällt. Gott dein vater lebt ja noch, Schweigt er gleich, so hört er doch. Schrei getrost, du mußt nicht zagen: Dein Gott kann dir nichts versagen. 5. Laß dich Gottes wort regieren, Merke, was die wahrheit lehrt. Satan wird dich nicht verführen, Der die ganze welt verkehrt. Gottes wahrheit ist dein licht, Dein schuß, trost und zuversicht. Trau nur Gott, der fann nicht lügen: Bete, du wirst endlich siegen. 6. Lob sei Gott für seine grade! Seine große güt' und freu Macht, daß mir kein feind nicht schade; Sie ist alle morgen neu; Drum will ich mein lebelang Immer sagen lob und dank Meinem allen dingen, Fröhlich Steckest du in angst und noth; halleluja singen. Mußt du fleißig zu Gott beten. Beten hilft in noth und tod. Denn Gott hat sein angesicht Auch im kreuz auf dich gericht; Wie du, bein herz zu erquicken, aus seinem wort erblicken. Erkannte Fehler des Gebets. Mel. Auf meinen lieben Gott. Kannst 401. Dir flag ich meine allerhöchster 2. Keiner wird jemals zu schan- noth. Ich fürchte, meine sünden, den, Der sich seinem Gott vertraut. Die sich bei mir befinden, Herr! Kommt dir gleich viel noth zu möchten dir verwehren Mein beten handen, Hast du auf ihn wohl zu erhören. gebaut. Obs gleich scheint als hört' er nicht, Weiß er doch was dir gebricht. Deine noth mußt du ihm klagen, Und in keiner angst verzagen. 3. Rufen, schreien, zu Gott beten, Ist der christen beste kunst. 2. Ach! warum bet' ich nicht In fester zuversicht? Du willst ja nicht das flehen Der traurigen verschmähen; Du lockest sie mit beten Vor deinen thron zu treten. 3. Wer dir mit ren und schmerz Ausschüttet so sein herz, Daß er Von dem Gebete. 249 dir gläubig trauet, Auf deine güte| beleidigt hat; Weil lust und anschauet; Der soll von deinen gaben, So viel ihm nüßet, haben. dacht selten statt In meiner feele finden. 5. Ach freilich, vater! hab ich dich Und dein wort nicht gehöret, Wenn es mich rief, und wenn es mich Erweckt, gerührt, gelehret. Doch schone jest, verzeihe mir, 4. Darum, verzeihe mir, Daß ich, o höchster! dir Bei mancherlei gedanken, Bei hin und wieder wanken Nicht jederzeit getrauet, Noch fest auf dich gebauet. 5. Gieb du mir zuversicht, Daß, Und handle doch nicht nach gewenn mir was gebricht, Jch kind- bühr, Wie ich verdienet habe. lich zu dir trete, So zuversichtlich 6. Ich will hinfort nachlässigbete, Als kinder eltern bitten, feit Und alle trägheit meiden. Und ihre noth ausschütten. Mach du mein herz nur selbst be6. Und plagt mich mancherlei; reit, Vom irdischen zu scheiden: So mach mich endlich frei. Führ Laß dich es hören, und allein einstens meine seele Aus ihrer Aufs himmlische gerichtet sein. leibeshöhle, Nach überstandnen Gieb du nur kraft und stärke. leiden, Zu deinen himmelsfreu- 7. Die hindernisse treib von den. Mel. O vater, unser Gott! es ist. Laß nie bei mir erkalten. Gieb mir stets reiner inbrunst gluth, ganzer muth Zu dir gen himmel gehen. 8. Laß ekel, kleinmuth, heuchelei Aus meiner seel' verschwinden. Gieb kraft, dir, Gott! in buß und reu Ein opfer anzuzünden, Das auf des herzens betaltar, O vater! jetzt und immerdar Dir wohlgefällig brenne. 402. Mit seufzen flag mein Gott! Gern wollt ich eifrig beten, Und sonderlich in meiner noth Voll glauben zu dir treten: Gern brächt' ich, lieber vater! dir Im geist und heiliger begier Die opfer meiner lippen. 2. Allein mein herz, ach Gott mein Herr! Kann sich nicht recht erheben. Es ist zum guten kalt und schwer, Und bleibt am eitlen kleben. Wie träg ist, leider! sinn und muth! Wie oft muß ich mein fleisch und blut Mit müh zur andacht zwingen. mir, Die mich vom fleh'n abhalten. Der andacht feuer und begier 3. Der teufel und die böse welt Erregen aller enden Viel hinderniß, die mir mißfällt. Will ich mich zu dir wenden, Und fleht mein seufzend herz zu dir; So stören sie und bringen mir Viel citles ins gemüthe. 4. Dies nun, o Gott! dies fränkt mich sehr, Und ich denk oft mit schmerzen, Als wär dein guter geist nicht mehr Bei mir in meinem herzen, Das dich so oft 9. Ach! lehre mich durch deinen geist Mit wahrer inbrunst beten, Daß er mich kräftig unterweist, Getrost zu dir zu treten, Und mit entflammter andachtsgluth, Mit einem starken glaubensmuth Dich, vater! zu umfassen. 10. Mein Gott! ich brenne vor begier, Gespräch mit dir zu halten: Drum laß der kindschaft geist in mir mit reiner andacht walten, Der mich im beten unterricht't, Der in mir täglich, stündlich spricht: Ach abba, lieber vater! 11. Du wirst, weil du mein vater bist, Mich, dein kind, nicht 250 Von dem Gebete. verschmähen, Das ohne falschheit,| Anhalten ohne unterlaß, Bei dem trug und list Mit seufzen und allein auch bleiben, Was dein will mit flehen Jetzt tritt vor deinen ist, was deine ehr, Und unfre gnadenthron: Ach, vater! schau wohlfahrt mehr und mehr Beförauf deinen sohn, Der mein für bert hier und ewig. sprecher worden. 12. Sein leiden und verdienst ist mein; Drum will er mich vertreten. Laß seine fürbitt gültig sein; Hör, denn er heißt mich beten. In Christi namen bitt ich dich, Und gläube fest, du hörest mich, Ach! sprich selbst ja und amen. 7. Du, vater! weißt was uns gebricht, Weil wir allhier noch leben: Es ist dir auch verborgen nicht, In was gefahr wir schweben. Um beistand flehen wir dich Um die Gabe des Gebets. 403. vater! unser Gott! an, Dein vaterherze uns nicht es ist Unmöglich zu ergründen, Wie du recht an. zurufen bist, Man kanns nicht selbst erfinden. Drum geuß, wie uns dein wort verheißt, Selbst über uns aus deinen geist Der gnad und des gebetes: 2. Daß er bei dir uns kräftiglich Mit seufzen mag vertreten, So oft wir kommen, Herr! vor dich, zu danken und zu beten. Laß nicht nur plappern unsern mund; Hilf, daß zu dir aus herzensgrund, großer Gott! wir rufen. 6. Laß uns im Herzen und gemüth Auf unser werk nicht bauen; Auf deine unerschöpfte güt Laß einzig uns vertrauen. Ob wir es gleich nicht würdig sein; So wollest du aus gnad allein Uns doch der bitt gewähren. 4. Im geist und wahrheit laß zu dir Das Herz uns immer richten, 8. Wir haben ja die freudigkeit In Jesu Christ empfangen: Der gnadenstuhl ist da bereit, Die hülfe zu erlangen. Drum laß hier und an allem end Uns stets aufheben heilge händ', Ohn allen zorn und zweifel. 3. Zeuch unser herz zu dir hinauf Im beten und im singen: Und 10. Dies alles, water! werde wahr, Du wollest es erfüllen. thu uns auch die lippen auf, Ein Erhör und hilf uns immerbar opfer dir zu bringen, Das dir gefalle, wenn allda Das herz ist mit den lippen nah, Und nicht von dir entfernet. 5. Hilf, daß wir keine zeit und maaß 3m beten dir vorschreiben, * 9. Dein nam', o Gott! ge= heiligt werd, Dein reich sich stets vermehre, Dein will geschehe noch auf erd, Gieb täglich, was uns nähre. All unsre sünden uns verzeih, Steh uns in der versuchung bei, Erlös uns von dem übel. Um Jesu Christi willen: Denn dein, o Herr! ist allezeit Von ewigkeit zu ewigkeit, Das reich, die macht und ehre. Mel. Liebster Jesu! wir sind hier. Mit andacht beten für und für, 404. Sende, vater! deinen geist, Daß ich vor Ohn fremdes thun und dichten. Gieb uns des glaubens zuversicht, Daß wir die bitte zweifeln nicht, Durch Christum zu erhalten. dein antlig trete, Daß, wie du mich selber heißt, Ich im geist und wahrheit bete. Lehre mich dich recht erkennen, Und dich abba water! nennen. Von dem Gebete. 251 2. Süßer Jesu! hilf du mir,| Damit ich brünstig beten kann Daß ich bet in deinem namen: Daß, was Gott verheißt in dir, Mir auch werde ja und amen. Sprich für mich, und laß mich sehen Dich zur rechten Gottes stehen. 3. Heilger geist! erleuchte mich, Und entzünde mein verlangen, Daß ich Gottes huld durch dich Voller inbrunst mög empfangen. Brich die trägheit, zeuch die sinnen Aus der welt zu dir von hinnen. 4. Heilige dreieinigkeit, Ursprung aller guten gaben! Laß mich wahre freudigkeit, Und im herzen zeugniß haben, Daß du stets nach deinem willen Wollest meine bitt erfüllen. 6. Mein beten laß im heiligthum, Wie Davids lieder klingen. Sei mein gesang, mein heil, mein ruhm, Und laß bei meinem fingen Mein herz voll deines geistes fein; So dringet es zum himmel ein, Zum himmel, in dein herze. 7. Herr! wenn ich vor dir beten will; Befest'ge die gedanken, Mach sie beständig, sanft und still, Daß sie nicht irrend wanken. Verschließe meines herzens Mel. Es ist das heil uns kommen. haus, Sonst schweifen die gedanken aus, Und werden ganz zerstreuet. 405. A vater ter barmherzigkeit! Du heißt mich zu dir treten: Dein sohn verheißt mit einem eid, Ich soll erhörlich beten; Er schreibt mir selbst die bitten für. Dein guter geist wirk auch in mir, Daß ich nicht müde werde. Aus angeflammtem glauben. 5. Laß es zum süßesten geruch, Wie Noä opfer, taugen. Wenn ich dein angesichte such: Zeig dich den glaubensaugen, Wie du dem Abraham erschienst, Herr! gehe nicht vor meinem dienst Und deinem knecht vorüber. 2. Laß mich gedenken an dein wort, Du zuversicht der erden! Wer Gott anruft als seinen hort, Der solle selig werden: Ja, du antwortest, eh man rust; Und dringt mein ach kaum durch die luft, Willst du es schon erhören. 3. Der Herr ist allen denen nah, Die gläubig zu ihm flehen. In Jesu heißt das amen, ja! Und wird gewiß geschehen. Kein vater wird so lieblos sein, Daß er den findern einen stein Un statt des brotes gebe. 8. Wenn irgend sich ein sturm erhebt, Führ mein herz in die höhe, Daß es in deiner ruhe schwebt, Das irdische nicht sehe. Der glaube stärke meinen geist, Das alles, was dein wort verheißt, Durch Jesum fest zu hoffen. 9. Führ mich in eine stille ein, Worin ich sonst nichts wisse, Als meinen Jesum nur allein, Und seines heils genieße: Da hör ich nur was Jesus spricht, Die welt und ihr getümmel nicht; So stört nichts meine freude. 10. Dein geist der gnaden seufz' in mir Ein unaussprechlich beten. Er rufe, schreie, danke dir In mir durch sein vertreten: Er bring mir überzeugend bei, Daß ich bei dir in gnaden sei, Und deine findschaft habe. 4. Was hier dein mund so oft verspricht, Sei meinem herzen 11. Vereinige, mein vater! theuer. Ach zünde deiner guaden mich Durch deines geistes triebe licht und wahrer andacht feuer Mit meinem Jefu inniglich, Als In meinem kalten herzen an; deinem sohn der liebe. So ist 252 dem glauben auch erlaubt, ihn, in ihm, mit ihm, dem haupt, In aller angst zu beten. Von dem Gebete. Durch| 7. Ich steh vor dir in Jesu namen, Der mir erhörung zugesagt, Sein wahrlich, wahrlich ist schon amen: Drum hab ichs auch auf ihn gewagt. In Jesu namen fang ich an, Und rufe, was Mel. Wer nur den lieben Gott. 406. Ich zünde meinen weihrauch an, Wirst du mich nur bei Gott vertreten, So weiß ich, was ich hoffen kann. Mein beten wird ein amen sein, Ich will in deinem namen schrein. og Getreuer heiland! ich rufen kann. hilf mir beten: 8. Ich weiß, das herze muß dir brechen, Wenn ich in Jesu namen schrei, Du mußt ein ja und amen sprechen: Drum bleib ich nunmehr auch dabei, Und halt in Jesu namen an, Weil ich nichts größres nennen kann. 9. In Jesu namen will ich weiter Im beten bis zum ende gehn; Sein name macht den himmel heiter, Durch ihn eilt Gott, mir beizustehn. So bald der geist im herzen schreit, Gedenkt Gott der barmherzigkeit. 2. Ich gründe mich in meinem bitten Auf deine fürsprach, hülf und rath. Du stehst als mittler in der mitten, Weil mich dein blut versöhnet hat; Der vater höret nur allein Die, so in deinem namen schrein. 3. Ach freilich, hab ich auch zu zeiten In deinem namen nichts gesucht. Oft betete ich vor den leuten Und blos zum schein, oft auf der flucht: Doch hab ich wohl dabei gedacht, Daß ich es recht und wohl gemacht. 4. Mein Jesu! laß mich doch erwägen, Was recht mit andacht beten, sei: Und, ach! wie viel daran gelegen, Daß man in deinem namen schrei. Deß beten gilt bei Gott nicht viel, Der dieses nicht bedenken will. 10. In Jesu namen will ich schließen: Denn dieses ist der beste schluß, Von welchem wahre beter wissen, Daß er bei Gott gelingen muß: Ach ja! nach solcher seufzer lauf Schließt Gott mir herz und himmel auf. 11. Nun also wird mein beten tügen, Als wenn es Abels opfer wär. Das wort der wahrheit wird nicht lügen, Denn Gott läßt keinen beter leer. Jedoch wer will erhöret sein, Der muß in Jesu namen schrein. 5. Jch bete nun in deinem namen, Du eingeborner Gottessohn! Mel. Es ist das heil uns kommen. Sprich du, mein heil! das ja 407. Gott! beine gute reicht so weit, und amen, Vor deines lieben vaters thron; So wird mein abba, flehn und schrein Ja, amen und erhöret sein. So weit die wolken gehen; Du krönst uns mit barmherzigkeit Und eilst uns beizustehen. Herr! 6. Ich will im beten nichts ver- meine burg! mein fels! mein hehlen, Denn also mahnt mich hort! Vernimm mein flehn, merk Jesus an. Gieb, vater! was zu auf mein wort; Denn ich will vor meinem seelen- Und leibeswohl dir beten. sein dienen kann; Nur dieses nicht, was du ersiehst, Das meiner seele schädlich ist. op 2. Jch bitte nicht um überfluß Und schäße dieser erden. Laß mir, so viel ich haben muß, Nach dei Von dem Gebete. 253 ner gnade werden. Gieb mir nur weisheit und verstand, Dich, Gott! und den, den du gesandt, Und dich selbst zu erkennen. 5. Wenn dies aus meinem herzen schallet Durch deines geistes kraft und trieb; So bricht dein vaterherz und wallet Ganz gegen mich aus heißer lieb', Daß mir es nichts versagen kann, Wenn ich mein flehen so gethan. 3. Jch bitte nicht um ehr und ruhm, So sehr sie menschen rühren; Des guten namens eigenthum Laß mich nur nicht verlie ren. Mein 6. So ist, was dein geist bitten wahrer ruhm sei lehret, Nach deinem willen eingemeine pflicht, Der ruhm vor dei- richt't, Und wird von dir gewiß nem angesicht, Und frommer freun- erhöret; Weil es in deinem sohn de liebe. geschicht, Durch den ich find und erbe bin, Und nehme gnad um gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies zeugniß habe! Ich bin voll trost und freudigkeit! Du giebest alle gute gabe, Die ich verlange, jederzeit: Du thust noch überschwänglich mehr Als ich versteh, bitt und begehr. 8. Wohl mir! ich bitt in Jesu namen, Der dir zu rechten mich 4. So bitt ich dich, mein Herr und Gott! Auch nicht um langes leben. Im glücke demuth, muth in noth, Das wollest du mir geben. In deiner hand steht meine zeit; Laß du mich nur barmherzigkeit Vor dir im tode finden. Mel. Wer nur den lieben Gett. ir, dir Jehova! ich ihm alles 408. Wo ist doch solch ein Gott, wie du? Dir will ich meine lieder bringen: Gieb mir des geistes kraft darzu, Daß ich es thu durch Jesum Christ, Wie dirs durch ihn gefällig ist. 2. Zeuch mich, o vater! zu dem sohne, So zieht dein sohn mich auch zu dir. Dein geist in meinem herzen wohne, Der mir verstand und herz regier, Daß es 409. Dit zu beten, Mein Mel. Wer nur den lieben Gott. u gehst im den frieden Gottes fühlt, Und dir deswegen singt und spielt. 3. Verleih mir, höchster! solche güte, So wird mein singen wohl gethan; So fleht dich, Jesu! mein gemüthe Im geist und in der wahrheit an; So hebt dein geist mein herz empor, Daß ich dir sing im höhern chor. 4. Der kann mit seufzen mich vertreten, Die unaussprechlich kräftig sind; Der lehret mich recht gläubig beten, Giebt zeugniß hier, daß ich dein find Und ein miterbe Christi sei, Daher ich, abba, vater! schrei.ndhap alan amen, Was ich im geist und glauben bitt; Dich lob ich, Herr! in ewigkeit, Der mich mit so viel heil erfreut. Die rechte Art des Gebets von Jesu erlernet. treuer Jesu! nimm mich mit. Ich will im geiste zu dir treten, Ich merke von dir jeden schritt. Ich will an dir, mein lehrer! sehn, Wie mein gebet recht soll geschehn. 2. Du gehst mit zittern und mit zagen, Und bist bis in den tod betrübt. Ach! dies soll mir ans herze schlagen, Mir, der viel Drum gieb sünden ausgeübt. mir, daß ein herz voll reu Mein anfang zum gebete sei. 12 3. Du reißest dich von allen leuten, Und suchst die stille einsamkeit; Und so will ich auch mich Von dem Gebete was mein größter müh. Mein beten bleibet ohne frucht, Wenn es des nächsten heil nicht sucht. 254 bereiten, Und fliehen, herz zerstreut. Zeuch mich von aller welt allein, Daß nur wir zwei beisammen sein. 11. Nur du erlangest auf dein 4. Du kniest und wirfest dich flehen Trost, kraft, sieg, leben, zur erden, Du fällest auf dein herrlichkeit; Aus diesem kann ich angesicht, Die demuth zeigt sich gläubig sehen, Daß ich zur angein geberden; Drum säum ich staub nehmen zeit Auf ernstlich beten und asche nicht, Und beuge mich in freudenvoll Dergleichen segen ern niedrigkeit, Wie du, bei trauern, ten soll. angst und leid. 12. Drum hilf mir, Jesu! so zu beten, Wie mich dein heilig vorbild lehrt: So kann ich frei zum vater treten, So werd ich stets von ihm erhört: So geh ich betend himmel ein Und will dir ewig dankbar sein. 5. Du betest zu dem lieben vater Und rufest, abba! wie ein find: Dein vater ist auch mein berather, Sein vaterherz ist treu gesinnt, Drum halt ich mich getrost an dich, Und ruf auch, abba! höre mich. 6. Du greifst voll zuversicht und liebe Dem treuen vater an sein herz, Du schreist aus stärkstem herzenstriebe: Abba, mein vater! himmelwärts. Ach! glaub und Mel. Herr Gott! der du erforsch. liebe sind mir noth, Sonst ist 410. Wenn ich mein herz mein beten falt und todt. vor mein 8. Geduldig lamm! wie hältst du stille, Und in der bitte dreimal an! Dabei ist auch für mich dein wille, Daß ich soll thun, wie du gethan. Hilft Gott nicht gleich das erste mal, So ruf und schrei ich ohne zahl. Die im Beten gefundene Erquickung. 7. Sehr kläglich höre ich dich hort! In meiner noth ausschütte, flehen In deiner tiefen seelennoth: Und auf dein wahrheitsvolles Laß diesen felch vorüber gehen, wort Bei dir um hülfe bitte; Ich bin betrübt bis in den tod. Wenn meine seele rust und schreit, So klag ich auch, was mich nur Und dir, o Gott! ihr schweres quält, Dem Gott, der meine seuf- leid Mit ach und seufzen klaget; zer zählt. Wenn mein geist durch die wolken dringt, Und dir der lippen opfer bringt; So bin ich unverzaget. 2. Ich werde vielmehr freudenvoll, Daß ich aus frohem muthe Kaum weiß, wie ich mich fassen soll; Weil du mit deinem gute Mich als mit einem thau erquickst, 9. Dein wille senkt sich in den Und dich mir so ins herze drückst, willen Des allerliebsten vaters Daß ich die güte schmecke, Die ein, Darin muß sich mein will güte, die du bei der last Des auch stillen, Dafern ich will er- kreuzes so verborgen hast, Ais höret sein. Drum bet ich in gelas- unter einer decke. senheit: Was mein Gott will, gescheh allzeit. 3. Da wird mein herz ein Gotteshaus, Spürt deines geistes 10. Obgleich die jünger dein triebe. Bricht gleich mein leid in vergessen, Gedenkst du doch getreu thränen aus; Stärkt mich doch an sie; Und da dich alle martern deine liebe, Füllt so mit troste pressen, Sorgst du für sie mit meinen geist, Daß er kaum weiß, und zwar von dem Gebete des Herrn. 255 obs leiden heißt, Weil angst und| tag und nacht Im beten nicht erfurcht verschwindet, Und weil ich müde. So will ich, bis die morbei dem größten weh Auf deine genröth Mit freuden über mir hülf und güte seh, Wo sich nur aufgeht, Mit dir, o vater! anmuth findet. Ich fasse dich bei deinem Und werde noch bei dir, bort! Den segen davon bringen. en. wort, mein 4. Du läßt mir, vater! dein gesicht In solchem lichte blicken, Womit das große jonnenlicht Das land pflegt zu erquicken. Von dem Gebete des Denn da benimmt dein liebesstrahl Mir alle furcht sammt aller Herrn, oder Vater Unser. qual, Erleichtert meine ſeele; Daß 411. Vater unfer im himich in wenn ich heftig kämpfen muß, Viel freudenwechsel zähle. melreich! Der du uns alle heißest gleich, Brüder sein und dich rufen an, Und willst das beten von uns hab'n: Gieb, daß nicht bet' allein der mund, Hilf, daß es geh aus herzensgrund. 2. Dein name müß uns heilig sein: Dein wort bei uns hilf halten rein, Daß wir auch leben heiliglich, Nach deinem namen würdiglich. Behüt uns, Herr! vor falscher lehr, Und die verführet sind, bekehr. 5. Dann fällt die angst vom herzen hin. Mein glaube schwebet oben; Und so erholt sich denn mein sinn, Als wär ein stein gehoben. Drum werf ich dir die sorge zu, Mein herz begiebt sich ganz in ruh, Und harret in der stille, Bis du mich freude hören läßt. Darauf besteht mein glaube fest; Herr! es gescheh dein wille. 6. So merk ich ja und bin gewiß, Daß du, mein Gott! mich liebest; Weil du selbst in der finsterniß Mir licht und freude giebest. Ich merke, daß mein angstgeschrei Durch Christum bei dir kräftig sei, Dein vaterherz zu brechen; Sonst würdest du mir, vater! nicht so reichen trost und zuversicht In herz und seele sprechen. 3. Es komm dein reich zu dieser zeit, Und dort hernach in ewigfeit. Es wohn in uns dein heilger geist Mit gaben, die dein wort verheißt. Des satans zorn und groß gewalt Zerbrich, vor ihm dein' kirch' erhalt. 4. Dein will' gescheh', Herr Gott! zugleich Auf erden wie im himmelreich. Gieb uns geduld in leidenszeit, Gehorsam sein in lieb' und leid: Wehr und steur allem fleisch und blut, Das wider deinen willen thut. 7. So spür ich, wie dein tröstlich ja! Mein seufzen schon vergnüget. Und ist die wirkung noch nicht da, Wenn so mein glaube 5. Gieb uns heut unser täglich sieget; So seh ich dich geduldig brot, Und was man darf zur an, Und warte, wie ein acker- leibesnoth. Behüt uns, Herr! mann, Auf reiche frucht der erde. vor krieg und streit, Vor seuchen Ich harre mit gelassenheit, Bis und vor theurer zeit: Daß wir in ich nach überstandnem leid gutem frieden stehn, Den sorgen freuden ernten werde. und dem geiz entgehn. Mit 8. Hilf denn, mein Gott! nach 6. All unsre schuld vergieb uns, deiner macht; Schaff rettung, troft Herr! Daß sie uns nicht betrübe und friede. Gieb aber, daß ich mehr; Wie wir auch unsern Von dem Gebete und zwar schuldigern Ihr' schuld und fehl ich dich vater nennen. Und die vergeben gern. Zu dienen mach macht, die alles kann, Flammet uns all' bereit In rechter lieb' nur mein hoffen an. und einigkeit. 256 4. Billig muß mein erstes bit7. Führ uns, Herr! in ver- ten Auf dich selbst, o vater! gehn. suchung nicht; Wenn uns der Gieb uns kraft, durch lehr und böse geist ansicht, Zur linken und sitten Deinen namen zu erhöhn. zur rechten hand, Hilf uns thun Laß dein volk dich würdig ehren. starken widerstand, Im glauben! Alle welt laß von dir hören. Alfest und wohl gerüst't, Und durch len präg den vorsatz ein: Nur des heilgen geistes trost. 2014 der Herr soll herrlich sein! * 8. Von allem übel uns erlös: Es sind die tag und zeiten bös. Erlös uns von dem ewgen tod, Und tröst uns in der letzten noth. Bescher uns, Herr! ein seligs end, Nimm unsre seel in deine händ. sida 9. Amen, das ist, es werde wahr! Stärk unsern glauben immerdar, Daß wir nicht zweifeln, unser flehn Durch deine gnad erfüllt zu sehn. Auf dein wort, in dem namen dein, Herr! sprechen wir das amen fein. Mel. Jesu, meines lebens leben. 412. Her err, vor dem die se raphinen Mit verdecktem antlig stehn! Darf sich erd und staub erkühnen, Dich mit bitten anzugehn? Doch dein wort: ihr sollet beten, Heißt mich freudig vor dich treten; Und dein ohr, das alles hört, Ist von mir nicht abgekehrt. 5. Hat der feind die welt verleitet, Und sich ihr zum haupt erhöht; So hast du ein reich) bereitet, Wo uns rettung offen steht. Herrsche dann, o Gott! auf erden; Laß uns ganz dein eigen werden. Und die gnade dieser zeit Bringe viel zur herrlichkeit. 6. Unser wirken und ergehen Sei nur das, was dir gefällt. Nichts laß glücken, noch bestehen, Was sich dir entgegen stellt. Billig sind wir wohl zufrieden; Ja, der himmel ist hienieden, Wenn nur immer das geschieht, Was dein auge gerne steht. 7. Schau, dich bitten hier im leben Deine finder auch um brot. Vater! ach dein mildes geben Stille täglich unsre noth! Dieser wunsch geht nicht ins weite: Gieb nur heute gnug für heute; Morgen wird ein neues flehn Neues manna fallen sehn. 13241 8. Unser hoffendes verlangen 2. Mein gespräch wird dich Schreckt die schuld, die uns bevergnügen, Wenn die seele selber schwert. So viel böses ist beganspricht. Kniend will ich vor dir gen; Sind wir denn des guten liegen, Aber doch voll zuversicht. werth? Vater! laß dich gnädig Dies mein seligstes geschäfte För- finden, Und vergieb uns alle sündern deines geistes fräfte; Und den. So sei dem, der uns gedes sohnes opferblut Machet auch mein räuchwerk gut. kränkt, Gleichfalls alle schuld geschenkt. 3. Ewiger! nebst erd und meere 9. Bater! schau, auf allen seiIst der hohe himmel dein, Du bist ten Sind uns neß und strick gekönig, Herr der heere! Dennoch stellt. Mit sich selber muß man willst du vater sein. Auf dein streiten; Ja, uns sichtet feind gnädiges vergönnen, Will auch und welt. Soll mir dies den von dem Gebete des Herrn. 257 vorwand lehnen, Mein verbrechen ist es, wo dein wille, Nur deiner zu beschönen? Nein, mein wunsch stets geschieht. Auch hier gescheh ist deine kraft, Und der sieg, den er dann! Laß uns in allen dingen diese schafft. Erfahren und vollbringen, Was dich vergnügen kann. 5. Von dir kam unser leben; Auch speise kommt von dir. Dein reichthum kann sie geben. Dein mitleid kennen wir. Nun unsre dürftigkeit Befiehlt sich deinen sørgen. Gieb nur mit jedem morgen Brot und zufriedenheit. 6. Ach! dessen, was wir bitten, Ist unser keiner werth. Wir finden unsre sitten Mit schuld und Leicht kann uns der fluch beschwert. Doch, laß die rache ruhn; Vergieb das übertreten. Wir wollen, wie wir beten, Auch selbst an andern thun. 7. Soll unsre kraft und treue Durch harte proben gehn; So stärke sie aufs neue, Und hilf uns wohl bestehn. Will aber fleisch und welt, Ja satan uns verletten; So gieb uns ernst zum strei ten, Dabei man sieg erhält. 8. Noch immer drückt uns sünde, Noch immer schmerz und leid. O seße nur geschwinde Das ziel der bösen zeit! Sei unser schuß und rath, Und hilf nach sauren namen schritten, Hilf uns zu jenen hütDichten, Wohin kein übel naht. 2. O vater! deinem Gebühret furcht und preis. ehre Jacobs saamen! Ja dich 9. Du, vater! bist der könig, der erde freis. Dein wort verbreite sich, Daß es die heiden hören; Und was wir thun und lehren, Sei lauter ruhm für dich. 3. Du hast ein reich errichtet, Das nur auf gnade ruht. Wer solchem Gott gebührt. dir sein herz verpflichtet, Der 10. Sollt ich, nach ernstem hat das höchste gut. Olaß denn weit und breit Den holden scepter glänzen; Und mehr aus allen grenzen Das reich der herrlichkeit. 10. Ach! wer kann das übel zählen, Das uns drücket und bedroht? Schreckt uns nicht, nebst stetem fehlen, Unglück, schmerz, verlust und noth? Vater! kommen solche wehen; So laß jede bald vergehen. Schließ im grabe alle pein, Und uns selbst im himmel ein. 11. Nun wir hoffen, was wir baten. Ja, du hörst; denn du regierst. scepter rathen, Den du so gewaltig führst. Und dir ziemt, o Gott der ehren! Unser flehn, und dein erhören. Drum giebt sich mein herz zur ruh, Und spricht: amen! gleich wie du. Mel. Aus meines herzens 2c. 413. Did ich betet in der höhe Das heer des himmels an; Dich, Gott! vor dem ich stehe, mit dem ich reden kann. Wie herrlich ist dein thron! Wie gütig dein vergönnen! Ihr sollt mich vater nennen: So sprichst du durch den sohn. 4. Dort, wo des segens fülle, Und ew'ge wonne blüht: Dort Der alle hülfe schafft. Wir bitten viel, doch wenig Für dich und deine fraft. Wenn dich dies flehen rührt; Wird bitten und gewäh ren Die herrlichkeit verklären, Die beten, Nicht mit gedämpftem gram, Nicht froher von dir treten, Nicht froher, als ich kam? Ja, mein gestärkter muth That bittend deinen willen, Läßt dich dein wort erfüllen, Spricht: amen! schweigt und ruht. 17 258 Von dem Gebete und zwar Mel. O vater, unser Gott! es ist. sichten, Und versucht uns fleisch 414. vater in dem him- und welt; Hilf, daß wir den melreich! Laß uns kampf verrichten, Bis der geist dein lob erhöhen. Dein reich zu den sieg behält: Laß uns fest im komme und zugleich Laß, was glauben stehn, Und in keiner angst du willst, geschehen: Gieb täglich vergehn. brot: die schuld verzeih: In der versuchung steh uns bei. Lös uns vom übel, amen. 8. Alle noth und trübsal wende, Daß sie uns nicht schädlich sei; Und mach uns an unserm ende Auch von allem übel frei. Dein ist reich, und kraft und ehr: Amen, großer Gott, erhör! TOT Mel. Gott des himmels und 2c. [ bba, lieber vater! 415. Abb höre, Wenn dein find gen himmel schreit. Rette deines namens ehre, Denn du bist voll gütigkeit. Unsre herzen halten dir Unsers Jesu namen für. 2. Herr! wer kann dich gnug erbeben? Wie dein name, so dein ruhm. Ach! erhalt in lehr und leben Deines namens heiligthum. Diesen namen laß allein Unsers herzens freude sein. 3. Komm zu uns mit deinem reiche, König, dem kein könig gleich! Daß das reich des satans weiche, Bau in uns dein gnadenreich. Führ uns auch nach dieser zeit In das reich der herrlichkeit. Allgemeines Gebet um geistliche und leibliche Wohlthaten. 4. Laß auch deinen guten willen, Pieber Gott! bei uns geschehn; Daß wir ihn mit lust erfüllen, Und auf deine rechte sehn: So stimmt erd und himmel ein, Wenn wir deines willens sein. 3. Sei mein beschüßer in gefahr; Ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein übel, das mich schreckt, Wenn deine rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr! in deiner hand. Von dir empfing ich den verstand; Erhalt ihn mir, 0 Herr, mein hort! Und stärk ihn durch dein göttlich wort. 5. Laß, deines namens mich zu freun, Ihn stets vor meinen augen sein. Laß, meines glau bens mich zu freun, Syn stets durch liebe thätig sein. 6. Großer Gott von großen 6. Das ist mein glück, was du gnaden! Ach vergieb die sündenschuld, Die wir täglich auf uns mich lehrst. Das sei mein glück, laden; Habe doch mit uns ge- daß ich zuerst Nach einem reiche duld. Laß uns andern auch ver- tracht', und treu In allen meinen zeihn, Sonst kannst du nicht gnä- pflichten sei! dig sein. 7. Sucht der satan uns zu Mel. Vor deinen thron tret ich zc. 416. angesicht, Berwirf, komme vor dein J o Gott! mein flehen nicht; Vergieb mir alle meine schuld, Du Gott der gnaden und geduld! 2. Schaff du ein reines herz in mir, Ein herz voll lieb und furcht zu dir, Ein herz voll demuth, preis und dank, Ein ruhig herz mein lebelang. 5. Geber aller guten gaben! Gieb uns das bescheidne theil; Du weißt, was wir müssen haben, Und bei dir steht unser heil. Hat man Gott und täglich brot, O! so hat es keine noth. 7. Ich bin zu schwach aus eigner kraft Zum siege meiner leiden von dem Gebete des Herrn. 259 schaft; Du aber ziehst mit kraft scheinet, Und dessen herz vor mich an, Daß ich den sieg erlan- wehmuth bricht, Wenn dein volk gen kann. es beweinet, Womit es sich So freventlich An deiner macht vergangen; Laß aller schmerz Und sehnend herz Vor deinen thron gelangen. 8. Gieb von den gütern dieser welt Mir, Herr! so viel, als dir gefällt; Gieb deinem knecht ein mäßigs theil, Zu seinem fleiße glück und heil. 9. Schenkt deine hand mir überfluß: So laß mich mäßig im genuß, Und, dürft'ge brüder zu erfreun, Mich einen frohen geber sein. 10. Gicb mir gesundheit und verleih, Daß ich sie nüß' und bei dir sei, Und nie, aus liebe gegen sie, Mich zaghaft einer pflicht entzich. 4. Erweiche der verstockten herz, Befehre die verführten. Ach! daß sie doch der sünden schmerz 11. Erwecke mir stets einen Und deine gnade spürten, Und freund, Ders treu mit meiner keiner nicht In dein gericht Und wohlfahrt meint, Mit mir in dei- strenges urtheil fiele! Ach treibe ner furcht sich übt, Mir rath und sie Doch spat und früh Zum vortrost und beispiel giebt. gesteckten ziele. 12. Bestimmst du mir ein läng'res ziel, Und werden meiner tage viel: So bleib, Gott! meine zuversicht; Verlaß mich auch im alter nicht. 5. Erhalte, die im glauben stehn, Und dich als finder ehren, Daß sie stets weiter vor sich gehn, und deinen preis vermehren. Stärk ihren fuß, Wenn sich verdruß Und widerwärtigkeiten Nebst macht und list, Die schädlich ist, Zu ihrem fall bereiten. 13. Und wird sich einst mein ende nahn: So nimm dich meiner herzlich an, Und sei, durch Christum, deinen sohn, Mein schirm, mein schild und großer lohn. 3. Du schufst ja, was von Adam stammt, Allein zu deinen ehren, Und wolltest uns gern allesammt Der seligkeit gewähren. Erleuchte doch Die jezo noch Bei dicken finsternissen Sich selbst allhier Den weg zu dir Verriegeln und verschließen. Allgemeine Fürbitte für andere Menschen. 6. Hilf, daß die ganze christenheit Dich recht und heilig ehre, Daß weder hochmuth, haß noch neid Dein heilig wort verkehre. Laß dessen schall, Herr! überall In kirch' und häusern hören, Und, wenn die macht Der feinde wacht, Mel. Was mein Gott will 2c. 417. Mein Gott! ich komme Dein häuflein nirgends stören. dei- 7. Gieb, daß sich ehre, treu nen thron getreten, Und will, als und recht Im ganzen lande küsſe. für mein eigenthum, Für andrer Mach jeden heilig, fromm und wohlfahrt beten. Für sich allein schlecht; Und richte jedes füße Beglückt zu sein Bringt christen Vom lasterweg Zum himmelsschlechte freuden. Drückt mich steg; Daß deines namens ehre, kein joch; So fränkt mich doch Herr! durch dein wort Sich fort Des nebenchristen leiden. und fort Bei allen menschen mehre. 2. Drum Herr! von dem der 8. Gieb armen leuten untersonnen licht Auf böf und gute halt, Arbeitsamkeit und tugend.. 17* 260 Von den Sakramenten. Erquicke die, so schwach und alt, dich! Du bist ja unser vater. Ein Und leite unsre jugend. Wer jeder liegt und beuget sich, O dich verehrt, Sich redlich nährt, einiger berather! Du bist ja der, Dem schenke glück und segen; Dem nichts zu schwer; Drum Und bei gefahr Laß sich die schaar sprich durch Jesu Der engel um ihn legen. namen Zu des ren flehn, Die vor dir stehn, 9. Wir alle schrein, erbarme! Gott! dein allmächtig amen. III. Von den Sakramenten. 418. Wie groß ist Gottes 419. noch zur seligkeit Mel. 18. Herr! deine allmacht.| Mel. O Gott, du frommer Gott. ch vaterhuld! Er liebet uns aus gnaden, Und schen- gerufen; Mein Gott! du leitest fet uns die sündenschuld, Mit mich Zu deinen himmelsstufen. welcher wir beladen; Denn seine Erhalte mir forthin Dies wort wahrheit trüget nicht, Die uns und sakrament; Gieb, das sich sein theures wort verspricht. mund und herz Voll treu dazu 2. Und daß ja niemand zwei- bekennt. feln kann An dem, was er verheißen; So hänget er auch fie- fat. Laß mich die wichtigkeit Der sakrament' erwägen. Trägt man gel dran, Die kein mensch kann dir, Herr! ein kind Auf deinen abreißen. Die sakramente sind das ruf entgegen, Daß man es taupfand Von Gottes treuer vaterhand. fen will, Und ich soll zeuge sein; So nimm, o guter geist! Mein herz, mein alles ein. 3. Dadurch versichert er uns fest Die seligkeit im glauben. Dem, der sich auf den trost verläßt, Kann nichts das kleinod rauben, Das ihm dereinst der höchste giebt, Wenn er ihn nur von herzen liebt. 3. Laß mich es freudig thun, An meinen taufbund denken, Mich dir, wie dieses kind, Aufs neue völlig schenken. Die wohlthat ist sehr groß, Und reichet himmelan, Drum gieb mir trieb und kraft, Daß ich dir danken kann. 4. Denn in der taufe werden wir Dem heiland einverleibet: Hier ist die offne gnadenthür, 4. Wie viele nahen sich Zu Der ort, wo man uns schreibet solchen heilgen werken, Und lafIns lebensbuch mit Jesu blut, sen nur verdruß, Ja stolz und Das er vergossen uns zu gut. hoffart merken! Sie denken nicht, daß du, Gott! selber zeuge bist, Daß deiner engel schaar Daselbst zugegen ist. 5. Im abendmahl hergegen wird Der gnadenbund gestärket; Hier labet uns der treue hirt Mit fost, woraus man merket, 5. Laß mir durch geist und brust Daß er uns recht inbrünstig liebt, Hie heil'gen schauder dringen, Und Und sich uns ganz zu eigen giebt. mich recht ehrfurchtsvoll Derglei6. Herr! laß mich dir mit herzchen werk vollbringen. Auch wenn und mund Für diese wohlihat ich, Jesu! mich zu deiner tafel danken! Laß mich aus diesem gna- nah; So gieb, daß ich daselbst denbund In ewigkeit nicht wan- Mit andacht dich empfah. ken. Dein guter geist enthalte mich In deiner gnade festiglich. nat 6. Laß den gebrauch mich nicht Nur nach der zeit abmessen, Noch Von dem Sakrament der heiligen Taufe. 261 bei dem kleiderpuß Das innere| Vor andern menschen suchen. Laß vergessen. Wer keinen glauben mich dies ärgerniß Vermeiden und hat, Der ist ein heuckelchrist, Der verfluchen; Sein herz hier aufzudich, mein heil! verräth, Und doch blähn, Wirkt jener stolze geist, wie Judas küßt. Der jeden gar zu gern Zur offnen hölle reißt. 9. Dies hohe sakrament Beruht auf lauter liebe. Entzünde doch, mein heil! Bei jedem solche triebe, Daß man dies liebesmahl Zur ew'gen wohlfahrt nüßt, Und einst im freudenreich An deiner tafel 7. Schmück mich mit glauben aus; Gieb, daß er da recht steige: Daß meine demuth sich In allen stücken zeige. Wer bin ich? ach ein wurm, Der nichts, als fehlen kann. Die selbsterkenntniß führt Uns erst zur demuth an. 8. Laß mich da keinen rang ſißt. A) Von dem Sakramente der heiligen Taufe. 420. Christ unser Herr zum sei der drei personen werk, Die Jordan kam; Nach da zu uns auf erden Zu wohnen seines vaters willen Die taufe sich begeben. von Johanne nahm, Um alles zu erfüllen: Da heiligte er selbst ein bad, Zu waschen uns von sünden, Auf daß wir möchten heil und rath Durch seine wunden finden: Es galt ein neues leben. 5. Den jüngern heißet Jesus Chrift: Geht, alle welt zu lehren, Daß, wer verlorn in fünden ist, Sich soll zur buße kehren: Wer gläubet und sich taufen läßt, Soll einst den himmel erben, Hält er an solchem glauben fest, Kann er nicht ewig sterben, Er hat in mir das leben. 2. So hört und merket alle wohl, Was Gott die taufe nenne, Und was ein christe glauben soll, Daß ihn kein irrthum trenne. Gott spricht und will, das wasser ſei, Durch ihn für sünder kräftig, Indem sein heiligs wort dabei, Sein geist ist selbst geschäftig: Der ist allhie der täufer. 3. Dies ist es, was er selber flar In wort und bildern lehrte, Des vaters stimm man offenbar Daselbst am Jordan hörte. Er sprach: dies ist mein lieber sohn, 7. Das auge nur das wasser An dem hab ich gefallen, Den sieht Wie andres wasser fließen, sende ich von meinem thron, Daß er gehört von allen, Und ihm gefolget werde. 4. Auch Gottes sohn also verklärt Sieht man, als mensch, hie stehen: Der heil'ge geist hernieder fährt, Läßt über ihm sich sehen, Daß jeder hieran gläubig merk,* 8. Drum danken wir dir inWenn wir getaufet werden, Dies niglich Für deine treu und güte, Der glaube zeiget dem gemüth Des heilands blutvergießen. Ihm ist es eine heil'ge fluth Von Christi blut gefärbet: Die machet allen schaden gut, Der uns ist angeerbet Und von uns selbst gemehret. 6. Wer nicht gläubt dieser großen gnad, Der bleibt in seinen sünden, Verdammt, wie ers verdienet hat, Tief in der höllen gründen: Nichts hilft sein eigne heiligkeit; All sein thun ist verloren: Die sünde machts zur nichtigkeit, Darin er ist geboren; Er mag ihm selbst nicht helfen. 262 Von dem Sakramente der heiligen Taufe. Herr Jesu Christ! und bitten dich, Dies ist der christen schönste kron, Gieb stets ein neu gemüthe: Daß, Der schmuck in ihrem orden. Ja wie du uns hast durch die tauf Christus und sein heilig blut, Ins gnadenreich genommen, Wir Sein tod und sieg daneben, Sft hie so führen unsern lauf, Da- nunmehr unser eignes gut, Das mit wir dorten kommen Zu dir er uns hat gegeben, um ihm da.. ins reich der ehren. durch zu leben. Mel. Christ unser Herr zum c. 421. welch ein unvergleichlich gut Giebst du, Herr, deinen kindern. Das wasser und zugleich dein blut Schenkst du den armen sündern. Drei dinge sind, die allermeist Auf erden zeugniß geben: Das blut, das wasser und der geist, Die können uns erheben Zu deinem freuden leben. 2. Dies sakrament ist selbst durch dich Geheiligt und beschlossen; Daß wie dich, Jesu! sichtbarlich Die wasserfluth begossen, Als dich Johannes dort getauft; So soll dein blut uns schwachen, Die du durch deinen tod erkauft, Frei von der höllen rachen, Und dir ganz eigen machen. 6. Er hat uns auch das kindesrecht, Die seligkeit, geschenket, Dadurch der fünden macht geschwächt, Sie gar ins meer versenket. Was kann nun teufel, höll und tod, Die uns sonst widerstunden? Weil Jesus Christus alle noth Sammt ihnen überwunden. Nun ist das heil gefunden. * 7. Herr! laß uns doch den reben gleich, Auch gute früchte bringen, Und immerdar nach deinem reich Im festen glauben ringen. Laß uns durch wahre reu und buß Nun täglich mit dir sterben: Denn unser alter adam muß Durch deine fraft verderben, Soll man dein reich ererben. 8. Hilf, daß wir diesen gnadenbund Der taufe nie vergessen. Gieb, daß wir ihn von herzens3. Du hast uns durch dies sa- grund Beständig recht ermessen. frament Der firchen einverleibet, Er muß uns hier in angst und Daß man uns nach dir christen pein, Ja gehn wir gar von hinnennt, Ins buch der deinen schrei- nen, bet. Der seelen trost und freude Das heißt der welt entrinUns hat dies wasserbad im sein. wort Auch rein gemacht von sün- nen, Den himmel zu gewinnen. den: Laß deinen guten geist hinfort Das herz in lieb' entzünden, Mel. Christ unser Herr zum 2. Und in dir, Jesu! gründen. 422. Bott! da ich gar keinen rath Für 4. Wir sind, Herr! in dein 422. gnadenreich Durch diesen bund versetzet, Der uns an seel und leib zugleich Recht inniglich ergezet. Du hast uns durch dies reine bad Gewaschen, neu gekleidet; Daß uns der schlangen list und rath, Noch was uns schreckt und neidet, Von Gottes huld nicht scheidet. meine feel konnt' finden; Hast du mich durch dein wasserbad Ge reiniget von sünden. Dabei du klärlich mir erweist, Und durch ein sichtbar zeichen, O vater, sohn und heilger geist, Es sei nichts zu vergleichen mit deiner gnad und liebe. 2. Denn willig und von her5. Aus höllenkindern sind wir zensgrund, So bald ich zu dir schon. Der gnaden kinder worden:| kommen, Hast du in deinen Von dem Sakramente der heiligen Taufe. 263 gnadenbund, Zum kind mich auf-| niemals unterlaß, Bis an, das genommen. Du hattest ursach, end hier kämpfe, Und dort dein mich vielmehr Zu strafen und reich ererbe. zu hassen, und hast dich, großer Gott! so sehr Zu uns herab Mel. Es ist das heil uns kommen. gelaffen, Den bund mit uns ge- 423. Gott water, sohn und stiftet. heilger geist, Gott von großer güte! Sei jetzt und immerdar gepreist Mit dankbarem gemüthe, Daß du aus unverdienter gnad Mich durch das heilge wasserbad Von sünden abgewaschen. 3. Dadurch bin ich nun, als dein kind, Versichert deiner gnaden: Was sich für schwachheit an mir findt, Das läßt du mir nicht schaden. Den geist der kindschaft giebst du mir; Und wenn ich vor dich trete, Mein herz ausschütte, Gott! vor dir, Nach deinem wil len bete, Werd ich allzeit erhöret. 4. Hingegen hab ich mich verpflicht, Ich wollt ein gut gewissen Stets bei des glaubens zuversicht zu halten sein beslissen, Dich, vater, sohn und geist! allzeit Für 3. Du aber hast, o vater! mich, meinen Gott erkennen, Und sammt Da ich war ganz verloren, Zu der werthen christenheit Mit ehr- dir gezogen gnädiglich, Und wieerbietung nennen Den ein'gen der neu geboren Durchs wasserHerrn und vater. bad der heilgen tauf: Daß ich in meinem lebenslauf Mich deiner lieb' kann trösten. 4. Herr Jesu Christ! dein theures blut Wäscht mich von meinen sünden: Kraft desſen macht die wasserfluth Denselben fluch verschwinden, Den ich hab von natur verschuldt, Und seßt mich in des vaters huld, Die Adam hat verloren. 5. Ich hab dem bösen feind entsagt, Auch allen seinen werken; Und wenn er sich noch an mich wagt, kann dieser bund mich stärken. Ich bin, o Gott! dein tempel nu, Und von dir neu geboren, Auf daß ich rechte werke thu, Dazu ich auserkoren, Und die du selbst befohlen. 2. Herr! ich bekenne, daß ich bin Gezeugt aus sündensaamen, Ein find des zorns, das immerhin Entheiligt deinen namen. Ich weiß, daß von natur ich leb Ohn deine furcht, und widerstreb, Gott! deinem wort und willen. disid 6. Der alte mensch muß sterben ab, Der neue aber leben: 5. O heilger geist, ich danke Den bösen lüften, die ich hab, dir Für diese edle gabe, Daß Muß ich stets widerstreben. Ich ich nun innerlich in mir Dein muß dem guten hangen an, Ver- kräftig zeugniß habe: Dadurch richten deinen willen: Mit fleiß ich meinen schöpfer kann Getrost und sorgfalt denken dran, Daß und freudig rufen an, Und sagen: ich ihn mög erfüllen Durch deine abba vater! kraft und stärke. 6. Weil in der tauf auch Jesus * 7. Gott vater, sohn und geist! Christ Von mir ist angezogen; verleih, Daß ich fest an dich gläube, So hilf, daß durch des satans list Mich meines taufbunds tröst und Sch nimmer werd betrogen. Denn freu, Darin beständig bleibe: Als die nun Gottes tempel seind, Die dein kind teufelswerke haß, Die bleiben vor dem bösen feind In bösen lüste dämpfe, Das gutel deiner gnade sicher. do 3 264 Von dem Sakrament der heiligen Taufe. 5. Ich ward dein glied, und lebt' in dir; Du selber warst mein leben. Doch lag dein glanz verdeckt in mir, Den du mir zugegeben. Ich sollt erst an das leiden gehn, und unter deinem kreuze stehn, Bis du mich dort verklärtest. 7. Herr! an diese würdig- nun zu nennen deine braut; Im keit, Die du mir wollen schenken, glauben ward ich dir vertraut, Laß mich jezund und allezeit In So hoch ward ich erhoben. meiner noth gedenken, Daß ich dadurch ein herze faß, Und immer mich darauf verlaß, Daß du mir gnad versprochen. 18. Ich hab auch bei dem was serbad Mich dir zum dienst verbunden: Drum gieb, daß keine missethat In mir werd herrschend 6. So war ich dazumal, als funden. Gieb, daß für deine güt du Mich in den bund genommen; und treu Ich den gehorsam stets Allein gehör' ich dir noch zu? erneu, Den ich da angelobet. Ach ja, du heil der frommen! 9. Herr! so ich was aus schwach- Versiegelst mich noch diese zeit heit thu, Das wollst du mir ver. Durch deinen geist der freudigzeihen, Und mir es ja nicht rech- keit, Daß ich dir völlig eigen. nen zu; Den beistand auch verleiben, Daß ich an dir beständig bleib, Bis du die seele von dem leib Zu dir hinauf wirst nehmen. 7. Gott hat mich selbst aus vaterhuld In dir zum kind erwählet, Und hat mich so von aller schuld In gnaden los gezählet. Sein bund ist mir ein ewger bund, Dieweil ihn Gottes theurer mund Durch einen eid Mel. Nun freut euch liebe 2c. 424. Jefu Chrift! ich preise dich Mit versichert. fröhlichem gemüthe; Dieweil du mich so gnädiglich, Nach deiner großen güte, Durch deine tauf errettet haft Von aller meiner sündenlast, Und mir dein heil geschenket. 8. Drum gehet mich dies alles an, Was Christi tod erworben: Er hat es mir zu gut gethan, Er ist für mich gestorben. Sein ganz verdienst ist mir geschenkt, Mein felsenfester glaube senkt Mich ganz in seine gnade. 2. So bald der heilge wasserguß Mein sündlichs haupt begosfen: So bald ist auch dein liebesfluß In meine brust gefloffen. Dein geist verband mein herz mit dir, Ein göttlich leben gabst du mir, Ich ward aus Gott geboren. 9. Nun bleib ich Gottes eigenthum, Das läßt sich Gott nicht nehmen. Der fündengift soll die sen ruhm Nicht schmälern, nicht beschämen; Gott läßt den nun und nimmer nicht, Der seine 3. Ich bin in Christi tod ge- ganze zuversicht Auf ihn von hertauft, Dadurch mit ihm gestor- zen seßet. ben, Und Gott zum eigenthum 10. Zwar bin ich dieser huld erfauft; Weil Christus mir er- nicht werth: Es zeuget mein geworben Die göttliche gerechtigkeit: wissen, Daß ich den taufbunb Dies ist mein schmuck und ehren- oft versehrt. Doch bin ich nun fleid, Darin ich ewig prange. beslissen, Daß durch die buße die4. Wie herrlich und wie schön ser bund Erneuert werde; weil war ich, Da ich dich angezogen: der grund Bei dir noch feste stehet. Ich prangte vor dir würdiglich, 11. Jch streit' und kämpfe wider Du wurdest selbst bewogen, Mich mich, um fleisch und blut zu 068 265 Von dem Sakramente der heiligen Taufe. zwingen; Komm selbst und hilf| führet meinen lebenslauf, Er bilmir ritterlich, Wenn lüste auf fet meiner schwachheit auf, Als mich bringen. Läßt mir der sa- meines herzens tröster. tan feine ruh, Stürmt welt und alles auf mich zu: So hilf mir boch obsiegen. 12. Nun tauf mich noch mit deinem geist, Entzünde mein gemüthe, Daß sichs der heiligkeit befleißt, Und stets vor sünden hüte. Du liebst mich sehr, o höchstes gut! Gieb, daß ein jeder tropfen blut Von gegenliebe walle. 6. Wie soll ich denn nun traurig sein In meinem ganzen leben? Wie sollte todesfurcht und pein Mir vor den augen schweben? Ich bin der seligkeit gewiß, Und nichts gewisser ist, als dies: Ich bin ein himmelserbe. Bei einer Taufhandlung. Mel. Liebster Jesu! wir sind hier. Mel. Allein Gott in der höh ſei. 426. Gott und vater! nimm ch bin ein mensch, 425. J das weiß ich wohl; Bin aber auch ein christe. Ach! freilich wär ich traurensvoll, Wenn ich den trost nicht wüßte, Daß Gott nach seinem gnadenrath Mich durch das wort und wasserbad Von neuem hat geboren. jegund Dieses find von unsern armen. Nimm es auf in deinen bund, Und erzeig ihm dein erbarmen: Daß es alle lebenstage Deiner kindschaft zeichen trage. 2. Die heilige dreieinigkeit Sei cwiglich gepriesen, Daß sie mich hat so hoch erfreut, Mir diese gnad erwiesen: Mich armen sünder hält sie werth, Und giebt mir, was mein herz begehrt, zu vollem heil und segen. 2. Wasche es mit deinem blut, Treuer Jesu! von den sünden. Laß in seiner taufe fluth Den geerbten fluch verschwinden; Und sein leben auf der erden Deinem vorbild ähnlich werden. 3. Und, du werther heilger geist! Schenk ihm deine gnadenkräfte. Treibe, wie dein bund verheißt, Selbst in ihm das heilsgeschäfte: Daß es stets an Jesu leibe Ein lebendig gliedmaß bleibe. 3. Gott vater will mein vater sein. O was ist das für liebe! Kehrt kreuz und leiden bei mir ein, Und macht das leben trübe; So weiß ich, daß er zu mir spricht: Bon der Erneuerung des Mein liebes kind, ich will dich Taufbundes. nicht Verlassen noch versäumen. theures blut Durch wahren glau- 427. A Der tauſbund iſt ge 4. Gott sohn läßt mich sein Mel. O Gott, du frommer Gott. ben finden, Das machet alle schulden gut, Das wäscht mich rein brochen. Ich schreie voller angst: von sünden. Nichts kann ver- Ach! laß es ungerochen, Und gehe dammlichs an mir sein, Denn sein diesen bund Mit mir von neuem verdienst ist gänzlich mein, Und ein. Hier hast du mund und hand, ich bin sein dargegen. Ich will getreuer sein. 5. So ist auch Gott der werthe 2. Dem teufel, welt und fleisch geist Mein siegel, pfand und gabe, Will ich nun ganz entsagen, Wenn Daß ich, was Gottes wort ver- sie mich schon darum Als meine heißt, Gewiß zu hoffen habe. Er feinde plagen; In deines geistes 266 Von dem Sakramente der heiligen Taufe. d kraft Greif ich sie alle an; Ihr| arm, Nach deiner hülfe schreit: zorn hat ja noch nie Den deinen Ich lob und preise dich Hier und leid gethan. in ewigkeit. 3. Gott vater, sohn und geist! Dir sei mein ganzes leben, Leib, ſeele, thum ergeben: Befördre du mein wohl, Laß auch die meinen nicht, Daß uns an wahrem heil Nichts hier, nichts dort gebricht. 4. In deiner lieb' und treu, O vater voll erbarmen! In Jesu blut und tod, In seinen liebes- gehalten? 2. Dein Gott ist vater, sohn armen, Und in des geistes trost, Regierung, licht und kraft, Da und geist, Auf den du bist getausuch und find ich das, was ewig nußen schafft. fet, Sieh, was er doch an dir erweist: Er schuf dich, und erkaufet Dich selbst mit seines sohnes blut, Verändert herze, sinn und muth, Da er dich neu gebieret. 3. So gnädig hat er dich bedacht, Als er dich angenommen. Er hat den bund mit dir gemacht, Zählt dich zur schaar der frommen; Doch gläubst du auch, und legest flar In worten und in werken dar, Was du so theur versprochen? Mel. Herr Jesu Christ! du c. geist und finn 3um eigen- 428. Mach auf, mein herz! Ein5. Dies glaub ich steif und fest, Denn du, dreieinigs wesen! Hast mich dir, und ich dich, Zum eigenthum erlesen: Du vater, ich dein kind; Ich schäflein, du mein hirt; Du Herr, ich unterthan, Dem nichts versaget wird. 6. Mein Gott! was mag ich dir Doch zur vergeltung geben? Daß du mich sündenkind, Mich wilden bösen reben So hoch gewürdigt hast, Daß ich, nach deinem sinn, Durch geist und wasserbad Ein Christe worden bin. 7. Dabei erhalte mich Bis an mein letztes ende, Und hilf, daß ich dies bad Zu meinem trost anwende; Wenn meiner feinde list, Tod, sünde, teufel, welt Mir armen tag und nacht Viel tausend neße stellt. mal an deine taufe. Sett währet Gottes gnade noch, Du stehst im christenlaufe: Drum denke, wie du deine pflicht Bis heute diesen tag verricht't, Cb du den bund 4. Ach! freilich hab ich bis jezund Den taufbund oft gebrochen; Und übertreten, was mein mund Dir, höchster! fest versprochen. Mich schrecket die gerechtigkeit, Die jedem zorn und strafe dräut, Der sich von dir abwendet. 5. Ach Gott! es ist mir herzlich leid, Mich beißet mein gewis sen. Mein herz ist ganz voll traurigkeit, Zerschlagen und zerrissen: Und ach! zerknirsche nur mein herz Mit wahrer reu und bitterm schmerz, Und mach mich göttlich traurig. 8. Ich will den christenstand Weit über alles achten, Wenn andre mit der welt Nach ehr und hoheit trachten. Ich will mein lebelang Auf deinem wege gehn, Und dort an jenem tag Bei dir, als christ, bestehn. 6. Jch gläube deiner güt' und 9. Dies wollest du, mein Gott! treu, Die du mir zugesaget; Sie Um meines Jesu willen, Durch ist dem alle morgen neu, deines geistes fraft In meiner ernstlich nach dir fraget. Ach! gieb feel erfüllen, Die jest, an fräften mir wahre zuversicht, Die sich auf Der Von dem Sakramente des heiligen Abendmahls. 267 die verheißung richt't, So bei erben, Mein lieber vater! mich der taufe stehet. erklärt. Du hast die frucht von deinem sterben, Mein treuer beiland! mir gewährt. Du willst in aller noth und pein, O guter geist! mein tröster sein. 3. Doch hab ich dir auch furcht und liebe, Treu und gehorsam zugesagt. Ich habe mich aus reinem triebe, Dein eigenthum zu sein, gewagt. Hingegen sagt ich bis ins grab Des satans schnöden werken ab. 7. Drum nimm aufs neu mich in den bund, Vergieb mir meine sünden. Ach laß mich doch, mein Gott! jehund Bei dir errettung finden: Sprich mich von meinen schulden frei, Und steh mir künftig treulich bei, Daß ich mich ernstlich beß're. 8. Ich will von nun an meinen bund Zum öftern wiederholen, Und thun, was mir dein theurer mund In heilger schrift befohlen. Ich sage von den sünden ab, Und will durch dich bis an mein grab Mit ernst dawider streiten. 4. Mein treuer Gott! auf deiner seite Bleibt dieser bund wohl feste stehn; Wenn aber ich ihn überschreite, So laß mich nicht verloren gehn. Nimm mich, dein find, zu gnaden an, Wenn ich hab einen fall gethan. 9. Dir aber sag ich feste zu, Getrost an dich zu gläuben. In dir allein ist meine ruh, In dir will ich auch bleiben. Von dir soll mich nicht freude, noth, Angst, furcht, glück, wollust, leben, tod, Noch sonsten etwas scheiden. 5. Ich gebe dir, mein Gott! aufs neue Leib, feel und herz zum opfer hin. Erwecke mich zu neuer treue, Und nimm besig von meinem sinn. Es sei in mir kein tropfen blut, Der nicht, Herr! deinen willen thut. 10. Gieb mir, mein Gott! nur deinen geist, Der mich lehrt, stärfet, leitet, Mir deine wege richtig weist, Mich gründet, vollbereitet; 6. Weich, weich du fürst der Damit mein herz vor dir besteh, Mit dir zu jenen freuden geh, Wo die erlösten wohnen. finsternissen! Ich bleibe mit dir unvermengt. Hier ist zwar ein befleckt gewissen, Jedoch mit Jesu blut besprengt. Weich, eitle welt! Mel. Wer nur den lieben Gott. o sünde, weich! Gott hört es, 429. bin getauft auf jetzt entfag ich euch. J ch deinen namen, 7. Laß diesen vorsaß nimmer Gott vater, sohn und heilger geist! wanken, Gott vater! sohn und Ich bin gezählt zu deinem saamen, heilger geist! Halt mich in deines Zum volk, das dir geheiligt heißt. bundes schranken, Bis mich dein Ich bin in Christi tod gesenkt, wille sterben heißt. So leb' ich Ich bin mit seinem geist beschenkt. dir, so sterb ich dir, So lob' ich 2. Du hast zu deinem kind und dich dort für und für. B) Von dem Sakramente des heil. Abendmahls, und zwar Von der Stiftung desselben. Mel. 9. Erwünschter brunnquell. In deiner leßten trauernacht, Uns 430. Mein Jesu! der du alle früchte deiner leiden In vor dem scheiden, einem testament vermacht. Es 268 Von dem Sakramente des heiligen Abendmahls preisen gläubige gemüther Dich stifter dieser hohen güter. allem leiden Ein wahrer vorschmack jener freuden. 2. So oft wir dieses mahl ge- 9. Dir sei lob, ehr und preis nießen, Wird dein gedächtniß bei gesungen; Ein solcher hoher lieMan kann aus fri- besschein Verdient', daß aller engel mung neu. dschen proben schließen, Wie brün- zungen Zu dessen ruhm geschäftig stig deine liebe sei. Dein blut, sein. Wird unser geist zu dir erdein tod und deine schmerzen Ver- hoben, So wird er dich vollneuern sich in unsern herzen. kommen loben. 3. Es wird dem zitternden gedrückt, Daß unser schuldbrief nun 431. gegeben: Stets mit wissen Ein neues siegel aufge- Mel. 21. Schmücke dich, o liebe. er du mir dein wort zerrissen, Daß unsre handschrift nun zerstückt, Daß wir vergebung mir vereint zu leben; Und zum unsrer sünden In deinen blut'gen holden liebeszeichen, Mir dein wunden finden. fleisch und blut zu reichen! Laß kein zweifeln dein versprechen, Wenn ich gleich erstaune, schwächen; noch des muthes mich berauben, Nicht zu sehn und doch zu glauben. 2. Ja, dich selbst, o mein verlangen! Dich, mein heil! soll ich empfangen. Näher, als es möglich scheinet, Werden du und ich Da der leib, der dich vereinet. bekleidet, Und dein eignes blut mich weidet; Nehm ich das, wor zu sie dienen, Und dich selbst zugleich mit ihnen. 3. Leib, desgleichen nie gefunden! Blut aus des versöhners wunden! Sollt es euch an kraft gebrechen? Sollte brod und wein sie schwächen? Nein, mit euch, o theure gaben! Muß ich gnad und leben haben; Wenn der glaube, den ihr nähret, Solcher schätze nur begehret. 4. Heil der welt, Herr aller dinge! Bin ich dir nicht zu ge ringe? Darf ein sünder zu dir umarmen, dich nahen, Dich empfahen? Deine huld gleicht deiner größe. Armuth, niedrigkeit und blöße, Kann vor solchen augen stehen, Die nur nach dem glauben sehen. 5. Zeige mir, der du mich fennest, Daß du mich auch gläubig 4. Das band wird fester zugezogen, Das dich und uns zusammen fügt; Die freundschaft, die wir sonst gepflogen, Fühlt, wie fie neue stüßen friegt. Wir werden mehr in solchen stunden Mit dir zu einem geist verbunden. 5. Dies brot fann wahre nahrung geben, Dies blut erquicket unsern geist. Es mehrt sich unser innres leben, Wenn unser glaube dich geneußt. Wir fühlen neue kraft und stärke In unserm kampf und glaubenswerke. 6. Wir treten in genau're bande mit deines leibes gliedern ein, mit denen wir in solchem stande Ein herz und eine seele sein. Die liebe muß uns fester schließen, Da wir ein fleisch und blut genießen. 7. Dein fleisch muß uns zum pfande dienen, Daß unser fleisch, das schwachheitsvoll, Einst herrlich aus dem staube grünen, Und unverweslich werden soll; Ja daß du uns ein ewig leben, Nach die sem kurzen, werdest geben. 8. Otheures lamm! so edle gaben hast du in dieses mahl gelegt. Da wir dich selbst zur speise haben, Wie wohl ist unser geist verpflegt! Dies mahl ist unter und zwar von der Stiftung desselben. 269 ACS nennest. Laß ein freudiges ge-| vergessen! Hilf, daß ich mit lob nießen Mir dein himmelbrod ver- und dank An dein leiden denke, d bewohne deine Und mich, wenn ich geistlich krant, d süßen. hütte; schritte, regiere meine In dein blut versenke. nach unsichtbarer 7. Jesu! laß durch deine qual, treue mich dein anblick dort er- Durch dein blutvergießen, Dein freue. hochtheures abendmahl Würdig g mich genießen; Laß mir dieses en jederzeit, Herr! zum leben nüßen ,, i und mich in der ewigkeit Einst zu u tische sitzen. Komm, Komm, Bis Mel. Christus, der uns selig zc. 432. Seele! bent an jene nacht, Drinnen der verrathen, Der die sünder selig macht Von den missethaten. Denke Mel. 21. Schmücke dich, o liebe. was er uns zuletzt noch zurück- 433. Schmücke dich, o liebe Das die seelen höchst ergeßt, Die ihn gläubig fassen. 2. Jesus aß das osterlamm Bei den abendstunden, Drauf er an des kreuzes stamm Uns der schuld entbunden. Hilf, o Gotteslamm! daß ich Deiner nie vergesse, Und dein fleisch oft würdiglich, mir zum leben, esse. seele! Fülle mit dem glaubensöle Deine lampen, dich bei zeiten Auf die hochzeit zu bereiten. Denn dein bräutigam wird kommen, Der dein fleisch an sich genommen. Was er in den tod gegeben, Giebt er lebend dir zum leben. 2. Ach! wie hoch wirst du ge3. Jesus, als er durch den schäßet! Jesu Christi stiftung sepet tod Seinen lauf wollt' enden, Nahm Ein gedächtniß seiner thaten In mit dank, und brach das brot der nacht, da er verrathen: Den In den allmachtshänden. Laß du mußt, als mächtig, ehren, sh mich denken deiner treu, Die Dessen weisheit dich muß lehren, a nicht auszusprechen, Und dem Dessen wahrheit du mußt kennen, nächsten auch dabei Brot im hunger Ihn allgegenwärtig nennen. brechen. 3. Geistlicharmer geist! bedenke, up 4. Eßt, das ist mein leib, für Was dir Jesu fülle schenke, Als 198 cuch In den tod gegeben, Spracher in dem testamente Zu der erb.8 er: ach vernunft hie schweig! schaft dich ernennte; Und nicht# das leben. Hilf, etwa einen schatten, Wie die al- Inm Herr Jesu! daß ich mich Auf ten väter hatten, Sondern selbstisd dein wort nur gründe, Und den der güter wesen Zur versichrung u zweifel ritterlich Dadurch über außerlesen. bailand winde. ter sin 5. Jesus gab die lebensfluth Seinen tischgenossen; Trinkt, sprach er, das ist mein blut, Das für euch vergossen. Gieb den theuren lebenssaft, Jesu! mir zu trinten, Wenn mir leben, muth und kraft In der angst entsinken. 6. Liebster, der mein herz ergeßt, Der du dieses essen, Dieses trinken eingeseßt Dein nicht zu 4. Denn vor seinem schweren bi leiden Hat der hirte, dich zu wei den, Bei dem mahle brot gebrochen, Und geheimnisvoll gespro- nis chen: Nehmet hin, was euch zumpu leben Ich zum tode hingegeben röd Dieses ist mein leib, dies effets Daß ihr meiner nicht vergesset. bisg 5. Aber auch desselben gleichen Will der Herr sein blut uns reis me chen; Da er das gewächs der reben un 270 Von dem Sakramente des heiligen Abendmahls Mit den worten hingegeben:| preisen, Daß er dich so wohl will Nehmet, trinkt! was ihr genießet, speisen, Und für deine missethat Ist mein blut, das sich ergießet Selbst seinen sohn gegeben hat. Zur vergebung eurer sünden, Mein gedächtniß fest zu gründen. 5. Du sollst gläuben und nicht wanken, Daß es eine speis der kranken, Deren herz von sünden schwer, Und vor angst ist betrübet sehr. 6. O geheimniß! dem nichts gleichet, Welches kein verstand erreichet. gemeinschaft dieses gutes, Brot und leibes, wein und blutes! Heiland! auf dein wort zu bauen, Stärke du doch mein vertrauen, Daß ich wider vorwiß kämpfe, Ihn durch festen glauben dämpfe. 7. Ich halt mich an dein vermächtniß: Solches thut, mir zum gedächtniß! Dies gedächtniß fest zu gründen, Denk ich, Herr! an meine sünden: Diese, die von Gott mich scheiden, Brachten dich in alles leiden: Doch du rufft uns abgetrennte Durch dein wort und sakramente. 8. Ja ich komm' in buß und reue; Hilf, daß ich in dir mich freue; Gieb, daß sich mein glaube stärke; Schaff in mir die neuen werke. Du bist mein, uns trennt kein leiden. Ich bin dein: wer will uns scheiden? Laß, was du hier angefangen, Mich vollendet dort erlangen. gesus Christus unser heiland, Der von 6. Solch groß' gnad und barmherzigkeit Sucht ein herz in großer arbeit: Darfst du nichts, so bleib davon, Daß du nicht kriegst bösen lohn. 7. Er spricht selber: kommt ihr armen; Laßt mich über euch erbarmen. Kein arzt ist dem starken noth, Sein' kunst wird an ihm gar ein spott. 8. Hätt'st du dir was könn'n erwerben, Was dürft ich denn für dich sterben? Dieser tisch auch dir nicht gilt, So du dir selber helfen willt. 9. Gläubst du das von herzensgrunde, Und bekennst es mit dem munde; So bist du recht wohl geschickt, Und die speis' deine seel erquickt. 10. Die frucht soll auch nicht ausbleiben; Deinen nächsten sollst du lieben, Daß er dein genießen kann, Wie dein Gott hat an dir gethan. 434. uns den zorn Gottes wandt; Bei der Vorbereitung zum heiligen Abendmahl. Durch das bittre leiden sein Half Morgenlied eines Kommunier uns aus der höllenpein. fanten. 2. Daß wir nimmer deß vergessen, Läßt er seinen leib uns eſſen Mit dem brot, und uns zu gut trinken mit dem wein sein blut. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 435. Gott ſei løb! der tag ist kommen, Da ich Jesu werd vertraut, Da ich, 3. Wer sich will zu dem tisch aller schuld entnommen, Werd in machen, Der hab' wohl acht auf Gottes huld geschaut; Da mich sein' sachen; Wer unwürdig hin- Gott mit glauben ziert, Zu des zu geht, Für das leben den tod lammes hochzeit führt, Und mir empfäht. Jesum, der mich liebet, Selbst zum lebenspfande giebet. 4. Du sollst Gott den vater und zwar bei der Vorbereitung zu dem heiligen Abendmahl. 271 tisch auf erden Mir zum himmelsvorschmack werden. 2. Gott! bei diesem frohen morgen Suchet dich dein liebes find, Senkt in deine vatersorgen, Was sich in und an mir findt. Sorge, vater! jeßt für mich, Daß ich heute würdiglich Als dein gast bei dir erscheine, Und mit Jesu mich vereine. 3. Hilf mir, daß ich recht bedenke, Wie der Herr sein fleisch und blut Uns den armen sündern schenke, Und was deine liebe thut. Gieb mir gnade, daß ich nicht Eß und trinke zum gericht, Was du, Jesu! für mein leben Zur erlösung dargegeben. 4. Nimm jetzt die vernunft gefangen, Daß ich gläube schlecht und recht; Und erwecke mein verlangen, Wenn das fleisch den eifer schwächt. Gieb empfindung meiner noth, Und begierde nach dem brot, Welches allen hunger stillet, Und mein herz mit Gott erfüllet. 3. Christe, du lamm Gottes! höre: Weil du trägest meine schuld, Seelenhirt! bei mir eintehre, Schließe mich in deine huld. Deiner güte ich vertrau, Führe mich auf grüner au, Stärke mich, mir stets zu gute, Heut mit deinem leib und blute. 4. Heil'ger geist! du kraft der schwachen, Bleibe heut und stets bei mir. Deine heiligung kann machen, Daß ich würdig, nach gebühr, Mir zum nuß und Gott zum preis Esse diese seelenspeis, Daß ich dadurch christlich lebe, Selig einst den geist aufgebe. 5. Nun dir lieg ich, Gott! zu füßen, Deine lieb' umarme mich. Jesu! dein blut seh ich fließen, Mache mich gerecht durch dich. Heilger geist! durch deine kraft, Die ein neues herze schafft, Wollest du mich recht verneuen, Und mich hier und dort erfreuen. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 436. err! du haft für alle sünder Einen reichen tisch gedeckt, Wo dein brot für deine finder Nach der vaterliebe schmeckt. Heute nun bin ich dein gast, Wie du mir befohlen hast; Aber hilf auch, daß mein herze Nicht mit deiner wohlthat scherze. 5. Denke doch, du fürst des lebens! Denke, daß du Jesus heißt; Denke, daß du nicht vergebens Für die welt gestorben seist. Nimm doch meiner seufzer wahr, Reiche mir dich selber dar, Und laß heut auf mein gewissen Blut aus deinen wunden fließen. boren; Nähr uns auch durch 6. Sind wir doch aus dir gedeine kraft. Weil wir insgeſammt verloren, Wo dein rath nicht hülfe schafft; Ach so laß dein brot und wein Meines herzens labsal sein, Daß die wirkung dieser speise In der that sich kräftig weise. 7. Laß mich deine liebe schmeden, Und vergälle mir die welt. Oder wenn mich furcht und schrecken, Ungst und schwachheit überfällt; So verschaffe mir dein blut Einen rechten freudenmuth, Daß ich meinen trost im glauben Mir von niemand lasſe rauben. 2. Räume, bitt ich, meine seele 8. Laß mich dies ins herze fas Ganz von allem bösen aus. Kom- sen, Rühre mich durch deinen tod. me selbst darein, und wähle Sie Laß mich keinen menschen hassen, als dein geweihtes haus; Denn Denn man ist von einem brot. ich hoffe nur auf dich, Liebster Nimm mich ganz vollkommen ein, Jesu! liebe mich, Und laß deinen Bis ich werde bei dir sein, 272 Von dem Sakramente des heiligen Abendmahlsung dau Und die fülle deiner gaben, Mei- Du bist ja der arzt, den ich nen Gott, und alles haben. rufe, Auf den ich mit verlangen Hilf, o wahrer mensch und Hilfst du nicht, so bin ich Kyrieleison. hoffe. 6. Du rufest alle die zu dir in gnaden, Die mühselig und beladen. Alle ihre sünd willst du ihn'n verzeihen, Und von bürden sie befreien. Kyriel. Ach! komm selbst, leg an deine hände, Und die schwere last von mir wende. Mache mich von sünden frei, Dir zu dienen kraft verleih. Kyriel. Mel. Gott sei gelobet und zc. Gott! err Jesu Christe, mein todt. 437.getreuer hirte! Komm, mit gnaden mich bewirthe: Bei dir alleine find ich heil und leben. Was mir fehlt, kannst du mir geben. Kyrieleison. Dein armes schäflein wollst du weiden Auf grünen auen, Herr! mit freuden, Es zum frischen was ser führ, Daher ihm das leben rühr. Kyriel. 2. All andre speis' und tranf ist ganz vergebens: Du bist selbst das brot des lebens. Kein hunger plaget den, der von dir isset, Alles jammers er vergisset. Kyriel. Du bist die lebendige quelle, Zu Ach! in mir sind ich lauter sündir ich mein leer herz stelle; Laß den, In dir müssen sie bald vermit trost es fließen voll, So wird schwinden. In mir find ich hölmeiner seele wohl. Kyriel. lenpein; Ju dir muß ich selig sein. Kyriel. 3. Laß mich recht trauern über meine sünde. Doch den glauben auch anzünde, Den wahren glauben, mit dem ich dich fasse, Mich auf dein verdienst verlasse. Kyriel. Gieb mir ein gottesfürchtigs herze, Daß ich mit der sünde nicht scherze, Noch durch meine sicherheit Mich bring um die seligkeit. Kyrieleison. 8. Komm, meine freude! komm du schönste krone, Jesu! komm, und in mir wohne. Ich will dir fallen, Herr! zu deinen füßen, Dich mit lieb' und glauben küssen. Kyriel. 7. Mein geist und herze wollst du zu dir neigen; Nimm mich mir, gieb mich dir eigen. Du bist der weinstock, ich bin deine rebe, Nimm mich in dich, daß ich lebe. Kyriel. 4. Heftig beschweret find ich mein gewissen, Ach! laß reichen trost drein fließen. Aus deinen wunden, welche du empfangen, Da du an dem kreuz gehangen. Kyriel. Bring mir mit, was meine seel erfreut, Deiner treu und liebe ſüßigkeit, Deine sanftmuth und geduld, Deine unerhörte huld. Kyriel. 9. Dies sind die mittel, die mich können heilen, Und mir lebensfraft ertheilen, Daß ich nun aus mir all untugend reiße, Dir zu dienen mich befleiße. Kyriel. In dir hab ich alles, was ich soll, Deiner gnade brunnen ist stets voll. Laß mich ewig sein in dir, Und bleib ewig auch in mir. Wenn mein herz dies in sich empfindet; Wirds von stund an still und entzündet, Wird an lieb' und glauben schön, Kann vor Gott mit freuden stehn. Kyriel. 5. Der darf des arztes, den die krankheit plaget, Mit begier er nach ihm fraget. O süßer Jesu! Mei. Herr Jesu Christ! du c. lebensbrot Herr schau, wie tiefe wunden Werden 438. Defu Chrift! Mag auch in mir gefunden! Kyriel. und zwar bei der Vorbereitung zu dem heiligen Abendmahl. 273 dich ein sünder haben, Der nach 8. Du lebensbrot, Herr Jesu dem himmel hungrig ist, und sich Christ! Komm, selbst dich mir mit dir will laben; So bitt ich dich demüthiglich, Komm selber und bereite mich, Daß ich recht würdig werde. zu schenken. O blut! das du vergossen bist, Komm eiligst mich zu tränken. Ich bleib in dir und du in mir, Drum wirst du, meiner seele zier! Auch mich dort auferwecken. 2. Auf grüner aue wollest du Mich diesen tag, Herr! leiten. Den frischen wassern führen zu, Den tisch für mich bereiten. Ich Mel. O Gott, du frommer Gott, bin zwar sündlich, matt und frant; Doch laß mich deinen 439. I will anjeßt, mein gnadentrank Aus deinem becher schmecken. 3. Du angenehmes himmelsbrot! Du wollest mir verleihen Daß ich in meiner seelennoth Zu dir mag kindlich schreien. Dein fleid des heils bedecke mich, Auf daß ich möge würdiglich An deiner tafel, sigen. 4. Tilg allen haß und bitterkeit, O Herr! aus meinem ber zen. Laß mich die sünd zu dieser zeit Bereuen ja mit schmerzen. Des neuen bundes osterlamm, Du meiner seelen bräutigam! Laß mich dich recht genießen. 5. Zwar bin ich deiner gunst nicht werth; Als der ich jetzt erscheine Mit sünden allzuviel beschwert, Die ich voll schmerz beweine. In solcher trübsal tröstet mich, Herr Jesu! daß du gnädiglich Der sünder dich erbarmest. mahl mich nahen, Und Jesu leib und blut Zu meinem trost empfahen: Ach fomm, und stärke mich! Ach, weiche nicht von mir! Ach, ziehe doch mein herz In andacht fest zu dir! 2. Vertreibe, Herr! von mir Die füntlichen gedanken. Laß deinen geist doch nie Von meinem geiste wanken. Ja, richte meinen geist Stets nach dem himmel bin, Daß er schon bei dir sei, Da ich auf erden bin. 3. Laß ja nichts eitles mich In meiner andacht stören, Ja, laß mich freud und wonn In meiner seele hören. Ach bete du in mir, Mein Gott! entzünde mich, Daß ich, mit dir vereint, In lieb' umfasse dich. 4. Ach! heilige mein herz Und alle meine sinnen. Nimm herz und secle ein, Und wohne selbst 6. Ich bin ein mensch, frank darinnen. Ja, mach durch deinen von der fünd': Laß deine hand geist Mich heilig, schön und rein, mich heilen! Erleuchte mich, denn und laß mich immerdar Dein ich bin blind, Du fannst mir gnad ertheilen. Ich bin verdammt, er barme dich! Ich bin verloren, suche mich, Und hilf aus lauter gnaden! 7. Mein bräutigam! komm her zu mir, Und wohn in meiner seelen: Laß mich dich lieben für und für, Und mich mit dir vermählen. Ach! laß doch deine süßigkeit Für meine seele sein bereit, Und stille ihren jammer. haus und wohnung sein. wahre scelenstille, Daß andacht, 5. Erwecke jetzt in mir Die seelenlust Und freude mich erfülle. Gieb, daß ich schmecken mag, Herr! deine süßigkeit und deines geistes trost, Der herz und feel erfreut. Wahrhaftig selbst genossen, 6. Wenn ich nun deinen leib Wenn auch dein theures blut, 18 274 Von dem Sakramente des heiligen Abendmahls Das du für mich vergossen, Mich widerfährt, Daß ich dein kind träftiglich erquickt; So bleib auch noch heiße? in mir, Daß ich in ewigteit Vereinigt sei mit dir. 7. Ja laß die heiligung, Die in mir angefangen, Zum wachsthum mehr und mehr Durch deine fraft gelangen. Laß mich in frömmigkeit Und glauben feste stehn, Bis ich vom glauben einst Zum schauen werde gehn. 6. Dir, der mich je und je geliebt, Sollt ich zum wohlge. fallen, Wie mir dein wert die vorschrift giebt, Ganz unermüdet wallen; Und seh ich denn mein leben an: Hab ich wohl auf der ebnen bahn Mit luft und fleiß gewandelt? 7. Du hast zum guten kraft genug Von oben mir gesendet; Ich habe sie zur heiligung Nicht treulich angewendet. Noch bin ich stets der schwache christ, Der immer noch am anfang ist, Und immer wieder strauchelt. Mel. Herr Jesu Christ! bu höchst. 440. Mit bir, Herr, unsre zuversicht! Mich innigst zu vereinen, Will ich, mein trost! mein heil! mein licht! An deinem tisch erscheinen. Ach! stehe 8. Wie oft hat die verbotne selbst mir gnädig bei, Daß ich lust, Die gern in mir regieret, bir wohlgefällig sei, Wenn ich mich in ihr neß zu ziehn gedein mahl genieße. wußt, Zum fehltritt mich verführet: Ward nicht die sünde ganz vollbracht; So hab ich ihr doch raum gemacht, Im herzen sie begangen. 9. Hab ich mich ernstlich wohl bemüht, Viel gutes auszurichten? Wie kalt, wie träg ist mein meines gemüth In standes 3. Lob dir, der alles gute schafft! In diesem theuren glauben Er- pflichten! Wie selten inbrunst des hält mich deiner gnade kraft, Und gebets! Und trau ich dir, o vaGe- ter! läßt mir ihn nicht rauben. stets Getrost in meinen lobt sei, Jesu! deine huld, Die mich vor frecher laster schuld Bis hierher noch bewahret. 4. Wenn deine hand mich nicht geschüßt, Wenn du mich fallen lassen, Gott meines heils! wer wär ich ist? Würd ich die sünde bassen? Wie leicht gewönne sie mein herz! Denn oft erfahr ich, mir zum schmerz: Es wohn in mir nichts gutes. er 11. Du, dessen treue mich hält, Du, Jesu! kannst's voll 5. Wie wenig eifer brennt in bringen; Das opfer, das di mir, Mein sündlichs fleisch zu wohlgefällt, Laß mich zum alta zwingen! Wie wenig brünstige be- bringen! Mein opfer sei ein sol gier, Nach Gottes reich zu rin- ches herz, Das ganz zerknirs gen! Wer bin ich, Gott! bin ichs von reu und schmerz Nach deinem wohl werth, Daß mir erbarmen trost sich sehnet. 2. Wer gläubig, Jesu! dich umfaßt, Begehrt in dir zu leben, Der ist dir ein geliebter gast, Den wird die güt umgeben. Mein glaube hält sich fest an dich; Ich bin gewiß, es habe mich Dein tod mit Gott verfühnet. nöthen? 10. Mein Gott! ich schäme mich vor dir, Ich sehe meine sünden. Ach! möchte sich mein herz in mir Zur buße recht ent zünden; Möcht ich mit solcher traurigkeit, Die keinen fünder je gereut, Der sünden schuld bereuen. und zwar bei der Vorbereitung zu dem heiligen Abendmahl. 275 Von der nichtigen Entschuldigung derer, die sich des heiligen Abendmahls entbalten. wir dies mahl schon schmecken, Wir möchten uns darauf Mit neuer schuld beflecken. Ach! sündiget nur nicht Aus bosheit, sicherheit; Die schwachheit schenkt uns Gott Aus gnad und freundlichkeit. Mel. O Gott, du frommer Gott. bitt', entschuld'ge 441. mich: So sprachen haben kein verlangen: Kein hun8. Viel freventlich: Wir die verächter, Und trieben mit ger und kein durst Treibt uns, dem mahl Des höchsten ein ge- es zu empfangen. Uch weh! es lächter. Sie kamen dennoch nicht, mangelt euch Erkenntniß, heil Ob es schon war bereit. Der- und licht: Ihr kennet Christi mahl gleichen menschen sind Auch noch Und euer elend nicht. zu unsrer zeit. 2. Sie sagen: wir sind schon Zum abendmahl gegangen, Die 9. Man ruft: ich will vorher Dem streit ein ende machen. O menschen! überlaßt Dem richter weil wir es im geist und glau- solche fachen; Lebt ohne zank und benskraft empfangen. Verirrte! haß, Neid, bitterkeit und streit, wenn uns gleich Des glaubens So schadet der proceß Nichts an kraft ergeßt, Ist denn das abend- der würdigkeit. mahl Vergebens eingesetzt? 3. Dein Jesus, schnödes herz! Will sich uns doppelt geben, Theils in des glaubens fraft Zu einem neuen leben, Theils in dem abendmahl; Und dieses nimm in acht; Der glaube hilft dir nichts, Der dieses mahl veracht't. 11. Ein antrer wendet ein: Ich 4. Man wendet ferner ein: Ver- muß mit schmerzen sehen, Wie man gebung meiner sünden Ist ohne die bösen läßt Zum gnadenmahle abendmahl In Gottes mort zu fin- gehen. Ach armer! sich auf dich: den. O spötter! lässet uns Gott und bist du selber rein, So wird mehrmals gnade sehn, Muß denn das der andern schuld Dir niemals abendmahl Darum verachtet stehn? schädlich sein. 12. Mein heil! dein abendmahl Soll meine seel erquicken, Bis in der herrlichkeit Ich dich dort werd' erblicken. O theure himmelsspeis', O manna, seelengab'! Ich sehne mich nach dir, Wohl mir! wenn ich dich hab. 5. Wir sorgen gar zu sehr, So hört man andre sagen, Daß wir unwürdig gebn; Wer wollte die ses wagen? Berächter! febrt zu rück, Sucht Jesum in der zeit; Weil, wenn euch buße fehlt, Ihr doch verdammet seid. 10. Der spricht: jest kann ich nicht, Weil mirs an kleidern fehlet. Verächter! hat denn Gott Den fleiderschmuck erwählet? Er siehet auf das herz: Wenn Jesus das regiert; So bist du schön genug Zum liebesmahl geziert. ergeßen. Ach kommt! sonst macht 6. Man ruft: das abendmahl Sei viel zu hoch zu schäßen. Doch Vor der Kommunion eines eben diesen schatz Last euren geist Kranken. ihrs ja, Als wenn ein franker Mel. Vater unser im himmelr. ſpricht: Die arzenei iſt gut, 21-442. 3ich, Mein Jeju! u lein ich mag sie nicht. 7. Wir fürchten sagen sie, Wenn blicke doch auf mich. Du bist der 18* Von dem Sakramente des heiligen Abendmahlsd 276 arzt und wundermann, Der allezeit erretten kann: Drum, bin ich gleich von hülfe bloß, So ist doch mein vertrauen groß. 2. Mein trost und meines herzens theil! Mach erstlich meine seele heil; Besprenge sie mit deinem blut, Und mache mein verbrechen gut; Und denn gieb, nach vergebner schuld, Bei meiner schwachheit auch geduld. 4. Soll ich mit dem brot empfangen, Was zuvor am kreuze hing? Soll ich aus dem felch erlangen, Was aus deinen wunden ging? Soll der himmel mit der erden, Gott und mensch, vereinigt werden? 5. Ei! so säume nicht, mein leben! Reiche mir den heilgen leib, Welchen du für mich gegeben, Daß dein geist in meinem bleib, Und mich weder leid noch freude Von dem haupt und gliedern scheide. 3. Berühre mich mit deiner hand, Die so viel böses abgewandt. Dein leib mich speise, da ich frank, Dein blut sei meiner see- 6. Laß die ströme deiner strielen trank. Ich will, wie Laza- men Waschen ab den sündenkoth. rus, allein, Auch wenn ich krank, Es sei ferne, von mir rühmen, der deine sein. Als von deinem kreuz und tod, Als allein von deiner liebe, Die zu diesem bund dich triebe. 7. Herr! ich sage für die schmerzen, Für die speise, für den trank Dir mit meinem mund und herzen Unablässig lob und dank: Um die sünd' in mir zu kränken, Will ich deines tods gedenken. Bei dem Genusse des heiliegen Abendmahls. Mel. 3. Mein Gott! ich bin jeßt. 443, Seele, laß die speise 8. Mache mich im glauben kräftig; Laß mich im gewissen rein, In der lieb' und treu geschäftig, In der andacht brünſtig ſein. Gieb stehen, Die nur mir neue fraft zu kämpfen, Und eckel bir erweckt. Eile zu dem der feinde macht zu dampfen. mahl zu gehen, Welches nach 9. Gönne, daß die himmelsdem himmel schmeckt, Das deinspeise Meiner seelen arzenei, Und heiland dir bereitet, Das zu ew' bei letter todesreise Meine kraft ger wonne leitet. 4. Wenns meiner seele selig ist; So heile mich, Herr Jesu Christ! Soll sterben aber besser sein, Wohl mir! auf Jesum schlaf ich ein, Mach du es, Jesu! durch dein blut Mit mir an leib und seele gut., und labung sei, Bis ich werde 2. Trachte durch sein wort zu mit den frommen Zu des lamstillen, Was dem glauben wider- mes hochzeit kommen. spricht. Heilige verstand und willen Durch des glaubens gnadenlicht, Fleuch die sünden; folg dem Melodie 21. hirten, wie ſucht er die verirrten. 444.Schmücke dich, o liebe seele! Laß die dunkle 3. Willst du in mein herz ein- sündenhöhle, Komm mit gläutehren? Dessen bin ich ja nicht bigem verlangen An das helle werth, Herr, den erd und him- licht gegangen: Denn der Herr mel ehren! Doch, weil du es so voll heil und gnaden Will dich begehrt, Gläub ich fest, du wirst jeßt zum mahle laden; Der, den mich schwachen Dieser ehre wür- welt und himmel ehren, Kommt big machen. ließt, bei dir einzukehren. und zwar bei dem Genusse des heiligen Abendmahls. 277 2. Eile, wie verlobte pflegen,| Das kann uns jetzt kräftig tränDeinem bräutigam entgegen; Er fen, Deiner liebe zu gedenken. flopft an die herzensthüre, Daß 8. Jesu! wahres brot des er dich in andacht rühre: Deffn' lebens! Hilf, daß ich doch nicht ihm deiner seelen pforten, Ned vergebens, Sondern mir zum ihn an mit glaubens worten: Komm mein freund! laß dich genießen, Laß mich deiner nicht vermissen. beil, in gnaden, Sei zu deinem tisch geladen. Laß mich durch dies seelenessen Deine liebe so ermessen, Daß ich auch, wie jetzt auf erden, Mag dein gast im himmel werden. 3. Billig hungert mein gemüthe, Menschenfreund! nach dei ner güte. Ach! sollt ich mich nicht mit thränen Nach dem leMel. Allein Gott in der höh sei. bensmanna sebnen? Sollte mich 445. Wie heilig ist doch dieser ort, Da nicht herzlich dürften Nach dem trank des lebensfürsten, Daß der felbe, als der meine, Mich durch sich mit Gott vereine? ich aniczo stehe! Ist dieses nicht die lebenspfort, Die ich hier offen sche? O tisch des Herrn! o himmelsthor! Ich trete jept erfreut davor, Und knie gläubig nieder. 2. Wie heilig ist dies lebensbrot, Das hier mein geist erblicket, Das meine seel nach angst und noth Geheimnisvoll erquicket! O süße speif'! o himmelsbrot! O lebensmanna! das mir Gott An seinem altar reichet. 4. Beides, zittern und ergeben, Will mich in bewegung seßen. Das geheimniß dieser speise, llnd die unerforschte weise Macht, daß ich erstaunend merke, Herr! die größe deiner werke. Ist auch wohl ein mensch zu finden, Der dein' allmacht könnt' ergründen? 5. Nein, vernunft die muß hier weichen, Kann dies wunder nicht erreichen, Daß uns Christus so bedenket, Uns sein fleisch im brote schenket; Macht, daß mit dem saft der reben lins wird Christi blut gegeben. O! der großen heimlichkeiten, Die nur Gottes geist komm ich, dich zu nehmen. fann deuten! 4. So nehm' ich, beilge speise! 6. Jesu, meine lebenssonne, dich Mit andachtsvollem herzen; Jesu, meine freud und wonne, heilger trant! erquiche mich Jesu, den ich mir erwähle, Le- Und stille meine schmerzen. Wie bensquell und licht der seele! Hie wird und ist mir doch so wohl, fall ich zu deinen füßen, laß mich Da ich in Jesu leben soll, Und würdiglich genießen Dieser deiner mich in ihm erfreuen. himmelespeise, Mir zum heil und dir zum preise. 5. O welch ein ruhm und glück für mich! Mit Gott werd ich verbunden. Er kommt zu mir; und so hab' ich mein ewig heil gefunden. Mein Jesus febrt selbst 7. Herr! es hat dein treues lieben Dich vom himmel hergetrieben, Daß du willig hast dein leben In den tod für uns gege- bei mir ein, Will meiner seelen ben, und im leiden unverdröffen, bräut'gam sein, Und sich mit mir Hast dein blut für uns vergossen: Ivermählen. 3. Wie heilig ist doch dieser trank, Den ich allhier empfabe, Zu dem ich mich mit lob und dank Im glauben freudig nahe! O seelentrant! o heilig blut! Du meiner seelen höchstes gut! Hie 278 Von dem Sakramente des heiligen Abendmahls 6. Ach! möcht ich doch ganz| sam stets gelebet: Weil dein geheilig sein! Wär mein herz ohne bot von uns war überschritten, sünde, Damit, wenn Jesus gehet Hat er gelitten. ein, Er reine wohnung fünde. Ach! wär mein herz der reinste ort, In welchem Jesus fort und fort In gnaden bleiben möchte! 5. Daß wir nicht straf und schande dürften tragen; Hat er für uns erduldet schmach und pla gen, Und entlich gar sich in den 7. Doch, fehlt mir die vollkom- tod gegeben, Auf daß wir leben. menheit, Die Gott allein ergezet; 6. Wir können sonst für uns So wird durch Christi heiligkeit und unsre sünden Kein lösegeld, Doch alles reich ersetet. Drum, kein andres opfer finden: Dein heiland komm und rein'ge mich, sobn, o Gott! ists, den wir bringen Damit ich durch dich würdiglich müssen, Der konnte büßen. Dies sakrament empfange. 7. Schau seinen leib ans freuz für uns gehenfet, Sieh an sein blut, mit welchem er uns tränfet: Der leib, dies blut, so allen schaden heilet, Wird ausgetheilet. 8. Der süß' geruch zu dir gen himmel steiget, Daß sich dein herz zu uns herunter neiget, Nun wir in buß und demuth vor dich treten, Und zu dir beten. 9. Dies opfer zum gedächtniß wird begangen: Man ist den leib, der an dem freuz gehangen: Man trinkt das blut, das von ihm ist geflossen, Für uns vergessen. 10. Du kannst, o Gott! bdies opfer nicht verachten. Das sich für uns so willig laffen schlachten: Auf ties lamm ist die sünd der welt geleget, Die er ganz träget. 11. Drum, vater! laß um Jefu Christi willen Sich deinen höchst gerechten eifer stillen: Dein sohn hat ja an unsrer statt erduldet, Was wir verschuldet. 12. Vergieb die sünd, in wel cher wir empfangen, Und was wir selbst für bosheit oft begangen, 3. Wahr ist es, Herr! wir Was auch von uns aus schwachhaben zorn verdienet; Doch hat heit ist versehen, Und nicht gedein sohn uns völlig ausgesühnet, schehen. Nachdem er, uns zu gut, vom himmel kommen, Fleisch ange13. Jns tiefe meer wollst du es alles senken, Nicht mehr daran um Christi willen denken, Daher 4. Weil wir dir oft halsstarrig auch das, warum wir zu dir widerstrebet, Hat er dafür gehor- schreien, Uns fort verleihen. G nommen. 8. Komm, heilge mich, daß herz und geist Dein wohnbaus ewig bleiben. Was sich noch sündlich an mir weist, kannst du allein vertreiben. Bereite mich so, wie du willt, Und laß dein heilig ebenbild Beständig an mir leuchten. 9. Nun Gott sei dank, deß gütigkeit Mich heute himmlisch labet. Gepriesen sei, der mich erfreut, Und selbst mit sich begabet. Nun höchster! laß mich alle zeit Von nun an bis in ewigkeit Mit dir vereinigt bleiben. Mel. Wend ab deinen zorn 2c. 446.vater! groß von gnade, lieb' und güte, Wir kommen mit zerschlagenem gemüthe, Und bitten dich, du wollst ansehn uns armen, Und dich erbarmen. 2. Nimm von uns weg all unsre missethaten Und alle schuld, darein wir sind gerathen: Damit wir dir ein reines opfer bringen, Und recht lobsingen. und zwar bei dem Genusse * * 14. Schüß deine kirch, hilf, daß bei reiner lehre Sich Gottesfurcht und heilges leben mehre: Die jugend sich, all' sünd und schand zu fliehen, Wohl lasse ziehen. 8 15. Gieb friede, glück und heil zu allen zeiten Dem landesherrn und seinem land und leuten: Das böse laß sie strafen und abwenden An allen enden. des heiligen Abendmahls. 279 haft die handschrift abgethan, Unb wir sind Gottes tinder. Ich denk an deines leidens macht, Und an dein wort: es ist vollbracht! Du haft mein heil verdienet. Du haft für mich dich dargestellt. Gott war in dir, und hat die welt In dir mit sich verfühnet. 3. So freue dich, mein herz! in mir; Er tilget deine sünden, Und läßt an seiner tafel hier Dich gaad um gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, Spricht liebreich: sei getrost, mein sohn! Die schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen tod getauft, Mit meinem leib' und blut erkauft; Vergiß nicht mich zu lieben. 17. Gott vater! hilf du uns, gieb deinen segen, Ilm deines sohns und seins verdienstes wegen, Daß wir dadurch vollkommen gute gaben Von oben haben. 4. Dein ist das glück der selig keit; Bewahr es hier im glauben, und laß durch keine sicherheit Dir deine krone rauben. Sich, ich 18. Herr Jesu Christ! dein leib, vereine mich mit dir; Ich bin dein blut, dein leiden Erquicken der weinstock, bleib an mir: So uns, wenn wir von hinnen schei- wirst du früchte bringen. Ich den, Daß wir getrost und fröh- belfe dir, ich stärke dich, Und lich darauf sterben, Dein reich durch die liebe gegen mich Wird ererben. dir der sieg gelingen. 16. Die traurigen, die ihre angst und plage Mit seufzen vor dich bringen alle tage, Die in gefahr sind und mit freuz beladen, Errett' in gnaden. 19. O heilger geist! durch deine gnad und stärke Zerstör der welt, des fleischs und satans werke; Wir wollen hier und denn im himmel oben, O Gott! dich loben. 5. Ja, Herr! mein glück ist dein gebot; Ich will es treu erfüllen, Und bitte dich durch deinen tod Um fraft zu meinem willen. Laß mich von nun an würdig sein, Mein ganzes herz dir, Herr! zu weihn, Und deinen tod Mel. Herr Gott! der du erforsch. zu preisen. Laß mich den ernst ch fomme, Herr! und der heiligung Durch eine wahre und und beladen. Gott, mein erbar- weisen. mer! würd'ge mich Des wunders deiner gnaden. Ich liege bier Mel. Herr Jesu Christ, wahr' 20. vor deinem thron, Sohn Gottes 448. und des menschen Mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner sünden müh; Ich suche ruh, und finde sie Im glauben der er löften. Jeſu! du mein bräutigam, aus lieb' am freuzesstamm Den tod für mich gelitten haft, Getilget meiner fünden laft: 2. Ich komm zu deinem abend2. Dich bet ich zuversichtlich an, mahl Verderbt durch manchen Du bist das heil der fünder. Dul sündenfall: Ich bin frank, un 280 Von dem Sakramente des heiligen Abendmahls rein, nackt und bloß, Blind und men wirst, Daß ich bei dir dort arm; ach! mich nicht verstoß. ewiglich An deiner tafel freue mich. 3. Du bist der arzt, tu bist das licht, Du bist der Herr, dem nichts gebricht, Du bist der brunn ver heiligkeit, Du bist das beste 449. Dich lär't, hat mich Mel. Herr Gott! der du erforsch. er alle sünter zu hochzeitskleid. mit eingeladen: Drum stell ich mich an dieser stätt' Mit ein zum tisch der gnaden. Herr! kleite mich, Herr! wasch mich rein! Denn wer bei diesem mahl will sein, Muß sich geprüft cinstellen, Daß dies nicht auch sei sein bescheid: Weber, mein freund! ohn hechzeitkleid? Hinaus mit ihm zur höllen. 5. Erleuchte mein versinstert herz: Nicht es im glauben him melwärts: In reichthum meine armuth kehr, Und mir des geistes gaben mehr'; 6. Daß ich das rechte himmels. brot, Dich, Jesu, wahrer mensch 2. Mein kleid, o Herr! ist glaub und ren, mit vorsaß, fromm zu und Gott! Mit höchster ehrer- werden; O vater aller lieb' und bietung eß, Und deiner liebe nie verges. 7. Lösch alle lafter aus in mir, Mein berz mit lieb' und glauben zier, Und was sonst ist von tugend mehr, Das pflanz in mir zu deiner ehr. treu! Vor dir knie ich zur erten, Ich bitt, ich flch, ich schrei um gnad: Vergieb mir meine missethat Durch Christi blut und sterben; All's was er hat verdient, ist mein, Ich will hinführo frömmer sein, Und mich nicht mehr verterben. 4. Drum, o Herr Jesu! bitt ich dich, In meiner schwachbeit heile mich: Was unrein ist, das mache rein Durch deinen hellen gnatenschein. 8. Gieb, was mir nüß an feel und leib; Was schädlich ist, fern von mir treib. Komm in mein herz, laß mich mit dir Vereinigt bleiben für und für. 9. Hilf, daß durch dieser mahlzeit fraft Das bös' in mir werd abgeschafft, Erlaffen alle sündenschuld, Erlangt des vaters lieb' und huld. 10. Vertrieben werden meine feind, Die sichtbar und unsichtbar seind; Den guten vorsaß, den ich führ, Durch deinen geist fest mach in mir. 3. Also geprüft tret ich hinzu: Gieb, Jesu! mir die stärke. Daß ich in stiller glaubeysruh Auf deine worte merke; Du selbst fle mir ins herze schreib: Nehmt bin, und eßt, das ist mein leib, Der für euch wird gebrochen: Nehmt hin und trinkt, das ist mein blut, Das euch vergessen wird zu gut. So hat dein mund gesprochen. 4. Wie damals teine jünger nun Dein fleisch und blut empfangen; So werden auch dasselbe thun, Und eben das erlangen, Die, gleichwie deine jünger dort, Auf dein befehl, nach deinem wort Vom heilgen brote essen; Und die, wie du's gefeßet ein, Auch trinken von dem heilgen wein, 12. Bis du mich, o du lebens- Dein nimmer zu vergessen. fürst! Zu dir gen himmel neh- 5. Daß ich mit brot und wein 11. Mein leben, sitten, sinn und pflicht Nach deinem heilgen willen richt: Ach! laß mich meine tag' in ruh Und friede christlich bringen zu. und zwar bei dem Genusse des heiligen Abendmahls. 281 jegund Dein fleisch eß, dein blut| fort, Und geh einher nach deinem trinke, Släub ich aus meines wort. Herr! hilf, Herr! laß herzens grund, Wie fremd michs gelingen. auch bedünfe. Denn wenn das: wie? uns wär bekannt Und wir es Mit ber vernunft ergründen, So wär 450. Jottes tif: bilf, Mel. O traurigkeit! 2c. frisch es kein geheimniß nicht: Wer darf wohl, wenn die allmacht spricht, Am können zweifel finden? vater! hilf in gnaden, Daß mir feine misfethat Hierbei moge schaden. 6. Dies mahl halt ich auf dein gebot, Mit dank dein zu geben. ken, Wie du dich selbst durch pein 2. Ich leugne nicht, Was mir gebricht; Ich beichte meine schulden. Reu für fünden pflegst du zum spott, Ja gar ans frenz zuja, Frommer Gott! zu dulden. henken, Für uns gegeben hast dahin: Hilf, daß in meiner feel und sinn Dies wohl erwogen werde. Du bist der Herr, ich bin der knecht, Du ohne schuld, ich ungerecht, Du großer Gott, ich erde. 3. Weils nöthig fällt, Durch lösegeld Die handschrift zu vernichten; Wird der Herr der herrlichkeit Das für mich entrichten. 4. Drauf stell ich dir Mich, 7. Was für ein abgrund zeigt Jefu! für Im findlichen vertrauen, sich bie Von allmacht und von liebe? Ein wabrer christ erwägt Jesu! den die cherubim Lüftet anzuschauen. es nie Chn ehrfurchtsvelle triebe. 5. Dein leib und blut, So mir Hie spürt man lauter wunder- zu gut Gebrochen und vergossen, that. Hie sieht man lauter huld und gnad, Gleich starken strömen, flicken: Hie fühlt man lauter vatertreu Und mutterliebe, so stets neu Sich über uns ergießen. Wird, o tiefe wunderthat! Hier am tisch genossen. 6. Ich soll jehund Mit seel und mund,( Kein wiß kann dies ermessen,) Jesu Christi werthes fleisch Unbegreiflich effen. 8. Mein Gott! was soll, was kann ich dir Für so viel guts er weisen? Ich will dich lieben mit begier, Und über alles preisen: Ich will von herzen jederzeit Dir zu gehorchen sein bereit, Mein kreuz geduldig tragen; Den nächsten lieben mit der that, Wenn er mich gleich beleidigt hat, Dir dank in allem sagen. 9. Weh mir! das wollen hab ich kaum, Wo werd ich kraft bekommen? Doch, da vom wahren lebensbaum Ich diese frucht genommen, Werd ich erlangen neue kraft, Und eine gute ritterschaft Durch dich gestärkt vollbringen. Ein neuer mensch bin ich hin7. O grüble nicht, Wie das geschicht, Noch ob es mag ge schehen: Gott kann überschwänglich thun, Das wir nicht verstehen. 3. Laß immerhin Vernunft und sinn, Was möglich scheint, vergleichen; Ich will nun und nimmermehr Von dem buchstab weichen. 9. Der dies verspricht, Betrügt mich nicht, und kann mich nicht betrügen; Der die wahrheit selber ist, kann unmöglich lügen. 10. Verleih, o Gott! Durch Christi tod, Daß weder wiß noch teufel Mir beim heilgen abendmahl Mache furcht und zweifel. 11. So will ich dir, Herr Jesu! 282 Von dem Sakramente des heiligen Abendmahls hier, Und dort im himmel oben, hör auch jeßt mein flehen. Mein Für dein theurvergoßnes blut heiland! zeuch mich ganz zu dir; Danken und dich loben. Ja, durch den glauben wohn in mir: So nimmt in mir die seeMel. Herzlich lieb hab ich dich 2c. lenruh Und meines herzens beß'. 451. S Gelobt seist bu, Herr rung zu. Mein Herr und Gott! Verlaß mich nicht:,: So komm ich einst nicht ins gericht. zebaoth! Gelobt für unsers mittlers tod, Der uns das heil erworben. Wie hast du, Gott! auch mich geliebt! Er, der uns ewig leben giebt, Ist auch für mich gestorben. Mein ganzes herz frohlockt in mir. O vater! ich lobsinge dir. Gieb, daß ich jeden tag aufs neu Mich deiner vaterhuld erfreu. Gott meines heils! Sei ewig mein:,: Und laß mich dir recht dankbar sein. 5. Zu deinem himmel hilf du mir. Der freuden fülle ist bei dir; Laß sie mich einst genießen. Belebe mich mit muth und kraft, So meine ganze pilgrimmschaft zu führen und zu schließen, Daß mir dein wort stets heilig sei, Daß ich, bis in den tod dir treu, Mit freuden thu, was dir gefällt, Und dich auch ehre vor der welt. O Herr, mein heil! Sei stets mit mir:,: So komm ich einst gewiß 2. Voll froher ehrfurcht beug ich mich Vor dir, sohn Gottes! der du dich Für mich dahin ge- zu dir. geben. Es komme mir nie aus fchuldig bin, Dein tob bringt mir 452. Hiru erfüllen, 28as dem sinn, Wie viel ich dir, Herr! Mel. Wer nur den lieben Gott. bin ich, das zu ewge fraft Hast du, o Herr! auch mir verschafft, Was mich vor dem verderben schüßt, Was meinem geiste ewig nüßt. Herr Jesu Christ! Wie liebst du mich!:,: Gieb, daß ich ewig liebe dich. du in deiner leidensnacht, Nach deinem gnadenvollen willen, Zur pflicht und wohlthat mir gemacht, Verleih zur übung dieser pflicht Mir deines geistes kraft und licht. 2. Es werde, Herr! für mein gewissen Dein abendmahl ein unterpfand, Es sei auch mir an deinem büßen Ein selig antheil zuerkannt; So freuet meine seele Ich sich In deinem heil, und lobet 3. Mit inbrunst fleh ich, Herr! zu dir. Befördre du doch selbst in mir Ein gläubiges gemüthe! Mich dürftet, gleich dem dürren land, Bei deiner liebe unterpfand, Nach deiner großen güte. fühle, Herr! was mir gebricht, dich. den dir. O! stärke meine zuversicht, Daß 3. Verwundernd denk ich an die du auch mein versöhner seist, liebe, Womit du unser heil be Und mich vom ewgen tod befreist. dacht. Wie stark sind deines mit Herr! dieser trost Sei fest in leids triebe, Die dich bis an das mir:,: So dien ich voller freu- kreuz gebracht! O! gieb von dei nem todesschmerz Heut neuen ein4. Zur weisheit und gerechtig- druck in mein herz. keit, Zur heiligung und seligkeit 4. Laß mich mit ernst die sünde Bist du mir ausersehen. Auch scheuen, Für welche du, dich mir zum herrlichsten gewinn Gabst opfernd, starbst; Durch schnöden du dein leben willig hin. Drum mißbrauch nie entweihen, Was und zwar bei dem Genusse des heiligen Abendmahls. du so theuer mir erwarbst. Nie| Es drückte mich der sluch, führe mich zur sicherheit Der hatt' ich keinen frieden. troft, den mir dein tod verleiht. 5. Ich übergebe mich aufs neue, O du, mein Herr und Gott! an dich. Ich schwöre dir beständ'ge treue Vor deinem tische feierlich. Dein eigen will ich ewig sein, Du starbst für mich, drum bin ich dein. 283 Drum Denn 2. Ich fünder war von Gott, Und Gott von mir, geschieden. dein gesetz verstieß Mich in die höllenpein, Dahin sollt ich verbannt Mit leib und seele sein. 3. Was könnt ich armer wurm Gott zur versöhnung sehen? Kein engel und fein mensch, Kein gold mit allen schäßen Bezahlte meine schuld, Und riß mich aus der noth. Mein letztes urtheil war Allein der ew'ge tod. 4. Doch du, mein heiland! bist An meiner statt gekommen; Du haft der sünden schuld Und straf auf dich genommen, Du trugeft Gottes zorn, Du littest höllen6. Nie will ich mich vor spöttern schämen Des dienstes, den man dir erweist; Mich nie zu einem schritt bequemen, Den mein gewissen sündlich heißt. O! flöße mir den eifer ein, Wie du, o Herr! gefinnt zu sein. 7. Laß mich mit ernst den näch- pein, Daß ich in dir gerecht Und sten lieben, Und wenn er strau- seelig sollte sein. chelnd was versicht, Versöhnlich- 5. Gott lob! es ist geschehn, keit und sanftmuth üben. Nie Ich habe nun das leben: Denn fomm es mir aus dem gemüth, du hast leib und blut Zum opfer Welch eine schwere schuldenlast hingegeben, Und Gott ist ganz Du mir aus huld erlassen hast. versöhnt. Was, theurer Jesu! du In deiner fraft gethan, Das rechnet er mir zu. 8. Es stärke sich in mir der glaube, Daß meine seele ewig leb, Und daß einst aus des grabes 6. Mein glaube hält dich fest; staube Mich dein allmächt'ger ruf Und, dein nicht zu vergessen, erheb, Wenn du dich, großer le- Giebst du mir unter brot Den bensfürst! Den völkern sichtbar wahren leib zu essen, Den leib, zeigen wirst. der für mich starb; Doch nicht den leib allein: Dein blut, dein wahres blut Trink ich auch unter 9. Hier liege ich zu deinen füBen Mit dank und lob, gebet und flehn. Laß neue gnade auf mich wein. fließen, Mein heiland! laß es 7. Geschah dein opfer gleich doch geschehn, Daß mir zur stär- Vor mehr als tausend jahren; fung meiner treu Dein abendmahl So laß mich dessen kraft Doch gesegnet sei. jeho noch erfahren: Ja dein verdienst sei mir So selig, frisch Mel. Nun danfet alle Gott 2c. und neu, Als obs erst diesen tag 453. Jesu! willst du noch Von dir erworben sei. gnädig an mich denken, Und meiner seele dich Im abendmahle schenken? Laß dein gedächtniß auch In mir lebendig sein, Da ich dein fleisch und blut Empfang in brot und wein. 8. Ach! nun ich danke dir, Ich danke dir von herzen Für deine huld und treu, Für deine pein und schmerzen, Für deinen theuren tod, Für deinen leib und blut, Und preise dich um dich, Mein allerhöchstes gut! 9. Laß deine liebe doch In 284 Von dem Sakramente des heiligen Abendmahls meine seele dringen. Hilf mir,| Weil ich zu deinem dienst So mein sündlich fleisch Mit allen theur erkaufet bin. lüsten zwingen. Halt meine seele rein. Mein herze sei dein haus, Und wirf, was weltlich ist, Durch deinen geist hinaus. 10. Laß mich noch ferner oft Zu deinem tische kommen, Doch würdig jedes mal; Bis du mit allen frommen Mich in den himmel rufft. Ja, dahin führ mich ein, Wo ich dich werde sehn, Und ewig bei dir sein. 6. Laß dieser liebe frucht Mich auch am nächsten üben; Und, weil du mich geliebt, Denselben wieder lieben. Du hast uns ins gesammt zu einem leib getauft, zu einem geist getränkt, zu einem sinn erkauft. 7. Wir trinken einen felch, Dein blut: ja, Herr! wir essen Auch nur ein brot, dein fleisch: Drum laß uns nicht vergessen, Daß wit in Christo nur Ein leib, und ins gemein, So wohl hier unter uns Als Christi glieder sein. Mel. O Gott, du frommer Gott. ch Jesu! laß mich 454. A jest In reiner 8. D! laß, als glieder, und liebe brennen, Da deine liebe mir An einem leibe leben, Und uns Dein abendmahl will gönnen. einander stets 3u treuem dienst Otheures liebesmahl! Du willst ergeben. Erfüll uns nun hierzu im brot und rein Der ange- Mit deiner liebe geist, Und gieb, nehmste trank, Die beste speise daß uns dein leib Zu dieser pflicht sein. gespeist. Nach dem Genusse des hei2. D möchte meine seel Recht burst und hunger haben; So würde mich dein mahl Vollkommen fräftig laben. Ach möchte mir dies mahl Von deiner angst ligen Abendmahls. Mel. Allein Gott in der höh sei. und pein, Von deiner lieb' und 455. Jeſu! dir ſei ewig treu Ein stetes denkmal sein. 3. Die liebe war, was dich Zum leiden hat bewogen; Die liebe war das feil, Das dich an's kreuz gezogen. Die liebe hat dich gar Ins dunkle grab versenkt. Die liebe hat dich mir Jm teftament geschenkt. dank Für deine und gaben. Ach! laß durch diese speis und trank Auch mich das leben haben. Denn du giebst mir das lebensbrod. Mein wird dein leiden, blut und tod. Wie soll ich dir dank sagen? 2. O Jesu Christ! du kannst 4. Ach! möcht ich dich dafür allein Mein herz beständig laben. Auch wieder herzlich lieben, Und Nun bin ich dein, und du bist alle stunden mich In deiner liebe mein mit allen deinen gaben. üben: O vater! tu verdienst, Daß Hier hab ich, was ich haben soll. man dich brünstig liebt, Da deine Dein gnadenbrunnen ist stets voll. liebe uns Den sohn zum heiland Hier find ich trost und leben. giebt. 3. Laß mich auch ewig sein in 5. O möcht ich leib und blut, bir, Laß dir allein mich leben, Und Herz, glieder, feel und leben, und bleib du ewig auch in mir. Mein alles, was ich bin, Zu deinem Gott! du wirst mir geben, Daß dienste geben! D liebe! nimm ich kraft dieser speis und tranf mich dir Nun ganz zu eigen hin, Stark bleibe, wenn ich schwach und zwar nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. 285 und krank, Und fahr zu dir mit Hilf uns dämpfen Alle sünden; freuden. Hilf uns fröhlich überwinden. Mel. Wie schön leucht't uns der. Mel. Nun laßt uns Gott dem. 456. err Jesu! bir sei preis 457.5 Jesu! meine wonne, Du seelen sonne, Du freundlichster auf erden, Laß mich dir dankbar werden. und dank Für seelenspeis und trank, Damit du uns begabet; Im brot und wein dein leib und blut Kommt uns wahrhaftig wohl zu gut, Und unsre herzen labet: Daß wir In dir Und nach allen Wohlgefallen Hei lig leben, Solches wollest du uns geben. 2. Du fehrest, o Immanuel! Ja selber ein in unsre seel, Dir wohnung da zu machen; Drum uns ein solches herz verleih, Das von der weltlieb' ledig sei Und allen eitlen sachen. Bleibe, Treibe Unsre sinnen und beginnen, Daß wir trachten, Alles irdsche zu verachten. 3. Ach Herr! laß uns doch nehmen nicht Dein werthes nachtmahl zum gericht: Ein jeder recht bedenke, Daß wir mit diesem lebensbrot Im glauben stillen unsre noth: Der fels des heils uns tränke; Züchtig, Tüchtig Dich dort oben Stets zu loben, Bis wir werden Zu dir kommen von der erden. 2. Wie kann ich gnugsam schäßen Dies heilige ergeßen, Und diese theuren gaben, Die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dir nun danken, O Herr! daß du mich kranken Gespeiset und getränket, Ja selbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von herzen Für alle deine schmerzen, Für deine schläg' und wunden, Die du für mich empfunden. 5. Dir tank ich für dein leiden, Den ursprung meiner freuden. Dir dank ich für dein sehnen Und mild vergoßne thränen. 6. Dir dank ich für dein lieben, Das standhaft ist geblieben. Dir dank ich für dein sterben, Das mich dein reich läßt erben. 7. Jeßt schmecket mein gemüthe Dein' übergroße güte, Dies theure pfand der gnaden Tilgt allen meinen schaden. 4. D! daß wir solcher seligkeit Erwarten möchten allezeit In hoffnung und vertrauen; Und folgends aus dem jammerthal Eingehen in den himmelssaal, Da wir Gott werden schauen; Tröstlich, Köstlich Uns als gäste Auf das beste Bei ihm laben, Und ganz volle gnüge haben. 10. Nun bin ich los gezählet * 5. Das gieb du uns von dei- Von sünden, und vermählet Mit nem thron, O Jesu Christe Got- dir, mein liebstes leben! Was tes sohn! Giebs durch dein bitter kannst du bessers geben? leiden: Dasselbe, weil wir leben hier, Laß uns betrachten für une für, Das böse carum meiden. Amen, Amen, Hilf uns kämpfen, deiner liebe hangen. 8. Herr! laß mich nie vergessen, Vielmehr mit dank ermessen, Was durch die himmelsspeise Mir deine huld erweise. 9. Du wollest ja die sünde, Die ich annoch empfinde, Aus meinem herzen treiben, Und kräftig in mir bleiben. 11. Hilf, Herr! daß meine seele Dich stets zum leitstern wähle. Laß mich stets mit verlangen An 286 Von dem Sakramente des heiligen Abendmahls 12. Laß mich die sünde meiden,| Weil du von deinem throne Mich Laß mich geduldig leiden, Laß heute gnadenreich gespeist. Und mich mit andacht beten, Und von herrlich mich getränket, Mit deider welt abtreten. nem theuren blut; Dich selbst zu 13. In meinem ganzen leben mir gelenket, unvergleichlich Laß mir vor augen schweben, Wie gut! Nun werd ich ja nicht ster. hoch du mich beglücket, Wie ben, Weil mich dein liebesrath himmlisch ich erquicket. Zu deines reiches erben Hiedurch ver- erkläret hat. 14. Nun kann ich nicht derben, Drauf kann ich selig sterben, und freudig auferstehen, Jesu! dich zu sehen. 5. Allein wie kann ich fassen, Daß du dich mit so viel begier So tief herabgelassen Von dei nem himmelssaal zu mir? Du schöpfer aller dinge, Besuchest die wohl hast du ceinen knecht: Uch hilf! daß ich 458, a. Wi gelabet, Olieb- dir bringe Ein herz, das fromm ster Jesu! deinen gast, Wie reich- und schlecht, Das glaubig dir lich mich begabet, Seßt fühl ich vertraue, Damit nach dieser zeit freude, ruh und rast. O wun- Ich einst dein antlig schaue In derbare speise, O süßer lebens- deiner ewigkeit. trank, Ö liebesmahl! ich preise Dich durch den lobgefang; Es stärket und erquicket Mein leben, herz und muth, Gott lob! mein geist erblicket Nunmehr das höchste gut. Mel. Nun lob', mein seel! den 2c. 6. Du bist, der ewig bleibet; Jch aber bin dem schatten gleich, Den bald ein wind vertreibet. Herr ich bin arm, und du bist reich. Du bist sehr groß von güte, Kein unrecht gilt bei dir; Ich sündhaft von gemüthe, Ich irre für und für: Noch tömmest du bernieder, Und nimmst dich mei ner an. Was geb' ich dir doch wieder, Das dir gefallen kann? 7. Dem herzen, das zerschla gen, Voll rene und voll glaubens ist, Dem wirst du nicht versagen Den gnadenblick, o Jesu Christ! Du wirst es nicht verachten; Drum eifert stets mein sinn, Nach deiner huld zu trachten, Nimm doch das opfer hin Des herzens des heils, der mich erfreut. und der zungen; Denn billig wird 3. Was gabst du mir zu essen? Die speise der unsterblichkeit. Was war mir zugemessen? Der kelch von mir Dein theurer ruhm besungen mit wahrer dankbegiet. wie viel gnad und liebe Erzeigt mir deine gunst! Drum schenk ich dir die triebe Der reinsten liebesbrunst. Was ist, das mich nun schrecket? Da ich dies lebensbrot Dich, Jesum, selbst geschmecket, Veracht ich höll und tod. 8.( Sieb, daß die lebensspeise In buß und glauben mich erhält, Damit auf feine weise Das herz zur welt zurücke fällt. Gieb, daß es keine wonne In diesem leben spürt, Als die von meiner sonne, Von dir, mein Jesu! rührt: 2. Du hast mich jetzt geleitet, O Herr! in deinen gnadensaal! Wo du mir zubereitet Die gnadengüter allzumal. Du hast mir hie, mein leben! Aus gnaden mildiglich Das lebensbrot gegeben, Und das ergeßet mich. haft mir zugelassen, Den rechten seelenwein Jeht glaubensvoll zu faffen, Und deine braut zu sein. Du 4. So lang ich hier noch wohne Sei, Jesu! deine huld gepreist, und zwar nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. 287 Die lieb' allein; Denn wenn 459. Jei heit! Für deine Daß ich nichts so begehre, Als| Mel. Es ist gewißlich an der zeit. mein ich der entbehre, Kann ich nicht selig sein. todesleiden. Hab ich an ihren früchten theil, Was fehlt dann meinen freuden? Du wurdst ein opfer auch für mich. O! gieb, daß meine seele sich Deß ewig freuen möge. 9. Wohl mir, ich bin versehen Mit wahrer himmelsspeis und trank! Nun will ich fröhlich stehen, zu singen dir lob, ehr und dank. Fahr hin, du weltgetümmel, Du bist ein eitler tand; Jch seufze nach dem himmel, Dem rechten vaterland, Da will ich freudig leben Ohn unglück und verdruß, Da wirst du, Gott! mir geben Der wollust überfluß. 2. Was kann mein geist durch deinen tod Nicht noch für segen finden! Erlösung aus der todesnoth, Vergebung aller sünden, Gewissensruh, zur bessrung kraft, Das hast du, Herr! auch mir verschafft, Da du am kreuze starbest. 3. Dein mahl ist mir ein unterpfand Von deiner großen güte. Wie viel hast du an mich gewandt! O! stärke mein gemüthe Zum gläubigen vertraun auf dich, Daß ich, se lang ich lebe, mich An deine gnade halte. 4. Ich fühlte, Herr! voll reu und schmerz, Die last von meinen sünden. Du ließest mein gebeugtes herz Den großen trost empfinden, Daß du, aus Gottes vaterhuld, Auch mir vergebung meiner schuld Auf buße hast er458. b. ott, unser heiland, sei von uns gepriesen, Der uns solche gnad erwiesen, Und uns erquickt mit seinem leib und blute; Das komm uns, Herr Gott! zu gute. Kyrieleison. Herr! dein heilger leib, das lebensbrot, Stärke uns in schwachheit, noth und tod; Durch dein beilges theures blut, Heilge in uns sinn und muth. Kyrieleison. 2. Dein heilger leib ist ja für uns gegeben In den tod, damit wir leben. Nicht größre güter worben. konntest du uns schenken, Daß wir, Jesu! dein gedenken. Kyr. Herr! dein lieben dich gezwungen hat, Daß dein blut an uns solch wunder that: Es bezahlte unsre schuld Und erwarb uns Gottes huld. Kyrieleison. 5. Der troft, den mir dein tod verschafft, Werd ewig mir zum segen. Er stärke mich mit neuer fraft, Auf allen meinen wegen Nur das zu thun, was dir gefällt, Und alle furcht und lust der welt Standhaft zu überwinden. 3. Gott! gieb uns allen deiner gnade segen, Daß wir gehn auf deinen wegen In rechter lieb und brüderlicher treue, Daß dies mabl uns nie gereue. Kyrieleison. 6. Die liebe, die du mir erzeigt, Ist gar nicht zu ermessen. O! mache selbst mein herz geneigt, Sie nimmer zu vergessen, Daß ich, aus echter gegentreu, Herr! den heilgen geist uns Dir bis zum tod ergeben sei, Und immer laß, Der uns geb zu hal- dir zu ehren lebe. ten rechte maaß: Gieb der gan7. Laß deines leidens großen zen christenheit Segen, fried und zweck Mir stets vor augen stehen. einigkeit. Kyrieleiſon. Räum alle hindernisse weg, Die Von dem Sakramente des heiligen Abendmahls 288 ebne bahn zu gehen, Die mir dein heilig vorbild weist, Und die einst den erlösten geist Zu deiner freude führet. 8. Zum ewgen leben hast du dich Für mich dahin gegeben. Dein abendmahl erwecke mich, Mit ernst darnach zu streben. Herr! mache mich dazu geschickt, Und werd ich einst der welt entrückt, So sei dein tod mein leben. 6. Die welt war dir gehässig, Und suchte deinen tod; Man bot dir gall und essig Auch in der letzten noth Zu deinem labsal dar: Und mir willst du das leben In deinem blute geben, Das sonst verloren war? Mel. Von Gott will ich nicht 2c. schuldet, So williglich erduldet 460, 3efu mein ver- An deinem Freuzesſtamm. langen! Dein 8. An dich will ich gedenken, eigen fleisch und blut Hab ich nun- So lang ich denken kann. Die mehr empfangen; O welch ein welt mit ihren ränken Ist bei mir theures gut! Deß freut sich leib ausgethan. Mein aufenthalt bist und seel; Denn ich bin wieder du; Drum leg ich leib und seele deine, Du bist nun wieder meine, In deine wundenhöhle, Da sind O mein Immanuel! ich meine ruh. 3. O was ist das für freude, Mit Gott verbunden sein; Ich weiß von keinem leide, Mich schrecket keine pein. Ja nehmet alles hin, Den himmel sammt der erden; Doch muß ich selig werden, Weil ich in Jesu bin. 7. Ich preise dich von herzen, mein heiland und mein Gott! Für alle deine schmerzen, Für den so bittern tod. Hab dank, mein ofterlamm! Daß du, was ich ver2. Das opfer für die sünden Wird mir jetzt speis und trank. Nun werd ich hülfe finden, Wenn mein gewissen frank; Ich halt ihm Jesum für: Den kann mir niemand Mel. Jesu! meine freude zc. nehmen, Der teufel muß sich schä- 461. Nun ich bin geneſen, men, Der tod hat nichts an mir. Weil das 4. Hier ist von seiner liebe Mein allerbestes pfand, Das er aus eignem triebe mir armen zugewandt. Hier ist mein lösegeld: Hier ist mein brot des lebens, Das eß ich nicht vergebens; Den tisch hat Gott bestellt. Nach der Kommunion eines Kranken. wesen Mich, als Christi gast, Da ich zu ihm kommen, Gnädig auf genommen. Keine sündenlast Und fein schmerz Betrübt mein herz; Christi blut hat mich verneuet, Und davon befreiet. 2. Muß ich gleich noch leiden, Ruf ich doch mit freuden: Nun ist Jesus mein, Der in diesen stunden Sich mit mir verbunden Unter brot und wein: Drum will ich Ihn ewiglich Mit dem herzen feste fassen, Ihn nicht von mir lassen. 5. Uch Herr! das sind ja dinge, 3. Nun bin ich zufrieden, Und Die ohne maaß und ziel. Bin ich von dir geschieden, Sündenvolle nicht zu geringe? Jsts nicht für welt! Weil mir dein gepränge, mich zu viel? Doch nein, Herr Deiner lüste menge Nun nicht Jesu! nein: Denn ich soll das mehr gefällt. Was du hast, Giebt genießen, Daß du hast sterben noth und last: Deine pracht und müssen: Dein tod soll meine sein. I deine schäße Sind nur seelennche. und zwar nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. 289 ich Obgleich satan stürmet. Will sein ganzes heer Mich gleich ängstlich Jesus decken; Was verlang ich mehr Teufel, weicht! Mein Jesus reicht Mir die hände, die euch jagen, Und zu boden schlagen. 5. Kann ich wohl auf erden Mehr geehret werden? Ich bin Gottes find, Das nach diesem leiden Dort mit tausend freuden Jenes erbe findt, Wo mein geist Den heiland preift, Der mich durch sein blut getränket, Der sich mir geschenket. 6. Nun bin ich erquicket; Denn mein Jesus drücket Mich an seine brust. Ich kann nicht verderben, Muß ich auch gleich sterben, Sterb ich nun mit lust; Weil der tod Nur meine noth, Meine qual und kummer endet, Mich zum himmel sendet. 7. Ich bin nun ergeßet, Jesus kommt und setzet Mich ins freudenreich: Wie werd ich ihn loben! Denn ich bin dort oben Seinen engeln gleich; Und dann wird Mein treuer hirt Mir, nach diesem krankenleben, Lebenskronen geben. 8. Ich bin nun beglücket Und der welt entrücket: Himmlisch ist mein sinn. Nicht eh ruht mein wille, Nicht eh wird er stille, Bis ich bei dir bin: Drum, mein heil! Mein trost und theil! Nimm die ſeel in deine hände, Gieb ein seligs ende. mein lebensfürst, Wornach mein herz so sehr gebürst. Abendlied eines Kommunikanten. 2. Mein Herr ist bei mir eingekehrt, und hält mich der bewohnung werth. Er ist in mir, mein heil und licht; Ich halt ihn fest und laß ihn nicht. 3. Nun bin ich freudig und getrost, Ich habe ja die himmelskost, Ich habe Christi fleisch und blut; Darüber jauchzt mein herz und muth. id omni dind 4. Mein freund ist mein und ich bin sein, Die liebe soll ohn ende sein. Dich preis' ich, Jesu! für und für, Mein Herz erfreuet sich in dir. 5. Ich habe deine lieb' erkannt, Da du dein blut an mich gewandt, Mich mit dir selbst gespeist, getränkt, Mir volle gnüge hast geschenkt. 6. Ja deine lieb ist mein panier, Zum schirm und schilde über mir, Darunter schlaf und wach ich gut, Weil mir kein feind hie schaden thut. brit sidne 7. O freude, die du mir bereit! barkeit, Nimm leib und feel und Nimm hin mein herz voll dankwas sonst mein, Es ist doch alles wirklich dein. ruh, und schließ die augen fröh8. Ich geh mit solcher lust zur lich zu. Bleib auch die finstre nacht bei mir, So bin ich auch im traum bei dir.indi ein, Du selbst wirst mein beschüßzer 9. In deiner gnade schlaf ich sein, Hilf, daß mich hier in meiner ruh Nichts störe, nichts mir schaden thu. Mel. Christ, der du bist der helle. 462. W er ist doch auf 10. Ich schlafe, doch mein herze wacht, und bittet, daß es tag und nacht Fest in dein herz geschlossen bleib; So daß mich nichts von der welt, der sich Jesu treib. sid So froh zu bette legt, als ich? qund d dist 11 t 19 290 Von der christlichen Kirche Best V. IV. Von der christlichen Kirche und zwar Von der Stiftung derselben. Mel. Allein Gott in der höh sei.| Der ist sein glied, der an ihn ein Gott! obgleich glaubt Und gute früchte bringet. 463. Mbein weiser rath 7. Ach Gott! erhalt uns auf Nach Adams fall uns fündern dem grund, Darauf du uns er Das paradies verschlossen hat; bauet. Ach Jesu! stärke du den So gabst du deinen findern Doch bund, Der dich mit uns vertrauet. wiederum ein paradies Aus vater- Ach guter geist! sei hoch gepreist; huld und dieses hieß Der garten Wir sind durch dich ein leib und deiner kirche. geist In deiner kirche worden. 2. Der firche grund soll Jesus sein, Der liebte die gemeine: Und, daß sie unbefleckt und rein Jhm dargestellt erscheine; Hat er, mein Gott, durch eignes blut Sich, als sein eigenthum und gut, Die kirche selbst erworben. 8. Gieb lehrer, welche stets dein wort Der kirche lauter lehren. Gieb hörer, die auch immerfort Vollbringen, was sie hören. Ach! wehre selbst der feberei! Ach steure du der heuchelei Und allen firchenfeinden. 9. Doch müssen hier noch rotten sein, Womit die firche strei tet; So führ uns in den himmel ein, Den Jesus uns bereitet. Triumph! lob, ehre, preis und macht Sei dort dem lamm und Gott gebracht; Triumph! da siegt die kirche. 3. Er sandt hiezu sein reines wort, Und der apostel lehre An jedes volt, an jeden ort, Daß alle welt es höre. Wo nun die gnadenmittel sind, Wo man sie rein und lauter findt, Da ist die wahre kirche. 4. 3war stellt sich mancher heuchler ein, Als unkraut bei dem saamen. Er ist ein christ, doch nur zum schein, Trägt ohne kraft Mel. Kommt her zu mir, spricht. ben namen, Ist nur der sicht- 464. Han bort! Durch err Jesu, aller menbar'n firche glied; Doch ist ein großer unterschied Der unsichtbaren dessen theuerwerthes wort Wir firche. than Bigle 5. Denn da muß man in werk und that Den christennamen weifen. Das wort, das uns berufen hat, Muß man durch werke preisen. Wer Gottes wahrheit lauter lehrt, Durch buße, glauben, leben ehrt, Den liebt Gott und die firche. in dein reich gelangen; Wir rühmen deine gütigkeit, Die sich gleich von der ersten zeit Der gnaden angefangen. 2. Du selber hast vor unsrer zeit, Im stande deiner niedrigkeit, Dein lebenswort gelehret. Du festest drauf apostel ein, Die mußten unsre lehrer sein, Als du zu Gott gefehret. 6. Die kirche heißt ein himmel reich, Ein tempel, ein gebäude, 3. Die haben, was du ausgeIst einem großen acker gleich, streut, Mit treu und eifer ausgeGiebt uns die seelenweide. breit't, und keine schmach geist der leib, der Herr ihr haupt; scheuet. Sie zeigten ihren heldenSie und zwar von der Stiftung derselben. 291 muth, Wenn gleich der feind mit| muth, Damit wir gleichfalls gut 8 martergluth Und vieler wuth ge- und blut Für deine lehre wagen, bräuet. Daß unsre treu in noth und pein Auch viel erweck, dir treu zu sein, Und wir die trone tragen. 4. Sie wurden oft mit schimpf gestäupt, Sie sind gesteiniget, enthäupt't, Und litten es mit freuden: Und was ertrug die christenheit nicht von den feinden nach der zeit Für jammer, schmach und 896 leiden! 5. Und dennoch hat dein theu- Wird offenbaret werden. dres wort Durch solche marter 12. Laß dir die christliche gemein, Herr! insgesammt befohlen sein; Erhalte sie auf erden In krieg und sieg, in leid und freud, Bis ihr die himmelsherrlichkeit fort und fort Mit freuden zugenommen: Es ist durch qual, ver- Mel. Christ unser Herr zum 20. folgung, noth, Und burdy, fo 465. Gott! vir ſei ewig mancher weiter preis und ruhm, Der unsere vorfahren Gebracht aus jenem heidenthum, Darin sie alle waren Verblendet an verstand und sinn, Sich selbst nicht fonnten rathen, Den stummen gößen immerhin Göttliche ehr anthaten, Die doch kein leben hatten. 2. Vom baum und holze ward ein theil Vom zimmermann verbrennet; Das übrige ward mittlerweil Ein bild, und gott genennet. Der meister, der es erst gemacht, Mußt' alsbenn davor treten: Was seine hand hervor gebracht, Das mußt er nun anbeten, Sein eigen werk höchst ehren. 9. Das evangelium, das du Uns diese zeit in stiller ruh So reichlich läsfest hören, Laß stets erkenntniß, glauben, licht, Ver trauen, liebe, zuversicht, In unfern herzen mehren. 3. Des himmels heer von andern ward Zum gottesdienst er wählet, Viel sterne sind zu solcher art Der götter mitgezählet. Auch sind gar viel verstorbne leut Hernach zu göttern worden, Die doch verübt zu ihrer zeit Sünd, schande, rauben, morden: Die wurden angebetet. 10. Und sollte sich bei unsrer zeit Verfolgung, marter, herzeleid, Angst, noth und trübsal finden; 4. Drum fei, Herr! für dein So mach uns, Herr! am glau- wort gepreist, Und was wir darin ben reich, Damit wir, fenen zen- lesen, Daß du, o vater, sohn und gen gleich, Durch dich stets über geift! Nur einig bist im wesen. winden. Du bist der wahre Gott allein, 11. Ja gieb uns einen helden- Der einzige erretter. Nichts gegen 19* 898 fort gekommen. 6. So, daß ein wahrer chrift derkennt, Es sei der firchen regiment In deinen allmachtshänden; Daß weder feuer oder schwert Die schafe deiner reinen heerd Von dir, dem hirten, wenden. 7. Nun Herr! die ganze christenheit Wird diese gnade jederzeit Erheben, rühmen, preisen, Daß bu, trotz aller feinde macht, Dein theures wort empor gebracht, Um unsern geist zu speisen. 8. Wir seufzen, flehen, bitten dich ,, Du wolleft ferner gnädiglich Ob deiner heerde walten; Bei deinem wort, durch starken schuß, Auch gegen aller teufel trup, Die christenheit erhalten. # 0 Von der christlichen Kirche und zwar 10 d 292 dich zu rechnen sein Der heiden thron. falsche götter: Die können niemand helfen. 5. Daß uns dein wille würd bekannt, O vater! hier auf erden, So hast du deinen sohn gesandt Und ihn mensch lassen werden: Da Gottes heil und gütigkeit Uns allen ist erschienen; Daß wir ihm züchtig jederzeit, Gerecht und heilig dienen, Auf sein' erscheinung warten. Entzünde selber unsre finnen; Reiß alle herzen zu dir hin. Laß dich die jugend lieb gewinnen: Sei du des alters führerin! 2. Ja du erhebest das gemü the, Du machest das vertrauen fest, Daß es sich auf des höchsten güte Und sein gegebnes wort ver läßt; Daß es, was es nicht siehet, glaubet, Nicht mehr sich selbst, als Gott, befragt, Rein schnödes grübeln sich erlaubet, Und glaubet, weil es Gott gesagt. * 6. Herr Jesu! gieb uns gnad und stärk, Daß wir der blinden heiden Ungöttlich wesen, thun und werk Berleugnen stets und meiden. Erleucht auch die im irrweg sein, Bring sie zu deinen heerden: Führ sie in deinen schafstall ein, Daß aller zung' auf erden Dich Jesum Christ bekenne. 7. Wie du vor diesem, Herr! dein wort Durch heilge fromme 3. Du senkest deinen geist der liebe In unsre kalten herzen ein. Uns lehren deine sanften triebe Gott lieben, ohne knechtisch scheun. Wie kinder ihren vater scheuen; So scheuen wir, o höchster! dich. Der liebe flammen zu entweihen, Ist mehr, als zürnen, fürchterlich. 4. Es dringt durch unser gan. leute Hast ausgebreit't an man- zes leben Dein recht und deine chem ort, So thu es auch noch eigenschaft. Der vorsaß wird von heute. Gieb treue hirten, die zu dir gegeben, Du giebst auch der dir Forthin auch andre bringen: entschließung kraft. Du lehrest Mit reiner lehre für und für uns im glauben beten, Und durch Durch alle herzen dringen, Und den geist das abba! schrein. alle dir zuführen. Wenn wir vor Gottes thron hintreten, So lehrst du uns erhörlich sein. Ismind 0. Von dem hohen Werthe der Religion in der wahren Kirche. 8. Hilf, daß sie fleißig allezeit Ermahnen, trösten, strafen; Im glauben, lieb', gottseligkeit Vorgehen ihren schafen. Laß uns ja 5. Du zeigst die schon erlangten güter, Und was die hoffnung alle thäter sein Des wortes, nicht noch erwirbt. Du zeigst uns, wie nur hörer! Daß überall und all- der fromme hüter, Der Gott gemein Wir und all unsre lehrer mensch, für uns lebt und stirbt. Des glaubens end erhalten. Du zeigst, wie wir im neuen bunde Des höchsten werthe kinder sind; Und wie in der beglückten stunde Des nachtmahls ihn der glaube findt. siller onl Mel. Wie groß ist des allmächt. u heiligstes 6. Durch deine gnadenreiche fülle Belebtest du das ganze herz. seelen stille, 466. Dallen bingen, Die Durch trost versüßest du den Gott uns gab, religion, Von schmerz. Wenn menschen fliehn, deiner würde will ich singen. wenn freunde weichen, So stehet Mein lied hebt sich zu Gottes doch dein beistand fest. Er eilt er von der Reformation der Kirche. 293 die treue hand zu reichen, Die| noth zu wissen; War man nur uns zu keiner zeit verläßt. sonst die menschenlast 3u tragen, recht beslissen. of 7. Du schenkest uns ein gläubig hoffen. Du schenkst der seele zuversicht. Dadurch steht uns der himmel offen, Wenn sterbend unser auge bricht. Du zeugst, wie unbegränzte freuden Sich nach des leibes sterben nahn; Und wie nach dem durchlebten leiden Die seel ihr glück genießen kann. 8. Wenn himmel alten, welten brechen, Wird doch dein ewig recht bestehn. Dann wird mein blick, befreit von schwächen, Vollkommen deine wahrheit sehn. Dann wird mein herz, befreit von mängeln,( Hier schleichen sich noch fehler ein,) Bei heiligen, bei rei- tand Fast täglich häufig mehren. nen engeln, Durch dich erfreut und selig sein. 6. Und wenn man gleich das schwere joch Durch lange zeit getragen; So zweifelten die herzen noch, Und konnte niemand sagen, Ob er damit genug gethan, Den himmel zu erwerben; Und trat die letzte noth heran, Mußt er im zweifel sterben. 4. Dies einzuführen, ist die list Vornämlich die gewesen: Dein wort, das unsre richtschnur ist, Hat man nicht dürfen lesen; Das blinde volk war zu der zeit Also leicht zu betrügen; Sie wußten nicht den unterscheid Der wahr-> heit und der lügen. 5. Da wurde denn nach eignem sinn Ein gottesdienst erdichtet, Den man, aus geiz, nur auf gewinn Und gleißnerei gerichtet. Des höchsten wort blieb unbekannt, Man konnt' es selten hören; So mußte sich der menschenVon der Reformation der Kirche durch Lutherum. 467. Mel. Durch Adams fall ist ganz. Herr! dein selig-* 7. Herr! dir sei dank und machend wort It preis gebracht, Daß wir zur lang verdunkelt blieben; Dieweil wahrheit kommen, Daß deines sie fast an jedem ort Nur men wortes licht die nacht Der blindschensaßung trieben. Der glau- heit weggenommen. Wir wissen: benskraft ward nicht gedacht Durch wer auf Christum traut, Erlanget die man dir vertrauet, Und allen heil und leben; Sndem er gläuandern trost nicht acht't, Nur big auf ihn schaut, Wird ihm die blos auf Jesum schauet. schuld vergeben. 2. Die heilgen wurden immerdar Zur fürbitt' hergezählet, Verehrt, und endlich auch sogar zu helfern auserwählet: Da du doch, Gott! der helfer bist Sm himmel 8. Dann thut der mensch, auf Gottes rath, Durch dessen geistes stärke, Was Gott ihm anbefohlen hat, Als rechte gute werke, Daß er sich in bescheidenheit, Geduld, und auf erden, Der von uns nur treu, demuth übet; Voll keuschdurch Jesum Christ Will angeru- heit, friede, freudigkeit Gott und fen werden. den nächsten liebet. 3. Die werke, die man da befahl, Hatt' eigenwiß erfunden, Der aberglaube ward zumal Recht ernstlich eingebunden. bu geboten hast, Das 9. So viel sagt uns des Herren mund, Wobei wir feste bleiben: Wir lassen uns von diesem grund Was aber auch keinen engel treiben. Nun war nicht wird von uns die große güt, Die 28 500g 294 Von der christlichen Kirche und zwar Gott an uns erwiesen, Allzeit mit 4. Durch dieses zeugniß wird dankbarem gemüth Erkannt und hoch gepriesen. 10. Herr! eile und bekehre noch, Die in der irre gehen. Wach auf, zerbrich und stürze doch Die dir entgegen stehen; Laß nichts dein seligmachend wort Und seinen lauf verhindern, Erhalt und schenk es ført und fort, Nach uns, auch unsern findern. die seel mit deiner kirch verbunden. Durch dieses wort hat Michael Den drachen überwunden. Es zeigt, als eine richtschnur, au, Wie man recht gläuben, leben kann, Wenn man nur darauf achtet. Des himmels vorschmad findet sich, Wenn man dies wort recht inniglich Erforschet und be trachtet. 5. Herr! gieb uns kraft, damit bein wort Recht tiefe wurzel und heiligem Leben. Mel. Herr Gott! der du erforsch. schlage, Und dieser saame fort und fort Biel gute früchte trage. Bring und dadurch erkenntniß bei, Darin der glaube thätig sei, Der innre mensch stark werde: Auf daß, 468. Gott! der du licht durch deines geistes kraft, Wir üben gute ritterschaft In allerlei gefährde. und quelle bist, Daraus wir alle gaben, Der'r unser heil benöthigt ist, Getrost zu schöpfen haben; Wir danken dir, daß du dein wort Uns bis anber an diesem ort. So Täffest hören. Der wahrheit pfeiler stehet noch: So drückt uns auch fein fremdes joch Unnüßer menschenlehren. lauter 6. Wie wir bisher mit frohem muth Dein liebes wort vernommen; So laß auch dieses theure gut Auf Die firche nachwelt kommen. und segne du, Erhalt uns selbst in guter ruh, Als deine hausgenossen. Den leuch ter deiner reinen lehr Wollst du bei uns, Herr! nimmermehr Von seiner stätte stoßen. 7. Warum hast du der ersten welt Die fündfluth gugerichtet, Das haus zu Silo abgestellt, Jerusalem zernichtet? Die ursach zeigst du selber an: Weil sie, nach ihres herzens wahn, Dein wort vorüber gingen. So geht es noch zu dieser frist: Was ein geruch des lebens ist, kann tod und strofe bringen. Um die Erhaltung der Kirche bei reiner Lehre 2. Wir danken dir, daß uns dein licht In alle wahrheit leitet, So lang uns dies dein angesicht Wie Jirael begleitet; Sp haben wir bein finderrecht, So heißen wir stets bein geschlecht, Das bu dir auserlesen. Dein wort spricht uns von sünden frei. Es ist der seelen arzenei, Durch welche wir genesen. 3. Es steuert allem herzeleid, Weil Christus in uns wohnet; Und der, als unser trost und freud, Macht, daß Gott unser schonet. Es ist der rechte lebenssaft, Es läßt uns niemals ponne, kraft, Trost, beil und stärke fehlen. So still auch Bottes brünnlein fließt; So reich und segensvoll ergießt Es sich in unsre seelen, 8. Nun Gott! dein wort ben febre die, So deine wahrheit base sen. Lehr, überzeug und treibe sie, Den irrthum zu verlassen. Damit, nach aller bitterfeit, Der blindheit schuppen mit der zeit Von ihren augen fallen, So wie dy bort dem Saul gethan; Daß um Erhaltung derselben bei reiner Behre. 295 sie mit uns auf rechter bahn Zum 8. Gieb unserm könige und alhimmel mögen wallen. 9. Wenn aber dir es, Herr! gefällt, Dein häuflein zu bewähren, Ob es in noth auch glauben hält; So höre sein begehren: Gieb, daß dein volk beständig siegt, Mit deiner gnad nie unterliegt, ler obrigkeit Fried und gut regiment, Daß wir unter ihnen Ein geruhiges und stilles leben führen mögen In aller gottseligkeit und ehrbarkeit. Amen. Mel. 2. Alles, was mir Gott 2c. Wenn gleich die feinde schrecken. 470. Gott! du weißt in Laß sie bekennen, trotz dem spott: Zu zion ist der rechte Gott, Der kann sein volk bedecken. was für zeiten Deine liebe firche schwebt, Die nach deinem willen lebt: Ach! an allen ort und feiten, Uleberall in 469, Erhalt uns, Herr! jedem stand, Nimmt das unkraut überhand. bei deinem wort, Und steur des papsts und türken Wehr deiner feinde list und mord, Die Jesum Christum deinen sohn Stürzen wollen von seinem thron. 2. Weil bei hütern und bei schafen Oft zu große sicherheit Herrscht bei ruh und froher zeit; Sä't der feind, indem sie schlafen, Auf den acker, da dein wort Wach2. Beweis dein" macht, Herr| sen soll, list, trug und mord. Jesu Christ! Der du ein Herr 3. hilf, daß deine diener waall'r herren bist; Beschirm dein chen, Daß nicht unkraut, sünd arme christenheit, Daß sie dich und schand Plößlich nehmen überlob' in ewigkeit. hand. Hilf du selbst in allen sachen, 3. Gott heilger geist! du trö- Gieb den regen früh und spat; ster werth! Gieb dein'm volt Gieb troft, hülfe, rath und that. ein'rlei sinn auf erd. Steh bei 4. Laß uns deines wortes saa uns in der leßten noth, Leit uns ins leben aus dem tod. 4. Ach Herr! laß dir befohlen sein Die arm bedrängte christen dein; Bei festem glauben uns erhalt, und reiß uns aus der feind' gewalt. men, Lehr und leben halten rein, Und ein reiner weizen sein, Daß wir deinen werthen namen Rühmen hier in dieser zeit Und in alle ewigkeit. 20 5. Wirst du endlich selber kommen, Bricht die ernte selbst herein; Sammle uns mit freuden ein, Und laß uns, mit allen frommen, In des lebens bündelein Ewig sta 5. Jhr anschläg, Herr! zu nichte mach, Laß sie treffen die böse fach, Und stürz sie in die grub hinein, Die sie machen den christen dein. eingebunden sein. 6. So werden erkennen doch, Daß du unfr Herr Gott lebest 471. Amelt sieh darein, Gott vom himnoch, Und hilfft gewaltig deiner schaar. Die sich auf dich verlässet gar. Und laß dich deß erbarmen! Wie wenig deiner heilgen sein! Verlassen sind die armen. Dein wort läßt man nicht haben wahr, Der glaub ist auch erloschen gar Bei vielen menschenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche lift, * 7. Verleih uns friebe gnädiglich, Herr Gott! zu unsern zeiten: Es ist doch ja kein andrer nicht, Der für uns könnte streiten, Denn du unser Gott alleine. 296 Von der christlichen Kirche und zwar ur dne Die eigenwig erfindet: Ihr herz| wort; So können wir uns, vater! nicht eines finnes ist In Gottes dein Jm leben und im tode freu'n. wort ergründet. Der wählet dies, der andre das; Sie trennen uns ohn alle maß, Und gleißen schön von außen. 2. Ein hause lästerer, o Gott! Wagts wider dich, mit wildem spott, Den sohn, den mittler, den zu schmähn, Durch den selbst himmel einst vergehn. 3. Wer seid ihr? eurer lüfte raub! Jetzt lebender, bald todter staub! Daß ihr euch wider Gott empört, Und gar noch euren fre. vel lehrt? aloe 3. Gott woll ausrotten ganz und gar, Die falschen schein uns lehren: Und deren zung stolz of fenbar Spricht: troß, wer wills uns wehren? Wir habens recht und macht allein; Nur unser wort muß gültig sein: Wer ist, der uns soll meistern? 4. Darum spricht Gott: ich mach mich auf: Die armen sind zerstöret, Jhr seufzen dringt zu mir herauf, Sch hab' ihr schrein erhöret: Mein heilsam wort, das soll und kann Getrost und frisch sie greifen an, Und sein die fraft der armen. 5. Das silber durchs feu'r fieben mal Bewährt, wird lauter funden: An Gottes wort man warten soll Desgleichen alle stunden. Es will durchs kreuz be währet sein, Da wird erkannt sein' kraft und schein, Und leucht't stark in die lande. 6. Das wollst du, Gott! bewahren rein Vor diesem arg'n geschlechte: Und laß uns dir befohlen sein, Daß sich's in uns nicht flechte. Der gottlos bauf sich immer findt, Wo diese lose leute sind In deinem volk erhaben. * 7. Odämpfe selbst, du starker Gott! Die dir die ehre rauben: Jesu Christ! in aller noth Stärk unsern schwachen glauben: Oheilger geist! verleih uns gnad, Daß wir vor sünd und missethat Mit allem ernst uns hüten. 4. Seht ihr der zeugen wolke nicht? Auf uns strahlt sie ein kräftig licht; Euch donnert sie; stürzt euch das grab Einst in den ort der qual hinab. 5. Denn wist, zu kühne sünder! wißt, Daß euer geist doch ewig ist. Der, den ihr höhnt, verzeihet nicht, Wie einst am kreuz, auch im gericht. 6. Ach! ihrer lehre pest, o Herr! Schleicht jezo nicht im finstern. mehr; Um mittag selbst bricht sie hervor; Hebt hoch ihr tödtend haupt empor. 7. Sie herrscht durch große dieser welt. Herr! Herr! wenn uns dein arm nicht hält, So reißt sie uns zum tot auch fort: Gieb sieg und leben durch dein wort! 8. Ob tausend uns zur rechten hand, Zehn tausend uns zur linken hand Hinfallen, stehn wir unerreicht: Wie weit ihr flammenpfeil auch fleugt; 9. Denn unser könig Jesus Christ, Der ewig lebt, allmächtig ist, Bleibt unser schuß und starke wehr; Staub ist vor ihm der spötter heer. 10. Du hast von ewigkeit gesehn, Wie lange noch ihr reich bestehn, Sich gegen dich empören soll; Vielleicht ist, Herr! ihr maaß Mel. Erhalt uns Herr! bei 2c. 472. Der fötter strom balb voll. wiele 11. Bielleicht, weltrichter! haErhalt uns, Herr! bei deinem ben sie Bald über sich in stolzer um Erhaltung derselben bei reiner Lehre. no 297 müh Zorn und verdammniß gnug| ihm rauben, Die aus dem wahren gehäuft, Daß bald dein arm zum glauben quillt: Sie bilden sich schwerte greift. 12. O fenntet ihr, den ihr verhöhnt! Auch euch, auch euch hat er versöhnt; Ach wüßtet ihrs, die ihr ihn hast, Sanft ist sein joch, leicht seine last! 13. Shr friecht und schleppt der fünde joch! Erbarm, o sohn! dich ihrer noch, Wenn nah an ihres todes nacht Zur ernsten reu ihr geist erwacht! Klagen Zions über den Verfall der Kirche. 820 Mel. Wer nur den lieben Gott. 473. Du beiligstes und höchstes wesen! Bollkommenste gerechtigkeit, Gott! du hast uns dir auserlesen, Und von des irrthums joch befreit; Daß uns dein evangelisch licht In Jeju alles bheil verspricht. recht fromm zu sein, Unnöthig und unmöglich ein: 6. Ja leider! wohl ein großer haufe Mißbraucht die gnadenmittel sehr; man troßt auf nachtmahl, beicht und taufe, Und läßt das herz von Jesu leer: Bei äußerm dienst und sicherheit Hofft man doch auf die seligkeit. 7. Man möchte heiße thränen weinen, Wenn man die brüche zions sieht! Ach Gott! wie trennen sich die deinen! Es zankt und streitet glied mit glied. Das ärgerniß nimmt überhand, Verbreitet sich durch stadt und land. S. Wenn du den leuchter von uns stießest, Wenn du das evangelium Bei' uns ganz untergehen ließest, Ja schlügst du uns, dein eigenthum, Mit allertiefster finsterniß; Ach! so verdienten wirs gewis. 9. Jedoch wir fallen dir zu fuße, Und suchen in der gnadenmanches jahr. Uns droht der zeit, mit wahrer reu und herzens2. Du schenkest uns das wort des lebens Nunmehro schon so feind noch jetzt vergebens Mit toben, morden und gefahr. Die feste burg bleibt doch beschirmt, So sehr der satan auf sie stürmt. 3. Wir wissen, daß wir sollen 10. Wir wollen stets in deinem gläuben, Daß unser heil nur lichte, Als kinder in der wahrheit Jesus sei; Doch muß des glau- gehn, Und durch rechtschaffne glaubens kraft uns treiben, 3u leben bensfrüchte Zu deinem preise fertig ohne heuchelei; Herz, mund und stehn; Entzeuch uns nur dein that muß überein Vor dir gut heitres licht, Dein wort und deine evangelisch sein. gnade nicht. buße, Bei dir, o Gott! barmherzigkeit; Vergieb in Jesu alle schuld, Behalt uns noch in deiner huld. 4. Ach! aber, ach! wir müssen flagen, Daß wir gar sehr verfallen sind. Viel sind, bei hellen gnadentagen, Unwissend und mit vorsag blind. Wie falt und lau Klagen Zions über die Sicherheit und Bosheit der Welt. Mel. Wo Gott der Herr nicht. err! deine und wirst but geehrt! Wie ungern 474. Here it groß, Daß wir uns wundern müssen, Wir liegen vor dir arm und bloß, Voll schmerz zu deinen füßen: Die wird dein wort gehört! 5. Viel dichten sich zwar einen glauben, Der doch nur ihr gehirn erfüllt; Weil sie die rechte frucht bbc siltum tour du Von der chriftlichen Kirche und zwar 298 nt nagarbosheit währet immerfort, Und| nen? Drum trauen wir allein auf ine du bleibst doch der treue hort, dich, Ach! leite du uns väterlich Nach deinem rath und willen. Und willst uns nicht verderben. inimm2. Die sünden nehmen überdom hand, Dies siehest du mit schmerad rozen: Die wunden sind dir wohl begd fannt Der sehr verkehrten berzen. Die schulden nehmen täglich zu; Es haben weder rast noch ruh, Die dir den rücken kehren. 9. Hie sind wir deine erben schon, und freuen uns darneben, Daß du uns wirst zum gnadenlohn Die ehrenkrone geben: Wir hoffen, Herr! dein angesicht Zu seben dort in deinem licht, Wo uns das lamm wird weiden. 3. Dein auge stehet wider die, So beiner wege fehlen, Und voller bosheit spät und früh Die lasterbahn erwählen, Die nur im schnöden fündenwust Des fleisches höchstverderbte lust 3u büßen, eifrig trachten. Macht der Feinde. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 4.Deswegen flehn und seufzen 475. Treuer hirte deiner wir, Du wirst uns, Herr! crhören, Und die, so böses thun, zu dir, Durch deinen geist bekehren. Erleuchte doch die böse welt, Die sich bei sünden selig hält, Und so zur höllen eilet. 7. Die heerde, die du dir erwählt, Herr! seßze selbst zum se gen: Verleih ihr alles, was ihr fehlt, Führ sie auf deinen wegen. Mach deine treu und vaterhand Den deinen immer mehr bekannt, Die deiner qüte trauen. Um Schuß und Erhaltung der Kirche wider die glieder starker schuß! Sich doch, wie die asch und erde, Großer Gott! mit grimm und truß Tobt und wüthet wider dich; Sie vermißt sich freventlich, Deine firche zu verstören, Und dein erbtheil zu verheeren. 5. Erbarme dich, o treuer Gott! Der welt, die du geliebet, Der gwelt, die ganz in sünden todt, 2. Du, Herr! bist ja unser könig; Wir sind dein mit leib und In sünden dich betrübet. Gieb, feel. Menschenhülf ist sa zu wedaß dein wort durch seine kraft nig, Wo du nicht, Immanuel! In solchen berzen früchte schafft, Zu der deinen rettung wachst, Die harten felsen gleichen. Und dich selbst zu felde machst, 16. Wir bitten dich, entdecke Für dein wahres wort zu kämpfen, noboch Der welt und ihren kindern, Und der feinde wuth zu dämpfen. bn Wie fanft und angenehm dein 3. Es betrifft felbst deine ehre, ajoch Den tiefgebeugten sündern, ni Die sich von ihrer sündenschuld Zu Christi blut und deiner huld, In buß und glauben wenden. Deiner wahrheit heiligthum, Jesu! deine glaubenslehre, Deines leins kraft und ruhm, Und den dienst, den dir allein Wir zu leisten schuldig sein. Darzu kannst du ja nicht schweigen; Du mußt deine allmacht zeigen. 4. Du verlachst der feinde tüde, Treibst den bösen rath und schluß, Wuth und anschlag selbst zurücke, Daß er nicht gelingen muß. Die 8. Ein hirt und vater meint es verfolgung hat ihr ziel, Du vertreu Und Herzlich mit den seinen: hängst ihr nicht zu viel, Und Du bist noch mehr, deß ich mich pflegst derer nur zu spotten, Die, freu, Wie kannst du's böse mei- Herr! wider dich sich rotten. are um Erhaltung derfelben gegen ihre Feinde. 299 5. Stärke nur den schwachen| andrer Gott; Das feld muß er glauben, Den, bei so betrübter behalten. zeit, Fleisch und satan uns zu rau- 3. Und wenn die welt voll ben, Und mit furcht und blödig- teufel wär, Und wollt uns gar Und fol keit Uns zu schrecken sich bemüht. verschlingen; So fürchten wir uns Deine weisheit kennt und sieht nicht so sehr, Es soll uns doch Deiner kinder schwach vermögen, gelingen. Der fürste dieser welt, Und wird nicht zu viel auflegen. Wie sauer er sich stellt, Thut ers 6. Hilf den deinen und bekehre uns doch nicht: Das macht, er Unsrer feinde blindes heer: Der ist gericht't; Ein wörtlein kann verfolgung steur und wehre, Daß ihn fällen. sie uns nicht sei zu schwer. Nimm dich der bedrängten an, Leit auch die auf rechter bahn, Die noch jetzt durch satans lügen Sich selbst um ihr heil betrügen. 4. Das wort sie sollen lassen steh'n, Und kein'n dank dazu haben: Er ist bei uns auf unser flehn, Mit seinem geist und gaben. Nehmen sie uns den leib, Gut, ehre, kind und weib; Laß fahren dahin, Sie habens kein gewinn: Das reich muß uns doch bleiben. 7. Laß uns recht und redlich handeln, Und gelassen, heilig, rein, In der taubeneinfalt wandeln; Klug dabei in allem sein, Uns zu schicken in die zeit, Und vor falscher heiligkeit, Auch der 477. o Gott der Herr Uns mit feinde und schlangenflugheit hüten. nicht bei uns thält ,. Wenn unsre feinde wüthen; 8. Gieb, daß wir mit beten, Wo der nicht hilft, der aller welt wachen, Allzeit stehn auf unsrer hut; Dich, Herr! alles laffen machen; Denn du machest alles gut. Jesus schüzet uns schon hier, Und vertritt uns dort bei dir, Bis wir auf der neuen erden Bei ihm triumphiren werden. 476. in feste burg ist unser Gott, Ein gute wehr und waffen. Er hilft uns frei aus aller noth, Die uns anjeßt betroffen. Der alte böse feind Mit ernst es jebo meint; Groß macht und viel lift Sein' grausam rüstung ist: Auf erd'n ift nicht seins gleichen. Allmächtig kann gebieten; Wo er Ifraels schuß nicht ist, Bei unfrer feinde macht und list; So ists mit uns verloren. 2. Was menschen kraft und wis anfäht, Soll aber nun nicht schrecken: Er figet an der höchsten stätt, Wird ihren rath aufdecken. Wenn sie's auss klügste greifen an, Geht Gott doch eine andre bahn: Es steht in seinen händen. 3. Shr stolzer sinn fährt hoch daher, Auf wiß und macht vermessen, Als ob Gott nicht mehr herrscher wär; Sie haben sein vergessen. Gleich wilden meereswellen droht Jhr grimm uns un tergang und tod: Deß wird sich Gott erbarmen. 2. Mit unsrer macht ist nichts gethan, Wir sind gar bald verloren. Esstreit't für uns der rechte mann, Den Gott selbst 4. Ob sie uns gleich als fetern dräun, Nach unserm blute trachhat erkoren. Fragst du auch, wer ten; So wollen fie doch christen der ist? Er heißel Jesus Christ, Der Herre zebaoth, Und ist kein sein, Die Gott allein groß achten. Ach Gott! dein nam, deß 300 Von der christlichen Kirche und zwar wir uns freun, Muß ihrer schalk- sohn, Den Herrn der welt nicht heit deckel sein. Du wirst einmal ehren. Sie schämen sich des worts aufwachen. Des heilands, unsers horts; Sein kreuz ist selbst ihr spott: Doch ihrer lachet Gott. Sie mögen sich empören. 5. Sie sperren ihren rachen auf, Und wollen uns verschlingen. Gelobt sei Gott! er merket drauf, Drum wird es nicht gelingen. 3. Der frevler mag die wahrSein starker arm ist nie verkürzt,[ heit schmähn; Uns kann er sie Der ihre falsche lehre stürzt; Sie nicht rauben. Der unchrist mag werdens Gott nicht wehren. ihr widerstehn; Wir halten feft am glauben. Gelobt fei Jesus Chrift! Wer hier sein jünger ist, Sein wort von herzen hält, Dem kann die ganze welt Die seligkeit nicht rauben. dos tit 4. Auf christen! die ihr ihm vertraut, Laßt euch kein drohn erschrecken! Der Gott, der von dem himmel schaut, Wird uns gewiß bedecken. Der Herr, Herr zebaoth, Hält über sein gebot, Giebt uns geduld in noth, Und kraft und muth im tod: Was will uns denn erschrecken? 6. Ach Gott! wie reichlich tröstest du, Die ganz und gar verlassen; Die gnadenthür schließt nie sich zu. Vernunft kann dies nicht fassen; Sie spricht: es ist nun all's verlorn, Da doch das freuz hat neu geborn, Die deine hülf erwarten. 7. Die feinde sind in deiner hand, Selbst ihres sinns gedanken, Ihr anschlag ist dir wohl bekannt, Hilf nur, daß wir nicht wanken. Das fleisch dem glauben widerspricht, Aufs fünftge will es trauen nicht, Da du wirst selber trösten. 8. Den himmel und den erdenkreis Hast du, o Herr! gegründet. zum Dein licht preis! Das herz laß stets ent zündet Im glauben und in liebe dein, Und bis ans ende standhaft sein. Die welt mag immer wüthen. Mel. Herzliebster Jesu, was hast. 479. Jeſu! ſchüße, die nen, Die deinen, die dich vor der welt bekennen, Laß deinen händen, wie du selbst verheißen, Nichts sie entreißen. 2. Laß deine wahrheit rein verkündigt werden. Mach ihre siege herrlicher auf erden. Sieb muth und weisheit denen, die sie lehren, Dein reich zu mehren. 3. Du hast noch niemals, Herr! mag die hölle wüthen. Er, der dein wort gebrochen. Bewahr zur rechten Gottes sißt, hat die deinen, wie du selbst vermacht, ihr zu gebieten. Er ist sprochen, Und führ sie endlich aus mit hülfe nah; Wenn er gebeut, dem kampf hienieden Zum ew'gen stehts da. Er schüßet seinen ruhm, frieden. ad ng Landing Und hält das christenthum; Mag doch die bölle wüthen! 4. O heiland! ewig sei dein nam erhoben. Froblockend müsse 2. Gott sieht wohl fürsten auf dich einst ewig loben, du bedem thron Sich wider ihn empö- schirmer deiner schwachen heerde! ren, Die den gefalbten, seinen! Himmel und erdeandog sind Mel. Ein' feste burg ist unser 2c. 478. Wenn Christus seine So 301 3. Herr! mache ihnen doch bekannt, Daß kein geschöpf zu finden, Das durch erschaffenen verstand Den schöpfer fann ergründen. wesen ist verborgen gar, Sein 480. E wolle Gott uns Doch ist durchs wort uns offenbar, Wie wir ihn sollen ehren. gnädig sein, Und seinen segen geben. Sein antlig uns mit hellem schein Erleucht' zum ewgen leben: Daß wir erkennen seine werk, Und was ihm lieb auf erden: Und Jesu Chrifti heil und stärk Bekannt den heiden werden, Und sie zu Gott bekehre. um Ausbreitung der christlichen Lehre. Um Ausbreitung der christlichen Lehre, und um Vermehrung der Kirche. 2. So danken, Gott! und loben dich Die völker überalle; Und alle welt erfreue sich, Und sing' mit großem schalle: Daß du auf erden richter bist, Und läsf'st die sünd nicht walten, Dein wort die hut und weide ist, Die alles volk erhalten, In rechter bahu zu wallen. 4. Du kamst darum, o Gottessohn! Herab zu uns auf erden, Daß Gottes will' vom himmelsthron Uns völlig kund möcht werden: Wir danken dir und bitten dich, Laß deine lehr gewaltiglich In aller welt erschallen. 3. Es danke Gott und lobe dich Das volk in guten thaten. Das land bring frucht und beßre sich; Dein wort laß wohl gerathen. Uns segne vater und der sohn, Uns segne Gott der heilge geist, Dem alle welt die ehre thu: Vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von herzen: amen. 5. Die aber in der christenheit Gott wissen recht zu nennen, Daß er ist drei in einigkeit; Die ihn also bekennen, Verknüpfe durch der liebe band, Daß man in jedem reich und land Nur fried und wahrheit suche. 6. Vor denen, die in glaubenssach Als keßer uns verdammen, Und noch dazu uns stellen nach Mit drangsal, schwert und flammen, Nimm uns in deinen stare ken schuß, Laß aller feinde list und truß zu nicht und schanden werden. 7. Verleih, daß deine reine lehr Dämpf' allen aberglauben, Damit man dir nicht deine ehr Aus falschem wahu mög rauben: Daß man, auch in der letzten noth Nur Mel. Es spricht der unweisen zc. dich allein, den wahren Gott, Um 481. Jesu Christ, Der treuer heilandhülf und rettung bitte. 8. Und weil so viel an manchem du am freuz gestorben Und von ort Aus unverstande fehlen; So dem tod erstanden bist! Du hast gieb, die auch durch dein wort uns ja erworben, Daß alle men- Die rechte bahn erwählen. schen insgemein Durch dein blut können selig sein, Wenn sie nur an dich gläuben. Hilf, daß wir von dem irreweg Sie bringen auf der wahrheit steg In freundlichkeit und sanftmuth. 2. Erbarme dich der blinden* 9. Dein wort erhalte hell und leut, Die sich selbst so bethören flar Bei uns und unsern findern, Durch ihrer sinnen eitelkeit, Daß Daß man dabei bleib immerdar: sie nicht wollen hören, Wie du So wird uns gar nicht hindern, der wahre Gott auch seist, Der Was aberglaube je erdacht, Und mit dem vater und dem geist menschenwiß hervorgebracht ZuwiGleich ewig und allmächtig. der deinem willen. or grims 302 Von ber christlichen Kirche und zwar 10. Gieb auch uns allen deine| das schaf, das sich verirrt, Und gnad, Daß wir das böse lassen, von der heerde scheidet. Er fühUnd alle schand und missethat ret mich mit seiner hand, Und Von herzen immer hasfen: Auf heiligt selbst dazu den stand Der daß wir nach dem jammerthal hirten und der lehrer. Des glaubens ende allzumal, Die seligkeit, erlangen. Mel. Herzliebster Jesu, was hast. 2. Der Herr berief unmittelbar Im alten testamente Der heilgen männer große schaar, Die man propheten nennte. Durch dieser männer schrift und mund Entdeckte Gott den gnadenbund, Und ließ von Christo zeugen. 482. Las Laß doch, o Jesu! laß dein reich auf erden Noch unter sündern ausgebreitet werden! Ach! schenke ih. nen, deiner leiden wegen, Leben und segen. 2. Gieb ihnen gnade, dich recht zu erkennen, Daß sie dich gläu3. Als Jesus nun sich eingestellt, Erwählt' er seine knechte, Und schickte sie in alle welt, Zu lehren seine rechte: Durch welche Gott, an Christi, statt, Die menbig ihren Herren nennen; Giebschen treu ermahnet hat: Laß ihnen eifer, deinen guten willen euch mit Gott versöhnen. Treu zu erfüllen. 3. Mit heilger achtung laß die schrift sie ehren; Denn sie verfündigt deines mundes lehren. Wir menschen suchen außer ihr vergebens Worte des lebens. 4. Gott rust auch noch, doch mittelbar, Nach seinem herzen, birten, und sendet sie noch im merdar So frommen als verirrten; Die lehren uns noch immerfort Des allerhöchsten theures wort, Das in der schrift verfasset. 5. Dies ist vornämlich ihre pflicht, Die menschen zu bekehren; Durch lehre, straf und unterricht, Durch zucht und troft zu lehren; Wie auch die heilgen fakrament, Die man als gnadenmittel kennt, Den menschen mitzutheilen. 310 4. Erbarmer! steure deiner seinde grimme. Die deinen warne vor des irrthums stimme. Ach! lehr sie prüfen, daß sie falsche freuden Klüglich vermeiden. 5. Sei du ihr licht in ihren finsternissen. Erhalt in ihnen stets ein gut gewissen. Schlägt oft ein fummer ihre herzen nieder, Stärke sie wieder. 6. Ein lehrer heißt ein säemann, Und Gottes wort, sein 6. Herr! schüß uns mächtig saamen; Ein wächter, der nicht mitten unter bösen, Bis du von schlafen kann; Er führt den vaihnen ganz uns wirst erlösen; ternamen. Er heißt ein streiter Bis wir zum umgang der ver- und ein hirt: Ein engel, der geklärten frommen Frohlockend kom- sendet wird; Ja ein haushalter Gottes. men. * 7. Erhalt uns, Herr! dein theures wort In unverfälschter lehre, Und rüste selbst noch immerfort, zu deines namens ehre, Getreue streiter Christi aus; Be wahre dein geweihtes haus Und die dasselbe bauen. Vom heiligen Lehr- und Predigtamte. 483. Mel. Nun freut euch liebe christen. er Herr ist mein getreuer hirt, Der mich im worte weidet. Er ruft 8. Laß deine Enechte deinen dí um Ausbreitung der christlichen Kirche. 303 ruhm In lehr und leben preisen,| mein heil, Den himmel, als mein Daß sie das wahre christenthum ewig theil. Auch mit der that beweisen: DaBei Einweihung einer neuen Kirche. adier 9. Herr! lad uns durch die Mel. Aus tiefer noth schrei ich zc. boten ein, Und wed' uns aus 485, Dott! Sich von dem schlafe, Laß alle hörer thäter sein, Als Chrifti fromme schafe; des himmels höhen Dein armes Daß alle treue lehrer sich, Und volk, Herr zebaoth! Dein häuflein die sie hören, Herr! durch dich vor dir stehen. Vernimm das Dort ewig selig machen. seufzen und gebet, Das jetzt zu deinem throne geht Von dieser heilgen stätte. mit des mortes theure fraft, Die nur allein das leben schafft, Ja nicht verlästert werde. Mel. Wer nur den lieben Gott. 484. St etreuer Gott! dein gnadenwalten Versorgt und labt uns allesammt. Dein will ist, mit uns hauszuhalten Durch deiner diener heilig amt. O welcher gaben theures gut Legst du durch sie in herz und muth! 2. Wenn deine lehren rein erschallen Durch deiner friedensboten mund: Laß ihre kraft auch auf mich fallen Bis in der seelen tiefsten grund. Ja senke täglich mehr hinein, Und laß es geist und leben sein. 3. Herr! segne deiner knechte Werke, Durch sie regiere stets dein haus. Ach! rüste sie mit muth und stärke, Zum kampfe mit den feinden, aus. Hilf, daß ein jeder vor dir treu In lehre, trost und strafe fei. 4. Herr! segute doch auch unser hören, Erwecke den, der geistlich todt. Der gnadenbotschaft süße lehren Sein unser labsal in der noth; Und dein gesen zeig' seine traft, Die reu und bittre thränen schafft. 2. Wir weihen dieses Gotteshaus, O höchster! deinem namen. Schmück es mit deinem segen aus; Laß uns und unsern saamen Dein zeugniß, recht und heilig wort An diesem dir geweihten ort, 3um heil der seelen, hören. 3. Des glaubens grund ist Jesus Christ; Apostel und propheten Sind pfeiler, und die grundsest ist Ihr wort, worauf in nöthen, Wie weit der feinde wuth auch geht, Die Gottesstadt doch lustig steht mit ihren lebensbrunnen. 4. Nimm an die kinder, die wir dir Hier in der taufe schenken. Laß sich die reine lehre hier In ihre seele senken, Und hilf sie selbst zur glaubensfrucht In deiner furcht und christenzucht, Als himmelspflanzen, ziehen. 5. Hier beichten wir mit leid und reu, Gebeugtem herz und knien: Drum schenk, wenn wir mit glaubenstren Zu Christi kreuze fliehen, Vergebung, liebe, gnad und huld. Lösch aus der sünden große schuld Allhier mit Christi 5. Wird endlich denn, o Herr blute. der schaaren! Das leßte richter- 6. Hier stell dich, heiland! selwort von dir Den rath der her- ber dar, Hier schent uns deine zen offenbaren; So offenbare doch gaben, Wenn bei dem heiligen auch mir Dich, seligmacher! als altar Sich unsre seelen laben. Gieb 304 Von der wahren Buße und Bekehrung du deinen leib, gieb uns dein blut, und zank hinaus, Lehr uns hie So du für uns, und uns zu gut, dich recht kennen. Stör alles, Gegeben und vergossen. was uns stören will; Laß uns in dieses zions still' Dich freudig ehren, loben. 7. Hier segne selbst den ehstand ein. Die fürbitt für die kranken Erhör, und laß erfüllet sein Dein haus mit lob und danken. Hör, wenn wir den regentenstand, Kirch, schulen, häuser, ort und land Dir, Gott! hier anbefehlen. 9. Lob, ehre, dank und herrlichkeit Sei dir, o Herr! gesungen, Daß uns bei der beschwerlichkeit Dennoch dies werk gelungen. Gieb daß, was wir jetzt 8. Nun segne, vater! dieses fangen an, Nicht eh ein ende haus, Das wir dein haus jetzt nehmen kann, Bis erd und himnennen. Treib feindschaft, stolz mel brechen. V. Von den Pflichten des Menschen. I. Von der wahren Buße und Bekehrung und zwar Erweckungen zur Buße. Mel. Vater unser im himmelr./ nicht schont, Dem wird mit un486. Swabr ich lebe! gnad abgelohnt. spricht dein Gott, 5. Gnad hat bir zugesaget Gott, Mir ist nicht lieb des sünders Von wegen Christi blut und tod; tod; Vielmehr ist dies mein Zusagen hat er nicht gewollt, Ob wunsch und will, Daß er von du bis morgen leben sollt. Daß sünden halte still, Von seiner bos- du mußt sterben ist dir fund: heit fehre sich, Und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies wort bedent, o menschenkind! Verzweifle nicht in deiner sünd; Hier findest du trost, heil und gnad, Die Gott dir zugefaget hat, Und zwar mit einem theuren eid. Oselig! dem die sünde leid. Verborgen ist die todesstund. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich! Eh morgen kommt, kanns ändern sich. Wer heute frisch, gesund und roth, Ist morgen krank, ja gar wohl todt. So du nun stirbest ohne buß, Dein seel und leib dort brennen muß. 7. Hilf, o Herr Jesu! hilf du mir, Daß ich noch heute komm zu dir, Und buße thu, noch ehe mich Der schnelle tod hinreißt zu sich: Auf daß ich heut und jederzeit Zu meiner heimfahrt sei 3. Doch hüte dich vor sicherheit; Denk nicht: zur buß ist noch wohl zeit, Ich will erst fröhlich sein auf erd: Wenn ich des lebens müde werd, Alsdenn will ich befehren mich, Gott wird wohl bereit. mein erbarmen sich. 4. Wahr ists: Gott ist wohl Mel. Es ist das heil uns kommen. stets bereit Dem sünder mit barm- 487, Sebt nicht so sicher in herzigkeit; Doch wer auf gnade der welt, Ihr Gott fündigt hin, Fährt fort in seinem geweihte christen! Als die von bösen sinn, Und seiner seele selbst! nichts, als gut und geld Und und zwar Erwedungen jur Buße. of 305 eitlen dingen wüßten; Dies alles| gnaden: Eh ihr durch satans lift frißt und raubt die zeit. Sucht schäße jener ewigkeit, Die euch kein zufall raubet. und strick Den fluch auf euch geladen, Den fluch, der alle fünder drückt, Der euch das lebensziel verrückt, Vor dem die teufel 2. Jhr wendet leider! fleiß und zeit Auf dinge, die nichts tau- zittern. gen; Und setzt, was eure seligkeit 9. Seht, wie der fromme vater Befördert, aus den augen. Den steht! Er eilet voll verlangen, Um leib versorgt ihr wunderschön, Die seele muß zu grunde gehn Und ewiglich verderben. den, der gläubig zu ihm geht, Mit inbrunst zu umfangen. Kommt, werft in buß euch vor ihm hin: Sein durch den sohn versöhnter sinn Will alle schuld erlassen. 10. Erwecket euch und lernt hiebei, Ja, nehmet recht zu herzen, Wie nöthig euch die buße sei; Denn hier ist nicht zu scherzen. Wer sicher schläft, in lüften träumt, Und so die gnadenzeit versäumt, Der hat sich selbst betrogen. 3. Versäumet doch das kleinod nicht, Darnach die seelen rungen, Die nun durch buß' im glaubenslicht Zum leben durchgedrungen. Ja denkt der lehre Jesu nach: Besinnt euch, was Johannes sprach, Als er im geist entbrannte: 4. Thut buße, weil ihr es noch könnt, Und gläubt an Jesu worte: Bedenkt, daß schon die hölle brennt; Verlaßt die weite pforte. Betrachtet euren sündenstand, Die jam- Mel. O Gott, du frommer Gott. mervolle scheidewand, Die euch vom 488. Laß mid boch, o mein himmel Gott! Die buße nicht 5. Wie bald kommt euer ster- verschieben, Die mir bein wort benstag Mit vollem strafgewichte! gebeut. Wie könnt ich sonst mich Ach! denkt oft bei dem glocken- lieben? Ist wahre besserung nicht schlag An jenes zorngerichte, Das meiner seele glück? O wer verüber jeden sünder geht, Der nicht schiebt sein heil Gern einen auin buß und glauben steht, Und ret- genblick? tet eure seelen. 2. Du Gott! gewinnest nichts, 6. Was für ein neues himmel- Wenn ich dir kindlich diene, Und reich Erwarten doch die sünder? deiner werth zu sein, Im glauben Sie leben hier dem viehe gleich, mich erkühne. Wenn ich das gute Ja oftmals noch viel blinder. Es thu, Das mir dein wort gebeut, geht kein thier zum himmel ein, Wem dien ich? nur mir selbst, Es müssen neue menschen sein Voll und meiner seligkeit.om buß- und glaubensfrüchte. 3. So süß ein laster ist, So 7. Ein heidnisch herz spürt leid giebts doch keinen frieden. Der und reu, Das seinen herrn betrü- tugend nur allein Hast du dies bet, Der es mit mehr als vater- glück beschieden. Wer din, o Gott! tren Beschüßt, versorgt und lie- gehorcht, Erwählt das beste theil; bet: Und ihr wollt Gott und sei- Wer dich, o Gott! verläßt, Vernen sohn Und beider treu, mit läßt sein eigen heil.» spott und hohn Beschimpfen und verachten? 4. Was wägre ich mich denn, Das laster zu verlassen? Weil es 8. Noch ist es zeit, noch kehrt mein unglück ist, Befiehlst du es zurück; Noch währt das reich der zu haffen. Was wägre ich mich 20 3068 Von der wahren Buße und Bekehrung denn, Der tugend freund zu sein?, unbesorgt fannst leben! Empfin. Weil sie mich glücklich macht, Be- dest du denn keinen schmerz? Bist fiehlst du sie allein. nicht mit angst umgeben? Jst nichts 5. Die buße führt mich nicht mehr, das dir bange macht, Daß In eine welt voll leiden. Sie du bisher so schlecht bedacht, Was führet mich vielmehr, O Gott! zu du dir zugezogen? deinen freuden, Macht meine feele rein, Füllt mich mit zuversicht, Giebt weisheit und verstand, Und muth zu meiner plicht. 6. Wahr ist es, es ist schwer Sein eigen herz bekämpfen, Begierden widerstehn, Und seine lüste dämpfen. Doch bleibts ja meine pflicht, Und diese schwierigkeit, Die heute mich erschreckt, Wird schwerer durch die zeit. 7. Je öfter ich vollbring. Was fleisch und blut befohlen. Je stärfer wird der hang, Die that zu wiederholen. Scheu ich mich heute nicht, O Herr! dein feind zu sein; Um wie viel weniger Werd ich mich morgen scheun?) 8. Du reichst ja kräfte dar, Uns selber zu besiegen. Der sieg, so schwer er ist, Bringt göttliches vergnügen. Geht er im anfang gleich Nur noch sehr langsam fort, So bist du, Gott! mir nah Und stärkst mich durch dein wort. 9. Wie schnell kann nicht der tod mich dieser welt entrücken! Und buß ist ja kein werk Von wenig augenblicken. Ein seufzer zu dir, Gott! Ein wunsch nach besserung, Und angst auf missethat, Ist noch nicht heiligung. 10. So gieb dann, weil ich noch, Herr! deine stimme höre, Daß ich mich ungefäumt Von allem bösen fehre; So darf ich nicht dereinst, Zu meiner größten pein, mein hier versäumtes glück, Wiewohl zu spät, bereun. Mel. Aus tiefer noth schrei ich ze. ie, daß du doch, o 489, Wi sündlich herz! So 2. Beschau dein leben, das du führst; Betracht all deine wege, Und sieh, ob du dich so regierst, Daß du gehst Gottes stege? Haft du den höchsten so verehrt, Wie sein gebot von dir begehrt? Haft du ihn recht geliebet? 3. Ach! du bast schlecht an ihn gedacht; Du folgtest deinem wil len. Dein wunsch und ziel war tag und nacht, Die sünde zu er. füllen! Du fehrtest zwar in freuz und noth Mit thränen oft zu deinem Gott; Doch wichst du bald zurücke. 4. Mit kalten lippen dienst du Gott; Weißt oft nicht, was sie fallen. Die andacht ist dir oft ein spott, Die fünde dein gefallen. Du bist auf lust der welt erpicht, Und kannst darum die seele nicht Zu deinem schöpfer richten. 5. Kommt dir die reu bisweilen ein, So fehlt doch dein bestreben. Du wünschst von sünden los zu sein, Willst doch nicht frömmer leben. Da ist kein fester vorsab nicht, Weil ihn die lust oft unterbricht, Die dich zur sünde leitet. 6. Du läßt die andacht bald vergehn, Sie währet niemals lange. Die wollust deucht dir gar zu schön, Bei frommsein wird dir bange. Du suchst die breite sündenbahn; Es kommt dir gar zu lieblich an, Nach deinem sinn zu leben. 11 7. Erwache doch, o sichres herz! Vereue deine sünden. Noch läßt sich Gott, auf reu und schmerz, Wie vormals, gnädig finden. Er hat dir oftmals huld erzeigt, Wenn du dein herz zu ihm geneigt, Und dir die schuld vergeben. und zwar Erwedungen zur Buse. 8. Ich weiß, er läßt sich auch jehund Voll güt und liebe finden, Entsage nur mit herz und mund Aufrichtig deinen sünden. Ja komm, beweine deine schuld, Faß gläubig seine vaterhuld; So wirst du gnad erlangen. 9. Kehr dich zu Gott, Gott 5. 3war steht die thür der gnawird auch sich Mit gnaden zu dir den offen, So lang es annoch fehren. Doch faß den vorsaß,| heute heißt. Der sünder kann noch niemals dich Mit sünden zu be- gnace hoffen, Wenn er dem geiste schweren. Berfluch und baß, was folge leist't: Doch folgt er nicht; sündlich heißt; Gott wird dir selbst so wird die zeit Der gnaden dort den neuen geist, Der ihm recht zu spät bereut. dienet, geben. 307 4. Wirst du den reichthum nun verachten, Den Gott tir jeßt an gnade reicht; So wirst du, leider! dann verschmachten, Wenn seine gnade von dir weicht, Und wenn kein brunn des trostes quillt, Der deine matte seele stillt. 6. Drum trau doch auf die letzten stunden Und auf die späte buße nicht. Hat gleich ein schächer gnade funden, Eh ihm der tod das herze bricht; So kann man an dem andern sehn, Dies werce allen nicht geschehn. Erweckung zur Buße durch die 7. Wir können uns nicht selbst bekehren, Wir sind darzu gar nicht geschickt: Gett jelber muß tie fraft gewähren, Die uns aus tem verderben rückt. Drum suche Gott, und faß ihn fest, Dieweil er sich noch finden läßt. gegenwärtige Gnadenzeit. Mel. Wer nur den lieben 490. Mein herz, ach! tenk ott. an deine buße, Da 8. Wenn wir die herzensthür noch des hirten stimme lockt. verstopfen, Wenn wir den gnaAch! falle Gott noch heut zu cenruf verschmähn; So läßt uns fuße; Denn bleilst du ferner wie Gott vergeblich klopfen, Wenn wir verstockt, So wird auch dir die in noth um hülfe flebn. Weil wir straf und pein Jerusalems bestim- cen gnadenruf veracht't, So wird met sein. 10. Nun Gott! nimm mich durch Jesum an, Und laß mich armen leben. Vergieb, was ich bisher gethan. Laß mich fort eifrig stre ben Dir treu zu sein, durch reine fraft Stets eine gute ritterschaft Bis in den tod zu üben. 2. Gott läßt es nicht an rufen fehlen: Drum sünder, auf und beßre dich! Noch fannst cu fluch und segen wählen. Gott selbst bezeugt ja väterlich, Ihn jammre deine große noth, Er wolle nicht des sünders tod. uns auch nicht aufgemacht. 9. O web, wenn Gott von uns gewichen! Wie schrecklich sieht es um uns aus! Da kommt der feind mit allen flüchen. Bezieht des herzens schnödes haus, und macht den sünder ganz verstockt, Daß er nicht hört, wenn Jesus lockt. 3. Bedenk, was kannst du noch begehren, Das Gott nicht schon tes stimme; Erneure reinen gna10. Mein herz! drum folge Gotan dir gethan? Er will, du sollst denbund, Eh dich der Herr in zum himmel kehren, Und zeigt seinem grimme, Weil du das theudurch einen eidschwur an, Er sei re gnadenpfund So schnöder weise dir gnädig, treu und hold, Er durchgebracht, Zum zorngefäß auf wolle, daß du leben sollt. am ewig macht. ammo12 20* Von ber wahren Buße und Bekehrung Erwedung zur Buße durch die In den abgrund dich zu stoßen. Gefahr der späten Buße. Melodie 27. Auf! Gott ruft dich noch zu sich; Eile, und errette dich! 308 491. Sünder! willst du ruhig sein, Und befreit von furcht und pein; Ach so laß dir nicht belieben, Deine beßrung aufzuschieben. Auf! Gott ruset dich zu sich; Eile, und errette dich! 2. Eile, Sodom brennet schon, Und empfängt den schwefellohn. Der erzürnte himmel blizet, Such ein Zoar, das dich schüß Auf! Gott rufet dich zu sich; Eile, und errette dich! 3. Dente, daß es schaden thut, Erweckung zur Buße durch die Wenn das träge fleisch und blut Mag nach seinem willen leben, zu befürchtende Verstockung. Weil ihm stets wird frist gegeben. Mel. Herzlich thut mich verlang. ch Auf! Gott rufet dich zu sich; Eile, 492, A Herr! wir arme und errette dich! lei4. Die verstörer deiner ruh, Deine sünden, nehmen zu. Dein gewissen wird beschweret, Und des zornes last vermehret. Auf! Gott ruft dich noch zu sich; Eile, und errette dich! 9. Eile, du hast viel versäumt, Da du bis anber geträumt: Such es wieder einzubringen, Und mit ernst hindurch zu dringen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich; Eile, und errette dich! 5. Deines herzens härtigkeit Steigt und wächst von zeit zu zeit. Sünden, die dich jest noch schrecken, Wirst du bald mit lust vollstrecken. Auf! Gott ruft dich noch zu sich; Eile, und errette dich! 6. Was du böses an dir hast, Wird sonst wie ein alter aft, Dessen krümmen gleich zu ziehen Man sich wird umsonst bemühen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich; Eile, und errette dich! 7. Eile! denn es kommt der tod: Da entstehet angst und noth. Du mußt unbereitet gehen, Und vor deinem richter stehen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich; Eile, und errette dich! 10. Vater der barmherzigkeit! Gieb doch, daß die gnadenzeit Nicht von mir versäumet werde; Führ mich selbst zu deiner heerde. Vater, ach! ich bitte ich, Eile, und errette mich! 8. Brauch, ach! brauch die gnadenzeit; Denn die lange ewigkeit Kommet, wie ein strom geschossen, der! so verderbt, Daß wir, als Adams kinder, Die schuld, die wir geerbt, Durch eigne schuld vermehren; Daß mancher wohl zulebt, Sich gar nicht zu bekehren, Verstockt sich widerseßt. 2. O du betrug der sünden! Der du durch satans list So schwerlich zu ergründen Und tausendfältig bist; So scheinbar, un vermerket Dein gift anfänglich. lockt, So bald wird es gestärket, Bis daß es gar verstockt. 3. Erst willst du schwachheit heißen. Und leicht entschuldigt sein, Bis du nicht auszureißen: Dringst immer tiefer ein, Bis dich ge wohnheit stärket, Und du in herr. schaft bist: Da denn, eh man merket, Der mensch verstocket ist. 4. Was die vernunft uns lehret, Was Gottes wahrheit sagt, Das wird so dann verkehret, Darnach wird nichts gefragt. Kein rufen, bitten, flehen, Kein droh- und ei serwort Bewegt ihn, still zu stehen; Er rennet blindlings fort. und zwar Erweckungen zur Buße. 309 5. Das kann Gott nicht gefal- weist. Wer ohren hat, der höre, len; Er selbst verstockt so nicht. So lang es heute heißt. Sein rufen zeiget allen Sein gnadenangesicht. Doch wer sich von ihm wendet, Nicht höret, wenn er lockt; Der hat sich selbst verblendet, Und selbst sein herz verstockt. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 493. Ah! wie will es end6. Da giebt denn Gott, zur lich werden? Ach wostrafe, Den hart verstockten sinn hin? o eitles herz! Ich kleb imIn seinem todes schlafe Dem eigen- mer an der erden, Bin ohn andünkel hin. Dann wird Gott seidacht, reu und schmerz. Jch geh ner lachen; Sein unglück wird im verkehrten sinn Ohne wahre ein spott. Er fällt dem tod in buße hin. Jesu, komm, mein rachen, Nur so verstocket Gott. herz zu rühren Und zur buß und reu zu führen. 7. Ach vater! dem aus liebe Das herz mitleidig bricht; Der du erbarmungstriebe, Dein gnadenangesicht, Die uns geneigten ohren, Die ausgestreckte hand, Den mund, der uns geschworen, Uns gnädig zugewandt! 8. Jch sehe deine güte; Du wendest dich zu mir. Beweg auch mein gemüthe, Und wende mich zu dir. Nimm weg aus meinem herzen Den harten felfensinn; Zerknirsch es dort mit schmerzen, Bis daß ich fleischern bin. 9. Nimm weg, nebst ärgernissen, Die stirn, die ehern heißt, Das brandmal im gewissen; Gieb mir den neuen geist. Bewege füß und hände, Erleuchte das gesicht, Daß ich mich zu dir wende: Verstocke mich ja nicht. 10. Laß mich, zu deinem saamen, Ein gutes land stets sein, Und streu in Jesu namen Ihn in mein herz hinein. Durch Jesu blut befeuchtet Hat dieser seine kraft; Durch Jesu licht erleuchtet, Wird auch die frucht geschafft. Erweckung zur Buße durch das aufwachende Gewissen. 2. Ach! ich fühle feine reue, Ach! mein herz ist kalt und todt. Ich erkenne ohne scheue Meine fehler, meine noth; Aber ohne traurigkeit Leb ich stets in sicherheit. Jesu! komm, mich recht zu rühren, Laß mich wahre buße spüren. 3. Ach! ich kann an Gott nicht denken Wie ich soll: mein schnöder geist Läßt sich willig dahin lenken, Was mich Jesus fliehen heißt. Diesem hängt er feste an, Was zur hölle stürzen kann: Jesu! hilf mein herz aus gnaden Dieser schweren last entladen. 4. Ach! indem mein geift erstorben, Hat mein fleisch die oberhand. Ich seh kaum, was ich erworben, Da ich mich von Gott gewandt. Mein verderben merk ich kaum, Denn dem fleische geb ich raum. Jesu! mir die gnade gönne, Daß ich die gefahr erkenne. 5. Nun, so wache doch von sünden Ernstlich auf, o sichrer geist!! Suche Gott, weil er zu finden, Weil er noch dein vater heißt. 11. Gott lob! es scheint noch Komm, denn Jesus öffnet dir heute Das angenehme licht. Ver- Heute noch die gnadenthür; Jesu! blendetfinstre Leute! Verstockt die gieb mir andacht, stärke, Geist herzen nicht. Ach hört! wie Got- und kraft zu diesem werke. tes lehre Den tag des heils euch 6. Ach mein herz! bedenk die 310 Von der wahren Buße und Bekehrung schulden, Die du aufgehäufet haft.| schuld'ge kindespflicht. Wie lang soll dich Gott noch eulden, Eh ihn deine lieb umfaßt? Er ruft dich zu seiner rub, Und du eilst der böllen zu? Jesu! hilf mein herze lenken, Meine noth recht zu bedenken. 7. Noch ist zeit mich zu bekehren: Ich verlaß den sündenstand. Du, mein Jesu! wirst mich hören, Komm, und reich mir deine hand. Hilf mir schwachen, hilf mir auf, Steure meinem süntenlauf. Herr! um deiner marter willen Wollst du meinen wunsch erfüllen. 8. Heiland, ach! wie tröstlich since Ich schon jeho durch dein blut Die abwaschung meiner sünde! Dies erquicket meinen muth, Dies erfrischet meinen sinn, Ob ich gleich ein sünder bin: Jesu! mich forthin regiere, Und mich stets zum guten führe. Erweckung zur Buße durch die zur Buße leitende Güte Gottes. Ach! ich will fein findesrecht; Halt mich nur els deinen knecht. Ich mißfalle dir in allen, Doch laß du mich dir gefallen. 4. Lang und oft hat deine güte Zu der buße mich gelockt. Und noch harrt dein treu gemüthe; Aber ich war wie versteckt. Kreaturen, freuz und wort Riefen mir zwar immerfort: Doch weil ich mein ohr verstopite, Hört ich nicht, wer rief und flopfte. 5. Alle meine seelenträfte, Lei besglieder groß und klein, Soll. ten billig zum geschäfte Deines dienstes fertig sein; Aber sie sind allezeit Mehr zur ungerechtigkeit Und zum schnören dienst der sün. den Willig und bereit zu finden. 6. Dein ist odem, luft und leben, Sonn und mond und nacht und licht, Und was du mir sonst geges ben; Aber ich gebrauch es nicht Dir zur ehre, mir zu gut, Wie es andern nöthig thut: Ich mißbrauche deiner gnaden Dir zur unehr, mir zum schaden. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 7. Bei dem hellen licht der gnaden Sollt ich werk' des lichtes 494. roßer Gott! je mehr S an güte Du mir| thun; Aber so will, mir zum schalebenslang erzeigt; Desto mehr den Mein herz gern im bösen wird mein gemüthe Jeßt zur kümmerniß gebeugt, Daß ich meinen Gott und Herrn Oft mit vorsagy, oft nicht gern Durch die missethat betrübet ,. Da du mich doch ftets geliebet. ruhn. Was ich bis anber vellbracht Jst, was mich zu schanden macht, Sonderlich im glanz des lichtes Deines strengen zorngerichtes. 2. Du hast mich mit dir verbunden Durch so manches liebesband, Als du alle tag und stunden Deine huld an mich gewandt. Aber mein verkehrter sinn Hat den schaß und den gewinn Deiner wohlthat toch vergessen, Und das schuldmaaß voll gemessen. 3. Ach! an dir hab ich gesündigt, Gott, mein vater! zürne nicht. Dir hab ich oft aufgekündigt Meine 8. So viel jahre, tag und stunden Du mir armen zugelegt: So sehr war ich auch verbunden, Weil sich blut und berze regt, Dir zum dienst bereit zu stehn: Dech ich hab es oft versehn Und von meinem ganzen leben Dir das wenigste gegeben. 9. Deiner gnade lockungsgaben hab ich oft bei mir gefühlt; Herz, gedanken, sinnen haben Mannigmal dahin gezielt Boller reu zu dir zu und zwar Erweckungen zur Buße. 311 gehn, Dich um gnade anzuflehn: 4. So bringt er sie dem vater Doch ich habs nicht recht betrachtet, hin, In den mit blut befloßnen Und die rührung bald verachtet. armen; Das neigt sodann den m 10. Jeßt, mein vater! nimm vatersinn Zu lauter ewigem ermein bitten Aus zerschlagnem her- barmen. Er nimmt sie auf an zen an; Denke, was bein sobn findes statt: Ja alles, was er ist erlitten! Er ist, der mir helfen und hat, Wird ihnen eigen überkann. Ist mein geist und fleisch geben; Und selbst die thür zum beflect, So hats doch sein blut be- ewgen leben Wird ihnen fröhlich deckt: Durch ihn kann ich dich dort aufgethan. Mein heiland nimmt oben Mit den engeln ewig loben. die sünder an. 5. O solltest du sein herze sehn, Wie sichs nach armen fündern sehnet, Sowohl wenn sie noch irre gehn, Als wenn ihr auge vor ihm thränet! Wie eilt er in Zachäi baus, Streckt herz und hand nach zöllnern aus! Wie stillt er jener Magdalenen Den milden guß erpreßter thränen, Denft deß nicht mehr, was sie gethan! Mein heiland nimmt die sünder an. Erweckung zur Buße durch die erbarmende Liebe Jesu. Mel. 24. Beschränkt ihr weisen. ein heiland nimmt 495. Mein die sünder an, Die unter ihrer last der sünden Kein mensch, kein engel trößten kann, Die nirgend rub und rettung finden: Den'n selbst die weite welt zu klein, Die sich und Gott ein gräuel sein. Da Moses schon den stab gebrochen, Und sie der hölle zugesprochen, Wird diese freistadt aufgethan: Mein heiland nimmt die sünder an. 2. Sein mehr als mütterliches herz Trieb ihn von seinem thron auf erden: Ihn drang der fünder web und schmerz, An ihrer statt ein fluch zu werden. Er senkte sich in ihre noth, Und schmeckte den verdienten tod. Nun da er dann sein eignes leben Zur theuren zahlung hingegeben, und seinem vater gnug gethan, Heißts wohl: er nimmt die sünder an. 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, Ob er gleich noch so tief gefallen! Dies hat er nicht allein gethan, Da er auf erden müssen wallen: Nein, er ist immer einerlei, Gerecht und fromm und ewig treu: Und wie er unter schmach und leiden, So ist er auf dem thron der freuden Den sündern liebreich zugethan. Mein heiland nimmt die sünder an. 7. So komme denn, wer sünder heißt, Und wen sein sündengräul betrübet, Zu dem, der keinen von sich weist, Der sich gebeugt zu 3. Drum findet man in seinem ihm begiebet. Wie? willst du dir schooß Ein sichres schloß gejagter im lichte stehn, und ohne noth seelen: Er spricht sie von dem verloren gehn? Willst du der sünde urtheil los, Und tilgt ihr jam- länger dienen, Da, dich zu retten, mervolles quälen. Es wird ihr er erschienen? O nein! verlaß die ganzes sündenheer Ins unergründ- sündenbahn: Mein heiland nimmt lichtiefe meer Durch seinen tod die fünder an. und blut versenket, Und ihnen Gottes geist geschenket, Der freudig, abba! rufen kann. Mein heiland nimmt die sünder an. 8. Komm nur mühselig und gebückt. So heißt dein heiland selbst dich kommen. Wenn dich die last gleich niederdrückt, Wirst du auch 312 Von der wahren Buße und Bekehrung friechend angenommen. Sieh, wie| Nimm es nur in deine zucht: sein herz dir offen steht, Und wie er Nimm, nach langem sündendir entgegen geht! Wie oft hat er schmerze, Was du längstens schon nicht voll verlangen Gesucht, dich gesucht. Mit wie sehnsuchtsvollem brünstig zu umfangen? So komm ach! Ging mir deine liebe nach, denn, armes herz! heran. Mein Mich aus schweren höllenketten heiland nimmt die fünder an. Endlich kräftig zu erretten. 9. Sprich nicht, ich habs zu grob gemacht, Und alle güter seiner gnaden So lang und schändlich durchgebracht, Er hat mich oft umsonst geladen. Wenn du es jeßt nur redlich meinst, Und deinen fall mit ernst beweinst; So mag ihm nichts die hände binden, Und du sollst jetzt noch gnade finden. Er hilft, wenn sonst nichts helfen kann. Mein heiland nimmt die sünder an. 10. Doch sprich auch nicht: es ist noch zeit, Ich muß erst diese luft genießen; Gott wird ja eben nicht gleich heut Die offne gnadenthür verschließen. Nein, weil er ruft, so höre du, Und greif mit glaubenshänden zu. Wer diesen tag sein heil verträumet, Hat eine gnadenzeit versäumet, Die ihm den himmel aufgethan. Heut komm! heut nimmt dich Jesus an. 11. Ja zeuch du selbst uns recht 2. Vielmals fand ich mich beweget, Und ich täuschte mich doch nur: Denn was sich in mir gereget, War die trügende natur. Bei dem allen dacht ich doch: Ich bin fromm, was fehlt mir noch? Denn was der und jener übet, Hat mein herz ja nie geliebet. 3. Sah die welt mit ihren blicken Mich liebkosend wieder an; Konnte sie mich leicht be rücken, Und ihr wille ward gethan. Was mir erst ein laster bieß, Schien mir nachher zuckersüß; Bis ich zu mir selbst gekommen, Als ich deine stimm vernommen. 4. Da ward ich von dir gerühret; Aber ach! nur gar zu bald Wieder von mir selbst verführet. der sündlichen gewalt! Hätte ich der argen welt, Die aufs neu mir nachgestellt, Mich gleich ganz entreißen können, Wär ich glückzu dir, Mit huld erfüllter freundlicher zu nennen. der fünder! Erfüll mit sehnender 5. Doch nun bist du durchbegier Auch uns und alle Adams- gedrungen; Du hast meinen eitfinder. Zeig uns bei unserm see- len sinn Durch des geistes kraft lenschmerz Dein ganz von liebe bezwungen; Ei so nimm mich brennend herz: Und wenn wir völlig hin. Von mir selbst kann unser elend sehen, So laß uns ja ich nichts thun, Alles muß auf nicht stille stehen, Bis daß ein dir beruhn; Darum stärke mein jeder sagen kann: Gott lob! auch verlangen, Kröne, was du anmich nimmt Jesus an. gefangen. 6. Geist und brunnquell heilger triebe! Mehre meines glaubens kraft, Und der himmlischreinen liebe Segensvolle leidenschaft. Laß mein dichten dahin gehn, Rein Mel. Jesu! deine heilge wunden. vor Gottes thron zu stehn, Laß err! hie bin ich: mich stets an Jesum denken, Mich nimm mein herze, in seine wunden senken. Erweckung zur Buße durch die guten Bewegungen des heiniligen Geistes. 496. und zwar um göttliche Gnade zur Bekehrung. 313 7. Locken mich die eitelkeiten,| sünden. Verkehrt ist will', verAch so drück mein auge zu! Zeig stand und thun: Des großen jammir die vollkommenheiten Jener mers wollst du nun, O vater! ewig selgen ruh. Der verlacht die mich entbinden. schnöde lust, Den an des erlösers brust Gottes liebe so entzündet, Daß er freud in ihm empfindet. 8. Laß mich immer abba! rufen: Doch du rufft es selbst in mir. Die sonst schweren himmelsstuffen Gehen wir auch leicht mit dir. Mengt sich gleich das kreuz mit ein, gar recht! so muß es sein; Es vergällt die lust der erden, Läßt das herz nicht schläfrig werden. 9. Wer sich dir nur überlassen, Wer nur Jesu liebe fühlt, Kann die führung nimmer haffen, Die auf seelenwohlfahrt zielt: Der spürt täglich trieb und kraft, Wodurch man was gutes schafft: Wohl zu thun und Gott zu loben, Sind stets neue christenproben. 10. Dauert fort, ihr heilgen triebe! Bis ich meinen lauf vollbracht: So erleuchtet Chrifti liebe Meine finstre todesnacht. Er ist mein, und ich bin sein, Er führt mich zum leben ein. Bei so himmlischen gedanken Will ich rie vom guten wanken. Um göttliche Gnade zur Bekehrung. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 497.h will von meiner 3. Klopf durch erkenntniß bei mir an, Und führ mir wohl zu sinnen, Was böses ich vor dir gethan: Du kannst mein herz gewinnen, Daß ich aus kummer und beschwer Laß über meine wangen her Viel heiße thränen rinnen. 4. Wie hast du doch auf mich gewandt Den reichthum deiner gnaden! Mein leben dank ich deiner hand! Du hast mich überladen Mit ehr, gesundheit, ruh und brot! Du machst, daß mir noch keine noth Bis hieher können schaden. 5. Du hast in Chrifto mich erwählt Tief aus der höllen fluthen; Es hat mir sonst auch nicht gefehlt An manchem andern guten: Bisweilen bin ich auch dabei, Daß ich nicht sicher lebt' und frei, Gestäupt mit vaterruthen. 6. Hab ich denn nun auch gegent dich Gehorsams mich beslissen? Ach nein! deshalben ängstet sich Mein herz und mein gewissen: Darin ist, leider! nichts gesund, An aller orten ist es wund Vom sündenwurm gebiffen. 7. Die thorheit meiner jungen jahr Und alle schnöde sachen Verflagen mich zu offenbar: Was soll ich armer machen? Sie stellen, Herr! mir vors gesicht Dein unerträglich zorngericht, Der höllen ren mich bekehren. Du wollst mir 8. Ach meine gräuel allzumal selber hülf und rath, O Gott! Schäm ich mich zu bekennen, Als hiezu bescheeren, Und deines gu- deren weder maaß noch zahl: Ich ten geistes kraft, Der neue her- weiß sie kaum zu nennen. Doch zen in uns schafft, Aus gnaden ihrer keiner ist so klein, Daß ich mir gewähren. um solche ganz allein nicht ewig 2. Natürlich kann ein mensch müßte brennen. doch nicht Sein elend selbst em- 9. Bisher hab ich in sicherpfinden: Er ist, ohn deines wor- heit Fast unbesorgt geschlafen, Getes licht, Blind, taub, ja todt in dacht, es hat noch lange zeit, 314 Von der wahren Buße und Bekehrungen Gott pflegt nicht gleich zu stra-| Mel. Es ist das beil uns kommen. fen;& r fäbret nicht mit unsrer 498. Dir will ich mich ein bin schule Eo strenge fort, er bat getuld, Als hirt mit seinen schafen. 10. Doch alles jest zugleich erwacht; Mein herz will mir zerspringen. Ich sehe deines con ners macht, Dein feuer, auf mich bringen! Du regest wider mich zugleich Des todes und der höllen reich, Die wollen mich verschlingen. Zum opfer ganz ergeben. Rechtichaffen, fromm und rein will ich Wie Vor deinen augen leben. könnt ich eines andern sein: Bin ich nicht durch die schöpfung tein? Nicht dein durch die erlö, sung? 11. Wo bleib ich denn in solcher noth? Nichts helfen thor und riegel. Wo flich ich hin? o morgen roth! Ertheil mir deine flügel. Verbirg mich, o tu fernes meer! Berecket mich, fallt auf mich her, Ihr klippen, berg und hügel. 2. Ich fiel und wandte mich von dir, Zur finsterniß vom lichte; Doch wandtest du dich, Gott! zu mir mit deinem angesichte. Erbarmen war kein angesicht, Mich von der finsterniß zum licht, Zu dir zurück zu rufen. 3. Dein, dein ist die barmherzigkeit: Dich jammert selbst der fünder. Du russt: seid geistlich, mir 12. Es ist umsonst, könnt ich geweiht, Und meiner gnade finder: auch gleich Hinauf gen himmel Bekehret cuch und fasset muth, Dort steigen, Ja könnt ich in des to- flieket der versöhnung blut, Von des reich mich zu verbergen, nei- sünden euch zu waschen. gen: So bist tu mir doch immer nah, Siehst meine schuld, und wirst sie da Als Herr und richter geigen. 4. Dein sohn erniedrigt sich und stirbt, Und leidet unsre strafen. Büst für die laster und erwirbt Den himmel ihren sclaven. Wie * 13. Herr Jesu! nimm mich vielfach, höchster! bin ich dein! zu dir ein, Ich flieb in deine wun- O! laß mich keines andern sein. den: Laß mich da eingeschlossen Er hat mich dir erkaufet. fein Und bleiben alle stunden. Dir 5. Durch ihn verföhnt, und dir ist ja, o du Gotteslamm! All zum rubm, Erkauft mit seinen deinmeine ſchuld am kreuzesſtamm 3u leiden, Will ich Gott med tragen 14. Dies stell du deinem vater scheiten. Gekreuzigt werde mir die por, Daß es sein herze lenke, welt, Getödtet, was dir nicht ge Daß er sich gnädig kehr zu mir, fällt, Damit ich dir nur lebe. Nicht meiner fünden denke, Und 6. Dies wirfe deine kraft in wegen dieser straf und last, Die mir. Ich habe kein vermögen, du auf dich genommen hast, Sns Die sünde, die, o höchster! dir meer sie alle sente. Verbaßt ist, abzulegen. Hier ist mein herz, nimm ganz mich hin, Und gieb mir einen neuen sinn, Damit ich dir gefalle. 7. So werd ich, der ich finster war, Ein licht in deinem lichte; Besteh einst mit der klei nen schaar Der frommen im ge 15. Hierauf will ich zu jeder zeit Mit ernst und sorgfalt meiden All böse lust und eitelkeit; Und lieber alles leiden, Als daß ich sünd aus vorsag thu: Ach Herr! gieb du stets kraft dazu, Bis ich von hier muß scheiden, und zwar um göttliche Gnade zur Bekehrung. 315 dem jammer rathen, Der unsre schwachen seelen trifft. Ach! zeig auch jeho deine stärke Durch unverdiente gnacenwerke. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 5. Du weißt ja, was wir 499. Mirte wabrer buke menschen taugen: Wir sind vertriebe, Und er neure herz und muth, Rein'ge mich in deiner liebe Durch dein rein und theures blut, Liebster Jesu! Gottes sohn! Mache mich verderbten thon Durch ein glänbiges bekehren Zum gefäße deiner ehren. blendt und sehen nicht; Darum erleuchte mir die augen, Damit sie durch dein gnacenlicht Erkennen, was nur diese sehen, Die, Herr! in teinem lichte geben. 6. Eröffne die verstopften ohren, Daß ich dir recht gehorsam sei. Laß mich, als völlig neu geboren, Mit herzenslust und fester treu Auf dein wort merken, heilig handeln, Und stets nach deinem willen wandeln. 7. Ich wanke mit gelähmten süßen, Ich strauchle leiter! hier und dort: Laß kraft und segen auf mich fließen, Und führe mich gerade fort, Daß meine tritte Wiel. 9. Erwünschter brunnquell. nimmer gleiten, Noch von der 500. Erquide mich, du heilbahn der wahrheit ſchreiten. sünder! Durch 8. Mein arzt! du wirst ja dich und deinen gnadenschein; Und nicht verweilen, Der krankheit lag, o freund der menschenfinder! allerschlimmsten theil, Der seelen Dein herz auf mich gerichtet sein. aussaß, bald zu heilen; Komm, gönn dem heilbedürft'gen heile mich, so werd ich heil. armen, Sich zu bekehren, dein deine wunden, o mein leben! erbarmen. Für meine wunden heilung geben. Ach! Laß richte; Froblocke dann und lobe dich, Daß reine gnad und treue mich Gerecht und selig mache. 2. Schaff in mir ein neues leben, Gieb mir einen neuen geist, Deinem willen nachzustreben, Wie dein wort mich unterweist. Tilge meine missethat, Laß mir nach der thränensaat Eine freudenernte grünen; So will ich dir ewig dienen. 2. Du bist und bleibst der trost auf erden; Wir flehen dich als 9. Ich bin wie tobt, und helfer an, Durch welchen wir er- meine kräfte, Will' und verstand, rettet werden, Der allen menschen sind ohne kraft, zu thun recht helfen kann, Der allen schaden göttliche geschäfte. Verleih mir tilgt und heilet, Der zur bekeh- neuen lebenssaft, Um als ein rung fraft ertheilet. baum frisch auszuschlagen, Und tausendfache frucht zu tragen. 3. Durch dich, Herr! kann der blinde seben, Der taube hört durch 10. Ich bin mit elend ganz deine kraft; Der labme fann ge- umgeben, Voll armuth, traurade gehen, Der aussaß wird hin- rig, ohne ruh: Drum sende weg geschafft, Den todten hast du mir, mein heil und leben! Die geist und leben, und allen armen süße friedensbotschaft zu: Laß trost gegeben. mich dadurch schon hier auf erden 4. Hast du vor diesem solche Vor Gott gerecht und selig thaten, O Herr! durch deine werden, hand gestist; So wirst du jest! 316 Von der wahren Buße und Bekehrungen Von der Erkenntniß und nun beladen Zur fülle deiner Bekenntniß der Sünden. Mel. Wo soll ich fliehen hin zc. gnaden. 501. A Herr! bir ist bewußt Die innre böse lust, Die quelle meiner sünden, Die niemals zu ergründen; Der saame, der stets bleibet Und böse früchte treibet. 9. Ist denn der sünden joch Gleich mächtig; so ist doch Die gnade, die mich liebet, Und Christi fülle giebet, Weit mächtiger, das leben Durch Christi kraft zu geben. 2. Des fleisches werk wird gar Auch öfters offenbar; Der zunder zeuget flammen, Die ewiglich verdammen. Ich seh an mir und 10. Wie nun des fleisches macht Zuvor ihr werk vollbracht; So soll des geistes stärke, In mir die guten werke Auch wirklich zu vollbringen, Des fleisches macht bezwingen. merke Des alten Adams werke. 11. Herr! gieb mir deinen geist, Der sich in früchten weist, Der niemals müssig bleibet, Der mich zum guten treibet, Den Jesus mir gesendet, Der anfängt 3. Des bösen herzens grund Regiert den leib, den mund, Die augen, füß' und hände, Daß ich sein werk vollende. Mein trachten und mein dichten Ist, arges und vollendet. zu verrichten. 4. Mein schöpfer! wider dich, Mel. Es ist gewißlich an der zeit. Den nächsten, und auch mich, 502. Weh mir! daß ich so oft und viel, Hab oft mißgehandelt; oft den weg gewandelt, Der mich von dir gewendet, Der in der qual sich endet. 5. Doch wie will ich die zahl Der sünden allzumal In meinem fleisch und blute, Und das versäumte gute Nach jeder art erzählen? Wer weiß, wie oft wir feblen? Als wär ich gar verblendet, Gesündigt ohne maaß und ziel, Von Gott mich abgewendet; Der mir doch nichts als lauter gnad Und wohlthat stets erwiesen hat In meinem ganzen leben. 2. Weh mir! daß ich vor meinem Gott Mein herz so fest verschlossen: Deß schuß und trost in meiner noth Ich doch allzeit genossen. Viel missethat hab ich vollbracht: Des Herren gutthat nicht bedacht, Muthwillig sie ver6. Ein jegliches gebot Verklaget, flucht und droht; Dieweil gar oft dawider Mein geist und meine glieder Gedacht, gethan, gesprochen, Und deinen bund gegessen. brochen. 3. Mich überzeuget herz und 7. Ach Herr! vergieb du mir. sinn; Und ich muß es bekennen, Ich wende mich zu dir. Ich kann Daß ich ein großer sünder bin, die schuld nicht zählen, Doch will Darf mich nicht anders nennen. ich nichts verhehlen: Denn du Doch schau ich dich, mein heikannst auch erkennen, Was wir land! an; Mit nichten ich ververborgen nennen. zweifeln kann, Du kannst und willst mir helfen. 8. Doch du, mein Jesu! haft Die mir zu schwere last Der schuld 4. Groß ist zwar meine misseauf dich genommen, Du bist für that, Sehr viel sind meiner fünmich gekommen. So komm ich den: Doch ist weit größer deine 332425 und zwar von der Erkenntniß und Bekenntniß der Sünden. 317 gnad, Kein mensch kann sie ergründen. So groß, o großer Gott! du bist, So groß ist auch zu aller frist Bei dir die gnad und güte. 11. Deswegen müßt ich nackt und bloß In meinem elend sterben. Ich könnte meines vaters schooß Nicht durch mich selbst erwerben: Die seele müßte nach dem tod In höllenangst, in pein und noth, Die ewig quälet, büßen. 5. Die hast du keinem je versagt, So lang die welt gestanden. Wer dir vertraut und nicht verzagt, Wird nimmermehr zu schanden. Ich bitt, ich fleh, ich ruf und schrei, Ich hoff auf deine gnad und treu, Ach, laß mich gnade finden! 6. Jeßt denk ich, weil ein theures wort Aus deinem mund gegangen, Das mich erquickt; denn du, mein hort! Sprichst selber voll verlangen: Du hast, Mel. Durch Adams fall ist ganz. armer e mensch! zwar pflicht und treu 503. fomm zu dir Mit Hintan gesetzt, und ohne scheu Der sünde dich ergeben: wehmuthsvollem herzen, O Gott! deß gnad bleibt für und für! Bekenne dir mit schmerzen Die sünden all, So manchen fall, Den ich vorhin begangen Von jugend auf Mit großem hauf; Womit ich bin befangen. 7. Doch komm, bereu, was du gethan, Laß fremde herren fabren; So nehm ich dich dann wieder an, Und will dein herz bewahren. Bei diesem worte faß ich dich, Ich komm und gläube festiglich, Du werdest mich annehmen. 8. Denn ich bin eben diese seel, Die andern nachgesprungen, Und sich von dir, Immanuel! In allen schlamm gedrungen. Ich habe fremde luft gesucht, Die doch nie sättigt, die verflucht, Die wie ein rauch verschwindet. 12. Allein ich bitte dich um gnad; Du wollst nicht mehr gedenken, Was ich verübt für frevelthat: Ins meer wollst du sie senken. Durch Christum bitt ich dich um huld, Schenk mir der sünden straf und schuld, Gieb mir ein neues herze. 2. Die fünden sind, die ich gethan, Unmöglich zu erzählen: Doch ich sie auch nicht bergen kann, Weil sie mich heftig quälen: Dein liebster sohn Hat mich davon Durch seinen tod entbunden: Dennoch hab ich Oft lassen mich Den satan neu verwunden. 3. So ist auch mein undankbarkeit Sehr groß bis diese stun9. Ich bin das ungerathne kind, Das sich von dir gewendet, Und mit dem frechen weltgesind de: Ich habe dir zu keiner zeit Sein erbtheil hat verschwendet; Gedankt von herzensgrunde Für Dich, als das lebensbrot, dabei deine treu, Die täglich neu, Für Hintan geseßt, und wie die säu deine lieb' und güte, Die ich in Nach träbern mich gesehnet. mir Gar reichlich spür Am leib und am gemüthe. 10. Ich habe dir oft widerstrebt, Gefolget meinem willen; Den bösen lüsten nachgelebt, Daß ich sie möcht erfüllen. Das höchste gut hab ich veracht, Aufs zeitliche zu viel gedacht, Mein herz daran gehänget. 4. Vornehmlich hast du mit geduld Viel jahre mein verschonet, Und mir nicht, wie ich oft verschuldt, Im zorn bald abgelohnet: Hast fort und fort, O höchster hort! Dich meiner angenommen: 318 Hast nichts gespart Nach deiner art, Daß ich zu dir möcht kommen. Von der wahren Buße und Bekehrung in un gesicht Mit gnaden richt Auf mich betrübten füncer. Gieb einen blick, Der mich erquick; So wird mein' angst bald minder. 5. Mit deinem wort hast du gar oft An mein herz angeschla- 11. Eröffne mir dein freundlich gen, Auf meine besserung gebofft, berz, Die quell der güt und liebe; Dein heil mir angetragen. Hast Bergieb die sünd, heil meinen früh und spat Durch manche gnad schmerz. Hilf, daß ich mich stets Zur buße mich bewogen, Auch mit trübsal, Angst, noth und qual Zu dir mich hingezogen. übe In dem, was dir Gefällt an mir; Und alles böse meide, Bis ich hinfahr Zur engelschaar, Da nichts denn lauter freude. 6. Dennoch, das ich nicht leugnen kann, Wenn du gleich ange. klopfet; Hab ich dir nie recht auf- Mel. Mein herz und seel den 2c. getban, Die obren zugeſtopfet: 504. Hi tir, in staub Hier ier lieg vor Mit unbedacht Dies ganz veracht, Von dir mich abgekebret; Doch hast du mich So gnädiglich Geduldet, nicht verzehret. und asche, Sieh wie ich mich mit Christi blute wasche. Ach! blicke mich mit gnadenaugen an, Und strafe nicht, was ich bisher gethan. 2. Ich muß mich selbst vor dir, mein Gott! verklagen; O was für schuld hab ich eir abzutragen! Wie schrecklich ist die pein und höllennoth, Womit dein grimm den sichern sündern droht! 3. Jch ging bisher auf breitem lasterwege, Es war mein herz zum guten faul und träge: Hingegen blieb der schnöden sünden lust Ohn alle schen die herrschaft meiner brust. 4. Was stand und pflicht mir täglich vorgeschrieben, Ist oft aus troß und trägheit unterblieben: Was aber mir dein wort verbo. ten hat, War, was ich oft mit lust und freuden that. 7. Du könntest mir mit gutem recht Das leben gleich verkürzen, Und mich, als einen bösen fnecht, Hinab zur hölle stürzen, Der ich ohn scheu, Ohn leid und reu In fünden mich verweilet: Dennoch giebst du Mir raum und ruh, Hast mich nicht übereilet. 8. Wenn dies mein herz bei sich bedenkt, Möcht es in stücken springen: Die angst, daß ich dich so gefränkt, Will mark und bein durchdringen. Kein' höllenpein Mag so groß sein, Ich habe sie verschuleet; Ich bin nicht werth, Daß mich die erd Trägt, nährt und auf sich duldet. 9. Unwerth bin ich, daß man mich nennt Ein werk von dir geschaffen: Werth bin ich, daß all element' Zur strafe mich hinraf. fen. So weit hats bracht Der sünden macht, Ich muß es frei bekennen: Siehst du, Herr! an, Was ich gethan, So muß ich ewig brennen. 5. Dein heilig wort hab ich hintan gesetzet, Ja, dein gebot verachtet und verleßet: Mich nicht vor dir, gerechter Gott! gescheut, Wenn mir dein zorn gleich fluch und tod gedräut. * 10. Ovater aller gütigkeit! 6. Ich habe mich den satan las Ich falle dir zu fuße: Verwirf sen blenden, und mich die welt den nicht, der zu dir schreit, Une zum bösen lassen wenden. Mein thut rechtschaffne buße. Dein an- fleisch, das mir so heftig nachge und zwar von der Neu und Leid über die Sünde. 319 finden, Das nicht mit deiner vorschrift stimmt. Oft übereiten mich noch sünden, Wenn's herz gleich bessern vorsaß nimmt. Ja, oft verley ich meine pflicht, ein Gott! und weiß es selber nicht. stellt, hat mich verführt zu dem was Gott mißfällt. 7. Dies ist, was mich am schmerzlichsten betrübet, Daß ich nicht Gott, nur sündenlust, geliebet, Daß ich nie recht an besserung gedacht, Und so viel jahr in sünden zugebracht. 8. Du seist verslucht, du schnöde, sündenfreude! Du bringest mich zu solchem herzeleide. Du seist beklagt, du so verdorbne zeit! Die ich verbracht mit so viel üppigkeit. 9. Nun bring ich dir, Gott! ein zerknirschtes herze Voll angst und weh, vell reue, voll vom schmerze, Das glaubensvoll auf Christum Jesum sieht, Und in der angst in seine wunden flieht. 10. Ach sprich mich los von allen meinen sünden, Und laß mich doch durch Christum gnade finden! Ach laß mich doch, auf dies mein gläubig flehn, Nicht ohne trost von deinem antlig gehn! 11. Umfange mich mit deinen liebesarmen, Und laß dich mein und meiner noth erbarmen, Nimm auf das schaf, das sich von dir verirrt, Und sich so sehr in eitelfeit verwirrt. 12. Laß über mir im himmel freud entstehen, Die engel luft an meiner buße in mir, Gott! einen neuen geist, Der dich mit dank für deine güte preist. 3. Wer kann, wie oft er fehlet, merken? Nur du, du siehst mich, wie ich bin. Nur du kannst mich im guten stärken; Drum fall ich, vater! vor dir hin. O mach, um beilig ganz zu sein, Mich von verborgnen fehlern rein. 4. Von aller eitlen eigenliebe Befreie mich durch deine kraft. Erweck und mehr in mir die triebe Zu dem, was wahre bessrung schafft. Laß meinen fleiß gesegnet sein, Und meine heiligung gedeihn. 5. Du wirst das demuthsvolle flehen Des sünders, der dich scheut und ehrt, O Gott der gnade! nicht verschmähen. Du bist es, der gebet erhört. Mein fels, mein heil! ich traue dir, Das, was ich bitte, giebst du mir. Von der Neu und Leid über die Sünde. Traurigkeit über die Sünde. Mel. Herr Jesu Christ! du se ch 506. A wie betrübt iſt doch mein herz! Erfüllt mit sorg und grämen, Gerührt von trauren, angst und ichmerz! Es muß sich, leider! schämen, Weil es so manche missethat, Theils insgeheim begangen Mel. Wer nur den lieben Gott. 505, Wie felig, Herr! ist hat, Theils öffentlich verübet. der gerechte! Du 2. Ach Gott! ich schen und bist sein schild und großer lohn. fürchte dich, Ich fürchte deine O daß ich ganz gerecht sein ruthen. Mein herze quält und möchte! Doch ach! wie wenig ängstet sich, Bor jammer möcht bin ichs schon! Du weißt es. es bluten, So oft es denkt, was Gott! ich bin noch weit Entfernt ich gethan. Ach! siehst du mich von der vollkommenheit. im cifer an, So muß ich ganz verderben. 2. Wie viel ist noch an mir zu 320 Von der wahren Buße und Bekehrung in 3. Ich hab kein freudig herze| fehren; So lehrt die schrift: mehr, Kein kindliches vertrauen; drum wasche mich, Herr! durch Mein herz scheut dich, als richter, dies blut, und hilf, daß sich Mein sehr, Hat vor sich selbst ein glaube in mir mehre. grauen. Ich tret in furcht und scham vor dich, Ich seufze; denn die angst läßt mich Vor zagen nicht recht beten. 10. Nimm mich um Chrifti willen an, Merk, vater in der höhe! Was er, und nicht was ich, ge than; Damit ich gnade sehe. Gieb mir auch deinen guten geist, Daß 4. Viel gutes hast du mir gethan, In meinen lebenstagen: er mir kraft und beistand leist, Nun seh ich es mit trauren an; Die lebensbahn zu gehen. Mein herz scheint mir zu sagen, Du werdest mir, zu meiner qual, Mel. Wer nur den lieben Gott. Die liebesproben allzumal Ent- 507. Mein Gott! ich leb schweren 5. Ja, was nur huld und gnade gen, Ich weiß fast weder aus heißt, Und was du mir gegeben, noch ein. Mein kummer ist dir Ist, was jeßt mein gewissen nicht verborgen; Du weißt, was beißt; Weil dich mein schnödes für ein schwerer stein Mir jest leben Mit undank und mit haß auf meinem herzen liegt, Der taubelohnt: Denn da du meiner stets send centner überwiegt. geschont, Ward ich nur immer ärger. 6. Ach ja! ich bin ein schnöder christ, Der Gottes wink verach- finde, tet, Der keiner gnade würdig ist; rast. Weil ichs nicht recht betrachtet, Wenn mich gefahr und noth erschreckt, Wenn Gottes geist mich aufgeweckt, um mich zurück zu ziehen. 3. Ich führte sonst ein sichres leben: Nun pachet das gewissen auf. Mein herz muß mir im leibe beben, Wenn ich betrachte mei nen lauf. Ach! wie viel böses ist vollbracht! Mein Gott! wo hab ich hin gedacht? 7. Ach hör mich jetzt, o treuer Gott, Mein einz'ger trost auf erden! Ach! laß mich nicht ein fluch und spott, Der sünden wegen, 4. Verfluchte lüfte meiner see. werden. Die huld, die du für len! Nunmehr gebährt ihr mir fünder hast, Ist ja viel größer, als den tod. Nun fangt ihr an, mich die last Von meinen missethaten. recht zu quälen, Nun bringt ihr 8. Wie sollte deine gnade sich mich in angst und noth; Nun Mir ganz und gar entziehen? stürzt ihr mich, gedenkt mein Gehöret Jesus nicht für mich? herz An Gottes zorn, in höllenDarf ich nicht zu ihm fliehen? schmerz. Dja! mein theurer heiland hat Auch mein' wie aller missethat Gebüßet und bezahlet. 5. Der zorn schlägt mich zur höllen nieder, Ach! er ist über mich entbrannt. Verslucht sind meine sündenglieder, Die mir des höchsten huld entwandt. Ich soll, zu ewger straf und pein, Nun2. Ich sorge, Herr! für meine sünde, Die ist mir eine schwere last. Wenn ich dafür kein mittel So hab ich weder ruh noch Die sünde ruhet vor der thür; Ach, was für strafen zeigt sie mir! 9. Wenn meine sünden schon wie blut Und purpurfarben wäsen, kann sie doch Christi rothe fluth Wie woll' in schneeweiß mehr ein kind des todes sein.. und zwar von der Neu und Leid über die Sünde. 6. Gerechter Gott! dies ist mein sorgen, Dies liegt mir tag und nacht im sinn. Dies kränket mich am frühen morgen; Am abend, wenn der tag dahin, Geht diese forge mit ins bett, Und macht mein bett zur thränenstätt. 7. Ach! wälze doch von meinem herzen, Mein Gott! den stein, der mich so drückt, Ach! nimm hinweg die seelenschmerzen: Und wie du Davids herz erquickt, So schenke mir, nach deiner huld, Auch alle meine sündenschuld. 8. Vergieb sie mir um Christi willen: In diesem sieh mich gnädig an: Der konnte deinen eifer stillen, Der hat ja gnug für mich gethan. Auf ihn vertraut mein herz und spricht: Verstoß mich armen sünder nicht! 9. Ich weiß, ich finde bei dir gnade; Dein wort sagts meiner seele zu. Verzweifelt bös' ist zwar der schade; Doch Jesus schafft mir hülf und ruh. Ich gläub, und darum rufe ich: Erbarme dich, Gott! über mich. 321 3. Vorhin hab ich mich gefreuet Meiner schweren sündenlast: Jeßo, da mich solche reuet, hab ich weder ruh noch rast: Was mich ehedem ergeßt, hat mich jest in angst geseßt: Was vorhin das fleisch erquicket, Ist, was jetzt die seele drücket. Angst und Schrecken des ind Gewissens. 4. Ach! mit dem verruchten haufen Bin ich nun den irreweg Leider! so viel jahr gelaufen. Aber deinem guten steg, Der zur himmelspforte führt, Hab ich nie recht nachgespürt, Nie bereut, was ich begangen: Wo werd ich nun trost erlangen? 5. Gott! wie ist mir doch geschehen, Da mein herz so von dir wich? Ach! ich sollt gen himmel sehen, Aber ich sah unter mich. Ich bin werth, daß zorn und wuth Mich mit trübsal, flamm und gluth Ganz zerschmettre, ganz zerschlage, Und zur pein der höllen jage. 6. Alle freude sei verfluchet, Die von sünden hergerührt. Alle zeit, da ich gesuchet, Was nur höllenangst gebiert, Was mir Gottes wort gebeut, Sei verflucht in ewigkeit. Ewig sei verflucht die stunde, Da ich sündenlust empfunde. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 508, 2 was hab ich ausA 7. O! wie bist du sünde! sünde! gerichtet! Ach was Eine last, die zentnerschwer. Alhab ich doch gethan! Wer ist, der les, was ich an mir finde, Aengdie sache schlichtet? Mein gewissen stet, drückt und kränkt mich sehr. flagt mich an. Ich bin selber wider Gott! dein zorn hat mich ermich, Weil ich mich so freventlich schreckt, Ach! wer ist, der mich beDurch den sündenwust beflecket, deckt? Keine kreatur kann rathen Und des höchsten zorn erwecket. Meinen schweren missethaten. 2. Gott! ich muß mit zittern 8. Herr! es steht in deinen sagen: Jch, ich bin ein sünden- händen; Du alleine hilfft aus knecht. Jeßo fühl ich deine pla- noth. Du kannst meinen kummer gen; Aber du, du bist gerecht. wenden Und mich retten aus dem Mein verderbtes fleisch und blut tod. Herr! es steht allein bei dir, Hat das rechte wahre gut, Durch Denn sonst niemand hilfet mir. des teufels trieb, verachtet, Und Deine huld kann mich verneuen, den lüften nachgetrachtet. Und in ewigkeit erfreuen. 21 322 Von der wahren Buße und Bekehrung d ber: Sprich du sie in gnaden los. 509. mer fünder Steh 9. Ich verdamme feel und glie-| Mel. Wer nur den lieben Gott. charmer mensch, ich Flehend fall ich vor dir nieder. Nimm du mich in deinen schooß. hier vor Gottes angesicht: Ach Laß, Herr! gnade gehn für recht Gott! ach Gott! verfahr gelinUleber mich verworfnen knecht. der, Und geh nicht mit mir ins Willst du ins gerichte gehen, Herr! gericht. Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein erbarmer! über wer kann vor dir bestehen? mich. 10. Deines Sohnes marterzeichen Stell ich zwischen mich und dich: Hierdurch laß mich gnad erreichen, Denn er starb ja auch für mich. Schaue, Gott! auf diesen tod, Dieser reißt mich aus der noth: Jesus hat ja schon die plagen, Der ich würdig war, getragen. 2. Wie ist mir doch so herzlich bange Von wegen meiner misse. that! Hilf, daß ich wieder gnad erlange, Weil mich dein sohn versöhnet hat. Erbarme dich, er barme dich, Gott mein erbarmerG über mich. 3. Hör, ach erhör mein seufzend 11. Du verheißest gnad und schreien, Du allerliebstes vater leben, und uns aus barmher- herz! Eil, mir die sünden zu verzigkeit Alle sünden zu vergeben: zeihen, und lindre meinen seelenDenk an deinen theuren eid, Der schmerz. Erbarme dich, erbarme den sündern troft verspricht; Du dich, Gott mein erbarmer! über willst ihren tod ja nicht, Sondern mich. heil und leben schenken, Wenn sie sich nur zu dir lenken. 12. Darum bitt ich, ach! erhöre, Vater! den verlornen sohn, Der ich wieder zu dir kehre; Blicke von des himmels thron. Ich bring ein zerknirschtes herz, Ganz voll reue, leid und schmerz, Das nach deiner gnade trachtet, Solches hast du nie verachtet. 13. Laß die engel fröhlich werden, Daß ein fünder buße thut. Weil ich lebe auf der erden, Will ich, was sonst fleisch und blut Bis anher so hoch geschäßt, Und mein herz so hart verlegt, Fliehen, meiden, ernstlich hassen, und dich ganz allein umfassen. 14. Wirst du mir zur seite stehen Durch des guten geistes kraft: Werd ich nie den weg mehr gehen, Der hinab zur hölle rafft. Gott! ich fehre mich zu dir, Kehre du dich auch zu mir; Da für will ich deinen namen Ewig loben, preisen, amen! ul 4. Ach! soll ich gar vergeblich klagen? Hörst du denn nicht? ach hörst du nicht? Wie kannst du gnade mir versagen, Die mir dein wort so oft verspricht? Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein erbarmer! über mich. 5. Wahr ist es, übel steht der schade, Den niemand heilt, als du allein: Ach aber, vater! gnade, gnade! Laß mich doch nicht verErbarme dich, er loren sein. barme dich, Gott mein erbarmer! über mich. 6. Ach! nicht, wie ich verschul det, lohne, Und handle nicht nach Um Jesu willen, meiner sünd. vater! schone. Erkenn mich wie der für dein kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein erbar mer! über mich. 7. Sprich nur ein toort, so werd ich leben, Nur dieses wort ist mein begehr: Geh hin, die fünd if dir vergeben, Nur fündige fort hin nicht mehr. Erbarme did Anuziale du maxdoot and mate und zwar von der Neu und Leid über die Sünde. 323 erbarme dich, Gott mein erbar-| kräftig beizustehen. Durch deinen mer! über mich. 8. Jch zweifle nicht, ich bin erhöret: Erhöret bin ich zweifelsfrei, Weil sich der trost im herzen mehret; Deswegen end' ich mein geschrei. Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein erbarmer! über mich. guten geist Führ mich auf ebner bahn. Wohl mir! er hört mein schrein; Der Herr erhört mein flehen, Und nimmt nun väterlich Sich meiner seelen an. Mel. Herzlich thut mich verlang. 511. ch weh mir bösem kinde! Ach weh der missethat! Mich ängstet meine rath Mein Gott! hab Hab ich, mein Gott! verachtet, ich gesündigt; Ich habe, Herr! Und dir mich widerseßt. Dem hab vor dir Der sünden viel gethan. Du siehst die schwere schuld, Die mir den fluch verkündigt, Ach! sich auch meine reu Und meinen jammer an. ich nachgetrachtet, Was deine huld verlegt. 2. Ich habe deinem willen Nicht willig nachgelebt, Dem trieb, ihn zu erfüllen, Borseßlich widerstrebt. Dein wort hab ich vergessen, Von dir mich abgelenkt; Auch vielmals ganz vermessen Dein treues herz gefränkt. Mel. 23. Mein heiland! bilde du 2c. 510. An 2. Dir ist mein banges flehn, Mein seufzen nicht verborgen, Und meine thränen sind, Allwissender! vor dir. Ach! wenn erhörst du mich? Wie lange soll ich sorgen? Wie lange noch, mein Gott! Ent fernst du dich von mir? 3. Ach weh nun meiner seelen! Sie muß des todes sein. Will ich es gleich verhehlen; Kann ich mich solcher pein Doch hiedurch nicht entbrechen, Weil alles Gott befannt. Er will die sünde rächen. Sein zorn ist schon entbrannt. 4. Drum bitt ich deine treue, Mein Gott! vergieb mirs doch. Weil ich die schuld bereue; So nimm das schwere joch Von mei4. Du wollest frühe mich mit nem armen herzen. Nimm weg deiner gnade füllen, Gott, groß die sündennoth; Nimm weg die von lieb und treu, Reich an barm- seelenschmerzen Und den verdienten herzigkeit! Erfreu mein traurigs herz Um deines namens willen. Du bist ein Gott, der gern Die traurigen erfreut. 3. Herr! handle nicht mit mir Im zorn nach meinen sünden. Mich schreckt dein zorn, vergilt Mir nicht nach meiner schuld. Boll sehnsucht such ich dich, Laß mich dein antlig finden; Und sei auch mir ein Gott Der langmuth und geduld. tod. 5. Ich falle dir zu fuße In dieser gnadenzeit; Nimm den auf, der in buße Voll glauben zu dir schreit. Sich mich mit einem blicke Der gnaden wieder an. Wirf hinter dich zurücke, Was ich nicht recht gethan. 6. Entbinde mich in gnaden Von meiner schweren last. VerMir versprochen hast. Herr! heile mein binde meinen schaden, Wie du 21* 5. Laß deine wege nun mich wieder frendig wallen. Ich irre leicht; lehr du mich selbst dein heilig recht, und alle tage thun Nach deinem wohlgefallen; Stets eingedenk: du seist Mein Gott, ich sei dein knecht. 6. Beschirmer! eile du 324 Von der wahren Buße und Bekehrung d gewissen, Und tröste meinen geist; 5. Ein find der seeligkeit Soll bei Ich werde sterben müssen, Wo bedrängter zeit, Auch wenn die du nicht trost verleihst. stürme toben, Dennoch den höchsten loben; Da ich in unglücks zeiten Pfleg wider dich zu streiten. 7. Komm, Jesu! mir zu gute, Vertritt mich kräftiglich. Tilg aus 6. Dein wort befiehlt zwar mit deinem blute Die handschrift wider mich. Wasch ab all' meine wohl, Daß ich beständig soll Mit fünden, Deck alle fehler zu; Statt ringen und mit beten Vor dich, angst laß mich empfinden Die mein vater! treten: Doch blieb wahre seelenruh. 8. Denn du bist ja geboren, Die seelen insgemein 3u suchen, die verloren, Und aller heil zu sein: Drum nimm mich an, mich armen: Und schenke mir dein heil: Ja gieb mir aus erbarmen An deinem himmel theil. 9. Führ mich aus meiner irre In deiner liebe schooß. Wenn ich in ängsten girre; So reiß mich gnädig los. Von sünden, tod und hölle Sprich mich in gnaden frei: Zur rechten hand mich stelle, Daß ich dein eigen sei. Schaam vor Gott. Mel. Wo soll ich fliehen hin zc. ein Gott! ich schäich kalt und träge Auf meinem sündenwege. meine sünden dich Für die genoß. nen gaben So sehr beleidigt haben. Wie kann vor deinen augen Ein solches scheusal taugen? 2. Du bist die heiligkeit: Ich voll unreinigkeit Und ganz voll sündenflecken, Wo soll ich mich verstecken? Wie kann ich mit den deinen Getrost vor dir erscheinen? 3. Jch hielt ja gut und geld, Die schnöd und eitle welt, Nebst beren luftgetümmel, Biel höher als den himmel; Und wollte diese gözen In deinen tempel seßen. 4. Ich habe vielmals schon, Dir zum verdruß und hohn, Dein sanftes joch zerschmissen, und mich der last entrissen, Die denen leicht zu tragen, So nach dem himmel fragen. 7. Mein gutes kommt von dir; Doch hab ich öfters mir Sehr vie les beigemessen, Und deiner fast vergessen, Wenn mich die ruhmbegierde Auf hohe zinnen führte. 8. Du förderst meinen lauf, Und hörest niemals auf, Zu meinem wohlergehen, Auf treuer hut zu stehen: Ach! aber mein gemüthe Denkt schlecht an deine güte. 9. Wie deutlich legst du mir Trost und verheißung für, Du wollest jeden morgen Als vater für mich sorgen! Doch wank ich in dem stehen, Wenn kleine winde wehen. 512. art geerbet, Und 10. Mit kurzem: was ich bin, Mein herz, mein geist und sinn durchaus verderbet: Ich schäm mich, mich zu nennen, Du wirst mich nicht mehr kennen. 11. Ja, Herr! ich schäme mich! Erbarm, erbarme dich! Ich falle dir zu fuße, Gieb mir doch wahre buße; Laß allen fluch verschwinden, Und mich versöhnung finden. 12. Mein vater! nimm mich an; Dein sohn hat gnug gethan: Denn seine schmach und bande, Sein leiden, seine schande, Die werden meine flecken mit reiner unschuld decken. 13. Ich will mich fernerhin, So lang ich hier noch bin, Det sünden ernstlich schämen, Und mei ne neigung zähmen; Nur laß die gnädig finden, Und hilf mir über winden. und zwar von der Reu und Leid über die Sünde. 325 Haß gegen die Sünde. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 513. uh, ihr schnöden eitelkeiten! Sag ich ewig gute nacht. Ich bereue tag und zeiten, Die ich mit euch zugebracht. Seh ich alle sünden an, Die ich bis anher gethan; Muß ich ängstlich und mit klagen Aug' und sinn zur erde schlagen. 2. Was ich ernstlich sollen hassen, Als ein gift, das mich erstict, Was ich billig sollen lassen; Daran hab ich mich erquickt. Finsterniß war mir ein licht; Was ich sollte, that ich nicht. So befleckt' ich herz und sinnen Durch mein thörichtes beginnen. 3. Nur die welt hat mich ergebet: Gottes lehre, treu und zucht hab ich oft hintan gesetzet, Nur der sinnen lust gesucht. Nun erkenn ich mein versehn: Wie werd ich der angst entgehn? Was ich nur bisher geliebet, Macht mich ängstlich und betrübet. vors gericht, Und für ein so böses leben Gott genaue rechnung geben. 7. Was für noth ist hier zu finden! Denn vielleicht heißt Gott mich nun, Wegen meiner vielen sünden, Bald und plößlich rechnung thun. Sei verflucht, verlorne zeit! Die ich eitler luft geweiht. Seid verfluchet dunst und schatten, Die mein herz beschweret hatten. 8. Hoffart, wollust, fleischestriebe, Augenlust und schnöbe pracht, Welt- und lastervolle liebe, Euch, euch sag ich gute nacht! Jesu! komm, erbarme dich, Rühr mein herz und heile mich, Daß dich nunmehr meine seele Als ihr höchstes gut erwähle. 9. Laß mich alle lüfte hassen, Die die welt so gerne hegt. Laß mich nur das kreuz umfassen, Das dich, meinen Jesum, trägt, Wo dein tod und theures blut Gnug für meine schulden thut. Laß mich dich beständig suchen, Und, was eitel ist, verfluchen. SRIS 4. Falsche welt! durch deine tücke Hast du mich ins neß ge= 10. Dir will ich mein übrig bracht: Nunmehr ziehst du dich leben, Freund der seelen! ganz zurücke, Da du mich so blind ge- allein Als dein eigenthum ergemacht, Daß ich, als ein sünden- ben; Laß es auch dein eigen sein. knecht, Gott und tugend, licht und Nimm dies opfer gnädig auf, recht, Ja die seligkeit verachtet, Schließ ich einst den lebenslauf, Und so sehr nach dir getrachtet. So umfasse, voll erbarmen, Meinen geist mit liebesarmen. 5. Uch dies fränket mein gemüthe, Daß ich in der eitelkeit Meiner besten jahre blüthe Gott geraubt, und dir geweiht, Du verkleinertest die schuld, Und versprachst mir glück und huld, Du Mel. Christus, der uns selig zc. verführtest mein gemüthe 3u dem 514. Brunnquell aller gümißbrauch seiner güte. alVerlangen nach der Gnade. Nach Luc. 15. 6. Nun empfind ich angst und schmerzen, Die mir deine wollust macht. Hilf nun auch dem franken herzen Du, die mich in noth gebracht. ler gnaden! Sieh doch auf das schwere leid, Das mein herz beladen. Ich bin der verlorne sohn, Und das find der sünden. Gieb Doch dies alles hilft mir nicht verdienten lohn, Laß mir nicht, Denn ich selbst muß mich gnade finden, dol 326 sdt g Von der wahren Buße und Bekehrung 305 2. Ach! ich fühle qual und| Mel. Herr Gott! der du erforsch. schmerz Weil ich so betrübet 515. Erbarm dich), Herr! du kennst mein Dein getreues vaterherz, Das mich so geliebet. Ach! ich habe herz. Geneigt zu eitelkeiten, Läßt tag und nacht In dem lasterleben sichs durch freude und durch schmerz Alle güter durchgebracht, Die du Oft auf den irrweg leiten; mir gegeben. Gleichwie ein rohr vom wind regiert, Go wankt von leidenschaft verführt, Auch oftmals meine seele. Herr! hilf mir, daß ich, als ein christ, Das flich, was vor dir strafbar ist, Und nur das gute wähle. 3. Meine sünd ist stets vor mir, Der ich nachgewandelt; Wider dich, Herr! und vor dir Hab ich mißgehandelt. Vater, der mein heil begehrt; Dir will ich bekennen: Vater, ach! ich bin nicht werth, Mich dein kind zu nennen. 4. Vater, der an gnade reich, Brünstig im erbarmen! Mache mich den knechten gleich, Hilf, ach hilf mir armen! Siehe doch die hungersnoth, Die die seele plaget. Reiche mir dein gnadenbrot, Eh mein herz verzaget. 5. Sieh' ich falle nackt und bloß, Vater! vor dir nieder. Deine treu ist ewig groß, Tröste mich doch wieder; Weil ich sonst verschmachten muß In der angst der sünden. Laß den süßen liebeskuß Meine feel empfinden. 6. Ziere meine glaubenshand Mit des geistes ringe: Gieb, daß mir dies liebespfand Trost und freude bringe; Meinen fuß bereite du, Deine bahn zu gehen; Führ ihn nach dem himmel zu, Dies ist, Herr! mein flehen. 7. Schenke mir das schöne kleid, Das dein sohn erworben, Als er aus barmherzigkeit Für die welt gestorben. Laß dein theures gnadenmahl mich im glauben schmecken, Und mir wider alle qual Freud und trost erwecken. 2. Laß doch mein herz nicht fernerbin In seiner neigung wanken. Erhebe den verirrten sinn Zu himmlischen gedanken. Wenn von dem dienst der eitelkeit Mich deines geistes fraft befreit, So wird es mir gelingen. Ich halte deinem geiste still; Ich will mich ändern, Herr! ich will, Gieb sel ber das vollbringen. 3. Umsonst such ich der tugend bahn, Wenn du mich nicht beglei test, Und mich befreit von menschenwahn Zu deiner wahrheit leitest. Du hasfest jeden falschen schein, Mit ernst willst du verehret sein; Herr! hilf um Jesu willen. Erhebe den gebeugten muth; Hilf mir der leidenschaften wuth Durch deine gnade stillen. 4. Mein Gott! mein Gott! gedenke nicht Der fünden meiner jugend. Wie hart schien mir oft meine pflicht, Wie rauh die bahn der tugend! Jedoch, du trugst mich mit geduld. Laß, vater! laß mich diese huld Nicht undankbar verachten. Dir folgen ist mein wahres heil. D! laß michs als mein bestes theil Auch immerfort betrachten. 8. Herr mein Gott! verwirf mich nicht, Vater aller güte, Dessen herz aus liebe bricht! Tröste 5. Ich bin ein mensch; du kenmein gemüthe. Hilf mir aus der fündennoth, Die mein herz umgeben. Sprich: mein sohn! du wanest mich. Wie schwach sind meine fräfte! Doch meine seele hofft auf dich; Du wirst zu dem geschäfte rest todt, Und sollst wieder leben. Der heiligung mir kraft verleihn; anuncis dans not and now und zwar von der im Glauben gesuchten Gnade. 327 Und mich mit deiner hülf erfreun,| Hilf mir schwachen täglich auf; Vor dir gerecht zu leben. Ich Daß ich selig einst vollende dein erkauftes eigenthum, Will Dieses lebens kurzen lauf. Hilf, dafür deines namens ruhm In Herr Jesu! hilf mir ringen, Teuewigkeit erheben. fel, fleisch und welt bezwingen. Führe mich aus angst und streit Im triumph zur ewigkeit. Mel. Jesu! meines Lebens leben. 516. Ah! wo soll ich fünder finden Seelen. ruh und sicherheit! Weil die menge meiner fünden Wider mich gen himmel schreit; Weil mich mein gewissen naget Und mich tag und nacht verklaget. Ach! wo flich ich armer hin? Weil ich so geängstet bin. Von der im Glauben geſuchten Gnade und Vergebung. Mel. Auf meinen lieben Gott. 517. to soll ich fliehen hin? Wenn ich beschweret bin mit viel und großen 2. Höchster! tröste mein gemü- sünden, Wo kann ich rettung finthe, Das zu dir mit weinen fleht. den? Wenn alle welt herkäme, Herr! ich weiß, daß deine gute Die angst sie nicht wegnähme. Ueber alle himmel geht. Wären aller menschen sünden An mir armen gleich zu finden; Würde deine gnad allein Größer, als sie alle, sein. 2. O Jesu, voller gnad! Auf dein gebot und rath Kommt mein betrübt gemüthe Zu deiner großen güte. Laß du auf mein gewissen Ein gnadentröpflein fließen. 3. Sch, dein betrübtes find, Werf alle meine sünd, So viel ihr in mir stecken, Und mich so heftig schrecken, In deine tiefe wunden, Da ich stets heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig blut, Die schöne rothe fluth, Wosch ab all meine sünde: Mit trost mein herz verbinde, Und ihr nicht mehr gedenke, Ins meer sie tief verſenke. 5. Du bist der, der mich tröst, Weil du mich selbst erlöst: Was ich gesündigt habe, Hast du verscharrt im grabe! Da wollst du es verschließen, Da wirds auch bleiben müssen. 5. Löse mich, ich bin gebunden, Stärke mich, denn ich bin matt; 6. Jst meine sünde groß, So Heile mich, ich bin voll wunden; werd ich ihr doch los, Wenn ich Tröst mich, kein trost hat sonst dein blut auffasse, Und mich darstatt. Hilf, weil du zur hülf erko- auf verlaffe. Wer sich zu dir nur ren; Suche mich, ich bin verlo- findet, All angst dem bald verren; Rette mich, ich bin in noth; schwindet. Gieb mir leben, ich bin todt. 6. Reiche mir die gnadenhände, 3. Herr! dein wort bat ja versprochen, Armen fündern hold zu sein. Ach! mein herz ist ganz zerbrochen Und zerknirscht in reu und pein; Ja mein geist ist ganz zerschlagen. Ach! verwirf nicht meine flagen Und ein herz das zu dir schreit, Vater aller gütigkeit! 4. Sieh auf deines sohnes büßen, Auf sein leiden ohne zahl, Auf sein theures blutvergießen, Und auf seine todesqual. Er hat mich mit dir verglichen, und die schuld mit blut durchstrichen, Als er auf dem freuzaltar Für die welt ein opfer war. 7. Mir mangelt zwar sehr viel; Doch was ich haben will, Ist alles 328 Von der wahren Buße und Bekehrung duu mir zu gute Erlangt mit deinem| gehen; O wie würd ich doch beblute, Womit ich überwinde Tod, stehen! teufel, höll und sünde. 8. Und wenn des satans heer Mir ganz entgegen wär, Darf ich doch nicht verzagen; Mit dir kann ich sie schlagen, Dein blut darf ich nur zeigen, So muß ihr troß bald schweigen. 3. Doch nach deiner gnadenlehre Willst du keines sünders tod; Sondern, daß er sich bekehre, Und entgeh der höllennoth. Dieser trost erquicke mich, Als der ich auch ängstiglich Ueber meine schwere sünde Neu und leid bei mir empfinde. 9. Dein blut, der edle saft, Hat solche stärk und kraft, Daß es kann 4. Es vergoß auf dieser erde ganz alleine Die welt von sünden Selbst dein sohn sein theures reine, Ja aus des teufels rachen blut, Daß ein jeder selig werde, Frei, los und ledig machen. Der im glauben buße thut. 10. Darum allein auf dich, Dessen kreuz und dornenkron Herr Christ! verlaß ich mich. Bring ich jetzt vor deinen thron. Jeßt kann ich nicht verderben. Seinen tod und blutvergießen Dein reich muß ich ererben: Denn Laß mich armen auch genießen. du hast mirs erworben, Da du für mich gestorben. 11. Ach, führ mein herz und sinn Durch deinen geist dabin, Daß ich mög alles meiden, Was mich und dich kann scheiden: Daß ich an deinem leibe Ein gliedmaaß ewig bleibe. 5. 3war ich sollte längst sein kommen; Aber deiner gütigkeit Ist dadurch noch nichts benommen: Denn noch ist die gnadenzeit. Keine buße ist zu ſpät, Wenn sie nur von herzen geht; Darum wird dir auch mein flehen Jezo noch zu herzen gehen. * 12. Amen zu aller stund Sprech ich aus herzens grund: Du wollest mich ja leiten, Herr Chrift! zu allen zeiten; Auf daß ich deinen namen Ewiglich preise, amen. at 6. Großer Gott, voll lieb' und treue! Laß durch Christi tod und pein Meine späte buß und reue Jezt noch vor dir gültig sein. Denke doch nicht weiter dran, Wie viel übles ich gethan. Sprich: dein arges sündenleben Sei aus gnaden dir vergeben. und 6. Wirst du nur mir armen sünder, mein Gott! barmherzig sein; Nimmst du mich zur zahl der finder Wiederum in gnaden ein; Ach so rühm und preif' ich dich Jetzt und einstens ewiglich. Höre mich in Christi namen, Und sprich selbst ein kräftig amen! Mel. Jesu! deine heilge wunden. 518, Vater! laß mich gnade finden, Tröste meinen blöden sinn, Der ich we gen meiner fünden So betrübt und traurig bin. Sieh, mein vater! wie ich hier Jetzt vor dei ner gnadenthür Mit dem zöllner schamroth stehe, Zu dir um vergebung flebe. 2. Du bist beilig, ich bingegen 519. Ach Gott und Herr! Wie groß Bin voll ungerechtigkeit, Muß mich bloß aufs bitten legen; Blos schwer Sind mein' begangne sünauf deine gütigkeit Seß ich meine den! Da ist niemand, Der helfen zuversicht; Denn, ach! würde dein kann, In dieser welt zu finden. gericht Ohne gnad und huld er- 2. Lief ich gleich weit Zu dieser und zwar von der im Glauben gesuchten Gnade. 329 wenden. zeit Bis an an der welt ihr ende, zu dienste steht, Vor dem der erdUnd wollt los sein Der angst und freis bebet. Der himmel ist dein pein; Würd ich sie doch nicht helles kleid, Du bist voll macht und herrlichkeit, Sehr groß und wunderthätig. Ich armer wurm vermag nichts mehr, Als daß ich ruf' zu deiner ehr: Gott sei mir sünder gnädig! 3. Zu dir flieh ich, Verstoß mich nicht, Wie ich es wohl verdienet. Geh mit mir nicht, Gott! ins gericht; Dein sohn hat mich verfühnet. 4. Solls ja so sein, Daß noth und pein Auf sünde folgen müssen: So fahr hie fort, Nur schone dort, Und sich auf Christi büßen. 2. Hier steh ich, wie der zöllner that, Beschämet und von ferne, Ich suche deinen trost und rath: Mein Gott! du hilist ja gerne. Doch meiner fehler große zabl Und menge, macht mich überall Voll flecken und unfläthig: Drum schlag ich nieder mein gesicht Vor dir, du reines himmelslicht! Gott sei mir sünder gnädig! 5. Gieb, Herr! geduld, Vergiß der schuld, Gieb ein gehorsam herze, Daß ich nur nicht, Wie's leicht geschicht, Durch murren heil verscherze. 6. Verfahr mit mir, Wie's dünket dir: Durch dein' gnad will ichs leiden: Nur dort laß mich nicht ewiglich Von dir sein abgescheiden. 3. Die schulden, der ich mir bewußt, Beängsten mein gewissen; Drum schlag ich reuend an die brust, Die schmerz und leid zerrissen. Ich, der ich mich von dir gekehrt, Ich bin des lebens gar nicht werth; Doch weil du winkst, so bet ich, mit ganz zerknirschtem bangem geist, Der gleichwohl dich noch abba! heißt: Gott sei mir sünder gnädig! 8. Also, Herr Christ! Mein' 4. Mein vater! schaue Jesum zuflucht ist Die höhle deiner wun- an, Den gnadenthron der sünden: Wenn sünd und tod Mich der, Der für die welt genug bracht in noth, Hab ich mich drein gethan; Durch den wir Gottes gefunden. finder Im gläubigen vertrauen sind; Der ists, bei dem ich ruhe find: Er ist ja stets gutthätig. Drum faß ich ihn und laß ihn nicht, Bis Gottes herz mitleidig bricht: Gott sei mir sünder gnädig! 5. Regiere doch mein herz und sinn In diesem ganzen leben; Du bist mein Gott, und was ich bin, Bleib' ewig dir ergeben. Ach! heilige mich ganz und gar, Mach meinen glauben immerdar Durch liebe jestät Sich über dann noch viel schwachheit sehn; alles hebet, Dem erd und meer So soll mein herz mit wehmuth 7. Gleichwie sich sucht Auf schneller flucht Ein vogel zu verstecken, Wenn's trüb hergeht, Die luft unstet, Und nahe donner schrecken. 9. Darin bleib ich, Obgleich auch sich Mein leib und seele scheiden: Und werde dort Bei dir, mein hort! Ererben ewge freuden. * 10. Gott! dir sei ruhm: Dein eigenthum Bin ich in Jesu namen. Ich zweifle nicht, Weil Christus spricht: Wer gläubt, wird selig, amen. Mel. Herr Gott! der du erforsch. 520. ZAE 330 nad 102 dilihin mag dng Von der wahren Buße und Bekehrung ud! How Aadons flehn: Gott sei mir fünder| von dir, dein recht zu offenbaren, gnädignonfalchion Zermalmet waren. 6. Mein leben und mein sterben 8. Verbirg, verbirg vor dei ruht Allein auf deiner gnade. Mir geh es übel oder gut, Gieb, daß es mir nicht schade. Und kommt das legte stündlein an; So sei mir auf der todesbahn, Mein Jesu! selbst beiräthig: Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, So nimm den letzten seufzer an: Gott sei mir fünder gnädig! nem angesichte Mein übertreten, daß es mich nicht richte Tilg aus die laster, welche mich entweihen, Jetzt aber reuen. 9. Erschaff in mir nun eine reine seele, Ein neues herz, das deine wege wähle; Mach es gewiß und fest in dem bestreben, Nur dir zu leben.id] Mel. Herzliebster Jesu, was hast. 521, Ereig an mir, Gott! deine große gnade; Gieb, daß sie meiner lasten mich entlade! Du hast ein vaterherz du liebst das leben, Und kannst vergeben. 10. Berwirf mich nicht von deinem angesichte; Gieb deinen geist, daß er mich unterrichte; Erquicke mich durch diesen geist der freuden In allen leiden. 11. Ich will die fünder deine wege lehren, Daß sichre frevler sich zu dir bekehren; Mein beispiel soll sie reizen, deinen willen Gern zu erfüllen. 2. Laß deinen zorn sich nicht auf mich entzünden, Gott! wasch mich rein von allen meinen sünden. Sie ängsten mich bei tage und in nächten, Mich ungerechten. 12. Stets hör ich meine sünden mich verklagen. Ach! still ihr dräuen, laß mich nicht verzagen. Ach! mache mich gerecht, mich missethäter, Gott! mein vertreter. 3. Dir, dir allein, mein Gott! hab ich gesündigt. Dein auge siehts, das rache mir verfündigt; Und im geseß erschreckt mich deine stimme Mit ihrem grimme. 13. Eröffne meine lippen, dich zu loben. Es werde, Herr! dein ruhm von mir erhoben. Ich will 4. Ach richter! deine drohun- voll dankbarkeit auf alle zeiten gen beweisen, Daß dich mit recht Dein lob verbreiten. urt die bimmel heilig preisen. Ich bin in fünd erzeugt, in sünd empfangen, Von sünd umfangen. 14. Wollt ich auf deinen heiligen altären Mit opfern und mit gaben dich verehren; So hast du ohne buße doch an allen Kein Hod wohlgefallen. 5. Du aber liebst ein unbefleckt gewissen; Ach! gieb es: laß in meinen finsternissen Mich deine weisheit im verborgnen sehen, Und sie verstehen. 15. Ein herz voll kummer dich erzürnt zu haben, Ein herz von angst zermalmt, sind bere gaben. Du wirst die seelen, die nach gnade schmachten, Gott! nicht verachten. 16. Gott unsers heils! bau unsers zions mauern, Und laß 7. Laß in mein herz nun neue dein reich auf erden ewig dauern, wonne fließen, Durch die gebeine Daß frommes lob dir täglich auf freute sich ergießen, Die Gott! der erde Geopfert werbe. 6. Gott! mit dem blute, das von sünden reinigt, Des mittlers blute, der uns dir vereinigt, Besprenge mich, und laß mich meiner fünden Vergebung finden. und zwar von der im Glauben gesuchten Gnade. 331 Mel. O Gott, du frommer Gott.| sein. Mein schreien steigt zu dir empor, Herr! öffne mir dein gnä522. err! höre mein gebet Um beiner dig ohr. wahrheit willen, Du bist an gnade reich, Und wirst mein seufzen stil len. Ach! gehe ins gericht Doch nicht mit deinem knecht; Vor dir, o Herr! ist ja Kein sterblicher gerecht. 3. Herr! willst du ins gerichte gehen, Der du unendlich heilig bist; Herr! wer wird dann vor dir bestehen, Wenn er auch sonst unsträflich ist? Dein auge, das nicht fehlen kann, Trifft überall noch fehler an. 2. Die größe meiner schuld Schlägt meine seele nieder. Be- 4. Und ach! mir wird die welt schämt empfind ich sie, O! tröste zu enge, Wenn des gesetzes dondu mich wieder, Daß mir der ner schlägt, und meiner übertreseelen schmerz Nicht alle kraft tung menge Das ängstliche gewis verzehrt. Wer ist, der außer dir sen regt, Das dich als einen Mir wahren trost gewährt? richter scheut, Der rechnung heischt und strafe dräut. 3. Zu dir, o treuer Gott! Erheb ich herz und hände. Mein heil steht nur bei dir: O! daß ich hülfe fände. Für recht laß gnad ergehn: Ich hoffe, Herr! auf dich. Zeig mir den rechten weg; Denn nach dir sehn ich mich. 5. In deiner hand steht tod und leben; Du bist es, den man fürchten muß. Doch, Herr! du kannst und willst vergeben Aus deiner gnaden überfluß. Dein wort, das wort des lebens spricht: Du willst den tod des sünders nicht. 4. Ich will, o stärke mich, Ich will die sünde haffen. Auf deine hülfe nur Will ich mich, Gott! verlassen. Nur das, was dir gefällt, Werd auch von mir gethan; Führ mich durch deinen geist Auf dieser ebnen bahn. 5. Beruhige mein herz, Um meines mittlers willen. Laß seines opfers trost Auch mein gewissen stillen. Du bist die liebe selbst, Ganz unveränderlich: Dein will ich ewig sein. Gott! erhöre mich. Mel. Wer nur den lieben Gott. 523. Herr err! der du in der höhe wohnest! Ich liege tief gebeugt vor bir! Herr! der du richtest und belohnest! Wie tief ist sünd und schuld in mir! Wie hoch, wie heilig dein gebot! Dabgrund tiefer seelennoth! 2. Aus meiner noth, aus meiner tiefe, Ruf ich zu dir, zu dir allein. Wenn ich zu einem andern riefe; Es würde doch vergeblich 6. Es heißt mich auf das opfer schauen, Das mehr, als alle sünden, gilt. Es heißt mich auf den felsen bauen, Aus dem der strom der gnade quillt, Die alles tilget, was mich quält, Und giebt mir alles, was mir fehlt. 7. Dein guter geist will mich erfreuen, Und sich mein herz zum tempel weihn: Ich soll den richter nicht mehr scheuen, Aus gnaden frei und seelig sein. O wort, das durch die seele dringt, Und licht in finstre tiefen bringt! 8. Trifft mich dann hier das loos der deinen, Dein kreuz, das jeder jünger trug: O! endlich wird ein tag erscheinen, Da du mir rufft: es ist genug! Nur sei mein leiter, bis es tagt, Mein trost, wenn alles trost versagt. 9. Ich hoff auf dich, du kraft der schwachen! Auf dich, du licht in finsterniß! Auf dich, mein hüter! du wirst wachen. Mein heil! du 332 Von der wahren Buße und Bekehrung kommst, und hilfft gewiß, Wie 5. Ob bei uns ist der sünden angst mir auch die trübsalsnacht viel; Bei Gott ist viel mehr Um hoffnung, trost und hülfe gnade. Sein hand zu helfen hat macht. kein ziel, Wie groß auch sei der schade. Er ist allein der gute birt, Der Israel erlösen wird Aus allen seinen sünden. 10. Genug ich bin befreit von sünden; Ich bin von straf und knechtschaft los. Ognade, die nicht zu ergründen! Erlösung. die unendlich groß, Die aus der tiefsten noth befreit, Und führt zur höchsten seligkeit! 11. O vater! nimm für dein erbarmen, O lamm! für dein versöhnungsblut, O geist, du trost der geistlich armen! Für deiner gnaden reiches gut, Bon herz 525. Aus dieſem tiefen und lippen, und Und mich zu deinem eigenthum. grunde Der ängsten ruf ich hier mit herzen und mit munde, O Herr mein Gott! schrei zu dir. Ich ruf in buß und reue, ich zu dir, Herr Ach neige, Herr! dein ohr. ErGott! erhör mein rufen, Dein bör, warum ich schreie, Laß meine gnädig ohr neig her zu mir, Und seufzer vor. meiner bitt es öffne. 524, №¹[ us tiefer noth Denn so 2. Wenn du zurechnest sünden, Und was wir oft begehn. So ist fein mensch zu finden, Der vor dir kann bestehn. Bei dir steht das vergeben, Daß man dich fürchten soll, Und daß man rühm daneben, Wie du bist gnadenvoll. 2. Bei dir gilt nichts denn gnad und gunst, Die fünde zu vergeben: Hiezu ist unser thun umsonst, Auch in dem besten leben. Vor dir niemand sich rühmen kann, Es muß dich fürchten jedermann, Und deiner gnade leben. 3. Ich wart auf Gottes güte, Und hoffe auf sein wort, Es harret mein gemüthe Des Herren fort und fort; Es harrt mit fleiß und sorgen, Ist, wie die wächter sind, Die warten, bis es morgen Und tag zu sein beginnt. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, Auf mein verdienst nicht bauen: Auf ihn mein herz soll lassen sich, Und seiner güte trauen, Die mir zusagt sein werthes wort: Das ist mein troft und treuer hort, Des will ich allzeit harren. 4. Ein christe muß mit wachen Und beten halten an: Weil Gott in allen sachen Stets rettung schaffen kann. Gewiß wird er vom bösen Und aller misſethat Aus gnaden den erlösen, Der ihm vertrauet hat. 4. Und ob es währt bis in die nacht, Und wieder bis zum morgen: Soll doch mein herz an Got-# 5. Gott vater! hilf mir artes macht Verzweifeln nicht noch men Durch deines sohnes tod! sorgen. So thu' Israel rechter Laß, Jesu! dich erbarmen Mein art, Das aus dem geist erzeuget elend, angst und noth: O heilger ward, Und seines Gottes harre. geist! mich führe, Stärk, gründ du willst das sehen an, Was sünd und unrecht ist gethan: Wer kann, Herr! vor dir bleiben? * 6. Ehr sei dem vater und dem sohn, Und auch dem heilgen geiste, Als es im anfang war und nun: Der uns sein gnade leiste, Damit wir gehn auf seinem pfad, Daß uns des teufels list nicht schad; Wer das begehrt, sprech amen. und zwar von der im Glauben gesuchten Gnade. 333 und vollbereit; Daß ich ja nicht| Mel. Aus diesem tiefen ch grunde. feit. verliere Des glaubens freudig- 527, A Gott! ich muß dir flagen, Daß ich so elend bin. Mein herz will mir Mel. Ach Gott vom himmel! sieh. verzagen, Die fünd liegt mir im 526. vater der barmher- sinn: Ich kann ihr'r nicht vergeszigkeit! Ich falle ien, Sie ist zu groß und schwer, dir zu fuße. Verstoß den nicht, Sie hat mich gar besessen, Sie der zu dir schreit, Und thut recht- fränkt und quält mich sehr. schaffne buße: Was ich begangen wider dich, Verzeih mir alles gnädiglich Durch deine große güte. 2. Durch deiner allmacht wunderthat Nimm von mir, was mich quälet. Durch deine weisheit schaffe rath, Woran mir es sonst feblet. Gieb willen, mittel, kraft und stärk, Daß ich mit dir all meine werk Anfange und vollende. 2. Ich bin in sünd empfangen, In sünde auch geborn, Viel sünd hab ich begangen; Darum bin ich verlorn. Ich kann nicht freudig werden, Den himmel anzusehn: Und schäme mich, auf erden Vor dir, o Gott! zu stehn. 3. O Jesu Christe! der du hast Am freuze für mich armen Getragen aller sünden last, Woll'st meiner dich erbarmen. O wahrer Gott, o Davids sohn! Erbarm dich mein, und meiner schon! Erhör mein kläglich rufen. 3. Nun sollt ich wohl vertrauen Dem Herren Jesu Christ, Auf sein verdienst fest bauen; Weil er mein fürsprach ist: So schreckt mich mein gewissen, Das zweifelt immerhin, Spricht: ich werd sterben müssen, Weil ich so sündhaft bin. allowed i 4. Ich wollt auch herzlich gerne Im leben besser sein, Im werk, 4. Laß deiner wunden theures wort und geberden Fromm, gotblut, Dein' todespein und ster- tesfürchtig, rein: Ich kanns so ben Mir kommen fräftiglich zu nicht vollbringen, Wie ich es oft gut, Daß ich nicht müß verderben. bedacht; Sch laß mich davon drinBitt du den vater, daß er mir gen Durch satans list und macht. Im zorn nicht lohne nach gebühr, Wie ich es wohl verschuldet. 5. Was soll ich denn nun machen? Wie kann ich doch bestehn? Ich fall' der höll in rachen, Wenn ich dir will entgehn. Herr! zu dir komm ich wieder, Und such barmherzigkeit; Jch falle vor dir nieder, Mein' sünde ist mir leid. 5. O heilger geist, du wahres licht, Regierer der gedanken! Wenn mich die fündenlust anficht, Laß mich nicht von dir wan ken: Verleih, daß nun und nimmermehr Begierd nach wollust, geld und ehr In meinem herzen herrsche. 6. Du hast dein'n sohn gegeben Für aller missethat, Daß jedermann soll leben, Der glauben an ihn hat. Will gleich mein herz nicht trauen, So gläub ich dennoch fest: Hilf meinem schwachen glauben, Dein' hülfe ist die best. 6. Und wenn mein stündlein fommen ist, So hilf mir treulich kämpfen; Daß ich des satans trug und lift Durch Christi sieg mag dämpfen: Auf daß mir trankheit, 7. Ich bin nicht werth der güte, angst und noth, Und dann der Die du an mir gethan, Daß für letzte feind, der tod, Nur sei die mich mit sein'm blute Bezahlt thur zum leben. dein lieber sohn: Doch war mit 334 do Von der wahren Buße und Bekehrung du dies nothwendig, Drum gläub ich 3. 3war deine gnade zu verdiedir allein, Der du versprichst be- nen, Sind reu und beßrung viel ständig: Wer gläubt, wird selig zu klein: Doch darf sich auch kein sein. mensch erkühnen, Zu glauben, dir versöhnt zu sein, Wenn er noch liebt, was dir mißfällt, Und nicht dein wort von herzen hält. 4. Nie kannst du dem die schuld erlassen, Der frevelnd schuld auf schulden häuft. Der kann kein herz zu Jesu fassen, Der zwar auf sein verdienst sich steift; Doch in der sünde noch beharrt, Dafür er selbst ein opfer ward. 8. So wahr, als ich selbst lebe, Sprichst du, mein Herr und Gott! Ungern ich übergebe Den fünder in den tod: Ich will, daß er umkehre, Und ewig leb' bei mir. Den rechten weg mich lehre, So komm ich, Herr! zu dir. 9. Mit deinem heilgen geiste Mein'n schwachen glauben mehr. Mir hülf und beistand leiste Zu deines namens ehr. Leit mich auf deinem stege, Vor aller sünd und schand, Vors teufels strick und wege Bewahr mich deine hand. 5. Drum fall ich dir, mein Gott! zu füßen: Vergieb mir gnädig meine schuld, Und heile mein verwundt gewissen Mit troft an deiner vaterhuld. Ich will mit ernst die sünde scheun, Und * 10. Herr! segne leib und leben, Auch mein beruf und werk, Was du mir hast gegeben, Behüt willig dir gehorsam sein. durch deine stärk: Erhör mein flehn und schreien, Mein wehmuthsvolles wort, Daß ich mich dein kann freuen, Bedeckt vor satans mord. 11. Zulegt laß mich abscheiden Mit einem sel'gen end, Und nimm aus diesem leiden Mein' seel in deine händ. Dafür will ich dich preisen Mit dank zu jeder zeit: Du wirst mir gnad erweisen In froher ewigkeit. 6. Daß mit gerechtigkeit auch stärke Durch Christum mir ges schenket sei, Beweis' die übung guter werke. Herr! dazu mache selbst mich treu In heißer liebe gegen dich; Sie dringe stets, und leite mich. 7. Laß mich zu deiner chre leben, Der du die missethat vergiebst; Das hassen, was du mir vergeben, Das lieben, was du selber liebst. Laß, vater! mein gewissen rein, Und heilig meinen Mel. Wer nur den lieben Gott. wandel sein. theuer, 528. Wie ist eine güte, Mel. Wenn wir in höchsten ze. Die alle missethat vergiebt, So bald ein reuendes gemüthe Die fün- 529, ein größrer troft kann sein im den, die es sonst geliebt, Erkennt, schmerz, Als daß man Gottes verdammt, und ernstlich haßt, Und vaterherz Durch seinen sohn darf zuversicht zum mittler fast. sprechen an, Der allen zorn abwenden kann. 2. D! laß mich ja nicht sicher werden, Weil du so reich an gnade 2. Wie glücklich kommt man, bist. Wie kurz ist meine zeit auf durch den sohn Befördert, vor des erden, Die mir zum heil gegebne höchsten thron! Wie völlig wird frist! Gieb, daß sie mir recht wichtig sei, Daß ich sie meiner begrung weih. durch ihn versühnt Der mensch, der fluch und tod verdient! 3. So schafft er auch dem sün und zwar von der im Glauben gesuchten Gnade. 335 denknecht Bei Gott geliebter tin- himmel theil: Darum, o Gott! der recht, und stellet ihn auf freien erbarm dich mein, Der ich vor fuß: Da er sonst ewig dienen dir mit ihm erschein. muß. 4. Dies tröstet mich, o frommer Gott! Der ich befleckt mit sündenfoth, Daß ich vor deine majestät In deines sohnes namen tret. 5. Aus lieb' zu ihm sei gnädig mir, Mich aus dem sündenkerker führ: Des teufels bande reiß entzwei, Mach meine seel zum leben frei. 6. 3war mein verdienst und würdigkeit Dräut mir ben tob 530. Nimm von uns, Herre und alles leid: Doch bittet dein sohn selbst für mich, Drum laß durch ihn versöhnen dich. 7. Wen soll ich sonsten bringen dir, Der dein herz neigen könnt zu mir, Als den, der für die schuld der welt Ist worden selbst das lösegeld. 8. Sieh doch, o Gott! hier ist dein sohn, Mein einges heil, mein gnadenthron! Der sich für meine missethat Am freuz selbst aufgeopfert hat: 9. Der nicht entsündigt werden darf, Ob das geseß ist noch so scharf: Er selber hat sein eigen blut Vergossen reichlich mir zu gut. 10. Sieh da, sein opfer ist so groß, Da ich werd aller sünden los; Das opfer, das dir wohlgefällt, Dadurch versöhnt ist alle welt. 11. Das unbefleckte lamm ist hier, Das meine sünden nahm von mir: Das lamm, das seinen mund nicht rührt, Da man es hin zur schlachtbank führt. 14. Laß dies ja kommen mir zu statt, Was er am freuz erworben hat: Ich seß all meine hoffnung drauf, Hilf meinem schwachen glauben auf. * 15. Gott mein vater, mich regier! Herr Jesu! hilf mir, und mich führ. O heilger geist! mein herz anmahn, Daß ich stets geh auf rechter bahn. 13. Durch seine wunden sind wir heil, Und haben jetzt am sünd und missethat, Auf daß wir mit rechtem glauben und reinem herzen In deinem dienst erfunden werden. 2. Erbarm dich, erbarm dich, Erbarm dich deines volks, Christe! Das du erlöset hast mit deinem theuren blute. 3. Erhör uns, erhör uns, ErGott vater, höre unsre bitt, schöpfer aller dinge! Du vater der barmherzigkeit! Hilf uns, und sei uns gnädig. 4. Erhör uns, erhör uns, höre unsre bitt, o Christe aller welt heiland! Bitt für uns, und sei uns gnädig. Sid O 5. Erhör uns, erhör uns, Erhöre unsre bitt, Gott heilger geist, du einger tröster! Erleucht uns, und sei uns gnädig. 6. Sb wahr ich lebe! Spricht Gott der Herre, Ich will nicht den tod des sünders, Sondern daß er sich bekehre und lebe: amen. 12. Der gar nichts übels bat 531. Allein zu bir, Herr nu gethan, Den man mit recht nicht Jesu Christ! Mein tadeln kann, Der hat die schwere hoffnung steht auf erden: Ich sündenlast Der ganzen welt auf weiß, daß du mein tröster bist. sich gefaßt. Kein trost mag mir sonst werden. Von anbeginn ist nichts erkorn, Auf erden ist kein mensch geborn, id 336 ad Von der wahren Buße und Bekehrung Der mir aus nöthen helfen kann: Du brunnquell aller gnaden! Sieh Dich ruf ich an, Zu dem ich mein doch, wie ich in meinem muth vertrauen hab. Mit schmerzen bin beladen, Und in mir hab der pfeile viel, Die im gewissen ohne ziel Mich armen fünder quälen. 2. Erbarm dich mein in solcher last, Nimm sie aus meinem herzen, So wahr du sie gebüßet haft Am holz mit todesschmerzen: Auf daß ich nicht mit großem web In meinen sünden untergeh, Noch ewiglich verzage. 3. Ach Gott! wenn mir das kommet ein, Was ich mei tag begangen; So fällt mir auf mein herz ein stein, Und bin mit furcht umfangen: Ja, ich weiß weder aus noch ein, Und müßte gar verloren sein, Wenn ich dein wort nicht hätte. 2. Mein' sünd ist schwer und übergroß, Und reuet mich von herzen: Derselben mach mich quitt und los Durch deinen tod und schmerzen: Und zeige deinem vater an, Daß du hast gnug für mich gethan; So werd ich los der sündenlast. Herr! halt mir fest, Weß du dich mir versprochen hast. 3. Gieb mir nach dein'r barmherzigkeit Den wahren christenglauben, Auf daß ich deine freundlichkeit Mög inniglich anschauen: Vor allen dingen lieben dich, Und meinen nächsten gleich als mich. Am letzten end dein hülf mir send, Damit behend Des teufels list sich von mir wend. * 4. Ehr sei Gott in dem höch- 4. Dein heilsam wort mir aber sten thron, Dem vater aller güte: sagt, Daß alles wird vergeben, Und Jesu seinem eingen sohn, Was hier von herzen wird beDer uns allzeit behüte; Und klagt, Und nichts soll schad'n am Gott dem werthen heilgen geist, leben; Dieweil es alle gnad verDer uns stets hülf und beistand heißt Dem, welcher mit zerleist: Damit wir ihm gefällig sein fnirschtem geist Im glauben zu In dieser zeit Und folgends in dir kommet. der ewigkeit. 5. Und weil ich denn in meinem sinn, Wie ich zuvor geklaget, Auch ein betrübter fünder bin, wollte gern im blute Von Den sein gewissen naget: Und sünden abgewaschen sein, Wie David und Manasse. 6. So komme ich zu dir allhie In meiner noth geschritten, Und will dich mit gebeugtem knie Von ganzem herzen bitten: Vergieb mir, Herr! doch gnädiglich, Was ich mein lebtag wider dich Auf dieser welt begangen. 7. Ach Herr mein Gott! vergieb mirs doch Um deines namens willen, Und hilf in mir das schwere joch Der übertretung stillen: Daß sich mein herz zudu höchstes gut, frieden geb', Und dir hinfort zu Mel. Herzlich lieb hab ich dich 2c. 532. vie, or gericht, Herr JeZu dir beug ich meines herzens knie, Kann mir selbst gar nicht rathen. Mein' groß und viele missethat Mich hier und dort verdammet hat: Doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Christ! Dein blut allein Macht mich von allen sünden rein, Weil ich in wahrer reu und buß An dich gläub, und dir fall zu fuß. Herr Jesu Christ:,: deß dank ich dir: Ich will mich bessern, hilf du mir. 533. Jesu Herr Chrift, und zwar von der im Glauben gesuchten Gnade. ehren leb' Im findlichen gehorsam. * 8. Stärk mich mit deinem freudengeist, Heil mich mit deinen wunden. Wasch mich mit deinem todesschweiß In meinen leßten stunden, Und nimm mich denn, wenn dirs gefällt, Im wahren glauben aus der welt Zu deinen auserwählten. Mel. Wer nur den lieben Gott. 534, Gott ott lob! ich darf noch nicht verzagen, Obgleich des satans höllenwuth Und mein gewissen mich verklagen: Hier hab ich meines Jesu blut. Troß allem was mir schaden kann! Mein Jesus nimmt die fünder an. 2. Ich habe mich zwar sehr verfündigt, Und bin nicht solcher güte werth. Wer Gott die treue aufgekündigt Und seinen gnadenbund versehrt; Verdiente freilich grimm und fluch Und des erjürnten richters spruch. 3. Doch Jesus eilt, mich zu umfangen, Ergreift und nimmt mich bei der hand. Wie sehnlich zeigt er sein Wie ihmerzt ihn mein verderbter stand! Drum hilft er mir gefallnem auf, Bewahrt und fördert meinen lauf. 4. Er überläßt sich mir zu eigen, Und sein verdienst gehöret mir. Will mir der feind die rechnung zeigen, Und hält mir tausend sünden für; So hab ich Jesum, dessen blut Den allerbesten ab. trag thut. 5. Wie sollt ich mir nun grauen lassen? Ich hab und halte Jesum fest. Mein glaube soll ihn recht umfassen, Bis er mir seinen segen läßt. Wenn erd und himmel weicht und bricht, Was acht ichs? Jesum laß ich nicht. 337 6. Ich will ihn immer fester halten, Wenn er sich zu entfernen scheint. Ich weiß, wenn herz und blut erkalten, So bleibet er der beste freund. Ich kleb an seiner gnad allein, Wie könnt er mir entgegen sein? 7. Er ruft ja selber voll erbarmen: Kommt, die ihr recht mühselig seid, Genießet hier in meinen armen Erquickung, ruh und seligkeit. Laßt euer herz mein eigen sein; So kehr ich wieder bei euch ein. 8. Mein Jesu! weil dirs so beliebet, So stell ich mich auch bei dir ein. Mein herz, das sich dir ganz ergiebet, Soll teine ruh und wohnung sein. O wie gewünscht erscheinst du mir! Denn tod und sünde fleucht vor dir. 9. Jch bringe dir mit vielem kämpfen Mein herz; ach schmück es selber aus! Hilf sünd und widersacher dämpfen, Bewahr dein dir vertrautes haus. Mein glaube hängt und bleibt an dir, Bleib Jesu! bleib doch stets in mir. Mel. Jesu, meines lebens leben. 535, Jeſu! der du meine seele Hast durch deinen bittern tod Aus des teufels finstern höhle Und der schweren sündennoth Kräftiglich herausgerissen, und mich solches lassen wissen Durch dein gnadenreiches wort: Sei und bleib auch jetzt mein hort. 2. Treulich hast du ja gesuchet Die verlornen schäfelein, Als sie liefen wie verfluchet In den höllenpfuhl hinein. Ja, du satansüberwinder! Hast die hochbetrübten fünder So gerufen zu der buß, Daß ich billig kommen muß. 3. Ach! ich bin ein find der sünden, Ach! ich irre weit und breit. Es ist nichts an mir zu finden, 22 338 Von der wahren Buße und Bekehrung Als nur ungerechtigkeit. All mein| retten, Ach! so nimm dich meiner dichten, all mein trachten Heißt an. Du allein, Herr! kannst es mich meinen Gott verachten. Bös- wehren, Daß ich nicht den fluch lich leb ich ganz und gar, Und darf hören: Ihr zu meiner linsehr gottlos immerdar. ken hand Seid von mir noch nie erkannt. 4. Herr! ich muß es ja beken-| nen: Gar nichts gutes wohnt in 10. Du ergründest meine schmermir. Das zwar, was wir wol- zen, Du erkennest meine pein. len nennen, Hat die seele wohl von Es ist nichts in meinem herzen dir: Aber fleisch und blut zu zwin- Als dein herber tod allein. Dies gen, Und das gute zu vollbringen, mein herz mit leid vermenget, Folget noch nicht, wie es soll: Das dein theures blut besprenget, Was ich nicht will, thu ich wohl. So am freuz vergossen ist, Geb ich dir, Herr Jesu Christ! 5. Aber Herr! ich kann nicht wissen, Wie viel meiner fehler sein: Mein gemüth ist ganz zerrissen Durch der sünden schmerz und pein, Und mein herz ist matt von sorgen. Ach! vergieb mir, was verborgen. Rechne nicht die missethat, Die dich, Herr! erzürnet hat. 6. Jesu! du hast weggenommen Meine schulden durch dein blut: Laß es, o erlöser! kommen Meiner seligkeit zu gut: Und die weil du so zerschlagen Hast die sünd am freuz getragen; Ei so mach mich endlich frei, Daß ich ganz dein eigen sei. 7. Will mir auch der höllen schrecken Und des satans graufamkeit Oft die höchste furcht er. weden, und mich führen in den 536. Gojer leben. Sie Mel. Wer nur den lieben Gott. ott! gnad unser streit, Daß ich fast muß unterliegen: Ach so bilf, Herr Jesu! schafft uns siegen. du meine zuversicht! Dein ists, Laß mich ja verzagen nicht. 11. Nun ich weiß, du wirst mir stillen Mein gewissen, das mich nagt; Es wird deine treu erfüllen, Was du selber zugesagt: Daß auf dieser weiten erden Keiner je verloren werden, Sondern ewig leben soll, Dessen herz nur glaubensvoll. 12. Herr! ich gläube, hilf mir schwachen, Laß mich ja verzagen nicht. Du, du kannst mich stärter machen, Wenn mich sünd und tod ansicht. Deiner güte will ich trauen, Bis ich fröhlich werde schauen Dich, Herr Jesu! nach dem streit In der frohen ewigfeit. heil und seelenruh. leben die sünden zu vergeben; Und willig ist dein herz 8. Deine roth gefärbten wun- dazu. Dem dir verschuldeten ge den, Deine nägel, kron und grab, schlecht Schenkst du zum Und der schmerz, den du empfun- neues recht. den, Wenden alle plagen ab. 2. Uns, uns verlorne zu er Deine pein, dein blutig schwißen, retten, Sabst du für uns selbst Deine striemen, schläg und rißen, deinen sohn. Er litt, damit wir Deine marter, angst und stich, Ofriede hätten, Für uns den tod, Herr Jesu! trösten mich. der sünde lohn. D Gott! wit 9. Wenn ich vor gericht soll hast du uns geliebt! Welch ein er treten, Da man nicht entfliehen barmen ausgeübt! kann; Ach! so wollest du mich 3. Dank! ewig dank sei deine 389 und zwar von der im Glauben gesuchten Gnade. treue, Die niemand gnug erhe-| Mel. Komm heiliger geist 2. ben kann! Nun nimmſt du jede 537. Mein Jeſu! liebſter wahre reue Mit noch gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt Und gläubig seinen mittler ehrt. 4. Den, Herr! befreift du von den plagen, Die dem gewissen schrecklich sind; Der kann getrost und freudig sagen: Gott ist für mich; ich bin sein kind! Hier ist der, welcher für mich litt, Und mich noch jetzt bei Gott ver5. D Herr! wie selig ist die feele, Die sich in deiner gnade freut! Ob auch ein äußres glüd ihr fehle; Fehlt ihr doch nicht 2. Ich muß gestehn, daß ich gefehlt, Und der verdammten weg erwählt: Nun komm ich auf dein rufen wieder, Und werfe mich in demuth nieder; Mein Jesu! nimm den sünder an, Der zwar zufriedenheit. Und, Gott! dein viel missethat gethan, Jeßt aber fried ist weit mehr wehrt, Als alles hoch bereuet, Und glaubensalles, was die welt gewährt. sich, Erbarme dich. voll um gnade schreiet. Erbarme 6. Dein friede stärkt zum frohen muthe Das herz, auch in der größten noth; Giebt hoffnung zu dem ewgen gute, Und macht getrost selbst auf den tod. Wer diesen frieden hat, genießt Luft, die des himmels anfang ist. 7. Laß, vater! denn in diesem frieden Auch meine feele freudig ruhn. Auch mir hast du dies glück beschieden; Denn auch für mich genug zu thun, Ward sterbend der am kreuz ein fluch, Der aller trug. Verstoß den nicht, der hier er scheint Mit sünd und missethat beladen: Ach nimm den sünder auf zu gnaden! Verwirf mich nicht, mein trost und heil! Gieb mich der hölle nicht zu theil. Schau, wie das herz nach troste lechzet, Und meine seele nach dir ächzet, Erbarme dich, Erbarme dich.indd 000 schaf, Ich lag im tiefen fünden3. Ich bin ja das verlorne schlaf; Ach! ich bin der verlorne erloschen. Du aber bist der treue groschen, Auf welchem Gottes bild birt, Das auge, das mich suchen wird: Ja, ja du hast mich schon gefunden, und siehest meine ſeeErbarme dich, Erlenwunden. barme dich. 4. Ach heile den, der schmerzlich frank! Ach führe mich den 8. O! laß mich dies im glau- rechten gang, Damit ich, von dir ben fassen, und mich mit starker aufgenommen. Zu deiner gnade zuversicht Auf deine bundestreu möge kommen. Sprich meiner verlassen, Wenn alles wanft, so seele tröstlich zu, Und schenke dem wankt sie nicht. Mit reu und gewissen ruh: Ich falle, Herr! demuth such ich dich. Gieb mir hie vor dir nieder, Versöhn mich den trost: Gott ist für mich. mit dem vater wieder. Erbarme 9. Lobsingend will ich dich erheben, Mich ewig deiner gnade freun, Und deinem dienst mein ganzes leben Im kindlichen gehorsam weihn. Daß, Herr! bei dir vergebung sei, Das mach in deiner furcht mich treu. dich, Erbarme dich. G 5. Ach hirt! nimm aus dem sündenlauf Auch mich mit freuden wieder auf, und bring mich zu der deinen heerde, Die ich im himmel finden werde. Bewahre mich in deinem schap, Und gieb mir pi dar ac22* 1 Noc nid( 340 Von der wahren Buße und Bekehrung bei den engeln plaß. Die sich mit denke doch der alten zeit, Da du dir jeßt höchstens freuen, Wenn den sündern, die gebeugt, Stets mich die sünden herzlich reuen. Erbarme dich, erbarme dich. neue gnad und huld erzeigt. 7. Ach! laß die wohlverdiente strafe Nicht über unsre häupter gehn, Daß wir nicht als verlorne schafe Von deiner hut verlassen stehn. Samml' uns in deinen gnadenschooß, Und mach uns aller plagen los. 8. Steck ein das schwert, das uns soll fressen; Den wür ger laß vorüber gehn. Laß uns das brot in frieden essen, Laß keine solche zeit entstehu, Die uns dein wort so theuer macht, Daß unser herz dabei verschmacht't. An einem öffentlichen Bußtage. Mel. Wer nur den lieben Gott. 538. Wir ir liegen hier zu deinen füßen, Ach Herr von großer güt und treu! Und fühlen, leider! im gewissen, Wie sehr dein zorn entbrennet fet. Das maaß der sünden ist erfüllt, Ach weh uns! wenn du strafen willt. 2. Du bist gerecht, wir alle 9. Gieb fried im land und im sünder: Wie wollen wir vor dir gewissen, Gesunde luft, wohlfeile bestehn? Wir sind die ungerath- zeit, Und laß uns deinen schuß nen finder, Die wege des ver- genießen. Befördre die gerech derbens gehn, Die würdig, daß figkeit. Krön unser feld mit deiuns pest und schwert Und hunger nem gut, Nimm kirch und haus längstens aufgezehrt. in deine hut. 3. Doch vater! denk an deinen namen, Gedenk an deinen lieben sohn. Dein wort ist in ihm ja und amen, Dein eidschwur zeugt sogar davon: Du wollst den tod der fünder nicht: Drum geh mit uns nicht ins gericht. 10. So wollen wir dir opfer bringen, und deine fein mit leib und seel. Es soll dein lob zum himmel dringen; Und dein erlö stes Israel Wird in den friedenshütten schrein: Der Herr soll mein Gott ewig sein. 4. Wir liegen, Herr! vor dir im staube, Und unser herz ist ganz zerknirscht. Uns tröstet ganz Gesuchte Gnade wegen öfteren allein der glaube, Daß du dich Rückfalles in vorige Sünden. noch erbarmen wirst. Ach du haft noch ein vaterherz; Drum Mel. O Gott, du frommer Gott. sich doch jetzt auf unsern schmerz. 539. Wie oft verſprach ich, 5. Der mittler selbst tritt in sünden die mitten, Ach! schaue seine abzustehen, 3u thun, was du wunden an, Die er für unsre befiehlst, Den tugendweg zu gehen: schuld erlitten, Wodurch er dir Doch hat der satan mich mit schon gnug gethan. Ach! laß sein neuer list bestrickt, und deiner blut und seine pein An uns, vaterhuld Aufs neue mich entrückt. Herr! nicht vergeblich sein. 2. Ich kannte dein gebot, Doch hab ichs unterlassen. Mich trieb 6. Ach blut! ach blut von Gottes sohne! Schrei für uns um die fleischeslust Zur breiten hölbarmherzigkeit. Schau, vater! lenstraßen. Ich bin der böse drauf von deinem throne, Und fnecht, Der vieler fireiche werth, und zwar von der im Glauben gesuchten Gnade. 341 Der wohl verdient, was bort fündigte voll unverstand. Das Verdammten widerfährt. Das gute war mir unbekannt. böse wußt ich allzuwohl. blind und toll Macht ich das maaß der sünden voll! Wie 3. Mein blöder sinn fühlt jetzt, Herr! deines grimmes schrecken. Wo flieh ich armer hin? Und was kann mich bedecken? Dieweil dein scharfer pfeil Und strenges richterschwert Von mir schon rache sucht, Und schrecklich auf mich fährt. 3. Trieb mich die zucht zum guten an; Hab ichs doch wider willen Aus furcht der strafe nur gethan, Zum schein es zu erfül4. O Jesu Gottes sohn! Ozu- len. So ging ich hin, so wuchs flucht armer sünder! Du bist der ich auf; So nahm mein schnöder gnadenthron, Der höllen über- lebenslauf An alter, nicht an winder: Komm fjeßt, mein heil, gnade, zu. Die feelenruh Vermein schuß Und zuversicht zu sein. schwand; dies alles sahest du. Komm, still des vaters zorn, Und tritt jetzt mitten ein. 5. Zwar meine schuld ist groß, Die mich vor Gott verklaget: Ich hab ibn oft getäuscht Und beßrung zugesaget; Doch wich ich wieder ab. Sezt steh mir gnädig bei, Daß ich, durch deine kraft, Treu und beständig sei. 6. Wasch mein gewissen rein, Hilf meinem kranken herzen Durch dein verdienst und tod: Befreie mich von schmerzen, Von angst und höllenpein. Halt mich fort gnädiglich mit deiner treuen hand. Herr hilf! Herr, höre mich. Bußgedanken über die Sün den der Jugend. Mel. Allein zu dir Herr Jesu zc. 540. d schäme mich vor deinem thron, Denn du prüfft aller herzen. Verschone mein, o Gottes sohn! Mein, der voll sündenschmerzen. Erbarme dich und nimm mich an. Du bist allein, der helfen kann. Geh ja nicht mit mir ins gericht, Verstoß mich nicht, Weil sonst mein herz vor angst zerbricht. 2. Uch! wenn mein herz zurücke denkt, mit wie viel missethaten Ich dich von jugend auf gekränkt; So kann es sich nicht rathen. Ich 4. Mit trug und lügen deckte ich Des herzens böse tücke. Kein ernstlich dräuen schreckte mich, Es zog mich nichts zurücke. Mein ganzes thun war wider dich; Mein eigen herz verführte mich: Ich brachte sündengräul zu hauf, Mein lebenslauf War ganz verderbt von jugend auf. 5. Die schuld ward mit den jahren groß, Brach aus zu wildem wesen: Gleich wie ein roß, das zügellos, Lief ich zu allem bösen. Ich wuchs an hoffart, üppigkeit, An frechheit, wollust, troß und neid: Und meine schnöde luftbegier 3og mich von dir, Ach Jesu! ach! vergieb es mir. 6. Gedenke nicht der jugendschuld, Des frechen übertreten. Trag ferner noch mit mir geduld, Erbör mein ängstlich beten. Lösch aus, Herr Jesu! durch dein blut, und mache meine schulden gut. Viel mächtiger ist deine gnad, Als meine that, Die dich so oft beleidigt hat. 7. Hilf mir von sünden abzustehn, und durch ein heilig leben Den wahren tugendweg zu gehn; Dir will ich mich ergeben. Ich will durch deines geistes kraft, Der wollen und vollbringen schafft, Voll reu und leid mich dir allein Zum dienste weihn, Ach! laß es ja und amen sein. 1900& blo 2nd- mod Von der wahren Buße und Bekehrung***** 342 Von den Früchten der Buße und geberden. Es soll der alte als: dem guten Vorsatze und der Besserung des Lebens. mensch Durch deine gnadenkraft, und was noch fündlich ist, In mir sein abgeschafft. Mel. Herzlich thut mich verlang. ott lob! nun hab 541. Sott ich wieder Den fünden abgesagt, Der satan liegt darnieder, Der mich bisher verFlagt. Ich bin ein kind der gnaden; Gott nimmt mich wieder an, Daß mir kein fluch nun schaden, Kein zorn mich schrecken kann. 2. Ich will hinfort nicht mehr Nach meinem willen leben. Ich will mich ganz und gar Dir, mei, nem Gott, ergeben. Ach! mache du mich selbst Von welt und sünde rein. Laß unser beider herz Ein herz, ein wille sein. 3. Mein geist soll nun nicht mehr An schnöder erde kleben, Er soll sich, Gott! zu dir, zu deinem himmel eben. Ich will dein tempel sein, Ein reines Gottes haus, In welchem Jesus wohnt; Die sünde soll hinaus. 2. Weicht nur von mir, ihr sünden! Denn euer strick zerreißt. Ich will mich dem verbinden, Der mir sein herze weist. Der mich mit 4. Ich will mein leben nun blut erworben, Der nach so man- Nicht mehr in sünden führen. Ich cher pein Sogar für mich gestor wills mit gottesfurcht und from ben, Soll mein beherrscher sein. mem wandel zieren. Ach Gott! regiere mich. Ach lebe du in mir! und richte mund und herz Und that allein zu dir. 5. Laß mich nun fernerhin Mit mehrer andacht beten, nicht mehr im eitlen sinn Bor dich, mein könig! treten. Ein laulichtes gebet Gefällt. dem höchsten nicht, Wobei allein der Laß deine gnadenband Mir schwa- mund, Und nicht das herze spricht. 3. Nimm alles, was ich habe, Mein Jesu! von mir hin! Mein berz ist eine gabe, Die ich dir schuldig bin. Ich will mit allen frästen In deinem dienste stehn, Mein fleisch ans freuze heften, Auf dich, mein vorbild, sehn. 4. Ich will stets heilig leben; chen stärke geben. Erleuchte den verstand, Und beuge meinen wil len, Daß er dein joch erwählt. Du wollst in mir erfüllen Das, was mir annoch fehlt. 6. Was ich im beichten dir Hinführo werd versprechen, Will ich nicht, wie bisher, Mit vorsag wieder brechen. Ich will gehor samsvoll, Durch dich, in wort und that Bezeugen, was dir herz Und mund versprochen hat. 7. Dein abendmahl soll mich Sm wahren glauben stärken, Daß man die besserung Im leben könne merken. Ach Herr! dein himmelsbrot Und tranf verändre mich, So werd ich himmlisch sein, So leb ich heiliglich. Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. Weil ich ein christe bin, Will 542. So fomm ich denn, mein Gott! Ein ich auch christlich wandeln, Nicht frommer christ zu werden, Zu än- wider meinen Gott Und mein dern herz und sinn, Wort, sitten gewissen handeln. Mein thätig 5. Dein geist wird dies verleihen, Der alles gute schafft; Ich will mich dessen freuen: Er giebet trost und kraft. Laß ihn mein herz verriegeln, So kommt kein böses drein: Laß ihn es dir versiegeln, So werd ich selig sein. Früchten der Buße. 343 und zwar von den christenthum Zeigt sich nun jeder zeit Im glauben, gottesfurcht Und wahrer heiligkeit. deinen sinn, Fall Gott in ren und leid zu fuße, und bleibe nicht mehr, wie vorhin, Als ein ver| 9. Ich will mich auch hinfort lornes sündenkind, Ungöttlich, Nicht mehr der welt gleich stellen, boshaft, weltgesinnt: Noch in gesellschaft mich Den bö- 3. Trag nicht, wie sonst, an sen zugesellen. Nur weg, o welt! nur weg! Ich ändre meinen sinn, Ich will nun nicht mehr sein, Der ich gewesen bin. dem belieben, Was fleischlich, irdisch, weltlich heißt. Nun folge Gottes heilgen trieben, Daß sich dein herz der welt entreißt. Sei nunmehr, als ein Gotteskind, Nur geistlich, himmlisch, fromm gesinnt. 4. Dein frommsein sei kein beuchelwesen, Dein beten nicht scheinheiligkeit. Laß aus den äußern werken lesen, Daß du dein berze Gott geweiht. Vollführe nun, was Gott gefällt, Und haff' das wesen dieser welt: 10. Die fünden will ich nun, Die ich sonst liebte, haffen. Gott, den ich sonst gehaßt, Will ich in lieb' umfassen: Und will die welt zu lust, Pracht, üppigkeiten gebn; Will ich mit feel und leib Zu Christi dienste stehn. 11. Ich will zum gottesdienst Nicht aus gewohnheit gehen; Es soll hinfort aus lust Zu deinem wort geschehen. Nach dem, was ich gehört, Nicht ich mein leben ein: Denn hören und nicht thun Vergrößert straf und pein. 5. Gieb deinem nächsten alles wieder Was ihm betrug und lift entwandt, Ja reinge die befleckten glieder Von sündenschuld; mit deiner hand Thu jedem, auch dem feinde wohl: Sei stets von ich mich dir jeßt Aus herzens- lieb' und sanftmuth voll: grund verpflichte. 12. Ach Jesu! gieb mir kraft, Damit ich treu verrichte, Wozu Ach! ich bin 6. Verwirf beschimpfung, haß ganz verderbt Und sündlicher na- und lügen: Begehr nicht, was tur! Drum mache du mich selbst des nächsten ist. Zeig durch den Zur neuen Freatur. abscheu vor betrügen, Daß du ein 13. So kann ich auch getrost freund der tugend bist. Such In dir einst selig sterben, Und stets in Gottes huld zu ruhn, als ein Gotteskind Dein freuden- Dies heißt bei Christo: buße reich ererben; Da werd ich ganz thun. und gar Vollkommen und verneut, Von sünd und leiden los, In ewigkeit erfreut. 7. So ändre, Jesu! mein gemüthe: So gieb mir einen neuen sinn. So laß mich nun, o höchste güte! Auch buße thun, und reiß Mel. Wer nur den lieben Gott. dahin, Was noch von sünden an 543. Mein schöpfer! lebre mir Hebt, Was deinem willen mich wohl fassen, widerstrebt. Was wahr' und rechte buße sei. Hilf mir die sünde ernstlich has sen, Und laß mich ohne heuchelei Mein leben bessern; dies allein Kann ein beweis der buße sein. 2. Dein theurer sohn befiehlt: thu buße! Das heißt: verändre Izeit lebens sei. 8. Laß michs in meiner seele fränken, Daß ich das eitle so geliebt; Und dir mein herz zur wohnung schenken, Dir, der mir so viel gnade giebt; Auf daß ich so in buß und reu Ein neuer mensch 344 Von der wahren Buße und Bekehrung Mel. Herr Gott! der du erforsch. Und lehre mich bedenken, Wie 544. Saff in mir, Gott! alles leiden dieser zeit nicht werth dort wirst schenken. heilge meine sinnen. Laß mich forthin in ernst und scherz Nichts 6. Ermuntre mich, daß, Herr! sündliches beginnen. Gieb, daß durch dich Mein gram und leid gedanken, werk und wort Stets verschwinde. Dein freud'ger geist lauter sein; gieb, daß hinfort enthalte mich, Daß ich erkenn und Dein geist mein herze rühre, Daß finde, Nichts auf der ganzen welt mir es bleibe recht bewußt, Wie sei werth, Daß sich mein herz hoffart, geiz und fleischeslust Zu- darum verzehrt, Und sich in legt zur hölle führe. schwermuth seßet, Die traurig macht, die glieder frißt, Dem nächsten nur beschwerlich ist, Und dich, mein Gott! verleßet. 2. Herr! gieb mir einen neuen geift, Der dir gewiß vertraue; Auf alles, was bein wort verheißt, Ohn allen zweifel baue: Daß ich getroft und ohne scheu Mich deines treuen beistands freu, Wenn ich aufrichtig handle, Und in dem stande, drein dein rath Mich auf der welt geseßet hat, Treu und unsträflich wandle. 3. Hab ich gleich böses ausgericht, Wollst du den zorn nicht Noch mich von angesicht, Gerechter Gott! verwerfen. Denn meiner sünden straf und schuld Tilgt deines sohnes lieb' und huld, Worauf ich mich verlasse: So daß ich um vergebung fleb, Und, weil ich noch auf erden geh, Die sünde flich und hasse. Beichtlieder. 1. Vor der Beichte. Morgenlied am Tage, da man beichten will. Mel. Aus meines herzens zc. 545. Auf! auf an dieſem morgen, O schwing dich empor, Die seele zu versorgen; Tritt an das licht hervor, Und suche nun einmal Das böse zu verlassen, Die finsterniß zu hassen, Die dir das leben stahl. 2. Bezeuge deine reue, Erkenne deine schuld. Ruf, ächze, seufze, schreie Um Gottes gnad und huld. Verwirf die sicherheit: Laß keine nacht der sünden In deinem herzen finden: Wach auf! noch ist es zeit. 4. Den heilgen geist nimm nicht von mir, Und laß mich seine gaben, Glaub, hoffnung, liebe, für und für In meinem herzen haben. Der geist der weisheit lehre mich Recht kennen, recht verehren dich; Auch laß in allen dingen, In meinem amt, durch ihn allein Den anfang stets gesegnet sein, Das ende wohl gelingen. 5. Und wenn du mir zur bes- 4. Ach! sprich: ich bin in sünferung Viel trübsal zugeschicket; den Empfangen und geborn: So gieb, daß solche züchtigung Mein findsrecht will verschwinMich nicht gar unterdrücket. Komm den, Das erbtheil ist verlorn; felbst, mein Gott! und tröste Den tod hab ich verdient: Dies mich mit deiner hülfe kräftiglich; machen meine thaten. Dod 3. Bisher läßt dich Gott leben und trägt geduld mit dir. Er hat dir frist gegeben, Damit dein herz noch hier Auf wahre bessrung denkt. Drum auf! und thue buße, Fall ihm in reu zu fuße, Weil er noch gnade schenkt. und zwar Beichtlieder vor der Beichte. Gott! du wirst mir rathen, Weil Drum bin ich nicht ausgenommich dein sohn versühnt. 5. Er ist für mich gestorben: Was ich nicht zahlen kann, Hat mir sein blut erworben, Das gnug für mich gethan. Und dies bring ich dir dar; Drum rette mich von 3. Herr! dein wort bleibt unbanden, Weil Christus ausgegebrochen, Das du uns einmal standen, Was mir bestimmet war. geredt. Da du gnadenreich gemen, Noch von deiner gnadenthür Ausgeschlossen: sondern du Willst und wirst mich noch darzu Von den sünden, die mich drücken, Ganz entbinden und erquicken. 6. Mit diesem festen glauben sprochen: Sucht mein antlig mit Tret ich vor deinen thron; Nichts gebet; Darum komm ich auch vor soll mir Jesum rauben. Und Herr! dich, Such' dein antlit, Herr! laß durch deinen sohn Muß ich der- mich Die vergebung meiner füneinst sogar Das ewge leben er den, Leben, trost und gnade finden. ben, Weil er dir bis zum sterben Für mich gehorsam war. 7. Wohlan, ich will bekennen Im beichtstuhl meine sünd, Und mich aufrichtig nennen Ein tief verschuldet kind. Laß deinen guten geist Mein herz mit andacht zieren, Zerknirschen, schlagen, rühren, Daß es in thränen fleußt. 4. Deine handschrift übergebe Ich dir selbst, o treuer Gott! Diese heißt: so wahr ich lebe, Ich will nicht des sünders tod, Sondern daß er sich bekehr Von den fünden, und begehr Mir, als seinem Gott, zu leben; So will ich die schuld vergeben. 345 5. Nun wohlan, du kannst 8. Du hast ja selbst verspro- nicht lügen, Herr! ich halt mich chen, Dein geist verachte nicht an dein wort: Will die knie in Ein herz in reu zerbrochen, Ein demuth biegen, Dir bekennen, flehend angesicht. Ich bitt um treuer hort! Was sich böses an gnad und huld. Ach laß mich die mir findt. Ich bin das verlorne erlangen; Vergieb, was ich be- find, Das, durch satans list vergangen, Und tilge meine schuld.blendet, Deine güter hat ver9. Ich tret in deinem namen schwendet. Jeßt meinen bußtag an. Sprich auf mein beichten: amen! Daß ich mich trösten kann, Du seist mein vater noch, Wenn ich dich kindlich flehe, In deinen wegen gehe. Erhör, erhör mich doch! Mel. Jesu! deine heilge wunden. 546. Du schöpfer aller D du dinge! Höre, höre mein gebet, Das ich jeßo vor dich bringe, Weil mein herz in ängsten steht. Meine sünden drücken mich, Drum komm ich, und suche dich, und bekenne meine sünden; Ach! laß mich doch gnade finden. 2. Herr! du heißest alle kommen, Ladest jedermann zu dir. 6. Nun was soll ich weiter sagen? Ich will nur an meine brust Mit dem armen zöllner schlagen; Weil dir alles wohl bewußt, Was mein böses herz gethan. Sieh mich wieder gnädig an; Ich fall dir in deine arme, Meiner dich, mein Gott! erbarme. 7. Ich verleugne nicht die sünden, Ich verleugne nicht die schuld; Aber laß mich gnade finten, Trage nur mit mir geduld. Alles, was ich schuldig bin, Zahlt mein Jesus, nimm hin, Nimm die zahlung meines bürgen, Der sich ließ für mich erwürgen. 8. Nun, o vater aller gnaden! Schaue dessen leiden an. Meine 346 ndu Von der wahren Buße und Bekehrungle and moe 9.8 Nun ich eile zu genießen, Jesu! deinen leib und blut; Mein so sehr bedrängt gewissen Tröstet dieses höchste gut. Laß mich würbig vor dir stehn, Mich recht schmecken, und jetzt sehn Wie du, Herr! so freundlich denen, Die sich herzlich nach bir sehnen. schuld kann mir nicht schaden, Erdieners munde Dein wort recht hat für mich gnug gethan. Die zu erwägen weiß. Hilf mis in ses ist es, was mich tröst: Durch dieser stunde Den gnadenbund er sein blut bin ich erlöst Und in neuren.midialdea ban seinen tiefen wunden hab ich 5. Laß mich, Herr! nicht leichtfried und ruh gefunden. sinnig sein In bessrung meines lebens: Laß mich dies werk nicht blos zum schein Verrichten, noch vergebens, Daß ich da wieder finge an, Wo ichs zuvor geendet. Ach! wer sich von der sündenbahn Nicht zu der tugend wendet, Der beichtet ganz vergebens. Mel. Es wolle Gott uns gnädig. ben, 547. 6. Den guten vorsaß stärk in mir, Nichts laß mich davon treiAuf daß ich möge für und d will nun in den für In deiner gnade bleiben; beichtstuhl gehn Hilf, daß ich nunmehr wandle Und meine sünden beichten. Gott stets, Im glauben und in liebe, wird in gnaden bei mir stehn, Und durch die kräfte des gebets, Und meine seel erleuchten, Daß Erfüllt mit deinem triebe, Viel sie der sünden schwere schuld Er- gutes schaff auf erden. kenne und bereue, Such' gläubig Gottes gnad und huld, Und sich im geist erneue Zum wahren christenleben. 2. Hast du, mein Gott! das wollen mir Aus gnad und huld gegeben, Daß mich verlangt, hinfort vor dir In frömmigkeit zu leben: So gieb mir auch die kraft darzu, Daß ichs vollbringen möge, Mit freuden deinen willen thu, Und nie zum guten träge, Was du befichlst, verrichte. 3. Ach Herr! du selbst bekehre mich, So werd ich recht befehret, Ich bitte dich berzinniglich Laß mich nicht unerhöret. Ach! stehe mir doch gnädig bei, Verleih mir gnad und stärke. Mach mich von allem zweifel frei In diesem seelenwerke: Dein geist mich unterstüße. 4. Laß mich jeßund aufmerksam sein Auf alle meine worte; Und flöß mir heilge triebe ein An solchem heilgen orte. Gieb, daß ich auch mit allem fleiß Aus deines 2. Nach der Beichte. Mel. Jesu, meines lebens leben. 548. Freu bich, ängstliches gewissen! vergnügt und gutes muths: Denn die handschrift ist zerrissen; Mein erlöser thut mir guts. Laß dein trauren, laß dein weinen, Gott läßt gnade für mich scheinen. Ich bin frei und soll allein Meines Jesu eigen sein. 2. 3war mich drückten meine sünden, Ihr gift nagte mir das herz: Niemand konnte mich verbinden, Niemand linderte den schmerz. Von den zentnerschweren fetten Konnte mich kein mensch erretten: Doch mein Jesus heilte mich, Und nahm alle straf auf fich. 3. Mein verdammliches verbrechen Sollten teufel, höll und tod Unaufhörlich an mir rächen: Jesus aber nimmt die noth, Die mich ewig sollte drücken, Selbst und zwar Beichtlieder nach der Beichte. 347 auf seinen heilgen rücken, Leidet dir, heiland! wohlgefällt, Mich trübfal, noth und pein, Um mich völlig zu befrein. in deinem dienst erhält. 4. Gottes eifer, zorn und plagen, Die mein frevelmuth erregt, Und ich müßte ewig tragen, Sind auf Gottes sohn gelegt, Der mich aus geneigtem willen Läßt mit gnad und segen füllen: Der mir volle gnüge schenkt, Da man ihn mit essig tränkt. 10. Herr! ich will für diese güte, Für so theure gnad und huld, Mit dem treuesten gemüthe, Nach vermögen meine schuld, Dir, mein heiland! gern abtragen, Dir stets lob und ehre sagen. Du sollst ewig und allein meines herzens freude sein. 5. Gottes sohn auf seinen reiMel. Herr Gott! der du erforsch. ſen, Die er auch für mich gethan, 549. M ein Gott! nun Muß sich so mit kummer speisen, bin ich abermal Als man kaum erdenken kann; Von sündenlast befreiet! Nun Schaffet, daß an seinem tische bin ich in der christen zahl Aufs Sich mein geist dereinst erfrische. nene Gott geweihet. Mit was Hier speist seine liebesgluth Mich für worten preis' ich dich, Da du mit seinem fleisch und blut. mich wieder gnädiglich Als dein 6. Ja, er stillt der höllen flu- find angenommen? Auf, meine then, Die des höchsten zorn er- seele! lobe Gott; Wir wollen regt. Durch sein leiden, durch sein nun auf sein gebot zu seinem altar bluten Wird des vaters sinn bekommen. wegt. Um des theuren sohnes willen Seinen fluch nicht zu erfüllen, Den mein abfall doch verdient: So bin ich mit Gott verfühnt. 2. Mein schöpfer! ich bekenne dir, In meinem fleische wohnet Ein böser sündengift, wofür Dein zorn mit strafen lohnet, Ich 7. Treuster Jesu, trost und habe die gerechtigkeit, So dir leben, Meiner seelen bestes theil! gefällt, vor langer zeit In Adam Du bist der mir ruh gegeben, ganz verloren. Zum guten bin Der mein ganz verlornes heil ich taub und blind, Dieweil ich Sammt dem segen wiederbrachte, armes menschenkind In sünden Hilf, daß ich nichts höher achte Weder hier noch ewig bort, Als dich meinen schuß und hort. 8. Nimm mein alles, was ich habe, Zur vergeltung deiner treu: Ists doch dein geschenk und gabe; Billig, daß ich dankbar sei. Richte sinnen und gemüthe Auf den reichthum deiner güte, Daß sonst nichts als deine treu Mir stets im gedächtniß sei. bin geboren. 3. Nun aber bringt dein lieber sohn Mich wiederum zu gnaden. Er kam von seiner gottheit thron, Zu heilen meinen schaden. Durch ihn allein erbarmst du dich, mein treuer water! über mich; Die schuld ist mir erlassen, und ich kann deine gnad hinfort Jm saframent, im geist und wort Mit festem glauben faffen. 4. Dein theurer name sei gepreist, O Jesu meine freude! Was mir dein wort für trost erweist Nach ausgestandnem leide, mein hocherfreutes vormals fast der 9. Tilge meiner sünden menge, Hilf, daß mich kein schneller fall, List und anstoß von dir dränge: Sondern laß mich überall Stets in deinen wegen bleiben, Deinen Das weiß geist mich dazu treiben, Was herz, Das 348 Von der wahren Buße und Bekehrung herbe schmerz Zur bölle binge-| Demselben abzusterben. Gieb, rücket. Die sündenlast war schreck- daß ich als ein glaubensheld lich schwer, Sie quälte mein gewissen Recht kämpfen mag, und mich der sehr, weh dem, den sie drücket! welt Durch deine fraft entreißen; 5. Nun aber ist die schwere last So kann ich nach der bösen zeit Gott lob! hinweg genommen. In der gewünschten ewigkeit Dich Nun darf ich, als ein lieber gast, rath und helfer heißen. Zu meinem schöpfer kommen. Nun hat er mir durch seinen knecht Im himmel schon das bürgerrecht Aus gnaden angetragen. Herr Jesu Christ! deß dank ich dir, Denn alles dies erwarbst du mir Durch Mel. Nun ruhen alle wälder 2c. deinen tod und plagen. err! der mir heil Abendlied an dem Tage, da man zur Beichte und Abendmahl gewesen. 6. Gieb mir nur deinen guten/ 550. und leben An diegeist, Der freudig in mir walte. sem tag gegeben! Dich bet ich Und mich im glauben allermeist kindlich an. Ich bin viel zu geBis an mein end erhalte; Damit ringe Der treue, die ich singe, mein herz in angst und leid Fest Und die du heut an mir gethan. auf dich hofft, und jederzeit Dich 2. Mit dankendem gemüthe fromm und findlich ehret: Une, Freu ich mich deiner güte; Sch trifft mich auch ein kreuzesstand, freue mich in dir. Du giebst mir Geduldig harrt, bis deine hand kraft und stärke, Gedeihn zum Mich deiner hülf gewähret. glaubenswerke, Und schaffst ein reiner herz in mir. 7. Becleih auch, daß ich jeden tag Ein christlich leben führe: 3. Gott! welche ruh der seelen! Daß ich das übel hassen mag, Mit Jesu sich vermählen, Im Daß ich mich prüf und spüre, Wic neuen bunde stehn; Auf deine mein verderbtes fleisch und blut güte hoffen, Im geist den himmel Gar nicht, was recht und christ- offen, Und dort den preis des lich, thut: Herr! hilf mir wider- glaubens sehn. streben. Mein geist verlanget 4. Ich weiß, an wen ich glaube, nichts so sehr, Als daß er möge Und nahe mich im staube, Zu dir, mehr und mehr Nach deinem willen leben. Gott, mein heil! Ich bin der schuld entladen, Ich bin bei dir in gnaden, Und in dem himmel ist mein theil. 8. Jedoch mein fleisch ist träg und schwach, Und lüstert nach den fünden: Es folget oft dem bösen 5. Bedeckt mit deinem segen, nach, Das ich sollt überwinden. Eil ich der ruh entgegen; Dein Ich wünsche, dir recht treu zu name sei gepreist. Mein leben und sein, Doch wirft das fleisch viel mein ende Ist dein; in deine hänhindrung ein, Und unterbricht de Befehl ich, vater! meinen geist. den willen: Drum wollest du, o deinem wort In meinem fleische treuer hort! Die ſündenlust nach Danksagung für die Gnade der Bekehrung. stillen. lein Mein ewiges verderben: Flöß 551. Was für bant, 9. Es sucht der alte mensch al- Mel. O Gott, du frommer Gott. kann ich doch ein, und zwar Beichtlieder nach der Beichte. 349 Herr! dir dafür sagen, Daß du| Gottes sohn! Laß deine kraft mich mich mit geduld So lange zeit gesehen. werther heilger geist! tragen; Da ich in mancher sünd Regier mich allezeit, Daß ich dir Und übertretung lag, Und dich, o diene hier Und dort in ewigkeit. frommer Gott! Erzürnte jeden tag. 2. Sehr große lieb' und gnab erbarmen. Erwiesest du mir armen: fuhr in bosheit fort, Du aber in Ich widerstrebte dir, Und schob die buße auf: Du schobest auf die straf, Daß sie nicht folgte drauf. 3. Daß ich nun bin bekehrt, Hast du allein verrichtet: Du hast des satans reich Und werk in mir vernichtet. Herr! deine güt und treu, Die an die wolken reicht, Hat auch mein steinern herz Gebrochen und erweicht. 4. Selbst konnte ich dich wohl Beleidigen mit sünden: Ich konnte aber nicht Selbst gnade wieder finden. Selbst fallen konnte ich, Und ins verderben gehn: Doch konnt ich selber nicht von meinem fall aufstehn. 5. Du hast mich aufgericht, Und mir den weg gewiesen, Den ich nun wandeln soll, Dafür sei, Herr! gepriesen. Gott sei gelobt, daß ich Die alte sünde haß, Und willig ohne furcht Die todten werke laß. 6. Damit ich aber nicht Aufs neue wieder falle; So gieb mir deinen geist, So lang ich hier noch walle, Der meine schwachheit stärk' Und darin mächtig sei, Und mein gemüthe stets Zu deinem dienst erneu. * 7. Ach leit und führe mich, So lang ich leb' auf erden. Laß mich nicht ohne dich Durch mich geführet werden. Führ ich mich ohne dich, So werd ich bald verführt; Wenn du mich selber führst, Thu ich, was mir gebührt. 8. O Gott, du großer Gott! vater, hör mein flehen! O Jesus, Mel. Nun freut euch liebe christen. 552. Mein heiland! ach du mich! Wie groß sind deine gaben, Die mich von kind auf kräftiglich Zu dir gelocket haben; Wie theuer, Gott! ist deine treu, Die mich beständig, täglich neu Bis diese zeit behütet. 2. O gnade! denn ich bin erwählt In dir zum freudenleben, freude! denn ich bin gezählt 3u deinen edlen reben. Du hast mir schon von ewigkeit Des vaters freudenreich bereit, Da soll ich einst hinkommen. 3. Wie sorgest du für meine seel; Wie kräftig war dein ziehen, Daß ich zu dir, Immanuel! Vor Gottes zorn möcht fliehen. Wie groß war deine gütigkeit, Da du mich aus der sicherheit Z3um himmel rufen lassen. 4. Du hast, mein treuer seelenhirt! Dich meiner stets erbarmet. Ich ging in eitelkeit verirrt: Doch hast du mich umarmet, Mich von den sünden abgeschreckt, Mein herz zur wahren buß erweckt, Daß ich dich wieder suchte. 5. Wie groß ist, Jesu! die geduld, So du mit mir getragen, Hätt'st du mich gleich, nach meiner schuld, Zur höllen hingeschlagen; So bliebest du dennoch gerecht, Ich aber ein verdammter knecht, Den du mit recht verstoßen. 6. Nun aber steht es wohl mit mir, Doch blos durch deine gnade, Und bleib ich nur allzeit an dir, So ist nichts, das mir schade. Ich war der höllen freilich werth; Weil mich der sünden last be Von der wahren Buße und Bekehrung. 350 schwert und fast zu boden drückte. 7. Jedoch mein herz erholet sich Durch diesen theuren glauben, Den du geleget hast in mich: Nun soll mir niemand rauben Das kleinod, das du vorgesteckt; Weil mein herz sich nur darnach streckt, Und erdenlüfte hasset. 8. Ach holder Jesu! bleibe du Stets meiner seelen leben. Sei du nur einzig meine ruh, Laß mich an nichts sonst kleben. Hilf, daß ich dieser argen welt, Der ich mich sonsten gleich gestellt, Von nun an gar absterbe. 9. So fleisches lust als ehr und geld Sind nicht die rechten gaben. Die schäße jener freudenwelt Die können nur recht laben. O eitler tand der eitlen zeit Flieh weg! die schöne ewigkeit Bringt mir die wahren güter. 10. Mein Jesu! dir sei ewig preis Für solche theure gaben. Ach! dies sei täglich meine speis: Wenn ich nur dich kann haben. Hilf, daß ich ringe immerfort, Bis du in deinem freudenort Mich ewig wirst ergeßen. derbte sinn Stets zum verbotnen baume bin. 2. Das fleisch ist schwach, ob gleich der geist Durch deine fraft sich willig weist. Die sünde klebt mir immer an, Und zieht mich von der rechten bahn. 4. Die böse lust regt sich in mir, Und zieht mein herz gar oft von dir. Die liebe zu der eitlen welt Macht, daß mein thun dir oft mißfällt. 5. Ich nehme mir das gute vor, Doch steigt der böse trieb empor: Dann flieh ich, leider! deine zucht, Und höre dein wort ohne frucht. 6. Wie laulich ist nicht mein gebet! Wenn ich, Herr! vor dein antlig tret, Mich mit dem munde zu dir nah: Ist oftermals mein herz nicht da. 7. Ich weiß, ich soll rechtschafsen sein; Doch zeigt sich oft nur bloßer schein. Mein christenthum und glaube hat Nur oft den namen ohne that. 8. Siehst du dies als ein rich ter an, Der herz und nieren prüfen kann; Willst mit mir ins gerichte gehn; So kann ich nicht vor dir bestehn. 9. Ach vater, habe doch geduld! Vergieb der schwachheitsünden schuld. Sieh, was ich selbst nicht merken kann, Um Chrifti willen ja nicht an. 10. Dein blut und tod, mein Von der täglichen Buße Jesu! schafft, Daß, was von der Frommen. Mel. Wenn wir in höchsten nöth. schulden an mir haft, Vor Gott mich nicht verdammen kann; Ich ziehe deine unschuld an. 553. Mein Gott! du allerreinstes licht! Du weißt gar wohl, was mir gebricht, Es ist dir mein betrübter stand Weit besser, als mir felbst, bekannt. 11. Bespreng mich täglich durch dein blut, Und mache meine seh ler gut. Erneur' in mir herz, muth und sinn, Damit ich täglich fröm. mer bin. 12. Laß meinen vorsatz feste stehn Und mich auf guten wegen gehn. Steh mir mit deinem geiste bei, Daß ich ein find des lichtes sei. 13. geist! ermuntre meinen geist, Daß er der welt sich ganz 3. So thu ich denn, was ich entreißt, Mit eifer nach dem himnicht will, Und steh im laufen oft- mel strebt, Und nur in dir alleine mals still. Es lenkt mich der ver- lebt. Von dem wahren Glauben, und zwar 2c. 14. Führt fleisch und blut mich in den streit; So rüste mich mit tapferkeit, Und treibe mich stets fräftig an, ich mich selbst verleugnen kann. 15. Den alten menschen dämpf in mir, Mit neuer kraft den neuen zier. Laß Adam täglich untergehn, Und mich mit Christo auferstehn. finge 351 16. Und endlich führe mich dahin, Wo ich erst recht vollkommen bin. O Gott! da will ich vor dir stehn, Und ewig deinen ruhm erhöhn. Mehrere Bußgesänge stehen unter den Nummern 325. u. f. 580. 648. 746. u. f. 810. 996. II. Von dem wahren Glauben, und zwar 5912 1 Von den Lehren, 554. Wir glauben all' die wir gläuben. alle dinge groß und klein, Den an einen Gott, Schöpfer himmels und der erden, Der sich zum vater gegeben hat, Daß wir seine kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und feel auch wohl bewahren. Allem unfall will er wehren, Kein leid soll uns widerfahren. Er forget für uns, hüt't und wacht, Es steht alles in seiner macht. himmel nebst der erden Aus nichts hat lassen werden: Der auch mich selbst aus lauter gnad Zu seinem dienst erschaffen hat, Mir leib und seel gegeben, Sinn und vernunft darneben. Durch seine weisheit, macht und güt All sein geschöpfe er behüt. Er ist mein vater und mein Gott, Der mir zu hülfe kommt in noth, Mich schüßet und ernähret. 2. Wir gläuben auch an Jesum Christ, Seinen sohn und unsern Herren, Der ewig bei dem 2. Ich gläube auch an Jesum vater ist, Gott von gleicher macht Christ, Der Gott vom vater ewig und ehren. Von Maria der jung- ist; Und denn ein mensch geboren, frauen Ist er wahrer mensch ge- Daß ich nicht würd verloren: Der boren, Durch den heilgen geist mir des vaters huld erwarb, Am empfangen; Für uns, die wir stamm des kreuzes für mich starb, war'n verloren, Am kreuz ge- Fuhr zu der hölle nieder, Stund storben, und vom tod Wied'r auf- auf vom tode wieder: erstanden ist durch Gott. Und, zu vollenden seinen lauf, 3. Wir gläuben an den heil- Fuhr er zum himmelsthron hingen geist, Gott mit vater und dem auf, Von da er kommen wird sohne, Der aller blöden tröster einmal, Zu richten die sehr große heißt; Uns mit gaben zieret schöne: zahl Der lebenden und todten. Die ganze christenheit auf erden Hält in einem sinn gar eben. Hier all' sünd vergeben werden. Das fleisch soll uns wieder leben, Nach diesem elend ist bereit Uns ein leben in ewigkeit: amen. 3. Ich gläub auch an den heilgen geist, Der gleich ist wahrer Gott, und heißt Ein lehrer unsrer sinnen, Der ewig ohn beginnen Vom vater und vom sohn ausgeht: Der den betrübten hier beisteht, Daß sie vergebung 555. hgläub an einen finden All ihrer schuld und fünGott allein, Derden. 352 Von dem wahren Glauben und zwar Ich glaube, daß erhalten werd Dein tod ist die lebensthür, O Ein' allgemeine kirch auf erd, du todesüberwinder! Laß dein Bei der stets sei des geistes gab'. leiden, tod und pein Mein verIch gläub, es werd mein fleisch dienst im glauben sein. vom grab Aufstehn und ewig leben. 8. Tod und hölle sind durch dich, Großer sieger! überwunden, Und durch diesen sieg hab ich Rath im tod und grabe funden. Durch dich werd ich auferstehn, Und getroft zum richter gehn. zen welt: Himmel, 9. Geist vom vater und dem erd und alle werke, Die dein sohn! Leuchte mir mit deinem scheine, Stärke mich von Gottes thron, Wenn mein glaube schwach und kleine. Bet' und seufze selbst in mir, Sprich mir selbst das abba! für. 10. Gieb, daß ich ein wahres glied In der kirche Christi heiße, Daß mich nichts von dir abzieht, Deinen tempel nichts zerreiße, Welchen du, o werther gast! Dir in mir erbauet hast. 11. Tröste mich in buß und reu Mit vergebung meiner sünde. Stehe mir so kräftig bei, Daß für recht ich gnade finde. Wenn mir aller trost zerrinnt, Zeuge, daß ich Gottes find. Mel. 8. Jesus, meine zuversicht. 556. Schöpfer dieser ganwort schuf und erhält, Zeigen gnugsam deine stärke. Alles dies hat deine macht Blos aus nichts hervorgebracht. 2. Alle kreatur ist gut: Gieb, daß ich den mißbrauch meide, Und mein sündlich fleisch und blut Nicht in sünden an ihr weide. Das geschöpfe weise mich, Großer schöpfer! nur auf dich. 3. Ich bin auch dein händewerk, Leib und seel ist dein geschenke: Gieb, daß ich es wohl bemerk, Und mit dank daran gedenke; Daß ich deiner macht vertrau, Und noch ferner auf dich bau. 4. Herr! ich leb' und web' in dir, Laß mich dir zu ehren leben. Du wirst auch noch ferner mir Meines Lebens nothdurft geben. Ich verlasse mich auf dich, Sorge hier und dort für mich. 12. Laß mich denn nach dieser zeit Auf ein andres leben hoffen, Bis des glaubens freudigkeit In dem schauen eingetroffen: Bis, was hier mein glaube weist, Mir dort lauter amen heißt. 5. Mittler, heiland, gnadenthron, Priester, fönig und prophete, Gottes und Marien sohn, Den man an das freuz erhöhte; Gieb, daß dich mein glaube kennt, Und Mel. 8. in wahrheit Jesum nennt. 6. Du, mein theurer Jesu! 557. Mir geboren, mir gestorben. aus dessen herz und munde Laubist Was in Adam ich vermißt, Hast du wiederum erworben. Gieb mir kraft, daß ich forthin Stets dein glied, dein eigen bin. ter gnad und wahrheit fließt, Daß ich auch auf diesem grunde, Als auf felfen, bauen kann; Frische mich zur wahrheit an. 7. Alles heil kommt nur von dir, Heiland aller armen sünder! um ein freudiges Bekenntniß der erkannten Wahrheit. Jesus, meine zuversicht. Gott! der du wahrbaftig bist, Unb 2. Dieses wort bleibt immer wahr: Wer sich einen christen nen von den Lehren, die wir gläuben. 353 net, Und dich doch nicht offenbar| hat? Du bist der geber aller gaVor den menschen hier bekennet; ben; Und immer groß an rath Den bekennet auch dein sohn, und that. Du willst, daß mit Vater! nicht vor deinem thron. gebet und flehn Wir stets auf deine hülfe sehn. 3. Unter seiner Freuzesfahn Hab ich dir die treu geschworen; Hält mein glaube sich nicht dran, Ist die krone schon verloren. Drum laß Jesum nur allein Meines mundes losung sein. Jag 4. Jst mein fleisch und blut verzagt, Will die welt die zunge bindaden, Werd ich hin und her gejagt, Wie ein leichtes rohr von winden: Ist der feind auf mich erbost; Ach! so mache mich getrost. 2. Drum komm ich auch mit meinem beten, O Gott! vor deinen heilgen thron. Wie freudig fann ich vor dich treten! Denn mich vertritt bei dir dein sohn. In ihm hab ich die zuversicht: Mein schwaches flehn verwirfst du nicht. 3. So gieb mir denn, nach deinem willen, Was deinem kinde heilsam ist. Du nur kannst meinen mangel stillen, Weil du des segens quelle bist. Vor allen dingen sorge du Für meines geistes wahre ruh. 15. Fordert man von mir den grund Dessen, was ich hoff' und gläube; Ach! so öffne meinen mund, Daß er bei der wahrheit bleibe, Und ein gut bekenntniß thu: Gieb selbst kraft und muth dazu. 4. Gieb mir beständigkeit im glauben; Laß meine liebe brünstig sein. Will etwas mir dies kleinod rauben; So schränke die versuchung ein, Und stärke mich mit heilgem muth; So sieg ich über fleisch und blut. 5. Bewahr in mir ein gut gea wissen, Ein herz zu dir voll freudigkeit; Ein herz aufs gute stets beflissen, Das sich vor deinem auge scheut. Und fehl ich, Gott! so strafe mich zu meiner beß'rung väterlich. 6. Ein herz, das in beglückten tagen, Ovater! deiner nie vergißt, Ein herz, das unter noth und plagen Vor dir still und demüthig ist; Ein herz, voll zuversicht zu dir Und voll geduld, verleihe mir. 7. Das andre alles wirst du fügen, Du weißt am besten, was mir nüßt; An deiner huld laß ich mir gnügen, Die schwache mächtig 6. David gläubt und redet auch, Beides muß zusammen stehen; Das ist wahrer christen brauch, Die nicht heuchelei begehen. Und davor behüte mich: Denn sie ladet zorn auf sich. 7. Ach! du wirst die kraft verleihn, Daß ich lebe, wie ich gläube; Dieses wird ein zeugniß sein, Daß ich stets in Christo bleibe, Der, als ein getreuer hirt, Mich, sein schaf, erkennen wird. 8. Laß mich bis an meinen tod Meinen Jesum recht bekennen, Und mich in der letzten noth Seines leibes gliedmaß nennen. Leb' und sterb' ich nur auf ihn, Weiß ich, daß ich selig bin. Von der Treu und Beständigkeit in der erkannten Wahrheit. Mel. Wer nur den lieben Gott. 558. Mein Gott! wer kann was gutes haben, Das nicht von dir den ursprung ich dir! Befest ge diesen sinn in mir. unterstüßt. Zufrieden, vater! folg 8. Soll ich auf erden länger leben, so gieb, daß ich dir leben mag. Laß mir den tod vor augen schweben; Und kommt dereinst 23 354 Von dem wahren Glauben und zwar mein sterbetag, So sei mein hin-| stehn. Wenn ihr troß mich gleich gang aus der zeit Ein eingang ansicht, Soll er deines wortes in die ewigkeit. licht, Und den felsenfesten glauben Nie aus meinem herzen rauben. 559, Mel. Kommt, laßt euch den 2c. ott läßt durch sein wort uns lehren, Daß im lesten theil der zeit Satan menschen wird bethören, Von des glaubens richtigkeit Schnöder weise abzustehn, Und den lehren nachzugehn, Die ber lügengeist erdichtet, Und zum seelengift gerichtet. 2. Er zeigt ihnen herrlichkeiten, So die eitle welt besißt, Welche sie gar bald verleiten, Das, was ihren seelen nüßt, Christi evangelium, Und das ächte christenthum, Ja Gott selber zu verlassen, und das eitle zu umfassen. 7. Der mag die welt licb gewinnen, Der, wie Demas, fallen will; Mich bringt nichts zu solchen sinnen; Nein, ich halte bei Gott still. Wer in Christi lehre bleibt, Ist Gott selber einverleibt, Sch will ihn allzeit bekennen, Nichts soll mich von ihm abtrennen. 8. Aber Herr! laß dein erbar men Auch auf die verführten sehn: Leit auch sie mit deinen armen, Daß sie zu der wahrheit gehn, Die du selbst zur seligkeit Allen seelen zubereit't. Ach! bekehr sie, daß sie gläuben, Uno dir ewig treu verbleiben. 3. Gott, ach! wie so unbesonnen Sind die leute dieser art: Von der gläubigen Zuversicht, mit welcher wir Die der hölle zwar entronnen, Da dein sohn ihr heiland ward; Aber ihr verkehrter sinn Stürzt sie wiederum dahin, Daß sie hier auf dieser erden, Dir zur schmach, abtrünnig werden. gläuben. Mel. O Gott, du frommer Gott. 4. Möchten sie doch recht be 560. Herr! ohne glauben kann Dir denken, Der nur hab' am himmel wohlgefallen; Ach darum lege mir theil, Der sich läßt zu Jesu len- Vor andern gaben allen Den wahken, Jhn, ohn welchen sonst kein ren glauben bei: Denn der ist ,, heil, Fest umfaßt, sich ihm ergiebt, wie du weißt, Nicht jedermannes Ihn als weg und wahrheit liebt: ding, Und kommt von deinem geist. Ach! so würden sie von allen, Was du lehrest, nicht abfallen. 2. Laß mich insonderheit, Daß du seist, herzlich gläuben, Und bei 5. Jesus ist der grund im glau- dem, was dein wort Verheißet, ben, Welchen keine macht zerstört, feste bleiben: Daß du dem, der Wenn gleich welt und teufel dich sucht, Stets ein vergelter schnauben, Steht er dennoch un- seist, Und daß ihn deine hand versehrt, Hält uns alle fest, und Aus allen nöthen reißt. macht, Daß man alle wuth ver- 3. Herr! laß mich auf dein lacht. Darum müssen diese fehlen, wort Von ganzem Herzen trauen, Die sich andern grund erwählen. Und stets auf deine treu Und 36. Jch, mein Gott! wills besser wahrheit feste bauen. Gieb, daß machen; Ich will niemals von ich dir in noth, In kreuz und tod dir gehn, Fleißig beten, sorgsam getreu, Und durch des glaubens wachen, Welt und satan wider- fraft Allzeit gehorsam ſei. von ber gläubigen Zuversicht mit welcher wir gläuben. 355 4. Mein Jesu! laß mich dich Jm| unterdrückt zu sein. Doch steigt glauben recht erkennen, Dich mei- er wieder, wenn er fest Sich auf nen Herrn und Gott, Trost, schuß das wort des Herrn verläßt. und heiland nennen. Laß mich im glauben thun, Was mich dein wort gelehrt, Daß dich herz, mund und that Als den erlöser ehrt. 4. Er wird durch Gottes geist vermehrt, und bleibt in trübsal unversehrt: Er geht vielmehr durch spott und schmach Auf schmalem weg' dem heiland nach, Mit dem die seele siegbaft ringt, Und, adlern gleich, sich aufwärts schwingt. 5. Mein könig und prophet! Beherrsche meine seele. Regier und führe mich, Daß ich nur dich erwähle. Du sollst mein könig sein, Dem ich gehorchen will, Mein lehrer und prophet, Deß lehren ich erfüll. 5. Der glaube wird durch freuz gemehrt, Und durch die gluth, wie gold, bewährt. Er ringet, wie dort Jacob that, Als er Gott hielt und brünstig bat; Er läßt nicht ab, bis Gottes geift Ihm beistand, heil und trost erweist. 6. Ich will auch, Herr! an dich, Als hohenpriester, gläuben; Laß, Jesu! dein verdienst Den grund des glaubens bleiben, Daß meine feele sich Hierauf getreu und fest, Als auf mein einzig heil Und wahren trost, verläßt. 6. Beklemmt gleich erst die traurigkeit Das schwache herz in solchem streit; Wird doch die freude hergestellt, So bald der glaube sieg erhält; Die seel genießt in Christo lust, Als kinder an der mutter brust. 7. Uch Jesu! stärke mich In diesem meinen glauben: Laß mir ihn weder tod, Noch welt, noch teufel rauben. Bleib in demselben stets Genau mit mir vereint, Daß ich dein und du mein, O theurer seelenfreund! 7. Ein herz, das solchen glauben hat, Bezeuget ihn durch wort und that. Es weist durch hoffnung, lieb' und treu, Daß es voll heilger triebe sei; Es macht ihn stündlich offenbar, Und reicht im glauben Mel. Vater unser im himmelr. 561. Der glaub ist Gottes tugend dar. und Den ich nicht von mir selber hab. Ein wahn, den fleisch und blut erdicht, Und was des sünders zunge spricht, Ist heuchelei und selbstbetrug, Und rührt nicht von des von des geistes zug. 2. Der wahre glaub' ist Gottes licht, Das, wie der tag, in uns anbricht. Wenn uns das wort des höchsten lehrt, Uns ruft, erleuchtet und bekehrt, Und unser herz zur buße lenkt; Wird uns dies licht von Gott geschenkt. 8. Doch, was nicht aus dem glauben geht, Und nur aus heuchelei entsteht! Zerfället bald, hat nie bestand, Und wird von frommen bald erkannt; Denn wollust, eigennuß und ehr Verräth die gleißner gar zu sehr. 9. Mein Gott! verleih mir, daß ich treu Im glauben und in liebe sei. Blas' auf das tocht, das annoch glimmt, Bevor es gar ein ende nimmt; Im freuzes kampf und legten streit Gieb kraft, muth und beständigkeit. 3. Wenn furcht und eitle lust der welt Das herz bestürmet und Mel. Herr Jesu Christ! du höchst. schwach und klein, Und scheint gar 562. Mein Jeſu! du willst jedermann Durch 23* 008 356 ador michung dual mind nae maig dass Von dem wahren Glauben und zwar buße zu dir wenden. Du fängst den glauben in uns an) Du willst ihn auch vollenden: Mein Herr und Gott! drum bitt ich dich Hilf du mir, und bekehre mich; Ach hilf mir, Herr! zum glauben. 2. Es kann vernunft und eigne fraft Dich, Jesu! nicht erkennen; Dein geist nur giebt die wissenschaft, Dich meinen Herrn zu nennen. Dein wort legt meines glaubens grund, Dein sakrament bestärkt den bund. Herr! gründe meinen glauben. gyl Zur sülle deiner gnaden. Erquide mich: die last ist groß, Doch Jesus macht die fnechte los. Herr! halte mich im glauben. 8. Laß ihn, o Herr! lebendig sein, In Jesu, meinem leben. Entzünd ihn, seines lebens schein In kraft von sich zu geben; Daß er in liebe thätig sei. Behüte mich vor heuchelei. Herr! nähre meinen glauben. 9. So kann kein leid noch trüb sal mir Den trøst der hoffnung rauben. Mich scheidet nichts, mein Gott! von dir; Ich faß im 3. Wenn du die menschen neu wahren glauben, Daß Gottes gebierst In deinem wasserbade, sohn an meiner statt Viel mehr, Herr! Und sie mit deinen gaben zierst als dies erlitten hat. Nach deiner großen gnade: So stärke diesen glauben. zündest du den glauben an, Daß er dein licht erkennen kann. Herr! schaff in mir den glauben. 10. Doch leb' ich darauf nicht allein, Ich will auch darauf ster. ben; Ich soll dein kind im glauben 4. Da wird erst mein verstand sein, Um dort das reich zu erben. verklärt, Dich aller heil zu nen- Auf dieses leben hoff ich nicht, nen. Das leben, welches ewig Auf jenes geht die zuversicht. währt, Ist, Gott und dich erken- Herr! ende meinen glauben. nen. Drum machest du, gerechter knecht! Durch dein erkenntniß uns gerecht. Herr! lehre mich den glauben. 5. Der beifall hält auch alles dies, Was wir hie noch nicht sehen, Für unbetrüglich und gewiß: Es ist, und muß geschehen, Was Gottes wahrheit uns verspricht. Sein wort und bund Mel. Ach Gott vom himmel! sich. gereut ihn nicht. Herr! darauf 563. Gottes Herr bau den glauben. Sefu Chrift! Dag Nicht 6. Dann bringt die fefte zuver- man recht könne gläuben, sicht Den glauben recht zum in des menschen träften ist, Noch leben, Die im vertrauen feste standhaft drinn zu bleiben. Drum spricht: Die schuld ist mir ver- hilf du mir von oben her. Des geben; Mein Gott und Jesus wahren glaubens mich gewähr, liebet mich, Für mich gab mein Und laß mich drinn beharren. erlöser sich. Herr! segne diesen glauben. maurisd 2. Lehr du und unterweise mich, Daß ich den vater kenne: Da ich, o Jesu Christe! dich Den sohn des höchsten nenne: Daß ic 7. Ach ja, mein Gott! ich sünder bin Mühselig und beladen. Ich bin voll reu: wo flieh ich hin? auch ehr den heilgen geist, 3 11. Ich kann und will in dieser zeit Nicht sehn, und doch ver trauen. Dort werd ich meine seligkeit nicht gläuben, sondern schauen. So kämpf und end' ich meinen lauf; Hört dann einst glaub und hoffnung auf, Herr! so hilf mir zum schauen. von der gläubigen Zuversicht, mit welcher wir gläuben. gleich gelobet und gepreist, Als drei in einem wesen. dag du 357 dir allein mich wende, Und nach vollbrachter todesnoth Des glaubens end durch deinen tod, Die seligkeit, erlange. 10. Herr Jesu! der du angezündt Das fünklein in mir schwachen, Das sich vom glauben in mir findt; Du wollst es stärker machen. Was du gefangen an, vollführ Bis an das end, daß dort bei dir Auf glauben folg' das schauen. 3. Laß mich vom großen gnadenheil Das wahr' erkenntniß finden, Wie der nur an dir habe theil, Dem du vergiebst die sünden. Hilf, daß ichs such, wie mirs gebührt: Du bist der weg, der mich recht führt, Die wahrheit und das leben. 4. Gieb, daß ich traue deinem wort, Es wohl ins herze fasse: Daß sich mein glaube immerfort Auf dein verdienst verlasse: Daß Mel. O Gott, du frommer Gott. zur gerechtigkeit mir werd, Wenn 564. Versuchet euch, doch selbst, Ob ihr im glauben stehet? Ob Christus in euch ist? Und ob ihr ihm nachgehet In demuth und geduld? Ob ihr in freundlichkeit und liebe jedermann Zu dienen willig seid? Dein kreuztod zugerechnet. 5. Laß meinen glauben trösten sich Des bluts, so du vergossen: Auf daß in deinen wunden ich Bleib allzeit eingeschlossen; Und durch den glauben auch die welt, Und was dieselb' am höchsten hält, Für koth und unflath achte. 2. Der glaub' ist zwar ein licht In unsrer brust verborgen; Doch bricht sein glanz hervor, Gleich6. Wär auch mein glaube noch wie der helle morgen, Und zeiget so klein, Und daß man ihn kaum kraft und gluth, Macht Christo merke: Wollst du doch in mir gleich gesinnt, Erneuert muth mächtig sein, Daß deine gnad und herz, Und macht zu Gottes mich stärke, Die das zerstoßne find. rohr nicht bricht, Das glimmend tocht auch vollends nicht Auslöschet in den schwachen. 7. Hilf, daß ich stets sorgfältig sei, Den glauben zu behalten, Ein gut gewissen auch dabei: Und daß ich so mög walten, Daß ich 3. Aus Christo schöpft er heil, Gerechtigkeit und leben; Will, was ihm Christus gab, Dem nächsten wieder geben. Weil er in Chrifto reich An gnade worden ist; So preist er solches hoch, Bekennet Jesum Chrift. fei lauter jederzeit Ohn anstoß, 4. Er hofft voll zuversicht Auf mit gerechtigkeit Erfüllt und ihren früchten. das, was Gott zusaget: Drum muß der zweifel fort, Die schwermuth wird verjaget: So folgt dem glauben stets Die sichre hoffnung nach, Die hält im wetter aus, Besteht im ungemach. * 8. Herr! durch den glauben wohn in mir, Laß ihn sich immer stärken, Daß er sei fruchtbar für und für, Und reich an guten werken: Daß er sei thätig durch die lieb', Mit freuden und geduld sich üb', Dem nächsten fort zu dienen, 9. Insonderheit gieb mir die fraft, Daß ich einst bei dem ende leb' eine gute ritterschaft; Zu ihr meint: Drum liebt sie jeder5. Dann steigt die lieb empor, Und die erträgt mit freuden, Was Gott ihr auferlegt; Sie murret nicht im leiden, Und gläubt, daß Gott es gut und heilsam mit 358 moduly Von dem wahren Glauben und zwar d der schein In helle strahlen aus. Du bist mein licht, darum Er leucht mein herzenshaus. mann, Sowohl den freund als feind. 6. Gott schenkt uns seinen sohn, Da wir noch feinde waren, Sest liebe gegen haß, und läßt Mel. Sei lob und ehr dem höchst. an wen uns gnad erfahren, die wir doch 565. Ich weiß glaub i mein der fich glaub erkannt, So wird die lieb' hält: Kein feind soll mir ihn rauentzündt Und zorn und haß ver- ben. Als bürger einer bessern welt, bannt. Leb ich hier nur im glauben. Dort 7. Und wie uns Gott geliebt, schau ich, was ich hier geglaubt. So lieben wir die brüder: Wir Wer ist, der mir mein erbtheil geben, flucht man uns, Den segen raubt? Es ruht in Jesu händen. dafür wieder, Das leben für den tod: Bei schimpf, bei spott und hohn Getrösten wir uns stets Der ewgen ehrenkron. 8. Läßt Gott uns schweres freuz Zur glaubensprobe tragen; Durch deinen schild werd ich beDer glaube bringt geduld, Er- deckt: Was kann mir denn nun leichtert alle plagen. Statt mur- schaden? ren und verdruß Wird das gebet erweckt; Der glaube weiß, daß Gott Der noth ein ziel gesteckt. 2. Mein leben ist ein kurzer streit, Lang ist der tag des sieges. Jch kämpfe für die ewigkeit. Er wünschter lohn des frieges! Der du für mich den tod geschmeckt! 9. Man lernet auch dadurch Sein elend recht verstehen; Merkt Gottes güt und treu; Hält an mit bitten, flehen; Verzaget an sich selbst, Erkennet sich für nichts, Sucht blos in Christo kraft, Im ursprung alles lichts: 3. Herr! du bist mein ganzer ruhm, Mein trost in diesem leben, In jener welt mein eigenthum; Du hast dich mir gegeben. Von fern lacht mir dein kleinod zu. Drum eile ich ihm freudig zu. Du reichst mir meine frone. 10. Hält sich an sein verdienst, Erlanget geist und stärke In solcher zuversicht, Zur übung guter werte; Steht ab vom eigensinn, Flieht die vermeffenbeit, Bleibt bei der gottesfurcht In glück und leidenszeit. 4. Herr! lenke meines geistes blick Von dieser welt getümmel Auf dich, auf meiner seele glüd, Auf ewigkeit und himmel. Die welt mit ihrer herrlichkeit Ver geht und währt nur kurze zeit: Im himmel sei mein wandel! 11. So prüfe dich denn wohl: Ob Christus in dir lebet? Denn Chrifti leben ist Wornach der glaube strebet. Erst machet er gerecht, Dann heilig, treibt sodann ( Ach spürst du seinen trieb?) 3u guten werken an. 5. Jeht da mich dieser leib be schwert, mir noch nicht erschie. nen, Wajene beßre welt ger währt, Wo wir Gott heilig die nen. Dann, wenn mein auge nicht mehr weint, Und mein er lösungstag erscheint, Dann werd ichs froh empfinden. 6. Jm dunkeln seh ich hier mein heil; Dort ist mein antlig 12. Herr! laß sich doch in mir heiter. Hier fühl ich sünde noch Den wahren glauben mehren; zum theil; Dort fühl ich sie nicht So werde ich dich auch In guten weiter. Hier ist mein werth mi werken ehren. Wo licht ist, bricht noch verhüllt; Dort wird er sicht von der gläubigen Zuversicht, mit welcher wir gläuben. bar, wenn dein bild Mich, Gott! vollkommen schmücket. 7. Zu diesem glück bin ich erkauft, Herr! durch deine leiden. Auf deinen tod bin ich getauft; Wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine hand. Herr! du bist mir, ich dir bekannt. Mein sind des himmels freuden. 6. Herr Jesu! sieh mich an, Wie du ansahst in gnaden Das Kananäsche weib, Wenn ich mit kreuz beladen, Wenn alles mich verklagt; Vertritt mich selbst bei 8. Wie groß ist meine herrlich- Gott: So wird mein schwaches feit! Empfinde sie, o feele! Vom licht Des glaubens nicht zu spott. tand der erde unentweiht Erhebe Gott! o scele! Der erde glänzend nichts vergeht: Nur des gerechten ruhm besteht Durch alle ewigkeiten. 7. Wie du, barmherziger! Für Petrum hast gebeten, Daß er nicht ganz und gar Vom glauben möchte treten; So bitt auch nun für mich, Der du mein mittler bist: Wie dies mein flehen sucht, Und mir ersprießlich ist. täglich auf, Daß, wenn sich prüfung findet, Ich wohl gerüstet sei und durch des glaubens kraft Mein stets gestärkter geist Ueb' gute ritterschaft. 566. Herr, allerdir alle und merk jetzt auf mein fleben; Mel. O Gott, du frommer Gott. allerhöchster 8. Erhöre mein Gott! Von gaben, Und was uns nüßlich ist, Was meine seele wünscht, Laß, Durch flehn und bitten haben: Jesu! bald geschehen: Daß sie Ich fünder klage dir, Daß leider! die seligkeit, Des glaubens ziel, ich nicht kann Dich, wie ich gerne erlangt, Und dort sodann bei dir will, Im glauben beten an. In frohem schauen prangt. 2. Ich glaube freilich wohl, Doch nur mit schwachem glauben; Und diesen will mir noch Darzu der satan rauben. In solcher noth, mein Gott! Flieh ich zu dir allein, Und traue fest, du wirst Mein treuer helfer sein. 3. Ach! eil' und reiche mir, Herr! deine gnadenhände. Hilf meiner schwachheit auf, Mir kraft von oben sende. Ist schon mein glaube schwach, Und, als ein senfforn, flein; So laß ihn doch bei mir In stetem wachsthum sein. 4. Ich bin zwar schwach, doch sei Der glaub' in mir geschäftig, Und deine stärk und kraft Sei in mir schwachen kräftig. Ach zieh mich doch zu dir, Herr meine zuversicht! Und mehre selbst in mir Des wahren glaubens licht. 5. O Gott! der du in mir Dies fünklein angezündet, Ach blas' es Mel. Jesu! deine heilge wunden. 567. Liebe, die nicht aus. hebt, was schwach, empor. Seine hand will nicht zerbrechen Das zerstoßne glaubensrohr. Seine buld verschmähet nicht meines glaubens schwaches licht, Das nur cinem töchtlein gleichet, Das kaum glimmt und fast erbleichet. 2. Ob ich gleich mit Petro sinke; Beut mir Jesus doch die hand, Giebt mir holde liebeswinke, Stärket meinen schwachen stand. Wie ein vaterherz gesinnt Gegen sein noch kleines find: So trägt er auch mit erbarmen Schwache kinder auf den armen. 3. Beut mein hirte nicht den rücken Seinem schwachen schafe an? Kranke seelen zu erquicken, Tritt er auf die todesbahn. 360 Von dem wahren Glauben und zwar Selbst die höchste kraft ver- pein mich auf der welt umgeben; schmacht't, Da er ruft: es ist voll- So laß mich treu im glauben sein. bracht! Daß ich schwacher möge Im glauben laß mich sterben: siegen In den letzten todeszügen. Wenn sich mein lauf beschließt, 4. Jesu, stärk und kraft der Laß mich das leben erben, Das schwachen! Stärke mich, denn mir verheißen ist. Nimm mich ich bin schwach. Du, du kannst in deine hände Bei leb- und mich stärker machen, Höre doch sterbenszeit; So ist des glaubens mein seufzend ach! Hebe du das ende Der seelen seligkeit. schwache rohr Meines glaubens selbst empor, Daß es, bei dem Mel. Wer nur den lieben Gott. sturm der winde, Schuß an deiner seite finde. 5. Feuchte mit dem gnadenöle Meines glaubens töchtlein an, Das nur glimmt in meiner feele, Auf der dunklen todesbahn. Stehe mir, o allmacht! bei, Daß ich stark in schwachheit sei, Daß ich dich, bis ich erkalte, Fest mit schwachen händen halte. 569. Ich ch habe nun den grund gefunden Der meiner hoffnung anker hält! Wo anders, als in Jesu wunden? Da lag er vor der zeit der welt: Ein grund, der unbeweglich steht, Wenn erd und himmel untergeht. 2. Es ist das ewige erbarmen, Das alles denken übersteigt: Es sind die offnen liebesarmen Deß, der sich zu den fündern neigt, so wahr ich lebe, Mel. Nun lob', mein seel! den 2c. weiß, an ich 568. gläube! Mein Ze- spricht: Ich will den tød des fünders nicht. sus ist des glaubens grund, Bei dessen wort ich bleibe, Und das be- 3. Wir sollen nicht verloren kennet herz und mund. Vernunft werden, Gott will, uns soll gekann hier nichts sagen, Sie sei holfen sein: Deswegen kam der auch noch so klug. Wer fleisch und sohn auf erden, Und nahm herblut will fragen, Der fällt in nach den himmel ein. Deswegen selbstbetrug. Ich folg in glau- flopft er für und für So stark benslehren Der heilgen schrift al- an unsers herzens thür. lein; Was diese mich läßt hören, 4. O abgrund, welcher alle sünMuß unbetrüglich sein. den Durch Christi tod verschlun2. Herr! stärke mir den glau- gen hat; Das heißt die wunden ben: Denn satan trachtet nacht recht verbinden, Da findet kein und tag, Wie er dies kleinod verdammen statt; Weil Christi rauben Und um mein heil mich blut beständig schreit: Barmherbringen mag. Wenn deine huld zigkeit! barmherzigkeit! mich führet, So werd ich sicher gehn; Wenn mich dein geist regieret, Wirds selig um mich stehn. Ach segne mein vertrauen Und bleib mit mir vereint, So laß ich mir nicht grauen, Und fürchte keinen feind. 5. Darein will ich mich gläubig senken, Darauf will ich getrost vertraun: Und wenn mich meine sünden fränken, Nur bald nach Gottes herzen schaun; Da findet sich zu aller zeit Unendliche barmherzigkeit. 3. Laß mich im glauben leben, Soll auch verfolgung, angst und 6. Wird alles andre weggerissen, Was seel und leib erquicken 361 von der gläubigen Zuversicht, mit welcher wir gläuben. kann; Soll ich von anderm trost schwer, Es drückt den matten geist leiden an Scheint die errettung brechen. Gedenke, daß du piese noch so weit: So bleibt mir doch last Darum für mich getragen barmherzigkeit. Te abim bast, Daß Gott nicht möchte rä chen, Was meine missethat verschuldt; Vielmehr, daß seine gnad und huld Mir würde wiederum zu theil. Mach mich durch deine wunden heil, Herr Jesu Christ:,: und für mich bitt, Wenn satan wider mich auftritt. 7. Beginnt das irdische zu drücken, Und häuft sich kummer und verdruß, Daß ich mich noch in vielen stücken mit eitlen dingen plagen muß: Ja werd ich oft mals sehr zerstreut: So hoff ich auf barmherzigkeit. 8. Muß ich an meinen besten werken, In welchen ich beschäftigt bin, Viel unvollkommenheit bemerken: So fällt zwar alles rühmen hin, Doch ist auch dieser troft bereit: Mein glaube hofft barmherzigkeit. 9. Es gehe nur nach dessen willen, Bei dem so viel erbarmen ist. Er wolle selbst mein herze stillen, Damit es ihn nur nicht vergißt; So stehet es in lieb' und leid In, durch und auf barmherzigkeit. 3. Zu dir steht meine zuversicht; Sonst weiß ich keinen helfer nicht, Als dich, o arzt der fünder! All andre helfer sind zu schlecht: Du bist allein vor Gott gerecht, Des todes überwinder, Die freistadt und der sichre ort, Das feste schloß, der schild und hort, Der mittler und der gnadenthron, Des vaters berz und liebster sohn, Herr Jesu Christ:: das gläube ich: In solchem glauben stärke mich. 10. Bei diesem grunde will ich bleiben, So lange mich die erde trägt. Dies will ich denken, thun und treiben, So lange sich ein glied bewegt: So sing ich ein stens höchsterfreut: O abgrund der barmherzigkeit! 26 4. Ach! komm und mache mich bereit; So trag ich künftig jederzeit Dein joch, die sanfte bürde; Darunter find ich fried und ruh, Da nehm ich stets im guten zu. Wenn ich da müde würde, Weil meine schwachheit dir bekannt, So hilf du mir mit deiner hand Doch immer wieder gnädig auf, Hilf, so vollend ich meinen lauf. Herr Jesu Christ:,: durch dich komme ich, Der allein Kann ich hier und dort du so treu und liebreich mich Zu selig sein. dir hast heißen kommen. Mich Mel. Herzlich lieb hab ich dich ic. 570. 3" u dir, Herr Jesu! drücket meiner fünden last, Sie Mel. Herzlich thut mich verlang. läßt mir weder ruh noch raft: 571. Gott lob! ich bin im glauben, Wird sie mir nicht benommen, So muß ich unter ihr vergehn. mir schaden thun, Wenn höll und Ich kann ja nicht vor Gott be satan schnauben, So kann ich stehn, Vor dem die himmel selbst sicher ruhn. Mich schrecket fein nicht rein, Ich müßt ein tind des getümmel, Kein fall, der sonst todes sein. Herr Jesu Christ:,: verlegt. Mein wandel ist im himmein trost und licht! Erquicke mel, Mein glaub' ist fest geseßt. mich und laß mich nicht. 2. Fragt jemand nach dem 2. Das sündenjoch ist mir zu! grunde; Dem bin ich allezeit Mit 362 Von dem wahren Glauben. herzen und mit munde Zur rechen-| Mel. Wer nur den lieben Gott. schaft bereit. Der grund, auf den ich baue, Ist Christus ganz allein: Und weil ich dem vertraue, So muß ich selig sein. 572. Ich bin gewiß in mei. nem glauben, Als der mich Christo einverleibt. Wer kann mir dieses kleinod rauben, Das mir sein blut und tod verschreibt? Sein theures wort bekräftigt dies, Drum sagt mein glaub': ich bin gewiß. 2. Ich bin gewiß in meiner liebe, Die fest an meinem Jesu klebt: Daß, weil ich mich im glauben übe, Mein Jesus in dem Herzen lebt. Shn lieben ist mein paradies, Er liebet mich, ich bin gewiß. 3. Ich bin gewiß in meinem leben, Daß Jesu gnade bei mir ist, Die hilft mir allen kummer 5. Drum will ich nimmer wan- heben. Wenn sich mein herz an ken, Mein heiland, halte mich! seines schließt, So acht ich keiner Bleib du mir in gedanken, Wenn hinderniß. Gott sorgt für mich, furcht und schrecken sich Zu mei- ich bin gewiß. nem fall verbinden, Wenn die verfolgung blißt, Gefahr und noth sich finden, Und sich die höll erhißt. 6. Wenn ich sodann am schwächsten, Wiewohl nicht trostlos, bin; So sei du mir am nächsten, Und stärke meinen sinn, Daß ich dabei gelassen Voll geist und muthes sei, Mich als ein christ zu fassen; Hilf, Herr! und steh mir bei. 5. Ich bin gemiß in meinem hoffen. Was gegenwärtig ist, ver geht; Mein fünftig erbtheil steht mir offen, Wohin sich auch mein geist erhöht. Die hoffnung macht die wermuth süß, Weil sie stets singt: ich bin gewiß. 7. Ich will dich feste halten, Wenn trübsalshiße sticht. Und werd ich auch erkalten, So laß ich dich doch nicht. Dein geist 6. Ich bin gewiß in meinem spricht meinem geiste Trost und sterben, Daß mich der tod nicht erquickung ein; Herr! stärke mich tödten kann. Nach ihm macht und leiste Mir kraft, dir treu zu sein. 3. Auf mein verdienst und werke Vertrau und bau ich nicht. Im Herren hab ich stärke und feste zuversicht. War ich sehr tief verschuldet, In große noth gebracht; Er hat die straf erduldet Und mich gerecht gemacht. 4. Dies bleibet meine freude, Wenn ich in ängsten bin, Mein trost in allem leide. Reißt auch der tod mich hin; So laß ich mir nicht grauen, Dieweil mein glaube spricht: Geh, eile Gott zu schauen; Dein hoffen trüget nicht. 4. Ich bin gewiß in meinem leiden: Kein engel und fein fürstenthum Mag mich von meinem Jesu scheiden, Er ist mein heil, mein theil, mein ruhm: So schadet mir kein schlangenbiß, Geduld sagt doch: ich bin gewiß. mich mein Gott zum erben Von dem beglückten Kanaan. Ein ander leben folgt auf dies: Mein Jesus lebt, ich bin gewiß. 8. Nun, Herr! du giebst den willen, Verleihe mir zugleich Auch kräfte zum erfüllen; So 7. Ich bin gewiß, so soll es heibin ich ewig reich. Drum reiche Ben, Bis aus dem glauben schauen mir die hände, So bleib ich un- wird. Es soll mich nichts von verleßt, Und bis zum lebensende Jesu reißen, Ich bin sein schaf, er Im glauben fest geseßt. ist mein hirt. In ewigkeit folgt Von dem heiligen Leben und Wandel. 363 hier kein riß, Die losung bleibt:| Herr, meine stärke! halte mich, ich bin gewiß. Sonst sink und fall ich ohne dich. Mel. Wer nur den lieben Gott. 573. De es glaubens ziel einst zu erreichen, Ist stets mein eifriges bemühn. Doch soll mein eifer, Herr! nicht weichen, mußt du mich selber nach dir ziehn; Denn fleisch und blut ist gar zu schwach: Wenns schwer hergeht, so giebt es nach. 2. Herr! stärke selbst die müden hände, Ermuntre selbst die müden knie: Sonst fehlet leicht am letzten ende Die lange zeit gehabte müh. 3. Doch nein, ich weiß, du läßt nicht fallen Den, der auf dich, mein vater! traut. Selbst satan muß zurücke prallen, Wenn er den stärkern bei uns schaut. Ich weiche keines fußes breit, Sch weiß, der sieg folgt auf den streit. 4. Mein auge blicket nach dem ziele, Mein fuß eilt schon dem zwecke zu. Und ob ich auch aus schwachheit fiele, Getreuer helfer! so wirst du mir schwachem den. noch gnädig sein, Und mir des glaubens ziel verleihn. III. Von dem heiligen Leben und Wandel, und zwar Von dem wahren Christenthume. Mel. Es wolle Gott uns gnädig. 4. Du kennst, o Gott! der men574, Ber ewahre mich, Herr! schen herz, und liebst, die redlich daß der wahn Nie mein gemüth bethöre, Als wär es schon genug gethan, Wenn dir nur äußre ehre Der mensch, dein unterthan, erweist. Erinnre mein gewissen, Wie in der wahrheit und im geist Die dich verehren müssen, Die dir gefallen wollen. handeln. D! laß, in freude und in schmerz, Mich richtig vor dir wandeln. Dein wille sei mein augenmerk, Hilf mir selbst ihn vollbringen! Durch dich muß jedes gute werk Dem glücklich noch gelingen, Der teine hülfe suchet. 5. Doch, wenn ich aus unwissen2. Die kommen nicht ins him- heit Und übereilung fehle: So thu melreich, Die nur Herr! Herr! an mir barmherzigkeit, Und richte hie sagen, Und nicht mit wahrem meine seele Durch deine gnade auf ernst zugleich Der heiligung nach- vom fall. Erhalt mich bei dem jagen. Nur die, die deinen wil- einen, Daß ich dich fürchte überall, len thun, Läßt du als deine kin- Bis ich einst mit den deinen Dir der, Gott! im ewgen frieden ohne fehltritt diene. ruhn; Wenn heuchlerische sünder Von dir verstoßen werden. Mel. Liebster Jesu! wir sind hier. 3. Drum laß mich doch vom 575. Unverfälschtes chri glauben nie Ein heilig leben trenstenthum! Wie nen; Mich nicht für Jesu jünger bist du so selten worden! Wo ist hie Bloß äußerlich bekennen. Gieb, dein gepries'ner ruhm Unter undaß mein glaube thätig sei, Und serm christenorden? Christen köntugendfrüchte bringe; Daß ich, nen auf der erden 3war genug vom sündendienste frei, Mit eifer gezählet werden: darnach ringe, Im guten zuzunehmen. 2. Aber ach! die christenheit Führet meistens nur den namen. 364 Von dem heiligen Leben und Wandel Die sind sparsam ausgestreut,| schein. Du bringest alles an den Die, als Gottes reiner saamen, tag, Was noch so tief verborgen Christum ehren, Christum lieben, lag. Sich in seinem willen üben. 2. Laß mich in meinem christen3. Liebster Jesu! der du mich thume Die heuchelei von herzen Selber durch dein blut erkaufet, fliehn. Es dienet mir zu keinem Und auf dessen namen ich Läng- ruhme, Wenn ich den gräbern stens als ein christ getaufet; Laß ähnlich bin, Die man von außen mich deinen geist regieren, Sol- schön geschmückt, Von innen doch chen namen recht zu führen. voll asch' erblickt. 4. Laß mich meiner taufe bund 3. Die frömmigkeit liebt kein Immerdar mit ernst betrachten. verstellen, Sie braucht der falLaß mich doch von herzensgrund schen schminke nicht. Die sich den Satan, welt und fleisch verachten, heuchlern zugesellen, Vermeiden Und mich immer treulich üben, Gott und menschen recht zu lieben. gern der wahrheit licht. Wer ein rechtschaffnes wesen hat, Beweist es auch in wort und that. 4. Ach laß mich deiner ja nicht spotten, Denn solches thut ein heuchelchrift. Du dräuest, alles auszurotten, Was ein geschminktes wesen ist. Wer böse ist, der bleibet nicht Vor deinem hellen angesicht. 5. Laß mich, Herr! den schmalen weg Durch die enge pførte gehen. Laß auf deines wortes steg Herz und augen ernstlich sehen. Gieb geduld in freuz und leiden, Daß sie mich nie von dir scheiden. 6. Jesu! komm, vermähle dich Gnadenvoll mit meiner seelen. Laß durch wahren glauben mich Dich zum bräutigam erwählen, Stets in deiner liebe brennen, Keine trübsal von dir trennen. 7. Gieb mir kraft in dieser welt Als ein wahrer christ zu leben: Laß mich dann, wenn dirs gefällt, Christlich meinen geist aufgeben, Auch im himmel zu den frommen Und verklärten christen kommen. 5. Laß mich nicht in schafskleidern gehen, Und äußerlich voll beiligkeit, Von innen wölfen ähnlich stehen, Die grausam und voll wuth und neid: Denn dieses ist nur Judas art, Der küssend ein verräther ward, 6. Bekenn ich dich mit meinem munde; So laß es auch von herzen gehn, Und mich in deinem gnadenbunde Durch frommen wandel feste stehn, Daß keine falsch. heit mich bethört, Noch in der einfalt Christi stört. 7. Was hilft es, vor den menschen prangen, Vor Gottes augen häßlich sein? Soll ich den wahren schmuck erlangen, So fleide mich in tugend ein, Die Mel. Wer nur den lieben Gott. ungefärbt und lauter ist: Die 576. Mein Gott! bu prü- liebet nur ein wahrer christ. herz und nie- 8. So giebt mir auch ein gut du ren, Du siehest die gedanken ein, gewissen Im freuze wahre freuDu weißt, was wir im Sinne digkeit, Und wenn sich einst die führen, Und hasfest allen falschen augen schließen, Bin ich von 8. Freudig laß ich glück und ruhm, Ehre, lust und pracht der erden; Kann ich nur dein eigenthum Dort vor deinem throne werden, Wo die theuren lebens kronen Wahrer christen fleiß belohnen. und zwar von dem wahren Christenthume. 365 sünden angst befreit. Mein tod lich reden, thun und lachen befördert mich dahin, Wo ich Schwächt den geist und macht ihn vollkommen selig bin. matt. Unter Christi kreuzesfahn Geht es nun und nimmer an, Mit verwegnem, rohen herzen Sicher leben, sicher scherzen. Bauet 7. lebt euch, furcht vor Gott zu tragen; Denn er kann mit leib nicht, wie freche sünder, Nur auf und geist Euch zur hölle niederdiese kurze zeit; Sondern schauet schlagen; Er ist, der auch gnad über euch, Ninget nach dem himmelreich, Und bemühet euch auf erden, Wie ihr möget selig wererweist, Und dem, der sich zu ihm lenkt, Wollen und vollbringen schenkt. O! so laßt uns zu ihm gehen, Ihn um gnade anzuflehen. den. 8. Und dann tödtet eure glieder, Die des fleisches lust erregt. Kämpfet stets mit ernst dawider, Bis dem fleisch die macht gelegt. Schont der liebsten neigung nicht, Uebet auch die schwerste pflicht, Und denkt oft an Christi worte: Dringet durch die enge pforte. 9. Ich will zittern vor der sünde, Und dabei auf Jesum sehn, Bis ich seinen beistand finde, In der gnade zu bestehn. Ach! mein heiland! geh doch nicht mit mir Gieb mir armen ins gericht. deines geistes waffen, Meine seligkeit zu schaffen. Mel. Sesu! deine heilge wunden. ( chaffet doch, ihr menschenfinder! 801 577. Tudma Schaffet eure seligkeit. 2. Daß nun dieses mag geschehen, Müßt ihr nicht nach fleisch und blut Und nach dessen neigung gehen: Nein, was Jesus will und thut, Das muß einzig und allein Eures lebens richtschnur sein; Es mag fleisch und blut in allem Ulebel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt ursach zu erkennen, Daß in euch noch sünde steckt; Daß ihr fleisch vom fleisch zu nennen, Daß euch elend ganz bedeckt; Und daß Gottes gnadenkraft In euch alles gute schafft; Ja daß, ohne seine gnade, In euch bleib der seelenschade. 4. Selig, wer im glauben 10. Amen! es geschehe, amen! kämpfet, Selig, wer im kampf Gott versiegle dies in mir, Daß besteht, Und die sünde in sich ich so in Jesu namen Meinen dämpfet; Selig, wer die welt ver- glaubenskampf vollführ. Jesus schmäht. Unter Christi freuzes- gebe kraft und stärk, Und regiere schmach Jaget man dem frieden selbst das werk, Daß ich wache, nach. Wer den himmel will er- bete, ringe, Und also zu himmel erben, Muß zuvor mit Christo dringe. sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich Mel. Liebster Jesu! wir sind hier. ringen, Sondern träg und lässig ſein, Böse neigung zu bezwingen; So fällt eure hoffnung ein. Ohne tapfern streit und krieg Folget niemals rechter sieg. Wahren siegern wird die krone Nur zum beigelegten lohne. 578. Glaube, liebe, hoffe nung sind Der wahrhafte schmuck der christen: Hiemit muß ein Gotteskind Sich bestreben auszurüsten. Wo man Gott will eifrig dienen, Da muß dieses kleeblatt grünen. 6. Sich in sünden luftig machen, 2. Glaube liegt als erster stein Hat bei christen keine statt. Fleisch- Allem christenthum zum grunde, 366 Von dem heiligen Leben und Wandel. Sieht auf Jesum nur allein, doch nicht verzagen: Den rechten Und bekennt mit herz und munte, glauben, Herr! ich mein', Den Sich zu seines geistes lehren, wollest du mir geben, Dir zu Läßt sich nicht durch irrthum leben, Dem nächsten nüß zu sein, stören. Dein wort zu halten eben. 3. Liebe muß des glaubens frucht Gott und auch dem nächsten zeigen, Unterwirft sich Christi zucht, Und giebt sich ihm ganz zu eigen, Lässet sich in allem leiden Nicht von ihrem Jesu scheiden. 4. Hoffnung macht der liebe muth, Alle noth zu überwinden. Sie kann in der trübsalsfluth Shren anker feste gründen. Sie kann alles uns versüßen, Was wir hier erdulden müssen. 5. Jesu, du mein Herr und Gott! Ach! bewahr in mir den glauben: Mache du den feind zu spott, Der dies kleinod denkt zu rauben. Laß das schwache rohr nicht brechen Und ein glimmend tocht nicht schwächen. 6. Mache meine liebe rein, Daß sie nicht im schein bestehe. Flöß mir kraft des geistes ein, Daß sie mir von herzen gehe, Und ich aus rechtschaffnem triebe Dich und auch den nächsten liebe. 2. Ich bitt noch mehr, o Herr, mein Gott! Du kannst es mir wohl geben, Daß ich werd nimmermehr zu spott: Die hoffnung gieb darneben; Voraus wenn ich muß einst davon, Daß ich dir mag vertrauen, Und nicht bauen Auf mein gar nichtigs thun, Sonst wird michs ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus herzensgrund Den feinden mag vergeben. Verzeih mir auch zu jeder stund, Schaff mir ein neues leben; Dein wort mein' speif' laß allzeit sein, Damit mein' seel zu nähren, Mich zu wehren, Wenn unglück bricht herein, Das mich bald möcht abkehren. 4. Laß mich kein lust noch furcht von dir In dieser welt abwenden. Beständig sein ans end' gieb mir; Du hasts allein in händen, Und wem du's giebst, der hats umsonst: Es mag niemand ererben noch erwerben Durch werke deine gunst, Die uns errett vom sterben. 7. Gründe meine hoffnung fest, Stärke sie in allen nöthen, Daß 5. Ich lieg im streit und widersie dich nicht fahren läßt, Wenn streb: Hilf, o Herr Christ! dem du mich gleich wolltest tödten. schwachen. An deiner gnad allein Laß sie nach dem himmel schauen, ich kleb, Du kannst mich stärker Und auf das, was künstig, bauen. machen. Kommt nun anfechtung 8. Glaub' und hoffnung höret her, so wehr, Daß sie mich nicht auf, Wenn wir zu dem schauen umstoßen; Du kannst maaßen, kommen: Doch die liebe dringt Daß mirs nicht bring gefahr: Ich hinauf, Wo sie ursprung berge- weiß, du wirsts nicht lassen. nommen; Ach! da werd ich erst recht lieben, Mich im lieben ewig üben. Mel. Nun danket alle Gott 2c. 580. A ch wer ist schuld, bu zurücke bleibeſt, Stets ſchwach Jesu Christ! im glauben Und immer klagen treibest? An Jesu fehlt es nicht, Er ist voll lieb' und treu, Und c 579. ruf zu bir, Herr bitt, erhör mein klagen. Verleih mir gnad zu jeder frist, Laß mich und zwar von der göttlichen Gnadenregierung. 367 steht dem, der ihn sucht Und wir-| gleicht? Sein ruhm erstrecket sich fen läsfet, bei. So weit der himmel reicht. 2. Gott, der die menschen schuf, und den ihm theuren see- Von der göttlichen Gnalen Die seeligkeit versprach, Läßt feine fraft nie fehlen. Aus liebe gab er ja Den sohn in höllenpein, Um dich heraus zu ziehn, Kann etwas größer sein? 3. Nichts gutes war in dir; Nur eine quell von sünden, Ein herz voll böser lust War, was in dir zu finden. Du lagst in deinem blut, Trugst Adams sündenbild, Du warst, o jammerstand! Mit zorn und fluch erfüllt. 4. Da kam dein seelenfreund, Und heilte diesen schaden Durch sein vergoßnes blut, Und sette dich in gnaden. Da er dein fleisch annahm, Verband er dich mit Gott; Durch seinen tod entriß Er dich der höllennoth. 5. Und was hat Gottes herz So gnadenreich bewogen, Daß er so vielmal dich Durch seinen geist gezogen? O sieh, ob Gott es nicht Recht treulich mit dir meint? Bist du nicht selber schuld, Und deiner wohlfahrt feind? 6. Ach ja, mein treuer Gott! Du bleibest der gerechte, Wenn man dich richten will: Nur wir sind böse knechte. Du hast mich jederzeit Gesucht zu dir zu ziehn: Ich aber suchte nur Dein gnadenwerk zu fliehn. denregierung. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 581. D u, Gott der weisheit! zeigest mir In deinem worte, wie ich dir Soll wohlgefällig dienen, Und wie ich, als ein guter baum, In deines gartens weitem raum Zu deinem preis muß grünen. 2. Ach leit und lenke du mein herz, Damit es sich nicht hinterwärts Von deinem wege wende. Versiegl' in mir, was wahrheit ist, Behüte mich vor trug und list Bis an mein letztes ende. 3. Die bosheit steigt und wächset sehr, Sie zeigt sich leider mehr und mehr In arger lehr und leben: Drum sei mein führer, trost und licht, Und laß sich doch mein herze nicht Dem falschen schein ergeben. 4. Ach bringe mir die klugheit bei, Daß dies mein wahres leben sei, Wenn ich dich recht erkenne, Dich lebenslang mit wahrer treu Im herzen habe, und dabei In deiner liebe brenne. 5. Doch weil du meine schwachheit weißt: So bitt ich, daß dein guter geist Mich unterweis und stärke: Daß man an mir, zu dei7. Vollbringe doch dein werk, nem ruhm, Durch ein rechtschaffDas du selbst angefangen. Laß nes christenthum Den wahren mich durch deinen geist Gewiß da- glauben merke. hin gelangen, Wo mich dein wort 6. Laß mich, wie eine rebe hin weist, Zur wahren heiligkeit, pflegt, Die nur durch kraft des Zu welcher du dein volk Dir hie weinstocks trägt, An dir, mein schon zubereit't. Jesu! hangen; Mein bräutigam! laß deine braut, Mit der du ewig dich vertraut, Trost, heil und 8. So wird mein leib und geist Sich recht in dir erfreuen, Und täglich deinen ruhm Durch dieses gnad erlangen. lob verneuen: Was ist, das Gottes treu, Die mich umfasset, 7. Du bist mein Herr; was hilfts dem knecht, Der gottlos, 368 Von dem heiligen Leben und Wandel sicher, ungerecht, Wenn er Herr,| Was von Adam angeerbet, SündHerr! nur saget? Gieb, wenn mein lich wesen, fleisch und blut, Bleimund dich Herr, Herr! nennt, bet fleisch und thut nicht gut. Daß dich mein herz dafür erkennt, Dich ehrt und nach dir fraget. 3. Reiß mich, Herr! aus dem verderben; Laß doch wollust, haß und neid, Hochmuth, ungerechtigfeit, Und was sündlich, in mir sterben. Mach mein herz noch täglich neu, Mach es aller bosheit frei. 8. Ich bin, mein Gott! auf dich getauft, Und dir zum eigenthum erkauft; Drum laß mich dir auch leben, Und wieder alles, was du mir Aus vaterhuld geschenket, dir Zum pfand und und opfer geben. 9. Gleich wie der baum dem früchte trägt, Der ihn gepflanzet 4. Pflanze du in mein gemüthe Wahre frömmigkeit, geduld, Sanftmuth, freundlichkeit und huld, und verpflegt; So schaff durch Andacht, heiligkeit und güte, Liedeine pflege, Daß auch dein herz be, treu, zufriedenheit, Wahrheit die glaubensfrucht, Die es an und gerechtigkeit. deinen findern sucht, An mir stets finden möge. 10. Es wird der eingepfropfte zweig Dem baum an saft und wachsthum gleich, In welchem er bekleibet; So laß mich, Herr! in dir allein Auch leben, wachsen, fruchtbar sein, Weil ich dir einverleibet. 11. Wenn sturm und wetter mir zusetzt; So halte du mich unverleßt, Daß ich nicht von dir weiche: In aller angst gieb trost und kraft, Die auch im sterben freude schafft, Bis ich das ziel erreiche. 12. Nun seelenfreund! ich weiß gewiß, Du wirst mich einst ins paradies Der ewigkeit verseßen: So komm und bring mich aus der zeit In deines reiches herrlichkeit Zum ewigen ergeßen. 5. Laß mich dir zu ehren leben, Jesu, meines lebens licht, Mein trost, heil und zuversicht! Laß mich dir so sein ergeben, Daß ich sterbe dieser welt, Daß ich thu, was dir gefällt. 6. Führe mich auf deinen wegen, Gieb mir deinen guten geist, Der mir hülf und beistand leist't. Laß mich deine gnad und segen Stets empfinden; früh und spat Segne denken, wort und that. 7. Endlich laß mich, Jesu! kommen Aus der unvollkommenheit Zu des himmels herrlichkeit: Da ich denn mit allen frommen Deine huld nach dieser zeit Preise dort in ewigkeit. Mel. O Gott, du frommer Gott. 583, Allmächtiggroßer Gott! Wer kann Mel. 2. Alles, was mir Gott 2c. 582. esu! du, mein licht und leben, Meiner seelen trost und zier, Rufest: kommt und lernt von mir. Ich, ber ich dir ganz ergeben, Komme jest voll reu und leid; Lehre mich die frömmigkeit. dich gnug erheben? Du gabst der gan zen welt Ihr dasein, kraft und leben. Was geist und körper heißt, Was erd und himmel hegt, Hat deine hand gebaut, Die jest noch alles trägt. 2. Du schusst, ich dank es dir, Auch mich zu deiner ehre; Und 2. Ach, wie ist mein herz ver- wolltest gütigster! Daß ich dein derbet! Fesselt nicht das sünden- bildniß wäre. Drum hast du auch band Glieder, sinnen und verstand?| den geist, Der in mir lebt und und zwar von der göttlichen Gnadenregierung. 369 denkt, Mir zur unsterblichkeit Aus| sein, Und mich ohn unterlaß, deiner huld geschenkt. Gott! deiner güte freun. 3. O welch ein großer zweck, Mel. Hilf mir mein Gott 2c. Wir herrlich ist das theil, Dazu 584. Aleibe, mir, Daß ich du mich berufest! Dir höchster! ähnlich sein, Sst unser größtes glück. Owohl mir, wenn ichs bin! Hilf mir zu diesem glück. 4. Laß mir dies große ziel Doch stets vor augen schweben. Mein allerstärkster wunsch, Mein eifrigstes bestreben In allem meinen thun Sei dies, o Gott! allein, Daß ich auch so, wie du, Gesinnet möge sein! nur dich begehre; Und daß dein geist mich für und für Durch dein wort neu gebäre; Daß ich, dein kind, Dich such und find In allem kreuz und leiden; Daß weder tod, Noch angst und noth Mich, vater! von dir scheiden. 2. Erfüll mein herz mit wahrer reu, Mit glauben, hoffnung, liebe, Daß ich das böse haß' und scheu, Und gute werke übe, Daß ich, dein knecht, Stets schlecht und recht Nach deinem worte wanble, Und jederzeit Voll freundlichkeit Mit freund und feinden handle. 3. Lösch aus in mir des fleigiebt, Was du uns selbst gelehrt. sches lust, Und pflanze Christi liebe 6. Laß deine heiligkeit Mich Und heiligkeit in meine brust: stets zum muster nehmen. Hilf Daß ich mich täglich übe, Auf ihn mir, die fünde fliehn, Des fleisches zu sehn, Ihm nachzugehn, Die lüste zähmen, Nur das, was recht tugend zu vollbringen, Mich von ist, thun, Des guten mich er- der welt, Die dir mißfällt, Zu dir, freun, Und dem, ders üben will, mein Gott! zu schwingen. Auch gern behülflich sein. 7. Gieb, daß ich, so wie du, Ein freund der menschen werde, Dem wohlthun freude macht, Der fummer und beschwerde Dem nächsten gern erspart, Dem nächsten gern versüßt, Und wo er helfen fann, Bum helfen willig ist. 4. Treib aus von mir den stolzen sinn, Laß mich in demuth leben. Neid, rach und zorn nimm von mir hin, Und laß mich bald vergeben, Wenn gleich durch lift Mein nebenchrist Mich ängstet und betrübet. Gieb mir ein herz, Das bei dem schmerz Die ärgsten feinde liebet. 8. Wie weit bin ich noch fern, O Gott! von diesem ziele! Du 5. Mein Gott! ich bitte dich, weißt, was mir noch fehlt, Und verleih Mir einen festen glauben, ich, ich selber fühle, Wie wenig Der standhaft, treu und thätig ich dir noch Im guten ähnlich bin. sei, Den lift und macht nicht O! bilde du mich ganz Nach dir rauben: So üb' ich mich, 3u und deinem sinn. lieben dich, Und hoff auf deine güte, Die mich, o Gott! Vor schand und spott Auch bis ins grab behüte! 9. Beglückt ist nur alsdenn Mein lebenslauf auf erden; Wenn ich dir immer mehr Schon hier kann ähnlich werden. Dann werd 6. Nach vielem reichthum, gut ich ewig auch Mit dir vereinigt und geld, Herr! laß mich ja nicht 24 5. Du bist der wahrheit freund: Laß mich auch wahrheit lieben, Und mit stets munterm fleiß In alle dem mich üben, Was mich zur weisheit führt; Zur weisheit, die dich ehrt, Und allem beifall 370 trachten. Laß mich die ehren dieser welt Für eitle schatten achten, Und nie nach pracht, Nach großer macht Und großem namen streben; Laß mich vielmehr Nach beiner lehr, als einer richtschnur, leben. Von dem heiligen Leben und Wandel 7. Vor schmeicheln, list und heuchelei Bewahre meine sinnen, Und laß mich ja durch gleißnerei Den nächsten nicht gewinnen. Laß ja und nein Mein' antwort sein. Laß mich nicht lieblos richten, Und zank und streit Mit freundlichkeit, Mit lieb' und sanftmuth schlichten. 8. Entferne mich von eitelkeit, Gieb mir ein rein gemüthe, Auf daß ich mich zu jeder zeit Vor schnöden lüsten hüte. Des herzens grund Sei, wie der mund, Dem nächsten nicht zu schaden: So werd ich nicht, Wie sonst geschicht, Mit schmach und schimpf beladen. 9. Gieb, daß ich ja den müssiggang Sammt aller trägheit haffe: Dagegen, Herr! mein lebelang Mein werk also anfasse, Daß ich zur noth Mein täglich brot mit ehren mög erwerben, und, wenn ich soll, Getrost und wohl In dir, Herr Jesu! sterben. } Und meinen geist erneuen; Mein Gott! versag mirs nicht. 2. Vergieb mir meine sünden, Und wirf sie hinter dich. Laß allen zorn verschwinden, Und hilf mir gnädiglich. Laß deine friedensgaben Mein armes herz stets lnben; Ach Herr! erhöre mich. 3. Vertreib aus meiner seelen Des alten Adams sinn, Und laß mich dich erwählen; Auf daß ich mich forthin zu deinem dienst er. gebe, Und dir zu ehren lebe, Weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein erkenntniß In mir, mein seelenhort! Und öffne mein verständniß, Herr! durch dein heilig wort; Damit ich an dich gläube, Und in der wahrheit bleibe, Troy satans list und mord! 5. Leit mich in dieser wüste, Und unterdrück in mir Die herrschaft böser lüste: Und laß mich für und für Der eitlen welt absterben, Dem fleische nach verderben, Mein Gott! so leb' ich dir. 6. Ja zünde deine liebe In meiner seelen an, Daß ich aus innrem triebe Dich ewig lieben kann, Und, dir zum wohlgefallen, Beständig möge wallen Auf rechter lebensbahn. 10. Ach! gieb mir deinen guten 7. Nun Herr! verleih mir stärke, die mir und Denn Mich nur um das, was christlich heißt, Mit allem fleiß bemühe; So kann kein schmerz Noch leid mein herz Aus deinen händen treiben; Und so laß mich Denn ewiglich Bei dir, mein Jesu! das sind gnadenwerke, Die dein geist in uns schafft: Hingegen meine sinnen, Mein lassen und beginnen Ist bös und mangelhaft. bleiben. 8. Darum du Gott der gnaden, Du vater aller treu! Wend allen seelenschaden, und mach mich täglich neu. Gieb eifer, deinen willen Mit freuden zu erfüllen, Und steh mir kräftig bei. 585. onne, Du wab- 586. Hilf, das nach dir Mel. Herr Christ der einge 2c. err Jesu, gnadenmir, mein Gott! res lebenslicht! Laß leben, licht und wonne Mein blödes ange- Von herzen mich verlange: Daß sicht Nach deiner huld erfreuen, ich dich suche mit tegier, Wenn und zwar von der göttlichen Gnadenregierung. 371 mir wird angst und bange. Ver-| Dien' jedermann, So viel ich leih, daß ich Mit freuden dich In kann: Das böse haß und meide meiner angst bald finde. Nach deinem wort An jedem ort; mir den sinn, Daß ich forthin Bis ich von hinnen scheide. Meid' alle schand und sünde. Gieb 2. Hilf, daß ich stets mit reu und schmerz Mich deiner gnad ergebe, Hab immer ein zerknirschtes herz, In wahrer buße lebe: Vor dir erschein, Herzlich bewein All meine missethaten. Die händ allzeit Laß sein bereit, Den dürftigen zu rathen. 3. Die lust des fleisches dämpf in mir, Daß sie nicht überwinde. Rechtschaffne lieb und lust zu dir In meiner seel' anzünde; Daß ich in noth Bis in den tod Dich und dein wort bekenne, Und mich kein truß Noch eigennuß Von deiner wahrheit trenne. 4. Behüte mich vor zorn und grimm, Mein herz mit sanftmuth ziere; Auch alle hoffart von mir nimm, Zur demuth mich anführe. Was sich noch findt Von alter sünd, Laß mich hinført ablegen. Trost, fried und freud Laß jederzeit Sich in mir armen regen. 5. Den glauben stärk, die lieb' erhalt, Die hoffnung mache feste, Daß ich nicht von dir wanke bald: Beständig sein ists beste. Den mund bewahr, Daß nicht gefahr Durch ihn mir werd erwecket. Speis auch den leib, Doch daß er bleib Von geilheit unbeflecket. 6. Gieb, daß ich treu und fleißig sei In dem, was mir gebühret: Daß ich auch nicht durch heuchelei Und ehrgeiz werd verführet. Leichtfertigkeit, Haß, zank und neid Laß nicht in mir verbleiben. Verstockten sinn Und diebsgewinn Wollst du fern von mir treiben. 7. Hilf, daß ich folge treuem rath, Von falscher meinung trete: Den armen helfe mit der that, Für freund und feind stets bete: 587. Gott, du frommer Gott, Du brunnquell guter gaben! Ohn den nichts ist, was ist; Von dem wir alles haben; Gesunden leib gieb mir, Und daß in solchem leib Ein' unverleste seel Und rein gewissen bleib. 2. Gieb, daß ich thu mit fleiß, Was mir zu thun gebühret, Wostande führet. zu mich dein befehl In meinem Gieb, daß ichs thue bald zu der zeit, da ich soll: Und wenn ichs thu, so gieb, Daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit ich kann bestehen. Laß kein unnüßes wort Aus meinem munde gehen. Und wenn nach meiner pflicht Ich reden soll und muß: So gieb den worten kraft Und nachdruck ohn verdruß. 4. Findt sich gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen. Gieb einen heldenmuth, Das kreuz hilf selber tragen. Gieb, daß ich meinen feind Mit sanftmuth überwind; Und wenn ich rath bedarf, Auch guten rath erfind. 5. Laß mich mit jedermann In fried und freundschaft leben, So weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben An reichthum, gut und geld; So gieb auch dies dabei, Daß von unrechtem gut Nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser welt Mein leben böher bringen, Durch manchen sauren tritt Hindurch ins alter dringen; So gieb geduld, und mich Vor sünd und schand bewahr, Daß ich mit ehren trag Alsdenn ein graues haar. 7. Laß mich an meinem end 24* Von dem heiligen Leben und Wandel asd noe 372 Auf Christi tod abscheiden. Die seele nimm zu dir Hinauf zu deinen freuden. Dem leib ein räumlein gönn Bei frommer christen grab, Auf daß er seine ruh An ihrer seiten hab. 8. Wenn du an jenem tag Die todten wirst erwecken; Wollst du auch deine hand Zu meinem grab ausstrecken. Laß hören deine stimm, Und meinen leib weck auf, Und führ ihn schön verklärt Zum auserwählten hauf. * 9. Gott vater! dir sei preis Hier und im himmel oben, Gott sohn, Herr Jesu Christ! Dich will ich allzeit loben. Gott heilger geist! dein ruhm Erschalle mehr und mehr. O Herr dreieinger Gott! Dir sei lob, preis und ehr. 588. Hert Mel. O Gott, du frommer Gott. err! lehre du mich thun Nach deinem wohlgefallen. Laß mich im herzen schon Bei dir im himmel wallen. Dein heilger guter geist Führ mich auf ebner bahn, Und gebe, daß ich dich Recht sehn und ehren fann. andish Ob mein unachtsam, herz Was sündlichs denk und treibi madunla 5. Ob ich mich täglich mehr, Herr! von tir heilgen lasse; Ob auch mein herz dich stets Sm glauben fester faffe; Ob es die felig feit Mit furcht und zittern schaff, Und denk, wie leicht der tod Uns von der erden raff. 6. Hilf, was dahinten ist, Von herzen zu verachten; Und laß mich stets mit fleiß Nach jenem kleinod trachten, Das du mir vorgesteckt. Laß dich, Herr! mir allein Das wahr' und höchste gut, Die welt ein eckel sein. $ 119 7. Was du mir auferlegt, Laß mich geduldig leiden. Laß mich die missethat Mit größtem ernste meiden, und denken, daß, o Herr! Dir nichts verborgen ist, Und daß du überall Selbst gegenwärtig bist. 8. Laß mich behutsam sein, Daß ich dem zorn entgehe, Und nichts als segen, heil, Trost, schuß und gnade sehe. Laß mic) mit freuden thun, Was mir dein wort gebeut; Gerieth ich auch dadurch In schmach und herzeleid. 2. Gieb, daß ich stets durch ihn 9. Hilf, daß ich stets auf dich, Dir Im glauben stärker werde, Und Als meinen felsen, baue. jederzeit mich selbst, Die lust und jederzeit allein In noth und tod pracht der erde Durch ihn ver- vertraue. Du kennest mehr, als leugnen mag. Laß mich vom ich, Die sorge die mich plagt; heuchelschein, Verstellung, laulich- Verläßt, versäumst uns nicht, Weil teit Und lift entfernet sein. fulla du es zugesagt. 3. Laß mich, Herr! meinen gang, Mein denken, thun und dichten, Herz, augen, hand und mund Nach deinem worte richten. Gieb, daß ich jederzeit Boll reiner lieb' und treu, Mein vater! gegen dich, Und meinen nächsten sei.mam 10. Laß mich hier deinen geist Mit himmelsgütern speisen, Bis ich dich einstens dort Mit allen engeln preisen Und völlig rühmen fann Für deine gütigkeit, Wenn mich vor deinem thron Dein ewig licht erfreut. sl sind in d 4. Gieb, daß ich überall Bei jeder that bedenke, Ob ich mich Mel. Aus tiefer noth schrei ich zc. auch von dir und meinem tauf- 589. Gott mein vater. bund lenke: Ob deines namens mich palt ruhm Mein steter endzweck bleib; mich in deiner gnade; Dein und zwar von der göttlichen Gnadenregierung. 373 wort mich leite für und für Auf nehmen, So willst du mir auch deinem himmelspfade. mein vater! mich bewahr Vor solcher angst, noth und gefahr, Die meinen geist besteget. O Gott alles sein. Drum wohl, du sollst in allen sachen Den anfang und das ende machen, So stellt sich lauter segen ein. 2. Jesu Christe! steh mir 3. Du gängelst mich; wie kann bei, Mach mich von schuldbeschwer- ich gleiten? Dein wort muß ewig den Und fünden durch dein leiden feste stehn; Das spricht: dein frei; Laß mich nie sicher werden. auge soll mich leiten, Dein angeErbarm dich mein, D Gottes sicht soll vor mir gehn, Ja deine sohn! Wenn wir dereinst vor dei- güt und dein erbarmen Soll mich nem thron Das urtheil hören mit vatertreu umarmen. Drum sollen. gieb, daß ich recht findlich sei, In allem gläubig zu dir flebe, und stets auf deinen willen sehe, So spür ich täglich neue treu. 3. D heilger geist! der weisheit brunn, Sei meines glaubens mehrer. Gieb glück und heil zu meinem thun, Sei stets mein trost und lehrer. Thu auf den mund zu Gottes ehr, Erhalt mein herz bei deiner lehr, Und laß mich darnach leben. 4. Damit sich nun mein glaube stärke; So gieb, daß ich auf deine treu Und weisheit auch im kleinsten merke, Dich liebe, lob' und ruhig sei, Und dich in allem walten laffe, Stets ordnung halte, Ach! dich umfasse; Sonst fall ich, ja leid sonst lauf ich an. Laß mich in Be- dir gelassen bleiben, und alles dir, mir nichts zuschreiben. Was du nur thust, ist wohl gethan. 5. Du weißt allein die besten weiden, Und was mir schädlich oder gut, Drum laß dein schaf das Melodie 28. 590.vaterherz, licht, alles meiden, Was meiner feele leben, treuer thut. Ach laß mich niehirt, Immanuel! Dir bin ich ein- mals von dir irren, Mich durch mal übergeben, Dir, dir ge- zerstreuung nie verwirren; Es höret leib und seel. Ich will mich blende mich kein falscher schein. nicht mehr selber führen, Du, va- Hab acht auf mich an allen enter! sollst dein kind regieren: So den, Und trage mich auf deinen geh nun mit mir aus und ein, händen; So geh ich sicher aus und ein. Und leite mich in allen tritten. Ich geh', erhör, o Herr! mein bitten, Für mich nicht einen schritt allein. 6. Laß deinen geist mich täglich treiben Zum wachen, ringen, seufzen, schrein. Laß mir dein wort im Herzen bleiben, Und in mir geist und leben sein. Laß mich nach deinem wohlgefallen In heilger ehrfurcht vor dir wallen; Zeuch mein herz völlig zu dir hin. Gieb geist und kraft, durch heilig leben Dir ehre, lieb' und furcht zu geben, Verhüte kalt und lauen sinn. 4. O heilige dreieinigkeit! Mein schuß in noth und leiden, laß mich weder lust noch Von deiner liebe scheiden. wahr in mir nach deiner huld Glaub', liebe, hoffnung und geduld, Und laß mich selig werden. 2. Was kann dein schwaches find vollbringen? Ohn dich weiß ich ja keinen rath. Drum sei in groß und kleinen dingen Mir allzeit selber rath und that. Du willst dich meiner selbst nicht schämen; Und wollt ich dich zu allem 374 Von dem heiligen Leben und Wandel 7. O! daß ich mich bei nichts| schooß. So trinkt dein schaf aus verweilte, Was mir hie zeit und deiner fülle, Die braut steht aller kraft verzehrt. O! daß ich stets sorgen los. Sie sorget nur allein, zum himmel eilte: Mein held! in allen, Dir, ihrem bräutgam, umgürte du dein schwert, Und zu gefallen, Sie schmückt und hält brich durch alle hindernisse; Ja, sich dir bereit. Ach! beilge dir laß nach deinem wort die füße all meine sinnen, Und zeuch mich, Hinfort gewisse tritte thun. Laß zeuch mich so von hinnen Zu dir, mich in worten und in werken je glanz der ewigkeit! Auf deinen wink und willen merken, Und nie in eignem willen ruhn. Melodie 29. * * ein schöpfer! stely 591. Mein mir bei, Sei 8. Mach mein herz einmal treu meines lebens licht. Dein auge und stille, Daß ich dir immer fol- leite mich, Bis mir mein auge gen kann. Nur dein, nur dein bricht. Hier leg ich herz und glievollkommner wille Sei mir stets der Vor dir zum opfer nieder, schranken, lauf und bahn. Laß Und widme meine kräfte Für dich mich nichts, ohne dich, vergnügen, und dein geschäfte. Du willst ja, Laß mir nichts mehr am herzen daß ich deine sei: Drum, schöpfer! liegen, Als deines großen na- steh mir bei. mens ruhm; Der sei allein mein ziel auf erden, Dies laß mir nie verrücket werden, So bleib ich, Herr! dein eigenthum. 9. Laß deinen geist mir klärlich weisen, Daß mir dein sohn geschenket ist. Laß mich in ihm dich, vater! preisen, Wie du die liebe selber bist. Ach offenbar mir deine liebe, Und wirke doch recht heiße triebe Der reinsten gegenlieb in mir; hiemit erfülle herz und sinnen, Daß ich hinfort mein ganz beginnen In deiner lieb' und lobe führ. 10. Dir, Jesu! sehn ich mich zu leben, Der du mein Herr und bräutgam bist, Ach! laß mich dir nie widerstreben. Was dir in mir entgegen ist, Das stelle bald vor mein gewissen. Laß mich von keiner bosheit wissen; Vertilge, was nicht lauter heißt. Laß dein gebot mein manna werden, Und fülle, Jesu! deine heerden Mit einer lieb' und einem geist. 11. So lob' und lieb' ich in der stille, Und ruh als kind in deinem 2. Mein heiland! wasche mich Durch dein so theures blut, Das alle flecken tilgt, Und lauter wunder thut. Schließ die verirrte seele In deine wundenhöhle, Daß sie von zorn und sünde Hier wahre freiheit finde. Ich bin ein scheu. sal ohne dich, Mein heiland! wasche mich. 3. Mein tröster! gieb mir kraft, Wenn sich versuchung zeigt. Regiere meinen geist, Wenn er zu welt sich neigt. Lehr mich den sohn erkennen, Ihn meinen Her ren nennen, Sein gnadenwort verstehen, Auf seinen wegen gehen. Du bist, der alles gute schafft, Mein tröster! gieb mir kraft. 4. Gott vater, sohn und geist! Dir bin ich, was ich bin. Ach! drücke selbst dein bild Recht tief in meinen sinn. Erwähle mein gemüthe Zum tempel deiner güte. Verkläre an mir armen Dein gnadenreich erbarmen. Wohl mir, wenn du der meine heißt, Gotts vater, sohn und geist! und zwar von der göttlichen Gnadenregierung. 375 Mel. O Gott, du frommer Gott.[ kreuz und leiden: Und soll ich denn erzallerliebster Gott! einmal Von dieser welt abscheidieses den; stehe du bei Mit deiner gnadenhand, Und führe mich hinauf Ins rechte vaterland. 592. leben, Leib, seele und vernunft Aus gnaden nur gegeben: Regiere ferner mich Durch deinen guten geist, Daß er in allem thun Mir kraft und beistand leist. Mel. Nun danket alle Gott 2c. 2. Hilf, daß ich stets ein feind 593. Gieb mir ein frommes Der fleischeslüfte bleibe, Hingegen emsiglich Des geistes werke treibe, Und gute ritterschaft Ausübe; auch dabei In hoffnung immer start Und fest gegründet sei. herz, Du geber aller gaben! Das soll mein reichthum sein, Den ich begehr zu haben, Das ist mein höchster ruhm, Mein schmuck und schönste pracht; Denn fromm sein wird bei Gott Und engeln hoch geacht't. 3. Gieb, daß ich, als ein christ, Wie Christus mich bezeige, Und herz und ohren stets Zu seiner lehre neige. Im glauben stärke mich, Daß ich der argen welt Nicht folge, wenn sie mich Von deinem wort abhält. 2. Gieb mir ein frommes herz In allem meinen denken, Wenn sich mein eitler finn 3um bösen wollte lenken. Ach schrecke mich doch ab Von der gottlosen weg, Und führe mich, o Gott! Den rechten himmelssteg. 3. Gieb mir ein frommes herz, Das sich nicht läßt verführen: Laß deinen guten geist Daffelbe kräftig rühren. Herr! laß mich nimmermehr Auf böses beispiel sehn, Vielmehr mit aller treu In Christi stapfen gehn. 4. Gieb mir ein frommes herz, Wenn ich viel böses höre: Daß die gewohnheit mich nicht auch zuleßt bethöre: Schleuß mir die ohren zu, Gieb deinem worte kraft, Das sagt: du forderst auch Von worten rechenschaft. 5. Gieb mir ein frommes herz, Wenn ich die welt betrachte, Daß ich die sündenlust Und eitelkeit verachte. Es muß die schnöde welt Mit ihrer luft vergehn; Den frommen aber bleibt Der himmel offen stehn. 6. Gieb mir ein frommes herz, Daß ich fromm sei und bleibe, Und nur, was dir gefällt, In meinem Leben treibe. Heut fromm sein, morgen bös, Und so in 4. Entzünde du mein herz Mit deiner wahren liebe, Und gieb, daß ich zugleich Am nächsten liebe übe. Verleihe mir geduld, Wenn trübsal bricht berein: Und hilf, daß ich im glück Demüthig möge sein. 5. Verleihe, daß ich stets Nach deinem reiche ringe, Auf daß dein segen sich zu mir herunter dringe. Wer nach dem ewigen Vor allen dingen tracht't, Der wird auch wohl mit dem, Was zeitlich ist, bedacht. 6. Haß, falschheit, übermuth Und heuchelei darneben, Laß ja nicht an mir sein In meinem ganzen leben. List, unrecht, frevel, geiz, Und unbarmherzigkeit Sei ferne weg von mir, O Gott! zu aller zeit. * 7. Mit deiner rechten hand, Herr! wollest du mich leiten, Und schüßen tag und nacht, Daß meine tritt nicht gleiten. Du wollest meine fraft Und schuß in nöthen sein, Auch wenn in meinem amt Ich gehe aus und ein. 8. Zulegt erlöse mich von allem 376 Von dem heiligen Leben und Wandel wankelmuth, Bald recht, bald Mich nie vom schmalen steg Zum unrecht thun, Stürzt in die höl- breiten weg begeben. Wenn satan lengluth. nege legt, So leite mich, mein birt! Damit dein schwaches schaf Ja nicht gefangen wird. 7. Gieb mir ein frommes herz, Daß ich nicht von dir weiche, Und nicht der schnöden welt In ihren sünden gleiche. Ich trenne mich von ihr Nunmehro völlig ab; In reiner gottesfurcht Beharr ich bis ins grab. 4. Zieh mich, mein Gott! zu dir Durch Christi tod und schmerzen, Und bleib mir immerdar Vor augen und im herzen, Daß ich nicht sündige. Herr! decke meinen stand, Leib, seele, ehr und gut, Mit deiner vaterhand. 8. Gieb mir ein frommes herz, So wird mirs wohl ergehen; Du wirst mein beistand sein, Wenn 5. Sei mir, mein vater! trost, unglückswinde wehen. Den from- Schuß, heil und alls in allen, men ist ja gnad Und hülfe zu- Mein leiter, wo ich geh, Mein gesagt, Wenn auch die böse schaar stab, um nicht zu fallen, Mein rath Verdiente strafe plagt. in meinem thun, Mein Helfer in 9. Gieb mir ein frommes herz, der noth, Mein arzt, so oft ich Herr! laß mich selig sterben Und, frank, Mein leben in dem tod. als ein Gotteskind, Das him- 6. Sei mit und neben mir; melreich ererben. Im himmel Dein geist mich leit und führe, wird dereinst Die frömmigkeit getrönt, Die diese böse welt Verlachet und verhöhnt. Daß ich kein unglück stift, Und mich kein unfall rühre. Gieb mir zu allem heil, Gieb mir, o treuer Gott! Im leben frömmigkeit, Am ende sanften tod. 10. Gieb mir ein frommes herz: Wirst du mir dieses geben, So will ich dankbar sein In meinem ganzen leben; So lenk ich herz und sinn Durch dich stets himmelwärts. Drum sag ich noch ein mal: Gieb mir ein frommes herz. 7. Ich will dir, vater! nun Als find, voll glauben trauen, Und feft auf deine treu, Macht, huld und wahrheit bauen. Ich will in deiner lieb' Und Christi wunden ruhn. Vor, in und nach dem tod. Wirst du mir gutes thun. Mel. O Gott, du frommer Gott. ein Gott! verlaß 594. Mein mich nicht In Mel. Kommt her zu mir, spricht. biesem weltgetümmel. Ich heb 595. Hroßen werth, Den err! meiner auf Jesu blut Herz, aug und hand zum himmel: In Jesu liebe mir dein theures wort erklärt, Laß mich, Vergieb mir alle schuld, Um- mich mit ernst bedenken; Und auf faß mich, als dein find, Mit ew- die sorge für ihr wohl So unerger vaterhuld. müdet, als ich soll, Den größten eifer lenken. 2. Wie hoch ist sie vor dir ge acht't! Welch glück hast du ihr zugedacht! Wie viel an sie gewen. det! Du schufft sie, Gott! dein bild zu sein; Und hast, vom sluch sie zu befrein, Selbst deinen sohn gesendet. 2. Dein name sei gelobt, Und ewiglich gepriesen, Für alles, was du mir Un seel und leib erwiesen. Ich will von nun an stets Dafür dein eigen sein; Ach! hierzu flöße mir Geift, kraft und leben ein. 3. Laß mich zu deinem preis, Zum dienst des nächsten leben, und zwar von der göttlichen Gnadenregierung. $ 377 113. 3u groß für diese furze zeit,| Muthwillig seinen bau versehren, Bestimmt zum glück der ewigkeit, Verbietet mir dein unterricht. D! Lebt sie im fleisch auf erden, Durch stehe mir mit weisheit bei, Daß glauben und gottseligkeit, Zu diese pflicht mir beilig fet, größerer vollkommenbeit Im bimmel reif zu werden. 2. Sollt ich mit borsaß das verleßen, Was zur erhaltung mir vertraut? Sollt ich gering ein kunststück schäßen, Das du, als schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein leib? er ist ja dein. Sollt ich denn sein zerstörer sein? 4. Mit großer treue willst du sie, Selbst durch des lebens kurze müh, Zu diesem ziele führen. O! laß mich nicht durch eigne schuld Das heil, das deine vaterhuld Ihr zugedacht, verlieren. 5. Mit dir, o Gott! vereint zu sein, Mich ewig deiner huld zu freun, Und dich zum troft zu wählen, Das sei mein fleiß und höchster zweck. Laß mich dazu den rechten weg Aus leichtsinn nie verfehlen. 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum schaffe selbst, o Gott! in mir Ein herz, das sünden hasset, Das seine schuld vor dir bereut, Und das zu deiner gütigfeit Durch Christum hoffnung faffet. 3. Ihn zu erhalten, zu beschüßen, Giebst du mit milder vaterhand Die mittel, die dazu uns nüßen, Und zum gebrauch giebst du verstand. Dir ist die sorge nicht zu klein. Wie? sollte sie denn mir es sein? 4. Gesunde glieder, muntre fräfte, O Gott! wie viel sind die nicht werth! Wer taugt zu des berufs geschäfte, Wenn krankheit seinen leib beschwert? Ist nicht der erde größtes gut Gesundheit und ein heitrer muth? 5. So laß mich denn mit sorgfalt meiden, Was meines körpers wohlsein stört, Daß nicht, wenn seine kräfte leiden, Mein geist den innern vorwurf hört: Du selbst bist störer deiner ruh: Du zogst dir selbst dein übel zu. 7. Gieb, daß ich dir mich ganz ergeb; Und was ich hier im fleisch noch leb, Laß mich im glauben leben An dich, sohn Gottes! der du mich So hoch geliebet hast, und dich Für mich dahin gegeben. 8. In meiner ganzen pilgrimmschaft Laß mich, gestärkt durch 6. Laß jeden sinn und alle gliedeine kraft, Nach jenem kleinod der Mich zu bewahren achtsam trachten, Das mir dein ruf vor sein. Drückt mich die last der augen stellt, Und alle leiden die- frankheit nieder, So flöße selbst ser welt Wie nichts dagegen achten. geduld mir ein. Gewähr auch dann mir guten muth, Und segne, was der arzt dann thut. 9. Wie selig werd ich dann nicht sein! Schon hier wird dann mein herz sich freun, In dir, Gott! rubig leben; Und du wirst nach vollbrachter zeit Auch mich gewiß zur herrlichkeit In deinem reich erheben. 7. Doch gieb, daß ich nicht übertreibe, Was auf des leibes pflege zielt, Nein, stets in jenen schranken bleibe, Die dein geseg mir anbefiehlt. Des körpers wohl laß nie allein Den endzweck meiMel. Wer nur den lieben Gott. ner sorgen sein. 596. Des Leibes warten 8. Mein größter fleiß auf dieund ihn nähren, ser erbe Sei stets auf meinen geist Das ist, o schöpfer, meine pflicht. gericht't. Daß er zum himmel 378 tüchtig werde, Eh dieses leibes hütte bricht; Dazu, Herr! segne meinen fleiß, So leb ich hier zu deinem preis. Von dem heiligen Leben und Wandel 7. Gedenke meiner, wenn ich sterbe, Und wenn mich alle welt vergißt: Verseße mich in jenes erbe, Wo du mein theil und leben bist. Denn bleibst du nicht im Mel. Wer nur den lieben Gott. himmel mein, So möcht ich nie 597. Mein lieber Gott! geboren sein. gedenke meiner Im besten jetzt und allezeit: Denn außer dir, mein heil! ist keiner, Der mich mit rath und trost erfreut. Dein wort macht mich voll zuversicht, Und sagt mir: Gott vergißt dein nicht. 2. Gedenke meiner, wenn ich höre Dein süßes evangelium; Und Mel. Jesu! deine heilge wunden. mache mir die himmelslehre Zur 598, Liebster Jeſu! gnaden. kraft im wahren christenthum, Daß sie mir stets ins herze dring, Und hundertfältig früchte bring. sonne, Meines herzens zuversicht, Meine freude, meine wonne! Ich komm vor dein angesicht; Ob ich schon ein sünder bin, Werf ich doch den muth nicht hin, Weil ich, auch als asch und erde, nicht von dir verstoßen werde. 2. Herr! ich muß vor allen dingen, Ob ich schon nicht völlig kann, Dir ein schwaches danklied bringen, Daß du mir viel guts gethan. Wollte ich von jugend lauf, Alle deine wohlthat zählen, auf, Durch den ganzen lebensWürden zeit und worte fehlen. 3. Alles was ich bin und habe, Leib und seele, gut und stand, Kommt, als dein geschenk und gabe, Blos von deiner vaterhand. Habe dank für deine treu, Die mir alle morgen neu: Habe dank für deinen segen, Woran alles heil gelegen. 4. Stärke mich mit deiner güte, Heiland! ferner tag und nacht. Führ mich selber, und behüte Mich durch deiner engel wacht: Laß dieselben bei mir stehn, Wenn ich aus und ein muß gehn, Wenn ich reise, schlafe, wache, Und in jeder guten sache. 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, Und merke stets in gnaden drauf, Weil ich in Chrifto vor dich trete, So schließ dein herz mir gnädig auf; Doch gieb mir, vater! das allein, Was mir fann gut und selig sein. 4. Gedenke meiner, wenn ich falle, Und wirf mich nicht im zorne hin. Weil ich ja leider, wie wir alle, Im fleische schwach und blöde bin; So fördre meinen gang und stand Durch kraft und stärke deiner hand. 5. Gedenke meiner, wenn ich leide; Wen hab ich sonst, als dich allein, Der, bei der menschen haß und neide, Mein freund und tröster könnte sein? Mit dir verlacht mein froher muth Der welt und gar des teufels wuth. 8. Ich will mich über nichts betrüben: In deine hände hast du mich Zum heil und segen angeschrieben; Drum steht mein hoffen blos auf dich, Und denkt, im glauben ungekränkt, Daß mein Gott mein im besten denkt. 6. Gedenke meiner auch in allen, Woran ich nicht gedenken kann, Und siehe mich mit wohlgefallen In meinem ganzen leben an. Denn giebst du mir, was dir gefällt, So ists um mich recht gut bestellt. und zwar von der göttlichen Gnadenregierung. 379 5. Segne alle meine thaten| fügen und an deiner huld beDurch den werthen segensgeist: gnügen. Laß sie täglich so gerathen, Daß mein herz dich täglich preist: Es ist dein, und nicht mein werk, Drum verleih mir muth und stärk, Stets gerade durchzugehen, Nicht auf menschengunst zu sehen. 11. Soll ich aber bald erblassen, Will ich auch zufrieden sein; Kann ich sterbend dich umfassen, Ach! so schlaf ich fröhlich ein. Nimm die seel in deine hand, Laß den leib im kühlen sand Ruhen bis zum auferstehen: Amen, Herr! erhör mein flehen. 6. Treuer Gott! du wirst mich lehren, Wie ich flüglich handeln soll, Daß mein thun zu deinen ehren Und des vaterlandes wohl mmer eingerichtet ſei; Höre mich, 599.majestät! Dem alle Mel. Vater unser im himmelr. err Gott von großer und steh mir bei; Daß der feind durch list und tücke Nie mein gutes ziel verrücke. welt zu dienste steht, Du bist der Herr, der alles trägt, Was lebet, webt und sich bewegt; Dein ist ja reichthum, ehr und pracht, In deiner hand steht kraft und macht. 2. Ich aber bin arm, blind und blos, Mein mangel, meine noth ist groß; Drum bring ich mein gebet vor dich, Erhör, erhör es gnädiglich: Ach, schenke mir, o höchstes gut! Doch alles, was mir nöthig thut. 7. Hilf mir meine noth und plagen, Meines amtes bürd und last, Und sonst alles freudig tragen, Was du auferleget hast. Findet sich gefährlichkeit, Hinderniß, verdruß und neid; Laß mein berz sich ja nicht quälen, Sondern alles dir befehlen. 8. Dir befehl ich meine sachen, Dir sei alles heimgestellt; Herr! du wirst es also machen, Wie es deinem rath gefällt. Bricht auch freuz und noth herein, Scheinet es gar aus zu sein; Laß mich ruhn in deinem willen, und damit den kummer stillen. 9. Muß ich auch verspottung hören, Werd ich hie und da verlacht; Laß dies meine ruh nicht stören. Bin ich, welt! von dir veracht? Wohl! mach immer, was du willt, Gott ist mir doch sonn und schild, Wider den will ich nicht sprechen, Noch mich an den feinden rächen. 10. Soll ich hier noch länger leben, Nehm ichs gern und willig an. Ich will Gott nicht widerstreben, Wenn ich ihm nur dienen kann. Drum, Herr! mach mich dir getreu, Gieb gesunden leib dabei, Und laß mich an deinem 3. Erleuchte mein sonst finstres herz, Gieb wahre buße, reu und schmerz, Und habe, bei so mancher schuld, Noch fernerhin mit mir gedulv. Gieb meinem glauben fraft und licht, Erseßze selbst, was mir gebricht. 4. Nimm, vater! der es einzig kann, Dich meiner seelen herzlich an. Bewahre mich vor heuchelschein, Und mache mein gewiſſen rein; Ja stehe mir, o heiland! bei, Daß ich recht fromm und gläubig sei. 5. Gieb mir verstand in allem thun, Und laß mich ganz in dir beruhn. Wo mein gemüth im zweifel steht, Und, gleich den findern, wankend geht: Da leite mich nach deinem rath Und fördere zugleich die that. 6. Wenn dann mein fleiß das seine schafft, So gieb dem leibe 380 stärk und kraft. Erhalte mich gefund und frisch, Und segne nahrung, haus und tisch. Beschere mir mein täglich brot, Und sorge für mich in der noth. Von dem heiligen Leben und Wandel 7. Hilf, daß des lebens hiß und last, Die du mir auferleget hast, Mir nicht zu schwer zu tragen sei. Bricht meines Leibes haus entzwei, So führ durch Christi blut und pein Den geist in deinen himmel ein.de drit Gottseligkeit. 8. Nun, Herr, ich bin in deiner hand: Mein leben, tod, be- Mel. Jesu! deine heilge wunden. 1 ruf und stand, Mein wiſſen, wol- 601. Kommt, laßt euch den len, reden, gehen, stehen, wachen, ruhn Befehl ich deiner treuen hut, Mach anfang, fortgang, ende gut. Herren lehren! Kommt und lernet allzumal, Welche die sein, die gehören zu der rechten christen zahl; Sie bekennen mit dem mund, Gläuben fest von herzensgrund, Und bemühen sich darneben Guts zu thun, so lang sie leben. 9. Mein Gott! ich habe viel begehrt, und bin doch, leider! feines werth; Allein mich treibt die noth zu dir, Denn dieses alles fehlet mir: Drum tret ich hin vor deinen thron, Erhöre mich durch deinen sohn. 2. Selig sind, die demuth haben, Und sind allzeit arm im geist, Rühmen sich ganz keiner gaben; Daß Gott werd allein gepreist, Danken ihm auch für und für: Denn das himmelreich ist ihr; Gott wird dort zu ehren seßen, Die sich selbst gering hie schätzen. 3. Selig sind, die leide tragen, Da sich göttlich trauren findt, Die beseufzen und beklagen Ihr und andrer leute sünd; Auch deshalben traurig gehn, Oft vor follen erden, Und dann Gott mit thränen stehn: Diese dort getröstet werden. 4. Selig sind die frommen her. zen, Da man sanftmuth spüren kann, Welche hohn und truß verschmerzen, Weichen gerne jedermann, Die nicht suchen eigne rach, 2. Verleihe mir zucht, treu und Und befehlen Gott die sach: Diese ehr, Und lust zu deinem worte: will der Herr so schüßen, Daß Behüte mich vor falscher lehr, sie noch das land besitzen. Gieb mir an jedem orte Was 5. Selig sind, die sehnlich stredient zu meiner seligkeit. Wend ben Nach gerechtigkeit und treu, 10. Der hat die handschrift abgethan, Und macht, daß ich recht beten kann. Sein geist hilft meiner schwachheit auf, Er rufet: abba! merke drauf, Daß dies mein flehen und geschrei Vor dir ein süßer weihrauch sei. ab all ungerechtigkeit In meinem ganzen leben. 3. Soll ich einmal nach deinem rath Von dieser welt abscheiden; So gieb mir, Herr! nur deine gnad, Daß ich es thu mit freuden. Mein leib und feel befehl ich dir, Ein selig end, o Herr! gieb mir, Durch Jesum Christum, amen. Von dem Gewinn der Mel. Uus tiefer noth schrei ich zc. 600. err! wie du willst, Im leben und im sterben: Zu dir allein steht mein begier, Laß mich doch nicht verderben. Erhalte mich in deiner huld, Sonst, wie du willst; gieb nur geduld, Dein will ist doch der beste. und zwar von dem Gewinn der Gottseligkeit. 381 Daß an ihrem thun und leben Dir anhang in freud und schmerz. Nicht gewalt noch unrecht sei; Die da lieben gleich und recht, Sind aufrichtig, fromm und schlecht, Geiz, betrug und unrecht hassen: Die wird Gott satt werden lassen. 6. Selig sind, die aus erbarVater! hilf von deinem thron, Daß ich gläub an deinen sohn, Und durch deines geistes stärke Mich befleiße guter werfe. 1603 Miel. Auf meinen lieben Gott. men Sich annehmen fremder noth, 602.Geſegnet ist der mann, Sind mitleidig mit den armen, dem man Bitten treulich für sie Gott; Die kann, Daß er sich Gott ergebe, behülflich sind mit rath, Auch wo Und ihm zu ehren lebe, Das möglich mit der that, Werden böse meid und hasse, Sich auf wieder hülf empfangen, Und barm- den Herrn verlasse. herzigkeit erlangen. 2. Ist nun der Herr sein licht, Trost, heil und zuversicht, Wird er nur Gott vertrauen, Auf seinen schöpfer bauen; So werden seine thaten Jm segen wohl gerathen. 3. Aus Gott entspringt das heil, Er ist das beste theil, Das unsern geist beglücket, Die quelle, die erquicket, Ein hartes herz erweichet, Dem dürren labsal reichet. 4. An diejem bache fteht, Als wie ein baum erhöht, Wer fest an Jesu hanget Und weiter nichts verlanget, Als ihm vor andern allen, Beständig zu gefallen. 7. Selig sind, die funden werden Reines herzens jederzeit, Die in werk, wort und geberden Lieben zucht und heiligkeit. Diese, welchen nicht gefällt Die unreine lust der welt, Sondern sie mit ernst vermeiden, Werden schauen Gott mit freuden. 8. Selig sind, die friede machen, und drauf sehn ohn unterlaß, Daß man mög in allen sachen Fliehen hader, streit und haß. Die da stiften fried und ruh, Rathen allerseits darzu, Sich des friedens selbst befleißen; Werden Gottes finder heißen. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, verfolgung, angst und pein, Da sie es doch nicht verschulden, Und gerecht befunden sein. Ob des freuzes noch so viel, Seßet Hott doch maaß und ziel, Und hernach wird ers belohnen Ewig mit den ehrenkronen. * 10. Herr! regier zu allen zeiten Meinen wandel hier auf erd, Daß ich solcher(* aller*) seligkeiten Auch aus gnaden fähig werd. Gieb, daß ich mich acht gering, Meine flag oft vor dich bring, Sanftmuth auch an seinden übe, Die gerechtigkeit stets liebe. 5. Man sieht sein wohlsein blühn, Es stehet frisch und grün. Wie kann sein saft veralten? Gott selbst will ihn erhalten; Und dessen fülle schenket, Was ihn erquickt und tränket. 6. Fällt eine dürre ein, Die schädlich könnte sein; So bleibt er unbetrübet, Weil Gott auch gnade giebet, Daß er in trauertagen kann seine früchte tragen. 7. Ach Jesu, höchstes gut! Dies macht mir einen muth, Mit dir mich zu verbinden. Ach! tilge meine sünden, Vertreibe furcht und zweifel, Welt, schnöde lust und teufel. 11. Daß ich armen helf und 8. Ich schwöre dir die treu, diene, Immer hab ein reines herz: Und will hinsort aufs neu Dein Die in unfried stehn, verfühne, eigenthum verbleiben, und dir 382 Von dem heiligen Leben und Wandel mich ganz verschreiben: Halt mich| denlast Liebreich in deinen armen Voll güte, voll hast. erbarmen. 9. Ich weiß, es wird zuletzt Die müh mit ruh erseßt, Wenn alles leid geendet, Wenn alle noth gewendet; Drum gieb mir, nach dem leiden, Dort deine himmelsfreuden. abgenommen 6. Herr! zu was für seligkeiten Du, in jener bessern welt, Jeden frommen noch willst leiten, Der dir treu und glauben hält, Offenbarst du allen seelen, Die zu ihrem theil dich wählen; Deinen ganzen gnadenbund Machst du deinen kindern fund. Mel. Jesu! meines lebens leben. 7. Dir will ich mich denn ererhebe mein mein Gott! verlaß 603. müthe Sehnsuchts- mich nicht. Laß mich immer heilig voll, mein Gott! zu dir, Denn leben, Herr! vor deinem anges ich kenne deine güte, O wie sicht. Keine schnöde lust der süntheuer ist sie mir! Gott der liebe cen müsse mich mehr überwinden. und des lebens! Keiner harrt auf Ach! bewahr, ich bitte dich, Meidich vergebens. Nur verächter deinen geist, und stärke mich. ner huld Stürzet ihre eigne schuld. 2. Lehre mich, Herr! deine wege; Mel. Nun danket alle Gott 2c. Zeige deinen willen mir, Daß ich nicht mehr irren möge, Führe 604. Durch dich, o großer Gott! du du mich selbst zu dir. siehest mein vertrauen, Sicher kann ich auf dich bauen. Deine vatertreue ist Ewig, wie du selber bist. Gott! Durch dich bin ich vorhanden. Die himmel und ihr beer Sind durch dein wort entstanden; Denn wenn du sprichst, geschiehts: Wenn du gebeutst, stehts da. Mit allmacht bist du mir Und auch mit güte 3. Uch! gedenke an die fünden Meiner jugendjahre nicht, Laß mich armen gnade finden, Gott! nah. 2. Du bist der Gott der kraft; vor deinem angesicht. Alle sün- Dich preisen erd und meere, Und den, die uns reuen, Willst du, vater! ja verzeihen. D! so höre denn auch mich. Meine seele hofft auf dich. himmel predigen Die wunder deiner ehre. Dich bet ich dankend an. Mein heil kommt von dem Herrn. Du hörst der menschen flehn, Und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner huld, Gott! gewürdigt werde, Was frag ich außer dir, Nach himmel und nach erde? Jm himmel donnerst du, Und schrecken füllt das land: Noch fürcht ich nichts, denn du Hältst mich bei meiner hand. 4. Gott! du willst des sünders leben: Seine seele ist dir werth. Gnädig willst du ihm vergeben, Wenn er sich zu dir bekehrt. Mit ten auf dem sündenwege Machst du sein gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner pflicht Umkehrt, den verwirfst du nicht. 5. Du erquickest die elenden, Deren herz sich dir ergiebt, Die 4. Wenn ich die himmel seh, sich slehend zu dir wenden, lleber Die du, Herr! ausgebreitet, Der ihre schuld betrübt. Freude schen- sonne majestät, Den mond, den fet deine güte Dem geängsteten du bereitet; So sprech ich: was gemüthe, Welchem du die sün- ist doch Der mensch, daß du sein 383 und zwar von dem Gewinn der Gottseligkeit. denkst! Und daß du täglich uns| Die wohnung dort erlangen? Unzäblig gutes schenkst. Auch in der christlichen gemein 5. Als schafe läßt du uns Auf Den ruhm noch hier empfangen, grüner aue weiden, Nährst uns Daß er mit glauben sei geziert, mit speis und trank, Und füllst das Vom heilgen geiste werd regiert, herz mit freuden; Du sahst mich, Und sei ein kind der gnaden! eh der grund Der welt geleget war; Schon in der mutter leib, Und als sie mich gebar. 6. Du wogst mein glück mir ab. Und leiden, die mich üben, Und meiner tage zahl War auf dein buch geschrieben. Du bist frommen schuß; Du bist der müden ruh; Ein Gott, der gern verzeibt. Wie gnädig, Gott! bist du. der 7. Wem soll ich sonst vertraun, Als dir, du Gott der götter? Wen ehren, als nur dich, Mein schuß und mein erretter? Wie fanft ist dein befehl: Gieb mir dein herz, mein sohn! Und wandle meinen weg; Ich bin dein schild und lohn. 2. Wer sich der reinen lehr befleißt, Und liebet die gerechten: Nicht fremde güter zu sich reißt, Mit einem schein des rechten: Hat nie betrug in seinem mund, Die wahrheit sagt von herzensgrund, Und hasset alle lügen. 3. Wer seinen nächsten nicht veracht, Noch aus verbittrung schändet: Kein unglück mit der zunge macht, All ding zum besten wendet; Und lobet nicht gottlose leut, Hält aber hoch die frömmigfeit Und alle die Gott fürchten. 4. Wer seine wort und zusag hält, Nicht hinterlistig schwöret, Nicht wucher treibt mit forn und geld, Nicht wittwenbrot verzehret; Und nimmet kein geschenke an, Zu hindern den gerechten mann Jn seinen guten sachen. 5. Wer das thut, ist ein frommer christ, Das mag man sicher gläuben: Es wird ihn keine macht noch list Von seinem orte treiben: Er wird beschüßt von Gottes hand, Behält sein glück und ehrenstand Bis an sein selig ende. * 6. Gott vater! hilf mir kräftiglich Das böse überwinden. O Jesu Christ! befreie mich Von Gott! dein tempel ist. missethat und sünden. O he ger 10. Sollt ich der menschen ruhm geist! durch deine lehr Ermuntre Stolz zu erringen trachten? Nein, mich je mehr und mehr, Dem Herr! wenn du mich ehrst, Mag guten nachzustreben. 8. Herr! dein gebot ist heil, Dein weg ist fried und leben; Wie könnt ich einem Gott Der liebe widerstreben? Umsonst lockt mich das glück, In dem das laster blüht. Ich hasse seinen weg, Weil mich dein auge sieht. 9. Auch wenn kein mensch mich sieht, Will ich die sünde fliehen; Denn du wirst aller werk Vor dein gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem fleisch Was böses noch gelüft't, Bedenken, daß mein leib, mich die welt verachten. Du bist es, dem zum dienst Jch leib und Mel. Jesu! deine heilge wunden. ſeele weib. Bieb, daß mein wan- 606. Wohl dem, der sich del stets Voll deines ruhmes sei. Vor dem Herren seinem Gott! Mel. Es ist gewißlich an der zeit. Selig, der sich herzlich freuet Zu err! wer wird in erfüllen sein gebot. Wer den der hütten dein höchsten liebt und ehrt, Wird 605. Her Von dem heiligen Leben und Wandel erfahren, wie sich mehrt Alles, Wer viel giebt, erlanget viel: was in seinem leben Ihm der Was sein herz nur wünscht und Herr sein Gott gegeben. will, Das wird Gott nach seinem willen Und zu rechter zeit erfüllen. 384 SAR 2. Seine finder werden stehen, Wie die rosen in der blüth. Sein geschlecht wird man stets sehen Reich an Gottes gnad und güt; Und was diesen leib erhält, Wird der herrscher aller welt Reichlich und mit vollen händen Ihnen in die häuser senden. 3. Das gerechte thun der frommen Steht gewiß und wanket nicht; Sollt auch gleich ein wetter kommen, Bleibt doch Gott der Herr ihr licht, Tröstet, stärket, schüßt und macht, Daß nach ausgestandner nacht Und nach dem betrübten weinen Freud und sonne wieder scheinen. 8. Aber seines feindes freude Wird er untergehen sehn: Denn den feinden und dem neide Kann es nie nach wunsche gehn. Wenn es ihnen gleich verdrießt, Daß der fromme glück genießt; Bleibt es ihm doch sicher stehen, Neid und bosheit muß vergehen. 6. Wenn das unglück will ankommen, Das die rohen sünder plagt; Bleibt der muth ihm unbenommen, Und das herz stets unverzagt. Unverzagt ohn angst und pein, Bleibt das herz, das sich allein Seinem Gott und Herrn ergiebet, Und die lieb' am nächsten übet. * 9. Herr! regier mein ganzes leben, Daß ich deine rechte halt! Daß ich herzlich gern darneben Urmen helfe mannigfalt. Segne meinen tisch und haus, Daß ich wieder streue aus: Wende doch von mir aus gnaden Noth, verfolgung, spott und schaden. 4. Gottes gnädiges erbarmen Bleibt den frommen immer fest. Wohl dem! der die noth der arMel. Sei lob und ehr dem höchst. men Sich zu berzen gehen läßt. 607.Nach meiner feelen fe un da thut, Sondern das, was recht und gut, Dem wird Gott viel heil verleihen, Alles thun muß ihm gedeihen. ligkeit Herr! mich eifrig ringen, Sollt ich die kurze gnadenzeit In sicherheit verbringen? Wie würd ich einst vor dir bestehn? Wer in dein reich wünscht einzugehn, Muß reines herzens werden. 5. Wenn die wolken werden blißen, Wenn es donnert in der luft; Wird er ohne sorge sizen, Wie ein vög'lein in der kluft: Er wird bleiben ewiglich, Auch wird sein gedächtniß sich Hier und dort auf allen seiten Wie ein grüner zweig ausbreiten. 2. Erst an dem schluß der lebensbahn Auf seine sünden sehen, Und wenn man nicht mehr sünd'gen kann, Gott um erbarmung fleben, Das ist der sichre weg ja nicht, Den uns, o Gott! dein unterricht Zur seligkeit bezeichnet. 3. Du rufft uns hier zur heiligung, Drum laß auch hier auf erden Des geistes wahre besserung mein hauptgeschäfte werden. Herr! stärke mir dazu den trieb, Nichts sei so groß, nichts mir so lieb, Daß ich ihm nicht aufopfre. 7. Wer betrübte gern erfreuet, Wird vom höchsten wohl ergeßt: Was die milde hand ausstreuet, 4. Gewönn ich auch die ganze welt Mit allen ihren freuden, Und sollte das, was dir gefällt, Wird vom himmel reich ersetzt, 1 Gott! darüber meiden; Was Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden. 385 hülfe mirs? kann auch die welt| ten, Und was mir daran hinderMit allem, was sie in sich hält, lich, Mit edlem muth verachten. Mir deine gnad ersehen? Daß ich auf deinen wegen geh, Und im gericht dereinst besteh, Sei meine größte sorge. 5. Was führt mich zur zufriedenheit Schon hier in diesem leben? Was kann mir troft und freudigkeit, Auch selbst im tode geben? Nicht menschengunst, nicht irdisch glück; Nur Gottes gnade, und der blick Auf jenes lebens freuden. 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht Vor trägheit mich beschüßest, Und mich zur treu in dieser pflicht Mit kräften unterstüßest? O! stärke mich, mein Gott! dazu, So find ich hier schon wahre ruh, Und dort das 6. Nach diesem kleinod, Herr! laß mich Vor allen dingen trach- ewge leben. IV. Von dem heil. Leben und christlichen Tugenden und zwar Von der wahren Weisheit und Erkenntniß Gottes. Von der natürlichen Erkennt- Gott. Verdammtes wort! verspott! Der aus der höll fluchter entspringet. 5. Verkehrte thoren dieser welt, Ihr Gottsvergeßne leute, Die satans strick gefangen hält, Ach! ändert euch noch heute! Erkennet Gott, jetzt ist es zeit, Sonst müßt ihr ihn in ewigkeit mit qual und pein erkennen. 6. Es zeigt euch ja der sinnen licht, Was euer wahn bestreitet. Wer hat das erdreich zugericht, Den himmel ausgebreitet? Wer hat der sterne großes heer, Das stark umdämmte, tiefe meer, So wunderbar geschaffen? 7. Es muß ein großer meister sein, Ein wesen, dem nichts 3. Ich ehre dich in solcher pracht gleichet, Das diesen allen kraft Im herzen und mit worten; Mein und schein, Nebst der bewegung geist erblickt bei tag und nacht reichet. Wer dies vernünftig Dein gut an allen orten; Mein überlegt, Dem wird gewiß sein mund bekennet jedem frei, Daß herz bewegt, Den wahren Gott sonst kein Gott und herrscher sei, zu gläuben. Als du, den wir verehren. niß Gottes. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 608. H err Gott! du bist von ewigkeit, Und bleibest ohne ende; Die welt so groß, das meer so breit Sind werke deiner hände. Des himmels bau, der erden last, Und was du, Herr! geschaffen haft, Lehrt uns dein wesen kennen. 2. Du bist voll glanz und majestät, Voll herrlichkeit und stärke, Wer deine größe nicht versteht, Dem zeigen deine werke, Daß du ein Herr der herren bist, Daß deine macht unendlich ist Im himmel und auf erden. 4. Ach! aber wie verblendet sind Oft menschen, die sonst sehen. Ach! menschen, die vernünftig sind, Verläugnen dich, ja schmähen, Und sagen wohl: es ist kein 8. Geht nur zurück in euer herz, Und treibt mit dem gewissen Nicht freventlich verdammten scherz; So müßt ihr gleichfalls schließen, Was jedes volk auf erden gläubt: Es ist ein Gott, der ewig 25 386 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden bleibt, Ohn anfang lebt und des gesichtes! Von dir kommt auch herrschet. das wunder her, Daß mir die schönheit dieser welt So strahlend in die augen fällt. 9. Ach Gott! erwecke doch die welt, Die ganz im argen lieget, Dich und dein wort verächtlich hält, Und deinen ruhm bekrieget. Du schlägest sie, sie fühlens nicht. Ach! daß sie doch dein gnadenlicht Noch zur erkenntniß brächte! 6. Was zeugt das heer von tausend sternen, Das selbst die nächte reizend macht? Von ihnen soll ich hier schon lernen, Wie groß, o schöpfer! deine pract. Gott! du bist nichts, als heiterkeit; Nur 10. Ich gläube, Herr! du bist mein Gott, Das will ich jeten leb- licht und strahlen sind dein kleid. ren: Sollt auch der frechen thoren spott Deswegen sich vermehren. Ich weiß gewiß, ich traue dir, Du wirst dort ihnen, wo nicht hier, Daß du regierest, zeigen. 7. Ach schöpfer! heilge mein gesichte, Wenn ich so voll ver. wundrung steh, Daß ich in deines geistes lichte Allein auf dich, den ursprung, seh. Ach! reinige selbst meine brust Von jeder schnöden ertenlust. Mel. Wer nur den lieben Gott. Gott! alle himotel ebren, Bon 609. Mcl. Bon Gott will ich nicht z. bir fommt aller himmel pracht. 610. preife Dich, 9 lobe und Was wir nur schönes sehn und hören, Hat deine hand allein gemacht. An deine weisheit, an dein licht Reicht keines menschen denken nicht. mein Gott! allein, Wer ist wie du, so weise? Verstand und rath ist dein! Laß immer meinen geist In allen deinen werken Auf deine weisheit merken, Die auch der engel preift. 2. Du bists, der die geschöpfe weidet, Der ihnen ihre zierde schenkt. Du bist es, der die erde kleidet, Und sie mit grünem schmuck behängt. Du bist es, der durch seine kraft Dem frühling seine anmuth schafft. 3. Daß fraut und pflanzen sich verjüngen, Und alles neues leben fühlt; Daß alle bäume blüthen bringen, Das seld mit schönen farben spielt, Das fließt allein aus deiner gnad, Die unsre welt gezieret bat. 3. Du hingst in lichten fernen Weit über uns hinauf Die sonne mit den sternen, Uns zu erleuch ten, auf. Da hanget sic an nichts; Erhabenster Herr wärmt sie und erhißet, Und ist lob verkündigt ein quell des lichts. 4. Wie viel vermag dein mäch- Bon dir nur unterstüßet, Er tig: werde! zebaoth! Dein zwar die erde, Doch herrlicher noch, reicher Gott! Verkündiget der himmel pracht Die größe dei ner schöpfermacht. 2. Wohin mein auge blicket Stimmt alles überein, Ist alles wohl geschmücket. D, was kann prächt'ger sein! es schaffet, es erhält, Zu segnen, zu ergößen ,, Nach herrlichen gesehen, Gott! deine hand die welt. 4. Wer hält im gleichgewichte So großer körper last? Wie schwimmt die welt im lichte, Die du geschaffen haft? Wer lenkt der 5. Aus dir, du quelle alles sterne flug, Daß sie nur nüßen lichtes! Fließt auch der sonne können, Nur glänzen, nicht verfeurig meer. Ja, großer schöpfer brennen, So wunderbar, so klug? und zwar von der wahren Weisheit und Erkenntniß Gottes. 387 5. Wer rief, uns zu umgeben, 2. Befrei mich von den hinderDer luft, die alles trägt? Durchnissen, Die im verstand und willen sie hat alles leben, und alles sein, Daß aug und berz sich öffwird bewegt. Die dünste sammlet nen müssen Bei deinem hellen gnasie; Die werden thau und regen, denschein. Nimm alle blindheit Und fruchtbarkeit und segen, Für von mir hin, Daß ich im geist menschen und für vieh. erleuchtet bin. 6. Wer hat sie so bereitet, Daß 3. Ich kann dich heilsam nicht fie den bliß gebiert, Daß sie den erkennen, Weil lauter thorheit in wind verbreitet, Den schall zum mir steckt; Drum laß dein licht im ohre führt; Den leichten vogel herzen brennen, Daß mir es deihebt; Den fisch, damit er schwim- nen glanz entdeckt, und durch den me; Und unsers mundes stimme strahl der herrlichkeit Mein herz Für deinen ruhm belebt? 7. Wer hob, o Gott! die erde Aus deinem meer heraus? Theilt, daß sie fruchtbar werde, So gleich die wasser aus? Wer sammlet sie? wer bricht Die flüsse, wenn sie schwellen, Spricht zu der seen wellen: Hieher! und weiter nicht? 8. Wer trägt die erd, und pflanzet Den wald, ruft gras her auf; Giebt forn und most und schanzet Gebirg und thäler auf? Wer schmückt sie überall? Wer gräbt dem feuer schlünde? Legt in der erden gründe Das edelste metall? 9. Herr! deine weisheit schmücket, Bereichert und erhält Und segnet und beglücket Die lebensvolle welt. Sie rühme mein gesang! Ich singe dir, und preise Dich, Gott! denn du bist weise. O! bringt ihm alle dank! zu deinem tempel weiht. 4. Dein wort sei mir ein licht zum glauben, Das mich zu deinem lichte führt. Laß mir durch keinen irrthum rauben, Das, was mir ew'ges heil gebiert. Kein schwindelgeist verführe mich, Kein zweifel sei mir hinderlich. 5. Gieb, daß ich Jesum mit dem munde Und mit der that betennen mag; So legt der glaub' im herzensgrunde Sich auch durch werke an den tag. Leg mir ein solch erkenntniß bei, Das immerfort lebendig sei. 6. Und, wenn ich dich als vater fenne, Laß mich ein kind des lichtes sein. So oft ich meinen Jesum nenne, Drück mir sein bild ins herz hinein. Ich gläub an deinen heilgen geist, Drum gieb, daß er mein führer heißt. 7. Leg mir in deines wortes lichte Erkenntniß deines willens bei, Daß ich kein baum, der ohne früchte, Kein schein, der ohne wesen, sei. So thu ich das mit allem fleiß, Was ich von deinem willen weiß. 8. Laß dein erkenntniß mir im leiden Des wahren trostes quelle Von der übernatürlichen Erkenntniß Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott. 611. Mein Gott! du wohnst in einem lichte, Dahin zwar niemand kommen kann; Doch zeigst du uns sein. Und scheinst du gleich von dein angesichte Im worte deiner wahrheit an. Durch dieses licht feh ich dein licht, und finde trost und unterricht. mir zu scheiden, Verbirgst du deines lichtes schein: So hab ich dich doch schon erkannt, Du schlägst und heilst mit einer hand. 25* 388 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden dan 9. 3war mein erkenntniß ist auf Und ein gewisses erbtheil hat Die erden Noch stets voll unvollkom- flugheit der gerechten. menheit: Dort aber wird es herrlich werden, In der vollkommnen ewigkeit; Da seh ich dich im hellern licht Von angesicht zu angesicht. 6. Gott! mache mich gerecht und klug, Nach deiner großen güte, Damit ich mich vor selbst. betrug Bei welt und fleische hüte, Und sebe, nach vollbrachtem lauf, Mir dort in jenem leben auf Die krone der gerechten. 10. Indessen laß mich dich erkennen, Und künftig weder noth noch tod Von deiner hellen wahrheit trennen; Dieweil dein wort mit schrecken droht, Wer dich er- Mel. Jesu! deine heilge wunden. kennt und nicht bekennt, Sei ewig- 613. P lich von dir getrennt. range, welt! mit deinem wissen, Das du jetzt so hoch gebracht; Ich kann deine weisheit missen, erd' zum himmel macht. Die die Meines Jesu freuz und pein mein dadurch zu bringen; Ob ihr ver- liebstes wissen sein: Weiß ich das stand schon ungemein In weltlich- in wahrem glauben, Wer will mir großen dingen; So hat doch nur den himmel rauben? ein wahrer christ, Der durch den geist erleuchtet ist, Die flugheit der gerechten. 2. Wer nur auf Gottes gnade sieht, Und sucht darin zu stehen; Wer sich im glauben stets bemüht, Den weg mit lust zu gehen, Den Christi wort und leben weist; Ein solcher lebenswandel heißt Die flugheit der gerechten. Mel. Es ist das heil uns kommen. 612. b menschen klug und 3. Laß alle flugheit dieser welt Sich insgesammt verbinden; Sie macht ein herz, das Gott mißfällt, Dennoch nicht rein von sünden: Dies große werk dagegen thut, Durch Christi Jesu theures blut, Die klugheit der gerechten. 4. Wer ist so klug, daß er vermag Dem tode zu entfliehen? Ja wer erkennet, welcher tag Ihn wird zur grube ziehen? Dies macht, daß man in ängsten bleibt; Doch diese todesfurcht vertreibt Die flugheit der gerechten. 2. Andre mögen weisheit neunen, Was hier in die angen fällt; Ob sie den schon nicht erkennen, Dessen weisheit alles hält: Mir soll Christi tod und pein Meine kunst und weisheit sein; Das geheimniß seiner liebe Ists, dran ich mein wissen übe. 3. Schärft, ihr menschen! eure sinnen Nur zur list und eitelkeit: Sucht nur ehre zu gewinnen Bei den großen dieser zeit: Ich, ich denke jener schmach Meines Jesu. ernstlich nach: Weil es christen nicht geziemet, Daß man sich des eitlen rühmet. 4. Ich will andern gerne gönnen, Wenn sie hurtig und geschickt Große schäße sammlen fönnen, Und wenn alles ihnen glückt: Denn mein reichthum, glück und theil Ist der armen sünder heil; Dies kann ich in Jesu finden, Und die welt so überwinden. 5. Wie denkt die flugheit die- 5. Ei so komm, mein wahres ser zeit So schlecht an tod und leben, Komm und unterweise mich: sterben? Sie suchet nicht die ewig- Dir will ich mich ganz ergeben, teit Einst selig zu ererben; Viel Daß ich nichts so kenn, als dich. größern trost, viel bessern rath, Allerliebste wissenschaft! Ach be und zwar von der wahren Weisheit und Erkenntniß Gottes. 389 weise deine kraft! Daß ich einzig| da sucht, Der geht auf rechten an dir hange Und nichts mehr, wegen. als dich, verlange. 5. Es steht in keines menschent macht, Daß sein rath werd ins werk gebracht, Daß er sich dessen freue; Des höchsten rath macht ganz allein, Daß menschenrath gedeihe. 6. Weiß ich keinen trost auf erden, Klagt mich mein gewissen an, Will mir angst und bange werden, Ist nichts, das mir helfen kann, Drückt mich des gesetzes joch; So erinnre du mich doch, Daß, da du für mich gestorben, Du mir gnad und heil erworben. 7. Jesu! pflanze dieses wissen Täglich tiefer in mein herz, Sei mein licht in finsternissen, Sei 7. So fängt auch mancher weise mein trost in todesschmerz. Laß mann Ein werk oft stark und mir deinen tod und pein Immer eifrig an, Und bringts doch nicht im gemüthe sein, Daß es glau- zum stande: Er meint, daß ers gar bensvoll bedenke, Wie dich mir fest gebaut, Und doch stehts nur die liebe schenke. auf sande. 6. Oft denkt der mensch in seinem muth: Dies oder jenes sei ihm gut; Und ist doch nicht getroffen. Oft meinet er, daß schädlich sei, Worauf er sollte hoffen. 8. Endlich, wenn des todes grauen Andres wissen von mir treibt; So laß mich den trost noch schauen, Der mir einstens ewig bleibt; Jesu leiden, kreuz und pein Soll mein letztes wissen sein, Jesu! hilf mir das vollbringen, So will ich dir dort lobsingen. Mel. In dich hab ich gehoffet 2c. 614. Sott, beffen güt sich weit ergießt, Du quell, draus alle weisheit fließt! Ich klage dir mit schmerzen, Daß wahre weisheit von natur Nicht wohn in meinem Herzen. 2. Die weisheit ist die höchste zier, Toch hab ich wenig lust zu ihr: Oft hab ich mehr belieben 3ur eitelkeit der schnöden welt, Darinner mich zu üben. 3. Ich bin zum guten träg und blind, Bargieb mir, vater! solche sünd: Eileuchte mein gemüthe, Daß es lie wahre weisheit lieb Und such von deiner güte. 8. Obgleich ein mensch sonst weisheit hat; So weiß er doch nicht Gottes rath, Noch was der auserwählet; Der irdsche leib beschwert den geist, Daß er gar leichtlich fehlet. 9. Drum gieb mir, Gott! das edle licht, Das sich von deinem angesicht In fromme seelen strecket: Auf daß in mir durch deine kraft Die weisheit werd erwecket. * 10. Verleih, o Herr! daß ich zu dir Mein herz mag richten für und für, So oft ich was anfange; Und daß ich denn aus gnaden auch Den rath von dir erlange. 11. Gieb mir verständniß aus der höh, Und daß ich nimmermehr besteh Auf eignem sinn und willen: Laß mich ja nicht, was du nicht willst, Begehren zu erfüllen. 12. Hilf, daß mein herz zu jeder zeit Zuvor gern höre andre leut, Und alles unterscheide, Die geister prüf, ihr herz erkenn, Was 4. Deni ich erkenn und spüre mir kann schaden, meide. nun, Daß mein und aller men- 13. Jfts werk von dir, so gieb schen thun, Mein heil und aller mir glück; Jsts wider dich, so segen Bei ir besteh: und wer's treibs zurück, Und ändre meine 390 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden sinnen: Was dir mißfällt, laß| Schon hier im glauben selig sein, von sich selbst Ohn nachtheil selbst zerrinnen. Und dort im schauen werden. Was dir gefällt, was dein gebot Von uns erfordert, weiser Gott! Weiß man durch sie auf erden. 14. Was ich thun und verrichten soll, Laß andern mit gefallen wohl; Ihr herz auch dazu wende, Daß ichs darauf mit ihrer hülf Auch bald nach wunsch vollende. 15. Den stolz und vorwiß von mir treib, Daß ich in meinen schranken bleib; Und mich zu dem bequeme, Was mir in meinem amt obliegt, Daß ich mich deß annehme. 16. Gieb, daß ich wäg' all meine wort, Stets unterscheide zeit und ort Bei allem thun und lassen: Wenn sich auch zeigt gelegenheit, So laß mich sie recht fassen. 17. Das finstre laß mich nicht zum licht, Das licht zum finstern machen nicht: Hilf, daß ich ehrlich handle In allem thun, bis an mein end Aufrichtig vor dir wandle. 3. Ach! diese weisheit sende mir Von deinem heilgen throne, Daß sie, o vater! für und für In meinem herzen wohne. Verwirf mich in dem jammerthal Doch nicht aus deiner finder zahl: Ich bin dein knecht geboren. Ich bin ein schwaches menschenkind, Deß tage bös' und wenig sind, Deß weisheit längst verloren. 4. Laß solche mir in dieser welt Stets helfen, stets mir rathen, Mich lehren, was dir wohlgefällt, Und mich in allen thaten So füh. ren, daß ich jederzeit, Durch ehr und schmach, voll freudigkeit Auf deinem wege gehe. Dein geist der weisheit leite mich; So irr' ich nicht, bis daß ich dich In jenem leben sebe. * 18. Gott water in dem höchsten thron! Gieb mir durch Christum deinen sohn Des geistes gute gaben: Daß ich dadurch in allem mag Die rechte weisheit haben. 5. Kein sterblicher weiß deinen rath, Kein mensch weiß dein be ginnen; Und was bein sinn be schlossen hat, Begreifen keine sin nen. Mel. Herr Gott! der du erforsch. 615. Des menschen thun ist wan delbar, Sein rath und anschlag voll gefahr, Das herz beschwent mit sünden; Wir können, wie's Gott, Und was uns' unter händen steht, Kaum treffen und ergründen. und mein Herr, Du brunnquell aller gaben! Du bautest himmel, erd und meer, Und was sie in sich haben. Zuleßt hat deine wundermacht Den menschen selbst bervor gebracht Und deine weisheit wollte, Daß er auf erden weit und breit Mit heiliger gerechtigkeit und weisheit herrschen sollte. 6. Wie mag man dem, was himmlisch ist, O Herr! erforschen können? Wer will, was, Herr! dein rath beschließt, Erfchren und benennen? Es sei denn, daß du weisheit giebst, Und senieft denen, die du liebst, Den lehrer aus der höhe, zu lernen, was auf dieser 2. Herr! diese weisheit man- welt Rechtmäßig ist, md dir ge gelt mir, Der fall hat sie entrif- fällt, Und so ins leber gehe. fen, Die weisheit, ohne welche 7. Drum, wende dich, mein wir Das wahre heil nicht wissen. Gott! zu mir, Erhö'e dies mein Sie ists, durch welche wir allein flehen; Laß deine weisheit für und zwar von der Erhebung des Herzens zu Gott. 391 nach bessern gütern trachten. und für In, um und bei mir das wahre wohlsein achten; Nein, stehen. Gieb, daß sie stets mein herz regier, Damit mich nichts von dir verführ, Damit ich dich recht kenne, Dich liebe, und dich fort und fort, Herr! meinen vater, schuß und hort, Rath, trost und heiland nenne. 6. Weisheit ist es, Gottes gnade Sich zu seinem zweck ersehn, Und auf seiner wahrheit pfade Diesem glück entgegen gebn; Gerne Gottes willen thun, Frob in seiner fügung ruhn, Und wenn leiden und beschweren, Hoffend mit geduld ihn ehren. 7. Weisheit ist es, stets bedenfen, Daß wir hier nur pilgrimm' sind, Wunsch und hoffnung dahin lenken, Wo die seele ruhe findt; Seine augen unverwandt Nach dem ewgen vaterland Nichten, und sich hier bestreben, Wie man droben lebt, zu leben. Mel. Kommt, laßt euch den 2c. 616. Seebre mich, Herr! recht bedenken, Was wahrhafte weisheit sei. Meinen fleiß darauf zu lenken, Stebe mir aus gnaden bei. Denn die klugheit, so die welt Ohne grund für weiß heit hält, Fördert nicht mein wohlergehen, und wird nie vor dir bestehen. 2. Weisheit ists, wenn unsre 8. Diese weisheit ist auf erben, Höchster! unser bestes theil. Die seelen Sich, Herr! beines wor- von ihr geleitet werden, Deren tes licht nur allein zum leitstern weg ist licht und heil. Solche wählen, Und mit fester zuversicht weisheit kommt von dir, Gott! Diesem licht sich anvertraun, Denn, verleihe sie auch mir, Laß sie mich die folgsam darauf schaun, Ihre zu allen zeiten Auf den weg hoffnung darauf gründen, Wer- des friedens leiten. den heil und leben finden. 3. Weisheit ist es, darnach Von der Erhebung des trachten, Recht mit sich bekannt zu sein; Sich nicht schon vollkom- Herzens zu Gott mit Anmen achten, und den eigendünkel dacht und Ehrerbietung. scheun, Gern auf seine fehler sehn, Reuend sie vor Gott gestehn, Eifrig Mel. Kommt her zu mir, spricht. stets nach befrung streben Und 617. Wenn wir tes böde höchsich deß doch nie erheben. freundlichkeit Mit herzenslust in dieser zeit Zu sehn, zu schmecken denken; So müssen wir herz, muth und sinn Ganz von der welt zum himmel hin, Zu Gott und Jesu lenken. 2. Glückselig ist, wer seinen geist Der eitelkeit mit macht entreißt; Er lebt in fried und freu5. Weisheit ist es, alles mei- den, Wer aber in der erde wühlt, den, Was mit reu bas herz be- Und nur den trieb zum eitlen schwert, Und sich hüten vor den fühlt, Spürt nichts als sorg und leiden. freuden, Die der fünden dienst gewährt; Nicht die ehre dieser weet, 3. Drum richt ich auch verstand Nicht gemächlichkeit und geld Für und herz Zu meinem Jesu him4. Weisheit ist es, Christum ehren, Seiner mittlershuld vertraun, So auf seine stimme hören, Und auf seinen wandel schaun, Daß man falsche wege flieh. Und mit eifer sich bemüh, Seinem bilde hier auf erden Immer ähnlicher zu werden. 392 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden melwärts, Der ist, was mich 4. Wie sollt ich denn, ich staub, ergezet; So daß mein geist ganz mich unterwinden, Unendlicher! ungestört Nur Jesum schmecket, sieht und hört, Der mich in wonne sebet. 4. Ja zeuch mich, Jesu! selbst dich völlig zu ergründen? O! mache mich von solchem dünkel frei, Daß mir dein wort des von dem Was welt und fleische glaubens richtschnur sei. angenehm; Und fülle mein ge- 5. Mein eigner geist kann sich müthe Mit deines geistes süßig- leicht hintergehen. Dein wort ist keit, Mit dem, was mich in dir wahr; es bleibet ewig stehen. Er. erfreut, Mit strömen deiner güte. forsch ich gleich dein göttlich wesen nicht; So gnüge mir davon dein unterricht. 5. Ich seh oft sehnlich in die höh, Es geh auf erden, wie es geh; Kann dich mein glaube sehen; So acht ich keine lust der welt, Weil sie mein herz für nichtig hält; Nach dir, Herr! geht mein flehen. 6. Wenn von dir nur mein matter geist Mit lebensmanna wird gespeist, Will ich nichts lieber denken; Ich will dir seele, muth und sinn, Sammt allem, was ich hab und bin, Zum eigenthume schenken. 7. Ach, theurer Jesu! höre mich, Gieb mir ein solches herz, daß ich Doch sonst von nichts mag wissen, Als nur von dem, was dir gefällt; Laß mich der eitelkeit der welt Nur völlig sein entrissen. Mel. Mein herz und seel den 2c. 618. Erhabner Gott! was reicht an deine größe? Denk ich an dich, so fühl ich meine blöße. Ich fühle, Herr! daß du unendlich bist, Und wie umschränkt mein forschend denken ist. 2. Du wohnst im licht, dazu kein mensch kann kommen. Was ists, das wir von deinem ruhm ver6. Von dir, durch dich, zu dir find alle dinge, Gieb, daß ich dir mich selbst zum opfer bringe. Begreif ichs nicht, wie du die welt regierst, So sei mirs gnug, daß du mich selig führst. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren. Einst werd ich mehr von deinem rath erfahren; Wenn ich nur dem, was mich dein wort gelehrt, Gegläubt, gefolgt, und treu dich hier verehrt. 9. Dann werd ich dich im hellern lichte sehen, Und, froh in dir, dein ewig løb erhöhen: Herr! du bist groß, und zeigst es mit der that, Unendlich groß an huld, an macht und rath. Von der Furcht Gottes. Melodie 30. nommen? Ach! nur ein theil von 619. Erhabne majeſtät, Un jener majestät, Die alles dich, o Gott! erhöht. macht und reich! Wer ist dir an gewalt, In welt und himmel gleich? Vor dir erbebet höll und welt; Und was dein arm umschlossen hält, Muß deinen scepter scheuen, Und sich met zittern freuen. 2. Du hast durch deine kraft 3. Dein ewges sein, dein ganz vollkommnes wesen, Das, was du wirkst, und was bein rath erlesen, Ist viel zu hoch für menschlichen verstand. Von engeln selbst wirst du nie ganz erkannt. 8. Drum hilf, daß ich mit ehrfurcht vor dir wandle; In allem thun nach deinem willen handle; Zufrieden sei, wie du mich hier regierst, Bis du mich einst zu deinem himmel führst. und zwar von der Furcht Gottes. Den himmel ausgestreckt, Die erde fest geseßt, Der see ein ziel gesteckt. Dein wort bewegt der berge grund, Und stürzt sie in des meeres schlund. Willst du zur strafe ziehen, So kann kein mensch entfliehen. 3. Wir alle sind dein thon Und werke deiner hand; Leib, seele, gut und blut Hast du uns zugewandt. Du schreibst dem menschlichen geschlecht Geseße vor mit höchstem recht, Und kannst sein thun und denken, Wie dirs beliebt, umschränken. 4. Gieb meiner seele doch, Otriebe leben, Daß ich dich herzGott! dein göttlich licht, Und un- lich fürchten lern; Doch laß die terweise mich, O Herr! von mei- furcht auch findlich sein, Und ihn ner pflicht: Bis du mich über- in mir das abba! schrein. zeuget hast, Wie hoch ich deiner erden gast, Verbunden, deinen willen Gehorsam zu erfüllen. 5. Präg deine gegenwart, Herr! den gedanken ein, Laß mich im dunkeln auch Dein helles auge scheun. Erinnere mich deiner macht, Und jener pein der langen nacht, Wenn ich es wollte wagen, Gehorsam zu versagen. 6. Doch gieb, daß meine furcht Vor dir nicht knechtisch sei; Befreie mein gemüth Von zwang und heuchelei. Schenk einen kindlichfreien geist, Der willig thut, was du ihn heißt, Und der, bei reiner liebe, Sich im gehorsam übe. ¹393 ben, Das deiner furcht und liebe voll: Denn soll mein christenthum bestehn, Muß lieb' und furcht beisammen gehn. 2. Laß deine furcht bei thun und denken Den anfang aller weisheit sein, Und mich auf solche wege lenken, Die sicher, heilig, gut und rein. Denn fürchtet man dich in der that, So meidet man der thorheit pfad. 3. Der geist, den du mir, Herr! gegeben, Ist ja ein geist der furcht des Herrn; Laß mich nach seinem 7. Laß, schöpfer! diese furcht Vor deiner majestät Den güldnen zügel sein, Darin mein wille geht: Halt ihn damit auf rechter bahn, Treib ihn zu allem guten an; So wird in dem gewissen Sich fried und freude küssen. Mel. Wer nur den lieben Gott. 620. Mein ein Gott! weil ich in meinem Leben 4. Gieb, daß ich stets zu herzen nehme, Daß du allgegenwärtig bist; Und das zu thun mich hüt und schäme, Was, Herr! vor dir ein gräuel ist; Ja deine furcht bewahre mich Vor allen sünden gegen dich. 5. Laß mich vor deinem zorn erbeben, und wirke wahre buß in mir. Laß mich in furcht und sorgfalt leben, Daß ich die gnade nicht verlier, Die mich, der ich voll missethat, Mit langmuth noch ertragen hat. 6. Erhalt in mir ein gut gewissen, Das weder welt noch teufel scheut. Wehr allen schnöden hindernissen, Nimm weg des fleisches blödigkeit; Daß keine menschenfurcht mich schreck, Noch je, unrecht zu thun, erweck. 7. Hilf, daß ich immer also wandle, Daß deine furcht mein leitstern sei; Damit ich allzeit redlich handle, Nichts thu zum schein aus heuchelei. Ich weiß, du siehst ins herz hinein, Nichts kann vor dir verborgen sein. 8. Doch laß mich keine trübDich stets vor augen haben soll; sal scheuen: Durch kreuz und Wirst du mir auch ein herze ge- widerwärtigkeit Muß wahre got Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 394 tesfurcht gedeihen, Die krönet uns zu seiner zeit. Drum gieb mir einen tapfern sinn, Wenn ich in furcht und hoffnung bin. 9. Laß mich, mein Gott! mit furcht und zittern Stets schaffen meine seligkeit, Und deinen geist ja nicht erbittern Durch eigensinn und sicherheit. Ach stelle mir die hölle für, Daß ich den himmel nicht verlier. 5. So merk ich deine worte, Die scharf und gnädig sind, Und fürcht an jedem orte Dich, als dein lie bes find; So sollen herz und finnen, Wort, werke, luft und trieb Nichts denken und beginnen, Als, höchster! was dir lieb. 6. Laß mich mit schmerz empfinden, Was wahre buße sei. Gieb, daß ich alle sünden, Als teufels werke, scheu, Und mich sowohl betrübe, Daß ich der hölle werth, Als, daß ich deine liebe Verscherzt, in haß verkehrt. Ach! 7. Wenn trübsal, angst, gebrechen Und freuz mir meine ruh, Geduld und glauben schwächen; So sprich mir tröstlich zu. gieb mir armen sünder Kein knechtisch schrecken ein: Laß mich, wie wahre kinder, Voll furcht und liebe ſein. Ach hör, jest klag ich armer Boll seufzen, schmerz und reu: So herzlich ich auch wollte, So wenig kann ich dich Doch fürchten, wie ich sollte; Erbarm dich über mich! 8. Verwahre meine sinnen, Und alles, was an mir, Von außen und von innen, Durch wahre furcht vor dir; Daß ich mich zu dir lenke, Nichts denke, red und thu, Wobei ich nicht gedenke: Mein vater schauet zu. 2. Die größe deiner stärke, Den zorn, der schrecklich dräut, Die weisheit deiner werke, Die macht, allwissenheit, Und ungemeßne güte Soll fürchten jedermann; Doch mein verderbt gemüthe Denkt leider! schlecht daran. 9. Gieb, daß sich mein begehren Nach deinem willen richt'; Laß mich aufmerksam hören, Was deine weisheit spricht. Laßnichts ohn überlegen, Ohn demuthsvolles flehn, Ohn deine furcht und segen 3. Drum bitt ich dich von her- In meinem thun geschehn. zen, Ach vater! laß mich nicht 10. Geld, hoheit und vergnüMit deinem worte scherzen. Gieb, gen, Des fleisches ungeduld, Des daß dein streng gericht mir stets satanas betrügen, Der menschen vor augen schwebe, Daß ich nicht furcht und huld, Und was man sicher, frei. Noch gottsvergessen sonst kann nennen, Laß mich, lebe, Und nie vermessen sei. Herr! ewiglich Von deiner furcht nicht trennen; Denn sonst ver wirfst du mich. 10. In deiner furcht laß mich auch sterben, So fürcht ich weder tod noch grab: Da werd ich die verheißung erben, Die mir dein wort aus gnaden gab; Die gottesfurcht bringt segen ein, Ihr lohn wird eine krone sein. Mel. Aus diesem tiefen grunde. gnädigster erbarmer, 621. 4. Weil gottesfurcht und liebe Der weisheit anfang heißt; So schenk mir deren triebe, Und gieb 11. Laß mir den troft der from mir deinen geist, Den geist der men, Auch unter aller laft, Nicht kraft und stärfe, Den geist der aus dem sinne kommen; Da tu furcht des Herrn: So üb' ich gute versprochen hast, Du wollst erbarwerke Durch seine leitung gern; men, segen, Trost, rettung aus und zwar von der Liebe gegen Gott und den Nächsten. 395 der pein, Und heil auf alle legen,| thum, stärk und kraft; Du bist, Die gottesfürchtig sein. der dieses alles schafft, Und giebst es wohlbedächtig. 12. Gieb fraft, zu allen zeiten In deiner furcht zu stehn; Laß sie mich führen, leiten, Mir stets zur rechten gehn. Denn, fürcht ich deinen namen, So bleibest du mir nah, Und so wird auch mein amen In Jesu Christo: ja! 6. Dieweil du mich von ewigfeit Geliebet und noch liebest, Und dich in dieser gnadenzeit Mir ganz zu eigen giebest; So lieb' ich dich, und will allein Zeit lebens dir ergeben sein, Auch wenn du mich betrübest. Von der Liebe beides ge7. Entzünde mich, und laß mich In deiner liebe brennen; nur gen Gott und den Nächsten. Herr! laß mich keine kreatur Von Mel. Ach Gott vom himmel! sieh. 622. Mein ein Gott! du selber deiner liebe trennen. Du sollst mein höchstes gut allein, Und meiner seelen wonne sein; So will ich dich stets nennen. heißt und bist Die wesentliche liebe: Sieb, daß ich, als ein wahrer chrift, Rechtschaffne 8. Muß denn aus deiner liebe liebe übe. Gieb nach dem reich- nun Des nächsten liebe fließen: thum deiner güt', Du liebesquell! So laß mich gerne gutes thun, in mein gemüth Die reinsten lie- Und nie mein herz verschließen bestriebe. Vor deren noth, die deiner huld, 2. So hab ich dich von her- Ob sie gleich fünder, voller schuld, zen lieb, Herr, meine kraft und So gnadenreich genießen. stärke! Durch deine gnade, geist 9. Es sei mein nächster, wer und trieb Vollbring ich liebeser ist, Er ist in deiner liebe: werke: Mein fels und burg, mein Jedoch ist er ein wahrer christ, schuß und heil, Wohin ich allzeit Wie heiß sind deine triebe! Du flich und eil, Wenn ich ein un- gabst den sohn für alle hin; Gieb, glück merke. daß ich diesem ähnlich bin, Und lieb' an allen übe. 3. Was alle freaturen mir An trefflichkeiten zeigen, Das find ich, höchstes gut! in dir Viel besser und ganz eigen: Wie sollte sich nun herz und sinn Nicht, großer schöpfer! zu dir hin In wahrer liebe neigen? 10. Ich liebe, vater! den du liebst, An dem so viel gelegen, Daß du ihm deinen himmel giebst; Ich lieb ihn deinetwegen. Laß diesen liebestrieb in mir Sowohl zum nächsten als zu dir Sich ohn aufhören regen. 4. Je näher ich mich zu dir thu, Je mehr werd ich vergnüget. Dieweil mein theil, darin ich ruh', Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu. In dir verborgen lieget. Du bist 623. dh ruf dich an, Herr Chrift, Du vor Und was läßt du für weisheit sehn, alles herrlich füget! Die brunnquell reiner triebe! Der du die liebe selber bist: Verleih mir wahre liebe. Entzünde meine falte brust, Und gieb mir, wie ich flehe, Aus der höhe Zum lieben rechte lust, Daß dein gebot 5. Verlanget man gewalt und macht; So bist du, Herr! all mächtig. Begehrt man hoheit, ehr und pracht; So bist und machst du prächtig. Begehrt man reich- geschehe. 1 396 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 2. Als du uns hießest werden, Da schufst du uns zum ewgen wohl. Nicht nur auf dieser erden Ist alles deiner güte voll: Auch in dem himmel droben Hat deine vaterhand Uns güter aufgehoben, Die noch kein aug erkannt. Dorthin uns zu erheben Ist, Gott! dein 3. Verleih, daß ich aus her- ganzer sinn. Drum gab für uns zensgrund, Nicht blos mit wor- sein leben Dein ewger sohn daten liebe, Daß sich die hand, so hin. wie der mund, In liebeswerken übe; Damit mein nächster auch durch mich In gegenlieb entbrenne, Und erkenne, Daß in der wahrheit ich mich Jesu jünger nenne. 2. Ich bitt noch mehr, o Herr! mein Gott! Gieb, daß es mir gelinge, Daß dich mein geist, Herr zebaoth! Mehr lieb, als alle dinge. Gieb, daß ichs auch von herzen gut mit meinem nächsten meine: Du alleine Entzündst auch diese gluth: Was gut an mir, ist deine. 4. Laß mich nicht lust noch furcht von dir, Mein Gott und schöpfer! kehren. Laß deinen guten geist in mir Die liebes flamme nähren, Die dir mein treues herze weiht: Laß ihre gluth nichts hindern, Noch vermindern: Die unvermögenheit Herrscht noch in deinen Findern. 5. Ich lieg im streit und widerstreb' Der bosheit in dem herzen; Sch fürchte, wenn ich lieblos leb', Dein lieben zu verscherzen. Drum, Herr! verein'ge dich mit mir, Damit ich fromme triebe Reiner liebe, Wie du willst, für und für An meinem nächsten übe. Von der Liebe zu Gott und Jesu. Mel. Nun lob', mein seel! den 2c. 624. Gott! du bist die D liebe, Allein zum wohlthun hast du lust. Des menschenhaffes triebe Sind deinem herzen unbewußt. Ganz ohne alle grenzen Ist deine gütigkeit. So weit die himmel glänzen Uebst du barmherzigkeit. Du Herr! hast wohlgefallen An dem, was du gemacht, Und hast uns sündern allen Noch leben zugedacht. 3. Wie groß ist deine gnade! Wer ist so reich an huld, wie du? Auch auf dem sündenpfade Siehst du uns voller langmuth zu. Du lockest uns zur buße; Und wenn, zur reu bewegt, Der fünder sich zu fuße Vor dir in demuth legt, So siebst du auf den armen Mit väterlicher huld, Und schenkst ihm aus erbarmen Die ganze sündenschuld. 4. Mit jedem neuen morgen Wird über uns dein wohlthun neu; Du kommest unsern sorgen Du Zuvor mit deiner vatertreu. ursprung aller gaben! Du weißt, was uns gebricht; Und was wir nöthig haben, Versagst du, Gott! uns nicht. Vom wohlthun, das du übest, Sind unsre tage voll. Auch wenn du uns betrübest, Ge schiehts zu unserm wohl. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt; Und bist stets treu geblieben, Wie viel wir wider dich verübt. Mit gnade uns zu segnen, Ist ewig deine lust. Mit dank dir zu begegnen, Sei, Herr! auch unsre lust. Laß uns, treu zu erfüllen, Was du befiehlst, nie ruhn. Wer sollte deinen willen nicht gern, o vater! thun? 6. Wer hier auf deinen wegen Sich willig deinem dienste weiht; Den sehest du zum segen Schon hier, noch mehr in ewigkeit. Du krönest seine leiden Mit herrli und zwar von der Liebe zu Gott und Jesu. chem gewinn, Und führest ihn zu freuden, zu ewgen freuden hin. Wie theur ist deine güte! Gott! laß mich ihrer freun, Und stets mein ganz gemüthe Voll deiner liebe sein. Mel. Wer nur den lieben Gott. u brunnquell al625. Der du mich je und je geliebt: Erfülle mich mit solchem triebe, Daß dir mein herz sich ganz ergiebt, Und stets mit allen träften strebt, Daß es in deiner liebe lebt. 2. Da du mich als ein vater liebest, Laß mich dich lieben als ein kind: Da du dein eigen kind mir giebest, So mach mich dir auch gleich gesinnt; Laß meiner liebe gegenschein Aufrichtig und voll inbrunst sein. 397 7. Wer dich recht liebt, muß alles hassen, Wodurch man deine huld verliert: Drum gieb mir gnade, das zu lassen, Was mir nur fluch und zorn gebiert. Laß mich die liebe zu dir ziehn, Und alle sünden ernstlich fliehn. 8. Aus liebe laß mich endlich leiden, Was mir dein weiser rath von 5. Vertilg, o Herr! durch deine liebe In mir die liebe dieser welt, Daß ich dein herz ja nicht be trübe, Wenn mir die eitelkeit gefällt; Die liebe zu der kreatur Erstickt die liebe Gottes nur. liebe scheiden, Wenn mich auch gleich der tod hin nimmt. Liebt Jesus mich, so hats nicht noth, Die lieb' ist stärker als der tod. 9. In dieser liebe laß mich sterben, So ist auch sterben mein gewinn; Weil ich, mit allen himmelserben, In deiner liebe selig bin. Da wird die lieb' in vollem schein Kein stückwerk, stets vollkommen sein. Mel. Wer nur den lieben Gott. 3. Gieb, daß dein geiſt, der geist 626 Mein Gott! ach wenn der liebe, Mein ganzes herz recht dich nur habe, brennend macht: Daß ich mich Frag ich nach erd und himmel stets im lieben übe, Dieweil du nicht; Dieweil ich mich an dir mich so hoch geacht, Und mir dies nur labe, Der du mein Gott, theure liebespfand Zum trost der mein trost und licht. Mein herz, seelen zugesandt. dem sonst kein trost bewußt, Sucht dich, und lacht der eitlen lust. 4. Hilf, daß ich dir vor allen dingen Mit reiner lieb' ergeben fei: Sa, laß mich deine liebe bringen, Damit ich ohne heuche- getrost auf dich. lei Von ganzem Herzen, muthalle plagen achten? und sinn Durch lieb und treu Gott! erquickest mich. Erhebt dein eigen bin. 2. Sollt mir auch leib und seel verschmachten, So hoff ich doch Was werd ich Denn du, mein sich alles wider mich, Sch bleib an dir und liebe dich. 3. Hab ich nur dich, so hab ich alles, Was meine seele wünschen kann; Mit dir fürcht' ich mich keines falles: Denn liebst du mich, was sicht mich an? Ich gläub und weiß, du bist mein theil, Mein herzenstrost, der seelen heil. 6. Laß mich, um deiner liebe willen, Was du befiehlst, mit freuden thun: Kann ichs nicht insgesammt erfüllen; Wird deine Mel. Wer nur den lieben Gott. buld dabei beruhn, Daß ich aus 627. Wie sollt ich meinen liebe das Gott schwachheit leisten kann. ben, Der mich doch je und je 398 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden geliebt, Der mir sein ganzes herz Und ziehe mich aus dem verderverschrieben, und seinen sohn zu ben, Durch Jesu tod, ins land eigen giebt. Durch diese gabe der ruh. Dort ist die beste einigkeit, zeigt er an, Wie herzlich er mir Da liebt man in vollkommenheit. zugethan. 2. Er hat von ewigkeit beschlos- 628. Herzlich lieb habe ich vich, Herr! sen, soll und erbe sein. Bisher ist keine zeit ver- meine seele sehnet sich Nach deiner gnade gaben. Die ganze welt erfreut mich nicht, Nach erd und himmel frag ich nicht, Wenn ich dich nicht fann haben. Und wenn mir gleich mein herz zerbricht, Bist du doch meine zuversicht, Mein theil, das meine seele tröst't, Weil du mich durch dein blut erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr! In schanden laß mich nimmermehr. flossen, Da nicht ein heller liebesschein Mich immer fester überzeugt, Er sei mir väterlich geneigt. 3. So liebreich ist er mir gewogen, So liebt er mich von anbeginn. Und weil er mich zu sich gezogen, Daß ich nicht mehr mein eigen bin; So mach ich billig diesen schluß, Daß ich ihn wieder lieben muß. 4. Wer wollte sich nicht ziehen lassen, Wenn man in liebesseilen geht? Gewiß, der muß sich selber hassen, Den dieser kräftige mag. net In gegenlieb nicht an sich zieht, Die je und je im herzen glüht. 5. Doch weil ich nicht von solchen kräften Bei meines fleisches schwachheit bin: Mich an dein treues herz zu hesten; So zieh, mein Gott! den trägen sinn Durch deine kraft so fest zu dir, Daß ich in dir sei, du in mir. 6. Gieb, daß ich mich der welt entziehe, Die nur in sündenstricken führt, Und ihre güldne neße fliehe, Darinnen mancher sich verliert, Wenn er, bei wollust, gut und geld, In seelennoth und tod verfällt. 2. Es ist ja dein geschenk und gab' Mein leib, feel, alles was ich hab In diesem armen leben; Daß ich es deinem lobe weih, Dem nächsten damit nüßlich sei, Wollst du mir gnade geben. Behüte mich vor falscher lehr, Des satans mord und lügen wehr; In allem kreuz erhalte mich, Auf daß ichs trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! Tröst meine seel in todesnoth. 3. Ach gieb, wenn du mich steiben heißt, Herr! daß dein engel meinen geist In Abrahams schook trage: Den leib, den deine hand mir gab, Bewahre du in seinem grab, Bis zu dem jüngsten tage: Alsdenn vom tod erwecke mich, Daß meine augen sehen dich In aller freud, o Gottessohn! Mein heiland und mein gnadenthron! Herr Jesu Christ! erhöre mich! Ich will dich preisen ewiglich. 7. Führst du mich gleich auf rauhen wegen, Ist doch dein kreuz ein liebesseil; Die dessen vortheil recht erwägen, Die finden hier auch wahres beil. Du führst durch leiden dieser zeit Uns zu 629. des himmels herrlichkeit. 8. Und endlich reiche mir im sterben Auch deine liebesarme zu, Melodie 27. ünschest du, mein herz! zu ruhn Und dir ewig wohl zu thun, Denkest du von angst, beschwerden, Furcht 629. W und zwar von der Liebe zu Gott und Jesu. 399 und kummer frei zu werden; Liebe fest und rein, Und dir ewig treu Jesum, so geschichts; Denn sein wahres wort versprichts. zu sein. 2. Niemand hat sich je betrübt, Weil er Jesum treu geliebt: Niemand bat je weh empfunden, Weil er Jesu sich verbunden. Jesum lieben ist allein Schon so viel, als selig sein. 3. Jesus ist das höchste gut; Wer in seiner liebe ruht, Dem wird er vergnügtes leben, Und dereinst die krone geben. Seine liebe macht die zeit Gleich der süßen ewigkeit. 5. Dieser erden freud und lust Sättigt nimmer deine brust. Nichts von allen eitlen dingen Kann dir wahre freude bringen. Liebe Je sum, dies allein Wird die wahre freude sein. 6. Nun mein Jesu! rühre mich, Gieb mir kraft, so lieb ich dich Einzig und von ganzem Herzen; Ich will alles gern verschmerzen; Pich zu lieben, soll allein Stets mein wunsch und wille sein. 7. Geuß, mein heiland! dei nen geist, Der ein geist der liebe heißt, Reichlich über mein gemüthe, Daß es deine lieb' und güte Völlig schmeckt, und meine treu Durch ihn fest und ewig sei. 10. Gott ist selbst die lieb', und treibt Den zur lieb', in dem er bleibt; Man kann aus den liebeswerken, Ob Gott in uns wohne, merken; Weil uns selber Gottes geist Gott und Jesum lieben heißt. 4. Traure doch, mein herz! daß du Diese wahre seelenruh Nicht Mel. Wie schön leucht't uns der. erkannt, nicht ehr geſuchet, Und 630. Jefu Jeſu, Gottes sohn! Mein bruder den zur verfluchet; Trage leid und sei betrübt, Daß du Gott nicht ehr geliebt. 8. Muß ein herz nicht selig sein, Dessen trieb zu Jesu rein, Das nichts wünschet, nichts verlanget, Als nur ihn, an dem es hanget? Denn in Jesu trifft es an, Was es sucht und wünschen kann. 11. Nun du reine liebesgluth! Komm, entzünde geist und muth: Laß mich nach der liebe ringen, Treibe mich vor allen dingen Dich zu lieben: so allein Kann ich ewig selig sein. und mein gnadenthron, Mein schaß, trost, freud und wonne! Du weißeſt, daß ich rede wahr, Vor dir ist alles sonnenklar, Ja klärer als die sonne. Herzlich Lieb' ich Mit gefallen Dich vor allen; Nichts auf erden kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein schmerz, dies fränket mich, Daß ich nicht gnug kann lieben dich, Wie ich dich lieben wollte. Ich werd von tag zu tag entzündt, Je mehr ich lieb', je mehr ich sind, Daß ich dich lieben sollte. Von dir Laß mir Deine güte Jns gemüthe Lieblich fließen; So wird sich die lieb' ergießen. 3. Durch deine kraft treff' ich das ziel, Daß ich, so viel ich soll und will, Dich allzeit lieben möge. Nichts auf der ganzen weiten welt, Pracht, wollust, freude, ehr und geld, Wenn ich es recht erwäge, Kann mich Ohn dich Gnugsam laben; Dich zu haben, Dich zu lieben, Das giebt trost auch im betrüben. 9. Leben, friede, sicherheit, Heil und trost und freudigkeit Schenkt mir, Jesu! deine liebe: Hilf, daß ich mich treulich übe, In der liebe fried und ruh, Erfreuest ſein ge4. Denn wer dich liebt, den liebest du, Schaffst seinem herzen 400 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden wissen. Es geh ihm wie es woll' Und erwirbest mir den himauf erd, Wenn ihn das kreuz mel. gleich ganz verzehrt; Soll er doch dein genießen. Ewig Wird sich Nach dem leide Große freude Für ihn finden: All sein trauren muß verschwinden. 3. O mit was für wunderkräften Reißest du mich aus der noth! Läsfest dich ans freuze heften, Duldest nägel, schmach und tod, Läsfest dich mit schmach verspeien, Mich verdammten zu befreien. 5. Kein ohr hat jemals dies gehört, Kein mensch gesehen noch gelehrt, Es kann niemand beschreiben, Was denen dort für herrlichkeit Bei dir und von dir ist bereit, Die in der liebe bleiben. Gänzlich Läßt sich nicht erreichen, Noch vergleichen Den weltschäßen, Was alsdann uns wird ergeben. 6. Drum laß ich billig dies allein, O Jesu! meine sorge sein, Daß ich dich herzlich liebe, Daß ich in dem, was dir gefällt, Und mir dein klares wort vermeldt, Aus liebe mich stets übe; Bis ich Endlich Werd abscheiden, Und mit freuden Zu dir kommer, Aller trübsal ganz entnommen. 6. Laß mich rein und himmlisch werden, Und entrücke meinen geist Von den lüſsten dieser erden, Wo man gift'ge früchte speist. Jesu! 7. Da werd ich deine süßig- herz und adern wallen, Dir alkeit, Dein himmlisch manna je- leine zu gefallen. derzeit In reiner liebe schmecken, Und sehn dein liebreich angesicht, Mit unverwandtem augenlicht, Ohn alle furcht und schrecken. Reichlich Werd ich Sein erquicket Und geschmücket Vor dein'm throne Mit der schönen lebenskrone. 4. Aber ach! ich bin nicht tüchtig, Dieses völlig zu verstehn: Meine lieb' ist kalt und flüchtig, Pflegt aufs eitle nur zu sehn; Ach! die flammen schnöder lüfte Machen deine wohnung wüste. 5. Komm, erwärme mich doch wieder, Komm, o schönster, meine lust! Reiß des satans tempel nieder, Und erfülle meine brust, Statt der ungezähmten triebe, Mit dem feuer deiner liebe. 7. Herr! du hast mich aufgedein: Schläge, die von liebe komnommen, Schlage nur! ich bleibe men, müssen mir stets heilsam sein; Auch im leiden und betrüben Will ich dich, mein heiland! lieben. Mel. 4. Mein Gott! ich bin jetzt. 8. Mein herz hängt an deinem 631. Liebster Jefu, höchste herzen, Treuester! verschmäh es Der du mar- nicht; Denn dies was meinen ter, qual und last Aus dem al- schmerzen Linderung und trost lerreinsten triebe Für mich ausge- verspricht. Dir sich völlig überstanden haft: Deine liebe kann geben, Heißt in lust und wonne auf erden Nie genug bewundert leben. werden. 9. Weicht, ihr funken schnöder 2. Was ist ihr wohl zu verglei- triebe! Komm, mein Jesu, meine chen? Du bist Gottes liebster sohn, lust! Stärke mich in deiner liebe, Und verläßt( wer fanns erreichen?) Und ergebe meine brust; Laß Deiner allmacht höchsten thron, mich stets in deinen armen Ruhe Kommst in dieses weltgetümmel finden und erbarmen. 401 und zwar von der Liebe zu Gott und Jesu. Mel. Wer nur den lieben Gott. und geist Dich ewig liebt und 632. Dich will ich lieben, ewig preist. meine 8. Dich lieb' ich ewig, meine freude! Dich lieb ich, meinen Herrn und Gott. Dich lieb' ich stets in lust und leide, Dich lieb' ich auch in noth und tod, Dich lieb ich hier in dieser zeit, Und völlig in der ewigkeit. will ich lieben, meine zier! Dich lieb' ich, Herr! durch wort und werke, Gedanken, sinnen und begier, Dich lieb' ich, o vollkomm nes licht! Bis mir der tod das herze bricht. 2. Dich lieb' ich, o mein wahres leben! Dich lieb' ich, meinen besten freund! Dich will ich lieben und erheben, So lange mich dein glanz bescheint. Dich, dich umfaß ich, Gottes lamm! Als meiner seele bräutigam. 3. Ach! daß ich dich so spät gekennet, Und dich, mein trost und höchstes gut! So spät umfaßt und mein genennet, Da doch mein heil in dir beruht. Ach! meine seele ist betrübt, Dieweil ich dich so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt, und war verblendet; Ich suchte ruh und fand sie nicht, Blos, weil ich mich von dir gewendet, Der einzig ruh und trost verspricht. Gott lob! nun zeigst und schenkest du mir dich und wahre seelenruh. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu. 633. S Jesu Christ, mein schönstes So hoch mich liebst, daß ich es licht! Der du in deiner seelen len: Gieb, daß mein herz dich nicht Aussprechen kann noch zähwiederum Mit lieben und verlangen Mög umfangen, Und als dein eigenthum Beständig an dir hangen. 2. Gieb, daß sonst nichts in meiner seel, Als deine liebe wohne. Gieb, daß ich deine lieb' erwähl, Als meinen schaß und frone. Stoß alles aus, nimm alles bin, Was dich und mich will trennen, Und nicht gönnen, Daß all mein muth und sinn In deiner liebe brennen. 3. Wie freundlich, selig, süß und schön Ist, Jesu! deine liebe! Wo diese steht, kann nichts be stehn, Das meinen geist betrübe: Drum laß nichts liebers denken mich, Nichts werthers sehen, hören, Lieben, ehren, Als deine lieb und dich, Der du sie kannst vermehren. 5. Drum dank ich dir, du wahre jonne! Weil du mir glanz und licht gebracht; Ich danke dir, du himmelswonne! Daß du mich froh und frei gemacht: Dir dank ich, höchste gütigkeit! Die mir geist, seel und leib erfreut. 6. Erhalte mich auf deinen stegen Und laß mich nicht mehr irre gehn; Laß meinen fuß in deinen wegen Nicht straucheln oder stille stehn. Du reines licht, du gnadenglanz! Erleuchte meine feele ganz. 4. Mein heiland! du bist mir zu gut In noth und tod gegangen: Erlittest angst, vergosfest blut, Bist an ein freuz gehangen, Verhöhnt, verspeit, und sehr verwundt; Ach! laß durch deine wunden Alle stunden Mit lieb des herzens grund Dir innigst sein verbunden. 7. Gieb meinen augen süße thränen, Gieb meinem herzen lieb und treu. Laß meine seele sich 5. Du hast mich je und je gegewöhnen, Damit sie ewig deine liebt, Und auch nach dir gezogen; ſei, Damit verstand und sinn Eh ich noch etwas guts geübt, 26 402 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden Warst du mir schon gewogen, eingetroffen. Hoffnung, die auf Ach! laß doch ferner, edler bort! Gott nicht baut, Wird zulegt Mich deine liebe leiten, und beschämt geschaut. begleiten, Daß sie mir immerfort Beisteh auf allen seiten. 6. Laß meinen stand, darin ich steh, Herr! deine liebe zieren, Und, wo ich etwa irre geh, Alsbald zurechte führen; Laß sie mich allzeit guten rath, Und gute werke lehren, Steuren, wehren Der sünd, und nach der that Bald wieder mich bekehren. 4. Laß den anker meiner seelen, Unter aller stürme wuth, Nur dein herz zum grunde wählen, Wo er fest und sicher ruht; So wird sich kein zweifel wagen, mir mein schifflein umzuschlagen. Ich werd unbeweglich stehn, Wenn auch berge untergehn. 5. Laß mein herz versichert werden, Daß dein wort wahrhaftig 7. Laß sie sein meine freud im sei: O! so werd ich hier auf erleid, In schwachheit mein vermö- den Von so mancher unruh frei; gen; Und wenn ich nach vollbrach- So werd ich im glauben beten, ter zeit Mich soll zur ruhe legen; Und erhört zurücke treten; So Alsdenn laß deine liebestreu, wächst meine zuversicht, So wankt Herr Jesu! auf mich sehen, mir meine hoffnung nicht. beistehen, Daß ich getrost und frei Mög in dein reich eingehen. UFUG 6. Vater! meine hoffnung gründet Sich auf deines sohnes tod; Ach! in seinem blute findet Sie Von der Hoffnung auf Gott. gewissen trost in noth: Durch sein siegreich auferstehen kann ich neu geboren gehen Zu den bür gern jener welt, Wenn der erden. bau zerfällt. Mel. Jesu! meines lebens leben. 634. Ewge wahrheit, deren treue Unfre hoffnung stüßt und hält! Ich befenne und bereue, Daß mich kleinmuth oft befällt. Ach! wie hängt mein herz an dingen, Die mich nicht zur ruhe bringen. Ach! wie leicht vergeß ich dein, Wenn mein trost soll sichtbar sein. 7. Da mein haupt sich aufge schwungen, Und auf Gottes thron geseßt; Bin ich auch mit durch gedrungen Und den engeln gleich geschäßt. Ich besig ein ewig leben, Das mir Jesus selbst gegeben. Ich bin, in der hoffnung schon, Mit erhöht zu seinem thron. 2. Ach vergieb mir diese sünde, 8. Hie muß ich als pilgrimm Nimm die strafe von mir hin, wallen. Oben ist mein vaterland; Schenke deinem armen finde, Ba- Dort, wird einst die welt zerfal ter! einen andern sinn, Den nicht len, Find ich meinen ehrenstand. falsche hoffnung bindet, Die, wie Ich erwarte nur die funden, Da dünner reif, verschwindet, Die, wie ich, von der sünd entbunden, Meileichter rauch, versleucht, Und das nen heiland werde sehn, Und verherz zur erden zeucht. kläret vor ihm stehn 3. Laß mich eitle sorgen meiden, 9. Unterdessen laß mich hoffen, Weil du für mich sorgst und Auch in trübsal, auf dein licht; wachst, Und im trauren, wie in Zeige mir den himmel offen, So freuden, Dich um mich zur mauer schreckt tod und grab mich nicht. machst. Laß, Herr, auf dein wort Laß mich, Herr! voll trost und mich hoffen, Das noch allzeit freuden Aus demthal ber und zwar von der Hoffnung auf Gott. thränen scheiden, Und, was ich gehofft allhier, Mich dort schauen, Gott! bei dir. Mel. Wer nur den lieben Gott. 635. Mein Gott! der du mich heißest hoffen, Und auch ein Gott der hoffnung bist; Bisher ist alles eingetroffen, Was mir von dir versprochen ist. Dein wort ist wahr, dein mund ist treu, Dein herz ohn alle heuchelei. 2. Du bist ein fels; wer auf dich bauet, Kann fest und unbeweglich steyn. Wer deiner allmacht feſt vertrauet, Wird nie mit schanden untergehn: Sein anker findet guten grund, Er hält sich stets an deinen bund. 403 wache Bis zu der andern warten muß; Gieb, daß ich mir nicht fummer mache. Schent meiner#C hoffnung den genuß, Daß deine bülfe schöner blüht, Je länger deine hand verzieht. 788 8. Und wolltest du mich, Herr! hoff auf dich; Das sei mein trost auch tödten, So sag ich doch: ich in allen nöthen, Drauf leb' und sterb ich sicherlich, Daß ich bei fester glaubenstreu Schon in der hoffnung selig ſei. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 636.Der Herr ist meine zuversicht, Mein ein. ger trost im leben. Dem fehlt es nie an trost und licht, Der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein 3. Drum laß bei mir in mei- Gott, Auf sein gebot Wird seine nem glauben Die hoffnung fest seele stille, Ihm gnügt des vagegründet sein; Laß welt und sa- ters wille. tan mir nicht rauben, Was deines wortes heller schein Mir für ein trostlicht aufgestedt, 3st mir es jest gleich oft verdeckt. 2. Wer wollte dir, Herr! nicht vertraun? Du bist des schwachen stärke. Die augen, welche auf dich schaun, Sehn deine wunderwerke. Herr! groß von rath, und stark von that: Mit gnadenvollen händen Wirst du dein werk 5. Laß mich allein auf Jesum bauen, Laß mich in allem meinen thun Voll hoffnung dir, mein Gott! vertrauen, und in der zuversicht beruhn, Du werdest auf mein bestes sehn, Und mir es lassen wohl ergehn. 4. Verhüte, daß in meinem leben Mich eitle hoffnung nicht verführt; Denn die ist gleich den spinneweben, Wenn sie ein leich- vollenden. ter wind berührt. Ein herz, das zeitlichem vertraut, Hat nur auf leichten sand gebaut. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, Verlassen sehen müssen: Du läßt ihn, wenn ihn noth um giebt, Doch deinen trost genießen. Des frommen herz Wird frei vom schmerz: Der fünder eitles dichten Pflegst du, Herr! zu zernichten. 4. Drum hoff, o seele, hoff auf Gott! Der thoren trost verschwindet; Wenn der gerechte in der noth Das herz des schöpfers findet. Wenn jener fällt, Ist er ein held; Er steht, wenn jene zittern, Als fels in ungewittern. 6. Laß mir die hoffnung leichte machen, Was fleisch und blut beschwerlich fällt: Und wenn auch unglücksstürme krachen, Erhebt sich satan und die welt; So flöße mir die hoffnung ein, Du werdest doch mein helfer sein. 7. Wenn ich von einer morgen- chet. 5. Wirf nicht die große hoffnung hin, Die dir dein glaube reiVerflucht sind, die zu menschen 26* 404 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden fliehn: Verflucht, wer von Gott den Durch den bund, der ewig weichet! Dein heiland starb: Er, er erwarb, Auf seinem sterbehügel, Dir deines glaubens siegel. gilt. Dieser bund währt alle stunden, Dieser bund ist unser schild Gegen des versuchers pfeil. Gott bleibt unser erb' und theil, Das hat uns sein mund geschworen, Da sein bad uns neu geboren. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her Sich ungewitter sammlen. Gott hilft, wenn christen freudenleer Zu ihm um gnade stammlen. Die zeit der qual, Der thränen zahl Zählt er; er wiegt die schmerzen, Und wälzt sie von dem herzen. 4. Drum sei ruhig, meine seele! Trau auf Gott, der für dich wacht, Wenn in dieser jammerhöhle Dir ein zweifel kummer macht. Wer sich nur auf Gott verläßt, Der steht unbewegt und fest. Sein erbarmen wird dich stüßen, Seine treu wird dich beschüßen. 7. Herr! du bist meine zuversicht. Auf dich hofft meine seele. Du weißt, was meinem glück gebricht, Wenn ich mich sorgend quäle. Wer sollte sich nicht ganz Mel. O Gott, du frommer Gott. auf dich, Allmachtiger! verlaſſen, 638 Wohl dem, der Gott Und sich im fummer fassen? vertraut, Und stets 8. In deine hand befehle ich Mein wohlsein und mein leben. Mein hoffend auge blickt auf dich; Dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott; Und einst im tod Mein fels, auf den ich traue, Bis ich dein antliß schaue. Von dem Vertrauen auf Gott. Mel. Kommt, laßt euch den ze. ottes mund hat uns 637.Sotte verheißen, Es soll uns aus seiner hand Weder welt noch teufel reißen. Seine wahrheit ist bekannt, Darum fürchten wir uns nicht, Wenn gleich welt und himmel bricht. Seine treu in seinen sachen Dem alles übergiebt, Der alles wohl fann machen. Leg dein beschwertes haupt Nur in des höchsten schooß, So wirst du ruhig sein, Und aller sorgen los. 2. Wohl dem, der Gott vertraut; Denn ihm ist nichts unmöglich. Sein starker allmachtsarm Hilft treu, oft unverzüglich. Scheint etwas uns zu schwer, So ist es ihm doch leicht; Weil auf sein allmachtswort All unser fummer weicht. 3. Wohl dem, der Gott ver traut; Kannst du kein mittel finden, Dein elend, deine noth Und pein zu überwinden: Vertrau dem weisen Gott, Fleh ihn um beistand an; Bei ihm ist rath und kann nimmer brechen Ihr hoch- that, Wenn niemand helfen kann. heiliges versprechen. 4. Wohl dem, der Gott ver2. Mögen doch die berge wei- traut, Denn seine liebesproben chen Und die felsen untergehn: Miuß selber die natur Mit frohem Unser trost wird nicht erbleichen, munde loben; Der jeder treatur Und der gnadenbund bleibt stehn. Kraft, speis' und nahrung giebt, Fallt ihr hügel immerhin: Kann Der forget auch für dich, Weil doch Gottes vaterpunn Weder er dich herzlich liebt. schlag noch fall erschüttern, Wenn gleich ero und himmel zittern. 3. Er hat sich mit uns verbun5. Wohl dem, der Goti vertraut Und nicht den menschenkindern; Denn sie sind öfters falsch, Und und zwar von dem Vertrauen auf Gott. 405 1351 suchen das zu hindern, Was uns| schwer; Das fleisch fängt an zu doch nüßlich ist: Ob sie, was uns gebricht, Schon wissen und verstehn, So helfen sie doch nicht. fragen: Wo nehm ich meine nothdurft her? Weil alle leute klagen. Ach! bleib bei der vergnüglichkeit; Es steht ja die versorgungszeit Auch blos in Gottes händen. 6. Drum wohl, es bleibt dabei: Ich will nur Gott vertrauen, Auf seine vaterhand In meiner trübsal schauen. Ach Gott! ich komm zu dir, Ach sorge du für mich. Ach! nimm dich meiner an, Und hilf mir gnädiglich. 7. Wohl mir, ich traue Gott: Es mag mir immer gehen, Wie Gott, mein vater, will. Ich bleibe drauf bestehen, Daß Gott den nicht verläßt, Der feste auf ihn baut, Daß dem geholfen wird, Der seinem Gott vertraut. 639. Mel. Wenn mein stündlein 2c. Gott zur rub, EntDomm seele! geh in fage deinem willen. Vernunft! gieb deine schwachheit zu; Laß dich den glauben stillen: Ergreife die zufriedenheit. Es stehet alle deine zeit In Gottes vaterhänden. 6. Du siehest auf dein christenthum, Und bist noch sehr zurücke; Du liebest beimlich lust und ruhm, Und merkst viel andre tücke; Dein herz ist noch gar schlecht erneut; Sei nur getreu, des wachsthums zeit Steht auch in Gottes händen. 7. Du must gar oft mit fleisch und blut, mit welt und teufel kämpfen; Es fällt dir schwer, der lüste gluth, Die sie erweckt, zu dämpfen; Ach geh nur freudig an den streit, Du siegest; denn die fiegeszeit Steht nur in Gottes händen. 8. Sehnst du dich weg von deiner hut, Und wird dir öfters bange; Entfällt und sinket herz und muth, Währt dir der streit zu lange: Getrost, die frone liegt bereit, Es steht auch deine frönungszeit In Gottes vaterhän2. Wo Jesus geht, da folge nach Wie und wohin er führet; den. Weil dich gewiß fein ungemach, 9. Verbleibet dir dein todesWenn er nicht will, berühret. tag Und sterbensart verborgen, Ohn ihn geschiehet dir kein leid: Du weißt nicht, wo er kommen Es stehet deine lebenszeit Allein mag: Nur weg mit allen sorgen. in seinen händen. Gnug, daß dir Gott die hände beut, Und daß auch deine sterbenszeit Darinnen sicher stehet. 3. Gefeßt, er stellet dich einmal Auf hohe kreuzesstufen; Es trifft dich leiden ohne zahl, Du mußt vergebens rufen, Es scheint, die hülfe sei sehr weit; Nur unverzagt: die rettungszeit Steht auch in seinen händen. 10. Nun, du regierer meiner zeit! Gieb mir geduld und stärke Bei meiner unvollkommenheit, Bis daß ich dort recht merke, Wenn mich dein angesicht erfreut, Wie 4. Du bleibest doch sein liebes sicher alle meine zeit In deiner kind; Gesetzt, daß aug und wan- hand gestanden. gen Auch selten ohne thränen sind, Weil alle bich gar felten was erfreut: So 640, D Gott! Wer sollte Und Mel. O Gott, du frommer Gott. u bist getreu, mein glaube nur, die thränenzeit Steht auch in seinen händen. dir nicht trauen, Und auch in 5. Die zeiten werden oft gar aller noth Auf deine hülfe bauen? 406 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden Sch trau auf dich, ach hilf, Mich durch dein wort belehret, Daß es gegründet sei In deiner Daß deine hand der frommen lieb' und huld, In deiner vatertreu. noth In freude einst verkehret, Und daß ich alles, was mich fränkt, Auf dich, der unser schicksal lenkt, Mit zuversicht soll werfen. 2. 3war ist mein fleisch und blut Har oftmals voll mißtrauen, Wenn es den segen nicht Gleich kann in händen schauen; Deswegen ist es auch Oft voll klein müthigkeit, Sieht nicht aufs fünf tige, Hängt nur an dieser zeit. 2. So will ich dann auch, auf bein wort, Der forgen mich entschütten. Erhöre du, mein fels, mein hort! Mein findlich flehn 3. Was menschenkinder thun und bitten. Gieb meiner feele Und rathen, das soll gelten; Was wahre rub. Was mich bekümGottes wort verspricht, Gilt, lei- mert, lenke du Zu meinem ewgen der! nur gar selten: Was aber besten. kann ein mensch? dessen rath? Es sind ja mehrentheils Nur worte ohne that. Was nüßet 3. Der sorgen macht hat freilich oft Mich übermeistern wollen. So hab ich nicht auf dich 4. Du aber, treuer Gott! gehofft, Als ich wohl hoffen sollen. Kannst, was du sprichst, erfüllen. Mein Gott! wie groß ist meine Bei dir ist rath und that, Du schuld! An dir hab ich durch kannst den kummer stillen. Wer ungeduld Vielfältig mich verdir nur fest vertraut, Dem hilfft du aus der noth, Wär sie auch noch so groß, Ja wär es gar der tod. 5. Drum wend ich mich zu bir, In meines Jesu namen, In wel dhem mein gebet Schon lauter ja und amen. Ach gieb mir in mein herz Des geistes freudigkeit, Daß er in höchster noth Ein kräftig abba! schreit. fündigt. 4. Erbarmender! vergieb es mir Nach deiner größen güte; Und stärke zum vertraun zu dir Mein schüchternes gemüthe. Gieb, daß ich freudig hoff auf dich, Du werdest nie, als water, mich Verlassen noch versäumen. 5. Seh ich auch gleich nicht immerfort Zur hülfe wege öffen; So laß mich dennoch, Herr mein hort! Auf deine rettung hoffen. Du bleibst doch immer groß an rath, Und immer mächtig auch an that, Mein bestes zit besorgen. 6. Dies sei mein trost; dies sei mein licht, Wenn mich die sorgen fränken. Erfüllst du meine wünsche nicht, So laß mich gläubig denken, Daß mirs nicht gut gewesen ist. Weil du die höchste weisheit bist, So fügst dit stets das beste. 7. Was hier mir fehlt, das wirst du mir Aufs reichlichste ersehen; Wenn ewge freuden mich bei dir In deinem reich ergeben. Da ist und mein Gott! mein erb und höchstes gut. O! 6. Ja, abba! höre mich, Und hilf mir, deinem finde, Daß, wenn ich dir vertrau, Sch hülfe bei dir finde. Das recht der findschaft läßt mich solch vertrauen fehn, Und darauf gründ ich mich In allem meinem flehn. 7. Ich traue, laß mich nur Nicht vom vertrauen fallen, Das ich auf dich gestellt: Du hilfft ja gerne allen, Die gläuben, drum hilf mir, So ist die hülfe gut; So dank ich dir dafür: Ach stärke herz und muth. Mel. Aus tiefer noth schrei ich ic. 641, Dut u hast, mein vater und zwar von dem Vertrauen auf Gott. 407 stop stärke mir dadurch den muth Bis 1643. Wot läßt walten, er nur den lieben an mein selig ende. Mel. Was Gott thut, das ist zc. [ uf Gott und nicht 642. Af auf meinen rath Und hoffet auf ihn allezeit; Den wird er wunderbar erhalten In aller noth und traurigkeit. Wer nur dem allerhöchsten traut, Der Will ich mein glücke bauen, Und hat auf keinen sand gebaut. dem, der mich erschaffen hat, Mit ganzer feele trauen. Er, der die welt Allmächtig hält, Wird mich in meinen tagen Als Gott und vater tragen. 2. Du sahest, Gott! von ewigfeit, Wie viel mir nüßen würde, Bestimmtest meine lebenszeit, Mein glück und meine bürde. Was zagt mein herz? Ist auch ein schmerz, Der zu des glaubens ehre Nicht zu besiegen wäre? 3. Du kennst, Herr! was mein herz begehrt, Und hättest, was ich bitte, Mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, Wenns deine weisheit litte. Du sørgst für mich Stets väterlich. Nicht was ich mir ersehe, Dein wille, der geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes glück Weit schwerer oft zu tragen, Als selbst das widrige geschick, Bei dessen last wir flagen? Die größte noth Hebt doch der tod; Und ehre, glück und habe Verläßt mich doch im grabe. 2. Was helfen uns die schweren sorgen, Was hilft uns unser weh und ach! Was hilft es, daß wir alle morgen Beseufzen unser ungemach? Wir machen unser freuz und leid Nur größer durch die traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille, Und sei doch in sich selbst vergnügt, Wie unsers Gottes beilger wille, Wie der allwissende es fügt: Gott, der uns ihm hat auserwählt, Der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er fennt die rechte zeit und stunden, Er weiß wohl, was uns nüglich sei, Wenn er uns nur getreu erfunden, und merket feine heuchelei: So kommt Gott, eh wir uns versehn, Und lässet uns viel guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner drangsalshiße, Daß du von Gott verlassen seist, Daß der nur Gott im schooße size, Der sich mit stetem glüce speist; Die zeit, so folgt, verändert viel, Und seßet jeglichem sein ziel. 5. Das, was wahrhaftig glücklich macht, Läßt du niemandem 6. Es sind ja Gott sehr leichte fehlen; Gesundheit, ehre, glück und pracht Sind nicht das glück sachen, und ist dem höchsten alles der seelen. Wer deinen rath Vor gleich, Den reichen klein und arm augen hat, Dem wird ein gut zu machen, Den armen aber groß gewissen Die trübsal auch ver- und reich: Gott ist der rechte wundermann, Der bald erhöhn, füßen. 6. Was ist des lebens herr- bald stürzen kann. lichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das leiden dieser zeit? Wie bald ists über wunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern; Seid fröhlich ihr gerechten Der Herr hilft seinen Enechten.. 7. Sing, bet und geh auf Gottes wegen, Verricht das deine nur getreu, Und trau des himmels reichem segen: So wird er bei dir werden neu. Denn wer nur seine zuversicht Auf Gott sett, den verläßt er nicht. dio: mind tim grogown 196 408 Mel. Nun ruhen alle wälder 2c. 644. W Wa as soll ich ängstlich klagen, Und in der noth verzagen? Der höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner seele Kein wahres wohl fein fehle. Genug zum trost, mein herz! für dich. Bon dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 9. Wenn ich hier tiefen sehe, Und es nicht ganz verstehe, Was du mit mir gethan; Kann ich doch deß mich trösten; Du nimmst mich, mich erlösten, Gewiß dereinst zu ehren an. 10. Dort bei der frommen schaaren, Dort werd ich es erfah2. Was nüßt es, heidnisch sor- ren, Wie gut du mich geführt. gen, Und jeden neuen morgen Da sing ich dir mit freuden, Nach Mit neuem fummer sehn? Du, überstandnen leiden, Den dank, vater meiner tage! Weißt, eh der deiner huld gebührt. ich dirs noch sage, Mein leid und auch mein wohlergebn. 645. Auf meinen lieben Gott 3. Auf deine hand zu schauen, Trau ich in angst Dir findlich zu vertrauen, Das, und noth; Er kann mich allzeit Herr! ist meine pflicht. Ich will retten Aus trübsal, angst und fie treulich üben, Und dich, mein nöthen. Mein unglück kann er sater! lieben; Denn du verläßt wenden. die deinen nicht. Es steht in seinen händen. 4. Der du die blumen kleidest Und alle thiere weidest, Du schöpfer der natur! Weißt alles, was mir fehlet. Drum, seele! was dich quälet, Befiehl dem Herrn, und gläube nur. 5. Herr! alle meine sorgen, Die noth, die mich verborgen In meinem geiste nagt, Werf ich auf dich, den treuen, Du weißt den zu erfreuen, Der fromm nach deiner hülfe fragt. 6. Wenn meine augen thränen, Und sich nach hülfe sehnen, So flag ich dirs, dem Herrn. Dir, water! dir befehle Jch meinen wunsch der seele. Du hörst, du hilfft, du segneft gern. 7. Der du mir hier im leben Schon größres heil gegeben, und deinen sohn geschenkt! Du wirst 2. Ob mich die sünd' ansicht, Verzag ich dennoch nicht, Auf Christum will ich bauen, und ihm allein vertrauen; Ihm bleib ich fest ergeben Im tod und auch im leben. 3. Ob mich der tod nimmt hin, Ist sterben mein gewinn: Denn Christus ist mein leben, Dem hab ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen, Wird er mein seel versorgen. 4. mein Herr Jesu Chriff Der du so willig bist Für mich am freuz gestorben, Hast mir das heil erworben: Führ du uns aus den leiden Zu ewgen himmelsfreuden. * 5. Amen zu aller stund Sprech ich aus herzensgrund: Du wollest uns ja leiten, Herr Chrift! besten lenken, Was mich zu sorgen mir alles schenken, Und mir zum zu allen zeiten, Auf daß wir deinen namen Ewiglich preisen, amen. reizt, und fränkt. 8. Du führest, Herr! die bei 646. W as mein Gott will, nen Nie so, wie sie es meinen; Nein, nur nach deinem rath. Ob ich mich auch betrübe, Bleibt doch dein rath voll liebe. der ausgang mit der that. Sein wille ist der beste: Zu helgescheh allzeit; fen ist er dem bereit, Der an Das zeigt ihn gläubet feste. Er hilft aus und zwar von dem Vertrauen auf Gott. 409 Wer Gott baut, Den noth, Der fromme Gott! Er reut mich dies vertrauen, Er tröstet ohne maaßen: wendet alles leid: Ihm sei es vertraut, Fest auf ihn beimgestellt, Mein leib, mein will er nicht verlassen. seel, mein leben Sei Gott dem Herrn ergeben, Er machs, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, Als was mir nüßlich ist. Er meint's gut mit uns allen, Schenkt uns den Herren Christ, Sein'n eingebornen sohn; Durch den er uns bescheret, Was leib und seele nähret. Lobt ihn im himmelsthron. 5. Lobt ihn mit herz und munde Für das, was er uns schenkt: Wie selig ist die stunde, Darin man sein gedenkt! Was nüßt sonst alle zeit, Die man zubringt auf erden? Wir sollen selig werden, Und leb'n in ewigkeit; 6. Auch wenn die welt vergehet mit ihrem stolz und pracht, Kein ehr noch gut bestehet, Das vor ward groß geacht't. Wir werden nach dem tod Zwar in die erd begraben; Wenn wir geschlafen haben, Erweckt uns unser Gott! 2. Gott ist mein trost und zuversicht, Mein hoffnung und mein leben: Dem, was Gott will, das mir geschicht, Will ich nicht widerstreben: Sein wort ist wahr, Daß all mein haar Er selber hat gezählet. Er hüt't und wacht, Stets für uns tracht't, Auf daß uns ja nichts fehlet. 3. Muß gleich ich sünder von der welt Hinfahren wie's sein wille, Zu meinem Gott, wenns ihm gefällt, Will ich ihm halten stille. Mein arme seel Ich Gott befehl In meinen letzten stunden. O frommer Gott! Sünd, höll und tod hast du mir überwunden. 4. Noch eins, Herr! will ich bitten dich, Du wirst mirs nicht versagen: Wenn mich der böse geist ansicht, Laß mich doch nicht verzagen. Ach hilf und wehr, Gott mein Herr! Zu ehren deinen namen. Was du zu sagst, Das hältst du fest, Drauf sprech ich fröhlich: amen. 7. Die feel bleibt unverloren, Geführt in Abrams schooß: Der leib wird neu geboren Von allen 647.V taffen: Der läßt lichkeit Wird man on Gott will ich nicht sünden los; Ganz voller herrGott ewig schauen: Nie schwäche dies vertrauen Des teufels list und neid. mich nimmermehr, Führt mich auf rechter straßen, Da ich sonst irrte sehr. Er reicht mir seine hand; Den abend als den morgen Will er mich wohl versorgen In jedem ort und stand. 8. Darum, ob ich schon dulde Hie widerwärtigkeit, Wie ich auch wohl verschulde: Kommt doch die ewigkeit, Ift aller freuden voll, Dieselbe, weil ich gläube Und feſt in Christo bleibe, Mir wider2. Wenn sich der menschen liebe Und wohlthat ganz verkehrt; So zeigt Gott ewge triebe. Sein fahren soll. Sein macht und gnad bewährt, Hilft 9. Das ist des vaters wille, uns in aller noth, Errett't von Der mich erschaffen hat: sünd und schanden, von allen leidensbanden, Und wär es auch sohn hat guts die fülle Erworben, und viel gnad: Auch Gott der heilge geist Im glauben uns re3. Auf ihn will ich fest bauen gieret, Zum reich des himmels In meiner schweren zeit; Nie führet; Wo man Gott ewig preist. der tod. 285 19d 410 100 hand in no mod goals dat Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden ug Von der Demuth. fünde angewendet. Ach, wie häuft sich meine schuld Durch verachtung deiner huld! Mel. Alle menschen müssen sterb. -tid hylln 100 648. bu majestätiſch we7. Herr! die wunder deiner sen! Das ein un- liebe Machen mich beschämt vor dir. Ach! wie zart sind deine triebe! Was für huld erzeigst du mir, Da du, allerhöchstes wesen! Dir zur lust mich wurm erlesen, Mich, der elend, arm und bloß. Wie ist deine gnade groß! 8. Herr! hie lieg ich in dem 2. Dein glanz bat nie ange- staube, Unter deinen fuß ge fangen, Du bist Gott von ewigkeit; Ich bin gestern aufgegangen, Und vergeh vielleicht noch heut. Deine macht hat keine schranken, Meine Fraft will immer wanken. Du bist selbst die quell des lichts, Ich bin weniger denn nichts. krümmt; Doch mein demuthsvoller glaube, Der noch in der asche glimmt, Freut sich heimlich deiner güte; Und mein tief gebeugt gemüthe, Das zuvor den muth verlor, Hebt von neuem sich empor. Deinen 9. Meine kräfte, meine glieder Stehn zu deinem dienst bereit. Sieh, hier sink ich vor dir nieder, Voller ehrerbietigkeit. willen thun und leiden, Sei der Du be gipfel meiner freuden. berrscher aller welt! Thu mit mir, was dir gefällt. zugänglich licht Sich zum sitz und thron erlesen: O wie schnöde bin ich nicht, Wenn ich mich, mich Find der hölle, Neben deine klar beit stelle. Ach wie finster, arm und klein Schein ich mir dann felbst zu sein! 3. Nichts von wahrheit, nichts von güte Wohnet in mir von natur: Dem verdorbenen gemüthe Fehlt der ersten schönheit spur. Ach! dein bild ist ganz erblichen, Alle kräfte sind entwichen! Und mein körper fällt dahin, Wie die blumen, die verblühn. 4. Fluch und elend, zorn und sünde Ist was mich allhier umMel. 48. O meine seel, du sollst. giebt; Dies macht mich zum höl- 649.Herr! lehre mich, wenn lenkinde, Das selbst sein verderben liebt. Tausend fehler, tausend flecken Schänden mich an allen ecken: Und in der verderbten brust Steckt die wurzel böser lust. ich diene, Daß nicht mein herz des stolzes sich erfühne, Und nicht auf noch mich, vermessen sei. Herr! lehre mich, wie oft ich fehle, merken, Was ist der mensch bei seinen besten werken? Wenn sind fie von gebrechen gänzlich frei? 2. Wie oft fehlt mir zum guten 5. Was ich gutes an mir habe, Ist ein denkmal deiner hand, Deine wirkung, deine gabe, Die du, Herr! mir zugewandt. Deine selbst der wille? Wie oft, wenn freie milde gnade Schmückt mich ich auch dein gebot erfülle, Erfülle armen wurm und made. Nähmest ichs weit schlechter, als ich soll! du zurück, was dein, Ach! was Sind lieb und furcht stets die bewürde übrig sein? wegungsgründe Der guten that, der unterlaßnen sünde? Und ist dabei mein herz des eifers voll? 3. Gedenke nicht der sünden 6. Doch die menge deiner gaben Klaget meinen undank an: Weil ich sie oft gar vergraben, Oft mit ihnen groß gethan, Oft voll leicht- meiner jugend, Gedenke nicht der sinn sie verschwendet, Oft zurl unvollkommnen tugend Der re und zwar von der Dennith. 411 glück. fern jahre meiner lebenszeit. Wenn| gabst nachher zu meiner beßrung ich noch oft aus stolz nach tugend strebe, Aus menschenfurcht mich lastern nicht ergebe; Was ist denn wohl dergleichen frömmigkeit? 4. Wenn ich den geiz aus furcht himmel selbst ein unverdientes der schande fliche, Aus weichlich- recht? Und wenn ich nun durch feit mich wohl zu thun bemühe, deines geistes gabe Des glaubens Und mäßig bin, nur um gesund fraft und alle werke habe, Wer zu sein; Wenn ich die rach aus bin ich? Herr! nur ein unnützer eigennuße basse, Der ehrsucht fnecht. pfad aus trägheit nur verlasse; Hat dieses mehr, als bløs der tugend schein? 5. Und, Gott! wie oft sind unsre besten triebe, Nicht frömmigkeit, nicht früchte deiner liebe, Nur früchte der natur nach ort und zeit! Wenn fühlen wir der tugend ganze würde? Wenn ist dein soch uns eine leichte bürde, Und dein gebot zugleich zufriedenheit? 6. Dech, Herr mein Gott! wenn auch zu deiner ehre Mein herze rein, rein meine tugend wäre; O wessen ist denn dieses eigenthum? Wer ließ mich früh zur tugend unterrichten, Mein glück mich sehn in meines lebens pflichten, Gehorsam sein als meinen besten ruhm? 9. Was ist der mensch, daß du, Gott! sein gedenkest, Gerechtigkeit in deinem sohn ihm schenkest, Zum Mel. Es spricht der unweisen 2c. as doch 650. Wer arme staub, Die erd und asch erheben? Furcht, elend, noth, des todes raub Ist dessen ganzes leben. Wie oft er nach dem arzte schickt. Wie oft es diesem an ihm glückt; Muß er doch endlich sterben. 2. Er geht gar oft mit weh und ach! Voll jammer von der erden, Fällt unverhofft, und muß darnach Zu staub und moder werden. Und ist sodann nicht arm und reich Und groß und klein einander gleich? Wo bleibt dann stand und ehre? 3. Da wird, statt schöner leibsgestalt, Ein bäßlich bild gefunden; Da ist der vorzug an gewalt, 7. Wer gab mir muth, Herr! Kunst, wiß und pracht, verdein gebot zu lieben? Wer gab schwunden. Der sich vor andern mir kraft, es freudig auszuüben, groß gemacht und alles neben sich Und meinem geist in der versu- veracht't, Wird dann als staub chung sieg? Weß ist der quell, der zertreten. mich mit weisheit tränkte? Und 4. Wie oftmals wird das glück weß der freund, der mich zum verkehrt, Das gut und pracht guten lenkte, Aus nachsicht mir verderben, und die man vormals die fehler nicht verschwieg? boch verehrt, In schimpf und 8. Du triebst mich an, daß schande sterben: Weil Gott zu ich das gute wählte, Und riefft seiner zeit und stund Den stolzen mich oft, wenn ich des wegs ver- zeigt, daß sie den grund Aufs fehlte, Durch einen wink von schlüpfrige gebauet. deinem geist zurück: Zogst mich durch freuz, durch wohlthat auch, von sünden, Ließt, wenn ich ricf, mich wieder gnade finden, Und 5. Dem, der sich rühmt, als ob er gar Vom höchsten nichts bekommen, Und nur sein eigner abgott war; Wird alles schnell Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden In eigener Melodie. mein stand, genommen, Dem, glaubt ſtebe fest, Sich nur auf macht 651. Wasein glüd, und er und pracht verläßt, Ist fall und schlag am nächsten. 412 jede gute gabe? Ein unverdien6. Wer seine mängel nicht be- tes gut. Bewahre mich, o Gott! tracht't, nicht siehet oder glau- von dem ich alles habe, Vor stolz bet: Des nächsten gaben doch ver- und übermuth. acht't, Und Gott die ehre raubet: Auf dessen beistand gar nicht schaut, Vielmehr auf eigne kräfte baut: Deß thun muß untergehen. 2. Wenn ich vielleicht der welt mehr, als mein nächster, nüße: Wer gab mir kraft dazu? Und wenn ich mehr verstand, als er besigt, besige; Wer gab mir ihn, als du? 7. Und weil aus hoffart, zank und neid Und alles unglück rüh- 3. Wenn mir ein größer glück, ret: So wird unsegen, fluch und als ihn erfreut, begegnet; Bin streit, Und tausend noth gespü- ich dein beßrer knecht? Giebt deine ret. Gott widersteht dem über- gütigkeit, die mich vor andern muth, Denn der mißbraucht gesegnet, Mir wohl zum stolz ein walt und gut: Der demuth giebt recht? Gott gnade. 4. Wenn ich, geehrt und groß, in 8. Stolz, hobe augen, große würden mich erblicke: Gott! wer pracht, Nebst schwülstigen geber- erhöhte mich? Ist nicht mein nächden Und ruhmsucht, ist vor Gott ster oft, bei seinem kleinern glücke, veracht, Und muß zu schanden wer- Viel würdiger, als ich? den: Denn alles zeiget, daß dabei Ein herz voll eitler hoffart sei, Die doch vor Gott ein gräuel. 9. Wohl aber dem, der oft erwägt, Daß man hier Gottes gaben In irdischen gefäßen trägt, Die große schwachheit haben; Denn er ist stets an demuth reich, Damit er nicht, dem satan gleich, Durch stolz verdammet werde. 5. Wie könnt ich mich, o Gott! des guten überheben, und meines schwachen lichts? Was ich befiß, ist dein: du sprichst! so bin ich leben: Du sprichst! so bin ich nichts. 6. Von dir kommt das gedeihn, und jede gute gabe Von dir, du höchstes gut! Bewatre mich, Gott! von dem ich alles habe, Vor stolz und übermuth. 10. Er thut, was Christus ihn gelehrt, Indem er demuth liebet, Und Gott, so oft man ihn verMel. Wer nur den lieben Gott. neft in der höhe, ebrt, Die ehre wieder giebet; Er 652. Mein Gott, du wohachtet sich gering und schlecht. Und siehst auf das, was nieDurch solchen demuthsvollen knecht drig ist. Weil ich nun auf der Thut Gott oft große dinge. erde gehe, Und du ein Herr des himmels bist: So gieb, daß ich in meinem sinn Der demuth stets ergeben bin. * 11. Herr! gieb, daß ich voll demuth bin, Den nächsten nie vernichte, In herzenseinfalt immerhin Das meine wohl verrichte: 2. Was bin ich denn? ein haus Nicht menschengunst noch ehre von erde, Ein sünder und des acht, Nur nach der ehrenkrone todes raub. Wenn ich nun eintracht, Die nimmermehr verwelket. mal sterben werde, So wird nonsgu und zwar von der Geduld. 413 mein leib von neuem staub. Das ich, dein kind. Der tod macht präge mir doch fleißig ein, So werd ich gerne niedrig sein. 3. Der hochmuth ist ein schlüpfrig pflaster, Das vielen schon den fall gebracht. So weiß ich auch, sein. daß dieses laster Aus engeln teufel hat gemacht. Behüte mich vor dieser bahn, Die leicht zur hölle führen kann. 4. Die hoffart hat dir nie gefallen, Du bist und bleibst den stolzen feind. Du liebst die herzen unter allen, Aus welchen wahre demuth ſcheint: Der iſt dein freund, der in der welt Sich selber nicht, nur dir gefällt. 5. Laß mich in Christi stapfen treten, Der hier die demuth selber war: Ich kann sonst nicht erhörlich beten: Ich stürz mich sonst in die gefahr, Daß mein gebet dir zum verdruß, Und mir zur sünde, werden muß. endlich arm und reich, Auch schlecht und hoch, einander gleich. 10. Auch laß mich dir bei allem leiden In demuth unterworfen Dort wirst du mich mit ehren kleiden, Nach ausgestandner schmach und pein. Denn wer sich selbst erniedrigt hier, Steht dort gewiß erhöht bei dir. Von der Geduld. Mel. Es ist das heil uns kommen. 653. Es ist gewiß ein köſtlich Sich in geduld zu fassen, Und Gottes weisem vaterwink Sich willig überlassen, Sowohl bei trüber noth und pein, Als bei vergnügtem sonnenschein. Geduld erhält das leben. 2. Drum auf, mein herz! verzage nicht, Wenn dich ein leiden 6. Nicht meiner, sondern dei- drücket; Flich nur zu Gott, deß ner ehre Laß all mein thun ge- freudenlicht Mit trost und kraft widmet sein. Und daß sich nur erquicket. Er frönt dich oft mit dein ruhm vermehre: So präge vaterhuld, Drum füß die ruthe mir mit nachoruck ein, Ich sei mit geduld. Geduld bringt muth nicht werth der gnadenkraft, Die und kräfte. alles gute in mir schafft. 7. Hätt ich gleich alle tugendgaben, und hätte doch die demuth nicht; So würd ich nur ein blendwerk haben, Nur dampf und schatten, und kein licht. Drum laß der tugend größten schein Bei mir auch wahre demuth sein. 3. Nur frisch im glauben fort gekämpft, Bis sich der sturm geleget. Im treuze wird die lust gedämpft, Die sich im fleische reget; Der geist spürt neue kraft und muth, Daß er in Gott gelassen ruht. Geduld erlangt viel gnade. 8. Hilf, daß ich mich in demuth kleide, Daß ich, von stolz und hoffart frei, Die eitle pracht von außen meide, Und demuthsvoll im herzen sei. Gott sieht nicht auf das schlechte kleid, Er liebt des herzens niedrigkeit. 4. Es wird aud) feiner dort gefrönt, Als der hier recht gestritten. Ja der wird dermaleinst verhöhnt, Der nicht als christ gelitten. Nur dem, der Christi joch hie trägt, Wird Christi schmuck dort angelegt. Geduld erlangt die krone. 5. Gott hilft dir auch bei aller 9. Gieb, daß ich mich nicht noth, Dem kannst du sicher überhebe, Dieweil wir alle brü- trauen. Er übergiebt dich nicht der sind; Daß ich dem kleinsten dem tod, Du sollst das leben ehre gebe, Als, der sowohl, als schauen: Er steht bei dir, er 414 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden. tröstet dich, Beweiset sich recht| duld Dich nicht zu zorn und strafe väterlich. Geduld ist stets voll reize: Denn also bin ich selber segen. schuld, Wenn mir des kreuzes überdruß Zur schärfern ruthe werden muß. 6. Erwarte nur die rechte zeit, Du wirst den trost empfinden: Er wird in lieb' und freundlichkeit 6. Laß mich auf meinen Jesum Sich fest mit dir verbinden. Er sehen, Der in geduld den kreuze wird, nach ausgestandner pein, weg trat; Der alles leiden, fluch Dein labsal unaufhörlich sein. und schmähen Ganz willig überGeduld wird nicht zu schanden. nommen hat. Das unschulds7. Nun Gott des trostes, der volle Gotteslamm Ging willig zu geduld! Geduld ist deine gabe: dem freuzes stamm. Drum gieb sie mir nach deiner huld, Weil ich sie nöthig habe. Laß mich im leiden, kreuz und pein Hier meinem Jesu ähnlich sein, Bis ich ihn dort umfasse. 7. Er hat mir stapfen hinterlassen, In welchen ich ihm folgen soll. Ach! laß mich, Herr! ein herze fassen, Ihm nachzugehn durch weh und wohl: Gieb, daß ich in gelassnem sinn Dem bilde Jesu ähnlich bin. 8. Wenn du mich auch nicht bald erhörest; So stärke mich nur in geduld; Denn was du mich im freuze lehrest, Sind lauter proben deiner huld. Halt ich die trübsal redlich aus, So wird mir lauter labsal draus. 9. Geduld hilft alles überwinden: So werd ich nach dem kampfe dort Die schönste siegeskrone finden; Geduld bringt endlich an den ort, Wo wir ganz frei von leiden sein, Und Gok uns ewig wird erfreun. Mel. Wer nur den lieben Gott. 654. Mein Gott! du bist von großer güte, Und trägst uns selber mit geduld: Regiere du auch mein gemüthe, Damit es deine vaterhuld, Wenn sie mir liebesschläge giebt, Ja nie durch ungeduld betrübt. 2. Ich habe ja wohl mehr verdienet, Als du mir jemals auf erlegt: Da mir nun noch die hoffnung grünet, Daß deine hand aus liebe schlägt, Und mich mit troste will erfreun: Wie sollt ich nicht geduldig sein? 3. Ich bin der thon, du bist der töpfer, Und machst aus mir, ibrem schöpfer zu seinem willen 655, Lichen, Der so viel was dir gefällt. Die freatur bleibt Mel. 15. Sollt ich meinem Gott. armen, heimgestellt. Drum gieb geduld, wenn deine hand Mir kreuz und trübsal zugesandt. geduld bezeigt, Dessen ewiges erbarmen Unsre sünden übersteigt! 4. Mir ist die züchtigung so Jesu Christe, sohn der gnaden, nüße, Als meinem leibe täglich Du geduldigs Gotteslamm! Das brot: Wenn ich stets unter rosen an seines freuzes stamm Uns der sige, Stürzt sicherheit mich bald sünden last entladen, Und du in noth. Drum hilf, daß ich auf guter friedensgeist! Der der beste jeden schlag Die vaterruthe küssen tröster heißt: mag. 2. Ich bekenne dir mit schmer5. Behüte mich, daß ich im zen Meine angeborne schuld. kreuze Mit murren oder unge- Es entspringt in meinem herzen und zwar von der Geduld. 415 Leider! oftmals ungeduld. Ach!| trüben, Ein verträgliches gemüth, ich habe deinem willen Nicht stets folgsam nachgelebt, Ihm wohl murrend widerstrebt, Nicht gesucht ihn zu erfüllen. Ach! ich bitte, rechne du Mir die sünde doch nicht zu. Das auch feinde weiß zu lieben, Und die eigne rache flieht. Wink und worte, sinn und werfe. Und begierden halte du Selbst in einer sanften ruh; Und gieb rechte glaubensstärke, Standhaft in des kreuzes pein, Selig nach dem kreuz zu sein. 3. Ach! du wollest mir verleihen, Was der mund der wahr heit spricht: Denen, die sein joch nicht scheuen, Fehle es an ruhe Mel. Wer nur den lieben Gott. nicht. Laß mich dieses joch nicht 656. Mein Gott! ich wart deine stunde, fliehen, Gieb mir gnade, deiner last, Die du aufgeleget hast, Willig mich zu unterziehen, Daß mein herz von unmuth frei, Und im freuz gelassen sei. CEA Die jetzt noch nicht gekommen ist. Ich habe diesen trost zum grunde, Daß du voll raths und hülfe bist. Dein wort wird endlich doch erfüllt, Die stunde komme, wenn du willt. 4. Laß dein schicksal mich vergnügen, Wenns auch mißvergnügen schickt. Denn, o vater! ohn dein fügen Wird uns nicht ein haar entrückt. Gieb, daß dies mein herz erkennet, Gieb ein dankbares gemüth, Das auf deine schickung sieht, Und dich findlich vater! nennet: Das gleich wie dein sohn erträgt, Was der vater auferlegt. 2. Ich bin, mein Gott! in deinen händen, Machs nur mit mir, wie dirs gefällt. Ich will zu dir allein mich wenden; So sei dir alles heimgestellt. Die hülfe kommt allein von dir, Mein bester helfer! hilf du mir. 5. Zeige, daß mir bösem finde Nur was wenigs widerfährt; Weil auch meine kleinste sünde Schon der größten plagen werth. Laß mich keine pein ermüden; Mache mich getrost und still, Daß ich noch mehr leiden will, Wenn dein rath es so beschieden: Wird dein name nur geehrt, und mein wahrer nuß gemehrt. 3. Wenn furcht und hoffnung in mir streiten; Heißt mich der per 8 glaube stille sein: Ich sehe deine hand von weiten, Die wird mir trost und fraft verleihn; Ich werde, Herr! es wird geschehn, Noch lust an deiner gnade sehn. 4. Mit Jacob geh ich dir entgegen, Mein glaube ringt und kämpft mit dir; Ich laß dich nicht, gieb mir den segen, Dein segen ruh' und bleib auf mir; Dein segen ists, der mir die nacht Zur 6. Was du willst, das soll geschehen, Was uns schädlich, willst du nicht: Nur vergieb mir, was schönen morgenröthe macht. versehen, Wenn mein wille wi- 5. Nur deiner allmacht will ich derspricht; Nur vertreib aus mei- trauen, Die allen fummer ändern nem herzen Sorgen, trauren, un- kann. Auf dein wort will ich geduld, Furcht und angst um felsen bauen, Du hast gesaget: deine huld, Und die allzugroßen ruf mich an; Ich hoffe nun, ich schmerzen; Daß ich, Gott! durch rufe nun, Du wirst nach deinem deine treu, Starf im überwin- worte thun. den sei. 6. Beleg mich, wie du willst, mitod 7. Gieb, wenn andre mich be- schmerzen: War Jesus doch der*** 1136 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden schmerzensmann, Und diesem geht| nen, Wirst du gleich nacht und mein schmerz zu herzen, Ich weiß, tag Mit furcht und sorgen sinnen, daß ers nicht lassen kann; Jhm Wie dirs noch gehen mag: Bei bricht sein herz, sein mund ver- Gott bestehts allein, Laß seine spricht: Ich laß dich nicht, ach! hand dich führen, Die wird dich laß mich nicht. so regieren, Wie dirs wird nüßlich sein. 416 Von der Gelassenheit und Zufriedenheit in Gott. Mel. Christus, der uns selig 2c. 657. Laffet och den weisen Gott Nach belieben machen. Ueberlaßt ihm eure noth, Und verworrne sachen. Seine weisheit weiß ja wohl, Wenn sie hülfe geben, Wo und wie sie rathen soll In dem ganzen leben. 2. Schreibt dem weisen Gott nicht für Stunde, zeit und maaße; Fraget nicht mit ungebühr, Was er thu und lasse? Er fängt ja nicht heute an, Erst für euch zu sorgen. Alles, was euch nüßen kann, Ist ihm unverborgen. 3. Was der weise Gott nur thut, Was er schafft auf erden, Das muß uns gewißlich gut, Und ersprießlich werden: Gingen gleich die sachen nicht, Wie wir gerne wollten, Und wie sie, nach unserm licht, Etwa gehen sollten. 4. Drum, o weiser Gott! dir sei Alles heimgestellet; Leite mich nach deiner treu, Wie es dir gefället. Geht es mir gleich wunderlich Hier auf dieser erden; Laß mich nur, ich bitte dich, Endlich selig werden. 3. Was dich will niederschlagen, Was dich zur erden biegt, Was dir bei angst und klagen Auf deinem herzen liegt; Das wirf in Gottes schooß, und mache dein gemüthe, Durch trost aus seiner güte, Von allem fummer los. Mel. Von Gott will ich nicht zc. as hilfts, daß ich 4. Er wird dich wohl versorgen, Und besser, als man denkt; Wer weiß, wie nah der morgen, Der dir den segen schenkt, Auf den die hoffnung blickt. Ein herz, das ihm vertrauet, Und gläubig auf ihn bauet, Wird doch zuleßt erquickt. 5. Ach! wenn wir nur bedächten, Wie treulich er es meint! Er sorgt für die gerechten, Und ist ihr herzensfreund. Siehts gleich gefährlich aus, Kann er sie doch nicht hassen, Noch in der unruh lassen, Er reißt sie endlich draus. 6. So fall ich denn mit freuden In Gottes arme hin. Nichts kann mich von ihm scheiden, Weil ich sein eigen bin. Er bleibt auch ewig mein, Und wird mir alles geben, Was meinem stand und leben Wird gut und selig sein. Mel. Allein Gott in der höh sei. 659.We Gott mich führt, so will ich gehn, Ohn alles eigne wählen. Geschieht, was er mir ausersehn, 658. mirs an keinem fehlen. ie dies und jenes leid? Entreiß dich meine seele! Doch aller traurigkeit: Gott machet alles wohl, Er wirds auch ferner machen, Wie dirs und 2. Wie Gott mich führt, so deinen sachen Zum besten dienen soll. bin ich still, Und folge seinem lei 2. Du wirst doch nichts gewin- ten: Will gleich des fleisches eigenWie er mich führt, so geh ich mit, Und folg' ihm willig schritt vor schritt, In findlichem vertrauen. und zwar von der Gelassenheit und Zufriedenheit in Gott 417 will Ihm öfters widerstreiten. Wie längst vorher bedacht. Wie es Gott mich führt, bin ich bereit, sein rath nur ausersehn, So muß In zeit und auch in ewigkeit es, und nicht anders, gehn. Stets seinen schluß zu ehren. 3. We Gott mich führt, bin ich vergnügt, Ich ruh in seinen händen. Wie er es schickt und mit mir fügt, Wie er es selbst will wenden; Sei ihm hiemit ganz heimgestellt: Er lenk es, wie es ihm gefällt, Zum leben oder sterben. 3. Wie wirst du deine lebenstage Von mancher kummerlast befrein! Wie leicht wird dir die noth und plage In diesem jammerthale sein: Wenn du nichts wünschest auf der welt, Als was Gott will und ihm gefällt. doof 4. Dir wirds an keinem gute fehlen, Wenn du dein herz geolli 4. Wie Gott mich führt, so wöhnst und lehrst, Nur Gottes geb ich mich In seinen vaterwil- willen zu erwählen, Und deinem len. Scheints der vernunft gleich eignen willen wehrst. Uns täuscht wunderlich; Sein rath wird doch nichts mehr auf dieser welt, Als erfüllen Was er voll lieb' und eigne wahl, die uns gefällt. treu bedacht, Eh er mich an das licht gebracht; Ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu Im glauben, hoffen, leiden: Steht er mir nur in gnaden bei, Was will mich von ihm scheiden? Ich fasse dies im glauben fest; Was Gott mir widerfahren läßt, Muß mir zum besten dienen. 5. Mach Jesu! meine seele stille, Mach sie mit alle dem vergnügt, Was deiner weisheit gnadenwille Mit mir und meinem leben fügt. Nur nimm dich meiner seelen an, So hab ich, was ich wünschen kann. 6. Ich weiß, du thusts: sie ist ja deine, Sie kostet dich dein theures blut: Und dadurch mach sie schön und reine; Laß dies dein mir vertrautes gut Den endzweck meiner sorgen sein: So trifft mein wunsch aufs beste ein. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, Kein leid soll mich abschrecken. Gott läßt sich nicht pom anfang sehn; Der ausgang wird entdecken, Wie er, nach väterlichem rath, Mich treu und wohl geführet hat; Dies sei mein glaubensanker. 7. Indeß, mein heil! sei stets gepriesen Für alle sorgfalt, die du mir, Eh ich geboren war, erwiesen; Da du mich, süßer Jesu! dir Zu deinem eigenthum erwählt, Und deinen schafen zugezählt. Mel. Wer nur den lieben Gett. 660, Befehl dem Herren mach dich aller sorgen los; Vertrau dich dessen vaterpflege, Dem nichts zu wichtig, schwer und groß, Das er, zu seines namens preis, Nicht herrlich auszuführen weiß. nem ganzen leben So gnadenreich versorget hast: Denn was dein rathschluß mit mir thut, Ist alles liebreich, nüß und gut. dis dom 9. Dort preis' ich deiner liebe 2. Wo du ihn nur haft rathen thaten Dereinst erst in vollkomlaffen, Hat er es immer wohl menheit, Wenn mir der heiße gemacht: Denn was dein denken wunsch gerathen, Daß ich in jenicht kann fassen, Hat er schon ner ewigkeit Erkenne, wie dein 27 8. Dir sei auch preis und lob gegeben, Daß du mich, der hie 418 Von dem heiligen Leben weiser rath Es wohl mit mir gefüget hat. 661. Was Gott thut, das ist wohl gethan, Es bleibt gerecht sein wille: Wie er fängt meine sachen an, Halt ich ihm willig stille. Er ist mein Gott, Der in der noth Mich wohl weiß zu erhalten; Drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohl gethan, Er kann mich nicht betrügen. Er führet mich auf rechter bahn, Drum laß ich mich begnügen An seiner huld, Und hab gedulo: Er wird mein unglück wenden, Es steht in seinen händen. mad 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan, Er wird mich wohl bedenken. Er, als mein arzt, der helfen kann, Wird mir nicht gift einschenken Für arzenet: Gott ist getreu, Drum will ich auf ihn banen Und seiner gnade trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan, Er ist mein licht und leben, Der mir nichts böses gönnen kann: Ihm will ich mich ergeben In freud und leid; Es kommt die zeit, Da öffentlich erscheinet, Wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohl gethan: Muß ich den kelch gleich schmecken, Der bitter ist nach meinem wahn: Laß ich mich doch nicht schrecken, Weil er zu legt Mich doch ergeßt mit süßem trost im herzen: Da weichen alle schmerzen, 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan, Dabei will ich verbleiben; Es mag mich auf die rauhe bahn Noth, tod und elend treiben; So wird Gott mich Ganz väterlich In seinen armen halten: Drum laß ich ihn nur walten. und christlichen Tugenden Mel. Nun ruhen alle wälder it. n allen meinen thaten 662. Laß ich den höchſten rathen, Der alles kann und hat. Er muß zu allen dingen, Soll's anders wohl gelingen, Selbst geben segen, rath und that. 2. Vergebens ist mein sorgen Bom abend bis zum morgen, Vergebens müh und kunst. Er mags mit meinen sachen Nach seinem willen machen, Ich stells in seine vatergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, Als was er ausersehen, Und für mich heilsam hält. Ich nehm es, wie ers giebet; Was ihm von mir beliebet, Das hab ich auch zum zweck erwählt. 4. Ich traue seiner gnaden, Die mich vor allem schaden Und allem übel schüßt; Leb ich nach seinen säßen, So wird mich nichts verlegen, Nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 5. Er wird mich meiner sünden In gnaden ganz entbinden, Durchstreichen meine schuld; Er wird auf mein verbrechen Nicht gleich das urtheil sprechen; Ich weiß, er hat mit mir gedule. 6. Leg' ich mich späte nieves Erwach ich frühe wieder, Lieg oder zieh ich fort, In schwach heit, noth und banden, Und was mir stößt zu handen; So tröstet mich sein kräftig wort. 7. Hat er es denn beschlossen, So will ich unverdrossen An mein verhängniß gehn: Kein unfall unter allen Wird mir so schrecklich fallen, Mit Gott werd ich ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben 3u sterben und zu leben, So bald er mir gebeut; Es sei heut oder morgen, Dafür laß ich ihn sorgen; Er weiß die allerbeste zeit. 9. So sei nun, seele! seine, und zwar von der Gelassenheit und Zufriedenheit in Gott. 419 Und traue dem alleine, Der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe; Dein vater in der höhe Weiß schon zu allen sachen rath. geschrieben, Der selbst mein haar gezählet hat; Drum kann mich keine noth betrüben, mich trifft nichts ohne Gottes rath. leb in allem wohl vergnügt, Wie mein getreuer Gott es fügt. Ich Mel. Wer nur den lieben Gott. in al8. Mein wille soll fest ver663, Jlem walten, Er mach pflichten, Sich so im leben als im tod Nach seinem vaterwink zu richten; So schreckt mich weder angst noch noth; Weil ich mit dem, wie Gott es fügt, Fm leben und im tod' vergnügt. es, wie es ihm gefällt. Ich will ihm gerne stille halten, So lang ich leb in dieser welt. Wie er, mein lieber Gott, es fügt, So ist mein herz auch wohl vergnügt. 2. Gehts gleich nicht stets nach meinem willen, Stürmt gleich ein mich zu; kann E mich Gottes wille fillen, Denn 664.J nichts geschehen zu Mel. Wer nur den lieben Gott. weiß, fann mir der allein setzt mich in ruh. Ich meiner ganzen lebensfrist, Als bin mit allem was er fügt, Von was der höchste außersehen, Und ganzem Herzen wohl vergnügt. was mir nüß und selig ist. Herr! mach es wie du willst, mit mir, Ich bleibe dennoch stets an dir. 3. Ist mir nicht großes gut beschieden, Bin ich nicht reich, noch hoch geschäßt: Ich bin mit meinem theil zufrieden, Wenn andre großes gut ergeßt. Ich bin mit wenigem vergnügt, Weil Gott nicht mehr für mich gefügt. 2. Du leitest mich bei meiner rechten Und führest mich durch wohl und weh; Du bist mein licht in trübsalsnächten, Mein leitstern auf der wilden see. Herr! 4. Wie mancher fällt in seelen- mach es, wie du willst, mit mir; schaden Durch viel erscharrtes geld Jch bleibe dennoch stets an dir. und gut! Wie mancher fällt aus 3. Du magst mich küssen oder Gottes gnaden Durch reichthum schlagen, Ich weiß doch, daß in die höllengluth! Deshalben du vater bist. Dein herz kann leb ich wohl vergnügt Mit dem, mir ja nichts versagen Was meiwas Gott mir zugefügt. ner secle selig ist. Herr! mach es, wie du willst, mit mir, Ich bleibe dennoch stets an dir. 5. Ich strebe nicht nach hohen stufen, Viel sichrer ist der mittelstand: Wie mich der höchste Gott berufen, So folg ich seiner gnadenhand. Wie seine macht es mit mir fügt, So bin ich auch sehr wohl vergnügt. 6. Will mir des glückes sonne lachen, So acht ich ihrer reizung nicht; Auch laß ich mich nicht zaghaft machen, Wenn alles unglück einher bricht. Ich bin getrost und höchst vergnügt. Wie mein getreuer Gott es fügt. 4. Drum soll mein herz doch standhaft stehen, Ob mancher wind des freuzes weht; Es kann mir niemals übel gehen, Wenn es nach Gottes willen geht. Herr! mach es, wie du willst, mit mir, Jch bleibe dennoch stets an dir.m 5. Mein Gott! dir bleib ich ganz ergeben: Herr! leite mich auf rechter bahn, Und nimm mich einst nach diesem leben Mit gna7. Ich steh in Gottes hand den und mit ehren an. Herr! 27* 420 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden du mach es, wie du willst, mit mir, Wo kreuz und last der sorgen Die Ich bleibe dennoch stets an dir. seele niederbeugt; Da ist Gott ganz gewiß Mit seiner lieb und segen Im herzen selbst zugegen, Und stehet vor dem riß. 8. Drum seele sei zufrieden, Und dulde deine pein, Es wechselt stets hienieden Bald sturm, bald sonnenschein. Echau an die große zahl, Die mit dir auf dem wege: Und werde ja nicht träge, Ist gleich der weg sehr schmal. 9. Meinst du, daß deine pla gen Zu überhäuft und groß; So denk, was andre tragen, Die elend, nackt und bloß, Ja gar gefangen sind, Die freund und feind verlassen, Und als ein scheusal hassen; Denk, was ihr herz empfindt. 665. Miel. Von Gott will ich nicht 2c. ( oll ich nach deinem winken, O vater! sein gekränkt; Soll ich den becher trinken, Den du mir eingeschenkt; Soll ich des freuzes weh, So lang ich lebe dulden; So ist es mein verschulden. O Herr! dein will gescheh. 2. Du kennest meine sorgen, Du weißt, sie drücken mich: Dir ist ja unverborgen, Was in- und äußerlich Dic matte seele quält, Dir ist es unverholen: Drum sei dirs anbefohlen; Du weißt ja, was mir fehlt.. 3. Willst du es von mir nehmen, Wohlan so dank ich dir: Soll es mein fleisch noch zähmen, So fahre fort mit mir, Und schlag, o reiner geist! In meinem herzen nieder, Was dir an mir zuwider, Was bös und sündlich heißt. 4. Und kann ich nicht verstehen, Warum bald dies, bald das Bisher an mir geschehen, Wenn auch ohn unterlaß mich kreuz und leid gedrückt: So wirst du's offenbaren, Und werd ich noch erfahren, Warum du's zugeschickt. 5. Drum bin ich nur gelassen In einfalt, als ein find, lind gehe deine straßen, Bis ich den ausgang find: Ich will in hoffnung still Auf meinen Jesum schauen, Und ihm die noth vertrauen, Bis er mich retten will. 6. Ich weiß doch, daß mein leiden Mir nüß und selig ist. Denn also lern ich meiden Der sünden schlangenlist; verdirbt, Des neuen menschen leben Wird sich nur mehr erheben, Je mehr der alte stirbt.m 7. Da liegt mein heil verbor. gen, Wo sich mein leiden zeigt. BILDE 10. Ach ja! so denk ein jeder Und tröste sich dabei: Es treffe Christi glieder So viel und mancherlei, So manche leidensart, So manche noth und schmerzen; Wenn Gott an frommen herzen Das gute offenbart. 11. Drum sprich: mein Gott! ich leide, Was meine schuld verdient: Weil ich in lust und freude Mich sonst zu viel erfühnt: Sch lebte nach der welt, Du bist gerecht, drum richte, Und mache.. ganz zunichte, Was mich von dir abhält. 12. Jch küsse deine ruthe, Und beuge mich vor dir, Bis in dem fleisch und blute Die sündliche begier, Die mich zum bösen treibt, Nebst allem zorn gerämpfet, Damit, wenn der bekämpfet, Der liebe herrschaft bleibt. 13. So will ich dich erheben Mein sündenleib In allem freuz und leid, Und dir gehorsam leben In zeit und ewigkeit. Wenn dies das freuz gebiert, So hab ich gnug er halten, Und laß dich ferner walten, Wie deine han: mich führt. und zwar von der Gelassenheit und Zufriedenheit in Gott. 421 Mel. Nun ruhen alle wälder 2c.| ich ihm gehorsam still, Und laß 666. as ists, daß ich ihn ferner machen. Er wird schon, Was mich quäle? Harr wenn mirs nüß und gut, Dieweil ich steh in seiner hut, Für meine wohlfahrt wachen. Gottes, meine seele! Harr und sei unverzagt. Du weißt nicht, was dir nüßet: Gott weiß es, und Gott schüßzet, Er schüßzet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine tage, Mein glück und meine plage, Eh ich die welt noch sah. Eh ich mich selbst noch kannte, Eh ich ihn vater nannte, War er mir schon mit hülfe nah. 3. Die kleinste meiner sorgen Ist dem Gott nicht verborgen, Der alles sieht und hält; Und was er mir beschieden, Das dient zu meinem frieden, Wärs auch die schwerste last der welt. 89 2. Ob ich gleich denke dies und das, Mit hochbetrübten sinnen, Ob ich gleich sorg ohn unterlaß, Was ich doch soll beginnen: So kann ich, durch mein herzeleid, Der kleinsten widerwärtigkeit Doch nie was abgewinnen. bon bilam 3. Drum laß es gehen, wie es geht, Und meine thränen fließen; Gott wird sie, weil es bei ihm steht, zu rechter zeit versüßen: Sein liebreich herz wird schon einmal Nach dieser überstandnen qual mich zu erfreuen wissen. tim 4. Indessen leid ich mit geduld, 4. Jch lebe nicht auf erden, Bis Gott sich wieder finde; Denn Um glücklich hier zu werden; Die dies und mehr hab ich verschuldt lust der welt vergeht. Ich lebe Mit meiner großen sünde: Sch hier, im segen Den grund zum weiß, Gott reißt mich wunderglück zu legen, Das ewig, wie bar Noch solchermaaßen aus gemein geist, besteht. fahr, Als ich jetzt nicht ergründe. 5. Was dieses glück vermehret, Sei mir von dir gewähret, Gott! du gewährst es gern. Was dieses glück verlegzet, Wenns alle welt auch schäßzet, Sei, Herr, mein Gott! mir ewig fern. 6. Sind auch der krankheit plagen, Der mangel schwer zu tra- deihen. gen, Noch schwerer haß und spott: So harr ich und bin stille Zu Mel. O Gott, du frommer Gott. Gott: denn nicht mein wille, Dein 668. Willst du dir, meine wille nur, gescheh, o Gott! 7. Du bist der müden stärke, Und aller deiner werke Erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, Wenn Gott mich will bewahren? Und du, mein Gott! bewahrest mich. 5. Wirst du nun ferner, Gott mein hort! Vom zweifel mich befreien, Und mir im glauben durch dein wort Beständigkeit verleihen; So weiß ich, daß mein großes leid, Sammt aller widerwärtigkeit, Mir muß zum nuß gedanken machen, Das nicht zu ändern steht? Befiehl Gott alle sachen: Was ich nicht fassen kann, Da weiß der höchste wohl, Wie er zu seinem preis noch alles richten soll. 2. Elender erdenwurm! Willst du gen himmel steigen? Du arme er anordnen soll? kreatur! Willst du dem schöpfer allen schweren sachen; So halt Bedarf er jeßo rath, Der so Mel. Herr Jesu Christ! du 2c. 667. ie mein getreuer 422 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden viel tausend jahr Die welt regie-| Mir leib und seel gegeben. Er ret hat? ist, der unterhalt verspricht, Er fristet mir das leben, Erbarmet sich, Und zählet mich Aus gnaden zu den seinen. Wer so viel thut, Des herz und muth Kauns nimmer böse meinen. 4. Bei ihm ist weisheit und verstand, Und macht in allen thaten; Zeit, ort und stund ist ihm bekannt, zu helfen und zu rathen. Er weiß, wenn freud, Er weiß, wenn leid Uns seinen kindern diene; Und was er thut, Ist alles gut, Obs noch so traurig schiene. 5. Du denkest zwar, wenn du nicht haft Was fleisch und blut begehret: Als ob dich Gott mit großer last, Und gar im zorn beschweret; Hast spät und früh Viel sorg und müh, Zu deinem wunsch zu kommen, Und denkest nicht, Das, was geschicht, Gescheh zum heil der frommen. 3. Ach nein! dir großer Gott! Sei alles heimgestellet: Mach du es auch fortan Blos, wie es dir gefället. Obs gleich oft seltsam scheint; So ists doch endlich gut, Was deine wundermacht Und höchste weisheit thut. 4. Indessen wollest du, O vater! nur verleihen, Daß alles endlich noch Zum besten muß gedeihen So andern, als auch mir: Damit es insgemein, Und mir insonderheit Erträglich möge sein. 5. Zwar ist mein glaube schwach: Doch, Herr! aus lauter gnaden Gieb, daß es heilsam sei, Und mir nicht könne schaden, Wie wunderbar sichs kehrt; Denn alles steht bei dir; Ich will auch dir allein Drum danken für und für. * 6 Gott vater! dir, nicht uns, Nicht uns, nur dir sei ehre: Dein lob, o Jesu Christ! Dein lob sich immer mehre: Nur dir, Gott heilger geist! Nur dir sei ewig preis Für alles, was du thust Im ganzen erdenkreis. 6. Fürwahr, der dich geschaffen hat Und sich zur ehr erbauet, Hat längst in seinem weisen rath Auch auf dein heil geschauet. Er sieht voll treu, Was dienlich sei Für dich und für die deinen: Drum Mel. Was mein Gott will 26. laß ihn nun, Was er will, thun; ch 669. bab in Gottes herz Er kanns nicht böſe meinen. und sinn Mein herz 7. Wills Gott, so kanns nicht. und sinn ergeben. Was böse anders sein, Es muß zuletzt erscheint ist mir gewinn, Der freuen; Und leiden, fummer, tod selbst ist mein leben. Ich noth und pein Muß dir zum heil bin deß find, Der von der sünd gedeihen. Wart in geduld, Die Mich selbst zu sich gezogen; Ob vaterhuld Wird sich doch endlich er gleich schlägt, Und freuz auf finden. Angst, noth und qual legt, Bleibt doch sein herz gewogen. Wird auf einmal, Gleich wie ein dampf verschwinden. 2. Ich glaube fest, es fehlt mir nicht, Mein vater muß mich lie. ben. Verbirgt er gleich sein angesicht; So will er mich nur üben, Mich durch geduld In seiner huld Gewöhnen fest zu stehen: Wenn sich mein geist Nur treu erweist, Wird er mich schon erhöhen. 3. Er hat mich selber zugericht, 8. Ei nun, mein Gott! so fall ich dir Getrost in deine hände: Nimm mich, und mach es nur mit mir Bis an mein letztes ende So, wie du weißt, Was seel und geist Erbauet, tröstet, lehret, Was deinen ruhm, Mein christenthum, Und meinen glauben mehret. und zwar von der Uebergebung an Gott durch Gehorsam. 423 9. Giebst du mir ruh und son- 5. Du giebst aus huld uns nenschein, So nehm ich es mit dieser erden freuden; Aus gleicher freuden. Solls aber kreuz und huld verhängst du unser leiden. unglück sein, Will ichs geduldig Ist nur mein weh nicht meiner leiden. Soll ich allhie Noch fort bosheit schuld: So zag ich nicht: voll müh, Voll kreuz und fummer du giebst gewiß geduld. leben; Ich folge dir Doch für und für Gelassen und ergeben. 6. Soll ich ein glück, das du mir gabst, verlieren, Und willst 10. Soll ich denn auch des du Gott! mich rauhe wege fühtodes weg Und finstre straße rei- ren: So wirst du doch( denn du sen: Wohlan! ich gehe bahn und erhörst mein flehn,) zu rechter steg, Den du mir, Herr! wirst zeit mir eine hülf ersehn. weisen. Du bist mein Gott, Der noth und tod Zu solchem zwecke fehret, Daß dich mein geist Dort ewig preist, Und mit den engeln ehret. 7. Vielleicht muß ich nach wenig tagen sterben. Herr! wie du willst! soll ich den himmel erben, ( Und dieser ist in wahrem glanben mein,) Wie kann der tob mir weiter schrecklich sein? mel. 15. Sollt ich meinem Gott. 671. Ich ergebe mich dem Schaue, willen Meines Gottes, der mich liebt; Der wird auch an mir erfüllen, Was mir ewig vortheil giebt. großer Gott! hernieder, Sieh, hier leg ich muth und sinn, Herz und seele vor dir hin; Nimm doch mich und meine glieder, Mach aus ihnen, was du willt, Was but willt, mein Gott und schild! Von der Uebergebung an Gott und dessen Willen durch heiligen Gehorsam. Mel. Mein Herz und seel den ic. 670. Herr, mein Gott! durch den ich bin und lebe, Gieb, daß ich mich in deinen rath ergebe; In ewig feit laß deinen willen mein, Und was du thust, mir immer theuer sein. 2. Du, du regierst, bist weis heit, lieb und stärke. Du Herr! erbarmst dich aller deiner werke. Was zag ich denn noch einen augenblick? Du bist mein Gott, und willst mein wahres glück. 2. Ach ich kenne dich, mein leben, Gott! der du mein vater bist; Den, der sich für mich gegeben, Kenn ich, der ist Jesus Christ: Ja ich kenne meinen füh3. Von ewigkeit hast du mein rer, Der mir deine wege weist, loos entschieden. Was du be- Das ist Gott der heilge geist: nun zum regierer, stimmst, das dient zu meinem Hab ich dich frieden. Du wogst mein glück. Dich, o du dreicinger Gott! So du wogst zugleich mein leid, Und erschreckt mich keine noth. was du schickst, dient mir zur seligkeit. 4. Gefällt es dir: so müsse keine plage Sich zu mir nahn; gieb mir zufriedne tage. Allein verwehrts mein unvergänglichs heil: So bleibe nur dein trost allhie mein theil. 3. Und wie darf ich doch verzagen, Ging es noch so wundere lich? Da ich bis hieher kann sa gen: Gottes hände führen mich. Und erleb ich dann den morgen, Ei! so lebt mein Gott auch noch: Dessen treu verspricht mir doch, Daß er mich, sein find, versorgen, 424 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden d Mich, sein schäflein, führen wird,| sind unsre wünsch' und sorgen Als mein vater, Gott und hirt. Voll thorheit und voll unverstand! Wer kann, was seinem wohlergehn Zum schaden dient, übersehn? ganz 4. Ging mirs immer, wie ich wollte; So ging mir es selten gut. Denn wenn das geschehen sollte, Was sich wünscht mein eigner muth; Würd ich oft mein unglück wählen. Ich empfinde leider oft Böses, wenn ich glück gehofft: Drum halt ich von grund der seelen Meinem Gott im glauben still; Mir geschehe, was er will. 5. Nur du, du kennst und wählst das beste: O vater! mache selbst mein herz In dieser überzeugung feste: So ehr ich auch im größten schmerz Dich noch mit der gelassenheit: Was mein Gott will, gescheb allzeit! 5. Was du willst, gescheh mir 6. Die stunde wird doch endimmer: Was ich will und schädlich kommen, Da mich vollkommlich ist, Vater! das geschehe nim- nes glück erfreut. Denn einmal mer, Weil du groß und gütig führst du doch die frommen Zur bist, Und weil dir mein unver- völligen zufriedenheit. Und dann mögen Im gehorsam längst be wird jedem offenbar, Daß, Gott! kannt; Ei! so laß doch deine hand dein rath der beste war. Meiner schwachheit kraft beilegen, Vater! dadurch folg ich dir. Was du willst, geschehe mir. 7. Dann wird von allen meinen plagen Der ewge nußen mich erfreun; Dann wird mein herz dank und lobe sein: Der Herr, statt aller klagen, Voll von dem der für mein heil gewacht, Hat Mel. Wer nur den lieben Gott. 672. al- mir err! mache meine lem was mich kränkt und drückt; Geschieht doch einzig nur dein Mel. Wer nur den lieben Gott. wille, Dèr nichts zu meinem schaden schickt. Du bists, der alles 673. Gieb mir das wollen ändern kann; Und was du thust, ist wohl gethan. O vater aller gütigkeit! Und mache und vollbringen, mich vor allen dingen Durch deinen guten geist bereit, Daß mei-. nem herzen nur gefällt, Was mir dein wille vorgestellt. 2. Auch auf den allerrauhsten wegen Führst du uns zur glückfeligkeit. Selbst trübsal bringt dem ewgen segen, Der dir sein ganzes herze weiht. Ihr aus gang wird doch herrlich sein, Siehts gleich der böse geist nicht ein. 2. Du hast mir deinen guten willen In deinem worte gnug erklärt: Ach könnt ich den nur recht erfüllen, So wär ich dir auch lieb und werth. mir noch gar viel, Ich bin noch Nun aber fehlt weit vom rechten ziel. 3. Drum laß mich stille sein und hoffen, Auch wenn du prüfung mir bestimmt. Dein vaterherz steht dem doch offen, Der zu dir seine zuflucht nimmt. Wer wege, Daß ich nicht will, was 3. Mein eigenwille steht im still in deiner fügung ruht, Mit dir gefällt; Indem ich das zu woldem machst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns für rathsam hält. Des menschen len pflege, Was welt und fleisch nüßt, verborgen: Wer hats je wille bleibt verkehrt, Der oft, ganz genau erkannt; Wie oft für segen, fluch begehrt. und zwar von der Uebergebung an Gott durch Gehorsam. 425 4. Dein wille, vater! aber Du bist der Herr und ich der lenket Mich allezeit zum guten knecht, Was du gebeutst, ist gut hin. Denn wo der mensch nicht und recht. hingedenket, Dahin lenkst du doch unfren sinn, Und läsfest uns am ende sehn, Es sei zu unserm heil geschehn. 2. Gehorsam soll vor allen dingen Mein angenehmstes opfer sein; Laß mich nun auch die gabe bringen, und mich nur deiner rechte 5. Gieb, daß mein wille dei- freun. Denn christen müssen dein nem willen Sich findlich unter- gebot Aus liebe thun, und nicht werfen kann. Und kann ich alles aus noth. nicht erfüllen, So nimm den guten willen an; Und habe du aus großer huld Mit meiner schwachheit noch geduld. 6. Willst du, daß mir die sonne scheine, So laß mich dir auch dankbar sein. Willst du, daß ich im freuze weine, So lenke mich gelassen drein. Soll ich zu meinem grabe gehn, So laß auch willig dies geschehn. 7. Ich folge demnach deinem willen, Der schatten folgt der sonne nach. Willst du mich nur mit fraft erfüllen; So folg ich dir, Gott! allgemach. Wer sich nach deinem willen richt't, Spürt immer kraft und neues licht. 8. Mein Jesus ist mir vorgegangen, Der deinen willen gerne that. Will ich nun mit dem namen prangen, Den er mir selbst gegeben hat; So muß ich auch darauf beruhn Und deinen willen willig thun. 9. Laß mich im leben und im sterben Nach deines willens leitung gehn, Und diesen trost im glauben erben, Dein wille werde feste stehn; Du willst ja meine feligkeit, So mache mich dazu vereit. Mel. Wer nur den lieben Gott. 674. Min ein Gott! du hast mir zu befehlen, Ich muß dir auch gehorsam sein, Laß mich das beste theil erwählen, Dein wille sei in allem mein, 3. Ich sehe, wie nach deinem worte Dir wind und meer gehorsam sind, Und die natur an jedem orte Das anbefohlne werk beginnt: Viel mehr kommt mir, als menschen, zu, Daß ich nach deinem winke thu. 4. Dein sohn that deinen willen gerne, Und stellte sich zum muster dar; Daß ich gehorsam von ihm lerne, Wie er dir selbst gehorsam war, Und solches freudig in der that, Bis in den tod bezeiget hat. 5. Laß mich nicht erst in solchen dingen Mit fleisch und blut zu rathe gehn, Die mein gehorsam soll vollbringen; Sie werden mir nur widerstehn. In unsern gliedern findet sich Ja ein gesetz, das wider dich. 6. Ach schreibe selber dein geseße Mit großer fraft in meinen sinn, Daß ich nicht deinen bund verlege, Noch sonsten ungehorsam bin. Gieb bei gehorsam freudigfeit, Tilg alle widerseßlichkeit. 7. Sobald ich deine stimme höre; So mache herz und ohr bereit, Daß ich sie mit gehorsam ehre, Und thue, was sie mir gebeut. Ein hörer soll ich nicht allein, Nein! auch zugleich ein thäter ſein. 8. Will mich die böse welt versuchen, Daß ich dir nicht gehorsam sei; So laß du mich ihr werk verfluchen Nebst aller ihrer schmeichelei. Wer menschen folgt, ist thorheit voll; Weil er Gott mehr gehorchen soll. 426 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 9. Und endlich gieb mir auch| schein, Daß ich dich recht erkenne, im kreuze Ein herz, das dir ge- Tich ehre, gegen dich allein In horsam ist, Daß ich dich nicht wahrer liebe brenne. Entreiß zum zorne reize: Ein kind, das mich mir, und gieb mich dir; Laß deine ruthe küßt, Liegt leidend meine seele für und für Mit dir auch an deiner brust, Und alle verbunden bleiben. last wird ihm zur lust. 7. Ich seufze, Herr! nach deiner fraft, Stärk mich mit deiner Von der Verleugnung sein güte. Dein geist, der alles gute schafft, Erfülle mein gemüthe; Daß es nicht eigne ehre such, Dir Mel. Allein Gott in der höh sei. ähnlich werd und stets verfluch, ſelbst. 675. Will iemand Christi Das dein reich in mir störet. Der muß sich sein nicht schämen, Sich ſelbst verleugnen, Christi pein Und freuz gern auf sich nehmen. Drum Jesu! gieb mir deine kraft, Die dieses einzig in mir schafft, Damit ich dir nachfolge. 8. Herr! deine liebe giebt allein Heil, seligkeit und leben; Die eigenliebe kann nur pein, Unruh und unheil geben. Du giebst uns segen, heil und ruh: Der eigne ruhm schreibt sich es zu, Drum muß es dir mißfallen. 2. Du weißt ja, daß es schwerer fällt, Den eigensinn zu lassen, Sich selbst verleugnen, als die welt Und ihre luft zu hassen. Drum wirk in mir, was ich nicht kann: Führ mich zu deiner liebe an, Und dämpf die eigenliebe. 3. Bieb, daß ich aller bösen lust Absterbe, dir nur lebe. Kein unbestand sei mir bewußt, Wenn ich mich dir ergebe. Gieb, Jesu! daß ich niemals mir Noch meinem Mel. Here Jesu Chrift! du höchst. willen, sondern dir Und deinem 676. Ein mensch, der ſeinen Wider den Eigensinn. willen folge. eigensinn Als 4. Wird fleisch und blut erst Gott verehret, Hält das für klugunterdrückt, Wird schnöder eigen- heit und gewinn, Was ihn die wille In meiner eitlen brust er- thorheit lehret. Ein fels ist hart, stickt, Sind die begierden stille: ein demant fest: Ein mensch, der So fängt Gott sein werk in mir sich nicht rathen läßt, Ist härter an, Daß ich durch seine gnade kann als sie beide. Mir selber ganz absterben. 9. Dein ist preis, ehr und ruhm, den dir Doch stolz und hochmuth stehlen; Darum zerstöre selbst in mir Den hochmuth eitler seelen. Nimm eigenliebe völlig bin, Und gieb mir Christi herz und sinn, Der dich stets liebt und ehret. 2. Er meint, daß ihn die weis5. Mein herz ist eitler lüfte heit sich Zum meisterstück bereivoll, Blind, finster, ohne leben; tet, Und wiß und klugheit milWas Gott in mir gefallen soll, diglich In seine brust geleitet: Muß er mir selber geben. Er- Allein das höchstverderbte kind, leuchtet mich sein gnadenschein; Die eigenliebe macht ihn blind, So kann ich ihm gefällig sein, Daß er den fehl nicht siehet. Und ihm zu ehren leben. 3. Was seinem eigensinn ge 6, Gieb, Jesu! mir den gnaden- fällt, Das soll auf erden gelten. und zwar von der Verleugnung sein selbst. 427 Was er für recht und billig hält, mich selber lieben. D! laß mich Soll Gott und welt nicht schelten: Drum spricht er Gott und menschen hohn: Gewissen und religion Sind ihm geringe sachen. diese pflicht Nach deiner vorschrift üben. Und schränke selbst den trieb Froh und beglückt zu sein, Den du mir eingepflanzt, In heilge grenzen ein. 4. Ein treu- und wohlgemeinter rath Wird nie von ihm betrachtet; Und, was ein andrer gutes hat, Verhöhnet und verachtet. Schlägt Gott auch gleich mit strafen drein, Und läßt den zorn empfindlich sein: Wird eigen sinn noch härter. 2. Gieb, daß mein banges herz Sich deiner liebe weihe, Und daß in allem ich Dein auge findlich scheue. Wer als ein christ sich liebt, Der flieht auch als ein christ, Was wider deine furcht Und menschenliebe ist. 5. Wo bleibt des wahren glau- 3. Kein schnöder eigennuß Bebens schein Bei solchem wüsten herrsche meine seele; Und wenn leben? Wer fromm ist, muß auch zu meinem glück Ich weg und sittsam sein, Nicht boshaft wider- mittel wähle: So laß mich stets streben. Seht, Christen! Christi dabei Auf recht und wahrheit lebenslauf, Der stellt sich euch schaun; Auch nie mein wohlerzum beispiel auf, Die sanftmuth gehn Auf andrer elend baun. auszuüben. 4. Dein fluch trifft jedes glück, Dabei die tugend leidet, Dabei der, der es sucht, Gott! deine wege meidet. Wer unrecht liebt und thut, Erbt deinen himmel nicht. Nie treffe mich, o Gott! Dies schreckliche gericht. 5. Nie blende mein gemüth Der eitelkeiten schimmer. Die welt mit ihrer lust Bergeht doch einst auf immer. Was hilft uns kurze lust? Was hilft uns eitle pracht? Nicht ein vergänglich gut Ifts, was uns glücklich macht. 6. Ein Gottergebnes herz, Ein unverleßt gewissen, Nur das kann uns allein Des lebens last versüßen; Das bleibt uns auch im tod, Und folgt uns aus der zeit, Zum großen segen nach Bis in die ewigkeit. 7. O felig! wer darnach Mit heilgem eifer trachtet, Und für sein größtes glück, Gott! deine gnade achtet. Der liebt allein zeit Die wahre ruh, und einst sich recht, Der findt schon in der 6. Vollbringt nicht, was euch fleisch und blut Und eigenliebe rathen; Erkennet selber was euch gut, Und prüfet eure thaten. Will eigner wille meister sein; So räumt ihm keine herrschaft ein, Sonst rennt ihr ins verderben. 7. Getreuer Jesu! leite mich Nach deinem rath und willen; Mein sehnlich auge sieht auf dich; Du kannst die unruh stillen. Drum, wenn ich widerspenstig bin, So hilf mir meinen eigensinn Und bösen willen brechen. 8. Gieb, daß ich nicht zu heftig ſei, Wenn man mir widerstehet; Und mache mich von unmuth frei, Wenns nicht nach wunsche gehet. Ja, wenn ich manches dulden muß, So wirk in meinem geist den schluß: Dein wille, Herr! geschehe. Von der guten und bösen Eigenliebe. Mel. O Gott, du frommer Gott. 677. Dein wille ists, Vollkommne seligkeit. Gott! Ich soll 8. Das sei mein zweck, mein 428 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden fleiß; O segne mein bemühen!| heget, Liebt sich selbst zu seiner So wird das wahre wohl nicht schmach. Wer nach Gott vermeinem wunsch entfliehen. Bewahre mich dabei, Herr! vor dem lauf der welt. Gieb, daß ich so mich lieb, Als dir es wohlgefällt. langen träget, Dem geht Gottes liebe nach. Welt und wollust macht nicht satt; Wer nicht Gottes gnade hat, Jesum liebt von ganzem herzen, Wird sein eigen heil verscherzen. Mel. Jesu! deine heilge wunden. ott! daß man sich Gott! 678. 7. Mache denn, mein Gott! in selber liebe, Kann gnaden Meine eigenliebe rein; dir nicht zuwider sein: Denn Laß mich nicht, zu meinem schadu pflanzest diese triebe Der na- den, In mich selbst verliebet sein. tur des menschen ein. Jeder len- Sei du einzig meine lust, Und ket herz und sinn Auf sein eigen gewöhn auch meine brust, Nach wohlsein hin. Niemand, den der des nächsten wohl zu trachten, Und erdkreis faffet, hat sein eigen ihn als mich selbst zu achten. fleisch gehaffet. 2. Wenn nur dies den vortheil brächte, Daß man recht sein wahres wohl Und die seligkeit bedächte, Die uns glücklich machen soll. Wer sich seinem Gott ergiebt, Neben sich den nächsten liebt, und der seelen hohen adel Kennet. liebt sich ohne tadel. ren 3. Aber leider! nach dem falle, Von der Verleugnung der Der von Adam auf uns erbt, Sind wir arme menschen alle fines Auch in diesem stück verderbt. Undysdrog Welt. Melodie 31. fer böſes herz allein Will sein 679. Was mich auf dieſer eigner abgott nicht zum höchsten kehren, Sich nur über alles ehren. Das währet kurze zeit; Was aber meine seele liebt, Das bleibt in ewigkeit. Drum fahr, o welt! Mit ehr und geld Und deiner wollust hin: In kreuz und spott Erquickt mein Gott Mir seele, muth und sinn. nud bin son 2. Die thorheitsvolle lust der welt, So süß sie heute lacht, Hat morgen ihr gesicht verstellt, Und 5. Statt der eitlen ehrbegierde den in leid gebracht, Der auf sie Flöß mir wahre demuth ein; Du baut: Allein vertraut Man Gott sollst meine ehr und zierde, Meine und seiner treu; So sieht man luft und freude sein. Ehrgeiz ist schon Die himmelskron, Und freut dir ja verhaßt, Und den menschen eine last; Nur verbleibe mir die 3. Mein Jesus ists, der mich ehre, Daß ich dir, Herr! angehöre. erfreut; Was frag ich nach der 6. Wer nur geiz und wollust welt, Die stets voll furcht und sich ohne reu. 100 4. Mein Gott! diesen schnöden gözen Will mein fleisch auch mit gewalt Ueber dich und menschen seßen: Dämpfe doch dies übel bald, Kämpfe mit mir wider mich. Ich verlasse mich auf dich, Wenn mich satan mit den stricken Eigner liebe will berücken. 8. Nun es bleibet fest gestellet, Darauf soll mein herz beruhn; Erst, was dir, o Gott! gefället, Eifrig und mit fleiß zu thun; Dann dem nächsten beizustehn, Auf ihn, als auf mich, zu sehn: Diese liebe will ich üben, Dich, mich, und den bruder lieben. d und zwar von der Verleugnung der Welt. traurigkeit, Und endlich selbst zerfällt: Ich bin ja schon Mit Gottes sohn Im glauben hier vertraut, Der nun erhöht Zur rechten steht, Und schüßt mich seine braut. 4. Ach Jesu! tödt in mir die welt Und meinen alten sinn, Der sich dir stets entgegen stellt; Herr! nimm mich selber hin, Verbinde mich Ganz festiglich Mit dir, o Herr! mein hort! So irr ich nicht In deinem licht, Bis an den freudenort. 680. Herr! nimm es Mel. Durch Adams fall ist ganz. ier ist mein herz, 5. Ach schmerz! die sündenlust allein hat mich so sehr bethöret: Die sünde nahm die sinne ein, Und hat sie ganz verkehret; Drum ließ ich mich So williglich Von dir, mein schöpfer! trennen. Sch bitte dich, Ach! laß es mich Mit wahrer reu erkennen. 6. Gieb, daß ich seele, geist und sinn Zu dir gen himmel schwinge, Sm glauben dir vereinigt bin: Laß über alle dinge, An dir allein Gott! mich erfreun. Denn du, mein heil und leben, Kannst jederzeit, Was mich erfreut, Hier und dort ewig geben. 7. Nur weg, was schnöd und flüchtig ist, Ich laß es alles fahren; Weil du mir, Gott! im herzen bist, Wirst du mein herz bewahren, Daß es die pracht Der welt verlacht. Laß mich nur dich verlangen: Laß meinen muth, O höchstes gut! Nur einzig an dir hangen. hin, Dir hab ich mich ergeben: Welt! immer fort aus meinem sinn Mit deinem lasterleben. Dein thun und tand Hat nicht bestand, Das werd ich täglich innen; Drum schwingt und reißt Mein freier geist Sich ganz zu Gott von hinnen. 2. Gott ist mein allerbestes gut, Nach ihm steht mein verlangen. Ach! könnt ich nur mit frohem Mel. Es ist das heil uns kommen. muth Beständig an ihm hangen! 681. Wie wichtig ist doch Ach! wär mir doch Das sündenjoch Nur völlig abgenommen! Könnt ich einmal In jene zahl Der auserwählten kommen! der beruf, Den uns der gegeben! Gott! als uns deine liebe schuf, Da schuf sie uns zum leben. Zum leben, welches ewig währt, Das weder leid, noch angst beschwert, Willst du uns hier erziehen.d 2. Nicht hier ist unser vaterland; Allein bei dir, Gott! droben, Da ist der ort, wo deine hand Das glück uns aufgehoben, Das nie ein traurig ende nimmt. Hier sind wir nur von dir bestimmt, Uns dazu anzuschicken. 3. D laß mir doch dies große ziel Durch nichts verrücket werden! Was hilfts, wenn ich auch noch so viel Von gütern dieser erden, Von ehre, geld und lust gewinn: Wenn ich dabei nicht tüchtig bin, In höllenpein versenket. med Dein himmelreich zu erben? bi 3. Es ist ja doch aus dieser welt Und ihren eitlen sachen, Und was sie schönes in sich hält, Kein wahres gut zu machen: Ihr gut verschwindt Wie rauch und wind, Und ihre lust zerstäubet: Nur Gott, mein schaß, Behält den plaß; Nichts ist, das ihn vertreibet. 429 4. Wie thöricht hab ich doch gethan! Den dingen dieser erden Hing ich mit großem eifer an, Die doch zunichte werden. Ich sche nun, Daß all ihr thun, So schön es scheinet, fränket, In seelennoth, Und, nach dem tod, 16 430 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 4. Dein pilgrimm bin ich ja nur hier: Laß mich dies nie vergessen! Wie viel an zeit, Herr! hast du mir Zur wallfahrt zugemessen? Nur wenig zeit; ist die vollbracht, So wird der erde gut und pracht Auf ewig mir vergehen. 5. Drum laß des himmels herrlichkeit Mich stets vor augen haben. Laß mich in meiner prüfungszeit Um jene beffre gaben, Die mir im tode nicht entfliehn, Am ersten und mit ernst bemühn, Damit ich nicht einst darbe. 6. Ein herz, das dich, o vater! liebt, und deines sohns sich freuet; Das in dem glauben tugend übt, Und sich vor fünden scheuet; Ein solches herz, das wird allein Sich ewig deiner güte freun, Und einst dein antlig schauen. 3. Sein geist war ganz der welt entführt Und stets zu Gott gelentet, So wohl, wenn freude ihn gerührt, Als wenn ihn schmerz gefränket. Wie man ihn fand betrübet stehn, Wenn er die bosheit sahe; So konnte man ihn freudig sehn, Wenn Gottes wort geschahe. 4. Ward menschenehr ihm angethan, So wollt er sie nicht haben; Man bot sie ihm vergebens an, Er floh vor solchen gaben. Die freude, so die welt verspricht, Verlangt er nicht zu schmecken: Er kannte solche lüste nicht, Die nur den geist beflecken. 5. Es fonnte nichts, was irdisch heißt, In seine seele dringen: Sein ganz mit Gott verbundner geist War frei von mammonsschlingen. Er sah sich dürftge eltern aus; Der erbe aller sachen War selbst ohn eigenthum und haus, Ward arm, uns reich zu machen. 6. Sein wille blieb auf ebner bahn; Doch macht er seinen willen Des vaters willen unterthan, Den Von der Nachfolge Jesu. kam er zu erfüllen. Er hatte Mel. Was mein Gott will 2c. feinen tropfen blut, Der sich für Gott nicht regte, Und der sich nicht dem höchsten gut Mit lust zu füßen legte. 7. Und solch ein herz, das wöllst du mir, Gott! aus erbarmen geben, Damit ich könne, auch schon hier, Nach den geseßen leben, Die selbst im himmel gültig sind; Bis ich, als dein bewährtes find, Zu deiner freude gehe. 682. ommt, die ihr nicht gewohnet seid, Daß ihr euch selbst absaget. Kommt, 7.( Sieb mir, mein heiland! die ihr nur nach eitelkeit, Nach kraft und lust, Recht ähnlich dir geld und wollust fraget; Seht zu werden; Verbanne selbst aus Jesum, euer vorbild, an, Und meiner brust Die liebe dieser erlernt euch heilsam schämen; Laßt den. Laß Gottes willen ganz allein euren fuß zu seiner bahn Sich Die richtschnur meiner schlüsse, ungesäumt bequemen. Mein einzig ziel und speise sein, 2. Gott war sein alles, und Die mich erquicken müsſe. allein Sein höchstes gut in allen; Er ließ sich nichts gefällig sein, Mel. 18. Herr! deine allmacht. Als dessen unser meister, err, willen deß, der ihn geſandt, in 683. Het bedr Den In schönstes bild einfalt auszurichten, War stets allerhöchsten liebe! Du warst, o die arbeit seiner hand, Das haupt- Jesu! ganz erfüllt mit Gott gestück seiner pflichten. weihtem triebe. Gott war dein und zwar von der Nachfolge Jesu. zweck, dein höchstes gut; Ihm folgtest du mit heldenmuth. 2. Du warst mit ihm ein sinn, ein herz: Sein wille war dein wille. Du ehrtest ihn auch unter schmerz, Stets mit zufriedner stille. Selbst auf der allerrauhsten bahn Sahst du ihn noch als vater an. 3. Du suchtest nichts als sein gebot Vollkommen zu erfüllen; Und unterwarfst dich, bis zum tod, Ganz deines vaters willen. Dein hauptgeschäft war das allein, Ein herold seines ruhms zu sein. 4. Du gingst verstummt zur schlachtbank hin, Gehorsam zu bezeigen: Man sab dich mit gelaßnem sinn Zur schädelstätte steigen: Du warst zur tiefsten schmach gefaßt: Trugst mit geduld des freuzes last. 5. Gieb, heiland, daß ich dir nachgeh, Thu deines vaters willen; Da ich es aber oft verseh, Zu schwach ihn zu erfüllen: So rette mich dein theures blut Und mache meine fehler gut. Mel. Kommt ber zu mir, spricht. 684. Dommt, ruft mein Jesus, kommt zu mir, Kommt alle ohne furcht, die ihr Mühselig und beladen! Kommt her, ich bin der gute hirt, Der euer herz erquicken wird: Kein übel soll euch schaden. 2. Nehmt in geduld auf euch mein joch, Seht nur auf mich und lernet doch, Wie ihr euch sollt erzeigen. Seid stets sanft müthig, wie ich bin; Liebt demuth, laßt sich euren sinn In hoffart nie versteigen. 431 * 4. Ich komm zu dir, Herr Jesu Christ! Der du der nachfolg vorbild bist, Laß mich das stets betrachten; Daß ich mich selbst, und was die welt mir aus betrug für lust vorstellt, Könn' gegen dich verachten. 5. Gieb, daß ich wahre demuth üb, Den nächsten stets mit sanftmuth lieb', Dein joch trag bis ans ende, Für meine feel hie ruh erlang; Und dort die ehrenkron empfang, Wenn ichs durch dich vollende. 3. So werdet ihr zu jeder zeit Für eure seel in freud und leid Trost und erquichung finden. Mein joch ist sanft, leicht ist die last; Wer sie geduldig auf sich faßt, Dem helf ich überwinden. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 685. Mein Gott! mir hat lieber Ein vorbild hinterlassen, Mein ganzes leben soll hievon Ein wahres muster fassen. Er geht voran Und zeigt die babn; Er will durch sein bemühen Uns alle nach sich ziehen. 2. Mein Jesus rufet: folge mir! Ich folg ihm zwar im glauben; Allein die kraft fommt nur von dir: Soll die kein zweifel rauben, So muß dein wort Mich immerfort In alle wahrheit leiten, Sonst kann ich leichtlich gleiten. 3. Gieb, daß ich folge deiner lehr, Und allen irrthum meide; Daß noth und tod mich nimmermehr Von deiner wahrheit scheide. Ich weiß, es ist Mein Jesus Christ Weg, wahrheit und das leben, Er kann mir alles geben. 4. Mein Jesus rufet: folge mir! Ich folg ihm nach im leben: Du aber wollest der begier Den besten nachdruck geben. Zeuch mich nur hin zu Christi sinn, Und laß mich ihm auf erden Im wandel ähnlich werden. 5. Hilf mir, so geh ich, weil ich kann, Auf seinen tugendwegen, Und führe mich zur demuth an; Laß mich zum grunde legen, Was 432 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden seine that Erwiesen hat, Die mir sclaven machen: Geiz und ungenur lauter lieben Im wandel vor- rechtigkeit Mengen sich in diesen geschrieben. streit. 6. Mein Jesus rufet: folge 4. Aber ich will alles lassen, mir! Ich folg ihm auch im lei- Und dich ganz allein umfasſen; den Durch dich gestärkt; doch laß Hilf mir gnädig, stärke mich, Herr! mich hier Voll demuth unterschei- so faß und halt ich dich. Nur mit den, Wie sonderbar Sein leiden dir will ich mich paaren; Welt war, Das er für unsre schulden und wollust laß ich fahren. Ihre Als bürge mußte dulden. dwege sind betrug: Wer dir folget, di 7, 3euch ihm mich in dem sinne der ist klug. nach, Womit er es getragen. Gieb 5. Du bist ohne stolz und pranin verfolgung, hohn und schmach, gen Uns in demuth vorgegangen, Und allen andern plagen Geduld Du hast jedem guts gethan; Führ und muth, Durch Christi blut, mich diese tugendbahn. Ja dein Bis ich durch seine wunden Den überschwänglich lieben Hat dich schönsten sieg gefunden. 8. Mein Jesus rufet: folge mir! Ich folg ihm auch im sterben; Sein kreuz erquicke mich auch hier und lasse mich dort erben In ewigkeit, Was mir bereit; So folg ich, nach dem leiden, Ihm zu viel tausend freuden. an das freuz getrieben; Gieb, daß meine lieb' und treu Deiner liebe ähnlich sei. 6. Laß mich aus den tugendschranken Deines wandels niemals wanken. Laß mich allen insgemein Liebreich, hold und freundlich sein: Mich zur wollust nie gewähnen, Nicht nach steter freude sehnen, Sondern auch zum leiden gehn, Wenn wir deine Mel. Ich will meine stimm erheb. 686. Fleben, was führung ſehn. olget mir! ruft uns ihr bittet, will ich geben, Gebet nur den rechten steg, Folget, ich bin selbst der weg. Folget mir von ganzem Herzen, Ich benehm euch alle schmerzen; Lernet von mir insgemein Sanft, und reich an demuth sein. 7. Du bist Josua und führest, Die du leitest und regierest, Auf der selbst betretnen bahn In das rechte Kanaan: Gieb, daß wir den weg recht sehen, Und ihn stets mit freuden gehen; Leit uns so mit deiner hand In das ew'ge vaterland. 2. Ja, Herr Jesu! dein begehren Will ich dir mit lust ge- 8. Jesu, du mein licht und lewähren, Weil dein jünger deine last Gern auf seine schultern faßt. Doch, mein heil! zu diesem werke Fehlt mir noch die kraft und stärke: weh ich dir gleich sorgsam nach, Fall ich doch, weil ich zu schwach. ben! Deine bahn ist rein und eben; Gieb, daß mich darauf nichts schreck, Und kein sündenkoth befleck. Laß mich deine guade spüren, Meine tritte so zu führen, Daß mein fuß voll unschuld geh, Nicht bei spöttern stille steh. 3. Zwar mein geist wird oft bewogen, Aber bald durchs fleisch betrogen: Denn die wollust tritt herfür, Rufet freundlich: folge mir! Ehr und pracht, sammt andern sachen, Wollen mich zum 9. Mach mich nicht allein in freuden, Sondern auch im kreuz und leiden, Durch so manchen kampf und streit, Dir zu folgen stets bereit. Laß mich nicht bei 101 und zwar von der Nachfolge Jesu. 433 angst, beschwerden, Kreuz und| blut; ich bin auf dich getaufet: dornen müde werden; Zeige mir, Du zogst auch, als die welt mich daß diese welt Unvollkommenheit von dir nahin, Mich wiederum enthält. zu dir, o Gottes lamm! 6. Laß mich nun stets verbleiben bei den deinen, Und unbefleckt vor deinem thron erscheinen; Laß bosheit, list und allen heuchelschein Nur fernerhin von mir entfernet sein. 7. So werd ich hie in deiner gnade stehen, und dort mit dir zum innern tempel gehen, Wo Gottes thron ganz frei zu sehen ist, Und wo du selbst in allem alles bist. 8. Laß mich es stets mit dir, o Jesu! halten, Und glaubensvoll mit deinem thun und walten Zufrieden sein; weil du, o lebensfürst! Es alles mir zum besten fügen wirst. Mel. Mein Herz und feel den ic. Gottes 9. So sollen 687. lag mich mit dir lieder klingen; So werd ich dort laß dein lob noch besser singen, Wenn ich den sieg, lamm! durch dein blut erlangt, Und, nach dem streit, mein haupt mit kronen prangt. 10. Laß mir doch mein ziel auf erden Nimmermehr verrücket werden, Und entreiße mir das licht Deiner gnad und liebe nicht. Gieb, daß ich mir, von der jugend Bis zum alter, deine tugend Recht von herzen, nicht zum schein, Angelegen lasse sein. 11. Hilf mir, Herr! vor allen dingen, Meinen lauf also vollbringen, Daß mein geist dich brünstig lieb', Sich in wahrer demuth üb'. Hilf, daß ich dir bie vertraue, Und dich dort mit freuden schaue: Jenes gieb mir in der zeit, Dieses in der ewigkeit. gehen Den schmalen weg, stets auf dein vorbild sehen; Nimm mich auch mit in der geliebten zahl, Und führe mich zu deinem hochzeitmahl. deinem finne: Gieb, daß ich dich 2. Ach! bilde du mich ganz nach Worecht herzlich lieb gewinne; hin du gehst, da leite mich auch hin, Damit ich hier und ewig bei dir bin. 3. Willst du mich auch auf golgatha mit nehmen, So laß mich ja nicht deines kreuzes schämen. Soll ich denn auch mit dir verfläret sein, So nehm ichs an, bleibst du nur ewig mein. 4. Laß du mich, Herr! die ehre nur erreichen: Schreib Gottes bild und namen als ein zeichen An meine stirn, daß ich der deine sei, Und mache mich von schnöder weltlust frei. 5. Du hast mich schon von diefer welt erkaufet Durch bundes 688. Mach lebensweg, Den Mel. Aus tiefer noth schrei ich zc. doch engen du, mein heil! betreten, und deinen schmalen kreuzessteg, Dein ringen, wachen, beten Mir täglich mehr und mehr bekannt; So eil ich, Herr! in deiner hand Voll sehnsucht nach dem himmel. 2. Gieb, daß ich, als ein kind des lichts, Die finsterniß besiege. Die arme welt hat wahrlich nichts, Das völlig mich vergnüge: Drum gieb mir kraft, dir nachzugehn, Und nie von dir zurück zu sehn; Ich folge dir, dem lamme. 3. Laß in mir deines lichtes strahl Die dunkelheit vertreiben. Und mich bei der so kleinen zaht Wahrhafter jünger bleiben, Dir 28 434 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden folgen auch zum kreuzesstamm.| Gott! vor dir gesinnt. Befreie Wo du aus liebe, theures lamm! mich vom falschen wahn, Der Mir alles heil erworben. auch den klügsten täuschen kann. 4. Wie groß wird meine freude sein, Wenn ich dir treu geblieben, Wenn weder schmach noch kreuzespein Mich je zurück getrieben: Wenn ich nur deinen ruf gehört, Dir treu gefolgt, und ungestört In liebe nachgegangen. 5. Wer alles weiß, und doch verborgen Und unbekannt sich selbst noch bleibt, Wie will der für sein bestes sorgen? Was ist, das den zur beßrung treibt? Sich selbst recht kennen, ist verstand. Drum mache mich mit mir bekannt. 5. Wohlan! so sei es denn ge- 6. Was mir zu meinem heil wagt, Ich wähl auch deine dor- noch fehlet, Mein vater! das entnen. Was mir dein treuer mund decke mir. Hab ich der wahrheit gesagt, Dient mich stets anzu- weg erwählet, So gieb, daß ich spornen; Drum geh ich nun durch ihn nicht verlier. Ach! leite mich spott und hohn Zur lebenskrone, mit deinem licht, So täuschen mich welchen lohn Du einst den deinen verführer nicht. schenkest. 7. Bin ich noch fern vom rechten wege, Der mic) zum ewgen Von der Selbsterkenntniß leben führt, So bringe mich zu und Wachsamkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott. rück vom stege, Der im verderben sich verliert. Gieb mir zur beßDu bists, rung lust und fraft. der beides in uns schafft. 689. W er bin ich? welche wicht'ge frage! Gott! lehre sie mich recht verstehn. Gieb, daß ich mir die wahrheit sage, Und laß mich achtsam auf mich sehn. Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, Bleibt von der weisheit weit entfernt. 8. Ich muß es einmal doch erund fahren, Was ich hier war, hier gethan. O! laß michs nicht bis dahin sparen, Wo reue nichts mehr helfen kann! Herr! mache mich schon hier recht klug, Und frei vom schnöden selbstbetrug. 2. Ich bin ein werk von deinen händen. Du schusst mich, Mel. Wer nur den lieben Gott. Gott! zu deinem preis. Dazu 690. Nicht, daß ichs ſchon Die mein leben anzuwenden, ist dein väterlich geheiß. Doch leb ich, als dein eigenthum, Auch, wie ich soll, zu deinem ruhm? 3. Ich bin ein christ nach dem bekenntniß. Doch, bin ichs, Herr! auch in der that? O! öffne du mir mein verständniß, Recht einzusehn, ob ich den pfad, Den Jesus mir gewiesen, geh? Und, ob ich auch im glauben steh? 4. Du fennest unsers herzens tiefen, Die uns selbst unergründlich sind. Drum laß mich oft und ernstlich prüfen, Wie ich, mein beste tugend bleibt noch schwach; Doch, daß ich meine seele rette, So gieb, Herr! daß ich bet und wach; Denn tugend ohne wach| samkeit Verliert sich bald in sicherheit. 2. So lang ich hier im leibe walle, Bin ich ein kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, Der, wenn sein nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse lust Stirbt niemals ganz in unsrer brust. 3. Nicht jede befferung ist tu und zwar von der Selbsterkenntniß und Wachsamkeit. 435 gend; Oft ist sie nur das werk 10. Du fliehst, geneigt zur ruh der zeit. Die wilde hiße roher und stille, Die welt, und liebst die jugend Wird mit den jahren sitt- einsamkeit; Doch bist du, forderts samkeit; Und was natur und zeit vottes wille, Auch dieser zu entgethan, Sieht unser stolz für tu- flichn bereit? Dein herz haft habgend an. sucht, neid und zank; Fliehts unmuth auch und müssiggang? 4. Oft ist die ändrung deiner seelen Ein tausch der triebe der natur. Du fühlst, wie stolz und ruhmsucht quälen, Und dämpfst sie; doch du wechselst nur; Dein herz fühlt einen andern reiz, Dein stolz wird wollust, oder geiz. 11. Du bist gerecht; denn auch bescheiden? Liebst mäßigkeit; denn auch geduld? Du dienest gern, wenn andre leiden; Vergiebst du feinden auch die schuld? Von allen lastern sollst du rein, Zu aller tugend willig sein. 5. Oft sind es kunst und eigenliebe, Was andern strenge tugend scheint. Der trieb des neids, der schmähsucht triebe Erweckten dir so manchen feind; Du wirst behutsam, schränkst dich ein, Fliehst nicht die schmähsucht, nur den schein. 12. Ach gieb, Herr! daß ich wach und streite; Nie denke, daß ichs gnug gethan. Mein herz hat seine schwache seite, Die greift der feind der wohlfahrt an. Die sicherheit droht mir den fall, Hilf, daß ich wache überall! 6. Du denkst, weil dinge dich nicht rühren, Durch die der andern tugend fällt: So werde nichts dein herz verführen; Doch jedes 691. Mache ich, mein geift! Mel. 33. Straf mich nicht zc. i bereit, Wache, fleh herz welt. Den, welund bete! Daß dich nicht die böse zeit Unverhofft betrete: Denn es ist Satans list Ueber viele frommen Zur versuchung kommen. chen stand und gold nicht rührt, Hat oft ein blick, ein wort verführt. 7. Oft schläft der trieb in deinem herzen. Du scheinst von rachsucht dir befreit; Jeßt sollst 2. Doch wach erst von sünden du eine schmach verschmerzen, Und auf, Und vom sündenschlafe. sieh, dein herz wallt auf und dräut, Und schilt so lieblos und so hart, Als es zuerst gescholten Denke nach, was folgt darauf? Eine lange strafe; Und die noth, Ja der tod Möchte dich in sünden Unvermuthet finden. ward. 8. Oft denkt, wenn wir der stille pflegen, Das herz im stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die welt entgegen: So regt sich unsre leidenschaft. Wir werden im geräusche schwach, Und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern triebe Durch einen strengen lebenslauf; Doch opferst du, wills seine liebe, Shm auch die liebste neigung auf? Dies ist das auge, dies der fuß, Die sich der christ entreißen muß. 3. Wache auf! sonst wird das licht Dir stets ferne bleiben. Deine nacht kann Jesus nicht, Wie er wünscht, vertreiben; Denn Gott will Für die füll Seiner gnadengaben Offne augen haben. 4. Wache! laß dich satans list Ja nicht schlafend finden; Weil er sonst geschäftig ist, Dich ins neß zu winden. Und Gott giebt, Die er liebt, Oft in seine strafen, Wenn sie sicher schlafen. 5. Wache! daß dich nicht die welt Durch gewalt bezwinge, Oder, 28* 1436 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden wenn sie sich verstellt, Listig an 3. Der welt art ist dir auch sich bringe: Wach und sich, Daß bewußt, Wie die kann anlaß gedich nie Falsche brüder fällen, Die ben Zu augenlust, zu fleischese dir neße stellen. sud lust Und hoffärtigem leben. Wenn 26. Wach auch selber gegen dich aber, Herr! dein zorn angeht, Ein jeder da zurücke steht; Die freundschaft hat ein ende. Und dein böses berze, Daß es ja nicht liederlich Gottes huld verla scherze: Denn es ist Voller list, Kann sich selber heucheln, Und voll hochmuth schmeicheln. 7. Aber bete stets dabei, Bete bei dem wachen: Ruf zu Gott; er muß dich frei Bcn dem elend machen, Das dich drückt Und bestrickt, Wenn du schläfrig bleibest, Und sein werk nicht treibest. 4. Und dabei will mein fleisch und blut Von dem ungerne lassen, Was ihm so großen schaden thut; Es will die welt nicht hassen. Die kurze lust gefällt ihm wohl: Trum wills nicht, daß ich meiden soll Des teufels neß und stricke. 8. Ja, Gott will gebeten sein, Soll er etwas geben; Und auf unser flehn und schrein Krönt er unser leben. Ruf ihn an, Denn er kann Welt, fleisch, satan, sünden Kräftig überwinden. 5. Nun muß ich armer immerfort Mit diesen seinden streiten. Sie ängsten mich an jedem ort, Und sind mir stets zur feiten. Der satan setzt mir heftig zu, Die welt läßt mir auch keine ruh, Mein fleisch reizt mich zur sünde. 9. Ach so laß mich immerdar Wachen, Herr! und beten; Weil versuchung und gefahr Mir sonst näher treten; Ja die zeit Ist bereit, Da uns Gott wird richten, Und die welt vernichten. Von dem geistlichen Kampf und Streite. Mel. Uch Gott vom himmel! sieh. 692. Sau, lieber Gott! wie meine feind, Womit ich stets muß kämpfen, So viele list und macht vereint, Daß sie mich leichtlich dämpfen. Wo mich dein gnadenarm nicht hält, So kann mich teufel, fleisch und welt Gar leicht in fünde stürzen; 2. Weil satanas mit seiner list Im anfang gar süß locket, Und wenn die sünd begangen ist. Das Herz darauf verstocket. Er treibt mit trug und mit gewalt Von einer sünd zur andern bald, Und endlich in die hölle. 6. Zu dir flieb ich, o treuer Gott! Ich weiß sie nicht zu stillen. Hilf, vater! hilf in dieser noth, Um Jesu Christi willen: Verleih mir deines geistes stärk, Daß meiner feinde list und werk Dadurch zerstöret werde. 7. Laß diesen deinen guten geist Mich innerlich regieren, Daß ich stets thu, was tu mich heißt, Und mich nicht laß verführen: Daß ich dem argen widersteh, Und nie von deinem weg abgeh Zur rechten oder linken. * 8. Ob böse lust noch mannigfalt Mich anficht, weil ich lebe: So bilf, daß ich ihr alsobald Im anfang widerstrebe: Und daß ich ja vergesse nicht Die toresstunde, das gericht, Den hinimel und die hölle. Silp 9. Gieb, daß ich denke jederzeit An die vier letzten dinge, Und dadurch alle sündenfreud Aus meinem herzen bringe: Damit ich möge lebenslang Dir dienen ohne furcht und zwang, Im willigen og gehorsam. und zwar von dem geistlichen Kampf und Streite. 437 10. Gott vater! deine fraft| wir, O Herr! uns überall umgeund treu Laß reichlich mich em- ben, Der eine reizt und schmei pfinden: O Jesu Christe! steh chelt hier, Dort droht ein andrer mir bei, Daß ich könn' überwin- unserm leben. Ach schmerz! sie den: Hilf, heilger geift! in die sind gesammt darauf bedacht, Daß sem krieg, Daß ich da immer einen unser geist werd um sein heil gesieg Erhalte nach dem andern. bracht. 7. Wer ist hie tüchtig zu bestehn, Und über luft und furcht Melodie 34. 693. Dein erbe, Herr! das zu siegen? Soll es durch unsre du erkauft, Mit fraft geschehn, So werden wir dem du freundschaft aufgerichtet, bald unterliegen. Die feinde sind Das, so bald es auf dich getauft, zu listig, stark und groß, Und Sich zu des satans haß verpflich- wir von macht, von kraft und tet, Sieht, wie es sich selbst nicht flugheit bloß. beschirmen kann, Und rufet dich um sieg und beistand an. 2. Du hast der schlangen kopf zerknirscht, Ihr gift gedämpft, ihr reich bezwungen. Es hat dein tod, o siegesfürst! Den tod im frohen sieg verschlungen, Die schuld getilgt, die freche weit besiegt, Daß nun der feind zu deinen füßten liegt. 3. Ward deine ferse gleich verlegt Und blutig von der schlangen bisfen, Die sich dir äußerst widersept; So hat sie dir doch weichen müssen. Ihr kopf ist hin, dein fersenstich ist heil, Jhr wird der fall, und dir der sieg, zu theil. 4. Lob, weisheit, ehre, ruhm und macht Sei dir, erwürgtes lamm! gesungen; Daß du in jener großen schlacht Durch blut und tod den feind bezwungen. Der satan liegt nunmehr gefesselt da, Dir aber singt dein volk: halleluja! 5. Doch hier ist unsre prüfungszeit: Drum hast du ihm die macht gelassen, Uns noch durch list, durch kampf und streit, Bei unserm fleisch und blut zu fassen. Es stimmt die welt, als die ihm folgt, mit ein, Hier ist es noth auf seiner hut zu sein. 6. Mit so viel feinden finden 8. Doch was uns fehlt, das finden wir, Erwürgtes lamm! in deinen schäßen; Dein beistand ist ja gut dafür, Daß uns kein feind kann je verleßen; Du ziehest uns mit fraft und weisheit an, Daß unser geist weit überwinden kann. 9. Dein sieg, o lamm! wird unser sieg, Wenn wir dein blut im glauben fassen: Du führst für uns den schweren krieg, Wir können uns auf dich verlassen. Du giebst uns selbst die waffen in die hand, Und machst dich uns als einen held bekannt. 10. Gieb nur, daß wir nicht träge sein, Noch selbst die waffen niederlegen. Flöß uns die kraft des glaubens ein, Damit wir muthig streiten mögen. Bewahr uns doch vor weicher zärtlichkeit, Wenn fleisch und blut sich vor dem freuze scheut. 11. Ach lege deinen edlen geist, Als zur besaßung, in den willen; Damit, wenn satan sündgen heißt, Wir sein begehren nicht erfüllen. Ach laß uns stets erweckt und wachsam stehn, Um durch gebet aus fraft in fraft zu gehn. 12. So wollen wir, wenn nach dem streit Die frohen siegeslieder klingen, Im frieden jener ewigkeit, D heiland! deinen ruhm Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 438 besingen, Wenn du den tod, den leßten feind, besiegt, Und alles nun zu deinen füßen liegt. gehn. Durch dich überwind ich weiter: Du wirst mir zur seite stehn. Ja dir, o mein treuer Gott! Folge ich in noth und tod. 6. Endlich werde ich doch siegen, Gleich wie du gesieget haft; So werd ich die krone kriegen Nach des kampfes harter last. Streit, o seele! voller muth, Du siegst durch des lammes blut. 694. Sott ber vater wohn uns bei, Und laß uns nicht verderben: Mach uns von der sünde frei, Und hilf uns selig sterben. Vor dem teufel uns bewahr, Halt uns bei festem glauben, Und auf dich laß uns bauen, Aus herzensgrund vertrauen, Dir uns lassen ganz und hoffet, Herr! Hilf, gar: Mit allen rechten christen daß ich werde nimmermehr Zu Entfliehn des teufels lüsten, Mit schanden und zu spotte: Das bitt' waffen Gott's uns rüsten. Amen, ich dich, Erhalte mich Bei dir, amen, das sei wahr, So singen dem treuen Gotte. wir halleluja. 696. Auf bid bab ich ge 2. Jesu Christe! wohn uns zc. 3. Heilger geist, ach wohn c. 2. Dein gnädig ohr neig, Herr! zu mir, Erhör mein flehn, thu dich herfür! Eil bald, mich zu erretten In angst und weh; Ich lieg od'r steh, Hilf mir aus meinen Mel. Gott des himmels und 2c. 695. wie find doch mei- nöthen. ner feinde So gar unbeschreiblich viel! Auch die allerbesten freunde Lenken mich oft von dem ziel, Wenn ihr sinn, was Gott verflucht, Emsig anzurathen sucht. 2. Ach wo sind so helle augen, Welche alle stricke sehn? Da wir von natur nicht taugen, Gern auf bösen wegen gehn. O wie willig folget man, Da man leicht verderben kann. 3. Herr! erleuchte mein gesichte, Daß ich nicht so blindlings hin Mich nach jeder reizung richte, Daß ich niemals sicher bin. Lehre mich doch recht verstehn, Wie gefährlich hier zu gehn. 3. Gott, mein beschirmer! steh mir bei, Sei meine burg, darin ich frei Und ritterlich kann streiten, Weil meine feind So mächtig seind, So viel auf allen seiten. 4. Du bist mein fels, mein schild, mein hort Und meine kraft nach deinem wort, Mein helfer, heil und leben, Mein starker Gott In aller noth; Wer mag dir widerstreben? 5. Durch lügen und durch falsch gedicht hat mir die welt oft zugericht't Geheime neß und stricke. Herr! nimm mein wahr In der gefahr, Verhüte falsche tücke. * 6. Herr! meinen geist befehl ich dir, Mein Gott, mein Gott! weich nicht von mir, Nimm mich in deine hände, O wahrer Gott! Aus aller noth Hilf mir am letzten ende. 4. Stärke mir die müden hände, Wenn es hart im ringen hält, Wenn der feind mir bis ans ende Viel besondre nege stellt. Sprich: verführer, weich von hier, Denn dies find gehöret mir. 5. Ich will, als ein guter strei- bereit; Wir trauen deinem nater, An den kampf mit freuden men. Gott! deine fraft Mach 7. Es sei lob, ehr und herrlichkeit Dir, vater! sohn und geist! und zwar von dem geistlichen Kampf und Streite. 439 uns sieghaft Durch Jesum Chri-| ficht Des glaubens licht, Das uns stum, amen. Gott selbst gegeben. 2. Viel stärker ist, der selber sich, Als andre überwindet, Ob er der alten schlangen stich Im herzen gleich empfindet: Geiz, fleisch und blut, Neid, stolzer muth Herrscht nicht in seinen sinnen: Das fleisch erliegt, Der glaube siegt, Er muß den streit gewinnen. 3. Wer Gott also ergeben ist, Wird schnöde lüste hassen, Und wider alle höllenlist Die glaubenswaffen fassen. Der schwere streit Bringt nach der zeit Die ewge himmelskrone: Wer überwindt, Gewiß, der findt Sie dort zum gnadenlohne. Mel. Ein' feste burg ist unser 2c. 697.Mein ein Gott und vater! steh mir bei, Und hilf mir treulich kämpfen. Du bist von großer güt und treu, Kannst meine feinde dämpfen. Du bist in aller noth Mein beistand und mein Gott: Drum nimm dich meiner an, Weil niemand helfen kann, Als du, mein treuer vater. 2. Herr Jesu! mach dich eilend auf, Sei mit mir in dem werke; Regier und schüße meinen lauf, Daß ich den beistand merke; Du bist rath, fraft und held, Der feind ist schon gefällt. Regt er sich ja aufs neu, Stehst du dem glauben bei, Der kommt durch dich zum siege. 4. Ach Gott! der du das wollen giebst, Verleih auch das vollbringen. Der geist ist willig, den du liebst, Das fleisch ist schwer zu zwingen. Wer wird uns doch Von diesem joch Des leibes noch erlösen! Herr! reich an huld! BVergieb die schuld, Errett uns von dem bösen. 3. heilger geist, du Gotteskraft! Du wirst mich nicht verlassen; Durch dich wird rath und trost geschafft, Dies will ich gläubig fassen. Gieb nur zur schweren zeit Muth, weisheit, freudigkeit; Nimm und noth, Melodie 35. Bilf mir bis in den tod, hilf 699. 3 güte! Flieht mein 3" dir, o vater aller mir ins leben dringen. 4. Gott! wenn du mir dein geängstetes gemüthe, Und zeiget heil erweist; Will ich dich ewig sein verderben an. Ich bin zum preisen, Und mich dir, vater, sohn guten, leider! träge, Da ich mich und geist! Fromm, dankbar, treu schnell zum bösen rege, Es auch erweisen; Ich will dir immerfort gar bald vollbringen kann. Allhier und endlich dort Dank, ehre, preis und ruhm In deinem heiligthum mit deinen kindern singen. 2. Der geist hat stets in mir zu kämpfen, um die erregte luft zu dämpfen, Die sich so oft dem zaum entreißt. Laß deinen beistand mir auf erden Doch nimmermehr entzogen werden; Stärk mich durch deinen guten geift. 3. Laß fleisch und blut nie wieder siegen: Und wenn ich) ja mit ihnen kriegen, Und ihren anfall spüren muß; So hilf mir, vater! überwinden, und ihre böse kräfte binden, So folg ich deines geistes schluß. Mel. Durch Adams fall ist ganz. 698, ir liegen täglich in dem streit, Uns ſelbst zu überwinden: Die welt, das fleisch, die eitelkeit, Die böse lust der sünden, Und was dem reich des satans gleich, Pflegt Gott zu widerstreben; Dawider and had a pandapind Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 440 4. Du weißt, wie gern ich, kraft, Die, was dir wohlgefällig, ohn gebrechen, und ohne heim- schafft, In unsre seele dringen: lich widersprechen, In deinen we- Und gieb uns muth, Der sünden gen wandeln will. Hilf mir, um wuth Und herrschaft zu bezwingen. deines namens willen, Des geistes trieb nach wunsch erfüllen; Ach führ ihn selbst zu seinem ziel. 5. Durch unsern ganzen lebenslauf Hört ja ihr sturm nicht völlig auf; Drum hilf mir täglich kämpfen. Hilf ihre macht So tag als nacht Bezwingen, tödten, dämpfen. 5. Jch klage selbst des fleisches triebe, Und was mich lau in deiner liebe Und faul zum kampfe machet, an. Ach lehre mich dawider streiten, Und jenes kleinod bald erbeuten; Tilg du, was mich entkräften kann. 6. Ja, mach du selbst mein herz bereit, Der sünden gräul und schädlichkeit, Auch größe zu er kennen: Die kleinste fann Uns von der bahn Zum leben gänzlich trennen. 6. Es komme mir der sieg zu gute, Dadurch das lamm mit seinem blute Die macht der finster- 7. Drum, wenn die leicht geniß erlegt. Laß mich des mittlers sinnte welt Die fünden nur für allmacht stärken, Wenn sie mit spielwerk hält; So laß mich anreiz zu schnöden werken Sich wieders denken. Und seel und herz, der in der seele regt. Voll reu und schmerz. In des muth zu dir lenken. 7. Laß endlich sünd und kampf verschwinden, Und mich den ort der ruhe finden, Wo weder schuld noch elend ist. Da will ich dich, o vater! droben Mit allen überwindern loben, Wo du das ziel des lobes bist. og du 2. Zwar bin ich solcher huld nicht werth, Weil mich die sündenlast beschwert! Wer will von diesem bösen, Das täglich kriegt, Und oftmals siegt, Mich sünder doch erlösen! o treuer Jd Gott! zu bir: Mel. In dich hab ich gehoffet 2c. Mel. Wer weiß, wie nahe mir zc. fomm, 700. u gabst mir, Ew'ger! habe doch geduld mit mir, Mit mir betrübtem sünder; Erbarme dich, Und zähle mich, Herr! unter deine finder. 3. Du mußt es thun durch deinen geist, Der uns der sünden macht entreißt Und zu dem guten treibet; Der, wenn der feind Es ernstlich meint, Ein wahrer helfer bleibet. 4. Ach laß doch dessen gnaden8. Mein heil! der du der sünden macht Und herrschaft unter dich gebracht, Hilf meiner schwachheit ringen, Wenn sünd und noth, Wenn höll und tod Auf leib und seele bringen. für den augenblick der zeit: Nein, was du mir davon gegeben, Gabft du mir für die ewigkeit, Hier ist allein der prüfungsort: Bestrafung und belohnung dort. 2. Du schenkest mir verstand und willen; Die wahrheit zu erkennen, licht; Kraft, deine vor. schrift zu erfüllen, Und eine richt. schnur meiner pflicht; Der tu gend inneres gefühl, Und freiheit, wie ich wählen will. 3. Du schmücktest durch dein mächtigs werde! Mit reiz und pracht mein irdisch haus, Und gosfest über diese erde Die wunder aller schönheit aus; Und madmapu mobilfjiv mada? napiliad mad, gal und zwar von dem geistlichen Kampf und Streite. schufft mir feine sinnen an, Daß Und stets nach meinem ziele ich sie auch empfinden kann. ſehn. 4. Und dennoch läsfest du mich wissen, Daß dies mein irdisch haus zerbricht. Ich soll zwar dieser welt genießen, Doch als genöß ich ihrer nicht: Ich soll der finne lüste fliehn, Wenn sie mich zu der erde ziehn. 7. Denn du willst eine neue erde Und einen neuen himmel baun, Und, daß ich hier geheiligt werde, Soll ich aufs unsichtbare schaun, Dem reiz der lüste widerstehn, Und stets auf deinen wegen gehn. 8. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, Der großen hoffnung werth zu sein, Und diese kurze Cast 441 5. Der freude soll ich oft nicht achten, Die mein herz für so schmeichelnd hält, Nach wollust, 702. D Gott! allein, Das Mel. Es ist gewißlich an der zeit. as du, ehr und gold nicht trachten, Das meinem wahn so wohl gefällt: Was fleisch und blut oft wehe thut, Das soll ich wählen, als ein gut. mir ist angeerbet, Wie alle meine kräfte sein Durch Adams fall verderbet, Weil mein verstand ver6. Die prüfung, Gott! war finstert ist: Kann ich nicht recht nicht vergebens. Ich sollte zei- dich, wie du bist, Noch deinen gen, ob ich treu, In der gemein- rath erkennen. schaft jenes lebens Mit dir zu wohnen, würdig sei? Ob ich vom tand des eitlen leer, Einst höhrer freuden fähig wär? 2. Mein wille ist so sehr verfehrt In allem thun und lassen, Daß er am meisten das begehrt, Was du befiehlt zu haffen: Wogegen das, Herr! was tu willt, Bei mir gar oft sehr wenig gilt; Ich seh es aus den augen. gend blos zu weihn: Wenn nie mein fuß den pfad verliert, Der mich zum bessern leben führt. 9. Wohl mir! wenn ich den trieb zur sünde, Die lust des fleisches und der welt, Und jede locung überwinde, Die noch mein berz gefesselt hält; Und( o welch glänzender gewinn!) Hier sieger, dort gekrönet bin. 11. Laß mich oft in gesunden tagen Mein grab mir in gedanken baun. Und bei des lebens freud und plagen Auf dich und auf das künf'tge schaun; Damit ich meiner pflicht getreu, Des höhern lebens fähig sei. 3. Es geht des alten menschen trieb Nur immer auf die sünde, Ein recht vertrauen, rechte lieb' Sch nicht in mir befinde. Ich diene meinem nächsten nicht, Wenns nicht zu meinem schuß geschicht; 4. Ja, wenn man alles recht betracht, So wird gar leicht auf erden Ein abgott aus mir selbst gemacht, Dein stets gedient soll werden: Weil eigne lieb' und eigne ehr, Auch eigennuß, und was deß mehr, Mir leider! noch anhangen. 5. Dies ist die wurzel und der grund, Draus alles unheil rühret; 10. Gott! gieb deines gei- Daß ich zu mancher zeit und stund stes stärke, Der du in schwachen Von dir werd abgeführet. Es mächtig bist, Dem, der zu die- stehet stets mein herz und muth sem großen werke zu klein, zu Nach wollust, ehre, geld und gut, schwach, zu sinnlich ist: Lehr Und solchen eitlen dingen. mich das irdische verschmähn, 6. Nun sollt ich mich der sünden crandisdic Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 442 lust Niemals gefangen geben,[ nächsten nuß nächst deinem ruhm Und wie mir durch dein wort Und auch mein heil befördre. bewußt, Ihr allzeit widerstreben; Doch denk ich nicht so fleißig dran, Ruf dich nicht gleich um beistand an, Ich bin oft träg und sicher. 7. Kommt mir was böses in den sinn, Dawider ich sollt kämpfen; So tracht ich nicht alsbald dahin, Das feur mit macht zu dämpfen: Das nimmt denn in mir überhand, Daß ich gar leicht in sünd und schand Darüber fallen möchte. 8. Oft will mich auch die arge welt, Die ich doch stets soll fliehen, In dem, was dir, mein Gott! mißfällt, In die gemeinschaft ziehen: Sie will, daß ich auch übels thu, Wohl andre reize gar dazu, Daß sie es mit begehen. 9. Ach Gott! ich hab nach solcher art Gar lang mit großem schaden, Eh ich zu dir bekehret ward, Gelebet außer gnaden: Ich bin auch noch nicht ohn gefahr, Dieweil mir hie noch immerdar Die sündenlust anklebet. 10. Darum, Herr! in dergleichen noth Sich mich an mit erbarmen; Komm mir zu hülfe, treuer Goit! Und steh mir bei, mir armen; Erleucht durch deine gnad und güt Mein unverständiges gemüth, Daß ich dich recht erfenne. 11. Den willen leit nach deinem wort, Daß ich dich herzlich liebe: Dir fest vertrau, und fort und fort In gottesfurcht mich übe; Daß ich dir meine taufzusag Mit starkem vorsaß jeden tag Aufs neue wiederhole. * 12. Herr! weil dir niemand ohn gebet Beständig kann anhangen: So gieb, daß ich oft vor dich tret, Die gnade zu erlangen, Und so mein ganzes christenthum Des 13. Gieb mir des geistes freudigkeit, Daß ich dadurch verachte Geld, ehr und wollust dieser zeit, Das ewige betrachte. Ach nimm mich mir, und gieb mich dir, Daß ich dir leb und sterbe mir Und meinen bösen lüften. 14. Des fleisches und des geistes krieg Währt fort bei jung und alten; Laß mich doch immerdar den sieg Durch deine kraft erhalten. Herr! stärke mich, und mach mich neu, Daß ich stets unverdrossen sei, An diesen streit zu treten. 15. Vor stolz und ehrgeiz mich behüt, Daß sie nicht funden werden In meinem herzen und gemüth, In worten und geberden. Denn hoffart war des teufels fall; Drum hilf, Herr! daß ich überall Fest an der demuth halte. 16. Die sorg der nahrung nimm von mir, Laß mich nicht mehr begehren, Als was ich nöthig habe, hier Mich ehrlich zu ernähren; Daß ich auch keinen zweifel hab, Du werdest mich bis an mein grab Mit unterhalt versorgen. * 17. Herr! gieb mir gnade, daß ich dämpf Des fleisches bösen willen, Und wider mich ja selber kämpf, Die lust nicht zu erfüllen, Wenns gleich nur in gedanken wär: Hilf auch, daß ich mich nicht beschwer Mit essen oder trinken. 18. Gieb, daß ich oft der höllen qual Hinwieder mag bedenken, Wie man den zornfelch werd einmal Für böse lust einschenken: Zorn, angst und trübsal ohne maaß Erfolgen dort ohn unterlaß Auf kurze lust und freude. 19. Laß mich allzeit vorsichtig sein, mit wem, und wie ich wandle: Daß ich halt mein gewissen rein In allem, was ich handle, Und achte keines menschen gunst, und zwar von der Beständigkeit im Guten. 443 die ungeduld. Selig ist wer willig träget, Was sein Gott ihm auferleget. Wenn mich die welt durch ihre machest deine schuld Größer durch kunst Von dir zu sich will ziehen. 20. Dem bösen feind gieb nimmer zu mich irgend zu verlegen, Und meine seel aus ihrer ruh Aufs neu in noth zu sehen: Wenn sich versuchung zu mir wendt, Laß sie gewinnen so ein end, Daß ich es könn' ertragen. 21. Verleih, o vater! gnädiglich, Daß es ja mag geschehen, Was ich, dein kind, jetzt bitte dich Mit seufzen und mit flehen. Hilf, wenn mir alle hülf zerrinnt, Daß ich doch fröhlich überwind In Jesu Christi namen. Von der Treu und Beständigkeit im Guten. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 703.Sei getreu bis an das ende, Damit keine qual und noth Dich von deinem Jesu wende, Sei ihm treu bis in den tod. Ach! das leiden die ser zeit Sst nicht werth der herrlichkeit, Die dein Jesus dir will geben Dort in seinem freudenleben. 2. Sei getren in deinem glauben: Laß dir dessen festen grund Ja nicht aus dem herzen rauben; Halte treulich deinen bund, Den dein herz durchs wasserbad Fest mit Gott geschlossen hat. Denn wie leicht geht der verloren, Der ihm treulos bat geschworen. 3. Sei getreu in deiner liebe Gegen Gott, der dich geliebt; Auch die lieb am nächſten Wenn er dich gleich oft betrübt. Denke, wie dein heiland that, Als er für die feinde bat. Du mußt, soll dir Gott vergeben, Auch verzeihn und liebreich leben. 5. Hat dich kreuz und noth betroffen, Und Gott hilft nicht alsofort; Bleibe treu in deinem hoffen, Traue fest auf Gottes wort. Hoff auf Jesum festiglich, Sein herz bricht ihm gegen dich, Seine hülf ist schon vorhanden: Wer so hofft, wird nie zu schanden. 6. Sei getreu in allen sachen, In dem anfang, mittel, schluß, Fürchte Gott, und laß ihn machen, Hüte dich für Joabs fuß; Such in allen Gottes ruhm, Führ ein wahres christenthum. Sei zwar klug in deinem glauben, Und doch ohne falsch wie tauben. 7. Sei getreu in todesstunden, halt dich glaubensvoll an Gott; Flieh getrost in Christi wunden, Sei getreu bis in den tod! Wer mit Jesu gläubig ringt, Jhn, wie Jakob, hält und zwingt, Dem will er in jenem leben Seine freudenkrone geben. 8. Nun wohlan! ich bleib im leiden, Glauben, lieb' und hoffnung fest. Ich bin treu bis an das scheiden: Jesus, der mich nicht verläßt, Ist, den meine seele liebt, Dem sie sich im kreuz ergiebt. Ihm befehl ich meine sachen, Denn ich weiß, er wird's wohl machen. Mel. Da Jesus an des kreuzes. übe, 704.D" rufft mir mit treuer Gott! Sei getreu bis in den tod, So geb ich dir zum lohne Dort in des himmels herrlichkeit Die schöne lebenskrone. 2. Wie gern, o vater! will ich 4. Sei getreu in deinem leiden, nun Nach deinem gnadenwillen Und laß dich kein ungemach, Keine thun, Und dir getreu verbleiben: noth von Jesu scheiden; Murre Denn dazu suchtest du mich ja nicht in weh und ach. Denn du Beständig anzutreiben. 444 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 3. Allein du siehst, wie fleisch verspricht, Die lebensfron auf und blut Mir widerstand in allem thut! Es reizet mich zur sünde, Daß ich zu allem guten mich Stets träg und schläfrig finde. 4. Der satan sucht gelegenheit, Braucht lift, gewalt und wachsamkeit, Um mich ins net zu bringen. Er setzt mir zu, er wünscht und hofft, Es werd ihm einst gelingen. 15. Die eitle welt sucht überdies Mir täglich durch viel ärgerniß Fallstricke zu bereiten; Sie will durch ehre, geiz und lust Mein armes herz verleiten. 6. Jch seß mir oft was gutes vor, Doch steigt der sündentrieb empor, Um mich davon zu wenden. Ich kann, was bös ist, zwar mit lust, Was gut, nicht so vollenden. 7. Ach vater! nimm dich meiner an, Daß ich das gute leisten kann. Gieb mir ein ander herze, Das dir gefällt; damit ich ja Den himmel nicht verscherze. 8. Dich lieben und dir treu zu sein, Rührt, Herr! von deinem geist allein; Den wollest du mir geben, Der leite mich auf rechter bahn In meinem ganzen leben. 9. Laß mich in deiner lehre rein, Im glauben treu und redlich sein, Nach deinem worte leben In reiner lieb' und heiligkeit, Dir zu gefallen streben. 10. Gieb fraft, dir auch in leidenszeit Stets mit geduld und freudigkeit Getreulich auszuhalten; Weil freuz und trübsal heilsam ist, Laß ich dich, vater! walten. 11. Laß mich dereinst in legter noth Nicht sünde, teufel, höll und tod Von deiner liebe scheiden; Und führe mich durch Christi blut Getrost zu deinen freuden. seßen. 13. Jch bitte nochmals inniglich, Ach! laß bis an mein ende mich Dir, Herr! getreu erwei sen: Erhöre mich durch Christi blut, So will ich dich dort preisen. Von der Liebe und Barmherzigkeit gegen den Nächsten. Mel. Ach Gott vom himmel! sieh. 705. Wenn einer alle bing verstünd, Mit engelzungen redte, Wenn er zugleich weissagen könnt', Den wunderglauben hätte, Daß er versetzte berge hin; Und hätte nicht der liebe sinn, Wär alles dies vergebens. 2. Wenn einer alle seine hab Austheilete den armen; Und reichte nicht dieselbe gab' Aus liebe und erbarmen; Wenn er sich brennen ließ dabei, Und hätte nicht die lieb' und treu; So wär es ihm nichts nüße. 3. Die liebe ist der sanftmuth voll, Ist gütig und gelinde. Daß man, es komme wie es woll, Nicht bittres an ihr finde. Wenn einer etwas guts verricht, So eifert und mißgönnt sie nicht: Sie thut nichts ungeschicktes. 4. Die lieb' nicht aufgeblasen ist, Die lieb' beschimpfet feinen, Sie sucht nicht ihren nuß mit list, Sie rathet den gemeinen: Ent rüst't sich nicht, ob man gleich klagt, Daß uns der nächste drückt und plagt, Sie kehret all's zum besten. 5. Die liebe sich da nimmer freut, Wo unrecht wird gerichtet; Der wahrheit und gerechtigkeit Von herzen sie beipflichtet: Des nächsten mängel sie erträgt, Bedecket und zurücke legt, Und sie 12. Gieb, daß ich dir im leben treu, Und auch getreu im sterben sei. So wirst du mich ergeßen; Und mir dort, wie dein wort ihm nie aufrücket. and und zwar von der Liebe gegen den Nächsten. nd 6. Die lieb' vom nächsten gern das best Ohn argwohn gläubt in dallen: Sie hoffet seine beßrung feft, Wenn er in sünd gefallen: Wo man ihr leid thut unverschuldt, Verträgt sie alles mit geduld, Wird ad auch dabei nicht müde. on 7. Und wenn zuletzt die wissenschaft und alles wird aufhören; Behält die lieb' doch ihre kraft; Und wird sich noch vermehren, Wenn wir cort in der seligkeit Einander in der höchsten freud Vollkommen lieben werden. mb 8. Du selbst, Herr Jesu! stellest dich Zum vorbild wahrer liebe: Verleih, daß dem zufolge ich Die lieb' am nächsten übe. Daß ich in allem, wo ich kann, Tren, lieb' und hülfe jedermann, Wie ichs mir wünsch, erweise. 8. Endlich bring in deinem reich Uns nach deiner huld zusammen, Daß wir dich, o Gott! zugleich In den reinsten liebesflammen 706. Meinen nächsten laß Ehren, lieben und erhöhn, Und Mel. 8. Jesus, meine zuversicht. Herzlich, vereinigt vor dir stehn. 2. Liebe bleibt auch nach dem tod: Dort geht sie recht an im himmel, Dorten stört sie keine noth, Die sie in dem weltgetüm mel Oftmals schwächt und oft betrübt, Daß man unvollkommen liebt. 01445 5. Hat die liebe Gottes geist Nicht so sehr zu mir geneiget, Daß er auch mein tröster heißt, Sich mir sünder gnädig zeiget, Und mich, durch der taufe bad, Fest mit Gott verbunden hat? 6. Weil denn Gott mich so geliebt, Sollt ich nicht den nächsten lieben? Wer denselben gern betrübt, Wird vom bösen geist getrieben. Mich soll Gottes lieb' und treu Treiben, daß ich liebreich sei. wie mich selbst zu lieben, Dies erfordert meine pflicht, Mich im Mel. Nun danket alle Gott 2c. lieben stets zu üben. Liebe ift, 707. Sieb mir,& Gott! o ein herz, Das jewas Gott gebot, Liebe bleibt bis in den tod. 3. Gott ist selbst, der liebe übt, Weil er mich zu sich gezogen, Und mich je und je geliebt, Eh ich muttermilch gesogen. Er ernährt und segnet mich Bis hieher recht väterlich. * 7. Gieb, daß meine seele sich, Höchster! stets im lieben übe, Meinen nächsten stets als mich, Und dich über alles liebe. Gieb, daß meine lieb' und treu Rein und ohne falschheit ſei. 4. Jesum trieb der liebe macht, Daß er von dem himmel kommen, Mir das leben wiederbracht, Und sich meiner angenommen; Er, das Teine Gotteslamm, Starb für mich am freuzesstamm. den menschen liebet, Bei seinem wohl sich freut, Bei seiner noth betrübet; Ein herz, das eigennuß Und neid und härte flieht, Und sich um andrer glück, Als um sein glück bemüht. 2. Seh ich den dürftigen, So laß mich gütig eilen, Von dem, was du mir giebst, Ihm hülfreich mitzutheilen. Laß mich gern dienen: nicht, Groß vor der welt zu sein, Und mich verchrt zu sehn; Nein menschen zu erfreun. 3. Dies sei mein gottesdienst, Auch unbemerkt von ihnen, Müß andern stets mein herz Mit rath und hülfe dienen. Micy treibe nicht erst dank Zu milder wohlthat an; Nein, was ich brüdern thu, Das sei dir, Gott! gethan, 446 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 4. Ein trunk, mit dem mein noch durch falsche ränke Muthdienst Dem durstigen begegnet, willig fränke. Ein blick voll trost, mit dem Mein herz bedrängte segnet; Ein rath, mit dem mein mund Jn kummer andre stärkt; Nichts bleibt, so klein es ist, Von dir, Herr! unbemerkt. 2. Gieb, daß ich immer seine schwäch' und flecke In wahrer sanftmuth vor der welt bedecke, Aus treuem herzen seinen fall beflage, Den schwachen trage. 3. Hilf, daß ich klüglich ihn zu bessern trachte, Und seine seele hoch und theuer achte: Du hast für sie bis zu des todes banden Viel ausgestanden. 5. Eilt wo ein boshaft herz, Unfrieden anzurichten, So laß mich sorgsam sein, Der brüder zwist zu schlichten. Aus schmähsucht fränke nie Mein mund des nächsten ruh; Er rühme sein verdienst; Deck seine fehler zu. 4. Laß mich das gute, das wir an ihm haben, In liebe loben, es sind deine gaben: Verleihe, daß ich eher alles leide, Als ihn / beneide. 6. Die rach ist dein, o Gott! Du sprichst: ich will vergelten. Drum laß mich stille sein, Wenn 5. Gieb mir ein herz, das wahre menschen auf mich schelten. Gieb, demuth liebet, Und jedermann das daß ich dem verzeih, Der mir zu seine gönnt und giebet, Nichts schaden sucht, Den liebe, der mich arges denket, ganz in liebe brenhaßt, Den segne, der mir flucht.net, Sich selber kennet. 7. Doch laß mich nicht allein Auf zeitlich wohlergehen Mit eingeschränktem blick Bei meinem nächsten sehen. Noch stärker müsse mich Sein ewig glück erfreun; Und ihm zum seelenheil Mein oben. herz behülflich sein. 6. So bleib ich, Jesu! stets bei dir in gnaden, Feind, welt und teufel wird mir nimmer schaden; Du wirst mich schüßen, und ich will dich loben Hier und dort 8. Den, der im glauben wankt, Im glauben Mel. Herr Gott! der du erforsch. Den, der noch sicher ist Bei seinen flei- 709. Der du die liebe ſelber scheswerken, Von der verkehrten bahn Auf rechten weg zu ziehn; Dazu verleih mir kraft, Und segne mein bemühn. bist, Und gern uns menschen segnest; Ja selbst dem, der dein feind noch ist, Mit wohlthun doch begegnest! O! bilde meinen sinn nach dir Und läß 9. O heilige du selbst, Herr! mich doch, mein heiland! hier, meiner seelen triebe, Durch deine Wie du gewandelt, wandeln. Die lieb und furcht, zu wahrer men können keine christen sein, Die schenliebe. Wer nicht den nächsich nicht andrer wohlfahrt freun, sten liebt, Geht nicht zum himmel ein: Laß diese wahrheit, Gott! Mir stets vor augen sein. Und menschenfeindlich handeln. 2. Dein leben in der sterblichfeit War für die menschen segen. Dir folgten lieb und freundlichkeit Auf allen deinen wegen. Wo hin du gingst, ging wohlthun mit; Dein wort, dein werk, und je Durch lieblos richten ihn ja nicht den schritt Begleitete erbarmen. betrübe, Ihn nicht verläumde, Du übernahmst die schwerste Mel. Herzliebster Jesu! was hast. 708.5¹ ilf Jesu! daß ich meinen nächsten liebe, und zwar von der Liebe gegen den Nächsten. pein, Uns vom verderben zu befrein, Und starbst zum heil uns armen. 3. Auch jetzt noch auf der himmel thron Bist du das heil der sünder. Auch da bleibst du, o Gottes sohn! Ein freund der menschenkinder. Du schaffst den deinen wahre ruh, Und die verirrten suchest du Auf rechten weg zu leiten. Du hörst der seufzenden gebet, Und brauchest deine majestät, Nur segen auszubreiten. 4. O! laß in meiner pilgrimmschaft Mich auf dein vorbild sehen. Erfülle mich mit lust und fraft, Dem nächsten beizustehen, Betrübter herzen trost zu sein, Mich mit den fröhlichen zu freun, Mit weinenden zu klagen. Laß mich dem, der sein herz mir weiht, Ein herz voll frommer redlichkeit Und treue nicht versagen. 447 Barmherz'ger vater! bilde Mein herz nach deinem sinn, Daß ich der noth der armen Mich willig mög' erbarmen. Nimm alle härte von mir hin. Mel. Nun ruhen alle wälder 2c. 710. D", u, aller menschen vater! Du gütigster berather In allem, was uns drückt! Was wir hier guts genießen, Das läßt du uns zufließen, Du bists, der unser herz erquickt. 4. Gieb, daß ich willig gebe, Mich wohl zu thun bestrebe, So wie mein heiland that, Der göttliche erbarmer, Den kein bedrängter armer Vergebens je um hülfe bat. 5. Erhalt in mir die triebe Der mitleidsvollen liebe. Wie du mir guts gethan, So laß um deinetwillen, Mich andrer nothdurft stillen, So oft ich sie nur stillen kann. 6. Zum fleiß in guten werken Laß mich die hoffnung stärken: Vor dir, dem Herrn der welt, Der frohe geber liebet, Sei, was man willig giebet, Ein opfer, das dir wohlgefällt. 5. Laß mich mit brüderlicher huld Den strauchelnden erwecken; Durch sanftmuth, mitleid und geduld Des nächsten fehler decken. Mein antlig sei nie fürchterlich, Und meine seele neige sich Zu des bedrängten flehen; So wird mich in der bessern welt, Die nur Mel. 18. Herr! deine allmacht. beglückte in sich hält, Der liebe 711. So jemand spricht: lohn erhöhen. liebe Gott; 7. Laß mich hier reichlich säen, Denn, Herr! was hier geschehen, Folgt uns in jene zeit. Wer hier gern hilft und giebet, Und sich im wohlthun übet, Der erntet dort die herrlichkeit. Und hast doch seine brüder, Der treibt mit Gottes wahrheit spott, und reißt sie ganz danieder. Gott ist die lieb' und will, daß ich Den nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wer dieser erden güter hat, Und sieht die brüder leiden, Und macht den hungrigen nicht satt, Läßt nackende nicht kleiden; Der ist ein feind der ersten pflicht, Und hat die liebe Gottes nicht. 2. Du läßt dich bei uns sündern Durch undank nicht verhindern, Uns segnend zu erfreun. Zu ewgen seligkeiten Uns sterbliche zu leiten, Wird ewig dein vergnügen sein. 3. Wie groß ist deine milde! besten 3. Wer seines nächsten ehre schmäht, Und gern sie schmähen höret; Sich freut, wenn sich sein feind vergeht, Und nichts zum kehret, Nicht dem ver 448 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden läumder widerspricht, Der liebt auch seinen bruder nicht. 176 11. Ein heil ist unser aller gut. Ich sollte brüder hassen, Die 4. Wer zwar mit rath, mit trost Gott durch seines sobnes blut und schuß Den nächsten unter- So hoch erkaufen lassen? Daß stüßet, Doch nur aus stolz, aus Gott mich schuf, und mich vereigennuß, Aus weichlichkeit ihm sühnt, Hab ich dies mehr, als sie, nüßet; Nicht aus gehorsam, nicht verdient? aus pflicht; Der liebt auch seinen nächsten nicht. 12. Du schenkst mir täglich so viel schuld, Du Herr von meinen 5. Wer harret, bis ihn anzu- tagen! Sch aber sollte nicht geduld flehn, Ein dürft'ger erst erscheinet, Mit meinen brüdern tragen? Nicht eilt dem frommen beizu-| Dem nicht verzeihn, dem du verstehn, Der im verborgnen weinet; giebst, Und den nicht lieben, den Nicht gütig forscht, obs ihm ge- du liebst? bricht; Der liebt auch seinen nächsten nicht. 6. Wer andre, wenn er sie beschirmt, Mit härt und vorwurf quälet, und ohne nachsicht straft und stürmt, Sobald sein nächster fehlet; Wie bleibt, bei dessen ungestüm, Die liebe Gottes wohl bei ihm? 7. Wer für der armen heil und zucht Mit rath und that nicht wachet, Dem übel nicht zu wehren sucht, Das oft sie dürftig machet; Nur sorglos ihnen gaben giebt, Der hat sie wenig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du vermagst es 13. Was ich den frommen hier gethan, Den kleinsten auch) von diesen, Das sieht er, mein erlöser, an, Als hätt' ichs ihm erwiesen. Und ich, ich sollt ein mensch noch sein, Und Gott in brüdern nicht erfreun? 9. Ermattet dieser trieb in dir, So such ihn zu beleben. Sprich oft: Gott ist die lieb, und mir Hat er sein bild gegeben. Denk oft: Gott! was ich bin, ist dein; Sollt ich, gleich dir, nicht gütig sein? 14. Ein unbarmherziges gericht Wird über den ergehen, Der nicht barmherzig ist, der nicht Die rettet, die ihn slehen. Drum gieb mir, Gott! durch deinen geist Ein berz, das dich durch liebe preist. Mel. 8. Jesus, meine zuversicht. nicht, Stets durch die that zu 712. Allen chriſten und aud der Herr lieben. Doch bist nur geneigt, die pflicht Getreulich auszuüben, Und wünschest dir die kraft dazu, Und sorgst dafür: so liebest du. dies vorgeschrieben: Euren näch sten sollet ihr, Als euch selbst, von Herzen lieben; Gott verdammt nach seinem wort Menschenhaß gleich wie den mord. 2. Wir sind bürger einer welt, Kinder eines vaters, brüder: Wer sie schmäht und unwerth hält, Wüthet gegen seine glieder; Denn wir sind ein leib; Gott schuf Uns zu einerlei beruf. bin 10. Wir haben einen Gott und Herrn, Sind eines leibes glieder; Drum diene deinem nächsten gern: Denn wir sind alle 3. Eine sterbliche natur, Ein gebrechlichs kurzes leben, Eine hoffnung hat uns nur Gott in The brüder. Gott schuf die welt nicht seinem sohn gegeben: Eine straf blos für mich; Mein nächster ist und seligkeit Wartet unser nach fein find, wie ich. der zeit. e dspund zwar von der Dienstfertigkeit.do 449 4. Ehre, reichthum, würde, kein eid um dienst der welt stand, Kraft der seele, leibes- verbindt, Beruf und eid und amt gaben, Und was wir aus Gottes Schon in sich selber findt. hand Sonst für einen vorzug ha ben! Alles vies befreit uns nicht Von der menschenliebe pflicht. Dir, als dein bild zu gleichen; 2. Dir, höchster! ahmt er nach, 5. Nein, der gaben unterschied er dies zu erreichen; Er hält Durch dienstbefliffenheit Sucht Knüpft das große band auf er für eignes wohl Sich nicht alden: Jeder, wenn er sich belein gemacht; Er hält sich für müht, kann dem andern nüßlich die welt Von dir hervor gewerden: Den, der dir hier dienen bracht. muß, Nährt mit recht dein überfluß. 6. Nach dem dir vertrauten pfand Messen sich auch deine pflichten: Gab Gott viel in deine hand, So hast du viel zu entrichten. Dies bestimmt den lohn: dein knecht hat dort mit dir gleiches recht. 7. Dein erlöser sagt es dir: Wer hier der geringsten einen Pflegt, der thut es selber mir: Auch die ärmsten sind die meinen. Mancher, den die welt verschmäht, Ist in Gottes aug' erhöht. bir s 8. Darum, Gott! gieb mir ein herz, Das von menschenlieb entbrennet; Auch in niedrigkeit und schmerz Seinen nächsten nicht verkennet: Nie voll eitten wabns vergißt, Daß der mensch mein nächster ist. 9. Ja, gieb, großer menschenfreund, Jesu! daß ich auf der erde, Allem menschenhaffe feind, Dir an liebe ähnlich werde: Um der hoffnung mich zu freun, Stets von dir geliebt zu sein. 3. Die welt, denkt er, hat recht Auf meinen dienst und kräfte, 3hr nüßen, ist für mich Ein seliges geschäfte. Als glieder schuf uns Gott, Als bürger einer welt, In der des einen hand Die hand des andern hält. 4. So denkt der menschenben, So treu, als er sich lebt, freund; Und das ist sein bestre3um wohl der welt zu leben. Ihm wird des nächsten heil Sein eignes himmelreich; Er fühlet fremde noth, Als träf ihn selbst der streich. 5. Er eilt, dem, ders bedarf, schn, und sein freund, Sein Mit hülfe beizustehen; Sein anstand, fein wohlergehen Sind mittel, die er braucht, Behülflich gern zu sein, Und einen leidenden Mit troste zu erfreun. 6. Was andrer nothburst heischt, Das reizet seine triebe, Auch ohne ruhm und lohn Zu wahrer menschenliebe. Kein stolz, noch eigennuß Wirkt seine gütigkeit, Er sieht auf seinen Gott, Der liebe ihm gebeut. Mein Gott! durch Ebriftum wer. 7. So laß mich auch gesinnt, Von der Dienstfertigkeit. Mel. O Gott, du frommer Gott. den. 713. Wie felig lebt ein mensch, Der als ich kann, Dem nächsten stets dienstbegierde kennet, Und, seine zu sein; Dann geh ich einst, o pflicht zu thun, Vor menschenliebe Gott! Ins reich der liebe ein. brennet! Der, wenn ihn auch Voll regen eifers fei Mein leben hier auf erden, So müßlich, 29 450 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden Von der Gerechtigkeit und daß wir von herzen Gerecht und billig sein. Ich klage dir mit schmerzen: Ach! die gerechtigkeit Wird oft von mir verleßt, Und eigennuß dem nuß Des nächsten vorgeseßt. Billigkeit gegen den Nächsten. Mel. Kommt her zu mir, spricht. u liebst, o Gott! 2. Du siehst, daß ich mich 714. D gerechtigkeit, Und Mehr als den nächsten liebe, hasfest den, der sie entweiht, Am nächsten unrecht übet. Du bists, der jedem seinen lohn, Ohn alles ansehn der person, Nach seinen werken giebet. Durch unrecht richten, thun Und handeln ihn betrübe. Sein schade freut mich wohl, Ich hindre solchen nicht; Da sich mein herz doch dies Bon andern selbst verspricht. 2. Gerechter Gott! laß deinen geist Zu dem, was recht und billig heißt, Stets meine seele lenken. Nie komm es mir doch in den sinn, Aus schnöder habsucht, um gewinn, Des nächsten recht zu fränken. 3. Auch du gerechter Gott, Feind aller ungerechten! Du selber willst das recht Nothleidender verfechten: Du richtest recht und gut; Ach! geh mit deinem knecht, Mein Gott! nicht ins gericht, Wer ist vor dir gerecht? 4. Laß gnad für recht ergehn, Vergieb mir alle sünde; Vergieb, damit ich nicht Verdienten lohn empfinde. Denn ungerechtigkeit Schlägt feel und leib zugleich, Und du verschließest dem, Der ungerecht, dein reich. 5. Miß mir nicht mit dem maaß, mit dem ich oft gemessen: Laß meine sünde doch Auf ewig sein vergessen. Gich mir den neuen geist, Der mich die rechte lehr, Die du gegeben hast, Une mich zu solchen kehr. 6. Entferne meinen geist Vom ungerechten wesen, Gewalt, unbilligkeit, Und laß mich stets erlesen, Was recht und billig ist, Was meinem nächsten nüßt, Und was sein wahres wohl Befördert und beschützt. 7. Laß mich nicht furcht und gunst Vom rechten wege fehren: Laß mich der heuchler lift Und schmeicheln nicht bethören. Gieb, daß aufrichtigkeit Und treu mein herz regier, Und jeder redlichkeit In wort und werken ſpür. Gott! Du willst 8. Laß mich so viel ich kann, 3. Pflanz redlichkeit in meine brust, Und laß mich stets mit wahrer lust Der liebe pflichten üben. Ein herz, das nur auf unrecht denkt, Nur schaden sucht, und andre kränkt, Wie kann das brüder lieben? 4. Nie seusze jemand wider mich! Mein ganzes herz bestrebe sich, Dem nächsten gern zu geben, Was er mit recht verlangen kann, Und immerfort mit jedermann In einigkeit zu leben. 5. Laß mich beständig dahin sehn, Mit jeglichem so umzugehn, Wie ichs von ihm begehre; Damit ich keines menschen herz, Durch meine härte, je mit schmerz Und kümmerniß beschwere. 6. Herr! mit dem maaß, damit ich hier Dem nächsten messe, wirst du mir Dereinst auch wieder messen, Dies reize mich zur billigfeit; So werd ich auch zu keiner zeit Der liebe pflicht vergessen. Mel. O Gott, du frommer Gott. 715. Gerechter, heilger DO und zwar von der Wahrheit und Aufrichtigkeit. 451 20 Die trösten, schüßen, decken, Die 3. Gott der wahrheit, ach! reunter der gewalt Der ungerechten stecken: Laß mich auch bei dem schein Des rechten, selber nicht Gewalt und unrecht thun, Wenn mir es gleich geschicht: giere Mich, daß ich dir ähnlich bin. Lenk mein denken, leit und führe Wort und that nach deinem sinn; Daß ich bei der wahrheit bleibe, Alle falschheit von mir treibe. Mach aus mir der wahrheit kind, Bei dem sich kein lügen find'. 9. Daß treu auf erden wachs', Daß recht vom himmel schaue, Und jeder land und feld In fried und segen baue, Daß Gott uns gutes thu, Das land im segen nen mund. Macht mein steh, Und daß gerechtigkeit Bei uns im schwange geh. 10. Gieb, Gott! den geist des raths, Der weisheit und der stärke; Durch den regiere stets Mein denten, meine werke, Und nicht durch menschenrath Noch eitle phantasei, Daß ich nicht, wider recht, Der welt gefällig sei. olingand 11. Herr! hilf mir doch mein herz Zu deinen rechten neigen, Und gegen jeden mich Gerecht und billig zeigen: Weis' mir den gnadenlohn Von der gerechtigkeit; Da ungerechten nichts Als fluch und schmach bereit. 4. Soll ich schweigen, Herr! so lege Selbst ein schloß an meiwort 5. Laß die falschheit, die dem herzen Eigen ist, nicht meister sein. Will ich mit der wahrheit scherzen, Stimmt schon herz und zunge ein; Ach! so halte mich zurücke, Und zerreiß des lügners stricke. Lenk den mund auch, daß er nicht, Was der argwohn denket, spricht. 6. Andern zu gefallen lügen, Und aus list und ehrbegier Mit geschmückten worten trügen; Treib, Jesu! weit von mir. Laß mich dir an allen orten Aehnlich sein in that und worten, Daß betrug und heuchelei Nie in meinem munde sei. 7. Drückt mich, ohne mein verschulden, Andrer falscher lügenmund; Hilf es mir getrøst erdulden, Gieb nur, daß es ohne grund. Doch soll ich mein schweigen brechen, Und den lügen widersprechen; Gieb, daß ich, wie du gethan, Sie voll sanftmuth strafen kann. 8. So bleibst du mein licht und leben, Meine wahrheit und mein schild; Und ich bleibe dir ergeben, Führe mich nur, wie di du willt. Falsche tücke, lügen, trügen Wirst du selbst in mir besiegen: So bin ich, wie du, gesinnt, An dem satotan nichts gewinnt. 29* Von der Wahrheit und Aufrichtigkeit. Mel. Alle menschen müssen 2c. 716. Cesu, wahrheit, licht und leben! Du bist allen lügen feind: Ach! du wirst mir gnade geben, Daß ich sei ein wahrheitsfreund. Reizt mich fleisch und blut zum lügen, Laß die wahrheit in mir siegen: Irr' ich, hilf mir bald zurecht, Denn wer lügt, ist satans knecht. 2. Ach! dein geist, der wahrheit liebet, Kehr in meiner seelen ein: Weil das lügen ihn betrübet, Ach so laß es ferne sein. Falsche zunge fei verfluchet, Die nur schand und schaden suchet: Falsche reden ohne grund Treibe ganz aus herz und mund. nicht deine wege, Was wahrhaft und müßlich, fund: So verhindre es, und zeige, Daß ich klug sei, wenn ich schweige. Schweigen, und zu rechter zeit, Uebertrifft beredsamkeit. 452 Von dem heiligen Leben und chriftlichen Tagenben Mel. Herzlich thut mich verlang.| seele, Daß sie nicht unterliegt, 717, Mohl dem, der rich Und alles dir befehle, Durch den tig wandelt, Der die unschuld siegt. als ein wahrheitsfreund In wort und werken handelt, Und das ist, was er scheint; Der recht und treue liebet, Und von dem sinn der welt, Die trug und falschheit übet, Sich unbefleckt erhält. 8. Ein herz voll treu und glauben, Das, Gott! zu dir sich hält, Das soll mir niemand rauben; So kann ich aus der welt Einst mit der hoffnung gehen: Sch werde, als dein find, Dich mit den frommen sehen, Die reines herzens sind. 2. Wohl dem, der lügen hasfet, Und der so oft er spricht, So seine reden fasset, Daß er die wahrheit nicht mit vorbedacht verleßet; Und der an allem ort Sich dies vor augen sehet: Gott merkt auf Um treue Freundschaft. 3. Wohl ihm! daß sein gemütbe, 718. Jam preifen, der Mel. Alle menschen müssen sterb. will Jesum Herr! deine rechte übt: Jhn leitet deine güte, Er wird von dir geliebt. Du wirst ihn einst erhöhen, Wenn bei der wahrheit licht Beschämt die falschen stehen, Geschreckt durch dein gericht. 4. Herr! drücke diese sache mir tief ins herze ein, Daß ichs zur pflicht mir mache, Der lügen feind zu sein: Erinnre mein gewissen: Du haffest heuchelei: Damit ich stets beslissen Der treu und wahr heit sei. es treulich mit mir meint. Sch will ruhm und ehr erweisen Dies sem meinen herzensfreund, Der mich aus der welt erkoren, Eh ich noch zur welt geboren; Der mein nimmermehr vergißt, Der mein bruder worden ist. 2. Dessen freundschaft ist beständig, Bleibet in und nach dem tod; Menschen freundschaft wird abwendig, Und verliert sich oft in noth. Wenn uns glück und segen grünet, Finden wir uns 5. Nie laß mich was verspre- wohl bedienet: Tritt hingegen chen, Das ich nicht halten kann, trübsal ein, Wird man bald verUnd nie zusagen brechen, Die ich lassen sein. mit recht gethan; Nie mich den 3. Gieb mir, Gott! nach deistolz verleiten, Und nie des beiner güte Gegen meinen wahren spiels macht, als wahrheit aus freund Ein beständig treu gemüthe, zubreiten, Was ich doch selbst erdacht. Wenn die sonn ihm schon nicht scheint; Das bei gut und bösen tagen Ihm die bürde helfe tragen, Wenn du, wie ein vater pflegt, Ihm ein kreuz hast auferlegt. 4. Gieb mir auch nach deinem willen, Einen freund von solcher treu, Der mir, meinen schmerz zu stillen, Tröstlich und beständig sei; 7. Wenn je, um mich zu drücken, Dem ich ohne furcht und grauen Des feindes anschlag gilt, Der Dürfe meine last vertrauen, Die sich bei bösen tücken In guten mir auf dem herzen liegt, Und schein verhüllt: So stärke meine oft centner überwiegt. 6. Doch, laß zu allen zeiten Auch deiner weisheit licht, Herr! meine seele leiten; Damit ich meine pflicht Mit flugheit üb', und wisse, Wenn ich für andrer wohl Und für mich reden müsse, Und, wenn ich schweigen soll. und zwar von der Eintracht, Friedfertigkeit, Sanftmuth 2c. 453 5. Davids trøst und größtes 11. Jesu! laß es dir gefallen, glüce War sein treuer Jonathan, Bleib mein freund bis in mein Der durch göttliches geschicke Ihn so herzlich lieb gewann, Daß er scines vaters willen Wider ihn nicht konnt' erfüllen, Und viel mehr mit hand und mund Wie ein fels bei David stund. grab. Bleib mein troft, bleib unter allen Mein getreuster stärks ster stab. Wirst du dich mir so verbinden, So wird sich schon je mand finden, Der, durch dich mir zugeführt, Stets mein wahrer freund sein wird. 6. Herr! ich bitte dich, erwähle mir aus aller menschen zahl Eine tugendbafte feele, Die Von der Eintracht, Fried in diesem jammerthal Mir, nach deinem sinn und geiste, Freund fertigkeit, Sanftmuth und schaft, trost und hülfe leiste, Troft, der in der noth besteht, Hülfe, die von berzen gebt. Versöhnlichkeit. Mel. O Gott, du frommer Gott. 1.' We bie bloke zunge liebet, 719. Voit! Muß fried Non bir, 7. Wo Ist die freundschaft schlecht bea stellt, Weil man süße worte gie- und eintracht fommen, Der du bet, Und betrug im herzen hält: uns gnädiglich Zum frieden aufSolche freundschaft sei verfluchet, genommen. Dir ist die eintracht Die nur eignen vortbeil suchet; lieb, Und du belohnst sie wohl, Eigennuß und heuchelschein Muß und lehrest, wie man hie Recht von freunden ferne sein. einig leben soll, 2. Drum flehen wir zu dir Um deines geiftes gabe, Daß jeder unter uns Ein friedlich herze habe: Gieb, daß wir allesammt 3m guten einig sein; So sammlen wir zugleich Die frucht des frietens ein. 3. Laß eins dem andern stets Zum wahren beistand werden, Daß ein bedrängtes herz, In allerlei beschwerden, Von seinem nächsten troft Und hülfe kommen seh, Und daß ein bruder ja Den andern nicht verschmäh. 4. Laß uns in einigkeit Stets bei einander wohnen, Und duld uns allezeit Mit gnärigem vcr10. Wahre freunde sind wie stäbe, schonen: Laß unter deinem rolk Dran der menschen gang sich hält, Die eintracht herrlich blühn, Bis Dran des schwachen fuß sich hebe, wir aus frieg und streit um Der sonst leicht zu boden fällt. ewgen frieden ziehn. Weh dem, dem das glück entgangen, Solche freunde zu erlangen: Wenn Mel. 15. Sollt ich meinem Gott. er fällt in ſeinem lauf, wenn er 720. Genien liebest ott, wer hilft menschen 8. Hab ich schwachheit und gebrechen: Herr! so lente meinen freund, Mir mit sanftmuth zuzusprechen, Weil wir alle menschen feind. Wer mich freundlich weiß zu schlagen, Ist, als der bei freudentagen Auf mein haupt den balsam gießt, Der erquickend auf mich fließt. 9. O wie reich ist dessen haabe, Dem der Herr nach seinem rath Eine solche himmeløsgabe, Einen freund bescheret hat, Der mit unverfälschter treue Ihn in web und wohl erfreue; Wer Gott fürchtet, liebt und ehrt, Dem ist solch ein schaß beschert. 454 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden Der du nicht ein strenges recht,| winnen; Bis einst in der herrSondern lauter gnade übest An lichkeit Ewger friede uns erfreut. dem sündlichen geschlecht! Laß mich deinen geist beleben, Daß Mel. Vater unser im himmelr. ich, vater! als bein kind, Lieb- 721.Ah! freundlichster Herr sei, wie du, gesinnt. Herr! du wollst den sinn mir geben, du die liebe selber bist, Und nichts Der bei fehlern nachsicht zeigt, von haß und zorne weißt, Der Und mit sanftmuth spricht und du die sanftmuth selber heißt! Du schweigt. rufest uns voll liebe zu: Wir sollen liebreich sein, wie du. 2. Liebt, sprichst du, liebt, wie ich geliebt Die feinde, welche euch betrübt: Wünscht niemand böses, fluchet nie, Und wenn sie fluchen, segnet sie, Thut denen, die euch hassen, gut, Ertraget sie mit sanftem muth. 3. Ach! gieb mir freundlichkeit, und nimm Aus meinem herzen zorn und grimm, Als der die liebe unterdrückt, Und alle glaubensfrucht erstickt. Befrei mich doch, nach deiner huld, Von rachgier, eifer, ungeduld. vor dir, Ach! tilge du sie selbst 4. Die rachgier ist ein gräul in mir; Ja, allerliebster Gott! verleih, Daß ich den feinden gern verzeih, Daß mein mund ihnen nimmer flucht, Auch nirgends ihren schaden sucht. 2. Laß mich meines nächsten schonen, Willig tragen seine laft: Und, so lang ich hier soll wohnen, Bleibe zanksucht mir verhaft! Denn das ist, o Gott! dein wille, Und die eintracht liebest du; O so bilf auch mir dazu! Gieb ein herz mir, das die stille Und den frieden sucht und liebt, Das statt rache sanftmuth übt. 3. O wie wird das herz beschweret Durch des zornes leidenschaft! Zanksucht und der haß verzehret Nach und nach des Körpers fraft, Hemmt den lauf von unsern jahren, Macht zum himmel unge schidt. Herr, der auf mich schwachen blickt! Ach! du wollest mich bewahren, Daß des jähzorns raserei Nie des herzens meister sei. 4. Wer mir flucht, den will ich segnen So, wie mein erlöser that, Und dem nachsichtsvoll be gegnen, Der zum zanken neigung hat. Für die feinde will ich beten, Und vor dich du friedensfürst! Wenn du menschen richten wirst, Ausgeföhnt mit ihnen treten. Gott des friedens! segne du Mich mit deiner kraft dazu. 5. Du schenkst, ob sie schon böse sein, Doch ihnen deinen sonnenschein; So laß sie stets in noth und flehn Bei mir auch trost und hülfe sehn, Und schreib mir tief in herz und sinn: Wie huldreich ich versöhnet bin. 5. Ewig heil ist dem beschieden, Der nach frommer eintracht strebt. dall Höchster! gieb mir deinen frieden, din Der zur sanftmuth uns erhebt. 6. Gieb, daß sie meine freundlichkeit Erquicket, tröstet und er freut; Gieb langmuth, die ertragen kann, Was sie mir zum verdruß gethan. Gieb huld, die gegenhuld erweckt, Und ihrer fehler menge deckt. Er regiere herz und sinnen; Denn, wenn er das herz regiert, 7. Mein Gott, laß mich es nie Wird, was zu der zwietracht führt, Niemals übermacht geerfreun, Wenn sie gestraft und elend sein; Mein herz und mund und zwar von der Eintracht, Friedfertigkeit, Sanftmuth 2c. 455 froblocke nicht, Wenn ihnen rath und trost gebricht; Viel weniger fei meine lust, Wenn du sie gar verdammen mußt. 8. Erwede dann, o Herr! in meinem herzen Aufs neue das gedächtniß jener schmerzen, Die du, in deinen schweren leidensstunden, Für mich empfunden. 9. Laß mich mit sanftmuth meinem feind begegnen, Den, der mir flucht, voll großmuth, wie du, segnen. Herr! mache gegen alle, die mich hassen, Mein herz gelassen. Mel. Herzliebster Jesu! was hast. 722. Herr err mein versöhner, 10. Will zu der rachsucht mich die furcht verführen, Als würd der du für mich ich sonst mein ganzes glück verlittest, Und jetzt zur rechten Got- lieren: Herr! so laß mich, ihr tes für mich bittest! Erweck in zu widerstehen, Auf dich dann mir, du muster wahrer liebe! Der sehen. sanftmuth triebe. 8. Davor bewahre sie und mich, Erbarmender! recht väterlich. O vater! der du gnädig bist, Du sohn der liebe, Jesu Christ! Du geist des friedens! höre mich; So preis ich dich dort ewiglich. 11. Du schüßest den, der redlich vor dir wandelt, Und überall nach deinem vorbild handelt. Drum laß, o Jesu! mich schon hier auf erden Dir ähnlich werden. 2. Wenn hast du jemals haß mit haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, als man dich gescholDu segnetest mit wohlthun nicht blos freunde; Nein, selbst auch feinde. ten. Mel. Herzliebster Jesu! was hast. 3. Und ich, Herr! sollte mich 723. Herr! beine fanftnicht zu den deinen nennen, doch von rachgier gegen andre brennen? ermessen. Wie viel hast du verIch sollte femals haß mit haß vergelten, Und wieder schelten? geben und vergessen! Ach! führe mir doch deine große güte Recht zu gemüthe. 4. Wie kann ich: vater! zu dem höchsten sagen, Und groll im herzen gegen brüder tragen? Wie kann ich doch beim flehn, mir zu verzeihen, Um rache schreien? 2. Du segnetest, die deinem namen fluchten; Du heiltest die, die dich zu fangen suchten; Und zeigteft unter deiner feinde toben Der langmuth proben. 5. Wer nicht vergiebt, der wird für seine sünden Auch nicht bei dir, o Herr! vergebung finden. Dein jünger ist nur, der, wie du, vergiebet, Und feinde liebet. 3. Ach! glich ich dir, o heiland! ich bekenne, Daß ich noch oft von schnellem zorn entbrenne, Und mich vor dir gar leicht durch eigne rache Verwerflich mache. 6. So heilige dann meiner seelen triebe, Mein heiland! durch 4. Ich muß es wehmuthsvoll den geist der wahren liebe: Ver- vor dir, Herr! Flagen; Mein tilge durch die luft zu deinem stolzes herz kann, leider! wenig namen Der rachgier saamen. tragen; Und schwerlich weiß fich, 7. Wenn andre sich an mir wenn mich andre hassen, Mein worin vergehen, So lehre mich herz zu faffen. ihr unrecht übersehen. Laß mich, 5. Vergieb mir, Herr! und wenn sie mich auch empfindlich wende mein verderben. Bei zorn fränken, An dich gedenken. und haß läßt sich dein reich nicht 456. Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden ann erben; Und jener tag vergilt nach strengem rechte Dem harten fuechte. 6. So bilf mir denn die wilde gluth ersticken! Laß sich dein bile in meine seele drücken! So were ich mich versöhnlich finden lassen, Den feind nicht haffen. 7. Flucht mir die welt, so laß mich, Herr! sie segnen, Und ih rem grimm mit freundlichkeit be- 6. Um wenig vortheil wird er gegnen, Daß mich das böse, das schon Aus uns mit meineid spreich dann empfinde, Nicht über- chen; Uns zwingen, der arbeiter winde. lohn Unmenschlich abzubrechen; Er wird in uns der wittwen flehn, Der waisen tbränen widerstehn. 8. Verleih mir das um deiner fanftmuth willen; So erb ich auch im lande deiner stillen Die seligkeit, wozu sie jenes leben Einst wird erheben. 7. Nie fann ein herz, vom geize bart, Des wohlihuns freuden schmecken, Und in des unglücks gegenwart Den ruf zur bülf enteden. Und wo ist eines sances pflicht, Die nicht der geiz entehrt und bricht? Von der Begnügsamkeit UST Tid und rechtem Verhalten gegen irdische Güter. Mel. 18. Herr! deine allmacht. 724. ohl dem, der begre Wobl schäße liebt, Als schäße dieser erben! Wohl dem, der sich mit eifer übt, An tugend reich zu werden; Und in dem glauben, deß er lebt, Sich über diese welt erhebt! 2. Gott! du verwehrst es uns zwar nicht. Hier güter zu befißen. Du gabst sie uns, und auch die pflicht, mit weisheit sie zu nüßen. Sie dürfen unser herz erfreun, Und unsers sleißes antrieb sein. machet, der vernunft zum spott, Ein tortes gold zu unserm Gott. 5. Der geiz, so viel er an sich reißt, Läßt uns kein gut genießen; Er quält durch habsucht unsern geist, Und törtet das gewissen. Er reißt durch schmeichelnden gewinn Uns blind zu jedem frevel hin. 8. Du bist ein vater; und aus geiz Entziehst du dich den findern, Und läsfest dich des goldes reiz, Jhr herz zu bilcen, bindern; Und gläubst, du habst sie webl bedacht, Wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterliches amt; Und du wirst dich erfrechen, Die sache, die das recht verdammt, Aus habsucht recht zu sprechen; Und selbst der tugevd größter feind Erkauft an dir sich einen freund. 10. Gewinnsucht raubt bir muth und geist, Die wahrheit frei zu lebren; Du schweigst, wenn pflicht dich reden heißt; Ebrst, was tu nicht sollst ehren; Und wirst um ein verächtlich geld Ein schmeichler, und die pest der welt. 3. Doch, nach den gütern dieser zeit Mit ganzer seele schmachten; Nicht erst nach der gerechtigkeit Und deinem reiche trachten: Das ist, p Herr! nicht der beruf, Dazu uns deine liebe schuf. 11. Erhalte mich, o Gott! dabei, Daß ich mir gnügen laſſe, 4. Der geiz erniedrigt unser Geiz ewig, als abgötterei, Von herz, Erstickt pie edlern triebe, mir entfern und hasse. Ein weis Die liebe für ein schimmernd erz ses berz und froher muth Sei Berdrängt der tugend liebe, Und meines lebens größtes gut. und zwar von der Begnügsamkeit und rechtem Verhalten 2c. 457 Mel. Durch Arams fall ist ganz. Als vater deinem finde, Daß ich 725. Jott! zu bir, Dem Auch wohl was übrigs finde. fomm, o guter mein brot Und was mir noth, geber aller gaben. Ich wünsche 7. Was soll mir großes gut und freilich oftmals hier Bald dies, bald das zu haben. Wie kümmerlich Bestreb ich mich, Und kanns tech nicht erwerben! Allein du bist Allweis, und siehst, Daß es wohl mein verderben. geld, Glück, ehr und langes leben? Es bleibet alles in der welt. Dort willst du mich erheben. Du frönst mich tort, Nach einem wort: Drum zeuch von dieser erden Mich für und für, Mein Gott! zu dir: So werd ich selig werden. 2. Ich weiß nicht, was ich wünschen soll, Bin blind mein heil zu sehen; Doch ist mein herz verlangensvell, Es heißt mich oftmals geben Auf einen pfab, Der teinem rath Und willen ganz entgegen; Daher mein fleiß. Wiß, stärke, schweiß, Und arbeit nichts vermögen. n@ inb 3. Du weißt, was noth und selig ist Zu unserm ganzen leben. Du willst uns, weil du gütig bist, Du kannst uns alles geben. Du wirst, denn du, Herr! sagst es 2. Gott selbst hat dir dein Iros zu, Für dein geschöpfe sorgen: Und was du heut Aus gütigkeit Gethan, thust du auch morgen. 4. Mein wille sei, Herr! was tu willt; Er sei dir ganz ergeben, Was tir beliebet, werd erfüllt; Ich will nicht widerstreben. Von deiner hand Wird uns gesanet, Was wir bie nöthig baben: Sa, Herr! tu bist Zu jeder frist Der geber aller gaben. beschieden, Nimms dankbar aus der vorsicht hand. Erfülle jede pflicht zufrieden, Die sie mit diesem loos verband. Sie giebt dir munterfeit und kräfte, Und nährt und stärkt sie väterlich. Sie brauchen, dies ist dein geschäfte, Und ihr gebrauch ist ruhm für dich. 5. Nun vater! was und wie du willt, Geschehe mir auf erden. Mein wunsch und seufzen wird erfüllt, Kann mir nur dieses werden, Daß ich allzeit In freud und leid, In deiner furcht verbleibe, Und dir, mein Gott! Mich bis zum tod Mit sester treu verschreibe. 3. 3war jenem bat des himmels segen Mehr güter anvertraut, als dir; Doch soll dies teinen neid erregen? Denk: wer ist Gott, und wer sind wir? Weiß er nicht besser, was dir nüßet, Und was dem nächsten nüßt, als eu? Wenn er dich führt, regiert und schüßet, Was fehlet wohl zu deiner ruh? Mel. 19. Wie groß ist des allmächt. 726, Entebre nicht, mein herz! mit flagen Den Gott, der dich zum glück erschuf. Die müh des lebens zu ertragen, Und froh zu sein, ist dein beruf. Der christ murrt nicht bei den beschwerden von dieser furzen lebensbahn; Er sucht, daß sie ihm nüglich werden, Und betet Gottes willen an. 4. Du prangest nicht mit hohen würden? Beneipe nicht der gro6. Hab ich nur dich und deine ßen glück; Sie seufzen unter buld, So bin ich wohl begabet: schweren bürden, und oft stürzt So trag ich alles mit geduld, sie ein augenblick. Dir ward kein Wenn mich dein geist nur labet; überfluß gewähret? 3hn wünSo theilest du Mir so viel zu schen, das ist selbstbetrug. Wer 8458 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden da gern, was er nicht braucht, entman behret, Der ist beglückt und reich genug. hulg 5. Herr! der du mir zum fro- 6. Den geiz laß ferne von mir Hab ich nur, höchster! deine huld, Bin ich voll glauben und geduld; Was fehlt dann meiner seele? vind dull na hen leben, So viel ich brauch und hi mehr verliehn, Laß täglich sich unruh und mein herz bestreben, Den sorgennisvollen gram zu fliehn. In demuth islaß mein herz sich üben, Gott! sein, Die wurzel alles bösen! Von gewissenspein Kann reichthum nicht erlösen. Er hilft in todesstunden nichts, Und nichts am tage des gerichts: Da schüßt er keinen fünder. deiner güte sich zu freun; Dich fürchten, dir vertraun, dich lieben, Müß ewig mein vergnügen sein. 7. Laß mich in weiser sparsam feit Die güter nie verschwenden, Die du mir gabst in dieser zeit, Sie nüßlich anzuwenden. Gieb mir die klugheit, daß ich hier err! laß mich Dadurch dem wie 727. Hreiffenbaft Mein mir, Des lebens müh erleichtre. zeitlich gut verwalten. Gieb selbst mir weisheit, gieb mir kraft, Damit so hauszuhalten, Wie es mir nüßt und dir gefällt; Damit ich nicht in jener welt Das ewge gut verliere. Mel. Wo Gott der Herr nicht. 8. Es kommt ein tag der rechenschaft: Das laß mich stets bedenken; Und mein gemüth gewissenbaft Zur heilgen sorgfalt lenken, Also die güter dieser zeit Zu nüßen, daß ich einst erfreut Noch segen davon ernte. 2. Mein haab und gut kommt ja von dir Und deinem milden segen: Zu keinem fallstrick gabst Mel. Es ist gewißlich an der zeit. du mir mein zeitliches vermö. gen: Du gabst es mir zum wahren wohl. Drum gieb, Herr! daß ichs, wie ich soll, Nach deiner vorschrift brauche. 3. Was ist das mir geschenkte gut? Vergänglich, und von erde. Hilf, daß ich nie aus übermuth Dadurch vereitelt werde! Nie reiße o irdischer gewinn Mein herz zu üppigkeiten hin, Die wicht'gre sorgen bindern! 4. Was hülfe mir die ganze welt mit allen ihren schäzen? Verführt mich zeitlich gut und geld, Sorglos hintan zu sehen, Was meiner feelen beil begehrt, Und mir ein ewig glück gewährt; Wie strafbar würd ich handeln! 5. Mein größtes trachten- sei allhier Nach deines geistes gaben. Wie reich bin ich, o Gott! in dir, Wenn ich nur die kann haben! 728. Ach treuer Gott! ich ruf zu dir, daß mich nicht bethöre Die böse luft, die steckt in mir, Nach reichthum, wollust, ehre: Daß ich mich an dein wort nur halt, Und dadurch, was mich mannigfalt Versuchet, überwinde. 2. Sollt, der dem vieh sein futter schafft, Und speiset auch die raben, Nicht uns durch seine gnadenkraft Mit trank und speise laben? Sollt, der das gras und blumen ziert, An kleidung nicht, was uns gebührt Und nöthig ist, mittheilen? 3. Von vielen gütern lebt man nicht: Der hat, daß er Gott preise, Der bei dem werk, was er verricht, Hat kleidung, trank und speise: Ob uns ein mehrers werden soll, Das weiß er, als der vater, wohl, Obs seinen kindern nüße. und zwar von der Keuschheit und Reinigkeit des Herzens. 459 4. Wer wenig hat, und das Was ich da vornehm oder thu, mit recht, Kann Gottes huld be- Muß wie ein rauch verschwinden. halten; Er bleibet redlich, fromm Unsterblich ist die seel, und muß und schlecht, Und läßt Gott fer- Unsterblich sein, was ohn verdruß ner walten. Sein wenigs auch Dieselbe soll vergnügen. vielmehr gedeiht, Als großes gut 11. Nun ist auf erden nichts viel böser leut, Das sie mit un- bewußt, Das solche ruh kann gerecht haben. ben, nicht augenlust, nicht flei5. Der trost, der in dem reich- scheslust, Nicht hoffartsvolles lethum steht, Wird unverhofft zu ben: Darum denk ich auch nicht schanden; Und wenn es an das darauf, Und will mein herz zu scheiden geht, So ist erst noth Gott hinauf Und seiner fülle richten. vorhanden. Denn geld und gut errettet nicht Von Gottes schwerem zorngericht; Dies brennt bis in die hölle. * 12 D böchstes gut! sei hier und dort Mein reichthum, luft und ehre. Gieb, daß in mir sich fort und fort Das sehnen nach dir mehre: Daß ich dich stets vor augen hab, mir selbst und allem sterbe ab, Was mich von dir will ziehen. 13. Hilf, daß ich meinen wandel führ Bei dir im himmel oben, Wo ich werd ewig sein bei dir, Dich schauen und dich loben. So kann mein herz zufrieden sein, Und findet, Gott! in dir allein Die wahre ruh und freude. 14. Hiezu gieb mir von deinem thron, Ovater! gnad und stärke. Zerstör, o Jesu, Gottes sohn! Des satans reich und werke. D heilger geist! steh du mir bei, Daß mein begehren dies nur sei: Gott über alles lieben. 6. Drum wohl dem! der sein herz erhebt Gen himmel von der erde, Sucht, daß er reich, die weil er lebt, An guten werken werde; Wenn Gott ihn segnet und sein haus, Den armen theilet wieder aus, Und giebt es gern und fröhlich. 7. Bei seinem gut erweist er noch, Daß er drauf nicht viel sebze: Er streuet aus, und sammelt doch Im himmel wahre schäße: Die fliegen niemals auf im rauch, Und sind darneben sicher auch Vor dieben, rost und motten. 8. Es ist der größeste gewinn, Wenn man niemand betrüget, Gottselig ist im werk und sinn, Und sich dabei begnüget. Bloß kommen wir in diese welt, Bloß Von der Keuschheit und müssen mir, wenns Gott gefällt, Reinigkeit des Herzens. Hinaus und alles lassen. * Mel. Nun freut euch liebe christen. 9. Herr! was mir hie von 729. Gott sagt, daß die nur selig sein, nöthen thut, Mich ehrlich zu ernähren, Das wollst du mir an Die hie erfunden werden Im haab und gut Bei meinem fleiß herzen heilig, keusch und rein In bescheren: Daß ich, und mein werk, wort und geberden; Dieselgeschlecht nach mir, Nicht andre ben sind es, welche dort mit alleute vor der thür Aus noth drum len engeln fort und fort Ihn bitten dürfe. ewig schauen sollen. * 10. Ach! meine seel kann ihre 2. Web aber allen, welche sich ruh 3m zeitlichen nicht finden. Der fleischesfreud ergeben, und 460. Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden din in der lustseuch üppiglich, Als Ein keusch gemüth und reinen blinde heiden, leben: Die seben sinn 3u baben sei beslissen; Der Gottes antlig nicht, Sie bleiben fein gefäß nach Gottes rath In ewig im gericht mit den ver- heiligung und ehren hat, Machts dammten geistern. nicht zu burengliedern. 3. Denn weil ihr wildes berz 10. Desselben leib und seele so sehr Von böser lust besessen, bleibt Des heilgen geistes tempel, Daß fie des höchsten wort und Der unzucht flieht und von Lehr Gar strafbarlich vergessen; sich treibt, Giebt niemand bös So weichet seine gnadenhand, Daß sie aus einer sünd und schand Bald in die andre fallen. exempel. Der Chrifti marter oft erwägt, An dessen kreuz die lüste schlägt, Und sie dadurch stets dämpfet. d * 11. Herr! schaff in mir ein rein gemüth, Gieb, daß ich mäßig bleibe, Und mich vor bösem ume gang hüt, Auch meinen leib betäube; Daß er nicht etwa werde geil, Und leib und secke ihren 5. Sie sind dem sich an blind- theil Des himmelreichs verheit gleich, Das an der erde han get, Das Gott nicht kennet, und sein reich Nicht suchet noch ver4. Die angen sind bei ihnen frei, Wild, frech und ungezähmet, Voll ebbruch, list und burerei; Die firn ist unverschämet, Das herz verachtet ehr und zucht; Unreine lust wird nur gesucht Von diesen bösen leuten. lieren. Mel. Vater unser im himmelr. langet. Sie folgen ihrem frechen 730. Ach Herr mein Gott und gut! Du forderst reinen sinn und muth, Und willst, wir sollen dir allein In wahrer tugend heilig sein; Und ernstlich fliehn, was dein gebot an leib und feel zu strafen droht. 2. Du kennest unsere natur, Die ganz verderbet ist, und nur Zur sünd und bösen luft geneigt, Die nichts als schnöde laster zeugt, Die uns in noth und jammer stürzt, Und oft des lebens ziel verkürzt. Wo sie die luft hintreibet. 6. Doch friegen sie zuleßt den lohn, Nach dem sie so gelaufen: Denn frankheit, armuth, schand und hohn Kommt über sie mit haufen. Gott haffet all unreinigeit, Drum strafet er zu seiner zeit Die hurer und ebbrecher. 7. Die deren Gott der bauch allhier, Die zucht und tugend fliehen; Die wird der höchste dort dafür Gewiß zur strafe ziehen. Ihr jammer, herzeleid und pein Wird ewig, ewig, ewig sein, Für kurze zeit und wollust. 3. Drum bitt ich, gieb mir deinen geist, Der seine fraft in 8. Wohl aber dem! der immer mir beweist, Wenn böse luft sich dar Betrachtet hier auf erden, in mir regt, und mich zu sündiDaß alles dort muß offenbar, gen bewegt; Durch dessen trieb Und hart bestrafet werden; Und lenk herz und sinn Zur reinigkeit mas im finstern bier geschicht, und keuschheit bin. Bon Jesu an das helle licht 4. Gieb, daß er sich geschäftig Dort soll gestellet werden. plzeigt, So bald die böse lust auf 9. Wohl dem! der denkt mit ernst steigt: Damit er ihrem wachsbahin, Daß er ein gut gewissen, thum wehr, Eh ihre kraft sich und zwar von der Keuschheit und Reinigkeit bes Herzens. 461 stärk und mehr, Damit er meine| niemals meine brust Zu der vir feele rühr, Daß mich die reizung verhaßten fünde Der unreinigkeit nicht verführ. entzünde. 5. Bewahre mich, wenn lust der welt Mir stricke legt und neße stellt. Sie nimmt das herz zu schleunig ein; Drum laß mich flug und wachsam sein. Treib böse luft von mir hinaus, Denn sonst entheiligt sie dein haus. 6. Erfüll hingegen meine brust Mit keuschheit, zucht und reiner luft. Mein wunsch, verlangen und begier Sei, höchstes gut! allein nach dir; Daß ich, von schnöden listen frei, Dein heiligthum und tempel sei. 6. Christus wohnet durch den glauben Selbst in mir; sein heilger geist Läffet sich mein herz nicht rauben, Das er seinen tempel heißt. Darum steht er mir auch bei, Daß sein tempel heilig set, Daß ich ihm an feel und leibe Keusch und rein geheiligt bleibe. eilger vater! du be- 7. Wer unrein, kann Gott nicht sehen, Denn Gott ist das zucht und heiligkeit; Du verbie- licht. Der kann nicht vor ihm test und verwehrest Unzucht und bestehen, Dem die reinigkeit ge unreinigkeit. Uch ich fleh durch Jesum Christ, Der mein seelenbräutgam ist, Der mich von der welt erwählet, Sich in treu mit mir vermählet: bricht. Soll mich nun der helle schein Deines angesichts erfreun; Herr! so reinge geist und glieder, Mach mir böse luft zuwider. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 731. 5. Meine seel ist deinem bilde Gleich gemacht, und hoch geschäßt: Dein sohn hat sein blut so milde Für sie sterbend zugescßt. Drum, mein vater! thät ich fa Dir und Chrifto viel zu nah, Wenn ich unkeusch leben wollte, Und dein bild so schänden sollte. 2. Gieb, daß ich an feel und leibe, Innerlich und äußerlich, Heilig, keusch und rein verbleibe. Deine gnade stärke mich, Daß so leib als seele rein, Und befreit von wollust sein: Ja laß, Herr! mich alles fliehen, Was mich kann zur wollust ziehen. 8. Gottes geist wird schon betrübet Durch ein einzig schandbar wort; Und wer sich in lüsten übet, Treibt ihn völlig von sich fort. Wollust machet sorg und gram, Bringet uns in schand und scham. Die in solchen fünden sterben, können nie dein reich ererben. 3. Tilg in mir unkeusche triebe, 9. Darum, Herr der reinen Tödte das verderbte fleisch; Gieb schaaren! Laß mir deines geistes mir deine furcht und liebe, Da- fraft, Und die gnade witerfah durch mach mich rein und keusch. ren, Die ein reines herze schafft. Unterbrich ber lüste lauf, Zieb mein herz zu dir hinauf, Daß es nicht am eitlen flebe, Sich der wollust nicht ergebe. Mache mir, o herzensgaft! Die unreinigkeit verhaßt. Auch entziehe mich bei zeiten Sündlichen gelegenheiten. 4. Gott der gnaden, ach! er- 10. Laß mich alle unzucht meigieße Deinen gnadenstrom auf den, Alle fündenwerke flichn, mich, Daß er in mein herze Keine brunst im herzen leiden, fließe: Dadurch lösche gnädiglich mich ganz rein zu sein bemühn. Jeden funken böser lust, Daß er Denn du willst ja nicht allein, 462 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden Daß nur leib und glieder rein; 6. Du wirst den wiederum verSondern daß auch geist und seele derben, Der deinen tempel hier Christi keusches vorbild wähle. verdirbt. Dein himmelreich wird 11. Kreuzge meines fleisches niemand erben, In dem die böse lüste, Und was sonst mein herz lust nicht stirbt. Drum laß mich befleckt, Als wofür du, Jesu ihre reizung fliehn, Und keusch zu Christe! Tod und höllenqual ge- sein mich stets bemühn. schmeckt. Treib, was unkeusch, 7. Gieb, daß ich allen bösen ganz von mir, Daß ich leib und seele dir Als dein heiligthum bewahre, Und zu dir in friede fahre. Mel. Wer nur den lieben Gott. 732. Der er wollust reiz zu widerstreben, Laß, höchster! meine weisheit sein. Sie ist ein gift für unser leben, Und ihre freuden werden pein. Mel. Ich will meine stimm erheb. ott! du alleine Von der Mäßigkeit. Drum fleh ich demuthsvoll zu 733. gütig, Darum bitt dir: O schaff ein reines herz in mir! ich dich demüthig: Bater! lag mich auf mein flehn Deinen gnadenbeistand sehn: Laß mich nicht in missethaten, Auch in schlemmen nicht gerathen. Ach behüte immerhin Mich vor unverschämtem sinn. 2. Die wollust kürzet unsre tage; Sie raubt dem körper seine fraft; Und armuth, seuchen, schmerz und plage Sind früchte ihrer leidenschaft. Der haßt sich selber, der sie übt, Und sich in ihre fesseln giebt. lüsten Mit muth und nachdruck widersteh, Und stets dawider mich zu rüsten, Auf dich, allgegenwärt'. ger, seh. Wer dich, o Gott! vor augen hat, Flieht auch verborgne missethat. 1 100 3. Sie raubt dem herzen muth und stärke, Schwächt den verstand, der seelen licht; Sie raubt den eifer edler werke, Und ernst und lust zu jeder pflicht. Sie führt reu und gewissensschmerz In das ihr übergebne herz. 2. Gieb mir, denn du kannst es geben, Lust in mäßigkeit zu leben, Daß niemals durch völlerei Mein gebet verhindert sei. Trunkenheit verdirbt die gaben, Die wir nur zur nothdurft haben, Die man nicht zum überfluß Liederlich mißbrauchen muß. 4. Der mensch sinkt unter ihrer 3. Alle weisheit wird ersticket, bürde Zur niedrigkeit des thiers Sinn und nachsinn unterdrücket, herab; Er schändet und entehrt Gut und ehre wird verheert, Leib die würde, Die ihm sein weiser und seele wird zerstört. Ja dein schöpfer gab; Vergißt den zweck, geist, der fromme liebet, Wird dazu er lebt, Weil er nach nie- vertrieben und betrübet, Und dein dern lüsten strebt. schwerer zorn erweckt, und die 5. So schimpflich sind der wol- rachgluth angesteckt. lust bande! Schon vor der welt sind sie ein spott. Sie sind vor dem gewissen schande, Und noch weit mehr vor dir, o Gott! Wer sich in ihre knechtschaft giebt, Wird nie von dir, o Gott! geliebt. 4. Lust zur arbeit wird gemin dert, Alle munterkeit verhindert, Alles nöthige versäumt, Schand und lästrung ausgeschäumt. Ernst und vorsag liegt erstorben, Alles gute wird verdorben Und der seelen 463 086 und zwar von der Mäßigkeit und guten Gedanken. kraft verzehrt, Wenn uns völlerei 5. Die schwelgerei raubt uns dur beschwert. die kräfte Zu dem, was uns diejon 5. Da wird böser rath gepflicht gebeut, Macht träge zum schlossen, Del zur wollustgluth berufsgeschäfte, Untüchtig zur gott- d gegossen. Ja wer ist, der recht seligkeit, Erweckt unordnung, streit beschreibt, Was man da für bos- und zank, Und hindert den Gott heit treibt? Laß mich, vater! schuldgen dank. völlig sehen Was für laster draus entstehen, Daß mir ja die völlerei Lebenslang zuwider sei.. 6. Wer sich den bauch zum Gott erkoren, Unmäßig deine gaben braucht, Der geht des himmelreichs verloren, Zu dem fein knecht der lüste taugt. Gott! laß mich ja dies laster scheun, Und mäßig stets und nüchtern sein. 7. So oft ich speis und trank genieße, So laß es mit vernunft geschehn, Und, daß ich beides mir versüße, Mit dank auf dich, den geber, sehn; Auf dich, der du uns zärtlich liebst, Uns nahrung 6. Laß mich doch mit fasten, beten, Flehn und danken vor dich treten, Daß mein herz, sammt feel und geist, Dein gefällig opfer heißt; Daß die leib- und seelengaben Täglich neuen wachsthum haben, Daß zu dir, o höchstes gut! Steige eine reine gluth. Mel. Wer nur den lieben Gott. 734.Wie mannigfaltig sind und erquickung giebſt. durch uns, Herr! dein wohlthun nährt, Und die, so geist als leib zu laben, uns täglich deine hand Von guten Gedanken. find Mel. Jesu, deine heilge wunden. 19) gewährt! Auch das, was unser 735. Gutes denken, gutes this mund genießt, Zeigt uns, wie freundlich, Gott! du bist. dichten, d Gottes gnade schafft. Wir selbst könnens nicht verrichten, Dennoc uns mangelt stärk und fraft.com Wo nicht Gottes gütigkeit Hiezu od gnad und kraft verleiht, Werden zud wir mit unsern sinnen Nie was dis heiliges beginnen. ing 2. Von natur sind die gedan3. Doch laß die kraft uns zu ken Sündlich und voll missethat, id vergnügen, Die du in speis und Weichen stündlich aus den schran- 98 trank gelegt, Mich nie, o höch- ten, Die Gott vorgeschrieben hat. us ster! so besiegen, Daß sie zum Unsre herzen sind ein quell, Derd schwelgen mich bewegt. Laß, dei- nicht lauter, rein und hell, Woraus d ner gaben mich zu freun, Micharges denken fließet, Das sich mäßig im genusse sein. strömen gleich ergießet. 4. Mit speis und trank sein herz 3. Denn die angeborne sünde ise beschweren, Steht niemals wah- Hat uns leider sehr verderbt. Sol- id ren christen an. Dadurch wird das, ches übel wird dem finde Von den ind was uns ernähren, Und unsern eltern angeerbt; Daß schon von na geist erquicken kann, Ein gift, das der jugend auf Durch den ganzen na in die adern schleicht, Und frank- lebenslauf Sich das böse in ihmisheit, schmerz und tod erzeugt.reget, Und sich oft zu tage leget. 2. Du giebst uns brot für unser leben, Und, unsre herzen zu erfreun, Giebst du den traubenvollen reben Mit segensreicher hand den wein. Wie angenehm ist der genuß Von dem, was uns ernähren muß. Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden Aber Gottes vaterliebe 10. Nun mein Gott und treuer Macht, daß die gedanken rein, vater! Heilge mir herz, muth Und die vormals bosen triebe und finn: Sei da helfer und bes Gut, und ihm gefällig sein. Er rather, Wo ich selbst nicht tüchtig erneuert unsern sinn, Nimmt die bin. Mache die gedanken rein, bosheit von uns hin, Heiliget Gieb mir selbst solch denken ein, burch seine güte Herz, gedanken Daß ich immer christlich walle, und gemüthe.nd mos Und dir allzeit wohlgefalle. 464 5. Auch bei unbekehrten herzen Klopft der geist der gnaden an, Mel. Es ist gewißlich an der zeit. Daß man rührung, reu und 736. Umsonst, umſonst verhüllst du dich, Mein schmerzen bei merken kann: Ja, wenn Gottes gnaden herz in finsternisse. Was kann licht Durch die finstre seele bricht; ich Gott verbergen, ich, Das er Wirkt es in den geistlich kranken nicht alles wisse? Sei, kannst du, Rein und heilige gedanken. dunkler, als das grab, Das auge 6. Oftmals denkt ein misse- Gottes schaut hinab, Und kennet thäter: Ach was hab ich doch ge deine tiefen. than! Ach! mich frechen übertre ter Klaget höll und himmel an. Dieses wirket Gottes geist, Der ihm sein verderben weist, Der ihn will durch solch bemühen Von den sünden zu sich ziehen. 20 7. Aber ach! oft gar geschwinde Geht dies denken überhin! Wie 3. Er fennet und erforschet der rauch im starfen winde, So euch, Wenn ihr euch auch ent versliegt es aus dem sinn. Die ziehet, Bemerkt euch, wenn ihr, gedanken gehn vorbei: Ist die strahlen gleich, Schnell auffahrt, seele davon frei; So sucht sie im weltgetümmel Wieder freude, ruh und himmel. schnell entfliehet; Vergebens wünsch ich: ach vergeht! Dieweil an ihr aufgezeichnet steht Vor ihm in seinem buche. 8. Wirket nun sogar bei sündern Dies des geistes starke hand; 4. Der Herr gedenket eurer So zeigt sich bei frommen findern noch; Jahrhunderte verschwinNoch vielmehr dies gnadenpfand: den: Jhr bleibet, und ich träume Macht herz und gedanken rein, doch, Gedanken sein nicht fünden? Daß sie Gott geheiligt sein, Daß bie seele göttlich denket, Und sich von der erde lenfet. unl thin Sie müssen alle an das licht, Wenn Gott kommt, daß er im gericht Der herzen rath enthülle. 9. 3war ein christ muß oft- 5. Dann wird das siegel seines mals klagen: Was ich nicht will, buchs Vor aller welt gebrochen; denk ich doch; Sündliche gedan- Das urtheil des verdienten flucbs ken plagen Jbn als ein beschwer Gedanken selbst gesprochen; Wo lich joch. Doch er weiß, Gott ist die nacht, die sie verhehlt? steht ihm bei, Darum kämpfet er Der richter hatte sie gezählt, Der getreu, Hofft und fleht, daß Gott herz und nieren prüfet. ihn lenke, Daß er Gottgefällig 6. Seid heilig, seid von Gott denke.spot wife pomistets voll, Gedanken meiner seele! 2. Wo ist die nacht der einsamfeit, Die mich vor ihm verhehle? Er sieht euch schon, eh ihr noch seid, Gedanken meiner feele! Ch ich euch selbst empfinden kann, Von eurer ersten bildung an, Bis ihr euch ganz entdecket. und zwar von der Unsträflichkeit im Neden und guten Werken. 465 Daß, wenn gerichtet werden soll, Mich keiner dann mehr quäle. Seid heilig, und dann fürchtet nichts, Gott wird am tage des gerichts, Gleich thaten, euch belohnen. 6. Zähm meinen mund, daß er nicht flucht, Vielmehr nur deine ehre Und andrer menschen beßrung sucht, Daß ich mich nicht bethöre: Denn fluchen bringet fluch und noth, Und, wo nicht buße folgt, den tod: Davor bewahr mich gnädig. 7. Laß lügen ferne von mir sein, Der teufel ist ihr vater: Denn dieser bläst sie selber ein, Mel. Es ist das heil uns kommen. 737. Herr! zung und mund und iſt der lügner rather. Die wahrheit bringet lob und ruhm Und ziert das ganze christenthum; Und hiernach laß mich streben. ist, was dein rath Mir gnaden oll gegeben; Gieb, daß mein herz wohl acht drauf hat, Sie bringet tod und lebent; Denn, ach! sie flucht, sie lobet dich: Drum gieb mir, vater! gnädiglich, Daß ich sie recht gebrauche. Von der Unsträflichkeit im Reden. Von guten Werken. Mel. Nun 2. Bewahre mir doch zung und 738. freut euch liebe christen. Gott! wir men schen sind so gar verloren. Wir fünimmerdar Als fleisch mund, Daß sie dich nicht betrüben, Nichts reden, als was mir jugend auf dein bund Zu reden vorgeschrie- digen noch ben. Gieb, daß mein mund die vom fleisch geboren: Wir unterwahrheit spricht, Und also mein lassen unsre pflicht, Und halten gewissen nicht Gefahr und schiff- dein geseße nicht; Weil uns die bruch leide. kräfte fehlen. 3. Laß es mit flugheit, ohn 2. Du hast zwar, höchster! dein verdruß, Mit vorbedacht geschehen, gebot Zur richtschnur uns gegeWenn ich ja reden soll und muß: ben: Jedoch, weil wir in sünden Gieb, daß gebet und flehen, Was todt, Kann niemand darnach ledeine ehre mehrt und schüßt, Was ben. Es stellt mir als ein spiegel mir und meinem nächsten nüßt, dar, Was ich nach Gottes bilde Aus meinem munde gehe. war, Und was ich nun geworden. 4. Schandbare worte, narren- 3. Nur den, der dies mit schmerz tand Laß mir ja nicht belieben; erkennt, Bekennet und bereuet, Dies schändet meinen christenstand, Der Jesum seinen heiland nennt, Und muß dich, Gott! betrüben: Sich seiner gläubig freuet, Und Drum, heilger geist! regiere mich, als ein neugeborner christ Durch Daß kein unnüß geschwäße dich ihn gerecht gemachet ist; Machst Aus meinem herzen treibe. 5. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, Sammt allem, was wohl klinget, Das redet gern ein wahrer christ, Dieweil es nußen bringet: Und damit kann man wohl bestehn, Wenn lästerer mit schrecken sehn, Wie böse worte schaden. du zum guten tüchtig. 4. Der kann erst gute werke thun, Den dein geift dazut treibet: Sein glaube lebt und kann nicht ruhn, So lang er lebend bleibet; Er muß durch liebe thätig sein, Und läsfet feines lichtes schein Auch vor den leuten leuchten. 30 466 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 5. Er denket, spricht und thut so wisse, daß dir alles fehlet. Wenn fort Durch deinen geist getrieben, vortheil, wollust, eigensinn Und Mit herzenslust, was ihm dein stolz dir nur das gute rathen: wort zu leisten vorgeschrieben: So thue noch so gute thaten, Du Er zeigt des neuen lebens kraft, hast vor Gott den lohn dahin. Wozu ihn Gott in Christo schafft, In tugendhaften werken. 6. Dies thut er, dich, o höchstes gut! Durch heiligkeit zu preisen: Und, wie er es mit freuden thut, Den glauben zu beweisen; So stopft er auch der lästrer mund, Und machet seinem nächsten fund, Daß er, wie sich, ihn liebe. 7. Durch solche werk' verdient 3. Bau häuser auf, und brich er nichts: Es sind ja gnaden- dein brot, Das volk der armen gaben, Die nur, als strahlen dei- zu verpflegen; Entreiß die wittnes lichts, Von dir den ursprung wen ihrer noth, Und sei der waihaben. Auch fehlet die vollkommen- sen schuß und segen. Gieb alle heit, Der geist ist willig und bereit, deine haabe hin. Noch hast du Das fleisch bleibt schwach und träge. nichts vor Gott gegeben. Wenn licb und pflicht dich nicht beleben, So ist dir alles kein gewinn. 8. Drum, vater! laß doch deine kraft, Die mir zu guten werken Lust, willen und vollbringen schafft, Auch meine schwachheit stärken. Laß mich in buße zu dir gehn, In wahrem glauben feste stehn, Und ihn durch werke zeigen. 9. Ja, theurer heiland! wie du mir Dein vorbild selbst gegeben; So stärk mich auch, und laß mich hier Beständig darnach leben; Dein leiden hat mich Gott versühnt, Und was mir fehlet, schon verdient: Dies schenke mir in gnaden. 10. O guter geist! erneure mich, Und wohn in meiner seele, Damit ich lebenslang durch dich Nur guts zu thun erwähle. Gieb kraft und lehre du mich nun Nach deinem wohlgefallen thun, Und gute werke üben. 2. Sei durch die gaben der natur Das wunder und das glück der erden. Beglückest du die menschen nur, Um vor der welt geehrt zu werden: Erfüllt die liebe nicht dein herz: So bist du bei den größten gaben, Bei dem verstand, den engel haben, Vor Gott doch nur ein tönend erz. In eigener Melodie. 739.Wenn enn zur vollführung Gottes liebe nicht beseelet: So rühme sich der tugend nicht, Und 4. Thu thaten, die der heldenmuth Noch jemals hat verrichten können; Bergieß fürs vaterland dein blut; Laß deinen leib für andre brennen. Beseelet dich nicht lieb und pflicht; Bist du die absicht deiner thaten: So schüß und rette ganze staaten; Gott achtet deiner werke nicht. 5., Lägs ihm an unsern werken nur: So könnt' er uns, sie zu vollbringen, Sehr leicht durch fessein der natur, Durch kräfte Vor seiner allmacht zwingen. ihm, der alles schafft und giebt, Gilt weisheit nichts, nichts macht und stärke. Er will die absicht deiner werke, Ein herz, das ihn verehrt und liebt. 6. Ein herz, von eigenliebe fern, Fern von des stolzes eitlem triebe, Geheiligt durch die furcht des Herrn, Erneut durch glauben zu der Dies ists, was von uns verlangt; Und wenn wir nicht dies herz besißen, So wird 467 3. Herr! vergieb mir väterlich, Daß ich manche zeit und stunde Uebel angelegt und dich Oft mit herzen, hand und munde Sehr. betrübt, und das gethan, Was mich doch verdammen kann. 7. Drum täusche dich nicht durch den schein, Nicht durch der tugend bloßen namen. Sich nicht auf deine werk' allein, Sieh auf den quell, aus dem sie kamen, Prüf dich vor Gottes angesicht, Ob seine liebe dich beseelet. Ein herz, dem nicht der glaube fchlet, Dem fehlet auch die liebe nicht. 4. Dir sei preis! du schenkest mir Annoch zeit und raum zur buße: Nun ich komm, und falle dir Mit gebet und flehn zu fuße; Richte diese gnadenzeit Mir zu meiner seeligkeit. 8. Wohnt liebe gegen Gott in dir: So wird sie dich zum guten stärken. Du wirst die gegenwart von ihr An liebe zu dem nächsten merken. Die liebe, die dich schmücken soll, Ist gütig; ohne list und tücke; Beneidet nicht des nächsten glücke; Sie bläht sich nicht; ist langmuthsvoll. 5. Laß mich die vergangne zeit Niemals aus den augen sehen. Laß mich mit bedachtsamkeit Die vorhandne höher schäßen, Als bisher von mir geschehn; Und vergieb mir mein versehn. 6. Lehr mich, daß die lebensfrist, Die du mir noch zugemessen, 9. Sie deckt des nächsten fehler Als ein schneller strom verfließt, zu Und freut sich niemals seines Laß mich nimmermehr vergessen, falles. Sie suchet nicht bloß ihre Nach der zeit sei keine zeit, Sonruh, Sie hofft und gläubt, und dern lauter ewigkeit. duldet alles. Sie ists, die dir den muth verleiht, Des höchsten wort gern zu erfüllen, Macht seinen sinn zu deinem willen, Und folgt dir in die ewigkeit. und zwar vom rechten Gebrauch der Lebenszeit. ein leben uns nichts nüßen, Das mit den größten thaten prangt. Von dem rechten Gebrauch der Lebenszeit. Mel. 8. Jesus, meine zuversicht. 740. To roßer schöpfer, Herr der zeit! Mache mich ende Dazu wachsam Ohne an die zeit zu denken; So 7. Geht die welt den lastersteg, laß mich, Herr! von dem weg Nach dem himmel nichts ablenfen: Denn von dieser kurzen zeit Hängt die lange ewigkeit. 2. Ach wie flügelschnell verstreicht Jahr und tage, zeit und stunden! Als ein rauch, der bald entweicht, Als ein bliß, der schnell verschwunden. Der ist klug und höchst beglückt, Der sich in die zeiten schickt. 8. Bleibet mir die ewigkeit In der eitlen welt im sinne, Daß ich Jesum in der zeit Recht von herzen lieb gewinne; So leg ich, 10 gut ich kann, Meine zeit mit nußen an. bis an mein 9. Muß ich endlich aus der zeit und bereit, Daß ich recht die zeit In die ewigkeit hingehen: Ach! anwende. Gieb, daß jeder glocken- so mache mich bereit, Daß ich schlag Mich der zeit erinnern kann vor dir bestehen. Mach durch deines sohnes blut, Großer Gott! mein ende gut. mag. 10. Möcht ich keinen augenblick Von der edlen zeit verschwenden! So im unglück, als im glück Lehr mich, sie Daß mich in der ewigkeit Niedh, ſie so anzuwenden, mals meine zeit gereut. 30* 468 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden Mel. In allen meinen thaten 2c.| sten schaß und ruhm; Wenn sie 741.W as ist mein zeitlich haab' und güter missen, Bleibt leben, Das du mir, Gott! gegeben? Ein unschäßbares gut. Du gabst mirs, hier auf erden Zum himmel reif zu werden, Worauf mein wahres glück beruht. doch dies ihr eigenthum. Nimmt der feind, beraubt die gluth; Giebt doch dieses trost und muth. 2. Hier wird die saat gestreuet; Dort erntet man erfreuet Der tugend früchte ein. Je länger ich hier wandle, Vor dir rechtschaffen handle, Je größer wird mein glück dort sein. 3. Sollt ich dies glück mir rauben? O Herr! laß mir, im glauben Der künftgen erntezeit, Mein Leben auf der erden So werth und wichtig werden, Als es mir selbst dein wort gebeut. 4. Mir selbst es zu verkürzen, Mich in den tod zu stürzen, Ist wider meine pflicht, Ist undant für die güte. Ein redliches gemüthe Verläßt ja seinen posten nicht. 2. Es steht fester als die mauren, Wenn sich sturm und wetter regt: Giebt uns fräfte auszudauren, Wenn schon alles auf uns schlägt; Ja man ruht bei list und wuth, Ist nur das gewissen gut. 3. Aber ach! ein bös gewissen Klagt den frechen fünder an, Wenn er sich von Gott gerissen Und das böse lang gethan; Tritt es do zuleßt empor, Und hält ihm die bosheit vor. 4. Darum laß die frechen rotten, Die nur fleisches lust ergößt, Ueber das gewissen spotten, Es erwachet doch zuleßt: Denk du nur bei zeiten dran, Und erwähl der tugend bahn. 5. Herr! von dir kommt alles gute; Mache mein gewissen rein, Ich will dir mit frohem muthe Unterthan und eigen sein. Beßre meinen geist und sinn, Bis ich dir gefällig bin. 6. Halte mich dabei im glauben, Mach mich Christo gleich 6. In deine vaterhände Be- gesinnt; Laß mir nichts den vorfehl ich, Herr! mein ende, Und zug rauben, Daß ich, Herr! dein meiner tage lauf. Es sei mein liebstes find. Schmähet mich ein ganzes leben Dir hier zum dienst falscher mund, Du kennst meines ergeben. Hilf nur dem guten herzens grund. willen auf. 7. Zieh mich ab von deren handel, Wo man falsche ränke schließt Weil dergleichen lebenswandel Wider das gewissen ist. Laß mich fest darauf beruhn, Nichts zu scheuen, recht zu thun. 5. Gieb, daß ich flüglich fliehe, Was oft mit leichter mühe Mir gar mein leben nimmt. Doch laß mich auch nicht zagen, Es muthig dran zu wagen, Wenn mich die pflicht dazu bestimmt. 7. Was müßt ein langes leben Dem, der nicht, Gott ergeben, Nach wahrer tugend strebt? Wer Gott und menschen liebet, Und sich im glauben übet, Nur der hat lang und wohl gelebt. Mel. Gott ist mein lied 2c. Von dem guten Gewissen. 743.Besis ich vur Ein ruhiMel. Gott des himmels und ze, ges gewissen: So ist für mich, wenn andre zagen 742. Trommer Gott! ein gut müssen, Nichts schreckliches in der gewissen Ist der chri- Inatur. und zwar von dem guten Gewissen. 469 2. Dies sei mein heil! Dies| Das gute thut, hat ruhm bei soll mir niemand rauben. Ein Gott. reines herz von ungefärbtem glauben, Der friede Gottes nur ist heil. 3. Welch ein gewinn, Wenn meine sünde schweiget; Wenn Gottes geist in meinem geiste zeuget, Daß ich sein kind und erbe bin! 4. Und diese ruh, Den trost in unserm leben, Sollt ich für luft, für lust der sinnen geben? Dies laffe Gottes geist nicht zu! 5. In jene pein, Mich selber zu verflagen, Der fünde sluch mit mir umber zu tragen; In diese stürzt ich mich hinein! 15. Beglückter christ, Der diese ruh empfindet, Und der sein glück auf das bewußtsein gründet, Daß nichts verdammlichs an ihm ist! 16. Laß erd und welt, So kann 6. Laß auch die pflicht, Dich der fromme sprechen, Laß unter selber zu besiegen, Die schwerste mir den bau der erde brechen! sein! sie ists; doch welch vergnü- Gott ist es, dessen hand mich gen Wird sie nach der vollbrin- hält. gung nicht! 7. Welch glück! zu sich Mit Mel. Nun freut euch liebe zc. wahrheit sagen können: Ich fühlt in mir die böſe luſt entbrennen; Doch, dank sei Gott! ich schützte mich. 13. Im herzen rein, Hinauf gen himmel schauen, Und sagen: Gott, du Gott bist mein vertrauen! Welch glück, o mensch! kann größer sein? 14. Sieh, alles weicht, Bald wirst du sterben müssen. Was wird alsdenn dir deinen tod versüßen? Ein gut gewissen macht ihn leicht. 744. welch ein unschäßgut Herr! ein rein gewissen! Wer dieses hat, 8. Und welch gericht! Selbst der hat auch muth, Wenn andre zu sich sogen müssen: Ich konnte zagen müssen. Sein ruhig herz mir den weg zum fall verschließen; erzittert nicht, Nicht vor dem tod, Und doch verschloß ich mir ihn nicht vorm gericht; Denn mit dir nicht. hat er friede. 9. Was kann im glück Den 2. Sich deines beifalls froh werth des glücks erhöhen? Ein bewußt, Rühmt er sich deiner gnade. ruhigs herz versüßt im wohler- Dein friede wohnt in seiner brust; geben Dir jeden frohen augenblick. Und wer ist, der ihm schade? Auf dich sieht er, bei aller noth, Womit die zukunft ihn bedroht. Ihn tröstet, Herr! dein aufsehn. 10. Was kann im schmerz Den schmerz der leiden stillen; Im schwersten kreuz mit freuden dich erfüllen? Ein in dem Herrn zufriednes herz. 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch Die geißel böser zungen, Wird seines herzens rube doch Dadurch nicht ganz bezwungen. Er hütet sich vor übelthat, Und denkt: der lügen wird wohl rath; Gott wird die unschuld retten. 11. Was giebt dir muth, Die güter zu verachten, Wonach mit angst die niedern seelen schmachten? Ein ruhig herz, dies größre gut. 12. Was ist der spott, Den ein gerechter leidet? Sein wahrer ruhm; denn wer das böse meidet, 4. Sein geist sieht mit zufriedenheit Der fünft'gen welt entgegen. Die giebt ihm muth und Von dem menschlichen Elende, und zwar freudigkeit Auf allen seinen wegen.| spruch Als deine stimme ehre; Denn dort macht selbst, o Herr! Gerührt, und aufmerksam genug dein mund Den wahren werth Auf seine warnung höre. Erinder menschen kund; Da wird der nerts mich an meine schuld, So fromme siegen. laß mich, vater! deine huld, Voll 5. So hilf denn, daß ich, mir reu und glauben, suchen. zum heil, Ein unverletzt gewissen, 7. Mit deiner gnade tröste Des lebens allerbestes theil, Zu mich, Und stärke meine seele, Daß haben sei beslissen. Mit dir, sie vor sünden hüte sich, Und nie Gott! ausgeföhnt zu sein, Dein aus vorsaß fehle. Denn, wer nur heilig recht nicht zu entweihn, reines herzens ist, Hat immer Das sei mein größter eifer. auch, durch Jesum Christ, Zum trost dich, allerhöchster! 6. Gieb, daß ich des gewissens VI. 470 Von dem menschlichen menschlichen Elende, und zwar estart I. Von dem Falle des Menschen. Mel. Uch Gott vom himmel! sich. 5. Er machte sich, durch neid 745. unaussprechlicher erregt, An deine lieben finder, verlust, Den wir erlitten haben! Als licht und recht aus unsrer brust, Und andre schöne gaben, Die unsers schöpfers milde hand Den ersten eltern zugewandt, Von seel und leib entwichen. Und ward, eh sie es recht erwägt, Durch list ihr überwinder; Er bracht in die vergnügte brust Den saamen der verbotnen luft, Ein heimlich mißvergnügen. 6. Ihr herz, durch eitlen stolz 2. Der mensch war heilig, gut und bethört, Ließ sich zum bösen neirein Von dir, o Herr! geschaffen. gen; Sie wollten, von dir abgeEr wußte nichts von schuld und kehrt, Aus hochmuth höher steigen, pein, Von sünd und sündenstra- Und dir, dem höchsten wesen gleich, fen; Sein wille war voll zuver- An unumschränkter freiheit reich, sicht, und sein verstand voll glanz Groß, mächtig, weiser werden. und licht, Voll friede sein gewissen. 3. Du fordertest zur dankbarkeit, Daß du ihn so erhoben, Pflicht, liebe, treu, ergebenheit, Nebst des gehorsams proben: Die frucht von einem einz'gen baum Sollt' in des großen gartens raum Unangetastet bleiben. 4. Hier kam das haupt von jener schaar Bereits verworfner geister, Dieweil sie abgefallen war Von ihrem Herrn und meister, Den mörd'rischen versuch zu thun; Entschloß sich, eher nicht zu ruhn, Bis er dein bild zerstöret. 7. Sie glaubten dem verführer mehr, Als deinen warnungsstimmen; Ihr herz ward von der unschuld leer, Und voll von schlangenkrümmen, Der ungehorsam ward gewagt: Sie aßen, was du untersagt; Berachteten dein drohen. 8. Als dies geschah, ward der verstand Mit finsterniß umgeben. Der wille, von dir abgewandt, Verlor das wahre leben. Zorn, elend, jammer, fluch und tod, Ja mehr, als tausendfache noth Umgab sie nun als sünder. von dem geistlichen Elende und Verderben. 471 9. Dies elend wird nun fort| Une rühren, leider! nur Die gügeerbt Auf alle menschenkinder; ter dieser erden. Die bald entSo stamm als zweige sind ver- rissen werden, Mehr als die höderbt; Der fluch trifft alle sünder. hern gaben, Die uns auf ewig Die erste schönheit ist dahin, Der laben. schlangen gift hat leib und sinn Durchdrungen und verwüstet. 10. Herr! laß uns in deinem licht Den schweren fall er kennen. Verwirf uns, die gefallnen, nicht, Die wir dich schöpfer nennen. Hilf uns durch Christum wieder auf, Und mach uns tüchtig, unsern lauf Zur ewigkeit zu richten. 6. Dir folgen, dünkt uns zwangs Des bösen herzens hang Reißt uns durch starke triebe Zu schnöder sündenliebe. Ach können wir auch zählen, Wie oft wir vor dir fehlen? 7. Ich leugne solches nicht, Doch Gott! dein wort verspricht: Wie dein geseß uns alle Verdammet nach dem falle; So wollst and, erbarmen. du dich der armen, Die sünder Von dem aus dem Falle entstandenen Verderben des Menschen, 8. Das ist gewißlich wahr; Ein sünder bin ich zwar; Doch Jesus mußt auf erden Das heil der sünder werden, Uns aus der hölle und zwar rachen Erlösen, selig machen. 1. Von dem geistlichen Elende und Verderben. Mel. Auf meinen lieben Gott. 9. So allgemein die schuld, So weit reicht auch die huld. Mit allen Adams erben Müßt ich ott, der nichts bö- des todes sterben. Der allen 746. So, ses thut, Erschuf heil erworben, Ist auch für mich den menschen gut, Verlich ihm licht und kräfte Zum seligsten geschäfte, In heiligkeit zu wandeln, Stets recht und gut zu handeln. 2. Wo ist der unschuld ruhm? Herr! wir dein eigenthum, Wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen Ein mensch, ganz rein von sünden; Vor dir, o Gott! zu finden? gestorben. 10. Nun so bekenn ich dir, Mein Gott! vergieb du mir. Wir sind zwar alle sünder, Doch schonst du deiner kinder; Wir können nicht bestehen, Doch laß uns gnade sehen. 11. Herr! habe doch geduld, Ach rechne meine schuld mir nicht zu zum verderben, Sonst muß ich 3. Hier ist kein unterschied: ewig sterben. Du wirst ja heil Dein auge, höchster! sieht Auf und leben Durch Christum mir alle menschenkinder, Und findet auch geben. sie als sünder. Da ist vor dir, Herr! keiner Unschuldig, auch nicht einer. 12. So wahr ich sündhaft bin, So feste glaubt mein sinn: Du sprichst mich, Gott! aus gnaden Von sündenschuld und schaden Durch Christum frei und ledig, Und bist mir sünder gnädig. 4. Verderbt ist aller sinn. Die weisheit ist dahin, Die uns regieren sollte, Nur was dein wille wollte, Mit freudenvollen trieben Zu wählen und zu üben. 13. Herr! diese deine huld Laß uns durch neue schuld Nie frevent5. Fleisch sind wir von natur; lich verscherzen; Erwecke unsre 472 Von dem menschlichen Elende und zwar herzen, Dem guten nachzustreben, mir fehlt. Du kannst nach deinem Damit wir ewig leben. willen Die noth vertreiben, die mich quält, Und meinen jammer stillen; Du willst es auch, drum trau ich fest, Daß du mich nicht in angst verläßt: Du heißt und bist ja Jesus. Mel. Herr Jesu Christ! du höchst. 747.2 ch Gott! wie sehr bin ich verderbt Durch bösen gift der sünden, Die mir von Adam angeerbt! Wo soll ich rettung finden? Es ist mein Mel. Mein vater! zeuge mich ac. elend viel und groß: Es ist vor 748. Wer bin ich von nadeinen augen bloß, Wie tief mein herz verdorben. ich mein innres prüfe? O wie viel gräul läßt mich Mein arges herze sehn! Es ist verterbt, darum Ver2. Wie schrecklich ist nicht mein verstand Mit finsterniß umhüllet, Der wille von dir abgewandt, birgt mirs seine tiefe, Und weiMit bosheit angefüllet! Und die gert sich gar sehr, Die prüfung begierden sind geneigt, Die lust, auszustehn. die aus dem herzen steigt, Im werke zu vollbringen. 2. Der weisheit erster schritt Ist, seine thorheit kennen; Und 3. Mir fehlt die kraft, dich, diesen ersten schritt, Wie oft verhöchstes gut! Zu kennen und zu wehrt mirs ihn! Voll eigenlieb lieben. Hingegen regt sich fleisch und stolz Will sichs nicht strafbar und blut Mit sündenvollen trie- nennen, Der reue zwar entgehn; ben. Dich fürcht ich und vertrau Doch nicht den fehler fliehn. dir nicht, Ich unterlasse meine pflicht, Und thu, was dir entgegen. 4. Wer sagt, wie groß der gräuel sei, Der leib und seel beflecket? Wer macht mich von dem aussaß frei, Der mein herz angestecket? So groß die noth, so hart dies joch, So wenig weiß ich armer doch mich davon los zu reißen. 3. Wahr ists, ich find in mir Noch redendes gewissen. Ich find in der vernunft Noch kenntniß meiner pflicht. Ich kann mein auge nie Der tugend ganz verschließen, und oft erscheinet mir Ein strahl von ihrem licht. 5. Zu dir komm ich in wahrer reu, Und bitte dich von herzen, Mein Jesu! hilf mir, und befrei Die seele von den schmerzen, Den leib von dem, was ihn beschwert, Und meine lebenskraft verzehrt; Ach! mach mich sünder selig. 6. Wen ruf ich sonst um rettung an, Als dich, mein heil und leben! Du bists allein, der helfen kann, Du mußt mir rettung geben. Drum mach mich durch dein blut und tod Von sünden rein, daß ich vor Gott Gerecht erfunden werde. 4. Doch schwaches licht, das mir Den reiz der tugend zeiget, Und vom verstande nicht Bis in das herze dringt! Vergebens lehret es, Das herz bleibt ungebenget, Es fühlt der sünde trieb Und folgt ihm unbedingt. 5. Ein richter in mir selbst Stört oft des herzens ruhe; Er klagt mich strenge an. Ich steh erschrocken still, Und billige nicht mehr Das böse, das ich thue, Und thue gleichwohl nicht Das gute, das ich will. 6. Verstellung, die ich doch An meinem nächsten hasse, Erlaube ich mir selbst, Und halt es für 7. Du weißt, o Jesu! was gewinn, Wenn ich im falschen von dem geistlichen Elende und Verderben. 473 licht mich andern sehen lasse, Und| bleibt ungerührt, Betäubt bleibt das nur scheinen kann, Was ich das gewissen, Als hätt ich meinen mir selbst nicht bin. Herrn Und vater nicht erkannt. 7. Ich weiß, daß der besiz Der güter dieser erden Des menschen feele nie Das wahre glück verleiht; Doch bleiben sie mein wunsch; Und um beglückt zu werden, Erring ich ängstlich mir Die last der eitelkeit. 8. Ich weiß, wie groß es sei, 15. Oft sagt mir mein verstand, Aus überlegung handeln, Und Daß des allmächt'gen gnade Das handle mehrentheils Aus sinnli- allergrößte gut, Der trost des chem gefühl. Durch falschen schein lebens ist, und welche schulden ich getäuscht, Eil ich, ihm nachzu- Auf mein gewissen lade, Wenn wandeln, Und bloße leidenschaft sie mein eitles herz Für menschenUnd irrthum steckt mein ziel. gunst vergißt! 9. Ein gegenwärtig gut Versäum ich zu genießen, Das flich ich, was mich sucht, Und suche was mich flieht. Im glücke bin ich stolz, Verzagt in kümmernissen, Und ohne wahre ruh Um ruhe stets bemüht. 10. Mein nächster hat ein recht Auf viele meiner pflichten; Doch wird dies große recht So oft von mir entweiht. Versagt er mir die pflicht: So eil ich, ihn zu richten; Und nenne sein versehn Gleich ungerechtigkeit. 11. Nicht liebe gegen Gott Heißt mich dem nächsten dienen, Mehr eigenliebe, ruhm, Und niedrer eigennuß. Aus ihnen fließt betrug, Verstellung; und in ihnen Findt neid und haß, und stolz Und härte ihren schuß. 14. Er schenkt mir so viel glück. Gebrauch ich seine gute Zu meinem wahren heil: Und geb ich ihr gehör? Nein, durch den miß brauch selbst Verschließ ich mein gemüthe Der reinen dankbarkeit Und liebe desto mehr. 12. Golt ehren ist mein ruf. Wenn ich den ruf betrachte, Was find ich sünder da Für mängel meiner pflicht! Die wunder der natur, Die Gott zu lehrern machte, Stehn täglich vor mir da, Und diese hör ich nicht. 16. Und doch, o Gott! wie oft Geb ich dies glück der seelen, Dir angenehm zu sein, Für kindischen gewinn, Für einen ruhm der welt, Für lüfte, die mich quälen, Für schnöde eitelkeit, Und für ein nichts dahin! 17. Gott ist der Herr der welt; Auf seine hülfe bauen Ist meine größte pflicht. Doch wenn gehorch ich ihr? Bald bebt mein herz vor furcht, Und bald ist das vertrauen, Deß ich mich rühmen will, Nur ein vertraun zu mir. 18. Dies ist des menschen herz. Wer hat dies herz verheeret? So kam es anfangs nicht, O Gott! aus deiner hand. Der mensch durch eigne schuld Hat seine würd' entehret; Und beides ward verderbt, Sein herz und sein verstand. 19. Doch so verderbt wir sind, So schwach, uns selbst zu heilen: So steuret Gottes huld Doch der verdorbenheit, Läßt durch sein heilig wort Uns neue kraft ertheilen, Schenkt dem verstande licht, Dem herzen reinigkeit. 13. Und heißt ihr anblick mich Auf seine weisheit schließen, Auf seine güt und macht: So schließt nur mein verstand. Das herz wehrest ihr? Und willst des größ20. Und du willst dieser kraft, O mensch, dich widerseßen? Gott beut sie selbst dir an, Du aber 474 Von dem menschlichen Elende, und zwar ten glücks Dide selber unwerth| get und hat wenig ruh; Denn schäßen? O mensch! erkenne Gott, man gedenket immerzu, Sein irNoch steht dein heil bei dir! disch gut zu mehren; Der leib wird schwach und voller noth; Doch mag man ungern von dem tod Mel. Herr Gott! der du erforsch. 749.5ilf Gott! wie hat die Und von dem himmel hören. eitelkeit men- 6. Ach Gott! ach sieh dies elend schen so vernichtet, Daß fast kein an, Und hilf, daß wir bei zeiten alter, feine zeit Was gutes mehr Abtreten von der breiten bahn verrichtet! Wenn man's gehörig Der sünd und eitelkeiten: Gieb überlegt und ohne heuchelei er- kraft von oben her, daß wir Das wägt, So muß man es bekennen: eitle wesen für und für Als nichts, Worauf man seßet herz und sinn ja schädlich achten, Und nach dem Von kindheit bis ans alter hin, wahren gut allein, Das uns auch Ist eitelkeit zu nennen. ewig kann erfreun, Vor allen dingen trachten. 2. Die ersten jahre gehn vorbei Unwissend wie bei thieren. Man schläft, man treibet kinderei Mel. 3. Mein Gott! ich bin jetzt. Nichts weises ist zu ſpüren. Kommt 750. Ad! was find wir den kräften verstand: nimmt die bosheit überhand, Die tig, arm und jämmerlich, Voll in der finder herzen. Wenn nun bedrängniß, noth und elend. Je die zucht und scharfe ruth Anweisu! drum erbarme dich; Laß dich fung zu der tugend thut; Bringts unsre noth bewegen, Die wir dir nur verdruß und schmerzen. zu füßen legen. 3. Die jugend, so nach frechheit strebt, Bemüht sich hin und wieder, Wie sie in steter wollust lebt, Mißbraucht gesunde glieder. Sie fähret zu mit unbedacht, Das künftige wird nicht betracht, Zum guten ist sie träge; Auf zucht und 4. Ohne dich, getreuer Jesu! tugend denkt sie nicht, Sie un- Schreckt uns teufel, höll und tod, terlässet ihre pflicht, Und wählet böse wege. 2. Wir sind ohne dich, o Jesu! Nichts als lauter finsterniß. Ach wie heftig drückt und quälet Uns der gift'ge schlangenbiß: Dieses gift steigt zu dem herzen, Und erweckt gehäufte schmerzen. Sa, mich sehet die verdammniß Sonst in zittern, angst und noth. Mein gewissen häuft dies schrecken, Ohne dich kann mich nichts decken. 4. Das männlich' alter folgt darauf, Und rühmt sich großer thaten: Man will da immer hoch hinauf, Und über alle rathen; Der ehrgeiz macht zu zank und streit Ein solches herz gar leicht bereit, Das sich allein hoch schäßet: Wenn auch noch etwas guts geschicht, Giebt man doch Gott die ehre nicht; Der wird hintan gesehet. 4. Ohne dich, herzliebster Jesu! Kommt man nicht durch diese welt; Weil sie fast auf allen wegen Unsern füßen neße stellt. Sie kann troßen, sie kann heucheln, und betrügt uns durch ihr schmeicheln. 5. Ach wie kraftlos, theurer 5. Im höhern alter läffet sich Jesu! Nichten sich die kranken Der geiz besonders blicken: Da auf. Unsre macht ist lauter ohnspielet man sehr meisterlich Mit macht, Durch den ganzen lebensbösen ränk und tücken. Man sor- lauf: Denn man sieht uns, die von dem leiblichen Elende des Menschen. 475 wir wallen, Defters straucheln,| erdenkreis; Und werden bald, auf vielmals fallen. dein geheiß. Auch wieder weggenommen. 6. Darum stärk uns, liebster Jesu! Sei in finsterniß das licht: Deffne unserm geist die augen, Zeig dein freundlich angesicht; Strahl auf uns mit lebensblicken, Die das matte berz erquicken. 3. Wir fahren hin gleich wie ein traum, Vergehn wie schatten, reif und schaum, Wie eine wasserblase; Der zeit gewalt eilt mit uns fort, Wie mit den wolken thut der nord, Wie herbstlust mit dem grase. 7. Gieb uns sieg, o starker Jesu! Ueber satan, sünde, welt; Sei in unsrer schwachheit mächtig, Wenn uns ihre wuth anfällt! Laß uns deine hülfe spüren, Auch wenn leiden uns berühren. 4. Wenn der und jener auch vielleicht Ein gutes antheil jahr erreicht: Was wird es groß verfangen Bei dir, dem sich nichts gleichen mag, Wo tausend als wie ein tag, Der gestern kaum vergangen. hr 5. Wie lang dies leben währen kann, So ist es dennoch um und an Müh, arbeit, angst und leiden; Angst ists, was uns zur welt gebiert, Müh, was das leben mit sich führt, Bis wir von hinnen scheiden. 6. Erbarmt dichs, vater! alles nicht? Stellst du doch vor dein angesicht Den gräuel unsrer fünden? Ach zürne nicht mit dürrem heu, Mit rauch und staube, dampf und spreu! Ach laß uns gnade finden! 7. Des eitlen lebens flucht und pein Präg unserm herzen ernstlich ein, Daß wir die bosheit fliehen, Rath suchen blos bei deinem sohn, Und lebenssatt, wie Simeon, Zu dir in frieden ziehen. 8. ühr uns selber, holder Jesu! Zeige uns den rechten weg. Laß uns unermüdet wallen, Leit uns auf den schmalen steg. Laß uns strick und neß entgehen, und ja nicht zurücke sehen. 9. Ach! dein geist der kraft, Herr Jesu! Gebe unserm geiste traft, Dir stets brünstig nachzuwandeln, Nach der liebe eigen schaft; Mache du uns hiezu tüchtig, So ist unser wandel richtig. 10. Dann erschallet dir, o Jesu! Lob und dank aus berzensgrund; Dann soll alles jubiliren! Dann erhebt dich herz und mund, Dann wird dort, wie hier auf erden, Herr! dein ruhm erhöhet werden. 2. Von dem leiblichen Elende. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 751. Daller zeit von ewigaller zeit von ewig- 752. Die herrlichkeit der er keit zu ewigkeit; Eh als die den Muß staub und welt gestanden, Warst du schon, asche werden, Und nichts bleibt was du jezzo bist: Und bleibst, ewig stehn; Das, was uns hier wenn alles nicht mehr ist, Doch ergößet, Was man so hoch bie immerfort vorhanden. schäßet, muß als ein leerer traum vergehn. u, Gott! bist außer Mel. Nun ruhen alle wälder 2c. 2. Hingegen ach, wir menschen sind Vergänglich, flüchtig, rauch 2. Was sind doch alle sachen, und wind. Auf dein wort sind Die uns so troßig machen, Als wir kommen, Besehen kaum den stand und eitelkeit? Was ist der 476 Von dem menschlichen Elende, und zwar ic. menschen leben? Stets mit gescheidet von den seinen, Sieht sie fahr umgeben Währt es nur eine gerühret weinen, Und wird gekurze zeit. fenkt ins grabes nacht. 3. Was hilft ein stolzes wissen? 11. Dies laß uns, Herr! beWirds, wenn wir sterben müssen, denken, Und uns zum himmel Ein großer vorzug sein? Was lenken, Da er noch offen steht. hilft uns eitle ehre, So glänzend Wer dahin will gelangen, Muß fie auch wäre, kann sie im tode an der welt nicht hangen, Weil noch erfreun? sie mit ihrer lust vergeht. 4. Der ruhm, nach dem wir trachten, Den wir unsterblich achten, Ist oft ein falscher wahn; Melodie 36. So balb der geist gewichen, Und 753. Ad! wie nichtig Und unser leib verblichen, Vergißt man leicht, was wir gethan. 5. Wie bald wird das zerrinnen, Was wir mit müh gewinnen; Was unser fleiß erwirbt! Kann wohl, was wir besißen, Uns vor dem tøde schüßen, Wo bleibt dies alles, wenn man stirbt? der menschen denken! Kein beginnen Kann die sinnen Zu dem guten lenken. Wir sind blind uns vorzusehen, Der verstand kann nicht verstehen, Welchen weg er müsse gehen. 6. Was sind des lebens freuden? Wie bald folgt angst und leiden, Und reu auf den genuß! Die ehr, die wir erlangen, um hier damit zu prangen, Ist nichts, da sie verschwinden muß. 7. Was sind selbst alle thro- Dein allweis regieren; Dein er3. Schöpfer! höre, Ich verehre nen? Giebt es wohl irdsche kronen, Die unverwelklich blühn? Kann vor des grabes schrecken Den fürsten purpur decken? Die krone ihn dem tod entziehn? barmen Kann mich armen Stets zum zwecke führen. Darum stehe mir zur seiten; Laß mich deine hand begleiten, Und auf rechtem wege leiten. 8. Wie, wenn die sonn aufgehet, Die rose blühend stehet In ihrer schönsten zier, Und sich doch welkend beuget, Eh sich der abend zeiget: So blühen und verwelken wir. 2. 3war wir streben, Was im leben Nüßet, auszuspüren: Unvermögen Steht entgegen Solches auszuführen; Was kann unser denken machen? Fleiß und schweiß, in sorg und wachen Trifft gar nicht das ziel der sachen. 9. Froh wachsen wir auf erden, Und hoffen groß zu werden, Von schmerz und sorgen frei: Doch in den schönsten tagen, Noch eh wir früchte tragen, Bricht uns ein schwacher wind entzwei. 10. Man rechnet jahr auf jahre, Und liegt doch auf der Oft eh man es gedacht. bahre Manl 4. Deine stärke Führ die werke Stets zum besten ende; Heb die plage, Die ich trage, Durch der allmacht hände. Hilf und rathe deinem kinde, Daß ich, was ich schweres finde, Fröhlich mit dir überwinde. 5. Meinen sorgen Ist verborgen, Wo mein heil entspringet. Ich kann fehlen, Und erwählen, Was mir schaden bringet. Oft hat, wider alles hoffen, Weil mir deine gnade offen, Mich ein reiches glück betroffen. 6. Dein geschicke Sucht mein In gemeiner Noth. 477 glücke; Drum ich meine sachen Herr! nach deinem willen; Dein Dir befehle, Mich nicht quäle, Denn du wirsts wohl machen. Deiner weisheit will ich trauen, Und auf deine allmacht bauen: Also werd ich wunder schauen. 7. Gieb, versage, Tröste, plage, gemüthe, Das voll güte, Soll mein herze stillen. Du wirst alles dir zu ehren, Meine seligkeit zu mehren, Und zum nuß des nächsten kehren. II. In gemeiner Noth. Die Litaney. Erster chor. Zweiter chor. Eleison. Christe Eleison. Eleison. Erhöre uns. himmel, 754.ie t. Kyrie Christe Herr Gott vater im Erbarm dich über uns! Herr Gott sohn, der welt heiland, Erbarm dich über uns! Herr Gott heilger geist, Wir arme sünder bitten, Du wollest uns erhören, lieber Herre Gott! Und deine heilige christliche firche regieren, schüßen und vermehren, Bei deinem reinen wort und heiligen sakramenten uns väterlich erhalten, Durch deinen todeskampf und blutigen schweiß, Durch dein freuz und tod, Durch dein heiliges auferstehn und himmelfahrt, In unsrer leßten noth, Am jüngsten gerichte, Erbarm dich über uns! Sei uns gnädig! Verschon uns, lieber Herre Allen rotten und ärgernissen Gott! Sei uns gnädig! Hilf uns, lieber Herre Gott! Vor allen sünden, Vor allem irrthum, Vor allem übel, Vor des teufels trug und list, Vor bösem schnellen tod, Vor pestilenz und theurer zeit, Vor frieg und blutvergießen, Vor aufruhr und zwietracht, Vor hagel und ungewitter, Vor feuer- und wassersnoth, Vor dem ewigen tod, Durch deine heilige geburt, Alle bischöfe, pfarrherren und kirchendiener im heilsamen worte und heiligen leben erhalten, Behüt uns, lieber Herre Gott. Hilf uns, lieber Herre Gott. wehren, Alle irrige und verführte wiederbringen, Den satan unter unsere füße treten, Treue arbeiter in deine ernte senden, Deinen geist und kraft zum worte geben, Alle, so um deines namens willen verfolget werden, kräftiglich schüßen und versorgen, Allen betrübten und blöden helfen und sie trösten, Allen königen und fürsten friede und eintracht geben, Unserm kaiser ein geneigtes berz zur evangelischen religion und dero bekennern, auch steten sieg wider deine feinde verleihen. Unsern landesherrn mit allen seinen gewaltigen leiten und schüßen, Erhör uns, lieber Herre Gott. 478 dibuang Obern, Rath, Unsern{ } schule und gemeine segnen und behüten, Allen, so in noth und gefahr sind, mit hülfe erscheinen, Allen schwangern und säugenden fröhliche frucht und gedeihen geben. In gemeiner Noth. Aller finder und kranken pflegen und warten, Alle unschuldiggefangene los und ledig lassen, Alle wittwen und waisen vertheidigen und versorgen, Aller menschen dich erbarmen, Unsern feinden, verfolgern und lästerern vergeben und sie bekehren, Die früchte auf dem lande geben und bewahren, Und uns gnädiglich erhören: O Jesu Christe Gottes sohn! O du Gotteslamm, das der welt sünde trägt! du Verleih uns steten fried. 5. Wir lassen eh nicht ab, Bis du dich zu uns neigest: Wir seufzen fort und fort, Bis du uns hülf erzeigest. Herr! deine allmacht kann mit einem wort allein Uns retten kräftiglich Aus trübsal, angst und pein. Gotteslamm, das der welt sünde * 6. Herr! wir bekennen es, Wir habens wohl verdienet: Doch trägt! O du Gotteslamm, das der welt hat dein lieber sohn Uns völlig sünde trägt! ausgesühnet, Da er am freuzesstamm Für unsre missethat Zum lieblichen geruch Sich dir geopfert hat. Erhör uns, lieber Herre Gott. Erbarm dich über uns. Erhöre uns. Eleison. Eleison. Christe Kyrie Christe Beide Chöre zusammen. Kyrie Eleison. uns, o Herr! Sieh uns in gnaden an. 2. Du weißt all unser leid, Du kennest unsre plagen: Ach tröst uns, lieber Gott! Und laß uns nicht verzagen. Es stehet ja bei dir, In deiner starken hand: Wend ab die schwere straf, Und rette unser land. 3. Gedenk der sünden nicht, Die wir begangen haben So viel und manches jahr: Da wir oft deine gaben Verachtet und mißbraucht, Die bosheit fortgeseßt, Und ohne furcht und scheu Dein rachschwert mehr geweßt. 4. Ach schone! Herr, ach schon! Wir fall'n dir in die arme; Jezt ist die gnadenzeit, In gnaden dich erbarme: Laß deine güt und treu, Die schonende geduld Hinfort auch größer sein, Als unsre sündenschuld. 7. Wir können, außer ihm, Für uns und unsre sünden Kein ander lösegeld, Kein ander opfer finden: Der eingeborne sohn Der ists, den tragen wir Dir, vater! allemal Zum süßen opfer Amen. Mel. O Gott! du frommer Gott. 755. Gott vater, höre doch für. Nach deiner großen 8. Ach! den hochheilgen leib güte, Was unser blöder mund Uns kreuz für uns gehenket, Das Und trauriges gemüthe In unsrer purpurfarbne blut, Mit welchem angst und noth Nicht recht vor- er uns tränket, Das bringen wir bringen kann. Herr! hilf vor dich In wahrer reu und leid, In gemeiner Noth. 479 Gott dich Und dein verdienst allein Wird alles ganz gewis Ja, ja! und amen sein! Im glauben und gebet, aller gütigkeit! 9. O vater! du wirst ja Dies opfer nicht verachten, Das sich so williglich Für uns hat lassen Es Mel. Vater unser im himmelr. err! der du unser Auf welches iſt gelegt Die fünd 756. Her! vater bist, O werder ganzen welt, Die es alleine trägt. ther heiland Jesu Christ! O süßer trost, o heilger geist! Dreieinger Gott! der hülfe leist; Erhalte deiner firchen wohl, Mach alle lehrer geistes voll. 10. Darauf vertrauen wir, Drum laß uns nicht verderben; Nimm an dein's lieben sohns Geburt, freuz, leiden, sterben, Und heilig auferstehn, Für die geerbte schuld, Auch selbst begangne sünd, Und schenk uns deine huld. * 2 11. Beschüß, Herr! deine kirch; Und weil sie stets muß kämpfen, So hilf der feinde macht Und liftgen anschlag dämpfen: Erhalte bis ans end Auch Herr! an unserm ort Den reinen gottesdienst, Dein seligmachend wort. 12. Gieb allgemeinen fried, Daß deine firch auf erden Und unser vaterland Erquicket möge werden! Behüt vor theurung, pest, Vor wassersnoth und brand; Gieb heilsam regiment, Gieb glück zu allem stand. 13. Errett uns all' aus noth, Die wir darinnen stecken: Ach! wende gnädig ab, Furcht, elend, angst und schrecken: Sei unser schuß und rath, Gott! brich das joch entzwei, Und mach uns über all Von plag und drangsal frei. 14. Für diese wohlthat all, Die du uns wirst erweisen, O vater! wollen wir Hernach dich immer preisen, Und deine gnad und güt Und deines namens ehr In steter dankbarkeit Ausbreiten mehr und mehr. 2. Erhalt dein wort und sakrament, Wehr dem, der uns von solchen trennt. Brich aller feinde joch entzwei, Und mache die bedrängten frei. Laß deine kirch im wachsthum stehn, Und nichts als güldnen frieden sehn. 3. Regiere unsre obrigkeit, Daß sie dein lob und ehr ausbreit. Die unterthanen wohl regier, Und einen guten wandel führ. Es schmücke sie zu jeder zeit So gnade als gerechtigkeit. 4. Sei unsers kaisers schuß und hort, Lenk sein herz auf dein reines wort. Halt unsers königs haupt beglückt, Mit alter, heil und ruhm geschmückt; Schüß den beschüßer deiner lehr, Und allen seinen feinden wehr. 5. Ban unsers königs hohes haus, Und breite dessen macht weit aus, Laß stamm und zweig' im flore stehn; Laß uns stets einen erben sehn, Der thron und fron und chur besigt, Und unser land in friede schüßt. 6. Gieb seinen räthen weisen rath, Befördre selber rath und that Zu unser aller wohlergehn, Laß auch ihr wohl im flore stehn, Nimm unsre stadt(* unsern ort*) und ganzes land In deine treue 15. Hierauf so sprechen wir Invaterhand. Jesu Christi namen Auf sein un- 7. Schüß uns vor frieg, pest, trüglich wort Ein gläubig freudig theurer zeit, Und gieb uns fried amen. Jesu Christ! durch und fruchtbarkeit: Gieb berg 480 In gemeiner Noth, und falzwerk dein gedeihn, Laß deine kirch auf erden Und unser unsre nahrung glücklich sein; Gieb vaterland Erquicket möge werden; allen, die in hungersnoth Und Behüt vor theurung, pest, Vor dürftig sind, ihr täglich brot. wassersnoth und brand; Gieb heilsam regiment, Gieb glück zu allem stand. 8. Sei wittw- und waisen zugethan, Nimm dich der alt- und schwachen an: Bewahr, o Herr! die schwangern wohl, Die jugend mache tugendvoll, Bewahr den ehestand vor weh, Die unterdrückten, Herr! erhöh. 6. Errett uns all aus noth, Die wir darinnen stecken: Ach! wende gnädig ab Furcht, elend, angst und schrecken. Sei unser schuß und rath, Gott! brich das 9. O frommer Gott! was nüß- joch entzwei, Und mach uns überlich ist, Das schenk uns doch durch Jesum Christ. Gieb uns dich als das höchste gut, Gieb, was der seele nöthig thut, Auch was des leibes nothdurft heißt; Daß unser herz dich lobt und preist. all Bon plag und drangsal frei. * 7. O Jesu Gottes sohn! In gnaden uns erhöre; O Jesu Christe! hilf Zu deines namens ehre. O Jesu, Gottes lamm, Du heil der christenheit! Erbarm dich über uns, Gieb friede, trost und freud. Mel. O Gott, du frommer Gott. ott vater, john und 757. Gott geist, Voll weisheit, güt und stärke! Erhöre unfer flehn, Erhöre, Herr! und merke, Sieh an all unsre noth; Erbarm dich gnädiglich, Erbarme dich, o Herr! Herr! erbarme dich. 2. Wir fallen dir zu fuß, Du wollest unser schonen, Uns nicht nach unserm thun, Nicht nach 758. Hund bülf verheißt, Mel. Vater unser im himmelr. err, der du verdienste lohnen: Gieb, daß durch deine hülf Uns immer feel und leib, Auch ehre, haab und gut Ohn allen schaden bleib. Gott vater, sohn und heilger geist, Du heiligste dreieinigkeit, Erbarm dich deiner christenheit! 3. O vater! hilf uns doch, Wir Erbarm dich, Herr, du treuer bitten dich von herzen Durch dei- Gott! Erbarm dich, Herr, in alnes sohns geburt, Blutschweiß, ler noth! kreuz, tod und schmerzen, Auch 2. Verschon uns, Gott, ach durch sein auferstehn, Und seinen Gott! verschon Und uns nicht himmelgang; Hilf uns, Herr nach verdienste lohn: Gedenk an unser Gott! All unser lebelang. deine große gnad, Vergieb uns 4. Beschüße deine kirch, Und unsre missethat: Gieb, daß uns weil sie stets muß kämpfen; Soehr, gut, seel und leib Durch deihilf der feinde macht Und listgen ne hülf ohn schaden bleib. anschlag dämpfen: Erhalte bis 3. Wir bitten dich, o vater! ans end Auch, Herr, an unserm noch Um Christi willen, hilf uns ort Den reinen gottesdienst, Dein doch: Durch sein' geburt, blutseligmachend wort. schweiß und noth, Durch seine 5. Gieb allgemeinen fried, Daß wunden, freuz und tod, Auch 8. Gott vater, sohn und geist, Voll weisheit, güt und stärke, Erhöre unser slehn, Erhöre, Herr! und merke; Sieh an all unsre noth: Erbarm dich gnädiglich, Erbarme dich, o Herr! D Herr! erbarme dich. In gemeiner Noth. 481 auferstehn und himmelgang, Hilf wort, Wend ab pest, theurung, uns, Herr! unser lebelang. krieg und mord: All denen, die in nöthen sein, Mit rettung, hülf und trost erschein. 4. Verleihe, daß bei reiner lehr Auch gottesfurcht sich bei uns mehr; Daß man die jugend wohl erzieh, All ärgerniß und sünden flieh: Hilf, daß mit schanden untergehn, Die deinem worte widerstehn. 5. Laß die regenten insgesammt Sorgfältig sein in ihrem amt: Den landesherrn(* Die obrigkeit*) und unsern ort Beschüß Mel. Aus tiefer noth schrei ich 2c. und ſegne immerført: Gieb heil- 760. Her err! schau in was sam friedlich regiment, Pest, theurung, unglück von uns wend. 6. All denen, die in nöthen sein, Mit rettung, hülf und trost erschein: Zerbrich das joch, nimm weg die last, Womit du sie beleget hast; Durch deine allmacht, güt und tren Mach sie von plag und drangsal frei. gefahr und noth Wir jetzt zusammen schweben! Gedenke, daß du, treuer Gott! Versicherung gegeben: Nuf mich an in der zeit der noth, So rett ich dich, dein Herr und Gott. Drum rufen wir: Herr! hilf uns. 2. Herr! dieser hülfe sind wir zwar nicht werth, als große sün7. Jesu Christe, Gottes der; Doch finden sich noch hier sohn! O Jesu Christ, du gnaden- und dar Viel deiner frommen thron! O Jesu Christ, du Gottes- kinder: Um deren willen schicke lamm! Das aller welt sünd auf du Uns rettung, rath und hülfe sich nahm; Erbarme dich, hör zu In diesen großen nöthen. unsre bitt, Erbarme dich, gieb deinen fried. 8. Herr! der du gnad und hülf verheißt, Gott vater, sohn und heilger geist, Du heiligste dreieinigkeit! Erbarm dich deiner christenheit, Erbarm dich, Herr, du treuer Gott! Erbarme dich in aller noth. 3. Amen, dies alles werde wahr: Erhör und hilf uns immerdar, O vater in dem höchsten thron! Durch Christum deinen eingen sohn: Daß du, dein sohn, und beider geist In allen von uns werd gepreist. Mel. Vater unser im himmelr. ott vater! denk an 4. Laß dir die vielen kinder doch Zugleich zu herzen gehen, Als die, was gut und bös ist, noch 759. an, du Aus unschuld nicht verstehen; Ach! zu Ninive gethan, Schon uns um ihrent willen. " seine wunden, blut und noth, Die sind ja für die ganze welt Die zahlung und das lösegeld; Deß trösten wir uns allezeit, Und hoffen auf barmherzigkeit. 3. Wär auch der frommen anzahl klein, Die dieses land bewohnen; Und würden der nur zehne sein, Wirst du doch unsrer schonen: Damit dein strenges strafgericht Die frommen, nebst den bösen, nicht Zugleich verderben möge. 5. Weil sünder, welches möglich ist, Sich noch bekehren können; So wirst du ihnen jetzt noch 2. Die obern leit mit deiner frist Und raum zur buße gönnen. hand, Beschüß und segne unser Du willst ja, Herr! nicht ihren land, Gieb allerends dein heilig tod; Drum laß die allgemeine 31 In gemeiner Noth. 482 noth Sie nicht sammt uns verderben. 6. Herr! würde sich dein großer ruhm Nicht unter uns vermindern, Wenn du dein erb' und eigenthum, mit allen deinen findern In solcher trübsal untergehn, Und in gefahr ohn bülfe stehn, Und gar verderben ließest? 7. Wiewohl dies alles dienet nicht, Die hülfe zu erzwingen: Daher wir vor dein angesicht Ein ander mittel bringen, Die bitte, die dein theurer sohn Für uns ablegt; brum, vater! schon Um dieses mittlers willen. 8. Laß seine wunden, kreuz und tod Dein vaterherz bewegen. Er rette uns aus unsrer noth, Und zeig uns deinen segen. Durch seine marter, qual und pein Laß das verderben ferne sein, Und eile uns zu helfen. sind sonst ganz und gar verlorn. Ach laß dich doch verfühnen Durch deines sobnes theures blut, Das gnug für alle sünde thut, Die wir begangen haben. 2. Herr! weil die überhäufte sünd, Die nimmermehr zu zählen, Uns leid von ganzem Herzen sind; Sei gnädig unsern seelen. Dich jammert ja des sünders noth, Hast nicht gefall'n an seinem tod, Und willst nur, daß er lebe. 3. Hierauf so rufen wir zu dir In Christo deinem johne; Wir flehn und seufzen mit begier, Sei gnädig, Herr! und schone. Wend ab die wohlverdiente noth, Dein grimm uns beftig schreckt und droht, Ach Herr! uns nicht verstoße. 4. Laß es mit uns nicht gar sein aus, Wie unsre feinde hoffen. Laß uns dein heiligthum und 9. Herr! unser Gott! wir lie- haus Noch ferner stehen offen. gen hier Vor dir auf unsern Den feind von unsern grenzen tnieen, Wir lassen auch nicht ab jag, Mach, daß ihm herz und von dir, Bis du uns gnad verlie- muth verzag, Wehr allen, die hen. Wir hoffen sestiglich darauf, gern kriegen. Und hören nicht mit beten auf, Bis du uns, Herr! geholfen. 10. Nun, treuer vater! laffe dir Die noth zu herzen gehen, Und die gefahr, darinnen wir Im ganzen lande stehen. Errett uns bald durch deine hand, Daß wir und unser armes land Beschüßt erhalten bleiben. 11. Wir wollen für die hülfe dich Von ganzem Herzen preisen; Und was der schwachheit halber sich Allhier nicht läßt erweisen; Das soll in froher ewigkeit Bei mehrerer vollkommenheit Ein beßres lob erseßen. * 5. Hilf, Herr! daß wir die güldne zeit Der heimsuchung er. kennen: Behüt vor theurung, frieg und streit, Vor wajjer, pest und brennen. Ach sei uns gnädig, Herre Gott! Ach sei uns gnädig in der noth, Auf deine gut wir hoffen. 6. Erleuchte unsre herzen nun, Mit ceines geistes gaben, Daß wir rechtschaffne buße thun, Dich stets vor augen haben; Der wohlverdienten straf entgehn, Und ewiglich dein antlig sehn, Durch Jesum Christum, amen. Mel. Aus tiefer noth schrei ich zc. err! straf uns nicht 762. Wenn wir in höch sten nöthen sein, und wissen nicht, wo aus noch ein, 761. Her! in deinem zorn, Und finden weder hülf noch rath, Wie wir es wohl verdienen. Wir Ob wir gleich sorgen früh und spat: In gemeiner Noth. findes noth 2. So ist dies unser trost allein, wollte Ihres Daß wir voll andacht insgemein schmerz: So vergesse ich Dich sehnlich bitten, treuer Gott! Ulm rettung aus der angst und noth: 483 und doch nicht Meine vatertreu und pflicht; Du bist mir im herzen blie ben, und in meine hand geschrieben. 3. Und heben unser aug' und herz Zu dir in wahrer reut und 3. Dieses hast du, Herr! verschmerz, Flehn um der sünden sprochen; Es ist ja dein eignes vergebung, Und aller strafen lin- wort, Das du nimmermehr gederung. brochen, Sondern hältst és im4. Die du verheißest gnädiglich merfort: Datum sieh auch nun All denen, die drum bitten dich und hör, Wie sich qual and Durch unsern heiland Jesum noth vermehr; Schan, wie deine Christ, Der unser trost und für kleine heerde Allerends geängstet sprach ist. werde. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott! Und klagen dir all unsre 4. Reine lehre vorzubringen Manches orts verboten ist: Irrnoth: Weil wir jeßt stehn ver- thum andern aufzudringen, Braulaffen gar In großer trübsal und gefahr. GotSonchet man gewalt und list. tesfurcht wird nicht geacht, dern nur dahin getracht, Wie man seines herzens willen Auch mit sünden mög erfüllen. * 6. Sich nicht an, daß die sünde groß, Sprich uns davon aus gnaden los. Steh uns in unserm elend bei, Mach uns von allen plagen frei. 7. Auf daß von herzen wir dafür Nochmals mit freuden van ken dir, Gehorsam sein nach dei nem wort, Dich allzeit preisen hier und dort. 8. Gott vater, sohn und heilger geist, Von dem uns alle gnad herfleußt! Hilf uns, die wir dein erbe sein, Du bist ja unser Gott allein. 5. Sa fein mitleid, fein erbarmen Ist da, wo man kriege führt; Man beraubt und quält die armen, Denen hülf und schuß gebührt. Man sieht, wie man sie auszehrt, Ohne ende ganz verheert, Insgemein auch so be schwere, Als wenn Gott nicht richter wäre. 6. Noch sind sonst viel fromme herzen, Die im kreuz und elend sein, Die in frankheit, angst und schmerzen, In anfechtung, noth und pein: Oder die zu ihrem lohn Leiden neid, haß, spott und Gott hohn, Wenn sie nicht in bösen vergißt mein ganz und gar; Ersachen Mit der welt gemeinschaft will nicht zu herzen fassen Meine machen. trübsal und gefahr. Aber ist auch Mel. Jesu! deine heilge wunden. ion spricht: ich bin 763. 3 verlaſſen, * 7. Ach Herr! siehe an und wohl ein weib, Das den sohn höre, Die da seufzen ført und von ihrem leib nicht mit zärtlich- fort, Hilf, daß übung veiner lehre feit umarme, Und sich über ihn Sei und bleib an allem ort; Daß erbarme? man nicht einander baß, Deine 2. Wenn auch eine mutter wahrheit nicht verlaß, Auch nach sollte haben solch ein steinern solcher möge streben Heilig und herz, Daß sie ganz nicht achten gerecht zu leben. undmig mit 31* 484 In gemeiner Noth 8. Die gewaltigen der erden 5. Ach, daß man einmal hören Laß doch stiften fried und ruh: sollt Gott reden und zusagen, Laß sie feind den kriegen werden, Wie er selbst rettung schaffen Und darneben sehen zu, Daß krieg,(* friede geben*) wollt, Und tilelend, noth und plag Ueberall gen alle plagen: Daß unser land aufhören mag: Daß die armen nicht gar verderb, Und daß sein vor Gott treten, Freudig für die volk und heilig erb Auf thorheit obern beten. nicht gerathe. 9. Denen, die in noth sich finden, In betrübniß, sorg und leid, Gieb, daß sie es überwinden, Warten deiner stund und zeit. Vater! hilf doch gnädiglich, Daß dein Zion freue sich, Wir auch denn im himmel oben Allesammt dich ewig loben. 6. Doch zeigt er die hülfreiche hand, Wo man ihn fürcht't und liebet; Daß ehre wohnt in unserm land, Wenn man die tugend übet, Daß güt und treu zu jeder zeit, Und friede und gerechtigkeit Sich küssen und begegnen: 7. Daß treu auf erden wachsen kann, Recht auch vom himmel schaue: Auf daß hinführo jedermann Sein land mit segen bane: Daß uns der Herr viel gutes thu, Und daß gerechtigkeit dazu Im schwange vor ihm bleibe. * 8. Dies alles, water! werde wahr, Du wollest es erfüllen: Erhör und hilf uns immerdar Um Jesu Christi willen; Denn dein, o Herr! ist allezeit Von nun an bis in ewigkeit Das reich, die macht und ehre. Mel. Wo Gott der Herr nicht. 764. err, der du vormals gnädig haft Geholfen deinem lande, Gefangne Jacobs auch der last Befreiet und der bande: Der du vormals aus lauter gnad Deins volkes sünd und missethat Bedecket und vergeben. 2. Der du vormals die jammerstimm Der armen stets erhöret, Und deines zorns gerechten grimm In gnad und huld verkehret; Tröst uns nun, unser beit und Gott! Errett uns aus 765, Nerr du treuer Mel. Vater unser im himmelr. imm von uns, heil der großen noth: Laß all' ungnade fallen. 3. Ach zürnest du denn immerdar, Ohn ende, ziel und maaßen? Willst du den zorn so viele jahr Wie feuer brennen lassen? Geht ohn' erbarmen dein gericht? Willst du uns, Herr! erquicken nicht, Daß wir uns deiner freuen? Gott! Die schwere straf und große noth, Die wir mit sünden ohne zahl Verdienet haben allzumal. Behüt vor krieg und theurer zeit, Vor seuchen, seur und großem leid. 2. Erbarm dich deiner bösen knecht, Wir bitten gnad und nicht 4. O großer Gott! erbarm dich das recht. Denn so du, Herr! doch, Es steht in deinen händen; den rechten lohn Uns geben willst Du kannst allein das schwere nach deinem drohn; So muß die joch Der trangfal von uns wen- ganze welt vergehn, Und kann den. Wir sehen nicht zeit, maaß kein mensch vor dir bestehn. noch ziel, Bei dir sind ja der mittel viel; Nur hilf uns, Herr! in gnaden. 3. Ach Herr und Gott! durch deine treu Steh uns mit trost und rettung bei; Beweis uns ace.com und zwar um Abwendung der Kriegesnoth. 485 deine große gnad, Und straf uns| Noch raum und frist gegeben, nicht nach unsrer that. Wohn uns Daß jeder von uns immer zu mit deiner güte bei, Dein zorn Sein amt und werk in fried und und grimm fern von uns sei. ruh Verrichtet und vollendet. 4. Warum willst du so zornig sein Auf uns, die gegen dich so klein? Weißt du doch wohl, du großer Gott! Daß wir nichts sind als erd und koth; Es ist ja unsre schwachheit nicht Verborgen deinem angesicht. 5. Die sünd hat uns verderbet sehr, Der teufel plagt uns noch viel mehr: Die welt, auch unser fleisch und blut Uns zu verführen niemals ruht. Solch elend kennst du, Herr! wir flehn, Ach laß es dir zu herzen gehn! 6. Gedenk an Christi bittern tod, An seine wunden, blut und noth, Die sind ja für die ganze welt Die zahlung und das lösegeld; Deß trösten wir uns allezeit Und hoffen auf barmherzigkeit. 7. Leit uns mit deiner rechten hand, Und segne ferner stadt und land! Gieb uns allzeit dein heilig wort, Behüt vor teufels list und mord. Bescher ein seligs stündelein, Auf daß wir ewig bei dir sein. Um Abwendung der Krie gesnoth und um beständigen Frieden. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 766. H err Gott! wir loben deine macht, Wir preisen deine güte, Die uns so väterlich bewacht, Mit freudigem gemüthe; Dieweil du kriegsgefahr und leid Von uns bis jetzt auf diese zeit, Aus gnaden abgewendet. 2. Wir häufen täglich unsre schuld Durch unser böses leben; Allein du hast uns, voll geduld, 3. Wie ruhig kann der handelsmann Sein werk und handel treiben! Wer sich von arbeit nähret, kann Bei brot und ehren bleiben. Der landmann wartet vieh und feld, Und wenn er seine saat bestellt, So erntet er in frieden. 4. In unserm lande herrscht kein schwert, Unschuldige zu tödten; Es bleibt von feinden unverheert Und frei von kriegesnöthen. Uns schadet nicht der bösen truß, Die obrigkeit verschafft uns schuß, Wir können sicher schlafen. 5. Allein was hört man für beschwer Von vielen andern landen! Wie kläglich geht es da nicht her, Wo kriegesnoth vorhanden! Weil schwert und hunger manchen frißt, Weil ca gefahr der seuchen ist, Nebst raub, brand, noth und jammer. 6. Gott lob! es macht uns deine treu Von der gefährlichkeiten Bis diesen tag in gnaden frei, Gieb ferner stille zeiten; Breit in der welt den frieden aus, Und treibe krieg und streit hinaus: Gieb rub in unsern gränzen. 7. Wenn auch der feind uns schon anfiel; So wollest du ihm wehren. Seß du ihm, Herr! so maaß, als ziel, Heiß ihn zurücke kehren. Beschüß die riegel unsrer thor, Hilf der gerechtigkeit empor, Daß frieb und recht sich küssen. 8. Gieb allen mächtigen den sinn, Daß sie doch friede halten, Und durch gerechtigkeit forthin Ihr amt in ruh verwalten: So wollen wir denn für und für Die gnadenreiche güte hier Mit Herz und mund verehren. 486 In gemeiner Noth und zwar 9. Gott water, sohn und heil- und sinn hast du ja, Herr! in ger geist! Für solche große gnade händen: Du kannst sie auch allein Sei jetzt und immerdar gepreist: dahin Wo dirs beliebet, wenden. Hilf, daß kein feind uns schade, Ach neig sie kräftiglich dazu, Daß Und gieb, daß künftig immerfort sie doch halten fried und ruh Und Glück, fried und ruh an unserm allem jammer steuren. ort Beständig grün und blühe. 7. D Herr! wir fallen dir zu fuß, Du wollest gnade geben, Daß wir hinfort durch wahre buß Auch 767. N Gott! wir tre- fried und ruh zu leben. ten jetzt vor bessern unser leben; Daß wir nicht selbst, an unserm theil, VerMel. We Gott der Herr nicht. hindern dieses große beil, In 8. Breit über unser ganzes Mit traurigem gemüthe: Wir bit- land Die flügel deiner gnaden. ten dich bemüthiglich, Rett uns Beschüß in segen jeden stand Vor durch deine güte. Schau, wie die große friegsgefahr Sich zu uns naht, und ganz und gar Uns zu verderben dräutet. brangsal, noth und schaden. Wir wollen solche gütigkeit Und vatertreu zu jeder zeit Mit dankbarfeit erheben. Bei herannabender Kriegesgefahr. 2. Gedenke, vater! jetzt nicht Bei gegenwärtiger Kriegeemehr, Daß wire verdienet haben. Gedenke nicht, daß wir so sehr Berunehrt deine gaben. Wir haben sie viel jahr und zeit Zur noth. bracht, zur wolluft, üppigkeit Und 768. Gott! Die noth, Mel. O Gott, du frommer Gott. roß ist, treuer schwelgerei mißbrauchet. 3. Wie oft ist nicht der neben so uns betroffen; Der sünden christ Gedrückt, wohl gar betro- menge läßt Uns zwar kaum gnade gen: Durch schein des rechts, ge- hoffen: Doch dies ist unser trost, walt und list, Das seine ihm ent- Du bist voll gütigkeit, Du nimmst zogen: Was wunder, daß du nun die strafe meg, Wenn uns die gefinnt, Die vormals unerkannte sünde reut. fünd Mit strafen zu vergelten? 4. Doch, Herr! verzeih die misfethat Um Jesu Christi willen, Der für uns deinen eifer hat Am freuze wollen stillen: Da ist die schuld auf ihn gelegt, Er ist das lamm, das für uns trägt Die sünd und fündenstrafe. 2. Wir liegen hier vor dir, Bereuen unsre sünden: Ach laß uns gnad und huld Um Christi willen finden: Treib kriegesnoth zurüc Durch deine starke hand, Verleib uns fried und ruh, Schüß unser vaterland. 3. Erhalte deine kirch In die sen bösen zeiten, Da tenfel, höll und welt Sie überall bestreiten. Dein ist die sach, o Gott! Drum wach, und mach dich auf; Schlog eine wagenburg Um deinen kleinen hauf. 5. Um dessen willen hilf uns nun, Und höre unsre klagen. Laß uns in frieden wieder ruhn, Statt wohl verdienter plagen. Erbarm, o Herr! erbarme dich, Und rett uns alle gnädiglich Von frieg und friegsbeschwerden. 4. Laß alle menschen sebn, Las 6. Der fürsten herzen, rath jedermann erfahren, Du seist allein um Abwendung der Kriegesnoth. der Gott, Der sein volk wohl bewahren Und hülfe senden kann, Wenn niemand hülfe weiß. Dafür sag alles volk Dir dank, lob, ehr' und preis. 5. Wir sprechen nun getrost In Jesu Christi namen Auf sein untrüglich wort, Ein gläubig freudig amen! O Jesu Christ! durch dich Und dein verdienst allein Wird alles ganz gewiß Ja, ja! und amen! sein. 487 6. Drum werfen wir in deine arme Uns, vater der barmherzigkeit! Und sleben voll vertraun: erbarme Dich über uns zur schweren zeit. Laß gnade doch für recht ergehn; So bleiben wir noch aufrecht stehn. Mel. Wer nur den lieben Gott. 769, zieht, o Gott! ein friegeswetter Jeßt über unser haupt einher: Bist du, Herr! hier nicht unser retter, So ists für unser land zu schwer. Sieh, wie die fürsten sich entzwein, Und sich zu unterdrücken bräun. 2. O laß uns hier allein, o vater! Auf dich und deine versicht schaun; Auf dich, den mächtigsten berather, Und nicht auf men schenhülfe baun, Die ohne dich uns gar nichts nüßt, Die nur durch dich uns kräftig schützt. 3. Kein blinder zufall herrscht auf erden; Du bist es, der die welt regiert. Laß uns der feinde spott nicht werden, Die dieser frieg jest zu uns führt. Seid böse, völker! rüstet euch! Sei du für uns, so fehlt ihr streich. 7. Doch findet, Herr! dein weiser wille Noch ferner züchtigungen gut: So schweigen wir und bleiben stille Bei dem, was deine vorsicht thut. Wer nur gewiß, daß er dein kind, Weiß, daß es vaterschläge find. 8. Die kleine einsicht unsrer seelen, Herr! schreibe niemals dir was vor. So grob laß du uns nimmer fehlen; So weit vergeht sich nur ein thor. Ist gleich, was deine weisheit ihut, Uns oft virborgen, ists doch gut. 9. Nicht grimmig, sondern nur mit maaßen Sind deine strafen eingericht't. Du wirst uns nicht verderben lassen, Nein vater! nein, das thust du nicht. Wir sollen nur durch angst und pein Geprüfet und gereinigt sein. 10. Zuleßt wird jeder sagen müssen: Das hat Gott, unser Gott, gethan. Gerecht ist er in seinen schlüssen; Ihn bete dankbar alles an! Er hilft und er errettet gern; Lobsinget ihm und preist den Herrn! 4. Die allerfeinsten friegeslisten Bereitelt leicht dein weiser Mel. Herzliebster Jesu, was haft. rath. Nie wird der feind bas 770. err, unser Gott! nicht zu schanland verwüsten, Das dich, Gott! zum beschüßer hat. Durch dich den werden Die, so in ihren bat oft die kleinste macht Ein nöthen und beschwerden Bei tag großes heer zur flucht gebracht. und nacht auf deine güte sehen, Und zu dir flehen. 5. Was hilft dem feinde seine menge? Was hilft dem riesen große macht? Der roß und wagen stark gebränge Jfts nicht, was sieg und heil verschafft. Der mensch vertraut darauf zwar gern; Jedoch der steg kommt nur vom Herrn. 2. Mach alle die zu schanden, die dich hassen, Die sich allein auf ihre macht verlaffen. Ach, lehre dich mit göttlichem erbarmen Doch zu uns armen! 3. Schaff du uns beistant wi 488 In gemeiner Noth und zwar der unsre feinde. Sprichst du ein| Und danken ewiglich, Daß du, wort, so werden sie bald freunde, auf unser flehen, Uns hülfreich Dann müssen sie die waffen nie- angesehen, Und uns bei unserm derlegen, Und sich nicht regen. leben Nun fried und ruh gegeben. 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen. Vergebens ists, auf menschenhülfe bauen. Mit dir nur kann man thaten thun und kämpfen, Die feinde dämpfen. 7. Hilf doch durch deine treu, Daß er beständig sei; Laß uns in unsern jahren Den krieg nicht mehr erfahren; Laß uns im friede sterben Und deine ruh ererben. 5. Du bist der held, der sie kann untertreten, und die erretten, die im glauben beten. Wir traun auf dich, wir schrein in Jesu namen: Hilf, helfer! amen. krieg anzünden. 8. Dein geist, Herr! lehr uns auch Des friedens rechten brauch, Daß uns die friedenszeiten Zur buß und beßrung leiten; Und wir durch neue sünden Nicht neuen 9. Dies alles wollst du nun, Danklied nach wieder erlang- Herr Gott! aus gnaden thun, tem Frieden. Sprich selbst das ja und amen Uns, die wir deinen namen Hier und im himmel oben Ohn alles Mel. Auf meinen lieben Gott. 771. Sagt Gott dem höchende loben. sten dank, Erhebt den lobgesang, Ihr alten nebst den jungen! Erhebet mund zungen, Daß ihr den helfer preiset, Der uns den frieden weiset. 2. O wie so manches land Ist leider! uns bekannt, Das durch den krieg verheeret, Und gänzlich ausgezehret! Dies unglück wird Bei ihrer Annäherung. Mel. In dich hab ich gehoffet zc. geendet, Weil Gott den frieden 772. Ach Gott! du unsers lebens licht, und Um Abwendung ansteckender Seuchen von Menschen und Vieh. 3. Erhebt Gott immerdar Jhr, welche die gefahr Des krieges hart geplaget, Von haus und hof gejaget: Gott selbst zerbrach die waffen, Um frieden uns zu schaffen. 4. Sagt euer lebelang Jhm ehre, preis und dank; Er legt das rachschwert nieder, Und giebt den frieden wieder; So, daß der fried erquicket, Was erst der krieg gebrücket. 5. Was hat uns seine hand Für schäße zugewandt! Dieweil wir alle gaben In friede ruhig haben, Wodurch wir hier auf erden Beglückt und fröhlich werden. 6. Nun, Gott! wir loben dich, unsre burg und zuversicht, Du trost und heil der armen! Wir bitten dich Demüthiglich, Erzeig uns doch erbarmen. 2. Wir fürchten, Herr! die große noth Der seuche, die uns nahe droht, Sie fänget an zu wüthen; Drum flehen wir, Du wollst dafür Aus gnaden uns behüten. 3. Ach straf, o Herr! uns arme nicht Nach deinem strengen zorngericht mit dieser bösen seuche; Hilf uns, o Gott! Daß nicht die noth In unsre häuser schleiche. 4. Zwar könntest du nach deinem wort Auch unser land und diesen ort Durch seuch' und pest um Abwendung ansteckender Seuchen von Menschen und Vieh. 489 verheeren, Und ganz und garsler eil Von einem ort zum an Der sünder schaar Aufreiben und dern. verzehren. #sandh 5. Wir haben dir oft widerstrebt, und oftmals arg vor dir gelebt, Viel missethat verübet; Wir haben dich Oft freventlich Mit übelthat betrübet. 2. Wir alle müssen nun vor dir, O großer Gott! bekennen, Dein grimm hab' ursach, auch allhier, Und wider uns, zu brennen: Weil wir ja leider! insgemein Nicht im geringsten frömmer sein, Als die du jetzt heimsuchest. 6. Doch handle nicht, liebreicher Gott! Ach handle nicht, Herr zebaoth! Mit uns nach unsern sünden: Nein, vater! nein, Laß uns allein Für recht jetzt gnade finden. 7. Ach schenk uns doch aus gütigkeit Die schuld, die uns von Herzen leid, Und laß uns nicht verderben; Ach sprich uns frei, Und steh uns bei, Daß wir nicht plözlich Laß unser vieh nicht) sterben. 8. Nimm unsre bitte gnädig wahr, In dieser dringenden gefahr Uns mächtig zu behüten: Laß, ewges licht! Dies übel nicht An unserm orte wüthen. 9. Beschüß uns, Herr! mit deiner hand, Beschüße dieses ganze land, Sammt allem, was wir haben: Verlaß uns nie, Erfüll' uns früh mit deiner gnade gaben. 3. Deshalben treten wir vor dich In herzens reu und buße. Wir fallen dir demüthiglich, Gott, unser schuß! zu fuße: Die böse seuche von uns kehr, Durch deine güt und allmacht wehr Dem tödtlichen verderben. 4. Ach Herr! ach zeig uns jetzt dein heil, Laß uns doch vor dir leben, Und auch an dir fort haben theil; Gesundheit gieb darneben. Gleichwie man seinem auge thut, So halt du uns in deiner hut, Daß wir bewahret bleiben. 5. Befiehl den engeln auch hinfort, Auf händen uns zu tragen; Und mach uns frei an jedem ort Von diesen schweren plagen; Wend ab die noth und die gefahr, Uns und die unsrigen bewahr, Die wir auf dich nur trauen. 6. Doch, vater! thu, was dir beliebt, Wir wollen dirs empfehlen. Wer sich in deinen willen giebt, Darf sich nicht ängstlich quälen. Ein sperling ist sehr wenig werth, Und doch fällt keiOner auf die erd, Wenn du es 10. So wollen wir, voll dankbarkeit, Dich, höchster vater! jederzeit Von herzen ehren, preisen, Und denn auch dort, werther hort! Dir ewig lob er- nicht verstattest. weisen. 7. Wir wissen, daß du alle haar Auf unserm haupt gezählet; Es Mel. Aus tiefer noth schrei ich zc. dient zum besten immerdar, Was Gerechter Gott! uns beine weisheit wählet. Du wirst uns und 773. liegt im sinn Die schwere straf und plage, Die bis zu unsern grenzen hin Sich nähert alle tage: Denn 8. Steh denen anderswo auch ach! die pest, dein scharfer bei, Die schon das unglück trofeiner seuche fen: Gieb, daß ihr glaub beständig pfeil, Fliegt da herum in schnel- sei, Laß in geduld sie hoffen, Daß uns wird gut und selig sein, Bis an das ende geben. 490 In gemeiner Noth und zwar du aus gnaden ihnen doch Mit 7. Doch sollen wir gezüchtigt hülfe wirst erscheinen noch, Es sein; So flöß uns die gesinnung komm auch, wie es wolle. ein, Daß wir bereitet stehen, * 9. Gott vater, sohn und heil- Wann dirs gefällt, Aus dieser ger geist! Der du zu allen zeiten welt Vor deinen thron zu gehen. Die größte güt und macht be- 8. Beut denen deine hände dar, weist Selbst in gefährlichkeiten; Die jetzt in törtlicher gefahr UmBehüt auch nun uns gnädiglich, ringt mit bangen schrecken, Und Daß wir für alle wohlthat dich laß ihr herz Im herben schmerz Noch hier auf erden preisen. Den felch des trostes schmecken. Bei gegenwärtiger Seuche. Mel. In dich hab ich gehoffet 2c. 774. H err Gott! vor deiner majestät Wirft unser brünstiges gebet, Mit angst erfüllt, sich nieder. erwacht, Der ſeuche macht Würgt schon die nahen brüder. 2. D Gott! wie groß ist diese noth! Sie kommt, sie wächst, und fall und tod Bedeckt das land mit leichen. Kein widerstand Von menschenhand Macht den verderber weichen. 9. Laß, da die demuth vor dir fleht, Laß, trener vater! bies gebet Zu dir erhörlich dringen: So soll den dank Dir lebenslang Das herz zum opfer bringen. bebt der Freis der welt, Wenn von deinem angesichte Zorn auf übertreter fällt. Gott auch reich an gütigkeit! Merke jetzt auf unser leid; Da wir deine ruthe küssen, Die wir schmerzlich fühlen müssen. 2. Ach! wir sehen zum verderben Deine hand schon ausgerect; Da uns unsers viehes sterben, Das sich sehr verbreitet, schredt. Was du uns zur arbeit gabst, Und womit du uns auch labst. 4. Ach vater! gehe mit uns Das erwürgt durch schnelle nicht Nach unsern sünden ins streiche Die verborgne macht der gericht. Erbarmer! ach ver- seuche. schone! Erlaß die schuld, Nach beiner huld, In deinem liebsten sohne. 3. Sie bräut auch unsrer missethat; Wenn nicht dein liebes voller rath Uns noch mit lang. muth träget. Sind wir mehr werth, Als die dein schwert Jetzt häufig niederschläget? 5. Erbarme dich, erbarme dich, jetzt getroffen hat. Unser, unser Und blicke jetzt auch väterlich Auf ist die schuld; Weil wir deine tief gebeugte sünder! Du kannst große huld Und den reichthum allein Mit hülf erfreun; Errette deiner gaben Oftmals sehr mißbeine finder. brauchet haben. 6. Errette mächtig land und ort Von dieser bösen seuche mord. Entferne furcht und plagen. Gieb, was uns gut, Gieb frohen muth, Das glück von unsern tagen. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 775. Herr! erschrecklich im dir 3. Gott! wir müssen es bekennen, Unsre große missethat heißt den feuereifer brennen, Der uns 4. Aber handle mit uns armen Nicht nach sündlichem vergehn; Laß uns für das recht erbarmen, Gnade statt der rache sehn. Unser sehr gebeugtes herz Ist voll reue, schaam und schmerz Ueber unsre um Abwendung ansteckender Seuchen von Menschen und Vieh. 491 viele sünden; Herr! laß uns ver- ret. Freudig machet unser mund gebung finden. Deines namens ehre fund. 5. Schau auf den, der durch sein sterben Deinen schweren zorn gestillt, Und, uns gnade zu erwerben, Folgsam dein geseß erfüllt. Seine zahlung für die welt Sei auch unser lösegeld. Laß uns auch für unsre sünden Trost in seinem blute finden. 2. Groß sind deiner vorsicht thaten. Du hilsst menschen und dem vieh; Beiden weißest du zu rathen, Denkest, ja du sorgt für sie. Auch wir habens jetzt erfahren; Da du mit versöhnter hand Schwere plagen abgewandt, Die dem vieh verderblich waren; Und, durch diese gütigkeit, Uns aus großer noth befreit. 6. Steure der gewalt der plage; Sprich! so zieht der würger fort; Ach! verkürze diese tage, 3. So beweisest du aufs neue, Und erquicke land und ort. Laß, Daß dein rath uns zwar betrübt; o Gott! durch dein gedeihn Müh Aber auch, nach wort und treue, und mittel kräftig sein, Die du Wenn es nüßet, rettung giebt. für des viches leben Menschen Durch dies heil hast du gezeiget, zum gebrauch gegeben. Daß dein thron nach dem gebet 7. Gieb geduld in trübsalszei- Sn bedrängniß offen steht, Und ten, Wenn wir noch nicht hülfe dein herz zu dem sich neiget, sehn. Hilf uns in versuchung Der, von leiden hart gedrückt, streiten, Wachen, beten und be Seufzer gläubig zu dir schickt. stehn, Daß, wenn deine vaterzucht ins durch freuz zu bessern sucht, Wir auch deinen zweck und willen, Und zur heiligung, erfüllen. 8. Höchster! wir, wir sind in allen Deiner leitung unterthan. Blicke doch lins bedrängte wieder an: So wird unser mund und herz Freudig, nach gestilltem schmerz, Deines namens ruhm zu mehren, Dich mit lob und dank verehren. 4. Dank sei dir auch für das gute, Das du durch des kreuzes last Und durch schläge deiner ruthe Väterlich gesuchet hast. Gieb dazu nun deinen segen; Laß uns deine züchtigung Auch zur wabmit wohlgefallen ren besserung Und zum sündenhaß bewegen, Daß der trübsal bitterfeit Uns zur seelenruh gedeiht. 5. Sei gelobt, daß du der plage, Da sie würgte, bald gewehrt, Und, nach manchem trüben tage, Dich voll huld zu uns gekehrt. Laß uns das nun dankbar haben, Was du väterlich beschüßt, Und uns zur erhaltung nüßt. Segne den gebrauch der gaben, Daß er, wie du forderst, treu, Und das herz begnügsam sei. dem vollkommen heiten Kein erschaffnes wesen 6. Vater! nimm dich deiner gleicht. Und der uns, sie auszu finder, Nimm dich ihrer ferner breiten, Einsicht, sinn und zunge an. Dulde, schone, wenn wir reicht! Unser herz, vom dant gesünder Oft vor dir nicht recht rühret, Rühmt die treue, huld und gethan. Laß dir unser glück und macht, Die bisher für uns ge- leben Künstig auch empfohlen wacht, Und wohlthätig noch regie- sein. Herz und güter dir zu Danksagung nach überstandener Krankheit. Mel. 15. Sollt ich meinem Gott. 776, a. Gott an 492 doits dun ned In gemeiner Noth und zwar weihn, Wirst du selbst uns kräfte 5. Gott lob! nun kann man geben, Bis dich einst der selge ohne scheu Vergnügt beisammen geist, Frei von plagen, ewig leben; Ein jeder ist vom schrecken preist. frei, Darin er mußte schweben. So gnädig hast du's, Gott! gemacht, Drum sind wir sämmtlich drauf bedacht, Daß wir dich würfür ſolche güMel. Herr Gott! der du erforsch. 776. b. un wollen wir preis, Gott unser helfer, brin- tigkeit Durch unsre ganze lebensgen: Wir wollen dir, nach höch- zeit Von herzen dank erweisen. frem fleiß, mit herz und mund 6. Lob sei dir, Gott im höchlobsingen; Dieweil du uns in sten thron! Für deine vatergüte: sterbensnoth So treu beschüßet, Lob sagt dir, Jesu Gottes sohn! daß der tod Uns nicht dahin ge- So zunge als gemüthe: Lob sei rissen: Wofür wir alle lebens- dir, Gott heilger geist! Sei lang Dir, o Gott vater! preis jetzt und immerdar gepreist, Gott! und dank Von herzen sagen daß du uns erhöret. Wir sind müffen. befreit von dieser pest, Und sehn, wer sich auf dich verläßt, Dem werde trost bescheret. 2. Wir waren noch vor kurzer zeit Ein scheusal allen leuten: Sie alle wichen weit und breit 7. Die sündenstraf ist nun Von uns auf allen seiten. Wir dahin, Drum stehn wir ab von wurden deiner strafe ziel, Weil sünden: In unserm Gottergebuns die seuche übersiel, Der lohn nen sinn Soll sich nichts böses für unsre sünden; Hier war kein finden. Der vorsaß bleibt: der mensch, der sicher war, Kein ort sündenlauf Hör mit der seuche befreiet von gefahr, Kein plaß, völlig auf; Nichts soll Gott wo ruh zu finden. mehr bewegen Mit seuchen uns 3. Wir waren, höchster! allzu- hinfort zu dräun. Du wirst uns, mal mit Herzensangst umgeben. Herr! behülflich sein, Daß wirs In lauter trübsal, furcht und erfüllen mögen. qual Bestand das arme leben. Der tod rif täglich viel ins grab, Die noth nahm zu, die menschen ab, Die kunst war hie vergebens. Nichts trieb des würgers macht zurück, Es schien uns jeder augenblick Der letzte unsers lebens. Um Abwendung der Theurung und Hungersnoth. um die tägliche Nothdurft. Mel. Nun freut euch liebe ic. 777. Gott giebt die nahrung jedermann 4. Zu dir, Gott, unser helfer! hat Der deinen herz geschrieen: Als seiner hände werken; Wir Drum hast du uns die missethat sehn es mit erstaunen an, Wir Aus vatertreu verziehen. Du könnens täglich merken: Doch haft durch deine gnadenhand Das will er, daß insonderheit Wir übel von uns abgewandt, Uns christen seine gütigkeit Gebührend gnädiglich behütet. Gott lob und darum bitten. dank! wir leben noch, Da die gemeine seuche doch So sehr um uns gewüthet. 2. Deshalben rufen wir zu dir, Um deine milden gaben, Die wir, o höchster Gott! allhier Am 493 um Abwendung der Theurung und Hungersnoth. meisten nöthig haben: Wir bitten| theuren zeiten, Und schenk vernicht um überfluß, Nur was die armten leuten Zur nothdurft nothdurft haben muß An essen und deine gaben, Den matten leib zu an trinken. laben. 3. Laß uns in gutem fried und ruh, Was du uns giebst, genießen: Gieb dein gedeihen immerzu Zum pflanzen und begießen. Ernähr uns, segne dieses land, Die obrigkeit und jeden stand; Laß heil und wohlfahrt blühen. 4. Gieb fleider, nahrung, brot und was Zum unterhalt gehöret; Daß ehr und zucht ohn unterlaß Sich unter uns vermehret. Gieb fromme kinder und gemahl, Und gut gesinde überall, Auch nachbarliche treue. 5. Behüt uns christen insgemein Vor geiz und nahrungssorgen; Laß unser herz zufrieden sein, Ohn ängsten um den morgen. Ein jeder tag hat seine last; Ich nehme an, was du mir hast Für jeden tag gegeben. Bei gegenwärtiger Hungers noth. Mel. Auf meinen lieben Gott. 778. Non bir, liebreicher 5. Du nährst der vögel schaar; Darum vergiß nicht gar, Liebreicher Gott! der deinen: Hör unser kläglich weinen, Sei gnädig deinen kindern, Laß unsre noth sich mindern. 6. Die vatertreu steht fest, Die uns nicht darben läßt; Der wollest du gedenken, Und uns die nahrung schenken, Den jungen nebst den alten Das leben zu erhalten. 7. Herr, unsre zuversicht! Laß unsern glauben nicht In theurung untergehen, Du wirst ja bei uns stehen; Du kannst, was unser leben Erfordert, reichlich geben. 8. Jedoch, gefällt es dir, Nimmst du durch hunger mir Dies jammervolle leben; Wirst du ein beßres geben. Dir sei es heimgestellet, Machs, Herr! wie birs gefället. 9. Wir habens wohl verschuldt; Drum gieb uns nur geduld, So lang dies elend währet: Wird uns bein troft bescheret, So wolund einst ewig droben. ser täglich brot, Was hat dich doch bewogen, Daß du es uns entzogen? Nur unsre schwere sünden, Die deinen zorn entzünden. Mel. Von Gott will ich nicht. 2. Dein eifer höre auf, Wehr 779, Du reicher Gott der armen, Du schöpfer nun der theurung lauf; Laß dich aller welt, Du vater voll erbarso vieler armen, O milder Gott! men, Der ewig glauben hält! erbarmen. Laß uns nicht gar Weil du gebet erhörst; So kommt verderben, Und nicht durch hunger zu dir mit beten Auch alles sterben. fleisch getreten, Weil du es alles nährst. 3. Wir hättens zwar verdient; Jedoch wir sind versühnt Durch Christi tod und leiden; Drum laß den hunger scheiden, Der uns anjeho plaget, Am meisten arme naget. 2. Herr! unsre große sünden Verdienen diese noth Der theurung, wir empfinden, Was uns dein wort gedroht: Ein frucht4. Bergiß der alten schuld, bar erdreich soll, Um seiner Erzeig uns deine huld In diesen bürger willen, Nichts tragen, 494 In gemeiner Noth und zwar sie nicht füllen. Ach! unser maaß| furcht gedeihen, Daß wir uns deiist voll. ner freuen Zu deines namens preis. hart. In Feuers- und Wassersnoth. 3. Ach! unser boshaft leben Drückt nach verdienst uns Du wollest es vergeben Nach treuter vaterart. Die fünde trägt zwar frucht; Doch diese frucht bringt schaden: Ach Herr! vergieb aus gnaden Dem, der dein ántlig Mel. Wenn wir in höchsten nöth. sucht. In Feuersgefahr. 4. Ertrag uns mit erbarmen, 780, a. Mein Gott! es ein Wir fühlen wahre reu. Erhöre feuer aus: Beschüße menschen, doch uns armen Nach deiner sich und haus, Nicht es zu deiwundertreu. Du bist die zuvernes namens ruhm, Bedeck uns, ficht, Zu der wir alle fleben, Auf Herr! dein eigenthum. die wir alle sehen! Darum ver- 2. Ich ruf dich an in dieser laß uns nicht. noth, Beweise deine macht, o Gott! Und rett uns doch durch Jesum Christ, Wenn deine stunde kommen ist. 3. Herr! hilf und lösche gnädiglich, Scht bitt ich, und dann preis ich dich; Gott, rett uns doch, durch Christi tod, Von dieser und von aller noth. 5. Gott, unser heil, ach! wende Der zeiten schweren lauf; Thu deine milde hände, Den schaß der allmacht auf. Was nur ein leben hat, Nährst du mit wohlgefallen: Drum, vater! gieb uns allen Die nahrung, mach uns satt. 6. Du rufst dem nichts, o vater! Damit es etwas sei: Sei jetzt auch Gott und rather, Bei derer Mel. Ach Gott vom himmel! sieb. angstgeſchrei. Die sonst der hun- 780. b. Es bat bein zorn, ger frißt; uns erhöre Zu deiner gnade ehre, Die immer tröstlich ist. der stark entbrannt, Ein feuer angestecket, O höchster Gott! das deine hand, Die alles fügt, erwecket. So strafft du unsre missethat, Die mehr, als Drückt dies, verdienet hat. O vater! sei uns gnädig. 7. Herr! deine brünnlein blei ben An mildem segen reich. Laß uns dies feste gläuben: uns die theurung gleich; Sorgt deine gütigkeit Dennoch für unser leben und kann bald reichlich geben, Was unser Herz erfreut. 8. Laß alle frucht gerathen, Und baue du das land; Erquicke feine saaten mit deiner gnadenhand; Mach fruchtbar, was man pflügt, Bieb sonnenschein und regen, Daß dein gewächs und segen Uns wiederum vergnügt. 9. Dein gutes überschütte Und fröne jahr und zeit; Es triefen deine tritte Von fetter fruchtbarkeit. Laß, vater! unsern fleiß Bei deiner 2. Du ließest dort auf böse pech, Bliß, fener, schwefel regnen; Und willst dem noch, der wild und frech, Mit flamm und gluth begegnen: Soll dieses auch an uns geschehn, Wie elend wird es uns ergehn! O vater! sei uns gnädig. 3. Ein heftig feuer brennet sehr, Wirft funken, gluth und flammen; Allein dein eifer brennt viel mehr, Und schlägt mit macht zu sammen: Und, geht dies feuer völlig an, Wer ist denn, der es löschen tann? O vater! sei uns gnädig. in Feuers- und Wassersnoth. 495 3. Doch blicktest du nach deiner huld Necht väterlich auf unste schuld, Und hieltest dieser flammen lauf, Der übrigen zu schönen, auf. 4. Vergieb die schuld, heil unsre feel, So wird die gluth sich stillen: Die sünden sind ihr nahrungsöl: Und blos um deren willen, Herr! zündest du dies feuer an, Das niemand von uns löschen kann. O vater! sei uns gnädig. 5. Herr! stille deines zornes trost und rath, Die jetzt dein zorn lauf, Gieb, daß wir uns bekeh- betrübet hat. ren; Denn hört dein zorn nur 5. Gieb, daß ihr leid, wie sichs erstlich auf, Wird auch der brand gebührt, Das herz verschonter aufhören. Bewahr uns, Herr! wir bitten dich, Und die da löschen, gnädiglich. D vater! sei uns gnädig. brüder rührt; Damit sie nicht im wohlergehn Vergessen, armen beis zustehn. 6. Hilf, daß der ernst, den du gezeigt, Uns auch zur besserung gereicht. Laß uns forthin, dich zu erfreun, Schon deiner güte folgsam sein. 7. Erbarmer! ach! vor gluth und brand Und andrer noth schüß unser land, Daß unser mund, von flagen frei, Dir heilig, fröhlich dankbar sei. 6. Dabin, wo noch kein fener ist, Laß doch die gluth nicht gehen; Und wo der brand noch um sich frißt, Da heiß ihn stille stehen, Und sprich: bis bieber komm allein, Hier sollst du ruhn und stille sein. Ovater! sei uns gnädig. 7. Wir sünder, wir verdienen zwar Den schweren schwefelregen: Wie klein ist nicht der frommen schaar; Doch laß dich, Herr! bewegen, Gedenk, was Christus hat gethan, Sieh unsre zarten finder an. D vater! ſei uns gnädig. 8. Hilf gnädig, und erseße auch, Durch deinen reichen segen, Was wind und feuer, dampf und rauch In staub und asche legen. Behüt uns, schone diesen ort Vor gluth und brand, und sei hinfort Uns, treuer vater! gnädig. 4. Wir preisen die barmher- a zigkeit, Die sich dadurch an uns erneut. Erquick auch die mit Für Abgebrannte. Mel. Nun ruhen alle wälder zc. 782. jammervolle tage, D Da und plage Uns hart betroffen hat! Ein großes maaß voll thränen Ist unter ach und sehnen Jezt unsre speise früh und spat. 2. Gott! unsre herzen bluten Von deinen schweren ruthen, Es ist um uns geschehn. Dein feuer schlug die flammen Schnell über uns zusammen, Daß niemand Nach einer Feuersbrunst. Mel. Wenn wir in höchsten nöth. 781. Gott, der des feuers konnte widerstehn. schnelle kraft Zum 3. Wo sind doch unsre häuser! segen und verderben schafft! Ach! Sie wurden als die reifer Verschrecklich hat es deine macht An- zehret durch die gluth. Wir sut jego über uns gebracht. chen allerwegen, Wo wir doch 2. Da liegt der häuser bau zer- bleiben mögen, Gleichwie ein arstört, Durch fürchterliche gluth mer fremdling thut. verheert. Dies hat, Herr! deine 4. Man höret auf den gaffen hand gethan, Wir sehen es mit Von denen, die verlassen, Ein schrecken an. kläglich angstgeschrei: Uch weh! In gemeiner Noth und zwar 496 wer will der armen Sich fernerhin erbarmen, Wer steht uns in dem jammer bei? 5. Herr! dessen strenge rechte Uns arme sündenknechte, Wie billig, nicht verschont: Wir häuften unsre sünden, Nun müssen wirs empfinden; Du hast uns nach verdienst gelohnt. In Wassersnoth. Mel. Hilf mir mein Gott 2c. Laß uns, o 6. Doch fallen wir in buge, 783, a. Wir stehn in noth, Dir, höchster Gott! zu fuße, Er- Gott! Die fluth nicht überkennen unsre schuld: Ach! schlage schwemmen: Nimm uns in acht, doch gelinder Auf uns erschrockne Wehr ihrer macht, Du kannst sie kinder, Und zeig uns wieder gnad leichtlich hemmen; Verbirg jezt und huld. nicht Dein angesicht, Gedenk an uns in gnaden. Die tiefe dräut Uns allbereit Mit einbruch, noth und schaden. 2. Zwar machen wir Durch unrecht hier, Das land dem wasser offen; Drum rauscht dein grimm Mit ungestüm, Und angst hat uns betroffen; Der sünden hauf Erhebt den lauf Des stroms, der schnellen wogen: Allein verzeih Aus vatertreu, Die sich uns nie entzogen. 3. Sei unser hort Nach deinem wort Um Jesu Christi willen: Wenn der uns ist nicht selbst beschüßt, Wird nichts die wellen stillen. Du mußt allein Die schußwehr sein Um unser gut und leben; Wir wollen dir, O Herr! dafür Dank, preis und ehre geben. 7. Gedenk an deine treue, Wir flehen voller reue, Ach! merk auf unser flehn! Du bist ja unser vater, Erhalter und berather, Laß uns nicht gänzlich untergehn. 8. So groß der sünden schade; So ist doch deine gnade Noch größer, als die schuld; Du kannst uns nicht verderben, Denn Christi blut und sterben Erwirbt uns deine gnad und huld. 9. Wir flehn durch seine wunden, Wo wir stets heil gefunden, Ach! gieb uns trost und heil. Laß sich um deren willen, Gott! deinen eifer stillen, und bleib du unser bester theil. 10. Es soll dir leib und leben 3u deinem dienst ergeben, Und aufgeopfert sein. Dein geist, Herr! soll uns führen, Und jederzeit regieren; Dein wort allein soll uns erfreun. 13. Erbaue, was zerstöret, Und was die gluth verheeret; Erseße diesen brand: So wollen wir von neuen Uns deiner güte freuen, Und ehren dankbar deine hand. Mel. Auf meinen lieben Gott. 783.b. Die wasſersnoth ift groß; Ach Gott! 11. Indessen gönn uns armen, O vater! dein erbarmen, Und steh wir fliehen blos Zu dir und deiuns mächtig bei, Daß künftig neuer ner güte, Daß sie uns jetzt behüte; segen Auf allen unsern wegen Er- Weil alles sich ergießet Und schredfreulich um und bei uns sei. lich auf uns fließet. 12. Gieb wieder, was zusam- 2. Das wasser steiget sehr, men Wir in den heißen flammen Rauscht schreckensvoll daher, Will So schleunig eingebüßt. Erfülle alles überschwemmen; Wer will dies begehren, Wenn solches dei- die fluthen hemmen, Was kann nen ehren Und unsrer wohlfahrt davor bestehen? Ach! alles muß dienlich ist. vergehen. in Feuers- und Wassersnoth. 497 3. Es raubt die wilde sluth Bewiesest du erbarmen. Es brach Uns güter, muth und blut; Dein dein vaterherz, Du zeigtest an grimm läßt ströme fließen, Die uns armen, Daß du von herzen sich wie berg' ergießen, Daß län- doch Die menschen nicht betrübst, der, städt' und flecken Voll angst Und im betrüben auch Sie, als davor erschrecken. ein vater, liebst. #nQ 01 4. Vergieb uns unsre schuld, Und hab, o Herr! geduld, Laß Christi blut verfühnen, Was wir mit recht verdienen; Befrei uns, deine schafe, Von der verdienten strafe. 5. Herr! deines zorns gewalt Verdirbt uns allzubald: Ach! laß, um Jesu willen, Sich sturm und wellen stillen; Man hört die fluthen schallen: Ach! laß das wasser fallen. 6. Ach Gott! sieh an die noth, Das elend und den tod, Die wir vor augen sehen, Laß dirs zu herzen gehen; Wie nah sind wir dem sterben! Ach hilf, eh wir verderben.nl 7. Du ließest, Gotteslamm! An deinem kreuzesstamm Das blut mit strömen fließen, Ach! laß uns deß genießen, Ach Jesu! wir verderben, Ach! laß uns selig sterben. 8. Ach! guter geist, wir flehn, Laß uns bald rettung sehn, und sende sie behende; Sonst gieb ein selig ende, Daß, wo wir ja verderben, Wir dennoch selig sterben. Nach geendigter Wassersnoth. Mel. Nun danket alle Gott 2c. 784. Lob, ehr und dank sei dir, gesungen, Daß du durch deine macht Die wilde fluth bezwungen. Es tobete der wind, Das wasser schreckte sehr, Die wellen rauschten schon Fast über uns daher. 2. Doch mitten in dem zorn 3. Dein sohn war unser fels, Auf den sich unser hoffen Ganz sicher gründete; Drum ists auch eingetroffen: Der sturm erschütterte, Doch fiel das haus nicht gar; Weil es auf diesem fels Des heils gegründet war. 4, Nun ist der sturm vorbei, Die fluth hört auf zu toben. Gott! du hast sie bedroht Mit starker hand von oben. Die wasser laufen ab, Der mensch wird wieder froh, Der, voll von furcht und angst, Zu hohen orten floh. 5. So sei denn nun gepreist, O vater voller güte! Nimm an, was wir dir jetzt Aus dankbarem gemüthe Für deine große treu Zum opfer bringen dar: Selbst unser herz soll sein Der lob- und dankaltar. 6. Wir rühmen deine macht; Denn die gebot den wellen, Daß sie sich legeten, Und uns nicht konnten fällen; Du sprachest nur ein wort: Bis hieher sollt ihr gehn! Da konnten wir uns gleich Frei und errettet sehn. di 7. Dies hat der Herr gethan! Der fluthen auch gebieten Und sie bezwingen kann, Wenn sie aufs stärkste wüthen. Nun wissen wir Der wind und meer beherrscht, gewiß: Er ist der Herr und Gott, Der Herr Gott Zebaoth. 8. Es soll, Herr! deine hülf, Die du uns jetzt erwiesen, Von uns nicht nur anjeßt, Auch künftig sein gepriesen. Der ruhm von dieser hülf Erschall so lang wir sind, Ér daure immer fort, Bei find und findeskind. 9. Wir wollen dir hinfort 32 498 In gemeiner Noth, und zwar Allein zu ehren leben, Und nicht Mel. Auf meinen lieben Gott. mehr, wie bisher, Mit fünde wider 785. b. Es steigt ein wetdenn auch Mit deinen strafen ein, Und laß in deiner hand Uns eingezeichnet sein. Mein herz! zu Gott hinauf, Fall ihm durch wahre buße Und reu in eil zu fuße, Daß alle meine sünden Durch Christi tod verschwinden. 2. du 10. Erfreue nun das land, Das du bisher betrübet; Erquicke, Herr! Das sich dir ganz ergiebet Zu ewig- treuem dienst; Bieb neue fruchtbarkeit Und schenk auf diese fluth Uns segensvolle zeit. à 129 Ich habe Jesum Christ In meinen glaubensarmen, Und slehe um erbarmen; Ach! schon um desſen willen, Er kann den eifer stillen. 3. Gieb mir, durch Christi blut, Herr! getrosten muth, Der sich nicht knechtisch scheue, Dich liebe, deiner treue In allem findlich Bei großem Ungewitter Fisce und Sturm. Bei heftigen Donnertraue, Auf deine hülfe baue. Gewittern. aim them! 4. Ich will mit dem, was mein, In dir gelassen sein; Dein flügel Mel. Wie groß ist des allmächt. wird uns decken, Vertreibe nur 785. a. Der mächtige, ber das schrecken! Umfaß uns, Herr! in gnaden, uns den nicht schaden. 5. O Gott! verlaß uns nicht, Bleib unsre zuversicht. Allmächtiger! behüte Uns jetzt nach deis ner güte. Wir wollen, weil wir leben, Dir preis und ehre geben. ter, Vor dem der engel niederfällt, Gott redet donnernd aus dem wetter, Und ruft voll majestät der welt. Anbetend sinkt der erdkreis nieder; Der wald ertönt; es bebt die flur; Und blize sa gens blißen wieder: Gott ist der herrscher der naturl Mel. Erbarm dich mein, o Herre. 2. Laß dich auch seine ſtimme 785. c. Ad Gott! wie Sei ganz o mein herz! Den dank, das lob, die ihm gebühren, Entweihe fein unheilger scherz. Es rufen ( Hottes wahren kindern Selbst donner, gnad und ſegen zu. Sie rufen schonend sichern sündern; Und ihren ruf verstehst auch du. 3. Verstumme, freches heer der spötter! Furcht und verzweiflung warten dein. Der Herr ist Gott! es fagts das wetter. Die welt, die ganze welt ist sein. Ihr bebt, elende! wollt ihr fliehen? Kein ort schüßt euch und euren spott. Nichts kann dem mächtgen euch entziehen. Er fennt, er straft euch, er ist Gotto 1080 98 dein grimm, Wer ist der dich nicht zitternd ehrt? Wenn man, Herr! deine donnerstimm Aus finstern wolken schrecklich hört. Ja, vater! ich, dein schwaches kind, Erkenne deine große macht, Und wie gar nichts wir menschen sind, Da jest dein himmel blißt and fracht. 2. Die erde, Gott! durch dich erregt, Erschüttert sich jetzt fürchterlich: Wenn du nur schnaubest, wird bewegt Der berge grund, und fürchtet dich. Allmächtiger! dein arm ist schwer, Wenn du im zorn ibn ausgestreckt, llnd wirft die strahlen hin und her, Wir beten, Herr! doch sehr erschrech bei großem Ungewitter und Sturm. 499 ein solch gewaltig reich, Dem alles gleich zu fuße fällt? hinge 3. Wir hätten wohl verdient,| mel und in aller welt; Wer hat o Gott! Weil unsre sünden schwer und viel, Daß du durch einen schnellen tod Im zorn bestimmtest 9. Sprich nur ein wort, so wei unser ziel. Doch weil wir deine chet bald Des schweren wetters finder sein, Dein volk und schafe grausamkeit: Dein wort durch deiner weid, Und uns die sündringet mit gewalt Die ganze den herzlich reun; So hoffen wir schöpfung weit und breit. Errett barmherzigkeit. uns, höchster! und beweis, Daß du der rechte helfer seist. So sine gen wir dir lob und preis, Dir vater, sohn und heilgem geist. 4. Wir arme wissen nirgend hin, Durchliefen wir gleich alle welt, Wohin wir möchten sicher fliehn; Da dein geschöpf zur rach sich stellt. Wir wissen nichts als deine gnad, Die alle morgen neu aufgeht, Die groß ist und kein ende hat, Die jedermann hie offen steht. 5. Wir schreien in so großer Bei heftigen Sturmwinden. Mel. Kommt, laßt euch den zc. 786. err, ach hilf uns! Und noth, Durch Christum deinen lieb- vergehen in der noth. Ach wir sten sohn, Zu dir, um hülfe, treuer müssen kläglich sterben, Wenn du Gott! Um seinet willen unser nicht aus noth und tod Unser arschon. Ovater der barmherzig- mes leben führst, Und des winfeit! Straf uns ja nicht, wie des sturm regierst. Herr! wir fliehn wir verschuldt: Uns ist die sünde zu deinen armen, Herr! wir herzlich leid, Kehr dich zu uns suchen dein erbarmen. mit gnad und huld. 6. Entzünde nicht durch deinen bliß, Was du an nahrung uns beschert: Herr unsers lebens, ach! beschüß uns selbst, erhalt uns unin 2. Grausam ist des windes wüthen, Der so schrecklich tobt und reißt; Du allein kannst ihm gebieten. Wie du deine macht erweist, Als der bangen jünger schaar uns Mit dir in dem noth, All hoffnung ist zu dir gericht. Behüt vor bösem schnellen tod. Versag uns deine hülfe nicht. 7. Bedecke du mit deiner hand Leib, leben, haus, vieh, gut und haab. Bewahr die früchte auf dem land, Und was uns sonst dein segen gab, Vor schlossen, hagel, wasserfluth, Vor feuersbrünsten gnädiglich. Halt uns, o Gott! in deiner hut; So rühmen wir und preisen dich. nd pon 3. Zwar du hast den wind geschaffen, Uns viel gutes zu verleihn; Willst du aber fünder strafen, Muß er ihnen schädlich sein. Ach! wie oft vergehen wir uns, liebreicher Gott! an dir! Herr! du könntest solch verbrechen Wohl mit schrecken an uns rächen. 4. Herr! du wollst an uns gedenken, Wie ein trener vater thut; 8. Du, Herr! allein bist aller Dein herz gnädig zu uns lenken. Gott, Bliß, donner, feuer, luft Ach wir flehn durch Christi blut: und wind, Ja alles ehret dein Herr! ach reiß uns dieses mal Aus gebot; Du sprichst, une es ge- der angst und bangen qual: Laß schieht geschwind. Ach Herr! wo uns eilend hülfe finden, Schenk ist dir jemand gleich Sm him- uns gnädig straf und sünden. 32* laß auch anjeßt den deinen Deine gnadenmacht erscheinen. find 5.00 In gemeiner Noth, und zwar ind 5. Dräu dem wind, daß er sich willen Auszurichten fertig sind. lege, Gieb uns wieder stille ruh; Sommer, winter, frost und hiße Sprich, daß sich kein sturm mehr Ordnest du so, wie es nüße Zu rege, Denn wir sagen beßrung zu. der erden fruchtbarkeit, Alles zu Herr! wir wollen jederzeit Deines bestimmter zeit. namens herrlichkeit Sezo hier, 6. Denn dich jammert deiner Danklied nach überstandenem Ungewitter. finder: Ob es dir schon wohl bekannt, Größer sei die zahl der sünder: Höret deine milde hand Doch nicht auf, das land zu segnen, Denn du läßt nicht immer regnen; Es muß auch der sonnenschein, Nach dem regen, fruchtbar sein. Mel. Jesu, meines Lebens leben. 787. ot ott, durch dessen 7. Wer ist, der die liebesthaten macht und stärke Deiner hand nicht rühmen muß? Erd und himmel sich bewegt! Wenn du alles wohl gerathen, Wenn mein herz die großen werke Und von deinem überfluß Uns die Deiner allmacht überlegt; So be- fülle läsfest nehmen, Muß man kenn ich, höchster könig! Mein sich ja billig schämen, Daß dich, verstand ist viel zu wenig, Deine Gott! der träge geist Nicht gnug wege bleiben mir Unbegreiflich für rühmet, lobt und preist. und für. dall 2. Geb ich auf des himmels träfte Und auf erd und wasser acht, Wie ein jedes sein geschäfte, Und, wozu du es gemacht, Gleich auf dein geheiß vollbringe; Find ich ja in jedem dinge Wunder, deren hohen preis Ich nicht auszusprechen weiß. 3. Du, Herr! bringst des win- Für die Früchte des Feldes. des brausen Aus verborgnen orten und einst dort oben, Unaufhörlich dafür loben. 8. Ach! daß wir doch, wie wir sollten, Lebten dir, o Gott! allein, Nichts als deinen willen wollten, Dir gehorsam möchten sein; Und von erde, luft und sternen, Mond und sonne möchten lernen! Denn die sind zu jeder zeit Dir zu dienen höchst bereit. Lob Gottes. her; Und sein ungestüm, sein sauergießen, 788, sen Hören wir nicht ohngefähr. Mel. Sei lob und ehr dem höchst. Wenn die wolken sich ob sei Gott, ber, bie Und die strahlen heftig schießen, früchte Gott, Wenn der donner blißt und fracht: der den erdkreis schmücket! Preis Zeigst du deine große macht. sei ihm, ehre, stärk und kraft! 4. Doch vergißt du deine liebe Der, was er schuf, beglücket. Der Gegen deine finder nicht. Sind Herr erschafft! der Herr erhält! die wolken schwarz und trübe; Er liebt und segnet seine welt! Ihnen scheint dein gnadenlicht. Mitten in dem sturm und wetter Bist du selbst ihr schuß und retter; Schonest ihrer blödigkeit, Wenn ihr herz in ängsten schreit. Lobsinget ihm, geschöpfe! 2. Eh noch der mensch den Herrn verließ In jenen selgen tagen, Da war die erd ein paradies, Frei von der fünde plagen. Nun hat 5. Wenn du sprichst, so muß sie sünd und straf entstellt; Doch sich stillen Regen, donner, sturm ist sie noch des schöpfers welt; und wind, Als die alle deinen Ein vorhof seines himmels. für die Früchte des Feldes. 501 sto 3. Das land, das erst erstorben| und einst dir In Christo freudig lag, Erwacht und lebet wieder; sterben. Es strömt an jedem neuen tag Sein segen neu hernieder. Der wurm, der in dem sraube webt, Der vogel, der in lüften schwebt, Erfreut sich seines lebens. 4. Der erden antlig ist verjüngt; Erheitert glänzt der himmel; Gebirg und thal und wald durchdringt Ein freudiges getümmel: Und voll erbarmen schaut herab, Der allen wesen leben gab, Auf seiner schöpfung werke. 5. Doch fühllos nur und unbeseelt Sind auen und gefilde: Auch hast du nicht die thier erwählt zu deinem ebenbilde. Der mensch nur freuet deiner sich; Kennt, fühlet und empfindet dich; Und hofft ein ewig leben. 6. Lobsinget ihm! er ist uns nah! Singt, alle seine heere! Der Herr ist allenthalben da, Sm himmel, erd und meere. Ich preise dich! ich singe dir! Denn du bist, wo ich bin, bei mir Mit allmacht, lieb und gnade. 7. Du rufft die wolken in das land Und stillst den durst der erde, Daß mit den gaben deiner hand 7. Herr! ohne dich vergingen Der mensch gesegnet werde; Du wir, Und wir verdientens auch; machest regen, thau und wind, und dennoch leben wir in dir, Die deiner allmacht boten sind, Beseelt durch deinen hauch. Zu unsrer freude quellen. 8. Selbst wenn ein donnerwetter dräut, Erschrockne länder zittern, Strömt stärkung, segen, fruchtbarkeit Aus schwarzen ungewittern. Dann bricht die sonne neu hervor, Und alles jauchzt zu dir empor, Vor dem die wetter schweigen. Mel. Immanuel der Herr 2c. 789. Noch immer wechſeln ordentlich Des jahres zeiten ab. Früh strömt und spät ergießet sich Dein regen, Gott! herab. 2. Du öffnest deine milde hand, Jehovah Zebaoth! Du segnest, but erfüllst das land mit deinen gütern, Gott! 3. Dein segen aus den wolken träuft Von fett und fruchtbarkeit: Die saat geht auf und blüht und reift, Und sättigt und er freut. isu daig, nil nad 4. Von dir gesegnet, giebt der baum Den schatten, den man sucht, Und seiner schönen zweige raum Erfrischung und auch frucht. noe 05. Wie fröhlich lächelt jede flur! Es fließt sich immer gleich Der freude quell, und die natur Ist unerschöpflich reich. diny misd 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, In tausend bächen zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, So väterlich, wie du? dul 8. Wer, Gott! erfährt nicht deine huld, Wem strahlet nicht dein licht? Mit welcher langmuth und geduld Verschonst du unser nicht? 9. Ach! betet Gott, ihr menschen! an. Erwägts, und denket nun: Was hat Gott schon an uns gethan? Was will er nicht noch thun? aglim onli 9. Von dir kommt, was uns hier erfreut, Du brunnquell aller gaben! Dort wirst du uns mit Um fruchtbare Witterung. ben. Woll, feligkeit In reichen strömen la- Mel. Wenn wir in höchsten nöth. wohl den menſchen, 790. scheint Auf bös vater! deine sonne die schon hier Sich dir ergeben, 400 502 In gemeiner Noth, und zwar und fromme, freund und feind;| noch dazu, Und gieb gesundheit, Die erde wird von dir erleucht't, fried und ruh. the Mit thau und regen auch befeucht'ta dhunoimme se 2. Du machest berg und auen naß, Und läßt drauf wachsen laub und gras; Daß sich die thiere mannigfalt Im felde näh ren und im wald. 11. Bei dir steht alles, Herr! allein, Wir wollen treu und dankbar sein, Und deines großen namens ehr Dafür ausbreiten mehr und mehr. Tho Um Regen bei großer Dürre. Mel. Erbarm dich mein, o Herre. 791. Schließ auf, schließ, den .dorad 3. Uns menschen giebst du brot und wein, Daß unser herz kann fröhlich sein; Du machst, daß es die erbe bringt, Und uns die arbeit wohl gelingt. SQ AR TO DUCH 14. Wir bitten deine gnad und güt, Dein eigne wohlthat uns behüt. Die frucht der erden uns bewahr, Und gieb uns ein gesegnet jahr.oice mel auf, Den deine hand bisher verschließt; Und lenke so der wolken lauf, Daß sich der regen balb ergießt. 3war wir verschließen oft vor dir Und unserm nächsten immerhin, Otreuer Gott! des herzens thür, Ja beistand, hülfe, muth und sinn. 15. Ein fruchtbar wetter uns bescher, Frost, bagel, mißwachs von uns kehr. Wind, regen, thau und sonnenschein Muß deinem wort gehorsam sein. 2. Doch hast du dem ein offnes berz Und offnen himmel zugesagt, 6. Die mäus und schnecken, Der mit viel reu und seelendeine ruth, Und was den früch- schmerz Dir seine noth und sünten schaden thut, Das ungeziefer den klagt; Der auch die ursach von uns treib, Daß dein geschenk aller noth, Die fünde selbst, mit uns völlig bleib. tuna eifer flieht, Die ihm zorn, unglück, strafe, tod, Und deinen schweren fluch zuzieht. 7. Und wenn sich sünde bei uns findt; Denk, daß wir deine finder sind: Thu auf, Herr! deine milde hand, Und segne gnädig unser land. hund monisd thund * Um Sonnenschein. 8. Den himmel mach von wol ken rein, Auf daß die sonne wieder schein, Und bald erwärme und aufricht, Was sonst verdirbt, und wird zunicht.*) * noch)* Um Regen. 169. Gott! erhöre unsre bitt, Und theil uns milden regen mit, Daß wir genießen deine gab', Und auch das vieh sein futter hab.* 10. Wenn deine gnad das jahr denn frönt, Sind wir mit deinem gut belehnt: Thu aber dieses 3. Wir schreien in der noth: vernimm, Herr! unser ängstliches geschrei. Ach straf uns nicht in deinem grimm, Und mach uns von der dürre frei; Ach Herr! wir kehren uns zu dir, Wir ehren dich als unsern Gott, Und flehn voll herzlicher begier: Herr! hör und hilf uns aus der noth. 4. Ach hilf uns bald von deinem thron, Gedenke nicht der sünden schuld; Verschon uns, Herr! durch deinen sohn, Und zeig uns wie der gnad und huld. Leit du uns selbst auf rechter bahn Durch deines geistes kraft und licht; Sich auch das land in gnaden an, Versag uns doch den regen nicht. für die Früchte des Feldes. 15.03 Mel. O Gott, du frommer Gott.| Und öffne deine hand, Und mach 792. Herr, allerhöchster uns deine treu Und gütigkeit beGott! Im himfannt. at all sit of Jan mel und auf erden, Dem wolken, 8. Befeuchte doch das land, luft und wind Allzeit gehorsam Und tränk die matten felder, werden, Wenn dein allmächtig Gieß regen aus und thau Auf wort Sie heißt zu dienste stehn; wiesen, gärten, wälder; Daß, was Laß unser seufzen doch Jetzt in bisher gedürst, Nun wiederum erfüllung gebn. 40 sau aufs neu Durch diesen segensguß 2. Ach überschütt uns doch, Erquickt und fruchtbar sei. O Herr! mit deinem segen; Erfreu uns gnädiglich Mit einem milden regen: Damit das arme land, Das dürr' und elend liegt, Sich wiederum erquickt, und neue fäfte friegt.dind d the 9. Ja, vater! nimm uns doch Nun wieder an zu gnaden; Laß unsre sünden nicht Das land mit fluch beladen: Wir sind auf deinen dienst Und deinen ruhm bedacht; Erfreue, was bisher Dein 3. Du wollest unser flehn Und zorn betrübt gemacht. mis mal seufzen nicht verachten! Der acker 10. Ergieß zugleich dein wort, ist wie staub, Die dürren früchte Als einen gnadenregen. In unser schmachten. Soll denn dein re- mattesbherz Mit tausendfachem gen stets Bei uns vorüber ziehn? segen. Gieb dein gedeihn, o Herr! Dein segen ganz von uns, Als Gieb reiche glaubensfrucht, So von verfluchten, fliehn? wird auch unser land Mit segen 4. Ach viele unter uns Sind heimgesucht. 1981 190) STILL als verfluchte fünder, Als ein abtrünnig volk, Als ungerathnen die bad masin finder, Nicht solcher wohlthat Danklied für den Regen. werth; Und unser undank macht, Mel. Mein herz und seel den 2c. Das billig feld und wald Und 793. Bereit, o Gott! mein verschmacht. nebst allen 5. Wir brauchen, leider! zwar kräften, Entzeuch den sinn den Den überfluß, die fülle, So du irdischen geschäften; Auf daß mein bisher geschenkt, Nicht so, wie es lied, das dir die freude bringt, dein wille, Mit dank und mäßig- Dir wohlgefällt, und durch die feit: Drum strafest du mit recht wolken dringt. un laminid nanind Und, wie wir es verdient, Ein 2. Erhebe selbst in randacht sündliches geschlecht. 6. Wir haben oftermals, Was du uns gabst, verschwendet, Auf wollust, üppigkeit Dein reiches gut verwendet: Drum stellet sich mit recht Die dürre bei uns ein, 3. Du hörest stets Herr! deiUnd diese soll anjeßt Des miß- ner finder flehen, Willst ihr gebrauchs strafe sein. du suno schrei und seufzen nicht verschmämeine scele; So preis ich dich, mein vater! und erzähle, Wie herzlich du uns, deine kinder, liebst, Und aufs gebet uns milden regen giebst. 3 7. Doch, Herr! du hast uns schon Durch Christi blut und schmerzen So manche schuld geschenkt: Trum flehen wir von herzen: Bergieb auch diese schuld, hen; Wir haben kaum vor deinem gnadenthron Die noth geklagt, so bilfest du uns schon. 4. Du siehest auf das lechzende gefilde Und wässerst es reich, gnä 504 In gemeiner Noth, und zwar diglich und milde; Du giebst befehl, er als ein vater thut, Der oft daß sich die milde fluth Hernieder mit dem bösen kinde Langmuth läßt, so wie sie jetzo thut. trägt bei dessen sünde. 5. Ein regenstrom, getrieben von dem winde, Ergießet sich und neßt die dürren gründe. Und unser feld, das zu verschmachten schien, Steht jetzt, Gott lob! ganz fruchtbar, frisch und grün. 6. Wo ist doch wohl ein Gott dir zu vergleichen? Wer giebet uns so gnadenvolle zeichen, Wie du, o Gott! dir muß der sonnenschein, Wind, regen, blitz stets zu gebote sein.md oull fins 7. Nun, großer Herr! wir danken deinem namen; Wir danken dir, daß du gras, frucht und saamen zu rechter zeit bewässerst und erquickst, zu rechter zeit auch trocknes wetter schickst. 8. Auch bitten wir: laß deinen gnadensegen Sich ferner noch um unsre felder legen, Und uns mit dank in ruh, und ungekränkt Genießen das, was deine huld uns schenkt. COMMERC 4. Frommer vater! laß uns blicken Deine vaterlieb' und treu; Laß das land die sonn' erquicken, Deine gnade werd uns neu; Ja, zu unsrer seelen wonne Leucht uns selbst, o gnadensonne! llines Mel. Wo Gott der Herr nicht. 795. ben himmel ganz Gott, du kannst Mit schwarzen wolken decken; Du kannst den heitern sonnenglanz Auch wieder bald erwecken; Halt doch mit vielem regen ein, Und gieb uns wieder sonnenschein, Daß unser land sich freue. un deinen himmel auf; Sei nicht ein zu scharfer richter Ueber unsern sündenlauf: Laß die wolken sich zerstreuen, Und uns sonnenschein erfreuen.mi 2. Die felder trauren weit und breit, Die früchte leiden schaden; Weil sie von vieler feuchtigkeit und nässe ganz beladen. Dein segen, den du uns gezeigt, Der sich betrübt zur erde neigt, Will leider! ganz verderben. 3. Herr! unsre große missethat Hat dieses wohl verdienet; Jedoch Um Sonnenschein bei anhalerzeig uns deine gnad, Weil uns dein sohn verfühnet. Wir komtendem Regen. and it Mel. 3. Mein Gott! ich bin jetzt. men, wir erkennens nun, Wir 794. Herr der schönen bim- wollen ernstlich buße thun, Und unser 4. Gedenk, o Gott! an deine treu, Und laß uns hülfe sehen. Mach deine hülfe bei uns neu, Um die wir findlich flehen. Wie hält sich deine freundlichkeit So hart bei dieser schweren zeit! Du bist ja unser vater. 2. 3war hast du ihn weggenommen, Weil wir finsterniß geliebt; Sollten nicht die fluthen 5. Gieb uns, o Herr Gott kommen Ueber die, die Gott be- Zebaoth! Das licht der heitern trübt? Sollt er die mit licht er- sonne, Und überschütt uns nach freuen, Die den Herrn des lichts der noth Mit freude, lust und nicht scheuen? insdong mag wonne; Entdeck uns jeßt, nach 3. Doch der läßt die sonn auf deiner treu, Daß außer dir kein gehen Beides über bös und gut; segen sei Im himmel und auf Sonnenklar daraus zu sehen, Wiel erden. ban dalam magnat für die Früchte des Feldes. 505 Danksagung nach wieder er bleibt an deinem theil Wohl fest langtem Sonnenschein. na Mel. Nun danfet alle Gott 2c. heißet tren, Wahrhaft, unwanund ungebrochen. Dein name delbar, Und so ist auch dein ruhm; 796. Mein Gott! bu bist Dein wort bleibt ewig wahr. gerecht, und bleibst doch lauter liebe; Stehts mit uns armen gleich Oft kümmerlich und trübe; Scheints gleich, als dächtest du, Bei überhäufter schuld, Nicht mehr an deine treu Und väterliche huld. 8. Nun, Herr! auf deinen wink Verrichten alle kräfte, Auch regen, sonne, wind Und himmel, ihr geschäfte. Wir preisen deine huld, Die auch auf unser flehn Bei unsrer kümmerniß So gnadenbars reich gesehn. #@ 2. Wir menschen reizen dich 9. Ja, Herr! wir preisen dich Mit überhäuften sünden; Und Mit freudigem gemüthe. Vergleichwohl läsfest du Uns huld und sorg uns fernerhin Nach vätergnade finden: Wenn du den arm licher güte; Gieb uns zu rechter auch schon Zu strafen ausgestreckt, zeit Thau, regen, sonnenschein: Und der gedrohte schlag Der sün- Wir wollen dir dafür Von herzen der herz erschreckt. difend dankbar sein. 3. Herr! dein erbarmen kann Kein menschensinn erreichen, Weil's unermeßlich ist: Wenn berg und hügel weichen, Wenn erde, sonn un mond Aus ihrem laufe gehn: Stets unbeweglich stehn. Lite st 4. Wir haben, dir zum preis, Nun dies von jahr zu fahren, Mein Gott! ohn unterlaß, Und jego noch erfahren, Da du des eifers fluth, Nach sündlichem verdienst, In stetem regenguß Auf Zur Saatzeit. Mel. In dich hab ich gehoffet zc. 797, Liebreicher Gott! dein 7. Doch aber, was dein mund Uns fündern treu versprochen, Das sich noch fort und fort Geschäftig auf der erden: Drum kann das feld Mit nug bestellt und angebauet werden. sa st 2. Der ersten eltern fündenfall Hat auf die welt zwar überall Den schweren fluch geleget; Es fleiß Der acker dørnen träget. 5. Die wolken mußten stets Das sonnenlicht bedecken: Wind, 3. Jedoch du machst uns auch regenwetter, sturm Erfüllten uns bekannt, Daß deine milde gnamit schrecken; Weil man nur denhand Zur arbeit giebt gedunkelheit Und finstre nebel sah: deihen. Wenn man dich sucht; Und unsers landes saat War dem So willst du frucht Und segen uns verderben nah. ttest du verleihen. 6. Es schien, als hättest du 4. Drum streut die hoffnung Den bund zurückgezogen, Den saamen aus; Doch, segnest du nicht du mit Noah machtst, Als du den feld und haus, So ist die müh vergnadenbogen, Nach der verder- gebens: Nur deine fraft Und güte bungsfluth, Zum zeichen darge- schafft Uns unterhalt des lebens. stellt, und sprachest: keine fluth a 5. Laß unsre saat gesegnet sein; Verderbe mehr die welt. Gieb regen, wind und sonnenschein, Daß wachsthum und gedeihen Uns spat und früh, Näch 506 In gemeiner Noth, und zwar T forg und müh, Einst wiederum 3. Ach wunder! daß du nicht erfreuen. padurch strafe Uns auch, wie andre 6. Bewahre sie das ganze jahr völker, schreckst, Und aus dem So wohl vor feindlicher gefahr, tiefen fündenschlafe Durch hunAls schädlichem gewitter; Sonst ger, krieg und pest erweckst: Das fehlt das brot, Sonst macht die machet deine gütigkeit, Die schont noth Uns unser leben bitter.suns bis auf diese zeit. in buo 7. Bei solcher faat seb ich 4. O Gott! bekehr uns große allhier Zugleich ein tröstlich bild sünder, Vergieb uns unsre schwere vor mir: Denn unter sturm und schuld; Erbarme dich der armen winden Erhebt sie sich: So muß finder, Und habe doch mit uns auch ich Durch kreuz den himmel geduld. Wirk in uns kräftig durch finden. dein wort, Und treib die lust der 8. Gleich wie das körnlein erst sünde fort. verdirbt, und in der erde gleich- 5. Ach! segne ferner deine sam stirbt, um neue frucht zu gaben, Die jegund in dem felde bringen: So werd, o Gott! Ich stehn; Laß uns gut erntewetter durch den tod Ins beßre leben haben, und alle noth vorüber bringen. gehn. Gieb, lieber Gott! daß jedermann Die früchte völlig ernten kann. sis andinn 9. Auf diesen seligen gewinn Freut bereits mein und finn; Wenn ich bei trüben fällen Die thränensaat Nach deinem mußbestellen. 10. Verleih mir, vater! nur hierbei, Daß ich vor dir kein unkraut ſei; Vielmehr in guten werken Viel früchte bring Und dir lobsing: Hiezu wollst du mich stärken. Talg ind 6. Hilf, daß wir sie in ruh verzehren, Und auch den armen tren davon ernähren; Verhüte doch, o treuer Gott! Bei deiner wohlthat jederzeit Den mißbrauch deiner gütigkeit.do mac asid n 7. Und laß uns künftig also leben, Wie uns dein theures wort gelehrt, Daß wir dir dank und ehre geben, So wird dein segen stets gemehrt: So führst du uns einst insgemein Zur ernte in den himmel ein. and to Vor der Ernte. ar Mel. Wer nur den lieben Gott. Gott! es steht dein 798.0 milder segen In unIn Bei der Ernte. fern feldern jeho schön; Wir sollten billig allerwegen Dein wohl- Mel. Nun danket alle Gott 2c. thun dankbarlich erhöhn: Du lodest 799. Sbr reiche mit den jung und alt, dadurch jedermann Zur buß und frommen leben an. au mimoni armen! Da Gott den unterhalt 2. Allein wer folget deinem Von neuem aus erbarmen Für triebe? Wo ist die wahre dank- euch nun auf ein jahr So mildigbarkeit? Ach! viele stürzt des lich beschert. Was euer wünschen eitlen liebe In sünde, schand und war, Ist väterlich erhört. ficherheit: So, daß dein segensüberfluß Oft nur zum bösen die nen muß, un ing on 105) 2. Auf, danket unserm Gott, Daß fried und ruh hie wohnet. Mit frieg und hungersnoth Hat enth and sich für die Früchte des Feldes.1 nismg n2 507 uns der Herr verschonet. Kein| die feuersnoth Nicht unsern hütfeuer, keine fluth, Kein schwerer ten schade: Bewahr vor angst und hagelschlag, Noch böser seuchen leid, Vor seuchen, to wasserfluth, wuth Trifft uns bis diesen tag. Vor krieg und theurer zeit; Halt 3. Die ernte hat der Herr Uns uns in deiner hut. treu und wohl bewahret: Wer hätt, wenn Gott nicht wär, Uns sonst die frucht gesparet? Wer 10. Gesegne, treuer Gott, Das, was wir täglich effen. Gieb auch den armen brot, Du kannst fie gäb' uns sonnenschein? Wer re- nicht vergessen; Herr! deine milde gen oder thau? Was würds ohn hand Erfreue jedermann, Daß bei ihn wohl sein Mit unserm acker- uns stadt und land Den segen bau? 1628 spüren kann. Hasinad jed 11. Laß unser korn zur sant, Ja bis zur ernten reichen. Gieb selber rath und that, Und thu an uns ein zeichen; Laß sehen jedermann, Du jeist, Herr Zebaoth! Der wunder wirken kann, Der rechte treue Gott.daff au 4. Umsonst wär unsre müh, Umsonst wär säen, pflügen. Wir würden sonsten nie Ein körnlein wieder kriegen. Wir möchten früh aufstehn, Und bis zur mitternacht Nicht wieder schlafen gehn; Es wär umsonst gewacht. stopy 5. So aber büt't und wacht 12. Lob, ebre, preis und ruhm Der herrscher in der höhe: Sein Bringt dir zu allen zeiten Dein vatersegen macht, Daß unser werk wahres eigenthum, O. Gott der bestehe. Der hat auch dieses mal ewigkeiten! Dir vater, dir Gott Des sämanns wunsch gestillt, Und sohn, Und dir Gott heilger geist! reichlich überall Der schnitter hand Den man vor seinem thron, Und gefüllt. mbier auf erden, preist. 115 6. Des segens überfluß Wird nunmehr eingeführet; Daß man gestehen muß, Daß Gott der ruhm Nach der Ernte. Hand Erquidet und erfreut, Und 800. Der fegen einge gebühret, Der uns mit reicher Mel. Von Gott will ich nicht 2c. ie ernte ende, unserm vaterland Ein gutes jahr verleiht. totidoa bracht, Woraus Gott alle stände 7. Wir bringen garben ein; Satt, reich und fröhlich macht. Der Drum soll uns forn und weizen, treue Gott lebt noch, Man kann es In Gott uns zu erfreun, Zum deutlich merken An so viel liebeswerlob' und danke reizen. Wir prei- ken: Drum preisen wir ihn hoch. sen unsern Gott, Der seine kin- 2. Wir rühmen sein erbarmen, der liebt, und alle jahr ihr brot Das uns das feld bestellt, Und Zur zeit der ernte giebt. unverdient uns armen Geschenkt, 8. Gut ist, o Herr! das land was uns gefällt; Das immer noch Darin du uns geseßet; Groß geschont, Da viele gottlos leben; deine starke hand, Die uns so oft as fried und ruh gegeben, Daß ergebet; Unendlich deine macht, ieder sicher wohnt. Und ohne ziel dein ruhm: Drum lobt dich tag und nacht Dein volk und eigenthum. 3. Zwar manchen schönen segen Hat böses thun verderbt, Den wir auf guten wegen Sonst noch 9. Verleih, o frommer Gott! von ihm ererbt: Doch hat Gott Uns ferner deine gnade, Daß ja mehr gethan Aus unverdienter 508 In gemeiner Noth, und zwar für die Früchte des Feldes. güte, Als mund, herz und gemüthe dieser ganzen welt! Laß den mund Nach würden rühmen kann. voll lobes werden; Da man dir zu fuße fällt, Für den reichen erntesegen Dank und opfer darzulegen. 4. Er hat sein herz geneiget, Uns sünder zu erfreun; Und sich uns gnug bezeuget Durch thau und sonnenschein. Wenn wir es 2. Ach! wir habens nicht verdienicht geacht, So hat er sich ver- nit, Daß du uns so heimgesucht. borgen, Und uns durch noth und Ob gleich unser feld gegrünet, sorgen Zu dem gebet gebracht. War des wahren glaubens frucht 5. allerliebster vater! Du Doch bei wenigen zu finden; Ach! haft viel dank verdient: Du, mil- vergieb uns unsre sünden. dester berather! Machst, daß dein segen grünt; Wohlan! dich loben wir Für abgewandten schaden, Für tausend andre gnaden. Herr Gott! wir danken dir. 3. Vater! der du aus erbarmen Böse finder doch gespeist, Der du reichen und auch armen Deines segens kraft beweist; Sei Hegelobet, sei gepriesen, Daß du so viel guts erwiesen. 6. Zum danken kommt das flehen: Laß uns, o frommer Gott! Vor feuer 4. Du hast früh- und späten sicher stehen, Und auch vor andrer noth. Gieb friedensvolle zeit, Erhalte deine gaben, Daß wir uns damit laben. Regier die obrigkeit. 117. Verleih zu deinem worte Besonders dein gedeihn, Daß wir 5. Als die felder reif zur ernte; an unserm orte Uns deß beſtändig freun; Halt diesen saamen rein, Laß ihn viel früchte bringen, Daß wir in allen dingen Recht fromm und christlich sein. regen Uns zu rechter zeit geschickt, Und so hat man allerwegen Felder voller forn erblickt; Berg und thäler, tief- und höhen Saben wir im segen stehen. Ging die die frohe arbeit an, Da man erst recht kennen lernte, Was dein großer arm gethan. Werden bei des segens menge Doch die scheuren fast zu enge. 8. Laß dies uns zu dir lenken, 6. Ach! wer ist, der solche güte Was du zum unterhalt Des lei- Dir genug verdanken kann? Nimm bes wollen schenken: Daß wir ein dankbares gemüthe Für die dich mannigfalt In deinen gaben große wohlthat an. Billig muß sehn, Mit herzen, mund und le- dies lob erschallen: Gott macht ben Dir dank und ehre geben. satt mit wohlgefallen. Raj D! laß es noch geschehn. 7. Gieb nun kraft, den milden segen, Den uns deine hand beschert, Auch so löblich anzulegen, Daß der fluch ihn nicht verzehrt. Bleiben wir in alten sünden, kann das gute leicht verschwint en. 9. Kommt unser lebensende: So nimm du unsern geist In beine vaterhände, Wo er der ruh geneußt, Wo ihm kein leid be wußt: So ernten wir mit freuden, Nach ausgestandnem leiden, Dort garben voller luft. 8. Schenk uns auch vergnügte herzen; Stolz und geiz laß ferne sein, Laß den undank nichts verscherzen. Wenn wir neuen saamen streun; So laß uns auch künftig haben, Uns und dürftige auf erden, Herrscher zu laben. ning and out on Bei reicher Ernte. Mel. 3. Mein Gott! ich bin jetzt. 801.5 err im himmel, Gott mit Kreuz- und Trostlieder, in allerlei Trübfalen überhaupt. 509 9. Laß dein wort früchte segen, Und ehe man ernten bringen, Daß man ferner ernten kann, Muß sich die hoffnung leSo wird man hier jährlich singen, Wie du uns so wohl gethan. Gieb auch, nach dem thränensaamen, Freudenernt' im himmel, amen. gen; Weil er allein Der schaß will sein, So nimmt er andre güter Und bessert die gemüther. 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan; Es geh nach seinem willen. Läßt sich es auch zum hunger an, Weiß er ihn doch zu stillen, Ob gleich das feld Nicht viel enthält; Man kann bei wenig brocken Satt werden und frohlocken. Bei sparsamer Ernte. Mel. Was Gott thut, das ist zc. as Gott thut, das 802. Waist wohl gethan z Wenn 5. Was Gott thut, das ist wohl So denken Gottes kinder. gethan, Das feld mag traurig man nicht reichlich ernten kann; stehen; Wir gehn getroft auf Liebt er uns doch nicht minder. seiner bahn, Und wollen ihn erEr zieht das herz Doch himmel- höhen. Sein wort verschafft Uns wärts, Ob wir gleich oft auf er- lebenskraft: Es nennt uns Gotden Bei mangel traurig werden. tes erben, Wie können wir verderben? 2. Was Gott thut, das ist wohl gethan: Sm nehmen und im geben Sind wir bei ihm stets wohl daran, Und können ruhig leben. Er nimmt und giebt, Weil er uns liebt, und seine hände müssen Wir stets in demuth küssen. 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan; So wollen wir stets schließen. Ist gleich bei uns kein kanaan, Wo milch und honig fließen; Doch ists genung Zur sättigung, Wenn Gott das wen'ge segnet Und uns mit huld 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Er zeigt uns oft den begegnet. III. Kreuz- und Trostlieder. 1. In allerlei Trübsalen überhaupt. and Mel. Wer nur den lieben Gott. erweckte, Vergnügte uns dein him803.W as ist das leben hier mel nicht. Wer suchte, wenn ihn auf erden? Wo ist hier wohl vollkommenheit? Wer lebt hier frei von den beschwerden Der trübsal und mühseligkeit? Du legst in unserm lebenslauf, O Gott! uns manches leiden auf. nichts erschreckte, Die hülfe, die dein wort verspricht? Wer fühlt, wenn keine last ihn drückt, Wie sanft, o Gott! dein frost erquickt? 4. Zum dulden führt dein ruf der gnaden, Der uns zu Christi gliedern macht. Wie schwer war der nicht hier beladen! Wie hart verfolgt! wie sehr veracht! Und doch trug er dies alles gern. Gieb, daß ich folge meinem Herrn. 5. Er ward beleidigt ohn vergelten, Gegeißelt ohne wider3. Wenn uns die welt nicht noth stand; Gescholten ohne wider2. Doch das sind treu gemeinte schläge Der vaterhuld, die für uns wacht. Wie hast du doch durch leidenswege So manchen schon zu dir gebracht! Denn ungestörtes irdisch glück Hält uns von dir gar leicht zurück. 510 Jaunded Kreuz- und Trostlieder hu FI schelten, Ohn widerspruch zum strafen unsrer sünden Läßt du den freuz verbannt. Wie? sollt ich denn nicht mit geduld Das traweg zu unserm heil uns finden, Wenn wir sie uns, die misſethat gen, was ich selbst verschuldt? zu bassen, Züchtigen lassen. pmi 7. Jag ich nur nach dem frieden im gewissen; Wird alles mir zum besten dienen müssen. Du, Herr! regierst, und ewig wirkt 6. Laß Gott! nur dieses lebens leiden Zu meiner beßrung fruchtbar sein: So geh ich zu des him mels freuden Durch dieser erde trübsal ein. Dort wird ein le- bein wille Gutes left und pildie 8. Ich bin ben ohne pein, Und freude ohne wechsel sein. do nas grimm auf der erden, Nicht hier, 7. Dies muß mein leiden über- erst dort, dort soll ich glücklich wiegen: Gott giebt, nach kurzer werden; Und gegen euch, was prüfungszeit, Das allerseligste vergnügen In ewiger vollkommenheit. Verschmachte, leib! stirb und vergeh! Ich weiß, daß ich einst aufersteh. In Mel. Herzliebster Jesu! zc. 804. Ein bers,& Gott! trösten. im leid und freuz geduldig, Das bin ich dir und meinem heile schuldig. Laß mich die pflicht, die wir so oft vergessen, Täglich ermessen. 2. Bin ich nicht staub, wie alle meine väter? Bin ich vor dir, Herr! nicht ein übertreter? Thu ich zu viel, wenn ich die schweren 3. Wie oft, o Gott! wenn wir das böſe bulden, Erdulden wir nur unsrer thorheit schulden, Und nennen lohn, den wir verdient bekommen, Trübsal der frommen! 4. Ist dürftigkeit, in der die trägen klagen, Sind baß und pein, die stolz und wollust tragen, Des schwelgers schmerz, des neids vermißte freuden, Christliches leiden? sind, ihr ewgen freuden! Dieser zeit leiden? ILME 9. Wenn ich nur nicht mein elend selbst verschulde; Wenn ich als mensch, als christ hier leid und dulde: So kann ich mich der hülfe der erlösten Sicher ge 5. Ist deren qual, die deinen rath verachtet, Nach deiner furcht und glauben nie getrachtet, Und die sich jetzt in finstrer schwermuth quälen, Prüfung der seelen? 6. Doch selbst, Gott! in 10. Ich bin ein mensch, und leiden müssen fränken; Doch in der noth an seinen schöpfer denken, Und ihm vertraun, dies stärket unsre herzen Mitten im schmerzen. 11. Schau über dich! wer trägt der himmel heere? Merk auf! wer spricht: bis hieher! zu dem er dein helfer und berather, Ewig dein vater? SUO 12. Willst du so viel, als der allweise wissen? Jeßt weißt du nicht, warum du leiden müssen; Allein du wirst, was seine wege waren, Nachmals erfahren. 13. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, Die beiligung des geistes zu empfahen, und mit dem trost der hülfe, die wir merken, Andre zu stärken.reind 14. Das freuz des Herrn wirkt weisheit und erfahrung; Erfahrung giebt dem glauben muth und nahrung. Ein starkes berzi steht in der noth noch feste. Hoffe das beste! is si am in in allerlei Trübfalen überhaupt. 511 805.A ch Gott! wie manches herzeleid Hab ich in Mel. Vater unser im himmelr. nam erfreuen kann! Wer glaub und lieb im herzen hat, Der wirds erfahren in der that. meiner wallfahrtszeit! Der schmale 8. Drum hab ich oft und viel weg ist trübsalsvoll, Den ich zum bimmel wandeln soll. Wie schwer lich lässet fleisch und blut Sich zwingen zu dem ewgen gut. geredt: Wenn ich an dir nicht freude hätt, So wollt ich den tod wünschen her; Ja, daß ich nie geboren wär. Wer dich nicht hat, o lebensbrot! Der ist gewiß lebendig todt. id ugg 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jesu! steht mein sinn, Bei dem mein 9. Du bist mir über alles werth, herz trost, hülf und rath Allzeit gewiß gefunden hat. Niemand jemals verlassen ist, Der sich verließ auf Jesum Christ. do 3. Dit bist rath, fraft, held, wunderbar, Das zeigt an dir sich offenbar. Welch wunder, das kein mensch ermißt! Daß du, mein Gott! mensch worden bist, Und führest uns durch deinen tod Ganz wunderbar aus aller noth. 4. O du mein Herr und auch mein Gott! Wie stärkt dein nam uns in der noth! Es kann kein trauren sein so schwer, Dein Mein höchster trost auf dieser erd, An dem allein ich mich ergen Weit über alle güldne schäß. Mein ganz gemüth erfreuet sich, So oft ich nur gedenk an dich. 10. Wenn ich mein' hoffnung stell zu dir, So fühl ich fried und trost in mir: Wenn ich in nöthen bet und sing, So wird mein herz recht guter ding. Dein geist bezeugt, daß schon dabei Des ewgen lebens vorschmack sei. 11. Drum will ich, weil ich lebe noch, Gern tragen deines kreuzes joch: Mein Gott! mach mich dazu bereit, Es dient zum besten alleHilf werk Kein elend mag so bitter sein, greifen an, Daß ich den lauf Dein süßer trost flößt lindrung vollenden kann. lus thind ein. 5 dit nd bit pal12. Hilf mir auch zwingen fleisch 5. Ob mir gleich leib und seel und blut, Vor sünd und schand verschmacht, So weißt du, Herr! nimm mich in hut. Erhalt mein daß ichs nicht acht. Wenn ich herz im glauben rein, So leb und dich habe, hab ich wohl, Was sterb ich dir allein. Jesu, mein ewig mich erfreuen soll. Dein bin trost! bör mein begier: O mein ich ja mit leib und seel, Was kann heiland! wär ich bei dir. mir thun sünd, tod und höll? dir 11 6. Kein treu auf erden ist. Als nur bei dir, Herr Jeju 806. Mon angſt und Mel. Herr! ich befenn vom 2c. Jag ich denn nicht Christ! Ich weiß, daß du mich nicht verläßt, Dein' wahrheit pein Befreiet sein, Muß ich im bleibt mir ewig fest. Du bist unglück schweben; Weiß ich doch, mein rechter treuer hirt, Der ewig daß mir meine schuld Durch Gotmich behüten wird. alaj Intes huld In Christo ganz verge7. O Jesu, meine freud' und ben. Gott ist nicht weit; Nur ruhm, Mein herzensschaß und kurze zeit Tritt er was fern, Und mein reichthum! Ich kanns doch rettet gern, Die seinem wort nachja nicht zeigen an, Wie hoch dein leben, it is onl 512 aq Kreuz- und Trostlieder. 2. Der menschen hülf in meiner stillen sich Einst ganz in jenem sach Ist viel zu schwach, Darin- leben. nen rath zu finden: Der trost 5. Wenn mich der zukunft schickdes höchsten ist der best, Und sal schreckt, Die noth der fernen bleibet fest. Was zeitlich, muß tage; Wenn sie in mir die sorg verschwinden. Das ewge Das ewge gut erweckt, Ob ich sie auch ertrage: Macht rechten muth, Dabei ich So mildert mir die ewigkeit Das bleib, Wag' gut und leib; Gott kurze leiden dieser zeit, Daß nicht helf mir überwinden. mein herz verzage. 3. Allein zu dir mein hoffnung 6. Wenn einst, der jetzt von ist, Herr Jesu Christ! Ach stehe mir zur seiten! Sieh auf mein unglück, noth und pein, Als wär es dein, Wenns wider mich will streiten. Ich bitte dich, Erlöse mich, Herr! wie du willt; Du bist mein schild, Und wirst mich wohl begleiten. ferne dräut, Der tod, mir näher winket; Wenn, nach der arbeit dieser zeit, Mein haupt zum schlummer sinket: So sterb ich froh; die ewigkeit Zeigt mir des himmels herrlichkeit, Die alles übersteiget. 7. Herr! diesen trost, der mich erfreut, Vermehr in meinem herzen. Mich stärke deine ewigkeit Mel. Wenn mein stündlein 2c. 807. Ein frembling bin ich Bei meiner wallfahrt schmerzen. welt, sei in meinem tod kurz sind meine tage: So manche heil, Und einst mein längst genoth, die mich befällt, Reizt mich wünschtes theil, Wenn ich vom hier noch zur klage. Doch, vater! tod erwache. deine ewigkeit Versüßt mir meine wallfahrtszeit, Und stärkt mich selbst im leiden. Mel. Vater unser im himmelr. 2. Jeßt, da die fünde mich noch 808, Betrübter geift! be drückt, Seufzt meine bange seele. Wie bald ist nicht mein herz berückt! Wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd ich vollkommen rein, Ganz heilig, und ganz selig sein. Dies tröstet meine feele. sinne dich, Du bist dir selber hinderlich; Du überlegest nicht den werth Des guten, so dir Gott beschert. Dies ist der grund, warum die welt, Die Gott erschuf, dir nicht gefällt. 2. Durch jedes sinnes offnes thor Legt Gott dir tausend schäße vor; Er beut in solchem überfluß Dir so viel güter zum genuß. Du brauchest, nimmst und nüßest sie; Doch du erfreust dich ihrer nie. 3. Vor meinen augen wandeln die, Die dich, o Jesu! schmähen: Shr freches herz bethöret sie, Daß sie dein heil nicht sehen. Einst bebt der spötter, Herr! vor dir; Wenn du als richter kommst, und wir Frohlockend dich erheben. 4. In stiller nacht wein' ich oft, Herr! Hinauf zu deiner höhe. Mein schwaches herz seufzt freudenleer, Wenn ich den morgen sehe. Ein blick gen himmel tröstet mich, Und meine thränen 3. Wie manchen schaß, wie manches gut Reicht dir die erde, luft und fluth! Sie zinsen dir trank, speis und kleid, Zur nothdurft, zur bequemlichkeit, Was zeiget dir der sonnen licht Für ungezählte schönheit nicht? 4. Du sprichst: dies alles ist in allerlei Trübfalen überhaupt. 513 zwar wahr; Allein, wie vieler- i 11. Sm himmel ist nur glück lei gefahr, Gram, unglück, for- allein, Und in der hölle stete pein. gend herzeleid Verbittern meine Auf erden wechselt beiderlei, Dies lebenszeit; Man hört fast nichts, stimmt des vaters ordnung bei. als streit und zank: Bald bin So tadle denn doch ferner nicht, ich, bald die meinen krank. Was Gott so weislich einge5. Ja, wär auch hier gleich richt'tad ma ol 09 mm etwas gut, Verfließt es, wie dies 12. Bist du vielleicht allein nur schnelle fluth; Die lust ist recht werth, Daß Gott dir nichts als als ein geschrei, Fast eh man sie guts beschert? Dies forderst du genießt, vorbei; Dann stellt, nach mit rechte nicht; So dulde denn kurzem sonnenschein, Sich sturm das, was geschicht. Es lindre und ungewitter ein. dies der plagen last, Daß du noch so viel gutes baft. 103798 13. Du flagst, wenn etwas dir gebrichts Nur die gesundheit fühlst du nicht. Da du doch ganze jahre lang Gefund bist, und nur selten frank. Gieb recht und billigkeit doch plaß, Empfinde der gesundheit schap. 3 pily wil ipslig dies geschehn; So denk denn auf 14. Durch denken muß auch dein wohlergehn, Wenn es dir wohl geht; und perspar Genuß und dank nicht bis zur bahr. Erfüll' auf erden deine pflicht; Denn in der hölle dankt man nicht. 6. Doch halt, halt ein, verwirrter sinn! Wo soll dein traurigs klagen hin? Bedenk, wie viel des guten sei! Erinnre dich jedoch dabei, Daß gar zu viele lust der erd Der feele leicht gefährlich werd. im Inf 7. Erwäge doch, wie manches mal Erquickte dich der sonnenstrahl! Wie hast du nicht so manche nacht Im süßen schlummer zugebracht! Wie oft ward dir dein tisch gedeckt, Wie süß hat dir die kost geschmeckt! 8. Du fannst nicht leugnen, daß die welt So viele dinge in sich hält, Von denen alle zier und pracht Für menschen fast allein gemacht. Rührt dich nun nicht ihr schmuck und schein, So ist es deine schuld allein. 9. Halt Gottes ordnung nicht Tes gering, Am guten tag sei guter Mel. Aus tiefer noth schrei ich zc. ding; Allein denk, was die weisheit schrieb; Den bösen tag nimm 809.[ treuer Gott, du auch vorlieb. paterherz! Deß Der wechsel selbst güte sich nicht endet: Ich weiß, macht, daß, was gut, uns noch es wird oft leid und schmerz Uns einmal so sanfte thut. von dir zugewendet: Ich weiß, 10. Der frühling und der daß du auch meine last Aus liebe genschein Würd uns so mir beschieden hast, Und nicht aus nehm nicht sein, Als da der win- baß und grimme. Joyst ter sammt der nacht Uns beide 2. Denn das ist allzeit dein geungleich schöner macht. Der kühle brauch; Wer dein kind ist, muß herbst, die abendzeit Vergnügt leiden: Wen du aufnimmst, den uns durch den unterscheid. stäupst du auch, Siebst schmerzen, er mor 33 morbenszeit Im dank und in gelas 15. Verbringst du hier die lesenheit; So kannst du hoffen, Gott zur ehr, Er schenke dir dereinst noch mehr. Gott, als die ew'ge lieb' allein, Muß deiner seelen ruhe sein. 5110 ange 514 tqun Kreuz- und Trostlieder ni statt der freuden; Führst in die wehmuth klagt, Gewiß zu herzen tiefe, thust uns weh, Und führst fassen.n nito uns wieder in die höh, Und wech- 9. Ich weiß, du wirst in deinem selst lust und thränen. nifinn Jeßt mitleid mit mir haben; 3. Herr! dies erfuhr dein lie- Und mich, wie ichs bedürftig bin, ber sohn Ja selber auf der erden: Mit gnad und hülfe laben: Ach! Denn eh er kam zum ehrenthron, eil, mir schwachen beizustehn, Laß Muster gefreuzigt werden. mich durch dich gewisser gehn, Laß Er ging durch trübsal, angst und meinen fuß nicht straucheln. noth, Ja durch den herben bit- 10. Sprich meiner seele kräftig tern tod Drang er zur himmels- zu, Und tröste mich aufs beste; freude. 05 Denn du bist ja der müden ruh, nard 4. Hat sich dein sohn, der so Durch dich stehn schwache feste. gerecht, So willig drein gegeben; Greif mich auch nicht zu heftig Was will ich armer sündenknecht Dir noch viel widerstreben? Er ist ein spiegel der geduld; Und sehnt man sich nach seiner huld, Muß man ihm ähnlich werden. an, Du weißt wohl, was ich tragen kann, Und siehst auf mein vermögen. 11. Und findet mirs dein rathschluß gut, Ein wenig hier zu leiden; So laß mich nur in deiner hut, Als wie ein schäflein, weiden, Daß ich im glauben die geduld, Und durch geduld, Gott! deine huld, Bei aller pein, erhalte. 12. O beilger geist, du freudenöl, Das Gott vom himmel schicket! Erfreue mich, gieb meiner seel, Was innigst mich erquicket. Laß mich schon hier die freude sehn, Die alle, so durch trübsal gehn, Voll herrlichkeit erlangen. 13. Da wirst du denn in ewgerlust Höchstgnädig mit mir handeln! Mein kreuz, das dir und mir bewußt, In frend und ehr verwandeln. Da bringt mein weinen wonne ein, Da wird statt seufzen jauchzen sein, Das gläub ich; hilf mir! amen. 5. Ach vater! ach! wie schwerlich pflegt Es die vernunft zu gläuben, Daß die, so deine rechte schlägt, In deiner gnade bleiben. Das freuz seßt uns in bangigkeit; Wie schwerlich läßt sich lieb' und leid Bei uns zusammen reimen. 6. Was mir noch fehlt, gieb selbst, o Gott! Erhalte meinen glauben, Daß mir denselben weder noth Noch kummer möge rauben. Erhalte mich, mein fels und hort! Befest'ge mich in deinem wort, Behüte mich vor murren. 7. Bin ich ja schwach; laß treu mir an die feite treten, Hilf, daß ich unverdrossen sei Bum seufzen, rufen, beten. So lang ein herz noch hofft und gläubt, Und im gebet beständig Mel. O vaterherz, o licht zc. bleibt, So lang ists unbezwun- 810. Gott! werd ich stets gen. von 8. Daß, Jesu! du mein heiland Und nie von dir erhöret sein? bist, Zeugst du mit deinem blute. Fehlt meinem herzen stets der Du weißt, was freuz und trübsal friede? Werd ich dir nie ein ist; Du weißt, wie dem zu muthe, danklied weihn? Wie lange willst Den leiden, noth und unglück du deß vergessen, Der, durch sein plagt, Und wirst, was angst und stolzes glüd vermessen, Den reich 515 6. Groß, ach! wie groß sind meine schulden! Gott! geh nicht mit mir ins gericht. Gern will ich deine schläge dulden. Nur, Herr, mein Gott! verstoß mich nicht. Soll ich dies leiden noch empfinden? Es ist die last von meinen sünden; Wenn nur dein trøst mir nicht gebricht. Sollt auch die last mich niederbeugen; Ich will in meinem staube schweigen; Nur Herr, mein Gott! verstoß mich nicht. 3. Nun bin ich elend, Gott! du missest Für glück mir angst und elend zu: Zwar, wem du selbst sein leid versüßest, Dem raubt fein unglück seine ruh. Doch ich, getroffen. Du giebst mich nicht 7. Ich seh, mein wunsch ist einder fünde hin. Selbst deine züchtigung läßt hoffen, Daß ich nicht ganz verstoßen bin. Verstockte fünder läßt du schlafen. Wen du, zur begrung, deiner strafen Noch würdigest, den liebst du der ich mich dir entrissen, Wie noch. Willst du die hülfe meinen sollte ich nicht zagen müssen, Da zähren Auch noch so lange nicht jest dein tag der rach erscheint? gewähren; Erzürnter Gott! so Und doch werd ich mein unglück hoff ich doch. in allerlei Trübsalen überhaupt. thum deiner huld verschmäht; Doch, da der nebel sich zertheilte, Mit thränen wieder z zu dir eilte, Mit thränen noch um gnade fleht. 2. Nein, glück! ich kann bei meinem leiden Den wunsch nach dir mir nicht verzeihn. Verdienten deine leichten freuden Mit dieser angst erkauft zu sein? Kannst du mit allen deinen schäßen Des zweifels pein mir wohl erseßen, Daß mich mein Gott nun nicht mehr liebt? Ach hätt ich deiner nie begehret! So hätt ich nicht mein herz beschweret, Und meinen Gott nicht so betrübt. segnen, So viel mir deß noch mag begegnen, Wenn es mich dir aufspreisen, Daß sie in Christo mir 8. Laß mich nur deine gnade mir verweisen, Daß ich den güvergiebt; Und oft noch werd ich tigsten betrübt. mit den lobgesängen Ein herber Wie oft wird seufzer sich vermengen, Daß ich mich, Gott! von dir verirrt! Dir werd ich keine freude danken, Daß nicht, selbst mitten in dem danken. Aufs neu der kummer rege wird. neu vereint. 4. Ich flich zu deinen vaterarmen, Und bei dir selber such ich rath. In Jesu fleh ich um erbar men, Der dir auch mich erkaufet hat: Ach! meines Jesu angedenken Muß mich in neuen schmerz versenken! Ach! dies verdoppelt meine reu, Beim anblick seiner blutgen leiden Konnt' ich mein herz in wollust weiden, und freuzigte ihn oft aufs neu. 15. Den freuzigt ich, der mir zu Mel. Jesu! deine heilge wunden. que des martervollsten toves starb 811. Jeſu, meiner feelen Und eignen blute Am kreuz um meine seele warb. deinen freudengeist, Der mein Fließt thränen! strömet hin, be- herz mit troste weide, Wie dein zeuget, Wie tief mich nun der frevel heilsam wort verheißt. Ach mein beuget, Deß ich mich wider ihn er- hort! benimm mir doch Meines fühnt; Da ihn sein mildes herz ge- leidens schweres soch! Laß mich brungen, Daß er selbst die beleidi- sein in dir zufrieden! Und von gungen, Die ich an ihm verübt, dir niemals geschieden.net verfühnt. 33* 516 dankreuz- und Trostlieder 2. Gieb, daß ich, in dir erfreuet, sten nicht geliebet, Sondern ofte Ein geruhig herze hab, Welches, mals sehr betrübet. and nd tho durch dich ganz verneuet, Sich in dir ergeß und lab. Sei du meiner seelen hort, Und laß durch dein heiligs wort Deinen geist mich wohl erquicken; So wird alles mir schon glücken. 4. Wenn ich nur daran gedenke; Steigt mirs dergestalt zu sinn, Daß ich mich von herzen fränke, Und in höchsten ängsten bin. Meiner schulden große zabl Drückt und quält mich überall: Ach! ich fürcht, ich müß' vergeben, Weil ich nirgends fann bestehen. 3. Laß mich ungeduld vermeiden, Die zuweilen sich erregt. Laß mich dir zu ehren leiden, Was 5. Dir, Herr! falle ich zu fuße, du, Herr! mir auferlegt. Zwinge Und begebre guad und güt: selbst mein fleisch und blut, Und Nimm für sünde an die buße Aus erhebe meinen muth. Laß mich zerschlagenem gemüth. Vater! dein ganz sein und bleiben, Und schenk mir gnädiglich, Daß ich von dir mich nichts abtreiben. oft erzürnet dich; Laß um Jesu Christi willen Sich den zorn nun völlig stillen. bile su falling us * 6. Gott, ach Gott! durch dein erbarmen Deine weisheit, deine macht, Hilf mir sonst verlaßnem armen; Auf dich wart ich tag und nacht. Ach! erlöse mich doch bald Aus der noth, die manTanigfalt. Herr! ich bitte, bu du Mel. Jesu! deine heilge wunden. wollst eilen, Und nicht länger vater! mehr verweilen.. 812. Gott mein gnaden 7. Solltest du mich fort so lase Wende sen, Und mir fünstig nicht beistehn; Würden die, so dein wort baffen, Dit gespöt'e auf mich sehn, Und mir höhnisch rücken für Daß ich zwar stets schrei zu dira Weil ich aber sehr gefehlet, Blieb ich tag und nacht gequälet. insig 2. Ach! ich hab es wohl ver- 8. Ich erfenn mit reu, und schuldet: Was ich jetzt für straf schmerzen, Dieses wär mein rech empfind, Und was ich bisher er- ter lohn! Hätt' ich dich gefürcht't duldet, Ist dagegen noch gelind! von herzen, Wär ich frei von Dein gericht, Herr! ist gerecht Ueber mich, den bösen knecht, Der ich mich von dir verlaufen, Mich gesellt zum fünderhaufen. zähl in Meine seufzer, die ich thu. von mir schand und schaden, Schick mir rath und bülfe zu: Denke nicht der missethat, Die mein fleisch begangen hat; Sondern sich auf diese plagen, Die mich alle tage nagen. als solchem hohn, Dach dein rath und weisheit ist So groß, als du selber bist: Laß mir noch dadurch auf erden Alles nüß und heilsam werden. midt Thi 3. Was ich bätte sollen bassen, Hab ich leider oft gethan. Gutes 9. Daß ich deines namens ehre, hab ich unterlassen Mehr als ich Deine wundergüt und tren Im nur wissen kann; Durch gedan- merfort allhier permehre, fen, werk und wort Dich erzürnt dem nächsten nüßlich sei: Daß an manchem ort, Auch den näch auch kund werd jedermann, Wie Und indone 4. Jesu! laß mich ja nicht fallen: Halte mich bei deiner hand. Laß mich, treuester! in allen An dir bleiben unverwandt. Laß mich alle pein und noth, Angst und furcht, ia selbst den tod Durch dich fröblich überwinden, Und des glaubens ende finden. in allerlei Trübfalen überhaupt. 317 viel besser der gethan, Der auf uns verlassen, Wir boch stets deine allmacht bauet, Als der seinem wiß vertrauet. traun auf deine huld/ sid 7. Was will uns, Herr! auch scheiden Von dir und jetten freuden, Die du für uns ersehn? Man lebe oder sterbe, So wird des himmels erbe Doch deinen findern nicht entgehn. 8. 3 jenem beffern leben Willst du auch mich erheben, Der tod ist mein gewinn. Muß gleich mein leib verwesen, Wird doch mein geist genesen; Er eilt zu seinem schöpfer hin. @ind * 10. Nund Gott! du kannst rettung senden Zu der angenehmen zeit; All mein elend kannst di wenden, Nebst betrübniß, sorg und leid. Komm, Herr! komm, und eile doch, Nimm mir ab das schwere joch: Gott, ich weiß, du hörst mein flehen: Amen, laß es bald geschehen. Mel. In allen meinen thaten ze. 813. W bieden Des ill mich, Gott! 9. O! meinem Auch unter sorg und schmerzen, lebens last ermüden, So stärke Dies doch aufs tiefste ein: Der, meinen geist. Wenn mich die den du, vater! liebest, Kann, leiden fränken, So laß mich wohl wenn du ihn betrübest, Doch niebedenken: Auch das sei gut, was mals unglückselig sein. trübsal heißt.as 12. Nicht ewig soll sie währen, Oft werden unsre zähren Schnell von dir abgewischt. Wir seufzen oft: wie lange Sft meiner seele bange? Doch wird mit trost das herz erfrischt. 3. Die lasten, die uns pressen, Hast du, Herr! abgemessen, So groß sie immer sein. Du hilfst fie selbst uns tragen, Und richtest unsre plagen Nach unsern fräften weislich ein. Mel. 10. Sohn des höchsten ze. 814. Eile Herr! mein herz zu Mache meinen glauben groß; Und, bei allen guten werken, Reiß mich von der kleinmuth los. Reiche, wenn mich sorgen fränken, Gott! mir deine vaterhand. Mache durch ein christlich denken Mich mit dir und mir bekannt. 2. Frei von ängstlichen gedanfen, Laß mich deiner güte traun; Und, wenn alle freunde wanken, Gott auf deine vorsicht baun. Hilf mir standhaft mich bequemen, Alles elend dieser welt Als ein erbtheil anzunehmen, Das auf meine menschheit fällt.n@ 4. Ja, wenn ichs recht erwäge, So sinds nur liebesschläge, Womit du uns belegt; Nicht schwerter sinds, nur ruthen, Womit du blos zum guten, Als vater, deine finder schlägst.dinle 5. Dein väterlich bemühen Will 3. Sind mir schäße nicht beGelte mir das alles uns hier auferziehen, zu thun, schieden, was dir gefällt; Du willst die gleich. Mache du mich nur zulüste schwächen, Den eignen wilfrieden, Herr! so bin ich mehr len brechen, Und uns entwöhnen als reich. Schläft nicht auf den von der welt.gisl weichsten Fiffen mancher reiche ängstlich ein? Laß ein ruhiges gewissen Meines Lebens labfal sein. 30 immat onl 4. Weit von übermuth und 6. Du willst den eiser mehren, Gehorsam dich zu ehren Mit glauben und geduld; Daß, wenn uns seinde haffen, und freunde 518 Kreuz- und Trostlieder ni neide Halte meinen sinn entfernt;| muth nicht hin; Im tode kann Weil er diese laster beide Nur zu ich nicht verderben, Weil ich sein seiner marter lernt. Leite mich find und erbe bin. Ich weiß, daß zur wahren ehre, Die den schön- Gott mich ewig liebt, und mir sten vortheil zollt; Wenn ich durch die lebenskrone giebt. die thaten lehre, Klugheit habe 6. Liegt schon der leib im finsie gewollt. stern grabe, So steht er doch verkläret auf. Denn wenn ich ausgeschlafen habe, Holt Gott mich aus dem grab herauf, Und führt mich in den himmel ein; Da werd ich ewig bei ihm sein. alammid das 5. Hilf, daß mirs auch dann gelinge, Wann, o schweres wort! der tod, Als das schrecklichste der dinge, Mir mit der verwesung droht. Gott! bei dieser großen handlung Falle ja der trost mir 7. Ich wünsche mich von dieser bei: Daß mein tod nur die ver- erden Je eher noch, je lieber los. wandlung, Aber nicht mein ende Im himmel muß mir alles werfei.ramdh grof time builden, Da macht mein Gott mich herrlich groß: Da, da bin ich an Mel. Wer nur den lieben Gott. freude reich, Und Gott und seinen 815. h will be band und engeln gleich. ruthe Die mich zu meinem besten schlägt. Gott läßt mich seine liebe wissen, Die er, als vater, zu mir trägt. Er zeigt, daß er nach seiner treu Mir jederzeit gewogen sei. nie 2. Ich weiß nicht viel von guten tagen, Doch also bin ich Christo gleich: Drum will ich alles freu- Mel. Wer nur den lieben Gott. dig tragen, Er macht mich doch etrübtes herz, ach an den und verdruß Zu meinem besten dienen muß. : 3. Die sonne kann nicht immer scheinen, Der himmel ist nicht allzeit klar: Gott hälts nicht anders mit den feinen, Er führt die beilgen wunderbar. Doch wie's Gott meint, und was er thut, Das meint und macht er alles gut. 8. Ei nun, mein Gott! ich laß dich walten, Gedulde mich im kreuz und schmerz, Und will dir willig stille halten. Gieb du mir nur ein fröhlich herz; Daß du, mein liebster Gott! allein Magst meine luft und hoffnung sein. 816. Mußt du schon jetzt auf dornen stehn; Pflegt doch der himmel mit den seinen Hier in der welt so umzugebn. 3st gleich dein jammer noch so schwer, Ach! seiner gnade ist viel mehr. 2. Er schlägt, doch heilt er auch die wunden: Er liebt, wenn er uns gleich betrübt. Ja, eh wir noch den schmerz empfunden, Sucht er schon, was uns labsal giebt. Aus seiner hand kommt lieb' und leid, Er füget luft und traurigkeit. 9/11 the dri 14. Muß ich nun gleich seit manchen jahren, In dieser meiner prüfungszeit, Die größe vieler angst erfahren; So bleib ich doch in Gott erfreut. Ja wär ich auch 3. Drum sei getrost, gefränktes dem tode nah. Ist dennoch kraft herze! Das kreuz trennt dich und und leben da. sisite gali is as Jesum nicht. Berbirgt er gleich 5. Und kommt es endlich gar bei deinem schmerze Vor dir sein zum sterben, So fällt mir doch der gnadenangesicht; O lerne dieses in allerlei Trübsalen überhaupt. 519 wohl verstehn: Den frommen wider mich: So oft ich ruf und zu alles 1 4. Hie führt uns Gott durch raube wege Auf einer bahn, die trübsal heißt: Erträgt man aber Hab ich das haupt zum freunde, Und liebet mich mein Gott; Was schadet mir der feinde Und neider spott. feine schläge Geduldig und mit schmach und weiß und gläub' ich stillem geist: Wird doch zuletzt, was uns beschwert, In lauter füßigkeit verkehrt. 5. Trink nur getrost das maaß voll thränen, Gott zählt sie dir ja selber zu. Ich weiß, er giebt nach angst und sehnen Doch endlich die gewünschte ruh. Geht gleich das leiden bitter ein, Muß dir doch alles heilsam sein.. feste, Und rühm es ohne scheu, Daß Gott der höchst und beste, Mein freund und vater sei: Daß er in allen fällen Zu meiner rechten steh, Er dämpfet sturm und wellen, Er stillt mein ach und weh. 3. Der grund, drauf ich mich gründe, Ist Christus und sein blut; Durch dies seh ich und finde An Vor Gott das wahre gut. mir und meinem leben Ist nichts 6. Bei dieser welt muß luft und freuden Oft reu und schmerzen nach sich ziehn; Hingegen aus der frommen leiden Kann nichts, der liebe werth: Nur was mir ols freud und tugend blühn; Gott prüfet nur erst unsern muth, Eh er uns wieder gutes thut. Gott gegeben, Ist was man billig ehrt. 7. Fromm und geduldig sein in plagen, Bricht Gott sein treues vaterherz. Er kann uns nicht beständig schlagen, Ihn jammert endlich unser schmerz. Ja, wenn er uns am weitsten scheint, Tritt er zu uns, eh man es meint. 8. Verlieren wir die besten freunde, ihn verliert man nimmermehr. Was thun uns auch die größten feinde? Gott geht im streite vor uns her. Ach! wer nur fest auf ihn vertraut, Hat auf den stärksten fels gebaut. 9. Ruht demnach, ihr betrübte sinnen! Hofft nur auf Gott, so hats nicht noth. Die hoffnung muß zuletzt gewinnen; Er giebt nicht immer thränenbrot. Kreuz, elend, schmach und alle pein Kann feinem christen schädlich sein. Mel. Herzlich thut mich verlang. 817. han 4. Wenn Jesus, meine ehre, Mein glanz und schönstes licht, mir nicht im herzen wäre; So dürft und könnt ich nicht Vor Gottes augen stehen, Weil ich ein sünder bin; Sch müßte gleich vergehen, Sein zorn riß mich dabin. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, Nichts nimmt mir meinen muth. Die höll und ihre flammen Löscht Chrifti theures blut. Kein urtheil kann mich schrecken, Noch was uns sonst betrübt; Denn mich will Christus decken, Der mich als bruder liebt. 7. Sein geist wohnt mir im ft Gott für mich, so herzen, Regieret meinen sinn, 5. Mein Jesus tilgt und löschet Er Fluch, höllenpein und tod. ist, der mich rein wäschet, Macht In schneeweiß, was blutroth. ihm kann ich mich freuen, Hab einen heldenmuth; Darf kein gerichte scheuen, Wie sonst ein sünder thut. Frenz- und Troplieder mi Nimmt allen fummer bin, Giebt| Jesu lenken, Noch ziehn aus feisegen und gedeihen Dem, was er nem schooß. in mir schafft; Hilft mir das 14. Mein Herz ist wohl zufrieabba schreien Durch seine gnaden- den, Und kann nicht traurig sein, fraft. Bon angst und furcht geschieben, 8. Und läßt fidy schwachheit fe- Sieht es ben sonnenschein. Die hen; Vertritt mich dieser geist sonn', die mich anlachet, Ist mein Mit seufzen, bitten, fleben, Das Herr Jesus Christ; Das, was unaussprechlich beißt. Gott, dem mich singend machet, Ist, was der grund der herzen Und meine im himmel ist. MIC noth bewust, Erhört es, hebt die mandi Woo schmerzen, Giebt geist- und seeleng radiat lust. Tang Susan d Mel. Alle menschen müssen sterb 9. Sein geift ſpricht meinem 818. Reiß dich los son allen schmerzen, geiste Manch süßes trostwort zu; Wie Gott dem hülfe leiste, Der Meine feele! reiß dich los. Wiff ihn in stiller ruh Gesucht, und die unruh aus dem herzen, Fall ihm vertrauet; Er zeigt ihm Got- in Gottes gnadenschook; Trodne tes stadt, Wo herz und auge deine heiße thränen, Stille dein schauet, Was man gegläubet hat. gebäuftes sehnen; Denn déin ba10. Da ist mein theil und erbe ter in der höh Siehet auf dein Mir prächtig zugericht. Wenn ath und weh. fun ning Ho ich gleich fall' und sterbe, Fällt 2. Eile doch zum gnadenstühle, doch mein himmel nicht. Mein Wenn sich sünd und unglück regt; 012 520 ich gleich meine zeit Oft thränenvoll zubringen, Durchsüßt er toch mein leid. Gött mit harten ruthen schlägt, Eil zu Gottes Baterarmen, Flehe sehnlich um erbarmen, Sprich: Herr! meines Jesu Blüt Machet alle schülden güt. 11. Wer sich mit dem verbin det, Den satan flieht und haßt; Der wird verfolgt und findet 3. Flieh zu des erlösers wunHie manche schwere last zu leiden, Wodurch er sich ewiglich den und zu tragen, Geräth in Ganz genau mit dir verbunden: hohn und spott: Das kreuz und Hier ist ruh und schuß für dich. alle plagen Sind oft sein täglich Wer in Jesu wunden lieget, Der brot. hat manche noth besieget: Ja 12. Das ist mir nicht verbor- sein blut, der lebenstrank, Heilet gen, Doch, bin ich unverzagt; die, so schwach und frank. Gott will ich lassen sorgen, Dem 4. Immer an das Freuz geich mich zugesagt. Es koste leib denken, Macht die last noch eins und leben, Es foste gut und ehr; so groß; Durch dein ungeduldig Ihm bleib ich fest ergeben, Ihn kränken Wirst du doch der last laß ich nimmermehr. nicht los. Dein trost sei geduld und glaube; Mach es Noä taube, Die auf trübem mas ser fliegt, Bis daß sie ein ölblatt friegt. die bilgid 5. Nimm die hoffnung wahrer christen, Die auch noch im tode 13. Rein engel, keine freuden, Kein thron und herrlichkeit, Kein lieben und kein leiden, Kein' angst, gefahr und streit, Was man nur kann erdenken, Es sei klein oder groß, Soll mich von in allerlei Trübfalen überhaupt. hofft Trost, nach welchem wir eine braut, Ewiglich mit gelüsten, Rommt bei Jefu un- vertraut. den Shisdint, verhofft. Kreuz und palmen, 11. ft es aber Gottes wille, schmerz und lachen Sind zwar Dich von dieser welt zu ziehn; unterschiedne sachen; Doch ein so halt gelassen stilles Denn froher augenblick Treibt oft alles so wirst dit selig fliehn Von dem web zurück. jammer zu der freute, Von der schmach zum ehrenkleide; Nach 6. ben, das für kein verber lammes hochzeitmahl. milad drückt, Wenn der Herr ein täglich sterben Dir in deine glie12. Nun so komm, mein Jesu, der schickt. Das sind keine böse eile! Eile! mich verlangt nach schläge, Sondern lauter liebes- dir; Weil ich aber hier verweile, wege, Wo das ziel der freuden O mein freund! so gönne mir stedt, Ob dirs Jesus gleich ver- Glauben, liebe, hoffnung, freude, deckt. Und, nach bingelegtem leive, Jenes schöne Kanaan, Wo ich ewig jauchzen kann. nid 521 ihm hj e 7. Trinke nur den Freuzes becher, Den dir Jesus eingefchenkt. Wird der leib, die schale, schwächer, Und mit angst und noth gefränkt Kriegt dein geist doch neue Fräfte, Sefus mifat bir 819, Mel. Wer hur den lieben Gott. as ist mein leben auf der erde? Ein Bittern fäfte mit dem stärkungswechsel ists bon luft und leid. Hier vollen blut, Das die größte wir fung thut. stört oft unruh and beschwerde Die sanfteste zufriedenheit. Hier wohn ich noch in einer welt, Die fein vollkommnes glück enthält. 2. Weß soll ich mich, o Herr! denn trösten? Nur deiner huld, du bist mein heil, und bleibst, wenn auch die noth am größten, Doch meines herzens troft und theil; Und stehst, nach deiner vatertreu, Mir stets mit rath und hülfe bei. 3. Du stärfft mit unter aller plage, Gott! auf mein gebet den muth, Daß ich gelassen sie ertrage; Und machst zulezt doch alles gut. Auf fummer folgt zufriedner dank, Auf klagen froher lobgefang. 8. Alles, was dich jeho un let, Dient zu deiner seelen heil; Deine leiden sind gezäblet, Und dein Jefus trägt ein theil. Greif nur zu mit glaubenshänden Deine noth wird sich bald enden, Wenn Gott nach der jammer. nacht Dir den tag der freuden macht. Just drick 9. Mache dir nur keine sorgen, Denn der höchste sorgt für dich: Und vielleicht siehst du schon morgen, Wie dein lieber väter sich Innigst um dein wohl bemühet, Und auf dein vergnügen fiehet; Wie er dich, nach kurzer pein, Auch recht lange kann erfreun. 10. Mußt du gleich noch im iner weinen; Ei, so bleib' Gott deine lust. Will die hülfe nicht erscheinen; Labt doch Jesus deine brust Mitten in den trüben stunden, mit dem heil aus sei und sicherheit Ist nur ein glück nen wunden, und du bist, als der ewigkeit. 4. 3 ungestörten sicherheiten Schickt sich gewiß kein prüfungsstand. Wie würde, drückt uns nicht zu zeiten Ein leidev, unsre tren erkannt? Vollkommne rub 522 que Kreuz- und Trostlieder i 5. Was bist du denn, o meine| Mond und sonne mag erbleichen, seele! In deiner noth so kummer. Ja die welt mag untergebn: Hat So voll? Vertraue Gott! nur ihn es doch mit dir nicht noth; e erwähle Zu deinem trost; er im leben als im tod Wird dich schüßt dein wohl. Einst dankst Gott nicht sinken lassen, Sondern du ihm nach der gefahr, Daß er väterlich umfassen. dein Gott und retter war. 6. Er wird es sein: ruf in gefahren Ihn als den einz'gen helfer an. Er weiß dich mächtig zu bewahren, Und da, wo niemand helfen kann, Fehlt ihm die kraft zu helfen nicht. Dies stärke deine zuversicht. 7. Befiehl ihm alle deine wege; Hoff und vertran ihm allezeit. Auch auf dem allerrauhsten stege Sieh fröhlich hin zur ewigkeit; Da sammlest du von aller pein Den segen mit vergnügen ein. 8. So laß mich, Gott! stets dahin schauen, Und dann mit starkem muth auf dich Auch in der größten noth vertrauen. Du bist bei mir: das stärke mich! Wer dessen stets versichert ist, Der lebt und stirbt getrost, als christ. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 820. S Seele! gieb dich nur hat noch ein vaterherz; Du bist nicht von ihm geschieden, Er ist bei dir in dem schmerz. Wenn er züchtigt, liebt er auch, Dies ist allzeit sein gebrauch: Seele! lerne dies bedenken, Warum willst du dich so kränken? 2. Treiben dich die trübsalswellen In der ungestümen see; Wollen sie dich gar zerschellen, Rufst du ängstlich ach! und weh! Schweigt auch Jesus still dazu, Gleich als in der sanften ruh: Seele! laß dich nicht bewegen, Diese fluth wird sich bald legen. 3. Berg und felsen mögen weichen, Ob sie noch so feste stehn, 4. Müssen deine heiße thränen Dir anstatt der labung sein; mußt du dich vergeblich sehnen; Lindert niemand deine pein: Bist entblößt von hab und gut; deinen Schwächt gleich alles muth: Seele! laß dir doch nicht grauen, Du kannst deinem Gott vertrauen. 5. Dräut man dir mit schmach und banden, Schreckt dich tod und herzeleid? Ei! du wirst doch nicht zu schanden, Denk nur an die ewigkeit. Sei nur froh und voller muth, Weil der Herr dir gutes thut. Seele! Gott wird dich schon stärken, Dieses mußt du gläubig merken. 6. Freue dich! es kommt das ende Und der abend schon berbei. Gieb dich nur in Gottes hände, Dieser machet dich bald frei; Und für trübsal, spott und hohn, Giebt Seele! er dir die freudenkron. so stehn deine sachen: Trau auf Gott, er wirds 7. 113 Wird Halleluja! deine wonne nun herrlich, schön und groß. Jesus, deine gnadensonne, Nimmt dich gar in seinen schooß, Tröstet, liebt und küsset dich, Deckt und schützt dich gnädiglich. Seele! wo ist nun dein klagen? Kannst du nicht von freuden sagen? 8. Freuen sich die himmelserben, Seele! nicht schon über dir? Denn du lebest nach dem sterben Dort bei ihnen für und für, Wo dein Jesus dich erfrischt, Dir die thränen selbst abwischt. Wer will dich nun von den freuden, Bei des lammes hochzeit, scheiden? in allerlei Trübsalen überhaupt. 523 Mel. Von Gott 821. Tang ne liebe seel! will ich nicht zc.| herzensgrund vermehre, Dir sage as willst du dich lob und dank. O vater, sohn betrüben, mei- und geist! Der du aus lauter Sieh, daß du den gnaden Abwendest noth und schamagst lieben, Der heißt Imma- den, Sei immerdar gepreist. nuel. Vertrau dich ihm allein: Er wird es all's gut machen, Und Mel. Aus meines herzens 2c. fördern deine sachen, Wie dirs 822. Mein herz! ſei wohl 2. Denn Gott verlässet keinen, doch dein trauern ein. Du mußt Der sich auf ihn verläßt. Er bleibt nicht gleich ermüden, Noch so vergetreu den seinen, Die ihm ver- zaget sein, Wenn dich ein unglück trauen fest. Läßt sichs an wunder- drückt. Laß dir vielmehr in allen lich; So laß dir doch nicht grauen, Gelassen wohlgefallen, Wie Gott Mit freuden wirst du schauen, es mit dir schickt. Gott schüß' und rette dich. 2. Gott sucht durch freuz und 3. Auf ihn magst du es wagen, plagen Dein bestes allezeit. Du Mit unerschrocknem muth: Du fällst bei guten tagen Sehr leicht wirst mit ihm erjagen, Was dir in sicherheit, Wirst dann voll hie nüß und gut. Was Gott sündenlust, Hängst an den eitelbeschlossen hat, Das kann nie- feiten, Die dich also verleiten, mand verhindern Aus allen men- Daß du zur hölle mußt. schenkindern: Es geht nach seinem rath. 4. Wenn auch gleich aus der höllen Der satan selber sich Dir wollt' entgegen stellen, Und untertreten dich: So muß er doch mit spott Von seinen ränken lassen, Womit er dich will fassen: Denn dein werk fördert Gott. 3. Kommt aber je zuweilen Ein kreuz und drücket dich; Pflegst du zu Gott zu eilen, Dein geist ermuntert sich, Dein beten hat mehr kraft. Du lernest Gott vertrauen, Geduldig auf ihn bauen, Bis er dir hülfe schafft. 5. Er richts zu seinen ehren Und deiner seligkeit, Solls sein, 4. Drum sei doch gutes muthes, Mein herz! in deiner noth. Bedenke, wie viel gutes Erweiset oir dein Gott. Dem flage deine kein mensch kanns wehren, Und pein, Ermuntre dein gemüthe, wärs ihm noch so leid. Will aber Gott es nicht, So kanns niemand forttreiben, Es muß zu rücke bleiben, Was Gott will, das geschicht. Und hoff auf seine güte, So wirst du glücklich sein. 6. Drum ich mich ihm ergebe, All's sei ihm heimgestellt. Nach nichts ich sonst mehr strebe, Als nur, was ihm gefällt; Drauf wart ich, und bin still; Sein will ist doch der beste, Das gläub ich stets und feste, Gott mach es, wie er will. 5. Laß nur den höchsten machen, Sei still und murre nicht; Befiehl ihm deine sachen, Er weiß, was dir gebricht, Und wird, nach seiner treu, Durch seiner allmacht thaten, Dir wohl und weislich rathen; Getrost! Gott steht dir bei. * 7. Herr! gieb, daß ich dein' ehre Ja all mein lebelang Aus 6. Und ob er lang ausbliebe, So warte mit geduld: Es wartet seine liebe Dein oft bei großer schuld. Je länger kreuz und leid, Je besser es sich endet: Und wenn 524 Gott bülfe sendet, Je mehr sie dich erfreut. Kreuz- und Troflieder ni daß ich dort In jenen himmels. freuden, Für alles freuz und leiden, Dich preise fort und fort. da li da 50193 Melodie 13.0 17. Darum sollst du nicht sorgen Viel In langer Freuzespein. leicht kann dir schon morgen Nach wunsch geholfen sein. Gott ist walls Jun niemals so nah, Als wenn die 823. Warum sollte ich mich noth sich mehret; denn grämen? rath aufhörek, Ist seine hülfe da. Hab ich doch Christum noch, Wer 8. Wer Gott in allen dingen will mir den nehmen? Wer will Getrost vertrauen kann: Dem mir ten himmel rauben, Den mir wird es nie mißlingen; Gott schon Gottes sohn Beigelegt im nimmt sich ſeiner an. Denn glauben. wenn er ihn verließ, Müßt uns sein wort betrügen; Allein Gott kann nicht lügen, Drum hilft er auch gewiß. stjyd 52 9. Es ist niemals geschehen, Daß ein geplagter chrift, Wenn er auf Gott gesehen, Zu schanden worden ist. Gewiß ist, daß sich Gott Nicht unsern vater nennte, Wenn er nicht helfen könnte Noch wollte in der noth. 2. Nackend lag ich auf dem boden, Da ich kam, Da ich nahm Meinen ersten odem. Nackend werd ich auch hinziehen, Wenn ich werd Von der erd Als ein from schatten flichen. 3. Gut und blut, leib, seel und leben Ist nicht mein, Gott allein Jsts, der mirs gegeben. Will ers wieder zu sich kehren, Nehm ers hin: Ich will ihn Dennoch fröhlich ehren. 10. Mein herz! aus diesem allen Nimm trost in dieser noth. Hat 4. Schickt er mir ein kreuz zu dich ein freuz befallen, Es bringt tragen, Dringt herein Angst und nicht gleich den tod: Dein vater pein: Sollt ich drum verzagen? kann und will Dich heben, retten, Der es schickt, der wird es wentragen: Auf ihn wirf deine pla- den; Er weiß wohl, Wie er soll gen, und halt ihm willig still. All mein unglück enden. * 11. Nun Gott! was dir ge= fället, So mir begegnen soll; Das werd ins werk gestellet. Ich bin der hoffnung voll, Du wirst nach deinem rath Geduld und trost verleihen, Zuleht mich auch erfreuen Durch hülfe in der that. 5. Gott hat mich bei guten tagen Oft ergeßt; Sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und straft mit maaßen: Er, mein licht, Kann mich nicht Ganz und gar verlassen. ON 6. Satan, welt und ihre rot12. Du wollest mich nur stärken ten können nun nichts mehr meiner spotten. In meiner blödigkeit. Ja, laß thun, Als nur mich christlich merken Des kreuzes Laß sie spotten, laß sie lachen! nußbarkeit; Und daß desselben pein, Wie sehr sie auch betrübet, Doch jedem, der dich liebet, Muß nüß und heilsam sein. Gott mein heil Wird in eil Sie zu schanden machen. 7. Unverzagt und ohne grauen Soll ein christ, Wo er ist, Stets 13. Weil ich dich auch soll prei- sich lassen schauen. Wollt ihn sen Für kreuz und ungemach; auch der tod aufreiben; Soll der Dies aber zu erweisen, Ich leider! muth Dennoch gut Und fein stille viel zu schwach: So gieb, Herr! bleiben. dalam In in allerlei Trübfalen überhaupt. 68. Kann uns doch kein tod ganz deiner ehr Bei allen tödten, Sondern reißt Unsern geist fluthen, Recht fest in uns Aus viel tausend nöthen, Schließt nung. das thor den bittern leiden, Und macht bahn, Da man kann Gehn zu himmelsfreuden. 9. Da soll ich an Christi schäßen Geist und herz, Auf den schmerz, Ewiglich ergeßen. Hier ist kein recht gut zu finden: Was die welt In sich hält, Muß wie rauch verschwinden, pt anot 19 did 10. Was sind diese lebensgüteri Eine hand Voller sand, Kummer der gemüther. Dort, dort sind die edlen gaben; Christus wird, Als mein hirt, Mich dort ewig laben. 525 leidensdie die hoff11. Herr, mein hirt, brunn aller freuden! Du bist mein, Jch bin dein, Niemand kann uns scheiden: Ich bin dein, weil du dein leben Und dein blut, Mir zu gut, In den tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich faffe, Und dich nicht, mein licht! Aus dem herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, Wo du mich Und ich dich Ewig werd umfangen. 3. Gieb, daß wir mit gelassenheit Uns in die trübsal schicken, Und daß ja in der leidenszeit Nicht ab, uns zu erquicken. Ach! schenke uns muth und geduld, Wenn uns die noth betroffen, Daß, im vertraun auf deine huld, Wir stille sein und hoffen, Bis du zur hülf erscheinest. 4. O vater, der uns ewig liebt, Du reicher trost der deinen! Du fennest das, was uns betrübt, Du siehst auf unser weinen: So laß uns denn nicht ängstlich thun nie Vor den noch fünftgen morgen; Vielmehr in deiner liebe ruhn, Und alles unser sorgen Nur immer auf dich werfen. dpd rondi 5. Wie ist der eigne wille doch Dir, Gott! so oft zuwider! Wie oft erregt die sünde noch Den leib und dessen glieder! Wie leicht macht vielmals furcht und lust Die matten füße gleiten! Du Gott! dem unsre noth bewußt, Sei uns mit fraft zur seiten, Und stärke unsern glauben! Mel. Christ unser Herr zum zc. 824. Sott! ott! der du uns 6. 3war satan, der uns widersteht, Macht unsre seelen schüchtern; Doch hilf nur, daß wir berufen haft Zu zum gebet Stets wachsam ſein großen herrlichkeiten, Steh uns und nüchtern. Laß ihm, das er bier in der trübsalslast Mit dei sich stets bestrebt, Dein häuflein nem geist zur seiten. Laß uns in zu verschlingen, Das fest an dir Christo für und für Dem kleinod im glauben klebt, Den anschlag näher kommen; Und gieb, o va- nicht gelingen; Und uns den sieg ter! daß wir dir Mit allen wah- behalten. 18 09, 150 ren frommen Im glauben treu verbleiben. and M 2. Bollführe, Herr! in uns dein werk; Du hast es angefangen. Herr! gieb bem matten glauben stärk, Stets fest an dir zu hangen. Bekräftige das herz 7. Ach! mach uns treu bis in den tod: So schmückt die lebensfrone Uns dort bei dir, du treuer Gott! Vor deinem himmelsthrone, Woselbst wir, nach besiegtem leid, Und wohl vollbrachtem ringen, Von ewigkeit zu ewigkeit Dir lob noch mehr Durch deinen geist und ehre bringen. Es sei in im guten; Und gründe doch zu Christo amen! is id 526 ten Kreuz- und Trostlieder ni Mel. Vor deinen thron tret ich zc.| Siehst du dich gleich wunderlich 825. Mein auge sieht, In der noth verwirret: Nuf ihn Gott! zu dir. an, Denn er kann All dein unglück Von deinem throne hilf du mir. heben Und errettung geben. and Mein heil kommt nur von deiner 5. Weine nicht, Gott liebet dich, macht, Die diese welt hervor ge- Wenn die welt betrübet, Und so bracht.hips manchen schlangenstich Deinem 2. Getrost, mein herz! dein herzen giebet. Gott schüßt dich, treuer hirt Schafft, daß dein fuß Väterlich Und giebt bei dem leide nicht gleiten wird. Der dich be- Trost, und nachher freude. hütet, schlummert nicht; In finster- 6. Weine nicht, Gott sorgt für niß ist er dein licht. 3. Kein übel sei dir fürchterlich; Denn Gottes rechte schüßet dich. Durch seine treue vater hand Wird, was dir schadet, abgewandt. 4. Sein schuß gewährt dir sicherheit; Sein trost füllt dich mit freudigkeit. Er leitet dich auf ebner bahn, Und nimmt dich einst mit ehren an. dich; Ei, was kann dir fehlen? Was willst du dich stetiglich Mit den sorgen quälen? Wirf auf ihn Alles hin, Er wird deine sachen Gut, ja besser machen. antiad 7. Weine nicht, Gott tröstet dich Nach den thränengüssen. Endlich wird der kummer sich Ganz verlieren müssen. Durch den tod Stirbt die noth: Und wenn der erscheinet, Hast du ausgeweinet. 5. Herr! segne und behüte mich. Du bist mein heil, ich hoff auf dich. Dein segen folg aus dieser zeit Mir bis in jene ewigkeit. Mel. O Gott, du frommer Gott. 827. H err! unter deinem schutz zu bleiben mir verstatte, Und mich mit deiner huld Und allmacht überschatte, Mel. 33. Mache dich mein 2c. 826. Me W du der eine nicht, Gott betrübte seele! Drückt dich gleich himmelsthron und siß, So lang ein hartes joch In der trauer- ich wallen muß Auf erden, mich höhle; Nur geduld, Gottes huld beschüß. Läßt oft nach dem weinen Auch die sonne scheinen. 2. Ich spreche, Herr! zu dir: Mein Gott, mein heil, mein leben, Fels, burg und zuversicht! Dir hab ich mich ergeben. All meine hoffnung ist Allein auf dich gestellt, Was auch für angst und noth Mich in der welt befällt. 2. Weine nicht, Gott denkt an dich, Ob du's gleich nicht denkest. Oftermals verbirgt er sich, Wenn du dich sehr kränkest: Da die welt Eh zerfällt, Eh er dich wird hassen, Oder gar verlassen. 3. Auf dich, Gott! traue ich, 3. Weine nicht, Gott siehet Du hast mir schuß versprochen, dich, Scheint er gleich verdecket. Was du uns zugesagt, Hast du Wenn du nur geduldiglich Seinen noch nie gebrochen: Du hast es kelch geschmecket; Reichet er Lab- immerdar Mit großer treu erfüllt, sal her, Und giebt nach dem lei- Und deine wahrheit ist, Herr, den Wieder trost und freuden. unser schirm und schild. # 4. Weine nicht, Gott höret 4. O frommer treuer Gott! dich, Wenn dein herz nur girret. Dieweil ich dein begehre, So in allerlei Trübsalen überhaupt. 527 nimm dich meiner an, Die hülfe laß An seiner hand auf rechter mir gewähre: Ich kenne deinen straß, Um seines namens willen. nam, Drum sei mein starker schuß: Wend ab von mir gefahr, Dämpf aller feinde trup. 5. Ich ruf dich, höchster! an Mit herzen und mit munde; Darum erhöre mich, Und sei zu jeder stunde In aller noth bei mir: Reiß mich auch bald heraus, Und segne mich darauf In mei nem stand und haus, stip 6. Was ich verrichten soll, Laß alles wohl gelingen, Daß ichs zum guten end Mit ehren möge bringen. Bin ich hie lebenssatt, So bleibe du mein theil; Und zeige mir denn auch Dort ewiglich dein heil. 50p sind 4. Er leitet mich bei tag und nacht Mit seinem hirtenstabe: Mir leib und feel mit fleiß bewacht, Daß ich kein unglück habe. Ich fürchte nichts im finstern thal; Denn Gott ist bei mir überall Auf allen meinen wegen. 5. Er segnet mir mein täglich brot Und wehrt des feindes neide. Sein geist stärkt mich in angst und noth, Erfüllet mich mit freude, Schenkt mir den felch des trostes voll, Auf daß ich ja nicht zweifeln soll An seinem wort der gnaden. 6. Viel gutes und barmherzigdrkeit Wird über mir stets schwe7. Gott vater, sohn und geist! ben, und große gnade jederzeit Behüte mich aus gnaden Vor Mir folgen in dem leben: Sch allem, was mir kann An leib werde frei und offenbar Im hause und seele schaden: Bewahr mir Gottes immerdar Hier und dort ehr und gut, Bewahre was nur ewig bleiben. Fidst 10 mein: Ich will dir lebenslang Für alles dankbar sein. 7. Das gieb, der du mein hirte bist, Durch deine große güte, Und mich vor satans macht und list Mit starkem arm behüte: Auf daß ich, als dein liebes schaf, Im rechten glauben sanft einschlaf, Und mit dir ewig lebe. Mel. Nun freut euch liebe 2c. 828, D er Herr ist mein getreuer hirt, Wie wohl ist mir zu muthe! Dieweil mir gar nichts mangeln wird An irgend einem gute. Wie soll Mel. Was Gott thut, das ist zc. und kann mirs übel gehn? Denn 829. Gott lebt: was kaun Gottes sohn will stehu, ich traurig sein, Mich schüßen und regieren. Als wär kein Gott zu finden? 2. Er weidet mich mit seinem Er weiß ja wohl von meiner pein, wort Auf einer grünen auen, Die ich muß hier empfinden. Er Und läßt sich bei mir fort und kennt mein herz, Und meinen fort Auf beiden seiten schauen: schmerz! Drum darf ich nicht verEr ists, von dem mein trøst her- zagen, Und ihm nur alles klagen. rührt, Der mich zum frischen 2. Gott hört, wenn niemand wasser führt, Zum brunn der reichsten gnaden. ion schi hören will: Was will der feind denn sprechen, Als schwieg Gott 3. Er ist, der mich in noth er- zu den seufzern still, Die durch quickt mit seiner wahrheit mun- die wolken brechen. Schrei ich de: Mir rath und hülf von oben empor, So hört sein ohr, So schickt Zur rechten zeit und stunde: steigt die hülfe nieder, So schallt Er führt mich auch ohn unter- das amen! wieder. sine lindi 528 3. Gott sieht: wie flaget denn mein herz, Als seh er nicht mein weinen? Vor ihm muß der verborgne schmerz Ganz offenbar erscheinen. Kein thränlein fällt, Das er nicht zählt, Ja werth und theuer schäßet; Weshalb er mich ergebet. 3. Dies ist sein brauch von alters her: Jetzt hält er sich verborgen, Als wüßt er nichts um dein beschwer, Und ließe dich nur sorgen, hat gegen dich sich hart gemacht; Dies währt vom abend in die nacht, Und wieder an den morgen all dhim stöd Hist lodt 4. Gott führt: da er der führer 4. Doch bald erscheint sein freuist Auf allen meinen wegen; So denblick, Der endet alles leiden, mag die welt durch haß und lift Er nimmt das trauerkleid zurück, Mir tausend stricke legen. Er ists Umgürtet Er der mich 3war wunderlich, Je- züchtigt dich zwar väterlich: Jedoch auch selig führet, Daß mich doch soll seine gnade sich Darum kein unfall rühret. an nicht von dir scheiden. 15. Gott giebt, und fehlt mirs überall, Werd ich doch nicht verderben. Was hilft mir grämen, angst und qual, Als müßt ich hungers sterben? Er hat ja brot; Und wenn die noth Uns nach der preis. Herr! gieb uns, daß sich wüste weiset, Wird man auch da aller fleiß Auf dies zu lernen lege. gespeiset. 5. Wie wohl ist doch der mensch daran, Der sich in Gottes wege In tiefster demuth schicken kann, Ihm aushält alle schläge! Dies nimmt der höchsten kunst den 831 6. Gott lebt; wohlan ich merken and Melodie 37. dnu rds das: Gott hört; ich wills ihm 831. Gott! du bleibest doch mein Gott, fagen. Gott sieht; er setzt den thränen maaß. Gott führt; ich mein fels, mein schuß und retter! darf nicht klagen. Gott giebt Gott ist freude, noth und tod! und liebt; Nur unbetrübt: Er wird Stürmen auf mich alle wetter; mir endlich geben, Auch dort mit Will ich doch fest bei dir stehen, ihm zu leben.d dillund auf deine hülfe sehen, Denn sie läßt nicht untergehen. That Mel. Es ist das heil uns kommen. 2. Gott! du bleibest doch mein 830. Gott jott herrschet und Gott, Wie ich oft und viel er1101 bei uns mich von deren haus: Was sagst du, mensch! da- spott, Welche mir gehässig waren, wider? Was schlägst du seinen wil- Daß sie selbst beschämet sagen: len aus? Leg dich im staube nieder. Sein Gott hilft ihm, seine Schweig still, laß ihn nur meister plagen Freudig und getrost ersein; Er ist das haupt, wir insgetragen. st mein Sind seine schwachen glieder.- 3. Gott! du bleibest doch mein 2. Belegt er dich mit kreuz und Gott! Will mich welt und teufel noth, Und greift dir nach dem hassen Drückt und quält mich herzen; So denken nur das manche noth: Werd ich dich doch kommt von Gott. Drum laß es nicht verlassen. Hölle, welt und dich zwar schmerzen: Doch hüte satan wüthe! Dennoch freut sich dich vor ungeduld, Du möchtest mein gemüthe: Denn mich schüßet sonst durch große schuld Das beste Gottes güte. mig thipr theil verscherzen.adsin end 4.Gott! du bleibest doch mein Kreuz- und Trostlieber ni in allerlei Trübsalen überhaupt.. 529 Gott: Ob ich gleich mit sünden, tausend beben, tausend fallen, Läßt friege. Macht mich mein gewissen mein vertraun von dir nicht ab; roth; Giebt doch Jesus, daß ich Verrathen und verfolgt von allen, siege. Seine plagen, seine wun- Halt ich an dir mich, Gott, mein den, Und was er für mich em- stab! pfunden, Haben mich der straf entbunden. 4. Verzweifelnd muß mein feind sich schämen; Er sieht mit niederträcht'ger qual Mein glück, und darf es mir nicht nehmen; Du Herr! bereitest mir ein mahl: Du meine noth, Will die list mein stellest mich. im feierkleide Den meister werden; Wirst du dich doch zu mir neigen, Und mir deine freundschaft zeigen, So wird list und bosheit schweigen. 5. Gott! du bleibest doch mein Gott. Hätt' ich keinen freund auf erden, Häuft die bosheit 6. Gott! du bleibest doch mein Gott! Kann ich dich, o Herr! nur haben; So veracht ich noth und tod, Himmel, erd und ihre gaben. Sollte auch mein leib zerstäuben, Soll mich doch nichts von dir treiben: Gott wird doch mein Gott verbleiben. Mel. Nun danket alle Gott 2c. Mel. Wie groß ist des allmächt. 832. Der er Herr des guten ist nichts mangeln, wo er ist! Gr. 833.it ist und bleibt gemein hirte, Mir wird treu: Sein herz bricht barmend rief mich, als ich irrte, Sein wort, das nie mein herz vergißt: Auf einer grünen aue weidet Er meinen lehrbegier'gen sinn; Mein herz, das durst nach weisheit leidet, Führt er zu frischen quellen bin. ihm von lieben. Pflegt er gleich oftermals Die seinen zu betrüben; So prüft er durch das kreuz, Wie rein der glaube sei, Wie standhaft die geduld: Gott ist und bleibt getreu. 2. Gott ist und bleibt getreu: Er hilft ja selber tragen, Was er uns auferlegt, Die last der schweren plagen; Er braucht die ruthen oft, Und bleibet toch dabei Ein vater, der uns liebt; Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt getreu: Er weiß, was wir vermögen. Sollt er den schwachen wohl Zu schwere last auflegen? Er macht sein eigenthum Von last und banden frei, Wenn große noth entsteht, Gott ist und bleibt ge treu. 34 2. In angst, im zweifel, ob ich fehle, Verläßt mich seine stimme nie; Er redt vertraun in meine seele, Er stärket, er erquicket sie: Er führet mich auf rechter straße; Drum nennt mein herz ihn meinen Gott; Sein nam, auf cen ich mich verlasse, Macht meiner feinde wuth zu spott. frechen spöttern zum verdruß; Herr! köstlich machst du meine freude, Und sättigst mich mit überfluß. 5. Du wirst mir ewig gutes geben, und lebenslang barmherzigkeit; Dich will ich überall erheben; Du bleibst mein Gott in ewigkeit; Nichts, nichts kann mich von dir vertreiben, Ich troße jeglicher gefahr; Ich werd' in deinem hause bleiben, Und bei dir wohnen immerdar. 3. Jch darf in finstern thälern gehen; Kein unglück überrascht mich hier! Ich wanke nicht auf steilen höhen; Denn du, mein Gott, stehst neben mir. Wenn ott 530 Kreuz- und Trostlieder 4. Gott ist und bleibt getreu:[ erden gleich? So geh ich immer Er tröstet nach dem weinen, Er unbetrübt, Mein schaß ist, daß läßt in trüber nacht Die freuden- mich Jesus liebt. sterne scheinen. Der sturm, der freuzessturm Geht, eb mans gläubt, vorbei. Sei, seele! nur getrost, Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu, Und stillet dein begehren; Er will unbetrübt. dein glaubensgold In trübsals- mich Jesus liebt. gluth bewähren. Nimm nur von Gottes hand Den kreuzkelch ohne Mel. Wer nur den lieben Gott. fcheu, Der lebensbecher folgt. Gott ist und bleibt getreu. 835. bin getroft in mei dh nem Gott ist 6. Gott ist und bleibt getreu, mein heil, Gott ist mein licht. Er Laß alle wetter krachen: Gott überschüttet mich mit freuden, Und wird der trübsal doch Ein solches ist der seelen zuversicht. Er heißt ende machen, Daß alles kreuz und und ist des lebens kraft, Ein Gott, noth Dir ewig nüßlich sei: Soder schuß und ruh verschafft. liebt der höchste dich. Gott ist und bleibt getreu. 2. Bei ihm kann ich gerubig leben, Er nimmt mich gnädig auf und an. Wenn alle feinde mich umgeben, Daß ich nicht widerstehen er will von kann; So er die müde Mel. Wer nur den lieben Gott. 834.W liebe scheiden, Die hand, Thut ihnen ſelber wider. stand. nur allein in Jesu ist? Und sollt ich allen jammer leiden, Der hier die herzen nagt und frißt; So bleib ich immer unbetrübt, Mein trost ist, daß mich Jesus licbt. 2. Mein Jesus hat mir heil verschrieben, Die Handschrift ist mit blut gemacht. Die liebe selbst hat ihn getrieben, Daß er sein leben nicht geacht; So leb ich immer unbetrübt, Mein heil ist, daß mich Jesus liebt. 5. D du vergnügte Jesusliebe! Mein heil und theil, mein schaß und schuß. Erhalt mich nur in solchem triebe; So biet ich allen feinden truß; So sterb ich endlich Mein troft ist, daß 3. Will mir die welt hie neße stellen? Mein Jesus hat ein liebesband. Will mich der feind zu boden fällen? Mein Jesus hält mich bei der hand: So leid ich immer unbetrübt, Mein schuß ist, daß mich Jesus liebt. 4. Ein andrer mag sich schäße graben; In Jesu liebe bin ich reich. Wer wollt ein solches gut nicht haben, Dem nichts auf dieser 3. Vor wem darf ich alsdann erschrecken? Wer stürzet den, den Gott bewahrt? Ich weiß die flügel, die mich decken, Ich kenne seine vaterart; Die ist, daß er mich brünstig liebt, und sich mir selbst zu eigen giebt. 4. Auf diesen grund muß ich nun bauen, Wenn unglück auf mich stürmen will. Es ist gut, auf den höchsten trauen, Hier liegt die müde seele still. Wenn alles wider mich sich regt, Bleibt dieser grund doch unbewegt. 5. Bei dieser zuflucht bin ich fröhlich, Hier hab ich alles, was mir dient. Bei dem bin ich gewi schon selig, Hier ist der baum, der ewig grünt: Hier ist mein anfer und mein stab, Hier ist mein helfer bis ins grab. 6. Troß kann ich jest dem satan in allerlei Trübfalen überhaupt. 531 bieten: Er rase mit gewohnter Mel. Durch Adams fall ist ganz. wuth: Mein wächter wird mich 836.Seiebreicher vater! höch ſchon behüten, Daß er mir keinen schaden thut: Drum lach ich gar der höllenmacht: Ich bin in sicherheit gebracht. 7. Gerath ich auch in finsternis- rettung hier Nach deinem wunsch sen; So leuchtet mir sein gnadenerweisen, Daß mich dein mund schein, Er wird mich zu erhalten Aus herzensgrund Soll froh und wissen, Wenn sonst gleich keine dankbar preisen. mittel sein. Wohl dem, der sich zu Gott gefügt, Der wird durch dessen schuß vergnügt. 2. Befiehl dem Herren früh und spat All deine weg und sachen; Er wird nach seinem weisen rath Stets für dein bestes wachen: Wirf auf ihn hin, Was dir im sinn Liegt, und dein herz betrübet: Er ist ein hirt, Der treulich führt, Die seinen, die er liebet. 3. Voll vaterhuld wird er sein find In seine arme fassen, Und die gerecht und gläubig sind Im unglück nicht verlassen; Drum seid bereit Zu jeder zeit Auf ihn getrost zu bauen: Mit hülf erscheint Er, eh mans meint, Dem gläubi8. Will bliß und hagel auf mich regnen, Will alles mit mir untergebn; Weiß mich dennoch mein Gott zu segnen, Ich werde seine treue sehn. Es gehe noch so wunderlich: Es bleibt dabei: Gott schüßet mich. ster Gott! Gedenk an deine worte: Du sprichst: ruf mich an in der noth, Und klopf an meine pforte; So will ich dir Er9. Will sich der neider an mich machen, Gebraucht er ränke, funst und list; Muß ich doch seiner thorheit lachen, Die ihm am meisten schärlich ist. Er gläube, daß fein grimm und gift mich nicht gen vertrauen. nach seinem wunsche trifft. 4. Ach! starker hort! wie tröst10. Behalt ich meinen Gottlich klingt, Was du versprichst zum freunde, Und wird mein dem frommen: Ich will, wenn glaube offenbar; So fallen alle trübsal zu ihm dringt, Jhm selbst meine feinde, So zittert, was sonst muthig war. Denn so er fennt man in der that, Was Gottes freundschaft auf sich hat. zu hülfe kommen: Er liebet mich, Drum will auch ich Ihn lieben und beschüßen: Ganz fummerlos Soll er im schooß, Von mir ges tröstet, sigen. 11. Der leßte feind kann mich nicht zwingen, Denn Gott steht mir im sterben bei: Muß ich auch sterbend schmerzlich ringen, Hilft doch mein Gott und macht mich frei: Bei so gewünschter sicherheit Betrübet mich kein herze leid. 12. So kann der wahre glaube sprechen, So eignet er sich alles zu; Nichts soll die freude unterbrechen, Nichts störet meiner seelen ruh. Mein herz und mund spricht einerlei: Daß Gott mein licht und erbtheil sei. 5. Der Herr ist allen denen nah, Die sich zu ihm nur finden: Und wenn sie rufen, steht er da, Hilft glücklich überwinden, All angst und web: Hebt in die höh, Die schon darnieder liegen, Und ihnen schafft Er adlers fraft, zu ihm empor zu fliegen. 6. Fürwahr! wer meinen namen ehrt, Spricht Christus, und recht gläubet, Deß bitte wird von Gott erhört, Wenn er nur treu ihm bleibet. Man tret in ruh 3u ibm hinzu; Wer bittet, wird 34* que Kreuz- und Trostlieber ni empfangen, Und wer da sucht, schafft, Bleibt ewig unverkürzet. Der wird die frucht Von seinem Herr zebaoth, Wirst du, mein flehn erlangen. Gott! Genennt, zu deinen ehren, Bist groß von rath, Und deiner that, Kann keine stärke wehren. 7. Wenn der gerechte seufzt und weint, Will Gott ihn fröhlich machen; Und wenn er ganz verlassen scheint, Will Gott doch für ihn wachen. Im finstern thal Wird manches mal Der fromme traurig wallen; Doch Gottes treu Ist immer neu, Und hilft ihm aus dem allen. 532 13. Du bist der deinen troft und licht, Deß ist mein herz gegründet: Bei dir, o meine zuverjicht! Sich immer hülfe findet. Drum schaffest du Auch denen ruh, Die du nach dir läßt heißen; Und bist bereit, zu rechter zeit Sie aus der noth zu reißen. 14. Nun, Herr! ich halte mich an dich, Ich klopf an deine pforte: Ach, höre doch und rette mich! Ich traue deinem worte. Hilf, Hott! hilf mir; So will ich bier Dir freudenpsalmen singen; Dir will ich dort, Mein Gott, mein hort! Dank, lob und ehre bringen. 8. Dich hab ich einen augenblick, Mein liebes find! verlasſen, Nicht, als ob ich dein wahres glück Und wohlsein könnte bassen. Wer als ein christ Sein jünger ist, Muß hier geprüfet werden; Doch nach der zeit Lohnt herrlichfeit Die leiden dieser erden. 9. Ach, lieber Gott! ach vaterherz! Mein troft von so viel jahren! Du läsfest mich jest manchen schmerz Und große angst erfahren. 2. In besondern geistlichen Mein herz verzagt, Mein auge Nöthen und Anfechtungen. klagt Und schwimmt in heißen thränen; Es trocknet ein Mir Mel. 35. Zu dir, o vater aller zc. mein gebein Und ich verschmacht 837. Din fchweren leiden, im sehnen. 10. Ach, du gerechter Gott! Und seufzest, daß der geist der wie sehr machst du dem herzen freuden So weit von tir gewichen bange; Hörst du mein ängstlich ist. Du flagst und rufft: Herr! schrein nicht mehr? Ach, Gott! wie so lange? Und Gott verzeucht wie lang! ach lange! Verbirgst und dir wird bange, Daß du von du mir Denn für und für Das Gott verlassen bist. antlig? soll ich sterben? Du willst ja nicht, Wie dein wort spricht, Des sünders sein verderben. 2. Sind meine sünden mir vergeben; Hat Gott mir sünder heil und leben In seinem lieben sohn verliehn: Wo sind denn seines geistes triebe? Warum empfind ich nicht die liebe, und hoffe nicht getrost auf ihn? 11. O Herr! nach dir verlanget mich, Entreiße mich der erden: Laß mich, ich harre, Herr! auf dich, Nicht hier zu schanden werden! Leg auf die last, Die du mir 3. Mühselig, sprichst du, und haft Beschlossen aufzulegen, Leg beladen Hör ich den trost vom auf, doch laß Auch nicht cas maaßwort der gnaden, Und ich empfind Sein über mein vermögen! ihn dennoch nicht; Bin abgeneigt, 12. Du bist von unumschränk- vor Gott zu treten; Ich bet' und ter fraft, Die hebt und wieder kann nicht gläubig beten; Ich stürzet, Und deine hand, die alles denke Gott, doch ohne licht. in besondern geistlichen Nöthen und Anfechtungen. 533 4. Sonst war mirs freude, sei-| gold im feuer, Macht dir das heil nen willen Von ganzem herzen zu der feele theuer, Damit du halerfüllen; Sein wort war immer test, was du hast. mir gewiß. Jeht kann ichs nicht zu herzen fassen, Und meine fraft hat mich verlassen, Und meinen geist deckt finsternis. 5. Oft fühl ich zweifel, die mich quälen, Heul oft vor unruh meiner seelen, Und meine bülfe blei bet fern. Ich suche ruh, die ich nicht finde; In meinem herzen wohnt nur sünde, Nur unmuth, keine furcht des Herrn. 6. Zag nicht, o christ! denn deine schmerzen Sind sichre zeugen befrer herzen, Als dir das deine jetzt erscheint. Wie könnteſt du dich so betrüben, Daß dir die fraft fehlt, Gott zu lieben, Wär nicht dein herz mit ihm vereint? 11. So wie ein vater über finder, Erbarmet Gott sich über fünder, Die seinen namen ernstlich scheun. Dein seufzen ist ihm nicht verborgen. So fern der abend ist vom morgen, Läßt er von dir die fünde sein. 12. Zwar ist um trost dir jetzo bange: Denn alle züchtigung, so lange Sie annoch da ist, scheint uns hart. Doch nachmals wird sie friedsam geben Frucht der gedurch sie geübet ward. rechtigkeit und leben Dem, der 13. Fahr fort zu beten und zu wachen. Gott ist noch mächtig in dem schwachen, Die höchste güte für und für. Laß dich an seiner gnade gnügen. Sein wort ist wahr, und kann nicht trügen: Ich stärke dich, ich helfe dir! 7. Kein mensch vermag Gott zu erkennen, Noch Jesum einen Herrn zu nennen, Als durch den 14. Auf, faffe dich in deinen werthen heilgen geist. Hast du nöthen! Sprich: wollte mich der nicht diesen geist empfangen? Er Herr auch tödten: So harr ich ists, der dich nach Gott ver- trostvoll dennoch sein. Mir bleibt langen, Und sein erbarmen suchen das erbtheil der erlösten; Und heißt. will mich Gott nicht eher trösten, Wird er mich doch im tod erfreun. 8. Vertrau auf Gott, er wohnt bei denen, Die sich nach seiner hülfe sehnen; Er kennt und will dein wahres glück. Er höret dei- Mel. Herr Gott! der du erforsch. nes weinens stimme; Verbirget sich als wie im grimme, Nur 838. Gott! es kann einen kleinen augenblick. nicht anders sein, Hier stellt sich, weil wir leben, 9. Gott ließ so manchen seiner Noch tägliche versuchung ein, Wir frommen In dies gefühl des sind mit noth umgeben, Die elends kommen, Und stund ihm gleichwohl mächtig bei. Du sollst dein nichts erkennen lernen, Sollst das vertraun auf dich entfernen, Und sehn, was Gottes gnade ſei. schmale bahn zur seligkeit Ift voller kampf und voller streit. Der satan aus der höllen, Die welt, die ganz im argen ruht, Auch unser sündlich fleisch und blut, Sucht immer uns zu fällen. 10. Vor sicherheit dich zu be wahren, Läßt er dich seine streng' erfahren, und schickt dir diese 2. Doch deine väterliche treu Läst uns nicht unterliegen, Sie steht uns auf dem kampfplatz bei, schwere last. Er reinigt dich, wie Und hilfet herrlich siegen. Uns 534 schwache setzt sie in den stand, Zur techten und zur linken hand Die feinde abzuschlagen, Daß ihre list uns nicht berückt, Und wir, durch deine kraft erquickt, In feiner noth verzagen. 2. Mich hat der tod bestrict, Die sünd hält mich gefangen: Wo sich mein geist hinkehrt, Bleibt nichts als nur verlangen. Ich lauf, verfehle doch Den weg zur wahren ruh: Denn des gesetzes fluch Spricht mich der hölle zu. 3. Dein sohn, der uns mit eignem blut Erkaufte von der 3. Du, Jesu! du allein Kannst erden, Der mittler weiß, wie meinen jammer wenden, Mein uns zu muth, Wann wir ver- können stehet nur In deinen gnasuchet werden; Du hieltest dich denbänden. Flöß mir doch neue vor ihm verdeckt; O was hat er kraft Zum neuen leben ein, Und für qual geschmeckt In jenen laß mein sehnen nicht So gar finstern stunden! Doch hat er vergeblich sein. auch für uns gewiß Die ganze macht der finsterniß Vollkommen Kreuz und Trostlieder überwunden. 4. Ja, Herr! erbarme dich, Ich lieg zu deinen füßen; Laß deine gnade stets In meine seele fließen: 4. So gieb dann, daß wir Ich schrei und laß dich nicht, ruhig sein, Auch wann die noth Bis deines geistes fraft Den tod am größten, Und laß in aller in mir besiegt, Und neues leben angst und pein Uns Christi lei- schafft. den trösten. Wann fleisch und 5. Du hast ja zugesagt: Du satan uns versucht, Und wann wollest gern erquicken, Wenn nur die böse welt uns flucht, Wann mein armes herz, Befreit von wir verlassen scheinen: So bist heuchlers tücken, Sich dir ergeben du uns in Christo ja Mit deiner will; Wer deines geistes trieb reichen gnade nab. Und näher, Nur in sich wirken läßt, Der ist als wir meinen. dir, Jesu! lieb. 5. Verlaß uns matte streiter 6. So nimm denn alles hin, nicht, Ach! hilf uns überwinden, Laß mich mir nicht mehr leben; Bis wir in jenem freudenlicht Hingegen, treuer hirt! Dir einig Vollkommne ruhe finden; Treib sein ergeben. Ach halte mich nur uns zum wachen und gebet, fest, Und treib den feind hinaus; Und laß uns, wanns gefährlich So wird mein innerstes Ein dir steht, Dich desto fester fassen. geweihtes haus. Du, vater! fannst uns nicht verschmähn, Du läsfest uns nicht trostlos gehn, Du wirst uns nie verlassen. 7. Beweise deine macht, Du höll- und weltbezwinger! Und zeig der finsternis, Du seist noch nichts geringer: Vollführ in mir den sieg, Troß aller feinde spott; Vollführe deinen rath In deinem blut und tod. darein, Und hilf 8. Wie lange soll der feind mir armen siegen. Mein herz fühlt sich über mich erheben? Wie nichts als tod, Mein geist muß lange raubet er Mir freude, trost unterliegen: Das wollen hab ich und leben? Befrei die seele bald, wohl, Nur das vollbringen nicht, Die durch dein blut erkauft, Die Wohin det matte geist, Die schwa- sonst, von ihm bestrickt, In ibr chen fräfte richt't. verderben lauft. Mel. O Gott, du frommer Gott. 839. Mein Jesu! sieb in besondern geistlichen Nöthen und Anfechtungen. 535 9. Gieb muth und glaubens- Gett bestraft an seinem finde kraft, Wenn schändliche gedanken, Seiner knechte schuld und sünde. List und betrug entstehn; Und laß mich, Herr! nicht wanken, Wenn deines geistes kraft Das fleisch in mir bekämpft Und wenn dein kreuz und tod Den alten menschen dämpft. 4. Kommet, kommet her, ihr armen! Höret, wie Gott selber schreit: Eurer will ich mich erbarmen, Die ihr schwer beladen seid. Nun ich komme mit begier, Als ein matter hirsch zu dir; Laß mich, 10. Hilf allen widerspruch, Oder ich matt von sünden, Bei dir heiland! überwinden; Laß mich lebenswasser finden. in deinem blut Die siegeskräfte finden. Dein sanftmuthsvolles herz Sei meines geistes schild; Bis du von feinden mich Dort ganz befreien willt. 11. Wirst du dich nur in mir So träftiglich verklären, Mich tödten, und aus dir Hinwieder neu gebären; So bleib ich dir vereint, So geh ich unverrückt Zum vorgesteckten ziel, Das mich mit fronen schmückt. 6. Sent, o Jesu! meine sünden In des tiefen meeres grund. Laß. des vaters zorn verschwinden, Thu mir deine gnade kund. Schließ mich in die fürbitt' ein, Die bei Gott muß kräftig sein; So werd ich in deinen wunden Von der schweren last entbunden. hüter! schläfest du? Denkst du nicht mehr an mich armen? Sprichst du mir fein trostwort 7. Alsdenn will ich täglich singen, Herr! von deiner hirtentreu. Ich will dank und opfer bringen, zu? Gott, mein Gott! ach wie Rühmen, daß Gott gnädig sei: so lang Ist der seele angst und bang? Eile, Herr! sei mein er retter In dem schweren trübsalswetter. Ja in deinem heiligthum, Herr! erheb ich deinen ruhm, Wo man deinen namen ehret: Amen, ja! ich bin erhöret. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 840. a es, Sesu! dich erbarmen, Treuer 2. Hölle, satan, welt und sünden Stürmen schrecklich auf mich 3. Wenn werd ich die stätte finden, für 5. Theurer Jesu! mert mein sehnen, Hör das wiederholte flehn; Zähle meine heiße thränen, Laß mich trost und hülfe sehn. Stärke die erschrockne seel Mit dem süßen freudenöl, Und erleichtre mein gewissen, Nach so viel bekümmernissen. und ruh? Hilf mir, Herr, mein fels, mein hort! Mein herz hält dir vor dein wort, Da du schwörst: dein herze wolle, Daß der sünder leben solle. Mel. Herzlich thut mich verlang. 841. Gott! bes satans tücke Sind zwar sehr groß und viel: Er legt uns neß und stricke, Doch hast du, Herr! ein ziel Auch seiner macht gestecket, Da muß ste stille stehn; Dein arm, der uns bedecket, Läßt sie nicht weiter gehn. 3. Sünde, wie magst du nun drücken, und mich plagen ohne 2. Laß mir nur deine waffen, rast? Hier auf meines Jesu Die du mir vorgestellt, Stets rücken, Liegt die mir zu schwere schuß und sieg verschaffen. Wenn last. Alle meine schwere schuld mich der fürst der welt Mit seiTrägt und zahlt er mit geduld. nen feuerpfeilen, Mit seiner lift 536 und wuth Gedenkt zu übereilen; Halt mich in deiner hut. 3. Ilmgürte meine lenten, Gieb mir den glaubensschild, Die pfeile abzuwenden, Womit er auf mich zielt. Sein dränen zu zernichten, Gieb mir des geistes schwert: Co fann ich's wohl ausrichten, Und bleibe unversehrt. 4. So kann ich nicht erliegen, Wenn Gottes harnisch mich Ümgiebt, so muß ich siegen; So, feind! veracht ich dich: Denn du bist schon gebunden, Du fällst, du liegest schon; Denn der dich über wunden, Ist selber Gottes sohn. gairbsful Kreuz und Trostlieber daalid m 6. Vater! laß mich gnade fin. den; Sprich mich, den verlornen sohn, Wieder frei vor deinem thron: Christi blut soll mich entbinden, Darum schenke mir die schuld, Und ertrag mich mit geduld. 7. Dein find fernerhin zu heißen, Bin ich freilich nicht mehr werth; Doch da mich dein geist bekehrt, Kann dein bund auch nicht zerreißen. Schau, ich kehr zu mei ner pflicht, Herr! darum verstoß mich nicht. 3. Herr! ich sage dir aufs neue Wieder pflicht und liebe zu, Die du forderst: siehe du Nun, nach deiner vatertreue, Den mit gnadenaugen an, Für den Jesus gnug gethan. 9. Du sollst doch mein vater bleiben, Wenn gleich deine ruthe schreckt Und mir schmerz und angst erweckt. Dir will ich mich ganz verschreiben, Herr! dir leist ich treu und pflicht, Bis mein herz Mel. 2. Alles, was mir Gott zc. 842. D qual und angst muß ich empfinden, Ob ich Gottes find noch sei? Denn der findschaftpflicht und treu Brach ich oft durch schwere sünden, Die ich ohne scheu verübt, Und wodurch ich Gott betrübt. 2. Ach! der bund ist übertre- im sterben bricht. ten, Den Gott durch das wasserbad Mit mir aufgerichtet hat. Klage über die Unempfindlichkeit bei den göttlichen Will ich nun zum höchsten beten, Fällt mir oft der zweifel bei: Ob ich Gottes kind noch sei? Tröstungen. 3. Gott erhört nur seine tinMel. Herr Gott! der du erforsch. der, Welche seinen willen thuns 843. Dir ſei es, beilger geist! Wie mag denn mein herze ruhn, Da ich ein verhafter sünder? Ja mich trückt der sorgenstein: Wie fann Gott dein vater sein? 14. Stürmen auf mich trübfalswinde, Ach! so wird mein glaube Flein, Und der satan giebt mir ein: Gott verfährt mit seinem kinde Nicht so scharf; wärst du sein kind, Wär er nicht so hart gesinnt. ich auf keine maaße Mich, bei der unruh, die mich plagt, Jemals recht trösten lasse. Ja, ob du gleich bei meiner last Mir tröstung angeboten hast; Merk ichs doch nicht im herzen. Drum ist mir noch um trost sehr bang, Denn meine seele trauert lang, Und bleibet stets in schmerzen. 5. Darum fleh ich: hilf mir 2. Gieb doch, daß deine süßigarmen, Vater der barmherzigkeit! feit Mein hartes berz erweiche: Tilge dieses herzeleid Durch dein Damit ich einst, auf langes leid, väterlich erbarmen; Und verwirf Auch deinen trost erreiche. Denn mich fünder nicht Ganz von dei- was von Adam angeerbt, Hat nem angesicht. aleiber! uns so sehr verderbt, Daß in besondern geistlichen Nötben und Anfechtungen. 537 man sich selbst gelaffen, Herr! dei-| nicht werden mich zu spött, Mach nen troft und dessen fraft, Die zunicht des teufels werk, meinen alles gute in mir schafft, Nicht schwachen glauben stärk, Daß ich kann zu herzen fassen. nimmermehr verzage, Christum stets im herzen trage. 3. Ich müßte ja, Herr! ohne dich Ohn allen trost verderben: Drum eile und erquicke mich, Laß mich nicht trostlos sterben. Schau mich, mein Gott! in gnaden an, Daß ich mit David sagen kann: Ich ward in angst gesehet; Doch deines wortes meiner seele ruh geschafft, sie mit trost ergebet. 4. Ach laß mich doch nicht länger schmerz Und so viel kummer haben. Ach fang doch an, mein mattes herz Durch deinen trost zu laben. Verwandle meine angst in ruh Und sprich mir wieder gnädig zu. Führ mich, nach diesem leben, Zu deinen himmelsfreuden ein, Wo rub, trost und erquickung frin: So will ich dich erheben: 4. Jesu, du brunn aller gnaden, Der du keinen von dir stößt, Der mit schwachheit ist beladen, Sondern deine jünger tröst't: Sollt ihr glaube gleich so klein Als ein kleines senfkorn sein, gnadenkraft Hat Wollst du sie doch würdig schätzen, Und Große berge zu versehen: 5. Laß mich gnade vor dir finden, Der ich bin voll traurigfeit; Hilf du mir selbst überwinden; Hilf, so oft ich muß in streit, Daß mein glaub sich täglich mehrt. Gieb mir deines gei stes schwert, Womit ich den feind kann schlagen, Alle pfeile von mir jagen. Klage über die Schwachheit des Glaubens. Mel. Jesu! deine beilge wunden. reuer Gott! ich muß 844. Tir Hagen Meines berzens jammerstand: Ob dir gleich all meine plagen Besser, als mir selbst, bekannt. Große schwachheit ich bei mir In anfechtung oftmals spür; Wenn der satan allen glauben Will aus meinem herzen rauben. 2. Du, Gott! welchem nichts verborgen, Weißt, daß ich nichts von mir hab', Nichts von allen meinen sorgen, Alles, Herr! ist deine gab'. Was ich gutes find an mir, Das hab ich allein von dir: Auch giebst du, nach wohlgefallen, Selbst den glauben mir und allen. 3. O mein Gott! vor den ich trete, Hör in meiner großen noth, Wie ich jetzt so sehnlich bete: Laß 6. Heil'ger geist ins himmels throne, Gott, von gleicher ewigkeit mit dem vater und dem sohne, Der betrübten trost und freud! Der du in mir angezündt, Was vom glauben ich noch find: Ueber mir mit gnaden malte, Ferner deine gab' erhalte. 7. Deine hülfe zu mir sende, O bu edler berzensgaft! Und das gute werk vollende, Das du angefangen hast. Blas das kleine fünklein auf, Bis ich, nach vollbrachtem lauf, Allen auserwählten gleiche, Und des glaubens ziel erreiche. 8. Gott, groß über alle götter, Heilige breieinigkeit! Außer dir ist kein erretter: Tritt mir selbst zur rechten seit, Wenn der feind die pfeil abdrückt, Meine schwachheit mir aufrückt, Will mir allen trost verschlingen, Und mich in verzweiflung bringen. 9. Zeuch du mich aus seinen stricken, Die er meinen füßen legt: Stürz ihn selbst nebst seinen tücken, 538 aspit Kreuz- und Trostlieder und mi stärke du! Die er stets im finne hegt. Gieb,| nicht sichten! Meinen glauben daß ich den harten streit Auszu stehen sei bereit; Und so oft ich noch muß kämpfen, Hilf du mir die feinde dämpfen. 10. Neiche deinem schwachen finde, Das auf matten füßen steht, Deine gnadenhand geschwinde, Bis die angst vorüber geht. Wie die jugend leite mich, Daß der feind nicht rühme sich, Solch ein herz hab er gefället, Das auf dich die hoffnung stellet. 11. Du bist meine hülf, mein leben, Mein fels, meine zuversicht, Dem ich leib und feel ergeben: Gott, mein Gott! verzeuch doch nicht! Eile doch und steh mir bei, Brich des feindes pfeil entzwei: Laß ihn selbst zurücke prallen, Und mit schimpf zu boden fallen. 12. Ich will alle meine tage Rühmen deine starke hand; Daß du meine noth und plage, Herr! so gnädig abgewandt. Nicht nur in der sterblichkeit Soll dein ruhm sein ausgebreit't: Ich wills auch hernach erweisen, Und verklärt dich ewig preisen. 5. Die wunder, die ich vormals selbst gepriesen, Die du von anfang hast gethan, Und die du mir insonderheit erwiesen, Seh ich wie jener blinde an, Der die menschen sab als bäume; Ja, ich halt sie kaum für dein, Und mir ist, als ob ich träume, Daß sie je geschehen sein. 6. Wenn ich mein herz mit deides nem will Und 845. mit viel thränen, mir Die füße zählen, Der kranken arzt, der schrift von deines vaters willen blöden heil! Verborgner Gott! Und deinem schweren leiden für; du trost betrübter seelen! Der Ists, als ob ich mährlein hörte, geistlicharmen trost und theil! Der Finde keinen glaubenssaft, Und, du selbst in ihnen wohnest, Neigst was sonst denselben nährte, Giebt auf ihr geschrei dein ohr, Und mir jeso keine kraft. mit viel geduld verschonest Das fast ganz zerstoßine rohr! In eigener Melodie. mmanuel, 3. Jch kämpf, ich schrei, ich ängste mich, ich bete, Und werd erbärmlich zugericht't; Wenn ich auch gleich mit weinen vor dich trete; So trau ich doch mir selber nicht: Ob denn dies, warum ich flage, Mir auch recht zu herzen geht? Weil des bösen zweifels plage Leider! gar zu oft entsteht. 4. Mein beten ist voll zweifeln. der gedanken. Wenn gleich dein wort und troft erschallt, So ist und bleibt mein glaube doch im wanken, Mein herze scheint erstarrt und kalt: Es ist voller angst und zagen, Und in sorgen ganz verwirrt: Ich kann kaum mich selbst vertragen, So weit ist mein sinn verirrt. mut nicht zu 7. Wie kann ich doch dem bösen herzen trauen, Das auch dein 2. Ach! siehe doch die große wort mir niederreißt, Den grund, angst, den schmerzen, Der so viel darauf ich soll mein hoffen bauen; seufzer mir abdringt. Ach! steure Und mich an allem zweifeln doch, Herr! meinem eignen her- heißt? Ich muß mich zum beten zen, In dem der zweifel oft ent- zwingen, Und fanns mitten im springt, Der mir will dein wort geschrei Leider! doch nicht da vernichten; Ach, Herr! laß du es hin bringen, Daß es ohne zweinicht zu! Laß den satan mich I fel sei. in besondern geistlichen Nöthen und Anfechtungen. 539 8. Erforsche doch, erfahre, wie längst, o Gott! verdient, daß ich ichs meine, Durchsuche mein ver- Jeßt weder trost, noch glauben derbtes herz, Und prüfe mich, kann empfinden; Doch aber, mein Gott! warum ich weine, Ob Herr! erbarme dich! Jesü! hilf dies wahrhaftig sei mein schmerz: dem unvermögen! Ich will; Caß mein glaubenslicht so wan( wenn ich aber, ach! Dir mein tet, Daß mein herz so laulicht ist, herz soll recht vorlegen,) Ach, Und dir nicht mit eifer danket, mein wollen ist sehr schwach. Daß du, Herr! mir alles bist? Herr! 14. Ach! stärke, das 9. Findst du denn noch bei mir wollen und das können, Und gieb den ernsten willen, Daß mein mir den gewissen geist, Daß ich herz um den glauben schreit: So mich wieder freudig dein kann laß sich doch das ungewitter stil- nennen, und gläuben, wie dein len, Das mir erregt den bangen wort michs heißt. Kann ich rich streit. Ist mein glaube nicht ge- nicht feste halten, Defto fester balt schäftig. Bin ich elend, arm und du mich. Laß mein herz nicht blos; So sei deine gnade kräftig, ganz erkalten, Bis der glaub erUnd in meiner schwachheit groß. hole sich. felnden gedanken! Troß meinem 15. Troß meines herzens zweibösen fleisch und blut, Das mich 10. Sollt aber, ach! mein glaube sein verschwunden, Hat sich vielleicht mein Herz der welt, Die wider mich mit satan sich verbunden, so quält, und macht mich immer Ind jenen thoren zugesellt, De- wanken, Daß mein gemüthe nimren vorsaß ist: nichts glauben? mer ruht! Sollst du doch mein Ich will beten, ch! so ändre meinen finn! Laß Jesus bleiben. mich, Jesu! dir nicht rauben, und an dich, Herr! so schwach ich bin, doch gläuben: Ist das Weil ich doch dein eigen bin. fleisch gleich wider mich. 11. Du kannst ja, Gott! die todten auferwecken; Wie sollts dir denn unmöglich sein, Das glaubenslicht auch wieder anzustecken, Ein neues herz mir zu verleihn, Das sich wieder zu dir kehre, Treulich und ohn heuchelei, Ohne zweifelmuth dich ehre, Sich verlaß auf deine treu? 16. Kann ich auch gleich nicht, wie ich wünsche, siegen; Fall ich aus schwachheit bald zurück: So will ich doch mit Gott nicht unterliegen. Ach Jesu! gieb mir einen blick, Wie du dort dem Petro gabest, Der so weit gefallen war, Daß du meine seele labest Und entreißest der gefahr. 12. Du kannst, mein he! und 17. Nur zürne nicht mit deimußt mein zagen enden, Dein' nem schwachen kinde, Und habe, eigne ehre wills von dir; Ich bin Herr! mit mir geduld. Ach! ja dein, und bleib in deinen hän- rechne mir, was ich in mir be den. Was hülf dein schmerzlich finde, Nicht zur verdammniß und leiden mir, Wenn du mich wollt'st zur schuld. Laß die schwachheit fallen lassen, Weil ich geistlich mir nicht schaden; Weil du fein franker nicht Dich getrost und fest verdienst begehrst, Sondern doch kann fassen, Da der zweifel mit nur bloß aus gnaden Uns die semir ficht? ligkeit gewährst. 13. 3war hab ichs wohl mit 18. Ach! aber ach! ists möglich? trägheit und mit sünden Schon lists dein wille? So laß den kelch 540 matbajn Kreuz- und Trostlieder insolda i vorüber gehn. Gieb nach dem im worte giebst; Ob du schon die sturm die ruhe und die stille, Und hülf aufschiebst. laß mich wieder feste stehn, Nicht mit ängstlichen gedanken In dem glauben, den mein mund Frei bekennet, ferner wanken, Mach, o arzt! mein herz gesund. Mel. Alle menschen müssen 2c. 846. A ch Herr! stärke meinen glauben, Ach bereit. Herr! hilf, er wird sehr schwach, Satan will mir ihn fast rauben, Mel. O Gott, du frommer Gott. Da sich häuft mein ungemach. Bei vielen Ach! mein glaubenslicht verschwin. 847. ch muß mich, o mein det; Weil sich keine hülfe findet. Wo ist doch mein Herr und Gott? Rufe ich in solcher noth. 2. Wo sind seiner allmacht proben? Wo ist seine vaterhand, Die viel andre freudig loben? Bin ich ihm denn unbekannt? Weiß er nicht, wie es mir gehet? Weiß er nicht, wie's um mich stehet? Ist mein leid zu groß für ihn, Daß ich ohne hülfe bin? 3. Herr! ich glaube, hilf mir schwachen! Ogläubt ichs nur festiglich! Du weißt alles wohl zu machen, Darum komm und stärke mich: So gläub ich, daß du noch lebest, Und stets ob und bei mir schwebest, Daß dein auge auf mich sieht, Ob die hülfe gleich verzieht. 6. Laß mich deinen geist noch trösten, Nimm ihn nimmermehr von mir. Wenn die noth am allergrößten, Ueberzeug er mich von dir, Daß du noch an mich gedenkest, Und mir deine hülfe schenkest, Kommet nur erst stund und zeit, Welche du zur hülf 4. Herr! ich glaube, daß mich armen Jesus auch erlöset hat, Der sich aller will erbarmen, Der der fünder trost und rath; Daß er in dem größten leide Gleich wohl sich von mir nicht scheide: Nur mein herz empfindt es nicht, Weil mir stärk und trost gebricht. 5. Hilf, daß ich bald stärke finde: Stärke mich doch fort und fort. Schenke deinem schwachen finde Einen troft aus deinem wort, Der mich lehre dir vertrauen, Und auf die verheißung schauen, Die du mir sorgen grämen, Und mit verzagtem sinn Vor deinen augen schämen; Wenn wieder neue noth Mich in versuchung führt, Zu prüfen, ob mein herz Dir traut, wie sichs gebührt. 2. Ich hätt aus dem, was du mich oft erfahren lassen, Die weisheit deines thuns Schon längstens sollen fassen, Daß du mich nicht versäumst; Mich zu verlassen scheinst, Doch bilfest, wenn es zeit Und alles treulich meinst. 3. Ich aber will den trost Sogleich mit händen greifen, Eh deine prüfung noch zu solcher frucht kann reifen, Wozu du sie geschicht; Bin angst und zagensvoll, Wenn ich nach deinem rath Auf hülfe warten soll. 4. Ach! mehr und stärke du Mein kindliches vertrauen; Wenn mein zu blöder sinn Empfindet angst und grauen; Wenn lauter finsterniß Der trübsal auf mich fällt; Wenn sich auf mein geschrei Dein herz verborgen hält. 5. Je mehr die noth sich häuft, Je fester laß mich fassen Dies wort, du wollst mich nicht Versäumen noch verlassen: Dein treues vaterherz Bergesse meiner nicht, Nöthen und Anfechtungen. 541 5. Wohl uns! daß du das regiment, Gott! über alles führest, Und wohl dem, der den zweck erfennt, Dazu du uns regierest. Ich, dein geringster unterthan, Herr! bete dich in demuth an. O! sieh auf mich' in gnaden! 7. Da zeiget deine kraft Jhr übergroß vermögen, Daß sich unmöglichkeit Und alle zweifel legen: Auf diese soll, mein Gott! Mein glaub' und hoffnung ruhn. Was du schon oft gethan, Wirst du noch 7. Ich hoff es, weil mich der ferner thun. 6. Ich bin verderbt und schuldenvoll, Und auf dem tugendwege Nicht stets so eifrig, als ich soll; Bin oft zum guten träge; Doch du bist gnädig, und voll huld Vergiebst du reuenden die schuld; Drum hoff ich auf vergebung. vertritt, Den du für mich gegeben, Mein Jesus, welcher für mich litt, Erwarb mir recht zum leben. Sein tod macht mich vom zweifel frei, Ob ich der gnade fähig sei? Auch mich hat er versöhnet. in besondern geistlichen Wie mein verzagtes herz Oft unrecht denkt und spricht. 6. Dein geist ist mächtig gnug, Die hoffnung aufzurichten, Wenn satan, welt, vernunft Sie denken zu vernichten. Wenn eine noth erscheint, Der aller rath entsteht, Die über menschen macht Und ihre weisheit geht: 848. Bei zweifelhaften Gedanken. Mel. Es ist das heil uns kommen. ir, unser Gott! ist niemand gleich Im himmel und auf erden. Du bist der höchste, und dein reich Kann nie begriffen werden. Unendlich ist die majestät, Die über alle dich erhöht, Die kron und scepter tragen. 2. Wie weit erstreckt sich dein gebiet? Wo ist der, der es messe? Mel. Jesu! deine heilge wunden. Wohin auch nur mein auge sieht, 849. Weg, mein herz! mit gedanDa seh ich deine größe. Weit, über alle himmel weit Geht deines reiches herrlichkeit; Du herrschest über alles. ken, Als ob du verstoßen wärst. Bleib in Gottes wort und schranfen, Wo du anders reden hörst. Bist du nicht von sünden frei? Ei, so ist Gott fromm und treu. Hast du zorn und tod verdienet? Sinke 3. Du herrschest weislich, recht und gut, Nach heiligen gesehen. Du willst auch deiner treuen hut 8. Herr! ewig will ich deinen ruhm Mit lob und dank erheben. Dir will ich, als dein eigenthum, Mich ganz zum dienst ergeben. Mit lust will ich bis in den tod Nach deinem heiligen gebot, Durch deinen beistand, wandeln. Das kleinste würdig schäßen. Auf nicht, Gott ist verfühnet. alles geht dein augenmerk, Und 2. Du bist, wie die menschen immer ists dein liebstes werk, Zu segnen, zu beglücken. alle, Durch den sündengift verderbt, Der von Adam nach dem 4. Wie recht ist, höchster! dein falle Dir ist leider angeerbt; Aber gericht, Der du die wahrheit lie- fehrst du nur zu Gott; Besserst best! Wie richtig maaß hält dein dich; so hats nicht noth. Sei gegewicht, Wenn du vergeltung trost, Gott wird dein flehen Und übest. Du handelst stets nach bildein bitten nicht verschmähen. ligkeit. In dieser und der künft'gen 3. Er hat stets ein herz voll zeit, Beim strafen und belohnen. liebe, Das uns nie zu schaden 542 Kreuz- und Trostlieber andnold m denkt: Das sich durch die reinsten| Mögen noch so grundlos sein, triebe Des erbarmens, zu uns Dies und alles, was wir sehen, lenft. Gott hat einen vatersinn, Ist und bleibt unendlich klein Unser jammer rühret ihn, Unser Gegen Gottes lieb' und huld, Die elend in den schmerzen, Unser bei unsrer sündenschuld Uns ertod geht ihm zu herzen. träget, duldet, liebet, Und uns raum zur beßrung giebet. 4. Ruft er nicht, so wahr ich lebe, Ich will nicht des sünders tod, Sondern, daß er sich bestrebe Zu bekehren? ja, mein Gott, Freut sich herzlich, wenn er hört, Daß ein sünder wiederkehrt; Will nicht, daß von seiner heerde Nur ein schaf verloren werde. 10. Nun so rub und sei zufrieden, Seele, die du traurig bist! Was willst du dich viel ermüden, Da es doch nicht nöthig ist? Sind gleich deiner sünden viel: Gottes huld ist ohne ziel, Und fann alle deine flecken, Als die welt ein stäubchen, decken. 5. Kein hirt kann so eifrig gehen, Nach dem schaf, das sich verläuft: Solltest du sein herz nur sehen, Wie sich lieb' und sorgfalt häuft, Wie es vor verlangen brennt, Wenn ein kind sich von ihm trennt Und von den geliebten seinen; Würdest du vor freuden weinen. 6. Gott liebt nicht allein die frommen; Sondern die der seelenfeind Ihm durch list und wuth entnommen, Weil ers treu mit Und sein väterlich bemühn Suchet sie zurück zu ziehn: Ja sein locken, sorgen, wachen Will die fünder selig machen. allen meint. 7. Darum bleiben auch die flammen Seiner liebe immer groß: Denn er ruft uns allzusammen Zu des himmels weiten ſchooß. 850. Dund heil gegeben, Mel. Wer nur den lieben Gott. er mir licht In Stellt man sich nun gläubig ein, Sucht von sünden los zu sein, Wie preis ich dich, o Gott! daFliehet satans reich und rachen; Wird uns nichts zu schanden machen. für, Nie kann mein dank dich gnug erheben; Durch Christum schenktest du es mir. Kein licht, kein troft erfreute mich, Kennt' ich nicht, Jesu Christe! dich. 8. Selbst der engel heer dort oben, Das Gott jeßt und ewig ehrt, Jauchzet auch, wenn sie ihn loben, Daß der fünder sich bekehrt. Gott bedecket und vergißt Alles, was verbrochen ist; Alles, alles wird vergraben, Was wir je verbrochen haben. 2. Auf ungewissen finstern pfaden Würd ich ein raub des irrthums sein: Mit sündenschuld und sluch beladen, Müßt' ich des richters rache scheun: Ich fände keinen trost in noth; Mich schreckte stündlich grab und tod. 9. Himmel, erde, meer und seen 11. Müßtest du gleich alle sünden, Die die ganze welt vollbracht, Auch an dir mit schrecken finden, Wär es viel; doch gilt die macht Seiner gnade noch viel mehr, Die versöhnung kann dies heer Aller sünten doch besiegen Und unendlich überwiegen. 12. Mein Gott! öffne mir die pforten Solcher gnad und gütigfeit. Zeige mir an allen orten Deiner huld vollkommenheit; Liebe mich, und treib mich an, Daß ich dich, so gut ich kann, Wiederum umfang und liebe, Und dich ja nicht mehr betrübe. in besondern geistlichen Nöthen und Anfechtungen. 543 3. Wozu hat mich mein Gott| Was erneurst du deinen stich, geschaffen? Was ist auf erden Machst mir angst und bange? Ist meine pflicht? Wird auch mein dir doch der kopf zerknickt, Und geist im tod entschlafen? Und, ich bin durchs leiden Meines hält Gott künftig ein gericht, Jesu dir entrückt In das reich Wie werd ich im gericht bestehn? der freuden. Wie der verdienten straf entgehn? 3. Wirfst du mir die sünde für? Wo hat Gott befohlen, Daß mein urtheil ich bei dir Ueber mich soll holen? Wer hat dir die macht geschenkt, Andre zu verdammen? Liegest du doch selbst versenkt In der höllen flammen. 4. Entscheidet die vernunft die fragen Durch ihrer einsicht schwaches licht? Hebt sie die zweifel, die mich plagen? Und bleibt der trost, den sie verspricht? Ach! ohne Christi licht und heil Wär finsterniß und tod mein theil. 5. Ja du hast mich den finsternissen, Des irrthums und der sünde macht Durch deine lehre, Herr! entrissen; Ihr licht zerstrent des zweifels nacht, Du zeigest mir des höchsten rath Und führst mich auf der wahrheit pfad. 6. Ich weiß, wozu mich Gott erschaffen. Ich kenne meine ganze pflicht: Mein geist wird nicht im tod entschlafen: Wer an dich gläubt, wird im gericht Durch dich, o heiland! wohl bestehn, Und, dann verklärt, dich selber sehn. 7. O Jesu! laß mich deiner lehre Gehorchen mit stets größrer lust; Und keines spötters wahn zerstöre Dein heiligthum in meiner brust! Mein ganzes leben preise dich! Dein heil erfreu im tode mich! Mel. Christus, der uns selig 2c. 851. Swing dich auf zu deinem Gott, Du betrübte seele! Was liegst du, Gott fast zum spott, In der schwermuthshöhle? Mierkst du nicht des satans list? Er will durch sein kämpfen Deinen trost, den Jesus Christ Dir erworben, dämpfen. 2. Halte dich an Gott und sprich: Fleuch du alte schlange! 4. Hab ich was nicht recht gethan, Reut es mich von herzen; Dahingegen nehm ich an Christi blut und schmerzen: Denn dies ist das lösegeld Für die missethaten; Wenn mein glaub das Gott vorhält; So wird mir gerathen. mein 5. Christi unschuld ist ruhm, Sein recht meine frone, Wo ich sicher wohne Als in einem Sein verdienst mein eigenthum, festen schloß, Das kein feind kann fällen: Wär sein heer auch noch so groß, Nebst der macht der höllen. Was könnt ihr mir schacen? 6. Stürme teufel, höll und tod! Deckt mich doch in meiner noth Gott mit vielen gnaden, Der Gott, der mir seinen sohn Selbst geschenkt aus liebe, Daß der ewge spott und hohn Mich dort nicht betrübe. 7. Schreie, tolle welt! es sei Gott mir nicht gewogen: Es ist lauter täuscherei Und im grund erlogen: Wäre Gott mir gram und feind; Würd er mir die ga ben, Die mein eigen worden seind, Nicht verliehen haben. 8. Denn was ist im himmelszelt? Was im tiefen meere? Was ist gutes in der welt, Das mir nicht gut wäre? Und wem brennt das sternenlicht, Wozu ist geges 544 Kreuz- und Trostlieder dedi ben Luft und wasser? dient es| Weil ich ein andres glaub, Gott nicht mir und meinem leben? zur verherrlichung. 9. Ich bin Gottes, Gott ist mein: Wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe kreuz herein Sammt dem bittern leide? Laß es dringen, kommt es doch Von geliebten händen. Wie bald weicht des freuzes joch, Wenn es Gott will wenden? 10. Kinder, die der vater soll Ziehn zu allem guten, Die gerathen selten wohl Ohne zucht und ruthen. Bin ich denn nun Gottes find; Warum will ich fliehen, Wenn er mich von meiner sünd Will zum guten ziehen? 11. Es ist herzlich gut gemeint Mit der christen plagen: Wer hie zeitlich wohl geweint, Darf nicht ewig klagen. Nein, Gott selbst macht uns bewußt: Die mit Christo leiden, Die genießen mit ihm luft Dort im reich der freuden. 12. Gottes finder säen zwar Traurig und mit thränen; Aber endlich bringt das jahr Wornach sie sich sehnen: Denn es kommt die erntezeit, Da sie garben machen. Da wird all ihr gram und leid Lauter freud und lachen. 13. Ei, so faß, o christenherz! Alle deine schmerzeń; Wirf sie fröhlich hinterwärts, Laß den trost im herzen Dich erfüllen mehr und mehr: Gieb dem großen namen Deines Gottes preis und ehr, Er wird helfen, amen. Bei gotteslästerlichen Gedanken. Mel. O Gott, du frommer Gott. 852. Weicht, weichet nur 2. Gott rechnet mir nicht zu, Was gegen mich geschiehet, Und was mein will nicht ist; Ja, was mein herze fliehet, Woran ich abscheu hab, Was ich nicht selber thu, Das rechnet er mir auch Als meine schult nicht zu. 3. So lang, in Gottes kraft, Ich nur noch widerspreche, Und hiemit jeden pfeil, So viel ich kann, zerbreche, So schadet er mir nicht; Weil ja mein widerspruch Von Christi gnade zeugt, Der mich befreit vom fluch. 4. Drum ängstet ihr mich gleich In lästerhaften worten; Ja, tobt ihr noch so sehr In mir an allen orten: Gott ist dennoch mein freund: Ich weiche nicht von Gott! Er weicht auch nicht von mir In meiner angst und noth. 5. Bisher habt ihr von Gott Mein herz noch nicht vertrieben, Ihr könnet es auch nicht; Gott will ich ewig lieben! Und, weils mein will nicht ist, Was ich so oft empfind, So bin und bleib ich doch Des höchsten liebes kind. 6. Gott sieht mein elend wohl, Mein seufzen, weinen, schreien; Und wird zu seiner zeit Mich auch davon befreien. Indeß begnüg ich mich An seiner huld und gnad, Die in den schwachen sich Stets stark erwiesen hat. 7. Ach ja! ich werde einst Vollkommen überwinden; Bald werd ich ruh und trost In meinem herzen finden; Ich seh den himmel dann Mit freuden wieder anz Ich freue mich in Gott, Wie ich vorhin gethan. Mel. O Gott, du frommer Gott. c häßlichen gedanken! Ich bleibe Mit hochbetrübter Gott getreu, Von dem will ich seele, Wie große seelenangst Mich nicht wanken; Ihr seid ja nicht mein sinn, Noch meine lästerung; täglich nag' und quäle: Ach! böse lästerung, Gedanken wider dich, in besondern leiblichen Nöthen und Leiden. Die oft bei mir entstehn, Mein Gott! betrüben mich. 2. Ach weh! wo soll ich hin? Wem soll ich davon sagen? Den menschen trau ich nicht: Ach Gott! dir will ichs klagen; Du kennst des herzens grund, Du kennest meinen sinn, Wie ich darüber stets Von herzen traurig bin. 3. Wie herzlich gern wär ich Der lästrung überhoben! Ich quäl und martre mich, wenn sie in mir fast toben. Ach! wenn mein herz auch nur An dich, mein Gott! gedenkt; So wird es gleichsam ganz In lästerung versenkt. 3. In besondern leiblichen Nöthen und Leiden. Bei Verfolgung und Neid. 4. Dein wort, woran ich denk', Herr! wird in mir verkehret, Und 854. Fann uns schaden, Ob Mel. Wer nur den lieben Gott. Gott uns; was ganz herum gedreht; Die andacht wird gestöret. Ich höre andre sich uns alles widerseßt? Denn sind wort, Als ich im sinne hab: Nimm wir nur bei Gott in gnaden, So mir doch diese qual, Mein vater! bleiben wir stets unverleßt. Wer gnädig ab. Gott nur hat, hat immer schuß, Er bietet welt und teufel truß. 5. Ach! schaue meine noth, Bald wird mich der verdammen, 2. Ist Gott mit uns; wird aus Der selbst verdammet liegt mit dem feinde Gar oft der allerbeste fetten in den flammen: Bald freund. Und haben wir nur Gott fommt ein feuerpfeil: Gott wüßte zum freunde, Was schadet uns nicht von mir, Du stießest, oder ärgste feind? Gott hintermein Gott! Mich ganz und gar treibet allen rath, Den arge liſt von dir. ersonnen hat. 3. Ist Gott bei uns; so stehn wir feste, Wenn sturm und wetter blißt und kracht. Gott decket ans aufs allerbeste Und machet tag aus finstrer nacht. Wer unter seinem schatten sitt, Der wird vor aller noth beschüßt. 6. Ach ja! die lästerung Mischt sich in alle dinge, In alles, was ich nur Thu, lese, bete, singe. Was ich zu deiner ehr und ruhm vollbringen soll, Das wird, so wie mich deucht, Von sünd und schande voll. 545 mal: Ich mein' und will das nicht, Was böse lästerung In meinem herzen spricht. 9. Drum' gieb doch, daß dein geist Dies übel von mir treibe, Mich gutes denken lehr, In meinem herzen bleibe, Es durch dein lob erfüll; Mich heilig mach, regier, Gedanken, zung und mund, Dich stets zu preisen, führ. 7. Der lästerung kann ich mich 4. Ist Gott für uns; so steigt nicht so bald entschlagen: Auch im herzen Durch seine kraft ein wider willen muß Sch mich mit heldenmuth; So spürt man luft solchen plagen. Ach! rechne mir in noth und schmerzen, So heißt nicht zu, Was ich so leiden muß; Ich widersprech ihm oft, Und leid es mit verdruß. uns alles böse gut. Gott und ein gut gewissen macht, Daß man der feinde zorn verlacht.nb294 8. Mein Gott! dir ist bekannt, Wie heftig ich mich wehre, Wie ich mich bald zu dir Und bald zum beten febre. Ich schreie tausend5. Wer wollte nun an Gott verzagen? Er will für, mit, bei, in uns sein. Drum weg mit euch, ihr bangen klagen! Sch traue meja 35 102 546 nem Gott allein. teufel! nur herfür, Gott ist allhier. daxinluist Kreuz- und Trostlieder Tritt, welt und Ich sage: troy! Mel. Sei lob und ehr dem höchst. 855. Der Herr ist meines lebens kraft; Sollt mir vor unglück grauen? Er ists, der rath und hülfe schafft: Ihm soll mein herz vertrauen! Er schüßt mich; meiner feinde heer, Ihr stolzer troß, nichts schreckt mich mehr, Hab ich ihn nur zum freunde! 2. Empöre dich, ohnmächt'ge welt! Mein geist wird nicht erschrecken. Gott wird, in seinem heilgen zelt, Zur bösen zeit mich decken. Sein rath für mich ist wohlergehn. Er wird mit segen mich erhöhn Zum beile der erlösten. 3. Ja, vater! neige mir dein ohr, Wenn höll und welt mir fluchen. Mein herz hält dein gebot dir vor: Ihr sollt mein antliz suchen. Ich eile, Herr! getroft zu dir. Verbirg dein antlig nicht vor mir, Und laß dich gnädig finden. 4. Verlaß mich nicht, o Gott, mein heil! Wenn menschen mich verlassen. Nimm du mich auf, und sei mein theil; Und beßre, die mich hassen. Herr! nimm du mich zu gnaden an, Und lehre mich, auf rechter bahn In deiner furcht zu wandeln. 5. Den feinden übergieb mich nicht, Die mich voll frevel schmähen: So werd ich einst dein angesicht Sm land des Lebens sehen. Sei froh! harr unverzagt des Herrn, Mein herz! denn er, der Herr, hilft gern: Er ist der arm des schwachen. Mel. Auf meinen lieben Gott. 856. Memir Fest vorgeſetzt ein Gott ich habe allhier: Ich will mich fleißig hüten, Obgleich die feinde wüthen, Daß ich, wenn ich was spreche, Doch dein gebot nicht breche.. 2. Wenn meine augen sehn Den frevler glücklich stehn; So will ich vor dich treten, Mit stillem herzen beten: Ach! gieb doch deinem knechte zu thun nach deinem rechte. 3. Herr! lehre mich doch wohl Bedenken, daß ich soll In kurzem von der erden Hinweg geraffet werden: Und daß mir deine hände Geseßet ziel und ende. 4. Die tage meiner zeit Sind einer hand nur breit; Und wenn man dies mein bleiben Soll recht und wohl beschreiben; So ists wie nichts, und bleibet Ein staub, der leicht zerstäubet. 5. Ach Herr! wie gar nichts sein Die menschen insgemein, Die doch so sicher leben, Und gar nichts acht drauf geben, Daß all ihr thun und glücke Vergeh im augenblicke. 6. Sie suchen gut und geld, Gehn her in dieser welt Wie schatten mit viel grämen; Und können nichts mitnehmen, Wenn sie dereinst voll leiden Aus diesem leben scheiden. 7. Sie schlafen ohne ruh, Arbeiten immerzu, Sind tag und nacht geflissen; Und können doch nicht wissen Wer, wenn sie niederliegen, Ihr erbtheil werde friegen. 8. Nun, Herr! weß soll ich mich Doch trösten sicherlich? Auf dich will ich nur bauen, Und deiner güte trauen. Rett mich von aller fünde, Die ich noch in mir sinde. 9. Laß mich doch, treuer Gott! Nicht sein der thoren spott. Mein mund soll stille schweigen, Das berz zur ruh sich neigen; Du und wirst's wohl machen. stifter guter sachen! Rannst, willst in besondern leiblichen Nöthen und Leiden. 547 10. Wend deine plag von mir,[ liegt, Hast du zwar schon dein volk Schlag den nicht für und für, Der entrücket, Das durch den glauben dein wort nicht verachtet; Weil an dich siegt. Es wird vom heisonst mein herz verschmachtet; Wenn ligthum bedeckt, Wenn dein gericht du die hand ausstreckest, Und mich die sünder schreckt. im zorne schreckest. asd 3. Allein des lebens bange forgen Beschweren hier noch oft ihre herz. Oft hältst du, retter! dich verborgen, Als kenntest du nicht ihren schmerz. Der stolze wühlt im überfluß Oft, wenn der fromme darben muß. 11. Strafft du die missethat, Die man verübet hat: So fällt die kraft der glieder Und alles ansehn nieder. So gar nichts sind die sünder Und alle menschenkinder. 12. Zu dir, o Herr, mein hort! Ruf ich noch immerfort: Sieh an mein herzlich sehnen, Schweig nicht zu meinen thräncu. Erhöre meine bitte, Wenn ich mein herz ausschütte.tirddan 13. Ein fremdling bin ich hier, Dein bürger für und für, Wie meine väter waren, Und alle die verfahren, Die, von dir aufgenommen, Zur rechten heimath kommen. 14. Laß mich in qual und pein Nie ohn erquickung sein, Vertürze schwere leiden, Eh ich von hier muß scheiden: Daß ich, wie ewig droben, Dich hier schon möge loben. * 15. Gott vater, sohn und geist! Sei immerdar gepreist; Du wollst in meinem leben Mir trost und stärke geben, Auf daß ich selig sterbe, Dein reich aus gnaden erbe. Bei Sorgen und Bekümmernissen um das Zeitliche. Mel. Wer nur den lieben Gott. 857. Herr und schöpfer unsers lebens! Du Rein hegst ein wahres vaterherz. mensch hofft ie auf dich vergebens; Du und gern schmerz, Wenn wir als finder auf dich sehn, Und dich um deine hülfe flehn. 2. Dem fluche, der die welt noch drücket, Die ganz im argen sicher 4. Doch, Herr! der du der menschen seelen Nicht blos für dieses leben schufft, Wo uns vollkommne freuden fehlen; Nein, sie zum bessern erbtheil rufft; Dein sohn ging auf der leidensbahn, Uns zum erempel, selbst voran. 5. Du zählst und segnest unsre tage: Und dieses lebens ungemach Ist uns zum heil gewählte plage, Ein ewig wohlsein folgt ihr nach. Du führst die deinen in der zeit Durch leiden zu der herrlichkeit. 6. Wenn dein geschöpf, liebreicher vater! Zu dir um hülf und nahrung schreit, So bist du immer der berather, Der es zu rechter zeit erfreut. Du, den der engel froh erhebt, Du sorgst für alles, was da lebt. 7. Drum laß mich einzig auf dich sehen, Und, fern von banger sorgen qual, Nach deinem rath die welt durchgehen. Du bist bei mir im finstern thal. Ja, Herr! mein glaube traut auf dich. Du leitest mich recht väterlich. Mel. Herzliebster Jesu! was hast. 858. Gott! bu bleibſt emig unsrer wohlfahrt ster. Wie thöricht handeln unzufriedne geister! Sie quälen sich, und machen ihrem herzen Bergeblich schmerzen. 2. Was helfen uns die ängstlich 35* Stanis 548 dis Kreuz und Trostliederdojed ni bangen sorgen Für den doch unge- nem Gott, Hast du den, so hats wissen andern morgen? Und müs- nicht noth. sen wir uns über unserm grämen Nicht nachmals schämen? 3. Es ist umsonst, wir werdens nicht erzwingen, Wenn wir auch nächte durch mit fummer ringen, Und noch so früh mit ängstlichen geschäften Den leib entkräften. 2. Was hast du, o menschenkind! Für ein recht zu gut und geld? Sind nicht wir, die sterblich sind, Gäste einer fremden welt? Gott ist Herr, sein ist dies haus; Wie er will, so theilt er aus. 4. Mein glück beruht, o Gott! auf deinem segen. Vertrau ich dir, und geh auf deinen wegen; So wirst du mir, auch ohne sorg und kränken, Was nüßlich schenfen. 5. Bin ich getreu mit dem verliehnen pfunde, Und harr ich nur der rechten segensstunde; So kommt sie, und dann werden meine thaten Zum glück gerathen. 6. Drum fördre selbst die werke meiner hände. Gesegnet sei der anfang und das ende! Gieb guten rath, damit, was ich vollbringe, Mir wohl gelinge. 5. Schau nur alle güter an, Die dein herz für güter bält; Sag, ob eins mitgehen kann? Bleibt nicht alles in der welt, Wenn dein geist, nach Gottes schluß, Diese welt verlassen muß? 7. Hilf mir mit treue meine pflicht erfüllen; Und dann mein 6. Aber was die seele nährt, herz mit froher hoffnung stillen. Gottes huld durch Christi blut, Erlang ich nur, was du, Herr! Wird von keiner zeit verzehrt, mir beschieden; Bin ich zufrie- Ist und bleibt ein ewig gut, den. 8. Kann ich den leib auch nicht, wie reiche, laben; Versorge nur den geist mit jenen gaben, Die mehr, als alles irdische, erquicken, Ewig beglücken. 3. Bist du doch darum nicht hier, Daß du erde haben sollt. Schau den himmel über dir, Da ist mehr, als irdisch gold, Da ist ehre, da ist freud, Freud' ohn end', ehr ohne neid.) Melodie 38. Nicht so traurig, nicht 859.Nicht so sehr, Meine seele! 4. Thöricht ist, der sich hier fränkt Um ein wenig eitelkeit; Da ihm Jesus schäße schenkt, Welche keine zeit zerstreut. Bleibt der himmel dein gewinn, Gieb den staub nur immer hin. sei betrübt, gut und ehr andern giebt. Irdisch gut zerfällt und bricht, Himmlisch gut verschwindet nicht. 9. Hier hab ich gnug; loß mich nur mit den frommen Zu dem genuß der himmelsgüter kom- 8. Wüßte der im himmel lebt, men, So wird mein wunsch, den Daß, wornach dein fleisch und irdisch gut nie stillet, Völlig er- blut Mit so großer sehnsucht strebt, füllet. Deiner seele nüß und gut; O so reicht er dir fürwahr Dies und mehrers reichlich dar. 9. Gott ist lieb'- und gnadenvoll, Gott ist dir von herDaß dir Gott an zen treu. Wenn du wünschest, Nicht so viel als prüft er wohl, Wie dein wunsch Habe gnug an dei- beschaffen sei: Ist dirs gut, so 7. Darum denke nicht so sehr Auf ein gut das eitel ist. Gott giebt ohnehin dir mehr, Als du brauchst und würdig bist: Sag, ob dich sein weiser rath Nicht bisher versorget hat. in besondern leiblichen Nöthen und Leiden. 549 geht ers ein, Ist dirs schädlich,| Wer hat dein schwaches baus ſpricht er: nein. Bisher gesund geſpart? 10. Unterdessen trägt sein geist Dir in deines herzens haus Man4. Wer ließ, nach pflanzen art, Dich in die höhe gehen? Wer na, das die engel speist, Ziert frichtete dich auf. Den himmel anund schmückt es herrlich aus; Ja er wählet, dir zum heil, Dich zu seinem gut und theil. 11. Ei, so richte dich empor, Du betrübtes angesicht! Laß das seufzen, nimm davor Deines glaubens freudenlicht; Das behalt, wenn dich die nacht Deines fummers traurig macht. 12. Seße, als ein himmelssohn, Deinem willen maaß und ziel. Rühre stets vor Gottes thron Deines dankes saitenspiel; Weil bir mehr gegeben ist, Als du, fünder! würdig bist. 13. Führe deinen lebenslauf Allzeit Gottes eingedenk. Wie es kommt, nimm alles auf, Als ein wohlbedacht geschenk: Geht dirs widrig, laß es gehn, Gott und himmel bleiben stehn. zusehen? Der, so dein ursprung ist, Gott, nicht dein eigner fleiß; Gott, und dein kummer nicht; Gott, nicht dein sorgenschweiß. 5. Sp gehe denn in dich, Und laß die sorgen fahren, Die dir die größte laft Und gift in deinen jahren: Kehr um und werd ein find, Senk dich in deffent treu, Von dem du sicher bist, Daß er dein vater sei. 3. Gedenke, wer hat dich Von kindheit an ernähret? Wer hat zur nothdurft dir So brot als fleid bescheret? Wer hat bis jego dich. So viel und oft bewahrt? 6. Hör deines heilands wort: Ihr sollt nicht sorge tragen Ulm speise, trank und kleid, Noch euch als heiden plagen: Greift Gott nicht in sein amt, Sucht nur sein. reich und ruh; So fällt vom andern schon, Was ihr bedürft, euch zu. Mel. Herzlich thut mich verlang. Mel. O Gott, du frommer Gott. 860. b. Warum willst du verlassen, Mein 860. a. Was willst du, Gott! dein seufzend kind, Das dich Denn stets um das betrüben, Daran du nichts vermagst? Ergieb dich, nur zu lieben Den, der in aller noth Getreulich bei dir hält, Der dir, wenn alles weicht, Zur hülfe sich einstellt. sich nicht weiß zu fassen, Da sich viel sorge findt? Ach sorge doch, mein vater, Mein Gott von alters her! Sei ferner mein berather, Sonst wird die last zu schwer. 2. Schwer wird mirs zwar vor 2. Gedenke, daß du bist Durch andern; Sie gehen fröhlich her, dich nicht hergekommen; Dein an- Nur ich muß traurig wandern; fang ist von Gott, Dein fort- Mein leben wird mir schwer. Ich gang wird genommen Mit Gott, scheu michs zu entdecken, Drum dein ende kommt Von Gott, dem seufz' ich inniglich; O Gott! laß höchsten, her: Was wärest du, dich erwecken, Mein vater! rette wenn nicht Durch Gott dein alles mich. wär? 3. Das matte herz voll grämen Kränkt sich bis an den tod, Da mich hie soll beschämen, Bald die, bald jene noth. Mein sorgen wird gemehret, Wenn auch der kummer gar Des betens andacht 550 störet, Das sonst war. sc biferal sdnojsd ni Kreuz- und Trostlieder das beste| denn das glück, das wir begehren, Für uns auch stets ein wahres glück? 2. Nie schenkt der stand, nie schenken güter Dem menschen die zufriedenheit. Die wahre ruhe der gemüther Ist tugend und genügsamkeit. Genieße, was dir Gott beschieden, Entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder stand hat seinen frieden, Ein jeder stand auch seine laft. 3. Gott ist der Herr, und seinen segen Vertheilt er stets mit weiser hand; Nicht so, wie wirs zu wünschen pflegen, Doch so, wie ers uns heilsam fand. Willst du zu denken dich erfühnen, Daß seine liebe dich vergißt? Er giebt uns mehr, als wir verdienen, Und niemals, was uns schädlich ist. 4. Verzehre nicht des lebens fräfte In träger unzufriedenheit; Besorge deines stands geschäfte Und nüße deine lebenszeit. Bei pflicht und fleiß sich Gott ergeben, Ein ewig glück in hoffnung sehn, Dies ist der weg zu ruh und leben. Herr! lehre piesen weg mich gehn. 4. Hört Gott vielleicht mein klagen Und ängstlich seufzen nicht? Soll ich denn gar verzagen, Da mir das herz fast bricht? Trifft etwan, du gerechter! Dein fluch und zorn auch mich, Womit du strafft verächter? Ach Herr! erbarme dich. 5. Ich hätt es zwar verdienet, Daß ich gestrafet wär: Und wär ich nicht verfühnet, Ging ich in zittern her. Doch nun darf ich nicht zittern, Da ja noch hoffnung ist; Bei allen ungewittern Bedeckt mich Jesus Christ. 6. Drum will ich jetzt noch hoffen, Mein Gott verwirft mich nicht. Sein ohr steht ja noch offen, Ich weiß, sein herze bricht. Gieb, geber! gute gaben; Mein vater! segne mich, Laß uns die nothdurft haben, Berath uns väterlich. 7. Laß alles wohl gelingen, Der fluch geh hinter sich. Rath mir in allen dingen, Und benedeye mich. Rett mich, bewahr vor schande, Und hilf dem elend ab; Ich will in solchem stande Dich and preisen bis ins grab. Mel. Jesu! deine heilge wunden. bu meine sorgen, 8. Ich leb in deinem willen, 861. b. Vater! du weißt Als ein gehorsam kind. Willst du die noth nicht stillen, Die sich bei mir befindt; So füll das herz mit freuden, Und mach es sorgen frei, Und schaff, daß ich im leiden Voll ruh, geduldig sei. Die mit mir zu bette gehn, Und auch an dem frühen morgen Wieder mit mir auferstehn; Die mich armen immerdar Nagen, und schon manches jahr mir schwer auf dem herzen liegen, Hilf! ach hilf fie mir besiegen. In Dürftigkeit und Armuth. Mel. Wie groß ist des allmächt. 861.a.Du klagst, und fühleft die beschwerden Des stands, in dem du dürftig lebst; Du strebest glücklicher zu werden, Und siehst, daß du vergebens strebst. Ja, klage! Gott erlaubt die zähren; Doch denk im klagen auch zurück. 3ft wehren. 2. Siehst du nicht, wie vielen fummer Mir die große noth erweckt? Sie vertreibt so schlaf als schlummer, Da sie auch im traum mich schreckt. Hörst du nicht das angstgeschrei? Höre doch, und steh mir bei, Da gefahr und noth sich mehren: Du allein kannst ihnen in besondern leiblichen Nöthen und Leiden. 551 Isay Und nicht auf menschen bauen; Du hilfst, und du errettest gern. 3. Hebe doch die noth und| Mehr lieben, als den Herrn. plage, So die arme seele drückt, Dir, Gott! will ich vertrauen, Daß ich endlich fröhlich sage: Gott hat es doch wohl geschickt. Sorge für uns allzumal, Sorge für die harte qual, Die, so sehr wir uns bestreben, Ohne dich doch nd nicht zu heben. 4. Laß du mich gnade finden, Mich alle meine sünden Erkennen und bereun. Jetzt hat mein geist noch kräfte; Sein heil las mein geschäfte, Dein wort mir trost und leben sein. 1001 4. Du regierst ja alle dinge, Du versorgest mensch und vieh: Ja, kein wurm ist so geringe, Ohn dein wissen stirbt er nie. Du verpflegest groß und klein; Wie du willst, so muß es sein: Was du heißest, muß geschehen; Laß uns rath und beistand sehen. 5. Wenn ich in Christo sterbe, Bin ich des himmels erbe. Was schreckt mich grab und tod? Auch auf des todes pfade Vertrau ich deiner gnade; Du, Herr! bist bei mir in der noth. 6. Ich will dem fummer wehren, Gott durch geduld verehren, Im glauben zu ihm flehn. Ich will den tod bedenken. Der Herr wird alles lenken; Und was mir gut ist, wird geschehn. 5. Laß um Jesu Christi willen, Keinen von uns untergehn, Noch entum unsre noth zu stillen, Uns nach bösen mitteln sehn. Gieb, daß jeder zu dir flieht, Und sein leiden so ansieht, Daß du uns von höllenstufen Dadurch willst zum himmel rufen. mp 6. Und gesegne denn von oben, Mel. Was Goit thut, das ist 2c. Was hier ohne segen ist: Daß wir 863, Mein liebster Gott! bekannt mit Der du rath und helfer bist; Der das leid, so uns beschwert, Nun in fröhlichkeit verkehrt, Der uns nun, für das verderben, Heil und himmel läffet erben. Die krankheit, die mich drücket. Ich weiß, sie kommt von deiner hand; Du hast sie zugeschicket, Das glaube ich, Du prüfest mich, Und kannsts nicht böse meinen In züchtigung der deinen. In Krankheiten. Mel. Nun ruhen alle wälder 2c. 862.J ch hab in guten stun2. Wo wend ich mich nun aber hin? Wem soll ich mich vertrauen? Zu Jesu Christo steht mein sinn, Auf diesen will ich schauen. Er hat der welt Sich dargestellt Zum arzt an leib und seele; Der ist es, den ich wähle. den Des lebens glück empfunden, Und freuden ohne zahl: So will ich denn gelassen Mich auch im leiden fassen; Welch leben hat nicht seine qual? 2. Ja, Herr! ich bin ein sünder, Und stets strafft du gelinder, Als es der mensch verdient. Will ich, beschwert mit schulden, Kein zeitlich weh erdulden, Das doch zu meinem besten dient? 3. Mein Jesu! heile doch dein kind Zuförderst an der seele. Bei dir die arzeneien sind, Die ich für sie erwähle. Ich ruf zu dir, Schenk solche mir: Laß mich doch meiner sünden Vergebung, bei dir finden. 4. Befriedige du mir das herz, Und tröste das gewissen: So wird 3. Dir will ich mich ergeben, des franken leibes schmerz Dem Nicht meine ruh, mein leben troste weichen müssen. Dein gua dis? Kreuz- und Trostlieder duojąd mi 552 denbund, Den mir dein mund Geschworen, wird mich stärken: Dies laß mich gläubig merken. 5. Zwar brauch ich auch des arztes rath: Jedoch an deinem fegen, Herr! der du groß von rath und that, Ist alles hie gelegen. Drum hilf mir auch Bei dem gebrauch Erwählter arzeneien, Und laß sie wohl gedeihen. 6. Wenn man sonst nur ein einzig wort Aus deinem munde hörte; So wich so schmerz als krank heit fort, Daß man mit dank dich ehrte. Sprich auch zu mir: Ich helfe dir; So wird mein ganzes wesen Sich stärken und genesen. 4. Du giebst den blinden ihr gesicht, Die lahmen heißt du gehen; Es müssen, wenn dein mund nur spricht, Auch todte auferstehen: Und also kannst du auch allein Der arzt in meiner schwachheit sein, Wenn du ein wort wirft sprechen. 5. Die menschen schreiben mittel für, Daß sich die schmerzen legen; Allein die hülfe kommt von dir: Und ohne deinen segen Macht uns fein fraut noch pfla7. Du kannst es auch anjeßo thun, Da du im himmel wohnest: Ich schrei zu dir und will nicht ruhn, Bis du, Herr! meiner scho- ster frei. Drum segne, Herr! nest. Ich weiß, du wirst, Mein lebensfürst! In gnaden an mich denken und mir das beste schenfen. C die arzenei, Daß sie mir kräftig werde. 6. Beschließest du in deinem rath, Ich solle länger leben; So kannst du leicht auch in der that Den mitteln kräfte geben. Ift aber dies dein weiser schluß, Daß ich anjeßo sterben muß; So bin ich auch zufrieden. 8. Sei du der arzt und helfersmann, Um deines namens willen. Wenn niemand sonst mir helfen kann, Kannst du die krankheit stillen. Ich liege hier, Und fleh zu dir: Herr! hilf mir armen kranken, Ich will dir ewig danken. 3. So ist es: deine vaterhand Will mich durch leiden rühren, Und mich so in den gnadenstand Und von der welt abführen. Of ich gleich sehr entkräftet bin, Kann doch dein treuer vatersinn Mir aus der krankheit helfen. 7. Dies eine bitt ich: heile nur Die wunden meiner seelen; Wenn gleich im leiblichen die fur Und alle mittel fehlen. Denn lebt der geist in dir, mein Gott! Die soll der mund, bis in den tod, Auch diese güte preisen. Mel. Aus tiefer noth schrei ich zc. ie krankheit, du geich jetzt an mir spüre, Bezeugt mir, daß ich meinen tod Stets in und bei mir führe; Denn jede und jede zeit Erinnert mich Mel. Auf meinen lieben Gott. trau der sterblichkeit, Und ſpricht: bent 865.Juf meine an dein ende. und noth: Hat mich viel freuz 2. Du hast die schmerzen auf- betroffen, Will ich doch auf ihn erlegt, Die jetzt die glieder tra- hoffen. Er wird mir hülfe sengenz Und da mich deine ruthe den Und alles elend wenden. fchlägt, So willst du damit sagen: 2. Ist gleich mein leib voll Des todes ursach ist in dir, Dein schmerz, Und ängstet sich mein leben aber kommt von mir Und herz, Will es vor leid und plagen steht in meinen händen. Fast gar in mir verzagen; Wird 1 in besondern leiblichen Nöthen und Leiden. Gott, nach seinem willen, Doch alles wieder stillen. 3. Hält schon die schwachheit an, Daß ich daher nicht kann Das haus des Herren schauen, Und mich daselbst erbauen: Soll mir mein lager dienen, Mit Gott mich zu verfühnen. 4. Mein Gott! du hörtest mich Sonst oft und gnädiglich: Ach hör mein flehn und sehnen, Zähl jetzt auch meine thränen, Und kehre dies mein leiden In trost und süße freuden. 5. Dies bitt ich, dies geschicht: Und kommt die rettung nicht In diesem weltgetümmel, So gieb mir nur den himmel, Wo lauter licht und sonne, Wo stete freud und herrscher dieser welt! Wie mein glaubensvolles flehen Deine hand umschlossen hält; Wie sich meine demuth übt, Deine ruthe küßt und liebt. 2. Laß die bäche meiner thränen Länger nicht vergeblich sein. Laß mich nicht beständig sehnen Nach verlangtem sonnenschein. Brich die trübe jammernacht, Die mich fast entseelt gemacht. wonne. 6. Nun mach es auf der welt, Mein Gott! wie dirs gefällt; Hilf mir aus allen nöthen, Und wolltest du mich tödten; So will Mel. Jesu! meines lebens leben. ich dir mein leben Ganz willig 867. gedenk an deine J ch wunden, schuldigs Gotteslamm! Die dein Mel. Gott des himmels und sc. zarter leib empfunden, Als du 866.Saue von des him- an des kreuzes stamm, Blos um mels höhen, Großer andrer böse thaten, In die größte noth gerathen: Da ich jetzt um eigne sünd Deine züchtigung empfind. 3. Zu den füßen deines thrones Leg ich meine werke nicht: Nur die leiden deines sohnes Stell ich vor dein angesicht. Dieses opfer hält den lauf Der verdienten strafe auf. 553 In der hälfte meiner tage Geh ich sonst dem grabe zu. In des finstern grabes nacht Wird ja deiner nicht gedacht. 4. Sprich: es ist genug, zur plage, Gönne meiner seelen rub; 5. Blos zu deines namens ehren Wünsch ich meines lebens frift: Doch verwerf ich mein begehren, Wenn es dir zuwider ist. Deinem willen geb ich sinn, Seel und leib zu eigen hin. 6. Willst du mir das leben geben, Nehm ich es mit freudigkeit. Soll ich auch nicht länger leben; Herr! so bin ich auch bereit. Mich vergnügt allein dein schluß, Der zum besten dienen muß. 7. Hilf indessen tapfer kämpfen, Hilf, mein Gott, in diesem streit, Was dir widerstrebet, dämpfen; Hilf zur frohen ewigkeit. Da wird, ohne streit und pein, Geist und fleisch ine frieden sein. 2. Wirke doch in meinem herzen Wahre buß und rechte reu. Mach auch mich, durch deine schmerzen, Jetzt von meinen schmerzen frei. Oder ist es dein belieben, Mich noch mehr im freuz zu üben; So gieb auch geduld und muth, Kraft und stärke durch dein blut. 3. Sollt ich dem wohl widerstreben, Ders mit mir so herzlich meint? Nein, ich will mich ihm ergeben, Wenn es noch so trübe scheint. Ich will harren, ich will boffen, Es ist allzeit eingetroffen: Kinder, die der vater liebt, Werden durch die zucht geübt. vac 3002 Kreuz- und Trostlieder jadi 554 and. Ich muß zwar in hiße bren2. Er lebt, mein arzt: ihm fehlt es nicht An weisheit und vermögen. Er ist es, der mir trost zuspricht: Wenn fleinmuth sich will regen; So läßt er doch Der leiden joch, nicht ohne sein erquicken, Die schwachen glieder drücken. nen, Es wird meine fraft verMUT Doch muß ich dabei erken2018 zehrt: nen, Daß Gott nur dem bösen wehrt: Darum will ich meinen rücken Unter seiner ruthe bücken; Macht er nur das Herz recht rein, Wird der schmerz erträglich sein. INO 3. Jhm leb ich, was ich leb allhier; Mein leben ist verborgen 5. Es sind dies die leidensstunden, Es ist dies die prüfungs- In ihm, und er lebt selbst in mir: zeit: Herr! ich fühle tiefe wun- Wie sollt er denn nicht sorgen den, Stärke mich in diesem streit, Für meine noth? Troß, daß der Daß ich alles mit dir wage, Und tod Mir darf das leben rauben; mein leiden willig trage. Leiden Denn ich leb hier im glauben. bringt dem fleische pein, Führt doch auch zum himmel ein. 4. Du lebst, daß ich auch leben foll, Du leben meines lebens! Dies macht mein herz vertrauensvoll; Weil du das nicht vergebens Fest zugesagt. Drum unverzagt! Dein wort muß wahrheit bleiben. Wer kann es hintertreiben? 5. Wenn du mich gleich zu tödten scheinst, Bleib ich doch an dir kleben. Ich weiß, mein heil! wie gut du's meinst, Du denkst auf lauter leben. Laß keinen schmerz, Wenn auch das herz Dabei mir scheint zu brechen, Mir diesen trostgrund schwächen. 6. Auf_men[ chenhulfe bau ich nicht, Ohn dich ist die nichts nüße! Mein auge ist auf dich gericht, big end 8. So bleibst du doch mein er- meines lebens stüße! In mei431 gezen, Meine lust und fröhlich- ner noth; Droht gleich der tod nappt keit: Muß ich gleich die wangen Mit mirs gar aus zu machen; thin neßen, und in manchem herzeleid Wirst du doch für mich wachen. -Isio Meine lebenszeit zubringen; Auch pdn mit vielen feinden ringen, Schau en ich doch durch diese zeit In die frohe ewigkeit. 6. Ach! ich kann mich nicht bede schweren, Daß du mir zu viel gethan; Willst du meine schmerzen mehren, Nehm ich sie geduldig an. Mir gebührt nicht, vorzuschreiben, Sondern stille zu verbleiben; Gieb nur, daß ich als dein kind Trost in deiner gnade find. sig 7. Ich will den nicht scheel ano sehen, Der in steten freuden lacht: Meine seele soll nur flehen, Daß mir deine gnadenmacht Kräfte schenke, meine plagen, Meine schmerzen so zu tragen; Daß ich hier estets fromm und treu, Und dort ewig selig sei. 7. Es soll mein glaube niemals ruhn, Dir mein herz auszuschütten: Du kannst ja überschwänglich thun, Mehr, als wir menschen bitten. Ich weiß, du wirst, Mein lebensfürst! Dem leiden grenzen setzen, und mich nachher ergeßen. man, Mel. Was Gott thut, das ist 2c. ch weiß, daß mein erlöser 868.J lebt, Der ſelber ist mein 8. Macht gleich der feind mich leben. Ob gleich mein herz in kummer oft verzagt, Sucht boshaft mich zu schwebt, Mit schmerz und tod umge- sichten: Ja, wenn mich gar mein ben; 3st seine fraft, Die hülfe schafft, herz verklagt, Die hoffnung zu Doch mächtig in mir schwachen: zernichten; So rufe du Mir gnäDrum laß ich ihn nur machen. dig zu: Du bleibst in meinem in besondern leiblichen Nöthen und Leiden. 555 frieden, Bist von mir unge- ich doch lebend bleibe; Denn so schieden. bin ich, mein heil! durch dich, Der du den tod verschlungen, Zum leben durchgedrungen. 9. Laß diesen frieden herz und sinn Ohn unterlaß bewahren: Und laß mich, daß ich in dir bin 16. Nur wollest du mich, Jesu! Und lebe, stets erfahren: Ja stelle dir Recht wohlgefällig machen: mir Dein kreuzbild für, So wird Reut alles aus, und tilg in mir, in deinem willen Sich meine seele| Was noch von eitlen sachen Den stillen. sinn zerstreut, An eitelkeit, An sorge, noth und kränken Laß mich nicht mehr gedenken. 10. Ich bin von aller sündenlast Durch dein verdienst entbunden; Und die erlösung, die du haft Durch deinen tod erfunden, Gilt für und für, Mein Gott! vor dir; Dein mir erworbnes erbe Bleibt mein, auch wenn ich sterbe. 17. Laß deinen geist, des erbes pfand, Mit trost nicht in mir schweigen, Mir sterbend das verheißungsland Auch schon von ferne zeigen; Weil nur ein blick In 11. Sind gleich die leiden groß solches glück Mein herz so sehr und schwer, Die mich anjeßt be- vergnüget, Daß es den tod betrüben; So laß mein herz sich sieget. desto mehr In dir, an deinem lieben, Das mich als braut Mit dir vertraut Und dir will ähnlich baben, In größter schwachheit laben. 12. Du, mein erlöser! bist ja treu; Wie bleibst du denn so lange? Ach eil mit deiner hülf herbei, Das warten macht mir bange. Denn meine fraft, Mein lebenssaft Vertrocknet als die scherben: Ach hilf! ich muß verderben. Bei anhaltender Krankheit. Mel. Herr Jesu Christ! du höchst. mich nicht Versäumen noch verlassen; Das ächzen meiner zuversicht Wirst du zu herzen fassen. Du eilst herzu, Mir hülf und ruh Und neue kraft und leben Zu deinem preis zu geben. 13. Nein, aber nein, bu kannst 869.Ach frommer Gott! dir sei geklagt, Was mich in meinem herzen Für angst und elend drückt und plagt: Mein leib ist ganz voll schmerzen, Ich bin mit krankheit hart beschwert, Und meine fraft ist fast verzehrt Von deinem zorn und dränen. 2. Ich werde für die missethat Mit recht also gequälet, Daß mir dein trost, dein treuer rath Und vaterhülfe fehlet. Ich liege da ganz ohne ruh, Die schwachheit nimmt beständig zu, Daß ich den tod beforge. 14. Mich soll und kann nicht schmerz und noth, Nicht trübsal, angst und leiden, Noch auch der leßte feind, der tod, Von dir, mein Jesu! scheiden. Dir leb ich hier, Auch sterb ich dir; In dir kann, auch im sterben, Mein leben nicht verderben. 18. Dort fänget erst mein leben an, Wo mich das lamm wird weiden; Wenn schmerz und leiden abgethan, Und ich mit tausend freuden Umgeben bin, Wo nichts forthin Mir wird mein leben rauben, Wo schauen folgt auf glauben. 15. Mach mich nach deiner liebe frei Von dieses todes leibe; So bleibt es, lebensfürst! dabei, Daß 3. Doch hast du dich voll huld erklärt Und väterlich verheißen, Den, der dich suchet und begehrt, 556 Kreuz- und Trostlieder de Aus seiner noth zu reißen; Drum| stréck ich zu dir Meine hände für komm ich auch vor deine thür: und für. Ach, frommer vater! hilf du mir, Und wende meine plage. 4. Denn du bist doch ein star. ker held, Der tod und leben zwinget, Ein treuer arzt für alle welt, Dem alles wohl gelinget: Drum eil und stärke meinen geist, Nimm weg, was noth und krankheit heißt, Und tilge meine schmerzen. 2. Meine seel ist als verlassen, Und will keinen trost mehr fassen: Nur mit seufzen, treuer Gott! Trèt ich vor dich in der noth. Laß mein beten zu dir dringen, Und mein elend vor dich bringen. Meines jammers ist so viel, Daß mein geist verschmachten will. 3. Du bists, der mein auge rühret, Daß es keinen schlaf mehr 5. Beschenke mich mit deiner spüret. Mich kommt angst und huld, Erhalte mich in gnaden, ohnmacht an, Daß ich kaum noch Verleihe christliche geduld. Was reden kann. Ich gedenk der alten aber mir kann schaden, Laß, lieb- zeiten, Die mich ehedem erfreuster Gott! entfernet sein! Und flößten: Mein gemüthe, das sie sucht, mir trost und leben ein, Durch Klaget über ihre flucht. deines geistes gaben. 4. Ach! dir freudig lob zu sin6. O Jesu! der du ja der hort gen, Will vor trauren nicht geDer franken sonst gewesen, Sprichlingen. Meine seele forscht bei auch zu mir ein gnadenwort; So nacht, und hat oftmals dies gewerde ich genesen. Denn wenn dacht: Wird der Herr stets ferne du, liebster meister! willt, So bleiben, Mich im zorne von sich wird mein leiden bald gestillt Und treiben? Hat sein gnadenbund ein meine pein gedämpfet. end, Daß sich Gott so von mir wendt? 7. Nun, treuer Gott! ich danke dir: Weil du mich selbst geschlagen, So werde deine liebe mir Die schwachheit helfen tragen; Daß mich der schmerzen schwere last, Die du mir auferleget hast, Nicht gänzlich unterdrücke. 5. Will er nicht mehr güt erweisen, Daß man ihn drum könne preisen? Seine zusag und sein wort Währen die nicht immerfort? Will der Herr denn ewig schweigen? Nicht mehr lieb und 8. Soll aber ich in dieser noth huld erzeigen? Will er nicht barm Und frankheit unterliegen; So laß herzig sein Nach so vieler straf mich über meinen tod Im wah- und pein? ren glauben siegen, Daß ich durch jammer, kreuz und leid, Zu dir in deine herrlichkeit Getroft und fröhlich dringe. 6. Endlich sprach ich in dem denken: Sollt ich mich zu tode kränken? Kann nicht Gottes starte hand Leichtlich ändern solchen stand? Starker Gott! du kannst noch rathen, Durch dergleichen wunderthaten, Als du schon der ganzen welt Hin und wieder vorgestellt. Mel. Laß, o Herr! dein ohr sich. 870. Jd ch will meine stimm erheben, und nach Gottes rettung streben: Meine stimme steigt empor, Und er neigt 7. Uleberleg ich im gemüthe zu mir sein ohr. Dich, Herr! such Bei mir deine lieb und güte, ich an dem tage Meiner großen Deine weisheit, deine macht; noth und plage: Und bei nacht Hoff ich darauf tag und nacht. in besondern leiblichen Nöthen und Leiden. 5571 Herr! ich bitte, hilf mir armen| mein so schmerzlich leid, Friste Durch dein väterlich erbarmen; meine lebenszeit. Sende mir bald rettung zu, Und an leib und seele ruh: Doch du wirst Es sei sterben 8. Daß ich mich zufrieden gebe, Und dir immer heilig lebe, Deines namens herrlichkeit Auszubreiten sei bereit. Ich will beten, ich will machen, Dich, was übrig, lassen machen. Gott! ich weiß, du hörest mich: Denn dir trau ich festiglich. 5. Willst du mir das leben schenken; So soll seele, herz und muth Deiner gnade stets gedenken, Und erheben, was sie thut. Herzlich will ich zu dir flehn, Um mir gnädig beizustehn, Daß ich deines namens ehre Durch ein heilig leben mehre. 6. Doch, mein Gott! was dir beliebet, Soll auch mir gefällig sein; Hilf dem, der sich dir ergiebet; Ich bin dein, und du bist mein. Leb ich, Herr! so leb ich dir. Sterb ich, wohl! bleib nur bei mir: Vater! was dein weiser wille mir ersprießlich hält, erfülle. 7. Leib und seel, mein ganzes leben hab ich nur allein von dir. Alles hast du mir gegeben, Nichts, ja nichts gehöret mir. Drum so nimm, was deine heißt, Vater, sohn und heilger geist! Nimm es hin zu treueh händen, Hilf mein leben selig enden. 2. Ach mein Gott! schau wie ich liege Schmerzenvoll, matt, müd 8. Dir will ich auch die verund schwach. Schau, wie ich mich schreiben, Die in dieser sterblichvor dir schmiege, Ganz voll thrä- keit Einst nach mir zurücke bleiben; nen, weh und ach! Was an mir Hilf auch ihnen jederzeit. Sei der ist, leidet noth: Ach, wie nah wittwen schuß und schild, Bleib tritt mir der tod! Zung und mund den waisen hold und mild; Stärke sind matt zum sprechen, Herz und sie, dir recht zu gläuben, Und augen wollen brechen. dabei recht fromm zu bleiben. Bei zunehmender Krankheit und herannahender TodesGefahr. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 871.A[ ch! so lieg ich, und empfinde, Was die sünde angericht. Sünde! ach verdammte sünde! Wie verderbest du uns nicht! Du, o seel- und leibesgift! Plagest uns; durch dich betrifft Meinen leib, nebst meinem herzen, Krankheit, elend, pein und schmerzen. das beste geben, oder leben. 3. Gott! zu dir nur will ich fliehen: Dich, dich ruf ich sehnlich an, Du wirst dich mir nicht entziehen; Denn du bist der helfen kann. Herr! ich beuge mich vor dir, Mund und seele schreit: hilf mir! Hilf, ach hilf! in meinen nöthen: Laß mich doch die angst nicht tödten. 9. Nun, ich will mich zu dir wenden, Liebster Gott! ich fasſe dich Mit des wahren glaubens händen, Halte mich auch gnädiglich: Heilige dreieinigkeit! Nimm mich hin zu rechter zeit; Dir leb ich, dir will ich sterben, Mach mich nur zum himmelserben. 4. In der hälfte meiner tage Mel. Liebster Jesu! wir sind hier. Neiß mich, schöpfer! nicht babin. 872 Soll es, liebster Gott! und meine Der Daß ich ich kaum noch lebend bin. Lindre heut an diesem tage Dir das 558 Kreuz- und Trostlieder lehte mal mein flehn, Trübsal,| Dir ist alle schuld vergeben; Ach! noth und freuz vortrage; Ach! so so geh ich rein zu dir Aus dem richte meine sinnen Nach den ho- sündenvollen leben. Jesus hat hen himmelszinnen. mir gnad erworben, Mit ihm ist die schuld erstorben. 2. Tausend und viel tausend mal Sei, o vater! hoch gepriesen, Daß in deiner finder zahl Du mir einen plaß gewiesen, Wo mein herz dich lernte kennen, Und in Christo vater nennen. 3. Heilig, heilig, heilig sei Deines großen namens ehre, Deine güte mancherlei, Deine kraft und wahre lehre: Ich will dich dort ewig loben, Wenn du mich zu dir erhoben. 4. Dein reich hast du auch zu mir Hier in gnaden lassen kommen: Mich berufen, auch zu dir Aus des satans macht genommen: Jesus hat mir heil und frieden Durch sein blut und tod beschieden. 5. Darum wart ich mit begier Ganz getrost aufs reich der ehren; Nichts durchaus kann mich allhier Mehr von jener freude kehren, Komm, o könig! was die deinen Mit mir hoffen, laß erscheinen. 10. So vergeb ich auch gar leicht, Wie du, höchster Gott! geheißen: Rache, zorn und strafe weicht, Ich will nichts als lieb' erweisen. Wie sollt ich den bruder hassen, Da du mir so viel erlassen? 30% 11. Rückt der letzte kampf herzu, Tobet heftig sünd und hölle, Daß sie mir die himmelsruh Raube, und den glauben fälle; Ach! so steh auf meiner seiten, Die versuchung zu bestreiten. 12. Mach mich alles übels los, Gieb der fündennoth ein ende, Herr! ich flieb in deinen schooß, Und in deine vaterhände; Laß mich die von allem bösen, Wie du willst und kannst, erlösen. 13. Nun du hörst, ich zweifle nicht, Denn du bist mein ew'ger könig; Du bist meine zuversicht, Welt und höll ist dir zu wenig; Deine traft wird ewig stehen, Deine ehre nie vergehen. 6. Deinem willen will ich mich Ganz zu einem opfer geben: Hab ich hier nicht völliglich Nach dem selben können leben; So werd ich dort deinen willen mit den engeln recht erfüllen. für, Du wollst dich mein erbarmen! All meine hoffnung steht zu 7. Täglich brot und mancherlei, dir, Ach rette bald mich armen, Was zu meinem stand gehöret, Der ich mit angst umgeben bin; Hat mir deine vatertreu Durch Ich weiß jebund so die lebenszeit bescheret: Nun du hin, Als nur zu dir alleine. himmelsbrot willst geben, Laß ich gern dies arme Leben. nirgends 2. Mein franker leib voll elends ist, Der geist in mir verschmachtet: Mein herz, das sorg und fummer frißt, Viel sinnet und d betrachtet: Und findt doch weder trost noch ruh, Gott! sende mir bald hülfe zu, Sonst muß ich gar versinken. 3. Ach Herr! ach Herr! er 9. Nun, o vater! sprich zu mir: barm dich mein, Bergieb mir 8. 3war die meinen bleiben hier, Die mich gern noch länger sähen: Doch ich weiß, mein Gott! bei dir Steht ihr weh und wohlergehen. Drückt noch etwas mein gemüthe, So befehl ichs deiner güte. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 873, a. Mein Gott! ich und in besondern leiblichen Nöthen und Leiden. Kent meine sünden. Eil, mich von| sünd! Ich trau auf dich, o Gott, angst, von furcht und pein Aus gnaden zu entbinden. Nach deiner weisheit hülfe schick, Im zorn mich nicht von hinnen rück, Du allerliebster vater! in mein Herr! Wenn ich dich hab, golt was will ich mehr? dol * 4. Wend dich zu mir, o treuer Gott! Laß dich mein flehn erweichen: Errette mich aus dieser noth, Und thu an mir ein zeichen, Daß jedermann dadurch versteh, Daß fein gerechter untergeh, Der deinem worte trauet. 559 Para 2. Ich habe dich, Herr Jesu Christ! Der du mein Gott und heiland bist. Deß will ich mich AD von herzen freun, Bleib gutes muths und harre dein, Verlaß mich gänzlich auf dein wort. Hilf auch im tode, o mein hort! 078 Morgenlieder eines Kranken. 5. Doch bitt ich nicht mit freMel. Freu dich sehr, o meine zc. chem muth, Ich stells in beinen 874.a.11nter meinem ſchmerz willen: Was an leib und und weinen, Nach 7. Weil ich durch deines geistes gab, Wie ich es kann empfinden, Den heiland in dem herzen hab, Muß aller zweifel schwinden: Ich glaube fest, daß du mein Gott Mich wirst durch leben oder tod Gewaltiglich erlösen. seele gut, Wollst du an mir erfül- zurück gelegter nacht, Seh ich jest len, Thu an mir, vater! wie du die sonne scheinen, Welche alles weißt, Daß mir es dient, und al- munter macht; Darum fang ich lermeist Zu deines namens ehre. freudig an, So viel ich in schwach6. Ich will, Herr! dir und deiheit kann, Diesen tag mit beten, ner macht mich ganz und gar er- singen Und mit andacht zuzu geben: Auf rettung hoffen tag und bringen. nacht, Zum sterben oder leben: Es geh mir, water! wie du willt, Der tod mir wie das leben gilt; Gieb nur, was mir das beste. 2. Daß ich jeßt mich frank be finde, Herr! das ist dein will und rath, Welcher mirals deinem finde, Dieses zugeschicket hat; Nun ich nehme es auf mich, Ja, ich trag es williglich; Was dud pflegest aufzulegen, Ist nicht ohne gnad und segen. i do tohispan 3. Dieser tag ist angefangen, Weil mich deine gnad erhält. Laß mich auch das end erlangen, Wenn 8. Nun was mir, Gott! dein es dir, mein Gott! gefällt. Linweiser rath Hierinnen außerse- dre mir so schmerz als noth, Ach, hen, Das wird gewiß auch in der mein vater, Herr und Gott! Jesu, that Bald folgen auf mein flehen. meiner seelen sonne! Schenke mir O Herr mein Gott! ich laß heut trost und wonne. rafsd nis( 2 dich nicht, Bis mir die gnadenhülf geschicht, Drauf ich so sehnlich warte. 4. Doch dein wille soll geschehen, Herr! dein wille nur allein. Wie du willst, so soll mirs geben, So will ich zufrieden sein. Ich will leben, wenns dein will, Auch im tod halt ich dir still, Ich will mich zum tod und leben Dir hiese mit, mein Gott! ergeben. 002 5. Segne meine arzeneien, kind, Troß teufel, tod und aller Stärke mich je mehr und mehr, Mel. Vater unser im himmelr. 873. b. ilf, helfer! hilf in angst und noth. Erbarm dich mein, o treuer Gott! Ich bin doch ja dein liebes 560 Kreuz- und Trostlieder dad al Laß dieselbe mir gedeihen, Herr!| den. Gott, der mich so getreu zu deines namens ehr: Hör in bewacht, Wird, nebst der engel gnaden mein gebet, Wenn ich orden, Auch heute mit und bei gläubig vor dich tret, Daß ich dich mir sein, Und hülfe, rath und im glauben fasse, Und mich fest trost verleihn: Er weiß wohl was auf dich verlasse. mich drücket. 6. Vater! auch an diesem tage 6. Ihm will ich meinen schwaBleibe bei mir in der noth; Die hen geist Und kranken leib befehverkürzung meiner plage, Durchlen. Was Jesus, der mein helfer genesung, oder tod, Herr! die heißt, Erwählt; will ich auch wähüberlaß ich dir; Wie du willst, geschehe mir. Dein bin ich mit leib und seele, Du bists, dem ich mich befehle. len; So geht es mir im leben wohl, Und wenn ich heute sterben soll, kann mir der tod nicht schaden.. 7. Ich bin ja, Herr! dein liebes find, Und werd es ewig blei ben: Kein schmerzenssturm, kein kreuzeswind Soll mich von Jesu Ach! bleib bei mir bis an mein end, Und nimm die seel in deine händ, So bin ich wohl versorget. Mel. Allein Gott in der höh sei. ott lob und dank! 874.b.bie nacht ist hin, treiben. Es kommt der liebe morgen: Auf, schwacher geist und matter sinn; Dir ist ja unverborgen, Wie du die finstre leidensnacht In Gottes schuße zugebracht, Und glücklich überstanden. 2. Als ich mich zu der ruh gelegt, war ich mit ſchmerz um geben. und furcht bewegt: Werd ich auch morgen leben? Die fast verdorrte zunge frug, So oft die viertelstunde schlug: Wenn wird der tag erscheinen? Abendlieder eines Kranken. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 875. a. Arzt des leibes, trost der Jesu! hör mein danklied an: Ich will deine huld erzählen, Die du heut an mir gethan: Durch sie, die mich hebt und trägt, Ift der tag zurück gelegt. Deine kraft hat mich erquicket, Daß der schmerz mich nicht ersticket. 3. Gott hat mir mein gebet gewährt, Ich kann das licht noch sehen: Drum will ich ihn, der mich erhört, Mit dank und preis erhöhen, Und flehn, daß er es diesen tag Mit mir und meinem kreuze mag Nach seinem willen machen. 2. Unter schmerzen und verlangen, Sind die stunden fortgerückt. Ach! ich wär den tag vergangen, Wenn ich, Herr! dich nicht erblickt. Ach! ich litte große noth, Doch hast du, getreuer Gott! Sie auf 4. Leb ich nicht fröhlich, frisch, mein gebet gemindert, Und so gesund; Bin ich dennoch zufrie- schmerz als angst gelindert. den, hat schon der schmerz mich 3. Dein erbarmendes gemüthe sehr verwundt, Will ich doch nicht hat mich franken wohl beermüden. Ich trage dieses harte dacht; Jesu! deine lieb und güte joch Auch diesen tag und weiter Schüße mich auch diese nacht. noch, So lang es Gott beliebet. Leg mir nicht mehr schmerzen 5. Mein elend ist um tag und zu, Gieb den schwachen gliedern nacht Nun gleichwohl kürzer wor- ruh. Bleib, Herr! es will abent in besondern leiblichen Nöthen und Leiden. 561 werden, Bei mir; mindre die be- Wenn des lebens band zerreißt; schwerden. 4. Laß dir mich, und auch die meinen, Treulich anbefohlen sein; Weck uns wieder, als die deinen, Wenn der helle sonnenschein Aus So laß mich dich freudig schauen In den schönen himmelsauen. Dann gieb mir, nach kampf und streit, Die erworbne seligkeit. des schlafes finstreu gruft Uns, Danklied nach überstandener dir dank zu opfern, ruft. Laß mich bis auf morgen leben, So will ich dein lob erheben. Krankheit. 5. Doch soll mich des todes schrecken, Herr! nach deinem weisen rath, Diese nacht vom schlaf aufwecken; Ach! so denke, was ich bat: Tod und sterben schen ich nicht, Wenn es selig nur geschicht. Dir hab ich nicht vorzuschreiben, Du wirst mein, ich dein verbleiben. 6. Laß mich nicht in fünden sterben, Nimm die seel in deine hand, Mache mich zum himmelserben, Führe mich ins vaterland. Jesu! laß mich auf mein flehn Einst ein selig ende sehn. Bringe mich, nach kreuz und leiden, In das reich vollkommner freuden. 7. Ach! wenn werd ich dich erreichen, Du von Gott gesetztes ziel! Schrecke, tod! ich will nicht weichen: Und ob mir der muth entfiel; Stärkt mich, Herr! dein theures wort, Und zeigt mir den rechten port, Der mich aus dem weltgetümmel Führt in deinen freudenhimmel. Mel. Alle menschen müssen 2c. 875. b. eu! chleuß in Auch in dieser nacht mich ein; Laß in diesen dunkeln stunden In dir meine ruhe sein. Ich verbleibe, wie im leben, So im sterben, dir ergeben. Segne und erquicke mich. Treuer heiland! gnädiglich. Mel. Wie groß ist des allmächt. 876. ( o wahr der allerhöchste lebet, Will er den tod des sünders nicht, Deß herz zerknirscht vor ihm erbebet Und sich sein eigen urtheil spricht. Er züchtigt uns zu seiner ehre Und unserm heil mit vatertreu; Nur daß man sich zu ihm bekehre, Zum bessern leben tüchtig sei. 2. Liebreicher Gott! ich selber sehe Dein wahres wort an mir erfüllt! Wenn ich mit reu um gnade flehe, Wird meiner seelen angst gestillt. Da meine werke nichts verdienen, Bleibt deiner gnade aller preis, Die ist so herrlich mir erschienen, Daß ich sie nicht zu zählen weiß. 3. Ich sah die welt und alles schwinden, Und meine kräfte starben schon. Ich fühlete die macht der sünden, Und sah schon deinen richterthron: Da rührte dich mein ängstlichs sehnen, Mein jammer brach dein vaterherz, Es galten für mich Jesu thränen, Und mich erbat sein blut und schmerz. 4. Bald kam dein großer trost bernieder, Der holte mich vom mich vollkommen wieder zu einem neuen lebenslauf. Du sprachest freundlich mit mir müden, Und ich vernahm dein gnadenwort: Nun gehe hin, mein find in frieden, Und fündige nicht mehr hinfort. 2. Jch befehl in deine hände Meinen leib und meinen geist. 5. O! welcher seligkeiten menge Stärke mich bis an mein ende; Erweckte dieses heil in mir! Mein 36 Kreuz- und Trostlieder 562 herze ward dem dank zu eng Und brannt und wallte nur von dir. Wie, Herr! vergelt ich dir die tage, Die deine huld mir neu gewährt, Und da sich meine pein und plage In ruhe, fraft und ruhm gekehrt? 6. Ich weihe, was ich von dir habe, Mein herze, dir zum opfer ein; Es wird, o schöpfer! deine gabe Ja theur in deinen augen was es zu leben, Da ich, was sterben fei, erfuhr; Nun wird mir stets im sinne schweben, Was ich dir in ber prüfung schwur. nicht hingedacht, Hast du schon alles gut gemacht. 4. Ach! solltest du denn nicht erkennen, Wenn kummer, angst und noth mich quält? Wer muß dich nicht barmherzig nennen? Du bist es, der die thränen zählt. Du hafts gesagt, dein herze bricht, Wenn deinen findern leid geschicht. 5. So laß mich doch recht feste glauben, Daß deine augen auf den trost nichts rauben, Du werdest mir zur seite stehn: Und bald zerstreun durch deine macht Der sørgen und des leidens nacht. 7. Es ist genug, daß ich vor 6. Du wirst dein wort gewiß zeiten Nach meines fleisches lüften erfüllen; Du hast mir hülfe zugeging,, Und an den flüchtgen eitel- sagt. Ja du wirst meinen fum keiten Mehr, als an dir, o vater! mer stillen: Ich bin getrost und bing. Ich bin ja darum nur ge- unverzagt, Es wird geschehn, ich nesen, Daß ich die seele bessern zweifle nicht; Du bist mein Gott, kann: Drum fange ich ein ander mein heil und licht. wesen Mit deiner gnade beistand an. Bei dem Verzuge göttlicher Hülfe. Mel. Jesu! deine heilge wunden. Gott! hast du 878. Mmein vergeſſen? Denkest tu nicht mehr an mich? Soll mein herz der jammer fres sen? Ach wie lang verbirgst du dich! Ich vergeh aus ängsten faſt, Weil du mich verlassen hast; Ich bin nahe bei der höllen, Wer wird mich zufrieden stellen? Mel. Wer nur den lieben Gott. 877, Verborgner Gott! dem nichts verborgen, Was auf der ganzen welt geschicht, Was sollt ich, wie ein heide, sorgen, Als wüßtest du mein elend nicht? Verstellet gleich dein antlig fich, Dein herz meint es ja väterlich. 2. Nicht vergessen! nicht verlassen! Rufest du mir selber zu: Ich soll nur ein herze fassen, So findt meine seele ruh. Du hast 2. Mich und mein loos hast du gesehen, Als ich noch nicht geboren war, Und was mir künftig soll geschehen, Stellt sich dir gegenwärtig dar. Dein auge siehet aus der höh, Und kennt mich, wo ich geh und steh. dich nur so gestellt, Willst uns, weil dirs so gefällt, Oft nur auf die probe sezen, Und dann wiederum ergehen. 8. Du willst ja in deinem lieben Bärter als die mütter sein: Ich 3. Du weißt auch, was ich nö- soll mich nur nicht betrüben, Du thig babe, Und giebst mir mein schließt mich ins herz hinein, beschieden theil, Ja, alles, Herr! Welches voll barmherzigkeit, Das ist deine gabe; Du sorgest täglich zur hülf und trost bereit: Von für mein heil. Wo ich noch gar erbarmung, wie wir wissen, in besondern leiblichen Nöthen und Leiden. Wird es endlich brechen müsnssens douandmad, mida 4.3a, wenn alle muttertreue bin der welt verloschen wär; Lie best du doch ohne reue, Unterlässest nimmermehr, Uns von herzen wohl zu thun. Wollten wir nur in dir ruhn, Würdest du bei allen plagen Uns in deinem schooße tragen. 5. Du willst mit den vaterhänMeinen kummer treulich wenden; Diese mindern meine last: Darin bleibt mein name stehn, Wenn Igleich welt und zeit vergehn; Und du wirst nach diesen zeiten Mich damit zum himmel leiten. 310 6. Nun ich traue deinen worten, Du bist vater, ich dein find. Wenn mir auch der höllen pforten Noch so sehr zuwider sind;! so gläub ich dennoch fest, Daß mich 31 deine hand nicht läßt. Was du eiblich haft versprochen Wird niemals von dir gebrochen. 7. Du wirst schon dein wort erfüllen, Daß kein punkt verloren geht: Und den durst der seele stillen, Die um trost zum himmel fleht. Deine wahrheit stellet mir Lauter ja und amen für; So darf ich mich nicht mehr fränken, Du wirst schon an mich gedenken. Drein mich 880. Danklieder nach erlangter Hülfe. 563 wenn dein auge weint, Doch mit troft und hülf erscheint. Mel. Jesus, meine zuversicht. 879, eele! lobe deinen Herrn Mit erkenntlichem gemüthe, Auf und bring ihm herzlich gern Preis und dank für seine güte. Seele, auf! vergiß es nicht, Was von Gott dir guts geschicht: 3. Gutes und barmherzigkeit Folgen mir in meinem leben: Ja er wird mir nach der zeit Platz in seinem hause geben. Da, da werd ich ewig sein. Vater! führe mich hinein. 51 Mel. Allein Gott in der höh sei. err Sisd 4. Wie sollte dir denn mein gesang Nicht ruhm und ehre geben? dank Dich, meinen Gott! erheWie sollt ich nicht mit lob und ben? Dich, beiliger in Israel! Preist meine seel, die von der höll Du selbst erlöst zum leben. 5. Auch richt' ich meine zung allzeit, Gott! zu deinen ehren, Daß dein lob der gerechtigkeit Sich immer möge mehren. Mach die zu schanden, welche dich Nicht ehren wollen, bis sie sich Boll ren zu dir befehren. 2. Der dir sünden gern vergiebt, Der dir dein gebrechen heilet, Der* 6. O vater, sohn und heilger dein leben schüßt und liebt, Wenn geist Voll weisheit, güt und stäres zum verderben eilet: Der dir, fe! Sei stets aus herzensgrund 36* ich betracht, Dein heiliges regieren, Und wie durch deine wundermacht Du mich oft pflegst zu führen; Verwundert sich mein herz und spricht: Herr! deine weisheit und gericht Ist sonnenflar zu spüren. 2. Du läsfest mich zwar viele noth Und große angst erfahren; Doch giebst du mich nicht in den tod: Du suchst mich zu bewahren, Und läsfest mir zur rechten zeit Des lebens neue freudigkeit In gnavent widerfahren. 3. Verstößest du mich gleich von dir Oft hin zur tiefen erde; So bist du wieder bald bei mir, Entreiß'st mich der beschwerde. Du tröstest mich mit deinem wort, Und bolest mich vom finstern ort, Daß ich erquicket werde. 564 Kreuz- und Trostlieder doled ni gepreift Für alle große werke; Re- 19. Drum mein erbarmer! sei giere mich doch immerfort, Daß jebund Und immerdar von herich, o Herr! an jedem ort Den zensgrund Gerühmet und erhoben; gnadenbeistand merke. Laß spät und früh, Mein Gott! mich nie Ermüten, dich zu loben. 10. Du hast durch deine gnadenhand Mein kreuz nun abermals gewandt; Drum will ich, und die noch täglich fort und fort Dein meinen Zugleich mit mir, Ein wahres wort erfüllest, Der trüb- danflied dir Jept bringen nach sal wehrst, Gebet erhörst, Und dem weinen. allen fummer stillest. Mel. In dich hab ich gehoffet 2c. 881. Gelobet feit du Gott, mein hort! Der du 2. Schlägst du die deinen väterlich; So rufen sie ganz ängstiglich, Und halten dein versprechen Dir gläubig für: Wie sollte dir Dein vaterherz nicht brechen? 3. 3hr beten steigt mit macht empor, Und kommt, mein vater! vor dein ohr, Das dem geschrei des armen Stets offen ist, Weil du stets bist Geneigt, dich zu erbarmen. 11. Dein großer name sei gepreist, Daß du uns so viel heil erweist, Und herrlich ausgeführet Zu deiner ehr, Was uns zu schwer; Daher dir dank gebühret. 12. Sei ferner unser trost und schild: Und wenn du noch uns schwache willt mit einer last belegen; So schaue doch, Auch bei dem soch. Auf unser unvermögen. 4. Ja, eh sie rufen, bist du da, Und sprichst, noch eh sie bitten, ja. So bald sie vor dich treten, Herr! hilfst du oft Ganz unverhofft, Und rettest sie aus nöthen. 13. Denn unsre schwachheit fennest du; Drum sprich dem blöden herzen zu, Den glauben stärk und mehre, Daß unser herz Bei allem schmerz Dich mit gehorsam ehre. 14. Und wenn die noth ihr ziel 5. So liebreich ist dein herz erreicht, Das dir zu sehen gut gesinnt: Dies hab ich selbst, dein gedäucht: So laß das schwache schwaches kind, Von meiner find- lallen, Das dir mein mund Aus heit jahren Unzählig mal Und herzensgrund Entrichtet, dir gefallen. überall Bis diese stund' erfahren. 6. Wenn angst und kummer mich umfing, Die fluth mir an die seele ging, Und über mich sich häufte; hieltst du den lauf Derselben auf, Daß sie mich nicht ersäufte. 15. Ja nimm mein danklied gnädig an, So schlecht und schwach ich dir es kann In diesem leben bringen. Dort werd ich dir Einst für und für Ein beßres loblied singen. 7. Wär dein erbarmen nicht so groß; So käm ich nie so gnädig los, Wenn du nach recht mir Mel. Wer nur den lieben Gott. ermunlohnteſt Für meine schulb, Und 882. Mein herz! nun wievielmehr mit verschontest. 8. Du missest aber allezeit Mir, Herr! nach deiner gütigkeit, Und nicht nach meiner fünde, Mein leiden zu; Drum stäupest du, Mein vater! so gelinde. der, Und singe mit erquicktem muth Jeßt neue dank- und freutdenlieder Dem Herrn, der große dinge thut: Denn er beschämt zu rechter zeit Voll gnade deine furchtsamkeit. die in besondern leiblichen 2. Herr! deine hand ist immer offen, zu geben, was mein herz begehrt; Hingegen ist mein zaghaft hoffen Oft leider! teiner hülfe werth; Und doch erträgst du mit geduld Des wankenden vertrauens schuld. 3. Wenn oft ber trost, womit dein sorgen mich armen zu erquicken meint, vor meinen augen tief ver- 883. Her bir will id Mel. Alle menschen müssen 2c. err! ich opfer bringen, Daß Und entfernet scheint: Hast du schon meine du mir so wohl gethan: Welch noth bedacht, Und dich zu helfen ein danklied kann ich singen, Das aufgemacht. vor dir bestehen kann? Doch erfordert deine güte Nur ein dankbares gemüthe: Und das soll auch dir allein Ewiglich gewidmet sein. 2. Wenn ein freuz mich treffen sollte, Stößt mir künftig leiden zu, Daß mein herz verzagen wollte; Ach, so seße mich in ruh, Daß mein glaube nie erkalte, Sich an dein wort feste halte. Ich werf alle sorg auf rich, Denn ich weiß: du sørgst für mich. 4. Dein unermeßliches erbarmen Ist immer wohlzuthun gewohnt; Drum wird mir sündlich schwachen armen Nicht, wie ichs würdig bin, gelohnt. Dich jammert der gebrechlichkeit, Du hilfft zur allerbesten zeit. Nöthen und Leiden. 565 9. Doch will ich dir mein opfer bringen, Das opfer meiner tankbarkeit, Und, dir zum lobe, lieder singen, So viel bein geist mir fraft verleiht: Im namen Jesu sing ich dir, In diesem nimm es an von mir. 5. Du wählst und wirkest stets das beste, Und wenn auch meine noth sich häuft; So steht durch dich mein wohl doch feste. Wenn fluth und jammer auf mich läuft; So siehst du mit erbarmen drauf, 3. Laß mich traurige gedanken Und hemmst allmächtig ihren lauf. Nicht mehr ängsten, o Herr 6. Du bist mein heil; mein ganz Christ! Denn dies macht den glaugemüthe Ist deines ruhms, mein ben wanken, Dieses kommt von retter! voll; Die wunder aber dei- satans list. Gieb, daß ich in diesem ner güte Mit dank zu preisen, leben mich an dem, was du gegewie ich soll, Reicht mein vermö- ben, Stets erfreu, und daß dabei gen nimmer zu; Es ist nur schwach- Meine lust nicht sündlich sei. heit, was ich thu. 4. Allen zweifel von mir wende, 7. Doch läßt du auch mein Der doch nie was gutes schafft; schwaches tallen, Der du des her- Deinen heilgen geist mir sende, zens redlichkeit zu prüfen weißt, Daß ich durch desselben kraft Ein dir wohlgefallen: Siehst auf die getrostes herz gewinne, Und mit unvollkommenheit, Als wie ein munterm muth und sinne, Dir, o holder vater pflegt, Der schwach- Gott der freudigkeit! Stets zu heit mit geduld erträgt. dienen sei bereit. 8. Nichts hat mein armes unvermögen, Wie dir, mein Gott! Mel. Das ist fürwahr ein köstlich. schon offenbar, Dir zur vergel- 884. Jleb allbier, Den tung darzulegen: Böt ich mich selbst zum opfer dar; So ist ja höchsten preisen für und für. Viel alles schon vorhin Dein eigen, gutes hat er mir gethan, Weit was ich hab und bin. mehr, als ich erzählen kann. 566 Streuz- und Trostlieder in besondern leiblichen Nöthen. 2. Er hat geholfen überall:| vaterherz Schickt mir deswegeng Und sonderlich zu diesem mal pein und schmerz, Daß du mich d Hat er allein durch seine hand ziehen willst zu dir, Weil ich auch a Mein unglück völlig abgewandt. gnad im strafen ſpür. 3. Sonst niemand mir zu hülfe kam, Noch meines elends sich annahm; Ja menschenhülfe war zu schwach, Darum befahl ich Gott die sach. 11. Weil da mein herz erfrent erwägt, Wie Gott die ruth bald niederlegt, Wie liebreich er die hülfe schick; Er zürnt kaum einen augenblick. 12. Und ob es schon was länger scheint; Ists doch zum besten stets gemeint: Er weiß wohl mittel, zeit und rath, Wie ichs erfahren in der that. 4. Zu ihm rief ich bei tag und nacht: Daß seine weisheit, güt und macht mich reißen möcht aus der gefahr, Mit der ich ganz um ringet war. 5. Der bitte hat er mich gewährt, Und solche rettung mir beschert, Daß ich erkenne, seine treu Sei alle morgen an uns neu. 13. Verleib, o Herr! daß mirs zugleich, Hinfort zur lehr und trost gereich, Wenn mich vielleicht noch in der welt Ein andres unglück überfällt; 6. Durch seinen engel hat er 14. Daß ich bedenk, zu welchem mich Aus meiner noth gewaltig- end Die probe mir werd zuge lich Errettet und zu rechter zeit sendt: Daß ich dem golde gleich Von trübsal, sorg und noth befreit. mög sein, Und durch dies feuer 7. Sehr groß, o Herr! ist werde rein; deine güt, Die mich beschüßet und behüt't: Ich will sie rühmen hier auf erd, So lang ich odem holen werd. 15. Daß ich auch alsbald vor dal bich tret Mit glauben, hoffnung und gebet; Damit anhalt, und laß nicht ab, Bis ich die hülf erlanget hab: 16. Und wenn die rettung kommen ist, Weil du, Gott! allzeit gnädig bist, Daß ich dir danke nacht und tag, Mit Herz und munde also sag: 8. Ich sage bir lob, ehr und preis, Daß du auf wunderbare weis mir meine schwere freuzes last So gnädig abgenommen hast. 9. Wiewohl ich solche höchst verschuldt; So hat doch deine lieb' und huld Mit viel erbarmen mein verschont, mir nicht, wie ichs verdient, gelohnt. 10. Nun seh ich, Herr! dein VII. Von den vier lezten Dingen des Menschen. Nout * 17. Gelobet sei des Herren nam, Der mächtig ist und wundersam: Erschallen müsse seine ehr In allen landen mehr und mehr. S I. Vom Tode und Sterben und zwar Vorbereitungslieder zum Tode. Mel. Zu dir, o vater aller 2c. Es Gott gelassen übergeben, St 885.Was as sorgst du ängst- wahre ruh und deine pflicht. Du lich für dein leben? sollst es lieben, weislich nüßen, dril, ada mpe Vorbereitungslieder zum Tode. 567 Es tankbar, als ein gut, besigen, und im glauben leicht. Ich leide; Verlieren, nicht. ibon als verlörst du's doch von allem bösen Wird mich der im 2. Der tød ſoll dich nicht traurig der mir die tronellen; Er ist'e, reicht. schrecken; Doch dich zur weisheit 9. Denk an den tod, wenn freche zu erwecken, Soll er dir stets vor rotten Des glaubens und der augen sein. Er soll den wunsch tugend spotten, Und laster stolz zu leben mindern, Doch dich in ihr haupt erhöhn. Sprich bei dir deiner pflicht nicht hindern, Viel- selbst: Gott trägt die frechen; mehr die kraft dazu verleihn. Doch endlich kommt er, sich zu 3. Ermattest du in deinen pflich- rächen, und plößlich werden sie ten: So laß den tod dich unter vergehn. richten, Wie wenig deiner tage sind. Sprich: follt ich gutes wohl p verschieben? Nein, meine zeit, es auszuüben, Ist kurz und sie verfliegt geschwind. 10. Denk an den tod zur zeit der schrecken, Wenn finstre wolken Gott verdecken; Du rufft, und er antwortet nicht. Sprich: sollte Gott mich ewig haffen? Er wird mich sterbend nicht verlassen; Dann zeigt er mir sein angesicht. 14. Denk an den tod, wenn böse triebe, Wenn lust der welt und ihre liebe Dich reizen; und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute sterben? Und könnt ich auch die welt ererben, Beging ich doch solch übel nie. in 11. So suche dir in allen fällen Den tod oft, lebhaft vorzustellen; So wirst du ihn nicht zitternd scheun; So wird er bir ein trost im flagen, Ein weiser freund in guten tagen, Ein schild in der versuchung sein. 5. Denk an den tod, wenn ruhm und ehren, Wenn deine schäße sich vermehren, Daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk an die eitelkeit der erden, Daß, wenn sie dir entMel. Herr Jesu Christ! wahr zc. risſen werden, Du dann dich nicht 886. Wie sicher lebt ber zu sehr betrübst. mensch, der staub! Sein leben ist ein fallend laub; Und dennoch schmeichelt er sich gern, Der tag des todes sei noch 6. Denk an den tod bei frohen tagen. Kann deine lust sein bild vertragen, So ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein ver- fern. gnügen zu versüßen: Welch glück werd ich erst dort genießen, Wo ich ohn ende leben soll! 7. Denk an den tod, wenn deinem leben Das fehlt, wornach die reichen streben: Sprich: bin ich hier, um reich zu sein? Wohl mir! wenn ich in Christo sterbe, Dann ist ein unbeflecktes erbe, Dann ist des himmels reichthum mein. 2. Der jüngling bofft des greises ziel, Der mann noch seiner jahre viel. Der greis zu vielen noch ein jahr, Und feiner nimmt den irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk im glück und noth Im herzen oft an meinen tod. Der, den der tod nicht weiser macht, hat nicht mit ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur ewigkeit, 8. Denk an den tod, wenn lei- Zu thun, was uns der Herr geden kommen; Sprich: alle trüb- beut, Und unsers lebens kleinster sal eines frommen Ist zeitlich, theil Ist eine frist zu unserm heil. 568 Vom Tode und Sterben und zwar 5. Der tod rückt seelen vors| wie? Vielleicht werd ich der welt gericht; Da bringt Gott alles an entnommen Heut abend oder mordas licht, Und macht, was hier gen früh. Vielleicht ist auch mein verborgen war, Den rath der her- ziel bestimmt, Eh diese stund' ein ende nimmt. zen offenbar. 6. Drum, da dein tod dir täglich dräut, So sei doch wachsam und bereit; Prüf deinen glauben, als ein christ, Ob er durch liebe thätig ist. 7. Ein seufzer in der letzten noth, Ein wunsch durch des erlösers tod Vor Gottes thron gerecht zu sein, Dies macht dich nicht von sünden rein. 8. Ein herz, das Gottes stimme bört, Ihm folgt, und sich vom bösen kehrt, Ein gläubig herz, von lieb' erfüllt. Dies ist es, was in Christo gilt. 9. Die heiligung erfordert müh; Du wirkst sie nicht, Gott wirket fie. Du aber ringe stets nach ihr, Als wäre sie ein werk von dir. 10. Jhr alle seine tage weihn, Heißt eingedenk des todes sein; Und wachsen in der heiligung Ist wabre todserinnerung. 11. Wie leicht vergeß ich diese pflicht! Herr! geh mit mir nicht ins gericht! Drück dies gedächtniß selbst in mich, Daß ich dir wandle würdiglich. 12. Daß ich mein herz mit jedem tag Vor dir, o Gott! erforschen mag, Ob glaube, demuth, lieb und treu, Die frucht des geistes in mir sei. 2. Dies alles soll mich nicht betrüben; Ich weiß gewiß, daß meine zeit In Gottes händen angeschrieben. Der tod hilft mir zur seligkeit: Wenn ich, sterblich, abgethan; Zieh ich, was unverweslich, an. was 3. Ich weiß aus Gottes thenrem worte, Der tod sei gläubigen kein tod; Er ist mir eine himmelspforte, Ein ende aller meiner noth; Ein sanfter abend, ber mich fühlt, Wenn ich des tages last gefühlt. 4. Drum wart ich sehnlich voll verlangen, Bis mich der tod der welt entrückt: Mit freuden will ich ihn empfangen; Weil Jesus diesen boten schickt, Der mir den weg zum himmel weist, Wo Jesus mich mit wonne speist. 5. Laß nur, Herr Jesu! meine seele Im wahren glauben fertig stehn, Daß ich des himmels nicht verfehle, Wenn ich einst muß von hinnen gehn. Ach! mache stets mein herz bereit Zur reise nach der ewigkeit. 6. lebe, herz. Gieb, daß ich stets in buße Verleih mir ein geheiligt Und wenn ich einst den geist 13. Daß ich zu dir um gnade aufgebe, Gescheh' es blos auf fleh, Stets meinen lüsten wider- deinen schmerz; Dann müsse deine steh, Und einstens in des glau- todespein Mein labsal, trost und bens macht Mit freuden ruf: es leben sein. ist vollbracht. 7. Herr Jesu! laß mich selig sterben; Steh mir im letzten kampfe bei, Damit der tod mir fein verderben, Vielmehr des lebens anfang sei; So scheid ich Mel. Wer nur den lieben Gott. 887.J ch weiß, es wird mein ende kommen; Doch fröhlich von der welt, Wie, we weiß ich nicht wo, wenn und und wenn es dir gefällt. Vorbereitungslieber zum Tobe. 569 Mel. Wer nur den lieben Gott.| bekanntschaft hat, Da hat das err Gott! du kennest schrecken wenig statt. 888.5 meine tage: Du siehst, daß ich, dein schwaches tind, Des geistes schaß in schalen trage, Die irdisch und zerbrechlich sind; Drum mache du mich allezeit 3um sterben fertig und bereit. 2. Laß mich nach dem erkenntniß streben, Daß du mir selbst ein ziel bestimmt; Und daß mein ungewisses leben Vielleicht gar bald ein ende nimmt. Ja lehre du mich deinen schluß, Daß ich einmal von hinnen muß. 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, Mich von den sünden abzuziehn, Mich von der weltlust zu entfernen Und um den himmel zu bemühn; Damit mein tod dereinst beweist, Was christenthum und glaube beißt. 6. Wohlan, so will ich täglich sterben, Ich lebe so, als lebt ich nicht: Und also kann ich nicht verderben, Wenn mir der tod die augen bricht. Mein ende kommt mir süße für, Denn du, mein Jesu! lebst in mir. 8. Ich sehe meine leßten stunden So an als den erlösungstag, Da ich, von aller noth entbunden, Zum leben sterbend dringen mag: Da find ich in des höchsten hand Mein paradies, mein vaterland. 7. Dein bote wird mich nicht erschrecken, Die bösen schreckt des todes bild: Mir soll dies lauter lust erwecken, Daß du mich zu dir holen willt. Wo man mit ihm 9. Dir, Herr! dir will ich mich ergeben, Dir, dessen eigenthum ich bin. Du, liebster Jesu! bist mein leben, und sterben bleibet mein gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir, Sei du nur mein, so gnüget mir. 4. Ich muß ja nach der wohnung trachten, Worin ich ewig bleiben kann; Drum lehr mich auf den himmel achten; Seh ich den als mein erbtheil an; So wird mein haus hier auf der welt Und auch im himmel wohl bestellt. 5. Mein herz sei stets im himmel broben; Denn da ist auch Mel. Ermuntre dich, mein sc. mein schaß und theil, Den hat 889. Wie ungewiß ist, ziel mir Jesus aufgehoben, Da ist das mir versprochne heil. Die weltlust ist dagegen schlecht, Im himmel ist mein bürgerrecht. Der wallfahrt auf der erde! Ob ich noch wenig oder viel An tagen zählen werde, Das weiß ich nicht; du weißts allein. Ich kann vielleicht der nächste sein, Vom abge. fürzten leben Ein beispiel abzugeben. 2. Bin ich erbaut aus besserm zeug, Als andre, die an jahren Und munterfeit mir völlig gleich, Des todes beute waren? Wie manchem starrte schnell das herz, Eh weder krankheit oder schmerz Ihm, als des todes boten, Sein nahes ende drohten. 10. Willst du mich länger leben lassen, So wird dein schluß mein wille sein. Und soll ich heute noch erblassen, So geb ich mich geduldig drein. Wer deinen rath erkennt und ehrt, Der ist zum himmelreich gelehrt. 11. Laß mich dich, mich, die welt erkennen; Dich, daß du mir mein alles bist; Mich, daß ich staub und nichts zu nennen; Die welt, daß sie mein kerker ist. Wer dich, sich und die welt erkannt, Der hat die welt wohl angewandt. 57080 Vom Tode und Sterben und zwar 3. Wenn ich die gottesäcker seb, 19. Laß mich auf Jesus herrliche Und alles könnte lesen, Was feit Mit froher hoffnung blickend der auf dessen grab ich geh, In Und mitten in der dunkelheit seinem sinn gewesen, Und was bei Mich sein verdienst erquicken. ihm die todesnacht Für hoffnungen Dann nimm, Herr! nach vollen zu nichts gemacht: So würd ich brachtem lauf, Denni geist aus oft mit schrecken Mein eigen herz dieser hütte auf Diebeinstime entdecken.se reich der deinen Wird neu gebaut erscheinen. d2 Jind a til 4. Mein Gott! befreie mich vom dunst Der irdischen beschwerden, Und lehre mich die große kunst, Bei gräbern flug zu werden. Nur der ist weise, der bedenkt, Wie viel von seinem tod abhängt, Und der dazu in zeiten Sein herz sucht zu bereiten. Mel. Wer nur den lieben Gott. 890. Nichts ist gemeiner, als das sterben; Vielleicht naht bald mein tod hera an: Drum will ich mich mit ernst bewerben, Daß ich recht selig sterben kann. Ich will erst sterben, eh ich sterb, Daß ich im tode nicht verderb. 5. Erinnre mich ans große ziel, Dazu du mich geschaffen, Damit ich mich nie in das spiel Der weltlust mag vergaffen. Und sieht dein auge, daß mein schritt Noch nicht den rechten weg betritt, So wollst du, Herr! in zeiten Auf solchen weg mich leiten. 6. Daß ich mich vor der kalten hand Des todes nicht entfärbe; So mache mich mit ihm bekannt, Vorher noch, eh ich sterbe. Laß mir sein bild vor augen sein, Damit ich lerne sünden scheun, Die das gewissen schrecken, Und todesfurcht erwecken. 3. Er ist mein heiland, der sein leben Für meines aufgeopfert hat, Und der mir sein verdienst gegeben: Er litte ja an meiner statt. Sein blut und seine todesnoth Erwirbt mir einen selgen tod. 7. Gieb, daß ich dich mit fro- 4. Ach! liebster freund! gedenke hem muth, Als meinen Gott be- meiner; Steh mir in nöthen treutrachte, Hingegen freunde, glücklich bei. Es macht mich sonst auf und gut Nicht als beständig achte: erden keiner Von todesfurcht und So wird, wenn mich die zeit weg- sünden frei; Drum laß mich doch, d nimmt, Die du zum abschied mir mein Jesu! nicht, Wenn mir das bestimmt, Nichts, was mir hier herz im tode bricht. verliehen, Mein Herz zurücke ziehen. 8. Dir sei es gänzlich heimge stellt, Wie, wo und wenn ich scheide. Wer unter deinen flügeln fällt, Wird frei von allem leide. Doch wünsch ich, daß ich wohlgeschickt Von hinnen werde wegge- 6. Nimm, Jesu! nimm zu rückt, Und allzuschweres kämpfen treuen händen Den, der auf deiNicht die vernunft mag dämpfen. nen tod getaust. Laß meinen geist 2. Jedoch es ist dies eine sache, e Die über unsre fräfte geht. Auf daß ich das nun möglich mache, Was nicht bei mir und menschen steht; So lauf ich meinen Jesum an, Der, wohl zu sterben, helfen kann. 5. Gieb, daß ich erst der welt und sünde Absterben mag durch buß und ren; Im glauben mich mit dir verbinde, Bedenke, daß ich sterblich sei; Und mach mich so zu jeder zeit Zum selgen ende wohl bereit. Vorbereitungslieber zum Tobe. 571888 nichts von dir wenden, Den du 4. Mein Gott! ich weiß nicht mit deinem blut erkauft: Es stehet nicht in meiner macht, Drum nimm ihn selber wohl in acht. 7. Bereit' von außen und von innen Mich, wie du selbst mich haben willt. Vermehr den glauben, stärk die sinnen, Und sei mir wo ich sterbe, Und welcher sand mein grab bedeckt. Doch wenn ich nur dies heil ererbe, Daß mich) dein wort zum leben weckt; So kann dies mir gleichgültig sein, il Die erd ist allenthalben dein. 193 5. Nun, liebster vater! wenn ich immer sonn' und schild. Vergiebsterbe: So nimm du meinen geist die schuld, wehr satans macht, Und zu dir. schüß mich durch der engel macht. 8. Zur ruh wähl ich mir deine wunden, Dein wort und blut zur arzenei; Zur stärkung in den todesstunden Des vaters huld, des trösters treu. Mein grab sei deine offne feit, Und dein verdienst mein Denn bin ich nur dein kind und erbe, Und hab ich Jesum nur bei mir; So gilt mirs gleich und geht mirs wohl, Wenn, wie und wo ich sterben soll. ma don sterbekleid. 9. Auf diese weise mag ich sterben In kurzer oder später zeit: Mir ist, als einem himmelserben, Das herz ohn alle bangigkeit: Denn Gottes lieb' und Jesu blut Macht es mit meinem ende gut. Mel. Wer nur den lieben Gott. 891.M ein Gott! ich weiß wohl, daß ich sterbe: Ich bin ein mensch, der bald vergeht: Und finde hier kein sol dhes erbe, Das ewig dauret und besteht: Drum zeige mir in gnaden an, Wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein Gott! ich weiß nicht wenn ich sterbe, Rein augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine scherbe! Die blumen müssen bald verblühn. Drum mache du mich stets bereit Hier in der zeit zur ewigkeit. 3. Mein Gott! ich weiß nicht, wie ich sterbe, Dieweil der tod viel wege hält: Dem einen wird das scheiden herbe, Wenn jener fanft und ruhig fällt. Doch wie du willst, gieb nur dabei, Daß ich wohl zubereitet ſei. Mel. Wer nur den lieben Gott."@ 892. Wer weiß, wie nahe ende! Die zeit geht hin, es kommt der tod. Ach wie geschwind, ach wie behende Kann fommen meine todesnoth! Mein Gott! ich bitt ins durch Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut. 2. Es kann vor nacht leicht anders werden, Als es am frühen morgen war; Denn weil ich leb auf dieser erden, Leb' ich in steter todsgefahr. Mein Gott! ich bitt durch Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut. 3. Herr! lehr mich stets ans ende denken, Und laß mich, eh ich sterben muß, Die seel in Jesu wunden senken, Und ja nicht sparen meine buß. Mein Gott! ich bitt durch Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut. 4. Laß mich bei zeit mein haus bestellen, Daß ich bereit sei für und für, Und sagen könn in allen fällen: Herr! wie du willst, so schicks mit mir. Mein Gott! ich bitt durch Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut. 5. Vermehr in mir die lust am himmel, Verbittre mir die eitle welt. Gieb, daß mir in dem weltgetümmel Die ewigkeit sei vorgestellt. 572 Vom Tode und Sterben und zwar Mein Gott! ich bitt durch Christi will es füget, Ich gläube und bin blut, Machs nur mit meinem ende ganz gewiß: Durch deine gnad gut. und Christi blut Machst du's mit meinem ende gut. 6. Ach vater! deck all' meine fünde Mit dem verdienste Christi zu, Darin ich die versöhnung finde, Das giebt mir recht erwünschte ruh. bitt Mel. Herr Jesu Christ! du höchst. 893. Gott! wenn ich bei Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut. mir betracht, Daß alles fleisch verdirbet, Und nehme dies dabei in acht, Wie schleunig 7. Ich weiß, in Jesu blut und mancher stirbet: So ruf ich dich, wunden Treff ich die beste ruhe o vater! an; Denn deine güt und an; Da sind ich trost in todes- allmacht kann mir auch hierinnen stunden, Und alles, was erquicken helfen. kann. Mein Gott! ich bitt durch 2. Ich weiß wohl, daß ich sterben Christi blut, Machs nur mit mei- muß, Doch nicht in welchen stunnem ende gut. den: Drum gieb, daß ich in steter buß Und gottesfurcht werd funden; Auf daß ich jetzt und allezeit Zu meiner heimfahrt sei bereit, So bald du mich abforderst. 8. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, Nichts, es sei leben oder tod; Ich sehe seine händ und seite, Und sage: mein Herr und mein Gott! Mein Gott! ich bitt durch Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut. 9. Ich habe Jesum angezogen Schon längst in meiner heilgen tauf: Du bleibst mir auch daher gewogen, Nimmst mich zum kind und erben auf. Mein Gott! ich bitt durch Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut. 3. Herr! rechne mir es ja nicht zu, Daß ich michs unterfange, Und an dich diese bitte thu, Warum mir oft wird bange: Aus lauter unverdienter güt Vor vielen schmerzen mich behüt Und gar zu langem lager. 4. Doch aber auch bewahre mich Vor schnellem bösen ende. Verrückung, jammer gnädiglich, O 10. Ich habe Christi leib getreuer Gott! abwende. Ein solches geffen, Sein blut hab ich getrun- ende mir verleih, Daß ich vor dir ken hier: Nun kann er meiner bei wahrer reu Im glauben gnade nicht vergessen, Ich bleib in ihm finde. und er in mir. Mein Gott! ich bitt durch Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut. 5. Laß mich den werthen heilgen geist Bis an mein end regieren: Gieb, daß ich alsdenn allermeist Mög seinen beistand spüren: Daß mir ja kräftig komm zu gut Des Herren Jesu theures blut, Das er für mich vergossen. 6. Hilf, Herr! hilf in der todes. noth, Laß mich nicht lange quälen. Dir will ich meine seel, o Gott! In deine händ befehlen: Verkürz mir alle angst und pein, Daß, wenn mein ende da soll sein, 3ch bald in fried abscheide. 11. So komm mein end heut ober morgen, Ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt. Ich bin und bleib in deinen sorgen, Mit Jesu blut schön ausgeschmückt. Mein Gott! ich bitt durch Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut. 12. Ich leb' indeß in bir vergnüget, Und sterbe ohn bekümmerniß; Mir gnüget, wie dein in Vorbereitungslieder zum Tode. 573 Mel. O Gott, du frommer Gott.| schmack ein; So kann bei solcher 894. bu breieinger Gott, lust Mein tod nicht bitter ſein. Der du mich dir er- 8. Die ich verlassen muß, Verlesen! Gedenk an deine treu, Die sorge, schüße, liebe, Und gieb, daß vor der welt gewesen: Ach! sich mich im tod Nichts störe noch bemich fünder doch So gnädig im- trübe. Erhalt mich bei verstand mer an, Daß ich dir christlich leb, Und einem guten muth, Verleih, Und selig sterben kann. daß im gebet Ich sterbe auf dein blut. 2. Ich lege leib und seel, O Gott! in deine hände; Ach! lehre du mich stets Gedenken an mein ende, Und sterben, eh ich sterb. Herr! mach mir stündlich fund: Auch du mußt sterben, mensch! Verborgen ist die stund. 3. Weil Jesus mir zu gut Gestorben, wie geboren; So gläub ich ganz gewiß, Auch ich werd nicht verloren. Weck mich nur täglich auf, Daß, wenn mein ziel erfüllt, Jch recht bereitet sei, Wie du mich haben willt. 4. Sch traue deiner treu Durch Jeju blutvergießen, Und will auch weder zeit Noch ort vom tod ausschließen. Komm, wenn, wie, wo du willst, Lös mich nur selig auf, Und führ mich durch sein blut Und tod, zu dir hinauf. 6. Mein Jesu! zeige dich mir stets in deinem leiden, Und sprich mir kräftig zu: Nichts soll dich von mir scheiden. Halt mich mit deiner hand; So werd ich noth und pein Besiegen, und gewiß Einst ewig selig sein. nochmals in Gottes hände, Und 9. Nun geb ich meinen geist marte bis er kommt mit einem 7. Tritt, Jesu! vor den tod Vor sünd und satans schrecken, Und laß mich dann dein blut Vor ihrer wuth bedecken. Flöß mir im sterben schon Des lebens vorselgen ende; Erquicket schließ ich auf den jüngsten tag zu einer dann Die müden augen zu, Bis sanften ruh. blut Werd ich schon überwinden, 10. Ich weiß, durchs lammes und einen gnädgen Gott Jm tod und leben finden. Ich halte mich an Gott Und meines Jesu blut; Ich weiß, Gott machts gewiß Mit meinem ende gut. 5. So lang ich lebend bin, wenn ich werd entschlafen, Und Gott Wett vater! geb ich dir Das, was 895. treu, Mir zum Mel. 8. Jesus, meine zuversicht. err! ich hab, aus deiner du selbst erschaffen; Gott sohn, was du erlöst, Das übergeb ich dir: Was du, Gott heilger geist! Geheilget, nimm von mir. heil noch zeit in händen. Gieb doch, daß ich sorgsam sei, Sie auch weislich anzuwenden; Denn wer weiß, wie bald zur gruft Deis ner vorsicht wink mich ruft. 2. Unaussprechlich schnell entDie uns zugezählten stunEh mans denkt, sind sie daUnd auf ewig uns verschwunNiemals kehrt ein augenblick, Uns zum heil, davon zurück. 11. Ich sage amen drauf In meines Jesu namen: Sprich du auch selbst, mein Herr, Mein Gott und vater! amen. Ja, ja, dreieinger Gott! Du sprichst mir gnädig zu: Mein kind! sei nur getroft, Geh ein zu deiner ruh. fliehn den. hin, den. 3. Laß bei ihrer flüchtigkeit Mich, mein Gott! doch nie vergessen, Wie unschäßbar diese zeit, Die du bier uns zugemessen; Vom Tode und Sterben und zwar 88.574 Wie, was hier von uns geschieht, Ewge folgen nach sich zieht. 4. Reize mich dadurch zum fleiß, Eh die zeit des heils verlaufen, Mir zur wohlfahrt, dir zum preis, Noch die stunden auszukaufen, Die zu meiner seligkeit Deine gnade mir verleiht. 5. Deine schonende geduld Trage 4. Mich dünket, der posaunen den gerichtstag mich, Gott! nicht vergebens. Ach! ton Verkündet vergieb mir meine schuld, Daß so schon, Das letzte urtheil mir zu manchen theil des lebens Jch zu fällen: Hier weiset mein gewissensmeiner feelen wohl nicht gebraucht buch Und dorten des geseßes fluch so, wie ich soll. Mich sündenkind hinab zur höllen. Wer hilft mir nun in solcher noth, Als du, mein Gott! des todes tod! 6. Laß mich meine besserung Für mein hauptgeschäfte achten, Und nach meiner heiligung Mit so treuem eifer trachten, Als erwartete noch heut mich gericht und ewigkeit. 5. Der feind hat keine macht an mir: Ich hab allein gesündigt dir, Dir, der du missethat vergiebest. Was maßt sich denn der meiner an, Der kein geseß mir geben kann, Und nichts an dem hat, den du liebest; Er nehme das, sein ist, hin; Ich weiß, daß ich des Herren bin. was 6. Ich bin besprengt mit Christi blut, Zum zeugniß, ich sei Christi 896. darf denn der gut, Das niemand sonsten angebösewicht Viel schrecken mit dem zorngericht? Herr! rette deines namens chre, Laß reißen nicht aus deiner hand, An welchen du so viel gewandt. 7. Nein, nein, du hältst mich fest, mein heil! Willst mich, dein glied, dein wahres theil Auch in der letzten noth beschirmen: Drum spott ich aller macht und noth: Es mag geseß, höll oder tod Auf mich ber donnern oder stürmen. Dieweil ich lebte, war ich dein, Todt kann ich keines andern sein. 7. Deine gnade steh mir bei, Daß mein leben auf der erde Reich an guten früchten sei, Und dem nächsten nüßlich werde. Und ist einst mein ende da, O! so sei mit trost mir nah. Melodie 49. und seh Den kranken leib mit ach und weh, Das herz mit todesangst befallen; Gehör und sprache werden schwach, Der augen kräfte lassen nach: Doch kränkt die sünde mich vor allen; Auch seßt, wohl satan meiner ruh Mit anklag und 40 107 versuchung zu. ch bin ja, Herr! Du hast mich an das licht gebracht, Du unterhältst mir auch das leben; Du kennest meiner tage zahl, Weißt, wenn ich diesem jammerthal Auch wieder gute nacht muß geben: Wo, wie und wenn ich sterben soll, Das weißt du, from mer vater! wohl. 2. Wen hab ich doch, als dich allein, Der mir in meiner letzten pein Kann rath und trost und hülfe bringen? Wer nimmt sich meiner seelen an, Wenn mein vermögen nichts mehr kann, Und ich muß mit dem tode ringen, Wenn aller sinnen kraft gebricht? Mel. Wer nur den lieben Gott. hab Thust du es, Gott! mein heiland, 897. Mein Gott! ich beb nicht? 3. Mich dünft, da lieg ich schon Schon manchen tag zurück gelegt. Borbereitungslieder zum Tode. $ 575 Jedoch soll ich den ausschlag ge-| Er machs mit mir, wies ihm geben, Wer wohl den preis vor al- fällt. Ich will dem, was er aus. len trägt: So steh ich billig bei ersehn, Nicht widerstehn; Sein mir an, Wen ich den besten nen- wille mag an mir geschehn. nen kann. 2. Der tag, der mich der welt geschenket, Zeugt wohl von deiner gütigkeit: Doch wenn mein herz dabei gedenket, Daß er mit thränen eingeweiht, Und mir ein an fang vieler pein; So kann er nicht der beste sein. 3. Es ist allhier ein jammertbal, Angst, noth und trübfal überall. Was ist des lebens kurze zeit? Mühseligkeit, Ein prüfungsstand, ein steter streit. 4. Was ist der mensch? was ist er groß? Geboren wird er nackt und bloß, Bringt nichts mit sich auf diese welt, Kein gut noch geld; Nimmt nichts mit wenn er hinfällt. sich, 1.200 4. Ein tag in deinem heiligthume Gab mir wohl manche füßigkeit; Doch fehlte es mir an 5. Es hilft kein reichthum, geld dem rubme Der unbefleckten heilig- noch gut, Nicht kunst noch gunst, feit; Der vorhof ist doch nicht so noch stolzer muth: Vorm tod fein schön, Als was wir dort im tem- mensch gesichert ist, Nur Jesus pel sehn. Christ Hilft, wenn du ohne hülfe bist. 5. So hast du mir auch manche tage Durch deine güte gut ge- 6. Heut sind wir frisch, gesund macht; Doch mancher hatte seine und stark, Und liegen morgen todt plage, Und mancher seine trauer- im sarg; Hent sind wir wie die nacht: Ich hoffe noch ein schöner rosen roth, Bald frank und tobt: licht, Das alles leiden unter Uns überall ist müh und noth. bricht. 6. Es kommt ein tag, der allen tagen Dereinst ein selig ende macht: Dann werd ich auch mit wahrheit sagen, Daß er das schönste licht gebracht. Ich sebe mit gewißheit ein, Der letzte wird der beste sein. 7. Man trägt eins nach dem andern hin, Wie aus den augen, aus dem sinn: Die welt vergiffet uns gar bald, So jung als alt, Auch unsre ehre und gewalt. 3. Der tag, der mich zur taufe brachte, War noch ein größrer gnadentag, Der mich zu deinem finde machte, Das dir an deinem berzen lag: Doch stand ich nur im glauben hier, Das schauen aber fehlte mir. 7. Mein Gott! gieb, daß ich alle tage An diesen tag gedenken mag, Und daß ich fleißig sorge trage, Daß er mir sei ein siegestag; So führt er mich zum himmel ein, Wo lauter freudentage sein. 2. Mein zeit und stund ist, wenn Gott will, Ich seh ihm weder maaß noch ziel: Er hat gezählt all meine haar, Mein todesjahr Bestimmt, eh eine zeit noch war. 898. J * 8. Ach Herr! lehr mich bedenken wohl, Daß ich gleich andern sterben soll, Und daß des lebens kurze frist Sehr bald verfließt, Daß alles hie vergänglich ist. 9. Das macht die sünd, o treuer Gott! Denn dadurch kam ber bittre tod, Der trifft nun alle menschenkind, Wie er sie findt: Ob sie gleich groß und mächtig ch hab mein sach sind. Gott heimgestellt, 10. Hab ich hier einen guten 376 Vom Tode und Sterben und zwar tag, So sind doch mehr voll müh und| ists, das ich vielleicht hier annoch flag: Wenn mein Gott will, so zu leben habe? Denk, o seele! fahr ich hin In stillem sinn; an den tod. Säume nicht; denn Weil ich im tode nur gewinn. eins ist noth. 11. Und ob mich schon mein sünd ansicht, Will ich dennoch verzagen nicht: Ich weiß, daß mein getreuer Gott Für diese noth Den eingen sohn gab in den tod. 12. Derselbe mein Herr Jesus Christ Für all mein sünd gestorben ist, Und auferstanden mir zu gut, Der höllen gluth Gelöscht mit feinem theuren blut. 13. Dem leb und sterb ich alle zeit, Von ihm der tod selbst mich nicht scheidt; Ich leb od'r sterb so bin ich sein: Er kann allein Mit trost und hülfe mich erfreun. 14. Dies ist mein trost zu aller zeit In allem kreuz und traurigkeit: Ich weiß, daß er am jüngften tag Ohn alle klag' mich zu erwecken leicht vermag. 15. Mein frommer Gott, mein treuer hirt Auch meinen leib bewahren wird; Ein neuer bau ist ihm bereit, Voll herrlichkeit, Von dauer für die ewigkeit. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, Wünschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir menschen gaben; Nichts wird dich im tod erfreun; Diese güter sind nicht dein. 3. Nur ein herz, das Jesum liebt, Nur ein ruhiges gewissen, Das der wahre glaube giebt, Wird dir deinen tod versüßen: Dieses herz von Gott erneut, Giebt zum tode freudigkeit. 4. Wenn in deiner leßten noth Freunde hülflos um dich stehen; Dann wird über welt und tod Dich dies reine herz erhöhen; Dann erschreckt dich kein gericht; Gott ist deine zuversicht. 5. Daß du dieses herz erwirbst, Fürchte Gott, und bet, und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; Deine zeit ist Gottes sache: Lern nicht nur den tod nicht scheun; Lern auch seiner dich erfreun. 6. Ueberwind ihn durch vertraun, Sprich: ich weiß, an wen ich glaube, Und ich weiß, ich werd ihn schaun Einst in dieſem meinem leibe. Er, der rief: es ist vollbracht, Nahm dem tode seine macht. 7. Tritt im geist zum grab oft bin, Siehe dein gebein versenken; Sprich: Herr! daß ich erde bin, Lehre du mich selbst bedenken; Lehre du michs jeden tag, Daß ich 16. Mein lieber Gott! dein angesicht Werd ich anschaun, dran zweif'l ich nicht. In ew'ger freud und seligkeit, Die mir bereit: Dir sei lob, preis in ewigkeit. * 17. Jesu Christe, Gottes sohn, Mein heiland und mein gnadenthron! Schleuß mich in deine wunden ein, Du sollst allein Mein bester trost und helfer sein. 18. Nun amen, mein liebreicher Gott! Bescher uns einen selgen tod. Hilf, daß wir alle nach der weiser werden mag. zeit, In herrlichkeit Dich schauen bort in ewigkeit. 900. Herr Jefu Chrift, Mel. 8. Jesus, meine zuversicht. 899, Mein und Gott! Der du littst marter, eine lebenszeit ver- angst und spott, Für mich am streicht, Stündlich kreuz auch endlich starbst, Und mir eil ich zu dem grabe, Und was des vaters huld erwarbst: Vorbereitungslieber zum Tode. 577 2. Ich bitt durch deiner leiden 12. Wenn unser ende kommt pein, Du wollst mir sünder gnä- herbei, Gieb, daß der glaub gedig sein, Wenn ich einst komm in sterbensnoth, Und ringen werde stärket sei Dir, Herr! zu trauen festiglich, Bis wir einschlafen feliglich. mit dem tod. 3. Wenn mir vergehet mein gesicht, Und meine ohren hören Mel. Ich hab mein sach Gott 2c. Wenn mehr spricht, und mir vor angit 901. Dein sind wir, Gott! das herze bricht: 14.2enn mein verstand sich nicht besinnt, Und sich sonst keine hülfe findt; So reich mir, Jesu! deine händ Zur hülf an meinem legten end. 5. Und führ mich aus dem jammerthal, Verkürz mir auch des todes qual, Den bösen geist fern von mir treib, mit deinem geist stets bei mir bleib. 6. Wenn sich die seel vom leibe trennt, So nimm sie, Herr! in deine händ; Der leib hab in der erde ruh, Bis dein gerichtstag naht herzu. 7. Ein fröhlich auferstehn verleih, In dem gericht mir gnädig sei: Und meiner sünden nicht gedenk, Aus gnaden mir das leben schenk. 8. Wie du, Herr! zugesaget mir In deinem wort, so trau ich dir: Fürwahr, fürwahr! euch sage ich, Wer mein wort hält und glaubt an mich, 9. Der wird nicht kommen ins gericht, und den tod ewig sehen nicht; Und ob er gleich hie zeitlich stirbt, mit nichten er darum berdirbt. deiner hand steht unsre zeit. Du haft der ganzen menschenschaar Ihr todesjahr Bestimmt, als keine zeit noch war. 4. Drückt uns dann noch der frankheit schmerz, So stärke das beklommne herz, Daß es auch in der schmerzen wuth, Mit starkem muth In deiner weisen fügung ruht. 5. Gieb hoffnung zu der ewgen ruh. In unsern herzen wirke du, Geist Gottes! daß wir glaubend traun, Und ohne graun Hin in die nacht des todes schaun. 6. Hilf unsrer schwachheit, geist des Herrn! Zeig und den himmel dann von fern. Laß uns, wenn wir zum vater flehn, Getröstet 10. Ich will vielmehr mit star- sehn, Wie der uns liebt, zu dem fer hand Ihn reißen aus des wir gehn. todes band, Und zu mir nehmen in mein reich. Da herrscht er denn mit mir zugleich. 11. Mit dir zu leben ewiglich, Dazu hilf mir ja gnädiglich. Ach Herr! vergieb all unsre schuld, Hilf es erwarten mit geduld. 2. Wenn nun auch unser ende fommt, Und deine hand das leben hemmt; Dann hilf uns in der todesnoth, Herr, unser Gott! Ein sanfter schlaf werd und der tod. 3. Nimm, nach vollbrachtem lebenslauf, In deine ewge ruh uns auf. Verwirf, wenn unser herz uns bricht, Verwirf uns nicht, Herr! Herr! von deinem angesicht. 7. Ach! gnad ergehe dann für recht. Denn von dem menschlichen geschlecht 3ft auch ber heiligste nicht rein. Wer kann je dein, Gott! ohne deine gnade sein? 8. O sei uns dann nicht fürchterlich! Erbarme, vater! unsrer 37 578 Vom Tode und Sterben und zwar dich. Wenn unser auge sterbend| Doch der, der mich zum grabe bricht, Leit uns dein licht. So ruft, Der ruft mich einst auch fehlt uns trost im tode nicht. aus der gruft. Ich weiß, an wen ich glaube. Er lebet, und ich werd durch ihn Der grabesnacht gewiß entfliehn: Mein geist und mein verklärt gebein Wird sich des Herrn, des mittlers, freun. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott! Zum leben führst du durch den tod. Mel. Herzlich lieb hab ich dich 2c. 902. Mein ein heiland! wenn mein geist erfreut, Im glauben auf die herrlichkeit Des ewgen erbtheils blicket, Das du für mich bereitet haft: Wie leicht dünkt mir denn alle last, Die mich hienieden drücket! Dann 5. Du bleibest meine zuversicht, wird der eitelkeiten tand In mei- Mein trost, wenn einst das weltnen augen schlecht, als sand. Der gericht Die engel ausposaunen. erde pracht ist mir wie nichts, Vor deinem thron werd ich dann Beim anblick jenes ewgen lichts. stehn, Dich, richter aller völker! Herr Jesu Christ, Mein Herr und sehn, Dich sehn und froh erstauGott! Dies heil verdank ich dei- nen. Auch mir schenkst du dann nem tod. anis heil, Der auserwählten selges theil. Ich soll,( dein mund schwur es mir zu,) Ich soll lebendig sein, wie du. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott! ienes 2. Wenn einst auf deinen wink mein geist Des förpers banden sich entreißt, Dann stärk ihn aus der höhe; Daß ich, durch deinen mächtgen stab Beschüßt, ins todes Stärk diesen glauben einst im thal hinab Getrost und freudig tod. gehe. Die klarheit jener bessern welt Schaff, wenn mich dunkel- Mel. Alle menschen müssen sterb. heit befällt, In meinem finstern 903. Eitle welt! ich bin herzen licht, Und heiterkeit im andein müde! gesicht. Dann Jesu Christ, Meinseele sebnet sich Nach des himmels Herr und Gott! Dann wird ein rub und friede: Ach, mein Gott! schlummer mir der tod. wenn rufst du mich? Rufe mich; mit allen freuden Will ich aus der trübsal scheiden; Denn ich weiß, durch Christi blut Machest du mein ende gut. 3. Und wenn mein geist aus schüchternheit Sich dennoch vor dem tode scheut, Weil ihn die sünden fränken; Dann laß mich, Herr! auf deinen tod Die hoffnung baun, es werde Gott Der sünden nicht gedenken. Der trost, den du auch mir erwarbst, Als du zum heil der fünder starbst, Und fühltest, wie dich Gott verließ, Der mache mir das leben süß. D Jesu Christ, Mein Herr und Gott! Verlaß mich nicht in meinem tod. 4. Auf kurze zeit schließt sich zur ruh Mein thränenvolles auge zu, Und schlummert in dem staube. 2. Mir macht gar der tod nicht bange, Denn ich bin des lebens satt. Wer das jammerthal so lange, Als wie ich, durchwandert hat: Wird wohl alle stunden zählen, Bis die freiheit seiner seelen, Und der abschied aus der welt Sich erwünschet eingestellt. 3. Doch ich bin nicht ungeduldig, Daß mich freuz und elend drückt: Ich bin mehr zu leiden schuldig, Als mir Jesus zuge schickt. Weiß ich doch, daß mich Vorbereitungslieber zum Tode. 579: kein leiden kann von seiner liebeschwinden: Ich werd in meiner scheiden; Sondern daß des leidens todesnacht Dich lebensfürsten finschluß Mir zum besten dienen den. Ich finde, ia ich halte dich, muß. Mein leben, mein verlangen! 4. Darum wünsche ich zu ster- Mein leben, du wirst selber mich ben, Daß ich Jefum möge sehn, In deinem licht empfangen. Und sein ewig heil ererben; Möchte RIAL 4. Drum sterb ich nicht in diedieses bald geschehn! Doch wer sem tod; Er bringt mich ja zum weiß, wie nah die stunden, Da ich, aller angst entbunden, Auf der schweren leidensbahn Meinen lauf vollenden fann. leben. Nach kurzem kampf und kurzer noth Wird mich der Herr erheben Zu seiner ruh und herrlichkeit, Voll friede, trost und Voll seligkeit, wo jeder5. So ist mir der tod ein se- wonne, gen, Und das sterben ein gewinn. zeit Gott selber licht und sonne. Kommt, ihr engel! mir entgegen, Traget meine seele hin. Ach! mir wird von jenem leben Jetzt der vorschmad schon gegeben; Darum wünsch ich nur allein, Auch im schauen da zu sein. 5. Der herzog meines lebens ist Vom tod ins leben gangen: Und ich werd auch zu Jesu Christ Durch diesen weg gelangen: Der schritt zu ihm aus dieser zeit Geschieht durch sel'ges sterben. Ift dort mein haupt in herrlichkeit, Wie sollt sein glied verderben? 6. Alle, die mich hier geliebet, Alle, denen ich bekannt, Die mein abschied jetzt betrübet, Uebergeb ich Gottes hand: Gott versorge, Gott beschüße, Gott beschere, was euch nüße. Also ist mein haus bestellt; Gute nacht, du eitle welt! 6. Drum zage nicht, o schwacher sinn! Verlaß den leib von erden: Wirf alles eitle willig hin, Der leib muß erde werden, Die feele bleibt in Gottes hand Bei solchem wohlergehen und freude, die hie fein verstand Erkennt und kann verstehen. Mel. Was mein Gott will 20. 904. S( o komm, du aus7. Es wird am ende dieser zeit gang meiner pein, Der frohe tag entdecken, Daß Gott Erwünschte todesstunde; Und führ den leib mit herrlichkeit Auch aus mich bald zum himmel ein. Aus dem staub erwecken Und unverwesmeines herzens grunde Wünschlich machen kann; O was ist das ich, sie komme bald heran, Ich für wonne! Wenn wir, mit klarwarte mit verlangen, Mit weißen beit angethan, Dort leuchten wie kleidern angethan, Vor Gottes die sonne. thron zu prangen. 2. Zhr, schwache glieder! scheuet zwar So bald entseelt zu werden: Die feele selber kann nicht gar Ohn alles leid, der erden, Auf welcher sie bisher gelebt, Den leßten abschied sagen; Bald ist sie freudenvoll, bald hebt Sie wieder an zu zagen. 3. Doch, Jesu! deine liebe 9. Drum, schwache gli er leget macht, Daß furcht und angst ver- ihr Euch willig in die erbe; Wist, donose#* 37* 8. An uns stirbt nichts als sterblichkeit, Wir selbst sind unverloren: Der leib wird von der last befreit, Und himmlisch neu geboren. Er wird in schwachheit ausgesät, und fällt verweslich nieder: Kommt doch, sobald er aufersteht, Voll pracht und klarheit wieder. 580 dia de Bom Tode und Sterben and ni daß von eurer zahl und zier Einst terlich. Zum allerheiligsten wird nichts vermisset werde. Die haut, dich Der Herr dadurch erheben. die euch anjeßt bedeckt, Wird euch dort wieder kleiden, Wenn ihr, in eurem fleisch erweckt, Gott seht in seinen freuden. Hier wird Dein hirt Nach den thränen, Nach dem sehnen, Dich erlösten Völlig und auf immer trösten. 4. Herr! Herr! ich weiß die stunde nicht, Die mich, wenn nun mein auge bricht, Zu deinen todten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre nacht, Eh ich dies flehen noch vollbracht, Mein lob dir ausgestammelt. Mach mich Fertig! Ich befehle Meine seele Deinen händen. Laß mich meinen lauf gut enden. 10. Den ich im glauben hier gesehn, Der wird mich dahin bringen, Wo tausend- tausend vor ihm stehn, Und ewig beilig! singen; Da werd ich seine herrlichkeit Mit meinen augen sehen, Erkennen, was mir in der zeit Für heil von ihm geschehen. 11. Gott wird mit seinem angesicht Mich ewiglich erquicken; Dort werd ich ihn in seinem licht, 5. Vielleicht sind meiner tage Mir selbst zum heil, erblicken. Oviel; Ich bin vielleicht noch fern herrlichkeit! wie freu ich mich, vom ziel, An dem die frone schimDaß engeln gleiche seelen Mit son- mert. Bin ich von meinem ziel nenklaren leibern sich Vor Gottes noch weit; So sei mein leben dir stuhl vermählen. geweiht, Bis einst mein leib zertrümmert. Hilf mir, Herr! dir Ganz mein leben zu ergeben, Daß ich droben Dich ohn ende könne lobent, manag TO 6. Wie wird mir dann, mein heiland! sein, Wenn ich, mich anbeten werde? Dann bin ich deiner ganz zu freun, Dich dort frei von sünd und leic, Ein mitgenoß der herrlichkeit, Nicht mehr der mensch von erte. Preis dir! Daß mir Durch dein leiden Jene freuden Offen stehen. Ewig will ich dich erhöhen. dann, sein, Mel. Wie schön leucht't uns der. 905. Wie wird mir dann, Wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, In ihm entschlafen werde? Dann seele! wirst cu ganz befreit Von sünde und von sterblichkeit, Entfliehen dieser erde. Freu dich Innig. Stärke, frößte Dich, erlöste! Mit dem leben, Das dir dann dein Gott gegeben. 2. Ich freue mich, und bebe boch; So drückt mich meines elends joch, Der fluch der sünde nieder. Doch du, o Herr! erleichterst mir Dies joch; mein herz stärkt sich in dir, Glaubt und erhebt sich wieder. Durch dich Laß mich Dahin streben Dir zu leben, Dir zu sterben, Und dein himmelreich zu erben. 906, Wenn mein stündlein vorhanden ist, Da ich die welt verlasse, So hilf du mir, Herr Jesu Christ! Mit gnade mich umfasse. Diein feel an mei nem leßten end Befehl ich, Herr! in deine händ, Du wirst sie wohl bewahren. 3. Verachte tenn des todes 2. Mein fünde möcht mich frängraun, Mein geist! er ist ein weg fen sehr, Und mein gewissen na zum schar In jenem bessern le- gen; Da ihrer viel, wie sand am ben. Er sei dir nicht mehr fürch- meer: Doch laß mich nicht verza ndio und zwar in Todesnöthen. gen, Gedenken nur an deinen tod, Herr Jesu, tilger aller noth! Du wirst mich wohl erhalten. 3. Ich bin ein glied an deinem leib, Deß tröst ich mich von her zen: Von dir ich ungeschieden bleib In todesnoth und schmerzen. Wenn ich gleich sterbe, sterb ich dir, Ein ewig leben hast du mir Durch deinen tod erworben. * 4. Weil du vom tod erstanden bist, Werd ich im grab nicht bleiben: Mein höchster trost dein auffahrt ist, Tods furcht kann sie vertreiben: Denn wo du bist, da komm ich hin, Daß ich stets bei dir leb und bin; Drum fahr ich hin mit freuden. 5. So fahr ich hin zu Jesu Christ, Mein' arm' thu ich ausstrecken: Ich ruhe sein und schlafe fest, Rein mensch kann mich auf wecken, Als Jesus Christus Gottes sohn, Der wird die himmelsthür aufthun, Mich führ'n zum ewgen leben. In Todesnöthen. Mel. Wer nur den lieben Gott. 907. Auf meinen Jeſum trost, voll fried und freudigkeit. In seinem blute will ich färben Mein allerschönstes hochzeitkleid. Mein Jesus ist mein troft allein, Auf Jesum leb' und schlaf' ich ein. 2. Auf meinen Jesum will ich sterben, In seinen wunden stirbt fichs gut. 581 soll Jesus sein, Auf Jesum leb' und schlaf' ich ein. Er läßt mich nimmermehr verderben, Ich wasche mich in Chrifti blut. Mein Jesus ist mein troft allein, Auf Jesum leb' und schlaf' ich ein. 4. Auf meinen Jesum will ich sterben; Er bleibt, wenn alles mich verläßt. Weil er mit blut mich wollen werben, Steh ich in treue bei ihm fest. Sein freuz soll meine hoffnung sein. Auf Jesum leb' al und schlaf' ich ein. Mel. Herr! ich bekenn von herzen. 908, Mein lauf, Gott løb! ist bald vollbracht; Welt! gute nacht, Wir werden uns nun scheiden. In Jesu namen sanft und still Ich gehen will Zur seligkeit mit freuden. In diewill ich sterben Ge- ser welt War mir bestellt Viel angst und noth, Zuleßt der tod: 01 Jeßt endet sich mein leiden. 2. In Jesu namen schlaf' ich ein, Er führt allein Mich aus dem ne tod ins leben: Denn sein am freuz vergoßnes blut Kommt mir zu gut, Erfreuet mich darneben: Der edle saft Bringt rechte fraft, Stärkt mir mein herz In todesschmerz, Kann trost und wonne geben. 3. Auf meinen Jesum will ich sterben, In seine seite schließ ich mich, Das paradies bald zu ererben. Brich immerhin, mein herz! 3. In Jesu nomen fahr ich hin: Denn mein gewinn Ist Christus, wenn ich sterbe: Ich weiß, daß er mich nicht verläßt, Und gläube fest, Im tod ich nicht verderbe. ach brich! Mein herz und schaß In ewigkeit Ist mir bereit Bon 5. Auf meinen Jesum will ich sterben; Vergeht mir gleich der augen licht, Wenn mund und lippen sich entfärben, Und wenn mir auch mein herze bricht: Soll Jer sus heil und leben sein. Auf Jesum leb' und schlaf' ich ein. 6. Auf meinen Jesum will ich sterben! Ach Jesu! hilf in letter noth, Laß mich das beste theil ererben, Versüße mir den bittern tod. Dein tod soll mir das leben sein, So leb' und schlaf' ich selig ein. 10 10 Bom Tode und Sterben 582 Gottes sohn Die ehrenkron, Das| herz noch für mich brach; Daß rechte himmelserbe. ich darauf meine seele, Wie du, freudig Gott befehle. 2. Ach! was für ein wort erklinget, Das mich armen fröhlich macht, und mein ganzes herz durchdringet, Da du rufft: es ist vollbracht! Ach! vollbracht? o welches wort! Weicht ihr sünden, weichet fort! Nun wird mir mein herz gestillet, Ja mit freudigkeit erfüllet. Mel. Wer nur den lieben Gott. 909. W arum erschrickst du, meine seele! Bei dem gedanken an das grab? Nicht dich umschließt einst seine höhle, Nur deine hütte sinkt hinab. schuf der allmacht wink aus staub, Drum wird sie der verwesung raub. Sie 2. Du, zur unsterblichkeit erle- 3. Herr! du hasts vollbracht, sen, Schwingst dich empor zu ich glaube, Daß du es für mich Gottes licht, und schaust den ur- vollbracht, und mir sonst versprung aller wesen Von angesicht worfnem staube Auch mein ewig zu angesicht; Bewunderst deines heil gemacht. Hab ich nichts für Gottes macht In jenes himmels mich gethan, So seh ich dich, bau und pracht. beiland! an, So in deinem thun als leiden, Da ich soll von hinnen scheiden. 3. Dann seele, wirst tu das verstehen, Was hier kein weiser mund erklärt, Was hier vollkom- 4. Dich will ich im glauben fas men einzusehen, Des wissens trieb sen, Meine schuld sei noch so groß; umsonst begehrt. Dann täuscht hab ich vieles unterlassen, Bin ich dich wahn und irrthum nicht, Und selbst die finsterniß wird licht. elend, arm und bloß; O so lit test du für mich! Gläubig start ergreif ich dich; Alles, was mich kann verklagen, Ist von dir ganz abgetragen. 4. Dann wirst du den, ach! den erblicken, Den hier allein der glaube sieht, Den, der, dich ewig zu beglücken, Zum fluch gemacht, am kreuz verschied. Dann jauchze, daß fein wahn, fein spott Dich hier getrennt von teinem Gott. 5. Wenn nun der tag des Herrn erscheinet, Verläßt dein leib der gräber ruh. Zum zweiten mal mit dir vereinet Wird er unsterblich, so wie bu. O feele! zage länger nicht, Daß deiner hütte bau zerbricht. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 910. Nah ben legten augenblicken Fleh ich zu dir, Herr, mein hort! Du 5. Heil der sünder! dir sei ehre, Preis sei deiner starken macht, Daß du, wie ich von dir höre, Alles, alles hast vollbracht. Jesu! nicht in eignem thun, Nur in dir will ich beruhn, Durch dein leiden, thun und sterben Werde ich dein reich ererben. 6. Ja, Herr Jesu! dein vollbringen Ists, worauf mein heil beruht. Hilf mir nun im letzten ringen Und mach auch mein ende gut, So ist alles wohl gemacht, Alles, alles ist vollbracht. Gott, mein vater! nun befehle Ich dir freudig meine seele. wollst meinen geist erquicken Durch Mel. Herr Jesu Christ wahr 2. das segensvolle wort, Das mund am kreuze ſprach, Eh dein 911.Her seu rein lebenslicht, und zwar in Todesnöthen. 583 heil, mein troft und zuversicht!) Mel. Jesu! beine heilge wunden. Auf erden bin ich nur ein gaft, 912. Treuer Gott! in deine mich der sünden last. dag 2. Ich hab vor mir die schwere reif' Zu dir ins himmelsparadeis; Da ist mein rechtes vaterland, Woran du hast dein blut gewandt. 3. Zu dieser reise bin ich matt, Der leib gar wenig kraft mehr hat. Die seele ruft und schreit in mir: Herr! hol mich heim, nimm mich zu dir. bisg 4. Dein leiden laß die stärkung sein In meiner letzten todespein; Dein angstschweiß mich mit trost erquic, Daß mich nicht sündenangst erdrück. 5. Dein unter mannigfaltgem schmerz Bergoßnes blut mach' rein mein herz. Herr! deine schmach und dornenkron Sei meine ehr vor Gottes thron. 6. Dein durst und gallentrank mich lab', Wenn ich nun feine fraft mehr hab: Dein angstgeschrei komm mir zu gut, Behüt mich vor der höllengluth. 7. Hilf, daß mein geist den himmel findt, Wenn meine augen werden blind: Dein legtes wort laß sein mein licht. Wenn mir der tod das herze bricht. 8. Durch deine wunden, noth und tod Hilf mir in meiner todesnoth. Herr! auf dein auferstehn ich trau, Auf deine zukunft hoff und bau. 9. Thu meiner seel den himmel auf, Wenn ich beschließ den lebenslauf: Den leib erwecke aus der erd, Mach ihn, wie deinen leib, verklärt. geist befohlen sein: Denn der trost am legten ende Stellt sich nun gedoppelt ein, Daß du mich von herzen liebst Deinen sohn zum pfande giebst. Weil ich nun dies wohl bewahre; Weiß ich schon, wohin ich fahre. 2. Meine kräfte sind verschwunden, Doch dein heil ist mir befannt. Noth und tod hat mich gebunden: Doch du reichst mir deine hand, In der ich jeßt und forthin Gnädig eingezeichnet bin, Und worin ich mein geschenke Ewig zu behalten denke. 3. Jesus läßt den nicht verderben, Den fein blut erlöset hat; Also bin ich in dem sterben Nur am leibe schwach und matt: In dem herzen zeugt der geist, Daß Gott selbst mein vater heißt; Und durch dessen gnadengaben Werd ich die erlösung haben. 4. Christi des erlösers wegen Bleibst du mir, mein Gott! ge= treu; Und sein hochverdienter segen Wohnet mir wahrhaftig bei: So gewiß der bund besteht, Der in meiner tauf angeht, Und so wahr ich für die sünde Durch sein blut vergebung finde. 5. Hilf nur, daß ich Jesum fasse, Bis er mir den segen spricht: Und wenn ich die welt verlasse, So verlaß die meinen nicht: Nimm sie wohl und gnädig an, Führe sie auf rechter bahn, Und laß sie bei allen thränen Sich nach deiner wonne sehnen. 6. Nun, Gott lob! hier ist das 10. Daß ich mit allen engeln ende, Wohin herz und geist gedich, Mein heiland! lobe ewig- zielt, Welcher sich in deine hände lich: Und mit der auserwähl- Zu der besten ruh befiehlt. So ten schaar Dein antlig schaue entgeh ich aller noth; Denn du immerdar. bist mein treuer Gott, Und auf 584 Jesu theuren namen Sprichst du selbst ein gnädig amen. Vom Tede und Sterben 913. Mit Jitten in dem leben sind Wir vom tod umfangen; Wer ist, der uns hülfe schafft, Daß wir gnad erlangen? Das bist du Herr! alleine. Uns reuet unsre missethat, Die dich, Herr! erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, Heiliger starker Gott, Heiliger barmherziger heiland, Du ewiger Gott! Laß uns nicht verfinken In des bittern todes noth! Erbarm dich unser. jemals gehöret, Die bei Jesu ewig währet. 2. Bisher rief ich nacht und tage Zu dem Herren meinem Gott: Reiß mich aus des kreuzes plage, Hilf mir endlich aus der noth! Ach! ich wünscht und seufzte oft, Wie ein wandrer wünscht und hofft Seinen weg bald zu vollenden, Auch mein leben bald zu enden. 3. Denn wie rosen auf der erde Unter scharfen dornen stehn: So muß öfters Christi heerde Unter angst und trübsal gehn. Wie die meere nie vor wind, Sturm und wellen sicher sind: So ist auch auf dieser erden Unser lauf stets voll beschwerden. sdsizi 2. Mitten in dem tod ansicht Uns der hölle schrecken: Wer will uns in solcher noth Trösten und bedecken? Das thust du, Herr! alleine; Es jammert dein' barm- 4. Welt, tod, teufel, seelenherzigkeit Unsre sünd und großes leid. Heiliger Herre Gott, Heiliger starker Gott, Heiliger, barmherziger heiland, Du ewiger Gott! Laß uns nicht verzagen Vor gericht und höllennoth. Erbarm dich unser. schmerzen, Unser eigen fleisch und blut Plagen unsre arme herzen, Nehmen uns fast allen muth. Hie drückt uns viel angst und noth, Kreuz und leid bis an den tod: Wenn wir kaum geboren werden, Findt sich leiden auf der erden. 3. Mitten in die größte angst 5. Oft, wenn wir am frühen Uns die fünden treiben. Wo ent- morgen Von der ruhe froh auffliehen wir denn hin, Da wir mö- stehn, Zeigen sich gleich bange gen bleiben? Zu dir, Herr Christ! sorgen, Welche uns zu herzen alleine: Vergossen ist dein theu- gehn. Hier muß angst und dort res blut, Das gnug für die fünde muß pein Uns am tage nahe sein. thut. Heiliger Herre Gott, Heili- Oft, wenn schon der tag verger starker Gott! Heiliger, barm- gangen, Sind wir noch mit noth herziger heiland, Du ewiger Gott! umfangen. Laß uns nicht entfallen Von des rechten glaubens trost. Erbarm dich unser. 6. Drum, Herr Jesu, gnadensonne, Der du uns zum heil aufgehst! Zeig mir jeto deine wonne, Mir, den dein verdienst erlöst; Abzuscheiden sei bereit. Hilf mit, Hilf, daß ich in fried und freud o mein licht und leben! Meinen geift dir hinzugeben. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 914. Treu dich sehr, o meine seele! Und vergiß angst, noth und qual; Denn aus 7. Laß mich in des todes stundieser jammerhöhle Ruft dich Gott den Deinen himmel offen sehn; zum freudensaal. Aus beküm- Laß mich, Herr! durch deine wunmerniß und leid Führt er dich den In das paradies eingehn, zur seligkeit, Die tein ohr Wo man nichts als wonne spürt und zwar in Todesnöthen. ma Und ein englisch leben führt, Wo du mich mit flarheit schmückest, Und in ewigkeit erquickest. 13 8. Kann der mund schon nicht mehr sprechen, Ob gleich mein gehör verschwindt, Ob mir schon die augen brechen, Mein verstand sich nicht besinnt: Bist du doch mein licht, mein heil, Leben, wahrheit, schaß und theil, Der mich leitet und regieret, Und gewiß zum himmel führet. 9. Führ den geist am letzten ende Durdy bie engel zu bir ein. Herr! in deine er stets befohlen sein; Laß ihn ewig in dir ruhn, Tröst, erfreu und lab' ihn nun, Bis der leib geh aus der erde, Und mit ihm vereinigt werde. 10. Freu dich sehr, o meine seele! Und vergiß jetzt noth und qual. Christus ruft dich aus der höhle Deiner noth, zum freudensaal; Da sollst du in ewigkeit Schön verkläret, hoch erfreut, Mit den engeln jubiliren, Und vor Jesu triumphiren. 915. Chriftus der ist mein leben, und sterben mein gewinn: Dem hab ich mich ergeben, Mit freuden fahr ich hin. 2. Mit freud geh ich von hin. nen Zu meinem heiland ein, Daß ich ihn mag gewinnen, Und ewig bei ihm sein. 3. Da hab ich überwunden Kreuz, leiden, angst und noth; Durch seine heilge wunden Bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine kräfte brechen, Mein odem wird sehr schwer, Und kann kein wort mehr sprechen; Herr! merk, was ich begehr. 5. Wenn sinne und gedanken Vergehen, als ein licht, Das hin und her muß wanken, Weil ihm die kraft gebricht: 585 6. Alsdenn fein fanft und stille, Serr! laß mich schlafen ein, Wiell es dein rath und wille, Wenn meine stund wird seine mai maist 7. Dann laß mich an dir fleben, di Wie eine klett am fleid, Und ewig bei dir leben In deiner seligkeit. 8. Wenn ich da bei dir wohne, Wo man dich würdig preist: Preis ich vor deinem throne Dich vater, sohn und geist. Mel. Herzliebster Jesu, was hast. 916. Mein Jeſu! komm, sterben ist vorhanden; Ich werde frei von dieses leibes banden: Wie soll ich aber wohl und selig sterben, Dein reich ererben? 2. Wie du, mein troft! am freuze bist gestorben, Und mir dadurch die seligkeit erworben: So laß mich nun auf deinen tod abscheiden Zu deinen frauden. 3. Das, was du noch am kreuze ausgesprochen, Eh dir dein treues herz für mich gebrochen; Das will ich dir, da mir mein herz will brechen, Getrost nachsprechen. 4. Vergieb, o vater! denen, die mich hassen, Die ihren haß mich wohl empfinden lassen; Bergieb du denen, die es nicht verstehen, Was sie begehen. Why med 5. Vergieb auch mir, o, vater! alle sünde, Und was ich jetzt noch böses an mir finde, Vergieb, wenn fleisch und blut mich wider wif sen Von dir gerissen. 6. Ich hab, o Jesu! seele, leib und leben zu deinem eigenthum dir übergeben: Du wirst die meinen, die dir unverborgen, Auch wohl versorgen. 7. Jch übergebe sie zu deinen händen, Du wollest sünd und noth von ihnen wenden! Du wirst dies, Herr! nach deinem guten willen Liebreich erfüllen. 586 Vom Tode und Sterben 87 Drauf wendet sich mein herz| Mel. Wer nur den lieben Gott. son dieser erden Dein paradies 917. Mit bir, Herr Zeſu! ich laß mir zu theile werden, In solchem stelle mich, solls sein, noch heute Dir, Herr! zur seitens mir deine gute, Gieb mir ein gläubighimmlisches gemüthe, ound richt es ganz nach deinem gnadenlohne, 2. Von herzen sei es euch verDer lebenskrone. geben, Den vater ruf ich für euch an, Die ihr in meinem ganzen leben mir irgend was zu leid gethan: Mein Jesus hat auch euch geliebt, Nicht ihr, die fünd' hat mich betrübt. 100 10. Zwar sünd und hölle suchen mich zu quälen, Und ängsten mich an meiner armen seelen; Weil ich dein wort in dieses leibes hütten Oft überschritten. So leb' ich ewig dort bei dir. Die legten wort in deinem leiden Sein meine letzten worte hier: Nimm, Jesu! mich mit deinem sinn Vereinigt, aus dem leben hin. 11. Sch aber will dich desto 3. Der vaterhuld des allerhöchfester faffen: Mein Gott, mein sten, Der mehr als mütterlichen Gott! du kannst mich nicht vertreu Befehl ich euch, ihr meine lassen: Von Gott verlassen hast nächsten! So mach ich mich der du wollen hangen, Mich zu umfangen. sorge frei. Gott sorge lebenslang für euch, Mach euch an leib und ſeele reich. 12. Jch dürste, Herr! nach dir, ich schrei und ächze; Ich seufze nach dem himmel, ach! ich lechze Nach dir; nach dir, mein Jesu! bürst ich armer, mein erbarmer! 13. Ach! laß mich nicht in meiner noth vergehen; Laß mich die kraft von deinem leiden sehen. Ich dürfte wie ein hirsch, laß dich erblicken, Mich zu erquicken. 14. Ach! laß dein blut die matte seele laben, Laß mich dadurch auch fraft im tode haben. Vermehre glauben, hoffnung, fried und freude, Bis ich abscheide. 15. Es ist vollbracht; nun endet sich mein jammer; Nun, schwacher leib! schlaf sanft in deiner kammer, Bis Jesus kommt, der giebt mir diese glieder Einst schöner wieder. 4. Noch heute( hör ich Jesum sagen) Bist du bei mir im paradies: Auf dies versprechen will ichs wagen, Ach mach es, Jesu! doch gewiß; Laß nunmehr alle meine pein Durch diesen trost versüßet sein. 5. Mein Jesu! höre du mich armen In meiner größten bangigfeit; Hör meine seele mit erbarmen, Die jego laut und sehnlich schreit: Ach! tränke mich, du lebensfürst, Du freudenquell, nach der mich dürst! 6. Mein Jesu! hast du mich verlassen? Nein: Gott verließ dich ja für mich. Mein Gott! hiebei will ich dich fassen, In noth und tod hoff ich auf dich. Mein Gott! wenn mir das herz ja bricht, Mein Gott, mein Gott! verlaß mich nicht. 16. Nimm meinen geist an meinem letzten ende, treuer Gott! in deine vaterhände. Ich 7. Es ist vollbracht, du hast erbleibe dein, ich sterb in dei- höret, Mein Herr und Gott! ich nem namen. Sprich, Jesu! sterbe wohl. Mein Jesu! du hast mirs gewähret, Daß ich mit dir amen. und zwar in Todesnöthen. verscheiden soll. Gott lob! der alles wohl gemacht, Gott ewig preis, es ist vollbracht. 8. Nimm, vater! nimm in deine hände Den geist, den nun mein seelenhirt, Mein Jesus, an des lebens ende Von diesem leibe scheiden wird. Er geht zu ihm in himmel ein, Da kann er ewig felig sein. 9. Dies soll mein wort und sinn verbleiben, Wenn sonst auch wort und sinn vergehn. Du wirst mirs in die seele schreiben, Jesu Christ! und bei mir stehn; Ach reich mir deine hände zu, Und führe mich zu deiner ruh. 918. Alle menschen müſſen sterben, Alles fleisch vergeht wie heu: Was nur lebet, muß verderben, Soll es anders werden neu. Dieser leib muß erst verwesen: Soll er anders einst genesen, Zu der großen herrlich feit, Die den frommen dort bereit. 2. Darum will ich dieses leben, Wenn es meinem Gott beliebt, Willig ihm zurücke geben, Bin darüber nicht betrübt: Denn in meines Jesu wunden hab ich schon erlösung funden, Und mein trost in todesnoth Ist des Herren Jesu tod. 3. Jesus ist für mich gestorben, Und sein tod ist mein gewinn. Er hat mir das heil erworben, Drum fahr ich mit freuden hin In die ruh aus dem getümmel, Aus der trübsal in den himmel, Da ich werde jederzeit Schauen die dreieinigkeit. 4. Da, wo in dem freudenleben So viel tausend seelen schon mit des himmels glanz umgeben, Dienen Gott vor seinem thron: Wo die seraphinen prangen, Und dies hohe lied anfangen: Heilig, heilig, 587 heilig heißt Gott der vater, sohn und geist. 5. Wo die patriarchen wohnen, Die propheten allzumal, Wo auf zwölf erhabnen thronen Sizet der apostel zahl: Wo in so viel tausend jahren Alle fromme hingefahren, Deren jeder Gott lobsingt, Und sein halleluja bringt. 6. O Jerusalem, du schöne, O wie helle glänzest du! Welch ein lieblich lobgetöne Hört man da in stiller ruh! O der großen freud und wonne! Dort, dort geht mir auf die sonne, Dort, dort bricht mir an der tag, Der kein ende nehmen mag. 7. O! ich habe schon erblicket Jenen glanz der herrlichkeit; Ich werd schon im geist geschmücket Mit dem weißen himmelskleid. mit der güldnen ehrenkrone Steh ich schon vor Gottes throne, Schaue solche freuden an, Die kein mensch beschreiben kann. 8. Froh werd ich mein haupt erheben, Wenn die tobten auferstehn, Und verklärt zum bessern leben In den neuen himmel gehn, Da, da finde ich verwandte, Treue freunde und bekannte, Bin mit ihnen hoch erfreut, Preise Gott in ewigkeit. 919. it fried und freud Mit fahr ich dahin, Weils Gottes wille: Getrost ist mir mein herz und sinn, Sanft und stille, Wie Gott mir verheißen hat: Der tod wird mein schlaf werden. 2. Das machet Christus, Gottes sohn, Der treue heiland, Den du mich, Herr! hast lassen sehn: Und machst bekannt, Daß er mein heil und leben sei In noth und auch im sterben. 3. Den hast du allen vorgestellt, 588 Vom Tode und Sterben Mit großen gnaden: Zu seinem| liert: Giebst deinem engel schon bein reich die ganze welt Heißen laden, fehle, Der sie zu deinen freuden m Durch sein heilsam theures wort, führt, Du bists, wenn alles eitle la Das überall erschollen. weicht, Der mir des lebens frone min reicht. 4. Er ist das heil und selge licht Auch den heiden, Zu leuchten, die dich kennen nicht, Sie zu weiden; Deines voltes Israel Preis, ehre, freud und wonne. 7. Ich will dich noch im tod erbeben, Selbst nah am grabe preis ich dich; Denn ewig werd ich vor dir leben. Wie segnet dann dein antlig mich! O tod, o sterben, Mel. Wer weiß, wie nahe mir 2c. mein gewinn! Wohl mir, daß ich 920. Ich will ich noch im erlöſet bin! tod erheben, Herr! 1102 nah am grabe preis ich dich; Zum Mel. Wie schön leucht't uns der. fegen gabst du mir mein leben, 921. Gott lob! es kommt die zeit heran, Du nimmst es mir und segnest mich. Mein leben sucht ich dir zu weihn, Mein tod auch soll dir heilig sein. 2. Gott! welche feierliche stunden, Wenn du mich nun der erd entziehst, Auf mich, den du getreu befunden, Voll schonender erbarmung siehst! Allmächtiger! in dein gericht Gehst du mit mir erlösten nicht. Daß ich die hoffnung haben kann, Bald von der well zu scheiden. Wie wünscht' ich mich so manches mal Aus diesem thränenvollen thal Zu meines Jesu freuden! Sehnlich hab ich Dieses leben Aufzugeben Oft begehret, Bis mich Gott nunmehr erhöret. 2. Der teufel nebst der bösen welt Hat mir hie täglich nachgestellt, Um mich in noth zu bringen. Die fünde, die mir angeklebt, Mein fleisch und blut, das widerstrebt In allen guten dingen, Hat mir Nie hier Zugegeben, So zu leben, Wie ich sollte. Und von herzen gerne wollte. 3. Es kam zu allem diesen noch Der trübsal hart und schweres joch, Das must ich öfters tragen. Bald kam verfolgung, baß und neid, Bald krankheit, schmerz und andres leid, Und sonst noch viele plagen. Drum ich Sehnlich Gott deswegen Angelegen, Meinem leben Bald ein selig end zu geben. 4. Jest nahet die erlösung sich; Gott lob! deswegen mach ich mich Gefaßt zur himmelsreise. Da werd ich nun in kurzer zeit Bei Gott, mit Gott, in Gott erfreut, Den 6. Du stärkest meine matte ich dann ewig preise. Ewig Werd seele, Wenn andre stärke sich ver- ich um ihn schweben, Bei ihm le3. Der leib wird schwach; die irdsche hütte, In der mein geist gewohnt, zerfällt; Schon gehen meine müden schritte Den weg zu dir aus dieser welt. Ich bin getrost und zage nicht, Denn du bist selbst mein heil und licht. 4. Wie sollt ich vor dem tode beben, Da du für mich, erlöser! starbst? Er ist durch dich der weg zum leben, Das du am freuze mir erwarbst. Durch dich werd ich ihn freudig gehn, Durch dich einst wieder auferstehn. 5. Ob leiden gleich mich noch umringen, Und mir die leßten schrecken dräun; So hilfst du alles zu bezwingen, mit dir darf ich den tod nicht scheun. So nab dem lohn, den Gott verspricht, So nah am ziele sink ich nicht. und zwar in Todesnöthen. A589 nen, Deren herzenswunsch schon ist, Daß du möchtest bald erscheinen, Wo du sehr willkommen bist. Denke, wie wird dir geschehn, Wenn du wirst die wieder sehn, Welche dir vor vielen jahren Durch den tod genommen waren? hoben, Welche freude Find ich nach dem kurzen leide! budou sban 5. Nun so beschließ ich meinen slauf: Herr Jesu! nimm die seele dauf In deine treue hände. Ich sterbe, komm und laß mich nicht: da Gieb, daß mein herz bald sanfte bricht, Gieb mir ein sel'ges ende; 6. Diese auserwählten fromDaß ich Ewig Gott dort oben men, Nebst den engeln heißen Möge loben, Dir lobsingen, Und dich Tausend- tausendmal willkomein ewig danklied bringen. Dipunan diam tali Aufmunterung an einen Sterbenden. men, Führen dich alsdenn mit sich Hin vor deines Gottes thron, Wo sie mit erhöhtem ton Jesu lob und dank erweisen, Und Gott ewig also preisen: 7. Lob und preis mit höchsten tom rachloj. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 922. Werde munter, liebe ehren Sei dir, Herr! daß unsre nun noch täglich verist es bald geschehn, Daß du aus mehren; Sonderlich daß dieses der leibeshöhle Wirst zu Christi mal Auch dies dir geliebte find freuden gehn. Alles leiden, kreuz Sich in unsern chören findt: Laß und noth Endet sich nun durch doch auch die andern frommen den tod. Nunmehr wirst du über- Aus der welt einst zu uns komwinden, Und ein besser leben finden. men. 2. Schaue nur, die engel schweben Um dein bette, welche dir Das geleite liebreich geben, Bis zur schönen himmelsthür. Schaue nur: Gott sendet schon Von der allmacht gnadenthron Den triumph und ehrenwagen, Der soll dich zum himmel tragen. 3. Dann wird dich Gott selbst umfangen, Und mit lieb' und freundlichkeit Dir abwischen von cen wangen Alle thränen, so das leid Dir hie ausgepresset hat. Er wird an derselben statt Dir sein himmlisch freubenleben Ewig zu besigen geben. 9. Da weißt du sodann von sünden, Elend, freuz und jammer nicht. Lauter wonne wirst du finden, Und vor Gottes angesicht Lebst du dann in ewigkeit Herrlich, in vollkommenheit, Die dir Christi blut erworben, Als er selbst für dich gestorben. 3. Jesus heißt dich zu sich kommen: Gott dein vater wartet bein, Und räumt dir bei jenen frommen Die bestimmte wohnung ein. Er hält dir das weiße kleid Und die krone schon bereit, Diese sollst du frei von plagen, Ewig und mit freuden tragen. 4. Drum, o feele! sei doch fertig, Eile dahin, wo die zahl Der erwählten gegenwärtig: Diese reichen allzumal Dir bereits die hände dar; Ja, die ganze frohe schaar Kommt mit heiligem verlangen, Dich voll freuden zu empfangen. 5. Und dabei sind viel der dei10. Nun, geliebte feele! reife hin zu deinem lieben Gott. Wohl dir! denn auf solche weise Endet sich auch deine noth. Eile nur aus dieser zeit, Freue dich der seligfeit! Da wird, mehr als wir verstehen, Dir es ewig wohl ergehen. 11. Ob wir dich gleich sehr vermissen Und im jammerthal noch 590 Vom Tode und Sterben gehn; Können wir doch sicher| recht! Denn von dem mensch. wissen, Daß wir dich dort wieder lichen geschlecht Ist selbst der sehn. Gott steht uns nach seiner heiligste nicht rein! Wer kann treu, Weil wir leben, gnädig bei, wohl dein, Gott! ohne deine Wird auch uns von allem bösen gnade sein? Durch ein selges end erlösen. 9. Sei, richter! ihm nicht fürchterlich: Erbarme seiner feele dich! Ach aus der tiefe rufet sie; Erhöre sie. Erlöse, Gott! erlöse sie. Fürbitte für einen Sterbenden. Mel. Ich hab mein sach Gott 2c. u wollst erhören, 923, Dott! fein( ihr) 3hn ſegne, ſegne, ſegne Gott! 10. ihn in seinem Wenn nun sein auge sterbend bricht, Leit ihn dein licht: Tröst ihn mit deinem angesicht. flehn! Nicht ins gerichte mit ihm ( thr) gehn, Der( Die) jezo deiner ewigkeit Sich naht, befreit Nun bald von dieser eitelkeit. 2. Des lebens und des todes Herr! Nun ist für ihn die zeit Bei Begräbnissen. nicht mehr! Du haft gezählet all Mel. Nun lasset uns den leib zc. ſein haar, Sein todesjahr Be- 924. Nun laffet uns den stimmt, als keine zeit noch war. 3. Erfüllt ist seiner leiden zahl; Dieweil wir keinen zweifel haben, Er leidet heut das letzte mal! Er werde wieder auferstehn, Und Ach! sei in seines todes noth Sein schönverklärt zum himmel gehn. helfer, Gott! Ein schlummer sei für ihn der tod. 2. Er ist nur erd' und von der erden: Drum muß er wieder erde werden. Jedoch nach dieser zeiten lauf Steht er von dieser erden auf. 4. Vollende, vater! seinen lauf, Nimm ihn zu deinem frieden auf! Verlaß ihn, wenn sein herz nun bricht, Verlaß ihn nicht, 3. Sein geist, befreit von Herr! Herr! mit deinem gnaden- schmerz und leiden, Lebt unterdeß licht. bei Gott in freuden: Denn seines Jesu blut und tod Entreißet ihn der höllennoth. 4. Sein leiden, trübsal, noth und plagen Hat er nun ferner nicht zu tragen. Nur hier ertrug er Christi last, Dort ist es luft, was ihn umfaßt. 5. Ist nun auch gleich der leib gestorben; So bleibt der geist doch unverdorben: Die seele ist in Gottes hand, Der leib nur schläft im kühlen sand. 5. Erleichtre ihm den letzten schmerz! Von dir erquicket, ruh sein herz! Durch Jesu todesschweiß und blut, Sø ihm zu gut Vergossen, stärke seinen muth! 6. In ihm vermehre deine ruh, In seinem Herzen bete du, Geist Gottes! laß ihn glaubend traun, Auf Jesum schaun, Und so entgehn des todes graun! 7. Bet unaussprechlich, geist des Herrn! Zeig ihm den gnadenlohn von fern; Laß ihn den himmel offen sehn, Und Jesum stehn Bereit, ihn gnädig zu erhöhn. 8. Ach! gnade, gnab ergeh für triumphirt. 6. Bis daß ihn Gott am jüngsten tage, Vollkommen frei von aller plage, Erweckt und jauchzend dahin führt, Wo er dann ewig und zwar bei Begräbnissen. 591 7. Hier ist er nur in angst ge-| fleiß, Denn der' tod kommt uns wesen; Dort aber wird er recht genesen, Wo er so, wie die sonne leucht't, Und Christi leibe herrlich gleicht. 8. Nun schlafet sanft, erblaßte glieder! Wir sehen euch einst herrlich wieder. Nun bitten wir dich, treuer Gott! Bereit auch uns zu unserm tod. 9. Jesu! desſen blut und O sterben Uns von welt, satan und verderben Ganz frei gemacht, ach! führ uns ein, Wo wir auch ewig bei dir sein. madinons Sonst singet man diesen Gesang auch also. un laßt uns den leib begraNun ben: Weil wir keinen zweifel haben, Er werd am jüngsten tag aufstehn, Und unverweslich hervor gehn. 2. Er ist erd, und von der erden, Wird auch zur erd wieder werden, Und von der erd wieder aufstehn, Wenn Gottes posaun wird angehn. 3. Sein' seele lebt ewig in Gott, Der sie allhier aus lauter gnad Von aller sünd und missethat Durch seinen sohn erlöset hat. 4. Sein jammer, trübsol und elend Ist kommen zu ein'm selgen end: Er hat getragen Christi joch, Ist gestorben, und lebet noch. 5. Die seele lebt ohn alle flag, Der leib schläft bis am jüngsten tag; An welchem Gott ihn verklären, Und ewger freud wird gewähren. 6. Hier ist er in angst gewesen, Dort aber wird er genesen, In ewger freud und wonne Leuchten wie die helle sonne. 7. Nun lassen wir ihn hie schlafen Und gehn all' heim unsre straßen; Schicken uns auch mit allem gleicher weis. 8. Das helf uns Christus, unser trost, Der uns durch sein blut hat erlöst Von teufels g'walt und ewger pein: Ihm sei lob, preis und ehr allein. Mel. Jesus, meine zuversicht. 925, Selig, Gott! sind die, die nun Schon im friedensvollen grabe Von des legrößten gabe, Eines ewgen lebens bens arbeit ruh'n, Und sich deiner freun. Möchten wir es auch schon sein! 2. Doch du willsts; wir leben noch Mühsam hier in fremden Die des lebens fron erstritten: hütten! Alle trugen einst dies joch, Endlich aber führt der tod Uns auch hin zu vir, o Gott! 3. Jesus selber lebte hier Vormals auch in diesen hütten. Noch unendlich mehr, als wir, Hat er auf der erd erlitten. Laß uns gläubig auf ihn sehn, Und durch ihn im kampf bestehn. 4. Was ist diese lebenszeit? Ach! nur eine kurze stunde, Gegen jene ewigkeit. Gleichwohl kommt auf diese stunde, Die Gott noch verkürzen kann, Unser ewges schicksal an. 5. Gieb uns weisheit, Herr! und kraft Diese stunde wohl zu nüßen, Ind beim schluß der pilgrimmschaft Wollest du uns unterstüßen, Daß wir freudig auf dich sehn, Und getrost zum tode gehn. 6. Daß wir dein sind, nicht der welt, Daß du uns wirst auserwecken: Diese kraft der bessern welt Laß uns, wenn wir sterben, schmecken. Flöß uns muth und ruhe ein, Selbst im tode froh zu sein. 7. Wenn wir, um einst auch 592 Von der Auferstehung der Todten. zu ruhn, Zu den todten Gottes verstehen. Auch für unsre todesgehen: Wollst du mehr noch an nacht Riefst du einst: es ist volluns thun, Als wir bitten und bracht. II. Von der Auferstehung der Todten. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 926. Gott! houth 6. In mir wohnet ein verlanott! ich weiß es, gen, Auf unsterblichkeit gericht't. meine glieder Güter, so auf erden prangen, Sinken einst in staub dahin. Sättigen die seele nicht. Den Krankheit, schmerz und grab der trieb hab ich von natur, Und das brüder Zeugen, daß ich sterblich führt mich auf die spur; Der ihn bin. Das gemeine loos, der tod, gab, wird ihn erfüllen Und des Ist mir fünder auch gedroht. Diese geistes sehnsucht stillen.stard hütte wird zerstöret, Von verwesung bald verzehret. 7. Ja, gewiß, zu ewigkeiten Ist der geist in mir gemacht, Und gleich nach des leibes zeiten Seligkeit ihm zugedacht. Nimmer, nimmer kanns geschehn, Daß die seelen untergehn: Was mir Gott so fest versprochen, Das wird ewig nicht gebrochen. ha nipitur 2. Schlösse nun des leibes sterben Auch der seele tod mit ein: Ach! so würde solch verderben In dem tode schrecklich sein; Denn, was ist so fürchterlich Als die zeit, in welcher mich Die empfindung gar verließe Und ich nichts, wie vormals, bieße? lo en 3. Nein, der geist wird nicht vergehen, Nur der leib erfährt den tod. Gottes zeugniß muß bestehen: Mensch! dein geist kehrt einst zu Gott, Geht in eine andre welt, Wenn des leibes bau zerfällt; Lebt und denkt in jenem standen Frei von seines leibes banden nis 9. Unverweslich, frei von leiden, Im verklärten lichte rein, Wird mein leib in ewgen freuden Herrlich bei dem mittler sein. Gott! wie beugt sich meine ren,) Wirst du in dem himmel schuld Dankbar gnug vor deiner sein. Jesu leßte rede heißt: Treuer huld, Daß du, Herr! mein water! meinen geist Ulebergeb ich dir, am ende, In die obhut deiner händelad ganzes wesen Zu der ewigkeit erlesen! 4. Jesus predigt diese lehren Sterbend noch dem schächer ein. Heute,( läßt der Herr sich hö8. Auch mein leib wird aus dem staube Geistlich und unsterblich gehn. Jesus lebt, ich weiß und glaube, Mich erweckt sein auferstehn. Großer trost! nun kommen mir Tod und gruft nicht schrecklich für. Ruhet nun, ihr meine glieder! Der erstandne rust euch wieder. 5. Welch ein reicher schatz von gaben, Die des menschen geist befigt! Sollt er sie nur dazu haben, Daß er sie auf erden nüßt: O! so hat er schon zu viel Für dies furze lebensziel, Wenig zeit zu den geschäften, Und ein größres maaß von fräften. 10. Welch ein überfluß der güte! Wonne, die kein ende nimmt, Hast du, dies rührt mein gemüthe, Ewiger! für mich bestimmt. Gleichet auch ein gut der zeit Der verheißnen herrlichkeit? Gott laß jenes mich verachten, Und nach dieser ernstlich trachten. 11. Lehre mich in meinem Von der Auferstehung der Todten. leben, Wie ich nach dem ewgen wohl Hier mit allem eifer streben, Glauben und recht leben soll, Hilf, wenn dieser bau zerfällt, Daß mein geist in jener welt Und der leib, erweckt vom grabe, Ewig dich und Jesum habe. 593 6. Nimm dann, o schöpfer! meinen geist In deine vaterhände. Wenn meines lebens band zerreißt, Und ich die wallfahrt ende; So zeige mir in deinem licht Von argesicht zu angesicht, Daß mein erlöser lebet. Mel. Nun freut euch liebe christen. weiß, daß mein Melodie 8. r, idm 927. Jer lebt is 928. Jeſus, meine zuver erlöser Das sicht Und mein fann mich nicht betrügen: So heiland, ist im leben, Dieses weiß lang mein glaube an ihm klebt, Werd ich nicht unterliegen. Nimmt gleich der tod das leben hin: Genug, daß ich versichert bin, Mein Jesus wird mich wecken. ich: sollt ich nicht mich darunt zufrieden geben? Was die lange todesnacht mir auch für gedanfen macht. lis 2. Er wird mich denn mit dieser haut Und diesem fleisch umgeben: Denn was er ihm zur ehr erbaut, Muß ewig mit ihm leben. Mit diesem meinem augenlicht Werd ich ihn selbst, kein fremder nicht, Den lebensfürsten schauen. 2. Jesus, mein erlöser! lebt; Ich werd auch das leben schauen, Wenn mich seine fraft erhebt: Warum sollte mir denn grauen? Lässet auch dies haupt ein glied, Welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der hoffnung band Zu genau mit ihm verbunden: Er schließt mich in seine hand, In den dunkeln todesstunden, Daß mich auch des todes bann Nimmer von ihm trennen 3. So komm, o tod! wenns Gott gefällt, Nimm an die müden glieder. Verlaß ich gleich den bau der welt, Dort find ichs kann. besser wieder; Mir stehet in der 4. Ich bin fleisch, und muß daewigkeit Die schönste wohnung her Auch einmal zu staube werschon bereit, Die nimmermehr zer- den; Dieses weiß ich: doch wird fället. er mich erwecken aus der erben, Daß ich in der herrlichkeit Bei ihm sein mög allezeit. 4. Wird auch mein leib zu asch und staub, Ein scheusal dieser erden, Der maden und der würmer raub, Wird er doch herrlich werden: Weil der auch meinen staub bewacht, Der diese welt aus nichts gemacht, und die gebeine zählet. 5. Dann wird eben diese haut mich umgeben, wie ich gläube: Gott wird auch von mir geschaut Dann in diesem meinem leibe; Und in diesem fleisch seh ich Meinen Jesum ewiglich. ers 5. Ist Jesus wieder aufge- 6. Dieser meiner augen licht wacht; So giebt er mir die glie-| Wird ihn, meinen heiland, kender, Wenn einst der letzte donner nen. Ich, ich selbst, kein fremder fracht, Boll fraft und leben wie- nicht, Werd in seiner liebe brender. Er läßt aus seiner sieges- nen: Nur, was schwachheit heißen hand, Womit er tod und hölle kann, Wird von mir ganz abgeband, Die seinen sich nicht neh- than. men. 10 00 7. Was hie leidet, seufzt und 38 594 Von der Auferstehung der Todten. fleht, Wird dort neu und herrlich| lohn Durch Christum zu erlangen, gehen: Irdisch wird der leib ge- Und vor des allerhöchsten thron sä't, Himmlisch wird er auferste- Im schönsten schmuck zu pranhen: Hier geht er natürlich ein, gen: Komm, Jesu! doch, Komm, Nachmals wird er geistlich sein. hilf mir noch, Zum heil der ewigkeiten Mich würdig zu bereiten. 8. Seid getrost und hocherfreut, Jesus trägt euch, meine glieder! Gebt nicht statt der traurigkeit! Sterbt ihr? Christus ruft euch Mel. Es ist das heil uns kommen. wieder, wenn einst die posaune 930. Mein heiland lebt! auch die gräber dringt. er macht Des todes ganz bezwungen, Und 9. Lacht, ihr gläubigen, der siegreich aus des grabes nacht Zu Er gruft! Lacht des todes und der Gott sich aufgeschwungen. höllen! Denn ihr sollt euch durch ist mein haupt: sein sieg ist mein. die luft Eurem heiland zugesellen: Sein soll mein ganzes leben Dann liegt schwachheit und ver- sein, Und ihm will ich auch druß Völlig unter eurem fuß. sterben. 10. Nur daß ihr den geist erhebt Von den lüften dieser erden, 2. Nicht ewig wird, wer dein wort hält, Den tod, o Jesu! Und euch dem schon jetzt ergebt, schauen. Das ists, was mich zu Dem ihr beigefügt sollt werden. Schickt das Herz jeßt da hinein, Wo ihr ewig wünscht zu sein. frieden stellt, Selbst bei der gräber grauen. Ich bin getrost und unverzagt, Weil du den deinen zugesagt: Ich leb, und ihr sollt leben. Mel, Was Gott thut, das ist 2c. auf 929. Jd freu mich a ich todes raub; Er wird, doch wieder 3. Wird gleich mein leib des soll auferstehen, Und Gott in schönster herrlichkeit, Und meinen heiland sehen: Dann geh ich ein In die gemein Der auserwählten frommen, Die zu der ruh gekommen. 2. Ach! käm die stunde bald heran: Die stunde der erlösung: Die stunde, da ich hoffen kann Trost, freiheit und genesung: Da engeln gleich, 3m himmelreich Mich wonne, ehr und leben In ewigkeit umgeben. leben, Und einst aus der verwesung staub Sich neugebildt erheben, Wenn du, o großer lebensfürst! Nun deinen tocten rufen wirst, Zum leben aufzuwachen. 4. Wie froh und herrlich werd ich dann, Vor dir, mein heiland! stehen! Dann nimmst du mich mit ehren an; Läßt in dein reich mich gehen. Forthin von keiner last beschwert, An leib und feele ganz verklärt, Leb ich bei dir dann ewig. 5. O welch ein selges theil ist mir Auf jene welt bereitet! Der freuden fülle ist bei dir. Von dir, Werd ich in sein gericht ist mir dann nicht deinem himmelreich Unsterblich, 3. Ich weiß, daß ich durch Jesum Christ, An den ich herzlich gläube, Der meine auferstehung ist, Auch nicht im tode bleibe; Undo Herr! geleitet, Ein tag voll angst und schmerzen, Wie den verruchten herzen. med 4. Ich hoffe dann den gnadendeinen engeln gleich, Vollkommne luft genießen. 6. Denn, wo du bist, da sollen de al mes on Von dem jüngsten Gerichte. die, Die dir hier folgen, leben, drückt, Wo wir, der sterblichkeit Und ewig frei von schmerz und entrückt, Frohlockend vor dir wanmüh, Von seligen umgeben, Ge- deln. nießen deiner herrlichkeit. O was sind leiden dieser zeit, Herr! gegen jene freuden? 8. Erwecke mich dadurch zum fleiß, Der tugend nachzustreben, Und als dein jünger, dir zum 7. Laß die zukünftge herrlich- preis, Nach deinem wort zu leben. keit Mir stets vor augen schwe- Und fühl ich hier noch noth und ben; Und oft in dieser prüfungs- schmerz, So tröste selbst damit zeit Mein Herz dahin erheben, mein herz: Es kommt ein bessers Wo keine schwachheit uns mehr leben. 595 III. Von dem jüngsten Gerichte. Mel. Sei lob und ehr dem höchst.| fliehen, Für ihre schuld zur rechen931. Er fommt, er kommt schaft Mit majestät wirst ziehen? zum weltgericht, Wenn nun ihr auge dich erblickt, Der heiland, den wir ehren. Und sie dein strafgerichte drückt, weigert euch, erlöste! nicht, Jetzt Dann werden sie verstummen. 3511 auf sein wort zu hören. Wer 6. Und wenn du denn die deihier nicht seine stimme hört, Und nen nun Mit preis und ehre ziesie nicht mit gehorsam ehrt, Wird rest; Und, ihnen ewig wohl zu nicht vor ihm bestehen. thun, Sie zu dem himmel führest, Dann, Herr! wird völlig offenbar, Daß dein die macht und gnade war, Die deinen zu beglücken. 2. Herr! laß mich deiner majestät Mit wahrer freude dienen. Wie herrlich dich dein Gott erhöht, Ist zwar noch nicht erschienen. Doch, was uns hier verborgen war, Das wird dereinst uns offenbar, Wenn du wirst wiederkommen. 7. O laß mich dann, Herr Jesu Christ, Mit freuden vor dir stehen; Und dir, so herrlich du auch bist, Getrost entgegen sehen. Wenn deiner feinde rotte zagt, Von reu und angst und furcht geplagt, Dann fauchze meine seele. 3. Wenn vor dir die natur dann bebt, und unter deinen füßen, Sich alles, was dir widerstrebt, Wird völlig beugen müssen, Wenn 8. Daß ich dies glück erleben alle engel um dich stehn, Dann mag: So laß in diesem leben, werden aller augen sehn, Wie heiland! deinen großen tag hoch dich Gott erhoben. Mir stets vor augen schweben. 4. Wenn dann, o Herr! auf Er reize mich, dir mich zu weihn, dein geheiß Die todten wieder In deinem dienste treu zu sein, leben; Dein feind mit furcht, dein Und nie dich zu verleugnen. freund mit preis, Sich aus dem grab erheben; Wer wird dann Mel. 39. O ewigkeit, du donnerw. noch, Herr Jesu Christ! Daß du 932. Auf, auf mein geiſt, die auferstehung bist, Mit frechheit leugnen können? Der tag des Herren nahet sich, Ein 5. Wer spottet dann noch dei- tag, der ganz voll schrecken, Voll ner kraft, Wenn du, die hier dich kummer, angst und jammer ist, 38* 596 Von dem jüngsten Gerichte. adail rapist no surt padial nich Wofern du nicht bereitet bist: Du must wahrhafte buße thun, Drum laß dich doch erwecken, Daß In Jesu wunden gläubig ruhn, dich derselbe große tag Nicht un- Und sein verdienst umfassen. Wer bereitet finden mag. dieses sich zu eigen macht, Dem ist der himmel zugedacht. 2. Du weißt, daß Gottes wundermacht Die ganze welt hervorgebracht: Doch dieses prachtgebäude Wird endlich auch sein ende sehn; Und das wird ganz gewiß geschehn. Gott schwört mit einem eide, Daß einstens erd und himmel bricht, Sein wort allein vergehet nicht. 3. Du thörichter verblendter sinn, Wo nimmst du deine zuflucht hin? Zur welt? die doch vergehet, Und zwar in einem kurzen nu; Die selbst, und ihre pracht dazu, Alsdenn nicht mehr bestehet; Wenn sie nun in einander fällt, Wie ist es dann um dich bestellt? 8. Um Gottes willen säume nicht! Es kann das große weltgericht, Eh'r, als du meinst, erscheinen. Drum wache stets, und sei bereit, So darfst du deine sicherheit Richt ewiglich beweinen: Und du erlangst das schöne ziel, Das ende fomme, wenn es will. 9. Herr Jesu! gieb, daß solcher tag Mich wohl bereitet finden mag, Laß mich zur rechten stehen; Ruf mir mit freud und liebe zu: Getreuer knecht, du sollst zur ruh Der auserwählten gehen. Dann schenke mir in jener zeit Die krone der gerechtigkeit. 4. Es ist darum mit dir nicht mel. O ewigkeit, du donner 2. aus; Muß dies erschaffne, große 933. Erhöhter Jesu, Gottes haus Gleich wiederum verfallen. sohn! Der du schon Ob erd und himmel gleich verlängst der himmel thron Als brennt, Und jedes element sich herrscher eingenommen! Du wirst trennt, So bleibst du doch vor aldereinst zu rechter zeit, In grolen: Denn deine seele ist ein geist, ßer fraft und herrlichkeit, Vom Der ewig und unsterblich heißt. himmel wieder kommen. Gieb! daß dann froh und mit vertraun Dich, Herr! auch meine augen schaun. Blod- him 2. Wer fast, o heiland! jest die pracht, Die deinen tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen! Wenn du auf lichten wolken einst Mit deiner engel beer erscheinst, Die jetzt schon dir sich beugen. Dann sieht die welt die majestät, Dazu dich, Gott! dein Gott erhöht., dal 5. Der tødte leib wird auferstehn, Und aus des grabes höhle gehn, Der seele sich verbinden; Und gleich von solcher stunde an, Nach dem, was er allhie gethan, Gnad oder strafe finden. himmelslust, die höllenpein Wird beiderseits auch ewig sein. Die 6. Ach was für angenehme luft Wird dort der auserwählten brust In ewigkeit genießen! Hingegen die verdammte schaar Wird mit den teufeln immerdar Zu neuer qual gerissen, Die ohne maaß und ende währt, und die verfluchten nie verzehrt. 3. Dann tönt dein ruf in jedes grab Mit allmachtsvoller kraft hinab, Und schafft ein neues le ben. Auf deinen wink muß erd 7. Willst du derselben noth ent- und meer Das unzählbare große fliehn; So mußt du dich mit ernst heer Der todten wiedergeben. Sie bemühn Die sünden zu verlassen. Istehn durch dich, Herr! neu Von dem jüngsten Gerichte. 597 beseelt Nun alle auf, und keiner| reiten. Durch deines geistes licht fehlt. Mach du mich selbst bereit Zum tod, zum jüngsten tag, Zu jener herrlichkeit. 4. Du sammlest sie vor deinem thron, Um jedem den verdienten lohn Nach seiner that zu geben. Dann trifft den bösen schmach und pein; Den frommen aber führst du ein In das verheißne leben. Wer leugnet dann noch, Jesu Christ! Daß du der erden richter bist? 5. O gieb, wenn nun dein tag erscheint, Daß ich in dir dann Mel. Es ist gewißlich an der zeit. noch den freund Und beiland wie- 935.Son ist der tag von Gott Da, der finde; ich mit freuden vor dir steh, Und mit dir in den himmel geh, Ganz frei von fluch und fünde. Laß mich im glauben wacker sein, Und auch die kleinste sünde scheun. wer auf erden wandelt, Sein loos aus Gottes händen nimmt, Nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des menschen sohn, Er kommt, und wolfen sind sein thron, Der erden kreis zu richten. 6. Dein name sei mir ewig werth! Und was dein wort von mir begehrt, Das laß mich treu- 2. Hier, an dem rand der ewiglich üben. Niemals ermüde hier keit, Hier stehn die millionen, mein geist, Dich, den schon jetzt Die feit dem ersten tag der zeit der himmel preist, Aus aller kraft Auf dieser erden wohnen, Nur zu lieben: So hab ich in der dem allwissenden bekannt, Unzählewigkeit Auch theil an deiner herr- bar, wie am meer der sand; Hier lichkeit. stehn sie vor dem richter. 3. Hier muß der falsche wahn der welt Der wahrheit unterliegen. Hier, wo das recht die wage tag, Ein freuden- hält, Wird keine sünde fiegen. Hier ist zur buße nicht mehr frist; Hier gilt nicht mehr betrug und list; Hier gilt kein falscher zeuge. 4. Der richter spricht, der himmel schweigt, Und alle völker hören Erwartungsvoll und tiefgebeugt: Kommt, erbt das reich der ehren! So spricht er zu der frommen schaar. Zu der, die widerspenstig war: Geht von mir, ihr verfluchten! Mel. O Gott, du frommer Gott. 934. wird der jüngste tag der frommen, Der bösen qual und pein, Gewiß und plößlich kommen: Wohl dem, der sich mit ernst Auf diesen tag bereit't: Weh dem, der dies versäumt, Weh dem in ewigkeit! 4. Laß mich den lebenslauf Zu dir, mein Jesu! wenden. Hilf, was ich nicht vermag, Durch deine fraft vollenden; So ist dein wort: kommt her! Ein lebenswort für mich; So preis ich deine freu Dort, höchster! ewiglich. dopo 2. Hilf Gott! daß ich mit fleiß So früh als spät bedenke, Was dann geschehen wird; Ach! rühr mein Herz und lenke Es von der eitelkeit; Laß mir vor augen stehn, Wie alle menschen einst nur an zwei örter gehn. 3. Hilf mir in dieser welt, Daß ich mich mag bei zeiten Zu diesem großen tag Recht würdig vorbe5. O Herr! mit welcher majestät Wirst du das urtheil fällen! Die fünder, die dich hier verschmäht, Gehn dann gewiß zur höllen: Hier trifft sie unaus: 598 Von dem jüngsten Gerichte. forschte pein. Wer wird dann hat Des Herren wort verachtet, noch ihr retter sein? Ihr warten Und nur auf erden früh und spat ist verloren.#skoj Nach lust, geld, ehr getrachtet: Er wird fürwahr gar schlecht bestehn, Und mit dem satan müssen gehn Von Christo in die hölle. 6. Sie, die gerechten, leuchten dann So wie der glanz am himmel. Du selbst nimmst sie zu ehren an. O welch ein froh getümmel! Nun sehn sie mit erstauntem blick, Daß glaub und lieb das höchste glück Aus Gottes gnad ererben. 5. O Jesu! hilf zur selben zeit, Hilf wegen deiner wunden, Daß ich im buch der seligkeit Werd eingezeichnet funden: Woran ich denn auch zweifle nicht, Denn du hast ja den feind gericht't, Und meine schuld bezahlet. 7. Sie gehn nun in das selge reich, Das Gott für sie bereitet, Und sehn, auf ewig engeln gleich, Ihr wohlsein ausgebreitet. Das stückwerk wird vollkommenheit, Kein fummer, keine traurigkeit Stört ihre ewge freude. 8. Mein heiland! laß mich dein gericht Oft und mit ernst bedenfen. Es stärke meine zuversicht, Wenn mich die leiden fränken. Es reize mich, gewissenhaft Und eingedenk der rechenschaft Nach deinem wort zu wandeln. 936. Es ist gewißlich eine sohn wird kommen In seiner großen herrlichkeit, zu richten Dann Von allem übel, amen. zeit, der spötter müssen sehn, Was er nie wollte eingestehn: Wie es die schrift beschreibet. 6. Deshalben mein erbarmer sei, Wenn du nun wirst erscheinen: Sprich du mich selbst aus gnaden frei, Und zähl mich zu den deinen, Daß ich mit ihnen insgemein Zu dir geh in den himmel ein, Den du uns selbst erworben. 7. O Jesu! so erfreue mich Mit deinem jüngsten tage: Denn hie auf erden leide ich Noch sünde, angst und plage. Komm doch, komm doch, die noth ist groß! Und mach uns bald in gnaden los 2. Posaunen wird man hören gehn Bis an der erden ende; Darauf bald werden auferstehn All todten gar behende; Die aber noch am leben sind, Wird unsers Gottes macht geschwind Verwandeln und verneuen. Mel. 39. Dewigkeit, du donnerw. 937. Der unsre menschheit an sich Als er uns zu versöhnen kam, Kommt zum gerichte wieder. Gewiß ist seiner zukunft zeit: In aller seiner herrlichkeit Steigt Jesus dann hernieder. Ofichrer erdkreis! beßre dich; Der tag des schreckens nahet sich. 3. Darnach wird man eröffnen bald Die bücher, drin beschrieben, Was alle menschen jung und alt Auf dieser welt getrieben: Da dann gewißlich jedermann Wird hören, was er hier gethan In seinem ganzen leben. 2. Warum verzeucht der richter, Gott? Wo bleibt der rächer? fragt der spott. Hört, fünder! hörts mit beben: Euch, die ihr frech ihm widerstrebt, Und in der bosheit sicher lebt, Zur behrung frist zu geben. Doch bald ist enter maaß erfüllt; Bald kommt der richter und vergilt. dongth 3. Denn öffnet um euch her sich 4. O weh demselben! welcher weit, Der abgrund jener ewigkeit Von dem jüngsten Gerichte. 599 Mit allen seinen schrecken! Dann erd Ein feuer einst verzehren wird, wenn Gottes fluch euch werd. droht, nicht berg und meer, nicht 2. Der richter kennt des hergrab und tod Vor seinem zorn zens grund: Er achtet nicht des euch decken. Denn nun nicht mehr menschen mund, Ob er ja faget erbarmt er sicy, Und sein gericht oder nein; Er siehet, ob das herz ist fürchterlich. auch rein. 4. Wenn schreckhaft seiner donner schall, Und tönender posaunen hall Der erde grund erschüttern; Und plößlich nun der bau der welt Mit krachen stürzt, in trümmer fällt, Wenn selbst die himmel zittern, Und vor dem richter hingerückt Der spötter siehet und erschrickt. 5. Dann ist nicht mehr zur buße zeit; Wo werdet ihr barmherzigkeit Und gnad und rettung finden? Die ihr der fünden maaß noch häuft, Fühlt, eh euch dieser tag ergreift, Die lasten eurer sünden: Daß ihr nicht selbst euch einst verflucht, Und in verzweiflung lindrung sucht. 3. Dies liegt mir tag und nacht im sinn, Weil ich ein großer fünder bin: Ich weiß nicht, was ich machen soll, Mein Herz ist furcht und schrecken voll. 4. Zu dir flieh ich, Herr Jesu Christ! Der du der richter selber bist; Ich suche rettung, hülf und rath Für alle meine misfethat. 5. Mein Gott! ich falle dir zu fuß, Laß mich thun rechte frucht der buß, Daß sich mein herz in steter reu Zum guten jeden tag erneu. 6. Ach Herr! der bitte mich gewähr, Daß ich mich nicht von dir abkehr, Daß mich der tod nicht mittlerweil In eigner fünde übereil. 6. Mein herz erschrickt, es bebt in mir Mein innerstes, o Gott! vor dir. Ich bin ein missethäter. Begnadige, wenn dein 7. 3war meiner schulden sind sehr viel, Doch deine guade hat gericht kein ziel; Dein leiden, kreuz und Auch mir mein ewig urtheil theures blut Macht alles für mich spricht, Mich, Herr! den über- armen gut. treter. Du, der die fünder nicht verstößt, Du, Jesu! haft auch mich erlöst. 8. Auf dies allein verlaß ich mich: Ich weiß und gläube sicherlich, Daß du auch meine schuldenlast Am kreuzesstamm ertragen hast. 7. Tag Gottes! tag der ewigkeit! Du predigst uns den werth der zeit Laut mit des donners stimme. Reizt, menschen! nicht durch eure schuld Den Gott der langmüth und geduld, Daß er nicht bald ergrimme. Denn ewig wird der sünder pein ,, Wie seiner frommen wonne, sein. 9. Ich acht auch keine sünd gering, Ich lieb' dich über alle ding; so daß ich alles böse haß, Und dein gebot zu herzen faß. 10. Ob gleich das fleisch stets widerstrebt, Und gern nach seinen lüsten lebt; So tämpf ichs doch durch deine kraft, Und übe gute ritterschaft. 11. Jetzt mach ich meinen taufbund neu: Ich will dir bleiben ewig treu, Mit wissen keine sünd begehn, 3mr guten vorsag feste Mel. Herr Jesu Christ, wahr' 2c. 938.& s sind die worte Gottes ta, Daß der gerichtstag sich uns nah, An dem den himmel nebst der stehn. 600 Ben dem jüngsten Gerichte. 12. Komm ich nun also vor ge- Du stellst zur rechten hand Der richt, So weiß ich, tu verdammst frommen schaar voll freuden, Die mich nicht: Du wirst vielmehr, dir allein bekannt: Die bösen wenn ich erschein, Mein heiland gehn zur linken Von deinem anund erbarmer seinus gesicht, Dahin nun zu versinken, Wo weder trost noch licht.n 13. Darauf ich denn mit freuden kann Das gnadenurtheil hören an: Das wird sein, wie ichs wünsch und such, Der ewge segen, nicht der fluch. 5. Ach! ihr zur rechten seiten, Wie liebreich ruft er euch: Kommt, ihr gebenedeyten! Erbt meines vaters reich; Denn ihr habt mich gespeiset, mit trank und kleid versehn, Wer armen guts erweiset, Läßt mir es selbst geschehn. 6. Doch was für donner schießen Auf die zur linken hand! Sie, als verfluchte, müssen, Von Jesu nie erkaunt, Ins ewge feuer gehen: Denn Jesus kann ja nicht Auf solchen glauben sehen, Dem lieb' und kraft gebricht. mon Ins freudenleben ein: Und giebt 7. So führt er die gerechten des satans knechten Ihr theil in Mel. Herzlich thut mich verlang. une wahrheit, Deß worte nie verewger pein; Der Herr voll recht ch denk an gehn, Vor macht und klar939. richte, Du richter heit Rein fünder kann beſtehn. aller welt! Das nur für ein gedichte Manch Dein wortes weltkind hält: stets vor augen sein. und mein gewissen Zeigt mir ja deutlich an, Du werdest richten müssen, Was jeder mensch gethan. 8. Laß, Jesu! dies gerichte Mir Daß mich dein angesichte Dereinst auch mag erfreun; So laß mein ganzes leben Aus wabrem glauben gehn, Und mir selbst zeugniß geben, Ich werde wohl bestehn. 2. Ich höre die posaunen, Herr! im geiste schon, Und sebe 9. Gieb, daß ich mich anschicke, mit erstaunen Den großen rich- Und auf den letzten tag Ja alle terthron; Auf diesem wirst du augenblicke Recht wohl bereit sein sigen In deiner herrlichkeit, Wenn mag. Hilf herz und sinne lenken feldgeschrei und blißen Der welt Zur ewgen seligkeit: Laß mich das ende dräut. noch weit. nie sorglos denken, Das ende sei 14. Wenn die verächter deiner güt, Die hier verstockten ihr gemüth, Fort müssen nach der höllen zu, Und ewig, ewig sein ohn ruh: 15. So werd ich dort zur rechten seit Die freude deiner seligkeit Ererben in des vaters reich, Und leben da den engeln gleich. 16. Dahin denk ich nun immer fort, Daß ich bald sei an jenem ort. Machs, Jesu! wie du willst, mit mir, Bereit mich nur, nimm mich zu dir. 3. Mein geist erblickt die schaaren Vor deinen stuhl gestellt, So viel als menschen waren Von an- den, Da alles soll vergehn; So laß 10. Und wenn dein tag vorhanbeginn der welt. jeder stellen, Und seinen urtheil spruch Sich von dir lassen fällen Zum segen oder sluch. Hier muß sich mich nicht mit schanden Vor deinem throne stehn. Laß mich dein blut von strafen Der ewgen qual befrein, schafen, Die dir zur rechten sein. Stell mich zu deinen 4. Da müssen sie sich scheiden: Von dem jüngsten Gerichte. 601 11. Ach! komm uns zu erlösen, mag. Du selbst hast es fund geDu Herr der herrlichkeit! Befrei macht: Wie ein dieb in dunkler uns von dem bösen, Ach! komm nacht, Also wird dein tag erscheizu rechter zeit. Laß uns die stimme nen, Eh die welt es wird verhören: Kommt ihr gesegneten! meinen. So wollen wir dich ehren Mit allen heiligen. 3. Jesu, ach! drum hilf mir wachen: Hilf, es ist nun bohe zeit, Daß ich alle meine sachen Richte nach der ewigkeit. Ewig, ist ein schweres wort, Ewigkeit währt fort und fort, Keine zeit kann sie ausmessen, Laß mich, Herr! dies nie vergessen. Mel. Jesu! deine heilge wunden. 940. Je! kesu! laß mich stets bedenken, Daß die welt vergänglich sei. Hilf den geist zum himmel lenken, Und erhalte mich dabei: Denn so gläub ich jederzeit, Der gerichtstag sei nicht weit; Ja, so zähl ich alle stunden, Bis du dich selbst eingefunden. 4. Darum will ich täglich treten Vor des großen vaters thron; Hilf mir wachen, hilf mir beten, Du gerechter Gottes sohn! Daß ich dem gericht 2. Deine zukunft soll auf erden, entgeh, Und in allem wohl Nicht wie sonst ein andrer tag, besteh; So wird deiner zukunft Sondern wie ein fallstrick wer- zeichen Mir zum schrecken nicht den, Den man kaum vermerken gereichen. IV. Von der Ewigkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott. lüften, völlerei; So denket, daß hr menschen, leiden Und weh 941. ir bethöret! Weil erschrecklich sei. Noch ruft euch Gott, noch ist es zeit: Ach! denkt doch an die ewigkeit. 5. Erhebt ihr euch, die ihr in ehren, Und vor der welt in ansehn lebt? Laßt euch den hochmuth nicht bethören, Was bleibt euch, wenn man euch begräbt, Von eurer pracht? ein sterbekleid; Ach denkt doch an die ewigkeit! ihr die schnöde lust der welt Und ihren schaum weit höher ehret, Als was der himmel in sich hält. Was ist denn, das euch so erfreut? Ach denkt doch an die ewigkeit! 2. Gesetzt, ihr lebtet hundert jahre, Das doch nur selten möglich ist; So trägt euch doch die todtenbahre Dahin, wo euch verwesung frißt. Erwägt, wie kurz ist diese zeit! Und denkt doch an die ewigkeit. 3. Erfreut ihr euch, ihr mammonsknechte! Un eurem reichthum, geld und gut? So denket doch an eur geschlechte, Das mit dem reichen kläglich thut, Der um ein tröpflein maffers schreit. Ach denkt doch an die ewigkeit! 6. Ja, ihr unglaubensvolle sünder, Die nur ein leerer schein ergeßt, Und die ihr Gottes liebste finder Für thoren und betrogne schäßt; Daher auch keine bosheit scheut; Ach denkt doch an die ewigkeit! 7. Jhr werdet euch einst selbst verfluchen, Wenn ihr bei den verdammten steht; Und dann um4. Vergnügt ihr euch an sonst erlösung suchen, Wenn alle Sodoms freuden, An fleisches- marter auf euch geht: Gott hat Von der Ewigkeit.no 3. O ewigkeit, du währest lang! Wird mir gleich oft auf erden 8. Jhr aber, ihr verfolgte from- bang, Weiß ich, daß dies aufmen! Könnt ihr in dieser jam- böret: Erwäg ich aber jene zeit merwelt Zu keiner ruh und frie- Der ewig langen seligkeit, Die de kommen, Wenn unglück häufig unaufhörlich währet; So acht ich auf euch fällt, Ja wenn euch alles alles leiden kaum Als einen furelend dräut; So denkt nur an zen schweren traumi. die ewigkeit. 602 euch längst damit gedräut. Ach denkt jetzt an die ewigkeit! onl 19. Die lust der welt muß bald vergehen, Sie habe noch so schönen schein; Hingegen eure wird bestehen, So lange Gott selbst Gott wird sein. Dort ist der steg, hier kampf und streit, Hier schmerz, dort freud in ewigkeit. 10. So gebt euch denn allhier zufrieden, Und haltet es für cinen ruhm, Wenn euch hier angst und noth beschieden; Wenn euch bei eurem christenthum Verspottung tod, Und leben in der höchsten von der welt bereit: So tröstet noth, Von gluth und wurm benaeuch der ewigkeit. get! O welch ein heil ist dies allein, Von solcher qual befreit zu sein! 6. Sm himmel lebt der frommen schaar Bei Gott viel tausendtausend jahr, Und werden deß nicht müde: Sie haben mehr als sonnenlicht, Sie sehen Gottes angesicht, Und haben ewig friede, Wo Christus giebt, wie Mel. 39. O ewigkeit, du donner. er verheißt, Das manna, so die 942. ewigkeit, du freu- engel ſpeist. denwort! Wenn 7. Jesus nur mein heil und hort! gier anfang ohne ende! O ewigkeit, freud ohne leid! Ich weiß vor herzensfröhlichkeit Fast nichts mehr vom elende, Das uns in diesem leben quält: Da ich das ewige erwählt. Mit welcher sehnlichen beVerlangt ein mattes herz nach dir, Du höchsterwünschtes leben! Ach bringe mich, mein Gott! dahin, Wornach jetzt seele, muth und sinn Bei diesem anblic Der eitelkeit vergeß ich streben. ganz, So reizet mich des himmels glanz. 8. Fahr hin, du eitle lust und pracht, Die nie das herz recht ruhig macht! Fahr hin, du sündlich wesen, Du stolzer geist, du schnöde brunst, Gold, gut und reichthum, eitler dunst, Und was die welt erlesen, Gleich als ihr 11. Mußt du, mein kummervolles berze! Gleich oft in kreuz und trübsal stehn: Auf! fasse dich im größten schmerze, Laß dir ihn nicht zu nahe gehn. Gedenk in deinem Freuz und leid An Gott und an die ewigkeit. 4. Was ist doch aller christen qual, Die pein der märtrer allzumal, Der jammer aller zeiten? Wenn man es gleich zusammen trägt, Und alles auf die wage legt, Und denn zur andern seiten Des ewgen lebens herrlichkeit; So überwiegt dies jenes weit. 2. Was ist so herrlich in der welt, Das nicht von zeit zu zeit verfällt Und endlich ganz vergehet: Allein das gut der ewigkeit Verzehret niemals eine zeit, Bleibt ohne abnahm stehen. Dies erbe, wie uns Gott verspricht, Vergehet und verwelket nicht. 5. Sieht man denn die verdammten an, Wer ist, der hie es fassen kann, Was sie dort ewig plaget? Nur immer sterben ohne Von der Ewigkeit. 603 einges höchstes gut: Das ewge| Voll schmerzen ausgestanden, Und macht viel bessern muth. auch nach wiederholter frist Aufs 9. Dewigkeit, du freudenwort! härteste gemartert bist; Ist doch Wenn Jesus nur mein heil und kein schluß vorhanden. Die zeit, hort; anfang ohne ende! so niemand zählen kann, Hebt ewigkeit, freud ohne leid! Ich sich dann als von neuem an. weiß fast nichts von traurigkeit, Wenn ich mich zu dir wende. Herr Jesu! gieb mir solchen sinn, Bis ich dort ewig bei dir bin. Melodie 39. 943. enn ewigkeit, du donJesus nicht mein heil und hort; O anfang ohne ende! O ewigkeit, voll qual und leid! Wer weiß vor großer traurigkeit, Wo er sich sonst hinwende. Bedenkt es, sünder! weil ihr lebt, Auf daß ihr nicht zu spät erbebt. 2. Kein unglück ist in aller welt, Das mit der zeit nicht endlich fällt, Und dadurch wird gelindert; Nur die unselge ewigkeit Ist ohne maaße, ziel und zeit, Wird nimmermehr vermindert. mein heiland selber spricht, Ihr wurm und feu'r vergehen nicht. 3. Dewigkeit! du machst mir bang. ewig, ewig ist zu lang! Unsäglich sind die schmerzen. Drum wenn mein geist die lange nacht Zusammt der großen pein betracht't, Erschreck ich recht von herzen: Denn ach! nichts ist ja weit und breit So schrecklich, als die ewigkeit. 6. So lange Gott im himmel lebt, Und ihn der fromme froh erhebt, Wird solche marter währen: Es plagt die bösen angst und wuth, Zorn, schrecken, weh und feuergluth, Und wird sie nicht Wenn Gott nicht verzehren; Sodann nur endet sich wird ewig sein. 7. Ach Gott! du bist und bleibst gerecht, Drum strafest du den bösen knecht Dereinst mit ewgen schmerzen. Den sinn, dem sünde hier gefällt, Nimmt er auch mit in fene welt: Ach nimm es wohl zu herzen, Und merk dabei, 0 menschenkind! Die zeit ist kurz, der tod geschwind. 8. Ach, fliehe doch des teufels strick! Die luft kann wenig augenJa, wie blick, Und länger nicht ergeßen: Und dafür willst du armer dich In jenem feuer ewiglich In größre trübsal segen? Verworfner tausch, bei dem man wagt, Was man in ewger pein beklagt. 9. Wach auf, o mensch! vom sündenschlaf, Ermuntre dich, verlornes schaf! Und beßre bald dein leben: Wach auf, es ist sehr hohe zeit, Es kommt heran die ewigfeit, Dir deinen lohn zu geben. Vielleicht ist jetzt der letzte tag; Wer weiß, wie man noch sterben mag. 4. Und sollte der verdammten qual So manches jahr, als an der zahl Sich vieh und menschen nähren, Als manchen stern der 10. O emigkeit, du donnerhimmel hegt, Als manchen staub wort! Wenn Jesus nicht mein die erde trägt, Und noch viel län- heil und hort; O anfang ohne ger währen: So würde doch der ende! O ewigkeit voll qual und pein zulegt Ein ende, maaß und leid! Wer weiß vor großer trauziel gesetzt. rigkeit, Wo er sich sonst hinwende! Herr Jesu! ach erbarme dich, Bekehre und errette mich. 5. Nun aber, wenn du jenes leid Nach vieler tausend jahre zeit 604 Von der Ewigkeit. Mel. Es ist das heil uns kommen. schuld Von den verfloknen tagen! 944. D u, Gott! du bist der Herr der zeit Und auch der ewigkeiten! Laß mich auch jest mit freudigkeit Dein hohes lob verbreiten. Ein theil der zeit ist wieder hin. Wem dank ichs, Gott! daß ich noch bin? Nur deiner gnad und güte. Und laß mich deine vaterhuld In Christo ferner tragen. Laß mich in deiner gnade ruhn, Und lehre lebenslang mich thun Nach deinem wohlgefallen. 2. Dich, ewiger! dich bet ich an, Unwandelbares wesen! Dich, den kein wechsel treffen kann. Wir werden, sind gewesen, Wir blühen, und vergehn durch dich: Nur du bist unveränderlich, Du warst, und bist, und bleibest. 6. Gieb neue lust und neue fraft Vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, Herr! stets gewissenhaft mit mir und andern handeln. Dein geist belebe herz und muth. Dich, o du allerhöchstes gut! Und nicht die welt zu lieben. 7. Die welt vergeht: dies reize mich Die lust der welt zu fliehen. Um beßre freuden müsse sich Mein geist schon jetzt bemühen! Allhier ist nur mein prüfungsstand; Jm himmel ist mein vaterland: Dahin, Herr! laß mich trachten. 3. Herr! ewig währet deine treu Mit huld uns zu begegnen; An jedem morgen wird sie neu, Mit wohlthun uns zu segnen. Ich kenne feinen augenblick, Da nicht von ihr stets heil und glück Mir 8. Olehre selbst mich, meine zugefloffen wäre. 4. Du hast in jedem lebensjahr Mich väterlich geleitet; Und wenn mein herz voll sorgen war, Mir hülf und troft bereitet. Von ganzer seele preis ich dich: Aufs neue übergeb ich mich, Gott! deiner weisen führung. 5. Vergieb mir die gehäufte 2. Wie schrecklich ist der marterort! Sie leiden ohn erret tung dort, Wo sie der tod stets naget. Der erdkreis heget weit und breit Nicht solchen jammer, zeit Recht weislich auszukaufen. Laß mich die bahn zur ewigkeit Mit heilger vorsicht laufen. Der tage last erleichtre mir, Vis meine ruhe einst bei dir Kein wechsel weiter störet. Kann auch beim Wechsel der Jahre, Wochen und Tage gebraucht werden. A) Von der Hölle. 945. Mel. 39. O ewigkeit, du donnerw. angst und leid, Als die verdammunerbörte höllen- ten plaget. Der schmerz ist un qual! O marter ermeßlich groß, Von allem troft ohne end und zahl! O unaus- und hoffnung bloß. sprechlich leiden! Ach sünder! zit- 3. Man bringe jede marter. tre inniglich, Dein ganzes herzart, Die noch so groß, unleidlich entseße sich, Entsage eitlen freu- hart, Aus aller welt zusammen; den; Ja die betrübte höllen- Man nehme solche tausendmal, pein Muß dir ein trieb zur buße So sind sie dennoch überall Nichts ſein. gegen jene flammen: Das, was nur ängstlich quälen kann, Trifft man daselbst beisammen an. 4. Da wird das schicksal umge fehrt: Den stolzen, den man hier verehrt, Trifft dort die größte 1001 Von der Hölle. 605 schande. Dort folget qual auf Des jammers wurm, der nimsündenlust, Den mammonsknecht, mer stirbt, Das feuer, welches die geile brust Umschließen solche nie verdirbt, Muß er beständig bande, Die bei der übergroßen fühlen. pein Ganz unerträglich schmerzlich sein. 5. O unerhörte höllenqual! marter ohne end und zahl! O unaussprechlichs leiden! Mein Jesu! ach bewahre mich Vor diesen schmerzen gnädiglich, Schenk mir des himmels freuden: Entreiß mich durch dein theures blut, Das mich erlöst, der höllengluth.. 6. Die angst, die sein gewissen hat, Die furcht in seinem herzen, Die pein für manche frevelthat Macht ihm viel tausend schmerzen. Was er gethan, gedacht, gesagt, Das kommt ihm vor, das nagt und plagt Die fündenvolle seele. Mel. Ach Gott vom himmel! sieh. 946.11 ns menschen stehn zwei orte vor, Wenn wir von hinnen scheiden: Der tod eröffnet uns das thor Zu einem dieser beiden. So wie man seine zeit beschließt, Und selber einen auserliest; So wird man ihn erhalten. 2. Der eine ist der freudenort Wo Gott und Christus wohnen: Der andre ist die hölle dort, Die bösen abzulohnen. Da geht es wohl, hier übel zu: Hier ist viel pein, da ewig ruh: Da freude, hier ist weinen. 3. O hölle! welch ein wort ist das? Nichts wird dadurch bedeutet, Als jammer ohne ziel und maaß, als qual, für die bereitet, Mel. Vater unser im bimmeir. Die Gottes schnöde feinde sein, 947, ficher menſch! beDu leFür alle teufel insgemein: Für sünder, die verworfen. 4. Ist irgend eine noth bewußt, Und schrecklich anzuhören: Kann etwas unsre freud und lust In traurigkeit verkehren: Macht etwas schmerzen, noth und pein, Und ein verlangen nie zu sein; So ists die qual der höllen. 7. Die augen, die hier stolz und wild, Die wollustvollen ohren, Der mund, den lügen angefüllt, Der oftmals falsch geschworen, Gespottet und gelästert hat, Die hand voll mord und missethat, Die lasterhaften füße; 8. Ja alle glieder insgemein, Die man mißbraucht zu sünden, Die werden unerhörte pein In ewigkeit empfinden. Sie werden ihre fröhlichkeit Mit desto gröBerm herzeleid Dort ewig büßen müssen. 9. D mensch! das überlege wohl, Was sich dort wird begeben: Dent, was man thun und lassen joll, Und führ ein christlich leben. O vater! lehr uns jederzeit Hier recht zu thun, und jedem leid Der hölle zu entfliehen. 5. Da hat der mensch, kommt er hinein, Ein unaussprechlich quälen: Er leidet unerhörte pein An leib und an der seelen. best hier nicht ewiglich, Du mußt zu deiner zeit davon, Und dann empfängst du deinen lohn; So wie du hier auf dieser welt Dein thun und lassen angestellt. 2. Bedenke doch die ewigkeit, O was für eine lange zeit, Die ohne ende bleibt und ist. Nach dieses lebens kurzer frist Muß da der sünder in der pein Gemartert und gequälet sein. 3. Man nenne so viel plagen her, Von der Hölle. 606 Als sandes ist am weiten meer, Als sternenlichter groß und klein Unjenem kreis des himmels sein; Wär jener schmerzen nur so viel, So hätten sie doch maaß und ziel. 4. Doch in der hölle geht sodann Die marter stets von neuem an: Viel hundert tausendtausend jahr Sind wie der tag der gestern war, Und ach! es wird der harten pein In ewigkeit kein ende sein. 45. Drum werde anders doch gesinnt, mensch! befehre dich geschwind: Laß ab von deiner missethat, Noch ist es zeit, noch für dich rath. Versäumst du dies in dieser zeit, So büßest du in ewigkeit. Mel. Erbarm dich mein, o Herre. 948. Gerechter richter aller Gott, der täglich dräut; Dein zorn, der auf die bösen fällt, Brennt über sie schon in der zeit, Doch trägst du hier noch ihre schuld, Die durch gehäufte sünden schwer; Du harrst und rufest mit geduld Abtrünnige zur wiedertehr. nie 4. Gott! diesen unglücksvollen ort Hast du mit recht für die ersehn, Die deinen himmel, ruf und wort Und des erlösers blut verschmähn. Dies fordert ihrer thaten werth, Denn nähmst du sie zum himmel ein: So würde, da sie unbekehrt, Der himmel ihnen hölle sein. 5. Verbannt vom angesicht des Herrn, Beraubt des himmels seligkeit, Von denen auserwählten fern, Empfinden sie dort qual und leid, Haß, neid, zorn, trauren, furcht und schmerz, Verzweiflung, schrecken, angst und wuth Bestürmen der verdammten herz, Das nie bei seiner bosheit ruht. 6. Ein feuer, welches Gott gebräut, Wird ihres leibes hölle welt! Du bist ein sein, Und nie wird jemals eine zeit Aus diesem ferfer sie befrein. Umsonst ruft da die angst den tod, Er naget sie und tödtet nicht. O Gott! wie groß ist diese noth, Durch die kein strahl des trostes bricht. * 7. Hier, sünder! hast du noch die wahl, Gott hat dir beides 2. Hört aber der verstockte sinn vorgestellt, Den himmel und die Hier deiner guade stimme nicht: ewge qual, Erwähle nun, was So eilt er zum verderben hin, dir gefällt. Kann dich das heil Der allmacht stimm ruft vors ge- der ewigkeit Nicht reizen, daß richt, Und da erschallt des rich- du buße thust: So denk an der ters spruch: Halsstarrige! entfer verdammten leid Und laß von deinet euch; Versinkt zum längst ge- ner sünden luft. drohten fluch; Geht hin von mir ins satans reich. 8. Herr Jesu! der du durch dein blut Von meiner sünden 3. Ein reich von trauriger geschweren last Und von der ewgen stalt! Voll jammer, leiden, angst höllen gluth Erbarmend mich erund noth, Berworfner geister aufenthalt, Wo böses herrscht und ewger tod. Ein pfuhl, wo gluth und schwefel brennt, Wo der verdammten wurm nicht stirbt, Wo geist und leib, von Gott getrennt, Stets martern fühlt und nie verdirbt. lid of humanit löset hast, Dein ruf sucht mich von jener pein Noch gnädig hier zu rück zu ziehn; Ach! laß mich dir auch folgsam sein; Gestärkt durch dich, die sünde fliehn. 9. Regiere mich durch deinen geist, Daß ich stets auf der rechten bahn, Die mir dein wort zum Von dem Himmel. 607 leben weist, Sm glauben stand- schaar der selgen bringt, Die dir, haft wandeln kann; Damit das von allem weh befreit, Das neue ende meiner zeit Mich zu der lied frohlockend singt. B) Von dem Zimmel. Mel. Wer nur den lieben Gott. Mich fühlen, daß ich selig 949. Na ach einer prüfung bin. kurzer tage Führst 7. Da werd ich das im licht du uns, Gott! zur ewigkeit. erkennen, Was ich auf erden dunDort endet sich der deinen klage kel sah; Das wunderbar und heiIn himmlischer zufriedenheit. Hier lig nennen, Was unerforschlich übt die tugend ihren fleiß; Und hier geschah; Da denkt mein geist dort reichst du ihr selbst den mit preis und dank Sein schicksal preis. im zusammenhang. 2. Du schenkst dem frommen zwar auf erden Schon manchen selgen augenblick: Doch alle freuden, die ihm werden, Sind ihm noch kein vollkommnes glück. Er bleibt hie schwach, und seine ruh Nimmt in der seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des körpers schmerzen, Bald das geräusche dieser welt; Bald kämpft in seinem eignen herzen Ein feind, der öfter siegt, als fällt. Bald sinkt er durch des nächsten schuld In fummer und in ungeduld. 4. Hier, wo die tugend oftmals leidet, Das laster oftmals glücklich ist, Wo man den glücklichen beneidet, Und des bekümmerten vergißt: Hier kann der mensch nicht frei von pein, Nie frei von eigner schwachheit sein. au 5. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden; Dort werd ich heilig und verklärt, Der tugend ganzen werth empfinden, Den unaussprechlich großen werth. Dich, Gott der liebe! werd ich sehn, Dich lieben, ewig dich erhöhn. 6. Da wird, o Herr! dein heilger wille Mein will und meine wohlfahrt sein; Und lieblich wesen, heil die fülle Vor deinem throne mich erfreun. Dann läßt gewinn stets auf gewinn 8. Da werd ich zu dem throne dringen, Wo Gott, mein heil, sich offenbart; Ein heilig, heilig, heilig! singen Dem lamme, das erwürget ward; Und cherubim und seraphim Und alle himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der engel schaaren Mich ihnen gleich und heilig sehn, Das nie gestörte glück erfahren, Mit frommen stets fromm umzugehn; Da wird durch jeden augenblick Ihr heil mein heil, mein glück ihr glück. 10. Da werd ich dem den dank bezahlen, Der Gottes weg mich gehen hieß, Und ihn zu millionen malen Noch segnen, daß er mir ihn wies. Da sind ich, Herr! in deiner hand Den freund, den ich auf erden fand. 11. Da ruft( o möchtest du es geben!) Vielleicht auch mir ein selger zu: Heil sei dir! denn du haft mein leben, Die seele mir gerettet, du! Gott! wie muß dies glück erfreun, Der retter einer seele sein! 12. Was seid ihr leiden dieser erden Doch gegen jene herrlichfeit, Die an uns offenbar soll werden Von ewigkeit zu ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen sie, Ist doch ein augenblick voll müh! 608 Von dem Himmel. d Mel. Von Gott will ich nicht. Von roste und von motten, Und 950. Wie lieblich ist dort von der biebe rotten; Es bleibt mir immerdar. oben wohnung bei dir, Gott! Da wir ohn ende loben Dich, o Herr Ze8. Hier bin ich oft von leuten Verlassen und allein: Ich muß auch Daß ich dahin gelange, Rub nach dem leid empfange, Das mich allhie beschwert. menschen sein. Ist noch ein frommes berz, Das ich ungern möcht missen; Wirds doch von mir gerissen Nicht ohne herben schmerz. 2. Hier habe ich zu streiten, Weil bei mir böse lust Einschleicht 9. Dort aber find ich wieder von allen seiten, Oft ohne mein Die frommen allzumal; Dort liebewußt: Die seßt mir denn so bet mich der brücer Und heilgen zu, Daß ich mich unterweilen große zahl: Die engel werren sichy Von ihr laß übereilen, Und manche Mein selber da nicht schämen, funce thu. Mich willig zu sich nehmen, Um 3. Dort wird nicht mehr empfun-| mich sein ewiglich. den Des fleisch- und geistes krieg; 10. Hie muß ich oft erdulden Dann hab ich überwunden Durch Verachtung, schmach und hohn: Christi tod und sieg: Ich kann| Oft ernt ich ohn verschulden Für da meinen Gott Von ganzem herzen lieben, Erfüllen und stets üben Das größeste gebot. wohlthun schlechten lohn; Der menschen gunst und ehr Sich insgemein bald endet: Eh man die hand umwendet, hat man davon nichts mehr: 4. Hier hab ich manche plage, Müh, arbeit, sorg und last: Hier hab ich nacht und tage Oft wenig rub und rast. Ist ein anliegen hin; Muß ich aufs andre denken, Und dadurch oftmals kränken Leib, seele, muth und sinn. 11. Da dort im himmelsthrone, Aus unverdienter gnad, Mir Gott die ew'ge krone Schon vorbehalten hat: Kein auge hat gesehn, Kein ohr hat je vernommen, Es ist in kein herz kommen, Was uns da wird geschehn. 5. Dort werd ich von nichts wissen, Das mir zuwider sei: Und immer ruh genießen, Von müh und plagen frei. Sorg, schwachheit, hiß und kält man da nicht mehr erfähret; Was uns allhie beschweret, Ist nicht in jener welt. 12. Wenn ich dies recht betrachte, Vergeß ich alles leid: Für nichts ich denn mehr achte Die welt mit ihrer freud: Ehr, wollust, geld und gut Ist eitel und betrüget; Was ewig bleibt, vergnüget Vollkommen herz und much. 6. Hie muß man oftmals leben In noth und dürftigkeit: Ist uns ein gut gegeben, Stehts in 13. Die hier mit thränen säen, gefahr allzeit: Bon allem, was Mit freuden ernten dort: Die ich hab, Kann ich im tod nichts seufzen hier und flehen, Dort faſsen, Ich muß es alles lassen, jauchzen fort und fort, Ist hier Bis auf ein tuch ins grab. der trübsal viel, Die ich ein zeitlang leide; Weit mehr ist dort der freude, Die ohne end und ziel. 14. Gieb, Herr! daß ich auf erden Mich sehne stets darnach, 7. Dort hab ich zu empfangen Des guten überfluß: Ich werde es erlangen Ohn mißgunst und verdruß, Auch ist es ohn gefahr S Von dem Himmel. 609 Und nie mag müde werden Bei Vergieb mir, Herr! durch deine allem ungemach. Hab ich mehr gnad Auch diese meine missethat arbeit hier, Wird auch ins him- Ünd andre schwere sünden. mels wohnung Vor andern mehr 3. Allein ich denke jetzt hieran, belohnung Dort widerfahren mir. Und an das fünftge leben: Ich 15. Gieb auch, daß mich nichts rufe dich demüthig an; Du wolziehe Auf breite sündenbahn, Daß lest mir doch geben, Worzu du ich mit sorgfalt fliehe, Was dich mich erschaffen hast, Erlöset von erzürnen kann; Und niemals lasse der sündenlast, Aus lauter gnad ab, Die böse lust zu dämpfen, berufen. Dawider stets zu kämpfen, Weil ich das leben hab. 4. Was mich allhie für sorg ansicht, Die mich noch möchte 16. Hilf, daß mit reinem her- quälen: Will ich, Gott, meine zuzen Ich all mein thun verricht; versicht! Dir einzig anbefehlen; Daß ich nach müh und schmerzen Wenn mir denn leib und seel verDich schau von angesicht, Wo du, schmacht't, So hilfst du, Herr! daß Gott! alles bist, Und lohnest dei- ichs nicht acht, Weil ich dich hab nen knechten, Dort, wo zu deiner im herzen. rechten Stets lieblich wesen ist. 5. Es ist das leiden dieser zeit, 17. Der engel chor wird brin- Wie schwer es auch auf erden, gen Uns da der wollust viel: Nicht werth der großen herrlichWeit besser wird erklingen, Als keit, Die uns darauf soll werden; alles saitenspiel, Das dank- und Wer die erlangt von Gottes sohn, siegeslied, Dadurch man, Herr! Empfängt ganz überreichen lohn dich ehret, Und deinen ruhm Auf sehr geringe arbeit. vermehret In herzens freud und fried. 18. Drum will ich hier auch loben Dich, vater, sohn und geist! Daß du im himmel oben Mir so viel freud verheißt In alle ewigfeit. Du wollst mich nur vom bösen Auf erden bald erlösen. Herr! komm zur rechten zeit. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 951. Gott! wer dieſes 6. Die thränen werden allzumal Von augen abgewischet; Weil stolze ruh im freudensaal Die herzen stets erfrischet; Kein schmerz, fein trübsal, keine pein Wird allda mehr zu finden sein, Nur lauter freud und wonne. 7. Der leib wird leuchten hell und klar, Wie Christi leib verkläret: Und ob er schon von fäulnis So wird er doch im himmelreich, war Durchfressen und verzehret; Den heilgen engeln Gottes gleich, trachtet, der wird finden, Daß 8. Alsdann wird man im neuen solches allenthalben voll Angst, licht Gott, wie er ist, ansehen elend, noth und sünden; Voll Von angesicht zu angesicht: Ach! müh, beschwerniß, sorg und leid, wenn wird das geschehen, Daß Boll schwachheit und voll eitelkeit, dieser hütten irdisch haus Zer Auch wo es noch am besten. brochen wird, und ich daraus Geh in des herren freude? 2. Nun hab ich leider! so viel jahr Dies niemals gnug erwo-* 9. Gott mein vater! höre gen; Es hat die welt mich immer doch Mein sehnliches begehren, dar Mit falschem schein betrogen. Und laß mich hier das sündenjoch 39 610 Von dem Himmel. Nicht lange mehr beschweren: Die lebenswaffer sollen dort Auf Bring mich bald an denselben leib und seele fort und fort Aus ort, An welchem ich werd immer- seiner fülle fließen. fort Ohn sünd und schwachheit leben. 4. Gesegnet bin ich durch sein blut, Das er für mich vergossen; 10. O Gottes sohn, Herr Jesu Dies blut macht allen schaden gut Chrift! Der du vom himmel kom- Un seinen reichsgenossen; Es tilmen, Und wiederum zusehens bist get alle meine schuld, Drum läßt 3um himmel aufgenommen: Hol mir Gott auch seine huld So mich auch nach, und zeige mir reichlich wiederfahren. Die macht und herrlichkeit, die dir Der vater dort gegeben. 5. Gott ist mein vater, ich sein find, Drum kann ich nicht verderben: Die güter, die erworben sind, Soll ich im himmel erben. Ich trage Chrifti ehrenkleid, Ich erbe jene seligkeit, Die hier kein auge siehet. 6. Mir ist von anbeginn der welt Dies erbtheil schon bereitet; Ihm gleichet weder gold noch Das oft zur höllen leitet. erbtheil bleibet ewig mein: lange Gott wird ewig sein, So lange soll ichs haben. 11. heilger geist! regiere mich, Bis ich von hinnen scheide, Daß ich empfinde fräftiglich Den vorschmack jener freude, Die fein mensch je erfahren hat, Und doch von uns, nach Gottes rath, Soll dort genossen werden. * 12. Nun hilf denn, daß ich meinen lauf, Herr Jesu! bald geld, vollende. Ich sehne mich zu dir Dies hinauf, Mach hier ein selig ende. So Komm bald, Herr! und erlöse mich, Denn meine hoffnung steht auf dich: Komm, Jesu! komm in gnaden. Mel. Nun freut euch liebe 2c. 952. Wie froh wird meine Jesus einst wird sagen: Kommt ihr gesegneten herein, Befreit von allen plagen, Kommt, erbet meines vaters reich, Das er bereitet hat für euch, Eh er die welt erschaffen. 7. Drum, o mein herz! verzage nicht In deinem Freuz und leiden: Dein Jesus ist dein trost und licht, Nichts kann dich von ihm scheiden. Das kurze leid, das dich beschwert, Ist jener herrlich. Zu der wir kom. men sollen. 8. Da wirst du Gott von angesicht zu angesichte sehen: Wie wohl wird dir bei diesem licht In ewigkeit geschehen! Du wirst befreit von aller pein, Gesegnet in dem Herren sein, Und dich dann ewig freuen. 2. Wie froh werd ich zu Jesu gehn, Zum freunde meiner seelen! Ich werd vor ihm verkläret stehn, Mich wird mehr len; Das auserwählte Gottes- 953. lich selig Werden Mel. Alle menschen müssen 20. wie Mein und bräutigam Wird ewig mich er- wir im himmel sein! Da, da ernquiden. 3. Der vorschmack muß mich schon allhier Im gnadenreiche laben; Im himmel soll ich für und für Das brot des lebens haben. ten wir unzählig Unsers glaubens früchte ein. Da wird, ohne leid und zähren, Unser leben ewig wäh. ren. Gott! zu welcher seligkeit Führst du uns durch tiese zeit. 08 611 2. Hier ist zwar, was du den frommen Dort für glück bereitet mabast, noch in feines herz gekom 8. Sei, o feele! hoch erfreuet Ueber das erhabne glück, Das dir einst dein Gott verleihet! Nichte men. Welcher mensch auf erden deines glaubens blick Oft nach s! fast Deines himmels herrlichkei- jener stadt der frommen Mit dem uten? Doch nach dieses lebens zei- ernst, dahin zu kommen. Trachte, all ten Werden alle, die dir traun, weil du hier noch bist, Nur nach Mehr noch, als sie hoffen, schaun. dem, was eroben ist. 3. Neue wunder deiner güte Werden da ihr glück erhöhn. Mit erstaunendem gemüthe Wird dann unser auge sehn, Deine huld sei überschwänglich, Und die wohl. fahrt unvergänglich, Die dem, der dich redlich liebt, Deine vaterhid hand dort giebt. Do 8 Von dem Himmel. $ 0 an 4. Dann wirst du dich unsern feelen Offenbaren, wie du bist. Keine wonne feblen, Da, wo alles wonne ist. Zu vollkommnen seligkeiten Wird uns dort der mittler leiten, Der uns dieses glück erwarb, Als am freuz er für uns starbed sale 5. Da wird deiner frommen menge Ein herz, eine ſeele sein, Dienst und dank und lobgesänge Dir, erhabner Gott! zu weihn; Dir, und dem, der selbst sein leben Willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten freund, Sine wir ewig dann vereint. 6. O wer sollte sich nicht seh9. Ohne heiligung wird keiner, Herr! in deinen himmel gehn. O so mache immer reiner Hier mein herz, dich einst zu sehn! Hilf cu selber meiner seele, Daß sie nicht den weg verfehle, Der mich sicher dahin bringt, Wo man ewig dir lobsingt. Mel. 28. O vaterberz, o licht zc. 954. Es ist noch eine ruh vorhanden, Auf, müdes herz, und werde licht! Du seufzest bier in deinen banden, und deine sonne scheinet nicht. Sich auf das lamm, das dich mit freuden Dort wird vor seinem stuhle weiden, Wirf hin die last und eil herzu. Bald ist der schöne tampf geendet, Bald ist der saure lauf vollendet, So gehst du ein zu deiner ruh. 2. Gott hat dir diese rub erfohren, Die ruh, so nie ein ende nimmt; Eh noch ein menschenWo, nach ausgeweinten thränen, uns schon bestimmt, Der heiland Ewge güter uns erfreun; Wo sich wollte darum sterben, Uns diese unser kampf in palmen, Unser ruhe zu erwerben; Er ruft, er flagclied in psalmen, Unsre angst locket weit und breit: Ihr müden in lust verkehrt, Die seelen und ihr frommen! Verfummer stört. säumt nicht, heute noch zu kommen 3u meiner rube lieblichkeit. forthin kein 7. Was ist unser loos auf erben? Obs auch noch so köstlich 3. So kommet denn, ihr matten fei, fts doch nie ganz von be- seelen, Die manche last und bürde schwerden, Sorgen, furcht und drückt! Eilt, eilt aus euren fumfummer frei. Schnell folgt bier merhöhlen, Geht nicht mehr frumm auf lust oft weinen: Dort nur und sehr gebückt, 3hr habt des wird die zeit erscheinen, Wo kein tages laft getragen, Dafür läßt wechsel mehr uns bengt. Wo das euch der heiland sagen: Ich will glück beständig steigt. selbst eure rube sein. Ihr seid om in 39* Von dem Himmel. 612 sein volk, gezeugt von oben, Ob Mel. O Gott, du frommer Gott. ſünde, welt und teufel toben; Seid 955. Was frag ich nach nur getroft und gehet ein. 4. Was mag wohl einen kranken laben, Was stärkt den müden wandersmann? Wo jener nur ein bette haben Und sanft auf solchem ruhen kann;. Wenn dieser sich darf niedersehen, An einem frischen brunn ergeßen; So sind sie beide schon vergnügt. Doch dies sind furze ruhestunden. Es ist noch eine ruh erfunden, Wo man in Christi armen liegt. Der himmel steht mir offen; Und was mich Jesus da Für wonne läffet hoffen, Hat mir sein wort bereits Drum Im spiegel vorgestellt. sprech ich glaubensvoll: Was frag ich nach der welt? 2. Mein geist ist höchst erfreut, Wenn er daran gedenket, Mit was für wollust ihn Dort Jesus labt und tränket; Den vorschmack hab ich schon; Und mein erfreu5. Da wird man freudengar- ter sinn Erhebt von dieser welt ben bringen, Denn unsre thränen- Sich ganz zum himmel hin. saat ist aus. O welch ein jubel 3. Uch möchte doch mein wunsch wird erklingen, Welch danklied Bald in erfüllung gehen, Dich, füllt des vaters haus! Schmerz, liebster seelenfreund! Von ange seufzen, leid, tod und dergleichen sicht zu sehen; Ist meine zeit bald Muß fliehn und ewig von uns hin? Wenn ist das ziel gestellt. weichen. Es wird das lamm, das Da sich mein lauf beschließt? wir da sehn, Uns aus dem lebens- Wenn geh ich von der welt? brunn erfrischen, Die thränen von den augen wischen: Wer weiß, was sonst noch soll geschehn! 4. Hinweg, du eitelkeit! Hinweg, du lust der erden! Mein geist kann nimmermebr Durch dich 6. Kein durst und hunger wird vergnüget werden. Mir gilt kein une schwächen, Denn die erirdisch gut, Das mich zurücke hält: quickungszeit ist da. Die sonne Was jener freude gleicht, 3st gar wird uns nicht mehr stechen, Das nicht auf der welt. lamm ist seinem volke nah: Es will selbst unter ihnen wohnen, Und ihre treue wohl belohnen Mit licht und trost, mit ehr und preis. Es werden die gebeine grünen, Der große sabbath ist erschienen, Da man von keiner arbeit weiß. 7. Da ruhen wir und sind im frieden, Und leben ewig sorgenum 5. Was frag ich nach der welt? Bald öffnen sich die thüren, Wodurch die engel mich zu meinem Jesu führen. Die stätte seh ich schon, Die er für mich bestellt; Drum sag ich noch einmal: Was frag ich nach der welt? Melodie 40. los. Ach faffet dieses wort, ihr 956. Ermuntre dich, bes müden! Dies heil ist unausflemmter geist! Und sprechlich groß. Ach flügel her! laß dein banges klagen, Das dir wir müssen eilen, Und uns nicht nur muth und kraft entreißt: Du länger hier verweilen, Dort war- sollst dich einmal wagen, Dich, tet schon die frohe schaar. Fahr wie ein wie ein adler, aufzuſchwingen, hin, mein geist! zum jubiliren, Und in des himmels glanz zu Umgürte dich zum triumphiren! Auf! auf! es kommt das ruhejahr. sting and dringen Weit über sterne, sonn und mond, Wo Jesus, dein versöhner, wohnt. t Ha 50 Von dem Himmel. Jatonbox 30 613 2. Willst du dein traurig ange-| Es werden selbst die cherubinen sicht nur auf dein elend heften? Der braut des großen königs dieWas wunder, daß dirs denn ge- nen, Weil dieser, der sie bricht Un freudigkeit und kräf- liebt, Ihr theil an seinem glanze ten? Weg mit den augen von den giebt. sachen, Die deinen kampf nur 8. Da siehest du die große schwerer machen: Nur da voll schaar, Die deinen mittler ehret, glauben hingeschaut, Wo dir dein heiland hütten baut. 3. Ist dir das kleinod noch zu klein, Aufs blut darum zu streiten? Du sollst ein erbe Gottes sein Und seiner herrlichkeiten, Du sollst nicht so, wie Moses stehen Und Kanaan von ferne sehen, Ach nein! du wohnst da für und für; Was Jesus hat, das giebt er dir. Aus deren mund man immerdar Das heilig! heilig! höret. Du wirst mit in die reihen treten, Das böchste wesen anzubeten, Da bringt dein ewig muntrer fleiß Dem vater ruhm, dem lamme preis. 9. Was wird da für ein strom der lust Durch alle glieder dringen! Wie wird in der jetzt bangen brust Das herz vor freuden springen! Und, was die sinnen übersteiget, Und jenes lebens werth recht zeiget, 3st, daß defselben süßer schein Wird ewig, ewig, ewig sein. 10. Auf, auf, mein geist! entschließe dich, Bis in den tod zu kämpfen: Erlege was dir hinderlich und deinen muth will dämpfen: Willst du den kranz der ehren tragen, So mußt du was für Jesum wagen. Es wird die frone, die so schön, Nur auf der 4. Angst, klagen, jammer, weh und leid Wird wie ein rauch verfliegen. Du wirst im schoof der ewigkeit Vergnügt und ruhig liegen. Die thränen, die sich hier ergießen, Die werden dort nicht weiter fließen. Der schweiß, der sich damit vermischt, Wird dort vom vater abgemischt. 5. Da wirst du an das meer geführt, Das keine grenzen kennet, Wo man im überfluß verspürt, Was man nur anmuth nennet. Jest mußt du dich mit tropfen sieger haupte stehn. laben: Dann sollst du volle gnüge haben, Von solcher lust und seligMel. Wie schön leucht't uns der. feit, Die göttlich, und sich stets 957. Mein ganzer geift, verneut. 6. Da wirst du deinen vater sehn, Und deinen bruder finden: Sein glanz wird dir durchs herze gehn, Und deine gluth entzünden. Du wirst in steter liebe brennen, Wenn du die schönheit wirst erkennen, Dafür der erden pracht und schein Nur staub und todte dort ist, mich will erheben. kohlen sein. zückt, Wenn er nach jenem himmel blickt, Den du für uns bereitet; Wo deine milde vaterhand Aus neuen wundern wird erkannt, Die du daselbst verbreitet. Mächtig Fühl ich mich erhoben, Dich zu loben, Der zum leben, Das 2. Was sind die freuden dieser 7. Die engel Gottes werden zeit, Herr! gegen jene herrlichdich, Als ihren bruder, grüßen, keit, Die dort bei dir zu finden? Und dich, mein geist! gar freund- Du stellst uns hier auf erden schaftlich zu ihre mitte schließen. zwar Viel wunder deiner güte 614 Von dem Himmel. dar, Zum fröhlichen empfinden. entzückung sehen. Da wird, Mein Doch hier Sind wir Bei den hirt! Von den freuden Nichts freuden Noch mit leiden Stets mich scheiden, Die du droben umgeben. Dort nur ist vollkomm-[ Deinen freunden aufgehoben. nes leben. 8. Wie herrlich ist die neue 3. Kein tod ist da mehr, und kein welt, Die Gott den frommen grab, Dort wischest du die thränen vorbehält! Kein mensch kann sie ab Von deiner finder wangen. erwerben. O Jesu! Herr der Da ist fein leid mehr, fein ge herrlichkeit! Du hast die stätt schrei, Denn du, o Herr! machst auch mir bereit't. Hilf sie mir alles neu; Das alte ist vergangen. auch ererben. Laß mich Eifrig Hinfort Sind dort Von gerechten Darnach streben. Und so leben Gottes knechten Keine plagen Auf der erde, Daß ich dort dein Mehr zur prüfung zu ertragen. erbe werde. 4. In unsers Gottes heiligthum Schallt seines namens hoMel. Wer nur den lieben Gott. her ruhm Bon lauter froben zun: 958. Dort ist die rechte rub gen. Hier die herrlichkeit vorhanden Für jedes Herrn; Hier schaut man sie den Gott ergebnen geist, Wenn nicht mehr von fern; Hier wird er sich dieses körpers banden, sie ganz befungen. Völlig Giebt Nach Gottes willen, einst entsich Den erlösten, Sie zu trösten, reißt. Und nun nicht mehr so Der zu kennen, Den sie hier schon eingeschränkt. Als hier auf erden lebt und denit. vater nennen. 5. Vor seinem antlig wandeln sie, Auf ewig frei von aller müb, Und schmecken seine güte. Hier stört den frieden ihrer brust, Und ihre tausendfache lust Kein feindliches gemüthe. Kein neid, Kein streit Hemmt die triebe Reiner liebe Unter seelen, Die hinführö nicht mehr fehlen. 3. Wie mütter ihre finder trö* sten, So fegnet mit zufriedenheit 6. Gott! welche schaar ist dort Auch deine guade die erlösten, vereint! Die frommen, die ich Nach überstandner prüfungszeit. hier beweint, Die find ich droben Du selbst machst ihnen offenbar, wieder. Dort sammlet deine va- Wie gut stets deine führung terhand, Die deine liebe hier war. verband, Herr! alle deine glieder. 4. Da schweigen alle ihre klaEwig Werd ich, Frei von män- gen; Da bringt, mit frohem lobgeln, Selbst mit engeln Freund- gesang, Selbst für die ausge fcbaft pflegen. D! ein umgang standnen plagen Dir ihre feele soller segen. preis und dank. Nan jauchzen 7. Wo ist mein freund, des höch- sie: es ist vollbracht! Der Herr sten sohn, Der mich geliebt? wo hat alles wohl gemacht. glänzt sein thron? In jenen himerwartet sie kein melshöhen, Da werd ich dich, leiden, Kein schmerz und keine Herr Jesu Chrift! So menschen schwachheit mehr. Gott führt sie freundlich, als du bist, Auch mit zu vollkommnen freuden Und frö. 5. Fortan 2. Die, Herr! zu dieser rube fommen, Wie selig sind doch alle die! In deinen himmel aufge nommen, Rubn sie von dieses lebens müh. Nach aller last, die sie gedrückt, Wird ewig nun ihr herz erquickt. Von dem Himmel. 615 net sie mit preis und ehr. O menschlicher verstand Ergründet unaussprechlich süße rub! Wie herrlich, höchster! segneft du! und gefunden: Dort wird mirs flar und recht bekannt, Und wie in ihm verbunden Die gottheit und die menschheit.da 6. Wer kann hier deine gnade fassen? Du willst den, der dich redlich liebt, Nicht ewig in der 4. Niemand kann hier der engel unruh lassen, Die dieses leben zahl und ihre ordnung kennen; noch umgiebt. O mach auch mich Dort werde ich sie allzumal Stets noch in der zeit Geschickt zu diesehn und freunde nennen. ser seligkeit. 7. Mein heiland, der du selbst auf erden Der leiden joch getragen hast! Will ich des lebens müde werden, Und fühl ich dieser tage last: So stärke mächtig meinen geist, Daß er dem unmuth sich entreißt. Jø werde dort erst würdig sein, Herr! deinen ruhm zu mehren, Wo diese heilige gemein Dir, großer Gott! zu ehren Singt: heilig, heilig, heilig! 8. Gieb, daß in hoffnung jener ruhe, Die Gottes volf verheißen ist, Jch gern des vaters willen thue, Wie du darin mein vorbild bist; So crnt' ich von der last der zeit Einst völlige zufriedenheit. 5. Es werden sein in solcher reih Die väter und propheten: Apostel, märtyrer dabei, Die sich hier lassen tödten; Auch die, so die geduld bewährt In trübfal, noth und plagen, Jm leiden ihren Herrn geehrt, Die werden jauchzend sagen: Das lamm hat überwunden. 6. Von deinem lob, Herr! kann mein mund Allhier nur etwas lallen: Dort laß ich es vont ich ganz mit neuer herzensgrund Und allezeit erschalfraft Sein angethan bort oben, und in der engel brüderschaft Obn unterlaß dich loben; Das stückwerk hat ein ende. Mel. Christ unser Herr zum 2c. jener welt voll 959. von allen sünden, Von schwachheit, noth, gefahr und leid Mich ganz befreiet finden. Da gehe ich zur ruhe ein Von dieser welt beschwerden: Jedoch noch seliger zu sein, Soll ich gewürdigt werden, Gott, wie er ist, zu schauen. 2. Daß Gott dreifaltig, und zugleich Nur einig ist im wesen, Wird aus dem wort im gnadenreich Gelehret und gelesen: Von herzen gläube ich es zwar; Doch wie es mag zugehen, Ist mir allhie nicht offenbar: Dort werd ich erst verstehen Dies höheste geheimniß. 7. Wenn ich bei mir in meinem sinn Dies alles recht betrachte; So sehne ich mich bald dahin, Dagegen ich verachte Die ehr und wollust dieser welt, Und alle ihre schäße, Die eitelkeit mir nicht gefällt, So sehr sie auch ergeße, Ich hab lust abzuscheiden. * 8. So fomm, o Jesu! wie ich nu Mit seufzen dein begehre: Und mich der wahren freud und ruh In deinem reich gewähre. Herr Jesu! dir befehl ich mich In deine treue hände: Hilf, daß ich alles seliglich Durch dich allhier vollende: Komm, Jesu, mein 3. Wie Jesus Christus Gottes sohn Ein mensch hat können werden, Und wie Gott selbst vom himmelsthron Ein knecht ward auf der erden: Hat nie ein erbarmer! 616 VIII. Morgenlieder. Morgen-, Tisch- und Abendgesänge. Morgenlieder. od tam mthir G inds 19 I. Mel. Was Gott thut, das ist 2c. 960.Die ie nacht ist hin, wach auf mein herz! Ein opfer Gott zu bringen, Laß die gedanten himmelwärts Sich zu dem höchsten schwingen. Denn Gottes treu Ist wieder neu, Als die dir licht und leben Von neuem hat gegeben. 2. Des opfers lieblicher geruch Steig zu des schöpfers throne: Komm, bitte segen für den fluch, In Christo seinem sohne: Der öffnet dir Die gnadenthür; Drum Fannst du auch im beten Zu Gottes herzen treten. weil ich gar nicht wissen mag Das ende meiner zeiten: So gieb, daß ich Mich stetiglich Im glauben, buß und reue Des leßten tages freue. Mel. Werde munter mein gemüth. 961. Gott, du licht, das ewig bleibet, Das ohn allen wechsel ist, Das die finsterniß vertreibet, Der du bleibest, wie du bist! Ich verlasse meine rub; Nufe: werde licht! mir zu, Daß ich, der ich gleich der erde, Durch dein licht verkläret werde. 2. Wecke, da der leib erwachet, Auch die seele geiftlich auf! Gieb ihr, was sie tüchtig machet, Richt und leite meinen lauf. Laß mich sein des lichtes kind, Hilf mir, der ich sonsten blind, Jesu! daß ich geistlich sehe, Und in deinem lichte gehe. 3. Schenke mir, Herr! und gewähre, Was die arme seele stillt. Ach! erneure und verkläre Stets in mir dein ebenbild. Sende mir den geist der kraft, Der ein neues leben schafft, Daß ich himmlisch auf der erde, Und ein geist mit Christo werde. 4. Segne meines standes werke, Und befördre meine pflicht. Bleibe meiner schwachheit stärke, Meines lebens kraft und licht. Laß mein lebensziel allein Deines namens ehre sein. Hilf, daß ich stets wahre liebe Gegen meinen nächsten übe. 5. Führ mich einst zu jenem lichte Deiner höchsten majestät, Wo vor deinem angesichte Die verklärte seele steht Heller, als der sonnenschein, Schön, unsterblich, engelrein: Laß sie sein mit dir vereinet, Wenn mein letzter 3. Du sonne der gerechtigkeit! Vertreib die nacht der sünden: Laß mich bei dieser morgenzeit Den tau der gnade finden. Hast du die nacht Mich wohl bewacht; So sei auch nun am tage Ein schuß vor aller plage. 4. Das gute wende du zu mir, Das böse laß mich fliehen. Laß deine hand mich für und für Zu dir gen bimmel ziehen. Gieb rath und that So früh als spat Zu allen meinen werken; Laß deinen geist mich stärken. 5. Jdb werfe meine last auf dich, Ach hilf sie treulich tragen; Machs wie du willst, nur seliglich. Mit dir will ich es wagen. Kein freuz ist mir zu schwer bei dir. Ich küsse deine ruthen; Sie leiten stets zum guten. 6. Du bist mein Gott, das weiß ich wohl, Laß mich nur dein verbleiben, Und was ich heut verrichten soll, Zu deinen ehren treiben. Dein segen blüh Bei meiner müh, Daß, wenn ich fleiß anwende, Ichs bring zum guten ende. 7. Laß auch die meinen diesen tag Dein gnadenauge leiten. Und tag erscheinet. ise Morgenlieber. Mel. Herr Christ der einge 2c. ruh bewacht, und durch den reich962. Herr err Gott! nun sei gepriesen! Du hast in dieser nacht Durch deinen schuß erwiesen, Wie treulich du gewacht: Du wolleft beut auch geben, Was mir und meinem leben Zum segen thum seiner gnaden Zu seinem preise tüchtig macht. Ich bin vergnügt, ich bin erquickt, Erwarte, was Gott heute schickt. dienen kann. sto 2. Gieb mir ein gut gewissen, 3. Sein guter geift woll mich regieren; Er leite mich auf ebner bahn, Und helfe mir mein werk vollführen, In seinem namen fang Das von der bösen welt Und ih- ichs an. Sein segen wird mein ren ärgernissen Sich unbefleckt be- sonnenschein, Und seine huld mein bält; Daß ich des fleisches lüfte, schatten sein. Als ein rechtschaffner christe, Stets überwinden mag. 4. Mein Gott! so laß dich gnädig finden, Dir hab ich alles heimgestellt: Ach! nur behüte mich vor sünden: Doch wenn das fleisch aus schwachbeit fällt. So richte mich durch Jesum auf, Und heilge meinen lebenslauf. 5. Weil mancher unsrer lebenstage Auch seine plage mit sich führt: So gieb, daß ich ja nicht verzage, Wenn mich auch heut ein leiden rührt: Deck mich durch deine gnadenhand, So wird es glücklich abgewandt. 6. Nun feel und leib sei dir ergeben, Bei dem sie wohl verwahret stehn. Und soll der rest von meinem leben Noch diesen tag zu ende gehn; So mache du eurch Christi blut Auch meinen lesten abschied gut. 7. Wohlan, des tröst ich mich im glauben: Im glück und unglück bin ich dein, Aus deiner hand kann mich nichts rauben; Drum soll mein steter denkspruch sein, Der mir im sinn und herzen liegt: Was mein Gott fügt, macht mich vergnügt. 3. Gieb mir ein fröhlich herze, Damit ich alles leid In dir getrost verschmerze, Daß keine traurigkeit Den muth mit sorgen breche, Noch meine hoffnung schwäche, Die sich auf dich verläßt. 4. Gieb mir ein treu gemüthe, Das redlich denkt und liebt, Das auch mit aller güte Den armen bilft und giebt; Das ehr und tugend suchet, Und alles das verfluchet, Was dir ein gräuel ist. 5. Gieb mir auch gute freunde, Sie sind ein großer trost; Und wären etwa feinde Durch neid auf mich erbost; So wollst du sie bekehren, Und mir ein herz bescheren, Das wahre freundschaft hält. 6. Gieb mir, was du willst geben, Ich will zufrieden sein, Und dir nicht widerstreben; Gieb mir nur dich allein. Denn kann ich dich nur haben, So hab ich alle gaben, Weil du mir alles bist. 500 617 Mel. Wer nur den lieben Gott. 963. Ermuntert euch erquickte glieder: Die dunkeln schatten sind vorbei; Der liebe Mel. 33. Straf mich nicht in 2c. morgen zeigt sich wieder, und 964. Nh ermuntre A ch dich, mein geist! Bei den frühen stunden, Da sich licht und sonne weist, Da die nacht verschwunden. Weißt du nicht Deine pflicht; Willst du nicht mit machet Gottes güte neu, Die mich in dieser nacht bedeckt, Und nun zur arbeit aufgeweckt. 2. Gott lob! der mich vor allem schaden Bei meiner stillen 880 618 singen Gott eins opfer brin susild igr gen? Morgenlieder.d 10. Soll auch meines lebens band Diesen tag zerspringen; Som 2. Gott! mein herz lobsinget wird Jesu starke hand mir auch im dir, Sei du hoch gepriesen Für helfen ringen. Jesu pein Soll die wohlthat, die du mir Diese allein Auf dem sterbeküssen Mei- lin nacht erwiesen: Deine fraft Hat nen tod versüßen. non ninism verschafft, Daß ich ohne weinen Seh die sonne scheinen. 3. Finsterniß und ſchwarze nacht Doch da du für mich gewacht, Bin ich noch im leben. Deine treu Stand mir bei, Welt und satans tücke Hieltest du zurücke. 4. Laß mich, Herr! auch diesen tag Deine güte spüren. Gieb, daß ich mein leben mag Dir zu ehren führen. Lehre mich, Daß ich dich Ueber alle schäße Dieser erden sehe. 5. Lehre mich den falschen schein Dieser welt verachten, Lehre mich nach dir allein Stets am ersten trachten. Wenn die welt Neße stellt, Herr! so bilf mir kämpfen Und das böse dämpfen. 6. Hilf, daß ich die alte schuld Nicht noch mehr erhöhe: Doch hab auch mit mir geduld, Wenn ich mich vergehe. Rühre mich Kräftiglich, Daß ich gleich in buße Falle dir zu fuße. 7. Gieb, daß ich den sündengift Stets mit forgfalt meide, Und, wenn mich ein unfall trifft, Stets geduldig leide: Doch, o Gott! Laß in noth mich nicht unterliegen, Hilf mir sie besiegen. 8. Laß mich mein beschieden theil Bis ans enden finden; Sei, o Gott! mein schuß und heil Bei den unglückswinden. Steh mir bei, Herr! verleih, Daß ich bis zum grabe Dich vor augen habe. 9. Segne, was ich red' und thu, Laß es wohl gelingen, Und mich in gewissensrub Meinen lauf vollbringen; Bis ich dort Dir, mein hort! Mit den seraphinen Ewig werde dienen. Mel. Nun laßt uns Gott dem ac m 965.Wach auf mein herz! und schöpfer aller dinge, Dem geber aller güter, Des menschen treuem hüter. IRUD 2. Heint als die dunklen schatten di Mich ganz umgeben hatten, Hats Gottes schuß verwehret, Daß michur kein leid versehret. 3. Ja, da so viele schrecken Bei nacht mich können wecken, Hast date du, Herr! mich bewachet Und alles gut gemachet. 4. Mit göttlichem erbarmen din Bedecktest du mich armen, Schlaf, pla sprachst du, ohne grauen, Du sollst die sonne schauen. 5. Dein wort ist nun geschehen, Ich kann das licht noch sehen, Von noth bin ich befreiet, Die fräfte sint verneuet. 6. Du willst ein opfer haben Hie bring ich meine gaben, Und opfere dir wieder Mein herz und meine glieder. 7. Die wirst du nicht verschmäben, Du wirst das herz ansehen, Und weißt wohl, daß zur gabe Ich ja nichts beffers habe. 8. Dein wert wollst du vollenden Und deinen engel senden, Der mich an diesem tage Auf seinen händen trage. 9. Du selber wollst mir rathen In allen meinen thaten, Den anfang, mittel, ende, Ach Herr! zum besten wende. 10. Mit segen mich beschütte, Mein herz sei deine hütte, Dein wort sei meine speise, Bis ich zum himmel reife. miland Morgenlieder. 619 Mel. Alle welt, was lebt und 2c. 966. Gott bes himmels und 967. I will ich bidh loben, Mel. Wend ab deinen zorn 2c. dieser morgenstund O Gott mein vater in dem himmel oben! Was du für gnade mir pflegst zu beweisen, Will ich nun preisen. onde 1037 der erden, sohn und heilger geist! Der uns tag und nacht läßt werden, Conn und mond uns scheinen heißt, Dessen starke hand die welt Und was brinnen ist, erhält: 2. Gott! ich danke dir von herzen, Daß du mich in dieser nacht Vor gefahr, angst, noth und schmerzen Treu behütet und bewacht, Daß auch feines feindes list Meiner mächtig worden ist. 2. Du hast mich an des tags COST licht lassen kommen, Auch durch in die tauf in dein reich aufgenom ramen, Und läsfest mich in deinem mar sohn entbinden Von schuld und E sünden. malou, niale 3. Laß nun auch die nacht der sünden Jetzt mit dieser nacht vergehn: O Herr Jesu! laß dich fin. den Und mich deine wunden sehn, Wo alleine hülf und rath Ist für meine missethat. 3. Du giebst mir auch den heilgen geist darneben, Daß er mich lehr und führ in meinem leben: Damit ich lern auf dich alleine schauen, Und dir vertrauen. emisd ptim 4. Du hast mich allzeit väterlich onl ernähret, Was ich bedurft, mir immerzu bescheeret; Und, wenn mich noth und unglück hat berüh- zid ret, Bald traus geführet. hing ting 5. Jest hast du auch durch deind ner engel schaaren Mich lassen in verwichner nacht bewahren, Daß mich darin fein unfall hat erschrecket, Noch aufgewecket. 6. D Herr! mit meinem munde und gemüthe Erzähl und rühm and ich solche große güte, Die ich empfangen hab an allen enden Aus deinen händen. 7. Ich bitt, du wollest über mir fort walten, und mich auch heute diesen tag erhalten, Daß ſatan nicht durch seine list und pfeile Mich übereile. 4. Hilf, daß ich mit diesem morgen Geistlich auferstehen mag, Und für meine secle sorgen; Daß, wenn nun dein großer tag Uns erscheint und dein gericht, Ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr! und leite Meinen gang nach deinem wort: Sei und bleibe du auch heute Mein beschüßer und mein hort: Nirgend, als bei dir allein, Kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen leib und meine seele, Und was du mir zugewandt, GroBer Gott! ich dir befehle Unter deine starke hand. Herr, mein schild, mein ehr und ruhm! Nimm mich auf, dein eigenthum. 7. Deinen engel zu mir sende, Welcher aller feinde macht, List und anschlag von mir wende, Und mich halt in guter acht, Der auch endlich mich zur ruh Bringe nach dem himmel zu. 9. Herr! laß in deinen schuß * 8. Höre Gott, was ich begehre, sein eingeschlossen Leib, seele, Bater, sohn und heilger geist! freund, verwandte,( Leib, seele, Meiner bitte mich gewähre, Der ebgatt, finder) bausgenoffen, Und du selbst mich bitten heißt; So was ich sonst durch deine milde will ich dich hier und dort Herzlich! gabe Auf erden habe. preisen fort und fort. 8. Erhalte mich, wie zusteht frommen christen, Rein von der welt und ihren sündenlüsten: Daß ich auch meinen eignen bösen willen nicht mög erfüllen. mad 29d 208 Morgenlieder. 10. Die obrigkeit erhalt in gu- geses erfüllt, Damit des vaters tem stande, Gieb friede, glück und zorn gestillt. heil im ganzen lande: Behüt uns allerseits, o Herr! aus gnaden, Vor sünd und schaden. 6. Wenn sünd und satan mich anklagt, Und mir das herz vor angst verzagt; Alsdenn macht es 11. Du wollst mich auch an dein mittleramt, Daß mich der diesem tage stärken, Durch deine vater nicht verdammt. fraft in des berufes werfen, Auf 7. Du bist mein fürsprach alle620 daß ich möge in denselben allen Dir woblgefallen. 12. Zulegt verleih, wenn ich aus diesem leiden, Es sei heut oder morgen, werd abscheiden, Daß ich auf Christi tod mag fröhlich sterben, Den himmel erben. 13. So bin ich denn an leib und seel genesen, Und wohl auf dieser welt allhie gewesen: Dort habe ich das rechte kleinod funden, Hier überwunden. 14. Das hilf mir, vater! der du mit dem sohne Und heilgem geist regierst in einem throne: Gieb, daß ich dessen, was ich jetzt begehret, Ja werd gewähret. zeit, Mein heil, mein troft und meine freud; Ich kann durch dein verdienst allein Hier ruhig und dort selig sein. 8. Gott heilger geist, du höchste fraft! Deß gnade in mir alles schafft: Sollt etwas gutes an mir sin, So ist es wahrlich alles dein. 9. Dein ists, daß ich Gott recht erkenn, Jhn meinen Herrn und vater nenn, Sein wahres wort und sakrament Behalt und lieb' bis an mein end: 10. Daß ich fest in anfechtung steh, Und nicht in trübsal untergeh; Daß ich im herzen troft empfind, Zuletzt mit freuden überwind. Mel. Das ist fürwahr ein köstlich. 968.or beinen thron tret ich O Gott! und dich demüthig bitt: Wend dieser doch dein gnädig angesicht Von mir höchstarmen sünder nicht. 2. Es hat, o vater! deine macht Mich an des tages licht gebracht, In dir web', schweb' und lebe ich, Vergehen müßt ich ohne dich. 3. Errettet hast du mich gar oft Ganz wunderbar und unverhofft, Da nur ein schritt, ja nur ein haar Mir zwischen tod und leben war. * 11. Drum dank ich dir mit berz und mund, Gott! in morgenmittagsabend} alle güte, treu und gnad, Die meine seel empfangen hat. 12. Und bitt, daß deine guadenband Bleib über mir heut ( heint) ausgespannt: Beruf, gut, ehr, freund, leib und seel Ich dir in deinen schuß befehl. * 13. Hilf, daß ich sei von herzen fromm, Damit mein ganzes christenthum Aufrichtig und rechtschaffen sei. Nicht bloßer schein noch heuchelei. 4. Verstand und ehr hab ich von dir, Des lebens-nothrurft giebst du mir, Darzu auch einen treuen freund, Der mich im glück und unglück meint. 14. Erlaß mir meine fündenschuld, Und hab mit deinem kind geduld: Zünd in mir glauben an 5. Gott sohn! du hast mich und lieb', 3u jenem leben hoffdurch dein blut Erlöset von der nung gieb. höllengluth, Für mich auch das 15. Ein selig ende mir bescher, stund, Für Morgenlieder. 100 Am jüngsten tag erweck mich,| Und zweifle nicht daran: Gott Herr! Daß ich dich schaue ewig- hört in Christi namen Mein seuflich, Amen, amen, erhöre mich. zen gnädig an: Nun leg ich meine hand An mein geschäft zufrieden, Wozu mich Gott beschieden In meinem amt und stand. 969, Aus [ us meines herzens grunde Sag ich dir lob und dank, In dieser morgenstunde, Darzu mein lebelang. Gott!' von deinem thron Wollst du mit gnaden hören, Was ich zu deinen ehren Dir sing in deinem sohn. 2. Weil du mich, Herr! aus gnaden In der vergangnen nacht Vor noth, gefahr und schaden Behütet und bewacht; Ich bitt demüthiglich, Du wollst die sünd vergeben, Womit in diesem leben Ich oft erzürnet dich. 3. Du wollst auch mich behüten Aus gnaden diesen tag Vors teufels list und wüthen, Vor sünden, schmach und plag, Vor feur und wassersnoth, Vor armuth und vor schanden, Vor krankheit und vor banden, Vor bösem schnellen tod. 4. Mein'n leib, mein' seel, mein leben, Mein ehr und gut bewahr: Dir will ich übergeben Jeßund und immerdar, Als dein geschenk und gab', Die eltern( obern) und verwandten, Auch freunde und bekannten, Und alles was ich hab. 5. Dein' engel laß stets bleiben Und weichen nicht von mir, Den zu der 621 Mel. Herr Jesu Christ! meins. 970," feit, Du hochgelobte heiligste einigkeit: Gott vater, sohn und beilger geist! Auch diesen tag mir beistand leist. 2. Mein seel, leib, ehr und gut bewahr, Daß mir nichts böses widerfahr, Daß mich der satan nicht verley, Noch mich in schand und schaden sey. 3. Des vaters huld mich heut anblick, Des sohnes güte mich erquick, Des heilgen geistes kraft und schein Erleucht mein herz und mach es rein. 4. Mein schöpfer! steh mir fräftig bei, O mein erlöser! bei mir sei, O tröster! weiche nicht von mir, Mein herz mit deinen gaben zier. * 5. Herr! segne und behüte mich, Erleuchte mich, Herr! gnädiglich: Herr! heb auf mich dein angesicht, und deinen frieden auf mich richt. Mel. Aus diesem tiefen grunde. 971. Auf! auf mein geiſt! zu feind nicht hier In diesem jam- der morgen weckt Bedenke, wie merthal Sein' tücke an mir übe, Nicht leib und feel betrübe, Und mich nicht bring' zu fall. von oben Der höchste dich bedeckt; Wie er dich zu bewachen Die engel hergeschickt, Und dich zu deinen jachen Mit neuer kraft beglückt. 6. Gott will ich lassen rathen, Der alle ding' vermag: Er segne meine thaten, Auch an dem heut' gen tag. Ihm bleibe heimgestellt Mein leib, mein seel, mein leben, Und was er sonst gegeben; Er machs, wies ihm gefällt. 2. Dir, dir, und deiner güte, Dir, dir, mein Gott! allein, Dir, dir soll mein gemüthe Dafür auch dankbar sein: Denn du haft mir mein leben Auf diesen tag verneut Und mir bisher gegeben, Was leib und seel erfreut. 7. Darauf so sprech ich amen, 622 TEO welten! 2. Mich selbst ohne nad Wie macht, den. Wer nacht, Un Wie soll ich dir vergelten, Was du gethan an mir? Ich bin zwar zu geringe; Doch nimm dies opfer hin, Nimm hin, was ich dir bringe, Den dir Time ergebnen sinn.i fingen ich und schlief in frie. schafft eie sicherheit der ruhe für die müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein leben zu bewahren? Wer stärkt mein blut in seinem fleiß, Und schüßt mich gefahren? im Dy no 4. Verzeihe mir die sünde, Die ich bisher verübt, Und die ich vor er lehrt das auge seine so noch empfinde, Weil sie mich stets bedecken? seinem tog Morgenlieder. 3. O Herr von allen 5. Send auch auf meinen we gen Mir deine engel zu, Und sprich du selbst den segen Zu allem, was ich thu: Herr! segne nun die kräfte Von deiner himmelshöh, Auf daß all mein geschäfte Erwünscht von statten geh. 6. Gieb mir vor allen dingen Getrosten muth und geist, Das freudig zu vollbringen, Was mein beruf mich heißt. Laß mich in guten tagen nicht übermüthig sein, Und laß mich nicht verzagen, Dringt gleich ein freuz herein. 7. Hilf, daß in meinem stande Ich thu, was dir gefällt, Auch laß mich nicht in schande Gerathen vor der welt. Richt, Herr! mein in ganzes Leben Nach deinem willen ein, Und laß mein haus daneben Von dir gesegnet sein. * 35/ 91 8. Gieb, daß im kreuz und glücke Ich stets so leben mag, Daß ich mich weislich schicke Auf meinen rileßten tag: Und wann der wird einbrechen, So hilf, daß ich erfreut Von herzen könne sprechen: Komm, Herr! ich bin bereit. 12 umgiebt: Verzeihe mir, und dämpfe Au fleischliche begier, Mit der ich täglich kämpfe, Mein Gott! verzeih sie mir. mad -110130 Sita pflicht, Sich sicher zu Wer ruft dem tag und licht, Die seele zu erwecken? 5. Du bist es, Herr der ganzen welt! Und dein ist unser leben. Du bist es, der es uns erhält, Und mirs jetzt neu gegeben. 6. Gelobet feist du, Gott der macht! Gelobt sei deine treue! Daß ich nach einer sanften nacht Mich dieses tags erfreue. 9. Gieb mir ein herz voll zuversicht, Erfüllt mit lieb und ruhe, Ein weises herz, das seine pflicht Erkenn und willig thue. 10. Daß ich als ein getreuer knecht Nach deinem reiche strebe, Gottselig. züchtig und gerecht Durch deine gnade lebe. 11. Daß ich, dem nächsten beizustehn, Nie fleiß und arbeit scheue, Mich gern an andrer wohlergebn Und ihrer tugend freue. #hQ 300 Mel. Ich dank dir schon durch 2c. meinen lauf mit freudigkeit, Wenn and in 12. Daß ich das glück der lebenszeit In deiner furcht genieße, Und Tad 972. Mein erstes sinnen du gebeutst, beſchließe. 7 Laß deinen segen auf mir ruhn, Mich deine wege wallen; Und lehre du mich selber thun Nach deinem wohlgefallen. 8. Nimm meines lebens gnädig wahr; Auf dich hofft meine seele. Sei mir ein retter in gefahr, Ein vater, wenn ich fehle. Erhebe Gott, o seele! Der Herr Mel. Wer nur den lieben Gott. bört deinen lobgefang: Lobsing 973. Mein Gott! nun ihm, seele! es wieder dailado Morgenlieder. morgen, Die nacht vollendet ihren lauf, Nun wachen alle meine sorngen Auf einmal wieder mit mir auf. Die rub ist aus, der schlaf dahin, Und ich seh wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der erde, Wo jeder mensch sein elend hat, Und wo ich immer älter werde, Und häufe sünd und misſethat. Gott! der mich beschützt und nährt, Wär ich doch deiner bliebe werth! 3. Du giebst mir kraft jeßt aufind zustehen: Regier mich ferner in d der welt: Du weißt, was heute wird geschehen; Mach alles so, olwie dirs gefällt. Schließ mich in deine vorsicht ein, Dein will ich tort und lebend sein. 4. Vergieb mir, vater! alle sünden, Die ich vor dir jemals gethan, Und daß ich gnade möge finiden, So siehe meinen mittler an: Denn stehe ich bei dir nur wohl, So geh es, wie es gehen soll. 5. Hilf du in allen sachen rathen, Ich bin mir selbst nicht flug genug. Behüte mich vor missethaten, Vor böser menschen lift und trug. Hilf gutes schaffen, wo ich kann, So wend ich diesen tag wohl an. 6. Behüte mir leib, seel' und leben, Verwandte, freunde, haab 623 2. Wär ich ohne dein erbarmen Eingeschlafen; was für pein Würde mir verlaßnem armen Diese nacht begegnet sein! Satar und die böse welt Hätten mich gar leicht gefällt: Aber weil du mich bedecket, Haben sie mich nicht erschrecket. geben, Indem mein fleiß das ſeine thut. Hilf, daß ich alles wohl verricht, Du wirst es thun; ich zweifle nicht. 3. Es sei heute auch mein leben, Jesu, meine zuversicht, Deinem schußze übergeben, Laß doch, o mein heil und licht! Mich auch dieses tages zeit Ohne noth, gefahr und leid, Ganz beglückt zu ende bringen: Laß mir all mein thun gelingen! 4. Leib und seele, geist und sinnen, Muth, gedanken, werk und wort, Thun und lassen und beginnen Sei allein dir, treuer bort! Zu regieren heimgestellt; Machs mit mir, wie dirs gefällt: Dir nur will ich mich ergeben, Ich mag sterben oder leben. 5. Tilge meine schwere sünden, Jesu! durch dein theures blut; Laß mich deine gnad empfinden, Wenn in angst es nöthig thut! Sei mein reichthum, schuß und licht, Wenn mir alles sonst gebricht; Gönne meiner matten seele Ruh in deiner wundenhöhle. 6. Laß auch diese hülf empfinund nöthen und gut: Laß deine huld den segen den, Die in ang rath versein: Will ihr trost und schwinden; So flöß ihn ins herz hinein. Segne gnädig jeden stand, Segne dieses ganze land, Und laß deiner engel schaaren Uns Mel. Jesu! deine heilge wunden. vor allem leid bewahren. 974. Herr! ich danke deiner gnaden, Herr! ich preise deine macht, Die mich diese nacht vor schaden, Voller lieb' und tren bewacht; Daß kein feind durch wuth und list meiner mächtig werden ist, Daß ich freudig auferstehe, Und mit lust die sonne sehe. 7. Ach Herr Jesu! ach regiere mich durch deinen heilgen geist, Daß ich so mein leben führe, Wie dein wort mich unterweist. Richte meinen lebenslauf, Heiland! stets zu dir hinauf: Kommt es aber zu dem sterben, So laß Imich den himmel erben. Morgenlieder. Ze 5. So freuet sich mein frischer muth, Weil ich mich in des höch20 aus der ruh, Und sten hut Kann eingeschloffen segeh dem sauren tage zu, Wie hen: Doch, daß ich deß versichert Gott mirs auferleget; Zwar weiß sei, So muß ich auch von sünden ich nicht, was mir den tag Für frei, Auf Gottes wegen gehen; plag und noth begegnen mag: Mein Gott geht nimmer meinen Allein ich weiß, mich träget Mein steg, Ich wandle denn auf seifrommer Gott in seiner hut, nem weg. Daß mir die last nicht schaden thut. 624 Mel. 39. O ewigkeit, du donnerw. 975. N un tret ich wieder 2. Wird meine bürde täglich neu; So ist mein Gott auch täglich treu, Er träget meine sorgen. Wer ist, der vor der nacht vernimmt, Was ihm den tag hindurch bestimmt? Es bahnet mancher morgen Uns einen weg zur neuen pein, Der muß mit Gott erstiegen sein. 3. Uch wär doch, hab ich oft gedacht, Auch dieser tag bereits vollbracht Mit seiner last und plagen! Des abends hab ich denn Des gespürt, Daß mich sein gnadenarm geführt, und alles helfen tragen, Daß mir auf meinem freuzespfad Sein gnadenlicht geleuchtet hat. 6. Drum führ mich, Gott! auf deiner bahn, Daß ich dir willig folgen kann, Und läutre mich von sünden! So streit ich als ein kühner held, Mit satan, sünden, fleisch und welt; Denn du hilfft überwinden. So tret ich muthig an den tag, Und scheue nicht, was kommen mag. 7. Ich leg auf dich, mein Gott und Herr! Die last, die mir hier wird zu schwer, Die last, die mich gebogen; Ich lege bürde, pflicht und stand In deine starke vaterhand, Die du mir nie entzogen; Die führte ja von jugend auf Mich durch den ganzen lebenslauf. 8. Ich schließ in Christi wun4. Weil ich denn deß versichert den ein, Die meine lieben bin, So traure nicht, verzagter freunde sein, Da sind sie wohl sinn! Die bürd auf dich zu legen: beschlossen; Ich lege meinen geist Trag, was du kannst; Gott trä- hinzu, Herr schließ ihn ein, get mit, Er solget dir auf jeden hier gieb ihm ruh, Und wenn schritt Mit gnade, fraft und mein ziel verflossen, So nimm segen; Mit diesem gehe frisch ihn auf, und sei mein Gott daran Und scheue keine leidens- Sm leben, leiden, noth und bahn. tod. II. Tischgesänge. gaben, Jetzt von ihm haben. Mel. Herzliebster Jesu, was hast. sre hoffnung mehren, Daß wir 976., obt und erhöht des nach wunsch auch seines geistes großen Gottes güte, Denn sie bezeugt sein väterlich gemüthe; Sie ist es, die den tisch so reich beseßet, Und uns ergeßet. 3. Die werden uns im glauben feste gründen, Das herz mit liebe gegen ihn entzünden, Die seel in 2. Er suchet uns so väterlich zu andacht durch gebet und singen nähren: Wie sollte das nicht un- Aufwärts zu schwingen. Tischgesänge. 625 4. Sie füllen uns mit vielen| 4. Und also wächst des menschen geisteswerken, Sie werden uns speise, Der acker reichet ihm das den trieb zum guten stärken; Daß brot; Es mehret sich vielfältger wir uns auch der kranken und weise, Was anfangs schien, als der armen Allzeit erbarmen: wär es todt; Bis in der ernte jung und alt Erlangen ihren unterhalt. 5. Daß wir in unschuld unsern wandel führen, Mit treu und demuth unsre werke zieren, Der dweltlust und dem fleisch, als Gottes erben, Getrost absterben: bi 6. Und so im vorschmack seine rubi genießen, Bis wir in Christo unser leben schließen, Und denn, von ihm aus gnaden aufgenommen, Zur freude kommen, ni 7. Die er bereitet denen, die ihn lieben, Die er uns selbst durch Christi blut verschrieben, Darauf wir einzig und alleine bauen Und fest vertrauen. 1 18. Nun Gott, dem water, sohn und heilgen geiste, Dem alle welt bank, pflicht, gehorsam leiste, Sei Mel. Wer nur den lieben Gott. hier und dort mit herzen, mund 978. So weit, Herr! deiund zungen gesungen. ne reichen, Reicht deine huld, die uns erhält. Eh werden berg und hügel weichen, Als deine guade wankt und fällt. Gleich mächtigen gebürgen steht, Die heiligkeit, die dich erhöht. 2. Gott! bir ist kein geschöpf verborgen; Kein's ist vor dir gering geacht't. Du würdigst jedes deiner sorgen Und bist auf aller wohl bedacht. Vom menschen bis auf jedes thier, Dankt alles seine hülfe dir. Mel. Wer nur den lieben Gott. 977. Gott, von dem wir alles haben! Die welt ist ein sehr großes haus; Du aber theilest deine gaben, Recht wie ein water, drinnen aus. Dein segen macht uns alle reich: Ach lieber Gott! wer ist dir gleich? 2. Wer kann die menschen alle zählen, Die jest bei dir zu tische gehn? Doch muß die nothdurft keinem fehlen, Denn du weißt allem vorzustehn. Es giebt ja deine vaterhand Die nahrung für ein jedes land. 5. Nun Herr! wer kann es gnug bedenken? Der wunder sind hier gar zu viel. So viel, als du, kann niemand schenken, Und dein erbarmen hat kein ziel: Denu immer wird uns mehr beschert, Als wir zusammen vor dir werth. 6. Wir wollen dieses nie vergessen, Und dir ein täglich danklied weihn; Ja, jede speise, die wir essen, Soll deines segens denkmal sein: Und herz und mund singt lebenslang Für unsre nahrung preis und dank. 3. Du machst, daß man auf hoffnung säet, Und endlich auch der frucht genießt. Der wind, der durch die felder wehet, Die wolke, so das land begießt, Des himmels thau, der sonnenstrahl Sind deine diener allzumal. 3. Mit heiligfreudigem gemüthe Erheb ich, Gott der gnade! dich. Wie theuer ist doch deine güte! Wie liebst du uns so väterlich: Daß menschen ohne furcht und graun Im schatten deiner flügel traun. 4. Mit welchem reichen überflusse Von gütern füllest du dein haus. Du theilst sie allen zum genusse, Bis sie gesättigt werden, 40 626 Tischgesänge. aus. Aus dir der lebensquelle dich, Ach! regier uns kräftiglich, fließt Das gute, was der mensch Daß wir solches recht verstehn, Stets auf deinen wegen gehn; genießt. 5. O unerschaffner geist! wir Christlich halten rechte maaß, Flieschauen In deinem lichte nur das hen sorgen, neid und haß, Ehren licht. Entzeuch doch denen, die dich ohn unterlaß. dir trauen, Dein gnadenvolles antliß nicht. Gott! deine huld Vor dem Essen. sei über die, Die dich verehren, Mel. Jesu! deine heilge wunden. segne fie. 980, Großer Gott!__ wir arme sünder Seuf979. Singet nun aus herzen, flehn und bitten dich, Speiſe zensgrund, Sott mit eurem mund, Der uns so viel güt erweist Und uns menschen reichlich speist. Gott, der vieb und vögel nährt, hat auch gnädig uns beschert Das, wir anjeßt verzehrt. doch uns deine kinder Jeßt aus gnaden mildiglich. Gieb uns, ohne sünd und noth, Immer unser täglich brot; Segne solches und verleihe, Daß es uns auch wohl gedeihe. was 2. Er, der Herr, verlangt mit recht, Daß ein jeder frommer fnecht Es erkenn, wie er uns liebt, Und uns alles gute giebt, Auch von fleische, bein und haut Künstlich unsern leib erbaut, Daß man seine allmacht schaut. 2. Hilf doch, daß wir nicht vermeſsen, Herr! dein wort und dein gebot Bei dem überfluß vergeſſen: Halt uns doch, o treuer Gott! Bei der gaben rechtem brauch; Gieb uns gnade, daß wir auch, Was du täglich wirst be scheren, Stets in deiner furcht verzehren. 3. Lehr uns deine gab' crkennen, Daß wir, großer schöpfer! dich Kindlich unsern vater nennen, Welcher uns so gnädiglich Schüßet, nähret und erhält, Der uns, was uns nöthig fällt, Hier in diesem armen leben Pflegt mit reicher hand zu geben. 3. Mit des lebens erster kraft Wird uns nahrung schon verschafft. In der mütterlichen brust Findet sie das find mit lust. Und mit welcher freundlichkeit hat uns Gott nachher erfreut In der ganzen lebenszeit! 4. Nun, wohlan! auf deine güte Nehmen wir, was du be schert; Gieb, daß sich leib und gemüthe Wohl erfrischt und nicht beschwert, Daß sich beides, wohl erquicft, Wieder zu der arbeit 5. Was nur durch die lüfte schickt. Laß die mahlzeit so gesche fährt, Was nur berg und that hen, Wie du es wirst gerne sehen. ernährt, Was durch wald und felder läuft, Was die tiefe fluth begreift, Was man kaum zu zählen 4. Gott versorget und ernährt, Was nur lebet auf der erd, Thau und regen macht sie naß, Daß dem vieh auch wachse gras. Reichlich giebt er trank und brot, Was uns nüßet, was uns noth, Was vergnügt, das schaffet Gott. Nach dem Essen. ſpeiſ', Ihm zum nuß und Gott 981. Herr! birent ge weiß, Dient ja zu des menschen Mel. Allein Gott in der höh sei. preis zum preis. und dank 6. Großer Gott! wir bitten bracht, Da wir vergnügt gegesſen. dilbadal de alum Abendlieder. 627 Du bist es, der uns fatt gemacht, 5. Mildreicher Gott! drum Der jedem zugemessen, Was ihm wollen wir Für deinen trank und zur nahrung nöthig war; Du rei- speisen Als liebe kinder, für und chest uns voll güte dar, Was un- für fre leiber speiset. fen; Wir danken dir nach uns2. Wie groß ist deine freund- rer pflicht, Getreuer Gott! verlichkeit! Wie herrlich deine güte! schmäh es nicht, Laß dir es wohl Denn sie versorgt zu jeder zeit gefallen. Den leib und das gemüthe. wohlzuthun ist deine lust, Darum erfreust du unsre brust Mit deinen milden gaben. Ja 6. Vergieb uns unsre missethat Und gieb, was wir begehren. Schaff uns, o vater! ferner rath, Daß wir uns ehrlich nähren. Verleihe künftig gute zeit, Glück, nahrung, fried und einigkeit, Gesundheit, heil und segen. 3. Des himmels fenster öffnest du Und schenkest milden regen; Du schleußt die erde auf und zu, Und giebst uns deinen segen. Die 7. Laß uns dereinst in ewigkeit frucht ist da auf dein geheiß, Wen Des himmels lust genießen, Da sollte das zu deinem preis, Dwird, was leib und seel erfreut, vater! nicht bewegen? Uns reichlicher zufließen: Da schmeckt man deine freundlichkeit, Da wollen wir in jener zeit Dich unaufhörlich preisen. Siehe auch die Loblieder, sonderlich Nr. 13. 15. 16. 17. 20. Desgleichen Nr. 267. und andere mehr. 4. Du selber speisest alles vieb, Und auch die jungen raben; Du machest, daß wir täglich hie Brot, speis und nahrung haben: Herr! du thust auf die milde hand Und sättigest das ganze land Mit großem wohlgefallen. III. Abendlieder. Mel. In bich hab ich gehoffet 2c. Ischirm in dieser nacht; Vergieb 982. Für ür alle güte sei ge Und kommt mir meine sünden. mein tod, Herr Zebaoth! So laß mich gnade finden. preist, Gott vater, sohn und heilger geist! Jhr bin ich zu geringe. Vernimm den dank, Den lobgesang, Den ich dir findlich singe. m Mel. 8. Jesus, meine zuversicht. 2. Du nahmst dich meiner 983. Treuer Jesu! wache du, Denn ich denke herzlich an, Hast großes heut einzuschlafen; Gieb mir und den an mir gethan, Mir mein gebet gewähret; Hast väterlich Mein haus und mich Beschüßet und genähret. meinen ruh, Bleibl, o hirt, bei deinen schafen: Wende deinen schuß uns zu, Treuer Jesu! wache du. 3. Herr! was ich bin, ist dein geschenk; Der geist, mit dem ich dein gedent, Ein ruhiges gemüthe; Was ich vermag Bis diesen tag, Ist alles deine güte. 4. Sei auch, nach deiner lieb und macht, Mein schuß und 2. Treuer Jesu! weiche nicht, Sonst wird leicht ein banges schrecken, Das oft mit der nacht einbricht, uns mit furcht und angst aufwecken: Bleib bei uns o gnadenlicht! Treuer Jesu! weiche nicht. 40* immid mind n Abendlieder. 628 3. Treuer Jesu! steh uns bei, gefahren, feuer, mord, Daß ich Daß in unserm geist der glaube und die lieben meinen Morgen ho Niemals unterbrochen sei, Und kein nicht um unglück weinen. feind uns solchen raube: Deine hülfe mach uns frei. Trener Jesu! steh uns bei. 11 5. Steure auch den bösen leuten, Die im finstern arges thun. Wollen sie sich gleich bereiten Uns zu schaden, wenn wir ruhn; So zerstöre du den rath, Und verhindre selbst die that: Wend auch alles andre schrecken, Das mich mag vom schlaf aufwecken. D 4. Treuer Jesu! kommt es nu Dermaleinst mit mir zum sterben; So bring mich zu deiner ruh, Viache mich zum himmelserben; Schließ mir selbst die augen zu, Treuer Jesu, meine ruh! 5. Treuer Jesu! nimm zu dir Endlich mich und auch die meinen: Bricht dereinst der tag herfür, Da du selber wirst erscheinen: Ach so führ uns insgemein, Treuer Jesu! zu dir ein. 6. Herr! dein licht geht nimmer unter, Wenn es bei uns abend wird; Und du bleibest ewig munter, Unser hüter, unser hirt! Der( auch in der finstern nacht Ueber seiner heerde wacht: Darum hilf uns deinen schafen, Daß wir alle sicher schlafen un 7. Laß mich denn gesund erwachen, Wenn es rechte zeit wird sein Richte selber meine fachen Blos zu deinen ehren ein. Doch bestimmst du, lieber Gott! In der nacht mir meinen tor: So befehl ich dir am ende Leib und feel in deine hände. NO Mel. Jesu! deine heilge wunden. err! es ist von mei984.5% nem leben Wiederum ein tag dahin: Lehre mich nun achtung geben, Ob ich frömmer worden bin? Zeige mir auch selber an, So ich was nicht recht gethan; Und hilf mir in meinen sachen Ein gesegnet ende machen. 2. Freilich wirst du manches Mel. Wer nur den lieben Gott. finden, Das dir nicht gefallen hats 985. Gott lob! der tag ist Denn ich bin annoch voll sünden In gedanken, wort und that; Und vom morgen bis jepund Pfleget feele, hand und mund So geschwind und oft zu fehlen, Daß es leider nicht zu zählen. nun verflossen, Die ruhestunde stellt sich ein. Viel gutes hab ich heut genossen, Gott muß dafür gepriesen sein. An Gott und an sein lob gedacht, Bringt eine rechte gute nacht. F10 3. Aber, o du Gott der gna den! Habe doch mit mir geduld. Meine seel ist schwer beladen; Doch vergieb mir alle schuld. Deine große vatertreu Werde die sen abend neu: So will ich auch deinen willen, Künstig mehr, als heut, erfüllen. lodish 4. Heilige mein ganz gemüthe, Daß der schlaf nicht sündlich sei: Decke mich mit deiner güte, Herr! dein engel steh mir bei. Schüße gnädig haus und ort Vor 2. Des leibes arbeit geht zu ende: Die seele nimmt das ihre vor. Mein Gott! ich hebe herz und bände In Jesu nun zu dir empor: Weil ich dich vater nennen kann, So nimm mein kindlich opfer an. 3. Der tag verstreichet ohne Der abend bricht verplagen gnügt herein. Muß mancher über unglück klagen; So kann ich gu tes muthes sein. Dein aussehn schüßt mich väterlich, Und deine liebe segnet mich. Abendlieder. 4. Nun Gott! vom grunde meinereelen Stimm ich ein lobund danklied an. Gern wollt ich alles das erzählen, Was deine hand an mir gethan; Doch, lieber Gott! unzählig ist, Was seel und leib von dir genießt. 5. Ach nur vergieb mir alle sünde! Mein Jesus nahm die schuld auf sich; Darum in diesem beinem finde, Getreuer Gott! erbarme dich! Ich weiß, du gehest mit mir nicht um Christi willen ins gericht. 6. So schlaf ich unter deiner liebe, Und was mir lieb, befehl ich dir. Ich fürchte nichts, das mich betrübe, Denn deine hand bleibt über mir, Die mich getrost und ruhig macht, Und mich mit vatertreu bewacht. 629 ich dich voll ehrfurcht an: Was ist der mensch, ruf ich alsdann, Daß du dich sein erbarmest! 3. Dein auge schaut auf ihn herab; So geht er nicht verloren. Nicht für die welt, nicht für das grab Ist er allein geboren. Die welt vergeht mit ihrer lust: Der du den willen Gottes thust, Dein glück soll ewig dauern. 4. Wenn ich erwache, denk ich dein, Und wenn ich schlafen gehe. Denn du, mein vater! kannst verleihn, Um was ich findlich flehe. Drum seufze ich auch jetzt zu dir: Herr! bleibe diese nacht bei mir Um deiner güte willen. Mel. Gott des himmels und x. 987. Da ich mich zur rub will legen, So denk 7. Wohlan ich will der ruh ich vorher daran, Wie, Herr! genießen; Soll diese nacht die dein erwünschter segen Heute mir leßte sein, Da ich mein leben soll beschließen; So gebe ich mich willig drein. Das leben ist mir kein gewinn, Als wenn ich wohl gestorben bin. viel guts gethan. Nun in Christo opfern dir Geist und lippen dank dafür. 2. Segne mich mit neuen gnaden, Segne mich mit neuer huld; Laß mir keine sünde schaden, Und erlaß mir alle schuld: Jesum nimm zum bürgen an, Der bezahlen will und kann. 8. So geb ich mich in deine bände, Ich leb' und sterbe, wie du willt. Ich weiß, daß aus des lebens ende Des rechten lebens anfang quillt. So schlaf ich nun auf Jesum ein; So muß mein schlaf gesegnet sein. 3. Segne mich in meinem schlafe; Gieb, daß unter deiner hut, Treuer hirte deiner schafe! Leib und seele sicher ruht. O! wie schläft sichs so vergnügt, Wenn Mel. Sei lob und ehr dem höchst. 986. Wie viele freuden dank man unter solcher liegt! " Die du 4. Segne mich mit schuß und mir, Herr! verliehen! Und wie schirmen Durch der engel treue viel sünden hast du mir Aus gnaden nicht verziehen! O Gott von langmuth und geduld! Noch täglich häuf ich meine schuld, Und beine liebe währet. wach; Daß des feindes list und stürmen Mir nicht furcht und schrecken mach. Ich bin dein, so hat bei dir Satan auch kein theil an mir. 700 S 2. Bedenk ich, schöpfer! deine 5. Segne mich an meiner haamacht, Blick ich in jene ferne, Und be; Weil du deine freunde liebst, überseh des himmels pracht, Den Und so manche gute gabe Ihnen mond, das heer der sterne, So bet als im schlafe giebst; Also wirf Abendlieder. 630 mir in der ruh, Was mir gut und nüßlich, zu. 6. Segne mich mit fraft und stärke, Segne mich auf künftgen tag, Daß ich des berufes werke 6. Herr! wird mich einst die Frisch und froh verrichten mag; lange nacht bedecken, Und in die Daß mir alles wohl gelingt, Was ruh des tiefen grabes strecken; die arbeit mit sich bringt. So blicke mich mit gnadenaugen an, Woraus ich licht im tode nehmen kann. 7. Segne mich mit langem leben, Wenn es, Herr! dir so gefällt. Alles sei dir übergeben, Und gelassen heimgestellt. Wie du willst, so schicks mit mir; Denn ich leb und sterbe dir. 7. Laß mich hernach, zugleich mit allen frommen, zu jenem glanz des andern lebens kommen, Allwo du uns den langen tag bestimmt, Dem keine nacht licht, glanz und klarheit nimmt. 8. Was ich jetzt von dir gebeten, Laß, mein Gott! erhöret sein. Morgen will ich vor dich treten, Und mich dankbar drüber freun. Nun, mein leib, ſo lege bich, Schlafe wohl! Gott Mel. Herr unser Gott, beherrsch. 988. Di ie sonn hat ihren glanz von uns gewendet, Und ihren lauf für diesen tag vollendet: Die dunkle nacht dringt allenthalben zu, Bringt menschen, vieh und stadt und land zur ruh. 2. Ich preise dich, du Herr der nächt' und tage! Daß du mich heut vor aller noth und plage Durch deine hand und gnadenreiche macht So unverlegt und sicher durchgebracht. 3. Vergieb, wenn ich bei tage so gelebet, Daß mein gemüth nach finsterniß gestrebet. Laß alle schuld durch deinen gnadenschein In ewigkeit vor dir verschwunden ſein. in dieser nacht bewahren; Daß ich vor dem, was schädlich, sicher sei, Und deiner huld mich morgen wieder freu. 4. Gieb, daß mein geist auf dich recht findlich schaue, Indem ich dir mich völlig anvertraue; Und daß der leib auf diesen schweren tag Durch sanfte ruh sich wohl crholen mag. 5. Vergönne, daß der lieben engel schaaren Mich und mein haus Mel. In dich hab ich gehoffet zc. 989 on ganzer feele preis ich du mich so väterlich Auch diesen tag erhalten. Laß für und für Noch über mir Dein göttlich auge walten. 2. Wer schenkt uns leben, glück und ruh? Wer giebt uns fraft zur pflicht? nur du Schaffst wollen und vollbringen. Wird dein gedeihn nicht uns erfreun, So kann uns nichts gelingen. 3. Du schusst und du regierst die welt, Nach deinem rath, wie dirs gefällt. Du lenkst der menschen herzen. Sei auch mein licht, Und laß mich nicht, Gott! deine huld verscherzen. 4. Dein wort lehrt mich des lebens pflicht; Doch fühl ich auch, was mir gebricht, Die blindheit meiner seele. Ach! Gott der huld! Vergieb die schuld, Wenn ich ans schwachheit fehle. 5. Verstand und herz ist fehlerhaft: Bald fehlt mir licht, bald fehlt mir kraft Mich weislich zu regieren. Drum bitt ich dich, Laß, höchster! mich Selbst deine weisheit führen. 6. Herr! dessen huld uns ewig Abendlieder. 018718 liebt, Laß mich, beim segen, den freuz Bei mir mit eingefunden; sie giebt, Auf dich, den geber, schauen. Selbst wenn du schlägst, Und freuz auflegst, So laß mich dir vertrauen. Mel. Es ist das heil uns kommen. 990. Mein ein lieber Gott! 7. Dein auge, das uns stets bewacht, Behüte mich auch diese nacht Vor schaden, noth und schrecken; Auch die du mir egeben hier Laß deine hand bedecken. 8. Gieb, daß ich meine lebens- ben: Und der wird auch gewißlich zeit, Nur dir mit ganzem ernst mein In Christo Jesu einstens geweiht, In deiner furcht voll- sein: Deß dank ich dir von herzen. bringe; Bis ich einst dir Dort für und für Lob, preis und ehre singe. 7. Ja Herr! von herzen dank ich dir Und laß dich ferner walten; Du bleibst auch diese nacht bei mir, Dein schuß wird mich erhalten. Du bist im leben und im tod Mein Herr, mein vater ich preise dich, und mein Gott. In Jesu sprech ხა Gewiß, so hat's uns beiderseits Nur desto mehr verbunden; Es mehrt den glauben durch geduld, Und ist ein zeichen deiner huld; Deß dank ich dir von herzen. 6. Ich weiß, daß du mich nicht vergißt, Und wirst mich ewig lieben: Was will ich mehr? mein name ist Im himmel angeschrieDer du nie gnug gepriesen: Auch ich amen. dieser tag erinnert mich, Was du mir guts erwiesen; Sonst sind Mel. Nun ruhen alle wälder 20. 2. Es muß mein ganzer lebenslauf Von deiner liebe sagen. Denn du hast mich von kindheit auf Geführet und getragen; Ja, vor der welt mußt ich schon dein In Christo, dem geliebten, sein; Deß dank ich dir von herzen. ich armer nichts an mir, 28 die- 991.Nun werden nacht und ses, daß dir dafür Von ganzem Herzen danke. schatten Die ruhe 3. Mein Jesus, dein geliebter sohn, Ist mir zum heil gegeben: Ich kann in der religion, Die recht und rein ist, leben. Viel tausend menschen finden sich, Die nicht so glücklich sind, als ich: Deß dank ich dir von herzen. uns verstatten; Schon eilt zum schlaf die welt: Ihr aber, meine sinnen! Ihr sollt zuvor beginnen, Was eurem schöpfer wohlgefällt. 2. Die sonn ist untergangen, Und ihres lichtes prangen Erfreut das aug jetzt nicht: Doch eine andre sonne Ertheilt mir größre wonne; Denn Jesus ist mein lebenslicht. 3. Wie nach der sonn' entfernen Ein glänzend heer von sternen Den himmel prächtig macht; So ist nach meinem sterben Auch mir, als himmelserben, Der glanz des himmels zugedacht. 4. Dein wort thust du mir täglich kund, Mit trost mich zu erfüllen: Hier redet selbst dein 4. Der leibesruh zu pflegen, eigner mund: Hier lern ich dei- Will ich das kleid ablegen, Das nen willen: Hier, treuer Gott! bild der sterblichkeit: Sie zieh ich entdecket sich Dein ganzes herze aus, dagegen Wird Christus mir gegen mich: Deß dank ich dir von anlegen Dereinst das kleid der berzen. herrlichkeit. 5. Hat sich auch gleich das liebe 5. Es feiren haupt und hände, 632 Da dieser tag zum ende Und sorg und müh vorbei: Mein herz wird von beschwerden, Vom elend die ser erden Am abend meines le bens frei. 6. Nun geht, ihr müden glie- theil mir dar. der! Geht hin und legt euch nieber, Ruht, wie ein wandrer thut. Man wird nach kurzen zeiten Euch einen ort bereiten, Wo ihr, ohn arbeit, länger ruht. Abendlieder. 4. Du hörtest schon mein sehnen, Und zähltest meine thränen, Eh ich bereitet war. Eh ich zn sein begonnte, Und zu dir rufen innom fonnte, Da wogst du schon mein 7. Die augen stehn verdrossen, Wie bald sind sie geschlossen! Wer schüßt den leib und geist? Gott schüßet sie aus gnaden, Bewahret fie vor schaden, Er, der Israels hüter heißt. 8. Breit aus die gnadenflügel, Gieb mir des geistes siegel, Jefu, bester schuß! So kann ich sicher liegen; So werd ich immer siegen, Und biete allen feinden truß. 9. So kann die, die Gott lieben, Nicht furcht noch angst betrüben: Er rettet aus gefahr, Und lagert, wenn wir schlafen, Um uns mit starken waffen Zur wehre seiner engel schaar. Mel. In allen meinen thaten 2c. 992. Dir ir dank ich für mein 5. Du liefst mich gnade finden, Und sahst doch meine sünden Vorher von ewigkeit. Dhöchster! welch erbarmen, Du sorgest für mich armen, Und bist ein vater, der verzeiht. 6. Für alle deine treue, Für das, deß ich mich freue, Lobsinget dir mein geist. Er ist dein größt geschenke, Daß ich durch ihn dich denke, Ist dein; dein ists, daß er dich preist. 7. Daß du mein leben fristest, s Und mich mit kraft ausrüstest, Dies, vater! dank ich dir; Daß du mich liebreich führest, Mit deinem geist regierest, Dies alles, vater, dank ich dir. 8. Was mir in diesem leben Noch nüßt, wirst du mir geben: Du giebsts, ich hoff auf dich. Dir, vater! dir befehle Ich meinen leib und seele. Herr, segne und behüte mich. leben; Gott! der du Mel. Jesu, meines Lebens leben. 3. Ich bin, Herr aller dinge! Der treu viel zu geringe, Mit der du mich bewacht. Damit ich staub und erde, Auf ewig glücklich werde, Hast du schon ewig mein gedacht. mirs gegeben, Dir danke ich ba- 993. Gott! du läſfeſt mich für. von huld bewogen, Mich aus dem nichts ge- die abendzeit, zogen, Durch deine güte bin ich hier. erreichen Abermals Dies ist mir ein neues zeichen Deiner lieb und gütigkeit; Laß anjeßt mein schwa2. Du, Herr! hast mich be- ches singen Zu dem vaterherreitet; Mich väterlich geleitet Bis zen dringen, Und sei auch in diesen augenblick. Du gabst mir dieser nacht Gnädig auf mein heil frohe tage, Und selbst der leiden bedacht. plage Verwanteltest du in mein glück. 2. Neige dich zu meinem flehen, Und verstoß mein opfer nicht: Hab ich gleich sehr viel versehen, Und viel gutes nicht verricht't: So bereu ich meine sünden, Und will mich mit dir verbinden. Reiß du nur aus meiner brust Alle liebe böser luft. Abendlieder.. 633 3. Herr! es sei mein leib und feind hinweg getrieben, Daß ich leben, Und was du mir sonst ge- unbeschädigt blieben. schenkt Deiner allmacht überge- 3. Keine zunge kann erzählen ben, Die der himmel nicht um- Deine güte, treu und gnad, Die schränkt. Laß um mich und um an leib und an der seelen Deine die meinen Einen strahl der gna- hand bewiesen hat. Deiner wohlde scheinen, Die, was deinen that ist zu viel, Ihr ist weder namen trägt, Als dein gut zu maaß noch ziel! Herr! du hast schüßen pflegt. mich so geführet, Daß fein unfall mich berühret. 4. Laß dein heil mich jest bethauen, Gieb mir dessen überfluß. Schüße mich vor angst und grauen, Wend ab schaden und verdruß, Brand und sonst betrübte fälle: Ueber meines hauses schwelle Dringe kein verderber ein, Laß den morgen uns erfreun. 5. Wirke selbst in meine sinnen, Stehe mir im dunkeln bei, Daß im schlaf auch mein beginnen Dir ja nicht zuwider sei. Laß mich jego schon auf erden Einen solchen tempel werden, Der nur dir, und nicht der welt, Stets sein licht und feuer hält. 6. Geht ihr meine müden glieder! Geht und senkt euch in die ruh: Reget ihr euch morgen wieder; So schreibt es dem schöpfer zu, Der so treue wacht gehalten: Müßt ihr aber auch erkalten, Wird des bittern todes pein Doch der seelen vortheil sein. 994. Werbe erde munter mein gemüthe, Daß ich tret zu Gott herfür, Und noch preise seine güte, Die er heut gethan an mir: Da er mich den ganzen tag Vor so mancher noth und plag, Vor betrübniß, schand und schaden Hat behütet voller gnaden. 4. Dieser tag ist nun vergangen, Und die dunkle nacht bricht ein; Nach dir, Gott! steht mein verlangen, Dein licht kann nur mich erfreun. Stehe mir, o vater! bei, Daß dein glanz stets um mich sei, Und mir auch im finstern scheine; Denn ich hoff' auf dich alleine. 5. Herr! verzeihe mir aus gnaden, Alle sünd und missethat, Womit sich mein herz beladen, Und dich hoch erzürnet hat. Treib des feindes macht und tück, Gott! durch deine fraft zurück: Laß es ihm ja nicht gelingen, Mich in angst und noth zu bringen. 6. Bin ich gleich von dir gewichen; Stell ich mich doch wieder ein: Hat uns doch dein sohn verglichen Durch sein angst und todespein: Ich verleugne nicht die schuld, Aber deine gnad und huld Ist viel größer als die sünden, Welche sich an mir befinden. 7. O du licht der frommen seelen! O du glanz der ewigkeit! Dir will ich mich ganz befehlen Diese nacht und allezeit: Bleibe doch mein Gott! bei mir In dem finstern thal allhier: Tröste mich mit deiner liebe, Daß kein unfall mich betrübe. 2. Lob und dank sei dir gesun- 8. Vor des teufels strick und gen, Vater der barmherzigkeit! neßen, Gott mein vater! mich Daß mein werk durch dich gelun- bewahr, Daß mich möge nicht vergen, Daß du mich vor allem leid, leßen Noth, angst, unglück und Und vor fünden mancher art So gefahr. Laß mich dich, o wahres gar väterlich bewahrt, Auch den licht! Auch im schlaf verlieren Abendlieder. 634 nicht: Denn wer dich behält im herzen, Wird befreit von seelenschmerzen. Wie wir es oft empfinden. Gieb, daß ich dich je mehr und mehr Erkenne, und dein lob und ehr Bei tag und nacht ausbreite. 9. Wenn des tages werke machen, Daß die augen schlafen ein; Laß mein herz doch beim erwachen Stets zu dir gerichtet sein: Geist, gedanken, seel und sinn Lenke immerfort dahin, Daß mich nichts von dir abtreibe, Und ich dein im schlaf auch bleibe. * 10. Laß mich diese nacht empfinden Eine sanft und süße ruh: Alles übel laß verschwinden, Decke mich mit gnade zu. Leib und seele, sinn und muth, Auch mein zeitlich haab und gut, Freund, verwandte,(* Ehgatt, finder,*) hausgenossen, Sein in deinen schuß geschlossen. 5. Was aber auch versehen ist, Und wo ich ausgeschritten; Das 11. Ach bewahre mich vor schrecken, hat versöhnet Jesus Christ, Als Schüße mich vor überfall. Laß er am kreuz gelitten; Ulm dessen mich krankheit nicht aufwecken. willen, Herr! verzeih Mir alle Treibe weg des krieges schall: Wend sünden, und verleih, Daß ich ab feur und wassersnoth, Pest mich täglich beßre. und bösen schnellen tod: Laß mich nicht in sünden sterben, Noch an leib und seel verderben. 6. Nun richte ich noch, Herr! zu dir Mein herzliches verlangen, Du wollest ferner sein bei mir Jeßt, da der tag vergangen, Und mir leib, seele, sinn und muth, Mein ehre und mein haab und gut In dieser nacht behüten. * 12. O du großer Gott! erhöre, Was dein kind gebeten hat. Jesu! den ich allzeit ehre, Bleibe doch mein schuß und rath: O du werther heilger geist! Stärke du mich allermeist. Herr! erhöre dies mein flehen! Amen, ja, es soll geschehen. 3. Jept preis' ich dich insonderheit, Daß du aus lauter gnaden Mich und die meinigen auch heut Bewahrt vor allem schaden; Daß deine treu verhütet hat, Daß ich in schand und missethat Nicht gröblich bin gerathen. 4. Wobei ich doch nicht leugnen kann, Daß ich viel guts gelassen; Hingegen aber das gethan, Was du befiehlst zu hassen: Ich habe nicht so immerfort, Wie mir gebeut dein heilig wort, Untadelich gewandelt. 7. Du wollest vor dem argen feind In deinen schuß mich fassen; Daß er, und die sein anhang seind, Mich ungestöret lassen: Mich auch vor schnellem bösen Mel. Aus tiefer noth schrei ich zc. tod, Vor feuer und vor wassers995. dh bank bir, vater! noth Und allem leid beschirmen. denn du Die nachtzeit bei dem tage Erschaffen frei von sorg und last, Von arbeit, noth und plage; Daß man sie bring in stille zu, Und vich und menschen ihre ruh Zu ihrer stärkung haben. 8. Erhalt durch deine gnadenhand, Zu deines namens ehren, Die mir mit freundschaft sind verwandt, Und sonst mir angehören; Gieb, daß die nacht und immerdar Dein heilger engel sie bewahr Vor unfall, noth und schaden. 2. Herr! deine weisheit, güt und macht Ist nimmer zu ergründen:* 9. Herr! laß mich ruhig schlaDu hast es alles wohl bedacht, fen ein, Hilf, daß mich nichts Abendlieder. 635 erschrecke; Und wenn die rechte zeit| allmächtigen, Durch den sie sind wird sein, Alsdann mich wieder und werden? Verehrt ich ihn im wecke; Daß ich an meine arbeit tret, staub? Empfand ich seine huld? Wenn ich zuvor durch mein gebet Trug ich das glück mit dank, Den Dir meine werk befohlen. unfall mit geduld? 10. Verschmäh, o Gott mein vater! nicht Mein seufzen, bitten, fleben: Laß Jesu, dich, o wahres licht! Mich auch im finstern sehen! O heilger geist! am legten end Mit deinem trost dich zu mir wend, Daß ich drauf sanft einschlafe. Prüfung, insonderheit am Abend. Mel. Nun danket alle Gott 2c. 996. a. Cintag} ist jahr wieder hin; Und diesen theil des lebens, Wie hab ich ihn verbracht? Verstrich er mir vergebens? Hab ich mit allem ernst Dem guten nachgestrebt? Hab ich vielleicht nur mir, Nicht meiner pflicht gelebt? STOF 6. Und wie genoß mein herz Des umgangs süße stunden? Fühlt ich der freundschaft glück? Sprach ich, was ich empfunden? War auch mein ernst noch sanft? Die freude unschuldsvoll? Und hab ich nichts geredt, Das ich bereuen soll? 7. Hab ich die meinigen Durch sorgfalt mir verpflichtet, Sie durch mein beispiel still Zum guten unterrichtet? War zu des mitleids pflicht mein herz nicht zu bequem? Ein glück, das andre traf, War das mir angenehm? 8. War mir der fehltritt leid, So bald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir Ein unerlaubt verlangen? Und wenn auch heute noch Gott über mich ge= beut, Bin ich, vor ihm zu stehn, Auch willig und bereit? 2. Wars in der furcht des Herrn, Daß ich ihn( es) angefangen? Mit dank und mit gebet, Mit eifrigem verlangen, Als ein geschöpf von Gott, Der tugend mich zu weihn, Und züchtig und gerecht, Und Gottes freund zu sein? 3. Hab ich in dem beruf, Den Gott mir angewiesen, Durch eifer 10. Ja, du verzeihest dem, Den. und durch fleiß Ihn, meinen Gott, seine sünden kränken; Du liebst gepriesen? Mir und der welt ge- barmherzigkeit, Und wirst auch nüßt, Und jeden dienst gethan, mir sie schenken. Sei auch in Weil ihn der Herr gebot, Nicht, dieser nacht Mit gnade über weil mich menschen sahn? diesem jahr 9. Gott! der du alles weißt, Was könnt ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch Die schwachheit meiner seelen. Vergieb durch Christi blut, Mir die verleßte pflicht! Vergieb und gehe du Nicht mit mir ins gericht! 4. Wie habe ich bisher Mein eigen herz regieret? Hat mich im stillen oft Ein blick auf Gott gerühret? Erfreut ich mich des Herrn, Der unser flehn bemerkt? Und hab ich im vertraun Auf ihn mein herz gestärkt? 3. dacht ich bei dem genug Der güter dieser erden An den meine tage zählen: Denn dadurch mir! Leb ich, so leb ich dir! Sterb ich, so sterb ich dir! Kann auch beim Jahrswechsel gebraucht werden. Mel. O Gott, du frommer Gott. err mein Gott! 996. b. Hic e dhur d the 636 werd ich flug, Und scheue mich zu fehlen. Es ist nun abermal Ein theil des lebens hin, Daß ich dem richterstuhl Schon etwas näher bin: Abendlieder. 2. Vor diesem soll ich nun, ich ganzen redt, gedacht, gethan, Genaue rechnung geben: Hilf, daß ich dir anjeßt, zu meiner seelenruh, Noch erst mit buß und reu Durch Christum rechnung thu. 9. Hast du den nächsten wohl Beschimpfet und betrübet? Sha um sein gut gebracht? Dies mehr, als ihn, geliebet? Hast du ihm recht gedient? Ihn nicht aus haß gericht't? Thatst du den armen guts? Verließt den bruder nicht? 10. Hast du auch keusch gelebt? 3. Komm, meine seele! komm, Wir wollen uns selbst richten, Sich auf dein( heutges} thun, Liest du in wort und werken, In vorges Dein denken und dein dichten. Schon deiner selber nicht, Durchsuche ja mit fleiß, Und denke, daß es Gott Und dein gewissen weiß. kleidung, speis' und trank Die mäßigkeit bemerken? Hast Gottes ruhm gesucht, Gerechtigkeit geliebt? Die demuth und geduld Im leiden treu geübt? 4. Fang von dem morgen an, Betrachte zeit und stunden, Die dir den tag hindurch Bis diese zeit verschwunden. Fingst du mit beten an? Und lobtest du am tag Den Herren, wie dein Gott Es billig fordern mag? 5. Steht auch dein taufbund fest? Und dachtest du mit freuden An Gottes gnadengeist? Mit dank an Christi leiden? Hast du Gott treu geliebt? Den nächsten, gleich als dich? Warst du auch fromm, gerecht, und keinem ärgerlich? 8. Hast du wohl ohne dank Des Herren gab' empfangen? Dem geiz und eitler ehr Unbillig angehangen? Die Gott dir vorgeseßt Geliebet und geehrt? Des nächsten fehler nie Zum schimpf und ſpott 6. Hast du kein faul geschwäß, Kein fluchen angefangen? Erwäge wo du warst, Mit wem du umgegangen; Ob du auch Gottes wort Geliebet, gern gehört; Dich barnach eingericht't, Und Gott darnach geehrt? 11. Erwäg, ob sich dein herz An Gott begnüget habe? Mißbrauchtest du die huld, Zeit, güter, glück und gabe? Kurz, hast du fromm gelebt, Und immerdar gewollt, Daß dich der Herr so fänd, Wenn er jetzt kommen sollt? 12. Die prüfung ist geschehn, Und leider! so befunden, Daß Gott beleidigt sei Und zwar in vielen stunden; Daß ich die zeit mißbraucht, An Gottes güte, macht, Gericht, wort, ewigkeit, Und ende schlecht gedacht. 13. Ach! meine sünden sind Nicht alle zu erzählen: Denn ach! wer merket doch, Wie oft und viel wir fehlen? Ich zittre, weil mein herz Und geist voll fünde steckt, Die augen, ohren, mund, Und hand und fuß befleckt. 7. Hast du im glauben so, Als 14. Das böse nicht mehr thun, vor dem Herrn, gewandelt? Mit Ist eine frucht der buße; Drum deinem wiffen auch Nicht wider fall ich reuig dem, Den ich beihn gehandelt? Wie? oder liebtest tübt, zu fuße; Ich schlag an du Was du doch hassen mußt? meine brust, Und fleh, so sehr Vergnügte sich dein herz An schnöder fleischeslust? ich kann: Gott! sieh mich fünder doch In Christo gnädig an. Abendlieder. 15. Also getröst ich mich, Gott!| opfer hin Für alle gnadengaben, deines gnadenthrones, Und wa- Die seel und leib erfreun; Denn sche mich feßund Im blute deines was wir menschen haben, Ift, sohnes: Dies hat die schuld getilgt, höchster! alles dein. Die dich beleidigt hat; Hiermit 3. Die ganze woche zeuget Von bezahl ich dir All meine missethat. 16. Mein Jesu! laß mich nicht, Ich hüll mich in dein leiden; Die sünde, die uns schied, Soll uns nicht wieder scheiden. Durch deines geistes kraft Sag ich nun bis ins grab Dir, Gott! gehorsam ngu, Und allen sünden ab. deiner gütigkeit, Die sich zu mir geneiget. Ja meine lebenszeit Vom ersten wasserbade Bis diesen augenblick Rühmt deine große gnade Im glück und ungelück. 4. Allein mein berz erbebet, Wenn es zurücke denkt, Wie übel ich gelebet Und dich, mein Gott! gekränkt! Je mehr du mich geliebet, Und mich verschonet hast; Um desto mehr betrübet Mich meiner sünden last. * 17. Herr! lehre mich stets thun Nach deinem wohlgefallen: Laß mich nie wissentlich In eine sünde fallen: Regier und führe mich, Daß ich in glück und noth Dich besser fürchten mag, Und halten dein gebot. 18. Nun Christi theures blut Hat meine schuld durchstrichen, Und mich mit meinem Gott Auf ewiglich verglichen. Gott liebt mich väterlich. Wie groß ist dieses gut! Wie ruhig schlaf ich ein Auf meines Jesu blut! 637 6. Mein glaube heißt mich hoffen, Es sei durch Christi blut Ein neuer bund getroffen, Und 19. Mein herz wird mir nun alles wieder gut. Drum will ich leicht: Ich lebe oder sterbe; Ich dir geloben Von nun an treu zu weiß, daß ich gewiß Das himmel- sein; Dein guter geist von oben reich ererbe. Ich fürchte nun nichts Wird hierzu kraft verleihn. mehr: Werd ich gleich offenbar Vor Christi richterstuhl; Geh ich zur engelschaar. 5. Straf nicht in strengem grimme, Herr! meine missethat. Weil deine vaterstimme Mich selbst gerufen hat; So schrei ich: ach erbarme, Erbarm dich über mich! Ich fall dir in die arme, Ach schone gnädiglich. 7. Ich bin dein kind aufs neue: Drum gieb, daß diese nacht Mich auch dein schuß erfreue, Der alles sicher macht: Ich werde gleichsam sterben, Der schlaf gleicht ja dem tod; Doch kann ich nicht verderben; Du lebst in mir, mein Gott! Abendlied am Sonnabend. Mel. Herzlich thut mich verlang. 997. Die ie woche geht zum 8. Ja du, mein Gott! wirst ende, Nicht aber machen, Daß ich kann ruhig sein; Gottes tren: Denn wo ich mich Du wirst mich selbst bewachen, hinwende, Da ist sie immer neu. Und von gefahr befrein; Dein Die zeit kann wohl verschwinden, find wird sicher liegen, Als wenns Nur Gottes güte nicht; Sie läßt im himmel wär. Will mich der sich täglich finden, Und giebt mir feind bekriegen; Deckt mich der trost und licht. engel heer. 9. Du wirst auch die versorgen, Die mein und deine sein: So werden wir uns morgen In 2. O Herr! durch diese güte Bin ich noch, was ich bin; Mit dankbarem gemüthe Leg ich mein 68 del bol tim 638 Berufs- und Standeslieder deiner kraft erfreun; Wir werden| leßte woche sein; Willich nicht wideropfer bringen, Und deiner gnaden- streben, und mich im geiste freun Auf macht Mit herz und mund lobsin- jenen feierabend, Den Christi tod gen, Die uns so treu bewacht. mir macht; Und diese hoffnung ha10. Soll dies in diesem leben Die bend Sag ich nun: gute nacht! IX. Berufs-, Standes- und Reiselieder. ( d) the nig I. Für alle Stände insgemein. Mel. Sei lob und ehr dem höchst. our arbeit, nicht zum 6. Laß mich vor dir, Herr! unverrückt Mit einem herzen wan998.3 wir, deln, Das geiz und nie bestrickt. Gewissenhaft zu handeln, Mein leben deinem dienst zu weihn, So müßlich, als ich kann, zu sein. Das sei mir ehr und reichthum. o Herr! auf erden. Drum laß mich doch mein lebelang Der trägheit knecht nicht werden. Gieb mir verstand und lust und kraft, Geschickt, treu und gewissenhaft Mein amt hier zu verwalten. 2. Hast du ein amt, so warte sein: Das ist, o Gott! dein wille. O flöße selbst den trieb mir ein, Daß ich ihn treu erfülle. Hilf mir, daß ich von zeit zu zeit An einsicht und an tüchtigkeit Zu meinem amte wachse. 7. Dir zu gefallen, sei mein zweck Bei allem, was ich thue! So wandle ich den rechten weg 3u der gewissensruhe. Denn, wer dir, heiligster! mißfällt, Was nüßzet dem die ganze welt mit allen ihren schätzen. 8. Laß mir den zeitlichen beruf, 3. D Herr! vor träger weich- Dazu mich, Herr! auf erden Dein lichkeit Wollst du mein herz be- weises allmachtswort erschuf, Doch wahren, So werd ich aus gemäch- eine leiter werden, Worauf ich lichkeit Nie meine fräfte sparen. einst in jener welt, Die höErholen werd ich mich nur dann, Wenn ich, von kraft erschöpft, mich kann Zu neuer arbeit stärken. heren beruf vorhält, zu höhern würden steige. 4. Aus wahrer vorsicht laß mich Mel. O Gott, du frommer Gott. nicht Die zeit mit nebendingen, 999, Gott! der du uns Die weit entfernt von To sein, Mich den geschäften ganz zu weihn, Die du mir auferleget. die pflicht Der pflicht, Verschwenderisch verbrin- arbeit auferleget, Und fleiß in dem gen. Das müsse mein vergnügen beruf Uns ernstlich eingepräget: Dir ist der müssiggang, Der bö ses lehrt, verhaßt, Die trägheit macht uns arm, Und andern nur zur last. ONT 5. Ein heilger trieb belebe mich, Ohöchster! meine pflichten In deiner furcht, gestärkt durch dich, Mit freuden zu verrichten. Ein herz, das sich des guten freut, Giebt zu der arbeit munterkeit, Versüßt uns ihre lasten. 2. Gieb, daß ich willig mich In deine ordnung schicke, und unter meiner müh Auf deinen rathschluß blicke. Wird gleich mein angesicht Mit saurem schweiß be sada für alle Stände insgemein. 639 neht; Genug, daß du mich selbst| ordnung nachzuleben, Alles mit In den beruf geſetzt. dir anzuheben. 3. Bewahre nur mein herz Vor 5. Laß dem satan nicht gelingen fummervollen sorgen. Gieb mir Sein ihm vorgesetztes ziel, Der mein täglich brot, Und sorge selbst mich um den himmel bringen Und für morgen; Laß mich an meinem zur hölle stürzen will. Stehe theil Das meine fleißig thun, mir, o vater! bei, Daß sein werk Doch mein vertrauen stets In vergebens sei: Wehre seinem morddeiner fügung ruhn. beginnen, Laß ihn nichts an mir 4. Ach fördre, Segensgott! gewinnen. 81 Die werke meiner hände; Hilf mir bei meinem thun Im anfang 80 und am ende. Laß mich bei meiner last Auf jenen sabbath sehn, COE Wo wir nach müh und sleiß Zu deiner ruhe gehn. 1031 Mel. Werde munter mein gemüth. err! nichts 1000. ann auf eerden von uns menschen insge28 mein Ohne dich verrichtet werden, 888 Oder uns gedeihlich sein. Steht Truns deine gnad und treu Nicht rain allen werken bei; Ach! so wird in allen dingen Uns der größte fleiß mißlingen. 6. Gieb mir fleißig zu bedenken, Wozu ich geseßet bin. Laß mich deinen geist stets lenken, Und regiere meinen sinn. Daß ich, als dein treuer fnecht, Dein wort liebe, solches recht, Und so viel ich kann, erfülle; Denn dies ist dein gnadenwille. 7. Herr! wird es auch geschehen, Daß mir deine mitbigkeit Das wird reichlich ausersehen, Was mir nüßt in dieser zeit. Gieb mir nur mein täglich brot, und was mir zum himmel noth, Was mir nüßlich auf der erden und dort selig, laß mir werden. 2. All' mein thun und meine sachen, Herr! empfehl ich deiner Mel. Wer nur den lieben Gott. treut. Du weißt alles wohl zu 1001. a. Mein Gott! es machen, mir in allem dein guter 3. Laß mich treulich alle pflichten, Die mich mein beruf gelehrt, Immer ungesäumt verrichten: Hilf mir thun, was mir gehört. Richte meinen ganzen sinn, Eifer, herz und fleiß dahin, Dir zu dienen, als dem höchsten, Doch zugleich auch meinem nächsten. bei. Laß mich deinen segen sehn, wille, Daß ich was gutes schaffen Laß mein werk von statten gehn, soll; So giebst du gern des guUnd, wozu es angefangen, Sein ten fülle, Und machst uns deines erwünschtes ziel erlangen. segens voll; Doch soll derselbe uns erfreun, Willst du auch angerufen sein. 2. Gebet und arbeit bringen segen, Und müssen stets beisammen stehn; So laß mich nun auf allen wegen In meines Jesu namen gehn; Mein auge heb' ich auf zu dir, Wirf einen blick herab 4. Hilf, daß ich durch müssig- zu mir. gehen Keine zeit verderben mag. 3. Gieb mir gemüths- und Laß mich stets beschäftigt stehen; leibeskräfte; Und stärke mich Hilf mir ferner jeden tag, Gott! der du mein helfer bist, So viel mir es möglich ist, Deiner auf diesen tag, Damit ich die berufsgeschäfte Mit freudigkeit verrichten mag. Was mir zu schwer 640 Berufs- und Standeslieder und mühsam deucht, Mach mir| gegeben, Was mir hie nüß und durch deinen beistand leicht. 4. Laß mich in allen meinen werken Auf deines namens ehre sehn, Und das vor allen dingen merken: Nichts könne ohne dich geschehn; Und so gebührt auch dir der preis, Nicht aber uns und unserm fleiß. felig ist, So laß mich beine güt erheben: Weil du die segensquelle bist, Die man gar leicht verstopfen kann, Nimmt man nicht alles dankbar an. 5. Bewahre mich vor hindernissen, Die welt und teufel öfters macht: Und gieb mir stets ein gut gewissen, Das auch bei saurer arbeit lacht. Bezähme du mein fleisch und blut, Wenn es bei arbeit bange thut. 6. Gieb mir auch ein vergnügtes herze, Daß ich mit dir zufrieden bin, Und deinen ſegen nicht Durch ungeduld genug. eigensinn. Der ist gesegnet in der that, Der sein beschieden theil nur hat. 7. Vermehren sich gleich die beschwerden, Stellt sich dein segen " nicht bald ein; So laß mich doch nicht müde werden; Die stunde will erwartet sein, In welcher du nach hiß und last Den gnaden lohn bestimmet hast. 8. Und wenn du mir nun das 9. Die arbeit kann nicht ewig währen, Es kommt einmal der ruhetag: Der wird die last in lust verkehren, Die uns hier auf dem rücken lag; Da leget uns der tod ins grab; Du wischest schweiß und thränen ab. 10. So werf ich nun in deinem namen Mein neß, wie du befoblen, aus: Sprich du zu allem thun dein amen! Und mache lauter segen braus. Thu ich gleich keinen reichen zug, Hab ich mit all nes namens ehre An allen orten aus. Behüte die drei stände Durch in beiner allmacht hände, Schüß firche, obrigkeit und haus. 2. Ach! laß dein wort uns allen Noch ferner rein erschallen, zu 1unsrer feelen muß. Bewahr uns vor den rotten, Die deiner wahrheit spotten, Biet allen deinen feinden truß. e Kürzer. Mel. Nun danfet alle Gott ac. 1001. b. Laß dich Herr Jesu Christ! Durch mein gebet bewegen, Komm in mein herz und haus Und bringe mir den segen. Nichts richten müh und kunst Ohn deine hülfe aus, Wo du mit gnaden bist, kommt segen in das haus. II. Für einige Stände insbesondere. Für die drei Hauptstände. 3. Gieb, Herr! getreue lehrer, Mel. Nun ruhen alle wälder 2c. 1002. Herr! höre, Herr! Und unverdroßne hörer, Die beide thäter sein; Auf pflanzen und begießen Laß dein gedeihen fließen, 4. Gieb unserm könig glücke: Laß deine gnadenblicke Auf den gesalbten gehn; Schüß ihn auf seinem throne, Laß scepter, reich und krone In segensvollem glanze stehn. 5. Laß alle, die regieren, Ihr amt getreulich führen, Und schaffe jedem recht, Daß fried und treu sich küssen, Wir nichts als gnabe für die drei Hauptstände. 641 wissen; Segn' uns als dein er-| ordnung, ein: Wer sie nicht dawählt geschlecht. für schäßet, Wird nicht ohn strafe 6. Ach! wend in allen gnaden sein. Die Gottes stell verwalten, Krieg, feuer, wasserschaden, Sturm, Soll man in ehren halten, Der pest und hagel ab; Bewahr des sie drum götter nennt. landes früchte, Und mache nicht 2. Was sie amts halber heißen, ber beißen zunichte, Was uns dein milder Muß man nicht weigern sich, segen gab. a Gehorsams sich befleißen; Sind sie gleich wunderlich: Gott kann ihr herz bald lenken, Daß sie doch einst bedenken, Sie stehen unter Gott; 7. Verleih uns ruh und friede, Mach alle feinde müde, Gieb uns gesunde luft; Laß noth und theure zeiten Sich nie bei uns ausbreiten, Wo man nach brot aus hunger ruft. 8. Die hungrigen erquicke; Und bile bringe die zurücke, Die sonst verdisfrret sein. Die wittwen nebst den waisen Wollst du mit troste speisen, Wenn sie zu dir um hülfe schrein. 9. Sei vater aller finder, Der schwangern ihr entbinder, Gieb säugenden gedeihn; Zieh unsre zarte jugend Bur frömmigkeit und tugend, Daß sich die eltern ihrer freun. bim 3. Daß sie von ihrem leben, Und was durch sie geschicht, Einst rechenschaft zu geben, Dort müssen vor gericht: Auf daß von ihnen werde Die anvertraute heerde Geliebet und gepflegt. manu 4. Durch sie uns Gott verleihet Ruh, sicherheit und schuß: Wir sind durch sie befreiet Von böser leute trup: Es müssen, die uns hassen, Uns doch zufrieden lassen; Das schafft die obrigkeit. 5. Darum ihr auch gebühret 10. Hilf, als ein arzt, den Schoß, schabung, dienst und kranken: Und die im glauben pflicht: Was ihr amt mit sich wanken, Laß nicht zu grunde führet, Wird dadurch ausgericht't: gehn. Die alten heb und trage, Und soll mans auf begehren Ohn Auf daß sie ihre plage Und noth| murren und beschweren Entrichten geduldig überstehn. hidshewilliglich. 11. Bleib der verfolgten stüße, 6. Wenn man zu dienst nur Die reisenden beschüße; Die ster- stehet, Vor augen und zum schein, benden begleit Mit deinen en- Daß man der straf entgehet; Da gelschaaren, Laß sie in friede ist das herz nicht rein. Der hat fahren Zur himmelsfreud und herrlichkeit. ein gut gewissen, Deß herz dahin beslissen, Daß es die obern liebt. 12. Nun Herr! du wirst er-* 7. Ach Herr! verleih uns füllen, Was wir nach deinem allen, Daß wir nach deinem wort willen In demuth jeßt begehrt: Den obern zu gefallen Bereit Wir sprechen nun das amen In sein immerfort: Daß wir als unsers Jesu namen, So ist gewiß treue glieder Dem haupt nie sein der wunsch gewährt. zuwider, Das für uns sorgt und wacht. taspilling 8. Gott! der du uns gegeben Rechtschaffne obrigkeit: Erhalt fie lang im leben und deiner furcht allzeit. Gieb ihnen kraft und seget, Als seine gnade, Daß fünde, schand und 41 Für die Obrigkeit. Mel. Herr Christ der einge 2c. 1003, Au U obrigkeit Gott 642 Berufs- und Standeslieder schade Durch sie werd abge- ren, In deiner furcht mit sanftem wandt. muth Stets ihre herrschaft zieren. Gieb ihnen weisheit und Mel. Allein Gott in der höh sei. geduld, Daß sie durch macht, doch 1004.a. Gott voll macht mehr durch huld, Flor, heil und und that! Von dem der stand und 8. Laß uns dein volk und erbe orden Der obrigkeit, durch weisen sein: Und hilf vor allen dingen, rath, Selbst eingesetzet worden: Daß haupt und glieder insgemein Du hast, nachdem du ihn gestist, Dir lob und ehre bringen. Führ Ihn auch in deiner heilgen schrift beide, Herr! nach dieser zeit In Aus gnaden fest gesehet. jenes reich der herrlichkeit, Wo wir dich ewig preisen. 2. Erhalte doch die obrigkeit, Durch die wir sicher bleiben, In fegen und zufriedenheit; Laß dei- Einer obrigkeitlichen Person. nen geist sie treiben, Und fülle fie mit glaubenskraft, Damit sie dir Mel. Ich bin ja, Herr! in 2c. viel nußen schafft, Und niemals 1004.b. eine band hat err aller herren! von dir weiche. 3. Gieb ihr gesundheit, stärk in der obrigkeiten stand Mich andern und muth: Und laß sie reichlich menschen vorgesehet. Du legst ihr spüren, Was leib und seele nüz wohl in meinen schooß. Das amt und gut, Laß sie gerecht regieren. ist schwer, die last ist groß! Denn Ja, fröne sie mit glück und heil, wird dein zweck dabei verlegzet, So Sei selbst ihr vater, schuß und theil, bringt mich die versäumte pflicht Halt sie in deiner gnade. Vor dir in schwereres gericht. 4. Laß unter ihrer hut und 2. Du bists, Herr! der auch macht Uns steten frieden spüren: mir gebeut. Drum lehr mich die Daß wir, durch ihren schuß be- gerechtigkeit, Von welcher ich ein wacht, Ein stilles leben führen, diener heiße. Und flöße mir die Geruhig in gottseligkeit Die tu- weisheit ein, Damit ich, herrgend üben jederzeit Zu deines scher! dir allein, Nicht mir zu namens ehre. dienen, mich befleiße. Ja schreibe fest in meinen sinn, Daß ich dein unterthan selbst bin. 3. Entferne mich von eitlem ruhm. Der stolz, des satans eigenthum, Kommt oft noch jezo vor dem falle: Die frucht des amtes wird verkürzt: Dein arm erniedriget und stürzt Zuletzt der hoffart diener alle. Bei wahrer demuth wird allein Mein amt von dir gesegnet sein. 4. Bei solcher demuth gegen dich Laß auch alsdenn die sanft muth mich Den untern wohlgefäl7. Verleih uns, Herr! dies lig machen. Nicht stets ist eifer große gut, Daß die, so uns regie- lobes werth. Gerechtigkeit zudt 5. Beschirme sie durch deinen schuß, Daß, die ihr übels gönnen, Mit aller list, gewalt und tru Ihr niemals schaden können. Was ihrem amt entgegen ist, Der feinde trug, der bosheit list, Laß, Herr! zu schanden werden. 6. Gieb denen eifer, fleiß und treu, Die unter ihnen leben; Daß jedermann gehorsam sei, Auch willig pflicht zu geben. Laß uns das haupt, den höchsten stand, Und alle, die von ihm gesandt, In allen ehren halten. für einige Stände insbesondere. 643 nur das schwert, Zur strafe fre- in diesem seinem stand Mit rath velhafter sachen. Gelindigkeit bringt und schuß erfreue. oft mehr frucht, Als eine gar zu scharfe zucht.. 5. Nimm mich, o Gott! in deine hut; Denn wachst du mit, so wacht sichs gut, So wach ich über deine knechte, Die du mir anvertrauet hast. Du hebst, ich rühre nur die last; Du giebst, ich hege deine rechte. Mit dir wird meine pflicht erfüllt, Und so trag ich dein ebenbild. 2. Denn, Herr! du bist der weise Gott, Der unsre wege kennet. Du bist der helfer in der noth, Der uns die seinen nennet. Stand, leben, wohlsein kommt von dir. Ja, du verordnest für und für, Was uns begegnen sollte. 3. Dein theures wort, Herr! halte mir Allzeit in meinem stande Mit nachdruck meine pflichten für, Wie ich dem vaterlande mit meinen waffen dienen soll, Dich ehren, und recht waffen b glaubensvoll Nach jener krone ringen. 4. Leb ich gleich oftmals in gefahr Von inn- und äußern feinden; So bleibt doch dieses ewig wahr: Du bist bei deinen freunden Ein starker Gott, ein siegesheld, Der ihre feinde mächtig fällt, Und ihnen sieg verleihet. 5. Laß aber auch, was mir gebührt, Mich willig stets vollbringen; Wozu mich mein beruf nur führt, In groß- und kleinen dingen Gehorsam, treu und redlich sein, Und nicht gefahr noch unlust scheun, Wenn sie mein stand erfordert. 8. Furcht und gehorsam giebt man mir. Ich nehme sie, und leg sie dir Auf 6. Laß mich bedenken meinen deines hohen thrones stufen! Gieb, eid, Die vorgesetzten ehren, Und daß mein beispiel andre lehr, Wie so nach aller möglichkeit Befördir, o Gott! das herz gehör. Sodern und vermehren, Was zum weiß ich, wenn du mich wirst rufen, gemeinen besten dient, Weil, wenn Daß mir dein großer rechnungstag der thron des königs grünt, Es Ein ehrenfest, fein donnerschlag. alle mit genießen. 7. Zeig mir, wie ich die theure zeit, Die ich allhier zu leben, So Wenn ich soll rechnung geben. zubring, daß michs nicht gereut, Ein kriegesmann und guter chriſt 6. Verleih mir deinen weisen rath, Auf daß ich eine jede that Nach wahrem werthe überlege. Daß nicht der unschuld weh gescheh, Der bosheit ich nichts überseh, So leite mich die rechten wege. Mein herz, mein auge, mund und hand Sei den verlaßnen zugewandt. 4 7. Mich fah kein ansehn der person. Dem guten werde guter lohn, Dem bösen aber seine strafe. Das ist, o richter! dein gebrauch, Und dieser weise folg ich auch. Warum? ich weide deine schafe. Sie sind nicht mein, das merk ich mir; Du bist ihr Herr, ich diene dir. Für den Kriegesstand. Mel. Aus tiefer noth schrei ich zc. 1005, Vor bir, Jehova! Ein friegsmann gläubig nieder. Er rer bist, Sehr wohl beisammen betet, fleht und bringet dir Das stehen. opfer seiner lieder. Er wünscht, 8. Dies stelle mir, o vater! für, daß deine gnadenhand Ihn auch So werd ich christlich leben. Laß 41* 644 Berufs- und Standeslieder deine gnade über mir Auf allen| gründe wässert, Der alle harte wegen schweben, Sowohl, wenn felder zwingt Und in die tiefsten fried und ruhe blühn, Als wenn winkel dringt. de ich muß zu felde ziehn. So bin ich wohl versorget. 5. Ach! schärfe deines geistes waffen, Der feinde grimm zu 9. Krön unsern könig und sein widerstehn, Laß sie in ihres amhaus Mit segen und gedeihen; tes strafen Auf menschen gunst Geh selbst mit ihnen ein und und furcht nie sehn; Gieb, wenn aus, Daß sie sich deiner freuen. sie lehren, überzeugung: Gieb, Laß friegesleute insgemein Auch wenn sie, warnen, tiefe beugung: streiter Jeſu Christi sein. O Gott! Gieb, wenn sie trösten, fraft und sprich selber, amen. licht, Und felsenfeste zuversicht. 6. Gott! wir trauen deiner liebe, Die bis hieher mit rath und that Die me Fürbitte für Prediger. für Prediger.deinen aus erbarmungstriebe In Melodie 14. 1006.a.11mgürte bie, ihrem amt geleitet hat. Du wirst selbst sehn nach deinen sachen Und deinen segen größer machen. Denn ihre sind die schafe nicht; Nein, dein sind sie, o seelenlicht! o Gott! mitkräften In ihrem amt, beruf und stand, Die zu des predigtamts geschäften Dein gnadenvoller ruf gesandt. Lehr du 7. Sie sind mit deinem blut sie, so sind sie gelehret; Erneure, erkaufet, So denke an dein theudie du, Herr! bekehret; Hilf ihnen res blut, Sie sind in deinen tod selbst, so wird allein Jhr amt an getaufet, So schüße dein erstrittuns gesegnet sein. dollnes gut. Dein vater hat sie ihm erwählet, Und seinen findern zugezählet: So meide jedes Gotteskind, Herr! dem sie sauer worden sind. Siehe auch Nr. 483. 484. 2. Laß auf ihr pflanzen, säen, bauen Des geistes kraft, von oben her, Zum reichesten gedeihen thauen; Vermehr dein reich je und Laß in und erden Dein wort ein wort des lebens werden, Daß es auf jener ernte tag Die früchte hundertfältig trag. Eines Predigers. Bieb, daß von deiner ganzen 1006. b. abre treu Mel. Nun danfet alle Gott ac. err! gieb mir heerde, Die du selbst ihnen anvertraut, Kein einziges verloren werde; Mach auch die wüsten angebaut. Mach sie zum vorbild in dem wandel; Begleite du ihr thun und handel; Mach sie auf alle fäll' bereit mit weisheit, muth and tapferkeit. In dem was du willst haben, Daß trägheit fernen ſei. Mein pfund sei nicht vergraben. Ermuntre du mich stets, Daß ja nichts unterbleibt, Wozu mich meine pflicht In meinem stande treibt! 2. Mein werk lieg mir stets an, 4. Laß einem strom dein wort Und fall' auf mein gewissen. Doch, sich gleichen, Der alle dämme nie- was ich soll und kann, Wirst du berreißt, Dem alle felsen müssen mir zeigen müssen, Damit mich weichen, Der alle höhen nie- ia mein feind Mit feinem schein derschmeißt; Der alles wäschet, betrügt, Und meine Zeit und kraft reinigt, bessert, Der alle dürre Niemals umsonst verfliegt. Jhin Ghis quibt niet! andish für einige Stände insbesondere. 645 3. Regier mein herz und haus, 10. So hilf mir pfund und zeit Und führe meine sachen, Ja, führ Aufs klügste anzuwenden. Ich sie für mich aus, Du sollst es lauf' zur ewigkeit; Hilf diesen alles machen. Denn ich, o Gott!| lauf vollenden: Daß zeit und ort für mich Verderb es bald allein. und stand, Beruf und allerlei, Drum sollst du Herr und Gott, Was mir zum pfund vertraut, Und ich will knecht nur sein. Im himmel fruchtbar sei.. 4. Hilf, daß in wahrer treu Ich dem, der mir befohlen, Zum beil behülflich sei. Hilf betend Mel. Es ist das heil uns kommen. ſegen holen. Es leuchte meine 1006. c. Gott! was lehr Und wandel allen für! Ich sei, zu deinem ruhm, Stets deines hauses zier. 5. Laß mich erbaulich sein Da, wo ich umgang habe. Geh ich wo aus und ein,' So müsse deine gabe Bei jeder menschenseel In reichem wucher sein. Gieb mir sonst so tief versteckt, Daß es kein weiser findet, Hast du dem glauben aufgedeckt, Der auf dein wort sich gründet. Du legst dein wort in unsern mund, Und machst durch uns auch andern kund Den weg zu deinem leben. 2. Send uns den geist von deinem thron, Uns stets zu unterweisen, Daß wir dich, Gott! und deinen sohn Durch lehr und leben preisen. Laß unsern glauben stark und rein, Und das gewissen lauter sein, Dich freudig zu bekennen. 3. Lehr uns mit heilger nüchternheit Stets unser herz bewachen, Daß wir durch unsre wachsamkeit Die feindeschamroth machen. Wenn wir selbst deinen weg nicht gehn, So werdens deine Ich feinde sehn, Und deinen namen bei jedem schritt zu werk und wort gedeihn. 6. Thu mir dein werk stets kund, Und gieb dazu die stärke. Bewege herz und mund Und wirke gute werke. Bewahre mich, mein Gott! Vor bösem werk und schein. Und laß mich allen stets Ein gutes vorbild sein. 7. Der trieb zu andrer heil, Dir frucht und ruhm zu bringen, Müß' mich, an meinem theil, Zum guten kräftig dringen. müsse jederzeit Dir, vater! wirklästern. sam sein, Doch nur aus deiner kraft, Nach deinem wink allein. 4. Gieb uns den muth, dir treu zu sein, Der weltlust abzusagen, 8. Laß allezeit mich dir Nach Und der gerechtigkeit allein Mit deinem worte dienen, Nichts thun, eifer nachzujagen. Gieb uns die wie es nur mir Im eignen wahn freudigkeit im Herrn, Und laß geschienen. Nimm mich an an- uns unverzagt und gern Den dern selbst Zum guten werkzeug kampf des glaubens kämpfen. an; Daß mich versäumniß nie Vor dir verklagen kann. 9. Wo ich nichts wirken kann, Da laß mich doch noch beten. Mit öfterm fleben stets Vor jeden riß zu treten, Erinnre mich, mein Gott! Und treib mich dazu hin, Wozu in meinem stand Ich hie geseget bin. 5. Dein wort, das du uns an- 1001 vertraut, Laß uns stets lauterhim ide lehren. Die höhen, die der mensch and and sich baut, Wird bald dein blick zerstören. Wir predgen, Gott! ledn wir predgen dich! Umsonst empört die hölle sich Zum streit mit dem gesalbten. 6. Versöhner! lehr uns die 646 Berufs- und geduld, Getrost mit dir zu leiden. Gott! leiden wir nur ohne schuld, So leiden wir mit freuden. Ein treuer knecht wird einst dich sehn, Und ewig wirst du ihn erhöhn Zu seines Herren freuden. 6. Laß eltern schand und sünde fliehn, Und fromme finder auferziehn, Daß einigkeit, zucht, scham und treu Zu aller zeit im wachsthum sei. Für den Ehestand. der gnadenstern Voll güt und liebe von dem Mel. Herr Jesu Christ! mein 2c. Herrn, Im stande heilger ehe! 1007. benvoller rath Den Demt ist Gott gnädig zugethan, Gott! deß Fängt ihn mit Jesu an; ehstand eingesetzet hat, Der du Dem hilft er aus der höbe; ihn segnest, schüßest, liebst, Und Denn er Selber Schafft die triebe ihm glück, heil und gnade giebst: Reiner liebe In den herzen Und 2. Wend ab des satans macht versüßt des freuzes schmerzen. und list, Und was sonst ehen schäd- 2. Gott ist es, dessen weiser lich ist, Auf daß kein bosheits- rath Den ehestand gestiftet hat: voller gift Bei ehegatten zwie- Er ist, der Evam machte, Und tracht stift. diese tugendvolle braut, Die er 3. Gieb segen, wenn ihr treuer aus Adams ripp' erbaut, Zum fleiß In ihres angesichtes schweiß ersten menschen brachte. Ehen Se Die nahrung sucht; gieb, daß da- hen Derowegen Gottes segen; bei Auch stets ein rein gewissen sei. Gott beglücket, Was er stiftet, 4. Gieb, daß sie mit gebet und fügt und schicket. flehn, In lieb' und eintracht zu dir gehn: Und wenn ihr herz voll andacht schreit, Gieb, daß ihr werk auch wohl gedeiht. 3. So lebt ein frommer mann beglückt, Wenn Gott ihm eine gattin schickt, Durch die er wird gesegnet; Wenn eins das andre 5. Ja, wenn sie kreuz und kum- zärtlich liebt, Und ihnen Gott mer drückt; So zeige, daß du es den frieden giebt. O! wie viel geschickt. Hilf bald, und gieb, daß sie zuletzt Dein gnadenreicher troft ergeßt. 7. Laß, die im ehestande stehn, Sich, Herr! durch dich gesegnet sehn. Gieb, daß sie deinen willen thun, Und unter deinem schuße ruhn. Standeslieder 9. So bringen sie dir lebenslang Für solche gnade herzlich dank; Bis bich, Gott vater, sohn und geist! Jhr froher mund dort ewig preist. 8. O treuer Gott! wir bitten dich, Regiere sie stets gnädiglich, Erhalte sie die lebenszeit In deiner furcht und heiligkeit. Mel. Wie schön leucht't uns der. 1008.Wie herrlich leucht't wohlsein regnet Täglich Reichlich Auf die seelen, Die Gott wäh len, Die sich lieben, Und zugleich die tugend üben. 4. Gott schmücket ihr geliebtes baus Mit wohlgerathnen zweigen aus, Woran sie freude sehen: Und bricht gleich oft ein kreuz herein; Will er selbst trost und helfer sein, Und stets zur Seite stehen. Endlich Soll sich Nach dem leide Ewge freude Für sie finden: Gott will ihnen kränze winden. * 5. Nun Gott! du hast es wohl bedacht, Die heilge ordnung selbst gemacht, Und willst sie noch bedecken. Dein geist regiere mann für einige Stände insbesondere. 647 und weib, Daß sie ein herz, gnade größe an; Ach! wer ift ein fleisch und leib, Dein bünd- denn so vermessen, Deiner dabei niß nie beflecken. Rühre, Führe zu vergessen. Ihre seelen, Dich zu wählen, Dich zu ehren; Laß sie keine noth beschweren. 5. Herr! du bists, was mich ergeßzet, Meiner seelen troft und beil, Das mein herz am höchsten 6. Führ ihre ganze lebenszeit schäßzet: Herr! du bist mein gut Zur Gottesfurcht und heiligkeit, und theil. Bleib auch unsrer Durch deines geistes stärke. Ne-( meiner) finder Gott, Laß sie gier und leake doch ihr herz Von doch in keiner noth, Und in keifleischeslust, vom eitlen scherz, nem kreuz verderben, Bis sie endAllein auf gute werke. Laß die, lich selig sterben. So hie Ehen schließen, Heil genießen, Segen sehen, Und zur lammeshochzeit gehen. Fürbitte für Kinder. Mel. Jesu! deine heilge wunden. orge doch für 1009. unsre( meine) finder, Vater! nimm dich ihrer an: Sind sie gleich vor dir nur sünder; Sind sie doch hinzugethan Denen, die durch Jesu blut Theur erkauft, dein eignes gut; Darum sei ihr lieber vater, Heiland, schüßzer und berather. 6. Schüße sie vor bösen leuten, Und vor der verführer schaar: Laß doch ihren fuß nicht gleiten, Führe sie doch immerdar Auf der wahren tugendbahn, Lenk ihr herz deinen freuden Aus dem jammerstets himmelan, Bis sie einst zu thale scheiden. 7. Können sie auf dieser erden Hier, und wo es dir gefällt, Dir und menschen nüßlich werden: So laß sie in dieser welt, Wo sie sind und wo sie gehn, Mit gehorsam auf dich sehn, Daß sie stets im thun und lassen, Herr! dein wort ins herze faffen. A 2. Sind sie gleich von findes- 8. Mach fie dein und ihren beinen Dir durch Christum dei- feinden, Treuer vater! nie zum nen sohn, Zugeführet als die dei- spott; Mache sie zugleich den nen; Weil sie deine gnade schon freunden Nie zur last; verleih, Durch das heilge wasserbad Lieb- o Gott! Daß kein harter fall sie reich aufgenommen hat; Und du machst sie, wenn sie sterben, Gar zu deines reiches erben. schreckt, Weil sie deine hand bedeckt. Hilf in allen schweren sachen, Du, du kannst sie leichter machen. ernäbret, Und so manchem unglücksfall 9. Endlich wenn die zeit wird Mehr als väterlich gewehret, kommen, Nach vollbrachter lebensWelcher sonsten überall Leicht zeit, Daß sie werden weggenomund plößlich sie gestürzt, Jamen, Und nun in die ewigkeit ihr leben abgekürzt: Aber deine Ihren eintritt müssen thun; Ach! vatertreue Blieb bei ihnen täglich so laß sie in dir ruhn, Und sie dann, nach sanftem sterben, Glaubensvoll den himmel erben. neute. 4. Sollten dir für solche güte Eltern nicht verpflichtet sein, Und 10. Gönne eltern diese freude, mit dankbarem gemüthe Sich bei Daß einst an dem jüngsten tag, solchem glücke freun? Zeigt es, Nach besiegtem kreuz und leide, Herr! doch jedermann Deiner Jhr mund jauchzend sagen mag: 648 Berufs- und Standeslieder Liebster vater! ich bin hier Nebst| richt; Damit aus deinem wort den kindern, die du mir Liebreich und mund Ihr glaube habe festen in der welt gegeben: Ewig will grund. ich dich erheben. 10. Darin mach du sie selbst gewiß, Bewahre sie vor ärgerniß: Daß man sie ja daselbst nicht 1010. W ott nicht find', Wo spott und laſter herrMel. Das ist fürwahr ein köstlich. selber baut schend sind. das haus, Da richtet keine müb was aus: Wo Gott die stadt nicht selbst bewacht, Da schüßt sie keine stärk und macht. 2. Es ist umsonst, daß ihr auf steht Früh morgens und spät schlafen geht: Daß ihr das brot est ohne ruh, Und bringt die zeit mit sorgen zu. 3. Wer bei der arbeit Gott ruft an, Befindet, daß er wohl gethan; Weil Gott den seinen, die er liebt, Den segen ohne sorgen giebt. 4. Sieh, kinder sind des höchsten gab', Und edler als all andre haab: Gott ist's, der leibesfrucht beschert, Und frommer eltern bitt' erhört. 5. Wie pfeile in des starken hand, So ists mit kindern auch bewandt, Die man in Gottesfurcht erzieht; Weil man das ziel erreichet sieht. 6. Wohl dem alsdenn, dem Gottes rath Der finder viel gegeben hat, Der hat vielfache ehr und freud, Und führet viel zur 11. Durch deine weisheit, macht und güt Vor schwerem unfall fie behüt: Führ du sie selbst auf rechter bahn, Weil dann ihr fuß nicht gleiten kann. 12. Hilf, daß sie dich an allem ort Vor augen haben und dein wort, Und sich befleißen jederzeit Der tugend, zucht und ehrbarkeit. 13. Wo sie ausgehen oder ein, Da laß du sie gesegnet sein; Laß sie all' ihre lebensjahr' Zubringen christlich immerdar. * 7. Hilf Gott! daß ja die kinderzucht Geschehe stets mit nuß und frucht, Daß aus der finder mund dir werd Ein lob bereitet auf der erd. 14. Und endet sich dereinst ihr lauf, So nimm sie, Herr! zu dir hinauf: Auf daß sammt ihnen wir zugleich Dich preisen dort in deinem reich. * 15. Gott vater, sohn und heilger geist! Von dem uns alle gnad herfleußt, Wir loben dich, wir danken dir Mit unsern findern für und für. Der Kinder für ihre Eltern. Mel. Jesus, meine zuversicht zc. 1011, a. Gott, mein ter! dank sei dir, Daß du gutes, leib und leben Durch so liebe eltern mir Voller gnad und huld gegeben, Auch mit gleicher gütigkeit Sie erhältst bis diese zeit. 2. Hab ich sie bisher betrübt, mir diese sünde; Hab sein, Laß sie vermeiden lebens- ich nicht gnug geliebt, Wie 8. Laß sie den eltern insgemein, Den obern auch gehorsam So lang Den eigensinn und müssig- es einem treuen finde Dein wort gang. und natur gebeut, Ach! so ist 9. Gieb ja, daß ihnen mangle mirs herzlich leid. nicht Heilsame lehr und unter- 3. Gieb, daß ich gehorsam bin, für einige Stände insbesondere. 649 Crimin Beuge du mein zartes herze, Daß bei: Zu dir steht meine zuver ich nicht durch eigensinn Meiner sicht, Sei selbst mein vater, trostal eltern gunst verscherze: Ehre, liebe, und licht. furcht und treu, Wohne mir beständig bei. 4. Wie viel sorgen, angst und müh Haben oft ihr herz gebeuget! Wie viel liebe haben sie Täglich, stündlich mir erzeiget! Haben sie nicht manche nacht, gut: Drum gicb mir weisheit, Wenn ich schlief, für mich ge- kraft und muth Durch deinen guwacht? ten geist; Damit mein schwaches herz nicht fehl, Und stets das beste theil erwähl. 3. Ach! flöß mir wahre tugend ind ein, So werd ich immer glücklich nism sein, Herr! leit und führe mich ist Laß mich bei dir in gnaden stehnandag So wird mirs immer wohl ergehn.ofram 4. Von dir fommt alles wahre 5. Laß mich ohne heuchelei Sie von herzen wieder lieben, und gehorsam, lieb und treu Stets in wort und werken üben, Daß der segen auf mir bleibt, Welchen dein gesetze schreibt. 6. Stelle mir zum beispiel für Jenes muster aller finder, Jesum, der zwar eins mit dir, Und die eltern doch nichts minder Mit ge- keit! horsam selbst verehrt, Dies sei zeit mir nachahmungswerth. 7. Lege viele jahre zu meiner eltern zeit auf erden; Laß sie, Herr! in fried und ruh Mir zum besten älter werden. Beten sie für sich und mich, So erhör es gnädiglich. 5. Beschüß mich auch, o treuer Gott! Im freuz, verfolgung, angst und noth, In seel- und leibsgefahr; Bedeck mich durch der engel wacht, Als Gott und helfer, tag und nacht. 6. O brunnquell aller gütigBeschere mir von zeit zu Die mittel meines glücks: Du weißt ja leicht für jeden rath, Den deine hand erschaffen hat. think dia 7. Du hörest, wenn die raben schrein; Laß auch dein kind erhöret sein, Und nimm mein seufzen auf: Gieb kleider, unterhalt und brot, So viel zu diesem leben noth. röd 8. Alles kreuz mach ihnen leicht, 8. Ich werf' all' meine sorg auf bad Hilf es, vater! selber tragen, und dich, Mein Gott und Herr! verdinat wenn sie ihr ziel erreicht Nachsorge mich, Und mach es immer im den sauren lebenstagen, So gieb wohl; So lob ich dich, so dank ich nism du vor deinem thron Ihnen from- dir Für solche gnade für und für.dajag mer eltern lohn. 9. Bricht denn mein lebensziel herein, Laß mich des him 1.se Eines Waisen. mels erbe sein. Erlang ich die- dee ses nur, So acht ich weder noth Mel. Warum betrübst du dich zc. noch qual In diesem jammer ihnst 1011.b. welch ein leivollen thalsa idi demnitor in den, das drückt! Das du mir, vater! zuEines Kindes Morgenlied. geschickt; Weil leider! mir der tod Die eltern früh entrissen hat, Doch Mel. Gott des himmels und der. ehre ich auch deinen rath. ich preise 2. Drum flieht mein kummer- 1012. Sott deine güte Für voller sinn Zu dir, dem höchsten den schuß verwichner nacht, Da helfer, hin. Herr! stehe du mir mein leib und mein gemüthe Von 650 Berufs- und Standeslieder dem süßen schlaf erwacht, Und da| lenkest, führest Uns, wie es dir deiner sonnen licht Wieder durch gefällt. Du hast es mir gegeben, die schatten bricht. Daß ich, als handelsmann, In ehr und treu mein leben Durch dich erhalten kann. 2. Es hat mich und auch die meinen Weder angst noch furcht erschreckt, Weil die großen mit 2. Mir ist ein pfund vertrauet, den kleinen Deiner liebe schild Von deiner gnadenhand; Dein bedeckt, und dein engel uns be- heilig antlig schauet, Wie es wacht. Dir sei lob und preis gebracht. wird angewandt: Drum gieb mir deinen segen, Regiere meinen sinn, Daß ich auf allen wegen So 3. Mache nun mit diesem morgen, Vater! deine güte neu. Laß fromm als weise bin. mich heute redlich sorgen, Wie ich dir recht dankbar sei, Damit dieser neue tag Neuen segen bringen mag. 3. Laß, was ich vorgenommen Und thu auf dein geheiß, Zum guten ende kommen; Und lenke meinen fleiß Zu deinem preis und ehren. Herr! hilf mir gnädiglich, Du kannst die nahrung mehren; Drum komm und segne mich. 4. Dir empfehl ich seel und glieder, Dir empfehl ich leib und geist. Nimm zu einem opfer wieder, Was mit recht dein eigen heißt. Laß mich, als dein eigenthum, Leben dir allein zum ruhm. 4. Laß mich am ersten trachten, O Gott! nach deinem reich; Sch weiß, daß, die drauf achten, Im zeitlichen zugleich Den segen hoffen können. Dem, der dich liebt und ehrt, Willst du die zugab gönnen, Die ihn hie zeitlich nährt. 5. Schenke deinem armen finde Deinen geist, der mich regier; Daß mich nicht zu schand und sünde Jener arge geist verführ, Der durch böse buben lockt, Und zuletzt das Herz verstockt. 5. Gieb mir zu meinen sachen Verstand und guten rath Und 6. Laß mich gern zur schule ge- kraft, es so zu machen, Wie man hen, Gieb mir lust zu deinem wort. es gerne hat. Regier auch die Werd ich ärgernisse sehen, So be- gedanken, Und laß nie meinen wahre mich, mein hort! Sonst reißt sinn Von recht und tugend wanmeinen schwachen sinn Dieser strom ten, Wenn ich im handel bin. zum bösen hin. 6. Nun Herr! mein vater! 7. Laß mich meine eltern( die sende Mir hülf von oben her. versorger*) ehren, Und erhalte Durch deinen beistand wende, Was sie gesund. Laß mich deine stimme mir allein zu schwer. Doch wenn hören, Die mich straft durch ihren zu guten tagen Du böse legen mund. Segne sie, und segne mich willt: So hilf sie mir auch traZeitlich hie, dort ewiglich. gen, Bis daß dein will erfüllt. * Für Waisen. Eines Kaufmannes. Mel. Herzlich thut mich verlang. ein vater! du 7. Dies alles wirst du geben, Du, dessen weiser rath Mir seele, leib und leben Und gut verliehen hat. Herr! schüß es, Herr! behüte Mich selbst und was nur mein, Nimm mich aus 1013. Min regierest Den gnad und güte Zuleßt zum himganzen freis der welt, Du leitest, mel ein. - g für einige Stände insbesondere. 651 Eines Handwerksmannes.| sich von eitelkeit Und geiz zum himmel lenk. 3. Erhalte uns dein wort Und Mel. Herr Jesu Christ! dich zu. 1014.Das walt Gott va- sakramente reine, Gieb, daß ichs ter, und Gott treu mit dir Und meinem nächsohn, Und heilger geist im höchsten meine. Erhalte mich gesund, sten thron! Mit dir fang ich die Bewahre mir mein land: Bearbeit an, Hilf, daß ich sie vollen- wahre haus und hof Vor dieben, mord und brand. den kann. 4. Ach! segne mich, mein Gott! und alles, was ich habe; Denn alles dieses ist Ja deine gute gabe. Gesegnet sei die frucht, Gesegnet sei mein vieh, Gesegnet haus und hof, Von dir so spät als früh. 5. Laß mich zufrieden sein Mit dem, was dein rath giebet, Du kannst leicht mehr verleihn, Wenn 4. Laß mein werk wohl beschaffen dir es nur beliebet. Gieb mir sein, Und deinen segen mich erfreun; nur lebenslang, O Herr! mein Wenn ich für mich nicht viel vermag, ehrlich brot, und bleib im sterSo gieb doch nöthigen verlag. ben auch Mein und der meinen 5. Nimm dich auch meines hau- Gott. ses an, Das ohne dich nichts schaffen kann: Steh ihnen bei, gieb ihnen ein, Daß sie fromm, treu und fleißig sein. 2. Herr! segne mich: dein geist verleih, Daß, was ich treibe, glücklich sei: Leit meinen anschlag, that und rath, Daß es erwünschten fortgang hat. 3. Uch lenke meine müh und fleiß Zu deines großen namens preis, Zu meinem nußen und dabei, Daß es auch andern dienlich sei. Alter Leute. Mel. O Gott, du frommer Gott. 6. Nun, Herr! durch deine milde 1016, Dich preif ich, höchster Gott, Mein hand und meinen stand: Bring uns auch endlich alle gleich Mit freuden in dein himmelreich. schuß und mein erhalter! Weil du mich gnädig führst Und leitest bis ins alter. Vergieb mir alles, was Ich wider dich gethan, Und sich durch Christi blut Mich mit erbarmen an. Eines Ackermannes. Mel. O Gott, du frommer Gott. 2. In nehm an kräften ab. Bei 1015. Mein Gott! du meinem unvermögen Bedarf ich selber haft Die erde uns gegeben, Daß von der selben frucht Der mensch beim fleiß soll leben; Du hast dem Adam schon Den feldbau auferlegt; Du bist, der noch den stand Voll treu erhält und trägt. mehr als sonst Dein väterlich verpflegen. Mein hoffen ist und bleibt Auf dich, mein Gott! gestellt, Bring mich mit ehren durch, Und selig von der welt. 2. Gieb, daß ich fleißig sei In meines standes werken. Laß deine fraft mich stets Bei meiner arbeit stärken. Gieb, daß mein herz an dich Bei aller arbeit denk, Und Bald ewig bei dir sein. 3. Heb, trag und führe mich, Mein Gott! wie du verheißen; Laß mich für solche huld Dich lieben, loben, preisen. Herr Jesu! schließe mich In deine wunden ein; Laß mich durch sanften tod 652 Berufs- und Standeslieder. E Reisegesänge. Mel. Nun freut euch liebe christen. Con o Herr Christ! Will ich zur reise gehen; Du, der du hirt und hüter bist, Wollst 8. Schick deinen engel zu mir mir zur feite stehen. Mein leib her, Mich treulich zu begleiund feel befehl ich dir, Nebst ehrten. Befiehl, daß er dem satan und gut, und was du mir Auf wehr, und allen bösen leuten: dieser welt bescheret. Nimm mich, o Herr! in deinen schuß, Daß ihre list, gewalt und truß Mir nimmer schaden könne. 2. Ich weiß, ich bin in dieser zeit Mit viel gefahr umfangen Ich werd in dieser sterblichkeit Nie völlig ruh erlangen. Ich bin ein pilgrimm, der den fuß Noch immer weiter sehen muß, Und hier kein bleiben findet. 9. Nun, vater! dir ergeb ich mich, Du kannst mir hülfe senden: Bewahr und führ mich gnädiglich Hier und an allen enden; und laß mich denn, wenn dirs gefällt, Nach aller unruh diefer welt, Bei dir dort ruh erlangen. verleih, Daß ich behutsam wandle, Und immerdar voll vorsicht sei In allem, was ich handle. Gieb, 1017. Gieb rath, verstand, behutsamkeit Bei meinem thun und lassen. 3. Doch hilfst du, daß ich immerzu Die noth auch überwinde, Bis daß ich dort die wahre rub Und rechte heimath finde, Da ist denn müh und sorgen aus, Da bin ich eigentlich zu haus; Die unruh hat ein ende. Mel. Wer nur den lieben Gott. 4. Un biefe rubfratt denk id) 1018. Jh reife, Serri in deinem namen: nun meinem wallen: Herr! hilf und lehre mich hier thun Nach deinem wohlgefallen. Leit mich allzeit auf rechter bahn; Und fang ich etwas gutes an, So führ es wohl zu ende. Sei du gefährte, weg und stab. Die helden, die zu Jacob kamen, Send auch zu meinem schuß herab. Mach aus- und eingang so beglückt, Daß mir kein fall das ziel verrückt. 5. Dir ist, o Gott! mein zweck bekannt, Und was der mit sich 2. Bleib bei mir, wenns will führet. Du weißt, daß mir in abend werden, Gieb licht durch meinem stand Den weg zu thun deine gegenwart. Sei hier mein gebühret. Bring mich gesund, leitstern auf der erden: Und ist wohin ich soll, Lenk meine werke mein weg gleich schwer und segensvoll, Führ mich gesund zu- hart: rücke. statt, So tröste mich die ruheDie man in Christi schooße 6. Wend unterdessen noth und hat. pein Von meinen anverwandten, 3. Wirst du bei mir auf dieVon allen die zu hause sein, Von sem wege Mit deinem schuß und freunden und bekannten; Laß sie dir, Bott! befohlen sein, Hilf, daß ich sie, und was nur mein, Im wohlstand wieder finde. de 7. Sh bitte dich, mein Gott! grote nim leitung sein, Und auch indessen deine pflege Den meinen insgesammt verleihn; So soll dies unser opfer sein: Gelobet sei der Herr allein. Berufs- und Standeslieder. Nach geendigter Reiſe. dat Mel. 4. Nun sich der tag geendet. 1019, ott lob! die reiſe ist vollbracht, Der weg zurück gelegt, Des höchhorsten schuß und starke macht Hat mich darauf gebegt. 2. Wie viel und gefahr Schleicht nach! Doch der getreuen engel schaar Bewahrt vor ungemach. 3. reiſe ſchritt 3m fegen immer fort. Ich bring gesunde glieder mit An mei nen vorgen ort. 4. Die meinen hat Gott auch and bewahrt Vor unglück, schmerz id und tod, Sie mir vergnügt und wohl gespart Befreit von angst und noth. und mancherlei 7. Ich opfre dir von neuem auf. Mein schöpfer! feel und leib. Regiere meinen ganzen lauf, Daß er gesegnet bleib'. 8. Ist diese reise gleich vorbei: So mach mir doch bekannt, Daß ich hier noch ein pilgrimm ſei: Bring mich ins vater land. 653 gemüthe, Bon jeher mir erzeigt. Hab dank für alle gnad, Die mich und mein geschlecht Bisher erfreuet hat. at 2. Laß deinen segensbrunn Noch ferner sich ergießen, und stets mit neuer fraft Durch Christum auf mich fließen, Gieb weisheit und verstand, leib, Betlied. 837 det sic Mel. O Gott, du frommer Gott. 1020. ab Und daß in diesem auch Ein gut gewissen bleib. segne mich, mein allen meinen werdeinen guten geist 5. Nimm hin den wohlver- fen. Laß om dienten dank, Mein Gott! für 3um guten mich stets stärken: und dein geleit. Es steigt zu dir Gieb, daß ich so mein thun mein lobgesang Mit herzensfreu- Anfange und beschließ, Daß ich digkeit. 050 den nußen spür, Und keine hin6. Dein auge hat mich wohl derniß. geführt, Und hin und her gebracht. Ich habe deinen schuß verspürt So wohl bei tag als nacht. 3. und mich, Damit ich deinen willen In allem meinen thun Nach wunsche, mög erfüllen, Damit ich allemal In deinen wegen geh, Und ja zu keiner zeit Auf böses beispiel seh. 4. Gott! Ach! In deines geistes gaben, Daß alle 5. Erfülle mein gemüth Mit meine wort' Auch kraft und nachdruck haben; Regiere meine zung, Daß alles mit bedacht zu wahrer nußbarkeit Ja werde vorgebracht. 16. Gefällt es sonsten dir In diesem kurzen leben An ehre, geld und gut Auch etwas mir zu geben, So hilf, daß solch geschenk Ich also lege an, Wie ich dereinst damit Vor dir bestehen Allgemeines Dank- und g fann.rom allum 7. Behüte leib und seel Vor schmach, gefahr und sünden, Und laß bei meiner schuld Mich wiefrommer Gott! denstuhl; Hilf, daß ich jederzeit Für deine große güte, Die du Vor allem ernstlich such' Die der an leib und seel, Un sinnen und wahre seligkeit. sad one 654 Berufs- und Standeslieder. 8. Gieb mir ein reines herz,| halt! Dabei beschüße mich Vor Und heilige gedanken. Gieb, daß aller feinde macht Und falscher ich mit geduld Verbleib in denen zungen stich. schranken, Darein du mich gesetzt; Daß ich mit jedermann, So weit es christlich ist, In friede leben kann. 10. Laß endlich meine seel Beim schluß von meinen tagen Zu dir, o treuer Gott! Durch deine engel tragen. Er9. Ja hilf, o starker Gott! wecke meinen leib Und führe Daß ich stets meine feinde Mit mich verklärt In deine wohsanftmuth überwind, Und alle nung ein, Wo man dich ewig berzensfreunde Jn steten ehren ehrt. Register des Gesang Buches. 21. Abba, Uch weh mir bösem kinde! Abba, lieber vater! höre 258 2ch! wer giebt mir worte her Uch erkennet, liebste seelen! 159 Uch ermuntre dich mein 617 Ach! freundlichster HErr JEsu 454 Uch frommer GOtt! dir sey 555 I 488 533 323 148 Uch GOtt, du unser lebens Uch GOtt! es kann nicht Uch GOtt! ich muß dir flag. 333 Uch GOtt! verlaß mich nicht 165 Uch GOtt und HErr! Wie 328 Uch GOtt vom himmel! sieh 295 Uch GOtt! wie manches 32 5 335 Uch wer ist schuld, mein herz! 366 2ch wie betrübt ist doch mein 319 Uch wie laufen doch die jahre! 49 ch! wie nichtig und untücht. 476 2ch! wie will es endlich werd. 309 Uch! wo soll ich sünder finden 327 Ach wunder großer sieges 113 Adam hat im paradies Allein GOtt in der höh sey ehr Allein zu dir, HErr JEsu C. Alle menschen müssen sterben 537 Allen christen und auch mir 448 Alles, was mir GOtt gegeben 20 Alle welt, was lebt und webet 3 486 2Umächtig- großer GOtt 368 223 All' obrigkeit GOtt ſeget 316 Allwissender vollkommner 460 Also hat GOtt die welt gel. Un dir allein, an dir, Mein Anfang, mittler und vollend. 189 308 Un GOtt will ich gedenken 221 369 Urzt des leibes, trost der seel. 560 175 Auf! auf an diesem morgen 344 Auf! auf mein ganz gemüthe 160 Auf, auf mein geist! ermunt. 595 Auf, auf mein geist! zu loben 621 Auf Christi himmelfahrt 641 134 204 540 323 511 Uch GOtt! wie schrecklich ist 498 Uch GOtt! wie sehr bin ich 472 Uch GOtt! wir menschen sind 465 Uch GOtt! wir treten jetzt Uch HErr! bekehre mich zu Uch HErr! dir ist bewußt Uch HErr! mein GOtt und Uch HErr! stärke meinen Ach HErr! wie schrecklich ist Uch HErr! wir arme sünder Uch höchster GOtt! verleihe Uch JEsu! dessen treu Ach JEsu! laß mich jetzt Uch könnt ich meinen GOtt Uch! muß GOttes sohn selbst 60 Ach so lieg ich, und empfinde 557 Uch treuer GOtt, du vater 513 Auf dich hab ich gehoffet H. Uch treuer GOtt! ich ruf zu 458 Auf! die ihr JEsum liebt Uch vater der barmherzigkeit 251 2uf! freuet euch von herzens 45 Uch vater! zürne nicht Auf GOtt und nicht auf Ach, was hab ich ausgerichtet! 321 Uuf meinen JEsum will ich 581 Ach! was hat für wunder- lieb. 145 Auf meinen lieben GOtt Uch! was sind wir außer JEsu 474 Auf mein herz! des HErren 110 85 284 22 115 265 407 408 438 38 Register des Gesang- Buches. PEB 83 Auf, schicke dich, Recht feyerl. im Aufseele! nimm die glaubens Aus diesem tiefen grunde Aus meines herzens grunde 621 Aus tiefer noth schrey ich zu 332 332 446 268 542 117 44| Dein wort, HErr! ist die Der alle sünder zu sich lädt Der am freuz ist meine liebe Der du die liebe selber bist Der du mir dein wort gegeb. Der du mir licht und heil Der du uns als vater liebest Der glaub ist GOttes werk Der HErr des guten ist mein 529 Der HErr hat nie sein wort 138 Der HErr ist GOtt, und Der HErr ist meines lebens 546 Der HErr ist meine zuvers. 403 Der HErr ist mein getreuer hirt, Der mich 355 130 302 adst B. Bedenk, o mensch! wie viele Befiehl dem HErren deine Befiehl du deine wege 163 Beladner geist, den zorn und 86 Bereit, o GOtt! mein herz 503 Beschränkt, ihr weisen dieser 210 Besiß ich nur Ein ruhiges 468 Betrübter geist! besinne dich 512 Betrübtes herz, ach still dein 518 Bewahre mich, HErr! daß 363 Bis hieher hat mich GOtt Bist du wahrhaftig GOttes >> Brich, heller morgenstern Der HErr ist mein getreuer hirt, Wie wohl 527 22 190 296 Der mächtige, der HErr der 498 207 Der mensch ist GOttes bild. 156 Der spötter strom reißt Der unsre menschheit an sich Der wollust reiz zu widerstr. Des glaubens ziel einst zu Des leibes warten und ihn Dich betet in der höhe Bringt her dem HErren lob 2 Bringt preis und ruhm dem 104 Brunnquell aller gütigkeit 325 598 462 363 174 401 64 Dich bitt ich, heiland aller 116 Dich, JEsu! bet ich an 105 Dich preis' ich, höchster GOtt 651 105 Dich will ich lieben, meine 261 Die ernte ist zu ende 585 Die herrlichkeit der erden Die himmel rühmen des Die krankheit, du gerechter 552 Die nacht ist hin, 507 475 152 61 616 180 6100 10rd dripp dien lemmid 6. mnd Christe, du lamm GOttes Christ fuhr gen himmel Christ ist erstanden to Christ lag in todes banden Christ unser HErr zum Christus der ist mein leben Christus, der uns selig macht, Hatte nichts Christus, der uns ſelig macht, Ward ein knecht sdiaj 96 417 629 95 47 237 280 84 MA -DH 7 Da ich mich zur ruh will leg. Da JEsus an dem kreuzes Das alte jahr vergangen ist Das elend weißt du, GOtt! 441 Das ist fürwahr ein köstlich dny Daß GOttes ſohn der wahre 180 Das walt GOtt vater und 651 Dein bin ich, HErr! dir will 314 Dein erbe, HErr! das du Dein heil, mein geist! nicht Dein sind wir, GOtt! in Dein wille ists, o GOtt! bing -230 Die neue woche geht nun an Die sonn hat ihren glanz Die wassers- noth ist groß Die woche geht zum ende Die zehn gebote GOttes find Dir dank ich für mein leben Dir, dir Jehova! will ich 377 257 56 29 630 496 637 240 632 253 Dir GOtt, sey preis und dank 152 Dir sey es, heilger geist! gekl. 536 Dir sey, o JEsu! dank bereit 179 Dir, unser GOtt! ist niemand 541 437 Dies ist der tag, den GOtt 247 Dies war die nacht der finstern. 77 577 Dort ist die rechte ruh vorh. 614 427 Dreyeinig- heilig- großer 303 41 Register des Gesang- Buchese 71 397 295 239 Du, aller menschen vater 1447| Erbarm dich, HErr! du kennst 326 Du bist getreu, mein GOtt 405 Erforsch mich, HErr! erfahr 62 Du bists, dem ruhm und ehre: 13 Erhabne majestät, Un macht 392 Du brunnquell aller liebe Erhabner GOtt! was reicht 392 Du brunnquell aller reinen Erhalt uns, HErr! bey Du eifriger HErr zebaoth Du gabst mir, ewger! diefes Du gehst im garten hin zu Du geift des HErrn! der du Du, GOtt! bist außer aller Du, GOtt der weisheit! 51367 Du, GOtt! du bist der HErr 604 Du hast mein vater und mein 406 Du hast, o allerhöchster GOtt 245 Du heiligste dreyfaltigkeit Du heiligstes und höchstes Du heiligstes von allen Erheb, o werthe christenheit. 139 440 Erhöhter JEsu, GOttes sohn 596 253 Grinnre dich, mein geift todel02 123 Erkenne mein gemüthe 19d234 475 Er kommt, er kommt zume( 595 Ermuntert euch, erquickte 900617 Ermuntre dich, beklemmter 612 Ermuntre dich, mein schwacher: 37 Erneure mich, o ewig licht 225 Erquicke mich, du heil der 315 Erwünschter brunnquell aller 174 Erzeig an mir, GOtt! deine 330 Es hat dein zorn, der start 494 Es hat zwar GOttes große 192 Es ist das heil uns kommens 199 Es ist gewiß ein köstlich ding Gs ist gewißlich eine geit 621 297 292 142 550 272 413 113 598 450 GEs ist in keinem andern heil 176 168 611 382 97 493 100 Du HErr der seraphinen Du klagst, o chrift! in schwer. 532 Du flagst und fühlest die Du lebens- brot, HErr JEsu Du lebens- fürst, HErr JEsu Du liebst, o GOtt! gerechtig. Durch Adams fall ist ganz Es ist noch eine ruh vorhand. Durch dich, o großer GOtt Es ist vollbracht: muß noch Du reicher GOtt der armen Es ist vollbracht so ruft am Du rufft mir zu, o treuer 443 Es sind die worte GOttes da 599 Du schöpfer dieser großen 224 Es steigt ein wetter auf 50498 Du weinest um Jerusalem 181 Es werde GOtt von dir 456 Du weiser schöpfer aller 135 Es wird der jüngste tag1597 Du wesentliches wort 46 Es wolle GOtt uns gnädig 301 Du willst, GOtt! daß mein 236 Es zieht, o GOtt! ein frieges 487 Du wollst erhören, GOtt sein 590 Euch, ihr schnöden eitelkeiten 325 Da msing itm og of dole Ewge liebe! mein gemüthe 230 &. da dor 1130 Gwge wahrheit, deren treue 402 Edler geist im himmels 861 siden750 ms Ehr sey GOtt in der höh6 17 1gömu gronist and Eile, HErr! mein herz zu Ein' fefte burg ist unser Ein fremdling bin ich in der 512 Ein herz, o GOtt! im leid 510 Gin find, dem keines jemals Gin lämmlein geht und trägt Gin mensch, der seinen eigen. 426 Eins ist noth, ach HErr! dies 212 Ein jahr 120 10) F. 517 299 432 40 54 69 C Falsche zeugen, falsche zungen 78 Folget mir! ruft uns das Freu dich, ängstliches gewiff. 346 Freu dich sehr, o meine ſeele 584 Freuet euch, ihr GOttes Freut euch, ihr driften alle 123 Frohlocket jung und alt Frommer GOtt! ein gut Frommer vater, GOtt der 228 Frommes lamm! durch dessen 76 Früh morgens, da die sonn 102 Für alle güte sey gepreift 627 506 468 42 ist wieder hin 635 tag Gitle welt! ich bin dein müde 578 Entebre nicht mein herz! mit 457 Stegister bes Gesang Buches. 167 Fürwahr! der HErr trug selbst 80, GOtt! dessen hand die welt GOtt! dir sey ewig preis 291 GOtt! du bist alleine gütig 462 GOtt! du bleibest doch mein 528 GOtt! du bleibst ewig unsrer 547 GOtt! du läsfest mich erreich. 632 GOtt! du licht, das ewig 616 GOtt! du weißt in was für 295 GOtt, durch dessen macht 500 GOttes mund hat uns verh. 404 GOttes sohn, dein reines blut 94 GOtt giebt die nahrung GOtt hat alles wohl gemacht 28 137 GOtt herrschet und hält bey 528 450 GOtt! ich preise deine 492 489 649 606 592 GOtt! ich weiß es, meine GOtt ist die liebe selbst GOtt ist gegenwärtig 147 23 GOtt ist mein hort! Und auf 235 GOtt ist mein lied! Er ist der 11 GOtt ist und bleibt getreu 529 GOtt läßt durch sein wort 354 GOtt lebt, was kann ich 527 GOtt lob! aus unsrer fünden 183 GOtt lob! der tag ist nun 628 GOtt lob! die höchst gewünschte 36 GOtt lob! die reiſe 653 GOtt lob! es kömmt die zeit 588 GOtt lob! ich bin im glauben 361 GOtt lob! ich darf noch nicht 337 GOtt lob! ich habe dich GOtt lob! ich habe frieden GOtt lob! nun hab' ich GOtt lob! so geht mit gutem GOtt lob und dank! die nacht 560 GOtt meines Lebens meister 142 GOtt mein licht! erleuchte 195 GOtt, mein vater! dank GOtt mein vater! sey gepr. 17 GOtt mein vater! zähl in 516 GOtt ruft der sonn und GOtt sagt, daß die nur ſelig GOtt schuf dazu des mensch). GOtt sey dank in aller welt GOtt sey gedankt zu jeder 109 GOtt sey gelobet, der allein 222 GOtt sey lob! der tag ist 270 GOtt sorgt für mich, was GOtt vater! denk an Chrifti 50 648 47 161 481 6. 5 282 242 252 Gebundner JEsu! jene stricke 79 Gedanke, der uns leben giebt 172 Geist der kraft, der zucht und 124 Gelobet sey GOtt unser schild Gelobet seyst du, GOttes sohn 56 Gelobet seyft du, GOtt mein 564 Gelobet seyst du, HErr Gelobet seyst du, JEsu Chrift 43 Gerechter GOtt! der du Gerechter GOtt! uns liegt Gerechter GOtt! vor dein Gerechter heilger GOtt Gerechter richter aller welt Gesegnet ist der mann Gefes und evangelium Getreuer GOtt! dein gnaden Getreuer GOtt! wie viel Getreuer heiland! hilf mir Getreuer hirt und GOttes 209 Gieb, JEsu! wenn mein herz 71 Gieb mir das wollen und 424 Gieb mir ein fröhlich herz 221 Gieb mir ein frommes herz 375 Gieb mir, o GOtt! ein herz 445 Glaube, liebe, hoffnung sind 365 Gnaden- geist, act)! sey willk. 121 GOtt! daß man sich selber 428 GOtt! deine gnad' ist unser 338 GOtt! deine güte reicht so 252 GOtt! dein scepter, stuhl und 193 GOtt! dein unsichtbares 54 GOtt! dem ap vollkommenh. 491 GOtt, dem die seraphinen 126 GOtt, dem kein ding unmögl. 140 GOtt! der an allen enden 162 GOtt, der des feuers schnelle 495 GOtt! der du die menschen 453 GOtt! der du licht und quelle 294 GOtt! der du uns berufen 525 GOtt! der du uns die pflicht 638 GOtt! der du wahrhaftig 352 GOtt, der nichts böses thut 471 GOtt der vater! wohn uns 438 GOtt des himmels und der 619 GOtt, deffen allmacht sonder 153 GOtt, deffen güt' sich weit 389 381 246 303 139 = 213 206 342 459 155 32 Register des Gesang- Buches. GOtt vater, höre doch 478 GOtt vater, sohn und geist 480 GOtt vater, sohn und heilger 263 GOtt und vater! nimm 265 GOtt, unser heiland, sey von 287 GOtt! vor desfen angesichte 136 GOtt! werd ich stets von 514 Großer GOtt, HErr zebaoth 133 Großer GOtt! ich muß dir Großer GOtt! je mehr an Großer GOtt! wir arme Großer GOtt! wirf aus Großer mittler, der zur Großer schöpfer, HErr der 467 Großer schöpfer, heute treten Groß ist, o treuer GOtt Gutes denken, gutes dichten 463 27 310 185 31 486 626 203 HErr, allerhöchster GOtt! Im himmel HErr, allerhöchster GOtt! Von dem wir H. Hab acht auf mich in aller 162 Hab dank mein frommer 653 Habe deine lust am HErrn 216 Halt im gedächtniß JEsum 173 Heiland! deine menschen- lieb. 149 Heilger vater! du begehrest 461 Helft GOttes güte preisen 26 HErr, ach hilf uns! wir verd. 499 HErr aller herren 642 503 359 177 241 455 HErr Christ! du einger HErr! deine allmacht reicht 137 HErr! deine güt und treu ist 297 HErr! deine rechte und gebot HErr! deine sanftmuth ist HErr! dein geseß, das du HErr! den in lauten hören 144 HErr! der du gnad und hülf 480 HErr! der du in der höhe 331 HErr! der du unser vater 479 HErr! der du vormals HErr! der mir heil und leben 348 244 484 HErr der schönen himmels 504 626 HErr! dir sey preis und HErr! dir will ich opfer 565 HErr! du haft für alle sünder 271 HErr! du hast im wasser- bade 197 HErr! du hast in deinem 144 HErr! du stellst mir deinen 242 HErr! erschrecklich im ger. 490 HErr! es ist von meinem/ 628 HErr! gieb mir wahre treu 644 HErr GOtt! der du erforsch). HErr GOtt, dich loben wir HErr GOtt! du bist die HErr GOtt! du bist von HErr GOtt! du kennest HErr GOtt! nun sey gepries. HErr GOtt von großer 134 6 133 385 569 HErr GOtt! vor deiner maj. 490 HErr GOtt! wir loben deine 485 HErr! hie bin ich, nimm 312 HErr! höre, HErr! erhöre 640 HErr! höre mein gebet 331 HErr! ich bekenn von herzens 171 taffe de HErr! ich danke deiner623 HErr! ich hab aus deiner 573 HErr JEsu, aller menschen 290 HErr JEsu Christ! dein 93 HErr JEsu Christ! dich zu HErr JEsu Christ! du höchst. HErr JEsu Christe, mein 272 HErr JEsu Christ, mein höchstes gut 28 336 617 379 217 HErr JEsu Christ! mein ma lebens- licht 582 576 68 HErr JEsu Christ, wahr'r HErr JEsu! deine angst und HErr JEsu! dir sey preis, 285 HErr JEsu! gnaden- sonne 370 HErr im himmel, GOtt auf 508 HErr! laß mich doch gewiff. 458 HErr! lehre du mich thun HErr! lehre mich, wenn ich HErr! mache meine seele HErr! meiner seele großen HErr mein GOtt! lehre HErr mein versöhner, der du HErr! nichts gutes kann 372 410 424 376 635 Err! ohne glauben kann 354 HErr! schau in was gefahr 481 Err! stärke mich, dein leiden 58 HErr straf uns nicht in 482 HErr unser GOtt, beherrscher 10 HErr unser GOtt! laß nicht 487 HErr unser GOtt! wenn ich 563 42* 455 639 Megister des Gesang- Buches. 279 129| Ich hab in GOttes herz und Ich hab in guten stunden 3ch hab mein' sach GOtt Sch kann, mein JEſu! dich Ich klage dir, o GOtt 3ch komme, HErr! und Jch komme vor dein angesicht 258 Ich komm, o guter GOtt! zu 457 Ich komm, o treuer GOtt! zu 440 3ch lasse GOtt in allen Ich lasse JEsum nicht Jch lobe dich und preise 419 213 HErr! unser GOtt! wer ist HErr, unser heil! du hast 105 HErr unser meister, schönstes 430 HErr! unter deinem schuß 526 HErr von unendlichem 232 HErr, vor dem die seraphinen 256 HErr! wer wird in der hütt. 383 HErr! wie du willst, so schicks 380 HErr! zung und mund ist, 465 Herz- allerliebster GOtt 375 Herzlich lieb hab ich JEsu Herzliebster JEsu! was hast Heut ist der christen ruhe- tag Heut ist uns die zeit Heut will ich, süßer tröster Hier bin ich, HErr! du rufest 195 hier bin ich, JEsu! zu Hier ist mein herz, HErr 429 Hier lieg ich, GOtt! vor dir 318 Hilf GOtt! wie hat der teuf. 159 Hilf GOtt! wie hat die eitelk. 474 Hilf helfer! hilf in angst und 559 Hilf, HErr JEsu! laß geling. 50 Hilf JEsu! daß ich meinen Hilf mir, mein GOtt! hilf, Höchster GOtt! in deinem Höchstes wesen! ich verehre Hosianna, Davids sohn 124 282 446 370 398 81 25 56 196 157 34 386 366 Ich muß mich, o mein GOtt 540 Sch preise dich, o HErr, mein 287 Ich reise, HErr! in deinem 652 Sch ruf dich an, HErr JEsu 395 Sch ruf zu dir, HErr JEsu Ich schäme mich vor deinem Sch singe dir mit herz und Ich trau auf meinen GOtt Sch trete frisch zu GOttes Ich weiß, an wen ich gläube 360 Ich weiß, an wen mein glaub 358 Ich weiß, daß mein erlöser lebt, Das kann 593 Sch weiß, daß mein erlöser lebt, Der selber 554 3ch weiß, es kann mir nichts 419 Ich weiß, es wird mein ende 568 Ich weiß, mein GOtt! daß 166 3ch will anjeßt, mein GOtt 273 SIch will dich noch im tod 588 Ich will die hand und ruthe 518 Ich will meinen JEsum 452 Ich will meine stimm erheben 556 3ch will mich mit dir verlob. 214 Ich will nun in den beichtst. 346 Ich will, o vater! allezeit 25 260 3ch will, fo lang ich leb allhier 565 275 Ich will von meiner misseth. 313 634 JEfu Chrift! durch deine 90 I. 205 Ich armer mensch, ich armer 322 Ich armer fünder komm zu 317 Ich bin ein mensch, das weiß 265 Ich bin getauft auf deinen 267 Ich bin getrost in meinem 530 Ich bin getroit, und freue Ich bin gewiß in meinem Ich bin ja, HErr! in deiner Ich bin und werde noch Ich bitt, entschuldge mich Ich dank dir, vater Ich denk an dein gerichte Ich ehre dich am kreuzes Ich ergebe mich dem willen Ich erhebe mein gemüthe Ich freu mich auf die frohe Zch gedent an deine wunden Ich gläub' an einen GOtt Ich habe nun den grund 362 574 600 99 422 551 575 JEsu! deine beilge wunden JEsu! deine passion 423 382 174 544 341 10 552 281 91 59 36su! der du meine feele 337 JEsu! der du wollen büßen 65 JEsu! du haft blut geschwiget 75 Esu! du, mein licht und 368 351 JEsu! großer wunderstern 360 JEsu! laß mich stets ledenk. 601 594 553 53 JEsu! meine freude Register des Gesang- Buches. 219 JGiu! meiner seelen freude 515 JEsu! meiner seelen leben 215 JEsu! meiner seelen licht JEsu! meiner seelen ruh 219 JEfu! meines Lebens leben 68 JEsu! schleuß in deine wund. 561 JEsus Christus unser heiland, Der den tod 67 105 JEsus Christus unserheiland, Der von uns 270 JEfus, meine zuversicht 593 JEsus nimmt die fünder an 202 JEsu! troft der armen ſeelen 94 JEsu! ursprung meiner 177 JEsu! wahrer GOttes sohn 66 JEsu! wahrheit, licht und 451 JEsu! wenn ich mein gemüth 229 JEsu! wenn ich mich befinne 78 Ihr augen seht das kreuz Ihr christen! sebt, daß ihr Ihr, die ihr war't verloren Ihr menschen, wie send ihr Im finstern stall, o wunder Immanuel! der HErr ist hier 39 Immanuel! deß wohlthun 538 Immanuel mein freund! In allen meinen thaten In deinem namen, o HErr 652 In dieser morgenstund 87 601 42 45 418 619 In GOttes namen fang ich an 168 In GOttes reich geht niem. 196 In jener welt voll herrlichk. 615 St GOtt für mich, so trete 519 Ist GOtt für uns, was kann 545 111 43 Kommt, ruft mein JEsus Kommt, seelen! dieser tag kommt wieder aus der finst. König, dem kein könig gleich). 9999 Kyrie eleiſon 175$ 1991 Kyrie, GOtt vater in ewigt. 130 or m de 8191 1991 miss02 L. K. Kein größrer trost kann seyn 334 Komm, GOttes geist! komm 119 Komm heilger geift, erfüll 117 Komm heilger geist, HErr 117 Komm, o GOtt schöpfer, heil. 116 Komm, o heil der völker 32 Komm feele! geh in GOtt 405 Komm, feele! mit betrübten 79 Komm, tochter Zion! komm 35 Kommt, die ihr nicht gewoh. 430 Kommt, laßt euch den Herren 380 Kommt, menschen- tinder 2 431 119 103 187 477 sen, Aufnd nd 130 16 Lasset uns den HErren prei- is fen, ihr christen 107 Laß mich dein seyn und tris28 Laß mich doch, o mein GOtt 305 Laß mich, HErr! die gerecht. 224 Laß mir alle wochen feyn mis97 Laß, o helfer unsrer feeleni$ 75 Laßt uns doch Christo dankbar 63 Lebt nicht so sicher in der 304 Lehre mich, HErr! recht Liebe, die nicht auszuspr. Lieber vater! GOtt der Liebreicher GOtt! dein 391 359 414 505 Liebreicher vater! höchster 531 Liebster JEsu! gnaden- fonne 378 Liebster JEsu! höchste liebe 400 Liebster JEfu! liebstes leben 1238 Liebster JEsu! sey willkomm. 35 Liebster JEsu! wir sind hier is 27 misteLitaney oldin30477 is Lob, ehr und dank sey dir 497 Lob sey GOtt, der die früchte 500 Lobt GOtt! ihr seine knechte 187 Lobt GOtt mit vollem schalleill Lobt und erhöht des großen 624 Lamm, du muster wahrer liebe 82 Lamm GOttes! das zur mis84 Laß dich HErr JEsu Christ 640 Laß doch, o JEsu! laß dein 302 Laß es, JEsu! dich erbarmen 535 Lasset doch den weisen GOtt A16 Laffet uns den HErren preiM. 100 nisse 1100 miste Mach doch den engen lebens 433 Mache dich, mein geist! bereit 435 mag ich denn nicht von angst 511 Mein auge sieht, o GOtt! zu 526 Meine lebens- zeit verftr. 576 Meinen 3Gsum laß ich nicht, 176 Register des Gesang- Buches. 214 220 403 Meinen nächsten laß ich nicht 445 Mein erstes sinnen geh auf 622 Meine seele erhebt den H. 4 Meine seel' ermuntre dich 57 Mein fester fels und starker 170 Mein ganzer geist, GOtt! 613 Mein geist und sinn ist hoch Mein GOtt! ach wenn ich Mein GOtt! der du mich Mein GOtt! die sonne geht Mein GOtt, du allerreinst. Mein GOtt! du bist gerecht Mein GOtt! du bist von 414 Mein GOtt! du hast mir zu 425 Mein GOtt! du prüfest herz 364 Mein GOtt! du selber hast 651 Mein GOtt! du selber heißt 395 Mein GOtt! du weißt aufs 227 Mein GOtt! du wohnest in 412 Mein GOtt! du wohnst in Mein GOtt, wie bist du so Mein GOtt! wie groß ist Mein heiland! ach wie liebst Mein heiland! bilde du Mein heiland! deine größe Mein heiland! du mußt dich Mein heiland lebt! er hat Mein heiland nimmt die Mein heiland sizet droben 116 397 Mein heiland! wenn mein 578 Mein herz, ach! denk an deine 307 22 Mein herz, ach! rede mir 215 350 Mein Herzens- freund, ach 44 Mein herz! ermuntre dich) 564 Mein herz! sey wohl zufrieden 523 Mein herz und seel den H. 4 Mein hirte! wie so treulich 194 Mein JEsu! der du vor dem 267 Mein JEsu! du willst jederm. 355 Mein JEsu! komm, mein 585 Mein JEsu! liebster 505 339 Mein JEsu! sieh darein 534 einem lichte 109 98 Mein GOtt! du zeigst dein Mein GOtt! es ist dein Mein GOtt! es kömmt ein Mein GOtt! hast du mein Mein GOtt! ich bin jetzt Mein GOtt! ich habe mir Mein GOtt! ich hab in meinem leben Meinen JEsum laß ich nicht, Weil er sich 387 234 639 494 562 164 188 349 191 Mein JEsus lebt! was soll Mein JEsus stirbt, ach der Mein JEsus triumphiret Mein JEsu, süße seelen- luft Mein JEsus wird ein fluch) Mein könig! ich verehre dich 107 Mein lauf, GOtt lob! ist 581 Mein lieber GOtt! gedenke 378 574 Mein lieber GOtt! ich preise 631 259 Mein liebes herz, was zagest 164 320 Mein liebster GOtt! dir ist 551 Mein mund und geist erhebt 141 Mein schöpfer! lebre, mich 343 Mein schöpfer! steh mir bey 374 Mein treuer GOtt! dein 226 20 228 Mein GOtt! ich komme Mein GOtt! ich leb in Mein GOtt! ich nahe mich Mein GOtt! ich preise dich Mein GOtt! ich schäme mich 324 Mein GOtt! ich schreye für 558 Mein GOtt! ich wart auf 415 Mein GOtt! ich weiß wohl 571 Mein GOtt! ich will anjeşt 238 Mein GOtt! mir hat dein 431 Mein GOtt! nun bin ich 347 Mein GOtt! nun ist es wied. 622 Mein GOtt! obgleich dein 290 Mein GOtt! verlaß mich 376 Mein GOtt und könig! deine Mein GOtt und vater! steh Mein GOtt! weil ich in Mein GOtt! wer kann was 12 24 546 178 197 594 311 112 218 71 21 gutes werf, Das Mein treuer GOtt! was soll ich sagen? Daß Mein vater! du regiereft 650 Mensch geborner GOttes 182 Mit dir, HErr JEsu! will ich 586 Mit dir, HErr, unfre = 274 Mit ernst, o menschen- kinder 33 Mit fried und freud fahr ich Mit seufzen klag ich dir Mitten in dem leben sind 587 249 439 393 584 353 Müssen allbereits die wunden 53 s) Register des Gesang- Buches. 396 O GOtt! der du aus herzens 143 O GOtt! des gnaden- voller 646 O GOtt des himmels und 152 O GOtt des satans tücke 535 O GOtt, des starke band 158 O GOtt! du bist die liebe O GOtt, du frommer GOtt, O GOtt du höchster geist! 125 O GOtt! du kannst den 504 OGOttes lamm! o laß mich 433 O GOttes lamm! Vom 101 335 O GOttes sohn, HErr JEsunt@ 501 Chrift! Daß man 351 356 288 OGOttes sohn! HErr JEsu 371 135 484 N. 607 570 203 Nach einer prüfung kurzer Nach meiner feelen seligkeit 384 Nah den letzten augenblicken 582 Nicht, daß ichs schon ergriffen 431 Nicht so traurig, nicht so sehr 548 Nichts ist gemeiner, als das Nichts verdammlichs ist an Nie bist du, höchster! von uns Nimm von uns, HErr du Nimm von uns, HErre Noch immer wechseln Nun bin ich geneſen, Weil Nun bitten wir den heilgen Nun bricht die finstre nacht Nun danket alle GOtt Nun freut euch christen insg. Nun hosianna, Davids sohn Nun jauchz' dem HErren alle Nun ist der tag der seligkeit Nun kömmt das neue kirchen Nun laffet uns den leib Nun laßt uns den leib Nun laßt uns GOtt dem Nun laßt uns GOttes güte Nun lob', mein feel! den Nun singet und seyd froh Nun tret' ich wieder aus der Nun werden nacht und Nun wollen wir dir lob und Chrift! Du leben 91 171 GOtt! es sieht dein milder 506 O GOtt mein vater! mich) 372 O GOtt, mein vater und 390 642 57 31 590 591 O GOtt voll macht und OGOtt! von dem wir alles 625 O GOtt! was sonst so tief 645 OGOtt! wenn ich bey mir572 GOtt! wer dieses leben 609 großer GOtt, du reines 198 8 O großer GOtt! wir danken 48 Ohaupt voll blut und wunden 90 heilger geist! kehr bey uns 120 heiliger gerechter GOtt 127 D heiliger und reiner geist 118 8 293 423 123 29 8 169 34 3 14 43 624 631 492 248 O allerhöchster GOtt Dallerschönster freuden- tag 109 Ob menschen klug und weife 388 Oder ungemeinen huld O du dreyeinger GOtt, Odu majestätisch wesen O du schöpfer aller dinge 181 573 410 345 O edle wunden! was soll ich 92 = HErr! dein seligmachend HErr mein GOtt! durch O HErr mein GOtt! ich hab 200 OHErr und schöpfer unsers 547 höchstes licht, vollkommnes 154 495 jammer volle tage O JEfu Chrift! ich preise dich 264 OJEsu Christ, mein schönstes 401 O JEsu! dir sey ewig dank 284 JEsu! du mein bräutigam 279 O JEsu, JEsu, GOttes sohn 399 211 O JEsu! komm zu mir 285 64 O ewigkeit, du donner- wort 603 O JEsu! meine wonne Dewigkeit, du freuden- wort 602 O JEsu, mein verlangen 288 O falsche treu! O heucheley! Oft denkt mein herz: wie 243 Ogläubig herze! benedey Ognädigster erbarmer, O GOtt! da ich gar keinen 262 D GOtt! den alle himmel 386 OJEsu! schüße, die nach dir 300 O JEsu! willst du noch 283 9 394 tönig! deffen majestät 329 lamm! das meine schulden 101 lamm GOttes hoch erhaben 93 D lamm GOttes! unschuldig 64 Register des Gesang- Buches. 276 193 269 86 Olehrer! dem kein andrer 186 Schau, lieber GOtt! wie O liebes- gluth, wie soll ich 147 Schließ auf, schließ HErr O meine seel! du sollst den 15 Schmücke dich, o liebe seele! O meine seel! erhebe dich 131 Fülle mit 1909 269 Opfer für die ganze welt! 55 Schmücke dich, o liebe feele! 00 O feele! welche feligkeit 237 Laß die dunkle O seligmacher JEfu Christ 183 Schöpfer aller menschen 16198 Ofichrer mensch! bekehre dich 605 Schöpfer dieser ganzen and 352 O süßes gnaden- wort Schon ist der tag von GOtt 597 Schwing dich auf, mein ganz 19 Schwing dich auf zu deinem 543 Schwinget euch mein herz 150 Seele! denk an jene nacht Seele! geh auf Golgatha Seele! gieb dich nur zufrieden 522 Seele! laß die speise stehen 276 Seele! lobe deinen HErrn 563 Seht, welch ein mensch ist das! 80 Selig, GOtt! sind die, die 591 Sende, vater! deinen geift 250 Sey getreu bis an das ende 443 Sey hochgepriesen, HErr Sey lob und ehr dem höchsten Sey mir tausendmal Sieges- fürft, wo fährst du Sieh an uns arme sünder Singet nun aus herzens So gehst du nun, o JEsu! hin Sohn des höchsten! follst du O tod! we ist dein stachel 106 D traurigkeit, o herzeleid! 99 O treuer heiland JEsu Chr. 301 Ovater! allmächtiger GOtt 129 O vater! deine sonne scheinet 501 Ovater der barmherzigkeit 333 O vater! groß von gnade, lieb 278 Ovater- herz, o licht, o leben 373 O vater in dem himmelreich 258 Dovater, unser GOtt! es ist 250 Dunaussprechlicher verlust 470 Dunerhörte höllen- qual 604 O wahrer GOtt und mensch. 182 O welch ein leiden 100 649 18 91 262 O welch ein ungemeiner 208 O welch ein unschäßbares gut 469 O welch ein unvergleichlich O welt, sieh hier dein lebeni Dwie sind doch meiner is O wie unaussprechlich selig Dwir arme fünder! 828 626 72 82 So hoff ich denn mit festem 220 11 0100 m nism 00g dod dhi: P. nism Prange, welt! mit deinem Prophete JEsu! du bist groß or simmel 89 438 610 64 388 185 Pas tidlige Qual und angst muß ich 536 * 89 300 29. ecs meritvärd Reiß dich los von allen 520 112 Smal92 guapay Sufiger LD2 Sagt GOtt dem höchsten 488 Schaffet doch, ihr menschen 365 Schaff in mir GOtt! ein rei enes herz, Mein herzin224 Schaff in mir GOtt! ein reianl 20 nes berz, und heilge 344 Schaue von des himmels 553 436 502 115 63 51 So jemand spricht: ich liebe 447 So ist das jahr nun auch So ist die woche nun geschlossen 30 So komm, du ausgang 579 342 557 So komm ich denn, mein Soll es, liebster GOtt! Soll ich nach deinem winken 420 Sollt ich meinem GOtt nicht 146 Sorge doch für unfrem 647 So wahr der allerhöchste 561 So wahr ich lebe! spricht dein 304 So weit, Err! deine al 625 Stell, liebe feele! dich in rub 208 Sünder! willst du ruhig seyn 308 Süßes evangelium ad 247 dedod piduble C 7979 191pidang C Theures wort aus GOttes 235 Treuer GOtt! ich muß bir 537 ody Lågd Register des Gesang- Buches. Treuer GOtt! in deine Treuer hirte deiner heerde Treuer JEsu! wache du tsdnisp V. Bater! du weißt meine Vater! laß mich gnade finden Vater unser im himmelreich) Bater! welchem nichts Verborgner GOtt! dem Verklärte majeſtät Bom tod erstandnes ofter- l. Von dir, liebreicher GOtt Von dir, o treuer GOtt Von ganzem herzen und mit Von ganzer seele preis ich Von GOtt will ich nicht Vor deinen thron tret ich Vor dir, Jehovah! Vor gericht, HErr JEsu! steh 583 298 627 W. Wach auf, mein herz! die Wach auf, mein herz! und 550 328 255 166 Verleih uns friede gnädigl. Verstummtes lamm! das vor Versuchet euch doch selbst Umgürte die, o GOtt Umsonst, umsonst verhüllst Unendlicher GOtt, höchstes Uns menschen stehn zwey Unter meinem schmerz und Unverfälschtes christenthum 363 Unumschränkte liebe 10 140 Bom himmel kam der engel her Notim 37 Bom himmel kam der engelo schaar 295 77 357 644 464 130 Was ist mein zeitlich leben 468 562 Was ists, daß ich mich quäle 421 Was kann ich doch für dank 348 Was mag sich doch der arme 411 Was mein GOtt will, gescheh 408 Was mich auf dieſer welt 428 Was soll ich ängstlich klagen 408 Was sorg ich doch in diesem 221 128 Was sorgst du ängstlich für 566 605 Was willst du dich betrüben 523 559 Was willst du, feele! dich 549 Weg ihr irdische gedanken$ 142 Weg mein herz! mit den 541 Weg welt! mit deinen freuden 60 Weh mir! daß ich so oft und 316 Weicht, ihr berge! fallt ihr 138 Weicht, weichet nur von mir Weine nicht, GOtt lebet noch Wenn Christus seine tirche Wenn dein herzliebster sohn 13 Wenn dich unglück hat 630 Wenn einer alle ding 544 526 300 453 201 248 444 38 111 493 409 620 643 336 110 denke doch 524 549 266 Wach auf mein herz! und sing. 618 Warum erschrickst du, meine 582 Warum sollt ich mich denn Warum willst du verlassen Was alle weisheit in der Was darfst du, blödes herz Was frag ich nach der welt Was für ein lob soll man dir Was GOtt thut, das ist wohl gethan, Es bleibt Was GOtt thut, das ist wohl gethan, So denken 127 202 612 7 418 Was hat doch des viehes blut Was hilfts, daß ich mich Was ist das leben hier auf Was ist der mensch, die arme Was ist mein leben auf der Was ist mein stand, mein 038 509 93 416 509 154 521 412 Wenn ich mein auge, GOtt Wenn ich mein herz vor dir Wenn ich, o schöpfer! deine Wenn meine feel den tag Wenn meine sünd'n mich Wenn mein stündlein Wenn wir des höchsten Wenn wir in höchsten nöthen Wenn zur vollführung Wer bin ich von natur Wer bin ich? welche wichtge 434 Werde munter, liebe seele 589 Werde munter mein gemüth. 633 Wer ist der, der seine noth Wer ist doch auf der welt 289 Wer nur den lieben GOtt 407 Wer sich im geift beschneidet 52 Wer weiß, wie nahe mir 535 Wer will mich von der liebe 701 472 73 28 254 151 95 66 580 391 482 466 Register des Gesang- Buches. Wer will, was GOtt auserw. 231| Wie ungewiß ist, HErr! das 569 Wesentliche liebe 240 340 148 Wie wichtig ist doch der beruf 429 Wie wird mir dann, o dann 580 Wie wohl hast du gelabet 286 Will jemand Christi jünger 426 Will mich, o GOtt! hienied. 517 Willst du dir, meine feel 131421 Wir freuen uns, HErr JEsu 115 Wir glauben all an einen 351 Wirke wahrer buße triebe 315 Wir liegen hie zu deinen Wir liegen täglich in dem 439 Wir menschen sind zu dem, o 233 Wir stehn in noth, Laß uns 496 Wo GOtt der HErr nicht 299 Wo GOtt nicht selber baut 648 Wo ist der ort, da meine 87 Wohl auf, herz und gemüthe 23 Wohl dem, der beßre schäße 456 Wohl dem, der GOtt vertraut 404 Wohl dem, der richtig wandelt 452 Wohl dem, der sich fürcht't 383 Womit soll ich dich wohl loben 17 Wort aus GOttes munde 246 car Wie billig setest du 306 610 Wie, daß du doch, o sündlich Wie froh wird meine seele Wie, GOtt dein arm die 48 Wie GOtt mich führt, so will 416 Wie groß ist des allmächtgen 149 Wie groß ist doch, o GOtt 206 Wie groß ist GOttes vater Wie groß ist unsre seligkeit Wie grundlos sind die tiefen 260 Wie heilig ist doch dieser ort 277 Wie herrlich leucht't 646 40 Wie kündlich groß sind doch Wie lieblich ist dort oben Wie lieblich sind doch deine Wie mannigfaltig sind die Wie mein getreuer vater Wie oft versprach ich, HErr! Wie schön leucht't uns der 230 70 Emon and to * 100 odsil 608 112 morgenstern Mit seinen Wie schön leucht't uns der morgenstern Voll gnad Wie selig bin ich, wenn mein Wie selig, GOtt! wie selig ift Wie selig, HErr! ist der Wie selig ist der ort zu nennen 23 Wie selig lebt ein mensch, der 449 Wie sicher lebt der mensch 567 Wie soll ich dich empfangen 33 Wie sollt' ich meinen GOtt 397 Wie theuer, GOtt! ist deine 334 Wie viele freuden dank ich 629 463 421 340 54 178 4 205 319 1160- bps 101 90911 794 o ding or 190 327 Wo soll ich fliehen hin Wünschest du, mein herz! zu 398 3. 3euch ein zu deinen thoren 122 3ion spricht: ich bin verlaffen 483 3u deinen füßen liege ich 275 3u dir, HErr JEsu! komme 361 3u dir, o vater! aller güte 439 3ur arbeit, nicht zum 638 1812 1901 190 00 01 09 door tri opu.1001) Esplorbord$ 25 dois vores indisp ling sobimabing 000 SUD 288 108 1- UG 102012 Verzeichniß einiger Lieder zu den 119 321tist0008 1908 Eda 1482.8679 Sonn- und Festtags- Evangelien und Episteln, 09009054790370 nach den Nummern der Lieder. und andere Udvents- Gesänge. 236. Der HErr hat nie 282. Nun freut euch christen 294. HErr Christ! du einger 296 Mein heiland! deine 309. König, dem kein könig 674. Mein GOtt! du hast mir 228.229.234.295.308.580.673, Um I. Sonntage des Advents.| 236. Der HErr hat nie ſein 345. Eins ist noth Evang. Matth. 21. v. 1-9. Nro. 54. Nun kömmt das neue 55. Großer schöpfer! heute treten 58. GOtt sey dank in aller welt 379. Erkenne mein gemüthe 577. Schaffet doch, ihr 596. Des leibes warten und 691. Mache dich, mein geist 701. Du gabst mir, Ewger 732. Der wollust reiz zu 931. Er kommt, er kommt zum und andere vom jüngst. Gericht. 235. 260. 583. 595. 733. Epist. Röm. 15. v. 1= 13. 371. Frommer vater, GOtt 379. Erkenne mein gemüthe und andere von dem Worte GOttes. Epist. Röm. 13. v. 11-14. 317. O süßes gnaden- wort 345. Eins ist noth 473. Du heiligstes und höchstes 487. Lebt nicht so sicher 488. Laß mich doch, o mein 595. HErr! meiner seele großen 596. Des leibes warten und 732. Der wollust reiz zu 294. 486. 490. 491. 733. Um II. Sonntage des Advents. Evang. Luc. 21. v. 25-36. 212. Freut euch, ihr christen alle 226. HErr GOtt! du bist die 233. Gerechter GOtt! vor dein 634. Ewge wahrheit u. folgende. 648. du majestätisch wesen 706. Meinen nächsten laß ich 719. Von dir, o treuer GOtt 1. 19. 25. 57. 237. 480. 678. 191 9mmand Um III. Sonnt. des Advents. Evang. Matth. 11. v. 2-10. 60. Wie soll ich dich u. folgende 253. Heiland! deine menschen 281. Durch Adams fall u. folg. 307. Prophete JEsu! du bist 370. Mein treuer GOttes Jab Verzeichniß einiger Lieder 500. Erquicke mich, du heil 294. 566. 703, 704. 740. Epist. 1 Cor. 4. v. 1-7. 228. HErr GOtt! der du u. f. 233. Gerechter GOtt! vor dein 483. Der HErr ist mein u. f. 295. Wie schön leucht't uns 320. folg. 339. 574. folg. 636. Um II. Weihnachtstage. 84. Du wesentliches wort Evang. Joh. 1. v. 1-18. 650. Was mag sich doch der arme 297. Die wahrhaftig u. folg. 288. Dich), JEsu! bet ich an dank bereit gehoffet 339. Bist 585. HErr JEsu, gnaden 253. 282. bis 235.296.298 310. 320. 343. 358. 696. Auf dich hab ich 701. Du rufft mir zu 715. Gerechter heilger GOtt 931. Er kommt, er kommt u. f. 225. 471. u. folg. 648. 735, 737. Epist. Ebr. 1. v. 1-14. Um IV. Sonnt. des Advents. die hie vorhergehenden. Evang. Job. v. 19-34. 294. du einger 49. Saß mich ein jevn 3307. Prophete Sefu! du bist 244. 409. Am Sonnt. nach Weihnacht. und 57. Adam hat im paradies u. f. 296. Mein heiland! deine größe 373. Wie groß ist unsre seligkeit 420. Christ unser HErr u. folg. 649. HErr! lehre mich, wenn 689. Wer bin ich? welche wichtge 235.236. 332.576.949. Evang. Matth. 23. v. 34-39. 237. Getreuer GOtt! wie viel 253. Heiland! deine menschen 570. 3u dir, HErrn Im 233. 235. u. folg. 247.307.463. Epist. Philip. 4 v. 4-9. u. folg. 475. u. folg. 494. 212. Freut euch, ihr christen Epist. Apost. Gesch. 6. v. 8-15. 228. HErr GOtt! der du erforschund Cap. 7. v. 54:59. 270. GOtt ſorgt für mich u. f. 294. HErr Chrift! du einger 282. Nun freut euch christen 336. Ich bin getroft u. folg. 352. Habe deine lut am u. folg. 375. Wer will, was GOtt 400. Wenn dich unglück hat 536. GOtt deine gnad 583. Allmächtig- großer GOtt arros Auf Weihnachten. 56- 84. Advents- und Weihnachts- Gesänge. 183 358. So hoff ich denn mit 384. D feele! welche ſeligkeit 697. Mein GOtt und vater 0 902. Mein heiland is act und andere vom Tode. 464.844. Um neuen Jahrs- Tage. Gesänge aufs neue Jahr 85 u. f. Evang. Luc. 2. v. 21. 17. Nun laßt uns GOttes güte 44. Helft GOttes güte preisen 267. 2ch erkennet Um I. Weihnachtstage. Evangel. Luc. 2. v. 1- 20. 11. Ehr sey GOtt in der höh 236. Der HErr hat nie sein 253. Heiland! deine menschen 299. Chriftus, der uns selig macht 235 241. 285. u. f. 0 Epift. Tit. 2. v. 11-14. 282. Nun freut euch christene 285. GOttes fohn, 294. HErr Chrift! du einger 289. bis 293. vom Namen JEsu. 944. Du GOtt, du bist der 996. Ein jahr ist wieder 50.000 33. 35. 594. 607. Ep. Gal. 3. v. 23-29. u. C. 3. 1-7. 339. u. f von GOttes Kindschaft 373. Wie groß ist unsre seligkeit 425 u. and, von der Taufe. 595. HErr! meiner seele großen 689. Wer bin ich? welche wichtge 701. Du gabst mir, Ewger, s auf die Sonn- und Festtage. 882. Mein herz ermuntre 327. u. folg.395. u. folg. 607.690. Um Sonntage nach dem neuen Jahre. Epist. Tit. 3. v. 3-8. 246. 20ch! was hat für u. folgende 281. Durch Adams fall ist ganz 322. In GOttes reich u. folg. 328. HErr mein GOtt! ich 424. JEfu Chrift! ich preise und andere von der Taufe. 746. GOtt, der nichts u. folg. 574, 616. 738. u. folg. Um Feste der Erscheinung Christi. 700 108 Evang. Matth. 2. v. 1-11. 71. Erheb, o werthe christenheit 95. JEsu, großer wunderstern und folgende auf dieses Fest. 273. Befiehl du deine wege u. f. 295. Wie schön leucht't u. folg. 310. Lobt GOtt ihr ſeine 465. GOtt! dir sey ewig preis 850. Der du mir licht und heil 66. 309 573. 633. 660. Um I. Sonnt. nach dem Feste der Erscheinung Christi. Evang. Luc. 2. v. 41-52. 39. GOtt ist gegenwärtig u. f. 339. Bist du wahrhaftig GOttes 349. Meinen JEsum laß ich 378. Mein GOtt! du 593. Gieb mir ein frommes herz 1009. Sorge doch für unsre u. f. 48. 353, 355. 357. 370. 613. pide 616. 673. 823. Um II. Sonnt. nach dem Feste der Erscheinung Christi.inf Evang. Joh. 2. v. 1-11. 20. Sch finge dir mit herz u. f. 269. Auf! auf mein u. folgende bis 279. 280. In GOttes namen fang 638. Wohl dem, der GOtt u. f. 674 Mein GOtt! du hast, 656, Mein GOtt! ich u. folg. 671. 879. Seele, lobe deinen u. folg. 1000. HErr! nichts gutes u. f. 1007. GOtt! des gnaden Epist. Röm. 12. v. 6- 16. Julg 361. Gieb mir ein fröhlich herz 579. Ich ruf zu dir, HErr JEsu 416. Ich komme vor dein anges. 583. Allmächtig- großer ar 654. Mein GOtt! du bist von 601. Kommt, laßt euch den 705 bis 713. Von d. Liebe, Barmherzigt. und Dienstfertigkeit. 998. 3ur arbeit, nicht zum u. f. 272. 279. 493, 605. 634. 716. 19e sim! 11CHO 390971910) Um III. Sonnt. nach dem Feste der Erscheinung Christi. Evang. Matth. 8. v. 113. 253. Heiland! deine menschen 260. Was ist der mensch 500. mich, du heil 521. Grzeig an mir, Gott! 563. Tea GOttes fohn u. folgende. 616. Was mein GOtt will 670. HErr, mein u. folgende. 880. HErr unser GOtt u. folg. 281. 308. 403.524. 544.604. Sue Epist. Röm. 12. v. 1-6. 259. GOtt, dessen allmacht u. f. 367. Erneure mich, o ewig 593. Gieb mir ein frommes herz Epist. Röm. 12. v. 17-21.. 671. Sch ergebe mich dem u. folg. 237. Getreuer GOtt! wie viel 680. Hier ist mein herz 579! Ich ruf zu dir, HErr JEsu 618. Erhabner GOtt! was 80 676. Ein mensch der seinen u. f. 648. du majestätisch u. folg. 707. Gieb mir, o GOtt! ein u. f. 712. Allen christen und auch mir 719 bis 723. Von der Versöhn45. 232.342.364.496.575.582. lichkeit und Friedfertigkeit. 633. 678. 698. u. folgende.. 593, 612. 709, play an Verzeichniß einiger Lieder Um IV. Sonnt. nach dem Feste| Epist. 2 Petri 1. v. 16-21. 320. GOtt mein licht! u. folg. 379. Erkenne mein gemüthe und folg. vom Worte GOttes. 281. 295. 464. chia 008 800 Um Sonntage Septuagefimå. der Erscheinung Christi. Evang. Matth. 8. v. 23-27. 271. Hab acht auf mich in aller 475. Treuer hirte deiner heerde 479. O JEsu! schüße, die nach 579. Ich ruf zu dir, HErr 787. GOtt, durch dessen 814. Eile, HErr! mein herz zu 819. Was ist mein leben auf 840. Laß es, JEsu! dich erbarmen 846. Uch HErr! stärke meinen 230. 234. 272. 478. 643. 660. Evang. Matth. 19. v. 27-30. und C. 20. v. 1-16. 278. Ich weiß, mein GOtt u. f. 315. Es hat zwar GOttes u. folg. 374. Gw'ge liebe! mein gemüthe 669. Ich hab in GOttes herzee 681. Wie wichtig ist doch der 725. Ich komm, o guter u. folg. 895. HErr! ich hab aus deiner 1000. HErr! nichts gutes u. folg. 233.327.345.394.465.482.592. 805. 821. 844. 880. u. folg. Epist. Röm. 13. v. 1-10. 393. Oft denkt mein u. folg. 592. Herzallerliebster GOtt 623. Jch ruf dich an, HErr 677. Dein wille u. folgende. 705. Wenn einer alle ding u. folg. von der Nächsten Liebe. 1003. U obrigkeit GOtt u. f. Am V. Sonnt. nach dem Feste der Erscheinung Christi. Ev. Matth. 13. v. 24-30. 36-43. 237. Getreuer GOtt! wie viel 268. Hilf GOtt! wie hat 463. Mein GOtt! obgleich 470. GOtt! du weißt, in was und andere Lieder von der christlichen Kirche. 691. Mache dich, mein geist u. f. Epist. Col. 3. v. 12- C. 4. 1. 14. Das ist fürwahr ein und andere Lob- Gesänge. 381. Theures wort aus 705 bis 723. von der NächstenLiebe und Barmherzigkeit. 1007. GOtt! deß u. folg. 238. 247. 280. 652. 998. u. f. Um VI.Sonnt. nach dem Feste der Erscheinung Christi. Evang. Matth. 17. v. 1-9. 295. Wie schön leucht't uns 296. Mein heiland! deine größe 950. Wie lieblich ist dort und folgende vom Himmel. 1088 624. 738, 741.909. 1000. b. Epift. 1. Cor. 9. v. 24-27. 573. Des glaubens ziel einst 577. Schaffet doch, ihr 595. HErr! meiner seele großen 607. Nach meiner seelen seligkeit 690. Nicht, daß ichs schon 692. Schau, lieber GOtt! u. f. 701. Du gabst mir, Ewger! 675. 703. u. folg. 949. und folgende. Um Sonntage Seragesima. Evang. Luc. 8. v. 4-15. 371. Frommer vater 377. Wir menschen sind zu u. folg. vom Worte GOttes. 480. Es wolle GOtt uns gnädig 482. Laß doch, o JEsu! laß 490. Mein herz, ach! denk an Epist. 2. Cor. 12. v. 1-10. 357. Mein geist und sinn ist 648. D du majestätisch wesen 671. Ich ergebe mich dem willen 687. GOttes lamm! o laß u. f. 805. Uch GOtt! wie u. folg. 839. Mein JEsu! u. folg. 10 843. Dir sey es, heilger geist u. f. 878. Mein GOtt! hast du auf alle Sonn- und Festtage. 950. Wie lieblich ist dort u. folg. 250. 272. 358. 360. 464. 587. 358. 360. 46 669. 697. 717. 852. Um Sonntage Esto mihi. Evang. Luc. 18. v. 31-42. 104. Meine feel ermuntre dich und folgende Lieder von dem Leiden und Sterben Esu. 253. Heiland! deine menschen 282. Nun freut euch christen u. f. 302. Mensch geborner 30. 228. 281. = Um Sonntage Invocavit. Evang. Matth. 4. v. 1:11. 475. Treuer hirte deiner 476. Ein' feste burg ist unser 640: Du bist getreu, mein 691. Mache dich, mein geist 692 bis 702. vom geistl. Kampfe. 837. Du flagst, o chrift! u. folg. 851. Schwing dich auf zu 269. 579. 659. Um Sonnt. Reminiscere. Evang. Matth. 15. v. 21-28. 346. GOtt lob! ich habe u. folg. 405. Uch vater der barmherzigk. 566. HErr, allerhöchster 656. Mein GOtt! ich wart 810. GOtt! werd ich stets von 824. GOtt! der du uns berufen und folgende. 844. Treuer GOtt! ich muß 273.307.315.403.561.567.579. u. folg. 812. 814. 816.818. Um Sonntage Oculi. Evang. Luc. 11. v. 14:28. 355. JEsu, meine freude 370. Mein treuer GOtt! dein 380. O feele! meine seligkeit 494. Großer GOtt! je mehr 692. Schau, lieber GOtt! u. f. 362, 492. 502, 530. 575. 594. 716. 820. Um Sonntage Låtare, vorhin am Sonntage Judica. Evang. Joh. 8. v. 46-59. 136. Falsche zeugen, falsche ous aar 357. Mein geist und sinn ist 472. Der spötter strom 481. O treuer heiland JEsu 715. Gerechter heilger u. folg. 854. Ist GOtt für uns, was 890. Nichts ist gemeiner 900. HErr JEsu Christ u. folg. 930. Mein heiland lebt 284.310.471.476 folg.556.856. Am Sonntage Palmarum. Vorm. Jes. 52. v. 13. 14. 15. und C. 53. v. 1= 12. 110. Erforsch mich, HErr u. f. 123. Ein lämmlein geht 142. Herzliebster JEsu 144. Lamm, du muster wahrer 149. Seele! geh auf u. folg. 175. O lamm GOttes 302. Mensch- geborner u. folg. 105. 300. 188 Epist. Phil. 2. v. 5:13. 298. Daß GOttes sohn 299. Christus, der uns 577. Schaffet doch, ihr menschen 648. Odu majestätisch u. folg. 673. Gieb mir das wollen u. folg. Um grünen Donnerstage. ge Epist. 1 Cor. 11. v. 23-32 430. Mein JEsu! der du vor 18 und andere vom Abendmahle. 564. 690. 990. Auf Ostern. 176. und folgende von der Auferstehung Chrifti 927. und folgende von der Auferstehung der Todten. Um I. Oster- Tage. Evang. Marc. 16. 283. Mein fester felse 287. Halt im gedächtniß 358. So hoff ich denn mit festem Epist. 1 Cor. 5. v. 6-8. de 191. hr christen! seht, daß 192. Bom tod erstandnes 302. Mensch geborner 544. Schaff in mir, GOtt! 689. Wer bin ich? welche 126. 301.513. 744. = te Verzeichniß einiger Lieder Um II. Oster- Tage. T828. Der HErr ist mein u. f.e 282. 355. 576. STA 06 Epist. 1 Petr. 2. v. 19-25. 119. Wenn meine sünd'n mich S. die gleich vorhergehenden. 155, JEsu Christ! durch u. f. 233. Gerechter GOtt! vor 236. Gedanke der uns leben 292. Es ist in keinem andern 301. wahrer GOtt, und es 318. Mein hirte! wiece cos 552. Mein heiland, ach! Evang. Luc. 24. v. 13-35. 287. Salt im gedächtniß 347. Ich lasse Esum nicht u. f. 382. und folg. Lect. Ap. Gesch. 10. v. 34-41. 253. Heiland! deine menschen u. f. 307. Prophete JEsu u. folg. 312. Anfang, mittler und voll. 317. süßes gnaden- wort 336. Ich bin getroft u. folg. 375. 560. 628. 633. Am Sonnt. Quasimodogeniti. Evang. Joh. 20. v. 19:31. 182. HErr, unser heil! du u. f. 193. Wie lieblich sind doch 306. Großer mittler, der zur 336 bis 338. vom Frieden des Gewissens. 484. Getreuer GOtt! dein 560. HErr! ohne glauben 565. Ich weiß, an wen mein und andere vom Glauben. 464. 492. 630. 634. 688 FORUT Epist. 1 Joh. 5. v. 1:13. 207. heilger geist! fehr bey 216. GOtt du höchster geist 218. 3. Was alle weisheit 322. In GOttes reich geht u. f. 393. Oft denkt mein herz 421. O welch ein unvergleichlich 561. Der glaub ist GOttes u. f. 575. Unverfälschtes christenthum 692. Schau, lieber GOtt u. f. 701. Du gabft mir, Ewger! 225. 296. 297. 358. 682. 817. Am Sonnt. Miseric. Dom. Evang. Joh. 10. v 12-18. 229. 2lwissender, vollkommner 253. Heiland! deine menschen 284. HErr! ich bekenn von 373. Wie groß ist unsre seligkeit 483. Der HErr ist mein getreuer 535. JEsu! der du meine seele 685. Mein GOtt mir hat 80 686. Folget mir! ruft uns 653 bis 656. von der Geduld. 684. Kommt, ruft mein u. f. 716. JEsu! wahrheit, licht 721. 2ch freundlicher HErr Um Sonntage Jubilate. Evang. Joh. 16. v. 16-23. 273. Befieht du deine wege 354. Mein JEsu! süße 358. So hoff ich denn mit festem 642. Auf GOtt, und nicht auf 647. Von GOtt will ich nicht 638. Mach doch den engen 752. Die herrlichkeit der 812. GOtt mein vater! zähl u. f. 816. Betrübtes herz, ach! 819. Was ist mein leben u. f. 941. Ihr menschen, wie seyd 253,630.633.715.726.897.949. Epist 1 Petr. 2. v. 11-18. 262. GOtt schuf dazu des 345. Eins ist noth 593. Gieb mir ein frommes 595. HErr! meiner seele u. folg. 607. Nach meiner seelen seligkeit 620. Mein GOtt! weil ich in 655. Lieber vater! GOtt der 689. Wer bin ich? welche e 741. Was ist mein zeitlich 742. Frommer GOtt! ein 1002. HErr höre u. folg. 574.587. 701, 706, 729 bis 732. 813. 854. Am Sonntage Cantate. Evang. Joh. 16. v. 5:15. 206. Komm, GOttes geist! auf die Sonn- und Festtage. 213. Du geift des HErrn! und andere von dem heil. Geiste. 253. Heiland! deine menschen f. 282. Nun freut euch, christen 341. Stell, liebe seele! dich 584. Uch höchster GOtt! verleihe 688. Mach doch den engen 821. GOtt! der du uns berufen 885. Was sorgst du ängstlich 345. 347. 379. Epist. Jac. 1. v. 12:21. 32. Alles, was mir GOtt 135. Verstummtes lamm 223. Der HErr ist GOtt, und 227. Großer GOtt, HErr 247. Sollt ich meinem GOtt 656. Die himmel rühmen u. f. 322 bis 325. von d. Wiedergeburt. 373. Wie groß ist unsre seligkeit, 384. O feele! welche seligkeit 692. Schau, lieber GOtt! u. folg. 721. 2ch freundlichster HErr 737. HErr! zung und mund 944. Du, GOtt! du bist 246. 249. 413. 416. 583. 804. u. folg. Um Sonntage Rogate. Evang. Joh. 16. v. 23:33. 399. Dein heil, mein geist! und folgende vom Gebete 618. Erhabner GOtt! was 628. Herzlich lieb hab ich u. folg. Epist. Jac. I. v. 22= 27. 377 Wir menschen sind zu 380 bis 384. vom Worte GOttes. 467. O HErr! dein seligmachend 484. Getreuer GOtt! dein 574. Bewahre mich, HErr! 689. Wer bin ich? welche wichtge 737. HErr! zung und mund 309. König, dem kein könig 315. Es hat zwar GOttes 317. O süßes gnaden- wort, u. f. 380. GOtt ist mein hort 464. HErr JEsu, aller menschen 484. Getreuer GOtt! dein Lect. Apost. Gesch. 1. v. 1-11. 296. Mein heiland! deine 957. Mein ganzer geist, u. folg. Um Sonnt. Eraudi. Evang. Joh. 15. v. 26. bts Cap. 16. v. 1-4. 204. O heiliger und reiner u. f. 364. Schaff in mir, GOtt! 379. Erkenne mein gemüthe! 464. HErr JEsu, aller menschen 475. Treuer hirte deiner u. f. 557. GOtt! der du wahrhaftig 703. Sey getreu bis an das 817. Ist GOtt für mich, so Epist. 1 petr. 4. v. 8- 11. 26. O meine seel! du sollst 33. Mein GOtt! ich preise dich 402. Mit seufzen klag ich u. f. 587. O GOtt, du frommer 706. Meinen nächsten laß u. f. 713. Wie selig lebt ein mensch. 733. GOtt! du bist alleine 1000. HErr! nichts gutes 652. 691. 998. u. folg. Auf Pfingsten. Die Gesänge von dem heiligen Geiste. 201. u. folg. Um I. Pfingst: Tage. Evang. Joh. 14. v. 15:31. 249. GOtt ist die liebe selbst 336. Ich bin getrost, u. folg. 339. Bist du wahrhaftig GOttes Am Feste der Himmelfahrt 342. Getreuer hirt und folg. bis Um 352. Christi. Evang. Marc. 16. v. 14:20. Die Gesänge von der Himmel fahrt Chrifti. 194. u. folg. 287. Halt im gedächtniß 299. Christus, der uns selig 373. Wie groß ist unsre feligkeit, 630. O JEsu JEsu, GOttes Lect. Apost. Gesch. 2. v. 1-18. 464. HErr JEsu, aller u. folg. 719. Bon dir, o treuer u. folg. | 98. 379. u. folg. 43 Verzeichniß Um II. Pfingst- Tage. Evang. Joh. 3. v. 16-21. 251. Uch)! wer giebt mir worte u. folg. von der Liebe GOttes. 282. Nun freut euch, christen 286. Gedanke, der uns 334. Also hat GOtt die welt 338. Wie groß ist doch, 564. Versuchet euch doch u. f. 607. Nach meiner feelen seligkeit 633. O JEfu Chrift, mein 738. Uch GOtt! wir u. folg. 235. 333. 33 5. einiger Lieder Um 1.Sonnt. nach Trinitatis. Evang. Luc. 16. v 19:31. 33. Mein GOtt! ich preiſe 262. GOtt schuf dazu des u. folg. 275. Mein liebes herz, was 577. Schaffet doch! ihr menschen595. HErr! meiner ſeele u. f. 607. Nach meiner seelen seligkeit 650. Was mag sich doch u. folg.. 733. GOtt! du bist alleine gütig, 887. Ich weiß, es wird mein 895. HErr! ich hab aus deiner 899. Meine lebens- zeit 902. Mein heiland! wenn u. f. 941 Ihr menschen, wie 945 bis 948. von der Hölle. 949. und die übrigen Gesänge von dem Himmel. 245. 292. 345. 399. 489. 491. 502. 574. 681. 724, 925. Epist. 1 Joh. 4. v. 16-21. 246. Uch! was hat für wunderund folg. von der Liebe GOttes. 343 Beschränkt, ihr weiſen 346. GOtt lob! ich habe 622 MeinGOtt! du ſelber und folgende bis 633. von der Liebe zu GOtt und JEsu 707. Gieb mir, o GOtt! ein u. f. 931. Er kommt, er kommt Um2. Sonnt. nach Trinitatis. Evang. Luc. 14. v. 16:24. oder Matth. 22. v. 1-14. 237. Getreuer GOtt! wie viel 252. Wie groß ist des allm. u. f. 315 bis 318 von dem Gnaden: Berufe GOttes. Lect. Ap. Gesch. 10. v. 42-48. 283. Mein fester fels und 288. Dich, JEsu! bet ich an, 292. Es ist in keinem andern 350. GOtt ist mein hort! 423. GOtt vater, sohn u. folg. 931. Er kommt, er kommt 937. Der unsre menschheit 281. 302. 312. 335. 397. Um Fest der Dreyeinigkeit. Evang. Joh. 3. v. 1-15. 150. Beladner geist, u. folg. 216 bis 225. von dem dreyeinigen GOtt. 292. Es ist in keinem andern 322 bis 325. von der Wiederge= burt. 345. Eins ist noth! ach HErr! 423. GOtt vater, sohn 427. Uch vater! zürne nicht, 615. OGOtt mein vater 618. Erhabner GOtt! 750. Uch! was sind wir außer 255. 262. 302. 339. 366. 607. 609. 748. 787. Epist. Róm. 11. v. 33-36. 21. GOtt ist mein lied! u. folg. 29. O meine seel, du sollst 231. Du weifer schöpfer aller 252. Wie groß ist des allmä rtgen 255. Wenn ich, o schöpfer! u. f. 274. Mein GOtt, wie bist du 618. Erhabner GOtt! 233. 261. 277. 615. 345. Eins ist noth, ach HErr! 441. Ich bitt, entschuld'ge mich: 473. Du heiligstes und höchstes 595. HErr! meiner feele u folg. 607. Nach meiner feelen ſeligkeit 689. Wer bin ich? welche wichtge 749. Hilf GOtt! wie hat die 849. Weg, mein herz! mit 27.221 228.233. 248-253, 296. 331, 552. 574. 593. 584. 676. 681. 684. 690. auf die Sonn- und Festtage. 310. Lobt GOtt! ihr seine 394. HErr! dein gesetz, das du 466. Du heiligstes von allen 622 bis 633. von der liebe. 705. Wenn einer alle ding u. folg. 306. 531. 563. Epist. 1 Cor. 1. v. 4-9. 25. Nun lob', mein' seel, den 221. HErr, unser GOtt! wer 235. Weicht, ihr berge! 316. GOtt! dein scepter, stuhl 372. JEsu! wenn ich mein u. f. 376. HErr von unendlichem 552. Mein heiland! ach wie 833. GOtt ist und bleibt getreu: 29. 236. 278. 384. 417. 464. 467. 834. Um 19. Sonnt. nach Trinit. Evang Matth. 9. v. 1: 8. 331. JEsus nimmt die fünder u. die folg. von der Rechtfertig. 521. Erzeig an mir, u. folg. 536. GOtt! deine gnad u. f. 736. Umsonst, umsonst verhüllst 229. 253. 288. 290. 505. 735. Epist. Ephes. 4. v. 17:32. 232. GOtt! vor desfen angesichte. 261. O höchstes licht, vollkomm. 262. GOtt schuf dazu des 294. HErr Christ! du einger 363. Uch HErr! befehre mich und die folgenden von der Erneuerung. 584. Uch höchster GOtt! verleihe 585. HErr JEsu, gnaden- sonne, 716. JEsu, wahrheit, licht und 717. Wohl dem, der richtig 723. HErr! deine sanftmuth 737. HErr! zung und mund 236. 275. 544. 586. 633. Um 20. Sonnt. nach Trinit., als am Reformations- Fefte. Dorm. Tert, Pfal. 119. v. 29:52. 28. GOtt, mein vater! 40. Wie selig ist der ort 49. Laß mich dein ſeyn 98. GOtt dein unsichtbares 378. Mein GOtt! du zeigst u. folg. vom Worte GOttes. 466. Du heiligstes von allen und folgende bis 482. von der christlichen Kirche. 557. GOtt! der du wahrhaftig 581. Du, GOtt der weisheit! 616. Lehre mich, HErr! recht 634. Ewge wahrheit, 704. Du rufft mir zu, 850. Der du mir licht und heil Epist. Ephes. 5. v. 8:21. oder Galat. 5. v. 1:15. 317. O süßes gnaden- wort, 320: GOtt mein licht! 327. Es ist das heil uns 373. Wie groß ist unsre feligkeit, 474. HErr! deine güt und treu 376. HErr von unendlichem 559. GOtt läßt durch sein wort 569. Ich habe nun den grund 578. Glaube, liebe, hoffnung u. f. 688. Mach doch den engen 14.30.563.u.f.574. u.f.611-616. Am 21. Sonnt. nach Trinit. Evang. Joh. 4. v. 47:54. 271. Hab acht auf mich in aller 381. Theures wort aus GOttes 400. Wenn dich unglück hat 561. Der glaub' ist GOttes u. f. 674. Mein GOtt! du hast 804. Ein herz, o GOtt! u. folg. 230. 579. 661. 751. 836. Epist. Ephef. 6. v. 10-20. 476. Ein' feste burg ist unser 692. Schau, lieberGOtt! u. folg. 703. Sey getreu bis an das 841. GOtt! des satans 844. Treuer GOtt! ich muß 383. 479. 565, 845. 853. Evang. Matth. 18. v. 21:35. Um 22. Sonnt. nach Trinit. 233. Gerechter GOtt! vor 238. Unumschränkte liebe! 326. Schöpfer aller u. folg. 494. Großer GOtt! je mehr 543. Mein schöpfer! lehre mich 1715. Gerechter, heilger GOtt! Verzeichniß 720. GOtt! der du die u. folg. 304. 335. 498. 544. 586. Epist. Philip. 1. v. 3-11. 18. O gläubig herze benedey 370. Mein treuer GOtt! 563. GOttes sohn, HErr 33. 347. 368, 384. 417. 585. 611. 716. einiger Lieder | Am 25. Sonnt. nach Trinit. Evang. Matth. 24. v. 15-28. 468. GOtt! der du u. folg. 538. Wir liegen hie zu deinen 559. GOtt läßt durch sein wort 935. Schon ist der tag von 231. 233. 345. Am 23. Sonnt. nach Trinit. Evang. Matth. 22. v. 15:33. 228. HErr GOtt! der du erforsch. 475. Treuer hirte deiner u. folg. 576. Mein GOtt! du prüfest 604. Durch dich, o großer 618. Erhabner GOtt! 854. 3ft GOtt für uns, was 1003. All' obrigkeit GOtt u. f. 33. 233. 718. 856. Epist. Philip. 3. v. 8-21. 262. GOtt schuf dazu des u. f. 345. Cins ist noth. Um 24. Sonnt. nach Trinit. Evang. Matth. 9. v. 18-26. 271. Hab acht auf mich in 560. HErr! ohne glauben 886. Wie sicher lebt der u. folg. 926. GOtt! ich weiß es, u. folg. 230. 259. 263, 591. 660. 752. Epist. 1 Theff. 4. v. 13-18. 187. Mein JEsus lebt! was 887. Ich weiß, es wird mein 925. Selig, GOtt! 898. u. folg. 926. bis 937. 596. Des leibes warten und 607. Nach meiner ſeelen feligkeit 729. GOtt ſagt, daß die nur u. f. 927. Ich weiß, daß mein u. folg. 949. Nach einer prüfung u. folg. 574. 595. 604. 682 bis 688.233. Gerechter GOtt! vor 949. Nach einer prüfung 888. 948. und andere Gesänge vom Gericht, Himmel und Hölle. 3. 29. 367. Epist. 2 Theff 1. v. 3-10. 18. O gläubig herze! benedey 880. Epist. Col. 1. v. 9: 14. 159. u. folg. vom Blute JEsu. 252. Wie groß ist des allmächtgen 285. O GOttes sohn, u. folg. 317. O süßes gnaden- wort 332. Großer GOtt! wirf aus 588. HErr! lehre du mich u. folg. 281. 320. 321. 417. 466. 574. 577. 608 bis 616. 2m 26. Sonnt. nach Trinit. Evang. Matth. 25. v. 31-46. 233. Gerechter GOtt! vor 577. Schaffet doch, ihr 609. Wohl dem, der sich 707. Gieb mir, o GOtt! u. folg. 931. und folgende vom jüngsten gerichte. 946. Uns menschen u. folg. 952. Wie froh u. folgende. Um 27. Sonnt. nach Trinit. Evang. Matth. 25. v. 1:13. 345. Eins ist noth 574. Bewahre mich, u. folg. 689. Wer bin ich? welche 691. Mache dich, mein geist! 947. Ofichrer mensch! bekehre 948. Gerechter richter aller Die Gesänge von dem Himmel. 472. 575. 577. Epist. 2 Petr. 3. v. 3:14. 233. Gerechter GOtt! vor 472. Der spötter strom reißt 486 bis 491. auf die Festtages indisp 888. HErr GOtt! du kennest Die Gesänge von dem jüngsten Gericht. 931. 10 Um Feste der Reinigung Maria. QUA Die Gesänge aufs Fest. 99. und folgende. Evang. Luc. 2. v. 22-40. 544. Schaff in mir, GOtt! 633. O JEfu Chrift, mein 887. Ich weiß, es wird mein 919. Mit fried und freud fahr und andere vom Tode. 39. 282. 288. 294. 327. 613. 672. = PS3 Lect. Jef. 40. v. 1 8.0 60. Wie soll ich dich u. folg. 1 0312. Anfang, mittler und 1397. Wort aus GOttes u. folg. 648. O du majestätisch wesen 701. Du gabft mir, Ewger! 752. Die herrlichkeit der erden 382. 384. 487. u. f. Lect. Malach. 3. v. 1-5. 60. Wie soll ich dich empfangen 325. O großer GOtt! du 630. O Jesu, JEsu u. folg. 231. 293. 368. 543. 633. Um Feste der Verkündigung Maria. 151 Gesänge von der Menschwerdung und Geburt Christi. 65 und folgende. Die Gesänge aufs Fest. 101 bis 103. Evang. Luc. 1. v. 26-38. 234. HErr! deine allmacht 282. Nun freut euch christen u. f. 294. HErr Chrift! du einger u. f. 302. Mensch)= geborner GOttes 309. König, dem kein könig 235. 236. 11. 562. 674. Lect. Jef. 7. v. 10-15. 285. O GOttes sohn, HErr 288. Dich, JEsu! bet ich an 289. Ich kann, mein JEsu Um Feste Johannis des Taufers. Evang. Luc. 1. v. 57-80. 9. Gelobet sey GOtt, unser 28. GOtt, mein vater! sey 1820 221. HErr, unser GOtt! wer 235. Weicht, ihr berge u. folg. 239. GOtt, dem kein ding 259. GOtt, deffe: allmacht 800 285. O GOttes fohn, HErr 637. GOttes mund hat uns 224. 247. 250.262.423. Um Feste der Heimsuchung Frase Maria. dice Evang. Luc. 1. v. 39-56. 8. Mein herz und seel den 225. O meine seel erhebe 240. Mein mund und geist 234. HErr! deine allmacht 358. So hoff ich denn mito) 361. Gieb mir ein fröhlich herz 7. 26. 340. 648. Lect. Jef. 11. v. 1-5, 40 62. Hosianna, Davids 8 ſobne 84. Du wesentliches wort 289. Ich kann, mein JEsu 295. Wie schön leucht't uns 296. Mein heiland, deine größe 65. u. folgende. 313. 329. 355. 633. 119120101 Auf Michaelis. Die Gesänge aufs Fest. 241 bis 245. Evang. Matth. 18. v. 1-11 246. Uch! was hat für STIC 247. Sollt ich meinem GOtt. 650. Was mag sich doch u. folg. 285. 707. Lect. Psalm 34. oder Offenb. Joh. 12. v. 7= 12. 355. JEsu, meine freude Berzeichniß einiger Lieder auf die Fest- Tage. 475 bis 479. Um Schuß und 1798. O GOtt! es steht u. folg. Erhaltung der Kirche. 999. GOtt! der du uns u. folg. 1015. Mein GOtt! du selber 633. O JEsu Christ, mein 693. Dein erbe, HErr! das du und folgende von dem geistlichen Kampf und Streite. 827. HErr! unter deinem Un der Hagel- Feyer. 512. Mein GOtt! ich schäme 538. Wir liegen hier, und andere Buß- Gesänge. 777. GOtt giebt die u. folg. # 9033 20 1199 131 Vormittags. Evangelium Marci. 1. und 2. Epistel an die Corinther. Evangelium Johannis. Episteln Petri, Johannis, Jacobi und Judä. Evangelium Lucä. VID2 811 31070 980 Biblische Vorlesungen an den Sonntagen. An dem Ernte- Feste. 20. Ich finge dir, und andere Lob= Gesänge. mús 609. GOtt, den alle u. folg. 787. GOtt, durch dessen u. folg 800. Die ernte ist u. folg. 857. HErr und schöpfer u. folg. 977. O GOtt, von dem u. folg. sust 800 18X Nachmittags. Epistel an die Römer. Apostel- Geschichte. Epistel an die Galater bis an den Philemon. 2019 21 Evangelium Matthäi. Epistel an die Hebräer und aus der Offenbarung Johannis C. 1-5. C. 15. C. 20, 11-15. C. 21. C. 22. Summons QUE COE Unmerk. 1. Wenn solchergestalt das Neue Testament geendet, so kommen nachher diejenigen Bücher auf den Vormittag, die vorhin Nachmittags verlesen worden, und die auf den Nachmittag, die vorhin am Vormittag gebrauchet sind. Unmerk. 2. Wenn ein Buch von obigen eher zu Ende kommt, als das mit ihm zugleich vorgeschriebene, so werden auserleſene Stücke aus dem Alten Testamente, sonderlich aus den Pfalmen und Sprüchwörtern, so lange verlesen, bis das andere Buch geendigt ist. da 7900198 Biblische Vorlesungen an Festen und ähnlichen Tagen. Mantino C Bill Vormittags. Nachmittags. Um I. Advents- Sonntage. Psalm 40, sonderlich v. 6- 18. 101 00 oder was in der Ordnung do d folget. Sonid nach dem I. Weihnachts- Tage. 1 Johan. C. 4. v. 1- 16. C. 2. Um II. Weihnachts- Lage. Röm. C. 8. v. 28-39. Hoode de Psalm 90. Psalm 33. Ephef. C. 2. v. 4- 22. 1 Johan. C. 1. Um Sonntage nach Weihnachten. Psalm 139. Um Neuen Jahrs- Tage. Psalm 67. Um Feste der Erscheinung Christi. Jefaiä C. 42. v. 1= 12. Nöm. C. 5. Die PassionsGeschichte. Am Tage Marià Reinigung. Coloffer C. 2. Fasten- Zeit. Um Sonnt. Quinquag. Matth. C. 16. v. 13. oder 21= 28. 111111111 a T "" Um II. Ephef. C. 1. v. 2-23. 1 Corinth. C. 2. = = = 1 Tim. C. 3. v. 15. Ein Pfeiler == C. 4. v. 16. Am Tage der Verkündigung Marià. Die Passions Geschichte. Johann. C. 6. v. 47-58. oder Psalm 111. Matth. E. 28. 1 Corinth. C. 15. v. 1= 22. Um II. Um grünen Donnerstage. Um I. Ofter Tage. Auf Christi Hebräer E. 4. v. 14- C. 5. v. 9. Invocavit. 1 Cor. C. 1. v. 18-31. Reminisc. 2 Cor. C. 5. v. 14-21. Oculi. Hebr. C. 12. v. 1-15. Lätare. Johan. C. 17. Palmarum. Jes. C. 52. v. 13. C. 53. v. 12. = 1 Petr. C. 1, sonderlich v. 3 bis 21. Ofter= Tage. Um I. Pfingst- Tage. 1 Corinth. C. 15. v. 35-58. Himmelfahrt. Hebräer C. 9. v. 24- C. 10. v. 14. Römer C. 8. v. 1-11. Pfingst- Tage. Upost. Gesch. E. 2. v. 32-47. Dormittags. Joh. C. 14. v. 1:17. Gull Lucä E. 3. v. 2= 22. Psalm 145. Pf. 103. Um Feste der Dreyeinigkeit. don 5 B. Mos. C. 6. v. 1- 15. oder 1994 Jef. C. 48. v. 10= 22. Um Johannis Tage.am dosled Die in der Ordnung folgende oder Jesaiä 40 ganz. Am Tage Marià Heimsuchung. ABS IN 7900 Matth. C. 11. v. 20-30. SAD Um Engel- Feste. Fall aum Mitg Nachmittags. Um Reformations- Feste. 3 gelo100 and a 1812 113 m 11 SE Sprupinis70 rinite shok m PIAT) quating for de 3000 pofton -1000) 34 din 1 Chron. C. 30. v. 10-18. chuddendlindbl TIN ps. 104. v. 1-15. 24- 35. 1 Corinth. C. 3. # 151 sia abl San Insigniby IF amandos thiram du tượng hiến Jand drift along 094) BUR is om oppm m 1.3.indo21 PR meining m 7900 ep.03.2 III min And 201 Anhang 13103 102 Zum BOHN JUST Gesangbuch. Celle, bey G. E. F. Schulze sen. an der Stechbahn. Preis gebunden 1 Stück 2 Ogr. 2 Pf. 25 1 Rthlr. 3 Ggr. (### 101 IN Coluniden Lob und Danklieder. Herr, der du mich so väterlic Mel. Nun danket alle Gott ic. Bis diefen tag erhalten. Noch 1021.S o lang' ich ath: für und für Laß über mir Dein me, Gott, winsegnend auge walten. ich dein lob erbeben. Du riefft 2. Wer schenkt uns leben, mich aus dem nichts, Du glück und ruh? Wer giebt uns gabst mir dieses leben. Du Fraft zur pflicht? nur du schenktest mir vernunft, Die Schaffst wollen und vollbringen. dich erkennen kann, und botest Wird dein gedeihn uns nicht enges heil Durch deinen sohn erfreun, So kann uns nichts mir an. gelingen. Mel. In dich hab ich gehoffet ic. 1022.Bon ganzer feele mich preif ich dich, führen. 2. Was bin ich, milder Gott, 3. Du schufft und du regiersk Daß du so viel mir schenkest? die welt Nach deinem rath, Was ist der erden sohn, Herr, wie dirs gefäkt. Du lenkst der daß du sein gedenkest? und menschen Herzen. Sey auch doch gedachtest du Schon vor mein licht, und laß mich nicht, der welt an mich! Denkst GOtt, deine huld verscherzen! meiner auch noch stets. Nur ich vergeß oft dich. 4. Dein wort lehrt, wie ich wandeln soll. Ich folg' ihm 3 Und dennoch nimmst du auch; doch fühl ich wohl mich, wenn ich die schuld be. Die schwachheit meiner feele. reue, Voll grade wieder an, Ach! GOtt der huld, Vergieb Und segneft mich aufs neue die schuld, Wenn ich aus Bis an des grabes nacht Sen schwachheit fehle. dir mein dank geweiht, einst vor deinem thron, Gött der barmherzigkeit. ind 5. Verstand und Herz ist fehlerhaft. Beld fehlt mir licht, bald fehlt mir kraft, Mich weislich zu regieren. Drum bitt ich dich: Laß, Höchster, Stets deine weisheit 304903 6. HErr, 656 Lob und Danklieder. 6. HErr, dessen huld uns ewig beit erworben. Wer dir nach: liebt! Laß mich beim fegen, folgt, und an dich glaubt, Und den sie giebt, Auf dich, den ge- in versuchung treu dir bleibt: ber, schauen. Selbst wenn du Der soll, befreit vom fluch der schlagst Und kreuz auflegst, fünden, Erbarmung, ruh' und Laß dir mich fest vertrauen.[ leben finden In ewigkeit, In 7. Gieb, daß ich meine lebens- ewigkeit. zeit, Nur dir mit ganzem 5. Lob, ehr' und preis dir, geist ernst geweiht, In deiner furcht des HErrn! Wir waren einst von vollbringe; Bis ich einst dir Christo fern, Fern von der seele Dort für und für Lob, preis wahrem leben, Mit irrthum, und ehre since. wahn und nacht umgeben; Du hast durch deines wortes macht Met. Komm, heil'ger geist ic. Auch uns zum wahren licht ge: und bracht; Du lehrst fromm leben, 1023.205, preis ehre bringen wir, freudig sterben, und weitest uns HErr, unser GOtt und vater, zu himmelserben Durch Christi dir! Dein ruhm soll unter uns tod, Durch Christi tod. erfchallen! Laß unser lob dir 6. Lob, preis und ehre brinwohlgefallen! Laßt menschen gen wir, GOtt vater, fohn und feiner lich uns freun Und ewig, geist! nur dir. Es müsse jedes ewig dankbar sein. Lobfingt ihm land auf erden Voll deines hohen christen, uns're brüder! Fallt vor rubmes werden. Wie felig, wie dem GOtt der liebe nieder begnadigt ist Ein volk, deß zu: Und betet an! Und betet an! jversicht du bist! Allmächt'ger, 2. Er hieß uns leben: wir sind deinem großen namen Sei fein. Du bist die lieb': und ewig rühm und ehre! amen. Sei wir sind dein. Wie groß und hochgelobt! Sei hochgelobt! schön sind deine werke, Du GOtt der weisheit, gut und stårke! Dein ist der erdkreis 1024 HErr Gott, dich los und in und ben wir! HErr Von teben wir. Du HErr! erschufft GOtt, wir danken dir! der engel beere; Uns auch er- ewigkeit zu ewigkeit Preif't alles schufft du dir zur ehre, Uns deire herrlichkeit; fterbliche, Uns sterbliche. Der Freaturen großes heer Verkündigt 3. HErr du gedenkst nicht deines namens ehr; Der ingel uns'rer schuld; Uns sünder trägst tobgesang bist du, Und tiner du mit geduld; Umfaßfest uns ruft dem andern zu: Heilig ist mit vaterarmen; Neigst wenn unser GOtt! Heilig ist unser wir flehn dich zum erbarmen; Gott! Heilig ist unser Gott! Hilft uns durch uns're prüfungs- Der allgewalt'ge Gott! zeit; Führst uns durch sie zur feligkeit; Schickst nur zu unserm heil uns leiden; Und fegneft lieber uns mit freuden: Du grådiger! Du gnädiger! Weit über alle himmel weit Reicht deine macht und herrlich: keit. Was je den erdkreis ausges klärt, Was je der welt dein heil gelehrt, Dein kraftwerk, Jesu 4. 206, ebr' und preis, sohn lehre, Preift deines hohen na GOttes, dir! Verlorne sünder mens ruhm, Dein licht aus waren wir, Du aber bist für uns deinem heiligthum. Dich, vater gestorben Und hast uns ewig auf der himmel thron, Dich, Jefus Lob und Danklieder. 657 75 Jesus Christ, des vaters Und dich, o geist, des und kraft An sündern leben schafft. de sohn, endlich mehr haft du gethan, gnad Daß mir geholfen werde. neues 3. Hilf fernerbin, hilf treuer Gott, Laß deine Hand mich Du, Gottes sohn von ewig- leiter! Hilf vater, mir an keit, Du abglanz seiner herr- jedem ort, Hilf mir zu allen lichkeit, Ließßt dich herab, einzeiten! Hilf mir auch heut, o mensch zu seyn, uns menschen segensgott! Dein sey mein wieder Gott zu weihn Und leben und mein tod, Dann herrscheft nun in deinem reich ist mir stets geholfen. Mit gnad und macht, dem vater 13pie gleich, Bis du in herrlich Mel. Wie schön leucht't uns feit dereinst 218 richter aller 1026. Gott empor! Zum welt erscheint. Hilf hilf uns, Herr, wir sind ja dein, Freun schöpfer den im hohen chor, Die uns, durch dich erlöft zu feyn.( höchsten geister loben. Auch dich Zu deines hohen namens hat er hervorgebracht, Auch dich ruhm Hilf Herr, uns deinem aus weifer buld und macht, Zu eigenthum Leit uns durch unsre herrlichem erhoben. Vater, Baprüfungszeit Den weg zu dei- ter! So dich kennen, Sodich ner herrlichkeit. Wir wollen nennen, So dich ehren, Was ihn dir folgsam gehn, und dank- kann höhern rang gewähren? bar froh dein lob erböhn; Die 2. Mit welcher treuen forgerd erfülle, Herr, dein ruhm, samkeit, Folgt mir dein auge Wie deines Himmels heiligthum. jederzeit, Auf allen meinen weSo lang noch ist die pilger- gen! Du weißt, wie schwach die schaft, Sen Herr dein wort menschen sind; Drum leitest du uns licht und kraft. Sey dein schwaches kind So fanft gnädig uns o treuer Gott dem ziel entgegen. Vater, Bater! Sey gnädig uns in jeder noth! Dir vertrau ich, Onun stärkt Du hilfft wo hulf und rath mich Der gedanke, Du bist gebricht Im tode läsfest du bey mir, wenn ich wanke. d uns nicht: Dann wird im him- 3. Das kurze leben in der zeit, mel unser theil Dein großer Ist hingang nur zur ewigkeit, lohn dein ew'ges heil. Amen. Nur bildungszeit der jugend. Und o wie gut erziebst du mich! Mel. Allein Gott in der höh. Wie führst du mich so väterlich, 1025. Bis bieber hat um heiligthum der tugend! mich Gott ge Alles bracht; Das dank ich seiner bereitest Du mit liebe, Wenn güte und seiner wundervollen ich die dech folgsam bliebe! macht mit kindlichem gemü- 4. Dem freuden= becher the. Bis hieher hat mich Gott mischest du, Sehr oft auch gebracht, Bis hieher liebend bittre tropfen zu, Doch nur, mein gedacht, Bis hieher mir daß er nicht schade; und ist geholfen. die trauerstunde da; O dann 2. D! preis sey dir und lob und ist auch dein beystand nah, dank Für diese vatertreue, Der Dann tröstet deine gnade. Vater, ich bisher mich oft und lang So Vater! Wenn auch leiden Mich unverdient erfreue; Ja mehr der freuden Oft beraube. als ich, HErr, rühmen kann, un- Deiner liebe will ich glauben. 658 1691 Erndtelied. day 5. Daß diese freude mich dich! Sehr werd ich dich und durchdringt, Und kindlich froh leben! Hier und dort und mein Herz dir fingt: Das dank da Jf Gott mir nah! Ges ich deinem fobne. Er, er hat danke meiner ruh, Wie reich uns mit dir versöhnt, Dein an huld bist du! Wie reich am Holder vatername tont, Nun troste GOttes! hier, wie dort am trone. Ba- 6. Jch lebe dir, ich sterbe dir; ter, Vater! Nie verhalle, Doch nicht durch meine Fräfte. Ewig schalle, Selbst in schmerzen Bin ich des HErrn; so it's Dieser nam' in unsern herzen. in mir, Sein göttliches geschäf Ite. Ja, ich lebe dir! Ich sterbe Met. Ein' feste burg ist unser.fdir! Ja vater, vater, dein 1027.21 der Auf HErr mein theit, ewig dein, versöhnter! Mein führer und mein tröster. Mein Gott ist Gott, mein Erndtelied. un licht, mein heil, und ich bin Mel.Lobet den Erren,:,: Denn fein erlöster! Du verwirfst oder, Herzliebster JEfu, was ic. mich nicht Selbst im gericht. 1028.Jachete Beschattest du mich schon in gefildelachen; HErr, deinelustifts, diesem leben. alles froh zu machen.:,: Durch 2. Fern von der welt, mit dich, GOtt, keimt und reifet das dir allein, O, du, der wesen getreide zu unsrer freude.:,: wesen, Wie ist von aller sei: 2. Mit jedemjahre:,: Füllt das ner pein Durch dich mein land deinfegen. Aufglut dersonne herz genesen! Der die welt giebst du milden regen.:,: Gleich schuf, der, Der senn wird, er, stehn erfrischt die hingesunk: Half mir, und war mein GOtt. nen saaten, und sie gerathen.:,: Allmächtig half mein GOtt! Stets unerschöpflich:,: Und gab mir seinen frieden. Bleibt, GOtt, deine gnade, Und 3. Des glaubens war ich im- wo du wandelst, zeichnen deine mer voll; Laß stets sein licht mir pfade:: Gedeihn und wachs scheinen Gerettet aus der thum, also, daß von ihnen trübfal foll Der treue freude Selbst wüsten grünen.:,: weinen. Der mich leiden sah, 4. Du, welternährer,:,: Läsfest Der war mir nah. Durch keinen darben. Den arm der den siegt ich, durch den, Der schnitter füllen volle garben.:: meiner feele flehn, Selbst mein Die satten heerden auf der verstummen hörte. fetten weide Beseelet freude.:,: 4.Wenn meine ganze feele fleht, 5.Und dank und jubel:,: Jauch. Erhoben aus dem staube; Wenn zet denn aus allen, Und wald und ich in freudigem gebet, Mein bügel und gefild' erschallen:,: vater, machtig glaube; Zu der Vonlautem, dirfrohtockendemgefieger chor, 3u dir empor, tümmel, Bis zu dem himmel. Steig ich dann; rub in dir; 6. Dankt, chriften, danket!:,: Dort bin ich, nicht mehr hier! Danket dem erhalter! Dem Bin schon durch hoffnung selig! schug der kindheit, ihm, der 5. Allgegenwärtig hast du mich stug' im alter!:,: Dem frohen Auch mich, den staub, umgeben! geber, dessen treu nicht wanket, Du fiebst mich! ich empfinde Dankt, christen, danket!:,: Von Von GOttes Seyn, Wesen und Eigenschaften. 659 Von GOttes Seyn, We- Wenn nur zu dir mein geist sich hält, und nicht die schudde sen und Eigenschaften. lust der welt Hier mein gemütb Mel. Kommt her zu mir, spricht. erfüllet.d assing ud findabad on 8. Drum foll es stets mir 1029. freude Dir, mein zweifeln, daß ganzes herz zu weihn, Zur ehre du bist, O GOtt? der ganze dir zu leben. Du wirst mir weltbau ist Ein zeuge deines dann in jeder noth Hier reichen lebens. Su sichtbar ists, daß trost, und einst im tod' Des gut und macht mit weisheit himmels wonne geben. ihn hervorgebracht. nichts ist hier vergebene. 10:01 Nichts, 305 THETIS 2. Wohin auch nur mein Mel. Christus, der uns selig. blickt, Da er du felbst die die entzückt, Im großen und 1030. De wahrheit bit im kleinen: Ich seh, und ganz Gott, zu dem ich finge; Gott, erstaunt bin ich, Wie der ge den kein verstand ermißt, Urs schöpfe heere sich zu einem sprung aller dinge! Alle wahrs ziel vereinen. beit kommt von dir zu uns, 3. Eins muß dem andern deinen kindern. Sie erleuchtet nußbar seyn, Daß die sich ihres uns, wenn wir Nur ihr licht dasenns freun, Die sich empfin- nicht bindern. ⠀⠀ o]# 8 den können. Und wie! doch 2. Vorurtheil und finster: wäre die natur Und ihre weise niß Füllen unsere feelen; Unser ordnung nur Des zufalls werk blick ist ungewiß, Unf're schlüffe zu nennen? feblen: Aber dein verstand 4. Nein, wahrlich, nicht von weicht nicht von der lautern ohngefähr Entstanden him wahrheit. Was du denkest, mel, erd' und meer; So konnte das ist licht, Richtigkeit und nichts entstehen. Du sprachst klarheit.ilman ang ein wort, da ward, was ist, 3. Wirf dich dich, sterbliches Und einzig darum, weil du gefchlecht, Dankbar ihm zu bist, Ist alles, was wir sehen. füßen! Seine wahrheit und 5. Du bist's, der die geschaffne sein recht Låßt dein GOtt dich welt In ihrer ordnung noch wissen. Weit erhält, mit weisheit sie regie wort des Herrn, ret. Du bist es, der nach seinem bekehret: Glaubt es freudig, rath Auch uns auf unserm le- folgt ihm gern, Menschen, die benspfad Mit weiser gnade ihr's höret! 10 führet. erschallt das Das die welt 4. Seele, wolltest du nicht 6. O wohl mir, hachter, daß Gott Zuversichtlich glauben? du bist, und diese welt dein Soll werk nur ist! Nun ist gewiß spott der leichtsinn, soll der Deinen troft dir rauden? mein leben nicht eines blin- Kann er, der die welt erbaut, den zufalls spiel, Ich darf nach Kann die wahrheit lügen? Kann meiner wünsche ziel Nun er den, der ihm vertraut, Wie nicht vergeblich streden. ein mensch betrügen? 5.Erdentuft wird einst vergebn: GOtt, dein wort wird bleiben. Laßterhafte, die es schmähn Wers den's 7. Mein sehnen nach zufrieden heit, Mein durst nach ewger se zigkeit Wird sicher nun gestillet, 660 Von GOttes Seyn, Wesen und Eigenschaften. ອ den's nicht vertreiben. muß endlicher! Noch unserm blick ich hier gleich um dein wort verschließt: Dann sehn wir Schmach und trübsal leiden: heller ein, Wie herrlich, GOtt! So belohnst du mir's doch dort, du bist. Gott, mit ehr und freuden. 0130 501 7. Indeß sei auch schon jegt Dein ruhm von uns befungen. Verschmähe nicht ein lob Von Mel. Nun danker alle GOtt. unfern schwachen zungen. Doct 1031.Anbetungswürd'ger foll, wenn wir dereinst Im Mit bellern licht dich furcht stets zu nennen, Du kommner unfer lied Dich, gro: bist unendlich mehr, Als wir ßer Gott, erhöhn.mod di begreifen können. O fidße meinem geift Die tiefste demuth Mel. Gott des himmels und ic. ein, Und laß mich fiets vor dir 1032.Unerforschleife 2. 3um sein riefst du die GOttes weg und rath, Und welt, lim luft und seligkeiten die nacht sei ohne schimmer, Auf der geschaffnen welt Um Die mich hier umschattet hat: dich her auszubreiten. Du bist Doch ist alles, was er thut, die liebe selbst; Verstand und Wie's auch scheinet, weiß und rath find dein, Und du gebrauchst gut.si in) onun fie gern, Su fegnen, zu erfreun. 2. Sollt ich das von GOtt 13. Du spricht, und es ge- nur loben, Wo ich rath und schieht; Auf dein allmächtig: weisheit seh? It's nicht ein werde! Entstand dein großes geschenk von oben, Wenn ich werk, Der himmel und die feinen weg versteh? Frevelt erde. Mit deiner allmacht der nicht, welcher klagt, Daß Hand Regierest du die welt, ihm GOtt mehr licht versagt? Und deine hand vollführt, Was 3. Sollt' ein vater unterlasuns un.mdglich fållt! Was dem finde thorheit 4. Du bist der HErren HErr; ift? Kühnertadler! engel fassen Der erde majestáten Sind, Das, wo du im dunkeln bist. höchster, staub vor dir; Wie Hier sollst du dem HErrn vers bald kannst du sie tödten! fraun, lind nur glauben, noch Wen du erniedrigest, wer kann den erhöhn? du erhöhen willst, Deß muß bestehn. fen, GOtt, nicht schaun. # 2 Wen 4. Gollt' er zu regiecerinnen hoheit Seiner werke, seinerwelt, meiIntet ne tüste fesen? finnen, Ordnen, 5. Wer hat dich je gesehn? thun, was mir gefällt? Wohl Wer kann im fleisch dich fe- uns, wenn er nie gewährt, ben? Kein sterblich auge reicht Was ein thdricht herz begehrt! Bis zu des lichtes böhen, 5. Hier in meinem pilgerstanVon welchen du mit huld Auf de Sei mein theil zufriedenheit. deine schöpfung blicks, Und Dort in meinem vaterlande alles, was da lebt, Erfreuest Wohnt die wahre feligkeit. und beglückft. myi and Führt mein gang zum himmel 6. Ja hier erkennen wir Dich ein, Mag er immer dunkel sein. nur sehr unvollkommen, Wird 6. Darum auch auf rauhen oter dermaleinst Der vorhang wegen, Christenseele, zage nicht. weggenommen. Der dich, un- Was pier schmerzet, wird dort segen, Von GOttes Seyn, Wesen und Eigenschaften. 661 Er ist sich keiner Und ich faß erst schuld bewußt, und friede wohnt in seiner brust Die ruhe des gewiffens. segen, Was hier nacht ist, wird großen segen dort licht; GOttes sinn, Wenn ich ganz vollendet bin. Mel. Aus meines Herzens ic. roß ist des höch3. Du bist der frommen zuversicht, Du wirst gerecht ver gelten; Wer dir gehorcht den nicht achtete, Welch fühllos beßrer welten. Groß wird für herz verriethe Der unerkennt ihn, vor deinem thron Der liche! Sie rettet uns aus noth, bier verkannten tugend lohn Erquicket uns in leiden, Ver- Reich seine erndte werden. wandelt sie in freuden, Versüßet selbst den tod. 4. Oft scheint der fünder hier im glück In stolzer ruh 2. Und meine lippen schwic zu leben Doch bald erscheint gen? Ich selbst versagte mir der augenblick Wo er muß Das himmlische vergnügen, angstvoll beben; Dein heiliges GOtt! lobzufingen dir? Nein, gericht erfüllt, Was du gedroht HErr! von meinen dank Seishast, und vergilt Jhm nur ieder morgen zeuge, Und jeden nach seinen thaten. abend steige zu dir mein lobgesang. 5. Gerechter( Ott! dies warne mich Wenn mich die sünde 3. Du wirst mich ferner leiten locket Eh' meine seele sorglos So unwerth ich's auch bin; sich Verschlimmert und vers Treu bleibt zu allen zeiten frocket. Der tugend würde hoffe stets auf dich; Du wirst kraft o vater! dir Mit ehrin kümmernissen Mir wohl zu furcht zu gehorchen. telfen wissen: Dir überlaß ich mich. Mel. Wer nur den lieben GOtt. 4. Je deine huld ist größer 1035. welch ein troft es der mensch versteht; Dein für feele rath unendlich besser Als was Daß, GOtt! bei dir vergebung der mensch erfleht. Herr meine ist; Und daß, wenn ich aus zuversicht Dir froh mich zu er- schwachheit fehle, Du nicht geben Dich dankbar zu erhe ben: Sei meine liebste pflicht. ein strenger richter bist. So nur kann ich vor die bestehn und freudig in die zukunft fehn. Mel. Es ist gewißlich an der sc. # 07159 1034.D u bist o GOtt 2. Ja, diese lehre giebt mir gerecht; du giebst leben, Aus ihr fließt heil und Uns heilige gelege und willst trost mir zu Wer ist zum schoneil du das gute liebst Daß nen und vergeben, Q vater, feiner fi: verlese. Dein wert williger, als du? Du, den nuc und die vernunft erklärt uns unser wohl erfreut, Du willst deines willens hohen werth: nur unfre seligkeit. Gei HErr! dafür geprieſen! 3. Wohl mir! wenn deine gut' 2. Was du beftehist, macht und treue Mein Herz zur gegendu une leicht Durch antrieb und lieberührt, Mich über mein ververmogen. Wer nicht von deiner gehn zur reue, Zur sorgfalt in vorschrift weicht, hat hier schon der beßerng führt: Dann find' ich 662 Sonntagslieder. Was er lebrt, ich auch in deiner huld Gewiß ibn im gebete! Hört und ehrt, verzeihung meiner schild. und erwägt 3. Gieb, daß ich dies zu her- jim stien Seiren vaterwillen. zen fasse, und mich zum fleiß 2. Sich, o GOtt, wir kommen der heiligung Durch deine gute hier Mit der schaar der deileiten lasse, So fehlt mir nie nen. HErr, wir wollen hier vor beruhigung. Dwelch ein dir Andachtsvoll erscheinen. glück, im herzen rein, Und Du erfreuft, Gott, den geist, dir, GOtt, wohlgefällig seyn! Der nach hoheit ringet, und zu dir sich schwinget. Mel. Wie schon leucht't uns. 3. GOtt, dein wort, das hier 1036.inget Gott! ertönt, Ist das wort des le dank, preis und chr bens. Er, der uns mit dir Sey unserm GOtt je mehr und versöhnt, Sprach es nicht ver mehr Für alle feine werke! gebens. Selig ist Jeder christ, Bon ewigkeit zu ewigkeit Der es achtsam hdret Und im Lebt er, und herrschet weit herzen ehret. und breit mit weisheit, gut 4. Heil uns allen, wenn wir und stärke. Singet, Bringet bier Nie dein wort verachten, Frohe lieder, Fallet nieder! Und den engeln gleich vor dir Gott ist herrlich, Unaussprech: Zu erscheinen trachten! Schön lich groß und selig. und groß Ist das loos Aller, 2. Lobsinget Gott! dank, die sich üben, Dich, o HErr! preis und ruhm Sey von uns, zu lieben. deinem eigenthum, HErr JEsu, dir gesungen. Du, mittler Mel. Liebster JEsu, wir sind. zwischen uns und Gott, Haft 1038.Git, vor der er durch gehorsam bis zum tod fcheinenwir, Dich Das leben uns errungen. Hei- in eintracht zu verehren, Und lig, Selig Ist die freundschaft mit frommer lernbegier Auf Und gemeinschaft Aller from: dein göttlich wort zu men, Die durch dich zum vater Daß es unsre kenntniß mehre, kommen. hören, Und uns wohl sie nüßen lehre. 3. Lobfinget GOtt! du gei 2. Gich durch deinen geiß, o des HErrn, Gey nie von unserm Gott, Daß wir an dein heil geiste fern, Mit kraft ihn aus- fest glauben! Nimmer laß der zurüsten. Du machst uns gläu- låstrer spott Diesen besten troft big, weise, rein, Hilfft uns uns rauben! Gieb auch licht getroft und siegreich seyn Im und muth und stärke uns zu ftreit mit unsern listen. Leit' uns, iedem guten werke. Stark uns, In der freude, 3. Hilf, daß alle fünder Wie im leide, Gott ergeben sich Durch dein wort zu dir Und der tugend tren zu leben. bekchren; Auch wir alle, Gott, Sonntagslieder. Mel. Mache dich mein geift. 1037.Sammelt euch, o durch dich Gerr vollbringen, was mir hören; Alle fromm durch dich auf erden, All' im himmel selig werden. christen, gern Mel. Wenn wir in höchsten. Hier an dieser stätte. Singt 1039.Dvon neuem an ie fängt und danker eurem HErrn! Vreipt Was 663 Advents- und Weihnachtslieder. Was hat GOtt nicht bisher, du liebst, die gläubig zu dir getban! Preis ihm! denn seine beten. Der thoren glück, die buld und tren War jeden mor- sich der fünden freuen, Kann gen für mich neu. nicht gedeihen. 2. Wird fie's auch diese 4. Olaß auch heute deinen woche sein? Ja, dessen darf acist mir lehren, Vom wege mein herz sich freun: Gott ist der dir mißfällt, mich zu kehja väterlich gesinnt, verehr' ihn als sein kind. und ich ren. Regiere mich, daß meine ganze feele Zum trost dich wähle. 3. Mas ist des lebens kurze zeit? Bereitung auf die ewigFeit. Wobt mir, wenn ich nach GOttes sinn Zur ewigkeit bereitet bin! 5. Dein tag sey mir ein denkmat deiner liebe, Damit ich mich im guten cifrig übe; Er innre mich, daß JEsus starb, vom böfen Mich zu erlösen. 6. 4. Dich bitt ich, der du va Sein auferstehungstag ter beift: Regiere mich mit bringt heil der erde; Gieb, daß er deinem geist, Und führe mich immer beitiger mir werde! Preis auf rechter bahn 3u immer sey, o vater, deinem großen höh'rer tugend an! Ramen. Erhör' uns! Amen! Mel. Vem himmel hoch, da ic. 1040.Vter, findwir hier, Advents- und Weib: nachtslieder. Und beten kindlich froh zu die: Mel. Lobt Gott, ihr christen. obt Sev unter uns mit deiner kraft, 1042.2 ften, freuet euch! Die licht u.tröftung inuns schafft. 2. Tröst unser berz, stårk Es kam von seinem thron, Zn den verstand! Mach unser heit gründen unter uns fein reich, uns mehr bekannt! Hilf uns, Herab des höchsten sohn. vom falschen wahne rein, In 2. Er kam nach seines oaters jedem triebe heilig seyn! rath, mit heil uns zu erfreun, 3. Es wohn in uns dein gu- und uns ein führer auf dem ter geift, Der uns den wegspfad Sur ewigkeit zu seyn. des lebens weis't! Erhalt uns 3. Er kam, durch seiner beilig und getreu, Mach uns wahrheit macht zu Gott uns durch deine wahrheit frey! hinzuziehn; Vor seinem lichte muß die nacht Des aberglauMel. Herzliebster JEsu, was. bens fliehn 1041.ir, emiger, fey 4. Er lehrt uns jedes unrecht uns dazu; weibet, Ihn feyert gern, wer Verheißt uns, wenn wir es be deiner, Gott, sich freuet; Dreun, Bearadigung und ruh. laß auch mich mit freuden vor 5. Er bringt den trost der dich treten, Dich anzubeten. bessern welt Bom himmel uns berab. Nun schreckt, wenn unsre hütte fällt, Den from: men geist kein grab. 2. Dich preis't der lobgefang der himmelsheere, Auch unser tempel schall von deiner ehre; Auch unser dank und unser kind- 6. Eröffnet ist uns nun die thur lich sehen Soll dich erhöhen. Zu seinem himmelreich. chri: 3. Ich will mit andacht, vassten, wie beglückt sind wir! Lobt ter vor dich treten, Ich weiß, GOtt, und freuet euch! Met, 664 Advents- und Weihnachtslieder. Mel. Straf mich nicht in c. 3. Er stellt sich dar auf erden 1043.280 as dermenschen In niedrer knechtsgestalt. Voll vater thut, Was müh und voll beschwerden War fein rath ersehen Muß denn bier sein aufenthalt. Er flob es ist immer gut uns zum geräusch und pracht, Entsagt' heil geschehen. Ihm gebricht auch gern den freuden, Bis er Weisheit nicht, Jhm der nie durch todesteiden Sein hohes verfehlet Was sein rathschluß werk vollbracht. wählet. 4. Er hat's vollbracht! o 2. JEfus wird zum heil der danket! Rühmt laut: er hat's welt Einer unfrer brüder; Er vollbracht! Der, desſen recht dem menschenwohl gefällt kommt nicht wanket, hat seines bund's zu uns hernieder; Brüderlich gedacht. Der helfen will und Wollt er sich und sein theures kann, Der mittler ist geboren; leben Hin für fünder geben. Ihr seid nun nicht verloren, 3. Lange noch, eh' er erschien, Nur nehmt ihn gläubig an. Sollte schon auf erden Wohl- 5. Dich glaubig anzunehmen, fabrt, ruh und glück durch ihn Herr, kommen wir zu dir; Angekündigt werden; Burd' uns deiner nie zu schämen: er schon für den fohn, Der Das, das geloben wir. Nichts, uns heil gewähret Von GOtt heiland aller welt! Nichts foll selbst erkläret. uns ie den glauben Von unsern 4. Wer schaut, so wie GOtt, berzen rauben, Der fest an dich vorher, Schaut der zukunft zei- fich hält. ten? Wer enthüllet, so wie er, 6. Die fest an dich sich halIhre dunkelheiten? Wer erreicht ten, Die läsfest du auch nie; Je so leicht Auf verborgnen we: gen Seines zweckes fegen? 5. Er, der feine welt regiert, Kann begebenheiten, Auf die ihn sein rathschluß führt, Lange vor bereiten. Nichts entflieht, Was geschieht, zu der welten glücke, Geinem hellen blicke. Dein gnadenreichest watten Schüßt, stårket, leitet sie. Nach wohlvollbrachtem lauf Nimmst du sie, wenn sie scheiden, Hinauf in deine freuden; Nimm einst auch uns hinauf!! Mel. Aus meines Herzens 10. Mel. Christus, der uns feligs 1045.3 on des Himmels uns auf erden JEfus ew'gem thron frommen! Erhält, Chriftus, GOttes sohn, Unser was er verspricht; Der heiland heil zu werden. Er, er ward ist gekommen, Der vilker troft ein mensch, wie wir; Daß wir und licht. Gott, der uns nicht selig würden, Nebernahm er verstößt, Hat, uns zum heil und willig hier Schwerer leiden leben, Gelbfi seinen sohn gege: burden. ben; Und der hat uns erlöft 2. Nun herrscht er voll ma2. Erlds't! o welche guade! Ach, ietat, Nach vollbrachten lei ganz unheilbar schien Der feelen den, Als der Herr, von Gott tiefer schade, Nun heiltGOtt den erhöht, und regiert mit freu noch ihn. Sein rath ist wunder den Weisheitsvoll das große bar; Von sünd' und vom verder reich, Das ihm Gott gegeben. ben uns rettung zu erwerben, Fromme sollen, engeln gleich, Stellt Gottes sohn fich dar. Mit ihm ewig leben. 3. Ewig di Berehrung JEfu. mo 665 3. Ewig liebe dich mein herz, beit geh, und dein mich nimGöttlicher erbarmer! Denn mer schäme, Bis ich Durch durch deinen todes- schmerz Lebdich. Wenn ich sterbe, Zu und sieg' ich armer. Du, du demerbe Deiner frommen Auch kennst, o menschenfreund! Uns're dereinst werd' aufgenommen! leidensstunden; Und wie ein 5. Jch bringe dir ein dankverlaßner weint, Hast du selbst bar herz, Bereit, in freuden empfunden. und im schmerz, Wie dir's ge. fällt, zu wandeln. 4. Lehre in der todesnacht, Wenn die augen brechen mich dein wort: es ist vollbracht! Auch Verleihe du mir selbst die kraft, Nach deinem wort gewissenhaft zu mit freuden sprechen. Hilf, daß denken und zu handeln. Fröhich mein vaterland Dann im geistlich Will ich Hier im Leben erblicke, Daß mich in des vaters hand Ew'ge wonn' erquicke. Dich erheben! Und einst droben Wonnevoll dich ewig loben. Mel. Wie schon leucht't uns. Verehrung Jesu. 1046. fimm auch du mit frobem dank Mel. HErr, ich habe misgehand. Mein geist in jenen tobgefano, 1047. Sverehren, Ist mir Davon der himmel tönte, Als Seine der zur welt hernieder kam, Und fanfte, beil'ae pflicht; unsre menschheit an sich nahm, weisheitsvollen lehren Geben Der uns mit Gott versöhnte. meinem geiste licht, und zu Freu' dich Innig! Er, dein füh- jedem guten werke rer Und regierer, kam auf erdet, beispiel kraft und stärke. Licht und heil auch dir zu werden. Giebt sein 2. Sollt' ich ihn nicht dank2. Ja, preis und ehre, GOtt, bar preisen, Der das heil der sei dir! Wie gnadenvoll bist menschen ist? Nennt den edlen, du auch mir In deinem sohn nennt den weisen, Welcher fo erschienen! Du fandtest aus wie JEtus Christ, Reine tu erbarmen ihn, Die dem ver: gend, die er lehrte, Durch derben entzichn, Die ein göttlich leben ehrte? schudden luften dienen. Preis 3. Der mit liebevollem her. dir, Daß mir Neue pfade Zu der gnade Offen stehen, Mich der fünd' entrückt zu sehen. zen Hohen, festen sinn verband; Der selbst bei des todes schmerz zen Mitleid gegen die empfane, 3.11nd wie vergelt' ich, beiland, Die mit grausamkeit ihm fluchdir Die große trene, Die du mir, ten, Seine qual zu mehren Noch eh' ich war, bewiesen? fuchten. Du bahntest unter bitterm leid 4. Den kein sturm des schicks Auch mir den weg zur seligkeit; fals beugte, Der gerecht und Sei hoch dafür gepriesen! Durch tadellos Sich in wort und dich kann ich nun hienieden werken zeigte, Göttlich edel, Gottes friedenSchon empfangen, göttlich groß, Willig, freudig Und einst volles heil erlangen. glück und leben Für die mensch 4. D gieb, daß ich an diesem beit hinzugeben. heil Nun auch im wahren glau- 5. O! ich weit' an deinem bilde ben theil Durch deinen beistand Gerr, erbabner menschenfreund! nehme; Daß ich hinweg vom ei- Wo mit so viel sanfter milde Hohe teln seh, Die wege deiner wahr würde sich vereint; und zu jedem guten 666 Vom Leben JEsu und seinem Werthe. guten werke Find' ich antrieb Vom Leben Jesu und hier und stärke. seinem Wertbe. 6. Durch mein leben dich zu d preifen, Gey mir hohe, heil'ge Mel. Wachet auf, ruft uns. pflicht; liebevollen, weifen, Dich, der menschheit 1049HErr, wir fingen deiner beil und licht! Nehnlich, JEsu, barm' dich unsrer und erhöre, dir zu werden, Sev mein höch- Nimm gnädig unser loblied ftes ziet auf erden. an! HErr,' wir danken voll entzücken. Wo ist ein Gott, Mel. Von GOtt will ich nicht ic. der so beglücken, So lieben u 1048.0 kamt zu uns und so fegnen kann? Der Gott, wir desſen HErr, von deinem thron; In heil wir sehn, Ist die liebe; dir erblickt mein glaube Des schon vor der zeit, In ewigs ew'gen vaters sohn. Glanz seiner keit War GOtt die liebe, wird herrlichkeit, Wer kann dich gnug sie seyn. erheben? Du schenkst uns neues 2. Preiset ihn, ihr jubellies leben und Herzensfreudigkeit. der, zur erde stieg sein sehn 2. Wer reicht an deine größe? hernieder, Ward mensch und Im weiten schöpfungsreich starb der fünder tod. Christus Fühlt jeder seine blöße, Fühlt hat den tod bezwungen: Ein keiner dir sich gleich. Du warst, neues lied werd' ihm gesungen! eh' meer und land, Eh' sonne, uns segnet und begnadigt mord und erde Durch Got- GOtt. Wir sind mit ihm vers tes ruf: ,, es werde! Hervor- söhnt! Ihr lobgesänge tint, ging und entstand. Tint zum himmel, erschallt 3. Der höchste engel beu- schon hier! Einst knien wir get Sich demüthsvoll vor dir, An seinem thron und beten an. Verhüllt sein antlig, schweiget, Bewundert dich, wie wir; Wird Mel. Ich weiß, mein Gott. deiner hoheit glanz,— Wagt 1050.2 gingit du, CEN er's, sie zu ergründen,- Doch JEsu, deine stets blendend finden, bahn, Du göttlicher, vom staub Durchschauet sie nicht ganz. hinan Zu nie erreichten höhen? 4. Du hast durch deine lehren Du warst, wie ich, Ein mensch: Des irrthums nacht zerstreut. laß mich Den weg, den du gehen! Wird unser herz erfreut. Es 2 Nicht, daß ich dich ers lernt mit régem fleiß Nach reichte hier, Ich folge nur wahrer tugend streben, Lernt von ferne dir, Dem engel für den Himmel leben, Lernt, staunend singen. Du bist mein was es sonst nicht weiß. ziel, Nach dem ich will Aus 5. Dich, JEsu, zu verehülen Fräften ringen. ren, Sen mir stets theure pflicht; 3. Von fehlern rein sen meine Und folg' ich deinen lehren, brust, Es müsse nie des bdSo irr' ich sicher nicht. Du sen luft Der unschuld glück bist, was keiner war Im him- entweihen! So rein war er: met und auf erden, Was auch Wer kann, sprach er, Mich einer nicht engel werden, und bleibst fünde zeihen? es immerdar. 4. Nicht mir zu leben bin ich hier, Vom Leben JEfu und seinem Werthe. 667 Was hier, Auch unter brüdern Das heißt menschen göttlich follen wir, wir uns lieben. Und wie voll von selbst sind, werden. So brach solcher güte War, ertöfer, test du Dein leben zu, Und dein gemüthe! warst das glück der erden. 5. Voll mitleid schwelle mei ne brust, Es sey mir reine feelen luft, Der brüder noth zu lindern. Auch deine freud Und seligkeit War, elend stets zu mildern. 3. O du zuflucht der elenden! Wer hat nicht von deinen händen Aufseinredliches verlangen Hülfe, rub und troft empfangen? O wie pflegtest du zu eilen, Das erbetne zu ertheilen! Freude war dirs, feligkeiten Schon auf erden auszubreiten. 6. Wenn ich auch feinden mag verzeihn, So werd ich ähnlicher dir sein, Deß lip pen sterbend flehten: Verzeih unverständ'ge zu belehren, Abvoll huld Der fünder schuld, gewichne zu bekehren, SünDie mich aus irrthum tödten. der, die sich selbst verstocken, 7. Daß ich, wie du von selbst- Liebreich zu dir herzulocken: sucht frey, Wie du entfernt War dein tägliches bestreben. von heuchelen, Nach ruhm der Nur für menschenwohl zu leben.. welt nicht trachte; Dein eigenthum, Des höchsten ruhm, HErr, mehr als alles achte. 5. Deine huld hat dich getrieben, Sanftmuth und geduld zu üben, Haß mit haß 8. Ich will, in gottergeb nicht zu vergelten, Deine schmäs nem sinn, Durch den ich wur- her nicht zu schelten, Allen de, was ich bin, Mich jeder freundlich zu begegnen, Die fchickung fügen, keiner dich låsterten, zu fegnen, Deine noth, Die GOtt gebot, Ver- morder zu vertreten, Und für weifelnd unterliegen. fie zu Gott zu beten. Hoe und 9. Denn Christus nahm den 6. Demuth war bey spott felch voll tod, Den GOtt dem und hohneDeiner tugend schmuck welterlöfer bot, und sprach: und krone. Nie hast du nach ich mied ihn lieber! Doch willst ruhm getrachtet, Noch du's, HErr, So gehe er Dem menschen- lob geachter. Deines auf dulder nicht vorüber. 1051.Bor wahrer vaters heilgen willen Mit ges horsam zu erfüllen, uns zum Mel. Schmücke dich, o liebe. hin: mel zu erheben: War der zweck von deinem leben. Das menfchenliebe! 7. Laß mich, HErr, zu meinem JEfu, deines mitleids triebe segen, Deinen wandel oft Bogen dich herab auf erden, erwägen. Laß mich in der Der verlornen heil zu werden, angst der fünden Croft und Und für sie sogar dein leben hülfe bey die finden! Heilige In den tod dahin zu geben. Wo auch meine triebe zu rechtschaff ist jemand, der die größe Dei- ner menschenliebe. Laß mich ner lieb vnd huld ecmäße? immer mehr auf erden Deinem 2. Menschen göttlich zu beleh- bilde ähnlich werden.( el 3 ren, und ihr wahres glück vermehren, Jedem gerne guts erzeigen, Su beleidigungen ſchweigen, 1052.reis bei an üben: 4. Menschenseelen zu beglücken, Reuerfüllte zu erquicken, Mel. O GOtt, du frommer ic. Dem alter Neujahrslieder, more Neujahrslieder. 668 alter wie der jugend Warft du als pilger hier Ein vorbild achter tugend. von früher 1053. Gott, dich to kindheit an Betratst du ihren ben wir! HErr 2007 pfad, Und ehrtest deinen GOtt, wir danken dir! Du bists, GOtt Mit Herz und mund der nicht durch kraft beschränkt und that. Der zeiten gang höchst weislich 2. Du warest immerfort Be- lenkt. Für dich, oh Err, ist mens reit, des vaters willen, Selbst schen- macht, und was der klugen bis zum freuzes- tod, Mit freu- rath bedacht, Nur ohnmacht und den zu erfüllen; Und willig vergånglichkeit. Dein ist das übernahm Dein liebevolles herz, reich, die ewigkeit. Mächtig bist Der welt zum troft und heil, du, o Gott! Heilig bist du, o Beschwerten, müh und schmerz. GOtt! Weife bist du, o Gott! 3. Nie hast du, heiligster, Der welten herrscher, Gott! Die kleinste pflicht verleget; Des menschen daseyn gleicht Nie leidende gesehn, Und nicht dem laub: Heut' grunts, und Wie mit trost ergenet: Und hatte sich morgen sinkts in staub. ein mensch Vom rechten pfad ficher lebt der mensch, der staub! verirrt Wie gern hat deine Schnell wird er oft des todes hand Ihn nicht zurückgeführt! raub. Dank dir, o HErr der 4. Bersuchung ohne zahl; Hier ewigkeit, Der du nach dieser ruhm und schmeicheleyen, Dort spanne zeit Vom daseyn uns lockender gewinn, Hier bittrer zum seyn abrufst, Wozu du feinde drauen, Umgaben überall unsern geift erschufft. Dich, wo du gingst; doch du Jest da sich an die kett' der Gingst standhaft durch sie hin, zeit Ein' neue frohe zeit nun Mit festigkeit und ruh. reiht Verliert sich dankend un5. Voll hohen friedens blieb, serblick In unserm und der nachs Bis an des lebens ende Dein welt glück. Noch steht im herzen schuldlos herz, und du Gabst fest dein thron O göttliche in des vaters hände Den geist religion! Dem klügler dünkt fie geruhig hin. Vollendet war tönend erz Dem weisen dringt die bahn, Du warst am ho- sie tief aus Herz; Aus thr hen ziel, Belohnung zu em- schöpft unser könig kraft, Durch pfahn. die er bleibend gutes schafft.Das 6. Vollendeter, auch ich Fann land durch vaterhuld erfreun einmal ohne beben In deines Das nennt er landesherrscher vaters hand Die feele über seyn. Es blühet kunst und nahgeben Wenn sie voll eiser rein rungsfleiß und wohlstand lohnt Von des gewissens schuld Dir des landmanns schweiß. ähnlich ward an treu tugend und geduld. An GOtt, was du gabßt, o nimm es nicht! Und geh mit uns 7. Schau, o mein geist, nicht ins gericht. Wend seu auf ihn! Verschmäh des lachen kriege, schlacht und kampf fers freuden. Der sünden sold Den menschenmord, der städte ist tod und ihre frucht sind dampf, Und was die menschheit leiden. Wie JEfus, weibe GOtt tief entehrt; Segn' alles was Des lebens kurze zeit Dann dein wort uns lehrt. folgest du ihm einfi ns reich der herrlichkeit. HErr GOtt! vor deinem ange: ficht Beschwdren wir die hobe pflicht: Passionslieder. 669 pflicht: Wir wollen ganz dem Groß sind unsre pflichten; Lehr ruf uns weihn, Untadelhaft uns für die ewigkeit Jede wie du zu seyn, Und auf der treu entrichten. Jede tugendtugend ebnen bahn Dir, hei hafte that Laß uns wohl gelinlighter, uns mehr zu nabn.gen; Jede segen für den staat dann verbindet lieb und recht und den himmel bringen. Der menschen göttliches gele dir: Herr Gott, dich 1055.Dogen, schlecht, Dann schallt aus einem Mel. Aus meines Herzens zc. es jahres erster morgen, Soll, GOtt, dir beitig sein; Ich will Met. Christus, der uns selig ic. mich, frey von sorgen, Nur deiloben wir! Amen. 1054.& wig und unwan- ner gute freun. Bis hieher delbar, GOtt, ift balfft du, HErr! Lobsing' ihm, deine gnade; und durch dich meine seele! Lobfing' ihm, und strömt immerdar Heil auf unsreferzähle: Wie treu, wie gut pfade. Tag und jahre ändern ist er! sich, und wir selbst veralten, 2. Ich überschau' die pfade Doch du bleibest, und durch Der kurzen pilgrimmschaft. Nah dich Werden wir erhalten. GOtt, war deine gnade, Nah' 2. Jedes unsrerjahre schmückt war mir deine kraft; Du leiteDeine hand mit segen; Deine test zum ziel Mich auffo fanften vaterhuld beglückt uns auf un-[ wegen; Verliebst mir deinen fern wegen. Jeden morgen sen- segen, Und großer freuden viel. dest du Lebenskraft und wonne, 3. Und gegen diese freuden, Und durch dich kommt troft und wer, wer zählet sie? Was ruh Mit der abendsonne. find die kurzen leiden? Was 3. Auch des jahres lauf, den ist des lebens můh? Am abend wir Nun vollendet haben, war mein herz Oft voll von gram War erfüllt, o HErr, von dir, und sorgen und mit dem neuen Mit des segens gaben. Hüll' morgen Verschwanden gram und freude brod und schmerz. trank und Hast du mild gewähret Und 4. So stärkte GOtt dein se: in wohlthat selbst die noth Und gen Stets meine zuversicht, den schmerz verkehret. Aut allen meinen wegen Warst 4. Daß uns deiner allmacht du mein heil und licht. Wie hand Väterlich geleitet, Daß that'st du mir so wohl! Wohin du über stadt und land Ruh' ich geh und trete Ist jede, und glück verbreitet, Daß der jede ståtte Von deiner gute voll. arbeit müh und schweiß Uns 5. GOtt! dein ist macht und durch dich gelungen: GOtt, stärke, In alle ewigkeit! Groß dafür sey dank und preis groß sind deine werke, Groß deine Herzlich dir gefungen. freundlichkeit. Ich will mein le= 5. Freudig, vater, treten wir bentanz Dich preisen, dich erhdIn dies jahr des lebens; Wo, hen; Und einst mein lettes fle0 HErr, vertraute dir Einer je hen Sey noch dein lobgesang. vergebens? Ja, du wirst dein angesicht Ueber uns erheben, Du wirst uns Passionslieder. wir zweifeln Mel.O lammGOttes, unschuldig. nicht, Speif und freude geben: 1056. blut 6. zeit, to taube, mit und 670 Pastonslieder. und thrånen bedecket! Auf uns zu erretten, rangst? Es dich hin blicke mein glaube, stürzte plag auf plage Mit Wenn tod und fünde mich felfenlaft auf dich; Drang schrecket. Dein trauern, feuf dich zur lauten klage: ,, GOtt, zen, klagen, Dein ringen, wie verläßt du mich!"/ zittern, zagen, Sey meine ruhe, HErr JEsu! 5. Und diese last von plagen, HErr, es war meine last. Ich 2. O Sohn( Ottes! unschul- hätte sollen tragen, Was du dig Trugst du die herbe ver getragen hast. Sieh gnädig höhnung, Und trugst, als held, auf mich armen, Der zorn fie geduldig, zu meiner fünden verdienet hat, itnd hilf mir versöhnung. Dein bild müß' aus erbarmen Von meiner uns beleben, Zu dulden, zu missethat. vergeben, Wie du zu lieben, HErr JEsv! 6. Du hast uns durch dein leiden Vergebung. beßrungs3. O Sohn GOttes! freiwil kraft, Hier trost und muth, dort lig Für uns am kreuze gestor- freuden, Die ewig sind, ver. ben! Dir, dir nur leben nun schafft. O gieb an dieser gnade billig, Die du so theuer erwor- Auch meinem glauben theil, ben. Auch ich will dir nur und auf des lebens pfade Mir leben, Dir ganz mich übergeben muth, kraft, troft und heil. 3ur treusten liebe, HErr JEsu! 7. Aus tiefgerührtem herzen Sag ich nun lebenslang Für deine todesschmerzen, Mein treafter er duvoll blut und freund, dir dank. Ach hilf, daß uns halte zu dir mit am kreuze starbst, und unsern cher treu, Und bis ich einst er. letten stunden Den höchsten troft Falte, Ganz, ganz der deine sey. erwarbst; Der du dein theures 8. Und wenn ich dann soll scheileben, Noch eh ich war, auch den Ach Herr, verlaß mich mir 3ur rettuna hingegeben, nicht. In meinem todesleiden Mein heil, wie dank ich dir! Sey du mein troft und licht; 2. Wie viel bast du erduldet, Und wenn am allerbängsten Mir Erhabner menschensohn, Als du, um mein herz wird sein, Dann der nichts verschuldet, Empfingst reiß mich aus den angsten der fünder lohn! Da folgte Kraft deiner angst und pein.. schmerz auf schmerzen; Da 9. Dann, JEsu, laß mein traf dich schmach auf schmach, hoffen In schauen übergehn. Da lag auf deinem Herzenm geiste laß mich offen, HErr, Angst, die das Herz dir brach. Seinen himmel sehn; Im geiste 3. Entblößt von allem reize, mit entzücken, Und beilger Der menschen wohlgefällt, sehnsucht voll, Nach dir, vollenHingst du an deinem Freuze, der! blicken: Wer so stirbt, der Ein fluch vor aller welt. Dich stirbt wohl. floben deine freunde, Du warst des volkes spott, Dich höhn- Mel. Wenn mein stündlein zc. dir für deinentod lind ten deine feinde: 200 ist denn 1058a.ch danked in nun Gott?" Mel. Herzlich thut mich ic. 4. Wer kann dir nachempfin- die gebäuften plagen, Die du, den Den schmerz, die todesangst, mein heiland, mich aus noth it welcher du, von sünden zu retten, haft ertragen. Laß das Paffions- Lieder. 671 das verdienst von deiner peinheit; eingedenk des falles Der Mir troft für meine feele bessern jünger, fireb er, sein ver: fenn, Wenn mich die sünden trauen Auf dich zu uen. Frånken. 7. Laß deinen geist uns, HErr, 2. Ich danke dir für deine zur feite treten: Er lehr uns huld, Die du auch mir erzei- immer wachen, kämpfen, beten; get, Da du, zur tilgung meiner So werden wir in schwachschuld, Dein haupt am kreuz heit nicht erliegen: Wir wer: geneiget. Owende dich zu mir, den siegen. mein GOtt, Mit troft in mei ner legten noth, Daß mich Mel. Ach Gott und HErr te. der tod nicht schrecke! 3. Ecbalt in deinem dient 1059.HErr JEfu Chrift. heiland Ben mich treu, Bis leib und feele Der tilger meiner fünden. scheiden, Daß nicht an mir ver- GOtt kann ich allein durch dich geblich sey Dein mittlertod Trost und erbarmung finden. und leiden. Und wenn mein 2. Voll reu und schmerz Dankt lauf vollendet ist, So nimm dir mein berz Für alle deine mich dahin, wo du bist, Auf leiden. Dein wort erklärt daß ich bey dir lebe. Mir ihren werth. Und ich fübt ihn mit freuden. 1058.b Mel. Herzliebster JEsu, was ic. 3. D welche buld! Für meine brchriften, wa- schuld Seh ich am freuz dich chet, werdetnie sterben; Du blutest hier, Fühlst vermessen! Der fall ist nabe, pein, um mir Den himmel zu wenn wir je vergessen, Bestán- erwerben. digkeit und sicherheit vor fünden 4. Wer liebt, wie du, So meine Auf Gott zu gründen. ruh, Und wer kann fo fie lieben? 2. Die junger stärken in der Du beidest qual Aus eigner wahl, trübfal stunde mit wachen und Aus göttlich- edlen trieben. gebet sich nicht im bunde, Sind 5. Mich zu erneun, Mich ficher, und entschlafen selbst vor zu befrein Von jener zukunft Fummer In tiefen sblummer. schrecken, Leid'st du für mich dich Mit schimpf 3. Der ihn verräth, ist da; Und läsfest der Herr will sterben. Wie fürch und schmach bedecken. ten sie, mit JEsu zu verder: 6. Was kann ich hier Aus ben! Wo ist ihr muth, bis in dankbegier Für deine treue ge den tod mit freuden Für ihn zu ben? Was ist mein dank, Mein leiden? lobgefang Selbft in dem höhern leben? 4. Uneingedenk des hirten, fliehn die schafe: Er wird 7. Bu fowach bin ich, Um verlassen, er, der unsre strafe würdig dich, mein heiland, So willig duldet, daß nur seine zu erheben. Mein dank sey der, heerde Gerettet werde. Dir heiligter, Dir nur allein 5. Welch eine liebe, JEfu, zu leben. welche treue! Du leidest, daß der mensch sich deiner freuc. Ach, fer, dir laß uns nie mit zweifelnden ge- weiben. danten Im glauben wanken! Mein ganzes herz zu 8. Unddoch fehlt mir Der ei O schenke du mir kraft dazu; laß mich kein opfer scheuen. 6. Wer dich bekennt, der fürchte, 9. Gestärkt durch dich, HErr, JEfus, alles von seiner schwach will ich Den reiz der fünde flicben, 672 Paffions- Lieder. Dies, den. Gieb, daß ich treu Dirstugend nachzustreben, Dir zu immer sey, Und segne meinstraun, zu sterben dir: dies sey mein dank dafür. bemühen. Mel. Wenn meine fund n mich tc. rathschluß Mel. Menn meine fünd'n mich zc. Ert, es gescheh 1062. deinette, 1060. sein wille, Gern HErr, foll mein geift erööhn. O duld' ich jeden schmerz; Nur tenke mein gemüthe, Ihnrichgieb mir muth und stille und tia zu verstehn. Ich ehre deinen freudigkeit ins herz. Laß mich, weisen rath, Der JEfum für uns wenn mir versuchung droht, fünder Dahin gegeben hat. Wie du mein heiland teiden, 2. Er kam zu uns hernieSo treu seyn bis zum tod. der In der erfüllten zeit, 2. Der martern jede schwebte Erward für seine brüder, Des Vor deinem angesicht; Zwar himmels feligkeit. Was ihm deine seele bebte, Doch fie fein vater zugedacht, Das trug verzagte nicht. Gestärkt mit muth, voll geistesruh' Erhobst du dich vom staube, Und gingst den feinden zu. er im gehorsam, Bis er es ganz vollbracht. Er wußte, was zu traGOttes rath gebot! gen Er Sah Ihm 3. O wär ich doch im leiden sah die last der plagen, Wie du so fanft und still! seinen kreuzestod: Doch O litt ich so mit freuden, ob er seine leiden nicht; Er Was GOtt, mein vater, will! ging dem tod entgegen Mit Ich will mit ehrfurcht und much und zuversicht. vertraun, Geduld von dir zu 4. GOtt! laß mich alle plas ternen, Aufdich, erldser, schaun. gen, Die du mir ausersehn, 4. Giebst du mir deinen frie- Auch so geduldig tragen und den, So schreckt mich keine noth, deinen rath verstehn. Dein Nicht schmerz, nicht tod bie weg sey mir hier wunderbar; nieden, wär's auch der marter: Dort werd' ich es erkennen, tod. Durch dich, HErr, über: Wie selig er mir war. wind ich weit: Denn deine gnade 3. tröstet Mit ruh' und seligkeit. Mel. Christus, der uns selig i, Mel. Jejus, meines Lebens leben. 1063.Mein erifer, auch für mich Gingst der 1061. Den heil und dich williglich Aller deiner freuleben, Deß sich meine seele den. Du sabstbanden, schmerz freut, Der für mich sich hinge- und hohn, Sahst den tod von geben, Stifter meiner felig, ferne: Doch ertrugst du, Got: Feit! Du, der lieber wollte tes- sohn, Alle leiden gerne. sterben, Als mich lassen im 2. Du entflobst nicht der geverderben Ach, wie dank', fahr, Die dem leben drobte; wie dank' ich dir, Mein erld- Als die stund erschienen war, Gingst du froh zum tode. Willig ser! gnug dafür? übergabst du dich In der feinde bönde, und bliebst unveränder2. Ruh' im leben, trost am grabe! Unaussprechlicher gewinn, Den ich dir zu danken habe! Dir, lich Kreu bis an das ende. deß ich nun ewig bin mein Herz zu geben, 3. Lehre mich, wie du so still JEsu, dir Deiner Und so froh zu leiden, Und der: einst, Ofer, Gesänge. 673 cinst, wenn Gott es will, ferde, Empor aus deinem staube! Selig zu verscheiden: Stärke werde Ein land des lebens mich, wenn ich einmal Ster- und des lichts! Er, der siegbend zu dir flehe, Daß ich reich auferstanden, durch des todes that Ohne dich von des todes schrecken gehe..dakl Und von den qualen des ges 4. Dank, o JEsu! dank seyrichts. Heit dir, das grab ist dir Für dein lestes leiden; leer! Des abgrunds schreckensDenn dadurch erwärbst du mir heer Ist bezwungen! des toDeines reiches freuden. Heil des nacht, Der hölle macht, Der mir! denn mich führt der gråber grauen ist besiegt! tod Nun zum bessern leben; 3. Was vermag uns zu erz Diese hoffnung hat mir GOtt, schüttern? Der hölle sclaven HErr, durch dich gegeben. Befreit banden Oster: Gesänge. mögen zittern Vov ihm, der ewig, ewig lebt! Wir, des auferstandnen brüder, Wir Met. Erschienen ist der berrlich. Wir freun uns deß, der ewig christen, seines leibes glieder, 1064.& in erstanden! lebt. Für uns fank er in tod: grabe; ihr spötter bebt! Für uns entrückte Gott Ihn fieger lebt, und stirbt hinfort nicht mehr. Er lebt, Christus lebt! D frost, der unser Herz erhebt dem Gestärkt durch ihn fehn wir Der aufs grab Mit unerschrocknem aug' hinab. O süßer troft: 2. Welch neue welt voll felig: feit Erwartet uns nach dieser zeit! Da findet der verklärte chrift 4. inser herz darf nun nicht den gedanken Besiegt des glauz wanken: Die bangen zweifeln Das heil, das unaus- im weiten meere Steht uner bens zuversicht. wie ein fels sprechlich ist. O feligkeit: 3. Der du für unsre feelentet um sich trost und licht. fchüttert JEfu lehre, lind breiwachst, Sie zu dir ziehst und Der himmel bau zerfällt, Die selig machst: Laß uns mit freudigem vertraun herrlichkeit der welt Wird Im tod auf verschwinden: doch fort und dich, vollender, schaun. Das hilft du, HErr! fort Steht JEsu wort, Bleibt trost und heit in ewigkeit. 5. Doch auch wir, wir wers Mel. Wachet auf, ruft uns ic. Den bleiben. Mag doch des 1065.hre, lob und preis körpers flaub zerstäuben, Verden! und moder, mein gebein! dem vollender seiner werke, JEsus lebt! und meine glieder Dem todesüberwinder, dank! Belebt einst seine allmacht wies Singt dem auferstandnen helder; Wie er, werd' ich unsterb Und alle himmel, alle lich seyn. In der verwesung grab welten Und dieser erdkreis Dringt dann sein ruf hinab; fey gefang! Ihm, der vom und ich lebe, und ich bin sein, tod erstand, Ihm, der einst Auf ewig sein. Wie wird mit überwand, Singt ihm, chridann, o dann mir seyir! ten, sein ist die macht, Er Die welt ist Mel. Wabet auf, cuft uns ic. 2. Ja, du land der gräber, 1066 Nobet Gott, vennJE. fus lebet! Erlöf'te Wone hat vollbracht, feiner ehre voll. 674 Otter Gefange. menschen, o erhebet Des welt- Sum frohen muth der glaub an erldsers majestát! Hort's, be: dich, An dich, den auferstandnen. trübte sünder, gebet Derfreude 2. Der tod zerstöre mein ges raum, denn JEfus lebet; Gott bein; Du baft ihn doch bezwunbat ihn aus dem staub erhöht! gen, Haft mir durch deine to: O feele, dein gesang Erschalle despein Unterblichkeit errunihm zum dank, Jhm zur ehre! gen. Wobl mir! nun steht die dich großer held, Erbebt die boffnung fest, Daß, wenn welt, Weil deine hand den mein leib auch gleich verwes't, ficg behält. Ich dennoch ewig lebe. 2. JEfu junger, wehrt dem 3. Hab ich oft auf der erde teide! Lobfinget ihm, und nehmt nichts als arbeit, můh und voll freude Am fiege theil, den leiden; Getrost! ein schimmer er erstritt. Seyd ihr gleich des deines lichts Entdeckt mir ew'ge grabes kinder: Er ist destodes freuden, Zerstreut der leiden überwinder, Er herrscht, der für finsternis, Und macht mein euch starb und litt. Was wollt banges herz gewiß, Einst ewig ibr traurig seyn? Getroft frob zu leben. könnt ihr euch frein! JEfus lebt 4. Ich weiß, daß du, mein in ewigkeit! Zu aller zeit heiland, tebst. Auch mich wirft Bleibt er zur bülfe uns bereit. du erwecken, Daß du mich 3. Tod, wo sind nun deine schrek- ganz zu dir erhebt, mag staub ten? Nicht ewig wird das grab den leib auch decken! Ergebt, uns decken, Verwes't der leib wenn deine stimme ruft, Viet gleich in der gruft. Einft wird herrlicher aus feiner gruft, er zum bessern leben Sich aus Wird deinem leibe ähnlich. des todes staub erheben. Wenn 5. Zu deinem himmel wirft JEsus die entschlafnen ruft. du mich Dann gnadenvoli Dann wird des todes feld Zu erhöhen, Und meine augen wer: einer regen welt. Alles lebet, Golden dich J:: deiner wonne seben. wie verneut Zur frühlingszeit Ja, mir zur freude schau ich Sich alles regt und alles freut. dann Dich, den ich hier nicht 4. D erstandner, welch ein sehen kann, Und doch von fegen Erwartet uns, wenn wir berzen liebe. auf wegen Einher gehn, die 6. Wie werd' ich deiner da dein fuß betrat! Unerforschte mich freun, In deinem lichte feligkeiten, Die erig wabren, glänzen! Dann wirst du mein find die beuten, Die uns dein vollender sein, und mich mit fieg erkämpfet hat. Bald sind sie wonn umfrånzen. O christen, unfer theil; Bald frdnet uns veiligt euch! bedenkt, Was das beil Deines lebens; gelobt Eu auferstehung schenkt! O sey GOtt! Auch noch im tod bringt ihm lob und ehre! atio Ift er und bleibet unser GOtt. Mel. Wachet auf, ruft uns 10. Mct. Wenn mein stündlein zc. 1067.28 mich erfchreckt, fröhlich, die ihr Gott ergeben! enn der gedanke 1068.terben führet uns Daß dieser leib aus erde, Ent: Des todes macht ist längst da feelt, mit erd' und saub bedeckt, bin! Nur der leib wird einf Selbst erd' und asche werde: verwesen, Der geift lebt fort und Dann, mein erläser, fårke mich wird genesen. Den frommen ift der Auf die Himmelfahrt Chrifti. 675 der tod gewinn. Was ists, das edles berz; Ganz fühlst du deian uns stirbt? Was irdisch ist, ner mutter schmerz. verdirbt. O welch ein troft! gelobt fen GOtt In todesnoth. Er hilft den seinen durch den tod. 2. Dann ist alles überwunden, Die seel' ist da der last ent bunden, und ewig alles jammers los. Ihre freuden sind unendlich, so treu Ihr GOtt wird ihr als GOtt er ich sey Fenntlich, Und seine majestät zustehn recht groß. fang. 3. Du eilft, ihr stårkung zu verleihn; Sich, sprachst du, dieser sohn ist dein, Was ich dir war, wird er dir seyn, Und dich mit troft und hülf erfreun." 4. Go innig, bis zum tod Sei meine zärtlichkeit, So willig andern bei: Und ihnen beistand zu Gott ist ihr lobge- erflehn. Ganz freude und ganz 5. Wenn euch, die hier mein dank, Jauchzt fic entzückt vor berz geliebt, freunde, eink feinem thron Jm böbern ton: Gemein tod betrübt; Dann über: lobt sen GOtt, gelobt sein fobr! geb' ich euch dem HErrn: Er 3. Sollt uns noch das grab hört, er hilft, er fegnet gern. anfechten, Da JEfus fißt zur 6. Froh geh ich, wenn es ihm GOttes- rechten, Der von dem gefällt, Den weg zu jener tod erstanden ist? Unser haupt bessern welt; Euch sag'ich, die kann nicht mehr sterben, Wie ihr um mich weint: Getrost! könnte denn sein glied verderben? bald werden wir vereint. Ich bin sein alied, ich bin ein 7. Den troft, o JEfu, dank chrift. Drum schreckt mich nicht ich dir; Du brachtest ihn vom die gruft, Aus der er mich einst himmel mir. Du hast versichert: ruft. So wahr er lebt, er nimmt ihr send mein: Wo ich bin, auch mich Dereinst zu sich. sollt ihr ewig seyn." Erlöfte feele, freue dich! 4. Ja, du wirst vor GOtt noch treten, mit frohem dank den anzubeten, Den aller himmet loblied preift! JEfus wird Mel. Vom himmel kam der ac. dich mit den freuden Auf die Zimmelfahrt Christi. und auserwählten ewig weiden, er 1070.Groß, HErr, ist du wirst schaun, was er verheißt. Hoch freut sich deine christenO tod, was bist du mir? Des heit, Daß du, erstandner, JEsu rechten lebens thür! GOtt öffnet Chrift, Erhöht zur rechten fie, o herrlichkeit! In GOtt GOttes bift.ml limbi erfreut, Sing ich ihm dank in ewigkeit. 2. Du sigest auch als menschenfohn, Sohn GOttes, auf der himmel thron, Und doch schämst du dich unsrer nicht; Bleibst ss0 Mel. Ach, bleib bei uns ic 1069.D u denkst,( so zárt- ewig unsre zuversicht. lich liebt dein 3. Dein ist die macht, dein herz!) OJEsu, auch im todes ist das reich. Wer ist an majeschmerz an deiner freunde gram stát dir gleich? Mensch, engel, und pein, und fößeft ihnen jede creatur Ift dein, beherr. triftung ein. bons doo scher der natur. 2.8. 2. Du siehst die mutter, siehst den freund; Die thränen, die ihr sich auge weint, Verwunden dein so dich. Das reich der bölle wider 4. Umsonst, umsonst emporet Du bast's besieget, GOttes ſohn 676 Auf die Himmelfahrt Christi. sohn, Und unerschüttert steht leiden Mit troft erfüllt, und zu dein thron. den freuden Der bessern welt 5. Du, unser triumphirend den weg uns weist. Er feitet uns Haupt! Wie selig ist, wer an die bahn. Auf der dich wandeln dich glaubt! Du bist sein fahn Deine freunde; auch wir licht, fein troft, fein theil, Sein empfahn Auf dieferbahn Der: ftarker schuß und ew'ges feil. einst, wie du, den lohn am ziel. 6. HErr, unsre herzen traun) 3. Ins die ståtte zu bereiten, auf dich. Dein freuet unire Um die wir pilger hier noch feele fich. Du beld von unserm streiten, Ginast du voran ins fleisch und blut! Du, du bist vaterland. unser böchstes gut! Herrlich wirst du wiederkommen, Und zu dir alle 7. Was uns gebricht, ist dir deine frommen Versammeln in bekannt. Der segen ist in das vaterland. Geweiht baft deiner band. Von keinem dei du uns GOtt Und die durch ner freunde tern Eichst du auf deinen tod. Wo du lebest und ihn und hilft ihm gern GOtt mit dir, Da sollen wir Dereinst genießen seligkeit. 8. Mit huld fieh, bis an unser grab, Von deinem thron 4. Welch ein jubel wird es auf uns herab; Und zu der werden, wenn wir befrent ven tugend schwerem lauf Hilf du, den beschwerden Dich einf HErr, unsre schwachheit auf. erblicken, unsern HErrn! Das 9. Ger bitmel fuhrst du wird seyn ein tag des lebens als ein held. Als HErr und Für uns, und nicht ein tag des richter aller welt Wird dich bebens. Dann schaun wir dich dereinst der erdkreis sehn. Da nicht mehr von fern; Dann sehn wirst du uns zu dir erhöhn. wir hoch erfreut Ganz deine 10. Dann rühmen wir dich herrlichkeit. Welterldser! Dann hocherfreut, Dann zeigt der führest du Der wonn uns deinen feligkeit, Daß du, er zu, Die bey dir ist in ewigkeit. kandner, JEfu Chrift, Erbdht jur rechten Gottes biß. 201 1072.3 Gottes sohn, Mel. Christus, der uns selig e. Christus, Mel. Wachet auf, ruft uns ic. Kam zu uns auf erden Von eber aller himmet des himmels ew'gem thron, 1071.11 hee re Erhobft du tnfec heil zu werden. Er, er dich mit sieg und ehre, Du ward ein mensch, wie wir; geber der unsterblichkeit. Schwerer leiden bürden leber: Hin zu dem, der dich gesendet, snahm er willig bier, Daß Gehst du, da hier dein werk wir selig würden. vollendet, mit göttlicher zufrie- 2. Nun herrscht er voll majes denheit. Du hast die fünder- stät, Nach vollbrachten leiden, welt mit deinem licht erbellt. Als der HErr, von Gott er Preis und ehre sey, JEfu, dir! böht, und regiert mit freuden Froh sehen wir Dir nach in Weisheitsvoll das große reich, deine herrlichkeit. Das ihm Gott gegeben. From 2. Deine trauernden erlöften, me follen, engeln gleich, Mit DHErr, zu stärken und zu trd- jihm ewig teben. ten, Kam über sie von dir dein 3. Ewig liebe dich mein herz, neid. Er ift's, der auch uns im Göttlicher erbarmer; Denn durch deinen Gefänge auf Gefänge auf das Pfingstfest ic. 677 deinen todesschmerz Leb und fieg gern, neue jünger. Das, wahr. ich armer. Du kennst, treuerlich, das ist GOttes finger! Ime menschenfreund, Insre leidens: fons bestürmt fie grimm und stunden, und wie ein verlaßner spott! Sie siegen dennoch, stark weint, Hast du selbst empfunden. durch Gott, Troß alles drohns, 4. JEsu, weiche nicht von trop alles spottes, Und wirken mir, mir Das große auch ich den weg zu dir Einfisey GOtt, Gelobt sey GOtt! beglückt vollende. Laß, weil ich 4. Auch uns hat dicsessegens auf erden bin, und mit noth um kraft Zu der beglückten bürgergeben, Deinen liebevollen finnschaft In JEsu großes reich geMeinen geist beleben. fübret Wir preisen laur, von 5. Lebr einst in der todes- dank gerühret: HErr, laß uns nacht, Wenn die augen brechen, alle würdia seyn, Ins dieses Mich dein wort: es ist vollbracht! hohen glücks zu freun; Laß dei: Auch mit freuden sprechen. nes geistes mildegaben Auch uns Hilf, daß ich mein vaterland in reicher fülle laben. Preissey Dann im geist erblicke; und dir, HErr, Preis sey dir, Herr! mich in des vaters Hand Ew'ge wonn' erquicke. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. eligion, von GOtt Gesänge auf das Pfingst- 1074.Raben, ett fest, die Stiftung der christ uns ewig, ewig werth! Wie trüb lichen Kirche und vom ihres heils der geift entbehrt. und arm wär unser leben, Wenn Glauben des Christen. Nur sie, mit sanfter mutterhand, Mel. Komm, heil'ger geist ic. Führt uns ins wahre vaterland. 1073.2as, der erleuch- 2. Sie treibt das herz, fich tung uns gebracht, selbst zu richten, Sie schärft Tag, den uns unser Gott ge der prüfung ernsten blick, Sie macht, mit innbrunft sey von stärkt zur übung schwerer pflich. allen zungen zu GOttes ew'gem ten, Sie schreckt vom bösen preis befungen. Die erde tag von uns zurück, Sie warnt uns, läffig nacht umhüllt, mit wahn und auszuruhn, Und nähret uns gößendienst erfüllt. Du haft den im gutesthun. dicken finsternissen, Sach langer 3. Sie leitet uns auf allen nacht, die erd' entriffen. Gelobt wegen, Sie sichert uns das fen GOtt, Gelobt sey Gott! ew'ge heit, Sie macht aus 2. Singt JEfu dank! er ward glück erst wahren segen, Wer erhöht Auf GOttes thron, voll sie wählt, hat das beste theil; majestát. Nun segnet gnädig seine Wenn alles wankt und uns ver= junger Der triumphirende läßt, Sie it getreu, fie stehet feft. vollbringer. Er sendet den ver 4. Sie läßt das himmlische uns beißnen geift Der schaar der hoffen, Gie führt uns zur zeugen, die ihn preift. Sie ster- unsterblichkeit, Wir sehn das ben froß für seine lehre, Daß sich reich des HErren offen, und uns der erdkreis zu ihm kehre, Gelobt fer ist die ewigkeit. O welche sen GOtt, Gelobt sey( Ott! wonne für den geist, Der sich 3. Gesandt von JEsu, gehn dem citeln fromm entreißt. sie gern, und sammeln überall 5. So bleibe bey uns, himmels. dem HErrn, Selbst aus verfol- gabe, Sen uns in keiner stunde fern, 678 Gesänge auf das Pfingstfest ic. fern, Zeig auf der wanderurg, vergißt Die schmerzen dieses jum grabe uns auch fortbin lebens. Ich dulde, was ich den weg des HErrn. Einst prei- dulden föll, und bin des sen wir vor GOttes thron hohen troftes voll, Ich leide Noch würd'ger dich, religion. nicht vergebens. Gott selber mist mein theil mir zu, Hier Mel. Vom himmel hoch, da zc. Furzen schmerz, dort ew'ge ch bin rub. 1075. To weld ein heil, was seyd ihr leiden dieMein ist der auserwäbiten ser zeit Mir, der ich jener theil. Du, Gott, bist mein und herrlichkeit mit ruh entgegen ich bin dein, Wie könnt ich schaue? Bald ruft der HErr, doch beglückter feyn? und ewiglich Belohnet und 2. Ach, bätt' ich dort die welt erquickt er mich, weil ich it m erblickt Wo finsterniß die hier vertraue. Bald, bald vererde drückt, wo man dich nicht schwindet aller schmerz, Und erkennt nicht ehrt, So wär himmelsfreuden schmeckt das mein leben thránen werth. Herz. 3. Ich kenne dich, dies ift 5. Bin ich gleich schwach, fo mein ruhm; Gebildet durch das trag ich doch nicht mehr der driftenthum Kenn ich den fünde schändlich joch In meinem wertb der lebenszeit und freue lauf auf erden. Die tugend ist mich der ewigkeit. mir füße pflicht; Und wenn 4. Stets bleibe mir das christen- ich gleich bienieden nicht Ganz thum Mein einz'aer stolz, mein frei von fehlern werde, So ift schönster uhm. Dies sev mir mein troft, Gott hat geduld, troft, fev mir gewinn, Daß ich und fraft mich nicht nach ein chrift und selig bin. meiner schuld. 6. Der du den tod für mich Mel. Dewigkeit, du donnerw. ic. bezwangst, Du hast mich, mitts 1076.m ein glaube, mei- ter, aus der angst, Die ich vers nes lebens rub, dient, gerissen. Dir, dir vers Der führt mich deinem bim- dank ich meine ruh; Du heimel zu, Odu, an den ich glaube. left meine wunden zu, Du stils Uch gieb mir, HErr, bestän- left mein gewissen; Und fall digkeit, Daß diesen trost der ich noch in meinem lauf. So fterblichkeit nichts meiner seele richtest du mich wieder auf. raube! Tief pråg' es meinem 7. Gelobt sei Gott! ich bin berzen ein, Weltch' glück es sey, ein christ, und seine gnad ein chrift zu sein. und wahrheit ist An mir auch 2. Du hast dem sterblichen nicht vergebens. Ich wachs' in geschlecht zu deiner ewigkeit meiner heiligung, Ich spüre tåge ein recht Durch deinen tod er: lich besserung Des berzens und worben. Nun bin ich nicht mehr des lebens. Ich fühle, daß des asch und staub, Nicht mehr geiftes Fraft Den neuen des todes ew'ger raub; Du bist menschen in uns schafft. für mich gestorben. Mir, der ich dein erlds'ter bin, Ist dieses leibes tod gewinn. 8. Dank sei dir, JEſu, dank und ruhm! Mich lehrt dein evangelium Fest glauben, liebe üben. 2. Ich bin erldf't und bin cin Es macht mich ruhig und erfreut, brist: Mein herz if rubig und führt mich zur wahren seligkeit, Mic Gefänge auf das Pfingstfest ic. 679 Wie follt ich es nicht lieben? bist mein leben; Wilft nach Erhalte ftets mein herz dabey, der zeit zum bimmel mich ers So preis ich ewig deine treu. heben, Mir ew'ges heil für meinen geift gewöhren, Den leib verklären. Mel. Herzliebster JEsu, was ic. 1077.ni sie kann mein In 10. Mit tiefgerührtem, dank herz dich, JEsu, baren gemüthe Verebr' ich, gnug erheben, Du bist der JEfu, deine große gute. weg, die wahrheit und das himmelswonne preiß ich deis leben; Durch dich kann ich, nen namen Einst besser. Amen. der fündenlast entnommen, Zum vater kommen. Mel Schmücke dich, o liebe ic. 2. Du, GOttes Sohn, du 1078.om geräuſch der kamst zu uns auf erden, gabst dich hin in martern und Schmeck ich, beschwerden, um troft und heil frieden und auf zeit und ewigkeiten Mir auf erden zu bereiten. vereint zu JEsu, deinen welt geschieden. die freude, schon mit dir, HErr, werden. Ich seh 3. Nun liegt sie vor mir, deine diese welt der fünden Unter segensfülle, Daß ich daraus den meinem durft der feele stille, Den durft Und das heil von jenem leben fuß verschwinden, nach gutern, die mein herz er: Den entzückten geift umgeben. quicken, Mich ganz beatücken. 2.0 was achten weise 4. Mir fehlte licht, GOtt rich christen Jenen reiz von nietig zu erkennen, Frob zu vereh- dern lüften? Was den glanz ren, vater ihn zu nennen, Du der eiteln freuden, Was des aber bist zum lichte mir erschienen, Ott recht zu dienen. lebens kurze leiden? Was durchstrdmt sie für entzücken, 5. Vor deinem glanz entfliehn Wenn sie deinen lohn erblidie todesschatten, Die mich vercken, Ueber sich an deinem blendeten umgeben hatten. Ich throne Deiner treuen preis sebe nun, erbellt durch deine ter krone! wahrbeit, Des böchsten klarbeit. Mag ooch trübsal auf stürmen, Deine huld Kurz 3. 6. Verschlossen hatt' ich mir, mich durch meine fünden, Den weg zu wird mich beschirmen. GOtt, um trost an ihm zu sind dieser wallfahrt pfade; finden; Ich sehnte mich, von Ewig währt der lohn der gnade. ihm durch schuld geschieden, Mit Umsonst nach frieden. des dankes stillen zähren Will ich deinen rath verehren, Unter keiner plage sinken, Gern den kelch der leider trinken. 4. Du haft selbst der menschen pl gen, Heiland, voll geduld 8. Die beßre zukunft war ertragen, Haft den schwersten vor mir verhüllet; Kein strabt kampi gestritten, Tausendfaches der hoffnung, welche feelen leid gelitten. füllet, Die sich unsterblich füh- kraft beleben, Wenn die matLaß mich deine len, schien dem herzen Insten bånde beben; Laß sie mir feinen schmerzen. den sieg gewähren. Trockne 9. Du aber, großer mittler, Imeine bangen zähren Mel. 7. Dies große elend hast du weggenommen, Bist mir der weg, in Gottes reich zu kommen; Dein opfer schafft mir der vergebung freuden, und trost in leiden. 680 Gesänge auf das Pfingstfest ic. Mel. Es ist das beil uns ic. ferm glauben. 1079. rauben. Vermehr des erührt erhebe glaubens zuversicht: Nichts, Wer ihn als Christ erkennet, Getreu bist du, auch uns mach Daß uns dein wort Daß er sein evangelium Von treu, GOtt, dir jugend auf uns gönnet, uns stets wichtig sey. hier den weg zur wahrheitssey dank und ehre. zeigt, Selbst unser Herz zum guten neigt: Gebt unserm GOtt Mel. Auf meinen lieben Gottic. die ehre! 2. Gott, durch dies wort 1080.Auf meinen Gott So oft ich erkennen wir: IJm himmel und zes herz sich fest; auf erden Kommt alles, alles im gebete Hin vor sein antlig nur von dir, Du beißest welten trete, Wird auf mein kindlich werden. Der du des fegens flchen GOtt gnädig auf mich quelle bist, Deß frucht der feben. weisheit anfang ist: gebühret ehre! Dir, dir 2. Sein geift, den er verbeißt, Giebt zeugniß meinem geift; 3. Dies wort entdecket uns das Ich sei, obgleich voll funde, beil, Das du der welt gegeben. Erwählt zu seinem kinde, ud Dir, Jesu, durch den unfer theil foll durch ihn auf erden Rein, Hier rub ist und dort leben, fromm und beilig werden. 3. Nur soll nie frevel: Der du für uns am kreuze starbft Und uns ein ewig beil erwarbst: haft Mein Herz der gnade kraft Selbst schwächen; soll nur stre: Dir, dir gebühret ehre! 4. Dies wort verspricht uns ben, Wie er mich führt, zu Verführungen zu deinen geist, Der uns zum leben, glauben leitet, Zur gottesfurcht fünden kann ich dann überuns unterweist, Zum himmel winden. uns bereitet. Es giebt uns 4. Er aicbt entschlossenheit. freudigkeit ins herz, Verfüßt Ich stehe fest im streit. Erneut Bedeckt uns eind des todes schmerz, zu GOttes bilde, Und bilst uns überwinden. mit seinem schilde, Werd' ich Er jelber 5. Cey innigst, Gott, dafür nicht unterliegen; gepreif't! Du, den wir vater nen- hilft mir siegen. nen. Von dem, was uns dein 5. Und wohl, o wobl mir wort verheißt, Soll ewig uns dann! Hängt mir schon schwachs Durch Christum nichts trennen. Nicht lob der heit an; menschen, nicht ihr spott, Kein GOtt verfdhuct, Bleib ich mit leiden, wär' es auch der tod, heil gekrönet, Und werd' einst, Nichts soll von dir uns scheiden. wenn ich sterbe, Dort seines 6. Den weg der wahrheit wäh- himmels erbe. len wir; Wir wissen deinen 6. Gedank', ich fühle dich, willen. Gieb uns die kraft, Du, du beruhigst mich! Auch ( fie kommt von dir), Ihn treu- in den rauhsten tagen Lässt du Nichts lich zu erfüllen. Erhalt in dei- mich nicht verzagen. Mir je ner furcht das Herz, Daß es müsse diesen glauben in freuden und im schmerz An vom herzen rauben. dich sich findlich halte. 7. Welch leiden dieser zeit St 7 HErr, wir sind dein; ver- werth der herrlichkeit, Derjen: laß uns nicht! Stark uns in un- seits dieser erde Ich mich er: freuen t Auf das Reformationsfest. 681 freuen werde? Und dem ift; 5. Er betet, und er betet fie bereitet, Den GOttes geist gern, Weit ihm fein her: hier leitet. dies lehret, Und weil er Gott, 8. O leite lebenslang, Geist der welten berrn, Als vater GOttes, meinen gang. Hilf fromm verehret, Entfernt von immerdar mir weiter, Und aller heucheley, Vom wabn bleibe mein begleiter, Der des aberglaubens frei, Mit nimmer von mir weichet, Bis andacht und mit eifer. ich das ziel erreichet. 6. Die flieht er die geles 9. Versiegelt bin auch ich, Du genheit, Den vortrag heilger geift des HErrn, durch dich lebren, und jede pflicht, die Auf jenen tag der freuden, Wo, GOtt gebeut, Auch öffentlich fern von schmerz und leiden, zu hören. Der brüder andacht Der unschuld, die hier weinet, reizet ihn, Sich der zerstreuIhr rettungstag erscheinet. ung zu entziehn, Im guten fich zu stärken. 7. GOtt, laß mich jede chris Mel. Es ist gewißlich an der ic. ftenpflicht mit frommem eifer 1081.Wer Jefum kennt, üben. Aus wahn und leichtſinn verehrt und nicht Den der liebt, Mit ernst die fünde tugend lieben Laß deines bey: scheuet, Wer in der frömmig- falls mich nur freun, Laß meine keit sich übt, und sich der tugendpflicht mir heilig seyn; Als freuet, ie seines daseyns christ stets denken, bandeln. zweck vergist, Nur der wird als ein wahrer christ Stets leben, denken, handeln. Gesänge auf das Refor: mationsfest. 2. Gott ist es, den er kindlicht, er als feines lich ehrt; Bekannt mit seinem Mel. Nun danket alle Gott ic von ihm belehrt, Ihn treulich 1082.6tt, unserm Gott feglob Für willen, zu erfüllen; Liebt jede vor: wortes lehren! Den fündern schrift, jede pflicht, und unter- fruft er zu, Sich ernstlich zu wirft mit zuversicht Sich ihm, bekehren; Betrübten giebt er dem menschenvater. troft, Den schwachen muth sten en herze Wie liebreich ge- gung In ihrer pilgrimmschaft. gen brüder! Er theilt mit 2. Er segne nun sein wort ihnen ihren schmerz, und freuet Durch seines geistes stärke, Um sich auch wieder, Wenn ihnen JEsu willen stets zu früchten aus des fummers nacht Ein guter werke, Daß unser glaube beitrer tag der freude lacht, ihm Bis in den tod getreu, Und ihre klagen schweigen. und immer thätiger Durch wahre liebe sey. 4. Er dienet ihnen, wo er kann, Hört des bedrängten flehen 3. Gieb, Gott, daß wir dich Als menschenfreund, erbar tetsund kindlich fürchten mögen, mend an, Kann ihn nicht lei- Daheim und in der welt, Auf den sehen. Eitt, ihn zu retten, allen unsern wegen! Dein segen und erquickt Den, den die fen mit uns, Den uns dein wort last der sorgen drückt, Durch verheiße, Dein fried' in ewigſeines wohltbuns fegen. mis feit, Bater. Sobr und Geifi! Met. 682 Auf das Reformationsfest. Mel. Ein' feste burg ist unser ic. Stets deiner wahrheit treu. 1083.Err, deine firche Hilf deiner kirche flegen. danket dir, Noch wohnt dein wort im lande. Von noch Mel. Erschienen ist der ic. obfingt! denn Gotdeinen- geift zum pfande. Kommt 1084. Les huldundmacht fie in gefabr Durch der feinde Bertrieb desaberglaubens nacht. schaar, Dann, o JEfu Christ, Lobfingt! fein heilig wort entBesiege macht und lift, Undriß uns manches irrthums fin: herrsch in iedem lande!! fterniß, Lobfingt dem HErrn! 2. Scy, HErr! mit uns! ver- 2. Verdunkelt war der wahr. laß uns nie, Uns, deines leisheit licht, Viel christenlehrer fas bes glieder. Hitf deiner kirch, bens nicht. Aus unterricht ward und schüße sie, Denn sie sind glaubenszwana, In harte sclaves Sie, die dir rei versank Das christenvolk. vertraut, Hast du selbst erbaut; Ach erbalt sie rein, Und die den bund entweihn, Die heilige dir wieder. deine brüder. 3. Doch Gott stand seiner kirche bey, Dawurden die gewissen frei: Da schwand des aberglaubens wahn: Das hat, das hat der Herr gethan. Lobfingt dem HErrn! 3. Eins, HErr. ist was den frommen fränkt, Daß unter 4. Bewahrt sein wort, vers deinen christen Noch mancher träglichkeit und wahrheitslich' deiner nicht gedenkt, Beherrscht und frömmigkeit und tugend sey von seinen lüften. Vieler der glaub' ist schwach, Kalt die lieb', und ach, Sie bedenken nicht, Es wartet ein gericht Auf tråge, sichre christen! Firche zier: So sieget sie; Gott ist mit ihr! Gott ist mit ihr! 5. Sagt nicht, weil jeder wahrheit licht nicht gleich durch alle nebel bricht; Daß ſpotter 4. Und du, o JEfu, bist so seine wahrheit schmähn; Die treu! Ach, daß wir frommer lebre JEsu wird bestehn: Sie wären! Mach alle herzen rein ist von Gott! und neu, Laß alle sich bekehren. 6. Seht GOttes sonne! fie Gieb uns wissenschaft, Glauben, erbellt nicht gleich auf einmal lieb und kraft, Gieb entschluß alle welt. Laßt, christen, unsers und muth, zu wagen ehr' und lichts uns freun, Und Gott blut Zum preise deiner lehren. durch thaten dankbar ſein! 5. Entferne zwietracht, krieg Den dank liebt er. und mord, Erhalt uns ruh 7. Lobsingt, lobsingt dem und frieden. Laß uns, gestär- HErrn! und freut, Ihr chris Fet durch dein wort, Im gu- fen, euch der ewigkeit! Der ten nie ermüden. Mache leicht, ewigkeit, do wird allein Ein was drückt, Gieb uns, was be hirt und eine heerde sein. glückt. Nach der prüfungszeit vobsing. dem HErrn! Ruf uns zur feligkeit, Zu deines himmels freuden. 6. HErr, deine kirche streitet Mel. Ein' fete burg ist unser ic. noch: Hilf deiner kirche fiegen! Wie fchwer ihr kampf ist, müsſe 1085.HErr, unfer Gott, denken heut doch kein kämpfer unterliegen! An unfrer väter glauber; Der Hör ihr findlich flehn, Eil ihr feind stand wider sie zum Freit, beyzustehn, Daß fie standhaft sey, Dein wort der weit zu rauben. Sie Bom Gebete. Mos Vom Gebete. Sie kämften ritterlich Durch deine kraft und dich; Ihr lo mel. Gott sey dank in aller c. fungswort, ihr ruhm War: evan. gelium! Sie fochten, kämpften, 1086.abe betend oft siegten. und gern, Dich, rift, zu Gott, dem HErrn, Der dich als ein vater liebt Und so gern dir gutes giebt. 2. Jst er des vertrauns nicht Daß dein berz sich ihm Suchest, was dir nde Daß du von ihm, deß 683 2. Dein wort war idnen schwerdt und schild, Schuß, bee: reskraft und bogen. Lang war's, in dunkel eingehüllt, Der ar: men welt entzogen. Ihr helden- werth, muth entriß Es aus der finster niß; und bis zum tod ihm treu, Bekannten sie es frei, Und farben froh im glauben. 3. ,, Ein' feste burg ist unser ,, GOtt, Den seinen wehr und waffen." So sangen sie in ihrer noth: ,, Er wird uns rettung schaffen. Uns zu verderben meint Sein und der christen feind; 3. Wer ist mehr dein freund, was dir soll zum glück gedeihn, als er? Wer zu helfen mächtiger? Steht in seiner band allein. Nimm an seinem segen theil: 4. Außer ihm ist doch kein heil. So in freuden als im schmerz Und seine rüftung ist viel Schütte vor ibm aus dein herz. 5. Rufe, spricht er ſelbst, notb! Ich, ich will dein retdein GOtt, Rufe mich an in der ter feyn; und du sollst dich dankbar freun! macht, betrug und list: Auf erd'n ist nicht sein's gleichen." 4. ,, Mit unsrer macht ist nichts gethan: Wie bald sind wir ver loren! Es streit't für uns der rechte mann, Den GOtt selbst ueb es treulich bis zum tod. 6. Welch ein feliges gebot! hat erkohren. Du fragt uns, wer der ist? Er heißt: held JEfus Chrift! Ift retter aus der noth, Jft uns ein könig, Gott! Das felv muß er behalten!" Ueberall ist Gott dir nah, Ueberall als vater da. du bist, erklärt? thig ist? Mel. Ein' feste burg ist unser 10, 5. So fangen fie, und weit 1087.2uf ewigiider Herr Die mein theil, Mein lieder. Die volker wurden tro- führer uno mein tröster! Mein ftesvoll Beim glauben ihrer GOtt ist Gott, mein licht, mein brüdet. Da ward sein reich beil; Und ich bin sein erlöster! mit macht Hervor ans licht Du verwirfst mich nicht Selbst gebracht; Der aberglaub' ent- im gericht! Mit jenes lebens flob; Die menschen wurden frobrub Erquickt, beschattest du Der lebre JEfu Chrifti. Mich schon in diesem leben! 6. Dank für die wohlthat 2. Fern von der welt mit dir deines lichts! Hilf uns, wie allein, O du, der wesen wesen, fle, bekennen, HErr unser heil, Wie ist, von aller seiner pein und laß uns nichts von deiner Durch dich mein berz genesen! wahrheit trennen! Daß einst Der die welt schuf, der, Der vor deinem thron Auch uns seyn wird, er, Half mir, des menschen sohn Bekenn', und war mein Gott! Allmäch und nach dem ftreit In wonn' tig balf mein GOtt! Und gab und seligkeit Der sieger kron' mir einen frieden. uns schmücke! 3. Wenn meine ganzescele flebt, Erbo. 684 Confirmationslieder. Erboben aus dem saube; Wennffeine kraft; Bleib' uns in ich in freudigem gebet, Mein unfrer pitgerschaft Ein licht vater, machtig glaube: Zu der auf unfern wegen! Behüt' uns, sieger chor, Zu dir empor HErr, daß feuersglut, Der Steig' ich dann; rub' in dir; theurung druck, der fluthen Dort bin ich, nicht mehr hier! wuth, Der feuchen gift, des Bin schon durch hoffnung selig! krieges schwerdt Nie unfre 4. Den könig schüße deine macht! Er, der für unsre wohl: fabrt wacht, Ift uns von dir gegeben. Du, der in ihm so viel uns giebt, Schenk' ihm, der Das Mel. Herzlich lieb hab ich dich väterlich uns liebt, Ott vater! derifrobste, långse leben. Gott! 4. Allgegenwärtig hast du mich, wohnungen verheert. HErr, Auch mich, den staub, umgeben! unser GOtt! Hör unfer flehn! Du siebst mich! ich empfinde dich! Und laß uns sehn, Daß wir Sehn werd' ich dich und leben in deiner obhut siehn. Ift Hier und dort und da GOtt mir nah! Gedanke meiner rut, Wie reich an beil bist du Wie reich am troßte GOttes! 1088.60f mit gnade front! schütt' auf ihn und auf sein haus GOtt mittler! Sohn, der uns Den besten deiner segen aus. versöhnt! GOtt trößter! Geift Laß seiner råthe thun gedeihn, der gnaden! Erbarm dich Recht, ordnung, treu' das land unser! denn vor dir, Du bei erfreun. HErr, unser GOtt! In ligfter, erscheinen wir Mit deiner hand Iß unser land, fündenschuld beladen. Groß Beglück: es, segne jeden stand. aber, groß ist deine huld, Uns 5. Vernimm der leidenden fünder trågst du mit geduld. gebet! Dem, der zu dir im Ach merk auf unser heißes elend fleht, Hilf, daß er nicht flehn! Laß gnade noch für recht erliege! Gieß trost in jedes ergehn! HErr, unser Gott. Ver- wunde herz! Die kranken lab' birg uns nicht Dein angesicht, in ihrem schmerz! Hilf sterbene Und geh mit uns nicht ins gericht den zum siege! Doch du thuit 2. Durch böse lust, durch wort mehr, als wir verstehn; Kannst und that Sind wir oft aus mehr gewähren, als wir fichn, dem ebnen pfad Der tugend Weißt besser, was uns nüßt, ausgeschritten. Doch fündern als wir: Wir überlassen ganz willst du ja verzeihn, Die uns dir. Herr, unser Gott! Durch ernfilich ihre schuld bereun und alles leid Der prüfungszeit Führ' um erbarmen bitten. Der du uns zu deiner herrlichkeit. herab vom himmel kamst, Und unsre menschheit auf dich nahmst, Confirmationslieder. Sohn GOttes! der du für uns litt'st, GOtt hört uns, wenn du Mel. Komm, heilger geist 20. uns vertrittst. HErr JEfu 1089.hr Gott, der uns du! heiße flehn Deru Sprich troft uns zu! So fin- kinder, die hier vor dir stehn: den unsre feelen ruh'. Erbarmend blick auf sie hernies 3. Schüß uns vor irrthum, und der! Denn dein sind sie, find bewahe Uns, Chrifti glieder, im- Christi glieder. Gieb ihnen, Baz merdar Der glaubenseintracht ter, Sohn und Geiß, Densegen, segen. Dein wort zeig' an uns den dein wort verheißt. Erfülle fe Confirmationslieder. 685 3. fie mit deinen gaben! Laß fie unserm thun auf dich zu sehn, mit dir gemeinschaft haben! Im wandel rein und rein im Erbarme dich, Erbarme dich! Herzen, Dein heil nie sorglos 2. Sie wollen, deiner sich zu verscherzen. Gieb kraft dazu! zu freun, Sich jent, Gott, Gieb kraft dazu! deinem dienste weihn, Dentaufs Schenk, HErr, uns bund fenerlich erneuern, und muth und freudigkeit, Laß dir mit Herz und mund betheu- unfrer zusag' heiligkeit ern, In ihrem glauben fest zu stark, so tief das Herz durch: stehn, In ihrem thun auf dich dringen, Daß wir das wollen zu sehn, Im wandel rein und treu vollbringen. Ach! laß jest rein im Herzen, Dein heil aller herz und mund Gleich nie sorglos zu verscherzen. Gieb uns erneuern ihren bund, Sie kraft dazu! Gieb kraft dazu! alle laß, hdr unser flehen! So 3. Schenk ihnen muth und Mit uns einst ein zum himmet freudigkeit! Laß ihrer zusag' geben. Erhör' uns, GOtt! Et: heiligkeit So stark, so tief ihr hdr uns, Gott! herz durchdringen, Daß fie ihr wollen treu vollbringen. Mel. Alle in GOtt in der höh'ic. Auch uns laß jest mit berz 1091.& rhebt euch zu und Mit dir erneuern dem HErrn der unsern bund, Und einst, Chör welt, Der überall regieret! Der unser brünstig flehen!) Mit alles, was da lebt, erhält, ihnen ein zum himmel geben. Und weiß und gütig Erhör uns, GOtt! Erhör' uns, Gedenkt des HErrn! Gott! Wie es die Confirmanden zu singen haben. führet; lobfingt dem HErrn! Der HErr ist hier, er ist nicht fern Von allen feinen menschen. 2. Das kind, dem GOtt das leben gab, Der jugend frohe pfade, Den mann, den greis Vel. Komm, heit'ger geist ic. bis an das grab Ilmpfänget 1090.hr, o Gott, seine gnade!- Du waltest, Gott, das heiße flehn du waltest recht, Du liebst das Von uns, die wir hier vor menschliche geschlecht. Opreis dir stehn! Erbarmend blick und dank dir, höchster! auf uns bernieder! Denn 3. Du hast, zu dir hinauf zu dein sind wir, find Chrifti fehn, Und würdig dich zu loben, glieder. Gieb uns, Gott und fest zur seligkeit zu gehn, Vater, Sohn und Geist, Den Uns geist und herz erhoben. segen, den dein wort verheißt. Es preisedich, wer JEfum kennt, Erfülle uns mit deinen gaben! Wer Jesum größten lehrer nennt, Laß uns mit dir gemeinschaft Bis an des lebens ende. haben. Erbarme dich! Er: 4. Die jugend wandle fromm barme dich! und rein Auf ihrem frohen 2. Wir wollen, deiner uns zu pfade, Der mann, der greis freun, lins jest, Gott, deinem gedenke dein, Und hoff' auf dienste weiha, Den taufbund deine gnade! Es lebe, Err, feverlich erneuern. Und die mit wer JEsum kennt, Wer JEfum herz und mund betheuern, In größten lehrer nennt, Getreu unserm glauben fest zu kehn, In nach deinem willen. 5. HErr 68C Abendmahlslieder. 5. HErr GOtt: was irdischlichkeit Krdnt er mich nach ist, vergeht, und schnell ent- Furzem ftreit. eilt das leben, HErr Gott! was ewiglich besteht, Hast du dem geist gegeben: Es bleibt der wahrheit belles licht, Es bleibet Met. JEsus, meine zuversichtic. Abendmahlslieder. tugend, recht und pflicht, und 1093. wir sind hier, ohndes lebre. Der JEfu heil'ge 6. Sie bleib uns bis ans Deinen mittlertov zu feiern, stille grab Ein licht auf allen und mit ganzem Herzen dir wegen jugend schaß, Das gelübde zu erneuern: Wie des alters stab, Des herzens ou uns erkauft hast, dein, Dein trosft und segen. Sie leit' in bis in den tod zu seyn. aller freud und noth, Iniedem 2. Freudig nahn wir uns kampf und durch den tod Uns berzu. Wir empfahn bier heil in das befre leben! und leben. Hier, hier stärkt dein leib, den du Selbst für uns dahin gegeben, Dein für uns Mel. JEsus, meine zuversicht 2c.vergognes blut Uns das berz 1092. auft und leicht i mit troft und muth. Christi 3. Auf! bringt Chrifto preis Und was Fann bey ihm uns und ehr! Betet an! ez ist zus fehlen? wie selig sind wir gegen; Mitten unter uns doch Durch den retter unsrer ist er: Jfts mit allem seinen fes feelen! Welche wonn' und berr- gen. Und o wie gesegnet ist, lichkeit Wartet unser nachderzeit. Wessen freund du, JEfu, bist! 2. Meines glaubens freu' ich 4. Unser HErr und unser mich, Freue, Gott, mich dei Gott! Nur an dir hängt nes ſohnes. Meine seele rüb- unser glaube. Hilf, daß welts met sich Ihres retters, und des lust oder spott lins ihn nie vom lobnes, Den durch ihn in jener herzen raube! In des todes welt Deine huld uns aufbebält. finsterniß Mach er noch das 3. Bringt gleich sein bekennt herz gewiß! niß hier mir oft leiden und beschwerden; Dennoch bin ich treu, denn mir Sollen ew'ge Mel. Herzliebster JEsu, was ic. freuden werden. Was ist gegen 1094. Dland! bin, für folch ein glück Meines leidens! augenblick? uns zu leiden, Erwarbst uns 4. Seines mortes will ich allen nie Feige mich vor spottern und schämen. Wenn aus wahn und und allem bösen uns zu erld: dunkel sie Frech ihm seine sen. himmelsfreuden, fundenfluch deine starbst, vom ehre nebmen! Was vermay 2. Deß sollen deine jünger der låstrer spott Wider JE nie vergessen. Wir sind, die fum, wider Gott? wir von einem brodte essen, 5. Tren seyn will ich bis zum Von einem kelche trinken, alle tod; Denn mein glaub' ist nicht brüder; Und deine glieder. vergebens. Nach dem tode führt 3. Dein heilig mahl gebietet mich Gott Zu der wonne jenes den gemeinen, Durch einen geißt lcdens, Und mit ew'ger herr mit dir sich zu vereinen, Daß unter Von der Schöpfung. unter einem hirten eine heerde und deine heilgen lehren Aus allen werde. og ungehorsam zu verehren. 4. Wir sind mit einem opfer 4. Diesen dank für deine liebe, Gott erkaufet, Wir alle sind auf Wenn ich den dir schuldig blies einen tod getaufet, Daß jeder be, Wie verwerflich würd ich nun mit gleichem ernst und handeln, Wie der huld zu: triebe Den andern liebe. wider wandeln, Die dich trieb, 5. Soll denn, wer stark ist, auch mir zum leben In den nicht die schwächern tragen? tod dich hinzugeben. Welche Soll er der einigkeit, der lieb qualen im gewissen Würd ich entsagen? Und deine gute einmal fühlen müssen. schonte doch der schwachen, Sie stark zu machen! 6. Wenn wir, wie brüder, bey 5. Nein, so strafbar, so vers messen Will ich nie der pflicht vergessen, Die dir, HErr, von einander wohnten, und, mir gebühret, Die zum wahren irrt ein bruder, seiner schwächen heil mich führet. Ewig die schonten: Wie würden wir dir nur anzuhangen, Ift mein ähnlich schon auf erden, Wiessehnlichstes verlangen. Hilf du felig werden! felbst nur meiner feele, Daß 7. Ach, dazu müsse deine lieb sie nicht dies ziel verfehle. uns dringen! Du wollest, HErr, 6. Bringe mich durch deine dies große werk vollbringen, Daß gnade Auf des wahren glau: unter einem hirten eine beerde bens pfade Immer näher zu Aus allen werde. modem ziele, Wo ich ganz mich felig fühle. Laß indessen mich Wiel. Schmücke dich, o lieberc. hienieden Deinen mir erworb ciland, reichlicher 1095. huld und treue, genießen, Bis fich meine tage Sieh, ich widme dir aufs neue, schließen. Bey dem denkmal deiner liebe, 7. O wie wird mein herz sich Dies mein herz voll heißer triebe, freuen! Welchejubel wird dirs Dir in meinem lauf auf erden weihen, Wenn du mich dorthin Immer dankbarer zu werden, erhebest, Wo du ewig herrschend und an deines segens gabentebes! Nichts wird dann mich Auch auf immer theil zu haben. weiter sidren, Dankvoll, Hei 2. Laß dies opfer dir gefallen. land, dich zu ehren; Und du Du versprichst ja selbst es allen, wirst mich mit den freuden DeiDie nach deinem heil verlan- nes himmels ewig weiden. gen, Daß sie gnad um gnad cmpfangen, lieben wollen, winnen sollen. und, wenn sie dich! Kraft dazu ge- Von der Schöpfung des O wie könntest Menschen. du das flehen Meines Herzens Mcl. JEsus, meine freude ic. denn verschmähen? leib und 1096.Steben Haft du mir 3. Nein, ich trau auf dein versprechen, HErr, du kannst gegeben, GOtt, der gern erfreut. es mir nicht brechen; Denn du Ich soll hier auf erden Reif zum siehest mein bestreben, nur nach himmel werden, Reif zur ewigdeinem wort zu leben. Stärke Feit. Ich geh hier, Geführt von mich denn zum genusse Deines dir Auf der tugend sichern beils in dem entschlusse, Dich wegen Meinem ziet entgegen. 33 2. Durch 687 Mit 688 Von der Schöpfung. 2. Durch die freve feele Denk seyn! Wie kann ich Gott ich, wenn ich wähle; Und durch g'nug preisen? Wie des beden verstand leb ich meine kräfte rufs, ein mensch zu seyn, Beym berufsgeschäfte, Beom Mich würdig hier erweisen? gebrauch der hand; Nie ge 2. Ich bin ein wunder seibricht Beym ruf der pflicht Mir ner macht und weisheit, lieb' die einsicht, gut zu handeln, und gute! Gieb auf des menUnd als chrift zu wandeln. schen würde acht, und schäß 3. Was kann ich nicht wissen, ihn, mein gemüthe. sid. 10bin Wenn nach sichern schlüssen 3. Den leib, o GOtt, per: Meine fecte denkt; Wenn in dank ich dir, Du gabst mir jedem jahre Ich die huld er diese feete, Berstand, vernunft, fabre, Die mein schicksal lenkt: gefühl mit ihr, Durch die Wenn erfreut Ich meine zeitlich denk und wähle! Gern dem stillen forschen weihe, 4. Vor tausenden durch dich Und es oft erneue. ernährt, Vor tausend deiner 4. Welch ein kunstgebäude, werke Gabst du mir einen hdReich an sinnenfreude, Gabst du, hern werth, Durch meines geiVater, mir! Daß ich rede, gehe, stes stärke. Hdre, schmecke, sehe, hab ich 5. Gewissen, freyheit dank nur von dir. Die natur Zeigt ich dir: Welch glück sie zu mir die spur, Wo ich deine weis befizzen! O, dir zum ruhm, heit finde, Die ich nie ergründe. zum heile mir, Lehr du mich, 5. Mir blühn au'n und felder; GOtt, fie nügen! Pflanzen, Fräuter, wälder Wach- 6. Der mensch ist's nur, der fen auch für mich. Volle, grüne reden kann, Sonst kein geschöpf faaten Reifen und gerathen auf erden; Der mensch nur Meinem fleiß durch dich; und ruft dich, schöpfer, an, Kann dies, HErr, Allmächtiger! Zeigt andrer lehrer werden. mir, wie du mich auch liebest, 7. Jhn schufst du zur geselligFeit, Und mir gutes giebest. Gabst ihm ein herz voll 6. Du läst, mich zu nähren, triebe Zum mitgefühl, zur Thiere sich vermehren, Sättigst menschlichkeit, zur freundschaft mich durch fie, Ihre starken und zur liebe. kräfte Fdidern mein geschäfte, 8. ind dieser gaben fülle Meines feißes müb; Manches schafft Ihm unzählbare freuden; thier Hält sich zu mir, Seinem Giebt ihm zur tugend muth Herrn, um meinen willen Folg und kraft, und ruh und trost fam zu erfüllen. im leiden. s 7. GOtt, mit wie viel segen 9. Dich, dich erkenn ich, Kommst du mir entgegen, Wie meinen GOtt, Erkenne deine beglückst du mich! Deiner mich werke, Dein göttlich wort und zu freuen, Dir mich ganz zu dein gebot, und weisheit, gut weihen, kann kein thier, kann und stärke. ich! Jeder blick auf dieses glück Stärke mich in dem bestreben, Deiner werth zu leben! 10. Für deine väterliche huld Dankt freudig meine seele; Und um erbarmung und geduld Fich ich dich, wenn ich fehle.# 203 Mel. Ich dank dir schon sc. 11. Ich bin ein mensch, und welch ein glück, darf vor dich mit freudigkeit 1097. Ich darf, du vater, Von der Vorschung. 689 vater, mich, zu dir mit freu-[ dein gesez entehret. Er fürchtet den beten! überall Der misfethäter lohn, 12. Heil mir! oheil der Und meynt, der råcher sey Er. zuversicht, Die ich als mensch wacht, und straf ihn schon. bier habe. Du rufft zur ewig. 6. Laß mich denn, heilizer, keit, ans licht mich wieder aus Die fünde stets verachten, Nur dem grabe. auf der tugend ruf und dei. 13. welch ein glück, ein nen willen achten! Mein sinn mensch zu feyn! Ja, Gott, dich sey JEfu sinn, So heilig will ich preisen, Stets des und so rein! Dann wird berufs, ein mensch zu seyn. gewiß mein herz Voll wahrer Mich würdig hier erweisen. ruhe seyn. Mel. HErr, wie du willst ic 1099.0" u bist, o Gott, Von der Vorsehung. Mel. O Gott, du frommer: c. gerecht; du 1098.Preis di demaiebfi uns beitige gefeße Und Heiligen! weil nur gutes liebst, lehr' uns, dir gefallen Durch Daß keiner sie verlege. Dein ähnlichkeit mit dir! Du schen- wort und die vernunft, erklärt, test ia uns allen Erkenntniß Wie heilig, Vater, und wie unfrer pflicht; Schenk uns werth Uns dein gesen fegn auch lust dezu, und lehr uns müsse. beilig seyn Und fromm und 2. Was du befiehlt, machst gut, wie du. du auch leicht Durch antrieb, 2. das Wer von Des menschlichen geschlechtes beiner vorschrift weight, Den Durch unser eignes herz, Durch krdnet heil und fegen. Wie sem gefühl des rechtes? Wer preisen dich, daß du nicht dämpft des sünders trop? Wer liebst, Was bsf ist, und uns giebt der tugend ruh, Auch antrieb giebst, Was unrecht ist, wenn sie kämpfen muß? Du zu haffen. thust's, vergelter, du! 3. Was lobenswürdig ist und 3. Wer fromm ist, fühlt durch nüßt, Gebeutst du deinen dich Zufriedenheit und ruhe; kindern, und deine huld be: Sein Herz giebt zeugniß ihm, lohnt und schüßt, um böses Daß er, was recht ist, thue. Mit zu verhindern. Ein segen, feligkeit belohnt's Jhm jede oen kein sunder hat, Entsprießt sute that; Selbst leidend freut durch dich aus ihrer saat: er sich, Daß er gehorchet hat. Die ruhe des gewissens. 4. Wer von der frömmmig- 4. Wie sollt' ich darum un keit, Von dir, gerechter, wet recht thun, Weil der verbre chet, umsonst flöb er vor dir; her trafen Hier oft, wie Denn dein gericht erreichet seine stürme ruhn, Hier nicht verfolgt, ihr haupt schon trafen? Ach, Wo kein verfolger ist, Thnjeinst wirst du vergelten noch; selbst sein eignes herz, Durch Laß mich dies stets bedenken das du richter bift. doch: Gerecht bist du, o Bater! Ihn dennoch; es 5. Such selbst im glücke bebt 5. Du bist der frommen zuvers Sein herz, und was er höret, icht: Du wirst gerecht vergelten. Erichreckt ihn, weil er dich und wer dir gehorcht, den täuschet 690 Würde des Menschen. nicht Die hoffnung befrer wel- ligkeit und für der freundschaft ten. Nach diesem Leben erst freuden; Gabft mir ein herz voll erhält Der fromme in der beß: fühlbarkeit Für andrer glück und ren welt Vollkommene vergel- leiden; Noch mehr, ein herz, tung. das fähig ist, Sich dein, der 16. Oft scheint der fünder hier du mein vater bist, zu freun, un glück, In stolzer ruh zu und dich zu lieben. leben; Doch bald naht sich der 5. In stiller andacht kann mein augenblick, Wo er wird angst geist Sich bis zu dir erheben, voll beben. Dein heiliges ge- und dir, den jeder himmel preift, richt erfüllt, was du gedroht Auch preis und ehre geben. Auch haft, und vergilt Ihm nunsich kann demen willen thun, In nach seinen thaten. deiner vorsicht sicher ruhn und 7. Gerechter GOtt, dies warne frdhlich auf dich hoffen.c mich, Wenn mich die fünde 6. Nicht blos für diese kurze locket, Eh' meine feele sorgloszeit Riefst du mich in dies lesich Verschlimmert und versto- ben; zu freuden einer ewigs det! Der tugend werth verkeit Soll sich mein geist erbe: leibe mir Stets trieb und ben. Und wird auch gleich der Fraft, o Bater, die mit ehr. leib zu staub, So bleibt er furcht zu gehorchen. nicht des grabes raub: Du wirft ihn auferwecken. Würde des Menschen. 7. Vom himmel kam, gesandt von dir, Dein fohn zu uns auf Viel. Sey lob und ehr dem ic. erden; Er kam und ward ein men: men schenwahrenwerth, schen heil zu werden. Wie Mein Gott, zu herzen neh- boch sind wir durch ihn geehrt! men, und dessen, was mich wie ernstlich durch ihn selbst felbf entehrt, mich allzeit in belehrt, Der menschheit werth night fchämen. Nie komm es zu scházen! mir aus meinem sinn, Was 8. Und ich, ich sollte ihn ents alles ich vermag und bin Durch weihn, und gleich den thieren deine weife güte. bandeln? Det finnlichkeit erges 2. Du schufft mich nicht blos ben seyn, Und nicht vor dir, Gott, Reisch und bein: Du hauchtest wandeln? Fern sey von mir ein mit dem leben mir auch zugleich folcher sinn! Bewahre mich, die seele ein, und haft ihr kraft Err, deß ich bin, Daß ich gegeben, Noch mehr, als was mich so nicht schände. af bill die siune rührt, und durch 9. Gieb vielmehr, daß ich allefie luft und schmerz gebiert, zeit Auf mein gewissen achte, Bu fassen, zu erwägen. Nach weisheit und gerechtigkeit 3. GOtt, diesen vorzug gabst mit allem eifer trachte, Dich du mir Vor so viel millionen, tobe und mich deiner freu, Und Die auch belebt, genährt von so des vorzugs würdig sey, dir, Auf deiner erde wohnen. Den du mir hast verlichen. Was jenen fehlt, verliehst du mir, Vernunft und freyheit, und Mel. Nun lob' mein' feel' ic. mit ihr Gefühl von recht und unrecbt. 1101.6 edenkomeineseele, Daß du für GOtt 4. Du scuff mich zur gefel erschaffen bisi! Fübt es voll dank, und Würde des Menschen. usus 38811010 D 691 und wähle, Was deiner wün- mich In guten werken üben, sche würdig ist. Dir müssen Aus ehrfurcht gegen dich, Un GOttes sonnen, Dir seine ster- schuldig, liebreich, allen Zum nen glühn; Für deine luft be: dienste gern bereit, Dem ziel gonnen Gebirg und thal zu entgegen wallen: Gott, welche blühn. Und sie und alle gaben, feligkeit! drat Die sie doch nicht für sich, 6. Mir, der ich auch im lei: Die sie für dich nur haben, den Dir, o mein vater! theuer Sind noch zu arm für dich. bin! 2. Fließt so, in stillen freuDer mensch darf mehr den, Die stunde meiner wallbegehren, Als erd und him- fahrt hin. Komm früher oder mel geben kann. Gott will ihm spåter, tod, ich zittre nicht: mehr gewähren, Beut ihm ein Denn nur den übelthäter Ers größres erbtheit an. Er führt schrecket dein gericht. Ich, ihn auf die erde, Daß er in GOttes wink ergeben. Kann dieser zeit von ihr erzogen frohen muthes seyn, Und seiner werde zu seiner fetigkeit; mich im Leben und auch im Bis er mit allen kräften, Ge- sterben freun. 2 bildet und gewähnt zu gött: 7. Dies ist dein ziet, dies lichen geschäften, Nach ihr wähle, Die du so hoch begnaallein sich sehnt. im digt bist, Von GOtt erlöpte 3. Dann endet er voll wonne feele! Dies ists, was deiner Des erdentebens schweren lauf: würdig ist, Dies fen dir gegen. Gott selbst wird seine sonne; wärtig; Nach diesem ring, Sie geht in vollem glanz ihm und sey Zu allem guten ferauf. Entflohn find alle leiden, tig, Bis in den tod getreu. Die thrånen abgewischt, Voll Dir können keine welten, Mit kommen seine freuden, In die aller ihrer lust, fein schmerz sich mischt. Er dienst vergelten jauchzt, er triumphiret, Und heils verlust. do 19lle 13016 hat, durch GOttes sohn, Der Der funde und dieses ewig ihn regieret, Des kam Mel. O GOtt, du frommer sc. pfes großen lohn. SIST 4. Auch ich darf dies noch 1102 noch fühlt ſich jest Zwar mein geist Bom hoffen! Selbst nach dem falle leiß aus staub umhüllet, Ver. steht auch mir noch diese lauf- gebens such' ich hier, Was bahn offen, zu deinen freuden, meine sehnsucht stillet. Gott, zu dir, Wenn ich mich oft ergdget mich Der schd: dir ergebe, und selbst, von dir pfung schmuck und pracht: erneut, nicht fünden, dir nur Doch hab' ich noch nicht ganz, lebe, Geschmückt mit heiligkeit, Was ewig glücklich macht. Wenn ich auf dich nur sehe, 2. Die freude dieser welt, Und fromm und tugendhaft, Die Was eitel ist, verschmähe, Befriedigt nicht den geist, Gestärkt durch deine kraft. Der seinen werth empfindet, 5. Schon hier dich, GOtt, er- Den großen werth, den ihm kennen, Der du mein heil und Sein hoher ursprung giebt, vater bist, Von deiner lieb ent- Da er, unendlicher, Dich ſelbst brennen, und thun, was ihrer als vater liebt. würdig ist, Von herzen JEfum lieben Der für mich starb, und wer vermag zu fassen Die größe adqui 3. Zur ewigkeit bestimmt! Gott, deiner 692 Erweckung zur Besserung und guter Vorfäße. beiner huld! Sollt ich nicht fliehn nahe droht, Wie schwer ist dann und hassen, Was mich vom die buße! Jetzt am tage seines ziel entfernt, und mir das heil entrückt, Tas du nur dem verheißst, Den glaub und tu gend schmückt? plis 14. HErr, laß mich keinen heils Fall er dir zu füße. 00 4. Erbarme dich, Gott, väterlich, um deines fohnes willen! Hilf uns deiner gnade ruf Gern und früh erfüllen. schritt Ben recht und tugend ndod sun wanken! Mein himmlifcher beruf Sei stets mir in gedanken; Mel. Wenn wir in höchsten ze. Und irr und fehl ich noch, D, ſo verwirf mich nicht! Er: 1104.Nach dir verlanget fülle mich mit jeder pflicht. mich, nach dir, GOtt, meine hülfe kommt von 5. Laß das vergångliche Mich dir! Wer ist, wie du, so gnanie zu lieb gewinnen! Nie feßle denreich? Wer dir an macht meinen geift Die eitle luft und weisheit gleich? der sinnen. Nie mache frecher 2. Ach mein erbarmer, rech. fpott und tadel dieser welt ne du mir meine missethat nicht Mich muthlos, das zu thun, Was zu! Sie reuet, Gott, fie reuet dir, mein Gott, gefällt. idmich, und meine seele hofft 6. Laß mich das nöthige Auf auf dich.de ping erden nicht vermifen; Gieb mir 3. Wie gut, wie leicht ist zufriedenheit und ruhe im gewis- dein gebot! Du willst, ich soll fen! Wer dich zum vater hat, dich lieben, Gott; Willst, daß Und nüßet treu und klug, was ich treulich handeln soll zu deine huld ihm giebt, Der ist meinem und des nächsten beglückt genug. 1979 wohl. 7. Wer über weniges, D, 4. Und doch verleg ich meine geber aller gaben, Hier treu| pflicht, und schäße deine gnade gewesen ist, Wird viel im bim nicht; Ein elend scheingut mel haben. Er geht aus dieser zieh ich thor Oft ihe und welt zu höhern freuden ein. meinem heile vor.in i D vater, bilf auch mir So5. Mein herz, das seine schuld tren, fo felig sein. en diserkennt, Du siehest es, mein herz entbrennt, zu thun, was Erweckung zur Besserung mein bestes mir empfiehlt. dein gesen befiehlt, Das nur und guter Vorsäge. 6. Ich traue der barmher: Mel. O traurigkeit, o c.igkeit, Die sich noch jeden 1103.Sie traurigkeit die immerdar Gefallner ſeelen und leid, tag Dem, welcher frevelnd fündigt; zuflecht war. Strafe werd ihm und gericht Hier zum heil verkündigt, 7. Dein wort giebt mir ver: ficherung Vollkommener begna: 2. GOtt stère du Die eitle diaung: Ich bin gewiß durch ruh Deß, der dein wort nicht Jesum Christ, Daß sie auch achtet, nd nach weltlust, ehr mir verliehen ist. 30000 und gold, Nicht nach tugend trachtet. 8. Doch nie entfall es meinem finn, Taß ich, als chrift, beru: 8. Wenn schon der tod uns fen bin, Auch meines mittlers tugenden 693 Erweckung zur Besserung und guter Vorfäße. tugenden Hier thätig zu ver- ganzes berz dir, GOtt, nicht So lehre mich, daß kündigen. holm, 1dit weihe: 19. Wie ich die gaben ange: sie für meine schwächen Dich wandt, Die ich empfing aus nicht bestechen. deiner hand, Dies wird die 7. Wie manche that ent große frage sein, Bricht dein springt aus niederm triebe, Aus eigennug, und nicht aus entscheidungstag herein. Ein herz, das sich des menschenliebe! Wie manche auch bochgerühmt von Dies soll allen, Doch dir mißfallen. 10. guten freut, Boll menschenlieb muß, und GOtt geweiht, 8. Gieb denn, daß ich mich ich dort nicht erst empfahn, Mein richter forderts schon nie vor mir verhehle; Hilf alsdann.. 1994 gobus mir erkennen, wo ich irr' und 11. Schaff dieses herz in mir, fehle, Daß ich mit fluger, benn ach, Du weißt es, vater, frommer vorsicht wandle, Und ich bin schwach! Mein troft sei weislich handle. mein vertraun auf dich, Ind redlichkeit behüte mich. 1012 Mel. Herzliebster JEsu! was ic. Mel. Von GOtt will ich nicht ie. ie 1105.28 leicht verfen 1106.zie bebt vor dir der fünder, O tens schwäche, Wenn ich mir Gott, voll ernst und macht! von mir selbst zu viel verspre- Wie freun fich deine kinder che; mich mit dem wahne, Der huld, die für sie wacht. fromm zu sein, belüge Mein Jhr immer frohes herz Darf herz betrüge. dan and Feinen troft vermissen, Ihr ru2. Gieb, Gott, daß ich mir higes gewissen Schüßt sie vor keine nachficht gönne, Und nie innerm schmerz. mich selbst schon gut und edel 2. Sie freun fich ihres les nenne! Denn besser soll ich bens, Der kleinsten guten that; lebenslang auf erden und und gehen nicht vergebens Der tugend edlen pfad. Jhr eifer, edler werden. 3. Entdecke mir der tugend der nicht ruht, Lehrt sie stets wahre größe und jedes laßters wachen, kämpfen, Die macht niedrigkeit und blöße, Damit der lüfte dämpfen, und stärket 1130 fein falscher reiz mich nie ver- ihren muth. blende Und von dir wende. 3. Du willst sie, Gott, beglük4. Nie laß, o HErr, mich ken. Erfreuf auch hier sie schon, felbst die kleinsten fünden Ent und zeigest ihren blicken Von schuldigen, und unerheblich fern der zukunft lohn; Dort finden! Hilf, daß ich sie voll wird ein grdßres teil, Dort tiefer schaam bereue Und werden beßre freuden, Nach ernstlich schene. dieses lebens leiden, Ihr ewig sichres theil.. 5. Verbehlt ich mir beim hei ligungsgeschäfte Aus vorurtheil 4. Demfünder droht verder, den mangel meiner kräfte: So ben, Jhm drohet dein gericht: gieb, daß ich ihn redlich mir Er kann nicht ruhig sterben, Erbt gestehe, und hilf' ersehe. deinen himmel nicht. Bei der gebäuften schuld, Bei immer neuen sünden, Wird er nicht gnade 6. Wenn ich mich meiner gu ten thaten freue, Und doch mein 694 bom9 58617080-15) Am Bustage. Tu gnade finden, Verliert er deine HErr, unser GOtt, Dein troft, buld. dein licht Verlaß uns nicht m 5. Du kannst ihn nicht ver tod, im grab, im weltgericht! schonen, Wirft mit gerechtig- 3. Sich gnädig, HErr, auf keit, Wie ers verdient, ihm unser land; Ringsum bedeckt lohnen, Der kein verbrechen von deiner hand, Laß es der scheut: Wenn er gleich immer ruh genießen. Wend ab von noch Gein glück hier wachsen uns, durch deine hut, Der fiebet, Jm wohlstand lange blu- flammen grimm, den zorn der bet, Strafft du ihn Fünftig Auth, Des Frieges blutvergie: doch. ßen. Sen unser helfer, wenn 6. Laß mich nach deinen leh: die noth Des mangels und der ren, Gott, alles bdse scheun, seuchen droht, und laß uns Dich treu und fromm ver- ihren raub nicht seyn: Laß ehren, Und mich des guten ficherheit das land erfreun. freun: So werd ich sicher HErr, unser Gott, Das land nicht Vor deinen strafen be ist dein! O laß gedeihn ben, Bey dir im Himmel le- ficherheit das land erfreun! Und ben, gericht. Mir droht nicht dein 4. Auch die regenten lenke du; Daß sic durch weisheit und durch ruh Der länder wohlstand heben. Dem fürsten, der uns ihm so viel uns giebt, Das beste, schüßt und liebt, Gieb, der in der unsre leben. Noch sey 1107.Duchtift, Gott, fein vaterblick uns, deinen fine unfer mittler, Jesus Christ, dern, schuß und glück. Ofchütt GOtt, beilger Geist der gna- auf ihn und auf sein haus Und den, Dreyeiniger, verwirf uns eine råthe fegen aus! HErr, nicht! Wir kommen vor dein unser GOtt, In deiner hand angesicht, mit missethat bela: Jst unser land; Beglück es, den. Nimm von uns unsre segne jeden stand. anelonsel sündenschuld, Du Gott der 5. Vernimm der leidenden langmuth und geduld, und merk gebet; Wer in gefahr und auf unser heißes flehn, Daß wir noth dich sicht, Den hilf aus dein heil, erbarmer, fehn. seinen ndthen. Gieb kranken HErr, unser GOtt, Verbirglinderung und ruh, Die ster nicht Am Bußtage. Mel. Herzlich lieb hab ich dich geh mit uns nicht ins gericht. legtes beten. Sen aller unter: 2. Sohn GOttes, der zur drückten heil, Der wittwen und erde kam, und unsre schwach der waysen theil. Bereit: e der heit auf sich nahm, mit Gott verfolger rath, und lehre sie uns zu versöhnen; Der durch den rechten pfad. HErr, unser den tod ins Leben drang, Gott, Durch alles leid Der Sich dann zur rechten GOttes pilgerzeit Führ uns zu deiner schwang, Wo ehr und preis herrlichkeit. 31inclaraq# wed dich krönen. Vertritt, o mitt 6. Du thust reit mehr, als ler, uns bey GOtt, Durch deine wir verstehn, Kannst mehr ge leiden, deinen tod; Stárk uns währen, als wir flehn, Laß uns in unsrer prüfung lauf, Und, erbörung finden. Oneig auf wenn wir straucheln hilf uns auf. unfer flebn dein obr. Heb unser herz 3108) 15040 Am Bustage.no 695 Herz zu dir empor, und mach vir geweiht. Dies theure blut uns rein von fünden! Laß uns für uns vergossen, Dies rufet nun ganz dein eigen seyn, Jm um barmherzigkeit. Erhör es, leben und im tode rein. Wir denn du hast ja doch Go oft find durch Christi blut erlds't. verschonet, schone noch. O du, der fünder nicht verstdßt, HErr, unser GOtt, Erbarme dich! Erbarme dich! Vergieb uns, leit uns väterlich. 7. Verschon uns noch mit deiner strafe! Wir haben uns von dir verirrt. Drum such uns wie verlorne schaafe, Als ein erbar. menvoller hirt! Ergreif uns, deine huld ist groß, Führ uns zurück in deinen schooß. 8. Wir flehn, wir flehn, laß uns nicht sterben; Nicht hunger, oder schwerdt und pest Dein reuevolles volk verderben, Das sich auf deine huld verläßt; Entzeuch auch demes mortes licht und seinen troft der kirche nicht. madu 2. Du bist gerecht, und wir find fünder! Wie wollen wir vor 9. Gieb friede, GOtt, in deidir bestehn? Wir bösen, abge- nem lande, Gieb reine luft und fallnen kinder, Die wir nicht gute zeit, und heil in einem deine wege gehn? Wir, von der jeden stande, und fördre die sünde joch beschwert, Sind aller gerechtigkeit. Krön unsre feldeiner strafen werth. der durch dein gut. Nimm henter den an jedes haus in deine hut. namen, 10. einen an die opfer, deines sohnes tod! Du haft, die wir bringen; Nimm unsre wenn sünder wieder kamen, feelen gnädig an; Laß sie, was Dich ihrer stets erbarmt, odu befiehlst, vollbringen. Dann GOtt! Geh auch mit uns nicht danken wir, wir jauchzen dann: ins gericht: Du willst der Der HErr hat sich zu uns sünder tod ja nicht. G gekehrt; Der vater hat sein 4. Hier, Gott, bekennen wir volk erhört! im staube Dir unsrer übertre: tung schuld. Du bist gerecht, Mel. Herzliebster JEfu, was. doch unfer glaube Vertraut 1109.2 en vor der Ulein vordir, mein Mel. Wer nur den lieben zc. ir tiegen hier 1108.23 in zudeinen füßen, D GOtt von großer gut und treu, und fühlen alle im gewissen, Wie reif zur strafe ieder sey. Ach gehst du mit uns ins gericht, So bleibt vor dir kein fünder nicht. ing ndad tief gebeugt durch furcht und fündigt! O taß die gnade, die schmerz, Wir hoffen auf dein dein wort verkündigt, wenn vaterherz. funden uns von ganzem Herzen 5. Wir fliehen hin zu deinem reuen, Auch mich erfreuen! sohne, Der unsrer fünden stra- 2. Schaff in mir, höchster, fen litt. Um deines sobnes eine reine seele; Ein frommes willen schone, Der uns durch herz, das stets das gute wähle. feine huld vertritt: Erduldet Befördere und stärke mein hat er unfre pein; Er ist dein bestreben, Nur dir zu leben. sohn, und wir sind sein. 6. Sein blut ist, HErr, für ins geflossen, Er bats zum opfer 3. Gieb mir den trost in mei: ner feelc leiden, Daß ich dein kind bin: gieb den geiß der freu. den 696 Vom pflichtmäßigen Verhalten gegen GOtt. den, Der mich, wenn ich voll| Met. Nun danket alle GOttic. unmuth troftlos sfiße, Dann 1111.Bernium,& Gott, o unterstüße. 4. Mit neuer treue will ich stets dich ehren, Ich will befolgen deinerwahrheit lehren. Nach JEfu benspiel will ich deinen willen Stets gern erfüllen. Solus ersten, selgen stunden hat mein gerührtes herz Es innig schon empfunden, Daß dein gesen, o Gott, Dein größter segen ist: Daß der sein glück verkennt, Der dein gebot vergißt. dis 1021 2. GOtt, daß durch dich Mel. Herzliebster JEfu, was ic. gestärkt, mein herz doch nicht 1110. i wolnoth und mehr wanke; Dein größter elend auf der er beyfall sey Mein heiligster gede, Das von der fünde nicht danke. Gelehrig will ich seyn geboren werde? Verwandeln Für weisen, edlen rath, Rechts sich nicht stets der thorheit schaffen, ohne falsch, Sey in freuden In bittre leiden? mir wort wie that. 2. O wären wir, vom jüng- 3. Laß mich, wankt ia mein ling bis zum greife, Dir, fuß, Die bahn bald wiederfinden, GOtt, gehorsam, immer gut| Naht sich verführung mir, Hilf, und weise: Was würden wir Gott, fie überwinden. Wer mit freudigem gewissen Für fromm und gut hier war, Dem glück genießen! wird vor GOttes thron Im 3. Erhöhet würde jede lust auf beiligsten gericht Der treue erden, und jede burd uns leicht preis und lohn.st out odi zu tragen werden, Wena unser herz den täuschungen der sünde Stets widerstünde.. Vom pflichtmäßigen Vera 4. Doch, ach, fie herrschet, alles zu zerrütten, Erschüttert thro: jeden segensquell, droht unfern balten gegen GOtt. Mel. Herzliebster JEfu, was ic. 1112.Es ist ein Gott, er hat auch mich er: tagen mit harten plagen. schaffen. Was hätt ich gegen 5. Nie denkt der sünder ohne furcht und gram für waffen? furcht und beben An tod und Wer såhe meines stillen kumgrab und an der zukunft le mers zähre, Wenn Gott nicht ben; Nie kann er freudig, obne wåre? furcht und grauen, Gen himmel schauen. 2. Den wurm im staube mußt' ich dann beneiden; Versiegt wär 6. Die luft zum bösen fesselt dann für mich der, quell der ihn und wüthet, Er leidet freuden; mir würde selbst selbst durch das, was sie gebie- das paradies auf erden Zur tet, und bahuet sich den weg hölle werden durch ihre freuden Zu gram 3. Dann würde mich der durft und leiden. nach glück nur quälen, Mein 7. Du, Gott, zu dem wir höherstreben ganz fein ziel fromm die hånd' erheben, verfehlen: Dann würde nur führe du uns selbst den weg der lüfte wild getümmel, Mein zum leben: Und gieb uns GOtt, mein himmel. Fraft, im kampfe mit den fün den zu überwinden! 4. Flieht, låsternde gedanken! nie ergreifet hier meinen geist, der Vom pflichtmäßigen Verhalten gegen GOtt. 697 der für den Himmel reifet: Flieht,| stimme hören, Selbst, wenn sie nur der finstre, blinde wahnwas dich reizt, verbeut: Auch der thoren Hat euch geboren. das lebr dich die furcht des 5. Ich weiß, daß Gott ist, HErrn; Auch das thut, wer weiß, an wen ich glaube, Weß ihn ehret, gern. d bauch mein geist ist, wer den Leib 6. Die eitle welt mag dich von staube So herrlich schmückt, mir, was mir nüßt, gewähret, Mich liebt und nähret. nd 6. Ich weiß, worauf ich meine wohlfahrt baue, Wen ich verebre, wem ich mich vertraue, GOtt zu gefallen nur will ich mich üben, Gott will ich lieben. all da bih verachten, Daß nicht auch du ihr gleich dich stellst! Furcht GOttes lehrt dich das nicht ach: ten, Wenn du nur deinem Gott gefällst. Mas kümmert dem, der ihm gefällt, Spott und vers achtung dieser welt? 7. Sich stets vor dem allmächt= gen scheuen, Giebt heldenmüthge tapferkeit, Wenn macht'ger menschen solzes drauen Dir funden wider GOtt gebeut. J GOtt mein schuß, mein Heil und licht, So bebt mein dich herz vor menschen nicht. Thu 8. Lak, Gott, mich deine furcht regieren, In allem nur auf dich zu ſehn. Sie, fie laß mich zur weisheit führen: So werd ich niemals irre gehn. Wohl dem, der dich stets findlich scheut! Dich kindlich scheun is feligkeit.# 0 Mel. Wer nur den lieben ic. illst du der weis1113.23 heit quelle fennen? Es ist die furcht vor Ott, dem HErrn. Soll man klug und weise nennen, alle deinepflichten gern; Nicht weil dein Herz die strafe scheut: Nein, weil dein GOit sie dir gebeut. 12. Lern GOttes ardße recht empfinden, und fühle ganz, wie nichts du bist: So wirst du nie dich unterwinden, Zu tadeln, was sein rath beschließt. Was dein verstand nicht fas: fen kann. Das betest du in ehrfurcht an. 3. Wenn du den höchsten kind, wie lich scheucft, So wird dir keine Und, pflicht zur last. Du übst sie freu: dig, und bereuest, Daß du sie je versäumet hast; Denn wer GOtt gern zum zeugen hat, Der freut sich jeder guten that. Mel.Jesus, meines lebens leben. 1114.Urque der vollkom menheiten, Gott bist du! liebenswerth o welchen seligkeiten Führt uns deine liebe zu! Wer dich liebt, der wires nicht ach ten, Wollt ihm auch sein herz verschmachten. Ihm wird deine lieb allein Mehr, als erd und himmel ſein. 4. Wenn fünder sich in nacht verhüllen, So scheuest du doch nicht das licht; Erfüllest freudig feinen willen, und bebst vor dei nem richter nicht; Denn schwa: che trägt er, und serzeibt Der tugend unvollkommenheit. 2. Denk ich dein, o wie erhebet Meine feele fich in mir! Wie getröstet, wie belebet, Fühl ich mich, mein GCt, vor dir, Jeder blick auf deine werke, Deine weisheit, gut, und färke: 5. Den höchsten herall ver: Die entlastet der mein herz ehren, Vor menschen und in Von bekümmerniß und schmerz. einsamkeit; Auf des gewissens 3.8lossen nicht aus deiner fülle Segen 698 Bom pflichtmäßigen Verhalten gegen GOtt. Segen mir auf segen zu? Daß Den lauf der milden sonne: ich ward, war, Gott, dein Er, der die ganze schöpfung wille; Daß ich noch bin, lenkt: Uns täglich, stündlich schaffest du; Daß ich denke, was freude schenkt, Er ist allgegen: ich wähle, Das auch dankt dir wärtig. wala meine seele; Dankt dir, daß fie dich erkennt ,. Und dich kind: lich vater nennt. 2. Wenn sich in stiller einsam keit Der geist zu ihm erhebet, Ganz voll von lieb' und danks 4. Du erldfest vom verder barkeit, In hoher wonne ben mich durch deinen sohn, o schwebet: Da freut Gott, o GOtt! Ließeft mir zum heil wie väterlich! Sich meines ihn sterben. Mir zum leben glückes, denn um mich Ist er ward sein tod. Nur durch ihn stets gegenwärtig. ward mir gegeben, Ewig dort 3. Auch, wenn sich unser bei dir zu leben, und in deis schicksal trübt, Und thränen nem anschaun dein Ewig mich, uns entfließen; Wenn stets mein Gott, zu freun. uns finstre nacht umgiebt, 5. Sollt' ich dich nicht wie uns leiden ganz umschließen: der lieben, Der du mich zuerst Jft er bey uns mit feiner kraft, geliebt? Ja weit mehr, als vå- Die tröstet, stärket, hülfe ter lieben; Unermeßlich mich schaft, Im leiden gegen: geliebt? Und wo fånd ich doch wärtig. bienieden, Liebt' ich dich nicht, 4. Wenn nun mein sterbend wahren frieden? Wo im him auge bricht, Wenn alle finne mel tähigkeit Zum genuß der schwinden; Das starre herz feligkeit? MINI hier ferner nicht Der freund: schaft trost empfinden, Nicht liebevoll mehr schlagen kann: Wohl mir! du, Bater, du bist dann Ben mir noch ges 6. Heil mir dann, wenn ichs empfinde, Wie so liebenswerth du bist: Wenn mein Herz vom haß der fünde Inniglich durchdrungen ist; Wenn ich allen genwärtig. deinen willen Freudig eile zu 5. Zu GOtt, o feele, schwing erfüllen. mir! dann ver- dich auf, und freue dich der wirfst du nicht mich von dei- wonne! Er, der da lenkt der nem angesicht. Den lauf der mil7. Noch lieb ich dich unvoll- den sonne, Er, der die ganze kommen, Daß fühlt meine seele schöpfung lenkt, Im tod und wohl. Ach! wann werd ich leben freude schenkt: Er ist alls zu dir kommen? Ganz dich lie: gegenwärtig. Heil sterne lauf, ben, wie ich foll? Ganz werd ich dann deinen willen Kennen, zu neuer freud' entzückt, süb: 1116.Gut und heilig in schäßen und erfüllen; Stets Mel. Sollt ich meinem Gott. ist wie du selbst es dist, o Gott; Und in ehrerbiet'ger stille Hört die Mel. Es ist gewißlich an der zeitic. fd dpfung dein gebot. Die im 1115.3 mich auf, um deinen thron bereit; Freuen u Gott, feele, Stehn Und freue dich der wonne! Er, fich der seligkeit, Deinen willen der da lenkt der ferne lauf, zu vollbringen. Nur der mensch er= asdim Bom pflichtmäßigen Verhalten gegen GOtt.no 699 erkennts oft nicht Für sein glück Fallt nieder, menschen! betet an! und feine pflicht. 2. Du schufft das menschliche 2. Dir gehorcht mit sanfter geschlecht; Durch dich, Gott, wonne Aller welten zahllos find wir, was wir sind. Du beer, Deine feste, deine fonne, bist mein herr, und ich dein Sturm Und donner, erd' und Enecht. Du bist mein vater, ich meer, Alles dienet deinem willen; dein kind. 1 BUDG Alles, schöpfer, was du schufft, 3. Wie darf, Eilt und drängt sich, wenn du dich nicht ehrt, rufft, Dein gebot schnell zu er- dein kind zu seyn, sich freun? füllen. Nur der mensch er- nur die sind dieser ehre werth, Fennts oft nicht Für sein glück Die ganz fich deinem dienste und seine pflicht. wer, Vater, Des glücks, weihn. 3. Stolz emport des frevlers 4. Wie billig, wie gerecht, feele, Großer schöpfer, wider wie gut Ist alles, was uns dich. Deine göttlichen befehle GOtt gebeut! Wohl dem, der Wirft er thdricht hinter sich. feinen willen thut! Ihn thun Du sollst ihn nicht mehr regie ist freud' und seligkeit. i ren. Klüglicher nach seinem wahn 5. Nur das, was bds' und Wählt er eine beßre bahn. Diese schädlich ist, und uns entehrt, soll zum glück ihn führen, und verbeut uns GOtt. Weh dem, die bahn ist fündenvoll, Die der seiner pflicht vergißt! Er jum glück ihn führen soll. stürzt sich selbst in ilgomis schand und noth. 4. Laß doch, GOtt, uns früh empfinden, Daß uns unser Herz 6. Leicht ist die last, und verführt: Daß die eitle lust fanft sein joch. Wer's willig der fünden Uns zulegt den tod trägt, sest seinen lauf Stets gebiert. Mach' uns deinen wit freudig fort; und fällt er noch: len wichtig. Führ auf deine So hilft Gott selbst ihm wieder bahn uns hin! Lehr' uns jeden auf. in that Irrweg fliehn; Denn dein weg 7. Bald heißt unsjeine lieb allein ist richtig. Mach' uns und huld Gehorsam seyn aus unfern pflichten treu, Daß der dankbarkeit; Bald warnt er uns wandel heilig sen. 19 10100 vor neuer schuld, und übet 5. So wird auch bey uns uns durch schmerz und leid. auf erden, Wie im himmel, 8. Sein wort ermahnet, droht, dein gebot Freudig ausgerich- verheißt, und hält uns tod und tet werden, Heiliger und gro- leben vor. Uns rühret und Ber GOtt! Würde doch einst erweckt sein geist. Und ich vernoch von allen, HErr, deinschlösse herz und ohr? wille gern gethan! Auf die erde 9. Nein! GOtt, dir sey mein schautst du dann, mit wel herz geweiht! Gehorsam sey mein chem wohlgefallen! Denn sie größter ruhm! Verleih mir auch war an tugend reich, Wäre beständigkeit, So bleib ich stets deinem himmel gleich. dein eigenthum. Mel. Komm, o GOtt schöpfer ic. 1117.6tt, dein ist majestät und macht, Met. Von GOrt will ich nicht ic. 1118.2 dich, mein Gott, 11 Und alles ist dir unterthan. Dir und troft für mich; Wann sorg' werde preis und ruhm gebracht und gram mich kranken, So 700 Vom pflichtmäßigen Verhalten gegen jeden Menschen. fieht mein aug' auf dich; Dies findlich dich, mein Gott, mindert meinen schmerz, Dann Fürcht' und ehr' und liebe: Aliehn die bangen sorgen Wie wie ist mir dann so wohl! nebel vor dem morgen, Und! Wie ist mein gemüthe Selis ruh' erfüllt mein herzisnijger empfindung voll, Voll 2. Denk ich an deine von deiner gute.inf liebe, Dann fühl ich hocher 2. Dann darf ich mit zu freut Des heißen dankes triebe: versicht Nach dem himmel blie Dann fühl ich mich bereit, den, Meine leiden fühl ich Mein herz dir ganz zu weihn, nicht, wie sie mich auch drůDich freudig zu erheben, Burden. Hoffnung und zufrieden. ehre dir zu leben, Vor fünden heit Wohnen mir im herzen, mich zu scheun Indisur Trösten und erhöhn mich weit 13. Du gabst mir aus erbar- Ueber alle schmerzen. men Den sohn, der für mich 3. Gieb mir, GOtt, so lang starb, Und liebevoll mir armen ich hier Auf der erde walle, Das Die seligkeit erwarb. Mit ihm bewußtseyn, daß ich die Als ein ist alles mein; Du willst mirs kind gefalle: Diese sanfte freus gnädig schenken, Willst lieb- digkeit, Die ich zu dir habe, reich an mich denken, Und Sey mein heil in dieser zeit stets mein vater seyn. Und mein troft am grabe. 1 4. Mit hoffendem gemüthe 4. Laß die lust der fünde Denk' ich an deine treu: Denn, nie Dieses heil mir rauben! vater, deine gute Ist alle mor, Stárke selbst mich wider sie gen neu. Du hörst und seynest mit vernunft und glauben. mich: Auch wenn ich schweiß Gieb mir deinen geist, der vergieße, Wird mir die arbeit mich und mein thun regiere, füße, Denk' ich daben an dich. Daß ich mein vertraun auf 5. Wie gut ist, dein zu den dich Ewig nicht verliere. fen! Die welt mag immerhin Ihr herz aufs eitle lenken, Wic schlecht ist ihr gewinn! halte fest an GOtt: Dies bringt mir wahre freude, Dies stärkt mich, wenn ich leide, Und ist mein troft im tod. Ich vom pflichtmäßigen Verhalten gegen jeden Nienschen. en Wer nur den lieben ic. 6. Brum will ich an dich Mel denken, So lang ich denken 1120 on dir auf dieſe Wird grab mich weit senken, So geh ich zwar die Stehn, Vater, alle menschen Auf höhern und auf bahn, Wo mich die welt ver, hier gist: Doch du, HErr, denkst niedern stufen Der kräfte, die noch meiner, Wenn auch au du gabst, vor dir. Du machest erden keiner Mein eingedenk arm, du machest reich: Doch muss mis vor dir sind wir alle gleich. mehr ist. 2. Nicht jeder hat, was andre haben; Und das ut Dem Met. Christus, der uns feligne gute, denn du giebst enn ich ernsthidh biese, jenem andre gaben, 1119.238 D dein gebot und Weil du uns, Bater, alle liebst: mit frenden übe; Wenn ich Denn alle sollen glücklidy seyn Vom pflichtmäßigen Verhalten gegen jeden Meichen 70x fenn, Und einer sich des an- soimmer gern entbehrt. Denn dern freun. 1100 demuth und bescheidenheit Ik 3. Beglücken und auch glücks unsre wahre herrlichkeit. lich werden, Itt aller ruf, ist 10. Gieb, HErr, zu allen dei: aller loos. Nur darum ist der nen gaben Auch diese: laß vom hier auferden Gering und arm, stolze rein uns alles brauchen, der reich und groß: Der hat was wir haben, Uins durch eine mehr kraft, der mehr verstand, ander zu erfreun. Dann werden Denn jener braucht, was all in deinem reich An seligs der erfand. keit einander gleich. 4. Wer hat mich andern vor gezogen? Wer wieder andre JA menschen mir? Du thust, durch Mel. HErr, wie du willst 20. freve huld bewogen, Denn alles 1121. Gott, meines nach gute von gab dir nichts zuvor, und ich alles, was ich bin, durch theil Bin Laß mich stets theuer achten, dich. Und auch nach seiner feelen 5. Und ich, ich sollte nicht heil Mit lieb und sorgfalt bescheiden? Ich stolz und trachten. Du schufft ihn zue übermüthig sein? Ich den unsterblichkeit, Und haft ihn nicht achten? den beneiden? felbst zur seligkeit Durch deiMich, weil er mehr empfing, nen sohn erlöset. nicht freun? Als wär ich, hått 2. 3um irrthum, zur ver ich mehr als er, Auch besser dann, auch seliger? nii schlimmerung, Zu sünd und eitelkeiten, Durch list, durch 6. D! laß in meinem gan zwang und anreizung Den zen leben mich meines glücks schwachen je verleiten; Durch und vorzugs nicht zu andrer that und böses beyspiel ihn In frankung überheben, Verken fehler und in laster ziehn: D nen nie der demuth pflicht, GOtt, welch ein verbrechen! Nicht bloß auf meinen vorzug fehn, Nicht andrer gaben stolz verschinähn. bale 3. Laß mich nach seiner besse rung Im glauben und im leben, Durch rath und durch erinne. 7. Ja, meine brüder will ich rung, Durch gutes beispiel stres ehren, Wie arm, wie niedrig ben, Ihm achtung für religion sie auch seyn. Sie können meiner und liebe gegen deinen sohn nicht entbehren, Ich kann mich Fest suchen einzuprägen.gun ohne sie nicht feeun. Nimmt kei. 4. Je mehr du mir gelegen. ner meines glücks sich an, Wie heit und fähigkeiten giebest, arm, wie niedrig bin ich dann. Je mehr laß mich mit red: 8. Wer eitler ehre gern entlichkeit Die seele, die du lies behret, Und tugend an geringen best, zu retten auch befliffen gera Erkennt und schäßt und sein, Und nicht verdruß, ehrt, der ehre: Der niedrigkeit nicht arbeit scheun, Dir, Gott, und hoheit herrn. Wohl, wohl sie zuzuführen.lengt ihm! denn bescheidenheit G.ebt 5. Giebst du mir freunde, allen liebenswürdigkeit. HErr, mein GOtt, Giebst 9. Sie schmückt das alter, giebt du mir hausgenossen: Laß der jugend Den größten reiz, den mich dein heiliges gebot Sie gaben werth, Und glanz und bolehren unverdröffen. Du gabſt heit jeder tugend, Die eitlen sie mir, und deine band Wird 702 Bom pflichtmäßigen Verhalten gegen jeden Menschen. Wird dies mir anvertrautelßig freun, Imr unglück nicht pfand Von mir einst wieder verzagen, Dort niemals über: fordern. 1990 müthig seyn, Dies mit geduld 6. Stann ich kein zeitlich glück ertragen: Und welch ein felis und gut Den meinigen erwer ger gewinn, Wenn ich nicht ben, Laß sie von mir das hoch stolz, nicht muthlos bin! Damit ste gut, Der tugend fegen, auch andre lernen, Durch erben. Hilf, daß ich dir sie, demuth, durch bescheidenheit GOtt, erzieh, Selbst sünd und Bon stolz und feiger schüchterns laster eifrig flich und stets be- heit hutsam wandle. Sich weise zu entfernen. 4. In einem jeden wirkungss 7. Dhätt ich eine seeke je kreis, Den GOtt für mich Geärgert und verblendet, beschieden, Als kind, als jungs Durch leichtsinn oder bosheitling, mann und greis Darf sie Von dir GOtt, abgewens nie mein herz ermüden. Durch det: Ward irgendwo durch unterwerfung, lernbegier, meine schuld Ein mensch verlu Durch ernst und Flugheit nicht ftig deiner huld: Wie müßt ich blos mir, Nein andern auch dies bereuen!#@ zu nüken; Die eltern dankbar 8. Erbarmer, varer, dann ver- zu erfreun, Der jugend rath zeib mir diese großen sünden. und trost zu seyn, Die un Laß mich, laß ihn auf wahre schuld zu beschüßen.vo reu Vergebung vor dir finden. 5. Als gatte, vater, mann Führ ihn zurück zur heiligung, und freund Muß ich stets Laß mich durch eigne besserung christlich handeln, So reden, Ihn stärken und erbauen. wie mein herz es meynt, Und stets mit vorsicht wandeln. Muß Wel. HErr GOtt, ter du zc. nie mich meinerpflicht entziehn, 1122.6 will, ich ſoll Muß, daß auch die die fünde Ott nicht mir allein, Aiehn Und ihrem hang ent. Ich soll auch andern leben. sagen, Die GOtt durch seiner Mein ganzes berz der tugend vorsicht hand Mit mir, zu weihn, Ein gutes beyspiel geben. ihrem glück, verband, Selbst Durch die erfüllung dieser keine sünde wagen. pflicht, Durch sitten, lehren, un 6. Die wahren freunde liebt terricht Soll ich den brüdern mein herz, Ich kann sie nicht nüzen, Un jedem ort, zu jeder entbehren, Sie lindern meines zeit, In dem, was sie erbaut, er- kummers schmerz, Sie stillen freut, Und sie vor übeln scbügen. meine zähren: Doch bin ich 2. Kein stand, so niedrig er nicht so tugendhaft, So fromm auch sey, Kein glück, das mich und so gewissenhaft, Als meine erhebet, Macht je von dieser freunde glauben: So werd'ich pflicht mich frey; Bom tugend, nie ihr beyspiel seyn, Mich dies Reiß belebet, Fehlt mirs nie an se bohen ruhms nicht freun, gelegenheit, Bald demuth, bald Mir ihre achtung rauben.m barmherzigkeit Bald sanft: 7. Oft kann mein herz aufim, muth auszuüben, und, eifrig mer sich Deß, was ich that, er. für der brüder wohl, Sie stets freuen. Oft schám ich meiner so redlich, wie ich soll, So treu handlung mich, und muß sie wie mich zu lieben. einst bereuen. Wohl mir, wenn mich má- lich das böse flieb, Und wenn ich 3. Im glück muß ich eifrig eifrig mich bemüh, Nach mei Bom pflichtmäßigen Verhalten gegen jeden Menschen 703 6. Es liebe nicht nur freunde, ner pflicht zu handeln, Damit Es forge selbst für feinde, Vol mein beyspiel nicht verführt, großmuch, voll geduld! Du Und jeden, den sein eindruck bilfft ja in gefahren, O Gott, rührt, Much reiz', mir nach, auch undankbaren; Selbst böse zuwandeln. fegnet deine huld. 8. Gott, gieb mir beystand, 7. Die hier gern helfen, wers gieb mir kraft, Mich ernstlich den Erfahren schon auf ers zu bestreben, Für andrer wohl den, Wie werth sie, Goit die gewissenhaft und christlich find! Doch mehr noch in dem fromm zu leben. Laß mich lohne, Den einst vor dei. nicht nur, sie zu erfreun, Bereit nem throne Ihr menschens und immer thätig seyn, Jhr freundlich herz gewinnt. wahres glück zu gründen; Laß du sie, vater, auch schon hier, Bey jeder tugendpflicht, in mir Das beste beyspiel finden. Mel. HErr, ich habe mißgehand. eyd 1124. Sig! menschen, Mel.In allen meinen thaten zc. höret, hört das heilige gebot, mein Das uns Christus leh. 1123. bestreben, nicht rer: Seyd barmherzig! ſend's, bloß für mich zu leben, menschenfreund zu seyn; Auch wie GOtt! Gebt, so wird auch Auch euch gegeben, Was euch andern gern zu nuken; Des nöthig ist zum leben! glücks, das sie besigen, Mich, wie des meinigen, zu freun. 2. So viel menschen, so viel bråder; Ein GOtt ist es, der 2. Laß mich bey andrer klas uns schuf. Wir sind eines gen Nicht, eh' ich helfe, fragen: reiches glieder, Allgemein ist Was wird mir, GOtt, dafür? GOttes ruf. Auch den bö Solch eine reine milde, Die sen, wie den feinen, Läßt er mich zu deinem bilde Berklås seine sonne scheinen. ren soll, gewähre mir! 3. Gleicht dem vater im ers 3. Wenn ich die saat aus. barmen! Send barmherzig! streue, Mein vater, e so freue seyd'e ie er! Deffnet herz Deß meine seele sich! Und und hand den armen; Was preise, daß wir gaben Für ihr gest, empfängt der HErr! andrer wohlfahrt haben, Du Helft und eilt, auch ungeses geber alles guten, dich. hen Euren brüdern beyzu= stehen. 4. Erzeig' ich andern güte: So bleibe mein gemüthe Bon 4. Hülsreich zu bedrängten stolz und prahlerey, Bon lust, eilen, Sie beschühen und ers die zu beschämen, Die gus freun, Kummer lindern, wuns tes von mir nehmen, und auch den heilen, Wohlthun, trösten von schnöder lohnsucht frey. une verzeihn, und dies ohne 5. Wenn ich des dankes zähre stolz verrichten: Was für edle, Für wohlthun auch entbeh große pflichten! te: So laß doch nie mein herz 5. HErr, wir geben von dem Des wohlthuns müde werden; deinen. Was wir geben; laß Auch, selber mit beschwerden, uns nie Fühuos seyn, wo brú. Verminde' es gern des nächsten der weinen! Unser mitleid trößte schmerz. fie; Daß, wenn wir zu dir uns nahen, 704 Vom pflichtmäßigen Verhalten gegen jeden Menschen. nahen, Wir auch troft und nie mit verdruß, was ich bes hülf' empfahen! fehl', erzwingen. Im warnen auch noch freundlich seyn, Bey strafen jede härte schenn, Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Den unmuth unterdrücken. 1125 af mia, Gott, In mienen und in blicken 1126.V leben nicht, erbittre dir brüder zu erfreun, Mel. Mir nach, spricht zc. dein Nicht stolz und nicht gebietrisch seyn, und keinen unter: christ, durch eigne rache; Vers drücken; Den haß, den zorn, geben ist des menschen pflicht, die rache fliehn, und mich vergelten GOttes sache. Die durch freundlichkeit bemühn, sanftmuth, die sein wort gebeut, Au niedre zu gewinnen. Liebt feinde, segnet und verzeiht. 2. Voll sanftmuth, nach 2. Wahr ist's, empfindlich ist sicht und geduld, Laß mich der schmerz, Von menschen des schwachen schonen, Gefal- unrecht leiden; Und dennoch lig und voll menschenhuld Die sou des christen herz erz Am zorne dienstbegier belohnen, Durch sich nicht weiden, Soll nicht die man meinen wunsch er- sein eigner richter seyn, Soll füllt, Des herzens bange for alles unrecht gern verzeihn. gen stillt, Mich tröstet, warnt 3. So schwer auch diese pflicht und besſert. dir scheint, Doch wirst du gern 3. Der fromme dulder, der sie üben; Bist du mit ernst sich scheut, Mir seines kumcer tugend freund, Die JEsus mers klagen, Aus banger blöder vorgeschrieben. Empört dein schüchternheit, So wahr sie herz dawider sich, So sieh' sind, zu sagen, Der seh' in mei auf ihn; besiege rich. nem blick mein herz, Seh' mitgefühl bey seinem schmerz, Und eifer, ihn zu lindern. 4. Ihm folgen, ist bein wahrer ruhm. Beleidigern vers zeihen, Ist ehre für dein chri: 4. Laß mich mir nie aus stenthum: Sich ihres falls bitterkeit Der frottsucht lust nicht freuen, Den, der dich erlauben, und nie durch unbeschmäht, nicht wieder schmåhn, scheidenheit Mir gunst und Gereicht dir selbst zum wohlachtung rauben, Nie streckchergehn. der verachtung blick Den, der 5. Im zorn denkt niemand mir zutraun gönnt, zurück, ernstlich nach, was GOtt ges Sein herz mir zu eröffnen. fallen sollte. Die rache selbst 5. Darf ich ben fremden feb. vermehrt die schmat, Die man lern nicht, So gern ich möchte, bestrafen wollte. Kein schimpf schweigen, muß ich, nach wird ungeschehn gemacht, Wenn ces berufes pflicht, Der fehler deine rachgier wild erwacht. größe zeigen; So laß, wenn andre sich vergehn, Sie doch bey jedem vorwurf sehn, Daß ich sie liebreich table. 6. Durch sanftmuth, übe nur die pflicht, Wirst du den feind besiegen: raube deiner seele nicht Dies göttliche vergnügen. 6. Soll ich, weil man gehor- Dann wird der HErr aus dir chen muß, Auch auf gehorsam verzeihn, Dein vater und ver. Dringen: So laß mich, GOtt, lgelter seyn. Dank dem Dankbarkeit. Freundschaft. nabi mo mi thug bis Dankbarkeit. Freundschaft. Mel. Vom himmel hoch, da ic. welch segen ift Mel. Wer nur den lieben Gott. 1128. ein freund, Der, 1127.23enn streben, dir an GOtt, durch dich mit mir ver. gute Und wohlthun, vater, gleich eint, Mich zärtlich und vers zu seyn, und mich mit willi- traulich liebt, mit mir sich gem gemüthe Durch ihren freuet and betrübt! rach und trost erfreun: reichem segen fegne dann die ich nicht belohnen kann. Es 705 Mit 2. Der, fest vereinigt erst Sie, mit die, In einem geiste dann mit mir Der tugend hohes leben lebt, mit mir nach einem ziele strebt. 2. Ich will mich aller ihrer freuden Und ihres glücks von 3. Gedanke, neigung, will' herzen freun; Boll kummer über ihre leiden, Gern, wie ich kann, nur den pfad, Den wir in und that Sind eins in beyden, the tröster seyn; und kann deinem lichte sehn. Getreu und ich lindern ihre noth: Mit hand in hand zu gehn. freuden will ich's thun, o GOtt. 4. Der herzen heil und bess 3. Und kann ich's nicht, dann, ferung, Nicht eitler låste fåttis vater, dringe Mein eifriges gung, Der wahren liebe volgegeber zu dir: Was ihnen gut fühl Jf unsre sehnsucht, unser ist, das gelinge; Denn, HErr, siet. sie thaten wohl an mir. Auf 5. Wir theilen brüderlich jeten komme freud' herab, Dec dein licht, Das uns erleuchtet, seinen brüdern freude gab! jede pflicht Uns zu erleichtern, lede kraft, Gleich fromm zu feyn, gleich tugendhaft. 6. Er, in gefahr zu irren, hört Durch meine wachsamkeit geAuf meiner liebe ruf, und kehrt, rührt, Zurüd vom wege, der verführt. 4. Ich will sie lieben und sie ehren; Will über mein bedürf niß sie mit meinen klagen nie beschweren, Bescheiden stets, und lastig nie; Will, wenn ihr her auch andre liebt, Nie neidisch seyn und nie betrübt. 5. Ersteue sie mit deiner 7. Und wenn ich strauchte; denn wie leicht Fault nicht der güte; Dein segen komme über schwache mensch! so reicht Er sie: Sey stets ihr helfer, und seine bruderband auch mir, behüte Vor widerwärtigkeiten und führet mich zurück zu dir. sie! Trifft dennoch sie gefahr 8. Stets durch einander weiz und schmerz: So tröst und ser, HErr, Stets edler und volls heile selbst ihr herz. Fommener, Verabscheun wir 6. Nimm sie zu deines rei die tauscherey Der schmeichler, ches erben, Wenn einst fie redlich, offen, frey. scheiden, gnädig an! Erquicke 9. Kein streit, Ekein mißtraun, fie mit trost im sterben, Die kein verdacht, Nicht, was uns mir im leben wohlgethan: Und froh und traurig macht, Auch dort, o Gott, vor deinem nicht des schicksals unbestand thron, Sey herrlich einst und Trennt unsrer liebe festes band. gruß ihr lohn! 10. Wir theilen alles, luft und leid, In inniger vertraulichkeit; 706 Vom pflichtmäßigen Verhalten gegen uns felbst. Und jedes zärtlichkeit versüßt auch in dem schwersten streit! Dem andern, was ihm schmerz: Laß nie von dir mich weichen, lich ist. So sehr gefahren drohn: Dann 11. Trennst du auch selber werd ich einst erreichen Mein freund vom freund; Die herziel, der treue lohn. zen bleiben doch vereint Durch liebe, durch gebet, durch rath, Met. Dankt dem HErrn, ihr zc. Und wo wir können, durch 1130.Jich flichen, Wil die that. 12. Vollenden wir den pils mit weiser sorgsamkeit Oft gertauf; So nimmt uns dann mich dem geräusch entziehen, dein himmel auf. Unendlich ist Das mich störet und zerstreut. die seligkeit, Die uns zugleich Will, o GOtt, mit dir allein vor dir erfreut. Andachtsvoll beschäftigt seyn. 2. Prüfen will ich mich im 13. Da hab ich ewig jenen freund, Der sich, mit mir stillen: Wie entschlossen, wie durch dich vereint, ir herz getreu, Dein gesek, Herr, um herz, o vater, giebt, Mich zu erfüllen, meines herzens zärtlich, treu und ewig liebt. vorsak sey; Ob, von niedrer selbstsucht fern, Ich dir red. Vom pflichtmäßigen Verlich dien' und gern! Ott, laß mich eif 1129.69ff rig streben, Der balten gegen uns selbst. 3. Allen täuschungen entriffen, Mel. Befehl du deine wege zc. Seh' ich heller dann mein ziel; Freyer sagt mir mein gewissen, Wo ich siegte, wo ich fiel; Stár, tugend treu zu seyn, Nur fer flammt mein herz sich dann meiner pflicht zu leben, Des zu dem kampf der tugend an. Nie 4. Mehr empfind' ich deine guten mich zu freun; laß es mich vergessen, Daß liebe, Wenn mich fein ges auch der fromme fehlt, Der, citel und vermessen, Sich die gefahr verhehlt. räusch zerstreut, Stärker dei. nes gestes triebe und der zukunft herrlichkeit; Mehr die heiligkeit der pflicht, Und 2. Hilf, HErr, mir bey ge fahren Der welt und eitelkeit dein künftiges gericht. Mein schwaches herz bewahren, 5. Wenn, in dir geweth. Daß es sie weislich schent! ter fille, Meine leidenschaften Laß der verführer lehren und ruhn: O wie strebet dann lockungen mich fliehn, Daß sie mein wille, Alles, was du mich nicht bethören, Nicht in willst, zu thun! HErr, durch ihr nek mich ziehn. deine huld erfreut, Fühlt sich meine kraft erneur. 3. Mein herz kann bald vers zagen, Bald wieder trokig seyn; 6. Froher kehr' ich, theure Hier, was es nicht soll, wagen; brüder, Dann zur thätigkeit Dort, was es thun soll, scheun; zurück; Menschenfreundlich Kann leicht mich hintergehen, leb' ich wieder Gern für euch Wird leicht der lüste spiel, und euer glück; Freue mich, Will die gefahr nicht sehen, wenn ihr euch freut, Leide, Baut auf sich selbst zu viel. wenn ihr traurig seyd. 4. GOtt, laß mich nicht erlies 7. Ja, zur stille will ich fliehen, gen, Verleih' mir wachsamkeit! Will mit weiser sorgsamkeit Oft pilf du mir schwachen siegen mich dem geräusch entziehen, Dab Vom pflichtmäßigen Verhalten gegen uns selbst. 707 Das mich störet und zerfreut, Den weg der tugend wandle, Bis mich einst zur stillen gruft, Mein Herz das böse scheut: Bater, deine stimme ruft. So werd ich doch entdecken, Das meiner tugend flecken 1131.Buche Gott und wagen, mit Mel HErr Chrift! du einger zc. Nicht fremdem blick entfliehn. 8. Wie sollt ich denn noch muche GOtt und wagen, Dem werth, der der tugend treu, Und eifrig andre schmückt, Den vorzug für das gute, Bon sündenliebe zu versagen, Den man in ihm frey, Fren von des unmuths erblickt? Wie sollt' ich nicht Flagen: So darf und kann bescheiden Es immer gerne ich's wagen, Mich meines leiden, Daß ruhm auch andre werths zu freun. Frönt? 2. Doch nie darf ich vermes. 9. Wie sollt' ich stets erzäh sen, Boll stolz, auf andre sehn; len, Wie sehr man mich ver. Nie darf ich es vergessen, Es ehrt; Nicht oft auch das verdankbar zu gestehn: Daß hehlen, Was meinen ruhm GOtt, der mir mein leben vermehrt? Wenn ich das gute Aus freyer huld gegeben, Auch liebe, und es im stillen übe: So tugendkraft verleiht. freut sich schon mein herz. 3. Ich darf den werth em. 10. Ott! laß mich be pfinden, Der meinen geist scheiden In wort und thaten erhebt, Wenn jedem reiz zu suns seyn; Und stets die falschen freu. den Mein herz schnell wider- denDer eiteln ruhmsuchtscheun. strebt. Mich andern vorzuzie. Nicht stolz und nicht vermes. hen, Die diesen reiz nichtsen Den innern werth vergess fliehen, Erlaubt die wahrsen, Den fille größe giebt! beit mir. 4. Doch immer mich erhe Mel. Gott ist mein lied 2c. ben, und meinen brüdern nie 1132.Clift, der für mir vorzug geben, Eingeist, fühlt Verbeut und tadelt sie. Ich und denket. Dein ist er, GOtt! muß dann ihnen weichen, du hast ihn mir geschenket; Wenn ich sie nicht erreichen, Geheiligt sey er denn auch dir! Nicht übertreffen kann. 2. Du gabst zum fleiß Für 5. Den vorzug darf ich zeigen, irdische geschäfte Thm nicht Den man in mir verkannt, allein die ihm verliehnen Und nicht das glück verschweis Fräfte; Weit höher ist sein gen, Das ich im wohlthun fand; wirkungskreis. Damit, wenn ich's verhehle, 3. Er soll nicht bloß Für Mir nicht die freude fehle, diese erde leben: Weit übers Die fremdes zutraun schafft. grab soll er sich einst ers 6. Doch jedermann zu sa heben; Du gabst ihm ewig; gen, Wie groß mein vorzug feit zum( cos. sey, Und stolz ihn zu erfragen, 4. Drum laß ihn nicht Nach If eitle prahleren. Bekannt niedern gütern schmachten; mit meiner blöse, Muß ich Laß männlich ihn die sinnen. fets falsche gréße und jede; lust verachten, Die seiner ruhmsucht scheun. wohlfahrt widerspricht. 7.Wenn ich rechtschaffen hand- 5. Hilf ihm das glück, Did le, mit wahrer frömmigkeit zu erkennen, någen, Und fübr ihn 708 Vom paflichtmäßigen Verhalten gegen uns selbst. ihn stets, es dankbar zu besiken, langefacht. Wahr ist es: ach, Auffeines dascyns ziel zurück. nicht leicht errungen Wird 6. Gieb ihm die kraft, Ganz hier der kranz des sieges seyn: deiner werth zu leben; Verleih und doch ists tausenden ges ihm muth und eifriges bestre lungen, Die nun sich ihres ben Zur dampfung jeder lei fieges freun. denschaft. 5. Verzage nicht, du edler 7. Der tugend werth Laß im freiter, Schwer ist dein kampf, mer ihn empfinden, und jede doch groß dein lohn! Erman. luft zur fünde überwinden, und ne dich und dringe weiter Bis alles, was sie reizt und nährt. zu des großen siegers thron. Er, 8. Auf dich allein Geh seine aller kämpfer muster, litte, stärkste liebe, Und laß ihn Und kämpfend floß herab sein stets, voll guter heilger triebe, blut, Daß er dir, wenn du Dir zu gefallen eifrig seyn. zagst, erstritte In deinem kampfe neuen muth.$ 110 6., ring ihm nach, dem sie: Mel. Wie groß ist des alm. 1133. Shwer ist der ger, streite, Bis dir die krone nur dort dein errungen Will jeder preis der mund an seiner seite Triumph. tugend seyn; Wer bis zum ziel gesänge feyernd singt, Dort hindurch gedrungen, kann sich wehet nur der sieger palme; der siegeskrone freun. Hier ist hier übt die tugend sich im der kampfplak jeder tugend, fireit: Dort tônt dein lied in Das angewiesne übungsfeld; jihre pfalme Bon ewigkeit zu Hier, wo das alter wie die ewigkeit. mid jugend Wankt, strauchelt und gar oft auch fällt. Mel. Werde munter, mein 20. 2. Schwer ist es, liste zu 1134.Gif fen und fe die das herz mein wille, Reiempfänglich ist, Das listig, nes herzens, Gott, zu seyn; den verstand zu trügen, Schon In der unschuld heitern stille wählt, eh sich der geist ent. Deiner gute mich zu freun! schließt. Es römt die lust durch eine freude dieser welt, Wenn alle innen Ins offne herz und sie noch so sehr gefällt, Laß siegt geschwind. Schwer ists, mich wider mein gewissen Wün. den sieg da zu gewinnen, Wo schen, suchen und genießen. in uns selbst die feinde sind. 2. Weiß ich doch, daß deine 3.hier tecken beyspiel, reiz und güte, Die stets vaterliebe ist, triebe, Die ganze schmeichleri- Niemals etwas uns verbiete, sche weit; Parthenisch wählt Was das leben uns versüßt. die sinnenliebe Nur das, was uns zum besten nur gebeut ihrem hang gefällt. Die tugend Dein gesez enthaltsamkeit, soll der macht der sinnen, Dem( Weise ordnung im genusse, fpott der welt, der eitelkeit Máßigung im überfluffe. Der siege schwersten abgewin. 3.unsre kindheit, unsre jugend, nen: Ein großer, aber edler streit. Unser alter darf sich freun. Auch 4. Sie soll die feinsten lieblings.[ die freude selbst ist tugend, Aber fünden, Erregter leidenschaften heilig muß sie seyn, Freude, wors macht und böse wünsche über. aus segen quillt, nicht geseglos, minden, Schon früh im berzen frech und wild, Nicht ein cau. mel, vom pflichtmäßigen Verhalten gegen und selbst. 709 mel, der bethöret, Der geschwingen, und dich heiliger fühl und kraft zerstöret. befingen. 14. Nur in einem reinen her: zen, Nur in einer fenschen brust Mel. Wenn mein stündlein c. Toben nicht der reue schmer: 1135. Wenn du unreine zen, wahre ruh'und luft. Unbeherrschte sinnlichkeit Tödtet die zufriedenheit: Sie vergiftet alle freuden, Und ver. wandelt fie in leiden. freude liebt, Die geist und leib verdirbet: Wenn du der wollust dich ers giebst, Die schimpf und schmach erwirbet: So bist du selbst dein åraster feind: Und ach! z spät wird es beweint, Daß du dich so erniedrigst. 5. Reiner sinn und unschuld schmücker Mehr, als schönheit; fie vermehrt Jede lust, die uns entzücket, Jedes glückes reiz und werth. Reinen herzen fließt der quell Jeder wonne rein und Weil sie ihren geift erhe. ben Ueber dieses erdenleben. 6. D, so bilf mir darnach streben, Reines herzens stets zu seyn, Daß ich heilig möge leben, Und der wollust reize scheun. Schüße vor verführung mich, Und mein herz ergebe sich Kei: ner fchindlichen begierde, Heiligkeit sev meine zierde. 7. Laß mich fröhlich und ge- heit, Undnurdann, wenndienoth sellig, Sanft und willig zu ers gebeut, An deine arbeit gehen. freun, Liebenswürdig und gefällig, Aber nur durch tugend, seyn; Hold und ohne schmei cheley, Stets bescheiden, und doch frey, Ohne frechheit, stets bedachtig Immer meiner selbst auch machtig. 4. Verbotne lust macht stums pfen sinn Für reine geistes: freuden, Verhindert irdischen gewinn, heißt wahres wohl. feyn meiden. Sie stört der freundschaft einigkeit, Ver. scheucht glück und zufriedenheit Aus bäusern, wie aus herzen. 8. Laß die frechheit wilder sit ten Nimmer, GOtt, mein herz entweihn! Laß pallåste, niedre hütten, Jeder tugend woh nung sevn. Jeder strebe, wer ein christ, Weffen wunsch die tugend ist, Daß sein haus, GOtt, daß die erde Nur durch tugend schöner werde. 5. Der wollust sklav' flieht jeden ort, Wo frommer ernst regieret, Und wo der wahrheit treffend wort Ihm das gewif sen rütret; Wenn er ihm nicht entfliehen kann, So höret er die warnung an, Und eilt, sich zu zerstreuen. 9. Dann, dann lohnt mir heil und segen; Göttliche zufrieden heit Leiter mich auf meinen wes gen Noch zu größrer seligkeit. Weih ich, GOtt, mein herz nur dir: D, dann werd ich eins von 6. GOtt, wahrheit, tugend, ewigteit Ist nicht, wornach er strebet, Weil er ja nur der sinnlichkeit, Nach art der thiere, lebet; Wie káme noch zur tugend luft In eine längst entweihte bruft, bier Mich zu reinern freudent ie trieb zum besser werden. 7.50 2. Verschwendest du nicht uns dankbar Des körvers beste fråfte, Und machst dadurch dich uns brauchbar Für alle die geschäf te, zu welchen sie deinGOtt dir gab? Muthwillig stürist dn dich ins grab, Und wirft dein eigner mörder. 3. Wenn niedre luft dein herz erfüllt, und wie ein feuer lodert: So scheuet es, unstät und wild, Was ernst und arbeit fodert: Sters wirst du mit verbroffens 710 Wom pflichtmäßigen Verhalten gegen uns felbft. 7. So wird durch niedrelust reizt, Der nach der erde gütern der welt Verstand und herz geizt, Wie tief kann er nicht geblendet, So wird selbst eigen: finken! Er feines schöpfers thum und geld Gewissenlos ebenbild, Wird tygern gleich, verschwendet. Spott und ver: kann fühlloswild Selbst men achtung folgen nach; Doch ist schenthrånen trinken, Und er die allergrößte schmach Das verzehrt durch leidenschaft brandmark im gewissen. Des törpers mark, des geistes kraft. 8. D! denkt, unglückliche, zurück An eurer unschuld 2. Winkt ihm das geld, lockt zeiten! Da konntet ihr mit ihn gewinn: Ach, unaufhalts freyem blick In freuden und sam rennt er hin, Den gözen in leiden Zu GOtt euch wen- zu verehren. Ihn fesſelt keine den im gebet, Durch das ihr süße pflicht, Ihn rühren brujest den heil'genschmåht, Der derthrånen nicht, Nicht heiße reine terzen fodert. wittwenzähren. Dem gözen 9. Der oder die zuerst den treu, verräth er gern, Wie weg zu wollustsünden bahnte, Judas, seinen eignen HErrn. Die unschuld schüchtern oder 3. O JEsus Christus, sanft frech Bur unkeuschheit ermahn- und mild, Erhalte deiner liebe te: D, weh euch! der verfüh. bild Mir stets in meinem her. rung fluch Steht längst in GOtszen! Von hårte, geiz und tes richterbuch Für euch schon habsucht frey, Laß mich, der angeschrieben. schönsten pflicht getreu, Stets mildern fremde schmerzen; Und menschenfreuden zu erhöhn, tet, Und jedes alters ehren. Auch da laß mich stets auf dich Fleid, Der sitten zucht, verach sehn! tet! Gemeinschaftliche laster. 4. Jch trüge nicht der gott. that Wird dem, der sie begangenheit spur, Ich wär' ein schand. bat, Zwierache strafe bringen. mat der natur: War' ich dem 11. Auch eures beispiels reiz geiz ergeben. Ich liebte dann und kraft Wird andre sünd'gen nicht meinen GOtt; Ich fühlte lehren, Und jedes böse, was ihr nicht des nächsten noch, Ich schafft, Verbreiten und ver baßte selbst mein leben. Drum mehren. Und Gott, deß reich GOtt, bewahr, ich bitte dich, ihr frech verderbt, Wird, die Vor geiz und habsucht ewig ihr so in fünden sterbt, Euch mich! fürchterlich einst frafen. 1137. M geist, bereit, Was Mel. Straf mich nicht in 2c. dich, mein 12. Kehrt beute um, da ihr noch könnt! Berlaßt dies sünd'. ge leben! Braucht ja die zeit, die GOtt euch gönnt, Zum eifrische, fleh und bete, Daß dein herz gen bestreben, zu bessern, was zur bösen zeit Nicht von GOtt ihr jetzt verderbt! Wißt ihr, ob abtrete. Ach, schon ist, Man: ihr nicht heut noch sterbt? cher christ von versuchungs Und ist es dann noch möglich? stunden plöhlich überwunden! 12. Aur dann, und ermuntre Viel. Dewigkeit, du donner. zc. dich Aus dem sichern schlafe! Jm. 1136.De leicht, er mensch den mer, glaub es, zeiget sich Bald Dem 10.Weh euch, die ihr die sinn lichkeit mehr als gewissen ach Vom pflichtmäßigen Verpalten gegen uns felbft. 711 Dem es deucht, Daß er sicher, teben ist ein prüfungsstand, Der Febe Auf der tugend höhe. himmel ist mein vaterland.s 3. Wache, denn hier hat 2. Wie schatten vor der sons der christ Noch von allen seiten, ne fliehn, So fliehet meine Was der seele schädlich ist, zeit dahin. Hier ist nicht, was Muthig zu bestreiten. Gottlich wähle. Ich eile nach der läßt zu, Daß auch du, Wenn ewigkeit. Ach, mache mich dazu du sorglos wallest, In versu- bereit, Bewahre meine seele; chung falleft. Gieb, daß ich als ein wahrer 4. Wache, daß dich nicht die chrift, Stets suche, was im welt Durch gewalt bezwinge, himmel ist. like midst Oder, wenn sie sich verstellt, 3. Der tugend hindernisse, Listig an sich bringe. Wach und sieh, Daß dich nie Die verführer fällen, Die dir neke stellen. 136 103 5. Wach, und hab auf dich wohl acht, Trau nicht deinem berzen. Leicht kann, wer es nicht bewacht, GOttes huld verscherzen. Ach, es ist Boller list, Weiß sich selbst zu heucheln, Und mag gern sich someicheln! Gott, Sind viele; trübfal, angst und spott Muß oft der fromme leiden. Der weg ist schmal und weit das ziel, Und doch sind seiner feinde viel, Und wenig oft der freuden. Und den: noch soll's ihm nie gereun, Dein vilger hier, o GOtt, zu seon. 4. Hilf darum mir, o JEsu Christ, Der du mein heil gewor. 6. Aber bet' auch stets dabey, den bist, Hilf mir und allen Bete bey den machen! Das wird frommen. Laß auf der selbst: dich von trägheit frey Und beverleugnung pfad, Den auch hutsam machen. GOtt verleiht dein fuß gewandelt hat, Mich Munterkeit Auf dem rechten hin zum ziele kommen. Streit pfade Durch erbetne gnade. ich mit dir nur standhaft hier 7. Nahe dich dann mit So herrsch ich ewig auch mit dit. gebet Oft zu seinem throne; 5. Berleihe mir beständigkeit, Wenn dein herz nur gläubig Laß mich mit unerschrockenfleht, hört er in dem sohne. heit Den weg deslebens gehen. Er verheißt einen geist, Mit Fal ich, so hilf mir gnädig ihm kraft und leben, Auf dein lauf: Hilf mir vollenden meis Alehn zu geben. nen lauf, Lag fest in noth 8. Nun, so will ich immer.jmich stehen, Getroft auf deinen dar Wachen, flehn und beten, schuk vertraun, Und selig einst Und, vermehrt sich die gefahr, dein antlik schaun.he Immer brünst'ger beten. In der noth, In dem tod Werd ich froh bestehen: GOtt wird mich erhöhen! Mel. Wie groß ist des zc. 1139. Silt, turze tage Mel. O ewigkeit, du donnerw. meines Lebens, Eilt in dem schnellen flug da. 1138.me ein leben ist ein bin! Ich weiß, ich lebe nicht prüfungsstand, vergebens, Weit ich dereinst Der himmel ist mein vaterland, Junsterblich bin. Sie fliehn, die Nicht find ich ruh auf erden. Furzen augenblicke, Wie süße Ich suche meines GOttes stadt, morgenträume fliehn: Und je. Die er uns dort erbauct hat; der ist mir doch zum glücke Der Da werd ich selig werden. Mein ganzen ewigkeit verliehn. st 2. Wie 712 2011 mp Sparsamkeittoming mode 2. Wie kurz ist meines lebeten, Der schwachheit gnädig bens reise Hinüber in das vas mir verzeiht, und täglich neue terland! Doch dies ist wohl kräfte giebt Dem, der sein that, dies ist weise Regierung wert von herzen liebt. einer vaterhand. Nah ist viel: 3. Mit much trag ich des leicht des lebens ende, lind nah lebens leiden, Und von den füns am großen ziel meinlauf, Dann dern schmach und hohn; Denn eil ich in des vaters hånde, Zu des gewiffens reine freuden feiner herrlichkeit hinauf. Sind mehr werth, als der welt ihr( ohn. Und was kann christen mehr erfreun, Als dessen sich bewußt zu sevn? 3. Was ist alsdann dies erden leben mit aller seiner leiden rein? Wie froh wird sich mein geift erheben, und feiner seligs 4. Darum, mein geist, sen stets keit sich freun! Wie kurz ist die beslissen, Daß unverstellte fes lebens dauer! Vielleicht, daß frömmigkeit Dir immerdar balt die stunde schlägt, Da sich ein gut gewissen, und zuvers des nahen todes schauer In sicht zu GOtt verleiht. Und du, allen meinen adern regt. mein GOtt, regiere mich, Denn, 4. Wohl mir, wenn danno, was tönnt ich ohne dich? nicht eine stunde Des lebensillors ni ungenügt verschwand, Wenn T ich mit dem verliehuen pfunde misdi Sparsamkeit. Gol Nie meines dafeyns pflicht ver kannt. Früh oder spät mag sie Mel Kommt her zu mir, spricht. 2017 dann schlagen, die sterbeglocke 1141.2er fich mit einer meiner darf alsdann nicht angstvoll zagen Bor tod, Ist auch ein freund der spars gericht und ewigkeita mbi famkeit, Und scheut sich zu 5. Sie ist mir ruf zu hoher verschwenden; Bey seiner chas wonne, In einer welt voll trost tigkeit bemühn Nahm er, und licht, Wo nichts den mit GOtt, was du ihm verliehn, tagsglanz ver sonne Mit trů. Aus deinen vaterbänden. ben nächten unterbricht. Dann 2. Dieß weiß er, und er sucht zähl ich nicht mehr tag und erfreut, Aus wahrer, from= stunden; Mein maaßstab ist mer dankbarkeit, Was du ihm die ewigkeit, und mein gefühl, gabst, zu nuken; Er will es der erd' entbunden, Des himnur, so wie er soll, Su seinem mels ganze feligkeit.ne niso glück, su andrer wohl, Er: halten und besitzen. Mel. Wer nur den lieben: c. 3. Als feind von jedem 1140.28 enn ich ein rein überfluß, Bleibt er stets mäßig gewissen habe, im genuß Der vielen sin. Wie groß ist meine seligkeit! nenfreuden; Er schránket, wo Es ist des himmels beste gabe, jer sell, sich ein, Wird jede las Das höchste glück schon in der der schulden scheun, Und lieber zeit. Ju freud und leiden giebt mangel leiden. es hier Die wahre ruh der 4. Besitzt er gleich durch reich feele mir. depu thum viel, So wird er doch aufs 2.Getrost bin ich vor Gott zu treglück im spiel Nichts zu vers ren, Undals eintind voll freudig. schwenden wagen; Er weiß, daß teit Ihn, meinen vater, anzu Idas, was er verliert, Oft schaam. erfüllte Im Leiden. 713 erfüllte reu gebiert, Durch sie zen nagt, Wir werdens übers des unmuths klagen. leben, und über alles, was 5. In allem, was er thut, uns plagt, Uns siegend einst ein chrift, Dem prachtlust nie erheben. Die welt vergeht; Der bedürfniß ist, Dem g'nügsamgeist besteht! O laßt den teit nie fehlet, Entbehrt erschöpfer walten! Er will den gern, was eitelkeit, Was mos geist erhalten., nand desucht und üppigkeit Zum glück 3. So mag denn, was die welt des lebens zählet. ni uns gab, Zerfallen und zere 6. Bey gütern, die vergång stduben, Es nabe sich uns tod lich sind, Sucht er das, was und grab: Des schöpfers huld fein fleiß gewinnt, Mit forgfalt wird bleiben. Er segnet gern, zu bewahren. Er weiß, thm Und ist nicht fern von allen, drohn in künftger zeit Leicht die ihn lieben, und sich im elend, mangel, dürftigkeit dulden üben.se log Und krankheit und gefahren. 4. Bir zagen nicht, du GOtt 7.Boll eifer gegen jede pflicht regierst, Und wenn du men. Svart er, aus geiz und karg- schenherzen Durch leiden hin heit nicht; Reicht seine milden zum guten führst, So segnen gaben Den brüdern, die ihr wir die schmerzen. Wir haben kummer drückt, Damit sie, muth; Sind wir nur gut, wenn er sie erquickt, Mehr So mags uns übel gehen: Wie lebensfreuden haben. werdens überstehen. 8. Co oft es ihm sein herz gebeut, Ist er, ohn eigennuk, Mel. Vom himmel hoch zc. bereit, ſüßen, Und sucht, damit er's 1143.28enn menſchens hülfe dir ge fichrer kann, Was er durch bricht, So hoff auf GOtt, und sparsamkeit gewann, zu def zage nicht. Wenn niemand sen wohl zu nutzen. hilft, so hilft doch er; Mit ihm ist teine laft zu schwer. 9. Sollt ich, als christ, nicht sparsam seyn, Jch nicht auch 2. Laß nie der menschen gunst die verschwendung scheun, Den allein Dein einziges vertraus mißbrauch deiner gaben? GOtt, en seyn; Dean ach, wie selten gieb mir kraft zu dieser pflicht, ist der freund, Ders immer So kann ich froh're zuversicht Zu dir im mangel haben. treu und redlich meint. 3. War' seine lieb auch kein betrug, Hátt er auch lift und macht genug; Entreißt nicht oft ein augenblick Ihm, deinem Mel. Was GOtt thut, das ist. freunde, selbst sein glück? Im Leiden. 1142, Gin Gozt regiert! 4. Nimm deine zuflucht nur was zagen wir? 31 GOtt, Der rettet dich aus Ein GOtt erzieht durch freuden jeder noth; Wähl ihn zum Und durch der schmerzen druck freund, nur er allein Kann und uns hier. Was ist des lebens will stets der deine seyn. leiden? Ein ernster streit Um feligkeit. Es mag uns übel ge- Mel.Erschienen ist der herrlich. Dit hen: Wir werdens überstehen. 1144. Goie lebet noch 2. Was, am drum sorg nicht. ( 714 Vom nicht. Du, Here, bist meine zuversicht. Etürzt auch der ganze weltkreis ein; Du wirst mein schuß und retter fevn. Gelobt feyst du! 2. Er freut sich auf sein ende, Und hebt voll dank die hände Zu seinem vater auf, Der, bey der welt verderben, So froh ihn lehret sterben, Nach meinen vater, fenn? Jsts deine einem wohlvollbrachten lauf. macht nicht, die die welt Mit 3. Sein ruhiges gewiffen weisheit und mit gut' erhält? Bebt nicht vor finsternissen, Drum sorg ich nicht. Die grab und höll umgiebt: 2. Du forgst für mich, was sorg ich denn, Da ich dich, 3. Wenn mich gefahr und Die schreckensvollen pfade Er noth umringt, Mir einsicht leuchtet ihm die gnade Des feblt, kein rath gelingt; Dann GOttes, den er treu geliebt. denk ich voll vertraun daran, Daß du regierst; dich bet ich an; Ind du hilfft mir. 4. Hier fließen keine thrå. nen Der angst; hier áchzt kein stöhnen Der reu, die ihn 4. Du kennst mich, und zerreißt. Sein herz, zu Gott dein rath weiß wohl, Wie erhoben, Empfängt den troft er mein schicksal lenken soll. von oben, Und fried und freud Auch dann machst du es mit im heilgen geist. mir gut, Wenn du mich prüfft; 5. Er segnet froh die seis drum hab ich muth, Und traunen, Die um sein lager weis auf dich. nen, Ermahnt und tröstet sie: 5. Legst du auf mich ein und seiner treue wegen Erfüllt schweres joch; Wie schwers GOtt seinen segen, Und weis auch sey, so hoff ich doch. Du chet auch von diesen nic. bilfft uns tragen, was uns 6. Die engel steigen nieder, plagt; Und wer nach deiner Voll froher jubellieder, Die hülfe fragt, Den stärkest du. seele zu empfahn. Er stimmt 6. Wie hart mich auch ein in ihre chére Anbetung, preis leiden drückt; So bist du's und ehre Dem mittler, seinem doch, der mich erquickt. Du heiland, an. papaya giebst mir kraft zum kampf und 7. Laß, höchster, mich bestre. lauf; Und fall ich, so bilfft du ben, So in der welt zu leben, mir auf. Gelobt seyst du! Wie man dies glück erwirbt: 7 Mein vater, drum ver. Damit ich einst, ein erbe Der laß ich mich In allen fållen seligkeit, auch sterbe, Wie ein nur auf dich. Sieh stets mich gerechter frommer stirbt. erbarmen an; So bin mit ich froh, GOtt lebet noch! und jauchze dann: Code. frechen fünder scheiden, Da gehn des chriften freuden an. Mel. Wenn mein stündlein 2c. 1146.Groß wird des ſün. ders elend seyn, Unendlich schwer zu tragen! Mel. In alen meinen thaten 2c. Ach, unter des gewissens rein Vom Tode. 1145.Wie fanft fehn wir Wird seine ſeele zagen, Wenn den frommen, ibn, den nichts zur buße weckt, Nun bald der erd' entnommen, Die stunde des gerichts ers Sich seinem ziele nahn! Wo schreckt, 3ur rechenschaft ihn fich des lebens freuden Vom fordert. min 2. Bex: Bom Tode. no 715 2. Verschwendet ist die průs| glück? Es währt nur einen fungszeit! Wie viele seiner augenblick. Wir eilen schnell stunden Sind, in dem dienst durch zeit und welt, Wo uns der eitelkeit, Vergebens ihm ein traum gefesſelt hält. entschwunden! lebens zweck Er hat des 2. Hier haben wir kein eigen. verfehlt: Othum; Doch trachten wir nach welche reu ergreift und quält ehr und ruhm! Und kaum ist Bu spát nun seine seele! unser wunsch erhört, So sehn wir unsre qual vermehrt. 145 3. Der kummer dringt bis zu dem thron; Und sorgen sind des reichthums lohn. Wer in der würde glänzend prangt, noch kein wahres gut erlangt. at 4. Von allem, was die welt erhebt, Was ist es, das uns 4. Nun flucht ihm, wer des überlebt? Was folgt uns in die lasters bahn, Durch ihn verewigkeit, wenn über uns der führt, erwählte. Nun klagen ihn HErr gebeut? die seelen an, Die er aus bosheit 5. Was streb ich hier nach quälte; Und jeder schmerz, ruhm und ehr? In kurzem durch ihn vermehrt, Und jedes glück, durch ihn gestört, Tritt furchtbar ihm vor augen. bin ich auch nicht mehr. Viel. leicht ist schon mein abschied nah, Man sucht mich, ich bin nicht mehr da. 5. Des richters ernste stims me spricht: Weich von mir, übelthäter! Und in ihm sein gewissen spricht: Du bist ein übelthäter! 6. Das gute, das wir aus. geübt, Bleibt, wenn der erde glück zerstiebt. Wer als ein Von GOttes an. wahrerchrist gelebt, Stirbt nicht, gesicht verbannt, Fühlt er, wenn man ihn gleich begräbt. was er sonst nie empfand: Gerecht sey seine strafe. 7. Herr, lehre mich, dies sey dein schluß, Daß ich die 6. O sünder, sichre jünder, eilt, welt verlassen muß. Entreiffe, Euch reuvoll zu bekehren! Laßt weils noch heute heißt, Der nicht, weil das gericht verweilt, welt und sünde meinen geist. Euch durch den wahn bethören: Zur beßrungsey noch immer zeit Und fern sey noch die ewigkeit, Mel. Befehl du deine wege zc. Fern noch gericht und ftrafe. 1148.0ané endé, Wilst 7. Sie kommt; ihr mögt, was GOtt euch droht, Bezwei du nichts übels thun! Der tod feln oder glauben; und leicht bringt oft behende Das aller. kann euch ein schneller tod Die lekte nun. An jedem augens zeit zur beßrung rauben! Jest blicke Hängt ewig wohl und noch will Gott erbarmer seyn, web, Drum denke wohl zurü. Will eure sünden noch verzeihn: de, Wohin dein ende geh. O sucher seine gnade! 2. D mensch, gedenk ans ende! Wer weiß, ob nicht noch heut Mel. Wenn wir in höchsten. Der cod dich treffen könnte. Drummache dich bereit, Daß du kannst rechnung gebenVon dem, was 3. Wo bleibt nun jedes eitle gut, Worauf sein wunsch sich lenkte? Wo bleibt der stolz, der übermuth, Womit er andre Fränkte? Gebeugt ist jetzt sein trokig hers, Und jede luft wird nun in schmerz, In pein und qual verwandelt. 1147. A, GOtt, was ist der menschen 716 Bon Jugend Erziehung. was du gethan, Damit dein Wir kennen uns, und o! hinfort eignes leben Dich nicht ver: Trennt uns kein abschied wieflagen kann. der.id mad.01 3.0 mensch, gedenk and ende! 7. Der seligkeiten, GOtt, sind Stirb stets den sünden ab, Gieb viel! O freuden ohne maaß und dich in GOttes hånde, Und ziel, hoch über alles sehnen! fürchte nicht das grab. Sey O ewigkeit, o ewigkeit! Was fertig alle stunden, halt dich an ist das leiden dieser zeit? Wie Shrifti blut. Wirst du ihm treu nichts sind alle thrånen! befunden: So ist dein ende gut. Von Jugend Erziehung. Mel. Kommt her zu mir zc. 1149.inft sinkt der leib Mel. Alle menschen müsſen 2c. ing küble grab, 1150.Menschenweisund Der staub zu anderm staub hin ab, Nicht sterblich mehr zu le- sum leben GOtt erschuf: Welch ten. Mit freyem flug und frohem ein wichtiges bemühen! Welch blick Kehrt der entbundne geist ein feliger beruf! GOtt zum zurück Zu dem, der ihn gegeben. ruhm, der welt zum segen, 2. Owohlihm, war er fromm Ihres eignen heiles wegen, und gut, Wenn er von seiner Kinder weis und gut erziehn: arbeit ruht, Wenn thaten ihn Welch ein wichtiges bemühn! begleiten! Wenn er dir ähn. 2. Wichst der mensch in früs lich, JEsus Christ, Unsiráfich, ber jugend Roh und ohne rein und tüchtig ist Zum glückzucht heran, Ohn' erkenntniß, der ewigkeiten! ohne tugend: Kann er dann 3. O bohes glück, vor GOtt zu des lebens bahn Würdig, mit stehn! O freude, JEsus, dich zu vernunft, betreten? Würdig fehn, Und deines reiches glie: dich, v6Ott, anbeten? Seinem ber! Zu sehen dich in deinem nächsten nüglich seyn? Dei. licht Von angesicht zu angener liebe sich erfreun? ficht, Dich, erker aller brüder! 3. Jeder, dem du hier aufers 4. Wie dann mir wird zu mu- den, Kinder gnådig anvertraut, the seyn, Wenn alle todten, Sorge, daß sie weise werden, groß und klein, Vor dir ver: Daß er ihre wohlfahrt baut; sammelt stehen! Du vor dem Lebre frühsie tugend lieben, Und vater mich bekennst, Mich rufest, das gute willig üben. Diese mich beym namen nennst, Zurpflicht ist ernst und groß; Nichts, freude einzugehen! nichts spricht von ihr mich tos. Sna 5. Befreyt und ewig fern von 4.Menschenschöpfer! tugendqual, Getränkt mit freuden mehrer! Laß, zu fördern ohne zahl, GOtt immer, immenschlichkeit, Båter, mitter, mer näher! Ja, dann steigt pfleger, lehrer, Fürsten und jeden augenblick Der seele die obrigkeit mit vereinter unaussprechlich glück noch jorgfalt wachen, Unsre jugend unaussprechlich höher! fromm zu machen; Sie durch 6. Und aller feigen geisterflehr' und beyspiel ziehn, Und schaar, und wer auf erden heilig selbst sünd und laster fliehn. war, Sind alle meine brüder; 5. Vfianz' in aller kinder her: Wenich hier liebte, find ich dort, len Weisen, frommen tugend, finn, Hauslicher Stand. T 717 finn, Daß sie nicht ihr wohlsund heiterm sinn Auf pfad und verscerzen; Laß fie trägheit, siel der wallfahrt hin. eigensinn, Aergernis und 4. Wohl dem, dem frommer leichtsinn fliehen, Und um finder segen Des lebens pfad unschuld sich bemühen. Führe noch schöner macht; Wenn sie im sie auf ebner bahn, Daß ihr bergen tugend begen, Wenn in fuß niat sleiten kann den blicken unschuld lacht; Wenn mind sie der ältern beyspielrührt Und auf den weg des lebens führt! 5. 6. Dort, vor beinem ange sichte, Werden die erzieher stebn; Selia, wenn sie im gerichte Ihre kinder vor bir genoen bidenen, deren hauss des HErrn ſehn, und dann sagen können: vor augen schwebt, Wenn jeder teinen, verlor ich von treu und unverdrossen Nach den meinen; HErr, Und dann fin seiner pflicts erfüllurg strebt, der flehn für sie: GOtt, vergilt Wenn eintracht und zufriedens nun ihre müh. heit Sein haus zum sik des 7. Menschen weis und gut segens weibt! erziehen, Die dein wort zum 6. Ja, denen, die dich kindlic leben schuf: Welch ein wich- ehren, O vater, strömt dein tiges bemühen! Welch ein segen zu. Sie wandeln folgsam feliger beruf! Laß, o heil deinen lehren, Und traun auf ger, deinen willen Aae eltern dich und finden ruh, Und finden treu erfüllen, und gieb deinen freude, deren werth Und dauer segen dann, Daß sie reichen Feine zeit gernört. John empfahn. 7. 3war oft wird auch der felch der leiden Den deinen, HErr, von dir gefandt; Oft muß die tod und trennung schei. den, Die blut und treue fest verband; Oft stört des grams 1151.millen wollen und unfalls wuth, Oft kranks beit wir ebrea, ibren beitern muth. Onn Dich, Gott, der frommen wens 8. Doch trinken sie den keld del liebt, und bittenden, was sie gelaffen, Den du, ihr vater, begehren, was ihnen nugt und eingeschenkt. Du zurnst nicht wohlthut, giebt. Schon oft sind ewig, kannst nicht hassen, wir erquickt, erhört, Von dei Du, GOtt, der seiner kinder nem thron zurückgekehrt. denkt, Det, wenn ihr glaube 2. Uns alle, die hier fleyn, verstandhaft ringt, Durch leiden bindet Des blutes und der sie zur wonne bringt. madal freundschaft band. Und unser 9. Mag doch des codes band dank, o GOtt, empfindet Die uns trennen! Wir werden einst milde leitung deiner hand; Erjuns wiedersehn; Vor GOttes preift dich, großer menschen. thron die unsern kennen, Mit freund, Der uns durch dieses ihnen dankend vor ihm stehn. band vereint. Da, wo kein tod mehr tren3. Wohl dem, der in dem ehenen kann, Stebn wir vereint bunde In fester lieb und ein und beten an. mid tracht lebt, Jhm wird so manche 10. Wir preisen ewig dann die lebensstunde Mit seligkeit und gute. Die unaussprechlich uns lust durchwebt; Er blickt mit rublgelizbt, Dem gottgebeiligten ges mütbe Häuslicher Stand. Mel. Wer nur den lieben GOtt 718 Pflichten der Lehrer und Zuhörer. müthe Echon hier des lesie, was sie thun Mit freuden, bens vorschmack giebt, Durch nicht mit seufzen, thun. freundschaft uns zur ewig. keit, Zur wonne der verklår ten weiht. Pflichten der Lehrer und in dein ew'ges reich). 11001 Zuhörer. Mel. Vor deinen thron tret 2c. as amt leh: 9. Ja, Gott, wir wollen sie erfreun, Und dankbar fromme hörer senn: So führst du auch einst uns zugleich mit ihnen 1152.Der Pflichten des christlichen Bürgers. Mel. GOtt des himmels und zc. dein; Dein dank und ehre seyn, Daß du der 1153. heuer, wie mein eignes leben, Wie Firche, die du liebst, Noch mein nam' und eigenthum, immer treue lehrer giebst. Sey mir, menschen, euer leben, 2. Gesegnet sey ihr amt Euer eigenthum und ruhm, und stand! Sie pflanzen, Alles, was euch GOttes rath HErr, von dir gefandt, Von Gab, und noch bestimmet hat. zeit auf zeit dein heil'ges 2. Strebt schon in der zeit wort, Und licht mit ihm der jugend Nach verdiensten, und tugend fort. werbt, gewinnt Durch ge. 3. Wie freut ein guter leh schäftigkeit und tugend, Die rer sich, Wenn er, erleuchtet die besten scháze sind, Wer. selbst durch dich, Den jüngern det angefehn und reich; Alles, JEsu gleich gesinnt, Biel alles gonn ich euch. seelen für dein reich gewinnt. 3. Immer will ich, frey 4. Wohl uns, wenn du auch vom neide, Und vom eigen. uns so liebst, Das du uns nuge rein, Eures segens, eurer treue führer giebst, Die weise freude, Eures glücks und sind und tugendhaft, In lehr' ruhms mich freun; Froh, daß und that voll geist und kraft! unser GOtt euch liebt, Euch so 5. Laß ihres unterrichts mild und reichlich giebt. uns freun, Gewissenhafte hos 4. Allen helfen, eifrig ihnen rer seyn, Und schäzen deiner Wohlthun, wie mein hei. wahrheit werth, Die uns ihr land that, Schaden wehren, unterricht erklärt! allen dienen, Dem mit hülfe, # 6. Dein wort ist, was sie dem mit rath, Willig, jedes lehren, HErr! Laß uns da unrechts feind,- Aller mens durch stets beiliger Und beffer schen wahrer freund. werden; nur alsdann Gehn 5 Lasset uns einander lies wir einher auf rechter bahn. ben, Gern einander glücklich 7. Das ist der lehrer bester sehn, keinen krånken und lohn, Wenn ihrer mühe früch- betrüben, keinen drücken, keis te schon Sie hier in unsrer nen schmähn, Aller zwietracht, tugend sehn, Mit uns den alles streits Feinde seyn! weg zum himmel gehr, denn Gott gebeuts. 8. Fern sei von uns der frevel, 6. Laßt uns halten treu und Gott, Durch undank sie und glauben, Fliehn, was andern baß und sport Bu kranken, daß schädlich ist, Arm' und schwache nicht 719 nicht berauben Durch betrug, gewalt und list! Welch ein grául vor GOtt ist nicht Fal sches maaß und falsch gewicht! 7. Last uns nie, was wir versprechen, Widerrufen, weils uns reut; Nie, was zugesagt 4. Er wächst gleich einem juns ift, brechen, Oder schänden gen baume, Gepflegt in seinem unsern eid. Von betrug und schuße auf. Erwacht er aus dem tücken rein, Lieber arm, als jugendtraume zu einem thats treulos seyn! Pflichten des chriftlichen Bürgers. unbewußt; Noch kennt er selbst nicht sein bestreben; Und schon ist er der andern lus; Denn schon empfangt mit treuer Hand Den fallenden das vaterland.. gen lebenslauf; Hier ist, was ihm zum guten kraft, Im kampf der sunde ftårke schafft. 8. Haffen laßt uns alle lügen, Alle schmähsucht; jeder sey Offenherzig und verschwiegen, In der freundschaft fest und treu: Jeder nehme, wo er kann, Der verläumdeten sich an. 5. Ja, ihm kommt dann auf seinen wegen Die göttliche religion Mit ihrem heile früh entgegen, Zeigt ihm des glau9. Laßt uns gutes gern be- bens werth und sohn; Des holohnen, Wies uns unser GOtt hen glücks, ein christ zu seyn, belohnt, und der brüder Kann er mit taufenden sich freun. fehler schonen, Wie der HErr auch unsrer schont! Ach, er schont, mit welcher huld, Wel 6. Und tritt er nun zu dem geschäfte, Dazu die vorsicht ihn erkohr: Vereinigt wirken her langmuth und geduld!! feine kräfte Zum allgemeinen 10. Also laßt, von GOtt ge- wohl empor; Und ordnung trieben, itns einander gern und und zusammenhang Vermehrt treu lind als seine kinder lie- und stärkt der thaten drang. ben. Obne zwang und heuche- 7. Vereint zu einem gleichen ley! O wie selig werden wir, ziele, Wirkt jeder dann des Dann nicht werden dort und andern glück; Und jeder sieht hier! mit frohgefühle Auf das ges meine wohl zurück; Und was Mel. Wer nur den lieben ic. ein mensch nicht wirken kann, hr bürger eines Das fangen sie vereinigt an. 8. Nicht alle haben gleiche Vereinigt euch zum lobgefang; kräfte; Der nugt durch einsicht Bringt unserm vater frohe lie- und verstand, Ein anderer durch der Sagt ihm für seine gnade fein geschäfte, Durch seine dank; Ihm, welcher uns kunst dem vaterland; Und dock mit weiser hand Vereinigt vereinigt nüßen sie Einander hat im vaterland! all durch ihre müh. 2. Der mensch kann nicht 9. Ind stromet von des fürs allein sich bilden, Nur men- sten throne nicht schuß und schenumgang bildet ihn; Er sicherheit uns zu? Wer macht, wandelt einsam auf gefilden, daß jeder sicher wohne? Wer Die ihm umsonst entgegen blühn; schenket uns des friedens ruh? Nur menschen lindern seinen Ja, durch sein väterlich bemühn schmerz und gießen balsam in Sehn wir des landes wohlsein herz. fahrt blühn. 1154.3 antes, brüder, 3. Hülflos beginnt er dieses 10. D danket GOtt, der uns leben, Sich seiner selbst noch! verbunden Durch der gesellschaft enges 720 Bitten für den Landesherrn und Obrigkeit. enges band! Wir haben glück Bitten für den Landes: und ruh gefunden In unserm berrn und Obrigkeit. theuren vaterland; Hier, wo als bürger und als chrift Eir Mel. Nun bricht die finstre racht. ieder freund des andern ist. 1156. Dherr, fren fich, 11. Nur lasset uns einan der nüßen Auf der uns ange. GOtt, deiner allezeit! Sein wiesnen bahn, Das allgemeine auge fete stets auf dich, Sein wohl beschügen, So viel ein herz sey dir geweiht! ieder immer kann. Nur wer 2. Begnadigt, HErr, mit ein freund des landes ist, Derdeiner kraft, ütnd deines gei ist ein menschenfreund und stes voll, Gedenk' er stets der chrift! rechenschaft, Die er dir geben foll! Mel. Nun jauchzt dem HErren. 3. Sehr groß und schwer ist 1155.Gott, der zum fer feine pflicht, und er, ein mensch gen für die welt wie wir, Wie sehr braucht Uns fürsten giebt, und sie er- er vor andern licht Und rath hält, Du willst, daß jeder und kraft von dir. ihnen tren, Gehorsam und ergeben sey. 4. Verleih' ihm das, wenn er begehrt, Dir ähnlich, Gott, 2. Ihr herz, ihr liebevoller zu seyn, und laß ihn, in dein blick Wacht sorgsam für der bild verklärt, Sein volk wie tänder glück, Durch fie fließt du erfreun! sicherheit und ruh' Den bürgern aller stände zu. 5. Er fördre willig deinen ruhm, Er denke gern daran: Sein reich sen auch dein eigen: thum, und er dein unterthan! 3. Nicht jeder ist an würden groß, Oft ist der untre stand fein loos, Doch ieder, sey er noch so klein, kann doch ein guter bürger seyn. 6. Er hasse den gewissenss zwang Als eine tyranney!" Und fordre nicht durch straf und 4. Er ist's, wenn er den drang Der bürger Heucheley! fürsten liebt, und den gesehen, 7. Er zeig' in seinen thaten die er giebt, Zeit, Fräfte, fich Als deinen treusten sohn; forgfalt, eifer weiht, Gern Den lastern sey er fürchters thut, was jedes ihm gebeut. lich, Der tugend schuß und 5. Wenn er gewissenhaft lohn! stets ist, nie feines bürger- eids 8. Beglückter völker liebe vergißt; Und das, was er ent- sey Sein edelster gewinn; Und richten soll, Gern beyträgt zu kein gerechter seufzer schrey des ganzen wohl. Um rache wider ihn! 6. Er ist's, wenn er als bür- 9. um seinen stuht sey ims ger denkt, Nie andrer bürger merdar Recht und gerechtigs rechte Fränkt, und, fern von keit; und dann beschug' ihn in schlauer ränke lift, Zurafgefahr, Wann ihm und uns woht des staats geschäftig ist. ne dräut: 7.0 GOtt! laß mich, gewissen 10. Auch ihm hast du be. haft und stark durch deines gei- stimmt das ziet, Das er errei ktes kraft, Mich eifrig meinenschen soll; Laß seiner tage wer. pflichten weihn; So kann ich den viel, und jeden segensvoll. deiner buld mich freun. 11. Sein werd' in jedem flebn 311 Bitten für den Landesherrn und Obrigkeit. 721 zu dir Mit lieb' und dank ge- Mel. O vaterherz, o licht und ic. dacht. uns, ſo jauchzen wir, und preifen 1158.& er herrsche deine macht. über Nach deiner weisheit rath find wir Verknüpft im staat durch Mel. Sey lob und ehr dem ic. feste bande; Und obrigkeiten 1157 Erhalt uns, HErr, find von dir. Für sie dich bitten! die obrigkeit, Die ist dein wille. Hör denn! aus du uns gabst, auf erden, mit unsers herzens fülle Flehn wir wohlstand und mit sicherheit mit kindlichem vertraun: Stärk Durch sie beglückt zu werden. unserm könig feine kräfte zu dem Verleih ihr weisheit, trieb schwerlastenden geschäfte, und kraft, Was wahres wohl vieler völker wohl zu baun. dem lande schafft, Mit sorgfalt 2. GOtt, laß an ihm mit je: wahrzunehmen. deine gnad' Für seine Sey aller So dem morgen Sich 2. Gieb, daß fie deinem vor- und treu erneun. bild gleich, Itns väterlich regiere, väterlichen sorgen Und deinen segen in das reich herzen liebe sein. Laß für die Durch gute anstalt führe, Daß wohlfahrt seiner staaten Stets fie der unschuld zuflucht sey seine råthe weislich rathen, Den redlichen im land erfreu, und hilf, daß jeder rath gedeih; Dem unrecht kräftig steure. Sich stets des Landes for mehr 3. Laß uns, von ihremschusshebe; Fleiß aller Herz und bewacht, Des friedens glück hand belebe; Des fleißes schuß. genießen, und ruhig unter wehr friede ſev. ihrer macht Das leben uns 3. Schenk' ihm derjahre langverfließen. Hilf, daß wir in de reihe, Und noch im alter muns gottseligkeit Dir dienen, und terkeit, Daß sein sich auch der schon in der zeit Die frucht enkel freue, ie unser her; fich davon empfinden. feiner freut. Daß er sich stets 4. Beschirme sie durch deinen ermuntert fühle; So schütt' auf schuß, Daß, die ihr übels gdn- ihn der segen viele, Auf ihn die nen, mit ihrer lift und ihrem besten segen aus; Und gegen true Jhr niemals schaden kön- jedes unglücks stürme Bedeck nen. Die fehle jeder guten that, mit deiner allmacht schirme Die sie sich vorgenommen hat, Sein ganzes königliches haus. Dein fegnendes gedeihen. 5. Gieb denen erfer, fleiß und Mel. HErr GOtt, dich loben ze. treu, Die ihr sind untergeben, 1159.Dicher, dir, Ovater, Daß jedermann beslissen sey Nach seiner pflicht zu leben. danken wir. Es schuf der HErr, Erleichtre ihr des lebens müh, der HErr erhält, Der HErr Mit deinem segen krdne fie, beherrscht auch unsre welt. Und sey ihr lohn auf emig. Des fegens füle firömt ins 6. Laß fie mit uns befissen land, Allmächtiger, aus deiner feyn, In deiner furcht zu leben, hand. Der reichen schicksal wägst Uns deiner oberherrschaft freun, du ab, Du warst es fets, der Mit ihr dein lob erheben; Daß alles gab. Gott schöpfer! unfer so vor deiner majestät, Die GOtt! Erhalter! unser Gott! über alle poheit gebt, Regent Du vater, unser GOtt! Du und volk ich beuge. macht'ger, weifer Gott! 5* 3war 722 Im Kriege und allgemeinen Trübfalen. Swar läßt sich, water, hier noch nicht Durchschauen vol: Im Rriege und allgemei lig dein gericht; Doch deinernen Trubsalen. oberherrschaft macht, Die Mel. Herzliebster Jesu, was ic. alles widerstrebens lacht, Haft du der erde kund gethan! Dich 1160.Wo ich auch bin, will ich dem beten alle volker an! Durch HErrn vertrauen! Ich will gute fürften sendest du Den mein heil auf diesen felfen bauvölkern heil und segen zuen; Auch in den größten, schreck: Und unter ihrem schuß gedeiht lichsten gefahren kann er bes Der staaten glück und sicherheit. wahren. Du willst, daß fie dein bild erneun, un falls freun. to so sich deines bey- ungewittern, von denen selbst 2. In seinen donnern, in den der welten säulen zittern, Und Aufs lieblichste fiel unser da wo bergen gleich emporte loos Wir ruhn in eines fürften wellen Zum himmel schwellen. schooß, Der unser freund und 3. Sey alles sturm und toben vater ist, Weil du sein Gott und getümmel, Gott schuf das und vater bist. Ach! laß ihn meer, den erdkreis und den lange leben, Gott! Der enkel himmel. Was er gebeut im seb' erst seinen tod! Noch lange himmel und auf erden, Das, fen gerechtigkeit Sein thun, das muß werden. noch lange menschlichkeit! 4. 3um sturme spricht er: ruh! Erhalt in deiner weisheit der! allgewaltig ist sein wille. und ruft der stille: Komm wies ihn; zu deiner hülfe laß ihn Der sturm gehorcht; die wogen fliehn, Wenn er sie fühlt, der fallen nieder, und ruhen wieHerrschaft laft, Mit der du der ihn begnadigt haft. 5. Wer hoffnungslos ver: Einst leucht' er dort befank, und angstvoll klagte, Den lohnst du ganz!- In einer bes- abgrund offen sah, und schon fern krone glanz! Wie schmal, verzagte, Denkt noch: es ist wie steil fein weg auch sen, ein GOtt, sein ist der segen; Er treu! Er habe, Gott, er habe theil Im Himmel einst am ew' gen heil! bleib dir, oberherrscher, Wer meg sich regen? 6. Hebt eure häupter auf, habt glauben wieder, Schlagt furcht und angst in euren her: Dir mißfällt unser bitten en nieder! Gott ist der HErr nicht: Drum haben wir die Sein ist das wetter. der welt; Gott ist der retter; zuversicht, Daß unfer inniges gebet Für ihn, für ihn umsonst nicht flebt! Ihn segne, ihn Mel. Wenn wir in höchsten ze. behüte, Gott! wir nur trüb: mit deiner 1161.Sal um uns her, Dein gnad erfreu ihn, Gott! friede wohn' in seiner brust! Und wissen keinen ausgang Der völker friede sey ihm mehr; und finden weder schuß luft! Gott, schüß und segne noch rath, Ob wir auch for: thron und reich, lind uns, fein gen früh und spat: volf, bier allzugleich! Amen. 2. Dann ist es unser troft allein, Daß wir uns deiner noch erfreun, **** 723 Im Kriege und allgemeinen Trübfalen. und fliehn zu dir, du treuer groß sind unsre schulden; Du Gott, Du bester Helfer in der züchtigest uns minder, r in d noth. wirs verdient, wir fünder! Als 1977. 3. Wir heben unser aug' und 4. Doch, vater, deine huld herz Hinauf zu dir in unserm Ist größer, als die schuld. schmerz, und flehn dich um Gedenke doch der deinen. Die begnadigung Und unsers elends reuend vor dir weinen, Ges linderung. denke mit erbarmen Der tief: gefallnen armen. 00 4. Nach deiner gnade sagest du Dies allen, die die trauen, 5. Verkürze, gnådger Gott, JU, Durch den, der unser Die dauer unsrer noth. Laß, mittler ift, Durch unsern hei- die voll angst hier flehen, land JEsum Chrift. Troft und erleichtrung sehen, 5. Drum kommen wir, HErr, Verwandle dieses leiden unser GOtt, und klagen dir neue Lebensfreuden. all unsre noth; Ach deine vater- 6. Doch, wenn, HErr aller augen sehn, Wie so verlassen welt, Es dir noch nicht wir da stehn. gefällt, Die trübsal zu ent 6. Nur du bist unfre zuver- fernen; So stark uns, daß ficbt.nov Vergilt nach unsrer wir lernen, Mit ehrfurchtss schuld uns nicht; Steh uns vollem schweigen Vor dir uns um Chrifti willen bey. Und kindlich beugen. mach uns aller plagen frey. 7. Ja, deine züchtigung 7. Dann danken und lobsin- Leit uns zur besserung. Laß gen wir mit freuderfüll- sie die fichern schrecken, Die tem herzen dir, Gehorchen schläfrigen erwecken, Auf dein deinem theuren wort, Ind gebot zu merken, Und redlich preisen dich, HErr, hier und fromme stärken. dort. 8. Wenn nur das Herz dich liebt; So wird, was uns betrübt, uns doch zum heil Mel. Auf meinen lieben Gott ic. gedeihen. Wer deiner sich kann freuen, Dem wird auch deine 1162. Es züchtigt deine gnade Zum licht auf dunklem hand, Ohöchster, pfade. És jest das land. Zu deinem va 9. So stårke denn das terherzen Erhebt in bittern herz, Daß auch im größten schmerzen Sich das geschrey schmerz nie an muth uns der armen; Erhör es mit er: feble; Osprich zu unsrer barmen. feele: Getrost, dich soll kein 2. Du siehst des Landes leiden von meiner liebe noth; Sie kam auf dein gescheiden.: bot. Du kannst mit macht'gen 10. Am schluß von unserm hånden Sie lindern und auch lauf Dann klärt sich alles enden. Ein wort aus deinem auf; Dann wird die aussicht munde Verändert zeit und heiter, Dann thránt kein auge stunde. Und dieses lebens weiter, 3. OHErr, wir murren nicht; leiden Verwandeln sich in Gerecht ist dein gericht Bey freuden. allem, was wir dulden; Denn Bey Ben Zweifeln an eine über jeden 724 Mel. Alle Menschen müssen 2c. Bey weifeln an einej über jeden Menschen sich 1164.Bester, weifefter erstreckende göttliche regierer Aller welten, prets sey dir! Dir, du meines lebers führer, Sey auch ewig preis von mir! Unter allen millionen, Die dein weis Vorsehung. Mel. Sollt es gleich bisweilen ic. tes reich bewohnen, Siehst du huldreich auch auf mich, Sor. 1163. Gott gab dir, seft für mich väterlich dies 2. Nie kann ich dich gnug er: leben; O, so wird er dir auch beben; Du, der alles werden a geben, Was, so lang es ihm heißt, Gabft mir, mit des leibes gefällt, Dich im leben erhält. hier leben, Auch die scele, die dich preift. Jch, ein wunder deiner gus 2. Sbm ift, was du beut te, Schmit staunendem gemüthe, und morgen Nidthig haft, nie- Das sich selbst nicht fassen kann, mals verborgen. Fehlt dir dies Als dein ebenbild mich an. und jenes gleich; Gott ist 3. Auf der menschheit hohe gütig, Gott ist reich. stufe Stellte, HErr, mich deine 3. Gieh! die vögel in den hand, Wo den schall von der lüften, Jeder wurm in fets und nem rufe Früh ich hörte, früh klüften, Fisch im meere, verstand. Aas unendlichem er: thier im wald, Finden speif barmen Zogst du mich mit vaterund aufenthalt. un armen In der kindheit schon zu 4. Und du solltest dich nicht dir. O, wie dank ich dir dafür! schämen, Ucber manget dich 4. Täglich warest du mir nabe; zu grämen? Denke, wenn dir Deine weisheit lehrte mich. mangel droht: Warum zagich? Was ich hörte, was ich sahe, lebt doch GOtt!# Beigte mir, mein vater, dich. 5. Paß dich Gottes rath Du, du kamst mit neuem segen nur leiten, D, so wird dein fuß Jeden morgen mir entgegen; nicht gleiten! Glaube, was Was nur je mir heilsam war, Gott will und thut, Jft un- Reichte deine huld mir dar. fträflich, weiß und gut. 5. Wie so viele frohe tage 6. Groß im kleinen, wie im Schenkte deine gute mir! Schick großen, Wird er keinen werm test du auch eine plage, O, so verstoßen; Sollte denn der kam auch trost mit ihr. Und mensch allein Seiner sorg ent- wer zählt die freuden alle, Die Jogen feyn? mir, feit ich hier schon walle, 7. Nein! fein rath hat schon Deine vaterhuld verlich? bienieden, was du brauchest, Herr, zu zählen sind sie nie. dir beschieden. Dient dir irgend 6. Sollt ich dir denn nicht was zum heil; O so wird dir's mit freuden Dankbar und erge auch zu theil. ben seyn? Sollt ich zagen, 8. Erau auf deines Lebens wenn mir leiden Widerfahren pfade nur auf GOtt und oder draun? Nein, ich lasse, seine gnade. Glaube, daß der Gott, dich walten; Du, du wirst HErr der welt Alles, was er mich aufrecht halten. fuf, erhält. Sende freude, sende schmerz: Dank voll nimirts von dir mein beri. 7. Fliebt Menschen sich erstreckende göttliche Vorsehung. 725 7. Fliehn mich auch die bestensblick Sab meine ruh zerstdret, freunde, Fehlt auch andre freude Sobald mein wunsch, ein irs mir, Wären viel auch meiner disch glück, Von ihm mir ward feinde: Doch bleib ich erge gewähret; Sah andrer wohls ben dir; Dennoch will ich nicht fahrt in gefahr: O Gott! verzagen, Will aufs ziel von dein rath is wunderbar. meinen tagen, In die höhre 5. Er schickte mir oft trüb: zukunft schaun, und mit freu- fal zu und nie gefühlte leiden; den dir vertraun. Sie wurden quellen meiner 8. Nie verlassen in dem lebensruh und ungetrübter freuden. Wird mich, vater, deine huld; Mein glaube wuchs, und seine Was mir nüst, wird sie mir huld Gab muth in trübfal geben, und mich tragen mit und geduld. geduld. Laß mich nur, du allerbester, Immer inniger und fester Dir vertraun, gehorsam nüget: Drum sey, wenn alles fenn, Stets mich deiner gnade weicht und fällt, Mein glaub freun. auf dich gestüßet. Einst fliebt 9. D, der seligen verbindung, die nacht, und mir wird klar, Pak Allergütigster, mit dir! Dei- nur dein weg der beste war. ner vaterhuld empfindung Gieb, 6. HErr, du regierst den lauf der welt, Weißt, was dem ganzen o vater, täglich mir. Mache du Mel. Wer nur den tieben sc. mich immer reiner, Daß mein 1166. sott, verborgen! o herz dereinst auch deiner Sich im höhern leben freu und in Dein rath bleibt für uns wuns dir ganz felig sey! derbar. Umsonst find alle unsre forgen; Du forgteft, eh die Mel. Err, deine allmacht ic.welt noch war Für unserwohl 1165.2 ier faß ich Gottes schon väterlich. Dies sey ge: rathschluß nicht, nug zum trost für mich. Dort werd ich ihn verstehen, 2 Dein weg ist zwar in fin. Wenn er, mein GOtt, zu helfternissen Vor unfern augen Term licht Wird meinen geist oft versteckt; Doch wenn wir erhöhen; Dann flieht die nacht, erst den ausgang wissen, Wird und mir wird klar, Daß Got- auch die ursach uns entdeckt, tes rath der beste war. Warum dein rath, der niemals 2. Mit allmacht herrschet fehlt, Den uns so dunklen Gott, der HErr: Ich sollt ihm weg gewählt. richt vertrauen? Er läßt in 3. Nie sind die tiefen zu sonne, tuft und meer mich seine ergründen von deiner weiss weisheit schauen; Sein sohn beit, macht und gut; Du kannst ruft selbst den trost mir zu: Die viel tausend wege finden, Wo liebe, liebe, GOtt, bist du. die vernunft nicht einen sieht. 3. Mit gute hat er immer- Aus finsterniß bringst du das dar Als vater inich regieret; licht; Du sprichst, o Gott, Ein weiser retter in gefahr, und es geschicht. Hat er mein leid geführet. 4. So weicht denn, ängstlis Wenn keinen ausgang ich mehr che gedanken! Gott kann weit sah, War er mit troft und mehr, als ihr versteht. Bleib, hülfe nah. feele, in der demuth schranken; 4. Sein alldurchdringend beller Die demuth wird von GOtt erhöht. 726 Ben Zweifeln an eine über jeden erhöht. Ja, HErr, du liebst den, unterwerfung pflicht Er ver der dich liebt und deiner füh- kennt, und nicht bedenket, Daß rung sich ergiebt. der, der die welten lenket, Weil er GOtt des ganzen ist, auch des ganzen wohl beschließt. 5. Drum will ich dir mich überlassen mit allem, was ich hab und bin, und kann ich auch nicht alles fassen, So trau ich dir mit frohem sinn. Der aus gang zeigt doch immerdar, Daß fets dein rath voll gute war. 5. Nie kannst du uns das versagen, Was vollkommener uns macht, Gerne stillst du alle klagen, Die kein eitler wahn erdacht. Aber wünsche zu ge 6. Gieb, daß dies mein währen, Durch die wir uns selbst vertrauen mehre, In glück entehren, Oder die man einst und unglück, freud und leid. bereut, kannst du nicht, der Schick alles, HErr, zu deiner gern erfreut. 6. Dir, HErr. muß sich alles beugen, Alles betet tief dich an: Alles muß bewundernd schweigen, Völker, könig, unterthan. Und doch diese pflicht Mel. JEsus, meines Lebens c. verlegen, Deinem rath sich ehre und meiner feelen felig teit: So preif' ich einst voll kommen dich; So freu ich dein auf ewig mich. 1167.Deiner weisheittie- widerseßen: Welch ein mißDeiner fe brauch ben, Gott, uns unbekannt. güte und geduld! Wie viel auch ein engel wisse, 7. Die verblendung laß mich Nie entdeckt es sein verstand, scheuen, Laß mich stets voll Wie du deine welt regiereft, zuversicht, Deiner vorsicht mich Alles zu der absicht führest, erfreuen! Dunkelheit wird Die dein huldreich weiser rath endlich licht. Deinem rath Immer gut gewablet hat. nicht widerstreben, Dir mein 2. Und doch kanns der mensch schicksal übergeben, Sey mir oft wagen, Er, dem deine immer theure pflicht: Du, o einsicht fehlt, Sich vermessen GOtt, verläßt mich nicht. zu beklagen? Er, dem zukünft ist verhehlt, Tadelt, wo er mel. Wer nur den lieben ic. nichts verstehet, Wo er leicht 1168.Entschwinge dich den nachten, Worir dich trübe schwermuth hüllt; Willst du 3. Seine wünsche, seine for- mit deinem schöpfer rechten, gen, Was er hofft und was Daß er nicht jeden wunsch er: er denkt, nichts, weiß er, ist fült? Schwing dich hinauf dir verborgen, Die, der alles zum höhern licht; Du ken. weiß und lenkt; Darum wähnt nest, was dir gut ist, nicht. er, feinen willen könntest du ſo 2. In finsternissen irrt hienieleicht erfüllen, Nichts sey dir, den Des menschen ungewisser der welten herr, Dir, dem schritt. Was ihm der vorsicht mächtigsten, zu schwer. rath beschieden, Warum cr 4. Statt dich schweigend zu weinte, was er litt, Das klárt verehren, Wann nicht, was er in seinem pilgerlauf wünscht, geschicht, Kann er Sich erst am ziel als heil ihm fich so sehr bethdren, Daß der 3. Dort findest du, was dein rath beschließt, Weil es ihm jest dunkel ist? auf. vom licht Uni Menschen sich erstreckende göttliche Vorsehung. 727 umflossen, Auch deiner erden- selig führt! In gleich sein thránen lohn. Schau, ibre rath verborgen, Führt gleich saat ist aufgeschossen, Und fein weg durch nacht: So reift zur vollen erndte schon darfst du doch nicht sorgen, Im kummer ward sie ausge: Weil stets dein vater wacht. freut, Nun reift sie für die ewigkeit. 4. Sein rath ist immer gnade, Voll weisheit bleibt sein plan; Von 4. Drum heb' empor die Er führt auf dunklem pfade trüben blicke, Wenn sich dein Doch immer himmelan. pfad in nacht verliert. Dich ihm fließt segen nieder Auf leitet GOtt; o denk zurücke, unser erdenland; Er hält der Wie gütig er dich stets geführt, fetten glieder Mit unsichtbarer Wie oft, wenn dunkel um hand. dich lag, Die finstre licht durchbrach! nacht das 5. Nur er durchschaut das ganze, Nur er umfaßt die welt. 5. GOtt, gnådig, wann du Ihm ist im sonnenglanze Stets uns erhdrest, Oft gnädiger, alles aufgehellt. Vor dir verwenn du den plan, Dea unfreshüllen nächte Den wunder. thorheit schuf, zerstdrest, Tiefbaren rath, Nuch welchem der bet ich deine weisheit an, Und gerechte Dich oft geführet hat. barr auf dich mit festem muth, 6. Drum ehre stets hienieden Denn was du thußt, ist mir Die vorsicht die dich schüßt; stets gut. Sie wirkt zu. deinem frieden, 6. Den weg, auf den du mich und giebt dir, was dir nüßt. gefiellet, Geh ich getrost an Ergieb dich ihr gelassen, Weil deiner hand. Ich fürchte sie die welt regiert! Bist du nichts; auch unerhellet Führt er von ihr verlassen, mich doch ins vaterland. Dort feh dich weise führt? ich bald im hellen glanz Die 7. Sie ist an weisheit deiner fügung ganz. Wenn sie deiner feite, Du wirst von ihr gedeckt, Wenn morgen oder heute Ein Mel. O haupt voll blut und ic. unfall dich erschreckt. Geführt Entehre nicht durch von ihren hånden, Verlierst du ihn ficht, die dich deckt, Wann dich zu vollenden, Dir vorgezeichan manchen tagen Ein net hat. trüber morgen weckt. Dies ist 8. Auch in den bångsten leidas loos der erden; Nur dort den Wird GOtt dir nahe seyn, ist heitrer tag! Dort felgen Dir muth in dunkelheiten, nach beschwerden Dir ruh und Selbst, wenn du zagst, verleihn. wonne nach. Wird einst dein lauf sich schlies 2. Hier Hüllen finsternisse Den ßen, Der wunderbar begann, plan der vorsicht ein; Oft måssen Dann wirst du sagen müssen: ihre schlüsse Hier unerforschlich Wie wohl hat Gott gethan seyn. Einst wird der nebel fallen; Dann betest du sie an! Froh wird dein lied erschallen: Wie hat GOtt getban. 3. Erkenne voll Am Friedensfeste. Mel. Nun bricht die finstre nacht. Christen, preis weiſen, der regiert, und die, die 1170.Bringt Gott, ihr auf ihn schauen, Doch immer und dank, Jhm, derden frieden fchafft! and 728 udviso di Am Friedensfefte. schafft! Erhebt mit frohem, 3. Wie schreckend, wie ver. tobacsang Die wunder seiner heerend war Fraft! wift! gefahr Emporter völker und angst und umgab Uns drostand das grab, 2. Er, aller welten HErr und noth und tod GOtt, merkt auf der völker hend; offen flehn, Und wåget ihre last und und unsre brüder sanken hin, noth, Und hilft fie überstehn. Ben schaaren in das grab da: 3. Nun toben keine feindeshin; und schmerz der mütter mehr, Drohn nicht mehr fürch- berzen brach, Und thrånen flosterlich; Wo würgend standssen ihnen nach. ein kriegesheer, Ergießt fein 4. Gott, fürchtbar war der fegen sich. volker zwist. Dank dir, allgüti: 4. In jedem stand lebt neuer ger! er ist Durch dich, der erd muth Zu fleiß und arbeit und himmel trägt, Geschlichtet auf; Des bürgers und des und nun beygelegt. Das landmanns gut Drückt nicht des schwerdt, das bruderblut vergoß, krieges lauf. Ist weggelegt; aus deinem schooß 5. Lehr, Gott, des friedens Strdmt uns des friedens sanfte großen werth Nun fühlen, ruh und überfluß und segen zu. nun verstehn, Und allem, was 5. Hier liegen wir, und beten ihn wieder stört, In deiner an, Dich Gott, der dies an furcht entgehn. uns gethan. Laß ihn, laß ihn beständig seyn, Den frieden, Mel. HErr GOtt, dich loben ic. deß wir uns jest freun; In 1171.3zu bir, Nahn wir und spät noch unsre nachwelt uns, water, dankend hier! Der ruhn! völkern still zu seyn gebot, Ind 6. Aus deiner milden fülle frieden fandte; zu dir, GOtt! geuß Gedeihn herab aufuusern Steigt unser jubelton empor; fleiß. So lang du uns noch wals Zu unsrer höhern brüder chorsien heißt Impilgerthal, laß deis Singt unser herz, entflammt nen geist, Den treuen führer, von dank, Den lauten, hohen mit uns seyn. Dann führ zur lobgesang. Gelobt, gelobt sev ewgen ruh uns ein. Amen. GOtt! Der weltbeherrscher, GOtt! Der weltbeglücker, Gött! der friedensgeber, Gott! Sür die Früchte der Felder. 2. Wer st an majestät dir Mel. Wo Gott, der HErr ic. o gleich? An güte und an macht 1172. auf dein geheiß so reich? Du sprichst ein wort: der himmel schweigt. Du sprichst Der menschen hand die erde, ein wort: der erdkreis neigt Voll froher hoffnung, daß the Sich tief anbetend vor dir, GOtt, feiß Bon dir gesegnet werde. und ehret schweigend dein gebot! Auf dein versprechen trauen Du siehst, daß völker sich ent- fie: Du sollst dein brot ben fleiß zwenn, mit schwerdt und waffen und müh, So lang du lebest, sich bedräun; Die waffen sin- leffen. ken, und der streit Wird still, 2. Noch immer traf dies wort wie rub und einigkeit, Sobald, auch ein. Gieb ferner deinen HErr, deine rechte draut und segen; Laß faat und pflanzen pölkern till zu feyn gebeut. Iwohl gedeißn: Gieb sonnenfchein Für die Früchte der Felder. Ben dem Schlusse der Woche. 729 schein und regen! Der lands fie traurig stehn. HErr, baue mann baut umsonst das land, selbst das land, Trank es mit Wenn, vater, deine allmachts- thau und regen, Und füll cs hand Nicht seine arbeit segnet. an mit segen Aus deiner mits 3. So krdne denn mit frucht- den hand. barkeit Das land nach deis 5. Erhör uns, vater, krdne ner gute; Und wenn die aus Das jahr mit deinem gut, Daß faat nun gedeiht: O vater, sich das Herz gewöhne Zu so verhüte, Daß frost und wohlgefaßtem muth. Lehr es sturm und hagelschlag, Daß fich deiner freun, Stets zutraun durre sie nicht treffen mag, zu dir haben, Und deine Nicht fluth sie überschwemme. fegensgaben Durch mißbrauch 4. Wir traun auf dich, onie entweihn. auter GOtt! Gern lassen wir 6. Allgütiger, wir hoffen Auf dich walten! Du kennst am sich und deine treu. Oft hat besten unsre noth, Kannst uns noth betroffen, und da machtig uns erhalten. Ja, standst du uns bey. Sprich HErr du wirst zu deinem nur dein mächtig wort! Das ruhm, Für uns, dein werk und wird den mangel heben; Wir eigenthum, Forthin auch gnå- werden froher leben, Dich dig sorgen. preisen hier und dort. Mel. Von GOtt wilk ich tc. 1173.Darmen, Beherr- met u befter trost der Bey dem Schlusse der Woche. Scher aller welt, Da vater Met. Nun jauchzt dem HErren. und auf unsre voll erbarmen, Der alles trägt 1174. 11wiederbringlich noth; Erbarme dich der dei Die taac, die uns GOtt geliehn. nen! Die armen gehn und Die woche kommt und eilt weinen, und schmachten, HErr, davon; Bergangen ist auch nach brodt. diese schon! 2. Erbarmender, ach, wende 2. Dank sey dir, ewig treuer Der zeiten schweren lauf! GOtt, Für deinen beystand in Thu deine milden hånde, der neth, Für tausend proben Uns zu versorgen, auf. Was deiner treu; Denn deine huld irgend leben hat, Nährst du war täglich neu. mit wohlgefallen. auch, schaff uns allen unserm mangel rath. Nähr uns 3. Wenn unser herz, von Ben schuld befreyt, Sich mancher guten that erfreut: Weß war 3. Herr, der du uns auch die kraft? wer gab gedeihn? schufest, Steb uns mit hülfe Dir, HErr, gebührt der rühm bey. Allmächtiger, du rufest allein. Dem nichts, damit es sey. 4. Oft fehlten wir, und merks Zu helfen ist dir leicht. Dustens nicht. Verzeih uns die kannst dem mangel wehren, verlegte pflicht! Du siehst, ers In überfluß ihn kehren, Wenné barmer, unfre reu; Um Christi uns unmöglich deucht. willen sprich uns frep. 4. Die früchte laß gerathen, 5. Wir eilen mit dem strom Und deine bülf uns sehn, Er der zeit Stets näher bin zur quicke du die saaten, So oft ewigkeit, Du bast die Kunden zus gezàbit, 730 Berm Anfange und Schlusse des Kirchenjahrs.16 102 gezählt, Die legte weislich, Vergieb, o GOtt, uns ar uns verhehlt. men; Du wollest länger scho6. HErr unsres lebens, machenen, Nicht nach verdienst uns du Üns selber recht geschickt lohnen. d dazu; Daß nicht, indem wir 8. Wir wollen voll vertrauen sicher sind, Der tod uns un- Auf deine gute schauen, Dein bereitet find'. heilsam wort recht lernen, 7. It einst die zahl der Vom böfen uns entfernen. stunden voll, Die unser 9. Hilf uns zu allen zeiten, loos entscheiden soll; So führ Laß uns dein auge leiten. Ge= uns aus der prüfungszeit Zu treu sey jeder lehrer Und deiner frohen ewiakeit. folgsam jeder hörer. 8. Da sind wir unsers heils gewiß: Da wechseln und finsterniß nicht 10. Dein fegen wohn' im licht lande; Gieb fegen jedem stande. mehr, Nach überwundnen leiden Gieb licht, uns des himmels frenden. wie hier; Du HErr, ewges verlaß uns nicht!+ 11or eise unser GOtt, Vom allgemeinen Wohl stande. Beym Anfange und Mel. Nun jauchzt dem HErren. Schlusse des Kirchenjahre. 1176.Nach Gottes weis Mel. uns heitsvollem rath, 1175.ht ier sind wir, dich Der alles angeordnet hat, zu ehren, Dich, Wird völkern dauerhaftes heil dem wir angehören, Dir, va: Durch der gesellschaft band zu ter, zu lobsingen, Dir preis theil." und dank zu bringen. 2. Durch gegenseitiges be: 2. Noch leuchtet dir zur ehre mühn Sieht man der bürger Der offenbarung lehre, Dies wohlfahrt blühn, und wahre licht, von dir bereitet, Das sicherheit und rub' Fließt uns zum leben leitet. ihnen von dem throne zu. ver3. Noch hast du uns 3. Vereinte kraft und thåschonet, Nach sünden nicht tigkeit, Die sich dem dienst gelohnet, Mit langmuth uns des ftaates weiht, Verstärgetragen, Erhört gebet und ket, bei der selbstsucht spiel, klagen. Doch auch des fleißes froh 4. Du haft mit ftrafgerich- gefühl. ten Die schänder ihrer pflichten 4. Ein bürger ist des andern Noch nicht verderben wollen, freund; Sie, die ein gleicher Weil sie sich bessern sollen. zweck vereint, Sehn durch 5. Du duldest uns auf er- des eignen vortheils werth den; Wir sollen frömmer wer- Das allgemeine glück vermehrt. den, Und was wir setn und 5. Bedürfniß und des fleißes hören, Soll uns zu dir be- gang Wirkt ordnung und zu Fehren. fammenhang; Der eine nügt 6. HErr, GOtt von großer durch geisteskraft, Durch treue, Wir preifen dich: erfreue einsicht und durch wissenschaft. Uns noch mit deinem lichte, 6. Der nügt durch arbeit ſeis Führ uns nicht zum gerichte. ner hand, Durch kunstzewinn 7. Wir preifen dein erbarmen: Idem vaterland, und der, den noth Vom allgemeinen Wohlstande. 731 noth und mangel drückt, Wird 10. Nicht fliehn den trågen durch des reichen hand erquickt. müssiggang, Und nicht, bey seiner pflichten drang, Gern 7. So knüpfft du, GOtt, durch jeden stand er allgemeinen leben für der bürger wohl, wohlfahrt band, Vertheilst durch Und es befördern, wie er soll? deiner weisheit wahl Des flei: 11. Wer jede ihm verliebne Gebraucht, und durch Bes gang, der kräfte zahl. Fraft 8. Glück, segen, reichthum, fie gutes schafft, Der allgeüberfluß, und immer wechseln- meinenwohlfahrt nütt Durch der genuß, Bequemlichkeit, vergnügen, ruh, Fließt uns durch deine gute zu. den verstand, den er besigt; 12. Wer durch die ihm geschenkte macht Für wahr9. Wer mollte denn nicht heit, recht und tugend wacht: thätig seyn? Sich seiner thå- Der handelt, wie es Gott tigkeit nicht freun? Auf der gefällt, Der lebt für sich 1000 ihm angewies'nen bahn nicht und für die welt. wirken, was er wirken kann? Inhalt. tistonda day Lob und Danklieder Erndtelied. Von Gottes Seyn, Wesen und Eigenschaften Sonntagslieder Advents- und Weihnachtslieder Verehrung Jesu Bom Leben Jesu und seinem Werthe Neujahrslieder ● 194 Ea da opsis, № 1021 1028 1029 1037 1042 1047 1049 1053 1056 1061 1070 Gesänge auf das Reformationsfest Vom Gebete Passionslieder.. Oster- Gesänge Auf die Himmelfahrt Christi Gesänge auf das Pfingstfest, die Stiftung der christlichen Kirche, und vom Glauben des Christen Confirmationslieder Wie es die Confirmanden zu fingen haben Abendmahlslieder ● mede ● 1073 1082 1086 1089 1090 1023 Von 732 Von der Schöpfung des Menschen Von der Vorsehung. Würde des Menschen Erweckung zur Besserung und guter Vorsäge Um Bustage Vom pflichtmäßigen Verhalten gegen Gott Vom pflichtmäßigen Verhalten gegen jeden Dankbarkeit Freundschaft Menschen 1120 1127 1128 Vom pflichtmäßigen Verhalten gegen uns selbst 1129 1141 1142 1145 1150 1151 1152 1153 1156 1160 Sparsamkeit Im Leiden Vom Tode Von Jugend Erziehung Inhalt. Häuslicher Stand Pflichten der Lehrer und Zuhörer Pflichten des christlichen Bürgers Bitten für den Landesherrn und Obrigkeit Im Kriege und allgemeinen Trůbsalen . Bey Zweifeln an eine über jeden Menschen sich erstreckende göttliche Vorsehung .. Um Friedensfeste. Für die Früchte der Felder Bey dem Schlusse der Woche 1001 201 * Beym Anfange und Schlusse des Kirchenjahrs Bem allgemeinen Wohlstande 1201 002 2901 • 100m 1096 1098 1100 1103 1107 1112 401 d' 1163 1170 1172 1174 1175 1176 rada? normNCE wafanyak Regist e r. Ach Gott, was ist der 715 flehn Von uns Allein vor dir, mein GOtt Anbetungswürd'ger GOtt An dich, mein Gott, zu denken Auf ewig ist der HErr mein Auf meinen GOtt verläßt B. Bester, weisefter regierer Bin ich mit festem muthe Bis hieher hat mich Gott Bringt Gott, ihr christen D. Erhör, o Gott, das heiße 733 685 695 Es baut, o GOtt, auf dein 728 660 Es ist ein Gott, er hat 696 723 Es lebt in mir ein geist, der 707 699 Es züchtigt deine hand 658 Ewig und unwandelbar 680 S. 696 Fürwahr, du bist, o GOtt 725 G. 690 680 602 699 720 724 724 707 Gedenk, o meine feele 657 Gerührt erhebe GOttes 727 ruhm Gieb reu und leid, Gieb 718 GOtt, dein ist majestät und 726 Gott, der zum fegen für 672 GOtt gab dir, o mensch 659 Gott, herrscher über alle GOtt, laß mich eifrig streb. 670 GOtt lebet noch, drum sorg 720 GOtt, meines Lebens bestes 701 710 GOtt, unserm GOtt, fen 681 669 GOtt, vater, der mit gnade 684 662 Gott, vor dir erscheinen wir 662 663 GOtt will, ich soll nicht mir 702 721 Groß, HErr, ist dein 675 Das amt der lehrer, HErr Deiner weisheit tiefe Den rathschluß deiner gute Der du selbst die wahrheit Der du voll blut und wunden Der könig, unser HErr, freu Der mensch, den eitler Des jahres erster morgen Die woche fängt von neuem Dir, ewiger, sey dieser tag Dir, weltenherrscher, dir Du bester trost der armen 729 Greß ist des höchsten gute 661 Du bist, o Gott, gerecht 689 Groß wird des sünders clend 714 Du denkst, so zärtlich liebt 675 Gut und heilig ist dein wille 698 Du, der menschen heil und 672 713 H. Du gingst, o heiland, hin 686 Heiland, groß an huld und 687 Du, Gott, der unsre zuflucht 694 HErr, deine kirche danket dir 682 Du kamst zu uns im staube 666 721 706 Err, es gescheh dein wille 672 HErr GOtt, dich loben wir 656 Ehre, lob und preis und 673 HErr GOtt, dich loben wir 668 Eifrig sey und fest mein 708 HErr JEsu Christ, Du Eilt, kurze tage meines leb. 711 HErr, segne mein bemühen 703 Ein GOtt regiert, was 671 HErr, unser GOtt, wir 682 Err, wir singen deiner ehre zagen 713 Einst Enkt der leib ins kühle 716 666 Entehre nicht durch klagen 727 Hier faß ich GOttes rathschl. 725 Entschwinge dich, mein geist 726 Hier sind wir, dich zu ehren 730 Erhalt uns, HErr, die obrigk. 721 Hinauf, mein geist, zu Erhebet Gott, ihr frommen 664 J. 657 Er ist erfanden! Christus 673 Ja, zur stille will ich fliehen 706 Erhebt euch zu dem HErrn 685 Jauchzt, christen, jauchzet 658 Erhor, o GOtt, das beiße Ich bin ein christ, o welch 678 fehn Der kinder 684/ danke dir für deinen 670 Jefum 734 JEfum ewig zu verebren JEsus Christus, GOttes Ihr bürger eines staates, brüder Ihr christen, wachet, werdet Im stillen wollen wir dich L. Register. 665 Send barmherzig, menschen 703 676 So lang ich athme,( Ott 655 Sohn des höchsten! wir 686 719 Sterben führet uns zum 674 Nahe betend oft und gern Nie kann mein Herz dich Noch fühlt sich jest mein D. 671 Tag der erleuchtung, uns 677 717 Cheuer, wie mein eignes 718 11. Laß mich des menschen Laß mich, GOtt, brüder zu Lob, preis und ehre bringen Lobet GOtt, denn JEsus Lobfinget GOtt! dank, preis 697 V. Lobfingt, denn GOttes huld Lobt GOtt, ihr christen M. 662 682 Verbittre dir dein leben 704 663 Vernimm, o GOtt, mein 696 Voll ehrfurcht, water, sind 663 Mache dich, mein geist bereit 710 Vom geräusch der welt Mein erldser, auch für mich Mein glaube, meines Lebens Mein leben ist ein prüfungsstand 679 664 672 Von des himmels ew'gem 678 Von dir auf diese welt 700 Von ganzer seele pret' ich 655 711 Vorbild wahrer menschen716 liebe 667 Vienschen weis und gut N. Nach dir verlanget mich Nach GOttes weisheitsvollem 690 Uleber aller Himmel heere 676 704 Unerforschlich sen mir immer R. Religion, von GOtt gegeben 656 Unwiederbringlich schnell 673 lirquell der vollkommenheiten 20. 692 Was der menschenvater thut 664 674 712 700 713 730 Wenn der gedanke mich 683 Wenn du unreine freuden 709 579 Wenn ich ein rein ge691 wissen Wenn ich ernstlich dein sohn GOttes! im staube 669 Wenn menschenhülfe dir D stimm auch du mit frohem 665 Wenn menschen streken, die 705 O mensch, gedenk ans ende 715 Wer JEsum kennt, ver: Dwelch ein glück, ein D welch ein segen ist ein O welch ein troft für meine P. Preis dir, dem heiligen Preis dir, HErr JEsu Christ 688 ehrt 681 712 705 Wer sich mit ernst der 661 Wie bebt vor dit der fünder 693 Wie könnt ich zweifeln, daß 659 689 Wie leicht verkenn ich meines 660 729 693 667 Wie sanft sehn wir den 714 Willst du der weisheit quelle 697 677 Wir liegen hier zu deinen 695 Wo gingst du, JEfu, deine 666 Cammelt euch, o christen 662 Wo ich auch bin, will ich 722 Sanft und leicht ist Chrißi 686 Wo ist wohl noto und elend 696 Schwer ist der kampf. denn 708 Seele, leib und leben Gebn wir nur trúbfal um 68713u dir, unendlicher, zu dir 728 72213u GOtt, o feele, schwing 698 190 Com Gebet- Buch Kirchen- und HausAndacht zur por$ 37901 311 I nebst den monsfoldilsanie 6 Kirchen Kollekten bin HEL IdE sadami ng und h ramu vicz TDI m si@ pulmons is at 0 toft cupinadigag Antiphonen. 098 Mit Königlich allergnädigstem Privilegio. Lüneburg, 1846. Druck und Verlag der von Stern'schen Buchdruckerei. tuce jedro ann@ dan mOTIR TODORI ) eingeschlossenen Worte sind von denen auszulaffen, auf deren Umstände sie sich nicht schicken. Die in Klammern( In einer Versammlung ist, statt der einzelnen, die mehrere Zahl zu gebrauchen, und statt ich, mir, u. s. f. wir, uns 2c. zu ſeßen. nsuadqitul? igalioing maging bilginin 8181819202 bude plne nd pain dum hund mis priste spilied mur.tade and Find thioning sunid on sit 625 min dun disß an hout bnd gang udt slim bilnenjadi da im omiss nocit pidiön sis dia of follow jums stad open siddiese shoe and a splitbougog ni indriduci migitigni tidad drose and ** Bed along gume bad( maprotys alios kitobin 100 illo medsgnis dil maning his maisme gnant ou 1. Wochen-, Morgen- und Abendgebete. I. Gebet um des heiligen Geistes, recht ren, was beinem göttlichen Willen die Gnade und Erhebung unserer selbst; und daß wir nur das von dir begehund Gott wohlgefällig zu beten. und deiner Ehre gemäß, auch zu unserer Seelen Seligkeit diensam ist. Verleihe auch, daß wir alles ewiger, barmherziger Gott, dasjenige, was wir also von du Vater unsers Herrn Jesu dir bitten, mit starkem Glauben Christi! weil wir von uns und gewisser Zuversicht von deiner selbst nicht wissen können, was milden Güte zu erlangen, ungeund wie wir beten sollen; du zweifelt hoffen; doch so, daß wir aber überschwänglich zu thun ver- bir hierin nicht Zeit, Ziel öder magst, über Alles, was wir bitten Maaß der Hülfe sehen; sondern und verstehen: so fleben wir, uns deinem gnädigen Willen, der geuß über uns aus nach deiner allemal der beste ist, in allen Verheißung den Geist der Gna- Dingen mit anhaltender Geduld den und des Gebets, der unsrer und Hoffnung, in Demuth unster Schwachheit aufbelfe; auf daß Herzen, gänzlich unterwerfen. Da wir dich mit Mund und Herzen be gieb Gnade, daß wir mit andächtig, in rechtem Ernst antu- unserm Gebete nicht vor dir liegen fen, und dir ein angenehmes Lob auf unsere Gerechtigkeit, sondern opfer bringen mögen. Herr! thne auf deine große Barmherzigkeit, unsere Lippen auf, daß unfer und in dem Namen deines lieben Mund deinen Ruhm verkündige. Sohnes Jesu Christi, in welchem Erwecke unsere Seelen und Ge- wit Freudigkeit haben, vor dich müther, daß wir uns nicht nur zu treten, und dich mit kindlicher mit unserem Munde zu dir nahen, Zuversicht unsern lieben Vater zu und dich alleine mit den Lippen nennen. Stärke uns auch, daß ehren, das Herz aber ferne von wir vom Beten nicht abgeschrecket dir sei; sondern verleihe uns werden durch unsere Unwürdigkeit. Gnade, daß wir dich, als die Obu gütiger Gott! so hilf nun, rechtschaffenen Unbeter, im Geiste daß wir jeßo allhier in deinem und in der Wahrheit, ohne an- Hause und sonst) an allen Orten dete und fremde Gedanken, an aufheben heilige Hände, obne rufen mit herzlicher Aufmerkung Zern und Zweifel, und emsig unsers Gemüthes, ohne Heuchelei anhalten mit Flehen, auf daß 1* 4 Gebet um heilige Neigung zum Beten. wir nach deiner gnädigen Verhei- beten, wenn wir etwas nach deiBung, das, was uns an Leib und nem Willen bitten, ja daß du Seele nöthig ist, von deiner mil- noch überschwänglich mehr thun den Güte empfangen,( und in- wollest und könnest, als wir bitsonderheit in gegenwärtiger all- ten oder verstehen. Wie mögen gemeinen Gefahr und Noth Hülfe wir dich, allergütigster Vater! und Rettung erlangen) durch genug preisen, daß du uns das deinen lieben eingebornen Sohn Gebet, als ein gewisses Mittel, Jesum Christum unsern Herrn, wodurch uns alle deine Schäße Amen. aufgeschlossen werden, gegeben hast? O wie viel Gutes haben wir dadurch schon von dir, unserm unermüdeten Wohlthäter, auf uns berab gebracht! Ja wie viel mehr Gutes hätte uns zufließen können, wenn wir besſer und anhaltender Du über Himmel und Erde! Was ist die Trägheit unseres Herzens zu der Mensch, daß du sein gedenkest, diesem so nöthigen, als seligen 0 Gebet um heilige Neigung zum Beten.de wow and fun that 2. Anbetungswürdiger Gott! du doch in uns durch den Geist der Weisheit richtige Gedanken von diesem großen Vorrechte deiner Kinder, und in unsern Herzen mehrere Lust zu dieser erquickenden Unterredung mit dir, unserm besten Vater und vertrautesten Freunde. Verleihe, daß wir das Gebet nicht als eine beschwerliche Last und unangenehmen Dienst ansehen; sondern die Freiheit dazu uns recht' theuer und werth verstoßen. Dagegen sei. Laß uns zwar unser Bedürfaber hast du, Herr! unser Erbar- niß zu dir treiben, der du ihm mer! den Bußfertigen und Gläu- allein am besten abhelfen kannst: bigen in deinem Sohne einen freien Zugang zu dir an allen Orten eröffnet. Ja wir haben nicht allein die Freiheit mit dir, dem Allerhöchsten, zu reden, sondern auch aus deinen wahrhaftigen Verheißungen die Freudigfeit, daß wir zu dir, unserm allmächtigen Bater, nicht vergeblich dich seiner so annimmst? daß er unsere Natur sein, daß wir, die sich in allem Anliegen zu deinem wir wissen, sei keine gewissere Throne nahen, sein Herz vor dir Arznei wider Traurigkeit und ausschütten und eine weise Er- Sorgen, dennoch so saumselig sind, Erwecke hörung von dir zuversichtlich hof dieselbe zu gebrauchen. fen darf? Ist doch der Mensch gleich wie nichts gegen deine unendliche Hoheit und göttliche Majestät! Gieb uns erleuchtete Augen unsers Verstandes, die Größe dieser Ehre und die ungemeine Gnade recht einzusehen, da du erlaubest, ja befiehlst, zu dir selbst uns zu naben, und unsere mannigfaltige Anliegen dir vorzutragen. Mit allem Recht könntest du uns als unwürdige Sünder von deinem Angesichte Laß uns aber nicht allein aus Noth dich suchen, wenn Trübsal da ist, sondern gieb, daß es aus Trieben reiner, findlicher Liebe und Erkenntlichkeit auch außer der Trübsal geschehe. Mache uns die Uebung des Gebets zu einem gesegneten Mittel gegen alle Sünden und Anfechtungen und zu ver Morgengebet am Sonntage.. wahren; in unserm ganzen Chri-| Morgengebet am Sonnstenthum zu wachsen, uns von dem Irdischen abzugewöhnen, und zu dir dem höchsten Gute zu erheben. Du bedarfst zwar unserer flehenden Anzeigen nicht um dein selbst willen: denn du, o himmlischer Vater! weißt ohnedem, was wir bedürfen, bist von selbst zu geneigt, und in dir selbst ohne uns felig; allein du willst, daß unser eigenes Gemüth durch diese heilige Uebung immer mehr geheiligt und verbessert, unser Beispiel dem Nächsten erbaulich werde, und wir zu unserm eigenen Besten an unsere gänzliche Abhängigkeit von dir, wie auch an deine Majestät und Gnade oft lebendig erinnert werden. 5 tage. Wie lieblich sind deine Wohnungen, Zerr Zebaoth! Meine Seele verlanget und sehnet sich nach den Vorhöfen des Herrn. Pf. 84. v. 2. 3. 3. Lebendiger Gott! der du der Urheber und Erhalter meines Lebens, und die immerwährende Quelle meiner Freuden bist, dir bringe ich durch Christum mein demüthiges Lob- und Dankopfer an diesem frohen Morgen. Dich, Herr der Heerschaaren! preiset meine Seele für deinen mannigfaltigen Segen, den du über mich und die Meinigen auch in der zurückgelegten Woche ausDarum stärke uns, geschüttet hast, für deinen väterdie wir hierin dem gesegne- lichen Schuß über uns in der abten Exempel aller deiner Heili- gewichenen Nacht, und insonderheit gen folgen, welche alle fleißig für die großen Wohlthaten, die du und gern gebetet haben, ja laß an diesem deinen Tage abermals uns vor allen auf das aller- erneuern wirst. Deine Weisheit vollkommenste Muster unsers Hei- und Gnade hat uns denselben zu landes sehen, der uns nicht nur deiner feierlichen Verehrung, zur die liebreichsten Ermahnungen und Beförderung unserer Ruhe in dir, besten Anweisungen zum Gebete dem lebendigen Gott, und zu unhinterlassen, sondern auch selbst serer näheren Vorbereitung zu mit dem Gebete zu dir sich oft deiner ewigen Gemeinschaft geheibeschäftiget, und sonderlich bei liget und gesegnet. O wie gewichtigen Vorhaben mit anhalten- segnet wird er denn auch mir der Inbrunst zu dir gebetet, ja sein, wenn ich ihn nach dieser in seinem größten Leiden Trost deiner liebreichen Absicht zur und Stärkung darin gesuchet und Erquickung und Heiligung meiner gefunden hat. Um dieses deines Seele durch dein seligmachendes Sohnes willen, der noch jezo Wort anzuwenden suche! Dein für uns bittet, gieb uns den großer Name sei demnach gelobet, Geist der Gnaden und des Gebets, daß wir( alle) dies nicht blos mit dem Munde bekennen, sondern auch durch deine Kraft wissensfreiheit verleihest. das Selige und Erfreuliche dieser Ach langmüthiger Gott! vergroßen Pflicht lebendig erkennen, gieb es mir und allen, die nach immer mehr selbst erfahren, und deinem Namen genennet sind, um fie also willig ausüben mögen, Chrifti willen, wenn wir diesen Amen. Vorzug, womit du ung daß du mir die öffentliche Feier dieses heiligen und frohen Tages in Gesundheit, Ruhe und Gegroßen 6 Morgengebet am Sonntage. 9 vor vielen uns aber nicht nur in deinem digest, bisher nicht mit genugsamer Heiligthum deine wohlthätigen Dankbarkeit erkannt, die reine, Absichten erfüllen sondern auch freie und öffentliche Verkündigung in unserem übrigen Verhalten deines Wortes und unsere schö- qußer der Kirche uns befleißigen, nen Gottesdienste nicht gebührend daß wir dir ganz geheiliget wergeschäßet, nicht mit gehöriger den. Die Ruhe, die du uns Treue sie angewandt, unsere Ruhe heute von unsern leiblichen Ge nicht in die gesucht, sondern deine schäften verstattest, werde doch inheiligen Tage wohl gar durch sonderheit zur wahren Erholung fündlichen Mißbrauch entheiliget unserer Sträfte, zur Sammlung haben. Sei uns gnädig und re- des Gemüths, und zu desſen giere uns fünftig durch deinen Richtung auf unser ewiges Heil heiligen Geist, daß wir die Tage, angewandt. Bewahre uns, gütidie deiner Ehre und unserm Heil ger Gott! daß wir nicht durch besonders gewidmet sind, auch unnöthige Geschäfte und unnüze durch ein dir wohlgefälliges Ber- 3erstreuungen den Segen dieses halten von andern unterscheiden. Tages und deines Wortes an uns Deine Barmherzigkeit, gütigster vereiteln. Unser ganzer Wandel Gott! schenket uns heute wiederum müsse dich, o Gott! verherrlichen, einen solchen heiligen Tag; ach und es beweisen, daß wir dir gieb Gnade, ihn so feierlich zu dienen. Insonderheit laß uns begeben, daß dein großer Name dieses alsdenn beweisen, wenn geheiliget, dein Reich vermehret, du uns Gelegenheit giebst, unsern dein Wille vollbracht werde. Glauben und Liebe zu dir durch Verherrliche dich, o Gott! in eine thätige Liebe gegen unsern den öffentlichen Versammlungen Nächsten an den Tag zu legen. durch einen allgemeinen Segen. Heilige, o Gott! auch alle unsere Heilige du selbst die Opfer un Vergnügungen an diesem heiligen fers Gebets und unserer Lieder, Tage. Laß uns nichts vergnüdaß wir dich im Geiste und in der gen, als was mit Versicherung Wahrheit anbeten. Erfülle mit deiner Gnade genossen werden Weisheit und Kraft deine Knechte kann. Laß uns vielmehr durch zum heilsamen Vortrage deines die Freuden, die uns deine Wortes, und alle, die sie hören, Freundlichkeit auch im Leiblichen mit Andacht, Glauben und Geschenket, immer mehr zu dir, der horsam. Allwissender! du kennest Quelle aller Freuden geführet insonderheit auch meinen und der werden, damit also dein Tag uns Meinigen Seelenzustand. Ach! in allem eine wahre Vorbereitung laß uns auch heute die göttliche zu deiner ewigen Anbetung und Kraft deines feligmachenden Wor- zu der ewigen Ruhe und Seligtes also an unsern Seelen erfab- keit sein möge, die du den Deinen daß wir nach unserer Be- verheißen hast. schaffenheit dadurch wahrhaftig ge- Segnest du so, mein Gott! beffert, im Glauben und allen dir uns deinen Tag für unser geistwohlgefälligen Tugenden gestärket, liches und ewiges Woht, so wirt durch deine Tröstungen beruhiget, du mir und den Meinigen auch und in deiner Gnade zum ewigen das im Leiblichen zufließen lassen, Leben befestiget werden. Laß was du uns nöthig und nüßlich ren Abendgebet am Sonntage. 7 findest. Du mein himmlischer, beine Erinnerungen, wie fräftig Bater! weißest, was wir bedür- deine Tröstungen gewesen, die uns fen. Dir sei unser Leben und unsre ganze Wohlfahrt auch heute, auch auf diese Woche und auf die ganze Zeit unserer hiesigen Wallfahrt befohlen. Herr! walte auch mit gleicher Gnade über alle Einwohner unsers Landes und dieses Ortes. Ja beweise dich als den Gott und Heiland aller Menschen, sonderlich deiner Gläudein Wort heute zu Gemüthe ges führet hat!) Ja du hast auch heute unsern Leib dabei väterlich versorget und beschüßet, ob du gleich vornehmlich unserer Seelen dich angenommen. Darum seist du. o dreieiniger Gott! für dies alles demüthig und herzlich gelobet und gepriesen. maille ad noft Du kennest aber, Herr! unsers bigen. Leite uns, o Gott! nach Herzens Trägheit zu allem geistdeinem Rath, und nimm uns endlichen Guten, und so sind dir auch lich ewig zu Ehren an, um Jesu meine heutigen Christi willen, Amen. Verschuldungen nicht verborgen, und wie leider! bei so vielen Stücken meines nur bei dem deines Abendgebet am- am Sonn- Christenthums es Wortes fet. tage- mont Lobe den Herrn, meine Seele! und vergiß nicht, was er dir Gates getban hat. Der dir alle deine Sünden vergiebt und heis let alle deine Gebrechen: der dein Leben vom Verderben erlöset und dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Pf. 103. 9. 2-4. duft. msd aber, lieber Vater, noch Geduld mit mir. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarme dich auch heute noch über mich, und laß mich künftig einen emsigen Thäter deines heute vernommenen Wortes sein, auf daß daffelbe mich ja nicht einmal richte und verdamme, sondern immer mehr 9 4. Geløbet feist du, Bater heilige, erquide und ſelig mache. unsers Herrn Jesu Erwecke und erhalte in mir eine Christi! daß du uns nach deiner gläubige und recht findliche Zu großen Barmherzigkeit wiederge- versicht, daß ich jetzt und alle Zeit boren haft zu einer lebendigen alles mein Anliegen auf dich werHoffnung durch die Auferstehung fe, mich in deine Hände übergebe, Jesu Christi, auch heute, zur Stär- und unter dem Schatten beiner fung und Erneuerung derselben, Flügel sicher trane. Gieb, daß in uns bei der Predigt deines Wor- dieser Nacht nebst der Seele mein tes aufs neue gesegnet mit aller- Leib ruhe, meine Gesundheit ber lei geistlichen Segen in himmli- wahret, und alles, was du mir schen Gütern durch Christum! Wie an Freunden und Gütern gegeben köstlich ist die Freiheit und Gele- haft, unter deinem Schuße wohl genheit, die du uns vor so vielen aufgehoben bleibe, auf daß ich tausend andern, die deren entbeh- auch an dem morgenben Tage nach ren müssen, bisher zu unserm Got- deinem heiligen Willen, wieder tesdienste geschenket und erhalten zu rechter Zeit erwachen, und an hast!( Wie holdselig sind deine die Werke meines Berufes fröh Lehren, wie liebreich deine War- lich gehen möge, auch durch deine nungen und Strafen, wie heilsam Gnade geschickt sei, dieselben wohl 101.504 Morgengebet am Montage. 8 und redlich auszurichten. Da so siehe denn mein Gott! mich aber deine Kinder einst zur voll auch heute, ja nicht an, wie ich kommenen Ruhe von aller Arbeit an mir selbst von Natur und in und Mühe dieser Welt eingehen meinen Sünden bin. Gedenke sollen, so bereite mich auch dazu, aber, lieber Vater! an deines o mein Gott! daß ich nicht von Sohnes Gehorsam und deiner seligen Ruhe ausgeschlossen tigkeit, daß ich durch ihn vor dir Gerech werde, sondern durch einen seligen gerecht und von dir gesegnet fei Abschied zu deiner Freude im Him Verlaß mich nicht, und thue nicht mel eingehe, allda mit den Gei- die Hand von mir ab, Gott mein stern der vollkommenen Gerechten Heil! Lehre mich auch heute und dir ohne Unterlaß zu dienen. Thue die ganze Woche thun nach deidas, o Herr! an mir und allen, nem Wohlgefallen: dein guter die deine Erscheinung lieb haben, Geist führe mich auf ebener Bahn. um deß willen, der uns jenen Ich weiß nicht, was mir in dieewigen Sabbath erworben hat, ser angefangenen Woche begegnen Amen. slaid wird: behüte du mich aber darin vor allem Uebel, behüte meine Morgengebet am Montage. Seele, bebüte meinen Leib, behüte meinen Eingang und Ausgang. Wehre allem Bösen, welches mir das Ziel meines Christenthums verrücken könnte. Laß mich leben im Glauben deines Sohnes, und dadurch alles, was ich thue, in dir gethan sein, und in ihm dir wohls gefallen. Gieb zu meiner Arbeit dem Leibe Kraft und Gesundheit, Die Güte des Herrn ists, daß wir nicht gar aus find: seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ift alle Morgen neu, und deine Treue ist groß Klagel. Jer. 3. v. 22. 23. jun nisl astra 5. Herr! durch diese kein herzigkeit fange ich mit diesem tett bei einer gewissenhaften SorgMorgen meine Wochenarbeit von falt, und erfreue mich mit deinem neuem an. Deine ewige Liebe göttlichen Gedeihen. Erhalte mir und Treue, damit du mich je und den Segen, den du mir bisher zuges je geliebet, und die mit deinem wandt. Ernähre mich, versorge mich, Segen mich und die Meinigen beschirme mich. Gieb mir Weisheit bisher überschüttet hat, gehe denn meine Zeit wohl anzuwenden. Leauch heute mir von neuem auf, gest du mir dabei eine Last auf, wie die Morgenröthe! Wer bin so hilf mir auch, und laß mich ich, Herr, Herr! daß du mich bis auch heute erfahren, daß du der hieher gebracht haft! Ich bin ja seist, der uns von allem Ulebel leider! nur noch immer ein Sünerlöset hat und noch täglich erlöder, dem es an allem Ruhme set, auch hoffen, du werdest mich mangelt, den er vor dir haben auch weiter erlösen. Gebeut deie follte. Ich thue leider nicht im- nem Segen auch über die Meinimer noch völlig, was ich thun gen, setze sie zum Segen ewiglich, sollte, und was ich auch manch- sättige sie mit langem Leben, und mal durch deine Gnade will: Meine zeige ihnen dein Heil. Und wie Gedanken sind eitel mein Herz alles auf dich, mein Gott! warist bald trozig, bald verzagts Achtet, so segne auch heute und in Abndgebet am Montage. und Leben, über mein Gut und Ehre, über meine Arbeit und Verrichtungen, über die Meinigen und alle deine Kinder gewaltet, und mit welcher du auch in der Nacht über uns alle wachest, und ben auf, und erfülle alles, was hilft, daß wir sicher wohnen. Wie lebet, mit Wohlgefallen. Denke theuer ist deine Güte, o Gott! an uns alle und segne uns, segne daß Menschenkinder unter dem die dich fürchten, beide Kleine Schatten deiner Flügel bei Tage und Große, segne uns je mehr und Nachte so sicher trauen. Dut und mehr, uns und die Unsrigen. leitest uns mit deinen Augen, Laß uns allesammt sein deine Ge- und hast ein unermüdetes Aufsegneten, der du Himmel und Erde sehen auf deine Auserwählten. gemacht hast. Alles um deines Hingegen wie ist doch bei uns lieben Sohnes Jesu Christi, und Menschen der Dank noch so schläfum seiner fräftigen Fürbitte wil- rig, und o wie wenige geistliche len, Ameni Nagito Wachsamkeit haben wir für unsere Seele, zu recht sorgfältiger Verwahrung vor Sünden! Wie träge und nachlässig werden oft die Werke unsers Berufes verrichtet! Wie müde und verdrossen sind wir oft, unserm Nächsten Gutes zu thun!-Hingegen wie viel aufmerksamer sind wir auf des Nächsten Fehler! Wir, die wir doch nicht genugsam bemerken können, Abendgebet am Montage. wie oft wir selbst fehlen. Vero mein Gott! auch Der Herr, der ewige Gott! mir meine heute hierin und sonst der die Ende der Erden ge- begangenen, ja auch meine verschaffen hat, wird nicht müde borgenen Fehler, um der vollkomnoch matt; sein Verstand ist menen Genugthuung meines Bürunausforschlich. Er giebt den gen willen. Sei ferner bei mir, Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden Jef. 40. v. 28. 29. 6. D u, Herr! bist der Hüter o treuer Hüter Israels! Ich lege mich jego nach deiner Ordnung zum Schlafe nieder. Wache du für mich und hilf, daß ich sicher Ifraels, der nicht schlä- liege, weil du mich erhältest. fet noch schlummert: uns Men- Bewache und bewahre mein Haus schen aber hast du den Tag zur und Vermögen vor Gewalt, UeberArbeit, und die Nacht zur Ruhe fall und Feuersgefahr; meine gegeben. Lob und Preis sei dir, Seele und Glieder vor allem für diese so weise, als gütige An- Scharen, Schrecken und Schmerordnung, wie auch insonderheit zen. Baß meinen Schlaf sanft für deine unermüdete Vorsorge, mit sein, daß meine müden Kräfte welcher du hente über meine Seele sich dadurch erholen, auf daß ic) und Leib, über meine Gesundheit auch, nach deinem heiligen Willen, dieser Woche alle gute Nahrung und dir wohlgefällige Arbeit, und gieb, daß ein jeder dabei sich redlich nähre, und mit allem guten Gewissen vor dir wandele. Ja thue deine milde Hand allenthal* Die folgenden Morgen- und Abendgebete, außer denen am Freitag Morgen und Sonnabend Abend, sind so eingerichtet, daß sie auch an andern Tagen können gebrauchet werden, als an denen in der Uebersd schrift benannten 10 Morgengebet am Dienstage. neue Stärke des müthes auf den erlangen möge. Leibes und Ge- so mannigfaltigen unglücklichen morgenden Tag Zufällen bewahret hat. Erhalte du du den Eindruck selbst in meiner Im Uebrigen, o mein Gott! Seele beständig und lebhaft, daß laß auch jezo deine Vorsorge von deiner allgegenwärtigen Macht, wachen über dies ganze Land, Weisheit und Güte, alles, was über unseren Ort und alle fromme ich bin, was ich habe und was Christen, sonderlich über die lieben ich erwarte, gänzlich abhange. Meinigen, über alle, die mir an- Laß mich durch den beständigen gehören, wohl wollen und wohl Genuß deiner unverdienten Güte thun. Ja beweise dich, o treuer auch beständig und kräftig angeGott! auch in dieser Nacht als trieben werden, mit dankbarem einen Hüter aller Menschen. Sollte Gehorsam dieses Leben und alle aber diese oder eine andere Nacht meine Umstände zur Erfüllung die letzte sein in diesem Jammer- deiner weisen und gütigen Absichthal; so führ mich, Herr! zum ten anzuwenden! Hilf, daß ich Himmel ein, zur auserwählten niemals die Wichtigkeit dieses Zahl. Und also leb und sterb ich dir, mein Heiland und mein Gott! Im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Noth, Amen. flüchtigen Lebens vergesse, das bei aller seiner Kürze und Flüchtigkeit durch die böse oder gute Anwendung desselben, mich zu dem allerunwürdigsten und unglückseligsten, oder zu dem edelsten und Morgengebet am Dienst- glückseligsten deiner Geschöpfe matage. Du, Herr! wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden; laß deine Güte und chen kann. Laß mich auch insonderheit heute so glücklich sein, daß ich, durch den Beistand deiner Gnade, diesen Tag nicht in einer unfruchtbaren Treue allewege mich behüten. in leeren Zerstreu unthätigkeit, und in unnüßen Beschäftigungen verliere; sondern daß ich heute meinen Verstand und mein Herze zu verbessern, und alle Handlungen der Gerechtigkeit, Wohlthätigkeit, Dienstfertigkeit und Leutseligkeit, wozu ich nur Gelegenheit finden kann, auszuüben bemühet sein Pf. 40. v. 12. 7. 11e nendlicher Gott! durch deine Güte bin ich abermals wieder zu diesem Leben erwacht: Verleihe mir nun auch die Gnade, daß ich, als ein Mensch, erwacht sein möge; als ein Geschöpf, das Vernunft und Nachdenken hat; als ein Geschöpf, das möge. dich, den unendlichen Urheber seines Daseins, erkennen, fürchten und lieben, und von deiner so unverdienten Güte recht tief gerühret sein kann und soll! Ja Gott von ( Du kennest, o Allwissender! die Schwäche meiner Seele, das Verderben meiner Natur, und wie viele Reizungen zum Bösen in den herrschenden Grundsäßen unermeßlicher Erbarmung, wie und Lebensarten des größten kann ich deine gnädige Fürsorge genugsam loben und preisen, die mich, während meines ganzen Lebens, und auch diese Nacht, vor und meine Tugend durch deine Haufens, so wohl angesehener, als niedriger Menschen, liegen. Darum stärke du meinen Glauben Abendgebet am Dienstage. 11 Gnade! Erhalte und vermehre| herrscheft über alles. 1 Chron. in mir die Lebhaftigkeit meiner 30. v. 10. 11. 12. Ueberzeugung von meiner Re- un unser Gott! ich danke 8. ligion und ihrer Vortrefflichkeit: dir deswegen auch heute, Gieb, daß ich solche durch mein und rühme ganzes Betragen ehre, und in Herrlichkeit. keiner Gesellschaft mich ihrer schäme, aber auch nie wegen Ausübung dieser meiner. Schuldigkeit mich erhebe.) Regiere mich, mein Gott! auch in denen Geschäften, die mein ( Stand und) Beruf in der Welt von mir fordert, und laß mich auch bei denselben deinen gnädigen Segen sehen, den du denen verheißen hast, die in deiner Furcht Erbarme dich denn den Namen deiner Denn, was bin ich, daß du mich bis hieher gebracht, beim Leben erhalten, mir so viel Gutes gethan und mich so reichlich gesegnet haft? Von deiner Gnade, o mein Gott! bin auch ich, was ich bin, und deine Gnade ist nicht von mir gewichen. Also hast du auch heute meiner armen Seele und meines sterblichen Leibes dich herzlich angenommen: meine Arbeit gesegnet, Unterhalt mir verschaffet; alle leibliche meinen arbeiten. und geistliche und 0 auch, unendlichgütiger Gott! aller meine geistliche Menschen, insonderheit aller Elen- Nothdurft nach dem Reichthume den, Unterdrückten und Beküm- deiner Gnade erfüllet; ja, übermerten, wo sie auch immer sein haupt meiner Schwachheit mit mögen. Deiner Leitung und Gna- deiner Kraft mächtig geholfen. de befehle ich insonderheit alle die- Wer ist, o Herr! wie du, der du jenigen, die mir besonders ange- dich so hoch geseßet hast, und hören; bringe sie immer mehr und doch auf das Niedrige so gnädig mehr zur Erkenntniß und Erfah- siehest? Nun, o mein Gott! da rung von der Glückseligkeit, deren du nicht nur wohnest in der Höhe sie durch Religion und Tugend und im Heiligthum, sondern auch fähig sind; und segne sie auch bei denen, die zerbrochenen und im Leiblichen, mit allem demjeni zerschlagenen Geistes sind, auf gen, was deine Weisheit als daß du erquideft den Geist der heilsam für sie erkennet. Erhöre Gedemüthigten und das Herz der mein demüthiges Gebet, Unend- Zerschlagenen, so bitte ich dich licher! nach deiner großen Erbar- demüthig, tilge alle noch an mir mung, die du uns in Christo Jesu befindliche Sündenflecken durch das deinem eingebornen Sohne, mei Blut deines lieben Sohnes Jesut nem göttlichen Mittler, offenbaret Christi. Du bist der Herr, nach hast! Amen. dessen Worte alles geschehen, und dem alles dienen sollte, wie finde ich hingegen meinen Willen deinem heiligen Willen oft so sehr zuwider, und mein Herz so falt Gelobet feift du, Sere! gegen das Andenken deiner Gnaewiglich; Dir gebühret die dengegenwart! Um Chrifti willen Majestät und Gewalt, Serr- schone meiner, vergieb mir alle, lichkeit, Sieg und Dant. Denn auch meine verborgenen Fehler. alles, was im Himmel und auf Erfülle ferner an mir deine gnaErden ist, das ist dein. Dudenreiche Berheißung: Ich will Abendgebet am Diensttage. 12 Morgengebet am Mittwochen. dich nicht verlassen, noch ver-| Unerkenntlichkeit und Undank schädsäumen. Du bist ja nicht ein licher und strafbarer sein, als Gott, der ferne sei, du erfüllest wenn ich deine Güte damit ervielmehr Himmel und Erde, und wiederte. O! so vergieb mir, nach umgiebest auch mich, wo ich size, deiner väterlichen Erbarmung, um oder liege. So sei demnach auch Christi willen, daß ich deine unin dieser Nacht nicht ferne von zähligen, so mannigfaltigen und mir, eile auch mir beizustehen, Gott so großen Wohlthaten nicht mit meine Hülfe! Beweise auch an mir deine wunderbare Güte, du Heiland derer, die auf dich hoffen! behüte mich und die Meinigen wie einen Augapfel im Auge, beschirme mich und alles, was du mir verliehen, unter dem Schatten deiner Flügel. Sei du für mich, so wird nichts wider mich sein. Ja, Vater! wie du deines einigen Sohnes nicht verschonet, sondern ihn für uns alle und auch für Pflichten gegen andere Menschen mich dahin gegeben, so schenke mir und allen, die ihn angenommen haben heute und allezeit mit demselben alles Andere, was wir an Leib und Seele bedürfen. Amen um Jesu willen, Amen. mehrerer Dankbarkeit genoffen, und meine Dankbarkeit so wenig mit der That bewiesen habe. Laß mich dagegen am heutigen Tage, und während meines ganzen übrigen Lebens beständig dir alle mögliche Beweise von meinem dankbaren Gehorsam, und meinen Nebenmenschen thätige Beweise eines guten und liebreichen Herzens geben. Laß mich meine nicht blos darauf einschränken, daß ich den Nothleidenden von meinen zeitlichen Gütern Gutes thue; sondern regiere mich allezeit durch einen wirksamen Trieb, allen Menschen, auf alle mögliche Art, nüßlich zu sein. InsonderMorgengebet am Mitt beit laß mich auch in den Gesellschaften, worin ich heute kommen werde, beständig der großen Pflicht eingedenk sein, für anderer Menschen Ehre und zu ihrem Besten zu reden. wochen. Wie groß ist deine Güte, die du verborgen haft denen, die dich fürchten, und erzeigest denen, die vor den Leuten auf dich trauen! Ps. 31. v. 20. Und da der ausschweifendste Leichtsinn und eine vernunftloſe 9. Unendlichgütiger Gott, dir Fröhlichkeit in dem menschlichen gebühren die ersten Ge- Umgange, so undankbare und danken und Regungen meiner schändliche Gesinnungen der GleichSeele; bir gebühret jeßo infonder- gültigkeit, ja wohl gar Berachheit der inbrünstige Dank, für tung gegen Religion und Tudie Gnade, die du mir auch in gend ausbreiten, so bewahre du, der vergangenen Nacht erwiesen o Gott! mein Herz vor allen unhast, da ich so manchen Zufällen glücklichen Eindrücken, die solche und Gefahren ausgesetzt war. O! Verächter und Feinde aller eigentmöchte deine unermüdete Güte lichen menschlichen Vorzüge und mein Herz mit aller derjenigen Glückseligkeiten und solche Freunde Dankbarkeit durchdringen, deren blos thierischer Vergnügungen zu ein menschliches Herz durch deine machen suchen. Erhalte in mir Gnade fähig ist! Niemals kann die Empfindungen von Berachtung 0 Abendgebet am Mittwochen. 13 und Abscheu gegen solche abscheu-| zigkeit, in deinem göttlichen Segen, liche Gesinnungen beständig leb- unter deiner weisen Regierung haft. Laß mich nie so weit fal- und mächtigem Schuße christlich len, aus unwürdiger Menschen hinbringen, um meines auch für furcht und Menschengefälligkeit, mich gemarterten Mittlers willen. oder unglücklicher Unvorsichtigkeit Amen. einige Zufriedenheit darüber zu äußern, sondern gieb mir allezeit den Verstand und den Muth, meine dankbare Ehrerbietung für Religion und Tugend mit stand- Alle gute Gabe und alle hafter doch vorsichtiger Aufrichtig- vollkommene Gabe kommt von feit zu zeigen. Laß den gött- Oben herab, von dem Vater lichen Einfluß deiner Gnade und des Lichts, bei welchem ist des Glaubens an die große Er- keine Veränderung noch Wechlösung und an die Ewigkeit mich sel des Lichts und der Finsterfähig machen, sowohl den Trie- niß. Jac. 1. v. 17. ben zu sinnlichen Ergößungen, 10. Barmherziger, gnädiger unschuldig Gott! nach sobald sie aufhören zu sein, als den Reizungen Verordnung bedecket jego wiederum böser Erempel, beides von Vor- Finsterniß unser Erdreich: bei dir nehmen und Geringen, und dem aber du Vater des Lichts! muß Eindrucke zeitlicher Vortheile zu auch die Finsterniß Licht sein, die widerstehen! Laß mich denn bei Nacht scheinet wie der Tag. Da der Ausrichtung der Pflichten nun wieder ein Tag unter deiner meines allgemeinen Berufes auch gnädigen Obhut zurückgeleget, so insonderheit bemühet sein, alle preise ich deinen heiligen Namen, Geschäfte und Schuldigkeiten mei- für alle deine gute und vollkomnes besondern Berufes in deiner mene Gaben, die mir deine Gnade Furcht, mit Klugheit und mit heute geschenket oder erhalten hat. redlichem Eifer, zu beobachten! Ich danke dir nicht nur, daß du Bewahre mich, gütiger Gott! be mir das Licht meiner leiblichen wahre mich gnädiglich vor aller Augen verliehen und bisher beunseligen Aufopferung meiner gro- wahret hast, sondern auch und Ben Hoffnungen, die mir durch vornämlich, daß du dein heiliges meinen göttlichen Erlöser so un- Wort noch immerført meiner Seeendlich theuer erworben sind! Laß len leuchten läsfest, als ein Licht mich hingegen heute und alle auf meinen Wegen. Zwar muß Tage meines Lebens im Glau- ich, o mein Gott! auch heute vor ben und in der Liebe zu dir und dir bekennen, daß ich nicht stets zu allen Menschen wachsen, bis nach deinem heiligen Lichte geich endlich jene alles entscheidende wandelt habe: Stelle aber meine Stunde des Todes erreiche, wel- heutige mir bewußte Uebertretung che durch Jesu Tod für einen nicht im Zorne vor dich, noch wahren Christen die vortheilhaf- meine unerkannte Sünden ins teſte unter allen ist. Judessen Licht vor deinem Angesicht, sonlaß mich nebst den Meinigen alle dern wirf sie hinter dich zurück, meine Stunden, auch die heutigen, und sei mir um Christi willen in deiner Gnade und Barmher- gnädig. Bleibe du nun ferner Abendgebet am Mittwochen. Bund 14 Morgengebet am Donnerstage. bei mir, mein Gott! da es jest 11. Erden, barmherziger und der Abend worden. Bist du mein Licht und mein Heil, vor wem Wohlthäter der Menschen! dich sollte ich mich fürchten? Bist du bete ich, als den Geber und Er meines Lebens Kraft, vor wem halter meines Lebens, als den sollte mir grauen? Wenn meine Gott meines Heils, als die unAugen geschlossen sein, so laß deine erschöpfliche Quelle meiner GlückAugen über mir offen stehen, daß seligkeit jeho demüthigst an. Dir meine Seele und mein Leib, mein danke ich mit Freuden für mein Haus und alles, was ich habe, Leben, für meine Gesundheit, für unter deiner liebevollen Vorsorge, meine Kräfte, für alle geistliche auch im Finstern wohl verwahret und leibliche Vortheile, die ich sein. besiße. Dir danke ich insbesondere Sollte aber nach deinem hei- dafür, daß du mich in dieser Nacht ligen Willen mich einiges Schrecken mit deinem mächtigen Schuße beoder Betrübniß überfallen, so gieb, decket, daß du alle Gefahren von daß ich auch im finsteren Thale mir abgewandt, daß du meinen kein Unglück fürchte, weil du, Leib durch einen sanften Schlaf Herr! bei mir bist. Tritt auch erquicket, und mir nene Kraft in dieser Nacht ins Mittel, zwi- und neues Leben eingeflößt hast. schen uns und alles das, was O Gott! deine Güte ist weit mir und den Meinigen, ja allen größer, als daß wir dir jemals deinen Gläubigen Schaden thun würdig genug dafür danken könnkönnte. Steure allen bösen Wer- ten. Wer bin ich, o Gott! wer ken der Finsterniß, die im Ver- bin ich, daß du auch meiner geborgenen geschehen; und wecke denkest, und dich meiner so väterderer Gewissen gnädig auf, die lich annimmst? Ich bin ein Sünheute dergleichen gethan, daß sie der, der deine heiligen Geseze oft sich von der Finsterniß zum Lichte übertreten, der deine Gaben oft befehren. Gott sei uns allen gemißbraucht, der sich dadurch bes gnädig und barmherzig, er lasse schändlichen Undanks gegen dich uns sein Untlig leuchten, daß schuldig gemacht, und als ein wir auf Erden erkennen seine solcher nichts, als Ungnade und Wege. Es segne uns Gott, Strafe verdienet hat. Dennoch unser Gott, es segne uns Gott, und gebe uns seinen Frieden! Amen, in Jesu Christi Namen, Amen. fährest du noch immer fort meiner zu schonen, ja mich zu segnen, und willst mich durch Güte näher zu dir ziehen. Gott! wie beschämet mich diese deine Güte und Huld. Ach strafe mich nicht, wie ich es verdienet habe. Sei mit gnädig in Christo, deinem Sohne, und verzeihe mir um seinet willen alle meine Sünden. lige mich aber dir, meinem Gott, ganz und gar, und laß mich die Zeit, die du mir zu meiner Bes serung noch schenkest, auch treulich dazu anwenden. Ich verabHeiMorgengebet am Donnerstage. Gott! Du bist mein Gott. Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich; wenn ich erwache, so rede ich von dir. Meine Seele banget dir an; deine rechte Sand erhält mich. Pf. 63. v. 1. 7. 9. 15 Morgengebet am Donnerstage. scheue das Böse, das ich bisher| mit deinem Segen. Besonders gethan habe, und wünsche nichtsverleihe mir, daß ich bei meiner mehr, als immer besser, immer Arbeit mein Herz oftmals zu dir tugendhafter und heiliger zu wer- erhebe; deine Vorsehung in allem, den. Ich erneuere hiermit in dei- was mir begegnet, demüthig verner Gegenwart, o mein Gott! ehre; und weder dem Geize, noch den aufrichtigen Vorsaß, alle under Ungerechtigkeit, noch irgend ordentlichen Begierden, die in einem andern Laster den Zugang mir aufsteigen, zu unterdrücken, zu meiner Seele, oder einigen alle böse Gewohnheiten, die ich Einfluß in meine Handlungen noch an mir habe, zu bestreiten, verstatte. und mich in meinem ganzen Ver- Dir und deiner Gnade, o Gott! halten nicht nach dem Willen mei- empfehle ich auch meine Nebennes Fleisches, oder nach dem Bei- menschen. Laß das Licht deiner ſpiel der Lasterhaften, sondern Offenbarung sich über alle Völker allein nach deinem guten und hei- ausbreiten. Wehre dem Unglauligen Willen zu richten: Schenke ben und dem Aberglauben, und aber dazu mir, der ich ohne dich breite Wahrheit und Tugend imnichts vermag, deinen Geist, der mer weiter aus. Segne unsertt mich erleuchte, reinige und auf Landesherrn, und die Obrigkeiden Weg der Wahrheit und der Tugend führe. Bewahre mich auch heute vor schweren Versuchungen zur Sünde, und, wenn ich versuchet werde, so laß mich nicht fallen. Bewahre mich insonderheit vor den Sünden, zu denen ich am meisten geneigt bin, und die noch die größte Gewalt über mich haben. Gieb, daß ich sorgfältig über mich selbst wache, auch alle Veranlassungen und Gelegenheiten zum Bösen fliche. Laß die Vorstellung von deiner Allwissenheit und Allgegenwart mich überall begleiten, und mich fromm und behutsam machen. Laß mich oft an den Tod, an das Gericht und an die Ewigfeit gedenken. Erfülle mich mit einer aufrichtigen Liebe gegen alle Menschen, und laß mich meinen Brüdern so nüßlich werden, als es die( Fähigkeiten, die du mir verliehen, und die) Umstände, in welche du mich geseßet haft, erlauben. Verleihe mir auch Gesundheit und Kräfte zu meinen Berufsgeschäften, und begleite fie ten, die du über uns gesetzet hast. Segne die Lehrer, und laß sie reizende Muster der wahren Weisheit, der Liebe und aller chrift lichen Tugenden sein. Segne und beschüße diesen Ort, dieses Land, und alle Einwohner desselben. Segne und behüte insbesondere diejenigen, die du durch die Bande der Bluts und anderer Freundschaft mit mir verbunden hast. Gieb, daß wir alle die Pflichten unsers Berufs treulich erfüllen, daß wir das allgemeine Beste unserm besondern Nußen vorziehen, und deine Ehre und das Heil unserer unsterblichen Seelen zum letzten Endzwecke aller unserer Bemühungen machen. Erhöre mich, Vater der Barmherzigfeit! und sei mir gnädig um Jesu Christi willen, Amen. Abendgebet am Donnerstage. w Erforsche mich, Gott! und erfahre mein Herz; prüfe mich und erfahre, wie ichs meine: 16 Abendgebet am Donnerstage. 201 Und siehe, ob ich auf bösem Christen, einem Erben der zu Wege bin, und leite mich auf künftigen Herrlichkeit anständig ewigem Wege. Ps. 139. v. 23. 24. ist; ob ich in deiner Furcht ge12. meierr, mein Gott! je- wandelt und die Empfindung deider treu bens giebt mir neue Beweise von ner Seele unterhalten habe; ob deiner väterlichen Huld und Gnade, ich mir das Beispiel meines Heiund legt mir neue Verpflichtungen landes zum Muster der Nachahzur Dankbarkeit und zum Gehor- mung vorgesetzt, und durch mein sam gegen dich, meinen Vater und Verhalten bewiesen, daß ich ein Wohlthäter, auf. Darum komme Nachfolger des demüthigen, des ich auch jezo mit Danken vor sanftmüthigen, des wohlthätigen dein Angesicht, und erinnere mich und himmlischgesinnten Jesu sei? mit Freuden deiner Güte. Auch ob ich jeden Anlaß, mich selbst zu heute hast du dich an mir Unwür- bessern und Andern nüßlich zu digem nicht unbezeugt gelassen. werden, begierig ergriffen; allen Viele Gefahren und lebel hast du Reizungen zum Stolze, zur Eiteldurch deine gnädige Borsehung teit, zum Zorn, zur Unzufriedenvon mir abgewandt. Vor vielen heit, zur Wollust widerstanden; Sünden, die unter allen Ulebeln ob ich in meinen Berufsgeschäfdie größten sind, hast du mich ten und Arbeiten redlich, Schwachen bewahret. Viele geist- und fleißig, und zwar um deinet liche und leibliche Wohlthaten willen gewesen; ob ich mich recht habe ich aus deiner freigebigen sorgfältig gehütet, weder mit GeHand empfangen. Womit soll ich danken noch Begierden, noch mit adir alles das Gute vergelten, das Worten und Werken zu sündihast? Nimm gen; ob ich meine Zeit, meine meine Seele Kräfte, meine Güter( mein Anzum Opfer hin. Sie sind dein, sehen) so wohl angewandt, als und deinem Dienste, deiner Ver- ich es hätte thun sollen und könherrlichung sollen sie auf ewig nen; ob ich meine Pflichten gegen geheiliget sein. Möchte nur mein dich, gegen meinen Nächsten und Eifer, dir zu gefallen, beständiger, gegen mich selbst mit der Wilmöchte der Gehorsam, den ich ligkeit, mit dem Eifer, mit der qurdir leiste, reiner und vollkomme Treue erfüllet, als es deine Wohlner sein! Aber, o mein Gott! thaten und meine Schuldigkeit wie weit bin ich noch von dem von mir fordern; ob ich in einer Ziele der christlichen Vollkommen solchen Verfassung sei, daß ich heit entfernt! Vieler Nachlässigkeit freudig sterben, und mich einer und Trägheit im Guten, vieler seligen Ewigkeit getrösten könnte, on Bergehungen und Fehler muß ich wenn es dir gefallen sollte, mich täglich vor deinem Angesichte meinem irdischen Leben in dies beschuldigen! ser Nacht ein Ende zu machen. O Gott! wie beschämet, wie erniedriget mich eine solche Prüfung. And sleg di wo bhot ni Sch bekenne und bereue meine CS du an mir gethan 890 meinen Leib und jeßt Gieb mir die Weisheit, mich und alle Abend unpartheiisch zu prüfen, ob ich auch den vergangenen Tag in allen Absichten ſo zugebracht, wie es einem Sünden und Uebertretungen vor vernünftigen Geschöpfe, einem dir von ganzem Herzen, und modeist schlie Morgengebet am Freitage. suche Gnade allein um der Ge- Morgengebet am Freitage. rechtigkeit Jesu willen, mit welcher du sie alle bedecken Das Lamm, das erwürget ist, wollest. Ich entschließe mich, in deiner Furcht mich immer mehr von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes ist würdig zu nehmen Kraft und Reichthum, und Weisheit, und Stärke, und Ehre, und Preis, und Lob. Offenb. Joh. 5. v. 12. zu reinigen, und meine bei 13. Treuester Mittler, liebdu deiner zu vollenden. Stärke mich selbst, 0 Gott! in diesem guten Vorsaße zur Ausführung desselben. Laß mich den morgenden Tag besser, und weiser hinbringen, als den heutigen. Laß mich ohne Zorn, Neid oder Haß ja allemal so einschlafen, wie ich zu sterben und der einst vor deinem Richterstuble bist darum für alle gestorben, auf daß die, so da leben, hinfort nicht ihnen selbst leben, sondern dir, der du für sie gestorben und auf erstanden bist, und wir also deine sein, wir mögen schlafen oder wachen. Da du nun nach einem sanftem Schlafe mich jest gesund erwachen läsfest, und meinem Leben abermals einen Tag zulegest, zu erscheinen wünsche. Dein so danke ich dir dafür, und mächtiger Schuß bedecke mich widme dir mein Denken und Leund die Meinigen auch in die- ben von neuem, weil ich mich era ser Nacht, auf daß uns kein innere, daß du an einem FreiUnglück begegne und keine Plage tage dein theures Leben aus Liebe sich zu unserer Wohnung nahe. für mich gelassen. Bist du für Schenfe mir einen sanften und uns gestorben, da wir noch unerquickenden Schlaf. Laß mich versöhnte Sünder waren, so bemorgen, wenn es dir gefällt, wahre mich doch nun vielmehr mit neuen Leibes- und Seelen- vor dem Zorne, den ich mit fräften wieder aufwachen, und meinen mir noch immer anklebengieb, daß ich sie nach deinem den Sünden sonst verdiente, nachWillen und zu deiner Ehre dem ich durch dein Blut gerecht anwende. Trößte auch, barm- worden bin. Erinnere mich aber herziger Gott! tröste alle meine auch beständig, wie viel Mühe elenden Mitchristen, die in die- und Arbeit dir meine Sünden geser Nacht durch Schmerzen und macht haben, damit ich keine derKrankheit oder andere Arten des Elends der süßen Ruhe beraubet sind. Stärke die Ster benden, und laß sie Gnade vor dir finden. Hindre die Werke der Finsterniß. Dir, Herr mein Sohn! lebenslang beides für Gott! übergebe ich meinen Leib und meine Seele, die Meinigen und alle meine Güter. Jch bitte dich um dieses alles im Namen Jesu Chrifti, unsers Mittlers und Seligmachers, Amen. meinen höchsten und besten Freund halte, indem ja Niemand größere Liebe bat, als die, daß er sein Leben lässet für seine Freunde. Und da ich in deinem Leiden, mein Bürge! sehe, wie ernstlich Gott Sünde hafsfe und ftrafe, so 17 selben gering achte. In deinem Leiden laß mich die Güte und den Ernst Gottes schauen. Gieb, daß ich mich dieser Güte im Glauben freue, und dich, o Gottes 18 Abendgebet am Freitage. gieb mir Gnade, solche auch ernst- heute durch Menschen begegnen lich zu hassen und zu vermeiden. möchten. Ja, du Lamm Gottes! Du riefest an deinem Kreuze: das der ganzen Welt Sünde gemein Gott, mein Gott! warum tragen, erbarme dich aller und hast du mich verlassen? so bitte bekehre alle, die dich noch nicht deinen himmlischen Vater für kennen; die nicht wissen was sie mich, daß er weder heute noch thun, wenn sie dich verwerfen, jemals mich verlasse noch ver- und die dich wohl durch vorsäßsäume. Du trugest dein Kreuzliche Sünden von neuem freuziselbst zu deinem Tode, und unter- gen. Laß das Wort von deinem warfest deinen Willen dem Wil- Kreuze immer mehreren göttliche len deines himmlischen Vaters. Kraft und göttliche Weisheit werGieb mir Kraft, daß auch ich den. Gedenke an mich und an mich und meine sündlichen Be- alle die Meinen, err! der du gierden verleugne, mein Kreuz im Reiche deiner Herrlichkeit jezo auf mich nehme, und dazu bereit sei, auch dir in allen Spuren deiner Tugenden nachfolge. herrschest, und laß uns dereinst mit dir im Paradiese sein. Denn in deine Hände befehle ich beute und allezeit meinen und ihren Geist, du hast uns erlöset, Herr! Wie du aber mitten in deiner Pein der Deinen nicht vergaßest, sondern auch auf deren leibliche du getreuer Gott! Amen. Wohlfahrt und Erhaltung dachtest, so laß mich auch heute dieser deiner treuen Vorsorge ebenfalls Abendgebet am Freitage. genießen. Wende dadurch alles Gelobet sei Gott und der Uebel von mir ab, und alles nö. thige Gute mir zu, ja erwecke Vater unsers Herrn Jesu redliche Herzen, die auch mir zu Christi, der uns gesegnet hat allem Guten mit Rath und That mit allerlei geistlichem Segen beförderlich sein. Bewahre mich in himmlischen Gütern durch und die lieben Meinigen heute Christum. Ephes. 1. v. 3. vor Krankheiten und Schmerzen: 14. Une nendlichgroßer und allOber wenn wir ja an unserm gegenwärtiger Gott! Fleische heute leiden sollten, so ich bin so glücklich, daß ich abergieb, daß wir uns mit demsel- mals zu dir, als meinem versöhnbigen Sinne gegen alle Ungeduld ten Vater, mit der findlichen Zuwaffnen, mit welchem du gelitten versicht reden kann, mein demühast. O Herr Jesu! du bist am thiger Dank werte tir bei aller Kreuze ein Fluch für uns wor- seiner Unvollkommenheit in Christo den, auf daß alle Völker in dir angenehm sein, und meine flehentgesegnet würden; laß mir denn liche Bitte erhöret werden. Nux, auch reichen Segen an Seele und du Gott der Barmherzigkeit! Leib und zu allen guten Ver- ich danke dir von Herzen, daß richtungen und Vornehmen zu- du mich auch den heutigen Tag fließen. Wie du aber sogar für unter deiner gnatenvollen Redeine Kreuziger voll Sanftmuth gierung hast zurücklegen lassen, batest, so gieb auch mir standhafte und mich an demselben vor so Sanftmuth bei allen unangeneh- vielem Kummer und Elende bemen Vorfällen, die mir etwa wahret hast, die mich hätten Morgengebet am Sonnabend. 19 Tag zur Absichten treffen können. Vergieb mir wachen, und mich den aber, mein Vater, vergieb mir, Erfüllung dieser gütigen nach deiner erbarmenden Liebe, anwenden. Soll aber in dieser alles, was ich heute in meinen Nacht die Zeit meiner VorbereiPflichten versäumet habe; und tung zur Ewigkeit aufhören, ach wo ich aus Flüchtigkeit oder Zer- so vergieb mir, was ich von diestreuung, oder aus Mangel des sem greßen Endzwecke versäumet schuldigen Eifers zum Guten ge- habe, um Jesu Christi willen, fehlet habe! Ewiges Lob, ewi- und erfülle deine theure Verger Preis und Dank sei deiner heißung, daß du mich um seines göttlichen Liebe, für die theure Gehorsams und seiner großen Lehre, welche die Versöhnung Erlösung willen, ohne mein Verundankbarer Sünder zeiget und dienst, als völlig gerecht annebdoch den Sündern keine Ursache men, und bei dir ewig selig mazur Leichtsinnigkeit giebt! Ja, chen wolleft. Erhöre mich, mein unendlichgütiger Gott! nur durch Gott! mein Vater! ja erhöre die in deinem Worte und durch mich, Jesum Christum, unsern ewig anbetungswürdigen Amen. Erlöser geoffenbarte Religion durch kann der Mensch mit Vernunft ruhig sein; nur durch sie kann Morgengebet am Sonnabend. er ein so gutes und glückliches Geschöpf werden, als er nach deinen gütigen Absichten sein soll. Serr! du erforschest mich, Erhalte du meine Einsicht und und kenneft mich. Ich sige Empfindung von dieser großen oder stehe auf, so weißest du und theuren Wahrheit immer lees, du verstebest meine Ges bendig in meiner Seele, wenn danken von ferne. Ich gehe auch noch so viele Menschen, zu oder liege, so bist du um mich, ihrem eigenen Unglücke, die Wohl- und siebest alle meine Wege: thätigkeit deiner Religion und Denn siebe, es ist kein Wort den unendlichen Werth deiner auf meiner Zunge, das du, Erbarmung in Christo vergessen, Serr! nicht alles wissest. Ps. und unempfindlich dabei bleiben 139. v. 1-4. sollten. Ja, gütiger, unendlich gütiger 15. allmächtiger, barmherziger Gott! ich Gott! du erhörest ras Gebet erkenne in dieser Morgenstunde einer Kinder, du kannst es nicht deine väterliche Gnade und Huld, unerhört lassen. In diesem dadurch du mir von meiner sünd tindlichen Vertrauen übergebe ich lichen Geburt an, bis auf diese mich tir auch diese Nacht, mit Stunde, alles Gute an Leib und allen meinen Angehörigen und Seele reichlich bewiesen hast. Ich Freunden. Sorge für sie und preise dich, o gnädiger Vater! für mich, nach deiner väterlichen für solche unzählige Wohlthaten; Weisheit und Erbarmung. absonderlich aber, daß du mich in ich nach deinem gnädigen Willen der wahren christlichen Kirche haft noch länger hier leben, so laß lassen geboren werden, und mich mich morgen mit einer dankbaren durch die heilige Taufe in deiEmpfindung von deiner Güte er- nen Gnadenbund aufgenommen, Soll 2* 20 Morgengebet am Sonnabend. Schüße deine wahre Kirche, und erhalte dir allezeit gläubige Christen, die dich anbeten und ehren. Laß aller Nothleidenden und Verauch mich mit deinem heiligen vor Augen, sondern von Herzen Worte lebrest, tröstest und unter und mit gutem Willen thue. richtest! Ach allergütigster Gott! Segne sodann auch nach deiner ich bitte dich herzlich, gieb, daß Zusage meine Arbeit, und was ich solcher deiner großen Gnade mir deine Hand gegeben hat, daß nimmermehr vergesse, sondern ich für mich und die Meinigen dich mit stetem Dank dafür ehre. die tägliche Nothdurft haben Laß mich stets vor dir, o all- möge. Soll ich auch nach deinem wissender und allgegenwärtiger Willen an diesem Tage oder sonst Gott! wandeln und fromm sein. mit Trübsal und Noth beleget Laß mich immer wohl bedenken, werden; so reiche mir Schwachen daß du mein steter und genauer nur deine Hand, daß ich nicht Aufseher seist, alle meine Worte versinke noch verzage; stärke mich, hörest, alle meine Werke schauest, daß ich Geduld habe, und auf alle meine Gedanken bemerkest dich hoffe. Erbarme dich nach rei. und alle meine Wege erforschest. ner unendlichen Güte aller MenUnd weil der Satan, die Welt schen, die dich suchen und lieben. und mein eigenes von Natur verderbtes Herz mich stets von dir abzuführen suchen; so stehe du, allmächtiger Gott! mir bei, daß deren Reizungen an mir lassenen Gebet von dir erhöret vergeblich sein mögen. Laß auch sein; schaffe ihnen Rath und heute alles mein Thun gesegnet Trost. Gieb dem Lande, darsein. In deinem Namen fange innen ich wohne, Friede, und laß ich es an, sei mit mir, und laß uns die Gaben deiner Güte darin es zu deiner Ehre und meinem, mit Danksagung empfangen, und auch anderer wahren Nußen mäßig gebrauchen. Absonderlich wohl gerathen. Laß mich, o gieb mir ceinem Kinde ein Herz, Herr! auch in dem äußerlichen das dich ehrt, liebet und dir verBeruf,( Gewerbe und Dienste) trauet. Verlaß mich nicht, mein darin ich nach deiner Regierung Gott! denn ich hoffe auf dich. mich befinde, treu und fleißig Meinen Leib und Seele, und sein, und dabei nicht blos auf Menschen, sondern auf dich den Richter aller meiner Gedanken und Handlungen sehen. Verleihe, daß ich mich oft erinnere, wie ich nicht blos Menschen diene, sondern dein Knecht sei, der du einem Jeglichen vergelten wirst, was er Gutes oder Böses gethan hat. O mein Heiland! laß mich in alle die Meinigen, meine Ehre und Gut befehle ich jeßt und allezeit in deine mächtige Obhut. Uch Herr! sei mein Schuß und Heil, mein Helfer und Erretter heute und so lange ich hie bin. Erhöre mich, o Gott Vater! um Jesu Christi deines geliebten Sohnes willen, Amen. Liebe und aus Liebe zu dir auch meine weltlichen Geschäfte,( Dienste) und Arbeiten so verrichten, daß ich dir zu gefallen suche, redlich darin handle, und diesen Willen Gottes, nicht allein mit Dienst Abendgebet am Sonnabend. Herr Gott! du bist unsere Zuflucht für und für: ehe denn die Berge worden, und die Erde Abendgebet am Sonnabent. 21 und die Welt geschaffen wor-| in mancher ganzen Woche in unden, bist du Gott von Ewig- serm Christenthume zu, da wir keit zu Ewigkeit. Ps. 90. v. 2. hingegen des Bösen immer ge16. Ewiger Gott! bei uns wohnter werden. Wie oft wird Menschen hat alles deine Liebe in unsern Herzen ein Ende: Das eine kommt, das falt, deine Furcht von uns der andere vergeht, und eine Woche, Menschenfurcht nachgeseßet; und ein Monat, ein Jahr unsers Le deine Vorsorge bald getabelt, bens vergehen so geschwind nach bald durch Zweifel und Kleindem andern, als flögen sie davon. müthigkeit entehret! Dein Werk, Du aber bleibest immer, wie duo mein Gott! wird oft nachläffig bist, und deine Jahre nehmen getrieben; deine Wohlthaten werfein Ende. Deine Güte währet den nicht genug bedacht, deine noch täglich, und deine Barmher- Befehle hintangeseßt, deine Gczigkeit hat noch kein Ende. Dafür schöpfe gemißbraucht; und wenn preise ich dich nun auch, o mein wir auch etwas Gutes gethan, Gott! am Ende dieser Woche überheben wir uns dessen balt. vom Grunde meiner Seelen. Ach Wir reden oft das, was nicht ja, liebster Vater, alle Tage, ja recht ist; denken von unserm alle Stunden dieser Woche sind Nächsten Arges, ob er gleich unmir Zeugen deiner wunderbaren Güte, Geduld und Langmuth, von deiner väterlichen Liebe, von deiner trenten Vorsorge und von deinem allmächtigen Schuße. schuldig; verschließen unser Herz vor ihm, wenn er nothdürftig: eifern, wenn es nicht nöthig: sehen scheel, wenn du ihm gütig Alle meine bist. Ach, mein Vater! tu Kräfte, meine Gesundheit, meine siehest und weißt, was auch ich Speise und Trank, Beistand, in diesen und andern Stücken Segen und Gedeihen bei meiner von der vergangenen Woche Arbeit und alles, was ich sonst schuldig sei. Erlaß mir wegen an geistlichem und leiblichem Guder vollgültigen Bezahlung Jesu tes genossen, das habe ich allein Christi solches alles. Mache du bon deiner Hand empfangen. alles gut, was meine Ünart Und dies nicht zum ersten Male, verdorben, und laß alles, was ich sondern schon so viele Wochen Gutes gethan, wohl gedeihen; haft du, wohlthätiger Gott! Le- und wenn dein Geist auch in dieben und Wohlthaten an mir ge- ser Woche in mir etwas Gutes than, und mich an mir selbst gewirket, so erhalte und vermehre und andern erfahren lassen, daß dasselbe in meiner Seele gegen denen, die dich lieben, alle Dinge alle Versuchungen. Heilige auch zum besten dienen müssen. Ge- jeho meinen Schlaf, daß ich mit lobet seist du, o Herr! täglich, dir und deinem Andenken diese sonderlich aber bekenne ich am Nacht anfange und vollende. Ende dieser Woche: ich bin viel Steure hingegen allem Vornehzu geringe aller der Barmherzig- men des Satans und böser Menfeit und Treue, die du an mir schen. Wende furchtsame Vorgethan hast. Denn, lieber Vastellungen, unruhiges und be. ter! wie groß ist dabei auch fümmertes Wachen, heftiges die Zahl meiner Sünden worden! Schrecken, Feuers- und andere Wie wenig nehmen wir Menschen Gefahr, schmerzliche Krankheit, Ein tägliches Gebet nach dem Morgen- oder Abendgebete. plößlichen Tod und alles Uebel in mich durch deine Barmherzigkeit; dieser Nacht gnädig von mir und führe mich nach deiner Wahrheit, den Meinigen ab. Entledige dies und schüße mich mit deiner Macht. mal insonderheit mein Herz von Ich bin aber auch dein; also überallen weltlichen Sorgen, die un- gebe ich dir mich heute aufs neue; fere Seele beschweren; auf daß alle meine Neigungen, Gedanken, ich an deinem morgenden heiligen Worte und Werke, auch meine Ruhetage zu deinem Dienste tüch- Trübsale, damit ich künftig nichts tig sei, nur das zu sorgen, was so liebe, als dich; an nichts licdir angehört. Doch mein Gott! ber gedenke, als an dich, mit lehre mich beim Ende dieser Niemand lieber rede, als mit dir, Woche auch bedenken, daß es nie etwas anders thue, noch etüberall ein Ende mit mir haben was leide, als nach deinem Wilmüsse, und wer weiß, wie nahe len. Herr! lenke mein Herz, daß mir dies mein Ende ist! Viel ich wolle, was du willst; weil du leicht ist dies die leßte Woche, die es willst; wenn du es willst; wie ich jetzt beschließe. O so bilf du es willst. Zu dem Ende erdenn, daß ich jezo und allezeit auf die Ankunft meines Herrn bereit, und mein Ende selig sei. Erhöre dieses alles in Gnaden um des unendlichen Verdienstes Jesu Christi willen, Amen. leuchte meinen Verstand, treibe meinen Willen, beilige meine Sinnen. Erfülle mein Herz mit dankbarer Erkenntniß teiner Güte, mit liebreichem Eifer für die Wohlfahrt meines Nächsten, mit ernstlichem Abschen an meinen Sünden, und mit Efel an den Lüsten der Welt. Mache mich, o Herr! allezeit unterthänig ge gen meine Obern, liebreich gegen die Geringern, getreu und aufEin tägliches Gebet nach dem Morgen- oder Abendgebete. Dein 17. meine an dich, stärke aber linde und versöhnlich gegen meine meinen Glauben. Ich hoffe auf Feinde. Hilf mir die Hoffart überdich, aber befestige meine Hoff- winden durch Demuth, die Wolnung. Ich liebe dich, allein feure luft rurch Bezähmung meiner selbst, du meine Liebe noch mehr an. Ich den Geiz durch Mildthätigkeit, bereue meine Sünden, vermehre den Zorn durch Gelindigkeit, und du meine Neue. Ich bete dich die Kalisinnigkeit durch Undacht. an, als meinen ersten Ursprung; Mein Gott! mache mich verstänich verlange nach dir, als meinem dig in meinen Unternehmungen, leßten Endzweck; ich danke dir, getrost in Gefahren, geduldig in als meinem beständigen Wohl- Widerwärtigkeit und demüthig im thäter; ich rufe dich an, als mei- Glücke. Laß mich nimmermehr nen höchsten Beschüßer. Gott! vergessen, mit meinem Gebete Gedu bist mein Gott in Christo: danken und Verlangen zu verbinAller deiner Eigenschaften kann ich den; mit meinen Vergnügungen in ihm mich trösten. Regiere Mäßigung, mit meinem Amte und mich denn durch deine Weisheit; Berufe Fleiß und Genauigkeit, und halte mich in rechten Schranken mit meinem guten Vorhaben Bedurch deine Gerechtigkeit; tröste ständigkeit. Herr! pflanze in mich Gebet in den Montagsbetstunden. 23 die Sorgfalt jederzeit zu haben und läsfest uns diese Woche mit ein gutes Gewissen, eine beschei- Gesundheit und Freuden antreten. dene Aufführung, einen erbau- Für solche und alle andere Gutlichen Umgang, und eine richtige thaten sagen wir dir von Herzen Einsicht. Laß mich ohne Unterlaß Lob und Dank. Weil wir aber bemühet sein, die Natur zu zäh- in der vergangenen Woche wider men, der Gnade zu folgen, die dich, Herr unser Gott! vielfältig Gebote in Acht zu nehmen, des gesündigt haben; so ist uns solEvangelii mich zu freuen, und der ches herzlich leid, und bitten wir Seligkeit theilhaftig zu werden. alle um Gnade und Vergebung. Mein Gott! ich lebe, und weiß Laß uns der heiligen Leidensnicht, wie lange, ich sterbe, und und Marterwoche deines lieben weiß nicht, wann, du allwissender Sohnes, und dessen, was er uns Vater! weißest es. Laß mich doch durch sein Leiden, Kreuz und allezeit bereit sein, im wahren Tod in derselben erworben hat, Glauben an meinen Erlöser zu heilsamlich genießen. Gieb, daß leben und zu sterben. Gieb mir wir aus der alten Woche keine zu erkennen die Nichtigkeit der alte Sünde mit in die neue nehErde, die Herrlichkeit des Him- men, sondern den alten sündlichen mels, die Kürze der Zeit und die Menschen ausziehen; hingegen Länge der Ewigkeit. Gieb, daß den neuen Menschen, der nach dir ich mich zum Tode bereite, vor in rechtschaffener Gerechtigkeit und deinem Berichte mich findlich Heiligkeit geschaffen ist, anziehen. fürchte, der Hölle entgehe, und Gieb uns mit dieser neuen Woche endlich den Himmel erlange, durch neue Herzen und einen neuen getas Verdienst unsers Herrn Jesu wissen Geist, und Kräfte, ein Christi, Amen. neues dir wohlgefälliges Leben zu führen. Insonderheit laß deine Gnade alle Morgen über uns Wochengebet in den öffent- neu aufgehen, und erhalte uns lichen Montagsbetstunden. bei deinem reinen Werte und bei dem rechten Gebrauche der hei 18. Barmherziger Gott und ligen Sakramente. Stärke auch wir aus der unsere abermal eine Woche zurück gele- gnädigste Landesherrschaft und get, und in eine neue eingetreten alle chriftliche Obrigkeiten und find; so danken wir dir für alle fromme Regenten, sonderlich an erwiesene Wohlthaten. Du hast diesem Orte. Fördere guten Rath dein Wort und Sakramente unter und nüßliche That, und wende uns rein und lauter erhalten, uns Krieg, Pest, Theurung, FeuersRuhe und Friede, auch tägliche brunst, Wassersnoth, und sonst Nahrung bescheret: und ob wir alles Herzeleid in Gnaden von dich schon mit Sünden oft erzür- uns ab. Gieb uns Frieden und net, dennoch unserer in Gnaden Gesundheit, auch Glück und Heil geschonet; uns zwar gezüchtiget, zu unserer aller Beruf und aber im Zorne nicht aufgerieben, Stande. Und weil wir nun noch dem Tode übergeben. Du hast mit der neuen Woche unsere und der vorigen Woche Tage und Amts- und Berufsarbeit wieder Plage gnädig überwinden helfen, antreten; so fange, o Gott! von 24 Morgengebet, wenn man beichten will. neuem an uns zu ſegnen: laß uns Morgengebet, wenn man beichten will. das Werk, dazu du uns beschieden haft, mit Freuden angreifen; und führe durch deinen Segen 19. Allmächtiger und gnäwas wir in deinem ich danke anfangen, zu deiner Ehre, zu dir inbrünstig für die väterliche unserer und unsers Nächsten Treue, mit welcher du mich in Wohlfahrt glücklich hinaus. Und der abgewichenen Nacht bewahret wenn es uns bei unserm Stande und erquicket hast; und mich dies und Nahrung sauer und schwer sen Tag erleben lassen, den ich fället; so laß uns an die Hoff dazu bestimmet habe, mich in nung unseres Berufs im Himmel wahrer Buße zu dir zu wenden, gedenken, wo alle unsere Arbeit deiner Gnade in Christo, durch von dir aus Gnaden desto völlidas Amt, das die Versöhnung ger foll belohnet werden. Befiehl prediget, gläubig zu versichern, deinen heiligen Engeln diese Woche und dadurch zu einem würdigen über uns, daß sie uns und die und freudigen Genuß des heiligen lieben Unsrigen auf allen unsern Abendmahls zu bereiten. BarmWegen behüten, ja gar auf den berziger Vater! dein ewiger Sohn, Händen tragen, damit der böse mein göttlicher Erlöser, hat allen Feind und sein Anhang keine Sündern, die zur herzlichen ErMacht an uns finde. Ist es ferner dein Wille, und uns nüßlich und selig, so laß uns nicht diese Woche allein, sondern auch viele folgende in guter Gesundheit und erwünschtem Wohlstande leben und ableben. Gefället es tir aber, lieber Vater! uns in der angebenden Woche mit Kreuz und Trübsal heimzusuchen, so gieb Geduld, vergiß der Schuld, verleih ein gehorsames Herz, und mache uns das Kreuz nicht schwerer, als wir es ertragen können. Haft du endlich über einen oder den andern von uns beschlossen, ihn in dieser Woche durch den zeitlichen Vernunft und Tod aus dieser Welt abzufordern; insonderheit seit der leßten Erso gieb demselben hier ein seliges neuerung meiner feierlichen GeEnde, daß er dort ewig bei dir lübde, bei dem Genusse des heisei, und wir zuleßt insgesammt, ligen Abendmahls. Wie vieles nach aller Mühe und Arbeit auf habe ich nicht in meinen allErden, bei dir im Himmel einen gemeinen und besondern Pflich Sabbath nach dem andern in ewiger ten versäumet! Wie oft habe ich Freude und Herrlichkeit feiern mö nicht mit den Gesinnungen meigen: das verleibe uns, o Gott! nes Herzens, mit Worten und in des heiligen Geistes Kraft durch mit Werken gesündiget! Wie sehr Jesum Christum, Amen. sind nicht durch das natürliche fenntniß ihres Verderbens gelanget sind, zugerufen: fommt her zu mir alle die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken! O! so erhöre demnach das demüthige Gebet eines Mühseligen und Beladenen, den die Sündlichkeit seiner Natur und die Empfindung von seinen wirklichen Sünden, nach neuer Stärke zum geistlichen Leben, und nach erneuerter Versicherung von deiner Gnade, begierig macht. Mit inniger Demüthigung und Betrübniß denke ich an meine vielen Versündigungen, seit dem Ger brauche meiner Abendgebet, wenn man gebeichtet hat. 25 Verderben meines Herzens die dankbarem Herzen empfahe, daß schuldige Dankbarkeit und der meine Versicherung von meiner findliche Gehorsam gegen dich, völligen Begnadigung in Christo unendlich gütiger Gott! gehindert dadurch versiegelt, und ich noch worden! Wie strafbar bin ich fräftiger zum findlichen Gehordeswegen nicht vor dem Richter- sam gegen dich, und zur allgestuhle meines eigenen Gewissens, meinen und thätigen Liebe aller und wie unendlich mehr strafbar Menschen angetrieben werde. Aus bin ich nicht vor deiner unendli- dem Triebe dieser herzlichen Liebe chen Gerechtigkeit! Aber, o tu befehle ich dir, o Gott! auch Gott und Vater der Menschen! heute die Wohlfahrt der Meinidas ist je gewißlich wahr, und gen und anderer Menschen, wie ein theures werthes Wort, daß Jesus Christus, dein eingeborner Sohn, in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen. Sei denn auch mir gnädig um Chrifti willen, der auch für mich gelitten hat, und vergieb mir alle meine Sünden, für welche er ja die Strafe auf sich genommen bat. Statt meiner befleckten Gerechtigkeit ergreife ich seine voll fommene Gerechtigkeit, und seße mein ganzes Vertrauen auf das Verdienst seines großen Versöhnopfers, das alle Sünder selig Amen. macht, welche nach Gerechtigkeit hungert und dürftet. mein eigenes Wohl. Erzeige insonderheit die Gnade, die ich mir erbeten habe, auch denjenigen, die heute ihre Andacht mit mir vereinigen werden. Walte über uns alle mit einer väterlichen Vorsorge, und laß es uns zu teinem Preise erfahren, daß denen die dich lieben, alle Dinge zum besten dienen müssen. Erböre mein flehentliches und gläubiges Gebet, nach der theuren Verheißung deines eingebornen Sohns, meines Erlösers und Fürsprechers, Befördere und vermehre auch Abent gebet, wenn man gebeichtet hat. durch meine heutige Andacht in mir eine göttliche Traurigkeit über meine Sünden, und einen 20. Barmherziger berzlichen und fortdauernden Abscheu gegen alles Böse. Stärke reicher Vater! ich opfere dir auch meinen Glauben an die auch für an diesem Abend, als dein bemich durch Christum geschehene gnadigtes Kind, herzlichen Dank Versöhnung, und verleihe mir und bete dich demüthig an, weil immer mehrere Kräfte und kind- du an dem heutigen Tage nicht nur liche Freudigkeit zum Gehorsam mein natürliches Leben erhalten, gegen dich und zur Erfüllung und mich mit vielen leiblichen meiner allgemeinen und besondern Wohlthaten überschüttet; sondern Pflichten. Segne dazu dein auch auf mein bußfertiges Gebet Wort aus dem Munde deines mich meines geistlichen und ewigen Dieners an meiner Seele, und Lebens durch dein gnädiges Wort bereite mich durch den Geist der so fräftig versichert haft. Dich, Gnaden also zum würdigen Ge- o dreieiniger Gott! erhebet meine nuß deines heiligen Liebesmahls, Seele, daß du so gnätig bist, daß ich es mit gläubigem und und mein Herz freuet sich, daß Gott! versöhnter und lieb 26 Abendgebet, wenn man gebeichtet hat. du so gerne hilfest. Wo ist ein durch das tiefe Verderben meiner solcher Gott, wie du bist, der die Natur den schwachen Anfang Sünde vergiebt! Wie unwürdig des Guten in mir nicht wieder war ich deiner Güte! Wie oft vertilgt werden. Erhalte du es hatte ich mich in Gedanken, Be- und vermehre es durch den kräfgierden, Worten und Werken, wie tigen Einfluß deiner Gnade, daß oft mit Unterlassung des Guten, ich alle Hindernisse der Tugend, wie oft mit saumseliger und trä- die in mir und außer mir ſo ger Ausübung meiner Pflichten bäufig sind, immer mehr und verfündiget! Mit Undank, mit mehr überwinde; und durch alle Ungehoriam erwiderte ich deine böse Erempel, durch alle Reizununendliche Güte, o du Vater der gen zur Untreute gegen WahrBarmherzigkeit! deine anbetungs- beit, Tugend und Religion, durch würdige Liebe, mein göttlicher Glück und Unglück, rurch Tod Erlöser! deine seligen Wirkungen, und Leben zu tir dringe! Laß o du Geist der Gnaden! und den hiezu das feierliche Gerächtnißnoch habe ich deine Langmuth mahl des martervollen Todes, den nicht ermüdet. Dennoch hast du mein göttlicher Erlöser für mich mir aufs neue Gnade und Ver- erlitten, an mir gesegnet sein, zeihung versichern lassen, und mir und durch die innigste Vereinialle meine Ulebertretungen und gung mit ihm keine weisen, beis Undankbarkeiten völlig vergeben. ligen und wohlthätigen Absichten Laß mich diese Gnade immer le bei diesem wahrhaftig göttlichen bendiger erkennen und ehren. Liebesmable an mir völlig errei Gütiger Gott! laß mein ganzes chet werden. Thue zu diesen Herz von deiner väterlichen Güte großen geistlichen Wehlthaten, o durcherungen werden, und laß barmherziger Gott! auch diese mich insonderheit den Reichthum leibliche hinzu, daß du mich in deiner Erbarmung in Christo, und der bevorstehenden Nacht nebst den unendlichen Werth meiner den Meinigen, und allem, was großen Erlösung durch ihn, mit ich durch deine Gnade befize, in innigst gerührtem Herzen immer deinen väterlichen Schuß nehmehr einsehen. Laß mich nie ver- mest, mich vor allem Ulebel begeffen, wie abscheulich und straf- wahrest, und auch durch eine erbar die Sünde sei, was für quickende Ruhe mich zu dem wichAngst und Herzeleid es bringe, tigen Geschäfte des morgenden gegen deine gütigen und heiligen Tages stärkest. Erhöre mich, verGefeße zu handeln, und wie sehr söhnter Bater ter Menschen! um man deinen Zorn durch die Ver- Jesu Christi deines eingebornen achtung des Reichthums deiner Sohnes willen, in welchem tu Gnade in Christo häufe. Stehe Gnate und Erhörung verheißen mir bei mit der Kraft deines hast, Amen. Geiftes, fünftig meine Dankbarfeit durch einen aufrichtigen kind- Morgengebet eines Kom lichen Gehorsam thätig zu bezeiLaß durch eine sündliche munikanten. gen. Welt, durch die Zerstreuungen 21. Anbetungswürdiger Gott! dieses Lebens, durch LeichtLiebhaber Lesinn des größten Haufens, und bens! dich erhebet meine Seele, 27 Morgengebet eines Kommunikanten. daß du mich in der abgewichenen| Kampf wider die Sünde, und Nacht so gnädiglich erhalten und laß mich, so lange ich lebe, im beschirmet hast, und mich diesen Glauben deines Sohnes leben, der Morgen( gesund und froh) er auch mich geliebet, und sich selbst leben läsfest. Ich erkenne, Herr! für mich dargegeben hat. Erleichauch dieses zeitliche Leben billig tere und versüße mir auch, o mein mit dem demüthigsten Danke, als Gott! durch diese erneuerte Gedeine unverdiente Gabe. Verleihe meinschaft mit meinem Heilande mir Gnade, so lange du mir alle Leiden und Bekümmernisse solches gönnen wirst, es nach des gegenwärtigen Lebens, und deiner Absicht anzuwenden, und befestige mich in der seligen Hofflaß mich und die Meinigen, und nung, daß ich bei einer beharrunsere ganze Wohlfahrt, heute lichen Treue dereinst von dir die und fernerhin deiner liebreichen Krone des ewigen Lebens empfaObhut und Regierung empfohlen hen solle. Erzeige diese Gnade, sein. Besonders danke ich dir an die ich mir in Jesu Namen indem heutigen Tage, odu Herr brünstig erbitte, auch allen, tie meines Lebens! daß du mich aber heute mit mir sein Abendmahl mals der Gnadentafel deines empfahen werden. Laß uns insSohnes würdigen, und durch gesammt mit ihm dem Haupte, den Genuß deines Leibes und und unter einander im Glauben Blutes mich in meinem geistlichen und in der Liebe, als seine Leben stärken, und in der Heff- wahre Glieder verbunden bleiben; nung des ewigen Lebens befesti und wie wir eines Brots theilgen willst. Herr! stebe mir mit der Kraft deines Geistes bei, daß ich dies heilige und selige Gna denmittel würdig empfahe, es recht beilsamlich bedenke, wie mein Erlöser sein Leben auch für mich in den Tod gegeben, und diese unaussprechliche Wohlthat mit in nigster Dankbarkeit preise. Laß mich denn aber auch tes großen Segens theilhaftig werden, den 22. Lee, und was in den Herrn meine haft. Seele, du uns in Christo verheißen Vermehre in mir das Leben des mir ist seinen heiligen Namen. Glaubens, daß ich durch die voll Lobe den Herrn meine Seele, und kommene Versöhnung meines Heisvergiß nicht, was er dir Gutes lantes, die du mir heute so ge- gethan hat; der dir alle deine heimnisvoll zueignest, mich der Sünden vergiebt, und heilet alle Vergebung aller meiner Sünden deine Gebrechen; der dein Leben mit völliger Zuversicht versichere, vom Verderben erlöset, der dich und in deiner Gnade recht getrost frönet mit Gnade und Barmherund freutig sei. Mache meine zigkeit, der deinen Mund fröhlich Liebe, meine Dankbarkeit, mei- machet. Ich danke dir, o mein nen Geborsam, meinen Fleiß in Erbarmer! von ganzem Herzen; guten Werken recht lebendig und denn du hast mich mit vielem anhaltend. Stärke mich zum Gegen geschmücket, und mein Herz baftig werden, also auch insgesammt dadurch zum ewigen Leben gestärket und zu deiner ewigen Verherrlichung und Anbetung vor deinem Throne vereinigt werden, Amen. Abendgebet eines Kommunikanten. 28 Abendgebet eines Kommunikanten. mit überschwänglicher Gnave, Trost| der Sünden, der allergenauesten und Freude erfüllet. Gelobet seist Vereinigung mit dir, deiner Hülfe du derowegen, mein Gott und und deines Beistandes in allem Heiland! daß du so wohl an mir Kreuz und Leiden, auch der gnägethan, mich armen, elenden und digen Erhaltung im Tode und sündigen Menschen abermal zu auf den Tod erfolgenden AuferGnaden angenommen, mich von weckung zum ewigen Leben. Ach allen meinen Sünden losgezählet, treuer Gott und Herr! ziehe die auch zu wahrer Versicherung dei- Hand nimmermehr von mir ab. ner Gnade und der erlangten Gott mein Heil! laß auch diese Vergebung der Sünden, mich Nacht, da der Leib sich zur Ruhe in deinem hochheiligen Abend- leget, meine Seele und Geist doch mahl mit deinem wahren Leibe zu dir wachen. Walte über mich und Blute unter dem Brot und und die Meinigen mit deiner Weine heilsamlich gespeiset und Gnade; beschirme Seel und Leib, getränket hast. Owie treulich habe und Gut, und was du mir haft du mein treuer Hirt! an dem geschenket bast, durch deinen geheutigen Tage mich geweidet und waltigen Schuß; daß der böse behütet! Du hast nicht allein Feind mit allen seinen WerkzeuLeib und Seele, und alles was gen mir keinen Schaden zufügen ich habe, vor aller Gefahr und möge. Laß mich nach deinem Unfall gnädiglich bewahret; son gnädigen Willen am morgenden tern auch dergestalt gelabet und Tage gesund wieder erwachen, und erquicket, daß ich dir für solche mit rem frohen Tageslichte deine Liebe und Wohlthat in alle Ewig Güte und Treue, die alle Morgen feit nicht genug danken kann. neu ist, von neuem spüren und Ach! daß ich nun dich, mein Herr genießen, auch loben und preisen; und Erlöser! von ganzem Herzen, ja jeßt und allezeit freudig sagen: von ganzer Seele, von allen Gott Vater, was du erschaffen Kräften und von ganzem Ge- haft, Gott Sohn, was tu erlöset müthe dafür so zu lieben und zu haft, Gott heiliger Geist, was du loben vermöchte, als deine Wohl- geheiliget hast, das befehle ich thaten von mir erfordern! Ver dir in deine Hände; das erhalte, leihe mir deine Gnade, daß ich stärke, regiere und führe in diedurch deines guten Geistes Wir- sem, und nach diesem zum ewigen kung solche Güte und Barmher- Leben. Deinem Namen sei Lob, zigkeit in stetem Andenken be- Ehre, Preis und Herrlichkeit, uns halte, dich in meinem ganzen Le aber Friede, Freude, Trost und ben dafür lobe und preise, nichts Seligkeit jeßt und in Ewigkeit, gedenke, rebe, oder thue, das Amen. deinem heiligen Willen oder meiner Zusage zuwider ist, sondern in allen Dingen deinen heiligen Geboten freudig nachwandele, Morgengebet eines Kranken. auch meinen Glauben durch Liebe 23. Gerechter, bodh auch barra gegen weise. meinen thätig erGott und VaVersichere mich durch dies ter, du Liebhaber des Lebens! Siegel der Gerechtigkeit der er- Ich danke dir von Herzen, daß langten Gnate und Vergebung du mir so gnädig durch diese 29 und deiner Erhöre mich, Morgen und Abendgebet eines Kranken. Nacht geholfen, mich lebendig kommenden Trostes erhalten, beschüßet und mein Hülfe stets erfreue. Leiden haft tragen helfen. Ich o Jesu! mein Arzt und Meister liege aber hier noch in einer zu helfen! und sei mir gnädig Krankheit, mit welcher du mich um deines Namens willen, Amen. heimgesuchet hast. Ich liege unter deiner Nuthe, und leide an meinem Leibe. Ich weiß wohl, Abendgebet eines Kranken. gerechter Gott! daß du mich billig also beimfucheft. Weil aber 24. llmächtiger Gott! gnadeine Absicht auch hiebei auf diger Vater! mein mein ewiges Heil gerichtet ist, mattes Herz danket dir, daß du so wende ich mich mit bußfertigem mich diesen Tag des Leidens unHerzen zu dir: Ach Gott sei mir ter deinem Beistande und göttliarmen Sünder gnädig! Wende chen Tröstungen zurücklegen lasdein erbarmendes Herz wieder zu sen. Vergieb es mir, barmhermir. Wende dich, Herr! und ziger Vater! um Jesu willen, errette meine Seele; siehe an wenn ich dich in meinem Leiden meinen Jammer und Elend, und nicht so geehrt; es nicht so gedulvergieb mir alle meine Sünde; dig und in kindlicher Gelassenheit nimm dich meiner herzlich an, und Vertrauen zu dir ertraheilige meine Seele und errette gen, als es die Pflicht eines Sei auch in mein Leben vom Verderben. Ge- Christen erfordert. denke, Herr! an deine Treue, und der Nacht mein Beistand, mein lege mir ja nicht mehr auf, als Trost, meine Hoffnung und Erich ertragen kann. Ist es dein quickung. Ach Herr Jesu! du gnädiger Wille, so mache meines Licht der Menschen! laß dein UntElendes ein Ende, und nimm diese liß über mich leuchten, so genese beschwerliche Krankheit in Gna- ich. Erbarme dich meiner, mein den von mir. Gieb zu dem Ge- Heiland! und weiche nicht von brauch der Arzneien deinen gött- mir in dieser Nacht. Bewahre lichen Segen, und bringe mich mich gnädig vor allen widrigen zu meiner vorigen Gesundheit. Zufällen, und erleichtere mir Wo du aber, gnätiger Vater! meine Leiden durch eine sanfte o Gott! bist ja ein anders und bessers über mich Ruhe. Du, zu meiner Seelen Wohlfahrt be- mein Vater und ich dein Kind; schlossen hast, so geschehe dein darum erquicke mich nach deiner Wille; nur gieb mir Geduld zu Verheißung auf meinem Siechertragen, was deine Vorsehung bette. Tröste mein über meine über mich beschlossen hat. Jesu, Sünde bekümmertes Herz, und du Sonne der Gerechtigkeit! er bilf mir nach deinem gnädigen leuchte diesen Tag mein betrüb- Willen von aller meiner Kranktes Herz, und laß meine Seele heit. Ach Herr! sprich nur ein in deinem Worte Trost und Wort, so werde ich gesund. Soll Ruhe finden. Vor allen Dingen aber diese Krankheit meinem Lehalte deine Hand über mich dein ben ein Ende machen, so laß mich, Kind, daß ich mitten in allem mein Gott! getrost sein, und geLeiden deiner süßen Liebe einge- denken, daß der Tag des Todes denk sei, und mich deines gewiß für eine gläubige Seele besser sei, 30 Gebete vor dem öffentlichen Gottesdienste. als der Tag der Geburt. Herr von denselben komme ich in das Jesu! du bist mein Leben, und Haus, so zu diesem Endzweck geSterben ist mein Gewinn. Schicke widmet ist, dich zu ehren und deies mit mir nach deinem väterli- nen Namen zu preisen. Ich erscheine chen Willen, und hilf, daß ich an der heiligen Stätte, da deine meine Seele in gläubiger Gelas- Ehre wohnet, dein seligmachendes fenheit fasse, jederzeit fröhlich in Wort anzuhören, und wahren Hoffnung, geduldig in Trübsal, Trost für meine Seele zu holen. willig zum Leiden, bereit zum Du weißt aber, o Herr! wie Sterben, beständig im Glauben träge mein Gemüthe, wie unhei bis ans Ende verbleibe. Herr, lig mein Herz, wie blind mein mein Arzt! heile mich, komm mein Verstand, wie schwach mein GeVater! und hilf mir; komm mein dächtniß, wie geringe mein VerHerr und Gott! und führe mich mögen ist, daß ich von mir selber aus aller Noth, Amen. solches gute Vorhaben nicht vollbringen kann. Darum bitte ich Gebete vor dem öffent- dich, Gott und Bater! ermuntre lichen Gottesdienste. Zu Hause. doch mein Gemüthe; heilige das Herz, erleuchte den Verstand, stärke das Gedächtniß, mehre das Vermögen, und hilf, daß ich dein 25. a. Anbetungswürdig- theures Wort mit freudigem Verster Gott! ich bin langen hören und in gläubiger anjeßt im Begriff, in dein Haus Andacht fassen und behalten, kazu gehen, dich öffentlich zu loben durch auch in deiner seligen Erund meine Seele aus deinem fenntniß merklich zunehmen, ja Worte zu erbauen. Ziehe meine mein ganzes Leben hinfort nach Gedanken von allen irdischen Ge- deinem Willen gottselig einrichten schäften und Ergößungen ab, und möge. Erquicke meine arme Seele richte meine Seele zu dir und mit deinem Troste wider Sünde, deinem Worte. Mache mich freu Tod, Teufel und Hölle und alle dig in dir, dem höchsten Gute. zeitliche Trübsal; und verleihe, Sieb mir Andacht, deine Boll- daß ich dermaleinst zu deinen kommenheiten und Wohlthaten zu erwägen und zu rühmen. Zeige mir das große Heil, so mir in Christo Jesu geschenket ist, und die Bedingungen, unter welchen man desselben theilhaftig wird. Mache mich zu einem Thäter deines Wortes und zu einem Erben reiner Verheißungen, um deiner himmlischen Wohnungen gelange. Amen mein Gott! verweigere mir nicht, was mein Mund zu deiner Ehre und meiner Seligkeit bittet, um des theuren und vollgültigen Verdienstes Christi willen, Amen. Liebe willen, Amen. Gebet nach dem öffentlichen Gottesdienste. In der Kirche. In der Kirche. 25. b. A ger Gott! es ift dein Wille und Befehl, daß wir 26. a. Barmherziger Va ter! du die Versammlung der Gläubigen meine Seele durch dein Wort nicht verabsäumen sollen. Gerühret abermals unterrichtet und heil Gebete nach dem öffentlichen Gottesdienste. 31 samlich erbauet hast, so sage ich deinen Namen preisen, und deibir deswegen herzlich Lob und nen Ruhm verkündigen immer Dank, und bitte, dich demüthig: und ewiglich, Amen. verleihe mir Gnade, dein Wort in einem guten Herzen zu bewab- Gebet vor( Lesung und) ren, und Früchte des Geistes zu bringen. Erinnere mich deines Betrachtung des göttlichen Wortes in meinem ganzen WanWortes. del, und wenn ich selbigen, wie sichs gebühret, nach deinem Wil- 27. iebreicher Bater! da len vor laß auch deinen Segen auf mir ruben. Erhalte meine Seele in Glauben und Gottseligkeit, auf daß ich dich dermaleinst in deinen bimmlischen Wohnungen mit allen Heiligen unaufhörlich preisen möge. Dir sei sammt deinem geliebten Sohne und dem heiligen Geiste für diese und alle andere Wohlthaten auch hier auf Erden, Lob, Ehre und Dank gesagt, Amen. ich jego dein göttliches Wort( lesen und) betrachten will, so bitte ich dich demüthig um den Geist der Weisheit und des Verstandes, den Geist des Raths und der Stärke, den Geist der Erkenntniß und der Furcht des Herrn, daß ich dasselbe recht verstehe, tie wahre Weisheit daraus faffe, den besten Rath darin finde, zu allem Guten dadurch gestärket werde, dich und deinen Willen, und den du gesandt hast, Jesum Christum, als den Kern der ganZu Hause. 26. b. Dank sei bir, gü. zen heiligen Schrift daraus imtiger Gott! daß du mich dieses gute Werk haft vollenden lassen. Preis sei dir für alles, was du jeßo an meiner Seele gethan haft. Wie nun dein Wort meine Speise und mein Trank gewesen, so bleibe deine Gnade mein Leitstern, deine Liebe meine Gefährtin, deine Wahrheit mein Schirm und Schild. Laß mer besser erkenne; und in deiner Furcht dies so aufmerksam und ehrerbietig verrichte, daß ich es nicht als Menschen Wort achte und beurtheile, sondern wie es wahrhaftig ist, als rein Wort, auf daß es auch mir Geist und Leben sei. Erhöre mich um meines Heilandes willen, Amen. mich nicht vergesſen, wie zu mich Gebet nach der( Lesung so wohl bedacht hast. Gieb, daß und) Betrachtung des göttlichen Wortes. ich in einem reinen Herzen behalte, was durch die Predigt deines Wortes barein gelegt wor- 28. den. Deine Lehren laß mich weise, deine Ermahnungen fromm, deine Tröstungen stark machen. Sollte auch dieses das letzte Mal sein, daß ich in diesem Hause auf Erden gewesen bin, so führe mich hinauf in das Haus, welches nicht mit Händen gemacht ist, das ewig bleibt im Himmel; da will ich ob, Preis und Dank ſei dir gesagt, o Vae ter der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes! daß du uns in deie nem Worte deine göttliche Gnade, Wahrheit und Willen geoffenbaret, ( auch solches zu desto größerer Gewißheit in Schriften verfassen lassen,) und meine Seele dadurch anjeßo belehret, erinnert, erquicket 32 Danksagung für die Schöpfung. und gestärket haft. Drücke durch deinen Geist diese heilige Wahrheiten mir tief ein, daß ich sie als einen guten Saamen in einem feinen guten Herzen bewahre, und Frucht davon bringe in Geduld. Insonderheit laß mich nie vergessen, daß Wahrheit, Amen. ( Sie rückte man selbst die Sauptlehre ein, die man aus dem Gelesenen be merket hat.) 29. Ewiger Heilige mich also, Vater! in deiner Wahrheit. Dein Wort ist II. Danksagungen für die Wohlthaten Gottes. Danksagung für die Schöpfung. Ewiger Gott! Herr ten und Blüthen, und Sommer und Herbst geben reiche Ernten von unzähligen Früchten, und Frost und Schnee reinigen und Himmels und der befeuchten die Erde zu einem neuen Erden! Du, du bist würdig zu Frühlinge, Sommer und Herbste. nehmen Preis, Ehre und Kraft; Heerden von zahmen und wilden denn du hast alle Dinge geschaf- Thieren weiden auf den Auen, die fen, durch deinen Willen haben sie Luft ist voll von singendem Geflüdas Wesen und sind geschaffen. Der Himmel ist durch dein Wort gemacht, und alles Heer desselben durch den Geist deines Mundes. Du sprachest und es ward, du gebotest, und es stand da. Sonne, Mond und Sterne leuchten durch deine Kraft. Du hast die Erde gegründet, du hast das Meer geschaffen, und ihm seine Grenzen gesepet. Du hast das Trockene bereitet, und lustige Auen und Gefilde und Wälder stehen durch deine Allmacht da. Prächtige Berge heben sich durch sie empor, und machen fruchtbare Thäler. Bäche und Ströme quellen aus ihnen, und durchströmen die LänWolken müssen das Erdreich beneßen, und aus ihnen gel, und in Strömen und Meeren wimmelt es von Fischen. Diesem allen riefest du, als es nicht da war, daß es sein sollte, und durch deine Allmacht stehet es da. Als die Erde zu einer solchen Vollkommenheit gediehen, mit allem Nothwendigen versehen und mit aller Pracht ausgeschmücket war, schufest du noch den Menschen, nach deinem Bilde schufest du ihn, gabest ihm Sinne, die Anmuth deiner Welt zu empfinden, und Vernunft und edle Triebe, um zu dir, dem Urheber aller Dinge ge leitet, und in deiner Gemeinschaft höherer Seligkeiten fähig und theilhaftig zu werden. Du machtest ihn zum Herren der Erde, dem zugleich der Himmel, Sonne, fließet Segen, und dieser verkün- Mond und Sterne dienen und diget deine unendliche Güte, so ihn beglücken müssen. Und in wie Bliße und Donner deine ienen ersten Bewohnern der Erde Majestät. Herr! wie sind deine bestimmte deine Weisheit das LeWerke so groß und viel! Du hast ben einer unzähligen Nachkomsie alle weislich geordnet, und die menschaft. Auch wir leben durch Erde ist voll deiner Güter. Der dich, Ewiger! Du bist auch unser Frühling pranget mit Grafe, Saa- Schöpfer, unser Vater, unser der. Danksagung für die göttliche Vorsehung. 33 Gott. Wir beten deine Majestät Und endlich will deine Allmacht an, und verehren in Demuth und mit Freuden die Liebe, mit wel cher du auch an uns gedacht, und uns das Leben gegeben. O was für großer Wohlthaten hat deine Güte uns werth geachtet. Vernunft, Augen, Ohren, Sprache, so viele und fünstliche Gliedmaßen, so wie große, wie schäßbare Geschenke! Und wie viele Annehmlichkeiten hast du für jeden unserer Sinne dargestellt! O mein Gott! wie liebest du den Menschen! Wie groß sind die Vorzüge, so deine Schöpfung ihm verliehen! Und welches der größte, wir sollen eine neue Schöpfung darstellen, die deine Kinder ewig vergnügen soll. Herr! wir erkennen deine Weisheit, deine Macht, deine Güte, deine Erbarmung. Wir legen uns in den Staub, wir beten dich an, als deine Geschöpfe, als deine Begnadigte. Ewig wollen wir dich als unsern Schöpfer, als unsern Vater und Wohlthäter mit innigster Dankbarkeit verehren. Heilige hierzu Herz, Lippen und alle unsere Kräfte, damit unsere Verehrung deiner Majestät dir in Christo gefallen möge, Amen. deine Kinder und ewig deine Lieb- Danksagung für die göttlinge sein. Wir sine zur Ewigliche Vorsehung. erschaffen, ewig sollen wir nach beinem Rathschlusſe leben und 30. Heflicher weiß ſein, wenn wir nur in die 30. Herr aller Herren, unRegierer weise Ordnung und Geseze wil aller Dinge! du bist es, dessen ligen wollen, ohne welche keine Gewalt über alles gehet, und Seligkeit ist. Aber ach! diese durch dessen Kraft alles, was da sind uns bei unserm Verderben ist, erhalten wird. In dir leben, lästig, eckelhaft und widrig wor- weben und sind wir. Du wirkest den. Wir haben uns unordent- alle Dinge nach dem Rathe deilichen Lüften überlassen, durch nes Willens. Du sättigest alles Sünde die Schöpfung verunstaltet Fleisch mit Wohlgefallen, erfüllest und traurig gemacht, und mar- unsere Herzen mit Speisen und tern durch verführende Lüste uns Freuden, und giebst uns vom selber und Andere. Wir haben Himmel Regen und fruchtbare die Erde mit Unseligkeiten ange Witterung. Deine Vorsichtigkeit, füllet, und deine Güter so gemißo Bater! regieret alles, du sorgest brauchet, daß du einen Fluch auf für alle, beides für die Kleinen ein so ausgeartetes Geschlecht, und Großen, deine Hand lenket und auf die Erde legen müssen. alle Dinge, auch die Werke deiDoch hier, hier zeiget sich von ner Feinde so, daß deine Gedanneuem das Unendliche deiner er- fen zulegt erreichet werden. Du barmenden Liebe, bei einem dir schauest vom Himmel, und siehest abgedrungenen Ernste. Du schen- auf alle die auf Erden wohnen. fest diesem verwilderten und un- Insonderheit aber siehet doch dein seligen Geschlechte deinen Sohn Gnadenauge auf deine Kinder in zum Haupte, durch selbigen stif- Christo, auf die, welche dich fürchtest du uns eine heilige Gnade, ten und auf deine Güte hoffen. und suchest uns wieder zu gött- Sch erstaune über den weit auslichen Gesinnungen und zu einer gedehnten Umfang deiner Vorewigdauernden Seligkeit zu bringen. sehung. Mit was für Worten 3 | Danksagung für die göttliche Vorsehung. angolana vermag ich nach Würden deine| gedenken böse zu machen. 0 unbegreifliche Weisheit und Güte Herr! wer ist dir gleich? Ich in deiner Regierung, und deine preise dich insonderheit, daß du ewige Kraft in allen deinen Wer nicht nur als Herr über alles ken zu loben und zu preisen? O! regierest, sondern auch als Vater wie groß, wie unendlich groß muß eine besondere Vorsorge und gnäder Verstand sein, der so vielerlei, dige Aufsicht auf deine Kinder in und so unzählige Dinge auf ein- Christo, zu ihrem wahren und mal übersehen, und alles mit ein- ewigen Wohl richtest. Du behüander verbinden kann! Welch test und bewahrest sie als einen eine Güte, die so vielen dargibt Augapfel im Auge, alle ihre reichlich allerlei zu genießen! Haare auf dem Haupte sind geWelch ein Reichthum, welch eine zählet, und ihre geringsten UmMacht ists, die einen so großen stände werden von dir aufs ge Vorrath von Kräften in alle Geschöpfe geleget, und so viele taufend Jahre erhalten hat! Du allgemeiner Herr aller Menschen! giebst Jedermann Leben und Odem allenthalben, du hast nicht nur gemacht, daß von einem Blute aller Menschen Geschlechte auf dem ganzen Erdboden wohnen, sondern du haft auch Ziel geseßet, und zuvor versehen, wie lange und wie weit sie wohnen sollen. Du wiegest den größten Reichen 010 This naueste betrachtet; ja ihnen, die dich lieben, müssen alle Dinge zum besten dienen. Ich danke dir dafür, daß du mir die Erkenntnik dieser trostreichen Lehre von deiner Vorsehung geschenket, und mich dabei gegen alle Zweifel derer erhalten haft, die uns überall die trostreichsten aller menschlichen, Erfenntnisse zu rauben suchen. Vornämlich danke ich dir, mein Vater! daß du mich in dieser angenehmen Ueberzeugung auch zurch eigene ihr Schicksal zu, du bestimmest Erfahrung bestärket hast, und aber auch einzelnen Menschen ihr Wohl und Weh, auch das Ziel ihrer Tage. Alle unsere Tage sind mit allen ihren Schicksalen dir so genau bekannt, als ob sie auf ein Buch geschrieben wären, ehe derfelben einer da ist. Du bist der Herr und keiner mehr, der das Licht und die Finsterniß machet, der Friede und Gutes giebt, selbst Verleihe mir denn die Gnade, das Strafübel schaffet und ver- daß ich mein Lebelang also bich hänget, ihm aber auch seine Gränze fürchte, so auf dich hoffe, und feget. Sogar über das Sünden durch den Glauben deiner Kindübel erstrecket sich deine Regierung. schaft stets so versichert sei, daß Du wirkest es freilich nicht, son- ich mich dieser deiner allergenauedern fuchest es vielmehr durch deine sten Aufsicht auch lebenslang ge Verbote, Warnungen und man trösten könne. Deffne mir die cherlei Hindernisse zu verhüten. Augen, daß ich ferner die Fuß Wenn aber deine Weisheit es zu- stapfen deiner Güte und Weis, läffet, so weißt du dennoch das heit in deinen Führungen erfreugut zu machen, was die Menschen lich bemerke und dankbarlich 34 preise dich mit gerührtem Herzen für alle Spuren deiner sonderbaren Vorsorge, die ich selbst in meinem ganzen Leben erfahren habe. Ich bin zu geringe aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir gethan hast. Du hast mich wunderbarlich geführt, aber alles wohl gemacht. Jdamansdl napilind mad tad atsiol Danksagung für die Erlösung. 35 394 preife. Sind mir deinem Wege chem du uns dir angenehm geaber oft unerforschlich, und deine macht hast, Amen. Gerichte unbegreiflich, so bewahre mich, daß ich sie nicht tabele oder verzage und murre, sondern laß mich bedenken, du seist ein verborgener Gott und Niemand könne deinen Rath ergründen. Beschere mir ferner, o Versorger, was ich bedarf. Laß mir in der Erlösung des mensch mirs in allen Stücken, sonderlich lichen Geschlechts bewiesen haft, nd aber meiner Seele wohl gehen, laß deine Gnade zur fruchtbaren und wenn du mir eine Versuchung Betrachtung dieser ewigverehrungszuschickest, so mäßige sie so, daß würdigsten Erbarmung meinen Bere ichs könne ertragen. Gieb, daß stand erleuchten, mein Herz mit ich alle meine Anliegen und Sor- lebhaften und dauernden Empfingen auf dich mit kindlicher Zuver- dungen bewegen, und meinen Mund sicht werfe, der du für mich sor- vom Danke und Lobe auch anjeßt gest. Erinnere mich immer, daß übergehen. mein Thun nicht in meiner Macht stehe, daß ein Mensch seinen Weg zwar anschlage, du aber allein machest, daß er fortgebe, auf daß ich alle meine Wege dir befehle, und hoffe, du werdest es ferner wohl machen. pa Verlaß mich aber um meiner Unerkenntlichkeit und UnwürdigDer ewige Sohn. das Ebenbild deines Wesens, ward nach deinem gnädigsten Rathschluß Mensch, um das versöhnende Haupt und der Mittler der Menschen, der sündigen Menschen zu werden. Er selber war unschuldig, unbefleckt, von den Sündern abgesondert und höher, denn der Himfeit willen nicht, Gott, mein mel. Dennoch erniedrigte er sich Heil! und zeuch die Hand nicht bis zum Tode, ja zum Tode am von mir ab, der du zugesaget Kreuze, er ward. ein Fluch an haft: Ich will dich nicht verlassen Statt der Sünder, die ihn vernoch versäumen. Weise mir be- dienten; auch an meiner Statt. sonders in allen wichtigen Vor Er lag im Staube, den er mit nehmen den Weg, den ich gehen Thränen der traurigsten Wehmuth soll. Lenke mein Herz, und laß und Angst beneßte. Er war be deinem Liebhaber alle Dinge zum trübt bis an den Tod, und betete besten dienen. Beweise an mir mit Zittern und Zagen. Er empfand ferner deine wunderbare Güte; die Bangigkeit eines Sünders, leite mich nach deinem Rathe, und der mit Todesangst und mit den führe alles herrlich hinaus. So Schrecken der Ewigkeit ringet. Er will ich dich loben, so lange ich lebe, noch mehr aber, wenn ich nachher das erfahre, was ich jept noch nicht weiß, und im himmlischen Lichte heller erkenne, wie deine Wege eitel Güte und Wahrheit gewesen. Das thue um des geliebten Sohnes willen, in welwar verlassen von denen, die er liebte, ja von dir, o Gott! seinem Vater. Er jahe dich als einen strafenden Richter einer fündigen Welt und empfand den Fluch, womit du Heiligster! Sünden rächest, und den er aus Liebe für uns übernommen. Der erste 3* Danksagung für die Erlösung. an 31. Gott! der du deine unendliche auch Danksagung für die Erlösung. jammervolle Auftritt war noch reiche Wunder der Aussöhnung nicht genug, eine Welt voll Sün- verdammungswürdiger Sünder. der auszusöhnen, und das Unend- Wer kann die Liebe genug erheliche deiner Heiligkeit zu offen- ben, daß du deines eigenen Sohbaren. Der Mittler wurde von nes nicht verschonet, sondern ihn wüthenden Feinden gefangen, ge- für uns alle dahin gegeben? Ich bunden, verdammt, gegeißelt, opfere dir Lob, Preis und Dank. verspottet, mit Dornen gekrönet. Ewig will ich dich rühmen, daß Man legte ihm ein Kreuz auf, du dich meiner Seele so herzlich und führte ihn an den Ort neuer angenommen, mich Verlornen Martern. Mit stiller Sanftmuth von der Hölle erlöset, und vom und Geduld ging er, als das Tode errettet hast. Stärke mich Lamm Gottes, das die Sünden Schwachen durch deinen Geist, der Welt, auch meine Sünden daß ich diese theure Gnade nimtrug. Er ward an das Kreuz mer vergesse, und den großen genagelt, auch hier erduldete er Werth derselben ewig in meiner bei den empfindlichsten Schmerzen Seele empfinde. Neige dadurch die Verspottung verworfener Sün- mein Herz zu dir in einem kindder, die erschreckliche Verlassung lichen Vertrauen. Laß den Ernst, in jenen finstern Stunden, gab den du in dem Tode meines endlich sein Leben zum Schuld- Mittlers sehen lassen, mich imopfer, und stiftete dadurch eine mer mehr und mehr von der ewige Erlösung. So bewiesest du Sünde abschrecken, welche bei einer allerheiligster Gott! als du die so großen und heiligen Gnade Welt mit dir selbst versöhntest, noch strafbar wird. Laß mich bei dem unergründlichen Reichthum dich nun von ganzem Herzen lie deiner Erbarmung, zugleich deine ben, da du mich zuerst so zärtlich ewige und unveränderliche Gerech- geliebet hast. In dieser Liebe tigkeit; du stiftetest eine Gnade, laß mich dir zu gefallen suchen, die zugleich deinen göttlichen und deine Gebote halten, Ernst gegen die Sünde offen- wenn ich Schwacher noch fehle, baret, und den beharrlichen Ueber- so habe Geduld mit mir, und laß tretern deiner weisen und hei- das Blut der Versöhnung mir zu ligen Geseße so wenig Sorg meiner Begnadigung und Reinilosigkeit und Sicherheit verstattet, gung zu Statten kommen. Enddaß sie uns vielmehr auf das lich laß diejenige Erbarmung, Kräftigste antreibet, alles ungött- welche meine Aussöhnung gewirliche Wesen und die weltlichen fet, mich ruhig, getrost und freuLüfte völlig zu verleugnen, und dig machen, wenn ich die leßten züchtig, gerecht und gottselig zu Stunden dieses Lebens, die schreckleben in dieser Welt. O anbe- lichsten für beharrliche Sünder, die tungswürdige Tiefe des Reich hoffnungsvollsten und glückseligthums unendlicher Weisheit, un- sten aber für einen gläubigen und endlicher Heiligkeit und Gerechtig- frommen Christen, erreichen werde, keit, unendlicher Güte und Er- und laß mich alsdenn das letzte barmung! Heiligster Richter und Ziel der Erlösung, die Seligkeizugleich gütigster Vater der Men- ten des Himmels erlangen, um schen! ich verehre in tiefster De- der geschehenen Versöhnung willen, muth dieses heilige, dieses lieb- Amen. und 36 Danksagung für die Offenbarung des göttlichen Wortes. 37 Danksagung für die Offen- dich mir durch dein Wort geoffenbarung des göttlichen Wortes. baret, und durch deinen Sohn mich belehren, und durch dessen Tod, Auferstehung und Himmel fahrt mich versichern lassen, daß tu, mein gnädiger Gott und Va daß Höbe 32. err, unendlicher Gott! trünniger Kinder! das Geschlecht auf mich armen Wurm herabsiehest, so du aus Liebe nach deinem und in deiner Allwissenheit, alle Bilde erschaffen, wurde durch meine Haare, auch alle meine Sünde, wozu es sich geneiget, so Thränen gezählet sind. Mit was verderbet, daß es dich, seinen für Ruhe des Geistes kann ich Schöpfer und Wohlthäter, nicht mich nun in deine Arme legen mehr kannte, nicht liebte, nicht und alle meine Anliegen dir überehrte, und Götter anbetete, die geben! Wollen meine Sünden selber kein Leben, noch Macht hat mir deine Gnade zweifelhaft maten, andern zu helfen. Es hatte chen, wie beruhigend ist alsdenn die heiligen Tugenden verlassen, für eine bußfertige Seele die Ausohne welche keine Seligkeit ist, föhnung, die dein Wort lehret! und wußte nichts von deinem er- Wie sanft ist die Erquickung, da barmenden Rathschlusse, sich derer ich sagen kann: Gott ist für mich, anzunehmen, die dich verlassen, der seines eigenen Sohnes nicht und ihnen durch deinen Sohn zu verschonet, sondern ihn für mich belfen. Es wußte nichts von den dahin gegeben! Wie edel, wie Bedingungen seines Heils. So erhaben, wie angenehm sind die träge, so schwach, so unwissend ist Gesinnungen, die dein Wort ein die Vernunft der stolzen Menschen flößet. Wie erfreulich, wie entworden. Auch ich, mein. Gott! zückend ist die Aussicht in jene würde dich nicht kennen, ich zukünftige Welt! Jesus lebt, ich würde deine so herrlichen, so an- werde auch leben, ewig leben genehmen Vollkommenheiten, deine auch meine frommen Freunde, liebreichen und freundlichen Rath- deren Abschied ich beweine, werschlüsse über uns nicht wissen, den leben, mit mir bei Jesu mir würde die Gnade und das sein, seine Herrlichkeit sehen, Heil, so du uns mit deinem Gott schauen. Sohne geschenket hast, unbekannt Unendliche Liebe! wie selig sein, ich würde mit ängstlichen machst du mich hier schon in der Zweifeln ringen, ob du, Unend- Hoffnung! in dem sanften Gefühl licher! an mich in Gnaden ge- dieser Seligkeit bete ich dich, liebdächtest und liebreich für mich reichster Gott! an, und danke dir forgetest, ich würde mit einer sehr| herzlich, für die selige Erleuchtung, wankenden Hoffnung bei den Grä- welche du der Welt und auch mir bern der Meinigen stehen, und durch dein Wort geschenket hast. über die Ungewißheit ihres und Ich danke dir für diese Erkennt meines eigenen künftigen Lebens niß, welche das ewige Leben ist. traurig weinen, wenn du nicht! Ich danke dir für die unschäßbare die Finsterniß meines Verstandes| Wohlthat, daß ich dich als meierleuchtet. O wie groß ist anjett nen Gott, als meinen Vater, meine Glüujeligkeit, da du selber i Jesum als meinen Heiland, den, 38 tro Danksagung für die Taufe. phupoton@ heiligen Geist als meinen Führer meiner Sünde, ja du vergabest den mir für mich, für alle deine treuen schenktest mir auch deine Gnade Verehrer. und deinen Geist zu einem neuen Laß mich die Größe dieser und heiligen Leben. Du nahmest Wohlthat allezeit erkennen, auf mich in deinen Gnadenbund auf, daß die Liebe zu deinem Worte erklärtest dich für meinen liebimmer zunehme, meine Seele das reichsten Vater, und machtest mich sanfteste Vergnügen in demselben zu deinem Kinde, ja zu einem finde, und dadurch göttlich gesin- Miterben Jesu Christi. Wie groß net und zum Himmel bereitet ist diese Barmherzigkeit, die du werde. Mache durch dasselbe mir erzeiget, ehe ich dich darum meinen Glauben immer fester und gebeten, ja noch ehe ich beten lebendiger, daß ich dir ergeben konnte! Für diese Gnade und bleibe und beständig anhange. Seligkeit erhebt dich meine Seele, Erinnere mich desselben bei allen und meine Lippen opfern dir den Reizungen zur Sünde, damit ich demüthigsten Dant. Ach möchte fie besiege. Stärke mich dadurch ich doch diese Gnade nie vergesin der Ausübung aller christlichen sen! Möchte mein Gedächtniß Tugenden. Erinnere mich deiner mich doch immer daran erinnern, Tröstungen in Leiden und deiner daß ich, Herr! bir angeböre, ja mir verheißenen zukünftigen Se- dein Kind sei. Möchte ich doch ligkeit im Sterben, um Christi nimmer des Bundes vergessen, willen, Amen. der mir dies selige Recht deiner Kindschaft giebt, aber mich auch verpflichtet, als dein treues und wohlgeartetes Kind Glauben und gutes Gewissen zu bewahren. Danksagung für die Taufe. 33. Wie gludselig bin ich, Allein, ach! denke ich an die o mein Gott! daß Jahre zurück, die seit meiner du mir den so ehrenvollen Namen Taufe verflossen, so finde ich leideines Kindes beilegest! Was der, daß ich deiner, o liebensfür eine Seligkeit ist es, dein würdigster Vater! oft vergessen, Erbe und Miterbe Jeſu Christi und mich dagegen mit Sünden zu sein! Du konntest mich, der oft beflecket habe: daß ich oft der ich ein Sünder von Natur bin, Welt gefolget, wenn ich mich an und mit feindseligen Gesinnungen dich, mein Heiland! halten sollte, gegen tich geboren worden, zum und dich, o Geist der Gnaden! ewigen Tode verdammen, und oft betrübet habe. Mit völliger auf ewig von deiner Gemeinschaft Ueberzeugung von meiner Unausschließen. Allein deine Barm- würdigkeit, würde ich deine Geherzigkeit jammerte mein Elend. rechtigkeit anbeten müssen: wenn Du schenktest mir beinen Sohn, sie mich auch aller Hoffnung be ließeft durch selbigen meine Sünde raubte, jemals wieder in deine versöhnen, und eignetest mir sei- Gemeinschaft aufgenommen zu nen Tod in der heiligen Taufe zu, werden. Allein laß, o Gott! reinigtest mich durch dieses Was- laß deinen gerechten Zorn gegen ferbad, vermöge der theuren Ver- mich gestillet werden! vergieb es heißungen deines Sohnes, von mir um meines Mittlers willen, Danksagung für die Bekehrung und Bergebung der Sünden. 39 daß ich so oft wider den ge- Danksagung für die Bemachten Bund angestoßen, und kehrung und Vergebung gegen die Pflichten eines treuen Findes gefehlet. Bezähme meine Widerspenstigkeit. Entzünde wieberum meinen ſo ſchwachen Eifer 34. 11:00 dich an, wir ehren, loben, preisen dich, wir danken dir vom Grunde unserer Herzen für alle deine Wohlthaten, die du uns ergeiget bast. Seine einzige derselben haben wir verdienet, sondern alle, alle sind Wirkungen deiner unverdienzum Guten; und entreiß mich des nen grausamen Tyrannen, die meinen Untergang zu befördern trachten. Hilf mir in dem Kampfe wider den Satan, die Welt und meine eigne sündliche Natur, auf daß ich über selbige siegen möge. Du allein, o mein Gott! bist es, dessen Eigenthum ich sein will. ten Liebe und Barmherzigkeit. Jest erneuere ich abermals vor Daher ist es ja billig und recht, deinem Angesichte meine Zusage. Ich entfage allem, was pu verabscheuest; und will von nun an nur dir im wahren Glauben anhangen, und in deiner Liebe und Furcht mich eines guten Gewissens befleißigen. Stärke du mich selbst, mein Vater, gegen alle Bemühungen meiner Feinde, denen ich nun auf ewig alle Gemeinschaft auffündige. Laß mich niemals mehr durch alle ihre Neizungen verführet werden: sondern dir tren verbleiben bis an mein Ende. Dir bin ich durch die Taufe geweihet, darum decke mich mit deinem mächtigen Schuße: sei zu meiner Rechten, damit ich nicht gestürzet werde. und ist heilsam, daß wir dir, p heiliger Vater! an allen Orten und zu jeder Zeit Dank sagen, durch Jesum Christum unsern Herrn. Durch denselben wolleft du auch unsere Stimme zulassen, und dies unser Gebet, Lob und Danksagung annehmen, die wir jego für deine große Gnade darbringen, die du uns zu unserer Sinnesänderung angedeihen laffen. Denn da wir tobt waren in Sünden, hast du uns in Christo lebendig gemacht, und den überschwänglichen Reichthum deiner Gnate durch deine Güte über uns erzeiget, wie ist deine Barmherzigkeit so groß, da du dich gnädig finden läsfest denen, so Ja verleihe mir, himmlischer sich zu dir bekehren! Wer kann Bater! die vorzüglichste Gnade, beine Barmherzigkeit um welche ich dich auflebe, Sie ist ja so groß, als zu selber daß ich hinführe als eine bist. Du strafest und züchtigeßt, neue Kreatur, als ein Erlö- du lehreft und pflegeft uns, wie feter meines Herrn Jesu Christi ein Hirt seine Heerde. Du erbarleben und sterben, und als ein Erbe deines Reichs dein Angesicht ewig schauen möge, um dieses meines Heilandes willen, Amen. ergiblen? mest dich aller, die sich ziehen lassen und Gottes Wort fleißig bören. Wie sich ein Vater über Rinder erbarmet, so erbarmest du, Herr! dich über die, so dich fürchten. Wo ist ein solcher Gott wie du bist? der die Sünde pergiebt, und erlöffet die Missethat den Pag is ald der Sünden. Herr! unser Erbarmer! beten 40 Danksagung, daß uns Gott in Noth erhalten. affin@ übrigen seines Erbtheils: der sei-| rühme ich, daß du mir hilfest, und nen Zorn nicht ewiglich hält, danke dafür deinem Namen, du sondern sich unserer wieder erbar- Allerhöchster! Du hast mich mit deimet, unsere Missethat dämpfet, nem Segen überschüttet, und erfreuet und alle unsere Sünde in die Tiefe mit Freuden deines Antlizes! Du des Meeres wirft. Solche deine haft das Elend des Armen nicht Güte und über alle Maaße reiche verschmähet, und dein Antlitz vor Barmherzigkeit wollen wir rüh mir nicht verborgen, und da ich men und verkündigen, von Ge- zu dir schrie, hast du mir ausgeschlecht zu Geschlecht, und dich holfen. Du getreuer Hirt hast preisen, daß du gnädig und barm- mir nie etwas mangeln lassen, herzig, geduldig und von großer hast mich allezeit auf grüner Aue Güte und Treue bist. Wir bitten deines göttlichen Wortes geweidich, laß uns arme Sünder bei dir det, und zum frischen Wasser des auch Barmherzigkeit erlangen, durch Trostes oft geführet. Du hast alleJesum Christum, unsern Herrn, zeit meine Seele erquicket, und Amen. mich auf rechter Straße geführet um deines Namens willen. Und ob ich gleich im finstern Thale des gewandelt habe: so bist du doch Kreuzes und in mancherlei Gefahr allezeit bei mir gewesen, hast mich hütet hat. du hast mir Gutes und Barmhergetröstet und mir geholfen. Ja zigkeit mein lebelang folgen laſſen. Uch Herr! du hast mich lebendig mir ist seinen heiligen Namen! erhalten, da andere in die Gruft Lobe den Herrn, meine Secte, und fuhren. Ja du hast mich unterwievergiß nicht, was er dir Gutes sen, und den Weg gezeigt, den ich gethan hat! Der dir alle deine habe wandeln sollen; du hast mich Sünde vergiebet, und heilet alle mit deinen Augen geleitet. Ach deine Gebrechen, der dein Leben Gott! wie theuer ist deine Güte, vom Verderben erlöset, der dich daß Menschenkinder unter dem frönet mit Gnade und Barmher- Schatten deiner Flügel trauen und zigkeit. Mein Gott! ich danke Zuflucht finden. Läsfest du die Deidir, daß du meinen Gang erhal- nen gleich viele und große Angst ten haft auf deinen Fußsteigen, erfahren: so machst du sie doch daß meine Tritte nicht gegleitet wieder lebendig, und holest sie haben. Du hast mich behütet, wie wieder aus der Tiefe herauf. Wie einen Augapfel im Auge, und soll auch ich dem Herrn vergelten mich beschirmet unter dem Schat- alle seine Wohlthat, die er an ten deiner Flügel vor den Gott- mir thut? Ach mein Gott! wie losen, vor meinen Feinden, die oft hast du mich vor dem brüllenum und um nach meiner Seele trachteten. Ach, mein Gott! du hast mich in meiner Noth oft erhöret, dein Name hat mich oft geschüßet, du hast mir oft Hülfe gesandt, und mich gestärket. Darum den Löwen, dem Teufel, bewahret, daß er meine Seele nicht verschlungen! wie oft hat der Satan mein begehret, daß er mich sichten möchte, wie den Weizen! Du aber, mein Herr Jesu Christi, mein Fürsprecher! Danksagung, daß uns Gott in mancherlei Noth und Gefahr erhalten und be 35. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in Danksagung für die gnädige Erhörung des Gebets. 41 haft für mich gebeten, daß mein und verläsfest nicht, die dich anGlaube nicht aufgehöret hat. rufen und dich lieben; denn Wie oft hast du mich von den du erhörest Gebet, darum komLügenmäulern und zänkischen Leu- met alles Fleisch zu dir. ten errettet, die ihre Zunge schär- hast auch mich zur Zeit deines oft erhöret, und mir Du fen, wie eine Otter! Wie Gefahr am Tage des Heils geholfen. du mich aus Zagen: gerissen, und mich bedecket in dei- Ich sprach in meinem ner Hütte zur bösen Zeit, und ich bin von deinen Augen vermich heimlich verborgen in deinem stoßen; dennoch höretest du meiGezelte vor Jedermanns Troß! nes Flehens Stimme, da ich zu Wie oft hast du mich vor Zorn, dir schrie. Ich danke dir, daß Nachgier und andern fleischlichen du meine Stimme und mein FleLüsten bewahret, daß ich nicht hen erhörest, und dein Ohr zu schrecklich gefallen bin! Ja, wie mir neigest; darum will ich dich oft bin ich gefallen, und du hast mein lebelang anrufen. Denn mich nicht weggeworfen, sondern wenn ich rufe, werde ich inne, mich bei meiner Hand gehalten, daß du mein Gott bist. Mein und mich wieder aufgerichtet. Ach Herz ist fröhlich in dem Herrn, Gott! wie kann ich dir genug- der mich erlöset hat zur Zeit sam für deine gnädige Hülfe, Er- meiner Trübsal. Herr! ich rettung, Stärke und Trost dan- lobe deinen Namen ohne Unterfen! Wie oft hast du deinen En- laß; ich preise dich und danke geln über mir Befehl gethan, daß dir, denn mein Gebet ist ersie mich auf allen meinen Wegen höret. Gelobet sei Gott, der behütet haben, daß sie mich als mein Gebet nicht verwirft, noch auf den Händen fragen müssen, seine Güte von mir wendet. und ich meinen Fuß nicht an einen Darum thue ich meinen Mund Stein gestoßen habe. Gelobet getroft auf, und bitte dich, o seist du, o mein Herr und Gott! Herr! um alles, was mir zu der du allein Wunder thust; ge- meiner zeitlichen und ewigen lobet sei dein heiliger Name ewig- Wohlfahrt nöthig und nüßlich ist. lich, und alle Lande müssen deiner Herr! mein Hort und mein Ehre voll werden, Amen. Erlöser! Laß dir auch künftig die Rede meines Mundes wohlDanksagung für die gnädige gefallen, und das Gespräch meiErhörung des Gebets. 36. Here err Gott, du gedennes Herzens vor dir, um Jesu Christi, deines lieben Sohnes willen, Amen. kest ja noch an mich, III. Gebete vor und nach der Beichte. Um rechtschaffne Buße. lich durch dein gnädiges Wort zur wahren und christlichen Befehrung, du läsfest in deinem Namen allen Menschen Buße und Vergebung der Sünden verkündiund Treue; du berufest uns täg- gen. Dazu hast du auch nach 37. nädiger und barmdu bist geduldig, von großer Güte 42 Gebet um rechtschaffene Buße.. NGE zur Aldomdradie beiner Langmuth und unaussprech- kräftig, als du Petrum in deinem lichen Barmherzigkeit, Geduld mit Leiden ansabest, und ihn dadurch uns, indem du die Sünder nicht zur innigsten Beschämung und auf frischer That in ihren Miß- Reue über seine Sünden, handlungen plößlich überfällest, Vermeidung derselben und der Ge dieselben mit deinem gerechten legenheit darzu, aber auch zur Gerichte zu strafen; sondern du Zuversicht brachtest, daß er von giebest ihnen Raum und Frist zur dir noch nicht verstoßen sei. VerBekehrung, also, daß Niemand leihe auch uns ernstliche Reue über dich zu flagen Ursache hat, und Leid über unsere Sünde, und dich beschuldigen kann. Denn es ist ja nicht dein Wille, daß Jemand verloren werde, sondern daß sich Jedermann zur Buße bekehre, und das ewige Leben habe. Du weißt aber, o lieber Gott! unsers Fleisches Trägheit, und des Herzens Härtigkeit, daß wir und den Tag des Heils nicht verdurch die Erbschuld dergestalt versäumen, und nicht verziehen, uns derbet und so tief in die Sünde zu dir, unserm Gott und Herrn, gefallen sind, daß wir von uns zu bekehren: daß wir durch Be felber nicht aufstehen oder wieder- trug der Sünde unsre Buße nicht tehren können. Darum bitten von einem Tage auf den andern, wir dich, durch die Wunden noch auf das lepte Stündlein spaJesu Christi unsers Herrn, be- ren, sondern daß wir gleich jezo uns kehre uns, so werden wir recht dazu anschicken, uns wahrhaftig bekehret! denn du bist unser Gott: bekehren und bessern, Amen. und wenn wir von dir bekehret auch einen wahren Glauben, mit rechter Zuversicht auf deine Gnade; dazu würdige Früchte der Buße. Laß uns die Zeit unserer Heimsuchung erkennen, und den Reichthum deiner Güte nicht verachten, auf daß wir die angenehme Zeit werden, so thun wir wahre Buße. Heile du uns, Herr! so werden Gebet um wahre Erkenntniß wir beil. Hilf du uns, so ist und Bereuung der Sünden. uns geholfen. Siebe, wir find 38. heiliger und gerechwie verlorne ti fuche deine Knechte( deine Mägde), ziger Vater! ich bekenne und auf daß wir deine Gebote nicht klage dir meine angeborne Blindvergessen. Entsündige uns, daß beit, daß ich meine Sünde nicht wir rein werden, wasche uns, so vollkommen erkenne, noch so baß wir schneeweiß werden, herzlich bereue, als es wohl sein Schaffe in uns, Gott! ein reines sollte. Ich sehe nur den wenig Herz, und gieb uns einen neuen sten Theil meiner Uebertretungen, gewissen Geist. Verwirf uns und mein Herz ist über die, so ich sebe, nicht so empfindlich genicht von deinem Angeſielt nicht rühret, gebeuger und zerknirſchet, von uns. es siehe uns so gnädig an, wie du doch, o mein Gott! so viel davon angesehen hast die busfertige einsehen, als zur Wirkung eines Sünderin, als sie zu deinen inbrünstigen Verlangens nach Füßen lag und herzlich über Christo, zur Veränderung meines ibre Missethat weinete: und so erzens, und zur Vermeidung Gebet um wahre Erkenntniß und Bereuung der Sünden. 43 der vorigen Fallstride und Sün- lösung lebendig erkennen, wie den nöthig ist. Ach Herr! du schwer die Schuld meiner Sünstellest unsere unerkannte Sünde den sei, da es dich so viel getoins Licht vor deinem Angesichte. stet hat, sie zu bezahlen, auf daß Gieb mir die Größe, Abscheulich, ich so mühselig und beladen zu keit und Mannigfaltigkeit meiner dir kommen möge, daß ich deiner Sünden recht zu erkennen; stelle Erquickungen fähig, und bein sie mir in diesem Leben unter die heiliges Blut und theures Leiden Augen, auf daß sie mir nicht am an mir nicht verloren sei. Dheijüngsten Tage unter die Augen liger Geist! der du dein Gnadengestellet, und ich dadurch vor werk in der Seele mit einer träfEngeln und Menschen zu Schan- tigen Ueberzeugung von der Sünde den werden möge. Ach Herr! du anfängst, erleuchte auch mein siehest des Herzens Härtigkeit, die Herz, daß ich das große Elend mir angeboren ist; nimm dieselbe beffelben aufrichtig erkenne, meine von mir hinweg, und erweiche Sünden herzlich bereue, und so zu mein Herz durch dein heiliges Jesu, dem Sündentilger, im wahWort, daß ich meine Sünde ren Glauben fliehe, auf daß er herzlich bereuen möge. Eine jede auch mir zur Weisheit, GerechSünde verdienet ja den Fluch: tigkeit, Heiligung und Erlösung Denn du sagest selbst: Berflucht gemacht werde. Erhöre mich, o ist, wer nicht alle Worte dieses Gott! der du nicht willst den Gefeßes erfüllet, daß er darnach Tod des Sünders, sondern daß thue; und wer auch nur an einem er sich bekehre und lebe, Amen. Gebote fündiget, der ist doch das ganze Gesetz schuldig. Ist der Fluch schon da, wenn nur ein Gebot übertreten wird, ach! so habe ich unzähligen Fluch verdie Gebet um wahren Glauben und dessen Stärkung. net, weil ich unzählige Male ge sündiget und 39. Unendlich heiliger, aber auch unendlich gütitreten habe. Dies laß mich doch, ger Gott! ich komme abermals o gerechter Gott! zu meiner in- zu dir mit Erkenntniß meiner nigsten Zerknirschung lebendig er- großen natürlichen Schwachheit, kennen, und zugleich den Reich- Bedürfniß und Verwerflichkeit, und thum deiner Güte recht bedenken, meiner sehr vielen und mannigdie du an mir Unwürdigem mit faltigen wirklichen Sünden. Ich so väterlicher Langmuth bisher erkenne, daß ich durch mich selbst bewiesen zur Buße zu leiten, die ich Un- meiner Sünden gänzlich unwürdankbarer aber oft gering ge dig sei, und daß ich auch von schäßet, und wohl gar gemißbrau- mir selbst nicht die Kräfte habe, chet und verachtet habe, wornach seinen heiligen Willen zu erfüllen dein gerechter Zorn über mich ge- und meine Fehler zu überwinden. häufet worden. O Herr Jesu! Ich erkenne daher auch, daß ich der du dein heiliges Blut am ohne Hoffnung wäre, wenn ich Stamme des Kreuzes um meiner nicht zu dem versöhnenden Tode Sünden willen vergossen haft! unsers göttlichen Mittlers und laß mich aus dieser theuren Er- der darin allen angebotenen 44 Gebet um wahren Glauben und dessen Stärkung. Gnade meine Zuflucht nehmen| Glauben, und hilf mir, durch könnte. Ich kann ja mein Ver- ihn die verblendete Welt und trauen nicht setzen auf meine mein verführerisches Fleisch imohnedem noch böchst unvollkommer mehr überwinden. Laß mich mene Neue und Traurigkeit, noch nicht so unglücklich und strafbar auf meine eben so unzugänglichen werden, meine Begnadigung unEntschließungen zur fünftigen dankbar zu empfahen, sondern Besserung, oder auf meine ohn- laß mein Herz dadurch zur innigmächtigen Bemühungen, noch auf sten und beständigsten Dankbarkeit einige meiner elenden Werke. für deine versöhnende Liebe und Ich weiß und kenne keine andere meine kostbare Erlösung bewogen Gerechtigkeit, die vor dir gilt, und gerühret werden. Verleihe als die durch den Glauben an mir durch den fortdauernden BeiJesum Christum kommt. Aber stand deiner Gnade neue Kräfte, das ist dein Werk, o Gott! daß fünftig in einem Glauben, der wir an den glauben, den du durch die Liebe und Gehorsam gesandt hast. Ach! so wirke du thätig ist, mit größerer Treue diesen Glauben in mir, wirke ihn und Standhaftigkeit zu wandeln. immer mehr und mehr. Hilf mir Wenn ich aber wieder von einer von meinem noch übrigen Unglau- Versündigung übereilet würde, so ben. Hilf, das ich mein einziges laß mich in wahrer Beschämung und ganzes Vertrauen allein auf und Reue mit demüthigem Glaudeine freie Erbarmung in Chrifto ben durch Christum sogleich Verseße. Laß mein Erkenntniß von gebung und neue Hülfe suchen. der Vollkommenheit seines Ver- Verleihe mir also einen solchen dienstes immer besser, meinen Glauben, der sich immerdar an Beifall immer gewisser, meine deiner Gnade und Huld ergöße, Zuversicht auf deine Liebe in ihm an deiner Liebe sättige, an deine immer fester werden, und mich Treue halte, nach deinem Worte also deine allgemeinen Gnaden- richte, nach dem Vorbilde Christi und Heilsschäße in Christo im- lebe, nach deinem Willen gedulmer völliger mir zueignen. bietest ja die Gerechtigkeit, vor dir gilt, durch den Glauben in seinem Blute uns an, in dem, daß du Sünde vergiebest, so vergieb denn auch mir um dieses die Durig leide, und den Tod selbst freudig und glücklich besiege, bis ich vom Glauben zum Schauen fomme, durch Christum meinen Seligmacher, Amen. Blutes willen, alle meine Sünden, und rechne mir sie nicht zu, rechne mir aber zu die vollkommene Gebet um Vergebung der Sünden.es Gerechtigkeit Jeſu Chriſti; und 40. Herr! bu haft gefaget: wenn gerecht worden, zu mir kommet, so versichere mich meines Friedens den werde ich nicht hinaus stoßen; mit dir, und laß meine Uleberzeu- auf solche deine Verheißung komme gung von meinem seligen Antheil ich zu dir, und glaube festiglich, baran bis zur völligen Freudig- ich werde nicht hinaus gestoßen keit wachsen. Solchergestalt, stärke, o du Gott aller Gnaden! meinen werden. Ich komme aber, als ein Mühseliger und Beladener. Es drücket und beschweret mich der Gebet um Vergebung der Sünden. 45 Sünden Last, welche ich in de- Wort, die Zunge zum Lobe deimüthiger Bekenntniß vor deinem nes Namens. Segne meine ArAngesichte niederlege. Ach Vater! beit, verleihe Frieren allenthalben vor dir habe ich gesündiget, und und auf mancherlei Weise, wende bin hinfort nicht mehr werth, daß alle Aergernisse ab, behüte die ich dein Kind heiße. Ach! wie Meinen, und regiere alles unser oft habe ich dich beleidiget und Thun, daß es dir angenehm, und zum Zorne gereizet. Ich kann den Menschen werth und nüßlich nicht alle meine Sünde erzählen; sein möge. Höre mein Seufzen, es gereuet mich, daß ich sie be- o mein Gott! ja erhöre es, daß gangen habe; ich schäme mich, ich in dir, und du in mir sein viele Worte davon zu machen. und bleiben mögest, um Christi Dies Einige sage ich, und bekenne willen, Amen. es gerne, daß ich viel und große Strafen verdienet habe, welche ich mit meinen Kräften nicht abwenden kann. Du aber bist gnädig und barmherzig, und von Gebet, wenn man beichten will. großer Güte. Darum trete ich 41. Gnädiger Gott! ich mit gläubiger zu deihabe nach meiner nem Gnadenstuhle und begehre Gewissensprüfung dir bisher meine demüthiglich Gnade. Erlaß mir, Sünden in Demuth bekannt: o Gott! was ich dir schuldig bin: Jeßt aber will ich vor dem Dieich kann nicht zahlen aus Unver- ner deiner Kirche mein Sündenmögen; du aber kannst es mir bekenntniß wiecerholen. Ach! gieb, erlassen aus Gnade. Gehe nicht, daß dieses mit aufrichtigem Herach gehe nicht mit deinem Knechte zen, zur Beruhigung und Bes ( mit deiner Mage) ins Gerichte! serung meiner Seelen, als vor Rechne mir die Sünde nicht zu, deinem heiligen Angesichte, gee die ich entweder aus Vorsaß, oder schehen möge. Laß mich kein aus Irrthum und Unwissenheit Wort reden, welches nicht mit begangen habe. Siehe an das dem innern Zustande meiner Blut deines Sohnes: dasselbe ist Seele überein kommt. Laß mich vergossen für die Sünde der Welt. bei meiner Beichte allein auf dich Ich bin auch in der Welt, und sehen, und mein Herz auf deinen bin ein Sünder; darum ist es Snarenstuhl gerichtet bleiben. Gieb, auch für mich vergossen. Gieb mir daß ich alles, was ich vor deinem bei demüthiger Erkenntniß meines allerheiligsten Angesichte angelobe, geistlichen Elendes ein gläubiges in meinem ganzen Leben treulich und beharrliches Vertrauen zu halte. Befördere, o Gott! durch der vollkommenen Gerechtigkeit deinen heiligen Geist diese gute Jesu Christi, und Muth, in ihm Absicht meiner Seele. Verhindere immer völliger zu werden. Führe alles, was meine Andacht stören, und regiere mich hinfort, daß ich und deine Gnade von mir abdas Gute, so in mir vorgenom- wenden kann. Laß mich wohl men, ins Werk richten möge. bedenken, daß mir zwar dein Lenke das Herz zu deiner kindli- Diener bei meiner Beichte nicht chen Furcht und Liebe, die Ohren ins Herz sehen könne; du aber, zur fleißigen Aufmerkung auf dein o Gott! alle meine Gedanken phupiling an Gebet, wenn man beichten will. 96 18: 0 46 und Neigungen wisfest und ver- ich armer, elender, sündiger stebest. Ich weiß, daß mir meine Mensch bekenne dir alle meine Beichte, falls ich ohne wahre Sünden und Missethaten, damit Herzensbuße erscheine, gar nichts ich dich jemals erzürnet, und nüße, und sodann der Trost der deine Strafen zeitlich und ewig gnädigen Lossprechung ohne Kraft wohl verdienet habe; sie sind mira und Wirkung bleibe. Ich bin aber alle herzlich leid und reueung aber auch versichert, daß dir mein mich sehr, und ich bitte dich durch bag Bekenntniß, wenn es aus einem deine grundlose Barmherzigkeit, bußfertigen und wahrhaftig ge- und durch das heilige unschuldige, ad änderten Herzen gehet, wohl ge- bittere Leiden und Sterben dei di fallen werde. So bereite du mich nes lieben Sohnes, unsers Herrni denn, lieber himmlischer Vater! Jesu Christi, du wollest mir ar wie du mich haben willst. Ich men sündhaften Menschen gnädig übergebe mich dir und deinem und barmherzig sein. Ich will ad Geifte zur Zucht und heilsamen mich durch deine Gnade hinfort Vorbereitung. Richte alles, was bessern, Amen. 42. hier geredet und gehandelt wird, zum Segen meiner Seele so ersprießlich ein, wie sie es bedarf; und laß mich dadurch auf dem 43. rechten Wege der Buße und des armer I'Mensch befenne und Glaubens gestärket und erhalten flage meinem lieben Gott, daß 201 werden. Ich danke dir, daß du ein Amt, welches die Versöhnung prediget, eingeseßet haft. Gieb diesem Amte auch jetzt an meiner Seele Raum und Kraft. Laß mich durch dies Amt, von meinen Sünden lebendig überzeuget, heilsamlich gestrafet, göttlich getröstet, und zum neuen Gehorsam kräftig erwecket werden. Laß mich auch an diesem Orte hören Freude und Wonne. Laß mich mit dem Zöllner gerechtfertiget von dannen gehen, da ich mit demselben zu deinem Gnadenstuhle trete, und in Buße und Glauben feufze: Gott sei mir Sünder gnädig! Amen. ich in Sünden empfangen und geboren bin, also, daß in mir von Natur nichts Gutes, sondern lauter Sünde wohnet; und daß dieselbe angeborne Sünde mich leider! oft zu Falle gebracht in wirkliche Sünde, mit Gedanken, Worten und Werken, wider died erste und andere Tafel des Geseßes Gottes. Ich erkenne und bekenne auch, daß ich den Reizungen des Satans, der Welt und meines eigenen Fleisches nicht allezeit mit gehörigem Fleiße widerstrebet; sondern leider! oft die Sünde in mir herrschen lassen, und dadurch den heiligen Geist betrübet habe. Ja wenn ich gleichz einen guten Vorsaß habe, so han- 3 get mir doch das Böse allezeit an, i daß ich zum Guten unwillig, kalt, pid faul und überdrüssig, zum Bösend aber leider! sehr geneigt und wil lig bin. Der Glaube ist schwach, die Liebe ist kalt. erkenne barmherziger Bater! und weiß auch, daß solcher meiner Beichten und Bekenntnisse der Sünden. Eine gemeine öffentliche Beichte. Eine Privatbeichte. Danksagung für die Bergebung der Sünden. Sünden Sold Gottes Zorn und wieder lebendig und deiner Gnade der ewige Tod sei. Derohalben gereuen mich meine Sünden, und sind mir leid; allein das beklage ich, daß ich dieselben, wenn ich sie gleich erkenne, mir nicht so leid sein lasse, wie ich billig sollte, und wie mein lieber Gott von mir haben will. Weil aber Jesus Christus in die Welt kommen ist, die Sünder selig zu machen, und mein frommer treuer Gott spricht: So wahr ich lebe, ich will nicht den Tod des Sünders, sondern, daß er sich bekehre und lebe: so wende ich mich in wahrem Glauben zu meinem lieben Mittler und durch Christum zu meiner ewigen Seligkeit theilhaftig worden. Du hättest mich, der ich mit so vielen d Sünden beschweret war, aus ge rechtem Gerichte billig von dir verstoßen können. Über deine Barmherzigkeit ist mächtiger, als meine Sünde, und deine Gnade ist größer, als meine Uebertretung gewesen. Du hast, o Gott! mein Herz verändert, mich von meinen Verirrungen zu dir gebracht, mit ausgereckten Händen mich willig aufgenommen, alle meine Sünden, als eine Wolke, getilget, und alle meine UebertreGott den himmlischen Bater, er fen. Du willst meiner Untugend wolle meinen schwachen Glauben nicht mehr gedenken; sondern stärken, mir um desselben seines nimmst mich auf in den Schoof lieben Sohnes willen, aus Gna- deiner großen Barmherzigkeit. den alle meine Sünden vergeben, Für solche unermeßliche Wohlmir durch seinen heiligen( Beist that, die ich allein deiner unerwahre Buße und beständige Bes gründlichen Erbarmung in Christo serung des Lebens verleihen, und in tiefster Demuth zuschreibe, mich in meinem guten Vorfaße sage ich dir Lob, Preis und durch seine Kraft befestigen, und Dank. Nun will ich den Herrn bis an mein Ende erhalten, Amen. loben allezeit, sein Lob soll im merdar in meinem Munde sein. Danksagung für die Ver- Meine Seele soll sich rühmen des gebung der Sünden. und sich freuen. Lobe den Herrn, Herrn, daß die Elenden es hören, 44. D den, du Vater der was er dir Gutes gethan bat; Barmherzigkeit! ich sage dir von der dir alle deine Sünde vergeHerzen Dank, daß du mich so ben, der deine Gebrechen geheilet, liebreich und kräftig durch wahre der dein Leben vom Verderben Buße zu dir gezogen, und da ich errettet, und dich gekrönet mit zu dir gekommen, mich armen und Gnade und Barmherzigkeit. Ach! unwürdigen Sünder nicht ver- hilf doch, o werther heiliger Geißt! stoßen hast. Du hast mich auf daß ich auch in einem neuen Led genommen, und mir alle meine ben Gott preisen, und mit Mund aid Sünden aus großer Barmherzig- und Herzen meinem Jesu dankbar teit vergeben. Ich war todt in werden möge. Heilige mich durch meinen llebertretungen und Sün- und durch, daß ich durch deinend den, und zu meiner Bekehrung Beistand die versprochene Bes für mich selbſt ganz unvermögend; ferung halte, den alten Menschen aber durch deine Gnade bin ich täglich ablege, das fündliche 48 Danksagung für die Bekehrung und Begnabigung. Fleisch kreuzige, alles Leiden ge- mühselig und beladen, hungrig buldig ertrage, meinem Jesu lebe und durstig gemacht, zu Jesu ge= und sterbe; so werde ich auch zogen, und mir den Sinn gegedereinst Gott in Ewigkeit loben, ben, daß ich in deiner Kraft alle und seinen herrlichen Namen, in Sünden hasse, und mich dir zum Gesellschaft der heiligen Engel, Eigenthum ergebe. Weil nun ohne Unterlaß rühmen und prei- dieses die Kennzeichen sind, nach sen. Dazu verhilf mir, o Gott! welchen du in deinem Worte deine aus Gnaden, durch Christum begnadigten Kinder beschreibest; Jesum meinen einzigen Heiland so glaube ich, daß du mich auch und Erlöser, Amen. begnadiget und mir alle meine Sünden vergeben hast. Du hast sie mir vergeben aus lauter unverDanksagung für die Bedienter Gnade und Barmherzigkehrung und Begnadigung. teit, allein um des vollkommenen err, mein Gott! ich Versöhnopfers Jesu Christi willen, das da ewiglich gilt. Du hast 45. Herr lobe und preise dei mir alle Sünden völlig vergeben, nen heiligen Namen, daß cu mein alle Schulden völlig geschenket, armes Gebet erhöret, und mir und alle meine Uebertretungen alle meine Sünden vergeben hast. völlig getilget und ausgelöschet, Ach! ich habe diese große Huld daß ihrer nimmermehr wieder ge= nicht um dich verdienet. Wenn dacht werden soll. Du hast mir du mir nach meinem Verdienst eine reiche Gnade und Vergebung lohnen wolltest, so müßte ich dem widerfahren lassen. Meine Sünewigen Tode unterworfen sein; den waren mächtig; aber deine denn der Tod ist der Sünden Gnade war noch viel mächtiger. Sold. Aber Herr! du handelst Du hast mir nicht nur meine nicht mit mir nach meinen Sün- Schulden erlassen, sondern mir den, und vergiltest mir nicht nach auch, an Statt der Sünden, die meiner Missethat; sondern du bist wahre Gerechtigkeit geschenket, mit gnädig und barmherzig, geduldig welcher ich ewig vor dir bestehen und von großer Güte. Du ver- fann. An Statt des Todes hast giebest Missethat, Uebertretung du mir das Leben, an Statt des und Sünde, und reuet dich bald Fluches den Segen, und an Statt der Strafe. Ich weiß wohl, mein der Hölle, den Himmel gegeben! Gott! wenn ich noch ein Knecht Dein ewiges Gnadenwort rufe der Sünden wäre: so müßte ich mir nun zu: Sei getrost, mein in meinen Sünden sterben, und Kind, dir sind deine Sünden verhätte keine Vergebung. Wenn ich geben! Du sollst leben und nicht noch Unrecht vorhätte in meinem sterben.( Du hast mich von Herzen, so würdest du mein Gebet dieser unendlichen Gnade durch nicht erhören. Oder wenn ich deinen Diener versichern lassen. außer Christo Gnade suchte, so Darum glaube ich, daß dieses würde ich kein Heil finden. Aber Wort auch mich, mich insondermein ewiger Erbarmer! durch deine heit, angehe, und daß mir meine mächtige Gnade hast du an mei- Sünden von dir, o Gott! im Himnem bösen Herzen gearbeitet. Du mel wahrhaftig vergeben sind.) hast es verändert, zerknirschet, Dunermeßliche Barmherzig Danksagung, daß Gott so lange auf die Buße gewartet. 49 keit! o unendliche Liebe! o un- deinem Angesichte haft verstoßen aussprechliche Gnade! Mir sind und in die Hölle stürzen wollen! meine Sünden vergeben! Ach Dagegen, wie so unzählige viele mein Vater! wie soll ich dir dan- Leute hat doch der Tod dahin geken, und wie kann ich deinen rissen, die wohl keine wahre Buße Namen genug preisen! Ich habe gethan haben! Wie viele Sünder Vergebung der Sünden; ich bin sind wohl verstocket, und ihre Hergerechtfertiget; das Urtheil des To- zen verhärtet worden, die Schuld des ist aufgehoben; das Leben ist mir daran sind, daß sie keine Vergezugesprochen; ich bin dein begna- bung der Sünden vor ihrem Ende digtes Kind; du bist mein ver- erlanget haben! Von solchen Leusöhnter Vater; ich bin nun dein ten hat mich nicht meine eigene Erbe, und ein Miterbe Christi. bessere Natur, oder die VorzügAch, mein treuer Gott! ich er- lichkeit meiner Werke, sondern staune über alle diese Gnade! allein deine langmüthige Gnade Ach Herr! ich bin zu geringe, und Güte unterschieden, und meizu geringe, ach! viel zu geringe ner länger als jener verschonet. aller diejer großen Barmherzig- Meine Schuld ist nicht geringer, keit! Ach! nimm mich selbst ganz sondern deine Gnade ist größer hin zu einem Lob- und Danfopfer, und überschwänglicher über mir zu deinem Eigenthum, und brauche, gewesen. Ich fuhr fort mit Sünleite und führe mich, wie du willst. digen, und du fuhrest fort mit Mache mich nun recht treu in Erbarmen. Ich hielt mit meiner deinen Wegen, auf daß ich dir Bekehrung zurücke, und du hielallein lebe, dir allein sterbe, und test zurücke mit deiner ganz genur dein Eigenthum sei in alle rechten Strafe. Ich ging in der Ewigkeit, Amen. Irre und du riefest mir. Diese deine große Güte, o geduldiger lieber Vater! kann ich nimmermehr genugsam rühmen und preisen. Diese deine Langmuth, o gütiger Gott! kann ich durch kein Verdienst jemals vergelten. Du hast mich behütet vor unzähligen Sünden, darein ich mich wegen 46. Barmherziger, gnädiger Gott und Vater, dir bin ich schuldig immer und ewiglich Lob und Dank zu sagen, daß du mit so großer Güte und Langmuth auf meine BefehTung warten wollen, und mich endlich von dem Wege der Sünmeines verderbten Fleisches, durch Reizung der bösen Welt und Verführung des leidigen Satans, so wohl als andere, hätte stürzen können. Ja, du hast mich nicht allein vor vielen Sünden behütet, daß ich nicht darein gefallen bin; sondern hast auch bei denjenigen, zur Gemeinschaft deines darein ich leider gefallen bin, himmlischen Reiches gebracht hast. meine Buße und Bekehrung ge O wie groß ist deine Geduld und duldig erwartet. Was hatte ich Langmuth, daß du mich, unange- damals Gutes gethan? Ganz sehen ich es wohl tausendmal ver- nichts, sondern noch dazu schr dienet, dennoch nicht gar von viel Böses. Es war meine Sünde den 4 Danksagung, daß Gott auf die Buße und Bekehrung so lange gewartet hat. 30 Gebet um Besserung des Lebens. und Uebertretung nicht allein viel| dieser Welt mancherlei Neizun und mannigfaltig, sondern auch gen zur Sünde und Verleitungen über alle Maße groß und schwer, von der Gottseligkeit unterworfen, ja abscheulich und erschrecklich. und gebrauche also deine heiliDarum habe ich es allein deiner gende Gnade Gutes zu thun, Gnade und Güte zu danken, daß täglich. Darum demüthige ich du mit solcher Langmuth und Ge- mich vor dir, und bitte vom duld auf meine Bekehrung hast Grunde meines Herzens: Schaff warten, und meine arme Seele in mir Gott ein reines Herz, und aus so vielen Sündenstricken be- gieb mir einen neuen gewissen freien und losmachen wollen. Ach! Geist. Zeige mir, Herr! den möchte doch auch meine Dankbar- Weg deiner Rechte, daß ich sie feit so viel größer sein, je reicher bewahre bis ans Ende. Unter deine Gnade über mir gewesen. weise mich, daß ich bewahre dein Thue selbst, o Gott! diese Barm- Geseß, und halte es von ganzem herzigkeit noch hinzu, daß du mich Herzen. Führe mich auf dem treu machest in guter Anwendung Steige deiner Gebote, denn ich derselben, damit deine Gnade an babe Lust darzu. Neige mein mir nicht vergeblich sei. Dir, Herz zu deinen Zeugnissen, und Herr! sei Lob, Ehre und Herr- laß das meinen Schaß sein, daß lichkeit von nun an bis in Ewig- ich deine Wege halte. Erleuchte feit, Amen. meinen Verstand immer mehr und mehr, deinen Willen zu erkennen, und heilige meinen Willen, nach Gebet um Besserung des beinem Wohlgefallen zu thun. Lebens. Gieb mir in Christo Jesu Kraft, mein Fleisch zu freuzigen sammt den Lüsten und Begierden, damit nädiger Gott und 1 47. Giger, der in Christo Jesu alle meine Sün- Gerechtigkeit leben möge. Laß den vergeben, und mich zu dei- mich wachsen in allen Stücken an nem Kinde angenommen hast: ich Christo meinem Haupte, und tägerkenne, daß ich nun auch ver- lich zunehmen an dem inwendigen bunden sei, als dein gehorsames Menschen. Mache aus meinen. und liebes Kind vor dir zu wan- Gliedern Werkzeuge der Gerechtigdeln und fromm zu sein, und keit, daß sie dir ge! iligt werden, dich meinen lieben getreuen Vater und laß mich wohl bedenken, daß mit meinen Sünden nimmermehr dieselben Christi Glieder sind, die zu betrüben. Ich habe dir auch ich meinem Heilande zu Ehren solches mit Mund und Herzen zu- allein gebrauchen müsse. Leite gefaget, und es ist mein Ernst, mich durch deinen heiligen Geist ja Gott! es ist mein rechter in alle Wahrheit. Mache mich Ernst, daß ich mit willigem und fruchtbar in allen guten Werken. getreuem Herzen deinen Willen Dein Geist heilige mich durch vollbringen, und durch deine und durch, daß mein Geist ganz Gnade in den Schranken deiner sammt Seel und Leib unsträflich Gebote laufen will. Doch, mein behalten werde auf den Tag unErGott! mein Geist ist zwar willig, sers Herrn Jesu Christi. tas Fleisch aber schwach; ich bin in halte mich in wahrem Glauben, per Gebet um die Gaben zur würdigen Genieß. d. h. Abendmahls. 51 und durch denselben in einer für deine Gnade danken, hier Gnade. tid Son will lichan dei zeitlich und dort ewiglich, nem Namen lobsingen, und dir Amen. Bang bang da 10-10 and stetomed intr IV. Gebete vor, bei und nach dem heiligen ada nism of thig Abendmahl. Abendmahl. dan Staff and the gume sh idung mein Herz mit deines Geistes Gebet um die Gaben, du Heiland der Welt, und erfülle welche zur würdigen Genießung des heiligen Abend Gnade. Wie gerne wollte ich mit brünstiger Andacht und tief ster Ehrerbietigkeit im völligen Glauben erscheinen; aber das mahls nöthig sind. 48. Riebreicher beiland! auf ladung will ich dein heiliges Abendmahl empfahen, das du zum feierlichen Gedächtniß deines Leidens und Sterbens, und zur genauesten Vereinigung mit den Deinen gestiftet hast. Laß mich Gnade finden vor deinen Augen, du Liebhaber des Lebens! Denn wer bin ich, daß du mich so freundlich rufest? Wäre ich gleich noch so heilig, so wäre ich doch darum dieses göttlichen Mahls nicht würdig; wie sollte ich denn würdig sein, da mein Herz un Bollbringen finde ich nicht, wenn ich es nicht von erlange, dem Anfänger und Vollender meines Glaubens! Darum nimm in Gnaden von mir, was dir mißfället; und gieb mir, was dir wohlgefällig ist, aufrichtige Armuth des Geistes und einen wahren Hunger und Durst nach deiner Gerechtigkeit. Bedecke meine Unvollkommenheit mit dem Kleide deiner Berechtigkeit. Wohl der Seele, die dir angenehm ist! Eröffne mir die Augen, daß ich sehe die Wunder deiner Liebe bei diesem Gnadenmahl. Erwecke mein rein und verderbt ist. Du, o Herz, und entledige mich von Herr! mußt selbst mich würdig allen fremden Gedanken. Stärke machen. Derowegen komm mir meinen Glauben, entzünde meine zuvor mit deiner Gnade, und be- Liebe vermehre meine Hoffnung, reite mich. Du hast ja gesaget: wer zu dir kommt, den wollest du nicht hinaus stoßen; so nimm dich doch nun meiner Seelen an, nach deiner großen Barmherzigkeit, und gieb, daß ich auf eine dir wohl mache meine Andacht brünstig, reinige mich von aller Unreinigfeit, und heilige mich durch und durch, auf daß ich in freudiger Zuversicht hinzutrete, mit recht gläubigem und reinem Herzen deikommen, und deinen Leib und res Blut empfabe, deinen Tod Blut würdigempfahen möge. dankbarlich verkündige, und der Du weißest, mein Jesu! daß ich Früchte desselben zu meiner Seevon mir selbst zwar viel Böses, len Leben, Heil und Segen, und aber nichts Gutes habe: ach! zur Versicherung meiner ewigen hilf mir um deiner Güte willen. Seligkeit theilhaftig werden möge. Siehe doch wie arm und elend Das thue um deiner Liebe willen, ich bin. Gedenke an deine Treue, Amen. 10 dnu ch 4* Gebete vor dem heiligen Abendmahl. Gebet vor dem heiligen denn aber auch den herrlichen Abendmahle. Reichthum deiner Gnade im hei ligen Abendmahl recht lebendig 52 49. Her rer Gott und Mensch! mehre unsern Glauben und mache der du für uns den schmählichsten uns in der seligen Zuversicht recht Kreuzestod erlitten und uns da- freudig, daß wir an dir haben durch von allen unsern Sünden die Erlösung durch dein Blut, und der ewigen Verdammniß er- nämlich die Vergebung aller unlöset hast; wir danken dir inbrün- serer- Sünden. Entzünde unsere stig, daß du zum immerwähren- Herzen zu einem neuen Eifer, in den Gedächtniß und zur genauesten deinen Geboten zu wandeln so Zueignung dieser großen Erlösung lange wir leben, und verleihe uns dein heiliges Abendmahl gestiftet Kräfte in der kindlichen Liebe zu hast, in welchem du uns mit Gott und in einer recht aufrichdem gesegneten Brot und Wein tigen und thätigen Liebe gegen deinen allerheiligsten Leib und alle Menschen, deinem Bilde imdein theures Blut, als das einige mer ähnlicher zu werden. Stärke Opfer für unsere Sünden, ge- uns in dem Kampf wider die heimnißvoll mittheilest; auf daß Sünde, in der Verleugnung der wir mit dir auf das innigste ver- Welt, in dem Trachten nach dem einiget, in deiner Gemeinschaft ewigen Leben. Gieb uns Geduld der Vergebung aller unserer Sün- und Trost in allen Leiden, Standden gewiß, zum geistlichen Leben haftigkeit in allen Versuchungen, gestärket und des ewigen Lebens Treue bis in den Tod. Und verversichert würden. Herr! wir sichere uns, daß, weil du uns hier nahen uns jetzt nach deiner Ver- mit deinem heiligen Leibe und ordnung zu deinem heiligen Tisch, Blute speisest und tränkest, das um dieser himmlischen Güter, die du dahin gegeben für das Leben du auch für uns bereitet hast, der Welt, auch wir um deinet theilhaftig zu werden. O bereite willen leben werden in Ewigkeit, du uns selbst durch deine Gnade, Amen. daß wir als würdige Gäste vor dir erscheinen. Befreie unser Gemüth von allen irdischen Gedanten, und laß dasselbe ganz auf dich und deine Versöhnung, voll Noch ein Gebet vor dem heiligen Abendmahle. Andacht und Ehrerbietung, gerich- 50. Herr Jeſu! wie fönnen tet sein. Herzen wir arme Menschen von allem, was dir mißfällig, dir in alle Ewigkeit dafür genugund erfülle uns mit göttlicher sam danken, daß du nicht allein Traurigkeit über unsere Sünden, deinen Leib für uns in den Tod für welche du gestorben bist, mit dahin gegeben, und dein theures einem völligen Vertrauen auf Blut an unserer Statt vergossen dein vollgültiges Verdienst, und hast; sondern daß du auch zum mit den inbrünstigen Trieben der Unterpfande deiner inbrünstigen Dankbarkeit, als dein theuer er- Liebe, und der gewiß zu hoffenkauftes Eigenthum nur dir zu den ewigen Seligkeit, uns dein leben und zu sterben. Laß uns Abendmahl eingeseßet, und in Gebet vor der Einsegnung. 53 demselben diesen deinen wahren 1er uns eben den Leib, welcher am Leib und dieses dein wahres Blut Kreuz für uns gestorben, und eben sehenfest und mittheilest. Erhalte das Blut, welches am Kreuz für dasselbe zum Besten deiner Kirche uns vergessen, vermittelst des gebis an den jüngsten Tag. Wir, segneten Brots und Weins wahrdeine Erlösete, wollen jetzt nach baftig zu essen und zu trinken deiner Verordnung dies theure giebet, damit wir desto fester Bundesmahl halten. Rüste uns glauben, sein Tod und Blutverallesammt aus mit den Gaben gießen am Kreuz sei unsere gedeines Geistes, damit wir mit wisse Seligkeit. Durch denselben, einfältigem Glauben, und mit deinen lieben Sohn, und durch einem recht getrosten Herzen diese dessen blutiges Verdienst, bitten Siegel unserer Gerechtigkeit und wir dich, o himmlischer Vater! Seligkeit würdiglich empfahen. du wollest dich unserer aller erLaß uns an deinen Kreuzestod barmen. Siehe an das Angeheilsamlich gedenken und die Sesicht solches unsers getreuen Heigensworte deiner Stiftung nicht landes Jesu Chrifti, welcher zu aus unsern Gedanken verlieren: deiner Rechten sißet und uns Für euch gegeben, für euch ver- vertritt. Siehe an sein unschulgossen. Schenke uns Kraft, Trost diges Blutvergießen, Leiden und und Stärke. Laß unser Herz Sterben, und in Ansehung dessen über deine unbegreifliche Liebe vergieb uns alle unsere Sünden, voll Ruhms, und unsern Mund und gieb uns deinen heiligen voll Jauchzens werden. Bringe Geist, daß wir verleugnen alles uns endlich an den Ort des ungöttliche Wesen und weltliche ewigen Friedens, wo wir dich, Lüste: hingegen züchtig, gerecht unsern Jesum, im Reiche deiner und gottselig leben in dieser Herrlichkeit von Angesicht zu An- Welt, und also warten auf die gesicht ewig schauen, und deinen selige Hoffnung und Erscheinung großen Namen, ohne Aufhören, der Herrlichkeit des großen Gotrühmen und preisen werden. Ertes und unsers Heilandes Jesu höre uns um deines blutigen Ver- Christi. Laß auch einen Jeglichen dienstes willen, Amen. unter uns sein Kreuz geduldig tragen, deinem lieben Sohne folgen, einer den andern lieben, wie Gebet vor der Einsegnung. bein lieber Sohn uns geliebet hat. Denn es ist dies heilige err 51. wir Vater! wir danken aber ein Leib, weil wir alle eines dir von Herzen, daß du deinen Brots theilhaftig werden, und einigen Sohn, unsern Heiland alle aus einem Kelche trinken. Jefum Christum, für unsere Sün- Gieb uns auch alles, was uns zu den zu unserer Seligkeit hast diesem und jenem Leben nüß und Mensch werden, so viele und nöthig ist, damit wir christlich große Marter leiden, und am leben, und endlich einmal selig Kreuz eines bittern Todes sterben sterben. Unterdessen laß uns in lassen: Welcher uns auch befohlen deiner Liebe und Erkenntniß nehhat, dessen Gedächtniß im heiligen men zu, daß wir im Glauben Abendmahl zu begehen, in welchem bleiben, und dienen dir also, daß Seufzer im Hinzugehen zum heiligen Abendmahl. 54 wir hie mögen schmecken die Süßigkeit dieser himmlischen Speise und Tranks im Herzen, und dürsten stets nach dir, Amen. Siehe auch die Gebete am grünen Donnerstage. Seufzer im Hinzugehen zum heiligen Abendmahl. Seufzer bei dem Gebrauche des heiligen Abendmahls, 52. Gott Vater im Him- und zwar bei Neichung des gesegneten Brotes. mel, erbarme dich das da träget die Sünde der Welt, erbarme dich meiner. kenntniß alles des Guten, was wir in dir haben. O Gott heiliger Geist, erbarme dich über mich! und verleihe mir, daß ich würdig und mit Freudig keit hinzu trete zu dem Gnaden stuhl, auf daß ich Barmherzigkeit empfahe und Gnade finde auf alle Zeit, wenn mir Hülfe noth sein wird. Du Geist der Erleuchtung, verkläre jego meinen Heiland in meiner Seele, und laß mich Gerechtigkeit, Friede und Freude in ihm finden. Odn Geist des Herrn, hilf meiner Schwachheit auf. D Herr! hilf, o Herr! laß alles wohl ge= lingen, Amen. über mich! o du Gott des Friedens, der du von den Todten 53. Herr Jesu Chriſte! dein ausgeführet haft den großen Hir- für mich in den Tod gegeben, heiliger den du ten der Schafe, durch das Blut des ewigen Bundes, unsern Herrn stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Jesum, mache mich fertig zu diesem guten Werke, zu thun deinen Willen, und schaffe in mir, was durch ihn vor dir gefällig ist. Gott Sohn, der Welt Heiland, erbarme dich über mich! und laß mich jeßo bei deinem heiligen Abendmahl einen dir angenehmen Gast sein. Gieb mir was Theurester Erlöser, der du an diesem deinem Leibe meine Sünden selbst geopfert haft auf dem Holze des Kreuzes, laß mich durch deine Wunden heil werden, aber auch der Sünde absterben und der Gerechtigkeit leben, Amen. Bei Reichung des geseg bu verheißen hast, und laß mich aus deiner Fülle nehmen Gnade um Gnade, auf daß mein Glaube neten Kelches. err Jesu Christe! dein heiliges Kürzer. Ach Gott! sei mir armen Sünder gnädig. Herr Jesu! du Lamm Gottes, vergoffen, das stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes mache mich rein von aller Sünde, und reinige mein Gewissen von den todten Werken zu dienen dem lebendigen Gott, Amen. Wenn man nach empfangenem Leibe und Blute Christi zurück getreten. 54. Meine Seele erhebet den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes mei. nes Heilandes. Ich lebe, aber 35 Nach empfangenem Leibe und Blute Chrifti. boch nun nicht ich, sondern Chri- pionat) Oder: stus lebet in mir. Denn was ich heiliger Geist! durch dich jest lebe im Fleisch, das lebe ich wird die Liebe Gottes ausim Glauben an dich, du Sohn gegossen in unser Herz; so verGottes, der du mich jeho von herrliche denn auch jeho diese neuem versichert hast, daß du auch Liebe in meiner Seele. Gieb mich geliebet, und dich selbst für Zeugniß meinem Geiste, daß ich mich dargegeben habest. Dir in der Gemeinschaft meines Erlödanke ich, daß du für alle und sers ein Kind Gottes sei, und auch für mich gestorben bist, auf daß ich nicht mir selbst lebe, sondern dir, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Laß mich nun über deinen Namen täglich fröhlich, und in deiner Gerechtigkeit herrlich sein, Amen. Oder: Jas nach diesem Genuffe seines Leibes und Blutes mit Recht sagen könne: Ist Gott für mich, wer mag wider mich sein? welcher auch seines eigenen Sohnes nicht verschonet, sondern ihn für mich dahin gegeben hat; wie sollte er mir mit ihm nicht alles schenken? Wer ch beuge meine Knie vor dir, will die Auserwählten Gottes bedu Gott und Vater unsers schuldigen? Gott ist hie, der da Herrn Jesu Christi! der sich jego gerecht machet. Wer will verso liebreich mit mir vereiniget hat, dammen? Christus ist hie, der vor dir, der du der rechte Vater gestorben ist, ja vielmehr, der bift über alles, was Kinder heißt auch auferwecket ist, welcher ist im Himmel und auf Erden; und zur Rechten Gottes und vertritt danke dir, daß du mich armen uns. Mache mich gewiß, daß Sünder meiner Gnadenkindschaft weder Tod noch Leben. weder in Christo abermals versichert haft. Engel noch Fürstenthum, noch GeIch bitte dich aber auch, du wol- walt, weder Gegenwärtiges noch left nach dem Reichthum deiner Zukünftiges, weder Hohes noch Herrlichkeit mir Kraft geben durch Tiefes, noch keine andere Kreatur, deinen Geist, stark zu werden an mich scheiden möge von der Liebe dem inwendigen Menschen, daß Gottes, die in Christo Jesu unChristus durch den Glauben in serm Herrn ist, Amen. meinem Herzen wohne, und ich Die Gnade unsers Herrn Jesu durch die Liebe in ihm eingewur- Christi, die Liebe Gottes und die zelt und gegründet werde. Zeige Gemeinschaft des heiligen Geistes mir die Größe der Liebe Christi, ist und bleibe mit mir, Amen. die alle Erkenntniß übertrifft. Ja, laß mich erfüllet werden mit aller- Bei währender Kommulei deiner göttlichen Fülle, in der Gemeinschaft deffen, in welchem nion, auch für Diejenigen, alle Fülle der Gottheit leibhaftig so nicht zum heiligen Abendmahl gehen. wohnet. Dir, der überschwänglich thun kann, über alles was wir bitten oder verstehen nach der Kraft, 55. Lieber himmliſcher Badie in uns Ehre in meiner Seele, die nun von neuem in Christo ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. ter! das geschehene Opfer deines Sohnes ift jego nicht weniger kräftig, sondern eben so gültig und so theuer vor 56 Gebet bei währender Kommunion. deinen Augen geachtet, als es an] und getragen hat, wirst du, 0 dem Tage war, da er es dir in Herr! nicht verachten, sondern seinem blutigen Leiden und Ster seinen Gehorsam, sein Leiden und ben zur Versöhnung für die Sünte Sterben zur genugsamen und völder Welt darbrachte. So ist ja ligen Bezahlung für alle unsere auch allhier in diesem Sakramente Sündenschulden gnädiglich annehderselbe Leib gegenwärtig, welcher men. Das trauen wir von ganbamals das Opfer für meine Sünde zem Herzen, und sprechen in sol. worden, und dasselbe Blut, das da- chem Glauben: Herr! laß uns mals zu meiner Erlösung vergos- nicht verderben! Laß an uns sen ist. Darum bitten wir dich armen, sonst verlornen und vernun durch den Tod deines Sob- irreten Schafen seine heiligen nes, durch seinen heiligen Leib Wunden, seine bittere Schmerzen, und theures Blut, sei uns armen seine schreckliche Angst, Marter Sündern gnädig und barmherzig. und Pein, und das so mildiglich Wir haben zwar, lieber Herr und vergossene unschuldige theure Blut, Gott! die wir hie beisammen sind, den Todeskampf und blutigen insgesammt schwer und vielfältig Schweiß, die Thränen und das an dir gesündiget, und fehlen Angstgeschrei, den schmählichen noch alle Tage mannigfaltig. und schmerzlichen Tod unsers Aber dein lieber Sohn ist ja die Mittlers Jesu Christi, nicht umvollkommene Versöhnung worden sonst noch vergeblich sein. Ach für unsere und für der ganzen das Blut deines lieben Sohnes Welt Sünde. Er hat sich selbst wasche und mache uns rein von bargegeben für uns zur Gabe und allen unsern Sünden! Sein heiOpfer, dir, o Gott! zu einem liger Leib sei unsere beständige süßen Geruch. Wir wissen auch Stärkung und Kraft und das im Himmel und auf Erden kein theure und heilige Blut sei ein ander Lösegeld noch Opfer zu Trost und Labsal unserer Seelen finden, als diesen deinen einge- noch in unserer letzten Todesstunde. bornen Sohn, welchen wir dir Ja alles, was wir an Leib und jezo in wahrem Glauben und Seele bedürfen, das bitten und findlicher Zuversicht vorhalten. begehren wir von dir turch den So wissen wir auch keinen an Tod deines Sohnes, und durch dern Mittler und Fürsprecher zwi- die Marter und Kreuzigung seischen dich und uns zu stellen, als nes heiligen Leibes, und durch diesen einigen. Herr! deines Soh- die Vergießung seines theuren und nes heiliger Leib, der an dem allerheiligsten Blutes. Du weißt, Holze des Kreuzes für uns als Herr! alles unser Anliegen, und ein Fluch aufgehangen, wie auch in was für Noth und Gefahr das kostbare Blut, das aus seinen wir stecken; was uns mangelt, heiligen Wunden gefloffen ist, ist dir unverborgen. So erhöre bringen wir in herzlicher Reue uns doch in dieser Stunde, und und ungefärbtem Glauben vor verweigere uns nicht, was wir dich. Das vollkommene Versöhn- so flehentlich von dir bitten. Laß opfer, das unschuldige unbefleckte uns deines Sohnes Tod und Lamm, das sich so willig für uns Leiden in allen unsern Nöthen schlachten, und der ganzen Welt zu Statten kommen, und hilf Sünde auf sich werfen lassen, endlich uns allen zu deinem Danksagung nach dem Genuß des heiligen Abendmahls. 57 ewigen und unvergänglichen Reiche, und bin gewiß, o Jesu! daß Amen. ich an dir habe die Erlösung durch dein Blut, nämlich die Vergebung aller meiner Sünden; denn du hast mich dieses Lösegeldes selbst theilhaftig gemacht. Sch weiß und bin gewiß, daß ich in dir, dem Geliebten, Gott angenehm 56. Theurefter Jesu, ver- sei: denn du haft dich ſelbst mit herrlichter Mittler! mir vereiniget. Ich weiß und Wie du mir jeho die Gnade ver- bin gewiß, daß allerlei deiner liehen, dein heiliges Abendmahl göttlichen Kraft, die zum Leben busfertig und gläubig zu genießen, und göttlichen Wandel dienet, so stärke mich nun auch mit der mir von dir geschenket sei; denn Kraft deines Geistes, daß ich du bist das Brot des Lebens, und unaussprechlich großen Wohltbaten, in bir habe ich Gerechtigkeit und deren du mich dadurch theilhaftig Stärke. Ja, ich weiß und bin gemacht hast, mit einer fortdauern- gewiß, daß ich in dir das ewige den Andacht überlege, dir inbrün- Leben habe, und daß du mich am stig dafür danke, sie sorgfältig be- jüngsten Tage auferwecken werwahre und treulich anwende. Du dest; denn du hafts verheißen, haft mir, o mein Heiland! bei und wie dich gesandt hat der le diesem Gedächtniß deines marter- bendige Vater und du lebest um vollen Leidens und Sterbens deine des Vaters willen, also werde auch für mich geschehene ewige auch ich leben um deinet willen Erlösung auf meine Person zuge- in Gerechtigkeit. Danksagung nach dem Genuß des heiligen Abend mahls. eignet, und alle dadurch erwor- O mein Heiland! wie groß bene Heils- und Gnadenschäße auch sind diese Seligkeiten, deren ich mir von nenem geschenket. Du mich in deiner Gemeinschaft nun haft noch ein Mehreres an mir so gewiß zu erfreuen habe! Wie gethan. Du hast auch dich selbst theuer hast du mir solche erwormit mir vereiniget, und nach dei- ben! Wie wenig vertiene ich sie! nem wahrhaftigen Worte und Ach! nimm das Opfer meines überschwänglichen Kraft, deinen zwar schwachen, doch herzlichen allerheiligsten Leib, der für mich Dankes, ja nimm mich selbst bahin gegeben, und dein theuer- ganz zu deinem ewigen Eigenthum stes Blut, das für mich vergossen gnädig an. Ich will nur dir leist, zur Vergebung der Sünden, ben, der du für mich gestorben mir selbst geheimnisvoll mitgethei- bist. Ich will dich preisen mit let. meinem Leibe und mit meinem Geiste, die so theuer von dir erkauft sind. Stärke mich nur täglich, mein Ferr und mein Gott! in diesen Gesinnungen des Glaubens, der Freude und der Dankbarkeit. Vermehre in mir eine recht herzliche, lebendige und thätige Liebe gegen meinen durch dich versöhnten Gott und Vater, Ich bin also nicht nur im Glauben, sondern auch durch eine höhere, von dir verheißene und gewirkte Gemeinschaft deines Leibes und Blutes, des allergenaue sten Antheils an allem, was du durch die Aufopferung deines Leibes und durch die Vergießung deines Blutes uns erworben haft, versichert worden. Ich weiß nun 658 Gebet um Erneuerung des Bundes mit Gott. gegen dich meinen theuresten Hei- und in Christo deiner väterlichen land und gegen alle meine Ne- Liebe und Vorsorge an Seele und benmenschen, die tu, wie mich, Leib mich zu erfreuen haben solle. erlöfet haft. Verleihe, daß ich Sa du hast mich dadurch von infouderbeit Diejenigen innigst neuem in deinen Gnadenbund liebe die mit mir als Glieder aufgenommen und durch das an dir, unserm gemeinschaftlichen Blut des Bundes solchen bekräfHaupte, durch den Glauben ver- tiget. Billig ist daher auch mein bunden sind. Laß mich, o mein Verlangen aufrichtig und brünHeiland! meine ewige Ruhe und stig, mein getreuer Gott! dir Glückseligkeit darin suchen, daß aufs neue Glauben und gut Geich stets in dir vor Gott erfun- wissen zuzusagen, mich mit dir den, und deinem Vorbilde, in al- aufs festeste zu verbinden, und len Verhältnissen und Pflichten, dir mich ganz und gar zum Eigendie dein Beruf( und mein Stand thum zu übergeben. Ich entsage in der Welt) von mir fordern, also hiermit mit aufrichtigem Herimmer ähnlicher werden möge. zen dem Satan und allen seinen Gieb mir Kraft, dich auch in den Werken und Wesen, der Welt Trübsalen dieses Lebens mit Ge- mit ihrer Eitelkeit, meinem verduld und Vertrauen zu ehren, derbten Fleische mit seinen Lüften und im Leben, Leiden und Ster- und Begierden, und will durch ben meine fünftige Verherrlichung deine Gnade, unter dem Schuße mit dir in völliger Gewißheit zu und Beistande meines Seligmahoffen: bis ich endlich zu deiner chers, wider die Feinde meiner vollkommenen Anbetung und zu Seligkeit unermüdet streiten und der himmlischen Gemeinschaft mit kämpfen. Ich nehme mit Verdir in der Ewigkeit gelange, wo- leugnung meiner selbst und aller zu du mich erlöset hast, Amen. Kreatur, dich, o dreieiniger Gott! zu meinem Bundes- Gott mit kindlicher Zuversicht und Ehrfurcht an, und übergebe mich dir, mit einer ernstlichen und kräftigen Entschließung, zum Eigenthum in Zeit und Ewigkeit. Ich bin willens, dich, o du liebenswürdigSiehe auch die Danksagung p für die Erlösung und das shing Charfreitagsgebet. 57. Mein getreuer Gott! ich erkenne in tief stes Wesen, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und aus allen ster Demuth meiner Seele deine Kräften zu lieben. Ich nehme überschwängliche Gnade, die du dein Joch, o mein König Jesu mir bei der Tafel deines einge- Christe! auf mich, und bin bereit, bornen Sohnes Jesu Christi er alles zu thun und zu leiden, was wiesen hast. Ich habe bei der- du mir auferlegest, und dir bis selben mit dem Leibe und Blute in den Tod getreu zu sein. Ich meines Erlösers ein neues Siegel will mit neuem Eifer anfangen, deiner Gnade und Liebe empfan- dir zu dienen. Ich will suchen gen. Du haft mir aufs neue die alle Trägheit meines Fleisches zu feste Versicherung dadurch gegeben, überwinden, und alle Hindernisse daß du mein Gott und Vater aus dem Wege zu räumen, auf seist, und daß ich dein Kind sein, daß also meine übrigen LebensErneuerung des Bundes S mit Gott. Gebet um Erhaltung der erlangten Gnade. 59 Ja, tage in steter Dankbarkeit für| Christi, vergeben werden. deine unbegreifliche Liebe mögen wie du, mein Erbarmer! gesagt zugebracht werden. Aber, ach! haft: Es sollen wohl Berge weiich kenne meine Ohnmacht und chen und Hügel hinfallen, aber die Betrüglichkeit meines Her meine Gnade soll nicht von dir zens, die meinen aufrichtigen weichen, und der Bund meiVorsay so oft vereitelt haben. nes Friedens nicht hinfallen: Ich bin nicht vermögend, nur das so laß auch mein Herz nie von Geringste von diesem meinem er- deiner Gnade weichen, deren Sieneuerten Gelübde zu halten, ohne gel ich jetzt empfangen habe, und deine Kraft; ich habe auch dieses den Bund eines guten Gewissens Bornehmen blos in dem Vertrauen nie aus meinem Andenken hinfalgefasset, weil du, mein Gott! len, sondern mich Glauben haldiese Kraft in deinem Bunde ge- ten, und einen guten Kampf treu zu sein, durch deinen heili- tämpfen, bis an mein Ende; auf gen Geist, allen denen mitzuthei- caß du mir dereinst die Krone len verheißen hast, die dich darum der Gerechtigkeit schenken könnest, anrufen. Du hast gesagt: ich um Jesu Chrifti willen, Amen. will meinen Geist in euch geben, und solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln, meine Rechte halten und darnach thun. O du wahrhaftiger Gott! erfülle doch diese theure 3ssage an meiner Seele. Ich kann dir nichts bringen, als was du mir erst giebest. Ich habe von mir ſelbst nichts, als ein von allem 58. Ge Weil etreuer Heiland! in Guten leeres und von Natur verdeiner Gemeinschaft dorbenes Herz. Heilige du es will ich nun und ewig bleiben, im heiligster Gott! durch deine Gnade, Glauben an dich will ich meinen und mache es immer geschickter, Wandel führen, und was noch deine Wohnung und Eigenthum übrig ist im Fleische zu leben, zu sein. Bertilge du, o starker nach deinem Willen und in deiGott! aus meinem Herzen, wel- ner Nachfolge zubringen. ches dir allein zum Besiz gewid- es aber nicht in eines Menschen met ist, immer mehr alles, was Kraft stehet, wie er wandele und dir mißfallen könnte. Heilige du seinen Gang richte; so gieb du, mich durch und durch, daß mein der du das Wollen gegeben hast, Geist ganz sammt Seele und Leib mir auch das Vollbringen. Reunsträflich behalten werde, auf die giere mich durch deinen heiligen Zukunft meines lieben Herrn und Geist; laß deine Güte und Treue Heilandes Jesu Christi. Wenn mich allewege behüten. Laß mich mein Fuß straucheln sollte: so laß empfinden, daß du durch den mich durch deine Gnade alsobald Glauben in mir wohneft, durch bußfertig wieder auf den rechten die Liebe in mir lebest, und durch Weg geführet werden, und mir die Hoffnung mich täglich stärkest. mein Versehen, durch die Ver- Gieb, daß ich ohne Heuchelei in söhnung und Fürsprache Jesu Sanftmuth und Demuth bestänGebet um Erhaltung und Vermehrung der durch den Gebrauch des heiligen Abendmahls erlangten Gnade. 60 Gebet um den heiligen Geist und seine Heiligung. scheidenheit Mäßigkeit, in der Mäßigkeit Geduld, in der Geduld Gottseligkeit, in der Gottseligkeit brüderliche Liebe, und in der brüderlichen Liebe allgemeine Liebe. gute dig einher gehe, damit das Leben, trennliche Tugend, und in der das aus dir ist, je länger, je Tugend Bescheidenheit, in der Bemehr an mir offenbar werde. Gieb mir alle Tage neue Kraft, daß ich mich verleugne, die Welt verschmähe, dein Kreuz auf mich nehme, und dir beständig nachfolge. Gieb mir Muth und leberhaupt vollführe das Stärke, daß ich den Feinden mei- Werk, welches du in mir angener Seele getrost widerstrebe, fangen haft; bleibe in mir, und mein Fleisch kreuzige und tödte, laß mich in dir bleiben, mein auch die Welt, und was in der Heil! denn wenn ich nur dich Welt ist, als Augenlust, Fleisches- habe, so frage ich nichts nach Himluft und hoffärtiges Wesen, groß- mel und Erde, wenn mir gleich müthig verachte. Laß meine Seele Leib und Seele verschmachtet, so an allen geistlichen und übernatür- bist du doch, o Gott! meines Herlichen Kräften zunehmen. Laß mich zens Trost und mein Theil. Laß wachsen an allen Früchten des mich in deiner Liebe und ErkenntGeistes; laß mich wachsen an niß zunehmen, daß ich im GlauGnade und Erkenntniß; laß mich ben bleibe, und dir im Geist so wachsen im Glauben und Liebe; diene, daß ich hie ritterlich ringe, laß mich wachsen in der Heiligung und durch den Tod zu dir in das meiner Seele und meines Leibes Leben dringe, wo Freude die Fülle zu deinem Preise; laß mich wach- und liebliches Wesen zu deiner sen in allen Stücken an dir, mei- Rechten ewiglich ist. Da ich denn nem Haupte, bis ich endlich gelange mit allen Auserwählten vor deian das Maaß deines vollkomme- nem Throne stehen und singen nen Alters. Laß mich fruchtbar werde: Lob, Preis und Dank, sein in allen guten Werken, und und Weisheit, und Kraft, und gieb Gnade, daß ich im Glauben Stärke sei unserm Gott von Ewigbarreiche die von demselben unzer- keit zu Ewigkeit, Amen. V. Gebete um Zuwendung alles Guten und um Abwendung alles Bösen. Gebet um den heiligen Geist zustellen. Herr! wie können wir es daher mit genugsamer Dankund seine Heiligung. barkeit erheben, daß du nach dei59. Allerheiligster Gott! der ner unergründlichen Barmherzigdu willst, wir sollen keit in Christo deinem Sohne die heilig sein, wie du heilig bist: liebreichsten Rathschlüsse auch zu Wir alle müssen uns vor deinem unserer Heiligung gefasset hast, Angesichte demüthigen, und beken- und solche durch deinen guten nen, daß uns nur nicht die Hei- Geist in uns anfangen, fortseßen ligkeit, die du forderst, von Na- und vollenden willst. Mit Detur gänzlich mangele; sondern muth und Freude verehren wir daß uns auch das Vermögen diese große Gnade, als eine Frucht fehle, solche wieder in uns her- deiner Erlösung, o göttlicher Gebet um den heiligen Geist und seine Heiligung. 61 Mittler! du hast dich selbst für Treibe uns durch denselben stets uns geheiliget, auf daß auch wir zu allem Guten, insonderheit zu geheiliget würden in der Wahr- einer herzlichen Liebe zu deinem heit, und durch deinen Hingang Worte, und zu einem inbrünstizum Vater uns den Geist der Hei- gen Gebet. Ja heilige uns durch ligung erworben. Und, wie seine Gnadenwirkungen durch und oft haben wir, o heiliger und durch, damit unser Geist ganz guter Geist! deine Gnadenwirkun- sammt Seele und Leib unsträflich gen an unsern Seelen erfahren! bis auf die Zukunft unsers Herrn Du bist nicht nur in den Bade Jesu Christi erhalten werden. der Wiedergeburt und Erneuerung Weil wir aber hienieden noch über uns reichlich ausgegossen, in steter Unvollkommenheit und und hast uns in der Gemeinschaft Gefahr wallen, so hilf, o treuer Jesu Christi unsers Heilandes zu Gott! durch deinen Geist uns in Kindern Gottes und zu Erben unserer Schwachheit kräftigst auf. des ewigen Lebens gemacht, son- Verleibe uns durch ihn Stärke dern du hast dich auch nachher an und Sieg in allen Versuchungen; unsern Seelen nicht unbezeugt ge- Geduld und Trost in allen Trüblassen. Durch dein seligmachen- falen; eine bis an unser Ende bedes Wort hast du oft solche helle harrliche Treue; eine gewisse und Einsichten und solche fräftige Ent- freudige Hoffnung des ewigen schließungen zu unserm ewigen Lebens. Ja, laß uns auch im Heil in uns gewirket, daß, wenn Sterben sein kräftiges Zeugniß wir solche bewahret und mit ge- empfinden, daß wir deine Kinder nugsamer Treue angewendet hät- und Erben durch Christum sind. ten, wir bereits einen gesegneten Erhöre uns um deiner ewigen Fortgang in der Heiligung an Liebe willen, Amen. uns wahrnehmen würden. Aber, o allwissender Gott! wie groß und vielfältig ist doch bisher unsere Versündigung und Untreue gegen diese heiligende Gnade! Ach! vergieb uns dieſen ſtrafbaren 60. Heater des Lichts, err, allmächtiger Gott! ein Undank um Christi willen! Verwirf uns nicht von deinem Ange- bei welchem keine Veränderung sicht, und nimm deinen heiligen noch Wechsel des Lichts und der Geist nicht von uns! Fabre fort, Finsterniß ist, von dem alle gute langmüthiger Vater! ihn nach und vollkommene Gaben zu uns deiner Verheißung ferner über uns herab kommen! ich bitte dich, auszugießen. Gieb uns den Geist weil der wahre und seligmader Weisheit und der Offenba- chende Glaube an dich durch rung zu dein selbst Erkenntniß. Christum nicht in unsern Kräften Schaffe in uns durch deinen Geist stehet, du wollest denselben in ein durch wahre Buße und leben- meinem Herzen wirken, erhalten digen Glauben gereinigtes und und von Tage zu Tage vermehdir in Christo wohlgefälliges Herz. ren. Insonderheit wollest du durch Versichere uns deiner Gnade, und deinen heiligen Geist die lebenerfülle uns mit Gerechtigkeit, Friede dige Erkenntniß deines Sohnes und Freude in dem heiligen Geist. Jeju Christi also in mein Herz um den rechten seligmaUm chenden Glauben und Erkenntniß Christi. 62 Gebet um ben rechten seligmachenden Glauben. pflanzen, daß ich zugleich erfüllet| Ziel der Seligkeit erreiche. Be werde mit Erkenntniß deines gnä- hüte mich, mein Gott! daß ich digen Willens, in aller geistlichen unter so vielen Frrthümern und Weisheit und Verstand; auf daß Nergernissen dieser Welt nicht ver- l ich dir, meinem Herrn, würdig führet werde. Bewahre mich vor lich wandele zu allem Gefallen, Unglauben, Aberglauben und al und fruchtbar sei in allen guten lem falschen oder selbsterwählten Werken und wachse in derselben Gottesdienste, daß ich in keinem Erkenntniß, und nach deiner herr- Stücke des heiligen Glaubens irre lichen Macht mit aller Kraft ge- oder zweifele. Darzu gieb auch stärket werde, in aller Geduld Gnade, daß mein Glaube nicht und Langmüthigkeit mit Freuden. todt und werklos, sondern lebenGieb mir Kraft, nach dem Reich- dig und geschäftig sei, der durch thum deiner Herrlichkeit, stark zu Liebe und Gehorsam gegen dich, werden an dem inwendigen Men meinen versöhnten Gott, und schen, daß Christus durch den durch eine herzliche und thätige Glauben in meinem Herzen Liebe gegen meinen Nächsten sich wohne. O lieber Gott! dieweil offenbare. Verleihe mir in diesem Niemand deinen Sohn fennet, allen Beständigkeit und Treue bis denn nur der Vater, und Nie in den Tod; auf daß ich das mand fennet dich Vater, denn Ende meines Glaubens, nämlich nur derselbige dein Sohn, und der Seelen Seligkeit, davon bringe, wem es der Sohn offenbaren Amen. will; so bitte ich dich, ziehe du mich zu ihm, und er führe mich zu dir. Gieb mir Erkenntniß deiSiehe auch das Gebet Nr. 39. nes Heils, das da ist in Vergebung der Sünden. Komm meinem schwachen Glauben zu Hülfe, o auf daß er zunehme, und ich in Christo eingewurzelt und erbauet, dazu feste und unbeweglich sei. 61. Ach liebster Bater, hei bemüthigst Dank gesagt, daß du nach deinem gnädigen Rath von unserer Seligkeit, nicht nur so willig bist, uns, die wir von Natur durch die Sünde verderbt und Kinder des Zornes sind, in Christo deinem Sohne in deine Gnadentindschaft aufzunehmen, sondern auch uns alle bereits in der heiligen Taufe, durch deinen Geist, zu deiner Ehre geschehen. Er zu diesem großen Vorrechte wie getreuer Gott! der du das gute Werk des Glaubens in mir angefangen hast, vollführe es auch bis an das Ende, daß ich je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung; auf daß ich lauter und unanstößig sei, bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die halte selbst unter allen Prüfungen, dergeboren hast. Ach! daß wir was du in mir gewirket hast, aber solches eble Gut noch alle auf daß mein Glaube im Kreuz treulich bewahret hätten, und nicht und Anfechtung nicht abnehme. besorgen müßten, daß derer viele Mache mich standhaft in wahrer wären, die aus diesem seligen christlicher Bekenntniß des Glau- Stande deiner Kindschaft gefallen bens damit ich das vorgeseßte! sind, weil sie dir nicht mehr in Gebet um die Wiedergeburt. Gebet um die Rechtfertigung. 638 dem neuen Wesen des Geistes, ewige Erbe deiner Kinder im Himsondern ihren fleischlichen Lüsten mel erlangen, wo wir dich, une dienen. sern himmlischen Bater, sammt dem Sohne und Geiste ohne Auf hören loben und preisen werden, Amen. Gelobet aber sei deine große Barmherzigkeit, daß du, so lange es heute heißet, allen gefallenen Sündern diese deine Gnade in deinem Worte wieder anbietest, und durch deinen Geist ein neues Herz in ihnen abermals zu schaf fen, und sie deiner Kindschaft wieGebet um die Rechtfertigung. eiliger, der theilhaftig zu machen sucheft. 62. Hreicher Bater! wie Ach so rufe denn diejenigen ferner zur Buße, welche deine Gnade können wir deine Güte und Barmbisher von sich gestoßen haben, berzigkeit genugsam preisen, daß, und laß sie aufs neue wiederge- da wir durch den traurigen Sünboren werden, daß Christus eine denfall unserer ersten Eltern die Gestalt in ihnen gewinne. Die anerschaffene eigene Gerechtigkeit aber deinen unvergänglichen Saa- verloren haben, und Sünder wormen in ihren Herzen bewahret den sind, du dich unserer doch erhaben, und Früchte des Geistes barmet und uns diese Gnadenbringen, die erhalte und stärke ordnung gemachet hast, daß du uns bis an ihr Ende. Nimm völlig aus lauter Güte, ohne unsere von uns hinweg, was noch von Werke und Verdienst, durch den dem steinernen Herzen bei uns Glauben rechtfertigen, die We übrig ist, daß unsere Herzen ganz rechtigkeit deines lieben fleischern, und geneigt zu deinen uns vor deinem Gerichte zurechGeboten werden. Vermehre in nen und schenken, und in ihm uns den Glauben an Christum, uns alle unsere Sünde völlig verdurch welchen wir deine Kinder geben willst. O welch eine große sind. Schreibe dein Geseß mit Weisheit, daß du uns eine solche lebendigen Buchstaben deines Gei- Gerechtigkeit schenkest, die keine stes in unsere Seelen, und mache menschliche Vernunft hätte erfiner uns dir, unserm himmlischen Va- den können! O welche unermeßed ter, in allem gleich gesinnet. Laßliche Güte, daß du uns diese durch dein himmlisches Licht alle theure Gerechtigkeit in deinem Finsterniß aus unserm Verstande, Sohne selbst anbietest, und den alle böse Neigungen in dem Wil- Glauben durch deinen Geist in len immer völliger vertrieben, und uns wirkest, wodurch wir dersele durch die von dir gewirkte Lust ben theilhaftig werden! O welch und Kraft zum Guten überwun- ein gewisser Trost, indem wir den werden; auf daß wir den alten Menschen mit seinen Werken täglich ausziehen, und zu deinem Ebenbilde in Erkenntniß, Heiligfeit und Gerechtigkeit je mehr und mehr erneuert werden; bis du uns zu der verheißenen Vollkommenheit bringest, wo alles an uns neu werden wird, und wir ras nicht bemühet haben, dieses Gewissen, du babest selbst uns Chri stum zur Gerechtigkeit gemacht, und also unsers Heils in ihm so fest versichert sind! Ach barmheras ziger Gott! vergicb uns alles gnädiglich, womit wir bisher ge gen diese deine Gnade undankbar gewesen sind: da wir uns itheils Gebet um ben geistlichen Frieden. heimniß, daran uns doch alles gele- durch deine Gnade gerecht worden gen ist, rechtschaffen zu lernen; theils sein: ja erfülle uns mit Früchten wohl gar solche Gnadenlehre zur der Gerechtigkeit, die durch Jesum Sicherheit und muthwilligen Be- Christum in uns geschehen, zu harrung in Sünden gemißbrauchet, deiner Ehre und Lobe, bis wir zum wenigsten diese Gnade nicht so sorgfältig gesuchet, und so dankbar angewendet haben, als wir sollten. Erhalte doch diese deine reine evangelische Trostlehre unter uns, und verhüte gnädiglich, daß die trostlose Schre der Rechtfertigung aus den Werken, uns dieselbe um unsers Undanks willen nicht entreiße. Laß viel mehr das Licht solches deines gnädigen Evangelii auch denjenigen helle aufgehen, die noch jezt in Finsternisſen des Irrthums oder Gebet um den geistlichen des Zweifels liegen. Gieb deinen Predigern Weisheit, deine theure Frieden. Lehre von der Rechtfertigung durch 63. Gnädiger und barman herziger du Gemeinden allezeit also vorzutra- Gott des Friedens! wir sagen dir gen, daß weder der muthwilligen herzlich Dank, daß, da wir von Sünder Sicherheit gestärket, noch dir leider! durch die Sünde abauch der frommen Seelen Trost gewichen und deine Feinde worden geschwächet werde. Laß uns aber sind, du uns nicht, wie wir es auch selbst die Wahrheit und wohl verdienet, als deine Feinde Kraft dieser herrlichen Lehre in strafen, und von dir ewig verunsern Herzen erfahren. Wirke stoßen willst; sondern dich unserer und stärke in uns allen eine buß- erbarmet, und durch deinen Sohn fertige Erkenntniß unserer Sünde, uns, deine Feinde, mit dir selbst und des Mangels aller eigenen versöhnet, und Frieden mit uns Gerechtigkeit vor dir, und einen gestiftet hast: auch uns stets auf lebendigen Glauben; und ver- das freundlichste durch das Amt sichere in dieser Ordnung unsere der Versöhnung zu deiner völligen Herzen, daß wir an Jesu haben Freundschaft und zu deren Genuß die Erlösung durch sein Blut, einladest; ja, bereit bist deinen nämlich die Vergebung aller un- Frieden in unsere Herzen zu ge serer Sünden. Wirke aber auch ben. Vergieb es uns gnädiglich, ferner in unsern Seelen durch o Herr! wenn wir diese deine deinen heiligen Geist, die auf große Gnade nicht mit der Dediese Gerechtigkeit des Glaubens muth und Dankbarkeit verehret, folgende Gerechtigkeit des Lebens, die ihr hoher Werth erfordert; und die Heiligung, ohne welche oder wohl gar mit dem strafbardich Niemand sehen wird! daß sten Undank uns aufs neue wiewir und andere es auch an un- derum gegen dich feindselig bezeiserm Leben erkennen, daß wir get, deinen Zorn mit muthwilligen 64 in Kraft der Gerechtigkeit deines Sohnes in jene selige Ewigkeit eingehen, und daselbst nach Ablegung aller Mängel in vollkommener Heiligkeit vor dir herrlich gemacht, und in deiner Anschauung dir, gerechter Gott! ähnlich werden. Ach lieber Vater! erfülle alles dies in uns allen um der erworbenen Gerechtigkeit Jesu Christi willen, Amen. 65 Gebet um den geistlichen Frieden.sid oll Sünden gereizet, und also den verleugnen lernen, der sonst Frieden gebrochen haben. Gelo eine Quelle unserer Unruhe ist. bet sei deine Barmherzigkeit, daß Laß uns die geistlichen Güter du dennoch auf deiner Seite den über alles schäßen und nimmerBund dieses Friedens noch nicht mehr die Herzen an einige irdische aufgehoben hast, sondern uns noch Dinge hängen, wodurch wir uns immer wieder darzu liebreich und gleichfalls in Unruhe seßen. Auch träftig einladest. Ach! laß denn laß uns vor aller Vermessenheit die Kraft deiner Stimme, die und Vorwiß, vor unnöthigen und uns ruft, uns mit dir versöhnen eitlen Geschäften und Gesellschafzu lassen, also in unsere Seelen ten, uns sorgfältig hüten, auf eindringen, daß wir durch deine daß wir durch solche Zerstreuungen Gnade den heiligen Entschluß unsers Gemüths des Friedens unfassen, deinen Frieden in Christo serer Seele nicht verlustig werden. bußfertig und gläubig zu suchen, Hingegen laß uns streben nach auf das treueste zu bewahren, der Sanftmuth, Demuth, Geduld, und nimmer wieder etwas Feind- und nach allen Tugenden, die die liches wider dich zu begehen. Bewahrung deines Friedens erWirke also deinen Frieden in fordert. Wende auch, o gnädiger unseren Seelen, daß wir in dem- und weiser Gott! alle andere Hinselben mit freudigem Vertrauen, dernisse dieser deiner theuren Gadeiner gegen uns tragenden Liebe ben von uns ab: stille sonderlich und Treue versichert, und da- in Leiden die angehende Unruhe durch unser Gewissen zu einer bald, und laß sie uns vielmehr heiligen Ruhe gebracht werde, sich geben eine friedsame Frucht der allezeit gegen dich des besten zu Gerechtigkeit, wenn wir dadurch versehen. Befriedige aber auch geübet sind. Lehre uns alle Sorunsere Seelen in dir, daß wir, gen für das Gegenwärtige und wegen der Versicherung deiner Zufünftige in diesem Leben Gnade, mit allem zufrieden sein, schlechterdings auf dich und deine und in dir, es mag auch äußer- väterliche Vorsorge werfen; damit lich um uns stehen, wie es will, sie uns den Frieden unsers Herruhen lernen. Lehre uns auf zens nicht nehmen. Ja drücke du unser Herz Achtung geben, auf selbst, auch bei unserm Sterben, daß wir uns vor allem hüten, was den Trost und die Hoffnung deieinigermaaßen unsern Frieden stö- nes Friedens in unsere Seelen, ren wollte; sonderlich daß wir die uns keine Kreatur geben kann. alle Sünden meiden, die das Ge- Also, liebreicher Vater! bewahre wissen verlegen, und deinen Frie- dein Friede, welcher höher ift den aufheben; hingegen lehre uns denn alle Vernunft, unsere Herunsern Frieden mit dir durch einen zen und Sinne in Christo Jesu heiligen Wandel befestigen. Stelle zum ewigen Leben; bis du uns, uns stets vor Augen, wie gütig reine Diener und Dienerinnen, in bu gegen uns gesinnet seist, und Friede fahren läsfest, und in jene wie wir in dir alles und daher ewige Häuser des Friedens auf überflüssig genug haben: auch wie nimmst, wo wir desselben vollkomdein Wille zu allen Zeiten der men, in ungestörter Ruhe und Sebeste und besser als der unsrige ligkeit, zu deinem ewigen Preise gesei, damit wir diesen recht nießen werden. Ach! erhöre uns, 5 66 Um die Gnade Gottes ein heiliges Leben zu führen. lieber Vater! um deines Sohnes ihnen einerlei Herz und Wesen unsers Friedensfürsten Jesu wil- geben, daß sie mich fürchten sollen len! Amen. Um die Gnade Gottes ein heiliges Leben zu führen. ihr lebelang, auf daß es ihnen und ihren Kindern nach ihnen wohl gehe; gieb auch mir deine Furcht in mein Herz, daß ich dich findlich fürchte, und dir heiliglich 64. H eiliger Vater, gerechdiene mein lebelang; damit es mir und den Meinigen wohl gehe. ter Gott! den ohne Stärke mich, lieber Vater! damit Heiligung Niemand sehen wird; ich alle Hindernisse und böse Andir bekenne ich mit Demuth und reizungen des Satans, der Welt innigster Beschämung die gänz- und meines eigenen Fleisches liche Unheiligkeit meiner Natur, überwinden möge. Ueberlaß mich und meine vielfältigen schweren nicht mir selbst, damit ich mich Gebrechen und Sünden, und bitte nicht selbst verderbe. Ich ergebe dich um gnädige Vergebung der- mich dir, denn du hast mich erselben im Namen Jesu Christi schaffen: Ich bin dein, denn du deines Sohnes. Herr! du hast hast mich erlöset. Ach so vermich erschaffen zu guten Werken leihe mir auch deine heiligende in Christo Jesu! du hast durch Gnade, daß ich dir mit allen desselben theures Blut mich zu Kräften heilig diene, und in allen deinem Eigenthum erkauft; auch in Dingen nach deinem Wohlgefal Behüte mich, mein ihm mich zur Hoffnung des ewigen len lebe! Lebens berufen, und uns allen Gott! vor Heuchelei und GleißGott, der du in befohlen, wir sollen heilig sein, nerswerken. dieweil du heilig bist, so bin ich das Verborgene siehest, und Herfreilich schuldig, dir, o mein zen und Nieren prüfest, der du Gott! zu dienen in Heiligkeit und alle unsere Gedanken erforschest, Gerechtigkeit, die dir wohlgefällig und an den Tag bringest auch ist; auf daß ich also mich dank- was im Finstern verborgen ist; bar erzeige gegen deine große heilige, erleuchte und reinige mein Güte, daß ich meines Berufes Herz durch deinen heiligen Geist, und meiner Erwählung desto ge- damit ich allezeit redlich, aufrichwisser werde, meinen Nächsten dir tig und ohne Falsch, als vor deigewinne, und auch endlich selber nem Angesichte wandele, nicht zu dir in dein heiliges, herrliches auf Menschen, sondern auf dich, und ewiges Reich kommen möge. den Richter aller Gedanken, sche, Ach mein Gott! Wollen habe ich und dir wohlgefallen möge. Weil wohl, aber das Gute vollbringen ich auch als ein schwacher Mensch finde ich nicht! Du aber, o vielfältig strauchele und sündige, Herr! der du das Wollen gege- so wirf mich doch nicht weg, lie ben hast, gieb auch das Vollbrin- ber Vater! sondern erhalte mich gen nach deinem Wohlgefallen mit deiner starken Hand. Richte durch deinen heiligen Geist um mich auf, und verleihe mir und Christi willen. Gott, der du ver- allen, die zu bekehren und bessern heißen hast: Ich will ihnen meine sind, herzliche Buße, ungefärbten Furcht in das Herz geben, daß Glauben, beständige Besserung und fie nicht von mir weichen: ich will fröhliche Hoffnung. Heiliger Va OPERAZAN Gebet um wahre Weisheit. mit Herrn Jesu Christi. Du bist getreu, der du uns rusest; so thuc es nun, Herr, um dein selbst, und um des theuren Verdienstes Christi Jesu willen, Amen. ter! du Gott des Friedens! hei- Weisheit und der Offenbarung lige uns durch und durch, daß zu deiner seligmachenden Erkenntunser ganzer Geist, sammt Seele niß, und erleuchtete Augen meiund Leib, unsträflich behalten nes Verstandes, daß ich erkennen werden bis auf die Zukunft un- möge, welche da sei die Hoffnung sers meines Berufes, und welcher da sei der Reichthum deines herrlichen Erbes an deinen Heiligen. Wir Schwache treffen ja das kaum, was auf Erden ist, und erfinden schwerlich, was unter unsern Händen ist; wer will denn erforschen, was im Himmel ist, wer will, Gott! deinen Rath erfahren? Es sei denn, daß du Weisheit gebeft, und deinen heiligen Geist aus der kenne und klage dir meines Her- Höhe sendest; daß also das Thun zens angeborne Blindheit und auf Erden richtig werde, und die Thorheit, daß ich von Natur nicht Menschen lernen, was dir gefältüchtig bin, besonders zu meiner let, und durch diese Weisheit geistlichen und ewigen Wohlfahrt, selig werden. Darum verleihe mir das Wahre und Gute zu erkennen Gnade, daß ich erfüllet werde und zu erwählen. Ja, es fehlet mit Erkenntniß deines Willens in mir sogar eine recht lebendige allerlei geistlicher Weisheit und Neigung und Begierde zu deiner Verstande: auf daß ich wandele göttlichen Weisheit; vielmehr habe würdiglich, dir, o Herr! zu allem ich Gefallen an der fleischlichen Gefallen und fruchtbar sei in Thorheit und Eitelkeit dieser allen guten Werken, und wachse Welt, und suche nur im Irdischen in deiner Erkenntniß, und gestärmeine Glückseligkeit und Ehre. fet werde mit aller Kraft, nach Ach vergieb mir diese große deiner herrlichen Macht, in aller Sünde, und wende die Strafe Geduld und Langmuth mit Freuvon mir, die du denen dräuest, den. die nach dem Laufe dieser Welt Laß mich aber, o mein Gott in Unwissenheit und Lüften des und Vater aller Güte! auch in Fleisches ihren Wandel führen. meinen übrigen Unternehmungen Erleuchte mich, Herr mein Gott! und Geschäften, die mein Beruf und lehre mich die wahre Weis- und Stand in der Welt von mir heit, und leite mich durch dieselbe fordert, durch deine weise und in allen meinen Entschließungen liebreiche Regierung stets geleitet und Unternehmungen. Sende sie werden; und gieb mir in allem herab aus deinem heiligen Him- Verstand und Gnade, den rechten mel, von dem Throne deiner Zweck zu wählen, und dienliche Herrlichkeit, daß sie bei mir sei, Mittel zu treffen, diese wohl anund mit mir arbeite, auf daß ich zuwenden, und jenen nach Wunsch in allem erkenne und thue, was dir zu erreichen. Zu dem Ende laß wohlgefället. mich meines Herzens Gedanken stets zu dir richten, ehe ich etwas anfange, und in allen Dingen 5* Gebet um wahre Weisheit. 65. Gott, der du allein weise bist! ich beVor allem gieb mir, um Jesu Christi willen, den Geist der 67 68 Um Verleugnung seiner selbst und der Welt. isd aus deinem Worte und durch ein chen Dinge dieser Welt mir leis andächtiges Gebet deines Willens der! noch allzusehr auflebet. Dich, und Segens gewiß zu werden su mein Herr und Gett! sollte ich chen, und nur das erwählen und als das höchste Gut über alle was lieben, ich wohlgefället. Verleihe auch, daß meine Kräfte, meine ganze irdiich den Rath anderer, die versche Glückseligkeit, ja mein Leben ständig und weise sind und dich willig aufopfern, und in deine fürchten, gern verehre und dem Gemeinschaft meine höchste Seligselben folge; daß ich in meinem feit seßen. Aber ach wie schwer Berufe bleibe, und nicht mit Ver- fommt es unserm verderbten säumung desselben fremde und mir Fleische an, die Liebe zu sich zu schwere Geschäfte übernehme; selbst und allem Irdischen nach auch Zeit und Ort, Gegenwärti- deiner Vorschrift zu mäßigen, und ges und Zukünftiges, und andere Umstände, worauf ich bei meinen Handlungen zu sehen habe, weislich zu beurtheilen lerne. sie der Liebe zu dir mit wahrer Verleugnung zu unterwerfen. Ja liebreicher Heiland! unsre sündliche Natur suchet nur immer sich selbst, und sehnet sich stets nur nach den Gütern dieser Erden; und wenn auch Pflicht und Noth uns zu dir treibet, so bemühen wir uns, die Liebe deines Namens, deiner Wahrheit, deiner Ehre also einzuschränken, zu mitteln und zu theilen, daß wir gleichwohl auch bei der sündlichen Eigenliebe und bei dem unordentlichen und unmäßigen Genuß des Irdischen ruhig bleiben mögen. Ach wie gar eitel, schädlich und thöricht sind alle solche Gedanken und Anschläge! Verzeihe mir, mein Heiland! aus Gnaden diese Endlich lehre mich, o mein Gott! in einer Welt, in welcher ich so vielen Versuchungen zum Irrthum und zur Sünde ausgejetzt bin, überall vorsichtig zu wandeln, alles zu prüfen, Wahrheit und Irrthum, Tugend und Laster, richtig zu unterscheiden, denen Fallstricken des Satans und jeiner Werkzeuge zu entgehen, mein geistliches und ewiges Heil, dieses eine Nothwendige, stets vor Augen zu haben; vor allen aber beständig in deiner Furcht zu wandeln, die der Anfang aller Weisheit ist. So lehre mich, o Herr! thun nach deinem Wohlge- Versündigungen, und mache mich fallen, denn du bist mein Gott; durch die Kraft deines heiligen dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn! Amen. Beistes davon frei. Du hast selbst gesagt, o Herr! daß ich dein Jünger nicht sein kann, ich verleugne mich denn selbst, und alles was in der Welt ist; o so stärke und waffne mein Herz mit einem solchen Sinne, daß ich, dir zu gefallen und um deinetwillen, mich selbst verleugne, meine Einsichten Seligmacher! ich befenne vor dir deinen Aussprüchen und meine mit gebeugtem Herzen, daß die Neigungen deinen Vorschriften blinde und unordentliche Liebe willig unterwerfe, und die Liebe meiner selbst und der vergängli- zu mir, durch die Liebe zu dir 66. Theurester Jeju, mein einiger Heiland und Um Verleugnung seiner selbst und der Welt. Um Tödtung des alten Menschen. 69 Entreiße mich aller sündlichen Gemeinschaft mit derselben, und gieb, daß ich mich ihr nie gleich stelle. Laß mich dieser Welt so gebrauchen, daß ich derselben nicht mißbrauche, und mich nichts Irdisches so sehr lieben, daß ich es nicht gern und willig fahren ließe, wenn es dein Wille und meine geistliche Wohlfahrt erforund meinem Nächsten in derjeni-| und geliebten Sohnes, durch den gen Ordnung und Maaße halte, heiligen Geist, daß du die Kreudie dein Wort erfordert. Auch zigung und Tödtung des alten verleihe mir deine Gnade zu einer Menschen, welcher ich täglich berechtschaffenen Verleugnung dieser darf, kräftiglich in mir wirken Welt. wollest, damit ich nach dem inwendigen Menschen stark und mächtig werde. Es wohnet leider! o mein Herr und Gott! in meinem Fleische nichts Gutes, sondern die leidige Sünde. So verleihe mir doch wider dieselbe deines Geistes Kraft, damit ich sie nicht stark werden, noch über mich herrschen lasse. Du, Herr! bert. So laß mich, o Gott! in stellest ja sonst unsere unerkannte Ansehung aller zeitlichen Glück- Sünde ins Licht vor deinem Anfeligkeit, Reichthümer, Ehren und gesichte; ach so stelle sie doch auch Freuden dieses Lebens gedenken und handeln, und mich dagegen desto eifriger dir als dem höchsten Gute, und meinem einigen Troste ergeben, und deine Gnade und Gemeinschaft über alles im Himmel und auf Erden schäßen. So werde ich auch in dir, o Jesu! Leben und volle Gnüge finden, du wirst, auch denn, wenn mich alle Welt verläßt, ja, wenn mir Leib und Seele verschmachtet, meines Herzens Trost und mein Theil bleiben, und einst int deinem himmlischen Reich mich zu ewigen Seligkeiten vor deinem Thron erhöhen. Das verleihe mir zu deinem Preise, um deiner ewigen Liebe willen! Amen. vor meinem Herzen ins Licht, da. mit ich sie recht lebhaft erkennen, bereuen und die Vergebung in herzlicher Demuth bei dir suchen möge. Ich bin noch nicht frei von der Sünde, die in mir wob. net; gieb aber, o Herr! daß ich frei sei von ihrer Herrschaft, Schuld und Verdammniß. Das Fleisch, so in mir ist, gelüstet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Der Geist zwar ist wil. lig, aber das Fleisch ist schwach; verleihe dannenher meinem Geiste deine Kraft und Stärke, damit er die bösen Begierden des sündlichen Fleisches überwältigen könne. Du, Herr, allein mußt mich durch deinen Geist an dem inwendigen Menschen stärken, damit ich nicht Um Tödtung des alten fraftlos werde und unterliege. D wie ist es so ein harter und bes Menschen und der Geschwerlicher Kampf, wider sein schäfte des sündlichen Fleisches. Fleisch, wider seine eigenen Neigungen, wider sich selbst zu streiten! O wie schwer und mühselig 67. Heiliger und barmher- fället es, diesen in uns wohnen. überwinGott! den zu unsers Herrn Jesu Christi! ich den! Wenn du, Herr! mir nicht rufe dich an, und bitte dich im beistehest, so kann ich mich vor Namen desselben deines einigen ihm weder genugsam vorsehen, 70 Gebet gegen die täglichen Sündenfälle. noch gegen ihn bestehen. Ach| Angesichte; alle meine GerechtigHerr! darum unterdrücke, kreuzige feit ist vor dir, wie ein beflecktes und tödte du selbst durch deines Kleid. Der Geist ist zwar durch Geistes Gnade in mir den alten deine Gnade willig; aber das Menschen, der durch betrügliche Fleisch ist schwach. Und, o wie Lüfte zum Verderben führet, auf oft sündige ich, o mein Gott! daß seine Betrüglichkeit und Ver- wider dich, wider meinen Nächführung mir nicht schade. Laß sten und wider mich selbst! das mich täglich der Sünde absterben, Gute, das ich will, das thue ich damit ich dir lebe in Christo Jesu nicht allemal; sondern das Böse, meinem Herrn. Regiere mich mit das ich nicht will, das thue ich deinem guten Geiste, daß ich alle leider! vielfältig. Ach wie oft sündlichen Begierden, besonders steigen bei mir eitle, böse und diejenigen, wozu ich von Natur gottlose Gedanken auf! wie am geneigtesten bin, so bald sie oft entfahren mir unnüße und aufsteigen, gewahr werde und schändliche Worte! wie oft verunernstlich dämpfe; hergegen mit reinigen mich wohl gar verkehrte heiligen Neigungen und Trieben Werke! Herr! wer kann merken, immer stärker erfüllet werden wie oft er fehlet, verzeihe mir möge. Dein Wort versichert mich, auch die verborgenen Fehler! Bei o Herr! die nach dem Fleisch le- dieser meiner unvollkommenen und ben, die müssen sterben; die aber sündlichen Beschaffenheit darf ich durch den Geist des Fleisches Ge- mich nimmermehr unterstehen, mit schäfte tödten, die werden leben. meiner eigenen Gerechtigkeit vor Ach, das laß mich stets bedenken, dir aufzutreten; ich demüthige mich und verleihe mir Gnade, daß, vielmehr vor deinem Nichterstuhle, weil ich Christo angehöre, ich und rufe aus der Tiefe zu dir: auch täglich mein Fleisch kreuzige, Herr! so du willst Sünde zurechnebst den Lüsten und Begier- nen, wer wird bestehen? Wenn den; auf daß ich hinfort nicht du mit mir in das Gerichte gehen den sündlichen Lüsten zu meinem wolltest, wo würde ich bleiben? ewigen Verderben, sondern deinem Wo du nach der Schärfe deiner Willen lebe; und also dereinst Gerechtigkeit dein Urtheil über mich auch zu dem ewigen Leben ge- fällen wolltest, wie würde ich dem lange, das du mir in Christo Fluche deines Gesetzes entrinnen? verheißen hast, Amen. Deswegen will ich zu meiner Entschuldigung den Mund nicht Gebet gegen die täglichen aufthun, sondern vielmehr in tiefSündenfälle. ster Demuth bekennen, daß ich auch dieser meiner täglichen Sün68. halber den Tob ter Richter! vor dir verdienet hätte. Damit aber derist Niemand unschuldig, Niemand selbe an mir keine Macht haben ist von der Befleckung der Sün- möge, so stelle ich dir, heiliger den befreiet. Auch ich, Herr! er Vater! für diese, wie für alle mangele des Ruhms, den ich vor meine Sünden und Mängel, das dir haben sollte. Es fehlet mir theure Blut und die vollkommene der Schmuck einer eigenen Un- Gerechtigkeit deines Sohnes, meischuld vor deinem allerheiligsten Ines einigen Heilandes, im Glau Gebet um ein gutes Gewissen. 71 ben dar. Dies Blut, das er dammte! Aber ach, wir müssen auch für mich vergoffen hat, rei- es ja bekennen, es fehlet uns nige mich vor dir von allen mei- von Natur diese Freudigkeit eines nen Sünden. Diese Gerechtig- guten Gewissens gänzlich, weil feit, die er durch völlige Erfül- wir leider deine Gebote auf unlung deines Gesetzes auch mir zählige Weise, oft auch wider die erworben hat, erseße meine Män- kräftigen Warnungen unsers Gegel. Treibe mich aber auch, mein wissens übertreten haben. Unser Vater! durch diese so unverdiente Herz und Gewissen ist daber vor und herrliche Begnadigung im- dir, du Allerheiligster! in seinem mer stärker an, in dem Kampfe natürlichen Zustande unrein, bewider alle Reizungen zur Sünde fleckt und voller Unruhe; und es nicht müde zu werden. Verleihe mangeln uns die Mittel und mir dazu täglich neue Kräfte dei- Gründe, diese schreckenvolle Unnes Geistes, und halte mich fest ruhe gründlich zu stillen, und bis ans Ende, daß ich unsträflich Friede und Freude in unsern Seesei auf den Tag meines Herrn len wieder herzustellen. Wollten Jesu Christi. Getreu bist du, o Gott! der du mich berufen haft zur Gemeinschaft deines Sohnes; ich weiß, du erhörest mich um seinet willen, Amen. wir hiebei gleich durch Sorglosigfeit und Zerstreuung unser Gewissen suchen einzuschläfern und unempfindlich zu machen: so würde uns doch solches gegen die fürchterlichen Schrecken eines, und Gebet um ein gutes Ge- vielleicht erst in der Nähe des wissen. Herr kündiger! Todes, aufwachenden Gewissens nicht in Sicherheit seßen; am weerr, Aller Herzens- nigsten aber dereinst vor deinem du haft Gerichte dein verdammendes Urnach deiner wundervollen Weis- theil dadurch aufgehalten werden. heit uns Menschen das Gewissen Ach darum bewahre uns, o Gott! als einen innern Zeugen des Gu- vor dieser gefährlichen Unterten und des Bösen anerschaffen, drückung unsers Gewissens; laß welches uns nach Vollbringung uns vielmehr durch die Anklage deines Willens Recht spricht und derselben auf die wahre Beschaffenerfreuet, bei der Uebertretung dei- heit unserer Handlungen und ganner heiligen und gütigen Geseße zen Zustandes recht aufmerksam aber mit Unruhe und Jurcht er- gemacht werden, und uns selber füllet. Du offenbarest dich uns richten, damit wir dereinst nicht auch durch diese Gedanken, die von dir gerichtet und verworfen sich unter einander verklagen oder werden. entschuldigen, als unsern höchsten Verleihe uns deines Geistes Gefeßgeber, der sein Geseß in un- Gnade, daß wir bei allen Vorfer Herz geschrieben, und als würfen und Anklagen unsers Geden gerechten Richter, der an je- wissens zu dir, als dem Gott, nem Tage auch das Verborgene recht bußfertig unsere Zuflucht nehunsers Herzens richten wird. All- men, der allein die Wunden unwissender Gott! wie viele Freu- sers Gewissens heilen kann. Laß digkeit würden wir zu dir haben, uns diese Heilung bei dir gläubig wenn uns unser Herz nicht ver- in dem Blute Jesu suchen, damit 69. 72 id Gebet um die Nachfolge Chrifti. durch dasselbe unsere Gewissen des Gewissens willen zu dir das auch gereiniget werden von den Uebel ertragen und Unrecht leitodten Werken, die dem lebendi- den müssen, so laß uns denken, gen Gott zu dienen. Befriedige das sei Gnade bei dir. alsdenn selbst, durch die Versicherung, daß dein Sohn für uns gelitten und dein Geseß erfüllet hat, unser Gewissen, versichere uns der Vergebung aller unserer Sünden, und laß uns in Christi Gerechtigkeit wieder Ruhe und Trost, Friede und Freude erlangen in dem heiligen Geist. Wenn wir denn aber, o Gott! also durch den Glauben ein in Christo beruhigtes Gewissen haben: so erwede und stärke uns auch durch deinen Geist, daß wir dieses große Gut auf das treueste be wahren. Erinnere uns täglich Erhalte uns aber bei diesem Fleiß eines guten Gewissens auch in beständiger Demuth, laß uns andere nicht lieblos richten und beurtheilen, sondern vielmehr auf unsere eigenen täglichen Fehler desto genauer achten, und, solche durch deine Gnade zu bessern, ernstlich bemühet sein. Befestige unser Gewissen gegen alle unnöthige ängstliche Zweifel, und laß unsern Gang stets gewiß sein nach deinem Worte. Begnadige uns endlich auch in unsern leßten Stunden mit der alsdenn allein beruhigenden Empfindung an den in der Taufe mit dir ge- eines lebendigen Glaubens, eines machten Bund eines guten Ge- guten Gewissens und einer freuwissens und dessen mehrmaligen digen Hoffnung des ewigen Lefeierlichen Wiederholung bei dei- bens, um Jesu Christi willen, nem Bundesmahl. Erhalte uns durch die Kraft deines Geistes, in einer beständigen, wachsamen Amen. A und richtigen Beurtheilung alles unsers Vornehmens nach deinem Worte, und in der sorgfältigsten Um die Nachfolge Christi. Ulebung eines unverlegten Gewisfens allenthalben gegen dich und 70. Lich Liebreicher Heiland, Herr du haft unsern Nächsten. Insonderheit laß uns, o Gott! stets gewissenhaft nicht nur als das unschuldige und handeln in denen besondern Pflich- unbefleckte Lamm Gottes uns mit ten unsers Berufes und Standes, deinem theuren Blute erlöset; sonmorein uns deine Vorsehung ge- dern auch als der Herzog unserer sebet hat. Ach! laß uns durch Seligkeit und unser höchster Lehnichts in der Welt, weder durch rer uns dein heiliges Vorbild Menschenfurcht noch Gefälligkeit, hinterlassen, daß wir sollen nachweder durch Ehre und Reichthü- folgen deinen Fußstapfen. Du mer, noch durch andere Vortheile bist das vollkommenste Muster jemals bewogen werden, wider aller Heiligkeit und Tugend. Du unser Gewissen zu handeln. Laß warest stets mit der reinsten und vielmehr das Zeugniß eines guten stärksten Liebe, Ehrfurcht und Gewissens vor dir stets unsern Vertrauen gegen deinen himmligrößten Ruhm und Schaß und schen Vater erfüllet. Sein Wort auch unsern besten Trost bei allen war deine Freude. Ein inbrünWiderwärtigkeiten dieses Lebens stiges Gebet zu ihm die Ersein; vornämlich, wenn wir um quicung deiner Seele. Die Holim Um die Nachfolge Christi. Erfüllung seines Willens dein| bedecke mit deinem vollkommenen beständiges Geschäfte; auch als Verdienste alle unsere Uebertretundenn, wenn es mit gänzlicher Bergen und Mängel, und verwirf leugnung deines eigenen mensch- uns um derselben willen nicht von lichen Willens geschehen mußte. deinem allerheiligsten Angesichte. Du warest ihm gehorsam bis zum Mache uns aber auch durch deines Tode, ja zum Tode am Kreuz. Geistes Kraft deinem Bilde imZugleich war dein Herz voll mer ähnlicher. Pflanze und vervon der zärtlichsten Menschenliebe, mehre in unsern Herzen deine Tuvoll von dem mitleidigsten Erbar- genden, und vertilge immer völ men, voll von der größten De- liger alle denselben entgegen stemuth und Sanftmuth, auch sogar henden Neigungen. Gieb, daß gegen deine ärgsten Feinde und wir dich immer gläubiger erkenMörder. Du wareft überall die nen, immer herzlicher lieben, imZuflucht und Hülfe aller Nothleimer völliger gefinnet sein, wie du denden und Verlassenen. Dein gesinnet warest, und wandeln, wie ganzes Leben war nichts als du gewandelt hast. Erfülle uns Liebe und Wohlthun. Du such- mit einer kindlichen Liebe, Ehrtest nicht eigene Ehre und Vor- furcht und lebendigem Vertrauen theile, sondern nur die Ehre dei gegen deinen himmlischen Vater, nes himmlischen Vaters und das mit einem willigen Gehorsam Heil der Menschen. Du kamest gegen seine Befehle, mit einem nicht, daß du dir dienen ließest, heiligen Eifer für seine Ehre. Laß sondern daß du dientest. Du be- uns nach deinem Erempel auch unwahrtest, um uns auch hierin ein sern Nächsten herzlich lieben, sein Muster zu geben, dein Leben Bestes wie das unsrige suchen, aller Leiden ohngeachtet auf das und in Worten und Werken uns sorgfältigste, bis deine Stunde als wahre Menschenfreunde bekommen war; als aber diese da weisen. Mache uns nach deinem war, gabest du dasselbe nach dem Vorbilde tren und sorgfältig in Rath deines himmlischen Vaters der Erfüllung aller unserer Pflichwillig zu unserer Versöhnung da- ten, und zugleich recht demüthig hin. Vollkommener Erlöser! wie und sanftmüthig, auch gegen unsere ist doch unser sündliches Leben Feinde versöhnlich. Verleihe uns deinem heiligen Leben so ungleich! Gnade, bei der Sorge für unsere Wir sollten ja billig dir leben, eigene Wohlfahrt und Leben stets dir nachfolgen, deine Tugenden tas einige Nothwentige, unser verkündigen, da du uns zu dei- ewiges Heil allen irdischen Glüdnem Eigentbum theuer erkauft und seligkeiten vorzuziehen, uns selbst von der Finsterniß zu deinem wun- und die Welt in deiner Nachderbaren Licht liebreich berufen folge aufrichtig zu verleugnen, haft; aber so leben wir leider! mit dir geduldig und in Hoffmehr nach dem Willen des Flei- nung zu leiden, und endlich auch sches und nach denen sündlichen mit dir unsere Seelen freudig in und eitlen Gewohnheiten und die Hände deines und unsers VaBeispielen einer höchst verdorbenen ters zu befehlen, auf daß wir Welt, als nach deinem heiligen auch dereinst als deine Diener Willen und Muster. Ach! ver- und Nachfolger ewig da sein, wo gieb uns dieses große Berberben, du bist, Amen. 873 74 Gebet um die Liebe Gottes. Gebet um die Liebe Gottes.| terste Weisheit, Gerechtigkeit und Wahrheit und überhaupt nach allen deinen Vollkommenheiten und 71. S du liebreicher Gott, diger Vater! du Ursprung und Guten, von Herzen lieb habe; Brunnquell aller Liebe, aller nicht in unlautrer Absicht auf BeFreundlichkeit, Güte, Gnade und lohnung und Nußen, obwohl du Barmherzigkeit! Ich klage und mir solche aus Gnaden verheißen bekenne dir mit Schmerzen, daß hast; sondern vielmehr in Anmein Herz zu der göttlichen Liebe, sehung deiner selbst, als des mit welcher ich dich über alle höchsten Gutes. Verleihe mir Dinge lieben sollte, durch die also Gnade, daß ich dir mein Erbsünde so gar unvermögend und Herz, Willen und Verstand willig erstorben ist, daß ich von Natur unterwerfe, mit Freuden deine mehr einer unordentlichen und un- Gebote halte und deinen Willen mäßigen Liebe meiner selbst und gerne thue: weil dadurch die der Geschöpfe, als dir, dem eini- wahre Liebe gegen dich sich beweigen Urheber aller Dinge, meinem set. O Herr Jesu! die inbrüngrößten Wohlthäter ergeben bin; stige Liebe deines Herzens entund daß ich also dich, meinen zünde mein kaltes Herz; die lieben Gott und Vater, meinen reine Liebe deiner unbefleckten Erlöser Jesum Christum, und den Seele reinige meine Seele. Die heiligen Geist, meinen treuesten völlige Liebe deines edlen Sinnes Führer und Tröster, nicht recht erfülle mein ganzes Gemüthe. schaffen und über alle Dinge ge- Die göttliche Kraft deiner Liebe liebet habe; da du doch das stärke alle meine Kräfte in deiner höchste und ewige Gut selber bist, Liebe; daß ich auch, um deiner welches über alle Dinge geliebet Liebe willen, alles unterlasse, werden sollte. Ach! vergieb mir was dir mißfället, und alles thue solche schwere Sünde und große und leide, was dir gefället, und Thorheit um Christi willen, und darinnen bis ans Ende beharre. wende nach deiner Barmherzigkeit Gieb, daß mich auch deine Liebe die schwere Strafe von mir ab, zu dir ziehe, mit dir vereinige, die diejenigen billig verdienen, die und mache, daß ich mit dir, meidich nicht lieben. Tilge aber auch nem Herrn, ein Geist sei. Laß durch deinen Geist in mir aus mein Verlangen stets auf dich gealle unordentliche Liebe der Welt richtet, und meine Gedanken oft und meiner selbst, der Augenlust, bei dir sein. Deine Denkungsdes Fleischeslust, des hoffärtigen art und Gesinnung werde mir so Lebens, welche die Herzen der lieb und werth, daß sie mich zu Menschen von dir abreißen. Zünde ihrer Nachahmung reize. Ja, dagegen in mir an die Flamme laß mich in dir bleiben, wie du der reinen und inbrünstigen Liebe, in mir, und in deiner Liebe daß ich dich, um dein selbst wil- meine Seele gesättiget werden. len, als das höchste Gut, als Laß mich auch in solcher Liebe die ewige Liebe, als die höchste alle von dir erschaffene und erFreundlichkeit, als die überschwäng- lösete Menschen um deinet willen liche Gütigkeit, als die vollkom- lieben, aus erbarmender Liebe menste Heiligkeit, als die lau- meinen Feinden vergeben, für sie Gebet um die kindliche Furcht Gottes. 75 bitten, ihnen wohl thun, und sie| heiligen Geist, der ein Geist deialso mit Güte überwinden; und ner Furcht ist, die fleischliche Sidas alles um der großen Liebe wil- cherheit in mir austilgen, und len meines lieben Vaters im Him- mein Herz zu deiner wahren Furcht mel, meines Erbarmers; um deiner lenken, daß ich dich allezeit vor unausdenklichen Liebe willen, mein Augen habe, und mich vor SünErlöser! und um des Geistes der den mit größter Sorgfalt hüte. Liebe willen, meines einigen und Verleihe mir aber auch Gnade, wahren Trösters, Amen. daß ich dich nicht als meinen Feind und erzürnten Richter mit einer knechtischen Gesinnung, sondern als meinen durch Christum versöhnten Vater im Glauben findlich fürchte und ehre. Weise mir, du 72. Herr, bu großer und Herr! deinen Weg, daß ich wanerschrecklicher Gott, der du Himmel, Erde, Meer und alles was darinnen ist, gemacht hast! dich soll billig fürchten alles was da lebet. Groß und wunderbar sind deine Werke, Herr allmächtiger Gott! gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, du König der Heiligen! Wer sollte Gebet um beständige Hoffdele in deiner Wahrheit. Erhalte mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte, und in solcher kindlichen Furcht und festem Vertrauen auf deine Güte bis an das Ende beständig bleibe, Amen. dich nicht fürchten, Herr, und deinen Namen nicht preisen? denn nung. du bist allein heilig. Und, wie 73. Barmherziger gnädiger bekenne groß ist deine du denen verborgen hast, die dich fürchten, und denen erzeigest, die auch vor den Leuten dich mit Vertrauen ehren! Aber ach Herr! wie gar verderbt sind wir von Natur, daß wir so leicht und gerne ohne deine Furcht in eitlem Wesen dahin wandeln, dein Wort und Gesetz, deine Liebe und Wohlthaten, ja deine Gerichte und Strafen aus den Augen sehen, und den Lüften des Fleisches, wie auch den Verführungen der Welt, leider! allzuviel folgen. Ich bekenne auch in diesem Stücke meine Ulebertretungen vor dir, und bitte dich in dem Namen Christi Jesu deines Sohnes um Vergebung. Und dieweil ich mir selbst in diesem Elende nicht helfen kann, so wollest du, o Herr! durch deinen Gebet um die findliche Furcht Gottes. vor dir, wie es die Wahrheit erfordert, daß alles in dieser Welt ganz eitel und vergänglich ist, und daß demnach alle diejenigen unweislich handeln, und sich selbst mit thörichter Hoffnung betrügen, welche sich auf sich selbst oder auf andere Menschen, auf Geld und Gut, oder sonst auf irgend etwas Irdisches verlassen. Gelobet aber seist du, Vater unsers Herrn Jesu Christi! daß du uns nach deiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren haft zu einer lebendigen Hoffnung, durch Jesum Christum, den du von den Todten auferwecket hast, und ihm die Herrlichkeit gegeben, auf daß wir Glauben und Hoffnung zu dir haben möchten. Denn nun wissen wir arme Menschen, worauf 76 Gebet um beständige Hoffnung. wir unsere Hoffnung mit Gewiß-| fehlbaren Verheißung gänzlich verbeit seßen können und sollen; traue, und deine Gnadenhülfe nämlich nicht auf irdische Dinge, unbezweifelt erwarte. Stärke und sondern allein auf deine grund- waffne mein Herz, D Gott! lose Barmherzigkeit in Christo daß ich den listigen Anläufen des Jesu unserm Heilande. Darum, Satans in steter Hoffnung auf Herr mein Gott! bezeuge ich vor dich getrost begegne, und also, Dir daß ich mit Hintanseßung nach dem Erempel meines Heilanaller irdischen Zuflucht, meine des Jesu Christi, einen guten Hoffnung ganz und gar auf deine Kampf kämpfen und selig überGüte und Allmacht seßen wolle.winden möge. Lindere und verDu bist der allmächtige und allein kürze mir auch die Trübsal, daweise Gott, darum weiß ich, du mit ich sie ertragen könne. Ja du kannst wohl helfen: du bist mein Gott der Hoffnung! erfülle mich gnädiger Vater um Christi willen, mit aller Freude und Friede im darum kann ich von deiner väter Glauben, daß ich völlige Hofflichen Güte hoffen, du wollest nung habe, durch die Kraft deines mich nicht verlassen. Es ist ja heiligen Geistes, um Jesu Christi keiner jemals zu Schanden wor- willen, Amen. den, der auf dich gehoffet hat; a den, 74. versichert uns, die Hoffnung der Elenden werde nicht verloren sein ewiglich. So laß denn auch mich nicht zu Schan= den werden über meiner Hoffnung, sondern erweise an mir deine große Güte. Ja, Herr! erhalte und ziger Gott! es ist ja diese Welt stärke in mir diese Hoffnung, die voll Unruhe und steter Abwechseich auf dich geseßet habe: denn lung aller menschlichen Dinge. ich fühle und bekenne, daß mein Die Gottlosen sind wie ein unsündhaftes Fleisch und Blut allzu- gestümes Meer, das nicht stille sehr auf irdischen und vergängli- sein kann. Auch in unserem eigechen Troß siehet, und sich deswe- nen Fleisch und Blute ist lauter gen leicht eine Hoffnung machet, Unruhe von mancherlei Leidendie doch nichtig und umsonst ist. schaften, welche uns bald zur Vergieb mir, mein Gott! solche Sicherheit, bald zur Kleinmüthigmeine Sünde. Tilge aus meinem feit oder Verzweifelung, bald zu Herzen alle falsche betrügliche vergeblicher Hoffnung, bald zu Hoffnung, die wie ein Traum ängstlichen Sorgen antreiben. Das vergehet, wie ein Schatten ver- machet alles unser sündliches Verschwindet und wie der Wind da- derben, dadurch der Friede gehin fähret. Nimm von mir alle störet, die Gewissensruhe aufvergebliche, ungläubige und berz- gehoben, und hingegen Unruhe, fressende Sorge, und gieb die Grämen und Herzeleid in uns Gnade und Kraft deines heiligen angerichtet worden ist. Ich bitte Geistes, daß ich im festen Glau- dich, barmherziger lieber Vater! ben beständig auf dich hoffe, dei- vergieb mir meine Sünde, und ner Barmherzigkeit, vertilge sie auch in mir immer Güte und un- mehr, um deines lieben Sohnes grundlosen unaussprechlichen Gebet um die Ruhe des Herzens in Gott. immlischer Vater! hei Gebet um die Erhaltung der chriftlichen Kirche. Jefu Chrifti willen. Erwecke aber, daß sich alles nach mir richten in mir Friede und Freude in dem solle. Bei solcher Sanftmuth heiligen Geiste, daß ich aus Er- werde ich auch Andern keinen Anfenntniß und Empfindung deiner laß geben, mich zu beunruhigen. Gnade, in allen Zufällen dieses Auf daß auch die Abwechselung veränderlichen Lebens, allein dei- der äußerlichen Dinge mir desto ner Barmherzigkeit mich tröste und weniger Unruhe verursache, so erfreue; ja daß ich in meinem laß mich niemals das, was du ganzen Beben mich deiner väter mir im Zeitlichen schenkest, als lichen und allein weisen Vorsehung mein rechtes Gut und als das gänzlich ergebe, und darin vor- ganze Erbtheil deines Kindes annämlich beruhige, daß alle Dinge sehen. Laß mich in allen meinen von dir regieret werden, und alle Umständen wohl bedenken, daß denen, die dich lieben, zum besten mein vornehmster Zweck auf meine dienen müssen. Gieb, daß ich in ewige Glückseligkeit gerichtet sein meinem Berufe, was mir gebüh- müsse, wie dahin alle deine Führet, nach meinem besten Vermö- rungen zielen. Nun, mein Gott! gen fleißig verrichte, und im Uebri- so regiere dein Friede in meinem gen dir alles befehle und deine Herzen, und dein Geist schaffe meiHülfe und göttlichen Segen in ner Seele Ruhe in Christo, Amen. findlicher Zuversicht erwarte, auch darüber geduldig sei, und mit Freuden aus deiner Hand an. nehme, was du mir nach deinem heiligen, allein weisen Willen zuschickest. Ach wie wohl ist dem 75. herzigkeit! wir ban Menschen, der solchergestalt Ruhe und Friede in seinem Herzen hat! ken dir, daß du dir aus allen Hilf mir, lieber Gott! daß ich Völkern eine allgemeine und sichtsolche Ruhe stets empfinden möge. bare Kirche, und in derselben eine Und da dein Sohn uns den rech- heilige Gemeine auf Erden, durch ten Weg zur wahren Seelenruhe dein Wort und den heiligen Geist gewiesen hat, so gieb mir Gnade, gesammelt und bisher erhalten ihn so zu betreten, daß ich seine hast; und bitten dich, du wollest Anweisung ohne Ausnahme be- deine ganze Heerde, so dein reines folge. Gieb, daß mich die Müh- Wort durch deine Gnade angeseligkeit dieses Lebens und die nommen hat, ehret und beförLast meiner Sünden treibe zu dert, bei der anerkannten rechten ihm zu kommen und bei ihm Er- und alleinseligmachenden Lehre, quickung zu suchen. Gieb, daß ich auch bei dem rechten Gebrauche das sanfte Joch seiner Vorschrif- der heiligen Sacramente, wider ten gern auf mich nehme, Geduld, alle Gewalt und Bemühung der Sanftmuth und herzliche Demuth Höllen, auch wider alle Bosheit von ihm lerne. Denn bei solcher der argen Welt, beständig und Demuth wird es mich nicht beun- fest erhalten. Laß deine liebe ruhigen, wenn nicht alles nach Kirche fest und unbeweglich auf meinem Wunsche und Willen gehet, dem Grunde stehen, darauf sie als welches du mir ja nie ver- gebauet ist. Nimm uns in dei heißen hast, eben so wenig, als nen Schuß, daß uns Niemand Gebet um die Erhaltung der christlichen Kirche. 78 Gebet um rechtschaffene Liebe. machen wollen. Erwecke die Hohen dieser Erden, daß sie Schilde und Beschüßer deiner Kirche sein. Laß uns aber unser höchstes Vertrauen auf dich, den Herren aller Herren, seßen. Sei und bleibe du mitten aus deiner Hand reiße. Behüte verdrehen und die Einfältigen irre uns vor allen denjenigen, welche die Vertilgung der rechten Lehre, und die Aufrichtung und Bestätigung der schändlichen Abgötterei, des thörichten Aberglaubens, oder des verderblichen Unglaubens suchen. Laß dein liebes Wort, das unter uns, und weiche nicht von helle und unentbehrliche Licht, so deiner Gemeine: thue solches um uns jeßt scheinet, nicht ausge- deines Namens willen, daß derlöschet werden; sondern breite es selbe nicht entheiliget werde; ja auch unter den Völkern aus, die thue es um Jesu Christi deines noch in Finsterniß und Schatten lieben Sohnes willen, Amen. des Todes sißen. Schaffe Hülfe durch deinen großen und ausgestreckten Arm, und erhalte deine Kirche und Gemeine unter so vielen Anfällen und Anstößen in der Gebet um rechtschaffene Liebe. Welt, auf daß du unter uns hie 76. Herr Jeſu Christe, immer ein habest, des lebendigen das dich erkenne, ehre und an- tes Sohn! du Spiegel der göttbete, deinem heiligen Namen mit lichen Majestät und ewigen Klarreinem Herzen diene, und die heit, der du uns geliebet hast bis Lehre Christi mit einem heiligen in den Tod, und aus brünstiger Wandel ziere. Da so viele, auch Liebe am Kreuze für uns arme unter uns, dein Licht nicht ge- Sünder gestorben bist, uns damit achtet, oder nicht nach demselben von dem ewigen Tode erlöset, und gewandelt, so hättest du zwar ein Vorbild der rechten inbrünstiwohl Ursache, dasselbe uns zu gen Liebe gelassen hast, wie wir entziehen; aber Herr! schone dei- uns unter einander erzeigen solnes Volkes, und laß uns nicht len: wir bitten dich um deiner entgelten unsere Sünden, der du großen Treue willen, du wollest die Missethat vormals vergeben unsere von Natur kalte Herzen bast deinem Volke, und alle ihre durch eine gläubige Erkenntniß Sünde bedecket; tröste uns auch und Empfindung deiner göttlichen jezo, Gott unser Heiland! und Liebe also entzünden, daß wir laß ab von aller Ungnade über dich wahren Gott, mit dem Vauns. Du hast in den gefährlich- ter und dem heiligen Geiste in sten Zeiten deine Kirche wunder- einem einigen und unzertrennlibar erhalten gegen alle List ihrer chen Wesen über alle Dinge und Feinde. So beschüße sie denn von ganzem Herzen lieb haben; auch ferner, nicht nur gegen und aus solcher Liebe dein Wort offenbare Verfolgung, sondern und Gebot halten: daß wir uns auch gegen alle Bemühungen de- auch nach deinem neuen Gebote rer, die deine Wahrheit lästern und Erempel unter einander herzund verspotten, die lieber nach lich lieben, und damit als deine ihren eigenen Lüsten und Mei- rechtschaffene Nachfolger und wahre nungen, als nach deinen Vor- Christen beweisen. Verleihe, daß schriften handeln, oder dein Wort sich ein jeder Christ des andern, Gebet um Geduld in Leidenszeit. 79 als Glieder eines Leibes, mit brü-| gen, der Trost der Betrübten, die derlicher Liebe und herzlicher Treue Freude der Traurigen, die Zuannehme; und daß solche Liebe flucht der Verlassenen, die Hülfe nicht falsch oder erdichtet, sondern der Angefochtenen, das Leben der rechtschaffen und ungefärbt sei, daß Sterbenden, der Gott der Geduld wir uns unter einander nicht nur und alles Trostes: du siehest und mit Worten und mit der Zunge, weißest, daß wir von Natur sondern auch mit der That und schwach, blöde und verzagt sind, mit der Wahrheit lieben. Stärke und im Kreuze ohne deine göttdurch deinen heiligen Geist unsere liche Hülfe nicht bestehen können. Herzen, daß wir nach deinem Derowegen wende ich mich zu dir, Vorbilde auch unsere Feinde lie- und bitte, wenn du mir Krankben, und Gutes thun denen, die heit, oder sonst Widerwärtigkeit, uns hassen und verfolgen. O du nach deinem göttlichen Willen und Sohn Gottes! nimm von uns Wohlgefallen, zuschickest, du wolweg allen Haß, Neid, Feindschaft, lest mich dabei fest im Glauben und laß alle Bitterkeit, sammt und beständig in der Geduld eraller Bosheit, ferne von uns halten. Verleihe mir Gnade, daß sein, auf daß wir nicht das Band ich deine väterliche Hand und der Vollkommenheit trennen und Züchtigung mit sanftem Geiste auflösen. Hilf, daß wir einander und stillem Herzen ertragen möge. von Herzen verzeihen, gleich wie Gieb mir Geduld in Leidenszeit, du uns vergeben hast; und daß welche mir hoch von Nöthen ist. wir die Sonne über unserem Laß mich die Trübsal weder ge3orne nicht untergehen lassen, ring, noch für ein Zeichen deiner auch nicht Raum geben dem Lä- Ungnade achten, und in meinem sterer. Gieb Gnade, daß wir Herzen nicht wider dich murren, dir dienen in rechtschaffenem Glau- oder verzagt werden; sondern laß ben, der durch die Liebe thätig mich erkennen, daß du den zu ist, auf daß wir in dir ewiglich seiner Besserung züchtigest, welbleiben und du in uns, also, daß chen du lieb hast. Laß mich aber uns weder Tod noch Leben, weder auch diesen Nußen erreichen, und Engel noch Fürstenthum, noch deine Heiligung erlangen. Laß Gewalt, weder Gegenwärtiges mich dadurch in allem Guten genoch Zukünftiges, weder Hohes übet werden, daß ich nachher die noch Tiefes, noch keine andere heilsame Frucht der Gerechtigkeit Kreatur von deiner ewigwähren- einernte, und mir die Trübsal den Liebe scheiden könne, der du Geduld bringe, Geduld aber Erlebest und regierest mit dem Vater fahrung, und Erfahrung eine und heiligen Geiste in Ewigkeit, Hoffnung, die nicht zu Schanden werden läsfet. Erwecke mich im Leiden, die Sünde abzulegen, die mir noch anklebet. Vor allen Dingen laß mich aufsehen auf Jesum, welcher das Kreuz erdulAmen. Gebet um Geduld in Leidenszeit. 77, Allmächtiger gütiger Gott! dete, und der Schande nicht achdu tete, ob er der Schwachen, der Arzt der Freude haben, und dagegen zu Kranken, die Kraft der Mühseli- deiner Rechten die größte Freude, 80 Gebet um wahre Gottseligkeit. Ruhe und Ehre erlanget hat, auf| mir deine Gnade, daß der Weg, daß ich nicht in meinem Muthe den ich zu dir wandele, sicher matt werde und ablasse, sondern und richtig sei; ich auch davon im vielmehr meine Seele mit Geduld Glück und Unglück nicht abweiche; faffe, und in gewisser Hoffnung daß ich bei guten Tagen mich unabgewendet stets an dir bleibe. nicht erhebe und in bösen Tagen Laß mich mit kindlicher Zuversicht nicht verzage: daß ich dir Dank dein väterliches Herz, welches sage, wenn es mir wohl gehet, unter dem Kreuze verborgen ist, und geduldig sei, wenn es mir erkennen, mit allerlei Kraft mäch übel gehet, daß mich nichts so ertig gestärket werden, nach deiner freue, als das, was mich zu dir herrlichen Macht, und mit aller leitet: und mich nichts so betrübe, Geduld und Langmuth, in aller als das, was mich von dir abAnfechtung und Widerwärtigkeit, führet. Laß mich alles thun aus gewaffnet stehen, und fröhlich mit dankbarem Gemüthe in aller Noth, fammt allen deinen Gläubigen, dich preisen; auf daß, wie ich mit Christo Jesu, deinem lieben Sohne, allhie leide, also ich auch mit ihm zur ewigen Herrlichkeit erhoben werde, Amen. Liebe zu dir: und das, was zu deinem Dienste und Ehren gerei chet, nur als mein rechtes Geschäfte ansehen. Laß mich nicht nur aus Gewohnheit Gutes thun, sondern alles zu dir richten mit herzlicher Andacht. Laß alles, was vergänglich ist, vor meinen Augen geringe scheinen; und alles, was dein ist, mir lieber sein, als das andere alles. Laß mich mein gan zes Herz zu dir richten, und meine Gebet um wahre Gott gatſeligkeit. 78. Heiliger unb gnädiger Mängel und Gebrechen mit einem Gott! du haft der Besserung be Gottseligkeit die Verheißung die- reuen. Hilf mein Gott! daß ich ses und des zukünftigen Lebens sei demüthig, ohne Heuchelei, gegeben: darum bitte ich dich de- fröhlich ohne Leichtsinnigkeit, traumüthig, verleihe mir deine Gnade, rig ohne Verzagen, aufrichtig ohne daß ich nach demjenigen, was dir Unvorsichtigkeit. Laß mich dich wohlgefällig ist, fleißig und in- fürchten ohne Pein, auf dich hofbrünstig Verlangen trage, weis- fen ohne Bermessenheit, züchtig lich und verständig darnach for- sein ohne Unfreundlichkeit, den sche, es wahrhaftig und eigentlich Nächsten erinnern ohne Tadelerkenne, es rechtschaffen und völ- sucht, ihn lieben ohne Falschlige bewerkstellige.om Richte und heit, ihm erbaulich sein mit lente meinen Stand zu deines Worten und Werken ohne HochNamens Lobe und Ehre; und muth, den Obern gehorsam sein gieb deine Gnade zu allem dem, ohne Widerwillen, geduldig ohne was du von mir forderst, daß ich Murren. Gieb mir, o du gnäes recht wisse und verstehe, auch digster Vater! ein munteres und durch deine Kraft könne und verwachendes Herz, welches auf möge: gieb, daß ich es also aus- nichts so sehr, als auf deine Ehre richten möge, wie es sich geziemet, und die Berherrlichung deines und wie es mir und andern nüß- hochheiligen Namens bedacht ist. lich und heilsam ist. Berleihe zu solcher Absicht schenke mir 81 Gebet um heiligen Gehorsam. Verstand, dich zu erkennen; Fleiß,| heiligen Fußstapfen deines Gehordich zu suchen; Weisheit, dich zu sams treten, und so dann bei unfinden. Laß mich deine Strafen sern Mängeln uns deinen Gehorund Züchtigungen treiben zur sam gläubig zueignen mögen. O Buße, deine Wohlthaten aber rei- heiliger Geist! der du uns von zen zur Dankbarkeit. Solcherge- Gott gegeben wirst, um solche stalt laß mich den Glauben und Leute aus uns zu machen, die in ein gutes Gewissen bewahren, bis Gottes Geboten wandeln, seine ich das Ende des Glaubens, der Rechte halten und darnach thun, Seelen Seligkeit erreiche, Amen. tilge aus unsern Herzen allen Ungehorsam, und pflanze in uns die himmlische Art des Gehorsams, Gebet um heiligen Gehorsam. auf daß wir mit Freuden den Willen unsers himmlischen Vaters erhabener und großer thun, und seine Verheißung emdes 79. Herr: wir sind deine Knechte und Glaubens; du wolleft auch in uns Mägde. Wir sind nicht nur dei- den Gehorsam des Glaubens wirner Hände Werk, sondern auch fen. Du bist ein Geist der Heidein theuer erkauftes Eigenthum, ligung; du wollest in uns den und daher zur Befolgung deiner Gehorsam eines heiligen Lebens Befehle unendlich verpflichtet. Wir wirken, zur Ehre Gottes und un müssen aber bekennen und klagen, serer ewigen Seligkeit, Amen. daß wir dir nicht allezeit so gehorsam gewesen, als wir billig sein sollen! sondern daß manches Gebet um Demuth. Mal Ungehorsam und Widerspen- 80. Ewiger und erhabener Gott, dem gen. Ach, lieber Vater, verzeihe gleich ist! Du wohnest in der uns diese schwere Sünde des Un- Höhe und bei denen, so zerschlagehorsams, und gieb Gnade, daß genen und demüthigen Geistes sind, wir forthin im kindlichen Gehor- auf daß du erquickest den Geist sam gegen dich wandeln. Wirke der Gedemüthigten und das Herz und vermehre in unserm Herzen der Zerschlagenen. Dir ist herGlauben und Liebe, auf daß wir gegen ein hoffärtiges Herz ein das Heilsame deiner Gebote leben- Gräuel, und du zerstreuest die dig erkennen, und sie aus allen hoffärtig sind in ihres Herzens Kräften zu vollbringen suchen. Sinn. Darum bitte ich dich, verO Herr Jesu Christe! der du leihe mir rechtschaffene christliche uns durch deinen Gehorsam die Demuth, daß ich von Herzen deGerechtigkeit vor Gott erworben, müthig sei, nach dem Exempel uns aber auch darin ein heiliges Erempel eines vollkommenen Gehorsams vorgestellet, indem du deinem himmlischen Vater gehorsam worden bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuze; du wollest auch in unsern Herzen solchen Gehorsam wirken, daß wir in die meines Herrn Jesu Christi, welcher, ob er wohl in göttlicher Ge stalt war, es nicht für einen Raub hielte, Gott gleich sein; sondern sich selbst entäußerte, und Knechtsgestalt annahm, der sich selbst erniedrigte, ehe er von dir erhöhet ward, auf daß wir die wahre De6 82 Gebet um Sanftmuth und Versöhnlichkeit. muth von ihnen lernen möchten, daß dein Sohn für uns gestorben welcher du Gnade giebst. Behüte ist, da wir noch Feinde waren. mich so wohl vor geistlichem als Und wie leutselig ladest du uns allem andern Hochmuth; laß ihn zur Buße ein! Wie langmüthig weder in meinem Herzen noch in wartest du auf unsere Bekehrung! meinen Worten und Geberden Gönne uns ferner den Reichthum herrschen: weil er ein Anfang deiner Langmuth und Sanftmuth, alles Verderbens ist. Und was und bilde auch unsern Sinn nach will sich doch die arme Erde und diesem großen Muster. Ach Herr! Asche erheben? Was hilft einem wenn uns das allergeringste Reichthum und Ansehen, sammt von unserm Nächsten zuwider geallem dem, dessen sich Menschen schiehet; so gehet leider! oft das rühmen? Es fähret ja alles da- Feuer des Zorns und der Rachhin wie ein Schatten. Laß mich gier in unsern Herzen an. Darum auch, o mein Gott! nicht aufge- bitten wir demüthig, du wollest blasen und hochmüthig werden diese schnöde Regungen unsers über Gaben, die du mir mitthei- sündlichen Fleisches durch deinen lest, auf daß ich dieselben nicht Geist tödten. O wie viel harte mißbrauche, noch Jemanden neben Worte, und wie viel härtere mir verachte: denn wir haben ja Schläge, ja die allerhärteste Pein nichts von uns selber, sondern und äußerste Schmach hat dein alles, was wir haben, das kommt lieber Sohn, unser Heiland, unvon dir; wie kann sich denn Je- serntwegen erlitten, und hat denmand rühmen, als ob er es nicht noch, da ihm gefluchet ward, nicht empfangen hätte? Darum hilf, wieder gefluchet; sondern alles daß Niemand weiter von sich dem heimgestellet, der da recht halte, als es sich gebühret zu richtet. Was ist es denn für ein halten: sondern daß wir von uns Hochmuth und Eigensinn von uns, mäßiglich halten, unsere Sünde daß wir elende sterbliche Menschen, erkennen, und ein in täglicher wir arme Erde und Asche, nicht Buße gedemüthigtes und zerschla- einmal ein hartes Wort vertragenes Herz haben, welches du gen, und die von dem Nächsten nicht verachten wirst. Behüte mich uns zugefügte Beleidigung und aber auch vor allen schändlichen Schaden nicht mit sanftmüthigem Dingen und vor den Ruhm- Herzen erdulden und überwinden räthigen, daß ich nicht der Stol- wollen? Ach mit wie se mannigzen Spott und der Hoffärtigen faltigen und schweren Sünden erBerachtung werde. Gieb viel zürnen wir dich, o gütiger Vater, mehr, daß auch diese sich mit mir demüthigen unter deine gewaltige Hand, auf daß du uns erhöhest zu deiner Zeit, Amen. deren Vergebung wir täglich bedürfen! Wie dürften wir denn, die wir Menschen sind, gegen an. dere Menschen Zorn halten, und hingegen von dir, dem Herrn des Himmels und der Erden, Vergebung bitten?- welch eine Unbesonnenheit würde das sein! 81. gütiger und liebrei- Gegen seines Gleichen keine Ersest darin deine Liebe gegen uns, dir aber, o Herr! Verzeihung bit Gebet um Sanftmuth und Versöhnlichkeit. Gebet um Billigkeit und Barmherzigkeit. ten; da du doch ausdrücklich Gebet um Billigkeit und dich erkläret hast, wofern wir dem Nächsten seine Fehler nicht verge- Barmherzigkeit gegen den Nächsten. ben, so könnten wir auch von dir unserer Sünden Vergebung nicht hoffen. Darum, o gnädiger Ba- 82. Barmherziger Gott, ter! der von langmüthiger lieb83 und Erbarmung bist, gieb uns reicher Vater! wir arme sündliche den Geist der Geduld und Sanft- Menschen bekennen dir unseres muth, auf daß wir wider unsern Herzens angeborne Unart und Nächsten, wenn er uns etwas zu- Härtigkeit, daß wir leider! zur wider thut, feinen Born fassen: Unbarmherzigkeit, Haß, Feindsondern uns vor Eifer und Rach- schaft, Ungerechtigkeit, Unbilliggier, als vor unserer Seelen feit und Eigennuß von Natur Feinden hüten: oder, wenn ja ein geneigt sind; diesen bösen TrieZorn bei uns aufgestiegen, daß ben auch öfters gefolget haben, wir in demselben nichts vorneh- wir haben mit unserm Nächsten men, sondern ihn bald ablegen, nicht Mitleiden gehabt, noch ihm und nie die Sonne über unserm so willig vergeben und beigestanZorne untergehen lassen, noch im den, wie wir sollten. Wir sind Borne einschlafen, damit in sol fertig zum Richten und Verdamchem Schlafe der Tod uns nicht men, aber langsam und unwillig übereile. Gieb auch, daß wir un- zu geben und vergeben gewesen. sern Mund bewahren, und un- Auf die Art haben wir uns an sern Gang in allen unsern We- demselben mannigfaltig versündiget. gen flüglich führen und richten, Ach Herr! barmherziger Vater! auf daß wir unsern Nächsten we- vergieb uns diese schweren Sünden, der mit Worten noch mit Werken um deines lieben Sohnes Jesu beleidigen. Herr Jesu Christe! Christi willen; und laß ja uns du leutseliger, sanftmüthiger und nicht hinwiederum Gleiches mit freundlicher lieber Heiland! der du Gleichem vergolten werden. Gieb für deine Feinde und Kreuziger uns allesammt mitleidige erbarunter der Pein gebeten, und uns mende Herzen, welche des Nächzurufest: lernet von mir! gieb, sten Elend jammere; auf daß wir daß wir vor allen Dingen den ja sein Leiden nicht größer machen, Fußstapfen deiner sonderbaren Ver- sondern so viel möglich, es lindern söhnlichkeit, Sanftmuth und Ge- belfen; daß wir uns der Verlasduld willig nachfolgen, unserm senen, der Dürftigen, der WittBruder seine Fehler von Herzen wen und Waisen erbarmen, und vergeben; lieben, die uns hassen, allenthalben nach Vermögen gerne segnen, die uns fluchen; wohl- helfen. Ach lieber Gott! du hast thun denen, die uns verfolgen; Gefallen an Barmherzigkeit, und für die bitten, die uns beleidigen; nicht am Opfer: so laß uns doch auf daß wir Kinder sein unsers allesammt anziehen herzliches ErVaters im Himmel. O Friedens- barmen, Freundlichkeit, Demuth, fürst! dein Friede regiere in un- Sanftmuth, Geduld, daß wir ja sern Herzen, und mache unsre gerne vergeben, gleich wie uns Seelen stille zu Gott, der uns Christus vergeben hat. Gieb, daß bilst, Amen. wir allenthalben in Worten und 6* 84 Gebet um Vergnügsamkeit und Zufriedenheit. Werken gegen unsern Nächsten,| len, sondern mit dem, was du nach dem großen Gebote der Liebe, für mich ausgesuchet hast, vollalso handeln, wie wir wollen, daß man mit uns handeln solle; und unser Verhalten also einrichten, daß wir niemandem Gewalt und Unrecht thun. Regiere uns durch deinen heiligen Geist, daß wir vorsichtig wandeln, nicht zu weit greifen, noch Jemand im Handel übervortheilen. Laß ja, Herr! kommen zufrieden sei; und bei dem, was mir mangelt, in deiner Verheißung mich beruhige, daß du mich weder verlassen noch versäumen wollest. Laß mich mein Gott! die Größe und den hohen Werth deiner Gnade so einsehen, daß ich mir daran genügen lasse, und sie für mein höchstes Gut achte. Verleihe mir, daß ich ohne Murren das von dir annehme, was mein ist, und ohne Mißgunst das ansehe, was du andern gegeben und geben willst. Denn solltest du nicht Macht haben, mit dem Deinen zu thun, was du willst? Zu dem Ende hilf mir, daß ich unsere Herzen durch die schändliche Liebe des Zeitlichen nimmermehr bethöret werden, und uns unser Vertrauen nicht auf den ungewissen Reichthum seßen, sondern auf dich, den lebendigen Gott. Gieb uns herzliche und thätige Liebe, daß wir Gutes thun, reich werden an guten mich mäßige, sowohl in meinen Werken, gerne geben, behülflich Wünschen und Verlangen, als in sein und uns Schäße im Himmel Verwendung deiner zeitlichen Gasammeln. So wirst du uns, ben. Laß mich dem schändlichen Herr! in solchem Glauben, der Geize nie den geringsten Raum durch die Liebe thätig ist, in un- in meinem Herzen geben, sondern ſerer letzten Noth und an jenem wirke in mir die fefte UeberzenTage Barmherzigkeit bei dir fin- gung, wie davon Niemand lebe, den lassen; und wie wir andern daß er viele Güter hat. Fället gern geholfen, auch uns nach deiner mir Neichthum zu, so bewahre großen Barmherzigkeit aushelfen mich, daß ich mein Herz nicht zu deinem himmlischen Reiche. daran hänge. Giebst du mir weDir sei Ehre von Ewigkeit zu niger von den vergänglichen GüEwigkeit, Amen. tern, als andern, oder als ich selbst vorhin gehabt, so erinnere mich, Gebet um Vergnügsamkeit wie ich nichts davon in die Welt und Zufriedenheit. 83. gebracht und doch von dir erhalten ſei, und wie ich im Sterben gütigster Geber aller von allem dem nichts mitnehmen Gaben! Du werde. Verleihe mir dagegen, weißt ja am besten nach deiner daß ich in dir reich und vergnügt unermeßlichen Weisheit das aus- sei, und meine vornehmste Sorge zusuchen, was für ein jedes deiner dahin richte, wie ich mir einen Kinder bas dienlichste ist, und Schatz im Himmel sammlen möge. reichest uns nach deiner unendli- Laß mich nicht blos das bedenken, chen Güte allerlei Gutes reichlich was mir fehlet, sondern vielmehr dar. O! so hilf doch, daß ich mich das, was ich Gutes habe und deiner Wahl und deinen Fü- wohl andern fehlet, oder doch von gungen ganz und gar überlasse, mir nimmer verdienet ist. Be und nicht begehre selbst zu wäh- wahre mich vor der quälenden $ 5 Gebet um die Unsträflichkeit im Reden. 85 Gesinnung derer, die alle Dinge| meine Sünde um Jesu Christi und also auch ihren eigenen Zu- willen. Erleuchte, o Herr! meinen stand immer von der schlimmsten Verstand, daß ich erkenne, wie Seite ansehen. Laß mich mit hoch und heilig deine Majestät Vergnügen bedenken, wie viele sei. Rühre mein Herz, daß ich herrliche Geschöpfe du uns allen aus findlicher Furcht und Betrach. zu einem allgemeinen Genuß dar- tung deiner Majestät mich vor gestellet, und nur die geringeren allem Mißbrauch deines heiligen Arten vertheilet habest. Wirke in Namens und Wortes, und vor mir eine solche Liebe zu meinem allem leichtfertigen Schwören, Nächsten, daß ich über das Gu- Fluchen und bösen Wünschen von te, was derselbe hat, mich mit Herzen hüte und vorsehe, auch freue, und es also mit genieße, von deinem Namen, Worte und damit nicht alles Uebrige für mich Werken nicht anders, ale mit unnüß werde, wenn ich mich blos Ehrerbietung denke und rede. Nean dem mir zugetheilten Guten giere mich durch deinen heiligen und vergnügen wollte. Da aber Zu- guten Geist, welcher ein Geift friedenheit ohne Glauben unmög- der Wahrheit ist, daß ich in meilich ist, so wirke, erhalte und ner ganzen Lebenszeit mich alles vermehre in mir das gläubige Lügens, Verachtens, Verrathens, Vertrauen auf deine Verheißungen Verleumdens und aller Falschheit und auf deine große Gnade in enthalte und schäme; der WahrChristo Jesu. Erhöre mich um heit aber und der Gelindigkeit seinet willen, Amen. mit allem Ernste mich besleißige, und alles zum besten wenden helfe; so viel mit gutem Gewissen geGebet um die Unsträflich- schehen kann. Mich fauch gegen feit im Reden. Andere im Reden also verhalte, wie ich wollte, daß man gegen 84. h Herr, bu heiliger, mich thun möchte. Lehre mich die wahrhaftiger und ge- Weisheit nach dem Vorbilde meitreuer Gott, lieber himmlischer nes Heilandes zu rechter Zeit zu Vater! ich bekenne und klage dir reden und zu rechter Zeit zu von Grunde meines Herzens, daß schweigen. Laß mich schnell sein ich armer elender Mensch neben zu hören, langsam aber zu reden. andern vielen Sünden auch damit Bewahre mich, daß ich kein undeine Gebote sehr übertreten habe, nüßes faules Geschwäß, keine daß ich meine Zunge und Mund schandbare Worte, Thorheiten und nicht recht und vorsichtig regieret, ungeziemenden Scherz aus meiund in meinen Worten und Ge- nem Munde gehen lasse, sonberden, die Wahrheit, Aufrichtig- dern was gut und nüßlich zur feit, Gelindigkeit und Verschwie- Besserung ist, da es Noth thut, genheit, wie auch den rechten, daß es holdselig sei zu hören. ebrerbietigen Gebrauch deines Thue meinen Mund auf, daß hohen und heiligen Namens nicht meine Lippen deinen Ruhm vergebührend in Acht genommen fündigen. Laß mich allenthalben habe. Das ist mir billig vom deines Namens Ehre suchen, dich Grunde meines Herzens leid. recht erkennen, loben und preisen, Vergieb mir doch alle solche darneben meinem Nächsten aus Gebet um Sieg über den Satan. christlicher Liebe alles Gute von| geskraft über ihn entdecken sollten: Herzen gönnen und wünschen, ja allein die betrübte Erfahrung überauch diejenigen segnen, die mir zeuget uns genugsam von seiner fluchen, und für die bitten, so mich fortdauernden Geschäftigkeit, die beleidigen. Gieb, daß ich die Welt zu verführen, Unkraut unWahrheit von ganzem Gemüthe ter den Weizen zu säen, und das liebe, und kein falsches Herz habe, Wort von den Herzen der Mensondern treu und wahrhaftig sei schen wegzunehmen, daß sie nicht in allen meinen Zusagen. Stärke glauben. Wer vermag alle seine mich durch die Kraft deines hei- listigen Anläufe zu erzählen? Du, ligen Geistes, daß ich den listigen Herr! kennest sie am besten, und und geschwinden Verführungen weißt, daß wir Schwache in so des bösen Feindes, welcher ein mancher und großer Gefahr ohne Vater der Lügen ist, auch in die deinen Beistand nicht bestehen sem Stücke kräftig widerstehe. können. Darum schenke uns dein Pflanze hergegen in mein Herz Licht und deine Kraft, zu einem Treue und Aufrichtigkeit, damit muthigen Kampfe gegen ihn. Dein ich ein gutes freudiges Gewissen Licht entdecke uns seine bösen vor dir habe, und mit Jedermann Tücke, auf daß wir uns durch redlich umgehe. Laß mich hie keinen falschen Schein verführen schon meine höchste Freude im fröhlichen Lobe deines heiligen Namens suchen; damit ich der maleinst mit Herzen und Munde in deinem Reiche dich ewiglich chren, und mit Freuden zu dei nem Lobe und Preise singen möge: Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth! Amen. lassen, und verwahre uns vor diesem Fürsten, der in der Finsterniß dieser Welt herrschet. Deine Gnadenkraft mache uns wachsam und munter, freudig und stark in der Macht deiner Stärke. Erwecke uns, daß wir uns mit allen den Waffen gegen diesen Feind rüsten, die du uns in deinem Worte aus treuer Fürsorge in Gebet um Sieg über den angewiesen hast. Laß uns Satan. allem Streite fest stehen, und gewiß sein. Laß uns deine göttliche 85. starter Beschüßer der Wahrheiten ſo deutlich erkennen 86 Gott! wir vernehmen aus deinem Fällen wissen, wie wir uns vergöttlichen Worte, daß der Teufel, halten sollen. Laß uns im Glaubald wie ein grimmiger Löwe ben unserer Gerechtigkeit vor dir umher gehe, und suche, welchen durch Christum versichert sein, und er verschlingen möge, bald als in Liebe dessen uns stets befleißieine giftige Schlange nach dem gen, was recht und gut ist; damit Verderben unserer Seelen trachte, er uns unsern Gnadenstand nicht ja sich oft als einen Engel des zweifelhaft machen könne. Laß Lichtes verstelle. Wir sehen zwar den süßen Frieden mit dir, den jeßo nicht die außerordentlichen dein Evangelium lehret, eine BeWirkungen, die in den Tagen reitwilligkeit in uns wirken, ohndeines Fleisches, o stärkerer Hei- geachtet aller vorgestellten Beland! seine grimmige Wuth ge- schwerden, deinen Willen auszugen die Menschen, und deine Sie- richten. Laß uns vor allen Dingen Gebet um den Sieg des Glaubens über die Welt. 87 seine gefährlichsten Versuchungen im völligen Frieden danken durch mit dem Schilde des Glaubens Christum, Amen. an deine unbetrüglichen Verbeißungen, und durch gläubiges Ver- Gebet um den Sieg des trauen auf deine Gnade und auf Glaubens über die Welt. deinen Beistand zu Schanden machen. Die Hoffnung des ewi- 86. Unterlicher Gott! und unvergen Lebens mache uns muthig gegen alle gedrohete Gefahren und unser Glaube soll ja der Sieg wirkliche Leiden. Allen seinen An- über die Welt sein: so verleihe fällen laß uns nach dem Erempel doch auch uns solchen Glauben. deines Sohnes, dein göttliches Schenke uns im Glauben beides, Wort entgegen halten, und ihn die Einsicht und die Kraft, welche damit, als mit einem geistlichen zur Ueberwindung der Welt mit Schwerte zurück treiben. Laß uns allen ihren Lästerungen, Neizunaber auch nicht vergessen, in die gen, Drohungen, Abwechselungen, sem schweren Kampfe zu dir, un- Verwirrungen und bösen Ereme ferm Retter und Helfer, im Ge- peln nöthig ist. Niemals, niebete unser Herz zu erheben, und mals können wir deine erbardamit anzuhalten, wenn wir auch mungsvolle Menschenliebe genugnicht sogleich erhöret würden; in- sam preisen, daß wir dich, den dessen aber stets desto mehr auf einigen Urheber alles Guten, und unsrer Hut stehen, je mehr uns den du zu unserer Erlösung geSatan einzuschläfern und sicher zu sandt hast, Jesum Christum, haben machen suchet. Insonderheit gieb kennen lernen; und daß wir durch uns zu erkennen, wodurch und seine Religion zu der einzigen wozu er uns am leichtesten ver- Quelle aller menschlichen wahren < führen könne, auf daß wir uns und höchsten Glückseligkeit gefühdagegen am meisten verwahren ret worden. Diese trostreiche Erund vorsehen. Herr! wir dan- kenntniß sucht uns die in Unglauken dir, daß du uns diese kräf- ben versinkende Welt durch manche tigen Mittel zum Siege geschenket freche Anfälle auf dieselbe zu und angewiesen hast, und hoffen, wenn wir von deinem Geiste gestärket, sie so gebrauchen, daß wir dann auch alles wohl ausrichten und den Sieg davon tragen werden. Doch erinnere uns auch nach jedem Siege, daß er nicht unserer, sondern deiner Kraft zuzuschreiben sei, auf das wir dich preisen; und daß der Streit damit noch nicht geendet sei, sondern wir uns immer auf einen neuen Kampf gefaßt halten müssen, bis wir nach unserer Vollendung rauben, und uns so ungewiß zu machen, als sie selbst ist. O so befestige doch die Deinen immer mehr in der Wahrheit, daß sie aus ihrer eigenen Festung nicht entLaß uns immer mehr fallen. selbst erfahren, wie göttlich, wie wohlthätig, wie voll süßer Beruhigung und mächtiger Triebe zum Guten die Religion sei. Laß uns immer offenbarer werden, wie die Begriffe, die sie uns von deinen erfreulichen Eigenschaften, von deiner gnädigen Vorim Himmel endlich die Krone der sehung, von deinem Vaterherzen, Gerechtigkeit erlangen, und dir von deinen hohen Absichten mit mit der triumphirenden Gemeine Idem menschlichen Geschlechte giebt, Alus Gebet um den Sieg des Glaubens über die Welt. Blauben& k 88 und alle ihre unverbesserliche Vor- in der Welt immer weniger Aufschriften deiner höchsten göttlichen munterung zum Guten bei dem Majestät, deiner Weisheit und größten Haufen finden sollten, so Güte würdig sein. Laß uns ein- laß uns solche desto mehr in deisehen, wie sie für verdorbene, nem Worte suchen. Laß uns stets ohnmächtige und sündliche Men- eingedenk bleiben, o Schöpfer schen so weislich eingerichtet, und und Herr aller Menschen! daß allen ihren Bedürfnissen so ange- deine unendliche Größe, dein Urmessen sei. Laß uns bemerken, theil und deine Gnade achtungswie unglücklich wir sein würden, würdiger sein, als die ganze wenn wir ohne die Hülfe dieser Menge vergänglicher Beschöpfe, Religion blos uns selbst, unsrer und als das Urtheil, das Lob schwachen Vernunft, unsern un- oder die Verachtung und der ruhigen Leidenschaften überlassen Haß aller Menschen, welche um wären, bei den täglich zunchmen- Kleinigkeiten sich bekümmern, und den bösen Erempeln, den bestän- das einzige Nothwendige versäudigen Reizungen der in die Sinne men; vergnügte Augenblicke su. fallenden Dinge, den mannigfal- chen, und Ewigkeiten, ach! frohe tigen Zerstreuungen des gegenwär- Ewigkeiten verträumen. Laß uns tigen Lebens, den so sehr ver- vielmehr mit immer größerer Bedienten Vorwürfen unsers Gewis- gierde und Aufmerksamkeit alle sens, den ängstlichen Gedanken Mittel und Gelegenheiten in Acht vom Tode und der Ungewiß nehmen, durch welche wir unsere heit von unserm Zustande nach Erkenntniß heilsamer Wahrheiten demselben. Laß uns deutlich erweitern, in der Ucberzeugung wahrnehmen, wie die Welt, uns besser gründen, und unsere welche uns dies Licht zu neh- Empfindungen darüber verbessern men und verächtlich zu machen können. Laß uns nicht nur die suchet, uns nichts besseres dage- Wahrheit redlich suchen, sondern, gen anweise, ja unmöglich an- wenn wir sie hören oder lesen, weisen könne. Deine nie genug so laß uns auch jedesmal kräftig gepriesene Güte, o allerhöchster dadurch gerühret werden. Laß Erbarmer! die uns dieses gött uns aber auch im Glauben und liche Licht geschenket hat, laffe Gottseligkeit rechtschaffene Thäter uns insonderheit die sonderbare deines Wortes sein, und durch Beruhigung immer mehr erfahren, deren Kraft alle Hindernisse und die in der auch uns so unent- Verführungen des Unglaubens und behrlichen Gnade der allgemeinen der Laster überwinden. Wenn Versöhnung des menschlichen Ge- also unser Glaube hie die Welt schlechts liegt. Sie mache uns besieget hat, so laß uns dort aber auch willig, den so noth- der unaussprechlichsten Glückseligwendigen als höchst annehmungs- keit theilhaftig werden, welche du würdigen Bedingungen uns zu den Ueberwindern nach deiner väunterwerfen, unter welchen wir terlichen Erbarmung in Christo an dieser Erlösung Theil haben bestimmet hast, Amen. und behalten können; weil der, so deinen Willen thun will, recht inne wird, daß diese Lehre von dir sei. Wenn wir denn auch AP 89 Gebet gegen des Fleisches Anfechtung. TORU Gebet gegen des Fleisches zeit, daß ich von Herzen alle Anfechtung, böse Gedanken alip daddar und Lüſte. Dinge fliehe, durch welche des Fleisches Luft gereizet und entzündet wird, insonderheit Unmäßigkeit und Müssiggang; und daß ich mich hingegen zu deinen Beug1929twolny nissen halte, und alle meine Lust an deinen Geboten habe, sonderlich aber, daß ich allezeit bedenke, wie eine so große, unaussprechliche und ewige Pein auf die kurze und elende Lust dieses Lebens erfolgen werde, damit ich desto ernstlicher aller fleischlichen Luft widerstehe. Ja dieweil wir von dir so große Verheißungen haben, so bilf, daß ich auch desto lieber von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes mich reinige, und in deiner Furcht mit der Heiligung fortfahre. O du Gott des Friedens, heilige mich durch und durch, auf daß mein Geist ganz sammt der Seele und dem Leibe unsträflich behalten werde auf die Zukunft unsers Herrn Jesu Christi. Du bist getreu, der du uns rufest, du wirsts auch thun, Amen. 87. Heiliger und gerechter Gott, barmherziger lieber Vater! dir bekenne und flage ich die große Unart meines verderbten Fleisches, und die Unreinigkeit meines Herzens, aus welchem, als aus einer giftigen Quelle, allerlei böse Lüste entspringen, die wider die Seele streiten. Ach Herr! wie oft, wie geschwind übereilet und bethöret mich ein böser Gedanke, oder eine verkehrte Lust, und unterstehet sich mein Herz einzunehmen und zur Sünde zu verleiten! Solches ist mir herzlich leid, und ich habe keinen Gefallen an den bösen Gedanken und Lüsten des Fleisches. So verwirf mich doch um deren Willen nicht von deinem Angesichte, o mein Gott! und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Schaffe aber in mir ein reines Herz, und gieb mir einen neuen gewissen Geist, damit ich die vergängliche Lust der Welt Gebetum Selbsterkenntniß. fliehe, auch nicht nach meinen eigenen Lüften wandele; sondern 88. Ach mein lieber himmbösen breche, lischer von deinem allein guten Willen von welchem alle Weisheit und alle Herzen gehorche. Vergieb mir, Erkenntniß kommet: gieb mir o Herr! die Sünde, die in mir wohnet, und alle unseligen Früchte derselben, auch meine verborgenen Fehler um Christi willen, und waffne mich durch deinen Geist, daß ich ja die Sünde in meinem sterblichen Leibe nimmermehr herrschen lasse, ihr Gehorsam zu lei sten in ihren Lüsten; sondern daß ich dir lebe im Glauben und rechtschaffener Heiligkeit. Laß mich nicht fleischlich, sondern geistlich gesinnet sein. Regiere mich alle Weisheit, daß ich mich selbst recht erkenne, wer ich von Natur sei, woher ich sei, und was ich sein werde. Von Natur bin ich leider! ein elender Sünder, voll Unreinigfeit; ich bin aus sündlichem Saamen gezeuget, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen: überdies bin ich annoch außer dem rechten Vaterlande, in einer Welt, die im Argen liegt und dem Tode unterworfen. Aus Gnaden aber bin ich dein liebes 90 Gebet um Selbsterkenntniß. Kind, von neuem geboren aus du deinen heiligen Willen volldem Wasser und heiligen Geiste: bringen mögest. O mein Gott! bin hie im Reiche der Gnaden, behalte und bewahre deine Wohund glaube, daß ich in das Reich nung in meinem Herzen, auf daß der Herrlichkeit kommen werde. ich in dir, und du in mir ewig Ach mein Gott! ich danke dir, bleibest, auf daß nicht ich, sondaß du mich zu einem vernünfti- dern mein Herr Christus in mir gen Menschen gemacht, und zu lebe; und daß, was ich hie im deinem Ebenbilde erneuert hast. Fleisch lebe, ich im Glauben des Gieb, daß ich nach diesem deinem Sohnes Gottes leben möge, der Bilde freundlich, sanftmüthig, mich geliebet und sich selbst für liebreid, gütig, barmherzig, de- mich dargegeben hat, auf daß ich müthig und milde sei gegen Je- auch dereinst nach deiner Verheißung dermann. Du hast mir, lieber ewig mit ihm leben möge. Das verBater! eine unsterbliche Seele leihe mir um seinet willen, Amen. gegeben: gieb mir nun auch die Gnade, daß ich nicht vergängliche Gebet um treue VerrichDinge suche, und meine unsterbliche Seele nicht mit eitlen und tung seines Berufes. nichtigen Dingen beschwere, als 89 Allmächtiger, ewiger Gott, wir immer ungeschickter gemacht, und endlich in danken dir, daß du die Arbeit, den ewigen Tob versenket wird. als deine Ordnung in deinem Ach mein Herr Jesu Christe! dein Worte uns angewiesen hast, uns Geist hat mich durch dein Wort dadurch in unserm Berufe Geleund Sakrament zu einem neuen genheit zu vielem Guten giebest, Menschen wiedergeboren. Gieb ja auch unsere äußerliche Arbeit mir die Gnade, daß das alte als einen dir wohlgefälligen Böse in mir immer mehr vergehe, Dienst aufnehmen willst, wenn und alles Gute neu werde. Gieb wir sie in Absicht auf dich und mir Gnade, daß ich bedenke, daß um deines Befehls willen gewisich zum ewigen Leben geschaffen senhaft und fleißig verrichten. Wir und erlöset sei, auf daß ich müssen dir aber bekennen und zeitliche Dinge und Wollüste klagen, daß wir in unserm Stande verschmähen lerne. Gieb, daß ich und Berufe nicht so treulich und stets bedenke, daß ich zu göttlichen fleißig gearbeitet, als wir billig himmlischen Dingen erleuchtet und thun sollen; daß wir manches geheiliget bin, damit ich nicht ir- Mal träge gewesen zu dem, was disch gesinnet sei; sondern mein wir hätten thun sollen, oder es Fleisch bezwingen lerne, auf daß nicht in der rechten Absicht gees die göttlichen Werke in mir than haben. Ach lieber Vater! nicht verhindere. Gieb, daß ich verzeibe uns diese Sünde, und stets bedenke, daß du mich zu gieb Gnade, daß wir künftig die deinem Tempel und Wohnung ge- Werke unsers Berufes mit treuem heiliget haft, auf daß ich mich Fleiße verrichten. Verleihe uns durch die fleischlichen Lüste nicht die Weisheit, unsere Arbeit flügverunreinige; sondern daß ich lich einzurichten. Schenke und thue, was dir wohlgefällt, und Lust und nöthige Kräfte dazu, ich dein Werkzeug sei, dadurch lund erhalte zu dem Ende unsere Gebet um des Leibes Nahrung und Unterhalt. 91 Gesundheit. Segne unsere Ge-| mich die ganze Zeit meines Leschäfte und gieb dein Gedeihen bens, von Jugend an bis auf dazu. O Herr Jesu Christe! du diese gegenwärtige Stunde so väbist uns selber mit deinem Erem- terlich ernähret hast, und mir alle pel vorangegangen, indem du das Tage Speise, Trank und Kleider Werk, dazu dich dein himmli- verschaffest; mich mit aller Nothscher Vater auf Erden gesandt durft und Nahrung des Leibes hatte, mit größtem Fleiße verrich- und Lebens reichlich und täglich tet haft; gieb Gnade und Segen, versorgest. Nackt und bloß bin daß wir deinem heiligen Vor- ich auf diese Welt kommen: du bilde folgen, in unserm Stande aber bescherest mir, was zu meiund Berufe fleißig arbeiten, und nem Unterhalt nöthig ist. Solcher des göttlichen Segens und Ge- deiner Wohlthaten bekenne ich deihens dabei mit Geduld erwar- mich ganz unwürdig, und habe ten. O heiliger Geist! dämpfe deren keine verdienet. Herr mein und bezwinge das sündliche Fleisch, Gott! groß sind deine Wunder der welches immerdar zum Müssig- Gnade, die du an uns beweisest, gange, zur Trägheit und Untreue dir ist nichts gleich: ich will sie geneigt ist. Treibe uns an, daß verkündigen und davon sagen, wir mit der Gabe, die du uns wiewohl sie nicht zu zählen sind. verliehen hast, unserm Nächsten Sch bitte dich, du wollest mich so treulich dienen, wie wir hinfort auch nicht verlassen, sonfeine Gabe zu genießen wünschen. dern mir Speise und Trank, Bewahre uns nicht nur vor Un- Nahrung und Kleider bescheren: treue und betrüglicher Arbeit, son- denn du weißest, daß wir solcher dern auch vor Nachlässigkeit. Ver- deiner Gaben zu diesem zeitliche hüte, daß wir der Mühe und Beschwerden wegen, unsers Berufes nicht überdrüssig werden, uns aber auch nicht dergestalt darin vertiefen, daß wir des Ewigen darüber vergessen, oder die Sorge für unsere Seele versäumen. Regiere vielmehr unsere Herzen also, daß wir alle unsere Arbeit zu Gottes Ehren, unserm und des Nächsten Nußen richten, und endlich in die ewige Ruhe und Freude nach der mühseligen Arbeit dieses Lebens eingehen mögen, durch Jesum Christum, unsern treuen Heiland, Amen. Leben nicht entbehren können, auch solche uns selber ohne deinen Beistand und Segen nicht zu erwerben vermögen; sondern wenn du giebest. so sammeln wir, und wenn du deine Hand austhust, so wird alles, was da lebet, mit Wohlgefallen gesättiget. Verleihe aber auch, daß wir deine milde Gaben nicht mißbrauchen zur Sünde, uns nicht damit überschütten, noch unsere Herzen mit Fressen und Saufen, und mit Sorgen der Nahrung beschweren; auf daß wir nicht dem Irdischen dienen, und in Versuchung und Stride des Satans und viel thöGebet um des Leibes Nah- rigter und schädlicher Lüste fallen, rung und Unterhalt. welche die Menschen ins Verderben und in die Verdammniß ver90. der Ehren und Herr trauen auf deine Vorsorge vor Himmels und der Erden! daß du dem leidigen Geize, welcher eine 92 Gebet um christliche Vorbereitung zum Tode. Wurzel alles Uebels ist, daß wir unserer Sünden, und Stärkung uns durch denselben nicht verfüh- des Glaubens, und dessen Lebens. ren lassen, damit wir nicht vom Ja, lebe du selbst in uns, und Glauben irre gehen, und uns überwinde in uns den Tod, wenn viel Schmerzen machen. Dagegen wir in den Kampf mit demselben aber, o gütiger Gott! gieb Gnade, treten. Herr Gott heiliger Geist, daß wir alle unsere Sorge und du Geist des Lebens! wirke durch Anliegen auf dich, unsern lieben die Kraft deines Wortes und der Vater im Himmel, jederzeit wer- heiligen Sakramente in uns alles, fen und uns an dem täglichen was zur seligen Vorbereitung Brote und an deiner milden Gabe nöthig ist, den Glauben und des begnügen lassen, weil es ein sen Früchte; stelle uns allezeit vor großer Gewinn ist, wer gottselig Augen unsere Sterblichkeit und ist, und ihm begnügen lässet an die bevorstehende Ewigkeit, uns dem, was da ist. Laß mich also vor aller Sicherheit zu bewahren. stille sein und das meine schaffen, Dreieiniger Gott! wir befehlen meine Arbeit mit allem Fleiße dir unsere Seelen jetzt und an thun, und meinen Beruf redlich unserem letzten Ende in deine ausrichten. Vor allen Dingen Hände; du hast sie erlöset, und laß mich nach deinem Reiche und willst sie noch ferner erlösen, Herr, deiner Gerechtigkeit trachten; so du trener Gott! Amen, in Jesu wird mir alles Andere zufallen. Amen. Das thue um Jesu Christi willen, Amen. Noch ein Gebet um christliche Vorbereitung zum Lode. Gebet um christliche Vorbereitung zum Tode. 91. A, ewiger Gott, du 92. Großer Gott, Herr deiVater des Lebens! ner Geschöpfe! du hast bereite uns doch durch deinen hei- nach dem Sündenfalle dem Menligen Geist in unserm ganzen Le- schen gesetzt, einmal zu sterben, ben zu einem seligen Schluß hernach aber das Gericht. Ich desselben; wirke in uns wahre gehe dieser entscheidenden Stunde Buße, und laß uns allezeit unsern beständig entgegen, und wer weiß, Wandel also führen, wie wir ihn wie nahe sie mir sei? Lehre mich geführet zu haben an unserm leß- demnach meine Tage zählen, lehre ten Ende wünschen und verlangen mich bedenken, daß mein Leben werden; räume hingegen von uns ein Ziel hat, und ich davon muß. weg alle Hindernisse, dadurch der Erinnere mich oft durch deinen Teufel, die Welt und unser eige- Geist, daß ich hier keine bleibende nes Fleisch von solcher Bereitung Stadt habe, sondern die zukünfuns abziehen, und in der Sicher- tige suchen müsse. heit zu unserm ewigen Verderben Deine Gnade hat uns zu einem erhalten wollen. Herr Jesu! du andern und bessern Leben bernFürst des Lebens! der du den fen; unsere Seele ist unsterblich, Tod überwunden hast, schenke uns und auch den Leib, der in das die Kraft deines Totes und deiner Grab sinket, will deine Allmacht seligen Auferstehung, zur Tilgung wieder herstellen. Du hast un Gebet um christliche Vorbereitung zum Tode. 93 zur Ewigkeit bestimmet; aber dein meinem Heilande leben, damit ich Wort zeiget uns eine zweifache in derselben auch entschlafen möge. Ewigkeit, eine selige und eine Laß mich mein Haus auch in irunselige. Du thuft alles, um dischen Dingen zeitig bestellen, uns zu einer vollkommenen Selig- und alles in einer guten Ordkeit zu bereiten und zu führen. nung halten, damit ich nicht durch Aber ach! viele widerstreben, und ergeben sich Lüsten, bei welchen feine Seligkeit Statt haben kann; sondern die uns in Verderben und Verdammniß versenken. Gieb doch, mein Gott! daß ich meine Seele solchen verderblichen Trie- lassen werde. ben nie überlasse, sondern dage- deinen Geist, gen wache, bete und kämpfe. Laß mich in den meine Nachlässigkeit den Meinigen und Andern nach meinem Tode noch Beschwerlichkeiten verursache, und sie in Verwirrung und Schaden sebe. Sorge für die Meinigen, die ich in dieser Welt zurück Regiere sie durch bewahre sie vor Verführung, und erhalte sie in fus für trafen, welche Je- deiner Gnade. Versorge sie auch übernommen, im Leiblichen, und laß sie in die unseligen Folgen derselben er- feine solche Armuth verfallen, die blicken, und erinnere mich, daß sie zu Lastern verleiten möchte. deine Liebe uns durch diesen An- Ist es dein gnädiger Wille, mein blick von Sünden abschrecken, und Gott! so bitte ich dich herzlich, zur Buße leiten wollen; und daß mich vor einer langwierigen und ein solcher Beweis deiner Liebe gar zu schweren Krankheit zu beund deines Ernstes uns verwahren. Soll ich dergleichen aber pflichte, unsere Kräfte und Leben nach deinem Rathschluß überdir zu heiligen. Bewahre mich nehmen, so geschehe dein Wille. vor dem frevelhaften und allerge- Nur verleihe mir alsdenn Gefährlichsten Vorsaß, meine Buße duld, Muth und Standhaftigbis an das Ende meiner Tage feit, damit ich auch im Leiden zu verschieben. Laß mich doch meinem Heilande folge, und bea kein solches Scheusal werden, weise, daß mich keine Trübsal welches sich zu einem so abscheu- von dir scheiden könne. Auch lichen Undanke gegen deine un- bitte ich dich, jedoch nach deinem endliche Liebe entschließet. Zeige Wohlgefallen, begnadige mich mit mir die Gefahr derer, welche erst einem vernünftigen, erbaulichen eine Gewohnheit in Sünden er- und sanften Ende, und wenn langet, und wie äußerst gefährlich endlich diese Hütte bricht, so ein jeder Ausschub der Buße, und nimm meinen unsterblichen Geist wie schwer bei einem solchen eine auf und bringe ihn zu der Ruhe wahre Sinnesänderung sei. Laß deines Volkes, und erwecke auch mich täglich den Sünden abster- dermaleinst den verweseten Leib ben, und Jesu zu folgen suchen, zu einer seligen Unsterblichkeit. damit ich am Ende meiner Tage Verleihe mir diese Gnade, darnicht als ein solcher erscheine, der um ich dich so sehnlich bitte, nur Herr, Herr! gesagt, aber dei- um deiner Erbarmung und nen Willen nicht gethan hat. Laß um Heilandes willen, mich in der Gemeinschaft mit Amen. meines afda opis tard) and phan tolmsgrorm Gebet um ein seliges Ende. d um ein ſeliges Ende. 93. deinem Worte, nur die Thür zum ewigen Leben aufthut. Laß meinen Glauben auch im Sterben gütiger Gott! du deinen Heiland sehen, den du hast dem Menschen auch mir bereitet hast, und in seiein Ziel gesetet zu leben, welches ner Gemeinschaft mich, deinen er nicht überschreiten kann; denn Diener, in Friede fahren. Gieb, er hat seine bestimmte Zeit, die daß mein letztes Wort sei, wetZahl seiner Monden stehet bei dir. ches dein lieber Sohn am Kreuze Darum lehre mich doch bedenken, gesprochen: Bater, in deine Hände daß ich sterben muß, und allhier befehle ich meinen Geist. Und in dieser Pilgrimmschaft keine wenn ich nicht mehr reden kann, bleibende Stadt habe. Thue mir so erhöre doch mein lettes Seufkund mein kurzes und vergäng- zen, durch Jesum Christum, Amen. liches Wesen, daß ich oft und 94 Gebet ernstlich an mein Ende gedenke, auf daß ich in dieser Welt nicht Gebetvomjüngsten Gericht. mir dir lebe und sterbe; damit ich im wahren Glau- 94. Heiliger Regierer ber Gott, ben den Tag meiner Heimfahrt, und der Erscheinung deines Soh- Welt! du hast einen Tag gesetzt, nes Jesu Christi wachend, betend an welchem du durch deinen Sohn und fröhlich erwarte, und geschickt den Kreis des Erdbodens mit Gesei derselben mit heiligem Wan- rechtigkeit richten willst. Die Fromdel und gottseligem Wesen freudig men sollen nicht ewig unter den entgegen zu eilen. Begnadige Gottlosen wohnen, und die Tumich mit einem seligen Abschiede, gend soll nicht immer unter dem wenn mein Ende herzu nahet; Druck des Lasters seufzen. Gute daß ich selig sterbe. Verleihe mir und Böse sollen dereinst von einnach deinem gnädigen Willen da- ander geschieden, und ein Jeder bei ein vernünftiges Ende, daß nach seinen Gesinnungen und Beich mir meines Gnadenstandes tragen gerichtet werden. Schon und der mir beigelegten seligen den Seelen bestimmest du nach Hoffnung bewußt bleibe, Andere deinem Urtheile ihren Aufenthalt, auch sterbend erbaue und dich wenn sie den verweslichen Leib preise. Vor allem behüte michy, verlassen, und sie gelangen entgnädiger Gott! vor der ewigen weder in das Paradies, oder an Verdammniß, und vor einem sol- den Ort der Qual. Wenn aber chen schnellen und also bösen Tod, dereinst die Zeit ist, da diese dabei ich plößlich und unbereitet Welt veraltet, und im Feuer zervon meinem letzten Stündlein geben, und eine neue Schöpfung überfallen werde; gieb vielmehr dargestellet werden soll, so soll nach deiner Barmherzigkeit, daß zur völligen Beweisung deiner ich mich zuvor mit wahrer Buße Gerechtigkeit und Gnade, auch und rechtem Glauben zu meinem der Leib der Verwesung entrissen Ende bereitet habe; und wenn das werden, und alsdenn das große selbe kommet, so mache mich freu- Weltgericht erfolgen, wo Jesus dig und unverzagt gegen den zeit- als ein Richter in Herrlichkeit, lichen Tod, der mir ja, nach mit Schaaren von Engeln und Gebet vom jüngsten Gericht. 195 Erzengeln, und unter dem Schall| Gerichtstag für deine treuten Kinmächtiger Donner erscheinen und der, für wahre Freunde Jesu sein Guten und Bösen ein Urtheil wird, die ihren Glauben durch sprechen wird, welches ihr ewiges Liebe bewiesen, und das gethan, Schicksal entscheidet. Die Gerech- was er ihnen geboten und mit ten werden nach demselben in das seinem Vorbilde gelehret hat. Laß ewige Leben, die Gottlosen aber mich doch als dein Kind, als ein in die ewige Pein gehen. Hei- Glied Jesu Christi unter einer ligster Gott! präge das Andenken heiligen Führung deines Geistes an dieses Gerichte meinem Ge- und in einer willigen Nachfolge müthe recht tief ein, damit ich desselben leben, leiden und stermich desselben erinnere, wenn die ben, damit ich an jenem Tage unseligen Verführungen des Sa- von dem Richter denen beigefüge tans, der Welt und meiner ver- werde, welchen seine holde Stimme derbten Natur mich zur Sünde dieses Urtheil zurüfet: Kommet bewegen wollen. Laß mir als- her, ihr Gesegneten meines Vadenn doch in das Herz und den ters, ererbet das Reich, das euch Sinn kommen, daß ich vor demjeni- von Anbeginn der Welt her begen Richter erscheinen müsse, der reitet ist, gehet ein zu eures das Innerste der Herzen prüfet, Herrn Freude. Wirke und ervor welchem alle Handlungen der halte in mir den Glauben, die Menschen wie auf ein Buch ge- Liebe, die Tugend, die Treue, die schrieben sind, und dem es un- dein Sohn krönen wird. Thue ' möglich ist, einen Feind wie dieses um deiner Erbarmung wil einen Freund, einen Sklaven der len, Amen. Laster als einen Verehrer der Tugend, einen Zerstörer seines Reichs wie einen treuen Bürger anzu- Gebet vom ewigen Leben. sehen. Flöße meiner Secle ein heiliges Schrecken vor dem Schick 95. Gelobet ſeift du, o Gott sal derer ein, welche deinen Bund und unsers verlassen, und sich als Feinde des Herrn Jesu Christi! daß du uns Heilandes beweisen, und deinem nach deiner großen BarmherzigGeiste beharrlich widerstreben; keit wiedergeboren hast zu einer welchen der Richter das unwider- lebendigen Hoffnung durch die rufliche Urtheil sprechen wird: Auferstehung Jesu Christi von den gehet hin von mir, ihr Versluch- Todten, zu einem unvergängten, in das ewige Feuer, das lichen, unbefleckten und unverbereitet ist dem Teufel und seinen welklichen Erbe, das denen im Engeln, ich habe euch noch nie Himmel vorbehalten wird, die erkannt, weichet alle von mir, ihr aus deiner Macht durch den GlauUebelthäter. Verhüte doch, mein ben zur Seligkeit bewahret werGott! durch deine Barmherzigkeit den. O wie selig ist die Hoffund um des Blutes deines Sohnung, welche du deinen Gläubigen nes willen, daß ich nicht als ein frecher Sünder sicher dahin gehe und dieses fürchterliche Urtheil mir zuziehe. Zeige mir im Geiste, wie herrlich, wie angenehm jener geschenket hast! Jesus unser Haupt lebet, wir seine Glieder sollen auch leben, bei ihm sein, seine Herrlichkeit sehen, dich, o Gott! schauen. Was für Glanz, An 96 Gebet vom ewigen Leben. muth und Freude wird uns in| mühsamen Unterhalts bedarf. Dort jener Welt umgeben! was für wallen wir Anfangs außer dem ausnehmende Werke wird uns der Leibe in der angenehmsten Freiweite Himmel nicht zeigen, wo heit, und hernach empfangen wir du, Gott! deine völlige Herrlich in jener neuen Schöpfung einen feit offenbarest, und wo keine verklärten Leib, der dem Geiste Sünde, kein Fluch, kein Elend, nicht beschwerlich sein kann, nichts keine Tyrannei der Gottlosen als angenehme Empfindungen vermehr Statt findet! Hier erken- ursachet, und ihn in seinen Wirnen wir dich, o höchstes Gut! fungen nicht hindert. Der Tod nur noch in einem dunklen Worte, wird alsdenn nicht mehr sein, noch und unsere Augen sind zu schwach, Leid, noch Geschrei, kein Schmerz einen größern Glanz von deinem wird mehr sein. Hier sind je zu Lichte zu ertragen; dort aber sehen Zeiten selbst die Elemente wider wir dich von Angesicht zu Ange- uns. Frost, Hiße, Sturm, Wassicht. Hier ringen wir zu Zeiten serfluthen, zerschmetternder Donmit traurigen Zweifeln; dort er- ner, verderblicher Hagel feßen kennen wir alles deutlich, mit uns in unangenehme Empfinvölliger Ueberzeugung und steter dungen, Furcht und Sorgen; Ruhe. Wie entzückend wird diese dort wirket alles zu der SeErkenntniß sein! Hier seufzen ligen Bergnügen, nichts schadet, fromme Seelen unter der ihnen nichts schrecket. Hier finden sich unerträglichen Last sündlicher mächtige Tyrannen, gehässige Triebe: durch deine Gnade ha- Feinde, listige Räuber und Beben sie das sehnlichste Verlangen, trüger, falsche Freunde und stolze dir, o Gott! recht gefällig zu Verächter ihrer Nebenmenschen: sein, und dem Heilande allezeit dort ist alles ein Herz und eine nachzufolgen; allein die Sünde Seele, die treueste Freundschaft klebet uns noch immer an; Sa- mit den Engeln und Erzengeln, tan, Welt und unsere verderbte die uns lieben, da du selbst, o Natur übereilen uns noch so ofte, Gott! uns deine Kinder, und du, daß wir Fehltritte thun. Dort o Heiland! uns deine Brüder aber kommen wir zur Freiheit( deine Schwestern) nennst. Haben deiner Kinder, dort höret die wir hier noch fromme und liebSünde und der traurige Kampf reiche Freunde und Verwandte, mit derselben auf, und der un- deren Umgang uns vergnüget; vollkommene Anfang unserer Hei- so reißet der Tod einen nach dem ligung erreichet seine rechte Voll- andern dahin, oder er entfernet kommenheit. Dort werden wir uns mit Angst und Leidwesen dich vollkommen lieben, vollkom- von ihnen, Einer stehet bei des men ehren, dich freudig verherr- Andern Grabe und weinet. Dort lichen, vollkommene Tugenden finden wir einander wieder, unsere werden uns zieren, und keiner Freundschaft wird vollkommen, und wird dem Andern mehr lästig sein, dauert so wie unsere Seligkeit, sondern ein Jeder des Andern ewig. O Gott! wie groß ist die Freude vermehren. Unser Geist Ruhe und Zufriedenheit, die du wohnet hier in einem Leibe, der uns schon in dieser Hoffnung ihm oft zur Beschwerde gereichet, schenkest. Was für Freude wird Schmerzen verursachet, und eines der völlige Genuß einer Seligkeit Gebet nach der Ordnung des Vater Unsers. werben gewähren, die unser jeßiges Den- heiligen, ehren, loben und preifen übersteiget, und welche hier sen. Regiere und führe uns Niemand recht beschreiben kann! durch deinen guten und heiligen Sei gepriesen, sei ewig verherr- Geist: bleibe bei uns mit dem lichet, daß du uns Sündern, uns Reiche deiner Gnaden, und breite Elenden, uns Sterblichen ein es immer weiter und herrlicher so großes Heil durch Jesum er- aus; bis du auch endlich mit dem und versichern lassen. Reiche deiner unendlichen HerrlichMache uns in diesem Glauben feit zu uns kommest und uns in recht feste und freudig, und lasse die ewige Freude und Seligkeit uns beständig mit allem Eifer einführest. Erhalte unterdessen nach dem trachten, was droben bei uns das heilige Predigtamt ist, wo Christus ist, sizend zu und den reinen Gottesdienst: verdeiner rechten Hand. Bekehre leihe uns deine Gnade, daß wir diejenigen, welche dieses große alle, und ein Jeder insonderheit, Heil noch nicht suchen, sondern sowohl in unserm ganzen Chris in die Sünde verliebt und ver- stenthume und gemeinen Leben, strickt der Hölle entgegen eilen. als auch in unserem besonderen Ziehe unser aller Herzen von dem( Amte und) Berufe, als fromme Vergänglichen und Irdischen ab, Christen, treu und fleißig sein, und richte es auf das Unvergäng- und in demselben deinen Willen liche und Himmlische, und bringe allhie auf Erden also verrichten, uns endlich zu dem seligen Ge- wie die heiligen Engel im Himnuß deiner Herrlichkeit im Himmel thun. Bersorge uns auch, o mel, um deiner Liebe und um lieber Vater! mit aller leiblichen der durch Jesum geschehenen Ver- Nothdurft, und erhalte( gieb) uns söhnung willen, Amen. den lieben Frieden. Wende ab die wohlverdienten Strafen des Feuers- und Wassersnoth, und Krieges, der Theurung, der mancherlei Krankheiten, und segne uns nach deinem gnädigen Wilbarmherziger himm- len; damit wir dir in unserm lischer Bater! ewi- dir wohlgefälligen Berufe desto ger und über alles erhabener ungehinderter und besser dienen Gott! der du uns bishero so können. Erhalte und regiere auch gnädiglich erhalten hast, und auch unsere und alle christliche Obrigals ein getreuer Vater und all- teit. Erbarme dich, o Herr! unmächtiger Gott uns noch ferner sers ganzen Landes, und sonderalles Gute geben willst und kannst: lich deiner lieben Gläubigen, und wir arme Sünder bitten dich, in beschüße uns in aller Noth und dem Namen Jesu Christi deines Gefahr. Vergieb uns alle unsere Sohnes, du wollest uns erleuch- Sünde um Christi willen, wie ten durch dein Wort und Wahr- wir denn auch durch deine Gnade heit, daß wir dich recht erkennen unserm Nächsten verzeihen, und und mit Herzen und Munde, mit den ernstlichen Vorsaß haben, in Worten und Werken, im Thun christlicher Liebe und Einigkeit zu und Lassen, in Glück und Un- leben. Dabei wollest du uns, D glück, Leben und Sterben, dich Herr! nicht mehr Versuchung auf 7 96. Gebet nach der Ordnung des Vater Unsers. 97 98 Gebet für die drei Hauptstände und gemeine Wohlfahrt. legen, als wir ertragen können, des Friedens geben, und das damit wir darunter nicht versin- löbliche Haus Braunschweig und ten; sondern stärke du unsere Lüneburg dabei in Gnaden erHerzen, und hilf uns alle Ver- halten und beschirmen; insondersuchungen unserer geistlichen Feinde heit aber unserm geliebtesten Köüberwinden. Erlöse uns auch nige und Landesherrn, Dero Köendlich durch ein seliges Ende niglichen Gemahlin, dem Kronvon allem Uebel; und hilf uns prinzen, wie auch dem gesammaus zu deinem himmlischen Reiche. ten Königlichen Hause alles wahre Denn du, Herr! bist unser gnä- Wohlergeben, langes Leben, be diger König, dessen Kraft unend- ständige Gesundheit, glückliche Relich und dessen Herrlichkeit ewig gierung und deinen zeitlichen und ist. Darum vertrauen wir dir, ewigen Segen verleihen: auch daß du als ein allmächtiger deroselben Ministern und Näthen, Gott könnest, und als unser geistlichen und weltlichen, sammt lieber Vater auch wollest uns allen Königlichen Beamten und erhören, helfen und segnen, um Bedienten im Lande,( wie auch beines eingebornen allerliebsten Sohnes Jesu Christi willen, Amen. Bürgermeistern und Rath dieser Stadt) wollest du mit dem Geiste der Weisheit und des Rathes beistehen, Gnade, Einigkeit und gewisſenhaften Fleiß geben, die Unterthanen nach deinem göttlichen Willen und Wohlgefallen zu regieren, auf daß die Gerechtigkeit befördert, die Bosheit ge97. mächtiger Gott und bindert und gestrafet werde, da Vater unsers Herrn mit wir in stiller Ruhe und gutem Jesu Chrifti, ein Herr Himmels Friede, als Christen gebühret, und der Erden! Wir danken dir unser Leben führen und vollenden von Herzen für deine Gnade, mögen. Laß dir auch in Gnaden Liebe und Treue, die du uns befohlen sein die löbliche Georgbisher erwiesen; insonderheit, daß Augustus Universität zu Göttindu dein heiliges Wort und den gen, wie auch die Schulen insge reinen Gottesdienst unter uns er- sammt, damit solche dem ganzen halten hast: und bitten dich herz- Lande und deiner Kirche zum lich, du wollest deine heilige christ- Besten bei gutem Wohlstande erliche Kirche mit ihren Dienern, halten werden, und viel tüchtige Wächtern und Hirten, durch dei- und geschickte Männer zu deinen heiligen Geist regieren, daß nem Dienste und zu des Vatersie bei der rechtschaffenen Weide landes Wohlfahrt auferziehen und deines seligmachenden Wortes er- darstellen mögen. Wir bitten halten werden möge, dadurch der dich ferner, lieber himmlischer wahre Glaube und die Liebe ge- Vater! für den Hausstand und gen dich und alle Menschen in alle die dazu gehören; gieb gottuns erwachse und zunehme. Du selige und in beständiger Liebe wollest auch der weltlichen Obrig- verbundene Ehegatten, rechtschaf Feit, allen christlichen Kaisern, fene und sorgfältige Eltern, eine Königen und Fürsten, Gedanken wohlerzogene und hoffnungsvolle Gebet für die drei Hauptstände und gemeine Wohlfahrt. ispi Gebet für die brei Hauptstände. 99 Jugend, gewissenhafte und billige Geschenk und Gabe,( nebst dem Herrschaften, frommes und gelöblichen Bauwesen) bewahren, treues Gesinde. Laß eines jeden und nach deinem heiligen Willen Arbeit und Gewerbe dir wohlge- in weitere Aufnahme bringen. fällig und gesegnet sein. Beför- Im übrigen bitten wir dich um dere die Handlung, gieb dein alles, darum du, ewiger Gott! Gedeihen zu Künsten und Hand gebeten sein willst, daß du uns werken, und laß auch den redli- solches gnädiglich verleihest, durch chen Tagelöhner bei seinem Schweiß das bittere Leiden und Sterben durch deine Fürsorge erfreuet wer- deines lieben Sohnes, unseres Gieb, daß unsere Feinde Herrn Jesu Christi, welcher mit und Widersacher sich bequemen, dir, Vater! und dem heiligen mit uns friedlich zu leben. Steure Geist lebet und regieret, ein und wehre, o starter, allmächti- einiger wahrer Gott, in gleicher ger Gott! den Kriegen in aller Majestät und Herrlichkeit, hochWelt, insonderheit beschüße deine gelobet in Ewigkeit, Amen. liebe Kirche wider die Feinde des christlichen Namens und wider den. alle Verfolger, und erhalte uns Kürzeres Gebet für die und unser geliebtes Vaterland in drei Hauptstände. Ruhe und Frieden. Behüte uns vor der schädlichen Pestilenz und ir danken dir, grunde allen ansteckenden Seuchen, vor 98, Wir gütiger Gott! daß Mißwachs, Theurung, Wassers- du dein seligmachendes Wort bei noth, Feuersbrunst und allen uns rein und unverfälscht bis hie wohlverdienten Landplagen. Stehe, her erhalten hast, und bitten, daß o Gott! mit Trost und Hülfe den du dasselbe unter uns und unsern Wittwen und Waisen und allen Nachkommen bis an den lieben denen bei, die in Trübsal, Ar- leßten Tag ferner erhalten, forte muth, Krankheiten und Kindes- pflanzen und gedeihen lassen banden, in Noth zu Wasser und wollest. Lande und anderen Gefahren sind, Auch bitten wir für die drei auch denen, so um deines heiligen Hauptstände der ganzen ChristenNamens willen, und wegen ihresbeit, für den geistlichen, weltChristenthums angefochten oder lichen und Hausstand; zuförderst gefangen sind, oder Drangsal und für unsern geliebtesten König und Verfolgung unschuldig leiden; da- Landesherrn, und alle, die dem mit sie dieses und alles andere selben mit naher Verwandtschaft, Kreuz für deinen väterlichen Wil- wie auch Amtswegen zugethan len erkennen, in christlicher Ge- sind. Du, o Gott! wolleft duld ertragen und von allem ihnen heilsam Regiment besche Uebel kräftiglich errettet werden. ren, und sie sammt uns allen Du wollest auch allen Früchten in deinen starken Schuß nehmen, der Erden, die zur leiblichen und zu zeitlicher und ewiger WohlNothdurft gehören, bei fruchtbarer fahrt dir herzlich empfohlen sein und bequemer Witterung, guten lassen; und auch insgesammt an Wachsthum und Gedeihen geben, geist und leiblichen Gütern in die Viehzucht segnen, auch die Christo segnen und Friede im Berg- und Salzwerke, als dein Lande erhalten, auch Glück 7* 100 Gebet frommer Unterthanen für ihre Obrigkeit. Amen. und Heil zu allem Stande geben, durch christliche Anordnungen und ein erbauliches Erempel die Gottseligkeit befördere. Du freudiger Geist! erhalte alle christliche FürGebet frommer Untertha- sten und Regenten, daß sie christnen für ihre Obrigkeit. liche Gedanken haben, und darüber halten; zur Ehre deines allmächtiger Gott, göttlichen Namens, und zu der 99. himmlischer Vater! Unterthanen zeitlichen und ewigen du Herr aller Herren, und König Wohlfahrt, Amen. aller Könige! wir danken dir von Grunde unserer Seelen, daß du uns chriftliche Obrigkeit gegeben, und unter derselben Schuß und Schirm uns bisher gnädig erhalGebet in allerlei Landplagen. haben es ja wohl verdienet, daß du uns und unser Land mit schwerer Plage heimsuchest; da ( du die schwere Kriegeslaft auf uns geleget:) ( Mangel und Theurung uns drücken:) ( eine ansteckende Seuche unter den Menschen( dem Vieh) einreißet:) ten haft: und bitten bich herzlich, 100. Ach Herr unser Gott! du wollest dieselbe bei beständiger Leibesgesundheit und langem Leben erhalten, sie durch die Wache deiner heiligen Engel ferner bewahren; und sie vornämlich mit deinem guten Geiste also leiten und führen, damit sie erkenne, daß sie allein von dir ihr Amt habe, und demnach gehalten sei, die Person des Gerechten vorzuziehen, und den Armen und Dürftigen sowohl, als andern zu ih- aber hilf uns doch nach deiner rem Rechte zu verhelfen. Herr großen Barmherzigkeit, um Jesu Jesu Christe! du bist die Weis- Christi willen: Hilf uns zuförheit Gottes, durch welche die derst zu einer wahrhaftigen, beKönige regieren, und die Räthe ständigen und immer zunehmendas Recht feste seßen; verleihe den Äenderung unseres Snnes deine Gnade, daß wir allesammt und Lebens, als dem Endzwecke diese deine heilige und nüßliche deiner Züchtigung. Hilf uns Ordnung erkennen, und unserer denn aber auch in unsern äußerlieben Obrigkeit schuldigen Ge- lichen Nöthen: steure, o gnäborsam leisten. Du himmlischer diger Verschoner deiner Werke! Friebefürst! gieb Gnade, daß allen verderblichen Landplagen, wir unter ihrem Schuß ein ge-( insonderheit der weiteren Ausruhiges, stilles und friedsames breitung der gegenwärtigen Seuche Leben führen mögen, in aller unter uns( unserm Vieh), und Gottseligkeit und Ehrbarkeit. O befreie die damit behafteten Derheiliger Geist! der du bist ein ter davon bald wieder in GnaGeist des Raths und der Stärke, den. Lindre die betrübten Folrüste unsere liebe Obrigkeit aus gen des Krieges und ernähre mit Weisheit und Stärke, daß uns in der Theurung.) Laß uns sie ihr hohes Amt auch in der ja nicht versuchet werden über Kirche Gottes recht führe, und unser Vermögen, sondern mache, Gebet in Kriegesnoth.baunisd da 101 wir daß alle Versuchungen so ein Sünden wohl verschuldet und verEnde gewinnen, daß wir es er- dienet haben. Denn ach! tragen können: und laß, o gnä- haben ja großen Theils deiner diger Gott! uns zu unserer Bes großen und überhäuften Wohl serung gereichen, was wir zum thaten undankbarlich vergessen, ewigen Verderben wohl verdienet deine gnädige Heimsuchung schändhaben; denn wir erkennen unsere lich verachtet, den lieben güldeMissethaten, und unsere Sünden nen Frieden und deinen so reisind uns herzlich leid. Wir ver- chen jährlichen Segen zur Wollassen uns nicht auf unsere Ge- lust, Hoffart, leppigkeit, oder rechtigkeit, sondern auf deine un- zum Geiz und anderer Ungerechendliche große Barmherzigkeit. tigkeit unverantwortlich mißbrau Tröste uns wieder mit deiner chet, das Gebet versäumet, dein Hülfe, und dein freudiger Geist Wort gering geschäßet, mit Haß uns aber, und und Zwietracht, Hochmuth und Verachtung, mit Unrecht und Frevel uns unter einander beleidiget und geschadet; wir haben uns auch an die Strafen, mit welchen du uns lange vorher gedrohet, wenig gefehret. Darum hast du nun auch deinen Frieden von uns hinweggenommen, und läsfest in deinem Zorn ein solches Verderben( über uns) ergeben, daß die Menschen sich unter einander selbst aufreiben und verzehren. Du bist ja aber gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte und Treue und hast nicht Lust an der Sünder Verderben, sondern willst, daß sie sich bekehren und leben: so bekehre uns nun, o Herr! und gieb uns Buße zum Leben. Sei uns gnädig, ob wohl unsere Misſe that groß ist: und neige unsere Herzen zu deinen Zeugnissen, daß wir in allen deinen Wegen wandeln und alle deine Gebote und Rechte halten. Du bist ja der Herr und Niemand mehr, der den Frieden machet, du nimmst du gerechter den Fürsten den Muth, und bist Gott! wir beken- erschrecklich unter den Königen nen vor deinem heiligen Ange- auf Erden: du zerstreuest die Völsichte, daß wir die schwere Strafe fer, die da gerne friegen: ach! des Krieges und der Verwüstung so habe doch Gedanken des Frie mit unsern vielfältigen groben dens über uns und nicht GedanGebet in Kriegesnoth. err 101. dreieiniger Gott! rüste uns allesammt mit wahrer christlicher Geduld in unserer Leidenszeit aus, damit wir uns nicht weigern der Züchtigung deiner allmächtigen Hand, noch ungeduldig werden über deine Strafen, sondern mit Geduld in guten Werken trachten nach dem ewigen Leben. Ach Herr Gott Zebaoth! unsere Burg und unser Hort auf den wir trauen, du Gott, von dem alle Hülfe kommt, die im Himmel und auf Erden geschicht; erzeige uns deine Gnade und hilf uns wieder. So wollen wir dir in der Stille dienen, deinen Namen preisen, und immerdar sagen: gelobet sei der Herr unser Gott, der allein Wunder thut, und gelobet sei sein herrlicher Name ewiglich, und alle Lande müssen seiner Ehre voll werden, Amen, Amen. 102 Gebet bei ansteckenden Seuchen unter Menschen und Vieh. ken des Leides. Hilf, daß wir| Tröste und stärke alle arme, geauf deine Gebote merken, so fangene, franke, angefochtene und wirst du den Frieden über uns nothleidende Christen. Hilf allen ausbreiten wie einen Wasserstrom. verlassenen Wittwen, Waisen, UnDu Herr! gedenkest ja und fra- mündigen und Säuglingen in dies gest nach dem vergossenen Blute, sen schweren Zeiten. Zeige ihnen und vergissest nicht des Schreiens und uns allen dein Heil, wie du der Armen: ach! so höre doch weißt, daß es uns nüßlich und von deiner heiligen Höhe, und selig ist, um deines allerliebsten fiehe unser Elend an. Erhöre Sohnes Jesu Christi unsers einidoch das ängstliche Seufzen, die gen Mittlers und Erlösers willen, heißen Thränen, das erbärmliche Amen. Winseln und Wehklagen so vieler verlaffenen und bekümmerten Gebet bei Herzen; und laß sie erfahren, ansteckenden daß du noch Richter auf Erden Seuchen unter Menschen und ein Schild seist denen, die dir vertrauen. Um deines Naund Vich. mens willen erleuchte die Herzen 102. allmächtiger Gott! der hohen Häupter der Christenich danke dir herzheit, daß sie doch den großen lich, daß du mich von Jugend Jammer und das Herzeleid so auf bis hieher gnädiglich und vävieler Christen zu Herzen neh- terlich erhalten, und so mächtig men, und die Feindseligkeit fah. beschüßet; ja mich auch durch dein ren laffen, die ein solches Ver- seligmachendes Wort zur Hoffberben und solche Verwüstung stif- nung des ewigen Lebens berufen tet, und ganze Länder und Reiche hast. Ach mein Hott! ich bekenne mit Mord, Brand, Frevel, Ty von Herzen, daß ich eben sowohl rannei und aller Schande und als Andere dich mit Sünden erLastern anfüllet. Ach Gott! laß zürnet, und die jezige Plage der boch nicht zu, daß Kirchen und giftigen Seuchen wohl verdienet Schulen bei uns untergehen; son- habe. Du bist wahrhaftig in bern laß einen Segen übrig, daß deinen Drohungen, und gerecht wir dir noch in Ruhe und Friede in allen deinen Gerichten; wir bienen, und ein Jeder seines Be aber müssen uns schämen; denn rufs mit stillem Wesen warten wir haben deine Gebote übertreund das Seinige schaffen könne. ten und vielfältig gesündiget. Behüte uns vor giftigen Seuchen, Daher trifft uns nun auch der vor Mißwachs, theurer Zeit und Fluch, den du uns gedrohet haft, vor allen andern verderblichen und die ansteckende Seuche, welche Landplagen. Befiehl deinen En- so viele Menschen( unser Vieh) geln, den heiligen Wächtern und hinwegraffet. Aber, ach Herr! himmlischen Heerschaaren, daß sie du bist ja barmherzig, gnädig, sich rings um uns her lagern und geduldig und von großer Güte! uns aushelfen. Erbarme dich Handele doch nicht mit uns nach sonst auch aller andern beküm- unsern Sünden und vergilt uns merten Herzen in andern Reichen nicht nach unsern Missethaten, und Landen, die mit uns in sondern sei uns gnädig um Jesu gleicher Noth und Gefahr stecken. Christi willen. Reinige uns mit Gebet bei ansteckenden Seuchen. 103 Kreuzes Hilf uns dem theuren Blute Chrifti, wasche Kinder und unser Helfer in der uns, daß wir schneeweiß werden. Heilige und regiere uns auch durch deinen Geist, daß wir von Herzen Buße thun, und dir in deine Arme fallen. Du bist unsere Zuversicht, unsere Burg, un ser Gott, auf den wir hoffen. Errette uns von der Gewalt der schädlichen Seuche.( Behüte uns, daß uns kein Uebels begegne, und keine Plage zu unsern Hütten sich nahe.) Wir begehren dein; so hilf uns doch: wir kennen deinen Namen, so beschüße uns: wir rufen dich an, Herr! so erhöre uns. Sei bei uns in der Noth, reiß uns heraus und zeige uns dein Heil. Ist es aber dein Wille, uns heimzusuchen,( oder gar aus diesem Leben abzufordern) so verleihe uns Beständigkeit im Glauben, kräftigen Trost und eine fröhliche Hoffnung und Geduld, durch die Kraft deines heiligen Geistes.( Lindere uns die Schmerzen, verkürze die Todesqual, wende ab des Satans Gewalt und nimm du unsere Seele auf in deine Hände.) Thue die ses um Jesu Christi unsers Erlösers und Seligmachers willen, Amen. Noth. Hilf uns zuförderst durch deinen guten Geist zu einer wahrhaftigen und täglich zunehmenden Uenderung unsers Sinnes und Lebens. Laß uns in deinem geliebten Sohne deine Gnade fuchen und finden, der uns am Stamme des heiligen mit dir versöhnet hat. denn auch in unserer äußerlichen Noth, und steure, o gnädiger Verschoner deiner Werke! diesem Verderben und der weitern Ausbreitung dieser Seuche, sonderlich in unserm( Ort und) Lande. ( Bewahre uns an diesem Orte, daß diese Plage sich zu uns nicht nahe.) Befreie( uns und) die damit behafteten Oerter in Gnaden wieder. Segne die dagegen angewandte Vorsicht und dienliche Mittel, der du alle Dinge wirkest nach dem Rath deines Willens, so wie es demselben gemäß ist. Erhöre unser demüthiges Flehen, um unsers treuen Fürbitters Jesu Chrifti willen, Amen. Gebet in Theurung und Mangel. 104, N herr, du großer 103. Herr! err! allmächtiger und gewaltiger Gott, reich an Macht und Gnade zum besten Aller, die dich anrufen! wir bekennen dir vom Grunde unserer Herzen, daß wir die einGott! gerechter gerissene Theurung mit unsern Richter! barmherziger Vater! vielfältigen Sünden, und sonderWir wenden uns zu dir, da wir lich mit dem schändlichen Mißdeine Hand gegen uns ausge- brauche deiner herrlichen Gaben, recket sehen, und du uns mit sehr wohl verdienet haben. Denn einer ansteckenden Seuche( unter du, Herr! haft dich zwar nicht dem Vieh) heimsuchest. Ach Herr! unbezeuget gelassen; sondern uns unsere Missethaten haben es ja ver- viel Gutes gethan, und bisher dienet; aber hilf uns doch um deines fruchtbare Zeiten genug gegeben, Namens willen; denn du heißest und unsere Herzen erfüllet mit und bist ja doch der Trost deiner Speise und Freuden. Wir aber Noch ein Gebet bei an steckenden Seuchen. 104 Gebet in Theurung und Mangel. Volks herzlich haben nicht allein für solche deine dich hat ja des Wohlthaten dir nicht, wie wir gejammert, das nur etliche schuldig waren, gedanket; sondern Tage bei dir verharret und noch darzu theils deine Gaben Hunger gelitten hatte; so laß unnüßlich verschwendet, und mit dich doch auch unser Elend jamVöllerei und unordentlichem Leben mern, die wir jezo Theurung entheiliget; theils haben wir dem und Kummer leiden. Verleihe Geize uns ergeben, den Nächsten vor allen Dingen uns allen übervortheilet, den Armen ver- wahre herzliche Buße und regiere lassen, und nur das zeitliche Gut uns durch deinen Geist, daß wir gesuchet und geliebet. Darum, odeine väterliche Güte hinführo gerechter Gott! hast du uns bil- beffer erkennen und deine Gaben lig solchen Segen entzogen, und und Wohlthaten mit größerer uns mit Theurung und Mangel Dankbarkeit gebrauchen, zu deiner heimgesuchet. Aber Herr! sei uns Ehre, zu unserm Unterhalt und zu gnädig und vergieb uns unsere des armen dürftigen Nächsten ErSünden, um Jesu Christi willen. quickung. Speise uns mit der Thue deine milde Hand auf und geistlichen Nahrung deines heilisättige uns wieder nach deinem gen Wortes zu unserer Seligkeit; Wohlgefallen.( Suche das Land und gieb, daß wir der zeitlichen beim und wässere es und mache Nahrung also gebrauchen, daß es fruchtbar: deine Brünnlein, wir derselben ja nicht mißbrauchen: sondern allezeit vornämlich trachten nach dem, was droben ist, da Jesus Christus ist, damit wir dermaleinst mit ihm seiner himmlischen Güter genießen mögen in alle Ewigkeit, Amen. * Zu Danksagungen, wenn Gott obige Plagen gewendet, können mit Anführung der besondern Umstände die Gebete 35 und 36 gebrauchet werden. Herr! haben ja Waffers, die Fülle.) Ach! laß das Getreide wohl gerathen, baue das Land und segne sein Gewächs, und fröne das Jahr mit deinem Gute. Gott, der du rufen kannst dem, das nicht ist, daß es sei: der du dem Vieh sein Futter giebest, den jungen Raben, die dich anrufen; laß doch Menschen, die nach deinem Ebenbilde geschaffen, auf deinen Namen getauft, ja mit dem theuren Blute Jesu Chrifti find, nicht verschmachten. Deine Gebet für die Früchte des Augen sehen ja auf die, so dich Landes bei der sogenannfürchten, und auf deine Güte hoffen, daß du ihre Seele errettest ten Hagelfeier. vom Tode, und ernähreft ſie in 105. Almächtiger der Theurung; ach, so siehe doch bei dieser schweren theuren Zeit wir danken dir in tiefster Demuth, in Gnaden auf uns. Erquicke daß du uns nicht nur erschaffen, uns doch wieder, denn unser aller sondern auch für unsere ErnähAugen sehen auf dich. Ueberschütte rung so gütig gesorget hast. Du uns wieder mit deinem Segen; haft den Erdboden mit so mandenn was du, Herr! segnest, bas cherlei Gewächsen geschmücket, und ift gesegnet ewiglich. Herr Jesu! erfüllest dadurch unsere Herzen Gott, liebreichster Vater! Gebet für die Früchte des Landes bei der Hagelfeier. 105 nicht nur mit Speise, sondern| milde Güte preisen. Verleihe uns auch mit Freuden. Du zeigest dazu den Beistand deines Geistes, uns auch für dieses Jahr einen und erhöre uns um dieser deiner mannigfaltigen Segen. Allein er Güte und um Chrifti willen, bleibet noch immer Gefahren aus- Amen. geseßet, welche wir abzuwehren zu ohnmächtig sind. Kälte und Um eine glückliche Ernte. Hiße, Nässe und Dürre, Hagel und Ungeziefer, Bliß und anderes 106. verderben und Herr allmächtiger und uns entziehen. Hierdurch lehrest unsers Herrn Jesu Christi! du du uns, unsere Augen und Ver- machest fröhlich, was da lebet, trauen auf dich, den Herrn und beides des Morgens und Abends; Regierer der Welt zu richten, und du bauest das Land; segneft sein dich als den Geber aller Güter Gewächs, läsfest das Getreide anzubeten. Allwaltender Gott! wohl gerathen und krönest das wir erkennen es, daß alles in Jahr mit deinem Gute. Du hast deiner Hand stehe, und kommen auch dieses Jahr unser Land in findlicher Demuth und Ver- heimgesuchet, reich gemacht und trauen auf deine Gnade, und das Getreide wohl gerathen lass bitten dich um Chrifti willen: Er- sen. Dein milder Segen, o Vafülle unser Land mit deinen Gü- ter! stehet in seiner Reife, und tern. Gieb zu rechter Zeit Regen wir sind( man ist) beschäftigt, ihn und Sonnenschein, und fruchtbares Wetter, damit die Gewächse wohl gerathen. Erhalte und bewahre sie aber auch, daß kein Ungeziefer, kein Hagel, keine Wasserfluthen, kein Feuer sie verderbe und verzehre. Bringe sie zur Reife, und laß sie uns mit Freuden einernten, und in Friede und Gesundheit mit Danksagung genießen. Du bist ja unser Gott und Vater. Wenn du uns giebst, so sammeln wir, wenn du deine Hand aufthust, so werden wir mit Gutem gesättiget. Unsere Augen warten auf dich, gieb uns Speise und sättige uns mit Wohlgefallen. Wir, deine Kinder, er neuern hierbei den Bund, daß wir dich lieben, fürchten und dich ehren, und dich nicht mit vorsäßlichen Sünden reizen wollen, deine Gnade und deinen Segen von uns zu nehmen. Herzen und Lippen sollen dir danken und deine göttliche Kraft sowohl, als deine einzusammlen. Herr unser Gott! wir danken dir für deine unverdiente Güte, und bitten dich herzlich, weil dir Wind und Meer gehorsam sind, die Wolken sich fehren, wohin du willst, und thun, was du ihnen gebeutest; du wollest zu dieser Erntearbeit bequemes Wetter( und guten Sonnenschein) geben,( auch nach dem Regenwetter die Sonne wieder scheinen lassen); damit die Feldund Gartenfrüchte vor allem Schaden behütet ihre völlige Reife erlangen und zu unserm Nußen trocken eingesammlet werden. Verleihe uns dabei die Gnade, daß sie von uns und den Unsrigen aus deiner milden Hand mit einem erkenntlichen Herzen genommen, zur Ernährung unsers Leibes mit Danksagung gebrauchet, und in guter Gesundheit und sichrem Frieden genossen werden. Du weißt, lieber Vater! wie sehr wir des täglichen Bro 106 sill Gebet in Noth und Trübfal. bringe deinen heiligen Willen an mir, nicht zu meinem Verderben, sondern mir zum Besten und zu meiner Seligkeit. Du hast ja nicht Lust am Tode der Sünder, und hast deinen lieben Sohn nicht gesandt, die Menschen zu verderHerr! du ben, sondern zu erhalten. Ach Gebet, darum kommt lieber Vater! erhalte mich unter tes und deines Segens aus der Leiden ferner tragen soll; so vollErde bedürfen; darum schenke uns auch in diesem Jahre deinen gezeigten Segen, und wie du angefangen hast, uns zu segnen, so segne uns ferner. Gieb uns unsere Speise zu seiner Zeit, thue deine milde Hand auf und sättige uns mit deinem Gute. erhörest alles Fleisch zu dir: höre auch der Last dieses Leidens. Laß mir jeßt unser Gebet, und vernimm das Licht deiner Gnade in der unser Flehen, daß wir hiebei dein Finsterniß wieder aufgehen, daß väterliches Herz erkennen, und ich meine Lust an deiner Gnade neue Ursache haben, dich zu lo- sehe. Laß meinen schwachen Glanben und zu preisen. Dazu hilf ben das glimmende Docht nicht uns, liebreicher Gott! und gieb verlöschen, und zerbrich das zeruns, was wir von uns selber brochene Rohr nicht vollends. nicht vermögen; denn dein ist Gieb, daß ich dich im Kreuze so das Reich, und die Kraft, wie herzlich liebe, als in guten Taüberall, also auch in der Natur! gen; und das Vertrauen zu dir dir sei Ehre und Herrlichkeit in habe, du werdest auch unter dem Ewigkeit, Amen. Kreuze ein Vaterherz gegen mich, dein armes Kind, behalten. Ach, Gebet in Noth und Trübsal. ch du 107. u grundgütiger A ળ Gott, du Vater liebreicher Gott! du hast ja gefaget: kann auch eine Mutter ihres Kindes vergeſsen, daß sie sich nicht erbarme über den Sohn ihder Barmherzigkeit und Gott alles res Leibes? und ob sie gleich des Trostes! ich erkenne, daß mein selben vergäße, will ich doch dein Leiden, unter welchem ich seufze, nicht vergessen: siehe! in die mich nach deiner heiligen und Hände habe ich dich gezeichnet. weisen Regierung betreffe: ich be- Dieses deines Wortes wollest du, kenne auch mit Reue und De- Herr! eingedenk sein, und meiner muth, daß ich nicht allein die nie vergessen. Ach! stärke meine Trübsal, so du mir aufgeleget Geduld, auf daß ich deinen Wilhaft, sondern noch viel größere len thue und die Verheißung emStrafen mit meinen Sünden wohl pfahe. Stärke meine Hoffnung; verdienet habe. Laß aber deine denn du hast gesagt: es sollen Hand nicht so schwer auf mir nicht zu Schanden werden alle, die sein, daß ich nicht vergehe. auf dich hoffen. Herr! auf dich Sei, lieber Vater! deiner Barm- traue ich, laß mich nimmermehr herzigkeit und meiner Schwach- zu Schanden werden. Um deines heit eingedenk; strafe mich nicht Namens willen wollest du mich in deinem Zorn, züchtige mich leiten und führen. Ich begehre nicht in deinem Grimme, und dein, o Herr! darum wollest du laß mich in meiner Noth nicht mir aushelfen; ich kenne deinen verderben. Ach Bater! wenn es Namen, darum wollest du mich ja dein Wille ist, daß ich dieses schüßen: ich rufe dich an, so wol Gebet im Anfange einer Krankheit. 107 left du mich erhören. Sei du bei Sterblichkeit bedenke, mich in mir in meiner Noth, reiß mich heraus und mache mich zu Ehren; sättige mich, hie oder dort, mit langem Leben, und zeige mir dein Heil, Amen. Gebet im Anfange einer Krankheit. 108. Gre erechter Gott, barmberziger Vater! der du Gesundheit und Krankheiten nach deiner heiligen Regierung ordnest, und einem jeden Men schen sein Lebensziel geseßet baft, welches er nicht überschreiten kann, ich danke dir von Herzen für die mir bishero gnädig erhaltene Gesundheit; verleihe mir aber auch deine Gnade, daß ich wahrer Buße vor dir demüthige und deine Gnade suche, mein sündliches Leben bessere, mein Leiden mit Geduld ohne Murren trage, deiner Ruthe stille halte, dich anrufe und deiner Barmherzigkeit fest vertraue, bu werdest mich auch in dieser Noth nicht verlassen, sondern nach deinem gnädigen Wohlgefallen entweder wieder gesund, oder durch einen sanften Tod ewig selig machen. Herr! dein Wille geschehe an mir nach deiner Liebe, die da ist in Christo Jesu meinem Herrn, Amen. Selbstprüfung eines Kranken. Erfor rforsche mich, Gott! und er fahre mein Herz, prüfe mich nach deinem väterlichen Willen und zeige mir, wie ichs meine. auferleget hast, mit Geduld und Laß mich auf meinem Krankenlager christlichem Verhalten annehme vor dir mein Wesen ungeheuchelt und nüße, und mich deinem gnä- untersuchen und mich rechtschaffen digen und guten Willen gänzlich zu dir bekehren; denn ich möchte ergebe. Ach führe mir recht zu deinem Gerichte nahe sein. ErGemüthe, daß Krankheiten nach leuchte und lenke mein Herz, daß deiner weisen und gütigen Ab- es auf folgende Fragen, die ich sicht uns kräftige Erinnerungen ihm jego vorlege, nach der Wahrsein sollen, von Sünden abzulas- heit antworte. sen, uns zu bessern, die Mühse-„ Habe ich etwa meine Buße ligkeit dieses Lebens zu erkennen, gesparet bis jeßo, und mich nicht an unser Ende zu gedenken und gebessert, weil ich noch fündigen uns zum Sterben bereit zu ma- können? Habe ich bei gesunden chen. Ja lehre mich, o Herr! Tagen die Sünde verlassen, ehe daß du die Deinigen durch Leiden sie mich nun durch Schwachheit heimsuchest, damit sie nicht mit des Leibes verlassen muß? Oder der Welt verdammet, sondern denke ich wohl jezund erst fromm dem Ebenbilde deines lieben Soh- zu werden unter den Schmerzen, nes gleichförmig werden; auf da ich vielleicht nicht lange mehr daß sie auch dort mit ihm zur zu leben habe? Jst meine GotHerrlichkeit eingehen mögen. Laß, tesfurcht, mein Kirchen-, Beichto gütiger Gott! diese so selige und Abendmahl- Gehen GewohnAbsichten auch an mir durch diese heit, laulichtes Wesen und wohl Krankheit erreichet werden. Gieb gar Heuchelei, oder mir ein rechmir deinen Geist in mein Herz, ter Ernst gewesen? Habe ich an daß ich mein Elend und meinel Gott oft gedacht, auch bei meinen die du mir Selbstprüfung eines Kranken. Geschäften und Vergnügungen?| Kräfte, oder für ein Werk des Wie habe ich gebetet, was habe beiligen Geistes, das er in uns ich gesuchet, wie habe ich meine angefangen, und auf unser inPflichten beobachtet, warum ist brünstiges Gebet vollenden muß? mirs auf der Welt zu thun ge- Ach! ich bitte dich; o Gott! wesen? Habe ich meinem Schöpfer, um deiner Barmherzigkeit willen, Heiland und Führer mein Leben gieb mir alles, worin ich dir mißgewidmet, meinem Nächsten nach falle, recht heilsam zu erkennen, denen mir verliehenen Kräften damit ich mich nicht selbst beaufrichtig gedienet, in meinem trüge. Gieb, daß ich hier mich ( Beruf) Stande rechtschaffene und selber richte, auf daß ich nicht gewissenhafte Treue bewiesen? dort von dir gerichtet werde. Laß ( Habe ich mein Gewerbe ohne mich eine kurze und selige TrauFalschheit und Betrug geführet?) rigkeit nicht scheuen, noch deines Habe ich meine zeitliche und Geistes Ueberzeugungen widerewige Glückseligkeit als ein Christ stehen, es möchte mich sonst ewig gesuchet? Ist die Erkenntniß mei- reuen. Gieb mir vielmehr Zeit ner meine Bufe und Mängel, und und Ernst zur Buße, daß ich auch jetzt aufrichtig meiner liebsten Sünden nicht und ohne Falsch, oder halte ich länger schone, sondern eile, da mich wohl gar mit heimlicher ich ja vielleicht vor den Pforten Hoffnung eines längeren Lebens der Ewigkeit stehe, und deinem von ernster Bekehrung und Besse- Urtheile nahe bin, das mein ewirung ab? Wünsche ich mir län- ges Wohl und Wehe entscheidet. ger zu leben aus Liebe zur Welt Herr! erbarme dich über mich, und Eitelkeit, oder aus brünsti- nimm dich meiner armen Seele gem Verlangen, Zeit zur Buße an, daß sie nicht verderbe. Verund Besserung, zur Reinigung leihe mir deine Gnade zu einer meines Herzens und zur Erseßung solchen Aenderung meines Sindes Versäumten zu haben? Suche nes, daß ich einem jeden Ausgang ich meine Seligkeit mit Furcht meiner Krankheit mit der seligen und Zittern zu wirken, oder halte und freudigen Gesinnung entgegen ich ein paar Seufzer genug zu sehen könne: Lebe ich, so lebe ich wahrer Zerknirschung, oder einen dem Herrn, sterbe ich, so sterbe fruchtlosen Vorsaß hinreichend zur ich dem Herrn; derum ich lebe Besserung? Ist mein Glaube oder sterbe, so bin ich des Herrn. rechtschaffen, durch gute Früchte Denn dazu ist mein Heiland thätig und lebendig, und also auch gestorben, und wieder aufervom heiligen Geiste gewirket, oder wecket und lebendig worden, daß ist er ein menschlicher Wahn, der er im Tode und Leben mein Herr das Herz nicht rühret noch bessert? sei, Amen. Mißbrauche ich in Unbußfertigkeit Christi Verdienst zum Sündendedel? Verlasse ich mich auf Bußgebet eines Kranken. Menschenworte und Beifall, oder 108 auf das Wort, in dem Werke meiner See Heiliger und gerechter Gott! der du schon manchen Menschen ligkeit? Halte ich die Bekehrung durch Krankheit zur Buße und für ein Werk meiner eigenen durch Buße zu dir gezogen hast, Bußgebet eines Kranken.s 109 ich bekenne vor dir mit aufrichti- mein Kind! deine Sünden sind gem Herzen, daß der große und dir vergeben. O Gott heiliger mannigfaltige Mißbrauch der bis- Geist! befestige mich in diesem herigen Gesundheit und des lan- Glauben; mache mich dadurch in gen Wohlstandes, welche du mir meinem Leiden getrost und freuso gnädig verliehen hast, diese ge- dig, deinem göttlichen Willen genwärtige Heimsuchung von dir ganz ergeben, und völlig gewiß, sehr verdienet habe. Ich bitte daß wo Vergebung der Sünden dich aber, o du gnädiger und ist, da sei auch Leben und Seligbarmherziger Vater! der du nicht keit. Erhöre mich, o Gott! um das Verderben, sondern die Bes- Christi willen, Amen. serung zum Zwecke hast, wenn du uns hie strafest und züchtigest, du Allgemeines Gebet eines wollest durch Gnade Krankheit meines Leibes dazu Kranken, nach dem Vater segnen, daß sie auch mir ein Unser. Mittel meiner Seele werde. Heile meine Seele, 109, Bhimmliſcher Bater! Barmherziger o Herr! durch wahre Buße und Vergebung meiner Sünden; und deine allmächtige Kraft ist ein dann, wenn es dein heiliger Trost der Traurigen und eine Wille ist, so heile auch meinen Stärke der Schwachen; darum Leib, und hilf, daß ich inskünftige nehme ich, dein frankes Kind, in mein Leben nach deinem Wohlge- dieser meiner Schwachheit, billig fallen einrichten, und rechtschaffene meine Zuflucht zu deiner ewigen Früchte der Buße bringen möge. Liebe. Du verherrlichest deinen Hast du aber nach deiner Weis- Namen auch alsdann an uns heit beschlossen, daß mir diese Menschen, wenn du uns nach Krankheit zum leiblichen Tode ge- deiner Gerechtigkeit und Güte reichen solle, so bitte ich, du wol- mit Krankheiten heimsuchest, ja lest mich dazu bereiten und ge- öfters bis an die Pforten des schickt machen. Verleihe mir eine Todes kommen läsfest; aber herherzliche aufrichtige Reue über nach, als der beste Arzt und Helmeine Sünden, und einen leben- fer, deine Macht und Liebe offendigen Glauben an den Heiland, barest. Ach laß mich auch, in in welchem du allen Bußfertigen der mir jetzt von dir zugeschickten deine Gnade und Vergebung aller Krankheit, deine heiligen Ursachen ihrer Sünden versprochen hast. und guten Absichten so erwägen, Zeuch mein Herz von der Welt und allen ihren vergänglichen Eitelkeiten ab, und wirke in mir ein sehnliches Verlangen nach denen herrlichen und beständigen Gütern, welche zu deiner Rechten ewiglich sind. O Herr Jesu! mein Heiland! eigne du selbst auch mir die selige Versicherung zu, die du jenem Kranken zu seinem großen Troste gabeft: Sei getroft, daß dein Name von und an mir geheiliget werde. Versichere mich, daß meine Krankheit mich von deiner Liebe und der Gemeinschaft deines Reiches nicht ausschließe; sei durch Erweisung deiner Gnade und Kraft in mir Schwachem mächtig, und befestige dein Gnadenreich, welches in Gerechtigkeit, Friede und Freude im heiligen Geiste bestehet, durch Stärkung 110 Allgemeines Gebet eines Kranken. des Glaubens, in meinem Herzen.| o treuer Gott! nicht über VerDein Wille, o Herr! hat mich mögen versuchet werden, sondern auf das Siedbette gelegt. Du mache, daß diese und alle andere willst, daß ich im Leiden geduldig Versuchung ein solches Ende gesein, und dich entweder in einem winne, daß wir es ertragen könlängern Leben, oder durch einen nen. Willst du aber durch einen seligen Tod preisen solle. Ach seligen Tod mich von allem Uebel wähle du selbst, nach deiner erlösen, so gieb, o getreuer VaWeisheit und Liebe, was mir ter! daß ich auch dazu willig, am besten sein wird, verleihe, daß und in Buße und Glauben bereit nur dein Wille von und an mir sein möge. In deiner Hand geschehen möge, und hilf mir die stehet es, Jedermann stark zu Last willig tragen, die du auf- machen. In deiner Hand stehet geleget hast, und in christlicher meine Gesundheit und Krankheit, Geduld beständig bleiben bis ans mein Leben und Tod. Dir be Ende. Gefällt es dir, mein Le- fehle ich alle meine Wege, und ben zu fristen, so gieb mir, was hoffe auf dich, du wirst es wohl zu desselben Erhaltung gehöret; machen, denn dein ist das Reich, segne den Gebrauch der Arzeneien, und die Kraft und die Herrlichkeit die du aus Liebe zu unserer Er- in Ewigkeit, Amen. leichterung und Genesung geschaffen und gegeben haft; laß deine Gebet um göttlichen Segen Kraft in meiner Schwachheit sich mächtig erweisen; lindere die Schmerzen, und schenke mir nach zur Arzenei. Umächtiger, barmherziger Gott! und dieweil du deiner vorigen Kräfte wieder. Laß in- väterlichen Liebe gegen uns Mensonderheit mich und alle mit mir schen allerlei Arzneimittel er. leidende Kranke durch die Krank- schaffen, und die Erhaltung un heiten an unsere Sünden, zu sers Lebens uns als eine der wahrer Neue und Buße, erinnert wichtigsten Pflichten auferleget werden. Sodann richte das nie- hast; so bitte ich dich herzlich, dergeschlagene Gemüth durch den du wollest zu der Arzenei, die ich tröstlichen Zuspruch kräftig auf: nach deiner gütigen Absicht zu geSei getrost mein Sohn!( meine brauchen gewilliget bin, deinen Tochter!) dir sind deine Sünden göttlichen Segen verleihen, auf vergeben! und mache uns durch daß ich durch dieselbe meines Leis diese deine so unverdiente herr- bes Gesundheit wieder erlange, liche Begnadigung auch gegen un- und meine Natur kräftig gestärsern Nächsten von Herzen lieb- fet werden möge. Doch nicht reich und versöhnlich. Laß die mein, sondern dein Wille geschehe. Schwachheit des Leibes eine Ar- Mein Vater! es ist dir alles zenei für die Seele sein, dadurch möglich, du kannst helfen, heilen der alte Mensch geschwächet, der und gesund machen, Krankheit neue aber gestärket werde; und und Gesundheit, Tod und Leben gieb, daß wir künftig bei Versu- stehet alles in deiner Hand; du chungen zur Sünde daran geden allein weißest auch, was mir am fen, auf daß uns nicht etwas besten ist. Darum befehle ich), Nergeres widerfahre. Laß uns, lieber Gott und Vater! meine Gebet bei lange anhaltender Krankheit. 111 Gesundheit und mein Leben in| nur zu prüfen, zu läutern und deinen allmächtigen, gnädigen auserwählt zu machen in diesem Willen, und bitte dich demüthig Ofen des Elends? Willst du und gläubig, du wollest mir nach insonderheit meinen Glauben auf deiner Weisheit geben, was zu die Probe stellen, ob er auch so deines heiligen Namens Ehre, und rechtschaffen sei, daß er Geduld zu meiner und der Meinigen zeit- wirke, und ob diese Geduld fest lichen und ewigen Wohlfahrt ge- bleiben werde bis ans Ende? Ach reichet. Auf dich traue ich, der Herr! gieb mir deinen heiligen du uns eine Last auslegest, aber Rath in meinem anhaltenden Leiauch hilfest, mit der gewissen Zu- den recht zu erkennen, zu lieben versicht, du werdest es wohl ma- und zu verehren, damit du deichen. Mache mich nur immer nen Zweck an mir erreichest. Dir williger und geschickter, nach dei- sei alles heimgestellt; mache es nem väterlichen guten Willen nur mit mir, wie es mir nüßlich entweder bei einem längeren Le- und selig ist. Segne mein langben, dir und meinem Nächsten wieriges Lager zu täglicher Buße rechtschaffen zu dienen, oder, wenn übung, zur Sammlung meines du mein Ende beschlossen hast, Gemüthes aus aller Zerstreuung, selig abzuscheiden und bei Jesu und zum vertraulichen Umgange Christo meinem Heilande zu sein. mit dir im Gebete und in BeVerleihe mir dazu, o mein Gott! trachtung deines Wortes, zur rechtschaffene Buße und einen le- Beherzigung und genauen Prübendigen Glauben durch die Kraft fung meines ganzen Lebens, zur des heiligen Geistes, Amen. Erquickung an deiner darin reichlich erfahrnen Güte, die besser ist denn Leben, und zur Erbauung derer, die mein Elend sehen, auch zu immer völliger Zubereitung auf mein seliges Ende. Gebet bei lange anhalten der Krankheit. Mache zu einer heilsamen Seelenarznei. Laß mich auch in Schmerzen dich loben und im Sterben das rechte Leben finden. Bewahre mich auch vor schweren Anfechtungen, oder wenn du mich ja dadurch üben willst, so laß mich doch endlich gewinnen Erin110. Hott, mein Schöpfer Ich liege hier vor deinem heiligen Angesicht in mancherlei Leiten und Schmerzen, und sehe noch kein Ende derselben. Meine Seele wartet auf dich von einer Morgenwache bis zur andern, aber deine Stunde ist noch nicht gekommen. Ach! so gieb mir und den Sieg behalten. doch aus Gnaden zu erkennen, nere mich gegen alle Zweifel an warum du mich so lange züchtigest! sintemal du ja die Menschen nicht von Herzen plagest noch betrübest. Hege ich etwa, o allwissender Herr! noch geheime dir mißfällige Neigungen und Absich ten, oder mangelt es sonst meiner Buße an Aufrichtigkeit? Oder suchest du, o getreuer Vater! mich die mannigfaltigen Versicherungen deiner Liebe in deinem Worte, und an die viel größeren Zeichen derselben, die du mir sonst gegeben hast. Du hast mir ja gar deinen eigenen Sohn, den Inbegriff aller deiner Güte geschenket. Du hast deinen göttlichen Geist und durch ihn deine Liebe in mein 112 Gebet bei schmerzhafter und ängstlicher Krankheit. Herz ausgegossen. Und welch eine| Elend deines armen Kindes jamLiebe hast du uns darin erzeiget, mern. Mache es mit mir also, daß wir deine Kinder und Erben daß es erträglich sei. Lindere sein sollen! mir meine Leiden, oder wenn es Habe Geduld, o lieber Vater! dir gefället, so erlöse mich von mit aller meiner Schwachheit und denselbigen. Du hast ja befohaufsteigenden Ungeduld um der len, dich um Hülfe in der Noth vollkommenen Geduld meines Er- anzurufen, so wollest du mich lösers willen, die er in seinem auch anjeßo gnädig erhören. Leiden bewiesen. Züchtige mich Ach, Herr Jesu Christe, mein mit Maaße, und nicht in deinem treuer Heiland! der du um meiZorn. Herr! du weißt ja, daß net willen, in deinem heiligen ich Fleisch und ein schwacher Leiden, unbeschreibliche Marter Mensch bin, darum wirst du mir gelitten, und unsere Schmerzen auch nicht mehr auflegen, als ich auf dich geladen hast, du wollest tragen kann. Heile du mich, der dich meiner erbarmen. Gedenke du mich geschlagen hast, so werde nicht der Sünden meines vorigen ich heil. Hilf du mir, so wird Lebens, noch des Mißbrauchs mir geholfen. Verleihe, daß mir meiner gesunden Glieder, dadurch meine Trübsal Geduld bringe, ich dieses Uebel wohl verdienet die Geduld Erfahrung, und die habe: sondern sei mir um deiErfahrung Hoffnung, die nicht zu nes bittern Todes willen gnädig, Schanden werden läßt; so wird und befreie mich von meiner mir dieses alles besser sein, als schweren Plage zur rechten Zeit. lauter gute und gesunde Tage. Gott heiliger Geist, du wahrer Denn du züchtigest uns ja, als Tröster in aller Noth, stehe mir ein Vater, zu dem Ende, daß wir mit deiner Kraft bei, erquicke deine Heiligung erlangen. Es mein Herz mit deinem lebendiggeschehe dieses auch an mir aus machenden Troste. Erhalte mich lauter Gnaden jetzt und allezeit, in christlicher Geduld und durch meinen einigen Mittler auf meines Heiland Christum Jesum, in Kraft des höchsten Trösters, Amen. Gottes. Herr dreieiniger Gott! laß mich ja, um der leiblichen ( Angst und) Schmerzen willen, in meinem Glauben und Zuversicht nicht nachlassen, noch etwas Gebet bei schmerzhafter und Sündliches begehen. Nimm mich ängstlicher Krankheit. endlich sanft und selig zu dir auf in das ewige Freudenreich, da ich Liebreicher Gott, barmherziger dir für solche gnädige Erlösung Bater, du bist getreu, und ohne Unterlaß dankbar sein werde, läsfest uns nicht über Vermögen Amen. versuchet werden, sondern schaffest in allem ein, solches Ende, daß wirs ertragen können: Siehe doch auch an meine große und anhaltende( Angst und) Schmerzen, die ich empfinde. Gebet bei herannahendem Ende. err! laß bei 111. Gnädiger und barm. herziger Gott! nem getreuen Vaterherzen das Gebet bei herannahendem Ende. 113 heiliger Geist! verlaß mich nicht in dieser leßten Noth, hilf meiner Schwachheit auf, und vertritt mich mit unaussprechlichem Seufzen. weil es dir, als dem Herrn über du mir erworben hast. Ach, Gott Leben und Tod, gefällig zu sein scheinet, mich aus dieser unvollkommenen Welt abzufordern; so danke ich dir mit der tiefsten Demuth meines Herzens für deine Verkläre meinen Heiland in meiunzählige geistliche und leiblichener Seele, und bringe mich vom Wohlthaten, die du mir in mei- Glauben zum Schauen. Dreieininem ganzen Leben väterlich erzeiger Gott! dir befehle ich mich get hast, und bitte dich inbrün- mit Leib und Seele, die du erstig: du wollest mich auch bei schaffen, die du erlöset, die du meinem Uebergang in die Ewig- geheiliget hast, und die also dir feit nicht verlassen noch versäumen. allein zugehören, demüthig und Wende dich, o Vater! mit deiner gläubig. Herr! laß mich deinen Barmherzigkeit zu mir, deinem Diener( deine Dienerin) in Friede Kinde. Sei mir in Christo gnä- fahren, nimm meinen Geist in dig. Siehe an meinen Jammer deine Hände, und erwecke und und Elend, und vergieb mir alle verkläre dereinst auch meinen Leib meine Sünden. Erleichtere mir zum ewigen Leben, wie du mir mein Leiden, und verkürze mir verheißen hast. Erhöre mich um die Schmerzen des Todes. Er- Christi willen, Amen. halte mich bei wahrem beständigen Vertrauen auf das blutige Verdienst deines lieben Sohnes Jesu Christi. Laß deinen freudigen Geist, den rechten Tröster, in meinem Herzen bleiben, daß er alle Furcht, Bekümmerniß, Unge- Barmherziger Gott, getreuer von mir treibe, und mir das Zeugniß gebe, daß ich um Christi willen dein auserwähltes Kind sei, und mich also nicht fürchten dürfe. Laß ihn, wenn ich nicht mehr reden kann, noch inbrünstige Seufzer in mir erwecken, und mich also dies Leben selig beschließen, und meine Seele in deine gnädige Vaterhand aufgenommen werden. Ach, Herr Jesu! mein treuer Heiland, nimm dich meiner, auch in meiner Todesstunde, herzlich an. Bitte für mich, und erscheine vor deinem und meinem himmlischen Vater als mein großer Hoherpriester, der auch für mich eine ewig geltende Erlösung geleistet, und bringe mich zu der Seligkeit, die Gebet sterbender Eltern und Ehegatten für ihre Hinterlassenen. scheinet, du mich aus diesem Leben zu dem ewigen Leben abfordern wollest. Mein Geist ist auch willig dir zu folgen, und ich denke mit meinem Jesu: Ists nicht möglich, daß tieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn cenn, so geschehe dein Wille. Weil mir aber tie lieben Meinigen noch auf dem Herzen liegen; so bitte ich dich um meines Fürsprechers, Jesu Christi willen, dessen liebreiche Vorsorge für die Seinen bei seinem schweren Tore mir auch jetzt zum großen Troste und Aufmunterung gereichet: tu wolleft die Meinigen in ihrer Traurigkeit trösten, dein Baterherz nie von ihnen wenden, deine milde Segenshand ihnen nie entziehen, und sie merklich 8 114 Seufzer eines Sterbenden. verspüren lassen, daß du so wohl| Eigenthum erkauft haft: ich bitte ohne mich, als durch mich, sie dich durch dein bittres Leiden, nach aller Nothdurst, als ein lieb- und durch deinen Tod, erbarme reicher Vater, versorgen könnest eich über mich, stärke mich und und wollest. Laß sie zu bestimm- vertritt mich in meinem Sterben ter Zeit in das rechte Vaterland mit der kräftigen Fürbitte: Vaselig nachfolgen, wo wir alle mit ter, ich will, daß, wo ich bin, einander dich in Freuden, ohne auch die bei mir sein, die du Aufhören, loben und preisen mir gegeben hast, daß sie meine wollen. Gnädiger Gott!( der Herrlichkeit sehen, die du mir Gieb mir, deidu der rechte Vater bist über gegeben hast. alles was Kinder heißt, im Himnem Eigenthum, nach deiner Vermel und auf Erden) wie du sie heißung das ewige Leben, und mir gegeben und vertrauet hast, so gebe und vertraue ich sie dir wieder. Dein treues Vaterherz wird es besser machen, als diese meine O Gott heiliger Geist, mein betrübte Hinterlassene meinen und einiger Führer und Tröster! trdenfen können. Ich werfe alle barme rich über mich, erhalte meine und ihre Sorgen auf dich, mein Herz in Glauben und lebendu wirst sie wohl versorgen. So diger Hoffnung des ewigen Lekann ich meine Seele dir ruhig bens. Bleibe du bei mir als das befehlen, der du mein Gott und Pfand meines Erbes zu meiner ihr Gott, mein Vater und ihr Erlösung, und zeige mir den Vater bist in Zeit und Ewigkeit, Himmel offen, und Jesum zur Rechten Gottes als meinen Seligmacher. laß mich nimmermehr umkommen, und durch nichts aus deiner Hand gerissen werden. Amen. Seufzer eines Sterbenden. Gott, du Vater aller Gnade So befehle ich, dreieiniger Gott! meinen Geist in deine Hände, und meinen Leib bis zu dessen Auferund Barmherzigkeit! erbarme weckung deiner allwaltenden Aufdich über mich, dein armes Gesicht. Du hast mich erlöset, Herr schöpf, um Christi willen. Ge- du getreuer Gott! Amen. denke nicht der Sünden meines Lebens und meiner Uebertretung, gedenke aber mein nach deiner Gebet der Umstehenden für großen Barmherzigkeit, um deiner den Sterbenden. Güte willen. Auf dich hoffe ich, du bist meine Hülfe und mein Barmherziger Gott und Vater, deinen Diener( deine Dienerinn) in Friede fahren, um des Heilandes willen, den du auch mir bereitet baft. und in deinen Händen hast! hier lieget vor uns dieses dein Kind in sei ner äußersten Schwachheit und Noth, und Niemand ist, der ihm O Jesu Christe, mein einiger helfen kann, als du alleine. Heiland! der du bist das Lamm Darum bitten wir dich in dem Gottes, welches die Sünde der Namen Jesu Christi, im wahren Welt träget: der du auch mich Glauben auf seine theure Vermit deinem Blute zu deinem heißung: sei ihm und uns um Dankgebet nach der Genesung. 115 Chrifti willen gnädig. Vergieb| dich meiner Seelen herzlich ange ihm und uns alle unsere Sünden; nommen! wie soll ich dir vergelheilige und stärke uns, und son- ten alles das Gute, das du an derlich diesen Todtfranken mit der mir gethan haft? Ich will das Kraft deines beiligen Geistes. mir auch künftig von dir bestimmte Ach getreuer Gott, du Vater der Maaß des Leidens und der Freude Barmherzigkeit! laß ihn nicht als einen heilsamen Kelch aus über sein Vermögen versuchet wer- deiner Hand gelassen annehmen. den, sondern laß auch diese seine Ich will dir danken mein lebelegten Leiden ein gnädiges Ende lang, und deinen Ruhm verkün. gewinnen. Sei du durch deine digen für und für. Da ich dich, Kraft in seiner Schwachheit mäch- Herr! suchte, antwortetest du mir tig. Lindere und verkürze ihm mit thätiger Hülfe, und errettetest Angst und Schmerzen; tröste ihn, mich aus meiner Noth. Du vere du kräftiger Tröster! hilf ihm, du läsfest die nicht, die dich suchen. starker Nothhelfer! und zeige uns Du erbörest Gebet, darum will und ihm dein Heil. Erhalte in ich dich mein lebelang anrufen. ihm den wahren Glauben, be- Ach, mein Gott! verleihe mir ständige Hoffnung und Geduld; eine herzliche beständige Besserung und am Ende hilf ihm, alles meines Lebens, durch die Kraft selig zu überwinden, durch die des heiligen Geistes, um Jesu Kraft des heiligen Geistes, zum Christi willen. Mache mich recht ewigen Leben, um Jesu Christi wachsam und stark in dem Kampf willen, Amen. wider die Sünde. Laß mich der selben immer mehr und mehr abDankgebet nach der Ge- sterben, und gieb, daß ich das nesung. Leben, welches du mir aufs neue geschenket, nur dir in wahrer err, mein widme. Stärke auch meine leiblichen Kräfte, und laß 112. Hein Trost, mein Erretter! mein ciniger Helfer! mich die mir von dir annoch bedir danke ich vom Grunde meines stimmte Lebenszeit nach deinem Herzens, für deine unaussprech- Rath in Gesundheit und Wohlliche und vielfältige Wohlthaten, ergehen zubringen. Weil ich aber die du mir armen Süncer erzei- doch einmal aus diesem Leben get haft: sonderlich aber, daß du werde scheiden müssen; so laß mich in meiner großen Noth, Krank- täglich an mein Ende gedenken. heit und Elende mich in Gnaden Erhalte und vermehre in mir den angesehen, mein Herz gestärket, wahren seligmachenden Glauben, mein Gebet erhöret, und mir so rechtschaffene Liebe, Geduld und väterlich wieder aufgebolfen hast. Hoffnung; auf daß ich dir getreu Ich danke dir, Herr! daß du bleibe bis an das Ende, und alsmich gedemüthiget hast, und hil- denn von allem Uebel erlöset in fest mir, auf daß ich deine Rechte dein himmlisches Reich eingehe, halte. Du hast, o lieber Vater! dich, o Vater aller Barmherzigkeit! mich gezüchtiget, damit ich nicht sammt deinem Schne und heilimit der gottlosen Welt verdam gem Geiste, ewiglich zu preisen, met werde. Um Trosft war mir Amen. sehr bange, aber Herr! du haft| 8* 116 Gebet bei schwächlicher Gesundheit. sundheit. 113. A“ [ Umächtiger Gott! Gebet bei schwächlicher Ge- Laß deine Kraft in mir Schwachen mächtig sein, und reiche mir von Zeit zu Zeit durch deine unverkürzte Hand so viel Vermögen der du deine Ga- dar, daß ich die Werke meines ben nach deiner Weisheit verschie- Berufs nicht gar unterlassen dürfe; dentlich austheilest; es hat dir sondern, so viel als nöthig, mit gefallen, mir einen schwachen Leib Fleiß und treuem Herzen, auch und ein geringeres Maaß von mit Nußen verrichten könne und Kräften und Gesundheit zu geben möge. Laß mich mein Verhalten als andern. Verleihe mir Gnade, in allem so einrichten, daß meine daß ich mit diesem deinem dennoch Seele einmal mit gutem Gewissen, guten und gnädigen Willen zu- aus diesem kränklichen Leibe, zu frieden sei, und mich meiner dir, in die himmlischen WohnunSterblichkeit desto fleißiger erin- gen gelange, wo statt der Schwachnere. Regiere mich, daß ich heit und Gebrechlichkeit nur Kraft meine schwache Gesundheit desto und Herrlichkeit sein wird. Solsorgfältiger in Acht nehme, und ches verleihe mir gütiger Gott! selbige durch ein unordentliches um deiner herzlichen Barmherzigkeit Leben, unmäßige Arbeit, oder willen, die du uns durch deinen heftige Leidenschaften und Begier Sohn Jesum Christum zugesaget den nicht noch mehr schwäche. hast, Amen. Anweisung, was für Schriftstellen, Gesänge und Gebete, außer den obigen, bei Kranken, nach ihren 3231 Umständen, gebraucht und vorgelejen werden können. C. 17. v. 24-28. Luc. C. 15. 16. Jac. C. 4. v. 8. m. f. Hebr. C. 3. v. 7. m. f. Gebete 37. m. f. 34. Gesänge von der Buße 486. m. f. 699. m. f. 810. m. f. 746. Joh. C. 3. 14-22. Jacob. C. 5. m. f. Passions- Gesänge, inson9. 10-18. Hebr. C. 12. v. 1-13. 1 Petr. C. 4. Pf. 50. v. 14-23. Offenb. derheit 119. 131. 162. 149. Vom Bei dem Anfange der Krankheit. Gebete Nr. 2. 1. Glauben 560. m. f. Von der Gesänge Nr. 862. mit folgen- Rechtfertigung 326. m. f. 338. den. 270. m. f. 400. 410. 558. 353. 741. 751. m. f. 895. Zur Selbstprüfung. Psalm 139. Klaglied. Jer. C. 3. v. 19-42. 2 Cor. C. 13. v. 5. Gesänge Nr. 689. 690. 339. 740. 748. 996. Zur Bußandacht. pi. 25. 32. 51. 143. Jes. C.55. v. 6. 9. Matth. Cap. 9. v. 1. m. f. Zur Rommunion eines Kranken. Ps. 23. Nöm. C. 5. 8. Joh. C. 6. v. 35. m. f. C. 15. v. 1-6. Ephes. C. 1. v. 3. m. f. 2. Cor. C. 12. v. 9. 10. Philipp. C. 4. v. 13. Beicht- und Kommunion- Gebete und Gesänge, insonderheit 442. 461. 373. Gebete vom Leiden Christi Nr. 30. 121. Adventsgebete. Zur täglichen Andacht. P. 91. 121. 73. Röm. C. 14. v. 7-9. Hebr. C. 4. Jes. C. 33. Hiob C. 1. 2. 42. Jef. C. 53. und die Leidensgeschichte Christi. Zur Morgen- und Abendandacht Gebete 23. 24. Gesänge 874. m. f. 997. 975. Ferner Gebete 73. 74. 77. Ges. 369. Von Trübsalen überhaupt 803. m. f. Von der Geduld und Gelaffenheit 653. m. f. Hoffnung und Vertrauen auf Gott 634. m. f. Ergebung in seinen Willen. 670. m. f. Von den Lobgesängen 20. m. f. 26. 34. 35. 247. Vom Leiden Christi 154. m. f. Vorbereitungslieder zum Tode. 885. m. f. 944. Bei anhaltender und schmerzhafter Krankheit. Jef. C. 11. v. 10. C. 49. v. 14. 51. 1 Petri C. 1. v. 3-9. Ps. 13. 130. 77. 31. 39. 62. 42. 71. 6. Luc. C. 18. v. 1-8. Joh. C. 5. v. 1-30. Hebr. C. 4. v. 14-16. C. 5. v. 7-9. 1 Petr. C. 5. v. 6-11. Jac. C. 1. v. 2-12. Gebete 77. 95. Bef. 869. m. f. 877. 878. VI. 117 Bei herannahendem Ende. Matth. Cap. 10. v. 28-33. Ps. 90. 73. v. 23. m. f. Philipp. C. 1. 1 Cor. C. 15. Joh. Cap. 11.14.17. 2 Cor. C. 4. v. 13. m. f. C. 5. v. 1-10. 2 Tim. C. 2. v. 8-13. Offenb. Joh. C. 2. v. 10. C. 3. v. 11. C. 7. v. 9. m. f. Cap. 21. v. 1-7. Philipp. C. 3. v. 20. 31. 1. Thessal. C. 4. v. 13. m. f. 1 Tim. C. 1. v. 15. 16. Gebete 91. m. f. Gef. 871. m. f. 907. m. f. 926. m. f. 949. m. f. 942. 168. m. f. 174. 179. 182. m. f. 194. 198. d Bei dem Sterben. Offenb. Joh. C. 2. v. 10. C. 3. v. 11. C. 14. v. 13. Job. Cap. 17. v. 24. C. 14. v. 19. 2 Tim. C. 4. v. 7. 8. Luc. C. 10. v. 20. C. 23. v. 43. 46. Matth. C. 25. v. 34. Röm. C. 8. v. 38. 39. Jes. C. 54. v. 10. Ges. Sterbelieder, insonderheit 906. 909. m. f. 923. Nach der Genesung. Ps. 103. 116. 30. 34. 145. 2 Cor. C. 1. v. 3-11. Pf. 119. v. 71-77. Joh. C. 5. v. 14. Gebet 35. Gef. 37. 876. 879. m. f. 23. 29. 30. 591. 269. 272. 594. Festgebete. Adventsgebet. schensohn Jesu Christe! daß du kommen bist zu suchen und selig 114. du arm worden, damit du err, gnädiger Gott, zu machen, was verloren war; Vater! wir preisen deine alles uns reich machtest, daß du unser Denken übersteigende Liebe, nach Elend auf dich genommen, auf welcher dut uns arme Sünder also daß du uns davon befreitest, und geliebet, daß du deinen eingebornen wir an dir einen Hohenpriester hätSohn, zu unserer Erlösung, in ten, der Mitleiden haben könnte die Welt gesandt, und ihn unsere mit unserer Schwachheit. Wir menschliche Natur annehmen las- danken dir, daß du freiwillig gen sen, auf daß er darinn für uns Jerusalem gekommen, wo du deileiben und sterben könnte. Wir nen Tod vorher sabeft, und rich danken dir, o Gottes- und Men- zum Opfer für uns targestellet 118 Adventsgebet. haft. Du bist nun zwar nach mögen. Bleibe bei uns, o Herr! deiner sichtbaren Gegenwart in in diesem nunmehr angetretenen den Himmel eingegangen, wie tu Kirchenjahre, wie tu tas verwiaber dennoch unsichtbarer Weise chene bei uns geblieben bist, mit nach deiner Verheißung alle Tage ceinem göttlichen Worte, und bei uns bist, so beweget dich teine mit deiner, reinen Wahrheit. nie aufhörende Menschenliebe noch Breite dieselbe je länger, je weiimmer geistlicher Weise durch dein ter aus, und segne die Arbeit Wort in unsere Herzen zu kom- getreuer Lehrer und Prediger. men, und Wohnung darin zu Beschütze regiere und segne auch machen. Ja du willst auch sicht- unsere und alle andere christliche bar am jüngsten Tage wieder Obrigkeit, sammt deroselben Räkommen in der Herrlichkeit deincs then und treuen Dienern. Hilf, Vaters, und uns zu dir nehmen, Herr Jesu, du starker Helfer! auf daß wir mit Leib und Seele daß sie alle mit einander, und wir dahin kommen, wo du bist. Hilf sammt ihnen, dir von Herzen und regiere uns, o Gott heiliger dienen, das Reich deiner WahrGeist! daß wir ihn, den König beit befördern, und alles, was wir des geistlichen Zions, mit wahrem vermögen, dir zu Ehren anwenGlauben, und herzlicher Bußferden, daß wir als deine treue tigkeit recht empfangen, und ihm Unterthanen im Glauben stets unsere Herzen aufthun, damit wir thun, wie tu uns befohlen hast, seiner himmlischen Schäße ewig bis wir zu dir, o König der genießen mögen. Bewege unsere Ehren! in das himmlische JeruHerzen, daß wir auch ihm mit falem eingehen. Amen, Herr Freuden zurufen: Gelobet sei, Jesu Christe, Amen. der da kommt in dem Namen des Herrn. Herr! hilf, o Herr! laß alles wohl gelingen. Du bist fanftmüthig und demüthig; beGebet am Christtage. wahre uns, Herr! vor Zorn und 115. Barmherziger Gott, Du bist gerecht, schenke unsers uns die Gerechtigkeit des Glau- Heilandes Jesu Christi! Wir sabens, und wirke durch selbige die gen dir von ganzem Herzen Lob Gerechtigkeit eines heiligen Lebens. und Dank, daß du deinen Sohn Du bist um unserntwillen arm von der reinen Jungfrau Maria worden; mache uns reich im hast unser Fleisch und Blut anGlauben und guten Werken. Du nehmen, und ihn einen wahren bift ein Helfer; hilf uns, Herr! Menschen um unserer Seligkeit aus unseren Nöthen, und erfreue willen, geboren werden lassen. uns durch deine Güte. Gedenke, Wir preisen dich in tiefster Des Herr! deiner großen Sanftmuth muth, daß du hierdurch deine unund Liebe, sei uns gnädig und aussprechliche Liebe gegen das hilf deiner Christenheit. Errette ganze menschliche Geschlecht also und erquicke die betrübten Herzen, erwiesen hast, daß du sie nicht damit wir dir sämmtlich, mit ein- offenbarer und stärker hättest ermüthiger Stimme und Herzen, weisen können. Was sind doch ein fröhliches Hosianna singen, wir arme, sonst verlorene und und deinen Namen getrost preisen verdammte Menschen, daß du Gebet am Christtage. 119 uns mit solcher unaussprechlichen menschlichen Geschlechte, und also Liebe angesehen hast? Da wir auch aus unserem Mittel allhier wegen unserer unzähligen Sünden in diesem Lande und Orte ein nichts anders als den zeitlichen Volk zum Eigenthum, das fleißig und ewigen Tod verdienet hatten; sei zu guten Werken, und die so hast du deinen Sohn in die Ehre und das Heil erkenne und Welt gefandt, daß wir durch ihn preise, welche du den Menschen leben sollen. Wir waren nicht dadurch erwiesen, daß du deinen würdig unsere Augen gegen rich Sohn ihre Natur zu ihrer Veraufzuheben, du aber haft deines söhnung annehmen lassen. Du eingebornen Sohnes nicht ver- wollest insonderheit diejenigen unschonet, sondern ihn für uns alle ter den Menschen, welche du über dahin gegeben, wie solltest du andre Christen gesetzet hast, dir uns mit ihm nicht alles schenken? befohlen sein lassen, und vorWas sollen wir sagen? Du hast nämlich unsern Obern völlige nicht unsere Unwürdigkeit und Gnade und reichen Segen verSünde, sondern deine uner- leihen, daß wir unter ihnen in meßliche Barmherzigkeit angesehen, stiller Ruhe dein Gnadenwort und Gnade vor Necht gehen vernehmen, christlich leben, und lassen. Wir sind daher schuldig, rir in Heiligkeit und Gerechtigdir ewigen Dank zu sagen, und die feit unser Lebelang dienen möunaussprechliche Güte zu preisen, gen. Wollest auch insgemein dich nach welcher du nicht nur dies unser aller erbarmen, und uns alles zu unserer Erlösung gethan, aller Früchte der fröblichen Gesondern auch diese große Freude burt deines lieben Sohnes Jesu uns verkündigen lassen, daß auch Christi theilhaftig machen, und uns der Heiland geboren sei. durch deinen Gnadengeift regieren, Last uns aber nicht bei einer damit wir im Glauben und Erbloßen Bewunderung dieses Ge- fenntniß unseres heilbringenden beimnisses stehen bleiben, sondern Mittlers täglich wachsen und zuselbst diese große Wohlthat recht nehmen, in allen Anfechtungen nüßen, im Glauben zu unserm und Nöthen uns desselben trösten, Immanuel hingehen, uns seiner und endlich in seiner Gnade selig freuen, und in allen Anfechtungen entschlafen, und also das Ende und Nöthen das Wort von ihm des Glaubens, welches ist der in unserm Herzen behalten und Seelen Seligkeit, davon bringen; weislich überlegen. Laß die uns durch unsern herzliebsten Immahierin erschienene heilsame Gnade nuel, welcher mit dir und dem uns kräftig antreiben, daß wir heiligen Geist herrschet und regiealles ungöttliche, und dir, unserm ret, wahrer Gott in alle Ewigso großen Wohlthäter mißfällige keit, Amen, Amen. Wesen nebst allen Lüsten der bösen Welt verleugnen, und dagegen züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und also Gebet am neuen Jahrstage. in feliger Hoffnung warten auf 116. An Umächtiger ewiger die künftige Erscheinung des großen Gottes und unsers Heilandes Jesu ger, lieber Vater! wir haben Christi. Sammle dir aus dem heute abermal ein Jahr unserer Gebet am neuen Jahrstage. und Vieh! Wehre den Nachstellungen des Teufels! Sende deine heilige Engel zu uns! Beschere den Früchten der Erde gutes Gewitter! Kröne das Jahr mit mühseligen Pilgrimmschaft in die Stärke unsere liebe Obrigkeit sem irdischen Leben zu Ende ge- und alle fromme Regenten! Rebracht, und fangen nunmehr in giere und segne ihre Anschläge, deinem Namen ein neues an. ihr Thun und Lassen zur allgeAch Herr und Gott! wie groß meinen Wohlfahrt und zu deiner ist deine Güte, wie unzählig sind Ehre. Gieb gutes Vertrauen deine Wohlthaten, die du uns zwischen Herren und Unterthanen! bisher aus väterlichem Herzen Segne Väter und Mütter! Rebewiesen hast, da wir doch mit giere Kinder und Gesinde! Bewahre unseren Sünden nichts als eitel uns vor Krieg und Blutvergießen! Strafen bei dir verdienet haben! Wende ab Theurung und anDu hast uns dein heiliges Wort steckende Seuchen unter Menschen sammt dem rechten Gebrauche der hochwürdigen Sakramente rein und lauter erhalten, unsere Seele dadurch erfreuct und zu höheren Seligkeiten zu bereiten gesuchet. Du hast friedliche Regierung be- deinem Gute! Gicb Friede bei scheret, tägliche Nahrung gegeben, uns, und in der ganzen Christenund wenn du uns gleich gezüch- beit! Verleihe unsern Herzen tiget; so bast du uns doch nicht Freude, unseren Seelen Trost, aufgerieben, und deine Barmher- unseren Leibern Gesundheit, unzigkeit nicht ganz von uns abge- seren Gemüthern Einigkeit! Förwendet. Dafür sagen wir dir dere unsere Nahrung und das Lob, Ehre, Preis und Dank, und Werk unserer Hände! Nähre bitten dich demüthig, du wollest fleißige Arbeiter! Bekehre die unsere Sünden und Missethaten, Sünder! Befestige die Frommen! womit wir dich so oft erzürnet Bringe die Irrenden zurecht! haben, uns nicht zurechnen; son- Bekehre unsere Feinde! Steure dern sie uns um unseres Herrn allen Verfolgern! Schüße Wittund Heilandes Jesu Christi wil- wen und Waisen! Versorge die len gnädig vergeben. Regiere Armen! Speise die Hungrigen! uns mit deinem guten heiligen Tränke die Durstigen! Kleide die Geiste, daß wir keine alte Sün- Nacketen! Erquicke die Verjagten! den ins neue Jahr bringen, son- Erlöse die unschuldig Gefangenen! dern den alten sündlichen Men Tröste die Elenden! Erfreue die schen ausziehen, und den neuen Traurigen! Pflege die Kranken! Menschen, der nach dir geschaffen Labe die Kraftlosen! Errette die ist, anziehen. Fange auch, lieb- Bedrängten! Hilf den Schwanster Vater! aufs neue an uns zu gern und Gebärenden! Bewahre segnen, und wende alle wohl die Reisenden! Sei der Sterverdiente Landplagen von uns benden Beistand und Heil!, Laß ab. Erhöre unser Gebet! Er deine Barmherzigkeit alle Morgen barme dich aller Menschen! Er über uns neu werden! und mache halte uns dein reines Wort! uns alle gerecht und ewig selig; Heilige alle treue Lehrer und Pre- durch Jesum Christum, deinen diger! Gieb zur Arbeit in Kir- allerliebsten Sohn unseren einigen chen und Schulen dein Gedeihen! Heiland und Erlöser! Amen. Behüte uns vor falscher Lehre! 120 Am Tage der Offenbarung Christi. 121 Christi. 117. Herr Am Tage der Offenbarung gnädig von uns ab. Decke uns mit deinen Gnadenflügeln, und bewahre uns durch deine heilige err, allmächtiger Engel. Wende allen Jammer Gott! himmli- und Verwüstung ab, gieb, daß scher Vater! wir danken dir herz- wir in steter Bereitschaft, Buße, lich, daß du auch uns, die wir Glauben und Geduld aus dem Heidenthum herkommen, das belle Licht deiner Wahrheit, zur seligmachenden Erkenntniß Jesu Christi deines Sohnes hast leuchten lassen. erfunden werden, und würdig sein mögen endlich zu stehen vor des Menschen Sohn, und mit ihm in die ewige Seligkeit einzugehen, Amen, Wir bitten dich, Herr Jesu, Amen. Siehe auch das 32. Gebet. barmherziger Gott! erhalte dein theures Wort bei uns, und gieb, daß wir ihm folgen, dich und den du gesandt hast, Jesum Christum, je länger je mehr erkennen, Gebet am Tage der Reinigung Mariä. im Glauben und rechter Gottseligkeit dir dienen. 118. Her erwünschtes du Verzeihe uns, o Herr! alle unsere bisher begangene Sünden, hellleuchtendes Licht der Welt, der und insonderheit alle Untreue und du in deiner Kindheit dem Herrn Kaltsinnigkeit gegen dein heiliges im Tempel dargestellet bist! wir Wort. Unterweise und leite uns tanken dir, daß du unserntwegen auf deinen Wegen, damit wir dich dem Geseß unterworfen; und dereinst zu dir in unser himmli- bitten dich, erleuchte uns, daß sches Vaterland gelangen. Warne wir uns dir ergeben zu einem und bewahre uns, o du treuer Opfer, das lebendig, heilig und Menschenhüter! vor allen unsern dir wohlgefällig sei, auch dein Verfolgern und Widersachern, und Haus oft mit Andacht und aus wende alles, was uns im Geist- Anregung des heiligen Geistes lichen und Leiblichen schaden besuchen. Neinige unsere sündliche könnte, gnädig von uns ab. Natur und unser verkehrtes Herz Laß dir sonderlich unsere liebe durch deinen heiligen Geist und Obrigkeit in deinen väterlichen durch dein unschuldiges Blut. Schuß befohlen sein: erhalte sie Zünde in uns an das Licht der gnädig, und schüße sie an Leib Erkenntniß deines göttlichen Wil. und Seele. Gieb, daß durch sie lens, und eines thätigen Glaudie Gerechtigkeit und Wahrheit bens, dich in unsere Glaubensbefördert, die Bosheit aber ge arme fest zu fassen. Erleuchte hindert und bestraft werde. Segne unsere Augen, daß wir nicht im diese ganze christliche Gemeine, Tode entschlafen, sondern vielmehr und überschütte sie mit väterlicher als deine Diener und Dienerinbeständiger Gnade. Segne die nen einst im Frieden hinfahren, Früchte des Landes; tröste alle und aus der Welt in den Himarme, franke, verfolgte und be- mel gelangen. Amen, o Herr trübte Herzen. Erbarme dich, o Jesu! Amen. Herr! des ganzen Landes, und wende alle wohl verdiente Strafen I Gebet am Tage der Verkündigung Mariä. wir Gnade bei Gott funden haben, ihm mit wahrem Glauben, willigem Gehorsam und herzlicher Demuth jederzeit anhangen, und 122 Gebet am Tage der Verkün digung Mariä. err Gott himmli119. der danken dir, daß du deine tröst- den Menschwerdung Christi, nämliche Verheißung erfüllet, uns lich die ewige Freude im Himmel deinen allerliebsten einigen Sohn erlangen mögen, Amen. zum Heilande gesendet, und denselben von der Jungfrau Maria Gebet am grünen Donhast menschliche Natur annehmen lassen. Hilf, daß wir uns solcher nerstage. deiner Liebe, die du hierin gegen 120. Herr Jeſu, liebfür deine unaussprechliche Liebe ewiger Dank gesaget, da tu nicht nur dich für unsere Sünde und uns arme erwiesen ster Heiland, du jederzeit von Herzen trösten, und wahrer Gott und Mensch! dir sei uns dessen im Glauben erfreuen, daß wir an Jesu einen solchen Hohenpriester haben, der von seiner Empfängniß an war heilig, um unserer Seligkeit willen in unschuldig, unbefleckt, von den den Tod gegeben; sondern auch Sündern abgesondert und höber, zur Versicherung, daß solches für denn der Himmel ist. O Herr uns geschehen, und zur genaueJesu Christe, Gottes und Mariä sten Zueignung deines ganzen Sohn! wir danken dir, daß du Verdienstes uns deinen allerheiunsere menschliche Natur an dich ligsten Leib und dein theures Blut genommen, und unser Heiland in deinem Abendmahl geheimnißvoll und Seligmacher worden bist. zu essen und zu trinken verordnet Wir freuen uns dessen von Her haft. Welch eine große Liebe, zen, und sind nun versichert, daß daß du nicht nur durch den du uns, als dein eigen Fleisch Glauben in uns wohnen, sondern und Blut, nie verlassen werdest. dich auch, als unsere himmlische Du bist ja darum Mensch wor- Speise und Trank, noch auf eine den, daß du uns helfen möchtest: höbere Art, innigst mit uns verDir sei Dank, daher vertritt uns bei deinem einigen willst. himmlischen Vater. Sei du auch daß du solches dein heiliges unser Immanuel, durch den Gott Sakrament bisher in deiner Kirche mit uns versöhnet und vereiniget wider des Satans Gewalt, List ist. Schüße und erhalte uns, o und Verführung, so wohl was ewiger König! wider Welt, die wahre Lehre davon, als was desselben Sünde, Teufel, Tod und Hölle, den rechten Gebrauch und laß uns in deinem Reiche anlanget, erhalten; auch uns bemit dir leben, und dir dienen in reits mehrmals dasselbe genießen ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und lassen. Vergieb aber gnätiglich, Seligkeit. O Gott heiliger Geist! daß solche deine heilige Ordnung der du durch deine Kraft die Em- so oft verkehret, und nicht allepfängniß des Sohnes gewirket zeit von allen denen, die sich bei bast, hilf, daß wir uns deiner deinem Mahle eingefunden haben, unendlichen Macht jederzeit trö- gehöriger Fleiß würdig dabei zu sten, uns nicht fürchten, wenn erscheinen, angewendet worden; Gebet am grünen Donnerstage. 123 auch wohl gar kein theurer Leib| Geduld in allem Leiden, freudig und Blut verunchret und gemiß- nachfolgen. Laß also unsern inbrauchet ist, daher du mit deinen nern Menschen durch diese Seegerechten Gerichten und schweren lenspeise stets wachsen und zunchStrafen solche Verächter billig men an dir, unserm hochgelobten heimsuchen könntest. Laß aber Haupte, und führe uns entlich, auch hier Gnade für Recht er- erfüllet mit Früchten der Gerech' gehen, und erhalte dein heiliges tigkeit, so du in uns wirkest, in Sakrament und dessen reinen Ge- tas ewige Leben, dessen du deine so selber kommest. Steure tem Sa- versicherst, wo du uns, nach dietan und allem dem, was die wür- sem Vorschmack jener Freuden, dige Genießung auf einige Weise mit dir selbst in Ewigkeit sättigen hindert, und also verursachet, daß wirst. Ach! haben wir dich, und dasjenige, was von dir zu un- giehst du dich uns ganz, so haben serem Heil verordnet worden, zu wir genug, Amen. Dir sei für der Seelen Verderben gereiche. deine Liebe und Güte ewig Preis, Richte dargegen alles also ein, sammt dem Vater und heiligen daß dieses heilige Sakrament von Geiste, Amen. allem Mißbrauche ter Unwürtigen gerettet, hingegen die wahre Würdigkeit bei allen befördert werde. Laß auc, treuer Heiland! teine Gnade in uns fräftig sein, so oft wir uns zu deinem Tische 121. Wir danken dir Herr nahen, daß du allezeit durch Christe, Danksagung für das Leiden Chrifti am stillen Freitage. nen heiligen Geist unsere Herzen wahrer Gott und Mensch! daß zur wahren Würdigkeit bereitest, du uns arme Sünder und sonst uns selbst nach dem Geseße und verdammte Menschen, ohne alle Evangelio aufrichtig zu prüfen, ja unsere Werke, Verdienst und uns selbst zu richten, damit wir Würdigkeit, durch dein heiliges nicht von dir gerichtet, sondern Leiden, Sterben und Blutverdurch deine Gnade losgesprochen gießen erlöset haft. O Herr Jesu werden. Verleihe uns Weisheit Chrifte! wie groß war dein Leiund Gnade, deinen Leib mit tie- den! wie schwer deine Pein! wie fer Ehrfurcht zu unterscheiden, und viel deiner Marter! wie empfinddein Gedächtniß im Glauben und lich deine Wunden! wie schmerzLiebe heilsam zu begeben. Stärke lich war dein Tod! wie unausuns, so oft wir dieses Pfandes sprechlich deine Liebe, wodurch du unsers Heils gewürdiget werden, uns mit deinem himmlischen Vadaß wir dabei deinen Tod wür- ter versöhnet hast! da deine Seele dig verkündigen; die Wohlthaten, betrübt war bis an den Tod, und die aus deinem Leiden auf uns dein Schweiß in deiner großen fließen, in dem heiligen Sakra- Angst ward, wie Blutstropfen; mente dankbarlich erkennen; dei da du darauf von allen deinen nem Erempel im liebreichen Ge- Jüngern verlassen worden, und horsam gegen dich und deinen Vater, in aufrichtiger Liebe gegen unsern Nächsten, und in williger dich in die Hände der schnöden Juden und gottlosen Schaar wil lig für uns gegeben haft, welche 124 Danksagung für das Leiden Christi am stillen Freitage. dich hart gebunden, und von einem ungerechten Richter zu dem andern unbarmherzig geführet hat! Daselbst bist du fälschlich verklaget, verurtheilet, verspeict, verhöhnet, und mit Fäusten in das Angesicht geschlagen worden. Du bist um unserer Missethat willen verwundet, und um unserer Sün- Danksagung für die siegde willen zerschlagen, gegeißelt, reiche Auferstehung Jesu mit Dornen gekrönet, und jämmerlich zugerichtet worden, wie Christi am heiligen Osterein armer Wurm, der keinem Menschen ähnlich ist. Denn du tage. warest ber allerverachtetste und 122. Hueberwinder Jesu Christe, unwertheste, voll Schmerzen und Krankheit, also, daß es auch ein des Todes und Erlöser von der heidnisches Herz gerühret hat, daß Hölle! wir danken dir herzlich für es gesaget: Siche, welch ein deine siegreiche und fröhliche AufMensch ist das! Du bist wegen erstehung, dadurch du dem Tode unserer Mißhandlungen unter die die Macht genommen, und ein Uebelthäter gerechnet, und als ewiges und unvergängliches Weein Fluch mitten zwischen ihnen sen wieder an das Licht gebracht aufgehenket, an Händen und hast. Du hast dich als einen allFüßen mit Nägeln durchgraben, mächtigen Herrn bewiesen, der Gedarzu in deinem höchsten Durste walt über Tod und Hölle hat. Du mit Essig und Galle getränket warest toot, und siebe, nun lebest worden: worauf du in großen du von Ewigkeit zu Ewigkeit. Du Schmerzen deinen Geist aufgege- haft dein Volk vom Tode errettet ben, auf daß du unsere Schuld und aus der Höllen erlöset, daß bezahletest, und wir durch deine wir nun mit Freudigkeit sagen könWunden gebeilet würden. Für nen: Tod, wo ist dein Stachel? alle diese deine Marter und Pein Hölle, wo ist dein Sieg? Dir sagen wir dir Lob und Dank, sei Dank, daß du uns den Sieg und bitten dich, laß dein heiliges gegeben hast. Man singet mit bitteres Leiden an uns nicht ver- Freuden in den Hütten der Geloren sein; sondern gieb, daß wir rechten: die Rechte des Herrn beuns dessen von Herzen trösten hält den Sieg, die Rechte des und rühmen, auch desselben Gedächt- Herrn ist erhöhet, die Rechte des Gott niß also begehen und es solcher- Herrn behält den Sieg. gestalt betrachten, daß alle böse hat deine Seele nicht in der Hölle Lüfte dadurch in uns ausgelöschet gelassen, und nicht zugegeben, und gedämpfet, dargegen alle daß sein Heiliger die Verwesung Tugenden eingepflanzet und ver- sehe. Du bist eine kleine Zeit mehret werden; auf daß wir der von Gott verlassen gewesen, aber Sünde abgestorben der Gerech- nun mit Ehren und Schmuck getigkeit leben, und deinem uns frönet: du bist aus der Angst gelassenen Vorbilde nachfolgen, und Gerichte hinweg gerissen, wer das Uebel mit Geduld ertragen, I will deines Lebens Länge ausund das Unrecht mit gutem Gewissen leiden. Das gieb und verleihe uns, o Herr Jesu! um deines heiligen theuren Verdienstes willen, Amen. Siehe auch das 31. Gebet. Danksagung für die Auferstehung Chrifti am Ostertage. 125 reden? Der Stein, den die Leben; damit unser nichtiger, verBauleute verworfen hatten, ist weslicher, sterblicher Leib, Unverzum Eckstein worden: das ist von weslichkeit, Unsterblichkeit, Kraft dem Herrn geschehen, und ist ein und Ehre anziehe, und wir ähnlich Wunder vor unsern Augen. seien deinem verklärten Leibe; denn unser Leben ist jezo bei dir verborgen; wenn du aber, o unser Leben! offenbar werden wirst, ſo werden wir auch mit dir offenbar werden in der Herrlichkeit. Das verleihe uns, o Herr Jesu Christe! durch deine siegreiche Auferstehung, und um deines Namens Ehre willen, Amen. Wir danken dir insonderheit, daß du durch deine mannigfaltigen Erscheinungen den Deinen die größte Gewißheit von deiner Auferstehung und durch diese das deutlichste Zeichen gegeben, daß du von Gott gesandt, und von ihm für den Herrn und Heiland der Welt erkläret seist. Wir freuen uns, daß du zur Versicherung unserer Gerechtigkeit auferwecket wor den, wie du um unserer Sünde willen dahin gegeben warest. Nun wissen du den Frieden mit Danksagung für die Himmelfahrt Christi. err Jesu Gott zu Stande gebracht, und eine 123. Hou allmächtiger du vollkommene Genugthuung geleistet hast, da der höchste Richter Siegesfürst! der du dich durch dich unsern Bürgen aus dem deine siegreiche und fröhliche HimTode und Grabe losgelassen hat. melfahrt zur Rechten der MajeDu lebest nun immerdar, und stät und Kraft Gottes geſeßet, wir sollen mit dir leben. Du und alle deine und unsere Feinde, unser Haupt bist vom Tode auf- Sünde, Welt, Tod, Teufel und erwecket; so werden deine Glieder Hölle zum Schemel deiner Füße auch nicht im Tode bleiben, son- geleget hast; wie sollen wir diesen dern in dir gleicher Auferstehung Sieg, diesen Triumph, diese theilhaftig werden. Overherrlich- Herrlichkeit genugsam und würdig ter Fürst des Lebens! wir bitten erheben und preisen. Denn nachdich, gieb uns die Gnade des dem du die Reinigung unserer heiligen Geistes, daß wir die Sünden durch dich selbst gemacht Kraft deiner Auferstehung, und hast, hast du dich in den Himmel den beständigen Trost in unsern erhoben, und zur Rechten deines Herzen empfinden, daß nunmehr Vaters geseßet. Dein himmlischer weder Sünde noch Verdammniß, Vater hat alle Dinge unter deine weder Fluch noch Tod, weder Sa- Füße gethan, und hat dich getan noch Hölle, einige Macht und seßet zum Haupte der Gemeine Anspruch an uns habe. Laß uns über alles. Er hat dir selbst die auch, o Herr! mit dir durch Engel, die Gewaltigen, die Fürwahre Buße auferstehen; laß uns stenthümer und alle Kräfte unterTheil haben an der geistlichen than gemacht. Alle Gewalt im Auferstehung, auf daß der ewige Himmel und auf Erden ist dir Tod an uns keine Macht habe. gegeben, und ob du gleich so hoch Erwecke auch am jüngsten Tage, erhaben; so bist du doch noch bei durch die Kraft deiner Auferste- deinen Erlöseten und besonders hung, unsere Leiber zum ewigen bei deinen Gläubigen auf Erden, 126 Danksagung für die Himmelfahrt Christi. du fennest deine treuen Freunde, beweisen. Erinnere uns insonund bist bei ihnen mit ewiger cerheit auch im Leiden, wie du Gnade. Du bist unser ewiges erst erniedrigt worden, gelitten Haupt, das seine Glieder zärtlich und gestorben, und darauf zu liebet, und mit Leben, Licht, deiner Herrlichkeit eingegangen; Kraft, Trost, Sieg und Freude damit auch wir im Leiden dir erfüllet. Du sendest aus deiner folgen, Gott mit findlicher GeHöhe den verheißenen heiligen ould ehren, und allezeit Hoffnung Geist, und giebest Evangelisten, und getrosten Muth behalten. Apostel, Propheten, Hirten und Wenn denn auch unsere PilgrimmLehrer und läsfest den Menschen schaft vollbracht; so nimm uns zu durch selbige den Rath Gottes cir in deine Herrlichkeit. Bringe von ihrer Seligkeit verkündigen. uns nach Mühseligkeiten, SchmerDu erhörest das Gebet der Dei- zen und Tod zu der Ruhe deines nen und bittest für sie, und ma- Volkes, und laß uns ewig sein, chest selig alle, die durch dich zu wo tu bist. Co wollen wir ewig Gott fommen. Da du unser mit Engeln und Erzengeln deine Haupt im Himmel bist, so ist un- Siege besingen, und den Himmel fere Begnadigung bestätiget, und mit deinem Lobe erfüllen. Ununsere Hoffnung bekräftiget, wozu terdessen wollen wir auch hier deine Auferstehung uns wiederge- ihnen nachlallen und voll heiliger Du lebest, wir werden Inbrunst sprechen: Lob und Ehre auch leben, wo du bist, da sollen und Preis und Gewalt sei Gott deine Gläubigen auch sein, und und dem Lamm in Ewigkeit, deine Herrlichkeit sehen. Wir Amen. beten dich an, erhöheter Heiland! und opfern dir Ehre, Lob und Dank für die große Seligkeit, die erworben, und durch boren. Pfingstgebet. deine Auferſtehung und Dimme 124. Herr! unfer Gett, und Vater durch fahrt versichert hast. Zeuch uns Jesum Christum! Wie reich bist dir nach, daß unser Herz da sei, eu in deiner Liebe! wie unauswo unser Schaß ist. Laß uns sprechlich ist deine Erbarmung! trachten nach dem, was droben Es war dir nicht genug, uns ist, und nicht an dem Vergäng- elenden und verlornen Sündern lichen kleben bleiben. Verleite einen Erlöser zu geben, und so deiner Christenheit verständige, gar reinen Sohn zum Erlöser! treue und erbauliche Lehrer. Nicht genug, daß er sich zu unSchenke uns allen deinen Geist, serer Tiefe erniedrigte, und in daß selbiger uns zu dir leite, der Gestalt und Aehnlichkeit unund uns himmlische Gesinnungen sers sündlichen Fleisches das Geeinflöße. Du warest deinem Ba- seß für uns erfüllete, und uns ter gehorsam bis zum Tode, ja von dessen Fluch durch seinen Tod zum Lore am Kreuze, und dar auf wurdest du erhöhet. Gieb, daß auch wir in der Kraft deines Geistes, uns nichts von der Liebe Gottes scheiden lassen, und selbige durch einen willigen Gehorsam erlösete; Nicht genug, daß er uns zum besten auferstand, und zu deiner Rechten sich sezte: Du thatest noch mehr, tu gabest uns auch deinen göttlichen Geist dazu, daß er uns dies erworbene Heil Pfingstgebet. 127 bekannt und uns dessen fähig und unsere Einbileung! Mäßige untheilhaftig mache. Diesen deinen ser Forschen in Dingen, Geist, den Geist der Wahrheit, zu hoch sind. Laß uns nach der des Glaubens und der Heiligung, Erkenntniß am meisten trachten, der Kraft und Liebe, des Frie- in welcher das ewige Leben ist. dens und des Trostes hast du Gieb uns Aufmerksamkeit auf nach dem Hingange unsers Heilan- dein Wort, und bewahre uns des zu dir reichlicher, als jemals vor Zerstreuung! Gieb uns Nachvorher ausgegossen. Durch ihn denken und Ueberlegung, und behast du die ersten Lehrer, welche wahre uns vor Nachlässigkeit und der Welt das Wort des Heils Vorwiß! Wir sind verderbt: verfündiget und aufgeschrieben ha- überwinde und törte unser Verben, dazu erleuchtet und stark derben! Wir sind fleischlich und gemacht. Durch ihn und seine unter die Sünde verfaust: mache ihnen verliehene Wundergaben du uns geistlich und frei! Wir haft eu ihrem Worte Zeugniß ge- sind träge: mache uns eifrig! geben, und die selige Ausbreitung Wir sind kaltsinnig und unemder christlichen Lehre in der Welt pfindlich: entzünde uns in deiner gewirtet, welche endlich auch in Liebe! Wir und ohne Reue und unsere Gegenden gekommen. Du Traurigkeit über unsere Sünde: willst ihn auch nach seinen or- beuge, zerschlage, zerknirsche du dentlichen Heiligungsgaben uns unser Herz! Wir sind untüchtig mittheilen, um das Werk unserer durch unser Werk vor Gott geSeligmachung durch seine Gna- recht zu werden: wirke in uns denwirkungen in allen denen, die den gerecht und seligmachenden ihm nicht vorsäßlich widerstreben, Glauben an Jesum, der unsere zu vollenden. Ja du willst, daß Gerechtigkeit ist, und mache dener in uns wohne, und wir seine selben recht zuversichtlich und Tempel werden sollen. Unendlich lebendig. Versichere uns in solist deine Liebe: Anbetung und chem Glauben unsere RechtfertiLob und Dank sei dieser unaus- gung vor Gott: Ja gieb unserm sprechlichen Liebe. Damit du Weiste Zeugniß, daß wir seine aber Gefallen an den Empfindun- Kinder sinc. Treibe und regiere gen unserer Herzen haben mögest, uns aber auch als Kinder Gotso laß sie Wirkungen deines Gei- tes, und mache uns fertig zu stes sein! Komm, Geist der Weis- allen guten Werken. Erfülle uns heit, Geist des Glaubens und der mit Früchten der Gerechtigkeit, Heiligung, Geist des Vaters un daß wir immer eifrig in der des Sohnes! komm, komm und Gottseligkeit, standhaft in Trüberfülle unsere Seelen! Wir sind sal, treu in Versuchungen, unohne dich unwissend: unterrichte überwinelich gegen Berführungen uns! Wir sind ungläubig: über sein, auch deinen Frieden und zeuge uns! Wir sind blind! öffne Trost im Leben, Leiden und uns die Augen, daß wir sehen, Sterben in unsern Seelen emwas zu unserm Frieden dienet! finden und endlich ewig selig Leite uns in alle Wahrheit! Führe werden mögen, Amen. uns auf der ebenen Bahn zum Leben! Zeige uns die Schwäche unserer Vernunft! Beherrsche Am Feste der heiligen Dreieinigkeit. 128 Am Feste der heiligen Dreieinigkeit. Sohn, das Ebenbild deines Wesens geschenket hast. Nun erkennen wir, und sind gewiß, o göttlicher Heiland, daß deine für uns geleistete Genugthuung einen unendlichen Werth habe, und also für uns alle zugänglich sei. Nun erkennen wir und sind völlig überzeuget, daß wir von dir, dem allmächtigen Geiste unsere Heiligung und deren Vollendung zum ewigen Leben gewiß hoffen können. Wir danken dir also, Herr dreieiniger Gott, Vater, Sohn und Geist! mit demuthsvollem Glauben auch für die geheimnisvolle Offenbarung deines Wortes, und lobsingen dir mit Freuden: heilig, heilig, heilig bist du Gott! du Herr aller Heere deiner Geschöpfe! alle Lande sind deiner Ehren voll, Halleluja! 125, Unendlicher und unerforschlicher Gott, Vater, Sohn und Geist! da wir heute das Geheimniß deiner heiligen Dreieinigkeit feierlich bedenken, so danken wir dir zuförderst, daß du uns durch dein Wort in der seligen Erkenntniß befestiget hast: du, Herr, unser Gott! seist ein einiger Gott, du seist der erste und der letzte, und außer dir sei kein Gott: Denn dadurch werden wir überzeugt, daß der ewige Sohn und der heilige Geist kein anderer Gott sein könne, als der Vater: dadurch verwahrest du uns vor aller abgöttischen Verehrung anderer Dinge: dadurch haben wir den unschäßbaren Trost, daß du die einige Quelle aller guten und vollkommenen Gaben, und der einige höchste Regierer aller Dinge seist; daß wir uns also in dir, unserm einigen Gott, in allen Veränderungen beruhigen, und unserer Wohlfahrt in Zeit und Ewigkeit gewiß sein können, wenn wir von deiner Gnade und Liebe versichert sind. Und diese uns so unentbehrliche Versicherung giebest du uns, anbetungswürdiger Gott! durch die Offenbarung der geheimnisvollen Beschaffenheit deines Wesens, daß du auf eine Verhüte gnädiglich, o Gott! unerforschliche Weise ein wahrer daß wir den großen Trost, den Vater, Sohn und Geist in einem uns die geheimnisvolle Lehre von einigen, unzertrennlichen und ewi- deiner Dreieinigkeit giebet, nicht gen Wesen bist. Denn nun wis- durch Unglauben oder unvernünfsen wir, daß wir zu dir dem Va- tigen Vorwiß verlieren oder ter durch den Sohn in Kraft des schwächen, und uns nicht unterheiligen Geistes einen freudigen stehen, das erforschen und begreiZugang haben. Nun erkennen fen zu wollen, was doch unerwir mit größter Gewißheit das forschlich und unbegreiflich ist. Allerhöchste deiner Liebe zu uns Herr! wie unerforschlich sind so armen Sündern, darin, daß du, gar deine Wege, und wie unbeo Vater! uns deinen eigenen greislich deine Gerichte! wie könnte Befestige uns, o Herr! in dem Glauben dieses großen Geheimnisses, und gieb, daß wir dessen gnädige Offenbarung dazu nüßen, wozu du sie uns geschenfet hast. Bewahre uns, o einiger Gott! daß wir dir, der nirgends seines Gleichen hat, auch in unserer Gesinnung nichts an die Seite seßen, folglich nichts so lies ben, so fürchten, so ehren, als dich, und auf nichts so vertrauen, als auf dich, den Herrn über alles. Gebet am Feste Johannis des Täufers. uns denn das Innerste deines Seligkeit fähig und theilhaftig Wesens begreiflich sein, mit machest. In jener Ewigkeit wermenschlichen Worten völlig aus- den wir dich völliger erkennen, gedrückt, oder irgend womit hin- nach deiner Verheißung von Anlänglich verglichen werden? Da gesicht zu Angesicht schauen, und wir in der sichtbaren Natur und deinen großen Namen in himmsogar in unserm eigenen Wesen lischer Vollkommenheit erhöhen. viele Geheimnisse finden: so laß uns doch um so weniger jemals auf die Gedanken gerathen, daß in deinem unendlichen Wesen unserm so eingeschränkten Verstande keine Geheimnisse vorkommen dürften. Laß uns vielmehr mit Dank und Ehrfurcht das annehmen, was Herr! segne und behüte uns! Herr! laß dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig! Herr! erhebe dein Angesicht über uns und gieb uns deinen Frieden, Amen. du selbst, in deinem wahrhaftigen Gebet am Feste Johannis Worte, uns von dir geoffenbaret des Täufers. hast. Und wie wir auf deinen Namen, o Gott Bater, Sohn 126. S und heiliger Geist! getauft sind: so laß uns auch in dem gläubigen Bekenntniß von dir bis an unser Ende beharren. Laß uns wohl bedenken, was dein Wort spricht: daß wer den Sohn leugnet, der habe auch den Vater nicht; und wer Christi Geist nicht habe, der sei nicht sein. 129 elobet sei der Herr, Gelobet der Gott Israel! denn er hat besuchet und erlöset sein Bolk. Wir danken dir, du Vater der Barmherzigkeit! daß du durch die Sendung deines eingebornen Sohnes in unser Fleisch uns so gnädig heimgesuchet hast. Auch wir waren von Natur unselige Knechte der Sünde und des Satans, befanden uns in Finsternissen und fürchterlichen Schatten des Todes, und wußten den Weg Du aber Verleihe uns aber auch deine Gnade, daß wir deiner unaussprechlich großen Wohlthaten, durch welche du dich, dreieiniger zu unserm Heil nicht. Gott! an uns verherrlichest, immer völliger theilhaftig werden; auf daß deine ewige Liebe, o Vater! durch die Gnade unsers Herrn Jesu Christi, in der Gemeinschaft des heiligen Geistes stets mit uns sei. So lallen wir schon hier als Kinder dein Lob dafür, o allerbester Vater! daß du uns zur Glückseligkeit erschaffen und bestimmet hast; o Sohn gedachtest an deinen heiligen Bund und an den Eid, den du dem Abraham, als dem Vater aller Gläubigen geschworen. Du hast, o wahrhaftiger Gott! erfüllet, was du vor Zeiten durch den Mund deiner heiligen Propheten geredet, und hast uns den starken Helfer und Erretter verliehen, den du aus dem Hause deines Dieners David gnädig des Allerhöchsten, du unser bester verheißen hattest. Ja, Herr! Freund! daß du die verlorne Seligkeit uns wieder erworben hast; v du Geist, der da heiliget, du unser bester Führer, daß du uns der erworbenen und zugedachten durch deine herzliche Barmherzigfeit ist uns das wahrhaftige Licht aus der Höhe aufgegangen. Dein einiger Sohn, der Glanz deiner Herrlichkeit und das Ebenbild 9 130 Gebet am Feste der Heimsuchung Mariä. deines Wesens ist auf Erden er-| serer Erlösung durch Christum schienen. Er offenbarte sich in so herrlich erfüllet hast; verleihe unserm Fleische, erlösete uns von uns die Gnade deines Geistes, allen unsern geistlichen Feinden, daß wir uns diese deine unausund leitete uns sonst Verirrte auf sprechliche Wohlthat recht gläubig den Weg zum ewigen Frieden. zueignen und dir inbrünstig daAch gnädiger Gott! du hast ehe- für danken. Auch unsere Seele mals dein Volk durch die Predigt erhebe dich unsern Herrn, und Johannis kräftig zur Buße geru- unser Geist freue sich Gottes unfen, um dasselbe zu einer würdi- sers Heilandes. Du siehest uns gen und gesegneten Aufnahme des Elende in Christo gnädig an, ihm zuerst geoffenbarten Heilandes und erhebest uns durch ihn aus der Welt zu bereiten. Laß uns den Tiefen eines ewigen Verderbens recht lebendig erkennen, was es zu den größten Seligkeiten. Du für eine große Barmherzigkeit sei, hast große Dinge an uns gethan, daß du auch uns, die wir mit der du mächtig bist und deß Name jenen, als Uebertreter deines Ge- heilig ist. Und deine Barmherseßes, unter dem Fluche lagen, diese gnädige Ordnung der Buße zu unserm Heil bekannt gemacht. Verleihe uns deinen Geist, daß wir uns willig in diese Ordnung begeben, und wie du uns allen deinen Sohn geschenket, also auch wir alle deinem liebreichen Rufe hebung unserer selbst wider deizur Buße folgen, und uns also nen Gesalbten, und wider sein unsers Heilandes mit gegründetem heiliges Wort, durch Unglauben Nechte im Glauben völlig erfreuen und Selbstgefälligkeit. Laß uns mögen. Stärke uns aber auch deinen Rath von unserer Seligdurch deine Kraft, daß wir stets feit durch Christum über alles rechtschaffene Früchte der Buße brin- verehren, und mit der Demuth gen, und nachdem wir so theuer und Armuth unsers Geistes denerlöset sind, dir ohne knechtische selben annehmen, daß du uns mit Furcht unser Lebelang dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist: bis wir endlich dahin gelangen, wo wir die uns erworbene Seligkeit vollkommen genießen, und dir, o dreieiniger Gott! dafür ewiges Lob bringen werden, Amen. zigkeit währet über uns für und für, wenn wir dich fürchten. Allmächtiger Gott! du übest Gewalt mit deinem Arm, zerstreuest die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn, und erhebest tie Niedrigen. Ach! bewahre uns vor aller Erdeinen durch Christum erworbenen Heilsgütern füllen und dereinst zum ewigen Genuß teiner Gnade erheben könnest. Gedenke stets der Barmherzigkeit über uns, und bilf deinem gesammten theuer erkauften Volke und Eigenthum immer völliger auf. Erhalte und stärke uns im Glauben und Gottseligkeit bis an unser Ende, und Gebet am Feste der Heim- vollende dann an uns, was du suchung Mariä. uns in Christo zugesaget hast, zu deinem ewigen Preise und unserer ewigen Seligkeit, Amen. 127. err, wahrhaftiger Gott! der du deine gnädigen Verheißungen von un Am Michaelisfeste, Danksagung für den Schuß d. h. Engel. 131 Am Michaelisfeste, Dank- stets besleißigen, wie es von diesen seligen Geistern im Himmel sagung für den Schutz geschieht. Verleihe allen unbußder heiligen Engel. fertigen Sündern wahre ernstliche Buße, auf daß die Engel im Him 128. H err! du allmächti- mel sich ihrer freuen mögen. Laß ger und liebreicher ein demüthiges Gebet und dein Erhalter und Beschüßer des mensch- inbrünstiges Lob unser öfteres und lichen Geschlechts! du Herr der angenehmstes Geschäfte sein; wie Heerschaaren! durch welchen alles deine Engel im Himmel dich allegeschaffen worden, was im Him- zeit preisen und das: heilig, heimel und auf Erden ist, wie hast lig, heilig ist Gott, der Herr der du die Menschen so lieb, daß du ihnen von Kindheit auf deine heilige Engel zugeordnet hast, daß diese starken Helden derjenigen Wächter sein müssen, die deinen Namen fürchten. Getreuer Gott! was ist der Mensch, daß du ihn so achtest? Dir sagen wir von Herzen Lob und Dank, daß du diese herrlichen Geister, die vor deinem Throne stehen und dir dienen, noch immerfort zum Dienst um derer willen aussendest, so die Seligkeit ererben sollen; und bitten dich herzlich, du wollest diesen deinen heiligen Engeln auch ferner über uns befehlen, daß sie uns behüten auf allen unsern Wegen. Ach Herr! wehre allen feindseligen Bemühungen und Versuchungen der bösen Geister, welche Lügner und Mörder vom Anfange sind. Laß deine Amen. heiligen Engel uns, die Unsrigen Heerschaaren! einander freudig zurufen. Mache uns nach ihrem Muster gegen unsern Nächsten von Herzen liebreich und dienstfertig und in unserer hiesigen Prüfungszeit dir recht getreu bis an unser Ende. Und wenn wir denn von dieser Welt scheiden müssen, so laß deine lieben Engel unsere Seelen zur seligen Gemeinschaft deiner Auserwählten im Himmel, bringen, und in der Auferstehung an jenem Tage nach deinem Worte uns den heiligen Engeln gleich werden, auf daß wir in ihrer erfreulichen Gesellschaft ewig bei dir sein, und dich, o großer Gott! mit ihnen verherrlichen mögen! Das verleihe uns durch deinen lieben Sohn Jesum Christum, der uns solches alles theuer erworben und versprochen hat, und alles, was wir haben, allezeit Danksagung nach erhaltener guter Ernte. bewahren, auf daß der böse Feind an uns keine Macht finde. Laß uns aber auch alleſammt den bei. 129. Allmächtiger Gott! ligen Engeln in ihren Tugenden Herr Himmels nachahmen, in deiner Liebe und und der Erden, der du uns reichFurcht leben, dein Wort und lich allerlei zu genießen darreiEvangelium, welches auch die chest! wir deine Geschöpfe bekenEngel zu schauen gelüstet, über nen vor dir in tiefster Ehrfurcht, alles hoch schäßen, und nach dem- daß wir ohne deine Gaben und selben uns einer so willigen und Segen gar nichts haben, noch allgemeinen Vollbringung deines das Geringste hervor bringen heiligen und gnädigen Willens können; aber wenn du deine milde 9* 132 op Danksagung nach erhaltener guter Ernte. Hand austhust, so sammlen wir,| Wohlthaten zum aufrichtigen Gewenn du Segen herabschüttest, so horsam: darum ist es ein Werk werden Menschen und Vieh auf deiner göttlichen Gnade, daß du Erden mit Wohlgefallen gesätti- nicht abläsfest noch aufhörest uns get. Deiner überschwänglichen Güte zu segnen. Am gegenwärtigen haben wir es zu danken, daß Tage erkennen, ehren und preisen du unser Land auch in diesem wir insgesammt, o gnädiger VaJahre so heimgesuchet hast, daß ter! solche deine erhaltende und es sein Gewächs gegeben. Du verschonende Güte, nach welcher hast abermals deine gnädige Ver- du auch dieses Jahr mit deinem Wir bitten heißung erfüllet, daß, so lange Gute gekrönet hast. die Erde stehe, nicht aufhören dich, lieber himmlischer Bater! solle Saamen und Ernte, Frost und Hiße, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Du hast, o Brunnquell alles Guten! die Arbeit Derer gesegnet, welche das Feld bauen. Durch deine Segenskraft muß der Acker das Brot, so des Menschen Herz stärket, hervor bringen und geben. Wenn du du wollest durch deinen heiligen Geist uns allezeit regieren und Gnade geben, daß wir dir nicht nur mit dem Munde danken; sondern auch mit unserm ganzen Wandel und christlichen Leben dich im findlichen Gehorsam ehren, loben und preisen. Behüte uns, daß wir diese deine Geschenke und von Oben herab die Berge be- Gaben nicht mißbrauchen zur Ulepfeuchtest, und das Land voll pigkeit und Wollust, zum Fressen Früchte machest, die du schaffest: und Saufen und dergleichen unwenn du Gras wachsen läsfest für ordentlichem Wesen, wodurch wir in das Vieh, und Saat zu Nuß den unsere Herzen beschweren, Menschen: wenn du vom Himmel mancherlei Sünde gerathen und herab Regen und fruchtbare Zei- von dir weichen; sondern daß wir ten giebest: wenn du deine Sonne mäßig effen, trinken und uns über Böse und Gute aufgehen kleiden und sparsam haushalten, und über Gerechte und Ungerechte den Armen und Türftigen die regnen läsfest; so wird alles, o schuldigen Liebeswerte gern ergnädiger Vater im Himmel! zeigen, nicht weniger auch von durch deine Gnadenstrahlen er dem bescherten Segen, was zur quicket und erfreuet. Ach du eini- Erhaltung der Kirchen und Schuger höchster Beherrscher des gan len erfordert wird, willig darlegen, zen Erdbodens! wir bekennen, und also von unserm Gute und daß wir nicht allemal so leben, Einkommen dich ehren. Verhüte, als es unser Beruf erfordert, daß Niemand, dessen Feld wohl noch deine Gaben so anwenden, getragen, deine Gaben zum Geize als wir billig sollten. Aber, o und Vertrauen auf das Irdische Herr. Herr! du bist dennoch barm- mißbrauche, noch zum schändlichen herzig und gnädig, geduldig und Wucher und Beschwerung der Arvon großer Güte und Treue. men. Der Ueberfluß müsse uns Wolltest du uns nicht eher Gutes nicht zum Stolz und Hochmuth, thun, bis wir aufhörten zu sündi- und der Mangel zum bittern gen, so müßten wir verschmachten Neid und Mißgunst gegen die und verderben. So aber lockest Begüterten verleiten. Gieb, daß du uns mit deinen vielfältigen wir uns an dem begnügen lassen, Bustages- Gebet. 133 das da ist, und allezeit an den Sehr viele unter uns haben wohl großen Gewinn Desjenigen gegar deine Gnade und Güte schänddenken, der gottselig ist und ihm lich gemißbrauchet; dein Wort, begnügen lässet. Wenn wir denn welches du uns reichlich vortragen also den Mißbrauch meiden, uns lassen, entweder geringe geschäßet, dankbar gegen dich unsern milden oder gar verachtet und nicht hören Wohlthäter, und liebreich gegen wollen; oder da sie es gehöret, unsern Nächsten erweisen, und es nicht mit Sanftmuth angenomunsere Arbeit mit Fleiß und Ge- men, noch nach demselben in deibete christlich verrichten; so zwei- ner Furcht zu leben und rechtfeln wir nicht, du werdest das, schaffene Früchte zu bringen sich was uns deine milde Hand so beslissen. Ja der Ungehorsam gegnädig geschenket hat, väterlich gen dich und dein Wort ist bei bewahren, auch Krieg, Krankhei- manchem nur immer größer worten und Seuche unter Menschen den, und allerhand Ungerechtigund Vieh, Feuers- und Wassers- keiten, Lieblosigkeit und andere noth und andere Plagen in Gna- Sünden haben auch unter uns den von uns abwenden; deinen überhand genommen, wie wir soluns verliehenen Segen uns in ches vor dir, dem allwissenden Friede, Ruhe und Gesundheit ge- und allgegenwärtigen Gott, nicht nießen lassen, und, was uns leugnen können. Ach Herr! du sonst nöthig und nüßlich sein möchte, uns gnädiglich verleihen; bis wir endlich, nachdem alle beschwerliche Arbeit vollbracht ist, zur ewigen Ruhe kommen: dazu wollest du uns verhelfen durch unsern Herrn und Heiland Jesum Christum, Amen. bist nicht ein Gott, dem gottloses Wesen gefället, wer böse ist, bleibet nicht vor dir. Du bist ein gerechter Richter, und unsere Missethaten und Sünden hätten es genugsam verdienet, wenn du die Strafen über uns kommen ließest, die du den Uebertretern deiner beiligen und guten Geseße gedrohet haft. Aber wir kehren uns bußfertig zu dir, o getreuer, barmBußtages- Gebet. 130. Barmherziger, gnä- berziger Gott! und bitten dichy dediger Gott und müthig um Gnade. Wir bitten Vater! wir arme sündliche Men- und flehen: Vergieb uns, ach schen kommen mit demüthigem Herr! vergieb uns und sei uns Herzen zu dir: dir, o Herr! un- gnädig, ob gleich unsere Missefere Unwürdigkeit und Sünde zu that groß ist. Erzeige auch an bekennen, deine Gnade zu suchen, uns deine unendliche Barmherzigund uns deinen Schuß und Se- feit, die du den Bußfertigen vergen von neuem zu erbitten. Ach heißen, und vergieb uns unsere lieber Gott und Vater! wir müs- Sünden, vergieb uns dieselben um sen ja bekennen, daß wir deine deines lieben Sohnes Jesu Christi vielfältige Gutthaten, die du uns unsers einigen Mittlers und Heian Leib und Seele erwiesen hast, landes willen. Gieb ja, gnädiund noch täglich erweisest, leider! ger Vater! um unsers großen wenig wahrgenommen, und dir Undankes willen gegen dein Evandafür nicht allezeit von Herzen gelium nicht zu, daß grausame und in der That gedanket haben. Völker und solche Feinde über 1024 134 Bustages- Gebet. deine evangelische Christenheit| Laß hie und im ganzen Lande Macht bekommen, die entweder Ehre wohnen, daß Güte und deinen Namen nicht kennen, oder Treue einander begegnen und Geaus Aberglauben die Wahrheit rechtigkeit und Friede sich küssen. anfeinden und verfolgen, daß sie Behüte uns, lieber Vater! vor nicht rühmen und sagen: wo ist neuen Strafen und Plagen, vor nun ihr Gott? Verleihe uns innerlicher und äußerlicher Unaber auch deine Gnade, daß wir ruhe, vor Zwietracht und Krieg, uns einer wahren und allgemei- vor schädlichem Mißwachs und nen Besserung von Herzen be- theurer Zeit, por Feuers- und fleißigen, dich findlich über alles Wassersnoth, insonderheit vor giffürchten, unsern Nächsten aufrichtigen ansteckenden Seuchen und tig und thätig lieben, nach deinem Krankheiten unter Menschen und Reiche vor allen andern trachten, Vieh. Erbarme dich aller Irrigen und auch in unserm Beruf und und Verführten und aller, so im Stande treu und rechtschaffen Unglauben und Unbußfertigkeit sein; damit wir als deine Kinder stecken; erleuchte und bekehre dieund theuer erkauftes Eigenthum, selben durch deinen heiligen Geist, dir unserm Gott unser Lebelang und bringe sie wieder zurecht. in Heiligkeit und Gerechtigkeit die- Laß dir zu Herzen gehen die nen, die dir gefällig ist. Er- Angst und Gefahr aller Betrübten halte uns zu dem Ende immer- und Traurigen, aller Elenden und dar bei deinem heiligen Worte, Nothleidenden, auch derer, so anund laß es unsers Herzens Freude derswo betrübet, bedränget und und Trost sein. Erfülle uns da- geplaget werden. Zeige ihnen durch mit Erkenntniß deines Wil- und uns allen dein Heil, wie lens in allerlei geistlicher Weis- du, frommer Gott! weißest, daß heit und Verstand, dir würdiglich es uns insgesammt und einem zu wandeln zu allem Gefallen, Jeden insonderheit nüßlich und und fruchtbar zu sein in allen selig sein mag. Weil du aber guten Werken. Behüte uns vor deine Hülfe und Gnade nur denen falscher Lehre und aller Verfüh- verheißest, die sich in rechter Bußrung: sende tüchtige, fromme und fertigkeit und wahrem Glauben treue Diener in Kirchen und zu dir wenden und in der GottSchulen, und gieb reichen Segen seligkeit beharren; so bitten wir und Gedeihen zu aller ihrer Ür- dich von Herzen, erneure und bebeit. Laß dir sonderlich unsern kehre du uns je mehr und mehr geliebten König und unsere Obern durch die Kraft deines heiligen anbefohlen sein: gieb ihnen den Geistes. Erhalte und vermehre Geist der Weisheit und deiner in uns den lebendigen Glauben, Furcht. Verleihe Gnade, daß herzliche Bußfertigkeit, ungeheudurch sie allenthalben deines Na- chelte Gottseligkeit, auch bestänmens Ehre und die allgemeine dige Hoffnung und Geduld in Wohlfahrt gesuchet und befördert allem Leiden. Lehre uns thun werde. Beschirme uns und das nach deinem Wohlgefallen, denn ganze Land wider alles Unheil du bist unser Gott, dein guter und Uebel. Nimm auch unsern Geist führe uns auf ebener Ort in deine gnädige Obhut, Bahn. Dieses alles, und was und segne deine Kinder darinnen. wir sonst an Leib und Seele aff Gebet am Reformationsfeste. llo 135 Gebedürfen, wollest du uns, of einigen Mittler, ohne eigene Behimmlischer Bater! geben und nugthuung, Vergebung der Sünverleihen, um Jesu Christi deines den und freudigen Zugang zu dir lieben Sohnes willen, in Kraft erlangen! Wir haben eine Lehre, und Gemeinschaft des heiligen dabei wir in der Rede Christi Geistes, Amen. bleiben, und erbauet sind auf den Grund der Apostel und Propheten, auch die Gelegenheit und Freiheit, dein festes prophetisches und appstolisches Wort in unserer Sprache zu lesen. Unsere Gewissen sind Gebet am Reformations feste. 131. deine gnädiger Gott, frei von dem Zwarge menschlicher du Bater des Gebote und allem vergeblichen Lichts! der du willst, daß allen Gottesdienste. An unserer SeligMenschen geholfen werde, und sie feit dürfen wir nicht zweifeln, zur Erkenntniß der Wahrheit kom- wenn wir in der erkannten Ordmen; wir preisen an dem heuti- nung des Heils zu beharren uns gen Tage deine Gnade und Wahr- aufrichtig bemühen. Ja wir haheit, daß du dein allein seligma- ben auch die Freudigkeit und chendes evangelisches Wort in Heffnung im Tode, daß seiner Reinigkeit und Lauterkeit, Gläubigen alsobald zur Ruhe bei der gesegneten Reformation, kommen. In diesen und andern wieder ans Licht gebracht, auch Schäßen der Erkenntniß hast du unser Land bald dadurch erleuchtet unsere Kinder reicher gemacht, als und uns solches bisher mächtig unsere erwachsene Vorfahren in und gnädig erhalten hast. Ach jenen finstern Zeiten waren. Für Herr, du gnädiger und barmher- diese unaussprechlich große Wohlziger Gott! die reine Lehre nach thaten und deren bisherige Erhaldeinem Worte, der rechte Ge- tung sind wir um so viel mehr brauch der heiligen Sakramente schuldig, dir, o Gott! zu danken, nach deiner Einseßung, nebst dem je mehr wir bekennen müssen, daß freien ungehinderten Bekenntniß diese großen Vorzüge nicht von der Wahrheit, sind ja die größten allen unter uns gebührend geWohlthaten, die du deinem Volke achtet worden, sondern vielmehr erzeigest. Diese theure Gaben manche durch Kaltsinnigkeit, Unhast du uns und unseren Vor- glauben, Unbußfertigkeit und fahren vor etwa dreihundert Jah- gottloses Leben sie gemißbrauchet ren durch den Dienst Lutheri und und verachtet haben. Dadurch seiner treuen Gehülfen aufs neue hätten wir ja wohl verschuldet, wiederum geschenket; da vorhin daß du diese theure Heils- und dein Wort lange Zeit sehr theuer, Gnadengüter auch von uns wieunbekannt und verdeckt worden der wegnähmest, wie nach deinem war, daher Unwissenheit, Aber- gerechten Gerichte verschiedenen glauben und Irrthum allenthalben Ländern und Städten schon wiin deiner Christenheit herrschten. derfahren ist. Wir erkennen aber, Dagegen kennen wir durch deine o heiliger Gott! dieses eingerisGnade den richtigen Weg zum sene Verderben mit Scham, Weh. Leben, wie wahrhaftig Bußfertige muth und Reue, und bitten dedurch den Glauben an unsern müthig, vergieb es und habe Ge 136 Kollekten oder kurze Gebete auf die vornehmsten Feste. duld mit uns, um unsers Hei- glaubens einreißen, sondern laß landes Jesu Christi willen. zeige uns o getreuer Vater! auch ferner deine Güte, sonderlich durch fernere Erhaltung der reinen Lehre unter uns und unsern Nachkommen. Thue wohl an deinem Er deine Christenheit beides die Wahrheit und den Frieden in Liebe suchen. Weil es aber dein heiliger Wille ist, daß die, so dein Wort haben, auch im Gehorsam des Glaubens darnach leben sol1 gehorsam dem Vorbilde der Lehre, welchem wir ergeben sind. Komm auch mit deinem kräftigen Troste und Beistande allen zu Hülfe, die um deines Namens und Wortes willen Verfolgung leiden. Gieb ihnen Geduld und Standhaftigkeit, und schaffe nach deiner Weisheit ihnen Schuß und Errettung. Erleuchte übrigens und bekehre Alle, die noch im Irrthum stecken, auf daß sie mit uns dir, o Gott! in den Feinden und abergläubischen reinem Glauben und gutem GewisVerfolgern der evangelischen Wahr- sen dienen, und dich ewig loben. heit, daß sie weder durch List noch und preisen mögen. Das thue Gewalt uns schaden. Verhüte alles in Gnaden um unsers einigen aber auch in Gnaden, daß die Hauptes Jesu Christi willen, Amen. schädliche Gleichgültigkeit in der Bei dem Gedächtniß der Religion nicht statt des grausa- Apostel können die Gemen Verfolgungsgeistes, noch der bete ir 75 oder 32 ge= Unglaube statt des blinden Aber- braucht werden. Friede, daß sich deine Gemeine baue und in deiner Furcht nach dem Lichte wandele. Gieb, daß dein Name sehr erhöhet sei bei den Mächtigen der Erden. Erhalte in deiner Wahrheit alle Diejenigen, welche dieselbe noch erkennen. Bewahre uns vor allen falschen Lehren, daß sie uns von der Lauterkeit und dem rechtschaffenen Wesen in Christo Jesu nicht abziehen; steure und wehre auch VII. Kollekten oder kurze Gebete auf die vornehmsten Feste. Auf Advent. du wolleft uns durch deinen heiligen Geist also erleuchten, regieren und daß wir diesen 132. Ther Bater! wir gerechten König und Heiland danken dir von ganzem Herzen, gläubig erkennen, uns an ihn aldaß du uns armen Sündern zum lein halten, uns weder an seiner Troste deinen Sohn Jesum zu ei vormals geringen Gestalt, noch nem Gesalbten verordnet und ge- an seinem von der Welt verachtesandt hast, daß er ein gerechter ten Worte und Reiche ärgern; König und Heiland sein, sein sondern in einem rechten VerVolf von Sünden erlösen und trauen auf ihn ewig selig werden aus des Teufels Tyrannei, auch mögen: durch denselben deinen von dem ewigen Tode erretten Sohn Jesum Christum unsern follte. Wir bitten dich von Herzen, Herrn, Amen. al Kollekten oder kurze Gebete.d 137 Am Feste der Geburt Chriſti. dieses unsers Erlösers bis an unser Ende erhalten, auf daß wir uns über seine Geburt mit allen 133. Hilf, lieber Herr Gott! beiligen Engeln freuen, und ihn Früchte der heiligen Geburt deines lieben und preisen mögen. Sohnes theilhaftig werden, und von den Folgen unserer fündlichen Geburt der neuen Geburt dir also in wahrem Glauben dienen, baß 136. Christus in uns immer mehr eine Gestalt gewinne: durch denselben deinen lieben Sohn, unsern Herrn, Amen. Am neuen Jahrstage,( auch sonst,) für alle Stände. ch lieber himmliwir sind zu geringe aller Barmherzigfeit und aller Treue, welche du ( in dem vergangenen Jahre, und) die ganze Zeit unsers Lebens an deinen unwürdigen Knechten und err Gott himmli134. H scher Vater! wir Mägden gethan hast. Vergieb danken dir für die große Gnade uns unsere vielen Sünden und und Barmherzigkeit, daß du dei- Missethaten, und erhalte unsern nen eingebornen Sohn in unser Gang auf deinen Fußsteigen, daß Fleisch kommen, und uns durch unsere Tritte( in diesem neuen ihn von Sünden und dem ewigen Jahre) nicht gleiten. Bewahre Tode gnädiglich haft erlösen lassen. und segne unsern geliebten König Wir bitten dich, erleuchte unsere und die, so seine Stelle vertreten, Herzen durch deinen heiligen Geist, nebst aller Obrigkeit. Gieb gnädaß wir dir für solche deine Gnade diges Gedeihen zu dem Dienste dankbar sein, uns derselben in deines Wortes. Laß die Kinderaller Noth und Anfechtung trö- zucht und Nahrung, und was wir sten, und dermaleinst dadurch sonst Gutes schaffen, wohl gerathen. Laß uns allesammt ein stilles und ruhiges Leben führen, und dir unserm Herrn und Gott dabei mit Lust und Freuden unfers Herzens dienen; durch Jesum Christum deinen Sohn, unsern Herrn, Amen. ewig selig werden mögen: durch denselben deinen Sohn unsern Herrn Jesum Christum, Amen. 135. Herr Gott, gnädiger Vater! der du in der Fülle der Zeit deinen Sohn haft Mensch werden lassen, daß er unser Fleisch und Blut an sich genommen und unser Bruder Noch am N. J.( auch sonst,) vom Gehorsam Christi. worden ist: wir danken deiner 137. Herr Gott himmWahrheit und väterlichen Güte, lischer Vater! daß du uns diesen Heiland durch danken dir für deine väterliche seine Geburt geschenket, und uns Gnade, daß du dich der armen durch ihn von Sünden, Tod, Teu- Sünder angenommen, und deinen fel und Hölle errettet haft; und Schn Christum, ihnen zu gut, bitten dich von Herzen, du wel- unter das Gesez gethan hast, daß left uns in der rechten Erkenntniß er mit seinem vollkommenen Ge 138 Kollekten oder kurze Gebete horsam für unsern Ungehorsam| Herzen, daß wir deine Gnade und genug thun, und uns vor dir ge- väterlichen Willen in ihm erkennen, recht machen sollte. Wir bitten Hülfe und Schuß wider die Sünde, dich, du wollest durch deinen hei- Verdammniß und den Satan an ligen Geist unsere Herzen also er ihm haben, und endlich ewig, selig leuchten und regieren, daß wir werden mögen; durch denselben uns solches seines Gehorsams wi- deinen Sohn unsern Herrn, Amen. der unsere Sünde und das böse Gewissen trösten können, auch Auf das Fest der Verkündi selbst anfangen deine gehorsame werden, und endlich gung Mariä. die ewige Seligkeit erlangen mö- 140. Scher Bater! wir gen; durch denselben deinen Sohn Christum Jesum unsern Herrn, Amen. danken dir für deine unaussprechliche Gnade, daß du uns arme Sünder so gnädig bedacht, deinen Auf das Fest der Erschei- Sohn in unser Fleisch geschicket, nung Christi. und ihn um unserntwillen Mensch haft werden lassen. Wir bitten dich von ganzem Herzen, du wol138. uns heiligen err Gott himmlidu deinen eingebornen Sohn Jefum Christum den Heiden geoffenbaret, und uns auch in diesen legten Zeiten durch das selige Licht deines göttlichen Wortes, zu der Erkenntniß deines lieben Sohnes haft kommen lassen; wir bitten von ganzem Herzen, du wolleft uns durch deinen heiligen Amen. Geist also regieren, daß wir nach solchem Lichte deiner Wahrheit im- Am grünen Donnerstage. merdar wandeln, uns mit ganzer Geist Gnade verleihen, daß wir uns seiner Menschwerdung, seines Leidens und Sterbens gläubig trösten, ihn für unsern Herrn und ewigen König erkennen und annehmen, und durch ihn, mit dir und dem heiligen Geiste, ewig leben und selig werden mögen, Zuversicht unsers Heilandes alle- 141. Herr Zefu, theuerster wir danerfreuen, zur Seligkeit erhalten werden; durch ken dir von Herzen, daß du uns denselben deinen Sohn, unsern zu gut dein heiliges Abendmahl Herrn, Amen. eingesetet haft, in welchem du uns mit dem gesegneten Brote und Weine deinen Leib und dein Blut zur Vergebung unserer Sünden und genauesten Vereinigung mit bir, geheimnisvoll mittheileft; verleihe aber Gnade, daß wir diese theure Gabe recht hoch schäßen, sie oft und würdig ge= brauchen, dadurch in deiner Gcmeinschaft befestiget und unsers Antheils an deinem ganzen BerAuf das Fest der Reini gung Mariä. 139. Her Gott himmli du deinen Sohn allen Völkern zum Heilande bereitet hast, daß er der Heiden Licht und deines Volkes Israel Preis sein sollte: wir bitten bich, erleuchte auch unsere auf die vornehmsten Feste. 139 dienste völlig versichert werden,| deine Kinder, allezeit in deiner Amen. Furcht und Liebe wandeln, bis wir endlich von allem Uebel erlöVon dem Leiden Christi. fet, ewig selig werden; durch denHerrn, Amen. selben deinen lieben Sohn unsern 142. Barmherziger, ewiger Gott und Vater!- der du deines einigen Sohnes 144. A ewiger Bater! ber Gott, nicht verschonet, sondern ihn für uns Alle dahin gegeben hast, du deinen Sohn für uns des daß er unsere Sünde am Kreuze Kreuzes Pein hast leiden lassen, tragen sollte: verleihe uns, daß auf daß du uns von der Gewalt unsere Herzen bei wahrer Buße der Sünde und des Satans ernie verzagen; sondern fest darauf retten möchtest; verleihe uns, daß vertrauen, daß er alle unsere wir das Gedächtniß seines Leidens Sünde hinweg und die Strafe so busfertig und dankbar begehen, auf sich genommen, auf daß wir daß wir dadurch die Vergebung Friede hätten. Laß uns auch, der Sünden und Erlösung vom lieber Vater! dieser großen Erlö- ewigen Tode erlangen, und dersung nimmermehr undankbarlich maleinst durch den zeitlichen Tod vergessen; sondern den Sünden, zu dir in das ewige Leben drindie dein Sohn so theuer für uns gen mögen; durch denselben deigebüßet hat, absterben, und der nen Sohn Jesum Christum unsern Gerechtigkeit leben; durch densel Herrn, Amen. ben deinen lieben Sohn Jesum Christum unsern Herrn, Amen. Am stillen Freitage. 143. barmherziger, guä- 145. Gnädiger Gott und Gott und Vater! wir danVater! wir danken dir von Her- ten dir für deine unergründliche zen, daß du deinen lieben Sohn Barmherzigkeit, daß du uns sonst Jesum Christum für uns den ewig verlorne Sünder durch den schmählichen Tod des Kreuzes haft Tod deines Sohnes mit dir selbst leiden, und ihn unsere Sünde versöhnet hast. Verleihe uns deine an seinem Leibe auf dem Holze Gnade, daß wir das Wort von tragen lassen, auf daß wir durch dieser Versöhnung, das du auch seine Wunden heil werden möch unter uns verkündigen läsfest, mit ten; und bitten dich demüthigst, recht bußfertigem und gläubigem gieb, daß wir uns solches seines Herzen annehmen, auf daß wir Leidens und Sterbens wider alle in dem, den du für uns zur Anfechtung des Teufels, der Welt Sünde gemacht hast, die Gerechund unsers Fleisches kräftig trötigkeit werden, die vor dir gilt: sten, nach seinem Erempel, in al Denn aber auch nicht uns selbst lerlei Kreuz und Leiden, Geduld, leben, sondern dem, der für und gegen unsern Nächsten herz- uns gestorben und auferstanden liche Liebe und Treue beweisen. ist; und also, wie wir mit dir Laß uns, die wir so theuer erlö- versöhnet sind durch den Tod detset worden, nimmermehr sicher odernes Sohnes, da wir noch Feinde vermessen werden; sondern, als waren, vielmehr selig werden 140 Kollekten oder kurze Gebete durch sein Leben, da wir nun Am Himmelfahrtstage. versöhnet sind. Um deiner ewigen Liebe willen, Amen. 148.err Jeſu Chriſte! Am heiligen Ostertage. du Sohn des alldeinen Jüngern sichtbar gen Himmächtigen Gottes! der du von 146. err Gott himmli- mel gefahren bist, und zur Rechscher Vater! wir ten deines Vaters, als ein gedanken dir, daß du deinen einge- waltiger Herr, über alles, was bornen Sohn um unserer Sünde im Himmel und auf Erden ist, willen dahin gegeben, und um herrschest und regiereft; wir bitten unserer Gerechtigkeit willen wieder dich, du wollest uns bei deinem auferwecket hast. Verleihe uns Vater ohne Unterlaß vertreten, deine Gnade, daß wir uns dessen uns deinen heiligen Geist geben, gegen Sünde und Tod in wah. der unsere Herzen und Wandel rem Glauben trösten, der Sünde zum Himmel richte; fromme und täglich absterben und in einem getreue Lehrer und Vorsteher deineuen Leben wandeln; auf daß ner Gemeinde senden, und dein wir dereinst auch durch die Kraft Reich wider alle Feinde mächtig seiner Auferstehung zum ewigen schüßen und erhalten, bis sie alle Leben erwecket werden mögen, zu deinen Füßen liegen, und wir Amen. auch Sünde, Tod und Teufel durch dich und deines Geiftes Kraft überwinden, und zu deiner Herrlichkeit mit erhoben werden, um deines Namens Ehre willen, Amen. 147. Allmächtiger Gott und barmherziger himmlischer Vater! der du durch den Tod deines Sohnes die Sünde und den Tod zunichte gemachet und durch seine Auferstehung Unschuld, Gerechtigkeit und ewiges Leben wiedergebracht hast, daß wir von der Gewalt des Teufels erlöset, in deinem Reiche leben unsers Herrn Jesu Christi! daß und dir dienen sollen! verleihe du uns durch ihn gesegnet haft uns, daß wir solches von gan mit allerlei geistlichen Segen in zem Herzen glauben, und in sol- himmlischen Gütern; insonderheit chem Glauben der Sünde und dem daß du durch Ausgießung des von alten Menschen täglich absterben, ihm verheißenen Geistes die ersten und in einem neuen Leben wan- Lehrer des Evangelii zu dessen deln; auf daß wir hinfort nicht Verkündigung tüchtig gemacht uns selbst, sondern demselben, der haft. Wir bitten dich um Chrifti für uns gestorben und auferstan- willen, laß uns ferner die Wirden ist, leben, und an jenem fung deines guten Geistes kräftig herrlichen Tage zur ewigen Freude empfinden, daß wir durch ihn und Herrlichkeit auferstehen mögen; durch denselben deinen Sohn Jesum Christum unsern Herrn, Amen. in alle Wahrheit geleitet, wider alle Versuchung im Guten gestärket, und in allem Leiden getröstet werden. Gieb auch durch Am Pfingsttage. 149. Gelobet feiſt du d und Vater auf die vornehmsten Feste. 141 deinen Geist Zeugniß unserm du in dreien Personen von gleiGeiste, daß wir deine Kinder cher Macht und Ehre, ein einiger, sein, und mit Freudigkeit dich als ewiger Gott, und dafür anzubeKinder anrufen mögen, der du ten bist; und bitten dich herzlich, unser Gott und Vater bist, ge- du wollest solches Bekenntniß deilobet in Ewigkeit, Amen. nes heiligen Namens in unsern Herzen erhalten und vermehren, und deine Gnade und Treue noch ferner an uns groß machen, auf daß wir mit allen Engeln und Auserwählten dich, Gott Vater, Sohn und heiligen Geist, den einigen wahren Gott, immerfort ehren und preisen mögen; der du lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. Noch von der Heiligung. 150. Herr Jesu Christe, du Sohn des allmächtigen Gottes! wir bitten dich, du wollest deinen heiligen Geist durch dein Wort in unsere Herzen geben, daß derselbe uns allezeit nach deinem heiligen Willen regiere und führe, in allerlei Unglück und Anfechtung tröste, 152. Unerforschlicher Gott, und in deiner Wahrheit wider allen Srrthum leite und erhalte, auf daß wir im Glauben fest bestehen, in deiner Liebe und allen guten Werken zunehmen, und in gewisser Hoffnung auf deine er worbene und geschenkte Gnade ewig selig werden mögen; der du mit dem Vater- und heiligen Geiste regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. Am Feste der heiligen Dreieinigkeit. Geist! der du der einige wahre Gott, und die einige Quelle unserer Seligkeit bist; wir bitten dich, du wollest uns Gnade verleihen, dich den dreieinigen Gott, mit einem lebendigen Glauben und heiliger Ehrfurcht anzubeten, bis wir dich dereinst völliger erkennen und mit allen Engeln und Auserwählten ewig preisen werden, Amen. Am Feste Johannis des Täufers. err, Gott! 151. Hver du allenthalben 153. Her Goit bimmliHicher Bater! wir gegenwärtig bist, und alles durch deine göttliche Kraft erhältest und danken dir von Herzen für deine regierest: du hast uns, da wir nichts große Gnade, daß du es bei der waren, erschaffen, und da wir Lehre des Gesetzes nicht hast beverloren waren, uns aus großer wenden, sondern allen BußfertiGüte erlöset, uns auch zu solchem gen zum Troste bezeugen lassen, deinem Erkenntniß erleuchtet. Wir daß Jesus Christus das wahre danken deiner göttlichen Majestät unschuldige Lamm sei, welches der und Herrlichkeit für alle deine ganzen Welt Sünde tragen sollte. große Werke und hohe Wohltha- Wir bitten dich von Herzen, du ten; insonderheit, daß du uns wollest uns durch deinen heiligen gelehret hast, im rechten Glauben Geist erleuchten, daß wir uns zu wissen und zu bekennen, daß solches Zeugnisses von unserm 142 Kollekten oder kurze Gebete. Heilande Jesy Christo allezeit buß-| heißene ewige Erbe empfangen, fertig trösten und erfreuen, in der du mit dem Vater und heiwahrem Glauben an ihn bestänligen Geiste lebest und regierest, dig beharren, und endlich mit ein ewiger, allmächtiger und einiallen Gläubigen die ewige Selig- ger Gott, in Ewigkeit, Amen. keit erlangen mögen; durch denselben deinen Sohn Jesum Christum unsern Herrn, Amen. Am Michaelistage. FO 156, Almächtiger Gott und Am Feste der Heimsuchung Mariä. err Gott himmlischer Vater! wir danken Vater! wir danken dir von ganzem Herzen, daß du deine heiligen Engel zu dienstbaren Geistern erschaffen und verordnet hast, daß sie sich um die Gotdir für alle geistliche und leibliche tesfürchtigen her lagern und sie Wohlthaten, die du uns so reich- auf allen ihren Wegen behüten lich haft widerfahren lassen; und müssen. Wir bitten dich von Herbitten dich, behüte uns vor Hoffart zen, du wollest uns durch deinen und Sicherheit, daß wir nicht in heiligen Geist im rechten Glauben, Undankbarkeit und Sünden gera- in wahrer Gottesfurcht und kindthen und deine Huld verlieren; licher Demuth erhalten, damit wir weil weder Weisheit und Gewalt noch Reichthum denen helfen soll, die dich nicht fürchten. Gieb uns aber ein solches Herz, das in deiner Furcht bleibe und an deinem Worte hange; auf daß wir deinen Segen erhalten, und endlich selig werden mögen! durch deinen Sohn Jesum Christum unsern Herrn, Amen. 154. H in dem Geleite und Schuße dieser himmlischen Heerschaaren und heiligen Wächter allezeit sein und bleiben mögen, auf daß wir allhier an Leib und Seele, sammt Allem was wir haben, wohl bewahret, dir allezeit ungehindert dienen, und dermaleinst zu ihnen in dein Reich versammelt werden: um deines lieben Sohnes Jesu Christi unsers Herrn willen, Amen. Am Feste Johannis und der Heimsuchung Mariä. Am Reformationsfeste. 155. Herr Jesu Christe, des du Sohn des ew- 157.Allmächtiger Gott, barm. gen Gottes! wir danken dir von Vater! der Herzen, daß du durch deine Mensch- du das Licht aus der Finsterniß werdung, Leiden, Kreuz und Tod hervorgehen lassen; wir danken dir uns eine ewige Erlösung erwor- herzlich, daß du dich unsrer und ben, und uns von Sünde, Tod, unsrer Vorfahren, die in FinTeufel und Hölle errettet hast; sterniß und Schatten des Todes und bitten dich, regiere uns durch saßen, erbarmet, und uns durch deinen heiligen Geist, daß wir den treuen Dienst Lutheri und seisolches bis an unser Ende festig- ner Gehülfen zum Lichte des lich gläuben; auch dir im reinen Evangelii gebracht hast; wir Gewissen hier zeitlich also dienen, bitten dich, vertreibe durch deidaß wir an jenem Tage das ver- nes heiligen Geistes Erleuchtung Kollekten oder kurze Gebete. 143 alle Finsternisse aus aller Men- seßet und deiner Kirche treue Aposchen Seelen; erhalte uns deine stel, Propheten und Lehrer gege Lehre in der wiederhergestellten ben, auch ihre Lehre und ihren Lauterkeit; bewahre uns vor Un- Beruf mit großen Wunderthaten dank, schändlichem Rückfall und bestätiget hast; Wir danken dir vor der List und Gewalt aller für die durch sie geschehene VerFeinde, daß wir ruhig leben kündigung und Ausbreitung deiund auch würdig dem Evangenes heiligen Evangelii, und bitlio wandeln mögen: um Jesu ten dich: hilf, daß wir durch ihr Christi unsers Seligmachers willen, Wort fest an dich gläuben, in alAmen. len christlichen Tugenden ihrem Erempel folgen, und ihre Schwachheit uns zur Warnung dienen lassen, auf daß wir mit ihnen und allen Auserwählten dich sammt dem Vater und heiligen Geiste ewiglich loben und preisen möBeim Gedächtniß der Apostel. 158. Almächtiger Herr Jeſu Christe! der du dich zur Rechten deines Vaters ge- gen, Amen. VIII. Andere Kollekten oder kurze Gebete. Elenden Seufzen nicht verschmähest, und der betrübten Herzen Verlangen nicht verachtest; siehe doch an unser Gebet, welches wir in unNoth bringen, und durch deinen Sohn die gnädige erhöre uns gnädiglich, daß alles, Erhörung eines gläubigen Gebets wodurch sowohl Teufel als Menverheißen hast; wir bitten dich, schen uns zu schaden trachten, zudu wollest unsere Herzen durch nichte, und nach dem Nath deideinen heiligen Geist also führen ner Gütigkeit zerstöret werde: auf und erwecken, daß wir allezeit, daß wir, von aller Anfechtung und sonderlich in allen Nöthen, unversehrt, dir in deiner Gedurch ein andächtiges Gebet im meine danken und dich allezeit Namen deines Sohnes Hülfe bei loben; durch Jesum Christum deidir suchen, und durch sesten Glau- nen Sohn unsern Herrn, Amen. ben auf sein Wort und wahrhaftige Um Erhörung des Gebetes. 159. Allmächtiger, ewiger Zusage nach deinem Willen gewiß finden und erlangen: durch den- Um Buße und Vergebung der Sünden. selben deinen Sohn unsern Herrn Jesum Christum, der mit dir und dem heiligen Geist lebet und regieret in Ewigkeit, Amen. Um Erhörung in Gefahr und Noth. 161, Gnädiger Gott und Vater, der du dich über alle Bußfertige in Christo erbarmest! verleihe uns wahre Buße, und vergieb uns unsere Sünden um Jesu Christi willen. Erneuere uns durch deinen heiligen 160. ber [ Umächtiger Gott und 144 Kollekten oder kurze Gebete. Früchte der Buße bringen. Laß ben Sohnes Jesu Christi an uns uns bei dir Barmherzigkeit und Hülfe finden in allen Nöthen. Sei uns gnädig und mache uns ewig selig, Amen. armen elenden Sündern nicht vergeblich sein; gieb deinen Geist je länger je mehr in unsere Herzen, und mache solche Leute aus uns, die in deinen Geboten wandeln und deine Rechte halten; um Bater! wir bitten desselben deines lieben Sohnes 162. H err Gott himmlischer dich, du wollest durch deinen hei- unsers Herrn und Heilandes willigen Geist uns also leiten, daß len, Amen. wir unsere Sünde nie geringe achten noch sicher ſein, ſondern 165. Herr Jefu Chrifte, steter du Sohn Gottes des Allerhöchsten! wir bitten dich von Herzen, du wollest uns arme Sünder gnädig ansehen mit der Güte und Barmherzigkeit, mit welcher du angesehen hast Petrum, der dich verleugnete, die große Sünderin im Hause des Pharisäers, und den Schächer am uns aber Gott 163. Bater! ber du nicht auch deinen Geiſt, lieber Herr und Erlöser! daß wir mit jenen Bußfertigen unsere Sünden bitterlich beweinen, zu dir unsere Zuflucht gläubig nehmen, dich herzlich lieben, und einst in deinem Paradiese dich ewig loben und preisen; um deines heiligen Namens und theuren Leidens willen, werden, und uns von Tage zu Tage bessern; dabei aber uns allein dessen trösten, daß du uns Gnade beweisen, alle Sünden vergeben und ewig selig machen wollest, um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen, Amen. Lust hast an der armen Sünder Tode, läsfest sie auch nicht gerne verderben; sondern willst, daß sie befehret werden und leben; wir bitten dich herzlich, du wollest die wohlverdienten Strafen unserer Sünden gnädig abwenden, und uns hinfort nach deiner Barmherzigkeit die Kraft zu unserer Amen. Besserung reichlich verleihen, um Jesu Christi unsers Herrn willen, um die Fürbitte Christi. Amen. Erhöheter Heiland, du großer Hoher164. A Herr, du großer 166. Erhöheter d Gott! unsere Sün- priester unserer Aller! Wir danden sind groß, und wie eine fen dir in Demuth unserer Seelen, schwere Last uns zu schwer wor- daß du nicht allein dich selbst, als den: darum demüthigen wir uns das ewig geltende Opfer für unvor dir und bitten um Gnade und sere Sünden deinem himmlischen Vergebung. So vergieb uns nun, Bater aufgeopfert haft; sondern o Herr! und laß uns nicht in auch noch immerdar lebest, uns unsern Sünden verderben; son- selig zu machen und für uns bitdern hilf uns Elenden und Un- test. Wir bitten dich, höre nicht würdigen nach deiner großen Barm auf unser Fürsprecher zu sein, daß herzigkeit! Ach Gott! laß doch der Vater um unserer Sünde das theure Verdienst deines lie- willen uns nicht im Zorne hin Kollekten oder kurze Gebete 145 reiße, und des Verschonens müde 169. allmächtiger ewiwerde; sondern wir bei ihm ger allezeit Barmherzigkeit finden, vor- sagen dir Lob und Dank für den nämlich zu der Zeit, wann uns Reichthum deiner Gnade, nach Hülfe noth sein wird, um deines welchem du uns mit dem heilsame theuren Blutes willen, Amen. sten Leibe und Blute deines Sohnes Jesu Christi in seinem Abendmaht speisest und tränkest: und bitten dich demüthig, du wollest dadurch unsern Glauben und un sere Hoffnung also stärken, daß wir deiner göttlichen Gnade, der Um Linderung der Strafen, und um Hülfe im Leiden. Gott, himmli du 167. her Bater! weißeſt, daß wir aus menschlicher Schwachheit in so mancher und großer Gefahr, die uns auf Erden befället, ohne deinen Beistand nicht bestehen mögen. aus Gnaden die wohl verdienten Strafen und Züchtigungen: und verleihe uns beides an Leib und Seele, Kräfte, daß wir alles, so uns um unserer Sünde willen quälet und ansicht, durch deine Hülfe mit Geduld ertragen, und endlich durch deine starke Hand davon herrlich errettet werden; um Jesu Christi unsers Herrn willen, Amen. Vereinigung mit Chriſto und des Vereinigung mit Christo und des ewigen Lebens fest versichert ſein und bleiben; wie du uns dieses alles in diesem heiligen SafraDu ment träftigst versiegelst. Lindere Bei der Kommunion. Herr Jesu Chriſte, 168. Lebens, der du denen, die dich wollest uns auch damit wider alle Bersuchungen stark und unalle eines Brotes und Kelches überwindlich machen; und wie wir theilhaftig werden, also mit dem Bande der Liebe uns unter eineiner wahren Einigkeit des Geistes ander verknüpfen; damit wir in fest an einander halten, und mit der That und Wahrheit uns bis an das Ende lieben; durch Jesum Christum deinen lieben Sohn unsern Herrn, Amen. Lu Liebhaber des Um göttliche Regierung. Brot des wir bitten dich, ſei auch im heiligen 170. mächtiger Herr Gott! der du Abendmahl die rechte Speise und bist ein Beschüser Aller, die auf der rechte Trank unserer Seelen, tich hoffen, ohne dessen Gnade daß wir dadurch im Glauben und Niemand etwas vermag noch vor zu allem Guten gestärket, auch dir gilt; laß deine Barmherzigzu einem dir wohlgefälligen Leben feit uns reichlich widerfahren, erwedet werden, und in dir allhie leben und volle Gnüge finden, auf daß wir durch dein heiliges Eingeben denten was recht ist, auch dermaleinst vor deinem und dasselbe auch durch deine Throne im Himmel ewiglich er- Kraft freuet werden; um deiner grund- Christi losen Güte und Barmherzigkeit Amen. willen, Amen. vollbringen, um Jesu unsers Herrn willen, 10 Kollekten oder furze Gebete. selige Licht deines Wortes zu ber Erkenntniß deines lieben Sohnes dessen Gaben. Jesu Christi haft kommen lasſen; wir bitten dich von ganzem 146 Um den heiligen Geist und Herzen, du wolleft uns durch deinen heiligen Geist also regieren, daß wir nach solchem Lichte immerdar wandeln, uns mit ganzer Zuversicht unsers Heilandes alle. zeit erfreuen, und also zur ewigen Seligkeit erhalten werden mögen; durch denselben deinen lieben Sohn unsern Herrn, Amen. 171. Herr Gott himmlischer Vater! weil dein lieber Sohn versprochen hat, daß du deinen heiligen Geist denen geben wolleft, die dich darum bitten; so bitten wir dich herzlich in dem Namen Jesu Chrifti deines geliebten Sohnes, eu wollest uns beinen heiligen Geist geben, daß er uns in alle Wahrheit leite, und uns zu allem Guten antreibe, regiere und führe. Heilige uns Um die Wiedergeburt und durch denselben burch und durch und erfülle uns mit seinen Heiligungsgaben, damit wir als deine Kinder wandeln, Christo ange hören und deine Rechte halten mögen: um der theuren Verheißung und Fürbitte deines ge liebten Sohnes Jesu Chrifti willen, Amen. Um den Wandel im Licht. Kindschaft Gottes. 174. Gnädiger Gott, bimmlischer Vater! wir sind von Natur Fleisch, vom Fleische geboren, und nicht geist-. du uns deinen Geist gebeft, der lich gesinnet; es sei denn, daß unseren Seelen das geistliche Leben mittheile. Ach! so gieb uns doch deinen guten Geist, daß er unsere Herzen, unsern Verstand, Willen und Begierden ändere, Um die Erleuchtung. 172. neue diger Gott und Lebenskräfte mittheile, und uns Bater! du, Herr! bist Gott, der uns erleuchtet: gieb uns den Geist der Weisheit und der Offenbarung und erleuchtete Augen unfers Verstances, daß wir dich in beinem Lichte recht erkennen, uns von der Finsterniß zu dem Lichte, und von der Gewalt des Satans zu dir bekehren, auch als Kinder des Lichts wandeln und dir gefällig leben wollen, um deines so zu deinen Kindern wiedergebäre, die dir, als ihrem liebreichen Vater, in kindlicher Furcht, Liebe, Vertrauen und Gehorsam heilig und williglich dienen; um deines heiligen Kindes Jesu Christi willen, Amen. Um wahren Glauben. eingebornen Sohnes unsers Herrn 175. Wahrhaftiger, ewi ger Gott! der du dich in deinem Worte geoffenbaret hast, gieb, daß wir fest glauben, daß du seist, und denen, die dich suchen, ein Vergelter sein Gott wir 173.lifer Bater! der gewiß und göttliche Wahrheit bn ups elende Menschen durch bas balten, was bu und in deinem Kollekten oder kurze Gebete. 147 Worte zu unserer Seligkeit ge- Um Stärkung des Glauoffenbaret hast, und nicht nur 1100 s bens. auf deine treue und wahrhaftige Berbeißungen uns gänzlich verAsd 10m 1190 lasſen, sondern auch deinen beili- 177. Her Gott himmlischer Vater! der gen Befehlen im Glauben gehor- du aus väterlicher Liebe uns arſam werden und Folge leisten. men Sündern deinen Sohn geLaß unsern Glauben curch die schenket hast, daß wir an ihn Liebe gegen dich und den Näch glauben, und durch solchen Glausten sich thätig erweisen, und uns ben selig werden sollen; wir biterfüllet sein mit Früchten der Ge- ten dich, gieb deinen heiligen rechtigkeit, die durch Jesum Chri- Geist in unsere Herzen, der unstum in uns geschehen zu deiner sern schwachen Glauben allezeit Ehre und deinem Lobe, um dei- stärke; damit wir in Anfechtung er unaussprechlichen Liebe und an deinen Verheißungen aus UnBarmherzigkeit willen, Amen. glauben niemals zweifeln; sondern uns im Leben und Sterben von ganzem Herzen darauf verlassen, und durch solchen Glauben alles überwinden mögen; um desselben deines lieben Sohnes Jesu Chrifti unsers Herrn willen, Amen. ner 176.5 err allmächtiger Gott! Um die Rechtfertigung. 178. erechter und gnädiger Gott! vor von dem alle gute und vollkommene Gaben zu uns berabkommen, weil es dein Werk ist, daß wir an den glauben, den du gesandt hast, so bitten wir dich, du wollest durch deinen heiligen Geist rechtschaffene und ge wisse Erkenntniß deines Sohnes und deiner Gnade in ihm, in welchem unsere eigene Berechtigunsern Herzen wirken und erhalkeit und Verdienst nicht bestehen ten, auch von Tage zu Tage vermag, sondern aus dessen Gnade mehren, daß wir ihn für unsern wir ohne unser Verdienst durch einigen Hohenpriester, böchsten Christi Erlösung gerecht werden Propheten und König erkennen, sollen: wir danken für diese auf sein Verdienst unser Bertrauen deine unermesliche Barmherzigkeit; zu dir allein gründen, und um und bitten dich von ganzem Herseinetwillen Leben und Seligkeit zen, sprich uns buffertige Sünven dir erwarten. Bewahre uns der vor deinem Gerichte von unvor Unglauben, Aberglauben und serer Sündenschuld und Strafe allem falschen Gottesdienste. Gieb los und ledig; rechne uns unsere aber auch Gnade, daß unser Missethaten nicht zu unserer VerGlaube nicht tedt, sondern leben dammniß zu; sondern rechne uns dig sei, und sich durch die Liebe vielmehr anderen Stelle zu die zu dir und dem Nächsten beweise. theuer erworbene Gerechtigkeit delLaß uns in demselben einen gunes lieben Sohnes Jesu Christi, ten Kampf kämpfen, Satan, Welt und laß uns um dessen willen Sünde überwinden, und Gnade, Vergebung der Sünden, endlich das Ende des Glaubens, Leben und Seligkeit erlangen, um der Secten Seligkeit davon brin seines vollgültigen und hoben gen, Amen. la ad un jada Verdienstes willen, Amen. 10* und Gerech 148 Kollekten oder kurze Gebete. Um die Vereinigung mit dich, regiere uns durch deinen beiligen Geist, daß wir die sündGott. lichen und unreinen Werke des 179. Heiliger und gnädi- alten verderbten Menſchen abGott! der du legen; und neuen verheißen hast, in denen zu woh- Menschen, der nach deinem nen, die dich lieben und dein Bilde geschaffen ist, mit seinen Wort halten: reinige und heilige guten Werken anziehen, und also unsere Herzen durch deinen Geist, im heiligen unsträflichen Leben, daß wir dich über alles lieben mit gutem fröhlichen Gewissen hie und dein Wort halten. Mache in der Zeit vor dir wandeln, und uns dadurch zu deinen heiligen endlich dort ewig selig werden; Tempeln, und zu deiner beständi- durch Jesum Christum deinen lies gen Wohnung, und laß uns mit ben Sohn unsern Herrn, Amen. dir im Glauben und in der Liebe vereinigt sein und bleiben, um deiner ewigen Liebe willen, Amen. Um die Gnade Gottes ein heiliges Leben zu führen. 182. und geeiliger Vater, barmUm die Erneuerung. 180. rechter Gott! du haft uns befohVater! len, wir sollen heilig sein, weil mächtiger, beiliger Gott und der du das alte Sündliche weg- du heilig bist; hast uns auch desnimmst, und ein neues dir wohl wegen durch deinen eingebornen gefälliges Wesen in uns schaffest; Sohn aus der Hand unserer wir bitten dich, du wollest das gute Feinde erlöset, daß wir dir unser Werk, das du in uns angefan- Lebelang ohne Furcht dienen solgen hast, vollführen, und uns die len in Heiligkeit und GerechtigKraft deines heiligen Geistes ver- keit, die dir gefällig ist. Ach Herr, leiben, daß wir den alten Men- unser Gott! wir sind aus sündschen, der sich durch böse Lüste in lichem Saamen gezeuget, und alleIrrthum verderbet, täglich able- sammt in Sünden empfangen und gen; hingegen unsere Herzen in geboren. Wollen haben wir wohl, Heiligkeit und Gerechtigkeit immer aber das Gute zu vollbringen, mehr und mehr erneuern, in der finden wir nicht. So gehe nun, wahren Lehre fester werden, und Herr! nicht ins Gericht mit deiim gottseligen Leben von Tage nen Knechten und Mägden, denn zu Tage zunehmen, durch unsern vor dir ist kein Lebendiger gerecht. Lehrer und Heiland Jesum Christum, Reinige und heilige uns aber in deiner Wahrheit; tamit unser Geist, sammt Seele und Leib auf die Zukunft unsers Herrn Jesu ger Gott und Va- Christi unsträflich behalten werde; ter! wir sagen dir Lob, Ehre und um desselben deines lieben Sohnes, Preis, daß du uns arme verlorne unsers Herrn und Heilandes, wilSünder durch das Blut deines len, Amen. Amen. 181. Ba armherziger, ewiSohnes gereiniget, und zu neuen Menschen und Erben des ewigen 183. Herr err du beiliger und Lebens gemacht hat: und bitten gere ter Gott! Kollekten oder kurze Gebete. 149 du wollest| Um einen Wandel nach ber bu gesagt haft, dein Gesetz in unser Herz geben und in unsern Sinn schreiben; dem Taufbunde. gieb, daß wir dich herzlich fürch 185. Allmächtiger, barm ten, und in allen deinen Geboten herziger Gott und untadelig einher gehen. Behüte Vater! wir danken dir von Heruns, o Gott! vor Heuchelei und zen, daß du uns in der heiligen Gleißnerswerken. Herr! der du Taufe, um deines lieben Sohnes ins Verborgene siehest, und Her- Jesu Christi willen, Vergebung zen und Nieren prüfest, erleuchte der Sünden, Gerechtigkeit, den uns durch deinen heiligen Geist, heiligen Geist, und ein ewiges daß wir allezeit redlich, ausrichtig Leben geschenket haft! und bitten und ohne Falsch vor deinem An- dich, du wolleft uns durch denselgesichte wandeln, und in allem ben deinen heiligen Geist bis an unsern Thun und Lassen nicht auf unser Ende also regieren, daß Menschen, sondern auf dich, den wir solche deine väterliche Gnade Richter aller Gedanken, sehen; an uns nicht vergeblich sein lasauf daß wir dir wohlgefallen und sen; sondern wie wir in der an jenem herrlichen Tage Freudig- Taufe zugesaget haben, also auch feit haben, und nicht zu Schan- dem Teufel und der Sünde mit den werden mögen; um deines allen ihren Lüsten, von Tage zu lieben Sohnes Jesu Chrifti unsers Tage je länger je mehr absagen Herrn willen, Amen. und absterben: hingegen aber dir und deiner Gerechtigkeit leben, bis wir endlich durch den Tod von aller Sünde gänzlich befreiet, ewig selig werden; durch Jesum Chriftum deinen Sohn unsern Um die Nachfolge Christi. 184. nabiger Gott und E Vater! wir dan Herrn, Amen. fen dir, daß du uns durch deines mensch gewordenen Sohnes hei- Wider die Knechtschaft und ligen Wandel auf Erden gelehret haft, wie Menschen vor dir wan- Dienstbarkeit der Sünde. beln sollen; und bitten dich, du 186. Barmherziger Gott wolleft uns den Geist Christi verund wir leihen, der uns zu seiner Nach- sagen dir Lob und Dank für deine folge kräftig antreibe und tüchtig unaussprechliche Güte und Gnade, mache. Laß uns nicht darauf daß du uns durch deinen Sohn sehen, wie der größte Haufe lebe: unsern Heiland Jesum Christum laß vielmehr das heilige Vorbild von der Dienstbarkeit der Sünunsers Herrn Jesu Christi beständen und vom Fluche des Geseßes dig vor unsern Augen schweben, frei gemacht, und zu Erben des und uns in den Fußstapfen seiner ewigen Lebens angenommen haft: Liebe, Demuth, Sanftmuth, Ge- und bitten dich von Herzen, reduld und aller Tugenden stets giere uns durch deinen heiligen einhergehen, damit wir durch ihn, Geist, daß wir nicht wieder unter als das Licht der Welt, zur ewi- das Joch der Sünde und des. gen Herrlichkeit geführet werden, Todes gefangen werden, sondern um deiner Güte willen, Amen. in der christlichen Freiheit und in 150 Kollekten oder kurze Gebete. beiner Gnade bis an unser Ende deines Sohnes unsers Herrn und verharren, und dir ohne knechti Heilandes willen, Amen. sche Furcht unser febelang dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit, bie dir gefällig ist, um desselben deines lieben Sohnes Jefu Chrifti willen, Amen. um die Liebe zu Gott. 189. Gnädiger Gott, liebreicher Vater! der du uns in Christo Jesu vor der allerlei Gütern an Seel und Leib Welt geliebet hast, und uns mit täglich und reichlich überschütteft: verleihe uns, daß dein Geist in 187. unsern Herzen rechtschaffene Liebe anzünde, daß wir dich, deine weißest, in welcher großen Gefahr Güte und Wohlthaten erkennen, wir zu aller Zeit wegen der Ver- dich von ganzem Herzen über suchungen des Satans schweben, alles lieben, und alles, was in und daß wir ohne deine gnädige der Welt ist, gegen dich für nichts Hülfe, Schuß und Schirm gegen die achten, und deiner ewigen Liebe listigen Anlaufe dieses grausamen fähig werden, um deines lieben Feindes nicht bestehen können: Sohnes Jesu Christi willen, Amen. barum bitten wir dich vom Grunde unserer Herzen, du wolleft uns mit deinem Worte und heiligen Gegen des Teufels Anfechtung. Herr Gott himmlischer Bater! du Um die Furcht Gottes. Geiste wider ihn ausrüften, auf 190. Gerechter, starker und in ber himmlischer Vater! erhalte uneifriger Gott, lieser Herz bei dem Einigen, daß wir deinen Namen fürchten, und zu aller Zeit und zu allen Orten ernstliche Sorgfalt tragen, dich im geringeiner der Macht deiner Stärfe alle feurige Pfeile des Bösewichts auslöschen: auch wenn das böse Stündlein kommt, uns mit dem Schwerte des Geistes wehren, alles wohl Feld behalten mögen; durch deinen Sohn Jesum Christum, unsern Herrn, Amen. Sünde zu beleidigen. Laß uns alle unsere Worte und Werke zuvor wohl bedenken, deine Allgegenwart, Alwissenheit, Zorn und Strafgerechtigkeit uns stets vor Augen stellen, und uns hüten, daß wir nicht in eine Sünde willigen und wider eines deiner Gebote handeln; sonbern dich vielmehr in deiner Furcht, dir dienen und gehorchen mögen; als deine Kinder, allezeit ehren, 188. mächtiger, ewiger Gott! der du allein die ganze Christenheit durch deinen heiligen Geist heiligest und reinigest; erhöre unser Gebet, und der du unser Herr und Gott bist, gieb gnädiglias, daß sie mit allen hochgelobet in Ewigkeit, Amen. ihren Gliedern dir in reinem Glauben, int Heiligkeit und Ge- Um Vertrauen auf Gott. rechtigkeit, so dir gefällig ist, burdh veine Gnade diene; um Jesu Chrifti 191. Almächtiger, gütiger und wahrhaftiger Um ein wahres Christenthum. Kollekten oder kurze Gebete. 151 Gott! wohl dem Menschen, der, wahrhaftigen Anbeter dich im sich auf dich verlässet, denn du Geiste und in der Wahrheit heute bist eine Zuflucht aller berer, die und allezeit anbeten, bein Wort dir fest vertrauen. Tilge in uns mit ganzem Herzen hören und allen Unglauben, Mißtrauen, Zwei- annehmen, und den Sabbath recht fel und Kleinmüthigkeit, wie auch beiligen; damit wir durch dein alle Sicherheit und Vermissenheit. Wort und durch die Anrufung Laß uns unser Vertrauen nicht deines Namens auch geheiliget auf andere Menschen, noch auf werden, auf Sesum Christum deiEhre, Gewalt, Ansehen, Gut und nen Sohn alle unsere Zuversicht Reichthum sezen; sondern dir als und Hoffnung im Tode und Leben bem lebendigen, ewigen, allmächseßen, vor allem Aergerniß uns tigen, weisen, gütigen und wahr- büten, von aller Befleckung des baftigen Gott fest vertrauen, und Fleisches und Geistes uns reinivon dir allerlei geistliche und leib- gen, und mit unserer Heiligung liche Gaben, Hülfe, Errettung, in deiner Furcht immer fortfahren, Beistand und Segen erwarten und bis wir endlich aus Gnaden ewig erlangen, um deines heiligen Na- selig werden; durch denselben deimens Ehre und um Christi willen, nen lieben Sohn Jesum Chriftum Amen. unsern Herrn, Amen. Um Dankbarkeit gegen Gott. Umächtiger Herr Um Bewahrung der reinen Jes Lehre. 192.) Gnädiger Gett! bu scher Vater! von dem wir ohne haft uns elenden Unterlaß allerlei Gutes ganz Menschen nach deiner großen überflüssig empfangen, und noch Güte den theuren Schaß deines täglich vor allem Uebel gnädig- edlen Wortes anvertrauet, unt lich behütet werden; wir bitten uns daraus deinen allein seligdich, laß uns solches alles durch machenden Willen erkennen las deinen Geist mit ganzem Herzen sen. Wir danken bir für diese in rechtem Glauben erkennen, auf große Gnade, und bitten demüdaß wir beiner milden Güte und thig, nimm doch um unsers UnBarmherzigkeit hier und dort danks willen solche herrliche Beiewiglich danken und dich loben, lage nicht wieder von uns; sondurch deinen lieben Sohn Je- dern steure den Feinden deines sum Christum unsern Herrn, Worts und den Verfolgern deiner Amen. Lehre, daß sie deine Kirche nicht überwältigen. Laß vielmehr bein Um rechte Heiligung des Wort mit großer Kraft und Freudigkeit rein und lauter verkündiget und deine Gemeine dadurc Sabbaths. err Gott himmli- gebessert werden, zum Preise deiGott, himmli- 194. 193. bitten bich, du wolleft und durch Christum deinen Sohn unfern deinen heiligen Geist also regie- Herrn, Amen. ren und führen, daß wir als dielu a niggafl om gull 152 Kollekten oder furze Gebete. Um kräftige Wirkung des fahren lassen, Widerwärtigkeit göttlichen Wortes. und Verachtung geduldig leiden; unsern Feinden von Herzen ver195. ewiger, barmher- geben, und also in rechter Liebe S ziger Gott und und ungefärbtem Glauben von Bater! wir danken dir herzlich, Tage zu Tage zunehmen, und daß du uns dein heiliges Evan- bis ans Ende beständig darin gelium geoffenbaret, und treue verharren; durch Jesum Chriſtum Diener desselben gegeben haft; deinen Sohn unsern Herrn, Amen. und bitten demüthiglich, stärke und regiere uns durch deinen damit dein liebes Für die Obrigkeit. Wort viel Frucht in uns schaffe, 197. Blicher Bater! in und wir in Erkenntniß deines Willens, im Glauben, in der dessen Hand alle Gewalt und Liebe, Geduld, Sanftmuth und Obrigkeit steht, wir bitten, ſei Demuth täglich zunehmen, und gnädig allen christlichen Regenten, bis an das Ende beständig dabei insonderheit unserm Könige und verharren, auch in der ganzen Landesherrn, wie auch Allen, die Zeit unserer Wallfahrt zu deinem Gewalt von ihm haben; erleuchte Gefallen allhie würdiglich wan- und regiere sie durch deinen heilideln; daß wir endlich mit allen gen Geist, gieb ihnen Weisheit, Heiligen die selige Hoffnung, die Gerechtigkeit, eine glückliche und uns beigelegt ist, erlangen, und friedliche Regierung, auf daß sie in das himmlische Reich deines alle ihre Unterthanen in GottesSohnes verseßet werden mögen, furcht, in Friede und Ruhe durch denselben deinen Sohn, un- schüßen und regieren. Verlängere sern Herrn, Amen. ihnen ihre Tage, auf daß wir unter ihrer Herrschaft mit ihnen Um die Liebe gegen den deinen göttlichen Namen heiligen Nächsten. und preisen mögen; durch deinen lieben Sohn Jesum Christum un196. Bater! wir banfen dir von Herzen, daß du uns durch dein Wort gelehret hast, wie wir mit einander allhie wan- 198. deln und unserm Nächsten dienen scher Vater! follen; wir bitten dich, gieb dei- du heiligen Muth, guten Rath und nen heiligen Geist in unsere Herrechte Werke schaffeft; gieb deinen zen, daß er die rechte herzliche Dienern den Frieden, welchen die Liebe in uns anzünde, und uns Welt nicht geben kann, auf daß vor allem dem, was der Liebe unsere Herzen an deinen Geboten entgegen ist, behüte und bewahre; hangen, und wir unsere Zeit, auf daß wir nach deinem Willen durch deinen Schuß, still und leben, und unserm Nächsten alle sicher vor Feinden leben; durch Liebe, Dienste und Hülfe gern Jesum Christum deinen Sohn und willig beweisen; allen Zorn, unsern Herrn, Amen. Ungeduld und Rachgier fallen und Gott und sern Herrn, Amen. Um den Frieden. Herr Gott himmli. der Kollekten oder kurze Gebete. 153 err Gott himmli-| lich mit deiner Gnade und reichem 199. Segen. Mache das Band ihrer herzlich und beständig. bitten dich, du wollest deinen hei- Liebe ligen Geist in unsere Herzen ge- Gieb vornämlich, daß sie ihren ben, uns in deiner Gnade und Bund nicht nur unter sich, sonWahrheit ewiglich erhalten, in dern auch mit dir treulich und aller Anfechtung behüten und ernstlich halten. Versorge sie mit trösten, vor allen Feinden und allem Benöthigten: wende von Verfolgern bewahren, und deiner ihnen harte Leiden ab, und wenn ganzen Christenheit heilsamen sie leiden, so sei ihr Trost, BeiFrieden verleihen, durch Jesum stand und Helfer. Laß nach deiChristum unsern Herrn, Amen. nent Zweck sie der vertrautesten Freundschaft und Hülfeleistung von einander genießen, und bei der Unzertrennlichkeit dieser Verbindung die Kinder gemeinschaftlich versorget und wohl erzogen werdein Name verherrlichet und die den; auf daß also durch die Ehe Zahl derer vermehret werde, welche die Seligkeit ererben, um deiner Jesu unserm Herrn, Amen. Menschenliebe willen in Christo 200. Ewiger, allmächtiger Gott, du Herr Himmels und der Erden! der du alle Dinge regierest, und aller Menschen Herzen lenken kannst, wie die Wasserbäche; der du bist ein Gott des Friedens, von wel chem alle Einigkeit zu uns kommet; wir bitten dich, du wollest uns alle unsere Sünde vergeben, und uns mit deinem göttlichen Frieden und Einigkeit begnadigen, damit wir dir in rechter Furcht dienen, zum Lebe und Preise deines Namens; durch Jeſum Chri- 202. ftum unsern Herrn, Amen. Für die Jugend. Gott! der du der rechte Für den Ehestand. 201, nä nädigster Schöpfer und Erhalter aller Dinge; was du ordnest, das Vater bift über alles, was Kinder heißt im Himmel und auf Erden! hilf, daß wir und unsere Kinder dem Erempel deines lieben Sohnes und seiner frommen Eltern folgen, dein Wort fleißig hören, und gern betrachten. Gieb auch aller ist löblich und herrlich. Du hast christlichen Jugend, und insonderselbst den Ehestand aus großer heit unsern lieben Kindern, deiWeisheit und Güte geordnet, und nen heiligen Geist, daß sie an ihn mit deinen Verheißungen und Gehorsam, Zucht, Weisheit und Segen begnadiget. Darum bit- Gnade bei dir und den Menschen, ten wir dich herzlich, du wolleft wie am Alter, wachsen und zudiesen Stand auch unter uns in nehmen, und dir zur Ehre und einer heiligen und dir wohlgefäl- Dienste auferzegen werden, auf ligen Ordnung erhalten, alle Ver- daß wir sie mit Freuden vor dein unehrung desselben und alles, was Angesicht bringen mögen, um desdeinen weisen und gütigen Ab- selben deines lieben Sohnes Jesu sichten dabei zuwider ist, verhüten. Christi willen, Amen. Erfreue alle fromme Eheleute täg- I 154 Kollekten oder kurze Gebete. Um Keuschheit und Rei-[ Um den rechten Gebrauch nigkeit des Herzens. der Glieder unsers Leibes. 203. err! der du befoh. ! len und gesagt 205. mächtiger, ewiger Gott, du gnädiger Schöpfer aller Dinge! wir danken dir, daß du uns einen gesunden Leib gegeben und unsere Zundeine Gnade, daß wir alle Glieder unsers Leibes nach deinem hei haft: Ihr sollet heilig sein, denn ich bin heilig; der du das Anschauen deines Angesichts und die Seligkeit nur denen verheißen, die reines Herzens find: laß uns alle gen, Ohren und andere Glieder VOT Schaden väterlich behütet unreine Lüste und Begierden ernsthaft: und bitten dich, gieb uns lich fliehen, und reinige unsere Herzen von aller Besleckung des Fleisches und des Geistes. Gieb, daß wir auch unsere Leiber vir ligen Willen recht gebrauchen; mit unsern Ohren dein Wort begeben zu einem Opfer, welches lebendig, heilig und dir wohlgefleißig hören und wohl darauf merken: und mit unserm Mundebn fällig sei, damit wir in das und Zungen deine Gnabe preisend himmlische Jerusalem, worein kein Unreines gehen wird, gelan mand ärgern, sondern Jedermann and und rühmen, auch damit Nie gen und dir hier und dort mit reinem Geiste dienen mögen; der besſern und erbauen mögen. Las du bist ein reiner und heiliger sere Leiber und Glieder alleſammt f uns, lieber Herr und Gott! un? Gott, hoch gelobet Ewigkeit, hergeben zum Opfer, welches le Amen. bendig, heilig und bir wohlge. fällig sei; auf daß wir dich, so. wohl an unserm Leibe, als in unserm Geiste immerfort ehren und preisen; um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen, Amen. dnis. Um Gesundheit. 204. Gott unser Helfer, bu gütiger Geber des Lebens und der Gesundheit! wir danken dir von ganzem Herzen, daß du uns des Leibes und der Seelen Gesundheit aus Gnaden verliehen und Um Treue in dem Beruf. bisher erhalten und bitten bich, du wolleft uns dieſe große 206. Hecher Bater! wir himmliWohlthat wohl erkennen und recht gebrauchen lassen, sie uns auch danken dir von Herzen, daß du künftig bewahren; in aller uns zu mancherlei Aemtern beruSchwachheit Geduld verleihen, und in Gesundheit des Leibes vor Vermessenheit, Sicherheit und Wollust uns behüten, auf daß es uns nach deinem Rath in allen Stücken, sonderlich an der Seele wohl gehe, und wir dich mit unserm Leibe und Geiste preisen, um deswillen, der beide theuer erkauft hat, Amen. fen und dazu nöthige Gaben durch deinen heiligen Geist mitgetheilt hast; und bitten demüthig, du wolleft solche Gaben um unsers Undanks und Mißbrauches willen nicht von uns nehmen, sondern sie in uns vermehren; und uns durch deinen heiligen Geift lehren, leiten und führen, Idaß wir uns in unserm Berufe 155 Gott, lieber himmIlmächtiger, ewiger Kollekten ober kurze Gebete. A allezeit treu und fleißig erweisen, 209. alles in deiner Furcht anfangen und vollenden, und alle deine Gnade und Gaben zu deiner Ehre, zu des Nächsten Dienste und unserer eigenen Wohlfahrt recht gebrauchen, und als deine treue Haushalter und Diener hie zeitlich erfunden, und hernach bort ewig selig werden mögen; durch deinen Sohn Jesum Christum unsern Herrn, Amen. lischer Vater! der du über uns deine Kinder aus väterlicher Wohlmeinung allhie auf Erden allerlei Leiden ergehen läsfest, der Sünde damit zu wehren, uns zur Buße, Glauben, Hoffnung, Geduld und emsigen Gebete zu erwecken und darin zu üben: wir bitten dich, du wolleftguns durch deinen heiligen Geist in aller Anfechtung und Noth stärken und trösten, unser Gebet erbören und gnädige Hülfe verschaffen; auf, daß wir nicht von dir weichen noch verzagen, sondern deine väterliche Gnade und Beistand reichlich emdu uns darreichest, allerlei reichpfinden und dich mit allen Heililich zu genießen, sei du unser Re- gen hier und bort ewiglich loben gierer und Führer, auf daß wir und preisen mögen; durch Jesum dergestalt mit den zeitlichen Gü- Christum, deinen Sohn unsern tern umgehen, daß wir die ewi Herrn, Amen.dr Um rechten Gebrauch der zeitlichen Güter. 207. Allmächtiger, leben diger Gott! der mali Um Bereitschaft zum gen nicht verlieren, sondern sie rechtmäßig erwerben, für uns wohl gebrauchen und andern davon Gutes thun. Bewahre uns, daß wir unsere Herzen nicht an das Zrdische bängen, sondern uns Schäge sammlen auf das Zu fünftige, die nimmermehr vergeben, um Jesu Christi deines lieben Sohnes unsers Herrn willen, Amen. jüngsten Gerichte. 210, Lieber Herr Gott! wecke uns auf. daß wir bereit sein, wenn dein lieber Sohn fommt, ihn mit Freuden zu empfangen, und dir mit reinem Herzen zu dienen, durch denselben deinen Sohn Jesum Christum unsern Herrn, Amen. In Noth und Trübfal. 208. allmächtiger evi- 211. Herr Gott! himmGott! lischer Vater! wir Troft der Traurigen und eine bitten dich, gieb uns deinen heiStärke der Schwachen! laß vor ligen Geist, daß wir zu dem zudein Angesicht gnädig kommen die künftigen Gerichte nach deinem Bitte aller derer, so in Beküm- heiligen Worte uns recht bereiten; merniß und Anfechtung zu dir zu allem Guten fertig sein, und scufzen und schreien; auf daß alles Böse meiden; unser Fleisch Jedermann in der Noth deine und Blut zähmen und betäuben; göttliche Hülfe empfinde, und dich in dem Lichte deines Wortes ohne dafür ewiglich lobe und preise, Anstoß wandeln, auch das Licht burch Jesum Christum, unsern eines rechten Glaubens und heiHerrn, Amen. ligen Lebens vor den Menschen 156 Kollekten oder kurze Gebete. scheinen und leuchten lassen, und recht erkennen und glauben lassen; als treue Diener auf die Zukunft auf daß wir uns unsers Abschiedeines lieben Sohnes zu aller des herzlich freuen, und dem BeZeit mit Wachen und Beten war- rufe zu deinem ewigen Reiche ten; auf daß wir an jenem großen gern und willig folgen: durch Tage mit Freudigkeit vor ihm Jesum Christum deinen Sohn unsteben, und mit ihm zum ewigen sern Herrn, Amen. Freudenleben eingehen mögen. Das gieb uns, o lieber himmli- 214. Allmächtiger, ewiger scher Gott! Vater! durch denselben deinen Sohn Jesum Christum unsern Herrn, Amen. deinen Sohn Vergebung der Sünden und Rettung von dem ewigen Tode zugesaget bast: wir bitten dich, stärke uns durch deinen beiligen Geist, daß wir in solchem Vertrauen auf dich durch Christum täglich zunehmen, und die Hoffnung fest und gewiß behalten, daß wir nicht sterben, sondern nur dem Leibe nach entschlafen, und am jüngsten Tage zum ewigen Leben erwecket werden sollen; durch denselben deinen Sohn Jesum Christum unsern Herrn, Amen. Um ein seliges Ende. 212. allmächtiger Gott, lieber himmlischer Vater! der du durch den Tod deines lieben Sohnes die Sünde und den Tod zunichte' gemachet, uns durch sein heiliges Blut von Sünden gereiniget, und durch seine siegreiche Auferstehung, Unschuld und ewiges Leben wieder gebracht hast; gieb, daß wir solches von ganzem Herzen glauben, uns in solchem Glauben mit heiUm das ewige Leben. ligem Leben und Wandel zu einem 215. Barmherziger, ewifeligen Ende bereiten, bis an unser Ende also glauben und leben, daß wir die fröhliche Auferstehung unserer Leiber am jüngsten Tage mit Freuden erwarten mögen: durch denselben deinen Sohn Jesum Christum unsern Herrn, Amen. und ter! der du uns in Christo Jesu zu einer lebendigen Hoffnung des ewigen Lebens berufen haft: verleihe uns, daß wir durch deinen Geist die Welt und alle Eitelkeit dieses Lebens bestreiten; unser Fleisch kreuzigen und dessen Lüste tödten; auch nach dem, was droben ist, am ersten trachten: bis wir im Glauben, Hoffnung und Geduld alles überwinden, und Tod uns aus dieser sündlichen vor deinem Angesichte gekrönet Welt zu dir forderst und hinweg nimmst, auf daß wir nicht stets in Sünden und Elende bleiben; sondern in deinem Reiche die vollund ewiglich erfreuet werden, um Jesu Christi unsers Seligmachers willen, Amen. Herr, ewiger und barmberziger Gott! der du burch den 213. Allmächtiger kommene Gerechtigkeit und Selig- 216, barmherziger, gnäfeit erlanund gen und besigen' mögen: wir bit- Vater! wir loben, ehren und preiten dich, du wollest uns solches sen dich vom Grunde unserer Her Um gutes Wetter. 157 zen, daß du uns nach deiner himmlischer Vater! wir haben es großen Barmherzigkeit zu der le- mit unsern Sünden wohl verbendigen Hoffnung eines unver- schuldet, daß du uns jeßo mit gänglichen, unbefleckten und un- vielem Regen und betrübtem nasverwelklichen Erbes durch die Auf- sen Wetter strafest und heimsuchest, erstehung Jesu Christi wieder-( daß du den Himmel wie Eisen, geboren und zu dessen Miterben und die Erde wie Erz machest, angenommen hast; und bitten und unserm Lande Staub und dich demüthig, tröste, stärke und Asche für Regen giebest.) Aber regiere uns durch deinen heiligen hilf doch um deines Namens wil Geist, daß wir uns keine Trüb- len, und laß die liebe Sonne sal noch Anfechtung von dir ab- wiederum scheinen und leuchten; wendig machen lassen: sondern( und laß doch das Land durch einen durch die Hoffnung des ewi- fruchtbaren Regen wiederum begen Lebens alles mit Geduld überwinden, und zuleßt auch das Ende unsers Glaubens, die ewige Seligkeit, davon bringen mögen; durch denselben deinen Sohn Jesum Christum unsern Herrn, Amen. feuchtet werden; damit sich die Früchte erholen, nothleidenden und wir solchen deinen Segen zu unserer Nothdurft wohl einbringen und mit Danksagung in Friede genießen mögen, durch deinen lieben Sohn Jesum Christum, Amen. Um ein gnädiges Wetter. err allmächtiger Gott! Bei großem Ungewitter. der du alles, was 217. da ist, regierest und ernährest, 219. du großer und erhelicher Gott! ohne welches Gnade nichts geschehen kann: gieb uns deinen dem Donner und Bliß, Hagel, Kindern, lieber Vater! dienliches Schnee und Sturmwinde dienen Wetter( und warmen Sonnen- müssen, wir sehen und hören deine schein)( und fruchtbaren Regen), große Dacht, und fleben: ach! auf daß unser Land durch deinen gedenke nicht unserer Sünden und Segen mit Früchten erfüllet werde, Missethaten, sondern sei uns gnäund die Früchte, so du uns aus dig. Bewahre Leib und Seele, Gnaden bescheret, nicht verderben, Haus, Hof, Vich und die Früchte sondern( fein trocken eingesammelt auf dem Felde. Behüte uns vor werden, und) wir unser tägliches allzugroßen Schrecken, vor aller Brot und Nothourft davon haben Beschädigung und einem bösen Nimm von uns mögen: so wollen wir dich gnä- schnellen Tode. digen Gott und Vater dafür lo- alle Kleinmüthigkeit und ängstben und preisen, durch deinen liche Furcht. Erhalte in uns herzSohn, Jesum Christum unsern liche Bußfertigkeit, wahren GlauHerrn, Amen. ben, Geduld und Hoffnung, das mit wir bereit sein, alle deine Bei anhaltendem Regen Fügungen getroft zu erwarten, auch wenn es dein Wille ist, aus diesem Leben selig abzuscheiden, um deines lieben Sohnes Jesu oder Dürre. Umächtiger, barm218. A herziger Gott, Christi willen, Amen. 81 158. Antiphonen vor den Kirchen- Kollekten. Nach dem Ungewitter. Danksagung nach der Ernte. 220. Barmherziger, ge 221. Barmherziger, gnädiger Gott und wir danken dir von ganzem Vater! wir danken dir herzlich Herzen, daß du das Ungewit- für deinen( reichen) Segen, den ter so gnädig abgewendet, und du uns bisher auf dem Felde und unserer so väterlich verschonet sonst täglich aus väterlicher Güte haft. Du hast uns deine große mitgetheilt haft; und bitten dich, Macht gezeiget, und wie bald verzeihe uns um deines lieben es um uns arme Menschen Sohnes Jesu Christi willen, alle geschehen sein würde, wenn Undankbarkeit und sündlichen Mißdu sie im Zorne an uns be- brauch deiner Gaben, wie auch weisen wolltest. Ach Herr! alle Lieblosigkeit gegen unsern regiere doch unfrer aller Her- Nächsten. Hilf uns aber auch zen, daß wir dich je länger durch deinen heiligen Geist, daß je mehr recht erkennen, fürch- wir hinfort alle deine Gaben mit ten und ehren, und auch nach Dank annehmen, und sie zu deiüberstandener Gefahr alle Siner Ehre, zu des Nächsten Besten cherheit und gottloses Wesen und unserer Nothdurft also anvon Herzen meiden, und wohl wenden, daß wir auch hinfort bedenken, wie viel schrecklicher deinen Segen und gnädiges Geder Tag des jüngsten Gerichts deihen in allem, was wir bedürsein werde, auf daß wir zu fen, allezeit verspüren, dasjenige, as wir aller Zeit bei dir Gnade fin- was du bescherest, in Friede und den, und dereinst mit Freu- Rube genießen, und zugleich mit den zu dir in das Reich der allerlei geistlichem Segen in himmewigen Herrlichkeit eingehen mö- lischen Gütern gesegnet werden; gen, Amen. durch Jesum Christum deinen Sohn unsern Herrn, Amen. IX. Antiphonen, oder auserlesene Sprüche vor den Kirchen- Kollekten. Zu aller Zeit. ittet, so werdet ihr nchmen, 4.) Der HErr ist nahe allen, die ihn anrufen: de Allen, die ihn mit ernst anrufen. 5.) Der HErr denfe an uns und segne uns, 1.) Inti Bit 800 Daß eure freude vollkommen sey. Halleluja! 2.) Rufe GOtt an in der zeit der CA noth, is 19 So will er dich erretten, und du sollst ihn preisen. 3.) Das gebet der frommen ist dem HErrn angenehm, Halleluja! Der gerechten gebet erhöret er. Halleluja! 19 am Er segne, die den HErrn fürchten beide kleine und große. Bei dem HErrn findet man bülfe, Halleluja! 6.) und seinen segen über sein volt, Halleluja! Auf Sonn- und Feft- Tage. 7.) Der HErr sei mit euch, Und mit deinem geiste. 159 dist- de 8.) Dies ist der tag, den der HErr 20.) Kündlich groß ist das gottfelige geheimniß, machet: lasset uns freuen und fröhlich darin sein. an D HErr! hilf, o HErr! laß inn wohl gelingen. 9.) Bringet dem HErrn ehre of seines namens, Halleluja! Betct an den HErrn in heiligem schmuck. Halleluja! 10.) Dienet dem HErrn mit freuAm Neuen Jahrs Tage. og moden, Halleluja! Kommt vor sein angesicht mit 22.) HErr kröne das jahr mit deinem gute, froblocken. Halleluja! thing Nach der Kommunion. Und laß deine fußstapfen triefen von fett. 11.) Danket dem Herin, denn 23.) Die güte des HErrn ists, daß wir nicht gar aus sind, Halleluja! Und seine barmherzigkeit hat noch kein ende. Halleluja! 24.) Die wege des HErrn sind eitel güte und wahrheit, Denen, die seinen bund und zeugniß halten. Halleluja! 25.) Du leitest mich nach deinem rath, n ligne du Antiphonen vor den Kirchen- Kollekten. er ist freundlich Und seine güte währet ewiglich. 12.) Lobe den HErrn meine seele, Und was in mir ist seinen hei ligen namen. Halleluja! 13.) Schmecket und sehet wie freundlich der HErr ist, Hall. Wohl dem, der auf ihn trauet. Halleluja! e 003) smis an Auf Advent. 14.) Bereitet dem HErrn den weg, Halleluja! Machet seine steige richtig. Halleluja! 15.) Daran ist erschienen die liebe GOttes, daß er seinen sohn gesandt hat, Daß wir durch ihn leben sollen. Halleluja. Auf Weihnachten. 16.) Ehre sei GOtt in der höhe, Und friede auf erden, und den menschen ein wohlgefallen. 17.) Euch ist heute der heiland i geboren, Halleluja! Welcher ist Christus der HErr, in der stadt David. Hall. 18.) Ein find ist uns geboren, Halleluja! Ein sohn ist uns gegeben, Hall. 19.) Das wort ward fleisch, hep Halleluja! Und wohnete unter uns. Hall. GOtt ist geoffenbaret im fleische. Halleluja! 21.) Christus kömmt her aus den vätern nach dem fleische, Halleluja! Welcher ist GOtt über alles, gelobet in ewigkeit. Hall. Und nimmst mich endlich mit ehren an. Halleluja! Am feste der Erscheinung Christi. 26.) Danksaget dem vater, der uns errettet hat von der obrigkeit der finsternis, Und hat uns verseßet in das reich seines lieben sohnes. Halleluja! 27.) Ihr waret weiland finsterniß, nun aber seid ihr ein licht in dem HErrn, Wandelt wie die Finder bes lichts. Auf Maria Reinigung. 28.) Wandelt in der liebe, gleich wie Christus uns hat geliebet, Und sich selbst dargegeben für uns GOtt zur gabe und opfer. Halleluja! 160 29.) HErr, nun läsfest du deinen diener in friede fahren, Hall. Denn meine augen haben deinen heiland gesehen. Halleluja. Antiphonen vor den Kirchen- Kollekten. Zur Fasten- Zeit. 30.) Christus ist um unserer missethat willen verwundet, Und um unserer sünde willen zerschlagen. 31.) Die strafe liegt auf ihm, auf daß wir friede hätten, Und durch seine wunden sind wir geheilet. 32.) Dem HErrn hast du arbeit gemacht in deinen sünden, Und hast ihm mühe gemacht in deinen missethaten. 33.) GOtt hat seines eigenen sohnes nicht verschonet; Sondern hat ihn für uns alle dahin gegeben. 34.) Christus hat unsere sünden selbst geopfert an seinem leibe auf dem holze, 35.) Christus hat geliebet die gemeine, Und hat sich selbst für sie gegeben, auf daß er sie heiligte. 36.) Christus ist darum für alle gestorben, auf daß die, so da leben, hinfort nicht ihnen selbst leben; Sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist, 37.) Christus hat gelitten für uns; Und uns ein vorbild gelassen, daß ihr sollet nachfolgen seinen fußstapfen. Am grünen Donnerstage. 39.) So oft ihr von diesem brote esset und von diesem kelche trinket, Gott hat den, der von keiner sünde wußte, für uns zur fünde gemacht; Auf daß wir würden in ihm die gerechtigkeit, die vor GOtt gilt. Auf daß wir, der sünde abgestorben, der gerechtigkeit 44.) Christus Jesus ist uns geleben. macht von GOtt zur weisheit und zur gerechtigkeit, Zur heiligung und zur erlösung. Auf Ostern. 45.) Christus ist um unserer fünde willen dahin gegeben, Hall. Und um unserer gerechtigkeit willen auferwecket. Halleluja! 46.) Tod, wo ist dein stachel? Auf Mariä Verkündigung. 38.) Das ist je gewißlich wahr und ein theures werthes wort, daß Christus JEjus kommen ist in die welt, Die fünder selig zu machen. Halleluja! Sollt ihr des HErren tod verfündigen. 40.) Er hat ein gedächtniß geſtiftet seiner wunder, Der gnädige und barmherzige HErr. Am stillen Freytage. 41.) Siehe, das ist GOttes lamm, Welches der welt sünde trägt. 42.) Das lamm, das erwürget ist, ist würdig zu nehmen kraft und reichthum, weisheit und stärke, Lob und ehre und preis und gewalt von ewigkeit zu ewigfeit. 43.) hölle, wo ist dein sieg? GOtt sei dank, der uns den sieg gegeben hat durch unsern 47.) Christus hat dem tode die HErrn JEsum Christum. macht genommen, Halleluja! Und das leben und ein unvergängliches wesen an das licht gebracht. Halleluja! 48.) Ich weiß, daß mein Erlöser lebet, Halleluja! Und er wird mich hernach aus der erden auserwecken. Hall. Untiphonen vor den Kirchen- Kollekten. 161 49.) Wer will verdammen? Chri-| Und gieb uns einen neuen gestus ist hie, der gestorben ist; wissen geist. Ja vielmehr der auch aufer- 59.) HErr! lehre uns thun nach) deinem wohlgefallen; denn du bist unser GOtt: wecket ist. Halleluja! Am Hagel: Feyer, auch sonst um gutes Wetter. 50.) HErr! erzeige uns deine gnade und güte, Dein guter geist führe uns auf ebener bahn. 60.) Also hat GOtt die welt ge= liebet, Hallel. Daß unser land sein gewächs gebe. Daß er seinen eingebornen sohn gab. Hallel. 51.) Aller augen warten auf dich, HErr! Halleluja! Und du giebest ihnen ihre ſpeise zu seiner zeit. Halleluja! 52.) HErr! du feuchteft die berge 61.) Welche der geist GOttes treibet, die sind GOttes kinder; von oben her, Halleluja! Du machest das land voll früchte, die du schaffest. Hall. Auf Zimmelfahrt. 53.) GOtt hat Christum auferwecket und ihm die herrlichkeit gegeben, Auf daß wir glauben und hoffnung zu GOtt haben möchten. Halleluja! 54.) Unser wandel ist im himmel, Halleluja! Von dannen wir auch warten des heilandes JEsu Christi. Halleluja! 55.) Suchet, was droben ist, da Christus ist, sigend zur rechten GOttes; Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf erden ist. 56.) Christus tann selig machen immerdar, die durch ihn zu GOtt kommen, Hallel. Und lebet immerdar und bit: tet für sie. Halleluja. 57.) Christus ist in den himmel eingegangen, Hallel. Nun zu erscheinen vor dem angefichte GOttes für uns. Halleluja. Sind wir denn kinder, so sind wir auch erben GOttes und miterben Christi. 62.) GOtt hat uns nicht gegeben den geist der furcht, Sondern der kraft, der liebe und der zucht. 63.) Verwirf uns nicht von deinem angesicht, Und nimm deinen heiligen geist nicht von uns. 64.) Tröste uns wieder mit deiner hülfe, Und der freudige geist enthalte uns. Auf Trinitatis: Fest. 65.) Wir loben GOtt den vater, sohn und heiligen geist, Hall. Und preisen ihn von nun an bis in ewigkeit. Halleluja! 66.) Heilig, heilig, heilig ist der HErr zebaoth, Halleluja! Ulle lande sind seiner ehre voll. Halleluja! Auf Johannis Tag. 67.) Gelobet sey der HErr, der GOtt Israel, Halleluja! Denn er hat besuchet und erlöset sein volk. Hallel. 68.) HErr! ich warte auf dein heil, Und thue nach deinen geboten. Siehe auch num. 41. Auf Pfingsten. Auf Mariä Heimsuchung. 58.) Schaffe in uns, GOtt, ein 69.) Meine feele erhebet den reines herz, HErren, 11 Untiphonen vor den Kirchen- Kollekten. 162 Und mein geist freuet sich GOttes meines heilandes. 70.) Der HErr hat große dinge an uns gethan, Der da mächtig ist und deß us name heilig ist. Halleluja 71.) GOttes barmherzigkeit währet immer für und für, Bey denen, die ihn fürchten. Halleluja. Auf Michaelis: Tag. 72.) Der HErr hat seinen engeln befohlen über dir, Hallel. Daß sie dich behüten auf allen deinen wegen. Hallel. 73.) Der engel des HErrn lagert sich um die her, so ihn fürchten, Halleluja. Und hilfet ihnen aus. Hallel. An Buß: Tagen, und zu andern Zeiten. Um Vergebung der Sünden. 74.) HErr! handle nicht mit uns nach unsern sünden, Und vergilt uns nicht nach unſerer missethat. 75.) So wahr, als ich lebe, spricht der HErr HErr: ich habe teinen gefallen am tode des gottlosen, Sondern, daß er sich bekehre und lebe. 76.) Bekehre du uns, HErr! so werden wir befehret, Denn du, HErr! bist unser GOtt. 77.) Erforsche mich, GOtt! und erfahre mein herz, Prüfe mich, und erfahre, wie ichs meine. Siehe auch num. 58. 78.) Hilf uns, HErr unser helfer! um deines namens ehre willen, Errette uns, und vergieb uns unsere sünde um deines namens willen. 79.) HErr! gehe nicht ins ge= richte mit deinen knechten und mägden. Denn vor dir ist kein lebendiger gerecht. 80.) GOtt! sey uns gnädig nach deiner güte, Und tilge unsere sünde nach deiner großen barn: herzigkeit. In gemeiner Noth. 81.) GOtt! gieb friede in deinem lande, Glück und heil zu allem stande. 82.) HErr! hilf uns deinem volke und segne dein erbe, Und weide sie und erhöhe sie o ewiglich. Um göttliche Regierung. 83.) Weise uns, HErr! deinen weg, daß wir wandeln in deiner wahrheit; Erhalte unser herz bey dem einigen, daß wir deinen namen fürchten. 84.) HErr! mache uns fertig in allem guten werk, zu thun deinen willen, Und schaffe in uns, was vor dir gefällig ist, durch JEsum Christ. 85.) Der GOtt aller gnaden wolle uns vollbringen, stärfen, kräftigen, gründen. Dem sey ehre und macht von ewigkeit zu ewigkeit. Hall. Siehe auch num. 59. Um Erhaltung des göttlichen Wortes. 86.) Heiliger vater! heilige uns in deiner wahrheit, Dein wort ist die wahrheit. 87.) HErr! erhalte uns dein wort, Dein wort ist unsers herzens freude und trost. 88.) Dein wort ist meines fußes leuchte, Halleluja! Und ein licht auf meinen we gen. Halleluja. Untiphonen vor den Kirchen- Kollekten. Für die Kirche. 89) HErr! schütze das volk deiner rechten, das du dir erwählet hast, So wollen wir nicht von dir weichen, sondern deinen namen anrufen. 90.) GOtt gedenket der barmherzigkeit, Hallel. Und hilft seinem diener Israel is auf. Halleluja. 91.) GOtt ist unsere zuversicht und stärke, Hallel. Eine hülfe in den großen nöthen. Hallel. Um Glauben und Liebe. 92.) HErr! laß Chriftum durch den glauben in unsern herzen wohnen, Und durch die liebe fest gewurzelt und gegründet werden. 93.) HErr! erfülle an uns alles wohlgefallen der güte, Und das werk des glaubens in der kraft. 163 Und lasset uns mit einander ſeinen namen erhöhen. Hall. 99.) Freuen und fröhlich müssen seyn an dir, HErr! die nach dir fragen, Und die dein heil lieben, müss sen immer sagen: hochgelos bet sey GOtt. 100.) HErr! thue meine lippen auf, Daß mein mund deinen ruhm verkündige. 101.) HErr! alles, was im hims mel und auf erden ist, das ist dein, Halleluja! Du herrscheft über alles, in deiner hand steht kraft und macht. Halleluja! 102.) HErr! wie find deine werke so groß und viel, Du hast sie alle weislich geord net, und die erde ist voll deis ner güte. Hallel. 103.) Gelobet sey der HErr! tägs lich, GOtt leget uns eine last auf, aber er hilft uns auch. Hall. 104.) Wir haben einen GOtt, der da hilft: Und den HErrn HErrn, der vom tode errettet. Hallel. 105.) Lob und ehre, und weisheit, und dank, sey unserm GOtt, Und preis, und kraft, und stärke von ewigkeit zu ewigteit, amen. 94.) Siehe, wie fein und lieblich ist es, wenn brüder einträchtig bey einander wohnen. Denn daselbst verheißet der HErr segen und leben immer und ewiglich. 95.) HErr! vermehre unsern glauben und laß die liebe völlig werden, Daß unsere herzen gestärket unsträflich seyn in der heiligkeit. 96.) Die hauptsumma des gebots it liebe von reinem herzen, Und von gutem gewissen, und von ungefärbtem glauben. Allgemeine Danksagungen für göttliche Wohlthaten. 97.) Ich will den HErrn loben, so lange ich lebe Halleluja! Und meinem GOtt lobsingen, weil ich hie bin. Hallel. Im Leiden. 98.) Preiset mit mir den HErrn, 108.) HErr! du bist meine stärke Halleluja! 106.) HErr! deine güte reichet so weit der himmel ist, Und deine wahrheit so weit die wolken gehen. Hallel. 107.) Der name des HErrn sey gelobet und gebenedeyet, Von nun an bis in ewigkeit, Halleluja! Siehe auch Num. 11. 12. 16. und kraft, 11* 164 Untiphonen vor den Und meine zuflucht in der noth. Halleluja! 109.) HErr! erquicke mich um deines namens willen, Führe meine seele aus der noth um deiner gerechtigkeit willen. 110.) Ich hoffe darauf, daß du, HErr! so gnädig bist, Mein herz freuet sich, daß du so gerne hilfest. 111.) Der gerechte muß viel leiden, Aber der HErr hilft ihm aus dem allen 112.) HErr! du wolleft deine barmherzigkeit nicht von uns wenden, Laß deine güte und treue uns allewege behüten. 113.) Was betrübst du dich, meine feele, und bist so unrubig in mir? Harre auf GOtt; denn ich werde ihm noch danken, daß er meines angesichts hülfe und mein GOtt ist. Vom Tode und Sterben. 114.) In deine hände befehle ich meinen geist, Du hast mich erlöset, HErr! du treuer GOtt. 115.) Selig sind die todten, die in dem HErrn sterben, von nun an, Ja der geist spricht, daß sie ruhen von ihrer arbeit. 116.) HErr! lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, Auf daß wir klug und selig werden. 117) Der HErr wird mich erlösen von allem übel und mir aushelfen zu seinem himmlischen reich, Kirchen- Kollekten. Welchem sey ehre von ewigkeit zu ewigkeit, amen. 118.) Der staub muß wieder zur erden kommen, wie er geweſen ist, Und der geist wieder zu GOtt, der ihn gegeben hat. Siehe auch Num. 29. 48.00 von der Auferstehung und dem jüngsten Gerichte. 119.) HErr! ich will schauen dein antlig in gerechtigkeit, Ich will satt werden, wenn ich erwache nach deinem bilde. Siehe auch num. 48. 120.) GOtt wird alle werke vor gericht bringen, Das verborgen ist, es sey gut oder böse. Dom ewigen Leben. 121.) Bor dir ist freude die fülle, Halleluja! Und liebliches wesen zu deiner rechten ewiglich. Hallel. 122.) Wir haben hie keine bleibende statt, Sondern die zukünftige suchen wir. 123.) Dieser zeit leiden ist nicht werth der herrlichkeit, Die an uns soll offenbaret wer: den. 124.) Meine seele dürftet nach GOtt, nach dem lebendigen GOtt, Wenn werde ich dahin kommen, daß ich GOttes angesicht schaue? 125.) HErr! bey dir ist die lebendige quelle, Hallel. Und in deinem lichte sehen wir das licht. Halleluja! Register des Gebet- Buches. Register des Gebet- Buches. I. Wochen-, Morgen- und 40 Um vergebung der fünden. Abend Gebete. 41 Wenn man beichten will. Nr. 1, 42 Gine gemeine öffentliche ebet um die gnade, beichte. GOtt wohlgefällig zu 43 Gine privat- beichte. beten. 2:: um neigung zum beten. 44 Danksagung nach der absolu tion. Morgen: und Abend: Gebete. 4.== am sonntage. 45== für die bekehrung und begnadigung. 7. 8.== am 9. 10.== am 11. 12.== am 13. 14. 6.== am montage. dienstage. mittwochen. Donnerstage. am freytage. 15. 16.== am sonnabend. 17. Ein tägliches gebet. 18. Wochen- gebet. 46== daß GOtt auf die bekehrung so lange gewartet. 47 Um besserung des lebens. IV. Gebete vor und nach dem heil. Abendmahl. 48 Um würdige genießung des abendmahls. 19. 20. Morgen- und abendgebete eines beichtenden. == eines kommunikanten. == =* 3. 5. 21. 22. 23. 24. eines kranken. 25. 26. Gebete vor und nach dem gottesdienste. 27. 28. Gebete vor und nach( le- 53 sung und) betrachtung des göttlichen wortes. II. Danksagungen für göttliche Wohlthaten. 29 Für die schöpfung. 30= = göttliche vorsehung. 31 = = erlösung. 32 = offenbarung des gött: lichen wortes. taufe. bekehrung und vergebung der fünden. = erhaltung in noth und gefahr. 36 = erhörung des gebets. III. Gebete vor und nach der Beichte. 33 34 35 = 1111 = C = : 11 37 Um rechtschaffene buße. 38 Um wahre erkenntniß und bereuung der fünden. 39 Um wahren glauben und des sen stärkung. 165 49 Um wahre vorbereitung zum würdigen genuß. 50 Vor dem heiligen abendmahl. 51 Vor der einsegnung. 52 Sm hingehen zum heiligen abendmahl. Seufzer bey reichung des brotes und felches. 54 Nach empfangenem abendmahl. 55 Während der kommunion, auch für die, so nicht zum abendmahl gehen. 56 Danksagung nach dem genuß des abendmahls. 57 Erneurung des bundes mit GOtt. 58 Um erhaltung der erlangten gnade. V. Gebete um Zuwendung alles Guten und Abwen59 um den heiligen geift und dung alles Bösen. ſeine heiligung. 60 Um den glauben und erkenntniß Chrifti. 61 Um die wiedergeburt. 62 Um die rechtfertigung. 63 Um den geistlichen frieden. 166 Register des Gebet- Buches. 64 Um die gnade ein heiliges le-, 99 Für die obrigkeit. ben zu führen. 65 Um die wahre weisheit. 66 Um verleugnung seiner selbst und der welt. 67 Um tödtung des alten menschen. 68 Gegen die täglichen sünden= fälle. 69 Um ein gutes gewissen. 70 Um die nachfolge Christi. 71 Um die liebe GOttes. 72 Um die kindliche furcht GOt= tes. 73 Um beständige hoffnung. 74 Um die ruhe des herzens. 75 Um erhaltung der christlichen kirche. 76 Um rechtschaffne liebe. 77 Um geduld in leidens- zeit. 78 Um wahre gottseligkeit. 79 Um heiligen gehorsam. 80 Um demuth. 81 Um sanftmuth und versöhnlichkeit. 82 Um billigkeit und barmherzigkeit gegen den nächsten. 83 Um zufriedenheit. 84 Um unsträflichkeit im reden. 85 Um fieg über den satan. 86 Um den sieg des glaubens über die welt. 87 Gegen des fleisches anfech= tung, böse gedanken und lüste. 88 tim selbst erkenntniß. 89 Um treue verrichtung seines berufs. 90 Um des leibes unterhalt. 91. 92. Um christliche vorberei: tung zum tode. 93 Um ein seliges ende. 94 Vom jüngsten gerichte. 95 Vom ewigen leben. 96 Nach der ordnung des Vater Unsers. 97 Für die brey haupt- stände und gemeine wohlfahrt. 98 Kürzeres für die Hauptstände. 100 Bey allerley land- plagen. 101 In krieges- noth. 102. 103. Bey ansteckenden seuchen unter menschen und vieh. 104 In theurung und hungersnoth. 105 Gebete für die früchte des landes, bey der hagelfeyer. 106 Um eine glückliche ernte. 107 In noth und trübsal. 108 Sm anfang einer krankheit. Selbstprüfung eines kranken. Buß- Gebet eines kranken. 109 Allgemeines gebet eines kranken 110 Um göttlichen segen zur arzeney. Bey lange anhaltender krankheit. Bey schmerzhafter und ängstlicher krankheit. 111 Bey herannahendem ende. Gebet sterbender eltern und ehegatten. Seufzer eines sterbenden. Der umstehenden für den sterbenden. 112 Danksagung für die genesung. 113 Bey schwächlicher gesundheit. Unweisung, was franken vorzulesen. VI. Seft- Gebete. 114 Uuf advent. 115 Um Christ- tage. 116 Um neuen- jahrs- tage. 117 Uuf Chrifti offenbarung. 118 Auf Mariä reinigung. 119 Uuf Mariä verkündigung. 120 2m grünen donnerstage. 121 Um stillen freytage. 122 Um ofter- feste. 123 2m himmelfahrts- tage. 124 2m pfingst- feste. 125 2m fefte der dreyeinigkeit. 126 Um Johannis- tage. 127 Un Mariä heimsuchung. Register des Gebet- Buches. 128 Um Michaelis- tage. 129 Danksagung nach der ernte. 130 Buß- tages- gebet. 131 2m reformations- feste. VII. Kollekten oder kurze Gebete auf die vornehm: sten Seste. 132 Auf advent. 133-135 m Christ- feste. 136. 137. Um neuen- jahrs- tage. 138 Auf Chrifti erscheinung. 139 Auf Mariä reinigung. 140 Auf Mariä verkündigung. 141 2m grünen donnerstage. 142-144 Vom leiden Christi. 145 Um stillen freytage. 146. 147. Um ofter- feste. 148 Auf himmelfahrt. 149. 150. 2m pfingst- feste. 151. 152. 2m fefte der h. dreyeinigkeit. 153 Auf Johannis- tag. 154 Auf Mariä heimsuchung. 155 Auf Johannis und Mariä heimsuchung. 156 Auf Michaelis. 157 Um reformations- fest. 158 Un apostel tagen. VIII. Andere Kollekten oder kurze Gebete. 2 159 Um erhörung des gebets. 160 in gefahr. 161 165 Um buße und vergebung der sünden. = 166 Um die fürbitte Christi. 167 Um linderung der strafe. 168. 169. Bey der kommunion. 170 Um göttliche regierung. 171 Um den heiligen geist. 172 Um die erleuchtung. 173 Um den wandel im licht. 174 Um die wiedergeburt. 175. 176. Um wahren glauben. 177 Um stärkung des glaubens. 167 178 Um die rechtfertigung. 179 Um die vereinigung mit GOtt. 180. 181. Um die erneurung. 182 183. Um ein heiliges leben. 184 Um die nachfolge Christi. 185 Um einen wandel nach dem tauf- bunde. 186 Wider die knechtschaft der sünde. 187 Gegen des teufels anfechtung. 188 Um ein wahres Christenthum. 189 Um die liebe zu GOtt. 190 Um die furcht GOttes. 191 Um vertrauen auf GOtt. 192 Um dankbarkeit gegen GOtt. 193 Um heiligung des sabbaths. 194 Um bewahrung der reinen lehre. 195 Um wirkung des göttlichen wortes. 196 Um die liebe des nächsten. 197 Für die obrigkeit. 198-200 Um den frieden. 201 Für den ehestand. 202 Für die jugend. 203 Um keuschheit. 204 Um gesundheit. 205 Um rechten gebrauch der glieder. 206 Um treue im beruf. 207 Um rechten gebrauch zeitlicher güter. 208. 209. In noth und trübsal. 210. 211. Um bereitschaft zum jüngsten gericht. 212-214. Um ein seliges ende. 215. 216. Um das ewige leben. 217. 218. Um gnädiges wetter. 219. 220. Bey und nach großem ungewitter 221 Danksagung nach der ernte. IX. Die Antiphonen vor den Kirchen- Kollekten. Episteln und Evangelia auf alle Sonn- und Festtage, nebst den Festlichen Vorlesungen. Mit beigefügter Geschichte von dem Leiden und Tode Jesu Chrifti, wie auch der Beschreibung von der Zerstörung der Stadt Jerusalem. Lüneburg, 1852. Druck und Verlag der von Stern'schen Buchdruckerei. mofiqe nilsnnoue Tun SURT@ MD= Acerdo sid mind HDR10& mime niacind like 01/2 any glad instoest mind a 600 de medisc slojus 1601 odds G# speed: 1828 2018 om burd axbing danma mad 3907 mod @l) and( od che Am ersten Adventssonntage. Epistel( Röm. Cap. 13, v. 11 bis 14). L Cdisc ieben Brüder, weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf; sintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wir es glaubten; die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbei gekommen; so laßt uns ablegen die Werke der Finsterniß, und anlegen die Waffen des Lichts. Laßt uns ehrbarlich wandeln, als am Tage; nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid: sondern ziehet an den Herrn Jesum Christum, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium( Matth. Cap. 21, v. 1 bis 9). a sie nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Delberg, zu hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden und ein Füllen bei ihr; löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; so bald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Esel, und auf einem Füllen der lastbaren Efelin. Die Jünger gingen hin, und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte; und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und setzten ihn darauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg; die andern hieben Zweige von den Bäumen, und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohne Davids! gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! find Vorlesung( Vormitt. Pf. 40, v. 6 bis 18). err, mein Gott, groß sind deine Wunder, und deine Gedanken, kündigen, und davon sagen, wiewohl sie nicht zu zählen sind. Opfer und Speisopfer gefallen dir nicht; aber die Ohren hast du mir aufgethan. Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer. Da sprach ich: Siehe, ich komme, im Buch ist von mir geschrieben; Deinen Willen, mein Gott, thue ich gerne, und dein Geseß habe ich in meinem Herzen. Ich will predigen die Gerechtigkeit in der großen Gemeine, siehe, ich will mir meinen Mund nicht stopfen lassen, Herr, das weißt du. Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht in meinem Herzen, von deiner Wahrheit und von deinem Heil rede ich, ich verhehle deine Güte und Treue nicht vor der großen Gemeine. Du aber, Herr, wollest deine Barmherzigkeit von mir nicht wenden; laß deine Güte und Treue allewege mich behüten. Denn es hat mich umgeben Leiden ohne Zahl; es ha1* 4 Episteln und Evangelia, ben mich meine Sünden ergriffen, daß ich nicht sehen kann; ihrer ist mehr denn Haare auf meinem Haupte, und mein Herz hat mich verlassen. Laß dirs gefallen, Herr, daß du mich errettest; eile, Herr, mir zu helfen. Schämen müssen sich, und zu Schanden werden, die mir nach meiner Seele stehen, daß sie die umbringen; zurück müssen sie fallen, und zu Schanden werden, die mir Übels gönnen. Sie müssen in ihrer Schande erschrecken, die über mich, müſſen ſich freuen und fröhlich ſein alle, die ein Da, da! Es dir fragen; und die bein Heil lieben, müssen sagen allewege: Der Herr sei hoch gelobet! Denn ich bin arm und elend, der Herr aber forget für mich. Du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott, verziehe nicht. Haj la Am ilm andern Adventssonntage. Epistel( Röm. Cap. 15, p. 1 bis 13). ir, die wir stark sind, sollen der Schwachen Gebrechlichkeit tragen und nicht Gefallen an uns selber haben. Es stelle sich aber ein unter uns er seinem Nächsten Guten, zur Beſſerung. Denn auch Chriſtus nicht an ihm selber Gefallen hatte, sondern wie geschrieben stehet: Die Schmach derer, die dich schmähen, ist über mich gefallen. Was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir, durch Geduld und Trost der Schrift, Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seid unter einander, nach Jesu Christo; auf daß ihr einmüthiglich mit einem Munde lobet Gott und den Vater unsers Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneitung, um der Wahrheit Willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung, den Vätern geschehen. Daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit Willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden, und deinem Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volk. Und abermal: Lobet den Herrn, alle heiden, und preiset ihn, alle Völker. Und abermal spricht Jefaias: Es wird sein die Wurzel Jesse, und der auferstehen wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habet, durch die Kraft des heiligen Geistes. * 310 311 niya Evangelium( Luc. Cap. 21, v. 25 bis 36). Qesus sprach zu seinen Jüngern: Es werden Zeichen geschehen an der Conne, und Mond, und Sternen; und auf Erden wird den Leuten Bange sein, und werden zagen; und das Meer und die Wasserwogen werden brausen. Und die Menschen werden verschmachten vor Furcht, und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden, denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie when des Menschen, Sohn kommen in der Wolke, mit großer Kraft und Herzlichkeit. Wenn aber dieses anfänget zu geschehen; so sehet auf, und hebet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nahet. Undsen sagte ihnen ein Gleichniß: Sebet an den Feigenbaum, und alle medy him ind in nebst den Festlichen Vorlesungen. 5 Bäume. Wenn sie jest ausschlagen; so sehet ihr es an ihnen, und merket, daß jeßt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen; so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen, und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch: Denn wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wader allezeit und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. * Oder: Das Evangelium vom 26. Sonntage nach Trinitatis, Matth. Cap. 25, v. 31 bis 46, wenn solches in demselben Jahre ausgefallen. 200 Am dritten Adventssonntage. Epistel( 1 Cor. Cap. 4, v. 1 bis 7). afür halte uns jedermann, nämlich für Christi Diener, und Hausden Haushaltern, denn daß sie tren erfunden werden. Mir aber ist es ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem mensch lichen Tage; auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget; der Herr ist es aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Hert komme, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren; alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob wiederfahren. Solches aber, lieben Brüder, habe ich auf mich und Apollo gedeutet, um curet Willen, daß ihr att uns lernet, daß niemand höher von sich halte, denn jetzt geschrieben ist, auf daß sich nicht Einer wider den Andern um Jemandes Willen auf blase. Denn wer hat dich vorgezogen? Was hast du aber, das du nicht empfangen hast? So du es aber empfangen hast, was rüh mest du dich denn, als der es nicht empfangen hätte? Evangelium( Matth. Cap. 11, v. 2 bis 10). D ja Johannes im Gefängniß die Werke Christi hörete, sandte er sei ner Jünger zween, und ließ ihm sagen: Bist du der da kommen soll, oder sollen wir eines Andern warten? Jesus antwortete, und sprach zu ihnen Gehet hin, und saget Johannis wieder, was ihr sehet und höret; die Blinden sehen, und die Lahmen gehen, die Aussäßigen werden rein, und die Tauben hören, dier Todten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium geprediget. Und seligs ist der sich nicht an mir ärgert. Da die hingingen, fing Jesus anizuoreden zu tem Volf von Johanne: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch ber auch mehr ist, denn ein Prophet Denn dieser ist es, 6 Episteln und Evangelia, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. and 2m vierten Adventssonntage. Epistel( Philipp. Cap. 4, v. 4 bis 9). Creuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: Freuet euch. Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget nichts; sondern in allen Dingen lasset eure Bitte in Bebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Weiter lieben Brüder, was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was teusch, was lieblich, was wohl lautet, ist etwa eine Tugend, ist etwa eine Lob, dem denket nach. Welches ihr auch gelernet, und empfangen, und gehöret, und gesehen habt an mir, das thut; so wird der Herr des Friedens mit euch sein. Evangelium( Joh. Cap. 1, v. 19 bis 34). da die Dies von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte: und leugnete nicht; und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist tu Elias? Er sprach: Ich bin es nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? Daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Richtet den Weg des Herrn; wie der Prophet Esaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharifäern, und fragten ihn, und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so tu nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht fennet. Der ist es, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara, jenseit des Jordans, da Johannes taufte. Des andern Tages siehet Johannes Jesum zu sich kommen, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt. Dieser ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, welcher vor mir gewesen ist, denn er war eher, denn ich. Und ich kannte ihn nicht; sondern auf daß er offenbar würde in Israel, darum bin ich gekommen zu taufen mit Wasser. Und Johannes zeugete, und sprach: Ich sahe, daß der Geist herab fuhr, wie eine Taube vom Himmel, und blieb auf ihm. Und ich kannte ihn nicht; aber der mich sandte zu taufen mit Wasser, derselbige sprach zu mir: Ueber welchen du sehen wirst den Geist herab fahren, und auf ihm bleiben, derselbige ist es, der mit dem heiligen Geist taufet. Und ich sahe es, und zeugete, daß dieser ist Gottes Sohn. Am ersten Christtage. Epistel( Tit. Cap. 2, v. 11 bis 14). Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen; und züchtiget uns, baß wir sollen verleugnen das ungöttliche indnud gust nebst den Festlichen Vorlesungen. Wesen, und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlöse von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, bas fleißig wäre zu guten Werken. Evangelium( Luc. Cap. 2, v. 1 bis 20). Es begab sich zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschäßet würde. Und diese Schaßung war die allererste, und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schäßen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land, zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf daß er sich schäßen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe. Die war schwanger, und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihrer Heerde. Und siehe, des Herru Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volke widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen, ihr werdet finden das Kind in Windeln ge wickelt, und in einer Krippe liegend. Und alsobald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobeten Gott, und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten unter einander: Laßt uns nun gehen gen Bethlehem, und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr fund gethan hat. Und sie tamen eilend, und fanden beide Mariam und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegend. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten lehreten wieder um, priesen und lobten Gott um alles, das sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. thin han 1940 115 Vorlesungen( Vormitt. 1 Joh. Cap. 4, v. 1 bis 16). 856 Chr Lieben, glaubet nicht einem jeglichen Geist, sondern prüfet die ausgegangen in die Welt. Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein jeglicher Geist, der da bekennet, daß Jesus Christus ist in das Fleisch gekommen, der ist von Gott; und ein jeglicher Geist, der da nicht bekennet, daß Jesus Christus ist in das Fleisch gekommen, der ift Episteln und Evangelia, dan nicht von Gott. Und das ist der Geist des Widerchrists, von welchem ihr habt gehöret, daß er kommen werde, und ist jetzt schon in der Welt. Kindlein, ihr seid von Gott, und habt jene überwunden: denn der in euch ist, ist größer, denn der in der Welt ist. Sie sind von der Welt; darum reden sie von der Welt, und die Welt höret sie. Wir sind von Gott, und wer Gott erkennet, der höret uns; welcher nicht von Gott ist, der höret uns nicht. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrthums. Ihr Lieben, lasset uns untereinander lieb habens denn die Liebe ist von Gott; und wer lieb bat, der ist von Gott geboren und fennet Gott. Wer nicht lieb hat, der kennet Gott nicht; denn Gott ist die Liebe. Daran ist erschienen die Liebe Gottes gegen uns, daß Gott seinen eingebornen Sobn gesandt hat in die Welt, daß wir durch ihn leben sollen. Darinnen stehet rie Liebe: Nicht daß wir Gott geliebet baben; sondern daß er uns geliebet hat, und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsere Sünden. Ihr Lieben, hat uns Gott also geliebet; so sollen wir uns auch unter einander lieben. Niemand hat Gott jemals gesehen. So wir uns unter einander lieben; so blei bet Gott in uns, und seine Liebe ist völlig in uns. Daran erkennen wir, daß wir in ihm bleiben und er in uns, daß er uns von seinem Geist gegeben hat. Und wir haben gesehen und zeugen, daß der Vater den Sohn gefandt bat zum Heiland der Welt. Welcher nun bekennet, daß Jesus Bottes Sohn ist, in dem bleibet Gott, und er in Gott. Und wir haben erkannt und geglaubet die Liebe, die Gott zu uns bat. ( Nachmittags Hebr. Cap. 2, v. 1 bis 18). Mi ir sollen desto mehr wahrnehmen des Worts, das wir hören, daß wir nicht dahin fahren. Denn so das Wort fest geworden ist, das durch die Engel geredet ist; und eine jegliche Hebertretung und Ungehorfam bat empfangen seinen rechten Lohn: Wie wollen wir entfliehen, so wir eine solche Seligkeit nicht achten? Welche, nachdem sie erstlich gepredigt ist durch den Herrn, ist sie auf uns gekommen durch die, so es gehöret baben; und Gott hat ihr Zeugnik gegeben mit Zeichen, Wunbern und mancherlei Kräften und mit Austheilung des heiligen Geistes, nach seinem Willen. Denn er hat nicht den Engeln untergethan die zufünftige Welt davon wir reden. Es bezeuget aber einer an einem Ort, und spricht: Was ist der Mensch, daß du seiner gedenkest; und des Menschen Sohn, daß du ihn heimsuchest? Du hast ihn eine kleine Zeit der Engel mangeln lassen: mit Preis und Ehre hast du ihn gekrönet, und hast ihn geseßt über die Werke deiner Hände; alles hast du untergethan zu seinen Füßen. Indem, daß er ihm Alles hat untergethan, hat er Richts gelaffen, das ihm nicht untertban sei; jeßt aber sehen wir noch nicht, daß ihm Alles unterthan sei. Den aber, der eine kleine Zeit der Engel gemangelt hat, sehen wir, daß es Jesus ist, des Todes gekrönet mit Preis und Ehre, auf daß er von Gottes& Leiden Gnaden für alle den Tod schmeckete. Denn es ziemete dem, um deß Willen alle Dinge sind, und durch den alle Dinge sind, der da viele Kinder hat zur Herrlichkeit geführet, daß er den Bergog ihrer Seligkeit durch Leiben vollfommen machte. Sintemal sie alle von Einem kommen; beide der da heiliget, und die da geheiliget werden. Darum schämet er sich auch nicht, sie Brüder zu heißen, und spricht: Ich will verkündigen deinen nebst den Festlichen Vorlesungen. Namen meinen Brüdern, und mitten in der Gemeine dir lobsingen. Und abermal: Ich will mein Vertrauen auf ihn seßen. Und abermal: Siehe da, ich und die Kinder welche mir Gott gegeben hat. Nachdem nun die Kinder Fleisch und Blut haben, ist er es gleichermaßen theil haftig geworden, auf daß er durch den Tod die Macht nehme dem, der des Todes Gewalt hatte, das ist, dem Teufel, und erlöfete die, so turch Furcht des Todes im ganzen Leben Knechte sein mußten. Denn er nimmt nirgend die Engel an sich, sondern den Saamen Abrahams nimmt er an sich. Daher mußte er allerdinge seinen Brüdern gleich werden, auf daß er barmherzig würde, und ein treuer Hoherpriester vor Gott, zu versöhnen die Sünde des Volks. Denn darinnen er gelitten hat und versucht ist, kann er helfen denen, die versucht werden. Am zweiten Christtage. Epistel( hebr. Cap. 1, v. 1 bis 14). achdem vor Zeiten Gott manchmal und mancherlei Weise geredet sen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, welchen er geseßet hat zum Erben über Alles, durch welchen er auch die Welt gemacht hat. Welcher, sintemal er ist der Glanz seiner Herrlichkeit, und das Ebenbild seines Wesens, und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort, und hat gemacht die Reinigung unserer Sünden durch sich selbst, hat er sich geseßt zu der Rechten der Majestät in der Höhe; so viel besser geworden, denn die Engel, so gar viel einen höhern Namen er vor ihnen ererbet hat. Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeuget? Und abermal: Ich werde sein Vater sein, und er wird mein Sohn sein? Und abermal, da er eingeführet den Erstgebornen in die Welt, spricht er: Und es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten. Von den Engeln spricht er zwar: Er machet seine Engel Geister, und seine Diener Fenerflammten. Aber von dem Sohne: Gott, dein Stuhl währet von Ewigkeit zu Ewigkeit; das Scepter deines Reichs ist ein richtiges Scepter: Du hast geliebet die Gerechtigkeit, und gehaffet die Ungerechtigkeit; darum hat dich, o Gott, gesalbet dein Gott, mit dem Del der Freuden, über deine Genossen. Und du, Herr, haft von Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werke. Dieselbigen werden vergeben, du aber wirst bleiben; und sie werden alle veralten wie ein Kleid, und wie ein Gewand wirst du sie wan deln, und sie werden sich verwandeln; du aber bist derselbige, und deine Jahre werden nicht aufhören. Zu welchem Engel aber hat er jemals gesagt: Sebe dich zu meiner Rechten, bis ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? Sind sie nicht allzumal dienstbare Geister, qus gesandt zum Dienst, um derer Willen, die ererben sollen die Seligkeit? Evangelium( Joh. Cap. 1, v. 1 bis 18). m war das Wort. Daffelbige war im Anfang bei Gott. Alle Dinge find durch daffelbige gemacht, und ohne vaffelbige ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheinet in der Finsterniß, und die Finster molling and dan 10 drie s du ha Episteln und Evangelia, padi dsiat 13 mm niß haben es nicht begriffen. Es ward ein Mensch von Gott gesandt, der hieß Johannes. Derselbige kam zum Zeugniß, daß er von dem Licht zeugete, auf daß sie alle durch ihn glaubten. Er war nicht das Licht, sondern daß er zeugete von dem Licht. Das war das wahrhaftige Licht, welches alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbige gemacht; und die Welt kannte es nicht. Er kam in sein Eigenthum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, die an seinen Namen glauben. Welche nicht von dem Geblüt, noch von dem Willen des Fleisches, noch von dem Willen eines Mannes; sondern von Gott geboren sind. Und das Wort ward Fleisch, und wohnete unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingebornen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Johannes zeuget von ihm, ruft und spricht: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist, denn er war eher, denn ich. Und von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade. Denn das Gesetz ist durch Mosen gegeben: die Gnade und Wahrheit ist durch Jesum Christum geworden. Niemand hat Gott je geschen. Der eingeborne Sohn, der in des Vaters Schooß ist, der hat es uns verkündiget. usporiro Vorlesungen( Vormitt. Röm. Cap. 8, v. 28 bis 39). Mir ir wissen, daß denen die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, die nach dem Vorsaß berufen sind. Denn welche er zuvor versehen hat, die hat er auch verordnet, daß sie gleich sein sollten dem Ebenbilde seines Sohnes, auf daß derselbige der Erstgeborne sei unter vielen Brüdern. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen; welche er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; welche er aber hat gerecht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht. Was wollen wir denn hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Welcher auch seines eignen Sohnes nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns alle dahin gegeben; wie sollte er uns mit ihm nicht Alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns. Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübsal, oder Angst, oder Verfolgung, oder Hunger, oder Blöße, oder Fährlichkeit, oder Schwert? Wie geschrieben stehet: Um deinet Willen werden wir getödtet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschafe. Aber in dem allen überwinden wir weit, um deß Willen, der uns geliebet hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstenthum, noch Gewalt, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Kreatur, mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn. ( Nachmitt. 1 Tim. Cap. 3, v. 15 bis Cap. 4, v. 16). Ein Pfeiler und Grundfeste der Wahrheit. Und fündlich groß ist das gottfelige Geheimniß: Gott ist offenbaret im Fleisch, gerechtfertiget im Geist, erschienen den Engeln, geprediget den Heiden, geglaubet nebst den Festlichen Vorlesungen. von der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit. Der Geift aber fagt deutlich, daß in den letzten Zeiten werden etliche von dem Glauben abtreten und anhangen den verführerischen Geistern und Lehren der Teufel; durch die, so in Gleißnerei Lügenredner sind, und Brandmal in ihrem Gewissen haben, und verbieten ehelich zu werden, und zu meiden die Speise, die Gott geschaffen hat, zu nehmen mit Danksagung, den Gläubigen und denen die die Wahrheit erkennen. Denn alle Kreatur Gottes ist gut, und nichts verwerflich, das mit Danksagung empfangen wird. Denn es wird geheiliget durch das Wort Gottes und Gebet. Wenn du den Brüdern solches vorhältst, so wirst du ein guter Diener Jesu Christi sein, auferzogen in den Worten des Glaubens und der guten Lehre, bei welcher du immerdar gewesen bist. Der ungeistlichen aber und altvettelischen Fabeln entschlage dich. Uebe dich selbst aber an der Gottseligkeit. Denn die leibliche Uebung ist wenig nüße; aber die Gottseligkeit ist zu allen Dingen nüße, und hat die Verbeißung dieses und des zukünftigen Lebens. Das ist je gewißlich wahr, und ein theuer werthes Wort. Denn dahin arbeiten wir auch, und werden geschmähet, daß wir auf den lebendigen Gott gehoffet baben; welcher ist der Heiland aller Menschen, sonderlich aber der Gläubigen. Solches gebiete und lehre. Niemand verachte deine Jugend; sondern sei ein Vorbild den Gläubigen im Wort, im Wandel, in der Liebe, im Geist, im Glauben, in der Keuschheit. Halte an mit Lesen, mit Ermahnen, mit Lehren, bis ich komme. Laß nicht aus der Acht die Babe, die dir gegeben ist durch die Weissagung, mit Handauflegung der Aeltesten. Solches warte, damit gehe um, auf daß dein Zunehmen in allen Dingen offenbar sei. Habe Acht auf dich selbst, und auf die Lehre; beharre in diesen Stücken. Denn wo du solches thust, wirst du dich selbst selig machen, und die dich hören. Am Sonntage nach dem Christtage. Epistel( Um Tage Stephani. Ap. Gesch. Cap. 6, v. 8 bis 15 und Cap. 7, v. 54 bis 59). ( tephanus, voll Glaubens und Kräfte, that Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Da standen etliche auf von der Schule, die da heißt der Libertiner, und der Cyrener, und der Aleranderer, und derer, die aus Cilicien und Asien waren, und befragten sich mit Stephano. Und sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geist, aus welchem er redete. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn gehöret Lästerworte reden wider Mosen und wider Gott. Und bewegten das Volk, und die Aeltesten, und die Schriftgelehrten; und traten herzu und rissen ihn hin, und führeten ihn vor den Rath; und stelleten falsche Zeugen dar, die sprachen: Dieser Mensch höret nicht auf zu reden Lästerworte wider diese heilige Stätte, und das Geseß. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören, und ändern die Sitten die uns Moses gegeben hat. Und sie sahen auf ihn alle, die im Rath saßen, und sahen sein Angesicht, wie eines Engels Angesicht. Da sie solches höreten, ging es ihnen durchs Herz, und bissen die Zähne zusammen über ihn. Als er aber voll heiligen Geistes war, sahe er auf gen Himmel, und sahe die Herrlichkeit Gottes, und Jesum stehen zur Rechten Gottes, 12 Episteln und Ebangelia, und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen, und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. Sie schrien aber laut, und hielten ihre Ohren zu, und stürmeten einmüthiglich zu ihm ein, stießen ihn zur Stadt hinaus, und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Klei der zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus? Und steinigten Stephanum, der anrief und sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er kniete aber nieder, und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht! Und als er das gesagt, entschlief er. Evangelium( Matth. Cap. 23, v. 34 bis 39). nov esus sprach zu den Pharisäern und Schriftgelehrten und Obersten Schriftgelehrte: und derselbigen werdet ihr etliche tödten und freuzigen, und etliche werdet ihr geißeln in euren Schulen, und werdet sie verfol gen von einer Stadt zu der andern; auf daß über euch komme das gerechte Blut, das vergoffen ist auf Erden, von dem Blut an des gerechten Abels, bis aufs Blut Zacharias, Barachias Sohn, welchen ihr getödtet habt zwischen dem Tempel und Altar. Wahrlich, ich sage euch, daß solches alles wird über dies Geschlecht kommen. Jerusalem, Jerusalem, die du tödteft die Propheten, und steinigest, die zu dir gesandt sind! wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt. Siehe, euer Haus soll euch wüste gelassen werden. Denn ich sage ench: Shr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprechet: Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn!! Vorlesungen( Vormittags Pf. 90). err Gott, du bist unsere Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge worden, du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit, der du die Menschen läsfest sterben, und sprichst: Kommt wieder Menschenkinder. Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache. Du läsfest sie dahin fahren wie einen Strom, und sind wie ein Schlaf; gleich wie ein Gras, das doch bald welk wird, das da frühe blühet, und bald welk wird, und des Abends abgehauen wird und verdorret. Das macht dein Zorn, daß wir so vergehen, und dein Grimmt, daß wir so plöglich dahin müssen. Denn unsere Missethat stellest du vor dich, unsere unerkannte Sünde in das Licht vor deinem Angesicht. Darum fahren alle unsere Tage cabin, durch deinen Zorni wir bringen unsere Jahre zu wie ein Geschwäß. Unser Leben währet siebenzig Jahre, und wenn es hoch kommt, so sind es achtzig Jahre, und wenn es köftlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen; denn es fähret schnell Sahin, als flögen wir davon. Wer glaubt es aber, daß du so sehr zürnest? Und wer fürchtet sich vor solchem deinem Grimm? Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir flug werden. Herr, fehre dich doch wieder zu uns, und sei deinen Knechten gnädig. Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Lebelang. Erfreue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest, nachdem wir so lange Unglück leiden. nebst den Festlichen Vorlesungen. 13 Beige deinen Knechten deine Werke, und deine Ehre ihren Kindern. Und der Herr, unser Gott, sei uns freundlich, und fördere das Werk unserer Hände bei uns, ja das Werk unserer Hände wolle er fördern. ( Nachmittags Pſ. 139). err, du erforschest mich, und kennest mich. Ich size oder stehe auf, fo von ferne. gehe oder liege, so bist du um mich, und siehest alle meine Wege. Denn siche, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht alles wisfest. Du schaffest es, was ich vor oder hernach thue, und hältst deine Hand über mir. Solches Erkenntniß ist mir zu wunderlich und zu hoch, ich kann es nicht begreifen. Wo soll ich hingehen vor deinem Geist? Und wo soll ich hinfliehen vor deinem Angesicht? Führe ich gen Himmel, so bist du da. Bettete ich mir in die Hölle, siehe, so bist du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröthe, und bliebe am äußersten Meer; so würde mich doch deine Hand daselbst führen, und deine Rechte mich halten. Spräche ich: Finsterniß mögen mich decken; so muß die Nacht auch Licht um mich sein. Denn auch Finsterniß nicht finster ist bei dir, und die Nacht leuchtet wie der Tag, Finsterniß ist wie das Licht. Denn du hast meine Nieren in deiner Gewalt, du warest über mir im Mutterleibe. Ich danke dir darüber, daß ich wunderbarlich gemacht bin; wunderbarlich sind deine Werke, und das erfennet meine Seele wohl. Es war dir mein Gebein nicht verholen, da ich im Verborgenen gemacht ware, da ich gebildet ward unten in der Erde. Deine Augen saben mich, da ich noch unbereitet war; und waren alle Tage auf dein Buch geschrieben, die noch werden sollten, und derselben keiner da war. Aber wie föstlich sind vor mir, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihrer so eine große Summe! Sollte ich sie zählen, so würde ihrer mehr sein, denn des Sandes. Wenn ich aufwache, bin ich noch bei dir. Uch Gott, daß du tödtest die Gottlosen, und die Blutgierigen von mir weichen müßten. Denn sie reden von dir lästerlich; und deine Feinde erheben sich ohn Ursach. Ich hasse ja, Herr, die dich hassen, und verdrießt mich auf sie, daß sie sich wider dich seßen. Ich hasse sie in rechtem Ernst; darum sind sie mir feind. Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz prüfe mich, und erfahre, wie ichs meine. Und siehe, ob ich auf bösem Wege bin; und leite mich auf ewigem Wege. Am Neuenjahrstage. Epistel( Gal. Cap. 3, v. 23 bis Cap. 4, v. 7). She denn der Glaube kam, wurden wir unter dem Geſetz verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte geoffenbaret werden. Also ist das Geseß unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr feid alle Gottes Kinder, durch den Glauben an Christo Jesu. Denn wie viel ever getauft sind, die haben Christum angezogen. Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal einer in Christo Jeju. Seid ihr aber Christi; so seid ihr ja Abrahams Saamen, und nach der Bere heißung Erben. Ich lage aber, so lange per Erbe ein Kind ist, so ist 14 Episteln und Evangelia, unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Guter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Sagungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe, und unter das Geseß gethan, auf daß er die, so unter dem Gesez waren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sind es aber Kinder, so sind es auch Erben Gottes durch Christum. Evangelium( Luc. Cap. 2, v. 21). a acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde: da von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. Vorlesungen( Vormittags Ps. 33). Creuet euch des Herrn, ihr Gerechten; die Frommen sollen ihn schön und dem Psalter von zehn Saiten. Singet ihm ein neues Lied, machet es gut auf Saitenspiel mit Schalle. Denn des Herrn Wort ist wahrhaftig, und was er zusägt, das hält er gewiß. Er liebet Gerechtigkeit und Gericht. Die Erde ist voll der Güte des Herrn. Der Himmel ist durch das Wort des Herrn gemacht, und alle sein Heer durch den Geist seines Mundes. Er hält das Wasser im Meer zusammen, wie in einem Schlauch, und legt die Tiefe in das Verborgene. Alle Welt fürchte den Herrn, und vor ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden wohnet. Denn so er spricht, so geschiehet es; so er gebietet, so stehet es da. Der Herr machet zu nichte der Heiden Rath, und wendet die Gedanken der Völker. Aber der Rath des Herrn bleibet ewiglich, seines Herzens Gedanken für und für. Wohl dem Volk, deß der Herr sein Gott ist; das Volk, das er zum Erbe erwählet hat. Der Herr schauet vom Himmel, und siehet aller Menschen Kinder. Von seinem festen Thron siehet er auf alle, die auf Erden wohnen. Er lenket ihnen allen das Herz, er merket auf alle ihre Werke. Einem Könige hilft nicht seine große helfen auch nicht, und ihre große Stärke errettet nicht. Siehe, des Herrn Auge siehet auf die, so ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen, daß er ihre Seele errette vom Tode, und ernähre sie in der Theurung. Unsere Seele barret auf den Herrn; er ist unsere Hülfe und Schild. Denn unser Herz freuet sich seiner, und wir trauen auf seinen heiligen Namen. Deine Güte, Herr, sei über uns, wie wir auf dich hoffen. Stot- On ( Nachmittags Pf. 67). Gott ott sei uns gnädig, und segne uns; er lasse uns sein Antlig leuchten, Sela. Daß wir auf Erden erkennen seinen Weg, unter allen Heiden sein Heil. Es danken dir, Gott, die Völfer; es danken dir alle Völker. Die Völker freuen sich und fauchzen, daß du die Leute recht richtest und regierest die Leute auf Erden, Sela. Es danten dir, Gott, die nebst den Festlichen Vorlesungen. 15 Völker; es danken dir alle Völker. Das Land giebt sein Gewächs. Es segne uns Gott, unser Gott. Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn. Auf das Sest der Erscheinung Christi, so am Sonntage nach dem Neuen Jahre gefeiert wird. Epistel( Tit. Cap. 3, v. 3 bis 8). Wir ir waren auch weiland Unweise, Ungehorsame, Jrrige, Dienende den Lüsten und mancherlei Wollüsten, und wandelten in Bosheit und Neid, und haffeten uns untereinander. Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unsers Heilandes: nicht um der Werke Willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig, durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unsern Heiland; auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht, und Erben sein des ewigen Lebens, nach der Hoffnung; das ist je gewißlich wahr. * Oder: Die Ep. am 1. Sonnt. nach dem Feste der Erscheinung Christi, wenn es auf diesen Sonntag fällt. Evangelium( Matth. Cap. 2, v. 1 bis 12). a Jesus geboren war zu Bethlehem im Jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem, und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande, und sind gekommen ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörete, erschraf er, und mit ihm das ganze Jerusalem; und ließ versammlen alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk; und erforschete von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie fagten ihm: Zu Bethlehem im Jüdischen Lande. Denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem im Jüdischen Lande bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sei. Da berief Herodes die Weisen heimlich, und erlernete mit Fleiß von ihnen, wenn der Stern erschienen wäre; und wies sie gen Bethlehem, und sprach: Ziehet hin und forschet fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr es findet, so saget mirs wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den König gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet; und gingen in das Haus, und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder, und beteten es an, und thaten ihre Schäße auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gett befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken, und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Vorlesungen( Vormitt. Eph. Cap. 2, v. 4 bis 22). Gott, ott, der da reich ist von Barmherzigkeit, durch seine große Liebe, damit er uns geliebet hat, da wir todt waren in den Sünden, hat 16 Episteln und Evangelia, dan er uns sammt Christo lebendig gemacht, denn aus Gnaden seid ihr selig geworden. Und hat uns sammt ihm auferwecket, und sammt ihm in das himmlische Wesen versetzt, in Christo Jesu, auf daß er erzeigte in den zukünftigen Zeiten den überschwänglichen Reichthum seiner Gnade, durch seine Güte über uns in Christo Jesu. Denn aus Gnaden seid ihr selig geworden, durch den Glauben; und dasselbige nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus den Werken, auf daß sich nicht Jemand rühme. Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christo Jesu zu guten Werken, zu welchen Gott uns zuvor bereitet hat, daß wir darinnen wandeln sollen. Darum gedenket daran, daß ihr, die ihr weiland nach dem Fleisch Heiden gewesen seid, und die Vorhaut genannt wurdet von denen, die genannt sind die Beschneidung nach dem Fleisch, die mit der Hand geschiehet, daß ihr zu derselbigen Zeit waret ohne Christo, Fremde und außer der Bürgerschaft Israel, une Fremde von den Testamenten der Verheißung; daher ihr keine Hoffnung hattet, und waret ohne Gott in der Welt. Nun aber, da ihr in Christo Jesu seid, und weiland ferne gewesen, seid nun nahe geworden durch das Blut Christi. Denn er ist unser Friede, der aus beiden eins hat gemacht, und hat abgebrochen den Zaun, der dazwischen war, in dem, daß er durch sein Fleisch wegnahm die Feindschaft, nämlich das Geseß, so in Geboten gestellet war; auf daß er aus zween einen neuen Menschen in ihm selber schaffte, und Frieden machte, und daß er beide versöhnete mit Gott in einem Leibe, durch das Kreuz, und hat die Feindschaft getörtet durch sich selbst. Und ist gekommen, hat verküntiget im Evangelio den Frieden, euch, die ihr ferne waret, und denen, die nahe waren; denn durch ihn haben wir den Zugang alle beide in einem Geist zum Vater. So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen, und Gottes Hausgenossen, erbauet auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau in einander gefüget, wächset zu einem heiligen Tempel in dem Herrn, auf welchem auch ihr mit erbauet werdet, zu einer Behausung Gottes im Geist. ( Nachmitt. Jef. Cap. 42, v. 1 bis 12). ( iehe, das ist mein Knecht, ich erhalte ihn; und mein Auserwählter, an welchem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe ihm meinen Geist gegeben, er wird das Recht unter die Heiden bringen. Er wird nicht schreien noch rufen, und seine Stimme wird man nicht hören auf den Gassen. Das zerstoßene Rohr wird er nicht zerbrechen, und das glimmende Tocht wird er nicht auslöschen. Er wird das Recht wahrhaftig halten lehren. Er wird nicht mürrisch noch greulich sein, auf daß er auf Erden das Recht anrichte; und die Inseln werden auf sein Geseß warten. So spricht Gott, der Herr, der die Himmel schaffet und ausbreitet, der die Erde macht und ihr Gewächs, der dem Volk, so darauf ist, den Odem giebt, und den Geist denen, die darauf gehen: Ich der Herr, babe dich gerufen mit Gerechtigkeit, und habe dich bei deiner Hand gefasset, und habe dich behütet, und habe dich zum Bund unter das Volk gegeben, zum Licht der Heiden; daß du sollst öffnen die Augen der Blinden, und die Gefangenen aus dem Gefängniß führen, und die da sisen in der Finsterniß, aus dem Kerker. Ich der nebst den Festlichen Vorlesungen. en Fettide 17 Herr, das ist mein Name; und will meine Ehre keinem andern geben, noch meinen Ruhm den Gößen. Siehe, was kommen soll, verfündige ich zuvor, und verkündige Neues; ehe denn es aufgehet, lasse ich es euch hören. Singet dem Herrn ein neues Lied, sein Ruhm ist an der Welt Ende; die im Meer fahren und was darinnen ist, die Inseln, und die darinnen wohnen. Rufet laut, ihr Wüsten und die Städte darinnen, sammt den Dörfern, da Kedar wohnet. Es jauchzen, die im Felsen wohnen, und rufen von den Höhen der Berge. Herrn die Ehre geben, und seinen Ruhm in den Inseln Am 1. Sonntage nach dem Seste der nung Christi. Laßt sie dem verkündigen. ErscheiEpistel( Röm. Cap. 12, v. 1 bis 6). Ich tes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Verneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlgefällige, und der vollkommene Gottes Wille. Denn ich sage durch die Gnade die mir gegeben ist, Jedermann unter euch, daß Niemand weiter von sich halte, denn sichs gebühret zu halten; sondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein jeglicher, nachdem Gott ausgetheilet hat das Maaß des Glaubens. Denn gleicher Weise, als wir in einem Leibe viele Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben; also sind wir viele ein Leib in Christo, aber unter einander ist einer des andern Glied und ha ben mancherlei Gaben, nach der Gnade, die uns gegeben ist. Evangelium( Luc. Cap. 2, v. 41 bis 52). Jeu Eltern gingen alle Jabr gen Jerusalem auf das Osterfest. Und da er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnheit ces Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen; blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußten es nicht. Sie meineten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise, und suchten ihn unter den Gefreundten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem, und suchten ihn. Und es begab sich nach dreien Tagen, fanden sie ihn im Tempel sißen mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete, und sie fragte. Und alle, die ihm zuhöreten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entseßten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ist es, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. 2 18. Episteln und Evangelia, Am 2. Sonntage nach dem Seste der Erschei nung Christi. Epistel( Röm. Cap. 12, v. 6 bis 16). Wir ir haben mancherlei Gaben, nach der Gnade, die uns gegeben ist. Hat jemand Weissagung, so sei sie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Umt, so warte er des Amts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet jemand, so warte er des Ermahnens. Giebt jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret jemand, so sei er sorgfältig. Uebet jemand Barmherzigkeit, so thue er es mit Lust. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Urge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ebrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der heiligen Nothourft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen; segnet und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einancer. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. ( Joh. Cap. 2, v. 1 bis 11). Cana in und die Mutter Evangelium eine war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es am Wein gebrach, spricht die Mutter Jeju zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, as thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt, nach der Weise der jüdischen Reinigung; und gingen je in einen zwei oder drei Maaß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie fülleten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun, und bringet es dem Speisemeister. Und sie brachten es. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er fam,( die Diener aber wußten es, die das Wasser geschöpft hatten,) rufet der Speisemeister den Bräutigam, und spricht zu ihm: Jedermann giebt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunten geworden sind, altsdann den geringern; du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Cana in Galiläa, und offenbarete seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. Am 3. Sonntage nach dem Seste der Erschei thridania nung Christi. Epistel( Röm. Cap. 12, v. 17 bis 21). altet euch nicht selbst für flug. Vergeltet tiemand Böses mit Bölich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Frieden. Nächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn ( Gottes); denn es stehet geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so nebst den Festlichen Vorlesungen. 19 speise ihn; dürftet ihn, so tränke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammlen. das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Laß dich nicht disie Evangelium( Matth. Cap. 8, v. 1 bis 13). a Jesus vom Berge herab ging, folgte ihm viel Volks nach. Und so cu willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührete ihn an und sprach: Ich will es thun, sei gereiniget. Und alsobald ward er von seinem Aussaß rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sage es niemand; sondern gehe hin, und zeige dich dem Priester, und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat, zu einem Zeugniß über sie. Da aber Jesus einging zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn, und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause, und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Jesus sprach zu ibm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete, und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest; sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte; noch wenn ich sage zu einem: Hehe hin, so gehet er; und zum andern: Komm her, so fommt er; und zu meinem Knechte: Thue das, so thut ers. Da das Jesus hörete, verwunderte er sich, und sprach zu denen, die ihm nachfolgeten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch: Viele werden kommen vom Morgen und som Abend, und mit Abraham und Isaak und Jacob im Himmelreiche sigen. Aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die äuBerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubet haft. Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. 2m 4. Sonntage nach dem Seste der Erschei nung Christi. Epistel( Röm. Cap. 13, v. 1 bis 10). Jederma edermann sei untertban der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit, ohne von Gott; wo aber Obrigfeit ist, die ist von Gott verordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit sebet, der widerstrebet( Sottes Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein Urtheil empfangen. Denn die Gewaltigen sind nicht den guten Werken, sondern den bösen zu fürchten. Willst du dich aber nicht fürchten vor der Obrigkeit, so thue Gutes; so wirst du Lob von derselbigen haben. Denn sie ist Gottes Dienerin, dir zu gut. Thust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, sie ist Gottes Dienerin, eine Nächerin zur Strafe, über den, der Böses thut. So seid nun aus Noth unterthan, nicht allein um der Strafe willen, sondern auch um des Gewissens, willen. Derhalben müsset ihr auch Schoß geben, denn sie sind Gottes Diener, die solchen Schuß sollen handhaben. So gebet nun jedermann was ihr schuldig seid: Schoß, dem der Schoß gebühret; Roll, dem der Zoll gebühret; Furcht, dem die Furcht Stisipin n dal cie 2* 20 Episteln und Evangelia, gebühret; Ehre, dem die Ehre gebühret. Seid Niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet; denn wer den andern liebet, der hat das Geseß erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht tödten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugniß geben; pich soll nichts gelüften; und so ein ander Gebot mehr ist; das wird in diesem Wort verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Geseßes Erfüllung. the Evangelium( Matth. Cap. 8, v. 23 bis 27). tast esus trat in das Schiff, und seine Jünger folgten ihm. Und siebe, sid da lein mit Wellen bedeckt ward; und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm, und weckten ihn auf, und sprachen: Herr hilf uns, wir verderben. Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchte sam? Und stand auf, und bedrohete den Wind und das Meer: da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich, und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? 2m 5. Sonntage nach dem Seste der Erschei nung Christi. Epistel( Col. Cap. 3, v. 12 bis Cap. 4, v. 1). Diehet an, als die Auserwählten Gottes, Heilige und Geliebte, und vertrage einer den andern, und vergebet euch unter einander, so jemand Klage hat wider den andern; gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Uleber alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere ind euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in einem Leibe, und seid dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit; lehret und vermabnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen, und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und alles was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Ihr Weiber, seid unterthan euren Männern in dem Herrn, wie sichs gebühret.hr Männer, liebet eure Weiber, und seid nicht bitter gegen sie. Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen; denn das ist dem Herin gefällig. Ihr Väter, erbittert eure Kinder nicht, auf daß sie nicht schen werden. Ihr Knechte, seid gehorsam in allen Dingen euren leiblichen Herren, nicht mit Dienst vor Angen, als den Menschen zu gefallen, sondern mit Einfältigkeit des Herzens und mit Gottesfurcht. Alles, was ihr thut, das thut von Herzen, als dem Herrn und f det die Vergeltung des Erbes; denn ihr dienet dem Herrn Christo. Wer aber Unrecht thut, ter wird empfangen, was er Unrecht gethan ad bat; und gilt kein Unsehen der Person. Ihr Herren, was recht in und gleich ist, das beweiset den Knechten, und wisset, daß ihr auch d einen Herrn im Himmel habt. in and anasafnstudst gim nebst den Festlichen Vorlesungen. Evangelium( Matth. Cap. 13, v. 24 bis 30 und v. 36 bis 43). esus sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten die Leute 21 sein Feind, und fäcte Unkraut zwischen den Weizen, und ging davon. Da nun das Kraut wuchs, und Frucht brachte; da fand sich auch das Unfraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater, und sprachen: Herr, hast du nicht guten Saamen auf deinen Acker gefäct? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir bingehen und es ausgäten? Er sprach: Nein, auf daß ibr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausgätet. Lasset beides mit einander wachsen, bis zu der Ernte; und um der Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammlet zuvor das Unkraut, und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Weizen sammlet mir in meine Scheuren. Da ließ Jesus das Volk von sich, und kam heim. Und seine Jünger traten zu ihm, und sprachen: Deute uns dieses Gleichniß vom Unkraut auf dem Acker. Er antwortete und sprach zu ihnen: Des Menschen Sohn ist es, der da guten Saamen säct. Der Ücker ist die Welt. Der gute Saame sind die Kinder des Reichs. Das Unkraut sind die Kin der der Bosheit. Der Feind, der sie säet, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der Welt. Die Schnitter sind die Engel. Gleichwie man nun das Unkraut ausgätet, und mit Feuer verbrennet; so wird es auch am Ende dieser Welt gehen. Des Menschen Sohn wird seine Engel senden; und sie werden sammlen aus seinem Reich alle ergernisse, und die da Unrecht thun, und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird sein Heulen und Zähnklappen. Dann werden die Gerechten leuchten, wie die Sonne, in ihres Vaters Reich. Wer Ohren hat zu hören, der höre. 2m 6. Sonntage nach dem Seste der Erschei nung Christi. Epistel( 2 Petr. Cap. 1, v. 16 bis 21). Wir ir haben nicht den klugen Fabeln gefolget, da wir euch fund gethan haben die Kraft und Zukunft unsers Herrn Jesu Christi; sondern wir haben seine Herrlichkeit selbst gesehen, da er empfing von Gott dem Vater Ehre und Preis, durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herrlichkeit, dermaßen: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehöret vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes prophetisches Wort; und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet, als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weisfagung in der Schrift geschiehet aus eigener Auslegung, denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht: sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem heiligen Geist. Evangelium( Matth. Cap. 17, v. 1 bis 9). Je esus nahm zu sich Petrum, und Jacobum, und Johannem, seinen Bruder, und führete sie beiseits auf einen hohen Berg. Und ward Episteln und Evangelia, verkläret vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß, als ein Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete, und sprach zu Jesu: Herr, hier ist gut sein; willst du, so wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, Mofi eine, und Elias eine. Da er noch also redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolfe. Und siche, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an weldem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören. Da das die Jünger böreten, fielen sie auf ihr Angesicht, und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührete sie an, und sprach: Stehet auf, und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen aufhoben, saben sie niemand, denn Jesum allein. Und da sie vom Berge herabgingen, gebot ihnen Jesus, und sprach: Ihr sollt dies Gesicht niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden ist. 22 Am Sonntage Septuagesima. Epistel( 1 Cor. Cap. 9, v. 24 bis 27). Wi iffet ihr nicht, daß die so in den Schraufen laufer, die laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges: jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfangen; wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse; ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet. Søndern ich betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige, und selbst verwerflich werde. Evangelium( Matth. Cap. 19, v. 27 bis Cap. 20, v. 16). etrus spricht zu Jesu: Siehe, wir haben alles verlassen, und sind zu nen: Wahrlich, ich sage euch, daß ihr, die ihr mir seid nachgefolget in der Wiedergeburt, da des Menschen Sohn wird sißen auf dem Stuhl feiner Herrlichkeit, werdet ihr auch sißen auf zwölf Stühlen, und richten die zwölf Geschlechter Israels. Und wer verläßt Häuser, oder Brüder, oder Schwestern, oder Vater, oder Mutter, oder Weib, oder Kinder, oder Uecker, um meines Namens willen, der wird es hundertfältig nehmen, und das ewige Leben ererben. Aber viele, die da sind die Ersten, werden die Leßten, und die Leßten werden die Ersten sein. Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu miethen in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde, und sahe andere an dem Markt müssig stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ibr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die eilste Stunde aber ging er aus, und fand andere müssig stehen, und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müssig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand geringet. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg; und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr nebst den Festlichen Vorlesungen. 23 des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe die Arbeiter, und gieb ihnen den Lohn; und hebe an von den letzten, bis zu den Ersten. Da kamen, die um die eilfte Stunde geringet waren, und empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die Ersten tamen, meineten sie, sie würden mehr empfangen; und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, mürreten sie wider den Hausvater, und sprachen: Diese Leßten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du haft sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hiße getragen haben. Er antwortete aber, und sagte zu Einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir eins geworden um einen Groschen? Nimm was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesem Leßten geben, gleich wie dir. Oder habe ich nicht macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du barum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Leßten die Ersten, und die Ersten vic Leßten sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. Am Sonntage Sepagesimä. Epistel( 2 Cor. Cap. 12, v. 1 bis 10). an Es ist mir ja das Rühmen nichts nüße, doch will ich kommen auf die und einen schen in Chrifto, vor vierzehn Jahren,( ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ich es nicht; Gott weiß es;) derselbige ward entzückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menschen,( ob er in dem Leibe, oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es.) Er ward entzückt in das Paradies, und hörete unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen; von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thörlich; denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überbebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreimal dem Herrn geslehet habe, daß er von mir wiche. Und er bat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Chrifti bei mir wohne. Darum bin ich gutes Muthes in Schwachheiten, in Schmachen, in Nötben, in Verfolgungen, in Aengsten, um Chrifti willen. Denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark. Evangelium( Luc. Cap. 8, v. 4 bis 15). Da viel Bolks bei einander war, und aus den Städten zu ihm eileten, sprach ging säen seinen Saamen; und indem er säete, fiel etliches an den Weg, und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen es auf, Und etliches fiel auf den Fels; und da es aufging, vertorrete es, darum, daß es nicht aft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen; und bie Dornen gingen mit auf, und erstickten es. Und 24 Episteln und Evangelia, d etliches fiel auf ein gut Land und es ging auf, und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Obren bat zu hören, der böre! Es fragten ihn aber seine Jünger, und sprachen, was dieses Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ist es gegeben, zu wissen das Geheimniß des Reichs Gottes; den Andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichnik: Der Saame ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kommt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels, sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an; und die haben nicht Wurzel, eine Zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens, und ersticken, und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind die das Wort hören und be halten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. OP TOD Am Sonntage Quinquagesima, oder Esto mihi. Epistel( 1 Cor. Cap. 13, v. 1 bis 13). Men enn ich mit Menschen und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht; so wäre ich ein tönendes Erz, oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte, und wüßte alle Geheimnisse, und alle Erkenntniß, und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge verseßte, und hätte der Liebe nicht; so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Haabe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht; so wäre mir es Nichts nüße. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Muthwillen, sie bläbet sich nicht, sie stellet sich nicht ungebärdig, sie suchet nicht das Jbre, sie läßt sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden, sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit, sie verträgt alles, sie glaubet alles, fie hoffet alles, sie duldet alles. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weissagungen aufbören werden, und die Sprachen aufhören werden, und das Erkenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stüdwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da recete ich wie ein Kind, und war flug wie ein Kind, und hatte findische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir schen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Wort; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jeßt erkenne ich es stückweise: dann aber werde ich es erkennen, gleich wie ich erkannt bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. Evangelium( Luc. Cap. 18, v. 31 bis 43). refus gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. nebst den Festlichen Vorlesungen. 25 Denn er wird überantwortet werden den Heiden; und er wird verspottet und geschmähet, und verspeiet werden; und sie werden ihn geißeln und törten; und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der keins, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was da gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege, und bettelte. Da er aber hörete das Volk, das durchhin ging, forschete er, was das wäre. Da verkündigten sie ihm, Jejus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, tu Sohn Davies, erbarme dich meiner! Die aber vorne an gingen, betrobeten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sohn Davits, erbarme dich meiner! Jefus aber stand stille, und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihm brachten, fragte er ihn, und sprach: Was willst du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei schend; dein Glaube hat dir geholfen. Und alsobald ward er sebend, und folgte ihm nach, und pries Gott. Und alles Volk, das solches sahe, lobte Gott. toking mod dn Vorlesungen( Vormitt. An diesem und den folgenden Sonntagen in der Fasten: Ein Stück der Leidensgeschichte Jesu Christi; Außer am Feste der Empfängniß Christi, auf Jurica, da solches Nachdamittags verlesen werden kann). ( Nachmitt. Matth. Cap. 16, v. 13, oder 21 bis 28). esus kam in die Gegend der Stadt Cäsarea Philippi, und fragte seine Jünger, und sprach: Wer sagen die Leute, daß des Menschen Sohn sei? Sie sprachen: Etliche sagen, du seist Johannes der Täufer; die andern, du seist Elias; etliche, du seist Jeremias, oder der Propheten einer. Er sprach zu ihnen: Wer sagt denn ihr, daß ich sei? Da antwortete Simon Petrus, und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn. Und Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sobn; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbaret, sondern mein Vater im Himmel. Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeine, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Und ich will dir des Himmelreichs Schlüssel geben. Alles, was tu auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein; und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel los sein. Da verbot er seinen Jüngern, daß sie Niemand sagen sollten, daß er Jesus der Christ wäre. on ter Zeit an fing Jesus an und zeigte seinen Jüngern, wie er und Hobenpriestern, und Schriftgelehrten, und getörtet werden, und am tritten Tage auferstehen. Und Petrus nahm ihn zu sich, fuhr ihn an, und sprach: Herr, schone deiner selbst, das witerfahre dir nur nicht. Aber er wandte sich um, und sprach zu Petro: Hebe dich, Satan, von mir, du bist mir ärgerlich; denn du meinest nicht was göttlich, sondern was menschlich ist. Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will mir Jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst, und nehme sein Kreuz auf sich, und folge mir. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verlieret di misis an anne he 26 Episteln und Evangelia, um meinetwillen, der wird es finden. Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewönne, und nähme doch Schaden an seiner Seele? Deer was kann der Mensch geben, damit er seine Seele wieder löse? Denn es wird je geschehen, daß des Menschen Sohn komme in der Herrlichkeit seines Vaters, mit seinen Engeln; und alsdann wird er einem jeglichen vergelten nach seinen Werken. Wahrlich, ich sage euch: Es stehen etliche bier, die nicht schmecken werden den Tod, bis daß sie des Menschen Sohn kommen sehen in seinem Reich. Am 1. Sonntage in der Saften, genannt Invocavit. Epistel( 2 Cor. Cap. 6, v. 1 bis 10). Wir ermahnen euch, als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnate Gottes empfanget. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sebet, jeßt ist die angenehme Zeit, jest ist der Tag des Heils. Lasset uns aber niemand irgend ein Aergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde. Sondern in allen Dingen laffet uns beweisen als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöthen, in Uengsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Rechten und zur Linken; durch Ebre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte; als die Verführer, und doch wahrbaftig; als die Unbekannten, und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertödtet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts inne haben, und doch alles haben. 1081) Evangelium( Matth. Cap. 4, v. 1 bis 11). Jesus ward vom Geist in die Wüste geführet, auf daß er von dem gefastet hatte, hungerte ibn. Und der Versucher trat zu ihm, und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden. Und er antwortete, und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht vom Brot allein; sondern von einem jeglichen Wort, das In durch den Mund Gottes gehet. Da fübrete ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellete ihn auf die Zinne des Tempels, und sprach zu ihm: Bist du Gettes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führete ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit; und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, so tu niederfällest und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan; denn es stehet geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel; und siche, da traten die Engel zu hm, und dieneten ihm. piispune din nisiga. nebst den Festlichen Vorlesungen. 27 Vorlesung( Nachmitt. 1 Cor. Cap. 1, v. 18 bis 31). as Wort vom Kreuz ist eine Thorheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es eine Gotteskraft. Denn es stehet geschrieben: Ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich serwerfen. Wo sind bie Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weltweisen? hat nicht Gott die Weisheit dieser Welt zur Thorheit gemacht? Denn dieweil die Welt durch ihre Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte; gefiel es Gott wohl, curch thörichte Predigt selig zu machen die, so daran glauben. Sintemal die Juden Zeichen fordern, und die Griechen nach Weisheit fragen. Wir aber pretigent ten gefreuzigten Christum, den Juden ein Aergerniß, und den Griechen eine Thorheit. Denen aber, die berufen sind, beides Juden und Griechen, pretigen wir Christum, göttliche Kraft und göttliche Weisheit. Denn die göttliche Thorheit ist weiser, denn die Menschen sind; und die göttliche Schwachheit ist stärker, denn die Menschen sind. Sehet an, lieben Brüder, euren Beruf: nicht viel Weise nach dem Fleisch, nicht viel Gewaltige, nicht viele Edle sind berufen. Sondern was thöricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählet, daß er die Weisen zu Schanden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählet, daß er zu Schanden mache, was stark ist; und das Unedle vor der Welt, und das Verachtete hat Gott erwählet, und das da nichts ist, daß er zunichte mache, was etwas ist; auf daß sich vor ihm kein Fleisch rühme. Von welchem auch ihr herfommt in Christo Jesu, welcher uns gemacht ist von Gott zur Weisheit, und zur Gerechtigfeit, und zur Heiligung, und zur Erlösung, auf daß,( wie geschrieben stehet,) wer sich rühmet, der rühme sich des Herrn. 2m 2. Sonntage in der Saften, oder Reminiscere. Epistel( 1 Theff. Cap. 4, v. 1 bis 12). Lieben Brüder, wir bitten euch, und ermahnen in dem Herrn Jeſu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollt wandeln und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wiffet, welche Gebote wir euch gegeben haben, durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Lustseuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen; und daß niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist der Nächer über das alles, wie wir cuch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Wer nun verachtet, der verachtet nicht Menschen, sondern Gott, der seinen heiligen Geist gegeben hat in euch. Von der brüderlichen Liebe aber ist nicht noty euch zu schreiben; denn ihr seid selbst von Gott gelehret, euch unter einander zu lieben. Und das thut ihr auch an allen Brüdern, die in ganz Macedonien sind. Wir ermahnen euch aber, lieben Brüder, daß ihr noch völliger werdet; und ringet darnach, daß 28 Episteln und Evangelia, ihr stille seid, und das eure schaffet, und arbeitet mit euren eigenen Händen, wie wir euch geboten haben, auf daß ihr ehrbarlich wandelt gegen die, die draußen sind, und ihrer keines bedürfet. Evangelium( Matth. Cap. 15, v. 21 bis 28). esus ging aus von dannen, und entwich in die Gegend Tyrus und Grenze, und schrie ihm nach, und sprach: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme sich meiner, meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber, und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlornen Schafen von dem Hause Jørael. Sie kam aber, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, hilf mir. Aber er antwortete, und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brot nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr! aber doch essen die Hündlein von den Brosaamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus, und sprach zu ihr: 0 Weib, dein Glaube ist groß! dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. Vorlesung( Nachmitt. 2 Cor. Cap. 5, v. 14 bis 21). wir einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben. Und er ist darum für alle gestorben, auf daß die, so da leben, hinfort nicht ih nen selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist. Darum von nun an kennen wir Niemand nach dem Fleisch; und ob wir auch Christum gekannt haben nach dem Fleisch, so kennen wir ihn doch jetzt nicht mehr. Darum, ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden. das alles von mit ihm ſelber hat durch Jesum Christum, und das Amt gegeben, das die Versöhnung prediget. Denn Gott war in Christo, und versöhnete die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu, und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott vermahnet durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasset euch versöhnen mit Gott. Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir würden in ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt. 2m 3. Sonntage in der Saften, oder Oculi. Epistel( Ephef. Cap. 5, v. 1 bis 9). ( eid Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleich wie Christus uns hat geliebet, und sich selbst dargegeben für uns, zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz, lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet; auch schandbare Worte und Narrentheiringe, oder Scherz, welche euch nicht ziemen; sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer, oder Unreiner, oder Geiziger( welcher ist ein Gößendiener) Erbe hat an dem na dne nebst den Festlichen Vorlesungen. 29 st reiche Christi und Gottes. Paffet euch niemand verführen mit vergeblichen Worten; denn um dieser Willen kommt der Zorn Gottes über. die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsterniß, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit, und Gerechtigkeit, und Wahrheit. da Evangelium( Luc. Cap. 11, v. 14 bis 28). Cesus trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da 192 der derte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jegliches Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andere. Ist denn der Satanas auch mit sich selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? Dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So aber ich die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starter Gewapneter seinen Pallast bewahret, so bleibt das Seine mit Frieden. Wenn aber ein Starkerer über ihn fommt, und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und theilt den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir fammilet, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Beist von dem Menschen ausfähret, so durchwandelt er türre Stätte, suchet Ruhe und findet ihrer nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wenn er kommt, so findet er es mit Befemen gekehret und geschmücket. Dann gehet er hin, und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind denn er selbst: und wenn sie hinein kommen, wohnen sie da; und wire hernach mit demselbigen Menschen ärger denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Weib im Volke die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die cu gesogen hast. Er aber sprach: Ja, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Laffet Vorlesung( Nachmitt. Hebr. Cap. 12, v. 1 bis 15). affet uns ablegen die Sünde, so uns immer anklebt und träge macht, und lasset uns laufen durch eduld in dem Kampf, der uns ver- d ordnet ist, und aussehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens; welcher, da er wohl hätte mögen Freude haben, erculdete er das Kreuz und achtete der Schande nicht, und ist gesessen zur Rechten auf dem Stuhl Gottes. Gedenket an den, der ein solches Widersprechen von den Sündern wider sich erouldet hat, daß ihr nicht in eurem Muth matt werdet und ablasset. Denn ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden, über demis Kämpfen wider die Sünde; und habt bereits vergessen des Trostes, 68 der zu euch redet, als zu den Kindern: Mein Sohn, achte nicht geringe ijst die Züchtigung des Herrn, und verzage nicht, wenn du von ihm 30 Episteln und Evangelia, gestraft wirst. Denn welchen der Herr lieb hat, den züchtiget er: er stäupet aber einen jeglichen Sohn, den er aufnimmt. So ihr die Züchtigung erouldet, so erbietet sich euch Gott als Kindern: denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtiget? Seid ihr aber ohne Züchtigung, welcher sie alle sind theilhaftig geworden, so seid ihr Bastarte, und nicht Kinder. Auch so wir haben unsere leibliche Bäter zu Züchtigern gehabt, und sie gescheuet; sollen wir denn nicht vielmehr unterthan sein dem geistlichen Vater, daß wir leben? Und jene zwar haben uns gezüchtiget wenige Tage nach ihrem Dünken; dieser aber zu Nuß, auf daß wir seine Heiligung erlangen. Alle Züchtigung aber, wenn fie da ist, cünkt sie uns nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein; aber darnach wird sie geben eine friersame Frucht der Berechtigkeit de nen, die dadurch geübet sind. Darum richtet wieder auf die läs sigen Hände und die müden Knie; und thut gewisse Tritte mit euren Füßen, daß nicht jemand strauchle wie ein Lahmer, sondern vielmehr gesund werde. Jaget nach dem Frieden gegen jedermann, und der Heiligung, ohne welche wird niemand den Herrn seben. Und sebet darauf, daß nicht jemand Gottes Gnade versäume; daß nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte, und viele durch dieselbe verunreiniget werden. 10% Am 4. Sonntage in der Sasten, oder Lätare. Epistel( Hebr. Cap. 9, v. 11 bis 15). Chriftus bristus ist gekommen, daß er sei ein Hoherpriester der zukünftigen Güter, rurch eine größere und vollkommnere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durd) sein eigenes Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung gefunden. Denn, so der Chien und der Böcke Blut, und die Asche von der Kuh gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit; wie vielmehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den totten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen,( cie unter dem ersten Testament waren) die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. 1101110 Evangelium.( Job. Cap. 8, v. 46 bis 59). esus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort: darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Jucen, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß ru ein En. mariter bist, und hast den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel; soncern ich ehre meinen Vater, und ihr unebret mich. Ich suche nicht meine Ebre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden nebst den Festlichen Vorlesungen. 31 zu ihm: Nun erkennen wir, daß cu den Teufel hast. Abraham ist gestorben, und die Propheten, und du sprichst: So jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist? und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprechet, er sei euer Gott; und kennet ihn nicht. Ich aber kenne ihn, und so ich würde sagen: Ich kenne ihn nicht; so würde ich ein Lügner, gleich wie ihr seid. Aber ich tenne ihn und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag schen sollte; und er sabe ihn, und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht funfzig Jahre alt, und hast Abraham gesehen? Jejus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich. Da hoben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jejus verbarg sich, und ging zum Tempel hinaus, Vorlesung( Nachmitt. Job. Cap. 17). Jefu esus hob seine Augen auf gen Himmel, und sprach: Vater, die Stunde ist hier, caß du deinen Sohn verklärest, auf daß dich dein Sohn auch verkläre; gleich wie du ihm Macht hast gegeben über alles Fleisch, auf daß er das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast. Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, daß du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt haft, Jesum Christum, erkennen. Ich habe dich verkläret auf Erden, und vollendet das Werk, das du mir gegeben hast, daß ich es thun sollte. Und nun verkläre mich, du Bater, bei dir selbst, mit der Klarheit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. Ich habe deinen Namen geoffenbaret den Menschen, die du mir von der Welt gegeben hast. Sie waren dein, und du haft sie mir gegeben, und sie haben dein Wert behalten. Nun wiffen sie, daß alles, was du mir gegeben hast, sei von dir. Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben es angenommen, und erkannt wahrhaftig, daß ich von dir ausgegangen bin; und glauben, daß du mich gefandt hast. Ich bitte für sie, und bitte nicht für die Welt, sondern für die, die du mir gegeben hast, denn sie sind dein. Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verkläret. Und ich bin nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heili ger Bater, erhalte sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast, daß sie eins sein, gleich wie wir. Dieweil ich bei ihnen war in der Welt, erhielt ich sie in deinem Namen. Die du mir gegeben hast, die habe ich bewahret, und ist keiner von ihnen verloren, ohne das verlorne Kind, daß die Schrift erfüllet würde. Nun aber komme ich zu dir, und rede solches in der Welt, auf daß sie in ihnen haben meine Freude vollkommen. Ich habe ihnen gegeben dein Wort, und die Welt baffet sie; denn sie sind nicht von der Welt, wie denn auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, daß du sie von der Welt nebmest, sondern Saß du sie bewahrest vor dem Übel. Sie sind nicht von der Welt, gleich wie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in deiner nshilfe and dan Bahorgi Episteln und Evangelia, istnod és rall683 ; Wahrheit, dein Wort ist die Wahrheit. Gleich wie du mich gesandt in die sende ich auch in die Welt. felbſt für ſie, auf daß auch ſsie geheiligt ſein in der Wahrheit. Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, so durch ihr Wort an mich glauben werden, auf daß sie alle eins sein, gleich wie du. Bater, in mir, und ich in dir; daß auch sie in uns eins sein, auf daß die Welt glaube, du habest mich gesandt. Und ich habe ihnen gegeben die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, daß sie eins sein, gleich wie wir eins sind, ich in ihnen, und du in mir, auf daß sie vollkommen sein in eins, und die Welt erkenne, daß du mich ge sandt hast, und liebest sie, gleich wie du mich liebest. Vater, ich will, daß, wo ich bin, auch die bei mir sein, die du mit gegeben hast, daß sie meine Herrlichkeit sehen, die du mit gegeben haft denn du hast mich geliebet, che denn die Welt gegründet ward. Gerechter Vater, die Welt fennet dich nicht; ich aber kenne dich, und diese erkennen, daß du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen deinen Namen fund gethan, und will ihnen fund thun, auf daß die Liebe, damit du mich liebest, sei in ihnen, und ich in ihnen. gat 23 Auf das Sest der Empfangniß Christie oder der Verkündigung Maria, so am fünften Sonntage in der Sasten, oder Judica, gefeiert wird. Epistel( Jes. Cap. 7, v. 10 bis 15).mols in Du er Herr redete abermal zu Ahas, und sprach: Fordere dir ein oder droben in der Höhe. Aber Ahas sprach: Ich will es nicht fordern, daß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan, so höret ihr vom Hause Davics: Ist es euch zu wenig, daß ihr die Leute beleidiget, ihr müsset auch meinen Gott beleidigen? Darum so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger, und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Honig wird er essen, daß er wisse Böses zu verwerfen und Gutes zu erwählen. am Evangelium( Luc. Cap. 1, v. 26 bis 38). er ward in Stadt in Galiläa die heißt Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause Davids; und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr herein, und sprach: GegrüBet seist du Holeselige, der Herr ist mit dir, du Gebenedeiete unter den Weibern. Da sie ihn aber sabe, erschrat sie über seiner Rece, und gedachte: Welch ein druß ist das! Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden im Leibe, und einen Sohn gebären, deß Namen sollst du Jesus heißen. Der wird groß und ein Sohn des Höchsten genannt werden, und Gott der Herr wird ihm den Stuhl seines Vaters Davids geben; und er wird ein König sein über das Haus Jacobs ewiglich, und seines Königreichs wird kein Ende sein. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen? Sintemal ich von 33 nebst den Festlichen Vorlesungen. feinem Manne weiß. Der Engel antwortete, und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Befreundte ist auch schwanger mit einem Sohne, in ihrem Alter; und gehet jetzt im sechsten Monat, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr. Nun Vorlesungen( Vormitt. Röm. Cap. 5, v. 1 bis 21. Nachmittags ein Stück der Passion, oder die Epistel vorgelesen wird; sonst bis v. 11 und Nachmittags die andere Hälfte). Jun wir sind gerecht geworden durch den Glauben; so haben wir Frieden mit Gott, durch unsern Herrn Jesum Christ. Durch welchen wir auch einen Zugang haben im Glauben zu dieser Gnade, darinnen wir stehen; und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben soll. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Trübsale: dieweil wir wissen, daß Trübsal Geduld bringet; Geduld aber bringet Erfahrung; Erfahrung aber bringet Hoffnung: Hoffnung aber läßt nicht zu Schanden werden. Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den heiligen Geist, welcher uns gegeben ist. Denn auch Christus, da wir noch schwach waren, nach der Zeit, ist für uns Gottlose gestorben. Nun stirbt kaum jemand um des Rechtes willen; um etwas Gutes willen dürfte vielleicht jemand sterben. Darum preiset Gott seine Liebe gegen uns, daß Christus für uns gestorben ist, da wir noch Sünder waren. So werden wir je vielmehr durch ihn behalten werden vor dem Zorn, nachdem wir durch sein Blut gerecht geworden sind. Denn so wir Gott versöhnet sind durch den Tod seines Sohnes, da wir noch Feinde waren; vielmehr werden wir selig werden durch sein Leben, so wir nun versöhnet sind. Nicht allein aber das; sondern wir rühmen uns auch Gottes, durch unsern Herrn Jesum Christ, durch welchen wir nun die Versöhnung empfangen haben. Derhalben, wie durch einen Menschen die Sünde ist gekommen in die Welt, und der Tod durch die Sünde, und ist also der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, dieweil sie alle gesündigt haben; denn die Sünde war wohl in der Welt, bis auf das Geseß; aber wo kein Geseß ist, da achtet man der Sünde nicht. Sondern der Tod herrschte von Adam an bis auf Mose, auch über die, die nicht gesündigt haben, mit gleicher Uebertretung, wie Adam, welcher ist ein Bild deß, der zukünftig war. Aber nicht hält sichs mit der Gabe, wie mit der/ Sünde. Denn so an Eines Sünde Viele gestorben sind; so ist vielmehr Gottes Gnade und Gabe Vielen reichlich widerfahren, durch die Gnade des einigen Menschen, Jesu Christi. Und nicht ist die Gabe allein über eine Sünde, wie durch des einigen Sünders einige Sünde alles Verderben. Denn das Urtheil ist gekommen aus einer Sünde zur Verdammniß; die Gabe aber hilft aus vielen Sünden zur Gerechtigkeit. Denn so um des einigen Sünde willen der Tod geherrschet hat 3 34 Episteln und Evangelia, 1 durch den Einen: vielmehr werden die, so da empfangen die Fülle der Gnade und der Gabe zur Gerechtigkeit, herrschen im Leben, durch Einen, Jesum Christ. Wie nun durch eines Sünde die Verdammniß über alle Menschen gekommen ist; also ist auch durch Eines Gerechtigkeit die Rechtfertigung des Lebens über alle Menschen gekommen. Denn gleid) wie durch Eines Menschen Ungehorsam viel Sünder geworden sind; also auch durch Eines Gehorsam werden viele Gerechte. Das Gesetz aber ist neben eingekommen, auf daß die Sünde mächtiger würde. Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade viel mächtiger geworden; auf daß, gleich wie die Sünde geherrschet hat zu dem Tode, also auch herrsche die Gnade durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben, durch Jesum Christ unsern Herrn. Am Palmsonntage. Epistel( Philipp. Cap. 2, v. 5 bis 13). Sin jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Chriſtus auch war. Welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein; sondern äußerte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch und an Geberden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ift: daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle derer nie, die im Himmel, und auf Erden, und unter der Erde sind; und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Vaters. Also, meine Liebsten, wie ihr allezeit seid gehorsam gewesen, nicht allein in meiner Gegenwärtigkeit, sondern auch nun vielmehr in meinem Abwesen; schaffet, daß ihr selig werdet mit Furcht und Zittern. Denn Gott ist es, der in euch wirket, beides das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen. Statt des Evangelii Jes. Cap. 53, welches auch Nachmittags vorgelesen wird. ( o spricht der Herr: Siche, mein Knecht wird weislich thun, und wird erhöhet, und sehr hoch erhaben sein: daß sich viele über dir ärgern werden; weil seine Gestalt häßlicher ist, denn anderer Leute, und sein Ansehn, denn der Menschen Kinder. Aber also wird er viele Heiden besprengen, daß auch Könige werden ihren Mund gegen ihn zuhalten. Denn welchen nichts davon verkündigt ist, dieselben werdens mit Lust sehen; und die nichts davon gehöret haben, die werdens merken. Aber wer glaubt unserer Predigt? Und wem wird der Arm des Herrn geoffenbaret? Denn er schießt auf vor ihm wie ein Reis, und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte teine Gestalt noch Schöne: wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwertheste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn nichts geachtet. Fürwahr er trug unsere Krankheit, und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen nebst den Festlichen Vorlesungen. 35 und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missethat willen verwundet, und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilet. Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sahe auf seinen Weg: aber der Herr warf unser aller Sünde auf ihn. Da er gestraft und gemartert ward, that er seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführet wird, und wie ein Schaf, das verstummet vor seinem Scheerer, und seinen Mund nicht aufthut. Er ist aber aus der Angst und Gericht genommen; wer will seines Lebens Länge ausreden? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er um die Missethat meines Volks geplaget war. Und er ist begraben wie die Gottlosen, und gestorben wie ein Reicher; wiewohl er niemand Unrecht gethan hat, noch Betrug in seinem Munde gewesen ist. Aber der Herr wollte ihn also zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat; so wird er Saamen haben, und in die Länge leben, und des Herrn Bornehmen wird durch seine Hand fortgehen. Darum, daß seine Seele gearbeitet hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben. Und durch sein Erkenntniß wird er, mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen; denn er trägt ihre Sünden. Darum will ich ihm große Menge zur Beute geben, und er soll die Starken zum Naube haben; darum, daß er sein Leben in den Tod gegeben hat, und den Uebelthätern gleich gerechnet ist, und er vieler Sünde getragen hat, und für die Ulebelthäter gebeten. Am grünen Donnerstage. Epistel( 1 Cor. Cap. 11, v. 23 bis 32). Juch Denn der Herr Jesus in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brot, dankte und brach es, und sprach: Nehmet, effet, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen auch den Kelch, nach dem Abendmahl, und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut; solches thut, so oft ihr es trinket, zu meinem Gedächtniß. Denn so oft ihr von diesem Brot effet, und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brot isset, oder von dem Kelch des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leibe und Blute des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und also esse er von diesem Brot, und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket ihm ſelber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Darum sind auch so viele Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Theil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht sammt der Welt verdammet werden. INSCR Evangelium( Joh. Cap. 13, v. 1 bis 15). or dem Fest der Ostern, da Jesus erkannte, daß seine Zeit gekom3* spulsiro wspilg mid dan 36 Auch dad Episteln und Evangelia, stand indi slid geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Ischarioth ins Herz gegeben, daß er er ihn verriethe, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott gekommen war, und zu Gott ging: stand er von dem Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, und nahm einen Schurz, und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hob an den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro; und derselbige sprach zu ihm: Herr solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Theil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein; aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider, und setzte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Jhr heißet mich Meister und Herr, und sagt recht daran, denn ich bin es auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe; so sollt ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Vorlesungen( Joh. Cap. 6, v. 47 bis 58). : glaubt, der hat das ewige Leben. Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben Manna gegessen in der Wüste, und sind gestorben. Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, auf daß, wer davon isset, nicht sterbe. Ich bin das lebendige Brot, vom Himmel gekommen. Wer von diesem Brot effen wird, der wird leben in Ewigkeit. Und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, welches ich geben werde für das Leben der Welt. Da zankten die Juden unter einander, und sprachen: Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sprach zu ihnen: Währlich, wahrlich, ich sage euch: Werdet ihr nicht essen das Fleisch des Menschen Sohnes und trinken sein Blut, so habt ihr fein Leben in euch. Wer mein Fleisch isset, und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am jüngsten Tage auferwecken. Denn mein Fleisch ist die rechte Speise, und mein Blut ist der rechte Trank. Wer mein Fleisch isset, und trinket mein Blut, der bleibet in mir, und ich in ihm. Wie mich gesandt hat der lebendige Vater, und ich lebe um des Vaters willen: also, wer mich isset, derselbige wird auch leben um meinet willen. Dies ist das Brot, das vom Himmel gekommen ist, nicht, wie eure Väter haben Manna gegessen, und sind gestorben. Wer dies Brot isset, der wird leben in Ewigkeit. nebst den Festlichen Vorlesungen. ( Oder Pf. 111.) ch danke dem Herrn von ganzem Herzen, im Rath der Frommen J und in der Gemeine. Groß sind die Werke des Herrn; wer ihrer achtet, der hat eitel Lust daran. Was er ordnet, das ist löblich und herrlich; und seine Gerechtigkeit bleibet ewiglich. Er hat ein Gedächtniß gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige Herr. Er giebt Speise denen, so ihn fürchten; er gedenket ewiglich an seinen Bund. Er läßt verkündigen seine gewaltige Thaten seinem Volk, daß er ihnen gebe das Erbe der Heiden. Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht; alle seine Gebote sind rechtschaffen. Sie werden erhalten immer und ewiglich, und geschehen treulich und redlich. Er sendet eine Erlösung seinem Volk; er verheißet, daß sein Bund ewiglich bleiben soll. Heilig und hehr ist sein Name. Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang; das ist eine feine Klugheit; wer darnach thut, des Lob bleibet ewiglich. 37 AmAm ersten Ostertage. Epistel( 1 Cor. Cap. 5, v. 6 bis 8). Ruhm ist nicht sein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? Darum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleich wie ihr ungesäuert seid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteige, auch nicht im Sauerteige der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteige der Lauterkeit und Wahrheit. Evangelium( Marc. Cap. 16, v. 1 bis 8). a der Sabbath vergangen war, kauften Maria Magdalena, und Maria Jacobi und Salome Specerei, auf daß sie kämen und salbeten Jesum. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbather sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin, und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war: denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sißen, der hatte ein langes weißes Kleid an; und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzet euch nicht. Ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht hier. Siehe da, die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin, und saget es seinen Jüngern, und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus, und flohen von dem Grabe: denn es war sie Zittern und Entseßen angekommen, und sagten niemand nichts, denn sie fürchteten sich. Vorlesungen( Vormitt. Matth. Cap. 28). [ m Abend des Sabbaths, welcher anbricht am Morgen des ersten A Feiertages der kam Maria Magdalena, die María, das Grab zu besehen. Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hin 38 Episteln und Evangelia, zu, und wälzte den Stein von der Thür, und setzte sich darauf. Und. feine Gestalt war wie der Bliß, und sein Kleid weiß als der Schnee. Die Hüter aber erschraken vor Furcht, und wurden als wären sie todt. Aber der Engel antwortete, und sprach zu den Weibern: Fürchtet euch nicht; ich weiß, daß ihr Jesum den Gekreuzigten suchet. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her, und sehet die Stäte, da der Herr gelegen hat; und gehet eilend hin, und saget es seinen Jüngern, daß er auferstanden sei von den Todten. Und siehe, er wird vor euch hingehen in Galiläa, da werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. Und sie gingen eilend zum Grabe hinaus, mit Furcht und großer Freude; und liefen, daß sie es seinen Jüngern verfündigten. Und da sie gingen, feinen Jüngern zu verkündigen: siehe, da begegnete ihnen Jesus, und sprach: Seid gegrüßet. Und sie traten zu ihm, und griffen an seine Füße, und fielen vor ihm nieder. Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht; gehet hin, und verkündiget es meinen Brüdern, daß sie gehen in Galiläa, daselbst werden sie mich sehen. Da sie aber hingingen; siebe, da famen etliche von den Hütern in die Stadt und verkündigten den Hohenpriestern alles, was geschehen war. Und sie kamen zusammen mit den Aeltesten, und hielten einen Rath, und gaben den Kriegsknechten Geld genug, und sprachen: Saget: Seine Jünger kamen des Nachts, und stahlen ihn, dieweil wir schliefen. Und wo es würde auskommen bei dem Landpfleger, wollen wir ihn stillen, und schaffen, daß ihr sicher seid. Und sie nahmen das Geld, und thaten, wie sie gelehret waren. Solches ist eine gemeine Rede geworden bei den Juden, bis auf den heutigen Tag. Aber die eilf Jünger gingen in Galiläa auf einen Berg, dahin Jesus sie beschieden hatte. Und da sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; etliche aber zweifelten. Und Jesus irat zu ihnen, redete mit ihnen, und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin, und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes; und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende. ( Nachmitt. 1 Petr. Cap. 1, v. 3 bis 21). Selb elobet sei Gott und der Vater unfers Herrn Jesu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung, durch die Auferstehung Jesu Christi von den Todten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe; das behalten wird im Himmel, euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahret werdet zur Seligkeit, welche zubereitet ist, daß sic offenbar werde zu der letzten Zeit, in welcher ihr euch freuen werdet, die ihr jeßt eine kleine Zeit,( wo es sein soll) traurig seid in mancherlei Anfechtungen, auf daß euer Glaube rechtschaffen und viel Föstlicher erfunden werde, denn das vergängliche Gold, das durchs Feuer bewähret wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn nun geoffenbaret wird Jesus Christus, welchen ihr nicht gesehen und doch lieb habt, und nun an ihn glaubet, wiewohl ihr ihn nicht sehet, so werdet ihr euch freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, und das Ende eures Glaubens davon bringen, nämlich der Seelen Seligkeit. Nach nebst den Festlichen Vorlesungen. 39 welcher Seligkeit haben gesuchet und geforschet die Propheten, die von der zukünftigen Gnade auf euch geweisfaget haben, und haben geforschet, auf welche und welcherlei Zeit deutete der Geist Christi, der in ihnen war, und zuvor bezeuget hat die Leiden, die in Christo sind, und die Herrlichkeit darnach; welchen es geöffenbaret ist. Denn sie haben es nicht ihnen selbst, sondern uns dargethan, welches euch nun verkündiget ist durch die, so euch das Evangelium verfündiget haben, durch den heiligen Geist vom Himmel gesandt; welches auch die Engel gelüstet zu schauen. Darum so begürtet die Lenden eures Gemüths, seid nüchtern, und sehet eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird durch die Offenbarung Jesu Christi, als gehorsame Kinder, und stellet euch nicht gleich wie vorhin, da ihr in Unwissenheit. nach den Lüsten lebetet: sondern nach dem, der euch berufen hat, und heilig ist, seid auch ihr heilig in allem eurem Wandel. Denn es stehet geschrieben: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig. Und sintemal ihr den zum Vater anrufet, der ohne Anschn der Person richtet, nach eines jeglichen Werk; so führet euren Wandel so lange ihr hier wallet mit Furcht; und wisset, daß ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöset seid von eurem eiteln Wandel, nach väterlicher Weise; sondern mit dem theuren Blute Christi, als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes; der zwar zuvor versehen ist, ehe der Welt Grund geleget ward, aber geoffenbaret zu den letzten Zeiten um euret willen; die ihr durch ihn glaubet an Gott, der ihn auferwecket hat von den Todten, und ihm die Herrlichkeit gegeben, auf daß ihr Glauben und Hoffnung zu Gott haben möchtet. Am andern Ostertage. Episte!( Up. Gesch. Cap. 10, v. 34 bis 41). etrus that seinen Mund auf, und sprach: Nun erfahre ich mit der Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat, und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum, ( welcher ist ein Herr über alles) die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte: wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gefalbet hat mit dem heiligen Geist und Kraft; der umher gezogen ist, und hat wohl gethan und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältigt waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles deß, das er gethan hat im jüdischen Lande, und zu Jerusalem. Den haben sie getödtet, und an ein Holz gehänget. Denselbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Todten. Evangelium( Luc. Cap. 24, v. 13 bis 35). ween aus den Jüngern Jesu gingen an dem Tage seiner Auferstehung in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feldweges weit, deß Name heißt Emmahus. Und sie redeten mit einander von allen 40. Episteln und Evangelia, dar diesen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten, und befragten sich mit einander; nahete Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterweges, und seid traurig? Da antwortete einer, mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremd= lingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, ver Gott und allem Volk, wie ihn unsere Hohepriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todes, und gekreuziget. Wir aber hofften, er solle Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern, die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fanden es also, wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und träges Herzens, zu glauben allem dem, das die Propheten geredet haben; mußte nicht Christus solches leiden, und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und sing an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schrift aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen; und er stellete sich, als wolle er weiter gehen. Und sie nöthigten ihn, und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß; nahm er das Brot, dankte, brach es, und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselbigen Stunde, fehreten wieder gen Jerusalem, und fanden die eilfe versammlet, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, und Simoni erschienen. Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brod brach. Vorlesungen( Vormitt. 1 Cor. Cap. 15, v. 1 bis 22). ch kündiget habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet, welchergestalt ich es euch verkündiget habe, so ihr es behalten habt, es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubet hättet. Denn ich habe euch zuförderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden nach der Schrift; und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage, nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen; darnad) ist er gesehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf einmal, derer noch viele leben, etliche ab er sind entschlafen. Darnach nebst den Festlichen Vorlesungen. 41 ist er gesehen worden von Jacobo, darnach von allen Aposteln; am letzten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der Geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apoſtel heiße, darum, daß ich die Gemeine Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe vielmehr gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Es ſei nun ich oder jene, also prebigen wir, und also habt ihr geglaubet. So aber Christus geprediget aber die wird, er sei von den Todten auferstanden; wie sagen denn etliche er unter erstehung der Todten nichts; so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. Wir würden aber auch erfunden. falsche Zeugen Gottes, daß wir wider Gott gezeuget hätten, er hätte Christum auferwecket, den er nicht auferwecket hätte, sintemal die Todten nicht auferstehen. Denn so die Todten nicht auferstehen, so ist Christus standen, so ist euer Glaube eitel, so seid ihr noch in euren Sünden; so sind auch die, so in Christo entschlafen sind, verloren. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christum, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auferstanden von den Todten, und der Erstling geworden unter denen, die da schlafen. Sintemal durch einen Menschen der Tod, und durch einen Menschen die Auferstehung der Todten kommt. Denn gleichwie sie in Adam alle sterben, also werden sie in Christo alle lebendig gemacht werden. ( Nachmitt. 1 Cor. Cap. 15, v. 35 bis 58.) öchte jemand sagen: Wie werden die Todten auferstehen? Und säest, wird nicht lebendig, es sterbe denn. Und das du säest, ist ja nicht der Leib, der werden soll; sondern ein bloßes Korn, nämlich Weizen, oder der andern eins. Gott aber giebt ihm einen Leib, wie er will, und einem jeglichen von den Samen seinen eigenen Leib. Nicht ist alles Fleisch einerlei Fleisch, sondern ein anderes Fleisch ist der Menschen, ein anderes des Viehes, ein anderes der Fische, ein anderes der Vögel. Und es sind himmlische Körper, und irdische Körper. Aber eine andere Herrlichkeit haben die himmlischen, und eine andere die irdischen. Eine andere Klarheit hat die Sonne, eine andere Klarheit hat der Mond, eine andere Klarheit haben die Sterne; denn ein Stern übertrifft den andern nach der Klarheit. Also auch die Auferstehung der Todten. Es wird gesäet verweslich, und wird auferstehen unverweslich. Es wird gefäet in Unehre, und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesäet in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft. Es wird gefäet ein natürlicher Leib, und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Hat man einen natürlichen Leib, so hat man auch einen geistlichen Leib. Wie es geschrieben stehet: Der erste Mensch, Adam, ist gemacht in das natürliche Leben; und der letzte Adam in das geistliche Leben. Aber der geistliche Leib ist nicht der erste; sondern der natürliche, tarnach der geistliche. Der erste Mensch ist von der Erte, und 42 Episteln und Evangelia, irdisch; der andere Mensch ist der Herr vom Himmel. Welcherlei der irdische ist, solcherlei sind auch die irdischen; und welcherlei der himmlische ist, solcherlei sind auch die himmlischen. Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, also werden wir auch tragen das Bild des Davon ich aber, lieben Brüder, daß Fleiſch und Blut nicht können das Reich Gottes ererben; auch wird das Verwesliche nicht erben das Unverwesliche. Siehe, ich sage euch ein Geheimniß: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; und dasselbige plößlich in einem Augenblick, zu der Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune schallen, und die Todten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn dies Verwesliche muß anziehen das Unverwesliche, und dies Sterbliche muß anziehen die Unsterblichkeit. Wenn aber dies Verwesliche wird anziehen das Unverwesliche, und dies Sterb. liche wird anziehen die Unsterblichkeit; dann wird erfüllet werden das Wort, das geschrieben stehet: Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? Aber der Stachel des Todes ist die Sünde, die Kraft aber der Sünde ist das Geseß. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat, durch unsern Herrn Jesum Christum. Darum, meine lieben Brüder, seid fest, unbeweglich, und nehmet immer zu in dem Werk des Herrn; sintemal ihr wisset, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn. Am ersten Sonntage nach Ostern, Quasimodo: geniti genannt. Epistel( 1 Joh. Cap. 5, v. 1 bis 13). er da glaubet, daß Jesus sei der Christ, der ist von Gott geboren. hat, der der von ihm geboren ist. Daran erkennen wir, daß wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben, und seine Gebote halten. Denn das ist die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer. Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ist es, der da kommt mit Wasfer und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist es, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: Der Vater, das Wort, und der heilige Geist; und diese drei sind eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: Der Geist, und das Wasser, und das Blut; und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer; denn Gottes Zeugniß ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. Wer Gott nicht glaubet, der macht ihn zum Lügner; denn er glaubet nicht dem Zeugniß, das Gott zeuget von seinem Sohne. Und das ist das Zeugniß, daß uns Gott das ewige Leben hat gegeben, und solches Leben ist in seinem Sohne. Wer den Sohn Gottes hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht. Solches habe ich euch geschrieben, die ihr nebst den Festlichen Vorlesungen. 43 glaubet an den Namen des Sohnes Gottes, auf daß ihr wisset, daß ihr das ewige Leben habet, und daß ihr glaubet an den Namen des Sohnes Gottes. Evangelium( Joh. Cap. 20, v. 19 bis 31).distan An m Abend desselbigen Sabbaths, da die Jünger versammlet, und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jeſus und trat mitten ein, und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das sagte, zeigte er ihnen die Hände, und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus M abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleich wie mich der Vater schil gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist; welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Thomas aber, der Zwölfen einer, der da heißt Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmal, und lege meinen Finger in die Nägelmale, und lege meine Hand in seine Seite, will ich es nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal seine Jünger darinnen, und Tomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschlossen waren, und tritt mitten ein, und spricht: Friede sei mit euch! Darnach spricht er zu Thoma: Reiche deinen Finger her, und siehe meine Hände; und reiche deine Hand her, und lege sie in meine Seite; und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete, und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen hast, Thoma, so glaubest du. Selig sind, die nicht sehen, und doch glauben. Auch viele andere Zeichen that Jesus ver seinen Jüngern, die nicht ge schrieben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Christ, der Sohn Gottes; und daß ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen. Am andern Sonntage nach Ostern, Misericordias Domini genannt. Epistel( 1 Petr. Cap. 2, v. 19 bis 25). D as ist Gnade, so jemand um des Gewissens willen zu Gott das Uebel verträgt und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missethat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohlthat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. Denn dazu seid ihr berufen. Sintemal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohete, da er litte, er stellete es aber dem heim, der da recht richtet, welcher unsere Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil geworden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen. 44 Episteln und Evangelia, esus Evangelium( Joh. Cap. 10, v. 12 bis 18). Ein ſein Leben für die Schafe. Ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, deß die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen, und verläßt die Schafe, und fliehet; und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schafe. Der Miethling aber fliehet; denn er ist ein Miethling, und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen; wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Bater. Und ich laffe mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle. Und dieselbigen muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird eine Heerde und ein Hirte werden. Darum liebet mich mein Vater, daß ich mein Leben lasse, auf daß ich es wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selber. Ich habe es Macht zu lassen, und habe es Macht wieder zu nehmen. Solches Gebot habe ich empfangen von meinem Vater. 11 Am 3. Sonntage nach Ostern, Jubilate genannt. Epistel( 1 Petr. Cap. 2, v. 11 bis 18). Lieben ieben Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrimme: Enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Secle streiten; und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß Bodie, so von euch afterreden, als von Uebelthätern, eure gute Werke sehen und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm zur Rache über die Ulebelthäter, und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit; sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre jedermann. Habet die Brüder licb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte, seid unterthan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Evangelium( Joh. Cap. 16, v. 16 bis 23). esus sprach zu seinen Jüngern: Uleber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen; und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen: denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, das er sagt zu uns: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, das er sagt, über ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fragt ihr unter einander, daß ich gesagt habe: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig sein, doch cure Traurigkeit Blagnou dos sibiq spilling nebſt den Festlichen Vorlesungen. 08 45 Daim nig soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, fo hat sie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist gekommen; wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um ders Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wieder sehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Jesus gesus 90/10700 Am 4. Sonntage nach Ostern, Cantate genannt. Epistel( Jac. Cap. 1, v. 12 bis 21). ( elig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewähret ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben. Niemand sage, wenn er versucht wird, daß er von Gett versucht werde. Denn Gott ist nicht ein Versucher zum Bösen, er versucht niemand. Sondern ein jeglicher wird versucht, wenn er von seiner eigenen Lust gereizet und gelocket wird. Darnach wenn die Lust empfangen hat, gebieret sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebieret sie den Tod. Irret nicht, lieben Brüder. Alle gute Gabe, und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung, noch Wechsel des Lichts und Finsterniß. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen, durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören; langsam aber zu reden, und langsam zum Zorn; denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit; und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. Evangelium( Joh. Cap. 16, v. 5 bis 15). sprach zu seinen Jüngern: Nun gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand unter euch fragt mich: Wo gehest du hin? Sondern, dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Traurens geworden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch sen den. Und wenn derselbige kommt, der wird die Welt strafen, um die Sünde, und um die Gerechtigkeit, und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht sehet. Um das Bericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnet es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selbst reden; ſen dern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig iſt, wird er euch verkündigen. Derselbige wird mich verklären; denn von dem Meinen wird er es nehmen, und euch verfündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum habe ich gesagt: Er wird es von dem Meinen nehmen, und euch verkündigen. 46 Episteln und Evangelia, 2m 5. Sonntage nach Ostern, Rogate genannt. Epistel( Jac. Cap. 1, v. 22 bis 27). Seid Thäter des Worts, und nicht Hörer allein, damit ihr euch so des LAH und nicht ein Thäter; der ist gleich einem Manne, der sein leibliches Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat; gehet er von Shund an davon, und vergißt, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Gefeß der Freiheit, und darinnen beharret; und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter: derselbige wird selig sein in seiner That. So aber sich jemand unter euch läffet dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern verführet sein Herz; deß Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der: Die Waisen und Wittwen in ihrer Trübsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. Evangelium( Joh. Cap. 16, v. 23 bis 33). 200 Cesus sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: bitten werdet in meinem Namten, wird er es euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprüchwort geredet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprüchwort zu euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will: denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet, und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen, und gekommen in die Welt: wiederum verlasse ich die Welt, und gehe zum Bater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus, und sagst kein Sprüchwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt, und bedarfst nicht, daß dich jemand frage. Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Jesus antwortete ihnen: Jeht glaubet ihr. Siehe, es kommt die Stunde, und ist schon gekommen, daß ihr zerstreuet werdet, ein jeglicher in das Seine, und mich allein laffet: aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir. Solches habe ich mit euch geredet, daß ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst: aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Am Tage der Himmelfahrt Christi. Epistel( Apost. Gesch. Cap. 1, v. 1 bis 11). Rede das Jesus anfing, beides zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln, welche er hatte erwählet, durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte. Welchen er sich nach seinem Leiden lebendig erzeiget hatte, durch mancherlei Erweisungen, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie verſammlet hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteRE nebst den Festlichen Vorlesungen. 47 ten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret( sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft: ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getaufet werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen gekommen waren, fragten ihn, und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat; sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch fommen wird; und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem, und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erde. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehens, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahrend, siehe, da standen bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr, und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Evangelium( Marc. Cap. 16, v. 14 bis 20). a die Eilfe zu Tische saßen, offenbarte sich Jesus, und schalt ihren hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden; und sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt, und prediget das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getaufet wird, der wird selig werden: wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödtliches trinken, wird es ihnen nicht schaden, auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und sißet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus, und predigten an allen Orten: und der Herr wirkte mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Vorlesungen( Vormitt. Hebr. Cap. 4, v. 14 bis Cap. 5, v. 9). einen Gottes, der gen Himmel gefahren ist; so lasset uns halten an dem Bekenntniß. Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte Mitleiden haben mit unserer Schwachheit, sondern der versucht ist allenthalben, gleich wie wir, doch ohne Sünde. Darum lasset uns hinzu treten mit Freudigkeit zu dem Gnadenstuhl, auf daß wir Barmherzigkeit empfangen, und Gnade finden auf die Zeit, wenn uns Hülfe noth sein wird. Denn ein jeglicher Hoherpriester, der aus den Menschen genommen wird, der wird geseßt für die Menschen gegen Gott, auf daß er opfere Gaben und Opfer für die Sünden; der da könnte mitleiden über die, so unwissend sind und irren, nachdem er auch selbst umgeben ist mit Schwachheit. Darum muß er auch, gleichwie für das Volk, also auch für sich selbst opfern für die Sünden. Und niemand nimmt ihm selbst die Ehre; sondern der auch berufen sei von Gott, gleich wie der Aaron. Also auch Christus hat sich nicht Episteln und Evangelia, 1 selbst in die Ehre geseßt, daß er Hoherpriester würde, sondern der zu ihm gesagt hat: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeuget. Wie er auch am andern Ort spricht: Du bist ein Priester in Ewigfeit, nach der Ordnung Melchisedeks. Und er hat in den Tagen seines Fleisches Gebet und Flehen mit starkem Geschrei und Thränen geopfert zu dem, der ihm von dem Tode kounte aushelfen; und ist auch erhöret, darum, daß er Gott in Ehren hatte. Und wiewohl er Gottes Sohn war, hat er doch an dem, das er litte, Sehorsam gelernet. Und da er ist vollendet, ist er geworden allen, die ihm gehorsam sind, eine Ursach zur ewigen Seligkeit. 18 48 ( Nachmitt. Hebr. Cap. 9, v. 24 bis Cap. 10, v. 14.) Anal in das mit macht ist,( welches ist ein Gegenbild der Rechtschaffenen); sondern in den Himmel selbst, nun zu erscheinen von dem Angesicht Gottes für uns. Auch nicht, daß er sich oftmals opfere, gleich wie der Hohepriester gehet alle Jahr in das Heilige mit fremdem Blut. Sonst hätte er oft müssen leiden vom Anfang der Welt her. Nun aber am Ende der Welt ist er Einmal erschienen, durch sein eigen Opfer, die Sünde aufzuheben. Und wie den Menschen ist geseßt einmal zu sterben, darnach aber das Gericht: also ist Christus Einmal geopfert, wegzunehmen vieler Sünden. Zum andern Mal aber wird er ohne Sünde erscheinen denen, die auf ihn warten, zur Seligkeit. Denn das Geseß hat den Schatten von den zukünftigen Gütern, nicht das Wesen der Güter selbst. Alle Jahre muß man opfern immer einerlei Opfer, und kann nicht, die da opfern, vollkommen machen. Sonst hätte das Opfer aufgehöret, wo die, so am Gottesdienst sind, kein Gewissen mehr hätten von den Sünden, wenn sie einmal gereiniget wären. Sondern es geschiehet nur durch dieselbigen ein Gedächtniß der Sünden alle Jahre. Denn es ist unmöglich, durch Ochsenund Bocksblut Sünden wegnehmen. Darum, da er in die Welt kommt, spricht er: Opfer und Gaben hast du nicht gewollt, den Leib aber hast du mir zubereitet. Brandopfer und Sündopfer gefallen dir nicht. Da sprach ich: Siehe, ich komme, im Buche stehet vornämlich von mir geschrieben, daß ich thun soll, Gott, deinen Willen. Droben, als er gesagt hatte: Opfer und Gaben, Brandopfer und Sündopfer hast du nicht gewollt, sie gefallen dir auch nicht,( welche nach dem Geseß geopfert werden;) da sprach er: Siehe, ich komme zu thun, Gott, deinen Willen. Da hebt er das erste auf, daß er das andere einsetze. In welchem Willen wir sind geheiliget, einmal geschehen durch das Opfer des Leibes Jesu Christi. Und ein jeglicher Priester ist eingeseßt, daß er alle Tage Gottesdienst pflege, und oftmals einerlei Opfer thue, welche nimmermehr können die Sünden abnehmen. Dieser aber, da er hat ein Opfer für die Sünde geopfert, das ewiglich gilt, sigt er nun zur Rechten Gottes, und wartet hinfort, bis daß seine Feinde zum Schemel seiner Füße gelegt werden. Denn mit einem Opfer hat er in Ewigkeit vollendet, die geheiliget werden. nebst den Festlichen Vorlesungen. Am 6. Sonntage nach Ostern, Eraudi genannt. Epistel( 1 Petr. Cap. 4, v. 8 bis 11). eid mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seid gastfrei unter einander ohne Murmeln. Und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. So jemand redet, daß er es rede als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß er es thue als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesum Christum, welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 49 Evangelium( Joh. Cap. 15, v. 26 bis Cap. 16, s. 4). Jefu esus sprach zu seinen Jüngern: Wenn der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet; der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen; denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit fommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ich es euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt; denn ich war bei euch. Am ersten Pfingsttage. Epistel( Ap. Gesch. Cap. 2, v. 1 bis 18). Als Is der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren die Jünger des Herrn alle einmüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man sahe an ihnen die Zungen zertheilet, als wären sie feurig. Und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des heiligen Geistes, und singen an zu predigen mit andern Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Volf, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen, und wurden bestürzt: denn es hörete ein jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entscßten sich aber alle, verwunderten sich, und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamien, und in Judäa und Cappadocien, Pontus und Asien, Phrygien und Pamphilien, Egypten, und an den Enden der Lybien bei Cyrene, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen. Creter und Araber: wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsetten sich aber alle, und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die Andern aber hatten es ihren Spott, und sprachen: Sie 4 50 Episteln und Evangelia, sind voll süßes Weins. Da trat Petrus auf mit den Eilfen, hob an. seine Stimme, und redete zu ihnen: Ihr Juden, lieben Männer, und Alle, die ihr zu Jerusalem wohnet, das sei euch kund gethan, und laßt meine Worte zu euren Ohren eingehen. Denn diese sind nicht trunken, wie ihr wähnet; sintemal es ist die dritte Stunde am Tage. Sondern das ist es, das durch den Propheten Joel zuvor gesagt ist: Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, ich will ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Aeltesten sollen Träume haben; und auf meine Knechte, und auf meine Mägde will ich in denselbigen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen. Evangelium( Joh. Cap. 14, v. 15 bis 31). ſo meine esus Gebote. Und ich will den Vater bitten, und er soll euch einen andern Tröster geben, daß er bei euch bleibe ewiglich, den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht kann empfangen; tenn sie siehet ihn nicht, und fennet ihn nicht. Ihr aber fennet ihn, denn er bleibet bei euch, und wird in euch sein. Ich will euch nicht Waisen lassen; ich komme zu euch. Es ist noch um ein Kleines, so wird mich die Welt nicht mehr sehen. Ihr aber sollt mich sehen; denn ich lebe, und ihr sollt auch leben. An demselbigen Tage werdet ihr erkennen, daß ich in meinem Vater bin, und ihr in mir, und ich in euch. Wer meine Gebote hat, und hält sie, der ist es, der mich liebet. Wer mich aber liebet, der wird von meinem Vater geliebet werden, und ich werde ihn lieben, und mich ihm offenbaren. Spricht zu ihm Judas, nicht der Ischarioth: Herr, was ist es, daß du uns dich willst offenbaren, und nicht der Welt? Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Wer mich liebet, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein; sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wird es euch alles lehren, und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt giebt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Bater; denn der Vater ist größer, denn ich. Und nun habe ich es euch gesagt, ehe denn es geschiehet, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht mehr viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat, stehet auf, und lasset uns von hinnen gehen. nebst den Festlichen Vorlesungen. hos bie Vorlesungen( Vormitt. Ephes. Cap. 1, v. 2 bis 23). nade sei mit euch, und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesu Christo! Gelobet sei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern, durch Christum. Wie er uns denn erwählet hat durch denselbigen, ehe der Welt Grund geleget war, daß wir sollten sein heilig und unsträflich vor ihm in der Liebe; und hat uns verordnet zur Kindschaft gegen ihn selbst, durch Jesum Christum, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zu Lobe seiner herrlichen Gnade, durch welche er uns hat angenehm gemacht in dem Geliebten; an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden, nach dem Reichthum seiner Gnade, welche uns reichlich widerfahren ist, durch allerlei Weisheit und Klugheit. Und hat uns wissen lassen das Geheimniß seines Willens, nach seinem Wohlgefallen, und hat dasselbige hervorgebracht durch ihn, daß es geprediget würde, da die Zeit erfüllet war, auf taß alle Dinge zusammen unter ein Haupt verfasset würden in Christo, beides das im Himmel und auf Erden ist, durch ihn selbst; durch welchen wir auch zum Erbtheil gekommen sind, die wir zuvor verordnet dem der alle Dinge wirIR Sn 51 tet nach dem Nath wil ner wir etwas sein zu Lobe seiHerrlichkeit, die wir zuvor auf Christum hoffen. Durch welchen auch ihr gehöret habt das Wort der Wahrheit, nämlich das Evangelium von eurer Seligkeit; durch welches ihr auch, da ihr glaubetet, versiegelt worden seid mit dem heiligen Geiste der Verheißung, welcher ist das Pfand unsers Erbes zu unserer Erlösung, daß wir sein Eigenthum würden, zu Lobe seiner Herrlichkeit. Darum auch ich, nachdem ich gehöret habe von dem Glauben bei euch an den Herrn Jesum, und von curer Liebe zu allen Heiligen; höre ich nicht auf zu danken für euch, und gedenke eurer in meinem Gebet, daß der Gott unsers Herrn Jesu Christi, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und der Offenbarung, zu seiner Selbsterkenntniß, und erleuchtete Augen eures Verständnisses, daß ihr erkennen möget, welche da sei die Hoffnung eures Berufs, und welcher da sei der Reichthum seines herrlichen Erbes an seinen Heiligen, und welche da sei die überschwängliche Größe seiner Kraft an uns, die wir glauben, nach der Wirkung seiner mächtigen Stärke welche er gewirket hat in Christo, da er ihn von den Todten auferwecket hat und geseßt zu seiner Rechten im Himmel, über alle Fürstenthümer, Gewalt, Macht, Herrschaft, und alles, was genannt mag werden, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen. Und hat alle Dinge unter seine Füße gethan, und hat ihn geseßt zum Haupt der Gemeine über alles, welche da ist sein Leib, nämlich die Fülle deß, der alles in allem erfüllet. ( Nachmitt. Nöm. Cap. 8, v. 1 bis 11.) an die in die nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist. Denn das Geseß des Geistes, der da lebendig macht in Christo Jesu, hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Denn das dem Geseße unmöglich war,( sintemal es durch das Fleisch ge4* Episteln und Evangelia, schwächet ward,) das that Gott, und sandte seinen Sohn in der Gestalt. des sündlichen Fleisches, und verdammete die Sünde im Fleisch durch Sünde. Auf daß die Gerechtigkeit, vom Geseß erfordert, in uns erfüllet werde, die wir nun nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist. Denn die da fleischlich sind, die sind fleischlich gesinnet: die aber geistlich sind, die sind geistlich gesinnet. Aber fleischlich gesinnet un tsein, ist der Lod; und geistlich gesinnet sein, ist Leben und Friede.. Denn fleischlich gesinnet sein, ist eine Feindschaft wider Gott: sintemal es dem Gesetz Gottes nicht unterthan ist, denn es vermag es auch net nicht. Die aber fleischlich sind, mögen Gott nicht gefallen. Ihr his aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, so anders Gottes Geist din euch wohnet. Wer aber Christus Geist nicht hat, der ist nicht sein. Se aber Christus in euch ist; so ist der Leib zwar todt um der Sünde willen, der Geist aber ist das Leben um der Gerechtigkeit willen. So nun der Geist deß, der Jesum von den Todten auferwecket hat, in euch wohnet: so wird auch derselbige, der Christum von den Todten auferwecket hat, eure sterbliche Leiber lebendig machen, um deß willen, daß sein Geist in euch wohnet. 52 Am andern Pfingsttage. Epistel( Ap. Gesch. Cap. 10, v. 42 bis 48). etrus sprach: Der Herr hat uns geboten zu predigen dem Volk, daß ist verorenet digen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro gekommen waren, entsegten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward. Denn sie höreten, daß sie mit Zungen receten, und Gott hech priesen. Da antwortete Petrus: Mag auch jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getaufet werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? Und befahl sie zu taufen in dem Namen des Herrn. Evangelium( Joh. Cap. 3, v. 16 bis 21). esus sprach zu Nicodemus: Also hat Gott die Welt geliebet, daß daß an er nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte; sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist; und die Menschen liebten die Finsterniß mehr, denn das Licht. Denn ihre Werke waren böse. Wer Arges thut, der hafſet das Licht, und kommt nicht an das Licht, auf daß De feine Werke nicht gestraft werden. der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden; denn fie find in Gott gethan. 53 nebst den Festlichen Vorlesungen. Worten, Vorlesungen( Vormitt. 1 Cor. Cap. 2). da kam mit oder hoher Weisheit, euch zu verkündigen die göttliche Predigt. Denn ich hielt mich nicht dafür, daß ich etwas wüßte unter euch, ohne allein Jesum Christum, den Gekreuzigten. Und ich war bei euch mit Schwachheit, und mit Furcht, und mit großem Zittern. Und mein Wort und meine Predigt war nicht in vernünftigen Reden menschlicher Weisheit, sondern in Beweisung des Geistes und der Kraft; auf daß euer Glaube bestehe, nicht auf Menschen Weisheit, sondern auf Gottes Kraft. Da wir aber von reden, das ist dennoch Weisheit bei den Vollkommenen; nicht eine Weisheit dieser Welt, auch nicht der Obersten dieser Welt, welche vergehen: sondern wir reden von der heimlichen, verborgenen Weisheit Gottes, welche Gott verordnet hat vor der Welt, zu unserer Herrlichkeit. Welche keine von den Obersten dieser Welt erkannt hat; denn wo sie die erkannt hätten, hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuziget, sondern wie geschrieben stehet: Das kein Auge gesehen hat, und kein Ohr gehöret hat, und in keines Menschen Herz gekommen ist, das Gott bereitet hat denen, die ihn lieben: uns aber hat es Gott geoffenbaret durch seinen Geist. Denn der Geist erforschet alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit. Denn welcher Mensch weiß, was im Menschen ist, ohne der Geist des Menschen, der in ihm ist? Also auch weiß Niemand, was in Gott ist, ohne der Geist Gottes. Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, daß wir wissen können, was uns von Gott gegeben ist. Welches wir auch reden, nicht mit Worten, welche menschliche Weisheit lehren kann; sondern mit Worten, die der heilige Geist lehret, und richten geistliche Sachen geistlich. Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Thorheit, und kann es nicht erkennen, denn es muß geistlich gerichtet sein. Der Geistliche aber richtet alles, und wird von niemand gerichtet. Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer will ihn unterweisen? Wir aber haben Christi Sinn. ( Nachmitt. Apost. Gesch. Cap. 2, v. 32 bis 47). etrus sprach: Gott hat Jesum auferwecket, deß sind wir alle Zeugen. Nun er durch die Rechte Gottes erhöhet ist, und empfangen hat die Verheißung des heiligen Geistes vom Vater: hat er ausgegossen dies, das ihr sehet und höret. Denn David ist nicht gen Himmel gefahren. Er spricht aber: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Seße dich zu meiner Rechten, bis daß ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße. So wisse nun das ganze Haus Israel gewiß, daß Gott diesen Jesum, den ihr gekreuziget habt, zu einem Herrn und Christ gemacht hat. Da sie aber das höreten, ging es ihnen durchs Herz, und sprachen zu Petro, und zu den andern Aposteln: Ihr Männer, lieben Brüder, was sollen wir thun? Petrus sprach zu ihnen: Thut Buße, und lasse sich ein jeglicher taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden; so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes. Denn euer und eurer Kinder ist diese Verheisung, und aller die ferne sind, welche Gott, unser Herr, herzu rusen wird. Auch mit viel andern Worten bezeugete er, und ermahnete, 54 Episteln und Evangelia, und sprach: Laßt euch helfen von diesen unartigen Leuten. Die nun sein Wort gerne annahmen, ließen sich taufen; und wurden hinzu gethan an dem Tage bei drei tausend Seelen. Sie blieben aber beständig in der Apostel Lebre, und in der Gemeinschaft, und im Brotbrechen, und im Gebet. Es kam auch allen Seelen Furcht an; und geschaben viele Wunder und Zeichen durch die Apostel. Alle aber, die gläubig waren geworden, waren bei einander, und hielten alle Dinge gemein. Ihre Güter und Habe verkauften sie, und theilten sie aus unter alle, nachdem jedermann noth war. Und sie waren täglich und stets bei einander einmüthig im Tempel, und brachen das Brot hin und her in Häusern, nahmen die Speise, und lobten Gott mit Freuden und einfältigem Herzen, und hatten Gnade bei dem ganzen Volk. Der Herr aber that hinzu täglich, die da selig wurden, zu der Gemeine. Am Sefte der Dreieinigkeit. Epistel( Röm. Cap. 11, v. 33 bis 36). der und Erkenntniß Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder, wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder, wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm, und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit, Amen. Evangelium( Joh. Cap. 3, v. 1 bis 15). C Is war ein Mensch unter den Pharisäern, mit Namen Nicodemus, ein Oberster unter den Juden; der kam zu Jesu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du ein Lehrer von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen, und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch: und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dichs nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Shr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du höreft sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er fährt. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nicodemus antwortete, und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel, und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben; und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage: wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nämlich des nebst den Festlichen Vorlesungen. 55 Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Vorlesungen( Vorm. Joh. Cap. 14, v. 1 bis 17). Je esus sprach zu seinen Jüngern: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubet ihr an Gott, so glaubet ihr auch an mich. In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich gehe hin, euch die Stäte zu bereiten. Und ob ich hinginge, euch die Stäte zu bereiten; will ich doch wieder kommen, und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin. Und wo ich hingehe, das wisset ihr, und den Weg wisset ihr auch. Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht, wo du hingebeft; und wie können wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: ich bin der Weg, und die Wahrheit, und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich. Wenn ihr mich kennetet, so kennetet ihr auch meinen Vater. Und von nun an fennet ihr ihn, und habt ihn gesehen. Spricht zu ihm Philippus: Herr, zeige uns den Vater, so gnüget uns. Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du kennest mich nicht? Philippe, wer mich siehet, der siehet den Vater. Wie sprichst du denn: Zeige uns den Vater? Glaubest du nicht, daß ich im Vater, und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst. Der Vater aber, der in mir wohnet, derselbige thut die Werke. Glaubet mir, daß ich im Vater, und der Vater in mir ist; wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen. Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer an mich glaubet, der wird die Werke auch thun, die ich thue, und wird größere, denn diese, thun, denn ich gehe zum Vater. Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun, auf daß der Vater geehret werde in dem Sohne. Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun. Liebet ihr mich, so haltet meine Gebote. Und ich will den Vater bitten, und er soll euch einen andern Tröster geben, daß er bei euch bleibe ewiglich, den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht kann empfangen; denn sie siehet ihn nicht, und kennet ihn nicht. Ihr aber kennet ihn, denn er bleibet bei euch, und wird in euch sein. sind die ( Nachmitt. 5 B. Mos. Cap. 6, v. 1 bis 15.) Gebote und Gott, geboten hat, daß ihr sie lernen und thun sollt im Lande, dahin ihr ziehet, dasselbe einzunehmen! daß du den Herrn, deinen Gott, fürchtest, und haltest alle seine Rechte und Gebote, die ich dir gebiete, du und deine Kinder, und deine Kindeskinder, alle eure Lebtage, auf daß ihr lange lebet. Israel, du sollst hören und behalten, daß du es thust, daß dirs wohl gehe, und sehr vermehret werdest; wie der Herr, deiner Väter Gott, dir geredet hat, ein Land, da Milch und Honig innen fließt. Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist ein einiger Herr. Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allem Vermögen. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen. Episteln und Evangelia, de intens pe mine 56 Und sollft sie deinen Kindern schärfen, und davon reden, wenn du in deinem Hause sißest, oder auf dem Wege gehest, wenn du dich niederlegest, oder aufstehest; und sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sollen dir ein Denkmal vor deinen Augen sein; und sollst sie über deines Hauses Pfosten schreiben, und an die Thore. Wenn dich nun der Herr, dein Gott, in das Land bringen wird, das er deinen Vätern, Abraham, Isaac und Jacob, geschworen hat, dir zu geben, große und feine Städte, die du nicht gebauet hast, und Häuser alles Guts voll, die du nicht gefüllet hast, und ausgehauene Brunnen, die du nicht ausgehauen hast, und Weinberge und Delberge, die du nicht gepflanzet hast, daß du esfest und satt wirst; so hüte dich, daß du nicht des Herrn vergesseft, der dich aus Egyptenland, aus dem Diensthause, geführet hat; sondern sollst den Herrn, deinen Gott, fürchten, und ihm dienen, und bei seinem Namen schwören. Und sollst nicht andern Göttern nachfolgen, der Völker, die um euch her sind. Denn der Herr, dein Gott, ist ein eifriger Gott unter dir; daß nicht der Zorn des Herrn, deines Gottes, über dich ergrimme, und vertilge dich von der Erde. ( Oder: Jes. Cap. 48, v. 10 bis 22.) o spricht der Herr: Siehe, ich will dich läutern, aber nicht wie Silber; sondern ich will dich auserwählt machen im Ofen des Elentes. Um meinet willen, ja um meinet willen will ich es thun, daß ich nicht gelästert werde: denn ich will meine Ehre keinem andern lassen. Höre mir zu, Jacob, und du Israel, mein Berufener: Ich bin es, ich bin der Erste, dazu auch der Leste. Meine Hand hat den Erdboden gegründet, und meine rechte Hand hat den Himmel umspannet; was ich rufe, das stehet alles da. Sammlet euch alle, und höret: Wer ist unter diesen, der solches verkündigen kann? Der Herr liebt ihn: darum wird er seinen Willen an Babel, und seinen Arm an den Chaldäern beweisen. Ich, ja ich habe es gesagt, ich habe ihn gerufen; ich will ihn auch kommen lassen, und sein Weg soll ihm gelingen. Tretet her zu mir, und höret dies; ich habe es nicht im Verborgenen zuvor geredet. Von der Zeit an, da es geredet wird, bin ich da; und nun sendet mich der Herr Herr, und sein Geist. So spricht der Herr, dein Erlöser, der Heilige in Israel: Ich bin der Herr, dein Gott, der dich lehret, was nüßlich ist, und leitet dich auf dem Wege, den du gehest. O daß du auf meine Gebote merktest: so würde dein Friede sein wie ein Wasserstrom, und deine Gerechtigfeit wie Meerswellen; und dein Saame würde sein wie Sand, und das Gewächs deines Leibes wie desselbigen Kies; deß Name nicht würde ausgerottet noch vertilget vor mir. Gehet aus von Babel, fliehet von den Chaldäern mit fröhlichem Schall; verfündiget und laffet solches hören, bringet es aus bis an der Welt Ende. Sprechet: Der Herr hat seinen Knecht Jacob erlöset. Sie hatten feinen Durst, da er sie leitete in der Wüste; er ließ ihnen Wasser aus dem Felsen fließen; er riß den Fels, daß Wasser heraus rann. Aber die Gottlosen, spricht der Herr, haben keinen Frieden. llopapey date whic ad intrach nebst den Festlichen Vorlesungen. 5.7 #alida Am 1. Sonntage nach dem Seste der Dreieinig: bian gotun Feit, oder Trinitatis. llisbilmmid and mdnd pastog the end Epistel( 1 Joh. Cap. 4, v. 16 bis 21). Gott ott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott sates 19 und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleich wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, misd sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lase set uns ihn lieben; denn er hat uns erst geliebet. So jemand spricht: Ich liebe Gott, und haffet seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet; wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Evangelium( Luc. Cap. 16, v. 16 bis 31). esus sprach: Es war ein reicher Mann, der kleidete sich mit PurFreuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor feiner Thür voller Schwären, und begehrete sich zu sättigen von den Brosaamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schooß. Der Reiche aber starb auch, und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf, und sahe Abraham von ferne, und Lazarum in seinem Schooß, rief und sprach: Bater Abraham, erbarme dich meiner, und sende Lazarum, daß er das Neußerste seines Fingers ins Wasser tauche, und fühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getrö dist stet, und du wirst gepeinigt. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß die da wollten von hinnen hinab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Bater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus: denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten; laß ſie dieselbigen hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Todten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob jemand von den Todten auferstände. 301 Tina 2m 2. Sonntage nach dem Seste der Dreieinigkeit. Epistel( 1 Joh. Cap. 3, v. 13 bis 24). Ve erwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt haffet. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben gekommen sind; denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Daf mad Adan 7 Episteln und Evangelia, 58 Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Todtschläger; und ihr- wiffet, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat; und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu: wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge; sondern mit der That und mit der Wahrheit. Daran erkennen wir, daß wir aus der Wahrheit sind, und können unser Herz vor ihm stillen, daß, so uns unser Herz verdammet, daß Gott größer ist, denn unser Herz, und erkennet alle Dinge. Ihr Lieben, so uns unser Herz nicht verdammet, so baben wir eine Freudigkeit zu Gott; und was wir bitten, werden wir von ihm nehmen, denn wir halten seine Gebote, und thun, was vor ihm gefällig ist. Und das ist sein Gebot, daß wir glauben an den Namen seines Sohnes Jesu Christi, und lieben uns unter einander, wie er uns ein Gebot gegeben hat. Und wer seine Gebote hält, der bleibet in ihm, und er in ihm. Und daran erfennen wir, daß er in uns bleibet, an dem Geist, den er uns gegeben hat. Evangelium( Matth. Cap. 22, v. 1 bis 14). I esus sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Gäste zur Hochzeit riefen: und sie wollten nicht kommen. Abermal fandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvich ist geschlachtet, und alles bereit; kommt zur Hochzeit. Aber sie verachteten das, und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Handthierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und törteten sie. Da das der König hörete, ward er zornig, und schickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren es nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute. Und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein die Gäste zu besehen und sahe allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitliches Kleid an, und sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein gekommen, und hast doch kein hochzeitliches Kleid an? Er aber verstummete; da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen; denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. ( Oder: Luc. Cap. 14, v. 16 bis 24). esus sprach: Es war ein Mensch, der machte ein großes Abendaus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist alles bereit. Und sie fingen an alle nach einander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und muß hinaus gehen, und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige nebst den Festlichen Vorlesungen. 54 mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jetzt bin, sie zu beschen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam, und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig, und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gaffen der Stadt, und führe die Urmen, und Krüppel, und Lahmen, und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen haft; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen, und an die Zäune, und nöthige sie herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage cuch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Am 3. Sonntage nach dem Seste der Dreieinigkeit. Epistel( 1 Petr. Cap. 5, v. 5 bis 11). llesammt seid unter einander unterthan, und haltet fest an der müthigen giebt er Gnade. So demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erböhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn; denn er sørget für euch. Seid nüchtern und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, gebet umher wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge. Dem widerstehet fest im Glauben, und wisset, daß eben dieselbigen Leiden über eure Brüder in der Welt geben. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Demselbigen sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. A ben Evangelium( Luc. Cap. 15, v. 1 bis 10). Es naheten zu Jesu allerlei Zöllner und Sünder, daß ſie ihn höreten. die und und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an, und isset mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichniß, und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eins verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüste, und hingehe nach dem verlornen, bis daß er es finde? Und wenn er es gefunden hat, so legt er es auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, ruft seine Freunde und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage cuch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder, welches Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus, und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes, über einen Sünder, der Buße thut. 60 Episteln und Evangelia, film Am 4. Sonntage nach dem Seste der Dreieinigkeit. Epistel( Röm. Cap. 8, v. 18 bis 27). der d sei, die an uns soll geoffenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit, ohne ihren Willen, sondern um deß willen, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergänge lichen Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns, und ängstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft, und warten auf unsers Leibes Erlösung. Denn wir sind wohl selig, doch in der Hoffnung. Die Hoffnung aber, die man siehet, ist nicht Hoffnung, denn wie kann man deß hoffen, das man siehet? So wir aber deß hoffen, das wir nicht sehen; so warten wir sein durch Geduld. Desselbigen gleichen auch der Geist hilft unserer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen wie sichs gebühre; sondern der Geist selbst vertritt uns aufs beste, mit unaussprechlichem Seufzen. Der aber die Herzen forschet, der weiß, was des Geistes Sinn sei; denn er vertritt die Heiligen, nach dem, das Gott gefällt. Evangelium( Luc. Cap. 6, v. 31 bis 42). Yesus thut ihnen gleich auch ihr. Und so ihr liebet, die euch lieben; was Danks habt ihr davon? Denn die Sünder haben auch ihre Liebhaber. Und wenn ihr euren Wohlthätern wohl thut; was Danks habt ihr davon? Denn die Sünder thun dasselbige auch. Und wenn ihr leihet, von denen ihr hoffet zu nehmen; was Danfs habt ihr davon? Denn die Sünder leihen den Sündern auch, auf daß sie gleiches wieder nehmen. Doch aber liebet eure Feinde; thut wohl und leihet, daß ihr nichts dafür hoffet: so wird euer Lohn groß sein, und werdet Kinder des Allerhöchsten sein. Denn er ist gütig über die Undankbaren und Boshaftigen. Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maaß wird man in euren Schooß geben: denn eben mit dem Maaß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den Balken aus deinem Auge; und bestiche dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. 61 nebst den Festlichen Vorlesungen. Am 5. Sonntage nach dem Seste der Dreieinigkeit. Epistel( 1 Petr. Cap. 3, s. 8 bis 15). eid allesammt gleichy gesinnet, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort; sondern dagegen segnet, und wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will, und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nicht Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht triegen. Er wende sich vom Bösen, und thue il Gutes; er suche Frieden, und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn siehet auf die, so Böses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte; so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Troßen nicht, und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in euren Herzen. e Evangelium( Luc. Cap. 5, v. 1 bis 11). Es begab sich, da sich das Volk zu Jeſu drang, zu hören das Wort Gottes; und er stand am See Genezareth, und sahe zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Neße: trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom Lande führete. Und er seßte sich, und lehrete das Volk aus dem Schiff. Und als er hatte aufgehöret zu reden, sprach er zu Simon: Fahrt auf die Höhe, und werfet eure Neße aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete, und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet, und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Neß auswerfen. Und da sie das thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Neß zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im andern Schiff waren, daß sie kämen, und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen, und fülleten beide Schiffe voll, also, daß sie sunken. Da das Simon Petrus sahe, fiel er Jesu zu den Knien, und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin der ein fündiger Mensch. Denn es war ihm ein Schrecken angekommen, und alle, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie mit einander gethan batten; desselbigen gleichen auch Jacobum und Johannem, die Söhne Zebedäi, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie führeten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgten ihm nach. 2m 6. Sonntage nach dem Seste der Dreieinigkeit. Epistel( Röm. Cap. 6, v. 3 bis 14). Wi iffet ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christ getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleich wie Christus ist auferwecket von den Todten, durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber sammt ihm hingepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich sein: dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch sammt 62 Episteln und Evangelia, ihm gekreuzigt ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir binas fort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben; so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden; und wissen, daß Christus, von den Todten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn das er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben zu einem Mal; das er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und lebet Gott in Christo Jesu, unserm Herrn. So laßt nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, ihr Gehorsam zu leisten in seinen Lüsten. Auch begebet nicht der Sünde eure Glieder zu Waffen der Ungerechtigkeit; sondern begebet euch selbst Gott, als die da aus den Todten lebendig sind, und eure Glieder Gott zu Waffen der Gerechtigkeit. Denn die Sünde wird nicht herrschen können über euch; sintemal ihr nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade. Evangelium( Matth. Cap. 5, v. 17 bis 26). gesus Geseß oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen auszulösen, sondern zu erfüllen. Denn ich sage euch wahrlich: Bis daß Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe, noch ein Titel vom Geseß, bis daß es alles geschehe. Wer nun eins von diesen kleinsten Geboten auflöset, und lehret die Leute also, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber thut und lehret, der wird groß heißen im Himmelreich. Denn ich sage euch: Es sei denn eure erechtigkeit besser, denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehöret, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber aber Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha, der ist des Raths schuldig; wer aber sagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst, und wirst allea eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe; so laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin, und versöhne dich mit deinem Bruder; und alsdann komm, und opfere deine Gabe. Sei willfertig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleins überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir: Wahrlich, du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. Am 7. Sonntage nach dem Seste der Dreieinigkeit. Epistel( Röm. Cap. 6, v. 15 bis 23). ollen wir fündigen, dieweil wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade sind? Das sei ferne! Wisset ihr nicht, welchem ihr euch begebet zu Knechten in Gehorsam, deß Knechte seid ihr, dem ihr gehorsam seid; es sei der Sünde zum Tode, oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit. Gott sei aber gedankt, daß ihr Knechte der nebst den Festlichen Vorlesungen. 63 Sünde gewesen seid, aber nun gehorsam geworden von Herzen dem Vorbilde der Lehre, welchem iyr ergeben seid. Denn nun ihr frei geworden seid von der Sünde, seid ihr Knechte geworden der Gerechtigkeit. Ich muß menschlich davon reden, um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienst der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zu der andern: also begebet nun auch eure Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselben ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei, und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Christo Jesu, unserm Herrn. td Evangelium( Marc. Cap. 8, v. 1 bis 9). Du der Zeit, da viel Volks da war, und hatten nichts zu essen: rief 3 zu ihnen: Weich, des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret, und haben nichts zu essen; und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten. Denn etliche waren von fern gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brot hier in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie: Wie viel habt ihr Brote? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Velk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brote, und dankte, und brach sie, und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vorlegten, und sie legten dem Volk vor. Und hatten ein wenig Fischlein; und er dankte, und hieß dieselbigen auch vortragen. Sie aßen aber und wurden satt; und hoben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei vier tausend, die da gegessen hatten; und er ließ sie von sich. ( Oder: Joh. Cap. 6, v. 1 bis 15.) efus an der Stadt Tiberias in Galiläa. Und es zog ihm viel Volks nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jejus aber ging hinauf auf einen Berg, und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hob Jesus seine Augen auf, und siehet, daß viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brot, daß diese essen? Das sagte er aber ihn zu versuchen; denn er wußte wohl, was er thun wollte. Philippus antwortete ihm: Zwei hundert Pfennige werth Brots ist nicht genug unter sie, daß ein jeglicher unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrote und zween Fische; aber was ist das unter so Viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünf tausend Mann. Jesus aber nahm die Brote, dankte und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten; desselbigen gleichen auch von den Fischen, in nam 64 Episteln und Evangelia, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammlet die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammleten sie, und fülleten zwölf Körbe mit Brocken, von den fünf Gerstenbroten, die überblieben denen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkte, daß sie kommen würden, und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten; entwich er abermal auf den Berg, er selbst alleine. Am 8. Sonntage nach dem Seste der Dreieinigkeit. Epistel( Röm. Cap. 8, v. 12 bis 17). Wir ir sind, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtlichen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet; sondern ihr habt einen findlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist giebt Zeugniß unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben, und Miterben Chrifti; so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. muid tadato 19dunin nd 129 Evangelium( Matth. Cap. 7, v. 13 bis 29). esus sprach: Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte Berkammniß Und die Pforte ist enge, und ihrer sind viele, die darauf wandeln. und der Weg ist schmal, der zum Leben führet; und wenige sind and ad id ihrer, die ihn finden. Sehet euch vor, vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen; inwendig aber sind sie reiBende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben leſsen von den Dornen? oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte; aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen, und ins Feuer geworfen. Dorum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen; sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweisfaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt, weichet alle von mir, ihr Uebelthäter. Darum, wer diese meine Rede höret, und thut sie, den vergleiche ich einem klugen Manne, der sein Haus auf einen Felsen bauete. Da nun ein Plaßregen fiel, und ein Gewässer kam, und weheten die Winde, und stießen ang toe nou nebst den Festlichen Vorlesungen. fiel einen es was gegründet. Und wer diese meine Rede höret, und thut sie nicht, der ist einem thörichten Manne gleich, der sein Haus auf den Sand bauete. Da nun ein Plaßregen fiel, und kam ein Gewässer, und weheten die Winde und stießen an das Haus; da fiel es, und that einen großen Fall. Und es begab sich, da Jesus diese Nede vollendet hatte, entsetzte sich das Volk über seine Lehre. Denn er predigte gewaltig, und nicht wie die Schriftgelehrten. di 60 Am 9. Sonntage nach dem Seste der Dreieinigkeit. Epistel( 1 Corinth. Cap. 10, v. 1 bis 13). ht lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Väter will 65 gegangen; und sind alle unter Mose getauft, mit der Wolke und mit dem Meer; und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen; und haben alle einerlei geistlichen Trant getrunken; sie tranken aber von dem geistlichen Fels, der mit folgte, welcher war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott feinen Wohlgefallen; denn sie sind nieder geschlagen in der Wüste. Das ist aber uns zum Vorbilde geschehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleich wie jene gelüstet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleich wie jener etliche wurden; als geschrieben stehet: Das Volk setzte sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch laßt uns nicht Hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. Laßt uns aber auch Christum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht gleich wie jener etliche murreten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich läßt dünfen, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betreten: aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. Evangelium( Luc. Cap. 16, v. 1 bis 12). Refus einen Haushalter; der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umgebracht. Und er forderte ihn, und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten; denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir; graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt geseßet werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, sehe dich, und schreib flugs funfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? 5 66 Episteln und Evangelia, Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, und schreibe achtzig. Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er flüglich gethan hätte. Denn die Kinder dieser Welt sind flüger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlecht. Und ich sage euch auch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten unrecht ist, der ist auch im Großen unrecht. So ihr nun in dem ungerechten Mammon nicht treu seid, wer will euch das Wahrhaftige vertrauen? Und so ihr in dem Fremden nicht treu seid, wer will euch geben dasjenige, das euer ist? Am 10. Sonntage nach dem Seste der Dreieinigkeit. Epistel( 1 Corinth. Cap. 12, v. 1 bis 12). Von on den geistlichen Gaben will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen, und hingegangen zu den stummen Soßen, wie ihr geführet wurdet. Darum thue ich euch fund, daß niemand Jesum versluchet, der durch den Geist Gottes redet; und niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geist. Und es sind mancherlei Amter, aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist Ein Gott, der du wirket alles in allen. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; einem andern der Glaube, in demselbigen Geist; einem andern die Gabe gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem andern Wunder zu thun; einem andern Weissagung; einem andern Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem andern die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirkt derselbige einige Geist, und theilt einem jeglichen seines zu, nachdem er will. Denn gleich wie Ein Leib ist, und hat doch viele Glieder; alle Glieder aber eines Leibes, wiewohl ihrer viele sind, sind sie doch Ein Leib: also auch Christus. Evangelium( Luc. Cap. 19, v. 41 bis 48). A¹³ Is Jesus nahe bei Jerusalem kam, sahe er die Stadt an, und weinete über sie. Und sprach: wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und seine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen. dich belagern, und an allen Orten ängsten; und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern laffen; darum, daß du nicht erkannt hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, und sing an auszutreiben die darinnen verkauften und kauften, und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus; ihr aber habt es gemacht zur Mördergrube. Und er lehrete täglich im Tempel. Über die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Vornehmsten im Volk, trach nebst den Festlichen Vorlesungen. 67 teten ihm nach, daß sie ihn umbrächten: und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an, und hörete ihn. Am 11. Sonntage nach dem Seste der Dreieinigkeit. island Epistel( 1 Cor. Cap. 15, s. 1 bis 10). bor ch erinnere euch, lieben Brüder, des Evangelii, das ich euch verihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch verfündiget habe, so ihr es behalten habt, es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubet hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage, nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen; darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf eine mal, derer noch viele leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jacobo, darnach von allen Apostein; am letzten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der Geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeine Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evangelium( Luc. Cap. 18, v. 9 bis 14). Cesus sagte zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wäein Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel, zu beten; einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand, und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner; ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von allem, das ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel; sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertiget in sein Haus, vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Am 12. Sonntage nach dem Seste der Dreieinigkeit. Epistel( 2 Cor. Cap. 3, v. 4 bis 9). Cin in solches Vertrauen haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns felber; sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott: welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments; nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber Geistes der Geist macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tödtet und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte; also, daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Mtosis, um der Klarheit 5* 68 Episteln und Evangelia, dat willen seines Angesichts, die doch aufhöret: wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammniß prediget, Klarheit hat; vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prebiget, überschwängliche Klarheit. Evangelium( Marci Cap. 7, v. 31 bis 37).memand a Jesus wieder ausging von den Grenzen Tyrus und Sidon; fam er an das Galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders, und legte ihm die Finger in die Ohren, und spüßete, und rührete seine Zunge. Und sahe auf gen Himmel, seufzete, und sprach zu ihm: Hephatha, das ist, thue dich auf. Und alsobald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, fie sollten es niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten, und verwunderten sich über die Maaße, und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend, und die Sprachlosen redend. Am 13. Sonntage nach dem Seste der Dreieinigkeit. Epistel( Gal. Cap. 3, v. 13 bis 22). Chrif hristus hat uns erlöset von dem Fluch des Gesetzes, da er ward ein Fluch für uns,( denn es stehet geschrieben: Verflucht ist jedermann, der am Holz hänget,) auf daß der Segen Abrahams unter die Heiden käme in Christo Jesu, und wir also den verheißenen Geist empfingen durch den Glauben. Lieben Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden: verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätiget ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist je die Verheißung Abraham und seinem Saamen zugesagt. Er spricht nicht, durch die Saamen, als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Saamen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: das Testament, das von Gott zuvor bestätiget ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durch das Geseß aufhören, welches gegeben ist über vierhundert und dreißig Jahre hernach. Denn so das Erbe durch das Geseß erworben würde, so würde es nicht durch Verheifung gegeben. Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenkt. Was soll denn das Gesetz? Es ist dazu gekommen um der Sünde willen, bis der Saame käme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellet von den Engeln durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines Einigen Mittler; Gott aber ist einig. Wie? Ist denn das Gesetz wider Gottes Verheißungen? Das sei ferne! Wenn aber ein Geses gegeben wäre, das da könnte lebendig machen; so käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Geseß. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Evangelium( Luc. Cap. 10, v. 23 bis 42). Jesus wandte sich zu seinen Jüngern, und sprach insonderheit: C nebst den Festlichen Vorlesungen. 69 fage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, das ihr fehet, und haben es nicht gesehen; und hören, das ihr höret, und haben es nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn, und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liesest du? Er antwortete, und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften, und von ganzem Gemüth; und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du haft recht geantwortet; thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus, und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus, und schlugen ihn, und gingen davon, und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinab zog; und da er ihn sahe, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bei der Stäte, und sahe ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reisete, und kam dahin; und da er ihn sahe, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden, und goß drein Del und Wein; und hob ihn auf sein Thier, und führete ihn in die Herberge, und pflegte andern Tages reisete er, und zog heraus zween Groschen, und gab sie dem Wirth, und sprach zu ihm: Pflege sein; und so du was mehr wirst darthun, will ich dirs bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dünkt dich, der unter diesen dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. zu ihm: So gehe hin, und thue desgleichen. da sie wandelten, ging er in einen Markt. mit Namen Martha, die nahm ihn auf in ihr Haus. Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich zu Jesu Füßen, und hörete seiner Rede zu. Martha aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Und sie trat hinzu, und sprach: Herr, fragst du nicht darnach, daß mich meine Schwester läffset allein dienen? Sage ihr doch, daß sie es auch angreife. Jesus aber antwortete, und sprach zu ihr: Martha, Martha, du hast viele Sorge und Mühe; Eins aber ist Noth. Maria hat das gute Theil erwählet, das soll nicht von ihr genommen werden. Da sprach Jesus Es begab sich aber, Da war ein Weib, Am 14. Sonntage nach dem Seste der Dreieinigkeit. in snde st Epistel( Gal. Cap. 5, v. 16 bis 24). vollbringen. Denn das Fleisch gelüftet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselbigen sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollt. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetz. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zant, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen, und dergleichen; von welchen ich euch habe zuvor 70 Episteln und Evangelia, gesagt; und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmuth, Reuschheit. Wider solche ist das Geseß nicht. Welche aber Christo angehören, die freuzigen ihr Fleisch sammt den Lüsten und Begierden. + Evangelium( Luc. Cap. 17, v. 11 bis 19). Es begab sich, da Jefus reifete gen Jerusalem, zog er mitten durch und er Markt kam, begegneten ihm zehn aussäßige Männer, die standen von ferne und erhoben ihre Stimme, und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser. Und da er sie sahe, sprach er zu ihnen: Gehet hin, und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sabe, daß er gefund geworden war; kehrete er um, und pries Gott mit lauter Stimme, und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen, und dankte ihm. Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete, und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neune? hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrete, und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. Am 15. Sonntage nach dem Seste der Dreieinigkeit. Epistel( Gal. Cap. 5, v. 25 bis Cap. 6, v. 10). o wir im Geist leben, so lasset uns auch im Geist wandeln. Lasset uns nicht eitler Ehre geizig sein, unter einander zu entrüsten und zu bassen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet würde; so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geist, die ihr geistlich seid. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber sich jemand läßt dünken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrügt sich selbst. Ein jeglicher aber prüfe sein selbst Werk; und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben, und nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wird seine Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch säct, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Lasset uns aber Gutes thun, und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch erndten ohne aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Evangelium( Matth. Cap. 6, v. 19 bis 34). esus sprach zu seinen Jüngern: 3hr sollt euch nicht Schäße sammlen und und va nach graben und stehlen. Sammlet euch aber Schäße im Himmel, da sie weder Motten noch Rost fressen, und da die Diebe nicht nach graben, nebst den Festlichen Vorlesungen. 71 noch stehlen. Denn wo euer Schaß ist, da ist auch euer Herz. Das Auge ist des Leibes Licht. Wenn dein Auge einfältig ist, so wird dein ganzer Leib Licht sein. Wenn aber dein Auge ein Schalt ist, so wird bein ganzer Leib finster sein. Wenn aber das Licht, das in dir ist, Finsterniß ist; wie groß wird denn die Finsterniß selber sein? Niemand kann zween Herren dienen. Entweder er wird einen hassen, und den ändern lieben; oder er wird einem anhangen, und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ift nicht das Leben mehr, denn die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammlen nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zuseßen möge, ob er gleich darum forget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselben eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet, und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht vielmehr euch thun! O ihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir effen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Bater weiß, daß ihr deß alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes, und nach seiner Gerechtigkeit; so wird euch solches alles zufallen. Darum sorget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Am 16. Sonntage nach dem Seste der Dreieinigkeit. Epistel( Ephes. Cap. 3, v. 8 bis 21). ir, bem allergeringsten unter allen Heiligen, ist gegeben diese zu Reichthum Chrifti; und zu erleuchten jedermann, welche da sei die Gemeinschaft des Geheimnisses, das von der Welt her in Gott verborgen gewesen ist, der alle Dinge geschaffen hat durch Jesum Christum, auf daß jetzt fund würde den Fürstenthümern und Herrschaften in dem Himmel, an der Gemeiné, die mannigfaltige Weisheit Gottes, nach dem Vorsaß von der Welt her, welche er bewiesen in Christo Jesu, unserm Herrn; durch welchen wir haben Freudigkeit und Zugang in aller Zuversicht, durch den Glauben an ihn. Darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübfalen willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Knie gegen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe einge. 72 ap Episteln und Evangelia, dan wurzelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Länge, und die Tiefe, und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben, viel besser ist, denn alles Wissen auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber der überschwänglich thun kann über alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem seit Ehre in der Gemeine, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu: Ewigkeit! Amen. mimizi onu dath 2000 Evangelium( Luc. Cap. 7, v. 11 bis 17). Es begab sich, daß Jejus in eine Stadt mit Namen Nain ging; und seiner Jünger gingen viele mit ihm, und viel Volks. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siebe, da trug man einen Todten heraus, der ein einiger Sohn war seiner Mutter; und sie war eine Wittwe, und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sahe, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu, und rührete den Sarg an; und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stebe auf. Und der Todte richtete sich auf, und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an, und priesen Gott, und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land, und in alle umliegende Länder. Am 17. Sonntage nach dem Seste der Dreieinigkeit. dure of the Epistel( Ephes. Cap. 4. v. 1 bis 6).C donn D Jech ch Gefangener in dem Herrn ermahne euch, daß ihr wandelt, wie fichs gebühret eurem Beruf, darinnen ihr berufen seid, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget einer den andern in der Liebe, und seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist, durch das Band des Friedens. Ein Leib und Ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe, Ein Gott und Vater unser aller, der da ist über euch alle, und durch euch alle, und in euch allen. sodit na bilm mudibist ( Luc. Cap. 14, v. 1 bis 11). fobinira kam in ein eines Obersten der prodna Es begab risäer, auf einen Sabbath, das Brot zu essen und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete, und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern, und sprach: Ist es auch recht auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen still. Und er griff ibn an, und heilete ihn, und ließ ihn geben. Und antwortete, und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsobald ihn heraus ziehet am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwählten oben an zu sißen, und sprach zu ihnen: Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sebe dich nicht oben an, baß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen seiz iind schla Evangelium nebst den Festlichen Vorlesungen. 73 und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem und du müsfest dann mit Scham unten an sizen. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin, und sehe dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir Freund rücke hinauf. Dann wirst du Ehre haben vor denen, mit dir zu Tische sigen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. die Am 18. Sonntage nach dem Seste der Dreieinigkeit. Epistel( 1 Cor. Cap. 1, v. 4 bis 9). Ja ch banke meinem Gott allezeit eurenthalben, für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn an allen Stücken reich gemacht, an aller Lehre, und in aller Erkenntniß. Wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig geworden ist, also, daß ihr feinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi; welcher auch wird euch fest behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jefu Chrifti. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn. Evangelium( Matth. Cap. 22, v. 34 bis 46). Da die den Sadducäern das Maul nen gestopfet hatte; versammleten sie sich. Und einer unter ihein Schriftgelehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, wel ches ist das vornehmste Gebot im Gesez? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, und von ganzem Gemüth. Dies ist das vornehmste und größeste Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. In diesen zweien Geboten banget das ganze Geseß und die Propheten. Da nun die Pharis säer bei einander waren, fragte sie Jesus, und sprach: Wie dünft euch um Christo? Wet Sohn ist er? Sie sprachen: Davies. sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn, da er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Sche dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch niemand von dem Tage hinfort ihn fragen. Am 19. Sonntage nach dem Seste der Dreieinigke Epistel( Ephes. Cap. 4, v. 17 bis 32). ch sage und zeuge in dem Herrn, daß ihr nicht mehr wandelt, welcher Verstand verfinstert ist, und sind entfremdet von dem Leben, das aus Gott ist, durch die Unwissenheit, so in ihnen ist, durch die Blindheit ihres Herzens; welche ruchlos sind, und ergeben sich der Unzucht, und treiben allerlei Unreinigkeit sammt dem Geiz. Ihr aber habt Christum nicht also gelernet; so ihr anders von ihm gehöret habt, und in ihm gelehret seid, wie in Jesu ein 074 Episteln und Evangelia, rechtschaffnes Wesen ist. So leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüste in Irrthumsich verderbet. Erneuert euch aber im Geist eures Gemüths; und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab, und rebet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir unter einander Glieder sind. Zürnet und fündiget nicht; Taffet die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr; sondern arbeite, und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Lasset kein faul Geschwäh aus eurem Munde gehen; sondern was nüßlich zur Besserung ist, da es noth thut, daß es holdselig sei zu hören. Und betrübet nicht den heiligen Geist Gottes, damit ihr versiegelt seid auf den Tag der Erlösung. Alle Bitterfeit, und Grimm, und Zorn, und Geschrei, und Lästerung, sei serne von euch, sammt aller Bosheit. Seid aber unter einander freundlich, herzlich, und vergebet einer dem andern, gleich wie Gott euch vergeben hat in Chrifto. Evangelium( Matth. Cap. 9, v. 1 bis 8). gnojap eius trat in das Schiff, und fuhr wieder über das Meer, und Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sabe, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getroft, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sahe, sprach er: Warum denfet ihr so Arges in eurem Herzen? Welches ist leichter, zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben; oder zu sagen: Stebe auf und wandle? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein Bette auf, und gehe heim. Und er stand auf, und ging heim. Da das Volk das sabe; verwunderte es sich, und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. Auf das Sest der Reformation, so am 20. Sonn: tage nach dem Seste der Dreieinigkeit gefeiert wird. Epistel( Ephes. Cap. 5, v. 8 bis 21). hr waret weiland Finsterniß, nun aber seid ihr ein Licht in dem des des Geiſtes ist allerlei Gütigkeit, und Gerechtigkeit, und Wahrheit. Und prüfet, was da sei wohlgefällig dem Herrn. Und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, strafet sie aber vielmehr. Denn was heimlich von ihnen geschiehet, das ist auch schändlich zu sagen. Das alles aber wird offenbar, wenn es vom Licht gestraft wird. Denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum spricht er: Wache auf, der du schläfest, und stehe auf von den Todten, so wird dich Christus erleuchten. So sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. Und nebst den Festlichen Vorlesungen. $ 75 Darum werdet nicht schicket euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. unverständig, sondern verständig, was da sei des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentliches Wesen folgt; sondern werdet voll Geistes, und redet unter einander von Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedernsinget und spielet dem Herrn in eurem Herzen; und saget Dank allezeit für alles, Gott und dem Vater, in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi; und seid unter einander unterthan in der Furcht Gottes. ( Oder: Epistel Gal. Cap. 5, v. 1 bis 15.) Mod dn loma? Bestehet in der Freiheit, damit uns Christus befreiet hat, und last euch das ich Paulus sage euch: Wo ihr euch beschneiden laßt, so ist euch Christus kein nüße. Ich zeuge abermal einem jeden, der sich beschneiden läßt, daß er noch das ganze Gesetz schuldig ist zu thun. Ihr habt Chriftum verloren, die ihr durch das Geset gerecht werden wollt, und seid von der Gnade gefallen. Wir aber warten im Geist durch den Glauben der Gerechtigkeit, der man boffen muß. Denn in Christo Jesu gilt weder Beschneidung noch Vorhaut etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe thätig ist. Ihr liefet fein. Wer hat euch aufgehalten, der Wahrheit nicht zu gehorchen? Solches überreden ist nicht von dem, der euch berufen hat. Ein wenig Sauerteig versäuert den ganzen Teig. Ich versehe mich zu euch in dem Herrn, ihr werdet nicht anders gesinnet sein. Wer euch aber irre macht, der wird sein Urtheil tragen, er sei wer er wolle. Ich aber, lieben Brüder, so ich die Beschneidung noch predige, warum leide ich denn Verfolgung? So hätte das Ürgerniß des Kreuzes aufgehöret. Wollte Gott, daß sie auch ausgerottet würden, die euch verstören. Ihr aber, lieben Brüder, seid zur Freiheit berufen. Allein schet zu, daß ihr durch die Freiheit dem Fleisch nicht Raum gebet; sondern durch die Liebe diene einer dem andern. Denn alle Gesetze werden in einem Wort erfüllet, in dem: Liebe deinen Nächsten als dich selbst. So ihr euch aber unter einander beißet und fresset; so sehet zu, daß ihr nicht unter einander verzehret werdet. Statt des Evangelii( ps. 119, s. 29 bis 52). err! wende von mir den falschen Weg, und gönne mir der erwäblet, Rechte dein Gefeß. vor mich gestellet. Ich hange an deinen Zeugnissen; Herr, laß mich nicht zu Schanden werden. Wenn du mein Herz tröstest, so laufe ich den Weg deiner Gebote. Zeige mir, Herr, den Weg deiner Nechte, daß ich sie bewahre bis ans Ende. Unterweise mich, daß ich bewahre dein Geseß, und halte es von ganzem Herzen. Führe mich auf dem Steige deiner Gebote; denn ich habe Lust dazu. Neige mein Herz zu deinen Zeugnissen, und nicht zum Geiz. Wende meine Augen ab, daß sie nicht sehen nach unnüßer Lehre; sondern erquicke mich auf deinem Wege. Laß deinen Knecht dein Gebot feftiglich für dein Wort halten, daß ich dich fürchte. Wende von mir die Schmach, die ich scheue; denn deine Rechte sind lieblich. Siehe, ich begehre deiner Befehle; erquicke mich mit deiner Gerechtigkeit. Herr, laß mir deine Gnade widerfahren, beine Hülfe nach deinem Wort, daß ich antworten möge meinem Läfte 76 Episteln und Evangelia, rer; denn ich verlasse mich auf dein Wort. Und nimm ja nicht von meinem Munde das Wort der Wahrheit; denn ich hoffe auf deine Rechte. Ich will dein Geseß halten allewege, immer und ewiglich. Und ich wandle fröhlich; denn ich suche deine Befehle. Ich rede von deinen Zeugnissen vor Königen, und schäme mich nicht, und habe Luft an deinen Geboten, und sind mir lieb, und hebe meine Hände auf zu deinen Geboten, die mir lieb sind; und rede von deinen Rechten. Gedenke deinem Knechte an dein Wort, auf welches du mich läſfest hoffen. Das ist mein Trost in meinem Elend; denn dein Wort erquicket mich. Die Stolzen baben ihren Spott an mir; dennoch weiche ich nicht von deinem Geseß. Herr, wenn ich gedenke, wie bu von der Welt her gerichtet hast, so werde ich getröstet. Vorlesungen( Vormitt. Matth. Cap. 11, v. 20 bis 30). zu schelten, in welchen am meisten seiner dir, Chorazin! wehe dir, Bethsaida! wären solche Thaten zu Tyro und Sicon geschehen, als bei euch geschehen sind; sie hätten vor Zeiten im Sack und in der Asche Buße gethan. Doch ich sage euch: Es wird Tyro und Sidon erträglicher ergehen am jüngsten Gericht, denn euch. Und du Capernaum, die du bist erhoben bis an den Himmel, du wirst bis in die Hölle hinunter gestoßen werden. Denn so zu Sodom die Thaten geschehen wären, die bei dir geschehen sind; sie stände noch heutiges Tages. Doch ich sage euch: Es wird der Sodomer Lande erträglicher ergeben am jüngsten Gericht, denn dir. Zu derselbigen Zeit antwortete Jesus, und sprach: Ich preise dich, Vater und Herr Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und Klugen verborgen hast, und hast es den Unmündigen geoffenbaret. Ja Vater, denn es ist also wohlgefällig gewesen vor dir. Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater. Und niemand kennet den Sohn, denn nur der Vater; und niemand kennet den Vater, denn nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren. Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch, und lernet von mir; denn ich bin sanftmüthig, und von Herzen demüthig: so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht. ( Nachmitt. 1 Cor. Cap. 3.) 100 ch, lieben Brüder, konnte nicht mit euch reden als mit Geistlichen, Fleiſchlichen, wie jungen Kindern Milch habe ich euch zu trinken gegeben, und nicht Speise: denn ihr konntet noch nicht; auch könnet ihr jetzt noch nicht; dieweil ihr noch fleischlich seid. Denn sintemal Eifer, und Zank, und Zwietracht unter euch sind; seid ihr denn nicht fleischlich, und wandelt nach menschlicher Weise? Denn so einer sagt: Ich bin Paulisch; der andere aber: Ich bin Apollisch: seid ihr denn nicht fleischlich? Wer ist nun Paulus? Wer ist Apollo? Diener sind sie, durch welche ihr seid gläubig gewor den; und dasselbige, wie der Herr einem jeglichen gegeben hat. Ich habe gepflanzet, Apollo bat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben. So ist nun weder der da pflanzet, noch der da begießet, 77 Der aber pflanzet, Ein jeglicher aber Denn wir sind Gotnebst den Festlichen Vorlesungen. etwas, sondern Gott, der das Gedeihen giebt. und der da begießet, ist einer wie der andere. wird seinen Lohn empfangen nach seiner Arbeit. tes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerwerk, und Gottes Gebäude. Ich von Gottes Gnade, die mir gegeben ist, habe den Grund gelegt, als ein weiser Baumeister; ein anderer bauet darauf. Ein jeglicher aber sehe zu, wie er darauf baue. Einen andern Grund kann zwar niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. So aber jemand auf diesen Grund bauet Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stoppeln: so wird eines jeglichen Werk offenbar werden, der Tag wird es klar machen; denn es wird durchs Feuer offenbar werden, und welcherlei eines jeglichen Werk sei, wird das Feuer bewähren. Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebauet hat; so wird er Lohn empfangen. Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er deß Schaden leiden: er selbst aber wird selig werden, so doch, als durchs Feuer. Wisset ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid, und der Geift Gottes in euch wohnet? So jemand den Tempel Gottes verderbet, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, der seid ihr. Niemand betrüge sich selbst. Welcher sich unter euch dünkt weise zu sein, der werde ein Narr in dieser Welt, daß er möge weife sein. Denn dieser Welt Weisheit ist Thorheit bei Gott. Denn es stehet geschrieben: Die Weisen erhaschet er in ihrer Klugheit. Und abermal: Der Herr weiß der Weisen Gedanken, daß sie eitel sind. Darum rühme sich niemand eines Menschen. Es ist alles euer: es sei Paulus oder Apollo, es sei Kephas oder die Welt, es sei das Leben oder der Tod, es sei das Gegenwärtige oder das Zukünftige; alles ist euer. Ihr aber seid Christi, Christus aber ist Gottes. Am 21. Sonntage nach dem Sefte der Dreieinigkeit. Epistel( Ephes. Cap. 6, v. 10 bis 29). Jeine Brüder, seid stark in dem Herrn, und in der Macht seiner an den Barnijch daß ihr beſtehen gegen die listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deß Willen, so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Widerstand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit, und an Beinen gestiefelt, als fertig zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seid. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feurige Pfeile des Bösewichts. Und nehmet den Helm des Heils, und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Und betet stets in allem Anliegen, mit Bitten und Flehen im Geist, und wachet dazu mit allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen, und für mich, auf daß mir gegeben werde das Wort mit freudigem Aufthun meines Mundes, daß ich möge kund machen das Geheimniß 780 Episteln und Evangelia, des Evangelii; welches Bote ich bin in der Kette, auf daß ich darinnen freudig handeln möge, und reden, wie sichs gebühret. Evangelium( Job. Cap. 4, v. 47 bis 54). Es war ein Königischer, deß Sohn lag krank zu Capernaum. Dieser hörete, daß Jesus kam aus Judäa in Galiläam, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab käme, und hälfe seinem Sohne; denn er war todt franf. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komm hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinab ging, be gegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm, und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäa in Galiläa kam. Am 22. Sonntage nach dem Seste der Dreieinigkeit. Epistel( Philipp. Cap. 1, v. 3 bis 11). Jah ch danke meinem Gott, so oft ich euer gedenke,( welches ich allezeit thue in allem meinem Gebet für euch alle, und thue das Gebet mit Freuden) über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin desselben in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen, bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen halte; darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade theilhaftig seid. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlanget von Herzensgrund, in Jesu Christo. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beste sei; auf daß ihr seid lauter und unanstößig bis auf den Tag Chrifti, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen in euch zur Ehre und Lobe Gottes. Evangelium( Matth. Cap. 18, v. 21 bis 35). etrus sprach zu Jesu: Herr, wie oft muß ich denn meinem BruJesus sprach zu ihm: Ich sage dir, nicht sieben mal, sondern siebenzig mal sieben mal. Darum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen. kam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn, und sein Weib und seine Kinder, und alles, was er hatte, und bezahlen. fiel der Knecht nieder, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe Ge dnebst den Festlichen Vorlesungen. 79 duld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbige Knecht hinaus, und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig; und er griff ihn an, und würgete ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder, und bat ihn, und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht; sondern ging hin, und warf ins bis daß er bezahlete, was er big war. Da aber ſeine Mitknechte solches sahen, wurden sie ſehr betrübt, und kamen, und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich, und sprach zu ihm: Du Schaltstuecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlete alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von euren Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehler. Am 24. Sonntage nach dem Seste der Dreieinigkeit. Epistel( Philipp. Cap. 3, v. 8 bis 21). I ich achte es alles für Schaden gegen der überschwänglichen Er1 alles habe für Schaden gerechnet, und achte es für Dreck, auf daß ich Christum gewinne, und in ihm erfunden werde; daß ich nicht habe meine Gerechtigkeit, die aus dem Geseß, sondern die durch den Glauben an Christum kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott dem Glauben zugerechnet wird; zu erkennen ihn, und die Kraft seiner Auferstehung, und die Gemeinschaft seiner Leiden, daß ich seinem Tode ähnlich werde; damit ich entgegen komme, zur Auferstehung der Todten. Nicht, daß ich es schon ergriffen habe, oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich es auch ergreifen möchte, nach dem ich von Christo Jesu ergriffen bin. Meine Brüder, ich schäße mich selbst noch nicht, daß ich es era griffen habe. Eins aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich zu dem, das da vorne ist; und jage nach dem vorgesteckten Ziel, nach dem Kleinod, welches vorhält die himmlische Berufung Gottes in Christo Jesu. Wie viele nun unser vollkommen sind, die laßt uns also gesinnet sein; und sollt ihr sonst etwas halten, das laßt euch Gott offenbaren; doch so fern, daß wir nach einer Regel, darin wir gekommen sind, wandeln, und gleich gesinnet sein. Folget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi; welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnet sind; unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären DIDIEN U tim le pabilist mad idem Episteln und Evangelia, 80 wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Evangelium( Matth. Cap. 22, v. 15 bis 33). ie Pharisäer gingen hin, und hielten einen Rath, wie sie Sesum fingen in seiner Rede; und sandten zu ihm ihre Jünger, fammt Herodis Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und du fragest nach niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Men schen. Darum sage uns, was dünkt dich? Ist es recht, daß man dem Kaiser Zins gebe, oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versucht ihr mich? Weis set mir die Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich, und ließen ihn und gingen davon. Un demselbigen Tage traten zu ihm die Saddu- d cäer, die da halten, es sei keine Auferstehung; und fragten ihn, und sprachen: Meister, Moses hat gesagt: So einer stirbt, und hat nicht Kinder, so soll sein Bruder sein Weib freien, und seinem Bruder Saamen erwecken. Nun sind bei uns gewesen sieben Brüder. Der erste freiete, und starb; und dieweil er nicht Saamen hatte, ließ er sein Weib seinem Bruder. Desselbigen gleichen der andere, und der dritte, bis an den siebenten. Zuleßt nach allen starb auch das Weib. Nun in der Auferstehung, wessen Weib wird sie sein unter den sieben? Sie haben sie ja alle gehabt. Jesus aber antwortete, und sprach zu ihnen: Ihr irret, und wisset die Schrist nicht, noch die Kraft Gottes. In der Auferstehung werden sie weder freien, noch sich freien lassen; sondern sie sind gleich wie die Engel Gottes im Himmel. Habt ihr aber nicht gelesen von der Todten Auferstehung, das euch gesagt ist von Gott, da er spricht: Ich bin der Gott Abrahams, und der Gott Isaacs, und der Gott Jacobs: Gott aber ist nicht ein Gott der Todten, sondern der Lebendigen. Und da solches das Volk hörete, entsetten sie sich über seiner Lehre. Am 24. Sonntage nach dem Seste der Dreieinigkeit. Epistel( Coloff. Cap. 1, v. 9 bis 14). W ir hören nicht auf für euch zu beten, und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß seines Willens, in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand; daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntniß Gottes ,, und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht, in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden; und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß, und hat uns verseßet in das Reich seines lieben Sohnes; an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. nebst den Festlichen Vorlesungen. Evangelium( Matth. Cap. 9, v. 18 bis 26). Es kam der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder, und ſprach: Herr, und lege 81 deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf und folgte ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm, und rührete seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei sich selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um, und sahe sie, und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sahe die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn bas Mägdlein ist nicht tot, i sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff sie bei der Hand; da stand das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. Am 25. Sonntage nach dem Seste der Dreieinigkeit. Epistel( 1 Thess. Cap. 4, v. 13 bis 18). ir wollen euch, lieben Brüder, nicht verhalten von denen, wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist; also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und der Stimme des Erzengels, und mit der Posaune Gottes hernieder kommen vom Himmel, und die Todten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander. Evangelium( Matth. Cap. 24, v. 15 bis 28). esus sprach zu seinen Jüngern: Wenn ihr sehen werdet den Gräuel der Verwüstung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehe an der heiligen Stäte;( wer das liejet, der merke darauf!) alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der fehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbath. Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, als nicht gewesen ist, von Anfang der Welt bis hieher, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzet, so würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da; so 6 82 Episteln und Evangelia, sollt ihr es nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen, und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrthum,( wo es möglich wäre,) auch die Auserwählten. Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste; so gehet nicht hinaus: Siehe, er ist in der Kammer; so glaubet es nicht. Denn gleich wie der Bliß ausgehet vom Aufgang, und scheinet bis zum Niedergang; also wird auch sein die Zukunft des Menschensohnes. Wo aber ein Aas ist, da sammlen sich die Adler. Am 26. Sonntage nach dem Seste der Dreieinigkeit. Epistel( 2 Thess. Cap. 1, v. 3 bis 10). Wi ir sollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüder, wie es billig ist. Denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eincs jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen einander; also, daß wir uns eurer rühmen unter den Gemeinen Gottes, von eurer Geduld und Glauben, in allen euren Verfolgungen und Trübsalen, die ihr duldet; welches anzeigt, daß Gott recht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reich Gottes, über welchem ihr auch leidet; nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trübsal denen, die euch Trübsal anlegen. Euch aber, die ihr Trübsal leidet, Ruhe mit uns, nun der Herr Jesus wird geoffenbaret werden vom sammt den Engeln seiner Kraft, und mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelio unsers Herrn Jesu Christi; welche werden Pein leiden, das ewige Verderben von dem Angesicht des Herrn und von seiner herrlichen Macht; wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen, und wunderbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeugniß an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubet. wenn Himmel, Evangelium( Matth. Cap. 25, v. 31 bis 46). Jefus esus sprach zu seinen Jüngern: Wenn des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sißen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit; und werden vor ihm alle Völker versammlet werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet; und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Nechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin frank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten, und sagen: Herr, wenn haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich gespeiset? Oder durstig, und haben dich getränket? Wenn haben madist dru nebst den Festlichen Vorlesungen. 83 wir dich einen Gast gesehen, und beherberget? Oder nackend, und haben dich bekleidet? Wenn haben wir dich krank oder gefangen gesehen, und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. wesen, und ihr habt mich nicht beherberget. wesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. fangen gewesen, und ihr habt mich nicht sie ihm auch antworten, und sagen: Herr, wenn haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nackend, oder frank, oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten, und sagen: Wahrlich, ich sage euch; was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen; aber die Gerechten in das ewige Leben. Ich bin ein Gast geIch bin nackend geIch bin frank und gebesuchet. Da werden Am 27. Sonntage nach dem Seste der Dreieinigkeit. Epistel( 2 Petr. Cap. 3, v. 3 bis 14). Wife iffet das aufs erste, daß in den letzten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln, und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Zukunft? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibt es alles, wie es von Anfang der Kreatur gewesen ist. Aber muthwillens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vor Zeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser, und im Wasser bestanden durch Gottes Wort: dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sündfluth verderbet. Also auch der Himmel feßund und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und Verdammniß der gottlosen Menschen. Eins aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, daß ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre, und Jahre wie ein Tag. die Verheißunges etliche für einen nen Der Herr verzicht nicht achten; sondern er hat Geduld mit uns, und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht; in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hiße zerschmelzen, und die Erde und die Werke, die darinnen sind, werden verbrennen. So nun das alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt sein mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hiße zerschmelzen werden. Wir warten aber eines neuen Himmels, und einer neuen Erde, nach seiner Verheißung, in welchem Gerechtigkeit wohnet. Darum, meine 6* 84 Episteln und Evangelia, dan lieben, dieweil ihr darauf warten sollet; so thut Fleiß, daß ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich im Frieden erfunden werdet. Evangelium( Matth. Cap. 25, v. 1 bis 13). I mis Yesus sprach zu seinen Jüngern: Das Himmelreich wird gleich Lampen und aus dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren thöricht, und fünf waren flug. Die Thörichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen nicht Del mit sich. Die Klugen aber nahmen Del in ihren Gefäßen, sammt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig und entschliefen. Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt; gehet aus ihm entgegen. Da standen diese Jungfrauen alle auf, und schmückten ihre Lampen. Die Thörichten aber sprachen zu den Klugen: Gebt uns von eurem Del, denn unsere Lampen verlöschen. Da antworteten die Klugen, und sprachen: Nicht also; auf daß nicht uns und euch gebreche. Gehet aber hin zu den Krämern, und kauft für euch selbst. Und da sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam; und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit; und die Thür ward verschlossen. Zulegt kamen auch die. andern Jungfrauen, und sprachen: Herr, Herr, thue uns auf. Er antwortete aber, und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euch nicht. Darum wachet; denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. Episteln, Evangelien und Vorlesungen, an denen Festen, welche, wenn sie nicht auf Sonntage fallen, an den nächstfolgenden gefeiert werden. Am Seste der Darstellung Jefu im Ten pel, oder der Reinigung Maria. Die Epistel desselben Sonntags, ( oder: Malach. Cap. 3, 1 bis 5). iehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr suchet, und der Engel des Bundes, deß ihr begehret. Siehe, er kommt, spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zukunft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wenn er wird erscheinen? Denn er ist wie das 85 nebst den Festlichen Vorlesungen. Feuer eines Goldschmide, und wie die Seife der Wäscher. Er wird sigen und schmelzen, und das Silber reinigen; er wird die Kinder Levi reinigen und läutern, wie Gold und Silber. Dann werden sie dem Herrn Speisopfer bringen in Gerechtigkeit; und wird dem Herrn wohlgefallen das Speisopfer Juda und Jerusalems, wie vorhin und vor langen Jahren. Und ich will zu euch kommen, und euch strafen, und ein schneller Zeuge sein wider die Zauberer, Ehebrecher und Meineidigen, und wider die, so Gewalt und Unrecht thun den Tagelöhnern, Wittwen und Waisen, und den Fremdling drücken, und mich nicht fürchten, spricht der Herr Zebaoth. Evangelium( Luc. Cap. 2, v. 22 bis 40). a die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Mosis kamen; brachten Maria und Joseph das Kind Jesum gen Jerusalem, auf daß sie ihn darstelleten dem Herrn;( wie denn geschrieben stehet in dem Geseß des Herrn: Allerlei Männlein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn geheiliget heißen) und daß sie gäben das Opfer, nachdem gesagt ist im Gesetz des Herrn, ein paar Turteltauben, oder zwo junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon: und derselbige Mensch war fromm und gottesfürchtig, und wartete auf den Trost Israels, und der heilige Geist war in ihm; und ihm war eine Antwort geworden von dem heiligen Geist, er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn gesehen. Und kam aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesum in den Tempel brachten, daß sie für ihn thäten, wie man pflegte nach dem Geseß; da nahm er ihn auf seine Arme, und lobete Gott, und sprach: Herr, nun läsfest du deinen Diener im Frieden fahren, wie du gesagt haft: denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet haft vor allen Völkern, ein Licht zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volks Israels. Und sein Vater und Mutter wunderten sich deß, das von ihm geredet ward. Und Simeon segnete sie, und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird,( und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen,) auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, vom Geschlecht Asers, die war wohl betaget, und hatte gelebet sieben Jahre mit ihrem Manne, nach ihrer Jungfrauschaft, und war nun eine Wittwe bei vier und achtzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, dienete Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch hinzu zu derselbigen Stunde, und pries den Herrn, und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten nach dem Gesetz des Herrn; kehrten sie wieder in Galiläa zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit; und Gottes Gnade war bei ihm. Vorlesungen( Vormitt. 1 Joh. Cap. 1, v. 1 bis 10). das das wir von haben mit unsern Augen, das wir beschauet haben, und unsere 86 Episteln und Evangelia, Hände betastet haben, vom Worte des Lebens. Und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen, und zeugen, und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, welches war bei dem Vater, und ist uns erschienen. Was wir gesehen und gehöret haben, das verkündigen wir euch, auf daß auch ihr mit uns Gemeinschaft habet, und unsere Gemeinschaft sei mit dem Vater, und mit seinem Sohne Jesu Christo. Und solches schreiben wir euch, auf daß eure Freude völlig sei. Und das ist die Verkündigung, die wir von ihm gehöret haben, und euch verkündigen, daß Gott ein Licht ist, und in ihm ist keine Finsterniß. So wir sagen, daß wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in Finsterniß, so lügen wir, und thun nicht die Wahrheit. So wir aber im Lichte wandeln, wie er im Lichte ist, ſo haben wir Gemeinschaft unter einander; und das Blut Jesu Chrifti, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. So wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. So wir aber unsere Sünde bekennen; so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergiebt, und reiniget uns von aller Untugend. So wir sagen, wir haben nicht gesündiget, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns. ( Nachmitt. Col. Cap. 2, v. 1 bis 23.) ) um die zu Laodicea, und alle die meine Person im Fleisch nicht gesehen haben; auf daß ihre Herzen ermahnet, und zusammen gefaffet werden in der Liebe, zu allem Reichthum des gewissen Verstandes; zu erkennen das Geheimniß Gottes und des Vaters und Christi, in welchem verborgen liegen alle Schäße der Weisheit und der Erkenntniß. Ich sage aber davon, daß euch niemand betrüge mit vernünftigen Reden. Denn ob ich wohl nach dem Fleisch nicht da bin; so bin ich aber im Geist bei euch, freue mich, und ſehe eure Ordnung, und euren festen Glauben an Christum. Wie ihr nun angenommen habt den Herrn Christum Jesum, so wandelt in ihm; und seid gewurzelt und erbauet in ihm, und seid fest im Glauben, wie ihr gelehret seid, und seid in demselbigen reichlich dankbar. Sehet zu, daß euch niemand beraube durch die Philosophie und lose Verführung nach der Menschen Lehre, und nach der Welt Saßungen, und nicht nach Christo. Denn in ihm wohnet die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig. Und ihr seid vollkommen in ihm, welcher ist das Haupt aller Fürstenthümer und Obrigfeit; in welchem ihr auch beschnitten seid, mit der Beschneidung ohne Hände, durch Ablegung des sündlichen Leibes im Fleisch, nämlich mit der Beschneidung Christi; in dem, daß ihr mit ihm begraben seid durch die Taufe, in welchem ihr auch seid auferstanden durch den Glauben, den Gott wirket, welcher ihn auferwecket hat von den Tobten; und hat euch auch mit ihm lebendig gemacht, da ihr todt waret in den Sünden und in der Vorhaut eures Fleisches; und hat uns geschenket alle Sünden, und ausgetilget die Handschrift, so wider aus war, welche durch Sapungen entstand und uns entgegen war, und hat sie aus dem Mittel gethan, und an das Kreuz geheftet; und hat ausgezogen die Fürstenthümer und I that dry redi? mad, now siglo 0.10 nebst den Festlichen Vorlesungen. 87 die Gewaltigen, und sie Schau getragen öffentlich, und einen Triumph aus ihnen gemacht durch sich selbst. So lasset nun niemand euch Gewissen machen über Speise oder über Trank, oder über bestimmte Feiertage, oder Neumonden, oder Sabbather: welches ist der Schatten von dem, das zukünftig war, aber der Körper selbst ist in Christo. Lasset euch niemand das Ziel verrücken, der nach eigener Wahl einher gehet, in Demuth und Geistlichkeit der Engel, deß er nie keins gesehen hat, und ist ohne Sache aufgeblasen in seinem fleischlichen Sinn: und hält sich nicht an dem Haupt, aus welchem der ganze Leib durch Gelenke und Fugen Handreichung empfängt, und an einander sich enthält, und also wächst zur göttlichen Größe. So ihr denn nun abgestorben seid mit Christo den Sazungen der Welt; was laßt ihr euch denn fangen mit Sagungen, als lebtet ihr noch in der Welt? Die da sagen: Du sollst das nicht angreifen, du sollst das nicht kosten, du sollst das nicht anrühren, welches sich doch alles unter Händen verzehret, und ist Menschengebot und Lehre; welche haben einen Schein der Weisheit, durch selbsterwählte Geistlichkeit und Demuth, und dadurch, daß sie des Leibes nicht verschonen, und dem Fleisch nicht seine Ehre thun zu seiner Nothdurft. Am Seste Johannis des Täufers. Epistel( Jesaiä Cap. 40, v. 1 bis 8). mein euer lem freundlich, und prediget ihr, daß ihre Ritterschaft ein Ende hat, denn ihre Missethat ist vergeben; denn sie hat zweifältiges empfangen von der Hand des Herrn, um alle ihre Sünde. Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg, machet auf dem Gefilde eine ebene Bahn unserm Gott. Alle Thäler sollen erhöhet werden, und alle Berge und Hügel sollen geniedrigt werden, und was ungleich ist, soll eben, und was höckricht ist, soll schlecht werden: denn die Herrlichkeit des Herrn soll geoffenbaret werden: und alles Fleisch mit einander wird sehen, daß des Herrn Mund redet. Es spricht eine Stimme: Predige! Und er sprach: Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Heu, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. Das Heu verdorret, die Blume verwelket; denn des Herrn Geist bläset darein. Ja, das Volk ist das Heu. Das Heu verdorret, die Blume verwelket; aber das Wort unsers Gottes bleibt ewiglich. Evangelium( Luc. Cap. 1, v. 57 bis 80). Elisabeth kam ihre Zeit, daß sie gebären sollte; und fie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Gefreundte höreten, daß der Herr große Barmherzigkeit an ihr gethan hatte, und freueten sich mit ihr. Und es begab sich am achten Tage, kamen sie zu beschneiden das Kindlein; und hießen ihn nach seinem Vater: Zacharias. Aber seine Mutter antwortete, und sprach: Mit nichten, sondern er soll Johannes heißen. Und sie sprachen zu ihr: Ist doch niemand in deiner Freundschaft, der also heiße. Und sie winkten seinem Vater, wie er ihn wollte heißen lassen. Und er 88 Episteln und Evangelia, forderte ein Täflein, schrieb und spräch: Er heißt Johannes. Und sie verwunderten sich alle. Und alsobald ward sein Mund und seine- Zunge aufgethan, und redete, und lobete Gott. Und es kam eine Furcht über alle Nachbarn; und diese Geschichte ward ruchtbar auf dem ganzen jüdischen Gebirge. Und alle, die es höreten, nahmen es zu Herzen, und sprachen: Was, meinest du, will aus dem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. Und sein Vater Zacharias ward des heiligen Geistes voll, weifsagte, und sprach: Gelobet sei der Herr, der Gott Jsraels, denn er hat besucht und erlöset sein Volk. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners Davids. Als er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten: daß er uns errettete von unsern Feinden, und von der Hand Aller, die uns hassen; und die Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern, und gedächte an seinen heiligen Bund. Und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben; daß wir, erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Lebelang, in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. Und du Kindlein wirst ein Prophet des Höchsten heißen; du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest, und Erkenntniß des Heils gebest seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden; durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe, auf daß er erscheine denen, die da sißen im Finsterniß und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Und das Kindlein wuchs, und ward stark im Geist, und war in der Wüste, bis daß er sollte hervor treten vor das Volk Israel. Vorlesungen( Vormitt. Luc. Cap. 3, v. 2 bis 22). a Hannas und Caiphas Hohepriester waren: da geschah der Und er fam in alle Gegend um den Jordan, und predigte die Taufe der Buße, zur Vergebung der Sünden; wie geschrieben stehet in dem Buch der Rede Jesaias, des Propheten, der da sagt: Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, und machet seine Steige richtig. Alle Thäler sollen voll werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was frumm ist, soll richtig werden, und was uneben ist, soll schlechter Weg werden. Und alles Fleisch wird den Heiland Gottes fehen. Da sprach er zu dem Volk, das hinaus ging, daß es sich von ihm taufen ließe: Ihr Otterngezüchte, wer hat denn euch gewiesen, daß ihr dem zukünftigen Zorn entrinnen werdet? Sehet zu, thut rechtschaffene Früchte der Buße; und nehmet euch nicht vor zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken. Es ist schon die Art den Bäumen an die Wurzel gelegt; welcher Baum nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und in das Feuer geworfen. Und das Volk fragte ihn, und sprach: Was sollen wir denn thun? Er antwortete, und sprach zu ihnen: Wer nebst den Festlichen Vorlesungen. 89 Was zween Röcke hat, der gebe dem, der keinen hat; und wer Speise hat, der thue auch also. Es kamen auch die Zöllner, daß sie sich taufen ließen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen denn wir thun? Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, denn geſetzt ist. Da fragten ihn auch die Kriegsleute, und sprachen: 2 sollen denn wir thun? Und er sprach zu ihnen: Thut Niemand Gewalt noch Unrecht, und laßt euch begnügen an eurem Solde. Als aber das Volk im Wahn war, und dachten alle in ihrem Herzen von Johanne, ob er vielleicht Christus wäre; antwortete Johannes, und sprach zu allen: Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber ein Stärkerer nach mir, dem ich nicht genugsam bin, daß ich die Riemen seiner Schuhe auflöse. Der wird euch mit dem heiligen Geist und mit Feuer taufen; in desselben Hand ist die Wurfschaufel, und er wird seine Tenne fegen, und wird den Weizen in seine Scheuren sammeln, und die Spreu wird er mit ewigem Feuer verbrennen. Und viel anders mehr vermahnete und verkündigte er dem Volk. Herodes aber, der Vierfürst, da er von ihm gestraft ward, um Herodias willen, seines Bruders Weib, und um al'es Uebels willen, das Herodes that; über das Alles legte er Johannem gefangen. Und es begab sich, da sich alles Volk taufen ließ, und Jesus auch getauft war, und betete, daß sich der Himmel aufthat. Und der heilige Geist fuhr hernieder in leiblicher Gestalt auf ihn, wie eine Taube; und eine Stimme kam aus dem Himmel, die sprach: Du bist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. ( Nachmitt. Jef. Cap. 40. Also nebst der vorstehenden Festepistel v. 1 bis 8. auch das folgende von 9 bis 31.) Zin ion, du Predigerin, steige auf einen hohen Berg. Jerusalem, du Predigerin, hebe deine Stimme auf mit Macht, hebe auf, und fürchte dich nicht; fage den Städten Juda: Siehe, da ist euer Gott. Denn siehe, der Herr Herr kommt gewaltiglich; und sein Arm wird herrschen. Siehe, sein Lohn ist bei ihm, und seine Vergeltung ist vor ihm. Er wird seine Heerde weiden, wie ein Hirte; er wird die Lämmer in seine Arme sammeln, und in seinem Busen tragen, und die Schafmütter führen. Wer misset die Wasser mit der Faust, und fasset den Himmel mit der Spanne, und begreift die Erde mit einem Dreiling, und wiegt die Berge mit einem Gewicht, und die Hügel mit einer Wage? Wer unterrichtet den Geist des Herrn, und welcher Rathgeber unterweiset ihn? Wen fragt er um Rath, der ihm Verstand gebe, und lehre ihn den Weg des Rechts, und lehre ihn die Erkenntniß, und unterweise ihn den Weg des Verstandes? Siehe, die Heiden sind geachtet wie ein Tropfen, so im Eimer bleibt, und wie ein Scherflein, so in der Wage bleibt. Siehe, die Inseln sind wie ein Stäublein. Der Libanon wäre zu gering zum Feuer, und seine Thiere zu gering zum Brandopfer. Alle Heiden sind vor ihm nichts, und wie ein Nichtiges und Eiteles geachtet. Wem wollt ihr denn Gott nachbilden? Oder was für ein Gleichniß wollt ihr ihm zurichten? Der Meister gießt wohl ein Bild, und der Goldschmied übergoldet es und macht silberne Ketten daran. Desgleichen wer eine arme Hebe vermag, der wählt 90 Episteln und Evangelia,& rijsu ein Holz, das nicht fault; und sucht einen klugen Meister dazu, der ein Bild fertige, das beständig sei. Wisset ihr nicht? höret ihr nicht? Ist es euch nicht vormals verkündiget? Habt ihr es nicht verstanden von Anbeginn der Erde? Er sitzt über dem Kreis der Erde; und die darauf wohnen, sind wie Heuschrecken. Der den Himmel ausdehnet wie ein dünnes Fell, und breitet sie aus wie eine Hütte, da man innen wohnet; der die Fürsten zu nichte macht, und die Richter auf Erden eitel macht, als hätte ihr Stamm weder Pflanzen, noch Saamen, noch Wurzel in der Erde, daß sie, wo ein Wind unter sie wehet, verdorren, und und sie ein Windwirbel wie Stoppeln wegführet. Wem wollt ihr denn mich nachbilden, dem ich gleich sei? spricht der Heilige. Hebet eure Augen in die Höhe, und sehet! Wer hat solche Dinge geschaffen, und führet ihr Heer bei der Zahl heraus, der sie alle mit Namen rufet? Sein Vermögen und starke Kraft ist so groß, daß nicht an einem fehlen kann. Warum sprichst du denn, Jacob, und du, Israel, sagst: Mein Weg ist dem Herrn verborgen, und mein Recht gehet vor meinem Gott über? Weißt du nicht? Hast du nicht gehöret? Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt; sein Verstand ist unausforschlich. Er giebt dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden. Die Knaben werden müde und matt, und die Jünglinge fallen. Aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler, daß sie laufen, und nicht matt werden, daß sie wandeln, und nicht müde werden. Am Seste der Seimsuchung Maria. Epistel( Jes. Cap. 11, v. 1 bis 5). Es wird eine von dem und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen; auf welchem wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Raths und der Stärke, der Geist der Erkenntniß und der Furcht des Herrn. Und sein Niechen wird sein in der Furcht des Herrn. Er wird nicht richten, nachdem seine Augen sehen, noch strafen, nachdem seine Ohren hören; sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen, und mit Gericht strafen die Elenden im Lande; und wird mit dem Stabe seines Mundes die Erde schlagen, und mit dem Odem seiner Lippen den Gottlosen tödten. Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein, und der Glaube der Gurt seiner Nieren. Evangelium( Luc. Cap. 1, v. 39 bis 56). aria stand auf in den Tagen, und ging auf das Gebirge enZacharias, und grüßte Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Maria hörete, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth ward des heiligen Geistes voll, und rief laut, und sprach: Gebenedeiet bist du unter den Weibern, und gebenedeiet ist die Frucht deines Leibes. Und woher kommt mir das, daß die nebst den Festlichen Vorlesungen. 91 Mutter meines Herrn zu mir kommt? Siehe, da ich die Stimme deines Grußes hörete, hüpfte mit Freuden das Kind in meinem Leibe. Und o selig bist du, die du geglaubet hast; denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn. Und Maria sprach: Meine Seele erhebet den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. Denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. Denn er hat große Dinge an mir gethan, der da mächtig ist, und deß Name heilig ist. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für, bei denen, die ihn fürchten. Er übet Gewalt mit seinem Arm, und zerstreuet die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl, und erhebet die Niedrigen. Die Hungrigen füllet er mit Gütern, und läßt die Reichen leer. Er denket der Barmherzigkeit, und hilft seinem Dies ner Israel auf: wie er geredet hat unsern Vätern, Abraham und feinem Saamen ewiglich. Und Maria blieb bei ihr bei drei Monate: darnach kehrete sie wiederum heim. Vorlesungen( Vormitt. Ps. 145). ch will dich erheben, mein Gott, du König, und deinen Namen deinen Namen rühmen immer und ewiglich. Der Herr ist groß und sehr löblich, und seine Größe ist unaussprechlich. Kindeskinder werden deine Werke preisen, und von deiner Gewalt sagen. Ich will reden von deiner herrlichen schönen Pracht, und von deinen Wundern; daß man solle reden von deinen herrlichen Thaten, und daß man erzähle deine Herrlichkeit; daß man preise deine große Güte, und deine Gerechtigkeit rühme. Gnädig und barmherzig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Der Herr ist allen gütig, und erbarmet sich aller seiner Werke. Es sollen dir danken, Herr, alle deine Werke, und deine Heiligen dich loben, und die Ehre deines Königreichs rühmen, und von deiner Gewalt reden, daß den Menschenkindern deine Gewalt fund werde, und die ehrliche Pracht deines Königreichs. Dein Reich ist ein ewiges Reich, und deine Herrschaft währet für und für. Der Herr erhält alle, die da fallen, und richtet auf alle, die niedergeschlagen sind. Aller Augen warten auf dich; und du giebst ihnen ihre Speise zut seiner Zeit. Du thust deine Hand auf, und erfüllest alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Der Herr ist gerecht in allen seinen Wegen, und heilig in allen seinen Werken. Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. Er thut, was die Gottesfürchtigen begehren, und höret ihr Schreien, und hilft ihnen. Der Herr behütet alle, die ihn lieben, und wird vertilgen alle Gottlosen. Mein Mund soll des Herrn Lob sagen, und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich. ( Nachmitt. 1 Chron. Cap. 30, v. 10 bis 18.) vor der meine: Gelobet seist du, Herr, Gott Israels, unsers Vaters, ewiglich. Dir gebühret die Majestät und Gewalt, Herrlichkeit, Sieg 92 Episteln und Evangelia, und Dank. Denn alles, was im Himmel und auf Erden ist, das ist dein. Dein ist das Reich, und du bist erhöhet über Alles zum Obersten. Dein ist Reichthum und Ehre vor dir, du herrscheft über alles; in deiner Hand stehet Kraft und Macht; in deiner Hand stehet es, Jedermann groß und stark zu machen. Nun, unfer Gott, wir danken dir, und rühmen den Namen deiner Herrlichkeit. Denn was bin ich? Was ist mein Volk, daß wir sollten vermögen Kraft, freiwillig zu geben, wie dies gehet? Denn von dir ist es Alles gekommen, und von deiner Hand haben wir dirs gegeben. Denn wir sind Fremdlinge und Gäste vor dir, wie unsere Väter alle. Unser Leben auf Erden ist wie ein Schatten, und ist kein Aufhalten. Herr, unfer Gott, aller dieser Haufe, den wir geschickt haben, dir ein Haus zu bauen, deinem heiligen Namen, ist von deiner Hand gekommen, und ist alles dein. Ich weiß, mein Gott, daß du das Herz prüfest, und Aufrichtigkeit ist dir angenehm. Darum habe ich dies Alles aus aufrichtigem Herzen freiwillig gegeben, und habe jetzt mit Freuder gesehen dein Volk, das hier vorhanden ist, daß es dir freiwillig ge geben hat. Herr, Gott unserer Väter, Abrahams, Isaacs und f raels, bewahre ewiglich solchen Sinn und Gedanken im Herzen deines Volkes, und schicke ihre Herzen zu dir. Am Seste der Engel, oder Michaelis. Statt der Epistel( Ps. 34). Jd ch will den Herrn loben allezeit, sein Lob soll immerdar in mei. nem Munde sein. Meine Seele soll sich rühmen des Herrn daß die Elenden hören, und sich freuen. Preiset mit mir den Herrn, und lasset uns mit einander seinen Namen erhöhen. ich den Herrn suchte, antwortete er mir, und errettete mich aus aller meiner Furcht. Welche ihn ansehen und anlaufen, derer An gesicht wird nicht zu Schanden. Da dieser Elende rief, hörete der Herr, und half ihn aus allen seinen Nöthen. Der Engel des Herrn lagert sich um die her, so ihn fürchten, und hilft ihner aus. Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist. Woh dem, der auf ihn trauet. Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel. Die Reichen müsser darben und hungern; aber die den Herrn suchen, haben keiner Mangel an irgend einem Gut. Kommet her, Kinder, höret mi zu; ich will euch die Furcht des Herrn lehren. Wer ist, der gu Leben begehret, und gerne gute Tage hätte? Behüte deine Zung vor Bösem, und deine Lippen, daß sie nicht falsch reden. Laß von Bösen, und thue Gutes; suche Frieden, und jage ihm nach. Die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf ih Schreien: das Antlig aber des Herrn stehet über die, so Böses thun daß er ihr Gedächtniß ausrotte von der Erde. Wenn die Gerechte schreien, so höret der Herr, und errettet sie aus aller ihrer Noth Der Herr ist nahe bei denen, die zerbrochenes Herzens sind, un hilft denen, die zerschlagenes Gemüth haben. Der Gerechte mu viel leiden; aber der Herr hilft ihm aus dem Allen. Er bewah ret ihm alle seine Gebeine, daß derer nicht eins zerbrochen wirt nebst den Festlichen Vorlesungen. 93) Den Gottlosen wird das Unglück tödten; und die den Gerechten hassen, werden Schuld haben. Der Herr erlöset die Seele seiner Knechte; und alle, die auf ihn trauen, werden keine Schuld haben. Ind Evangelium( Matth. Cap. 18, v. 1 bis 10). ie Jünger traten zu Jesu, und sprachen: Wer ist doch der Grölete es mitten unter sie, und sprach: Wahrlich ich sage euch, es sei denn, daß ihr euch umkehret, und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer sich nun selbst erniedriget, wie dies Kind, der ist der Größeste im Himmelreich. Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Wer aber ärgert dieser geringsten einen, die an mich glauben, dem wäre besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehänget, und er ersäufet würde im Meer, da es am tiefsten ist. Wehe der Welt, der Aergerniß halber! Es muß ja Aergerniß kommen; doch wehe dem Menschen, durch welchen Nergerniß kommt! So aber deine Hand oder dein Fuß dich ärgert, so haue ihn ab, und wirf ihn von dir. Es ist dir besser, daß du zum Leben lahm, oder ein Krüppel eingehest; denn daß du zwo Hände oder zween Füße habest, und werdest in das ewige Feuer geworfen. Und so dich dein Auge ärgert, reiß es aus, und wirf es von dir. Es ist dir besser, daß du einäugig zum Leben eingehest; denn daß du zwei Augen habest, und werdest in das höllische Feuer geworfen. Sehet zu, daß ihr nicht Jemand von diesen Kleinen verachtet. Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. Vorlesungen( Vormitt. Ps. 103). obe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heilimeine gen was er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünde vergiebt, und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit, der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirst, wie ein Adler. Der Herr schaffet Gerechtigkeit und Gericht allen, die Unrecht leiden. Er hat seine Wege Mose wissen lassen, die Kinder Israel sein Thun. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er wird nicht immer hadern, noch ewiglich Zorn halten. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, läßt er seine Gnade walten über die, so ihn fürchten. So fern der Morgen ist vom Abend, läßt er unsere Uebertretung von uns sein. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. Denn er kennet, was für ein Gemächte wir sind; er gedenket daran, daß wir Staub sind. Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blühet wie eine Blume auf dem Felde; wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte fennet sie nicht mehr. Die Gnade aber des Herrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn FGYGY b 11 94 Episteln und Evangelia, nebst den Festlichen Vorlesungen. fürchten; und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind, bei denen, die seinen Bund halten, und gedenken an seine Gebote, daß sie darnach thun. Der Herr hat seinen Stuhl im Himmel bereitet, und sein Reich herrschet über alles. Lobet den Herrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, daß man höre die Stimme seines Worts. Lobet den Herrn, alle seine Heerschaaren, seine Diener, die ihr seinen Willen thut. Lobet den Herrn, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft. Lobe den Herrn, meine Seele. ( Nachmitt. Ps. 104, v. 1 bis 15 und v. 24 bis 35.) den Herrn, meine Seele. Herr, mein Gott, du bist sehr herrlich; du bist schön und prächtig geschmückt. Licht ist dein Kleid, das du an hast; du breitest aus den Himmel wie einen Teppich; du wölbest es oben mit Wasser; du fährest auf den Wolken, wie auf einem Wagen; und gehest auf den Fittigen des Windes; der du machest deine Engel zu Winden, und deine Diener zu Feuerflammen; der du das Erdreich gründest auf seinen Boden, daß es bleibet immer und ewiglich. Mit der Tiefe deckest du es, wie mit einem Kleide, und Wasser stehen über den Bergen. Aber von deinem Schelten fliehen sie, von deinem Donner fahren sie dahin. Die Berge gehen hoch hervor, und die Breiten seßen sich herunter, zum Ort, den du ihnen gegründet hast. Du hast eine Grenze geseßt, darüber kommen sie nicht, und müssen nicht wiederum das Erdreich bedecken. Du läsfest Brunnen quellen in den Gründen, daß die Wasser zwischen den Bergen hinfließen, daß alle Thiere auf dem Felde trinken, und das Wild seinen Durst lösche. An denselben sizen die Vögel des Himmels, und singen unter den Zweigen. Du feuchtest die Berge von oben her; du machest das Land voll Früchte, die du schaffest. Du läsfest Gras wachsen für das Vieh, und Saat zu Nuß den Menschen, daß du Brot aus der Erde bringest; und daß der Wein erfreue des Menschen Herz, und seine Gestalt schön werde vom Del; und das Brot des Menschen Herz stärke. Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter. Das Meer, das so groß und weit ist, da wimmelt es ohne Zahl, beide große und kleine Thiere. Daselbst gehen die Schiffe; da sind Wallfische, die du gemacht hast, daß sie darinnen scherzen. Es wartet alles auf dich, daß du ihnen Speise gebeft zu seiner Zeit. Wenn du ihnen giebst, so sammlen sie; wenn du deine Hand austhust, so werden sie mit Gut gesättiget. Verbirgest du dein Angesicht, so erschrecken sie; du nimmst weg ihren Odem, so vergehen sie, und werden wieder zu Staub. Du läsfest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und verneuerst die Gestalt der Erde. Die Ehre des Herrn ist ewig; der Herr hat Wohlgefallen an seinen Werken. Er schauet die Erde an, so bebet sie; er rühret die Berge an, so rauchen sie. Ich will dem Herrn singen mein Lebenlang, und meinen Gott loben, so lange ich bin. Meine Rede müsse ihm wohl gefallen. Ich freue mich des Herrn. Der Sünder müsse ein Ende werden auf Erden, und die Gottlosen nicht mehr sein. Lobe den Herrn meine Seele. Halleluja. Lobe Die Geschichte von dem Leiden und Sterben ic. Die Geschichte 95 des Leidens und Sterbens unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi, aus den vier Evangelisten kürzlich verfaßt, und in fünf Handlungen abgetheilet. Erste Handlung. Das Leiden Jesu am Selberge. a sie den Lobgesang gesprochen hatten, ging Jesus hinaus nach seiner Gewohnheit, über den Bach Kidron, an den Delberg. Es folgten ihm aber seine Jünger nach. Da sprach er zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle ärgern an mir: Denn es stehet geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Heerde werden sich zerstreuen. Wenn ich aber auf erstehe, will ich vor euch hingehen in Galiläa. Petrus aber antwortete, und sprach zu ihm: Wenn sie auch alle sich an dir ärgerten, so will ich doch mich an dir nimmermehr ärgern. Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute in dieser Nacht, ehe denn der Hahn zweimal frähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Er aber redete noch weiter: Ja, wenn ich auch mit dir sterben müßte, wollte ich dich nicht verleugnen. Desselbigen gleichen sagten auch alle Jünger. Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hof, der hieß Gethsemane, da war ein Garten, darein ging Jesus und seine Jünger. Judas aber, der ihn verrieth, wußte den Ort auch; denn Jesus versammlete sich oft daselbst mit seinen Jüngern. Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Seßet euch hier, bis daß ich dort hingehe, und bete. Und nahm zu sich Petrum, und Jacobum, und Johannem, die zween Söhne Zebedäi, und sing an zu trauren, zu zittern und zu zagen. Und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibet hier und wachet mit mir, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und er riß sich von ihnen bei einem Steinwurf, und kniete nieder, fiel auf sein Angesicht auf die Erde, und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüber ginge, und sprach: Abba, mein Vater, es ist dir alles möglich, überhebe mich dieses Kelchs; doch nicht was ich will, sondern was du willst. Und er kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafend, und sprach zu Petro: Simon, schläfest du? Vermöchtest du nicht eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung und Versuchung fallet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Zum andern mal ging er wieder hin, betete, und 96 Die Geschichte von dem Leiden und Sterben sprach: Mein Vater, ist es nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn; so geschehe dein Wille. Und er fam, und fand sie abermal schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Und er ließ sie, und ging abermal hin, und betete zum dritten Mal dieselbigen Worte und sprach: Bater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel, und stärkte ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang, und betete heftiger. Es ward aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die sielen auf die Erde. Und er stand auf von dem Gebet, und kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafen vor Traurigkeit; und sprach zu ihnen: Ach wollt ihr nun schlafen und ruhen? Was schlafet ihr? Es ist genug. Sehet, die Stunde ist gekommen, und des Menschen Sohn wird überantwortet in der Sünder Hände; stehet auf, und lasset uns gehen; siehe, der mich verräth, ist nahe, betet aber, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und alsobald, da er noch redete; kam Judas, der zwölfen einer. Da er nun hatte zu sich genommen die Schaar und Diener der Hohenpriester und Pharisäer, der Aeltesten und Schriftgelehrter ging er zuvor der Schaar, und kommt dahin mit Fackeln, Lam mit Schwertern und mit Stangen. Der Verräther aber hatte il ein Zeichen gegeben, und gesagt: Welchen ich küssen werde, ists, den greifet, und führet ihn gewiß. Als nun Jesus wi Alles was ihm begegnen sollte, ging er hinaus, und sprach z ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus spricht zu ihnen: Ich bins. Judas aber, der ihn verrieth, stand auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bins; wichen sie zurück, und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermal: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazareth. Jesus antwortete: Ich habe es euch gesagt, daß ich es sei. Suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen. Auf daß das Wort erfüllet würde, welches er sagte: Ich habe derer keinen verloren, die du mir gegeben hast. Und Judas nahete sich zu Jesu, ihn zu küssen, und alsobald trat er zu ihm, und sprach: Gegrüßet seist du, Rabbi! und küssete ihn. Jesus aber sprach zu ibm: Mein Freund, warum bist du gekommen? Juda, verräthest du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da traten sie hinzu, und legten die Hände an Jesum, und griffen ihn. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwert brein schlagen? Da nahm Simon Petrus ein Schwert, und zog es aus, und schlug nach des Hohenpriesters Knecht, und hieb ihm sein recht Ohr ab: und der Knecht hieß Malchus. Jesus aber antwortete, und sprach: Laßt sie doch so ferne machen. Und er sprach zu Petro: Stecke dein Schwert in die Scheide; denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen. Oder meinest du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschickte mehr denn zwölf Legionen Engel? unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi. 97 Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Wie würde aber die Schrift erfüllet? Es muß also geschehen. Und er rührete sein Ohr an, und heilete ihn. Zu der Stunde sprach Jesus zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels, und den Ueltesten, die über ihn gekommen waren: Ihr seid als zu einem Mörder mit Schwertern und mit Stangen ausgegangen, mich zu fangen; bin ich doch täglich gesessen bei euch, und habe gelehret im Tempel, und ihr habt keine Hand an mich geleget. Aber dies ist eure Stunde, und die Macht der Finsterniß, Das aber alles geschehen, auf daß erfüllet würden die Schriften der Propheten. Da verließen ihn alle Jünger, und flohen. Und es war ein Jüngling, der folgte ihm nach, der war mit Leinwand bekleidet auf der bloßen Haut; und die Jünglinge griffen ihn. Er aber ließ die Leinwand fahren, und floh bloß von ihnen. Zweite Handlung. Das Leiden Jesu vor dem geistlichen Gerichte. ie Schaar aber und der Oberhauptmann, und die Diener der ihn ufs erste zu Hannas, der war Caiphas Schwäher, welcher des Jahrs herpriester war. Es war aber Caiphas, der den Juden rieth, es Are gut, daß ein Mensch würde umgebracht für das Volk. Und sie yreten ihn zum Hohenpriester Caiphas( das ist zum Fürsten der Priester,) dahin alle Hohenpriester und Schriftgelehrten und Aeltesten. sich versammelt hatten. Simon Petrus aber folgte Jesu von ferne, und ein anderer Jünger, bis in den Pallast des Hohenpriesters. Derselbe Jünger war dem Hohenpriester bekannt, und ging mit Jesu hinein in des Hohenpriesters Pallast. Petrus aber stand draußen vor der Thür. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus, und redete mit der Thürhüterin, und führete Petrum hinein. Es standen aber die Knechte und Diener, und hatten ein Kohlfeuer gemacht, danieden mitten im Pallast; denn es war falt, und wärmeten sich. Petrus aber stand bei ihnen, und wärmete sich, auf daß er sähe, wo es hinaus wollte. Die Magd aber des Hohenpriesters, die Thürhüterin, sahe Petrum bei dem Licht, daß er sich wärmete, und sahe eben auf ihn und sprach: Und du warest auch mit dem Jesu aus Galiläa. Bist du nicht auch dieses Menschen Jünger einer? Er leugnete aber vor allen, und sprach: Weib, ich bins nicht, ich kenne sein nicht, ich weiß auch nicht, was du sagest. Aber der Hohepriester fragte Jesum um seine Jünger, und um seine Lehre. Jesus antwortete: Ich habe frei öffentlich geredet vor der Welt. Ich habe allezeit gelehret in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden zusammen kommen, und habe nichts im Winfel geredet. Was fragst du mich darum? Frage die darum, die gehöret haben, was ich zu ihnen geredet habe: siehe, dieselbigen wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der Diener einer, die dabei standen, Jesu einen Backenstreich, und 7 98 Die Geschichte von dem Leiden und Sterben sprach: Sollst du dem Hohenpriester also antworten? Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, daß es unrecht sei; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich? Und Hannas sandte ihn gebunden zu dem Hohenpriester Caiphas. Simon Petrus aber stand und wärmete sich. Und über eine kleine Weile, nach dem ersten Verleugnen, als er hinaus ging nach dem Vorhof, krähete der Hahn, und eine andere Magd sahe ihn, und hob abermal an zu sagen zu denen, die dabei standen: Dieser war auch mit dem Jesu von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht seiner Jünger einer? Und ein anderer sprach: Du bist auch der einer. Und er leugnete abermal, und schwur dazu, und sprach: Mensch ich bin es nicht, und ich kenne auch den Menschen nicht. Und über eine kleine Weile bei einer Stunde bekräftiget es ein anderer mit denen, die da standen, und sprach: Wahrlich, du bist auch der einer; denn du bist ein Galiläer, und deine Sprache verräth dich. Spricht des Hohenpriesters Knecht, ein Gefreundter deß, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sahe ich dich nicht im Garten bei ihm? Da fing er an sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr saget. Und alsobald, da er noch redete, krähete der Hahn zum andern mal. Und der wandte sich um, und sahe Petrum an. Da gedachte Petrus an das Wort Jesu, als er zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen, und ging hinaus und weinete bitterlich. Serr Die Hohenpriester aber, und die Weltesten, und der ganze Rath suchten falsch Zeugniß wider Jesum, auf daß sie ihm zum Tode hülfen, und fanden keins, wiewohl viele falsche Zeugen herzu traten; denn ihre Zeugnisse stimmten nicht überein. Zulegt standen auf, und traten herzu zween falsche Zeugen, und gaben falsch Zeugniß wider ihn, und sprachen: Wir haben gehört, daß er gesagt hat: Ich kann und will abbrechen den Tempel Gottes, der mit Händen gemacht ist, und in dreien Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Aber ihre Zeugnisse stimmten noch nicht überein. Und der Hohepriester stand auf unter sie, und fragte Jesum, und sprach: Antwortest du nichts zu dem, was dieje wider dich zeugen? Jesus aber schwieg stille, und antwortete nichts. Da fragte ihn der Hohepriester abermal, und sprach zu ihm: Bist du Christus, der Sohn des Hochgelobten? Ich beschwöre dich bei dem Lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du seist Christus, der Sohn Gottes. Jesus sprach: Du sagest es, ich bin es. Doch sage ich euch: Von nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn sißen zur rechten Hand der Kraft, und kommen in den Wolken des Himmels. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gelästert; was bedürfen wir weiter Zeugniß? Siehe, jeßt habt ihr seine Gotteslästerung gehöret. Was dünkt euch? Sie aber verdammeten ihn alle, und sprachen: Er ist des Todes schuldig. Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn, und speieten aus in sein Angesicht, und schlugen ihn mit Fäusten. unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi. Etliche aber verdeckten ihn, und schlugen ihm ins Angesicht, besonders die Knechte, und sprachen: Weissage uns, Christe, wer ist es, der sich schlug? Und viele andere Lästerung sagten sie wider ihn. Des Morgens aber vetfammleten sich alle Hohenpriester, Schriftgelehrten und Meltesten des Volks, dazu der ganze Nath, und hielten einen Nath über Jesum, daß sie ihm zum Tode hülfen, und führten ihn hinauf vor ihren Rath, und sprachen: Bist du Christus? Sage es uns. Er aber sprach zu ihnen: Sage ich es euch, so glaubet ihr es nicht; frage ich aber, so antwortet ihr nicht, und laßt mich dennoch nicht los. Darum von nun an wird des Menschen Sohn sißen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er aber sprach zu ihnen: Ihr saget es, denn ich bin es. Sie aber sprachen: Was bedürfen wir weiter Zeugniß? Wir haben es selber gehöret aus seinem Munde. Dritte Sandlung. 99 Das Leiden Jesu vor dem weltlichen Gerichte. Und nd der ganze Haufe stand auf, und banden Jesum, führeten ihn von Caiphas vor das Nichthaus, und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontio Pilato, und es war noch frühe. Da das sahe Judas, der ihn verrathen hatte, daß er verdammet war zum Tode; gereuete es ihn, und brachte wieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Aeltesten, und sprach: Ich habe Uebel gethan, daß ich unschuldig Blut verrathen habe. Sie sprachen: Was geht uns das an? Da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hob sich davon, ging hin und erhenkte sich selbst, und ist mitten entzwei geborsten, und sein Eingeweide ausgeschüttet. Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge, und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen, denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Nath, und kauften um die Silberlinge, um den Lohn der Ungerechtigkeit, einen Töpfersacker, zum Begräbniß der Pilger. Und es ist tund geworden allen, die zu Jerusalem wohnen, also, daß derselbige Acker genannt wird auf ihre Sprache: Akeldama, das ist, ein Blutacker, bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das gesagt ist durch den Propheten Jeremia, da er spricht: Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlet ward der Verkaufte, welchen sie fauften von den Kindern Israel; und haben sie gegeben um einen Töpfersacker, als mir der Herr befohlen hat. Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern die Ostern essen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus, und sprach: Was bringet ihr für eine Klage wider diesen Menschen? Sie antworteten, und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Uebelthäter, wir hätten dir ihn nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin, und richtet ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen Niemand tödten; auf daß erfüllet würde das Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes er sterben würde. 7* Die Geschichte von dem Leiden und Sterben Da fingen an die Hohenpriester und die Neltesten ihn hart zu und er das wendet, und verbietet den Schoß dem Kaiser zu geben; und spricht, er sei Christus, ein König. Da ging Pilatus wieder hinein in das Richthaus, und rief Jesum, und fragte ihn, und sprach: Bist du der Juden König? Jesus stand vor ihm, und antwortete: Redest du das von dir selbst, oder haben es dir andere von mir gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet, was hast du gethan? Sesus antwor tete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt, wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden drob kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde; aber nun ist mein Reich nicht von dannen. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin je ein König, ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und da er das gesagt, ging er wieder hinaus zu den Juden, und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm. Und da er verklaget ward von den Ho01 100 to henpriestern und Aeltesten, antwortete er nichts. Pilatus aber fragte ihn abermal, und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie hart sie dich verklagen! Hörest du Und er antwortete ihm nicht auf der Sie aber hielten an, und sprachen: Er hat das Volk erreget, damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen Lande, und hat in Galiläa angefangen bis hieher. Da aber Pilatus Galiläa hörete, fragte er, ob er aus Galiläa wäre. Und als er vernahm, daß er unter Herodis Obrigkeit gehörete, übersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war. Da aber Herodes Jesum sahe, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst gerne gesehen; denn er hatte viel von ihm gehöret, und hoffte, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancherlei. Er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten standen und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit seinem Hofgesinde verachtete und verspottete ihn, legte ihm ein weißes Kleid an, und sandte ihn wieder zu Pilato. Auf den Tag wurden Herodes und Pilatus Freunde mit einander; denn zuvor waren sie einander feind. Pilatus aber rief die Hohenpriester, und die Obersten, und das Volk zusammen, und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als der das Volk abwende. Und sehet, ich habe ihn vor euch verhöret, und finde an dem Menschen der Sache keine, log zu ihm gesandt; und sehet, man hat nichts auf ihn gebracht, das des Todes werth sei. Darum will ich ihn züchtigen und los las sen. Auf das Fest aber mußte der Landpfleger nach Gewohnheit dem Volke einen Gefangenen los geben, welchen sie begehrten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, der war fast rüchtig, nämlich einen Uebelthäter und Mörder, der hieß Barrabas, der unsers Herrn und Heilandes Jesu Chrifti. 101 mit den Aufrührerischen war ins Gefängniß geworfen, welcher im Aufruhr, der in der Stadt geschahe, einen Mord begangen hatte. Und das Volk ging hinauf, und bat, daß er thäte, wie er pflegte. Und da sie versammelt waren, antwortete ihnen Pilatus: Ihr habt eine Gewohnheit, daß ich euch einen los gebe auf Ostern; welchen wollt ihr, daß ich euch los gebe, Barrabam, oder Jesum, den König der Juden, den man nennet Christus? Denn er wußte wohl, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten. Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm, und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute viel erlitten im Traum von seinetwegen. Über die Hohenpriester und Weltesten überredeten und reizeten das Volk, daß sie um Barrabas bitten sollten, und Jesum umbrächten. Da antwortete nun der Landpfleger, und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zween, den ich euch soll los geben? Da schrie der ganze Haufe und sprach: Hinweg mit diesem, und gieb uns Barrabam lcs. Da rief Pilatus abermal zu ihnen, und wollte Jesum los lassen, und sprach: Was soll ich denn machen mit Jesu, den man Christus nennet? Sie schrien abermal: Kreuzige, kreuzige ihn! Er aber sprach zum dritten Mal zu ihnen: Was hat er denn Uebels gethan? Ich finde keine Ursache des Todes an ihm: darum will ich ihn züchtigen und los lassen. Aber sie schrien noch vielmehr, und sprachen: Kreuzige ihn! Und sie lagen ihm an mit großem Geschrei, und forderten, daß er gekreuziget würde, und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm überhand. Da nahm Pilatus Jesum und geißelte ihn. Die Kriegsknechte aber des Landpflegers führeten ihn hinein in das Richthaus, und riefen zusammen die ganze Rotte, und zogen ihn aus, und legten ihm einen Purpurmantel an, und flochten eine Krone von Dornen, und feßten sie auf sein Haupt, und gaben ihm ein Rohr in seine rechte Hand, und beugten die Knie vor ihm, und spotteten ihn, und fingen an, ihn zu grüßen, und sprachen: Gott grüße dich, lieber König der Juden. Und schlugen ihn ins Angesicht, und speieten ihn an, und nahmen das Rohr, und schlugen damit sein Haupt, und fielen auf die Knie, und beteten ihn an. Da ging Pilatus wieder heraus, und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also ging Jesus heraus, und trug eine Dornenkrone und Purpurkleid. Und er spricht zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und die Diener sahen, schrien sie und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin, und freuziget ihn; denn ich finde keine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Geseß, und nach dem Gesetz soll er sterben; denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. Da Pilatus das Wort hörete, fürchtete er sich noch mehr; und ging wieder hinein in das Richthaus, und spricht zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da 102 Die Geschichte von dem Leiden und Sterben sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich macht habe, dich zu freuzigen, und macht habe, dich los zu geben? Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von Oben herab gegeben; darum, der mich dir überantwortet hat, der hat es größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn los ließe. Die Juden aber schrien, und sprachen: Läsfest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich selbst zum Könige macht, der ist wider den Kaiser. Da Pilatus pas Wort hörete, führete er Jesum heraus, und segte sich auf den Richtstuhl, an der Stäte, die da heißt Hochpflaster, auf Hebräisch aber Gabbatha. Es war aber der Rüsttag in den Ostern, um die sechste Stunde. Und er spricht zu den Juden: Sehet, das ist euer König. Sie schrien aber; Weg, weg mit dem, freuzige ihn. Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, denn den Kaiser. Da aber Pilatus sabe, daß er nichts schaffte, sondern daß viel ein größer Getümmel ward, gedachte er dem Volke genug zu thun, und urtheilte, daß ihre Bitte geschähe, nahm Wasser, und wusch die Hände vor dem Volk, und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten; sehet ihr zu. Da antwortete das ganze Volk, und sprach: Sein Blut komme über uns, und über unsere Kinder. Da gab er ihnen Barrabam los, ter ums Aufruhrs und Mords willen war ins Gefängniß geworfen, um welchen sie baten, Jesum aber gegeißelt und verspottet, übergab er ihrem Willen, daß er gekreuziget würde. Vierte Sandlung. Die Kreuzigung und der Tod Jesu. Dª a nahmen die Kriegsknechte Jesum, zogen ihm den Mantel aus, und zogen ihm seine Kleider an, und führeten ihn hin, daß sie ihn freuzigten, und er trug sein Kreuz. Und indem sie hinaus gingen, fanden sie einen Menschen, der vorüber ging von Kyrene, mit Namen Simon, der vom Felde kam, der ein Vater Alexandri und Ruffi war, den zwangen sie, daß er ihm sein Kreuz trüge, und legten das Kreuz auf ihn, daß er es Jesu nachtrüge. Es folgte ihm aber nach ein großer Haufe Volks, und Weiber, die flagten und beweineten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen, und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst, und über eure Kinder. Denn siehe, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren, und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäuget haben. Dann werden sie anfangen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! Und zu den Hügeln: Decket uns! Denn so man das thut am grünen Holz, was will am dürren werden? Es wurden aber auch hingeführt zween andere Uebelthäter, daß sie mit ihm abgethan würden. Und sie brachten ihn an die Stäte, die heißet auf hebräisch Golgatha, das ist verdolmetschet, unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi. 103 Schedelstäte, und sie gaben ihm oder vermyrrheten Wein zu 0 trinken mit Galle vermischt; und da er es schmeckte, wollte er es nicht trinken. Und sie freuzigten ihn an der Stäte Golgatha, und zween Uebelthäter mit ihm, einen zur rechten und einen zur linken Hand, Jesum aber mitten inne. Und die Schrift ist Er ist unter die Uebelthäter gerechnet. Und es 1. Und es war da bie dritte Stunde, da sie ihn freuzigten. Jesus aber sprach: Bater, vergieb ihnen; denn sie wissen nicht, was sie thun. Pilatus aber schrieb eine Ueberschrift, geschrieben, was man ihm schuld gab, die Ursach seines Todes, und setzte sie auf das Kreuz, oben zu seinem Haupt. Es war aber geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese Ueberschrift lasen viele Juden; denn die Stäte war nahe bei der Stadt, da Jesus gekreuziget ist. Ind es war geschrieben auf hebräische, griechische und lateinische Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilato: Schreibe nicht, Der Juden König; sondern daß er gesagt habe: Ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. Die Kriegesknechte, da sie Jesum gekreuziget hatten, nahmen sie seine Kleider, und machten vier Theile, einem jeglichen Kriegsknecht ein Theil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war ungenähet, von oben an gewirket durch und durch. Da sprachen sie unter einander: Laßt uns den nicht zertheilen, sondern darum loosen, weß er sein soll, auf daß erfüllet würde die Schrift, die da sagt: Sie haben meine Kleider unter sich getheilet, und haben über meinen Rock das Loos geworfen. Und sie saßen allda, und hüteten sein; solches thaten die Kriegsknechte, und das Volk stand, und sahe zu. Es stand aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter, und seiner Mutter Schwester, Maria, Cleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sahe, und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn. Darnach spricht er zu dem Jünger: Siche, das ist deine Mutter. Und von Stund an nahm sie der Jünger zu sich. Die aber vorüber gingen, lästerten ihn, und schüttelten die Köpfe, und sprachen: Pfui dich, wie fein zerbrichst du den Tempel, und bauest ihn in dreien Tagen. Hilf dir nun selber. Bist du Gottes Sohn, so steige herab vom Kreuz. Desgleichen auch die Hohenpriester verspotteten ihn unter einander mit den Schriftgelehrten und Aeltesten, sammt dem Volke, und sprachen: Er hat andern geholfen, und kann ihm selber nicht helfen. Ist er Christ, der König von Ifrael, der Auserwählte Gottes, so helfe er ihm selber, und steige nun vom Kreuz, auf daß wir es sehen, und glauben ihm. Er hat Gott vertrauet, der erlöse ihn nun, lüstet es ihn; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Daffelbe rückten ihm auch auf die Mörder, die mit ihm gekreuzigt waren, und schmäheten ihn. Es verspotteten ihn auch die Kriegsknechte, traten zu ihm, und brachten ihm Effig, und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir ſelber. Die Geschichte von dem Leiden und Sterben Aber der Uebelthäter einer, die da gehenkt waren, lästerte ihn und sprach: Bist du Christus, so bilf dir selbst, und uns. Da antwortete der andere, strafte ihn, und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammniß bist? Und zwar wir sind billig darinnen, denn wir empfangen, was unsre Thaten werth sind: dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt. Und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein. Und da es um die sechste Stunde kam, ward eine Finsterniß über das ganze Land, bis an die neunte Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus laut und sprach: Eli, Eli, Lama Asabthani! Das ist verdolmetschet: mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Etliche aber, die da standen, da sie das höreten, sprachen sie: Der ruft den Elias. Darnach als Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, spricht er: Mich dürstet. Da stand ein Gefäß voll Essig, und bald lief einer unter ihnen hin, nahm einen Schwamm, und füllete ihn mit Essig und Ysopen, und steckte ihn auf ein Rohr, und hielt es ihm dar zum Munde, und tränkte ihn, und sprach mit den andern: Halt, laß sehen, ob Elias komme, und ihn herab nehme. 104 Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und abermal rief er laut, und sprach: Bater, ich befehle meinen Geist in deine Hände. Und als er das gesagt, neigete er das Haupt, und gab seinen Geist auf. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke, von oben an bis unten aus. Und die Erde erbebte, und die Felsen zerriffen, und die Gräber thaten sich auf, und standen auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung, und famen in die heilige Stadt, und erschienen vielen. Aber der Hauptmann, der dabei stand gegen ihm über, und die bei ihm waren, und bewahrten Jesum, da sie sahen, daß er mit solchem Geschrei verschied, und sahen das Erdbeben, und was da geschah, erschraken sie sehr, und preiseten Gott, und sprachen: Wahrlich, dieser ist ein frommer Mensch gewesen, und Gottes Sohn. Und alles Volk, das dabei war, und zusahe, da sie sahen, was da geschah; schlugen sie an ihre Brust, und wandten wieder um. Es standen aber alle seine Verwandte von ferne, und viele Weiber, die ihm aus Galiläa waren nachgefolget, und sahen das alles, unter welchen war Maria Magdalena, und Maria, des kleinen Jacobi und Joses Mutter, und Salome, die Mutter der Kinder Zebedäi, welche ihm nachgefolget, ta er in Galiläa war, und gedienet, und viele Andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen waren. Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname am Kreuz blieben den Sabbath,( denn desselbigen Sabbathstag war groß,) baten sie Pilatum, daß ihre Beine gebrochen, und sie abgenommen würden. Da kamen die Kriegsknechte, und brachen dem ersten die Beine, und dem andern, der mit ihm gefreuziget war. Als sie aber zu Jesu kamen, da sie sahen, daß unsers Herrn und Heilandes Jesu Chrifti. ( 105 er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht; sondern der Kriegsfnechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer, und alsoA Sibin ydi bald ging Blut und Wasser heraus.ie bus Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeugniß ist wahr; und derselbige weiß, daß er die Wahrheit faget, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde: Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen. Und abermal spricht eine andere Schrift: Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben. An dval Diafünfte Sandlung. Das Begräbniß Jesu. Darnach am Abend, weil es der Rüsttag war, welcher ist der VorI von der Juden, ein reicher Mann, ein Rathsherr, ein guter frommer Mann, der hatte nicht gewilliget in ihren Rath und Handel, welcher auf das Reich Gottes wartete; denn er war ein Jünger Jesu, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden, der wagte es, und ging binein zu Pilato, und bat, daß er möchte abnehmen den Leichnam Jeſu. Ma Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon todt war; und rief dem Hauptmann, und fragte ihn, ob er längst gestorben wäre? Und als er erfundet von dem Hauptmann, gab er Joseph den Leichnam Jesu, und befahl, man sollte ihn ihm geben. Und Joseph kaufte eine Leinwand. Es kam aber auch Nicodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesu gekommen war, und brachte Myrrhen und Aloeen unter einander, bei hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jesu, der abgenommen war, und wickelten ihn in eine reine Leinwand, und banden ihn in leinene Tücher mit den Specereien, wie die Juden pflegten zu begraben. Es war aber an der Stäte, da er gekreuziget ward, ein Garten, und im Garten ein neues Grab, das war Josephs, welches er hatte lassen hauen in einen Felsen, in welches Niemand je gelegt war. Daselbst hin legten sie Jesum um des Rüsttags willen der Juden, daß der Sabbath anbrach, und das Grab nahe war, und wälzten einen großen Stein vor die Thür des Grabes, und gingen davon. Es war aber allda Maria Magdalena, und Maria Joses, die setzten sich ge gen das Grab, und andere Weiber, die da Jesu auch waren nachgefolget von Galiläa, beschaueten, wohin und wie sein Leib geleget ward. Sie kehreten aber um, und bereiteten die Specerei und Salben; und den Sabbath über waren sie stille nach dem Geset. Des andern Tages, der da folget nach dem Rüsttage, kamen die Hohenpriester und Pharisäer sämmtlich zu Pilato, und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß dieser Verführer sprach, da er noch lebte: Ich will nach dreien Tagen auferstehen. Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen, und stehlen ihn, und sagen zum Volk: Er ist auferstanden von den Todten; und werde der letzte Betrug ärger, denn der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter; gehet hin, und verwahret es, wie ihr wisset. Sie gingen hin, und verwahreten das Grab mit Hütern, und versiegelten den Stein. Doa 106 Die Beschreibung der Zerstörung Die Beschreibung der Zerstörung der Stadt Jerusalem. ou du Indi is die Zeit nahete, daß Gott über Jerusalem und das Jüdische Volk den endlichen Zorn gehen lassen wollte, wie die Propheten und der Herr Christus selbst ihnen gedrohet, und zuvor geſagt hatten; ſind dieſe nichen worden, wie ein Schwert gen: Es am gestaltet, welcher ein ganzes Jahr gegen der Stadt über gestanden, und von jedermann ist gesehen worden. Eben in den Tagen der ungesäuerten Brote, am achten Tage des Monats April, um 9 Uhr in der Nacht, ist bei dem Altar im Tempel ein solch hellglänzendes Licht erschienen, daß jedermann meinte, es wäre Tag. Ein ehernes großes starkes Thor am innern Tempel, daran zwanzig Männer heben mußten, wenn man es aufthun wollte, welches mit starken eisernen Riegeln verwahret war, hat sich um die sechste Nachtstunde selbst aufgethan. Den 21. Junii hat man in der Luft und in den Wolken an vielen Orten des Himmels Wagen schweben, und sich wie eine große Rüstung von Reutern und Knechten an den Wolken zusammen ziehen, und mit Geprassel in der Nacht schlagen sehen. Vor dem Pfingsttage, als die Priester inwendig im Tempel bereiten wollten, was zum Feste gehöret, haben sie ein großes Getümmel und Gepolter, und hernach eine Stimme gehöret, welche gerufen: Lasset uns von hinnen wegziehen. Wiewohl etliche sagen, das sei geschehen zu der Zeit, da der Vorhang im Tempel unter Christi Leiden zerrissen ist. Auch ist ein Mensch gewesen, Jesus, genaunt Anani, eines gemeinen Mannes Sohn, welcher, als er gen Jerufalem gekommen, auf das Fest der Lauberhütten, aus einem besondern Geiste geschrien hat: O ein Geschrei vom Morgen! O ein Geschrei vom Abend! O ein Geschrei von den vier Winden! O ein Geschrei über ganz Jerusalem und den Tempel! eine elende Klage über Braut und Bräutigam! ein Geschrei über alles Volf! Und to solch klägliches Schreien trieb er Tag und Nacht an einander, und lief wüthend in der Stadt umher. Und wiewohl ihn etliche mit Geißeln und Ruthen straften, die diese Worte als eine böse Deutung über die Stadt nicht gerne höreten; so börete er doch nicht auf. Und als man diesen Menschen dem Landpfleger gebracht, welchen die Römer damals zu Jerusalem hatten, der ihn auch mit GeiBeln hart, bis auf das Blut stäupen und peitschen ließ; hat er doch mit keinem Worte Gnade gebeten, hat auch nicht eine Thräne fallen lassen, sondern ohne Unterlaß überlaut geschrien: Wehe, wehe dir, o du armes Jerusalem! Albinus, der Richter, hat ihn als einen Thoren verachtet. Dieser Mensch aber ist sieben Jahre an einander nicht viel mit Leuten umgegangen, sondern allein gegangen wie ein Mensch, der etwas bei sich tief besinnet, oder dichtet, und hat immerdar diese Worte von sich hören lassen: Wehe, der Stadt Jerusalem. 107 wehe dir, o du armes Jerusalem! und von solchem Nufen ist er nicht müde geworden. Als aber nun die Stadt von den Römern belagert geworden, ist er auf den Mauern umher gegangen, und hat immer geschrien: Wehe über den Tempel, und über das ganze Volk! und zuleht hat er auf eine Zeit diese ungewöhnlichen Worte dazu gesagt: Wehe auch mir! In dem Worte ist er ungefähr von der Feinde Geschoß getroffen worden, und also tort geblieben. Diese und andere große Zeichen sind vorher gegangen, ehe Jerufalem zerstöret geworden ist. Nun wollen wir auch von der Zerstörung an ihr selbst redett. Da die Juden, wie Stephanus faget, als Mörder und Verräther den gerechten und unschuldigen Christum getödtet hatten; ist es mit dem ganzen jüdischen Reiche in allen Ständen immer ärger geworden. Die Hohenpriester hoben an, und übten Tyrannei wider die andern Priester; unter den andern Gewaltigen war allerlei Haß und Neid, und schickte sich alles zur Uneinigkeit im Regiment, und ließ sich es anschen, daß eine große Aenderung und Zerrüttung des Reichs vorhanden wäre. Aus solchem Zwiespalt und Haffe der Gewaltigen unter sich, erhoben sich Rotten und allerlei Zertrennungen, und außerdem trug sich allerlei Unglück zu, und Naubens und Mordens in und außer der Start Jerusalem; und schickten sich alle Sachen, daß beide Regimente des Volks, dos geistliche und weltliche, zu Trümmern gehen wollten. Daher geschah es auch, daß der Kaiser Nero Cestium Florum in das jüdische Land schickte; und als er den Juden sehr hart war, und in vielen Dingen seinen Geiz, Stolz und Muthwillen übte: haben ihn die Juden verjagt; und als er mit ihnen zum Schlagen kam, hat er fünf tausend Mann der Seinigen verloren. Also wüthetent die Juden durch Gottes Verhängniß, daß sie sich auch wider die Nömer setzten, und von ihnen abfielen. Als aber der Kaiser Nero das erfuhr, schickte er Flavium Vespasianum mit seinem Sohn in Syrien. Es ist um diese Zeit im ganzen Orient, wie auch Tranquillus schreibt, eine gemeine Eage und ein Gerücht gewesen, daß eben um diese Zeit etliche, so aus Judäa kommen würden, sehr groß und sehr prächtig in aller Welt werden sollten. Und wiewohl das an dem geistlichen Reiche Christi also wahr ward, da der Name Christi durch die Predigt des Evangelii, welcher aus dem Jüdischen Stamme geboren ist, in aller Welt groß ward; so haben es doch etliche von den zween Vespasianis verstanden; die Juden aber zogen diese Weisfagung auf sich, und, nachdem ihnen etliche Schlachten wider die Feinde geriethen, wurden sie stolz, machten drei Hauptleute, und griffen mit Gewalt die Stadt Ascalon an. Da sind sie in zwei Schlachten darnieder gelegt worden, haben, ohne die Hauptleute, die umgekommen sind, bei zwanzig tausend Mann verloren. Nachdem zog also Vespasianus auf Befehl des Kaisers in Galiläa, welches ein volfreiches Land war, verwüstete und verheerete alles durchaus, und war des Mordens, Raubens und Brennens fein Ende; da wurden viele tausend Juden, und auf einmal an 50000 wehrhafter Männer erschlagen, ohne Weiber, Kinder, gemeinen 1108 Die Beschreibung der Zerstörung Pöbel und Landvolk. Das Kriegsvolk hat da weder alt noch jung dverschonet, nicht der Schwangern, nicht der Kinder in der Wiege. Sechs tausend junge Männer hat Vespasianus auf einmal, als leib. eigene Leute, geschickt, an dem Isthmo zu graben in Achaja. Dreißig tausend jüdische Kriegsleute sind zu der Zeit auf einmal für Leibeigene verkauft. Fünf tausend haben sich aus Verzweiflung selbst von hohen Felsen herabgestürzt. in Zu der Zeit war ein trefflicher Mann, sehr gelehrt, weise und verständig, priesterlichen Amts unter den Juden, und der Obersten einer im Kriege, mit Namen Josephus. Als er im ersten Schrecken mit etlichen Wenigen in eine Höhle geflohen, bei der Stadt Jotapata, in Galiläa, ward er ergriffen und zu Vespasiano geführet; und als er demselben prophezeiete, er würde noch Kaiser werden, hat er ihn gnädig erhalten; und derselbe Josephus hat uns geschrieben hinterlaffen, was wir von dieser Geschichte wissen. -ake Als dies in Galiläa geschabe, ist ein Haufe gesammletes, freches, räuberisches Volk gen Jerusalem gekommen, da hat einer der großen Herren, Johannes, zuwege gebracht, daß er durch diese Rotte das Regiment an sich brächte. Da ist abermals ein heimliches Morden, viel Rauberei und Plündern zu Jerusalem gewesen, und hat sich es allenthalben zum großen Unglück geschickt, und ist die arme Stadt allenthalben sehr geplaget worden. Es sind um diese Zeit etliche Hohepriester erschlagen, und viel Blut, auch sogar im Tempel, vergoffen worden. Josephus schreibet, daß zwölf tausend von den besten und edelsten Juden in diesem Lärmen umgekommen sind, deren Güter und Häuser man dem Pöbel und Knechten zu plündern gegeben. Etliche meinen, daß dieses die Römer durch List zugerichtet haben. So war nun damals schon, ehe das rechte Wetter sie überfiel, Jerusalem mit dreierlei Unglück geplaget, nämlich mit dem Kriege der Römer, mit Aufruhr und allerlei Meuterei in der Stadt, und mit den Tyrannen, welche sich durch Gewalt und List einer nach dem andern aufwarfen, und ist um der Herrschaft willen viel Blut vergossen worden. Als nun zu derselbigen Zeit die Gadarener sich den Römern widerseßten; mußte sich Vespasianus eilend aus dem Winterlager erheben, und nahm er Gadara die Stadt ein, und erschlug durch seinen Hauptmann Placidum, bei die dreißig tausend Bürger in der Flucht, zweitausend nahm er gefangen, der andere Pöbel und flüchtige Haufe stürzte sich in den Jordan, und ihre tødten Körper sind im Jordan bis an die See Aspaltiten fortgeflossen, welche man das todte Meer nennet; darauf sind jenseits des Jordans bis gen Macharon allenthalben alle Juden von den Römern überfallen worden, und im großen Schrecken umgekommen. Es war bei dem Ausgang des Winters, im Anfange des Frühlings, als Vespasianus hörete, daß Nero tort wäre; er lag zu Cäfaräa, und machte sich eilend auf. Er hatte alle Städte der Juden eingenommen, außer etlichen Schlössern, welche einige fremde Krieger inne hatten, und hatte er allenthalben die Städte mit Rö der Stadt Jerusalem. day ishiq 109 mischem Kriegesvolke beseßt, daß er Jerusalem, welches allein über geblieben war, desto leichter stürmen und einnehmen könnte. Ebens damals ist Vespasianus von seinem Kriegesvolte zum Kaiser aufgeards worfen worden; er zog deshalben in Egypten, von dannen wollte der in Italien gehen, und übergab Tito indessen das Kriegsregiment off wider die Juden. atrode bonist ammis Titus aber, als er Kundschaft halber an einige Derter nahe bei Jerusalem geritten war, entkam schwerlich, daß er nicht von den Juden gefangen ward; darnach schlug er sein Lager auf bei Scopos, eine viertel Meile von der Stadt, und theilte sein Kriegesvolk, um die Stadt an mehr denn einem Orte zu belagern. Mittlerzeit war ein großes und mächtiges Volk aus allen Städten, von allen Orten auf das Osterfest des Gottesdienstes halber zu Jerusalem zusammen d gekommen. So war auch, wie oben angezeiget worden, zuvor in der Stadt viel zusammengelaufenes Volk, welches aus Galiläa vertrieben worden. Es waren drei Partheien in der Stadt, welche die Einigkeit und das Regiment, je länger, je mehr zerrissen, wie es zu gehen pflegt. Ein Theil hatte den Tempel inne, unter denen war 2 Eleazarus, der Oberste, ein Sohn Simonis, mit dem hielten es die Zeloten, ein böses heuchlerisches Volk, das den Bürgern sehr feind war. Den untern Theil der Stadt hatte Johannes inne, welcher ein Anfang allerlei Unglücks war. Den obern Theil hatte Simon die inne, mit zwanzigtausend Idumeern, welche erfordert waren, Stadt vor der Zeloten Muthwillen und gewaltsamen Vornehmen zu schüßen; da man derselbigen Gäste gerne wieder los gewesen wäre, hat man ihrer nicht los werden können. Titus, als er nun merkte, daß die Stadt Jerusalem mit so un- ld zähligem Volk überladen und überhäuft wäre, rüstete und stärkte sich in großer Eile, die Stadt zu belagern und eine Wagenburg um sie zu schlagen,( wie Christus zuvor gesagt hatte) dieweil das Volk bei einander wäre, daß sie der Hunger desto härter drängete und ängstete. Da das die Juden sahen, versuchten sie das Neußerste, des es zu hindern, zu wehren und ihm zuvor zu kommen; aber es warn aus mit ihnen, da war kein Glück mehr; unser Herr Gott wollte das Garaus mit ihnen spielen; darum ging ihnen kein Anschlag noch ni Rath von Statten, da war lauter Uneinigkeit. Und ist in dieser Zeit in der Stadt ein Aufruhr entstanden, daß eine große Menge ud Volk bei dem Tempel erschlagen ward. al 11901902 Die Stadt Jerusalem war sehr fest an dem Orte, da man zuch der Stadt kommen konnte; sie hatte drei Mauren, darum rückte das mod römische Kriegesvolk mit ganzer Macht hinan, um die Stadt zunch stürmen, und nach großer Arbeit ist die doppelte Mauer erobert und i eingenommen worden. Um dieselbige Zeit ist eine unzählige Menge sid Volks Hungers gestorben, wie Josephus schreibet. Um einen klei- it nen Bissen Brots haben sich oft die besten Freunde gehauen und nal gestochen; die Kinder haben den Eltern, Vater und Mutter den Kin- bad dern oft die Speise aus dem Munde gerissen; da hat weder Bruderia noch Schwester sich des andern erbarmet. Ein Scheffel Korn hat viele Gulden gegolten, etliche haben aus großem Hunger Kuhmist, 110 Die Beschreibung der Zerstörung etliche die Riemen von den Satteln, das Leder von den Schilden und dergleichen abgenaget und gegessen; etliche haben noch Heu im Munde gehabt, und sind also todt gefunden worden; etliche haben in den heimlichen Gemächern gesucht sich mit Unsflath und Mist vor dem Hunger zu erretten, und ist eine solche große Menge Hungers gestorben, daß Ananias, Eleazari Sohn, welcher in der Zeit der Belagerung zu Tito geflohen, angezeiget hat, daß 115000 todte Körper in der Stadt gefunden und begraben sein. Hegesippus schreibet, daß allein zu einer Pforte viele tausend Leichen hinaus getragen worden, und daß bei sechs hundert tausend Menschen, Zeit der Belagerung, todt geblieben sind. Die Juden hatten noch die Burg Antoniam inne, welches eine starke Festung war; so hatten sie auch den Tempel, von welchem eine Brücke in die Stadt ging. Diese Festung zu erobern, kostete viel mehr Arbeit als alle andere Derter. Tito aber, wiewohl er gewiß war, daß der Hunger endlich die Juden in der Stadt tilgen und theilen würde, ward doch die Zeit zu lang, und hielt an und vermahnte das Kriegsvolf, die Festung mit Gewalt zu stürmen. Wiewohl nun große Gefahr dabei war, so gerieth doch den Nömern alles, und war kein Sieg noch Glück mehr bei den Juden. Als nun die Nömer das Schloß inne hatten, gab der Trompeter mit der Posaune ein Zeichen, und wurden die Juden, welche in dem Schlosse waren, alle erschlagen. Etliche sind von den Mauern geworfen worden, etliche sind bei der Nacht eilend in die Stadt gekommen. Folgends hat sich das Kriegsvolk nunmehr gegen die, so den Tempel inne hatten, der Sache ernstlich angenommen. Man sagt, Titus sei Willens gewesen, den Tempel zu verschonen um der Religion willen: aber es war aus; Gott schickte es, daß da kein Verschonen war. Denn als man lange und heftig gestritten und gearbeitet hatte, und die Juden weder mit Drohen noch Vermahnen zu bewegen gewesen, die festen Oerter zu überge ben; merkte das Kriegsvolk, daß ihnen an diesem Orte nicht anders als mit Hunger,( welches dann lange dauren würde) oder mit Feuer beizukommen wäre. Daher haben etliche der Krieges knechte Feuer in den Tempel geworfen, das ist angegangen, und ist also dieselbige Stunde das herrliche, treffliche und köstliche Gebäude, welches damals hoch und weit berühmt war, verbrannt und zu Asche geworden. Die Juden, so den obern Ort der Stadt inne hatten, sind zum Theil in die Stadt geflohen, aber viel mehr sind durch das Feuer und Schwert umgekommen. Die Priester haben fläglich gebeten und geslehet, daß man ihnen das Leben fristen möchte; aber da ist Gnade bei Gott und den Leuten aus gewesen. Titus hat, wie Hegesippus schreibt, geantwortet: So ihr Tempel und Gottesdienst dahin sei, bedürfe man der Priester nicht mehr. Die Verwüstung des Tempels ist den 10. Tag des Monats August geschehen, gleich auf den Tag, da der erste Tempel vom Könige zu Babylon verbrannt ist, und ist der Tag sonderlich der Unglückstag für den Tempel gewesen. Bon dem ersten Tempel und sinturon der Stadt Jerusalem. 111 seiner Erbauung an, welche Salomo vollführet, bis auf das andere Jahr Vespasiani, da der Tempel gänzlich verwüstet worden, sind 1102 Jahre; von der Zeit aber, da man den andern Tempel wieder angefangen zu bauen, welches geschehen ist im andern Jahr des Königs Cyri, sind 569 Jahre verflossen. Da nun die Juden so geängstiget wurden, und keine Hoffnung der Errettung war; starben viele tausend Hungers; doch blieben die übrigen auf ihrem Vornehmen. Josephus schreibet, daß sich in den Tagen, als der Tempel verbrannt und verwüstet worden sei, ein erschrecklicher und gräulicher Fall begeben, welchen man bei den Nachkommen kaum glauben wird. Es war eine ehrliche Frau, welche reich und von gutem Geschlecht war, jenseit des Jordans, aus Furcht mit den Andern gen Jerusalem geflohen; als nun die Stadt so hart bedränget und mit Hunger geängstiget ward, hat sie ihr kleines Kindlein in der Wiege,( mit was für Jammer und Schmerzen, ist wohl zu gedenken) geschlachtet, und das halbe Theil gebraten und gegessen, als die Kriegsknechte umher gelaufen und Speise gesucht, hat sie ihnen die andere Hälfte vorgesetzet, die Kriegesknechte aber haben sich vor dem gräulichen Anblick entsetzet, und sich doch des elenden Weibes erbarmet, und die Sache den großen Herren zu Jerusalem geoffenbaret. Je ben Dieser schreckliche Fall hat sie bewogen, daß sie von dem Tage an bedacht gewesen, sich zu ergeben, sind mit Tito zu einer Unterredung und Unterhandlung gekommen; aber dieweil sie zu lange geharret hatten, Friede zu machen, und sie um Friede und Freiheit baten, da sie schon ausgehungert und auf das Höchste bedränget waren, wurde nichts daraus, und ist die Stadt nur wenige Tage kümmerlich aufgehalten worden. Mittlerzeit ist eine unzählige Menge Volks aus großer Angst und höchster Noth wegen des unerträglichen Hungers, aus der Stadt in das Lager, den Feinden in die Hände gelaufen; da hat man sie sehr wohlfeil verkauft. Damals haben die Kriegsknechte ohngefähr gesehen, daß ein Jude aus seinem eigenen Miste Gulden gelesen, welche er eingeschluckt gehabt; da ist bald ein Gerücht durch das ganze Lager unter dem Kriegesvolke gegangen, die Juden, so heraus in das Lager geflohen, hätten Gold eingeschluckt;( denn es waren etliche, welche wegen fleißiges Besuchens sonst nichts als Gold wegbringen, oder vor den Soldaten behalten konnten) dies Gerücht gab nun Ursache, daß von den Kriegesknechten, welche gedachten, sie würden bei allen Juden Gold finden, über zweitausend Juden in einer Nacht aufgeschnitten wurden; und ihrer wären noch viel mehr umgekommen, wenn Titus nicht hätte ausrufen und gebieten lassen, daß man die Gefangenen nicht tödten sollte. Endlich ist die Stadt Jerusalem erobert, und weder Jung noch Alt verschonet worden; doch hat man ein Gebot ausgerufen, daß man aller elenden Leute, die zu keiner Wehr oder Widerstand vermögend wären, schonen sollte. Also ist ganz Jerusalem durchaus von den Feinden schrecklich geplündert, angesteckt und verbrannt, 112 Die Beschreibung der Zerstörung der Stadt Jerusalem. der größte Theil zerrüttet und verwüstet worden, wenig Gebäude find stehen geblieben, daß man nur etliche römische Kriegesvölker man darinnen zur Besagung lassen können. So sind auch etliche wüste Gebäude und Thürme übrig geblieben, allein nur öde, zur Anzeigung, daß daselbst eine Stadt ehemals gewesen wäre. Und ist also und zu den achten des Septembers, im fünften Monat darnach, als sie zuerst belagert worDer Gefangenen hatte Titus bei siebenzehn Tausend, alle junge starke Mannspersonen, gen Alexandrien geschickt, um daselbſt, wie leibeigene Knechte, Steine zu tragen und zu arbeiten. Viele Juden hat man, wie das Vich, gar wohlfeil verkauft, zwei Tausend hat man hin und wieder in die Länder durch das ganze römische Reich ausgetheilet, daß man sie, wenn man Schauspiele gehalten, zum Gepränge von den wilden Thieren hat zerreißen lassen. den. Die Menge aller Gefangenen, so am Leben geblieben, sind an der Zahl sieben und neunzig Tausend, da doch, als die Belagerung angefangen wurde, wohl zehn mal hundert Tausend in der Stadt gewesen sind, welche mehrentheils Fremde und nicht Bürger, wiewohl alle vom jüdischen Stamm und Geblüt gewesen sind. -8190 Als nun Titus Jerusalem mit Gewalt eingenommen, verbrannt, zerrüttet und verheeret hatte; besette er den Ort des Landes mit etlichen Kriegesknechten, um der umliegenden Länder willen, und rückte bis an den Fluß Euphrat, denn soweit ging dazumal das römische Reich. Als aber diese gewaltige, berühmte und heilige Stadt Jerusalem zerstöret worden, hat man gezählet vom Anbeginn der Welt 4034, vom Anfange der Stadt Rom 823, nach dem Leiden Christi vierzig Jahre. Also hat Jerusalem, die allerberühmteste Stadt im ganzen Morgenlande, wegen ihrer Sünden, Bosheit und Widerspenstigkeit gegen Gott und Jesum, ein elendes und jämmerliches Ende genommen. thim id ud thout pinty and le CEN Walter Köster Buchbinderei 3550 Marburg 1000 Berlin 61 Tel. 0 64 21/2 12 77030/7 86 30 10 Inches 47 2 1 Centimetres Blue 13 4 Cyan 2 15 14, 6 7 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 19 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 ( O 15 White 16 17 17 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8