G6. 148 Geſchen g Evangelisches Gesangbuch und Gebete für den öffentlichen Gottesdienst sowohl, als für die häusliche Andacht. Erfurt, zu finden im Evangelischen Waisenhause. 1849. B48 Univ.- Bibt Giessen Inhaltsanzeige. Erste Abtheilung nach dem Plane des alten Gesangbuchs. Festlieder. 1) Von der Menschwerdung Jesu Christi, oder Adventslieder. 2) Von der Geburt Jesu, oder Weihnachtslieder. 3) Auf das neue Jahr. 4) Auf das Fest der Erscheinung Christi. 5) Auf das Fest der Darstellung Christi, oder Maria Reinigung. 6) Auf das Fest Maria Verkündigung. 7) Von dem Leiden und Sterben Jesu Christi, oder Passionslieder. 8) Von der Auferstehung Jesu Christi, oder Ostergesänge.. 9) Auf das Fest der Himmelfahrt Jeſu. 10) Auf das heilige Pfingstfest. 11) Auf das Fest der heiligen Dreyeinigkeit. 12) Auf das Fest Johannis des Täufers. 13) Auf das Fest Mariä Heimsuchung. 14) Auf das Fest Michaelis. ♦ III ♦ Nro. 1 16 38 53 57 61 65 104 133 142 159 170 173 176 Lie IV. Inhaltsanzeige. Lieder nach der Ordnung des Catechismus. 15) Von den zehen Geboten. 16) Von den drey Hauptartikeln des christlichen Glaubens. 17) Von dem Gebet und heiligen Vater Unser. 18) Von der Taufe und Confirmation der Kinder. 19) Von der Buße und Bekehrung des Sünders zu Gott. 20) Von der Rechtfertigung und Lebensbesserung. 21) Von dem heiligen Abendmahl. 22) Lob- und Danklieder nach dem Abendmahlsgenusse. Abendmahlslieder eines Kranken. 23) Von der Verehrung und Nachfolge Jesu. 24) Morgenlieder. Morgenlied eines Kranken 25) Tischgesänge oder Danklieder für tägliche Nahrung. 26) Abendlieder. ♦ Gesänge in besondern Zeiten, Verhältnissen, Lagen und Umständen des Christen. Schluß der Woche. Abendlied eines Kranken. 27) Von dem Worte Gottes und der christlichen Kirche. 28) Lieder zum allgemeinen Gebrauch bey dem of fentlichen Gottesdienst. a. Sonntagslieder. b. Bey dem Unfange des Gottesdienstes. Allgemeine Lieber. Nro. 182 ♦ 187 191 205 213 245 268 285 291 293 Nro. 316 343 344 353 366 369 370 392 392 398 Wesens fic The 2008 Inhaltsanzeige. Besondere Lieder, und zwar 1) Zur Advents- und Weihnachtszeit. 2) In der Faften. 3) 3ur Osterzeit. 4) 3u Pfingsten und andern Zeiten. c. Kanzellieder oder Cathedralia. Allgemeine. Besondere, und zwar 1) Zur Adventszeit. 2) Auf Weihnachten. 3) Auf das neue Jahr. 4) Auf das Fest der Erscheinung Christi. 5) Auf das Fest der Reinigung Maria oder Darstellung Chrifti. 6) 3ur Fastenzeit.. 7) Auf das Osterfest und zur öfterlichen Zeit. 8) Auf das Fest der Himmelfahrt Jesu. 9) Auf das Pfingstfest. 10) Auf das Trinitatisfest. 11) Auf das Feft Johannis des Täufers. ♦ 12) Auf das Fest Mariä Heimsuchung. d. Vor und nach dem Gebrauch des heiligen Abend: mahls. e. Vor und nach der kirchlic en Satechisation. f. Schlußgefånge nach geendigtem Gotterdienste. 1) Ueberhaupt ● ◆ und am allgemeinen Bustage. C. V Nro. 400 402 407 408 409 419 420 423 425 29) Christliche Trostlieder, oder Ermunterunger zur Geduld, Zufriedenheit, Bertrauen auf Gott und Ergebung in seinen Willen... 460 30) In frohen und traurigen Landesangelegen= heiten. 426 427 431 436 438 440 441 442 443 447 451 528 528 531 2) Ind= VI Inhaltsanzeige. 2) Insbesondere. a. 3ur Kriegeszeit und nach erhaltenem Frieden. b. Bey und nach herrschenden Krankheiten. e. In und nach der Theurung. d. Nach einer Feuersbrunst e. Zur Zeit der Ueberschwemmung. f. Bey und nach Gewittern. B. Für die Früchte des Landes. Um Regen. Um Sonnenschein. Danklied für verliehenen Regen. Danklied für Sonnenschein. h. Jahreszeiten Wechsel, und besonders von der Saat und Erndte. : Frühlingsgesang. Sommerlied. Herbstgefang. ♦ Von den Jahreszeiten überhaupt. Winterlied. 31) Lob und Danklieder. ♦ ● 536 565 556 564 558 568 3ur Saatzeit. 559. 560. 569 Bur Erndtezeit und nach der Erndte. 551. 566. 567 570 570 532 537 539 541 542 543 548 544 u. 554 554 u. 555 553 552 ● ● 1) Allgemeine. 2) Besondere, und zwar a. am Geburtstage. b. Dank für Gesundheit überhaupt. c. Dank für Gesundheit, nach überstandener Krankheit insbesondere. Nro. 32) Lieder für besondere Stände und Personen. 1) Fürbitte für die Obrigkeit. 2) Pflichten der Unterthanen und der Obrigkeit. 584 587 589 591 591 593 3) Får Inhaltsanzeige. 3) Fürbitte für die Religionslehrer. 4) Haus- und Ehestandslieder. a. Vor der Trauung. VII Nro. 595 597 599 b. Nach der Trauung. 597 e. Von dem Ehestande und für Eheleute. 599 u. 608 5) Pflichten der Eltern und Kinder. 603 6) Lieber für junge Leute und Greise. 609 7) Lieder für Wittwen und Waisen. 613 8) Lieder für Herrschaften und Dienstboten. 616 9) Bey Reisen. 619 619.622 620 a. Vor der Reise. b. Nach der Reiſe. Zweyte Abtheilung. 33) Von den letzten Schicksalen des Menschen, welche sind: Tod, Grab, Unsterblichkeit der Seele, Auferstehung des Leibes, Gericht, Seligkeit und Verdammniß. 1) Bon Gott und seinen Eigenschaften. a. Dafeyn Gottes. b. Wesen Gottes. ♦ ♦ ● ♦ ♦ Lieder zur Beförderung reiner Erkenntniß Gottes und einer ver nünftigen Ausübung der christlichen Tugend, welche nach einem neuen Plane sind geordnet worden. 628 689 689 693 c. Voll VIII Inhaltsanzeige. c. Vollkommenheiten Gottes überhaupt. d. Vollkommenheiten Gottes insbesondere. 1) Einheit Gottes. 2) Ewigkeit Gottes. 3) Unveränderlichkeit Gottes. 4) Ullmacht Gottes. 5) Allwiffenheit Gottes. 6) Allgegenwart Gottes. 7) Ullweisheit Gottes. 8) Heiligkeit Gottes. 9) Gerechtigkeit Gottes. 10) Güte und Liebe Gottes. 11) Geduid und Langmuth Gottee. 12) Treue und Wahrhaftigkeit Gottes. 2) Von der Schöpfung. 3) Von der göttlichen Vorsehung, Erhaltung und Regierung der Welt. 4) Von dem Menschen, seiner Natur, Würde und Bestimpang. 5) Von dem Christen, seinen Eigenschaften, und Glückseligkeiten. ◆ 6) Son der christlichen Gesinnung und Handlungsweise überhaupt. ♦ 7) Von der christlichen Gesinnung und Handlungsweise insbesondere, und zwar: Von dem christlichen Verhalten gegen Gott. a, Freude an der Erkenntniß Gottes. b. Ehrfurcht vor Gott und Gehorsam gegen ihn. c. Heiligkeit des Eidschwurs. d. Dankbare Liebe gegen Gott. ♦ Nro. 696 700 700 701 703 705 707 710 713 716 718 720 729 731 734 740 748 760 770 776 776 779 784 787 e. Kind Inhaltsanzeige. e. Kindliches Vertrauen auf Gott und Zufriedenheit mit seiner Führung. f. Umgang mit Gott im Gebet. g. Lob und Verherrlichung Gottes. h. Dankbarkeit für Gottes Wohlthaten. ♦ i. Christliche Arbeitsamkeit und Berufstreue. k. Rechte Anwendung unserer Zeit. ♦ i. Gemeinschaftliche öffentliche Gottesverehrung. k. Gebrauch der Bibel, besonders der Lehre Jesu. 1. Wider den Aberglauben. 820 8) Von dem christlichen Verhalten gegen uns selbst. 821 a. Gehörige Werthschägung unserer selbst überhaupt. 821 b. Selbsterkenntniß und Demuth. 823 828 832 835 e. Uchtung und Sorge für die Seele. d. Gewissenhaftigkeit. e. Wachsamkeit und Selbstbeherrschung. f. Sorge für den Leib und seine Gesundheit. g. Måßigkeit und Keuschheit. h. Weiser und froher Lebensgenuß, und Gebrauch des äußerlichen Glücks. + ● ♦ ● ● ♦ ♦ ● ♦ 9) Von dem christlichen Verhalten gegen den Nächsten. ♦ • a. Allgemeine Menschenliebe. b. Sorge für des Nächsten Seelenglück. c. Beförderung der zeitlichen Wohlfahrt des Nächsten. d. Gerechtigkeit und Billigkeit gegen andere. e. Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. f. Dienstfertigkeit, Leutseligkeit und Bescheidenheit. g. Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit. h. Friedfertigkeit und Feindesliebe. i. Sanftmuth und Versöhnlichkeit. k. Nechte Duldung und Freundschaft. IX Nro. ● 792 795 802 804 810 814 840 842 847 855 860 866 866 874 877 879 882 889 891 894 897 901 1. Ver= X Inhaltsanzeige. 1. Verschwiegenheit und erbaulicher Umgang. m. Dankbarkeit gegen Wohlthäter. 10) Von dem vernünftigen Verhalten des Menschen gegen die Thiere. 11) Baterlandsliebe. 12) Allgemeine Fürbitte. 13) Schulgesänge. a. Vor dem Unterrichte b. Nach dem Unterrichte. c. Nach der Schulprüfung. Nro. 903 905 906 907 911 912 912 915 918 Erste Erste Abtheilung. 1) Von der Menschwerdung Jesu Christi, oder Advents- Lieder. J. S. Diterich. Mel. Sen Lob und Ehr dem ic. unsern Gott mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Christ erbarmungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnadenvollen Rath kam er, sein Sohn, auf Erden, von unsrer Schuld und Missethat ein Retter uns zu werden. Er ward's; und hat sein Werk vollbracht, und sich, nach kurzer Grabesnacht, gen Himmel aufgeschwungen. 3. Wo ist des Todes Herr schaft nun? Hier ist sein Ueberwinder. Des Todes Furcht hinweg zu thun, starb er, das Heil der Sünder. Gebrochen ist uns nun die Bahn, die von der Erd' uns himmelan zur ew'gen Wonne leitet. 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! wie sucht er für uns, aus freyem Trieb, sein Liebstes und sein Größtes. Preis ihm! der so viel an uns thut. Preis seinem Sohn! der uns zu gut sich bis zum Tod erniedrigt. 5. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen! 6. O laßt uns ihm uns anvertraun, und seine Stimme hören, auf seine Mittlers Hülfe baun, ihn mit Gehors sam ehren: das ist der Weg zum ew'gen Wohl; der Weg, auf dem man friebevoll auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, leite selbst uns dies sen Pfad! zeuch uns zu dei20 nem 2 1. Von der Menschwerdung Jesu Christi, nem Sohne; daß Glaub' an ihn auch mit der That in unserm Herzen wohne: so haben wir an seinem Heil, zur Freude für uns, ewig Theil; wir heilt unsrer Seelen Schaden. O! nehmt ihn glaubig an. 5. Du Freund der Menschenkinder, verwirf uns, Jesu, nicht! Dein Name, Heil Sünder, M. Schirmer, verbessert von 3. S. Diterich. Mel. Nun jauchzec all' ihr zc. versicht. Gib unsern Seelen Ruh; hilf jeden Reiz zu Sünden uns glücklich über2. Erhebt den Herrn, ihr winden; sib Muth und Kraft Frommen! Er dazu! was er verspricht. Der Hei6. Dich wollen wir erheland ist gekommen, der Böl- ben hier und in Ewigkeit, ker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zum Heil und Leben selbst seinen Sohn gegeben; durch ihn sind wir erlöst. wo uns ein beßres Leben vor deinem Thron erfreut. Dann sind wir ewig dein, und nichts wird uns mehr fehlen; dann werden unsre Seelen vollkommen selig seyn. 2. Eriöst! o welche Liebe hat uns der Herr erzeigt! Mit welchem Vatertriebe sein Herz zu uns geneigt! Von ſeiner Himmel Thron kommt, 3.Gedanke, ber uns& c= vom Sündern zu erwerben, sein eingeborner Sohn! 3. Er kommt zu uns auf Erden in tiefer Niedrigkeit; nimmt auf sich die Beschwer den von unsrer Pilgerzeit; enthält sich seiner Macht, verleugnet Himmelsfreuden, bis er durch Todesleiden sein großes Werk vollbracht. gibt, wer kann dich ganz ausdenken? Also hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken! 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt von Finsternissen, füllst du mein Herz mit Majestät, und stillest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Lich und ihre Wärm' empfinden. 4. Er hat's vollbracht. O bringet Gott euren Lobgesang! Erlöste Menschen, singet dem Mittler ewig Dank! Bo niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath von Jesu Tod ergründen; allein das Göttliche C. f. Gellert. Mel. Ich dank' dir schon zc. oder Adventslieder. 3 liche der That, das kann zu dem Reich erhebt, da ich mein Herz empfinden. ihn schauen werde. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist: so werd ich angstvoll zagen. 6. Ift Chrifti Wort nicht Gottes Sinn: so werd ich irren müssen, und wer Gott ist und was ich bin, und werden soll, nicht wissen. 7. Nein! diesen Trost der Christenheit soll mir kein Spotter rauben; ich fühle feine Göttlichkeit, und halte fest am Glauben. 8. Des Sohnes Gottes Ei genthum, durch ihn des Himmels Erbe, dies bin ich; und das ist mein Ruhm, auf den ich leb' und sterbe. 9. Er gibt mir seinen Geist, das Pfand, im Glauben mich zu stärken, und bildet mich durch seine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang ich seinen Willen gern mit reinem Herzen thue: so fühl ich eine Kraft 13. Kann unsre Lieb' im Glauben hier für ihn jemals erkalten? Dies ist die Lieb', o Gott, zu dir: dein Wort von Herzen halten. 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt, und ich zum Kreuze trete; so weiß ich, daß er mein gedenkt, und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöſer lebt, der mich einst aus der Erde erweckt, und 14. Erfüll' mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne; und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 15. Soll ich dereinst noch würdig seyn, Herr, um dich Schmach zu leiden: so laß mich keine Schmach und Pein von deiner Liebe scheiden. 16. Und sollt' ich, Gott, nicht für und für des Glaubens Freud' empfinden: so wirk er doch sein Werk in mir, und rein'ge mich von Sünden. 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt:( laß mich noch sterbend denken) wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht alles schenken? G. B. funk. Mel. Gelobet seyit du Jefu se. des Herrn, und schmecke 4.Selobet feyst du, Gots Fried' und Sohn, Herrscher auf der Allmacht Thron! Du wurdest einst ein Mensch, wie wir. Anbetung, Preis und Dank sey dir, Hallelujah! 2. Dich unsern Heiland, unsern Herrn, sah'n die Vás ter schon von fern; du aller Völker Trost und Licht, du warst 22 4 1. Von der Menschwerdung Jcsu Christi, warft auch ihre Zuversicht. Hallelujah! 3. Die Nacht entflieht, der Tag bricht an über die, so nie ihn sah'n; auf die, so Finsterniß umgab, glänzt Gottes Wahrheit nun herab. Hallelujah! 4. Durch den die Welt geworden ist, der einst richtet, Jesus Christ, der Schöpfung Herr, kommt in sein Reich, erniedrigt sich und wird uns gleich. Hallelujah! 5. Jauchzt Himmel, Erde freue dich! Gott versöhnt die Welt mit sich! Uns, Adams fündiges Geschlecht, entsündigt er, macht uns gerecht. Hallelujah! 6. Gelobet feyst du Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist; dir ist der Erdkreis unterthan; dich beten alle Himmel an. Hallelujah! M. Altenburg, verbessert von C. L. Lossius. In eigner Melodie. weisen, dich aus deinem Elend reißen, daß du ihn ewig mögest preisen. 2. Er nahet zu dir, nicht wegen deiner Frömmigkeit, sondern aus Barmherzigkeit; er will dir seine Huld be3. Ihm öffne dein Herz! Mit Freuden neig' dein Ohr ihm zu, und was er dir heißt, das thu; so wirst du bey ihm Ruhe finden, die Furcht des Todes und der Sünden und alles Leiden überwinden. 4. O Jesu Christe! du unser Heil und Zuversicht, weich von deinem Volke nicht; verleih, daß es mit aller Treue: sich ganz zu deinem Dienste weihe, sich ewig deiner Gnade freue. m. Weiß. In eigner Melodie. ottes Sohn ist kommen, uns zum Heil 5.Glaubiges Herze, nun und Frommen, hier auf dieſe Erde, in armer Geberde, daß er von der Sünde liebreich uns entbinde. freu dich Gottes, deines Herrn, denn dein König ist nicht fern. Sich! er kommt nicht um seinetwegen; dir vielmehr zum Heil und Segen: o eile freudig ihm entgegen! 2. Er kommt auch noch heute, und belehrt die Leute, wie fie sich von Sünden zur Buß' sollen wenden, von Irrthum und Thorheit treten zu der Wahrheit. 5. Gib deinen Geist ihm, ein glaubig Herz und fromm Gemüth, Kraft und macht durch deine Güt', daß deinen, Willen es vollbringe, von dem Tod in's Leben dringe, und dir in Ewigkeit lobsinge. 6.6% 3. Die sich sein nicht schåmen, seine Lehr' annehmen durch) oder Adventslieder. 5 durch ein'n rechten Glauben,| er kam! Daß er, hier auf Ermit ganzem Vertrauen, denen wird er eben ihre Sünd' vergeben. den, unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm; Mensch, wie wir, erschien er hier, um des Vaters gnåd'gen Willen an uns zu erfüllen. 4. Selig, die ihm dienen! denn er gibt sich ihnen selbften dar zur Speise, seinem Tod zum Preise, daß sie seiner Gaben volle Gnüge haben. 5. Die nun ihren Glauben sich nicht lassen rauben, und dem Herrn in allen trachten zu gefallen, werden auch mit Freuden einst von hinnen scheiden. 6. Denn froh und behende geht ihr Lauf zu Ende; da wird er vom Bösen ihre Seel' erlösen, und sie dort verklåren vor dem Thron der Ehren. 7. Er wird wieder kommen! Freut euch deß, ihr Frommen! Alle Todten werden erstehn von der Erden, und zu seinen Füßen sich darstellen müssen. 8. Da wird er sie scheiden; geben Himmels Freuden allen Gottes Kindern, aber Fluch den Sündern, und sie werden müssen ihren Frevel büßen. 9. Ey nun, bester Jesu, schicke unsre Herzen zu, daß wir alle Stunden werden treu erfunden, und so einst mit Freuden von der Welt abscheiden. 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er allen Freund und Bruder ist! Gott, auf seinem Throne, liebt uns in dem Sohne, hilft durch Jesum Christ. Welch ein Heil, an Christo Theil, Theil durch seiner Sendung Gaben an Gott selbst zu haben! 3. Keine Macht der Leiden kann von ihm uns scheiden; er bleibt ewig treu. Einst wird er vom Bösen gånzlich uns erlösen; hier steht er uns bey. Unser Freund, mit Gott vereint, kann nicht seine Brüder hassen, nie sie hulflos laffen. 4. Wenn wir einst ermüden, führt er uns zum Frieden durch des Grabes Nacht. Unsre tod ten Glieder gibt die Erde wieder ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst den Tod einst schmeckte, den das Grab auch deckte. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne unsern Netter schaun. Heil und ewig Leben wird er allen geB. Münter. ben, die ihm hier vertraun. Mel. Jesu meine Freude zc. Er ward hier versucht, wie esus ist gekommen! wir; unsrer Schwachheit wird Dankt ihm, seine er schonen; überschwenglich Frommen, dankt ihm, daß lohnen. 7. 6. Eilet, 6 1. Von der Menschwerdung Jesu Christi, 6. Eilet, eilt ihr Sünder!| angenommen; ja, aus der Werdet Gottes Kinder; mer- schrecklichsten Gefahr zu retdet seiner werth! Eilet, eilt ten, was verloren war, kamst ihr Frommen! seyd, wie er, du zu uns auf Erden. Huld, vollkommen; bleibet seiner die sonst nichts gleiches hat! werth! Preiset ihn, daß er er- du starbst für unsre Missethat, schien, und sich für euch hin- ein Heiland uns zu werden. gegeben, durch ein göttlich Leben. 4. Du wardst es uns, und bist es noch jetzt auf der Himmel Throne; nimmst liebreich weg der Sünde Joch mit ih rem schnöden Lohne; von ih- Ph. F.Siller, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Ein Lámmlein geht und ic. 8. Lob, Ehre, Preis und su, unser Leben! Preiswürdig bist du für und für: wer kann bich gnug erheben? Eh' noch die Welt ward, warst du schon, groß, herrlich und des Höchsten Sohn; ein Erbe seiner Ehre. Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, und du beherrschest weit und breit der Creaturen Heere. o zu 2. Dein sind sie; denn durch deine Kraft ward Himmel, Meer und Erde. Du hast das Leben uns verschafft; du sprachst zum Engel: werde! Du bist das Wort, durch welches Gott der ganzen Welt zu feyn gebot; du bist's, der alles tråget, was sichtbar und rem Dienst uns zu befreyn, Herzen was im Meer sich reget. 3. Und dennoch bist du uns zu gut in diese Welt gekommen, und hast selbst unser Fleisch und Blut freywillig seyn, ist deines Herzens Freude. Du gibst den Müden Seelenruh; und wer dich liebt, den stårkest du, daß nichts ihn von dir scheide. 5. Du hörst der Deinigen Gebet, du stillest ihre Klage, und bleibst, bis Zeit und Welt vergeht, bey uns noch alle Tage. Wir sind nunmehr dein Eigenthum; Herr, dir sey ewig Dank und Ruhm für alle deine Liebe! Dir geb' ich mich zu eigen hin. Hilf, daß ich mich nach deinem Sinn in guten Werken übe. m. Weiß. In eigner Melodie. unsichtbar iſt, was Erd' und 9. Rob sey dem allmächtis gen Gott, der unser erbarmet hat, gesandt sein'n allerliebsten Sohn, aus ihm geborn im höchsten Chron. 2. Auf daß er unser Hei land würd', uns freyet von der Sun oder Adventslieder. 7 Sünden Burd', und durch 10. Unterwirf ihm deine sein' Gnade und Wahrheit führet zur ewigen Klarheit. 3. O große Gnad' und Gütigkeit! o tiefe Lieb' und Mildigkeit! Gott thut ein Werk, das ihm kein Mann, auch kein Engel verdanken kann. Vernunft in dieser gnadenreis chen Zukunft, untergib seiner Heiligkeit die Werke der Ge rechtigkeit. 4. Gott nimmt an sich unsre Natur, der Schöpfer aller Creatur verachtet nicht ein armes Weib, Mensch zu werden in ihrem Leib'. 5. Des Vaters Wort von Ewigkeit wird Fleisch in aller Reinigkeit; das 2 und O, Unfang und End, gibt sich für uns in groß Elend. 6. Was ist der Mensch, was ist sein Thun, daß Gott für ihn gibt seinen Sohn? Was darf unser das höchste Gut, daß er solch's unserthalber thut? 7. O weh dem Volk, das dich veracht't, der Gnad sich nicht theilhaftig macht, nicht hören will des Sohnes Wort! Sein wartet Qual und Elend dort. 11. Wo du dies thust, so ist er dein, bewahrt dich vor der Höllen- Pein; wo nicht, so sieh dich eben für, denn er schleußt dir des Himmels Thür. 12. Sein' erste Zukunft in die Welt ist in sanftmüthiger Gestalt; die andre wird erschrecklich seyn, den Gottlosen zu großer Pein., 13. Die aber jetzt in Chris sto stehn, werden alsdann zur Freud' eingehn, und besitzen der Engel Chor, daß sie kein Uebel mehr berühr'. 14. Dem Vater in dem höchsten Thron, sammt ſeinem eingebornen Sohn, dem heil'gen Geist in gleicher Weis' in Ewigkeit sey Dank und Preis. 9. Ey! nimm ihn heut' mit Freuden an, bereit' ihm deines Herzens Bahn, auf daß er komm' in dein Gemüth, and bu genießest seiner Güt'. J. S. Diterich. Mel. Mein'Seel, oHerr, muß ze. 8. Mensch! wie daß bu's 10.b fey dem aller nicht verstehst, und dem König entgegen gehst, der dir so ganz demüthig kommt, und sich dein so treulich annimmt! barmend sah er unsre Noth und sandte Jesum, seinen Sohn, zu uns von seiner Himmel Chron. 2. Shn sandt' er, unser Trost zu seyn, vom Sündendienst uns zu befrenn, mit Licht und Kraft uns beyzustehn, und uns zum Himmel zu erhöhn. 3. D 1. Von der Menschwerdung Jesu Christi, 3. welch ein liebevoller| zu großer Pein der Sünder, Rath! O unaussprechlich gro- majestätisch seyn. Be That! Gott thut ein Werk, dem keines gleicht, das keines Menschen Lob erreicht. 8 4. Sein Sohn, durch den er alles schuf, nimmt willig auf sich den Beruf, uns vom Berderben zu befreyn, und schämt sich nicht uns gleich zu seyn. 5. Er kommt zu uns in Knechtsgestalt, verleugnetHoheit und Gewalt, und läßt selbst bis zum Tod und Grab zu unsrer Rettung sich herab. C. F. Neander. Mel. Aus meines Herzens c. heil'gem 6. Was sind wir, daß uns 11.Mit heil gem Ernst liebt, seinen Sohn felbst für uns gibt? Was nutzen wir dem höchsten Gut, daß er so Großes an uns thut! betrachtet eu'r Heil; noch heut erscheint's. Weh dem, der sein nicht ach tet, des großen Menschenfreunds, den Gottes Baterhuld der Welt zum Licht und Leben gesendet und gegeben, des Tilgers unsrer Schuld! 7. Nimm, Seele, nun dein Bestes wahr, verschmähe dens nicht undankbar, den Gott zum Helfer dir bestimmt, und der sich liebreich dein an nimmt. 2. Er kommt zu euch von neuen, der hocherhabene Gast. Wollt ihr euch seiner freuen: so fliehet, was er haßt; habt Ehrfurcht und Vertraun; flieht Falschheit, Stolz und Tücke, und wißt, daß seine Blicke auch in's Verborgne schaun. 3. Ein Herz, das Hochmuth liebet, ist seinem Aug' ein Greul; ein Herz, das Des muth übet, krönt er mit Gnad und Heil; ein Herz, das redlich ist, ihm folgt, wohin er führet, das Wahrheitsliebe zieret: 8. Bet' ihn als deinen Ret ter an, und sey ihm willig unterthan; durch seine Lehre zeigt er dir den Weg zum Leben: folge ihr! 9. Bey dieser Treue hast du Theil an dem von ihm erworbnen Heil. Wo nicht, ach! so verschließ'st du dir muthwillig selbst des Himmels Thur. 11. 3u Ehren aber nimmt er dann mit Freuden seine Frommen an, und wird sie in des Vaters Reich verklärt erhöhen, Engeln gleich. 10. Sein' erste Zukunft in der Zeit war voller Huld und Freundlichkeit; die andre wird 12. Gelobt sen Gott, der ihn gesandt! sein Ruhm erfülle jedes Land! Gelobt sey von uns Jesus Christ, der uns zum Heil erschienen ist. oder Adventslieder. 9 zieret: zu dem kommt Jesus| weckt' er auf; tödtlich Kranke Christ. 4. Holdseligster! verleihe den edlen Sinn auch mir! Komm, Seligmacher, weihe mein Herz zum Tempel dir! Du wohnst nicht, Herr der Welt, in Hütten, in Palästen; ich weiß, daß dir am besten ein gutes Herz gefällt. Verbessert von C. Grot. Mel. Jefu, meine Freude zc. rediget's ihr Lehrer, und vernehmt's ihr Hörer, daß der Herr erscheint! Huldreich, voll Erbarmen, kommt er zu uns Urmen, als ein Menschen freund. Freue dich auch inniglich, du von ihm erlösteSeele, daß kein Heil dir fehle! 2. Unsre Schuld und Mångel hebt und tilgt kein Engel, keine Creatur; darum, meine Brüder, kommt der Sohn hernieder in unsre Natur. Seine Huld will unsre Schuld, unfre Strafen auf sich laden; kein Feind soll uns schaden. 3. Was in heil'gen Büchern Gott selbst ließ versichern, ist nunmehr erfüllt; was der Opfer Schatten Hohes in sich hatten, zeigt ihr Gegenbild; Christus hat, nach Gottes Rath, unsre Menschheit angenommen; nun ist er gekommen. 4. Blinde hieß er sehen, Lahme hieß er gehen; Todte heilte er, und zu ihm eilte man mit frohem Lauf. Ja er ist es, Jesus Christ, wenn iha gleich sein Volk verkannte, der von Gott Gesandte. 5. Herr, was sind die Sünder? Was sind Menschenkinder, deren du gedenkst? Was kann dich bewegen, daß du, uns zum Segen, den Geliebe ten schenkst? Du gibst ihn aus Liebe hin; und mit Ernst bereute Sünden sollen Gnade finden. 6. Großer Völkerkönig! Mein Dank ist zu wenig, fühlt ihn gleich mein Herz; du steigst von dem Throne; wirst zum Menschensohne, fühlest Menschenschmerz; willst schwach, klein und niedrig seyn, daß der Mensch, das Kind der Erde, dort erhöhet werde. 7. Aufgang aus der Höhe, komm, nimm Fluch und Wehe von der ganzen Welt! Laß für unsre Sünden uns Vergebung finden, du, o starker Held! Friedefürst, du kannst, und wirst uns mit unserm Gott versöhnen, und mit Segen krönen. 8. Heiligt euch, ihr Christen, macht von bösen Lüsten cure Seele rein; denn nur bey den Reinen, den geliebten Seinen, kehrt der Heiland ein. Machet Bahn, der Held tömmt an; seiner Ankunft Zweck 10 1. Von der Menschwerdung Jesu Christi, 3weck ist wichtig: macht die Steige richtig! 9. Du verheißner Saame, herrlich ist dein Name, groß ist deine Treu! heil'ge mein Gemüthe, daß mir deine Güte ewig theuer sey! Mache mich, ich bitte dich, mache mich, ich bitte sehnlich, Heiliger, dir ähnlich. P. Gerhard, verbessert von 3. 2. Schlegel. Mel. Werde munter mein Gem. oder: Jefu deine heil'ge 2c. 13. arum willst du draußen stehen, du Gesegneter des Herrn? Eile zu mir einzugehen, mein Erretter, sey nicht fern! Helfer zu der rechten Seit, der mit ew'gem Trost erfreut, hilf o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Meine Wunden sind der Jammer, den mir oftmals Tag und Nacht, auch in stiller Ruhekammer, des Gesetzes Strenge macht. Es verkündigt Fluch und Tod, dich, den Sünden- Rächer, Gott; daß es tief ins Herze schläget, und sich all mein Blut beweget. 3. Will ich dann mein Elend lindern, und erleichtern Muth und Sinn bey der Welt und ihren Kindern, fall' ich vollends ganz dahin! Da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Unlust machen, Freunde selbst, die meis ner lachen. 4. In der Welt ist alles nich tig; nichts ist, das nicht kraftlos war'; hab' ich Hoheit? die ist flüchtig. Hab' ich Reichthum? was ists mehr, als ein Stücklein armer Erd'? Hab' ich Lust, was ist sie werth? Was ist, das mich heut' erfreuet, und nicht morgen schon gereuet? 5. Aller wahrer Trost im Leide ruht in dir, Herr Jesu Christ. Du nur, du allein gibst Freude, die ganz rein und lauter ist. Ach, wie sehn' ich mich nach dir! Eile, Jeſu, komm zu mir, daß ich deine Hülfe sehe, eh' ich in der Angst vergehe. 6. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jego zieht er ben dir ein; sein Gang ist zu dir ges kehret, heiß' ihn nur willkommen seyn, und bereite dich ihm zu. Nimmt er dann bey dir die Ruh, o so sag ihm, was dir fehlet, klag ihm, was dich drückt und quälet! 7. Was du Böses haft bez gangen, das ist alles weggeschafft; Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünden Macht und Kraft; Chrifti Sieg behält das Feld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird nun lauter Glück und Segen. 8. Alles oder Adventslieder. 11 8. Alles dient zu deinem Was war's, das dich zum Frommen, was dir noch so schädlich scheint, weil dich Christus angenommen, und es treulich mit dir meint; bleibst du dem nur wieder treu, so bleibt's unverrückt dabey, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Staube, zu mir, hernieder zog? Dein göttliches Erbarmen. Ja, du o Jesu, hast mit mitleidsvollen Armen die ganze Welt umfaßt. C. f. Neander. Mel. Batet will ich dir geben 2c. 14.Wie ie soll ich dich empfangen, Heil aller Sterblichen! Du Freude, du Verlangen der Trostbedürftigen! Gib selbst mir zu erkennen, wie, deiner Gute voll, dich meine Seele nennen, dich würdig vreisen soll. 5. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte, klagt nicht mehr! zagt nicht in euren Schmerzen, als ob kein Helfer wär'. O sehet auf! Ihr habet den besten Helfer nah; der eure Seele labet, der treue Freund ist da. 6. Die ihr mit ernster Reue still eure Schuld beweint, wißt, daß er euch verzeihe! Er selbst, der Menschenfreund, ruft heilbegier'gen Sündern der Gnade Trostwort zu, macht sie zu Got teskindern, schafft ihren See2. Einst streute man dir Pal- len Ruh. men; jetzt soll die Dankbegier, mein Heil, in Freudenpsalmen ergießen sich vor dir. Dich, dich will ich erheben, so gut ich Schwacher kann; mein Herz will ich dir geben. Ach, nimm es gnädig an! 3. Damit du mich befreitest, gabst du dich selbst für mich; mich zu erretten freutest du, Seligmacher, dich. Du sahst, es wåre keiner vermögend gnug darzu; da, jammerte dich meiner, da kamst und halfest du. 4. O du, an den ich glaube, was war's, das dich bewog? 7. Er übersiehet keinen, und weiß, was jedem nützt. Hat er nicht stets die Seinen von Anbeginn geschützt? nicht fie in ihrem Leide zu trösten stets gewußt? Erfreu'n ist seis ne Freude, und Wohlthun seine Lust. 8. Er macht uns von den Banden des Todes ewig los; entreißet uns den Schanden der Sünd' und macht uns groß; gibt Weisheit, Muth im Leiden und Kraft zu jeder That; versichert uns die Freuden, die Gott bereitet hat.. 9. Er 2. Von der Geburt Jesu Christ, 12 9. Er kommt zum Weltgerichte, und bringt, wann er erscheint, Fluch jedem Bösewichte und Heil dem Tugendfreund. Wohl ewig allen denen, die seine Wege gehn, und einst nach Leid und Thränen mit Freuden vor ihm stehn. J. J. Rambach, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Wir Christen- Leut 2c. hin! Gott ist für dich: was will dich ferner frånken? Hallelujah! Sein Sohn ist da! Wie sollt' er uns mit ihm nicht alles schenken? 15.2irf, bloder Sinn, auch Weisheit schenken. den 2. Schlägt dir das Herz vor Angst und Schmerz, empfindest du, wie schr die Sünden Frånken: dein Heil ist hier; wie? sollte dir nicht Gott mit ihm auch Ruh und Frieden schenken? 3. Ist deine Kraft zu mangelhaft, mußt du mit Schaam an deine Schwäche denken: Gott, der dir schon gab seinen Sohn, wird dir mit ihm zur Tugend Kräfte schenken. 4. Fehlt Weisheit dir, um heilig hier zu wandeln, Böses nicht einmal zu denken: verzage nicht! Gott ist dein Licht, und wird dir mit dem Sohn 2. Was sein erbarmungsvoller Rath schon in der Ewigkeit zu unserm Heil be5. Gebricht es dir bald da bald hier; sorgst du, wer dich noch speisen wird und tránken? O fasse Muth! Das höchste Gut wird mit dem Sohn dir auch die Nothdurft schenken. 6. Wirf, blöder Sinn, die Sorgen hin, die dich ins Meer der Traurigkeit versenken. Dein Heil ist da. Hallelujah! Wie sollt' uns Gott mit ihm nicht alles schenken? 2) Von der Geburt Jesu Christi. 5. C. Secker, verbessert von| schlossen hat, vollführt er in J. S. Diterich. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. der Zeit. 3. Er unser Freund und bestes Gut, der alle segnen kann, oder: Nun sich der Tag 2c. Gott die Sohn nimmt 16. Welt geliebt, daß Fleisch und Blut, doch ohne Sünde, an. er aus freyem Trieb uns seinen Sohn zum Heiland gibt. Wie hat uns Gott so lieb! 4. Ich freue mich, mein Heil, in dir! du wirst ein Mensch, wie ich, daß ich mit Gott sey, Gott mit mir. Wie sehr beglückst du mich! 5. Du, 13. oder Weihnachts- Lieder. 5. Du, Sohn des Aller- 4. Un ihm nimm Theil! Er höchsten, wirst auch mir durch Rath und That ein Helfer, und mein Friedefürst auf dieses Lebens Pfad. ist das Heil: thu táglich Buß' und glaub' an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr, Herr, spricht, und doch nicht sucht sein Beyspiel nachzuahmen. 6. Was mir zum Seligseyn gebricht, schafft deine Lieb' auch mir; Bersöhnung, Leben, Trost und Licht. Wie viel hab' ich an dir! 7. Dein Mangel wird mein reiches Theil; dein Leiden tillt mein Leid. Durch deine Demuth, Herr, mein Heil, gewinn ich Herrlichkeit. 8. Gelobt fey Gott! Gelobt sein Sohn! durch den er Gnad' erweist. Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron; erheb' ihn auch mein Geist! C. f. Gellert. Mel. Wir Christen- Leut zc. 17.2 suf, schicke dich recht feyerlich, des Heilands Fest mit Danken zu begehen! Lieb' ist derDank, der Lobgesang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb', erhöhen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich, Gottes Sohn, bekleiden, speisen, trånken; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Trost erfreun und dein dabey gedenken. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und alles ist im Himmel und auf Erden! Die Christenheit preist dich erfreut, und aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern, und wer ihn sucht, den wird sein Name trösten. Gelobt sey Gott! Gelobt sen Gott! Freut euch des Herrn, und jauchzt ihm, ihr Erlösten! 2. Sprich dankbar froh: also, affo hat Gott die Welt Ch. f. Segelbach. Mel. Heut sind die lieben ic. In diesem Tag, o in feinem Sohn geliebet! 18. us, weiht die wer bin ich, Herr, daß du mich so herrlich hoch in deinem Sohn geliebet? 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb' als Mensch zu offenbaren. Christenheit dir jubelvolle Lieder; du brachtest uns vom Himmel Glück und Ruh zurück; und gabst die Unschuld wieder. Retter einer Welt zu seyn, warst du von Gott er koren, und als ein Mensch in Niedrigkeit geboren. Jesus! dir 14 dir sey Preis und Dank, 2. Von der Geburt Jesu Christi, Ehr' und Ruhm und Lobge- Met. Freu dich sehr, o meine se. Erdmann Neumeister. sang! oder: Werde munter mein Gein. 2. Die Welt schlief in der Sünden Nacht; sie ist erwacht, da Jesus sie erweckte; er lehrte sie, als Gottes Sohn, Religion, die keinen Sünder schreckte. Liebevoll ruft er uns zu, des Lasters ruft er uns zu, des Lasters Pfad zu meiden, uns Seligkeit durch Tugend zu bereiten. Jesus! dir sey Preis und Dank, Ehr' und Ruhm und Lobgesang! 3. Einst ehrte man die Wahrheit nicht; es wurde Licht, da Jesus sie uns lehrte, da er, des Vaters Ebenbild, mit Muth erfüllt, den falschen Wahn zerstörte. Ohne Furcht vertrauen wir dem Schöpfer unser Leben; nach kurzem Schlaf wird er's uns wieder geben. Jesus! dir sey Preis und Dank, Ehr' und Ruhm und Lobgefang! 4. Auch in der frohen Ewigkeit, o Jesus, weiht der Christ dir Jubellieder. Du nahmst an unsern Leiden Theil, dein eigen Heil war nur das Heil der Brüder. Darum hat dich Gott erhöht, und uns zum Haupt gegeben. möchten wir doch deiner würdig leben. Fesus! dir sey Preis und Dank, Ehr' und Ruhm und Lobgesang! 19. D ein Geburtstag tritt von neuen, wir uns darüber freuen, und allerliebster Jesu, ein; wie vom Herzen fröhlich seyn: so vergiffet meine Pflicht auch die Untersuchung nicht, was zur angenehmen Gabe ich dir darzubringen habe. 2. Ich bin arm, und mein Vermögen ist dir allzuwohl bekannt; was ich hab', ist bloß ein Gegen von der Mil de deiner Hand, die du mir hast aufgethan: also, was ich bringen kann, bring' ich dir zu Ehr' und Ruhme, selbst von deinem Eigenthume. 3. Was ich dir zum Opfer gebe, o Herr Jesu! ist mein Herz; führe solches, weil ich lebe, durch den Glauben himmelwärts: schaffe dieses mit dabey, daß der Glaube tha tig sey, und sich in getreuer Liebe gegen Gott und Menschen übe. 4. Laß, mein Heiland, gleicher Weise, meinen Mund dein Opfer seyn; den will ich zu deinem Preise und zu allem Danke weihn. Mit Gebet und mit Gesang ehr' er dich mein Lebelang, bis ich mit den Engeln droben dich auch ewig werde loben. 5. Hånd' oder Weihnachts= Lieder. 15 5. Hånd' und Füße, Leib Jesu Christ, daß du auch mein Bruder bist. und Leben, alles was ich hab' und bin, sey dir gänzlich übergeben, nimm es wohlgefällig hin: denn hiemit verpflichtet sich mein Gehorsam gegen dich, daß ich trachte, deinen Willen auch durch Tugend zu erfüllen. 2. Sey gelobt, Herr! dir gehöret Preis und Dank und ew'ger Ruhm. Herrlich haft du uns geehret, machst uns dir zum Eigenthum; huldreich hast du dich vermählet mit der menschlichen Natur, und vor aller Kreatur sie zum Wohlthun dir erwählet: du erhubst sie, Gottes Sohn, in dir, auf der Gottheit Chron. 6. O, wie wohl hab' ich's getroffen! Alles nimmst du gnädig an; und ich darf nun freudig hoffen, was ein Mensch nur hoffen kann. Was mein Herz allein begehrt, was mehr als der Himmel werth, dich, sammt allen deinen Gaben, werd' ich nun und ewig haben. 7. Jauchze, jauchze, mein Gemüthe! Leib und Seele freue dich! o, der wundergroBen Gute! Jesus schenket sich an mich. Was ist diesem Segen gleich? Ich bin reich und mehr als reich; ja im Himmel und auf Erden mag ich niemals reicher werden. 3. Du, du bist der Völker Segen; uns vom Elend zu befreyn, kamst du liebend uns entgegen, wolltest unser Ret ter seyn. Hat die Sünd' uns gleich verdorben, o so hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft, und das große Glück erworben, einst, von Sünden völlig rein, ähnlich. dir, o Herr, zu seyn. 4. Du, den wir als Mittler ehren, du bist unser Trost und Heil; durch dich und durch deine Lehren wird der Vorzug uns zu Theil, in den Him mel einzugehen, und da Gottes Herrlichkeit, nach voll C. f. Neander. Mel. Sollt' ich meinem Gott ic. er du uns das Heil 20.Derrungen, mensch- brachter Uebungszeit, ewig einst verklärt zu sehen. Fromme! fasset Zuversicht, glaubet fest, und zweifelt nicht! gewordner Gottes Sohn! ewig sey dir lobgesungen, daß du von des Himmels Thron uns zu gut ins Fleisch gekommen; du hast voller Freundlichkeit, schon vor meines Dafeyns Zeit, dich auch meiner angenommen. Sey gelobet sen; er hat einen Vaterfinn. Gnå. 5. Wird und kann mich Gott wohl hassen, wenn ich gleich voll Mångel bin? Nein, Gott will mich nicht verlas 16 2. Von der Geburt Jesu Christi, Gnädig ist er seinen Knech- erscheinst im Fleisch zu unten. Der, der meine Schwå- serm Heil. che kennt, und mich seinen Bruder nennt, sitzt, als Herr, zu Gottes Rechten; durch ihn bin ich Gott vereint; Gott ist Bater, ist mein Freund. 5. Dein König, Zion, kömmt zu dir. Er kommt mit Gnad' und Heil zu dir; dich zu erfreun, erscheint er gern. Gelobt sey, der da kömmt vom Herrn! 6. Herr, wie groß ist deine Güte! meine Seele freut sich dein. Laß mein dankbares Gemüthe voll von deinem Ruhme seyn. Nimmer will ich dein vergessen; dir will ich mich ganz vertraun, freudig folgen, auf dich baun, deine große Huld ermessen: gib, daß ich für deine Treu, ewig dir ergeben sey. C. f. Gellert. Mel. Christum wir sollen 2c. ies ist der Tag, den 21. sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit er füllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will: so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb' unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt! nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, 6. Herr, der du Mensch ge boren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Völker hoffend sahn, dich bet auch ich, mein Heiland, an. 7. Du unser Heil und höchstes Gut, du hüllest dich in Fleisch und Blut, wirst unſer Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majeståt! du bist es, der das Herz ligkeit! du bist es, der das erhöht. Gedanke voller SeHerz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt. Ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zag ich nun, wenn der mich schützt, der in des Baters Schooße sigt? 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. I. U. oder Weihnachts- Lieder. 17 J. A. Schlegel. urtheil und Wahn, der unsern Mel. Ein Kindelein so lóbelich sc. Seelen schaden kann. Wir 22.& in Kind, dem kei- halten deine Lehre: Gott, dein nes jemals glich, hat eine Jungfrau heute geboren, daß des Kindes sich der Erdkreis ewig freute. Geboren ist es uns zu gut; seht, was für große Wunder thut der 23.Erkommt, er kommt, an uns allen! gepriesen Jesus Christ, der du Mensch geboren bif. Stets soll dein Lob creschallen. der starke Held, voll göttlich hoher Macht; sein Urm zerstreut, sein Blick erhellt des Todes dunkle Nacht. 2. Wer kommt? wer kommt? Wer ist der Held voll göttlich hoher Macht? Der Heiland ist's; lobsinge Welt! Dir wird dein Heil gebracht. 2. O welche freudenreiche Zeit! Er kommt, der Weibessaame; er kommt, der Herr der Herrlichkeit; erhaben ist sein Name. Der Herr des Himmels kam herab, der aller Welt Gesetze gab, daß er ein Knecht hier würde. Selbst von aller Sünde rein, trug er doch, uns zu befreyn, gern unsre Sündenburde. 3. Dir, Menschgeborner, fin gen wir Anbetung, Preis und Dank! An deiner Krippe schalle dir der Erde Lobgesang. 4. Einst, wenn wir auf des Himmels Thron in Herrlichkeit dich sehn, soll unser Lob, o Gottes Sohn, dich würdiger erhöh'n. C. Raymann. In eigner Melodie. 3. Wohl jedem, der auf diefes Heil von ganzem Herzen trauet! Wohl ihm! er hat am Himmel Theil, weil er auf Christum bauet. Durch Chrimit dir auf einem Chron. Ihm sey Preis, Ruhm und Ehre. 4. Drum dankt ihm seine Christenheit für solche große Güte; fleht, daß er mit Barmherzigkeit sie auch forthin behúte. Nie täusch uns VorD. Schiebeler. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ze. burch ihn find wir mit Gott 24. ften alle, fiue fich, vereint: Gott sey dafür gepriesen. Unerhörte Wunderthat! Welche große Gnade hat uns unser Gott erwiesen! wer immer kann, Gott hat viel an uns gethan; freuet euch mit großem Schalle, daß er uns so hoch geacht't, sich mit uns befreundt gemacht! Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide! Wonne, Wonne über Wonne: Jesus ist die Gnaden- Sonne! B 2. Siehe, 18 2. Von der Geburt Jesu Christi, 1 2. Siehe, fiche, meine Seele,| 2. Heute geht aus seiner wie dein Heiland kommt zu Kammer Gottes Held, der die dir, brennt in Liebe für und Welt reißt aus allem Jamfür, daß er in der Krippen- mer. Gott wird Mensch, dir Höhle harte lieget dir zu gut, Mensch zu gute! Gottes Kind dich zu retten durch sein Blut. das verbind't sich mit unserm Freude, Freude über Freude: Blute Christus wehret allem Leide! Wonne, Wonne über Wonne: Jesus ist die Gnaden- Sonne! 3. Jesu, wie soll ich dir danken? Ich bekenne, daß von dir meine Seligkeit herrühr'; ach, laß mich von dir nicht wanken, nimm mich dir zu eigen hin, so empfindet Herz und Sinn Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide! Wonne, Wonne über Wonne: Jesus ist die Gnaden- Sonne! 4. Jesu, nimm dich deiner Glieder ferner auch in Gnaden an, schenke, was man bitten kann, zu erquicken deine Brüder; gib der ganzen Christen- Schaar Friede und ein selig's Jahr! Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide! Wonne, Wonne über Wonne: Jesus ist die Gnaden- Sonne. 3. Soll't uns Gott nun können hassen, der uns gibt, was er liebt über alle Maßen? Gott gibt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Sollte von uns seyn gekehret, der sein Reich und zu gleich sich selbst uns verehret? Sollt' uns Gottes Sohn nicht lieben, der jetzt kommt, von uns nimmt, was uns wili betrüben? 5. Håtte an der Menschen Orden unser Heil einen Greul, wår' er nicht Mensch worden; hätt' er Lust zu unferm Schaden, er, so würd' unsre Burd' er nicht auf sich laden. 6. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir gethan, gibt sich an, unser Lamm zu werden, unser Lamm, das für uns stirbet, und bey Gott für den Tod Gnad' und Fried' erwirbet. 7. er liegt in P. Gerhard. Mel. Warum sollt' ich mich ic. Pröhlich mein 25. Derze springen die Krippen, ruft zu fich mich und ser Zeit, da für Freud' alle Engel singen. Hört, hört wie mit vollen Choren alle Luft laute ruft: Christus ist geboren. dich, spricht mit süßen Lippen: lasset fahr'n, o lieben Brüder! was euch quålt, was euch fehlt, ich bring' alles wieder. 8. Ey), ober Weihnachts= Lieder. 19 8. Ey, so kommt und laßt und Schmuck, mich darein zu uns laufen; stellt euch ein, Groß und Klein, eilt mit groBen Haufen! Liebt den, der für Liebe brennet; schaut den Stern, der euch gern Licht und Labsal gönnet. hüllen. Ich will dir mein Herz ausschließen, Fricdefürst, der du wirst jedes Leid versüßen. 9. Die ihr schwebt in großen Beiden, sehet, hier ist die Thür zu den wahren Freuden; faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein wird 15. Ich will dich mit Fleiß bewahren, ich will dir leben hier, dir will ich abfahren; mit dir will ich endlich schweben voller Freud', ohne Zeit, dort im andern Leben. M. Luther. In eigner Melodie. 10. Wer sich fühlt beschwert 26.& fu Chrift, daß du su Mensch geboren bist von ei ner Jungfrau, das ist wahr, deß freuet sich der Engel Schaar. Kyrieleis! im Herzen, wer empfindt seine Sund' und GewissensSchmerzen: sey getrost! hier wird gefunden, der in Eil machet heil die vergift'ten Wunden. 11. Die ihr arm send und elende, kommt herbey, füllet frey eures Glaubens Hånde! Hier sind alle gute Gaben, und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 12. Süßes Heil! laß dich umfangen, laß mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben; nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 13. Meine Schuld kann mich nicht drücken, denn du hast meine Last all' auf deinem Rücken; kein Fleck ist an mir zu finden, ich bin gar rein und klar aller meiner Sünden. 14. Ich bin rein um deinetwillen; du gibst gnug Ehr' 2. Des ew'gen Vaters ei nig Kind jetzt man in der Krippen find't; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ew'ge Gut. Kyricleis! 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoos; er ist ein Kindlein worden klein der alle Ding' erhält allein. Kyrieleis! 4. Das ew'ge Licht geht da herein, gibt der Welt einen neuen Schein, es leucht't wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Urt, ein Gast in der Welt hie ward, und führt uns aus dem Jammerthal, und B2 macht 20 2. Von der Geburt Jefu Chrifti, macht uns Erb'n in seinem| erniedrigt auch für mich! Wie Saal. Kyrieleis! arm bist du erschienen, um mir zum Heil zu dienen! 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm' und in dem Himmel mache reich, und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleis! 7. Das hat er alles uns gethan, sein' groß' Lieb' zu zeigen an; deß freu' sich alle Christenheit, und dank' ihm deß in Ewigkeit. Kyrieleis! 4. O lehre mich den großen Werth von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich, auf dieser Erd', dich so herab zu lassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod; und doch kamst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. J. S. Diterich. Mel. Ermuntre dich, mein 2c. 27.6° ott, deine Gnade fey gepreist! sie schuf uns Heil und Leben. Ermuntre dich, mein tråger Geist, ihr Wohlthun zu erheben. Denk an die Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn sich dargestellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 2.O große That! erwünschte Nacht! von Engeln selbst befungen! Du hast den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der alles schuf und alles hält, der Freund der Menschenkinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du zu uns, gesandt vom Herrn, aus deinem Himmel kamest, und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest, Sohn Gottes! v wie hast du dich so tief 5. Viel stårter, Herr, als Schmerz und Tod war deis ne Menschenliebe. Du sahest unsre Sündennoth mit mitleidsvollem Triebe. Du stelltest, unser Heil zu seyn, nach deines Vaters Rath dich ein, warst Mensch und famst, mit Freuden, für uns den Tod zu leiden. 6. Dein, Sohn des Höchsten, freu' ich mich; du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste sandte dich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Beßrungskraft, und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du bist's, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben. Herr, was ich hab' und was ich bin, das geb' ich dir zum Dienste hin; ich will dich ohn' Auf oder Weihnachts- Lieder. Aufhören mit Leib und Geist verehren. 8. 3war seh' ich dich jetzt sichtbar nicht; doch du wirst wiederkommen; und dann schaun dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen. Dann werd' auch ich, Herr Jesu Christ, dich schaun, so herrlich, als du bist; dann wirst du mich zum Leben, das ben dir ist, erheben. 2. Wie dein Nam', ist auch dein Ruhm. Jesu, wir, dein Eigenthum, ehren dankvoll und erfreut deine große Gü tigkeit. R. Machtenhöfer. Mel. Lobe den Herren, den machtigen 2c. Dommst du nun, Jes S. Met. Run kommt der Heiden ze. 29.K, vom Himmel 28. Heiland, ben uns Gott verhieß, den der Himmel jauchzend pries, als du, Sterblichen zum Dienst, huldreich auf der Erd' erschienft! herunter auf Erden? Soll nun der Himmel und Erde vereiniget werden? Ewiger Gott! kann dich mein Jammer und Noth bringen zu Menschen- Geberden? 3. Du, deß Hand die Himmel hält, du kamst willig in die Welt, uns von Sünden zu befreyn, unser Licht und Trost zu seyn. 21 6. Der du liebreich zu uns kamst, unsre Rettung übernahmst, dein uns theu'r erworbnes Heil sey auf ewig unser Theil. 4. Stark in deines Vaters Kraft hast du Leben uns verschafft. Wir, von Rath und Hülf' entblößt, sind, o Herr, durch dich erlöst. 5. Preis sey dir in Ewigkeit! Auf, die ihr erlöset seyd, rühmt den, der mit Lehr' und That euch vom Tod er löset hat. 7. Unsre Seele trau auf dich! unser Leben preise dich! Und du selber, Heil der Welt, hilf uns thun, was dir ges fällt. 2. Was ich in Adam und Eva durch Sterben verloren, hast du mir, Jesu, durch Leben und Leiden erforen; gutiger Gott! alle mein Jammer und Noth endet sich, da du geboren. 3. Gib mir, o Jesu, nur heilige gute Gedanken; halte die Glieder des Leibes in heiligen Schranken; heiliger Gott! laß mich nach deinem Gebot herzlich im Glauben dir danken. 4. Führe mich endlich, o Jesu, ins ewige Leben, wel ches du allen, die glauben, versprochen zu geben, da ich bey Gott ohne Noth, Jam mer 23 2. Von der Geburt Jesu Christ, mer und Tod, ewig in Freuden kann schweben. C. f. Neander. Mel. Warum sollt' ich mich se. C. f. Gellert. Met. Gott Lob ein Schrittzurze. 31. tobingen! oder: Es ist das Heil und ic. 30. Lat aßt uns mit ehrfurchtsvollemDank den Gott der Lieb' erhöhen, mit feyerlichem Lobgesang des Heilands Fest begehen! Preis sey dem Vater, der ihn gab! Preis sey dem Sohn! er kam herab und ward das Heil der Menschen. 2. Ist der ein Christ, der die ses Heil nicht schätzt und liebgewinnet? Nimm froh an seiner Liebe Theil, und werd' ihm gleich gefinnet! Wer nicht, wie er, gesinnet ist, der ehrt ihn nicht, ist nicht ein Christ. Der Herr erkennt die Seinen. hoch erfreut, laßt uns heut ihm Anbetung bringen! In des Himmels hohe Chore stimmet ein! Gott allein, unserm Gott sey Ehre. 2. Jeder, der sich fühlt vers loren, freue sich inniglich; Christus ist geboren. Er, der König aller Wesen, steigt herab bis ins Grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann Gottes Rathschluß fassen? Aber dies ist gewiß: Gott kann uns nicht hassen. Kommt sein Sohn aus freyen Trieben zu uns. her: wie sollt' er nicht die Menschen lieben? 3. In Dürft'gen laßt uns 4. Wenn er uns verworfen hatte, nåhm' er dann Menschihn erfreun, bekleiden, spei- heit an, daß er uns errette? sen, trånken; ja laßt uns frohe Deß soll sich der Erdkreis Geber seyn, und sein dabey gedenken. Was ihr den Seinen habt gethan, das, spricht er, habt ihr mir gethan. Und er, er will's vergelten. freuen! Zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 4. Wer ihn mit treuem Herzen ehrt, den wird sein Name trösten. Vertraut auf ihn, der euch erhört, lobfingt ihm, ihr Erlösten! Es freut sich deine Christenheit, Herr, deiner Menschenfreundlichkeit. Dir, dir sey ewig Ehre! 5. Eitt im Geist nach Bethlems Hütten, seht, was dort euer Hort schon für euch ges litten! Er wird niedrig euretwegen. Welch ein Freund! er erscheint Feinden selbst zum Segen. 6. Er, er will für eure Schulden, Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlich groß erbul den. oder Weihnachts- Lieder. 23 den. Lernt den Menschen-| keine Noth und kein Tod soll freund erkennen; gnadenreich will er euch seine Brüder nenvon dir mich scheiden. 13. Du kommst einst zum Weltgerichte! Dann werd' ich, Richter, dich schaun von Ungesichte. Wenn da bang die Sünder beben, so werd' ich deiner mich freun und ewig leben. nen. 7. Dankt ihm, der das innre Sehnen sehen kann! Betet an, opfert Freudenthránen! Liebt ihn, der von Liebe brennet, traut dem Herrn, der euch gern seine Brüder nennet! 8. Wenn euch eure Sünden frånken, eilt herzu, suchet Ruh'! er will fie euch schen ken. Schaut auf ihn mit Glaubens Blicken! zittert nicht! denn er spricht: ich will euch erquicken. 9. Ihr Erdulder schwerer Tage! euren Schmerz fühlt sein Herz; kein Erlöster zage! Bringet ihm an seinem Feste Preis und Ehr'! Wisset, er wählt für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen; mehr, als ihr, litt er hier, euch beglückt zu machen. Diese kurze Zeit der Leiden und der Müh', was ist fie gegen ew'ge Freuden? 11. Jesu, du nahmst meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frey und selig würde. Wer kann deine Lieb' ergründen? Ewig soll freudenvoll sie mein Herz empfinden. 12. Dir, mein göttlicher Befreyer, folg' ich nach, obwohl schwach, doch um so viel treuer. Keine Kreatur, kein Leiden, J. S. Diterich. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ic. 32.obt Gott, ihr Chri& sten, freuet euch! von seiner Himmel Thron beruft er uns zu seinem Reich, und sendet seinen Sohn. 2. Der Sohn kommt nach des Vaters Rath, mit Heil uns zu erfreun, und auf des ew'gen Lebens Pfad der Welt ein Licht zu seyn. 3. Bey seinem Eintritt in die Welt umgibt ihn keine Pracht, die glänzend in die Eugen fällt, und groß vor Menschen macht. 4. Er wird dem ärmsten Knechte gleich, begehrt kein Erdenglück, verlangt allhier Fein Königreich von einem Augenblick. 5. Er kommt, durch seiner Wahrheit Macht zu Gott uns hinzuziehn; vor ſeinem Lichte muß die Nacht des. Aberglaubens fliehn. 6. Er lehret uns die Sünde scheun, er gibt auch Kraft dazu, und schafft uns, wenn wit 24 2. Von der Geburt Jesu Christi, wir sie bereun, Begnadigung und Ruh. 7. Er bringt den Trost der beffern Welt vom Himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsre Hütte fällt, den frommen Geist fein Grab. 8. Er öffnet uns dereinst die Thür zu seinem Himmelreich. Ihr Christen, wie beglückt sind wir! Lobt Gott und freuet euch! P. Gerhard, verbessert von C.F. Lossius. Mel. Wir Christen Leut zc. 33. fröhlich ist mein Herz bey der Erinnrung deiner Güte! Du Gottes Sohn, bringst uns vom Thron der Herrlichkeit Glück, Segen, Heil und Friede. 2. Dem Erd' und Meer und alles Heer des Himmels dient, du kommst zum Dienst auf Erden; dem Nermsten gleich, damit wir reich, und einst des bessern Lebens Erben werden. 3. Du höchstes Gut, hebst unser Blut in deinen Thron, hoch über alle Höhen; du, der die Welt schafft und erhält, wirst gleich, wie wir, die wie ein Rauch vergehen. 4. Was will uns nun zuwider thun der Seelen- Feind und aller Feinde Zoben? Wir find versöhnt, mit Ruhm geFront; denn Christus hat die Menschheit hoch erhoben. 5. Der Menschheit Werth ist nun ertlárt. Er ist das Haupt und wir sind seine Glieder. Er, obwohl reich, wird doch uns gleich, dem Aermsten gleich und nennt uns seine Brüder. 6. Drum, frommer Christ, wer du auch bist, sey gutes Muths, und laß dich nichts betrüben! Weil er erscheint, der Menschenfreund, so kann's nicht anders seyn, Gott muß dich lieben. 7. Gedenke doch, wie herrlich er über allen mer dich geführet! Der Engel Heer ist selbst nicht mehr, als eben du, mit Seligkeit gezieret. 8. Du siehest ja vor Augen da dein Fleisch und Blut die Luft und Wolken lenken; was will doch sich erheben, dich, dich seinen Freund, in Angst und Noth zu senken? 9. Oft geh'st du hin im blöden Sinn, rufft Ach und Weh, låss'st allen Trost verschwinden. Komm her und richt' dein Angesicht zu Jesu auf, da wirst du Ruhe finden. 10. Wirst du geplagt, sey unverzagt, dein Bruder wird dein Unglück nicht verschmåhen; sein Herz ist weich und gnadenreich, kann unser Leid nicht ohne Mitleid sehen. 11. Tritt zu ihm du, such' Hülf' und Ruh, er wird's so machen, daß du ihn wirst dan oder Weihnachts- Lieder. danken. Er weiß und kennt was schmerzt und brennt, versteht wohl, wie zu Muthe sey dem Kranken. 25 4. Euch drückt' der Sünde Sklaverey, euch war der Fluch gedroht; er hebt den Fluch, und macht euch fren, besieget Sünd' und Tod. 5. O macht euch dieser Wohlthat werth! erfüllet eure Pflicht: der Sohn, der euer Heil begehrt, sey euer Lobgedicht! 12. Uns zu befreyn, hat er die Pein des Kreuzes auch am Leibe wollen tragen, daß diese Pein ihm möge seyn die bleibende Erinnrung unfrer Plagen. 13. Mit einem Wort: er ist die Pfort' zu dieses und des andern Lebens Freuden; er J. S. Diterich. macht behend ein selig's End 35. hoch erfreut! Mel. Wir Christen- Leut zc. en Christenheit, sey von alle dem, was fromme Herzen leiden. 14. Laß aller Welt ihr Gut und Geld, und siehe nur, daß dieser Freund dir bleibe. Wer den hie fest hålt und nicht läßt, den ehrt und krönt er dort an Seel' und Leibe. das Heil der Welt, der Mittler ist geboren. Nimm freudig Theil an seinem Heil; wer an ihn glaubt, wird nimmermehr verloren. C. Grot. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 34.P reist, Menschen, preist im Jubelton das euch geschenkte Glück; es war dahin, und Gottes Sohn bringt's völlig euch zurück. 2. Er kommt voll Huld, und schenket euch, in sich, den besten Freund; verläßt sein angeerbtes Reich, wird Kind, wie ihr, und weint. 3. Er weint und ihr, ihr seht durch ihn die Menschheit hoch erhöht; die Würde, die er ihr verlichn, gibt ihr nun Majestät, - 2. Welch große That! Nach Gottes Rath hat sich sein Sohn für uns dahin gegeben. Ein Menschenkind, doch ohne Sünd', wird er, und bringt uns Allen Heil und Leben. 3. Er, er befreyt uns von dem Leid, das durch der Sünde Macht auf uns gekommen. Mit uns ist Gott nun in der Noth. Frohlockt dem Herrn und hofft auf ihn, ihr Frommen! 4. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Dank, du wurdest Mensch, damit ich selig würde. Du machst mich groß und ewig los vom Fluch der Sünd und ihrer schweren Bürde. 5. Ge 26 2. Von der Geburt Jesu Christi, od. Wethn.- Lieder. 5. Gelobt fey Gott! Auf Brüder empor zu Gottes unsre Noth sah er mit Hülfe Thron. Er war das Heil mitleidsvoll hernieder. Christenheit! Preis ihn erfreut! Des Höchsten Sohn bringt das Verlorne wieder. 25. Münter. Oder Sünder, und der Verlornen Hort; hier sind sie Gottes Kinder, und Gottes Erben dort. Mel. Nun lob, mein Seel, den 2c. om Grab', an dem Jesus Christ, dein Lobgesang empor zum Himmel schallen! Dir opfre jede Seele Dank; und jeder der Gebornen erfreu' sich Mensch zu seyn, und jeder der Verlornen rühm' es erlöst zu seyn! Uns ist das Kind gegeben, geboren uns der Sohn! Mit ihm erscheint das Leben, mit ihm des Himmels Lohn! 4. O du, dem jetzt die Menge der Engel und Verklärten singt, vernimm die Lobgesänim ge, dir dein be bringt. Auch du warst einst auf Erden, was deine Brüder sind, ein Dulder der Beschwer den, ein schwaches MenschenKind. Was du nun bist, das werden einst deine Brüder seyn, wann sie, entrückt der Eeden, sich deines Unschauns freun. Univ.- Bibl. Giessen 5. Bald sind wir zu dem Lohne der Himmelsbürger dort erhöht. Nah' sind wir dann dem Throne schauen deine Majestät. Nicht mehr aus dunkler Ferne dringt dann der Dank zu dir; erhaben über Sterne, dir näher, jauchzen wir. Dann schallt durch jede Sphäre, Herr, uns ser Lobgesang: dem Ewigen sey Ehre, dem Weltversöhner Dank! 2. Kommt, laßt uns niederfallen, vor unserm Mittler Jesus Christ, und danken, daß er allen Erretter, Freund und Bruder ist. Er, gleich der Morgen- Sonne mit ihrem ersten Strahl, verbreitet Licht und Wonne und Leben über all. Durch ihn kömmt Heil und Gnade auf unsre Welt herab; er segnet unsre Pfade durchs Leben, bis ans Grab. 3. Mitgenosfen der Sünde und der Sterb- 37.Vber Engel Schaar, M. Luther. In eigner Melodie. om kam lichkeit! Nicht långer ist verschlossen der Eingang zu der Herrlichkeit. Zu unsrer Erd' hernieder kam Gottes ew'ger Sohn; nun bebt er seine erschien den Hirten offenbar, sie sagten ihn'n: ein Kindlein zart, das liegt dort in der Krippen hart. 2. 3u 3. Auf das Neue Jahr. 27 2. 3u Bethlehem in Davids| Laßt zürnen Teufel und die Stadt, wie Micha das ver kündigt hat; es ist der Herre Jesus Christ, der euer aller Heiland ist. Höll, Gott's Sohn ist wor den euer Gesell. 5. Er kann und will euch lassen nicht, seht nur auf ihn eu'r 3uversicht; es mögen euch viel fechten an: dem sey Trok, der's nicht lassen kann. 6. Bulegt müßt ihr doch haben Recht; ihr seyd nun worden Gott's Geschlecht; deß danket Gott in Ewigkeit, geduldig, fröhlich allezeit. 3. Deß sollt ihr billig fröhlich seyn, daß Gott mit euch ist worden ein; er ist gebor'n eu'r Fleisch und Blut, eu'r Bruder ist das ew'ge Gut. 4. Was kann euch thun die Sund' und Tod? Ihr habt mit euch den wahren Gott. 3) Auf das neue Jahr. J. F. Schmidt: Mel. Christe, der du bist Tag: c. as alte Jahr ist mir nicht in den Himmel nach. 38.D nun entflohn, wir 5. Im Staube beug' ich mich vor dir; du hast dies Jahr, o leben in dem neuen schon; Höchster! mir mit liebesvoldank's dem, o Bolk! der gnåler Vaterhand mehr, als ich dig ist, daß du noch hier ver werth bin, zugewandt. fammlet bist. 6. Sieh ferner, Herr, mit 2. Wie mancher, der im al- Freundes Blick auf mein und ten Jahr noch frisch und fröhlich um uns war, sank, eh' wir's meineten, dahin, und Grabeserde decket ihn. meines Nächsten Glück: du halffi bisher in aller Noth, und gabst uns unser täglich Brod. 7. Behût uns auch im neuen 3. Schauplaß der Vergånglichkeit! Opfeilgeschwin- Jahr vor Theurung und vor de Flucht der Zeit! doch, flicht die Beit, so tröst' ich mich: mein Gram, mein Elend en digt sich. Kriegs- Gefahr; uns treffe keiner Seuche Wuth, kein fressend Feuer, keine Fluth. 4. Auch komm' ich durch die Flucht der Zeit dir nåher, Himmelsfeligkeit! Gott Lob! der Menschen Ungemach folgt 8. Entferne jeden Unglücksfall. Gib Heil und Wohlfahrt überall, und bricht ein Kreuz von dir herein: so laß es uns erträglich seyn. 9. Ja, 3. Auf das Neue Jahr. 28 9. Sa, segn' uns, Herr, in dieser Zeit, und führ' uns dann zur Herrlichkeit: da fagen wir dir ewig Dank, da preist dich reiner Lobgesang. J. Steuerlein, verbessert von J. P. Uz. Mel.Das alte Jahr vergangen zc. as Jahr, das nun 39.Dvergangen ist, das danken wir dir, Jesu Christ; du hast uns schon so manches Jahr bewahrt vor Elend und Gefahr. 2. Wir, Gottes eingeborner Sohn! wir nah'n uns bittend deinem Thron. Erbarmend segn' uns allezeit und deine ganze Christenheit! 3. Erhalt uns, unser Heil und Hort, zum Unterricht und Trost, dein Wort; erhalt' uns deinem Dienste treu, von Sund' und Überglauben frey. 4. Hilf uns den Lastern wi-| derstehn, und deine Wege freudig gehn; bestrafe, Herr! durch dein Gericht des alten Jahres Sünden nicht. 5. Gib uns zu unsrer Pilgrimschaft, was wir bedürfen, Licht und Kraft; und laß dies Jahr, das wir dir weihn, cin gnadenreiches Jahr uns seyn. 6. Laß fromm uns leben, christlich einst uns sterben, und, wenn du erscheinst, vom Tod uns fröhlich auferstehn, und deines Vaters Antlitz sehn. 7. Dann danken, dann frohlocken wir mit allen Engeln ewig dir. Erhör' uns, Jeſu, laß uns dein im Leben und im Tode seyn. Mel. Aus meines Herzens ze. es Jahres erster 40. Morgen soll, Gott! dir heilig seyn; ich will mich frey von Sorgen, nu deiner Güte freun. Bis hieher halfft du, Herr! Lobsing' ihm, meine Seele! Lobsing² ihm und erzähle: wie treu, wie gut ist Er. 2. Ich überschau' die Pfade der kurzen Pilgerschaft. Nah' Gott war deine Gnade; nah? war mir deine Kraft. Du leis tetest zum Ziel mich auf so sanften Wegen; verlieh'st mir deinen Segen, und großer Freuden viel. 3. Und gegen diese Freuden, die mir mein Gott verlieh, was sind die kurzen Leiden? Was ist des Lebens Müh? Am Abend war mein Herz oft voll von Gram und Sørgen; und mit dem neuen Morgen verschwand mein Gram und Schmerz. 4. So stärkte, Gott, dein Segen stets meine Zuversicht. Auf allen meinen Wegen warst du mein Heil und Licht. Wie that'st du mir fo wohl! 3. Auf das wohl! Wohin ich geh' und trete, ist jede, jede Ståte von deiner Güte voll. 5. Gott! dir gebühret Stårke und Preis in Ewigkeit! Groß, groß sind deine Werke, groß deine Freundlichkeit. Ich will mein Lebelang dich preisen, dich erhöhen; und einst mein letztes Flehen sey noch dein Lobgesang. J. S. Diterich. Mel. Sey Lob und Ehr' dem zc. 41.Der u, Gott, du bist der Herr der Zeit, und auch der Ewigkeiten. Laß mich auch jetzt mit Freudig keit dein hohes Lob verbreiten. Ein Jahr ist abermal dahin. Wem dank' ich's, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad' und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an! dir will ich mich ergeben; dir, den kein Wechsel treffen kann, vertrau' ich froh mein Leben. Wir blühen und vergeh'n durch dich; nur du bist unveränderlich; du warst, du bist und bleibest. 3. Herr, ewig währet deine Treu, mit Huld uns zu begegnen; und jeden Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. Neue Jahr. 29 leitet; und wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf und Trost bereitet. Von ganzer Seele preis' ich dich; auf's neue übergeb' ich mich, Gott, deiner weisen Fügung. 5. Bergib mir die gehäufte Schuld von den verfloßnen Tagen; und laß mich deine Baterhuld in Christo ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade ruhn, und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Gib neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, Herr, stets gewissenhaft mit mir und andern handeln. Dein Geist belebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht; dies reize mich, die Lust der Welt zu fliehen. Um beßre Freuden lerne sich mein Geist schon jetzt bemühen. Hier ist ja nur mein Prüfungsstand; im Himmel ist mein Vaterland: dahin, Herr, laß mich trachten! S. O lehre selbst mich meine Zeit mit wahrer Weisheit kaufen. Laß mich die Bahn zur Ewigkeit mit heil'ger Vorsicht laufen. Der Tage Laft erleichtre mir, bis mei4. Du haft auch im verfloß- ne Ruhe einst bey dir kein nen Jahr mich våterlich ge- Wechsel weiter storet. Erd 3. Auf das Neue Jahr. 30 42.6 Erdmann Neumeister. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. ott Lob! so geht mit gutem Glücke, und besser, als ich selbst gedacht, der Rest des alten Jahrs zurücke. Der Herr hat alles wohl gemacht! und macht es wohl noch fernerhin, daß ich vergnügt und dankbar bin. Wille mag geschehn. Denn was derselbe schickt und fügt, macht mich beglückt, macht mich vergnügt. 6. Ich überlasse dir mein Les ben und dessen Långe, Freud' und Noth. Doch willst du mir mehr Jahre geben: so gib, daß ich dir bis in Tod, durch Glauben, Lieb' und Hoffnung treu, und auch dem Nächsten nützlich sey. 2. Ich trete nun, durch seine Güte, ein neues Jahr mit Freuden an. Ach, daß mein Mund und mein Gemüthe ihn nicht nach Würden preisen kann! Gott thut ja mehr, als ich begehrt; ich bin nicht des geringsten werth. von Grund der Seelen: 43.6 und schafft den C. f. Gellert. Me L. Wár Gott nicht mit uns 2c. ott ruft der Sonn' 3. Wie kann ich solche Wohlthat zählen, die schlechterdings unzählich ist? Nur dies sag' ich daß du mein Gott und Vater bist, der hilft, und der geholfen hat, und helfen wird durch Rath und That. 4. Ach, willst du auf die Sünden sehen, womit dies Jahr ist hingebracht: so kann mir anders nichts geschehen, als was mir Angst und Schrecken macht. Doch du gedenkest keiner Schuld, und schenkst in Christo Gnad' und Huld. Mond, das Jahr darnach zu theilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen. Er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank ertheilen. 2. Herr, der da ist, und der da war! von dankerfüllten 3ungen sey dir, für das verfloßne Jahr, ein heilig Lied gesungen, für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried und Ruh, für jede That, die uns durch dich gelungen. 5. In Christo laß mich deinen Segen auch in dem neuen Jahre sehn, und es gesund zurücke legen; jedoch dein 3. Laß 7. Bringt ja dies Jahr mein letztes Ende, so trete solches selig ein. Ich gebe mich in deine Hände; so bleib ich todt und lebend dein; nur diesen Wunsch thu' ich zu dir: Herr, wie du willst, so schick's mit mir! 3. Auf das Neue Jahr. 31 3. Laß auch dies Jahr geseg-, euch dankbar zu beweisen, ist net seyn, das du uns neu gegeben. Verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du schützest uns und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach wahrer Weisheit streben. eure erste Pflicht! vornehmlich zu der Zeit, da sich das Jahr geendet, die Sonn' sich zu uns wendet; das Jahr wird wieder neu. 4. Gib uns, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden; doch schadet uns das Glück der Welt: so gib uns Kreuz und Leiden; nur stårke mit Geduld das Herz, und laß uns nie in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke våterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich, und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder; 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu und Liebe ben uns sey: dies, lieber Vater, dies verleih in Christo deinem Sohne. p. Eberus, verbessert von J. S. Diterich). Mel. Von Gott will ich nicht zc. oder: in eigner Melodie. 2. Mit Ernst laßt uns bes trachten den Reichthum seiner Gnad', und so gering nicht achten, was seine Treue that. Er war von uns nicht fern; hat uns zu unserm Leben, was nöthig war, gegeben.. Drum preiset ihn, den Herrn! 3. Er hat uns auch erhalten sein Wort, und Fried' und Ruh; die Jugend und die Alten ernährt, und noch dazu mit milder Vaterhand viel Freuden ausgespendet, viel Unglück abgewendet von unfrer Stadt und Land. 4. Er ist's, der unsrer schonet aus gnadenvollem Rath. Denn hätt' er uns gelohnet nach unsrer Missethat mit Strafen, gleich der Schuld: wir waren långst gestorben, und in der Noth verdorben. Wie groß ist seine Huld! 5. Mit våterlicher Treue nimmt er die Sünder an, die sich mit wahrer Reue zu Jesu glaubig nah'n. Er will, was wir bereun, aus Gnaden gern vergeben, und zum rechtschaffnen Leben selbst unser 44. Helft mir Gottes Beiſtand ſeyn. Gute preisen, ihr Christen! säumet nicht; 6. Sey, Vater, sey gepriesen! du hast so lange schon als 32 3. Auf das Neue Jahr. zum Besten dienen.. als Vater dich bewiesen durch| Leben oder Tod, muß mir Christum, deinen Sohn. Wir bitten ferner dich, gib Heil zum neuen Jahre, vor allem Leid bewahre, und náhr' uns mildiglich. 4. Mein Ziel sey nahe oder fern, das soll mein Herz nicht quálen. Dir, meiner Lebenstage Herrn, dir will ich es befehlen. In deiner Hand steht meine Zeit: laß mich den Weg zur Ewigkeit nur selig einst vollenden. 7. Gott Bater, und dem Sohne, und auch dem heil'gen Geist sen Preis im Himmels- Throne. Er hat uns wohl gespeist in dem vergangnen Jahr. Er woll' uns ferner geben ein fein geruhig Leben in diesem neuen Jahr. Mel. Wo Gott der Herr nicht ic. eut öffnet sich die 45. neue Bahn auf meines Lebens Reise. Froh tret' ich meine Wallfahrt an, nach frommer Pilger Weise. Herr, mit Gebet und mit Gesang beginn' ich muthig meinen Gang: du wirst mich ficher leiten. 2. Mich schrecke nicht der Zukunft Nacht, die meinen Pfad umhüllet. Wer weiß, ob nicht durch deine Macht J. Rist. Mel. Freu dich sehr, o mein 2c. 46.lft gelingen, bilf, ilf, Jeſu! das Neue Jahr geht an! Laß es neue Kräfte bringen, daß auf's neu ich wandeln kann. Laß mich dir befohlen seyn, auch darneben all' das Mein'. Neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnadengeben! 2. Laß dies seyn ein Jahr der Gnaden; laß mich bußen meine Sünd'; hilf, daß sie mir nimmer schaden, daß ich bald Verzeihung find'! Auch durch deine Gnad' verleih', einst Licht aus Nächten quil- daß ich herzlich sie bereu', let? Jetzt fass' ich deinen Rath- Herr, vor dir, denn du, mein schluß nicht: doch einst, verklart in deinem Licht, werd' ich ihn ganz verstehen. Leben, kannst die Sünde mir vergeben. 3. Rauh, oder eben sey mein Pfad: ich will ihn freudig ge• hen. Ich weiß, dein ewig weiser Rath hat ihn für mich ersehen. Was du verhängst, Glück oder Noth, es sey nun 3. Tróste mich mit deiner Liebe; nimm, o Gott! mein Flehen hin, weil ich mich so sehr betrübe, und voll Angst und 3agen bin. Wenn ich gleich schlaf' oder wach', sich doch, Herr, auf meine Sach'; stárke Neue Jahr. 33 3. Du wareft über mir, du gabst dem Körper Stärke, und meinem Geiste Kraft zu jedem guten Werke. Und welche Freuden fand ich auf des Lebens Pfad für Sinn und 4. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sen, und ich christlich möge leben, ohne Trug und Heu- Herz, wenn ich mit Unschuld chelen; ich auch meinen Nach- ihn betrat. sten lieb', und denselben nicht betrüb', damit ich allhier auf Erden fromm und selig möge werden. 3. Auf das stärke mich in meinen Nôthen, daß mich Sund' und Tod nicht tödten. 4. Du schenktest mir Vers stand, das Gute zu erkennen; auch fühlt' ich meine Brust von frommen Eifer brennen, es treulich zu vollziehn; und that ich es ja nicht: so gingst du doch mit mir, mein Gott, nicht ins Gericht. 5. Mit jedem neuen Tag'erneute sich dein Segen; mich leitete dein Aug' auf meines Lebens Wegen. Mein Leben frontest du mit Unmuth und Gedeihn, und jeden Tag konnt ich mich deiner Gute freun. 6. So ging dies Jahr vormeiner Ta47.M geht nun auch ge, voll Proben deiner Huld, it Tage bey, fanft, lieblich, ohne Klage. Nimm dafür meinen Dank in schwachen Liedern ans Preis ewig dir, o Gott, der dies an mir gethan. 5. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr; trage mich auf deinen Hånden, halte bey mir in Gefahr; steh' mir bey in aller Noth; auch verlaß mich nicht im Tod. Freudig will ich dich umfassen, wann ich soll die Welt verlassen. Mel. Nun danket alle Gott 2c. dies Jahr zu Ende! Boll dankenden Gefühls erheb' ich meine Hände mit meinem Geist zu dir, getreuer Gott, empor, und trage mein Gebet und meinen Dank dir vor. P. Gerhard. Met. Nun laßt uns Gott den sc. uns gehn und treten, mit Singen und mit Beten, zum Herrn, der unserm Beben bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin, und wandern von einem Jahr zum ( 5 andern; 2. Wo ist ein einziger der ſchnellsten Augenblicke, die 48. mir vorüber flohn, der nicht von einem Glücke, von einem Gut für mich durch dich bezeichnet war? Hier Wohlthat ohne Zahl! dort Rettung aus Gefahr! 31 3. Auf das Neue Jahr. andern; wir leben und ge-| nen fließen, sich Ruh' und deihen vom alten bis zum Trost ergießen. neuen. 3. Durch so viel Ungst und Plagen, durch Zittern und durch Sagen, auf sorgenvollen Wegen gehn wir dem Grab entgegen. 4. Doch wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kinder hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden: o Bater, und bleib' mitten in unserm den, ein Brunnquell wahrer Freuden. 13. Hilf gnädig allen Kranfen, gib fröhliche Gedanken 5. Also, und auch nicht min- den kummervollen Seelen, der, låst Gott ihm seine Kinder, wenn Trubjals- Wetter bligen, in seinem Schoose sigen. die sich mit Schwermuth quálen. 6. Uch, Hüter unsers Lebens, fürwahr! es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo du nicht wolltest wachen. 7. Gelobt sey deine Treue, die alle Morgen neue! Lob sey den starken Hånden, die allen Jammer wenden. 8. Laß ferner dich erbitten, 9. Gib mir und allen denen, die sich nach Hülfe sehnen, weil wir die Noth verschuldet, ein Herz, das sich geduldet. 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen. Laß Großen und auch Kleinen die Gnaden- Sonne scheinen. 10. Schließ zu die JammerPforten, und laß an allen Orten, wo Blut und Ehrá12. Sen der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather; der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 14. Und endlich, was das meiste, füll' uns mit deinem Geiste, der uns mit Tugend ziere, und so zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du geben, o unsers Lebens Leben; so segn' uns, so bewahre uns all' im neuen Jahre. C. Grot. Mel. Gott Lob ein Schritt zur zc. 49.chnell fliehen Jahr auf hin, nocy schneller Tag und Stunden; wie viele sind, seitdem ich bin, auch mir bereits verschwunden! und keine, keine kommt zurück; selbst ein verschwundner Augenblick läßt sich durch nichts erkaufen. 2. Gott, diese schnelle Flucht laß mich zu meinem Heil bemerken; und mich aus Liebe gegen 3. Auf das Neue Jahr.. 235 gegen dich heut' in dem Vor-| mich zu freun, mich gerne sie ſag stärken: dir, Bater, folgsam stets zu seyn, der Tugend eifrig mich zu weihn, und dies Jahr wohl zu nutzen. verrichten; voll Eifer für der Brüder Glück, laß mich mit liebevollem Blick froh ihren Kummer lindern. 3. Umringt mit tåglicher Gefahr in diesem Erdenleben, ist dies vielleicht das letzte Jahr, das du, Herr, mir gegeben; und dennoch sollt' ich meiner Pflicht, und dir, Herr meiner Tage, nicht aus allen Kräften leben? 8. Mein Schicksal übergeb ich dir, du wirst es weise lenken; und, was mir gut ist, wirst du mir aus Vaterliebe schenken. Im Leiden auch verzag' ich nicht; ich weiß mit froher Zuversicht, es muß mir Wohlthat werden. 9. Sollt' ich, eh' dieses Jahr verfließt, nach deinem Willen sterben: so laß mich nur durch Jesum Christ des Himmels Freuden erben. Sind diese dann auf ewig mein: so werd' ich weit beglückter seyn, als hier im Erdenleben. 4. Olaß mich diese Thorheit scheun; laß mich Entschlüsse fassen, die mich zu teiner Zeit gereun, und jenen Leichtsinn hassen, der seine edle Zeit verträumt, des Geistes ew'ges Wohl versäumt, für diese Welt nur lebet. 23. Münter. 5. Laß mich mir strenge Rechenschaft von jedem Tage geMel. Gott der Vater wohn' ic. ben. Berleih' mir Einsicht, 50.Pausend Jahre sind Muth und Kraft zum wahren Christen- Leben. Gib, daß ich meinen Pflichten treu, und treu in dem Berufe sey, zu dem du mich bestimmtest.. 6. Laß mich die mir verlieh'ne Zeit nach ihrem Zweck vertheilen, nicht zum Genuß der Fröhlichkeit zu schnell, zu häufig eilen; den Müßiggang, die Trägheit fliehn, und keiner Arbeit mich entziehn, wodurch ich andern nüße. vor dir wie einer unsrer Tage; und zum Tode reif sind wir am ersten unfrer Tage. Du nur bleibest wie du bist. Du heißest uns entstehen, und deine Werke sehen; du rufft, und wir vergehen. Wer, Unendlicher, ermist dein grånzenloses Leben? Jahrtausende selbst geben kein Maaß von deinem Leben. Du, du warst vor aller Zeit, und du wirst seyn in Ewigkeit. 7. Laß dieses Jahr gesegnet fenn, an reichen Tugend- 2. Mit dir unveränderlich Früchten. Laß, guter Thaten ist deine Güt' und Stärke. € 2 Du 36 3. Auf das Neue Jahr. Du erbarmst dich våterlich| ben. Dankbar lehr' es uns der Menschen, deiner Werke. empfahn, und unserm Ziel Du bist unsre Zuversicht; du getrost uns nahn. fåttigst uns mit Segen auf unsern Lebens- Wegen, daß wir dich lieben mögen. Herr, wir sehn dein Angesicht auch sterbend noch voll Gnade. Selbst auf des Todes Pfade folgt uns noch deine Gnade. Sicher ruhn wir unsre Zeit: dann weckst du uns zur Ewigkeit. 5. Die schon an dem Ziele stehn der Pilgrimschaft auf Erden, lehre freudig zu dir gehn, wenn sie gerufen werden. Führe selbst sie durch den Tod; versöhnt in deinem Sohne, gib ihnen vor dem Throne des bessern Lebens Krone. Ewig gnadenreicher Gott, du wollst uns alle lei 3. Auch das Jahr, du Ewi- ten durch diese Nacht der Zeiger, das wir vollendet haben, ten zum Licht der Ewigkeiten. wie erfüllt kam es daher mit Unveränderlicher, dir, dir ledeiner Güte Gaben. Wie ge- ben und dir sterben wir. fegnet war sein Lauf! Wir sahn, wie deine Treue uns wohlzuthun sich freue und jeden Tag erneue. Dank stieg zu dir auf! Wir durften in den Nöthen des Lebens vor dich treten, und kindlich zu dir beten; und du haft mit treuer Hand, was uns nicht gut war, abgewandt. 4. Hoffnungsvoll betreten 2. Dank sey dir, ewig treuer Gott, für deinen Beistand in der Noth, für tausend Prowir die neue Bahn des Leben deiner Ereu': denn deine bens. Niemals noch vertrau- Huld war täglich neu. ten dir wir Sterbliche vergebens. Auch thun wir es ferner nicht. Wir werden es erfahren; du wirst uns, Gott, bewahren vor Unfall in Gefahren. Deines Trostes Freudenlicht wird unsern Muth erheben. Was nöthig ist zum Leben, wirst du uns alles ge3. Wenn unser Herz mit Freudigkeit sich mancher guten That erfreut, weß war die Kraft? wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein! C. f. Neander. Met. Wenn wir in höchsten ze. oder: Vom Himmel hoch zc. nwiederbringlich Unser 51. die Tage, die uns Gott ge= liehn. Ein Jahr tritt ein, und eilt davon. Wie manches ist bereits entflohn! 4. Oft fehlten wir, und merkten's nicht: verzeih' uns die verletzte Pflicht! Du siehst, Er 3. Auf das Neue Jahr. 37 Reu's folgten drauf. Gott Lob! es Erbarmer, unsre Reu'; um| Nacht, und harte Schläge Chrifti willen sprich uns frey. 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Du hast die Stunden zugezählt, die letzte weiß lich uns verhehlt. 6. Herr unfres Lebens, mache du uns selber recht geschickt dazu, daß nicht, indem wir sicher sind, der Tod uns unbereitet find't. 7. Ist einst die Zahl der Stunden voll, die unser Loos entscheiden soll: so führ' uns aus der Prüfungzeit zu deiner frohen Ewigkeit. 8. Da sind wir unsers Heils gewiß; da wechseln Licht und Finsterniß nicht mehr wie hier. Du ew'ges Licht, Herr unser Gett, verlaß uns nicht. J. O. Thieß. Mel. Nun sich der Tag ic. ist vollbracht! 4. Doch, noch ist er nicht durchgemacht der Lauf zum Ziel hinan; nur eine Strecke ist vollbracht, ein neuer Weg hebt an. 3. Ein Ungewitter stieg herauf, und um uns her ward 5. Wie? ist das schon für uns vielleicht der Wallfahrt letztes Feld? Ist mit ihm schon das Ziel erreicht für eine beßre Welt? 6. Wie? wandeln wir wohl nicht einmal hindurch dies neue Feld? Ist dort vielleicht im stillen Thal schon unser Grab bestellt? 7. Kehrt gleich der Blick, dahin gewagt, geblendet fast zurück: so wünschen wir doch unverzagt uns zu der Reise Glück! 8. Führt sie auch in ein finstres Thal, so zittern wir doch 52.3urückgelegt ist aber nicht; wir weilen still im finThal, und denken: es wird Licht! mal ein Wanderschaft, durch Feld und Wald, durch Berg und Thal, und das durch Gottes Kraft. 9. Auch über Gråber wandeln wir mit einem heitern Sinn, und stehn, und fehen, Gott, nach dir, und deinem Himmel hin! 2. Oft ward uns unsre Wallfahrt schwer, oft wankte uns ser Schritt. Fast trostlos gingen wir einber bey manchem fauern Tritt. 10. Wir, deine Pilger, wallen fort; macht uns die Wallfahrt matt: so ruhn wir, deine Bürger, dort in deiner Gottes- Stadt. 4) Auf 38 4) Auf das Fest der 5. E. Seeren. Mel. Wie schon leucht't uns 2c. Gottes, nicht! Die Völker sehn des Heilands Licht, und finden den Erretter. Er, den Gott in die Welt gesandt, zerstört, wenn sie ihn gleich verkannt, die Tempel falscher Götter. Gott wird selbst Hirt seiner Heerde; Himmel, Erde, sehn mit Freuden, seinen Sohn, den Trost der Heiden. 2. Der Gottheit Fülle wohnt in dir: durch dich, mein Heil, kommt Gott zu mir, und schenkt mir seine Liebe. die ich nicht g'nug bewundern kann. Du nimmst der Menschen Schwachheit an, daß ich nicht hilflos bliebe. Dankvoll, Herr, soll mein Gemüthe deine Güte hoch erheben: du, mein Heiland, bist mein Leben. 3. Es deckte Finsterniß die Welt; du hast die finstre Welt erhellt, bist uns zum Trost erschienen. Vom Aufgang bis zum Niedergang, erschallt der Völker Lobgesang; sie kommen, dir zu dienen. Wie blind Herr, find, die dich hassen, sich nicht lassen gern belehren, und sich nicht zu dir bekehren! 4. Ein Herz, das deine Wahrheit liebt, und dir sich Erscheinung Christi. willig übergibt, das kannst du nicht verschmåhen. Wer an deiner ergött, und ihre Vorschrift nicht vers letzt, den willst du einst erhö hen. Dein Licht ist nicht ben dem Sünder: deine Kinder sind die Frommen, die dich glaubig aufgenommen. 5. War Armuth gleich dein irdisch Loos, so warst du dennoch göttlich groß, voll Wahrheit, Huld und Gnade; dein Wort, das meine Seel' erfreut, entdeckt mir deine Herr lichkeit auf meinem dunkeln Pfade. An dich glaub' ich tro dem Spotter! Sonst kein Retter ist auf Erden, durch den Sünder selig werden. 6. Mein Glaube sey mein Dankaltar; dir bring' ich mich zum Opfer dar, dir, der Verlaßnen Tröster! Ich bete demuthsvoll dich an: wer ist, der mich verdammen kann? ich bin ja bein Erlöster. Von dir strömt mir Gnadenfülle: Ruh und Stille, Heil und Segen find' ich hier auf deinen Wegen. 7. Dir will ich ewig dankbar seyn, mich glaubig deiner Lieb' erfreun, und immer dein gedenken. Mein Weihrauch sey Gebet und Flehn; hin, auf dein Beispiel, will ich sehn, wenn hier mich Leiden krán= 39 4. Auf das Fest der Erscheinung Christi. Frånken. Hab' ich wenig Gold| voll, nur unser Wohl, nicht im Leben hinzugeben: soll des Urmen sich mein Herz doch gern erbarmen. unser Elend schaffest du. 8. Versichre mich durch deinen Geist, daß du für mich erhöhet seyst, und Seligkeit mir schenkest. Dann bin ich meines Heils gewiß, wenn du, bey allem Hinderniß, mein Herz zur Tugend lenkest. Ohn' dich kann ich nichts vollbringen: hilf mir ringen, Freund der Seelen; ich will deinen Ruhm erzählen. 3. Als wir, von der Sünde Plagen gequält, in unserm Elend lagen, und Nacht des Todes uns umfing; fern von deiner Wahrheit Pfade: da war es, Gott, als deine Gnade erbarmend vor uns überging. Da rief der Liebe Blick ins Leben uns zurück; von der Sunde, von ihrer Nacht sind wir erwacht, erwacht, um Gottes Licht zu sehn. 54.5 I. J. Eschenburg. Mel. Wachet auf, ruft uns diezc. err, wir singen deiner Ehre. Erbarm' dich unser, und erhöre, nimm gnädig unser Loblied an. Herr, wir danken voll Entzucken! Wo ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, Er, dessen Heil wir sehn, ist die Liebe; schon vor der Zeit, in Ewigkeit, war Gott Liebe, wird seyn. 4. Preiset ihn, ihr Jubellieder! Zur Erde stieg sein Sohn hernieder, ward Mensch und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod bezwungen; ein neues Lied werd' ihm ge= sungen! Uns segnet und bes gnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt. Ihr Lobges fånge tont! tönt zum Himmel! erschallt schon hier! cinst knieen wir an seinem Thron, und beten an. Mel. Dank sey Gott in der ic.. 55. König aller h ren, Herr Jesu, Davids Sohn! Dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron. Hilf, daß allhier auf Erden den Menschen weit und breit dein Reich bekannt mag werden zur Seelen Seligkeit. 2. Von deinem Reich auch zeugen die Leut' aus Mornur zum Segen; bist liebe- genland; die Knie sie vor dir beus 2. Um zu dir uns zu erheben, hauchst du in unsre Brust das Leben, und schenkest uns der Erde Glück. Um zu dir uns zu erheben, entziehst du unsrer Brust das Leben, und schenkest uns des Himmels Glück. Du gibst das Leben, Gott! du sendest uns den Tod Erscheinung Christh 40 4. Auf das Fest der beugen, weil du ihn'n bist be kannt. Dein Stern auf dich met. Lobt Gott, ihr Christen act hinweiſet, darzu das göttlich' 56.en mir gegrüßt, du Heil der Welt, Wort; drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. willkommen seyst du mir! du kommst aus Davids Stamm, ein Held; und dafür dank' ich dir. 3. Du bist ein großer Kd nig, wie uns die Schrift vermeldt; doch achtest du gar wenig vergänglich Gut und Geld; prangst nicht auf einem Rosse, trågst keine güldne Kron'; siz'st nicht im festen Schlosse, hier hast du Spott und Hohn. 2. Den Abraham im Geiste sah, den Jakobs Wunsch gegrüßt, der lang gehoffte Tag ist da, der unser Segen ist. 3. Seht, Menschen! unser Heil erscheint, mit ihm des Himmels Lohn: auf! und bewillkommt euern Freund, des ew'gen Vaters Sohn! 4. Doch bist du nun erhöhet; dein Glanz erstreckt sich weit; dein Thron, o König! stehet in alle Ewigkeit. Du kannst die Frommen schützen durch dein' Macht und Gewalt, daß sie in Friede sizzen; die Bösen stürzen bald. 4. Daß uns einst Preis und Ehre schmückt, wird er ein Kind, wie wir; verläßt der Seligkeiten Glück, wird arm und klein, wie wir. 5. Ein Denkmahl deiner Freundlichkeit hast du, Gott, aufgestellt. Die Erde war mich auf; dein' Gute schenk durch Sünd' entweiht; du mir Armen, und segne mei- segnetest die Welt. 5. Du wollst dich mein erbarmen: in dein Reich nimm nen Lauf. Mein'n Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sund' und Tod, daß sie mich nicht versehren, rett' mich aus aller Noth. 6. Du wollst in mir entzunden dein Wort, den schönen Stern; laß falsche Lehr' und Sünden seyn von mein'mer zen fern. Hilf, daß ich dich erkenne, und mit der Christenheit, dich meinen König nenne, jeht und in Ewigkeit. 6. Den unsre Missethat vers schloß, den Himmel, öffnest du. Wie groß, Allgütiger, wie groß, wie gnadenreich bist du! 7. Durch dich wird unsre Wallfahrt hell; den Heiden glänzt dein Stern. Lobt, Christen, den Immanuel; ihr Heiden, lobt den Herrn! 8. Mensch, mach' dich auf, und werde Licht! der Tag des Heils 5. Auf das Fest der Darstellung Christi. 41 nem Volk gethan, verkündige der Welt. 10. Durch alle Himmel schall sein Ruhm, für dieses Tages Heil. Wir sind nun bet ihn an, den Friedefürst, Gottes Eigenthum, Gott den Held; was Gott an sei- selbst ist unser Theil. 9. Fall' nieder, komm, und Heils erscheint; leb' långer in der Sünde nicht, und werde Gottes Freund. 75 5) Auf das Fest der Darstellung Christi. 33. Helder, verbessert von 5.E. Seeren. Met. Christe, der du bist Tag 26. 58. Hfchluß den Himm. Altenburg. In eigner Melodie. err Gott! nun ic. 57. Dich bitt' ich, Heiland aller Welt, du, Bater, Friedefürst und Held, sey meines Herzens Trost und Theil, erfreue mich mit deinem Heil. mel auf mein' Zeit zum End' sich neiget. Ich hab' vollen det meinen Lauf, deß sich mein' Seel' sehr freuet; hab' g'nug gelitten, mich můd' geftritten; schick mich fein zu zur ew'gen Ruh; laß fahren bist, der mir von Gott gege- was- auf Erden! will lieber ben ist, verleihe mir zur Tugend Muth, und mache mich gerecht und gut. 2. Du, der du mein Erretter 3. Zeig' mir die Bahn, o helles Licht! daß ich des Heils verfehle nicht; du bist allein mein Preis und Ruhm, und ich dein Kind und Eigen thum. 4. Dein Friede, Herr, bewahre mich, mein Auge blicke stets auf dich: so geh' ich froh aus dieser Welt, wenn, wo, und wie es dir gefällt. selig werden. 2. Wie du mir, Herr, befoh-. len hast, hab' ich mit wahrem Glauben mein'n lieben Heis land aufgefaßt, in mein' Urm' dich zu schauen. Hoff' zu bestehen; will frisch eingehen aus'm Thränen- Thal in Freuden- Saal. Laß fahren was auf Erden! will lieber selig werden. 3. Laß mich nur, Herr, wie Simeon, in Frieden zu dir fahren; befehl' mich Christo, deinem 42 5. Auf das Fest der Darstellung Christi. deinem Sohn, der wird mich wohl bewahren; wird mich recht führen, im Himmel zieren mit Ehr' und Kron'; fahr' drauf davon: laß fahren was auf Erden! will lieber selig werden. 8. ,, Die Fülle meiner Freuden, die Hülfe aus den Höh'n, das Licht der blinden Heiden, den Trost hab' ich gesehn." 9. Nun wird sein Glaube größer, und sein Entzücken steigt; er drucket den Erlö fer fest an sein Herz und schweigt. Ch. f. D. Schubart. Mel. Christus, der ist mein 2c. 10. Herr, soll ich alt an 59. Kommt heut' an eus- Sahren, gekrümmt von Harm rem Halberstorbne schon, und denket an dem Grabe an einen Simeon. Noth, zu meinen fahren: so sterb' ich seinen Tod! 11. 3war werd' ich Gott nicht sehen noch hier, wie Simeon; doch über jenen Ho hen, erwartet er mich schon. 12. Dann tönen meine Lie der: Heil mir, nun seh' ich ihn! Die Himmel hallen wieder: Heil dir, nun sieh'st du ihn. 2. Er betet in dem Tempel hinauf zu seinem Gott, und wird uns ein Erempel von einem schönen Tod. 3. Still floffen seine Tage, still, wie ein Balsam fleußt; und hell, wie Sommertage, so helle war sein Geist. 4. Er soll den Tod nicht seben, der Gott erfüllte Mann, 60. Men ich fahr 111. Luther. In eigner Melodie. it Fried' bis er von jenen Höhen den Mittler sehen kann. 5. Er sieht ihn: mit Entzücken drückt er ihn an die Brust. Es strahlt von Jesu Blicken ihm Seligkeit und Lust. dahin in Gottes Willen. Gee trost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille; wie Gott mir verheißen hat: der Tod ist mein Schlaf worden. 6. Seht doch den frommen Alten, mit flammendem Gesicht, die welken Hände fal ten, und höret, was er spricht: 7. ,, Mit silbergrauen Haaren kann ich in Frieden nun zu meinen Vätern fahren, um sanft, wie sie, zu ruhn." 2. Das macht Christus, wahr'r Gottes Sohn, der treue Heiland, den du mich, Herr, haft sehen lass'n; und machst bekannt, daß er sey das Leb'n und Heil in Noth und auch im Sterben. 3. Den hast du allen vorgestellt mit großen Gnaden, zu 43 6. Auf das Fest Marià Verkündigung. zu seinem Reich die ganze erleuchten, die dich kennen Welt heissen laden, durch dein theures heilsam Wort an allen Ort erschollen. nicht, und zu weiden. Er ist dein's Volks Israels der Preis, Ehr, Freud' und 4. Er ist das Heil und se- Wonne. lig Licht für die Heiden, zul maint 6) Auf das Fest Mariá Verkündigung. P. Hagius. 4. Wohl uns der gnadens Mel. Das Jefulein soll doch zc. reichen Zeit, daß wir erlangt reu' du den du, o Gott, 61. Christenheit, dies von Ewigkeit, biſt unſer Bruist der Tag des Herren, der der worden; wir bitten dich Anfang unsrer Seligkeit, den demüthiglich, lehr' uns dein'm Gott zu seinen Ehren nach sei- Wort vertrauen, bis wir zunem Rath erwählet hat. Ogleich im Himmelreich das Gott, laß wohl gelingen! hilf Wunderwerk anschauen. 5. Held. uns mit Fleiß zu deinem Preis ein fröhlich's Lied zu singen. 2. Gott ist gerecht in seinem Work; was er einmal zusa= 62.Sott ley Dank in zuſaMel. Nun kommt der Heiden sc. aller Welt, get, ist gewiß an allem Ort, ob schon die Welt verzaget. Heut' Gottes Sohn, der Gnaden- Thron, zu uns auf Erd' gelanget; o Wunder groß! Marien Schooß den großen Gast empfanget. fein Wort bestandig hält, und der Sünder Trost und Rath zu uns her gesendet hat. 3. Sie hört vom Engel Gabriel, sie soll' Jesum gebáren, der ganzen Welt Immanuel, den mächtig großen Herren. So wunderbar die Botschaft war, glaubt sie ihm doch im Stillen, und zweifelt nicht, was Gott verspricht, das werd' er auch erfüllen. 2. Was der alten Våter Schaar Wunsch und Trost und Hoffnung war; was sie fern im Dunkeln sah, Heil uns! ist im Lichte da. 3. 3. Hier ist mehr als Davids Sohn; keines ird'schen Reiches Thron; Licht der Seelen, ew'ges Heil, ward durch Jes sum unser Theil. 4. Menschenfreund, wie dank' ichs dir! Schenke dieses Heil auch mir, das du unter 44 6. Auf das Fest Marid Verkündigung. unter vieler Last für die Welt bereitest hast. 5. Deiner Hülfe mich zu freun, laß mein Herz dein eigen seyn; mach' es von der Sclaverey jeder schnöden Sünde frey. 6. Deine Wahrheit leuchte mir, Herr, ben allem, was ich hier zur Befördrung meiner Ruh denke, wünsche, wähle, thu'! 7. Trifft mich Traurigkeit und Schmerz, tröste dann mein zagend Herz; wenn kein Mensch mir helfen kann, so nimm du dich meiner an; 8. Daß ich, wenn du, Lebens- Fürst, herrlich wieder kommen wirst, froh dir mög' entgegen sehn, und gerecht vor dir bestehn. 3. A. Schlegel. Mel. Nun kommt der Heiden 2c. 63. Sohn, der uns verheißen war, den die Jungfrau uns gebar, sey gepriesen deiner Welt, welche deine Huld erhält. 2. Du entsprossest nicht, wie wit; Gottes Geist selbst richtet dir deiner Menschheit Hütte zu; wunderbar erscheinest du! 3. Bringt dem Vater Ruhm und Preis! Die von keinem Manne weiß, die wird schwanger und gebiert Jesum, der zum Vater führt. 4. Keusch, voll Zucht und Tugend war sie, die Gottes Sohn gebar. Diese wählt aus Davids Haus, Gott zu Jesu Mutter aus. 5. Er erfüllt, was er ves spricht; långer säumt die Hülfe nicht. Freudig, wie zum Sieg ein Held, eilt der Sohn in seine Welt. 6. Von dem Vater kommt er her, und zum Vater kehe ret er, wenn er erst ein ewig Glück uns erstritten hat, zurück. 7. Heiland, deinem Vater gleich, führ' uns in sein ewig Reich. Rett' uns Urme, fiege bald! dein ist Weisheit und Gewalt. 8. O wie herrlich glänzte nicht dort um Bethlehem dein Licht! Wen erleuchtest du Glanz des Herrn! nicht gern, Ebenbild und 9. Ach! du hast uns, Herr, so lieb: so erleucht' uns denn, und gib jedem Kraft, daß er dir treu, glaubig und auch heilig sey. 10. Fröhlich rühme, wer ein Christ, wer vom Tod erlöset ist, den, der groß von Rath und That, uns vom Tod erIdset hat. 11. Lob sey dir, du kamst herab! Lob dem Vater, der dich gab! Lob dem Geiste! dankt und singt, daß er uns zu Jesu bringt! J. A. 6. Auf das Fest Maria Verkündigung. 45 J. 2. Cramer. Met. Herzlich lieb hab' ich zc. 64. on ganzem Herfinken sollte. Dich kannt' ich nicht, und rief dir nicht; doch wandtest du dein Angesicht erbarmungsvoll herab zu mir, und schwur'st Erlösung; schwur'st bey dir: ich will den Tod des abgefallnen Súnders nicht; ich komm' und rett' ihn vom Gericht. zen lieb' ich dich, mein Heiland, denn du liebtest mich, eh' ich dich lieben konnte. Schon hast du meiner, Herr, gedacht, eh' deine Weisheit, Huld und Macht der Schöpfung Werk begonn- 4.Du kamst; doch da zerfloste; und sah'st du gleich, ich sen nicht die Wolken unter dir würde dein unwürdig, und in Licht, dem Kommenden zu ein Sünder seyn, entblößt von Ehren; die Berge wurden wahrer Heiligkeit, durch man nicht erregt, in ihren Grünchen schweren Fall entweiht! den nicht bewegt: bu kamst sollt' ich doch dein, ich, Jesu nicht zu zerstören. Dich künChriste, sollte dein, ich Sündigte kein Sturmwind an; der sollte selig seyn. kein fressend Feuer ging vor an; kein Donner rollte, und kein Blitz schoß durch die Himmel, deinen Sitz; du kamst zur Welt, zur Rettung der gefallnen Welt, still, wie der Thau der Nächte fällt. 5. Ein Mensch, nicht machtig und nicht reich, ach! arm und niedrig, Knechten gleich, erschienst du, mich zu retten, mich -ewig, ewig preif' ich dich! von Sünd' und TodesBanden mich mitleidig zu entketten. Du botst mir hülfreich deine Hand vom Kreuze her, und ich empfand, wie glücklich ich, von Strafe frey, durch dich, mein Heiland, worden sey. Du starbst den Tod; du starbst der Abgefallnen Tod! besiegt, besiegt ist nun der Tod! 7) Bom 2. Ach möcht' ich, o mein Herr, mein Heil, div, hier mein Trost, und dort mein Theil, nur würdig danken können! Laß mich, so wie du es verdienst, da du zu meinem Heil erschienst, für dich in Lieb' entbrennen! Erhaben über allen Dank, weit über meinen Lobgesang, bedarfst du, meine Zuversicht, mein Lob zu deiner Größe nicht; doch frommen Dank, o Jesu Christe, frommen Dank! bringt dir mein schwacher Lobgesang! 3.Des Elends Abgrund naht' ich mich, du sahst's, und du erbarmtest dich, als ich versinken wollte. Du, du beschlossest, ob ich zwar nicht deiner Gnade würdig war, daß ich nicht 46 7) Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 3. A. Hermes. Mel. Dir, dir, Jehovah will zc. sieh ihn dulden, Erde untergehn: so bleibt mir Gottes Gnade ewig stehn. 5. Ja mir Trost und 65.Auten, sterben! dir zur Ehre gereicht dein gano meine Seele, fag' ihm from zer Kampf, dein Kreuzes men Dank! Sieh Gottes eig- Tod; bestätigt ist nun deine nen Sohn und Erben, wie Lehre; ich baue fest darauf in mächtig ihn die Menschenlie- jeder Noth. Unschuldig littest be drang! Wo ist ein Freund, du; doch Preis und Ruhm der je, was er, gethan? der ist auch im Kampf der Unso, wie er, für Sünder ster- schuld Eigenthum. ben kann? 6. Ja, Herr, dein Beispiel kann mich lehren, wie sanft und schon der Tod des Frommen sey. O laß mich dein Gebot verehren, und mache mich im Kampf der Tugend treu! die Dankbarkeit dringt innigst mich dazu: wer hat es mehr um mich perdient, als du? 2. Wie dunkel waren jene Stunden, o Herr, und welche Lasten drückten dich! Wie quoll das Blut aus deinen Wunden! und ach! es floß zum Heil und Trost für mich; und ruft noch heute mir ermunternd zu, daß du mich liebst, du frommer Dulder, du! 3. So sollt' es seyn. Du mußtest leiden; dein Tod macht mir des Vaters Liebe kund. Er wird für mich ein Quell der Freuden, ein Sie gel auf den ew'gen Friedensbund. So wahr dich Gott für mich zum Opfer gibt: so fest steht es, daß er mich herzlich liebt. 4. Dein bin ich nun und Gottes Erbe; ich sehe in sein Baterherz hinein. Wenn ich nun leide, wenn ich sterbe, kann ich unmöglich je verloren seyn. Wenn Sonn' und Mond und 7. Nie will ich mich am Feinde rachen; auch dies lern' ich, mein Heiland, hier von dir; nie Gottes Schickung widersprechen, wär' gleich sein Pfad jetzt noch so dunkel mir. Auf Dornen gingst du selbst zum Ziele hin: ich folge dir, weil ich dein Jünger bin. 8. Was fürcht' ich noch des Todes Schrecken? du schliefst auch einst im Grab', o Seelenfreund! Mag fic doch meine Asche decken, die Erde, wenn des Todes Nacht erscheint! der Gott, der dir das Leben wiedergab, wälzt einstens 7. Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 47 4. Solche große Gnad' und väterliche Gunst hat uns Gott erzeiget lauter gar umsonst in Christo, seinem Sohne, der sich gegeben hat in den Tod des Kreuzes zu unsrer Seligfeit. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 5. Deß soll'n wir uns tróstens auch den Stein von meinem Grab. 9. Nimm hin den Dank für deine Plagen, mein Retter, den die treu'ste Liebe bringt! Noch heißern Dank will ich dir sagen, wenn dich mein Geist im Engel- Chor besingt. Dann stimmen alle Sel'gen fröhlich ein; der ganze Him- sten gegen Sund' und Tod, mel soll dann Zeuge seyn. 5. Bonnus. In eigner Melodie. ch wir armenSun- durch Christ, unsern Herren, 66.2 der! unsre Misse- gelobt in Ewigkeit! Kyrie that, darin wir. empfangen eleison, Christe eleison, Kyrie und geboren sind, hat gebracht eleiſon! uns alle in solche große Noth, daß wir unterworfen sind dem ew'gen Tod. Kyrie celeison, Christe eleison, Kyrie eleison! 2. Aus dem Tod wir konnten durch unser eigen Werk nimmer werd'n errettet, die Sunde war zu stark. Daß wir würden erlöset, so konnt's nicht anders seyn, denn Gottes Sohn mußt' leiden des Todes bittre Pein. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! und ja nicht verzagen für der Höllenglut: denn wir sind errettet aus aller Fährlichkeit 6. Darum woll'n wir loben und danken allezeit dem Bgter und dem Sohne und dem heiligen Geist, und bitten, daß er wolle behüten uns für Noth, und daß wir stets bleiben bey seinem heil'gen Wort. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 7. Ehre sey dir, Christe, der du littest Noth, an dem Stamm' des Kreuzes für uns den bittern Tod, und herrscheft mit dem Vater in der Ewigkeit: hilf uns armen Sündern zu der Seligkeit! Kyrie eleison, Christe eleiſon, Kyrie eleison! 3. So nicht wåre kommen Christus in die Welt, und an sich genommen unsre arm' Gestalt und für unsre Sünder gestorben williglich: so hätt'n sest müssen bleiben verdam- 67. Aver Marterlast, der C. f. Neander. Mel. D Traurigkeit 2c. fm Kreuz met ewiglich. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! Todes- Qualen múde, findet mein 48 7. Vom mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. disto 2. Ein heil'ger Schmerz durchdringt mein Herz; und Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tief gerühret schlagen. 3. Du ſchützest mich, und 68.Deine Marter, Angst dich gehn aller Wetter. Sterben wolltest du für mich, einziger Erretter. 4. Du hast's gethan. Dich bet' ich an, du König der Erlösten! dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefst du mit Macht. Du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frey habest hingegeben. 6. Hochheil'ge That! Des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren. Der Erwerber meines Heils wird mir's einst erklären. Leiden 10. Bergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb' ermessen. ng 9. Ich preise dich. Erforsche mich und siehe, wie ich's meine; ja, du siehst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. S. von Birken, oder Betulius. met. Jesu Leiden, Pein und ic. oder: Schwing dich auf zu zc. big zu bedenken, wollst du mir, o Gottes Sohn, Geist und Andacht schenken. Hilf mir, was mit dir geschah, Jesu, recht erwägen. Nie geht man auf Golgatha ohne großen Segen. 2. Laß mich aber nicht allein deine Schmerzen sehen; laß die Ursach' deiner Pein mich zugleich verstehen! Uch, die Ursach' ward auch ich, ich und meine Sünde! diese schlug und quàlte dich, daß ich Gnade finde. 3. Hilf, daß ich in Buß' und 7. Allmächtig rief er, der Reu' dieses recht bedenke, und entschlief, den Todten; sie er- dich künftig nicht aufs neu' standen. Leicht entschwingt durch die Sünde tránke! des Lebens Fürst sich des To- Dämpf' in mir die Sündendes Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen: denn durch dich, Erlöser, ist's mir der Pfad zum Schauen. Lust; laß mich alles meiden, was du, Jesu! büßen mußt' mit so schwerem Leiden. 4. Lengsten alte Sünden mich, drohn sie Qual der Höllen: ach, so wollst du, Jesu, dich in das Mittel stellen. Laß mich deine Passion dann im Glauben fassen! Liebst du mich, o Gottes Sohn, kann mich Gott nicht haffen. 5. Gib und Sterben Jesu Christi. 5. Gib auch, Jesu, daß ich| Gott vergibt. Darum preist gern dir das Kreuz nachtra- Gott seine Liebe, weil sein ge; daß ich Demuth von dir Sohn stirbt, der mich liebt. lern, nicht in Noth verzage; Wer verdammt nun? Gott ist daß ich in der Prüfungszeit hier; Gott verzeiht durch Chris nimmer von dir wanke, und stum mir. Der am Kreuz ist dann einst in Ewigkeit dir, meine Liebe, weil ich mich im. Herr, fröhlich danke! Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe; ach! um ihn erduld' ich gern Hunger, Blöße, Marternichts trennt von 69. meine Liebe, mei meinem Herrn; nicht Gewalt, er am Kreuz ist nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstenthum. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 3. Menzer, etwas verändert. Miel. Freu' dich sehr, o meine 2c. oder: In eigner Melodie. ne Lieb' ist Jesus Christ. Weg, verführerische Triebe, Reiz' der Welt und Fleisches- List! eure Lieb ist nicht von Gott, eure Lieb' ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe. Frevler, was befremdet's dich, daß ich Jesum Christum liebe? Er, er blutete für mich; sollt' ich nicht sein eigen sevn, mich ganz seinem Dienste weihn? Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. C. f. Neander. Mel. Jesu meines Lebens zc. der Menschen 3. Der ens Streuz ist meine 70.Deit und Leben, am Liebe. Sünde, du verlierst den Streit! Weh' mir, wenn ich den betrübe, der mich durch ſein Blut befreyt. Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn? trat' ich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe. Schweig, du Zweifler, 6. Der am Kreuz ist meine Liebe; auch der Tod wird mir Gewinn; wenn ich wie ein Staub verstiebe, führt er mich zu Jesu hin: dann empfang' ich seinen Lohn, schaue dann ben ew'gen Sohn. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. Heil deß sich meine Seele freut, der für mich sich hingegeben, Stifter meiner Seligkeit; du, der lieber wollt' erblassen, als mich im Verderben lassen: ach! wie dank', wie dank' ich dir, mein Erlöser, g'nug dafür! 2. Menschenfreund, von Gott gesendet, zu erfüllen ſeiD NICHT 50 7. Vom Leiden nen Rath; langst hast du dein| meinen letzten Stunden floß Werk vollendet, weg zu thun auch mir aus deinen Wundie Missethat. Doch, in den den, Herr, ich dank', ich danGedächtniß- Tagen deiner Lei- ke dir einst im Tode noch daden, Jesu, sagen deine theu'r für! Erlösten dir billig neuen Dank dafür. 3. Du betratst, für uns zu sterben, willig deine LeidensBahn; stiegst, uns Leben zu erwerben, gern den Todesberg hinan; trugst, vergessend eigne Schmerzen, deine Menschen nur im Herzen. Diese Liebe preisen wir. Unvergeßlich sey sie mir! 7. Ruh' im Leben, Trost am Grabe: unaussprechlicher Gewinn, den ich dir zu danken habe, dir, deß ich nun ewig bin! Jesu, dir mein Herz zu geben, deiner Tugend nachzu streben, dir zu traun, zu sterben dir: dies, dies sey mein Dank dafür. 4. Meinetwegen trugst du Bande, littest frecher LåP. Gerhard, verbessert von J. S. Diterich. Met. Ach, Herr, mich armen sc. oder: Valet will ich dir geben ic. u, voll Blut strer Spott, achtetest nicht 71.Dund Wunden für Schmach und Schande, mein Versöhner und mein Gott! Mich hast du der Noth entrissen, die mich hätte treffen müssen. Wie verpflichtet bin ich dir lebenslang, mein Heil; dafür! uns am Kreuze starb, und unsern Lebens- Stunden den größten Trost erwarb! Du, der sein theures Leben noch, eh' ich war, auch mir zum Heil hat hingegeben: mein Jesu, Dank sey dir! 5. Frevler krönten dich zum Hohne; deine Stirne blutete unter einer Dornenkrone, König aller Könige! Das hast du für mich gelitten, mir die Ehrenkron' erstritten. Preis, Anbetung, Dank sey dir, Ehrfurchtswürdigster, dafür! 2. Wie viel hast du erduldet, erhabner Menschensohn! als du so unverschuldet empfingst der Sünder Lohn. Da folgte Schmerz auf Schmerzen, da traf dich Schmach auf Schmach; da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz dir brach. 6. Du, der tausendfache Schmerzen mir zu Liebe gern ertrug, deinem großmuthsvollem Herzen war mein Heil Belohnung g'nug. Trost in 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohl gefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Opfer für die Welt. Dich flohen und Sterben Jesu Christi. 51 flohen deine Freunde, du warst| stets mein Lobgefang. Gib nur, der Leute Spott; dich höhnten deine Feinde: wo ist denn nun sein Gott? daß ich mich halte zu dir mit Gegentreu; daß, wann ich einst erkalte, ich noch der Deine sey. 4. Wer kann dir nachempfinden den Schmerz, die TodesAngst, mit welcher du, von Sünden uns zu erretten, rangst. Die Last gehäuster Plagen fiel da so schwer auf dich, daß sie dich drang zu klas gen: Gott, wie verläßt du mich! 5. Ach! diese Last und Mühe hab' ich dir auch gemacht. O, auf mich Armen, der sich verschuldet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Missethat. 6. Ich will auf dich stets seben mit aller Zuversicht. Wo9. Belebe dann mein Hoffen, zum Himmel einzugehn; laß mich im Geist ihn offen und dich verherrlicht sehn. Da ruf' ich dann mit Freuden: nimm meinen Geist, Herr, aur! und du nimmst ihn im Scheiden zu deiner Wonne auf. In eigner Melodie. mein Erlöser, siehe vom Thro= 72.in Lamm geht hin und die Schuld der Welt und ihrer Kinder, geht hin und leidet mit Geduld die Strafen aller Sünder. Es geht den rauhen Todesgang, folgt seinen Würgern ohne 3wang, begibt sich hin soll ich sonst gehen? Ber- aller Freuden. Es duldet wilwirf du mh nur nicht! Wo lig Hohn und Spott, Angst, soll ich Ruhe finden, wenn du Bunden, Striemen, Kreuz mich, Herr, nicht liebst? Wo und Tod, und spricht: ich Reinigung von Sünden, wenn will's gern leiden! du sie mir nicht gibst? 2. Dies Lamm ist Jesus, unser Freund, der Retter unfrer Seelen; den wollte Gott, der Sünden Feind, zum Sünden tilger wählen. Er wird geschlachtet, wie ein Lamm, und stirbt für uns am Kreuzesstamm, für uns und unfre Sünden. Drum, meine Seele, freue dich, durch Jesum, der am Kreuz verblich, kannst du nun Rettung finden. 02 3. Herr, 7. Du hast mir durch dein Leiden Vergebung, Beßrungskraft, in Trubsal Trost und Freuden, die ewig sind, verschafft. O gib an dieser Gnade auch meinem Glauben Theil; und auf des Lebens Pfade mir Muth, Kraft, Trost und Heil. 8. Mit innig frohem Triebe bring' ich dir meinen Dank. Die Größe deiner Liebe bleibt P. Gerhard, verbessert von 23. Münter. 52 3. Herr, welche Huld erzeigst du mir, wie liebest du mich Armen! Ach, wie vergelt' ich, Jesu, dir dein göttliches Erbarmen! Du bist mein Heil, du liebtest mich, und ach, so treulich! möcht' ich dich, so treulich wieder lieben! möcht' ich, Herr, dein Eigenthum, doch immer dir zum Dank und Ruhm, was du befiehlest, üben. O 7. Vom Leiden Kummer kränkt, mit ihm mir alles schenken? Ja, Jesus, meine Zuversicht, ist in der Finsterniß mein Licht, mein Tröster, wenn ich leide; mein Reichthum in der Dürftigkeit, im Sturme meine Sicherheit, im Tode meine Freude. 7. Wie könnt' ich vor der letzten Noth, vor meinem Tode beben? Soll ich durch meines Jesu Tod nicht auferstehn und leben? Nun schreckt mich nicht das finstre Grab; ich halte dich und lass' nicht ab, bis du mir, Herr, begegnest, und mich nach meiner Pilgerzeit mit Leben und Unsberblichkeit, mit deinem Himmel segnest. 8. Ich fürchte nicht dein Weltgericht: verwandle nur die Erde! Ich glaub' und weiß es, daß ich nicht von dir gerichtet werde. Vollendet ist der Pilgerlauf; du nimmst mich in den Himmel auf; ich steh' vor deinem Ber- Throne; zur Rechten steh' ich und mein Haupt schmückt ( denn ich hab' an dich geglaubt) der Ueberwinder Krone 4.! könnt' ich, Heiland, Nacht und Tag von deiner Gute singen, und dir, was ich doch nicht vermag, ein würdig Opfer bringen! Nimm meinen unvollkommnen Dank; ach, nimm an meinen Lobgesang! Mehr kann ich dir nicht geben. Nimm selbst mein Leben an von mir, ich will es, mein Erlöser, dir zum Eigenthume geben. 5. Erweitre dich, mein Herz, für ihn, den Retter unsrer Seelen. Ich will der Sünde mich entziehn, will ihn zum Herrn mir wählen. schmähen will ich, was der Welt und meinen Lüften nur gefällt; er gibt mir beßre Freuden. Daß Gott mich wie ein Vater liebt, und Seligkeit und Heil mir gibt, das dank' ich seinem Leiden. Mel. Hilf Gott, daß mir zc. oder: Benn meine Sünd'n 2c. 6. Wird Gott, der seinen 73.inft, als dich im Gerichte der SünSohn mir schenkt, nicht mei den Fluch umgab, da floß ner stets gedenken? Nicht, vom Angesichte dir Schweiß wenn mich Schmerz und wie Blut herab. Zur Erde stürzte und Sterben Jefu Chrifti. 53 stürzte dich die Angst, als nun,| und sieh', Herr, wie ichs meivon Gott verlassen, du mit ne. Ich denk' an deines Leidem Tode rangst. dens Schmerz, an deine Lieb' und weine. Dein Kreuz sey mir gebenedent! Welch Wunder der Barmherzigkeit hast du der Welt erwiesen! Wenn hab' ich dieses g'nug bedacht, und dich aus aller meiner Macht genug dafür geprieſen? 2. Auch sie, die so entschlossen, so mánnlich dich bekannt, find muthlos, sind verdrossen, vom Schlummer übermannt. Sie schauen deiner Seelen Schmerz; und keiner deiner Brüder spricht Labsal dir ins Herz. 3. Doch du trågst diese Schwachen mit göttlicher Geduld, du eilst, sie stark zu machen, und milderst ihre Schuld. Erbarmend sprichst du: Freunde, wacht! ,, wacht mit mir und betet! nah ist des Feindes Macht!" 11 4. Du Eröfter schwacher Brüder, Herr, nimm dich meiner an! Wie leicht sint' ich darnieder, verführt durch stolzen Wahn! Ach, oftmals schlummr' ich sorglos ein, bin ruhig bey Gefahren, die meiner Seele draun. 5. Herr, rette du mich Schwachen, wenn Stolz und Sicherheit den Geist verdros sen machen; gib Muth und Kraft im Streit. Floß' meiner Seele Tröstung ein, sprich zu ihr: wach' und bete! Bald ist die Krone dein! 00 C. f. Gellert. Mel. Ein Lämmtein geht und ic. 74. Erforsche mich, erfahr' mein Herz, 2. Rath, Kraft und Friedefürst und Held! In Fleisch und Blut gekleidet, wirst du das Opfer für die Welt, und deine Seele leidet. Du ringst mit Angst und Todesrath, und gehst doch willig in den Tod. O Liebe sonder Ende! Du nimmst auf dich der Menschen Schuld und gibst mit göttlicher Geduld dich in der Sünder Hände. 3. Du trägst der Missethåter Lohn, und hatteft nie ges fündigt; du, der gerechte Gottes- Sohn! So war's vorher verkündigt. Die blinde Schaar begehrt dein Blut; du duldest göttlich groß die Wuth, um Seelen zu erretten. Warum verläß'st du mich mein Gott! rufst du in deiner Todesnoth, damit wir Friede hätten. 4. Ein Opfer nach des Ew'gen Rath, belegt mit unsern. Plagen, um deines Volkes Missethat gemartert und zerschlagen, gehst du den Weg zum 7. Vom Leiden 54 zum Kreuzesstamm in Unschuld, stumm, gleich als ein Lamm, das man zur Schlachtbank führet. Freywillig, als der Helden Held, stirbst du, aus Liebe für die Welt, den Lod, der uns gebühret. 5. Du neigst bein Haupt, es 75. Erlöser, der im Stau ist vollbracht. Du stirbst, die Felsen beben. Du finkst dahin in Grabesnacht, damit wir ewig leben. Was ist der Mensch, den du befreyt? O, war' ich doch ganz Dankbarkeit! Herr, laß mich Gnade finden; und deine Liebe dringe mich, daß ich dich wieder lieb' und dich nie kreuzige mit Sünden. be einst lag mit Ungstschweiß bedecket, bein tröste sich mein Glaube, wann Tod und Sünde mich schrekket; dein tiefer Schmerz, dein Klagen, dein Todeskampf, dein 3agen sey meine Ruhe, Herr Jesu, Herr Jesu! 2. Du littest ganz unschuldig von Frevlern Schmåhung und Schmerzen, und trugst sie doch geduldig mit sanftem versöhnlichen Herzen. Dein Bild muss uns beleben, zu dulden, zu vergeben, wie du zu lieben, Herr Jesu, Herr Jesu! 6. Welch Warten einer ew'gen Pein für die, die dich verachten, die, solcher Gnade werth zu seyn, nicht nach dem Glauben trachten! Für die, die dein Verdienst gestehn, und dich durch ihre Laster schmähn, als einen Sündenfröhner! Wer dich nicht liebt, kommt ins Gericht. Wer nicht dein Wort hålt, liebt dich nicht; ihm bist du kein Versöhner. den werden. Dein Heil, Herr, sey mein Schirm in Noth, mein Stab im Glück, mein Schild im Tod, mein letzter Trost auf Erden! 5. J. Tode. Mel. D, Lamm Gottes, unsch. 2c. 3.Um Kreuze hingst du klåglich entstellt, gemartert, verschmachtet. Dein Tod belehr' uns täglich, wie hoch du Seelen geachtet. Er schreck' uns ab von Sünden, er müss' uns dir verbinden zu innigem Danke, Herr Jesu, Herr Jesu! 7. Du haft's gesagt. Du wirst die Kraft zur Heiligung mir schenken. Dein Blut ist's, bas mir Trost verschafft, 76. bereits mein Heiwenn mich die Sünden kranken. Laß mich im Eifer des Gebets, laß mich in Lieb' und Demuth stets vor dir erfunland bis zum Tod am Kreuz; auch unter Schmach und Plas gen blieb er sich gleich, und gottE. F. Neander. Mel. Da Jesus an dem Kreuze ic. und Sterben göttlich groß war immer sein Betragen. Jesu Christi. 55 Kampfe stårke mich, hilf mir ihn auch vollbringen. 8. ,, Dir, Vater, geb' ich mei,, nen Geist in deine Hand." O, sey gepreist! Die Hoffnung jenes Lebens bewährtest sterbend du mir noch; ich hoffe nicht vergebens.. 9. Wie rührt dein hohes Beispiel mich! Bergeben will ich, seh'n auf dich, gleich dir, gen Himmel schauen; die Meinen lieben, und in Noth, wie du thatst, Gott vertrauen. 2. ,, Erbarme, Vater! ihrer dich! vergib es, sie verkennen mich!" so bat er selbst für Feinde. Ach, wie voll Liebe schlägt nun nicht sein Herz für seine Freunde! 3. Dem Schächer schenkt er Seelenruh, sprach: wahrlich, heute noch bist du mit mir im beßren Leben." So wirst du, Herr, entschlaf' ich einst, auch mich darzu erheben. J. S. Diterich. 4. Zur Mutter sprach er, da sie weint: das ist dein Mel. Wer weiß, wie nahe mir zc. Sohn" und hieß den Freund 77. ruft nach dem LeiSo der Mutter beyzustehen. wird Gott einst den Meinen auch nach mir den Freund ersehen. 5. Er rufet laut: ,, mein ,, Gott, mein Gott! verläsfest du mich in der Noth?" Jetzt darf ich nicht verzagen, Gott, der des Sohnes Flehn vernahm, Gott hört auch meine Klagen. 6. Mich dürftet!" rief er, matt vom Schmerz. So wird in jeder Noth sein Herz Mit leiden mit mir haben. Wenn einst kein Labsal mehr mich stärkt, wird er mein Herz doch laben. 7. Es ist vollbracht!" in Ewigkeit hat er gesiegt und uns befreyt. Herr, laß auch mir's gelingen! Im letzten den des sterbenden Erlösers Mund. O Wort voll Trost und heil'ger Freuden! Du machst mir die Erlösung kund. Nun weiß ich, daß, der alle liebt, auch meine Sünden mir vergibt. 2. Mein Jesus stirbt. Die Felsen beben; der Sonne Schein verlieret sich; in Todte dringt ein neues Leben; der Heil'gen Gråber öffnen sich; der Vorhang reißt, die Erde kracht, und die Erlösung ist vollbracht. 3. Nett, fromme Thränen, meine Wangen! Voll Glaubens und voll Dankbarkeit, sich, Seele, den am Kreuze hangen, der uns vom ew'gen Tod befreyt! Er, den mir Gott zum 56 7. Vom Leiden zum Heil gemacht, rief auch für mich, es ist vollbracht! 4. O Herr, laß mich nun auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt! Laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt! O, stårke mich dazu mit Macht, bis meine Beß- gen, die Sinde tragen! rung ist vollbracht. 5. Du, der du dich für mich gegeben, o Jesu, laß mich eifrig seyn, zu deinem Dienste ganz zu leben, und keine Noth noch Schmach zu scheu'n! Dein Dienst, mein Heiland, sey mein Ruhm: denn ich bin ganz dein Eigenthum. 6. Soll ich, ben dir ergeb nem Herzen, auch hier durch manche Trubsal gehn; und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung aus ersehn, so laß auch mich den Trost erfreun: vollbracht wird einst mein Leiden seyn. 7. Fühlt einst mein Herz des Todes Schrecken: dann, Herr, erleichtre mir die Last. Laß mich den Trost auch sterbend schmecken, daß du den Tod befieget hast: so geh' ich froh zur Grabes- Nacht mit dem Triumph: es ist vollbracht! C.F. Gellert. Met. Herzliebster Jesu, was ze. err, stårke mich, dein Leiden zu bebenken, mich in das Meer der 78.H Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und geschla 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach: so sinken meine Krafte, mein Herz erbebt, ich sehe und empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Richter alles Bösen; Gott ist die Lieb' und läßt die Welt erlöfen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil, an den ich herzlich glaube, ich liege hier vor dir gebůckt im Staube; verliere mich mit dankendem Gemüthe in deiner Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken. Allein, sollt ich darum im Glauben wanten? Ich bin ein Mensch: darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? opalio im 8. Des und Sterben Jesu Christi. 57 gute Hirte leidet für die Schaafe; die Schuld bezahlt der Mittler, der Gerechte, für seine Knechte. 5. Der Fromme stirbt, fo recht und heilig wandelt; der Böse lebt, der Gott zuwider handelt. Der Mensch verwirkt den Tod, und ist entgangen: du mirst gefangen. 6. O große Lieb'! o Lieb ohn' alle Maaße! die dich gebracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. 7. Uch großer König, groß zu allen Zeiten! Wie kann ich g'nugsam solche Treu ausbreiten? Kein menschlich Herz 79. Herzliebster Seſu! vermag es auszudenken, was zu was hast du verbrochen, daß man das TodesUrtheil dir gesprochen? Was ist die Schuld, in was für Missethaten bist du gerathen? 2. Du wirst verspeit, geschlagen und verhöhnet, gegeißelt und mit Dornen ſelbst gekrönet, mit Eig, als man dich an's Kreuz gehenket, wirst du getrånket. 3. Was ist die Ursach' aller solcher Plagen? Ach! meine Sünden haben dich geschlagen; ach! ich, Herr Jesu! habe dies verschuldet, was du erduldet. 8. Des Höchsten Thun ist, Gnad' und Lieb' erweisen; uns kommt es zu, sie demuthsvoll zu preifen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, die Gnade steiget. 9. So sey denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen! da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben das hin gegeben. 10. Du liebtest mich, ich will dich wieder lieben, und stets mit Freuden deinen Willen üben: o gieb zu diesem seligen Geschäfte stets neue Krafted domai 3. Serrmann. In eigner Melodie. 4. O was verdient die Sünde nicht für Strafe! Der 8. Ich kann mit meinen Sinnen nicht erreichen, mit was doch dein Erbarmen zu vergleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten? 9. Doch dir gefällt's, wenn ich mich selbst bekämpfe, dir folge und des Fleisches Luste dampfe, daß sie aufs neu' mein Herzenicht entzünden mit al ten Sünden. tort for3 10. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, fest die Begierde an das Kreuz zu heften: so gib mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führen 11, 2013 58 7. Vom Leiden 11. Alsdann erst werd' ich zum Trost und Heil in die deine Huld betrachten, aus Welt gesendet. Lieb' zu dir die Lust der Welt verachten; ich werde mich bemühen, deinen Willen stets zu erfüllen. 4. Für uns nahm er, wie hart und schwer ihn auch sein Leiden drückte, dessen Last doch gern auf sich, daß er uns beglückte. 12. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, feine Schmach noch Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 13. Dies alles, ob es zwar gering zu achten, wirst du, Herr Jesu, doch nicht ganz verachten; in Gnaden wirst du dies von mir annehmen, mich nicht beschamen. 5. Er trug voll Huld es mit Geduld, durchkämpfte bange Stunden. Doch sein Gott hat ihn erhört: er hat überwunden. Mel. D Traurigkeit, oHerzel. zc. ier ruht der Held, 80. der Heil der Welt durch seinen Tod erworben, Jesus Christus ruhet hier, der am Kreuz gestorben. 2. Mir Sünder, mir zum Trost, liegt hier des Lebens Fürst begraben, damit ich durch ihn zu Gott Hoffnung könnte haben. 6. Preis ihm und Dank! Er nur errang uns Seligkeit und Leben, da er sich in Qual und Tod für uns hingegeben. 7. Es ist vollbracht. Hell ist die Nacht des Todes und der Gråber. Heil uns! nun ist Jesus Christ ew'ger Freuden Geber. 14. Wann dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne, auf meinem Haupte stehn die Eh renkrone: so will ich dir, wenn alles wird wohlklingen, Lob 81. unben, deine J. Herrmann. In eigner Melodie. deine und Dank singen. Qual bis in den Tod, laß mir geben alle Stunden Trost in Leib's und Seelennoth! Wenn mir fällt was Arges ein, laß mich denken deiner Pein, daß ich deine Angst und Schmerzen wohl erwag' in meinem Herzen! 2. Will sich gern in Wollust weiden mein verderbtes Fleisch und Blut: laß mich denken, daß dein Leiden löschen muß der Lüste Gluth; drohet der Versucher mir: ach, so eil' 3. Durch Wort und That hat er den Rath des Vaters treu vollendet, der ihn uns lich, Herr, zu dir. Mich schützt, und Sterben Jesu Christi. 59 schützt, daß er mir nicht scha-| Von C. m. f. Gebhard ums de, deines Todes Kraft und gearbeitet. In eigner Melodie. Leiden, Pein 3. Wenn die Welt mich will 82. und Tob, Jesu tie verführen auf die breite Sündenbahn; will der Laster Reiz mich rühren: so erinnre du mich dann an der Marter Sentnerlast, die du ausgestanden hast, daß ich dir getreu verbleibe, alle böse Lust vertreibe. fe Schmerzen, faß', o Mensch, in Freud' und Noth fruchtbarlich zu Herzen; denn dadurch erwarb er dir Heil und Himmelsfreuden; sag' ihm Lob und Dank dafür; lerne Sünde meiden. 2. Denk' zuerst an jene Nacht, die der Herr mit 3agen an dem Delberg durchgewacht unter bangen Klagen. Dort gab er sich demuthsvoll in des Vaters Willen, um das, was uns retten soll, leidend zu erfüllen. 3. Dort lehrt er die große Pflicht, nie sorglos zu wallen; oft zu beten, daß wir nicht angefochten fallen. Menschen, wacht und betet gern, ehrt in allen Dingen euren Bater, Gott und Herrn, es wird euch gelingen. 4. Dort muß Stärkung dir sogar, Herr, ein Engel geben, dir, der selbst vermögend war, jede Noth zu heben. Ach! auch mich zur schweren Zeit, 6. Jesu, deine heil'ge Wunden, deine Qual bis in den mit ich im letzten Streit Todesangst nicht merke. Tod, laß mir geben alle Stun- Herr, dein Engel stärke, daden Trost in Leib's- und Seelennoth; sonderlich am letzten End', hilf, daß ich mich zu dir wend', Trost in deinem Tode finde und dann fröhlich überwinde. 4. Gib ben allem, was mich fránket, mir aus deinem Leiden Ruh. Wenn mein Herze dein gedenket, strôme neuer Trost mir zu. Wenn mich meine Fehler reu'n, müsse mich dein Tod erfreu'n; denn du hast, da du gestorben, diesen Trost auch mir erworben. 5. Laß auf deinen Tod mich trauen, Jesu, meine Zuversicht. Laß mich feste darauf bauen, daß der Tod mir schadet nicht. Deine Todesangst laß mich stets erquicken machtiglich! Herr, laß deinen Tod mir geben Auferstehung, Heil und Leben. 5. Jesus fühlt der Leiden Gluth, fühlet Angst und Grauen, und sein Schweiß sieht gar wie Blut; boch blieb fein 7. Vom Leiden 60 fein Vertrauen, daß er uns, mit Tod und Schmerz werde Heil erringen. Dies erkennt mit Dank mein Herz, ich will ihm lobsingen! 2. 6. Judas zeigte sich als Feind, tussend als Verråther, und doch nennt ihn Jesus Freund, diesen Uebelthäter. Auch des falschen Freundes Schuld will ich gern verge ben, will in Sanftmuth und Geduld für sein Wohlseyn leben. 7. Alle Jünger Jesu fliehn, da Gefahr entifehet; ſelbst dem Petrus, der doch kühn, fållt der Muth, er gehet. Wenn mich alle Welt verläßt, alle Freunde scheiden, Jesus Treue bleibt mir fest auch im tiefsten Leiden. 8. Jesus ohne Missethat, rein von allen Sünden, lasset sich an unsrer Statt dort im Garten binden. Wenn uns nun ein Tugendfeind fesseln will mit Sünden, so laß uns, o Menschenfreund, durch dich Rettung finden. 9. Hingeführt vor Kaiphas wird er hart verklaget, fühlt da schweren Priesterhaß, ehe es noch taget. Kränkt nun Haß und Falschheit mich ohne mein Verschulden, o so laß mich, Herr, auf dich sehn, und christlich dulden. 10. Falsches Zeugniß, Spott und Hohn, Speichel auch der Knechte leidet er, des Höchsten Sohn, Jesus, der Gerechte; und du Sünder klagst so bald, willst aus Rachsucht fluchen, wenn Verfolgung, Feindsgewalt dich zu schmähen suchen? 11. Petrus fällt und weicht zurück, will den Herrn verneinen: doch aufJesu ernsten Blick fängt er an zu weinen. Jesu! blicke mich auch an, rühre mein Gewissen, wenn ich Böses hab' gethan, daß die Thränen fließen. 3. 12. Früh wird Jesus, nach der Nacht seiner ersten Leiden, wie ein Mörder, hingebracht ins Gericht der Heiden. Welche Großmuth, Menschenfreund! Uns gerecht zu machen läsfest du, der Sünden Feind, dich zurSünde machen. 13. Judas benkt sich; und im Haus des Landpflegers stießen Frevler diese Worte aus: weg, ans Kreuz mit diesem. Nicht nur Judas, sondern ich, und die Missethaten haben, bester Jesu, dich, meinen Herrn, verrathen. 14. Uch! gegeisfelt und verhöhnt muß der Herr von Heiden, und mit Dornen gar geFront, tausend Martern leiden. Nimm dafür zum Eigenthum, Herr, mein ganzes Leben, und Sterben Jesu Christi. 61 ben, ich weih' es zu deinem der. Kränken, Mensch, im Ruhm; stark du mein Bestreben. Leben dich deine Feind' und Neider, achte nicht der Erde Tand, schon in früher Jugend, opfre gerne dein Gewand; sichre nur die Tugend. 15. Auf uns komme dies sein Blut und auf unsre Kinder! ruft das Volk in blinder Wuth. Prüfe dich, o Sunder! eh' du Christi Leib und Blut willst zum Heil empfangen, werde glaubig, fromm und gut, Gnade zu erlangen. 16. Seht, das Kreuz, das Jesus trägt, droht ihn zu erdrücken, wird gezwungen aufgelegt auf Simonis Rücken. Laß mich, Herr, den Theil der Last hier in Leidenstagen, den du mir beschieden hast, ungezwungen tragen. 20. Jefus noch am Kreuz erfleht seinen Feinden Segen. Die ihr dies sein Beiſpiel feht, laßt es euch bewegen. Reicht versöhnend eure Hand dem Beleid'ger wieder; werdet durch der Liebe Band eines Leibes Glieder.chaile 4. 17. Wie ein Mörder wird er nun an das Kreuz geschlagen. Noch will ihre Wuth nicht ruhn, lacht noch seiner Klagen. Ach! hier schau' ich Jesum an, ihn, den Mann der Schmerzen. Was ich Bòses hab' gethan, reuet mich von Herzen. 18. Er erwarb für Straf und Schuld uns durch Kreuz und Leiden seines Vaters Gnad' und Huld, Heil und Himmelsfreuden. Hier ist nun kein Unterschied unter Knecht und Freyen; allen theilt er Gnade mit, die sich ganz ihm weihen. 19. Bey dem Kreuze theilt man sich, Herr! in deine Klei21.0! wie zärtlich sorgt der Herr sterbend für die Seinen, seine Mutter soll nicht mehr, soll nicht trostlos weinen. Sorge auch, als Christ, für die, die dir angchören, daß nach deinem Abschied sie dein Gedächtniß ehren. 22. Ja, wie tont der Zuruf dir, Sterbender, so süße: heute noch wirst du bey mir seyn im Paradiese. Herr, gedenke auch an mich, nimm in deine Hände meinen Geist, denn dein bin ich, dein bis anmein Ende. 5. 23. Jesus rief: mein Gott, mein Gott! wie bin ich verlassen! Drauf starb er den Kreuzestod: laßt uns dieses fassen! Rufet Gott in Nöthen an, er ist gar nicht ferne, er ist, der uns helfen kann, will erhören gerne. 24. Je 62 24. Jesus dort am Kreuzesstamm will vor Durst verschmachten; man reicht ihm den Essigschwamm, Spotter dies belachten. Ach! Herr, laß mich, wo ich kann, Durstige erquicken, mich auch aller nehmen an, welche Leiden drücken. 7. Vom Leiden 29. Jenes Hauptmanns Seugniß kann hier ein jeder lesen: Jesus ist ein frommer Mann, Gottes Sohn gewes sen. Gib, Herr, daß mein Leben dir gleich sen bis zum Grabe, daß ich auch den Nachruhm hier eines Frommen habe. 30. Deine Seite öffnet man mit dem Speer, Sohn Gottes! daraus Blut und Wasser rann zum Beweis des Todes. Denn du hast dich für mich 26. Nimm, mein Vater, hin in den Tod gegeben; jetzt von mir, spricht er, meine Sterben ist nun mein GeSeele; nimm sie, Gott, hinauf winn, und du bist mein Leben. zu dir, dem ich sie befehle! 31. Nunmehr satt der ErNeigt sich einst mein Pilger- denlast und des Kämpfens lauf, Herr, zu seinem Ende, müde, fand der Herr im Granimm auch meinen Geist hinauf, Gott, in deine Hände! be Rast, schlief hier sanft in Friede. Wann ich cinst in diefer Welt ausgekämpfet habe, laß mich, Jesu, großer Held, ruhn, wie du, im Grabe. 27. Jesus stirbt und scheibet nun segnend von der Erde. Ach! was kann der Tod mir thun, wenn ich sterben werde? Wenn die Abschiedsstunde naht, wo auch ich hinscheide, weiß ich: auf die Thrånensaat folgt der Erndte Freude. 32. Jesus ruht zwar, aber bald sehn wir ihn erstanden, und aus göttlicher Gewalt frey von Todesbanden. Einst kommt auch die frohe Zeit, da wir auferstehen, und in deiner Herrlichkeit, dich, Herr Jesu, sehen. 33. Jesu, selig werd' ich seyn! Denn durch deine Leis den bin ich frey von Sündenpein, 25. Endlich ruft der Herr mit Macht, weil sein Kampf geendet: Menschen hört's, es ist vollbracht! Alles ist vollendet! Wenn auch einst der letzten Nacht Schatten mich umhüllen, wird dies Wort: es ist vollbracht! mich mit Trost erfüllen. 6. Todten leben. Zeigt so herr lich Jesus sich hier bey seinem Sterben: Gott, was kann, was werde ich durch sein Leben erben? 28. Finsterniß umhüllet dich, Golgatha; es beben Felsen, Gråber öffnen sich, und die und Sterben Jesu Christi. 63 pein, hoffe Himmelsfreuden.| sich, ganz ergeben dir, deiner Daß du starbst und aufer- Liebe freuet. standst, und im Kampf hienieden meine Feinde überwandst, bringt mir Gottes Frieden. 2. Ich erwåg' es hin und her, was dich angetrieben, eine Sünderwelt so sehr, wie du thatst, zu lieben; uns Verlorne zu befreyn, hast du Angst und Banden, Geißeln, Schmach und Todespein wil lig ausgestanden. 34. Jesu, deine Passion ist mir lauter Segen; deine Wunden, Kron' und Hohn laß mich oft erwägen! Nicht nur diese heil'ge Zeit fordert diese Pflichten, sondern ich soll jederzeit treulich sie entrichten. 35. Drum hilf, Christe, Heil der Welt, uns durch deine Leiden, daß wir thun, was dir gefällt, alle Laster meiden. Sib, daß wir, warum du starbst, oft und gern bedenken, und dafür auch, daß du starbst, Preis und Dank dir schenken. 36. Einst warst du, o Jesu, todt, jetzt lebst du ohn' Ende. Herr, in meiner Todesnoth dich auch zu mir wende! Preis dir, der den Tod bezwang! Deinem großen Namen ton' auf ewig mein Gesang; du wirst helfen, Amen. 3. War es unsre Würdigkeit? Nein, des Vaters Güte, deine Menschenfreundlichkeit und dein treu Gemüthe. Dies hat dich an's Kreuz gebracht, daß wir nicht verzagten, wann der Sünden Meng' und Macht uns mit Hengsten plagten. 4. O du wunderbarer Rath, den kein Mensch ergründet! die unerhörte That, die kein Beispiel findet! Sünden, welche Gott und mich unvereinbar trennen, überwind'st du mächtiglich, lehrst mich Freiheit kennen. 5. Meine große Sündenschuld traf den treuen Bürgen; er ließ sich aus großer Huld mir zu gute würgen. So hat er uns Heil gebracht: sollt' uns nicht geziemen, seiner Liebe starke Macht ewig5. Held, verbessert von J. A. Schlegel. Mel. Schwing dich auf zu 2c. Resu, meiner Seelen 83. Licht, Ursprunglich zu rühmen? meiner Freuden, wie viel 6. Herr, dein Friede sen mit Trost und Zuversicht fließt mir, stille mein Gewissen! aus deinem Leiden! Nimm den frommen Dank dafür, den mein Herz dir weihet, das Laß des Trostes Quell' von dir sich auf mich ergießen! Du bist ja die Zuversicht der 64 7. Vom Leiden der betrübten Seelen; darum| 2. Du, ach! du haft ausges fleb' ich, laß mir nicht Trost standen Läster- Reden, Spott und Hoffnung fehlen. 7. Laß, sobald mein Herz erschrickt über seine Sünden, wenn auf dich mein Glaube blickt, mich, Herr, Gnade finden. Sieh, ich fall' zerknirscht von Neu', mit wahrhafter Buße, und dem Vorsatz beßrer Treu', Jesu, dir zu Fuße. und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, du gerechter Gottes- Sohn, mich Elenden zu erretten von des Teufels Sünden Ketten. Tausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür! 3. Du hast lassen Wunden schlagen, dich erbärmlich richten zu, um zu heilen meine Plagen, um zu setzen mich in Ruh! Ach, du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank daffir! 20 8. Nun, ich weiß, worauf ich bau', wem ich treu ver bleibe, wessen Beispiel ich anschau', und an wen ich glaube. Jesu, du, du bist's al lein, welcher mich beschirmet, wenn gleich des Gewissens Pein auf die Seele stürmet. 9. Ich will, da ich einst mit dir werd' im Himmel erben, treu in deinem Dienste hier leben, und auch sterben; daß auch ich einst rühmen mag, aus dem Grab' erstanden, meines Jesu großer Tag, Heil mir! ist vorhanden. E.C. Homburg. In eigner Melodie. H 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, dich mit großem Schimpf belegt, und mit Dors nen gar gekrönet; was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich ergötzen, mir die Ehrenkron' aufsehen. Tausend, tausendmal sey dir, lieb ster Jesu, Dank dafür! 5. Du hast wollen seyn geschlagen, zu Befreyung meiner Pein, fälschlich lassen dich anklagen, daß ich könnte sicher seyn; daß ich möchte trostreich Peſu, meines Lebens 84. Jeſu, mei- prangen, du nes Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennoth, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben: tausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür! gehangen. Tausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür! 6. Du hast dich in Noth gestecket, hast gelitten mit Geduld, gar den herben Tod geschmecket, nur zu büßen meine und Sterben Jesu Christi. 65 ne Schuld: daß ich würde; Sünder sterben. O Noth! losgezählet, hast du wollen o Noth! o Noth! Unser Heil, seyn gequälet. Tausend, tau- der Herr ist todt. sendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür! 3. Laßt es seyn: wir wollen sterben! Was er den Flehenden verhieß, werden wir, wir all', ererben, das freudenreiche Paradies. Ewiges Leben wird er uns geben. Welch Glück für uns! Welch Glück! Wonne strahlt auf uns zurück! 7. Deine Demuth hat gebüßet meinen Stolz und Uebermuth; dein Tod meinen Tod versüßet, es kommt alles mir zu gut; dein Verspotten, dein Verspeyen muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür! 8. Nun ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesammte Noth, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben bittern Tod, für dein Bittern, für dein Sagen, für die tausendfachen Plagen, für dein Uch und tiefste Pein, will ich ewig dankbar seyn. 4. Ach, wie sanft war seine Lehre! Sein Mund, sein Beispiel lehrte schön! Gottes Macht und Gottes Ehre konnt' er nur, stark am Geist, erhöhn. Nun wird er droben den Vater loben, und ihm, dem Herrn, und ihm jauchzen nun die Seraphim! 5. Aber noch währt ird'sches Leben, vollendet ist noch nicht der Lauf! Wer wird Trost im Sterben geben? Wer hilft dann unsrer Schwachheit auf? Ach, unsern Herzen droh'n Todes- Schmerzen! Ach Noth! ach Noth! ach Noth! Jesu stärke uns im 85. J. F. Schmidt. Mel. Brich entzwen mein 2c. lagt's, o flagt's, er ist verschieden, den wir so schmählich leiden sahn! Ach! er gab uns Seelenfrieden, der fromme himmelvolle Tod! Mann. Schlagt an die Hero Noth! o Noth! o Noth! 86. u bist mein; ich zen! Beugt unsre Schmerzen! Mel. Herr Jesu Christ, mein's 2c. amm Gottes, du Unser Heil, der Herr ist todt. 2. Du, Natur, im tiefen Leide, zeugst: Jesus war des Höchsten Sohn! Uch! wie bebt das Weltgebäude! und alles Tagdicht war entflohn! Uns droht Verderben, wir leb', ich sterb', so bin ich dein! So laß mich dann mit dir zugleich ein Erbe seyn in deis nem Reich. 2. Was nühte mir sonst deine Noth? Was hülfe mir dein Kreu 7. Vom Leiden 66 Kreuzestod? Sollt' ich nicht auch nach dieser Zeit genießen deine Seligkeit. 3. Wie tröstete mich sonst dein Grab, daß dich lebendig wiedergab: war nicht mein Tod durch deinen Tod ein Weg zum Leben und zu Gott. 4. So hoff' ich nun zu deiner Treu', du stehst auch mir im Tode bey. Berlassen kannst du, Jesu Christ, den nicht, der dein Erlöster ist. 5. In deinem Frieden schlaf' ich ein; in dir soll meine Ruhe seyn; auch ich, auch ich werd' auferstehn, und einst dein herrlich's Antlitz sehn. 6. Durch deines bittern Todes Pein laß dies mein letztes Hoffen seyn. Dann preif' ich nach der Prüfungszeit dich, Herr, mein Gott in Ewigkeit! 87. C. f. Gellert. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. aß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, das Wort von deinem Kreuze so zu ehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 2. Nur Gutes thun und jede Sünde meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Könnt' ich zugleich das Böse mir erlauben, und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich dahin gegeben; wie könnt' ich noch nach meinem Willen leben, und nicht viel mehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 4. Ich sollte nicht, wann Leiden dieser Erden, wann Kreuz mich trifft, gelaßnen Herzens werden? Da du so viel für uns, die wir's verschuldet, liebreich erduldet. 5. Für welche du dein Leben selbst gelassen, wie könnt' ich sie, fie, meine Brüder hassen, und nicht, wie du, wenn sie mich untertreten, für sie noch beten? 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten, wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten; du, Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder. 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dies ist der Dank für deine Kreuzes Schmerzen; und Gott gibt uns die Kraft, in deinem Namen, die nachzuahmen. 8. Unendlich Glück: du lit test uns zu gute. Ich bin versöhnt in deinem theuren Blute. Du hast auch mir, da du für mich gestorben, dies Glück erworben. 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben. So wird mir nichts, nichts meine Krone rauben. So werd' ich dort, von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben. 10. Ja, und Sterben Jesu Christi. 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kämpf', im Glauben wach' und bete: so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jeſus lebet. 11. Lockt bose Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze; und werd' ich matt in Uebung guter Werte, so sey mir's Stärke. 12. Seh'ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein 2ergerniß und eine Thorheit werden: so sey's doch mir, trok alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes. 13. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden frånken: so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken; dein Sterben sey, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried' und Freude. 67 2. Lasset uns mit Jefu leiden, seinem Vorbild werden gleich; nach dem Leiden fol gen Freuden, Urmuth hier macht dorten reich; ChránenSaat die erndtetLachen; Hoffnung tröstet mit Geduld, es kann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid' ich mit dir, dort theil' deine Freud' mit mir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben: sein Tod uns vom andern Tod rettet, und vom Seek Verderben, von der ewiglichen Noth; tödten wir das Fleisch hienieden, sterben wir den Lüsten ab, so erschreckt uns nicht das Grab, und wir fühlen Gottes Frieden. Jesu, sterb' ich, sterb' ich dir, daß ich lebe für und für, 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist, wir sind deines Leis bes Glieder. Wo du lebst, da leben wir; ach! erkenn' uns für und für, trauter Freund, für deine Brüder! Jesu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bey dir. S. von Birken, oder Betulius. 88.La In eigner Melodie; oder: Sollt' ich meinem Gott zc. asset uns mit Jesu ziehen, seinem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt entfliehen; auf der Bahn, die er uns brach, immerfort zum Himmel reisen; irdisch nicht, schon himmlisch seyn, glauben recht und leben fein, in der Lieb' den Glauben J. S. Diterich. Mel. Christus, der uns felig 2c. weiſen. Freuer Jeſu, bleib' 89. Mein Erlöser, Gottes Sohn, der bey mir, geh' voran, ich folge du für mich littest, und erhöht dir! auf GottesThron jetzt noch für € 2 mich ME 68 7. Vom Leiden mich bittest! Welche Wohlthat| kommen! Gib mir Weisheit, ist für mich dein so bittres Leiden! O, wie preif' ich würdig dich, Stifter meiner Freuden! 2. Dir, dem Herrn der Herrlichkeit, war es ja gegeben, ohne Schmerzen, ohne Leid, ewig froh zu leben. Aber, o der großen Huld! daß ich selig würde, übernahmst du in Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Missethat noch Vergebung finden: denn du starbst nach Gottes Rath für der Menschen Sünden. Unsre Lasten trugest du, litt'st, uns zu erretten, daß wir im Gewissen Ruh', mit Gott Friede hätten. 4. Was uns Luft zur Beßrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen gern zu thun, Sünden abzusterben. 5. Froh kann ich ins Todesthal schon im voraus sehen, und zu jener Welt einmal ohgib mir Kraft, denn du hast's in Händen, was du mir zum Heil verschafft, glaubig anzuwenden! du hast aus aller Noth Nettung mir errungen, und durch deinen Kreuzestod meinen Tod bezwungen. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich 7. Strafet mein Gewissen mich, reu'n mich meine Sunden: o! dann laß, gestärkt durch dich, mich den Trost empfinden, daß du auch für meine Schuld bist am Kreuz gestorben, und zu Gottes Vaters huld Zutritt mir erworben. 8. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, standhaft jeder Sünde Reiz hier zu widerstreben. Treib' mich måchtig dadurch an, mich vor Gott zu scheuen, was ich Unrecht je gethan, innig zu bereuen. 9. Stårke mich durch deinen Tod auf die letzten Stunden! Wie du deines Todes Noth siegreich überwunden, of so hilf dazu auch mir; laß mich fröhlich scheiden, Herr! so dank' ich ewig dir für dein bittres Leiden. Ch. Ch. Sturm. Mel. Einen guten Kampf hab' ic. hrecken gehen. Denn 90. Mint mich gingst du hin zum Leiden, und ent sagtest williglich allen ErdenFreuden! Du sahst Banden, Schmerz und Hohn, sahst den Tod von ferne: doch ertrugst du, Gottes Sohn, alle Leis den gerne! 2. Du und Sterben Jesu Christi. 2. Du entflohst nicht der Gefahr, die dem Leben drohte; als die Stund' erschienen war, gingst du gern zum Tode. Muthig übergabst du dich in der Feinde Hände, und bliebst unveränderlich treu bis an das Ende. 3. Lehre mich, wie du, so still und getroft zu leiden, und 92.Nun gitte Macht, J. Rist, aber verbessert. Mel. Nun laßt uns den Leib zc. mein sus wenn Gottes Rath es will, auch so froh verscheiden! Stárke mich, wenn ich einmal sterbend zu dir flehe, daß ich durch das Todesthal ohne Schrecken gehe. nun ist sein Leiden ganz vollbracht; nun hat er seiner Seelen Pfand geliefert in des Baters Hand. 4. Dank, o Jesu, Dank sey dir für dein bittres Leiden; denn dadurch erwarbst du mir deines Himmels Freuden. Nunmehr weiß ich, daß im Tod' ich nicht ewig sterbe; denn ich bin versöhnt mit Gott, bin des Himmels Erbe. 2. Tribbechov. In eigner Melodie. eine Liebe hångt 69 Sünde, Teufel, Tod und Höll'; Jesus rettet meine Seel'. 4. Meine Liebe hängt am Kreuz: nun so kann ich fröhlich sterben, und ererben dort in jener Ewigkeit die erworb ne Seligkeit. 91.Meine sum will ich hier umfassen, ihn nicht lassen, der mich durch sein theures Blut macht vor Gott gerecht und gut. 2. Meine Liebe hångt am Kreuz: wie sollt' ich GefalIen finden an den Sünden? Wäre doch die Welt nur mir, und ich auch gekreuzigt ihr! 3. Meine Liebe hängt am Kreuz: daran will ich stets gedenken, wenn mich krånken 2. Kommt, ihr Geschöpfe, kommt herbey, kommt, stimmt in unser Klaggeschrey, es stimme alles, nah und fern, zur Todesfeyer unsers Herrn! 3. Des Tempels Vorhang trennet sich, die Erde bebet fürchterlich. Ein Schauder zittert durch die Luft und öff net selbst der Todten Gruft. 4. Die Felsen bersten; dicke Nacht verhüllt der Sonne und Lodten Gräber öffnen sich. Hier wirkt die Allmacht sichtbarlich. 5. So wird der Herr der Herrlichkeit beweint, beklagt mit großem Leid, als man denselben in der Still' binab zur Rubstatt bringen will. 6. Auch fromme Weiber möchten gern dahin begleiten ihren Herrn; doch wissen sie nicht, wie man wohl zur Ruh' die Leiche bringen soll. 7.3u 70 7. Vom Leiden 7. Bulegt begibt sich in Ge-| hat er aus des Grabes Nacht fahr Josephus, der ein Rathsherr war, der Christum liebt' und wollte nicht, daß man ihn brachte vor's Gericht. Unsterblichkeit hervor gebracht. 15. Um deiner Sünden willen gab sich dein Erlöser hin zum Grab, und als er ward vom Tod' befreyt, da bracht' er dir Gerechtigkeit. 8. Getrost in seinem Herz und Sinn geht er nun zu Pilato hin, erhält den Leichnam Jesu Christ, der an dem Kreuz gestorben ist. 9. Auch Nikodemus kommt herbey, zu salben ihn mit Specerey, und bringt, wie es gewöhnlich war, viel Balsam und viel Leinwand dar. 10. Da Jesus nun ist balfamirt, und fein auf TodtenArt geziert: so tråget man ihn sanft hinab, und leget ihn in Josephs Grab. 11. Seht! Gottes Sehn, der uns erweckt, wird selbst, wie wir, vom Grab bedeckt. O Mensch! tritt her und schau' hinab, auch dich erwartet einst das Grab. 12. Was trobet doch der arme Staub? Wie bald ist er des Todes Raub! Drum, sichrer Mensch, befinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich. 13. Es wird vielleicht nicht balsamirt dein Leichnam, noch so schön geziert; es ist genug, wenn man ihn trågt und ehrlich in die Grube legt. 14. Doch freue dich, o from mes Herz, dein Heiland tilgt der Sünden Schmerz, auch 16. Sterb' ich nun gleich, was ist's denn mehr? Steh' ich doch auf mit Pracht und Ehr'; verweslich werd' ich ausgeså't, doch unverweslich einst erhöht. 17. Mein Heiland hat in jener Nacht den rechten Sabbath wiederbracht, der hilft auch mir zur süßen Ruh, wenn ich einst schließ' die Augen zu. 18. Hier leb' ich aller Unruh' voll, und wenn man's dennoch loben soll: so heißt es gleichwohl, daß hierbey viel Müh)' und Angst gewesen sey. 19. Sobald ich aber aus der Luft gebracht bin in die dunkle Gruft: so ist das Grab mein Ruhgemach, bis an den neuen Schöpfungstag. 20. Heißt das nicht wohl ein großer Ruhm: mein Grab wird mir zum Heiligthum; denn Christus, der im Grab' erwacht, hat heilig auch mein Grab gemacht. 21. Bald kommt die liebe Zeit herbey, wann uns der Engel Feldgeschrey macht munter, daß wir Jesum schn und froh zu seiner Rechten stehn. Mel. und Sterben Jesu Christi. 71 Mel. Ach wie betrübt sind zc. der dich schalt, der Wohlthundir mit Haß vergalt. 93. Golgatha! zu dei- 6. Auf die, die weinend um nen Höhen erhebt sich dankend auch mein Herz. Ich will den Heil'gen Gottes sehen in seines Opfertodes Schmerz. Ich will für seine Lieb' und Pein ihm meine ganze Seele weihn. 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, im Tod als Gottes Sohn bewährt! 3war leidet er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Kreuz entehrt; doch laut zeugt, Herr der Herrlichkeit, dein Tod von deiner Göttlichkeit. dich stehen, gieß'st du der Freundschaft Segen aus; sprichst glaubensvoll vom Wiedersehen im Himmel, in des Baters Haus; strömst hohen Muth und Trost und Ruh den kummervollen Seelen zu. 7. Du siehst auf die vollbrachten Thaten, als Aussaat für die Ewigkeit; dankst Gott, durch den dein Werk gerathen, der bald dafür den Lohn dir beut; empfiehlst den Geist in seine Hand, und gehst getrost ins Vaterland. 3. Du stirbst; die hohen Himmels- Lehren von Tugend und Unsterblichkeit der Welt als göttlich zu bewähren. Mein Lehrer, sey gebenedeyt! Nun kenn' ich meiner Seele Werth und Gott, den du uns hier verklärt. 4. Nur Segen hast du hier verbreitet, oft Nächte betend durchgewacht; die Sterblichen zu Gott geleitet, und treu 94. Wunden, voll Haupt, voll und Schmerz und voller Hohn! dein Tagewerk vollbracht. Wie freudenvoll stirbt nun ein Christ, dem, Herr, dein Kreuz den Tod versüßt! 5. Froh feyerst du die große Stunde, da du zu deinem Vater gehst, und noch zuvor aus Herzens Grunde voll Großmuth für die Feinde flebst; den sterbend segnest, 8. Erldfer! tausend Fromme schieden auf dein Verdienst mit Freudigkeit, empfanden sterbend Seelenfrieden, den Trost, den uns dein Tod verleiht. O laß mich dir mein Leben weihn, dir auch noch sterbend dankbar seyn! P. Gerhard.. In eigner Melodie. Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornen- Kron'! O Haupt, sonst schön erhellet mit Himmelsglanz und Bier, jetzt aber ganz entstellet, gegrüßet seyst du mir! 2. Du edles Angesichte, des Baters Ebenbild, du Glanz vom 72 7. Vom Leiden vom ew'gen Lichte, so gütig| pfandst, der du nach deinem und so mild! Wie bist du so Leiden für mich auch aufer erbleichet! Wer hat dein Au- standst. Uch! möcht' ich einst genlicht, dem sonst kein Licht mein Leben, begnadigt, Herr, nicht gleichet, so schändlich zu- von dir, in deine Hände gez gericht't? ben: wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir von Hers zen, o Jesu, liebster Freund, für deine Todes- Schmerzen, daß du's so gut gemeint. Ach! gib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und, wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sey. 3. Die Farbe deiner Wangen, der rothen Lippen Pracht, ist hin, und ganz vergangen; des blassen Todes Macht hat alles hingenommen, hat alles weggerafft; und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last: ich hab' es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh' ich Armer, um Gnade fleh' ich dir! Du neigst dein Haupt, Erbarmer! ach neig' es auch zu mir! 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts gethan: aus deinem süßen Munde floß Balsam für mein Herz zur Heilung jeder Wunde, selbst für des Todes Schmerz. 6. Ich will hier ben dir stehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein erblassen im letzten Todes- Stoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Urm und Schoos. 9. Wenn ich einmal foll scheiden, so scheide nicht von mir! Wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; wenn mir am allerbängsten wird um das Herze seyn, so reiß mich aus den lengsten, Kraft deiner Angst und Pein! 10. Erscheine mir zum Schil de in meiner Todesnoth, und laß mich sehn im Bilde, wie du besiegt den Tod: da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. p. Gerhard, verbessert von J. P. Uz. Mel. In allen meinen Thaten ze. 95. Sefu, mir zum dem Tod entgegen mit göttlich hohem Sinn. Du gehst, daß ich nicht sterbe, noch ewiglich verderbe, zum allerschwer2. Mich 7.Es dient zu meinen Freuben, was du am Kreuz em-| ften Tode hin. und Sterben Jesu Christi. -2. Mich haft du theu'r erworben, da du für mich gestorben, ich bin dein Eigenthum. Mich dankbar zu erweisen, ſoll und und dir gehorchen sey mein Ruhm.. 3. Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mich trösten und erfreun: er soll von meinen Pflichten mich täglich unter richten, und Kraft zur Tugend mir verleihn. 4. Dein Beispiel foll mich Lehren, den Rath des Höchsten chren, und thun, was er gebeut. Nicht meinen eignen Willen, nur seinen zu erfüllen, ist meine Pflicht und Seligkeit. 5. 20ls Christ will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, wie du, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen getroft und willig tragen, und thun, wie mein Erlöser that. 6. Ich will nicht Fluch und Schelten mit Fluch und Haß vergelten, geschmäht, nicht wieder schmähn; will liebreich Unrecht dulden, und bey des Nächsten Schulden zu Gott für ihn um Gnade flehn. 73 P. Gerhard, verbessert von J. S. Diterich. Mel. In allen meinen Thaten ze. 96. Welt! fich hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schwe ben; dein Heil sinkt in den Tod. Der große Herr der Ehren låßt willig sich beschwe ren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Tritt her und schau' mit Fleiße, mit Blut und Todesschweiße ist ganz sein Leib bedeckt; und unnennbare 7. Bon Sünden will ich lassen, und fortan alles hassen, was, Jesu, dir mißfällt: nur dir, Herr, will ich leben, so wirst du einst mir geben die Freuden jener bessern Welt. Schmerzen fühlt er in seinem Herzen, da er den Kelch des Leidens schmeckt. 3. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und was für Plagen ertragst du, welche Pein? Du bist ja nicht ein Sünder, wie andre MenschenFinder; wer kann dich einer Sünde zeihn? 4. Wir, wir und unfre Sunden, der sich so viele finden, als Sandes an dem Meer, die haben dich geschlagen, die brachten diese Plagen und diese Martern auf dich her. 5. Auch ich, ich sollte büßen, die Strafe leiden müssen, ents behren Gottes Huld; die Geis feln und die Banden, und was du ausgestanden, verdient' ich wegen meiner Schuld. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken, und, Gott will mir vers 7. Vom Leiden 74 verzeihn. Du gingst der Schmach entgegen, und litt'st sie mir zum Segen, mich von derselben zu befreyn. 7. Du setzest dich zum Bürgen, ja läsfest dich erwürgen für mich und meine Schuld; für mich läß'st du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Du gehst auch meinetwegen der Todes Nacht entgegen mit wahrem Heldenmuth; du stirbst, mir vom Verderben Errettung zu erwerben, und alles thust du mir zu gut. 9. Hoch bin ich dir verbunden, durch den ich Heil empfunden! Ich bin dein Eigenthum. Es thätig zu beweisen, soll Leib und Seel' dich preisen. Mein ganzer Wandel sey dein Ruhm. 10. Was tönnt' in diesem Leben ich dir sonst wiedergeben? Das, Jesu, will ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 11. Ich will's vor Augen feten, mich stets daran ergózzen, ich sey auch, wo ich sey; es soll mir seyn ein Spiegel der Unschuld, und ein Siegel von deiner großen Treu'. 12. Wie strenge Gott Verbrechen an denen einst wird rächen, die seine Huld verschmähn; wie schwer die wer den leiden, die nicht die Sunde meiden, will ich aus deinem Leiden sehn. 13. Dein Beispiel soll mich lehren, des Höchsten Rath zu ehren, auch wenn er Trubſal schickt: Ich will des Lebens Plagen getrost und willig tras gen bis Gottes Hülfe mich erquickt. 14. Nie will ich wieder schelten, nie Spott mit Spott vergelten, nie, wenn ich leide, dráun. Das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden, wie du, von Hers zens- Grund verzeihn. 15. Gerührt von deinen Plas gen, will ich mit Ernst entsagen dem, was dir nicht gefällt. Was deine Augen has sen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der gans zen Welt. 16. Soll ich denn endlich sterben: so laß dein Reich mich erben, und so getrost, wie du, den Geist an meinem Ende in deines Vaters Hånde befehlen zu der ew'gen Ruh. 3. 2. Freylingshaußen, ver: bessert von J. J. Spalding. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. 97.Sev hochgepriesen, Liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eis ne Welt voll Sünder selbst dein Leben dahin zu geben. 2. Fürs und Sterben Jesu Christi. 75 2. Fürwahr, du trugest un- dankvollen Zungen stets wird frer Sünden Schmerzen. Obesungen. welch ein Herz gleicht deinem edlen Herzen! Du ließest unfre Schuld an dir bestrafen, uns Heil zu 3. laß dies Heil doch auch mein Erbewerden! Was hab' ich sonst für sichern Trost auf Erden? Was gibt mir sonst wohl sichern Grund zur Freude, wenn ich einst scheide? 4. Du bist, mein Heiland, auch für mich gestorben. Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du, von Barmherzigkeit geleitet, auch mir bereitet. 5. Erhalte selbst mein Herz bey diesem Glauben! Stein banger Zweifel müsse ihn mir rauben; er müsse mich zum Fleiß in guten Werken bestándig stärken. 6. Sollt' ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen: so könnt' ich mich mit den von dir Erlösten nicht deiner trösten. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein Heiland, sey mein ganzes Leben zum Dienst ergeben. 8. Nichts foll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit Ch. Wanner. In eigner Melodie. du 98.So geht bu nun, mein den Tod für mich zu leiden, für mich, der ich ein Sünder bin, verstrickt in eitle Freuden. Wohlan! fahr fort, du edler Hort, mein' Augen sollen fließen, ein' Thránensee, mit Ach und Weh, dein Leis den zu begießen. 2. Uch, Sünde, schädlich Schlangengift, wie weit kannst du es bringen! Der, den für uns dein Fluch betrifft, muß mit dem Toderingen. Da ist die Nacht der Sünden- Macht! Sieh' fremde Schuld ihn tragen, duSundenknecht! Betracht' es recht, nun darfst du nicht verzagen. 3. Ich, ich, Herr Jesu, sollte zwar der Sünden Strafe leiden an Leib' und Seel', und immerdar der süßen Himmelsfreuden beraubet seyn und leiden Pein; doch du trägst meine Sünden, dein Blut und Tod bringt mich zu Gott. Ich kann nun Gnade finden. 4. Was kann für solche Liebe dir, Herr Jesu, ich wohl geben? Ich weiß und finde nichts an mir: doch, weil ich werde leben, will ich mich hier dir nach Gebühr zu dienen ganz verschreiben; auch nach der 7. Vom Leiden 76 der Zeit, in Ewigkeit, dein Diener seyn und bleiben. Ch. Ch. Sturm. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. m Gnade für die ihnen Frist zur Buße schenkt, nicht nach Verdienste lohnet; daß ich noch fröhlich sagen fann: auch mich, mich, Sunder, nimmt Gott an, hast du deines Todes Kraft, mein treuer Heiland, mir verschafft. O Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! vertritt du mich bis an den Tod! du, mein Heil, am Kreuz gequält, von frecher Sünder Rotten. Dir bricht erbar mungsvoll dein Herz, wenn dich bey deinem herben Schmerz die Bösewichter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ihnen weg, auf den zurück, den diese Schaar in dir entehrt; rufft, daß es Erd' und Himmel hört: vergib, o Gott, und führe nicht fie ins Gericht; denn was sie thun, verstehn sie nicht! 4. Wird je mein Herz von Troste leer, weil meiner Šünden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket: o dann versichre mich aufs neu', daß meines Gottes Vatertreu' auch meine Schuld bedecket. Ich blicke glaubensvoll auf dich, und freue deiner Hülfe mich. Und schließt sich meine Pilgrimschaft, so starke mich mit neuer Kraft. Herr Jesu Christ, der letzte Kampf wird mir versüßt, wenn du mein Trost im Tode bist.. 2. Erstaunend seh' ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mördern so begegnet! Shr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hohen Werth, die felbst die Feinde segnet. Er hat durch Thránen und Gebet auch uns ein ew'ges Heil er fleht; er sagt auch uns zu unfrer Ruh, Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Christ, gelobt feyst du für deinen Tod! Gott ist durch dich auch unser Gott. 5. Wohl mir, wenn ich dir ähnlich bin! O flöße deinen sanften Sinn doch auch in meine Seele! Gib, daß bey der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach' empfehle. Besånftige mein reges Blut; und flammt des 3ornes wilde Glut mein Herz zur Rachbegierde an: o! so erinnre mich daran, wie du, mein Heil, am Kreuz erhöht, durch dein Gebet selbst 3. Daß Gott mit Langmuth und Geduld, auch selbst bey sehr gehäufter Schuld der Sünder dennoch schonet; daß er so liebreich ihrer denkt, und deinen MördernGnad'erfleht. 6. Mich und Sterben Jesu Christi. 6. Mich tröste dein Versöhnungstod, er neige mein Gemuth zu Gott, daß ich ihm ähnlich werde; er ziehe mich, erhöhter Held, zu dir hinauf von dieser Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist das Haupt, wir folgen dir; zieh uns dir nach, so laufen wir: so werden wir uns deiner Pein und deines Todes ewig freun. Herr Jesu Christ! Wie selig ist, wie selig ist der Mensch, dem du sein Heiland bist! J. Herrmann, verbessert von Schlegel. Mel. Wo Gott derHerr nicht sc. oder: Aus tiefer Noch schrey ic. enn dein herzo Gott, nicht wär' zu uns gekommen, und hätt', da ich in Sünden todt, sich mein nicht angenommen; ach! so müßt' ich ganz trostlos seyn, und fühlte nichts als Angst und Pein, um meiner Sünden willen. T 77 mein Heil nun bauen. Dies Blut, das mich gereinigt hat von aller meiner Missethat, verschaffet mir Vergebung. 4. Hinweg mit banger Kummerniß, ich komm' zu dir mit Freuden, dein Heil ist mir nun ganz gewiß, von dir foll mich nichts scheiden. Was, Vater, mir dein Sohn erwarb, da er für mich am Kreuze starb, das kann mir Niemand rauben. 2. Jeht aber hab' ich Ruh' und Rast, ich darf nicht mehr verzagen, weil er die schwere Sündenlast selbst hat für mich getragen. Er hat mit dir versöhnet mich, da er am Kreuz ließ tödten sich, auf daß ich selig würde. 3. Wohl mir! Mein Herz schöpft neuen Muth, faßt kindliches Vertrauen; auf dies sein ewig geltend Blut will ich 5. Nichts nützet die Gerech tigkeit, die stolz auf Werke bauet; der ist von seinem Heil noch weit, der eignen Kräften trauet. Des Sohn's Erldfungswerk allein, das macht, ich seyn, ich fest an ihn glaube. 6. Gott Vater, der du alle Schuld auf deinen Sohn ges leget; Herr Jesu, dessen Lieb und Huld, all' meine Sünde tråget; o heil'ger Geist, deß Gnad' und Kraft allein das Gute in mir schafft: laß mich einst selig sterben! J. Gesenius, verbessert von J. S. Diterich. In eigner Melodie. mich die 101. Wünden frånken, so laß, Herr Jesu Christ, mich glaubensvoll bedenken, wie du gestorben bist, und Rettung von der Sündenlast den Reu- erfüllten Sündern am Kreuz erworben hast. 2.O 78 7. Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 2. O wundervolle Liebe, be-| meinen Nächsten lieben, gern dent's, o Seele, recht! Es dienen jedermann ohn' Eistarb aus freyem Triebe der gennut und Heucheley, und Herr für seinen Knecht. Selbst wie du mir's erwiesen, aus seinen eignen Sohn gab Gott wahrer Lieb' und Treu'. für mich verlornen Menschen in Marter, Schmach und Tod. 8. In meinen letzten Stunden erquicke mich dein Tod, daß ich mit dir verbunden, bes sieg' auch diese Noth. Du bist es, Herr, auf den ich trau'! stårt' meine Seel im Tode, daß ich dich ewig schau'! 3. Was kann mir denn nun schaden der Fluch, der Sündern droht? Gott sieht auf mich in Gnaden; durch Jesu Mittlers Tod bin ich von diesem Fluch befreyt, und darf nicht angstlich fürchten Gericht und Ewigkeit. 4. Drum fag' ich dir von 102.Wir danken bir, Herzen jetzt und mein Lebelang für deine Todesschmer- Christ, daß du für uns gestor zen, Erldser, Lob und Dank. ben bist, und hast uns durch dein theures Blut gemacht Hilf, daß ich dir für deine vor Gott gerecht und gut. Treu' auf ewig ganz ergeben und thatig dankbar sey. 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen, als ein Christ mit allem Ernst zu meiden, was vor dir sündlich ist. Nie komme mir's aus meinem Sinn, wie viel es dir gekostet, daß ich erlöset bin. Ch. fischer. da In eigner Melodie. 2. Wir bitten dich, o Gottes Sohn, verherrlicht nun nach Spott und Hohn, erlös uns von dem ew'gen Tod, und tröst' uns in der letzten Noth. 3. Behüt' uns auch vor Sünd' und Schand', stårk' uns durch deine AllmachtsHand, daß wir im Kreuz geduldig seyn, uns trösten dei-. ner schweren Pein. 6. Mein Kreuz, und meine Plagen, und wår's auch Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. Laß nur, mein Herr und Gott, mich fliehen jede Lust der Welt, und dem Erempel folgen, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir gethan; und gehn.. 4. Auf dich steht unsre 3uversicht, verlaß uns, Herr, verlaß uns nicht; hilf uns der Sünde widerstehn und durch den Tod ins Leben. I. Rist, Von der Auferstehung Jesu Chrifti. 79 J. Rist, verbessert von mein glaubig's Herz vor der J.S. Diteridy. Gruft erschrecken? Mel. O Traurigkeit, 1c.5. Hier werd' ich einst, bis Grabesruh' du erscheinst, in 103.3 entschliefest du, ben liegen. Denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. der du für uns gestorben und am Kreuz uns schmerzensvoll ew'ges Heil erworben. 2. Du bist erblaßt, o Herr, und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich den Sterblichen hielt dich einst das Grab umgeben. 3. Doch, Heil sey mir! du konntest hier nicht die Verwes sung sehen. Bald hieß dich des Höchsten Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, auch meinen Staub erroecken. Sollte denn 6. Ihr, die die Welt gefef selt hålt, zagt nur vor der Verwesung! Ich, ich hoff' in Christo einst meines Leib's Erlösung. 7. Nein! nichts verdirbt. Selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen, und zu Himmelsglanz verklárt, aus dem Grabe gehen. 8. So fint ins Grab, mein. Leib, hinab! ich will mich drum nicht kranken, sondern, Jesut, mir zum Trost, an dein Grab gedenken. 8) Von der Auferstehung Jesu Christi. J. C. Lavater. Met. Sollt ich meinem Gott ic. fuferstanden, auferstanden ist der Herr, der uns ver104. föhnt! Owie hat, nachSchmerz kann ihm widerstreben? und Schanden, Gott mit Ehren ihn gekrönt! Dort zu seines VatersRechten, überSchmach und Tod erhöht, herrscht er nun in Majeståt. Freut euch seiner, ihr Gerechten! und ihr, seine Feinde, bebt! Hallelujah! Jesus lebt! 2. Singt dem Herrn! Er ist erstanden, er, der starb auf Golgatha! rühmt es, rühmts in allen Landen, was er uns verhieß, geschah. Wer, wer Mächtig dringt der Held empor: im Triumph bricht er hervor; und des Abgrunds Pforten beben, da ihr. Sieger sich erhebt; Heil uns allen, Jesus lebt! 3. Uns vom Tode zu befreyen, sank er in des Grabes Nacht, 44 80 8. Von der Auferstehung Jefu Chriftt: Nacht, uns zum Leben ein- den Banden, die ihn hielten, zuweihen, steht er auf durch los gemacht. Auch den letzten Gottes Macht. Tod, durch Kampf gerungen, auch den ihn bist du bezwungen, deine letzten Feind bezwungen, auch Schrecken sind gedämpft, dei- den Tod bekämpft hat er, Jene Herrschaft ist bekämpft, sus Christus, unser Herr! und das Leben uns errungen. Jauchzt ihr, die man einst begråbt! lernt euch freuen! Jeſus lebt! 2. Hallelujah! singt ihm Lieder! Schalle froher Lobgefang! Hallelujah tone wieder in dem reinsten Herzens Dank! Für uns hat er so gerungen, und der Kampf ist ihm gelungen; hoffen dürfen wir auf ihn, er hat uns das Recht verliehn. 4. Aus dem Grab uns zu erheben, ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben: dann ist Sterben uns Gewinn. Halte unter Lust und Leiden im Gedächtniß Jesum Christ, der vom Tod' erstanden ist. Unvergånglich sind die Freuden deß, der nach dem Himmel strebt; Hallelujah! Jesus lebt! 3. Auch uns ruft einst aus dem Staube der erstandne Gottes- Sohn. Wie belebt und stårkt der Glaube, wie entzückt die Hoffnung schon! Heil euch Christen, Heil euch Frommen! Chrifti Schdpfungs- Tag wird kommen, und an diesem großen Tag wird's in allen Gråbern wach. 4. Grab! was fürcht' ich denn dein Grauen! Tod! was bist du schrecklich mir! Ich ge lang' durch dich zum Schauen; nur im Dunkeln tapp' ich hier, ahnde noch im Kinder- Stande, schmachte im Gefühl der Bande, und die Bande lösest du, und bringst meinen Geist zur Ruh. 5. Stille du mein heißes 105. Auferstanden, Sehnen, Heiland, lautre meinen Sinn, trockne du all' meis ne Thränen, bis ich droben bey dir bin, wo das Ohr nicht Klas 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder! Er sey euer Lobgesang! Bringt dem Todes- Ueberwinder Ehr' und Stärke, Preis und Dank! Rühmt's in der Versuchung Stunden, wenn euch Sund' und Elend droht; rühmt's in eurer Todesnoth! Und habt ihr einst überwunden, wenn er euch zu sich erhebt, rühmt es ewig: Jesus lebt! 3.0. Thieß. Mel. Jesu, der du meine 2c. auferstanben ist er aus des Grabes Nacht, hat als Held sich von 8. Von der Auferstehung Jesu Christi. 81 Klagen höret, wo das Aug'| 5. Die Höll und ihre Rotnicht wird gestöret durch den Unblick fremder Noth, Gott! Vollendung sey mein Tod! ten, die krummen mir kein Haar; der Sünden kann ich ſpotten, bleib' all'zeit ohn' Gefahr; der Tod mit seiner Macht wird nichts ben mir P. Gerhard. In eigner Melodie. 106.Auf! auf! mein geacht't, so wie ein SchattenHerz mit bild füllt. mich nie mit Furcht er den! nimm wahr, was heut geschicht: wie kommt nach großem Leiden nun ein so helles Licht? Mein Heiland war gelegt da, wo man uns hinträgt, wenn unser ew'ger Geist dem Staube sich entreißt. 2. Er war ins Grab gesenket; der Feind trieb groß Geschrey; eh' er's vermeint und denket, ist Christus wieder frey; und ruft: Victoria! schwingt fröhlich hie und da sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Muth behält. 3. Der Held steht auf dem Grabe und sieht sich munter am; des Feindes ganze Habe ist Christus Eigenthum; er warf zu Christi Fuß sein Höle len- Reich, und muß selbst in des Siegers Band ergeben Fuß und Hand. 4. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel: nun soll mir gar nicht grauen vor allem, was mir will entnehmen meinen Muth, zusammt dem edlen Gut, das mir durch Jesum Christ, aus Lieb' erworben ist. 6. Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn; sie zurnt und kann nichts mas chen, all' Arbeit ist verlor'n; die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht; das Unglück ist mein Glück, die Nacht mein Sonnenblick. 7. Ich bleibe treulich han gen an Christo als ein Glied; wo mein Haupt hingegangen, da nimmt es mich auch mit. Er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd' und Noth, er reißt durch Höllenpein: ich soll stets um ihn seyn. 8. Er bringt zum Saal der Ehren: ich folg' ihm immer nach, und darf mich gar nicht kehren an ein'ges Ungemach. Es tobe, was da kann, mein Haupt nimmt sich mein an; mein Heiland ist mein Schild, der alles Toben stillt. 9. Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit güldnen Worten der Spruch gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer dort mit sterben F geht, 82 8. Von der Auferstehung Jesu Christi. geht, wird hier auch mit ererhöht. C. Grot. 107.Af Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. fuf, Christen, jauchzt, lobsinget Gott! der Weltversöhner lebt: umsonst ist jetzt der Feinde Spott; die Hölle selbst er bebt. 2. Er, welchen ihre Macht bekriegt, er starb, und starb ein Held; sie jauchzen Sieg! allein er siegt, und siegt zum Heil der Welt. 3. O nah't, durch fromme Andacht fühn, euch zu der Gottheit Thron. Lobsinget Gott und preiset ihn, den auferstandnen Sohn! 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat deinen theuren Lehren der Wahrheit Siegel aufgedrückt, dich, seinen Sohn, zu ehren; deines Todes hohen Werth hat er aufs herrlichste erilårt, da er dich auferwecket, Lobsinget ihm! 4. Erstandner, ich frohlocke dir; mein ist dein Sieg und Leben. Du lebst und herrs schest, um auch mir dein ew'ges Heil zu geben; meiner Seele Trost zu seyn, zur Tugend Kraft mir zu verleihn, und mich zu Gott zu führen. Preis sey dir! 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu; hilf, daß ich frey von Sünden, in Frieden Gottes möge Nuh' für meine Mel. Auf diesen Tag bedenken sc. Secle finden. Pflanze deinen 3. S. Diterich. Sinn in mit, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöster wandle. Hilf uns, o Herr! 108.ringt Preis und Ruhm dem Heiland dar! Frolockt ihm alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, ist aus der Gruft gekommen. Sey gelobt, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist, und siegreich auferstanden! Sen hochgelobt! 2. Dein Leben in der Majeståt befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, den großen Trost uns rauben: daß du von der Sünde Macht Befreyung hast ans Licht gebracht, den Himmel uns eröffnet. Dank sey dir! 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufft einst, und der Gråber Nacht wird uns nicht ewig decken. Wie du auferstanden bist, so werd' auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. O welch ein Glück! 7. Gib nur, daß, weil ich hier noch bin, ich christlich vor dir wandle, und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen denk' und handle; daß ich, wenn ich aufersteh', und dich, des 8. Von der Auferstehung Jesu Christi. 83 des Todes Sieger, seh', nicht| Heiland, meinen Geist den angstvoll vor dir bebe. Das Lüsten dieser Erde, daß er dir gib, o Herr! heilig werde. 8. Wo du, Herr, bist, soll auch dein Freund, mit Herrlichkeit umgeben, und ewiglich mit dir vereint, wie du verheißest, leben. Laß dies Glück mein Erbtheil seyn, so werd' ich dein mich ewig freun, du Todes- Ueberwinder! Gelobt seyst du! 2. Des Menschen Geist kann früher nicht sich, Herr, zu dir erheben, bis seine schwa che Hütte bricht, um neu einst aufzuleben. O nimm dann, nach vollbrachtem Lauf, auch mich in deinen Himmel aufs nimm meinen Geist am Ende, o Herr, in deine Hände! 3. Doch soll ich einst, o Got tes Sohn, in deinem Reich dich sehen, so muß ich auf der Erde schon von Sünden auf erstehen. Der lebt dir nicht, den Lust der Welt, den Eitel feit gefesselt hålt; nach Gott und Tugend streben, beißt deiner würdig leben. 4. Du auferstandner Menschenfreund! Erweck' in mir die Triebe, durch die man sich mit dir vereint: den Glauben und die Liebe! Ich will, o Herr, dein eigen seyn; laß mich mit Ernst die Sünden scheu'n; gib selbst mir Muth und Kräfte, zum Heiligungsgeschäfte. C. F. Neander. In eigner Melodie. 109. Christus ist erstanden aus des Todes Banden; sein soll alle Welt sich freun. Er will unser Heiland seyn. Er will unser Heiland seyn. 2. Christus ist erstanden: rühmt's in allen Landen. Unfre Hoffnung stehet fest, die auf Christum sich verläßt. Die auf Christum sich verläßt. 3. Gott sey Preis und Ehre! Nun siegt Jesu Lehre; ewig, ewig sind wir sein, ewig seiner uns zu freun! Ewig seiner uns zu freun! J. F. v. Cronegk. 5. Dann kann ich, als ein Mel. Ermuntre dich, mein 2c. wahrer Christ, dir leben und 110.Das Grab ist leer, dir sterben, und einst, wo du, des Höchsten Sohn verläßt der Todten Grüfte! und seiner Christen Jubelton dringt freudig durch die Lüfte. Du, den der Engel Loblied preist, entreiße, Erlöser, bist, des Himmels Freuden erben. Dahin, mein Heiland, hilf du mir, so bring' ich einst vollkommner dir, mit der verklärten Menge, Preis-, Lob- und Dank- Gesänge. F2 J. Spans 84 8. Von der Auferstehung Jesu Christi. C. F. Neander. Mel. Erschienen ist der herrl. sc. oder: Vom Himmel hoch da zc. ich bet' ich 112. Dan, erstandner Held, Erretter einer Sündenwelt; du, unsre Zuflucht für und für, froh singet meine Seele dir! J. Spangenberg, verbessert von C. m. f. Gebhard. In eigner Melodie. er Heil'gen Le111.0 ben wird sich stets bestreben, allhier auf Erden Christo gleich zu werden, der uns gegeben ein erhabnes Beispiel, um gut zu leben. 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät; ich nahe mich voll Zuversicht zu dir; denn du verwirfst mich nicht. 2. Erhöhter Jesu! Verleih' Gewissensruh! Laß uns, in diesen österlichen Tagen, der Tugend- Freuden so wie du genießen, und Sünde meiden! 3. Gekämpft, gerungen, und den Tod bezwungen, bist du erstanden von des Todes Banden, hast durch dein Leiden und durch Tod erworben uns ew'ge Freuden. 3. Herr, meine Seele preiset dich, erlös't auf ewig hast du mich; so wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst und wieder nahmst. 4. Wer ist's, der mich vers dammen kann? Ich glaub' an dich und sage dann: der Gott, 4. Laßt uns ihn loben! Nun durch den die Himmel sind, der herrscht er dort oben, wird ist mein Vater, ich sein Kind! wieder kommen zum Heil al5. Nun ist dies erste Leben ler Frommen; nur die Gott- mir ein segensreicher Weg zu losen wird mit ernstem Urtheil er dann verstoßen. hin dir. So lang ich fromm bin, Gott mein Heil, hab' ich an deiner Gnade Theil. 5. Entflicht, ihr Christen, allen Erden- Lüsten! Laßt euren Glauben euch durchaus nicht rauben, so wird Gott geben euch einst zur Belohnung ein selig Leben. 6. Drum gib, Herr, Kräfte zu diesem Geschäfte, daß wir auf Erden treu erfunden werden, und Jesu Willen durch die Kraft des Geistes redlich erfüllen. 6. 3war trifft noch mancher Schmerz uns hier; noch, o Erbarmer! sterben wir. Doch du regierst; und wir sind dein, und ewig werden wir es seyn. 7. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt; o Troft, der meis nen Geist erhebt! Ich seh', durch dich gestärkt, aufs Grab, mit unerschrocknem Aug' hinab. 7 8. Weld) 85 9. Der du für unsre Seele wachst, sie zu dir ziehst und selig machst: laß mich mit freudigem Vertraun im Tod auf dich, Bollender, schaun. f. G. Klopstod. Mel. Herr Gott, dich loben 2c. ich, Heiland, lo8. Von der Auferstehung Jefu Chrifti. 8. Welch eine Welt voll Se-| sein Herr und Freund. Er, ligkeit erwartet mich nach die- Gottes Sohn, er trug voll ser Zeit! Da findet der ver- Huld der Sünde Strafe mit klärte Christ das Heil, das Geduld. Der uns zu Gottes unaussprechlich ist. Kindern macht, empfand es in der letzten Nacht; empfand, betrübt bis in den Tod, was Gottes Ernst den Sündern droht; vergoß auch für die ganze Welt fein Blut, ein hohes Lösegeld, und starb mit Chránen und Gebet, am 113. lag im Kreuz erwürget und verChristen danken dir! Jauchzt Himmel, rühm', erlöste Welt, den hohen wunderbaren Held. Preist Jesum, welcher auferstand, und Sund' und Satan überwand. Ihm ist nun alles unterthan! Fallt nieder, betet Jesum an! Heilig ist Gottes Sohn! Heilig ist Gottes Sohn! Heilig ist Jefus Christ, der auferstanden ift. Der Sohn verließ des Baters Thron; er kam und ward ein Menschensohn, erniedrigt für die Sünder- Welt, die er durch seine Huld erhält; begab der göttlichen Gewalt sich selbst, verhüllt in Knechtsgestalt, und that durch seine Wunder dar, daß er von Gott gesendet war. Gesalbt zum Mittler, that den Bund der Gnade Gottes Jesus kund. Sein Volk verwarf ihn, war sein Feind, und er war doch wo er schlief, bis ihn sein Gott ins Leben rief. Tag, der des Jubels würdig ist! Der Sohn stand auf, cr, Jesus Christ. Scy, Tag des Siegs, der Christenheit ein Tag der Wonn' und Fröhlichkeit! Das Grab ist leer! wir sind versöhnt; der Heis land ist mit Preis gekrönt! Er ist entnommen dem Gericht und seiner Angst! der Vater spricht vom Fluch uns frey! O betet an! Wer ist, der nun verdammen kann? Er lebt; und den, der an ihn glaubt, vertritt er, unser Herr und Haupt. Nun ist der Tod, den er bezwang, zur Seligkeit ein Uebergang. Mein Leib wird in dem Grabe Staub; doch bleibt er nicht des Todes Raub, denn du, o Herr, vers klårst ihn einst, wenn du zum Weltgericht erscheinst. Wic 86 8. Von der Auferstehung Jesu Christi. ich durch Gottes Sohn erreicht? Lob sey dem Herrn! Wie viel, o Herr, erwarbst| Geist mit der vergleicht, die du mir! Herr ewig, ewig, dank ich dir! Du hast das Leben wiederbracht, unsterblich haft du mich gemacht! Der Vater liebt und höret dich: vertritt auf deinen Thron auch mich! Beschütze deine Christenheit, und hilf ihr, Herr der Herrlichkeit! Mach' aller Feinde Macht zu Spott! Erhör' uns, unser Herr und Gott, Umen! C. f. Gellert. Mel. Am Sabbath früh ic. 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig seyn: Herr, welche Herrlichkeit ist mein! Gelobt seyst du! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr; Lieb' und Verwundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht, fall' ich, Gott, auf 114.& rinnrebich, mein mein Angesicht, und preiſe dich. Geist, des hohen Tags der Herrlichkeit; halt im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist, und ewig lebt. 2. Fühl' alle Dankbarkeit für 8. Du, der du in dem Himmel thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst; und du erfüllst einst mein Vertraun dich in der Herrlichkeit zu ihn, als ob er heute dir er- schaun! Gelobt seyst du! 9. Ich soll, wann du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn, und einst zu deiner Rechten stehn: gelobt seyst du! 3. Schau' über dich und bet' ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und 10. 3u welchem Glück, zu herrscht mit Gott vereint, und welchem Ruhm erhebet uns ist dein Bruder und dein das Christenthum! Mit dir Freund. Wohl dir! Preis ihm!| gekreuzigt, Gottes Sohn, find 4. Macht, Ruhm und Ho- wir auch auferstanden schon. heit immerdar dem, der da ist Gelobt feyst du! und der da war! Sein Name sen gebenedent, von nun an bis in Ewigkeit, in aller Welt! 5. O Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, wenn sie mein schien, als sprach er: Friede sen mit dir! So freue dich, mein Geist in mir, und sing' ihm Dank! 11. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin; damit ich mich in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu'. Hilf mir dazu! 12. Du 8. Von der Auferstehung Jesu Christi. 87 12. Du bist's, der alles in 6. Gelobt sey Gott! Ich uns schafft! Dein ist das werde nun nur kurze Zeit im Reich, dein ist die Kraft! Ich! Grabe ruhn. Nicht sterben, hoff' auf dich, Herr Jesu um ganz zu vergehn; nein, Christ, der du vom Tod er- gleich ihm wieder auferstehn. standen bist, und ewig lebst! Gelobt sey Gott! 23. Münter. 7.So lange mich des Todes Nacht umgibt, werd' ich von ihm bewacht. Durch seinen Schutz wird mein Gebein im Schoos der Erde sicher seyn, bis er erscheint. Mel. Erschienen ist der 2c. ist erstanden, Jesus Christ, der unser Trost und Heiland ist. Als Sieger trat er auf den Staub, hinfort nicht mehr des Todes Raub. Frohlocket ihm! 115. 8. Auch führt er nach des Grabes Nuh, mir meine frommen Freunde zu. Erwachen werden wir zugleich, uns wiedersehn in seinem Reich. Gott! welch ein Tag! 9. Wie sollt' ich, Herr, den Tod dann scheun? mich nicht vielmehr der Hinfahrt freun? Nicht deiner, der du mich erschufft, gelassen warten bis du rufft: entschlafe nun! 10. Gib nur, daß ich im Glauben treu, und treu im frommen Wandel sey: so fomm' ich nicht in dein Gericht, wann deine Stimme zu mir spricht: erwache nun! 2. Er hat erfüllt, was er verhieß, eh' er sein Leben für uns ließ: drey Tage sollen nicht vergehn, so werdet ihr mich lebend sehn. Er hat's erfüllt! 3. Ich lebe, sprach er, und auch ihr sollt leben, Gläubige, mit mir. Ich komme, meine Stimme ruft gewiß euch aus der Todtengruft zur Herrlichfeit. 4. Er wird's erfüllen; Jesus Christ, der selbst vom Tod erstanden ist, der Lazarum ins Leben rief, als er im Staub des Grabes schlief, er füllt's gewiß. 5. Er nahm dem Tode seine Macht, hat Trost und uns gebracht. Hoffnung uns Durch ihn ist unvergänglich's Heil und neues Leben unser 116.Er lebt, Freu in Ewigkeit. denwort! lebt, 11. Herr, rufe mich, wenn dir's gefällt, aus dieser sundenvollen Welt und führe mich an deince Hand einst in mein himmlisch Baterland. Erhöre mich! Ch. Liebich. Mel. Ein' feste Burg 2c. 88 8. Von der Auferstehung Jesu Christi. lebt, der Heiland aller Sün- jederzeit ihm wohlgefällig le der. Der Feinde Heer erschrickt und bebt vor seinem Ueberwinder. Er stritt mit Helden muth, und kämpfte bis aufs Blut: durch seinen KreuzesTod erwarb er uns bey Gott Sünden. ben. Wir sind sein Eigenthum, erkauft zu seinem Ruhm. Sein wollen wir allein todt und lebendig seyn, und sein auch ewig bleiben. 2. Er lebt, des Vaters ew'ger 117. Christen alle, C. Raymann. In eigner Melodie. euch, ihr Sohn, erhöht zu seiner Rechten. Er herrscht und hilft von freue sich, wer immer kann! seinem Thron auch seinen Gott hat viel an uns gethan. schwachen Knechten. Er lebt Freuet euch mit großem nun ewiglich, und ewig schützt| Schalle, daß er uns von Toer mich; er thut mit starker Hand den Feinden Widerstand: sie können mir nicht schaden. des Nacht durch sein Sterben los gemacht. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide; Wonne, Wonne über Wonne: Jesus ist die Gnaden- Sonne! 3. Er lebt, Gott hat ihn auf erweckt; Gott wird auch mich erwecken. Was Sterbliche am meisten schreckt, der Tod, kann mich nicht schrecken. Sein Stachel, seine Kraft, die Sund' ist weggeschafft; der treue 3euge spricht: glaubt, der stirbet nicht; deß trost' ich mich von Herzen. wer 4. Er lebt, der unbezwungne Held: befingt ihr Engelchöre, befingt ihr Volker in der Welt des Mittlers Ruhm und Ehre! Erhebt des Siegers Macht, der von dem Tod erwacht, der unsern Tod bezwingt, der uns das Leben bringt, und måchtig für uns streitet. 5. Er lebt! o Christen, laßt uns heut' frohlockend ihn erheben. Laßt uns von nun an 2. Siehe, siehe, meine Seele, wie dein Heiland triumphirt, dich mit Heil und Frieden ziert, da er aus des Grabes Höhle auferstehet dir zu gut, und dich rettet durch sein Blut. Freude, Freude über Freude: Christus wehret als lem Leide; Wonne, Wonne über Wonne: Jesus ist die Gnaden- Sonne! 3. Jesu! wie soll ich dir danken? Ich bekenne, daß von bir meine Seligkeit herrühr. Uch! laß mich von dir nicht wanken; nimm mich dir zu igen hin, so empfindet Herz und Sinn Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide; Wonne, Wonne über 8. Bon der Auferstehung Jefu Chrifti. über Wonne: Jesus ist die Gnaden Sonne. 4. Jesu! nimm dich deiner Glieder ferner hier in Gnaden an, schenke was man bitten kann, zu erquicken deine Brüder; mach' der ganzen Christen- Schaar deine Liebe offenbar. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide; Wonne, Wonne über Wonne: Jesus ist die Gnaden- Sonne. 89 Herr, durch dessen mächtig Wort auch ich einst ewig lebe. 4. Wir sind nun göttlichen Geschlechts, durch dich des Himmels Erben. Dies ist die Hoffnung deines Knechts; in dieser will ich sterben. Wie du nun auferstanden bist, so werd' auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. D. Schiebeler, verbessert von J. S. Diterich). f. Gellert. Mel. Wie schön leucht't uns sc. Prohlockt dem Met. Sen Lob und Ehr dem 20. 119. bringt reywillig hast du uns, o Herr, dein Leben. Du hattest es zu lassen Macht; Macht, wieder dir's zu geben. Und darum liebte dich dein Gott, weil du gehorsam bis zum Tod, dich haft für uns erniedrigt. 2. Du warst nur eine kleine Zeit von deinem Gott verlassen; er krönte dich mit Herrlichkeit, die Sterbliche nicht faffen. Das Kreuz, daran man dich erhöht, verwandelt sich in Majestät; denn du gingst aus dem Grabe. 3. Nun irren mich nicht Schmach und Spott, noch deines Kreuzes Schanden. Du bist mein Herr, du bist mein Gott, denn du bist auferstanden. Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort; der Lob und Dank ihm, der des Todes Macht bezwang, und uns, den Staub, erhöhte. Der hohe Sieger überwand; Nacht war um ihn und sie verschwand in helle Morgenrothe. Bebet, gebet, stolze Spotter, unferm Retter Preis und Ehre! glaubt an ihn und seine Lehre! 2. Preis ihm; Heil uns! sein Grab ist leer; fest stehet, wie ein Fels im Meer, das Wort, das er gesprochen. D selig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tempel nun gebaut, den blinde Wuth gebrochen. Seele, wähle ihn zum Führer und Regierer deines Lebens. Auf ihn hoffst du nicht vergebens. 3. 3um höhern Leben führt er dich, und nimmt gewiß dich einst zu sich, fällt deine Hütte nieder. Das Grab empfängt zwar 90 8. Von der Auferstehung Jesu Christi. zwar dein Gebein; doch nicht| ker Arm vermag. Hallelujah, auf ewig wird es seyn: ver- Hallelujah! Wie er des Saflårt gibt er's dir wieder. tans Reich und Macht zerHerrlich wird sich dann aufs stört, zum Leben uns gebracht. ne ue seine Treue offenbaren. Hallelujah, Hallelujah! Volles Heil wirst du erfahren. J. Herrmann, etwas abgekürzt nach J. A. Schlegel. Mel.Heut triumphiretGottes 2c. rüh morgens, da die Sonn' auf geht, mein Heiland Christus aufersteht, Hallelujah, Hallelujah! so endet sich der Sünden Nacht; Licht, Leben, Heil sind wiederbracht. Hall- lujah, Hallelujah! 2. Der Herr hat alles wohl gemacht! Nun ist sein großes Werk vollbracht! Hallelujah! Hallelujah! Er hat gesiegt im schweren Streit und lebet nun in Ewigkeit. Hallelujah, Hallelujah! 3. Er, der sein Leben für uns gab, für uns verläßt er auch sein Grab, Hallelujah, Halle lujah! zerstört ist nun des Todes Macht; Unsterblichkeit ans Licht gebracht. Hallelujah, Hallelujah! 4. Zwar ist hier nicht ganz kund gemacht, was er uns aus dem Grab gebracht; Hallelujah, Hallelujah! das hohe Glück, die reiche Beut', der sich sein Volk vor ihm erfreut. Hallelujah, Hallelujah! 5. Uns lehrt es einst sein großer Tag, wie viel sein star6. edler Sieg! o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Hallelujah, Hallelujah! Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Hallelujah, Hallelujah! 7. Kein Kreuz und Trubsal ist so schwer, mein Heiland will: so ist's nicht mehr. Hallelujah, Hallelujah! Er führet mich mit seiner Hand bis in mein rechtes Vaterland. Hallelujah, Hallelujah! 8. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Hall. Hall. Und stürb' gleich alle Welt mir ab, gnug, daß ich ihn zum Freunde hab'. Hall. Hall. 9. Er nährt, er schützt, er tröstet mich; sterb' ich, so nimmt er mich zu sich. Hall. Hall. Wo er jetzt lebt, da komm' ich hin, weil ich mit ihm vereinigt bin. Hall. Hall. 10. Durch seiner Auferstehung Kraft, vollend' ich meine Pilgerschaft. Hall. Hall. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, durch ihn mit Gnad' und Heil gekrönt. Hall. Hall. 11. Mein banges Herz ermuntre fich, Gott und die Engel lieben mich. Hall. Hall. Die 8. Von der Auferstehung Jesu Christi. 91 Die Freude, die mir ist bereit't,| Tod, wo sind nun deine vertreibet Furcht und Trau- Schrecken? Er, er lebt, und rigkeit. Hall. Hall. wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklárt mich in sein Licht: dies ist meine 3uversicht. 12. Für diesen Trost, o starker Held, mein Jesus, dankt dir alle Welt. Hall. Hall. Dort wollen wir, mit gröBerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Hall. Hall. Berbessert von C. fr. Loßius. In eigner Melodie. 2. Jesus lebt! ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd' auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er 121.Hent triumphirt verſpricht: dies ist meine Zumit Freud' und Wonn' der Friedefürst, Christ, Gottes Sohn: preist und lobt ihn ins Himmelsthron, Hal lelujah, Hall. Hall. 3. Jesus lebt! wer nun verzagt, der verkleinert Gottes Ehre. Gnade hat er zugeſagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht: dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt! sein Heil ist mein: sein sey auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich seyn, und den Lüften widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht: dies ist meis ne Zuversicht. 5. Jesus lebt! ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden; keine Macht der Finsterniß, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht: dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt! nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird es meiner Seele geben, wenn sie glaubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meiLouise 2. Der Mann, der voller Schmach und Spott am Kreuze hing, ist nun vom Tod zur Herrlichkeit erhöht, durch Gott. Hall. Hall. Hall. 3. Der Herr, der in des Grabes Nacht einst schlummerte, ist nun erwacht, und sein ist Allgewalt und Macht. Hall. Hall. Hall. 4. Nun schreckt uns weder Grab noch Tod. Gott ist für uns! aus jeder Noth errettet uns der Held aus Gott! Hall. Hall. Hall. 5. Deß freu' dich, seine Christenheit; sey hoch erfreut, denn all' dein Leid verwandelt sich in Seligkeit. Hall. Hall. Hall. L. f. Gellert. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. efus lebt! mit 122.Jihm auch ich! ne Zuversicht! 92 8. Von der Auferstehung Jefu Chrifti. Louise Henriette, Kurfürstin| land, kennen; ja, ich selbst, von Brandenburg. kein Fremder nicht, werd' in In eigner Melodie. feiner Liebe brennen: nur die 123. um und an, wird von mir seyn abgethan. 7. Was hier krank ist, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen; irdisch werd' ich ausgesa't, himmlisch werd' ich auferstehen; hier geh' ich natürlich ein, dorten werd' ich geistlich seyn. versicht und mein Heiland, ist mein Leben: dieses weiß ich; soll ich nicht darum mich zufrieden geben? Was die lange Codes- Nacht mir auch für Gedanken macht. 2. Jesus, er mein Heiland lebt; ich werd' auch das Leben schauen; seyn, wo mein Erlöser schwebt: warum sollte mir denn grauen? Låsset auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden, meine starke Glaubens- Hand wird an ihm gelegt gefunden, daß mich auch kein Codes- Bann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden, dieses weiß ich; doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn seyn werd' allezeit. 8. Send getroft und hoch erfreut, Jesus trágt euch, seine Glieder! Gebt nicht Raum der Traurigkeit; sterbt ihr: Christus ruft euch wieder, wenn einst die Trompet' ers klingt, die auch durch die Grü ber dringt. 9. Lacht der finstern Erdenfluft, lacht des Todes und der Höllen: denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Heis land zugesellen; dann wird Schwachheit und Verdruß liegen unter eurem Fuß. 10. Nur indeß den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden, und euch immer dem ergebt, dem ihr beygefügt sollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu seyn. 5. Dann wird nicht Verweslichkeit mich umgeben, wie ich glaube; Gottes Licht und Herrlichkeit, schau' ich dann befreyt vom Staube. Im verklärten Leib' werd' ich Jesum sehen ewiglich. 6. Meiner Augen hell'res Preist Jesum, preist den UeLicht wird ihn, meinen Heiberwinder! Wie groß, wie heilig f. G. Klopstod. Mel. Bachet auf, ruft uns diesc. 124.obt den Herrn, o 8. Von der Auferstehung Jesu Christi. 93 heilig ist sein Tag! Er entriß ne preist. Frohlocke Gott, o des Todesbanden mit Macht Chrift! Sey heilig! heilig ist, sich, ist nun auferstanden, er, heilig, heilig Gott, unser Gott. der für uns im Grabe lag. der Herr, dein Gott, die Welt Sein ist Gewalt und Macht! ist seiner Ehre voll! Preist ihn, er hat's vollbracht! Preist den Sieger! Er hat's vollbracht, er, der die Macht 125. ob des Todes und des Lebens hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat måchtig unsern Tod bezwungen, von allen Strafen uns befreyt. Glaubt, ihr tiefgefallnen Sünder, so send ihr eures Bottes Kinder und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Christe, dir, ruhn in Friede die kurze Nacht, bis deine Macht, eh' du einst rich- Hand den Sieg behält. test, ruft: erwacht! 3. Ob uns Gráber gleich bedecken, wirst du doch unsern Etaub erwecken, der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergånglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir heilig ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig seyn. Sen gepriesen! denn dein Gericht erschreckt uns nicht, weil du, o unser Mittler, lebst. 4. Lob sey, Bater, deinem Namen! Gelobt sey Jesus! Amen! Amen. Gelobt sey Vater, Sohn und Geist! Christen, hallt des Himmels Lieder, so lang ihr Pilger seyd, hier wieder, bis ihr ihn selbst am ThroC. Ch. Sturm. Mel. Wachet auf, ruft uns die zc. obt den Höchsten! Jesus lebet! ers lös'te Menschen, o, erhebet des Welterlösers Majestät! Hört's, ihr Sünder, die ihr bebet, bebt nicht mehr; freut euch, Jesus lebet; Gott hat ihn aus dem Staub' erhöht. Seele, dein Gefang erschalle ihm zum Dank! ihm zur Ehre! Dich, großer Held, er hebt die Welt, weil deine 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide! Lobsinget ihm, und nehmt voll Freude am Siege Theil, den er erstritt. Seyd ihr gleich des Grabes Kinder; er ist des Todes Ueberwinder. Er herrscht, der für euch starb und litt. Was wollt ihr traurig seyn? Getrost könnt ihr euch freun! Jesus lebet in Ewigkeit, zu aller Zeit bleibt er zur Hülfe uns bereit. 3. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, verwes't der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum beffern Leben, sich aus des Todes Staub erheben, wenn Jesus den Entschlafnen ruft. Dann 94 8. Von der Auferstehung Jesu Christi. Dann wird das todte Feld| Des höhern Lebens Quelle! zu einer regen Welt; alles mein Schild in jeder Noth! lebet, so wie verneut zur Früh- Wo ist dein Sieg, o Hölle? lingszeit, sich alles regt und Wo ist dein Stachel, Tod? alles freut.les THIS 3. Des Felsen Grund erbebet, die Wächter flichn, das Grab ist leer. Der todt war, sieh! Er lebet! Er lebt; und stirbt hinfort nicht mehr. Die schwachen Jünger wanken; er stärkt die Wankenden. Sie sehn ihn, freun sich, danken dem Auferstandenen! Sie sehn empor ihn steigen, und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen von ihm bis in den Tod. 4. Auferstandner! welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einher gehn, die dein Fuß betrat! Unerforschte Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg erkämpfet hat. Einst sind sie unser Theil, einst krönet uns das Heil deines Lebens. Gelobt sey Gott! Auch noch im Tod' ist er und bleibet unser Gott. 4. Herr, deine Boten siegen, Mel. Nun lob', mein' Seel' 2c. von dir und deinem Geist geC. f. Neander. lehrt; die Gögentempel liegen; der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freutevoll ein Christ. Ihn bet' ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd' ihn ewig schauen, wenn er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen, er starb für mich und lebt. 126. obfinge meine Seele dem Welterlöser, bet' ihn an! Lobsing' ihm und erzähle, was dir zum Heil der Herr gethan! Er hat für dich gerungen, durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen und seiner Schrecken Heer; er hat des Grabes Grauen geschwächt, da er erstand. Nun läßt uns Gott einst schauen der Frommen Vaterland. 2. Froh führte seine Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand, belohnt mit Won 127.Mein Jesus lebt; mein ne, nach Heiland auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Gedanke, der im Leiden mit reichem Troft belebt! 25. Schmolk. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. oder: Dir, dir, Jehovah zc. ( Nach) Hillers Abkürzung.) sterben! Hier ist mein Haupt und triumphirt. Nun muß auch ich das Leben erben, weil Noth und Tod die Macht vers 8. Von der Auferstehung Jesu Christi. 95 verliert. Voll Hoffnung 2. Lebendig ging der Herr fürcht' ich mich nicht mehr! hervor, nahm jeden Feind geMein Jesus lebt, sein Grab fangen, schwang aus dem ist leer. Grabe sich empor, trug weg den Raub mit Prangen. Nichts hielt in seinem Sie geslauf, ihn, unsern Held und Heiland, auf, Ach! laßt uns ihn lobsingen! 3. Er ward getödtet, Jesus Christ; doch seht, er lebet wieder. Weil nun das Haupt ers standen ist, stehn wir auch. auf, die Glieder. Wer an den Welterlöser gläubt, der lebt, ob er gleich stirbt, und bleibt nicht in der Nacht des Todes. 2. Mein Jesus siegt; er hat bezwungen, was mir das Leben rauben kann. Er hat mir Heil und Sieg errungen, und ihm ist alles unterthan. Der Höllen Abgrund selbst erbebt, denn überall, schallt's: Jesus lebt! 3. Mein Jesus lebt! das Grab ist offen: so geh' ich freudig in die Gruft. Hier kann ich auch im Tode hoffen, daß mich sein Tod ins Leben ruft. Wie lieblich tönt die Stimme hier: Ich leb', und ihr lebt auch mit mir! 4. Mein Jesus ist und bleibt mein Leben! der Tod soll mir nicht schrecklich seyn. Ich will mich seinem Dienst ergeben, mich seiner Auferstehung freun, weil er auch mich zum Himmel hebt, so wahr er Jesus ist, und lebt. g. Backmeister, aber verbessert. Mel. Nun freut euch lieben c. 128. 4. Und wer durch wahre Herzensreu' von Sünden auf erstehet, ist von des Richters Strafe frey, der keiner sonst entgehet. Besieget ist des Todes Macht, das Leben an das Licht gebracht, und unvergånglich's Wesen. nun? Grab! wo ist dein Grauen? Was kann uns nun Verwesung thun? Wir werden Jesum schauen, der uns nach schwerem Kampf und Krieg gebracht hat Leben, Heil und Sieg durch seine Auferstehung. 5. Dies ist die große Seligkeit, der wir theilhaftig wers den. Heil, Segen, Ruh', Zufriedenheit, im Himmel und Tod! wo ist auf Erden. Hier sind wir dein Stachel still und hoffnungsvoll, daß unser Leib dort gleichen soll, des Herrn verklärtem Leibe. 6. Tod! wo ist dein Stachel nun? O Grab! wo ist dein Grauen? Was kann uns nun Verwesung thun? Wir werden Jesum schauen! Die Schrecken dunkler Grabesnacht 96 8. Von der Auferstehung Jesu Christi. nacht besiegen wir durch seine] 5. Starb er gleich, nach Got Macht. Ihm sey Lob, Preis tes Rath, am Kreuz für unfre und Ehre! Sünden, um durch diese edle That unser Heil zu gründen: blieb er doch im Tode nicht, ging, umstrahlt vom Himmelslicht, als Sieger aus der Gruft hervor. Hallelujah! 6. Sen uns heilig, hohes Fest! du bringst uns Glück und Wonne. Jesus, der das Grab verläßt, erfreut uns gleich der Sonne. Fliehet nun der Sünden Nacht, Be kenner Jesu, auf! erwacht! schickt euch zum zweyten Leben an! Hallelujah! 7. Gutes thun sey eure Pflicht, nichts muß euch daran hindern; Welt und Leidenschaft soll nicht den Trieb das zu vermindern. Jede böse Lust zu scheun, ein heilig Volk dem Herrn zu seyn: dazu verbindet uns dies Fest. Hallelujah! I. I. Heß. Mel. Christ lag in Todesb. 2c. Podt im Grabe 129.T lag der Herr, für uns dahin gegeben. Heil uns! auferweckt ist er, und bringt uns neues Leben. Laßt uns seines Sieg's uns freun, und ihm des Dankes Lieder weihn, der mächtig aus dem Grab' erstand. Hallelujah! 2. Unaufhaltsam müssen wir des Todes Beute werden, wallen kurze Zeit allhier, sind Pilger auf der Erden; aber unfres Leibes Staub wird doch nicht der Vernichtung Raub; nein, er lebt herrlich wieder auf. Hallelujah! 3. Jesus Christus hat's voll bracht, vollbracht durch seine Siege. Sein Tod nahm dem Tod' die Macht: wir freu'n uns seiner Siege, sind frey von des Grab's Gewalt, dem Tode bleibt nur die Geſtalt; 130. Triumph! Tris zerbrochen ist sein Stachel nun. Hallelujah! ¹4. Welch ein wunderbarer Krieg, als Tod und Leben rungen; als das Leben in dem Sieg den Tod zuletzt verschlungen! So ward, nach dem Wort' der Schrift: Chrifti Tod dem Tod' ein Gift; sein Auferstehn der Hölle Pest. Hallelujah! es kömmt mit Pracht der Sieges fürst heut' aus der Schlacht. Du, seines Reiches Unterthan, schau' heute sein Triumphsfest an! Triumph! Triumph! Triumph! Triumph! Victoria, und ewiges Hallelujah! 2. Vor Freuden Thal und Wald erklingt. Die Erde Laub und Blumen bringt; des Frühe Verbessert von J. C. F. Loßius. In eigner Melodie. 97 8. Von der Auferstehung Jesu Christi. Frühlings Schmuck, so schön, du schenken wirst uns deinen ſo neu, zeugt, daß ihr SchöpferSieger sey! Triumph! 2c. Frieden, welchen du uns brachtest aus des Grabes Ruh. Triumph 2c.irobich 3. Die Sonne, die in Trauerkleid gehüllt, den Herrn der Herrlichkeit betrauerte, erscheint in Pracht; die Schatten fliehn, es flieht die Nacht. Triumph! Triumph! zc. 4. Er, der sich gleich dem stillen Lamm dahin gab an des Kreuzesstamm, hin in den Tod, steht jetzt als Held, als Sieger auf: sing' ihm o Welt, Triumph! xc. 5. Wer ist, der so voll Herrs 131. Triumphrie aus dem blut'gen Streit? der seines Sieg's so freudig ist? Jauchzt ihm, dem Sieger, Jesu Christ! Triumph zc. 6. Nun ist die Herrlichkeit erkämpft, der Sünden Wuth und Gift gedämpft! des Lasters Fesseln sind entzwey; wir sind vom Fluch und Tode frey. Triumph ic. 7. Jauchzt, ihr Erlösten! Jesus lebt! Ihr aber, Höllenpforten, bebt! Das Reich des Todes schreckt uns nicht; als Christen wandein wir im Licht. Triumph zc. 8. Wir wandeln auf der Siegesbahn, die Jesus öffnete, hinan zur Herrlichkeit; der Siegeskranz erwartet uns im Himmelsglanz. Triumph ic. 9. Herr Jesu! wahrer Siegesfürst! wir glauben, daß 10. Triumph! Triumph! Dich ehren wir, und wollen durch dich kämpfen hier, daß wir als Reichsgenossen dort, dir folgen durch die SiegesPfort'! Triumph! Triumph! Triumph! Triumph! Victoria, und ewiges Hallelujah! Ch. Reimann, verbessert von C. F. Loßius. In eigner Melodie. Victo ria, und ewiges Hallelujah! Die Christen sind erlös't von Banden; ihr Herr und Trost ist auferstanden! Triumph! 2c. Der auferstandne Siegesheld hat Teufel, Welt und Tod gefällt, getilgt die Handschrift unsrer Sünden: jauchzt ihm, wir sind mit Gott versöhnt, er ist mit Ehr' und Ruhm gekrönt, lehrt uns den Weg zum Himmel finden! 2. Triumph! Triumph! Victoria, und ewiges Hallelujah! Die Christen find ere los't von Banden; ihr Herr und Trost ist auferstanden. Triumph! zc. Der Herr, der Weltverföhner, geht aus feinem Grab' mit Majestät; er ist durch Tod und Grab ge drungen, und ruft, zu unserm Trost und Ruh, uns seinen Auß 98 8. Von der Auferstehung Jesu Christi. " Auserwählten zu: der Tod ist| berwinder! Mein Lobgesang, in den Sieg verschlungen. mein heißer Dank erhebt sich ewig, Gott, zu dir! 3. Betet ihn, den Ueberwinder des Todes, betet ihn, ihr Sünder, in glaubensvoller Demuth an! Werft euch mit mir vor ihm nieder, die er errettet, meine Brüder, und rühmt's, was er an uns gethan! Glaubt alle, sein Gebot ist uns Befehl von Gott. Mitgenossen! er stritt' allein! Dringt mit ihm ein, in seinen Himmel ein vor Gott. 4. Wenn wir unsern Tod einst schmecken, wo sind dann alle seine Schrecken? Wo ist was er? Je= fus lebt: und unsre Glieder belebt des Siegers Allmacht wieder; auch unsre Gråber werden leer. Sein Eigenthum sind wir: die Seinen läßt er hier nicht im Staube. Er kommt und ruft: verlaßt die Gruft, steht auf Entschlaf'ne! folget mir. 3. Triumph! Triumph! Victoria, und ewiges Hallelujah! Die Christen sind er lost von Banden; ihr Herr und Trost ist auferstanden. Triumph! c. Wo ist dein Stachel nun, o Tod? Dein Sieg, o Hölle, wird ein Spott! Was hilft, ihr Feinde, euer Wüthen? Dank jep des Allerhöchsten Gnad', der uns schon hter gegeben hat, durch Jesum Christum, Heil und Frieden. 23. Münter. Mel. Wachet auf! rufe mus sc. er ist's, der mit unsne. te, verklärt, mit Sieg im Angefichte, aus jener Todes Höhle geht? Er ist's, o ihr Men schenkinder! Er ist's, der Todes- Ueberwinder, der siegreich auf dem Staube steht. Sein offnes Grab ist leer! Dort liegen um ihn her seine Feinde! Preis ihm und Dank! er, er bezwang den Tod, mit ihm des Abgrunds Heer.. 2. Sollt' ich nicht mit Danken kommen? Dir, du Erretter deiner Frommen, dir sollt' ich nicht mein Loblied weihn? Du hast bis zum Tod' gekâmpfet, und sterbend meinen Feind gedämpfet: dein Sieg, du Siegesfürst! ist mein. Lob, Preis und Dank sey dir! du halfft vom Tode mir, Ue5. Tag des Lebens! Tag der Wonne! an dem uns Todten Gottes Sonne hervorbricht nach der langen Nacht! O was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsterniß verschwinden, und plötzlich unser Aug' erwacht! Vollender! führe du uns diesem Tagezu, uns die deinen! Die Todesbahn gingst du voran: wir folgen dir und schauen dich. 9) Aufs 9) Aufs Fest der Himmelfahrt Jeſu. E. Albertus, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Nun freut euch, Gottes c. 133.A uf, Christen, auf und freuet euch! der Herr fährt auf zu seinem Reich. Er triumphirt; lobfinget ihm! lobsinget ihm mit lauter Stimm'! 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht; zerstört hat er des Todes Macht; er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gefront. sich der Herrlichkeit und Majestät, dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. 99 3. Sein sind die Völker aller Welt. Er herrscht als sieggewohnter Held; er herrscht, bis unter seinen Fuß der 11. Dann werden wir uns Feinde Heer sich beugen muß. ewig dein, du größter Men4. Er schütet seine Christen- schenfreund, erfreun; dann heit; er hålt sie bis in Ewig- singen wir von deinem Ruhm feit. Er ist ihr Haupt: lob- ein neues Lied im Heiligthum. finget ihm! lobsinget ihm mit J. Wegelin. froher Stimm'! Mel. Nun freut euch lieben ze. 6. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bey dir steht Kraft und Macht; und dein sind wir. Nimmst du dich unsrer hülfreich an, was ist, das uns noch fehlen kann? dem gibst du Theil am Segen, den du uns erwarbst, da du für uns am Kreuze starbst. 8. Wir freuen uns, nach dieser Seit, bey dir zu seyn in Ewigkeit. Nach treuvollbrachtem Pilgerlauf, nimmst du uns in den Himmel auf. 9. zieh' uns immer mehr zu dir; und laß mit eifriger Begier, uns suchen nur was droben ist, wo du, verklärter Heiland, bist! 5. Ja, Heiland, wir erheben 134.Nuf Chrifti Hima dich; melfahrt allein 7. In deiner Hand ist unser Heil. Wer an dich glaubt, 10. Dein Eingang in die Herrlichkeit stark uns in unfrer Prüfungszeit! daß wir dir leben, dir vertrau'n, bis wir dereinst dein Leben schau'n. ich meine Nachfahrt gründe, und allen 3weifel, Angst und Pein hiermit stets überwinde; denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glies der Jesus Christ, zur rechten Zeit, nachholen. 2. Weil er gezogen Himmel an, und große Gab' empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann sonst nirgends, ( 2 Ruh' 100 9. Aufs Fest der Himmelfahrt Jesu. Schatz gekommen hin, da ist auch stets mein Herz undSinn, in Hoffnung, hingerichtet. 3. Herr! laß auch diese Gnade mich von deiner Auffahrt spüren: daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren, und von dem Glauben dieser Zeit zum Schauen komm' in Ewigkeit, durch Jesum Christum, Amen. J. A. Cramer. Mel. Erschienen ist der herrt. 2c. 135.0 er du für uns gestorben bist, du fuhrst zum Himmel, Jesu Christ! wo du in Majestät nun thronst, und herrlich alle Frommen lohust. Gelobt fey Gott! 2. Daß du, o Mittler, Gottes Sohn, erhoben auf des Vaters Thron, auch uns ein ewig Glück verheiß'st, rühmt unser dankerfüllter Geist. Gelobt sey Gott! 3. Dir sind die Himmel unterthan, dich beten alle Engel an; du lebst und herrsch'st dem Vater gleich, und hast, wie er, ein ewig Reich. Gelobt sey Gott! 4. Der Sünder Heil haft du vollbracht; denn du bezwangst des Todes Macht, du, der zur Rechten Gottes sitzt, und segnet, tröstet und beschützt. Gelobt sey Gott! 5. Gesiegt hast du, und unser ist dein Sieg, erhöhter Jesu Christ! Wer ist's, der uns nun schaden kann? du nimmst dich deiner Brüder an. Ge-. lobt fey Gott! 6. Wohl dem, der fest auf dich vertraut, sein Heil auf deine Hülfe baut! der Sundenlust entsagen wir, dir, unserm Herrn, gehorchen wir! Gelobt sey Gott! 13 7. Du selbst bist unser höchstes Gut; denn du erwarbst uns durch dein Blut des Baters Gnad', und gabst den Geist, der uns belehrt und unterweist. Gelobt sey Gott! 8. Du leitest uns, und unser ist dein Reich, dein Himmel, Jesu Christ! nun werden wir, auf immer dein, uns deis ner Liebe ewig freun. Gelobt fey Gott! 9. Uns Arme hast du nicht verschmåht, haft uns erlös't und bist erhöht; noch liebst du uns auf deinem Thron, uns, deine Brüder, Gottes Sohn! Erhör' uns Gott! 10. Erhalt' uns deine Lehre, gib zu allem Guten Kraft und Trieb! gib in Versuchung Festigkeit, im Leiden Muth und Freudigkeit! Erhör' uns Gott! 11. Du kommst einst wieder zum Gericht: erbarme dich, verstoß uns nicht! Laß uns zu deiner Rechten stehn, laß 9. Aufs Fest der Himmelfahrt Jesu. 101 S. Erlöser, dir sey Preis und Dank für dieser Hoffnung Werth! Dir weih' ich Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. höhern Lobgesang, wenn mich C. Grot. 136.& r schwinget fich, dein Urm verklärt. mit Glanz und Pracht, durch alle Wolken yin, zum größern Schauplatz 137.sten dem Herrn! C. S. Gellert. In eiguer Melodie. auchzt ihr Erldseiner Macht begleiten Engel ihn. Ind 2. Er, den die Welt verkannt, verschmäht, den Gott so hoch erhob, sein Sohn herrscht jetzt in Majestát, ihm jauchzt der Himmel Lob. Er hat sein Werk vollendet; deß müsse sich der Erdkreis freun! Er fährt verklåret hinauf zu dem, der ihn gesendet, und nimmt den Thron des Himmels ein. dit 3. Er hat die Welt mit Gott 2. Der Herr, nachdem er versöhnt, und ew'ges Heil ge=| das Heil und unvergånglich bracht; mit Preis hat Gott ihn nun gekrönt, und sein ist alle Macht. Leben auf Erden an das Licht gebracht, den Weg zu Gott uns gelehrt, sich selbst für uns gegeben, fährt auf zur Rechten seiner Macht. 3. Sein, sein ist alle Gewalt im Himmel und auf Erden, und uns hat er das Heil verdient. Wer sein Wort glaubet und hält, soll nicht verloren werden; er hat die Welt mit Gott vérsühnt.in laß deine Herrlichkeit uns sehn! Erhör' uns Gott! 4. Verehr' ihn ewig, o mein Geist, mit Sinn und Wort und That, ihn, der den Weg zu Gott dir weist, und dich erlöſet hat. 5. Auch dich will er zu sich erhöhn, bleibt ihm dein Herz geweiht, du sollst ihn, dir zur Wonne, fehn in seiner Herrlichkeit. Fun 6. Welch hohes Gut, mir viel mehr werth, als alles Erdenglück. Nun zag' ich, was mich auch beschwert, nicht einen Augenblick. 7. Mir öffnet einst der Himmel fich; dann ist mein Leid entflohn; und Freudenfülle strömt auf mich von meines Jefu Chron. 4. Hoch, über alle Vernunft, besiegt' er ihr Verderben; und seine Liebe ruhte nie, ein unvergångliches Glück den Menschen zu erwerben; er heiligte sich selbst für sie. 5. Jauchzt, ihr Gerechten, dem Herrn, und preiset seinen Namen! Ihm danken, das ist unsre Pflicht. Wir sind glücks selig in ihm. Sein Wort ist Ja 102 9. Aufs Fest der Himmelfahrt Jesu. Ja und Amen, und Gott ist| Volk der Christenheit! Er sitzt unsre Zuversicht. zur Rechten des Herrn, er les bet und regieret, von Ewigs feit zu Ewigkeit. 6. Preis't, ihr Erlös'ten, den Herrn, und rühmet all' ihr Frommen! Er fährt gen Himmel als ein Held. In Wolfen fährt er hinauf: ſo wird 138.großem Schalle, f. G. Klopstod. Wel. Wachet auf! ruft uns 2c, auchzetGott mit er wieder kommen, ein Herr und Richter aller Welt. 7. Dies ist des Glaubigen Trost, verklärt ihn einst zu schauen, und seiner Liebe sich der ganze Weltkreis wiederhalle, und jauchz' ihm! Unser Herr fährt auf! Wir, im Staub' anbetend, sehen dem zu freun. Dies ist des Glau- Sieger nach, und zu den Hdbigen Pflicht, ihm ewig zu vertrauen, und sich durch Cugend ihm zu weih'n. hen, die er für uns verließ, hinauf. O Jesu Christe, dir, dir, Christe, folgen wir, Hallelujah! Nicht zum Gericht, zum Erb' im Licht, führst du uns vor sein Angesicht. 8. Wer des Erlösers sich schámt, deß wird auch er sich schamen; den wird er ehren, der ihn ehrt. Laß uns das Leben von dir und Gnad' um Gnade nehmen, Herr, dessen Herrschaft cwig währt! 9. ch bin ein irrendes Schaf: du weisest mich zurechte, und leitest mich nach deinem Rath; machst mich vom Knechte der Welt zu einem deiner Knechte, und til gest meine Missethat. 10. Was ist die Hoheit der Welt? Sie rührt den Christen wenig; du kleidest ihn mit Ruhm und Pracht. Was ist die Hoheit der Welt? zum Priester und zum König bin ich 139. Mit it lautem durch dich vor Gott gemacht. 11. Dank sey dem Heiland der Welt! Er hat sein Werk vollführet! Frohlock' ihm, Schall frohlocken wir: der Herr ist aufgefahren. Wir sind zwar noch im Elend hier, und unter 2. Jesus, du wirst wieder kommen. Ach, laß uns, Herr, doch mit den Frommen, verklärt zu deiner Rechten stehn. Wenn dereinst die Sünder beben, dann dürfen wir das Haupt erheben; wann sie zu ihrer Strafe gehn, dann schenkst du, Gottes Sohn, den Frommen ihren Lohn, Hosianna! zur Seligkeit mach' uns bereit, durch Glauben und Gerechtigkeit. J. Zwick, verbessert von J. A. Schlegel. Wel. Auf diesen Tag bedenken ic. 9. Aufs Fest der Himmelfahrt Jesu. 103 ter viel Gefahren; doch drum| O Gott! schenk' uns solch Lesinkt unser Muth nicht hin; ben. Hallelujah! 25. Münter. durch Jesum wissen wir, wohin uns unsre Wallfahrt führe. Mel. Wacher auf! ruft uns 2c. Hallelujah! 2. Das Leben ist ans Licht 140.1eber aller Him gebracht: der Himmel steht uns offen! Ihn schloß uns auf mit großer Pracht der Herr, auf den wir hoffen. Er hebt uns einst zu sich empor; doch will er, daß wir hier zuvor auf seinem Pfade wandeln. Hallelujah! mel Heere, ers hebst du dich zum Thron der Eore, du Mittler unsrer Seligkeit. Hin zu dem, der dich gesendet, gehst du, da hier dein Werk vollendet, mit göttlicher Zufriedenheit. Du hast die Sünderwelt mit deinem Licht erbellt. Preis und Ehre sey, Jesu, dir! froh sehen wir dir nach in deine Herrlichkeit. 3. Wer den nicht geht, wird nimmermehr dort seines Heils genießen. Wer ihm nicht folgt, dem wird auch er den Himmel einst verschließen. Wer wünscht, im Himmel einzugehn, der laß in seinen Thaten sehn, sein Wandel sey im Himmel. Hallelujah! 4. Uns kommt es zu, daß wir der Welt uns immer mehr entwöhnen; stets lieben, was dem Herrn gefällt; zu ihm hinauf uns sehnen. Vollbringen wir so unsern Lauf, so nimmt der Herr uns gnädig auf ins Reich der ew'gen Freuden. Hallelujah! 5. O Tag, an hoher Wonne reich, wann wirst du uns erscheinen? Du machest uns den Engeln gleich, und stillest Leid und Weinen. O wohl uns, wenn in Ewigkeit, uns nun das höchste Gut erfreut! 2. Deines Baters Gnadenwillen auf Erden völlig zu er füllen, warst du gehorsam bis zum Tod'. Siye, Sohn, auf meinem Throne! dir geb' ich meine Welt zum Lohne, und meine Herrlichkeit, sprach Gott. Wie herrlich ist dein Lohn! Erhöhter Gottes Sohn! Ihr, ihr Frommen, folgt treu ihm nach, durch Streit und Schmach! Gott, dem ihr dient, belohnt als Gott. 3. Deine traurenden Erlös'ten, o Herr, zu stärken und zu trösten, kam über sie von dir dein Geist. Er ist's, der auch uns im Leiden mit Trost erfüllt, und zu den Freuden der bessern Welt den Weg uns weis't. Er leis tet uns die Bahn, auf der dich wandeln sah'n deine Freun 104 9. Aufs Fest der Himmelfahrt Jesu. Freunde. Auch wir empfahn,[ als Menschensohn. Du schämst auf dieser Bahn, dereinst, wie auch da dich unster nicht, und du, die Kron' am Ziel. bleibest unsre Zuversicht in Ewigkeit. 4. Uns die Stätte zu bereiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran ins Vaterland. Herrlich wirst du wieder kommen, und zu dir alle deine Frommen verfammlen in dies Vaterland. Erkauft hast du uns Gott und die durch deinen Tod. Wo du lebest, und Gott mit dir, da sollen wir auch mit dir leben ewiglich. 5. Welch ein Jubel wird es werden, wenn wir dich wieder sehn auf Erden, in aller Majestät des Herrn! Das wird seyn ein Tag des Lebens für uns, und nicht ein Tag des Bebens. Dann schaun wir dich nicht mehr von fern; dann sehn wir, hoch erfreut, ganz deine Herrlichkeit. Welterlöser! dann führest du der Wonn' uns zu, die bey dir ist in Ewigkeit. 3. Dein ist die Macht; dein ist das Reich. Wer ist an Majestát dir gleich? Mensch, Engel, jede Creatur ist dein, Beherrscher der Natur! Gelobt feyst du! jun 4. Umsonst, umsonst emporen sich, Herr, deine Hasser wider dich: dein Thron steht fest und wanket nicht, wenn gleich der Frevler widerspricht. Gelobt seyst du! 5. Du, unser triumphirend Haupt, wie selig ist, wer an dich glaubt! du bist sein Licht, sein Trost, sein Theil, sein starker Schutz, sein ew'ges Heil. Gelobt seyft du! 6. Herr, unsre Herzen trau'n auf dich. Dein freuet unfre Seele sich. Du, der du huldreich an uns denkst, und gern uns deinen Segen schenkst, bist unser Trost. . Selnecker, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Ist dieser nicht des c. 7. Was uns beglückt, ist dir bekannt, und alles ist in deiner Hand. Von keinem dei141.Wir freuen uns, ner Freunde fern, bemerkst du sie, hilft ihnen gern, Erbarmender! Herr Jesu Christ, daß du erhöh't gen Himmel bist. D, du, den unfer Loblied preist, stårk' auch im Glauben unsern Geist, der auf dich hofft. 2. Du fizest auf der Himtel Thron, als unser Freund, 8. Blick auch auf uns mit Freundlichkeit vom Throne deiner Herrlichkeit. Hilf unserm schwachen Glauben auf, und króne unsern Lebenslauf mit deinem Heil. 9. Gen 10. Auf das heilige Pfingstfest. 105 10. Dann triumphirt der Glaub' an dich; dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jesu Christ! Dir, der du unser Heiland 9. Gen Himmel fährst du auf als Held. Als Herr und Richter aller Welt wird dich dereinst der Erdkreis sehn. Hilf, daß wir dann vor dir bestehn, und dein uns freun! bist, sey ewig Preis! 10) Auf das heilige Pfingstfest. B. Helder, verbessert von denen, die dich bitten, giebest, C. F. Loßius.. ja uns um ihn bitten heiß'st; Mel. Herr Gott, dich loben zc. demuthsvoll fleh' ich zu dir: 142. Dein'n Trost, Vater! send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe! H Herr Christe, pflanz'du fort: wer glaubt und hält dein göttlich Wort, der soll gerecht und selig seyn, und sich des ew'gen Lebens freun. 2. Allein, zur Glaubens- 3uversicht gebricht's uns oft an Kraft und Licht, und in dem Kampf derLeidenschaft, fehlt's uns an Stárke, Muth und Kraft. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, und mein Herz bleibt dir entrissen, und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe, und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich fann ich nicht erkennen, Jesu! noch mit áchter Treu, meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bey. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre. 3. Drum sende du uns deinen Geist, den du den Deinigen verheiß'st, der uns erfüll' mit seiner Gnad', und leite auf den rechten Pfad. 4. Daß wir, gestärkt in deinem Licht, vom rechten Glauben weichen nicht, und einst, wann unser Lauf sich schließt, hinkommen, wo du Jesu bist. D. Bruhn. Mel. Werde munter, mein sc. du uns 4. Ew'ge Quelle wahrer Güter, hochgelobter Gottes als du menschliche Ge143. Bater liebeft, müther besserst und mit Frost treuer Gott, und deinen Geist erfreust! nach dir, Herr, verlangt 106 10. Auf das heilige Pfingstfest. langt auch mich; ich ergebe nicht an Trost und Stärkung mich an dich. Mache mich fehlen. zu Gottes Preise, heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heil'gen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles: dge lieben; daß ich mit getrostem Muth' seiner Vaterhuld mich freu', als sein Kind die Sünde scheu', stets vor seinen Augen wandle, und rechtschaffen denk' und handle. 7. Lehre mich, mich selber kennen, die verborgnen Fehler sehn, sie voll Demuth Gott bekennen, und ihn um Vergebung flehn. Mache tåglich Ernst und Treu, sie zu bessern in mir neu; zu dem Heiligungs- Geschäfte, gib mir immer neue Kräfte. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O, so setze durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein sel'ges Ende herrlich sich ar mir vollende! 6. Geist des Friedens und der Liebe! bilde mich nach 144.er heilge Gift deinem daß Lieb' und Sanftmuth übe, freundlich und versöhnlich bin. Kann ich ie ein Friedens= Band knüpfen, knüpf' es meine Hand; zur Erleicht'rung der Beschwerden, hilf mir jedem nüglich werden. vom Himmel kam, mit Brausen jenes Haus einnahm, wo Jesu Jünger lehrten und tausende bekehrten. Tag voll Seligkeit, dir sey dies Fest geweiht! Wohl uns, daß Gottes- Geist noch kraftig sich beweis't, durch Jesu Wort. Geist von Gott! Geist von Gott! Geist von Gott! Du stärkest uns in je der Noth. Hallelujah! 2. Die Jünger scheuen keine Müh'; in fremden Sprachen lehren sie die großen Thaten Gottes, und achten nicht des Spottes. O Tag voll Seligkeit, dir sey dies Fest geweiht! Wohl uns, daß Gottes Geist noch kräftig sich beweis't durch Jesu Wort. Geist von Gott! Geist von Gott! Geist von Gott! Wir fürchten nicht des Frevlers Spott. Hallelujah! 3. So 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mein Herz mit Zittern hegt; wann mein Aug' in Nöthen weint und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen 2. elmbold, verbessert von C. J. Segelbach. In eigner Melodie. 10. Auf das heilige Pfingstfest. 107 3. So pflanzen sie das Chri-| 3. Umsonst, daß wilder Eistenthum, die Götzen- Tempel fer tobt und schäumt auf stürzen um, da sich die Schaa- Blutgerüsten: gelobt seyst du, ren, mehren, die Gott als Ba- mein Gott, gelobt, es siegt die ter ehren. Tag voll Selig- Treu' der Christen! dein Geist, keit, dir sey dies Fest geweiht! o Vater, stárkte sie; sie litten Wohl uns, daß Gottes Geist und erlagen nie in Martern noch kräftig sich beweis't, durch und im Tode; sie blieben ihJesu Wort. Geist von Gott! rem Herrn getreu, bekannten Geist von Gott! Geist von seine Lehre frey, und priesen Gott! Du giebst uns Kraft ihn im Tode.i und Muth im Tod. Halle- 4. Noch jetzt bist du der Geist lujah! der Kraft, noch jetzt der Men3. C. Lavater.schen Lehrer, der Jesu treue Met. Ein Lämmtein geht und ic. Junger schafft, in aller Welt Verehrer. In Sündern wirkst du Reu' und Leid, in Frommen Seelen- Trost und Freud' und Muth im Kampf der Sünden; in bangen Stunden schenkest du, so wie im Tode, Seelenruh, und lehrst ihn überwinden. 145.0 ir, Vater, dankt mein Herz und singt, daß du den Sohn gegeben, den Sohn, der Heil uns Sundern bringt und unvergånglich's Leben. Ich danke dir, daß du den Geist, der uns der Finsterniß entreißt, zur Erde hast gesendet. Der Geist der Wahrheit kam herab, der deinen Boten Stärke gab, daß sie dein Werk voll5. Des Vaters und des Sohnes Geist, du Quelle heil'ger Triebe, den Jesus Betenden verheißt von Gottes Vaterliebe! gib über meine Sünden Schmerz, und Muth zum Glauben in mein Herz; hilf mir mit Andacht beten; in trüben Stunden tröste mich, und deine Hülfe zeige sich mir einst in Todesndthen. endet. 2. Erfüllt von seiner Wunderkraft gehn sie, die Welt zu lehren; der Geist, der neue Herzen schafft, hilft ihnen sie bekehren. Der ganze ErdFreis hört erfreut die Botschaft unsrer Seligkeit; Vernunft und Wahrheit siegen; die E. Liebich. Mel. Warum sollt' ich mich zc. Blindheit und das Laſter 146.eift des Baters, wo man die Thaten komm hernieGottes sieht, muß beydes un- der, sey nicht fern, Geist des terliegen. Herrn, segne Jeju Glieder! Gibst 108 10. Auf das heilige Pfingstfest. Gibst du uns nicht Licht und zem Leiden, Gott den Geist Stärke: so gebricht Kraft scheiden heißt, uns zu Himund Licht uns zum Heil'- melsfreuden! firs gungs- Werke. ben G. Soffmann, verbessert von J. S. Diterich. 2. Herr, wir fallen dir zu Fuße! leite doch heute noch Mel. Werde munter, mein sc. uns zur wahren Buße! Nette 147.Sei eist vom Bater und vom Sohdu uns vom Verderben; schenk' uns Licht, laß uns nicht unbußfertig sterben. 3. Lehr' auf Jesum uns vertrauen, in der Noth seinen Tod glaubensvoll anschauen. Wenn das Auge reuvoll thránet, rufe du dann uns zu: ihr feyd Gott versöhnet. ne! der du unser Tröster bist, und von unsers Gottes Throne, hülfreich auf uns Schwache siebst: stehe du mir máchtig ben, daß ich Gott ergeben sey: o so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden. 4. Geist der Weisheit, gib uns allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen; lehr' uns freudig vor Gott treten; steh' uns bey und verleih', daß wir herzlich beten. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir seyn; wenn ich bange Zweifel hege, deine Wahrheit mich erfreun. Lenke kraftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlseyn hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd' ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Tries be, daß ich über alles treu meinen Gott und Vater liebe, daß mir nichts so wichtig sey, als in seiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu erhöhn, seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. 6. Laß uns nach dem Himmel streben; schenk' uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben! Gib, daß wir nicht stille stehen, treib uns an, froh die Bahn, die du zeigst, zu gehen. 7. Sey in Schwachheit unfre Stüke, steh' uns bey, mach' uns treu in der PrüfungsHite. Führe, wenn nach kur-| mein Herz, daß ich unter 4. Stärke mich, so oft zur Sünde mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde; hab' ich irgend mich geirrt: o, so lenke du Reu' 5. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen; gib uns Muth, jede Glut böjer Lust zu dâmpfen. Laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Ungst und Noth, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. 10. Auf das heilige Pfingstfest. 109 Reu' und Schmerz, mich vor benspfade leiten, daß unsre Gott voll Demuth beuge, und Füße nicht gleiten. Treib mein Herz zur Beßrung neige. fern von uns des Irrthums 5. Reize mich, mit Flein Nacht, laß siegen deiner Wahrund Beten, wenn mir Hülfe beit macht; daß Jeſus Christ nöthig ist, hin vor Gottes der ganzen Erde bekannt und Thron zu treten; gib, daß ich angeberet werde. O hilf daauf Jesum Christ, als auf zu, o hilf dazu! meinen Mittler, schau', und auf ihn die Hoffnung bau', Gnad' um Gnad', auf mein Verlangen, von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bey, daß auch ich alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sey. Gib mir ein gelaßnes Herz; laß mich selbst im Todesschmerz, bis zum frohen Ueberwinden, deines Trostes Kraft empfinden. G. Funke. 3. Laß, freudiger Geist, voll Bertraun, in Noth auf deine Hülf' uns schaun. Lehr' uns, wenn wir zum Bater treten, mit froher Suversicht beten! Mach' uns durch deine Kraft bereit zum Sterben und zur Ewigkeit! daß wir mit frohem Muthe ringen, zu dir durch Tod und Leben dringen. Erhöre uns, erhöre uns. 2. Du heiliges Licht, starker Hort! laß uns der Wahrheit helles Wort auf dieses LeM. Luther. In eigner Melodie. 149. Domm, heiliger Geist, Herre Mel Komm, heil. Geist, Herre zc. Gott! Erfüll' mit deiner Gnaunser den deiner 148. bet, Geist des Herz, Muth und Sinn; dein' Herrn! Du hörst der Menschen Flehen gern. Wir wollen unser Herz dir geben: o, lehre heilig uns leben! rúst' uns mit Stárke, Muth und Kraft, du, der das Gute in brünstig' Lieb' entzünd' in ihn'n. O Herr, durch deines Lichtes Glanz zu dem Glauben versammlet ganz, das Bolk aus aller Welt Zungen, das sey dir, Herr, zu Lob gesununs schafft, daß nicht die Lok- gen, Hallelujah, Hallelujah! kungen der Sünden durch ihre Macht uns überwinden. Wir trau'n auf dich, wir. trau'n auf dich! 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort, und lehr' uns Gott recht erkennen, von Her zen Vater ihn nennen; oHerr! behüt' für fremder Lehr', daß wir nicht Meister suchen mehr, denn 110 10. Auf das heilige Pfingstfest. denn Jesum Christ, mit rech-| 4. Laß uns stets dein Zeugtem Glauben, und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Hallelujah, Hallelujah! niß haben, daß wir Gottes Kinder sind; stärke uns mit deinen Gaben, wenn sich Trubsal für uns sind't; lehr' uns, daß des Vaters Zucht einzig unser Bestes ſucht. 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, nun hilf uns fröhlich und getrost in deinem Dienst beständig bleiben, die Trubsal uns nicht abtreiben. Herr, durch dein' Kraft uns bereit, und stark' des Fleisches Blddigkeit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Hallelujah! Hallelujah! Joach. Neander, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Gott des Himmels und zc. 150. Domm, o komm, du Geist des Le bens! Hilf uns Schwachen mächtig auf! Wir bemüh'n uns sonst vergebens, hier in unserm Pilgerlauf, um das Heil, das Gottes Rath, für uns ausersehen hat. 2. Gib in unser aller Seelen Weisheit und Entschlossenheit; daß wir anders nichts erwählen, als was uns dein Wort gebeut. Step' mit deinem Licht uns bey, und mach' uns vom Irrthum frey. 3. 3eig uns selbst die rechten Stege zu der wahren Wohlfahrt an; raume alles aus dem Wege, was daran uns hindern kann; wirke Reue nach der That, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 5. Treib uns, daß wir zu ihm treten kindlich und mit Freudigkeit, nur nach seinem Willen beten, im Vertrauen allezeit: so erhöret Gott uns gern; so ist Hülfe uns nicht fern. 6. Wird uns auch um Hülfe bange, seufzt das Herz voll Traurigkeit: ach mein Gott, mein Gott, wie lange? o so wende unser Leid; sprich der Seele tröstlich zu, gib ihr Muth, Geduld und Ruh. 7. O! du Geist der Kraft und Stärke! der in uns das Gute schafft, fördre in uns deine Werke, und im Kampfe gib uns Kraft, wenn Versuchung auf uns dringt, daß uns dann der Sieg gelingt. 8. Ja, bewahr' uns unsern Glauben, daß Verfolgung, Schmach und Spott niemals ihn uns möge rauben. Du bist unser Schutz, o Gott. Wird das Herz auch zweifelhaft, o so schenk' ihm neue Kraft. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, o so steh' mit Trost uns bey; gib daß uns als Gottes Erben jene Herrlichfeit 111 10. Auf das heilige Pfingstfest. keit erfreu', die uns unser ster, Gottes Geist! Einst sinGott bestimmt, und die nie gen wir vor deinem Thron ein Ende nimmt... ein Lied, das würdiger dich preist. M. Luther, verbessert von C. F. Neander. Mel. Komm, Gott Schöpfer 2c. 151. Gottes guter Domm zu uns, Geist, schaff' deiner Menschen Herzen neu. Du kennest was uns fehlt, und weißt, wie jeglichem zu helfen sey. 2. Du, Geist der Weisheit, leite du uns zu der Wahl des besten Theils. Dem Himmel führ' uns alle zu, du Führer auf der Bahn des Heils. 3. Uns straile deiner Wahrheit Licht! Gib wahre Lieb' in unser Herz, zum Vater frohe Zuversicht, zur Tugend Kraft und Troft im Schmerz. 4. Des Lebens Wort, das Gottes Sohn vom Himmel uns herab gebracht, erleuchte jede Nation, durch deiner Leitung sanfte Macht. Bund 5. Vereine deine Christenheit, durch deines sel'gen FriedensBand; lenk' ihrGemüth, schon in der Zeit, stets auf das ew'ge Vaterland. 6. Gott, unsern Gott, und Jesum Christ recht kennen, dieses ist die Quell', aus wel cher ew'ge Wonne fließt: mach diese Kenntniß in uns hell. 7. Lob sey dem Bater, Lob dem Sohn! Lob dir, o TroM. G. Heine. Mel. Wo Gott der Herr nicht ic. oder: Der Herr ist mein getr. sc. 152. Laß, Bater, deinen mich allezeit regieren, daß ich zu dem, was Unrecht heißt, mich lasse nicht verführen, der Sünden Reizung widersteh', und stets auf deinen Willen seh, darnach allein zu hantdeln. 2. Ob böse Lust auch hier und dort mich anficht, weil ich lebe: so hilf mir, daß ich ihr so fort im Anfang widers strebe; und daß ich ja vergesse nicht die Todesstunde, das Gericht, den Himmel und die Hölle. 3. Gib, daß ich denke jederzeit an diese letzten Dinge, und dadurch alle Sündenfreud' aus meinem Herzen bringe; damit ich dich mein Lebelang verehre ohne Furcht und Zwang, mit willigem Gehorsam. 4. D, stårke mich dazu mit Kraft: so wird es mir gelingen; hilf jede böse Leidens schaft des Herzens mir bezwingen. Steh' mir in dies sem Kampfe bey, daß ich dazu stets wacker sey, und immer überwinde. F. C. 112 10. Auf das heilige Pfingstfest. unbefleckt und frey von allen bösen Lüften sey! mid- se 2. Ich falle dir, mein Gott, zu Fuße, mich mache Christi 153. rein; laß redlich meines Herzens Buße, und ernstlich meinen Glauben seyn! So mache mich zur Reinigkeit des Lebens fertig und bereit.dai JO 3. Dein guter Geist, o Gott, regiere mein ganzes Herz, und stehe mir in meiner Schwachheit bey, und führe mich von der Eitelkeit zu dir! Gib eis nen Geist, der dir getreu, und willig zu gehorchen sey.st 4. Berwirf mich, wegen meis ner Werke von deinem Ungesichte nicht! Zu guten Wers ken gib mir Stárke, zur Wahl des Besten, Luft und Licht! Laß in der Gnade mich bestehn, um einst zum Himmel einzugehn! F. C. Neander. Mel. Nun sich der Tag 2c. oder: Lobt Gott, ihr Christen ze. icht um ein der Zeit, ich fleh' um deinen Geist, Gott, den zu meiner Seligkeit, dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Vater Lehr' er mich; die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich. 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit; gern thun was dir gefällt, wirkt edlere 3ufriedenheit, als alles Glück der Welt. 4. Alsdann hab' ich Vertraun zu dir; dann schenket felbst der Geist das freudige Bewußtseyn mir, daß du mir gnädig fenst. 5. Er leite mich zur Wahrheit bin, zur Tugend stárk er mich; beweise, wann ich traurig bin, auch mir als Tröster sich. 6. Er schaff' in mir ein rei- Glaubens nie von mir, und stårke mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand für und für! So leite durch die Pilgerzeit, mich aus der Welt zur Seligkeit! M. Schirmer, verbessert von J. S. Diterich. uns Mel. Wie schon leuchtet der zc. 155. heil ger Geist, ein. und laß uns deine Wohnung seyn! Komm, Beistand! uns'ret nes Herz, versiegle deine Huld, und er bewaffne mich im Schmerz mit Muth und mit Geduld. Mel. Wer nur den lieben Gott ze. oder: in eigner Melodie. großer Gott, 154.se ſen, du hast nur reine Herzen dir zu deiner erlesen: ach schaff' ein reines Herz in mir, ein Herz, das 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, den Geist des 10. Auf das heilige Pfingstfest. 113 uns'rer Seelen! Laß deiner 5. Erhalte bey uns immer Wahrheit hellen Schein in fort den Glauben an dein götte unsern Herzen kräftig seyn, lich Wort. Nichts müss' uns und zeig uns, wo wir fehlen; von ihm trennen. Gib, daß daß wir, schon hier, Gott er- wir ihn von Herzensgrund geben, ruhig leben, und im mit Thaten so, wie mit dem Sterben einst vollkommnes Mund, vor aller Welt bekenGlück ererben. nen. Jesum Christum, ohn' Aufhören, recht zu ehren, mach uns tüchtig, und sein Heil uns werth und wichtig. 6. Nimm alle Härte von uns hin; erfülle uns nach deinem Sinn, mit wahrer Menschenliebe; daß unser Herz mit Huld und Treu' stets zugethan dem Nächsten sey, und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe! Fried' und Liebe woll'st du geben, daß wir froh und ruhig leben. 7. Gib, daß in wahrer Hei ligkeit wir führen unsre Lebenszeit; sey unfres Geistes Stärke! Laß uns stets bleiben unbewußt die Eitelkeit der Sinnen Lust und ihre schndden Werke. Rühre, führe unsre Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. 2. Du Quell, woraus die Weisheit fließt, die uns zum Heil so nöthig ist, o schenk' aus deiner Fülle uns so viel Einsicht und Verstand, daß heilsam von uns werd' er kannt des Höchsten gnåd'ger Wille. Ja, gib den Trieb unsern Seelen, nur zu wahlen und zu üben, was er uns hat vorgeschrieben. 3. Steh' uns stets bey mit deinem Rath, und führ' uns auf den rechten Pfad des Heils, den wir nicht wissen; verleih' uns Willigkeit, daß wir dir treulich folgen, wenn wir hier auch darum leiden müssen. Drückt Last uns fast muthlos nieder, laß uns wieder Trost empfinden, und die Tribsal überwinden. 4. Stárk' uns durch deines Trostes Kraft zum Kampf mit jeder Leidenschaft, darüber Herr zu werden. Und sind wir Mel. O Jesutein süß, o Jeful. 2c. wo dem Falle nah)', so sey mit 156. heiliger Geift, deiner da, erheb' uns o Gott! von der Erden. Neue Treue Du werther Tröster in der gib mir Schwachen; du kannst Noth! Du kommst, gesandt machen, daß wir siegen, und vom Himmelsthron, im Kampf nicht unterliegen. Gott dem Vater und dem Sohn. von H Verbessert von C. M. f. Gebhard. 114 10. Auf das heilige Pfingstfest. Sohn. O heiliger Geist, oheben. Du bist mein Lehrer heiliger Gott! 10 und mein Gott; du gibst mir 2. O heiliger Geist, o heili- Freudigkeit im Tod', regierst ger Gott! Wir preisen dich, auch hier im Leben. Was gut Herr Bebaoth! Zur Welter- und löblich ist an mir, Geist leuchtung fandtest du Apostel, Gottes, das verdank' ich dir. und gabst Kraft dazu. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 3. O heiliger Geist, o heiliger Gott! lehr' uns dein góttliches Gebot; durch deines Wortes Licht und Kraft mach' glaubig uns und tugendhaft. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 4. Oheiliger Geist, o heiliger Gott! schenk' deinen Beistand bis in Tod; befrey' uns von der Sünden Macht, und von des Aberglaubens Nacht, o heiliger Geist, o heiliger Gott! 5. O heiliger Geist, o heiliger Gott! Ach laß uns, wenn Versuchung droht, nicht weichen von der Tugendbahn, vielmehr treib' uns zum Guten an, o heiliger Geist, o heiliger Gott! 6. O heiliger Geist, o heiliger Gott! Erhalt uns treu in jeder Noth. Im Tode laß uns engelrein, der Seligkeit ganz würdig seyn, o heiliger Geist, o heiliger Gott! J. Rist, verbessert von J. P. Uz. Met. Ewigkeit, du Donnerw. 157. beiliger und guter Geist, der uns den Weg zum Himmel weis't, dich soll mein Herz er2. Als unser Heiland, Gottes Sohn, ging von der Welt zu Gottes Thron, kamst du zu seinen Beugen; und mit dir kam der Liebe Gluth, mit dir kam Kraft und Heldenmuth, die Welt zu überzeugen! Groß war die Erndte, schwer die Müh', doch, Mächtigster! du stårktest sie. 3. Da that der Ungelehrten Mund die größten Thaten Gottes kund, und lehrte Jesu Lehren. Da wurden GößenTempel leer, da stürzt' der falschen Götter Heer, sammt Opfer und Altåren. Unüberwindlich war ihr Muth: und schwiegen sie, so sprach ihr Blut. 4. Wie Gottes Blite ging ihr Wort bis an der Erde Gränzen fort. Die Nacht wich vor dem Lichte! Ihn bes teten die Heiden an, von dem wir einst die Kron' empfahn, wenn er kommt zum Gerichte. Zu ihrem Heil, zu Jesu Ruhm, schufst du die Welt, Geist, Schöpfer, um. 5. Die Kirche pflanztest du, und ist wird sie durch dich vermehrt, beschüßt; durch dich wird sie bestehen. Es mögen ihre 10. Auf das heilige Pfingstfest. 115 ihre Feinde drohn, fest bleibt| Gott geweiht, anbetungs sie stehn, wie Jesu Thron; würd'ger Geist! den, auf des sie kann nicht untergehen, da Jesus Christ ihr Stifter ist, und du ihr treuer Beistand bist. 6. Wohl allen denen, welche sich dir übergeben, und durch dich zum Himmel führen las sen! Du lehrest fie des Glaubens Kraft, stärkst sie auf ihrer Pilgerschaft, lehrst sie die Sünde hassen; sie sind des Heils gewiß in dir, und selig schon in Hoffnung hier. 7. Ach führe mich an deiner Hand hinauf ins wahre Vaterland; dort glänzt mir meine Krone. Gib mir die feste Zuversicht: auch mich verwerfe Gott einst nicht, auch mich lieb' er im Sohne. Durch Glauben und durch Besserung, vollende meine Heiligung. Baters Throne, zugleich mit seinem Sohne, der ganze Himmel preist! 2.3euch ein, laß mich empfin den die Größe deiner Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf' und Errettung schafft! Erneure meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dich ehr', und alles leiste, was ich dir schuldig bin. 3. Gleich einem wilden Reben, beraubt von Nahrungs saft, fehlt's mir am wahren Leben, fehlt's mir an Beßrungs- Kraft. Gib, was mein Vater sucht, daß ich zum Erndtetage die Frucht des Glaubens trage, der guten Werke Frucht. 4. Du bist ein Geist, der lehs ret, wie ich recht beten soll. Mein Beten wird erhöret; bet' ich nur glaubensvoll: so steigt es Himmel an, dann werd' ich gute Gaben von dem zu hoffen haben, der allen helfen kann. 8. Gern will ich dann auf ebner Bahn dir folgen, mich dem Ziele nah'n: hilf mir auf meinem Wege. Gib Eifer mir und Wachsamkeit im Kampf um meine Seligkeit. Mein Herz sey niemals tråge. Du gabst den Vorsatz, Gott, gib du auch meiner Schwachheit Kraft dazu. P. Gerhard, aber verbessert. In eigner Melodie. euch ein zu dei6. Du bist ein Geist der Liebe, willst nicht, daß Haß und deiner Christenheit, du hast Neid der Christen Herz betrůuns neu geboren, du hast uns| be, willst Fried' und Einig158.3 nen Thoren, zu $ 2 feit. 5. Du bist ein Geist der Freuden, dem Trauren nicht gefällt, erquick' auch mich im Leiden, im Elend dieser Welt; erleichtre mir den Schmerz, und daß es meiner Seele an keinem Troste fehle: so tröste du mein Herz. 116 11. Auf das Fest der heil. Dreyeinigkeit. Feit. Entferne allen Streit; Gottesfurcht und Tugend daß bezahm' der Nachsucht Trie- Volk im ganzen Land. be, gib brüderliche Liebe, gib Herzenseinigkeit. 10. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubens- Sier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für. Gib Kräfte unserm Geist, das Gute stets zu lieben, und standhaft auszuüben, so, wie es Gott uns heißt. 7. Du, Herr, hast selbst in Handen die ganze weite Welt, kannst Menschen- Herzen wenden, wie dir es wohlgefällt; der du die Liebe bist, verknüpf' in allen Landen mit sanfter Liebe Banden, was noch getrennet ist! 8. Erhebe dich und steure dem Elend auf der Erd'; bring' wieder und erneure die Wohlfahrt deiner Heerd'; laß wieder blühn, o Gott, die Lånder, so verheeret, die Kirchen so zerstöret, durch Krieg und Feuersnoth. 9. Beschirm' die Polizeyen; bau' unsers Fürsten Thron, daß er und wir gedeihen; schmück, als mit einer Kron', die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit 11. Gib uns Geduld und Stårke in unserm Kampfe, gib zu jedem guten Werke uns Willigkeit und Trieb! und reizt uns Fleisch und Blut zu unsern Lieblingsfun den: so laß uns überwinden mit festem Glaubensmuth. Nicol. Decius. In bekannter Melodie. llein Gott in der 159.20 Höh' sey Ehr, und Dank für seine Gnade, darum, daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade; ein Wohlgefall'n Gott an uns hat: nun ist groß Fried' ohn' Unterlaß; all' Fehd' hat nun ein Ende. 12. Richt' unser ganzes Leben nach Gottes Willen ein, damit wir, ihm ergeben, uns seiner Gnade freun! 3um Tod' mach' uns bereit; laß hoffnungsvoll uns sterben, führ' uns als Gottes Erben zur ew'gen Seligkeit. 11) Auf das Fest der heiligen Dreyeinigkeit. 2. Wir loben, preis'n, anbeten dich, für deine Ehr' wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regier'st ohn' alles Wanken. Ganz ungemess'n ist deine Macht, fort g'schieht, was dein Will' hat bedacht: wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn eingebor'n deines himmlischen Baters, Versöhner der'r die war'n 11. Auf das Fest der hell. Dreyeinigkett. 117 uns Sünder mit Geduld auf deinen väterlichen Armen. Mit unergründlichem Erbarmen verkürz'st du unsre Prüfungszeit, und führest uns zur Seligkeit. Du überschüttest uns mit Freuden, und schickst zu unserm Heil uns Leiden. Du Gnådiger, du Gnådiger! 4. Anbetung und Dank, Christe, dir! verlorne Sünder waren wir: du bist am Kreuz für uns gestorben, haft uns das ew'ge Heil erworben. Wer dir nachfolgt und an dich glaubt, und treu dir in bleibt, der soll, befreyt vom Fluch der Sünden, Erbarmung, Ruh' und Leben finden in Ewigkeit, in Ewigkeit. 5. Gelobet feyst du, Geist des Herrn! wir waren einst von Christo fern, entfernt von dir und von dem Leben, mit Finsternissen ganz umgeben. Du hast durch deines Wortes Macht auch uns zum wahren Licht gebracht. Du lehrst uns leben, hilfft uns sterben, und weihest uns zu Himmelserben, durch Christi Tod, durch Christi Tod. war'n verlor'n, du Stiller unfers Haders! Lamm Gottes, heil'ger Herr und Gott! nimm an die Bitt' von unsrer Noth: erbarm' dich unser aller! 4. O heil'ger Geist! du höchstes Gut, du allerheilsamster Tröster! vors Teufels G'walt fortan behüt', die Jesus Christ erlöset durch große Mart'r und bittern Tod; abwend' all' unsern Jammer und Noth; darauf wir uns verlassen. J. A. Cramer. Met. Komm, heiliger Geist 2c. 160. Dank bringen wir, Herr unser Gott und Bater, dir! Dein Ruhm soll unter uns erschallen; laß unser Lob dir wohl gefallen! Laßt, Menschen, seiner Lieb' uns freu'n, und ewig, ewig dankbar seyn! Lobsingt ihm, Christen, unsre Brüder; fallt vor dem Gott der Liebe nieder! Und betet an, und betet an. 2. Er hieß uns leben, wir sind sein. Du bist die Lieb' und wir sind dein. Wie groß und viel sind deiner Werke, du Gott der Allmacht und der Stárke! Dein ist der Erdkreis und in dir, oHöchster, sind und leben wir. Du, Herr, erschufft der Engel Heere! Uns auch erschufst du, dir zur Ehre uns Sterbliche, uns Sterbliche. 3. Herr, du gedenkst nicht unsrer Schuld, und trägst 6. Anbetung und Dank bringen wir, Gott Vater, Sohn und Geist nur dir. Es müsse jedes Land der Erden stets deiner Herrlichkeit voll werden! Wie selig, wie begnadigt ist ein Volk, deß Zuversicht du bist! Allmächt'ger, deinem groBen 118 11. Auf das Fest der heil. Dreyeinigkeit. ßen Namen sey ewig Ruhm das Heilig! Heilig! fingen, und Ehre. Amen! Hallelu- den herzlich lobt und preist die jah, Hallelujah! ganze Christenheit: gelobet J. Olearius.sey mein Gott, in Zeit und Mel. Nun danket alle Gott 2c. Ewigkeit. 161.elobet fen der E. Liebich. Gott, mein Licht, mein Leben: 162.Gott, er du on mein Hand Herr, mein Mel. Wie schön leuchtet der ic. ohne Ursprung bist, vor dem nichts war, ohn' dem nichts ist, der ewig selig lebet; Herr, dessen Wahrheit, Weise yeit, Macht, Gerechtigkeit und Gut' und Pracht, Natur und Schrift erhebet: Ew'ger! Ew's ger! dem zur Ehre Engelchöre Heilig singen: laß mein Loblied wohlgelingen! 2. O Bater, der die ganze Welt allmächtig schuf und noch erhält, der, was er machte, liebet; derSonn' und Mond und Stern' bewegt; der dem, was Luft und Erde trågt, als Bater, Speise giebet: Schopfer! Schöpfer! mach' uns träftig und geschäftig, dich zu ehren, dich, dem Ruhm und Dank gehören! mir Leib und Seel' gegeben; mein Bater, der mich schützt vom Mutter- Leibe an, der jeden Augenblick viel Gut's an mir gethan! 2. Gelobet sen der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöſet hat mit seinem theuern Blut, der mir im Glauben schenkt das ailerhöchste Gut. 3. Gelobet sey der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werther Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, und mir gibt neue Kraft, der mir in aller Noth Rath, Trost und Hülfe schafft. 4. Gelobet sey ver Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und preist, was durch ihn lebt und webet! Gelobet sen der Herr, deß Name heilig heißt, der ein'ge wahre Gott, Gott Vater, Sohn und Geist. 5. Dem wir, mit Dank er füllt, Gebet und Opfer bringen, und mit der Engelschaar 3. Sohn, der aus des Baters Schoos auf Erden kam, sein Blut vergoß, der uns mit Gott versöhnte, der willig litte, für uns starb, und Heil und Leben uns erwarb, der uns mit Segen krönte: Heiland! Heiland! woll'st im Leiden, und beym Scheiden, mich erquicken, und auf ewig einst beglücken. 11. Auf das Fest der heil. Dreyeinigkeit. 119 4. O heil'ger Geist, du Geist| der Kraft, der neue Herzen in J. S. Ditertch. Met. Allein Gott in der Höh' ic. uns schafft, der uns zu Chrifto 164. Gott, unferm allein, führet, der seine Kirche in der Welt erleuchtet, heiliget, erhålt, vermehrt, mit Gaben zieret: Tröster! Tröster! sen de wieder Trost hernieder, nach den Schmerzen, den mit Reu' erfüllten Herzen. sey Ehr', und Dank sey seiner Gnade. Er sorget, daß uns nimmermehr Gefahr und Unfall schade. Uns wohl zu thun ist er bereit; sein Rath ist unfre Seligkeit. Ergebet ihn mit Freuden! 5. Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! ich darf, weil du uns gern erfreu'st, froh meinen Gott dich nennen; ich glaub' an dich und folge dir, ich liebe dich, ach gib dich mir recht heilsam zu erkennen! Mein Gott! mein Gott! fråftig stille, und erfülle du mein| daß du regierest! Flehen: laß mich einst dein Untlig sehen. 163. M. Luther. In eigner Melodie. ott der Bater, wohn' uns bey, und laß uns nicht verderben; mach' uns aller Sünden frey und hilf uns selig sterben. Vor dem Teufel uns bewahr', halt uns bey festem Glauben, und auf dich laß uns bauen, aus Herzensgrund vertrauen, dir uns lassen ganz und gar, mit allen rechten Christen, entfliehn des Teufels Listen, mit Waffen Gottes uns rusten. Amen, Amen, das sey wahr, so fingen wir Hallelujah. 2. Jesus Christus, wohn' ic. 3. Heiliger Geist, wohn' ic. 2. Ja, Bater, wir erheben dich mit freudigem Gemüthe. Du herrschest unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht und stets geschieht, was du bedacht. Wohl uns, 3. O Jesu Christ, des Höchsten Sohn! dich, seinen Eingebornen, dich sandte Gott vom Himmelsthron, zur Rettung der Verlornen. Du, Mittler zwischen uns und Gott, hilf uns im Leben und im Tod: erbàrm' dich unser aller! 4. heil'ger Geist, du Geist von Gott, erleuchte, beßre, tröste, die Jesus Christ durch seinen Tod zum Dienst des Herrn erlöste. Auf deinen Beystand hoffen wir; verlaß uns nicht, so sind wir hier, und auch einst ewig selig. Te Deum laudamus. Verdeutscht durch M. Luther. In eigner Melodie. 165.H errGott, dich lo ben wir! Herr Gott! 120 11. Auf das Fest der heil. Dreyeinigkeit. Gott! wir danken dir! Dich, Gott Vater, in Ewigkeit ehret die Welt weit und breit. All' Engel und Himmelsheer, and was dienet deiner Ehr' auch Cherubim und Seraphim singen immer mit hoher Stimm': Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! der Herre Sebaoth! die mit dein'm theuer'n Blut erlöset seyn. Laß uns im Himmel haben Theil mit den Heil'gen im ew'gen Heil. Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ! und fegne, was dein Erbtheil ist; wart' und pfleg' ihr'r zu aller Zeit, und heb' sie hoch in Ewigkeit. Täglich, Herr Gott, wir los ben dich, und ehr'n dein'n Namen stetiglich. Behüt' uns heut', o treuer Gott! vor aller Sund' und Missethat. Sey uns gnådig, o Herre Gott! Sey uns gnädig in aller Noth; zeig' uns deine Barmherzigkeit, wie unsre Hoffnung zu dir steht. Auf dich hoffen wir, lieber Herr! in Schanden laß uns nimmers mehr! Amen! Dein' göttlich' Macht und Herrlichkeit geht über Himmel und Erden weit; der heiligen zwölf Boten Zahl und die lieben Propheten all', die theuern Mårt'rere allzumal loben dich, Herr, mit großem Schall. Die ganze werthe Christenheit rühmt dich auf Erden allezeit: dich, Gott Vater, im höchsten Thron, deinen rechten und ein'gen Sohn, den heil'gen Geist und Tröster werth, mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. Du, König der Coren, Jesu 166.ben wit, dich, err Gott, ew'ger Chrift, Gott Baters Sohn du bist; der Jungfrau'n Leib nicht hast verschmäht, zu erlösen das menschlich' Geschlecht; du hast dem Tod zerstort sein' Macht, und all Christen zum Himmel bracht; du sitz'st zur Rechten Gottes gleich, mit aller Ehr' ins Vaters Reich; ein Richter du zuFünftig bist, üb'r all's was todt und lebend ist. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, Herrn, bekennen wir! Dich, Bater, Gott von Ewigkeit, verehren Welten weit und breit. All' Engel, aller Himmel Heer, voll deiner Majestát und Ehr', die Cherubim und Seraphim lobsingen stets mit lauter Stimm': Heilig ist unser Gott! Heilig ist unfer Gott! Heilig ist unser Gott! der Herr Gott Zebaoth! Weit, über Erd' und Himmel Te Deum laudamus, mehr nach dem Original übersegt von J. G. Rosenmüller. 41. Auf das Fest der heil. Dreyeinigkeit. 121 Verdammlich's an uns fey! Sen gnädig uns in aller Noth. Sey gnädig uns dereinst im Tod. Barmherzigkeit erzeig' uns, Herr! Wir hoffen es, Allgütiger! Wir trau'n auf dich zu aller Zeit, verlaß uns nicht in Ewigkeit! Amen! mel weit, geht deine Macht und Herrlichkeit. Der heiligen Apostel Zahl und die Propheten allzumal, die Märtyrer der Wahrheit all', verkünd'gen dich mit groBem Schall. Das ganze Volk der Christenheit bekennt auf Erden allezeit dich, Vater, Gott, im höchsten Thron, und deinen ein'gen wahren Sohn: 167. Lobfinget Gott! Dank, dem Lehrer dem heil'gen Geist, von ihm regiert, sey Lob und Preis. Preis und Ehr' sey unserm Gott je mehr und mehr, für alle seine Werke! Bon Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er, und herrschet weit und breit mit Weisheit, Gut' und Stärke. Singet, bringet frohe Lieder; fallet nieder! Gott ist herrlich! unaussprechlich groß und selig. 2. Lobsinget Gott! Dank, Preis und Ruhm sey von uns, deinem Eigenthum', Herr Je su, dir gesungen. Du, Mittler zwischen uns und Gott, haft durch Gehorsam bis zum Tod, das Leben uns errungen. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft aller Frommen, die durch dich zum Vater kommen. 3. Lobsinget Gott! Du, Geist des Herrn, sey nie von unſerm Geiste fern, mit Kraft ihn auszurüsten! Du machst uns glaubig, weis' und rein, hilfft uns getrost und siegreich seyn im Streit mit unsern Lüften. Leit' uns, stårk' uns, in der Freude, Erhöh'ter König, Jesu Christ, der du der Sohn des Ew'gen bist, dir war's, die Menschen zu befrey'n, nicht zu gering, selbst Mensch zu seyn. Du hast zerstört des Todes Macht, Unsterblichkeit ans Licht gebracht. Du sitzest nun in Gottes Reich und herrschest deinem Vater gleich. Von Gott zum Richter einst bestellt, kommst du zu richten diese Welt. Errett' uns dann! wir fleh'n zu dir: erkauft mit deinem Blut sind wir. Laß uns im Himmel haben Theil an deiner Heil'gen ervgem Heil. Hilf deinem Bolk, Herr Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist! wart' und pfleg' es zu aller Seit, bis du es hebst zur Ewigkeit. Verbessert von W. 2. Teller. Mel. Wie schon leuchtet der ac. Wir freuen, tåglich, Gott, uns dein; stets soll dein Nam' uns heilig seyn. Un jenem Tage, Herr, verleih', daß nichts 122 12. Auf das Fest Johannis des Taufers. Freude, wie im Leide, Gott ergeben und der Tugend treu zu leben. f. G. Klopstock. Mel. Lob sey Gott in deß ic. oder: Gelovet senst du, Jesus 2c. reis Er ihr Christen, unserm Gott, dem Vater! dem Schöpfer, dem Erhalter, dem Regierer! Er, er ist die Liebe! Er schuf die Menschen, er erbarmt sich ihrer! Er ist die Lieb' und aller Vater! 168.Puf und er er 2. Preis und Anbetung hålt seine lebenvolle Welt. Du sprachst: da wurden, Herr, auch wir! wir leben und wir sterben dir. Hallelujah! bringet ihr Christen, Gott, dem ew'gen Sohne! erlöst mit seinem Blut hat er uns Sünder! Er, er ist die Liebe! von seiner Gnade sind wir Gottes Kinder! Er ist die Liebe und aller Heiland. 2. Preis ihm! Er liebt von Ewigkeit, ward ein Mensch, starb in der Zeit. Erlöst hast du uns, Christe! dir, dir leben und dir sterben wir! Halleluj. 3. Preis ihm! er führt des Himmels Bahn, führt den schmalen Weg hinan. Dein Tempel, heil ger Geist! find wir; wir leben und wir sterben dir. Halleluj. 4. Sing', Seele! Freudenthránen fließt! Heilig, Heilig, Heilig ist Gott, unser Gott! Jehovah, dir, dir leben und dir sterben wir. Halleluj. 23. Münter. Mel. Lobt den Herren, denn ic. ( ohne Zeilen Wiederholung.) reis und Unbetung bringet 169.p 3. Preis und Anbetung bringet ihr Christen, Gott, dem heil'gen Geiste! Er führet uns zum Heil der Ewig feiten! Er, er ist die Liebe! Er lehret um die Kron' am Ziel uns streiten! Er ist die Liebe und aller Lehrer! 4. Preis und Anbetung bringen wir Christen, dir, dir, unserm Gotte! Wie köstlichs ist's uns, tåglich dir iobfingen! Du! du bist die Liebe! Sie süß ist's, deinen Willen, Gott, vollbringen! Du bist die Liebe und bleibst es ewig! 12) Auf das Fest Johannis des Täufers. Mel. J. 2. Schlegel. Elend schwer beladen, da öffGott, du frommer 2c. netest du, Gott, die Fülle deis lag die Sünner Gnaden, und fandtest vor 170.8 derwelt mit dem Sohn den, dessen Dienst die 12. Auf das Fest Johannis des Täufers. 123 die Bahn dem Herrn bereiten| endet er den Lauf, dort Himsoll, als seinen Knecht voran. melsseligkeit. 2. Der folgt nun deinem Ruf, wird ein getreuer Lehrer, am Geiste start, ein Licht, 171.6 laßt uns C. F. Losius. Mel. Nun danket alle Gott 2c. elobet sey der Herr! ein mächtiger Bekehrer, ein heil'ger Eiferer, der ohne ihn fröhlich preisen! er denkt Schonen straft, auf seiner Seele ruht Eliá Geist und Kraft. an seinen Bund; erfüllt, was er verheißen. Der Heiland Israels, der Heiden Heil und Licht, auf den Johannes weis't, ist unsre Zuversicht. 2. Gelobet sey der Herr! voll Wahrheit und voll Gnade erschien der Christ des Herrn; Erleuchtung auf dem Pfade des Lebens gab er uns; nun wandeln wir im Licht den Weg zum ew'gen Heil, und Irrthum täuscht uns nicht. 3. Gelobet sen der Herr! mit kindlichem Vertrauen kann der erlöste Christ hinauf zum Himmel schauen. Wenn auch erkannte Schuld ihn reuvoll niederschlägt: hier ist das Gotteslamm, das unsre Sunden trågt. 3. Johannes tritt hervor, und ruft am Jordan- Flusse: Das Himmelreich ist nah! ,, Bereitet euch: thut Buße! ,, Gott will erlösen; eilt, und Bess'rung sey die Frucht! Nun hat der gut'ge Gott sein seufzend Volk besucht." 4. Er zeugt von Jesu Heil, als ein rechtschaffner Lehrer, verweiset hin zu ihm die heilsbedürft'gen Hörer. Seht, das ist Gottes- Lamm, das mit der Schuld belegt, für uns geopfert wird und unsre Sünden trågt! 5. Wohl dem, der dieses Heil, auf das Johannes weifet, mit festem Glauben sieht, und durch sein Leben preiset. Wer seinem Taufbund treu, sich Jesu ganz ergibt, der wird in ihm von Gott begnadigt und geliebt. 6. Das sey auch unser Trost! Johannis Amt und Lehre verherrliche noch stets, Gott, deines Namens Ehre. Wer Buße thut und glaubt, hat Trost schon in der Zeit, und, 4. Gelobet sey der Herr! Kein Trübsal, keine Leiden, nichts kann uns nun von ihm und seiner Liebe scheiden. In allem siegen wir durch den, der uns geliebt, der uns im Leben Trost, im Tode Ruhe gibt. 5. Gelobet sey der Herr! von banger Furcht befreyet, frey von der Sünden Macht, zum Tugenddienst geweihet, gehn wir des Lebenspfad, bis unser Lauf 124 12. Auf das Fest Johannis des Taufers. Lauf sich schließt, in der Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. 6. Gelobet sey der Herr! auch auf dem Todespfade erleuchtet uns sein Licht, erfreut uns seine Gnade. Uns schreckt nicht Grab, und Tod; voll froher Zuversicht, vollenden wir den Lauf, doch unser Leben nicht. 7. Gelobet sey der Herr, der uns das Heil gegeben! Gelobt sey Jesus Christ, durch den wir sind und leben! Gelobt der heilige Geist, der uns mit Trost erfreut! Gelobt sey unser Gott, jetzt und in EwigFeit! Häusliches Glück der Frommen. J. J. Eschenburg. Mel. Wer nur den lieben: c. m Stillen wol. 172. S len wir dich eh ren, dich, Gott, der frommen Wandel liebt, und Bittenden, was sie begehren, was ihnen nügt und wohlthut, gibt; schon oft sind wir erquickt, erhört, von deinem Thron zurückgekehrt. 2. Uns alle, die dir flehn, verbindet des Blutes und der Freundschaft Band, und unfer Dank, o Gott! empfindet die milde Leitung deiner Hand, und preist dich, ew'ger Menschenfreund, der uns durch dieses Band vereint. 3. Wohl dem, der in der Ehe Bunde, in fester Lieb' und Eintracht lebt! Ihm wird so manche Lebensstunde mit Seligkeit und Lust durchwebt; er blickt mit Ruh' und heis term Sinn auf Pfad und Ziel der Wallfahrt hin. 4. Wohl dem, dem frommer Kinder Segen den Ehebund noch schöner macht: wenn sie im Herzen Zugend hegen, wenn in den Blicken Unschuld lacht; wenn sie der Eltern Beyspiel rührt, und auf den Weg des Lebens führt! 5. Wohl denen, deren Hauss genossen die Furcht des Herrn vor Augen schwebt; wenn je der treu und unverdrossen, nach seiner Pflichterfüllung strebt; wenn Eintracht und Zufriedenheit ein Haus zum Sit des Segens weiht. 6. Wohl uns, wenn auch bey unsern Freuden sich freut der Nachbar und der Freund; wenn er beym Anblick unsrer Leiden des Mitleids stille Thränen weint, die Bruderhand uns willig reicht, und Hülf und Beystand gern erzeigt. 7. Denn denen, die dich scheu'n und ehren, o Vater! strömt dein Segen zu: sie wandeln folgsam deinen Lehren, und trau'n auf dich, und finden Ruh'; und finden Freude, deren Werth und Dauer keine Zeit zerstört. 8. Denn 13. Auf das Fest Marid Heimsuchung. 125 10. Mag doch des Todes Urm uns trennen: wir wer den einst uns wieder sehn, vor Gottes Thron die unsern kennen, mit ihnen dankend vor ihm stehn; da, wo kein Tod mehr trennen kann, stehn wir vereint und beten 8. Denn oft wird auch der Kelch der Leiden den Deinen, Herr, von dir gesandt; oft muß die Tod und Trennung scheiden, die Blut und Treue fest verband; oft stórt des Grams und Unfalls Wuth, oft Krankheit ihren heitern Muth. 9. Doch trinken sie den Kelch gelassen, den du, ihr Vater, eingeschenkt. Du wirst, du annst sie nicht verlassen, du Gott, der seiner Kinder denkt; der, wenn ihr Glaube standhaft ringt, durch Leiden sie zur Bonne bringt. an. 11. Und preisen ewig Gottes Güte, die unaussprechlich uns geliebt, und dem ihr heiligen Gemüthe schon hier des Himmels Vorschmack gibt: durch Freundschaft uns zur Ewigkeit, zur Wonne der Verklärten weib't. 13) Auf das Fest Mariá Heimsuchung. Das Glück der Freund- Klage, irrt' ich öd' und einsam schaft. hier; wär' ich, wie in Wüsteauf die Erde hingeMel. Sollt' ich meinem Gott 2c. neyen, 173. Auf, erwachet bannt; lebt allein und unbekannt; müßte ohne Freund mich freuen- Werde froher, meinGesang! Freunde stimmt in meinen Dank! meine Lieder, fingt mit frohem Dank dem Herrn! Gott sieht auf den Staub hernieder, hört vom Staub ein Loblied gern. Sollt' ich ihn, nicht ihn erheben? Floß aus seiner Vaterhand, eh' mein Stammeln ihn genannt, mir nicht Freude schon und Leben? Alles, alles, was ich bin, bin und war ich nur durch ihn. 2. Doch was wären Freudentage, theilte sie kein Freund mit mir? Uch, sie endeten in 3. Stárker schlug das Herz vor Freude, höher stieg der Lobgesang der Maria an der Seite ihrer Freundin; heißer Dank stieg aus den vereinten Seelen auf zu Gott, der sie erfreut! Seine Lieb' und Freundlichkeit unter Loben zu erzählen, gab dem Mund Beschäftigung, gab dem Geis ste höhern Schwung. 4. Dank 126 13. Auf das Fest Maria Heimsuchung. 4. Dank, mit Geist und Herz| nen, ihr Bedürfniß, ihr Ges und Munde, daß, in treuer bet, das vielleicht für mich Freunde Schoos, mir auch jetzt fleht, ihre Freuden, ihre manche sel'ge Stunde, wie Thránen, ihre leiseste Begier, ein Augenblick, verfloß. Dank alles, Herr, empfehl' ich dir. für alle reine Freuden, die mir deren Liebe gab, die, bereit bis an das Grab, mit zu danken, mit zu leiden, deine treuc Bater- Hand mir so unverdient verband. 8. Hebe, wenn der Tod die Bande, die uns binden, nun zerreißt, zu der Freundschaft Baterlande, zu dem Himmel, unsern Geist. Droben laß uns wiederfinden, droben, wo befreyt von Noth, keine Trennung mehr uns droht, wo wir reiner uns verbinden, keine Abschiedsthrane fließt, und die Freundschaft ewig ist! 5. Dank, daß du auf meinem Wege, manchen Freund mir zugesellt, welcher, werd' ich matt und träge, mich bey Muth und Kraft erhält; der das Gute mit mir theilet, was mir deine Güte schenkt; gern, wenn mich einst Kummer kránkt, meiner Seele Wunden heilet; der mich aufhob, wenn ich sank: Preis dir, Geber, Ehr' und Dank! 6. Dir geheiligt sey die Wonne, die für mich aus Freundschaft quillt, die erwarmend, gleich der Sonne, uns mit Menschenlieb' erfüllt. Nur an frommer Freunde Hånden, die, o Heiliger, fsich dir ganz zum Opfer weihn mit mir, nur durch sie geführt, vollenden festern Schritt's wir unsern Lauf, und der führt zu dir hinauf! 7. Die mich lieben nah' und ferne, segne sie, Barmherziger! Segne sie! du segneft gerne! Segne sie! Allgnádiger! Ihrer Seele stilles SehErdmann Neumeister. Mel. Meine Seele, laß es ic. 174.P ganz Gemüthe, und erzähle seine Treu, seine Liebe, seine Güte macht sich alle Morgen neu: und aus allen seinen Werken, läßt sich lauter Segen merken. 2. Was die Augen nur erblicken, und wohin die Sinnen gehn, muß auch in den kleinsten Stücken ein vergnüg tes Denkmal stehn, welches Gottes Gute preiset, und sie mir zum Troste weiset. 3. Wo ist so ein Gott zu finden, als wie du mein Vater bist? der bey Millionen Sunden gnädig und barmherzig ist, der von Herzen nicht betrübet und nur Liebes- Schläge giebet. 4. Ist 13. Auf das Fest Marid Heimsuchung. 127 4. Ist das Kreuz zu Zeiten| Freud' und Leid, zu unſerm bitter, muß dein Trost viel wahren Glück. süßer seyn. Schlågt manchmal ein Ungewitter auch mit großem Schrecken ein: ey, so låssest du den Deinen doch die Gnaden- Sonne scheinen. 5. Sollte denn von Herzensmuthe unser Wunsch nicht übergehn! Ach, du thust uns mehr zu Gute, als wir bitten und verstehn, daß wir alles weder nennen, noch genug verdanken können. 3. Wer dir vertraut und dein Gebot befolgt, der hat an dir auch Trost, denn deine Güt', o Gott, währt immer für und für. 4. Wer aber stolz auf eigne Macht in seinem Herzen spricht: wer ist der Herr? und dich veracht't, den achtest du auch nicht. 5. Du stürzest ihn von seiner Höh' herab, eh' ers gedacht, daß er sein Nichts erkenn', und seh' die Größe deiner Macht. 6. Wenn jedoch, von Christi wegen, dir das Herz gefallen kann: ach, so nimm's von deinem Segen, als ein armes Opfer an. Ja du willst vor allen Gaben, dies am allerliebsten haben. 6. In seiner niedern Hütte lebt, von Menschen oft verkannt, der Fromme- aber ihn erhebt, o Vater deine Hand. 7. Nun dir sag' ich Lob und Ehre, Vater, Sohn und heil- 7. Der Dürft'ge wird durch ger Geist! segne ferner und dich erfreut, das bess're Glück beschere, was mir gut und se- der Welt wird ihm zu Theil lig heißt, bis ich dir, in je-- 3ufriedenheit, die oft den nem Leben, Ruhm und Preis Reichen fehlt. kann ewig geben. 8. Gib, Vater, daß ich weis' und gut, und dir ergeben sey, im Glück von Stolz und UeMel. Lobt Gott ihr Christen 2c. bermuth, im Leid von Unmuth C. f. Loßius. 175. Mas ist der frey. Mensch, der Staub, vor dir, daß du, Gott, sein gedenkst, und schon in diesem Leben hier, ihm so viel Gutes schenkst? 2. Du siehst auf unsre Niedrigkeit mit gnadenvollem Blick, und führst uns, unter 9. Schenk' mir in meiner Pilgerzeit, wår's auch nur einen Freund, der sich bey meinem Glücke freut, bey meinem Leiden weint. 10. Um Morgen, wo die Freude lacht, bist du mein Lobgedicht, doch auch in stillec 128 14. Auf das Fest Michaelis. ler Leidensnacht, vergeß' ich| bist: bet' ihn mein Geist voll deiner nicht. Ehrfurcht an, deß Name hei11. Du hast so viel an mir lig ist. gethan, der du so mächtig 14) Auf das Fest Michaelis. J. A. Cramer. lig und vollkommen, gehor Mel. Wachet auf, ruft uns die zc. chen wonnevoll dem Herrn! 176. Betet an, ihr Sie thun, was er gebeut, und ihre Herrlichkeit ist Gehorsam! sie weilen nie, er sende sie, wohin sein Wink sie senden will. S Menschen, bringet dem Höchsten Ruhm und Preis; lobsinget Gott, unserm Schöpfer, betet an! Zahllos sind der Geister Schaaren, die, eh' noch wir geschaffen waren, vor ihm schon standen und ihn sahn! Ihr Heer, umstrahlt von Licht, bedeckt das Angesicht vor dem Schöpfer! voll Preis und Dank tont ihr Gesang durch alle Himmel Gottes hin. 4. Winden gleich, und gleich den Blitzen, gehn sie vom Thron' aus, segnen, schützen, und strafen, wie es Gott gebeut; lagern sich um Gottes Kinder, und fördern gern das Heil der Sünder, und freu'n sich ihrer Seligkeit! Sie dies nen, Jesu, dir; frohlocken. laut, wenn wir uns bekehren; wenn unser Dank den Preisgefang der Himmel hier schon wiederhallt. 2. Seiner Himmel Kreis bewohnen verklärter Geister Millionen, die seiner Größe Ruhm erhöhn! Heilig, heilig ist Gott- rufen sie, tief anbetend an den Stufen des hohen Throns, um den sie stehn! So weit er herrscht, so weit geht seine Herrlichkeit! jauchzen alle; wer ist, wie er, frohlockt ihr Heer, wie Gott, der uns geschaffen hat? 3. Hohe Seligkeit ist's ihnen, dem Gotte, der sie schuf, zu dienen, von allem Eigenwillen fern! Beispiel sind sie jedem Frommen; sie alle, hei5. Gott, mit allen diesen Heeren soll, wer hier heilig wird, dich ehren, einst ewig sich mit ihnen freu'n; soll, erlöst durch dein Erbarmen, zu dir gebracht auf ihren Armen, einst selig, wie die Engel seyn! Vernehmt's, ihr Menschen! hört: wer sich zu Gott befehrt, wird am Throne in seinem Reich auch Engeln gleich, das Antlik seines Gottes schaun! 6. Werde 14. Auf das Fest Michaelis. 129 6. Werde dann auch, Seele, 1 6. Will Sünde meine Seel heilig, wie Engel Gottes! entweihn, und blendet Leichtdiene treulich dem Herrn: finn mich; schnell gibt er mir er kommt und hält Gericht. die Warnung ein: Kind Gots Angstvoll darfst du dann nicht tes, hûte dich! beben; du wirst, in einem hdhern Leben, Gott sehn und seiner Bonne Licht. Heil dir, du betest dann froh deinen Schöpfer an, mit den En geln! Ihr Preisgesang, und auch dein Dank, tont dann durch alle Himmel hin! 7. Oft ångstet sich mein Herz und weint, wenn mein Vers folger schmåht, und treulos auch der letzte Freund vor mir vorübergeht; J. G. Rrah. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. was fürchtest du? 177.ir opfert meine Seele Dank; erhebe mich zu dir, und heilige den Lobgesang, o Höchster! selbst in mir. 2. Dein ist's, daß ich noch rühmen kann, wie ich der Gut' und Treu, die du, o Herr! an mir gethan, viel zu geringe sey. 3. Bey meiner Wallfahrt muß ich hier im finstern Thal oft gehn; doch ruf' ich Gott, mein Licht, zu dir: eilst du mir beyzustehn. 4. Du hältst mich bey der rechten Hand; dein Engel lagert sich, von dir, o Herrscher, ausgesandt, in Trubsal her, um mich.. 8. Doch fühl ich reichen Trost in mir, dein Wort ruft mir ihn zu: Die Engel Got tes sind bey dir, o Christ! 5. Wann Bosheit ihren Bogen spannt voll Tuck und Rachbegier, treibt er mit unsichtbarer Hand den Pfeil hinweg von mir. 9. Sie leiten dich auf ebnem Pfad, wenn dich Gefahr um ringt; und zählen jede fromme That, die dir durch Gott gelingt. 10. Oft wankt dein Glaub und ist nur klein: fie tragen Leid um dich. Dein Herz kehrt wieder: und sie freu'n am Throne Gottes sich. 11. Sey standhaft! kämpfe deinen Kampf; es folgt ein großer Lohn; bald ist, gleich einem leichten Dampf, dein Leben hingeflohn; 12. Dann führen sie den müden Geist, der, seiner Hüls le schon entledigt, sich der Erd' entreißt, hinauf vor Gottes Thron. 13. Dort hörst du Preis und Ruhm und Dank, und, gleich den Engeln rein, stimmst du mit in den Lobgesang vera tårter Geister ein. 14. Und 14. Auf das Fest Michaelis. 130 14. Und betest, hoch in Gott erfreut, den Weltregierer an, daß er so viel Barmherzigkeit und Treu' an dir ge= than. K. Neumann. 178.5 Mel. Meinen Jesum laß ich zc. err, du hast in deinem Reich große Schaaren heil'ger Engel. Ihnen bin ich noch nicht gleich; denn noch fühl ich meine Mängel. Mocht' ich Soch wie sie so rein, weise, gut und heilig seyn! 2. Uch, noch reizt mich Fleisch und Blut, daß ich leicht verführet werde; starte mich mit Kraft und Muth, daß ich hier schon auf der Erde, als dein Erbe und dein Kind, himmlisch sey wie sie gefinnt! 3. Gib mir Einsicht, Lust und Fleiß, dich, o Gott, recht zu erkennen. Laß mich deines Namens Preis gern, auch vor der Welt, bekennen. Wohl mir, wenn ich auch hierin jenen Geistern ähnlich bin! 4. Herr, dein Wille soll geschehn, wie im Himmel, so auf Erden. Gleich den Engeln, die dich sehn, laß mich dir gehorsam werden; treu in deinem Dienst zu seyn, das muß meine Freude seyn. J. Gesenius. Mel. Wo Gott der Herr nicht ze. oder: Gott Lob, ein Schritt zc. du 179. Gott, bere bu aus Herzensgrund die Menschentinder liebest, und uns zu aller Zeit und Stund viel Gutes reichlich giebest: wir danken dir, daß deine Treu' bey uns ist alle Morgen neu, in unserm ganzen Leben. 2. Wir preisen dich insonderheit, daß du die Engelschaaren zu deinem Lobe hast bereit, auch uns mit zu bewahren; daß unser Fuß an feinen Stein, wenn wir auf unsern Wegen seyn, sich stoße, noch verletze. 3. Was ist der Mensch, o Bater, doch, daß du so sein ge denkest, und achtest ihn so werth und hoch, daß du ihn liebreich frenkest mit andern, auch noch diese Gnad', daß er die Himmels- Geister hat zu seinen treuen Hütern? 4. Herr! diese sonderbare Prob' der Freundlichkeit und Güte, erheischt ein immerwährend Lob aus dankbarem Gemüthe; darum, o Gott, so rühmen wir, die große Lieb', wir danken dir, für solche hohe Wohlthat. 5. Es ist der starken Helden Kraft gestanden uns zur Seiten, durch sie hast du uns Ruh verschafft, zu diesen bösen Beiten. 14. Auf das Fest Michaelis. 131 ten. Die Kirche und die len nun übergeben deinen Obrigkeit, auch jeden Stand, Händen, bald in deinem in Sicherheit hast du, o Herr! Schooße ruhn: eilen wir erhalten. aus allem Leiden hin zu deiner Engel Freuden, ewig, Gott, bey dir zu seyn, ewig deiner uns zu freun. 2. Wir, zu Gnaden angenommen, hoffen, Bater, voll Bertraun, auch, wie sie, mit allen Frommen deine Herrlichkeit zu schaun. Gleiche Hoheit wird uns schmücken, gleiche Wonn' uns dann entzücken; wir, erhoben in dein Reich, werden deinen Engeln gleich. 3. Dieses Heiles der Erld sten, dieser Wonne, dich zu sehn, dürfen wir im Tod' uns trösten, wenn wir deine Wege gehn; wenn wir ringen, schon auf Erden deinen Engeln gleich zu werden, standhaft in der Heiligkeit, dir zu dienen, stets bereit. . Wenn wir vor Begierde brennen, und, den Engeln gleich, uns freun, immer mehr dich zu erkennen, immer heilis ger zu seyn; wenn wir hülfreich gern mit ihnen, unsern schwächern Brüdern dienen; wenn ohn' allen Eigennuß wir ihr Beystand find, ihr Schuß. 6. Verleih', o Gott! durch deine Gnad', daß wir fest an dir bleiben, und ja nicht selbst durch Uebelthat die Engel von uns treiben; gib, daß wir rein und heilig seyn, demůthig, ohne Heuchelschein, dem Nächsten gerne dienen. 7. Gib auch, daß wir der Engel Umt verrichten dir zu Ehren, und deine Wunder al lesammt ausbreiten und vermehren, die du uns in der ganzen Welt und deinem Wort haft vorgestellt, voll Weisheit, Macht und Güte. 8. Und wie du durch die Engel hast aus Noth uns oft geführet, und oft bewahrt, daß manche Last und Plag' uns nicht berühret: so thu' dassel be auch hinfort; befiehl, daß sie an allem Ort sich stets uns uns herlagern. 9. Laß deine Kirch' und unser Land der Engel Schuß empfinden; daß Fried' und Heil in allem Stand' sich bey ums mdge finden! Zulegt, laß sie an unserm End', die Seelen, Herr, in deine Hånd', zur Himmelswohnung tragen! Mel. Alle Menschen müssen 2c. 180.Mann wir un5. Wenn wir Kinder in Gefahren leiten, nie verführen, sie, wie die Engel thun, be sernLauf vollwahren, Kinderfreunde stets, enden, wann wir unsre See- wie sie; wenn durch Ben32 spiel 132 14. Auf das Fest Michaelis. spiel, wie durch Lehren, wir einst auch seiner Krone, wie sie reizen dich zu ehren, ihre ihrer eignen Seligkeit. Kindheit dir zu weihn, from- 3. Bekehren, Gott, sich Sunme Menschen stets zu seyn. der, und werden deine Kinder, 6. Welch ein Heil, Gott, die dir dein Sohn gewinnt: schon auf Erden, Engeln an dann jauchzen ihre Lieder, daß Vollkommenheit immer ähn- ihre neuen Brüder dem Fluch licher zu werden, áhnlich einst entrissen worden sind. an Seligkeit! Laß uns nicht 4. In solcher Geister Chiin eitlen Träumen dieses gro- ren dich ewig zu verehren, Be Heil versäumen; lehr' uns welch eine Seligkeit! Wer deine Wege gehn, einst wie wird sie einst empfinden? Der sie, dich auch zu ſehn. hier, entwöhnt von Sünden, 7. Wenn wir unsern Lauf sich ihnen gleich zu werden vollenden, wenn wir unsre freut. Seelen nun übergeben dei- 5. Drum laß mich schon nen Händen, bald im Schoos auf Erden den Engeln ähnder Erde ruhn: eilen wir aus lich werden, so weit ich, allen Leiden hin zu deiner Schwacher, kann: so bet' ich Engel Freuden, ewig, Gott, mit den Engeln, ganz heilig, bey dir zu seyn, ewig deiner rein von Mängeln, dich würuns zu freu'n. diger im Himmel an. 6. Wenn du zu ihren Liedern, zu meinen höhern Brü181.W Engel Heere, rufft: will ich empor mich er zählt dern, vor deinen Thron mich die du zu deiner Ehre, o Herr der Welten, schufft? Sie freu'n fich, deinen Willen gehorsam au erfüllen, wie Flammen schnell, wenn du sie rufft. schwingen, und Dank und Preis dir singen, daß du für mich auch Engel schufft. 7. Dann lehren sie mich droben, dich würdiger zu loben, 2. Sie eilen, vor Gefahren des Himmels höhern Dank; den Frommen zu bewahren, ich stimm' in ihre Chóre, dann in seiner Pilgerzeit. Sie wird zu deiner Ehre der ganfreu'n an deinem Throne sich ze Himmel ein Gesang. Mel. In allen meinen Thaten 2c. 15) BOH 15) Von den zehen D. Denicke, verbessert von J. P. Uz und E. G. Rüster. Mel. Es spricht der Unweisen 2c. er du die heiligSterblichen gegeben, Gott, laß sie bis an meinen Tod mir vor den Augen schweben, daß ich zum Guten willig sey, und ohne Falsch und Heucheley, was du befiehlst, vollbringe. 2. Gib, daß ich dir allein vertrau', allein dich fürcht' und liebe, und nicht auf Menschenhülfe bau', nie trostlos mich betrübe. Laß Beyfall, Lob und Menschengunst, Gewalt, Pracht, Reichthum, Witz und Kunst mir nicht zum Abgott werden. 3. Gib, daß ich dich von Herzensgrund als meinen Herrn erkenne, und nie vergeblich mit dem Mund, Herr, deinen Namen nenne; o Herr, vergessen laß mich's nicht, ein fürchterlichesStrafgericht trifft den, der ihn mißbrauchet. 4. Laß mich am Tage deiner Ruh' mit Undacht vor dich treten, die Zeit auch heilig bringen zu mit Danken und mit Beten. Dein Wort sey meines Herzens Lust, dein Friede sey in meiner Brust, dein Lub in meinem Munde. 133 Geboten. 5. Un Eltern, an der Obrig keit, an denen, die mich lehren, laß mich, o Bater, jederzeit dein göttlich Bild verehren. Für ihre und Müh laß mich, auch wenn sie werden wunderlich, gehorsam seyn und dankbar. 6. Hilf, daß ich mit vergáll tem Sinn nie Rach' und Feindschaft übe, und wenn ich schon beleidigt bin, verzeih', und Feinde liebe; und jedem gönne, was er hat, und alle segne mit der That, auch allen willig diene. 7. Laß mich, wie du geboten hast, unkeusche Werke meiden, Unreinigkeit ist dir verhaßt; auf Wollust folgen Leiden. O laß mich heilig, keusch und rein, enthaltsam, måßig, wachsam seyn, selbst bey erlaubten Freuden. 8. Gib, Herr, daß ich mich redlich nähr', mich böser Nånke schåme, mein Herz von Geiz und Unrecht kehr', und fremdes Gut nicht nehme; daß ich nie Fleiß und Arbeit scheu', zufrieden und wohlthätig sey, nicht üppig, nicht verschwendrisch. 9. Hilf, daß ich meines Nachsten Ehr' zu retten mich befleise; das, was ich kann, zuma Besten kehr', doch Böses nicht gut 15. Von den zehen Geboten. 134 gut heiße; stets zeige Treu' und Redlichkeit, und Abscheu trage jederzeit an Falschheit, Schmähn und Lügen. 10. Laß mich des Nächsten Haus und Gut mit Unrecht nie begehren; was mir zum Leben nöthig thut, das woll'st du mir gewähren, doch, daß es niemand schädlich sey, und ich ein ruhig's Herz dabey mein Lebelang behalte. 11. O Herr und Schöpfer dieser Welt, ich kenne deinen Willen; und gern wollt' ich, wie dir's gefällt, vollkommen ihn erfüllen; allein, du weißt, was mir gebricht: ich, Schwacher, ich vermag es nicht aus meinen eignen Kräften. 12. Drum gib mir, Herr, von deinem Thron, Gott Vater, Gnad' und Stärke; zer-. store, Jeſu, Gottes Sohn, in mir der Sünde Werke. O heil'ger Geist, hilf mir, daß ich Gott über alles und als mich, auch meinen Nächsten liebe. Mel. Herr Christ, der ein'ge ic. er Herr liebt 183. D unser Leben, zu unserm Heil hat er uns sein Geset gegeben, aus Liebe gab's der Herr. Heil allen, die ihn ehren, die allen seinen Lehren mit Ernst gehorsam sind. 2. Wie? Sollt' uns Gott nicht lieben? Hat uns sein Wille nicht, was gut ist, vor geschrieben? Ist der nicht unser Licht? Die göttlichen Geseke sind unsre größten Schätze, sind Quellen unsers Heils. 3. Schon die Vernunft kann wissen, was gut und böse sey; sie richtet durchs Gewissen, verdammt und spricht uns frey; verheißt uns Ruh' und Freuden, wenn wir die Sunde meiden, und das, was recht ist, thun. 4. Doch weil wir alle Sünder, zur Tugend schwach und blind, nicht mehr des Lichtes Kinder, und leicht betrogen sind: so lehrt Gott seine Knechte, und hält uns seine Rechte in seinem Wort auch vor. 5. Dich, Gott, soll ich nur ehren, dich lieben, dir vertraun, dir ewig angehören, auf deinen Weg nur schaun; nicht fremden Gözen leben, nach deiner Huld nur streben: welch heiliges Gebot! 6. Ich soll den nächsten lieben, und brüderlich gesinnt, ihn segnen, nicht betrüben, dann bin Gottes Kind. ich Wie herrlich sind die Rechte, wodurch du deine Knechte zu ihrem Glücke führst! 7. Mein ganzes Herz soll heilig, auch in Gedanken rein, durch Lüste nicht abscheulich vor deinen Augen seyn. Wer hat 15. Von den zehen Geboten. hat auf diesen Wegen nicht Ruhe, Ruhm und Segen, wenn er sie willig geht? 8. Gib denn, daß ich sie liebe, Verstand, Entschlossenheit und Lust, und rege Triebe, zur wahren Heiligkeit. Ich werde, Gott, auf Erden dir immer treuer werden, wenn du mein Beystand bist. 9. Bergib durch Christi Leiden mir meine Missethat; dann geht mein Herz mit Freuden den Weg, den er betrat. Die Liebe wird mich dringen, das Gute zu vollbringen, dein Geist mein Beystand seyn. 135 4. Du sollt heil'gen den ficb'nten Tag, daß du und dein Haus ruhen mag, du sollt von dein'm Thun lassen ab, daß Gott sein Werk in dir hab'; das will dein Gott! 5. Du sollt ehr'n und gehorsam seyn dem Vater und der Mutter dein, und wo dein' Hand ihn'n dienen kann, so wirst du lang's Leben hab'n; das will dein Gott! 6. Du sollt nicht tödten zorniglich, nicht hassen, noch selbst rächen dich; Geduld haben und sanften Muth, und auch dem Feinde thun das Gut'; das will dein Gott! 7. Dein Eh' sollt du bewahren rein, daß auch dein Herz fein anders mein', und halten 184. Dies find die keusch das Leben dein, mit Zucht und Mäßigkeit fein; das will dein Gott! heil'gen zehn Gebot, die uns gab unser Herr und Gott, durch Mosen feinen Diener treu, hoch auf dem Berge Sinai: wohl dem, der folgt! 8. Du sollt nicht stehlen Geld noch Gut, nicht wuchern jemand's Schweiß und Blut; du sollt aufthun dein' milde Hand den Armen in deinem 2. Ich bin allein dein Gott 11. Luther. In eigner Melodie. und Herr, kein' Götter sollt| Land; das will dein Gott! du haben mehr; du sollt mir ganz vertrauen dich, von Herzensgrund lieben mich; das will dein Gott! 9. Du sollt kein falscher Zeuge seyn, nicht lugen auf den Nächsten dein; sein Unschuld sollt auch retten du, und seine Schand' decken zu; das will dein Gott! 3. Du sollt nicht führen zu Unchr'n den Namen Gottes, deines Herrn. Du sollt nicht preisen recht noch gut, ohn' was Gott selbst redt und thut; das will dein Gott! 10. Du sollt dein's Nachsten Weib und Haus begehren nicht, noch etwas braus, du sollt ihm wünschen alles 136 15. Von den Gut, was dir dein Herz selber thut; das will dein Gott! 11. Die G'bot all' uns gegeben sind, daß du dein' Sund', o Menschenkind! er kennen sollt und lernen wohl, wie man vor Gott leben soll. Bedenke dies! 12. Das helf uns der Herr Jesus Christ, der unser Mittler worden ist; sonst ist's mit unserm Thun verlor'n, verdienen dann eitel 3orn. Er hor' uns, Herr! Verbessert von C. Grot. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. zehen Geboten. war's selbst bis zum Kreuzes Tod. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne: o hilf mir, daß ich immerdar bir, Bater, so gehorchen lerne, wie Jesus dir geForfam war; er war's auch unter Schmach und Noth, er 4. Laß deine heiligen Gesetze mir immer gegenwärtig seyn; laß mich, daß ich sie nie verletze, dich, den Alwissenden, stets scheun; dein Joch ist sanft, leicht ist die Last, die du mir aufgeleget hast. 5. Sobald ich deine Stimme höre, so mache Leib und Geist bereit, daß ich mit Folg samkeit sie ehre, und thue, was sie mir gebeut. Ich soll ihr Hörer nicht allein, ich soll und will auch Thâter seyn. 6. Beut mir die Sünde tau185.ott, deinen bei- send Freuden auf ihren ſchnöligen Befehlen will ich, dein Kind, gehorsam seyn; sie will ich mir zur Richtschnur wählen, und dir mein ganzes Leben weihn. Dein Will' ist heilig, recht und gut; wohl dem, der ihn mit Freuden thut! den Wegen an: Gott, laß mich fliehn, laß mich sie meiden, und ihre leidenvolle Bahn. Kurz ist die Lust; das Ende Pein, und die wird groß und schrecklich seyn. 2. Gehorsam forderst du von allen, die dich zu kennen fähig sind; auch ich kann dir nur wohlgefallen, wenn ich dir folgsam, als dein Kind, thu', was du willst, aus Lieb' und ank, und nicht unwillig und aus 3wang. 7. Doch, wenn ich mich im Guten übe, und deinen Willen treulich thu': so bleib' ich), Gott, in deiner Liebe, und hab' in der Gewissensruh' den Himmel hier schon in der Zeit, und einst die ew'ge Seligkeit. Mel. Es spricht der Unweisen 2c. ir haben das 186. W Gefets des Herrn, er hat's uns selbst gegeben. Wir- er ist Herrwir sollen gern. nach seinen Rechten leben. Gott, mach' uns ihren Sinn bekannt, und gib 16. Von den drey Hauptartikeln des christl. Glaub. 137 gib uns Weisheit, mit Verstand, was du befiehlst, zu faffen. und dich mit aller unsrer Kraft von ganzem Herzen lieben. Nicht jede Handlung nur soll rein; selbst jede Neigung soll es seyn, der stillste Wunsch unsträflich. 2. Du, Gott, willst mehr, als daß ich mir nicht List noch Trug erlaube; daß ich, aus Sclavenfurcht vor dir, kein Mörder sey, noch raube. Was bilft's, daß weder Hand, noch Fuß, noch Auge fündigt? Gott, ich muß mit jeder Kraft gehorchen. 5. Das forderst du! doch, Gott, wer hat die Kräfte, deinen Willen, so durch Gedanken, Wort und That, so heilig zu erfüllen? Wie kraftlos unser Wille sen, wie groß der Lüste Tyranney: das ist dir nicht verborgen. 3. Es låstre, Gott, dein Mensch dich nicht, sey keiner Ehe Schänder, kein Frevler, 6. Drum laß, Herr, deines welcher Eide bricht, kein Geistes Trieb, mein Herz zum Schlemmer, kein Verschwen- Guten treiben, dir gern geder, tein Freund von üppi- borchen und vergib die Mangem Geschwät: das willst du, Gott, doch dein Gesek gebeut noch höh're Pflichten. 4. Wir sollen uns gewissenhaft in allem Guten üben; gel, die noch bleiben. Ich wende, Gott, zu dir mich bin; denn du hast mehr als Vatersinn, erbarm' dich meiner, Vater! 1 16) Von den drey christlichen M. Altenburg. In eigner Metodie. Gott Bater, ich glaub' an bich, daß du habest erschaffen mich. Hilf, daß ich solche Wohlthat dein, stets rühm' und preis' in dein'r Gemein, und möge dich recht Bater nennen, in Lieb' und Leid herzlich bekennen. 187. Hauptartikeln des Glaubens. 2. Ich glaub' an dich, Herr Jesu Christ, daß du mein Herr und Heiland bist, für mich geboren und gestorben, und aller Welt das Heil erworben: erhalt' mich, Herr, in diesem Glauben, bis ich's bekomm' ewig im Schauen. 3. Ich glaube an den heilgen Geist, der aller' Blöden Tröster heißt, und sammlet ihm 138 16. Von den drey Hauptartikeln des christl. Glaub. ihm ein Kirch' und G'mein| hålt in einem Sinn gar eben: zum Lob und Preis der Ehren hier all' Sund' vergeben werfein. O heil'ger Geist! mein den; das Fleisch soll uns wies Herr und mein Gott, verlaß der leben; nach diesem Elend mich nicht, in Noth und im ist bereit't uns ein Leben in Tod. Ewigkeit. M. Luther. In eigner Wielodie. 188.20 ir glauben all T. Clausniger. In eigner Melodie. an einen Gott, 189.Wenen Gott, ir glauben all' Schöpfer Himmels und der Erden, der geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns all'zeit ernähren, Leib und Seel auch wohl bewahren. Allem Unfall will er wehren; kein Leid soll uns widerfahren; er forget für uns, hút't und wacht, es steht alles in seiner Macht. Vater, Sohn und heil'gen Geist; an ihn, den Schöpfer Sebaoth, den die Schaar der Engel preift, der durch seine große Kraft alles wirket, thut und schafft. 2. Wir glauben auch an Jesum Chrift, Gottes und Marien Sohn; der von dem Himmel kommen ist, und uns führt ins Himmelsthron; der uns durch sein Blut und Tod hat erlöst aus aller Noth. 3. Wir glauben auch an heil' gen Geift, der von beiden gehet aus, der uns stets Trost und Beistand leist't wider alle Furcht und Graus. Heilige Dreyfaltigkeit! sey gepreist zu aller Zeit. 2. Wir glauben auch an Jefum Chrift, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig ben dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren. Von Maria, der Jungfrauen, ist ein wahrer Mensch geboren, durch den heilgen Geist im Glauben, für uns, die wir war'n verloren, am Kreuz gestorben und von dem Tod wieder auferstanden ist durch Gott. C. F. Neander. Mel. Wir glauben all' an 2c. ir glauben an 3. Wir glauben an den heir- 190.2 ben gen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden ein Tröster heißt, uns mit Gaben zieret schöne; die ganze Christenheit auf Erden Gott, Schöpfer Himmels und der Erden. Er, aller Bater, aller Gott, hieß uns seine Kinder werden. Er will uns auch stets ernähren, jedes wahre 17. Vom Gebet und heiligen Bater Unser. 139 wahre Gut gewähren. Er Grabe nicht, und kommt dererwog schon, eh' wir waren, einst zum Weltgericht. unsre Rettung in Gefahren. Er ist's, der für uns sorgt und wacht: denn alles steht in seiner Macht. 3. Wir glauben an den heil's gen Geist, unsern göttlichen Regierer, den Jesus Christus uns verheißt, uns zum Beistand und zum Führer; der in Trubsal seine Christen weiß mit Kraft und Muth zu rusten, der uns lehrt Vergebung finden, und der Tugend Werth empfinden; er flößet uns im Todesschmerz des ew'gen Lebens Trost ins Herz. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes Sohn, den Eingebornen, den Herrn, der Mensch geworden ist, den Erretter der Verlornen. Er, er achtete sein Leben nicht zu theu'r für uns zu geben. Er erstand: herrscht hoch erhöhet, in dem Reich, das nie verge het. Er läßt auch uns im 17) Vom Gebet und heiligen Vater Unser. S. Frank. Mel. D Gott, du frommer ic. fch, Gott! verlaß mich nicht, reich mir die Gnaden- Hände. Ach, führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Seligkeit, sey du mein Lebenslicht, mein Stab, mein Hort, mein Schuß! Uchy, Gott! verlaß mich nicht! 3. Uch, Gott! verlaß mich nicht, ich ruf aus Herzenss grunde, ach, Höchster! stärke mich in jeder bösen Stunde, wenn mich Bersuchung plagt, und meine Seel' ansicht, so weiche nicht von mir! Ach, Gott! verlaß mich nicht! 2. Ach, Gott! verlaß mich nicht, lehr' deinen Weg mich wallen, und laß mich nimmermehr in Sünd' und Thorheit fallen; gib mir den guten Geist, gib Glaubens- Zuversicht, und wenn ich straucheln will, Gott, so verlaß mich nicht! 4. Ach, Gott! verlaß mich nicht, ach, laß dich doch be-, wegen! Ach, Vater! krone mich, mit reichem Himmels segen. Die, Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, laß, Herr, vor dir ge deihn! Ach, Gott, verlaß mich nicht! 5. Uch, Gott! verlaß mich nicht, hilf, daß ich dir ergeben, voll Lieb' und Hoffnung sey, recht 17. Vom Gebet 140 recht glauben, christlich leben, und selig sterben mag, um dich von Angesicht zu Ungesicht zu schaun! Ach, Gott! verlaß mich nicht! ich christlich und in Ruh' auf Erden meine Tage zu. 7. Im Glück gib mir Bescheidenheit, ein Herz zu dir voll Dankbarkeit; im Unglück schenke mir Geduld und Trost. an deiner Vaterhuld. 8. Was sonst mir könnte nüglich seyn, siehst du, mein Gott, am besten ein. Gib nur, daß ich sey stets vergnügt, mit allem, was dein Rath verfügt. J. G. Lindner, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Vom Himmel hoch da zc. oder: Wenn wir in höchsten 2c. 192.Bis is hieher halfft du mir, mein Gott! du halfft mir aus so mancher Noth: und, o wie viel, die unbekannt mir blieb, ward von mir abgewandt. 2. 3um frohen Aufenthalt allhier gabst du so manche Freuden mir, und immer noch ist deine Treu', mich zu beglücken, täglich neu. 3. Drum wart' ich ferner auf dein Heil. Ein gut Gewissen sey mein Theil, das hier des Himmels Vorschmack ist, und einst mein Ende mir versüßt. B. Craßelius. In eigner Melodie. 4. Dein Wort sey meines Lebens Licht; so täuscht der 193.Dir, bir, Jehova, Erde Glück mich nicht; die Welt mit ihrer Lust vergeht; wer deinen Willen thut, besteht. will ich singen, denn wo ist doch ein solcher Gott, wie du? Bor dir will ich mein Flehen bringen: ach gib mir deines Geistes Kraft darzu, daß es gescheh' im Namen Jesu Christ, so wie es dir allein gefällig ist. 5. Hilf, daß ich meiner Pflicht getreu, gern andern Menschen nützlich sey; mich freue mit den Fröhlichen, und weine mit den Weinenden. 2. Zieb, Vater, mich zu deinem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zu dir zieh'; gib, daß dein Geist zur Versöhnlichkeit: so bring'| stets in mir wohne, damit ich alles, 6. 3um Wohlthun sey mein Herz bereit, zur Sanftmuth, 9. Du, Herr, bist meine 3uversicht. Entzeuch mir deine Gnade nicht, und schließt sich hier mein Lebenslauf, so nimm mich in den Himmel auf. 10. Da wechselt nicht mehr Freud' und Leid; da find' ich bis in Ewigkeit das Glück, das keine Unlust stört, das Glück, das sich ohn' Ende mehrt. und heiligen alles, was dir mißfällt, flieh, von deiner Gnad' und Huld versichert sey, und dessen mich im Innersten erfreu'. 3. Erzeige, Gott, mir solche Güte, so bet' ich dich im Geist und Wahrheit an; so preist mitdankbarem Gemüthe mein Mund, wie viel du hast an mir gethan; so hebt dein Geist mein Herz empor zu dir, so hab' ich schon des Himmels Vorschmack hier. 4. Dein Geist treibt mich, zu dir zu treten mit Seufzern, die mir unaussprechlich sind; nur er lehrt mich recht glaubig beten, gibt Zeugniß meinem Geist, ich sey dein Kind, und auch einst Erbe deiner Herrlichkeit. Er ist's, der in mir, lieber Vater! schreyt. 5. Wenn dieß aus meinem Herzen schallet, durch deines heil'gen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vaterherz und wallet ganz brünftig gegen mir vor heißer Lieb', daß mir's die Bitte nicht versagen kann, die ich nach deinem Willen hab' gethan. Vater Unser. 141 7. Wohl mir, daß ich dieß Zeugniß habe, drum bin ich voller Trost und Freudigkeit. Ich weiß es, jede gute Gabe, wenn sie mir nützt und ewig mich erfreut, die gibst du, und thust überschwenglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr'. 8. Wohl mir! ich bitt' in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt. In ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt'. Wohl mir, Lob dir, jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit. J. G. Klopstock u.W.A.Teller. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht, und wird gewiß von dir erhöret, weil es im Namen deines Sohn's geschicht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin, und nehme von dir Gnad' um Gnade hin. Mei. Ist dieser nicht des ac. oder: Dieß sind die heilgen 2c. 194. u! deß sich alfreu'n, auch unsre Seele freut sich dein, daß du, deß Macht unendlich ist, daß du, Gott unfer Bater bist. Gelobt seyst du! 2. Weit über unsre Einsicht weit, geht deines Namens Herrlichkeit! Ihn ehre stets, von Lieb' entbrennt, wer deinen großen Namen nennt. Unendlicher! 3. Verbreite deiner Gnade Ruhm durch Jesu Evangelium; mach' unser Herz ihm unterthan, so beten wir dich freudig an, Allgütiger! 4. Der du in deiner Wahl nie irrst, und wohl zu thun nie 142 17. Vom Gebet. nie müde wirst: dein Wille,[ keit und eilst uns beyzusteWeisester, gescheh' auf Erden, hen. Herr, meine Burg, mein so wie in der Höh', mit Freudigkeit. Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk' auf mein Wort, denn ich will vor dir beten! 5. Was unser Leben hier erhält, gib uns, so lang es dir gefällt; doch gib uns auch ein Herz dabey, das dankvoll und genügsam sey, und dir vertrau'. 6. Ach, oft vergehn wir uns an dir; verzeil)' uns, Bater, so wie wir, um deiner Huld uns zu erfreu'n, auch unserm Nächsten gern verzeih'n, der an uns fehlt. 7. Dringt auf uns wo Versuchung her, so sey sie nie für uns zu schwer; steh' uns zum Siege mächtig bey, mach' uns im Guten fest und treu, Erbarmender! 8. Erlös', erlos' uns, unser Gott, nach deinem Rath, aus aller Noth. Nimm, nach vollbrachtem Prüfungslauf, uns zu dem bessern Leben auf, Gott, dem wir traun. 9. In deines Himmels Heiligthum, auf deiner Erd' erschallt dein Ruhm! Dein ist die Macht, die Herrlichkeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Gelobt seyst du! C. F. Gellert. Mel. Herr Jesu Christ, du zc. ott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken gehen! du frónst uns mit Barmherzig2. Ich bitte nicht um Ueberfluß, um Schätze dieser Erden; laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnas de werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr' und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sey meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt' ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben; im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit: laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. 196. H Herr J. Freder. Mel. Vater unser im Himmelr. err, der du Gnad' und Hülf' verheiß'st, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist. Du heiligste Dreyeinigkeit, erbarm' dich deiner Christenheit; erbarm' dich), Herr, du treuer Sott! und heiligen Vater Unser. 143 Gott! erbarm' dich, Herr, in| Treu' mach' sie von Plag' und aller Noth. Drangsal frey. 3 7. O Jesu Christe, Gottes Sohn! o Jesu Chrift, du Gnaden Thron! O Jesu Christ, du Gotteslamm, das aller Welt Sünd' auf sich nahm: erbarme dich, hör' unsre Bitt', erbarme dich, gib deinen Fried'. 2. Verschon' uns Gott, ach, Gott, verschon', gib uns nicht nach Verdienst den Lohn; gedenk' an deine große Gnad', verzeih' uns unsre Missethat; gib, daß uns Ehr', Gut, Seel' und Leib durch deine Hülf' ohn' Schaden bleib'. 3. Wir bitten dich, o Bater, noch, um Christi willen, hilf uns doch, durch sein' Geburt, Blutschweiß und Noth, durch seine Wunden, Kreuz und Tod, auch Auferstehn und Himmelgang, hilf uns, Herr, unser Lebenlang. 8. Herr, der du Gnad' und Hülf verheiß'st, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, du heiligste Dreyeinigkeit, erbarm' dich deiner Christenheit; erbarm' dich, Herr, du treuer Gott, erbarm' dich, Herr, in aller Noth. Met. Wenn wir in höchsten zc. Gott, der du mein Vater bist, ich fleh' im Namen Jefu Christ: dich ehre, wer dich denken kann, und bete dich als Vater an! err 197. 4. Verleihe, daß bey reiner Lehr' auch Gottesfurcht sich ben uns mehr', daß man die Jugend wohl erzieh', all' Aergerniß und Sünden flieh'. Hilf, daß mit Schanden uns tergehn, die deinem Worte widerstehn. 5. Laß die Regenten insgesammt sorgfältig seyn in ihrem Umt; die Obrigkeit und unsern Ort beschütz' und seg ne immerfort. Gib heilsam friedlich Regiment; Pest, Theurung, Unglück von uns wend'. 6. All' denen, die in Nöthen seyn, mit Rettung, Hülf' und Trost erschein'; zerbrich das Joch, ninim weg die Last, damit du sie beleget hast; durch deine Allmacht, Gut und 2. Dein Reich, zu dem nur der gehört, der dich durch wahre Tugend ehrt, vermehre sich und jeder sey dir nur und deinem Willen treu. 3. Was du, o Vater, willst, ist gut. Heil dem, der deinen Wil len thut! Auch wir, auch wir, Herr, wollen ihn, den höhern Geistern gleich, vollziehn. 4. Du bist es, der die Welt ernährt, selbst Thieren Unterhalt gewährt, drum bitten wir von dir, dem Herrn, was wir bedürfen, gibst du gern. 5. Du 17. Vom Gebet dr 144 5. Du bist die Liebe, bist voll Huld! o laß uns beym Gefühl der Schuld, Herr, deine Gute noch erfreun, und unsern Brüdern auch verzeihn. 6. Laß uns den Reiz zur Sünde fliehn, uns immer eifriger bemühn, nur das zu thun, was dir gefällt, und uns ein ruhig Herz erhält. 7. Erlöse uns, erlös' uns Gott, aus jedem Kummer, jeder Noth; laß uns noch sterbend auf dich sehn, im Tode noch dein Heil erflehn! 5. Laß, deiner Güte mich zu freun, sie stets vor meinen Augen seyn. Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig seyn. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst; das sey mein Glück, daß ich zuerst nach deis nem Reiche tracht', und treu in allen meinen Pflichten sey. 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Kampfe mit derLeidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erringen kann. 8. Gib von den Gütern diefer Welt so viel mir nüßt und dir bey Zu198. dein Angeſicht, friedenheit, zu meinem Fleiße Heiterkeit. verwirf, o Gott, mein Fleben nicht; vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und Geduld. 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Licb' und Furcht zu dir, ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Lebenlang. 3. Sey mein Beschützer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Ulebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 8. Auf dein Wort sprech ich Amen! Herr, aus Gnaden meinen Glauben mehr. Du bist mein Vater, du bist mein; laß mich dein Kind und Erbe seyn. 4. Ich bin ja, Herr, in dei ner Hand; von dir empfing ich den Verstand, erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk' ihn durch dein göttlich Wort. C. f. Gellert. Mel. HerrJefuChrist, meines 2c. komme vor 9. Schenkst du mir aber Ueberfluß: so laß mich måßig im Genuß, und, pürft'ge Brüs der zu erfreun, mich einen frohen Geber seyn. 10. Gib mir Gesundheit und verleih', daß ich sie nüt' und dankbar sey, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft meiner Pflicht entzich'. 11. Erwecke mir stets einen Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir und heiligen Vater Unser. 145 mir Rath und Trost und Bei- Behút' uns, Herr, Herr, spiel gibt. unser Gott! 12. Bestimmst du mir ein långres Ziel, und werden meiner Tage viel: so laß, Gott, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht. 13. Und wird sich einst mein Ende nahn: so nimm dich meiner herzlich an, und sey durch Christum deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild, mein großer Lohn. Die Litaney. In eigner Melodie. yrie! Eleison! Christe! Eleison! Kyrie! Eleison! Christe! Erhör' uns! Herr Gott Vater, im Himmel, Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, Herr Gott, heiliger Geist, Erbarm' dich über uns! Sen uns gnädig: Verschon' uns, Herr, Herr, unser Gott! 199. Sey uns gnådig: Rett' uns, Herr, Herr, unser Gott; Vor allen Sünden, Vor allem Irrthum', Vor allem Leichtsinn, Vor aller Trägheit, Vor allem Stolze, Vor aller Bosheit, Trug und Lift, Vor allem Uebel und Unglück, Vor bösem schnellen Tod: Vor Seuchen, Pest und theurer Zeit, Bor Krieg und Blutvergies ßen, Vor Aufruhr und Zwie tracht, Bor Hagel und schädlicher Witterung, Vor Feuer- und Wassersnoth: Behüt' uns, Herr, Herr, unser Gott! Vor dem Gift der Spotter deines Worts, Vor den Finsternissen des Aberglaubens und der Schwärmerey, Bor Trostlosigkeit im Leben und im Tod', Vor dem ew'gen Tod: Behûüt' uns, Herr, Herr, unser Gott! Durch Jesu heilige Geburt, Durch sein unschuldiges Les ben, Durch seine Lehren und Beis ſpiel, Durch seinen Todeskampf und blutigen Schweiß, Durch sein Kreuz und Tod: Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! Durch seine Auferstehung und Himmelfahrt, In unsrer letzten Noth, Am jüngsten Gericht: Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! Wir arme Sünder bitten, K Dut 1416 17. Vom Gebet Du wollst uns ertören, Herr, Ihn mit allen seinen Näthen Herr, unser Gott! und Dienern leiten und Und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, Alle Lehrer in Kirchen und Schulen im heilsamen Wort, und heil'gen Leben erhalten, Ihren Eifer für die Gottseligkeit auf die Wahrheit gründen, Allen Rotten und Uergernissen wehren, Alle Irrige und Verführte wiederbringen, Alle Entwürfe der Wahrheits- und Tugendfeinde vereiteln, Selbst den Satan unter unfre Füße treten: Erhör' uns, Herr, Herr, unser Gott! Wir bitten, daß du ferner treue Arbeiter in deine Erndte wollest senden, Deinen Geist und Kraft zum Worte geben, Allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten: Erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! Ullen Königen und Fürsten Ruh' und Friede, wie auch Eintracht verleihen, Unserm Landesherrn langes Leben, Glück und Wohl fahrt schenken, schützen, Unsre Stadt, das ganze Land und diese Gemeine segnen und behüten: Erhör' uns, Herr, Herr, unser Gott! Allen, so in Noth und Gefahr sind, mit Hülf'erscheinen. Allen Schwangern und Säugern fröbliche Frucht und Gedeihen geben, Aller Gatten, Eltern und Kin der dich erbarmen, Aller Urmen, Schwachen und Kranken pflegen und warten, Alle unschuldig Gefangene los und ledig lassen, Alle Wittwen und Waisen vertheidigen und versors gen, Aller Menschen dich erbarmen: Erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! Unsern Feinden, Verfolgern und Låsterern vergeben und sie bekehren: Erhör' uns, Herr, Herr, unser Gott! Die Früchte auf dem Lande geben und sie bewahren, Und uns gnädiglich erhören; Erhör' uns, Herr, Herr, unser Gott! und heiligen Vater Unser. 147 DJesu Christe! Gottes plerr; es sey ein Flehn des Herzens. Sohn! do Erhör' uns, Herr, Herr, unser Gott! 3. Im Geist und Wahrheit laß zu dir das Herz uns glaubig richten, mit Andacht beten für und für, ohn' fremdes Thun und Dichten; gib uns des Glaubens Zuversicht, so hoffen wir und zweifeln nicht, die Bitte zu erhalten. 4. Hilf, daß wir keine Zeit noch Maaß im Beten dir vorschreiben, anhaltend ohne Unterlaß, und auch bey dem nur bleiben, was dir gefällt, was deine Ehr, und unfre Wohlfahrt mehr und mehr Erbarme dich! Christe! Erbarme dich! Heil'ger Geist! Erbarm' dich befördert hier und ewig. unser, Amen! 5. Laß uns im Herzen und Gemüth auf unsre Kraft nicht bauen; auf deine Weisheit, Macht und Güt' laß einzig uns vertrauen. Und sind wir dessen auch nicht 200. Bater, unfer werth, so sen doch unser Flehn es ist von dir, aus lauter O du Gottes- Lamm! das der Welt Sünde trågt, Erbarm' dich über uns; du Gottes- Lamm! das der Welt Sünde trågt, Erbarm' dich über uns! O du Gottes Lamm! das der Welt Sünde trågt, Gib uns deinen Frieden! Christe! Erhöre uns! Herr, Herr, Gott! J. Angelus, verbessert von J. S. Diterich. Mel. War' Gott nicht mit zc. oder: Wo Gott der Herr 2c. dein Werk, uns zu belehren,| Gnade. wie du recht anzurufen bist, daß du uns kannst erhören. Drum hilf, wie uns dein Wort verheißt, uns selbst, und schenk' uns deinen Geist der Gnad' und des Gebetes. 2. Er nehm' sich unsrer Schwachheit an, uns kräftig zu vertreten, so oft wir deinem Thron uns nahn, zu danken und zu beten, und unser Flehn zu dir, o Herr, sey nie ein frostiges Ge6. Du Vater, weißt, was uns gebricht, so lange wir hier leben; es ist dir auch verbors gen nicht, wenn wir in Ndthen schweben. Um Beistand flehen wir dich an, dein Baterherze uns nicht kann verlassen, deine Kinder. 7. Wir haben ja die Freudigkeit durch Jesum Christ empfangen; der GnadenThron ist uns bereit, von dem wir Hülf' erlangen. Laß heil's K2 ge 148 17. Vom Gebet ge Hånd' uns immer hier auf-' in Ewigkeit; der heil'ge Geist heben, Vater, und zu dir mit wahrer Inbrunst flehen. uns wohne bey mit seinen Gaben mancherley. Des Sa tans 3orn und groß Gewalt zerbrich, vor ihm dein' Kirch' erhalt'. 4. Dein Will' gescheh', Herr Gott, zugleich auf Erden, wie im Himmelreich. Gib uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam seyn in Lieb' und Leid; wehr' und steur' allem Fleisch und Blut, das wider deinc Willen thut. 5. Gib uns heut' unser tåglich Brod, und was man darf zur Leibesnoth; behüt' uns, Herr, vor Krieg und Streit, vor Seuchen und vor theurer Zeit, daß wir im guten Fries den stehn, der Sorg' und Geis zes müssig gehn. 6. All' Schuld vers 201. Vimmereich, gib uns, Herr, daß sie uns nicht betrüben mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr' Schuld und Fehl vergeben gern. 3u dienen mach' uns all' bereit, in rechter Lieb' und Einigkeit. 8.Dein Nam', o Gott, geheiligt werd'; dein Reich laß uns erfreuen; dein Will' gescheh' auch hier auf Erd; gib Frieden, Brod, Gedeihen; all'unfre Sünden uns verzeih'; steh' uns in der Versuchung bey; erlös uns von dem Uebel. 9. Dies alles, Vater! werde wahr, du wollest es erfüllen! Erhör' und hilf uns immerdar, um Jesu Christi willen: denn dein, o Herr! ist allezeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Reich, die Macht, die Ehre. M. Luther. In eigner Melodie. der du uns alle heißest gleich Brüder seyn, und dich rufen an, und willst das Beten von uns hab'n: gib, daß nicht bet' allein der Mund; hilf, daß es geh' von Herzensgrund. 2. Geheilg't werd' der Name dein; dein Wort bey uns hilf halten rein, daß wir auch leben heiliglich nach deinem Namen würdiglich. Behüt' uns, Herr, vor falscher Lehr'; das arm' verführte Volk bekehr'. 3. Es komm' dein Reich zu dieser Zeit, und dort hernach 7. Führ' uns, Herr, in Versuchung nicht, wenn uns der böse Geist ansicht; zur linken und zur rechten Hand, hilf uns thun starken Widerstand, im Glauben fest und wohlgerust, und durch des heilgen Geistes Trost. 8. Von allem Uebel uns erlös'; es sind die Zeit und Tage bós. und heiligen Vater Unser. 149 Herz. bos. Erlös' uns von dem und öffnet deinem Trost das ew'gen Tod, und tröst uns in der letzten Noth; bescher' uns auch ein sel'ges End', nimm unsre Seel' in deine Hånd'! 4. Sollt ich nicht Dank und Ruhm dir bringen, wenn mich ein wahres Glück erfreut? Dir, Allerhöchster, dir lobsingen ist gut, ist für uns Seligkeit, und flößt uns wahren Eifer ein, in deinem Dienste treu zu seyn. 5. Du hörest es mit Wohl gefallen, wenn deine Kinder zu dir flehn; verschmähest nicht ihr schwaches Lallen, wenn sie lobsingend dich ers Mel. Wer nur den lieben Gott zc. höhn. Du ehrst den wieder, 3. S. Diterich. 202.Non bir kommt der dich ehrt, und hörest den, jede gute der be; nur du, mein Gott, kannst mich allein, mit allem, was ich nöthig habe, zu meinem wahren Wohl erfreun. Mein Leben und mein Glück beruht allein auf dir, du höchstes Gut! 6. Mit Segen uns zu überschütten, bist du, o Vater, stets bereit; was wir nach deinem Willen bitten, gibft du uns aus Barmherzigkeit; und wer dir dankt, dem stromest du beständig neuen Segen zu. 2. Umsonst ist alle meine Mühe, wenn dein Gedeihen sie nicht krónt. Was ich auch sonst so ångstlich fliehe, wird doch von mir nicht abgelehnt, wenn vor dem Uebel, das mich schreckt, mich nicht dein macht'ger Schutz bedeckt. 7. So will ich denn zu deis nem Throne oft im Gebet mich kindlich nah'n. Nimm, Bater, nimm in deinem Sohne der Andacht Opfer gnädig an! Dein Geist regiere meis nen Geist, daß er dich betend würdig preist. 3. Wie? sollt' ich denn nicht von dir bitten, was meiner Seele Wunsch begehrt? Vor dir, o Gott, sein Herz ausBado von Hodenberg, verb. ven J.P.Uz und Ch. F. Weiße. Met. Wenn wir in höchsten 2c. u deinem faútten, wenn Noth und 203.3 nenab' ich mich, Kummer uns beschwert, sänftiget der Seele Schmerz, und demuthsvol, Gott, bitt' ich 9. Amen! das ist: es werde wahr. Stärk' unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiermit gebeten hab'n; auf dein Wort in dem Namen dein, so sprechen wir das Amen fein. 17. Vom Gebet 150 ich dich, verwirf von deinem Angesicht mich reuevollen Sünder nicht. 2. Du schufst, von Vaterhuld erfüllt, mich, Gott, nach deinem Ebenbild; ich bin und leb' allein durch dich; du nährst, erhältst und schüßest mich. 3. Wie oft warst du mit Hülfe nah', wenn ich den Tod schon vor mir sah; wie oft sank ich in meinem Lauf, und du halfft våterlich mir auf. 4. Gesundheit, Leben und Verstand empfing ich, Herr, aus deiner Hand, ein redlich Herz, das gern vergibt, und einen Freund, der treu mich liebt. 5. Vergossen hast du mir zu gut, Sohn Gottes, dein so theures Blut! Du bist's, der liebreich für mich starb, und mir des Baters Huld erwarb. 6. Wenn mein Gewissen mich verklagt, und meine bange Seele zagt: so kann dein Mittlertod allein mir Trost und Freudigkeit verleihn. 7. Du starbst ja auch zu meinem Heil; durch dich hab' ich am Himmel Theil: ich kann durch dein Verdienst allein hier ruhig und dort selig feyn. 8. heil'ger Geist, du, des sen Kraft, Glaub', Lieb' und Hoffnung in mir schafft, ist etwas Gutes noch an mir, so kommt es, Tröster, nur von dir. 9. Durch dich erkenn' ich, als ein Christ, daß Gott mein lieber Vater ist; und wenn mein Herz ihn kindlich ehrt, so hat es mich dein Wort gelehrt. 10. Dein Wort ist meiner Seele Licht; dies gibt mir Muth und Zuversicht in aller Trubsal, aller Noth, und endlich auch gewiß im Tod. 11. Drum dank' ich dir voll Freudigkeit, mein Vater, jetzt und allezeit für alle Proben deiner Huld, und deiner schonenden Geduld. 12. Ach, deine gnadenreiche Hand bleib' über mir stets ausgespannt; mein Leib und Seele, Hab' und Gut befehl' ich deiner Baterhut. 13. Verleihe, daß zu deinem Ruhm, o Herr, mein ganzes Christenthum aufrichtig und rechtschaffen sey, nicht Augenschein noch Heucheley. 14. Erlaß mir meine Sundenschuld, und trage noch mit mir Geduld; start' meinen Glauben, der den Geist schon hier dem Irdischen entreißt. 15. Laß einst mein Ende selig seyn! Und bricht dein großer Tag herein, so wecke, so verklåre mich; und ewig, ewig preis' ich dich. ( 5. 151 C. Grot. Mel. Wer nur den lieben Gott.c. u dir, Gott, un6. Wünsch' ich mir Güter dieser Erden: so laß zugleich darum flehn, daß sie mir 204.3 fer perz erhe- wirklich Mittel werden, des Nächsten Wohlfahrt zu erhöhn; daß ich, von Stolz und Kargheit fern, sie weise zu ges brauchen lern'. ben, zu dir mit frommer Andacht flehn, dir Preis und Ruhm und Ehre geben, und unfreSchwäche dir gestehn: ist dein Befehl, ist unsre Pflicht, und stärket unsre Zuversicht. 2. Laß diese Pflicht mich nie vergessen; Gott, täglich bleibe mir es werth, mit frohem Danke zu ermessen, welch Heil von dir mir wiederfährt, von dir, der alle Menschen liebt, und gern, was ihnen nütet, gibt. 3. Wenn ich voll Zutraun vor dich trete, dich, meinen Bater, anzuflehn; wenn ich im Stillen zu dir bete, und wünsche mich erhört zu sehn: so gib, daß ich von Heucheley und frey von Eigendunkel sey. 4. Nie laß mich das von dir begehren, was deine Weisheit nicht erlaubt; nie bitten, das mir zu gewähren, was andern ihre Wohlfahrt raubt; denn du erhörest kein Gebet, das Rache, Neid und Stolz verråth. und heiligen Vater Unser. 5. Nie laß mich, Vater, es vergessen, daß du ein Gott der Ordnung bist, und nie, aus Unverstand, vermessen verlangen, was ein Wunder ist. Wer Wunder wünscht und tråge wird, versuchet dich, o Gott, und irrt. 7. Wünsch' ich, bey kummervollen Leiden, von ihrer Last mich frey zu sehn; wünsch' ich des Lebens stille Freuden: so lehre mich bescheiden flehn: wenn's deiner Weisheit Rath beschließt, und wenn mir beides nüglich ist. 8. Kannst du mir nicht den Wunsch gewähren, und züchtigest du mich aus Huld: so laß mich weiter nichts begehren, als Unterwerfung und Geduld und Muth, daß nicht mein Herz verzagt, und trostlos bange Klagen wagt. 9. Willst du, Herr, meinenWunsch erfüllen und deine Hülfe mir verleihn: so laß mein Herz doch deinen Wils len verehren, und sich ernstlich scheun, daß es dir keine Zeit bestimmt, auch spåt, sie immer dankbar nimmt. 10. Dann wird dir mein Gebet gefallen, ich werde mich nie trostlos sehn; du, Herr und Vater von uns allen, erhörst dann auch gewiß mein Flehn; gibst mir im Glück Zufriedenheit, in Trubsal Ruh' und Heiterkeit. 18. Bon 152 18) Von der Taufe und Confirmation der Kinder. Leben weihn; so freut mein Herz sich inniglich des Glücks, aß ein Christ zu seyn. Christenheit, Bey der Confirmation der Kinder. Met. Nun sich der Tag ic. oder: Lobt Gott, ihr Christen ze. 205. mein Gott! geboren bin, dir durch die Taufe bin geweiht: wie sehr mir's Gewinn! 2. Loder. Nun ward ich in der Kind- 206.Duns beine and Met. Sen Lob und Ehr' dem zc. die 2. heit schon mit dir und dem bekannt, den du von deinem Himmelsthron zum Heil der Welt gesandt. zur Bildung übergeben, bestimmt für Welt und Vaterland, erlöst zum ew'gen Leben, Gott, unsre Kinder sind be reit, vom Glauben, dem wir sie geweiht, ein Zeugniß abzulegen. 3. Ich lernte früh bereits verstehn, was dein allweiser Rath auch mir zum ew'gen Wohlergehn, voll Huld, geordnet hat. 4. Erleuchtet durch dein heilig Wort, sah ich die sichre Bahn, auf der wir uns, so hier als dort, dem wahren Leben nahn. 2. Was sie dein göttlich Wort gelehrt, laß fie nun frey verkünden, mehr noch ihr Herz den hohen Werth des Christenthums empfinden; daß sie als Vater dich erkannt. dich, Gott, und den, den du gesandt, sey ihnen Heil und Leben. 3. Mit dankerfüllter Freudigkeit seyst du von uns gepriesen! auch sie hast du zur Seligkeit im Glauben unterwiesen; im Glauben, dessen wir uns freun: ach, laß sie dein auf ewig seyn und ihres Glaubens leben. 5. Ich kannte noch das Laster nicht, du warntest mich dafür, und zogs mich durch der Wahrheit Licht zur Tugend und zu dir. 6. Wie dank' ich dir, llliebender, für diese Vatertreu? Gib, daß dir immer inniger mein Herz ergeben sey. 7. Auch ich bin dir zum Eigenthum durch deinen Sohn erkauft; auch ich bin dir zum Dienst und Ruhm auf sein Gebot getauft. 4. Die Schrift, die sie von Kindheit an als deine Wahr8. Dir will ich denn oheit wissen, verbleib' ihr Licht stårke mich mein ganzes auf ihrer Bahn, ihr Trost in Kuma - 18. Von der Taufe und Confirmation der Kinder. 153 Kümmernissen; sie leite, beß-[ unwandelbar; wir bringen's, re, stårke sie, versüße ihres wie du selbst befohlen, dir in Lebens Müh', erquicke sie im der heil'gen Taufe dar. O Tode. segne es, Herr Jesu Christ, der du der Taufe Stifter bist. 2. Laß durch dies Siegel deiner Gnade sein Christenrecht bestätigt seyn; und weihe es in diesem Bade zum Erben deines Himmels ein. O selig, kennt es einst den Werth des Glücks, daß es dir angehört! 5. Der Geist der Gnade stårke sie, im Guten zuzunehmen, und nie des Evangelii von Christo sich zu schämen; laß sie, wie dir es wohlgefällt, ihr Christenthum vor aller Welt, durch Wort und That bekennen. 6. Ja, Höchster, laß sie würdiglich dir zum Gefallen leben, dir ganz mit Leib und Seele sich zum Tempel über 208. Ewig, ewig bin geben, ich dein, theuer Christus, seyn, von jeglicher Befleckung rein, geschickt für Welt und Himmel. 7. Dich laß fie über alles scheun, die Obern folgsam ehren, die Brüder lieben, hülfreich seyn, gewissenhaft sich nähren, getroft im Leid, gesetzt im Glück, das Christenthum in jedem Stück mit ihrem Wandel zieren. 8. Erhöre, Gott, die Beten den, du wollest stets fie leiten, sie gründen, stärken, kräftigen, und endlich vollbereiten; getreuer Heiland, sie sind dein: laß sie dereinst auch bey dir seyn; und deine Freude sehen. Vor der Taufbandlung. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 207. D ir, Herr, sen dieses Kind empfohlen, dir, dessen Treu Mel. Jesus, meine Zuversicht sc. oder: Meinen Jesum laß ich zc. dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu seyn, Vater, Sohn und Geist, getaufet. Dessen soll mein Herz fich freun: ewig, ewig bin ich dein. 2. Welch ein göttlicher Gewinn, daß ich, durch der Taus fe Gabe, nun dein Kind und Erbe bin, daß ich dich zum Bater habe! Heilig, heilig will ich seyn; ewig, Vater, bin ich dein. 3. Ich gelobt es, und dennoch brach ich oft den Bund der Taufe; tâmpfte schon, und wurde doch schwach im Kampf und matt im Laufe: dennoch will noch Jesus mein, Gott will noch mein Vater seyn. 4. Dies, o Gott, versprachst du mir; das hat Jesus mir ver 21 154 18. Von der Taufe verheißen; und ich sollte, Sün-| Theil, und zeigtest aus Erbarde, dir, dir, o Welt, mich nicht entreißen? Ja, ich will, ich will nicht dein, ich will meines Gottes seyn! 5. Wachen will ich, flehn um Kraft, daß ich stets auf seinem Wege, heilig und gewissenhaft und im Glauben wandeln möge; und er wird mir Kraft verleihn, treu bis in den Tod zu seyn. 6. Hóre mich, denn ich bin dein, theuer dir, mein Gott, erkaufet, bin auf dich, um dein zu seyn, Bater, Sohn und Geist, getaufet. Ewig, ewig laß mich dein, ewig laß mich selig seyn C. f. Neander. Mel. Nun lob', mein' Seel' ic. Christenthume sind wir auch dir, o Gott, geweiht, nur dir zum Preis und Ruhme zu führen unsre Lebenszeit, uns deiner Vaterliebe in Chrifto zu erfreun, und deines Geistes Triebe gehorsam stets zu seyn; damit wir schon auf Erden, noch mehr in jener Welt, des Glücks theilhaftig werden, das nur der Christ erhält. 2. Wie viel hat deine Gnade an uns von jeher, Gott, gethan! Pilgerpfade men uns selbst die Bahn zum Heil. Du schafftest unsern Seelen früh schon Gelegen heit, zu kennen und zu wahlen den Weg der Seligkeit. 3. Herr, auch für diese Gu te gebührt dir unser Lobge sang; mit freudigem Gemüthe bringt unser Herz dir Preis und Dank, daß du uns durch die Taufe zu Christen hast geweiht, und uns zum Tugendlaufe mit deinem Licht erfreut. Gib, daß wir oft er messen, was uns dein Wort verspricht, und strafbar nie vergessen die dir gelobte Pflicht. 209. re uns dir fing kaum sich unsre Wallfahrt an: so gabst du schon uns Armen am Reiche Christi 4. Ja, hilf du selbst uns allen nach deines Sohnes Lehfallen, laß deinen Geist stets auf uns ruhn. So lange wir hier leben, gib, was uns nutlich ist; du kannst, du wirst es geben, weil du die Liebe bist. Und wenn wir einmal sterben: so laß durch Jesum Christ, das Kleinod uns er erben, das unvergånglich ist. I. J. Rambach, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 210.bin getauft nach Lehren, dich, Bater, deinen Sohn und Geist, so zu bekennen und zu ehren, daß Herz und Mund und 155 und Confirmation der Kinder. und. That dich preist: und| ren, und findlich dir gehordann des Glücks, ein Christ sam seyn? Was dir mißfällt, zu seyn, mich hier und ewig sey fern von mir! geheiligt zu erfreun. sey mein Leben dir! 2. Durch diese Stiftung deiner Gnade ward jedes Recht der Christen mein. Du weihtest mich in diesem Bade zu deinem Kind und Erben ein, und thatest in der Folgezeit an mir noch mehr Barmherzigkeit. 7. O, stehe mir mit deinem Geiste, wie du verheißen hast, mir bey, daß ich, was ich ver sprech', auch leiste und treulich dir ergeben sey; und fehl ich: so verwirf mich nicht, mein Gott, von deinem Ungesicht. 3. Du öffnetest mir das Verständniß durch deines Sohnes Lehr' und Geist; durch sie gelangt' ich zur Erkenntniß, wie man dich würdig ehrt und preist, und welches Heil dein gnåd'ger Rath dem, der dich ehrt, bereitet hat. 4. Daß nicht, vom Leichtfinn hingerissen, undankbar dich mein Herz vergaß, erinnerteſt du mein Gewiſsen an seine ohn' Unterlaß, und wecktest mich zum Tugendlauf durch seine Wahrheit mächtig auf. 5. Gelobt, mein Gott, sey deine Liebe, die mir, noch eh' ich dich gekannt, aus freyem våterlichen Triebe schon so viel Gutes zugewandt. Wie huldreich hast du mein gedacht, und für mein wahres Wohl gewacht. 6. Wie sollt' ich dich denn nicht verehren, und dir ein Herz voll Liebe weihn? Nicht gern auf deine Stimme hó8. Erwecke mich durch deine Gnade zum steten Ernst der Besserung, und leite mich auf sicherm Pfade des Glaubens und der Heiligung. Gott meis nes Heils, sey ewig mein, und laß mich stets der Deine seyn. S.J.Werenberg, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. 211. Mein Erlöfer der du mich dir zum Eigenthum erkaufet, als dein Junger bin auch ich vormals auf dein Wort getaufet. Stårke mich, wie du zu handeln, als ein wahrer Christ zu wandeln. 2. Laß mich, Jesu, dir geweiht, stets auf meinen Taufbund achten, und dies in der Prüfungszeit als mein größtes Glück betrachten. daß ich deinen heil'gen Willen treulich suche zu erfüllen. 3. Dieser Erde Gut und Ruhm kann uns nicht im Lode 156 18. Von der Taufe und Confirmation der Kinder, Tode trösten. Nur ein wah- 1 ward ihr Ende. Laß diese, die res Christenthum führt zur sich jetzt dir weih'n, laß fie Wonne der Erlösten, läßt, dir beständig seyn! Heiliwenn wir im Glauben sterben, ger Schöpfer, Gott! Heiliuns des Himmels Freuden ger Mittler, Gott! Heiliger Geist, Lehrer und Tröster! Allbarmherziger! Stårke sie, die Deinen, im Vertraun auf Jesu Tod, in wahrer Tugend! erben. 4. Allem, Herr, was dir gefällt, will ich denn mich ganz ergeben, und entfernt vom Sinn der Welt, als dein treuer Junger leben, daß auch ich, wann ich einst sterbe, das verheißne Leben erbe. Bey der Confirmation der Kinder. 3. Münter. Mel. Mitten wir im Leben 2c. tárke, Mittler, 212. starte fie, deine fie ihre Feinde in Versuchung und im Kampf weit überwinden! 4. In der Todesnoth laß fie, deine theu'r Erlösten, daß ihr Glaube ftandhaft bleib', unaussprechlich trösten! záhl sie zu deinen Todten; einst führe fie mit uns zugleich in dein unvergånglich's Reich! Heili ger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger Geist, Lehrer und Tröster! Allbarmherziger! Laß sie nie vergessen ihr Gelübde, treu zu seyn, dir, ihrem Hei land! theu'r Erlösten! laß sie ihr Vertraun auf dich unaussprechlich trösten! Wach' über ihre Seelen! Sie stehn, geloben alle dir: Herr! dein Eigenthum sind wir. Hei liger Schöpfer, Gott! Hei liger Mittler, Gott! Heili ger Geist, Lehrer und Troster! Allbarmherziger! Laß sie nie vergessen ihr Gelübde, treu zu seyn dir, ihrem HeiLand! 3. Locken wird sie nun die Welt, Herr, zu ihren Lüsten: ach, du wollest sie mit Kraft aus der Höhe rusten! Laß streiten sie und siegen! Die Triebe zu verbotner Lust dampfe früh in ihrer Brust! Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Hei liger Geist, Lehrer und TrdLaß 2. Viele, ach! gelobten's auch, fest an dir zu halten: aber treulos ließen sie ihre Lieb' erkalten. Verderben 19) Von 19) Von der Buße und Bekehrung des Sünders zu Gott. M. Rutilius, verbessert von Ch. F. Weiße. In eigner Melodie. Glaube hoffen; durch Christi Tod steht ja, mein Gott, auch mir der Himmel offen. 213.2, Gott und 8. Herr Jeſu, du schaffſt Herr! wie groß und schwer sind alle meine Sünden! Schont dein Gericht mich Sünder nicht, wo kann ich Rettung finden? Trost und Ruh', da du für mich gestorben; du hast nicht dir, du hast nur mir die Ses ligkeit erworben. 2. Lief ich gleich weit, voll Bangigkeit, bis zu des Erdreichs Enden, der Angst und Pein befreyt zu seyn, würd' ich sie doch nicht wenden. 9. Dies stärket mich, und ob auch sich einst Leib und Seele scheiden: so schenkst du mir alsdann bey dir des Himmels ew'ge Freuden. 10. Gott, dir sey Ruhm! dein Eigenthum bleib' ich dort, wie auf Erden. Ich zweifle nicht, mein Heiland spricht: wer glaubt, wird se lig werden. 3. 3u dir flieh' ich, erbarme dich nach deiner Batergüte; geh' mit mir nicht, Gott, ins Gericht! Uch, tröste mein Gemůthe! 157 4. Soll's ja so seyn, daß Straf' und Pein auf Sünden folgen müssen: so fahr' hie fort; nur schone dort, hier will ich gerne büßen. J. Rist, verbessert von S. Ch. Lappenberg. mel. Durch Adams Fall ist 2c. oder: Was mein Gott will zc. 5. Erlaß die Schuld, gib, 214.h höchster Gott, verleibe Herr, Geduld und ein gehorsam Herze, daß ich mein Heil, mein bestes Theil, durch Murren nicht verscherze. mir, daß ich nur dich begehre, mein ganzes Glück nur such' in dir, und dich allein verehre, daß ich, dein Kind, dich such' und find' in allem Kreuz und Leiden, daß weder Leid, noch Glück und Freud' mich von dir möge scheiden. 6. Verfahr' mit mir, wie's dünket dir, ja prüfe mich durch Leiden; nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Gnade scheiden. 2. Erfülle mich mit wahrer 7. Das thust du nicht: mit Reu', so oft ich Böses übe; Suversicht kann es mein gib, daß ich alle Sünden scheu', 158 19. Von der Buße und Bekehrung scheu', und stets das Gute lie-| Pracht, nach Hoheit, Macht be. Laß mich doch nicht, Herr, meine Pflicht mit Vorsatz je verletzen, der Seele Heil, mein bestes Theil, laß mich nach Würden schätzen. und Würden angstlich streben. Laß mich vielmehr, nach deiner Lehr', in wahrer Demuth leben. 3. Mein Gott! ich bitte dich, 7. Betrug und List und Heucheley hilf mir sorgfältig flies verleih' mir einen festen Glau- hen. Nie muß ich mich durch ben, der standhaft, treu und Gleißnerey um Menschenthätig sey; nichts müsse den gunst bemühen. Laß Ja und mir rauben. Gib, daß ich mich Nein mir heilig seyn; laß allzeit auf dich und auf dein mich nicht lieblos richten, und Wort verlasse, und in der Bank und Streit mit Freund Noth, ja selbst im Tod', deinlichkeit, mit Lieb' und SanftHeil getroft umfaffe. 4. Hilf mir, der ich erlöset bin, daß ich den Heiland liebe, und bilde mich nach seinem Sinn; gib, daß ich mich stets übe, auf ihn zu sehn, ihm nachzugehn, mich seiner nie zu schämen, und allezeit mit Freudigkeit sein Kreuz auf mich zu nehmen. 5. Nie müsse Stolz und Eitelkeit mein schwaches Herz regieren; nie Haß und Zorn und Bitterkeit zur Rache mich verführen. Dein Wort gebeut Versöhnlichkeit, verdammt der Rachsucht Triebe. Nicht blos mein Freund, auch selbst mein Feind, erfahre meine Liebe. 6. Nach vilem Reichthum, Gut und Geld, Herr, laß mich ja nicht trachten; laß mich die Ehre dieser Welt für Kleinigkeiten achten, und nie nach muth schlichten. 8. 3ur unbefleckten Reinigkeit, Herr, leite mein Gemüthe, daß ich in dieser Prü fungszeit vor böser Lust mich hüte. Der Lügen Feind, der Wahrheit Freund, muß ich aufrichtig wandeln, und jederzeit nach Billigkeit mit meinem Nächsten handeln. 9. Gib, daß ich stets den Müssiggang sammt aller Trägheit fliehe; vielmehr der Welt mein Lebelang zu nutzen mich bemühe; auch mir zur Noth mein täglich Brod mit Ehren mög' erwerben, und dann einmal sanft, ohne Qual, in dir, Herr Jesu, sterben. 10. Ach, gib mir deinen guten Geist, daß ich die Laster fliehe, und nur um das, was christlich heißt, von Herzen mich bemühe: so wird mein Herz in Freud' und Schnerz dir des Sünders zu Gott. dir zu gefallen streben, und du wirst mir, Gott, einst bey dir den Lohn der Treue geben. J. Flietner. In eigner Melodie. 215.h! was soll ich Sünder machen? Ach! was soll ich fangen an? Mein Gewissen klagt mich an, es beginnet aufzuwachen. Dies ist meine 3uversicht: meinen Jesum laß ich nicht. 2. 3war es haben meine Sünden meinen Jesum oft betrübt, doch ich weiß, daß er mich liebt, denn er läßt sich gnádig finden. Drum, ob mich die Sund' ansicht, laß ich meinen Jeſum nicht. 3. Ich weiß wohl, daß unfer Leben nichts als nur ein Nebel ist, da wir hier zu jeder Frist mit dem Tode sind um geben; und wer weiß, was heut' geschicht? Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ob zwar schweres Kreuz und Leiden, so bey Christen oft entsteht, mit mir auf und niedergeht: soll mich doch von ihm nichts scheiden. Auf ihn ist mein Herz gericht't, meinen Jesum laß ich nicht. 5. Sterb' ich bald, o dann so habe ich die Ruhestatt erreicht, Ruhe, welcher keine gleicht! Wohl ist mir's im finstern Grabe: denn da ist 159 mir Jesus Licht: meinen Jes sum laß ich nicht. 6. Durch ihn will ich wieder leben: denn er wird zu rechter Zeit wecken mich zur Seligkeit, und sie mir aus Gnaden geben. Muß ich ſchon erst vor's Gericht, meinen Jesum laß ich nicht. 7. Ewig werd' ich dein verbleiben, denn ich glaube deinem Wort; Jesu! dir mein Heil, mein Hort, dir will ich mich fest verschreiben: ewig sey dies meine Pflicht, meis nen Jesum laß ich nicht. 3. Münter. Mel. Du o schönes Weltgebäude. oder: Jesu, der du meine Seele zc. 216. von der ch! wann werd' Sünde, Gott mein Vater, völlig frey, daß ich ganz sie überwinde, ganz dir wohlgefällig sey? Noch nicht, ich gesteh's mit Thránen, kann ich mich von ihr entwöhnen; allzu oft noch regt sie sich, und versucht zum Bösen mich. 2. In der Undacht sel'gen Stunden, wo mein Geist die Wahrheit hört, hab' ich oft das Glück empfunden, das die Frömmigkeit gewährt, habe nichts so sehr hienieden mir gewünscht, als innern Frieden, als ein Herz, dir ganz geweiht, als der Tugend Seligkeit. 3. Voll 160 19. Von der Buße und Bekehrung 3. Voll von heiligen Ent-, nach; kann ich nicht vollkomschlüssen, schwur ich dann, dir men werden; bin und bleib' treu zu seyn, und mit wachsamen Gewissen reiner Tugend mich zu freun; willig wollt' ich da mein Leben dir, mein Gott, zum Dienst ergeben, aller Sünde widerstehn, standhaft deine Wege gehn. 4. Aber, ach! zu schnell emporet sich der Leidenschaften Macht, die verdunkelt, schwächt und störet, was ich sonst so gut bedacht. Plohliche Versuchungszeiten, Beispiel, Reiz der Eitelkeiten, deren Schwarm mich stets umringt: das ist's, was zum Fall mich bringt. 5. O, ich Armer! dem zur Treue feste Seelenstårke fehlt, den so oft aufricht'ge Reue, und so oft doch fruchtlos qualt! Ach! wer wird mich ganz vom Bösen, ganz von Mängeln mich erlösen? Ich Elender! wer befreyt mich ganz von der Sündlichkeit? 6. Du verzeihst, Gott, die Gebrechen meiner fündigen Natur. Nicht die Schwachbeit willst du råchen; bösen Vorsatz strafst du nur. Hått ich nicht den Trost, ich würde unter meiner Fehler Bürde ganz erliegen, und mich dein, Höchstes Gut, nie können freun. 7. Stellet mir denn hier auf Erden lebenslang die Sünde ich immer schwach: o! so segne mein Bestreben, so gerecht ich kann zu leben, daß ich doch von Heucheley und von Bosheit ferne sey. 8. Wenn ich falle, laß mich's merken, laß mich streben aufzustehn; eile, mich, dein Kind, zu stärken; lehre selbst mich sicher gehn; warne mich, sey mein Begleiter, täglich führe, Gott, mich weiter, bis mich einst die Ewigkeit bringt zu der Vollkommenheit. 217. Ale Allein J. A. Cramer. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. llein vor dir, mein Gott, hab' ich gesündigt! O, laß die Gnade, die dein Wort verkündigt, wenn Sünden uns von ganzem Herzen reuen, auch mich erfreuen. 2. Dein Sohn hat ja sich auch für mich gegeben; laß mich vor dir um seinetwillen leben. Tilg' aus die Laster, welche mich entweihen, weil sie mich reuen. 3. Schaff' in mir, Höchster, eine reine Seele; ein neues Herz, das deine Wege wähle. Befördere und stärke mein Bestreben, nur dir zu leben. 4. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte! Gib deinen Geist, daß er mich unterrichte, gib ihn, daß er auf deiner des Sünders zu Gott. ner Wahrheit Wege mich lei ten möge. 5. Erquicke mich in meiner Seele Leiden mit deiner Hülfe, gib den Geist der Freuden, damit er, weil ich keine Kraft besige, mich unterstütze. 6. Mit neuer Treue will ich dich verehren; ich will die Sünder deine Wege lehren; mein Beispiel soll sie reizen deinen Willen, gern zu erfüllen. 7. O! höre, Gott, erbarmend auf mein Flehen! Wie folltest du ein reuig Herz verschmähen? Ein Herz, das dich im Glauben ernstlich suchet, der Sünde fluchet? 8. Ein solches Herz willst du zum Opfer haben; ein solches Herz willst du mit Troste la ben; du willst die Seelen, die nach Gnade schmachten, Gott, nicht verachten. J. Chiomusus oder Schnesing, verbessert von J. S. Diterich. In eigner Melodie. 161 2. Erlöser, meine Schuld ist groß; doch reut sie mich von Herzen. Erbarme dich und sprich mich los durch deines Todes Schmerzen. Nimmst du dich meiner hülfreich an: wer ist, der mich verdammen kann? Dann werd' ich los der Sündenlast. Mein Staube faßt, Herr, was du mir vere sprochen hast. 4. Preis sey Gott auf der Himmel Thron, dem Vater aller Güte! Preis dir, o Jesu, Gottes Sohn! dein guter Geist behüte, und führ' uns auf der rechten Bahn des wahren Glaubens himmelan, So preisen wir dich hocher218. Allein zu bir, freut, hier in der Zeit, und Herr Jesu in der 3. Dein guter Geist erneure. mich zu deines Namens Preis se, daß jederzeit mein Glaube sich durch wahre Lieb' erweis se. Sey mir, in meiner Prü fungszeit, ein Helfer voll Barmherzigkeit; und naht die letzte Stunde sich, so starke mich mit Trost, daß ich soll schauen dich. Mensch, kein Engel, welcher mir aus meinen Nöthen helfen kann. Dich ruf' ich an; du bist's, der allein helfen kann. Christ, steht mein Vertraun auf Erden. Ich weiß, daß du C. S. Gellert. mein Tröster bist; kein Trost Mel. Wenn dich Unglück thut ze. kann mir sonst werden. kein tein 219. Ang und übel oft vor dir gethan. Du siehst die Schuld, Allwiss sender: sich auch die Neue gnådig an! 2 2. Du 162 19. Von der Buße und Bekehrung 2. Du kennst mein Seufzen, Schuld und Uebertretung ses Gott, mein Flehn und meine hen, wer wird bestehen? Thränen sind vor dir; wann läsfest du mich Hülfe sehn? Wie lang entfernst du dich von mir? 3. Geh', Herr, nicht mit mir in's Gericht, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Noch bleibst du meine Zuversicht, du Gott der Langmuth und Geduld. 4. Erfülle selbst, Allgütiger, mein Herz vor dir mit Freudigkeit. Du warest stets, Erbarmender, und bleibst ein Gott, der gern erfreut. 5. Dir trau' ich! lehre mich, wie gut, wie heilig deine Rechte sind. Laß mich sie thun mit frohem Muth; du bist mein Vater, ich dein Kind. Y 6. Herr, eile du mir beyzustehn, und leite mich auf ebner Bahn. Er hört, der Herr, er hört mein Flehn, und nimmt sich meiner Seelen an. J. A. Cramer. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. 220. us fus einem tief vor dir gebeugten Herzen ruf' ich zu dir in meinen Sündenschmerzen. mache mich, Gott, meines Kummers ledig, und sey mir gnädig. 2. Beschämt erkenn' und fühl ich meine Sünden. Laß, Bater, mich Erbarmung vor dir finden. Willst du auf 3. Bey dir allein, Herr, steht es, zu vergeben. Du willst nicht tödten; nein, wir sollen leben; uns soll die Größe deiner Liebe lehren, dich treu zu ehren. 4. Verzeihe mir, Herr, alle meine Fehle; dein harret, Vater, meine müde Seele! Laß Trost und Ruh)', um des Versöhners willen, mein Herz erfüllen. 5. Vom Abend an bis an den frühen Morgen hoff' ich auf dich: o stille meine Sorgen; du schenkest ja Beladenen und Müden gern deinen Frieden. 6. Ja, hoffe nur, mein Herz, auf Gottes Gnade! viel gróßer ist sie, als dein Seeienschade; und endlich wird sie dich von allem Bösen herrlich erlösen. 221. M. Luther, verbessert von W. A. Teller. In eigner Melodie. us tiefer Noth schrey ich zu dir, Herr Gott, erhör' mich Urmen! Dein gnädig Ohr neig' her zu mir, dich meiner zu erbarmen: denn so du willst das sehen an, was wir nicht recht vor dir gethan, wer könnte dann bestehen? 2. Vor dir gilt nichts, denn Gnad' allein, dem Sünder zu ver 163 abide des Sünders zu Gott. OF vergeben; nie ist der Mensch von Fehlern rein, auch in dem Mel. Wer nur den lieben Gottic. besten Leben. Vor dir nie- 222.Dhon vergeben, mand sich rühmen kann, es muß dich fürchten jedermann, und deiner Gnade leben. wenn ich zu dir um Gnade bat: wie oft versprach ich dir zu leben, zu meiden jede Missethat! Wie feierlich war dann mein Eid des Glaubens und der Frömmigkeit. 3. Drum will ich nur allein auf dich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf dich verlas sen will ich mich, und deiner Gute trauen, die mir zusagt dein werthes Wort, sie ist mein Trost; und immerfort will ich mich ihrer rühdi 2. Ach, aber bald ergriff mich wieder die Sünd' und ihre Lust mit ihr, riß meinen ganzen Vorsatz nieder, und herrschte, wie vorher, in mir. 3um Widerstande viel zu schwach, entfloh ich nicht und gab ihr nach. 3. Wie viele sündenvolle Tage durchlebt' ich, Vater, wie im Traum', und häufte selbst mir Plag' auf Plage, und fühlte dies mein Elend kaum. Verwundet blutete mein Herz, betäubt empfand ich keinen Schmerz. 4. Vom Leichtsinn mächtig hingerissen, nur stolz auf meine schwache Kraft; taub für: das warnende Gewissen, das mich so treulich warnt und straft, entriß mir oft ein Augenblick der Tugend und der Unschuld Glück. 5. Vergiß nicht wieder, meine Seele, wie oft du schon gefallen bist! Vergiß nicht mehr des Herrn Befehle, nicht mehr, daß er dein Netter ift. Ruf ihn im Glauben 22 tågmen. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, soll doch mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sorgen; der rechte Glaube zweifelt nicht an dem, was Gottes Wort verspricht, und harret seines Gottes. 5. Ob bey uns ist der Sünde viel, bey Gott ist doch mehr Gnade; sein' Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sey der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der wieder bringt, was sich verirrt; er hilft aus allen Nöthen. 6. Gelobt sey Gott, den al les preist, der Bater mit dem Sohne, der Tröster auch, der heilige Geist, auf seinem Himmels- Throne; wie es von allem Anfang war, jezt ist und bleibet immerdar, bis an der Welt End'. Amen! 164 19. Von der Buße und Bekehrung täglich an: erhalt' mich, Herr,| tend walle, so unterstütze deiauf ebner Bahn! ne Gnad' mich vor dem nas hen Falle. Wenn in mir böse Lust aufsteigt, und ich zum Weichen bin geneigt, so lenke meinen Willen; erhebe meinen schwachen Muth, daß ich der Leidenschaften Wuth durch dich, Herr, möge stillen. 4. Mein Gott, mein Gott, gedenke nicht der Sünden meiner Jugend! Wie hart 223. Erbarm' dich, schien mir oft meine Pflicht, Herr! mein schwaches Herz, geneigt zu Eitelkeiten, läßt bald durch Freude, bald durch Schmerz, sich auf den Irrweg leiten. Gleich einem Rohr, vom Wind bewegt, wankt auch, von Leidenschaft erregt, oft meine schwache Seele. Wann komm' ich zu der wahren Ruh', daß ich recht feste Tritte thu', und nur das Gute wähle? wie rauh die Bahn der Tugend; und doch du trugst mich mit Geduld. Laß, Bater, laß mich diese Huld nicht undankbar verachten. Dir folgen, ist mein wahres Heil: o, laß mich's als mein bestes Theil, auch immerfort betrachten. 5. Ich bin ein Mensch; du kennest mich: wie schwach sind meine Kräfte! doch meine Seele hofft auf dich, du wirst zu dem Geschäfte der Heiligung mir Kraft verleihn, und mich mit deiner Hülf' erfreun, vor dir gerecht zu leben. Ich aber will hier in der Zeit, und einst in der Vollkommenheit, Herr, deine Kraft erheben. 6. Ich bin so schwach: wer kann mich stårken, wer Helfer in Versuchung seyn? zum Glauben und zu guten Werken, wer Kraft und Freudigkeit verleihn? Du kannst es, meine Zuversicht! Wenn du mich stärkst, so want' ich nicht. C. f. v. Cronegt. Mel. Am Wafferflüssen 2c. 2. Laß doch mein Herz nicht fernerhin in seiner Neigung wanken. Stårk' meinen ungewissen Sinn zu festeren Gedanken. Wenn von der Lust zur Eitelkeit mich) deines Geistes Kraft befreyt, wie will ich dir lobsingen! Mich ganz zu deinem Dienste weihn, soll stets mein ernster Wille feyn: gib darzu das Vollbringen. 3. Auch, wenn ich auf der Tugend Pfad bisweilen gleiJ. S. Diterich. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 224.6° ott, dir gefällt fein gottlos Wesen; wer bös ist, bleibet nicht vor dir. Drum laß von Sun des Sünders zu Gott. 165 Sünden mich genesen, und Herz in mir, und stärke mich schaff' ein reines Herz in mir, ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt, und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit innigster Beschämung sehn; durch Christum vor dir Gnade finin allen Leiden mit froher Zuversicht zu dir, bis, nach vollbrachter Prüfungszeit, mich ungestörte Ruh' erfreut. Ch. Titius, verbessert von C. F. eander und J. S. Diterich. Mel. Jefu Leiden, Pein und ic. oder: Schwing dich auf zu 2c. ott, mein Baden, und auf dem Weg der 225.6ter, idy, bein ich, Wahrheit gehn. Ich will forthin das Unrecht scheun und deinem Dienst mein Leben weihn. Kind, falle vor dir nieder; du weißt, was wir Menschen sind, und erbarmst dich wieder! Groß ist meine Sündenschuld, die mich innigst reuet; größer deine Baterhuld, die mich noch erfreuet. 2. 3war ich bin's nicht werth, zu dir kindlich aufzus sehen; doch du bleibst ein Bater mir, du vernimmst mein Flehen, kennst mein Inrres, siehest mich, wenn ich vor dir weine, und vergibst mir våterlich, wenn ich's redlich meine. 3. O! stårke mich in dem Gedanken, gib meinem Vorsat Festigkeit! und will mein schwaches Herze wanken, so hilf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! nimm deinen Geist nur nicht von mir. 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leiste, und Muth und Kräfte mir verleih'! daß ich mit kindlich treuem Geiste dir bis zum Tod' ergeben sey: so sieg' ich über Sünd' und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 5. Wenn ich indeß aus Schwachheit fehle, mein Vater, so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht, und mache in Bekümmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß. 6. Erquicke mich mit deinen Freuden, schaff' ein getroftes 3. Du bist meine Zuversicht, außer dir ist keiner! Dein Geschöpf verwirfst du nicht, Gott, dich jammert seiner; der du deinen Sohn für mich in den Tod gegeben; sein Erlöster bin auch ich, theu'r erkcuft zum Leben. 4. Dies, dies soll in jedem Schmerz mein Vertraun ers wecken. Vor der Sünde soll mein Herz, nicht vor dir erschrecken! Trauen will ich, Bater, 166 19. Von der Buße und Bekehrung Bater, dir, stets die Sünde hassen, nie vergessen, daß du mir so viel Schuld erlassen. 5. Preis sey dem Allgutigen, der mein Seufzen kennet, der den Gnadesuchenden freyen Zutritt gönnet. Sing' es, Seele, vor dem Herrn, fließ vor Freuden über! Gott, dein Gott, verstößt nicht gern; er begnadigt lieber. 6. Ewig bist du so gesinnt, Schöpfer meiner Seele! Auch wenn ich, dein strauchelnd Kind, noch aus Schwachheit fehle: so gedenkst du, der du weißt, daß mein Herz dich ehret, meiner Schwachheit, und verzeihst dem, der wiederkehret. Herr, gethan; darf mich nicht dein Kind mehr nennen; ach, nimm mich zu Gnaden an! Du bist Gott und kannst vergeben: ach, vergib, und laß mich leben. 4. Viel sind der begangnen Sünden; mehr noch als der Sand am Meer; ihre Menge zu ergründen, wird selbst für mein Herz zu schwer, hier erliegt die bange Seele: Gott, wer merkt, wie oft er fehle! 5. Mich für straflos zu er klåren, reichet nicht Bedaus rung zu. Und zerflöß mein Herz in Båhren, fånd'ich darum keine Ruh'. Können eines Sünders Thränen dich, o Heiliger, versöhnen? 6. Aber, Christe, dein Erbar men, dein für mich vergoßnes Blut und dein Tod erlöst mich 226. Herr, ich habe Urmen, tröstet mich und gibt mißgehandelt, ja mich drückt der Sünden Last, ich bin nicht den Weg gewandelt, den du mir gezeiget hast, und was kann vor deinem Schrecken, Richter aller Welt, mich decken! 2. Doch wie kann ich dir entfliehen? Du bist allenthalben nah'. Flieh' ich, dir mich zu entziehen, noch so weit, so bist du da! Du siehst mich auf allen Wegen, wo ich bin, bist du zugegen. B. Ringwald, verbess. von C.F. eander und J. S. Diterich). In eigner Melodie. 227.5 err Jesu Christ, 3. Drum ich muß es nur du höchstes bekennen: Böses hab' ich, Gut, du Zuflucht der Erldsten! 3. Franke, verbessert von C. f. Neander. In eigner Melodie. ists, das mich decket, wenn Tod und Gericht mich schrecket. 7. Laß bey dir mich Ruhe finden, schaff ein reines Herz in mir; rette mich von meinen Sünden, zieh' mich immer mehr zu dir. Dankbar will ich mich bestreben, mein Erlöser, dir zu leben. Rue des Sünders zu Gott. 167 sten! Ich komme mit gebeug- und faßt die Hoffnung, Rub' tem Muth zu dir, mich dein zu finden. zu trösten, durch dich dem Bater mich zu nahn, von ihm Vergebung zu empfahn und Kraft zum neuen Leben. 6. Herr, dieser Zuruf troft' auch mich bey des Gewissens Schrecken; du siehst es, ich vertrau' auf dich, laß seine Kraft mich schmecken! Vergib, o du, der gern vergibt, das Unrecht, welches ich verübt, tilg' es durch deine Gnade. 2. Wie drückt mich meiner Sünden Last! nimm du sie mir vom Herzen, auch mich erlöset haft, erlöst mit Todesschmerzen, daß nicht mein Herz, vor Angst 7. Wie groß ist diese Selige keit, sein Herz vor dir zu stilund Weh', bey der Empfin- len! Wie edel die Entschlos dung untergeh', wie sehr ich mich verschuldet. 3. Fürwahr, denk' ich mit Ernst zurück an mein geführtes Leben, an das von mir verscherzte Glück: was soll dann Trost mir geben? Ich finde ihn bey dir allein, und würde ganz verloren seyn, wenn ich dein Wort nicht hätte. senheit, zu thun, Herr, deinen Willen! O leite mich auf dies fer Bahn, auf der du selbst einst gingst voran, ein Beispiel uns zu geben. 8. Stárk' auch mit deinem Freudengeist mich in den letzten Stunden, wenn sich mein Herz der Erd' entreißt, von Sünden ganz entbunden. Und nimm mich so, wann dir's gefällt, im wahren Glauben aus der Welt zu deinen Auserwählten. 4. Dies ewig theure Wort verspricht Heil allen, die dich ehren, die reuevoll zu ihrer Pflicht und dir zurücke kehren, und nun, vom Sündenjoch befreyt, aus wahrer frommer Dankbarkeit treu deine Wege wandeln. Mel. Werde munter, mein 2c. oder: Jesu deine heil'ge Wund. 5. Du rufft den Sündern 228. Höchster, denk ich liebreich zu: ihr Reuerfüllten alle, kommt her zu mir! ich schaff euch Ruh' und richt' euch auf vom Falle. Mein Joch ist sanft, leicht meine Last, nehmt willig sie auf euch an die Güte, die du mir bisher erzeigt: 0, so wird mein ganz Gemüthe zu der tiefsten Schaam gebeugt, daß ich dich gering geschäßt, häufig dein Gebot verletzt, und dich, der mich so geliebet, f. Fabricius, verbessert von J. S. Diterich. 168 19. Von der Buße und Bekehrung Liebet, doch so oft und schwer| 6. Dir ergeb' ich mich auf's betrirbet. neue. Gib, daß mein gebeugter Geist deiner Baterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt! Was dein Sohn auch mir erwarb, als er für die Sünder starb: Fried' und Freude im Gewissen, laß mich, Reuigen, genießen. 7. Stárke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weih'n; gib, daß mir's an Kraft nicht fehle, folgsam deinem Wort zu seyn. Steh' mir Schwachen mächtig bey, und mach' mich auf immer treu. Dich zu lieben, dir zu leben, sey mein herzliches Bestreben. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder find ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig seyn; doch hab' ich der Eitelkeit unbedachtsam sie geweiht, ja zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich oft mich willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Bater, neu; von wie vielen schweren Sorgen machtest du mein Herze frey! Was mir nugte, gabst du mir; aber ach, wie dankt' ich dir? O, wie hab' ich so vermessen deines Wohlthuns 3weck vergessen. 4. Uller Dank ist ja vergebens, wenn ich nicht die Sünde flieh', und um Bes serung des Lebens mich mitaller Kraft bemüh'. Ach! Herr, diese Dankbarkeit ist so wenig dir geweiht! ach! ich kann, Gott, deinen Willen nicht so, wie ich sollt', erfüllen. 5. Ich erkenne meine Sünden, beuge mich, mein Gott, vor dir. Laß mich bey dir Gnade finden, neige, Herr, dein Ohr zu mir! Ach, vergib was ich gethan! Nimm mich noch erbarmend an! Führe mich vom Sündenpfade auf den sel'gen Weg der Gnade. Ch. Titius. In eigner Melodie. oder: Wer nur den lieben Gott zc. 229. charmer Mensch, ich armer Sunder, steh hier vor Gottes Angeficht. Ach Gott! vergib, verfahr' gelinder, und geh' nicht mit mir ins Gericht. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so herzlich bange, von wegen meiner großen Sund'! Uch! daß ich von dir Gnad' erlange, ich armes und verlornes Kind. Erbarme dich zc. 3. Hör und vernimm mein sehnlich Schreyen, du allerliebstes Baterherz! Eil' mir des Sünders zu Gott. mir die Sünde zu verzeihen, langendem Gemüthe. und lindre meines Herzens Schmerz. Erbarme zc. 4. Wie lang soll ich vergeblich klagen? Hörst du denn nicht? hörst du denn nicht? Wie kannst du das Geschrey vertragen? Hor', was der arme Sünder spricht: Erbarme dich zc. 5. Wahr ist es, übel steht der Schade, den niemand heilt, als du allein. Ach! aber Vater, Gnade! Gnade! ach laß mich nicht verloren seyn. Erbarme dich ic. 169 Wer hofft auf dich, der hoffet nicht vergebens, du Gott des Lebens. 2. Du willst nicht Opfer, Richter aller Welten! Was könnten doch Geschenke vor dir gelten? Du kennst das Herz, und willst, statt aller Gaben, nur Bess'rung haben. 6. Nicht wie ich's hab' verschuldet, lohne, und handle nicht nach meiner Sund'. O treuer Vater schone, schone, erkenn' mich wieder für dein Kind. Erbarme dich zc. 3. Wenn sich der Sünder wieder zu dir kehret, und dich durch bessere Gesinnung eh ret: so willst du seiner Sunden nicht gedenken, ihm Gnade schenken. 4. Allwissender, du fichest meine Reue, mit der ich Bess'rung dir gelob' aufs neue; sie wirst du, der du in das Herz kannst sehen, Gott, nicht verschmähen. 5. Stárk' mich, des Lasters falschen Reiz zu fliehen, ein gut Gewissen allem vorzuziehen; so geh' ich auch, Herr, deinem reichen Segen gewiß entgegen. 7. Sprich nur ein Wort, so werd' ich leben, zum armen Sünder sprich, o Herr: Geh' hin, die Sünd' ist dir vergeben, nur fündige hinfort nicht mehr! Erbarme dich zc. 8. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, erhöret bin ich Zweifels frey. Weil sich der Trost im Herzen mehret: so will ich enden mein Geschrey: erbarm' dich, Gott, erbarme dich um Christi willen über mich! 2ch komm', o Jes su, hier vordeis ne Gnaden- Thür' und bitt', du wollst mich Armen mit dei C.F. Neander. Met. Herzliebster Jesu, 2c. 230. ch flehe, Gott ner Gut' umarmen, weil mich von ewig gro- von Ber Güte, zu dir mit Heil ver- niemand kann entbinden. 2. Die I. L. Pfeiffer, verbessert von C. M. f. Gebhard. In eigner Melodie. 231. 170 19. Von der Buße und Bekehrung 2. Die Angst des Herzens and ist sehr groß, zu jeder Frist, p. Speratus. In eigner Melodie. von wegen meiner Sünden, 232.h ruf zu dir die finden. Drum laß mich doch bestreben, stets fromm und gut zu leben. Herr Christ, ich bitt', erhör' mein Klagen! Verleih' mir Gnad' zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen! Den rechten Weg, o Herr, allein, den wollest du mir geben, dir zu leben, mein'm Nächsten nüt' zu seyn, dein Wort zu halten eben. 3. Ach! tröste du mein Herz mit deines Todes Schmerz. Erneure meine Seele, daß sie nur Gutes wähle. Wer kann mich sonst vom Bösen, als du allein, erlösen? 2. Ich bitt' noch mehr, o Herr, mein Gott! du kannst es mir wohl geben, daß ich werd' nimmermehr zu Spott: die Hoffnung gib darneben; voraus wenn ich muß einst davon, daß ich dir mög' vertrauen und nicht bauen, auf äußerliches Thun, sonst wird mich's ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Herzens- Grund den Feinden mög' vergeben. Verzeih' mir auch zu dieser Stund', schaff' in mir neues Leben. Laß meinen Glauben mich, o Gott, durch deines Wortes Lehren, stets vermehren. Auch in Gefahr und Spott laß mich dich stets verehren. 4. Laß mich kein' Lust noch 7. Erfreue du mein Herz, Furcht von dir in dieser Welt bey seinem Sündenschmerz, abwenden, im Tod' noch mit deiner Huld und Gnade, standhaft seyn, gib mir, du damit ich auf dem Pfade des hast's allein in Händen; und Glaubens, wann ich sterbewem du's gibst, der hat's umeinst deinen Himmel erbe. sonst, es mag niemand er erben, 4. Den heil'gen Geist mir schenk', daß er mein Herze lenk', mich durch sein Wort regiere, den Weg zum Him mel führe. Durch diesen Geist der Freuden laß stärken mich in Leiden. 5. Sa, laß mich, Herr, so rein, so heilig wie du seyn, die Sünde stets verachten, und nur auf Tugend achten, damit ich auf der Erde des mit ich auf der Erde des Himmels würdig werde. 6. Ach, liebster Seelenfreund, nach dir mein Herze weint: komm, stille mein Verlangen; ach, komm, mein Freund, gegangen! Ohn' dich kann ich nicht leben, dir will ich seyn ergeben. des Sünders zu Gott. 171 erben, noch erwerben ohn' 5. Mein Herz, das seine dich, Herr, deine Gunst, die uns errett't vom Sterben. Schuld erkennt, du fichest es: mein Herz entbrennt, zu thun, was dein Gesetz befiehlt, das nur mein Bestes mir empfiehlt. 5. Ich lieg' im Streit, und widerstreb': hilf, o Herr Christ! dem Schwachen; durch deine Gnad' allein ich leb', du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung her, ach, dann, Herr, laß mich nicht verzagen; du kannst machen, daß ich recht kámpfen kann, den Sieg davon zu tragen. 233. Nach dir verlanC. F. Neander. Mel. Herr Jesu Christ, mein's ic. oder: Herr Jesu Christ, wahr'rzc. ach dir verlanget mich, nach dir! Gott, meine Hülfe kommt von dir! Wer ist, wie du, so gnadenreich? Wer dir an Macht und Weisheit gleich? 2. Uch, mein Erbarmer, rechne du mir meine Missethat nicht zu! Sie reuet, Gott, sie reuet mich, und meine Seele hofft auf dich. 3. Wie gut, wie leicht ist dein Gebot! Du willst, ich soll dich lieben, Gott; willst, daß ich redlich handeln soll, zu meinem und des Nächsten Wohl. 4. Und doch verletz' ich diese Pflicht, und schätze deine Gnade nicht; ein elend Scheingut zieh' ich, Thor, oft dir und meinem Heile vor. 6. Ich traue der Barmherzigkeit, die sich noch jeden Tag erneut; der Vaterhuld, die immerdar gefallner Seelen Zuflucht war. 7. Dein Wort gibt mir Versicherung vollkommener Begnadigung; ich bin gewiß durch Jesum Christ, daß sie auch mir verliehen ist. 8. Doch nie entfall' es meinem Sinn', daß ich als Christ berufen bin, auch meines Mittlers Tugenden hier thátig zu verkündigen. 9. Wie ich die Gaben angewandt, die ich empfing aus deiner Hand: dies wird die große Frage seyn, bricht dein Entscheidungstag herein. 10. Ein Herz, das sich des Guten freut, voll Menschenlieb' und Gott geweiht, dies soll ich dort nicht erst empfahn; mein Richter fordert's schon alsdann. 11. Schaff' dieses Herz in mir! denn, ach! du weißt es, Bater, ich bin schwach. Mein Trost sey mein Vertraun auf dich, und Redlichkeit behüte mich. M. 172 19. Von der Buße und Bekehrung trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barmherzigkeit. m Moller. Mel.Vater unser im Himmelr. 2c. imm von uns, 6. Leit' uns mit deiner Va234. Nu terhand, und ſegne unſer Herr, du Stadt und Land; entzieh uns deines Wortes Licht, der Seele Trost und Hoffnung nicht; bescher' ein selig's Stundelein, auf daß wir ewig bey dir seyn. Berdeutscht v. J. Spangenberg. In eigner Melodie. 2. Wir sind ein fündiges 235.N erre Gott! imm von uns, all' unsre Sünd' und Missethat, auf daß wir mit rechtem Glauben und reinem Herzen in deinem Dienst era funden werden. Geschlecht. Ach! handle nicht nach strengem Recht: denn so du, Herr, nach Werken lohnst, und unsier nicht, als Bater, schonst, so muß die ganze Welt vergehn und kein Mensch kann vor dir bestehn. 3. Ach, Herre Gott! durch deine Treu' mit Trost und Rettung steh uns bey; beweis an uns dein' große Gnad', und straf uns nicht auf frischer That; steh uns mit deiner Gute bey, und mach' uns vom Verderben frey. 4. Herr, solltest du denn zornig seyn, uns nicht mit deiner Huld erfreun? Du weißt ja wohl, wir sind nur Staub und oft schnell der Versuchung Raub. Drum gehe, Bater, gehe nicht mit uns, den Sündern, ins Gericht. 5. Gedenk' an deines Sohnes Tod, an seine Wunden, Angst und Noth, die sind ja für die ganze Welt die Bahlung und das Lösegeld; deß treuer Gott, die schwere Straf' und große Noth, die wir mit Sünden ohne Zahl verdienet haben allzumal; behút' vor Krieg und theurer Zeit, vor Seuchen, Feu'r und gro= 2. Erbarm' dich, erbarm dich, erbarm' dich deines Volks, o Christe! das du er löset haft mit Lehren, Leiden und Tod. 3. Erhöre, erhöre, erhöre unsre Bitt', Gott Vater, Schöpfer aller Ding': hilf uns und sey uns gnädig. 4. Erhöre, erhöre, erhöre unsre Bitt, o Christe! der Welt Heiland: bitt' für uns und sey uns gnådig. 5. Erhöre, erhöre, erhöre unsre Bitt', heiliger Geist, du einiger Tröster: erleucht' uns und sey uns gnådig. 6. So wahr ich lebe, ſpricht Gott der Herr; ich will nicht den Tod des Sünders, son dern daß er sich befehre und lebe. Mcl. des Sunders zu Gott. 173 Mel. Wenn wir in höchsten 2c.| Herzen gehen; ich ring' in frommer und mit Sünd' und Tod, 236. etreuer Sott, und möchte fast vergehen; eröffne mir die Gnaden- Thür, und merke auf mein Fle= hen! 2. Ich muß gestehn, ich bin's nicht werth, mein' Augen aufzuheben; ich muß mich schämen und die Erd ansehn mit Furcht und Beben, weil ich vielmal, ja ohne Zahl, in meinem ganzen Leben nicht recht gethan, der breiten Bahn der Sünde mich evgeben. 3. Ach, Gott, mein Gott, du höchstes Gut, du Brunn quell' aller Gnaden, ich fleh' zu dir, Herz, Sinn und Muth, mühselig und beladen, sucht deine Gnad', die früh und spat noch allen offen stehet: eröffne mir die Gnaden- Thür, eh' mein Geist ganz vergehet. 4. Uch sen mir gnädig, weil dein Sohn auch meine Sünd' getragen; hilf mir durch dies sen Gnadenthron, du wirst mir's nicht verfagen; fein theures Blut, mein höchstes Gut, macht mich ja rein von Sünden. Erhöre mich, hilf gnådiglich, ach! laß mich Gnade finden. ich hab' gebrochen dein Gebot und sehr gesündigt wider dich, das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber du, o gnåd'ger Gott, nicht hast Gefall'n an meinem Tod, und ist dein herzliches Begehr'n, daß ich mich soll zu dir bekehr'n: 3. Auf dies Wort fleh' ich, Herr, dich an, deß Macht und Gnade alles kann, und bitte durch den bittern Tod, und durch die Wunden, Angst und Noth 4. Dein's lieben Sohnes, Jesu Christ, der uns zu Gut Mensch worden ist, laß deine Gnad' und Gutigkeit mehr gelten, denn Gerechtigkeit. 5. Verschon', o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld, so werd' ich arm verlornes Kind durch Christum frey von meiner Sund'. 6. Ich will, o Herr, nach deinem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög' nach dieser Zeit gelangen zu der Seligkeit. Mel. Was mein Gott will 2c. oder Durch Adams Fall ist zc. 237. Gott voll Gnab 5. Gottlob! mein Herz und Gütigkeit, empfindet schon aus deinem mein Gott, erhör' mein Fle- Wort das Leben; ich seh', hen! Gedenk an dein' Barm- daß mir des Himmels Chron herzigkeit, laß dir's zu mein Jesus hat gegeben. Mein Gott 174 19. Von der Buße und Bekehrung Gott regier' all' mein Begier, den rechten Weg mir weise; gib Frömmigkeit, Beständigkeit, daß ich dich ewig preise. D. Denike, verbessert von C. f. eander. Mel. Jezt komm' ich als ein 2c. 238. Barmherzig keit, ich falle dir zu Fuße, und thu' noch in der Gnadenzeit von ganzem Herzen Buße. Was ich nicht recht gethan vor dir, Erbarmer, das verzeihe mir nach deiner großen Gute. 2. Du Geber wahrer Seelenruh, nimm von mir, was mich quålet; durch deine Gnade wirke du, woran es mir noch fehlet. mir den Geist der Heiligung, daß ich in meiner Besserung mit jedem Tage wachse. 3. Und du, o Jesu, der du dich für uns dahin gegeben, du hast aus freyer Huld auch mich erlöst zum ew'gen Leben. Mein Seligmacher und mein Gott! erbarm' dich meiner Seelen- Noth, und gib mir deinen Frieden. 4. Für Sünder floß dein theures Blut, zur Rettung vom Verderben: so komm es denn auch mir zu gut im Leben und im Sterben. Es schrecke von des Lasters Pfad, von jeder unerlaubten That mich immerdar zurücke. 5. Geist Gottes, meiner Seele Licht, Regierer der Ge danken, erinnre mich ans Weltgericht, beginnt mein Herz zu wanken, damit ich je de Sünde flieh, und Ehrsucht, Geiz und Wollust nie mein Herz beflecken möge. 6. Und schlägt die lette Stunde mir, so hilf mir übers winden; laß meine Seele Trost bey dir, du, Gott des Trostes, finden. Belehre mich, daß Schmerz und Noth und selbst der letzte Feind, der Tod, mich doch zum Leben führe.. 3. Herrmann. Mel. Vater unser im Himmelr. 239.o wahr ich le be, mein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod, vielmehr ist dies mein Wunsch und Will', daß er von Sünden halte still, von seiner Bosheit kehre sich, und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk', o Menschenkind; verzweifle nicht in deiner Sünd'; hier findest du Trost, Heil und Gnad', die Gott dir zugesaget hat, und zwar mit einem theuern Eid. O selig, dem die Sünd' ist leid! 3. Doch hute dich vor Sicherheit; denk' nicht, zur Buß ist noch wohl Zeit; ich will erst fröhlich seyn auf Erd'; wann paund des Sünders zu Gott. 175 wann ich des Lebens müde| Herzenskündiger, meines Her werd', alsdann will ich bekeh- zens Flehen! Sende du Trost ren mich, Gott wird wohl mir zu, reiß mich aus den mein erbarmen sich. Nöthen, ehe sie mich tod ten. 4. Wahr ist es, Gott ist stets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit; doch wer auf Gnade sündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn, und seiner Seele selbst nicht schont: dem wird, wie er verdient, gelohnt. 2. Wird dies Herz im Grabe sich deiner Güte freuen? Gott des Lebens todt kann ich dir kein Danklied weihen. Rette mich, daß ich dich, weil ich hier noch lebe, dankbar froh erhebe. 3. Nichts, als deine Vat huld, kann mich ruhig machen. Ach gedenk' nicht meis ner Schuld, stårke du mich Schwachen! Heile mich, zeige dich mir mit deiner Gnade, Gott, du Gott der Gnade! 4. Wann wirst du mich doch erfreun, wann mir Trost gewähren? Täglich, Helfer, harr' ich dein, und ich hab' in 3åhren meine Nacht oft durch wacht. Eil', Erbarmer, eile, mir, ach mir zum Heile! 5. Elend, tief gebeugt bin ich, und vom Seufzen müde: Meine Seele sehnet sich nur umsonst nach Friede. Ach, wie lang' soll ich bang', Heiland müder Seelen, trübe Stunden zählen? 6. Doch, o Secle, zage nicht! Gott verstößet feinen, der ihm fleht mit Zuversicht, er Mel. Straf' mich nicht in 2c. vernimmt mein Weinen. Nie 240.Strafe nicht, overgißt Jesus Christ, seiner heiligster Rich- theu'r Erlösten; deß will ich ter, mein Vergehen. Höre, mich trösten. 5. Gnad' hat dir zugesaget Gott, von wegen Christi Blut und Tod; zusagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben sollt. Daß du mußt sterben, ist dir kund, verborgen ist die Todesstund. 6. Heut' lebst du, heut' bekehre dich; eh' Morgen kommt, kann's åndern sich: wer heut' ist frisch, gesund und roth, ist morgen krant, ja wohl gar tod. Sturbst du nun unbekehrt zu Gott: wie schrecklich wäre dann dein Tod! 7. Hilf, o Herr Jesu! hilf du mir, daß ich noch heute komm' zu dir, und mich bekehre unverweilt, eh' mich mein Ende übereilt, damit ich heut' und jederzeit zu meinem Abschied sen bereit. J. G. Albinus, verbessert von C. f. Neander. 176 19. Von der Buße und Bekehrung C. Grot. Mel. Liebster Jefu, wir sind zc. 241.Bater, der so gern verzeiht, gern uns seine Liebe schenket, der, wenn uns die Sünde reut, mit Erbarmen an uns denket: laß auch mich im Schmerz der Sünden, bey dir Trost and Gnade finden. 2. Tief gebeugt und voller Schaam, beym Bewußtseyn meiner Blöße, fühl ich Wehmuth, Angst und Gram, fühl ich meiner Sünden Größe; seh' im schrecklichften Gedränge ihre ungezählte Menge. 3. Oft versäumt' ich meine Pflicht, oft fing ich an sie zu lieben, und ermannte mich doch nicht, sie mit Eifer auszuüben, war verdrossen, schwach und träge und ging dann der Sünden Wege. 4. Oft der Leidenschaften Spiel, that ich das, was ich nicht wollte, wankte, strauchelte und fiel, liebte, was ich hassen sollte, und befleckte mein Gewiſsen, von Verblen dung hingerissen. 5. Allzu oft nur war mein Herz der Verführung sichre Beute, fühlte zwar der Nachreu' Schmerz, doch, nach schwachem Gegenstreite, ließ es sich zu neuen Sünden, ach! zu leicht nur überwinden. 6. So, fo fiel ich immers Pfade, liebte eitle Lust zu sehr, mehr, ging einher des Lasters fuchte, Gott, nicht deine Gnade, scheute ernstliches Bemuhen, mich der Sünde zu entziehen. 7. O, erbarme, Vater, dich; auch ich bin eins deiner Kinder. Troste, Jesu, tröfte mich, mich, den tiefgebeugten Sunder; laß dein Leiden und dein Sterben auch mir Gnade noch erwerben. 8. Heute will ich den Entschluß, mich zu bessern, ernstlich fassen. Ja, ich will nun, wie ich muß, jede Sünde fliehn und hassen, will mein ganzes Herz dir geben, und nach deiner Vorschrift leben. 9. Gib mir Weisheit, gib mir Kraft, meinen Vorsatz auszuführen; laß im Kampf der Leidenschaft mich den Sieg doch nicht verlieren; laß mich nur das Gute lieben, stärke mich, es auszuüben. C. S. Gellert. Mel. D Gott, du frommer 2c. 242.Magt' ich es långer noch die Buße aufzuschieben, zu der mein Gott mich ruft: so würd' ich mich nicht lieben. Ist wahre Besserung nicht meiner Seele Glück? Warum verlier' ich denn noch eis nen Augenblick? 2. Wahr des Sünders zu Gott. 177 2. Wahr ist es, es ist schwer, von der Tugend weicht, versein eigen Herz bekämpfen, läßt sein eigen Heil. der Sünde widerstehn, und böse Lüste dampfen; boch es bleibt meine Pflicht, und jede Schwierigkeit, die heute mich erschreckt, wird schwerer durch die Zeit. 7. Was halt mich denn zurück das Laster zu verlassen? Weil es mein Unglück ist, bes fiehlt es Gott zu hassen. Was hált mich denn zurück der Tugend Freund zu seyn? Weil fie mich selig macht, befiehlt fie Gott allein. 3. Je öfter ich das thu', und was Fleisch und Blut befoh- 8. Die Beßrung führt mich len; je stärker wird der Hang, nicht zu lauter Angst die That zu wiederholen. Scheu' ich mich heute nicht, der Lüfte Knecht zu seyn, so werd' ich morgen schon das Böse minder scheun. Leiden, sie führet mich viel mehr, zu Gott, zu wahren Freuden; macht meine Seele rein, stärkt mich mit Zuvers stand und Muth zu jeder ficht, gibt Weisheit und VerPflicht. 4. Wie schnell kann nicht der Tod mich dieser Welt entrücken! Und Beßrung ist kein Werk von wenig Augenblik fen. Ein Seufzer hin zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst vor Strafen reicht nicht hin zur Heili9. Herr, bu reichst Kräfte dar, uns selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Was zag' ich? geht er gleich im Anfang langsam fort, du, Gott, bist mir ja nah, und stårfst mich durch dein Wort. gung. 5. Mein Gott gewinnet nichts, wenn ich ihn findlich liebe, und seiner werth zu seyn, mich in der Tugend übe. Wenn ich das Gute thu', das mir sein Wort gebeut, so bringt es mir allein Ruh'und Bufriedenheit. 10.0 gib denn, weil ich jezt, Herr, deinen Ruf noch höre, daß ich mich ungesäumt von allem Bdsen kehre: so darf ich nicht zu spát, zu meiner größten Pein, mein hier versäumtes Glück, als meine Schuld bereun. 6. So süß ein Laster ist, so gibt's doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hat Gott dies Glück beschieden; nur der, der ihm gehorcht, erwählt das beste Theil; wer te, die alle Weissethat vergibt, M fo J. F. Bahrdt d. ält. Met. Wer nur den lieben Gottie. 243.Mieter, Gott, 178 19. Von der Buße u. Bekehr. d.s Sünders zu Gott so bald ein reuendes Gemü-| durch Uebung guter Werke the, die Sünden, die es sonst beweisen; mache selbst mich geliebt, erkennt, verdammt treu, Herr, in der Liebe und ernstlich haßt, und 3u- gegen dich, sie dringe stets, versicht zum Mittler faßt. und leite mich! 2. Doch laß mich ja nicht sicher werden, weit du so reich an Gnade bist. Wie kurz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegeben ist! Gib, daß sie mir recht wichtig sey, daß ich sie meiner Beßrung weih'! 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergibst, das hassen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst. Laß, Vater, mein Gewissen rein und heis lig meinen Wandel seyn. 3. 3war deine Gnade zu verdienen, sind Reu' und BeßJ. Herrmann, verbessert von C. J. eander. In eigner Melodie. o soll hen hin, wenn rung viel zu klein; doch darf 244. flich flie auch ich beschweret bin vom Schrekfen meiner Sünden? Wo soll ich Rettung finden? Hilft mir nicht Gott selbst wieder, so fall' ich trostlos nieder. 2. Du, Jesu, rufest mir. Bu dir, Herr, ja zu dir flieh' ich und such' Erbarmen in deinen offnen Armen. Noch hofft auf deine Güte mein zagendes Gemüthe. nen, zu glauben, dir versöhnt zu seyn, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hålt? 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu Jesu fassen, der zwar auf sein Verdienst sich steift; doch in der Sünde noch beharrt, dafür, er selbst ein Opfer ward. 5. Drum fall' ich dir, mein Gott, zu Füßen: vergib mir gnädig meine Schuld, und heile mein verwundt Gewissen mit Trost an deiner Vaterhulo. Ich will mit Ernst die Sünde scheun, und willig dir gehorsam seyn. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke durch Christum mir geschenket sey, will ich 3. Ich traue, Herr, auf dich; dein Blut floß auch für mich. Du rettest mich von Sünden, läßt mich den Frieden finden, den der hat, der dich liebet, und den die Welt nicht giebet. 4. Wie groß die Sünde sey, du machst von ihr mich frey; der ich dein Kreuz umfasse, und mich auf dich verlasse. Du sprichst: dir ist vergeben, so fühl ich neues Leben. 5. Ach! 20. Von Rechtfertigung und Lebensbesserung. 179 muß ich ererben: denn du hast mir's erworben, da du für mich gestorben. 8. Der du mein Herz gewannst, Gedanken leſen kannst, vor dem ich dankbar weine, du siehest, wie ich's meine. Du siehest mein Bestreben, dir würdiger zu leben. 9. Herr, deß ich ewig bin, gib mir den festen Sinn, das alles stets zu meiden, was mich von dir kann scheiden; so leb' ich dir, und erbe den Himmel, wann ich sterbe. 5. Ach! wie viel mangelt mir! Doch, Gütigster, von dir kommt jede gute Gabe, die ich noch nöthig habe; du wirst mich unterstützen und in Versuchung schüßen. 6. Wie unerschrocken ruht das Herz in deiner Hut. Du hast ja selbst verheißen: dir soll mich nichts entreißen, weil ich dir angehöre, und mich vom Bösen kehre. 7. Darum verlaß' ich mich, o Jesu, nur auf dich; so kann ich nicht verderben, dein Reich 20) Von Rechtfertigung und Lebensbesserung. Mel. Ach! was soll ichSünder ic. 4. Weil die Wahrheit nicht 245., wie groß ist kann lügen, will ich dir verdeine Gnade, trauen weil du keinen nicht verläßt, weil dein Wort nicht kann betrügen, bleibt mir deine Seligkeit unverrückt in Ewigkeit. 5. Lob sey dir für deine Gnade, du getreues Baterherz, daß dich unfre Noth und Schmerz, daß dich auch mein Seclenschade hat erbarmt ſo väterlich; drum lob' ich dich ewiglich. du getreues Vaterherz, daß dich unsre Noth und Schmerz, daß dich aller Menschen Schade hat erbarmt so väterlich, uns zu helfen ewiglich. 2. Du hast uns so hoch geliebet, daß der Mensch von aller Pein frey seyn soll und selig seyn, daß dein Sohn sich felbst hingiebet, und beruft uns allzumal zu dem großon Abendmahl. J. S. Diterich. 3. Ja, dein werther Geist bezeuget durch Wort, Tauf' und Abendmahl unser Heil im 246. B Herr, daß der Mel. Es woll' uns Gott zc. oder: Christ, unser Herr, zum 2c. ewahre mich, Himmels Saal, der die Herzen zu dir neiget, weil er uns den Glauben schenkt, daß uns Holl' und Tod nicht kränkt. Bahn nie mein Gemüth bethore, als wär' es schon genug gethan, wenn dir nur dußre M 2 Ehre 180 20. Van Rechtfertigung Ehre der Mensch, dein Unter-| feble: so thu' an mir Barmthan, erweist. Erinnre mein herzigkeit; fey gnådig meiner Gewissen, wie in der Wahr- Secle, und hilf ihr auf von heit und im Geist, dich die ihrem Fall. Erhalt' mich bey verchren müssen, die dir ge- dem Einen, daß ich dich fürchs fallen wollen. te überall, bis ich einst mit den Deinen dir ohne Fehltritt diene. 2. Die kommen nicht ins Himmelreich, die Herr! zu Sesu sagen, und nicht mit rechtem Ernst zugleich der Heiligung nachjagen. Nur 23. Münter. Met. Jesu Leiden, Vein und sc. oder: Schwing dich auf zu se. die, die deinen Willen thun, 247. Due dich, Deines Gottes láßt du, als deine Kinder, o Gott! in ew'gem Frieden rubn, wann heuchlerische Sünder von dir verstoßen werden. freue dank' ihm, meine Seele! Sors get er nicht våterlich, daß kein Gut dir fehle? Schützt dich seine Vorsicht nicht, wann Gefahren brauen? It's nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 3. Drum laß mich doch vom Glauben nie ein heilig Leben trennen, mich nicht für Jefu Junger hie bloß äußerlich 2. Ja, mein Gott, ich hab bekennen. Gib, daß mein an dir, was mein Herz begeh Glaube thatig sey und Tu- ret: einen Vater, welcher gendfrüchte bringe; daß ich, mir, was mir nuht, gewäh vom Sündendienste frey, utit Eifer darnach ringe, im Guten zuzunehmen. ret; der mich durch sein göttlich Wort hier zum Guten lenfet, und mit Himmelswonne dort meine Eecle tránket. 4. Du kennst, o Gott, der Menschen Herz und liebst, die redlich handeln; o laß in Freude, wie im Schmerz, mich richtig vor dir wandeln. Dein Wille sey mein Augenmerk, bilf selbst mir ihn vollbringen. Durch dich muß jedes gute Werk, sollt's auch nicht ganz gelingen, zum Segen mir gereichen. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, findlich scheu' und liebe, wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuben übe: o wie ist mir dann so wohl! wie ist mein Gemüthe seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte. 4. Dann darf ich mit Zuversicht nach dem Himmel 5. Doch wenn ich aus Un- blicken; meine Leiden fühl wissenheit und Uebereilung lich nicht, wie sie mich auch drücken; 181 und Lebensbesserung. brücken; Hoffnung und 3u- 9. Gib mir nur, so lang' ich friedenheit wohnen mir im bier in der Fremde walle, das Herzen, trösten und erhöh'n Bewußtseyn: daß ich dir, mich weit über alle Schmer Herr, mein Gott, gefalle! Diese Herzens Freudigkeit, die ich zu dir habe, sey mein Heil in dieser Zeit, und mein Erost am Grabe! zen. 5. Du bist mein! so jauchz' ich dann: wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ich's rühmen Fann: mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt werth, du gabst mir das Le ben, wirst auch, was mein Leben nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekommen; alle meine Missethat hat er weggenommen. Ihm vertrau' ich, bet' ich an, glaub' an seine Leiden, folg' ihm treulich, und ſo kann nichts 248.Du Bened 10. Laß die Luft zur Sünde nie dieses Heil mir rauben! Rüste selbst mich wider ste mit entschloßnem Glauben. Gib mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere. P. Gerhard, verbessert von J. V. Schlegel. Met. Es woll' uns Gott genåd.ic. oder: Christ, unser Herr, zum se. er 7. Dich, du Trost der Sterblichkeit, Heil des bessern Les bens, himmlische Vollkommenheit, such' ich nicht vergebens! Wann mein Lauf vollendet ist und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittter, Jesus Christ, mich zu seinen Freuden. 8. Meine Lust an dir, mein Gott, wird dann ewig wäh. ren. Noch so furchtbar sey der Tod, er wird sie nicht fidstören. Willig werd' ich mein Gebein der Verwesung geben: denn sie macht mich frey von Pein, führt zum neuen Leben. schenkst, Gott, Vater meines Lebens, wo du nicht Thun und Lassen lenkst, so leb' ich hier vergebens. Denn, wen dein guter Geist nicht führt, der bleibt der Sund' ergeben, und wen die Sünde noch res giert, der ist zum rechten Le ben noch nicht hindurchges drungen. 2. Drum neig', o Gott, dich väterlich zu deinem schwachen Kinde. Gib mir ein from mes Herz, daß ich entfage jeder Sünde. Bewahre meinen Mund, daß mir kein schlüpfrig Wort entfalle; viel mehr von meinen Lippen dir manch 182 20. Von Rechtfertigung manch freudig Lob erschalle, den Nächsten zu erbauen. 3. Bewahre, Gott, mein Ohr, daß ich nicht gern auf Spotter höre, damit in meinem Glauben mich ihr freJ. A. V. Weigel. cher Mund nicht störe. Hilf, Mel. Gottlob, ein Schritt zur ze. rfüllt, mein daß kein Wis der Lästerſucht249. Soft, mit 3umir Ohr und Herz vergifte, noch jemals, wie er túcisch sucht, durch mich Unfrieden stifte, nie mich zur Samayſucht reize. versicht, komm' ich zu dir mit Fleyen. Sey gnädig mir, verwirf mich nicht, laß mich Erhorung sehen. Bergib, nach deiner Saterhuld, mir alle meine Sündenschuld, auch die verborgnen Fehler. 4. Die Augen, Gott, be wahre mir vor unverschämten Blicken und vor unzuchtiger Begier, die Unschuld zu bestricken. Laß mich den Schmuck der Sittsamkeit, weit über alles schätzen; was deiner Engel Aug' erfreut, das sey auch mein Ergötzen, was du liebst, mein Bestreben. 5. Behüte mich vor Schwelgeren, die leicht das Herz beschweret; vor Trunkenheit, die ohne Scheu Schandthaten üben lehret. Die Lust, die bloß den Leib ergott, verderbt auch fromme Herzen; und was die Welt für Freude schäßt, verwandelt sich in Schmerzen, und stürzet ins Verderben. 6. Hilf, daß mein Geist nichts lieber hört, nichts lieber spricht und denket, als was den Glauben stärkt und mehrt, und Lust zum Guten schenket; was mich zu jenem Leben bringt, wo man bey dir stets lebet, dein Lob mit allen Engeln singt, den Heiland sieht, erhebet, und ihm sich ähnlich schauct. 2. Berstand und Weisheit gib mir, Gott, dich würdig zu verehren. Laß keinen Leichtsinn, keinen Spott in meiner Pflicht mich stören. Durch mein Gewissen weck' mich auf zu einem treuen Tugendlauf, daß ich ihn selig ende. 3. Verleih mir Schwachen Muth und Kraft, das Gute zu vollbringen. Hilf du mir jede Leidenschaft, die mich verführt, bezwingen und mu thig támpfen, als ein Christ, den Kampf, der mir verordnet. ist, daß ich das Ziel erreiche. 4. Ein Herz, das dir allein vertraut in fummervollen Leiden, und das auf deine Güte schaut bey dem Genuß der Freuden, ein Herz, das deine Ehre liebt, und sich im Guten standhaft übt, verleihe mir, mein Vater! 5. Gib und Lebensbesserung. 183 sich voll Reue zu dir nahn. 5. Gib, daß ich, wie dein| die Sünder gnädig an, die Wort gebeut, den nächsten als mich liebe, und nie durch Nachgier oder Neid und Hárte ihn betrübe; daß ich den Kummer, den er flagt, den Hunger, der den Armen nagt, gern nach Vermögen stille. 6. Gib, daß ich in der Frómmigkeit, in der Geduld und Liebe, in Sanftmuth und Gerechtigkeit mich unermüdet übe; daß ich um mich Glückseligkeit und Tugend und Zufriedenheit stets zu verbreiten suche. 2. Uns, uns Berlorne zu erretten, gabst du für uns selbst deinen Sohn. Er litt', damit wir Frieden hätten, für uns den Tod, der Sünde Lohn. Gott! wie hast out uns geliebt! welch ein Erbarmen ausgeübt! 3. Dank, ewig Dank sey deiner Treue, die niemand gnug erheben kann. Nun nimmst du jede wahre Reue mit Baterhuld noch gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt, und glaubig sei7. Will mich, Gott, beine Gutigkeit mit Ehr' und Reich- nen Heiland ehrt! thum segnen: so laß mich mit 4. Herr, den befreyst du von Bescheidenheit den Niedern den Plagen, die dem Gewisstets begegnen. Wann kum- sen furchtbar sind; der kann mervoll mein Auge weint, so gib mir einen treuen Freund, der mitleidsvoll mich tröfte. 8. Verleih', daß ich den Müs siggang, der Laster Quelle, hasse, und mir an dem mein Leben lang, was du gibst, gnús gen lasse; daß ich getreu in dem Beruf, zu welchem mich dein Wille schuf, mir und dem Nächsten núße. getrost und freudig sagen: Gott ist für mich, ich bin sein Stind; hier ist der, welcher für mich litt, und mir die Seligkeit erstritt. 250.ott, deine Gnad ist unser Leben, sie schafft uns Heil und See lenruh. Dein ist's, die Sünde zu vergeben, und willig ist dein Herz darzu. Du nimmst 5. Herr, wie selig ist die Seele, die so sich deiner Gnade freut! Gesetzt, daß irdisch Glück ihr fehle, fehlt ihr doch nicht Zufriedenheit. Dein Friede überwieget weit die Welt und ihre Herrli J. S. Diterich). Mel. Wer nur den lieben Gott ic. teit. 6. Dein Friede stärkt mit frohem Muthe das Herz auch in der größten Noth; gibt Hoffnung zu dem ew'gen Gute, und macht getrost selbst in dem Tod; er ist schon in der Pil 184 20 Von Rechtfertigung Pilgerzeit ein Vorschmack| mir alle Hoffnung rauben. túnft'ger Seligkeit. Wer macht das Herz gewiß, als du, o Herr, allein? Laß deine Hülfe doch von mir nicht ferne seyn! 7. Laß, Bater, laß in die sem Frieden auch meine Seele freudig ruhn; auch mir hast du dies Glück beschieden, wie 3. O reiche du mir selbst follt' ich ferner Böses thun? aus Gnaden deine Hände! Ich will vielmehr die Sün- Hilf meiner Schwachheit auf, ben fliehn, die jene Ruhe mir daß mich nichts von dir wenentziehn. de. Ist schon, dem Sens forn gleich, mein Glaube noch sehr klein, so laß ihn doch bey mir in stetem Wachsthum seyn. 4. Gib, daß die Zuversicht in meinem Geist sich mehre, daß du mein Vater seyst, und ich dir angehöre, daß alle meine Schuld von dir verges ben sey; damit mein Herz sich dein, als meines Gottes freu'. 5. Mach' diese Zuversicht in mir, o Gott, stets kräftig; so bleib' ich lebenslang in deinem Dienst geschäftig. Durch sie, Herr, stårke mich, und gib zu jeder Zeit mir, wenn Bersuchung droht, 251.Herrallerhöchster Muth und Beſtändigkeit. Gott, von dem 6. Mein wir gute Gaben, auf ernstli ches Gebet getrost zu hoffen haben: o sieh erbarmend mich in meiner Schwachheit an, mich, der, wie du's verdienst, dir nicht vertrauen fann. Heiland! der du einst für deine Jünger batest, und wann sie wanketen, beym Water sie vertratest; ach, unterstüt' auch jetzt mein fehnliches Gebet, und schenke Glaubenskraft dem, der um fie dich fleht. 8. D, laß mich diesen Vorfat fassen, und, Bater, mich voll Zuversicht auf deine Treue stets verlassen; wenn alles wankt, wankt sie doch nicht. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! sein Heil steht unbeweglich fest. 9. Lobsingend will ich dich erheben, mich ewig deiner Gnade freun, und deinem Dienst mein ganzes Leben in kindlichem Gehorsam weihn. Herr, du vergabst mir meine Schuld; nie, nie vergeß ich diese Huld! Verbessert von J. S. Diterich. Mel. O Gott, du frommer: c. 2. Ich glaube zwar an dich, doch nur mit schwachem Glauben; oft will bie Zweifelsucht 7. In deiner Mittlers Hand ist Heil und aller Segen. Herr, unterstüße mich auf allen mei und Lebensbesserung 185 meinen Wegen: so geh' ich stets heller einzusehen, daß freudig fort in dieser Pilger- Sund' uns elend macht, daß zeit zu meines Glaubens Ziel, wahres Wohlergehen und der Seelen Seligkeit. innrer Friede nur aus reinem Herzen fließt, daß du mit deiner Huld der Freuden Quelle bist. 6. Laß in Versuchung mich nicht zaghaft unterliegen; er muntre mich zum Muth, und hilf dem Schwachen siegen; mein Auge laß allein auf dei ne Weisheit schaun, mein Herz die folgsam seyn, und dann dir froh vertraun. J. 2. Cramer, verbessert von J. J. Spalding. Mel. D Gott, du frommer e. err, hóre mein 252.H Gebet, und laß es dir gefallen! Es ist mein ganzer Ernst, auf deiner Bain zu wallen. Ergreife, leite, start' den Schwachen, der dir fleht; verwirf die Bitte nicht, die mir von Herzen geht. 2. Du willst, daß ich mich treu in jeder Tugend übe. Der Glaube, ben du wirtst, soll fruchtbar durch die Liebe, in wahrer Heiligkeit, in guten Werken seyn; drum will ich bir, mein Gott, mein ganzes Leben weihn. 3. Dies will ich; und doch macht die Schwäche meiner Seele und der Verführung Reiz, daß ich so oft noch fehle. Ich seh' der Tugend Glück; ich wünsche gut zu seyn; und doch gibt's immer noch so vieles zu bereun, 4. Das siehst du, Herr, mein Gott, o fiety' es mit Erbarmen, und stärke vårerlich mit deiner Kraft mich Armen. Gib meinem Geiste Licht, gib meinem Vorsat Kraft; so kampf' ich glücklicher mit Welt und Leidenschaft. 5. Eröffne den Verstand, 7. Ich bin ein Pilger hier, umringt von vielen Sundern; ihr Beispiel könnte leicht der Tugend Eifer hins dern. Wann der Verführung Gift, des Leichtsinns frecher Spott dem Geist gefährlich wird, dann steh' mir bey, mein Gott! 8. Bewahre mein Gemüth, daß mich, bis an mein Ende, die falsche Fröhlichkeit der Eitlen nie verblende. Ihr thericht Lachen wird bald lange eu' und Pein; laß diesen Wechsel mir doch ja vor Augen seyn. 9. So werd' ich, Herr, mein Gott, dir nicht umsonst vertrauen; einst, wenn ich treu dir bin, der Freuden Fülle schauen; und wenn du ewig lohnst für jede gute That, frohlocken, daß mein Herz sich dir geheiligt hat. ( 3. 20. Von Rechtfertigung 6. Du gibst dem Schwas chen Stärke. Verleih' auch Kraft und Muth zu jedem guten Werke, die dein Geist err Jesu, Gna- schafft und thut. Du weißt, wie ich aus Schwäche leicht meinen Vorsatz breche, er sey auch noch so gut. 7. Ich hoff auf deine Gnade; ich hoff' auf deine Treu. Auf deiner Weisheit Pfade mach' immer mehr mich neu; gib Eifer, deinen Willen mit Freuden zu erfüllen, und steh' mir kräftig bey. 186 C. Gotter, verb. von E. Küster und W. A. Teller. Mel. Herr Gott, nun fen sc. oder: Es stehn für Gottes 2c. 253.H densonne, du wahres Lebenslicht! laß Le ben, Licht und Wonne, die als len Kummer bricht, mein bans ges Herz erfreuen, und mei nen Geist erneuen, dies Glück versag' mir nicht. 2. Bergib mir meine Sim den, und laß mich, Herr, durch dich der Gnade Trost empfinden. Verleihe gnädiglich, daß deines Friedens Gaben mein Herz mit Tröstung laben. Erbarmer, mich! P. Busch, verbessert von J. S. Diterich. Mel. D Gott, du frommer sc. err, ohne Glau 3. Bewahre meine Seele 254.Servette vor jedem bösen Rath, daß ich, was recht ist, wähle, und daß ich in der That mich dir zum Dienst ergebe, und dem zu Ehren lebe, der mich er schaffen hat. ben kann kein Mensch vor dir bestehen; drum wend' ich mich zu dir mit demuthsvollem Flehen: o! zünde selbst in mir den wahren Glauben an, weil ich durch meine Kraft ihn mir nicht geben kann. 4. Befördre dein Erkennt niß in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständniß, Herr, durch dein heilig Wort: damit ich an dich glaube, nichts Böses mir erlaube, sey selig hier und dort. 2. Dein Daseyn laß mich, Gott, mit Uleberzeugung glauben. Nichts müsse mir das Wort aus meinem Herzen rauben: daß du dem, der dich sucht, stets ein Vergelter seyst, und hier und ewig ihn mit deinem Heil erfreust. 5. Ach zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlgefallen beständig moge wallen auf richt'ger Tugendbahn. 3. Wahrhaftig ist dein Wort: laß mich ihm völlig trauen. Nie wanket deine Treu': laß mich darauf stets bauen. Gib, daß ich dir int Glück und Lebensbesserung. 187 Glück und Unglück stets ge- Angst bald sinde, gib mir den treu, und dem, was du gebeutst, von Herzen folgsam sey. Sinn, daß ich forthin maid' alle Schand' und Sünde. 4. Laß mich, mein Jesu, dich im Glauben recht erkennen; dich meinen Herrn und Gott im Geist und Wahrheit nennen. Laß mich nur redlich thun, was mich dein Wort gelehrt, daß dich Herz, Mund und That als meinen Heiland ehrt. 2. Hilf, daß ich stets mit Reu' und Schmerz mich deis ner Gnad' ergebe, hab' immer ein zerknirschtes Herz, in wahrer Buße lebe; vor dir erschein', herzlich bewein' hie alle Missethaten. Laß allezeit mich scyn bereit, dem Dürftigen zu rathen. 3. Die Luft des Fleisches vámpf in mir, daß sie nicht überwinde; rechtschaffne Lieb' und Lust zu dir durch deinen Geist anzünde, daß ich in Noth bis in den Tod dich und dein Wort bekenne, und mich kein Trutz und Eigenmutz von deiner Wahrheit trenne. 4. Behüte mich vor Zorn und Grimm, mein Herz mit Sanftmuth ziere. Auch alle Hoffart von mit nimm, zur Demuth mich anführe; was noch von Sünd' sich an mir find't, laß mich hinfort ablegen. Laß allezeit Trost, Fried' und Freud' in mir durch dich sich regen. 5. Dein göttliches Verdienst sey mir, o Herr, stets theuer; es fulle mich mit Trost, es mache mich stets frever vom schnöden Lasterdienst, es stärke mich mit Kraft zu deines Namens Ruhm in meiner Pilgrimschaft. 6. Wie selig leb' ich dann im Glauben schon auf Erden! Noch herrlicher wird einst mein Theil im Himmel wer den! Dann schau ich, was ich hier geglaubt, in ew'ger Ruh'. O stark im Glauben mich, Gott meines Heils, dazu. J. Herrmann. Mel. Was mein Gott will ic. ilf mir, mein 255.H Gott, hilf, daß nach dir von Herzen mich verlange, daß ich dich suche mit Begier, wann mir wird angst und bange: verleih), daß ich mit Freuden dich in meiner 5. Den Glauben stärk', erhalt in mir die Lieb' und mache feste mein Hoffen: denn es ist vor dir Beständigkeit das Beste. Den Mund bewahr', auf daß Gefahr durch ihn nicht werd erwecket, und náhr' den Leib, doch daß er bleib hier immer unbeflecket. 6. Gih 188 20. Bon Rechtfertigung 6. Gib, daß ich treu und gewandeln! Wie richtig hanfleißig sey in dem, was mir deln! gebioret; durchEhrgeiz, Stolz und Heucheley nicht werd' aufs neu verführet. Leichtfer tigkeit, Haß, Bank und Neid 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen, nicht achten auf der Sünde Schmeis cheleyen, aufmerksam des Gelaß in mir nicht verbleiben; wissens Stimme hören, dich verstockten Sinn und Diebsthätig ehren. gewinn wollst du von mir abtreiben. 7. Hilf, daß ich folge treuem Rath, von falscher Meis nung trete, den Armen belse mit der That, für Freund' und Feind stets bete; dien' jedermann, so viel ich kann, das Böse haß und meide, nach deinem Wort, o höchster Hort, bis ich von binnen scheide. 5. Gib Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten, so mag die Welt, wie ihr's gefällt, mich richten; ehrt mich dein Beifall, so kann ich mit Freuden Berachtung leiden. 6. Du achtest nicht das Ansehn der Personen, gerecht wirst du einst richten und belohnen. Dies, Gott, erfüllt mit Freuden deine Kinder, mit Angst die Sünder. J. Cramer Mel. Herzlieber Jefu, was sc. ch babe, Gett, 256.J mir ernstich vorgenommen, nie auf der Uebertreter Pfad zu kommen; ich will fromm wandeln und mein ganzes Leben dir treu ergeben.. 2. Erforsche mich, ich os 257. Smitfestem Muth daß ich)' s redlich meine: gib, ich nicht blos, was ich seyn joll, scheine: mit allen Kráf ten firebe deinen Willen gern zu erfüllen. auf deine Gnad' und Christi Blut, ich hoff ein ew'ges Leben. Du bist mein Vater, der verzeiht, bast mir das Recht zur Seligkeit durch deis 3. Wenn mich stets Ehr furcht vor dir, Herr, begleinen Sohn gegeben. tet, und meinen Gang, wo mich kein Mensch sieht, leitet: wie sicher werd' ich deine We7. Bollend' ich einstens mei ne Prüfungsstunden, und werd' ich bis zum Tode treu erfunden: wie schön verwandeln sich dann meine Leiden in ew'ge Freuden! C.F. Gellert. Mel. Kommt her zu mir, za 2. Herr, welch ein unaust sprechlich Heil, an dir, an deis ner Gnade Theil, Theil an dem Sime und Lebensbesserung. Himmel haben! Im Herzen durch den Glauben rein dich lieben, und versichert seyn, von beines Geistes Gaben. 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Bufriedenheit, wenn wir es treu bewahren; es spricht uns Trost im Elend zu, verfüßet dieses Lebens Ruh', und stårket in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an tein göttlich Wort, um deines Namens willen! Laß ihn mein Licht auf Erden seyn, ihn táglich mehr mein Herz erneu'n, und mich mit Trost erfullen. Ch. Ch. Sturm. Mel. Wo Gott der Herr sc. 258. ch weiß, an wen mein' Glaub sich hält; tein Feind soll mir ihn rauben. Als Bürger eis ner bessern Welt leb' ich hier nur im Glauben; dort schau ih, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in Jesu Hånden. 2. Mein Leben ist ein kur jer Streit, und herrlich ist die Krone. Das Glück der ganzen Ewigkeit wird mir zum frohen Lohne. Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd' ich bedeckt: was kann mir denn nun schaden? 189 3.0 Herr, du bist mein ganzer Ruhm, mein bester Trost auf Erden, in jener Welt mein Eigenthum: was kann mir größres werden? Bon fern glángt mir mein Kleinod zuz du schafft mir nach dem Streite Rub', und reichst mit meine Krone. 4. Herr, lente meines Geis jies Blick von diesem Weltge tummel, auf dich, auf meiner Seele( luck, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ibrer Herrlichkeit vergeht, und währt nur furze Zeit. Im Himmel jey mein Wandel! 5. Jezt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir doch nicht erschienen, was jene beßre Wat gewährt, wo wir Gott beilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, und mein Erlösungstag er scheint, dann werd' ich's froh empfinden. 6. Jm Dunkeln seh' ich hier mein Heil: dort seh' ich's flar und heiter. Hier ist die Schwachheit noch mein Theil: dort bebt mein Geist sich weis ter. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt: dort wird gr sichtbar, wenn dein Bild mich einst vollkommen schmucket. 7. 3u diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft: wer will mich von dir scheiden? Duzeichnest mich 20. Von Rechtfertigung 190 mich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir bekannt; mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! empfinde fie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Ruhm besteht durch alle Ewigkeiten. 23. Münter. Mel. Kommt her zu mir zc. und bin's 6. Wenn meine Freudigkeit zu dir, mein Glaub' und mei ne Hoffnung mir, o Gott, ents würde: so würde nichts 259. gewiß, daß ich mich recht erfreun, die Welt erlöst bin, Gottes Sohn, durch dich vom schnöden Dienst der Sünde. Gelobt fey Gott! nur trúb' und traurig seyn, mein Leben eine Bürde. Hilf, mein Erretter, daß ich dies bis an mein End' em pfinde. en2. In dieser so verderbten Zeit des Leichtsinns und der Sicherheit, wach über mei nen Glauben! Du, Freund der Menschen, wache du, daß keine Zweifel meine Ruh' und meinen Trost mir rauben. 3. Den Spott der Frevler über dich und deinen Tod am Kreuz, laß mich, wie er's verdignt, verachten. Mit desto stárkerer Begier laß meine Seele, Herr, nach dir und deinem Reiche trachten. ner Brust die Reizung jeder bösen Lust, daß ich sie standhaft meide. 5. Ich möchte sonst, durch sie verführt, die Sünde, die den Tod gebiert, mich übereilen lassen; mich dann aus Sündenlust vergehn, und deiner Wahrheit widerstehn, ihr helles Licht gar hassen. 4. Wenn mir die Welt Gelegenheit zur Cünde gibt, zur Eitelkeit, und zu vervotner Freude: so dämpfe du in meis Himmel 7. Nach deinem würd' ich nicht mit Freud' und lenwonne seben; dann hátt' Trost im Angesicht mit See ich für ihn keinen Sinn; dann war' die frohe Hoffnung hin, zu ihm einst einzugehen. 8. Gewissensschrecken wür den mich, der ich vom Pfad des Guten wich, schon mächtig hier ergreifen, und peinis gende Furcht vor dir, der Welten Richter, sich in mir mit jedem Tage häufen. 9. Der du für mich am Streuze starbst, und Hoffnung mir und Trost erwarbst, laß mich so tief nicht fallen! Er halt mir meines Glaubens Ruh', und meinen Wandel lenke du nach deinem Wohl gefallen. C.F. und Lebensbesserung. 260. C. f. Gellert. Mel. Was mein Gott will 2c. oder: Durch Adams Fall ic. lag' nicht, mein Herz, wie schwer es sey, hier als ein Christ zu wandeln, und täglich, Gottes Willen treu, zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend kostet Müh', sie ist der Sieg der Liste; doch sage selbst, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer Laster freun, trifft die kein Schmerz hienieden? Sie sind die Sklaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dámpft, hat oft auch seine Leiden; allein, der Schmerz, womit er kámpst, verwandelt sich in Freuden. 191 was würdest du von diesem Gotte denken? 3. Des Lasters Bahn ist anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist anfangs steil, laßt nichts als Mühe blif ken; doch weiter fort führt er zum Heil und endlich zum Entzücken. 5. Gott will, wir sollen. glücklich seyn: drum gab er uns Geseße. Sie sind es, die das Herz erfreun, sie sind des Lebens Schätze. Er spricht zu uns durch den Verstand, er spricht durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe seiner Hand, flien oder wählen müsſen. 4. Was war' es, bått' uns Gott vergönnt, nach unsers Fleisches Willen, wenn Wol lust, Neid und Zorn entbrennt, die Luste frey zu stillen: ließ er den Raub, den Undank zu, den Frevel, dich zu iránten, den Menschenhaß: ein 6. Ihm folgen, das ist Weißheit nur, und Freyheit ist's, dies wählen; ein Thier folgt Trieben der Natur, Mensch dem Licht der See. len. Was ist des Geistes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend. Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Gott ewig ähnlich werden. 7. Lern' nur Geschmack am Wort des Herrn und seiner Gnadz finden; und übe dich getreu und gern, dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von Gott noch mehr bekommen; wer sie nicht brauchet, dem wird auch das, was er hat, genommen. 8. Du streitest nicht durch cigne Kraft, drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beydes schafft, das Wollen und Vollbringen. Wenn gab ein Vater einen Stein dem Sohn, der Brod begehrte? Bet oft,( Hott mußte 20. Von Rechtfertigung 192 müßte Gott nicht seyn, wenn er dich nicht erhörte. 9. Dich stårket auf der Zugend Pfad das Beispiel fel' ger Geister; ihn zeigte dir, und ihn betrat ja selbst dein Herr und Meister. Laß dich nur nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern; der wahre Ruhm ist Ruhm bey Gott, und nicht bey Menschenkindern. 10. Sey stark, o Seele, als lezeit, denk' oft an deine Bahre; vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre. Das Kleinod, das dein Glaube hält, wird neuen Muth dir geben, und Sträfte der zukünft'gen Welt, die werden ihn beleben. 2. Wem sonst, als dir, ges hört es zu? dir, meinem Gott und Herrn. Bey dir nur fins det's wahre Ruh', und du ere quickst es gern. ich dir zur Gabe und Gefchent: du forderst dieses ja von mir, deß bin ich eingedenk. 3. O nimm es, Bater, gnås dig an, mein Herz, veracht' es nicht; ich geb's, so gut ich's geben kann: verschmáh' die Gabe nicht! 4. 3war ist es, Bater, nicht so rein von Sund' und Eitels keit, noch nicht so, wie es sollte seyn, ganz deinem Dienst ges weiht. 5. Gebeugt vor dir fühlt's seine Schuld und seine Sund lichkeit; es ficht zu bir um Gnad' und Huld und Kraft zur Heiligkeit. 6. Berwirf, verwirf mein Flehen nicht; sey mir mit Gnade nah'; auf dich steht meine Zuversicht: mein Va ter bist du ja. 11. Denk' endlich, zur Beruhigung, daß Gott den Schwachen duldet, der bey dem Ernst der Heiligung doch manches noch verschuldet. 7. 3ermalme meine HärtigGott liebet Herzens- Redlichkeit, erweiche meinen Sinn! feit, und sieht auf dein Be- 3ur Tugend gib Entschlos streben; er ist ein Vater, der senheit, wenn ich gereinigt verzeiht, und er hat Lust zum bin. Leben. J. C. Schade, verbessert von C. F. Loßius. Mel. Nun sich der Tag geend. c. ein Gott, das S. Sieh auch auf mich, Herr Jesu Christ, ich weiß, daß du dein Biut vergossen, und gekreuzigt bist der Welt und mir zu gut. 9. Schenk' mir nach deiner 261.Merze bring großen Huld, Gerechtigkeit und Heil; aimm von mir meine Sündenschuld und meis ner Strafe Theil. 10. Ja, und Lebensbesserung. 10. Ja, laß mich dir gehorsam seyn, dein Beispiel schauen an, daß ich von allen Sünden rein, vor Gott bestehen kann. 11. Und du, o Geist der Heiligung, nimm dich auch meiner an, weil mir nur meine Besserung durch dich gelingen kann. 12. Erleuchte mich, zund' reine Lieb' in meinem Herzen an; ja heilige du jeden Trieb, daß ich dir dienen kann. 13. Hilf, daß ich meinem Herrn und Gott im Glauben ewig tren, und gegen List, Gewalt und Spott im Guten standhaft sey. ein Christ 16. Hilf, daß ich gegen jedermann demüthig sey, ohn' Neid; mich willig nehme andrer an, mit Ernst und Redlichkeit. 193 18. Dich zu verehren sey mein Ruhm, entfernt von Heucheley; damit mein ganzes Christenthum dir wohlgefällig sey. 19. Nimm gar, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit, ja laß es deine Wohnung seyn auch in der Ewigkeit. 17. Hilf, daß ich wohlzuthun mich freu; und, fern von Rachbegier, selbst meinem Feinde gern verzeih': denn du vergibst auch mir. 20. Dir geb' ich's ganz zu eigen hin: gebrauch's, wie dir's gefällt; ich weiß, daß ich der Deine bin, der Deine, nicht der Welt. 14. Hilf, daß ich sey im Leiden fest, durch Hoffnung und Geduld. Mein Trost, wenn alles mich verläßt, sey nur, Herr, deine Huld. 22. In Ewigkeit geschicht das nicht. Nur dir, mein Jesu, dir weih' ich dies Herz voll Zuversicht: behalt' es für und für. 15. Hilf, daß ich sey gerecht und schlecht, aufrichtig ohne List, daß ich durch Wort und g. f. F. Lehr, verbessert von C. f. D. Schubart. In eigner Melodie. ein Heiland Werke recht bezeug, ich sey 262. Met die Sünder an, die unter ihrer Last der Sünden, kein Mensch, kein Engel trösten kann, die nirgend Ruh' und Rettung finden. Ihn jammert der Verlornen Noth; er kam und litt für sie den Tod. Wie willig hat er selbst ſein Leben für uns zum Opfer dargegeben, das uns alN lein 21. Die Welt soll nun und nimmermehr ausrichten dies bey mir; fic lock, sie broh' auch noch so sehr, daß ich soll dienen ihr. 191 20. Von Rechtfertigung lein versöhnen kann! Mein| Mein Heiland nimmt die Heiland nimmt die Sünder Sünder an. an. 5. Sprich nicht: ich fündig. 2. O! solltest du sein Herz te zu schwer, mich wird der nur sehn, wie sich's nach ar- Herr nicht retten wollen. Er men Simdern sehnet, sowohl will, so liebevoll ist er, daß wenn sie noch irre gehn, als Sünder nie verzweifeln fol wenn ihr Auge vor ihm thra- len. Wenn du es nur jetzt net. Er streckt die Hand nach Zöllnern aus, er eilet in 3achái Haus, vergibt ihm, stil let aller Záhren, die seiner Liebe Trost begehren, und sich zu seiner Gnade nahn. Mein Heiland nimmt die Sünder ernstlich meinst, nur ernstlich deinen Fall beweinst: so wird er dir die schwersten Sünden vergeben; Gnade sollst du finden. Er tilft, wo niemand helfen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. an. 6. Doch sprich auch nicht: 3. Wie freundlich blickt er es ist noch Zeit, ich muß erst Petrum an, ob er gleich noch diese Lust genießen; wann so tief gefallen. Auf Erden Krankheit oder Tod mir hat er dies gethan und thut dráut, dann fall' ich reuvoll es immer noch an allen. Er Gott zu Füßen. Vielleicht ist ist sich immer gleich an Huld, schon die nächste Nacht die an Lieb' und schonender Ge- Besf'rung nicht in deiner duld, noch immer, wie in sei- Macht. Vielleicht kannst du nen Leiden, dort in der Woh- schon mit dem Morgen für nung seiner Freuden, den deine Seele nimmer sorgen. Sündern liebreich zugethan. Der aber, der dich retten Mein Heiland nimmt die kann, nimmt heute dich ges Simder an. wiß noch an. 4. So komme denn zu ihm 7. O zeuch uns selbsten, gebückt, wen seiner Sünden Herr, zu dir, daß wir mit dir Greul betrübet, wen ihre brünstigem Verlangen zu Bürde niederdrückt: er hat uns wenden, und schon hier uns bis in Tod geliebet. Wie? Vergebung, Heil und Trost willst du dir im Lichte stehn, erlangen. Ich suche, Herr, und ohne Noth verloren ich suche dich! Begnadige, gehn? Willst du der Sünde befreye mich von aller Strafe länger dienen, da dich zu ret- meiner Sünden, und laß mich ten er erschienen? Onein! bey dir Ruhe finden. Heil verlaß die Sündenbahn. mir, wenn ich frohlocken | kann: und Lebensbesserung. Fann: Gottlob, auch mich nimmt Jesus an! 263. D. Denike, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Aus tiefer Roth schren 2c. oder: Jetzt komm' id) als: c. Gottes Sohn, Herr Jesu Christ! Dein ist es, mir zu geben, was mir zum Glauben nütze ist, was ihm gibt Kraft und Leben; drum hilf du mir von oben her, daß ich, gestärkt je mehr und mehr, recht und beharrlich glaube. 2. Durch deine Wahrheit lehre mich, Gott, meinen Bater kennen, mit freudenvoller Ehrfurcht dich den Sohn des Höchsten nennen. Gib, daß ich deinem guten Geist, der uns den Weg zum Himmel weist, von ganzem Herzen folge. 3. Laß mich dein großes Gnadentheil im rechten Licht erblicken, und mich darzu an meinem Theil mit rechtem Eis fer schicken. In dir nur find' ich Trost und Ruh und ew'ges Heil; der Weg bist du, die Wahrheit und das Leben. 4.D gib, daß ich dein theures Wort recht tief zu Herzen fasse, daß ich mich glaubig Immerfort auf dein Verdienst 195 5. Oft ist mein Glaube schwach und klein, noch öftrer leer an Werken. Wer hils fet mir? Nur du allein, du kannst mich mächtig stärken. Das schwache Rohr zerbrichst du nicht, verlöschest kein noch glimmend Licht: erbarm' dich denn auch meiner! 6. Gib, daß ich, Schwacher, lediglich auf deinen Beistand sehe, und dann, mit Kraft ges stårkt durch dich, fest in dem Glauben stehe; mit Früchten der Gerechtigkeit erfüllet, laß mich allezeit des Glaubens Kraft beweisen. verlasse, und wenn mich gleich mein Herz verklagt, ich dennoch auf dich unverzagt, als meinen Mittler, hoffe. 7. Wohn' in mir durch den Glauben so, o du, der Deinen Stárke; daß ich, als dein Ers löster, froh auch auf dein Beis spiel merke, dir nachfolg' auf der rechten Bahn, und cifrig, gleich als du gethan, Gott und dem Náchsten diene. S. Insonderheit gib mir die Kraft, daß ich an meinem Ende, des Glaubens voll, die Pilgrimschaft mit Freudigkeit vollende. Herr, mache mich darzu bereit, daß ich der Seelen Seligkeit, des Glaubens End', erlange. J. S. Diterich. Met. Wer nur den lieben Gott ze. 264. für meine Seele, daß, Gott, bey dir Verges bung ist, und daß du, wenn ich Schwacher fehle, mir nicht N 2 ein 196 20. Bon Rechtfertigung ein strenger Richter bist. Wie| meine Zeit und Ewigkeit. könnt' ich sonst vor dir bestehn, Des Himmels Vorschmack und der verdienten Straf' hab' ich hier, hab' ich nur Fries entgehn? de, Gott, mit dir. 7. Gib, daß ich dies zu Herzen fasse, und mich zum Fleiß der Heiligung durch deine Gnade leiten lasse: so fehlt mir nie Beruhigung; und tröstest du mein Herz, o Gott, so halt' ich treulich dein Ge bot. 2. Ja, deine Gnab' ist für mich Leben; aus ihr fließt Heil und Trost mir zu. Wer ist zum Schonen und Verge ben, o Bater, williger als du? Du, den nur unser Wohl erfreut, erzeigst uns gern Barmherzigkeit. 3. Mit Zuversicht darauf zu hoffen, ermuntert uns dein cigner Sohn. Durch ihn steht uns der Zutritt offen zu deinem ew'gen Gnadenthron, wenn wir uns redlich nur bemühn, der Sünde schnöden Dienst zu fliehn. 4. Wohl mir! wenn deine Gnad und Treue mein Herz zu deiner Liebe rührt, mich über mein Bergehn zur Neue, zur Sorgfalt in führt: dann find' ich auch in deiner Huld gewiß BerzeiHung meiner Schuld. 5. Und, o wie wohl ist meis ner Seele, wenn ihr dein Friede nicht gebricht! Ob dann auch außres Glück mir feble, so fehlt mir wahre Ruh doch nicht; und die ist mehr als alles werth, was sonst die Welt für Glück erklärt. 6. Dann bin ich frob und gutes Muthes bey jeder Furcht, in jedem Leid'. Dann hoff' ich von dir lauter Gutes für 8. Dann komm' ich auch zum innern Frieden, den nie ein Fehltritt unterbricht, und freue mehr noch, als hienieben, mich in des höhern Le bens- Licht des großen Glücks, im Herzen rein, und dir, Gott, angenehm zu seyn. C. f. Gellert. Mel. D Gott, du frommer x. 265.Wer Gottes Wes ge geht, hat wahren Seelenfrieden. Wie herrlich ist sein Lohn, ihm selbst von Gott beschieden! Boll Glaubens widersicht er jeder bösen Lust, ist feiner Tugend froh sich vor dem Herrn bewußt. 2. Er merft auf seinen Gang, geht ihn mit festem Muthe; ist jeder Sünde feind, liebt immer mehr das Gute, das Gott durch seinen Geist in feiner Secte schafft, und mach fet immerfort an tenntniß und an Kraft. 3. Gott und Lebensbesserung. 197 3. Gott hat er allezeit vor auch meiner, und vergibt in Augen und im Herzen, prüft Chrifto meine Schuld. täglich sich vor ihm, und stillt der Sünden Schmerzen, durch seines Mittlers Huld, durch redliches Bemühn, der Zugend treu zu seyn, und durch Vertraun auf ihn. 8. Er suchet andrer Herz im Guten zu bestárfen, und viele reizet er zum Fleiß in guten Werken. Mit allen wünschet er ein Herz und Sinn zu seyn, mit ihnen eines Herrn und Heils sich zu erfreun. 4. Getreu in seinem Stand' 9. Dies Heil der Ewigkeit, genießt er Gottes Gaben, das hier der Fromme schmekvergnügt, wenn andre gleich fet, erhält ihn so getrost, daß mehr Geld und Ansehn ha- ihn kein Uebel schrecket; es ben, mit dem, was Gott ihm schafft ihm frohen Muth und gibt, zufrieren, frey von stillet jeden Schmerz. Im Neid, von Habsucht und von Tode stärkt ihn noch sein Geiz, von Stolz und Eitel- Gott ergebnes Herz. Feit. C. f. Gellert. 5. Schenkt Gottes Hand ihm Met. Mach's mit mir, Gott se. viel, so wird er vielen nüren, 266. Wort nicht er des Freundes Glück erhöhn, verlaßne Tugend schützen; er wird, wie Gott gefinnt, ein milder Geber seyn, und auch sogar den Feind in seiner Noth erfreun. 6. Die Liebe gegen Gott heißt ihm die Menschen lie- nicht von der Welt. ben. Ihm ist es leichte Last, die Pflichten auszuüben, die er nach dem Geset dem Nächsten schuldig ist: denn durch die wahre Lieb' im Glauben fiegt der Christ. 7. Er krankt den Nächsten nie, schüßt seinen Ruhm, sein Leben; er trågt ihn mit Geduld, ist willig zum Bergeben: denn, Gott, so denket er, verschont mit so viel Huld hält, und spricht: ich fenne Gott, der trüget; in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber sein Wort glaubt und hält, der ist von Gott, 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher dein' Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub' erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz und macht es rein. 3. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, der flieht den 198 20. Von Rechtfertigung und Lebensbesserung. den Pfad der Sünder, folgt| wer will deiner starken Hand, Christi Beispiel, als ein Allmächt'ger, uns entreißen? Christ, und reinigt sich, wie Wenn wir gleich hier müs er rein ist. sen streiten, und zu Zeiten Schmach empfinden, hilfft du uns doch überwinden. 4. 2lsdann bin ich Gott angenehmn, wann ich Gehorsam übe. Wer die Gebote hält, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein täglich thätig's Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott, und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb' ist's, die die Cherubim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die Licb'; an seinem Heil, hat ohne Liebe niemand Theil. J. E. Schmidt, verbessert von D. Bruhn und Diterich. Mel. Wie schon leuchtet der ic. 267.ie groß ist unfre Seligkeit, o Gott, schon in der Prüfungszeit, selbst unter viel Beschwerten, wenn unser Herz sich dir ergibt, und treu in deinem Dienst sich übt! Wie groß wird sie einst werden! wenn sich herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden erndtet von der Saat der Leiden. 2. Schon sind wir göttlichen Geschlechts, und freuen uns des hohen Rechts, als Vater dich zu preisen. Bey bir ist unser Vaterland, und 3. Du deckest unfre Schuls den zu, schenkst unsern Seelen wahre Ruh', und stärkest uns mit Freude. Dein Soha ist unser Haupt und Ruhm; wir sind sein Volk und Ei genthum, und Schaafe seiner Weide. Gutes Muthes sind auf Erden in Beschwerden unsre Seelen. Herr, was kann bey dir uns fehlen? 4. Es bleibet zwar der hos he Werth der Gnade, die uns widerfährt, verborgen hier auf Erden; doch wann der Herr vor aller Welt in Majestát Gericht einst hålt, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen, und mit Ehren für sein treues Bolk ertláren. 5. Wie glücklich, Gott, find wir alsdann! Wie viel hast du an uns gethan! o laß uns unsre Würde vor Augen ha ben jederzeit; so tragen wit mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gib den Trieb in die Seelen, dich zu wählen, und im Leben uns dir herzlich zu ergeben. 21) Bom 21) Vom heiligen J. G. Klopstod. Mel. Meinen Jesum laß ich ic. ie ihr Christi 268. Jünger send, theure miterlöfte Brüder, alle seinem Dienst geweiht, alle feines Leibes Glieder! Kommt, Erioste, kommt, erneut, euren Bund der Seligkeit. Abendmahl. 6. Mein Erldser, Jesu Christ, für uns bist du eingegangen in das Heiligthum; du bist der, durch den wir Heil erlangen, und der uns durch seinen Tod Freudigkeit verschafft zu Gott. 7. Du, Erldser, ja du bist, bist für sie auch eingegangen: stårk' in ihnen, Jesu Christ, wenn sie nun dein Mahl ema pfangen, ihres Glaubens Zuversicht, daß sie frey sind vom Gericht. 199 2. Nehmt und eßt: das ist sein Leib, in den Tod für euch gegeben; nehmt und trinkt: das ist sein Blut, er vergoß es euch zum Leben. Schmeckt und sehet hoch erfreut zures Mittlers Freundlichkeit. 3. Sie, die jetzt voll Zuver sicht, Jesu, teines Heils sich freuen, laß hinfort nach ihrer Pflicht wandeln, und sich ganz dir weihen. Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demuth seyn. 4. Trófte, die in Traurigkeit über ihre Seelen wachen! Hilf du, Herr der Herrlich keit! Herr, sie glauben, hilf, den Schwachen. Die gebeugt von ferne ſtehn, können uner- 269.Duging, r hört nicht flehn! land, J. A. Cramer. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. o Heis für uns zu leiden, erwarbst uns allen deines Himmels Freuden, und starbst, von Sünden und von allem Bösen uns zu erlösen. 5. Bis zum Tode liebtest du, bis zum Tode all' die Deinen. Süßes Wort voll Himmelsruh', voll von Trost für die, die weinen, wenn sie Schuld und Vorwurf schreckt, wenn ihr Auge Nacht bedeckt. 8. In das Chor der Himmel schwingt, Herr, sich unser stammelnd Lallen. Wann von Seligen umringt, wir vor dir einst niederfallen, fingt ein beßrer Lobgesang deiner hohen Liebe Dant. 9. Nehmt und est: das ist sein Leib, in den Tod für euch gegeben; nehmt und trinkt: das ist sein Blut, er vergoß es euch zum Leben. Schmeckt und sehet hoch erfreut eures Mittlers Freundlichkeit! 2. Dies sollen deine Christen nie vergessen, die glaubig hier 200 hier von einem Brode essen, aus einem Kelche trinken, alle Brüder, und deine Glieder. 21. Vom heiligen Abendmahl. 3. Dein heilig Mahl gebietet den Gemeinen, durch ei nen Geist mit dir sich zu vereinen, daß unter einem Hir. ten eine Heerde aus allen werde. 4. Wir sind mit einem Opfer Gott erkaufet; sind alle, Herr, auf deinen Tod getaufet, daß jeder nun, mit unverfälschtem Triebe, den andern liebe. 5. Wenn wir, wie Brüder, bey einander wohnten, und, irrt ein Bruder, seiner Schwäche schonten; wie würden wir dir ähnlich schon auf Erden, wie selig werden! 6. Wer heller sieht, sey froh des Lichts und preise ihn, der es gab; er sey in Demuth weise; den Brüdern leucht' er vor; an Einsicht größer, sey er auch besser! - vollbringen, daß unter einem Hirten eine Heerde aus allen werde! B. F. Röhler. Mel. Ein Lámmlein geht und zc. 270. Barmher u, hast zigkeit, zum Denkmal deiner Gnaden, das ganze Volk der Christenheit wohlthätig eingeladen. Du rufft: Müh. fel'ge, kommt zu mir! Ich komme, Heiland, ja zu dir erheb' ich meine Seele. Ents zeuch mir deine Gnade nicht, sey auch mein Trost, mein Heil, mein Licht. Du siehst, wie oft ich fehle. 2. Ja, meiner Schulden sind weit mehr, als ich) ver mag zu zählen. Ich fühl" es wohl und leide sehr vor Unrub' meiner Seelen. Doch du bist meine Zuversicht. Verlaß mit deinem Trost mich nicht; du siehest meine Neuc. Erbarmer, nimm sie gnädig an; du bist's, der helfen will und kann, daß sich mein Herz erfreue. 7. Er wife, daß die Wahrbeit gleich der Sonne, erst Morgenroth' ist, eh' mit voller Wonne sie, wenn ihr Mittagsglanz die Erde schmücket, das Aug' entzücket! 8. Er liebe mehr, damit, wer irrt, durch Liebe gereizt, fich willig in der Wahrheit übe, und gern zum Lichte, frey vom Bruderhasse, sich leiten lasse! 9. Auch dazu müsse deine Lieb' uns dringen! du wol left, Herr, dies große Werk 1 rung trachten. Stets bleibst 3. Nach deinem Troste sehn' ich mich, gebückt vor dir im Staube! Auf mein Verdienst nicht, nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn, versprichst, den Schwachen beyzustehn, die nach der Bess'du 21. Vom heiligen Abendmahl. 201 bu deinen Worten treu, und bin: dein Tod bringt mir das wirst ein gläubig Herz voll Reu, auch meines, nicht verachten. Leben. Durch deines Opfers ew'ge Kraft hat deine Liebe mir verschafft, was mich vor dem Berderben schützt, was meinem Geiste ewig nüßt. Herr Jesu Christ, wie liebst du mich, wie liebst du mich! gib, daß ich ewig liebe dich. 3. Mit Inbrunst fleh' ich, Herr, zu dir, befördre du doch selbst in mir ein glaubiges Gemüthe! Mich durftet gleich dem dürren Land, bey deiner Liebe Unterpfand nach deiner großen Güte. Ich fühle wohl, was mir gebricht: o stärke meine Zuversicht, daß du auch Mel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. 271.clobt feyst bu, mein Erlöser seyst und mich Herr, unser vom ew'gen Tod befreyst. Gott! gelobt für unsers Mitt- Herr, dieser Trost sey fest in lers Tod, der uns das Heil erworben. Wie hoch hast du auch mich geliebt! Er, der uns ew'ges Leben gibt, ist auch für mich gestorben. Mein ganzes Herz froßlockt in mir; o Bater, ich lobi nge dir. Gib, daß ich jeden Tag aufs neu' mich deiner Vaterhuld er freu'! Gott meines Heils, sey ewig mein, sey ewig mein, und laß mich dir stets dankbar seyn. 4. Regiere nur auch künftig mich, daß ich vorsichtig handle, und heilig, voll Vertraun auf dich, nach deinem Willen wandle. Gib, daß aus Dank für deine Huld, in Liebe, Glauben und Geduld ich dir auf Erden lebe: bis ich dereinst in deinem Reich verklärt, un sterblich, Engeln gleich, dich ewig froh erhebe. J. Rist, verbessert von J. S. Diterich. 2. Voll froher Ehrfurcht beug' ich mich vor dir, Sohn Gottes, der du dich für mich haft hingegeben. Es komme mir nie aus dem Sinn, wie viel ich dir, Herr, schuldig mir, sey fest in mir! so dien' ich voller Freuden dir. 4. 3ur Weisheit und Ge rechtigkeit, zur Heiligung und Seligkeit bist du mir ausersehen. Auch mir zum herrlichsten Gewinn gabst du dein Leben willig hin; drum hör' auch jetzt mein Flehen. Beuch mich, mein Heiland, ganz zu dir; ja durch den Glauben wohn' in mir: so nimmt in mir die Seelenruh' und meines Herzens Beßrung zu. Mein Herr und Gott, verlaß mich nicht, verlaß mich nicht so komm' ich einst nicht ins Gericht. 5. 3u deinem Himmel hilf bu 202 21. Vom heiligen Abendmahl. du mir. Der Freuden Fülle ist freyung an das Licht gee bey dir: laß mich sie einst ge- bracht. Dank ihm für diese nießen. Belebe mich mit Liebe! Muth und Kraft, so meine ganze Pilgrimschaft zu führen, zu beschließen, daß mir dein Wort- stets heilig sey, daß ich bis in den Tod dir treu, mit Freuden thu', was dir gefällt, und dich auch ehre vor der Welt. O Herr, mein Heil, sey stets mit mir, sey stets mit mir! so komm' ich einst gewiß zu dir. 4. Halt im Gedächtniß Jesum Christ! Er wird einst wieder kommen, zu richten, was auf Erden ist, die Súnder und die Frommen: drum forge, daß ou dann bestehst, und mit ihm in den Himmel gehst, ihm ewiglich zu danken. 5. Ja, Herr, mein Heiland, dich will ich nicht aus dem Herzen lassen; mit Gegenliebe will ich dich, so lang' ich leb', umfassen. Dein Abends mahl vermehr' in mir des Glaubens Kraft, auf daß ich dir mit fteter Treue diene. J.C.Lavater, verb.v.m.Dolz. Mel. Aus tiefer No schrey ic. err, deines Lebens letzte Nacht, die Nacht voll Angst und Schmerzen, die dich dem Tode nah gebracht, sey heilig unserm Herzen. An deine Leis den ohne Zahl laß uns, wenn dein Gedächtniß- Mahl wir feyern, dankbar denken. 2. Im Leiden selbst lag dir das Wohl der Deinen noch am Herzen. Wie warst du ihnen liebevoll zum Erost bey eignen Schmerzen. Du reichtest ihnen Brod und Wein; dies sollte ihnen Denkmahl feyn von deiner großen Liebe. 3. Dank dir, der du aus Liebe starbft; dein Tod gibt Trost im 272.Halt C. Günther, verbessert von J. S. Diterich. Met. Herr Jefu Christ, du zc. alt im Gedacht niß Jesum Chrift! o Seele, der auf Erden vom Himmelsthron gekommen ist, ein Heiland dir zu werden. Bergiß ſein nicht: 273.Herr, bei denn, dir zu gut, verband er sich mit Fleisch und Blut. Dank ihm für diese Liebe! 2. Halt im Gedächtniß Jefun Christ! Er hat für dich gelitten, und dir, da er gestorben ist, am Kreuz das Heil erstritten. Errettung von der Sündennoth erwarb er dir durch seinen Tod. Dank ihm für diese Liebe. 3. Halt im Gedächtniß Jesum Christ! der von dem Tod erstanden, nunmehr zur Rechten Gottes ist. Er hat von Todes Banden und aus der dunteln Grabesnacht Be 203 Trost und Friede sey mit euch! Nehmt und trinkt zum ewgen Leben das Blut des Heils, für euch gegeben! Ererbt, ererbt des Vaters Reich! So sind wir Jesu dein; dein laß uns ewig seyn. Amen, Amen! Anbetung dir! einst feyern wir das große Abendmahl bey dir. 21. Vom heiligen Abendmahl. im Leiden; die Hoffnung, die du uns erwarbst, gibt selbst im Tode Freuden. Du heißest uns bey Brod und Wein uns deines Segens- Todes freun, und deiner nie vergessen. 4. Uus Dankbarkeit laß uns auch nun die Sünde ernstlich meiden, mit Freuden Gottes Willen thun, und standhaft seyn im Leiden. Wir wollen deine große Huld und deine D. Bruhn. Sanftmuth und Geduld durch 275.Hu erfüllen, was Met. Wer nur den lieben Gott se. oder: Ach, schönster Jesu, mein c. ier bin ich, unser Leben ehren. 5. So wird uns dein Ge- du, in deiner Leidensnacht, dächtniß- Mahl Ermunterung nach deinem gnadenvollen zur Liebe, so stárkt es in uns Willen zur Pflicht und Wohl überall der Tugend eble Trics that mir gemacht. Berleih' zur be. So können wir uns dei- Uebung dieser Pflicht mir deiner freun, beruhigt und ver- nes Geistes Kraft und Licht. sichert seyn, mit dir einst, Herr, zu leben! 2.Es werde mir für meinGes wissen dein Mahl ein tröstlich Unterpfand, daß ich der Sün den Schuld entrissen, durch dich bey Gott Vergebung fand: so freuet meineSecle fich in deinem Heil, und lobet dich. 274.5 f. G. Klopstod. Mel. Wachet auf! ruft und sc. err, du wollst uns vorberei ten, zu deines Mahles Seligkeiten! Sen mitten unter uns, o Gott! Heil und Leben zu empfahen, laß uns, o Jesu! würdig nahen, und sprich uns los von Sünd und Tod! Wir sind, o Jesu, dein, durch dich von Sünden rein, und unsterblich. Laß, laß uns sehn, in deinen Höhn, von fern der Ueberwinder Lohn. 2. Nehmt und eßt, sprichst du, zum Leben, den Leib, den id) für euch gegeben. Mein 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, womit du unser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! O gib von deinem Todesschmerz jezt neuen Eindruck in mein Herz. 4. Laß mich mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du am Kreuze starbst; durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur Sicher 201 21. Bom heiligen Abendmaht. Sicherheit der Trost, den mir dein 5. Ich übergebe mich aufs 276. und suche dich, C.F. Gellert. Mel. Ein Lâmmlein geht und ic. komme, Herr, neue, o du, mein Herr und Gott, an dich: ich schwöre dir bestánd'ge Treue an deinem Tische feyerlich. Dein eigen will ich ewig seyn. Du starbst für mich: drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Spottern schämen des Dienstes, den man dir erweist; nie mich zu einem Schritt beque men, den mein Gewissen sündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu feyn! mühselig und beladen; Gott, mein Erbarmer, würd'ge mich des Siegels deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh'; ich suche Ruh', und finde sie im Glauben der Erlösten. 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und wenn er firauchelnd was versieht, Verfóbnlichkeit und Sanftmuth úben. Nie komm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenle du mir aus Huld erlassen hast. 8. Es stårte sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächt'ger Ruf erhebt; wenn du dich, großerLebensfürst, den Völkern sichtbar zeigen wirst. 9. Hier lieg ich, Herr, zu deinen Füßen, mit Lob und Dank, Gebet und Flehn. Laß neue Gnabe auf mich fließen; mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stárkung meiner Treu' dein Abendmahl gesegnet ſey. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder. Du öffnest uns des Him mels Bahn und wir sind Gottes Kinder. Ich denk'an deines Leidens Macht und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mir Heil erworben. Du hast für mich dich darges stellt. Mit sich versöhnte Gott die Welt, da du für sie gestorben. 3. So freuet sich mein Herz in mir! du tilgest meine Sün den, und läßt bey deinem Mahle hier, mich Gnad' um Gnade finden. Du hörst der Reue sehnlich Flehn, willst gern mich frey und glücklich fehn, gern alle Schuld verge ben. Nur soll ich dem, der für mich starb, und mir so großes Heil erwarb, von ganzem Herzen leben. 4. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen. Verleibe mir durch dei 21. Vom heiligen Abendmahl. deinen Tod die Kraft zu dies von meinen Sünden. sem Willen. Laß mich von nun an eifrig seyn, mein ganzes Leben dir zu weihn, und deinen Lod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung, durch eine wahre Besserung, dir und der Welt beweisen. 203 Laß mein vor dir gebeugtes Herz den großen Trost empfinden: daß du, aus Gottes Vaterhuld, auch mir Bergebung meiner Schuld auf Buße hast erworben. 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, werd ewig mir zum Segen. Er stärke mich mit neuer Straft auf als len meinen Wegen, nur das 277. ch preise dich, ozu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Lust der Herr, mein Peil, für deine Todesleiden. Welt mit Muth zu überHab ich an ihren Früchten winden! Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du warst ein Opfer auch für mich: o gib, daß mei ne Seele sich deß ewig freuen möge. J. S. Diterich. Mel. Es spricht der Unweisen ze. oder: Herr Jesu Christ zc. 2.Du läsfest mich in deinem Tod das wahre Leben finden: Erlösung aus der größten Noth, Bergebung aller Sim den, Gewissensruh', zur Bes rung Kraft, das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. 3. Dein Abendmahl ist mir ein Pfand von deiner großen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt! O stärke mein Gemütbe zum glaubigen Vertraun auf dich, daß ich, so lang ich lebe, mich an deine Gnade halte. 4. Ich fühle, Herr, voll Reu' und Schmerz die Last 6. Die Liebe, die du mir erzeigt, ist gar nicht zu ermessen! Gib, daß ich sie zu vergessen; daß ich, aus áchSeit undankbar mag ter Gegentreu, ganz deinem Dienst ergeben sey, und dir zur Ehre lebe. 7. Laß deines Leidens groe en Zweck mir stets vor Augen stehen; räum' alle Hins dernisse weg, die ebne Bahn zu gehen, die mir dein heil'e ges orbild weist, und die einst den erlösten Geist zu deis nen Freuden führet. 8. 3u meinem Heile hast du dich für mich dahin gegeben; dein Abendmahl erwecke mich, mit Ernst darnach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt; und werd' ich einst der Welt entrickt, so sey dein Lod mein Leben. Mor 21. Vom heiligen Abendmahl. durch dich, geh' auf der Tu gend Pfade, mich täglich meines Gottes freu', und voll Mel. Es ist das Heil uns 2c. der frohen Hoffnung sey, den ch will einst erben! 278. Abendmahl b. So werd ich dann, der I 6. des Herrn, des Mittlers, heut empfahen. Von allen Weltgeschäften fern will ich mich zu ihm nahen. O Tag, wie heilig bist du mir! Es soll mein dankbar Herz zu dir, Erlöser, sich erheben. Sünde feind, dich, mein Erretter, lieben! und ernstlich mich, mit dir vereint, in frommen Thaten üben! Dies ist dir wohlgefäll'ger Dank: den müsse dir mein Lebelang mein Herz, o Jesu, bringen. P. Busch. 2. Gewohnheit führe mich nicht hin, noch der Betrug der Sünde, daß auch ein laſter- 279. fu, dich und bei Mel. O Gott, du frommer 2c. chwill, mein Jeschon hafter Sinn Gnade finde. Nein, mache mich, mein Heiland, frey von Selbstbetrug, von Heucheley, von aller Lust zur Sünde. nen Tod bekennen. O laß mein ganzes Herz von Lieb' und Dank entbrennen! Ich komme glaubensvoll, mich deinem Mahl zu nahn, aufs neue Trost und Kraft, zur Bes'rung zu empfahn. 3. Bekennen will ichs öffentlich: dein Sterben sey mein Leben! dir, mein Erlöser, will ich mich zum Eigenthum er geben! So lang' ich lebe, will ich dein, und deiner Liebe mich erfreun, und sie noch sterbend preisen. 2. Aus Liebe hast du, Herr, sogar dein theures Leben für meine Seligkeit zum Opfer dargegeben: du starbst, und schenktest mir ein unschätzbares Gut, gabst für mich deis nen Leib, vergossest selbst dein Blut. 206 Morgen- Lied vor dem Abendmahls: Genusse. 23. Münter. 4. Demuthig will ich meine Schuld vor meinem Gott gestehen, und, überzeugt von seiner Huld, zu ihm um Gnade flehen. Ich will mit glaubigem Bertraun auf dich, mein treuer Mittler, schaun, und fröhlich Gnade hoffen. 5. Dein Liebesmall versichre mich von deines Vaters Gnade; daß ich getröstet, Herr, 3. Wie groß ist deine Huld! Mit innigem Verlangen sehn' ich mich, Herr, nach dir, und werde Gnad' empfangen. Mir soll dein Abendmahl von deis ner Ungst und Pein, von deiner Lieb' und Ereu' ein ruh rend Denkmahl sepn! 4. Dir, 21. Vom heiligen Abendmahl. 207 4. Here Jesu, dir sey Preis! dein Mahl gibt mir Beweis, daß du für mich gestorben, und mir dadurch erworben Vergebung aller Sünden. Ich kann nun Gnade finden. 4. Dir, Jesu, will ich mich,| ßen Pflicht vergessen: sein dir, Seele, Leib und Leben, Beispiel, seine Lehren mit und was ich hab' und bin, zum Folgsamkeit zu ehren. Opfer wieder geben. Nimm alles, o mein Herr, zum Eigenthum dir hin, der ich so theuer dir zum Dienst erkaufet bin. 5. Laß gleiche Liebe mich an meinem Nächsten üben, und mich, wie du geliebt, selbst meine Feinde lieben. Wir sind ja insgesammt auf dich, o Herr, getauft, und alle durch dein Blut zum ew'gen Heil erkauft. 6. Hilf, daß ich als ein Christ nur dir zur Ehre lebe, und hier in allem stets nach deinem Himmel strebe! Gib durch dein 5. Gott Lob für seine Treu, die ich noch immer neu in Jesu Nachtmahl finde: weg Reiz der Welt, weg Sünde! Gott will mir Trost und Leben hier und dort ewig geben. J. C. Lavater, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Schmücke dich, o liebe se Abendmahl auch hierzu Lust 281., Freun ber Kraft, zum Menschenkin Preis hier meine Pilgrimschaft.| der, der du dich, zum Heil der L. Backmeister, verbessert von C. M. f. Gebhard. Mel. Auf meinen lieben Gott: c. ch Sünder, von des Himmels hohen Freuden zu den bångsten Todesleiden willig haft 280. will zu aller herabgelaffen, wer kann bein Erbarmen fassen? Tief ges rührt von solcher Güte. preist dich dankvoll mein Gemüthe. Stund', aus meines Herzens Grund', Gott meinen Dank erweisen, und seine Gute preisen. Ich will mein ganzes Leben zu seinem Lob' ergeben. 2. Er ist mein höchstes Gut: und Jesu Leib und Blut ist meines Herzens Freude, mein Trost in allem Leide, weil die se seine Gaben die Seele herr lich laben. 2. Herr, du hast auch mir be reitet, was zum wahren Wohl mich leitet: Licht, den Weg des Heils zu finden, Trost, bey dem Gefühl der Sünden; Kraft, der Beßrung nachzujagen; Muth, des Lebens Last zu tragen, und die Hoffnung begrer Seiten in dem Reich der Ewigkeiten. 3. Und jezt, da ich, o Gott, will feyern Jesu Tod, so laß 3. Ja, du willst mit deiner mich nie vermessen der gro-| Gnade selbst mich auf des Lebens 208 21. Vom heiligen Abendmahl. bens Pfade zum Genuß der| wird mich nichts mehr stören, Seligkeiten, die du mir er worben, leiten. Du, du willst mich bessern, trösten, und zum Erbtheil der Erlösten, zu des Himmels Herrlichkeiten, folg' ich dir nur, vollbereiten. dich auf innigste zu ehren; ja, da werd ich frey von Sünden, deinen Frieden gang empfinden. Mel. J. C. Grot. Mel. Es ist das Heil uns: c. sey der Bund 282. Den Todess werth, des Sünders Herz em pfindet, der reuvoll sich zu Gott bekehrt, sich deinem Dienst verbindet. Auch ich, Gebeugter, suche dich, erbar me dich auch über mich; und laß mich Gnade finden. 2. Ich nehm' an deinem Mahle Theil; daß ich nicht trostlos bliebe, reichst du auch mir, zu meinem Heil, die Pfänder deiner Liebe. Ich nehme sie und fühle dann, wie viel du auch für mich gethan, wie viel mich zu beglücken. 3. Hier ist dein Leib, hier ist dein Blut, für mich dahin ge geben; du starbst der ganzen Welt zu gut, erwarbst auch mir das Leben. Ich eff' das Brod, ich trink' den Wein, um ganz mit dir vereint zu seyn, und ganz für dich zu leben. 4. erneuet; ganz sey dir mein Herz geweibet; täglich will ich mich bestreben, nur nach deinem Wort zu leben; was du liebst, will ich auch lies ben, ernstlich mich im Guten üben; was du hassest, will ich bassen, stets von dir mich leis ten laffen. 5. Doch, ich fühle meine Schwäche. Jesu, was ich dir verspreche, ach, wie leicht ist das gebrochen; schneller oft als ich's versprochen. Darum stárk' in mir die Triebe dant beflißner Gegenliebe, daß ich, bis ich einst erkalte, treu dir sey und Glauben halte. 6. Hilf mir wider alles streiten, was von dir mich will verleiten. Auch den stärksten Reiz zu Sünden, hilf mir glücklich überwinden, daß ich hier stets im Gewissen deinen Frieden mag genießen, und dereinst am offnen Grabe Theil an deinem Segen habe. 7. O wie will ich dich erheben, wenn du mich im höhern Leben zu den Freuden deiner Frommen- Herr, ich hoff' es -lásfest kommen. Da, da laß mich deines Mahe les Kraft in meinem Glauben stårken; die Zuversicht, die mir's verschafft, treib' mich zu guten Werken, zum Eifer in der Heiligung, zur wahren Herzens Besserung, zum Kampf mit meinen Lüften. = 5. Wie? 21. Vom heiligen Abendmahl. 209 5. Wie? sollt' ich diesen Lu-| wundt Gewissen rein, gib sten noch zu meiner Schande Kraft, im Guten treu zu seyn. dienen? Ich trüge noch ihr fklavisch Joch? Ich könnte mich erkühnen, den Heiland, der für mich auch starb, mir Gnade, Trost und Heil erwarb, durch Sünden zu verläugnen? 5. Erleuchte durch dein Wort mein Herz, und richt' es zu dir himmelwärts, daß glaubensvoll und dankbarlich ich deis ner Lieb' erinnre nich. 6. Gib, daß ich's mir zum 6. Nein, göttlicher Erretter, Heile thu', zur Fördrung meis nein: laß mich die Sünde hafner Seelenruh', zur Stärkung fen, mich jeden Reiz der Lüste in der Heiligung und wahren scheun und Muth zum Kam- Lebens- Besserung. pfe fassen; dein Mahl nicht unbekehrt entweihn, und den Entschluß, dir treu zu seyn, mit Freudigkeit vollbringen. J. Herrmann, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Herr Jesu Christ, mein's 2c. 7. Bewahr' mich vor der Wollust Reiz, vor Zorn und Rache, Stolz und Geiz; zu jeder Tugend stårke mich, daß ich dir lebe würdiglich. 8. Gib mir, was meiner Seele nützt und mich vor dem 283. Seſu, der du Verderben schützt. Du biſt mir zu gut vergossen hast dein theures Blut, der du zur Tilgung meiner Schuld, den schwer sten Tod littst mit Geduld: mein Heil; mich mit vereinigt bleiben für und für. 9. Verleih' in meiner Pilgers schaft mir Weisheit, Willigkeit und Kraft, damit ich glücklich Welt und Sund', im Glauben an dich, überwind'. 2. Ich komm' zu deinem Abendmahl, gebeugt durch manchen Sündenfall; doch meines Herzens Zuversicht, steht, Herr, zu dir. Verwirf mich nicht! 3. Du bist der Arzt, der Seelen heilt, der Reuerfüllten Trost ertheilt, und zur rechtschaffnen Heiligkeit den Schwachen Muth und Kraft verleiht. 4. Darum, Herr Jesu, bitt' ich dich: von meinen Sünden heile mich. Mach' mein ver10. Dein freue meine Seele sich! mein ganzes Herze preise dich! Den guten Vorsat, den ich hier erneure, mache fest in mir. 11. Gib, daß ich treu in meiner Pflicht, mich stets nach deinem Willen richt'; so bring' ich, christlich und in Ruh', auf Erden meine Tage zu. 12. Bis du mich), o du Les bensfürst, in deinen Himmel nehmen wirst, daß ich mit Freu 210 21. Vom heiligen Abendmahl. Freuden ewiglich für deine den scheun, und dich, durch Gute preise dich. ein dir geheiligt Leben, mit vermehrtem Fleiß erheben. B. Münter, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Jesu, deine heil ge Bund. oder: Werde munter, mein 2c. 5. Diesen Borsak, den ich habe, thatig dankbar dir zu seyn, pråg' ihn, Jesu, bis zum 284.Roller Ehrfurcht, Grabe tief in meine Seele ein. mir Kraft, ihn zu vollzien. Lehre mich mit Vorficht fliehn, was ihn könnte bey mir schwächen, was mich reizt, ihn gar zu brechen. 6. Laß mich über alles schåzzen dein mir theu'r erworbnes Heil, und nie aus den Augen setzen, wie nur der daran hat Theil, der auf deine Stim me hort, mit Gehorsam dich verehrt, und in deinem Dienst auf Erden immer besser sucht zu werden. 7. Geh mir, wo ich bin und wandle, immerfort mit Hülfe nach, daß ich als ein Christ stets handle; und wird ja mein Glaube schwach, o so hilf mir liebreich auf, daß ich in dem Tugendlauf, nimmer wanke, nie ermüde; so ers quicke mich dein Friede. 8. Ewig will ich dir es danken, daß du so barmherzig bist, daß auch, wenn wir Schwache wanken, deine Treu' beständig ist. Herr, ich hoff' es froh und fest, daß sie mich auch nicht vers läßt. Bu des Himmels Seligkeiten wird sie mich gewiß auch leiten. 22) Lobe und Freuden, tomm' ich, Herr, auf dein Gebot, zu dem Denkmal deiner Leiden, und gedeni' an deinen Tod. Mittler, der du für mich starbst, mir ein ewig Heil erwarbst, dir zur Ehre stets zu leben, sey mein eifrigstes Bestreben. 2. Ich empfind' es jetzt aufs neue, was ich dir, Herr, schuldig bin. Du gabst dich mit großer Treue willig mir zum Dienste hin; wiesest mir den Weg zu Gott, und ertrugst den schwersten Tod, mir im Leben und im Sterben sichre Tröftung zu erwerben. 3. Du haft mir zu Gottes Gnade freyen Zutritt und die Kraft, auf der Tugend sel'gem Pfade fest einherzugehn verschafft. Und rufft jetzt aufs neue mir durch dein Nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem Segen nehme, und mich deiner niemals scháme. 4. Laß mich, Jesu, nicht vergebens diese deine Huld empfahn; laß, zur Beßrung meines Lebens, mich zu deinem Tische nahn. Ja, mit neuem Ernst will ich mich für Sün 22) Lob- und Danklieder nach dem Abendmahls- Genusse. G. J. Jollikofer, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Wer nur den lieben Gott: c. 285.Dant, ewig Dank be, erhöhter Mittler, Jesu Christ! Gib, daß ich deinen Willen übe, der du für mich gestorben bist; und laß die Größe deiner Pein mir immer in Gedanken seyn. 2. Heil mir, den Leib hab' ich genossen, der für mich an dem Kreuze starb. Ich trank das Blut, das der vergossen, der sterbend mir das Heil er warb. Herr, ew'ge Treue schwör' ich dir, schent' du nur beine Gnade mir. 3. Laß mich voll Dankbar keit ermessen, was du für mich gelitten hast, und deiner Liebe nie vergessen, die so viel Segen in sich faßt. Laß meinen Glauben thätig seyn, und mir zum Guten Kraft verleihn. wie mich, erfreut, euch lieb' ich stets, als meine Brüder, als Erben einer Herrlichkeit. beiner uns speis't ein Wein, ein Brod. 211 Wir haben einen Herrn und 6. So soll denn weder Spott noch Leiden, noch Ehre, Gut und Lust der Welt, mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, die selbst im Tode mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein, o laß mich deiner würdig seyn. 7. Mit euch vor ihm einst zu erscheinen, zum Anschaun seiner Herrlichkeit, will ich mich herzlich hier vereinen, zu thun, was sein Gesetz ges beut. Olaß uns eine Seele seyn, den Liebenden durch Lieb' erfreun. 8. Wie wir jetzt hier versammlet waren ben Jesu Mahl, ihn zu erhöhn; so werden, mit der Engel Schaaren, wir einst vor seinem Throne stehn, und unaussprechlich freut sich dann, wer, wie er liebte, lieben kann. 4. Hilf mir das Böse über winden, und stärke mich zu jeder Pflicht. Bewahre mich vor neuen Sünden; verlaß mich in Versuchung nicht; und dein für mich vergoßnes Blut schent mir im 286.H Todeskampfe Muth. 5. Und euch, ihr, seines Leibes Glieder, die Jesu Heil, J. C. Lavater, verbessert von J. P. Uz. Mel. Wach' auf mein Herz 2c. err, der du selbst dein Leben für mich dahin gegeben, ich falle vor dir nieder und singe Freudenlieder. D2 2. Ich 22. Lob und Danklieder 212 2. Ich kam, mit Schuld belas den, zum Mahle deiner Gnaden; da ließest du mich finden Vergebung meiner Sünden. 3. Nun ist der Bund erneuet! Mein Herz sey dir geweihet. Nach Sinn zu leben, sey fortan mein Bestreben. 287.Nee, bener un lob', mein' 4. Ich will aus treuem Herzen der Brüder Noth und Schmerzen, nach meinen Kräften, lindern, ihr Elend liebreich mindern. 5. Ich will, wie du, mit Freuden, Gott preisen in den Leiden, nie ungeduldig klagen, und nie an Gott verzagen. ¹6. Bon dir will ich nicht lafsen; will, was du hasfest, has sen; was du liebst, will ich lies ben, nie wissend dich betrüben. 7. Du kennest meine Schwache: ach! was ich heut' verspreche, hab' ich schon oft versprochen, und, leider! oft gebrochen. 8. laß mich mein Versprechen nicht wieder straf lich brechen! Herr, verleih mir Stärke zur Uebung guter Werke! 11. Laß einst uns alle kommen zum Abendmahl der Frommen: führ uns nach allem Leiden zu deinen Hima mels- Freuden. J. Poliander oder Graumann. In eigner Melodie. ren, was in mir ist, den Namen sein! sein Wohlthat thut er mehren: vergiß es nicht, o Herze mein! Hat dir dein' Sund'vergeben und heilt dein' Schwachheit groß, errett't dein armes Leben, nimmt dich in feinen Schooß, mit reichem Trost beschüttet, verjungt dem Adler gleich. Der König schafft Recht, behütet, die leiden in seinem Reich. 2. Er hat uns wiffen lassen fein heilig Recht und sein Gericht, darzu sein' Gut' ohn' Maaßen; es mangelt an ſein'r Erbarmung nicht. Sein'n 3orn läßt er bald fahren, raft nicht nach unsrer Schuld; die Gnad' will er nicht sparen, den Blöden ist. er hold; sein' Gut' ist hoch er haben bey den'n bie fürch ten in; so fern der Ost von Abend, ist unsre Sund' dahin. 9. Den ersten Reiz der Sünden hilf mir, Herr, überwinden: und wo ich wieder fehle, erinnre meine Seele. 10. Laß mich und alle Chri3. Wie sich ein Bat'r erbar met über eine junge Kindersten auf dein Gericht sich rulein; so thut der Herr uns sten; daß, wenn dein Tag heut Urmen, wenn wir ihn findkáme, sich keiner vor dir lich fürchten rein. Er kennt fcháme das arm' Geschlechte, er weiß, wis 213 nach dem Abendmahls- Genusse. wir sind nur Staub, gleich Gesang bis zum Thron des wie das Gras zu rechnen, ein' Blum' und fallend Laub. Der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da: also der Mensch vergehet, sein Ende ist ihm nah. Höchsten dringen! In der Engel jauchzend Chor, Seele, bebe dich empor! 2. Meine Sünden drohten mir schon mit meinem Unters gange. Ich erbebte, Gott, vor dir, und um Trost war mir so bange; Ewigkeit, Ge setz und Grab schreckten mich: doch Gott vergab. 3. Tag, den mir der Herr gemacht, sen gesegnet, Tag der Freude! Du erhelst des Kummers Nacht, und erquilfest mich im Leide. Heil und Leben schenkst du mir: Gott, wie dant' ich dir dafür! 4. Ich) empfing ein gotta lich Pfand, Jesu Leib, für mich gegeben, und sein Blut; ich nahm's, und fand Kraft zum heil'gen Tugendleben, Himmelswonne, Seelenruh. Gott, wo ist ein Gott wie du! 5. Jesu, bester Menschenfreund, Ursprung aller meiner Freuden! du hast mich mit dir vereint, nichts soll je von dir mich scheiden. Ewig, ewig bist du mein. Ewig, ewig bin ich dein. 6. Tag der Wonne! heilig's Mahl, stets will ich an dich gedenken! Jesu, deine To desqual soll mir Trost im Leiben schenken, und mein Leben soll allein deinem Dienst gewidmet seyn. 7. Dann A 4. Die Gottes Gnad' allei ne steht fest und bleibt in Ewigkeit, bey seiner lieb'n Gemeine, die ganz sich seinem Dienste weiht, die seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engel! waltet sein's Lob's, und dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren, und treibt sein heilig Wort! mein' Seel' soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. 5. Sey Lob und Preis mit Ehren, Gott Vater, Sohn und heil'gem Geist, der woll' in uns vermehren, was er aus Gnaden uns verheißt, daß wir ihm fest vertrauen, uns ganz verlassen auf ihn, von Herzen auf ihn bauen, daß uns'r Herz, Muth und Sinn ihm feftiglich anhan gen; drauf singen wir zur Stund, Amen! wir werden's erlangen, glaub'n wir aus Herzensgrund. J. A. Cramer. Mel. Jefus, meine Zuversicht: c. 288.Laft Laßt uns Ehre, Preis und Dant Gott und unserm Heiland bringen! Möchte, Seele, bein 214 22. Lob und Danklieder 7. Dann will ich, Herr, strek| seyn. Alle Schuld ist mir vers ken mich nach dem Kleinod an dem Ziele; sicher, daß ich bald durch dich Gottes Seligkeiten fühle, da wo stets dein Lob erschallt. Komm, Herr Jesu, komm nur bald! B. Münter. geben: denn dein Blut, Herr, macht mich rein. Du vertrittst mich im Gericht! Gott verurtheilt mich nun nicht; wenn ich standhaft dich bekenne, und von dir mich nimmer trenne. 5. Ja, ich will dich nicht vers lassen, nie des Lasters Wege gehn; jede Sünde will ich has Mel. Werde munter, mein Gem. oder: Freu' dich sehr, o meine ic. 289.effentlich in der ſen, und den Lüsten widerGemeine, Mitt- stehn. Mein Erretter, ach! ler, hab' ich dich bekannt. Ich gib du, Stárk' und Freudigempfing, im Brod und Wei- keit dazu, daß ich standhaft ne, deinerLiebe göttlich Pfand. dich bekenne, nie mich wieder Fenerlich war da mein Eid von dir trenne!' ewiger Beständigkeit. Du, der sich mit mir vereinte, hast gesehen, wie ich's meinte! 2. O wie ward da deine Gitte, Menschenfreund, von mir verehrt! wie empfand da mein Gemüthe mächtig ihren ganzen Werth! als ich dich auf Golgatha für mich Sünder sterben sah, wie erstaunt' ich! wie entzückte mich die Huld, die ich erblickte! 3. Laut rief in mir mein Gewissen: bist du würdig dieser Huld? Sieh! das Blut, das du siehst fließen, fließet auch für deine Schuld! Schaam und Reu' erfüllten mich; glaubensvoll blickt' ich auf dich; Sunder, sprachst du, du sollst leben: alle Schuld ist dir vergeben! 4. Ja, ich weiß es: ich soll leben, soll des Himmels Erbe 6. Laß mir's mein Gewissen sagen, wie so schmerzhaft seine Pein, wie so schwer der Sunde Plagen und der Zu-, kunft Strafen seyn! Es erinnre mich daran, wie viel du an mir gethan, und wie uns werth deiner Liebe ich durch schnöden Undank bliebe. 7. Auch zur Liebe meiner Brüder treibe mich die Dankbarkeit; sie sind alle deine Glieder, Erben einer Seligkeit. Auch der mich jezt hasset, ist dein Erlöster, Jeſu Christ! dort wird er mich nicht betrüben; nein, er wird mich wieder lieben. 8. Herr, zu der ich findlich trete, blicke liebevoll auf mich! Höre huldreich, was ich bete: ganz verlaß ich mich auf dich! Bolle Frucht der Besserung, Wachsthum in der Heili gung, nach dem Abendmahls Genusse. 215 gung, Hoffnung auf das Würdigkeit ersebe deine Güz ew'ge Leben laß dein Abend- tigkeit. mahl mir geben. J. Martersteck, verbessert von J. F. Schmidt. Abendmahlslieder eines Kranken. 290.23 Mel. Mach's mit mir Gott 2c. ie soll ich deine Gútigkeit, o Vor dem Genusse. Ch. Ch. Sturm. mit zur Zufriedenheit in mei- 291. Ach mit deinen Jesu! gnug erheben? was fehlt Mel. Wer nur den lieben Gott ic. Sch! ich nem ganzen Leben? Du haft ja deiner Liebe Pfand im Abendmahl mir zugewandt. 2. Im Herzen spür' ich SüBigkeit, und nicht nur in dem Munde. Das kommt von dei ner Freundlichkeit in dieser Gnadenstunde. Der Him melsbürger hohe Lust ergieBet sich in meine Brust. doch Gliedern im Tempel, Jesus!dich erhöhn, und freudenvoll mit meinen Brüdern, Herr, deines Todes Mahl begehn! Doch weil mich Noth und Krankheit plagt, ist diese Freude mir versagt. 3. Im Geiste spür' ich Freubigkeit: was könnte mich wohl schrecken? sagt, welches Feindes Grausamkeit mir sollte Furcht erwecken? Der Bos heit Lift, der Sünde Macht wird ganz getroft von mir verlacht. 2. Sieh', hier auf meinem Krankenbette feir' ich dein Doch, Abendmahl allein. Herr, ich weiß, an jeder Stát te hast du verheißen, nah' zu seyn; wo je ein Frommer seufzt und weint, da bist du, großer Menschenfreund! 3. Laß das Gedächtniß deiner Leiden mir Schwachen Trost und Kraft verleihn! Laß es die Quelle höhrer Freuden, und deines Himmels Vorschmack seyn! Dein Leiden, dein Versöhnungstod erquib te mich in meiner Noth. 4. Ich seh', ich seh' den Himmeloffen, ich fühle meine Seligkeit. Was kannst du, Seele, größres hoffen, als was dir hier dein Gott verleiht! Drång' auf mich ein der Leis den 4. Seele! schwinge dich empor, den treuen Gott zu ehren! laß dankbar in der Frommen Chor dein frohes Loblied hören; die rechten Schäße hat er hier im Abendmahl geschenket dir. 5. Gib, daß dies Mahl, zu meinem Heil verordnet, oft mich labe. Gib, Jesu! daß ich immer Theil an deiner Gnade habe. Die Mängel meiner 216 23. Von der Verehrung den Heer, mein Herz erbebt| Schuld, erwarb mir Gottes davor nicht mehr. Bater- Huld. 3. Nun laß mich sterben oder leben: Herr, wie du willst, ich folge gern; vom Schmerz ges qualt, mit Angst umgeben, freut meine Seele sich des Herrn. Durch dich versöhnt, erschreckt mich nicht des Gra bes Graun, nicht das Gericht. Nach dem Genuffe. 4. Im Glauben will ich dich Mel. Wer nur den lieben Gottic. umfassen, gewiß, daß du mein ank, Dank sey du wirst mich 5. Und naht der Tod mit seinen Schrecken, ich bin getrost und zage nicht. Vom Tode wirst du mich erwecken, ich komme nicht in dein Gericht. Ich bin getrost; dein Leib und Blut gibt auch im Tode. Trost und Muth. 292. Doir für deiner Schwachen nicht verlaſſen, mir geben, was mir nützlich ist. Ein Wink von dir: so endet sich mein Jammer, und ich preise dich. 5. Und kommt sie dann, die ernste Stunde, die mich dem Irdischen entreißt: wohl mir auch dann! aus deinem Mun de erwartet mein erlöfter Geist ein frohes Urtheil; ewig's Heil ist deiner Auserwählten Theil. barmen, o mein Erlöser, Jesu Christ! Du, der du einst auch für mich Armen den Tod am Kreuz gestorben bist! Nurdei ne Leiden trösten mich: was wär' ich, Mittler, ohne dich? 2. Du hast mir deinen Leib geschenket; nun weiß ich, ich bin ewig dein. Ich ward mit deinem Blut getránket, dies Blut macht meine Seele rein, befreyte mich von Fluch und 23) Von der Verehrung und Nachfolge Jesu. In eigner Melodie.. 2. Sag', was für Freuden 293.Ach, schönster Se- find zu schauen allhier in die mein Verlangen! ach, Jesu, großer Menschenfreund! wann w.rd' ich endlich dich umfangen, da ich nach dir so oft geweint? Ach, Jesu! laß es bald gesche hen, daß ich dein Untlig mdge sehen. Auf sie wird man vergeblich bauen, weil einst vergeht dies Rund der Welt. Ach, Jesu! laß es bald geschehen, daß ich dein Untlig möge sehen. 3. Ja! das, was man auf Erden schauet, vergeht wie eine und Nachfolge Jesu. 217 eine Wiesen- Blum', und wer| 4. Und um der Welt dies auf diese Welt vertrauet, er Licht zu werden, wie willig langet übernahmst du nicht auch selbst die größesten Beschwer den! und drückte dich gleich ihr Gewicht, so trugst du doch, voll Gut' und Huld sie gern' mit himmlischer Geduld. schwerlich Gottes Ruhm. Ach! Sesu, laß es bald geschehen, daß ich dein Untlik moge sehen. 4. Nun, Jesu, komm'! ach komm' bey Zeiten, ich lebe nicht für diese Zeit; führ' mich zu deinen Himmels- Freuden, ich lebe für die Ewigteit. Drum, Jesu, laß es balb geschehen, daß ich dein Antlik möge sehen. d 5. Fürwahr! noch immer ist das Leben, das du auf Erden haft geführt, ein Seger, den uns Gott gegeben, dafür ibu ew'ger Dank gebührt; ein Segen, dessen auch mein Geist sich freut, und dich, Erlöser, preist. 294.heit auszubreis Mel. Ach wie betrübt sind zc. fuf ErdenWahrten, die Wahrheit, die vom Himmel stammt, und uns zum ew'gen Glück zu leiten, das Herz zu Gottes Lieb' entflamint: dazu erschienst du, Jesus, hier, von Gott ge fandt zum Heil auch mir. heit auszubreis 6. Ja, Preis sey dir, du bes ster Lehrer, auch mir zum Heil von Gott gefandt! O würde jeder dein Verehrer, der deis nen Werth noch nicht er fannt! Gib, daß ich deiner Wahrheit treu, und ewig durch sie selig sey. 2. Dies war das tägliche Geschäfte darin dein Geist 295. Ahern, auf Met. Hilf mir, mein Gott, hilf: c. uf Vergnügen fand. Wie emsig hast du Beit und Kräfte, befeelt von Liebe, angewandt, durch deiner Lehren bellen Schein der Menschen Seelen Licht zu seyn; Jefum Chrift, setz' ich all mein Vertrauen, weil sonst kein Troft für Christen ist, auf den ich könnte bauen. Nur Hulo, nur Gnabe sehe ich in Gottes Angesichte. Mein Jesus blutete für mich: ich komm' nicht ins Gerichte. 3. Ihr Licht, den Weg zu Gottes Gnade und ihrem Heil recht einzusehn; ihr Licht, auf diesem sel'gen Pfade mit sicherm Schritt einher zu gehn: ihr Licht, mit freudigem Bertraun hin in die Ewigkeit zu schaun. 2.3um Kreuze ging er ruhig hin, uns Ruhe zu erwerben; bereit, mit göttlich großem Sinn zum Heil der Welt zu sterben. Er starb: nun darf ict) 218 23. Von der Verehrung ich Sünder nicht vor meinem zu retten, zum Leben fein zu Richter beben; vielmehr kann sich mit Zuversicht mein Herz zu ihm erheben. gehen ein und lieblich anzuschauen, den Heiland schön, den ich gesehn allhier, allein im Glauben. 3. Denn nun bin ich von Sünden rein, das macht mein Herze fröhlich; durch Jesum bin ich auch allein gerecht und ewig felig. Drückt mich gleich hier noch manche Noty, ich weiß ein beßres Leben, das will, das kann, das wird mir Gott durch Jesum Christum geben. Ph. Filler, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Der Tag, der ist so sc. 297. felber bist, und du die Liebe gern uns Menschen segnest, ja selbst dem, der nicht danks bar ist, mit Wohlthun doch begegnest: o bilde meinen Sinn nach dir, und laß mich, mein Erlöser, hier, wie du ge wandelt, wandeln. Die können 23. Helder. Mel. Hilf mir, mein Gott, hilf2c. as Jefulein soll 296.D boch, mein keine Christen seyn, die dir zu folgen sich nicht freun, nicht menschenfreundlich handeln. Trost, mein Heiland seyn und bleiben, der mich geliebet und erlöst; kein' Gewalt soll mich abtreiben. Ihm thu' ich mich ganz williglich von Herzensgrund ergeben, es mag mir seyn, weh oder fein, mag sterben oder leben. 2. Mit meinem lieben Jesus lein will ich gar wohl beste sen, wenn ich mitten durch Roth und Pein nach Gottes Bill'n soll gehen. Was will nir dann nun haben an Welt, Teufel, Tod und Sünze? Beym Jefulein, dem Seiland mein, ich allzeit Ret ung finde. 3. Auf dies mein liebes Jeusein will ich vor Gott selbst reten, vor allen Feinden icher seyn, mein' Seele wohl 2. Dein Leben in der Niedrigkeit war für die Menschen Segen; dir folgten Lieb' und Freundlichkeit auf allen deinen Wegen. Wohin du gingst, ging Wohlthat mit; dein Wort, dein Werk und jeden Schritt begleitete Erbarmen; du übernahmst die schwerste Pein, uns vom Verderben zu befreyn, und starbst zum Heil uns Armen. 3. Auch jetzt noch auf der Himmel Ehron bist du das Heil der Sünder; auch da bleibst du, o Gottes Sohn, ein Freund der Menschenkinder. Du schaffst den Deinen wahre Ruh, und die Verirrten suchest du auf rechten Weg 219 2. O stiller Jesu, wie dein Wille dem Willen odeines Bas ters stille und bis zum Tod gehorsam war; also mach' auch gleichermaßen mein Herz und Willen dir gelassen; ach! stille meinen Willen gar. Mach' mich dir gleich gefinnt, wie ein gehorsam Kind, still und folgsam! Jesu, ey nu, hilf mir darzu, daß ich fein stille sen, wie du. 3. Wachsamer Jesu! ohne Schlummer in großer Arbeit, Müh' und Kummer bist du gewesen Tag und Nacht; du mußtest täglich viel ausstehen, des Nachts lagst du vor Gott mit Flehen, du hast gebetet und gewacht. Gib mir auch Wachsamkeit, daß ich zu dir allzeit wach' und bete. Jesu, ey nu, hilf mir darzu, daß ich stets wachsam sey, wie du. 4. Bútigster Jesu! ach, wie gnádig, wie liebreich bist du, wie gutthätig, selbst gegen Mel. Wachet auf, ruft uns die sc. 298.Hilighter Jefu, Feinde, wie gelind! beine Heiligungs- Sonne scheinet allen, dein quelle, du Lichtglanz Gottes, Regen muß auf alle fallen, rein und helle, du laut'rer ob sie dir gleich undankbar Strom der Heiligkeit! Aller sind. Mein Gott! ach lehre Glanz der Cherubinen, und Heiligkeit der Seraphinen, ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist du mir, ach! bilde mich nach dir; du mein alles! Jesu, ey nu, hilf mir darzu, daß ich auch heilig sey, mich, damit hierinnen ich dir nacharte; Jesu, ey nu, hilf mir darzu, daß ich auch gütig sey, wie du. 5. Du, sanfter Jesu! warst unschuldig, und litteft alle Schmach geduldig, vergabft und übt'st nicht Rachgier aus; wie du. bu und Nachfolge Jesu. Weg zu leiten; du hörst der Seufzenden Gebet, und brauchest deine Majeståt, nur Segen auszubreiten. 4. O laß in meiner Pilgerschaft mich auf dein Vorbild sehen! Erfülle mich mit Lust und Kraft, dem Nächsten beyzustehen, betrübter Herzen Trost zu seyn, mich mit den Fröhlichen zu freun, mit Weinenden zu klagen, und dem, der mir sein Herz vertraut, die Redlichkeit, auf die er baut, nicht treulos zu versagen. 5. Laß mich mit brüderlicher Huld des Nächsten Fehler decken, durch Sanftmuth, Mitleid und Geduld zur Beßrung ihn erwecken; und fündiget er gegen mich, so freue meine Seele sich, ihm willig zu vergeben: so werd' ich dich, Herr Jesu Christ, der du die Liebe selber bist, aufs würdigste erheben. 220 23. Von der Verehrung du haft in Sanftmuth dich bereit. Herr, hilf mir meinen bewahret, bey der kein Eifer Leib stets zähmen, daß ich dich verzehret, als der um bleib mäßig, nüchtern. Jesu, deines Baters Haus. Mein ey nu, hilf mir darzu, daß ich Heiland! ach, verleih mir stets nüchtern sey, wie du. Sanftmuth, und dabey guten Eifer! Jesu, ey nu, hilf mir darzu, daß ich sanftmüthig sen, wie du. 6. Würdigster Jesu, Ehrenkönig! du suchtest deine Ehre wenig, und wurdest niedrig und gering; du wandeltest gering auf Erden, in Demuth und in Knechts- Geberden, cryobst dich selbst in feinem Ding: Herr! solche Demuth lebr' auch mich je mehr und mehr fleißig üben! Jesu, ey nu, hilf mir darzu, daß ich demüthig sey, wie du. J. Angelus. In eigner Melodie. ch 7.& leuscher Befu! all bein 299. will ich lice O ben, meine Stärke! dich, Jesu, meines Herzens Lust! ich will dich lieben mit dem Werke, aus völlig dir ergebner Brust; ich will dich lieben, schönstes Licht! bis mir das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben! als meinen allerbesten Freund! Ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint; auf dich ist mein Vertraur gestellt, bu Heiland aller Welt. Wesen war züchtig, keusch und außerlesen von Tugend und Bescheidenheit. Gedan ken, Reden, Glieder, Sinnen, Geberden, Kleidung und Beginnen war voller Zucht und Ehrbarkeit. O, mein Immanucl! mach' mir doch Leib und Seel keusch und züchtig. Jesu, ey nu, hilf mir darzu, so keusch und rein zu seyn, wie du. 9. Nun, liebster Jesu, liebstes Leben! mach' mich in allem dir ergeben, und deinem heil'gen Vorbild gleich. Gib, daß dein Geist mich ganz durchdringe, daß ich viel Glaubensfrüchte bringe, und tuchtig werd' zu deinem Reich. Ach zeuch mich ganz zu dir, behalt mich für und für, treuer Heiland! Jesu! en nu, laß mich wie du, und wo du bist, einst finden Ruh. 8.Máßiger Jesu! deine Weise im Trinken und Genuß der Sveife lehrt uns die rechte Máßigkeit; den Durst und Hunger dir zu stillen, war, statt der Kost, des VatersWil3. Ach! daß ich dich so spåt erkenner, bu hochgelobte Schönheit du! und dich nicht eher mein genennet, du höch en und Werk vollenden, dir| stes Gut, du wahre Kuh! Es ist und Nachfolge Jesu. 221 ist mir leid, ich bin betrübt, ich lieben in der Seit und einst daß ich so spåt geliebt. in Ewigkeit. 4. Ich lief verirrt und war fuchte Nuh' und fand sie nicht, blos weil 300. felbst zu mir; o Reſu, komm' doch ich mich von dir gewendet, der einzig Ruh' und Trost verspricht. Gott Lob! nun zeigst und schenkest du mir wahre Seelenrub". wie sehn' ich mich nach dir! Meiner Seele bester Freund, wann werd' ich mit dir vers eint! 5. Drum dank' ich dir, du wahre Sonne, daß du mir dieses Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne! daß du mich froh und frey gemacht: ich dank' es dir, daß ich tie Bahn zum Himmel wandeln kann! 6. Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich nicht mehr irre gehn. Laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln, oder stille stein! Erleuchte Leib und Seele ganz, du Licht und Himmelsglanz! 7. Gib meinen Augen Freudenthrånen, gib meinem Herzen reinen Trieb, mich stets nach dir, mein Heil, zu sehnen; erfülle mich mit deiner Lieb'; laß meinen Sinn, Geist und Verstand stets seyn zu dir gewandt. 8. Ich will dich lieben; jede Freude erhebe mich zu dir, mein Gott! dich will ich lieben auch im Beide und in der allergrößten Noth; dich will J. Angelus, verb. von J. P. ll. In eigner Melodie. 2. Tausendmal begehr' ich dein, Herr, in meiner Angst und Pein; tausendmal seufz' ich zu dir: Jesu, Jesu, komm' zu mir! 3. Keine Lust ist in der Welt, die mein Herz zufrieden stellt: deine Liebe, Herr, allein tann mein ganzes Herz erfreun. 4. Was ist alle Größe, Pracht, Reichthum, Ansehn, Glück und Macht gegen dich? du kannst allein mehr, als alles dies, erfreun. 5. Ach, du littst und starbst für mich! O wie brünstig lieb' ich dich! Welche Wonne, welch ein Ruhm, dein zu seyn, dein Eigenthum! 6. Keinem andern sag'ich zu, daß ich ihm mein Herz aufthu. Du, mein Heiland, sollst allein meiner Seele Wonne seyn! 7. War' ich doch, o Gottes Sohn, bey dir dort im Him me! schon! Wann, mein Heil, erscheinst du mir? Eil', und führe mich zu dir! 8. vermindre meinen Schmerz, und erquicke selbst mein 23. Von der Verehrung 222 mein Herz; denn ich schreye stets zu dir: Jesu, Jesu, komm' zu mir! 9. Nun ich warte mit Ge duld, du wirst doch nach dei- 302. Gelieb' ich ewiglich, sein ner Huld, ach! in meiner To- Wort will ich treulich halten; despein, einst, o Jesu, bey seine Liebe stårket mich, wenn mir seyn. mein Herze will ertalten. Er hat mich verbunden sich. Jefum lieb' ich ewiglich. 301. Vaters rei2. Jesus läßt mir seinen Fried, denn er ist für mich che Git hat er mir am Kreuz' erworben; dies erquicket mein Gemüth: Jesus läßt mir seinen Fried. 3. Weiche weg, was Trauren heißt! Jesus will mir reichlich lohnen; Bater, Sohn und heiliger Geist will in meinem Herzen wohnen;, mich erfreuet Gottes Geist, weiche weg, was Trauren heißt! J. Saubertus, aber abgekürzt und verb. von C. M. f. Gebhard. Mel. Jejulein, du bist mein 2c. du bist mein im Leben; sterb' ich denn, so bin ich dein, geh' in deinen Him mel ein, ewig dann bey dir zu seyn. 2. Hilf du mir bald zu dir durch dein Leiden: gib zum Siege Kraft und Muty, Herr, der du dein theures Blut hast vergossen mir zu gut. 3. Höchstes Heil! laß doch Theil mich einst nehmen an der ew'gen Seligkeit, die du allen haft bereit, welchen ihre Sund' ist leid. 4. Preis sey dir! alle wir sind unsterblich; fällt auch einst die Hütte hin, mit der ich umgeben bin: so ist Sterben mein Gewinn. C. f. Sonntag. Mel. Meinen Jesum laß ich ze. oder: Jesus, meine Zuversicht 2c. 5. Christenthum sey mein Ruhm hier auf Erden! Dann wird hohe Seligkeit lohnen, nach durchlebter 3eit, mir dort in der Ewigkeit. 4. Also liebt vom Himmels thron Gott die Welt, daß er gegeben seinen eingebornen Sohn, daß wir alle möchten leben; muß ich heute gleich davon, liebet mich doch Gottes Sohn. 5. Wer an seinen Jesum glaubt, der geht nimmermehr verloren, niemand ihm den Himmel raubt, er ist ewig auscrkohren: ihm den Him mel niemand raubt, wer an seinen Jesum glaubt. 6. Weil und Nachfolge Jefu. 6. Weil nun Jesus mir ist| 2. hold, will ich gern vor sein be, Gerichte; wenn ich heute sterben sollt', wird vor seinem Angesichte mich nicht quálen meine Schuld, Jesus ist und bleibt mir hold. 7. Jesus liebt mich für und für, drum will ich ihn wieder lieben; er hat an des Himmels Thür mich, sein Schaflein, angeschrieben: er ist felbst die Lebensthür, Jesus liebt mich für und für. 223 Einer ist es, dem ich leden ich liebe früh und spat. Jesus ist es, dem ich gebe, was er mir gegeben hat. Ich bin in dein Blut gehüllt: führe mich, Herr, wie du willt. 8. Jesus mir den Himmel weist, drum will ich ihm ewig trauen. Jesus und sein Freuden- Geist führen mich auf grünen Auen; er die Thür zum Leben heißt, weil er mir den Himmel weist. 9. Ich bleib' Jefu Eigenthum, bin sein Schaaf und er mein Hirte, er mein Gottes lamm, mein Ruhm, tráget meiner Sünden Burde. Dieses ist und bleibt mein Ruhm: ich bleib' Jesu Eigenthum. 3. Scheinet was, es sey mein Ghicke, und ist doch zuwider dir, ach! so nimm es bald zurücke, Jeju, gib was nißet mir. Gib dich mir, Herr Jesu, mild, nimm mich dir, Herr, wie du wilit. 4. Und vollbringe deinen Willen in, durch und an mir, mein Gott! deinen Willen laß erfüllen mich im Leben, Freud' und Noth; sterben als dein Ebenbild, Herr, wenn, wo und wie du willt. 5. Sey auch, Jesu, stets gepriesen, daß du dich, und viel darzu hast geschenkt und mir erwiesen, daß ich fröhlich schreye nu: es geschehe mir mein Schild, wie du willt, Herr, wie du willt. 3. Franke, verbessert von Ludämilia Elisab., Gräfin zu 3. A. Schlegel und J. P. Uz. In eigner Melodie. Schwarzburg. In eigner Melodie. 304. Sve! Sellist auch, esu, meine 303. efus, Jesus, Jesus, nichts als Je wann ich leide, meines Her fus, soll mein Wunsch feyn zens. Theil! Dich mit reinen und mein Ziel; jehund mach' Trieben über alles lieben, ist ich ein Verbündniß, daß ich mir Trost und Heil. Hab' ich will, was Jesus will; denn dich, wie reich bin ich! Ohne mein Herz mit ihm erfüllt, ru- dich kann ich auf Erden nie fet nur: Herr, wie du willt. I recht glücklich werden. 2. Une 224 23. Von der Verehrung 2. Unter deinem Schirmé erst betrübet, noch zuletzt ers können keine Stürme mir er freun. Hab' ich hie viel Ungfl schrecklich seyn. Laß auch Fel- und Müh': Jesu, selbst auch sen splittern, laß den Erd- wann ich leide, bleibst du Freis zittern, und den Ein- meine Freude! sturz dráun! Was ist's mehr! Rings um mich her mag es Jesus will mich schützen. 3. Nicht des Grabes Höhle schrecket meine Seele; nicht das Weltgericht. Nichts kann meinen Glauben, kann mir Jesum rauben: er verläßt mich nicht. Und bewacht durch seine Macht, kann ich, bey der Feinde Zoben, Gott mit Freuden loben. 4. Nicht an Gold und Schäzzen kam ich mich ergößen: Jefu, meine Lust! Wollust lockt vergeben 18: du nur, Fürst des Lebens, lebst in meiner Brust. Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tois soll mich, muß ich gleich viel leiden, nicht von Jesu scheiden. J. Lindemann. In eigner Melodie. On dir ist Freude, 305. allem o du süßer Jesu Christ! durch dich wir haben himmlische Gaben, der du wahrer Heiz land bist. Du hilfft von Schanden, rettest von Bans den; wer dir vertrauet, hat wohl gebauet, wird ewig bleiben, Hallelujah! Zu deiner Gute steht unser Gemü the, sind dir ergeben im Tod und Leben, nichts kann uns scheiden, Hallelujah! 2. Wenn wir dich haben, tann uns nicht schaden Zeus fel, Welt, Sund' oder Tod. Du hast's in Hånden, kannst alles wenden, wie nur heißen mag die Noth. Drum wit dich ehren, dein Lob vermehren mit hellem Schalle, freuen uns alle zu dieser Stunde, Hallelujah! Wir jubiliren, und triumphiren, rühmen und loben dein' macht dort oben, mit Herz und Munde, Hallelujah! 5. Weicht, ihr Eitelkeiten, die zum Bösen leiten! Thoren tauschet ihr. Sûnden, eure Freudent will ich ewig meiden: fliehet fern von mir! Ueppigkeit, Stolz, Schmåhsucht, Neid, ihr beschweret das Gewissen, euch will ich nicht wissen. Mel. Ich will dich lieben c. 6. Weichet, Sorg' und 3a 306. Laß mich bich, e gen! bange gen! Jesus ist ja mein. Je den, der ihn liebet, muß, was su, herzlich lies ben vor allem, was hier auf der Welt, und mich nur fleißig dars und Nachfolge Jefu. 225 erweisen ohne Scheu. darin üben, daß ich mag| mich ihm viel Lieb' und Treu' thun, was dir gefällt. Laß deine Liebe nur allein mein ganzes Herz erfreun. 2. Laß mich, Herr, nicht der Welt anhangen; laß mich vielmehr begierig seyn, nur deine Liebe zu erlangen, die mich hat von der Höllenpein erlöset, daß ich einst kann dort dich schauen, o mein Hort! 7. Ach, laß mich dich vor allem lieben, das bitt' ich nochmals für und für; so wird mich nicht so sehr betrů. ben das, was mich jetzt oft frånket hier. Wem Gottes Lieb' ist recht bewußt, acht't nicht der Welt ihr' Lust. 2. Fritsch, verbessert von C.F. Loßius. In eigner Melodie. 3. Laß mich vor allen Dingen trachten zuerst nach wah- 307. Luel! du Freund Niebster rer Frömmigkeit, und nicht mit ganzer Seele schmachten nach eitlen Gütern dieser Zeit. Ein weises Herz, ein froher Muth sey, Herr, mein größtes Gut. der Deinen! Wie dürstet meis ne Seele, Gott, nach dir! wenn wirst du mich einst ganz mit dir vereinen! O welche Seligkeit schmeck ich schon hier! Nichts fann auf Erden mir lieber werden, als wenn ich leb' in dir, und du in mir! 4. Laß meine Werke mich verrichten, wie es dein Wille mir gebeut, im Glauben fest, nach meinen Pflichten. Mein Ziel dabey sey jederzeit: nicht Lob, nicht Tadel dieser Welt, nur das, was dir gefällt. 5. Ach, gib mir deinen Geist der Freuden, und auch ein heldenmithig Blut, daß ich kann fröhlich seyn im Leiden. Verleih, daß mich kein Uebermuth bethore, wenn mir Gluck beschert, das oft das Herz beschwert. 2. Dein Name, Jesu, ist für meine Seele erquickend, wie der Saat ein Morgenthau. Du bist es, den ich mir zum Freunde wähle, zu dem ich freudig aufgen Himmel schau'. Auch wann ich weine, bist du der Meine, auf den ich hoffnungsvoll im Leiden trau'. 3. Wenn ich den dunkeln Pfad der Trübsal gehe, wie dies bey Christen oft pflegt zu geschehn, ach, wenn ich scyn vermessen, wie du so hoch, dann auf dich, mein Heilano, verboten hast, des Nächsten Liebe zu vergessen; laß mir die Lieb' seyn keine Last; ach laß 6. Laß mich, o Gott, nicht sehe, so kann das Herze doch auf Rosen gehn. Kem Schmerz, kein Leiden, nichts fann sp 1 226 23. Von der Verehrung kann mich scheiden von dir,| leben? Er ist meines Lebens denn du, Herr, hilft mir's Licht: meinen Jesum laß ich überstehn. nicht. sier while she 2. Er, der Welt und mir gesandt, uns zu lehren, uns zu retten, gab sein Leben uns zum Pfand, daß wir Gottes Gnade hätten. O, wie bin ich ihm verpflicht't! Meinen Jeum laß ich nicht. 3. Durdy ein Herz voll Dankbarkeit, durch Gehors sam, den ich übe, gegen das, was er gebeut, halt' ich fest an seiner Liebe; traue dem, was er verspricht, und so laß ich Jejum nicht. 4. Selbst in den schwermuthsvollen Augenblicken, wo aller Trost versiegt, die Kraft gebricht, wo innre Leiden mich zur Erde drücken: in solcher Finsterniß bist du mein Licht. Du hasts empfunden und überwunden, und deine Gnade läßt mich Schwachen nicht. 5. Ob mich auch will die Welt verfolgen, hassen, und bin dazu veracht't bey jeder mann, von meinen Freunden auch fast gar verlassen, nimmt Jesus meiner sich doch herzlich an, und starkt mich Muden, spricht: sey zufrieden, ich bin dein bester Freund, so helfen kann. 6. Drum fahret immer hin, ihr Eitelkeiten; du Jesu, du bist mein, und ich bin dein! ich will mich von der Welt zu dir bereiten, du sollst in meinem Mund und Herzen seyn; mein ganzes Leben sey dir ergeben, bis man mich einstens legt ins Grab hinein. C. Raymann, verbeff. von J. A. Schlettel und J. J. Spalding. In eigner Melodie. einen Jesum laß ich nicht; er hat sich für mich gegeben. Fordert es nicht Dank und Pflicht, ihn zu lieben, ihm zu 308.M 4. So ist er mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende; ihm geb' ich zum Ei genthum ganz mich hin in seis ne Hände. Er ist meine Zus versicht; meinen Jeſum laß ich nicht. 5. Wenn mein Auge schon verlischt, Wang' und Lippen. sich entfärben, mich kein Labfal mehr erfrischt, alle Sinnen mir ersterben, und das matte Herz nun bricht: laß ich meinen Jesum nicht. 6. Auch im Himmel ist er mir Seligkeit, und Trost und Freude. Dort belohnt er, was ich hier willig, ihm zu Ehren, leide. Dort seh' ich sein Angesicht; meinen Jesum laß ich nicht. 7. Dich, mein Jefu, halt' ich fest, lasse nichts von dir mich scheis und Nachfolge Jesu. 227 scheiden. Lehe dem, der dich| noch zur Seite; du kämpftest verläßt! er beraubt sich ew' selbst, du brachst die Bahn, ger Freuden. Selig, wer in stårtst nun auch mich im Wahrheit spricht: meinen Je- Streite. Wie könnt' ich denn sum laß ich nicht. noch zaghaft seyn, und mich, dir nachzufolgen, scheun? 3. Angelus, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Mach's mit mir, Gott e. ir nach, spricht Christus, un6. Wer hier sein Glück zu finden meint, wird's ohne dich verlieren; wer's bey dir zu verlieren scheint, den wirst du dazu führen. Wer dich als seinen Herrn verchrt, und dir nicht folgt, ist dein nicht werth. ser Held, folgt meinem Bor bild, Christen! Berleugnet euch, besiegt die Welt mit ihren schnöden Lüsten; gebt ihren Reizungen nicht nach; er duldet lieber Ungemach. 2. Ja, Herr, dein Vorbild leuchtet mir zu einem heil'gen Leben. Wem soll ich auch wohl sonst, als dir, zu folgen mich bestreben? Du zeigst den Weg zum wahren Wohl, und wie ich richtig wandeln soll. 7. So will ich denn, dir, meinem Herrn, froh und ges treu nachwandeln, und in dem Kampf der Tugend gern so stándhaft, wie du, handeln: denn wer nicht kämpft, trågt auch den Lohn des Ueberwins ders nicht davon. J. Herrmann, verbessert von J.S.Diterich. 3. Dein Herz voll Gottergebenheit war auch voll 310. Gottes Sohn, Met. Wie schön leuchtet der ic. Jesu, Menschenliebe, voll Demuth, Sanftmuth, Freundlichkeit, der du, noch eh' ich war, mich und voller Mitleids- Triebe; schon geliebt aus reinem Tries selbst deinen Feinden wandtest du großmüthig Hulf und Wohlthat zu. be: vor dir ist alles sonneits tiar; mein Herz ist dir auch offenbar, du weißt, daß ich dich liebe. Herzlich such' ich dir vor allen zu gefallen, nichts auf Erden kann und soll mit theurer werden. 2. Dies eine nur bekümmert mich, daß ich mit solcher Inbrunst dich nicht liebe, wie ich wollte. Ich selbst empfind' e3 nur zu sehr, daßß ich dich mit P2 der 4. Dein Beispiel lehrt, was schädlich ist, mit weiser Vorsicht fliehen: es lehret mich, mein Herz der List und Heucheley entziehen. O wohl mir, wenn ich deinem Sinn stets und in Wahrheit ähnlich bin. 5. Du gingst als Führer einst voran, stehst mir auch 228 23. Von der Verehrung der That noch mehr, mein be, und mich in dem, was dir Heiland, lieben sollte. Laß gefällt, je mehr und mehr in mid) glaubig deine Güte ins dieser Welt nach deinem Worte Gemüthe stärker fassen, dir übe. Bis sich für mich jenes mich ganz zu überlassen. Leben wird anheben, wo die Frommen aller Trübsal find entnommen. 3. Stehst du mit deiner Kraft mir bey, so werd' ich stets mit fester Treu und ein zig dir anhangen. Nichts, was sonst Menschen wohl gefällt, nicht Lust der Sinne, Chr' und Geld befriedigt mein Verlangen. Von dir strömt mir bester Segen, Herr, entgegen, Ruh' und Leben wird mir nur bey dir gegeben. 7. Da werd' ich deine Gütigkeit, die mich schon hier so sehr erfreut, im vollen Um fang schmecken; da seh' ich in dem hellsten Licht dein gnadenvolles Angesicht, auf immer fren von Schrecken. Wohl mir! Preis dir, der mir droben aufgehoben ew'ge Freu den! Nichts, Herr, soll mich von dir scheiden. 4. Den, der dich liebt, den liebst auch du, dem schaffst du für die Seele Ruh' und Trost für sein Gewissen. Ob ihn Met. Jesu Leiden, Pein und: c. oder: Einen guten Kampf hab' ic. auch 311.Bon on des Hims drückt, so wird er doch durch dich erquickt in feinen Kummernissen. Endlich wird sich nach dem Leide volle Freude für ihn finden; da wird all' ſein Trauren schwinden. mels ew'gem Thron kam zu uns auf Er den, Jesus Christus, Gottes Sobn, unser Heil zu werden. Er. er ward ein Mensch, wie wir; daß wir felig würden, übernahm er willig hier schwes rer Leiden Burden. 2. Nun berrscht er voll Majestát, nach vollbrachtem Leis den, als der Held, von Gott erhöht, und regiert mit Freus den weisveitsvoll das große Reich, das ihm Gott gegeben; Fromme sollen, Engeln gleich, ewig mit ihm leben. 3. Ebrfurcht und Gehorsam soll ihm der Mensch bezeigen, aller Knie sich demuthsvoll betend 5. Noch hat kein Aug' es je geschn, es fann's auch hier kein Mensch verstehn und würdig gnug beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bey dir und von dir ist bereit, die dir ergeben bleiben. Was hier von dir wird gegeben, unser Leben zu ergößen, ist dagegen nichts zu schäßen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Freude seyn, daß ich dich herzlich lies und Nachfolge Jeſu. 229 betend vor ihm beugen; freu- Laß, weil ich auf Erden bin, dig jede Nation es mit Dank bekennen: er sey Gottes hochster Sohn, unser Herr, zu und mit Noth umgeben, deinen liebevollen Sinn meinen Geist beleben. 9. Lehre in der Todesnacht, wenn die Augen brechen, mich dein Wort: es ist vollbracht! auch mit Freuden sprechen. Hilf, daß ich mein Vaterland dann im Geist erblicke; daß mich, in des Vaters Hand, ew'ges Heil erquicke. nennen. 4. Wer den Sohn ehrt, ehrt zugleich Gott, durch den wir leben. Ist des Baters Macht und Reich ihm nicht überge ben? Wer zu Jeju Herr, Herr! spricht, und doch Böses übet, kennt ihn und den Bater nicht, der nur Fron; me liebet. 3. J. Rambach, verbessert von D. Bruhn. 5. Ewig liebe dich mein Herz, göttlicher Erbarmer! Denn durch deinen Todesschmerz Met. Schmücke dich, o liebe: c. leb und ficg ich, Urmer. Du, 312.orbild wahrer Menschenliebe! du kennst, o Menschenfreund, unsre Leidensstunden, und wie ein Verlaßner weint, hast du selbst empfunden. die Größe deiner Lieb' und Huld ermäße? 6. Du, den in der Niedrig- Leben in den Tod dahin zu keit Noth und Angst umgaben, geben. Wo ist jemand, der kannst nun in der Herrlichkeit Mitleid mit uns haben. Jene Seelen- Angst, die du für uns haftertragen, ist die Quelle uns rer Ruh, lindert unsre Plagen. 7. Wenn Gebet und Angstgeschrey auf zum Himmel bringen, stehst du mitleidsvoll uns bey, hilsst den Sieg er ringen; schenkest unsern Seelen Licht, unsern Herzen Leben, daß wir, schreckt uns das( Sericht, nicht als Sünder beben. 8. Beich, Erbarmer, nicht von mir einst an meinem Ende: daß auch ich den Weg zu dir freudig dann vollende! 2. Ohne Vortheil zu begehren, sich in andrer Dienst verzehren; jedem gerne Guts erzeigen, zu Beleidigungen schweigen, auch an Feinden Wohlthun üben: das heißt Menschen göttlich lieben. Und wie voll von solcher Gute war, Erlöser, deine Gemüthe! 3. Jesu, deines Mitleids Triebe zogen dich herab auf Erden, der Verlornen Heil zu werden, und für sie sogar dein du Zuflucht der Elen den! wer hat nicht von deinen Händen auf sein redliches Verlangen Hülfe, Ruh' und Trost empfangen? wie pflegtest du zu eilen, das Ere betne 23. Von der Verehrung 230 betne zu ertheilen. Freude war dir's, Seligkeiten schon auf Erden auszubreiten. 4. Menschen- Seelen zu beglücken, Reuerfüllte zu erquicken, Unverständ'ge zu belehren, Abgewichne zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, liebreich zu dir hin zu locken, war dein tägliches Geschäfte, dem du weihtest deine Sträfte. 8. Laß mich, Herr, zu meis nem Segen deinen Wandel oft erwagen! Laß mich, in der Angst der Sünden, Trost und Hülfe bey dir finden; heilige auch meine Triebe zu rechtschaffner Menschenliebe! Laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! J. J. Rambach, verbessert von C. F. Weise. 5. Und wie hoch stieg dein Erbarmen, da du, Mittler, 313.piel gabst du Met. Macy's me mir, Gott ze. Beivon uns Urmen Gottes Strafen abzuwenden, unter frecher Mörder Händen, Angst und unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen; als ein Missethåter starbest, und uns ew'ges Heil erwarbest. mir, mein Heiland, durch dein Leben! Sollt' ich nicht gern und mit Begier, dir nachzuahmen, streben? Nicht gehn den Weg, den du betratst, nicht freudig thun, was du selbst thatst? 2. Dein Herz, von Sünden nie entweiht, war rein, wie deine Lehre; dein ganzer Wandel Heiligkeit; dein Stre ben Gottes Ehre; auch wenn du littest ohne Schuld, er trugst du's willig mit Ge duld. 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Haß mit Haß nicht zu vergelten, deine Schmaher nicht zu schelten, allen freundlich zu begegnen, die dich lästerten zu segnen, deine Mörder zu vertreten, und für sie bey Gott zu beten. 7. Demuth war, bey Spott und Hohne deiner Tugend Schmuck und Krone; nie haft du nach Ruhm getrachtet, noch auf Menschenlob geachtet. Deines Baters heil'gen Willen mit Gehorsam zu erfüllen, uns zum Himmel zu erheben, war der Zweck von deinem Leben. 3. DerKummervollen Trost zu seyn, zu wehren jedem Leis de, stets wohl zu thun und zu erfreun, war dir die größte Freude, und eines jeden Menschen Schmerz durchdrang dein liebevolles Herz. 4. Du trugst mit Sanfte muth und mit Huld die Schwachheit deiner Freunde; mit ich und Nachfolge Jesu. 231 mit Sündern hattest du Ge- Schulden, du als Mittler duld, und batst für deine wollen dulden: hast durch Feinde; du warst gehorsam deinen Tod uns versöhnt mit bis zum Tod, und ehrtest Gott. selbst im Tode Gott. 5. Ein solches Beispiel haft du mir zum Vorbild hinterlassen, wie du zu leben, åhnlich dir in meinem Thun und Lassen. Nimm, sprichst du, meine Last auf dich; komm, folge mir, und thu', wie ich! 6. Ich komme, Herr! gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne; dein wahrer Schuler sey und nicht mich nur zum Schein so nenne, damit ich deinem Vorbild treu, auch andern selbst ein Beiſpiel sey. 3. A. Freylingshausen, verbess sert von D. Bruhn. Die l. Seelenbräutigam, Jesu, ze. er ist wohl wie 314.Wer du, Stifter wahrer Ruh? Jesu, Freund der Menschenkinder, Retter der verlornen Sünder! Licht und Seelenruly fließt von dir uns zu. 2. Herr der Herrlichkeit! zur bestimmten Zeit kamst du, uns zum Heil, auf Erden, warst, zur Duldung der Beschwerden unsrer Niedrigkeit, großmuthsvoll bereit. 3. Tiefe Schmach und Noth, selbst den Kreuzestod haft, zur Tilgung unsrer 4. Keine Furcht der Welt schreckte dich, o Held! Tvdesnacht hast du bezwungen und ein ew'ges Heil errungen für die sünd'ge Welt, durch dein Lösegeld. 5. Deine Majestät, König und Prophet! will ich demuthsvoll verehren und auf deine Stimme hören; denn dein Reich besteht, wenn die Welt vergeht. 6. Laß mich dir zum Ruhm, als dein Eigenthum, recht und nach Gewissen handeln, und mit Freuden dir nachwandeln. Wahres Christenthum sey mein bester Ruhm. 7. 3euch zu dir mein Herz; laß in Freud' und Schmerz mich an deine Treue denken; und, wenn Noth und Furcht mich kranken, o fo gib im Schmerz Muth und Trost ins Herz! 8. Bilde mich nach dir, daß ich eifrig hier mich in wahrer Sanftmuth übe, und, wie du, die Demuth liebe, Stolz und Rachbegier herrsche nie in mir. 9. Neiget sich mein Sinn zu dem Eiteln hin: o dann warne meine Seele, daß sie nicht ihr Ziel verfehle; lenke meinen Sinn auf das Ew'ge hin. 10. Wecke 232 23. Von der Berehrung und Nachfolge Jesu. 10. Wecke mich stets auf, was kann mich quâlen? Mein daß in meinem Lauf nichts von dir zurück mich halte, und mein Eifer nicht erkalte; in dem Tugendlauf, hilf mir Schwachen auf! 11. In Versuchungszeit stårke mich zum Streit. Laß mich wachen und mit Beten voll Vertrauen vor Gott treten, bis nach Kampf und Streit mich der Sieg er freut. 12. Will der Trübsal Nacht und der Menschen Macht meine bange Seele schrecken, müsse mich dein Schild bedek Fen; hab' in solcher Nacht huldreich auf mich Acht. 13. Einen edlen Muth, daß ich irdisch Gut willig, ja mein eigen Leben, mag um's Guten willen geben: solchen weisen Muth gib mir, hochstes Gut! Licht, mein Heil, mein Trost bist du. Ben dir vergeß ich meine Leiden; denn, o wie viele hohe Freuden genieß ich, Heiland, nicht bey dir! Hier ist mein Himmel schon auf Erden; ich kann und darf nicht muthlos werden: denn überall bist du bey mir! 14. Soll's zum Sterben gehn, laß mich auf dich sehn! bleib' mir hulfreich dann zur Seiten, mich durchs Todes thal zu leiten, bis ich einst dich seh', dir zur Rechten steh'. 2. Hab' ich, Erlöser, dich zum Freunde: was fehlt mir dann? du sorgt für mich. Hátt' ich auch eine Welt voll Feinde: so fürcht' ich nichts; ich trau' auf dich. Darf ich doch, in den trübsten Tagen, vor meinen Sünden nicht verzagen; du haft für sie genug gethan. Trát' alles wider mich zusammen: ich bebe nicht; wer will verdame men? Dein Vater nimmt sich meiner an. 3. Hier wall' ich zwar auf rauhen Wegen: doch du bist meine Zuversicht. Auch Lei den werden mir zum Segen; auf dunkle Nächte glänzt dein Licht. Nur Sünder zittern vor dem Grabe; ich, da ich dich zum Freunde ha be, kann auch des Grabes In eigner Melodie.felbst mich freun; denn ich m. C. Deßler. 315.iewohlist mir gehöre zu den Deinen. Bald Freund der Seclen, wenn ich in deiner Liebe ruh! ich traure nicht; wird mehr mein Auge weinen; bald werd' ich ewig selig seyn. 24) Mors andeling1012+ 12 24) Morgenlieder. 4. f. eander, verbessert von les Herzeleid. Du willst zwar J. S. Diterich. gern erfreun, eilft allen beyMet. Aus meines Herzens ic. zustehen; doch soll der Liebe 316.mächtiger, ich Flehen dir auch gefällig seyn. bebe mein Aug' empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür! Herr, deine Hulo ist groß, und niemals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem Herzen floß. 2. Daß nicht im tiefen Schlummer das Lebenslicht verlischt und daß mich, frey von Kummer, ein sanfter Schlaf 6. Gott, dem ich angehöre, dein Friede ruh' auf mir! Mein Seufzen, meine Bähre, Erbarmer, ist vor dir. Değ soll mein Herz sich freun. Wer dir nicht traut, der bebe! Ich sterbe oder lebe: so bin ich ewig dein. In eigner Melodie. erfriſcht; dies dank' ich deiner 317.Mus meines Herund deiner durch sie bin ich aufs neue mit heiterm Muth erwacht. 3. Beschützer unsrer Seelen! ich traue stets auf dich. Was soll ich für mich wäh len? O wähle du für mich! Gib, was mir nüßlich ist; Gott, dem ich alles danke, mich stärke der Gedanke: daß du stets um mich bist. 4. Er stärke mich, mit Freuden zu thun, was dir gefällt; cr tröste mich im Leiben; und will die Lust der Welt mich jemals nach sich ziehn: helf er mein Herz bewahren, belf er mir die Gefahren der Sünde sehn und fliehn. 5. Beglücke du die Meinen nach deiner Gütigkeit. Berlaß der Urmen keinen; wend' al233 J. Matthesius, verbessert von 2. Münter. zens sag' ich dir Lob und Dank; in dieser Morgensende erhebt dich mein Gesang! O Gott, von deinem Thron vernimm mein kindlich Lallen, und laß es dir gefallen, durch Chris stum, deinen Sohn. 2. Du hast aus lauter Gnaden mich auch in dieser Nacht vor Krankheit und vor Schaden, vor Tod und Grab bewacht. Wie oft verging ich mich an dir in meinem Leben! du wollest mir's vergeben, ach, darum bitt' ich dich! 3. Du wollest vor Gefah ren mich gnädig diesen Tag, vor Trug und List bewahren, vor Sünden und vor Schmach; vor einer jeden Noth des Leibes und der Sees le, $ 234 24. Morgenlieder. le, weil ich sie dir befehle, vor in der mich, frey von Sorbösem schnellen Tod! 4. Ich will mein ganzes Leben, will Ehre, Haus und Gut in deine Hände geben, in deine Baterhut! dir alle, die du liebst, die Obern, die Verwandten, mit Freunden und Bekannten; dir alles, was du gibst. gen, dein Vater- Aug' bewacht, du, welcher uns erquicket, und unsre Kraft erneut, für uns die Erde schmücket, uns jeden Tag erfreut! 5. Dein guter Engel bleibe bey mir und schütze mich: denn dein bin ich, und glaube an deinen Sohn und dich! Damit Versuchung nie mir schade, noch die Sunce mich Sünde tausch und überwinde: so hilf und zähme sie! 2. Dir will ich mich ergeben, durch den ich leb' und bin. Wie flüchtig eilt dies Leben zu seinem Biele hin! Bald ist es ganz verschwunden: doch hängt an seiner Seit, an seinen schnellen Stunden das Heil der Ewigteit. 3. Dies reize meine Seele zum Fleiß im Guten an, daß ich nichts denk' noch wahle, was dir mißfallen kann: dann kann ich nicht verderben; ich fürchte nicht den Tod. Ich werde selig sterben; denn ich bin dein, o Gott! 6. Gott will ich lassen rathen! Er segne Stadt und Land! Er segne meine Thaten, Beruf, Geschäft und Stand! Er trägt die ganze Welt; mein Leib, mein Geist, mein Leben sey Gott, dem Herrn, ergeben; er mach's, wie's ihm gefällt! 7. Auf dies Wort sprech' ich Amen, und zweifle nicht daran, bu nimmst, in Sesu Nas men, mein kindlich Flehen an. Hierauf frisch an das Werk, wozu du mich beschieden, ich treib' es, stets zufrieden, als mein und Gottes Werk. 4. Dann tröstet mich der Glaube: ich werde nicht vers gehn, und einst, erweckt vom Staube, zum Himmel auf erstehn. Dies will ich nie vergessen, und dieser Hoffnung voll, will tåglich ich ermessen, was ich dann werden soll! 5. Durch sie gestärkt, ermüde ich auch im Guten nicht; es stárkt mich Gottes Friede mit Kraft und Zuversicht. Ich sieg' in jedem Streite; des Sieges nah'! Wer 318. A Morgen weiß, vielleicht ist heute des uch diesen frogabst du, Gott, nach der Nacht, Kampfes Ziel schon da! UmG. B. funk. Met. Ich freu' mich in dem sc. oder: Dank sey Gott in 2c. 24. Morgenlieder. 235 Umgearbeitet von C. F. Loßius.] 6. Mit Leibes- Nothdurft In eigner Melodie. rich an, du schó319.Brich nes Tages Licht! brich an in deinem Purpurkleide! Erheb' auch dich, mein Geist, und richt' den Blick zum Urquell aller Freude! Mein Jesu ziehe meinen Sinn zu beinem hellern Lichte hin. 2. Du, dessen liebevolle Hand schon manche Noth, Gefahr und Plagen, so gnädig von mir abgewandt, o konnte ich gnug Dank dir sagen! auch für die überlebte Nacht fey dir mein frühes Lob gebracht. 3. Laß nun bey jezt erlebtem Tag mich göttlich neu im Geiste leben; daß ich, durch deinen Geist stets mag nach Wahrheit und nach Tugend streben, damit nicht lebe ich allhier, nur du in mir und ich in dir. 4. Erwecke mich, mein Herr und Gott, in wahrem Glauben mich zu üben, nach der nem heiligen Gebot, dich und den Nächsten treu zu lieben. Zu deines großen Namens Ehr dein heilig Lob durch mich vermehr. 5. Mein Vater! ich ergeb mich dir aufs neu zu deinem Wohlgefallen: erneure mich und schaff' in mir ein reines Herz, vor dir zu wallen, daß ich dein Kind und Erbe sey, wozu dein Geist mir Kraft verleih. wirst du mich nach deiner Batertreu' versehen, denn du sagst: ich verlaß dich nicht, ich bin bey dir, bir beyzustehen. Laß meinen Fleiß gesegnet seyn, auch meinen Nächsten zu erfreun. 7. Dein' herzliche Barm herzigkeit laß alle Menschen reichlich spüren, und deine Gút' und Freundlichkeit die Deinen näher zu dir führen, die in des Geistes Einigkeit hier ringen nach der Seligs teit. 8. Laß unser aller Bitt und Flehn ein einig's seyn vor deinem Throne; die Bu versicht, zu dir zu gehn, empfingen wir von deinem Sohne. Vergilt es denen, Gott, die hier viel Gutes thaten auch an mir. 9. Die Feinde sieh' erbarmend an; all' Anverwandte und Bekannte erhalt' auf wahrer Glaubensbahn; Stirch, Schul' und Obrigkeit im Lande befehl ich dir, mein treuer Gott. Hilf, Helfer, hilf aus aller Noth! 10. Gelobt sey Gott in seis nem Thron von Ewigkeit zu Ewigkeiten! Auch Jesu, Got tes liebstem Sohn, sey Ehr' und Ruhm zu allen Zeiten; dem heil'gen Geist zu gleicher Weif geb' alle Welt Lob, Ehr' und Preis. vi 24. Morgenlieder. 236 J. Müblmann, aber verbessert von C. M. f. Gebhard. In eigner Melodie. 320.Dant fey Sott in fort. 6. Was dir gereicht zu Eh ren, und was uns nüglich ist, das will der Feind verwehren mit großer Macht und List; doch wird's ihm nicht gelingen, weil du, Herr Jesu Christ, herrschest in allen Dingen, und unser Beystand bist. der Höhe, in dieser Morgen- Stund', durch den ich jezt aufstehe vom Schlaf, frisch und gesund: fanft ruhten meine Glieder in der verganguen Nacht, jezt weckt der Herr mich wieder, dem Wohlthun Freude macht: 2. Ich weiß, du wirst auch 7. Wir sind die zarten Reheute mir Gott und Bater ben, der Weinstock ſelbst bist seyn; ich will voll Dank und du, an dem wir sind und leFreude dir Leib und Seele ben, und bringen Frucht das weihn. Laß unsre Obrigkei- zu. Ach! laß uns an dir ten, Kirch', Schule und Ge- bleiben und wachsen immermein', jezt und zu allen Bei- mehr; laß deinen Geist uns ten dir, Herr, befohlen seyn. treiben zu Werken deiner Ehr'. 3. Erhalt', durch deine Güte, uns stets bey reiner Lehr'; vor Irrthum uns behüte, erhalt 321. dein Wort und Ehr', daß wir nach Wahrheit streben und bey dem Unterricht, den uns dein Wort gegeben, auch wandeln, als im Licht. 4. Dem Leibe gib darneben Gesundheit, edlen Fried', Nahrung und máßig Leben, darzu ein froh Gemüth, daß wir in allen Ständen aus üben Christenthum, und leiß auf Tugend wenden zu deinem Preis und Ruhm. seine Netze auswerf' und auf dein Wort, wie Petrus, Hoffnung sehe, so geht die Arbeit B. Förtsch. In eigner Wielodie. as walt, mein Gott! der Bas ter, Sohn und heil'ge Geist, der mich erschaffen hat, mir Leib und Seel' gegeben, und durch mein ganzes Leben viel Gutes an mir that. 2. Ach, treuer Gott! der du dein'n Sohn, vom Himmels thron, für mich gabst in den Tod, der auch für mich gestorben, den Himmel mir erworben mit seinem theuern Blut. 5.( Sib deinen milben Segen, daß wir gewissenhaft wandeln auf guten Wegen, gestärkt durch deine Kraft, daß jeder i ke dir mit Schalle für deine 3. Dafür ich dir aus Herzensgrund mit 3ung' und Mund lobfinge mit Begier, und danWohls 24. Morgenlieder. Wohlthat alle, früh und spat für und für. 4. Auch sonderlich weih' ich dir Dank im Lobgesang, daß du in dieser Nacht mich, Herr, aus lauter Güte, als ich da schlief in Friede, behütet und bewacht. 5. Und bitte dich, du wollst hinfort, ach, Gott, mein Hort! mich ferner gnädiglich auch diesen Tag bewahren vor Unglück; in Gefahren mir beyftehn våterlich. 4. Gott, der so viel an mir gethan, mit wahrer Bater6. Durch deine Gnad' bestreue: nimm heute dich auch wahr' mir, Herr! Leib, Seel meiner an, und sey mein und Ehr', vergib die Mis Gott aufs neue. sethat; daß ich des Lasters Bande nicht trage mir zur Schande, behüt' mich früh und spat. 7. 2 Tritt und Schritt in Gottes Nam'n was ich fang' an, theil mir dein' Hülfe mit, und komm mir heut' entgegen mit Glücke, Heil und Segen; mein Bitt' versag' mir nicht. 8. All' mein' Arbeit in Gottes Nam'n, was ich fang' an, gereich' zur Nutzbarkeit, mein Leib, mein'Seel', mein Leben, was du mitr, Herr, gegeben, lob dich in Ewigkeit! 237 můthe lobsing' ihm jezt, erfreuter Geist, und rühme seine Güte. 2. Er hat mich våterlich bewacht; er hat beschüßt mein Leben, da ich in Dunkelheit der Nacht war mit Gefahr umgeben. 3. Ja, mein Gebet hat Gott erhört, mir sanften Schlaf gegeben, mir Sicherheit und Schuß gewährt; ich fühle neues Leben. J. W. W. Breithaupt. Mel. Ich dank' dir schon ze. der Kraft mein schwaches 5. Verleihe, daß der Geist Herz regiere; daß ich, o Herr, gewissenhaft hier meinen Wandel 6. Daß ich mit dem zufries den sey, was du, Herr, mir beschieden, und meiner Pflicht in allem treu, mit jedem leb' in Frieden. 7. Du bist mein Gott; ach lehre mich, dich fürchten, lieben, ehren; und dann wirst du auch väterlich mich klei den, trånken, nähren. 8. Dann soll, o Herr, mein frommer Dank am Abend laut erschallen; du läsfest ja den Lobgesang der Deinen 322. Nacht ist hin! Gott sey ge- dir preist mit dankendem Ges 238 24. Morgenlieder. 323.0 ein ruhig's Herz, das sich auf deine Vorsicht stützet, und dir vertraut auch in dem größten Schmerz. Du weißt, was mit zum wahren Wohl gebricht, und du versäumst gewiß mein Bestes nicht. J. S. Diterich, Mel. Dir, dir, Jehova, will c. ich, dich mein Gott, will ich erheben! du warst mein Schuz in der verfloßnen Nacht; erquicktest mich, erhieltst mein Leben; dir dank'ich cs, daß ich vergnügt erwacht. Wer bin ich, daß du meiner so gedenkst, und wieder einen Tag zum Heil mir schenkst? 2. Mein Vater, deine Huld und Güte ist über mir auch 6. In diesem kindlichen Vers trauen will ich getrost an mein Geschäfte gehn, auf deis nen Beistand sicher bauen, und deiner Fügung still entgegen sehn. Ich weiß, du führst mich auf der rechten diesen Morgen neu. Mit in- Bahn, und nimmst mich einst nig dankbarem Gemüthe fühl gewiß zu Ehren an. ich die Größe deiner Vatertreu. Auch diesen Tag will ich mich deiner freun; auch er soll dir, mein Gott, geheiligt ſeyn. 3. Vor deinen Augen will ich wandeln, und treu das thun, was dir, mein Gott, gefällt, gewissenhaft in allem handeln, und standhaft fliehn das Bose dieser Welt. O stärke selbst mit deiner Hülfe mich! denn was vermag ich, Schwacher, ohne dich? 4. Laß diesen Tag mich so vollbringen, daß ich ihn ohne Reu' beschließen kann. Sollt' guter Borsaß mir mißlingen, so nimm die Frucht als eine Erndte an. Auch dieser Theil von meiner Uebungszeit fen mir Gewinn noch für die Ewigkeit. 5. Gib mir auch heute was mir nuget; vor allem aber gib C. F. Neander. Mel. Wie schön leuchtet der ze. ich seh' ich wies der, Morgenlicht, und freue mich der edlen Pflicht, dem Höchsten Lob zu singen. Ich will von froher Dankbegier, o mildester Erbarmer, dir Preis und Anbes tung bringen. Schöpfer! Va= ter! deine Treue rührt aufs neuc mein Gemüthe. Froh empfind' ich deine Güte. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was war' ich, háttest du nicht dich so hilfreich mir bewiesen? Su meinem Leben setztest du jest einen neuen Tag hinzu: sey hoch dafür gepriesen! durch dich bin ich, und ich merke neue Stärke; dich erhebe meine Bunge, weil ich lebe! 3. Vers 24. Morgenlieber. 239 Theil des Lebens, über jeden richtest du. Lehr mich was chen, daß mir nie ungenutzt ein Tag entflieh'. 3. Verleih)', o Gott der Lieb' ich bin, mir zu; jeder ist ein und Macht, daß Sund' und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe; daß ich die kurze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nutzen mich bemühe. Prüfe, siehe, wie ich's meine; dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht verborgen. 4. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall' ich hier; einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff ich, Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob. zu singen. 6. Aber ich erwach auch wieder, und mein Lobgesang mit mir: dann erschallen Mel. Gott des Himmels und ic.| meine Lieder mächtiger und 23. Ntünter. 325.Dir fey Preis, ich reiner dir. Ewig wird der lebe wieder, Morgen seyn! Ewig freu' Bater, und empfinde mich! ich, Gott, mich dein! mit mir wachen meine Lie- J. m. Dillbery, verbessert von der, und erheben dankbar C. f. Loßius. dich. Denn dein Hug' hat in Mel. Warum betrübst du dich ze. der Nacht über mich, dein 326.Emin Seift und Sinn! Es ist die stille Nacht Tage, Bater, meine Zuver dahin, der Tag bricht nunmehr sicht, daß mich keiner einstan; bring deinem Gott zur verklage, wann du kommst Morgenstund' den zum Weltgericht; daß ich meiner Pflicht hier treu, und dort unerschrocken sey. Kind, gewacht. 2. Wach' auch über meine 1 4. Heute leb' ich: laß mein Leben heut' auch nicht vergeblich seyn. Laß bey thatigem Bestreben mich auch dies jes Tages freun, recht zu handeln, gib mir heut' Starke, Lust, Gelegenheit. 5. Wenn ich einst vollendet habe diese meine Pilgerzeit, ruh' ich auch im kühlen Grabe, Saame für die Ewigkeit. Auch in dieser langen Nacht wird mein Staub von dir bewacht. 3. Keinen Tag zählst du vergebens, Gott, durch den frühen Dank mit Herz und Mund. 2. Wie viel Gefahr, wie manche Noth, die uns unwis send oft bedroht, wo wir ganz sorglos find, hat Gott in Gnaden 240 24. Morgenlieder. den abgewandt; wer hat dies| christlich leb', ein gut und lob je so recht erkannt! lich Beispiel geb. 9. Schutz' jedermann in seinem Stand'; gib Fried' und Ruh in Stadt und Land, daß Segen bey uns wohn', Gerechtigkeit im Schwange geh', und allzeit Gut' und Treu' besteh'. 3. Ach, Herr, ich bin viel zu gering, daß du an mir so gros ße Ding' ohn' mein Verdienst gewirkt! wenn ich ohn' deinen Beistand war'; so wär' ich långst, ach! långst nicht mehr. 4. Nun du, getreuer Le benshort, fahr' auch mit Gnade ferner fort mir Schwachem beyzustehn, und nimm mich diesen Tag in Hut, sammt meinen Freunden, Haab' und Gut. 5. Regier' mein Herz, auf daß mit Fleiß ich dir zu deinem Lob und Preis mein ganzes Leben führ', und, nach Erfordrung meiner Pflicht, mein aufgetragnes Amt verricht'. 10. Und endet sich dann einst mein Lauf, ach dann, mein Vater, nimm mich auf zu deinem höhern Reich, und führ', durch einen sel'gen Tod, mich sanft aus aller Sorg' und Noth. nenn'. 8. Hilf, daß ich in Friedfertigkeit mit meinem Nächsten jederzeit ohn' Eigennuß umgeh', auch ihm, in dem ich 11. Dann aber, wann der Schall erklingt, der alles Fleisch zusammen bringt: so richt mein Haupt empor, daß ich dich, Herr, erscheinen seh', und drauf zu deiner Rechten steh'. 6. Wend' von mir Armuth, Schmach und Spott, und gib zu meinem Bissen Brod dein göttliches Gedeih'n, damit der Dürftige dabey auch seines Antheils sich erfreu'. 7. Vor allen Dingen leg' in mich den Seelen- Reichthum, daß ich dich, sammt deines Geiftes Kraft, für meinen 327.Gott des im. mels und der höchsten Schatz erkenn', und mich dadurch ganz glücklich. 12. Damit ich dich in Ewigkeit, mit unaussprechlich großer Freud', erheb' vor deinem Thron, und mit der Außerwählten Schaar fing: heilig, heilig immerdar! 5. Albert, verbessert von J. S. Diterich. In eigner Melodie. Erden, Vater, Sohn und heil'ger Geist! der es Tag und Nacht låßt werden, Mond und Sonne scheinen heißt; dessen starke Hand die Welt und, was drinnen ist, erhält. 2. Gott, 24. Morgenlieder. 241 2. Gott, ich danke dir von jo so bringe dit mich zu deines Herzen, daß du mich in dieser Himmels Ruh. Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen hast behütet und bewacht, und, bey aller meiner Schuld, mich noch trågst mit Baterhuld. 3. Laß jezt alle Lust zu Súnden, gleich der Nacht, in mir vergehn, und mich Muth und Stärke finden, auf der Tugend Pfad zu stehn. Dir gefallen, dir mich weihn, müsse mein Bestreben seyn. 4. Hilf, daß ich an diesem Morgen geistlich auferstehen mag, und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint, und dein Gericht, ich dafür erschrecke nicht. 5. Ach! ich fehle leicht; drum leite mich, o Herr, nach deinem Wort. Sen du, Bater, mir auch heute Schutz und Rath an jedem Ort. Unter deinem Schutz allein kann ich froh und sicher seyn. 6. Meinen Leib und meine Seele, was ich hab' und was ich bin, großer Gott, ich dir empfehle, dir, mit kindlich frohem Sinn. Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm! fegne mich, dein Eigenthum. 7. Hülfe wollest zu mir senden, wenn Gewalt und List mir droht: alles mir zum Besten wenden, jezt im ben, einst im Eod. Sterb' ich, 328. J. F. Schmidt. Met. Sen gegrüßet, Jesu, se. err, die Wiederkehr der Sonne füllt mein Herz mit neuer Wonne; kindlich froh vor dir zu wandeln, und nach heil'ger Pflicht zu handeln, hast du mir von neuem Leben, Trieb und Munterkeit gegeben. 2. Denn dem Tode glich mein Schlummer, ohne Freuden, ohne Kummer lag ich, lag als ohne Sinnen, kraftlos, etwas zu beginnen, bis ich, eh' ich fühlt' und dachte; Gott, durch deine Huld erwachte. 3. So wirst du, wenn ich im Grabe meine Zeit geschlummert habe, wenn noch Staub und Nacht mich deks ken, mich vom Todcsschlafe wecken; eh' ich denk', und eh' ich fühle, bin ich schon an meinem Ziele. 4. Herr, du stärktest meine Kräfte: segn' auch mein Bes rufßgeschäfte! Immer gabst du noch dem Fleiße seine Kleidung, seine Speise. O du wirst an mich auch denken, und was ich bedarf, mir schenken. 5. Laß mich Stolz und Mißgunst fliehen, mich um Menschenwohl bemühen, Armen rathen, thàtig núßen, Unterdrückte gern befchüßen, und 242 24. Morgenlieder. und erblick ich fromme See- halten, und über mir, denn 1 len, sie zu meinen Freunden ich bin schwach, mit deiner. Gute walten. wählen. 6. Sen mein Licht auf dunkeln Wegen, sey mir in der Noth zugegen, wenn ich Lebensmüh' empfinde, oder wenn die schlaue Sünde, die oft edle Herzen täuschet, auch von mir ein Opfer heischet. 7. Hast du, Gott, mir leid beschieden: o so leid' ich nur hienieden, und des Erden! ebens Plagen hilfst du váter lich mir tragen; nach besiegtem kurzen Leiden, lohnst du mir mit ew'gen Freuden. 8. Dir, Allweiser, sey mein Leben, Glück und Unglück übergeben! Wohl und Weh find deine Gaben: was mir frommet, werd' ich haben; du bist's, dem ich hier vertraue, bis ich dort dein Antlig schaue. M. Prätorius, verbessert von C.F. Loßius. In eigner Melodie. Och dank dir schon 329. durch deinen Sohn, o Gott, für deine Güte, daß du mich in verfloßner Nacht so gnädig haft behütet. 2. Jezt bitt' ich dich, gedenke nicht, Gott, der begangnen Sunden! laß mich vor dei nem Angesicht auch heute Gnade finden! 4. Nach deinem Willen mich regier', daß ich nie sündlich walle, damit mein ganzes Leben dir und all' mein Thun gefalle. 5. Mein Leib und Seel' befehl' ich dir, zu deinen treuen Händen; in jedem Leiden wirst du mir, Herr, Trost und Hülfe senden. 3. Auch wollest du mich dies sen Tag in deinem Schuß er6. Ich hab' es all' mein Tag gevórt: auf Menschen Hülfe banen ist Trug, hat Wobl viele schon bethört. allen, die Gott trauen! 7. Dem Gott, den Erd' und Himmel preist, durch jubelvolle Chöre, dem Vater, Sohn und heil'gem Geist, sey ewig Preis und Ehre! C. f. Neander. Mel. Warum betrübst du zc, 330.m, der das Licht entstehen bieß, und mich gesund erwachen ließ, sey Preis und froher Dank! Des neuen Morgens Heiterkeit sey dir, mein Gott, zuerst geweiht! 2. Siet', Herr! ich unter winde mich mit dir zu reden; Staub bin ich, von deinem Hauch besecit. Gleich einem Lobten lag ich hier; daß ich noch lebe, dank' ich dir. 3. Und jedes Gut, deß ich mich freu', empfang' ich jetzo wieder 24. Morgenlieder. 243 den durch Jesum finden. wieder neu aus deiner milden| 2. Von dir hab' ich mein Hand. Mein Auge wird, wo- Leben, Gott, bekommen; hin es blickt, von Wundern durch dich bin ich zum Chris deiner Huld entzückt. sten angenommen; du läsfest 4. Dich, dem ich nichts ver- mich Vergebung meiner Súngelten kann, dich, Bater! bet' ich kindlich an; ich opfre dir mein Herz. Ein Herz, voll Dank und Zuversicht, verwirfst du, Allerhöchster, nicht. 5. O du, den meine Seele preist! erwecke mich durch deinen Geist zur Uebung meiner Pflicht. Er helfe meiner Schwachheit auf, bis ich voll ende meinen Lauf. 3. Du gibst mir deinen guten Geist darneben, daß er mich lehr und führ' in meinem Leben, damit ich lern' auf dich alleine schauen, und dir vertrauen. 6. Ein gut Gewissen sey mein Theil; dies wirk' in mir, o Herr, mein Heil, und segne meinen Fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt; und alles steht in deiner Hand. 7. Die Blume fleidest du mit Pracht, náhrst jeden Vogel, Gott der Macht! bin ich nicht mehr, denn sie? Ich werfe meine Sorg' auf dich: du, mein Erbarmer, forgst für mich. J. Rist, verbessert von E. G. Rüster und J. L. Paulmann. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. 331. ndieser Morgenstund' will ich dich loben, o Gott, mein Vater, in dem Himmel oben! Für jede Wohlthat, die du mir erwiesen, sey bu gepriefen! 4. Du hast mich allzeit våterlich ernähret, was ich bedurfte, liebreich mir gewäh ret, und wenn mir Noth und Unglück wollte schaden, halfft du aus Gnaden. 5. Auch jezt hast du, durch deiner Engel- Schaaren, mich lassen sicher diese Nacht bes wahren, daß mich kein Uebel traf, kein Leid erschreckte, kein Unfall weckte. 6. So groß, o Gott, ist dei ne Gnad und Güte! Ich preise sie mit wallendem Gemüthe. Wie Morgenthau, fließt jezt dein Segen wieder auf mich bernieder. 7. O laß mich, Gott, von deinem fernern Segen geleis tet gehn auf allen meinen Wegen; auch heute schütze mich, du Gott der Gnaden, vor allem Schaden. 8. Hitf, daß ich bleib', nach Art der frommen Christen, rein von der Welt und ihren bdsen Lüften. Erhalte mir 2.2 der 24. Morgenlieder. 244 den Eifer, deinen Willen, Herr, zu erfüllen. 9. Auch laß in deinen Schuß feyn eingeschlossen, Berwand 332. Last Gott aßt te, Freunde, nossen, und was ich sonst durch deine milde Gabe auf Erden habe. 10. Sey der Beschützer unsrer Obrigkeiten; laß Fried' und Glück sich unter uns verbreiten; behut' uns alle, macht'ger Gott! aus Gnaden vor Sund' und Schaden. 11. 3u meiner Arbeit, meiner Hände Werken, wollst du auch heute meine Kräfte står fen! o segne sie; laß mich in ihnen allen dir wohl gefallen. 12. Und wenn ich einst, mein Gott, aus diesem Leiden, es sey heut' oder morgen, werde scheiden: dann laß auf Christi Tod mich fröhlich sterben, den Himmel erben. 13. Dann bin ich ganz an Leib und Seel' genesen, bin hier auf Erden dein, o Gott, gewesen; dort werde ich das rechte Kleinod finden, hier überwinden. p. Gerhard, verbessert von B. Münter. Mel. Lober den Herren, denn x. uns preisen, dankbar uns beweisen; laßt uns mit Freuden seinem Namen singen, und Lob und Dank zu seinem Throne bringen! Lobt Gott, den Bater! 2. Er hat das Leben, das er uns gegeben, in dieser Nacht so väterlich bedecket, und aus dem Schlaf uns wieder auferwecket. Lobt Gott, den Bater! 3. Daß unsre Sinnen neue Kraft gewinnen; daß wir noch Händ' und Füß und Lippen regen, das haben wir zu danken seinem Segen! Lobt Gott, den Vater! 4. Daß Feuer- Flammen uns nicht allzusammen mit unsern Häusern unversehns verzehrten: das macht, daß wir zu deinem Schutz gehörten. Lobt Gott, den Bater! 5. Daß Dieb' und Räuber unser Gut und Leiber nicht angetastet, feindlich uns vers letzet, darwider hat dein Engel sich gescßzet. Løbt Gott, den Bater! 14. Dus gib mir, Bater, 6. treuer Hüter, Geber der du mit dem Sohne und aller Güter, ach laß doch ferheil'gem Geist regierst in einer über unser Leben, bey nem Throne. Hilf, daß mir Tag und Nacht dein' Huld werde jezt von dir gewähret, und Gute schweben. Erhör' was ich begehret. uns, Vater! 7. Ba 24. Morgenlieder. 245 7. Bater, leite, führe du Blut in seinem Fleiß, und auch heute uns deine Wege, laß uns sicher gehen, und überall in deiner Gnade stehen. Erhör' uns, Bater! 8. Hilf uns mit Freuden alles Böse meiden; lehr' uns verrichten heilige Geschäfte, und wo wir schwach sind, da gib du uns Kräfte! Erhör uns, Vater! 9. Rühr' unsre Herzen, daß wir ja nicht scherzen mit deinen Strafen, sondern fromm zu werden vor deiner Zukunft uns bemühn auf Erden. Er hor' uns, Vater! 10. Herr, du wirst kommen, und all' deine Frommen, die sich bekehrten, gnädig dahin bringen, wo wir mit allen Engeln ewig fingen: Gott sey gelobet! C. f. Gellert. Mel. Ich dank' dir schon durch ic. 333.Min ein erst Gefühl sen Preis und Dank! Erhebe Gott, o Seele! der Herr hört deinen Lobgefang; lobsing' ihm, meis ne Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief im Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht, und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stårkt mein schüßt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, uns wieder zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt! und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält, und mir's jezt neu ges geben. 6. Gelobet feyst du, Gott der Macht! gelobt sey deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele. Sen mir ein Retter in Gefahr; ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb' und Ruhe; ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue; 10. Daß ich, als dein gehorsam Kind, dir zu gefallen strebe, dir treu ergeben, gut gesinnt in deinem Reiche lebe; 11. Daß ich dem Nächsten beyzustehn, nie Fleiß und Atbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Zugend freue; 12. Daß 246 24. Morgenlieder. 12. Daß ich das Glück der| klug genug? Behüte mich Lebenszeit in deiner Furcht vor Missethaten, vor böser genieße, und meinen Lauf mit Menschen List und Trug. Freudigkeit, wenn du ge- Führ' du mich selbst auf ebbeutst, beschließe. ner Bahn, und was ich thu, sey wohl gethan. 6. Behute mir Leib, Seel und Leben, Verwandte, Freunde, Ehr' und Gut. Willst du mir Kreuz zu tragen geben, so stärke mich mit Trost und Muth; und willst du mich mit Glück erfreun, so laß mich dir auch dankbar seyn. R. Neumann, verbeff. von C.F. Weiße und W. 2. Teller. Met. Wer nur den lieben Gott zc. ein Gott, nun ist es wieder Morgen; die Nacht vollendet ihren Lauf; nun wachen alle meine Sorgen mit mir, o Bater, wieder auf. Die Ruh' ist aus, der Schlaf ist hin; und ich seh' wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf 335. Nerr mich leC. F. Neander. Mel. Christus der ist mein x. och der der Erde, wo jeder Tag sein Elend hat; hier, wo ich immer ålter werde, zum Tode reifer, der sich naht. O Gott, der mich beschüßt und nährt, wär' ich doch deiner Liebe werth! ben! Mit fröhlichem Gemüth' eil' ich, ihn zu erheben. Er hört mein frühes Lied. 3. Du gabst mir Kraft, jezt aufzustehen; laß mich dir leben, nicht der Welt! 3war weiß ich nicht, wie mir's wird gehen; doch thu', o Herr, was dir gefällt! Schließ' du in deinen Schuß mich ein; dein will ich todt und lebend seyn. 4. Bergib mir, Vater, meine Sünden, vergib, was ich nicht recht gethan. O laß mich vor dir Gnade finden, und slehe meinen Mittler an. In seinem Namen bitt' ich dich: 28 ist dein Eohn, er starb für mich. 5. Hilf du in allen Sachen rathen; denn wo wår' ich slets 2.3u ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 3. Du, Herrscher aller Wel ten, nimmst dich auch meiner an. Wie soll ich dir vergeb ten, was du an mir gethan? 4. Wirst du nach Opfern schauen? Sie gelten nichts vor dir. Du forderst nur Vertrauen, nur Liebe, Gott, von mir. 5. So will ich dir lobfingen, mich deines Namens freun, nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weihn. 6. Dir hab'ich mich ergeben; ich freue mich in dir. Er freuens 24. Morgenlieder. freuender, als Leben, ist deine Gute mir. 7. Beglücke mich auch heute auf meinem Zugend Pfad. Du Ewigweiser leite mich selbst nach deinem Rath. 8. Laß mich am ersten trachten nach dem, was dir gefällt; mehr deinen Beifall achten, als allen Ruhm der Welt. 4. Es sey denn auch mein Leib zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung und zum Haus. Ach, allerliebstes Leben! ach wohn', ach leb' in mir, beweg' und rege mich, so hat Geist, Seel' und Leib mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab' ich jezt die Kleider angeleget; laß meiner Seele seyn dein Bildniß eingepräget, im güldnen Glaubensschmuck, in der Ges rechtigkeit, so allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein mich J. Lange. Mel. O Gott, du frommer sc. Jesu, 336. Dicht! nun ist mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit, mit Geduld, durch deines Geistes Triebe; auch mit der Demuth mich vor allem fleide an, so bin ich wohl geschmückt, und köstlich angethan. 9. Laß mich dir fest vertrauen, im Guten standhaft seyn, und froh gen Himmel schauen, selbst unter Schmerz und Pein. 247 3. Drum siehe da, mein Gott, hier hast du meine Seele: ste. sen dein Eigenthum, mit ihr dich heut' vermähle in deiner Liebeskraft., Da hast du meinen Geist, darinnen wollst du dich v flåren allermeist. 10. Daß, frey vom Dienst der Sünde, bereit und glaubensvoll, der Tod alsdann mich sinde, wann ich einst sterben soll. nun die Nacht vergangen; hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umfangen: nun ist, was an mir ist, vom Schlafe aufgeweckt, und hat nun in Begier zu dir sich ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott! für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnad' einsenken mit Leib, mit Seel und Geist, heut' diesen ganzen Tag: das soll mein Opfer seyn, weil ich sonst nichts vermag. 7. Gib, daß an diesem Tag mir stets vor Augen schwebe, daß dein' Allgegenwart mich, wie die Luft, umgebe; auf daß mein ganzes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund. 8. Ach! segne, was ich thu', ja, rede und gedenke; durch dei 24. Morgenlieder. 5. O laß den Hang zur Sinnlichkeit auch heute mich besiegen; und jede Lust, die mich erfreut, sey ein erlaubt Vergnügen. Gib, daß ich sie voll Abschcu flieh', so sehr ihr Schein auch gleißet, wenn sie chon ist mich dir 337.bieje Nacht das 6. Gib, daß ich, fern von 3ank und Streit, in meiner Freunde Kreise die Tugend der Geselligkeit durch Nachsicht auch beweise; bey munterm Scherz laß stets mein Herz an seine Pflicht gedenken, durch Spottsucht nies mand franken. 248 deines Geistes Kraft es also führ' und lenke, daß alles nur gescheh' zu deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib' dein Eigenthum. C. Grot. Mel. Was Gott chut, daß ic. bin, ich seh' den Morgen wieder, ich fühle, Gott, daß ich noch bin; gestärkt sind meine Glieder. Du bist's, der schafft, baß meine Kraft sich durch den Schlaf erneuet, mein Herz sich wieder freuet. 2. Es freuet deines Schuzzes fich, freut sich der neuen Kräfte; mit munterm Geist bereit' ich mich zum heutigen Geschäfte; erflehe mir, mein Gott, von dir, auf des Berufes Wegen, Muth, Beistand, Glück und Segen. 3. Laß, Herr, mit weiser Thätigkeit mich jede Stunde nügen, und Eifer und Ent schlossenheit zum Zugendfleiß befihen. Gestärkt durch dich, laß immer mich der Lüste falsche Freuden, der Sünder Umgang meiden. 4. Laß mich, o Gott, mit Ernst und Treu' des heut'gen Tages Pflichten, so mühsam mir auch manche sey, doch immer gern verrichten; gib, Mel. Ach, schönster Jefu zc. oder: Ach, wie betrübt find 2c. daß ich nie mich dem entzieh', 338. Vo Dank an was meinen Brüdern núßet, und fie vor Uebeln schüßet. diesem neuen Morgen erhebe dich, mein Geist, zu Gott! er wird für mich 7. Am Abend laß mich ane dachtsvoll von dem geführten Leben, wie ich, als Christ, es täglich soll, Herr, Rechens schaft dir geben, nichts übersehn, mir es gestehn, wenn ich aus Leichtsinn fehlte, und nicht das Gute wählte. 8. Dann schließ' ich froh die Augen zu, und freu' mich nicht vergebens der stillen sanften Leibesruh', und des Gebrauchs des Lebens: in dunkler Nacht wird deine Macht, wird mich dein Schuß bedecken, Gewissens angst nicht schrecken. 24. Morgenlieder. 249 mich auch heute sorgen, und| ben steht in deinen Händen; mit mir seyn in jeder Noth; ich, dein Erlöster, zittre nicht; er schüßte mich in dieser und schließt sich heut' mein Nacht, durch ihn gestärkt bin Erdenlauf, so eilt mein Geist ich erwacht. zu dir hinauf. 2. Wem dank' ich's sonst, als deiner Gute, daß mich, o Gott, kein Unfall traf? Mit Me 1. Nun sich der Tag geend.se. frohem findlichen Gemüthe 339. Vergangen ist für auch diese Nacht; ein neuer Tag ers scheint, wir ruhten sanft: wer hat gewacht? Gott, unser Herr und Freund! 2. Erwacht, ihr Menschen, und erhebt Gott, euren Freund und Herrn! Kommt, dankt ihm, dankt, daß ihr noch lebt; wie schützt euch Gott so gern! 3. Bewohner meines Leis bes du, mein Geist, o bet' ihn an! Erquickt hat dich des Lei bes Ruh', und das hat Gott gethan. 4. Wie dank ich, Vater, dir dafür! ach könnt' ich dankbar seyn! Ich gebe Leib und See le dir, und ewig sind sie dein! 5. In deinem Schutze schlum. mert' ich, beschirmt durch deis ne Macht; kein Unfall traf und schreckte mich; ich ward von dir bewacht. 6. Wie manche mir verborge ne Noth entfernte deine Hand! auch einen bösen schnellen Tod hast du, Gott, abgewandt. 7. O Vater, Bater, habe Dank für deine Lieb' und Treu'; verleib', daß ich mein Lebenund Schlaf; auch heute wirst du mit mir seyn, und mir zur Tugend Kraft verleihn! 3. Wie viele tausend meiner Brüder sind jezt nicht mehr mit mir erwacht; und sehen nicht die Sonne wieder, nicht dieser neuen Schöpfung Pracht: ich lebe noch, und mich erfreut des neuen Lages Heiterkeit. 4. Erhalter! dir soll jede Stunde von diesem Tage bei lig seyn. Ich schwöre vir mit Herz und Munde, der Laster Pfad mit Ernst zu scheun: nur bey Erfüllung bieser Pflicht entzieh' mir deinen Beistand nicht. 5. Bewahre mich, o Gott der Liebe, auch heute, wie du sonst gethan. Du kennst mein Herz und seine Triebe: nimm meiner dich als Vater an, so oft der Sünden Reiz mich trùgt, damit er nicht mein Herz besiegt. 6. So will ich froh den Tag vollenden, vertraut mit dir und meiner Pflicht. Mein Le J. F. Möckel, verbessert von 23. Münter. 24. Morgenlieder. 250 Lebenlang bir herzlich dan bar sey! 8. Gedenk auch heute, Herr, an mich; wenn sich Gefahren nahn, so nimm dich meiner våterlich um Jesu willen an! 9. Und du, mein Jesu, gib mir Kraft; steh' deinem Freunde bey, damit ich fromm, gewissenhaft und ohne Wandel sey. 10. Erhöre, Jesu, meine Bitt', und sieh' mich Schwachen an; erhalte meine Eritt' und Schritt' auf deiner ebnen Bahn. 11. Entferne, Heiland, mein Gemüth von aller Eitelkeit; denn der ist, der auf dich nur sieht, schon selig in der Zeit. 12. Im Glauben erst und dann im Schaun wird er es ewig seyn; so will ich denn mich dir vertraun, um ewig mich zu freun! 13. Sey du nur mein, und treib' mich an zu jeder guten That, und ewig selig ruf ich dann wohl dem der Jesum hat! P. Gerhard, verbessert von f. G. Klopstod. In eigner Melodie. men, und stärktest mein Vers trauen, der Sonne Licht zu schauen. 3. Und dies, Herr, ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen. Du machst, daß ich aufs neue mich meines Lebens freue. 4. Steig' auf, mein Dank, zum Throne! dem Vater und dem Sohne, dem Geist des Herrn sey Ehre, Anbetung, Preis und Ehre! 5. Hór' meinen Dank, mein Flehen! Du kannst ins Herze sehen. Ach, möchte dir gefal len, Herr, meines Herzens Lallen. 6. Dein Werk wollst du vollenden, dich nimmer von mir wenden, und mich in meinen Tagen stets mit Verschonen tragen. 1. In allen meinen Thaten, wollst du mir selber rathen; mich stets zum Besten leiten; zum Himmel mich bereiten. 8. Auf allen meinen Wegen begleite mich dein Segen; dein Wort sen meine Speise auf meiner Pilgerreise. F. G. Klopstock. Mel. Werde munter, mein Gem. ach' 340.2 auf, min 341. Menn ich einst jenem Herz, und finge dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, des Menschen treuem Húter. 2. Mit göttlichem Erbarmen bedecktest du mich Ar Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh', und, von dieses Lebens Kummer frey, den schönern Morgen seh'; o dann wach' ich anders auf! Schon 24. Morgenlieder. 251 Schon am Ziel ist dann mein die wahre Sonne! Aus deiner Lauf! Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag! an deinem Morgen. Schöpfersgüte quillt Licht, Leben, Heil und Wonne. 4. Dein Auge, welches für uns wacht, hat stets auf unser Wohlseyn acht, und wird nie matt, noch trübe. Auch selber in der Mitternacht umstrahlt uns deine Liebe. 2. Gib, daß keiner meiner Tage, Vater, meiner Lebenszeit, einstens dir, dem Richter fage, er sey ganz von mir entweiht. Auch noch jezt bin ich erwacht; Dank sey deiner Gut' und Macht! laß mich heilig und im Segen diesen Tag zurücke legen! 3. Daß ich nicht erschrocken stehe, wann mein letzter Tag erscheint; wann durchs dunkle Thal ich gehe, und mein Freund nun um mich weint. Lindre dann des Todes Pein; laß mein End' ihm lehrreich seyn, daß ich ihn zum Himmel weise, und den Herrn des Todes preise. 5. Du bist's, der die erschaff ne Welt, vom Engel bis zum Staub erhält; du siehest unfre Sorgen. Kein Blättchen, das vom Baume fällt, bleibt deis nem Blick verborgen. 6. Wahrheit, Himmels glanz vom Herrn, sey mir zu meinem Heil nicht fern; geh' auf in meiner Seele! daß ich mein Biel recht fennen lern' und sichre Wege wähle. 7. Ja, Herr, dein Wort sey stets mein Licht! o laß mich deiner Leitung nicht muthwil lig widerstreben. Zu jeder edlen Christenpflicht gib Warme, Licht und Leben. E. G. Rüttner. Mel. In dich hab' ich gehoffetic. 342.20 enn sich in stil ler Majestát die Sonn' am Horizont er höht, so glänzt im vollen Lichbe die Erde, die sich um ſie 343. Njensvollen Nady Morgenlied eines Kranken. Met. Wenn mein Stündlein ie. ach schmer. te dreht, mit heiterm Angesichte. 2. Die Sonne schmücket seh' ich den Morgen wieBerg und Thal; ihr Einfluß der. Dein Auge, Gott, hat zeigt sich überall. Wird nicht schon manch Jahrhundert ihr Glanz von Wesen ohne Zahl empfunden und bewundert? 3. Doch ist sie nur dein schwaches Bild, o Schöpfer, der die Welt erfüllt; du bist mich bewacht; dich preisen meine Lieder. In großer Angst verlichst du mir nicht Trost allein; es kam von dir, mein Gott, auch Seelenstárke. 2. So trag' ich gern der Krankheit Schmerz, und jedes meiner 252 25. Tischgesänge oder Danklieder meiner Leiden: zu dir erhebe sich mein Herz, du Geber wahrer Freuden! Durch Leiden zogst du mich zu dir, und nun, mein Vater, bist du mir ein Fels, auf den ich baue. 3. Ich weiß, daß Gott mich nicht verläßt, auch wann der Tod erscheinet; ihn bált mein Glaube dann noch fest, wann alles um mich weinet. Ich bin getrost, wann einst betrübt die Freunde, die mich hier geliebt, mein Grab mit Thránen netzen. 25) Tischgesänge, oder Danklieder für tägliche Nahrung und Unterhalt. von dem, was dir mißfällt, entfernen. 6. Ja, laß uns stets nach Jesu Lehren handeln, und fromm und gut gesinnt, als Christen wandeln. 7. Dann sind wir würdig jener höhern Freuden, wann wir von hier nach deinem Willen scheiden; m. Weiß, verbessert von C. M. f. Gebhard. Mel.Danker demHerren, denn 2c. Cuf! dankt dem 344.2 Herrn, denn er ist groß von Güte, barmher sig, treu und freundlich von Semüthe. 2. Gesättigt hat er uns nach Baterweise; gegeben reichlich jedem seine Speise. 3. Für diese Wohlthat, die du uns erwiesen, wirst du mit Innigkeit, o Gott, gepriesen. 4. Als Vater wirst du ferner an uns denken, und bis zum Grab hin Unterhalt uns schenken. 4. Auch sie verläßt mein Vater nicht; er stårket ihre Herzen, gibt Trost und frohe Zuversicht, und lindert ihre Schmerzen. Ja dir empfehl' ich sie, o Herr! sey du ihr Schuk, Allgütiger! so sind sie wohl versorget. 5. Doch sollten meiner Tage viel auf dieser Erde werden; war' ich noch fern von meinem Ziel, dem Ende der Beschwerden: so gib mir, Schöpfer, deine Kraft, die mir auch) Muth im Leiden schafft, und in der Noth mich stärket. 5. Berleib' nur, daß wir dich recht kennen lernen, und uns 8. Wann wir vollkommner deinen großen Namen im Reich der Unschuld ewig preis sen. Amen. Mel. Singen wir ausHerzens zc. ank, dem mil345. den Vater Dank! unser froher Lobgesang rühme den, den alles preist, der uns segnet, der uns speist! Er, der für tägliche Nahrung und Unterhalt. 253 der Thier und Vögel nährt, hat auch alles uns gewährt, was den Leib erhält und nåhrt. 2. Gott zu loben, säumet nicht: es ist Seligkeit und Pflicht, zu empfinden, wie er liebt; wie viel Gutes er uns gibt, wie er unser Leben schützt, und dem Menschen, was ihm nutzt, darreicht und ibn unterstützt. 3. Er aus Knochen, Adern, Haut wunderbar von Gott gebaut, hatte, sicher vor Gefahr, als er kaum geboren war, seiner sich noch unbewußt, an der treuen Mutterbrust Nahrung, Pflege, Ruh' und Lust. 4. Dankvoll schauet um euch ber! Gott erfüllet Land und Meer; willig wächst auf sein Gebot aus der Erde Frucht und Brod: Flur und Garten blühn für euch: Berg' und Thaler sind so reich, Menschen, und für wen? Für euch! 5. Unser Vater der uns liebt, der uns, was uns gut ist, gibt, gab auch jezt uns Speis' und Trank: lobt den Vater! sagt ihm Dank! Aller Segen kommt vom Herrn, dankt ihm und gehorcht it m gern; liebt ihn, freuet cuch des Herrn! 6. Danken, danken wollen wir, gütiger Erhalter, dir; dir zu dienen, Gott, uns freun, und zur Arbeit willig seyn, bis einst in der Ewigkeit, nach durchlebter Pilgerzeit, größrer Segen uns erfreut. umgearb. von Ch. f. Segelbach). Mel. Den Vater dort oben ze. 346. Dich, o Herr, zu loben, der du gibst von oben was uns nährt, was uns erfreut, dies ist unsre Schuldigkeit; was wir jest genossen, war burch deine Schöpferkraft aus der Erd entsprossen. 2. Schwach sind unsre Kräf te bey dem Saatgeschäfte; Saame, den wir ausgestreut, keimt durch dich, wächst und gedeiht. Wer kann dich erreichen, und mit aller Mens schenkraft nur ein Gras er zeugen? 3. Auch durch unsre Lieber geben wir nicht wieder, was vom Ursprung bis zum Grab' deine Baterhand us gab; denn wie mag auf Erden, die, Herr, ganz dein eigen ist, dir vergolten werden? 4. Selbst der Lieder Menge, alle Lobgesänge machen doch dich größer nicht: nur Voll ziehung unsrer Pflicht kann dir, Kerr, gefallen. Doch vere schmålst du nicht den Dank, und ein lindlich Lallen. 5. Drum sey, Herr, gepriell fen, daß du uns erwieser viel Gnade, so viel Huld heradu trágst uns mit Get ExDu verzeihst dem Sü de, 254 25. Tischgesänge oder Danklieder boch gehn wir den Tugend- men, weß Volks sie immer pfad, sind wir deine Kinder.seyn. Wir sind nicht mehr, nicht minder, sind alle Gottes Mel. In allen meinen Thaten 2c. Kinder, und sollen uns wie J. 5. Vos. 347.elund, mit fro- Brüder freun. hem Muthe genießen wir das Gute, das unser Gott uns schenkt. O preist ihn, Christen, preiset den Bater, der uns speiset, und unser Herz mit Freude tränkt. 2. Er ruft herab: es werde! und Segen schwellt die Erde, verjungt wird Feld und Flur. Es lebt und webt auf Trif ten; im Wasser und in Lüften erfreut sich jede Creatur. 3. Dann sammlen seinen Segen, so viel sich lebend regen Geschöpfe ohne Bahl. Vom Menschen bis zum Wurme, im Sonnenschein und Sturme herrscht Freude, Wohlseyn überall. 4. Gott aber schaut vom Himmel das freudige Gewimmel vom Auf- und Niedergang; sieht seine Kinder sammeln, und ihr vereintes Stammeln tont ihm in tausend Sprachen Dank. D. Selnecker, aber verbessert. In eigner Dielodie. obet den Herren, 348. denn er ist sehr freundlich. Es ist sehr köstlich, unfern Gott zu loben, sein Lob ist schön und lieblich anzuhören. Lobet den Herren! 2. Singt mit einander! danket Gott dem Bater; denn er ist mächtig, gnädig und barmherzig; was er uns Gus tes thut, ist nicht zu zählen. Lobet den Herren! 5. Lobsinget seinem Namen, and strebt ihm nachzuahmen, Huld ihr nie ermest; der Welten fegnet, auf Gut' Bose regnet, und seine zum schene scheinen läßt. ner 3. Er schuf den Himmel, beißt die Sonn' uns leuchten, er tránkt mit Regen, wenn er will, die Erde, daß alles grüne, Thal, Gebirg' und Aue. Lobet den Herren! 4. Der allem Fleische dar reicht seine Speise, dem Vieh fein Futter váterlicher Weise, den jungen Raben, die auch zu ihm rufen: Lobet den Herren! 5. Rühmt vor dem Höchsten eud) nicht enrer Stárke; wer darauf troket, kann ihm nicht gefallen; denn ihm gefallen nur, die auf ihn trauen. Lobet den Herren! 6. Danket dem Herren, danket eurem Schöpfer, dem 5. B Mit herzlichem Erbarrecht leicht eure Hand den Ar- milden Geber aller guten Gas für tägliche Nahrung und Unterhalt. 253 Gaben, der nie ermüdet, sei- Lust. Wer sollte sich nicht dein, ne Welt zu segnen! Lobet du guter Bater, freun! den Herren! 7. Jesu Christe! Sohn des Allerhöchsten! Gib dei nen Christen Gnade, Gott zu preisen, und deinen Namen ewig zu erheben! Lobet den Herren! 5. Dank dir, von dessen Höhe der Quell der Freude fließt; Dank dir; ich schmeck und sehe, wie freundlich, Gott, du bist. Du ziedst durch jeden Sinn zu deinem Ruhm mich hin, vor allen lächelst du beym Mahl mir Freude zu. 6. Laß mich, Herr, deine Gaben durch Misbrauch nie Auch andere zu entweihn. laben, laß mich mitleidig seyn. Du bist so gut, so mild; laß mich nach deinem Bild, den Durst'gen zu erfreun, ein froher Geber seyn. J. F. Schmidt. Mel. Auf, auf mein Herz mit: c. 349.obfingetGott, erhebet den Herrn der Herrlichkeit, der alles, was da lebet, mit Speis und Trank erfreut. Wie trieft vom Ueberfluß des milden Gebers Fuß! Was unser Herz begehrt, wird huldreich uns gewährt. 2. Stets zeiget im Gebiete 350. Gott dem Her L. elmbold, aber verbessert. Mel. Wach' auf mein Herz zc. un laßt uns des der segnenden Natur, Schöpfers Vatergüte sich jeder Creatur. Er schuf und er erhält die wesenvolle Welt. Er öffnet feine Hand und Wonne füllt das Land. ren Dank sagen und ihn ehren, daß wir so viele Gaben von ihm empfangen haben. 2. Den Leib, die Seel', das Leben hat er allein gegeben, und, um sie zu bewahren, pflegt er auch nichts zu sparen. 3. Ich fing' es ihm zum Preise, wie wohl er an mir thut; mir gnügt geringe Speise auch bey zufriednem Muth; er gibt dem Brode Kraft, der Traube süßen Saft, zur Nothdurft nicht allein, nein, uns auch zu erfreun. 3. Er sorgt für unsre Tage, erleichtert Noth und Plage, und wenn die Sünd' uns reuet, schont er uns und verzeihet. 4. Auf Hütten und Pallåste sieht er mit Huld herab. Wir, alle seine Gäste, genießen was er gab. Der Säugling an der Brust fühlt schon des Lebens 4. Ein Arzt ist uns gegeben, zum Heil, zum Trost und Leben: denn Chriftus und sein Leiden ist uns ein Quell der Freuden. 5. Sein Wort und Sacramente sind bis an unfer Exde, 256 25. Tischgesänge oder Danklieder be, wie seines Geistes Triebe,| Wohlthun niemals ruht: D die Siegel seiner Liebe. 6. Wenn wir so hoch auf Erden, o Gott, begnadigt werden: was wird nicht erst für Gaben dein Himmel für uns haben? 7. Wir bitten deine Güte, daß sie uns stets behüte. Laß Großen und auch Kleinen dein Gnaden- Antlitz scheinen. 8. Erhalt' uns bey der Wahrheit, und in der rechten Freyheit, auf daß wir deinen Namen durch Jesum preisen. Umen. J. C. Juckschwerd. Mel. Singen wir aus Herzens ic. as den Leib 351. erhält und nährt, hat uns unser Gott gewährt, der uns alle Gaben reicht, dem an Wohlthun keiner gleicht, der die ganze weite Welt, wie es seinem Rath gefällt, durch sein Allmachtswort erhält. 2. Alles, alles, was ich seh', in den Gründen, auf der Höh', was hoch in den Lüften schwebt, was im tiefen Meere lebt, hofft, Versorger, nur auf dich, freuet deiner Gaben sich; und du gibst sie mildiglich. 3. O, auch mich, auch mich erfreut deiner Güte Mildigteit! Du bist's, Vater, der mir schenkt, was mich speiset, was mich trånkt; du bist's, der so gern es thut, und im wie bist du doch so gut! 4. Dank, o Dank sey dir dafür, milder Geber, daß du mir auch so väterlich beschert, was mir Unterhalt gewährt, daß auch ich mit frohem Sinn, was du gnädig mir verliehn, zu genießen fähig bin. 5. Hilf, daß ich beym Uebers fluß deiner Gaben, im Genuß niemals überhebe mich; immer, Höchster, ehre dich, und wenn ich mich ihrer freu', auchy aus Christenpflicht dabey eingedenk des Urmen sey. 6. So werd' ich zu deiner Ehr', wie du mir besichlst, o Herr, frob genießen, was du mir gnädig haft verliehen hier; und mich hoffnungs voll erfreun, daß auch künftig du allein werdest mein Verforger seyn. Mel. Nun danket alle Gott ze. ir danken freu 352.W dig dir für alle deine Gaben, die wir, o Vater, jezt von dir empfangen haben. Gesundheit gibst du uns und Nahrung, die erfreut; hier einen frohen Muth, dort deine Seligkeit. 2. Laß nie gefühllos uns, wie gut du bist, vergessen; laß uns stets deine Huld und ih ren Werth ermessen. Mach' uns gehorsam dir; mach' im Beruf uns treu; daß unser Wandel 26. Abendlieder. Wandel, Herr, dir wohlgefällig sey. 3. Wenn deine Huld uns schon auf Erden so beglücket: was wird sie thun, wenn uns 257 dein Himmel einst entzücker? Führ uns dahin, um dort dich mehr noch zu erhöhn, von deiner Vaterhuld mehr Proben noch zu sehn. 26) 2 bendlieder. J. A. Cramer. Mel. Wenn wir in höchsten: c. oder: Christ, der du bist, 2c. ch Gott! wie ein Geschwätz verfließt die Zeit, die mir geliehen ist; sie rauscht vorben schnell, wie ein Bach, und dein Gericht, Gott, folgt ihr nach. 353. A 6. Verzeihe denn nach deiner Huld auch mir, Erbarmer meine Schuld; schenk mir an Jesu Christo Theil, und deine Gnade sey mein Heil. 7. Gib du die wahre Weisheit mit, daß ich nichts fürchte außer dir; so schlaf' ich mit dem Troste ein: ich sey im Tod und Leben dein. 2. Die Ewigkeit, die Ewigkeit ergreift mich nach durch lebter Beit: ich sey alsdann auch was ich sen, ein Sunder, oder Gott getreu. 3. Da wall' ich hin; da war tet mein das Anschaun Got tes, oder Pein. Ach! Gott, mein Heil und mein Vertraun, laß mich dein herrlich antlitz schaun! J. Rist, verbessert von J. A. Schlegel und C. F. Loßius. Mel. Werde munter mein 2c. antis ftaufelſt auf die 354.2, o Secle, sey Müden Ruh', und wann wir schlummern, wachest du; doch wie viel Seelen wallen nicht im- Schlummer hin vor dein Gericht! noch munter! Gottes Lob ist deine Pflicht; seine Sonne geht zwar unter, aber feine Gute nicht; auct, hat sie mich ernährt, mir der Freuden viel beschert, vor Gefahren mich beschützet, meine Schwachheit unterstützet. 8. Ich fürchte nicht, von dir bewacht, des TodesSchlaf, des Grabes Nacht. Du, Gott, bist meine Suversicht, und läß'st mich auch im Tode nicht. 5. Wir sind nur wie ein Traum vor dir, wie Gras, so blühn und welfen wir; du forderst uns vor dein Gericht, 2. Angebetet, hoch gepriesen und da besteht der Sünderseyst du, Herr, mein Gott, von mir: was du Gutes mir erwies sen, nicht. N 258 26. Abendlieder. sen, danket meine Seele dir. I quicket dann die Matten im War ich's, Vater, gleich nicht sichern Schlummer durch die werth, hast du doch mein Ruh'. Flehn erhört, das ich heut', da ich erwachte, dir im Namen Jesu brachte. 3. Ruhe, Munterfeit und Kräfte, Trieb, die Arbeit nicht zu fliehn, Fortgang im Berufsgeschäfte, hast du mir auch heut' verliehn; und wie viel Gelegenheit gab mir dei ne Gutigkeit, zu des Himmels Seligkeiten immer mehr mich zu bereiten. 2. Der Herr versäumet keis nen; der andern Welt zu scheinen, ruft er der Sonne izt: uns decken Finsternisse; doch ohne Kümmernisse ruhn wir, da seine Macht uns schützt. C. F. Neander. Met. In allen meinen Thaten: c. er alles weislich 3. In unermeßner Ferne erzählen tausend Sterne die Größe seiner Macht. Anbes tend fall' ich nieder und singe meine Lieder, eh' mich zum Schlafe ruft die Nacht. 4. Doch da ich voll Dank er záble, wie so groß dein Wohlthun war, stellen sich auch meiner Seele die begangnen Fehler dar. Ach! verzeit' mir meine Schuld, schent' mir deine Baterhuld; laß ein ruhiges Gewissen mich beståndig hier genießen. 5. Gib nun, bis zum frohen Morgen, meinem Leibe fanfte Ruh'. Durch dich schlaf ich ohne Sorgen: wann ich schlafe, wachest du. Seel' und Leib befehl' ich dir: walt allgütig über mir, bis ich durch Prüfung am Abend. C. f. Gellert. Met. D Gott, du frommer 26. Tag ist wie sint felig's Ende meine Zage 356.Der hin, und hier vollende. diesen Theil des Lebens, wie hab' ich ihn vollbracht? Gerstrich er mir vergebens? Hab' ich mit allem Ernst dem Gu Gott der Liebe sendet auch ten nachgestrebt? Hab' ich nun die Nacht uns zu, hüllt vielleicht nur mir, nicht meiuns in stille Schatten, er- ner Pflicht gelebt? 355.0 wendet, der 2. War's 4. Er, der die Sterne leitet, dem Mond die Bahn bereis tet, ist auch von mir nicht fern. Zu seines Himmels Höhe blick' ich empor und fle he: denn meine Hülfe kommt vom Herrn, 5. Mein Herz vergesse nime mer die Baterhuld, die immer mich tråget, nie vergißt; und meine 3unge preise den Höchsten, der so weise, so gus tig, als allmächtig ist. 26. Abendlieder. 259 2. War's in der Furcht des nichts geredt, das ich be Herrn, daß ich ihn angefan- reuen soll? gen, mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschöpf von Gott der Tugend mich zu weihn, und züchtig und gerecht, und Gottes Freund zu seyn? 7. Hab' ich die Meinigen. durch Sorgfalt mir verpflich tet, sie durch mein Beiſpiel still im Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das andre traf, war dies mir angenehm? 3. Hab' ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, meinen Gott, gepriesen; mir und der Welt genützt, und jeden Dienst gethan, weil es der Herr gebot, nicht weil mich Menschen sahn? 8. War mir der Fehltritt leid, so bald ich ihn begangen? Bestritt' ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? Und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut: bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? 9. Gott, der du alles weißt, gib, daß ich nichts verhehle! Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seele. Vergib, durch Christi Blut, mir die verletzte Pflicht; vergib, und gehe du nicht mit mir ins Gericht. 4. Wie hab' ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? Er freut' ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt; und hab' ich im Bertraun auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht' ich bey dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den sie sind und werden? Verehrt' ich ihn im Staub'; empfand ich seine Huld? Trug ich das Glück mit Dank; den Unfall mit Geduld? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? Fühlt' ich der 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden frånken; du liebst Barmherzigkei und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir; leb' ich, so leb' ich dir, sterb' ich, so sterb' ich dir! Met. In allen meinen Thaten: e. Freundschaft Glück? ſprach 357. Die Sonne fine nieder, stille Nacht kommt wieder und mit ihr Schlaf und Nuh'; fie schenkt uns neue Kräfte, beR 2 schließt 1 empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll, und hab' ich 26. Abendlieder. 260 schließt die Tagsgeschäfte, und drückt die müden Augen zu. 2. Noch wach' ich und erzähle mit tief gerührter Seele, was Gott an mir gethan. Sey dankbar, mein Gemüthe, fing' deines Schöpfers Güte; er hört dein frommes Loblied an. 3. Von ihm kömmt jede Gabe, das Leben, das ich habe, die Ruhe dieser Nacht; er ist der Quell der Güter, mein Schuß und treuer Hüter, der, wann ich schlummre, für mich wacht. 5. Er führt aus dunkler Ferne den Mond und tau fend Sterne mit Majestát herauf; sie leuchten ihm zur Ehre, hoch über Erd' und Meere, und seine Hand lenkt ibren Lauf. 4. Er läßt es finster werden, und hüllt den Kreis der Erden in schwarze Dunkelheit. In Städten und in Wäldern, 358.De fillen bende auf des dern herrscht sanfte Stille weit und breit. stunden, sie sind uns schnell verschwunden in hauslich froher Rub'; die ernste Nacht sinkt nieder und drückt uns allen wieder mit leiser Hand die Augen zu. 2. Laßt uns vor Gott erwägen, welch unverdienten Se gen uns dieser Tag gebracht. Laßt uns von Dank entbrennen, und tief gerührt bekennen: der Herr hat alles wohl gemacht! 6. Groß, wann der Morgen grauet, groß, wann der Abend tbauet, groß in der stillen Nacht, im Sonnenschein, im Sturme, am Menschen und am serme, groß zeigst du, Schöpfer, deine Macht. es werde! gleich standen Meer und Erde und alle Welten herrlich da. 8. So kann ich ohne Grauen, mein Gott, eir froh vertrauen: denn du sorgst auch für mich. Ja, Vater, ich befehle dir jetzo Leib und Secle; du bist mein Gott, ich hoff' auf dich. 9. Soll jetzt der Schlaf zum Leben mir neue Kräfte geben: so schlaf' ich fröhlich ein; sollt' er mein Leben enden, so wirst du mich vollenden, und auch mein Gott im Tode seyn. 7. Boll Ordnung, Pracht inid Stärke, stehn lauter underwerke in deiner EchoS. G. Bürde, Die l. In allen meinen Thaten ic. 3. Du, Gott der Treu' und Gnade, bast segensvolle Pfade mich bis bieber geführt. Nicht mir, dir sey die Ehre! Ein jeder Tag vermehre in mir den Dank, der dir gebührt. 4. Hab' ich gefehlt: verzeihe pfung da! Sobald du riefft: I dem Sterblichen, verleibe zur Beßrung 26. Abendlieder. 261 Beßrung Kraft und Muth!] 3. Noch immer läßt er uns Auch ich will Schuld erlassen, will Feinden, die mich hassen, verzeihen christlich fromm und gut. Erbarmen finden; er handelt nicht mit uns nach unsernSünden. Wir häufen Schuld auf Schuld; er läßt uns leben, und will vergeben. 5. Gib jest zu neuen Kráften, zu morgenden Geschäften des Schlafes Wohlthat mir. Mein Bater, ich empfehle mein Leben, Leib und Seele, und alle meine Lieben dir. 4. Wie unwerth sind wir, Vater, deiner Treue! Ach unser Herz erkennt's voll Schaam und Reue; du wollest uns mit Trost und Ruh' erfüllen, um Christi willen. 5. Uns wohlthun ist dein göttliches Vergnügen. Du, Gott, beschirmst uns, wann wir hülflos liegen, und Todten gleich, umhüllt von Finsternissen, von uns nichts wissen. 6. Wår' dies für uns der letzte Tag auf Erden, soll unfer Schlaf ein Todesschlummer werden: dann weckst du uns, die wir uns dir ergeben, zum ew'gen Leben. 7. So legen wir getrost zur Met. Herzliebster Jeju, was zc. Ruh' uns nieder; sehn wir C.F. Neander. 359. Entflohen finderfreut die Morgensonne wieauch dieses wir mit ne Güte. ges Stunden, noch haben wir heiterem Gemüthe, Gott, dei des Lebens Glück empfunden. Laßt uns mit frohem Dank den Herrn erheben, durch den wir leben! C. f. Gellert. Met. In dich hab ich gehoffet: c.) 2. Des Lebens Müh und 360.r alle Gute fen Elend zu versüßen, gibt uns der Herr viel Freuden zu genießen; und welche Güter schenkt er unsern Seelen! wer fann sie zahlen? gepreist, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! ihr bin ich zu geringe. Bernimm den Dank, den Lobgefang, den ich dir kindlich finge. 2. Du 6. Erquickung allen, denen das Schicksal heiße Thränen zu ihrem Loose gab! Gott lindre jeden Kummer, und gieße sanften Schlummer auf jeden Leidenden herab. 7. So schlaf' ich denn im Frieden. Wie labend ist dem Müden die Rub' in stiller Nacht! Sen einst der Feyerabend des Lebens mir so la bend, wenn alle Arbeit ist vollbracht. 26. Abendlieder. 262 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, hast Großes heut' an mir gethan, mir mein Gebet gewähret; haft våter lich mein Haus und mich beschüßet und genähret. 3. Herr, was ich bin ist dein Geschenk; der Geist, mit dem ich dein gedenk, ein ruhiges Gemüthe, was ich vermag, bis diesen Tag, ist alles deine Gute. C. f. Gellert. Mel. In allen meinen Thaten sc. err, der du mir 361. das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet' ich kindlich an; ich bin viel zu geringe der Treue, die ich finge und die du heut' an mir gethan. 4. Sey auch, nach deiner Lieb' und Macht, mein Schuß und Schirm in dieser Nacht; vergib mir meine Sünden; J. Rist. und kommt mein Tod, mein 362.Laf mich bie Mel. Werde munter, mein 2c. diese Nacht empfinden Herr und so laß mich Gnade finden.. eine sanft' und süßße Ruh'; alles Uebel laß verschwinden; decke mich mit Segen zu; Leib und Seele, Muth und Blut, all' die Meinen, Hah' und Gut, Freunde, Feind' und Hausgenossen sind in deinten Schutz geschlossen. 2. Ach! bewahre mich vor Schrecken, schüße mich vor Ueberfall; laß mich Krankbeit nicht aufwecken, treibe weg des Krieges Schall; wend' ab Feu'r und Wasfersnoth, Pestilenz und schnels len Lod; laß mich nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel' verderben. 3. O du großer Gott! er höre, was bein Kind gebeten bat; Jesu! den ich stets vereh re, bleibe ja mein Schutz und Rath; 2. Mit dankendem Genii the freu' ich mich deiner Gúte, ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaffst ein reines Herz in mir. und dort den Preis des Glaubens sehn! 3. Gott, welche Ruh' der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn; auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen, 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entladen, und bin bey dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen, eil' ich der Ruh' entges gen, dein Name sey gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl' ich, Bater, meinen Geist. 26. Abendlieder. 263 Rath; und mein Hort, du 1 ach, ich komm' und suche dich, werther Geist, der du Freund und mein Mittler spricht für und Tröster heißt, höre mich: darum laß mich Gnadoch mein sehnlichs Flehen. de finden, und vergib mir Amen! ja es soll geschehen. meine Sünden. Mel. Werde munter, mein 2c. acht und Stille 363. schließen wieder unsre müden Augen zu; die von Arbeit matten Glieder sehnen sich nach Schlaf und Ruh': aber du versäumenicht, meine Seele, deine Pflicht, dich zu Gott noch zu erheben, seinem Schuß dich zu ergeben. 5. Leb' ich morgen, ach! so leite meinen Gang auf deine Bahn; nimm dich dann, daß ich nicht gleite, måchtig meiner Schwachheit an! Gib zu meiner Pilgrimschaft deinen Schutz und deine Kraft: fröhich geb' ich dann am Ende meinen Geist in deine Hände. C. Scriver, aber verbesſert von F. W. Stölzel. 2. Prüfe dich vor ihm, o Nüßtest Mel. Der güldnen Sonnen ze reis Secle! Nisteſt du auch dei- 364.Pnem Gott, gene Zeit? wenn er bracht, jezt da der Tag fich neiget; jezt da des Firmamentes Pracht von deiner Allmacht zeuget. Dich, Herr, lobt jeder Steen, und ruft: auf! lob' den Herrn! erheb' dich, Seele, lob' erfreut den Herrn des Himmels und der Seit. dir befähle, vors Gericht zu gehn, bereit? Ach erwag' es! eins ist Noth; denk' an ihn und an den Tod! Denn allein in diesem Leben kann und will dein Gott vergeben. 3. Herr, ich muß es dir gestehen, oft vergaß ich meine Pflicht! Ach, du hast's, du 2. Wie groß, wie unermeshaft's gesehen; aber schon' und richte nicht! Mein Verlich ist, Herr, deine Macht trauen gründet sich nur auf und Stärke! daß du der Uldeinen Sohn und dich, der lerhöchste bist, sagt jedes deidu auch die Sünder liebest, ner Werke; und auch mit lieber wohlthust, als betrü- weiser Macht regierst du Tag und Nacht; das best. schufft, thut dein Gebot, und ehret dich, o Herr, mein Gott! was du 4. Richter über Tod und Leben! du willst nicht des Sünders Tod, willst die größte Schuld vergeben de3. Was bin ich, großer nen, die dich suchen, Gott! Gott, vor dir, daß du mich tåge 261 26. Abendlieder. täglich liebest? Womit versken Labung, Schlummer. dien' ichs, daß du mir so viele Nimm, Gott, noch Dank von Freuden giebest? Erbarmen mir, ich leb' und sterbe dir, ist es bloß: reiß, Seele, reiß und ist dies meine letzte dich los vom Eiteln, was das Nacht: Gott Lob! dann ist Herz beschwert: Gott, Gott mein Lauf vollbracht! allein ist liebenswerth. 4. Es ward der Tag, der nun vergeht, durch dich zum J. E. Herzog, verbessert von C.F. Neander. Me L. Nun sich der Tag geend. sc. o fliehen unsre Freudentage; dein Arm, bem 365.Sage hin! Auch niemand widersteht, beschützte mich vor Plage: du gabst mir, was ich bat; ben allem, was ich that, ward mir's durch Glück und Segen klar, daß Gott mein Freund und Helfer war. dieser ist nicht mehr. Die Nacht, der Müden Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Herr, du nur bleibest, wie du bist, du schläfft und schlummerst nicht; die Fin sterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 5. Ach fordre mich nicht ins Gericht, mein Gott, beym Tagesschlusse! verschmåh' mein Abendopfer nicht, das Opfer meiner Buße! Beweis an mir Geduld; vergib mir alle Schuld, und laß mich, Bater, mit Vertrau'n auf dich und meinen Heiland schau'n! 3. Dir übergeb' ich voll Vertrau'n mich auch in dies ser Nacht; und wovor sollte mir denn grau'n? mich schůzzet deine Macht. le 4. Hab' ich an deiner Gnade nur noch Theil, o Herr, mein Gott: so fürcht' ich keine Creatur, und scheue nicht den Tod. 5. 3war ich erkenne meine Schuld, mit Reue führ ich fie; doch, mein Verföhner, deine Huld, wie trostvoll ist mir die! 6. Ich eil im Glauben zu dir bin, und weiß, wie sicher ich im Schatten deiner Flu gel bin, du wacheft über mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein 6. Gib nach der sanften Ruh' der Nacht mir einen frohen Morgen; du thust's: nun da dein Auge wacht, so schlaf ich ohne Sorgen. Ich wach' und schlafe dir, du, Herr, bist stets bey mir; ach Gott, mein Gott, verlaß mich nicht, wenn einst mein Aug im Tode bricht. 7. So nahe dich denn, süße Ruh, du Trost bey jedem Kummer, des Urmen höchster Reichthum du, des Stran 26. Abendlieder. 265 allein sey mein Gedanke! Schuld: wie unwerth bin weihe bir mein Herz zum Tempel ein. ich deiner Huld! 4. Wie unwerth bin ich deiner Treue! Ich fühl' es tief gebeugt vor dir. Verwirf nicht, Vater, meine Reue, vergib um Jesu willen mir! Nimm, Bater, mich Verlore nen an, den deine Huld nur retten kann. 8. Ist dies vielleicht die letzte Nacht in dieser Prüfungszeit: so führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, dein bin ich auch im Tod! Du, mein Erretter, bist bey mir, und hilfft aus aller Noth. 5. Soll ich noch länger auf der Erde dein Pilger seyn, so bilf mir, Herr, daß meine Seele frommer werde, mein Leben täglich heiliger; daß ich im Glauben fest und treu, und im Gehorsam eifrig sey. 6. Laß deinen guten Geist mich leiten; laß, wie du forderst, stets durch ihn mich aller Lüste Reiz bestreiten, mich der Verführung Wege fliehn, nicht achten auf den Ruf der Welt, nur willig thun, war dir gefällt. 7. Laß morgen mich dein Lob befingen, an jedem Tag, den du mir gibst, nur deinen Willen froh vollbringen mit allen Frommen, die du liebst. Einst führe mich zum Himmel ein, da wird ein beßrer Ruhtag seyn. Schluß der Woche. Erdmann Neumeister, aber verbessert. Met. Wer nur den lieben Gott: c. o wird die Wo366. che nun be schlossen; noch immer leb' ich, Gott, durch eich, und mir ist nicht ein Tag verflossen, du schustest und beglücktest mich, bewahrtest Seele, Leib und Haus, und halfft aus mancher Noth mir aus. 2. Wer weiß, wie viele schwere Leiden, wie manche Stürme nåher schon, als ich es glaubte, doch in Freuden verwandelt wurden, oder flohn: weil du, mir långer wohl zu thun, den Stürmen noch gebotst zu ruhn. 3. Allein, was hab' ich dir gegeben? ein dankbar Herz, ein freudig Lob? Ein from= 367.Wie ſchnell ift mes tugendvolles Leben, das durch Gehorsam dich erhob? Ach Gott! ich sehe meine mir der Tag entflohn, den ich durchlebet habe! Bollendet ist nun wieder J. G. Küttner. Mel. Ich dank' dir schon sc. 266 26. Abendlieder. der schon ein neuer Schritt| muth und Geduld! auch bey zum Grabe. der mir verborgnen Schuld währt ewig deine Liebe. 2. Herr, lehre mich die Flucht der Zeit mit stillem Ernst bedenken, wenn in des Lebens Eitelkeit mein Herz fich will versenken. 3. Damit ich jeden Abend mich in Butunft frömmer finde: so tódre selbst, dies bitt' ich dich, in mir die Macht der Sünde. 2. Bedenk' ich, Schöpfer, deis ne Macht, blick' ich in jene Fers ne, und überseh' des Himmels Pracht, den Mond, das Heer der Sterne, so bet' ich dich voll Ehrfurcht an; was ist der Mensch, ruf ich alsdann, daß du dich sein erbarmest? 3. Dein Auge schaut auf ihn herab, so geht er nicht verlos, ren. Nicht für die Welt, nicht für das Grab ist er allein ges boren. Die Welt vergeht mit ihrer Lust: der du den Willen Gottes thust, dein Glück soll ewig dauren. 4. Wenn ich erwache, denk' ich dein, und wenn ich schlas fen gehe: denn, du mein 2ater, kannst verleihn, um was ich findlich flehe. Drum seufz' ich diesmal auch zu dir: Herr! bleibe diese Nacht bey mir, um deiner Gute willen. Abendlied eines Krans 4. Mit Glauben, der sich thätig weist, schmück, Hochster, meine Seele, und warne mich durch deinen Geist, so oft ich strauchelnd feple. 5. Dir dant' ich, Bater, für die Huld, die du mir heut' erwiesen; du trägst mich Sünder mit Gedulo, sey boch von mir gepriesen! 6. Sieb' ferner mich in Gnaden an; vergib mir meine Sünden, und laß mich auf der Tugendbahn, der Seele Frieden finden. 7. Wenn meine matten Glieder nun vom Schlaf gefeffelt liegen, so laß mich sanft und sicher ruhn, bis Nacht 369. Ein Tag be ken und Leidenden. Met. In dich hab ich gehoffet ze. des Kummers und Schlaf verfliegen. D. Schiebeler. Met. Herr Jesu Christ, du ic. 368.W ie viele Freuden dank' ich dir, die du mir, Herr, verliehen, und wie viel Sünden hast du mir aus Gnaden nicht verzichen! O Gott von Langder Last ist überstanden! Herr du hast dem Schwachen Kraft geschenket! Du treuer Gott! haft selbst die Noth zu meis nem Heil gelenket. 2. Ich danke, freudig dank ich dir auch für die Leiden, die du mir, o Bater, zugetheilet. 27. Von dem Worte Gottes und ic. 267 Er kommt von dir der Trost, weint, weiß ich, an wen ich der mir ein Herz voll Wunden heilet. glaube. 3. Leid' ich, so ist's auf dein Geheiß; du gibst mich nicht dem Zufall Preis, der Bosheit nicht zum Raube. Wann ohne Freund mein Kummer 27) Von dem Worte Gottes und der christlichen Kirche. 4. Du, Herr, bist meines Les bens Licht, mein Führer: dar um graut mir nicht durchs finstre Thal zu wallen! Laß mich in Noth und einst im Tod in deine Hände fallen. 17. Selnecker, aber verbessert.| uns, Herr Jesu Christ, daß Mel. Dankt dem Herrn, heut' sc. uns hinfort nicht schalbe des 370. Ach bleib bey uns, bösen Feindes List. Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß unter uns verlöschen nicht. 2. Ach bleib mit deinem Worte bey uns, Erlöser werth, daß uns beid' hier und dorte sey Gút' und Heil beschert. 3. 2ch bleib mit beinem Glanze bev uns, du werthes Licht, dein' Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bey uns, du reicher Herr, das Gute zu vermögen, uns Gnad' und Kraft beſcher". 3. Hier glauben wir nach deinem Wort, einst schauen wir dich ewig dort: nach treut vollbrachtem Pilgerlauf, nimm uns, Herr, in den Himmel auf. 4. Gott Vater sey Lob, Preis und Ehr', des Sohnes Ruhm schall' mehr und mehr, des heilgen Geistes Gutigkeit von nun an bis in Ewigkeit. 5. 2ch bleib mit deinem Schuge bey uns, du starter Held, daß uns der Feind nicht trute, noch fåll' bie boje Welt. J. Stegmann. In eigner Melodie. 6. Ach bleib mit deiner Treue bey uns, mein Herr und Gott: Beständigkeit verch 371.2 bleib mit bei- leihe, hilf uns aus aller ner Gnabe bey Noth. I. A 2. Bewahr' uns, Herr, zu aller Zeit vor Irrthum: gib Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sacrament be halten bis an unser End'. 268 27. Von dem J. A. Cramer, verbessert von J. S. Diterich. Met. I ser nur den lieben Gottsc. 37: 2. Dein Wort, odeinem Worte zu. Worte Gottes ten, was dein Befehl von mir begehrt; so fließen Trost und Seelenruh' auch mir aus vollfor nmen; es lehrt uns unfre ganze Pflicht, es gibt dem under und dem Frommen, zum Leben sichern Unterrich. O selig, wer es achtsam ort, bewahrt und mit Gebor jam ehrt. Höchster, ist. 3. Zollikofer, verbessert von J. S. Diterich. Met. Dies ist die Nacht, da mir, oder: Wer nur den lieben Gott zc. er du dein Wort 373.D mit bast gege2. Gs leuchtet uns auf unfern Begen, vertreibt des ben, wie preis ich dich, o Gott, dafür! Nie kann mein Dank dich gnug erheben, durch Christum schenkst du WeißIrrt uns Finsternis, ver- heit mir. Stennt' ich die Lehre funci zt Gnade, Heil und Se gen, und machet unser Herz gewiß es lehrt uns, Hochster, was du bist, und was dir r volgefällig ist. Jesu nicht, wie wenig hätt' ich Trost und Licht! 3. Dein Wort erweckt uns dich zu lieben und lehrt, wie viel du denen gibst, die dein Get ot mit Freuden üben; wie du so väterlich uns liebst. Was uns darin dein Geist verspricht, bleibt ewig wahr und truget nicht. 2. Auf ungewissem finstern Pfade, würd' ich ein Raub des Irrthums seyn, und unbekannt mit deiner Gnade, in dir den strengen Richter scheun; bang' sucht' ich Hülfe in der Noty, mich schreckte stündlich Grab und Tod. 4. Gott, deine Tröftungen find besser, und mehr der Sehnsucht werth, als Geld; ein Schatz, weit köstlicher urid größer, als alle Schätze dieser Welt. Wer thut, was uns dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. So laß mich denn mit Luft betrachten die Wahrheit, vie dein Wort mich lehrt. Laß mich auf das gehorsam ach 3. Doch diesen trüben Finsternissen des Irrthums, und der Sünde Macht, hat Jesu Lehre mich entriffen; ihr Licht zerstreut des Zweifels Nacht, lehrt mich, wie viel Gott für mich that und führt mich auf der Wahrheit Pfad. 4. Ich weiß wozu mich Gott erschaffen; ich kenne meine ganze Pflicht; und muß ich gleich im Tod entschlafen, so stirbt mein ew'ger Geist doch nicht. Der Tugend Lohn folgt und der christlichen Kirche. 269 folgt bort ihm nach, und Gott und starke Wehr! Nichts ist erfüllt, was er versprach. vor dir der Spotter Heer 5. Gott, laß mich diese gute Lehre befolgen stets mit größter Lust, und keines Spót-ters Wahn zerstdre ihr Trostgefühl in meiner Brust. Mein ganzes Leben preise dich! Dein Heil erfreu' im Tode mich! 6. Du hast von Ewigkeit ge fehn, wie lange noch ihr Trotz bestehn und wider dich hier schnauben soll: vielleicht ist num ihr Maaß bald voll. 7. Auch sie, o Herr, hast du versöhnt, sie, deren Sport dich jetzt verhöhnt. Gib, daß noch vor der Lovesnacht zur ernsten Reu' ir Herz erwacht. f. G. Klopstock. Mel. Erhalt' uns, Herr, ben 2c. er Spotter 374. De Strom reißt viele fort: erhalt uns, ert, 375.Det, bey wir uns, Bater, tein im Lee ben und im Tove freun. 2. Ein Hause Låstrer wagt's, zur Seligkeit, mein Gott, dein Wort geges ben. Hilf, daß ich darauf alle zeit mög' achten, darnach leo Gott, mit witdem ausgeben: sein Unterricht gewährt laffuen Epott, den Heilond, mir Licht, die Bahn des deinen Sohn, zu schmán, verachtend auf sein Heil zu fehn. Heils zu sehen: es zeiget mir den Weg zu dir: laß mich ihn freudig gehen! 3. Ach, ihrer Lehre Pest, o Herr, sd leicht jetzo nicht im Finstern mehr, sie bricht am Mittag selbst hervor, und hebt ihr töobtend Haupt empor. 2.Eröffne du zu meinem Heil die Augen meiner Seele, daß ich mein allerbesies Theil er= kem' und auch erwähle. Laß ich mich bier, mein Gott, von dir und deinem Wort regies ren, so wirst du mich auch ficherlich zur wahren Wohl= fahrt führen. 4. Sie herrscht durch Große dieser Welt. Herr, Herr, wenn uns dein Arm nicht hålt: so reißet sie noch viele fort. Gib Sieg und Leben durch dein Wort! 3. Dein Wort lehrt mich, daß diese Zeit mir sey von dir gegeben, als Christ in wahrer Heiligkeit nach ew'gem Glück zu streben. Ja, es verschafft mir dazu Kraft, wenn ich's zu Hers 5. Beschütze uns, Herr Jesu Christ, der du zur Rechten Gotics bist. Soy unser Schild C. Knorr, von Rosenroth, verbessert von J. S. Diterich. Met. Das Jefulcin soul'd och re.. auch mir 270 27. Von dem Herzen fasse. Drum hilf du mir, daß ich es hier nicht aus dem Herzen lasse. 4. Nichts gibt uns solchen frohen Muth, nichts dauerhafte Freuden; kein Glück der Welt, fein irdisch Gut, das Menschen sich beneiden; dein Wort allein ist Trost in Pein, ist unser Sieg in Schmerzen; in jeder Noth, auch selbst im Tod gibt's Freudigkeit dem Herzen. 5. Wie glücklich ist, o Gott, schon hier, wer deine Wahrheit ehret, und durch dein Wort belehrt von dir, die rechte Weisheit höret. Ein frommer Sinn ist sein Gewinn; dein Segen, dein Verschonen bringt hier ihm Ruh', und dort wirst du mit ew'gem Glück ihn lohnen. 6. Wenn alles fällt, so bleibt dein Wort, o Gott, doch ewig stehen. Drum laß mich darauf immerfort in meinem Wandel sehen. Es macht uns frey, im Guten treu, lehrt je de Noth besiegen. Drum fey's auch mir beständig hier bas seligste Vergnügen. 376.in M. Luther. In eigner Melodie. in' feste Burg ist unser Gott, ein' gute Wehr und Waffen: er hilft uns frey aus aller Noth, die uns jezt hat betroffen. Der alte böse Feind, mit Ernst cr's Worte Gottes jetzt meint, groß' Macht une viel List sein grausam Rustung ist, auf Erd ist nicht sein's gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit't für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkoren: fragst du, wer der ist? er heißt Jesus Christ, der Herre Zebaoth, und ist kein andrer Gott: das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teusel war, und wollt'n uns gar verschlingen: so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürste dieser Welt, wie fauer er sich stellt, thut er uns doch nicht; das macht, er ist ge richt't, ein Wortlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn, und keinen Dank darzu haben; er ist bey uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen fie uns den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib: laß fahren dahin; sie haben's kein'n Ge winn, das Reich muß uns doch bleiben. 5. Preis, Lob und Ehr' dem höchsten Gott, dem Vater aller Gnaden, der uns aus Lieb gegeben hat sein'n Sohn für unsern Schaden; dem Tröster heil'gem Geist, von Sünd'n er uns reißt, zum Reich er uns heißt, und der christlichen Kirche. 271 heißt, den Weg zum Him- uns von Irrthum frey, voll mel weist, der helf' uns fröh- Frömmigkeit, ohn' Heucheley. lich. Amen. M. Luther. Es 377. G uns 378. wolle Gott uns gnädig Herr, bey deinem Wort! den finstern ſeyn, und seinen Segen geIrrthum treibe fort! Bewahr ben! sein Antlit uns mit bele uns vor Gewissenszwang; so lem Schein erleucht zum ew'gen Leben, daß wir erkennen preist dich unser Lobgesang! 2. Die Völker seyn dir im- eine Werk', und was ihn liebt terthan! Es weiche' falscher auf Erden, und Jesus ChriLehre Wahn vor deiner Wahr- stus, Heil und Stärk, be heit klarem Licht! Gewalt fannt den Heiden werden, und sich zu Gott bekehren. hilft dem Gewissen nicht. 3. Die Herrschsucht, die den frem.en Knecht, er glaube falsch, er glaube recht, gewaltsam zieht vors Richter Amt, bleib' unter unserm Volk verdammt. In eigner Melodie. rhalt' 2. So danten Gott und los ben dich die Heiden überalle; und alle Welt die freue fich, und sing' mit großem Schal le, daß du auf Erden Richter bist und lässt die Sund' nicht 4. Nur geistig sey der Wahrwalten, dein Wort die Hut heit Krieg; gib wider 3er- und Weide ist, die alles Volk thum ihr den Sieg brech erhalten, in rechter Bahn zu wahre Lehren und Beweis wallen. und durd) des frommen Bei Spiels Fleiß. 5. Wir gehn in Dämmrung, irren bald; die Weisheit übet nicht Gewalt. Drum laß ten Frieden allgemein, nicht máchtig die Verfolger seyn. 6. Der Scepter übe Billige keit, verbiete nicht der Gründe Streit. Wer friedsam ist, die Tugend ehrt, deß Freyheit bleibe ungestört! 3. Es danke, Gott, und lo be dich das Volk in guten Thaten; das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohl gerathen. Uns segne Bater und der Sohn, uns segne Gott der heil ge Geist! dem alle Welt die Eh re thut, vor ihm sich fürchtet allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen! J. S. Diterich. 7. Berbrich des Zwanges Wet. Herzliebster Jesu, was re. hartes Joch! die freye Wahr- 379. Ewig, Jefu, wird o doch. Sie bey dein Wort bestehen, 272 27. Von dem stehen, und Erd' und Himmel werden eh' vergehen, eh' eine Macht das Reich, das du errichtet, jemals vernichtet. 2. Immer noch sammlest Leit, Allerhöchster, selbst den du dir auf der Erden Men- forschenden Verstand, so wird, schen, die willig dir gehorsam was du mich lehrst, auch recht werden, und deinen Frieden, von mir erkannt. hier schon im Gewissen, fröhlich genießen. 3. Dein Wort bleibt ewig wahr, laß mich's von Herzen glauben, und mir nicht seinen Trost durch Ungehorsam raus ben. Wer hier nach deinem Wort gewissenhaft sich hält, der kommt zum wahren Gluck, hier und in jener Welt. 3. Reizt blendende Versuhung sie zu Sünden, bist du ihr Beistand und hilfft überwinden. Nichts wird sie jemals deiner Hand entreißen. Du hast's verheißen. Worte Gottes 2. Nie müsse mein Gemüth statt Wahrheit Frrthum wahlen, und deiner Lehren Sinn leichtsinnig sich verhehlen. 4. Wohl allen denen, die dir, Jesu, trauen! Was sie hier glauben, wird ihr Aug' einst schauen: dich und die Freuden, womit du belohnest da, wo du thronest. 5. Dann schallen fröhlich von der Deinen Menge, dir, unserm Haupte, beßre Lobgesänge, wann einst dein Volk, das hier dein Geist regieret, dort triumphiret. J. J. Rambad, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Nun danket alle Gott ic. 4. Drum hilf du mir mein Gott, daß ich nach deiner Lehre begierig sen, und sie auch mit Gehorsam ehre! Gib mir ein Herz, das gern der Wahrheit sich ergiebt, fie fuchet, findet, glaubt, bes wahrt, erfährt und übt. het, er 23. Münter. Mel. Donkt dem Herrn heut zc. oder: Christe, der du bist zc. 381.ott, heilig fen dein Nam' und 380.elobet fenst du, Necht dem ganzen menschliGott, für dei- chen Geschlecht! dich bete, wer nes Sohnes Lehre; gib, daß dich denken kann, im Geist ich sie auch gern mit Fleiß und in der Wahrheit an! und Undacht höre. Ja, mache selbst mein Herz von Vorurtheilen rein, uno laß dein Wort mein Licht auf meen Wegen seyn. 2. Verbreite deines Wortes Schall, wie deine Werke überall; laß alle lernen, wer du feyst, der allerhöchst' und beste Geist. 3. Durch und der christlichen Kirche. 273 3. Durch Jesum Christ, den| Wahrheit lehrte? Gott, ohne du gesandt, werd' immermehr sie verstund' ich nie, wie ich der Welt bekannt, daß du, dich würdig ehrte. Gott, unser Vater bist, und er der Volker Heiland ist. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben; daß diese Seit zur Ewigkeit mir sey von dir gegeben. 4. Lehr' uns, die deinen Rath verstehn, gehorsam deine Wege gehn; durch deines Wortes Licht und Kraft mach' glaubig uns und tugendhaft. 5. Durch Wahrheit dåmpfe jeden Wahn, erleucht' uns al len unsre Bahn. Das Laster tilg' aus unsrer Brust, und tödt' in uns die böse Lust. 5. Gott, deinen Rath, die Missethat der Sünder zu vergeben, den kennt' ich nicht, war mir dies Licht nicht durch dein Wort gegeben. 6. Nun darf mein Herz, in Ren und Schmerz der Süns den nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist im Glauben, Vater! sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn ist meines Heils Geschäfte; durch meine Müh' vermag ich's nie: dein Wort gibt mir die Kräfte. C. f. Gellert. Mel. Ach Gott und Herr, 2c. ott ist mein 8. Herr, unser Hort, laß uns dein Wort, denn du hast's uns gegeben. Es sey mein Theil, es sey mir Heil und Kraft zum ew'gen Leben. 3. S. Diterich. 382.Gort! und auf fein Wort soll meine Seele Mel. Liebster Jefu, wir sind ze. err, mein frauen. Ich wandle hier, mein 383.Herleuchte mich, Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. daß ich mich und dich erken ne, daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne; daß ich dadurch auf der Erde für den Himmel weise werde. 2. Zuverlässig ist dein Wort; lehre mich's nur recht verstehen. 6. So preiset deine Christenheit, Herr, deinen Namen in der Zeit; sie ist und bleibt dein Eigenthum und ihre Thaten sind dein Ruhm. 7. Du fåttigst fie mit Seligkeit von nun an bis in Ewigkeit, und ewig ist ihr frommer Dank, Herr, deines Namens Lobgefang. 2. Dein Wort ist wahr: laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt' ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die 27. Von dem Worte Gottes 274 hen. Wenn ich forsche, hilf mir fort, sicher daraus einzu sehen, was zu meinem Heil mich führet, was zu meiden mir gebühret. einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. J. J. Rambach, verbessert von D. Bruhn. 3. Uber laß mich nicht allein 384., gleich. Un Mel.Bater unfer im Himmelr. 2c. Lehrer ist dir, richtig seinen Sinn verstehen; laß mich auch befliffen seyn, den erkannten Weg zu gehen; denn sonst würd' ich ben dem Wissen doppelt Streiche leiden müssen. Weisheit und an Liebe reich bist du, so wohl durch Wort als That, der schwachen Menschen sichrer Nath. Es freut mein Geist im Glauben sich, Herr Jesu, dein und lobet dich. 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreyt von Sündenschuld, theilhaftig werden seiner Huld. Auf ewig sey dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium. 3. Du sahest in der Gottheit Licht, mit aufgeklärtem Ungesicht, was, nach des Höchsten weisem Nath, die Welt noch zu erwarten hat; und machtest so durch deinen Mund die Zukunft selbst den Menschen kund. o 4. Folg' ich seinem Unterricht, e so werd' ich's auch erfahren, was es denen Gut's verspricht, die es hören und bewahren; dann wird es auch mir im Leiden eine Quelle wahrer Freuden. 5. Hilf auch, daß von Zeit zu Zeit meine Kenntnisse sich mehren. Find' ich dann noch Dunkelheit, bey des Glaubens hohen Lehren: o so laß mich Demuth lernen und von Zweifelsucht entfernen. 6. Gib, daß ich in deinem Licht immer mehr gerührt erkenne jener Herrlichkeit Gewicht, und mich dann nur glücklich nenne, wenn ich weislich darnach trachte und die Sündenlust vers achte. 7. Gib mir immer neue Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln, und vor dir gewissenhaft auf der Zugend Pfad zu wandeln: so wird 4. Dies und die Thaten deiner Hand sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, sey Wahrheit, die uns Gott geLehrt. Nie schwache mir der Frevler Spott den Glauben an dies Wort von Gott! 5. Du lehrtest, Herr, durch Wort und That, den Weg zu Gott, und der christlichen Kirche. Gott, der Tugend Pfad. Du bist das Haupt, du gingst voran; gib, Herr, daß ich auf gleicher Bahn, gestärkt von dir, mit steter Treu', dir nach zufolgen, eifrig sey. 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, stammt. Du machst durch treuer Lehrer Mund noch jezt dein Heil den Menschen kund. Begleite ftets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nutzen schafft! 7. Noch immer hilfst du deinem Wort in seinen Siegen mächtig fort. Du sendest, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. 8. Mein Heiland, send' ihn auch zu mir, daß er mich zu der Wahrheit führ', voin Eigendünkel mich befrey', damit ich dir gehorsam sey: bis mich dereinst in Ewigkeit ein hellres Licht bey dir er freut. 275 2. Gib ihnen Gnade, dich recht zu erkennen, daß sie dich glaubig ihren Heiland nennen; gib ihnen Eifer, deinen guten Willen treu zu erfüllen. 3. Mit heil'ger Achtung laß die Schrift sie ehren: denn sie enthält der wahren Weißheit Lehren. Außer ihr suchen Sterbliche vergebens den Weg des Lebens. 4. Steure dem Toben deiner frechen Feinde. Warn' vor des Irrthums Stimme deine Freunde; lehre sie průfen, daß sie falsche Freuden klüglich vermeiden. 5. Sey der Verirrten Licht in Finsternissen. Wecke selbst auf ihr schlafendes Gewisfen, damit auch sie, wie wir, für ihre Sünden noch Gnade finden. 6. Schütze uns machtig mitten unter Bösen, bis du von ihnen uns ganz wirst erlöſen; bis wir zum Umgang der verklärten Frommen frohlokkend kommen. Mel. Erschienen ist der herrl. sc. oder: Am Sabbath früh ic. Gottes Huld 385. Laß doch, o Jesu, 386. obfingt! benn und Macht vertrieb des Überlaß dein Reich glaubens Nacht; lobsingt! auf Erden unter den Men- sein heilig Wort entriß uns schen ausgebreitet werden; aus des Irrthums Finsterschenke doch ihnen, deiner niß. Lobsingt dem Herrn! Leiden wegen, Leben und 2. Verdunkelt war der Segen. Wahrheit Licht, viel Chris S2 sten Ch. S. Ulber, verbessert von J. S. Diterich. Met. Herzliebster Jesu, was ic. 27. Von dem Worte Gottes 276 stenlehrer sahen's nicht. Aus Unterricht ward Glaubenszwang; in schnöde Sklaverey versant der Christen Volk. 3. Doch, Gott stand seiner Kirche bey, da wurden die Gewissen frey. Da schwand des Überglaubens Wahn; das hat der Herr, der Herr gethan. Lobsinget ihm! 4. Bewahrt sein Wort! Verträglichkeit, und Wahrheitslieb', und Frömmigkeit und Tugend sey der Kirche Bier: so sieget sie; Gott ist mit ihr! Gelobt sey Gott! 5. Sagt nicht, daß seines Wortes Licht nicht gleich durch alle Nebel bricht, daß Spotter seine Wahrheit schmähn; die Lehre Jesu wird beftehn: sie ist von Gott. 6. Seht Gottes Sonne: fie erhellt nicht gleich auf einmal alle Welt. Laßt, Christen, unsers Lichts uns freun, und Gott durch Thaten dankbar seyn! den Dank liebt er. 7. Lobsingt, lobfingt dem Herrn, und freut, ihr Chrider Ewigkeit, da wird allein ein Hirt und eine Heerde seyn. Lobsingt dem Herrn! Heerd', daß ihre Seel' auch selig werd'. 2. Erfüll' mit deinem Gnadenschein, die in Irrthum verführet seyn, auch die, so heimlich angethan, in ihrem Sinn, mit falschem Wahn. 3. Und was sich sonst verlaufen hat von dir, das suche du mit Gnad', und ihr verwundt Gewissen heil', laß fie am Himmel haben Theil. 4. Den Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr', die nicht bekennen wollen frey, was ihres Herzens Glaube sey. 5. Erleuchte, die da sind vers blendt; bring' her, die sich von uns getrennt; versammle, die zerstreuet gehn, mach' feste die im Zweifel stehn. J. Herrmann. Mel. Herr Jesu Christ, mein's ic. Jesu Christe! 387.D wahres Licht, erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner 6. So werden sie mit uns zugleich, auf Erden und im Himmelreich, hier zeitlich und dort ewiglich, für solche Gnade preisen dich. J. S. Diterich. Met. Liebster Jesu, wir sind 2c. 388.heuer fey mit almein Heiland, deine Lehre. Gib, daß ich mit Folgsamkeit treulich ihre Vorschrift ehre, dem, was sie verheißet, traue, fest mein Hoffen darauf baue: 2. Nur bey deiner Wahrheit Licht lernen wir Gott recht erkennen, ihn mit froher 3uversicht unsern Gott und Bater und der christlichen Kirche. 277 Bater nennen, und nach sei-| mich lehret! Dank, ja ewig nem heil'gen Willen unsre Dank sey dir für den Trost, Pflichten treu erfüllen. 3. Was die Weisen dieser Welt von dir nicht erforschet haben, das hast du ins Licht gestellt und durch deines Geistes Gaben bringst du es in unsre Seelen, daß wir Heil und Leben wählen. 4. Du entdeckst uns unsre Schuld, und der Sünde großen Schaden, aber auch des Höchsten Huld und den Reichthum ſeiner Gnaden; lehrſt 389.War Gott nicht aller mit uns diese Zeit, so soll Israel sagen: wär' Gott nicht mit uns diese Zeit, wir hätt'n müss'n verzagen, die so ein armes Hauflein sind, veracht't von so viel Menschenkind, die an uns sehen alle. 2. Auf uns ist so zornig ihr Sinn, wo Gott hätt' das zugeben, verschlungen hätten fie uns hin mit ganzem Leib und Leben: wir wär'n, als die ein' Fluth ersäuft, und über die groß Wasser läuft und mit Gewalt verschwemmet. gnädige Vergebung finden. 5. Huldreich rusest du uns zu: kommt zu mir, beschwerte Seelen! es soll euch zu eurer Ruh' nicht am Troste bey mir fehlen; wollt ihr anders von mir lernen, euch von Sünden zu entfernen. 6. Herr, dein Evangelium hat viel tausend, tausend 3eu gen, die zu deines Namens Ruhm dankbar ihre Kniee beugen, daß du noch dein Wort erfüllest und der Seele Kummer stillest. den es gewähret! werd' ich einst zu dir erhoben, will ich würdiger dich loben. 7. O nimm gnådig an den Dank, den ich dir voll Ehrfurcht bringe. Höre meinen Lobgesang, den ich hoch erfreut dir singe; du, du heilst auch mich aus Gnaden von der Sünde großem Schaden. 8. Köstlicher als Gold, sey mir, was dein göttlich Wort 9. Stets, so lang' ich hier noch bin, will ich dir zur Ehre wandeln; täglich mit verneutem Sinn nur nach deinem Willen handeln; so nimmst du mich einst im Scheiden auf zu deinen höhern Freuden. M. Luther. In eigner Melodie. 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, daß ihr Schlund uns möcht' fangen; wie ein Vogel des Stricks kommt ab, ist unser Seel' entgangen; Strick ist entzwey und wir sind frey; des Herren Name steh' uns bey, des Gotts Himm'ls und der Erden. C. F. 27. Von dem C. f. Gellert. Mel. Ein' feste Burg ist unser ic. enn Christus 390. W seine Kirche schüßt, so mag die Hölle wuthen: er, der zur Rechten Got 391. Mir Menschen zu dem, tes hat zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah'; wenn er gebeut, steht's da. Er schuhet seinen Ruhm und hält das Christenthum. Mag doch die Hölle wüthen. 278 Worte Gottes und Muth im Tod: was will uns denn erschrecken? D. Denike, verbessert von J. S. Diterich. Met. Sey Lob und Ehr' dem zc. o Gott, was geistlich ist, untüchtig. Dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig; wir wissen und verstchn es nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den 2. Gott sieht die Fürsten auf 2. Drum hast du vormals ausgesandt Propheten, deine Knechte; sie machten in der dem Thron sich wider ihn em- Weg zu dir nicht zeiget. poren, die den Gesalbten, seinen Sohn, den Herrn der Welt, nicht ehren. Sie schåmen sich des Worts, des Hei- Welt bekannt dein Heil und lands, unsers Horts; sein deine Rechte. Zuletzt ist ſelbst Kreuz ist selbst ihr Spott. dein lieber Sohn, o Vater, Doch ihrer lachet Gott; sie von des Himmels Thron gemögen sich empören! kommen, uns zu lehren. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrift mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sey Jesus Christ! Wer hier sein Junger ist, sein Wort von Herzen hålt, dem kann die ganze Welt die Se ligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß betecken. Der Herr, der starke Gott, hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Noth, und Kraft 3. Für solches Heil sey, Herr, gepreist! laß uns dabey verbleiben und gib uns deinen guten Geist, daß wir dem Worte glauben, daß wir's annehmen jederzeit mit Ehrfurcht, Treu' und Willigkeit, als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der Frevler frecher Spott uns nicht vom Wort abwende; denn du bist ein gerechter Gott und strafft gewiß am Ende. Erweck uns durch der Wahrheit Kraft, und was sie Gutes in uns schafft, das laß uns treu bewahren. 5. Herr, und der christlichen Kirche. 279 5. Herr, öffne du Verstand| aus, was dir, Herr, nicht und Herz, daß wir dein Wort gefällt; hilf uns die Sor recht fassen, in Lieb' und Leid, gen dieser Welt und böse Luin Freud' und Schmerz es ausste dampfen. der Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein, nein, auch desselben Thåter seyn, Frucht hundertfältig bringen. 8. Dein Wort erhalt' uns flar und rein, und laß es unsern Füßen ein Licht auf unsern Wegen seyn; hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rath und Trost in aller Noth, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. 9. Laß sich dein Wort zu deiner Ehr', o Gott, sehr weit ausbreiten! Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr' erleuchten mög' und leiten! O heilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken immerfort Lieb', Hoffnung, Trost und 6. Geist Gottes! mache felbst uns gleich allhier dem guten Lande, daß wir, an Zugendfrüchten reich, in unserm Umt und Stande stets Gutes üben in Geduld, bewahren deine Lehr' und Huld in einem frommen Herzen. 7. Laß uns, dieweil wir le ben hier, den Weg der Sünder meiden. Gib, daß wir halten fest an dir, im Wohlstand wie im Leiden. Rott' Glauben. 28) Lieder zum allgemeinen Gebrauch bey dem öffentlichen Gottesdienste. Sonntagslieder. T. Becker, verbesſert von G. J. 3ollikofer. Mel. O heilige Dreyfaltigkeit zc. Herrn, auf, alle Welt! daß ihr zu seinem Dienst euch stellt, das will ja, Christen, eure Pflicht; kommt vor sein Untlig, säumet nicht. 2. Der Herr ist Gott, nehmt's wohl in Acht, nicht wir, der Herr hat uns gemacht zu Schaafen, die er nährt und pflegt, schützt und in seinen Armen trägt. 3. Die ihr begehrt des zu seinem Tempel ein! Bon feines großen Namens Ruhm erschall sein ganzes Heiligthum. 4. Der Herr sey euer Lobgesang! Mit reinem Herzen opfert Dank. Lobsingt und danket allesammt! Gott preis sen ist ja unser Amt. 5. Er 280 28. Lieder zum allgemeinen Gebrauch 5. Er ist voll Gut' und Freundlichkeit, voll Lieb' und Treu' zu jeder Zeit. Denn seine Hulo erfreut uns hier, und währet dort auch für und für. Ch. Ch. Sturm, verbessert von D. Bruhn. 6. Dein Tag sey mir ein Denkmal deiner Güte; er bring' mir Heil und lenke mein Gemüthe auf jenen Trost, den uns dein Sohn erworben, da er gestorben. 7. Dich bet' ich an, du Todesüberwinder! der du an diesem Tag zum Heil der Mel. Herzliebster Jesu, 2c. Seligkeit nicht kannten, vom Grab erstanden. 393.Dies ist der Tag Sunder, die Gott und ihre zum Segen eingeweihet. Ihn feyert gern, wer deiner, Gott, sich freuet. O laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubeten. 8. Es feyre dankbar diesen Tag die Erde, daß jedes Land voll deines Ruhmes werde! Lob sey, Erldser, deinem gros ßen Namen auf ewig. Amen. D. Nic. Selnekker, G.3.3ol. likofer, und C. F. Loßius. Mel. Erschienen ist der herri. c. oder: Am Sabbath früh zc. eut', Christen, ist der Tag des Herrn, Geschäft und Müh' sey von euch fern; verhindert euch mit Arbeit nicht, kommt vor des Höchsten Angesicht. Hallelujah. 394.H 2. Dich rühmt der Lobgefang der Himmels- Heere! Auch unser Tempel schall' von deiner Ehre, auch unser Dank und unsers Geistes Flehen soll dich erhöhen. 3. Wie freu' ich mich, da, wo gerührt die Deinen anbetend vor dir stehen, zu erscheinen, und wo dein Lob von der Erlösten Zungen froh wird besungen. 4. Mit Undacht will ich, Höchster, vor dich treten. Ich weiß, du liebst, die kindlich zu dir beten. Dein heilig Recht, das deine Boten lehren, das will ich hören. 5. Auch folgen will ich ihm, nicht blos es hören, und von der Sünde mich zu dir bekehren. Regiere mich, daß meine ganze Seele zum Ziel dich wähle. 2. Kommt, betet euren Schöpfer an, und rühmt, was er an euch gethan; ihn preisen ist der Christen Pflicht: brum, Christen, auf, vers säumt sie nicht. Hallelujah. 3. Rühmt Gottes Weisheit, Kraft und Rath, ihn, der aus Nichts erschaffen hat den Himmel und die ganze Welt, und alles, was sie in fich hålt. Hallelujah. 4. Rühmt 281 ben dem öffentlichen Gottesdienste. 4. Rühmt ihn, daß er aus| ben Gott von Herzensgrund. weisem Nath den Menschen Hallelujah. auch erschaffen hat, und ihn nach seinem Ebenbild, mit Weisheit und Verstand er füllt. Hallelujah. 5. Erkennt, um dankbar ihm zu seyn, daß seine Baterhulo allein auch euch erhält und was euch nüht, als Bater gibt, euch nahrt und schugt. Hallelujah. 8. Daß wir getrost durchs Leben gehn, der bessern Welt entgegen sehn, und nach der kurzen Grabes- Nacht aufstehn in Herrlichkeit und Pracht. Hallelujah. 9. Auf, freut euch, daß von diesem Tag die Lehre Jesu nach und nach durch Geistes Kraft und Lehrer Mund ward unter allen Völkern kund. Hallelujah. 10. Ja, freudig laßt uns ihn begehn, den Tag, und hin zum Tempel gehn, als Christen, wie aus einem Mund erhe11.OGott, der du der Erde Kreis erschaffen haft zu deinem Preis, uns auch bewahrt so manches Jahr in vieler Trubsal und Gefahr. Halles lujah. 12. Hilf, daß wir alle deine Werk', voll Weisheit, Güte, Macht und Stárk erkennen und je mehr und mehr ausbreiten deines Namens Ehr'. Hallelujah. 13. 6. Rühmt auch, daß heute Jesus Christ vom Tode auferstanden ist, der durch die liebster Heiland, Jes Größe seiner Macht das Le- fu Chrift! der du vom Tod erben an das Licht gebracht. Hallelujah. 7. Du Sieger über Tod und Grab, der sich für uns zum Opfer gab, laß uns der Wohlthat wurdig seyn, und mach' uns von den Sünden rein. Hallelujah. standen bist, du haft das Leben uns gebracht, unsterblich haft du uns gemacht. Hallelujah. 14. Laß deiner Auferstehung Kraft, die neues Leben in uns schafft, uns mit dem hohen Trost erfreun, einst ewig, Herr, bey dir zu seyn. Halles lujah. 15. O heil'ger Geist! laß uns dein Wort so hören heut' und ferner fort, daß sich auch stets durch deine Lehr' Glaub', Lieb' und Hoffnung in uns mehr. Hallelujah. 16. Erleucht' uns huldvoll durch dein Licht; versag' uns deinen Beistand nicht, all unfer Thun auch so regier', daß wir Gott preisen für und für. Hallelujah. 17. Gott Vater, Sohn und Geist verleih', daß dieser Tag dir heilig sey; sey unser Trost in 282 28. Lieder zum allgemeinen Gebrauch in aller Noth, stårt' uns im] empfind' in dir den Himmel Leben und im Tod. Halleluj. schon auf Erden; so werd' ich Mel. Allein Gott in der Höh' c. nach der Prüfungszeit, zur oder: Gott Lob, ein Schritt ic. Ruh' in deiner Seligkeit, zu euch mich, deinem Anschaun kommen! 395. Heiliger, zu B. F. Röhler. dir, am Tage deiner Ehre! Wel. In dich hab' ich gehoffetic. gib, daß ich heut' mit Lernbe- 396.Vopreis ich ganzer gier, dein Wort erkenn' und hore. Laß diesen Ruhetag allein dir, o mein Gott, geheiligt seyn, geheiligt deinem Ruhme. 2. Es freue meine Seele sich, hin in dein Haus zu gehen. Dein göttlich Wort erleuchte mich; laß schmecken mich und sehen, wie freundlich du, mein Vater, bist, wie dein Gesetz nur Liebe ist, und selig, wer dir folget. dich, Herr, der du mich so väterlich bis diesen Tag erhalten; laß für und für noch über mir dein Baterauge walten. 2. Du schenkst uns Leben, Glück und Ruh': gibst Kraft zur Pflicht und schaffst darzu das Wollen und Vollbringen. Wird dein Gedeihn uns nicht erfreun: so kann uns. nichts gelingen. 3. Dann, wann der Wahrheit Lehrer mir den Weg zum Himmel zeigen, dann laß mein Herz empor zu dir in heißer Andacht steigen. Gib Lernbegier, Lust und Verstand; daß mir dein Wille recht bekannt, dein Rath mir heilig werde. 3. Du schusst und du regierst die Welt nach deinem Rath, wie dir's gefällt; du lenkst der Menschen Herzen. Sey auch mein Licht, und laß mich nicht, Gott! deine Huld verscherzen. 4. Gib, daß des Wortes Geist und Kraft mein ganzes Herz durchdringe, und ich treu und gewissenhaft, was du mich lehrst, vollbringe. Laß mich durch deinen Unterricht stets eifriger in meiner Pflicht, im Glauben stårker werden. 5. So, wird dein Tag, o Bater, mir ein Tag des Segens werden; so seb' ich, und 4. Dein Wort lehrt mich des Lebens Pflicht: doch, wie so oft noch fühl ich nicht die Mångel meiner Seele. Ach, Gott der Huld, vergib die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. 5. Berstand und Herz ist fehlerhaft. Bald fehlt mir Licht, bald fehlt mir Kraft, mich weislich zu regieren; brum bitt' ich dich: laß, Höchster, mich 283 bey dem öffentlichen Gottesdienste. mich selbst deine Weisheit keit der Zungen die Völker der führen. 6. Herr! dessen Treu' uns ewig liebt, laß mich beym Segen, den sie gibt, auf dich, den Geber, schauen. Selbst, ganzen Welt versammlet hast in Einigkeit des Glaubens. Hallelujah! Hallelujah! wenn du ſchlägst und Kreuz 399. Herre Gott, auflegst, laß mich verin trauen. 7. Gib, daß ich meine Lebenszeit nur dir mit ganzem Ernst geweiht, in deiner Furcht vollbringe; bis ich einst dir bort für und für Lob, Preis und Ehre singe. J. F. Schmidt. Met. Heilig ist Gott der Vater 2c. ie lieblich ist's wo man den Ew'gen preist, den Vater, Sohn und heil'gen Geist. Uebersegt von M. Luther. In eigner Melodie. Ewigkeit, sey uns Sündern gnädig! 2. Christe! aller Welt Heiland, unser Trost, mach' uns alle von Sünden los. 3. Gott heiliger Geist! theil uns mit Weisheit, Glaub' und Liebe allermeist, gib göttliche Gerechtigkeit. 2) Besondere Lieder. Weih= nachtszeit. m. Bohm. In eigner Melodie. eilig ist Gott der 40 400.$ Bater! Heing 2. Wie macht mich ein Tag hier so froh! Reizen tausend andre Tage so? Herrlich ist's, Gott zu verehren. ist Gott der Sohn! Heilig ist Gott der heilige Geist! 3. Des Himmels Vorschmack 2. Er ist der Herr Gott find' ich hier! den traurigsten Bebaoth; alle Land' sind seiHerzen schwinden hier Berner Ehren voll. Hosianna druß und Schmerzen. Bey dem Anfange des Gottesdienstes. 1) Allgemeine Lieder. Berdeutscht von 11. Luther. J. Spangen'd' viz In eignoce. 398. Seit! Erful 401. Sams die Herzen deiner Glaubigen, und entzünd' in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe; der du durch Mannichfaltigin der Höhe! 3. Gelobet sey der da kömmt im Namen des Herrn Hosianna in der Höheren la dir schreyen wir in der Noth; durch deine große Barmher zigkeit erbarm' dich über uns! 2. Chris 284 28. Lieder zum allgemeinen Gebrauch 2. Christe, wollst uns erhö-| 2. O Lamm Gottes! unren, für uns bist du gebo- schuldig ic. Erbarm' dich un ren von Maria, erbarm' dich ser, o Jesu! über uns! 3. Herr, vergib uns unsre Sünde, hilf uns in der leßten Stunde, der du für uns bist gestorben, erbarm' dich über uns! In der Fasten. 3. Arndt, verbessert von J.. Paulmann. Mel. Nun freut euch, lieben sc. err Jesu, deine 402. Angst und Pein und deine schweren Leiden, laß allzeit uns vor Augen seyn, die Sünde zu vermeiden. Laß uns an deine große Noth, an deinen martervollen Tod, so lang' wir leben, denken. t 2. Jezt wollen wir voll Dankbarkeit, von Herzen dir lobsijen, und wenn du zu der Seligkeit uns wirst der einsten bringen: so wollen wir dort noch vielmehr mit deinem ganzen Himmels- Heer dich, Jesu, ewig loben. Nicol. Decius. In eigner Melodie. 402 Lamm Got tes! unschuldig urch Stamm des Kreuzes geschichtet, allzeit gefunden geduldig wie wohl du wurbest verachtet: all' Sund' hast du getragen, sonst müßten wir verzagen: erbarm' dich unser, o Jesu! 3. Lamm Gottes! unschuldig zc. Gib uns deinen Frieden, o Jesu! Ch. Ch. Sturm. Me 1. Herr Jesu, meines Leb. sc. Leiden 404. Abenten wir, Erlöser, jezt und danken dir, daß du so willig ihre Last, zu unserm Heil getragen hast. 2. Auch uns zu gut, o Herr, betrat dein Fuß den schmerzensvollen Pfad. Auch uns strömt Besrungskraft und Ruh' aus deinem bittern Leiden zu. 3. Daß Gott uns als ein Vater liebt, gern Neuenden die Schuld vergibt; daß unsre Seele ewig lebt, und sich zur bessern Welt erhebt; 4. Daß deine Lehre fest bes steht, und daß dein Reich nie untergeht; den großen Trost von unsern Gott, bringt, o Erlöser, uns dein Tod. 5. Und wir, wir glaubten an dich nicht? Herr, ohne sichern Trost und Licht, mit ungewissen Schritten geht des Lebens Pfad, wer dich vers schmäht. 6. Mit Dank und Freude. folgen wir, dir unserm Freund und Retter, dir; und du wirst uns, wenn wir dich sehn zur ew'gen Seligkeit erhöhn. bey dem öffentlichen Gottesdienste. In eigner Melodie. 405.en gegrüßt, Jesu, du einiger Trost, in dieser Zeit deines Leidens groß, gib den From men Beständigkeit und den armen Sündern Barmherzigkeit. 2. Gott, du heilige Dreyeinigkeit, dich lobet alle ChriIn eigner Melodie. stenheit, erlöst durch des Kreu- 408.yrie, Gott Bater in Ewigkeit! Bitterkeit; mach' uns selig, Herr, Gott, in Ewigkeit. S. Heyden. Mel. O Mensch, bewein' dein sc. o laßt uns Jesu dankbar seyn, ihm, der für uns litt' solche Pein, nach seinem Willen leben. Laßt uns seyn aller Sünde feind und da sein Wort uns helle scheint, nach Licht und Wahrheit streben. Die Lieb' erzeigen jedermann, wie Christus hat an uns gethan durch Leiden und durch Sterben; so sind wir sein hier in der Zeit und einst noch in der Ewigkeit auch seines Reiches Erben. 285 Christ, daß du vom Tod erstanden bist! Lob sey dir, Herr der Herrlichkeit, von Ewige keit zu Ewigkeit. Hallelujah! 3u Pfingsten und andern Zeiten. Robertus, König von Franke reich, verdeutscht von J. Spane genberg. Zur Osterzeit. J. G. Lindner. Mel. Erschienen ist der herrl. 2c. oder: Am Sabbath früh zc. 1) Allgemeine. Mel. Kommt her zu mir zc. 409.2' ch! Herr Gott, gib uns deinen Geist von oben, der uns Beis stand leist't im Hören und im 407.Deineiland lebt, Lehren; die Sünd' vergib, Andacht verleih', bereite, daß es sey munter zu deinen Ehren. 2. Den Glauben mehr', die Hoffnung stårk', laß unfre Seel' bey diesem Werk zu dir, Gott! Wohl dir in Zeit und Ewig feit! Das Grab ist leer, der Sieg ist sein, und wir, o Jefu, wir sind dein! Hallelujah! 2. Gelobet seyst du, Jesu groß ist deine Barmherzige Feit, aller Dinge Schöpfer und Regierer! Eleison. 2. Christe, aller Welt Trost! uns Sunder allein du hast erlöst: o Jesu, Gottes Sohn, unser Mittler bist du im höchsten Thron: zu dir schreven wir aus höchster Begier: Eleison. 3. Kyrie, Gott heiliger Geist! fröst, stårt uns im Glauben allermeist, daß wir am letzten End' fröblich abscheiden aus diesem Elend. Eleison. Kanzellieder und zwar: 286 28. Lieder zum allgemeinen Gebrauch Gott! sich erheben. Gib, daß| stand, daß uns dein Nam' wir nicht Hörer allein, son- werd' wohl bekannt. dern auch wahre Thater seyn, und nach dem Worte leben. m. Dolz. Mel. Laßt und alle fröhlich c. lles Gute kommt 3. Bis wir singen mit Got tes Heer: heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht in ew'ger Freud' und sel'gem Licht. von 4. Ehr' sey dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron, der heiligen Dreyeinigkeit sey Lob und Preis in Ewigkeit. ne du: die Lehren, die wir, o du guterGott! jeho werden hören. 2. Segne du an uns dein Wort, daß wir's thåtig ehren. Dann wird sich auch immerfort Tugend bey uns mehren. Paulus der Apostel Eph. 2.4.5. verdeutscht von M. Luther. In eigner Melodie. 411.ott, der ba reich ist von Barmherzigkeit, durch seine große Lieb', damit er uns geliebet hat. Da wir todt waren in den Sünden, hat er uns samt Christo lebendig gemacht, zu erweisen den überschwenglichen Reichthum seiner Gnade durch Jesum Christ. Wilh.11.Herzogz.S.Weimar. In eigner Melodie. err Jesu Christ, 412.5 dich zu uns wend', dein'n heil'gen Geist du zu uns send': mit Hülf' und Gnad', Herr, uns regier', und uns den Weg zur Wahrheit führ'. 2. Thu auf den Mund zu deinem Ruhm; befördre wahres Christenthum, den Glauben mehr', stårt' den VerD. Schiebeler. 413.Ungeficht haben Mel. Liebster Jesu, wir sind: c. err, vor deinem wir uns jezt versammlet, du verwirfst die Bitten nicht, die dein Volk dir, Höchster, staminlet. Hor' auch unsre schwachen Lieder, und sieh gnädig auf uns nieder. 2. Laß das Wort, das hier erschallt, unsern Widerstand bezwingen, und mit göttli cher Gewalt tief in unsre Herzen bringen. Laß es unsern Sinn erneuen und des Irrthums Macht zerstreuen; 3. Daß, von Eifer ganz ents brannt, wir, was du befiehlest, üben, dich und den, den du gesandt, Christum, den Erlöser, lieben; daß kein Schmerz und keine Freude. uns von deiner Liebe scheide. J. A. Cramer. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu zc. ier sind wir, Gott, und flehn 414.5 um bey dem öffentlichen Gottesdienste. 287 um Licht, verweigre deinen ten, Flehn und Singen, laß, ( Geist uns nicht; laß uns dein Herr Jesu, wohl gelingen. heiligs Wort verstehn, und freudig seine Wege gehn! 2. Erleuchte deine Lehrer nun und ihre Hörer; lehr' uns hun, was uns, o Herr, dein Wort gebeut, was Frucht bringt für die Ewigkeit. 4. Bater, Sohn und heil'ger Geist, dir sey ewig Preis und Ehre; tröst' die Herzen allermeist mit dem Wort der reis nen Lehre, hier in diesen Sterblichkeiten, bis wir dort dein Lob ausbreiten. 3. Daß wir im Glauben stark, und frey von aller Sund' Günd und Heucheley, dir 416. Michanderstä 5. E. Seeren. Wel. Wer nur den lieben Gott zc. Freuden dienen unsre Lebenszeit in Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Erhör' uns! unser Lobgefang gefalle dir und unser Dank, bis wir vor deinem Throne stehn, und dann vollkommen dich erhöhn. T. Clausniger. In eigner Melodie. te, wo, Bater, deine Ehre wohnt, und wo, wenn ich mit andern bete, auch mich dein Gnadenblick belohnt, und Hoffnung jener Seligkeit, die mich dereinst bey dir erfreut. 2. Dein Wort sey mächtig hier verkündigt, dem Fromwir den Leid betrübt; dem Halbbekehrten, der noch sündigt; dem Frevler, der die Laster liebt; dem Heuchler, der sich schwer bekehrt; dem 3weifs ler, der die Wahrheit ehrt. find hier, dich und dein Wort anzuhören. Lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsterniß umhullet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet: gutes Denken, gutes Tichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. Gib dem, der deine Lehren predigt, zum Vortrag deines Wortes, Licht; er sey von Menschenfurcht entledigt, und rede frey, nach seiner Pflicht. Sein Beispiel lehre, wie sein Muns. Des Lebens Weg werd' allen fund. Gesang der böhmischen Mach' uns allefammt bereit, öffne Herzen, 417.heit und Leben, Brüder. In eigner Melodie. Christe! Mund und Ohren; unser Bitwir 3. O du Glanz der Herrlich keit, Licht vom Licht aus Gott 288 28. Lieder zum allgemeinen Gebrauch wir bitten, du wollest geben deinen Geist von oben, mit seinen heiligen Gaben, daß dein Wort mög' hier auf Erden rein verkündiget werden; 2. Daß die Predigt, so vorhanden, von uns werde 419. recht verstanden. Laß sie uns durchdringen, viele Tugendfrüchte bringen, zu Lob und Ehr' deinem Namen hier und einst ewig. Amen! 2) Besondere Kanzellieder. Bur Adventszeit. M. Weiß, verbessert von C. f. Loßius. In eigner Melodie. reis, Lob und Herrlichkeit sen dir von uns geweiht, jezt und in Ewigkeit, Sohn Gottes, Jesu Christ, der du Mensch worden bist. 2. O laß uns deine Gut mit dankendem Gemüth erkennen jederzeit, daß fie uns noch erfreut einst in der Seligkeit. J. A. Cramer. Mel. Liebster Jesu, wir sind ic. ir erscheinen 418.Mit iezt vor dir, dich, o Vater, zu verehren, und in deinem Tempel hier auf dein heilig Wort zu hòren; von der Welt uns zu entfernen und der Wahrheit Weg zu lernen. 2. Gib uns deinen Geist, o Gott, und durch ihn den wahren Glauben; nimmer laß der Låstrer Spott die ses Segens uns berauben! Gib auch Licht und Muth und Stärke uns zu jedem guten Werke! 3. Hilf, daß alle Sünder sich durch dein Wort zu bir bekchren, und wir alle Gott, durch dich gern vollbringen, was wir hören; alle fromm durch dich auf Erden, und im Himmel felig werden! Auf Weihnachten. M. Luther, umgearbeitet von C.F. Loßius. 420.2% Mel. Vom Himmel hoch da ic. Sch mein herzlies bes Jefulein, dir will ich ganz mein Herze weihn; will dein gedenken, dein mich freun: will dein im Tod und Leben seyn. 2. Sezt feyr' ich in der Sterblichkeit, den Tag, der alle Welt erfreut. Wirst du uns einst zu dir erhöhn, werd' ich ihn freudiger begehn. 3. Lob, Ehr' sey Gott, im höchsten Thron, der uns schenkt seinen ein'gen Sohn, deß freuet sich der Engel Schaar, und singen uns solch neues Jahr. M. bey dem dffentlichen Gottesdienste. 289 Erden; daß wir, o geschah' es bald! Himmelsbürger werden. 3. Er wird arm, wir werden reich, schenkt uns wahre Güter; wird uns Erdbewohs nern gleich, nennt uns seine Brüder. M. Luther, umgearbeitet von C. F. Loßius. Mel. Der Tag, der ist so freudenr. in Kind, ein 421.in Sohn ist uns nunmehr zu unserm Heil geboren von einer Jungfrau, die der Herr zur Mutter auserfohren. Wår dieses Kind uns nicht gebor'n, so wär'n wir allzumal verlor'n: das Heil ist unser aller. Ey, du füßer Jesu Christ, der du Mensch geboren bist, behüt' uns für der Hölle. 4. O, Herr Christ, nimm un frer wahr durch dein'n heil gen Namen! gib uns ein gut neues Jahr; wer's begehrt, sprech' Amen! C. f. Loßius. Mel. Das neugeb. Kindelen ic 424.Spreis ihm, der ist und der da war! I. p. uz. Mel. Der Tag, der ist so zc. Preis ihm, mit diesem neuen 422.Hallelujah! Denn Jahr! denn seine Güte, ſeine uns mit jedem Treu' wird Tage neu. uns ist heut' ein göttlich Kind geboren! Von ihm kommt unsre See ligkeit; wir waren sonst verLoren! Um Himmel hätten wir kein Theil, wenn nicht zu unser aller Heil, dies Kind geboren wäre. land, Jesu Christ, der du unser Bruder bist, dir sey Lob, Preis und Ehre. 2. Preis ihm, der uns als Bater liebt, uns seinen Sohn zum Heiland gibt; wie folr er, der so viel gethan, sich nicht auch unsrer nehmen an? 3. Ja, Jesu, voller Freudigfeit nah'n wir durch dich zum Bater heut'. Wir fürchten weder Feind noch Noth; Hal lelujah, mit uns ist Gott! Aufs Fest der Erschei nung Christi. M. Altenburg, verbessert von C. M. f. Gebhard. In eigner Melodie. Auf das neue Jahr. V. 2. von Seckendorf. umge: arbeitet von C. S. Loßius. 423.& fich feyn! Jesus 425. A In eigner Melodie. uns alle fröhist gekommen, uns zu tròften, zu erfreun. Freut euch all' ihr Frommen! 2. Er kommt hier in KnechtsGestalt als ein Mensch auf Jakobs Stamm ging einst sehr klar ein Stern auf, und ward offenbar: der Stern warst du, Herr Jesu Christ, der du nun unser Bruder bist. I Uuf! 290 28. Lieder zum allgemeinen Gebrauch 5. Wie es war im Anfang, jezt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. Auf! laßt uns freuen in dem Herrn. 2. 3u Bethlehem war ohne Pracht das göttlich große Werk vollbracht. Mit Wohlgefallen zeigte Gott: er wolle nicht des Sünders Tod. Auf! last uns freuen in dem Herrn. 3. Auch weise Heiden nahmen Theil an diesem Trost und großem Heil, und kündigten, was Gott gethan, entfernten Völkern fröhlich an. Auf! laßt uns freuen in dem Herrn. 4. Ja freu' sich, wer sich freuen kann; Gott siebt die Menschen gnädig an, durch Christum, der als Mensch erwird Gott verlorner Ein alt Lied, verbessert von C.F. Loßins. In eigner Melodie. Eleison, Menschen Freund. Auf! laßt 428. Krite Christe, Gleis uns freuen in dem Herrn. Auf das Fest der Reinigung Maria. Simeon. Luc. 2. 29. 32. verd. MI. Luther. In eigner Melodie. err, nun läsfest fon. Kyrie, Eleison. Nun seyd, Erlöfte, alle zu Gott dem Hers ren froh, daß er euch befreyt hat vom Verderben mit seis nem heiligen Blute, drum litt' er solche Marter für unsre Sünden. Kyrie Eleison. 426.5 du deinen Diener in Friede fahren, wie du gefaget hast. 2. Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet hast vor allen Völkern; 3. Ein Licht, zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volks Israel. 4. Ehre sey Gott, dem Vater und dem Sohn, und dem heiligen Geiste. Zur Fastenzeit. Agnus Dei, verdeutscht durch Mt. Luther. In eigner Melodie. 427. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm' dich unser! 2. Christe, du Lamm Gots tes ic. erbarm' dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes c. gib uns deinen Frieden, Amen! T. Clausniger. mel. Ach was soll ich Sünderze. 429. Laß, Herr Jefu, laß dein Leiden, deine Marter, Angst und Pein, meis ne letzte Zuflucht seyn, wann ich soll von hinnen scheiden. Hilf, daß ich durch deinen Tod sanft beschließe meine Noth. M. Weiß. Met. Christus, der uns felig zc. 430. bilf, Christe, Gottes Sohn! durch bey dem öffentlichen Gottesdienste. 291 durch dein bitter Leiden, daß| te, beste; wichtigste Geschäft wir dir stets unterthan, all' uns seyn, unsre Pflichten zu Untugend meiden; deinen vollbringen, nach der Heilis Tod und sein' Ursach' frucht- gung zu ringen. barlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken. Der Böhmischen Brů, der Gesang. Verbessert von M. Luther. In eigner Melodie. Auf Oster n. 433. Christ ist erstanJ. W. Sacer, verbessert von C. F. Loßius. In eigner Melodie. flso heilig ist der 431.2 Tag, daß niemand ihn genug erheben mag; weil der einige Gottes Sohn heut' über Holl' und Tod den Sieg erlangt, und seine Christenheit von Sünde und vom Tod befreyt. Das that Jesus Christus. Gelobt sey Gott! G.. Demme. Mel.Bist willkommenHeil der ic. 432. Jeſus Christus ift erstanden! stromt in des Grabes Nacht! Er ist frey von Todesbanden und sein großes Werk vollbracht. Ja, der Sieg ist nun errungen und der letzte Feind bezwungen. 2. Stimmt nun keine Trauerlieder mehr bey MenschenGrävern an. Wir betreten sterbend, Brüder, eines bessern Lebens Bahn; zu der Wahrheit lichten Höhen müssen wir durch Gråber geben. 3. Drum, an Jesu Siegesfeste laßt uns das Gelübd'erneun; hier schon soll das größden von der Marter alle; deß soll'n wir alle froh seyn; Christ will unser Trost seyn. Kyrie eleison! 2. War' er nicht erstanden, so wår' die Welt vergangen; seit daß er auferstanden ist, so loben wir den Herrn Jefum Christ. Kyrie eleison! 3. Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! deß soll'n wir alle froh seyn. Christ will unser Trost seyn. Kyrie eleison! Verbessert von C. F. Loßius. In eigner Melodie. 434. bristus ist er standen von des Todes Banden, hat als Held, nach blutger Schlacht, nun den Sieg davon gebracht. 2. Ach mit seinem Blute hat er, uns zu gute, jenen großen Kampf gekämpft, und der Feinde Macht gedämpft. 3. Nun hat er gebunden, herrlich überwunden. Hou und Teufel, Sund' und Tod sind gemacht zu Schand' und Spott. 4. Holt', wo ist dein Nachen? Tod, was kannst du machen? Teu£ 2 292 28. Lieder zum allgemeinen Gebrauch Teufel, wo ist dein' Gewalt, damit du hast 3. Sott fey Ehr gegeben, 437. Suhr mein Hei5. en der uns Sieg und Leben hat geschenkt durch Jesum Christ, der vom Tod erstanden ist. J. 17. Bes. land auf, um Gaben zu empfangen. Zu ihm blickt nun mein Geist hinauf mit freudia gem Verlangen. Da, wo mein Resus ist mein es Met. Jesus Christus, unser 2c. 435. I gab sich in den schwingt zu ihm ſich himmelwärts von dieser eitlen Erde. Tod; er, auferweckt von Gott, ist auferstanden. Wir entgehen auch den Banden des Todes, der ihn nicht hielt. 2. Er, der Heil'ge starb zu unserm Heil: wir haben nun auch Theil an ſeinem Leben; wenn wir uns ihm ergeben, ist Gott, durch ihn, unser Freund. 5. E. Seeren. Mel. Nun freut euch, lieben Mel. Christ ist erstanden 2c. 436. hrist fuhr gen Himmel: was fandt' er uns hernieder? Er sandt' uns seinen heil'gen Geist, zum Trost der armen Christenheit. Kyrie eleison! 2. Hollelujah! Hallelujah! Hallelujah! deß soll'n wir alle froh seyn; Christ will unser Troft seyn. Kyrie eleison! 2. Uch, Herr, verleihe du mir Kraft, nach deinem Reich zu ringen. Dein Geist, der Gutes in uns schafft, helf' uns den Kampf vollbringen, und führ', am Ende dieser Zeit, uns dann in jene Ewigkeit zu deinen Himmelsfreuden. Auf das Pfingstfest. M. Luther. In eigner Melodie. 3. Er hat Gottes Willen kund gemacht, des Vaters Rath vollbracht, und uns 438.Nun bitten men wir ist er ges kronet mit Majestát und Gewalt! heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist; daß er uns bes hüte an unserm Ende, wenn wir heimfahren aus diesem Elende. Kyrie eleison! Auf das Fest der Himmelfahrt Jesu. C. Solius. 2. Du werthes Licht, gib uns deinen Schein, lehr' uns Jesum Christ erkennen allein; daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zu dem rechten Vaterland. Kyrie eleison! 8. Du süße Lieb'! schenk' uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst; daß wir uns von Herzen einander lieben, Gottesdienste. 293 Auf das Trinitatis- Fest. C. F. Loßius. Me 1. Jesaia, dem Prophetenze. 440. oll heiligen 440. Vo Entzücken daß in uns die Sinne nicht stand Jesaia, als er im Geist Jeverzagen, wenn der Feindhovah sitzen sah auf hocherhabwird das Leben verklagen. nem Thron im lichten Glanz, Kyrie eleison! des Kleides Saum erfüllt den Tempel ganz. Voll Ehrfurcht standen neben ihm, am Fuß des Throns, die Seraphim, J. S. Diterich. Mel. Nun bitten wir den heil. 16. ir bitten um 439. Wie heiligen Geist, welchen Jesus Christus uns verheißt, daß er uns behúte vor falscher Lehre, alle, die im Irrthum sind, bekehre. Erbarm dich, Herr! und vor des unerschaffnen Licht bedeckten sie ihr Ungesicht mit ihren Flügeln; jezt durchdrang den ganzen Himmel dieser Hochgesang: Heilig ist Gott der Herr, Herr 2. Du, Geist der Weisheit Sebaoth! Heilig ist Gott der und der Kraft! mach' uns Herr, Herr Zebaoth! Heilig durch dein Wort auch tugend- ist Gott der Herr, Herr Zehaft; hilf, daß wir ihm glau-| baoth! Die ganze Welt ist voll ben, dem treuen Heiland, der von seinem Ruhm! Da zituns bringen will zum rech- terte das ganze Heiligthum, ten Vaterland. Erbarm' dich, die Weihrauch- Wolke dampfHerr! te hoch empor. bey dem öffentlichen ben, und in Friede auf einem Sinne bleiben. Kyrie eleison! 4. Du, höchster Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand' noch Tod! 3. Du, Geist der Lieb' und Einigkeit! mach' uns alle fammt dazu bereit, daß wir uns von Herzen einander lieben, gern verzeihen und nicht gern betrüben. Erbarm' dich, 441. Globet feber Auf das Fest Johannis des Taufers. Der Priester Zacharias. Luc. 2. 68-79, verd. M. Luther. In eigner Melodie. 4. Du, höchster Trost in aller Noth! hilf, daß wir nicht fürchten Grab noch Tod; laß, wenn wir einst sterben, uns nicht verzagen, sondern mach' uns frey von allen Plagen. Erbarm' dich, Herr! Gott Israel, denn er hat besucht und erlöset sein Volk. 2. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils, in dem Hause seines Dieners David. 3. Als er vor Zeiten geredet hat 294 28. Lieder zum allgemeinen Gebrauch hat durch den Mund seiner| jezt und immerdar, und von heiligen Propheten. Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen! Auf das Fest Mariá 4. Daß er uns errettete von unsern Feinden, und von der Hand aller, die uns hassen; Heimsuchung. 5. Und die Barmherzigkeit erzeigte Vätern, und Maria, die Mutter Jesu. Luc. 1, 46-55. verd. M. Luther. In neun eignen Melodiéen. eine Seele eachte an ſeinen heiligen Bund, 442. Merhebt den 6. Und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben; 7. Daß wir erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Lebelang, 8. In Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. 9. Und du Kindlein wirst ein Prophet des Höchsten heißen; du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest. 10. Und Erkenntniß des Heils gebeft seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden. 11. Durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe. 12. Auf daß er erscheine denen, die da siten in Finsterniß und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. 13. Lob und Preis sey Gott, dem Vater und dem Sohn, und dem heiligen Geiste. 14. Wie es war im Anfang, Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. 2. Denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen; | siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskind. 3. Denn er hat große Dinge an mir gethan, der da mächtig ist, und deß Name heilig ist. 4. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für, bey denen, die ihn fürchten. 5. Er übet Gewalt mit ſeinem Arm, und zerstreuet die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 6. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl, und erhebet die Niedrigen. 7. Die Hungrigen füllet er mit Gütern, und lässet die Reichen leer. 8. Er denfet der Barmherzigkeit und hilft seinem Dies ner Israel auf. 9. Wie er geredet hat unsern Batern, Abraham und sei nem Samen ewiglich. 10. Lob und Preis sey Gott, dem Vater und dem Sohn, und dem heiligen Geiste, 11. ben dem öffentlichen Gottesdienste. 295 Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 11. Wie es war im Anfang, wirf mich nicht von deinem jezt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen! Vor und nach dem Gebrauch des heiligen Abendmahls. E. Albertus. In eigner Melodie. 2. Tröste mich wieder mit deiner Hülfe, und der freudige Geist enthalte mich. Was sche mich wohl von meiner Missethat, und reinige mich von meiner Sünde. ank sagen wir alle, Gott, unserm Herrn Christo, der uns mit seinem Wort hat erleuchtet, und uns erlöset hat mit m. Schalling, verbessert von J. L. Paulmann. Met. Herzlich lieb hab' ich dich zc. or dir, feinem Blute von des Teufels 446. Vefu, steh ich Gewalt. 2. Dem sollen wir alle mit seinen Engeln loben mit Schalle, singen: Preis sey Gott in der Höhe! M. Luther. In eigner Melodie. hier! Mein Herz sehnt sich nach Trost bey dir! Was darf ich Armer sagen? Ach! groß ist meine Missethat; doch, Mittler, deine Huld und Gnad' låst Sünder nicht verzagen. Herr Jesu, dein Verdienst allein macht mich von allen Sünden rein, wann ich in wahrer Reu' und Buß' an dich glaub' und dir fall' zu Fuß: Herr, Jesu Chrift! Ich glaub' an dich, ich traue dir! Ich will mich bessern: hilf du mir! vor und nach der Eas techisation. 444. Sott sey gelobet und gebenedeiet, der uns selber hat gespeiset mit seinem Leibe und mit seinem Blute, das komm' uns, Herr Gott, zu gute. Kyrie eleison. 2. Gott geb uns allen seinen reichen Segen, daß wir gehn auf seinen Wegen, in rechter Lieb' und brüderlicher Treue, daß uns die Speis' nicht gereue! Kyrie eleison. König David. Pf. 51, 12-14. . elmbold, verbessert von J. F. Schmidt. In eigner Melodie. oder: Vom Himmel hoch da zc. err Gott, erhalt und 4. verdeutſcht 117. Luther. 447.Suns immerfort Mt. In eigner Melodie. chaffe in mir, dein und des Catechismus du haft dein Wort der Welt durch Luthern 2. Da nes Herze, und gib mir einen jungen neuen gewissen Geist. Ver- berrlich vorgestellt. 296 28. Lieder zum allgemeinen Gebrauch 2. Da lehrest du uns dein Gebot, lehrst uns beweinen Súnd' und Noth, und daß wir nicht vor Schmerz vergehn, auf Jes fum Christum glaubig sehn. 3. Da lehrest du: ,, mich rufet an, der allen helfen will und kann!" Du sagst uns, was das Wasserbad im Wort für sel'ge Folgen hat. 4. Auch lehrst du, wie man dern unsre Werke, daß wir uns nicht dürfen schämen bald ein Höhres vorzunehmen. 4. Jesu, leg' du selbst den Grund, Jesu, fahr du fort im Bauen, daß wir künftig, wie jetzund, können unsre Freude schauen, auch nach abs gehörten Lehren deine Ehre dort vermehren. met. Wie groß ist des Allm. ze. Buße thut, und würdig Jeſu 449.t und und sich Heil erwirbt, und christlich lebt und selig stirbt. 5. O laß uns diesen Unterricht! stets leucht' uns deines Wortes Licht! Mit diesen Kindern danken wir dir einst im Himmel, Herr, dafür. Met. Liebster Jefu, wir sind zc. un, Herr Gott, 448. Ngit Macht und Kraft zu dem vorgetragnen Worte. Was die Sünde in uns schafft, was uns führt zur Hollenpforte, laß uns mit erneuten Sinnen zu erkennen nun beginnen. 2. Wir sind noch den Kindern gleich, welche Hartes nicht verdauen; drum so muß zu deinem Reich uns die erste Stufe bauen, was wir, als die Milch der Lehren, aus dem Catechismus hören. 3. Hilf, Gott, unsrer Schwachheit auf, gib uns deinen Geist der Stárke, laß uns in dem Christenlauf so beförFreund der Frommen, du, des sen Freude Segnen ist! du heißest Kinder zu dir kommen: hier sind wir, liebster Jeſus Christ! o höre gnädig unser Lallen! Herr, unser Heiland! wir sind dein; wir haben Lust, dir zu gefallen, hier fromm und selig dort zu seyn! 2. O, Jesus Christus, deine Lehren, wie heilsam sind sie und wie schön! gib, daß wir sie begierig hören, und, was wir hören, recht verstehn! Kein Wort des Lehrers sey verges bens: Herr, segne seinen Un terricht! und leit' uns auf dem Weg des Lebens durch seine Hand mit deinem Licht. 3. Erweck mit Macht der Tugendtriebe, zu allem Guten reine Lust, und pflanz' Empfindung deiner Liebe in unsere noch zarte Brust. Lehr' uns, o Jesus, recht dich kennen, der alles Gute will und kann: so oft wir deinen Namen ben dem öffentlichen Gottesdienste. men nennen, bet' unser Herz dich freudig an! Mel. Sey Lob und Ehr' dem zc. reis sey dir, un 450. Gott, für die gehörten Lehren. dein Gebot, uns, die wir blind sonst waren. Allgütiger! o laß uns nicht vergessen deinen Unterricht; nicht deine Macht und Güte. 2. Lebendig, unvergeßlich sey, bey lockenden Gefahren, uns deine Wahrheit, deine Treu', die täglich wir erfahen; von jeder Sund' und Lafter rein laß unser Herz und Leben seyn, wie Jesu Herz und Leben. 297 der helf uns all' zusammen ins ew'ge Leben. Amen! Psalm 67, 2. 3. 8. verdeutscht von M. Luther. In eigner Melodie. 452. Gott fe uns gnädig barmherzig! und geb' uns seis nen göttlichen Segen. 2. Er lasse uns sein Antlig leuchten, daß wir auf Erden erkennen seine Wege. 3. 3um Heil uns, Vater, dir zum Ruhm, zur Freude unfrer Lehrer, find wir vom Evangelium die freudigsten Verehrer. Wie unaussprechlich selig ist, wer sich dir, Gott, und Jesu Christ, mit ganzer Seele weibet. Schlußgefånge nach ge endigtem Gottesdienst. m. g. gelmbold. Mel. Amen, Gott Vater und 2c. men! wir ha451. A ben gehöret, was uns Gott hat gelehret. Der heilge Geist von oben versiegl' es in uns. Amen. 2. Amen! Gott sey gepreiset, der Geist auf Christum weiset, 3. Es seghe uns Gott, unser Gott; es segne uns Gott, und geb' uns seinen Frieden. Amen! Met. Nun danket alle Gott zc. unserm 453. Gott, en Lob, sey für feines Wortes Lehren! den Gündern rief er zu, sich ernstlich zu bekehren; Betrübten gab er Trost, den Schwachen Muth und Kraft und Lust zur Heiligung in ihrer Pilgrims schaft. 2. Er segne nun sein Wort durch seines Geistes Stärke, um Jesu willen stets zu Früchten guter Werke, daß Jedes Glaube Gott bis in den Tod getreu, und immer thätiger durch wahre Liebe sey. 3. Gib, Gott, daß wir dich stets und findlich fürchten mögen, daheim und in der Welt, auf allen unsern Wegen. Dein Segen sey mit uns, den uns dein Wort verheißt; dein Fried' in Ewigkeit, o Bater, Sohn und Geist! N. 298 28. Lieder zum allgemeinen Gebrauch bey xc. 2. Weil der Gottesdienst ist aus, und uns mitgetheilt der Segen: so gehn wir mit wandeln fein auf Gottes Wegen. Gottes Geist uns ferner leite, und uns alle wohl bereite. 3. Unsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang gleicher maßen, segne unser täglich Brod, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit sel'gem Sterben, und mach' uns zu Himmelserben. . Selnekker. Mel. Ach, Herr, mich armen 2c. oder: Ich dank' dir lieder zc. und bleiben, du treuer Gott und Herr; von dir laß mich nichts treiben, halt' mich bey reiner Lehr'. Ach, Herr! laß mich nicht wanken, gib mir Beständigkeit, dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. 11. Dolz. Mel. Nun danket alle Gott zc. imm, Vater, 455. Nunsern Dant für alle deine Gaben, die wir ſo unverdient auch heut' em= pfangen haben. Wie groß ist deine Huld, die uns so reichlich gibt; von Kindheit an hast du uns väterlich geliebt. 2. Auch heute konnten wir so manche schöne Lehren, vereint mit frohem Geist in dieser Kirche hören. Doch bloßes Wissen kann den Geist noch nicht erfreun. Wer das Gelernte übt, nur der kann fröhlich seyn. 5. Schenk. Mel. Liebster Jesu, wir sind ic. un, Gott Lob! 456. Nes ist vollbracht 3. 2. Haßlocher, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Liebster Jesu, wir sind sc. 457. Unser Gott, wir danken dir, daß du uns dein Wort gegeben. Gib uns Gnade, daß wir hier treu nach deinem Worte leben. Gib, o Herr, dem Glauben Stärke, daß er thätig sey durch Werke. 2. Uns, o Bater, lehrest du, was wir thun und glauben sollen. Schenk' uns deine Kraft dazu; gib zum Wissen auch das Wollen; gib zum Wollen das Vollbringen: so wird alles wohl gelingen. J. F. Schmidt. Singen, Beten, Lehren, Hò- Mel. Verleih uns Frieden 2c. ren: Gott hat alles wool ge- 458.ir dienen Gotte macht; laßt uns ſein Lob vermehren! unser Gott sey hoch gepriesen, der dies Gute uns erwiesen. Haus, nach unsrer Båter Weise; jezt treten wir vergnügt heraus, genáhrt mit Seelenfpeife, 29. Chriftliche M. Dolz. speise, erhoben noch von Gottes Preise. 2. Der, dem von jauchzen- 459.23 Gott, anbe Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. ir preisen, tend dich auch für den Unterricht; denn du gabst uns ihn väterlich, und Dank ist unsre Pflicht. den Himmeln Lob erschallt, hört's, wann der Mensch ihm lallt! O welch Glück, ihr Frommen! Laßt doch, Christen! uns oft und froh zusammen kommen! Ein 2. Wir freuen uns, wir danGlaube verknüpft uns hier: ken dir von nun an bis ans bald werden wir vor Got- Grab. D Höchster, blicke für tes Thron zusammen kom- und für mit Huld auf uns herab! men. 29) Christliche Trostlieder: oder Ermunterungen zur Geduld, Zufriedenheit, Vertrauen auf Gott, und Ergebung in seinen Willen. In eigner Melodie. Trostlieder. J. P. Schechfius, verbessert von ab mein Leid, und heile wieC. J. Logius. der mein zerschlagnes Herze. 4. Ich weiß, du hast mich doch noch nie verlassen. Wie 460. sollt ich mich nicht auch in Leiden fassen? Mitten in oth denk' ich an Gott, er züchtigt zwar, doch züchtigt er mit Maßen. fch Gott! erhór 299 und Wehklagen; laß mich in meiner Noth nicht gar verzagen: du weißt den Schmerz, erkennst mein Herz; hast du mir's aufgelegt, so hilf mir's tragen. 2. Ohn' deinen Willen kann mir nichts begegnen, du kannst verdammen und auch wieder ſegnen. Bin ich dein Kind, und hab's verdient: gib wieder Sonnenschein nach trůbem Regen. 3. Pflanz nur Geduld durch deinen Geist ins Herze, daß ich dich ehre auch beym größten Schmerze: zu deiner Zeit wend 5. Es hat kein Unglück nie so lang' gewähret, es hat doch endlich wieder aufgehöret; beut' mir dein' Hånd' und mach's ein End', auf dieser Erd' mein Herz nichts mehr begehret. 6. Soll ich noch mehr nach deinem Willen leiden, so steh mir, Herr, mit deiner Kraft zur Seiten, fein ritterlich, be ständiglich, den guten Kampf des Glaubens durchzustreiten. 7. Daß 300 29. Christliche Trostlieder. 7. Daß ich durch deinen Geist| saz; bald vergißt Fleisch und bald überwinde, und mich dann Blut, wie treu du bist. freudig in dein Haus einfinde, mit Preis und Dank, mit Lobgesang, und mich mit Liebe ewig dir verbinde. 5. Plößlich überfällt mich wieder Sorge der Vergånglichkeit; irdisch Hoffen, irdisch Leid; und dann sink ich muth los nieder, suche bey den Menschen Ruh'; und mein Helfer bleibest du. 8. Daß wir in Ewigkeit blei ben beysammen, und ich all'zeit dein'n auserwählten Namen preis inniglich, das bitt' ich dich, durch Jesum Christum, unfern Heiland, Amen. 23. Münter. Met Ach! was soll ich Súnd.ic. 461.2 ch, wie ist der Menschen Liebe so veranderlich, so kalt! wie erstirbt sie doch so bald! Setze nie auf diese Liebe, die nicht hålt, was sie verspricht, Seele, deine Zuversicht! 6. 2ch, vergib mir, wenn im Staube dieses Leibes sich mein Geist stets so schwer der Erd' entreißt. Ach, vergib mir, daß mein Glaube hier noch wankt, und sich nicht fest, wie er sollt', auf dich verläßt! 7. Tåglich laß es mich empfinden, daß nicht Menschenhülfe nützt, wenn mein Herz auf sie sich stützt. Solchen Troft laß mir verschwinden, bis ich wieder flich zu dir; und dann, Vater, hilf du mir. 3. Der du deiner Kinder Fles hen, Gott! mein Gott! so gern erhörst, und sie selbst auch flehen lehrst: laß mich fest im Glauben stehen, und erfahren, wie so treu deine Baterliebe sey! 2. Aber deiner Liebe trauen, Höchster! das gereuet nie; denn ein starker Fels ist sie! Die auf diesen Felsen bauen, wohnen unverlegt und sehn ruhig selbst die Welt vergehn. 3. Záglich sag' ich's meiner Seele! Gott liebt ewig! seine Treu wird mit jedem Morgen neu. Ihn, den Ewigen, 462. Ates Segen und J. Rohlroß. In eigner Mielodie. ist an Goterwähle dir zum Freund, und jauchze dann, daß kein Feind dir schaden kann. 4. Ja, ich will auch dich erwählen; Bater! ich will dir allein, gang dir mein Bertrauen weihn. Aber ach! die Kräfte fehlen meinem Voran seiner Gnad' gelegen, über alles Geld und Gut. Wer auf Gott sein' Hoffnung sebet, der behält ganz unverletzet einen freyen Heldenmuth. 2: Der mich hat bisher ernåhret, und mir manches Glück 29. Christliche Trostlieder. 301 Glück bescheret, ist und bleis| mich kranken, so sieht mein bet ewig mein; der mich wunderbar geführet, und noch leitet und regieret, wird hinfort mein Helfer seyn. Aug' auf dich. Dann mins dert sich mein Schmerz, dann fliehn die bangen Sorgen wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh' erfüllt mein Herz.. 3. Viel bemühen sich um Sachen, die nur Sorg' und Unruh' machen, irdisch sind, und cinst vergehn. Ich will nur nach Gütern streben, die mir wahre Ruhe geben, himmlisch find und einst bestehn. 2. Denk' ich an deine Liebe, dann fühl' ich hoch erfreut des heißen Dankes Triebe; dann fühl ich mich bereit, mein Herz dir ganz zu weihn, dich freudig zu erheben, zur Ehre dir zu leben, vor Sünden mich zu scheun. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken, was ich wünsche, wird sich schicken, so cs anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben, hab' ich seiner Gnad' ergeben, und ihm alles heimgestellt. 3. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb, und großmuthsvoll mir Urmen die Seligkeit ers warb. O, welch ein Glück ist mein! Gott! wenn ich dies erwage, wie wird mein Herz fo rege, dir ewig treu zu seyn! 5. Erweiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen; es hat alles scine Beit. Ich hab ihm nichts vor zuschreiben; wie Gott will, so muß es bleiben; wenn Gott will, bin ich bereit. 4. Mit hoffendem Gemüthe denk' ich an deine Treu', und barre deiner Güte; fie ist mir täglich neu. Du unterstützest mich; auch wenn ich Schweiß vergieße, wird mir die Arbeit süße, seh' ich dabey auf dich. 6. Auch wenn ich soll länger leben, will ich ihm nicht widerstreben; ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang' bestehet: alles Freische vergehet, und fährt wie ein Strom dahin. B. Schmolk, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Von Gott will ich nicht zc. 5. Wie gut ist's, dein zu denfen! Die Welt mag immerhin ihr Herz auf's Eitle lenken; wie schlecht ist ihr Gewinn! Ich halte mich zu Gott; dies bringt mir wahre Freude; dies stårkt mich, wenn ich leis ee, und ist mein Trost im Tod. 6. Drum will ich an Gott denken, so lang' ich denken 463. An ' n dich, mein Ar Gott, zu denken, ist Pflicht und Trost für mich. Wenn Sorg' und Gram| kann. Wird man ins Grab mich 302 29. Christliche Trostlieder. mich senken, so geh' ich zwar| Armen Zufriedenheit und die Bahn, da mich die Welt Muth verleihn. vergißt; doch du, Herr, denkst noch meiner, wenn auch auf Erden keiner mein eingedenk mehr ist. 6. Laß mich nicht zweifelnd wanken, wenn traurige Ges danken mir deinen Trost ents ziehn. Ich werde nie vergebens zu dir, Herr, meines Lebens, mit kindlichem Vers trauen fliehn. 7. Erleichtre meine Leiden durch deines Geistes Freuden, durch Muth und Hoffnung mir. Drückt mich die Last der Schmerzen, dann sprich zu meinem Herzen: ich, dein Erretter, helfe dir. 8. Was sollt' ich mich be trüben? den Menschen, die dich lieben, muß alles Segen seyn. Ich bin ja dein Erlöster. Sonst weiß ich feinen Tröster, sonst keinen Schutz, als dich allein. J. Mudre. Mel. In allen meinen Thaten ic. fuf deine Weisheit schauen, Gott! deiner Gute trauen, das schafft Zufriedenheit. Wer kann mein Wohl entscheiden? wer schenkt mir beßre Freuden, als du, Herr aller Seligkeit? 2. Bor dir ist nichts verborgen: wie sollt' ich angstlich sorgen, da du mein Vater bist? Du, Herr! gabst mir mein Leben, und wirst mir alles geben, was mir zur Wohlfahrt nöthig ist. 3. Wir streben oft nach Dingen, die, wenn sie uns gelingen, des Unglüts Quellen C. f. Gellert. Mel. Was Gott thut, daß ist zc. Cuf und find. Ein Schein, der uns 465. Autott b ' nicht auf meinen Rath will ich mein Glücke bauen, und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah' von aller Ewigkeit, wie viel mir nüßen würde; bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaus nur nähret, macht uns für wahre Güter blind. 4. Der Hang zu Eitelkeiten stört doch zu allen Zeiten die wahre Eeclenruh'. Wann all Wann wir dir unser Leben, o Bater! übergeben, dann fließt dem Herzen Friede zu. 5. Dein Rathschluß fen mein Wille. Ich will in heilger Stille mich deiner Borsicht freun. Dein ewiges Erbarmen, dein Beistand soll mir 29. Christliche Trostlieder. 303 Glaubens Ehre nicht zu be-| um Rettung flehten, verließ siegen ware? er nie in Nöthen. Er wird es mein Unglück wenden, steht in seinen Händen. 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hatte, was ich bitte, mir gnädig, eh' ichs bat, gewährt, wenn's seine Weisheit litte. Er sorgt für mich recht våterlich. Nicht, was ich mir ersehe: sein Wille nur geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bey dessen Last wir klagen? Die größte Noth hebt einst der Tod; und Ehre, Glück und Haabe verläßt uns doch im Grabe. 2. Auch beym Gewissense schmerz verzaget nicht mein Herz. Auf Christum will ich bauen, und fest auf ihn vertrauen; ihm will ich mich ergeben im Tode, wie im Leben. 3. Nimmt auch der Tod mich hin, ist's dennoch mein Gewinn. Ich weiß, an wen ich glaube, er läßt mich nicht im Staube. Es mag der Leib erkalten; den Geist wird Gott erhalten. 4. Mein 5. An dem, was Seelen glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Weltlust, Ehr' und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn! er hilft uns gern; seyd fröhlich, ihr Gerechten! der Herr hilft seinen Knechten. S. Weingärtner, verbessert von J. S. Diterich. In eigner Melodie. fuf meinen lieich in aller Noth. Die ihn Heiland, Jesu Christ! der du aus Liebe bist für mich am Kreuz gestorben, du hast mir Heil erworben; du schaffst auf kurze Leiden den Deinen ew'ge Freuden. 5. Ich barr' und traue dir; einst schenkst du sie auch mir. Ich habe dein Versprechen, das kannst du nimmer brechen. Auch ich bin, wenn ich sterbe, des ew'gen Lebens Erbe.. P. Gerhard. Mel. Adh Herr, mich armen 2c. 467.Bericht du deine Wege, was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege deß, der den. Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird Wege wo dein 2. Dem Fuß gehen kann. 29. Christliche Troflieder. 304 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn bir's soll wohl ergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Gramen, und mit selbst eigner Pein läßt Gott ihm gar nichts nehmen: es muß erbeten seyn. 3. Dein' ew'ge Treu' und Gnade, o Vater! weiß und sieht, was gut sey oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rath gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dir's nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht. Dein Werk kann niemand hindern; dein' Arbeit darf nicht ruhn, wann du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hie wollten widerstehn: so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn. Was er ihm fürgenommen, und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff', o du arme Seele, hoff' und sey unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; er warte nur die Zeit: so wirst du schon erblicken die Sonn' der schönsten Freud'. 7. Auf, auf! gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll; Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten, er ist ein weiser Fürst, und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wann er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath das Werk hinaus geführet, das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn, und thun an seinem Theile, als hätt' in seinem Sinn er deiner sich begeben; und solist du für und für in Angst und Nóthen schweben, frag' er doch nichts nach dir. 10. Wird's aber sich befins den, daß du ihm treu ver bleibst: so wird er dich ents binden, da du's am mindsten glaubst. Er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du, zu keinem Bösen, biss her getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue! du hast und trägst das von, mit Ruhm und Dankges schreye, den Sieg und Ehrenkron'. Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand; und 29. Christliche Trostlieder. 305 und du singst Freudenpsalmen| Er ist der Schutz der Fromihm, der dein Leid gewandt. 12.Mach' End', oHerr, mach' Ende von aller unsrer Noth. Stårk' unsre Füß' und Hände; und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu' befohlen seyn: so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. C.F. Neander. Mel. Dank sey Gott, in der ic. hrist, alles was dich krånket, befiehl getroft dem Herrn. Er, der die Himmel lenket, ist auch von dir nicht fern. Er wach aus deinem Schlum mer, zu Gott erhebe dich! er siehet deinen Kummer, und liebt dich våterlich. 468.Cich 2. Sind's Sünden, die dich schmerzen, so fühle deine Schuld; doch trau' mit ganzem Herzen auf deines Gottes Huld. Laß deinen Vater forgen, er nimmt sich deiner an; denn ihm ist nichts verborgen, was dich bekümmern kann. 3. Der Gott, auf dessen Segen dein ganzes Wohl beruht, ist stets in seinen Wegen gerecht, und weis' und gut. Und was er seinen Kindern zu ihrem Heil erfah, kann kein Erschaffner hindern; wenn er gebeut, steht's da. men: hoff' unverzagt auf ihn, denn seine Zeit wird kommen und deine Wohlfahrt blühn. 5. Sey auch in deinem Leiden ein Christ, und tugendhaft; und warte seiner Freuden, gestärkt durch seine Kraft. Erwarte nur im Glauben die frohe Ewigkeit. Wer kann das Heil dir rauben, das ewig dich erfreut? 4. Gott zählet deine Zähren, und wird, was gut ist, gern nach deinem Wunsch gewäh6. Sey froh, dein Gott regies ret; sein Rath ist wunderbar; einst wirst du überführet, daß er der beste war. Will auch dein Herz oft wanken, als dacht' er deiner nicht, wirst du ihm einst doch danken; er hält, was er verspricht. 7. Wie sollt' er dein nicht denfen? Er, der dich kennt und liebt; nicht Trost und Glück dir schenken? Er, der so gerne gibt, so gern mit seinem Segen der Menschen Herz er= freut. Auch auf den rauhsten Wegen führt er zur Seligkeit. 8. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich fest; weil seine Macht und Gute dich ewig nicht verläßt. Selbst nach dem größten Leiden, das dir begegnen kann, bricht einst der Tag der Freuden, der Tag der Ruhe an. 9. Wohl dir alsdann, du Treuer! wie groß ist einst dein Lohn! dein Richter, dein Beren. Sey stille vor dem Herrn! I freyer, reicht dir die Siegesu fron' 306 29. Christliche Trostlieder. kron'. Auf kurze Prüfungs-| verhängt. Sieg' als Held! tage folgt ew'ger Preis und Mag doch die Welt deiner Hoff Dank; dann schweiget jede nung spóttisch lachen: Gott Klage und wird Triumphge- wird's doch wohl machen. song! 5. Dabey soll's denn bleiben; ich will nie mich sträuben, folg sam Gott zu seyn. Stets im Tod und Leben bleib' ich Gott ergeben; ich bin sein, er mein. Was er will, sey stets mein Siel. Wunderbar mag Gott es machen, wohl wird er's doch machen. 7. 2. Schlegel. Mel. Jesu, meine Freude zc. 469. Chrift! aus deinem Herzen banne Sorg' und Schmerzen! schöpfe neuen Muth! Wenn schon Kreuz dich drůcket: Gott ist's, der erquicket; was er schickt, ist gut. Wenn dich Noth rings um bedroht, Sorgen stets mit dir erwachen: Gott wird's doch wohl machen. Met. Was Gott thut, das ist zc. 2. Ist der Himmet trübe, 470.Der Herrift meis wankt der Freunde Liebe, wird die Last dir schwer; stürzt mit jedem Tage eine neue Plage über dich daher; weicht das Glück stets mehr zurück, scheint's dich nicht mehr anzulachen: Gott wird's doch wohl machen. 3. Du führst Christi Namen: Christum nachzuahmen, das ist deine Pflicht. Werde nicht erschüttert, wenn die Erd' erzittert, und der Himmel bricht. Der steht fest, der Gott nicht läßt. Laß rings um dich Wetter krachen: Gott wird's doch wohl machen. Ch. Ch. Sturm, verbessert von 3. S. Diterich. 4. Herrlich ist die Krone, die der Christ zum Lohne seiner Treu' empfängt. Nur nichts selbst verschuldet, und dann frol) erduldet, was dein Gott ne Zuversicht, mein einz'ger Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn erges ben. Gott ist sein Gott; auffein Gebot wird seine Seele stille; ihm gnügt des Baters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke; die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That, mit gnadenvollen Händen, wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat fsich, wer dich geliebt, verlassen sehen müs sen; du läßt ihn, wenn ihn Noth umgibt, doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frey vom Schmerz; der Sünder eitles Tichten, Trostlieder. 307 Gott, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Untlig schaue. 29. Christliche Tichten pflegst du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff' auf Gott! der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth Hulf und Erbarmung findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, ein Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Wie elend, die zu Menschen fliehn! wohl, wer von Gott nie weichet! Dein Heiland starb; er, er erwarb durch seine Todesleiden dir ew'ge Himmelsfreuden. 6. Sen unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammlen. Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammlen. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er; er wiegt die Schmerzen, und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine 3uversicht auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quâle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger! verlassen, und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehl' ich mich, mein Wohlseyn und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sey du mein 23. F.Köhler. Mel. Der Herr ist mein getr. sc. 471. er Herr ist meines Lebens Kraft. Soll mir vor Unglück grauen? Er ist's, der Rath und Hülfe schafft, ihm soll mein Herz vertrauen; er schützt mich; meiner Feinde Heer, ihr stolzer Trot, nichts schreckt mich mehr; hab' ich nur ihn zum Freunde. 2. Gott! neige du zu mir dein Ohr, wenn mir die Feinde fluchen; mein Herz hålt dein Gebot dir vor: ihr sollt mein Antlitz suchen. Ich eile, Herr! getrost zu dir: verbirg' dein Untlik nicht vor mir, und laß dich gnädig finden. 3. Verlaß mich nicht, o Gott, mein Heil, wenn Menschen mich verlassen! Nimm du mich auf, und sey mein Theil; bekehre, die dich hassen. Herr, nimm du mich zu Gnaden an, und lehre mich auf richtger Bahn, nach deinem Willen, wandeln. 4. Verwirf nur du, mein Gott, mich nicht, so mag die Welt mich schmähen; ich wer-. de doch dein Angesicht, mit Freuden werd' ich's sehen. So harre denn getrost des Herrn, mein Herz! denn er, U2 der 308 29. Christliche Trostlieder. der Herr, hilft gern. Er ist ich ganz mein Leid, und nur der Arm des Schwachen. dein Heil empfinden. Mein Lobgesang, voll Preis und Dank, wird dir zum Wohl gefallen, durch deinen Himmel schallen. 25. Münter. Mel. Was Gott thut, das ist re. 472. ie Bahn ist rauh, auf der ich hier nach meiner Heimath eile. Wie viel Gefahr seh' ich) vor mir! wie droht sie meinem Heile! Gott! wärst du nicht mein Trost und Licht, mein Heil in finstern Tagen: so mußt' ich längst verzagen. 2. Bordir darf ich mein traurig Herz, Erbarmer! nicht verheelen; darf meinen Kummer, meinen Schmerz vertraulich dir erzählen; dann schaffest du mir Trost und Rub' aus deiner Gottesfülle; und meine Seel' ist stille. 3. Du lehrest mich den hohen Werth der Trubsal, die ich leide, daß sie mich dir vertrauen lehrt, mich führt zu 473. Dot, un J. J. Eschenburg. Mel. Herzlich liebhab' ich dich sc. ir trau' ich, wahrer Freude. Ich würde dein mich minder freun, nur dieser Welt begehren, wenn keine Leiden wären. wanke nicht, wenn gleich von meiner Hoffnung Licht der letzte Funke schwindet. Mein Helfer und mein Gott bist du, durch den mein Herz doch endlich Ruh' und Freude wieder findet; von jeher hast du mich geführt und meines Wandels Lauf regiert; mit segensvoller Baterhand so manche Noth hinweg gewandt. hinweg gewandt. Unendlicher! ich trau' auf dich; du leitest mich. Ich kämpf und siege, Gott! durch dich. 2. Schwer 4. Dein Wort gibt mir die Zuversicht, du forgst für meine Tage, dein Auge schläft und schlummert nicht, du hörest meine Klage; du frönst mich einst, wenn du erscheinst, in deinem Heiligthume, mit Wonne, Preis und Ruhme. 5.! dann wird alle Traurigkeit aus meiner Brust verschwinden; vergessen werd' 6. Mich, den Vollendeten, darf dann nicht mehr die Sünd' entweihen; mit Unschuld steh' ich angethan in deiner Kinder Reihen. Und väterlich erfreust du mich, daß ich, der Mensch von Erde, gleich deinen Engeln werde. 7. Drum will ich dieses Lebens Schmerz, mein Gott, geduldig tragen; beruhigen soll sich mein Herz, nicht mehr, voll Unmuth, klagen. Du bist bereit zur rechten Zeit, o Gott! von allem Bdsen mich herrlich zu erlösen! 29. Christliche Trostlieder. 2. Schwer ist der Kampf der Leiden, schwer! kaum führ' ich Muth und Stärke mehr, noch länger auszudulden. Doch, ewig, Vater! zurnst du nicht; du gehst mit uns nicht ins Gericht, strafft nicht nach unsern Schulden. Bald ist der Thränen Maaß gefüllt, bald meiner Seele Schmerz gestillt; bald hat Gott all' mein Flehn erhört, mich gnug geprüft, und mich bewährt. Du Gott der Huld! erhört von dir, lobsingt in mir dann meine ganze Seele dir. 3. Ach! alle Leiden dieser Zeit sind doch nicht werth der Herrlichkeit, die du wirst offenbaren. Bald wird auch mir der Duldung Lohn; bald steh' auch ich vor deinem Thron mit treuer Kämpfer Schaaren; und danke dann dir, Gott, verklärt, der jetzt mich prüft, mich dann bewährt, daß ich von allen Leiden frey, ein Seliger des Himmels sey. Barmherziger! fest, ohne Graun will ich dir traun, denn einst werd' ich dein Antlitz schaun. C. f. Gellert. Mel. Wie groß ist des allmächt. 474.0 u klagst und fühlest die Beschwerden des Stand's, in dem du dürftig lebst; du strebest glücklicher zu werden, und fiehst, daß du vergeblich strebst. Ja, klage! Gott erlaubt die 309 3åhren; doch denk' im Klagen auch zurück: ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 2. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Menschen die Zufriedenheit: die wahre Ruhe der Gemüther ist Tugend und Genügsamkeit. Genieße, was dir Gott beschieden; entbehre gern, was du nicht hast! Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand hat seine Laft. 3. Gott ist der Herr; und seinen Segen vertheilt stets mit weiser Hand; nicht so, wie wir's zu wünschen pflegen; doch so, wie er's uns heilsam fand. Willst du zu denken dich erkühnen, daß seine Liebe dich vergißt? Er gibt uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schådlich ist. 4. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in tråger Unzufriedenheit; besorge deines Stand's Geschäfte, und nutze deine Lebenszeit. Bey Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung sehn; dies ist der Weg zu Ruh' und Leben: Herr, lehre diesen Weg mich gehn! 23. Münter. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. 475.0 u sorgst, mein Christ! was helfen 310 29. Christliche Trostlieder. helfen bange Sorgen für den dir und meinem Heile schuldoch ungewissen andern Morgen? Ach, Unzufriedne machen ihrem Herzen vergebens Schmerzen. dig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, tåglich ermessen. 2. Es ist umsonst; wir können nichts erzwingen, wenn wir auch Nächte durch mit Kummer ringen, und noch so früh mit ängstlichen Geschäften uns selbst entkraften. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine åter? Bin ich vor dir, Herr! nicht ein Uebertreter? Thu' ich zu viel, wenn ich die schweren age standhaft ertrage? 3. Wie oft, o Gott! wenn wir das Böse dulden, erdul3. Mein Glück beruht, o Gott, auf deinen Segen. Verden wir nur unsrer Thorheit trau' ich dir; geh' ich auf dei-, Schulden, und nennen Lohn, nen Wegen: so wirst du mir, den wir verdient bekommen, was brauch' ich mich zu från- Trubsal der Frommen. ken? slets Gutes schenken. 4. Laß mich mit dem mir anvertrautem Pfunde nur redlich wuchern; deiner Hülfe Stunde erscheint, und deine Huld wird mir begegnen; du wirst mich segnen. 5. So fördre denn die Arbeit meiner Hände! gesegnet sey ihr Anfang und ihr Ende! Gib Rath und Kraft, damit, was ich vollbringe, mir auch gelinge. 6. Gewähre mir nur deines Geistes Gaben, so mögen andre Rang und Reichthum haben. Ich bin, ist mir dein ewig R ich beschieden, dann schon zufrieden. C. f. Gellert. Met. Herzliebster Jefu, was 2c. in Herz, o Gott, in Leid und Kreuz geduldig, das bin ich 4. Ist Dürftigkeit, in der die Tragen klagen; sind Haß und Pein, die Stolz und Wollust tragen, der Schwelgers Schmerz, des Neids vermißte Freuden, christliches Leiden? 5. Ist deren Qual, die deinen Rath verachtet, nach Gottesfurcht und Glauben nie getrachtet, und die sich jezt in finstrer Schwermüth qualen, Prüfung der Seelen? 6. Doch selbst, o Gott, in Strafen unsrer Sünden, låst du den Weg zu unserm Heil uns finden; wenn wir sie uns, die Misscthat zu hassen, züchtigen lassen. 7. Streb' ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr! regierst: und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 8. Ich 29. Christliche Trostliever. 311 8. Ich bin ein Gast und Pit-| rung. Ein starkes Herz steht ger auf der Erden; nicht hier, in der Noth noch feste. Hoffe erst dort, dort soll ich glücklich das Beste! werden; und gegen euch, was sind, ihr ew'gen Freuden, dieser Zeit Leiden? 9. Wenn ich nur nicht mein 477. Ein Pilgrim bin wenn ich als Mensch, als Christ, hier leid' und dulde: so kann ich mich des Helfers der Erlöften sicher getrösten. 10. Sch bin ein Mensch, und Leiden müssen tránken; doch in der Noth an seinen Schópfer denken und ihm vertraun, dies stärket unsre Herzen mitten in Schmerzen. 11. Schau über dich, wer trågt der Himmel Heere? Merk' auf! wer spricht: bis hieher! zu dem Meere? Ist er nicht auch dein Helfer und Berather, ewig dein Vater? 12. Willst du so viel als der Allweise wissen? Jezt weißt du nicht, warum du leiden müssen! allein, du wirst, was seine Wege waren, schon einst erfahren. 13. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm naben, die Heiligung des Geistes zu empfahen, und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, andre zu stärken. 14. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung: Erfahrung gibt dem Glauben Muth und RahC. C. Sturm. Met. Herr, wie du willst, so se. oder: Wenn mein Stündlein 2c. und furz sind meine Tage; so manche Noth, die mich befällt, reizt mich noch hier zur Klage. Doch, Vater, jene Ewigkeit versüßt mir meine ilgrimszeit, und stärkt mich selbst im Leiden. wer 2. Jezt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt? merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd' ch vollkommen rein ,. ganz heilig und ganz selig seyn; dies tröstet meine Seele. 3. 2 or meinen Augen wandeln die, die dich, o Jesu, schmähen; ihr eitles Herz bethöret sie, daß sie dein Heil nicht sehen. Einst bebt der Spotter Heer vor dir, wenn du als Richter kommst, und wir frohlockend dich erheben. 4. In stiller Nacht wein' ich oft, Herr, hinauf zu deiner Höhe; mein schwaches Herz ſeufzt freudenleer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel tröstet mich, und meine Thránen stillen sich einst ganz im bessern Leben. 5. Wenn 29. Christliche Trostlieder. 312 5. Wenn einst, der jezt von ferne draut, der Tod mir nåher winket; wenn nach der Urbeit dieser Zeit mein Haupt zum Schlummer sinket: so sterb' ich froh; die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herr lichkeit, die alles überwieget. 6. Herr! diesen Trost, der mich erfreut, vermehr' in meinem Herzen. Mich starke jene Herrlichkeit bey meiner Wallfahrt Schmerzen. Sie sey in meinem Tod mein Heil, und einst mein längst gewünschtes Theil, wenn ich vom Tod erwache. S. Frank, verb. von E. Liebich. Mel. Ber nur den lieben Gottic. 478.urwahr, du bist, wo die Vernunft nicht einen sieht. Aus Finsterniß bringst du das Licht; du sprichst, o Gott! und es geschicht. 4. So weicht denn, ångstliche Gedanken! Gott kann weit mehr, als ihr versteht. Bleib, Seele, in der Demuth Schranken; die Demuth wird von Gott erhöht. Ja, Herr! du liebst den, der dich liebt, und deiner Führung sich ergibt. 5. Drum will ich mich dir überlassen, mit allem, was ich hab' und bin. Ich werfe, was ich nicht kann fassen, auf dich, den Gott der Liebe, hin; der Ausgang zeigt doch immerdar, daß stets dein Rath voll war. Gott! gen, dein Rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst sind alle unsre Sorgen; du sorgtest, ch' die Welt noch war, für unser Wohl schon váterlich. Dies sey genug zum Trost für mich. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen vor unsern Augen oft versteckt; doch wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach' auch entdeckt: warum dein Rath, der 479. Geil, mein ott ist mein niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weisheit, Macht und Gut'; du kannst viel tausend Wege finden, 6. Gib, daß dies mein Vertrauen mehre im Glück und Unglück, Freud' und Leid. Schick' alles, Herr, zu deiner Ehre und meiner Seelen Ses ligkeit. So preis ich einst vollkommen dich; so freu' ich dein auf ewig mich. Sophia, Friedrich 1. König in Dänemark Gemahlin, verbessert von J, F. Schmidt. In eigner Dielodie. Hülf und Trost, mein' Hoffnung, mein Vertrauen; der mich durch Sesum hat erlöst, auf ihn will ich fest bauen. Denn ich hab' all' mein' 3uversicht 29. Chriftliche Trostlieder. 313 versicht zum lieben Gott ge-| dabey ein Vater, der uns richt; mein Gott verläßt die liebt. Gott ist und bleibt Seinen nicht. getreu! 3. Gott ist und bleibt getreu! Er weiß, was wir vermögen. Er pfleget nie zu viel uns Schwachen aufzulegen. Wer findlich ihm vertraut, dem steht er mächtig ben in aller Angst und Noth. Gott ist und bleibt getreu! 4. Gott ist und bleibt getreu! Er tröstet nach dem Weinen, und läßt nach trüber Nacht die Sonne wieder scheinen. Der Sturm des Unglücks zieht zur rechten Zeit vorbey. Eey, Seele, nur getrost! Gott ist und bleibt getreu! 5. Gott ist und bleibt getreu! Er stillet dein Begehren, nur will er dich zuvor durch Kreuz und Leid bewähren. Drum trage mit Geduld dein Kreuz, so schwer es sey; die Hülfe tómmt gewiß. Gott ist und bleibt Mel. O Gott, du frommer ic. ott und 480. bleibt getren! 6. Gott ist und bleibt getreu! Er hört nie auf zu lieben; auch wann es ihm gefällt, die Seinen zu betrüben; so prift er durch das Kreuz, wie rein der Glaube sey, wie standhaft die Geduld. Gott ist und bleibt getreu! Daran laß dir genügen; sein wunderbarer Rath wird endlich so es fügen, daß die erlittne Noth dir ewig nützlich sey. So liebt der Höchste dich! Gott ist und bleibt getreu! Mel. Was Gott thut, das ist 2c. ott! dir ver2. Gott ist und bleibt getreu! 481.raun ist meis Er hilft ja selber tragen, was er uns aufgelegt, die Last der schweren Plagen. Und züchtiget er uns; so bleibr er doch ne Pflicht, ist Seligkeit und Leben; dies kann dem Herzen Zuversicht und Trost und Freu2. Verläßt mich oft der beste Freund; verlassen mich die Meinen: so hab' ich meinen Gott, der meint es redlich mit den Seinen. Drum hab' ich all' mein' 2c. 3. Die Seinen hat der treue Gott stets in Gefahr behütet; er ist es, der der größten Noth zu fliehen, leicht gebietet. Drum hab' ich all' ic. 4. Nicht Ehr und Reichthum wünsch' ich mir auf Erden zu erwerben; nur Frómmigkeit, Herr! gib mir hier, dann laß mich selig sterben. Dies hoff' ich voller Zuversicht; mein Glaube jauchzt und spricht: mein Gott verläßt die Seinen nicht. A. Ch. Wilhelmi, verbessert von J. P. Uz. 314 29. Christliche Trostlieder. Freuden geben. Des Lebens| mel schaue! Einst preif' auch Müh' versüßet sie, und lasset ich auf ewig dich für überuns hienieden im Laufe nicht standne Leiden im Lande sichermüden. rer Freuden. 2. Auf Erden wechseln, bis ins Grab, Zufriedenheit und Gorgen beständig mit einan- 482.Salle DinJ. J. Eschenburg. Met. Sollt' ich meinen Gott 2c. ott! durch wel=" der ab, wie Mitternacht und Morgen. Das Unglück flieht; die Freude blüht; und kaum ist sie empfunden, so ist auch sie verschwunden. ge werden, wirken und vergehn, stärke mich, daß ich dir singe, lehre mich dein Lob erhöhn. Laß mich dich im Stillen loben: daß du mich voll Lieb' und Huld, aus den Tiefen meiner Schuld zu des Christen Glück erhoben. Dich erheb' ich immerdar, der mein Vater ist und war. 2. Könnt ihr die Gestirne zählen? Gottes Gnade zählt 4. Nicht unser Wille soll ge- ihr nicht. Er errettet unfre schehn, du wählest selbst das Seelen, ist ihr Lohn, ihr Beste; wenn Erd' und Him- Schild und Licht. Wenn wir mel untergehn, steht diese mit den Eitelkeiten, mit VerWahrheit feste. O! daß wir suchungen der Lust, mit dem fie durch Leichtsinn nie an un- Feind in unsrer Brust, wenn sern Seelen schwächten, sie nie wir mit dem Tode streiten: verkennen möchten! dann hilft er der Schwachheit auf, und erleichtert Kampf 5. Dann würde diese Průfungszeit nicht traurig uns und Bauf. verschwinden; uns keine Wi- 3. Wann uns falsche Freunderwärtigkeit des Lebens de meiden, und verräthrisch muthlos finden. Dann sähen wir voll Hoffnung hier mit Palmen und mit Kronen die Ueberwinder lohnen. sich entziehn: dann gibt er uns seine Freuden, die uns nimmermehr entfliehn. Kann ich größres Glück begehren? Ewiger! liebt dich mein Herz, o, so wird es ohne Schmerz alle Gunst der Welt entbehren. Erd' und Himmel wird mir Elein 3. Wie würde da voll Nengstlichkeit uns jeder Tag verfließen, und bey des Lebens Heiterkeit das Herz schon beben müssen: wenn Zuversicht zu dir uns nicht dann Sicherheit gewährte, und ruhig bleiben lehrte! 6. Gott! heilige du selbst mein Herz, damit ich dir vertraue, und mit Gelassenheit im Schmerz hinauf gen Him 29. Christliche Trostlieder. 315 klein gegen deine Gnade er allein: wie kann sein Wilseyn. 4. Wann mich Leiden niederdrücken, nehm' ich sie als Wohlthat an von der Hand, die nur beglücken, aber niemals schaden kann. Du belohnst mir meine Schmerzen mit der Seele Heiterkeit; und versüßest alles Leid durch die sichre Ruh' im Herzen, die mich stets mit Muth belebt, über allen Schmerz erhebt. le bdse seyn? Er will, daß allen soll geholfen werden, macht alles wohl im Himmel und auf Erden. Wer nur sein Wort im Glauben thut: Gott meint's mit seiner Führung gut! wohl, wer ihm traut! Denn er versäumet keinen: Gott kann's nicht böse meinen! 5. Von Gefahr und Noth umgeben, über diesen rauhen Pfad, geh' ich, Bater! in dein Leben, das nicht Leid, nur Wonne hat. Sollten mich der Erde Freuden, sollte mich der Sünder Spott, und das Elend und der Tod, Herr, von deiner Liebe scheiden? Raubt' ich meine Krone mir? Nein, ich leb', ich sterbe dir. In eigner Melodie. 483.ott fann's nicht Sein Vaterwort betrüget nicht, darin er mir so fest verspricht: er wolle mich mit seinen Augen leiten; so folg' ich ſeinem Zug zu allen Zeiten. Ich habe Herz und guten Muth, Gott meint's mit seiner Führung gut. Er läßt mich nicht, wenn's gleich oft so will scheinen; Gott kann's nicht böſe meinen! 2. Gott kann's nicht böse meinen! Niemand ist gut, als 3. Gott kann's nicht böse meinen! Er hat mich an das Licht gebracht, und täglich für mein Heil gewacht; er wird mich ferner bis ins Alter tragen, und was mir sebig ist, mir nicht versagen; ich steh' in meines Vaters Hut; Gott meint's mit seiner Führung gut; er sorgt für mich, gleich wie von Kindesbeinen. Gott kann's nicht böse meinen! 4. Gott fann's nicht böse meinen! Der Sünden Menge schreckt mich sehr; doch ist mehr; rief: Gott sey mir armen Sünder gnådig! Er sprach: getrost! du bist von Sünden ledig. Mich reinigt Jeſu theures Blut, Gott meint's mit seiner Führung gut; er macht gerecht und zählt mich zu den Seinen. Gott kann's nicht böse meinen! 5. Gott kann's nicht böse meinen! Wenn ich mir selbst nicht rathen kann: nimmt Gott fich meiner Sachen an; gnug 316 29. Christliche Trostlieder. gnug, ich befehl' dem Höch- wiß, daß mein Erlöser lebet, sten meine Thaten, er wird's wohl machen, und mir treu lich rathen. Es gilt mir gleich! wenn's Gott nur thut! Gott meint's mit seiner Führung gut; er lenkt das Herz der Großen und der Kleinen. Gott kann's nicht böse meinen! der mich, sein Glied, zu sich, dem Haupt erhebet. Die Seele lebt, der Körper ruht; Gott meint es auch im Tode gut; er spricht mich los, wenn Jesus wird erscheinen. Gott kann's nicht böse meinen! Elisabetha Eleonora, Herzo: gin zu Meinungen. Me 1. Jefu, meines Lebens zc. 6. Gott kann's nicht böse meinen! Was mir nicht ist, geht zurück; das größte 484.6ott! mein Trost Unglück ist mein Glück; ich weiß, daß denen, die Gott lieben wollen, zum Besten alle Dinge dienen sollen. So geh' es dann durch Gluth und Fluth! Gott meint's mit seiner Führung gut; den Abend lang währt nur das bittre Weinen. Gott kann's nicht böfe meinen! 7. Gott fann's nicht böse meinen! Die Welt meint's falsch zur bösen Zeit; und wenn mir's wohl geht, hab' ich Neid. Doch mag die Welt gleich ganz im Argen liegen: so will ich ihre böse Lust befiegen. Trot biet' ich aller Feinde Wuth! Gott meint's mit seiner Führung gut: meint's niemand gut: so hab' ich dennoch einen, der kann's nicht böse meinen! 8. Gott fann's nicht böse meinen! weil ich im Leben Christi bin: so ist der Tod auch mein Gewinn; ich bin getrauen, Gott, du meine Zuversicht, meine Augen zu dir schauen; deine Hülf' versag' mir nicht. Laß mich nicht so fruchtlos schreien, sondern hilf, und gib Gedeihen. Gott, laß mich dir halten still. Gott, dein Will' ist auch mein Will'. 2. Du hast mich von Kindesbeinen stets geleitet und geführt; durch mein Klagen, durch mein Weinen ward dein Baterherz gerührt, daß mir's Hulf und Rettung fandte, Noth und Trubsal von mir wandte. Drum halt' ich dir ferner still. Gott! dein Will' ist auch mein Will. 3. Führe mich, wohin du dentest, da es mir am besten ist; wann du nur, mein Gott, mich lenkest, geht mir's wohl zu jeder Frist. Laß mich dir, mein Gott! vertrauen, und auf deine Gnade bauen, laß mich dir nur halten still; Gott, dein Will' ist auch mein Will'. 4. Muß 29. Christliche Trostlieder. 4. Muß ich Elend hier empfinden, und mit Gallen seyn getränkt; mich gleich einem Würmlein winden, mit viel Unglück seyn umschränkt: doch will ich es alles tragen, und darum auch nicht verzagen, fondern will Gott halten still. Gott, dein Will' ist auch mein Will'. 5. Bin ich gleich veracht't auf Erden, und muß dulde Spott und Hohn, hoff' ich höher doch zu werden dorten in des Himmels Thron. Wenn mich alle Menschen hassen, will ich mich auf Gott verlassen; so will ich Gott halten still. Gott, dein Will' ist auch mein Will. 6. Alles sey dir heimgestellet; schaff' es, wie du willst, mit mir. Tod und Leben mir gefället, willig, willig folg' ich dir: wird mich gleich die Last was drücken, wirst du wieder mich erquicken; so will ich Gott halten still. Gott, dein Will' ist auch mein Will. 7. Laß mich nur den Himmel erben, mach' mich weder arm, noch reich; christlich leben, selig sterben, mit den Engeln vich zugleich heilig, heilig, heilig preisen, wie uns Christen ist verheißen; so will ich Gott halten still. Gott, dein Will' ist auch mein Will. 317 und Gut; alles mir zum Bes sten wende, und halt' mich in deiner Hut. Dieses bitt' ich nochmals fühnlich: gib mir nur was mir ist dienlich; ſo will ich dir halten still. Gott, dein Will' ist auch mein Will'. 8. Nun, mein Gott! in deine Hände geb' ich Seele, Leib, J. S. Diterich. Mel. Ach wie betrübt sind ic. 485.He err, mache meis ne Seele stille! Was mich hienieden kränkt und drückt, das ist dein weis ser Rath und Wille, der nichts zu meinem Schaden schickt. Du bist's, der alles andern kann; und was du thust, ist wohl gethan. 2. Auch auf den allerrauhsten Wegen führst du mich zur Glückseligkeit; von jeder Trübfal.erndt' ich Segen, ist dir nur, Gott, mein Herz gez weiht. Ihr Ausgang wird erfreulich seyn; sieht's gleich mein blöder Geist nicht ein. 3. Drum laß mich stille seyn und hoffen, wenn du mir Prüfung hast bestimmt; dein Baterherz steht dem doch of fen, der zu dir seine Zuflucht nimmt. Wer hier froh deinen Willen thut, mit dem machst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nůht verborgen; wer hat es je genau erkannt? Wie oft find unsre Wünsch' und Sorgen voll Thorheit und voll Understand! 318 29. Christliche Trostlieder. 5. Nur du, Gott! kennst und wählst das Beste. Oater! mache selbst mein Herz in dieser Ueberzeugung feste; so ehr' ich auch im größten Schmerz dich stets mit der Entschlossenheit: was Gott will, das gescheh' all'zeit. stand! Wer kann, was seinem 2. Du bist Gott, und alle Wohlergehn zum Schaden Welt beugt sich dir im Stildient, ganz übersehn? len. Du bist Gott; kein Sperling fällt ohne deinen Willen. Dein ist Reichthum, dein das Reich, Weisheit, Ruhm und Stärke. Du er barmst dich, Vätern gleich, aller deiner Werke. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut; denn einmal führst du deine Frommen zur völligen 3ufriedengeit. Und dann wird ihnen offenbar, daß nur dein Nath der beste war. 3. Der du aller Sterne Schaar ungeschaffen nanntest, und, eh' ich bereitet war, mich allwissend kanntest, jedes meiner Haare zählst, auf mein Flehen hörest, und wenn du auch Leiden wählst, fie in Freude kehrest: 7. Da erndt' auch ich, von meinen Plagen, die sel'gen Früchte ewig ein; da wird mein Herz, statt aller Klagen, nur voll des frohen Lobes seyn: der Herr, der für mein Heil gewacht, hat alles mit mir wohl gemacht. 4. Sollte ich nicht dir vertraun, Bater deiner Frommen! und auf deine Hülfe baun, wenn auch Leiden kommen? Was betrübst du dich in mir, Seele? fey zufrieden! Harr' auf Gott, er ist mit dir, schenkt dir seinen Frieden. F. W. Loder. 5. Gott, durch den sich auf dem Feld Lilien bekleiden, sorgt für seine schöne Welt; schenkt den Heerden Weiden; nährt der Vögel junges Heer Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod. oder: Schwing' dich auf zu zc. 486. Herzlich lieb' ich forglos auf den Baumen; mein ein bin ich nicht mehr? sollt' er mich versäumen? Gott! Bater und Regierer! meine Zuflucht in der Roth, in Gefahr mein Führer. Herr, mein Fels, mein Schutz, mein Hort; Gott der Huld und Freue: merke gnädig auf mein Wort, wenn ich zu dir schreye. 6. Nach des Lebens Unterhalt trachten ängstlich Heiden; Gott, die Güte, die Gewalt, wird mich nähren, kleiden. Weiß mein rechter Vater nicht, eh' ich noch es klage, was 29. Christliche Trostlieder. 319 was mir nützet und gebricht,| Geduld, trau' seiner Huld: meine Noth und Plage? 7. Und ich sollte, als ein Christ, für den andern Morgen, der so ungewiß noch ist, wie ein Heide sorgen? Da nach Gottes weisem Rath jeder meiner Tage seine eignen Freuden hat, seine eigne Plage. 8. Gott! dir trau' ich ewiglich; wohl wirst du es ma chen, wirst, als Vater, auch für mich, und mein Bestes wachen. Wie dein Nath mein Schicksal lenkt; will ich mich nie kranken. Du, der mir den Sohn geschenkt, wirst mir alles schenken. wird er mich nicht verlassen. 3. Ich bin ja nicht von ohngefähr entsprungen aus der Erden; Gott ist's, der mich zu seiner Ehr' das, was ich bin, ließ werden. Gab er das Seyn dem Leib allein, der kurze Zeit nur währet? Nein! auch dem Geist, der jezt ihn preist, und der ihn ewig ehret. 4. Und wer erhält, mit Allgewalt, mir jede Kraft zum Leben? War' ich nicht längstens todt und kalt, wenn mich nicht Gott umgeben mit seinem Arm', der alles warm, gesund und fröhlich machet? Was er nicht hält, das bricht und fällt; was er erfreut, das lachet. P. Gerhard, verbess von W. 2. Teller und J. S. Diterich. Mel. Was mein Gott will zc. 487.h Och hab' in Gottes Herz und Sinn, mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Gewinn; der Tod selbst ist mein Leben; denn Gott ist mein und ich bin sein: was ist wohl, das mir schade? Ob er gleich schlägt, und Kreuz auflegt, ist doch sein Thun voll Gnade. 5. Zu dem ist Weisheit und Berstand bey ihm ohn' alle Maaßen; die rechte Zeit ist ihm bekannt, zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wenn Leid, er weiß, wenn Freud' uns, seinen Kindern, diene, und was er thut, ist alles gut: ob's noch so traurig schiene. 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Sinnenlust begehret, als sey mit einer großen Last dein Lebensgang beschweret; haft ſpät und früh viel Sorg' und Müh auf selbst erwählten Wegen; und denkest nicht: daß, was muth in seiner Güt' gewöh- geschicht, geschehe dir zum nen, sich zu fassen; üb' ich Segen. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben! Läßt er auch oft mich freudenleer, so will er mich nur üben, und mein Ge7. Für 320 29. Christliche Trostlieder. 7. Fürwahr! der dich geschaf-| Nacht der Trübsal seyn, will fen hat, und mit Vernunft ich's geduldig leiden. Willst beseelet, der hat schon längst du allhier noch länger mir in seinem Rath dein Bestes des Lebens Kraft erhalten: dir erwählet. Er sucht voll wie du mich führst und füh Treu', was dienlich sey dir, ren wirst, so laß ich gern dich und den Deinen allen. Laß walten. ihm doch zu, daß er nur thu' nach seinem Wohlgefallen. 8. Will's Gott, so kann's nicht anders seyn, er wird zulegt erfreuen; was du jezt nennest Kreuz und Pein wird dir zum Heil gedeihen. Wart' in Geduld, denn seine Huld wird endlich Rettung finden; Angst, Noth und Qual, wird auf einmal, gleich wie ein Rauch, verschwinden. C. f. Gellert. Mel. In allen meinen Thaten 2c. Och hab' Stunden des 9. Es lauter Sonnenlicht, das Feld nicht Früch- 488. in guten Lebens Glück empfunden, und Freuden ohne Zahl: so will ich denn gelassen mich auch im Leiden fassen. Welch Leben hat nicht seine Qual? te tragen; so reift auch Men schen- Wohlfahrt nicht bey lauter guten Tagen. Wie bitter sey die Arzeney, schafft sie doch neues Leben; so muß das Leid zu neuer Freud' und wahrem Glück erheben. 12. Auch noch im Tode bin ich dein; vor ihm soll mir nicht grauen; er führt zum bessern Leben ein, er ist der Weg zuni Schauen. Du bist mein Gott, der in dem Tod, so meinen Lauf vollendet, daß dich mein Geist dort ewig preist und all mein Leid sich endet. 10. Ey nun, mein Gott, so fall' ich dir getrost in deine Hånde; nimm mich, und mach' es so mit mir, bis an des Lebens Ende, wie dir's gefällt, der du die Welt nach weisem Rath regierest, und so auch mich stets väterlich auf richt'gem Pfade führest. 2. Ja, Herr! ich bin ein Sünder; und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Sollt' ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich erge ben; nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen. Du hilfft 11. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm' ich's anymit Freuden; soll's aber| und du errettest gern. 4. Laß 29. Christliche Trostlieder. 321 4. Laß du mich Gnade finden,'| prangen; und kämpft und mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Sezt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben seyn. ringt sie zu erlangen, die ihr dazu berufen send; euch halt in eurem Lauf kein Schmerz des Lebens auf, Ueberwinder! das Ziel ist nah'; bald send ihr da, und eure Leiden sind nicht mehr. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe: was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau' ich deiner Gnade. Du, Herr, bist bey mir in der Noth. 3. Der fich euch zum Volk erwählet, der eure Thränen alle zählet, stritt auch mit uns erschöpftem Muth. Wie hat Jesus nicht gerungen! wie tief war er von Angst durchdrungen! wie seufzt' er laut, wie floß sein Blut! Doch sahn die Feinde nicht auf seinem Angesicht bange Schrekken; gestärkt durch Gott, dåmpft er den Tod: da jauchzen alle Himmel ihm.. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flein. Ich will den Tod bedenken; du, Herr, wirst alles lenken; und was mir gut ist, wird geschehn. 489. 23. Münter. Mel. Wachet auf, ruft uns ze Resus fommt, von allem Bósen uns, seine Christen, zu erlösen; er kommt mit Macht und Herrlichkeit; dann, an seinem großen Tage, verwandelt sich der Frommen Klage, in ewige Zufriedenheit. Sey fröhlich, Volk des Herrn! er kommt, er ist nicht fern, dein Erretter. Dein Schmerz ist kaum ein Morgentraum; auf ihn folgt ewig siches Heil. 2. Augenblicke dieser Leiden, was send ihr gegen jene Freuden der unbegränzten Ewigkeit? Seht die Kron' am Ziele 4. Wohl uns, wenn wir mit ihm leiden; dann erndten wir dereinst auch Freuden mit ihm, dem Ueberwinder, ein. Laßt uns kämpfen, laßt uns ringen, mit unserm Haupt hindurch zu bringen, und seines Himmels werth zu seyn! der Hülf' uns schafft, ist er; sein großer Nam' ist: Herr! unsre Stärke! Die ihm vertraun, die werden schaun, welch' eine feste Burg er ist. 5. Ja, du kommst, von allem Bösen uns, deine Christen, zu erlösen; deß sind wir froh, und danken dir; auch in noch so trüben Tagen soll unser Herz doch nicht verzagen; auf deine * Zu 29. Christliche Trostlieder. 322 Zukunft hoffen wir; wir wissen, wer du bist; wir trau'n dir, Jesu Christ, und sind stille. Wenn gleich die Welt in Trümmern fällt, hältst du uns; wir verzagen nicht. P. Gerhard, verbessert von Ch. F. Weiße und J. S. Diterich. Mel. In dich hab' ich gehoffet zc. ch weiß, mein 490. Gott! baß all hun, so treib's zurück, und Was mein Thun und Werk auf åndre meine Sinnen. deinem Willen ruhn; von diru nicht wirkst, pflegt von ihm kommt Glück und Segen; selbst in kurzem zu zerrinnen. was du regierst und fördern S. Tritt du zu mir und mawillst, geht seinem Ziel ent- che leicht, was mir sonst fast gegen. unmöglich deucht; und bring angefangen hast, durch Leis tung deiner Hände. 2. Es ft in keines Men- zu gutem Ende, was du selbst schen Macht, daß das gescheh', was er bedacht, und er sich dessen freue; dein Segen, Höchster, macht's allein, daß Menschen- Rath gedeihe. 9. Ist auch der Anfang etwas schwer, und muß ich gleich ins tiefe Meer der bittern Sorgen treten: so stårke mich der Glaub' an dich, und ein trostvolles Beten. 3. Oft denken wir mit sicherm Muth: dies oder jenes sey uns gut; und ist doch weit gefehlet. Oft sehn wir auch für schädlich an, was doch dein Rath erwählet. 4. So fångt auch oft ein weiser Mann ein gutes Werk mit Freuden an; und bringt's doch nicht zu Stande. Er baut ein Schloß und festes Haus, und baut es nur auf Sande. 5. Drum gib mir Weisheit aus der Höh', mein Vater! daß ich nicht bestch' auf meinem Eigenwillen. Sey du mein Licht, und lehre mich nur deinen Rath erfüllen. 6. Was dir gefällt, gefall auch mir; zufrieden sey mein Herz mit dir, bey allen deinen Wegen. Es soll, was dir zuwider ist, nie meine Seele hegen. 7. Ist's Werk von dir, so hilf Menschen10. Wer fleißig betet, dir vers traut, wird alles das, wovor ihm graut, mit tapfern Muth bezwingen, und Sorg' und Angst wird ihn dann fliehn. Er wird den Sieg erringen. 11. Der Tugend Pfad scheint rauh und wild, mit Dorn und Hecken ausgefüllt; doch wer ihn muthig gehet, wird endlich, Herr! durch deinen Geist, zu steter Wonn' erhöhet. 12. Du bist mein Vater, ich dein Kind; was ich nicht bey mir 29. Christliche Trostlieder. 323 mir hab' und find', hast du in| durchstreichen meine Schuld. voller Gnüge. So hilf nun, Er wird auf mein Verbredaß ich meinen Stand wohl chen nicht stracks das Urtheil halt und herrlich siege. sprechen, und haben noch mit mir Geduld. 13. Dein soll seyn aller Ruhm und Ehr'; ich will dein Thun je mehr und mehr, aus hocherfreuter Seelen, vor deinem Volk und aller Welt, so lang' ich leb', erzählen. 6. Hat er denn was beschlos sen: so will ich unverdrossen an mein Verhängniß gehn; kein Unfall unter allen foll mir zu harte fallen: mit Gott will ich ihn überstehn. P. Flemming. Met. Nun ruhen alle Wälder zc. n allen meinen 7. Ihm hab' ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, er mir es ſey heut' oder morgen; dafür laß ich ihn sorgen, er weiß auch wohl die rechte Zeit. 8. Indeß wird er den Mei. nen mit Segen auch erscheinen, ihr Schuß wie meiner seyn; wird beyderseits ges währen, was unser Wunsch und Zähren ihn bitten werden überein. den Höchsten rathen, der alles kann und hat. Er muß zu allen Dingen, soll's anders wohl gelingen, selbst geben guten Rath und That. 2. Nichts ist es, spåt und frühe, mit aller meiner Mühe; mein Sorgen ist umsonst. Er mag's mit meinen Sachen nach seinem Willen machen; ich stell' alles in seine Gunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat ersehen, und was mir selig ist. Ich nehm' es, wie er's giebet; was ihm von mir beliebet, dasselbe hab' ich auch erkießt. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, 2. Keßler, verb. von J. P. Uz. In eigner Melodie, oder: Ach Herr, mich ermen ze. Deinen hat Gott vor allem Uebel schützt. Leb¹492. verlassen, der ich nach seinen Sägen: so kann mich nichts verlegen, sich auf ihn verließ. Mag doch nichts fehlen, was mir gut und nützt. die Welt ihn haffen: Gotthält, was er verhieß. Seinen schützen; rer stets sich an; 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden; Er will die nimmt ihgibt gern, € 2 was 9. So sey im Tod und Leben, o Seele, Gott ergeben, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe; dein Bater in der Höhe weiß doch zu allen Sachen Nath. 324 29. Christliche Erostlieber. was ihnen nutzen, sie ewig| und Krone: ach stärker dank' freuen kann. ich dann dir, dort vor deinem Throne. als ich hier danken fann. 2. Sein Wille sey mein Wil le; er thu', was ihm gefällt. Ich halt ihm kindlich stille, im Kummer dieser Welt. Der Erde kurze Freuden sind nicht die Seligkeit, die, wenn wir Cornelius Becker, verbeff. von J. S. Diterich. mel. Mein' Seel', o Herr 2c. ſtandhaft leiden, im Himmel 493.Mein Augesicht, Gott! nach dir von deinem Throne hilf dumir! Mein Heil kommt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. 2. Getrost mein Herz! Dein treuer Hirt schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird. Der dich behütet, schlummert nicht; in Finsterniß ist er dein Licht. 3. Kein Uebel sey dir fürchterlich; denn Gottes Rechte schüßzet dich. Durch seine treue Baterhand wird, was dir schadet, abgewandt. 4. Sein Schutz gewährt dir Sicherheit; sein Frost fullt dich mit Freudigkeit. Er leitet dich auf ebner Bahn, und nimmt dich einst mit Ehren 3. Mit freudigem Gemüthe im Leiden zu bestehn, will ich zu Gottes Gute um Muth und Stärke flehn. Er kann, er wird mich trösten, und mein Beschüßer seyn, mich, ist die Noth am größten, von jeder Angst befreyn. 4. Wenn ich ihm angehöre, wenn ihm mein Herz gefällt: was brauch' ich macht und Ehre? was Schätze dieser Welt? Mein Reichthum ist im Himmel, heißt Jesus; hab' ich den, so kann ich Erd' und Himmel getrost vergehen sehn. 5. Den will ich fest umfasfen; er litt und starb für mich; und kann mich nicht verlasfen. Deß tröst, o Secle, dich. Ich sollte selig werden, drum litt er Angst und Pein. Wo ist, wo kann auf Erden doch) größre Liebe seyn? 6. Erlöser, durch dein Sterben erwarbst du mir mein Heil. Laß mich den Himmel J. Clauder, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. du erben; bort sey mein ewig 494. Mweist am al Theil. Du gibst mir Sieg lerbesten - an. 5. Herr, segne, Herr, behüte mich! Du bist mein Heil, ich hoff auf dich. Dein Segen folg aus dieser Zeit mir nach, bis in die Ewigkeit. Trostlieder. 325 6. Ich bin ja auf so viele Weise, mein Herr und Gott! dein Eigenthum. Drum gib, daß ich zu deinem Preiſe und deines großen Namens Ruhm, dir diene in Gerechtigkeit, mit williger Ergebenheit. 7. Du schaffst das Wollen und Vollbringen; von dir kommt Weisheit und Verstand; drum reiche mir in allen Dingen, aus Gnaden deine Baterhand. Erbarme meiner Schwachheit dich, und stark zu allem Guten mich. 8. Legst du was auf, so hilf mir's tragen. Gib mir Ge duld in Leidenszeit; und sey, in gut und bösen Tagen, mein Trost und meines Herzens Freud'. Stárk immer mein Bertraun zu dir, und schaff' ein reines Herz in mir. 4. Denn, darf ich mich dein Kind nur nennen, bist du mein Vater und mein Freund: so muß mir alles nützen können, was mir auch noch so böse scheint. Das Bitterste wird mir versüßt, wenn du nur, Gott! mir gnädig bist. 9. Nun, Herr! du siehest mein Bestreben: verleih mir deines Geistes Kraft! Nur deine Gnade kann sie geben, die alles Gute in uns schafft. Dann zeigt mir dieser Kindes- Sinn, daß ich gewiß der Deine bin. 5. Drum gib, daß ich dir kindlich traue, und demuths- 495. M mein Licht, Met. D Gott; du frommer 2c. Gott, voll, doch unverzagt, mein Hoffen sicher darauf baue, was dein so theures Wort mir sagt. Dein Geist erkläre meinem Geist, was deine Batertreue heißt. 29. Christliche lerbesten das, was mir gut und nützlich ist. Du bleibst, ist auch die Noth am größten, mein Helfer, wie du's ewig bist. Gib, daß ich einzig dir vertrau', und nie auf Men schenhülfe bau'. 2. Räum' alles weg aus meiner Seelen, was deinem Willen widerspricht, und wollt' es auch sich mir verheelen, so stelle du doch selbst in's Licht, was mir noch fehlt an Kindessinn, und neige dann mein Herz dahin. 3. Hilf mir im Geist und Wahrheit sprechen: du bist mein Vater, Licht und Heil, verzeihst mir gnädig meine Schwächen, und schenkst auch mir an Christo Theil. Du bist mein allerbester Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meint. mein Schuß, mein Trost, mein Heil, mein Leben! Hilf, daß ich dir mein Herz geduldig mög' ergeben. Las meine Hoffnung ja nicht wanken, stárke 326 29. Christliche Trostlieder. stårke mich; laß mich dein ser, was dir nützet, und was Baterherz erquicken gnädig- dem Nächsten nutzt, als du? Wenn er dich nährt, regiert und schützet, was fehlet dann noch deiner Ruh'? 4. Du prangest nicht in hohen Würden: beneide nicht der Großen Glück; fie seufzen unter schweren Bürden; oft stürzet sie ein Augenblick. Dir ward kein Ueberfluß gewähret; ihn wünschen, das ist Selbstbetrug. Wer gern, was er nicht braucht, entbehret, der ist beglückt, und reich genug. 5. Herr, der du mir zum frohen Leben, so viel ich braus che, hast verliehn. Laß tåglich sich mein Herz bestreben, den sorgenvollen Gram zu flichn. In Demuth laß mein Herz sich üben, Gott! deiner Gute sich zu freun; dich fürchten, dir vertraun, dich lieben, soll ewig meine Freude seyn. lich. 2. Gib mir, durch Stilleseyn und Hoffen stark zu werden, weil ich ja leiden soll und muß auf dieser Erden. Laß deine Hülfe mich erwarten; rette mich aus aller Noth! ich will dich preisen ewiglich. 496. 23. F. Köhler. Mel. Wie groß ist des Allm. 2c. ein Herz entehre nicht mit Klagen den Gott, der dich zum Glück erschuf. Des Lebens Mühe zu ertragen und froh zu seyn, ist dein Beruf. Der Christ murrt nicht bey den Beschwerden von dieser kurzen Lebensbahn; er sucht, daß sie ihm nützlich werden, und betet Gottes Willen an. 2. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden: nimm's dankbar aus der Vorsicht Hand. Erfülle jede, Pflicht zufrieden, die sie mit diesem toos verband. Sie gibt dir 497. Mthig balb muMunterkeit und Kräfte, und nåhrt und stärkt sie våterlich; fie brauchen, dies ist dein Geschäfte, und ihr Gebrauch ist Ruhm für dich. errungen ist das Ziel von jeder Pein! bald ist jeder Schmerz verschlungen von der Freude: frey zu seyn, frey von Leiden und Gefahren; von der Freude, zu erfahren: unaussprechlich zärtlich liebt er, der uns im Leiden übt. 2. Ich will harren, hoffen, schweigen- mein Erbarmer ift 3. 3warjenem hat des Himmels Segen mehr Güter an vertraut als dir; doch soll dies deinen Neid erregen? Dent': wer ist Gott? und wer sind wir? Weiß er nicht bes Mel. Jefu, meines Lebens zc. oder: Jesu, der du meine zc. 327 ne Schmerz! Ich will leiden, will nicht klagen; was mein Gott mir auflegt, tragen. Er, der Vater, mit uns trågt, was dem Kind wird aufgelegt. 7. Keine Leiden, keine Schmerzen trennen mich, o Gott! von dir. Du bist in den tiefsten Schmerzen unaussprechlich nahe mir; reis 29. Christliche Trostlieder. ist mir nah; will mich tief anbetend neigen; wo ich leide: Gott ist da! im Verborgnen, wo ich weine, ist von meinen Thránen keine dem, der mich in Schwachheit starkt, meinem Vater, unbemerkt. 3. Deine Vaterblicke blicken Gnad' und Trost auf mich herab. Diese Lasten, die mich drücken, nimmst du, Va, mir bald ab. Stárke bis zum letzten Tage mich, daß ich sie willig trage. Wenn mein Herz verschmachten will, rufe: Kind, sey froh und still! 4. Jesus Christus trug im Staube, duldend, aller Leiden Last. Mich auch stärke Muth und Glaube, der die Ewigkeit umfaßt. Gott, mein Vater, sieht mein Leiden; Gott, mein Vater, ficht die Freuden, die mein Leiden mir erzeugt, wenn mein Glaube duldend schweigt. 5. Fließt, ihr fließt vor Gott, ihr Thränen! Gott, Gott zählt euch alle; fließt! Er, er weiß, daß all' mein Sehnen nur auf ihn gerichtet ist. Er, er schlägt mir diese Wunden, zählt und wågt des Leidens Stunden. Wer, wer kann mein stilles Flehn mehr vernehmen, mehr verstehn? mich durch heiße Leiden zum Genuß der reinsten Freuden; lenkest, reißest meinen Sinn ganz zu deinem Herzen hin. 8. Bald, bald kommt die letzte Stunde, meiner Thranen letzte, bald! bald verschwindet Schmerz und Wunde, und der Gnade Stimme schallt: sey erlöst von allen Banden! Ueberstanden! überstanden! Ewig frey von jes der Pein, wirst du reich an Freuden seyn. 6. Jeder Tag der Erden- Leiden: welch' einSegen für mein Herz! welche Saat von tausend Freuden, jeder still gelittP. Gerhard. In eigner Melodie. 498. Nicht ſo traurig, meine Seele, sey betrübt; daß dir Gott Glück, Gut und Ehr nicht so viel als andern gibt. Habe gnug an deinem Gott; hast du den, so hat's nicht Noth.. 2. Was hast du, o Menschenkind, für ein Recht zu Gut und Geld? Sind nicht wir, die sterblich sind, Gäste einer fremden Welt? Gott ist Herr 328 Herr in seinem Haus, wie er will, so theilt er aus. 3. Bist du doch darum nicht bier, daß du Schätze sammlen follt; schau den Himmel über dir, da ist mehr als ird'sches ( Gold. Da ist Ehre, da ist Freud', Freud' ohn' Ende, Ehr' ohn' Neid.. 29. Christliche Trostlieder. 4. Der ist thörigt, der sich frånkt um ein wenig Eitel keit: wenn ihm Gott dagegen schenkt Schâge der Beständigkeit. Bleibt der Himmel dein Gewinn: fahr' das Ird'sche immer hin. 5. Schau nur alle Güter an, die dein Herz für Güter bált. Sag, ob eins dir folgen kann: bleibt nicht alles in der Welt, wenn dein Geist, nach Got tes Schluß, diese Welt verlasſen muß? 6. Aber, was die Seele nährt, Gottes Huld und Jesu Heil, wird von keiner Zeit verzehrt: ist und bleibt dein bestes Theil. Erdengut zerfällt und bricht; himmlisch Gut verschwindet nicht. 7. Darum denfe nicht zu sehr auf ein Gut, das eitel ist. Gott gibt ohnehin dir mehr, als du brauchst, und würdig bist. Sag, ob dich sein weiser Rath nicht bisher versorget hat? 8. Ach, wie bist du doch so blind, und im Denken unbedacht! Augen hast du, Menschenkind! und hast doch noch nie betracht't deiner Auges helles Glas: fiche, welch ein Schatz ist das? 9. Sáhle deine Finger her, und der andern Elieder Zahl; keins ist, das dir unwerth wär', ehr'st und liebst sie allzumal. Reines gåbst du weg um Gold, wenn man dir's abnehmen wollt'. 10. Nun so gehe in den Grund deines Herzens, das dich lehrt: wie viel Gutes alle Stund' dir von oben wird Beschert! du hast mehr als Sand am Meer; und willst doch noch immer mehr? 11. 2ußte, der im Himmel lebt, daß dir's wäre nuß und gut, wornach so begierig jirebt dein verderbtes Fleisch und Blut: würde seine Gü tigkeit dich nicht lassen uners freut. 12. Gott ist deiner Liebe voll; und ist dir von Herzen tren. Wann du wünschest, prüft er wohl: wie dein Wunsch beschaffen sey. Ist dir's gut, so geht er's ein; ist dir's schädlich, spricht er: nein! 13. Ey so richte dich empor, du betrübtes Angesicht! Laß das Seufzen! nimm hervor deines Glaubens Freudenlicht; das behalt, wenn dich die Nacht deines Kummers traurig macht. 14. Sete, 29. Christliche Trostlieder. 329 14. Setze, als ein Himmels 1-4. Mußt duim tiefsten Elend Sohn, deinem Willen Maaß und Ziel. Rühre stets vor Gottes Thron deines Dan kens Saitenspiel, weil dir schon gegeben ist weit mehr, als du würdig bist. 15. Führe deinen Lebenslauf allzeit Gottes eingedenk; wie es fommt, nimm. alles auf, als ein wohlbedacht Geschenk. Geht dir's widrig, laß es gehn: Gott und Himmel bleibt dir stehn. 2. Das kurze Leben hier auf Erden ist nur des Curisten Probezeit; hier muß er zubereitet werden zu jenes Lebens Herrlichkeit. Hier ist des Christen Prüfungsstand; dort erst sein wahres Vaterland. L.. freybery Bachov von Echt. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. Hohn. 499. Chrift, in die sen Pilgrims 6. Betrübet der Verlust der Deinen, der Güter und des tagen, in dieser mühevollen Glücks, dein Herz: du bist ein Zeit, ertrage jede deiner Pla- Mensch, brum darfst du weigen mit christlicher Gelassen- nen; nur murre nicht in deiheit, und zeige, daß ein wahrer Chriji ein Held in allen Leiden ist. nem Schmerz. Sprich glaubensvoll mit stillem Geist: Gott gab's, Gott nahm's: er sey gepreist! 3. Laß nie den Gram dein Herz verzehren, ergib dich nicht der Traurigkeit. Erdulde willig, Gott zu Ehren, • die größten Leiden dieser Zeit. weinen, quålt deinen Leib der Krankheit Pein: Gott hilft zu rechter Zeit den Seinen; er wird auch dich mit Hülf erfreun. Er bleibt dein Bater, der dich liebt, wenn er dich auch durch Leiden übt. Belohnen nicht dies kurze Leid die Freuden einer Ewigkeit? 5. Must du dich hier verspotten lassen; verlåstert man dich ohne Schuld: besieg' die Feinde, die dich hassen, als Christ, durch Großmuth und Geduld! Dein Heiland, Jes sus, Gottes Sohn, ertrug mit Sanftmuth, Spott und 7. Dein Freund, dein Gönner liegt im Grabe! es schmerzt; doch sprich mit Zuversicht: ach, Herr, Herr, wenn ich dich nur habe: frag' ich nach Erd' und Himmel nicht. Ja, stürzt der Bau der Welt auch ein: ein Christ kann unerschrocken seyn. 8. Wohl dir, o Chrift! nach kurzem Leide, ruft dir des HeiLands Stimme zu: geh' ein zu deines Gottes Freude, nach Müh' und Kampf zur ew'gen Ruh'. 330 29. Christliche Trostlieder. Ruh'. Komm, und empfang'| leben, so weit es christlich ist. vor seinem Thron der Uever- Willst du mir etwas geben winder großen Lohn. an Reichthum, Gut und Geld: so gib auch dies daben, daß kein unrechtes Gut mit uns J. Serrmann. In eigner Melodie. 500. Gott, bu from mer Brunnquell aller Gaben! ohn' dem nichts ist, was ist, von dem wir alles haben! Gefunden Leib gib mir, und daß in solchem Leib ein' unverlette Seel' und rein Gewissen bleib'. 2. Hilf, daß ich thu' mit Fleiß, was mir zu thun gebühret; wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gib, daß ich's thue bald, zu der Seit, da ich soll; und wenn ich's thu', so gib, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen, laß kein unnützes Wort aus mei nem Munde gehen. Und wenn nach meiner Pflicht ich reden soll und muß: so gib den Worten Kraft und Nach druck ohn' Verdruß. 4. Find't fich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen; gib einen Heldenmuth und Trost in Leidenstagen. Durch Sanftmuth lehre mich besiegen meinen Feind, und wenn ich Raths bedarf, gib einen weisen Freund. 5. Laß mich mit jedermann in Fried' und Freundschaft termenget ſey. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen; durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen: so gib Geduld; für Sünd' und Schande mich bewahr', damit ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End' auf Christi Tod hinscheiden, die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden. Dann ruhe sanft der Leib in seiner stillen Gruft; bis ihn dein Allmachtswort ins neue Leben ruft. 8. Wenn deine Stimme wird die Todten all' erwekten: o dann wird sie sich auch auf meinen Staub erstrecken; so führe dann verklárt mich in den Himmel ein, und laß mich selig dort mit allen Frommen ſeyn. 9. Gott Vater! dir sey Preis hier und im Himme oben. Herr Jesu, Gottes Sohn! dich will ich allzeit loben. O heil'ger Geist, dein Ruhm erschall' je mehr und mehr! O Herr, dreyein'ger Gott! dir sey Lob, Preis und Ehr'! C.F. 29. Chriftliche Trostlieder. C. f. Gellert. In eigner Melodie. Herr, mein burch 501. den ich bin und lebe, gib, daß ich mich in deinen Rath ergebe: laß ewig deinen Willen mein, und was du thust, mir theuer seyn! 2. Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb' und Stärke. Du, Herr, erbarmst dich aller dei 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinen Frieden. Du wegst mein Glück, du wogst mein Leid; und was du schickst, ist Seligkeit. ner Werke. Was zag ich 502. Secie! dir ſey einen bist mein Gott, und willst mein Glück. Gott allein groß und wünschenswerth. Alles andre nenne klein, was die Welt begehrt. Angst, Schmach und Spott herrscht bey Menschen überall: las den niedern Erdenball! schwing' dich zu Gott! 2. Alles Weltglück ist nur Tand; selig, wer's verschmäht! wer drauf bauet, baut auf Sand. Christenglück besteht; Angst, Schmach und Spott berrscht bey Menschen überall: laß den niedern. Erdenball! schwing' dich zu Gott! 3. Beig' im Unglück Chris stenmuth, halte fest am Herrn; er ist doch das höchste Gut, und er hilft auch gern. Ungst, Schmach und ic. 4. Dulde Haß; von Haß und Neid bleibt kein Mensch verschont; selten wird Rechtschaffenheit in der Welt belohnt. Angst, Schmach und ic. 5. Trübt 4. Gefällt es dir, so müsse keine Plage sich zu mir nahn; gib mir zufriedne Tage. Al lein, verwehrt's mein ewig Heil: so bleibe nur dein Trost mein Theil. 331 mir dennoch wieder Hulp ersehn. 7. Vielleich muß ich nach wenig Tagen sterben: Herr, wie du willst! Soll ich den Himmel erben, und dieser ist im Glauben mein: wie kann der Tod mir schrecklich seyn? 5. Du gibst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Ist nur mein Weh nicht meine Schuld: so zag' ich nicht; du gibst Geduld. 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott! mich rauhe Wege führen: so wirst du, denn du hörst mein Flehn, 2. Fritsch, verbessert von J. F. Schmidt. Mel. Seele, was ist schoners zc. 29. Christliche Trostlieder. 332 5. Trübt Verdruß und Herzeleid dir so manchen Tag; cy, zur frohen Ewigkeit folgt kein Schmerz dir nach. Ungst, Schmach und ic. 6. Wer hier weint und auf wärts blickt, wird dort Wonn; seon: wird, mit Palmen schön geschmückt, unter Engeln stehn. Angst, Schmach und 20. 7. Secle! der am Kreuze starb, macht dich groß und reich! Heil dir! Jesu Tod erwarb dir das Himmelreich. Ungst, Schmach und Spott herrscht bey Menschen über all: laß den niedern Erdenball! schwing' dich zu Gott! Wer ihn nur liebt, sich ihm ergibt, den wird er nicht verlassen. Verbessert von J. S. Diterich. Mel. In dich hab' ich gehoffet: c. 4. Wie lange währt der Frommen Leid? nicht ewig, Herr, nur kurze Zeit. Nach übersiandnem Leide, erquiks test du ihr Herz mit Ruh', und einst mit ew'ger Freude. 5. Drum hab', o Seele, guten Muth! vertraue Gott! es wird noch gut nach al ler Trübsal werden. Er ziehet dich durchs Kreuz zu fich, zum Himmel von der Erden. 6. Gott ist dein Gott; er ist getreu, und stehet dir, als Bater, bey, in allem Kreuz auf Erden. Der Leiden Heer wird nie zu schwer, durch ihn, dem Christen werden. 503.Sey, Seele, start 7. Es haben ja zu aller Zeit die Heiligen in und unverzagt, wenn irgend dich ein Kummer plagt: befiehl Gott deine Sachen. In aller Pein vertrau' allein auf ihn: er wird's wohl machen. bier oftmals wandeln müs sen: warum willst du hier nur von Ruh', und nichts von Trubsal wissen? 2. Kein Leiden kommt von ohngefähr; wenn's noch so unverschuldet wär'; sein Rath hat's so ersehen. Drum sey nur still; was dein Gott will, laß immer gern geschehen. 3. Erweckt dir gleich das Leiden Pein, so soll's dir doch nicht schädlich seyn; Gott kann sein Kind nicht hassen. 8. bet, und sich auf deinen Gott in aller deiner Angst und Noth! laß, wie er will, es gehen! Sein Will' ist gut; behalte Muth! Gott wird dich einst erhöhen. 9. Der du ein Gott des Trostes bist, laß jeden, der hier traurig ist, doch deinen Troft empfinden! Hilf, den du liebst und prüfend übst, das Leiden überwinden. Paul 29. Christliche Trostlieder. Paul Eberus 23. Schmolk. Mel. Warum sollt' ich mich 26. verbessert von C. f. eander.* Mel. Wenn wir in höchsten 2c. ehn wir nur 505. S ey zufrieden, mein Gemü504. rübfal um the! Gott ist gut; was er thut, uns her, und wissen keinen ist voll Lieb' und Güte. Er Ausgang mehr, und finden nur weiß in allen Sachen, weder Schutz noch Rath, ob groß an Rath, wie von That, wir auch sorgen früh und alles wohl zu machen. spat: 2. Dann ist es unser Trost allein, daß wir uns deiner noch erfreun; und fliehn zu dir, du treuer Gott! du bester Helfer in der Noth. 2. Beides, Erd' und Him mel, preisen seine Macht; Tag und Nacht müssen sie beweis sen. Conn' und Mond, das Heer der Sterne, was sich regt und bewegt, lobt ihn nah und ferne. 3. Schau die Werke feiner Hánde! Mensch und Thier melden dir seinen Ruhm ohn' Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub, gibt ihn zu erkennen. 3. Wir heben unser Aug' und Herz hinauf zu dir, in unserm Schmerz, und flehn dich um Begnadigung, um aller Leiden Linderung. 4. Nach deiner Gnade sagest du dies alen, die dir trauen zu durch den, der unser Mittler ist, durch unsern Heiland, Jesum Christ. 5. Drum kommen wir, Herr, unser Gott! und klagen dir all' unsre Noth. Ach! deine Bateraugen seyn, wie so verlassen wir da stehn. 333 6. Nur du bist unfre 3uversicht! Vergilt nach unsrer Schuld uns nicht; steh' uns in allen Nöthen ben, und mach' uns aller Plage frey. 7. Dann danken und lobsingen wir mit freuderfülltem Herzen dir; gehorsam deinem theuren Wort, Herr! preisen wir dich hier und dort. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh', in der See, oder sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm, preisen seine Stárke. 5. Sollt' ich denn nicht ihn erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir mein Leben! Was ich hab' ist sein Geschen fe; auch der Geist, der ihn preist, mit dem ich ihn denke. 6. Wie sein väterliches Sorgen, Tag und Nacht, für mich wacht, das zeigt jeder Morgen. Ja kein Augenblick vers schwin 29. Christliche Trostlieder. 334 schwindet, der mich nicht, Gott mein Licht! dir zum Dank verbindet. 7. Seßten mir des Kreuzes Plagen heftig zu, so halfst du, o mein Gott! sie tragen; war nicht mehr Geduld vorhanden: deine Kraft hat geschafft, daß ich's überstanden. 5. E. Heeren. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 506. Schon hier lebt 8. Nun, mein Herz! das hat 507. Sollt es gleich bisweilen lange denke dran, wird dir jemals bange, als wollt' er dich ganz verlassen. Es geschicht wahrlich nicht; er kann dich nicht| haffen. 9. Drum ergib dich seinem Willen; heiße gut, was er thut, er wird's auch erfüllen. Denn er ist in allen Sachen groß von Rath wie von That: er, er wird's wohl machen. gnügt, wer Gottes Wege geht; die schnöde Lust der Welt besiegt, fest in Versuchung steht. 2. Sein Theil ist hier 3ufriedenheit, die im Gewissen wohnt, wenn sich's des hohen Beyfalls freut, womit es Gott belohnt. 4. Herr, laß mit allem Eifer mich den Weg der Wahrheit gehn; so werd' ich einst im Himmel dich zu meiner Wonne sehn. 3. Noch größrer Lohn erwartet ihn in jener Ewigkeit, wenn er mit Gott ergebnem Sinn gethan, was Gott gebeut! Ch. Titius, verbessert von C. f. D. Schubart. In eigner Melodie scheinen, als wenn Gott vers ließ die Seinen: ey, so glaub und weiß ich dies, Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hülfe, die er aufgeschos ben, hat er drum nicht aufges hoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenn's nöthig ist. 3. Gleich wie Vater nicht bald geben, wornach ihre Kinder streben: so hålt Gott auch Maaß und Ziel; er gibt wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich ges trösten, wenn die Noth am allergrößten. Er ist gegen mich, sein Kind, mehr als vas terlich gesinnt. 5. Dem, der mich mit Un recht krånket, dem, der mir zu schaden denket, Trotz dem Hasser, Trotz dem Feind: Gott im Himmel ist mein Freund! 6. Will die Welt mich nimmer leiden, mag sie höhnen, mich beneiden, und mir Tod und Rache dráun: Gott, mein Gott, wird Richter seyn. 7. Will 29. Christliche Trostlieder. 335 7. Will sie mich gleich von 4. Wenn nach seinem Reich sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; der ist, nimmt sie alles hin, mir der feligste Gewinn. 8. Was die Welt liebt, will ich hassen; ihr gern alles Eitle lassen; dafür, Trotz sey ihrem Spott, wähl' ich mir nur meinen Gott. 9. Ja, Herr! wenn ich dich nur habe, scheu' ich mich nicht vor dem Grabe. Bleibt nur Gott und Jesus mein, so kann mir nichts schrecklich seyn. J. Olearius. Mel. Ady, was soll ich Sünd. c. 508. Sollt ich meinem Gott icht trauen, der mich liebt so våterlich, der so herzlich sorgt für mich? Sollt' ich auf den Fels nicht bauen, der mir ewig bleibet fest, der die Seinen nicht verläßt? 2. Er weiß alles, was mich drücket, mein Anliegen, meine Noth; steht mir bey bis in den Tod. Er weiß, was mein Herz erquicket. Seine Lieb' und Vatertreu' bleibt mir alle Morgen neu. 3. Der die Vögel all' ernähret, der die Blumen, Laub und Gras kleidet schön ohn' Unterlaß, der uns alles Gut's bescheret, sollte der verlassen mich? Nein, ich trau' ihm sicherlich. ich trachte, wenn ich durch Gerechtigkeit strebe nach der Himmelsfreud'; wenn ich Geld und Gut nicht achte: segnet Gott mich früh und spat, Wort und Werke, Rath und That! 5. Ey! so mag der andre Morgen bleiben; was noch künftig ist, irrt mich nicht, ich bin ein Christ. Ich las meinen Gott versorgen alles, weil doch aller Zeit ihre Sor ge schon bereit. 6. Gott sey Lob, der mich erfreuet, daß ich glaube festiglich: Gott, mein Bater, sorgt für mich; der mir dieſen Troſt erneuet, daß ich weiß: Gott liebet mich; Gott versorgt mich ewiglich. J. F. Mudre. Mel. Fren' dich sehr, o meine ze. 509. Sreu ist Gott! das nehmt zu Herzen, Menschen, die ihr jammernd klagt; hört in allen euren Schmerzen, was sein heilig Wort euch sagt; er, der seine Hand euch reicht, macht der Trübsal Last euch leicht, und das Ende bittrer Leiden euch zum Anfang ew's ger Freuden. 2. Laß dir an der Gnade gnügen, welche dir dein Vater schenkt; du wirst niemals un terliegen, da er dein im besten denkt. Er, der deine Thränen zählt, 336 29. Christliche Trostlieder. zählt, hat gewiß die Zeit er- I wenn mich Leiden krånken deiwählt, da er deine Klagen nes Trostes Freude schenken. stillet, und dein Herz mit Troft erfüllet. 3. Heben will er dich und 510.11 nerforschlich sey tragen, wenn du schwach und hülsios bist. Auch des grauen Alters Klagen hört er, der uns nie vergißt. Die Verheißung steht noch fest, daß er Fromme nie verläßt; nicht versäumt auf sie zu schauen, wenn sie kindlich ihm vertrauen. 4. Ach! daß es der Mensch doch glaubte! Ohne Gottes Willen fällt nicht ein Haar von unserm Haupte; weil er, was er schuf, ertält. Nur, die Sünden zwingen ihn, sich von uns zurück zu ziehn. Wenn wir uns zu ihm bekehren, will er unsre Seufzer hören. 5. Nun so ruh' in seinen Hånden, Seele! die du flagst und wankst! Er wird deine Leiden wenden, daß du ihm uoch freudig dankst. Seiner Gnade Bund allein müsse deine Stärke seyn! Halte nur mit festem Muthe dich zu Gott, dem höchsten Gute. 6. Laß mich diese Gnad' erreichen, Herr, Herr! meine Suversicht! mögen doch Verzagte weichen! mein Vertrauen weiche nicht! In der allergrößten Pein wirst du mein Erretter seyn; wirst mir, J. A. Cramer.. Mel. Gott des Himmels und 2c. meines Gottes Weg und Rath; und die Nacht sey ohne Schimmer, die mich hier umschattet hat: doch ist alles, was er thut, wie's auch scheis ne, weis und gut. 2. Sollt' ich das von Gott nur loben, wo ich Rath und Weisheit seh'? Ist's nicht ein Geschenk von oben, wenn ich seinen Weg versteh'? Frevelt der nicht, welcher klagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt? 3. Sollt' ein Vater unterlas sen, was dem Kinde Thorheit ist? Kühner Tadler! Engel fassen das, wo du im Dunfeln bist. Hier sollst du dem Herrn vertraun, und nur glauben, noch nicht schaun. 4. Sollt' er deine Wünsch' erheben zu Beherrschern seis ner Welt? Soll der Heilige dir geben, was den Lusten nur gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, was ein thöricht Herz begehrt! 5. Hier, in meinem Pilgerstande, sey mein Theil Zufriedenheit! Dort, in meinem Vaterlande, wohnt die wahre Seligkeit. Führt mein Gang zum Himmel ein, mag er immer dunkel seyn! 6. Wenn 29. Christliche Trostlieder. 6. Wenn du auch auf rauhen Wegen wandelst, Seele, klage nicht. Was hier schmerzet, wird dort Segen; was hier Nacht ist, wird dort Licht; und ich faff erft Gottes Sinn, wenn ich ganz vollendet bin. J. P. Us. Mel. Lob fey dem allmächtigen 2c. 511.on bir, o Bater! 8. Ga nimmt mein 2. Nur du, der du allweise bist, nur du weißt, was mir heilsam ist; nur du siehst, was mir jedes Leid für Heil bringt in der Ewigkeit. 8. Sagt's alle, die Gott je Herz Glück, Unglück, Freu- geprüft, die ihr zu ihm um den oder Schmerz, von dir, ber nichts als lieben kann, voll Dank und voll Vertrauen an. ob er das Gebet Geduldiglei Hülfe rieft; sagt's, Fromme, dender verschmäht? 3. Ist alles dunkel um mich her; die Seele mud' und freudenleer: bist du doch meine Zuversicht; bist in der Nacht, o Gott, mein Licht. 337 6. Oft sah' ich keinen Uusgang mehr; dann weint' ich laut, und klagte sehr: wo bist du, Gott? wie schauest du denn meinem Elend müßig zu? 4. Verzage, Herz, verzage nie. Gott legt die Last auf: Gott kennt sie. Er weiß den Kummer, der dich quält; und geben kann er, was dir fehlt. 7. Dann hörtest du, o Herr! mein Flehn; und eiltest bald mir beyzustehn. Du öffnetest mein Auge mir; ich sah' mein Glück, und dankte bir. 5. Wie oft, Herr! zagt' ich, und wie oft half deine Hand mir unverhofft! Am Abend weint' ich, und bald drauf ging mir ein froher Morgen auf. 9. Ja, Christ, wo niemand hilft, hilft er; von allen, allen Seiten her war er der Helfer immerdar, wird er auch blei ben, was er war. 10. Die Stunde kommt früh, oder spát, wo Dank und Freud' aus Leid entsteht. Vielleicht, daß, eh' du ausgeweint, dir Gott mit seiner Hulf erscheint. 11. Schau' deinen Heiland glaubig an! Wenn niemand dich erquicken kann: so trau' ihm; er verläßt dich nicht, und freut sich deiner Zuverficht. 12. Einst hat er auch, der Menschenfreund, im Thranenthale hier geweint. Auf deine Thränen gibt er Ucht; und dir zu helfen hat er Macht. Y 13. Und 338 29. Christliche Trostlieder. 13. Und helfen will er, zwei-| was unsern Leib ernähren, fle nicht! er hålt getreu, was den Geist erfreuen kann. er verspricht: du sollst ja nicht verlassen seyn; dies laß dein sorgend Herz erfreun. 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, ihn, der uns beides schenkt. Gesegnet ist die un de, darin man sein gedenkt! So braucht man recht der Zeit. Wir sollen ja auf Erden in ihm schon selig werden; noch mehr in Ewigkeit. 6. Mag doch die Welt vergehen mit ihrer Lust und Pracht; das Glück bleibt ewig stehen, das Gott mir zugedacht. 3war schließ' ich hier den Lauf; doch wenn ich einst im Grabe genug geruhbet has be, weckt er mich wieder auf. 7. Die Seel' ist unverloren in Gottes Vaterhand; der Leib wird neu geboren zum bessern Vaterland. Wie felig werd' ich dann! ein Mitgenos der Freuden, die uns, nach kurzem Leiden, der Himmel schenken kann. . Herrmann, verbessert von C. F. Neander. In eigner Melodie. 512. on Gott will ich nicht lassen, denn er verläßt mich nicht; im Kummer mich zu fassen, gibt er mir Kraft und Licht. Er steht mit hilfreich bey; mit jedem neuen Morgen, weiß er mich zu versorgen, ich sey auch wo ich sey. 2. Wenn Menschen- Gunst und Liebe in Kaltsinn sich verkehrt, bleibt er voll Mitleidstriebe, er, der mein Flehen hört. Er hilft in jeder Noth; er kann in allen Stürmen die Seinigen beschirmen, besiegen selbst den Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen; auch in der schwersten Zeit auf seine Hülfe bauen; er wendet alles Leid. Ihm sey es heimgestellt; Leib, Secle, Glück und Leben sey Gott, dem Herrn, ergeben: er mach's, wie's ihm gefällt! 4. Es kann ihm nichts gefallen, als was uns nüßlich ist: gut meint er's mit uns allen; er gab uns Jesum Christ. Hat er so viel gethan, so wird er auch gewähren, 8. Auf Trubsal, die ich dulde, auf Leiden dieser Seit, die ich auch oft verschulde, fulgt Lohn der Ewigkeit, so großer Freuden voll, die, da ich, Troh dem Grabe! sein Wort dar= über habe, mir niemand rauben soll. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns erschaffen hat. Auß seines Sohnes Fülle empfahn wir Gnad' um Gnad'; er gibt uns seinen Geist, das mit er uns regiere, die Bahn zuni 29. Christliche Trostliedet. 339 zum Himmel führe. Hoch sey 6. Uch, Gott! so reich bist der Herr gepreist! du noch heut', als du es warst von Ewigkeit; zu dir steht mein Vertraun. Mach' mich an meiner Seele reich, so gilt mir andrer Reichthum gleich. 7. Das Zeitliche entbehr' ich gern, hab' ich das Ew'ge nur vom Herrn, daß er auch mir erwarb durch seinen herben bittern Tod; das, das gib mir, mein treuer Gott! Sans Sachse, verbessert von J. A. Schlegel. In eigner Melodie. 513.W arum betrübst du dich, mein Herz, und hármst dich ab in bangem Schmerz, nur um ein zeitlich Gut? Vertrau' du dem, deß Allmachtsruf die ganze Welt aus Nichts erschuf. 2.Dich kann und will er lafsen nicht; er weiß ja wohl, was dir gebricht; und was du fichst, ist sein. Er ist dein Bater, und dein Gott, und hilft dir gern in aller Noth. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, so weiß ich, daß mich nie vergißt dein våterliches Herz; mich, das Geschöpf von gestern her, das ohne dich ganz hülflos wär'. 4. Der Reiche trott auf Geld und Gut; der Stolze auf Gewalt und Muth. Ich aber trau' auf Gott; ich weiß, wie mir sein Wort verspricht: wer Gott vertraut, dem mangelt nicht. 5. So groß auch immer die Gefahr für den und jenen Frommen war: Gott führte ihn heraus. Wo Menschen Rath und Hülfe schwand; da half, da schützte seine Hand. 8. Das alles, was die eitle Welt allein für Glück und Freude hält: Gold, Ehre, Wollust, Pracht, das währt nur eine kleine Zeit, und hilft doch nicht zur Geligkeit. 9. Sohn Gottes! freudig dank' ich dir, daß du in deis nem Wort auch mir dein Heil hast offenbart; verleih' mir auch Beständigkeit, zu meiner Seelen Seligkeit. 10. Lob, Ehr'aund Preis sey dir gebracht, daß du es immer wohl gemacht. In Demuth bitt' ich dich: verwirf von deinem Angesicht mich, Herr, mein Gott! nur ewig nicht. P. Gerhard. In eigner Melodie. 514.Warum sollt ich mich denn grämen? Hab' ich doch Chris sium noch: wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beygelegt im Glauben? 92 2. Nackend 29. Christliche Trostlieder. 340 2. Nackend kam ich auf den Boden; da ich kam, da ich nahm meinen ersten Oden. Nackend werd' ich auch hinziehen, wenn ich werd' von der Erd' als ein Schatten flichen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben ist nicht mein: Gott allein ist es, der's gegeben; will er's wieder zu ihm kehren: nehm' er's hin! ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen; dringt herein Ungst und Pein: sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all' mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bey guten Tagen oft ergößt: sollt' ich jetzt auch nicht etwas tragen? Gott, mein Vater, schlägt mit Maaßen; er, mein Licht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten; laß sie spotten, laß fie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. noch gut und fein stille blei ben. 8. Kann uns doch kein Tod ganz tödten; sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöthen; schließt das Thor der bittern Leiden; und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmels- Freuden. 9. Dann wird sich mit bes sern Schäßen Geist und Herz, auf den Schmerz, ewiglich ergößen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hålt, muß wie Rauch verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Guter? Eine Hand voller Sand; Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlern Gaben; da mein Hirt, Christus, wird mich ohn' Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden! Du bist mein, ich bin dein, niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut, mir zu gut, in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse; und dich nicht, o mein Licht! aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd' umfangen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; S. Rodigast. In eigner Melodie. wollt ihn auch der Tod auf 515.Was Gott thut, Muth denist wohl ges 29. Christliche gethan; es bleibt gerecht sein Wille. Wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. Trostlieder. 341 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan; dabey will ich verbleiben; es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich doch väterlich in seinen Armen halten: drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohl gethan; sein Wort kann ja nicht trügen. Er führet mich auf rechter Bahn, drum 516. Wich mich quaC. f. Gellert. Met. In allen meinen Thaten ze. as ist's, daß laß ich mich begnügen an seiner Huld und hab' Geduld; er wird mein Unglück wenden; es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Er wird mich wohl bedenken. Er, als ein Arzt, der helfen kann, wird mir nicht Gift einschenken für Arzeney; Gott ist getreu; drum will ich auf ihn bauen, und seiner Güte trauen. le? Harr' Gottes, meine Seele! Harr' und sey unverzagt! Du weißt nicht was dir nuhet; Gott weiß es, und Gott schůzzet; er schützet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh' ich die Welt noch sah. Eh' ich mich selbst noch kannte; eh' ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Er ist mein 3. Die kleinste meiner Sor Licht, mein Leben, der mir gen ist dem Gott nicht verbornichts Böses gonnen kann. gen, der alles sieht und hält; Ich will mich ihm ergeben in und was er mir beschieden, Freud' und Leid; es kommt das dient zu meinem Friedie Zeit, da öffentlich erscheiden, wår's auch die größte net, wie treulich er es meinct. Last der Welt. 5. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrek ken, weil doch zuletzt ich werd' ergößt mit süßem Trost im Herzen: da weichen alle Schmerzen. 4. Ich lebe nicht auf Erden, ganz glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, bes steht. 5. Was diefes Glück vermehret, sey mir von dir ges wäh 3.12 29. Chriftliche Trostlieder. währet; Gott, du gewährst üben, und dich, mein Vater! es gern! Was dieses Glück verlehet, wenn's alle Welt auch schätzet, sey. Herr, mein Gott! mir ewig fern. lieben; denn du verläßt die Deinen nicht. 6. Sind auch der Krankheit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott: so harr' ich, und bin stille zu Gott, denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh', o Gott! 7. Du bist der Müden Stårke, und aller deiner Werke er barmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn du mich willst bewahren? und du, mein Gott, bewah rest mich. Ch. Ch. Sturm. Mel. In allen meinen Thaten 2c. as soll ich ángstlich fla517. gen, und in der Noth verzagen? Der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele fein wayres Wohlseyn fehle. Genug zum Trost, mein Herz, für dich. 2. Was nüßt es, angstlich forgen? und jeden neuen Morgen mit neuem Summer schn? Du, Bater meiner Tage! weißt, eh' ich dir's noch sage, mein Leid und auch mein Wohlergehn. 3. Auf deine Hand zu schauen, dir kindlich zu vertrauen, das, Herr! ist meine Pflicht. Ich will sie treulich 4. Der du die Blumen kleidest, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur! weißt alles, was mir feilet. Drum, Seele, was dich quälet, bes fiehl dem Herrn und glaube nur. 5. Herr! alle meine Sorgen, die Noth, die oft verborgen an meinem Herzen nagt, werf ich auf dich, den Treuen, du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thras nen, und sich nach Hülfe sehnen, so flag' ich dir's, dem Herrn. Dir, Vater! dir befehle ich jeden Wunsch der Seele. Du hörst, du hilfft, du segnest gern. 7. Der du mir hier im Le. ben schon größres Heil geges ben, und deinen Sohn geschenkt: du wirst mir alles schenfen, und mir zum Besien lenken, was mich zu Sors gen reizt und fränkt. 8. Du führest, Herr! die Deinen nicht so, wie sie es meinen; nein, nur nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe: das zeigt der Aus gang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, und es nicht ganz ver stehe, 29. Christliche Trostlieder. 343 stehe, was du mit mir gethan;| Gottes Chron dein vollkomms kann ich doch deß mich tro- ner Gnadenlohn. sten: du nimmst mich, mich Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort, bey den frommen Schaaren, dort werd' ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da sing' ich dir mit Freuden, nach überstandnen Leiden, den Dank, der deiner Huld gebührt. Mich. Weiß, verbessert von J. F. Schmidt. Mel. Weltlich Ehr' und zeitl. 2c. 518. Meltglück, Ehr, und zeitlich Gut, Pracht, Wollust, Stolz und Uebermuth ist wie ein fallend Laub. Alle deine Herrlichkeit, Mensch! vergeht in kurzer Zeit; du selbst wirst, wie vormals, Staub, wirst gar bald des Todes Raub. 2. Denk', o Mensch! denk' an den Tod; auch wenn er nicht durch Krankheit droht; oft kommt er, eh' man's meint. Noch bleibt keiner frey von ihm; er zeigt gleiches Ungestüm da, wo Freudensonne scheint, und da, wo der Arme weint. 3. Hast du tugendhaft gelebt, fo jauchzt, wenn man den Leib begräbt, die Seel' im Himmel schon. Einst, wenn Gottes Stimme ruft, geht der Leib aus seiner Gruft; dann beginnt vor 4. Aber lebst du lasterhaft: so fordert Gott dir Rechenschaft von deinen Thaten ab; wehe dir, bestehst du nicht in dem göttlichen Gericht! Schätze, die die Welt dir gab, nutzen kaum bis an das Grab. 5. Q mein Glück, Gewisensruh! mehr, als das feinste Gold, bist du, und mehr, als Edelstein! Weder Edel stein, noch Gold macht mir Jesum Christum hold: nur ein Herz, vom Frevel rein, kann sich seiner Huld erfreun. 6. Auch hilft Hoheit und Gewalt, und schöne liebliche Gestalt uns nichts zur Seligkeit. Bist du schön, groß, oder reich: o so sammle dir zugleich christliche Vollkommenheit: sonst verfolgt dich ew'ges Leid. 7. Näher bist du deinem Heil, wenn Kreuz und Ungemach dein Theil im ird'schen Leben ist. Denn du folgest bey dem Kreuz nicht so leicht dem Sündenreiz; wirst vielmehr ein wackrer Christ, handelst, wie du's schuldig bist. 8. Darum, spricht der Menschenfreund: der wird einst lachen, der jezt weint! nehmt euer Kreuz auf euch! Folgt durch 344 29. Christliche Trostlieder. durch Armuth, Spott und 5. Es gehet, wie es Gott Schmach meinem Tugend- gefällt, was sich ihm auch wandel nach! Werdet mir in entgegen stellt. Laß ihn beallem gleich, und dann erbt schließen, was er will, und mein Freudenreich! hoff' auf ihn, und halt ihm still. 9. Gut ist, Herr! dein Unterricht. Wie glücklich; that' ich meine Pflicht, und ehrte dein Gebot! Führ', o Jesu, fort und fort mich nach dei- 520. Wer Gott ver du nem mich durch Kreuz und Noth, gib mir dann nur sel'gen Tod! traut, hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden; wer sich verläßt auf Jesum Christ, dem muß der Himmel werden; darum auf dich all' Hoffnung ich ganz zuversichtlich sezze. Herr Jesu Christ! mein Trost du bist in Todesnoth und Schmerze. J. 2. Cramer. Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r 2c. 519. W enn Menschenhilfe bir gebricht, so hoff auf Gott, und zage nicht. Wenn niemand hilft, so hilft doch er; mit ihm ist keine Last zu schwer. 2. Laß nie der Menschen Gunst allein dein einziges Bertrauen seyn; denn ach! wie selten ist der Freund, der's immer treu und redlich meint! 3. Nimm deine 3uflucht nur zu Gott; der rettet dich aus jeder Noth. Er sey dein Freund! denn er allein kann stets, kann überall erfreun. 4. Wenn er dich liebt, so ist dein Feind ohnmächtig, wenn er's auch nicht scheint. Selbst Stürm' im Meere ruhn, wenn er nur spricht: nicht weiter, als hicher!. J. Rohlroß. In eigner Melodie. 2. Und wenn's gleich wär' dem Teufel sehr und aller Welt zuwider; dennoch so bist du, Jesus Christ, der sie all' schlågt barnieder; und wenn ich dich nur hab' um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann, fürwahr! mir ganz und gar wed'r Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst' ich mich ganz sicherlich, denn du kannst mir wohl geben, was mir ist noth, du treuer Gott! in diesem und jenem Leben. Gib wahre Reu': mein Herz erneu', errette Leib und Secte. Ach! höre, Herr, dieß mein Begehr; und laß mein' Bitt' nicht fehlen. S. 29. Chriftliche G. Neumark. In eigner Melodie. er nur den lie ben Gott läßt walten, und hoffet auf ihn allezeit, den will er wunderbar eriyalten in aller Noth und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 521.2 Troftlieder. 345 oft sehr viel, und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen, und seiner Allmacht gilt es gleich, den Reis chen klein und arm zu machen; den Armen aber groß und reich. Er ist der rechte Wundermann, der bald ers höyn, bald stürzen fann. 7. Sing', bet' und geh' auf Gottes Wegen; verricht' das deine nur getreu; und trau' des Himmels reichem Segen, so wird er bey dir werden neu. Denn wer nur seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. 3. Man halte nur ein wenig stille, und sey doch in sich felbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnaden- Wille, wie fein' Allwissenheit es fügt: Gott, der auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden; er weiß wohl, was uns nüglich sey. Wenn er uns nur hat treu erfunden, aufrichtig, ohne Heucheley: so kommt er, eh' wir's uns versehn, und låsset uns viel Gut's geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshihe, daß du von Gott verlassen seyst; daß ihm nur der im Schooße size, den alle Welt für glücklich 3. Du, Bater! wendest Bürden, die mich erdrücken würpreist. Die Zukunft ándert den, von meinem Haupte ab; 3. 21. Freylingshausen, verbess fert von J. S. Diterich. Mel. In allen meinen Thaten ic. 522. Will mich, o Gott! hies nieden des Lebens Last er müden: so stårke mich mit Muth; so oft mich Leiden frånken, so laß mich wohl bedenken: auch Noth sey oft uns Menschen gut. 2. Nicht ewig soll sie wäh ren. Oft werden unsre 3åhren schnell von dir abgewischt; und seufzen wir: wie lange ist unsrer Seele bange? so wird mit Trost das Herz erfrischt. 346 29. Christliche ab; du wågest unsre Plagen stets nach der Kraft zu tragen, die deine Hand erst sel 4. Dein väterlich Bemühen will uns hier auferziehen, zu thun, was dir gefällt. Du willst die den Eigenwillen brechen, und uns entwöhnen von der Welt. 5. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren, mit Glauben und Geduld; daß wir in unserm Leiden die Ungeduld vermeiden, und trauen deiner Vaterhuld. " 6. Nichts, nichts fann uns, Herr, scheiden von dir, und jenen Freuden, die du für uns ersehn. Wir leben, oder sterben, so wird uns, deinen Erben, des Himmels Wonne nicht entgehn. Trostlieder. J. F. Schmidt. Mel. Herr Gott, nun schleuß zc. 523. Wirf bein Ber traun nicht weg, o Christ! Blick auf, sieh' nach dem Lohne! Wer leidet und geduldig ist, den schmückt der Christen Krone. Nach kleiner Weile kommt, dir zum Heile, zum ew'gen Wohl, der kommen soll; er kommt, dein Freund und König, verzieht er gleich ein wenig. 2. Nicht lange kann dein Freund verziehn; sein Amt ist zu beglücken; der Menschen Elend jammert ihn; er weiß, wie Leiden drücken! Mußt' er nicht Plagen auch darum tragen, damit sein Herz, bey fremdem Schmerz, bey fremder Kreuzesburde voll tiefen Mitleids würde? 7. Bu diesem Freudenleben wirst du auch mich erheben; der Tod ist mein Gewinn. Muß gleich mein Leib verwefen, wird doch mein Geist genesen: er cilt zu deinem Anschaun hin, 3. Du glaubst, durch Trübfal wolle Gott uns in sein Reich erheben: ein Christ muß bis an seinen Tod nach seinem Glauben leben. Drum leide willig: du leidest billig, was Gottes Rath verordnet hat; thu' nach des Herrn Befehle, und rette deine Seele. 4. Der Winter, dessen Rau8. D! drücke meinem Her- higkeit wir vor dem Lenz emzen, bey Sorgen, Gram und pfinden, macht, daß wir dann Schmerzen, den Trost aufs die Frühlingszeit so schön, so tiefste ein: dem, den du, Bas reizend finden. Der Durst ter! liebest, kann, wenn du versüßet, was man genießet; ihn betrübest, kein Leiden je auch eilt mehr Ruh' den Mümals schädlich seyn. den zu: so folgt auf großre Leie 29. Christliche Trostlieder. 347 den ein größres Maas der von Gottes Liebe scheiden. Der, weil die Lust der Welt Freuden. vergeht, sucht, was in Ewigkeit besteht. 5. Jhn kann kein trauriges Geschick, kein Kummer niederdrücken. Im Unglück selbst wird ihn das Glück, daß Gott ihn liebt, entzücken. Er weiß: im Leben und im Tod verläßt ihn nicht sein treuer Gott. 5. Drum trag', o Christ, dein Leidensjoch und sey mit Gott zufrieden, der größte Schmerz weicht endlich doch; wir leiden nur hienieden. Einst wirst du droben den Retter loben, der auch viel litt', dir Heil erstritt. Mit Christo dulden, sterben, das bildet Himmelserben. Mel. Mach's mit mir, Gott 2c. 6. Auch, wenn der Weltbau 524. Mohl bem, der einst zerbricht, darf er doch gottesfürch glaubt dem, tig lebt, den Weg der Tu- was sein Heiland spricht: ich gend wandelt; dem Reiz derles', und du sollst leben! sollst Sünde widerstrebt, aufrichtig da, wo ich bin, bey mir ſeyn, denkt und handelt; der, un mit mir dich unaufhörlich gesehn auch von der Welt, freun. bas thut, was seinem Gott gefällt. 2. Wohl dem, der Christo sich ergibt, auf seine Lehren horet, den liebt, der ihn so sehr geliebt, als seinen Herrn ihn ehret, und frey zu jedem Spotter spricht: mir raubst du meinen Glauben nicht. 7.gib, Herr! daß nichts in der Welt von dir mich je mals scheide! Nur das zu thun, was dir gefällt, sey meis nes Herzens Freude! Dir, was ich hab' und bin, zu weihn, laß meine größte Sorgfalt seyn. 4. Wohl dem, der fest vertraut auf Gott, den Trübsal nicht, nicht Freuden, nicht Wollust, Welthaß, oder Spott D. J. Weißenborn, verbessert von C. G. Küster. 3. Wohl dem, der Gott und feinem Geist sein Herz zur Leitung weibet, der Sünden Mel. Freu' dich sehr e meine ze. Herrschaft fich entreißt, und 525. WGottes Schis oder: Werde munter, mein ic. underbar allen Leichtsinn scheuet. Wobl dem, der als ein wahrer Christ im Guten unermüdet ist. den, unbegreiflich ist sein Rath; doch ist herrlich sein Erquicken: dies beweist zu letzt die That. Wohl dem, der dies recht bedenkt, ihm sein ganz Vertrauen schenkt, der 348 29. Christliche Trostlieder. der wird Schicksal, Leib und bey allem, was dich krånket, Leben Gottes Führung gern Lebevoll an dich gedenket. ergeben. 2. So verfährt Gott mit den Seinen: die, so er als Vater liebt, werden oft mit bitterm Weinen, und mit schwerem Kreuz betrübt. Er, der weise gut'ge Gott stößt sie oft in tiefe Noth, um sie, auf ihr kindlich Flehen, herrlich wieder zu erhöhen. 3. Dies erwäge, meine Seele! wenn dich Schmerz und Kummer drückt; denke nicht, daß Gott dich quâle, und im Borne auf dich blickt. Er geht mit dir wunderlich, doch stets weis' und väterlich. Laß daher dein Herz nicht wanken, du wirst ihm gewiß noch danken. 4. Wie viel Unglück und Gefahren hat nicht seine Baterhand, schon seit deinen Jugend- Jahren, liebreich von dir abgewandt! Defters, wenn du selbst gedacht, daß du in der Leidensnacht würd'st erliegen und ersterben, ließ dich Gott doch nicht verberben. 5. Er, der große Herr der Erden, ist stets unveränder lich. Wolltest du jest muthlos werden; zweifeln, ob er schüße dich? Nein; sein treues Baterherz bricht ihm noch bey deinem Schmerz, das 6. Und ihm fehlt's auch nicht am Können. Uch! er schuf die Welt aus Nichts. Wer muß ihn nicht mächtig nennen? Wenn er spricht, sogleich geschicht's. Nimmt die Noth auch überhand, so sind Mittel ihm bekannt, wie er dich von allem Bösen unbes greiflich kann erlösen. 7. Dazu hat er nie gebrochen, was er dir in seinem Wort so gewiß und fest versprochen; er erfüllt's, der Herr, dein Hort. Erd' und Himmel wird vergehn, Gots tes Wort bleibt ewig stehn: drum kannst du ihm fest vertrauen, und auf seine Zusag' bauen. 8. Endlich, banges Herz! erwäge: Gott ist auch ein weifer Gott! Er nur kennt die besten Wege; er lenkt plötzlich Freud' und Noth. Wunderbar wählt er die Zeit, wo er nach dem Leid erfreut. Herrlich weiß stets sein Regieren seinen Plan hinaus zu führen. 9. Hålt's nun Gott vor dir verborgen, wenn, wie, wo er helfen will: o entschlage dich der Sorgen, sey nur in dem Herren still! Er will sehen, ob auch fest sich dein Herz auf ihn verläßt; will Gebet. und 29. Christliche Trostlieder. 349 und Tugend mehren und dich| Kraft, der Gott, der immer dankbar werden lehren. Hülfe schafft, im Leid auch gegenwärtig. 10. Mächtigster! dich laß ich walten! Du, mein Trost, und Freud' und Lust, kannst und wirst mich stets behalten; meine Noth ist dir bewußt. Stärke meine Zuversicht; und dann wird dein Angesicht huldreich, Vater! auf mich blicken, und mich wunderbar beglücken. 4. Und wenn das Auge sterbend bricht, wenn alle Sinne schwinden; wenn wir der Sonne strahlend Licht und keinen Trost empfinden; wenn auch kein Freund mehr hel fen kann: o höchstes Wesen! dann auch dann bist du uns gegenwärtig.Elisa von der Recke. Met. Nun freut euch, lieben 2c. u Gott, o Seele! 526.3u schwing' dich der auf, und freue dich Wonne! er, der voll Huld der Welten Lauf, den Lauf der milden Sonne, er, der die ganze Schöpfung lenkt, und Leben, Glück und Freude schenkt: er ist allgegen 5. 3u Gott, mein Geist, schwing' dich hinauf, und freue dich der Wonne. Er, der voll Huld der Welten Lauf, den Lauf der milden Sonne, er, der die ganze Schöpfung lenkt, im Tod und Leben Freude schenkt: er ist allge genwärtig! J. F. Mudre. 2. Wenn sich in stiller Ein- 527.3" Gott! der but Mel. Da Jesus an dem Kreuze ic. oder: In dich hab' ich gehoffet: c. u dir, mein samkeit der Geist zu ihm er hebet, und, voll der hohen Seligkeit, in heil'ger Wonne schwebet: dann sicht sein milder Vaterblick mit Wohlgefallen unser Glück; er sieht's allgegenwärtig. mich liebst, mir Leben, Heil und Segen gibst, erheb' ich Herz und Hände. Was deine Weisheit will und thut, nimmt stets ein gutes Ende. 2. Ich weiß nicht, was mir nüßlich ist; du weißt's, der du mein Vater bist, und willst mein Wohlergehen. Drum laß mich nicht mit Eigenfinn auf meinen Wunsch bestes 3. Wann 3. Auch wenn sich unser Schicksal trübt, und Leiden uns umschließen; wenn er uns finstre Wolken gibt, und Thränen uns entfließen: da ist uns Gott mit seiner hen. 350 30. In frohen und traurigen 3. Wann unsre schwache| 7. Wenn deine Macht für Einsicht wählt, dann wird mich gebeut: wie könnte meisehr leicht das Glück verfehlt, ne Sterblichkeit und Ohn nach dem wir ringen wollen; macht mich erschrecken? Du wir suchen oft nach unserm wirst mich in Gefahr und Wahn das, was wir fliehen Noth, mit deinem Schuhe sollen. decken. 4. Du willst, wir sollen voll Vertraun auf deiner Vorsicht Wege schaun, und dir uns übergeben: denn du, du forgst mit Baterhuld für unser ganzes Leben. 5. Wer ist auch wohl ein beßrer Freund? Wer kann den, der verlassen scheint, mit Segen überschütten? Du, Gott! du thuft unendlich mehr, als wir verstehn und bitten. 6. Du hast die Welt in deis ner Hand; dein unermeßlicher Verstand weiß alles wohl zu machen. Wie sollte deine Vorsicht nicht für meine Wohlfahrt wachen? S. Ach leite mich durch deine Kraft auf meiner kurzen Pil gerschaft, daß ich von dir nicht weiche; den Weg der Tugend freudig geh', und einst das Ziel erreiche. 1) Ueberhaupt. 5. E. Heeren, verbessert von J. S. Diterich. Met. Sen Lob und Ehr' dem 2c. 528. us deiner milden SegensHand, du Geber aller Gaben, muß jedes Volk und jedes 9. Ich will auf deine Gnade schaun, und nicht auf Men schenhülfe baun, die uns so leicht betrüget. Gib nur, daß sich mein schwaches Herz mit deiner Huld begnüget. 10. Gabst du mir deinen Sohn zum Heil, so wirst du mir gewiß auch Theil an deinem Heile schenken. Ich kann nun an die Ewigkeit im Glaus ben freudig denken. 30) In frohen und traurigen LandesAngelegenheiten. Land des Segens Zufluß has ben. Mit großer Weisheit hältst du Haus, und breitest deine Wohlthat aus zum Flor und Glück der Völker. 2. Von dir stammt Kunst und Wissenschaft, wodurch die Lånder blühen. Du schenteft Landesangelegenheiten. 351 test jeglichem die Kraft, fich| 7. Hilf auch, daß jeder reda nützlich zu bemühen; gibst je dem Amt, Beruf und Stand, dazu dein Rath ihn tüchtig fand, zum Besten mit zu wirken. lich sey in seinem Thun und Handel; rechtschaffen, brus derlich, getreu, in seinem ganzen Wandel. Mit Lust, o Bater, wendest du dem Lande deinen Segen zu, das solch ein Volk bewohnet. 3. Du zeigst als milden Geber dich dem Volk in jedem Lande; verknüpfst die Völker unter sich durch deines Segens Bande. Bom fernen Am allgemeinen Bustage. J. J. Eschenburg. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich se. Gott, der un Eſt, vom fernen Nord ſtrömt 529.fre Zuflucht ist, deines Segens Quelle fort zum Westen und zum Süden. 4. Du gibst den Schiffen ihren Lauf auf Strömen und auf Meeren, und hilfft den Flor der Handlung auf, viel Tausende zu nähren. 3ur Nothdurft, zur Bequemlich keit vertheilst du deine Gaben weit durch manche Handlungs 3weige. Herr, unser Mittler, Jeſu Christ, Geist Gottes, reich an Gnaden! Allgütiger, verwirf uns nicht! Wir kommen vor dein Angesicht, mit Súnden schwer beladen. Nimm von uns unsrer Sünden Schuld, du Gott der Langmuth und Geduld; und merk auf unser heißes Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn. Herr, unser Gott, vers birg uns nicht dein Angesicht, und geh' mit uns nicht ins Gericht! 5. Du fegnest auch des Künstlers Fleiß zum Nutzen seiner Brüder. Was er nur Gutes kann und weiß, das kömmt von dir hernieder. Was deine Huld uns zugewandt, das fließet stets aus Hand in Hand durch nützliche Gewerbe. 6. Herr, unser Gott, wir preisen dich mit dankbarem Gemüthe. Du herrschest unveranderlich mit eisheit und mit Güte. Gieß deinen Segen ferner aus auf unser Land, auf jedes Haus: laß uns ihn froh genießen. 2. Wir haben unsern Stand entweiht, den Stand der Christen, unsern Eid und deinen Weg verlassen; doch sieh', wir kehren voller Reu' zurück u dir: o laß aufs neu' uns deine Rechte fassen! Laß sie uns leiten auf den Pfad, den dein Befehl geheiligt hat; daß Irrthum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh'. Herr, unser Gott, vor Un 352 30. In frohen und traurigen Ungeduld, vor aller Schuld,| und was dein Wort verspricht bebut uns deine Baterhuld! und heißt, sey Licht auf uns sern Wegen! Laß auch in Lehr und Wandel rein die Diener deines Wortes seyn, und bringe zu der Wahrheit Glück, zu dir die Irrenden zurück. Herr, unser Gott, breit' aus dein Wort an jedem Ort, gib Geist und Kraft zu deis nem Wort! 6. Die uns regieren, lenke du, daß sie durch Weisheit und durch Ruh' des Landes Wohlstand heben; dem Fürs sten, der uns schützt und liebt, und der uns so viel Gutes gibt, verleih' ein frohes Le4. Sohn Gottes, der zur Er- ben! Noch lange sey sein Va de kam, und unsre Schwachheit auf sich nahm, mit Gott uns zu versöhnen; der durch den Tod ins Leben drang, sich dann zur Rechten Gottes schwang, wo Ehr' und Preis dich krönen! Hilf, hilf, Erlöser, uns bey Gott! durch deine Leiden, deinen Fod, stårt' uns in unsrer Průfung Lauf, und wenn wir straucheln, richt' uns auf! Herr, unser Gott, dein Trost, dein Licht verlaß uns nicht im Tod, im Grab, im Weltgericht! 3. Sieh gnädig, Herr, auf unser Land: ingsum bedeckt von deiner Hand, laß es der Nuh' genießen! Wend' ab von uns durch deine Huth der Flammen Grimm, den 3orn der Fluth, des Krieges Blutvergießen! Sey unfer Bater, wenn die Noth des Mangels und der Seuchen droht, und laß uns ihren Naub nicht seyn; laß Sicherheit das Land erfreun. Herr, unser Gott, das Land ist dein: o laß Gedeihn und Sicherheit das Land erfreun! terblick, uns, seinen Kindern, Schutz und Glück; o schütt auf ihn und auf sein Haus und seine Råthe Segen aus! Herr, unser Gott, in deiner Hand ist unser Land: beglück es, segne jeden Stand! 7. Bernimm der Leidenden Gebet; wer in Gefahr und Noth dir fleht, dem hilf aus seinen Nöthen! Gib Kran ken Linderung und Ruh'; die Sterbenden erlöse du, erhör' ihr letztes Beten! Sey aller Unterdrückten Heil, der Wittwen und der Waisen Theil; 5. Schük' uns vor Irrthum vereitle der Verfolger Rath und Gefahr, erhalte deiner und lehre sie den rechten ab. Frommen Schaar der Ein- Herr, unser Gott, durch alles tracht Glück und Segen! Uns Leid der Pilgerzeit führ' uns leite, Gott! bein guter Geist, zu deiner Herrlichkeit! 8. Du Landesangelegenheiten. 8. Du thust weit mehr, als wir verstehn, kannst mehr gewähren, als wir flehn: laß uns Erhörung finden! neig' auf unser Flehn dein Ohr; heb' unser Herz zu dir empor ,, und mach' uns rein von Sünden! Laß uns nun ganz dein eigen seyn, im Les ben und im Tode dein! wir 5. Berkürze, gnådger Gott, die Dauer unsrer Noth! laß, die voll Angst vir flehen, Trost und Erleichtrung sehen; ver find durch deinen Sohn erwandle alles Leiden in neue löst: o du, der Sünder nicht Lebensfreuden. verstößt, Herr, unser Gott, erbarme dich! erbarme dich! Bergib uns, leit' uns våter lich! 6. Doch wenn, Herr aller Welt, es dir noch nicht ges fällt, die Trübsal zu entfer nen; so stárk' uns, daß wir lernen, mit chrfurchtsvollem Schweigen, vor dir uns kinde lich beugen. 7. Ja, deine Buchtigung leit' uns zur Besserung! Laß sie die Sichern schrecken, die Schläfrigen erwecken, auf dein Gebot zu merken, und Redlichfromme stärken. 8. Wenn unfer Herz dich liebt, so wird, was uns betrübt, uns doch zum Heil gedeihen und uns zuletzt erfreuen; so wird uns deine Gnade zum Licht auf dunkelm Pfade. 9. So stårke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Muth uns fehle; o sprich zu unsrer Seele: getrost, dich soll kein Leiden von meiner Liebe scheiden. 10. Um Schluß von unserm Lauf klárt sich einst alles auf; dann wird die Aussicht heis 3 ter, D. Bruhn. Mel. Ich komm', o Jefu hier. oder: Auf meinen lieben Gott zc. s züchtigt deine Hand, o Hochster, jezt das Land. Zu deinem Baterherzen erhebt, in bittern Schmerzen, sich das Geschrey der Armen: erhör' es mit Erbarmen! 2. Du siehst des Landes Noth; sie kam auf dein Gebot. Du kannst mit macht's gen Hånden sie lindern, und auch enden. Ein Wort aus deinem Munde verändert 3eit und Stunde. 353 4. Doch, Bater, deine Huld ist größer, als die Schuld. Gedenke doch der Deinen, die reuvoll vor dir weinen; ges denke mit Erbarmen der tief gebeugten Armen! 3. Herr, wir murren nicht; gerecht ist dein Gericht bey allem, was wir dulden: denn groß sind unsre Schulden, und du bestrafft uns minder, als wir's verdient, wir Sünder. 354 30. In frohen und traurigen ter, dann thránt kein Auge| Strafen schrecke die, die nicht weiter; und dieses Lebens die Liebe bessert. Leiden verwandeln sich in Freuden. 5. Die aber thun, was dir gefällt, erhalt' in deinem Sealler Welt, zu gehn auf Tugen; gib ihnen Kraft, trot gendwegen. Mach'deine treue Baterhand, Gott, deinen Kins err, deine Lang- dern so bekannt, daß sie dir J. Weydenheim, verbeffert von J. E. Troschel. Mel. Aus tiefer Noth schrey ze. 531.5 muth ist sehr treu verbleiben. = groß; wer kann sie gnug er- 6. Ein wahrer Freund, ein messen? Lebt gleich so man- Vater meint es treulich mit cher zügellos und seiner den Seinen; mehr bist du, Pflicht vergessen: doch schonst größter Menschen Freund; du seiner lange Zeit, und nicht bös' fannst du es meitrågst ihn mit Barmherzig- nen. Drum traun wir dir und keit, und willst nicht sein bitten dich: erhalt' uns ferner Verderben. våterlich in deiner Furcht und Liebe. 7. Treu und rechtschaffen seyn, ist schon Gewinn für dieses Leben; doch wirst du einstens größern Lohn den Treugebliebnen geben: dann wandeln wir in deinem Licht; dann wird uns Sel'ge ferner nicht des Lasters Anblick kranken. 2. Der Leichtsinn herrschet immerfort in der Verkehrten Herzen, die, Heiligster, mit beinem Wort, und mit der Sünde scherzen; und wilde Sittenlosigkeit, gestärkt durch freche Sicherheit, kennt oftmals feine Grenzen. 3. Wir flehn, Allmächtiger, zu dir: du wollst dem Uebel 2) Insbesondere. wehren noch mancher kann, 3Zur Kriegszeit und nach ers das hoffen wir, zu dir sein haltenem Frieden. Herz bekehren. Nur Beispiel, W. A. Teller. Schein und Lust der Welt ist, Mel. Nun sich der Tag geendet se was ihn in Verblendung hålt, 532.Bringt Gott, ihr daß er den Christen, Preis und Dank! ihm, der den Fries den schafft. Erhebt niit frohem Lobgefang die Wunder seiner Kraft! 4. Erbarme dich, getreuer Gott, der tiefgefallnen Seelen, die jezt verführt, in Sünden tobt, ihr wahres Wohl verfehlen. Der Wahrheit Licht erleuchte sie, und Furcht vor 2. Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, der stets zur rechten Beit Landesangelegenheiten. 355 Beit den Streitenden und ih-| was das Herz beschwert, in rem Heer mit Macht: send still! gebeut. 3. Er sieht der Völker Angst und Müh', und hilft sie überstehn; er hört ihr Flehn und lasset sie Hülf' und Errettung sehn. 4. Einst zitterte auch unsre Stadt; fic flehte, Herr, zu dir. Du halsst ihr, und durch deinen Rath herrscht stiller Friede hier. 5. Kein Krieg, kein feindliches Geschoß bedroht uns fürchterlich. Wo Menschenblut fich sonst ergoß, ergießt dein Segen sich. 6. Das Feld bringt Frucht zu rechter Zeit dem Land- 533.& zieht, o Gott, 3 mann, es er melt ruhig und erfreut, was er ihm anvertraut. 7. Mit jedem Tag lebt neuer Muth zu Fleiß und Arbeit auf; und keine Furcht vor Feindes Wuth stört der Geschäfte Lauf. 8. Allgútiger, allein von dir floß dieses Heil uns zu. Dein waren, sind und bleiben wir, und unser Gott bist du! deiner Furcht entgehn. 11. Daß Güte, daß Ge rechtigkeit, daß Redlichkeit und Treu', vereinigt mit 3ufriedenheit, stets bey uns herrschend sey. 12. Durch unsre ganze Lebenszeit leit' uns nach dei nem Rath; und froh sey dir von uns geweiht Gedanke, Wort und That. 13. Getrost sehn wir auf deine Hand, und warten deis ner Güt', und hoffen auf das Vaterland, wo ew'ger Friede blüht. 9. Erweck' uns selbst durch deinen Geist zur wahren Dankbarkeit, die dich durch frommes Leben preist, und stets sich deiner freut. 10. Lehr' uns des Friedens großen Werth mit weisem Ernst verstehn, und allem, S. J. Borchward. Mel. Wer weiß, wie nahe mirze ter jezt über unser Haupt einher. Doch, bist du unser Schuh und Retter, so fürche ten wir uns nicht so sehr, wie heftig auch Gefahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. 2. Gib, Vater, in so trüben Tagen uns nur den Sinn, auf dich zu sehn, und da, wo andre troftlos zagen, mit Zuver sicht zu dir zu flehn; weil nie doch Menschenhülse nutzt, wenn deine Rechte uns nicht schützt. 3. Kein Kein blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist es, der die Welt regiert. Laß auch jezt alle inne werden, 32 daß 30. In frohen und traurigen 356 daß dir allein die Macht gebührt. Es rüste sich der Feind zum Krieg: nur, Gott, dein Wille gibt den Sieg. auch unsrer Noth erbarmst du dich. Wir sollen nur durch Angst und Pein geläutert und gereinigt seyn. 9. 3uleht wird jeder sagen müssen: das hat Gott, unser Gott, gethan! Gerecht ist er in seinen Schlüssen; ihn betet dankbar alle an! Er hilft und er errettet gern. Lobsinget ihm, und preist den Herrn! 4. Die allerfeinsten Kriegeslisten vereitelt leicht dein weifer Rath. Nie wird ein Feind das Land verwüsten, das dich, Gott, zum Beschüzzer hat. Mit dir hat oft die kleinste Macht ein großes Heer zur Flucht gebracht. 5. Dem Feinde hilft nicht große Menge, dem Riesen hilft nicht seine Straft; der R. F. Strefow, verbessert von Roß und Wagen stark Ge- 534. G ou mit drange ist's nicht, was Volfern Sieg verschafft. Der Stolze traut darauf zwar gern; allein der Sieg kommt nur vom Herrn. J. J. Spalding. Mel. Dies ist die Nacht, da zc. elobt, gelobt seyst du Freuden, Gott, der du liebreich an uns denkst, und nun uns, nach des Krieges Leiden, des Friedens Wonne wieder schenkst! Berwüstung, Mordsucht heiß'st du fliehn, und Sicherheit und Segen blühn. 6. Drum fallen wir in deine Urme, du Vater der Barmherzigkeit, und flehen des muthsvoll: erbarme dich dich über uns in dieser Zeit! Laß Gnade nur für Recht ergehn, so bleiben wir noch aufrecht stehn. 2. Herr, das thust du! Was du behütest, dem darf sich fein Zerstörer nahn. Wenn du, Allmächtiger, gebietest, ist alle 3wietracht abgethan. Auch über uns hast du gewacht; auch uns die Ruh' zurück gebracht. 7. Und findet, Herr, dein weiser Wille noch ferner Züchtigungen gut; so fassen wir in frommer Stille dennoch zu dir den frohen Muth: daß du gewiß zur rechten Seit uns zu erretten seyst bereit. 3. Christen, fühlt das ganz, und preiset frohlockend ihn, der uns erfreut, der ſeines Armes Macht beweiset, 8. Du züchtigest, doch stets und in der Macht Barmhers mit Maaßen, und meinst es zigkeit; der uns auf Gnadenimmer väterlich; auch uns flügeln trågt, und Wunden wirst du nicht ganz verlassen; I heilet, die er schlägt. 4. Preist Landesangelegenheiten. 357 Hör' uns, rett' uns! hilf, o Gott! hilf; denn allenthal ben droht uns Verwüstung, Schwerdt und Tod. 2. Ach, des Krieges Flammen glühn! Friede, Lust und Segen fliehn! Der Zerstörer fliegt daher, stürmet, brauſet wie das Meer; wie ein Hagelsturm verheert er die Länder: Blut begehrt, Blut und Tod, sein durstig Schwerdt. 3. Ach! o Gott, wer zittert nicht, wenn auch Unschuld, Recht und Pflicht, zu des Landes Sicherheit, streiten heißt, und Muth gebeut: wird doch auch gerechter Muth leicht zur Rache, leicht zur Wuth! Was vergießt er? Brüderblut. 4. Preist ihn durch freudiges Vertrauen; ihr seht, was ſeine Hülfe kann. Er läßt sie uns auch ferner schauen, und nimmt sich unsrer machtig an. Wo wir nichts können, nichts verstehn, wird, was uns nugt, durch ihn geschehn. 5. Preist ihn durch Wohlthun und Erbarmen, wo ihr der Brüder Noth erblickt; daß ihr die Leidenden und Armen fpeist, tránket, kleidet und erquickt; damit sich alles, alles freu' und durch den Frieden glücklich sey. 6. Auf! preist ihn durch ein frommes Leben; dies ist der beste Lobgesang. So viel ist uns von ihm gegeben! so sehr verdient er diesen Dank! 4. 3agend möchten wir vers O laffet Herz und Wandel rein, gehn, wenn des Krieges Greul und ihm ein würdig Opfer wir sehn! Um Erbarmen seyn. flehen wir, um Erbarmen, Gott, zu dir! Denk' an uns in Gnad' und Huld; nicht an unsre Lafterschuld! rett' uns bald; gib uns Ge 7. Nimm, Bater, unsers Dankes Lieder auch jezt mit Wohlgefallen an! Froh schallen unsre Tempel wieder von dir, der uns so wohl gethan.| duld! Herr, unser Gott, dich loben wir! Herr, unser Gott, wir danken dir! J. 2. Cramer. Mel. Singen wir aus Herz. ic. 535.11 m Erbarmen flehen wir, um Erbarmen, Gott, zu dir! Um Erbarmen flehen wir, Herr! Gnådiger! Allmächtiger! 5. Alle, Fürst und Unterthan, knie'n vor dir und bes ten an! Was ist unsrer Waf fen Macht, wenn dein Eifer, Herr, erwacht! Willst du ins Gericht nun gehn? ach! wie könnten wir bestehn? Wir verzagen, wir vergehn. 6. Send' herab von deinem Thron deines Segens ersten Sohn, 358 30. In frohen und traurigen du wollest dich erbarmen. Sohn, der zu Brüdern, Feind| Erretter, dir, dir flehen wir: und Freund, durch der Liebe Band vereint, deinen Frieden und sein Glück sende, Herr, zu uns zurück; deinen Frieden und sein Glück. 2. Der Seuchen Gift vers breitet sich weit um uns her. Erbarme dich, laß uns nicht plötzlich sterben. Entreiß dem Tod uns, der uns droht; ent reiß uns dem Verderben. 7. Uch, die Völker beten dann deine Macht frohlockend an; und, mit Harfen in der Hand, dankt das Volk und jedes Land. Hör' uns! hör' uns! flehen wir; um Erbarmen, Gott, zu dir; um den Frieden flehen wir! M. Luther. In eigner Wielodie. erleih' 3. Kein Reichthum schützt, kein Stand, kein Ort! Hier weinen Wittwen, Eltern dort, und da verwaiste. Kinder. Die Seuch' erreicht auch den, der fleucht, den Frommen, wie den Sünder. diglich, Herr Gott, zu unsern Beiten! Es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns Fönnte streiten, denn du, unfer Herr Gott alleine. 2. Gib unserm Fürsten( Herren) und aller Obrigkeit Fried' und gut Regiment, daß wir unter ihnen ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Amen! 4. Arzt, Kunst und Vorsicht retten nicht. Wir haben keis uns 536. Frieden gná- ne 3uversicht, als nur zu dei ner Gute. Gebeut, o Herr, dem Tod, daß er nicht mehr, nicht weiter wüthe. Land in deine treue Vater5. Wir übergeben Volk und band: entfern' der Seuchen Piage! Erquic' uns, Herr! Allgütiger, gib wieder frohe Tage! 6. Laß unser glaubiges Gebet, das zu dir um Errettung fleht, dir, Vater, wohlgefal len: und froher Dank, und Lobgesang soll einst bey uns erschallen. Ben und nach herrschens den Krankheiten. J. 21. Schlegel. Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. u, Gott, bist 537. D Dunfre ulf 538. Helfer, bir und Macht! wenn uns dein Auge nicht bewacht: wer wacht, wer hilft uns Armen? Gesang und Ruhm und Preis zu bringen. Des ganzen Volkes C. Gensch von Breitenau, verbessert von 3. 2. Cramer. Mel. Ein Lämmlein geht und ic. Landesangelegenheiten. 359 kes lauter Dank soll, Retter,| Gott ist unser Gott! Frohe dir lobsingen. Du warst mit lockt! er hilft uns in der uns! In welcher Noth! Wir Noth! Frohlockt ihm! Amen! sahen überall den Tod, den Amen! Untergang uns drohen. Nun wüthet seiner Seuchen Heer durch unser Vaterland nicht mehr; sie sind vor dir entflohen. In und nach der Theue rung. o Wir sahen dort, wir fa- 539.Der Armen! hen hier so viele Menschen sterben, und allenthalben was ren wir umfangen vom Verderben. Da war kein Schonen; stündlich war furchtbarer, nåber die Gefahr, und alle Kunst vergebens. Nichts trieb des Würgers Macht zurück, und uns schien jeder Augenblick der legte dieses Lebens. 3. Bu dir, du Menschenretter, schrien der Deinen bange Herzen. Du hörtest uns; die Seuchen fliehn; du heilest unfre Schmerzen. S du Erbarmer voll Geduld, nach unsrer Uebertretung Schuld hast du uns nicht gelohnet! Gezüchtigt, o wir preisen dich! gezuchtigt hast du väterlich, und våterlich geschonet. 4. Wir wollen, der du uns befreyst, o Gott, dich ewig loben. Sey ewig, Bater, Sohn und Geist, von deinem Volk erhoben! Es bete dich, Erretter, an, und jauchze, wer nur danken kann, und diene deinem Namen; und rühme: 3.2. Schlegel, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Bon Gott will ich nicht 20. u bester Beherrscher aller Welt! Du, Vater, voll Erbarmen, der ewig Glauben hålt; du, unfre Zuversicht, zu dem wir alle flehen, auf den wir alle se hen: verlaß, verlaß uns nicht. 2. Erbarmender! ach wende der Seiten schweren Lauf; thu' deine milden Hände, uns zu versorgen, auf. Das, was nur Leben hat, nåhrst du mit Wohlgefallen; náhr' uns auch! schaff' uns allen, bey unserm Mangel Rath. 3. Herr, der du uns auch schufest, steh' uns mit Hülfe bey. Allmächtiger! du rufest dem Nichts, damit es sey, Zu helfen ist dir leicht; du kannst dem Mangel wehren, in Ules berfluß ihn kehren, wenn's uns unmöglich deucht. 4. Den Reichen gib Erbarmen, Gefühl von andrer Schmerz, und, zu erfreun die Armen, ein mitleidsvolles Herz; damit sie mild ihr Brod hülflosen Brüdern brechen, sie nicht verschmähn, noch spre chen: 360 chen: es nåhr', es helf' cuch Gott! 30. In frohen und traurigen 5. Laß einen jeden eilen, mildthätig jeden Tag Bebrängten auszutheilen, so viel er nur vermag: einst sieht das Jesus an, wenn wir die Brüder retten und fåttigen, als hätten wir das ihm selbst gethan. 6. Laß jede Frucht gerathen, uns wieder zu erfreun, und allen unsern Thaten gib Wachsthum und Gedeihn! Mit milder Vaterhand gib Warme, Thau und Regen: so kehrt dein reicher Segen zurück in unser Land. 7. Erhör' uns, Vater, króne das Jahr mit deinem Gut; und unser Herz gewöhne zum stillgelaßnen Muth. Lehr' es fich deiner freun, stets 3utraun zu dir haben, und deine Segensgaben durch Miß brauch nie entweihn. 8. Ullgütiger! wir hoffen auf dich und deine Treu'. Oft hat uns Noth betroffen, und da standst du uns ben: sprich nur dein mächtig Wort! das wird den Mangel heben, wir werden froher leben, dich preisen hier und dort. o E. G. Rüster. Met. Sen Lob und Ehr' dem ic. ul hast, gnadenreicher Gott! in Theurung uns er nåhret; im Elend und in Hun540. D gersnoth Errettung uns ges wahret; und nun hat deine Segenshand von uns und unserm Vaterland den Mangel abgewendet. 2. Dich jammerte, Herr, unser Leid, das Angstgeschrey der Armen; du Water der Barmherzigkeit, sahst auf sie mit Erbarmen. Groß war die Noth, groß unsre Schuld; noch größer war, Gott, deine Huld, und deiner Allmacht Stärke. 3. Dir sey, o bester Vater, Dank, Anbetung, Preis und Ehre! Erheb' ihn würdig, mein Gesang! und Erd' und Himmel höre: der Höchfte hält, was er verspricht; so lang die Erde steht, soll's nicht an Saat und Erndte fehlen. 4. Wir lieben auch im Unglück dich: denn du bleibst uns gewogen; laß uns, da du uns väterlich jezt hin zu dir gezogen, die Sünden künftig ernstlich fiiehn, und dir, der gnädig uns verziehn, ganz unser Leben widmen. 5. Wie fürchterlich lehrt Hungersnoth uns unser Nichts erkennen! D, laß uns dich allein, o Gott! stets unfern Retter nennen! Lehr' uns in allem auf dich schaun, dich kindlich ehren, dir vertraun, und jede Wohlthat schätzen. 6. Laß Landesangelegenheiten. 361 Brüdern 6. Laß uns, schenkst du uns] 4. Mit unsern Ueberfluß, uns nie durch seufzen wir in ihrem Jammer, Stolz erheben; stets måßig bleiben im Genuß; der Wok lust widerstreben; von dem, was deine Batergnad' uns mildreich gab, durch Liebesthat den Armen gern erfreuen. Gott, zu dir! laß sie nicht hülflos! tröste die, die du gebeugt haft; segne sie! 7. Und künftig wollst du gnådiglich vor Mangel uns bewahren: wir hoffen, Herr, getrost auf dich; du hilfft auch in Gefahren. Ja gern, o Bater, wendest du dem Lande beinen Segen zu, in welchem Fromme wohnen. 5. Wen du verschonst, vergesse nicht der angenehmsten Menschenpflicht, der Pflicht ,. Betrübte zu erfreun, barme herzig durch die That zuseyn! 6. Du kannst uns wieder segnen, Gott! in Heil verwandeln jede Noth. Untadels haft, ja weis' und gut ist als les, was dein Wille thut. 7. Gib Unterwerfung und Geduld, und laß uns deiner Baterhuld mit frommer 3uversicht vertraun, und stets auf deine Hülfe baun. Ch. f. Unger, verbessert von J. A. Cramer. Mel. Wenn wir in höchsten ze. dessen 8. Schutz unser ganzes Vaterland vor Mangel, Seu541. Gott, beffen chen, Krieg und Brand! Gib, weil du unser Vater bist, uns allen, was uns selig ist! Macht des Feuers Kraft zum Segen und Verderben schafft! Mit welcher schrecklichen Gewalt verwüstet es! wie leicht, wie bald! 2. Ach! manche Häuser hat's verzehrt, und mancher Armen Glück zerstört! Auch dies hat deine Hand gethan; 542. W noth; laß wir weinen, ten an. uns, o Gott, die Fluth nicht überschwemmen! Nur deine Macht, die uns bewacht, kann ihre Stärke hemmen! Verbirg uns nicht dein Ungesicht; gedenk' an uns in Gnaden! Nach einer Feuers brunst. 3. Wir weinen; doch verehren wir auch deine Huld: sie half auch hier, und hielt der Flammen schnellen Lauf, der Uebrigen zu schonen, auf. Zur Zeit der Uebers fchwemmung. Ch. von Stocken, verbeff. von J. A. Cramer. Mel. Was mein Gott will, das ic. 362 30. In frohen und traurigen den! Gott, wenn uns jezt 4. Wie lieblich hebt sich das dein Arm nicht schüßt: was Getraide, getránket durch rettet uns vor Schaden? den Regenguß! Und wie 2. Ach, hilf uns, Herr, All- vergnügt betritt die Weide mächtiger, um Jesu Christi der neu belebten Thiere Fuß! willen! Du, du allein kannst Der muntern Vögel froyes uns befreyn, kannst Sturm Heer verkündigt des Erhals und Wellen stillen! Erbarmeters Ehr'. dich; hilf váterlich; beschug' un3 Gut und Leben! Gern wollen wir, o Bater, dir ganz unser Herz ergeben. Bey und nach Gewittern. R. f. Strefow, verbessert von H. E. Heeren. Mel. Wer nur den lieben Gott ze. 543.Nuf, Seele, preife den Erretter, der seine große Macht bewies; den starken Gott, der sich im Wetter so majeſtátiſch hören ließ; der selbst des Feuer lenkt, und gnädig seines Volks gedenkt. 2. Nimm mit Bewundrung seine Güte im Blitz und Ungewitter wahr. Dem frohen forschenden Gemüthe stellt sich ein großer Schauplak dar, von ungezählter Segensspur, zum Besten jeder Kreatur. 5. Auch ich will seine Güte loben; im Wetter, wie im Sonnenschein, werd' seine Freundlichkeit erhoben! ich kann mich seiner Güte freun; mich schrecken sein: Donner nicht, denn er ist meine 3uversicht! J. C. Lavater. Mel. Nun sich der Tag geend.ac. 544. Der hohe im Hims mel dunkelt sich; ein Wetter Gottes draut: ich bebe nicht, ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit. 2. Du zürnest, wenn du donnerst, nicht; du bist der Menschenfreund. Nicht blås ser sey mein Angesicht, wenn uns dein Blitz erscheint. 3. Dem Sünder nur, der dich nicht kennt, dem bist du 3. Wenn bey erhitzter Dun- fürchterlich; dem aber, der ste Glühen die matten Men- dich Vater nennt, zeigst du schen und das Vieh den Odem als Bater dich. schwer und keichend ziehen: wie froh, wie munter werden sie, wann in die angstlich schwule Luft der Donner lub le Winde ruft! 4. Gut ist für uns der Sonne Strahl, gut für uns Tag und Nacht; auch gut ist deines Blitzes Strahl, der Zeuge deiner Macht. 5. Du Landesangelegenheiten. 5. Du reinigst durch den Blitz die Luft; dein Regen kühlt die Saat; ein frischer, balsamvoller Duft stårkt, was geschmachtet hat. 6. Laß frey das Herz von Aengsten seyn, wenn uns dein Wetter droht. Weg, bange Furcht! wir sind ja dein; du bist die Lieb', o Gott! J. C. Lavater. Mel. Nun sich die Nacht sc. s donnert, Gott! wie schrecklich ist des Himmels Wetternacht! Es blitzt! es donnert! Gott, du bist! Und groß ist deine Macht! 2. Gott donnert in des Sünders Ohr; der Sünder hört's und zagt; hebt zitternd kaum sein Aug' empor, der sonst doch Spott gewagt. 3. Umsonst verbirgt der Frevler sich: wer kann dem Herrn entfliehn? Ihn schlug' der Blitz, wohin er wich; im Dunkeln tråf' er ihn. 4. Drum flieh', o Sünder, fliehe nicht, nach deinem blinden Wahn, vor deines Schopfers Angesicht, der stets dich finden kann. 363 nem Gott. Vergiß, vergiß nicht deiner Angst, und hûte dich vor Spott! 5. Du zitterst vor des Donners Streich, und schlägst an deine Brust; doch nach dem Wetter eilst du gleich zurück zur Sündenlust. 6. Sünder, wenn du Gnad' erlangst: so danke dei7. Gott ist barmherzig und verschont; doch ewig schont er nicht. Er ist gerecht. Der Richter lohnt dem Sünder mit Gericht. 8. Was gegen jenen großen Tag ist dieser Donner?- Nichts! Zehntausend Wetter sind ein Schlag vom Donner des Gerichts. 9. Vor deines Gottes Maieståt erzittre nicht, o Christ, wann er in Donnerwolken geht, und um sich Blitze schießt! 10. Und wenn sein don nerndes Geschütz den Frevler tief erschreckt; so wisse, daß er vor dem Blitz und Donner dich bedeckt! 11. Der Pfeil des Herrn fährt wunderbar von seinem Wolkenthron; trifft, wenn er will, und krümmt kein Haar, wenn Gott ihm ruft: verschon'! 12. Sprich, wenn dein Gott dich tödten will: gerecht ist sein Gericht! Er ist der Herr; ich halte still, und laß im Tod' ihn nicht. 13. Der Herr des Donners ist mein Freund; wenn er mich schnell entrückt: so weiß ich, daß er's gnädig meint, und ewig mich beglückt. 14. Wer 36.4 30. In frohen und traurigen 14. Wer Gott bey stillem das Reich der Schöpfung Himmel ehrt, fingt ihm auch beugen. froy ein Lied, wann er auf schwarzen Wolken fährt; sieht, wenn der Sünder flieht. 7. Gelobt sey deine große Kraft, die nach Gefahr und Schrecken uns Ruhe schenkt und Segen schafft, nach weisheitsvollen Zwecken! Nach dem Gewitter. J. L. Bäßler. Mel. Ich dank dir schon durch ic. 8. Dein Auge stand mit Vas terblick auf uns voll Borsicht offen; drum hat kein widri546. Gott, der Gewitzges Geschick im Wetter uns lenkt! mit fröhlichem Gemüthe lobsingen wir: denn an uns denkt dein Herz mit neuer Güte. 2. Groß bist du, Herr! auf dein Gebot muß Blig und Donner schrecken; doch bist du bey uns in der Noth, alls machtig uns zu decken. 3. Du züchtigest, doch nicht im Grimm; du strafest, doch mit Maaßen. Noch immer schallt des Baters Stimm': ich will dich nicht verlassen. 4. Was wären wir, wenn deine Hand uns nach VerDienste lohnte? Wenn Häufer, Güter, Volk und Land nicht dein Erbarmen schonte? 5. Wohl uns! du zeigest viel Geduld in allen deinen Wegen: du fröncst jeden Tag mit Huld, mit immer neuem Segen. 6. michtig Wort muß Sturm 9. Kein Zufall hat des Feldes Schmuck uns Schmachtenden entrissen; kein Hagel, kein zu schwerer Druck von starken Wassergüssen. 10. Mehr Leben ist in die Natur von dir, Herr, ausgegossen: zum Wohlthun, Schöpfer, hast du nur die Himmel aufgeschlossen. 11. O laß doch wahre Furcht vor dir stets unser Herz res gieren; laß uns, als deine Kinder, hier ein frommes La ben führen! 12. Du wirst dann ferner Vater seyn, und gnädig auf uns blicken: wir werden uns des Baters freun, und er wird uns beglücken. J. 2. Kramer. Met. Herzliebster Jesu, was ic. Groß bist du! Auf dein 547. Kont, lat uns Gott und Groß' erheben, ihm Preis ſeine und Better schweigen. Vor und Ruhm, auch wenn er bir muß sich an jedem Ort donnert, geben! wenn seine Blitze Landesangelegenheiten. 365 Blite auch die Erd' erschüt-| me nicht mehr seyn wird Leid tern, nicht muthlos zittern. 2. Sie zeugen, Gott, wie alle deine Werke, von deiner Weisheit, deiner Huld und Stárke. Gleich herrlich ist im Sturm und in der Stille dein Rath und Wille. 3. Von tiefer Ehrfurcht, Herr, vor dir durchdrungen, sehn wir in der Natur Er schütterungen, auch Güte, die sie schmücket und belebet, selbst wenn sie bebet. A. Herrmann. 4. Fruchtbarer wird sie Mel. Danke dem Herrn heut' ic. dann; wie deine Frommen, die gut zu werden, oft in Trubjal kommen. Sie leiden, durch Geduld zu edlen Werken sich mehr zu stärken. 5. Dann reifen fröhlicher die Tugendfaaten, zu mannig faltigern und schönern Thaten. Sie werden, wann die Trübsal sie bewähret, nur mehr verklåret. 6. So strahlt, wenn Donner die Natur erschüttern, in größrer Schönheit fie nach Ungewittern, als schmückte sie nun eine neue Sonne mit neuer Wonne. 7. Nur gifterfüllte Dünfte 549.Das and wollt bedenken, fliehn, die uns und unsern Heerden drohn, entweichen. Wir athmen nun, von leichtrer Luft umgeben, mehr Kraft, mehr Leben. 8. Co steigt, wenn einst am größten aller Tage, für Fromund Klage, empor aus dei nes Weltgerichts Getümmel, ein neuer Himmel. 9. Wie sollten wir, wenn deine Donner toben, Allmächtiger! nicht deine Güte loben? Dir bringen wir für alle deine Werke, Herr, Preis und Stärke. Für die Früchte des Landes. 548. 2h, Herr, gib uns ein fruchtbar Jahr; den lieben Kornbau uns bewahr'; vor Theurung, Hunger, Seuch' und Streit, behüt' uns, Herr, zu dieser Beit. 2. Weil du, Gott, unser Bater bist, und Christus unfer Bruder ist, drum trauen wir allein auf dich, und woll'n dich preisen ewiglich. Um Regen. Geånd. C. f. Loßius. Mel. Herr Christ, der ein'ge se. du Gott, an Segen reich, und sein Gepflügtes tránken, mit Regen machen weich, daß sein Gewächs gedeihe, uns náhre und erfreue, und wir dir dankbar seyn. N. 366 30. In frohen 1. Herrmann, verbessert von m. f. Gebhard. Mel. Gott Vater, der du ic. Gott, erhdre their uns milden Regen mit; nimm unsre Flur in deine Hut, und schüße sie vor Sonnenglut. 2. Wenn deine Hand das Jahr beglückt, das ehrenfeld mit Segen schmückt; so thu' auch dieses noch dazu: und gib Gesundheit, Fried' und Ruh'. 4. Erhalt den Himmel heis ter, und segne uns noch weis ter. Laß uns mit frohen Hån den die Erndte gut vollenden. 5. Wir wollen deine Güte mit fröhlichem Gemüthe, mit unserm ganzen Leben hoch preisen und erheben. Um Sonnenschein. Ch. F. Segelbach. Mel. Gott Bater, der du deine zc. u gabst uns, Danklied für verliches nen Regen. B. Münter. 551.Dert, bes Re Mel. Nun lob', mein Seel' ze. 553. in milder Requickend auf die dürre Flur. gen sinket er Wie labet sich, wie trinket ihn Die sanften Ströme füh die verschmachtende Natur! len der Lüfte weites Meer; und die Geschöpfe fühlen sich nicht mehr tråg' und schwer. Gott spricht: das Seufzen schweiget, und Hik' und Dürre fliehn! Der frommen Dank lied steiget hinauf und preis set ihn. gens viel: ach! setze du ihm auch sein Ziel! Doch du, der uns erhält und schützt, du weißt am besten, was uns nützt. 2. Wird unser Feld im Sonnenschein sich wieder deines Segens freun: dann gib uns, Herr, zum Ueberfluß auch Ruh' und fröhlichen Genuß. Danklied für Sonnenschein. J. F. Mudre. Mel. Nun laßt uns Gott den 2c. 552. und traurigen 2. Gott! welche Sorgen lagen auf uns in jenen Tagen, da Fluthen niedersanken, die Felder fast ertranken. bir, der unser Flehen, das hin zu deinen Höhen so sehnend drang, ers höret, und Sonnenschein ges währet. denlieder! fie fcheint, fie strahlt nun wieder! wir sehn sie, welche Wonne! die lang verhüllte Sonne. 2. im beschaut des Ackers Herr sein Feld. Erquickt hat Gott die Früchte, er, der Versorger seiner Welt. Dick steht die Saat, Landesangelegenheiten. 367 Saat, bie Nehren vom Mark 3. erhalt' uns deinen Se O der Erde voll, das seine Mengen, treuer, liebevoller Gott! schen nähren und sie erfreuen gib uns einen milden Regen, soll. Auf, preiset Gottes und verkürz' uns unsre Noth. Milde! Er ist's, der Regen Doch wir trauen es dir zu: schickt, und lechzende Gefilde was uns gut ist, fügest du. mit Vaterhuld erquickt. 4. Stärke du uns dies Vertrauen! Unser Wohl versäumst du nicht. Auf dich, Gnadenvoller, bauen wir die feste Suversicht: du, der helfen will und kann, nimmst dich unser gnådig an. Gebet um Sonnenschein. D. L. Bäßler. Mel. Straf' mich nicht in ze. und 3. Erhalter unsers Lebens, Gott! dem wir uns jezt dankbar nahn: o laß uns nicht vergebens die Gaben deiner Hand empfahn! Du sendest Thau und Regen, gibst milden Sonnenschein; du eilft mit beinem Segen uns alle zu erfreun: ach laß uns nicht vergebens so man- 555. che Gab' empfahn, und nimm, o Quell' des Lebens, dich unfrer gnådig an. Schmerz Slage 2. Långst schon lechzt am Sonnenlichte unser Erdreich, durr' wie Sand; und es schmachten alle Früchte in dem såfteleeren Land. Schreck lich droht uns ihr Verlust; Sorge nagt an unsrer Brust. das Land: traurig stehn die Früchte. Hilft uns, Gott, nicht deine Hand, sind sie bald zunichte. Beig' uns doch Gnade noch; Vater voll Erbarmen, hilf, ach! hilf uns Armen! Gebet um Regen. D. L. Bäßler. Mel. Gott des Himmels und 2c. ott von großer 554.t Macht und 2. Du regierst der Wolken Lauf, und befiehlst dem Regen. Sprich ein Wort: so hört Güte, deinen Segen suchen er auf, und uns bleibt dein wir; mit geängstetem Gemü- Segen. Steh' uns bey und the schauen wir empor zu dir. Du, du weißt, was uns gebricht; unser Trost, verlaß uns nicht! zerstreu' mit gewalt'ger Rechte deines Himmels Nächte. 3. Sende warmen Sonnenschein, der die Frucht erquicke, uns von lengsten zu befreyn wieder bald zurücke. Guter Gott, gib uns Brod, und nach mancher Plage wies der Freudentage. 4. Preis und Ruhm sey dir geweiht, Bater aller Gnade! hilf, 368 30. In frohen und traurigen hilf, daß die so schwere Zeit 6. Es brause fürchterlich nicht so sehr uns schade. Dir, umher des Winters Sturm: nur dir, wollen wir, Herr, so auch er, auch er ist deines lang' wir leben, unser Herz Segens Diener, Gott! du ergeben. thust uns wohl, auch selbst durch Noth. Ś Jahreszeiten Wechsel und bes sonders von der Saat und Erndte. Winterlied. J. A. Cramer. Mel. Herr Gott, dich loben sc. 556. A uch für den Winter dans ken mir, Herr, unser Gott und Bater, dir; nicht für der Felder Segen nur, auch für den Schlummer der Natur. 7. Und wie viel Freuden haben wir, auch jezt, o milder Gott! von dir, der du so våterlich uns trågst, uns fåttigeft, erwärmst und pflegst. 8. Herr! jeder Wechsel deiner Zeit entflamm' uns zu der Dankbarkeit, die deinen Willen gern erfüllt; denn du bist immer gut und mild. 4. Pflegt sie geräuschlos, still, geheim: so nahrt der Tugend ersten Keim ein Jüngling mit verborgner Lust, und fern vom Stolz in seiner Brust. 5. So thut, was andre segnen kann, ein guter und bescheibner Mann; sucht, wenn sein Thun nur Gott gefällt, nicht das Geräusch des Ruhms der Welt. R. 4. Adler. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 2. 3war liegt ihr grüner 557. fuf, Menschen, Schmuck zerstört, vom Frost und danund Eis und Sturm verket Gott, singt frohen Lobges heert; ein silberfarbenes Ge- sang! bringt Lob und Ehre wand deckt Berge, Hügel, unserm Gott; laut tón' des Thal und Land. Liedes Klang! 3. Doch pflegt die Erde mütterlich die ihr vertraute Saat, die sich im künft'gen Frühling segensvoll enthüllen und uns náhren ſoll; 2. Wer ist so mild, so gut, wie er, so unaussprechlich gut? Nur er ist Gott und teis ner mehr, der alle Hülfe thut. 3. Seht! reiche Gaben theilt er aus mit milder Baterhand; sein Segen füllet unser Haus und unser gans zes Land! 4. Er gibt uns Korn und Obst und Wein zum fröhlis chen Genuß: wie können wir undankbar seyn bey solchem Ueberfluß? 5. Der ist nicht werth ein Mensch zu seyn, nicht seiner Gaben Landesangelegenheiten. E Gaben werth, der ihn nicht ohne Heuchelschein mit Wort und Thaten ehrt. 6. Ihm danket ja der Vögel Heer beym frühen Morgenroth; laut schallet ihr Gesang umher: wie gut, wie gut ist Gott! 7. O danket, Menschen, ihr vielmehr dem lieben, guten Gott und bringet alle Lob und Ehr', ihm, unsern Va ter, Gott! Sommerlied. J. F. Schmidt. Mel. Ich freu' mich in dem e. oder: Dank sey Gott in der ic. 558. Dem Gott ber Huld und Stårke erschalle Preis und Dank! Ihn loben seine Werke; ihn lobe mein Gesang. Auch das sind seine Thaten, daß wir der Zeit uns freun; er gab zum Wuchs der Saaten sein himmlisches Ges deihn. 1 2. Wie prangt das Gold der Früchte, des Sommers Feierkleid! Wir sehn im schönsten Lichte, Herr, deine Freundlichkeit. Dich baten wir um Leben- wer gibt so gern als du? Und du haft's uns gegeben, und Ueberfluß dazu. 3. Die glanzenden Gefilde, so weit das Auge blickt, sind Zeugen deiner Milde, die je 369 des Herz entzückt. Schon lacht und winkt den Schnits tern der segensvolle Halm; von Kindern, Vätern, Mut tern ertönt ein Freuden psalm. 4. Die Pracht der reichen Quen strömt Wonn' in un sre Brust; doch mischt sich Furcht und Grauen auch oft zur Sommerlust; du rufft vom hohen Sie dem Boten deiner Macht, dem Wetter sturm, dem Blitze; der Mit. tag wird zur Nacht. 5. Der Donner rollt, es bes bet die schwache Creatur; ins deß, o Gott, belebet dein Dbem die Natur; es wälzt sich milder Regen vom Sturmges wölbe los, und Fruchtbarkeit und Segen trieft auf der Er de Schooß. 6. Die Blume stand in Trauer: jetzt haucht sie stårkern Duft; der Himmel fårbt sich blauer, und quellrein ist die Luft. Thal, Hügel, Feld und Wiese verklaren Gottes Ruhm: er schuf zum Paras diese die matten Fluren um. 7. Der unser Land erquicket, daß Trift und Anger grunt, den Sterblichen beglücket, auch wenn er's nicht verdient: der werde froh erhoben, dem schalle froher Dank; ihn preist der Engel droben, ihn preif' auch mein Gesang. X a ( s. 370 30. In frohen und traurigen barkeit. Zur Aussaat gibst auch du allein dem Landmann 559.Dir, milder Ge- Kraft, Zeit und Gedeihn. 6. machst den Schooß der Erde schwanger, du machst des Ackers Furchen naß; du schmückest Wiesen, Flur und Anger mit Blumen, Strauchen, Laub und Gras; du träufelst mit dem kühlen Thau, die Fruchtbarkeit auf Feld und Au'. 7. Was dürr' ift, feuchtest du mit Regen, was kalt ist, wärmt dein Sonnenschein; du theilst die Zeiten, wie den Segen, zu unserm Besten weislich ein. Bey Wärme, Hitze, Kålt' und Frost grunt, wächst, und reifet unsre Kost. 8. Kommt, preist des Schöpfers Huld und Stärke, bringt seinem Namen Ehre dar! Groß ist der Herr und seine Werke sind herrlich, groß und wunderbar! Kommt, laßt uns seine Macht erhöhn! der Herr ist gut! sein Lob ist schön. 23. Ringwald, umgearb. von und J. L. Paulmann. Mel. Bo Gott der Herr nicht se. L. Liebich. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. ben, Herr, dir gebühret Ruhm und Dank. Du hörst das Schreyn, der jungen Raben, so wie der Lerchen Lobgesang. Oneige jetzt dein Ohr zu mir! du forderst Dank; ich danke dir. 2. Die kleinste deiner Creas turen macht deine Weisheit offenbar. Man siehet deiner Gute Spuren, und deine Macht von Jahr zu Jahr. Ein jedes Gråschen lehret mich: wie groß ist Gott! wie klein bin ich! 3. Du sorgst, nach treuer Våter Weise, für alle Werke deiner Hand; du, Herr, gibst allem Fleische Speise, beschirmst und fegnest jedes Land; du liebest unveránderlich; der Bösen selbst erbarmst du dich. 4. Der Erdkreis ist von deiner Gute, von deiner Weisheit ist er voll. Herr, unterweise mein Gemüthe, wie ich dich würdig loben soll; gib, daß mein Herz dich freudig liebt, dich, der mir so viel 560.8 baut, o Gott 5. Das Saatkorn wird in der Menschen Hand die Erdeinem Namen auf Hoffnung de, voll Hoffnung, daß nun in das Feld gestreut; Allguti- auch ihr Fleiß von dir geſegger, du gabst dem Saamen, net werde. Auf dein Verspreda du ihn schufft, die Frucht- chen trauen fie; du sollst dein Brod Landesangelegenheiten. Brod bey Fleiß und Müh', fo lang' du hier lebst, es sen. 2. Noch immer traf dies 561. Gogt Wort uns ein. Gib ferihm gern! Vom Aufgang bis zum Niedergang trågt uns die Huld des Herrn. ner deinen Segen! Daß ihm Dank; ihr Christen, singt Saat und Pflanzen wohl gedeihn, gib Sonnenschein und Regen. Denn, ohne deine Segenshand, bringt selbst ein wohlgebautes Land nicht, was es bringen könnte. 2. Vom Menschen bis zum kleinsten Wurm reicht seine Gnad' und Macht; im Sonnenschein, so wie im Sturm, ist er auf Heil bedacht. 3. Umsonst ist aller Menschen Müh' im Pflanzen und Begießen, läßt du vom Himmel nicht auf sie des Segens Ströme fließen. Nur du regierst den Witt'rungslauf; durch dich wächst jede Pflanze auf, durch dich nur bringt sie Früchte. 4. So frone denn mit Fruchtbarkeit das Land nach deiner Güte; und wenn die Aussaat nun gedeiht: o Vater, so verhüte, daß Frost und Sturm und Hagelschlag sie nicht zerstörend treffen mag; nicht Fluth sie über schwemme. 371 5. Wir traun auf dich, wohlthat'ger Gott! dich las sen wir nur walten. Du kennst am besten unsre Noth; hast lange Haus gehalten. So wirst du denn zu deinem Ruhm, auch uns in deinem Eigenthum noch fernerhin versorgen. W. 2. Teller. Mel. Lobt Gott, ihr Christen sc. für 3. Mit frohgerührter Seele bringt ein Herz voll Dank ihm dar! Die Lehre, die vom Segen sinkt, ist sein. Gott front das Jahr. 4. Ja, Höchster, wir verchren dich mit kindlich frohem Dank; du nährst uns und gibst mildiglich, auch mehr, als Speis und Tranf. 5. Fried' und Gesundheit, Kraft, Gedeihn zu unsrer Hände Fleiß, auch das gibst du, und die allein gebührt dafür der Preis. 6. Laß deines Segens Ueberfluß uns nun auch nützlich seyn: und hilf uns, daß wir beym Genuß uns bessen mås ßig freun. 7. Vermehr in uns die Zuversicht, dir ewig zu vertraun, bis wir dereinst in deinem Licht des Glaubens Erndte schaun. 20 a 2 Ver 30. In frohen und traurigen 372 Verbess. von C. f. Schubart. Mel. Nun laßt uns Gott dem ic. 562. Dommt, laßt uns Gott lobsingen, und Preis und Dank ihm bringen für seine milden Gaben, die wir geerndtet haben. 2. Was nöthig ist zum Leben hat uns der Herr gegeben, zum freudigen Genusse, aus seinem Ueberflusse. 3. Die Scheuern sind voll Segen, du, Gott, gabst Thau und Regen; gabst Wachsthum Frucht, der wir uns freuen. 4. Preis, Herr, sey deiner Milde, daß Auen und Gefilde so reichlich wieder gaben, was wir gesået haben. 5. Preis sey dir, unserm Retter! Oft drohten Sturm und Wetter den Untergang der Saaten; und doch sind sie gerathen. 6. Sie sproßten auf und grünten, ob wir's gleich nicht verdienten, und schmückten die Gefilde durch deine Batermilde. 9. Wohl dem, der die ers quicket, die Noth und Mans gel drücket! Du wirst's im bessern Leben, ihm reichlich wieder geben. 10. Gott, sey von uns erhoben, bis wir uns einst dort oben, gebracht in deine Scheunen, zu deinem Lob vereinen. und Gedeihen der 563. Lich 7. Wir rühmen diese Gnade und wandeln TugendPfade, daß deine Mild' und Treue uns auch forthin erfreue. 8. Biel låsfest du uns erndten: o! daß wir dankbar lernten, die ähnlich, uns der Armen gutthätig zu erbarmen. Zur Saatzeit. E. G. Jentsch, verbessert von J. S. Diterich. Mel. In dich hab' ich gehoffet ze. iebreicher Gott, dein Segens wort erzeiget sich noch immerfort in seiner Kraft auf Ers den, daß unser Feld mit Nuk bestellt und angebaut kann werden. 2. In Hoffnung streun wir Saamen aus; doch segnest du nicht Feld und Haus, so ist die Müh' vergebens. Nur deine Kraft und Güte schafft uns Unterhalt des Lebens. 3. Laß unsre Saat geſegnet seyn: gib Regen, Wind und Sonnenschein, daß Wachsthum und Gedeihen uns spåt und früh', nach Sorg' und Müh', cinst wiederum er freuen. 4. Bewahre sie das ganze Jahr vor so vielfältiger Gefahr, die sie leicht kann verlehen, und den, den heut' ſein Feld erfreut, in Kummer bald versetzen. 5. Bey Landesangelegenheiten. 373 5. Ben solcher Saat seh' ich| Der Herr erschafft; der Herr allhier zugleich manch tröst- erhält: er liebt und segnét lich Bild von mir. Denn seine Welt. Lobsinget ihm, unter Sturm und Winden Geschöpfe! erhebt sie sich; so muß auch ich durch Müh' den Himmel finden. 6. Gleichwie das Körnlein erst verdirbt, und in der Erde gleichfam stirbt, um neue Frucht zu bringen: so werd', o Gott, ich durch den Tod ins beßre Leben dringen. 7. Auf diesen seligen Gewinn freut sich bereits mein Herz und Sinn, wann ich bey trüben Fällen die Thränensaat, nach deinem Rath, hier öfters muß bestellen. 2. Das Land, das erst er storben lag, erwacht und lebt nun wieder; es strömet jeden neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, der Bogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlitz ist verjüngt; erheitert glänzt der Himmel. Geburg' und Thal und Wald erklingt von freudigem Getümmel. Und voll Erbarmen schaut herab, der Allen Seyn und Leben gab, 8. Verleih mir, Bater, auch auf seiner Schöpfun.g Werke. hierbey, daß ich vor dir kein 4. Lobsinget ihm, er ist uns Unkraut sey: vielmehr zu deinah. Singt, alle seine Heere! ner Ehre stets grünend steh', auch je und je zur reinen Saat gehöre. Der Herr ist allenthalben da, im Himmel, Erd' und Meere! Ich preise dich, ich finge dir, odenn du bist, wo ich bin, ben mir, mit Allmacht und mit Liebe. 9. Drum mache mich, Gott, bereit, im Glauben und Gottseligkeit viel gute Frucht zu bringen: so will ich dir bereinst dafür in Ewigkeit lobsingen. Frühlingsgefang. G. 3. Funk. Mel. Sey Lob und Ehr' dem 2c. 564.ob sey Gott, der den Frühling schafft! Gott, der den ErdKreis schmücket: Preis sey ihm! Ehre, Stårt' und Kraft, der, was er schuf, beglücket! 5. Du rufft die Wolken in das Land, und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde. Thau, Negen, Sonnenschein und Wind, die deiner Allmacht Boten sind, erzählen deine Güte. 3 6. Selbst wenn vom Donners Sturm bedráut, erschrockne Länder zittern, strömt Stärkung, Segen, Frucht 374 30. Jn frohen und traurigen Fruchtbarkeit aus Nacht und| gen Raum, Erfrischung und Ungewittern. Dann bricht auch Frucht. die Sonne neu hervor, und alles jauchzt zu dir em por, vor dem die Wetter schweigen. 5. Wie fröhlich lächelt jede Flur! E3 fließt, sich immer gleich, der Freude Quell, und die Natur ist unerschöpflich reich. 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Lust und Er quickung zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich, wie du? 7, Bon dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben. Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichen Strömen laben. Wohl, wohl den Menschen, die schon hier sich dir ergeben, und einst dir, als Christen, freudig sterben! Von den Jahreszeiten überhaupt. J. A. Cramer, verbessert von D. Brubn. Met. Lobe Gort, ihr Christen: c. 565. No och immer wechseln ordentlich des Jahres Zeiten ab; und früh und spát er gießet sich dein Regen, Gott, herab. 2. Noch öffnest du die milde Hand, Herr, wie du stets gethan; du segnest und du füilst das Land mit deinen Gü 7. Herr! ohne dich vergingen wir, und wir verdienten's auch, und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Nicht einem mangelt deis né Huld. Wem strahlet nicht dein Licht? Mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unsrer nicht? 9, O betet, Menschen, betet an! Erwagt's! und denket nun: was hat Gott schon an uns gethan? Was will er ferner thun? 10. Denn nicht für dieſe kurze Zeit hieß uns der Herr hier seyn. Er schuf uns für die Ewigkeit, uns seiner zu erfreun. tern an. 3. Bon deinem Himmel, Höchster, träuft Gedción und Fruchtbarkeit: die Gaat geht auf und blüht und reift, und sättigt und er freut. Zur Erndtezeit. E. Liebich, verbessert von 3. S. Piterich. et. Wer nur den lieben Gott zc. 4. Von dir gesegnet gibt der 566. baß doch bey Baum, wenn einer Schatten ſucht, ihm unter seinen Zweider reichen Erndte, womit du, Höchster, uns erfreust, ein jeder froh eme Landesangelegenheiten. 375 empfinden lernte, wie reich| ner auf! Versorg' uns bis an du, uns zu segnen, seyst; wie unser Ende und mach', in uns gern du unsern Mangel stillst, serm Lebenslauf, uns dir im und uns mit Speis' und Kleinsten auch getreu, daß Freud' erfüllst. einst uns größres Glück erfreu'. 2. Du siehst es gern, wenn deiner Güte, o Bater, unser 7.Bewahr' uns den geschenkHerz sich freut, und ein ersten Segen; gib, daß uns sein kenntliches Gemüthe auch das, was du für diese Zeit uns zur Erquickung hast bestimmt, mit Dank aus deinen Hån den nimmt. 3. So kommt denn, Gottes Huld zu feiern; kommt, Christen, laßt uns seiner freun! und, bey den angefüll- Mel. Was Gott thut, das ist zc. J. S. Diterich. ten Scheuern, dem Herrn der 567. P reift, Christen, mit Bufrieden heit, preist Gott, den Herrn der Erndte, daßß sich nicht ganz die Fruchtbarkeit von Au' und Feld entfernte. Noch stets erhält er seine Welt; was nothig ist zuin Leben will er uns alles geben. 2. Er ist der Herr; in seiner Hand ist, was die Erde bringet. So sehr auch Menschenafleiß das Land baut, pfleget und bedünget, kommt doch allein von ihm Gedeihn. Nur er, er låst die Saaten blühn, reifen und gerathen. 3. Oft sehn wir froh in Hoffnung schon der reichsten Erndt' entgegen, und plötzlich ist er uns entflohn, der uns gezeig6. Thu deine milde Segenste Segen. Gott nimmt und bånde, uns zu erquicken, fer- gibt, was ihm beliebt, daß er als der uns stets Versorger war, bringt neuen Dank zum Opfer dar. 4. Nimm grådig an das Lob der Liebe, das unser Herz dir, Vater, weiht. Dein Segen mehr' in uns die Triebe zum that'gen Dank, zur Folgsamkeit; daß Preis für deine Batertreu' auch unser ganzes Leben sey. Genuß gedeih'; und unser Herz auch seinetwegen dir dankbar und ergeben sey. Du, der uns täglich nährt und speist, erquid' auch ewig uns fern Geist! 5. Du nåhreft uns blos aus Erbarmen. Dies treib' auch uns zum Wohlthun an. Nun sey auch gern ein Trost der Armen, wer ihren Mangel stillen kann. Herr, der du aller Vater bist, gib jedem, was ihm nüglich ist. 376 30. In frohen und traurigen als Herr der Erde von uns| Saat; vom Herrn der Zeit verchret werde. gerufen, naht der Herbst mit seiner Fülle sich, und öffnet sie uns mildiglich. 2. Der segenreiche Garten prangt mit vollen 3weigen und verlangt von seiner Frucht befreyt zu seyn, uns zu ers quicken, zu erfreun. 4. Beigt auch nicht gleich so sichtbar sich der Reichthum seiner Gaben; so gicbet er doch sicherlich, so viel wir nöthig haben; ist stets bedacht, voll Gnad' und Macht, die Seinen zu erhalten, die ihn nur lassen walten. 5. Und o, was ist's für ein Gewinn, an dem sich gnügen lassen, was da ist, und mit heiterm Sinn das feste 3utraun fassen: daß, der die Welt regiert und hält, auch uns, so lang' wir leben, was nothig ist, wird geben. 6. Ja, Höchster, wir verehren dich in allen deinen Wegen, und trouen unveranderlich auf deinen milden Segen. Auch unser Brod wirst du uns, Gott, von Zeit zu Seit gewähren, wenn wir dich findlich chren.*** 7. Wir beten bemuthsvoll dich an, der alles weißlich fit get, deß Borsicht niemals ir ren kann, deß Wohithun niemals truget. Froh danken wir, Erhalter, dir, und preifen deine Güte mit gnügsa men Gemüthe. Herbstgefang. J. 2. Cramer. Mel Dankt dem Herrn ic. 568.R eif ist nunmehr 3. Der Sänger in den Lüf ten schweigt, der hin in ferne Lånder fleugt, wo Gott schon eine neue Saat und Frucht. für ihn bereitet hat. 4. Dein Gott ernährt, was fleugt und webt, daß alles fröhlich sey, was lebt, daß seine ganze Schöpfung Dank und Jubel sey und Lobgesang. 5. Auf traubenvollen Hu geln schallt der Freude Lied, es widerhallt von Berg auf Berg; denn Most und Wein gibt uns der Ferr, uns zu erfreun. 6. Wie liebevoll, wie mild und gut ist Gott, der so viel Wunder thut! Der Jungling, wie der Mann und Greis sey fröhlich, Gott zum Ruhm und Preis! 7. Auch wann du alterst, sorgt für dich dein Herr und Gott noch väterlich! Er, der, wenn sich dein Abend naht, doch noch für dich viel Freuden hat. 8. Frob fannst du sterben, wenn du nur, wie seine seg. der Felder nende Natur, gesegnet haft; wenn Landesangelegenheiten. wenn er die Frucht, die er verlangt, umsonst nicht sucht. 9. Auch die Natur verblüht und flirbt; nur daß ihr Saame nicht verdirbt, und schöner auflebt, wenn ihr Freund, der Frühling, wiederum er scheint. 10. So blühst und reifst du in der Zeit zur größeren Boll kommenheit. Nur sey ein guz ter Saame; sey Gott auch bis in den Tod getreu! 377 uns wieder; und dann singt die Dankbarkeit dir volt Freuden ihre Lieder. 3ur Saatzeit. F. W. Gleim. In eigner Melodie. Aussaat Tegne, Gott, daß sie ruh' im Schoos der Erde, keim' und unser táglich Brod unter deiner Auf ficht werde. 569. Unfre nsre 2. Einfach wird sie ausgestreut; vielfach gibst du sie 31) Lob- und 1) Allgemeine. P. Gerhard, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Lobt Gott, ihr Christen: c. 570. Auf, Chriften, bringet Preis und Ehr' dem Herrscher aller Welt; dem Mächtigen, der Erd' und Meer und alle Him mel hålt. 3. Ja, dies hoffen wir zu dir! du, du hörst Gebet und Flehen, gibst uns, was wir brauchen hier, und auch mehr, als wir verstehen. 4. Gnädig gib es, bitten wir, unserm ärmen Erdenteben, bis wir einst den Dank dafür dir im Himmel ewig geben. 5. Dann sehn wir in hell rem icht noch mehr Wunder deiner Gute, und kein Seufen unterbricht das lobsingen de Gemüthe. 6. Ja, im Himmel werden wir, Herr, vor deinem Ungesichte freudig erndren für und für deines höhern Segens Früchte. Danklieder. der überall, auch an uns Mens schen thut. 3. Von unsrer zarten Kind heit an hat er uns unterstugt, er, der allein uns hel fen kann, und gern uns hilft und schützt. 4. Aus seiner Fülle nehmen wir noch immer, was 2. Frohlockt mit jubelvei uns nåhrt, und unsern Sees chem Schall Gott, unfermler auch schon hier Zufrieden höchsten Gut, der große Wun- heit gewährt. 5. Er 378 31. Lob- und Danklieder. 5. Er streut auf dieses Le-| ihr Brausen ist defa Lobges bens Pfad viel Freuden um sang. Die ganze Schöpfung uns her. Die Noth, womit sein weiser Rath uns prüft, erleichtert er. ruft mir zu: es sey kein sol cher Gott, wie du. 6. Er trágt, nach gut'ger Báter Art, uns Schwache mit Geduld; er züchtigt wohl, doch nie zu hart, und schenkt uns gern die Schuld. 3. Dir, Höchster, ist nichts zu vergleichen; denn deine Güte reicht so weit, als über uns die Wolken reichen, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Kein Wurin friecht unbemerkt da hin: du siehst, du nährst, du schützest ihn. 7. Er weckt uns das Gewis fen auf, ruft uns zur Besse rung, und stärkt uns, achten wir darauf, mit Kraft zur Heiligung. 8. Er bleibt uns treu. Sein Wort steht fest. Wer hier sich zu ihm hålt, kommt, wenn er diese Welt verläßt, zum Glück der bessern Welt. 4. Auch, Bater, hast du mein Gemüthe durch manche Wohlthat schon erfreut. O gib mir auch, nach deiner Güte, den Trieb zur frohen Dankbarkeit. Lehr' alles das, was in mir ist, froh rühmen, daß du gnädig bist. 9. Singt, Christen, singt ihm Preis und Dank für seis ne Freundlichkeit. Einst wird fie euer Lobgesang noch mehr, in Ewigkeit. 5. Wer schuf den Geist und seine Kräfte: Gedächtniß, Willen und Verstand? Wer segnet des Berufs Geschäfte? wer stärkt zur Arbeit meine Hand? Wer schützte mich vor tel. Wer nur den lieben Gott ze. der Gefahr, die unsichtbar ir, Gott, E. Liebich. 571.Dit ich fröhlich 6. Wer fristet meine Lemir benstage? wer schmückt und krónet sie mit Heil? Du, Bas ter, thust's: drum, Seele, fas ge: Gott, du bleibst ewiglich mein Theil! mit ew'ger Treue liebst du mich; von ganzem Herzen preis' ich dich. singen, dir, dessen Freude Wohlthum ist; dir will ich Dank und Ehre bringen, dir, der du gut und freundlich bist. Ja, Gott, du bist ganz Gnad' und Treu', gib, daß mein Herz ganz Freude sey. 2. Dich preisen alle Engelheere; dir singen die Bertlár ten Dank. Dir, Herrscher, brausen Wind und Meere; 7. Dir will ich fernerhin vertrauen; denn du hast mie stets wohl gethan. Ich will mit Hoffnung auf dich schauen; schau' 31. Lob- und Danklieder. 379 schau' mich mit Baterblicken| erfreut. Ich schmeck' in jeder an. So geh' ich durch die Creatur, Gott, deine FreundPilgrimszeit mit Freuden hin lichkeit. zur Ewigkeit. 8. Ich danke dir für deinen Sohn, der für mich Sünder Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. starb, und der zu deinem C.F. Gellert. 572. Du bist's, dem Gnadenthron den Zutritt mir Ehr' und Ruhm gebührt; und das, Herr, bring' ich dir. Mein Schicksal hast du stets regiert, und stets warst du mit mir. 2. Wenn Angst und Noth 10. Er hilft und läßt die sich mir genaht, so hörtest Traurigkeit bald vor uns du mein Flehn, und ließest übergeyn; will uns nach furmich, nach deinem Rath, Hitzer Prüfungszeit, zu ew'gem und Errettung schn. Glück erhöhn. 3. Wenn ich in Schmerz und Krankheit sank und rief: Herr, rette mich! So halfft du mir: mit welchem Dank, mein Gott, erheb' ich dich! 4. Betrübte mich des Feindes Haß, so klagt' ich dir den Schmerz; du halfft mis, daß ich ihn vergaß, und gabst Geduld ins Herz. 5. Wenn ich den richt'gen 573. Her Sett, bich loben wir! verlor und verschuldet sah, rief ich zu dir, mein Gott, empor, und Gnade war mir nah. 9. Wie sehr liebt Gott der Menschen Wohl! Erheb' ihn, Volk des Herrn! die Erd' ist seiner Gute voll: er hilft und rettet gern. 21. Bergiß nicht, Seele, deinen Gott, nicht, was er dir gethan. Berehr' und halte sein Gebot, und bet ihn ewig an. Te Deum laudamus, nach F. G. Klopstocks und J. C. Lavaters Ueberschung. In eigner Metodie. 6. Herr, für die Leiden dank' ich dir, dadurch du mich geübt; und für die Freuden, welche mir dein milder Segen gibt. Herr Gott, wir danken dir! dein Daseyn ist von Ewigkeit; für uns erschufst du Welt und Zeit. Die ganze weite Schópfung preist, Gott! Vater! dich; dich Sohn, dich Geist! Laut dringe mit der Engel Chor heut' unser feyernd Lied empor! Heilig ist unser 7. Dir dank' ich es, daß die | Natur mich náhrt und mich Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig 380 31. Lob- und Danklieder. Heilig ist unser Gott! der schaun, Erlöser, dich anbeallgewalt'ge Gott! tend schaun. Weit, über alle Himmel weit, geht deine Macht und Herrlichkeit! Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, deiner Boten Schaar, der Lehre Jesu Mártyrer, sie preisen ewig dich, o Herr! Am Grabe noch, noch in der Zeit, preist dich auch deine Christenheit! Dich, Vater, auf der Himmel Thron! dich, Jesu Christ! des Vaters Sohn! und dich, o Geist! dich, dessen Kraft in Sünbern neues Leben schafft. Die Erd' ist auch dein Heis ligthum! auch sie erfülle stets dein Ruhm! in dieser unsrer Pilgrimschaft sey deine Lehr uns Licht und Kraft. Sey gnädig uns, o treuer Gott! sey gnädig uns in aller Noth. Gott, du bist unter uns voll Huld: trag' unsre Schwäche mit Geduld! Laß dein Erbarmen uns erfreun, wenn wir zu dir um Hülfe schreyn! Auf dich steht unsre Zuvers sicht: verlaß uns auch im Tode nicht! Amen. Du Welterlöser, Jesu Christ, bu, dessen Herrschaft ewig ist, du kamst auf Erden ſúndenrein, um uns zum Himmel einzuweihn; hast uns den Weg zum Heil gelehrt, bes ew'gen Todes Macht zerstört. Zur Rechten Gottes figest du! mit deinem Vater herrschest du! O, der für uns geblutet hat, am Kreuz für unsre Missethat, auch uns làßt du im Grabe nicht! du kömmst dereinst und hältst Gericht! In deiner Zukunft harren wir, so lange wir noch wallen hier. Scy, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft auf dieser unfrer Pilgerschaft! Leit' uns durch unsre Prüfungszeit den Weg zur frohen Ewigkeit, zur Ewigkeit, wo wir dich P. Gerhard. met. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 574.h finge dir Mund, Herr, meines Herzens Lust! ich fing' und mach' auf Erden fund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß bu ber Brunn der Gnad' und ew'ge Quelle bist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fließt. 3. Was sind wir doch? was haben wir auf dieser ganzen Erd', das uns, o Vater! nicht von dir allein gegeben werd'? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns ge fest? Wer ist es, der uns unser Feld mit Chau und Regen nett? 5. Wer 31. Lob und Danklieder. 5. Wer warmet uns in Kalt' und Frost: wer schützt uns vor dem Wind? wer macht es, daß man Korn und Most zu seinen Beiten find't? is 6. Wer gibt uns Leben und Geblüt? Wer schützt uns? wessen Hand bewahrt den edlen werthen Fried' in unserm Baterland? 7. Uch! Herr, mein Gott, das kommt von dir, du, du mußt alles thun, du hältst die Wach' an unsrer Thur', und läßt uns ficher ruhn. 8. Du nåhrest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu, und stehst uns, wenn wir in Gefahr gerathen, treulich bey. 9. Du trågst uns Sünder mit Geduld und strafft nicht allzusehr; ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst fie in das Meer. 381 13. Wohl auf, mein Herz sey froh und sing', und habe guten Muth; dein Gott, der Schöpfer aller Ding', selbst und bleibt dein Gut. ist 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd' entgeht. 14. Er ist dein Schak, dein Erb' und Theil, dein Glanz und Freudenlicht; dein Schirm und Schild, dein Trost und Heil, schafft Rath und läßt dich nicht. 15. Was frankst du dich in deinem Sinn, und gråmst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg' und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernáhrt? Wie manchen schwe ren Unglückslauf hat er zurück gekehrt. ting 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regis ment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End'. 18. Ey nun, so laß ihn ferner thun, und red' ihm nicht darein: so wirst du hier im Frieden ruhn, und ewig fröhlich seyn. 10. Wenn unser Herze seufzt und schrent, wirst du gar leicht erweicht, und gibst uns, was uns hoch erfreut, und dir zum Ruhm gereicht. 11. Du záhlst, wie oft ein Christe wein', und was sein Kummer sey; ja feine Chrá ne ist so tlein vor dir: du 575. Gelen Eust, C. f. Neander. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. ch finge meiner legst fie bey. von dir, Herr, hocherfreut; ich sing' aus dankerfüllter Brust von deiner Gütigkeit. 2. Was ist der Mensch, der Staub, vor dir, daß seiner du 382 du gedenkst? Herr aller Welt, was haben wir, wenn du es uns nicht schenkst? 31. Lob und Danklieder. 3. Wer hat den Himmel ausgespannt, der unser Aug' entzückt? Wer hat mit göttlich milder Hand den Erdkreis ausgeschmückt? 4. Wer kleidet Hügel, Thal und Au', und ziert mit Pracht den Hain? tränkt sie mit Regen und mit Thau, und gibt der Saat Gedeihn? 5. Wer führt die Sonn' in ihrer Pracht, mit jedem Tag uns zu? Wer spricht zum Mond in dunkler Nacht: dem Menschen leuchte du! 6. Wer front mit Segen jedes Jahr, daß unser Herz sich freut? Wer liebet uns unwandelbar, auch wann sein Donner draut? deinen Geist, und, reu't uns unsre Sündenschuld: du siehst es, und verzeihst. 11. Ja, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken ziehn; der junge Rab', Erbarmer, schreyt zu dir; du nähreft ihn. fahr. 10. Uns Sünder trågst du mit Geduld, lehrst uns durch 12. Und rührte dich, o Menschenfreund, nicht eines Chris sten Schmerz? Die stillste 3åhre, die er weint, bemerkt dein Vaterherz. 13. Weh dem, der an dem Herrn verzagt und seine Zus versicht auf Menschen sett und heidnisch sagt: Gott ach tet unser nicht! 14. Er liebt dich mehr, als du verstehst; ist, Seele, dir nicht fern, und eilt zu helfen, eh' du flehst. Vertraue gern dem Herrn! 7. Wer sichert uns vor der Gefahr, die uns von ferne droht? Wer rettet eft so wunderbar aus gegenwärtger Noth? 8. Herr, unser Herrscher, nur von dir fließt alles Heil uns zu. Dein Volk, dein Eigenthum sind wir, und unser Gott bist du! 9. Wie groß ist deine Huld und Treu'! du zähltest unser Haar, allgegenwärtig ben in jeglicher Ge- 576.willen er Mel. Nun lob', mein' Seel' ic. Hers loben; sein herrlich Lob werd' immerdar durch meinen Mund erhoben, denn seine Huld ist offen15. Er schaut herab von seis ner Höh' auf den, der niedrig ist. Erhebe dich, Unsterbliche, zu ihm, von dem du bist! 16. Lobsing' ihm, bet' ihn ewig an, mit frommer 3uversicht. Wie viel hat er an dir gethan! vergiß es, Seele, nicht. J. Neander, verbessert von C. f. Loßius. 383 offenbar. Froh soll mein Geist| Trübsal und Beschwerden es preisen, was er mir Gutes that, und dem den Dank erweisen, der mich errettet hat. Kommt, singt ihm neue Lieder, Erldsete des Herrn! sein Ruhm erschalle wieder, und tone nah' und fern. läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich freudig ehren mein Mund vor jedermann, und deinen Ruhm vermehren, so lang er lallen kann. 5. müsse dein fich freuen, wer deiner Gute Größe kennt, und deinem Dienst fich weis hen, wer Jesu Christi Namen nennt. Hoch seyft du stets gepriesen; du bist's, der Wunder thut, und haft auch mir erwiesen das, was mir nütz und gut; drum geb' ich mich mit Freuden dir zum Gehorsam hin. Nichts soll mich von dir scheiden, so lang ich hier noch bin. 31. Lob und Danklieder. 3 2. Als ich dem Herren klagte die Angst, die mich betraf, und fast am Leben ganz verzagte: da half, da nahm er weg die Last. Wohl allen, die ihm trauen mit fester 3uver sicht, und auf den Felsen bauen; die Hoffnung truget nicht. Uch schmecket doch und sehet, wie freundlich Gott uns ist, der nie Gebet verschmähet und unser nie vergißt. 3. Wenn hat er je verschmåhet des Armen Seufzen in Gefahr? Wer hat ihn angeflehet, dem er nicht nah' mit Hülfe war? Von seinen heils gen Höhen sieht er voll Huld herab; hört auf des Waisen Flehen, wischt seine Thränen ab; stillt gern der Wittwe Klagen; erbarmt des Sauglings sich: ist mächtig in den Schwachen und hilft so våterlich. 6. Herr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht. Wenn Schwache zu dir kamen, hast du mit Hülf an sie gedacht. Auch mir half deine Gnade. Herr, wie vergelt' ich's dir? Bleib auf des Lebens Pfade noch fernerhin mit mir: so will ich dich erheben, dich, der so gern erfreut, und dir zu Ehren leben hier und in Ewigkeit. J. Neander, aber verbessert. Mel. Kommst du nun, Jesu zc. 4. Man lobt dich in der 577 Robe den Herren, du bet, o Gott. Aus deiner Se- König der Ehre! stimme frohgens- Fülle fließt alle Freud' lockend mit ein in die himmliund Hülf in Noth. Nur du schen Chöre! Seele, dein Dank bist, Herr, auf Erden der schalle mit frohem Gesang Frommen Zuversicht; in deinem Erhalter zur Ehre. 2. Lobe 31. Lob und Danklieder. 384 2. Lobe den Herren, der al les fo herrlich regieret, der dich bis hieher mit Weisheit und Gute geführet; der dir gewährt, was dich erfreuet und nährt. Dank' es ihm innigst gerühret. 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet! In wie viel Noth hat nicht der gnådige Gott über dich Flügel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar geseg net, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet! Denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren! wie se lig ist's seiner sich freuen! ULles, was Odem hat, komm', ihm ein Danklied zu weihen! danket dem Herrn! Freut euch! Wer wollte nicht gern, gern seines Gottes sich freuen? 2. Du schufst mich nicht zum niedern Thier, gabst mir des Menschen Würde, ertheilt'st so viele Freuden mir, nur wes nig Lebensbürde. Du führe test mich mit Baterhand in dieses gute Land, wo ich Schuh, Glück und Freunde fand. 3. 3u schwach bin ich, Ullgütiger! dein Wohlthun zu vergelten; zu schwach ist beis ner Engel Heer, sind alle deis ne Welten. Doch hab' ich Herzgefühl und Sang: dies sey mein schwacher Dank, den bring' ich, Gott, dir Lebens lang! 4. Ich will, o Höchster, deis nen Ruhm vor Sterblichen verklaren; will fröhlich dich im Heiligthum, will dich durch Thaten ehren. Welch' Glück, wenn, von mir angeglüht, mein Nächster Thorheit flieht, auf dich in seinem Wandel sieht. 5. Sen Licht und Trost mir, wie bisher, du Geber sel'ger Lage! Entzeuch dein Heil mir nimmermehr, daß meine Seele sage: Lob dir, der du die Himmel lenkst, und auch des Staubs gedenkst, und ihm auch Glück und Freude schenkt! J. F. Schmidt. Met. Gott ist mein Heil, mein c. ob dir! du hast 578. von Jugend auf mich väterlich geleitet; hast über meiner Tage Lauf viel Seligkeit verbreitet! Lob dir, der du die Himmel lenkst, und auch des Staubs gedenkst, m. Rinkhardt. In eigner Melodie. und ihm auch Glück und 579. un banket alle Freude Gott mit zen 31. Lob. und Danklieder. 385 zen, Mund und Händen, der| heit schmückte er unsern Geist große Dinge thut an uns und allen Enden; der uns vom Mutterleib und Kindesbeinen an, unzählich viel zu gut und jeho noch gethan. und Verstand; gab uns sein Wort zum Licht und Segenz führt uns dem seligsten Glükke entgegen. 2. Der ewig reiche Gott woll' uns bey unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad' erhal- Segen. ten fort und fort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort. m. 2. v. Löwenstern, verbes sert von C. F. oßius. In eigner Melodie. 3. Lob, Ehr' und Preis sey Gott dem Vater, und dem Sohne, und dem, der beyden gleich im höchsten Himmelsthrone, dem dreyeinigen Gott, als der urſprünglich war, und 581. ist und bleiben wird jekund und immerdar. un preiset alle 580. Nun GottesBarmherzigkeit; lob' ihn mit Schalle, wertheste Christenheit! Er laßt dich freundlich zu sich la den: freut euch, Erlösete, seiner Gnaden. 2. Der Herr regieret über die ganze Welt; was Leben spüret, von ihm das Leben erhält. Nicht Engel nur, die um ihn schweben: alles was Odem hat soll ihn erheben. 4. Er giebet Speise reichlich und überall; nach Baterweiſe fåttigt er allzumal; er schaffet früh und spaten Regen, füllet uns alle mit seinem 3. Auch uns beglückte seine allsegnende Hand; mit Weis5. Drum preis und ehre Gottes Barmherzigkeit; ſein Lob vermehre, wertheste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unglück schaden: freut euch, Erlösete, seiner Gnaden! J. J. Schütz. In eigner Melodie. ey Lob und Ehr' dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte! Dem Gott, der allein Wunder thut; dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt; dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es banket dir des Him mels Heer, Beherrscher aller Ehronen! und die auf Erden, Luft und Meer, in deinem Schatten wohnen, die preiſen deine Schöpfers- Macht, die alles, alles wohl bedacht: Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch er halten; darüber will er früh und spat mit seiner Gute wal Bb ten. 386 31. Lob und Danklieder. ten. In seinem ganzen Kö-| tes Macht erkennt, gebt unnigreich ist alles recht, und serm Gott die Ehre! Die fals alles gleich. Gebt unserm schen Gögen macht zu Spott; Gott die Ehre! der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: ach Gott! vernimm mein Schreyen; da half mein Helfer mir vom Tod, ließ Trost mir angedeihen. Drum dank' ich, Gott! drum dank ich dir! Uch danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehrel 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Bas leitet weislich hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hülf' er mangeln muß, die alle Welt erzeiget: so kommt, so hilft der Ueberfluß, der Schöpfer selbst, und neiget die Bateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden Ruh. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Lebenlang, o Gott! von nun an chren; man soll von deinem Lobgefang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntert sich, mein Geist und Leib erfreuet sich. Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Got9. So kommt nun vor sein Angesicht, ihm Dank und Preis zu bringen! Bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht, und als les, alles recht gemacht. Gebt unserm Gott die Ehre! P. Gerhard. In eigner Dielodie. 582. Soll ich nem Gott nicht singen, sollt' ich ihm nicht dankbar seyn? Denn ich seh' in allen Dingen: Gott ist mein, und ich bin sein! Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn' Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit: Gottes Lieb' in Ewigkeit.. 2. Wie ein Adler sein Ge ficder über seine Jungen streckt: also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm bedeckt, alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab, und das Leben, das ich hab', und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt feine Zeit: Gottes Lieb' in Ewigkeit. 3. Sein 81. Lob- und Danklieder. 387. 3. Sein Sohn ist ihm nicht| nährt und hält, Thiere, Kráuzu theuer: nein, er gibt ihn für mich hin, daß er mich vom ew'gen Feuer durch sein theures Blut gewinn'! O du unergründter Brunnen! Wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief' ergründen können? Alles Ding währt seine Beit: Gottes Lieb' in Ewigkeit. 4. Seinen Geift, den edlen Führer, gibt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort'; daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubens- Licht, das des Todes Macht zerbricht, und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seis ne Zeit: Gottes Lieb' in Ewigkeit. 5. Meiner Seele Wohlerge hen hat er ja recht wohl be bacht; will dem Leibe Noth zustehen, nimmt er's gleich falls wohl in Ucht. Wenn mein Können, mein Bermógen nichts vermag, nichts hele fen kann, kommt mein Gott, und hebet an, seine Kraft mir beyzulegen. Alles Ding währt feine Beit: Gottes Lieb' in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd' und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich nur mein Aug' binkchre, find' ich, was mich ter und Getraide; in den Gründen, in der Höh', in den Büschen, in der See: überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit: Gottes Licb' in Ewigkeit. 7. Wann ich schlafe, wacht sein Sorgen, und ermuntert mein Gemüth, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb' und Güt'. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär' ich nicht aus so mancher Angst genesen: Alles Ding währt seine Beit: Gottes Lieb' in Ewigkeit. 8. Wie so manche schwere plage, die so viele drůcket hier, blieb im Laufe meiner Tage noch bis hieher fern von mir. Gottes Engel, den er sendet, hat das Böse, das der Feind anzurichten war gemeint, in die Ferne wegges wendet. Alles Ding währt seine Beit: Gottes Lieb' in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde niemals ganz sein Herz verschließt, ob es gleich bis weilen Sunde thut und seine Pflicht vergißt: also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Ruth' und nicht mit dem Schwerde rächen. Alles Ding währt 362 seine 31. Lob und Danklieder. 8 388 feine Zeit: Gottes Lieb' in Ewigkeit. 10. Seine Strafen, seine Schläge, ob es mir gleich bit ter scheint, sind, wenn ich es recht erwäge, dennoch Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenket, und mich von der schnöden Welt, die uns oft zu sehr gefällt, durch das Kreuze zu ihm lenket. Alles Ding währt seine Beit: Gottes Lieb' in Ewigkeit. 11. Das weiß ich fürwahr und laffe mir's nicht aus dem Sinne gehn: Christen- Kreuz hat seine Maaße und muß endlich stille stehn; wenn der Winter ausgeschneyet, tritt der schöne Sommer ein; also wird auch nach der Pein, wer's erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit: Gottes Lieb' in Ewigkeit. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe find't: ey! so heb' ich meine Hande zu dir, Bater, als dein Kind, bitte: wollst mir Gnade geben, dich aus aller mei ner Macht zu erheben Tag und Nacht, hier in meinem ganzen Leben; bis ich dich nach dieser Beit lob' und lieb' in Ewigkeit. J. Gesenius, aber verbessert von F. G. Klopstock und G. J. Zollikofer. Met. Danket dem Herren zc. elch' Lob, 583. WeGott, fol unser Mund dir singen? Kein Mensch kann dir nach Würden solches bringen. 2. Du hast aus Nichts den Himmel und die Erden und alles, was darin ist, heißen werden. 3. Uns Menschen hast du, Bater! dieses Leben; und unserm Geist Unsterblichkeit gegeben. Mort auch lehren, wie wir 4. Du läsfest uns in deinem dir dienen sollen, und dich ehren. 5. Bon Kindheit an hast du uns stets ernähret, was wir bedurft uns väterlich bescheret. 6. Du speisest alles Fleisch mit Wohlgefallen, und schuz zest uns, so lange wir hier wallen. 7. Wenn Kreuz und Trüb fal uns auch hier betroffen: so halfst du uns doch über alles Hoffen. 8. Sehr groß ist deine Weisheit, Gut und Stärke, und wunderbar sind alle deine Werke. Glauben fest anhangen, und 9. Hilf, daß wir dir im dann die Seligkeit darauf ers langen. 31. Lob- und Danklieder. 1) Besondere Lob- und| les dankend an. Endlich wirst Danklieder. du alles wenden, besser als ich's wünschen kann. a) Am Geburtstage. J. A. Cramer. In cigner Melodie.. em ich meine 584. D Lieder singe, 5. Nimm dann, Vater, mein Versprechen eines neuen Wandels an: meine Treue nie zu brechen, lob' ich heut' aufs dem mein heißer Dank ge- neue an; dir mein ganzes bührt, Herr und Schöpfer al- Herz zu geben, dir zu dienen ler Dinge, hast du mich nicht bis ans Grab, Vater, dir ges treu geführt? Floß nicht seit treu zu leben, dir, der mir dem ersten Tage, der mir mein Leben gab. einst mein Dafeyn gab, deine Huld, mehr als ich's sage, segensvoll auf mich herab? C. f. Gellert. In eigner Melodie. 585. Dirbant' ich heu te für mein ben; am Tage, da du mir's gegeben, dank' ich dir, o mein Gott, dafür. Durch freye Gnad' allein bewogen, haft du mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier. 2. Von dir so wunderbar bereitet, ward ich durch deine Hand geleitet, so treu, bis diesen zugenblick. Du gabst mir tausend frohe Tage, vers wandelt'st immer meine Klas ge und meine Leiden in mein Glück. 2. Da ich ungewiß noch wankte, jeder Schritt noch strauchelnd war; da kein Lallen dir noch dankte; da schon nahmst du meiner wahr; sorgtest schon im schwachsten Alter mehr als váterlich für mich. Welcher Dank, o mein Erhalter, ist wohl groß genug für dich. 3. Sicher hast du mich gelei tet, hieltest mich mit starker Hand, hattest mir mein Glück bereitet, eh' mein Herz dich noch gekannt; ließest noch mit treuen Sorgen für mich niemals, niemals ab; sorgest 3. Ich bin nicht würdig heute, forgest morgen, und deiner Treue, der Huld, der versorgst mich bis ans Grab. ich mich täglich freue, noch 4. Gibst du mir ein langes alles dessen, was sie that. Leben, oder einen fräben Lod; Bon Ewigkeiten her schon willst du mir viel Freude gedachtest du an mein Glück ben oder gibst du Schmierz und Heil, und wachtest, ch' und Noth: wie du willst! Bon ich um deinen Schutz dich deinen Händen nehm' ich al- bat. 4. Du 303 S 31. Lob und Danklieder. 4. Du fahst und hörtest J. 2. Cramer. schon mein Sehnen, und Mel. Sen Lob und Ehr' dem ic. ott! ahltest alle meine Zhránen, 586, ele finge eh' ich von dir bereitet war; bu wogst, eh' ich am Licht mich fonnte, eh' ich zu dir noch rufen konnte, mir mein bescheiden Theil schon dar. 5. Du ließest, Herr, mich Gnade finden, und sahst doch alle meine Sünden vorher in deiner Ewigkeit. O welche Liebe, weld) Erbarmen! der Herr der Welt sorgt für mich Armen, und ist ein Vater, der verzeiht. 6. Für alle Wunder deiner Treue, für alles, dessen ich mich freue, lobsingt, o Vater, dir mein Geist. Er selber ist dein größt Geschenke; dein ist's, daß ich durch ihn dich denke, und dein, daß er dich beute preist. 7. Du hast mein Leben mir gefristet, mit Stárk und Kraft mich ausgerüstet: dies alles, Vater, dank' ich dir. Du hast mich wunderbar geführet, mit deinem Geiste mich regieret: dies alles, Bater, dank' ich dir. 8. Soll ich, o Gott, noch långer leben: so wirst du, was mir gut ist, geben; du gibst's mir; denn ich hoff auf dich. Dir, Gott, befehl ich Leib und Seele; die Güte, der ich sie befehle, die segne, die behüte mich). dir! du hast sie mir gegeben. Auch diesen Leib erschufst du mir; gabst ihm Gefühl und Leben. Ich, unter meiner Mutter Brust, ward wunderbar, mir unbewußt, gebildet und geboren. 2. Gesegnet sey mir dieser Tag, des Lebens erster Morgen, da ich am Herz der Mutter lag, ein Liebling ihrer Sorgen; da so gerührt mein Bater mich auf seinen Arm' nahm, daß sie sich selbst unter Chránen freuten! 3. Ich ward, durch meine Taufe, dir zum Kinde darges geben, und du, mein Gott, verhießest mir durch sie ein ewig Leben. Vom ersten Odem an schon dein; mit Leib und Seele dein zu seyn: o welch ein Heil und Segen! 4. Du reichtest deine Kraft mir dar, gabit alles, was ich brauchte; den Schlaf, der mir so heilsam war, den Odem, den ich hauchte! Sch war so hülflos, war so schwach: und doch, o Bater, doch gebrach mir niemals Hülf und Pflege. 5. Du zogst das Baterherz zu mir, durch sanfte, milde Triebe; der Mutter Brust empfing von dir den Eifer ih Ter 391 verborgen. Ich überlasse hoffnungsvoll dies, Vater, dei nen Sorgen; ich fürchte nicht die Ewigkeit, wenn ich nur meine Pilgerzeit gerecht und heilig lebe. 11. Fern oder nahe sey mein Tod, wenn er mir nur am Biele, gleich einem Freunde, winit, nicht droht, ob ich sein Graun gleich fühle. Ach, wenn du dies Gebet ers füllst, so rufe, Gott, mich, wenn du willst; ich will mit Freuden folgen! 31. Lob- und Danklieder. rer Liebe und beiden ward, mir unbewußt, die Mühe der Erziehung Lust; mir ihre Sorge Freude. 6. Ich lernte fühlen, hóren, sehn; versuchte bald zu stammeln, der Mutter Winke zu verstehn, Gedanken einzufammeln; ich lernte Recht, Gesetz und Pflicht, aus Beispiel und aus Unterricht, und aus der Fehler Strafen. 7. Und wie vich Freuden schenktest du der Kindheit und der Jugend! Du riefst mir, wenn ich irrte, zu; du führtest mich zur Zugend; du hemmteft meiner Thorheit Lauf. Ich fiel; du halfst mir wieder auf durch Lehrer und durch Freunde. 8. Du führtest mich nach beinem Rath auf allen meinen Wegen; du kamst, wenn ich um Gnade bat, mit Gnade mir entgegen. Dein Schuß war meine Zuversicht; im Finstern war dein Wort mein Licht, mein Trost in allen Leiden. 9. So weislich hast du jederzeit, mein Vater, mich geleitet; durch jede Widerwärtigkeit viel Segen mir be reitet. Ich bete dich bewundernd an. Ach, daß ich so nicht danken kann, wie ich dir danken sollte! 10. Wie lang' ich hier noch wallen soll, das hast du mir b) Dank für Gesundheit, überhaupt und nach überstandener Krankheit insbesondere. E. G. Rüfter. Mel. In dich hab' ich gehoffet res em Gott Ge587.W sundheit hier verleiht, der hat von Gü tern dieser Zeit gewiß die größte Gabe. Allgütiger, wie froh bin ich, daß ich Gesundheit habe! 2. Daß ich sie habe; dank' ich dir; nur du, mein Vater, haft sie mir aus großer Huld geschenket. Dein ist's, daß ich noch munter bin, und mich kein Uebel frånket. 3. Erhalte, Gott, auch fernerhin das Leben mir und jeden Sinn zum Frohseyn auf der Erde; gib, daß mir nie durch eigne Schuld dies Glück entzogen werde. 4. Der 392 31. Lob- und Danklieder. 4. Der Sünde folgt Ver- záble mit dem Mund seines derben nach, bald dies balo Gottes Güte. Laßt uns dans jenes Ungemach, an Leib und ken und erhöhn mit Gebet Seele Schmerzen. Fern' und Liedern unsern Gott, der sen's von mir, durch eigne uns versehn mit gefunden Schuld Gesundheit zu ver- Gliedern. scherzen. 5. Ein gleicher Muth in Freud' und Leid, zufriedner Sinn und Mäßigkeit und Ordnung in Geschäften: dics sen mir Pflicht, so wird gewiß kein Laster mich entkräften. 6. Gib, daß ich meines Le bens Straft, die deine Güte mir verschafft, aufs nüglichste verwende, und meinen Lauf zu deinem Ruhm und Andrer Glück vollende. 7. Doch schickst du mir auch Krankheit zu, so gib Geduld und Seelenruh, das Leiden zu versüßen. Mein Trost im Schmerz sey: deine Huld, ein ruhiges Gewissen. 8. Und bringt die Krankheit mir den Eod, so müsse mich der Trost, o Gott, zu frohem Muth erheben: mich trifft nicht mehr dann Schmerz und Tod in jenem bessern Leben. 2. Ein gesundes, frisches Blut gibt ein fröhlich Leben; gibt uns Gott dies einz'ge Sut, ist uns gnug gegeben für das Leben auf der Erd', da ja edl're Gaben und das Glück, das ewig währt, wir noch künftig haben. 3. War' ich hier auch noch so reich, hátte Baarschaft lies gen, wär' dem größten Hel den gleich an Triumph und Siegen: müßte gleichwohl siech und schwach Pfühl und Betten drücken: würde mich im Ungemach all' mein Gut erquicken? 4. Stânde gleich mein ganzer Tisch voller Lust und Freude, hátte Wildpret, Wein und Fisch und die ganze Weide, die den Gaum ergößt: wozu würde mir es nußen, wenn ich müßte sonder Ruh' und in Schmerzen sitzen? 5. Hätt' ich aller Ehren Pracht, fäß' im höchsten Stande, groß an Ansehn und an Macht, war' ein Herr im Lande; aber trug' so Tag als Nacht schwerer Krankheit Burde: was hülf alle mei und gesund, ne Macht, was die höchste hebe sein Gemüthe, und er Würde? P. Gerhard, verbessert von C. f. Loßius. In eigner Melodie. oder: Jefu Leiden, Dein und zc. 588.2 er wohl auf ist 6. Ich 31. Lob und Danklieder. 6. Ich erwähl' ein Stück chen Brod, das mir wohl gedeihet, für des rothen Gol des Koth, da man, ach! bey schreyet; schmeckt mir Speif und Mahlzeit wohl, und darf mich nicht schonen, halt' ich ein Gerichtlein Kohl höher als Melonen. 7. Sammt und Purpur hilft mir nicht mein Elend er tragen, wenn mich Hauptweh, Stein und Gicht, oder Schwindsucht plagen; lieber will ich fröhlich gehn im geringen Kleide, als mit Leid und Aengsten stehn in der schönsten Seide. 393 durch jeden Sinn ergießt Freude sich zum Herzen. 11. Auch empfind' ich nie Verdruß bey Berufsgeschäf ten. Kopf und Herz und Hand und Fuß sind ben guten Kraf ten. O wie wird die Arbeit leicht, die mir angewiesen, da mir. Gott die Strafte reicht und weiß zu versüßen! 12. Ist es Tag, so wirk' und thu' ich des Tags Geschäfte; kommt die Nacht und süße Rub', samml' ich neue Kräfte; schlafe sanft und unbewegt bis die Sonne wieder mit den. hellen Strahlen regt meine Augenlieder. sandt, der Gesundheit Krone, die um meine Schláse grunt, die ich all' mein' Tage niemals hab' um dich verdient und so lang' schon trage. 8. Sollt' ich stumm und 13. Habe Dank, du milde sprachlos seyn, oder lahm an Hand, die du aus dem ThroFußen; sollt' ich nicht des Ta- ne deines Himmels mir ges ges Schein sehen und genieBen; sollt' ich gehen spat und früh mit verschloßnen Ohren: wollt' ich wünschen, daß ich nie war' ein Mensch geboren. 9. Lebt ich ohne Rath und Wit, war im Haupt verwirret, håtte meiner Seelen Sitz, mein Herz sich verirret; wäre mir mein Muth und Sinn niemals guter Dinge: war es besser, daß ich hin, wo ich her bin, ginge. 10. Aber nun gebricht mir nichts an erzählten Stücken; ich erfreue mich des Lichts; fübi' es mit Entzücken, wie so freundlich, Gott, du bist; führ es frey von Schmerzen; benn 14. Lehr' mich diese theure Gab', Gott, von deinen Händen, auch so lang' ich sie noch hab', nützlich anzuwens den. Gib, daß ein erfreuter Muth und gesunde Sinnen, nur was recht ist, weis und gut, dir zum Lob bes ginnen. 15. Halte mich bey Stark und Kraft auch in meinem Alter. Eey, bis mich der Tod hinrafft, du, Gott, mein Erbatter! Gib mir meine Lebenszeit 31. Lob- und Danklieder. 394 zeit ohne sonderm Leide, und dort in der Ewigkeit die voll kommne Freude. Ch. Ch. Sturm, Mel. Nach bleib mit deiner zc. Mit dankerfüllter Seele ruf ich dich, Bater, an; ich rithm' es und erzähle, was du an mir gethan. 589. Mit 2. Wie schmerzvoll war ich Armer: du hörtest mein Geschrey: du halfft mir, mein Erbarmer, und stand'st mit Trost mir bey. 3. Wie viele meiner Bruder, die stärker sind, als ich, warf Schmerz und Krankheit nieder; ich überwand durch dich. 4. Ich will mein neues Leben, Herr, ich gelob' es dir, bir ganz zu eigen geben. Sey ewig, Gott, mit mir. 590. Mit J. F. Mudre. Mel: Herr JesuChrift, meines re. Dit bemuths voller Dankbegier schwingt sich mein Geist hinauf zu dir. 2- h wende, Gott, dein Angesicht vom Opfer meines Dankes nicht. 2. Mich hat mein Schmerz nicht hingerafft. Du rustest mich mit neuer Kraft; mein Ungeficht soll nach der Pein von neuem blühn und freubig seyn. 3. Sieh, Herr! mein Danks lied gnädig an, das ich durch nichts ergeben kann, als durch den Eifer, dir allein getreu bis in den Tod zu seyn. 4. Hier leb' ich in der Prü fungszeit, nie von Bergehn und Schwachheit weit. Er leuchte, Gott, mein Angesicht und leite mich, dann irr' ich nicht. 5. Dein Wort, an das mein Herz sich hålt, vertilg' in mir die Lust der Welt; es leite mein Gemüth dahin, wo ich dereinst dein Bürger bin. 6. Ich sorge für die Zukunft nicht; sey du nur meine 3uversicht! ich weiß, daß was mich schmerzt und frånkt, dein Wink zu meinem Bea sten lenkt. 7. Wie glücklich sieg' ich, wenn mein Schmerz, faßt sich nur in Geduld mein Herz, so oft das Aug' untröstlich weint, mir leicht, gering und heilsam scheint. 8. Ich trau' auf deiner Vorficht Macht; was mir dein Segen zugedacht, nehm' ich mit einem Herzen an, das nichts von dir entfernen kann. 9. Leb' ich, so leb' ich dir allein; und wessen werd' ich sterbend seyn? Mein Glaube fagt mir, ich sey dein, und werd' es ewig, ewig seyn. 32) Lit sdnb 36 395 32) Lieder für besondere Stände und Personen. Obrigkeit und Unter thanen. J. 2. Cramer. Mel. Lobt Gott, ihr Christen zc. er Fürst des 591. D Landes freue fich, Gott, deiner allezeit! sein Auge sehe stets auf dich; sein Herz sey bir geweiht! 2. Begnadiget mit deiner Kraft und deines Geistes voll, gedenk er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll. 3. Sehr groß und schwer ist 592. Erhalt uns, Herr, seine die Obrigkeit, er, ein Mensch, wie wir, wie sehr braucht er vor andern Licht, und Rath und Kraft von sato in dir! 4. Verleih' ihm das, was er begehrt: dir ähnlich, Gott, zu seyn; und laß ihn, in dein Bild verklärt, sein Bolt, wie du erfreun. hund 5. Gerecht und gütig zeig' er sich auf seinem Herrscherthron; dem Lafter sey er fürchterlich, der Tugend Schutz und Lohn! 6. Beglückter Völker Liebe fey sein edelster Gewinn; und Fein gerechter Seufzer schrey um Rache wider ihn. Gefahr, wann ihm und uns sie draut! 8. Auch ihm hast du be stimmt das Ziel, daß er errei chen soll: laß werden seiner Tage viel, und jeden segensvoll. 9. Sein werd' in jedem Flehn zu dir mit Lieb' und Dank gedacht. Erhör' uns, Gott! so jauchzen wir und preisen deine Macht. 7. Um seinen Stubl sey immerdar Recht und Gerechtigkeit; und dann beschütz' ihn in J. S. Diterich. Mel. Sey Lob und Chr' demic. die du uns gabst auf Erden, mit Wohlstand und mit Si cherheit durch sie beglückt zu werden. Verleih' ihr Weisheit, Trieb und Kraft, was wahres Wohl dem Lande schafft, mit Sorgfalt wahrzunehmen. 2. Gib, daß sie, gleich gesinnet dir, uns väterlich regiere; daß jeder Bürger un ter ihr ein ruhig Leben führe. Laß sie der Unschuld Zuflucht seyn, den Redlichen im Land' erfreun, dem Unrecht kräftig steuren. 3. Laß uns von ihrem Schuß bewacht, des Friedens Glück genießen, und ruhig, unter ihrer Macht, das Leben uns verfließen. Hilf nur, 396 32. Lieder für besondere Stände und Personen. nur, daß wir in Frömmigkeit| 3. 3ur gemeinen Wohlfahrt dir dienen und schon in der sey dem Gesetze stets getreu; Zeit die Frucht davon em- Gott will das von jederpfinden. mann, Gott, der dir's vergelten kann. 4. Schaue Jesum Christum an; er war auch ein Unters than. Thu', wie er, ohn' 3wang und Noth, deiner Obrigkeit Gebot. 4. Beschirme fie durch deinen Schuh, daß, die ihr Uebels gönnen, mit ihrer List und ihrem Truß, ihr niemals schaden können. Nie fehle jeder guten That, die sie sich vorgenommen hat, dein segnendes Gedeihen! 5. Gib denen Eifer, Fleiß und Treu', die du ihr unter geben; daß jedermann beflis sen sey, nach seiner Pflicht zu leben. Erleichtre ihr des Lebens Müh'; mit deinem Segen krone sie, und sey ihr Lohn auf ewig. 6. Laß sie mit uns beflissen seyn in deiner Furcht zu leben; uns deiner Oberherrschaft freun, mit ihr dein Lob erheben: daß so, vor deiner Majestät, die über alle Hoheit geht, Regent und Bolk sich beuge. 5. Gib dem Ruhm, dem Ruhm gebührt; Schoß und Zoll, dem, der regiert. Gib, als gåbst du's Gott, dem Herrn, was du schuidig bist, und gern. 6. Ordnung und Gerechtigfeit, Schuh und Fried' und Sicherheit, ist ein Glück, das man nur hat durch der Obern Rath und That. 7. Leben wir gewissenhaft, eingedenk der Rechenschaft: so wird Gott, der höchste Herr, uns dies geben immermehr. 8. Glücklich ist dann jeder Stand; dann blüht unser Vaterland; dann kann alles, Met. Jesu, komm doch selbst ic. Groß und Klein, sich des gu J. 2. Cramer. 593. Wer gehorcht, ten Fürsten freun. thu's mit Lust; jeder, der sich wohl bewußt, daß er nicht regieren lann, sey ein guter Unterthan. 2. Bist du niedrig, bist du groß: sen vergnügt mit deinem Loos; scham' dich deines Standes nicht; nüglich ist 594. Wund ein Rich er doch jedes Pflicht. ter 9. Obrigkeit und Unterthan, bete drum den Höchsten an; fürchtet ihn: denn sein Ge richt wird gerecht seyn; sündigt nicht! J. 2. Cramer. Mel. Je långer hier, je später: c. 32. Lieder für besondere Stände und Personen. 397 ter ist, der wisse, daß du Rich-| sich, daß er des Volkes Segen ter bist; wer Macht hat, wis ist, und daß du, Gott, sein se, sein Beruf ist von der Lohn ihm bist. Macht, die alles schuf. 2. Er, wie der Unterthan, dein Knecht, sey, Gott, dein Religionslehrer und Zuhörer. J. A. Cramer. Bild, und sey gerecht; sey Mel. War' Gott nicht mit uns ic. menschenfreundlich, herrsch allein, ein Segen feines Volfs 595. Dein ist das Licht, das uns erhellt; dein, Gott, das Amt der Lehrer. Welch ein Geschenk für deine Welt, für deines Worts Berehrer! Dies lehr' uns deiner Boten Mund; so wird dein Reich uns allen fund, uns kund der Weg zum Leben. 2. O welch ein Amt, Betrug und Wahn und Laster zu bes streiten, und Seelen auf der Tugend Bahn zu dir, o Gott, zu leiten: wie edel! aber auch wie schwer! Laß jeden Lehrer täglich mehr den hohen Ruf empfinden. 3. Nie brauch' er seine Größ und Macht zur Ueppigkeit und eitler Pracht; nie zu des Urmen Druck und Last, den du, wie ihn, erschaffen hast. 4. Verdienste heb' er gern empor; sey überall selbst Aug und Ohr, und sehe, nicht getauscht durch List und Wahn, was allen nützlich ist. 5. Sein eignes Beispiel wir ke mehr, als sein Gesetz; weit um sich her verbreit' es Lust zu dem, was gut und recht ist; geb' zur Tugend Muth. 6. Er, seiner großen Pflicht getreu, sey der Verlaßnen Buflucht, sey der Armen Reichthum, in der Noth ein sichrer Schirm, wie du, o Gott! 7. Verloren rechn' er jede Zeit, wo er nicht wohlthut und erfreut; doch heilt er Wehmuth, Gram und Schmerz: so werd' es Wonne für sein Herz. 8. So pfleg' er aller våterlich; geliebt von allen freu' er 3. Gib ihnen deiner Weis heit Licht; mehr' ihnen alle Gaben, die sie für unsern Unterricht von dir empfangen haben. Laß ihre Lehren wahr und rein, fest ihren eignen Glauben seyn, ihr Leben fromm und heilig! 4. Bib, daß mit fanfter Nachsicht sie der Schwachen Einfalt tragen; und, feimt nicht gleich der Saame, nie an seiner Frucht verzagen! Ja, gib, daß sie ohn' Unterlaß und ohne Bitterkeit und Haß, 398 32.Lieber für besondere Stände und Personen. Haß, des Lasters Schande Angesichts, fie deines Lohns zeigen. fich freuen. 5. Gib, daß mit Rührung und mit Lust, wenn sie uns D. S. Georgi. unterweisen, fie, ihres Se- Mel. Wer nur den lieben Gott se. ihm, o Vas gens sich bewußt, der Jugend 596. Gibbs nicht ter, Glück und Kräfte, zu seinem Amt, Beruf und Stand, ihm, den zum Predigtamtsgeschäfte du uns hast gnädig zugesandt; hilf du ihm selbst, so wird als lein sein Amt an uns gesegnet seyn. 2. Laß auf sein Pflanzen und Begießen des Geistes Kraft von oben her, zum steten Segen auf uns fließen, und deines Wortes Kraft vermehr', daß es für jenen Erndtetag Frucht hundertfäl tig bringen mag. 3. Gib, daß von dieser gans zen Heerde, die du ihm, Herr, haft anvertraut, kein einziger verloren werde, und daß sein Wandel uns erbaut; daß uns sein Vortrag überzeugt, und auch die größten Sünderbeugt. 4. Laß ihn mit deines Geis stes Waffen der Wahrheit Feinden widerstehn; und muß er Laster hart bestrafen, laß ihn auf Menschengunst nicht sehn. Gib, wenn er tröstet, Kraft und Licht, und felfens feste Zuversicht! 5. Knüpf zwischen ihm und uns bie Bande der Liebe und allein ihr Unterricht, daß uns selbst ihres Beispiels Licht auf deine Wege leite! 6. Laß sie den Frrenden zu ruck zu deinem Lichte führen; ihn eifrig für sein wahres Glück beschámen, warnen, rühren! Laß sie geduldig seyn, gelind; nicht stolz, noch hart; stets so gesinnt, wie Diener Cbrifti ziemet. 7. Trifft sie Verfolgung oder Spott: so laß sie dann mit Freuden, mit unerschrocknem Muth, o Gott, für deine Wahrheit leiden. Du sendest sie; sie ehren dich. Umsonst emport das Laster sich, die Wahrheit zu vertilgen! 8. Belohne du sie auch schon hier; dein Segen sey mit ihnen! Doch laß sie, ohne Lohnsucht, dir und ihren Brüdern dienen! Laß sie mit Vorsag nie betrübt, von allen Redli chen geliebt, gechrt von allen werden. 9. Und wenn sie deinem Ruf getreu, durch deines Geistes Gaben, viel Seelen von der Tyranney der Sünd' befreyet haben: so laß am Tage des Gerichts, im Glanze deines 32. Lieder für besondere Stände und Personen. 399 und Verträglichkeit. Was ihm| Herz, und folgt der Leitung gebührt in seinem Stande, sey seiner Hand durch Freuden jeder ihm zu thun bereit! Wer und durch Schmerz; Gott und sein Wort liebt und ehrt, der hält auch seine Diener werth. 4. Bis ihr den Lauf der Pilgerzeit nach Gottes Wil len schließt, und ihn in seiner Herrlichkeit einst schauet, wie er ist. 6. Gott, wir trauen deiner Liebe, die uns bisher mit Rath und That, aus göttlichem Erbarmungstriebe zur Vom Ehestand und für Seligkeit geleitet hat. Du Eheleute.mp3 wirst doch ferner mit uns seyn; wir alle, Heiland, find ja dein. p. Gerhard, verbessert von J. 2. Schlegel. Mel. Wie schon leuchtet der ze. er foll 7. Laß auch dereinst ihn, un- 598.Duns beilig seyn, fern Lehrer, o Gott, zu deiner Rechten stehn; und laß uns alle seine Hörer, mit ihm zum Himmelreich eingehn. Da werden wir uns ewig freun, und ewig mit ihm glücklich seyn. du, Schöpfer, setztest selbst ibn ein, der Welt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand', aus deiner milden Vaterhand, den Frommen Heil entgegen. Stifter! Stifter! dich erhö hen, die in Ehen dein sich freuen, durch dich blühen und gedeihen. Haus- und Ehestand. Nach der T uung. J. J. Eschenburg. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ic uf euch 2. Wie glücklich lebt ein wird Mann, wenn die 597. Attes Segen ſein Herz ihm abgewann, die Gott ihm ausersehen! Wie glücklich lebt an seiner Hand die Fromme, die Gott ihm verband, ihm hülfreich beyzu-. stehen! Wohl euch, wohl euch! fromme Gatten! in dem Schatten seiner Güte jauchzt mit fröhlichem Gemüthe! 3. So strecket sich weit um ein Haus ein rebenreicher Weinstock aus; so blühn auch Ehgeruhn; er hat ihn euch gewährt! Geht hin, und macht durch frommes Thun euch dieses Segens werth. 2. Der Herr erfüllt, was er versprach; sein Heil sollt ihr empfahn: fommt ihr nur dem Gelübde nach, das ihr dem Herrn gethan. 3. Ihm heiligt nun Beruf und Stand, ihm heiligt euer 400 32.Lieder für besondere Stände und Personen. Ehgenossen. Ringsum um- 2. Dein Schuß und deine pflanzen ihren Tisch die Kin- milde Hand beglücke segnend der fröhlich, munter, frisch, unsern Stand. Gib Nahs wie junge Frühlingssprossen. rung, gib ein Herz dabey, das Sorgt nicht! sorgt nicht! wie rein von Haß und Laster sey. viel Beter zählt ihr Väter, zählt ihr Mütter! Sorg' und Muh' ist nimmer bitter. 3. Den Bund, der uns zu sammenfügt, den mache freus dig und vergnügt. Laß unfre Arbeit wohl gedeihn, und fern von uns das Unglück seyn. 4. Laß uns in schönster Eintracht stehn, und ihre Frucht in Freuden sehn; das Glück von unsrer Lebenszeit sey Liebe, Ereu' und Freundlichkeit. 5. Regiere, Gott, wir bitten dich, uns liebreich, wohl und våterlich. Erhalt' uns durch die Lebenszeit in deiner Furcht und Heiligkeit. 4. Gott, der du uns verbunden hast, erleichtre uns des Lebens Last; gib, daß kein Segen fehle. Laß nie uns unsern Bund entweihn; feusch laß uns, friedsam, zártlich seyn, ein Herz und eine Seele. Heil'ge, heil'ge, Gott der Liebe, unsre Liebe! deine Gnade führ' uns stets auf deine Pfade. 5. Lent' ab das Herz von Ueppigkeit auf Freuden, die man nie bereut, auf Freuden achter Tugend. Selbst unser hohes Alter sey von drückenden Beschwerden frey, noch munter, gleich der Jugend. Segne, segne, unser Bater, Nahrer, Rather, Schutz der Ehen, uns, die wir auf dich nur sehen! Vor der Trauung. D. Denike, verbessert von D. P. S. Bunzel. Mel. Wo Gott zum Haus zc. 599. weisheitsvol Gott deß ler Nath den Ebestand gestifs tet hat, du fegnest, liebst und schützest ihn, wenn wir uns fromm zu sein bemühn. Für Eheleute. J. A. Cramer. Mel. Wernur den lieben Gottic. 600. Non dir find Freuden. Du, der du Mann und Weib erschufft, und sie im Glücke wie im Leiden zu großer Pflichten Uebung rufft! Gib, daß sie beide dir sich weihn; sich deiner über alles freun! Wegen; nimm alles ihres 2. Erhalte sie auf deinen Thuns dich an; und laß sie jedes Glückes Segen mit Dant aus deiner Hand enpfahn, wenn ihr vereinigtes Ge 32. Lieder für besondere Stände und Personen. 401 Gebet zu dir um Gnad' und| Augenblick mit ihrer Tugend Hülfe fleht! auch ihr Glück! 3. Es sey durch deines Geis stes Triebe geheiligt dir ihr Geist und Leib! Wohl ihnen, wenn mit treuer Liebe das Weib den Mann liebt, er das Weib! Wenn immer gleiche 3årtlichkeit ihr reines Herz vor dir erfreut. S. Wenn sie dann Mutter wird, er Bater; er an sein Herz den Säugling drückt: Heil ihr, der Mutter! Heil dem Vater, den deine beste Gab' entzückt! Was wallet, Gott, für hohe Lust, durch ihre liebevolle Brust! 4. Wohl ihm, wenn er nicht ihre Tage verbittert; wenn er froh sie pflegt, wenn er des Tages Last und Plage für sie mit festem Muthe trágt. Wohl ihr, die mit zu tragen strebt, ihn tröstet, und für ihn nur lebt. 5. Wenn sie, geschäftig, seinen Willen mit zärtlicher Gefälligkeit zu seiner Freude zu erfüllen, sich über seine Freude freut; wenn, was sie sittsam bittet, er auch fröhlich thut, mehr Freund, als Herr. 9. Gesegnet laß sie so auf Erden, gesegnet auch im Himmel seyn! Laß ihren Saamen heilig werden; laß sie ihn deis nem Ruhme weihn, und ei fervoll sich nur bemühn, dem Himmel Bürger zu erziehn! 10. Laß nichts die hohe Hoffnung mindern, dir einst zu sagen: hier sind wir, hier find wir, Gott, mit unsern Kin dern; fie folgten uns, fie folgten dir! Nimm uns mit uns sern Kindern an! Laß uns, laß sie dein Reich empfahn. 11. Von dir sind, Gott, der Ehe Freuden; du, der du Mann und Weib erschufft, und sie im Glücke, wie im Lei den, zu großer Pflichten Uebung rufft. Wohl ihnen, wenn sie dir sich weihn! Ihr Glück wird groß und ewig seyn! 6. Wenn sie mit liebevollem Herzen mitleidig seinen Kummer theilt; und er, gerührt von ihren Schmerzen, sich fühlt, sich zu ermannen eilt; und nun, durch ihren Trost erquickt, muthvoller buldet, was ihn drückt! 7. Benn sie einander, wo fie fehlen, sanftmüthig nachJ. 2. Schlegel, verbessert von. 3. C. Stockhausen. Mel. Herr Jesu Chrift, meines. ſehn und verzeihn; wenn sie 601.Wir schloffen un mit frommen Seelen Ehebund im Guten sich zu wachsen vor dir, o Herr, mit Herz freun: wie wächst mit jedem und Mund, und sagten uns ( c das 402 32. Lieder für besondere Stände und Personen. das hörtest du, auf immer| 9. Und trennt der Tod einst Lieb' und Treue zu. unser Band, so sey's uns Trost, daß deine Hand, die, welche hier sich treu geliebt, einander ewig wiedergibt. 2. Mit Grade schau' auf uns herab, daß wir zusammen bis ins Grab vertråglich, freundlich, gleichgefinnt, vor allem gottesfürch- Pfalm 128. burch D. M. Luther. Mel. D heilige Dreifaltigkeit ze. tig find. 3. Laß uns einander innig- 602. Wobe ohl dem, der lich stets lieben, in Gottes mehr als dich; von Untreu' fern, im Herzen rein und trusch in Wort und Chaten feyn. 4. 4 3usammen laß uns dir vertraun, zusammen unsre Seel' erbaun, zusammen dei ne Hülf' erflehn, zusammen auch dein Lob erhöhn. 5. Was jedem sein Beruf gebeut, gescheh' von uns mit Heiterkeit; und so geling uns unser Fleiß zu unserm Wohl und deinem Preis. Furcht steht und auch auf seinen Wegen geht; dein eigen Hand dich nähren soll: so lebst du recht und geht dir wohl. 2.Dein Weib wird in dein'm Hause seyn, wie ein Rebe voll Trauben fein, und dein' Kinder um deinen Tisch, wie Delpflanzen gesund und frisch. 3. Sieh, so reich, Segen hangt dem an, wo in Gottes Furcht lebt ein Mann; von ihm läßt der alt' Fluch und Zorn, den Menschenkindern angebor'n. 4. Aus 3ion wird Gott segnen dich, daß du wirst schauen stetiglich das Glück der Stadt Jerusalem, für Gott in Gnaden angenehm. 5. Fristen wird er das Leben dein, und mit Gute stets bey dir seyn, daß du wirst se6. Erfährt ein Theil des Lebens Müh', so murre doch der andre nie. Ein jeder trage vielmehr gern des andern Last, von Unmuth fern. 7. Willst du mit Kindern uns erfreun, so gib zu ihrer Bucht Gedeihn; daß wir mit Segen uns bemühn, sie gut und christlich zu erziehn. 8. Wenn Kreuz nach dei- hen Kindeskind, und daß Isnem Rath uns drückt, so laß rael Friede find'. uns dann nicht unerquickt; es stärke uns in Kreuz und Leid die Hoffnung deiner Seligkeit. 6. Ehr' sey dem Vater und dem Sohn, sammt heilgen Geist in einem Chron; welch's ihm auch also sey bereit, 32. Lieder für besondere Stände und Personen. 403 bereit, von nun an bis in einst, voll Lust und Muth, Ewigkeit. zu thun, was edel ist und gut! 8. Erhör' uns, Vater, Sohn und Geist, wenn dich auch Kind und Säugling preist! So danken einst, o Bater, wir mit allen unsern Kin dern dir. Pflichten der Eltern und Kinder. D. Denike, aber verbessert. Mel. Christ, der du bist der 2c. ie Kinder, de603. Die ren Avir uns freun, sind, allerhöchster Vater, dein, sind deine beste Gab', o Herr: bewahre sie, Barmherziger. 2. bemühn, sie dir zum Preise zu erziehn, so gib zu dieser schweren Pflicht Geduld und Weisheit, Kraft und Licht. enn treue Eltern fich halter, bist von Kindheit auf mein Gott; bist mein Gott, einst auch im Alter; sey auch meiner Kinder Gott! Segne sie; behüte sie; deine Huld verlaß sie nie; daß sie dir zum Wohlgefallen früh schon deine Wege wallen. 3. Gib allen Kindern Lernbegier, zum Guten Lust und Scheu vor dir; und laß sie meiden ohne Zwang, Trok, Eigenfinn und Müssiggang! 2. Ach, mein Gott, was für 4. Gesegnet sey ihr Unter- Gefahren warten ihrer in der richt; laß sie durch deines Welt! Hilf uns, sie davor beWortes Licht dich recht erken- wahren; ihnen thun, was dir nen; laß sie nie gefährlich ir- gefällt! Unschuld und Zufrieren: leite fie! 5. Im Glauben mache sie gewiß; bewahre sie vor Aer gerniß, vor der Verführung Macht und List, vor allem, was ihr Schade ist. denheit sey ihr Loos in dieser Seit; willst du ihnen Leid auch senden, móg' es sie von dir nicht wenden. 6. Hilf, daß sie dich an jedem Ort vor Augen haben und dein Wort, und sich befleißen jederzeit der Tugend, Zucht und Frömmigkeit. 3. Keins von unsern indern werde lasterhaft, verstockt, ach Gott! feins ben Freunden zur Beschwerde! feins auch ihrer Feinde Spott! Nützlich für die Welt zu seyn, müsse keins die Arbeit scheun; lieber sich mit Rummer náhren, als erflehtes Brod verzehren. ( c2 4. Herr, 7. Daß wir in ihnen Christen sehn, die freudig deine Wege gehn, und Bürger 2.5. Schlosser, aber verbessert. Mel. Werde munter, mein zc. 604. D, mein Sch und 4041 32. Lieder für besondere Stände und Personen. 4. Herr, du hast sie uns ver-| früh werden, liebreich, sanft trauet, daß durch ihrer Tu- und mild! gend Werth Menschenheil einst werd' erbauet, und das Unheil abgewehrt. 3u der Auserwählten Zahl, Gott, versamml' uns allzumal, da, wo Lieb' und Weisheit wohnet, und die Menschenfreunde lohnet! 2. Wohl euch, wenn keines je vergißt, was aller Weisheit Anfang ist: daß Liebe gegen Gott und Scheu vor ihm die beste Klugheit sey! 3. Lehrt sie, wenn ihr Verstand erwacht, Gott kennen, feine Lieb' und macht; lehrt fie auf seine Werke sehn, und was sie lernen, auch verstehn! 6. Bor Kindern send auf eurer Hut! sie sehn begierig, was ihr thut, und thun, vom Sinnlichen gerührt, wozu sie andrer Beispiel führt. J. 2. Cramer. Mel. Herr Gott, dich loben alle. nicht! 605. Sroß ist, ihr Eltern, eure Pflicht! Verzärtelt eure Kinder nicht; gewöhnet sie in früher Beit zu nüglicher Geschäftigkeit. 4. Sorgt zwar für ihren Leib, doch mehr für ihren Geist, und schaut umher, was ihrer Unschuld schaden kann, und führt sie früh zur Tugend an! 7. Ihr junges Herz ist schwach und weich: drum rühmt vor ihren Ohren euch der Ucbertretung eurer Pflicht in eurer frühen Jugend 8. Muthwillen nennt nie Wit; nie preist des Knaben schadenfrohen Geist als Mun terkeit; ein trüglich Herz und Lügen nie, als Spiel und Scherz! 9. Erweckt des Guten schnell Gefühl in ihren Herzen; euer Biel sen nicht blos Anstand vor der Welt, sey Liebe defi, was Gott gefällt. 10. Gewohnt fie an der Tu gend Müh', an Ernst, an Fleiß, und lehret sie, daß Arbeit keine Sclaverey, daß sie das Glück der Menschen sey. 11. So nehmt euch ihrer Seelen an! Gott richtet einst und fordert dann, wenn ihr nicht, was ihr thun sollt, thut, von eurer Hand der Kinder Blut. 5. Erstickt durch Unterricht und Bucht der ersten Sünden Keim und Frucht, das 12. Erwågt's, und fürchtet sein Gericht, um auch vor seinem Angesicht euch ewig mit fie Gottes Ebenbild ihrer zu erfreun; denn sie find 32. Lieder für besondere Stände und Personen. 405 Gott, dir; mache du dazu mich willig. Wohl mir dann! es wird auch mein dein verheißner Segen seyn. find sein Geschenk und sein! Gebet der Kinder für ihre Eltern. 23. Schmolk, aber abgekürzt und verbessert. Mel. Meinen Jesum laß ich zc. 606. ott, bir fey 607. Gott, mein mein Dank geweiht; heilig dir mein ganzes Leten! Denn aus freier Mildigkeit hast du, Bater, mir's gegeben, es durch El tern mir verliehn, die zur Tu- Kinderpflicht vergesse meine Seele nicht! gend mich erziehn. Bater! dein Gebot sey mir in's Herz ge schrieben: den Eltern sollst du bis zum Tod gehorchen und sie lieben. dieser theuren 2. Hilf, daß gegen sie mein Herz kindlich sey und nicht blos scheine, daß ich, trifft sie wo ein Schmerz, fromme Thránen zu dir weine; für ihr Glück dir dankbar sey, und mich ihrer Wohlfahrt freu'. 3. Laß auf ihre Winke mich kindlich und mit Sorgfalt achten; laß selbst ihren Wün schen mich noch zuvor zu kommen trachten; gern, was sie vergnügt, vollziehn; stets, was ihnen mißfällt, fliehn. Verbessert von J. 2. Cramer. Mel. Mir nach, spricht Christus. 2. Von meiner ersten Kindheit an bewiesen sie mir Gutes; und zeigten mir der Tugend Bahn, voll Lieb' und guten Muthes. Noch immer sind sie für ihr Kind so zårtlich und so treu gesinnt. 3. So lang' ich lebe will ich sie von ganzem Herzen lieben: gern ihnen folgen und sie nie erzürnen, nie betrüben. Erwachsen einst, wie jetzt noch klein, will ich der Eltern Freude seyn. 4. Mir zum Muster dien' 5. E. Beeren. Mel. Es spricht der Unweisen ze. Herr, mein Gott! ich bitauch hier Jesus Christ, das 608. in " Sünder. hoch geehrt von dir, war ein Beispiel frommer Kinder; war von seiner Kindheit an seinen Eltern unterthan. 5. Freude sey's mir, ihm auch hier nachzuahmen. wie billig! wie gefällig ist's, te dich um Weisheit und um Tugend. Regiere du mich våterlich in meiner frühen Jugend. Laß deinen Segen auf mir ruhn, nur das zu lieben und zu thun, was mir dein Wort befiehlet. 2. Gib 406 32. Lieder für besondere Stände und Personen. 2. Sib, daß sich meine El- deß will ich auch als Greis tern freun, mich tugendhaft mich freun. zu sehen. Laß ihre Sucht an 5. Er wird in meinem Alter mir gedeihn zu meinem Wohl mich tragen, mein Erhalter; ergehen. Das Gute, was sie denn er ist fromm und treu. mir gethan, von meiner er- Bin ich gleich schwach und sten Kindheit an ,, o, das ver- müde: bey ihm ist Trost und gilt du ihnen! Friede: er steht mit Muth und Kraft mir bey. 6. Nach wenig bangen Stun den hab' ich ganz überwunden; ich bin dem Biele nah; dem Ziele meiner Leiden. S Lieber für Jünglinge und Greije. Im Alter. 3. F. Feddersen. Mel. In allen meinen Thaten zc. welche hohe Freuden erwars 609. Gott hat in mei- ten meine Seele da! nen Tagen mich väterlich getragen, von meiner Jugend auf: hat mich auf meinen Wegen geleitet und zum Segen gelenket mei nen Lebenslauf. 7. Ich harre froh und stille, bis meines Gottes Wille mich nach dem Kampfe front. An meiner Laufbahn Ende fink ich in Jesu Hände; denn er hat mich mit Gott versöhnt. In der Jugend. 2. Oft hatt' ich große Sorgen; doch wie ein heitrer Morgen durch dunkle Nächte bricht, so hab' ich stets erfahren, der Herr weiß zu bewa- 610. Angesicht, bu 23. Münter. Mel. Ermuntre dich mein re. trete vor dein du ren, und führt durch Finsterniß zum Licht. 3. War Menschenrath verg'bens, so kam der Herr des Lebens, und half und machte Bahn. Ihn ließ ich tun und rathen; denn er thut große Thaten, und nimmt fich aller mächtig an. Schöpfer meiner Jugend! Berwirf mein Endlich Flehen nicht um Weisheit und um Tugend! Dr du den Saugling beten lehrst, und sein stammelnd Flehen hörst: hór auch mit Wohlgefallen mein betend Lied erschallen. 4. Bis zu des Alters Tagen will ich dich heben, tragen und dein Erretter seyn! Dies hat mir Gott versprochen: 2. Mein Weg ist schlüpfrig: wer erhält mich, daß mein Fuß nicht gleite? Wer führt mich sicher in die Welt und hat nie sein Wort gebrochen; geht mir treu zur Seite? Wer warnt 32. Lieber für besondere Stände und Personen. 407 warnt mich, wenn Gefahren vor deinem Angesichte steht drohn, und lehrt mich in der sie im hellen Lichte. Ferne schon, daß sie mich nicht erreichen, die Klugheit, auszuweichen? 7. Den Leichtsinn, der mich oft verführt, das Böse zu erwählen, den Ehrgeiz, der den Stolz gebiert, das Merkmal schwacher Seelen; die Trágheit, die den Geist ver zehrt, und jeden Trieb zum 3. Eh' ich dich kannte, hast du mich im Mutterleib berei tet, und durch die Kindheit váterlich mich bis hicher geleitet; jetzt, Herr, da ich dir danken fann, nimm dich auch meiner Jugend an, daß ich auf meinem Wege unsträflich wandeln möge. after náhrt: laß nie zu ihren Simden, o Gott, mich willig finden! 8. Wenn sich auf meiner Tugendbahn, mich in ihr Net 4. Mein Herz, von Laster- zu ziehen, Berführer meiner dienst noch rein, ist schwach Seele nahn: so laß mich klugund unerfahren, und stürzt, geblendet durch den Schein, fich leichtlich in Gefahren! Ach, mache mich mir selbst bekannt, und gib mir Weisheit und Verstand, stets auf dein Wort zu schauen, und nie mir selbst zu trauen. lich fliehen. Ihr süßes Lofken lenke nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht, ihr Spotten und ihr Lachen laß nie mich wanfend machen! 5. Du pflanztest, Herr, in meine Brust die Triebe zum Vergnügen: ach stärke mich, den Hang zur Lust der Sünde zu besiegen! Dein unaus bleibliches Gericht vergesse meine Seele nicht! Und lerne fromme Freuden von Lüsten unterscheiden. 9. Der Glaub' an Jesum bleibe mir, o Gott, unendlich wichtig! Denn er macht mich gerecht vor dir, und meine Steige richtig! Nicht Zweifel, die ein Herz erzeugt, das sich zur Sündenliebe neigt, noch Lust zu widersprechen, laß meinen Glauben schwä chen! 6. Von dir, o Gott, werd' ich bewacht, bin ganz mit dir umgeben, vor dir bedeckt nicht Mitternacht, noch Einsamkeit mein Leben! Die Sünde, die im Finstern schleicht, verbirgt vor Menschen sich vielleicht; 10. Der Zugend heilige mich gang, mein Schöpfer und Er halter; sie werde meiner Ju gend Glanz und einst mein Trost im Miter! Erhalte mein Gewissen rein! Laß keinen meiner Tage seyn, der nicht zu deiner Ehre geschmückt mit Eugend wäre! 11. 2 408 32. Lieder für besondere Stände und Personen. Herz und meine Hand das, was du billigst, thut. 11. Ach lehre mich den Werth| Edelmuth, daß stets mein der Zeit, daß ich sie nie verschwende, daß ich mit kluger Thätigkeit auf Weisheit fie verwende! Gott, meiner Jugend Fleiß und Müh' laß nicht umsonst seyn, segne sie! Laß auch durch mich auf Erden dein Werk gefördert werden. 5. Laß mich in wahrem Chris stenthum das Glück der Seele schau'n, und meinen Trost und meinen Ruhm auf Gots tesfurcht nur bau'n. 12. Erhöre gnädig mein Gebet, du Schöpfer meiner Jugend! Erhör' es, meine Seele fleht um Weisheit und um Tugend. Mein ganzes Leben dank' ich dir: weich' nur, Erbarmer, nicht von 612.Si, Seele, in unsträflich gehen möge. In früher Jugend. 611. Nicht G. W. Burmann. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Gold und Schätze wünsch' ich mir, ein frommes Herz allein erbitt' ich mir, o Gott, von dir, mich deiner zu erfreun. 2. laß mich doch von Kindheit auf der Frommen Pfade gehn; und mache mei nen Lebenslauf durch stille Tugend schön. 3. Gib in der Kindheit schon mir Kraft, zu dir empor zu schaun; und edel, fromm und tugendhaft, dir immer zu ver6. Erzieh' mich früh zu jes der Pflicht, daß ich sie leisten kann, und führe mich, in deis nem Licht, auf immer ebner Bahn. traun. 4. Verleih' mir Weisheit und Verstand und wahren Im hohen Alter. E. Liebich. Mel. Ich ruf zu dir, Herr ic. auf die durchlebten Jahre; doch send' auch vorwärts eis nen Blick. Was siehst du? Grab und Bahre! Ich bin schon alt; wie bald, wie bald sind meine Lebensstunden hier verschwunden! Nach kurzem Aufenthalt werd' ich nicht mehr gefunden. 2. Gott, was ich bin, bin ich durch dich; du bist nur Güt und Gnade; mit Vaterhånden trugst du mich auf manchem rauhen Pfade. Wie dank' ich dir? denn du hast mir, in meinem langen Leben, viel gegeben. Was geb' ich dir dafür? Wie soll ich dich erheben? 3. Du, meines Lebens Quell' und Kraft, mein Vater, sey gepriesen! Du hast in meiner Pilgers 32. Lieder für besondere Stände und Personen. 409 Pilgerschaft viel Gutes mir| Gott hört der Wittwen Fleerwiesen; Gott, du hast mich hen, und sieht mich gnädig an. oft wunderlich und doch stets In jedem Schmerz und Leis wohl geführet, wohl regieret; de ist Gott mir Trost und in jeder Noth hab' ich dich im- Freude, der Fels, auf den ich mer nah' gespüret. bauen kann. 4. Durch dich ist meiner Redlichkeit manch Gutes zwar gelungen; doch that ich auch nicht allezeit nach deinen Forberungen. Du, Gott der Huld, haft mit Geduld, da Sünden auf mir lagen, mich getragen: gedenke nicht der Schuld von meinen LebensTagen. 5. Mein Gott und meine Zuversicht, mein Schöpfer und Erhalter! Verlaß, verlaß auch jezt mich nicht in Schwachheit und im Alter! Die Zeit eilt hin, die Kräfte fliehn; es reifen meine Haare zu der Bahre. Mach' einst mein Ende leicht, wenn ich von hinnen fahre! 6. Erlöse mich, o Gott; ich bin von langem Kampfe můde! Nimm meine Seele zu dir hin; bey dir ist Freud' und Friede! Schleuß meinen Lauf! ich hoffe drauf; mein Leib wird nach dem Sterben nicht verderben; ich steh' einst wic der auf, die Seligkeit zu erben! 2. Getrost! ruft seine Gnas de: ich bin auf jedem Pfade bey dir bis an dein Grab! Nie will ich dich verlassen! Dies Wort will ich fest fassen, als meinen Wittwen- Wan derstab. 3 3. Die, die in stiller Kammer dir klagten ihren Jammer, erhörtest immer du. Auf fie floß, Gott, dein Segen; auf allen ihren Wegen war Friede, Sicherheit und Ruh. 4. Dein Arm wird mich auch stärken, auf mich dein Auge merken, und auf mein Flehn dein Ohr. Mit ernstem heis ßen Flehen will ich auch vor dir stehen, und seufzen, Gott, zu dir empor. 5. Dann eilen meine Tage, mit jeder Laft und Plage, leicht, wie ein Traum, dahin. Dann leg' ich meine Glieder froh einst im Tode nieder, wann ich zum Himmel reis fer bin. 6. Dann geh' ich, den zuschauen, der ewig mein Vers Für Wittwen. trauen, mein Gott ist und J.C. Lavater, aber abgekürzt. mein Freund. Wie will ich Mel. In allen meinen Thaten 2c. dann ihn ehren! wie danken fuf Gott will für die Zähren, die ich als ich nur sehen! Wittwe hier geweint! 613. Auf 7. Dann 32. Lieder für besondere Stände und Personen. mein Gott? Dein weiser Rath regieret der Menschen Schicksal, führet es fort durch Leben und durch Eod. 6. Du willst dich auch an Waisen, Allmächt'ger, stark beweisen, den Armen Gutes thun, Verlaßne willst du näh ren, die Baterlosen hören, dein Auge will auf ihnen 410 7. Dann find' ich, die ich licbte, und deren Tod mich trübte, in meines Schöpfers Hand! Da werd' ich mit ten Meinen auf ewig mich vereinen im thránenfreien Baterland. Für Waisen. E. G. Küster. Mel. In allen meinen Thaten: c. ruhn. 614. mFrühling mei- 7. Und seit viel tausend Jahner Jahre, Gott, ren hast du, die Waisen wasah' ich schon die Bahre des ren, so váterlich ernährt, die besten Baters stehn! und sie, sich in Stümmernissen auf die mich geboren, war früh dich, o( sott, verließen, sahn für mich verloren, als Kind oft ihr Flehn von dir erhört. mußt' ich ihr Grab schon sehn! 2. Uch er, der mich fo liebte, mich früh im Guten übte, zu Gott mich wies; ach er, der gärtlich für mich wachte, daß er mich glücklich machte: mein bester Bater ist nicht mehr. 3. Und sie, die mich verpflegte, als ihren Liebling hegte, und nie an Liebe leer, mit je dem frühen Morgen erneute ihre Sorgen: die treue Mutter ist nicht mehr! 4. Húlflos, verlassen, elend, unwissend, immer fehlend, zu schwach mir vorzustehn, vermiß ich meinen Bater, und Führer und Berather: ach Gott! mein Gott! wie wird mir's gehn? 5. Wer låst mich ihn vermissen? Wer hat ihn mir entriffen? War'st du's nicht, du, 8. Auch mich kannst du nicht haffen, auch mich nicht ganz verlassen; auch ich will dir vertraun. Dein Herz sey mir auch offen; auch ich will auf dich hoffen, in trüben Stunden auf dich schaun. 9. Du wirst auch mich ernáhren, mir Unterhalt gewähren, tu, mein Bersorger, du! Was ich bedarf, das schenke mir, deinem Kind', und lenke der Menschenfreun de Herz mir zu. 10. Und wenn in zarten Jahren, Berführung und Gefahren in Menge um mich find: o, dann scy du mein Bater, mein Führer, Freund und Rather: o dann verlaß, Gott, nie dein Kind! 11. Ja pflanz' in früher Jugend schon Gottes furcht und 32. Lieder für besondere Stände und Personen. 411. und Tugend mir, Bater, tief| Wittwen und der Waisen ins Herz; fromm seyn auf eich! Sen ihr Versorger; laß deinen Wegen, sey Freude sie nie verzagen; schuty' und mir und Segen; denn Sún segne sie! de bringt nur Qual und Schmerz. 12.Arbeitsamkeit undTreue, begangner Fehler Neue, ein wahres Christenthum, ein zärtlich Herz für Freunde, Versöhnlichkeit für Feinde, dies sey mein bestes Waisenthum. 13. Ich will, die mich erzie hen mit redlichem Bemühen, an Eltern Statt mir sind, mich warnen und belehren, stets durch Gehorsan ehren, fie dankbar lieben, als ihr 2. Sey selbst ihr Vater, Trost und Rath! die Wittwe, welche Kinder hat, soll dir sie zu erziehn, sich freun; keusch, sittig, still, untadlich seyn. 3. Fromm, liebreich, nur geschwähig nicht, sen jedes sey ein scheinend Licht für ihr Geschlecht, sanft, voll Ge duld, und Hoffnung, Herr, auf deine Huld! 15. Verklárt werd' ich dann stehen, die Eltern wieder sehen, um die ich hier geweint. Da werd' ich vor dich treten, zu dir, Erlöser, beten: lohn' ihnen ewig, Menschenfreund! 4. Es nehme, wer sie ſegnen fann, sich ihrer mild und liebreich an! Wohl dem, der sie beglückt und ehrt; denn er ist dir und Menschen werth. Kind. 14. Du selber, Gott, beloh. ne einst mit des Himmels Krone fie, die mich nun er ziehn; führ' sie zu deinen Freu5. Hilf ihnen! sey der ben, wenn sie von hinnen schei- Waisen Gott! Früh lehre ben, und mich führ' einmal auch dahin. diese dein Gebot, Fleiß, Demuth, Dienstbeflissenheit, zur Tugend Lust und Wil ligkeit. 6. Bewahre sie vor Nergerniß, und mach' auch ihren ( ang gewiß auf deinen Wegen! Leite fie; verlaß fie in Bersuchung nie! Für Wittwen und Wais fen zugleich. 7. Daß, wer sie sicht, sich ihrer freu', and gern ihr Rath und Beistand sey; daß sie, Mel. Wenn wir in höchsten 2c. hiec glücklich, sich auch bein, J. 2. Cramer. 615. Gott, erbarme o Gott, in deinem Himmel der freun. Für 412 Für 32. Lieder für besondere Stände und Personen. 8. Erkennt sie meine Treu' auch nicht; so sey's mein Trost auf Erden, daß sie, Gott, deiAngesicht nicht kann Herrschaften und Dienstboten. J. A. Cramer. Mel. Ich dank' dir schon durch zc. nem 616. Berufen hast du entzogen werden. mein Gott, in andrer Dienst zu les ben, um mir dadurch mein täglich Brod in dieser Welt zu geben. di 2. Ich soll der Welt in diesem Stand mit meinen Kráften nutzen; und du, du willst mit Vaterhand mich dabey leiten, schützen. 3. J. A. Cramer. laß in meinem Dienst mich nie dies aus den Augen seben; und kostet mir's auch Kampf und Müh, nie meine 617. Dogen herr Mel. Herzliebster Jefu, was ic. ie Menschen Pflicht verletzen! 9. Mit Wohlgefallen siehst du sie und wirst schon hier im Leben mir, unter aller meiner Müh', Gott, deinen Fries den geben. 10. Kommt meines Lebens Abend dann: so nimmst du auch mich Müden mit Ehren in den Himmel an, und schenkst mir ew'gen Frieden. 4. Gib, daß ich deinem Ruschen oder dienen, du bist ihr fe treu, stets meiner Herr- Herr, o Gott, und du gibst schaft Willen, daß sie sich mei- ihnen, dir zu gehorchen, als nes Dienstes freu', mit Eifer getreue Knechte, Gesetz und mog' erfüllen. Rechte. 5. Hilf, daß ich als mein eignes Gut das ihrige betrachte; auf alles, was sie meiner Hut vertraut, mit Sorgfalt achte. 6. Nie komme mir es in den Sinn, mit raubbegier'ge: 1 Hånden, aus schnöder Liebe zum Gewinn, ihr etwas zu entwenden. 7. Die Freude, die ihr widerfährt, ihr Wohlstand, ihre Ehre, das alles sey auch mir so werth, als ob's das Meine ware! 2. Und diese heiligen Gesetze sollen sie halten, wenn sie glücklich werden wollen; ver einigt alle, durch der Liebe Bande, in jedem Stande. 3. Wer seinem Hause vor steht, soll sich hüten, was er befiehlt, tyrannisch zu ges bieten; mit Härte zu beherrschen, die ihm dienen, sich nie erkühnen; 4. Soll immer im Gebraus che deiner Gaben, daß Herren ihren Herrn im Himmel haben, um, die ihm unterthan sind, 32. Lieder für besondere Stände und Personen. 413 sind, nie zu krånken, mit Ernst bedenken; Geschäfte. Gib, daß ich gegen ihre Treu nie hart und nie undankbar sey. 5. Soll ihnen den verheißven Lohn nicht schmålern, wohlthätig, nachsichtsvoll bey ihren Fehlern, und, wie so leicht er selber könne fehlen, fich nie verheelen; 6. Soll liebreich seyn, gebuldig und gelinde, daß er vor seinem Richter Gnade finde, daß er, wie er belohnt, auch ihn belohne, wie er schont, schone. 3. Auch der geringste Dies ner ist bestimmt zum höhern Leben. Für ihn und mich hat Jesus Christ sich in den Tod gegeben. Vor deinem Richtstuhl hat der Knecht dereinst mit mir ein gleiches Recht. J. F. Feddersen. Mel. Mir nach, spricht Christ.c. 7. Doch, Gott, wie leicht, wie leicht wird, wer regieret, zum Mißbrauch seines Anfehns oft verführet, von Eitelkeit, vom Hange zum Gewinne, vom Eigensinne! 8. Laß jedes dann auf deine Rechte sehen, um ſeinem Haufe Flüglich vorzustehen! Bib jedem auch zu diesem eblen Werke Licht, Muth und 619. Beife, Gott! Stärke! ich vertraue dir. Du bist der Herr; beweise, wie treu du bift, an mir. Auf allen meinen Wegen begleite väterlich, mit deinem Heil und Segen, mit deinem Schuße mich. 2. Ich bin in deinen Hånden: deß soll mein Herz fich freun; du kannst mir Hülfe senden, wo mir Gefahren braun. Bin ich bey dir in Gnaden: so fürcht' ich nichts, o Gott! du wehrest allem Schaden, 618.Durch dich, Gott, bin ich, was ich bin; auch das ist deine Gabe, daß ich beglückt so viel Gewinn von meinen Brüdern habe. Sie leihen ihre Kräfte mir, dies, Höchster, dies verdank' ich dir. 4. Laß mich ihm seine saure Pflicht durch sanften Sinn versüßen. Er soll, wenn Hülfe ihm gebricht, sie stets von mir genießen. Shn tra gen will ich, ihm verzeihn, und wird er krank, sein Pfle ger seyn. 2. 3u meinem Wohlseyn dienen sie, verzehren oft die Kräfte, und dulden oft des Lebens Müh' in nüglichem Bey Reifen. Vor der Reife. . E. Seeren. Mel. Dank sey Gott in der te. 414 32. Lieder für besondere Stände und Personen. Schaden, mein Helfer in der Noth! sin tes hast du mir auf meiner Reise nicht erwiesen! Mein schwaches Lob gefalle dir! Auch künftig will ich dir ver traun, und stets auf deine Hülfe schaun. 3. So will ich denn mein Leben dir freudig, dir, mein Gut, o Bater, übergeben, und deiner treuen Hut! Er halte meine Kräfte: beglücke meinen Fleiß und meiner Pflicht Geschäfte, zu deinem Ruhm und Preis! Nach der Reise. J. J. Rambach, verbessert von J. P. S. Bunzel. Mel. Nun sich der Tag geend.ac. ott 3. Sey ewig, Gott, sey hoch gepriesen; denn wie viel Gu621. Reise ist volls bracht; auch von den Meinen fern erfuhr ich Gottes Schuh und Macht. Preis unserm Gott und Herrn. 2. Wie viel und mancherley Gefahr schleicht uns auf Reis sen nach! Doch half mir Gott, der mit mir war, durch alles ben zur Hut empfohlen seyn. Nichts müsse sie betrüben; bein Trost sie stets erfreun. Gesund laß mich sie wieder bey froher Rückkehr sehn; dann sollen unsre Lieder, Herr, dankbar dich erhöhn! Nach der Reife. 5. E. Seeren. Mel. Wer nur den lieben Gott: c. Ungemach. ant dir, 3. Durch be 620. Dachüzer mei- schirmt, bin ich gesund und nes Lebens! Du hast mich fröhlich hier; er leitete mich froß zurück gebracht. Ich fleh- váterlich; sein Schuk war te nicht zu dir vergebens: du über mir. hast mich väterlich bewacht. Durch deine Gnade bin ich hier; denn Schuß und 3uflucht warst du mir. 4. Er hat die Meinen auch bewahrt vor Unglück, Schmerz und Cod; sie mir vergnügt und wohl gespart: wie gut ist unser Gott! 2. Nun kann ich wieder mit den Meinen mich deiner Gut' und Hilfe freun; mit ihnen mein Gebet vereinen und dir des Dankes Opfer weihn. Mein Thun gelang, o Gott, durch dich; du schüßest, du beglückest mich. 5. Nimm gnådig hin den schwachen Dank, o Gott, für dein Geleit; es steigt zu dir mein Lobgesang mit Her zensfreudigkeit. 6. Ich opfre dir mit Freu ben auf das, was ich hab' und bin: o lenke ferner meinen Lauf zu bir, mein Vater, hin! 7. So 32. Lieber für besondere Stände und Personen. 415 7. So lang mein Leben hier I was du mir auf dieser Welt noch währt, ist's eine Pilger- gegeben. zeit; wohl mir, daß sie vorüber fährt! Es kommt die Ewigkeit. 2. Hilf mir nach deiner gro ßen Freu, daß ich stets christlich wandle, behutſam, kluglich und dabey gewissenhaftig handle. Regier' und leite meinen Pfad, verleih' mir Segen, Rath und That zu meinem Thun und Lassen. Vor der Reife. 3. Arnd, verkeffert von 3. F. Feddersen. Met. Sey Lob und Chr' dem zc. n deinen Na622. inen, Herr, mein Gott! schick' ich mich jezt zur Reise: beschirm' mich vor Gefahr und Noth, damit ich froh dich preise. Herr, Leib und Seel befehl ich dir; Gut, Ehr', und alles, 33) Von den letzten Schicksalen des Menschen, Tod, Grab, Unsterblichkeit, Auferstehung, Gericht, Seligkeit und Verdammniß. nicht vergebens, frohes Ziel von jedem Schmerz. 4. Ja mein Wunsch ist, bald 623. 2 wenn werd zu sehen meinen Heiland, Jeich dahin kommen, daß ich schau dein Angesicht, Gott, und was du haft den Frommen in dem Himmel zugericht't! sum Christ, bald im Himmel- einzugehen, einzig mein Vers langen ist. 5. Drum fo fomm, o Tod, und eile, eile Ewigkeit herbey, daß ich hier nicht mehr verweile, daß ich bald bey Jesu sey. 6. Hier laß, Jesu, nicht vergebens mich zu deinem Kreu3. Ewigkeit, du Trost des ze nahn, laß mich hie: dein Lebens! stårte du mein mů- Mahl des Lebens nicht mir des Herz; dich erwart' ich zum Gericht empfahn. 7. Laß J.C. Rohlhaus, aber verbeff. In eigner Melodie. 3. Bring mich gesund zur rechten Zeit zu den geliebten meinen; erhalte, schüßze fie vor Leid. Und wird der Tag erscheinen, da wir uns fröhlich wiederfehn, wie wollen wir dich froh erhöhn, deiner Gute danken! 2. Wie ein Hirsch in schwulen Tagen nach der frischen Quelle schreit, schmacht' ich unter Kreuz und Plagen, nach der frohen Ewigkeit. 416 33. Von den letzten Schicksalen des Menschen, 7. Laß den Vorsatz, den ich| 3. Jesus ist für mich gestors habe, nie der Sünde mich zu ben, und sein Tod ist mein freun, unbeweglich bis zum Gewinn; er hat mir das Heil Grabe, stark und fest und thá- erworben, drum fahr' ich mit tig seyn. Freuden hin, hin aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gottes- Himmel, da ich werde allezeit Gott sehn in der Herrlichkeit. 8. Ich will dich von Herzen lieben, Geber der Unsterblich keit! Jede Tugend will ich üben, die mir dein Geset gebeut. 4. Da wird seyn das Freudenleben, wo viel tausend Seelen schon sind mit Him melsglanz umgeben, dienen da vor Gottes Thron, wo die Seraphinen prangen, und das hohe Lied anfangen: Beis lig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist. 5. Wo die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal, wo auf ihren Ehren Thro nen sitzet der Apostel Zahl, wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hinges fahren, deren jeder Gott lobsingt, und sein Hallelus jah bringt. 6. Ach, Jerusalem, bu Schös ne! ach wie helle glänzest du! Welch' ein lieblich Lobgetdne hört man da in sanfter Ruh'! 9. Muß ich dann mit Schmerzen wallen durch das finstre Todesthal, läsfest du mich doch nicht fallen, endigst alle meine Qual. 10. Da, da hab' ich Freud' und Wonne, in den Himmel geh' ich ein, leuchten werd' ich als die Sonne, und auf ewig ben dir seyn. J. G. Albinus. In eigner Melodie. 624. A le Menschen müssen sterben, alles Fleisch vergeht, wie Heu; was da lebet, muß verderben, soll es anders werden neu. Dieser Leib muß erst verwesen, wenn er anders soll ge nesen zu der großen Herrlich keit, die den Frommen ist bereit. 2. Darum will ich dieses Leben, wenn es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben; bin darüber nicht betrübt. Denn in meines Jesu Wunden hab' ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnoth ist des Herren Jesu Tod. der großen Freud' und Wonne! jebund gehet auf die Sonne, jehund gehet auf der Tag, der kein Ende neh | men mag. 7. Ach! ich habe schon ers blicket diese große Herrlich keit: jegund werd' ich schön ge= Tob, Grab, Auferstehung, Gericht, Ewigkeit zc. 417 geschmücket mit dem weißen Himmelskleid; mit der güldnen Ehren- Krone steh' ich da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. 5. Es sey mein Rulyn, dir werth zu seyn, was du gebeutst, zu üben; mein höchstes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben; mein Trost, auf deinen Schutz zu traun; und meine Hoffnung, dich zu schaun! 6. Die freche Thorheit dies ser Zeit soll nie mir meinen Glauben, den süßen Trost der Ewigkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth? und was versüßt mir einst den Tod? 7. Wie zaghaft sind wir von Natur! wie eitel unsre Werke! Muth schenket uns der Glaube nur! und nur durch Christi Stärke sind wir in Angst und Traurigkeit ge trost, und überwinden weit. S. Heil mir! ich bin sein Gis genthum! nichts soll von ihm mich scheiden: nicht Wollust, Güter oder Ruhm; nicht Schmach, nicht Tod, noch Leiden! Ich bin durch Jesu Blut erkauft; ich bin auf seinen Tod getauft. 9. Dort ist nicht Schmerz und Angst, wie hier; dort trdstet er die Seinen. Nur Freudenthrånen werden wir vor seinem Throne weinen. Er, der für uns sein Leben gab, er trocknet unsre Thránen ab. 10. Dort schauen wir und beten an, vor Gottes Anges fichte. G. B. Funk. Mel. Mach's mit mir, Gott 2c. 625. Bal ald, oder spåt ein Todes raub, wall' ich, o Gott, auf Erden, ich Sterblicher; doch dieser Staub soll einst unsterblich werden; und dann, dann ist mein ewig Theil vor dir: Verwerfung oder Heil. 2. Mit Ernst und Sorgfalt soll der Christ nach seinem Heile ringen; verachten was auf Erden ist; hinauf zu dir sich schwingen; getrost den Pfad der Trübfal gehn, und standhaft in Versuchung stehn. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß; noch bin ich in den Schranken; noch nicht am Ziele; Gott, mein Fuß beginnet oft zu wanken. Drum stärke mich durch deine Kraft in meiner schweren Pilgerschaft! 4. So lang' ich noch, ein Fremdling hier, in diesem Leibe walle: so schaff' ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle; und leite mich auf ebner Bahn durch deinen Geist zu dir hinan. 418 33. Von den letzten Schicksalen des Menschen, fichte. Wir, die wir hier im Ende, der Höllen Ungst und Dunkeln sahn, wir werden dort im Lichte die Wunder seiner Liebe sehn, und seine Wege ganz verstehn. Leid, daß dich die Welt nicht blende mit ihrer Eitelkeit! Hier ist ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein kläglich Schmerzens- Schreien; ach! Sünder, hûte dich. 11. Shr, die ihr ihn erhabner preist, ihr Engel, meine Brüder! Dann singet mein verklärter Geist in eure Jubellieder; und euer hoher Harfenklang ertönt in meis nen Lobgesang. 12. Du, der du uns dies Heil erwarbst, laß, Jesu, mich's ererben! Der du für deine Menschen starbst, laß, 5. Herr! lehre mich bedenJesu, dir mich sterben! Gib, ken, der Zeiten letzte Zeit, daß ich dir im Leben treu, ge- daß sich nach dir zu lenken, treu bis in den Tod dir sey! mein Herze sey bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richterstuhl; laß mich Mel. Ach Herr, mich armen 2c. auch nicht verachten der HölS. Liscov. 626. Bebenke, Mensch, len Feuer- Pfuhl. das Ende! Bebei denke deinen Tod! der Tod kommt oft behende; der heute frisch und roth, kann morgen und geschwinder hinweg gestorben seyn; drum bilde dir, o Sünder! ein täglich Sterben ein! 2. Bedenke, Mensch, das Ende! Bedenke das Gericht! 4. Bedenke, Mensch, das Ende! Bedenke doch die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, womit vor Gottes Throne die Seele wird verpflegt: dort ist die Lebens- Krone den Frommen beygelegt. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeis ten auf meinen letzten Tag mit Buße mich bereiten und täglich sterben mag; im Tod' und vor Gerichte steh' mir, o Jesu! bey; daß ich im Himmels- Lichte zu wohnen würdig sey. f. G. Klopstod. es müssen alle Stände vor Met. Nun laßt und den Leib zc. Sesu Angesicht. Kein Mensch 627.B eine Gruft, ist ausgenommen, hier muß ein jeder dran, und wird den Lohn bekommen, nach dem er hier gethan. bis ihn des Richters Stimme ruft! Wir såen ihn; cinst blüht er auf, und steigt vers klårt zu Gott hinauf. Eine 3. Bedenke, Mensch, das Tod, Grab, Auferstehung, Eine Stimme. Grabt mein verwesliches Gebein, o, ihr noch Sterblichen, nur ein! Es bleibt, es bleibt im Grabe nicht, denn Jesus kommt, und hält Gericht! Shor. 2. Uus Staube schuf ihn einst der Herr. Er war schon Staub, und wird's nur mehr! Er schläft, verwes't; doch einst erwacht er wieder aus des Todes Nacht. Eine Stimme. Du wirst mein aufgelöst Gebein, o du, Verwesung, weit zerstreun! Gott weckt den Staub einst wunderbar; gezählet ist er, wie mein Haar! Shor. 3. Des Frommen Seele lebt bey Gott, der sie aus al ler ihrer Noth, von aller ihrer Missethat, durch seinen Sohn erlöset hat. Eine Stimme. Gott ist barmherzig und verstößt im Tode nicht, die er erlöst; nicht die, für deren Missethat sich Jesus selbst geopfert hat. Gericht, Ewigkeit ic. 419 Eine Stimme. Oft hat bey euch mich Gott erquickt; doch hat auch Trübsal mich gedrückt. Im finstern Thale wandelt' ich; doch führte Gott, mein Hirs te, mich. Chor. 4. Er wandelt' hier im finstern Thal, er duldete oft Schmerz und Qual: es folgten manchem Freudentag bald Schmerz und Kümmernisse nach. Chor. 5. Viel mehr litt' er, der uns versöhnt, und himmlisch seine Sieger krönt! O Lohn! o Lohn für wenig Pein! dann wird's wie Träumenden uns seyn! Eine Stimme. Treu blieb' ich Gott bis an mein Grab: nun trocknet er die Thrånen ab. Was sind die Leiden dieser Zeit, beym Anblick jener Herrlichkeit. Chor. 6. Nun du, Erlödster, schlaf in Ruh! Wir gehn nach unfern Häusern zu, und machen zu der Ewigkeit mit frohem Eifer uns bereit. Eine Stimme. Ja, laffet mich in meiner Ruh, und geht nach euren Häusern zu. Schafft, daß ihr selig werdet! Ringt, bis ihr auch euch der Erd' ents schwingt. Chor. 7. Sohn Gottes! Mittler! Ach, dein Tod stårk' uns in unsrer letzten Noth! Laß unsee ganze Seele dein, und freudig unser Ende seyn! 062 420 33. Von den letzten Schicksalen des Menschen, Gott Vater, Sohn und Geist! f. G. Klopstock, verbessert von J. S. Diterich. S. Graff, verbessert von Ch. F. Schubart. In eigner Melodie. 628. Christus, der ist mein Leben, Mel. Ich hab' mein' Sach' ic und Sterben mein Gewinn: 629. Dein find wir, ihm will ich mich Frieden scheid' ich hin. 2. Im Himmel mit den Frommen werd' ich mich ewig freun; zu Christo werd' ich kommen, und ewig bey ihm feyn. Gott, von Ewigkeit. In deiner Hand steht unsre Zeit. Du hast der ganzen Menschenschaar ihr Todesjahr bestimmt, als keine Zeit noch war. 3. Dann hab' ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Noth; ich habe Trost gefunden, und bin versöhnt mit Gott. 2. Wann nun auch unser Ende kommt, und deine Hand das Leben hemmt: dann hilf uns in der Todesnoth, Herr, unser Gott! Ein fanfter Schlaf werd' uns der Tod. 4. Wenn meine Augen brechen, ich nicht mehr sehen kann, nicht hören, nicht mehr sprechen: dann nimm mein Seufzen an! 5. Wenn Sinnen und Gedanken, wie ein verlöschend Licht, schwach hin und wieder wanken, ach, dann verlaß mich nicht! 6. Dann laß mich sanft und stille, Herr, scheiden aus der Welt! Doch es gescheh' dein Wille, thu' wie es dir gefällt. 7. Nur laß mich dir ergeben bis an mein Ende seyn! Dort ewig bey dir leben, mich deiner ewig freun. 8. Dann sing' ich mit der Menge, die dich im Himmel preist, die ewig Lobgesänge, 3. Nimm, nach vollbrachtem Lebenslauf, auch uns in deinen Himmel auf; verwirf, wenn unser Herz uns bricht, verwirf uns nicht, o Gott, von deinem Angesicht. 4. Drückt uns dann noch der Krankheit Schmerz: so stårke das beklemmte Herz, daß es, auch in der Schmerzen Wuth, mit starkem Muth, in deiner weisen Fügung ruht. 5. Gib Hoffnung zu der ew'gen Ruh! In unsern Herzen wirke du, Geist Gottes, daß wir, voll Vertraun und ohne Graun, bin in die Nacht des Todes schaun. 6. Hilf du uns, Schwachen, Geist des Herrn! Zeig' uns den Himmel dann von fern! laß, wenn wir um Erbarmung flehn, Tod, Grab, Auferstehung, Gericht, Ewigkeit ic. 421 flehn, uns trostvoll sehn, wie| dern, willkommen Gottes der uns liebt, zu dem wir Kindern, führt mich hinauf gehn. zu Gott. 7. Uch, Gnad' ergehe dann für Recht! Denn von dem menschlichen Geschlecht ist auch der Beste nicht ganz rein. Wer kann wohl dein, Gott! ohne deine Gnade seyn? 8. sey uns dann nicht fürchterlich! Erbarme, Vater! unser dich. Wenn unser Auge sterbend bricht, leit' uns dein Licht; so fehlt uns Trost im Tode nicht. 4. Ich, der Gefahr entronnen, geh' aus dem Kampf hervor; hoch über alle Sonnén hebt mich mein Glaub' empor. Da tret' ich in die Reih'n der Engel, meiner Brüder, in ihre hohen Liederstimm' ich mit Jauchzen ein. 5. Gott schaut von seinem Throne mit Huld auf mich herab, dem er in seinem Sohne das Recht der Kindschaft gab. Ich darf zu ihm mich nahn, für meinen Kampf auf Erden von ihm gekrönt zu werden, das Kleinod zu em33. Münter. Mel. Von Gott will ich nicht sc. er lette meiner vielleicht nicht fern. dann O wird meine Klage ein Lobgesang dem Herrn! Vollbracht ist dann mein Lauf: ich trete zu dem Throne, und Gott feßt mir die Krone der Ueberwinder auf. 2. Für seines Reiches Erben hat Jesus mich erklärt! Was fürcht' ich mich, zu sterben, da er mich sterben lehrt? Mir ist der Tod Gewinn! Daß ich ganz glücklich werde, entschwing' ich mich der Erde, und geh' zum Himmel hin. 3. Nicht mich, nur meine Bürde, verschließt die finstre Gruft. Mich hebt zu höh'rer Würde, mein Vater, der mich ruft. Sein Bote heißet Tod: er, furchtbar nur den Sunpfahn. 6. Die Leiber seiner Frommen sind Saat von Gott geså't; die Freudenzeit wird kommen, da reif die Erndte steht. Dann wird der Erndtetag ein neues ew'ges Leben auch meinem Staube geben, der tief im Tode lag. 7. Mit dir steh' ich im Buns de, Herr, meines Lebens Fürst, der du mir einst die Stunde des Todes senden wirst. Erhalt' mich stets bereit im Glauben deiner Frommen: bis einst die Zeit wird kommen, die mich und sie befreyt. 8. Dann geh' ich, frey von Kummer, des Todes dunkle Bahn; mir bricht nach kur zem 422 33. Von den letzten Schicksalen des Menschen, zem Schlummer ein ew'ger, Geist des Christen Lohn, ich Morgen an. Heil mir! Er sehe meinen Himmel schon. ist nicht fern, der letzte meiner Tage: er kommt, und alle Klage wird Lobgesang dem Herrn. 7. Da sind' ich, was dein guter Rath zu meinem Wohl geordnet hat, genieße deines Gnadenblicks und der Vollen= dung meines Glücks. 8. Viel Freude gabst du mir schon hier, o Gütiger, wie J. J. Spalding. Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r. 631. es Todes Grabes Nacht, flieht, Herr, vor deiner Wahrheit Macht; mein Geist, erhellt von deinem Licht, bebt vor des Leib's Zerstörung nicht. 2. Es falle nur die Hütte hin, mit der ich hier umgeben bin; ich selber, lebend, wie zu vor, schwing' aus den Trummern mich empor. 3. Ein innres mächtiges Gefühl verkündigt mir mein höh'res Ziel; dies Streben nach der Ewigkeit erhebt mich über Erd' und Seit. 4. Dich, Höchster, hab' ich hier erkannt, voll Liebe, Bater, dich genannt; in dieser Seelenwürde liegt ein Hoff nungsgrund, der nimmer trugt. Dein Wort zeigt mir die beßre Welt; so ist mein Glaube fest gestellt. Wie herrlich wird der Menschheit Werth durch Jesu Zusag' aufgeklärt! 6. Glücksel'ge Aussicht auch für mich! Entzückt hebt meine Seele fich; ich seh' im kleinerm Ungemach die größere Versüßung nach. 9. So hat schon dieser Kindheits- Stand der höhern Hoffnung Unterpfand; die Liebe, die mich hier beglückt, die bleibt und segnet unverrückt. 10. Des freudigsten Vertraucns voll, erwart' ich, was mir werden soll, wenn ich von Sund' und Noth befreyt, nun reife zur Vollkommenheit. 11. Der Tod darf mir nicht schreckend seyn; er führt zum wahren Leben ein. Durch Gottes Kraft befiegt mein Herz der Krankheit Last, der Trennung Schmerz. 12. Wann hier von uns, die Gott vereint, der letzte auch hat ausgeweint: dann wird ein frohes Wiedersehn auf ewig unser Glück erhöhn. 13. Herr unsrer Tage, führe du uns alle diesem Ziele zu, daß uns bey standhaft frommer Treu' des Lebens End' erfreulich sey. G. B. Tod, Grab, Auferstehung, G. 23. Funk. Mel. Balet will ich dir geben 2c. ie auf der Er632. Deewallen, die Unsterblichkeit. de Sterblichen sind Staub; sie blühen auf und fallen, des Todes fichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft, doch jede, jede Stunde bringt nåher uns zur Gruft. 2. Getrost gehn Gottes Kindes Todes trank. der die finstre Todesbahn, zu der verstockte Sünder ver- 4. R. von Senft, verbessert von J. S. Diteric). zweiflungsvoll sich nahn! Wo selbst der freche Spotter nicht mehr zu spotten wagt, und 633. Dater meiner mel. Wer nur den lieben Gott ze. und vor dir, seinem Netter, erzittert und verzagt. 3. Wann diese Bahn zu gehen, dein Will' einst mir gebeut; wann vor mir offen stehen Gericht und Ewigkeit; wann meine Kräfte beben, und nun mein Herz schon bricht: Herr über Tod und Leben!, dann verlaß mich nicht. 4. Du, der du für die Sünder selbst mit dem Tode rangst: hilf, Todesüberwinder, hilf mir in solcher Ungst; und wann des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlöſet hast. Gericht, Ewigkeit x. 423 Bereit, es ihm zu geben, wenn Gott, ihr Gott gebeut, fließt dies ihr irdisch Leben hin zur 5. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weihn! Die aufgelöst zu werden, in Heiligkeit sich freun! 6. Des Himmels hohe Freuden ermißt kein sterblich Herz. O Trost für kurze Leiden, für kurzen Todesschmerz! Dem Todesüberwinder sey ewig Preis und Dank! Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch Tage! Du weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich sind; drum gib, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sey bereit. 2. Daß du hier meinem ersten Leben ein mir verborgnes Biel bestimmt, und daß die Zeit, die mir gegeben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt: das flöße mir die Weisheit ein, stets auf mein Heil bedacht zu seyn. 3. Hier hab' ich. lebenslang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich von der Weltlust zu entfernen, und um den Himmel zu bemühn: o mache mich dazu geschickt, eh' mich der Tod der Welt entrückt. 4. Nicht 424 33. Von den letzten Schicksalen des Menschen, 4. Nicht auf der Erde, nein, bin des Kampfes mide. nur droben ben dir, Gott, Schlummre, Leib, in Grabesmeiner Seele Theil, ist mir Nacht! Ach! im Grab ist das Beste aufgehoben; dort Friede! ist für mich vollkommnes Heil. Da, wo mein Schaß ist, sey mein Herz! Herr, len ke selbst es himmelwärts. 2. Du, mein Geist, erhebe dich auf zu Jesu Throne! Dort, ach dort empfang' auch ich der Gerechten Krone; sehe den, den ich im Licht meines Glaubens sahe, sehe Jeſus Angesicht, bin ihm ewig nahe! 3. O, wie schwindet sie da5. Hier allen Sünden abzusterben, zu leben der Gerechtigkeit, um einst des Himmels Glück zu erben, dazu laß meis ne Sterblichkeit mir immerhin, diese niedre Erde! Heil dar vor Augen seyn, so wird mich selbst der Tod erfreun. 6. Willst du mich långer leben lassen, so laß es mir zum Heil geschehn; doch soll ich heute noch erblassen, so höre, Bater, auf mein Flehn! Sey, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht. 7. Dir will ich gånzlich mich ergeben, dir, dessen Eigenthum ich bin; bist du, mein Heiland, nur mein Leben, so bleibt felbst Sterben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir; sey nur mein Trost, so gnüget mir. 5. Alberti, verbessert von C. F. Loßius. In eigner Melodie. mir, daß ich selig bin, immer sel'ger werde! Dank sey dir, durch den ich's bin, Jesu, Quell der Freuden! dem dein Tod ist mein Gewinn, Seligkeit dein Leiden. 4. Lebet wohl, ihr meine Freund', ihr geliebten Meinen! Euer Auge, das jezt weint, wird nicht immer weinen. Ruft es euch crmunternd zu, schlagt den Kummer nieder: Seht! die Sonne geht zur Ruh', kommt doch morgen wieder. Ch. Ch. Sturm. Mel. Christus, der ist mein sc. 635. Cinst geb' ich ohne Beben zu meinem Tode hin denn Christus ist mein Leben und Ster 634. Sinen guten ben mein Gewinn. Kampf hab' ich auf der Welt gekämpfet; es hat Gott nun gnädiglich meine Noth gedámpfet! Nun hab' ich den Lauf vollbracht;| Grabe ruft. 2. Ich scheue nicht die Schrecken der freudenleeren Gruft. Der wird mich auferwecken, der mich zum 3. Und Tod, Grab, Auferstehung, Gericht, Ewigkeit z. 3. Und rief mich, abzuscheiden, auch heute schon mein Gott: so folg' ich ihm mit Freuden, und sterb' auf sein Gebot. 4. Des Lebens frische Bluthe vermodre nur zu Staub! Die Wange, die sonst glühte, sey der Verwesung Raub. 5. Ich hoff ein beßres Leben, daß nie von mir entflieht. Ein Leib wird mich umgeben, der nimmermehr verblüht. 6. Dann eil' ich dir entgegen, mein triumphirend Haupt, und seh' entzückt den Segen des Heils, das ich geglaubt. 425 Majestät, wozu dich, Gott, dein Gott erhöht. 3. Laut tónet dann in jedes Grab dein allmachtsvoller Ruf hinab, und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd' und Meer das unzäylbare große Heer der Todten wieder geben; sie stehn, durch dich, Herr, neu befeelt, nun alle auf, und keiner fehlt. 4. Du sammleft sie vor deinem Thron, um jeden den bestimmten Lohn nach seiner That zu geben. Die Sünder trifft nur Schmach und Pein; den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Nun zeigt die That, Herr Jesu Christ, daß du der Erde Richter bist! 5. O gib, wenn nan dein Tag erscheint, daß ich in dir dann meinen Freund und Heiland wieder finde; daß ich mit Freuden vor dir steh' und mit dir in den Himmel geh', ganz frey von Noth und Sünde. Laß mich im Glau ben standhaft seyn, und auch die kleinste Sünde scheun. Ch. S. Ulber, verbessert von J. S. Diterich. Mel. D Ewigkeit, du Donnerw. 636. Erhöhter Jesu, Gottes Sohn, der du schon längst des Him mels Thron als Herrscher eingenommen, du wirst der einst zu rechter Zeit, in groBer Kraft und Herrlichkeit, vom Himmel wieder kom men! Gib, daß dann froh und voll Vertraun, dich, Herr, auch meine Augen schaun. 2. Wer faßt, o Heiland! jezt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen, wenn du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, die sich vor dir, Herr, beu gen! Dann sieht die Welt die 6. Die Tugend sey mir ewig werth, und was dein Wort von mir begehrt, laß mich mit Eifer üben; dich, den der ganze Himmel preist, dich müsse hier auch schon mein Geist aus allen Kräften lieben! So schreckt mich deine Zukunft nicht, 426 33. Von den letzten Schicksalen des Menschen, 5. Wer spottet dann noch deiner Kraft, wann du, die hier dich fliehen, für ihre Schuld zur Rechenschaft mit Majestät wirst ziehen? Wie wird, wenn dich ihr Aug' erblickt, und sie dein Strafges richte drückt, der Spotter Heer verstummen!- 6. Und wenn du dann die Deinen nun mit Preis und Ehre ziereft, sie ewig, ihnen wohlzuthun, zu deinem Himmel führest: wie völlig wird's dann offenbar, daß es in deis nen Händen war, die Deinen zu beglücken. nicht, so hab' ich Muth auch im Gericht. J. S. Diterich. Mel. Nun freut euch, lieben ze. oder: Gott Lob! ein Schritt zur. 637. Er kommt, er kommt zum Weltgericht, der Heiland, den wir ehren. O weigert euch, Erlöste, nicht, jezt auf sein Wort zu hören. Wer hier nicht seine Stimme hört, und sie nicht mit Gehorsam ehrt, wird nicht vor ihm bestehen. 2. Herr, laß mich deiner Majestät mit wahrer Freude dienen! Wie herrlich dich dein Gott erhöht, ist zwar noch nicht erschienen; doch, was uns hier verborgen war, macht jener Tag uns of fenbar, an welchem du erscheinest. 3. Da, wenn vor dir die Erde bebt, und unter deinen Füßen sich alles, was dir widerstrebt, wird völlig beugen müssen; wenn alle Engel vor dir stehn: da wird auch jedes Auge sehn, wie hoch dich Gott erhoben. 7. Gib, daß ich dann, Herr Jesu Christ, mit Freuden vor dir stehe, und dir, der du so herrlich bist, getrost entgegen sehe. Wenn deiner Feinde Herz verzagt, von Reu' und Angst und Furcht geplagt, dann jauchze meine Seele. 8. Daß ich dies Glück erlangen mag, so laß in diesem Leben, o Heiland, deinen großen Tag mir stets vor Augen schweben. Er reize mich, dir mich zu weihn, in deinem Dienste treu zu seyn, und so mein Heil zu hoffen. 4. Da werden, Herr, auf dein Geheiß, die Todten wie der leben; dein Feind mit Furcht, dein Freund mit Preis sich aus dem Grab' erheben: und wer wird da, Herr Jeſu 638.Es ist genug! So Christ, daß du des nimm, Herr, Lebens bist, noch ferner leug- meinen Geist zu 3ions Geis nen können 2 astern auf! Der Tag verweilt, der S. J. Burmeister, verbess. von J. F. Schmidt. In eigner Melodie. Sod, Grab, Auferstehung, Gericht, Ewigkeit z. 427 der mich der Welt entreißt:| und ende meine Leiden! Es vollende meinen Lauf! Wie ist genug! lange soll ich flåglich stöhnen, und mich umsonst nach Ruhe sehnen? ist J. S. Diterich. Mel. Ach, wie betrübt sind zc. ist noch 2. Es ist genug! Denn fel- 639. Chine senschweres Leid sinkt auf mein mattes Herz. Olindre, Bild der künft'gen Seligkeit, den namenlosen Schmerz! Mein Vater, hilf mir überwinden! Entreiße mich dem Land der Sünden! Es ist genug! 3. Es ist genug der Trübfal, gnug des Leid's, das mir die Sünde macht! O schau herab auf deines Christen Kreuz! Ich schwemme manche Nacht mit Chránen mei ne Lagerståtte, und winde mich im Ungstgebete! Wann ist's genug? 4. Es ist genug! Schmerz, Krankheit, Sunde weicht, so bald mein Jesus will; er kennt die Laft, die meine Schultern beugt, ihm halt' ich willig still. Ich hoff', er wird mein Seufzen horen, mich retten und dem Jammer wehren. Es ist genug! 5. Es ist genug! Mein ew'ger Geist vermißt so gern der Erde Glück, und eilt zum Thron, wo Lust in Strömen fließt, zum Vaterland zurück. Wann winkst du mir, du Tag der Freuden? Komm bald, den für jeden Gott ergebnen Geist, wenn er sich dieses Körpers Banden nach Got tes Willen einst entreißt, und nun nicht mehr so einges schränkt als hier, lebt, handelt, will und denkt. 2. Die, Herr! zu dieser Ruhe kommen, wie froh und selig sind nicht die! In deinen Himmel aufgenommen, befreyt von dieses Lebens Müh, wird nach der Laft, die sie ges drückt, ihr Herz auf ewig nun erquict. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten; so tröstet deine Gü tigkeit mit Himmelswonne die Erlösten, nach überstandner Uebungszeit; dann wird es ihnen offenbar, wie gut hier deine Führung war. 4. Da schweigen alle ihre Klagen; da bringet dir ihr Lobgefang, selbst für die außgestandnen Plagen mit nie gefühlter Regung Dank. Da jauchzen sie: es ist vollbracht! Der Herr hat alles wohl gemacht. 5. Auf ewig trifft sie dann kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr; Gott führt sie zu vollkomme men 428 33. Von den letzten Schicksalen des Menschen, nen Freuden, und krönet sie| Himmel bey so manchem mit Preis und Ehr'. Ein Schmerz. fichres Glück und volles Heil bleibt dann in Ewigkeit ihr Theil. 2. Jch irrt' im dunkeln Thal hinab, bis an mein schreckenvolles Grab, das Ziel von meinen Ehránen! Was ware meines Lebens Glück mehr, als ein flücht'ger Augenblick, mehr, als ein banges Sehnen? Was sind die Freuden dieser Welt, wenn ew'ge Nacht uns einst befällt? 3. Und ist der Leiden große 3ahl, in diesem dunkeln Pilgerthal, nicht oft das Loos der Lebens? Ist nicht das Laster oft beglückt, und seufzt nicht tief in Staub gebückt die Tugend oft vergebens? Wie manchen Geist beugt Sklaverey, und wer bleibt hier vom Irrthum frey? 4. Heil mir, daß mich mein Schöpfer schuf! Die Ewigkeit ist mein Beruf, und Stufe nur dies Leben. 3war diese Hülle fällt einst ab, und sch und Moder füllt mein Grab, doch wird mein Geist sich he ben; erheben über Grab und Staub, dann keinem Tode mehr ein Raub! Mel. D Ewigkeit, du Donnerw. edanke voller 640. Sliteit! bu 5. Heil mir! mein frohes du Aug' erblickt die Lieben, die der Erd' entrückt, vor mir den Sieg erstritten, und alle, alle folgen nach; es sammelt uns ein fel'ger Tag in jene ew'ge Hütten, und meinem Blick enthüllt sich dann der 6. O wer kann deine Gnade fassen? Du willst den, der dich redlich liebt, nicht ewig in der Unruh lassen, die dieses Leben noch umgibt. Sie fldBe Muth und Kraft mir ein, der Tugend immer treu zu seyn. 7. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast! Will ich des Lebens mide, werden, und fühl ich seiner Plagen Last: so starke måchtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 8. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Frommen Erbtheil ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist; so folgt, auf meine Uebungszeit, gewiß vollkommne Seligkeit. bester Trost der Sterblichkeit! Glaub' an ein ew'ges Leben! Was wär' mein Daseyn ohne dich? Mit welchem Schauder würde mich die Zukunft oft burchbeben? Umsonst erhobe sich mein Herz zum Tod, Grab, Auferstehung, Gericht, Ewigkeit ic. 429 der Gottheit großer weiser| stäubt zur Erde, daß mein Plan. Geist nicht sterben werde! J. 2. Cramer. 5. Dankt es Jesu, Gottes Mel. Werde munter mein c. Kinder, daß. euch keine 3u641. Geift- bas ist kunft schreckt, daß des Todes mein hoher einst auch euern Leib erweckt! Wenn ihr sterbet, führt er gleich eure Seelen in sein Reich, und will selbst ein beßres Leben curem Staube wieder geben. Name; dieser Leib ist Hülle nur, einst des edlern Leibes Saame auf der Auferstehung Flur! Wie ein Eaatkorn auch erstirbt, Frucht zu tragen, also stirbt auch mein Leib, um höh'rem Leben einen edlern Keim zu geben. 6. Ewig, ewig werd' ich les ben; sicher der Unsterblichkeit, streb' ich mich empor zu he ben, über jeden Traum der Beit! Wandeln will ich fest und still auf dem Pfad der Eugend, will unverrückt zum Biele streben, hier schon für den Himmel leben. 2. Nein, Gott schuf nicht unfre Seelen blos für einen Augenblick; schuf sie nicht, um sie zu quälen; schuf sie für ein ewig Glück. Nur für dieses schuf er sie. Seelen, Seelen sterben nie; selig mas chen oder richten, wird sie Gott, und nicht vernichten. 3. Dieser heiße Durst im Herzen nach der Unvergånglichkeit: dieser Drang in Leid und Schmerzen, nach der Heimath aus der Zeit- 3eugen, Bürgen sind sie mir, daß ich mich, mein Gott, zu dir, daß ich einst, wohin ich strebe, mich erheb' und ewig lebe! 4. Du, o Schrecken im Ge- 642. Gor bein Ge Mel. Herr Jesu Christ, ich 2c. oder: Benn mein- Stündlein 2c. erechter Gott, wissen der Verbrecher! du, o Ruh', die schon Fromme hier richt muß alle Welt sich stelgenießen, hoher Friede Gottes du! Zeugen, Bürgen send auch ihr, wenn der Tod mich schrekket, mir, wenn der Leib zer 7. Über, daß mein Fuß nicht wanke, stårte mich, o Gott, dein Wort, und der selige Gedanke: dort ist meine Heis math, dort! Jedes Ringen dieser Zeit, lohnt dort höh're Seligkeit! dort, o Gott, vor deinem Throne liegt des Kampfes Preis und Krone! 3. J. Rambach, verbessert von J. S. Diterich. len; du wirst in ihrem Angesicht auch mir mein Urtheil fållen. O, laß mich jede Sünde scheun, und hier mit Ernst beslissen 430 33. Von den letzten Schicksalen des Menschen, mir, so starke mich die Furcht vor dir, daß ich sie übere winde. beflissen seyn, vor dir einst zu bestehen. 2. Du schaust von deinem hohen Thron auf alle Menschenkinder; bestimmest jedem seinen Lohn, dem Frommen und dem Sünder. Nie siehst du die Personen an, auf das allein ,, was wir gethan, siehst du, gerechter Richter! 3. Biel Gutes und Barmherzigkeit gibst du schon hier den Frommen; du schüßest fie vor manchem Leid, darein 643.Getroft und freu zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohl gefällt, den man der Tugend widmet. 4. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, dem frevelnden Verbrecher, der dein Gesetz und Recht entweiht, bist du ein strenger Racher. Verachtung, Elend, Schmerz und Hohn, Gewissensmarter sind sein Lohn oft schon in diesem Leben. 5. Bleibt hier viel Böses ungestraft, viel Gutes unbelohnet: so kommt ein Tag der Rechenschaft, der keines Sünders schonet. Da stellest du ins hellste Licht, wie recht und billig dein Gericht; dann triumphirt der Fromme. 6. Gerechter Gott, laß mich wie du, das Gute eifrig lieben; gib selber mir die Kraft dazu, es willig auszuüben. Regt sich die Sünde noch in 7. Und weil vor dir, gerechter Gott, nur die allein bestehen, die glaubig auf des Mitte lers Tod bey ihrer Reuc fehen; so laß mich die Gerech tigkeit, die mich von Schuld und Straf' befreit, im Glaus ben eifrig suchen. Ch. f. Neander. Mel. In Fried' und Freud' sc. dig hin! In Gottes Willen ergeb' ich mich. Er, deß ich bin, wird erfüllen, was er gnädig mir verhieß. Ter Tod ist mir ein Schlummer. 2. Erbarmend sprach der Herr zu mir: dir ist vergeben! Mein Heil, mein Friede sey mit dir, du sollst leben! Fürchte nichts; denn du bist mein, ich habe dich erlöſet. 3. Dies ist mein Trost, ich bin erlöst, des Himmels Ers be; ich weiß, daß Gott mich nicht verstößt, wenn ich sterbe. Dich mit deinem Schrekken, Tod, werd' auch ich überwinden. 4. Gott ist mein Fels! Auf ihn allein will ich vertrauen. Ich sehne mich, bey ihm zu seyn; ihn zu schauen, dürftet meine Seele lang, um dort ihn anzubeten. 5. Jin Tod, Grab, Auferstehung, Gericht, Ewigkeit zc. 431 5. Im letzten Schlummer soll der Tod mich nur entkleiden. Dann komm, o Tag, bestimmt von Gott, Tag der Freuden! Ganz unsterblich, wonnevoll, jauchz' ich ihm dann auf ewig. 5. Herr, diesen Segen dank ich dir. Mich aus der Gruft zu heben, gingst du aus deis nem Grab herfür; du selbst, und ich soll leben. Ich glaub' es dir und zweifle nicht; dein Wort ist meine Zuvers ficht. Ch. Ch. Sturm. 6. In diesem Glauben står Mel. Mady's mit mir, Gott se. ke mich! Laß mich den Trost du 644. Herr, bu bist mei- empfinden, den großen Troft, ne Zuversicht! Du lebst, ich werd' auch leben. Du wirst mir, was dein Wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Der Fromme kommt nicht ins Gericht: dies stárket meine Zuversicht. ich fann überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht, denn du bleibst meine Zuver sicht. B. Münter. 2. Hier geb' ich oftmals 645. Heims Mel. Straf mich nicht in e. err, ich bin dein Eigenthum; weinend hin, den Saamen auszustreuen: dort wird der herrlichste Gewinn der Erndte mich erfreuen. Ich leide und verzage nicht; denn du bist meine Zuversicht. dein ist auch mein Leben. Mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mir's gege ben. Väterlich führst du mich, auf des Lebens Wegen meis nem Ziel entgegen. 2. Einst kommst du mit gros de. Ich weiß, die Welt, die ßer Kraft zum Gericht auf dies nicht faßt, nennt's fälsch- Erden; dann soll ich zur Relich schwere Bürde; sie spotte chenschaft dargestellet werden. nur; dies tauscht mich nicht, Dein Gericht schonet nicht, dort fieget meine Zuversicht. Richter aller Welten! Denn 4. Sink' immer hin, mein du willst vergelten. Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Nur hier bin ich des Todes Raub; dort werd' ich ewig leben. Wie stark ist dieses Trost's Gewicht! wie sicher meine 3uvreficht! 3. Weh' dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit hier gemißbraucht habe! Weh' dann mir! hab' ich hier dein Geschenk verschwendet, und nicht angewendet. 4. Laß. 3. Hier trag' ich Jefu sanfte Last; und das ist meine Wür 432 33. Von den letzten Schicksalen des Menschen, Licht, mein Trost und meine Zuversicht! auf Erden bin ich nur ein Gast, gedrückt von meiner Sünden Last. 2. Der Gang zur Ewigkeit ist schwer; wo nehm' ich Pilger Kräfte her? Ach führe, Herr, an deiner Hand mich in mein himmlisch Baterland. 3. Shwer liegt auf mir der Krankheit Schmerz; der Leib ist schwach, und matt das Herz; doch meine Seele schreit in mir: Herr, nimm mich hin, nimm mich zu dir! 4. 3u deinem Kreuz blick ich empor, and halte mir dein Leiden vor. Was kann mir in der Todespein so tröstlich, als dein Leiden, seyn? 5. Verschmähe meine Seufs zer nicht! Dein Geist soll, wenn mein Mund nicht spricht, im schwersten Kampf mein Beistand seyn, und Vater, Vater in mir schrein! 6. Wenn nun mein ster bend Haupt sich neigt, und sich mein Grab mir offen zeigt: so sey dein Wort: es ist vollbracht! mein Licht in jener Todesnacht. 4. Laß mir täglich dein Gericht, Gott, vor Augen schweben, und mich eifrig, meiner Pflicht treu zu seyn, bestreben, daß ich nie thòricht sie außer Augen seze, noch mit Fleiß verletze. 5. Lehre mich gewissenhaft meine Zeit anwenden, eingedenk der Rechenschaft, jeden Tag vollenden. Gib, daß ich darauf mich allzeit, auch noch heute, ernstlich vorbereite. 6. Beigt sich erst die Ewigkeit furchtbar in der Nähe, o dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad' erflehe. Wann der Tod mir schon droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe, mich gleich für jede Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such' und finde. Rufe du dann mir zu: alles ist vergeben; Sünder, du sollst leben! 8. Dann werd' ich auch im Gericht vor dir, Herr, bestehen, und vor deinem Ungeficht Freud' und Wonne fehen. Ewig dein werd' ich seyn und mich, dich zu lieben, ewig, ewig üben. m. Böhme, verbessert von J. P. Uz. In eigner Melodie. 646. err, Jefu Chrift, mein's Lebens 7. Ich lege meinen Wanderstab mit Freuden hin vor meis nem Grab, und gehe nun, wie's dir gefällt, hinüber in die beßre Welt. 8. Ich traue, Herr, auf deinen Tod; hilf mir in meiner letzten Noth, und schließt sich bann Tob, Grab, Auferstehung, Gericht, Ewigkeit zc. 433 dann mein Lebenslauf, so| nach deiner Lieb' und Treu' nimm mich in den Himmel in meiner letzten Noth mir auf. bey. 9. Um jüngsten Tag erwek. 5. Und führ' mich aus ke mich; da sieht mein Au- dem Jammerthal; verkürze ge froh auf dich. Ich weiß, im großen Weltgericht verdammst du mich, Erlöser, nicht. mir des Todes Qual; laß deinen Geist dann bey mir seyn, und seinen Trost mein Herz erfreun. 6. Wann sich die Seel' vom Leibe trennt, dann nimm sie, Herr, in deine Hand'; der Leib ruh' in der stillen Gruft, bis einst dein großer Tag ihn ruft. 7. Dann laß ihn fröhlich auferstehn, und mich dein gnädig Untlik sehn. Gedenk', o Heiland, im Gericht, an meine Missethaten nicht. 8. Was du in deinem Worte mir verheißen hast, das glaub' ich dir: fürwahr, sprichst du, euch sage ich, wer mein Wort hålt und glaubt an mich, 9. Der wird nicht kommen ins Gericht, den Tod auch ewig schmecken nicht; und ob er gleich hier zeitlich stirbt, mit nichten er drum ganz vers dirbt; 10. Bielmehr will ich mit starker Hand das Grab zerbrechen, das ihn band, ihn zu mir nehmen in mein Reich; hier herrscht er dann mit mir zugleich, 11. Im Freudenleben ewiglich: darzu hilf uns, Herr, Ee gná10. Unsterblich werd' ich auferstehn und Gott im hellern Lichte sehn; dann machst du mich in deinem Reich auf ewig deinem Bilde gleich. P. Eberus, verbessert von Ch. Weiße. In eigner Melodie. err Jesu, wah647. rer Mensch und Gott, du littest Marter, Ungst und Spott, als du für mich am Kreuze starbst, und mir den größten Trost er warbst. 2. Sch bitt, um beiner Todespein, wollst du mir Sünder gnädig seyn, wenn ich einst komm' in Sterbensnoth und ringen werde mit dem Tod. 3. Wenn mir vergehet mein Gesicht, und meine Ohren hören nicht; wenn meine Bunge nicht mehr spricht, und mir vor Angst das Herze bricht; 4. Wenn mein Verstand im Dunkeln irrt, und Menschenhülfe kraftlos wird: so steh' 434 33. Von den letzten Schicksalen des Menschen, gnadiglich. Vergib all' un frer Sünden Schuld, schenk' uns zum Kampf Muth und Geduld. 12. Mach' unsern Glauben stark und fest, wenn uns die ganze Welt verläßt; und bricht des Todes Schlaf herein, so laß ihn sanft und selig feyn. K. Melisander. In eigner Melodie. err! wie du 648. H willst, so schick's mit mir im Leben und im Sterben. Mein Herz verlangt allein nach dir; laß mich, Herr, nicht verderben! Erhalt' mich nur in deiner Huld; sonst, wie du willst, gib mir Geduld, denn dein Will' ist der beste. M. Schalling. In eigner Melodie. 649. erzlich lieb hab' ich dich, den Herrn; ich bitt', wollst seyn von mir nicht fern mit deiner Hülf' und Gnade. Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Erd' und Himmel frag' ich nicht, wenn ich dich nur kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, bist du doch meine Zuversicht, mein Theil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Chris! Mein Gott und Herr! Mein Gott und Herr! In Schanden laß mich nimmermehr. 2. Es ist, Herr! dein He schenk und Gab', mein Leib, Seel', alles, was ich hab' in 2. Erhalt' mich nur, so lang diesem armen Leben: damit ich hier auf dieser Erde lebe, ich's brauch' zum Lobe dein, in rechter Lieb' und Furcht zum Nuß und Dienst des vor dir, daß ich nach Tugend Nächsten mein, wollst mir strebe, und in der wahren dein' Gnade geben. Behüt' Heiligkeit vollbringe meine| mich, Herr, vor falscher Lehr'; Lebenszeit, bis ich das Ziel erreiche. der Bosheit und dem Laster wehr'! In allem Kreuz erhalte mich, auf daß ich's trag' geduldiglich. Herr Jesu Christ! Mein Herr und Gott! Mein Herr und Gott! Tróst' mir mein' Seel' in Tos desnoth. 3. Soll ich einmal nach deinem Rath von dieser Erde scheiden: o so verleih' mir deine Gnad', daß es gescheh' mit Freuden. Mein Leib und Seel' befehl' ich dir, o Herr! ein selig End' gib mir durch Jefum Christum, Umen! 3. Uch, Herr! laß deine Engelein am letzten End' die Seele mein in Abrahams Schoos Tod, Grab, Auferstehung, Gericht, Ewigkeit z. 435 Schoos tragen; den Leib in angst schon überfallen. Der seinem Kämmerlein, gar Sinnen Kräfte lassen nach, sanft, ohn' ein'ge Qual und Gehör und Augen werden Pein, ruhn bis am jüngsten schwach, und kaum kann noch Tage: alsdann vom Tod er die Zunge lallen; doch des wecke mich, daß meine Au- Gewissens Stimme spricht gen sehen dich in aller Freud', noch laut genug: Gott hålt o Gottes Sohn! mein Hei- Gericht. land und rein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich! erhöre mich, ich will dich preisen ewiglich. 4. Schon bör' ich der Posaunen Lon; ich sehe meinen Richter schon, und vor ihm alle Völker stehen. In seiner Hand ist Heil und Fluch, un widerruflich ist sein Spruch, ihn hintertreibt kein ångstlich S. Dach, verbessert von J. S. Diterich. In eigner Melodie. 650. Ich bin ja, Herr, lehen. Nur ſeiner Frommen deiner Macht; du hast mich an das Licht gebracht, und noch erhältst du mir das Leben. Du fennest meiner Tage Ziel, du weißt, wie wenig oder viel du selbst zum Antheil mir gegeben. Wo, wie, und wann ich sterben soll, Allwissender, das weißt du wohl. 2. Wen hab' ich in der letzten Pein? Wer kann mir Rath und Trost verleihn, mit neuer Hoffnung mich beleben? Wer blickt voll Huld mich Schwachen an, wenn mir kein Mensch mehr helfen kann, und ich der Welt muß Abschied geben? Wer schafft der trüben Seele Licht? thust du es, o mein Heiland, nicht. 3. Mich dünkt, schon lieg' ich kraftlos da, dem letzten Augenblicke nah, von Todesist bleibt der Sünder Theil. 5. Nicht Stand und Macht erretten dann; umsonst beut sich ein Bruder an, den andern da noch zu erlösen. Nach dem, was jeder hier gethan, wird jeder dort den Lohn empfahn: kein Schein der Tugend hilst den Bösen; Verschwendern ihrer Gnadenzeit folgt Unglück in der Ewigkeit. 6. Drum fleh' ich, Herr, mein Heiland, dir, erleuchte mich, damit ich mir nicht Eine böse That verzeihe. Erhalte mich im Glauben treu, daßß ich, vom Joch der Sünde frey, mich gänzlich deinem Dienste weihe; so geh' ich voller Zuversicht hier in den Zod, dort vor Gericht. 7. O Menschenfreund, dein theures Blut floß auch für €€ 2 mich: 436 33. Von den legten Schicksalen des Menschen, mich: dies gibt mir Muth; ich weiß, daß ich dir angehöre. Doch fällt in meiner Todespein mir noch ein banger Zweifel ein, so rette deines Leidens Ehre, und nimm dich meiner huldreich an. Du bist's, der Schwache trösten Bann. 8. Ja, ja, du meines Lebens Heil! Ich nehm' an deiner Wonne Theil, ich darf dir nach zum Himmel steigen. Nun sieg' ich über Angst und Noth, nun mögen sich mir Holl' und Tod mit allen ihren Schrecken zeigen. So lang ich lebte, war ich dein; dein werd' ich auch im Tode seyn. 33. Schmolk, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Valet will ich dir geben: c. ch'dent' an dein 651. I Gerichte, du Richter aller Welt! Der Thor nennt's ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt; mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich dein göttlich Licht und mein Gewissen lehren: du haltest einst Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Richterthron, um den die heil'ge Menge erhabner Engel steht. Welch herrliches Geprånge! o welche Majeståt! 3. Umsonst sucht nun der Sünder vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Menschen. kinder wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufst, und sie erscheinen vor deinem Richterthron; den Sündern und den Deinen gibst du gerechten. Lohn. 4. Frohlockend sehn die Frommen dein göttlich Unges sicht; schon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen; erlöst von aller Müh, sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, segnest sie. 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt, und durch ein sinnlich Leben das eitle Herz verwöhnt! Du gibst den Sündenknechten ihr Theil in jener Pein; und führest die Gerechten zu deis nen Freuden ein. 6. Herr, laß in diesem Leben dein schreckliches Gericht mir stets vor Auger schweben, so schreckt's mich künftig nicht: so werd' ich vor dir wandeln in wahrer Frömmigkeit, und als ein Weiser handeln, der seinen Richter scheut. 7. Ist dann dein Tag vorhanden; wird diese Welt vergehn: so hoff' ich nicht mit Schanden vor deinem Thron zu stehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit; Tob, Grab, Auferstehung, Gericht, Ewigkeit ic. 437 befreit; führst mich mit deiJ. P. Uz. nen Knechten in deine Herr- Mel. Vater unfer im Himmelr. lichkeit. 653.ch fühle, daß ich P. Pusch, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Was Gott thut, das ist ze. mich sterblich bin; mein Leben welkt, wie Gras, dahin. Wer weiß, wie uner wartet bald Ruf 652. Sper frohen Beit, an mich erschallt: Mensch, fehre wieder in den Staub! Wie leicht bin ich des Todes Raub. da ich werd' auferstehen. Dann werd' ich in der Herrlichkeit dich, Gott, mein Heiland sehen. Dann werd' auch ich, o Herr, durch dich, vereint mit allen Frommen, zur ew'gen Ruhe kommen. 2. Ja, Herr, du führst sie einst heran, die Stunde der Erlösung; die Stunde, da ich hoffen kann Trost, Freiheit und Genesung; da, Engeln gleich, int Himmelreich ich ewig werde leben, mit Herrlichkeit umgeben. 3. Der du die Auferstehung bist! Du bist's, auf den ich traue! Ich weiß, daß ich durch dich, Herr Christ, einst auferweckt dich schaue; und dein Gericht wird mich dann nicht mit Trůbsal, Angst und Schrecken, so wie die Sünder, decken. 4. Ich hoffe dann mit Freubigkeit vor dir, mein Haupt, zu stehen, und mit dir in die Herrlichkeit frohlockend einzugehen. hilf mir doch aus Gnaden noch, zum Glück der Ewigkeiten mich würdig zu bereiten. 2. Wenn man ins finstre Grab mich senkt, und meiner bald nicht mehr gedenkt: so bleibt, was irdisch ist, zurück, und hätte gleich der Erde Glück mich hier beständig angelacht, und glänzend vor der Welt gemacht. 3. O Thorheit! Hått' ich mich verkannt, und nach der Erden- Güter Tand, mach gros Bem Ueberfluß gegeizt, und, von dem niedern Stolz ge reizt, dem schnöden Prunk der Eitelkeit mein Herz und mein Bemühn geweiht! 4. Wie viele nimmt dies Blendwerk ein! Herr, laß es ferne von mir seyn. Ich über gebe ganz mich dir; hier bin ich, es geschehe mir nach dei ner Weisheit besserm Rath, die nur mein Heil zur Absicht hat. 5. Der Mensch, der aufgeblasne Thor, schreibt kindisch dir oft Weisheit vor. Du liebst ihn mehr, als er sich liebt; doch wenn ihm deine Hand 438 33. Von den letzten Schicksalen des Menschen, Hand nicht gibt, was seinem| fich. Mit jedem Pulsschlag Wahne glücklich scheint, so rückt die Zeit, die oft so ungedenkt sein Herz, du seyst sein nüßt verstrich, mich näher hin Feind. zur Ewigkeit. 2. Herr, lehre mich der Stunden Werth, die du mir zugezählt, verstehn; laß keis ne, die mir noch gehört, aus Leichtsinn ungenügt vergehn. 3. Und wenn, von dir geordnet, dann die richterliche Stund' erscheint: so nimm dich meiner Seelen an, du, mein Erlöser und mein Freund. 6. Der dich gemacht hat, sorgt für dich nicht auf die Erde schränket sich des Höchsten große Absicht ein. Du sollst, o Mensch, unsterblich seyn. Dies Leben ist ein Augenblick; ein Frühlingstraum sein långstes Glück. 7. Gedanke der Unsterblichkeit! Du hebst uns über Welt und Zeit. Erfülle meine ganze Brust, wann mich die Lokkung falscher Lust vom Guten abzuführen strebt. Wohl dem, der hier der Tugend lebt! 4. Verleihe Sterbensklugheit mir. Von Eitels keiten abgewandt, sey meine Seele ganz bey dir, der für mich starb und auferstand. 8. Die Rosen um der Lafter Haupt verblühen, eh' ihr Sclav es glaubt, ihr schånd- 5. Mich stårk', ob auch mein licher Genuß entweiht, und Herz erbebt, das felsenfedauert doch nur kurze Zeit. ste Glaubenswort: ich weiß, Nur Freuden, die der Him- daß mein Erlöser lebt; mel nåhrt, sind meiner gan- sein bin ich ewig hier und zen Sorge werth. 9. Gib mir, o du, der gerne gibt, ein Herz, das nur das Gute liebt. Mach' andre groß; o Gott! ich sey vergnügt und meiner Pflicht getreu, ein Mensch, der dir gefällig ist, ein wahrer Weiser und ein Chrift. dort. 6. Es sey mein herzlicher Entschluß, mein Leben meiner Pflicht zu weihn, und ben zufriedenem Genuß, mich dankbar Gottes zu erfreun. 7. Mein Ende komm' früh oder spåt, wie es mein wei ser Vater schickt, in dessen Hand mein Leben steht; ich weiß, daß mir's mit Jesu Ch. f. eander. Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r. Ich weiß, mein 654. Ende nahet glückt. Tod, Grab, Auferstehung, Gericht, Ewigkeit z. 439 Herr, auf den ich hoffend sehe, wirst auch noch dann mein Beistand seyn. So nah' dem Lohn', den Gott verspricht, so nah' am Ziele sink' ich nicht. J. J. Esthenburg. Mel. Wer nur den lieben Gottac. oder: Dies ist die Nachtic. 655. ch will dich noch im Tod' erheben, selbst noch am Grabe dank ich dir. 3um Segen gabst du mir mein Leben, und auch zum Segen nimmst du's mir. Mein Leben sucht' ich dir zu weihn; drum bleib' ich auch im Tode dein. 2. Gott, welche feyerliche Stunden, wenn du mich nun der Erd' entziehst, auch mich, den du getreu befunden, voll schonender Erbarmung siehst! in dein Gericht gehst du mit mir Erlösten 656.meines stönigs du Stadt, wie sehn' ich mich nach dir! Mein Geist, der schon des Himmels Vorschmack hat, glüht auf, entreißt sich mir! Auf Flügeln heil'ger Wonne verfolgt er höh'res Glück, läßt Erde, Meer und Sonne tief unter sich zurück. 2. O Freudentag, ich hoff entzückungsvoll auf dich, mein großes Ziel! Tag, da mein Geist der Erd' entfliehen soll, noch bist du Vorgefühl! Doch reizet mich kein andrer, du kommst, und führst zu Gott. So hofft und jauchzt der Wandrer beim schönen Abendroth. nicht. 3. Der Leib wird schwach, die ird'sche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; schon gehen meine müden Schritte den Weg zu Gott aus dieser Welt. Ich bin getroft und zage nicht; denn Gott ist selbst mein Heil und Licht. 4. Wie sollt' ich vor dem Tode beben, da bu, Erlöser, für mich starbst? Er wird durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Wie du ihn gingst, will ich ihn gehn, wie du, werd' ich auch auferstehn. 6. Ich will dich noch im Tod' erheben, selbst noch am Grabe preis ich dich; denn ewig werd' ich bey dir leben. Wie segnest du, mein Vater, mich! Für mich ist selbst der Tod Gewinn. Wohl mir, daß ich erlöset bin! 5. Laß auch das Grab in seiner Nähe mir noch die letzten Schrecken dråun; du, J. m. Mayfahrt, verbess. von J. F. Schmidt. In eigner Melodie. 3. Im Augenblick, wann meine Seele sich von ihrem Freunde 440 33. Von den letzten Schicksalen des Menschen, Freunde trennt, schwingt sie| Gern fiel ich in die Chöre der sich auf und sucht, o Höchster, Harfenspieler ein, die deiner dich hoch überm Firmament. Auf ihren neuen Wegen kommt Freudenwiederhall von Engeln ihr entgegen, und folgt ihr überall. Macht und Ehre dem Psalm der Wonne weihn; 4. Wie wird mir seyn, wenn Gottes Ehrenburg nun strahlend vor mir liegt! Und sich mein Geist Jahrtausende hindurch, nein, ewig drin vergnügt! Das größte Glück der Erde ist dann mir freudenleer, der größten Weltbeschwerde gedenk' ich dann nicht mehr. 5. Wie wird mir seyn, wenn ich den ew'gen Sohn und die er heiligte, rings um ihn her und um den lichten Thron in großen Schaaren seh'! Und wenn die theuren Meinen, mit Palmen in der Hand, sich nähern, Wonne weinen, froh, daß ich überwand! 6. Die einst den Rath von unfrer Seligkeit der Welt verkündigten, die werd' ich, ganz mit Klarheit überstreut, geschmückt mit Kronen sehn. Die unter Bluttyrannen Gott ehrten, haben Theil am hohern Schmuck, gewannen ein überschwenglich Heil. 7. Uch, Gott, mich reißt dein Sik, dein Heiligthum schon hier zu Jubeln hin: doch würden sie zu deines Namens Ruhm in Salem höher glühn. 8. Ich sång' alsdann, von stårkrer Glut belebt, das Lied der Seraphim! Und das vom Lamm, das voller sich erhebt, als Meeres- Ungestum. Denn hunderttausend 3ungen lobpreisen da zugleich, und stromen Anbetungen durch's ganze Himmelreich. J. G. Lindner. Mel. Wer nur den lieben Gottic. 657. Jest leb' ich; ob ich morgen Icbe, ob diesen Abend, weiß ich nicht. Woht mir, wenn ich mich Gott ergebe! Dann kenn' und thu' ich meine Pflicht; dann bin ich durch des Geistes Kraft bereit zu meiner Rechenschaft 2. Am Morgen blüht und glänzt die Blume, und fällt oft schon am Abend ab. So sinkt mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, eh er's besorgt, ins Grab. Und, Seele, du mißbrauchst so leicht ein Leben, das so schnell entfleucht! 3. Entziehe dich dem Weltgetümmel; hier ist der Kampf, dort ist die Ruh'. Ach streb' und ringe nach dem Himmel; eil einem bessern Leben zu. Wie bald verfließt der Prüfung Tob, Grab, Auferstehung, Gericht, Ewigkeit zc. 441 In glaubigem Entzücken laß meine Seele sehn: wie im Gericht der Sünder du mit dem Tode rangst, und wie du, Ueberwinder, allmächtig ihn bezwangst. fung Beit! Und dann, ach! kommt die Ewigkeit. 4. Verschiebe niemals deine Pflichten. Was du zu thun jetzt schuldig bist, das eile heute zu verrichten: wer weiß, ob's morgen möglich ist! Nur dieser Augenblick ist dein; der nächste wird's vielleicht nicht seyn. 5. Es sey, o Bater meines Lebens, die Warnung: wachet! send bereit! an meiner Seele nicht vergebens, verloren nicht der Gnade Zeit. Dann führt mich selbst ein schneller Tod zu deiner Seligkeit, o Gott! V. Herberger, verbessert von C.F. Neander. Mel. Balet will ich dir geben 2c. On Gottes Rath 4. Der frohe Siegsgedanke: wo ist dein Stachel, Tod? stårk' mich, daß ich nicht wante in meiner Todesnoth! So ist, ob ich gleich sterbe, doch Sterben mein Gewinn. Sch bin des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ich's bin. 658. der du die Liebe biſt. noch eh' ich ihn gesehn. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: kommt her, beladne Herzen, zu mir, und findet Ruh'! Dies Wort aus deinem Munde laß, Herr, mich zu erfreun, in meiner letzten Stunde mir Geist und Leben seyn. 5. Du schreibst in's Buch des Lebens auch meinen Namen ein; dein Blut kann nicht vergebens für mich vergossen seyn. Dir trauet meis ne Seele; dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner Seele, ich gern die Welt; ich geh' zum bessern Leben, sobald es ihm gefällt. Was wär's, das mich betrübte? Dort ſchau ich ewig 659. Kein Stündlein den, den Seele licbte, geht dahin, es liegt mir in dem Sinn, ich bin auch immer, wo ich bin, daß mich der Tod wird sehen in die letzte Noth. Gott! wenn alles mich vers läßt, so thue du bey mir das Best'. Ach 2. Hier ist kein Aufenthalt; der Tod hat die Gewalt, er raubt und würget Jung und Alt; er reißt uns fort aus uns sernWürden, Stand und Ort. Uch 3. Mit dir muß es mir glükken, den Kampf zu überstehn. M. Frank. In eigner Melodie. 442 33. Von den letzten Schicksalen des Menschen, Leibe bricht vor Angst und Qual, wer führt mich durch das finstre Thal? Ach Gott, wenn alles ic. 9. Herr Jesu! du allein sollst mir in Todes- Pein die beste Hülf und Labsal seyn, auf dich will ich die Welt ges segnen williglich. Uch Gott, wenn alles ic. 10. Herr Jesu, nimm mich auf, nimm mich zu dir hinauf, wenn ich vollende meis nen Lauf; ich ruf zu dir, so lang' ein Odem ist in mir: Uch Gott! wenn alles mich verläßt, so thue du bey mir das Best'. Ach Gott, wenn alles mich verläßt, so thue du bey mir das Best'. 3. Kein Rath, kein' Arzeney, kein Heulen, noch Geschrey; kein Bruder kann mich machen frey; in aller Welt ist nichts, daß endlich mich erhält. Ach Gott, wenn alles zc. 4. Kein Reichthum, Geld noch Gut, kein fühner Heldenmuth hilft vor dem Tod und seiner Wuth; all' Ehr' und Pracht bestehet nicht vor seiner Macht. Uch Gott, wenn alles 2c. 5. Was Schmerz, was Angst und Pein, o Gott! wird um mich seyn, wenn nun der Tod wird brechen ein? Wer wird alsdann mit Trost sich mei- 660. Lesnacht, Met. Jesus, meine Zuversicht zc. aß die ner nehmen an? Uch Gott, wenn alles zc. bange Seele, dich nicht schrek6. Wann mein Gewissens- ken! Jesus lebt, und seine Buch, wann des Gesetzes Fluch, wann Sünd' und Bosheit zum Versuch tritt wider mich: wer ist, der mein erbarmet sich? Ach Gott, wenn alles 20. Macht wird mich einst vom Tod erwecken. Diese feste Zuversicht raubt mir Welt und Hölle nicht. 7. Wann Sprach', Verstand und Sinn auf einmal fällt dahin, und ich nicht mehr bin, der ich bin: wer schreit mir zu, wann mir der Schmerz låst keine Ruh'? Ach Gott, wenn alles ic. 8. Wann meiner Augen Licht mir ferner leuchtet nicht, und mir das Herz im 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! Und ich kann ihm sicher trauen, daß er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Er ist Haupt! Ich bin sein Glied, welches er hin zu sich zieht. 3. Glaub' und Liebe haben mich inniglich mit ihm verbunden; Trost und ewig's Heil hab' ich durch ihn in den letzten Stunden. Selbst im Tode Tod, Grab, Auferstehung, Gericht, Ewigkeit zc. 443 Tode bleib' ich sein, ewig sei-| Jesum schauen; jede hier er ner mich zu freun. littne Pein wird dann wie ein Traum mir seyn. 4. Staub und Asche bin ich zwar, weiß, daß ich vergehen werde: doch ich steige wunderbar einst erneuert aus der Erde, daß ich in der Ewigkeit froh genieße Seligkeit. 10. Selig, selig werd' ich seyn. Aber vorher muß ich streben, Jesu, ähnlich dir zu seyn, um zu dir mich zu erheben. Will ich einst dein Antlitz sehn, muß ich deine Wege gehn. 5. Dann wird mich statt dieser Haut ein verklärter Leib umgeben, für die neue Welt. gebaut, und geschickt zum bessern Leben, und in diesem Leib J. S. Diterich. bele teh' ich meinen Jeſum 661. M Geist, Gott, Mel. Wie schön leuchtet der ic. ganzer ewiglich. 6. Dann werd' ich im hellen Licht seine Herrlichkeit erkenwird entzückt, wenn er hinauf gen Himmel blickt, dahin dein nen, und mit größrer Zuver- Rath uns leitet, wo deine milsicht meinen Herrn ihn dank voll nennen; wann er von der Sterblichkeit nun auf ewig mich befreit. de Baterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du da hast verbreitet. Mächtig fühl' ich mich getrieben, dich zu lieben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden ser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bey dir zu finden! Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Gute dar, daß wir sie froh empfinden; doch hier sind wir bey den Freuden noch mit Leiden stets umgeben, dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab; dort wischest du die Thrånen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrey, denn 7. Mich, der hier noch seufzt und fleht, wird er herrlich dort erhöhen; irdisch wird mein Leib gesa't; himmlisch wird er auferstehen. Hier verwese mein Gebein! Dort wird's unverweslich seyn. S. Freudig seh' ich hin zur Gruft. Erde werde wieder Erde! Denn ich weiß, wenn Jesus ruft, daß ich auferstehen werde, wann die Stimm': erwacht! nun schallt, die durch alle Gråber hallt. 9. Wo ist dein Triumph, o Tod? Nimm den Staub hin! Ohne Grauen folg' ich dir, ich werde Gott, werde meinen 444 33. Von den letzten Schicksalen des Menschen, denn du, o Herr, machst alles neu; das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort für Gerechte, deine Knechte, keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. Menschensohn, der für mich starb, um dessen Thron viel tausend Sel'ge stehen. Der du der Deinen Wonne bist! dich werd' ich da, Herr Jeſu Christ, mir zum Entzücken sehen. Dann wird, mein Hirt, nichts mich können von dir trennen; ohn' Aufhören werd' ich bey dir seyn, dich ehren. 8. Wie selig werd' ich dann erst seyn, wie sicher werd' ich dann mich freun, dir ewiglich lobsingen! O Jesu, Herr der Herrlichkeit, du hast dies Glück auch mir bereit't; hilf mir es auch erringen. Laß mich eifrig darnach streben, und mein Leben hier so führen, daß ich dort kann triumphiren. 4. In deinem höhern Heiligthum erschallet deines Namens Ruhm von lauter frohen Zungen. Da strahlt die Herrlichkeit des Herrn; da schaut man sie nicht mehr von fern; da wird sie neu besungen. Heller, schneller als hienieden, ohn' Ermüden, sehn wir droben, Gott, wie hoch du bist zu loben. 5. Mit neuer Inbrunst lie ben wir dich, Bater, dann und dienen dir mit fröhlichem Gemüthe. Nichts stört den Frieden unsrer Brust und unsre tausendfache Lust an deiner großen Güte. Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter SM 1. Alle Menschen müssen 26. Kein J. G. Albinus, verbessert von J. S. Diterich. len, die dann weiter nicht 662.Menschen ist ges mehr fehlen. 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Baterhand sie, die ein Sinn schon hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd' ich, frey von Mängeln, selbst mit Engeln, mir zum Segen, da die reinste Freundschaft pflegen. 7. Da komm' ich zu bem ben; ihre Herrlichkeit ver blüht. Keiner von des Hims mels Erben lebet, der den Tod nicht sieht. Staub wird dies ser Leib von Erde; doch, das mit er himmlisch werde, wird er zur Unsterblichkeit einst er wecket und erneut. 2. Wollt' ich länger hier vers weilen, als es meinem Gott gefällt? Seinem Reiche zuzu eilen, ring' ich nach der bes fern Tod, Grab, Auferstehung, Gericht, Ewigkeit z. 445 fern Welt. Jesus tilget meis| alle Thränen trocknet er; ne Sünden, stärkt mich, hilft Schmerz und Gram sind dort mir überwinden. nicht mehr. Auch aus meiner letzten Noth rettet mich sein Blut und Tod. 3. Und wer kann mich ihm entreißen? Mein ist er und ich bin sein. Er erfüllt, was er verheißen, sein soll ich mich ewig freun. Ja, durch ihn soll mir's gelingen, mich zu ihm empor zu schwingen: im Gerichte zu bestehn; seine Herrlichkeit zu sehn. 7. Ich entbrenne von Berlangen, dies verheißne Land zu seyn; jene Krone zu empfangen; auch am Throne dort zu stehn. Diese Hütte, die zerstäube; denn ich weiß, an wen ich glaube! Sterben ist auch mein Gewinn; denn ich geh' zum Vater hin! 4. Sein ist Seligkeit und Leben. Viele Schaaren liegen schon, ihren Retter zu erheben, knieend vor des Mittlers Thron, wo sie mit der Engel Heeren tief anbetend ihn verchren, mit Triumph, mit Preis und Dank, daß er Tod und Grab bezwang. 8. Welche Tröstung, das zu. wissen! Dieser großen Hoffnung voll, zag' ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden! Gott verwandelt sie in Freuden, wenn ich christlich sie ertrug, bis er spricht: es ist genug! 5. Die ihr glaubt und recht 663. Mein Heiland, hier wenn bens Dunkelheit dort in Licht und Schaun verwandelt, und in Wonne jedes Leid! Seht, sie weihn ihm neue Lieder! werfen ihre Kronen nieder; opfern ihm, durch ihn befreit, Preis und Dank in Ewigkeit. Ch. Ch. Sturm. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich se. Geist erfreut, im Glauben auf die Herrlichkeit des ew's gen Erbtheils blicket, das du für mich bereitet haft: wie leicht dunkt mir dann jede Last, die mich hienieden drukket. Dann wird der Eitelkeiten Tand in seinem Unwerth mir bekannt; der Erde Pracht ist mir wie nichts, beym Anblick jenes ew'gen Lichts. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! Mein Herr und Gott! Dies Heil verdank' ich deinem 2. Wenn 6. Vaterland verklärter Frommen! Heil, Unsterblich feit und Ruh, was kein Sterbe licher vernommen, Gottes Heil, gewährest du. Freudenerndten schenkt Gott denen, welche fden hier mit Thránen;| Tod. 446 33. Von den letzten Schicksalen des Menschen, 2. Wenn einst auf deinen wie mein Haar, mir, eh' ich Wink mein Geist des Körpers Banden sich entreißt: dann stårk' ihn aus der Hdhe, daß mir nicht schrecklich sey das Grab, daß ich ins Todesthal hinab getrost und freudig gehe. Die Klarheit jener bessern Welt schaff, wenn mich Dunkelheit befállt, in meinem finstern Herzen Licht und Heiterkeit im Angesicht. Dann, Jesu Christ, mein Herr und Gott! Mein Herr und Gott! Dann wird ein Schlummer mir der Tod. 3. Auf kurze Zeit schließt sich zur Ruh' mein thránenvolles Auge zu, und schlummert in dem Staube; doch der, der mich zum Staube ruft, der ruft mich einst auch aus der Gruft; ich weiß, an wen ich glaube. Er lebet und ich werd durch ihn der Grabesnacht gewiß entfliehn; mein Geist und mein verklärt Gebein, wird sich des Herrn, des Mittlers, freun. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! Mein Herr und Gott! Du schaffst das Leben aus dem Tod.. war, auch meine Lebensstunden dar. 2. 3war nus' ich mit 3ufriedenheit die Tage meiner Sterblichkeit; denn du versußest sie, o Gott! Doch Müh' und Noth sind ihr Gefolg, und dann der Tod. 3. Die Blume pranget und fällt ab; so blüht der Mensch und sinkt ins Grab. Nicht Jugend schützt, nicht Stand noch Geld; nichts in der Welt ist, was ihn davor sicher stellt. 4. Wer rüstet mich mit Muth und Kraft auf's Ende meiner Pilgerschaft? Und wer beruhiget mich hier? Allein von dir, o Herr, kommt Muth und Ruhe mir. 5. Du bringst mich, bin ich nur bereit, zum sichern Glück der Ewigkeit, wo man des kurzen Grams vergißt, wohin, Herr Christ, du selbst vorangegangen bist. 6. Froh werd' auch ich, wenn's dir gefällt, ein Bürger deiner bessern Welt; dann sag' ich dem, der um mich weint: Gott ist der Freund, der uns einst wieder froh verC. F. Neander, Mel. Ich hab' mein' Sach' 2c. eint. 664.Me Gottes ich dir; du brachteſt ihn vom 7. Den Trost, o Jesu, dank' Mein Leben in Hand. Er thu', was er mir heilsam fand! Er zählte ja, so Himmel mir, du hast's versichert: ihr seyd mein, auch ihr Tod, Grab, Auferstehung, Gericht, Ewigkeit zc. 447 ihr sollt seyn, wo ich bin, lern' auch seiner dich erund euch ewig freun. freun. 6. Ueberwind' ihn durch Vertraun; sprich: ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd' ihn schaun einst in einem bessern Leibe. Er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seis ne Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab' oft hin, siehe dein Gebein vers senken; sprich: Herr, daß ich sterblich bin, lehre du mich selbst bedenken; lehre du mich's jeden Tag, daß ich weiser werden mag. M. Luther. In eigner Melodie. C. f. Gellert. Met. Jesus, meine Zuversicht zc. eine Lebens665. Mi zeit verstreicht, stündlich eil ich zu dem Grabe. Und was ist's, das ich vielleicht irdisch noch zu leben habe? Denk', o Mensch! an deinen Tod, såume nicht, denn eins ist Noth. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, wünschen wirst gelebt zu haben. Guter, die du hier erwirbst, Würden, die die Menschen gaben, nichts wird dich im Tod' erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir 3eugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz verdient allein deiner Wünsche Ziel zu seyn. 4. Wann in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben: dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erheben: dann erschreckt dich kein Gericht; Gott ist deme Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, liebe Gott, und bet' und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ift Gottes Sache. Lern' nicht nur den Tod nicht scheun, 666. Mitte Pitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen; wen suchen wir, der Hülfe thut, daß wir Gnad' erlangen? Das bist du, Herr! alleine. Uns reuet unsre Mis sethat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht versinken in des bittern Todes Noth. Kyrie Eleison! 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Höllen Rachen; wer will uns aus solcher Noth frey und ledig machen? Das thust du, Herr! alleine. Es jammert dein' Barmherzigkeit unsre Sund' und großes Leid. 448 33. Von den letzten Schicksalen des Menschen, Leid. Heiliger Herre Gott! 3. Bald stören ihn des KörHeiliger starker Gott! Heilis ger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllenglut! Kyrie Eleison! pers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; bald kämpft in seinem eignen Her zen ein Feind, der öfter siegt, als fällt; bald sinkt er, durch des Nächsten Schuld, in Kummer und in Ungeduld. 3. Mitten in der Höllenangst unsre Sund' uns treiben; wo sollen wir dann fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ! alleine. Vergossen ist dein theures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost! Kyrie Eleison. 4. Hier, wo so oft die Tugend leidet, so oft das Laster glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet, und des Bekümmerten vergißt: hier kann der Mensch nie frey von Pein, nie frey von eigner Schwachheit seyn. 5. Hier such' ich's nur; dort werd' ich's finden; dort werd' ich heilig und verklärt der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth; den Gott der Liebe werd' ich sehn, ihn lieC. f. Gellert. Mel. Dies ist die Nacht zc. oder: Ach, wie betrübt sind 2c. 667. Nung kurzer fung furzer Tage erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt fich die Klage in göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß; und jene Welt reicht ihr den Preis. ach einer Prů- ben, ewig ihn erhöhn. 2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen sel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh' nimmt in der Seele ab und zu. 6. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt seyn; und Seligkeit und Heil die Fülle in jenem Leben mich erfreun. Dann låßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich selig bin. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. 8. Dat Tod, Grab, Auferstehung, Geriche, Ewigkeit x. 449 8. Da werd' ich zu dem Throne bringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart, ein S. Dach, verbessert von J. S. Diterich. In eigner Melodie. wie selig seyd Heilig, heilig, heilig! fingen 668.hr doch, the dem Lamme, das erwürget ward: und aller Himmel sel'ges Heer jauchzt ihm einstimmig Preis und Ehr'. Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seyd entgangen allen Leiden, die uns noch ume fangen. 9. Da werd' ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn; das nie gestórte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn; da wird durch jeden Augenblick, ihr Heil mein Heil, ihr Glück mein Glück. 10. Da werd' ich dankvoll dem begegnen, der Gottes Weg mich gehen hieß; ihn mit entzückter Rührung segnen, daß er der Tugend Pfad mir wies. Da find' ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sey dir! denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! Gott, wie muß das Glück er freun, der Retter einer Seele seyn! 12. Was send ihr Leiden dieser Erden doch gegen jene Seligkeit, die wir dereinst genießen werden nach Gottes Rath in Ewigkeit? Wie Nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh'! 2. Hier, ach! hier ist auch das beste Leben immer noch mit Sorg' und Furcht umgeben; was wir hier fennen, ist noch kein vollkommnes Glück zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht im sichern Frieden, der euch nach dem Kampfe ist beschieden; kein Schmerz und Leiden stört euch im Genuß der reinsten Freuden. 4. Christus stillt nun völlig eure Thränen; ihr habt schon, wornach wir uns noch sehnen; ihr hört und sehet, was des Menschen Geist hier nicht verstehet. 5. Ach! wer wollte denn nicht gerne sterben, und, statt Erdenglücks, den Himmel er ben? Wer wollt' in Zeiten sich zu diesem Wechsel nicht bes reiten? 6. Hilf uns, Jesu, ernstlich darnach streben; komm' und führ' uns zu dem höhern Leben, wo deine Frommen erst zur vollen Ruh' und Wonne B. kommen. Ff 450 33. Von den letzten Schicksalen des Menschen, Glück erwarb, als am Kreuz er für uns starb. 23. Schymolk, verbessert von J. S. Diterich. 5. Da wird deiner Frommen Menge ein Herz, eine Seele unaus- Dienst und Dank und 669. prechlich felig Lobgesänge, dir, erhabner werden wir im Himmel feyn! Da, da erndten wir unzählich unsers Glaubens Früchte ein. Da wird, ohne Leid und Záhren, unser Leben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit! Gott, zu weihn; dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. Mel. Du, e schönes Weltgeb. 2c. oder: Welt, ade, ich bin dein zc. 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet hast, noch in Keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden faßt dei nes Himmels große Freuden? Doch nach dieses Lebens Leiden werden alle, die dir traun, mehr noch, als sie hoffen, schaun. 3. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glück erhöhn; mit erstaunendem Gemüthe wird dann unser Auge sehn, deine Huld sey überschwenglich, und das Gute unvergänglich, das dem, der dich redlich liebt, deine Vaterhand dort gibt. 4. Dann wirst du dich unfern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Wonne wird uns fehlen, da, wo alles Wonne ist. Bu vollkommnen Seligkeiten wird uns bort der Mittler leiten, der uns dieses 6. O wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöst und da zu seyn, wo nach ausgeweinten Thränen ew'ge Güter uns erfreun? Wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagge sang in Psalmen, unsre Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer stört. 7. Was ist unser Loos auf Erden? Ob's auch noch so köstlich sey, ist's doch nie ganz von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frey. Schnell folgt hier auf Lust oft Weinen; dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 8. Sey, o Seele, hoch erfreuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott vers leihet! Richte deines Glaus bens Blick oft nach jener Stadt der Frommen, mit dem Ernst, dahin zu kom men. Trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist. 9. Ohne Tod, Grab, Auferstehung, Gericht, Ewigkeit zc. 451 9. Ohne Heiligung wird J. S. Diterich. keiner, Herr, in deinen Him- Mel. Es ist gewißlich an der zc. mel gehn. so mache im- 671. Schon ist der mer reiner hier mein Herz, dich einst zu sehn! Hilf du felber meiner Seele, daß sie nicht den Weg verfehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt. Tag von Gott bestimmt, da, wer auf Erden wandelt, sein Loos aus Gottes Händen nimmt, nach dem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt des Menschen Sohn; er kommt und Wolken sind sein Thron, der Erden Kreis zu richten. 2. Hier, an dem Rand der Ewigkeit, hier stehn die Millionen, die seit dem ersten Tag der Zeit auf dieser Erde wohnen; nur dem Allwissens den bekannt, unzählbar, wie am Meer der Sand: hier stehn sie vor dem Richter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Wage hält, wird keine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist; hier gilt nicht mehr Betrug und List; hier gilt kein falscher Zeuge. 4. Der Richter spricht; der Himmel schweigt, und alle Völker hören erwartungsvoll und tief gebeugt: Kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der Frommen Schaar; doch die, diz widerspenstig war, heißt er nun von sich weichen. 5. herrlich aber wird alsdann der Frommen Werth Ff2 erschei J. A. Cramer. Mel. Herr, ich habe mißgehand. 670. Richte ichtet nicht, wenn Sunder sterben; rufet nach dem Tode nicht über sie herab Verderben, Gottes Donner und Gericht. Wer da steht ( vernehmt es alle!) sehe zu, daß er nicht falle. 2. Wer dorf richten? wer verdammen? Wißt: es ist ein Einiger, welcher richten und verdammen und vergeben kann; der Herr! Er, der Gott ist, kann erretten, kann im Tode noch erretten. 3. Wißt! ein heilig Dunkel decket, was Gott thun kann oder will. Durch der Sünder Tod erschrecket, stehe, wer noch irret, still. Kehrt zurück zu seiner Gnade auf der Tugend sichre Pfade! 4. Laßt nicht erst des Grabes Schrecken( ach! wie furchtbar sind nicht die!) euch zur Heiligung erwecken, eilet und beschleunigt sie! Die nur, welche heilig leben, dürfen nicht im Tode beben. 452 33. Von den letzten Schicksalen des Menschen, erscheinen! Du, Herr, nimmst sie zu Ehren an, erklärst sie für die Deinen; sie schauen mit erstauntem Blick des Glaubens und der Liebe Glück, dem sie sich hier schon weihten. 6. Sie gehn nun in das selge Reich, das Gott für sie bereitet, und sehn auf ewig, Engeln gleich, ihr Wohlseyn ausgebreitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit; kein Kummer, keine Traurigkeit stort forthin ihre Freude. 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es stårke meine Zuversicht, wenn hier mich Leiden krånken; es reize mich gewissenhaft, und eingedenk der Rechenschaft, nach deinem Wort zu wandeln. unter Gottes Hut, wirst du sie wieder sehen. 3. Des Frommen Seele trennt sich nicht von gleichgesinnten Frommen. Sie werden all' in Gottes Licht auf's neu' zusammen kommen, von keinem Tode mehr getrennt; denn Gottes Engel, der sie kennt, vereinigt sie zusam men. 4. Der fromme Wandrer findet dann dort den Gefähr ten wieder; der Gatte trifft den Gatten an, der Bruder seine Brüder. Die fromme Mutter küßt ihr Kind; denn alle gute Seelen sind in Gottes Stadt beysammen. 5. Drum bitt' ich euch mit Mund und Hand, seyd fromm und gut, ihr Meinen, damit wir dort im Vaterland uns ewig einst vereinen. Wie Mel. Wenn mein Stündlein 2c. wird's uns seyn, wenn wir S. B. Bürde. uns sehn, wenn wir uns froh entgegen gehn, und ewig Heil uns leuchtet. 6. Send froh, ihr Lieben! denn gewiß: wir werden uns dort finden, in Gottes Stadt, im Paradies, von Fesseln frey, von Sünden. In, unser Staub wird auferstehn; o Wiedersehn, o Wiedersehn! wie tröstest du die Scele! 672.chwer liegt der Trennung Last auf mir; ich liebe sie, die Meinen. O laß, mein Gott, mein Gott! vor dir mich diese Frage weinen: werd' ich, nach meinem Tode gleich, werd' ich, o Herr, in deinem Reich die Meinen wieder sehen? 2. Wohl mir! o Gott, ich höre schon des Geistes Etimme wehen; sie lispelt mir im Harfenton: du wirst fie wieF. G. Klopstock. Mel. Mitten wir im Leben zc. der sehen! bist du nur mm, 673. tårke, die zu find sie nur gut; dori oben, dieser Zeit, da wir,- Tod, Grab, Auferstehung, Gericht, Ewigkeit zc. 453 wir, Herr, dir singen, müde,| 3. F. Schmidt, geändert von C. Loßius. stumm, im kalten Schweiß, mit dem Tode ringen! Du nur Mel. Jerusalem, du hochgeb.zc. nsterblichkeit kannst fie erquicken! Sie lie- 674.11banke, der - gen da, und sehn hinab in das schauervolle Grab! Heiliger! Schöpfer, Gott! Heiliger! Mittler, Gott! Heiliger! barmherziger Tröster! du ewiger Gott! Laß fie nicht verfinken in des Todes letzter Angst! Erbarm' dich ihrer! 2. Wer mit einem Wassertrunk der Geringsten einen deiner Treuen labt, soll froh im Gericht erscheinen! Wir labten, Herr, sie gerne! allein kein Trunk mehr kühlet sie! Darum beten wir für sie! Heiliger! Schöpfer, Gott! Hei liger! Mittler, Gott! Hei liger! barmherziger Tröster! du ewiger Gott! Laß sie nicht erliegen! Herr! Herr! Herr! Gott! im Gericht erbarm' dich ihrer! den Geist des Sterblichen belebt; in Trübsal ihn dem finstern Gram entreißt und zu den Sternen hebt! Du strahlst, mehr als die Sonne, mir Licht und Wärme zu! Mein Glück und meine Wonne, mein ganzer Stolz bist du. 2. Ich daure fort auch. wenn der Leib zerfällt. Sonst wäre Leben Qual. Die Seele kommt zu einer bessern Welt, zu Freuden ohne Zahl. Es stammt vom Herrn des Lebens dies süße Vorgefühl. Er gab mir's nicht vergebens; ich seh' mein höh'res Ziel! 3. Vernichtet wird im Reiche der Natur auch nicht der kleinste Staub. Thor! hältst du denn des Menschen Seele nur für der Vernichtung Raub? Der uns das Seyn gegeben, erhält, was er uns gab; schafft aus Verwesung Leben, lockt Keime aus dem Grab. 3. Ach, selbst Jesus Christus hat diesen Kelch getrunken, ist von viel mehr Qual umringt, in das Grab gesunken. Um seines Todes willen, hör' unser thrånenvoll Gebet, das für fie um Gnade fleht! Heiliger! Schöpfer, Gott! Heiliger! Mittler, Gott! Heiliger! barmherziger Tröster! Um Gnade für sie! Laß sie fanft entschlummern, trockne, trockn' in jener Welt all ihre Thränen! - 4. Ich daure fort. strebt in mir ein Drang zur Thätigkeit schon früh. Und wenn ich hier mit allen Kråften rang, erreicht' ich's Ziel doch nie. Wozu der Muth, dies Streben, der Keim voll hoher Kraft? Für diese Span ne - 454 33. Von den letzten Schicksalen des Menschen, ne Leben? Wie klein! wie J. Rist, aber abgeåndert und ab. råthſelhaft! gekürzt von J. B. Basedow. 5. Hier strebt der Geist nach Wahrheit und nach Licht; Mel. D Ewigkeit, du Donnerw. erdammniß, doch Wahn und Irrthum 675. Verbani hemmt des Lauf; er findet sie hier nicht; ihm bleibt so vieles fremd. Ach! dieser Durst nach Wahrheit wird einst gewiß gestillt, dort, wo in größter Klarheit der Quell der Weisheit quillt. 6. Wie weint hier oft der wahre Tugendfreund, verkannt, verfolgt, geschmåht; indeß im Glück der freche Tugendfeind sein frevelnd Haupt erhöht. Dort übern Sternen thronet, Er, der Gericht einst hält. Die Tugend wird belohnet in einer bessern Welt. nerwort! das wie ein Schwerdt das Herz durchbohrt, bey dem es angstvoll bebet. Bezähme, stor', zernichte du des frechen Sünders Troß und Ruh, bey der er sicher lebet. Bebt, Sünder, bebt vor Gottes Macht! Fleht ihn um Gnade, kámpfet, wacht! 1 2. Er warnet euch: ihr fol get nicht. Bedenkt! es trifft euch sein Gericht, und ohne Maas der Zeiten. Unendlich ist des Höchsten Kraft; der Geistern die Empfindung schafft; sie währt durch Ewigkeiten. Wer hier die Sünden nicht bereut, wird nicht von fünft'ger Qual befreyt. 7. Deß bin ich froh! dieganze Seele glüht voll hoher Ähndungen. Hoch tónet noch am Grab das Jubellied der bald Bollendeten! Ich weiß, an wen ich glaube! Weiß, was mir Gott verheißt. Erhaben überm Staube, unsterblich ist mein Geist. 8. So stirbt die Flur im23interschlaf dahin; die Bäume stehn entlaubt. Der Lenz erwacht und die Gefilde blühn, der Wald bekrångt sein Haupt. O schönes Bild vom Leben! du Flur im Frühlings- 676. W kleid! Mein Haupt werd' ich 3. Ach, Menschen! uns als Brüder theu'r, schaut dieser Qual entferntes Feu'r, sie naht sich jede Stunde! Vielleicht ist heut' der letzte Tag, da man ihr zu entfichn vermag: ach! eilt zum Gnadenbunde! Erbarm' dich aller Seclennoth, o Vater! durch des Sohnes Tod! D. Schiebeler. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. arum erbebst du, meine erheben im Lenz der Ewigkeit. Seele, bey dem Gedanken an dein Tod, Grab, Auferstehung, Gericht, Ewigkeit zc. 455 dein Grab! Nicht dich umschließt einst seine Höhle; nur deine Hütte finkt hinab; fie B. Münter. Mel. Wenn mein Stundlein z. oder: Herr, wie du willst, so zc. schuf der Allmacht Wink aus 677.Wenn einst mein sterbend AuStaub, drum wird sie der Verwesung Raub. 2. Du, zur Unsterblichkeit erlesen, schwingst dich empor zu Gottes Licht, und schaust den Ursprung aller Wesen von Angesicht zu Angesicht; bewunderst deines Gottes Macht in jener Welten Bau und Pracht. 3. Dann, Seele, wirst du das verstehen, was hier kein weiser Mund erklärt; was, hier vollkommen einzusehen, des Wissens Trieb umsonst begehrt; dann tauscht dich Wahn und Irrthum nicht, und selbst die Finsterniß wird Licht. 4. Dann wirst du den, ja! den erblicken, den hier allein der Glaube sieht, ihn, der dich ewig zu beglücken, nach Gottes Rath am Kreuz verschied; dann jauchze, daß kein Wahn, kein Spott, dich hier getrennt von deinem Gott. ge bricht, mein letzter Hauch verschwindet, mein Leib erstarrt, und selbst es nicht, daß er entschläft, empfindet: wenn um mich, den Entschlummern. den, dann alle meine Lieben stehn, und angstvoll mich bes weinen: 2. Dann, Schöpfer, nimm auf meinen Geist, der sich zu dir erhebet, der dankbar deine Gute preist, daß er nun ewig lebet: dann tröste, die betrübt um mich mit Thránen klas gen; laß fie sich mehr meiner Wonne freuen. 3. Mein hingefallner Leib bleibt hier, ihn wird das Grab verschließen. Heil mir! das Grab wird dennoch dir ihn wieder geben müssen. Du kommst, Erwecker! deine Macht, die ihn aus Nichts hervorgebracht, kann auch aus Staub ihn bauen. 4. Wie könnt' ich trauern, daß im Tod' mein Leib zu 5. Wann nun der Tag Staub vermodert? Ich weiß des Herrn erscheinet, ver- ja, daß ihn einst mein Gott låst dein Leib der Gråber vom Grabe wieder fodert. D Ruh'; zum zweytenmal mit Hoffnung, daß nach kurzer bir vereinet, wird er un- Ruh' mein Leib erwacht, wie sterblich seyn, wie du. Ogroß bist du! und welch' ein Seele! zittre långer nicht, daß Trost im Tode! deiner Hütte Bau zerbricht. 5. Des Todes Schmerzen, Gott, 456 33. Von den letzten Schicksalen des Menschen, Gott, will ich, wenn er nun| ben? Und könnt' ich auch die kommt, nicht achten, und will Welt erwerben, beging ich doch voll Hoffnung, Herr, auf dich solch Uebel nie. nach der Vollendung trachten, will mich dem Ziele freudig nahn, mein himmlisch Kleinod zu empfahn, das Jesus mir erworben. 5. Denk' an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schätze sich vermehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk an die Eitelkeit der Er den, daß, wird sie dir entrissen werden, du dann dich nicht C. f. Gellert. In eigner Melodie. du 678. Was sorgft bu ſo ſehr betrübst. ångstlich für bein Leben? Es Gott gelassen übergeben, ist wahre Ruh', und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nutzen, es dankbar, als ein Glück besigen; verlieren, als verlörst du's nicht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken: doch dich zur Weisheit zu erwecken, soll er dir stets vor Augen seyn. Er soll den Wunsch zu leben mindern, doch nicht in deiner Pflicht dich hindern; vielmehr dir Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen Pflichten: so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind. Sprich: follt' ich Gutes wohl verschieben? Nein, meine Beit, es auszuüben, ist kurz, und sie verfliegt geschwind. 4. Denk an den Tod, wenn böse Triebe, wenn Lust der Welt und ihre Liebe dich rei sen: und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute stere 6. Denk' an den Tod ben frohen Tagen. Kann deine Lust sein Bild vertragen: so ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Vergnügen zu versüßen: welch Glück werd' ich erst dort genießen, wo ich unendlich leben soll! 7. Dent' an den Tod, wenn deinem Leben das fehlt, wor nach die Reichen streben: sprich: bin ich hier, um reich zu seyn? Heil mir, wenn ich in Christo sterbe! dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist des Himmels Reichthum mein. 8. Denk' an den Tod, wenn Leiden kommen! Sprich: alle Trübsal eines Frommen ist zeitlich und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bdsen, wird mich gewiß der Tod erlösen; er ist's, der mir die Krone reicht. 9. So fuche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft vorzustellen: dann wirst du ihn nicht zitternd scheun; dann wird er dir ein Trost in Kla= Tod, Grab, Auferstehung, Gericht, Ewigkeit zc. 457 Klagen, ein weiser Freund in| Kein Auge sahe sie, dem Ohr guten Tagen, ein Schild in erscholl sie nie, diese Wonne! der Versuchung seyn. In Ewigkeit sey dir geweiht, Herr, unser Dank, und Ehr und Preis! f. G. Klopstod. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. achet auf! so 679. Wac ruft die Stimme, so rufet einst ber 680. Wenn ich die das himmlische Freude betrachte, die mir Gott verheißt, bin ich für sie nur Gefühl und verachte, was die Welt mir preist. Jesum zu sehen, o Wonnegedanke! du bringst schon hienieden des Himmels Frieden in des Mens schen Geist. 2. Heftige Wünsche für långeres Leben hab' ich nie genáhrt: war ich doch immer von Trúbsal umgeben, die das Herz beschwert. Du auch, o nagende Sünde, geselltest dich zu meinem Leide: mein Antheil Freude ward durch dich gestört. 3. Schlaue Verführer zum Bösen erhoben, wie ein Berg, ihr Haupt; daß sie nicht sieg ten, war Hülfe von oben, die kein Feind mir raubt. Der die Gerechten so gerne beschuhet, kämpft mit starken Waffen, kann Rettung schaffen, wenn es niemand glaubt. 4. Leben und Leiden ist im mer vereinigt, ist der Mensch heit Loos; Wonne, von allem Verdrusse gereinigt, herrscht im Himmel blos; darum er' buld' Grab, verlaßt die Gruft! Wachet auf, erlöste Sünder! Versammlet euch, ihr Gottes Kinber! der Welten Herr ist's, der euch ruft. Des Todes stille Nacht ist nun vorbey! Erwacht! Hallelujah! Macht euch bereit zur Ewigkeit! Sein Tag, sein großer Tag ist da! 2. Erd' und Meer und Hölle beben; die Frommen stehen auf zum Leben, zum neuen Leben stehn sie auf! Ihr Verföhner kommt voll Klarheit, vor ihm ist Gnade, Treu' und Wahrheit; der Tugend Lohn front ihren Lauf! Licht ist um deinen Thron und Leben, Gottes Sohn! Hosianna! Erlöser, dir, dir folgen wir zu deines Vaters Herrlichkeit. 3. Ewig's Lob sey dir gefungen! Wir sind zum Leben burchgedrungen! Am Ziel sind wir beym großen Lohn! Christus strömt der Freuden Fülle auf uns! Wir schaun ihn, ohne Hülle, ihn, unsern Freund und Gottes Sohn! Verbessert von J.. Schmidt. In eigner Melodie. 458 33. Von den letzten Schicksalen des Menschen, duld' ich, als Wandrer hie-| Götter stamml' ich Wonn' nieden, meine Pilgerplagen; und Dank. Gott hilft sie tragen, Gottes Huld ist 5. Ach, und was nügten mir 681. Winblein Reichthum und Ehre, und die ganze Welt, wenn ich her nach ein Verworfener wäre, Bösen zugesellt? Nein, ich erwarte nur dauernde Güter, die mir aus Erbarmen, der Freund der Urmen, Jesus, aufbehält. 7. Hermann. In eigner Melodie. 8. Blendende Schaaren, ich seh' sie im Geiste! Sind ganz Lobgesang, jauchzen dem Bater, dem Sohn und dem Geiste, feyern Wonn' und Dank! Mit cuch, ihr seligen Geister des Himmels, preis ich meinen Retter; dem Gott der vorhanden ist, aus dieser Welt zu scheiden, so hilf du mir, Herr Jesu Christ, in meinem letzten Leiden! Herr, meine Seel' an meinem End' bes fehl' ich dir in deine Hånd'; du wirst sie wohl bewahren. 6. Göttliche Tröftung im Drange der Leiden, daß ein Himmel ist, wo man, um strömt von unendlichen Freuden, kurzen Schmerz vergißt. Komm nur gefürchtete Stunde des Todes! Gegen deine Schrecken wird der mich dekken, der fo huldreich ist. 2. 3war wird mich mein Gewissen sehr bey meinen Sünden nagen; da ihrer viel, wie Sand am Meer: doch will ich nicht verzagen. Ich traue dann in dieser Noth, o Herr, auf dich und deinen Tod. Du wirst mich wohl erhalten. 3. Ich bin ein Glied an dei7. Jesus, der Huldreiche- nem Leib', deß tröst' ich mich das ist mein Glaube! Spotte von Herzen: von dir ich unnur, o Thor!-hilft mir im Sterben, und ruft aus dem Staube mich dereinst hervor. Dich erblick' ihn, er låutert mein Auge, macht's von Thränen trocken, führt mit Frohlocken mich zum SiegerChor. geschieden bleib' in Todesnoth und Schmerzen; und wenn ich sterbe, sterb' ich dir, ein ew'ges Leben hast du mir durch deinen Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd' ich im Grab nicht bleiben: mein höchster Trost dein' Auffahrt ist, Tod'sfurcht kann sie vertreiben: denn wo du bist, da komm' ich hin, daß ich stets bey dir leb' und bin; drum fahr' ich hin mit Freuden. 5. So fahr' ich hin zu Jesu Christ, mein' Urm' thu' ich aus Eod, Grab, Auferstehung, Gericht, Ewigkeit zc. 459 ausstrecken, so schlaf ich ein wie du willst, so schick's mit und ruhe fein, kein Mensch mir. Mein Gott! ich bitt' kann mich aufwecken, als Je- durch Christi Blut, mach's sus Christus, Gottes Sohn, nur mit meinem Ende gut. der wird die Himmelsthur' aufthun, mich führ'n zum ew'gen Leben. Aemil. Jul. Gräfin von Schwarzburg. Verbessert von C. f. Loßius. In eigner Melodie. 5. Laß mich bey dieses Lebens Freuden bedenken, daß sie schnell vergehn; voll Hoffnung laß mich bey dem Leiden zu deines Himmels Wonne sehn. Mein Gott! ich bitt'durch Christi Blut, mach's 682. Wer weiß, wie nur mit meinem Ende gut. nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod. Uch wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnoth. Mein Gott! ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 6. Ach! Vater, denke meiner Sünden um Jesu Christi wils len nicht! Laß mich durch ihn Vergebung finden, und geh' nicht mit mir ins Gericht. Mein Gott! ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 2. Es kann vor Nachts leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn, weil ich leb' auf dieser Erden, leb' ich in seter Tod's- Gefahr. Mein Gott! ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 3. Gib, Herr, daß ich ans Ende denke, und daß ich einmal sterben muß; daß ich den Geist vom Eitlen lenke, und ja nicht spare meine Buß. Mein Gott! ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 4. Laß mich bey Beit mein Haus bestellen, daß ich bereit fey für und für, und sage frisch in allen Fällen: Herr, 7. Ich weiß, ich weiß an wen ich glaube! Mein Jesus ist und bleibet mein! Wer ist, der mir mein Kleinod raube? Auch noch im Tode bin ich sein! Mein Gott! ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 8. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sey Leben oder Tod. Ich leg' die Hand in seine Seite, und sage: mein Herr und mein Gott! Mein Gott! ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 9. Mein Jesus starb auch mir zu Gute; ich ward ge= tauft zum ew'gen Heil; ich nahm 460 33. Von den letzten Schicksalen des Menschen, nahm an seinem Leib und Blute, im heil'gen Abendmahle Theil. Mein Gott! ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 10. So komm' mein End' heut' oder morgen; ich weiß, daß mir's mit Jesu glückt. Die Meinigen wird Gott versorgen, der auf Verwaiste huldreich blickt. Mein Gott! ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 11. Ich leb' indeß an Gott ergeben, und sterb' ohn' alle Kümmerniß. Ich mag nun sterben oder leben, so glaub' ich und bin ganz gewiß: durch deine Gnad' und Christi Blut mach'st du es mit mir ewig gut. J. G. Pfranger Mel. Wer weiß, wie nahe mirac. oder: Wer nur den lieben Gott ze. er weiß es, Gott, wie 683. bald die Stunde, die Stunde meines Albschieds schlägt, da man mich mit erblaßitem Munde zu meinen Vätern schl egt? Wer weiß es, ach! wer weiß die Zeit, den Eintritt meiner Ewigkeit? 2. Du weißt es, Gott, der meine Tage langst schon all wissend niederschrieb, und unter Glück und unter Plage stets Vater meines Lebens blieb; von dir, der mir den Odem gab, hångt auch mein letzter Odem ab. 3. Vielleicht in wenig Augenblicken, rückt dieses große Ziel heran, wo ich nicht andre mehr beglücken, nicht an mir selbst mehr bessern kann; das Ende jeder guten That, die letzte Erndte meiner Saat. 4. Vielleicht ist dies der letzte Urme, der jest um meine Hülfe fleht; wenn ich mich heute nicht erbarme, vielleicht ist's morgen schon zu spät; und dann, was bringt die Erndtezeit? Die Frucht der Ungerechtigkeit. 5. Mein Pfund erst morgen wuchern lassen: welch ein Gedanke voll Gefahr! Kann ich den Abend nicht erblaffen, wenn ich am Morgen fröh lich war? Drum fáum' in deis nem Wohlthun nicht! Dies, Mensch, ist Weisheit und ist Pflicht. - 6. Vielleicht webt emsig im Gewerbe jetzt eine Hand mein Todtenkleid; liegst du, oBett', worauf ich sterbe, mich einzus nehmen schon bereit! Wohl, eh' der Morgen wieder graut, hat man mir schon mein Grab gebaut. 7. Wer weiß, wer jetzt schon den Gedanken, der mich am Grabe tröstet, denkt; den Trank bereitet, der mich Kranken in meiner letzten Stunde trånkt; und wer jetzt irgend in der Tod, Grab, Auferstehung, Gericht, Ewigkeit zc. 461 der Welt den Baum zu meis| war dein Leichentuch, viel nem Sarge fällt. leicht dein letztes Wort ein Fluch! 8. Betrogner. Mensch! 3u spåt am Grabe gen Himmel erst um Rettung schrein! So wie ich hier gelebet habe, so wird dereinst mein Sterben seyn: und wenn ich dann noch Sünder bin, so ist mein Glück auf ewig hin. 13. Prág', Herr, das Wort aus deinem Munde doch jes dem Herzen kräftig ein, und laß, du kommst zu welcher Stunde, nur unsern Abschied selig seyn! Vielleicht kommst du zur Mitternacht: v wohl dann ewig dem, der wacht! 9. Die Kraft von meinen besten Jahren sey Gott und meiner Pflicht geweiht! Die Buße bis ins Alter sparen, ist tråge Unentschloſsenheit; gar bis zum Tote- welch ein Wahn, da man auch schlafend sterben kann. 10. Vielleicht raubt Schmerz und Fieberhitze mir plötzlich Sinne und Verstand; wenn ich in Todesångsten schwitze und fühle schon der Glieder Brand; vielleicht ein Fall, vielleicht ein Schlag bestimmt mir meinen Sterbetag! 11. Wie leicht trifft dich der Tod am Ende noch im Gewerb' des Lasters an, lähmt die vom Raub noch blut'gen Hånde, die keine Thrane was schen kann; schreibt dir, bey taumelndem Verstand, dein Todesurtheil an die Wand! 12. Reißt dich vielleicht vom Wollustbette, vielleicht vom Born betdubt, ins Grab; macht das zu deiner Sterbeståtte, was deinem Geize Nahrung gab; ein Diebstahl Ch. F. Weiße. Mel. In allen meinen Thaten 2c. 684. Mie fanft fehn wir Frommen nun bald der Erd' entnommen, sich seinem Biele nahn! Wo sich des Lebens Freuden vom frechen Sünder scheiden, da gehn des Christen Freuden an. 2. Er freut sich auf sein En-! de, und hebt voll Dank die Hände zu seinem Vater auf; gesichert vor Verderben, kann er nun fröhlich sterben, nach cis nem wohl vollbrachten Lauf. 3. Sein ruhiges Gewissen bebt nicht vor Finsterniffen der Bahn, die er nicht kennt: die schreckensvollen Pfade erleuchtet ihm die Gnade des Gottes, den er Vater nennt. 4. Er segnet froh die Seinen, die um sein Lager weis nen, ermahnt und tröstet fie; und, seiner Treue wegen, etfüllt Gott seinen Segen, und weichet auch von diesen nie. 5. Die 462 33. Von den letzten Schicksalen des Menschen, 5. Die Engel steigen nieder,| vor Gericht; da bringt Gott voll hoher Jubellieder, die alles an das Licht, und macht, Seele zu empfahn; er stimmt in ihre Chöre Anbetung, Preis und Ehre dem Mittler, seinem Heiland, an. was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich draut: so sen doch wak ker und bereit; prüf deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 6. Laß, Hochster, mich bestreben, so in der Welt zu leben, wie man dies Glück erwirbt: damit ich als ein Erbe der Seligkeit auch sterbe, so freudig, wie ein Frommer ftirbt. 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu seyn: dies macht dich nicht von Suns den rein. C. f. Gellert. Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r. 685. Wi ie sicher lebt S. Ein Herz, das Gottes der Mensch, Stimme hört, ihr folgt, und der Staub! Sein Leben ist sich vom Bösen kehrt; ein ein fallend Laub; und den- glaubig Herz, von Lieb' ernoch schmeichelt er sich gern, füllt; dies ist, was vor dem der Tag des Todes sey noch Höchsten gilt. fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk' bey Glück und Noth, im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen 9. Die Heiligung erfordert Müh'; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie; doch aber rins ge stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. 10. Der Zweck des Lebens, das du lebst, dein höchstes Biel, nach dem du strebst, und was dir ewig Glück verschafft, ist Tugend in des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes seyn; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Tod's- Erinnerung. 12. Wie oft vergeß ich diese Pflicht! Herr, geh' mit mir nicht ins Gericht; drück' selbst des Tod, Grab, Auferstehung, Gericht, Ewigkeit z. des Todes Bild in mich, daß ich dir wandle würdiglich! 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Liebe, Demuth), Fried' und Treu', die Frucht des Geistes in mir sey; 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh'; stets meiner Schwachheit widersteh', und einstens, in des Glaubens Macht, mit Freuden ruf: es ist voll bracht! 463 Stunde nicht, die mich, wann nun mein Auge bricht, zu deis nen Todten sammelt. Viels leicht umgibt mich ihre Nacht, eh' ich dies Flehen nod) vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Mach' mich fertig! Ich befehle meine Seele deinen Händen: laß mich mei nen Lauf gut enden! 4. Vielleicht sind meiner Tas ge viel; vielleicht bin ich noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert! Bin ich von meinem Ziel noch weit: so sey mein Leben dir geweiht, bis einst der Leib zertrüm mert. Laß mich, durch dich, reiche Saaten guter Thaten dann begleiten vor den Thron der Ewigkeiten. 5. Wie wird mir dann, Er löser, seyn, wann ich, mich deiner ganz zu freun, dich dort anbeten werde? Dann bin ich frey von Sünd' und Leid, ein Mitgenoß der Herrlichkeit, nicht mehr ein Mensch von Erde. Preis dir, daß mir durch dein Leiden jene Freuden offen stehen! Ewig will ich dich erhöhen! 5. G. Klopstock, verbessert von J. S. Diterich). Mel. Wie schon leuchtet der zc. 686. Mie wird mir dann, mein Heiland, seyn, wann ich, mich deiner ganz zu freun, in dir entschlafen werde? Alsdann werd' ich auch ganz befreyt von Sünde und von Sterblichkeit, entfliehen dieser Erde. Freu' dich innig, meine Seele! Und erwähle schon hienieden, was dir dient zum ew'gen Frieden. 2. Besiege denn des Todes Graun, mein Geist; er ist ein Weg zum Schaun in jenem bessern Leben. Er sey dir nicht mehr fürchterlich; ins Allerheiligste wird dich der Herr dadurch erheben. Hier 687. Wir bringen wird dein Hirt nach den nen, nach dem Sehnen, dich, Erlösten, völlig und auf immer trösten. 3. Herr, Herr, ich weiß die E. Liebich. Met. Nun laßt uns den Leib ic. Leib zur Ruh, und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. 2. Er 464 33. Von den letzten Schicksalen des Menschen, 2. Er bleibt nicht immer| det ist, so sey uns nah, Herr Usch' und Staub, nicht immer Jesu Christ! Mach' uns das der Verwesung Raub; er Sterben zum Gewinn; zieh' wird, wenn Christus einst er unsre Seelen zu dir hin! scheint, mit seiner Seele neu vereint. 10. Und wenn du einst, du Lebensfürst, die Gråber mache tig öffnen wirst: so laß uns fröhlich auferstehn, und dann dein Untlig ewig sehn! 3. Hier, Mensch! hier lerne, was du bist, lern' hier was unser Leben ist; nach Sorge, Furcht und mancher Noth und Arbeit kommt zuletzt der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit, ſchnell kommt her 688. Mir bringen an wie wir die Beit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichthum, Ehr' und Glück, gleich uns, nur einen Augenblick; so währt auch Kreuz und Traurigkeit, wie unser Leben, furze Zeit. 6. O sichrer Mensch, befinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich; in allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bey den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: ich bitt, o Gott, durch Christi Blut, mach's einst mit meinem Ende gut! 8. Laß alle Sünden uns bereun, vor unserm Gott uns kindlich scheun! Wir sind hier immer in Gefahr: nehm' je der seiner Seele wahr! 9. Wenn unser Lauf vollen D. 2. 5. Niemeyer. Met. Nun gibe mein Jefus: c. oder: Christ, der du bist Tag 26. unsern Dank! Wir stammeln dir den Lobgesang, dir, der den Retter aus der Noth ges sendet hat, den sanften Tod. 2. Des Todes Kampf war schwer und heiß, die Stirne deckte falter Schweiß; hoch hob das Herz und zitternd sich, da kam Gott, und ers barmte sich. 3. Nun schlummert er, den wir geliebt, die Seele, die kein Kummer trübt, ist ewig! ewig wird sie nun von dieses Lebens Kampfe ruhn. 4. Denn Seligkeit ist ihr ge währt! Der Leiden Kelch ist ausgeleert, sie hört des Weis nens Stimme nicht, freut sich vor Gottes Ungesicht. 5. In Frieden schlummre! Himmelsruh' strömt dir vom Throne Gottes zu. Bald les gen unsern Pilgerstab auch wir bey unfern Gråbern ab. 3 wey Zweyte Abtheilung. Lieder zur Beförderung reiner Erkenntniß Gottes und einer vernünftigen Ausübung der christlichen Tugend. Von Gott und seinen Eigenschaften. Daseyn Gottes. E. von der Reck. Mel. Ich dank' dir schon zc. 3 6. Ich sah fie oft bey stetem Glück in tausend, tausend Freuden; auch sieht sie mein 689.& lebt ein Gott, bethrånter Blick in kleinen 3. Ich seh's, wenn Donnerwolken glühn, und Berg und Wald bewegen. Ich seh's, wenn sie vorüberziehn, am sanften lieben Regen. 465 Leiden. liebt; ich seh's, wohin ich blit- 7. Es lebt ein Gott, der Menke, am Nebel, der den Himmel schen liebt, ich seh's, wohin ich trübt, so wie am Sonnenblicke. blicke. Sey's, daß sich auch 2. An jeder dunkeln Regen- der Himmel trübt: es dient nacht, wenn auch kein Stern zu meinem Glücke. mir leuchtet; am Monde, wenn er freundlich lacht, und meinen Pfad erleuchtet. Nicht nur, wenn Frühlingslüfte wehn durch Laub und junge Blüthe; nicht nur, wenn reife Saaten stehn, seh' ich des Schöpfers Gute; 5. Ich seh' fie auch, wenn tiefer Schnee die starre Flur bedecket; und wenn der Nord das scheue Reh in Felsenklüfte schrecket. 13 J. F. Schmidt. Mel. Seele, was ist schoner's ze. ott, schön 690. Sift beine Welt! Herrlich ist die Pracht, die von Höhen, die vom Feld mir entgegen lacht. Kein Ungefähr, sprache jeder Heide hier, Gottes Milde sehen wir rings um uns her! - 2. Ach, und dieses Wohlges fühl håtten Heiden nur? Ganz des blinden Bufalls Spiel ware die Natur? Schweigt, Låsterer!-Lieber wollt ich Heide seyn, als mich deiner nicht erfreun, du Herrlicher! 3. Nirgends find' ich UnverS$ stand, 466 1. Von Gott und seinen Eigenschaften. stand, miss' ich Zweck und Plan; bey der Milb, im Moos, im Sand, treff' ich Wunder an. Laß, Thor, den Spott! Regen, Sonnenschein und Luft, Gras und Baum und Staude ruft: es ist ein Gott! 4. Schöpfer, ich empfinde dich! Jeder frohe Sinn, Herz und Seele reißen mich zur Anbetung hin! Ich, Staub, darf den, dem sich auf erhabner Bahn ehrfurchtsveli bie Himmel nahn, durch Sang er höhn. 5. Guter, aus dem dunkeln Nichts riefst du mich hervor: dankbar blick ich, Quell des Lichts, nun zu dir empor! Heil mir! du bist; und durch deine Huld nur ward ich ein Wesen edler Art, das denkt und schließt. 6. Meiner Seele Kraft ist Bild, schwaches Bild von dir; frey zu denken, weise, mild, ziemet denn auch mir. Laß lebenslang, Gott, mich Brüdern nüßlich seyn: das wird mehr noch dich erfreun, als Lobgesang. J. 2. Cramer, verbessert von B. Münter. Mel. Herzliebster Jesu, was sc. Ich weiß, daß 691. Gott ist; Gott hat mich erschaffen! Was hätt' ich wider Furcht und Gram für Waffen? wenn diese Welt kein Werk zu seiner Ehre, wenn er nicht wäre? 2. Dann mußt' ich unter mir das Thier beneiden! Ach mir versiegte jeder Quell der Freuden; und jeder Lustort würde mir auf Erden zur Wüste werden! 3. War' ich nicht elend, wär' ich nicht verloren? Ach! beffer war's, ich wäre nie geboren, als wenn ich, blind durch 3weifelsucht und Lüste, von Gott nichts wüßte! 4. Denn warum hatten wir so edle Seelen? das Glück, das wir bedürfen, zu verfeh len? Dann ist das Laster Tugend; Glück, sein Leben ihm preis zu geben! 5. Flieht, lästernde Gedans fen! ihr beflecket von ferne schon die Seele, die ihr schrekket! Entweicht! ich kenne meines Lebens Quelle; entweicht zur Hölle! 6. Ich weiß, daß Gott ist: weiß, an wen ich glaube; weß auch mein Geist ist; wer den Leib vom Staube so herrlich schmückt, mich trägt, mich unterstüßet, mich täglich schüßzet. 7. Ich weiß, auf welchen Grund mein Glück ich baue; wen ich verehre, wem ich mich vertraue. Shm zu gefallen, will ich mich nun üben; will ihn nur lieben! E. Liebich), Daseyn und Wesen Gottes. 5.Dudarfst das Vieh nurfragen; es wird dir lehrend sagen: Gott, der die Welt regiere, sey Schöpfer auch der Thiere. 6. Das Würmchen in dem Staube, die kleinste Raup' am Laube; das Gras, die schlanken Halmen sind seines Ruhmes Psalmen. 7. Herr! du bist hoch erhoben, wenn auch die Menschen toben; wenn auch der Thoren Rotten dich läugnen und verspotten. 467 se. Liebich, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Wach' auf, mein Herz 2c. 692. Gott! aus deinen Werken kann ich dein Daseyn merken. 693.9nbetungswürd' In allen Kreaturen find' ich der Allmacht Spuren. 2. Das große Weltgebäude, dein Ruhm und meine Freude, ruft in viel tausend Chören: Gott ist! Gott mußt du ehren! 3. Wer sprach es, daß die Erde, und daß der Himmel werde? Wer sprach es, daß im Meere des Wassers Sammlung ware? 4. Wer ließ in jenen Höhen das Sternenheer entstehen? Wer hieß des Donners Brüllen die Welt mit Furcht er füllen? 8. Laß alle, die dich kennen, und dich mit Ehrfurcht nennen, und die dir fest vertrauen, dein Untlig ewig schauen. Wesen Gottes. J. J. Rambach, verbessert von J. S. Diterich. Mei. O Gott, du frommer Gott. oder: Nun danket alle Gott ic. Gott, mit Ehrfurcht stets zu nennen! Du bist unendlich mehr, als wir begreifen können. Oflöße meinem Geist die tiefste Demuth ein, und laß mich stets vor dir voll Ehrerbietung seyn. 2. Du riefst dem, das nicht war, um Lust und Seligkeiten, um Tugend und Gefühl für's Gute zu verbreiten. Die Liebe bist du selbst, Verstand und Rath sind dein; und du gebrauchst sie gern, zu fegnen, zu erfreun. 3. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig Werdé! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Er de. Mit deinem kräft'gen Wort trågst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 4. Du bist der Herren Herr; der Erde Majestäten sind, Höchster, vor dir Staub; dein Wink schafft, und kann tödten. Wen du erniedrigest, Gott! wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, deß Hoheit muß bestehn. 5. Wer hat dich je gesehn? Wer kann als Mensch dich sehen? Kein sterblich Auge 6 g 2 reicht 468 1. Von Gott und seinen Eigenschaften. reicht bis zu des Lichtes Hö-| laß mich allein auf, hen, von welchen du mit Huld auf deine Schöpfung blickst, und alles, was da lebt, erfreuest und beglückft. Herr! vertrauen, und die mein ganzes Leben weihn, mein Glück blos auf dich bauen, und niemals dich verläugnen. 3. Du bist der höchstvoll kommne Geist, der Vater al ler Geister. Dich preiset, was vernünftig heißt, als seinen Herrn und Meister. Laß meis. ner Seele hohen Werth mich reine Tugend lehren; und so, wie es dein Wort begehrt, dich ungeheuchelt ehren, im Geist und in der Wahrheit. 4. Du bist, o Gott, von Ewigkeit, dein Thron bleibt immer stehen. Nie fehlt es dir an Herrlichkeit, wenn Himmel selbst vergehen; laß von der Erde eitlem Tand mein Herz sich stets erheben zu meinem wahren Vaterland, und nur nach dem mich streben, was ewig mich erfreuet. 5. 6. Ja, hier erkennen wir dich nur sehr unvollkommen; wird aber dermaleinst der Vorhang weggenommen, der dich, Unendlicher! noch unserm Blick verschließt; dann sehn wir heller ein, wie herrlich du, Gott, bist. 7. Indeß sey auch schon jezt dein Ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein Lob von unsern schwachen 3ungen! Dort soll, wenn wir dereinst mit hellerm Blick dich sehn, vollkommner unser Lied dich, großer Gott, erhöhn. 694.St J. Arndt, verbessert von G. J. 3ollikofer. Mel. Christ, unser Herr, zum 2c. ott! mache du mich selbst bereit, vor deinen Thron zu treten, und deine große Herrlichkeit voll Ehrfurcht anzubeten. Laß, Herr, vor deinem Ungesicht, mein Herz fich deiner freuen, und einen Strahl von deinem Licht die Finsterniß zerstreuen, die mich hier noch umdüstert. 2. Du bist der Herr und keiner mehr; nichts find der Heiden Götter. Nur dir gebühret Preis und Ehr'; kein Helfer noch Erretter ist außer die; Gott! was seyn wird, ist und war, und was wir thun und tichten, das ist dir alles offenbar; du wirst einst alles richten: laß mich dein helles Auge scheun, aufrichtig vor dir wandeln, und deines Beifalls mich zu freun, auch dann rechtschaffen handeln, wenn Finsterniß mich deket. 6. Unendlich, Herr! ist deine Macht, zu retten, die dich lies ben, zu strafen, wenn man dich verlacht, um Frevel auszuüben. Gib, daß mich deiner Allmacht Daseyn und Wesen Gottes. 469 Allmacht Schutz stets als ein bein Wort ewig bleiben. Gib, Schild bedecke, mich auch nicht Menschenhaß und Trut, nur bein Mißfallen schrecke: du bist allein zu fürchten. 17. Voll höchster Weisheit bist du, Gott! Kein Mensch kann sie ergründen. Umringt uns allenthalben Noth, du weißt doch Rath zu finden. Bewahre mich, daß ich mich nicht mit bangen Sorgen quàdaß ich fürchte dein Gericht, und alles was du dråuest; auch hoffe, was dein Wort verspricht, daß du mir's gern verleihest: wer hofft, wird nicht zu Schanden. 11. Gott! wenn mein Herz dich so verehrt, dich über alles schätzet, für dein Gesen fich ganz erklärt, und nie dein Necht verletzet: so wirst du le. Gib, daß ich dir mit 3u- dort, mein Heil! mein Licht! versicht mein Wohl und Weh' mich besser noch beglücken. befehle, und kindlich auf dich Ich schaue dich von Angesicht mit freudigerm Entzücken, um ewig dich zu lieben. traue. 8. Gott! du bist heilig und gerecht, und kannst nichts Ro- 3. 2. Cramer.img ses leiden; wer sagen will: er sen dein Knecht, muß jede Mel. Aus meines Herzens 2c. oder: Beuch ein zu deinen 2c. Sünde meiden. Gib, daß ich 695.Schwingt, heilimich der Heiligkeit mit rechge Gedanken, tem Ernst befleiße, nachjage der Rechtschaffenheit, und deine Wege preise, so wunderbar sie scheinen. euch von der Erde los! Gott, frey von allen Schranken, ist unaussprechlich groß; kommt, Menschen, und lobsingt vor seinem Angesichte! Gott wohnt in einem Lichte, zu dem kein Auge dringt. 9.Du bist sehr gnädig, fromm und gut, vergibst die Schuld dem Sünder; erbarmst dich, wie ein Vater thut, von Herzen deiner Kinder. Laß reichen Trost von deiner Huld in meine Seele fließen; und laß mich, nach bereuter Schuld, auch wieder Ruh' genießen, und dann vorsichtig handeln. 2. Kein Sinn kann ihn erreichen, kein endlicher Verstand darf sick, mit ihm vergleichen. Wer hat ihn ganz erkannt? Macht euch von ihm kein Bild! Wer kann den Höchsten sehen? Ob er gleich alle Hihen und jede Tief' erfüllt. 10. Gott! dessen Wahrheit stets besteht: wohl benen, die bir glauben! Wenn Erd' und Himmel einst vergeht, wird i glänzt heller noch, ihr Sterne! 3. Die Sonn' in hoher Ferne mag strahlenreicher glühn: was 470 1. Von Gott und seinen Eigenschaften. was send ihr gegen ihn? Ihr ist unendlich, grånzenlos in send in eurer Pracht, in eu seinem ganzen Wesen. rem schönsten Lichte, vor seinem Angesichte, noch dunkler als die Nacht. 2. Ihn trifft kein Wechsel flücht'ger Zeit. Nie größer oder kleiner wird seines Wesens Herrlichkeit; nur er war stets, sonst keiner. Wir Menschen sind von gestern her; eh' noch die Erde war, war er; noch eher als die Himmel. 3. Um seinen Ehron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet; ihn faffen alle Himmel nicht, die seine Kraft erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und auch offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Wo wåren wir, wenn seis ne Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, fennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bey ihm ist Weiss heit und Verstand, und er umspannt mit seiner Hand die Erde sammt dem Himmel. 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? weiß er nicht alle Wege? wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Die Finsterniß ist vor ihm Licht; Gedanten felbst entfliehn ihm nicht; er fennet sie von ferne. 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, o Herr! vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über alle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld; barmherzig, gnådig, voll 4. Wie follen wir dich nennen, Beherrscher aller Welt? Was wissen wir? Wir kennen kaum, was ins Auge fällt. Der Weisen Scharfsinn steigt nie zur Natur der Geister; hier flaunt der flügste Meister bewundrungsvoll, und schweigt. 5. Groß bist du, Gott der Götter! bist unbegreiflich groß! Der Frommen Schuß und Retter, an Gnade gránzenlos; die allerhöchste Kraft; ganz Weisheit, Güte, Leben. Auf! laßt uns ihn erheben! Er ist, der alles schafft. 6. Im Geiste bet' ihn, See le, und in der Wahrheit an. Lieb' ich des Herrn Befehle: wie glücklich bin ich dann! Er hat Unsterblichkeit, und Seligkeit und Leben; das alles wird er geben dem, der sich ganz ihm weiht. Vollkommenheiten Gots tes überhaupt. J. 2. Cramer. Met. Sey Lob und Chr' dem se. er Herr ist 696. Dott, und keiner mehr: frohlockt ihm alle Frommen! Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß! sein Nam' ist groß! er Vollkommenheiten Gottes überhaupt. voll Geduld; ein Vater, ein Berschoner! 7. Unsträflich bist du, heilig, gut, und reiner als die Son ne! Wohl dem, der deinen Willen thut; dem lohnest du mit Wonne. Du hast Unsterblichkeit allein; bist selig, wirst es ewig seyn, haft Freuden, Gott, die Fülle. 8. Dir nur gebühret Lob und Dank, Unbetung, Preis und Ehre. Kommt, werdet Bottes Lobgesang, ihr, alle seine Hee re! Der Herr ist Gott, und keiner mehr. Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er? Froh lockt ihm alle Frommen! 697.K Ch. Ch. Sturm. mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Dommt her, verkündigt Gottes Ruhm, ihr Menschen, preist den Herrn. Denn ihr, ihr send sein Eigenthum. Lobfingt und dankt ihm gern. 2. Vom Engel an, bis auf den Wurm, zeigt alles seine Pracht. Das Frühlingslüftchen, wie der Sturm, verkün digt seine Macht. 3. Er gibt die Sonne seiner Welt; dem Monde scheint ihr Licht. Er ist's, der unsern Erdkreis hålt in seinem Gleichgewicht. 4. Das Feld weiß seine Zeit genau; nichts bringt zu früh hervor. Der Halm, erquickt 471 schießt durch seinen Thau, täglich mehr empor. 5. Gott gibt der jungen Saat Gedeihn; uns Kräfte zum Genuß; und, unsre Herzen zu erfreun, in allem Ueberfluß.. 6. Er hält den Blitz in seiner Hand; ihm dient der Wolken Heer; mit Segen füllet er das Land; mit Segen auch das Meer. 18 7. Noch steht, zum Zeichen feiner Huld, sein Bogen in der Luft. Noch trågt den Sünder die Geduld, die ihn zur Buße ruft 8. Der Morgen sagt's der Mitternacht: groß ist der Schöpfer, Gott! Der Tag verkündigt seine Macht dem holden Abendroth.-3 9. Groß, wenn sein Donner rollt daber; groß, wenn die Sonn' entzückt; groß, wenn der Strom rauscht und das Meer; groß, wenn der Bach erquickt. 10. Allmächtiger sieh! weit und breit schallt deiner Größe Ruhm. Ein dankbar Herz sey dir geweiht, dir ganz zum Heiligthum. J. A. Cramer. Met. Nun lob, meinSeel den ic. 698. den Herrn zu Dommt, fomni preisen, der groß von Rath ist, groß von That; den Gütigen, den Weisen, der keinen seines Gleichen hat! Der Herr thut große 472 1. Von Gott und seinen Eigenschaften. große Werke: wer hindert sei- du wirkst in allen; dir, dir ne Kraft, wer seines Armes Stárke, die alles Gute schafft? Er dehnet, gleich Gezelten, die weiten Himmel aus; er spricht: so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. 2. Er will: und Sonnen flammen; auch drångt das Wasser, wenn er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft den Ungewittern; das Meer wird ungestum, des Himmels Säulen zittern, die Erde bebt vor ihm. Er will: und Blike zünden Gebirg' an; sie vergehn. Er spricht, und ruft den Winden: schnell wird sein Himmel schön. 3. Er, er gebcut den Wellen: hiever! nicht weiter! legt euch hie! Er legt in Felsen Quellen; sie rieseln und versiegen nie. Er fullt auch Wüsteneien mit seinen Wundern an, heißt Thiere da sich freuen, wo niemand wohnen kann. Wer kann die Sterne führen? wer kann, als er allein, der Dinge Lauf regieren? zerstören und verneu'n? verirauen wir! Erhalter, wer kann fallen, getragen, Herr! von dir? C. f. Gellert, verbessert von C. f. eander. Mel. Lobt Gott, ihr Christen sc. Ringt unserm 699. Gott ein fro hes Lied! Er ist's und keiner mehr. Groß, unaussprechlich groß ist er; der Weltkreis sein Gebiet. 2. Groß seine Macht! er will und spricht's: da steht voll Herrlichkeit der Welten Bau; und er gebeut: so fallen sie in Nichts. 3. Licht ist sein Kleid; un endlich reich, ein Meer voll Seligkeit bleibt er durch alle Ewigkeit. Wer ist dem Höchsten gleich? 4. Er überschaut was ist und war im Himmel, Erd' und Meer; und seiner Werke zahllos Heer bleibt stets ihm of fenbar. 5. Deß freuet euch! Die Lieb' ist Gott; das Beste seine Wahl. Wie groß ist seis ner Werke Zahl, wie heilig sein Gebot! 4. Herr! dein ist alle Stärke, und alle Hülfe, Gott! ist dein! bas preisen deine Werke, die deiner Kraft allein sich freun: wir auch erfreun uns ihrer, des Erdensohns, des Menihr Lob sey unsre Pflicht! Oschen, nicht vergißt. Bater, o Regierer! wen hålt, wen schützt sie nicht? Du lebst, 6. Gerechtigkeit und Wahrheit ist die Beste seines Chrons. Lobt ihn, der auch 7. Er kennet uns; ist mir auch nah' im Abgrund, in der $ pdh'; Vollkommenheiten Gottes überhaupt. 473 Höh'; wohin ich fliehe oder| voller Zuversicht dem größten geb', ist er doch immer da.. Uebel Trub. 8. Er ist um mich, vernimmt mein Flehn, schafft meiner Seele Ruh'; sieht's, wenn ich fehl' und Gutes thu', und eilt, mir beyzustehen. Vollkommenheiten und Eigenschaften Gottes insbesondere. Einheit Gottes. 23. Münter. 9. Er wog mir schon mein Schicksal dar, schrieb auf sein Mel. Christ, unser Herr, zum sc. Buch auch mich und meiner 700.Wrist bir gleich als reitet war. 10. Ihm dank ih Alles; nichts ist mein, das ihm nicht angehört. Herr! deine Huld, die ewig währt, soll stets mein Loblied senn. 11. Wer fasset deiner Wunder Pracht, die da sind, wenn du rufst? Ein jeder Staub, den du erschufst, verkündigt deine Macht. 12. Hell strahlet aus dem kleinsten Halm, Gott, deine Weisheit her; und Au' und Hügel, Luft und Meer sind deiner Ehre Pfalm. 13. Frohlockend preiset dich das Land, das deine Miide trånkt, und Korn und Wein und Freud' empfängt der Mensch aus deiner Hand. Wer thut, Gott, deine Werke? Wem jauchzet sonst der Himmel Heer, und nennt in Gott der Stárke? Du warst, und deiner Allmacht Ruf hieß Erd' und Himmel werden. Bekennt es, Völker! die er schuf: im Himmel und auf Erden ist keiner seines Gleichen! 2. Der Sterne unzählbares Heer, die hoch am Himmel schweben, der Erde Grund, die Luft, das Meer, und die in ihnen leben; wie preiset ihre Harmonie dich, o du Geist der Geister! Mit wel cher Eintracht rufen fie: der Schöpfung Herr und Meister ist Einer! ist Jehovah! 3. Sinkt in den Staub hin, 14. Herr! ohne deinen Wilbetet an! Jehovah ist der len fällt kein Sperling hin; Höchste. Er ist's allein, und und ich, ich freute nicht des keiner kann ihm gleich seyn, Trostes mich, daß deine Huld noch der Nächste! Gott mich hålt? spricht: ich bin allein der Herr! ich bin, ich war, ich werde seyn, der ich bin; kein anderer im Himmel, auf der Erbe, 15. Ich fürchte, bleibest du nein Schuß, Gefahr und Schrecken nicht; und biete 474 1. Von Gott und seinen Eigenschaften. Erde, hat meinen Ruhm und| feind; wehe denen, die sie lie Namen. ben! Ewig bleibst du derer Freund, die, was recht und gut ist, üben. Lehre mich in allen Dingen treulich meine Pflicht vollbringen. 5. Stets ist Wohlthun deine Lust, ewig währet deine Liebe. Woyt mir! wenn ich auch mit Lust mich in guten Werken übe; dann, o Herr! wird's meiner Seelen nie an wahren Freuden fehlen. 6. Deine Worte trügen nicht; du bist ewig der Getreue, der das halt, was er verspricht: gib, daß ich mich dessen freue! Laß mich deinen Geist stets treiben, dir, Herr! auch getreu zu bleiben. 7. Mag die Welt dann einst vergehn; mag mich alles ganz verlassen; du, mein Fels, bleibst ewig stehn. Deine Huld wird mich umfassen, wenn ich einst von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. 4. Und ewig bleibst du mir allein der Gott, an dem ich hange! und ewig soll's kein andrer seyn, von dem ich Heil verlange! Mein ganzes Leben weih' ich dir, mein Gott! auf den ich traue; und weiß gewiß: einst zeigst du mir, wenn ich dein Untlik schaue, dich mehr in deiner Größe. Ewigkeit Gottes. J. W. Grögzsch, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Liebster Jesu, wir sind sc. 701.ott, du bist von Ewigkeit; und bein herrlich großes Wesen andert sich zu teiner Seit; du bleibst stets, was du gewesen. Laß dies meinen Geist beleben, ehrfurchtsvoll dich zu erbeben. 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gott! dein hohes Wisfen; was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausſpruch fehlen; laß mich 3. Herr! du bist kein Men schenkind, daß dich etwas reuen sollte; immer bleibst du gleich gefinnt, und was je dein Rathschluß wollte, weiß dein mächtiges Regieren herrlich auch hinaus zu führen. 4. Sünden bist du ewig J. 2. Cramer. Det. Aus der Tiefe rufe ich zc. oder: Jesu, komin doch selbst zc. 702.11nermeßlich, ewig ist Gott, Höchste. Herr! du bist, wie du dich uns offenbarst, nun und ewig, der du warst. 2. Ewig bleibst du ſelbst dir gleich; weif' allein, und gnas denreich; ewig, mächtig und voll Kraft, heilig und un tabelhaft. 3. Alle Unveranderlichkeit Gottes. 3. Alle Werke deiner Hand waren dir, o Gott! bekannt; eh' die Welt auf dein Geheiß da stand, deiner Weisheit Preis. 23. Münter. Mel. In dich hab' ich gehoffet ac. 4. Herrlich ausgebreitet stehn 703. G ott! wie du beine Himmel; doch vergehn deine Himmel, und die Welt sinkt, wenn sie dein Arm nicht hålt. bist, so warst du schon, noch ege du von deinem Thron Geschöpfe, die nicht waren, beriefst zu seyn, um deine Macht und Gute zu erfahren. 5. Du nur bleibest, wie du bist; was dein weiser Rath beschließt, ist unwandelbar, wie du, gut und heilig stets, wie du. 6. Du bist nicht ein Menschenkind, daß du ligest: nicht gesinnt, wie der Mensch, der wandelbar, nimmer bleibet, was er war. 7. Was du zusagst, ist gewiß; zwischen Licht und Finsterniß tappt der Mensch hin; wählt, bercut plötzlich wieder, was ihn freut. 8. Und ich sollt' auf Men schen traun, nicht mein Heil auf dich nur baun? ohne Weisheit und Verstand Brunnen graben in den Sand? 9. Nein! Unwandelbarer! bein soll sich meine Seele freun. Sey mein Fels, Gott! fey mein Licht, ewig meine Suversicht! 475 10. Und in allgemeine Nacht finke dann mit seiner Pracht jeder Himmel, und die Welt stürze bin, wenn Gott mich hält. Unveränderlichkeit Gottes. 2. Du wirst auch seyn, so wie du bist, wenn längst die Erde nicht mehr ist, in jenen Ewigkeiten; wo du uns krönit, uns, die wir hier zum Himmel uns bereiten. 3. Sur du bist unveränderlich; auch wird, Gott! deine Wahrheit sich unwandelbar erhaiten, wenn Welten einst, die du erschufft, wie ein Ge wand veralten. 4. Ob Feisen weichen, Berg' ins That sich stürzen, daß durch ihren Fall die Erde weit erzittert: bleibt doch, o Gott! dein Bund mit mir stets fest und unerschüttert 5. Was zaget denn mein Herz in mir? Was flag' ich ängstlich, daß ich hier kein dauernd Gut genieße? Daß oft voll Müh' und Unbestand dies Leben mir verfließe? 6. Was flag' ich? Wer dein Wort noch hat, weiß, daß Gott seine Missethat, wenn er nur glaubt, vergebe; daß sicher 476 1. Von Gott und seinen Eigenschaften sicher ihm sein Erbtheil sey,| wie ein Geschwåk des Tags daß er auch ewig lebe. entfleucht mein Pilgerleben, Gott! und gleicht kaum ei nem Morgentraume. 7. Was flag' ich? Liebest du mich doch mit aller deiner Liebe noch, und willst mich ewig lieben! Mein Name ward ja, Gott! von dir in deine Hand geschrieben. 8. Ja! ich bin Gottes: Gott ist mein, und ewig, ewig wird er's seyn, daß nichts von ihm mich scheide. Die Welt vergeht mit ihrer Lust; Gott nicht, nicht seine Freude. 4. Und dennoch ist es nicht von dir bestimmt zu Augenblicken. Du willst, dein Wort verheißt es mir, mich ewig noch beglücken. Du machyst dies Leben, dir sey Dank! zu einem heitern Uebergang in ein beglückt'res Leben. J. 2. Cramer. Mel. Sey Lob und Ehr' dem 2c. 704. er gleicht dir, We Gott? undenkbar ist die Zahl von deinen Jahren. Schon warst du, Schöpfer, was du bist, ch' alle Sonnen waren. Schon, eh' dein Urm die Welten trug, warst du dir, ohne sie, genug, und keiner Welt bedürftig. 2. Jehovah! tausend Jahre sind vor dir wie Augenblikke; sie fliehn schnell, wie ein Tropf zerrinnt, zur Ewigkeit zurücke; und doch sind sie dir immer nah', dein Auge sieht fie, und es sah' sie eher, als fie wurden. 3. So bin ich, Gott! vor dir, nur Staub; ich, leicht verblühte Blume, ich, ach! nur bald des Todes Raub mit Glück und Luft und Ruhme; 5. Hier seh' ich, Vater der Natur! nur wenig deiner Werke, erblick, im dunkeln Spiegel nur, die Wunder deiner Stårke: und schön ist, was mein Auge sicht; doch ach! o Gott, noch viel entflieht dem schärfsten Blick des Menschen! 6. Mein Vater! deß mein Herz sich freut, du schufst mich nicht vergebens; was schmeck' ich nicht für Seligfeit im Traume meines Lebens? Wie wenig ist, was ich hier seh', hier, o mein Gott! von dir versteh'; doch macht mich das schen felig. 7. So fliehe dann dies Leben hin schnell, wie ein Traum, noch schneller! Ich weiß, daß ich unsterblich bin; dort wird dies Auge heller: dich werd' ich dort sehn, wie du bist; und meine Freude, Bater! ist dann ewig und vollkommen. 21L Allmacht Gottes. 477 Liebe voll, gehorsam mich bes weisen. Dir treu zu seyn bis in den Tod, das bleibe meine Lust, o Gott! und mein BeAllmacht Gottes. J. 5. Röding. Mel. Wo Gott der Herr nicht ze. er du, durch 705. Deiner All- ruf auf Erden! macht Hand, mein Wesen J. 2. Cramer. mir bereitet, und da schon, eh' Mel. Sey Lob und Ehr' dem zc. mit obsinget mich geleitet; der du erhältst, 706. Longe Gott, und betet an! was du gemacht; mein Schöpfer, Dank sey dir gebracht für deine Macht und Güte! 2. 3u meinem Glücke leb' ich hier; dein Wink gab mir das Leben; und was ich hab', hab ich von dir. Von dir ward mir gegeben Verstand, Gehör, Geschmack, Gesicht, Geruch, Gefühl; mir fehlt es nicht an Proben deiner Güte. 3. Du leitest mich nach deinem Rath bey drohenden Gefahren; dein Engel muß auf meinem Pfad vor Unfall mich bewahren. Zu meinem Dienst war alles da, schon eh' ich diese Welt noch sah. Wie groß ist deine Güte! 4. Nie ist der Mensch, der Staub, es werth, Herr, daß du sein gedenkest; daß du, wenn er dich gleich nicht ehrt, ihm so viel Gutes schenkest. O möcht' er dir doch dankbar seyn; sich immer deinem Dienste weihn, nie deine Huld vergessen! es dank', es rühm', es finge, es jauchze, wer nur jauchzen kann, dem Schöpfer aller Dinge. Wie groß, wie schön ist seine Kraft! Wie herrlich, wie untadelhaft sind alle seine Werke. 2. Wie schön, wie würdig seiner Macht sind aller Himmel Heere! Wie strahlen sie, voll Licht und Pracht dem, der sie schuf, zur Ehre! Das Auge sieht sich nimmer satt; sieht, was es auch gesehen hat, doch immer neue Wunder. 3. Nicht Wunder für das Aug' allein; auch Wunder für die Seele; damit es ihr, sich zu erfreun, an keiner Schönheit fehle. Wie kunstvoll ándert Gott fie ab! Dem mangelt, was er andern gab, und jedes ist doch herrlich. 4. Wo ist ein Gras, wo nur ein Blatt, ein Stäublein auf der Erde, wodurch, o Mensch! nicht Gottes Rath und Kraft verherrlicht werde? O! wie ist seine Macht so reich! Doch was ist deiner Trägheit gleich, daß du's nicht siehst, nicht 5. Gab 5. Herr! lehre du mich, wie ich soll für deine Huld dich preisen; und, ewig deiner fühleft? 478 1. Von Gott und seinen Eigenschaften. 5. Gab seine Macht, die sein Thron, wie wird er selbst Schöpferin, zum Führer deis entzücken! nes Lebens dir deinen Geist, so manchen Sinn, so viel Gefühl vergebens? Für wen, für wen, als dich, erschafft, erhålt und schmücket ſeine Kraft so viele große Werke? 6. Dein Gott bedarf nichts; seine Hand, die seine Schöpfung schmückte, gab dir Em pfindung, dir Verstand, das mit er dich beglückte. Willst du, o Mensch! nicht glücklich seyn? will sich nicht deine Seele freun, nicht immer froher werden? 7.D! warum fuchest du dein Glück in eiteln Träumereyen? Wirf auf die Schöpfung deinen Blick, da will er dich er freuen. Nimm hin die Freuden deines Herrn; genieße fic, er gibt sie gern; nur ihr Genuß reu't nimmer. S. Er selbst entflammt in deis ner Brust die Sehnsucht nach Vergnügen. Er schuf auch Quellen, die voll Lust stets fließen, nie versiegen. Gib nur auf seine Wunder acht; denn seine segensvolle Macht schafft alle wahre Freuden. 9. Dir wohl zu thun, das ist ihr Ziel; laß dich zum Dank erwecken! O! hätt' ich nur genug Gefühl, wie gut er ist, zu schmecken! Ist seiner Wohnung Vorhof schon so schön; wie wird mich einst 10. Lobsinget Gott! und be tet an! es dank', es rühm', es finge; es jauchze, wer nur jauchzen kann, dem Schöpfer aller Dinge! Wie groß ist uns sers Schöpfers Kraft! wie herrlich, wie untadelhaft find alle seine Werke! 707. 20 A Allwissenheit Gottes. J. J. Rambach, verbessert von G. J. Zollikofer. Mel. Der Tag, der ist so freud. llwissender! vollkomme ner Geist, deß Auge alles fies het, was Nacht und Abgrund in sich schleußt und unserm Blick entfliehet, es kann vor deinem hellen Licht sich kein Geschöpf verstecken: was in der Finsterniß geschicht, das weißt du aufzudecken, und an den Tag zu bringen. 2. Selbst die Gedanken fen nest du, eh' fie in mir entste hen, und was ich wünsche, red' und thu', das kann dein Auge sehen. Vor dir ist als les offenbar! Du prüfest Herz und Nieren, und alle Gründe siehst du klar, die unser Thun regieren; nichts bleibt vor dir verborgen. 3. Was deiner Freunde Herz begehrt, das weißt du, eh' fie beten; ihr Seufzen wird von dir erhört, eh' sie noch vor dich treten. Was deiner Feinde Alwissenheit Gottes. 479 de Rath beschließt, ist dir auch| kennest alles, Gott, was ist; unverborgen; dir, der du ihren Anschlag siehst, als wie den lichten Morgen, den keis ne Schatten decken. siehst alles, was nur werden tann, als stund' es da, durchschauend an. 2. Du dringest, sicher und gewiß, durch aller Nächte Finsterniß: siehst alles offen und enthüllt; nichts durch ein trüglich Schattenbild. 3. Eh' noch die Werke dei ner Hand der Engel pries, der Mensch empfand: da zähltest du den Sand am Meer, und aller Himmel zahllos Heer; 4. Bom Aufgang bis zum Niedergang, der Welten Schwung, der Sonnen Gang, und jede Still' und jeden Sturm, und, wie den Engel, auch den Wurm; 5. Bis auf den Staub her ab, was webt, zum Leben aufstrebt, fühlt und lebt; was höher noch sich heben kann, schaust du von deinen Hos hen an. 6. Laß mich, o höchste Ma- 6. Ja! dir ist alles offenbar, jestät! dein helles Auge scheu- was du zum Daseyn riefft, en, das nie ein Heuchler hin- was war, was werden soll, tergeht mit falschen Schmei- und was besteht; was eins cheleyen. Laß mich auch in stürzt, hinwelkt und vergeht. der Einsamkeit dich gegenwärtig denten. Laß Wahrveit und Rechtschaffenheit mein Thun und Lassen lenken, und stets mein Herz behüten. 7. 2uch mich, und was ich denk' und thu', Ullwissender, das schauest du, den keine Tauschung irren kann, als Richter und Vergelter an. 4. Was nach Verfließung vieler Zeit noch künftig wird geschehen, das sieht dein Auge allbereit als gegenwärtig stehen. Dir stellt sich alles deutlich dar, das was erst noch soll werden; und was nun ist, und was einst war im Himmel und auf Erden. Wer sollte dich nicht fürchten? 5. Des Heuchlers schlaue List weiß oft die Frommen zu betrügen: sein Laster bleibt wohl wie er hofft, Jahrhunderte verschwiegen. Doch Gott! dein ernstes Weltgericht wird alles einst entdecken, was im Verborgnen jezt geschicht; und Schande, Furcht und Schrecken wird dann den Heuchler treffen. J. A. Cramer. Mel. Herr Gott, dich loben alle. er du un 8. Ich leb' und dennoch freu' ich mich, Allwissender, auch über daß du mich 708.Dendlich bist, du fichst, und siehst dabey, wie 480 1. Bon Gott und seinen Eigenschaften. wie dürftig deiner Huld ich| Erstaunt seh' ich auf dich; wie sey. groß ist dein Verstand! wie wunderbar für mich! 9. O! du, der alles sieht und weiß, Anbetung sey dir, Dank und Preis, daß du, dem nichts verborgen ist, mein Vater, Freund und Führer bist. 10. Mein Herz gedenke stets an dich; und sage: Gott erforschet mich, sieht, ob ich wandle, oder ruh'; sieht, was ich auch im Finstern thu'. $ 11. Gib Stärke, so zu wandeln, mir, als ging ich ins Gericht vor dir: dann jauchz' ich; denn mein Gang ist Licht: Gott fennt mich, Gott verwirft mich nicht. 12. Dann komme selbst des Todes Nacht! Ich fürchte nichts, dein Auge wacht; dann, dann frohlock' ich über dich; Gott kennet und verforget mich! err! du erfor 709. H schest mich, dir bin ich unverborger; du kennst mein ganzes Thun, und alle meine Sorgen; was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh' der Gedanke noch in meiner Seel' entstand. 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? In welcher Nacht kann ich mich deinem Aug' entziehen? Führ ich zum Himmel auf, so bist du, Höchster, da. Führ' ich zur Tief' hinab; auch hier bist du mir nah'. 4. Und nahm' ich, zu ent fliehn, die Fittige vom Morgen; selbst an dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen; auch da umschlösſe mich doch deine Allmachtshand: denn du bist überall, und dein ist jedes Land. J. 3.2. Cramer.helles Licht; die Nacht glänzt, Mel. Nun danket alle Gott sc. wie der Tag, vor deinem An2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu'; du ordnest, du beschlieBest, was mir begegnen soll. 5. Wollt' ich in Finsterniß mich deinem Aug' entziehen, so sucht' ich doch umsonst auch da dir zu entfliehen; denn auch die Finsterniß ist vor dir gesicht. 6. Jm Mutterleibe schon war ich von dir umgeben, von dir gebildet, Gott, von dir geführt ins Leben, bestimmt zur Seligkeit, ein Wunder deiner Macht: so väterlich hast du schon da an mich gedacht. 7. Du kanntest mein Ges bein, du zähltest meine Tage, bestimmtest, eh' ich war, ihr Glück und ihre Plage; dein Auge sah mich schon, eh' ich be= Allgegenwart Gottes. 481 bereitet war, und meiner Tage| Welt, hat für den Wurm Lauf war dir schon offenbar. 8. Was für Erkenntnisse, für köstliche Gedanken! unzähl bar sind sie mir; denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, sehn; dir folgen und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. selbst Gaben, und Schmuck für Thal und Feld. Zagt nicht! für uns zu sorgen, fehlt ihm nicht Rath und Macht; ihm, der, wiewohl verborgen, uns nah' ist, und bewacht. 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ich's meine: ob ich rechtschaffen bin, wie ich's von außen scheine. Sieh', ob mein Fuß vielleicht auf falschem Wege geht; und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. Allgegenwart Gottes. J. A. Cramer. Mel. Nun lob', mein' Seel' 2c. 3. Wie könnt ihr denn, Verbrecher, dem, der so nah' euch ist, entgehn? könnt wähnen: er, der Rächer, werd' euer fins stres Werk nicht sehn? Eh' noch Gedanken werden, von ferne sieht er fie; und alle Nacht' auf Erden verhüllen euch ihm nie. Wähnt nicht, daß er's nicht wisse. seinem Schrecken füllt er selbst die Finsternisse, worin ihr euch verhüllt. Mit 4. Doch ist er nah' auch des 710. Der Herr ist in new, die willig thun, was er den Höhen; auch in den Tiefen ist der Herr. Wo Menschen zu ihm flehen, wo ihn die Engel schaun, ist er; ist, wo ich in Gedanken mich denken mag, mir nah'; ist frey von allen Schranken, in jedem Raume da; umfaßt mit seinen Hán den die Welten, und umspannt an allen ihren Enden, was je durch ihn entstand. gebot; hört sie, zählt ihre Thránen, erscheint, verscheucht, was ihnen droht. Sagt, Fromme: mir zur Rechten, zur Linken, hier ist Gott! in meines Kummers Nächten, und wo ich seufz', ift Gott! Wo keinen Freund ich habe, wo niemand hilft, ist Gott! im Todeskampf, im Grabe, und überall ist Gott! Ch. Ch. Sturm, verbessert von D. Bruhn. 2. Allgegenwärtig schauet ſein allumfassend Aug' umher, und wer nur ihm vertrauet, den decket, den versorget er; hört das Geschrey der Raben, hat für die ganze Mel. Mach's mit mir, Gott 2c. 711.Nie bist du, Hoch ster, von uns fern: du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin. Herr aller را و 482 1. Von Gott und seinen Eigenschaften. aller Herrn! bin ich in deinen| deln; und stärke mich mit deiHanden. Ich leb' und athme nur durch dich; denn deine Rechte schüßet mich. ner Kraft, vor dir getrost zu wandeln. Herr, du bist um mich: o verleih, daß mir dies Trost und Warnung sen. 2. Auch was ich denke, weiBest du, du prüfest meine Seele; du siehst es, wenn ich Gu- Mel. Bater unser im Himmelr. 3. A. Schink. tes thu'; du ſiehst es, wenn ich 712.Wie bistuott du fehle. Nichts, kann nem Aug' entfliehn, und nichts mich deiner Hand entziehn. gnaden voll, wie theuer ist dir Weh und Wohl der Wesen aller, die durch dich des frohen Das seyns freuen sich. Allgegenwärtig pflegst du sie, dein Baterherz verläßt sie nie. 3. Wenn ich in stiller Einfamkeit mein Herz an dich ergebe; und, über deine Huld er freut, lobsingend dich erhebe: so hörst du es, und stehst mir bey, daß ich dir immer treuer sey. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Nath verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verheelet, so weißt du sie, und strafest mich zu meiner Beß rung väterlich. 2. Du wachst für der Ges schöpfe Glück mit immer se gensvollem Blick; forgst für den Wurm, noch eh' er kriecht, und für den Adler, eh' er fliegt; gibst allen Leben und Gedeihn, und kein Geschöpf ist dir zu klein. 3. Und deiner Allmacht Meisterwerk, der Mensch, ist mehr dein Augenmerk noch), als der Wurm im Staub: du liebst vorzüglich, Bater, ihn, und gibst vor allen Segen ihm und Heil, und reichst ihm sein bescheiden Theil. 5. Du hôrest meinen Seuf zern zu, daß Hülfe mir erscheie ne: voll Mitleid, Bater, záhlest du die Thränen, die ich weine; du siehst und wågest meinen Schmerz, und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück', Ullgegenwärti- 4. Auch mich, so lang ich denk' ger! dies tief in meine See- und bin, gibst du nie ganz dem le: daß, wo ich bin, nur dich, Elend hin; oft, wenn ich trosto Herr, mein Herz zur 3u- los um mich sah, warst du flucht wähle; daß ich dein hei- mit deiner Hülfe nah, allgelig Auge scheu', und dir zu diegenwärtig führtest du mich nen eifrig sey. immer meinem Heile zu. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich hans 5. Auch ferner führ' an deix ner Hand mich, Bater, durch dies Allweisheit dies Prüfungsland. Laß, was mir deine Huld verleiht, genieBen mich mit Mäßigkeit, und so durch Dank und Mäßigseyn erhalten Leib und Seele rein. Allweisheit Gottes. J. J. Rambach, aber verbessert. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Gottes. 483 5. Die Menge so verschiedner Willen, wo jeder seinen Weg erwählt, muß doch den deinen blos erfüllen, der seines Bieles nie verfehlt, und aller Feinde stolzen Wahn als Unvernunft beschämen kann. 6. Weisheit! decke meiner u weiser Schd Seele des Eigendünkels Thorpfer aller Dinheit auf; daß ich zur Führerin dich wähle durch meines Lebens ganzen Lauf. Ich weiß den Weg zur Wohlfahrt nicht; drum leite mich dein sichres Licht. 7. Von meines Daseyns erster Stunde hast du mein Schicksal stets regiert. Ich preise dich mit Herz und Munde, daß du so huldreich mich geführt. O! leite mich durch Welt und Zeit hinüber in die Ewigkeit! ge, der alles kennet und versteht; nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach deinem Rathschluß geht. Du bist es, der die ganze Welt in ihrer Ordnung stets erhält. 2. Die vielen wundervollen Werke, was unsern Augen fern und nah' steht alles, wie durch deine Stärke, so auch durch deine Weisheit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand: der ganze Weltbau macht's beFannt. E. Liebich, verbessert von J. F. Feddersen. 3. Mit eben diesen Meisterhånden, mit welchen du die Welt gemacht, regierst du auch 714. vas an allen Enden, was deine Kraft hervor gebracht. Du brauchst, o unerschaffnes Licht! der Menschen Rath und Beistand nicht. Mel. In dich hab' ich gehoffetze. ott führt die Seinen våterlich; bist du ein Christ, so schicke dich, ihm willig nach zugehen: kann gleich dein Wahn nicht jede Bahn zu deiner Wohlfahrt sehen. 2. Die Wege, die des Höche sten Rath mit Weisheit ausgezeichnet hat, sind nicht der Menschen Wege; doch, faffe Muth! sein Weg ist gut; sey, ihn zu gehn, nicht trage. 3. Wenn dein allweiser Gott H52 dich 4. Was du zu thun dir vorgenommen, das kommt unfehlbar auch zur That; wenn tausend Hindernisse kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Den besten Zweck wählt dein Verstand, die Mit tel stehn in deiner Hand. 484 1. Von Gott und seinen Eigenschaften. 2. Wohin mein Auge blicket, seh' ich, wie deine Hand verbin det, ordnet, schmücket, was erst durch sie entstand. Sic schaffet, sie erhält, zu segnen, zu ergöz zen, nach herrlichen Gesetzen, den weiten Bau der Welt. 3. Du hingst in lichten Fernen, hoch über uns hinauf, die Sonne mit den Sternen, uns zu erleuchten, auf. Da hans gen sie an Nichts, in unermeßinen Weiten, ihr Wohle thun zu verbreiten; ein Schate ten deines Lichts 4. Wer hält im Gleichgewich te so großer Körper Last? Wie schwimmt die Welt im Lichte, das du erschaffen haft? Wer weist die rechte Bahn den macht'gen Himmelsheeren zum Wohl, nicht zum Zerstdren, in sichrer Ordnung an? 5. Wer rief, uns zu umgeben, der Luft, die alles trågt? Durch sie hat alles Leben, und wird durch sie bewegt. Da sammeln Dimste sich, und werden Thau und Regen und Fruchtbarkeit und Segen für Pflanzen, Thier' und mich. J. A. Cramer. Met. Nun jauchzet all' ihr sc. oder: Von Gott will ich nicht zc. lobe und 6. Wer hat sie so bereitet, daß: sie den Bliß gebiert? daß fie 715. preife bich, obenWind verbreitet, benSchall mein Gott, allein! Wer ist, zum Ohre führt; den leichten wie du, so weise? Berstand und Vogel hebt, den schnellen Fisch Nath ist dein! Erwecke meinen zum Schwimmen, und une Geist, in allen deinen Werken sers Mundes Etimmen zu die Weisheit zu bemerken, die deinem Ruhm belebt? auch das Kleinste preift. 7. Wer hob, o Gott! die Erde dich führt, wenn er dein Schickfal nur regiert, so kann dein Herz sich stillen; du hast genug Beruhigung in Gottes gutem Willen. 4. 2on keinem blinden Ohngefähr, von seiner Liebe kommt es her, das Leid, das dir begegnet; die, wenn sie schlägt und Kreuz auflegt, auch nachher wieder segnet. 5. Eh' er der Welt ihr Daseyn gab, wog er das Maas des Leidens ab, das uns hier treffen sollte. Er wog auch schon den Gnadenlohn, den er uns schenken wollte. 6. In alten Zeiten hat schon Gott, durch manches Leiden, manche Noth die Heiligen geläutert; doch ward ihr Herz, nach kurzem Schmerz, mit Trost von ihm erheitert. 7. Thu' emsig deine Christenpflicht, sey fromm vor Gottes Angesicht, befiehl ihm deine Sache! Sey voll Vertraun! so wirst du schaun, wie wohl es Gott stets mache. Heiligkeit Gottes. 485 de aus deinem Meer heraus,| ler deiner Rechte freun! dann theilt, daß sie fruchtbar werde, so gleich die Wasser aus? Wer sammelt sie? Wer bricht die Fluffe, wann fie schwellen; spricht zu des Meeres Wellen: bis hieher! weiter nicht! 8. Wer hat den Wald gepflanzet? Wer ruft das Gras herauf? Gibt Korn und Most, und schanzet Gebirg' und Thaler auf? Wer schmückt sie überall? Wer gråbt dem Feuer Schlünde, legt in der Liefen 717.Go! or beffen das Angesichte nur decke meine Schwachheit zu, damit ich heilig sey, wie du. 3. Ich will der Sünde Reize fliehen, und dir mich ganz zum Dienste weihn. Es sey mein eifrigstes Bemühen, Gott, deines Himmels werth zu seyn. Dies wirke du, der alles schafft, in mir durch deines Geistes Kraft. J.C.Zimmermann, aber verbes Mel. Freu' dich sehr, o meine ic. 716. Daß Gott unsträflich ist, deß freue sich jeder, wer erleuchtet ist, und liebe Pflicht und Recht, und weihe ihm, was er denket und beschließt! Er thue Gutes, nicht zum Schein; auch reines Herzens muss er seyn. Metall? ein reiner Wandel gilt; ew'9. Herr! deine Weisheit ges Licht! aus dessen Lichte schmücket, verbindet und er stets die reinste Wahrheit hålt, nåhrt, segnet, schützt, be quillt: heilig und gerecht bist glucket die lebensvolle Welt.du, und uns allen rufst du zu: Dich rühme mein Gesang! ich ich bin heilig; heilig werde jeder finge dir, und preise dich, Mensch schon auf der Erde! Gott, denn du bist weise; dir weih' ich Lob und Dank! 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und kein Böses ist an dir; ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was Mel. Wer nur den lieben Gott zc. dein Wille wählt und thut, ist Heiligkeit Gottes. J. U. Cramer. untadelhaft und gut; und vollkommen sind die Werke deiner Weisheit, deiner Stärke. 3. Herr! du willst, daß deine Kinder ähnlich deinem Bilde seyn; nie besteht vor dir der Sünder; denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Freund; Uebelthätern bist du feind: wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. D! 2. Der du nur Weisheit bist und Güte, o laß mich schuldlos, laß mich rein, von ganzem Herzen und Gemüthe mich alott! 486 1. Von Gott und seinen Eigenschaften. 4. O! so laß uns nicht verscherzen, was dein Rath uns zugedacht; schaff' in uns, Gott, reine Herzen, tödt' in uns der Sünden Macht. Denn was sind wir, Gott! vor dir? Du bist heilig, aber wir fallen leicht; und wer kann zählen, großer Gott! wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erIdsen, starb dein Sohn: o laß uns nun an ihn glauben; allem Bösen widerstehn, und Gutes thun. Gib uns, wie dein Wort verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere, und zu allem Guten führe. und nützt, befiehlst du deinen Knechten; und deine Huld belohnt und schützt die Thaten der Gerechten. Ein Segen, den kein Sünder hat, entsprießt durch dich aus ihrer Saat: die Ruhe des Gewiss sens. 3. Die Frommen werden immerdar in deinem Schatten grünen; und kommen sie auch in Gefahr, so bleibst du doch bey ihnen. Du hilfst; und erndten sie nicht gleich: wie fruchtbar werden dann, wie eich die spätern Erndten werden! uns heilige Gesetze, und willst, weil du das Gute liebst, daß teiner sie verletze. Dein Wort und unser Wohl erklärt uns deiner Rechte hohen Werth. Een, Herr, dafür gelobet! 2. Was lobenswürdig ist 4. Ja! du bist ihre Zuver sicht, du wirst gerecht vergel ten; und dann entgehet ihnen nicht dein Lobn in bessern Welten. In deinem Lichte, wo du wohnst, entdeckst du künftig und belohnst mit Wonne ihre Thaten. 6. Jede Neigung und Begierde, jede That sey dir geweiht; unsers Wandels größte Bierde sen rechtschaffne Heiligkeit. Mach' uns deinem Bilde gleich: denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, 5. Oft prangt der Sünder, nur die erheben, die im Glau-, wie ein Baum voll grüner. ben heilig leben. Gerechtigkeit Gottes. J. 2. Cramer. Mel. Ach Gott, vom Himmel zc. u bist, o Gott! frischer Blätter; beschattet einen weiten Raum, und trotzt dem fernen Wetter. Doch plötzlich braußt der Sturm daher, zerbricht den stolzen er nicht Stamm noch Wurzel. 6. Wie? sollt' ich darum Unrecht thun, weil der Berbrecher Strafen hier oft, wie ferne Stürme, ruhn, hier nicht ihr Haupt schon trafen? Ach, immer bleibest du ges recht; Gerechtigkeit Gottes. 487 recht; daran erinnre deinen| 4. Es klagt uns bas GewisKnecht, daß ich dich immer sen an, wenn wir dir widerfürchte! 7. Herr! diese Furcht ergreife mich, wenn mich die Sún de locket; eh' meine Seele sorglos sich verschlimmert, und verstocket! Der Zugend Lohn und Ruhm vor dir erhalte Trieb und Kraft in mir, dir fröhlich zu gehorchen. streben; sagt uns, daß wir nicht recht gethan; straft unser böses Leben; es raubet uns die innre Ruh', und spricht uns die Vergeltung zu, die Missethat verdienet. 5. Oft strafst du hier den Sünder schon für seine bösen Thaten, und lässest ihn in Schmach und Hohn und andre Noth gerathen; hat er die Sünde nicht gescheut, hat ihn ihr falscher Reiz erfreut: so 5. E. Heeren. Mel. Nun freut euch in dem 2c. 719.6 er ott! du bist hei in allen deinen Wegen; beJohnst des Redlichen Geschlecht; den Frommen krönt dein Segen; auf ihm ruht deine Vaterhuld. Der Sunder tråget seine Schuld; ihn treffen deine Strafen. 2. Du bist der Herrscher al ler Welt. Nach heiligen Gesetzen, die deine Weisheit fest. gestellt, willst du die Menschen schützen; und, wenn sie sich vor dir nicht scheun, nicht achten wollen auf dein Dráun, willst du die Straf' voll ziehen. 3. Herr! dein heiliges Gericht entdeckt sich schon auf Erden; du låsfest, fürchtet man dich nicht, uns hier schon Beugen werden, daß du auf unsre Thaten fiehst, und ein 6. Doch, du strasst blos zur Besserung den dir untreuen Sünder; und züchtigest zur Heiligung oft deine schwachen Kinder. Wohl dem! der deinen Willen lernt, sich von dem Sündenpfad entfernt, und deiner Zucht gehorchet. 7. Den trifft ein größer Strafgericht, der keine Warnung håret, sich, in der Zeit der Gnade, nicht mit Ernst zu dir bekehret. Kein Gutes mehr, kein Glück, kein Heil, nein, lauter Elend ist sein Theil in jenem andern Leben. S. Herr! dies bezeugt dein wahres Wort. Du kannst umsonst nicht drauen. O! hilf uns, daß wir immerfort den Weg der Sünde scheuen. Erbarm' dich unser alleſammt, gerechter Richter bist zur Ahn- daß niemand unter uns verbung alles Bösen. bammt; ein jeder selig werde. Güte 488 1. Von Gott und seinen Eigenschaften. Güte und Liebe Gottes.| berfluß schöpft unaufhörlichen Genuß der Engel dort am Thron; und hier, an unsrer 720.Allgütiger! mein Wallfahrt Grab, strömt Seligkeit durch dich herab auf je den Erdensohn. Lebelang ist meines Liedes Lobgesang dir demuthsvoll geweiht; denn du bist gut, und jeder Ort der Erde hier, der Himmel dort, rühmt deine Gütigkeit. 7. Doch wer, wer faßt wie gut du bist? Undenkbar, wie dein Wesen, ist, Gott! deine Freundlichkeit. Im Staube bet' ich an vor dir: gebenedeyet sey sie mir hier und in Ewigkeit. Ch. Ch. Sturm. In eigner Melodie. 2. Die Sonne, Bater! trågt bein Bild; sie ist, wie du, so stark und mild, so segensvoll wie du. Es strömt aus ihr mit jedem Strahl Licht und Erquickung ohne Zahl durch 721.Gott! deſſen star der Erde zu. 3. In jeder Anmuth der Na- Welt erschaffen hat und noch tur, in jedem Blümchen auf erhält: ich sehe deine Güte;der Flur fühl ich's, wie gut ich sehe sie, und werd' entdu bist: selbst wenn dein Wet- zückt, wohin auch nur mein tersturm uns draut, seh' ich, Auge blickt. So bald ich mein wie neue Fruchtbarkeit aus Gemüthe auf dich, Schöpfer! Donnerwolken fließt. achtsam lenke, und dich denfe, find' ich, Urmer, dich als Bater und Erbarmer. 4. Ja, Herr, unendlich gut bist du. Der Morgen ruft's dem Mittag zu, der Tag dem Abendroth; die Flur, bedeckt mit Schnee und Eis, rühmt Erndtefeldern deinen Preis: die Liebe feyst du, Gott! Ch. Ch. Sturm. Mel. Wie fchón leuchtet der sc 5. Nichts ist von deinem Wohlthun leer; das kleinste Sandkorn an dem Meer ist deiner Gute Preis. Der Wurm im Staube lebt durch dich; durch dich freut er des Lebens sich, und stirbt auf dein Geheiß. 6. Uus deines Segens Ue2. Seh' ich, so weit mein Auge reicht, gen Himmel, so entdeck' ich leicht die Spuren deiner Güte. Der Himmels lichter Lauf und Pracht, der Sterne Heer, das du gemacht, erwecket mein Gemüthe, gros ßer Schöpfer! dich zu singen, dir zu bringen Ehr' und Stärke. Groß sind deiner Allmacht Werke. 3. In Ungewittern, Sturm und Wind, die deiner Allmacht Diener sind, entdeck ich Gute und Lebe Gottes. 489 ich deine Güte. Das Feuer, Herr! von meinem Dank sey wie der Wassergrund, macht deine große Liebè kund. Mit fröhlichem Gemüthe will ich táglich darauf achten, und betrachten deine Werke, rühmen deine Huld und Stärke. jeder Morgen Zeuge, und jeden Abend steige zu dir mein Lobgesang. 3. Du wirst mich ferner leiten, so unwerth ich's auch bin; treu bleibt zu allen Beis ten dein milder Vatersinn. Ich hoffe stets auf dich. Du wirst in kümmernissen mir wohl zu helfen wissen; dir überlaß ich mich. 4. Dein Erdreich, Gott! das jedermann gibt Brod und Kleider, seh' ich an und schmekte deine Güte. Ich riech' und fühl, und höre sie im Feld und Wald; ich sehe sie in aller Fluren Blüthe. Bon dir zeugen alle Dinge, so geringe fie mir scheinen, wie im GroBen, so im Kleinen. 5. O! zeuch mich über Welt und Zeit zu dir, o Herr der Herrlichkeit, durch deine groBe Liebe. Auf dich laß mich in allem sehn, für jedes Gute dich erhöhn. Belebe meine Triebe, o mein Bater! dir in allen zu gefallen! dir zu leben, sey mein einziges Bestreben. 723.h freue mich, mein Gott! in dir; du bist mein Trost, und was fann mir bey deiner Lie be fehlen? Du, Herr! bist roß des und ich was 722. Göchsten Gü- mangeit meiner Seelen? 2. Du hast mich vor der Welt erwählt, und deinen Kindern zugezählt; nie wirst du mein vergessen! Du liebst mein Wohl; hast gnadenvoll mein Glück mir zugemessen. C.F. Neander. Mel. Aus meines Herzens ac. 4. Ja! deine Huld ist grö ßer, als es der Mensch ver steht; dein Rath unendlich besser, als was sein Wunsch erfleht. Herr, meine Zuvers sicht, dir froh mich zu ergeben, dich dankbar zu erheben, sey meine liebste Pflicht. te! Wer sie nicht achtete, welch' fühllos Herz verriethe der Unerkenntliche! Sie rettet uns aus Noth, erquicket uns im Leide, verwandelt es in Freude, versüßet selbst den Tod. S. Liskov, verbessert von J. S. Diterich. Met. In dich hab' ich gehoffet ze. 2. Und meine Lippen schwie- 3. Du trägst mich liebreich gen? Ich selbst versagte mir mit Geduld, vergibst durch das himmlische Vergnügen, Christum mir die Schuld, Gott, lobzufingen dir? Nein, wenn ich aus Schwachheit fehle. 490 1. Von Gott und seinen Eigenschaften. le. Un seinem Seil hab' ich auch| můthe. Gott ist die Liebe! Theil; dies tröstet meineSeele. rühmt es laut, Geschöpfe! die 4. Un dir hab' ich den treuen Freund, der es aufs Beste mit mir meint: wo find' ich deines Gleichen? Mit deiner Treu stehst du mir bey, wenn Berg' und Hügel weichen. 5. In Finsterniß bist du mein Licht erfreust mein Herz; drum frag' ich nicht nach als lem Tand der Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. 6. Du fegnest mich, wenn man mir flucht; und wer mir auch zu schaden sucht, dem wird's doch nicht gelingen; selbst was mich krånkt, das muß, gelenkt von dir, mir Segen bringen. 7. Auf deiner Huld allein beruht mein ganzes Glück; mein hochstes Gut, in dir leb' ich zufrieden. So dort, als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 8. Du willst mein ew'ges Wohlergehn; einst werd' ich dich noch nåher sehn, du Ursprung wahrer Freuden! An dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herze weiden. ihr ihm vertraut, die ihr ihn kennt und ehret! Rühmt es, daß seine Gütigkeit mit jedem Morgen sich erneut, und ewig, ewig währet. 23. Münter. Mel. Der Tag, der ist so freudenr. 724. obfinget Gott! Welt zum Schauplat seiner Güte. Lobsingt ihm, der sie noch erhålt, mit freudigem Ge2. Daß außer dir nicht alles leer an Freud' und Leben blies be, schufst du der Himmel ganzes Heer und unsre Welt aus Liebe. Du selbst bedurftest ihrer nie, Unendlicher! du ließest sie zu ihrem Heile werden; sie wurden und du fühlest nun die Wonne, allen wohlzuthun, im Himmel und auf Erden. 3. Kein Mensch, kein Engel selbst ermißt die Größe deiner Segen; wie gütig deine Weisheit ist in allen ihren Wegen. Gott, deine Güte reicht so weit, als deines Reichs Unendlichkeit, so weit, Herr, als dein Leben. Ach, was sind wir? die deine Macht aus todtem Staub hervorgebracht, uns ewig Heil zu geben. 4. Bater, welchem keiner gleicht, an Liebe, wie an Stárke; kein Dank, kein Lobgefang erreicht die Wunder deiner Werke. Doch ist dies angenehmer Dank; dir ist es mehr als Lobgesang: wenn ich dich die liebe, gern in meiner Lebenszeit, Erbarmen und Wohlthätigkeit an andern Menschen übe. 5. Du Güte und Liebe Gottes. 491 5. Du bist die Liebe! Dank| Sonne, das tågüich jedes Aug' sey dir, daß ich dich so erkenne, und dir zum Ruhm, zum Troste mir, dich, Gott, die Liebe nenne. Auch ich will gerne liebreich seyn, will glücklich machen, will erfreun, will segnen und dir gleichen. Von die sem Sinn, und dieser Pflicht, o Gott der Liebe! laß mich nicht, so lang ich lebe, weichen. J. 2. Cramer. Mel. Nun lob', mein' Seel c. entzückt; noch rührender die Wonne, womit uns Gottes Güt' erquickt. Erfreulich ist das Leben, und schauervoll der Tod: doch besser noch als Leben, ist deine Güte, Gott! Wie ist sie uns so theuer! fie, sie verläßt uns nie. Was ist wohl milder, treuer und trostender, als sie? 4. Wer wollte sie nicht los ben? Sie, die doch allen Alles 725. Mit fröhlichem gab; vom hohen Engel broben, bis zu Gemüthe dankt, die ihr Christo angegehört; dankt Gott, daß seine Gute, so wie sein Leben, ewig währt. Nach so viel tausend Jahren, die durch sie alle reich an frohem Segen waren, bleibt sie sich immer gleich. Nie hört sie auf zu sorgen, und forget immer treu. Sie wird mit jedem Morgen an den Geschöpfen neu. Ges würm hinab. Von so viel Creaturen låßt sie nicht eine leer; und ihres Segens Spuren. verbreitet sie umher: und wie sie, von Entzücken, stets für den Himmel quoll, ist auch wohin wir blicken, von ihr der Erdkreis voll. 2. Sie reicht durch Erd' und Himmel, um, was da lebet, zu erfreun. Welch fröhliches Gewimmet in ihrem milden Sonnenschein! Bor ihren heitern Strahlen, wo sie hervorbricht, fliehn auch bange finstre Qualen, wie lichte Wolken hin. Wer zählt die Mil lionen, die sie erwarmt und náhrt? So weit nur Wesen wohnen, bat sich auch sie verFlårt. 3. Schon ist das Licht der 5. 3u ihrem Lob erwecke vor allem du dein Herz, o Chrift! Komm her, und sieh', und schmecke, wie freundlich Gott, dein Bater, ist. Auf! seinen Ruhm erzähle, Gesang und Saitenspiel, und deine ganze Seele sey Inbrunst und Gefühl. Von seiner Güte fage, wie treu sie für uns wacht, ein Tag dem andern Tage, die Nacht der nächsten Nacht. J. J. Menzer, verbessert von J. J. Spalding. Mel. Wer nur den lieben Gott. 726. könnt ich bich, mein Gott! recht 492 1. Von Gott und seinen Eigenschaften. recht preisen, wie du des Preisvoller Freuden beståndig deises würdig bist! stönnt' ichnen Ruhm erhöhn? Wie sollt' dir ganz den Dank beweisen, ich, auch im tiefsten Leiden, den dieses Herz dir schuldig nicht freudig trauend auf dich ist! dies Herz, das deiner Gü- sehn? Und sollt' ich ganz vertigkeit fich täglich mit Entzük lassen seyn, so wirst doch du fen freut. mir Schuß verleihn. 2. Wer überströmet mich 7. Drum reiß ich aus des mit Segen? Wer theilt mir Kummers Schmerzen mein mit, was mir gebricht? Wer forgendes Gemüthe los, und schuhet mich auf meinen We- rufe aus erfreutem Herzen: gen? Wer schenkt dem Geiste| wie gut bist du, mein Gott Trost und Licht? Wer gibt zu wie groß! Du leitest mich meinem Thun Gedeihn? All nach deinem Nath, der nur gütigér! du bist's allein. mein Heil beschlossen hat. 3. 3u zahlen sind sie nicht, mein Bater, die Werke deiner Segenshand; du warst schon meines Wohls Berather, eh' mein Bedürfniß ich empfand. Selbst eh' ich war, da maßest du mir schon mein Schicksal liebreich zu.. 8. Bon deiner Güte will ich singen, so lange sich die Zunge regt; dir will ich Dank und Ehre bringen, so lange sich mein Herz bewegt; und wird mein Mund auch fraftlos seyn, so stimm' ich noch mit Seufzen ein. 4. Du stårkst mir das geschenkte Leben, und lässest es nie freudenleer; zum höhern Glück mich zu erheben, schickst du auch manche Trübsal her. Doch stehst du auch mit Kraft 9. Dies schwache Lob kann ich nur geben; nimm es, mein Gott, in Gnaden an, bis ich in einem bessern Leben dich würdiger erheben kann. Da steiget, mit der Engel Chor, mir bey, daß ich nicht zag'| mein Lobgesang zu dir empor. und muthlos sey. 5. So oft hab' ich in mei nen Tagen mit Freud' und Dank es schon verspürt, wie du mich unter allen Plagen, zwar dunkel oft, doch gut geführt; ben jeder drohenden Gefahr halfft du mir treu und wunderbar. 6. Wie sollt' ich denn nicht J. S. Diterich. Met. Nun lob', mein' Seel', den. 727.5 Gott! du biſt die Liebe; uns wohl zu thun, ist deine Lust. Drum preist mit frohem Tries be dich unsre dankerfüllte Brust. Groß, herrlich, ohne Gränzen ist deine Gütigkeit; so weit die Himmel glanzen, übt Gute und Liebe Gottes. 493 Wohl. übst du Barmherzigkeit. Du| trubeft, geschieht's zu unserm fichst mit Wohlgefallen auf das, was du gemacht; und bast auch uns, uns allen viel Gutes zugedacht. 2. Du hiesest, Gott, uns werden, und schufest uns zum ew'gen Wohl. Nicht nur auf dieser Erden ist alles deiner Güte voll: auch noch in fünfte gen Seiten wird uns das größre Heil erhöhter Selig teiten durch deine Huld zu Theil. Dorthin uns zu erheben, ist stets dein Wille, Gott! drum gab für uns sein Leben dein Sohn hin in den Tod. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du liebtest uns zuerst, und bist dir allzeit gleich ges blieben, ein Sott, der immer huldvoll ist. Mit Gnade uns zu segnen, ist ewig deine Lust. Mit Dank dir zu begegnen, sey, Herr! auch unsre Lust. Laß uns, treu zu erfüllen, was du befiehlst, nie ruhn; wer sollte deinen Willen nicht gern, o Vater, thun? 3. Wie groß ist deine Gna de! Wer ist so reich an Huld, 6. Wer hier auf seinen Wegen dein Wort vor Augen hat und hält, dem schenkst du hier schon Segen, und dort noch mehr in jener Welt. Du kros wie du? Auch auf dem Sún- neft seine Leiden mit herrli denpfade siehst du uns oftvoll chem Gewinn, führst ihn zu Langmuth zu. Du lockest uns bessern Freuden, zu ew'gen zur Buße, und fällt, voll Reu' Freuden hin. Wie theu'r ist und Schmerz, der Sünder deine Gute! ich will mich ihrer dir zu Fuße, so tröstest du sein freun, und ewig mein GemůHerz. Du, du vergibst demthe, Gott! ihrem Lobe weihn. Armen mit våterlicher Huld; erläß'st ihm aus Erbarmen die ganze Sündenschuld. 4. Mit jedem neuen Morgen wird über uns dein Wohlthun neu; du kommst selbst unsern Sorgen zuvor mit deiner Batertreu. Du, Ursprung aller Gaben! du weißt, was uns gebricht; und was wir nothig haben, versagst du, Gott! uns nicht. Vom Wohlthun, das du übest, sind unsre Tage voll. Uuch wenn du uns beC. f. Gellert. In eigner Melodie. Fie groß ist des gen Gute! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhårtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein! seine Liebe zu crmessen, sey ewig meine größte Pflicht! Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch feiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereiz 494 1. Von Gott und seinen Eigenschaften. bereitet? der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. er stårkt den Frieden im Gewissen, wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? ist's nicht sein Urm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist; wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig ſehn wirst, wie er ist. Du zu diesen Freuden, durch Gottes Gute sind fie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du konntest felig seyn. 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren? Und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht horen? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? sein Will' ist mir ins Herz geschrieben, sein Wort bestarkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben, und meinen Nächsten so, wie mich. 5. Dies ist mein Dank; dies ist sein Wille: ich soll ganz Liebe seyn, wie er. So lang ich dies Gebot erfülle, stell' ich sein Bildniß in mir her. Lebt feine Lieb' in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht in mir doch die Sunde nicht. 6. Gott! laß deine Güt' und Liebe mir immerdar vor Augen seyn! Sie stårk' in mir die guten Triebe, mein gans zes Leben dir zu weihn; sie troste mich zur Zeit der Schmers zen, sie leite mich zur Zeit des Glücks; und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Geduld und Lang muth Gottes. J. 2. Cramer. Mel. Herzliebster Jesu zc. 729. Gaucht unferint Ja Gott! von großer Güte, barmherzig und von duldendem Gemüs the. Er sorgt für uns, daß uns kein Unfall schade, voll Lieb' und Gnade. 2. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, und läßt verschonend uns das nicht empfinden, was wir, durch Mißbrauch seiner Gnadengas ben, verschuldet haben. 3. Hoch ist der Himmel über seiner Erde; so groß ist auch, daß er geliebet werde, die Huld des Herrn, bey denen, die ihn lieben, und Gutes üben. 4. So zårtlich sich ein Vater seiner Kinder erbarmet, so erðarmt sich Gott der Sünder, wenn fie voll Reue fich zu ihm bekehren, ihm Treue schwören. 5. Er schlägt und heilt, vers wundet, läßt genesen; er weiß: der Mensch ist ein zers brech Geduld und Langmuth Gottes. 495 brechlich Wesen; vergißt es deinem Volke zu, daß sich ihr nie, daß das Geschöpf aus Herz bekehrte! Wie trugst du Erde bald Asche werde. nicht so lange Zeit die erste Welt mit Gütigkeit, ch' sie die Fluth verheerte! 6. Es welft wie Gras; es blüht, wie Blumen blühen; die Winde wehn darüber, sie verblühen; und ihre Stäte wird, nach wenig Stunden, nicht mehr gefunden. 7. Von Ewigkeit zu Ewig keiten währet die Gute Gottes jedem, der ihn ehret. Ach! leite denn auch mich auf deinem Pfade, du Gott der Gnade. 3. So gibst du Sündern Zeit und Raum, der Strafe zu entgehen; du läßt den un fruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stehen; du wartest ſein, du suchest Frucht; und wenn du gleich umsonst gesucht, hörst du nicht auf zu bauen. Du schonest sein, von Jahr zu Jahr, dein Vaterherz wünscht immerdar noch Frucht von ihin zu schauen. 4. Allgütiger! so große Huld bezeugst du frechen Sündern: und wie viel Nachsicht und Geduld, hast du mit deinen Kindern. Sie werden dann, 730.Getreuer Gott! wenn Fleiſch und Welt zu hau fig stellt, leicht sicher, matt und tråge. Sie straucheln, sie vergehen sich, fie fallen oft, verlassen dich und deine heil'gen Wege. wie viel Geduld erzeigest du uns Armen! wir häufen täglich unsre Schuld; du häufest dein Erbarmen. Was ist des Menschen Lebenslauf? Er ist vere derbt von Jugend auf, und dem Gesetz entgegen; und doch, o Vater! suchst du ihn von seinem Irrweg abzuziehn, zur Beßrung zu bewegen. 5. Verdienen die nicht Straf und Tod, die dich, o Bater! fliehen? Mit wie viel Necht könnt'st du nicht, Gott, dich ih nen ganz entziehen? Doch dies erlaubt dein Herz dir nicht, dein Herz, das aus Erbarmen bricht, wenn deine Kinder fehlen: es hat, bey ihres Irrthums Schuld, mit ihrer Schwachheit gern Geduld, und wacht für ihre Seelen. 2. Der Menschen Elend jammert dich; wenn sie sich gleich verstucken, willst du sie dennoch väterlich durch Wohlthun zu dir locken. Wie lange sahst und riefest du nicht ehmals 6. Du 8. So werd' ich ewig deiner Huld genießen, sanft werden meine Zage hier verfließen; und dort werd' ich, mit allen Engelchören, dich fröhlich ehren. J. C. Zimmermann. Mel. Ein Lámmlein geht und sc. oder: Der Tag, der ist so zc. 496 1. Von Gott und seinen Eigenschaften. 6. Du warneft sie vor der| wiß, daß er mich keinen Feind Gefahr, so oft sie irre gehen; zu hart versuchen läßt. Er stårs reichst ihnen Hand und Stär- ket mich, nach seinem Bunde, ke dar, von Sünden aufzu- in meiner Prüfung trübsten stehen. Du lockest sie voll Stunde. Gott ist getreu! Lieb' und Huld, versprichst, durch Christum ihre Schuld und Fehler zu vergeben; schenkst ihnen deines Geistes Kraft, und nach vollbrachter Pilgerschaft, Sieg, Ruhe, Freud' und Leben. 3. Gott ist getreu! er thut, was er verheißt. Er sende mir sein Licht! Wenn dieses mir den Weg zum Leben weist; so irr' und gleit' ich nicht. Gott ist kein Mensch, er kann nicht lügen; sein Wort der Wahre heit kann nicht trügen. Gott ist getreu! 7. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott, unsre Herzen rühren! Nie müsse deine Ba- 4. Gott ist getreu! er hanterhuld zur Sicherheit uns| delt våterlich, und was er gibt, führen! daß wir bey deiner| ist gut; die Trübsal auch; Treu' und Huld doch nicht mein Vater bessert mich, durch vermehren unsre Schuld; daß alles, was er thut. Die Trub wir das Böse hassen, und uns sal gibt Geduld und Stärke noch in der Lebenszeit den zum Fleiß in jedem guten Reichthum deiner Gutigkeit Werke. Gott ist getreu! zur Buße leiten lassen. Treue und Wahrhaftigkeit. 5. Gott ist getreu! mein Bas ter, deß ich bin, sorgt für mein ewig Wohl; er rufet mich zu seinem Himmel hin, will, daß ich leben soll. Er reinigt mich von allen Sünden, und läßt mich Trost durch Christum Gott iſt 6. Gott ist getreu! stets hat sein Vaterblick auf seine Kins der acht; auch freut es ihn, wenn schon ihr irdisch Glück sie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen, und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist getreu! 7. Gott ist getreu! mein Herz, was fehlt dir noch, dich Gots w. f. Stölzel, verbessert von Ch. f. Schubart. Mel. Es ist genug, so nimm 2c. ott ist getreu! Baterherz verläßt die Seinen nie. Gott ist getreu! im Wohl seyn und im Schmerz erfreut und trågt er sie. Mich decket seiner Allmacht Flügel! stürzt ein, ihr Berge! fallt, ihr Hugel! Gott ist getreu! 2. Gott ist getreu! er ist mein treuster Freund! dies weiß, dies hoff ich fest; ich bin ge Treue und Wahrhaftigkeit Gottes. 497 Gottes stets zu freun? Sey| Drohwort auch gewiß vollGott getreu, und fürchte bracht. Wer dich, o Gott, nichts! mag doch die Welt beharrlich haft, fühlt deiner voll Falschheit seyn; selbst Strafe schwere Last. falscher Brüder Neid und Tucke gereicht gewiß mir noch zum Glücke. Gott ist getreu! 8. Gott ist getreu! vergiß, o Seel', es nicht, wie zärtlich treu er ist! Gott treu zu seyn, sey deine liebste Pflicht; weil du so werth ihm bist! Halt fest an Gott! Sey treu im Glauben! Laß nichts den starken Trost dir rauben: Gott ist getreu! J. J. Kambach, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Ach, wie betrübt sind sc. 732. Noch nie haft du dein Wort gebrochen, nie deinen Bund, o Gott, verletzt; du hältst getreu, was du versprochen, vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd' und Himmel auch vergehn, wird ewig doch dein Wort bestehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Wort verheißen hat: nach 1 deiner nach Treue, bringst du, was du versprichst, zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Beit. 3. Und wie du das unfehlbar giebest, was deine Huld uns zugedacht: so wird, wenn bu Vergeltung übest, dein 4. O drücke dies tief in mein Herze, damit es jede Sünde scheut; gib, daß ich nie leicht sinnig scherze mit deiner Strafgerechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, was dein Befehl mir untersagt.. 5. Laß mich, mit immer fe stem Glauben, den Worten deiner Gnade traun. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen baun! Du bist cin Fels; dein Bund steht feft. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! 6. Erwag's mit Ernst, o meine Seele! und sieh', wie treulich Gott es meint. Sey gern, nach seines Worts Be fehle, der Wahrheit Freund, der Lügen Feind. Beweise dich als Gottes Kind, dem Treu und Wahrheit heilig sind. J. S. Diterich. Wiel. Jesu, komm doch selbst xc. 733. Wahrheit ist Eigen genthum; ewig bleibt dir, Gott, der Ruhm, daß dein Wort untrüglich ist, und du groß an Treue bist. 2. Aller Täuschung bist du feind; wie dein Herz es mit uns meint, so nur offenbarst du dich uns stets unveränderlich. 3. Was 2. Von der Schöpfung. 498 3. Was du zusagst, ist gewiß, wenn du gleich in Finsterniß weislich oft vor uns verhuust, wann, und wie du es erfüllst. 4. Sicher bringst du auch zur That, was dein Mund gedrohet hat; wenn der Frev ler Heer gleich spricht: er, der Höchste, straft uns nicht. 5. Reue find't bey dir nicht statt; was dein Rath beschlos sen hat, und dein Wort dafür erklärt, wird durch den Erfolg bewährt, 6. Sollt' ich dir denn nicht vertraun; nicht auf dein Vers sprechen baun? deine Dro2) Von der J. 2. Cramer. Met. Wachet auf, ruft uns 2c. 734. Betet etet an! laßt uns lobfingen; und Ruhm und Dank dem Schöpfer bringen; denn groß ist seine Gút' und Macht. Betet an! er hat erschaffen! frohlockt! frohlockt! er hat er schaffen! Ihm werde Lob und Preis gebracht! Wer ist dem Höchsten gleich! Er hat sein weites Reich sich bereitet; er schuf die Welt, die er erhált. Es rühm', es preif' ihn seine Welt! 2. Seiner Seligkeiten Fülle euch mitzutheilen, war sein Wille; und was er wollte, das hungen nicht scheun? nicht auch Freund der Wahrheit seyn? 7. Heilig sey mir diese Pflicht, und mein Herz entziehe nicht dir, der stets sein Wort vollführt, Herr, den Ruhm, der dir gebührt. 8. Dich, den Treuen, ehrt nur der, der dir traut, und falschheitsleer überall die Wahrheit liebt, sucht, befolgt, und treulich übt. 9. Nun so bete jedermann dich, als den Wahrhaften, an! dich, der, wenn auch alles fällt, ewig treu und Glauben hält. Schöpfung. geschah. Er gebot allmächtig: werde! da war der Himmel und die Erde zum Preise seiner Güte da. Der Allmacht erster Sohn, der Engel, jauchzte schon: Preis dem Schöpfer! Doch schien noch nicht der Erd' ihr Licht. Er sprach: es sey! da ward das Licht. 3. Oben wölbt er seinen Himmel aus Wassern; unter feinem Himmel wird jede Wolk' ein hangend Meer. Wasser deckt der Erde Höhen; es flieht auf sein allmachtig Wehen, und überströmet sie nicht mehr. So bricht er seinen Lauf. Nun steigt enthüllt herauf Gottes Erde! sem Eigens 2. Von der Schöpfung. 499 genthum, zu seinem Ruhm,| Gott der Liebe! Wir sollen einst seines Sohnes Eigenthum. dein uns ewig freun, und- deinem Bilde ähnlich seyn. 4. Er gebeut, und alle Felder, und Hügel, Thaler, Berg' und Wälder blühn fruchtbar durch sein Wort voll Macht. Und die Sonn', in hoher Ferne, regiert den Tag, und Mond und Sterne regieren stiller in der Nacht. Er spricht: da füllt das Meer ein tausendfältig Heer. Preis dem Schöpfer! Auch singt und ruft das Volk der Luft zum Schöpfer, der's zum Leben ruft! 7. Ewig wollen wir lobsins gen, und Ruhm und Dank dem Schöpfer bringen, dem Allerhöchsten Ehr'und Macht. Denn er hat uns auch ges schaffen; unsterblich hat er uns erschaffen! Ihm werde Lob und Preis gebracht! Wir sind, o Gott, von dir; frohlockend jauchzen wir: Hallelujah! Er schuf die Welt, die er erhålt. Lobsing', lobsing' ihm, seine Welt. 5. Grünend stehn nun die Gefilde. Wie wimmelt es von 735. Drahmen des C. S. Gellert. In eigner Melodie. ie Vieh und Wilde in jedem Wald', auf jeder Flur! Wer bevolkerte die Erde mit einer so unzählbar'n Heerde von Thieren? Er, der Höchste, nur. Was sich auf Erden regt, sich fühlt, und sich bewegt, Quell des Lebens! das kommt von dir. Vom Wurm zum Thier, dankt alles, Herr, fein Leben dir. 6. Ja! auch wir, du Gott der Stårke; auch wir find deiner Hånde Werke. Welch hoher Dank gebührt nun dir! Laßt uns, sprachst du, menschen schaffen! ein Bild von uns, nach uns erschaffen; und Adam ward, mit ihm auch wir. Welch seiiger Beruf, wozu dein Arm uns schuf, Ewigen Ehre; ihr Schall pflanzt seine Größe fort. Ihn rühmet der Erdkreis, ihn preisen die Meere: vernimm, o Mensch, ihr göttlich's Wort! 2. Wer trägt der Himmel unzahlbare Sterne? Wer führt die Sonn' aus ihrem Zelt? Sie kommt, und leuchtet, und lacht uns von ferne, und läuft den Weg, gleich als ein Held. 3. Vernimm die Stimme der prächtigen Werke, die die Natur dir aufgestellt! Verkündigt Weisheit, und Ordnung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen unzahlbare Heere, den kleinsten Staub fühllos beschaun? Durch 7: 2 300 2. Von der Schöpfung. Durch wen ist alles? O gib| sie, wenn meine Seele, spåt ihm die Ehre! Mir, ruft der und früh, des Leibes Dienst Herr, sollst du vertraun. verlanget. 5. Mein ist die Stårke, mein Himmel und Erde; an meis nen Werken kennt du mich; ich bin's, und werde seyn, der ich seyn werde, dein Gott, und Vater ewiglich. 4. O! hättest du mein Auge nicht so künstlich zubereitet: was nütte mir der Sonne Licht, ihr Glanz, vor mir verbreitet? Dann sah' ich nicht, mit welcher Pracht, du, Herr! durch deine weise Macht, was du erschaffen, schmückest. 6. Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte; ein Gott der Ordnung, und dein Heil; verehre mich mit dankbarem Gemüthe, und nimm an meiner Gnade Theil. J. 2. Cramer. Met. Sey Lob und Ehr' dem ic. 736. und ir, Gott! sey gebracht, dich soll mein Lied erheben. Ich bin ein Wunder deiner Macht, auch mich schufst du zum Leben. Mein ganzer Leib, erbaut von dir, mit jedem Glied und Sinn an mir, beweiset deine Größe. 2. Haupt, Aug' und Ohr, und Mund und Hand, die ich zu dir erhebe; die Haut, so fünftlich ausgespannt, der Nerven fein Gewebe, und alle Glieder sagen mir: ich sey, o Gott, ein Werk von dir, ein Werk von deiner Weisheit. 5. Ich jauchze, daß ich reden kann, und schmecken, sehen, hören. Mit tiefer Demuth will ich dich, Gott! preisen und verehren; empfinden froh mit frommem Dank der gans zen Schöpfung Lobgesang, 3. Wie biegfam, wie gelenkvoll schließt( den Thoren zu verdammen, der's laugnet, daß ein Schöpfer ist,) sich Glied an Glied zusammen! wie willig, Herr, gehorchen 6. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schlåge? Wer regt die Brust, und schwellt sie auf, damit ich athmen möge? Gott ist es, der dies alles thut. Schlag, Herz! entflamme mich, o Blut! daß ich den Höchsten preise. 7. D! pries ich, Höchster! immer dich, wenn ich die Sinne brauche; geh', lieg', und ausruh' oder mich bewege, athme, hauche! Gib, daß ich ewig dein mich freu'; und daß mein Leib ein Tempel fey, worin dein Geist stets wohne. f. W. Loder. Mel. Wachet auf, ruft uns c. nser Gott ist groß 737.11nfer und machtig und feine 2. Von der Schöpfung. 501 Licht zur Fruchtbarkeit. Gott ist gnädig, Gott regieret, wenn er die Flur mit Blumen zie ret, und seine jungen Saaten streut. Der Wallfisch und der Wurm, der Blüthenduft und Sturm, zeugt vom Höchsten. Der Tag, die Nacht, rühmt seine Macht, rühmt, daß er stets allmächtig wacht. 5. Gott voll Weisheit! Gott voll Stärke! wie groß und 2. Allmacht sprach zum viel sind deiner Werke! wie Nichts: es werde! da trat die voll von Gütern ist das Land! anmuthsvolle Erde vor ihren Schiffe gehn in weiten MeeSchöpfer, aufzublühn. All- ren; da wimmelt's von den macht spricht: so stürzen Wel ten, die Berge fliehn vor ihrem Schelten, und fahren vor dem Donner hin. Er hat wie ein Gewand die Himmel ausgeſpannt. Durch ihn gehet, so wie ein Held, aus dem Gezelt, die Sonne, und erfreut die Welt. feine Schöpfung schön und prachtig; voll Weisheit und Vollkommenheit. D! ihr, seiner Allmacht Heere! hoch in den Himmeln, tief im Meere! preist unsers Gottes Herrlichteit. Sein Kleid ist reines Licht! Er hält im Gleichgewicht ganze Welten. Der Wesen Heer, das weite Meer, den Engel und den Wurm schafft er. 3. Er, der auf den Winden schwebet, er schaut die Erde an, sie bebet, er rührt den Sandberg an, er raucht; speist den Vogel, nährt die Heerde, erneuert die Gestalt der Erde, erfreut, was in ihr lebt und haucht. Mit milder Freundlichkeit gibt er zu seiner Zeit allen Speise; liebt und erhält die schöne Welt, und trånkt die Thiere auf dem Feld. 4. Kräuter schuf er, uns zu heilen; den Mond, das Jahr barnach zu theilen; der Sonne frohen Heeren der Thiere, zahllos wie der Sand. Mit Mannichfaltigkeit, mit Regels måßigkeit prangt die Erde, mit Reiz geschmückt; wohin entzückt mein Aug' auf deine Wunder blickt. 6. Der vergånglich Gras bekleidet, die Fische nåhret, Låmmer weidet, Gott sorgt, als Vater, auch für mich, für mein Loos in fernen Tagen; sollt' ich schon jezt voll Mißmuth zagen? Nein! meine Seele! tröste dich! trau deinem Gott; auf ihn wirf alle Sorgen hin! Er wird sorgen, er, der mich hört, mein Flehn erhört, und was mir gut ist, gern gewährt. 7. Dank und Ehre Gott zu bringen, mein Lebelang dem Herrn zu singen, soll meine höchste Freude seyn. Laut soll ihm mein Lob erschallen, mein Opfer 502 2. Von der Schöpfung. Opfer wird ihm wohlgefallen,| schmückst den blåtterreichen gerührt will ich mich seiner freun. Sein Lobist Seligkeit! 3u Himmelsglück erneut, werd' auch ich einst bey Engeln stehn, entzückt ihn sehn; dann ewig seinen Ruhm erhöhn. Baum; du treibst an ihm die Sprossen. Du machst es, daß der Berg nicht sank; die Erd' hålt schwimmend ihren Gang durch Lüfte, die sie tragen. 5. Unzählbar viel wirkt dei ne Hand im Großen durch das Kleine. Der Wurm, den noch kein Auge fand, empfängt von dir das Seine. Er lebt durch dich, und lebt beglückt, bis ihn ein Sonnenstaub erdrückt, dem du, o Schöpfer, winkest. C. f. Gellert. Mel. Wo Gott der Herr nicht ic. oder: Nun freut euch, lieben zc. 738. W enn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alles wacht, anbetend überlege: so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prachtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? Gott der Macht und Herrlichkeit! Gott! deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen! 4. Des Meeres Stärke hemmt dein Baum; dir folgen Blitz und Schloßen. Du 6. Dich predigt Sonnens schein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt unserm Schöpfer Ehre! Mich, ruft das Laub in ſeiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht! bringt un serm Schöpfer Ehre! 7. Des Menschen Leib, den deine Hand so wundervoll bereitet; des Menschen Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet; der Mensch, bestimmt zu deinem Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Gut' und Größe.. 8. Erheb' ihn ewig, o mein Geist! erhebe seinen Namen. Gott, unser Vater, sey gepreist, und alle Welt fag': Amen! und alle Welt fürcht' ihren Herrn, und hoff' auf ihn, und dien' ihm gern. Wer wollte Gott nicht dienen? J. C. 2. Von der J. C. Lavater. Mel. Sen Lob und Ehr' dem ic. er machte 739. W diese schòne Welt? das Nahe und das Ferne? Wer hat am Himmel hingestellt die Sonne, Mond und Sterne? Woher der Thiere große Sahl? Wer schuf die Felder, Berg und Thal, und Blumen, Baum' und Früchte? 2. Wer goß das Wasser reichlich aus in Brunnen, Bach' und Seen? Wer streut im Winter Flocken aus? Wer heißt die Winde weben? Wer gießt den Regen auf die Au'? Wer führt die Wolken, tropfelt Thau auf Wiesen, Wald und Felder? 3. Das alles, alles groß und klein, ist dein Werk, Unsichtbarer! du bist der Erste, du allein bist Schöpfer und Bewahrer. Durch deine Macht, auf dein Gebot bin ich, ist alles, großer Gott! Durch dich ist alles worden. Schöpfung. 503 so klein, dafür du, Herr! nicht forgest. 5. Du, du weißt alles, was ich thu'; siehst mich an jedem Orte. Selbst was ich denke, siehest du, hörst alle meine Worte. Dein unsichtbares Ungesicht sieht mich im Dun keln, wie beym Licht, bey Nacht, so wie am Tage. 6. Wie gut, wie liebevoll du bist, seh' ich, wohin ich blicke: denn gut und nütlich ist, was ist; und dient zu meinem Glücke. Luft, Sonn' und Mond, und Wald und Thier, Feld, Korn und Wasser nůz zen mir und nüßen allen Menschen. 4. Von dir kommt alles, was ich hab'; ohn' dich kann nichts geschehen. Du, der dem Menschen Augen gab, mußt alles, alles sehen. Dein ist die Welt, und ich bin dein; nichts ist so groß, und nichts 7. Für dich nicht, für Geschöpfe nur, daß jedes glücklich werde, schufft du oie prachtige Natur, den Himmel und die Erde. Dir, der uns wie ein Vater liebt, und allen alles Gute gibt, dir kann der Mensch nichts geben. 8. Wie bin ich froh! du machst auch mich zum Zeichen deiner Güte. Ich danke dir, und denk' an dich mit freudigem Gemüthe. Ich seh' dich nicht, doch lieb' ich dich, du schufft, und du erhältst auch mich, zu immer größern Freuden. 5) Von 504 3) Von der göttlichen Vorsehung, Erhals tung und Regierung der Welt. Mel. Was Gott thut, das ist zc.| Welt uns gab, zerfallen und 740.in Gott regiert: zerstäuben; so nahe Schmerz und der Schöpfer wird uns bleiben. Er führt uns gut; wir haben Muth; mag's, wie Gott will, uns gehen: wir werden's überstehen. Ein Gott erzieht durch Freuden und wechselndes Geschick uns hier, und führet uns durch Leiden, nach kurzem Streit, zur Seligkeit. Mag's, wie Gott will, uns gehen: wir werden's überstehen. 2. Wir traun auf Gott, und zagen nicht; der Geist des Menschen findet in höhern Welten reinres Licht, wenn Alles um uns schwindet. Die Welt vergeht; der Geist besteht. Olaßt den Schöpfer walten! er wird den Geist erhalten. 6. Was zagen wir? durch Lust und Leid hebt Gott die Menschenseelen zu sich und hoher Seligkeit: was soll der Harm uns quálen? Wir ha ben Muth; sind wir nur gut: so mag's, wie Gott will, gehen: wir werden's überstehen! J.K. Freyfrau von Gersdorf, verbess. von J. S. Diterich). Mel. Aus meines Herzens 2c. oder: Von Gott will ich 2c. 3. Der Geist erkennet die Natur und sieht des Schö- 741. Gott, der an allen Enden so pfers Milde im Weltenbau, in Thal und Flur, in Wäldern, im große Wunder thut; in dessen Gefilde, im kleinsten Wurm, sichern Hånden mein ganzes im Wintersturm, im Früh- Lehen ruht! Für meine Průlingshauch, im Regen und in des Herbstes Segen. fungszeit hast du an jedem Tage, mein Gluck und meine Plage bestimmt von Ewigkeit. 4. Der Gott, durch welchen alles lebt, durch welchen das Gewimmel der Thiere wandelt, schwimmt und schwebt, ber unter seinem Himmel die Thiere speis't, wird unsern Geist für Licht und Glück erhalten: o laßt den Schöpfer walten. 2. Da ich noch tief verborgen im Mutterleibe war, bewahrte mich dein Sorgen ben jeglicher Gefahr. Zu schwach ist mein Verstand, das Gute zu erheben, das du, in meinem Leben, mir tåglich zugewandt. 3. Druckt mich auf meinen Wegen gleich manche Laft und 5. So mag denn, was die Müh': Erhaltung und Regierung der Welt. 505 Müh': so führt auch sie zum| er gebeut: so fallen, durch sein Segen, und du versüßest sie; du bleibest mitleidsvoll, hilfst liebreich deinen Kindern sie tragen und vermindern, beförderst stets ihr Wohl. Schelten, die Himmel wieder in ihr Nichts. 4. In meinem ganzen Leben hat diese Zuversicht mir immer Kraft gegeben; auch jezt fehlt sie mir nicht. Wenn ich bekümmert war, so seufzt ich, und war stille, und dein stets guter Wille entriß mich der Gefahr. 5. Sey immerdar gepriesen! du, Vater! hast dich mir erbarmungsvoll bewiesen; mein Herz und Mund soll dir, du Retter aus Gefahr! des Dankes Opfer bringen, und unaufhörlich singen: wie groß dein Wohlthun war. 6. Du hast mich stets beglük Fet, mir lauter Gut's gethan; mit Segen mich erquicket mehr, als ich rühmen kann. Einst fing' ich, mehr erfreut, verklärt und ganz vollkommen, mit allen deinen Frommen, dein Lob in Ewigkeit. C. S. Gellert. In eigner Melodie. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Beste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn' Anfang Gott, und Gott in ew'gen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd' und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe! er schaffet, was ich vor und nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah', du sitzest oder geheft; wenn du ans Meer, wenn du gen Himmelflöhest: so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu' und fehle, und eilt, mir gnå742.Gott ist mein big beyzuſtehn. Lied! Er ist der Gott der Stärke; groß ist sein Nam', und groß sind seine Werke; und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und spricht's: so find und leben Welten, und 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte; schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, 506 3. Von der göttlichen Vorsehung, Herr, immerdar soll deines ben, Freude, Frieden, der mir Namens Ehre, dein Lob in alles, alles gibt. meinem Munde seyn. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr send sein Loblied und sein Psalm! 13. Du trankst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag, und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt' ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hålt? 15. Ist Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden; so frag' ich nicht nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Truß. 23. Münter. Mel. Jesu komm, fen eingeb. 2c. ch will danken 743. S und lobsingen, Gott, der seine Welt regiert! Preis und Ruhm will ich ihm bringen, der mich wie ein Vater führt; dessen Uugen nie ermüden, zu bewadie er liebt; mir Le2. Alle liebst du, aller Leben ist dein Werk und ist dir werth; allen gibst und wirst du geben, was das fromme Herz begehrt. Von dem Menschen bis zur Made kennst du alle, forgst für sie; und versagest deine Gnade auch dem Allerkleinsten nie. 3. Meines kurzen Lebens Tage zählest und bewahrest du; wagest auf gerechter Was ge mir mein ganzes Schicksal zu; überschüttest mich mit Segen, sättigst mich mit milder Hand; führest mich auf sichern Wegen, Gott, nach meinem Vaterland! 4. Nahe bist du meiner Seele, die dir nichts verhehlen kann. Was ich denke, was ich wähle, siehest du, und merkst es an; achtest drauf, ob ich dich liebe, Geber der Unsterblich keit! Ob ich jede Tugend übe, die mir dein Geset gebeut. 5. Heil mir! wenn ich ernstlich strebe, deiner Liebe werth zu seyn: o dann werd' ich, weil ich lebe, deiner Aufsicht mich erfreun! Täglich wirst du mir beweisen, wie so mild und gut du bist. Deine Güte werd' ich preisen, daß sie unerschöpflich ist. 5. G. Demme. Mel. Seele, was ist schöners zc. 744. Was der gute Vater thut, der Erhaltung und Regierung der Welt. 507 der die Menschen liebt, der so[ Welt. Von Unbeginn bis heugern mit milder Hand, was te war er allgnädig, freu; uns nútet, gibt: was unser ging gern an unsrer Seite; Gott, unser guter Bater, thut, stand uns allmächtig bey; das ist alles weis' und gut. gab stets uns Brod die Fülle, Vertraut auf Gott! und Leben und Gedeihn. Uns segnen ist sein Wille. O laßt uns dankbar seyn! 2. Er, der Thieren Wohlgefühl ihres Lebens gab, der, o Menschen, blickt auf euch lie- 2.3u seiner Menschen Wonbevoll herab. Was unser Gott, ne hat er die Welt so schön unser guter Vater thut, das ic. gemacht; und vor dem Strahl 3. Und verzagen sollten wir, der Sonne, das Auge, dem wann des Vaters Hand um sie strahlt, bedacht! Für seiner des Lebens Roſsen hier man- Menschen Leben steigt jedes che Dornen wand? Was unser Gott, unser ic. 4. Christen! denen Sorg'und Harm jezt am Herzen nagt, blickt zu Gottes Himmel auf, und send unverzagt! Was unser Gott 2c. 5. Hüllt die Zukunft fich in Nacht: auf dem Pfad der Pflicht wandelt ihr selbst durch die Nacht einst zum hellern Licht. Was unser Gott zc. 6. Vater! wir vertraun auf dich! freun uns ewig dein! Was du, Vater, gibst und thust, muß uns heilsam seyn. Gelobt sey Gott! Er verläßt die Seinen nicht. Gott ist unsre 3uversicht. Gelobt sen Gott! J. S. Diterich. Mel. Nun lob, meinSeel' den 2c. reis ihm! dem 745. Allregierer, dem Gott, der, was nur lebt, erhält; dem guten treuen Führer aus dieser zu der bessern Kornfeld auf; sonnt sich der Saft der Reben, beginnt der Ströme Lauf, ragt jeder Hain zur Wolke, strömt milder Regenguß, kommt Donner zu dem Volke, der Segen tonen. muß. 3. Lobfingt des Herren Namen: lobsingt dem Herrn, der Welten Gott; und alles Volk sprech': Amen! denn er ist ewig, unser Gott. Von sei nem Volk' im Staube heischt er nur 3uversicht: nur daß es folg' und glaube, nurDank, mehr will er nicht. Nie hat er uns verlassen. Nur Kleinmuth sagt's, und Spott. O! möcht' es jeder fassen: ein Bater ist uns Gott! 23. Münter. Mel. Ich dank dir schon durch 2c. 746. Preift Menſchen, Herrn der Welt! Seht seiner Vorsicht Spuren auf Berg, im Thal, 3. Von der göttlichen Vorsehung, 508 Thal, im Wald, im Feld, auf Wiesen und auf Fluren. 2. Durch seine Macht, die als les schafft, erhält, belebt, regieret, steht alles da; durch seine Kraft wird alles ausgeführet. 3. Nichts låßt er durch ein Ohngefähr, nichts ohne Zweck geschehen; sein Wink ruft die Geschöpfe her: sein Wink läßt sie vergehen. 4. Und nichts von allem, was er thut, kann seinen Zweck verfehlen; sein Rath ist weise, heilig, gut, das Beste zu erwählen. 7. Uns bringt, zum fröhlichen Genuß, das Aehrenfeld Getraide; dem Vieh gibt Gott im Ueberfluß der Kräuter fette Weide. 10. So forget Gott auf! rühmt es laut, ihr frohen Christen Chöre! daß, wer hier seine Werke schaut, ihn kindlich lieb' und ehre. 11. Auch uns führt er mit Baterhand, und lenkt, was uns begegnet; gibt, was er für uns nühlich fand; er ist es, der uns segnet. 12. Nun dürfen selbst wir Menschen nicht vor Kreuz und Leiden beben; zu Gott kann sich mit Zuversicht froh unser Herz erheben. 5. Er, er vertheilt der Kräfte Gang; in Menschen, Thieren, Pflanzen herrscht Ordnung und Zusammenhang, zum sichern Wohl des Ganzen. 13. Drum, Christen, auf! und lobt den Herrn! den Gott der großen Güte. Erhebt ihn, dankt ihm, singt ihm gern mit fröhlichem Gemüthe. Mel. Vom Himmel hoch, da ic. 6. Der Weltenschöpfer, der 747. We enn ich andie erhält den Himmel und Erde; und alles zeuget, daß die Welt nie leer an Segen werde. schau' der Welten Pracht, und denke Gottes Güt' und Macht, der sie erschuf; so steigt mein Geist empor und betet an und preist. 8.Er machet, daß dieSaat gedeiht, ihr Saame sich vermehret, und daß uns die Natur erfreut, die alle Wesen nähret. 9. Die durren Felder trånket er mit Thau und mildem Regen; der Donner kracht und rollt daher, und bringt den Menschen Segen. - 2. Er, der den Himmel aus gespannt, umfasset ihn mit starker Hand, und seines Reichs Unendlichkeit ist ohne Grånzen, Maaß und Zeit. 3. Es läuft ein zahllos Weltenheer in Kreisen um einander her, und rückt aus seiner Ordnung nicht: denn er hält es im Gleichgewicht. 4. Und diese Erd', im Schdpfungsreich ein Punkt, an wie viel Erhaltung und Regierung der Welt. 509 viel Schönheit reich! und die| verdank' ich seiner milden Bewohner ohne Zahl, wie Hand. voll von Wundern überall! 5. Doch für das Ganze sorgt nicht nur der gute Vater der Natur; den Wurin, der sich vom Staube nährt, hålt er auch seines Schutzes werth. 6. Und so sorgt auch sein Vaterfinn für mich und was ich hab' und bin, den Geist, den Leib, dies Glück, den Stand, J. S. Diterich. Mel. O Gott, du frommer Jott. fllmächtig gro748. A fer Gott, wer kann dich gnug erheben? du gabst der ganzen Welt Bewegung, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd' und Himmel hegt, hat deine Hand gebaut, die jezt noch alles trägt. 4) Bon dem Menschen, seiner Natur, Würde, und Bestimmung. 2. Du schufft, ich dank es dir, auch mich zu deiner Ehre; und wolltest, Gütigster, daß ich dein Bildniß ware; darum hast du den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus freyer Huld geschenkt. 7. Er wog, nach meiner Få higkeit, mir meine Wohlfahrt und mein Leid, mein ganzes Schicksal bis ans Grab, und meine Lebensdauer ab. 3. O welch ein großer Zweck, dazu du, Gott! mich schufest! Wie herrlich ist das Glück, wozu du mich berufest! Dir, Höchster! ähnlich seyn, voll8. Erhalte den Gedanken mir: o Gott! was kommt, das kommt von dir! Was deine Vorsicht an mir thut, ist herrlich, weise, immer gut. kommen seyn, wie du. O. wohl mir, wenn ich's bin! Hilf du mir selbst dazu! 4. Laß mir dies große Ziel doch stets vor Augen schweben. Mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben in allen meinem Thun, sey dies, o Gott! allein: daß ich auch so wie du, gefinnet moge seyn. 5. Du bist der Wahrheit Freund: laß mich auch Wahrheit lieben, und stets gewissenhaft in alle dem mich üben, was mich zur Weisheit führt; zur Weisheit, die dich ehrt, und gerne Beifall gibt dem, was du uns gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, die Sinnenlust bezähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreun, und dem 510 4. Von dem Menschen, semer Natur, dem, der's üben will, auch gern behülflich seyn. 7. Gib, daß ich so, wie du, ein Freund der Menschen werde, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Nächsten gern erspart, sein Leiden ihm versüßt, und, wo er helfen kann, zum Helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit entfernt, o Gott! von diesem Ziele. Du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten åhnlich bin. O bilde du nich ganz nach dir und deinem Sinn! 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd' ich ewig auch mit dir vereinigt seyn; und mich ohn' Unterlaß, Gott! deiner Gute freun. R. Zollikofer, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Wer nur den lieben Gott. 749. Gott! Dein ist ein ich, D mein Leben; erfreulich ist mein Ursprung mir; du hast das Daseyn mir gegeben, mein ganzes Wesen kommt von dir. Du, Bater, riefst mich aus dem Nichts zum frohen Anschaun deines Lichts. 2. Wie viel hab' ich dir zu verdanken, Herr, der du mich bereitet haft! als mich die engen finstern Schranken des ersten Daseyns noch umfaßt, da sah dein Auge schon auf mich, da lebt' ich, Höchster, ward durch dich. 3. Du gabst mir die vers nünft'ge Seele, die nur so lang im Fleische lebt, bis sie, daß ihr kein Wohlseyn fehle, dein Ruf zum höhern Geist erhebt. Du gabst Verstand und Sinne mir, und Freiheit, Willen und Begier. 4. Wenn ich auf meinen Körper sehe, den du so kunstvoll ausgebild't: so wird, o Vater in der Höhe! mein Herz mit Dankbarkeit erfüllt; ein jedes Glied, ein jeder Sinn reißt mich zu deinem Lobe hin. 5.Durch deiner Vorsicht gnådigWalten, die mich von Kindheitan beschützt, bin ich bis hieher noch erhalten, und machtig von dir unterstützt. Ich lebe noch, und preise dich; Herr, deine Rechte stärket mich. 6. Ich bin nicht würdig deiwohlgethan. Beschämt emner die mir so gerne die pfindet mein Gemůthe Schuld, die ich nicht leugnen kann. Ich ward zum Guten oft erweckt; und hab' oft Leib und Seel' befleckt. 7. Ja, Herr, ich habe meine Glieder durch Sünd' und Thorheit oft entweiht; vor dir fall' ich in Demuth nieder, und fleh' dich um BarmherzigFeit: Würde und Bestimmung. keit: verwirf mich, Bater, nicht von dir; schaff selbst ein reis nes Herz in mir. 8. Hilf, daß ich dir zur Ehre lebe, und redlich thu', was dich erfreut, und Geist und Glieder gern ergebe dem Dienste der Gerechtigkeit; daß ich bis in den Tod dir treu, und stets ein Freund der Tügend sey. 511 Wie lange währt's? so ist's dahin. 4. Einst selig dort zu werden, das ist und bleibt auf Erden mein heiliger Beruf. So sey all' mein Bestreben, ganz heilig ihm zu leben, ihm, der zur Ewigkeit mich schuf! 9. Fällt meines Leibes Hut- 751. werbe Gott te nieder, vollend' dieses Lebens Lauf, o Gott: so rich- ben, du, deines te du sie wieder verherrlicht aus dem Staube auf. Des Himmels Wonne sey mein Theil; dann preis' ich ewig dich, mein Heil! J. A. Cramer. Mel. Wer nur den lieben Gott ac. s von dir erhoSchöpfers Bild, mein Geist! Sollt' ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist? Er schuf mich ja, sein Bild zu seyn, und seiner Liebe mich zu freun. 2. Schön ist der sonnenMel. In allen meinen Thaten 2c. reiche Himmel, den er zu 756 Einst selig dort zu seinem Throne wählt; doch J. S. Diterich. werden, das ist und bleibt auf Erden mein heiliger Beruf. Gott, dem ich freudig glaube, weckt wieder aus dem Staube mich, den er einst aus Staub erschuf. ist der sonnenreiche Himmel gedankenlos und unbeseelt; mir, dem Geschöpfe seiner Hand, nur mir gab er allein Verstand. 2. Die Erde, da wir wallen, oft straucheln, stehn und fallen, ist nur ein Pilgerland, das uns zum Himmel leitet, zur Ewigkeit bereitet; den Frommen kurzer Průfungsstand. 3. So soll nicht Lust noch Leiden von meinem Gott mich scheiden, mich, der ich ewig bin. Kurz ist mein irdisch Leben! wozu ist mir's gegeben? 3. Anmuthig, prachtig, zum Entzücken, ist Gottes ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt; und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sey, verstehn. 4. Für Geister nur, und nur für Seelen, die zu den Geis stern Gott erhob, sind sie so herrlich; sie erzählen nur ihnen meines Schöpfers Lob. D! Seele, jauchze, daß der Ruf 512 4. Von dem Menschen, seiner Natur, Ruf der Allmacht dich zum| mit dir, mein Gott, vereint, Geiste schuf. was fehlet mir? 5. Gott! ich kann denken; ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sinne, Gedanken tausendfacher Art. Ach! strebt' ich, alle dir zu weihn, wie selig könnt' ich hier schon seyn! 6. Ich kann sie sammeln und verbinden; sie trennen, wie es mir gefällt; die Welt D. A. H. Niemeyer. Mel. Jesu, komm doch selbst zc. empfinden, mich empfinden, 752.reut euch, Chris sten! alle, wit sind unsterblich, leben hier in der Kindheit Uebungsstand für ein besser Baterland. 2. Freut euch, Christen! alle, wir sind unsterblich, såen hier, erndten droben, was die Saat unsrer Hand getragen hat. 3. Unser Leib wird auch geså't. Unsre beßre Seele geht, unbesiegt vom Tod und Grab hin zu Gott, der sie uns gab; 4. Bleibt in seiner Vaterhand, lernt, was hier sie nicht verstand; forscht nach höhrer Wissenschaft, strebet fort von Kraft zu Kraft. 5. Ohne Zahl und ohne Maaß, wachsen wir ohn' Unterlaß; nehmen stets an Kráfs ten zu, und bedürfen keine Rub. 6. Unser Geist wirkt leicht und frey, ohne Sinnentâuscheren. Aus der Erde Nächten bricht ihm hervor ein schönres Licht. 7. Dann mich unterscheiden von der Welt. Zu edlen Thaten hab' ich Kraft: wer gibt sie? Gott, der alles schafft. 7. Wie feurig dürftet meine Seele nach Glück und Lust und Seligkeit; nur daß ich oft betrogen wähle, was mich, nach dem Genusse, reu't! Doch, das ist, Vater, meine Schuld; ist blos ein Mißbrauch deiner Huld. - 10. Es werde Gott von dir erhoben, du, seines Schöpfers Bild, mein Geist! auch ich will meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist; ihn, der mich schuf sein Bild zu seyn, und seiner Liebe mich zu freun. 8. Begabt mit wundervollen Sinnen, mit Freiheit, mit Vernunft, von dir, sollt' ich nur dich, Gott, lieb gewinnen, dich nur; und was gebråche mir? Möcht' ich mit allen Kräften dein, dein mit Verstand und Willen seyn! 9. Gott, meine Lust sey, dich zu kennen, dich Urquell der Vollkommenheit; von deiner Liebe ganz zu brennen, das sey mein Ruhm und Seligfeit! Bin ich in Christo nur Würde und Bestimmung. 7. Dann ist alles um uns gut, Neid und Haß und Zwietracht ruht; alles liebt und freuet sich, fühlt sich selig, Gott, durch dich. 8. Erdenpilger, welches Heil wird einst droben unser Theil! Welche hohe Seligkeit folgt uns nach der Pilgerzeit! 9. Brüder, schlaget Hand in Hand! nach des Himmels Vaterland strebet, ohne Rast und Ruh', stets mit sichern Schritten zu. 10. Bey der Erde Zand verweilt nur der Tråge; freudig cilt, voll Unsterblichkeitsgefühl, ihr hinweg von Tand und Spiel. 11. Laßt uns unsrer Wür de freun! voll der süßen Hoffnung seyn: Schöpfer, Vater! Vater, wir sind unsterblich. Preis sey dir! J. S. Diterich. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. oder: Nun sich die Nacht zc. 2ch bin, o Gott, 753. dein Eigenthum, auf ewig bin ib dein. Mein größtes Glúc, mein wahrer Ruhm ist, ewig dein zu seyn. 513 lichkeit; zu ihrem Preise reizt mich hier schon jede Jahress zeit. 4. Und ich, ich sollte fühllos seyn? ich rühmte dich, Herr, nicht? Ein Zeuge deines Ruhms zu seyn, bleibt ewig meine Pflicht. 5. O, mache dieser Pflicht mich treu, so treu, als ich es soll; mein Herz, mein Mund, mein Wandel sey stets deiner Ehre voll. 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot; ihm ist es keine Last. Drum gib, daß ich gern thu', o Gott, was du befohlen hast. 7. Was du gebeutst, das ist uns gut; du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut; sein ist das beste Theil. 8. Kein Unfall roubt ihm seine Ruh'; und selbst in Traurigkeit, wer gibt ihm Trost und Schuß, als du? Wer ihm Zufriedenheit? 9. Nach hier vollbrachter Uebungszeit geht er zum Hime mel ein. Herr! laß mich dies ser Scligkeit mein ganz Bes treben weihn. 2. Du gabst mir den vernünft'gen Geist, bewundernd einzuſehn, wie dich), Herr, deine ihr 3. S. Diterich. Met. Gott Lob! ein Schritt ic. 754. Laß mich be dich zu erhöhn. ren Werth, mein Gott, zu 3. Was un mich ist, verkün- Herzen nehmen; und dessen, digt mir, Gott, deine Herr- was mich selbst entehrt, mich Kt all' 514 4. Von dem Menschen, seiner Natur, all'zeit innigst schämen. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, was ich vermag und was ich bin, durch deine weise Güte. 2. Du schufft mich nicht blos Fleisch und Bein, zu diesem Erdenleben; du ließest mich ein Wesen seyn, das nach Vernunft soll leben. Ich kann mehr, als dieSinne rührt, und durch sieSchmerz und Lust gebiert, nun fassen und erwägen. 3. Gott, diesen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen, die auch beseelt, genährt von dir, auf deiner Erde wohnen; was jenen fehlt, verliehst du mir, Vernunft und Freiheit, und mit ihr Gefühl für Recht und Unrecht. 4. Du schusst mich zur Geselligkeit, und für der Freundschaft Freuden; gabst mir ein Herz voll Fühlbarkeit für andrer Glück und Leiden; noch mehr: ein Herz, das fähig ist, fich dein, der du mein Vater bist, zu freun, und dich zu lieben. 5. In stiller Andacht kann mein Geist sich bis zu dir erheben, dir, den die ganze Schöpfung preift, auch Preis und Ehre geben. deinen Willen thun, in deiner Vorsicht Rath beruhn, und fröhlich auf dich hoffen. 6. Nicht blos für diese kurze Beit riefst du mich in dies Leben; zu Freuden einer Ewig keit soll sich mein Geist erhes ben: und wird auch gleich der Leib zu Staub; so bleibt er nicht des Grabes Naub; du wirst ihn auferwecken. 7. Bom Himmel kam, ge sandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er kam, und ward ein Mensch, wie wir, der Menschen Heil zu werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt! wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, der Mensch heit Werth zu schätzen! 8. Und ich, ich sollte ihn entweihn, und gleich den Thieren handeln? der Sinnlichkeit ergeben seyn, nicht rein und hei lig wandeln? Fern sey ein sels cher Sinn von mir! Bewalre, Gott! mich für und für, daß ich mich so nicht schånde! 9. Gib vielmehr, daß ich allezeit auf mein Gewissen ach te, nach Weisheit und Recht schaffenheit mit allem Eifer trachte, dich liebe, und mich deiner freu', und so des Vorzugs würdig sey, den du mir, Gott, gegeben. 5. E. Beeren. Mel. Dies ist die Nacht, da ic. 755. Gott, ich preis deine Güte, die mich so wunderbar erschuf; und mit frohlockendem Gemüthe folg' ich, o Vater, deinem Ruf: ein Zeuge deines Ruhms zu seyn, und deiner Wunder mich zu freun. 2. Du Bürde und Bestimmung. 515 2. Dugabst zum Denken und| Recht und Unrecht ein; daß Empfinden, Allgütiger! mir Böse Böses leiden müssen, diesen Geist, der zwar zu und Tugendhafte glucklich schwach ist, zu ergründen, wie seyn, erkennet er; doch sieht berrlich du, mein Schöpfer, er nicht den Richter hier schon seyst, jedoch was du an mir im Gericht. gethan, erkennen und bewundern kann. 8. Dem Tugendhaften ist hienieden oft ein sehr widri3. Und diesen Geist, der in ges Geschick zum Loos für mir denket, schufst du nicht diese Zeit beschieden; dem Las blos für diese Zeit; du haft mir, sterhaften oft viel Glück. Ge Bater! ihn geschenket zum Lewiß! erst eine andre Welt ist ben in der Ewigkeit, um dort zum Vergeltungsort bestellt. vollkommner zu verstehn, was Sterbliche hier dunkel sehn. 4. Bu eng' sind dieses Lebens Schranken für seinen forschen den Berstand. Der Keim zu höheren Gedanken, als je ein Sterblicher erfand, entwickelt sich erst nach der Zeit im hellern Licht der Ewigkeit. 9. Gott, wenn mein Geist dies überleget, so hofft er schon Unsterblichkeit; noch stårker fühlt er sich beweget beym Licht, das ihm dein Wort verleiht. Da sieht er mit Ge wißheit ein: auch er wird einst unsterblich seyn. 10. Herr, laß zu jenem bes 5. Ihn fåttiget kein Gut fern Leben mich tåglich hier der Erden, kein zeitlich's der Aussaat freun. Laß deiGlück, so groß es sey; um ru- nen Geist das Wollen geben, hig in sich selbst zu werden, und das Vollbringen auch bedarf er mehr, das ihn er- verleihn. Wonne der Unfreu: er fühlt's, daß diese sterblichkeit, wie wird durch ganze Welt sein Wünschen dich mein Geist erfreut! nicht zufrieden stellt. 6. 3war tief ist er herabgefunken von ſeines Urſprungs Lust der Erde trunken, sein Glück in Dingen dieser Beit; jedoch er sucht, und findet nicht, was ihm der außre Schein verspricht. 7. Du prágest ihm, durch sein Gewissen, Gefühl vom 33. Münter Met. Durch Adams Fall ist ze. 756. Den Glück, Mensch zu seyn! wie kann ich Gott gnug preisen? Wie des Berufs, ein Mensch zu seyn, mich würdig gnug beweisen? Ich bin ein Wunder seiner Macht und Weisheit, Lieb und Güte! O, gib auf deine KF 2 Würde 316 Von dem Menschen, seiner Natur, Würde Acht, und scháy sie, um Erbarmung und Geduld mein Gemüthe! fleh' ich dich, wenn ich fehle. 6. Ich bin ein Mensch, und darf vor dich mit Freudigkeit stets treten; zu dir, du hörest, Bater, mich, getrost und taglich beten. Heil mir! o Heil der Zuversicht, die ich als Mensch hier habe! Du rufft zur Ewigkeit an's Licht mich wieder aus dem Grabe. 2. Du bildetest mir mein Gebein, du hauchtest mir die Seele allmächtig, o mein Schöpfer! ein, durch die ich denk' und wähle! Vor Tau senden, durch dich ernährt, vor tausend deiner Werke gabst du mir einen höhern Werth, gabst du mir Geistesstarke. 3. Vernunft und Freiheit dank' ich dir: welch Glück, fie zu besitzen! Ach, dir zum Ruhm, zum Heile mir, lehr' du mich, Gott, sie nußen! Der Mensch ist's nur, der reden kann, sonst kein Gefchöpf auf Erden! Der Mensch nur ruft dich, Schöpfer, kann andrer Lehrer werden. 4. Du schufft mich zur Geselligkeit, gabst mir ein Herz voll Triebe zum Mitgefühl, zur Menschlichkeit, zur Freundschaft und zur Liebe; und diese Menschlichkeit verschafft mir unzählbare Freuden; gibt mir zu edlen Thaten Kraft, und lindert meine Leiden. 7. Dein Sohn, der Schie pfung Herr mit dir, kam mitleidsvoll auf Erden, und ward ein Mensch, ein Mensch, wie wir, der Menschen Heil zu werden. Er nahm uns auf in dein Geschlecht; wir wurden seine Brüder. Er bracht' uns Frömmigkeit und Recht, und Gnad' und Leben wieder. 8. Noch einmal sehn wir deinen Sohn vom Himmel wieder kommen; dann stellet er um seinen Thron, als Nichter, alle Frommen. Und aller Himmel Heer ist sein; ihr Erbtheil gibt er ihnen; sie werden ihres Heils sich freun, und ewig dann ihm dienen. 9. O welch ein Glück, ein Mensch zu seyn! wie kann ich Gott gnug preisen? Wie des Berufs, ein Mensch zu seyn, mich würdig hier beweiſen? Ich bin ein Wunder seiner Macht und Weisheit, Lieb' und Güte! O! gib auf deine Würde Ucht, und schätz' fie, J.§. 5. Dich, meinen Schöpfer, meinen Gott, erfenn' ich, deine Werke, dein göttlich Wort und dein Gebot und Weisheit, Gut' und Stärke. Für deine väterliche Huld dankt freudig meine Seele; und, mein Gemüthe. Würde und J. F. Schink. Mel. Aus tiefer Noth schrey zc. 757.B iel hast du uns, Alliebender, des Guten hier gegeben, durch viele Gaben, Gutiger! beseligt unser Leben; doch, Herr, zum würdigen Gebrauch all' dieser Güter gabst du auch Vernunft dem schwachen Menschen. Bestimmung. 517 wir find? wozu wir hier? sie läßt schon ahnden uns, was wir nach diesem Leben werden. 6. Sie zeigt uns, was uns wahrhaft ehrt; sie ist es, die als Brüder, uns alle Menschen lieben lehrt, als einer Kette Glieder; uns Duldung lehrt, Verträglichkeit, und Mitge fühl für fremdes Leid; uns macht zu wahren Menschen. 2. Sie ist's, die uns zu dir erhebt, du Wesen aller Wesen, des Geistes Auge schärft, belebt, dein Buch, Natur, zu lesen; Verbindung, Ordnung, weisen Plan, und deinerGottheit lichte Bahn zu sehn in deinen Werken. 3. Führt sie uns auf des Les bens Bahn, wie ist's um uns so helle! Vor ihr zerrinnt des Irrthums Wahn, wir schöpfen aus der Quelle: sehn reiner dann, lebendiger, die Wahrheit; unerschütterter wird in uns Ueberzeugung; 4. Erkennen mit gestärktem Blick in allen deinen Wegen: dein erster 3weck sey unser Glück, sey deiner Menschen Segen; selbst trübe Tage záhlest du, mit Weisheit, uns zum Vortheil zu, zur höheren Vollendung. 5. Sie lehrt die Freuden, die so mild du durch die Schópfung streutest, uns weislich nußen; sie enthüllt, wozu du, Herr, uns weihtest. Woher 7. Sie lehrt uns Menschen, daß, wer frey darf denken, reden, handeln, vollkommener in Stande sey, als Wahrheitsfreund zu wandeln: daß Denfensfreiheit Licht und Kraft verbreitet, viel des Guten schafft, und Ruh' und Glück befördert. 8. Sie ist's, die keinem Stur me bebt; wenn Bannstrahl um sie blitet, gleich einem Fels ihr Haupt erhebt; das Recht der Menschheit schüßzet; sich nimmer unterjochen läßt, und unerschütterlich und fest der Wahrheit Feinden troket. 9. Sie ist die weise Lehrerin der Demuth, macht beschei den; sie gibt uns wahren Christenfinn und hohen Muth im Leiden. Sie zeiget uns der Menschheit Werth, und sie belohnt den, der sie ehrt, mit freudigem Gewissen. 10. Sie ist es, die durch Jesum Christ erschien in Himmels- Klarheit; was Jesus lehrte, 518 4. Von dem Menschen, seiner Natur zc. lehrte, war und ist die schönste 3. O laß mir dieses große reinste Wahrheit. Vernunft 3iel durch nichts verrücket empfahl noch keiner mehr; er werden! Was hilft's, wenn wollte Prüfung seiner Lehr' ich auch noch so viel von Güund haßte blinden Glauben. tern dieser Erden, von Ehre, Geld und Lust gewinn', und doch daben nicht tüchtig bin zur sel'gen Geister Freude? 4. Auf kurze Zeit bin ich nur hier; dies laß mich nie vergessen! nur wenig Tage hast du mir zur Uebung zu gemessen. Schnell, wie ein Traum sind sie vollbracht, und dann wird alle Lust und Pracht der Erde mir vergehen, 11. Lehr', Bater, uns dies höchste Gut, das du uns gabst, erhalten! Gib uns, es zu beschützen, Muth, wenn sich in Lichtgestalten, uns einzuschlåfern, Frömmeley und Aber glaub' und Schwärmerey uns hinterlistig nahen. 12. Viel hast du uns, Allliebender! des Guten hier gegeben; durch viele Gaben, Gú tiger! beseeligt unser Leben. D! Herr, zum würdigen Gebrauch der Gaben all', erhalt uns auch Vernunft bis an das Ende. N.D. Gisecke. Mel. Nun freut euch, lieben c. 758.Wie ie wichtig ist doch der Beruf, den du uns aufgegeben! Gott! als uns deine Liebe schuf, da schuf fie uns zum Leben; zum Leben, welches ewig wahrt, wo uns kein Lei den mehr beschwert, willst du uns hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser Baterland: es ist im bessern Leben; dort willst du uns mit milder Hand das Glück des Himmels geben, das uns nicht Beit, nicht Unfall nimmt; hier sind wir nur von dir bestimmt, uns dessen werth zu machen. 5. Drum laß mich jene Herrlichkeit, Gott, stets vor Augen haben, und hier, in der Erziehungszeit, um jene beßre Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, die ewig dauern, mich bemühn; und so zur Erndte reifen. 6. Ein Herz, das dich, o Bater, liebt, und deines Sohns sich freuet, das in dem Glauben Tugend übt, und sich vor Sünden scheuet: ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freun in jenem höhern Leben. 7. 3u diesem Sinne wollst du mir, Gott, Muth und Kräfte geben, damit ich im mer möge hier nach den Gefehen leben, die selbst im Him mel gültig find; bis ich als dein erzognes Kind zu deiner Freude gehe. Mel 5. Von den Christen, seinen Eigenschaften und ic. 519 Mel. Herr Isu Christ, meines.| pfers Meisterstuck! das Aug', cin Wunder, ohne dies um oder: Herr Grcc, dich loben zc. schlöß' mich ew'ge Finsterniß. 6. Und Weisheit, Kenntniß meiner Pflicht, gewähret mic der Unterricht, den die Natur laut wiederhallt, und der durch's Ohr zum Herzen schallt. 7. Ergötzet werden Zung' und Mund durch Früchte, die uns sind gesund. Selbst Wohlgeschmack wird uns ges währt, durch alles, was uns stärkt und náhrt! 759. bin ich ge ie wundervoll macht, mit welcher Kunst, mit welcher Pracht! Je mehr ich mich betrachte, rührt mich tiefer Dank, der Gott gebührt. 2. Wie dank' ich dir für mein Gesicht! ich seh' beym reinsten Himmelslicht die Wunder, die du, Herr der Welt, an allen Orten aufgestellt. 3. Ich seh' in jenen fernen Höh'n sich zahllos Himmelskörper drehn, die Sonn' am Tag', und in der Nacht den Mond in stiller dunkler Pracht. 4. Auf Erden, in der Luft, im Meer, erblick' ich ein un zählbar Heer Geschöpfe, all' an Schönheit reich, und keines doch dem andern gleich. 5. Und seh' ich selbst auf mich zurück: der Mensch, des Schó8. Mit frohem Sinn fühl ich die Luft, die warm ist, voll vom süßen Duft; ich athme mit Gefühl und gern die Wohlgerüche nah' und fern. 9. Groß ist der Schöpfer! ganz gewiß. Aus Liebe gab er alles dies, um froh zu fühlen, daß ich bin; wie glücklich macht mich jeder Sinn! 5) Von dem Christen, feinen Eigenschaften und Glückseligkeiten. 3. F. Schink. Mel. Liebster Jesu, wir sind ic. aß schon hier 760. im Leben wir Freuden jener Welt empfinden, daß, wenn Lieb' und Eintracht hier Menschen brüderlich verbinden, wir, belohnt durch Gottes Frieden, glücklich leben schon hie nieden: 2. Diese Herzensfreudigkeit danken wir dir, Gott der Gnade! Jesu Christi Lehre streut Blumen auf des Lebens Pfade; lehrt uns Máßigung in Freuden, lehrt uns hohen Muth im Leiden. 3. Sie ist unser Trost und Stab, wenn uns Noth und Schmerz umgeben; fie ist auf dem Weg zum Grab' uns 520 5. Von dem Christen, seinen Eigenschaften Erquickung, Licht und Leben; uns, von Todesnacht umgeben, weiset sie auf jenes Leben. 4. Wenn uns Erdenglück verläßt, unsre Lieben uns verlassen, gibt sie Trost und macht uns fest, lehrt uns Muth und Hoffnung fassen; lehrt Geduld uns, gibt uns Starke zur Vollendung guter Werke; 3. Du sagst: ich bin ein Christ. Willst du mit Recht so heißen, so mußt du dich mit Ernst der Frömmigkeit befleißen. Der liebet Christum nicht, der noch die Sünde liebt; ist auch kein Christ, ob er sich gleich den Namen gibt. 4. 3um Guten willig seyn, mit Ernst das Böse hassen, den Lüsten widerstehn, ges wohnte Sünden lassen, ist ächtes Christenthum. Bes folge deine Pflicht, wie dir sie Jesus lehrt; die Heuchler kennt er nicht. 5. Du sagst: ich bin ein Christ; denn ich bin ja getaufet auf Christi Tod, der sich sein Volk so theu'r erkaufet. Wahr ist's! doch prüfe dich: erfüllest du auch gern und ohne Heucheley den Bund mit deinem Mel. O Gott, du frommer zc. u fagst: bin 761. Shrift. 6. Du fagft: ich bin ein Christ; weil ich ja Christi Lehrezu Haus und öffentlich mit Andacht les und höre. Wohl dir! doch thust du auch, was dieses Wort dich lehrt? Nur selig ist, wer's thut, nicht wer's blos liest und hört. 7. Du 5. Lehrt uns: Menschen zu erfreun, sey des Herzens größter Segen; lehrt uns, Feinden selbst verzeihn, Hülfs bedürftige trösten, pflegen; bruderlich die Menschen lieben; segnen die, die uns betrüben. 6. Heil dem Menschen, der dich liebt, Lehre, uns zum Glück gegeben! Heil dem Menschen, der dich übt! selig ist er hier im Leben; sel'ger noch, einst frey vom Staube; Wonne wird ihm dann sein Glaube. J. A. Haßlocher, verbeff. von 3. 2. Schlegel und J. G. Pfranger. 2. Du sagst: ich bin ein Chrift; der ist's, der Jesum kennet; ihn seinen Gott und Herrn nicht blos mit Worten nennet; nein, sondern gern auch thut, was ihm sein Herr gebeut. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. Wohl dir! wenn Herz und Leben von diesem Ruhme dir Beweis und Zeugniß geben; wenn deines Glaubens Kraft, dein Gott ergebner Geist des HerzensBesserung, und ihren Ernst beweist. und Glückseligkeiten. 521 7. Du sagst: ich bin ein| Stolz, aus Schwäche der Christ; bekenne meine Sün- Natur. den; versäume nie die Zeit, im Beichtstuhl Trost zu finden. Was hilft's, wenn ohne Reu' der Sünder dort er scheint, und, nie gebessert, stets erzwungne Thránen weint? 8. Du sagst: ich bin ein Christ; hab' oft schon mit Verlangen des Mittlers Leib und Blut im Abendmahl empfangen. Doch prüfe dich einmal, ob Christi Leib und Blut zu beiner Besserung auch seine Wirkung thut. 9. Du sagst: ich bin ein Christ; mit Beten und mit Singen an jedem Tag bemüht, mein Opfer Gott zu bringen. Doch ist es auch dem Herrn ein lieblicher Geruch? Aus einem Munde geht viel leicht Gebet und Fluch! 10. Du sagst: ich bin ein Christ; das Laster kann ich scheuen; denn wer kann mich mit Grund nur einer Schandthat zeiben? Nicht Unrecht, nicht Betrug, kein Werk unkeuscher Lust, nicht Grausamkeit, noch Mord ist sich mein Herz bewußt. 12. Du sagst: ich bin ein Christ; und rühmst dich deß mit Freuden: doch thust du denn auch mehr als manche kluge Heiden? Wie? klagen sie nicht einst vielleicht vor Gott dich an, daß du wohl nicht einmal so viel, als sie gethan? 13. Nur dann erst, wenn dein Sinn, wenn alle deine Triebe dem Herrn geheiligt sind, in unverfälschter Liebe; wenn du, wie Christus war, voll stiller Sanftmuth bist, voll Demuth und Geduld; dann sag: ich bin ein Chrift! 14. Wenn jedem wohlzuthun, die Unschuld zu bes schützen, mit möglichst treuem Fleiß den Menschen hier zu núten, ohn' Eigennuß und Stolz, dein Herz stets willig ist, auch, wenn's Berläugnung gilt; dann sag: ich bin ein Chrift! 15. Drum, Höchster, gib mir Kraft, mich ernstlich zu befleis ßen, ein wahrer Christ zu seyn, und nicht nur so zu heis ßen: denn, wer den Namen hat, und nicht die That zugleich, kommt warlich nimmermehr zu dir ins Himmelreich. Ch. Knorr von Rosenroth, verbessert von W. A. Teller. Mel. Nun danket alle Gott sc. err, Weis11. Wohl! wann dein Herz mit Grund dir dieses Zeugniß giebet: doch ist's noch kein Beweis, daß es das Gu te liebet. És unterläßt viel leicht aus Furcht das Böſe 762.H heit Quell, gib nur, vielleicht aus Geiz, aus mir 522 5. Von dem Christen, seinen Eigenschaften mir recht zu erkennen, daß nur| Gott, den Borsag fest in mir, die Frömmigkeit auch Weis- ein wahrer Christ zu seyn: so heit sey zu nennen. Doch gib leb' und sterb' ich dir. mir auch dabey ein Herz, das so dich ehrt, wie dir es wohlgefällt und uns dein Sohn gelehrt. J. Angelus, verbessert von J.S. Diterich). Mel. D Goct, du froimmer 2c. erzallerliebster 2. Ich nenne mich nach ihm. 763. Ha Gott! du Befördre mein Bestreben, auch stets nach seinem Sinn zu denken und zu leben. Ich bin getauft auf ihn. Dies sey zur Heiligung, der ich gewidmet ward, mir stets Ermunterung. Herr von meinem Leben! der du dein heilsam Wort zur Richtschnur mir gegeben: regiere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgsam sey, was dies dein Wort mich heißt. 3. Auch mir gabst du dein Wort; dies leite meine Seele, daß sie den sichern Weg der wahren Tugend wähle. Was nützt der Glaube mir mit seiner Wissenschaft? wenn doch mir immer fehlt zum Guten Lust und Kraft. 2. Verleih', daß ich zuerst nach wahrer Weisheit trachte und kein vergånglich Gut mehr, als es werth ist, achte. Wer nach dem Ewigen mit weisem Eifer strebt, erfährt, daß er zum Lohn auch hier schon glücklich lebt. 3. Gib, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte. Hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffnung stark und fest gegründet sey. 4. Gib, daß ich als ein Christ, mich Christo ähnlich zeige und achtsam mein Gemüth zu seiner Lehre neige. Sein Geist regiere mich und nicht der Geist der Welt: so bleib' ich auf dem Weg', der dir, o Herr, gefällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe, und 4. Laß mich gewissenhaft in allen Stücken wandeln, und überall vor dir so denken, reden, handeln, daß ich, im Herzen rein, dir, Gott, vertrauen kann, und froh versichert sey: bu nimmst dich meiner an. 5. Doch wenn ich, Schwacher, noch aus Uebereilung fehle, Herr, so verwirf mich nicht; erwecke meine Seele, daß sie den Fehltritt bald erkenne und bereu'; und ihn aufs künftige zu meiden, wachsam sey. 6. Ich übergebe mich bis an mein Lebensende, mit allem, was ich bin, in deine Vaterhånde. O mache du, mein und Glückseligkeiten. 523 und Lieb' und Gütigkeit auch that'ge Christen seyn, wollt an dem Nächsten übe. Laß, ihr einst froh nach dieser Seit fern vom Uebermuth, mich eingehn zu Christi Herrlichkeit. bey des Glückes Schein, und fern von Ungeduld in trüben Tagen seyn. 6. Nie müsse sich mein Herz der Fleischeslust ergeben, auch nie dem schnöden Geiz. Mein dir geweihtes Leben sey vom Betrug und Neid, von Unbarmherzigkeit, vom ungerechten Gut und st. lzem Sinn befreyt. 7. Will deine Hard mich hier auf rauhe Wege leiten, so unterstüße mich, wenn meine Tritte gleiten; laß mich in aller Noth auf deine Hülfe baun, und auch, wenn sie verzeucht, dir doch getrost vertraun. 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden: und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden, o Vater! so D. Denike, verbessert von Ch. F. Weiße. Met. Fren dich sehr, o meine sc. Dommt! und entzeuch, wenn meine Hütte 765.Ken Herrn euch bricht, und alles mich verläßt, mir deinen Beistand nicht. lehren; kommt! und lernet allzumal: welche die sind, die gehören zu der rechten Chris stenzahl. Die im Glauben fest bestehn, freudig Gottes Wege gehn, und den Heiland frey bekennen, dürfen sich die Seis nen nennen. 2. Selig, wer in Demuth lebet, seiner Schwachheit nie vergißt; nic sich selber stolz erhebet, wenn er groß und glück J. Ritter, verbessert von E. G. Küster. Mel. Christ, der du bist der ic. 764. 2hr, die ihr euch von Christo nennt, und euch zu seiner Lehr' bekennt; die ihr so theuer seyd erkauft, und selbst auf seinen Tod getauft: 3. Wollt ihr Bekenner Jesu seyn: so lebet ihm auch hier allein. Der Christ ist ganz der Tugend Freund, und jedem Laster ist er seind. 4. In Leiden, die er tragen soll, ist er geduldig, hoffnungsvoll. Dies Leben ist die Prüfungszeit; der Lohn folgt in der Ewigkeit. 5. Wer Gott von Herzen sich ergibt, sich selbst beherrscht, den Nächsten liebt, so wandelt, so gesinnet ist, wie Jesus war, der ist ein Christ. 6. Und wer nun so den Heis land ehrt: der lebt hier der Erlösung werth, der schläft im Tode freudig ein, und wird dort ewig selig seyn. 2. Führt nicht den Namen nur allein; ihr müßt auch 524 5. Von dem Christen, seinen Eigenschaften Barmherzigkeit erlangen. glücklich ist. Gottes Huld auch Hülf' empfangen, und wird ihn erfreun, und das Himmelreich ist sein; Gott wird dort zu Ehren sehen, die sich hier geringe schätzen. 3. Selig ist, wer seine Sünde wegmutysvoll vor Gott bereut; und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut. Gott will ihm die Schuld verzeihn, Kraft zum Guten ihm verleihn, und er soll schon hier auf Erden, und auch dort getröstet werden. 7. Selig sind, die sich bemühen, züchtig, feusch und rein zu seyn; die der Wollust Nete flichen, und der Heiligkeit sich weihn, die nur thun, was Gott gefällt, die der Lockung dieser Welt immer standhaft widerstehen, werden Gottes Antlig sehen. 8. Selig, wer in Frieden les bet; wer stets Ruh' und Ei nigkeit zu erhalten sich bestre4. Selig ist, wer Sanftmuth bet, und wenn Feindschaft, übet, seinem Feinde niemals Haß und Streit seiner Brü flucht, seine Fehler ihm vergie- der Glück zerstört, sie die bet, nie sich selbst zu ráchen Pflicht der Eintracht lehrt. Die sucht, ruhig seine Pflicht voll- des Friedens sich befleißen, bringt, und sein eigen Herz werden Gottes Kinder heißen. bezwingt. Gott selbst wird ibn unterstützen, und ihn stets als Bater schützen. 9. Selig, die ums Guten willen leiden, und sich dessen freun; standhaft ihre Pflicht erfüllen, und der Eugent Müh' nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bey, und will sie für ihre Treu' einst mit Wonn' und Siegeskronen in der Ewigkeit belohnen. 5. Selig, die mit Ernst verlangen, recht gefsinnt, und fromm zu seyn; die fest an dem Guten hangen, und sich ganz der Tugend weihn; deren Herz nichts mehr begehrt, als was Gottes Ruhm vermehrt. Gott wird ihr Verlangen stillen, und den from men Wunsch erfüllen. 6. Selig, wer der Noth des Armen nie gefühllos sich entzieht; ihm, aus zärtlichem Erbarmen, wohlzuthun sich froh bemüht, und wenn er um Hülfe weint, ihm mit Hülf und Troft erscheint. Dieser wird 10. Herr! du wollest selbst mich leiten auf gerader Tugendbahn, daß ich wahrer Seligkeiten hier und dort mich freuen kann. Gib, daß ich demüthig sey, meine Schuld vor dir bereu'; auch an Feinden Sanftmuth übe, und was recht ist, eifrig liebe. 11. Daß ich Urme nicht verlasse; immer hab' ein reines Herz; und Glückseligkeiten. Herz; allen Trug und Feinde schaft hasse; dir anhang? in Freud' und Schmerz. Bater! hilf' von deinem Thron, daß ich glaub' an deinen Sohn, und durch deines Geistes Stärke mich befleiße guter Werke. B. Münter. Mel. O Ewigkeit, du Donnerw. 766. ein Glaub' ist bens Ruh', und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich ube! Ach gib mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblichkeit nichts meiner Seele raube. Tief prág' es meinem Herzen ein: welch Glück es sey, ein Christ zu seyn! 525 4. Was send ihr Leiden diefer Zeit mir, der ich jener Herrlichkeit mit Ruh' entgegen schaue? Bald ruft mich Gott, und våterlich belohnet und ers quickt er mich, weil ich ihm hier vertraue. Bald, bald verschwindet aller Schmerz, und Himmelsfreuden fühlt mein Herz. der 5. Bin ich gleich schwach, so Sünde schändlich Joch in meinem Lauf auf Erden. Die Tugend ist mir süße Pflicht; und wenn ich gleich hienieden nicht ganz frey von Fehlern werde, so ist mein Trost: Gott hat Geduld, schenkt Schwachen auch noch seine Huld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du hast mich, Mitt ler, aus der Angst, in der ich lag, gerissen. Dir, dir verdank' ich meine Ruh'; du hei lest meine Wunden zu, du stillest mein Gewissen; und fall' ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sey Gott! ich bin ein Christ, und seine Gnad' und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachs in meiner Heiligung, ich spüre täglich Besserung des Herzens und des Lebens. Ich fühle durch des Geistes Kraft mich, Herr, getrost und tugendhaft. 8. Dank sey dir, Vater! Dank und Ruhm! du lehrtest mich 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht zur Himmels- Seligkeit ein Recht durch deinen Tod erworben. Nun wird mein Leib zwar Asch' und Staub, doch nicht des Todes ew'ger Raub; du bist für mich gestorben, Mir, der ich dein Erlöster bin, mir wird nun selbst der Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst, und bin ein Christ; mein Herz ist ruhig, und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Theil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ew'ge Nuh'. 526 5. Von dem Chriften, seinen Eigenschaften mich das Christenthum fest ich komme, und mein Lohn glauben, willig üben. Es mit mir. Kämpfet! macht mich ruhig und erfreut; führt mich zur wahren Seligteit: wie follt' ich es nicht lie- 768. Mohl euch, ihr ben! Erhalte stets mein Herz daben, daß es mir ewig theuer sey. -- J. A. Cramer. Mel. Nun sich der Tag ic. R. f. Loßius. Mel. Wachet auf, ihr faulen 2c. offnung, süßer 767. Trost des Lebens, den uns ein guter Vater gab! Du Kraft des thátigsten Bestrebens, von unsrer Wiege bis ans Grab! Oleuchte uns mit deinem Licht, bis einst das Aug' im Tode bricht. Hoffet! 2. Glaube an ein beßres Le- heit und Zeit zu edlen Thaten ben, an höhres Glück in je ner Welt, du kannst der Ecele Stárke geben, wenn die ses Leibes Bau zerfällt! Der göttlich feste Grund besteht, wenn Erd' und Himmel auch veracht. Glaubet! 3. Duldet! auch die Leidenstage verwandeln sich in Seligteit; nicht immer währt die Zeit der Klage; der fromme Dulder wird erfreut. Mit Thránen wird die Saat gestreut auf jene sel'ge Erndtezeit. Duldet! 4. Kämpfet! ach es ringen Biele nach eitlem Blendwerk dieser Zeit. Ringt ihr nach der Kron' am Ziele, nach eurer Seele Seligkeit! Dort ruft, der auch einst kämpfte hier: wohl euch, daß ihr dem Herrn nur lebt; daß ihr, an guten Werken reich zu werden, euch bestrebt! 2. Wohl euch, wohl euch, daß ihr mit Lust die Rechte Gottes lernt, und, eures Vorzugs euch bewußt, von Sunden euch entfernt! 3. Daß ihr dem folgt, was er gebeut, und, von ihm unters stüht, Licht, Kraft, Gelegennützt! 4. Daß ihr die Selbstver läugnung nicht, der Tugend Kampf nicht scheut: auch wenn sie schwer ist, doch der Pflicht getreu zu seyn, cuch freut! 5. Daß, wenn ihr für die Zu gend hier auch duldet Schmach und Spott, ihr recht thui ohne Ruhmbegier, und keinen scheut, als Gott! 6. Wohl dem, der Glauben hat und übt, und alles Gute blos um seines Gottes willen liebt! Wohl ihm, sein Lohn ist groß! 7. Wird nicht der Held stets muthiger, wenn er gefieget hat? Wird er nicht immer herrlicher, durch jede gute That? 8. Wo und Glückseligkeiten. 8. Wo wohnet die Zufrieden heit? wo wahre Ruh' und Lust? Nur bey der wahren Heiligkeit, nur in des Frommen Brust. 9. Dem, der ein traurend Herz erquift, dem rechnet's Jesus an; und spricht, wenn er ihn einst beglückt: das hast du mir gethan! 10. Die Erndt' ist reicher als die Saat, die hier sein Glaube fä't; ihm folget jede gute That, wenn er zum Bater geht. 11. 3u dürftig ist die ganze Welt dem, der der Sünd' entflohn, fest an dem Unsichtbaren hält; der Himmel ist sein Lohn! 12. Der öffnet sich vom Throne schallt's: geh' ein, du frommer Knecht! Der ganze Himmel wiederhallt's: geh' ein, du frommer Knecht! 527 2. Zeitlebens muß ich ringen; muß stets gewissenhaft die Welt und mich bezwingen, und jede Leidenschaft; muß, daß ich überwinde, auf Gottes Willen sehn, und jeden Reiz zur Sünde, mit ih rer Lust, verschmähn. 3. Der Sünde Täuschereyen muß ich behutsam fliehn, und mich den Schmeicheleyen der Eigenlieb' entziehn; muß, standhaft in Gefahren, die überall mir dráun, den Glauben treu bewahren, und unanstößig seyn. 4. So soll ich stets auf Erden im Guten fertiger, gewis senhafter werden, Gott immer ähnlicher; im Glücke stets bescheiden, in Noth gelassen seyn; und, prüft mich Gott durch Leiden, mich selbst der Trúbfal freun. 13. Geh' ein! geh' ein! du kämpftest gern; die Kron' ist schon bereit! Empfange nun das Reich des Herrn, und seis ne Seligkeit! 5. Wie schwer ist dies Geschäfte der wahren Besserung für meine schwachen Kräfte! wie schwer die Heiligung! Ach! muß ich nicht verzagen, wenn ich dies überleg'? Soll ich den Kampf doch wagen, von Natur J. 2. Cramer. Mel. Ach, Herr, mich armen 2c. ünsch' 769. While 6. Ja, streiten will ich, beten, Thrift zu als ben, so muß ich alles scheun, was sündlich ist, und streben rechtschaffen fromm zu seyn; muß Gottes Wege wandeln, muß, auch beym Haß der Welt, nach seiner Vorschrift handeln, muß thun, was Gott gefällt. und unter Gottes Hut auf meinen Kampfplat treten, will kámpfen- Gott gibt Muth. Ich werde nicht erliegen; ich bring' ins Reich des Lichts, ich werde endlich siegen! ja siegen; Gott verspricht's. 7.3u 528 6. Von der christlichen Gesinnung. 7. 3u jedem guten Werke gewähre mir sein Geist die Weisheit und die Stärke, die mir sein Wort verheißt; wohnt stets in meiner Seele, treibt mich zum Guten, schafft, daß ich kein Scheinglück wähle, verleiht mir Schwachen Kraft. 8. Werd' ich im Guten tråge, so starkt er mich zum Lauf; fall' ich auf meinem Wege, hilft er mir wieder auf; gibt noch mehr Licht und Kräfte zur Herzensreinigung, zum seligsten Geschäfte der wahren, Heiligung. 9. Er gibt, getrost zu leiden, mehr Muth und Zuversicht: der Hoffnung ew'ger Freuden mehr Herrlichkeit und Licht; macht stets mir jedes Laster, deß sich der Sünder freut, sichtbarer und verhaßter in feiner Håßlichkeit. 10. Er zeiget mir am Throne das Kleinod meines Lohns, der Ueberwinder Krone, die Herrlichkeit des Sohns, die Wonne der Erlösten, womit der gute Hirt, der für uns starb, mich trösten und ewig krönen wird. 11. So kann ich alle Sünden, mich selbst, die Welt, den Tod, und alles überwinden, was mir Verderben droht. Ich werd' nicht unterliegen; ich bring' ins Reich des Lichts. Ich bin gewiß, zu siegen, ich sieg' auch; Gott verspricht's! 6) Von der christlichen Gesinnung und Handlungsweise überhaupt. 2. Dein Wort, ich mag es lesen oder hören, erhebe tåglich mehr durch seine Lehren den trågen Geist, daß er vom rechten Wege nie weichen möge. 3. Gib, daß ich's tief in Mel. Herzliebster Jesu, was ic.| mein Gedächtniß fasse; daß 770.Dich ruf ich an, ich von ihm mich täglich leis Gott, laß mich ten lasse; dann fühl ich mich stets auf Erden im Guten gestärkt, auch Lieblingssünden wachsen, stets vollkommner zu überwinden. werden! Gib zur Vollbringung guter edler Werke, selbst Licht und Stärke. 4. Auch gib, daß ich's bedenke, wie so nahe du, Gott, mir seyst; damit ich Kraft empfahe, durch deine Gegenwart zu edlen Werken mein Herz zu stårken. 5. Laß Jesu Bild mir stets vor Augen schweben, bey jedem Schritt in meinem Pilgerleben, ihn nachzuahmen, feine und Handlungsweise überhaupt. 529 feine heil'gen Lehren fromm| dich bauen, und in deinem zu verehren. Schutz allein sicher und zufrieden seyn! 6. Und was ich denk und anschau', oder höre, laß mich zur Beßrung brauchen; das belehre, das treibe mich, was recht ist, nur zu wählen, um nie zu fehlen. 5. Laß mich dich von Herzen lieben, nie durch Sünde dich betrüben; zieh mein Herz ganz zu dir hin, daß ich ganz dir heilig bin. 7. Es ftárfe mich zu allen meinen Pflichten stets der Gedanke: Gott wird einst dich richten! Und einst erhält der Treue seine Krone vor Gottes Throne. 6. Hilf mir auch den Nachsten lieben, keinen frånken und betrüben, keinen drucken, feinen schmáhn, jedermann gern glücklich sehn. 8. So werd' ich, Bater, tåglich mehr auf Erden im Guten wachfen, treuer, frommer werden; dann wird dein Wort mich stets zu edlen Werken von neuem stärken. 7. Wann ich nun von dieser Erde, Gott, von dir gerufen werde: dann bin ich in Ewige keit würdig deiner Herrlichkeit. J. Fellner. Mel. Sollt es gleich bisweilen. 771.ib, o Gott, mir Kraft und Willen, Christenpflichten zu erfüllen; gib mir, daß ich immerhin fromm und gut und heilig bin. 2. Gib mir Weisheit, recht zu handeln, heilig stets vor zu wandeln, nur zu thun, was meine Pflicht, und mein Lehrer, Jesus, spricht. 3. Gib mir einen festen Glauben, den mir keine Spòtter rauben, einen Sinn, der dich ergreift, und für besre Welten reift. 4. Laß mich lebhaft dir vertrauen, meine Hoffnung auf 772. Het! G. 2. v. Halem. Mel. Ah! wenn werd' ich 2c err! wer wird an's Ziel ges langen, wer erklimmt die steilen Höhn? Ach! wer wird den Lohn empfangen, Gott, dein Angesicht zu sehn? 2. Der mit Ernst das Böse scheuet, Heucheley und Arglist flieht, sich allein der Wahrheit freuet, seine Lust am Guten fieht; 3. Der den Nachsten thätig liebet, des Verlaßnen Hütte sucht, und dem Nackten Kleis der giebet, und den segnet, der ihm flucht; 4. Der in Demuth still verborgen, forschend nach der Weisheit, lebt; und kein Sklave niedrer Sorgen, nur nach innern Schätzen strebt: el 5. Herr! 530 6. Von der christlichen Gesinnung. 5. Herr! der wird dein Heil| wohl gemacht. Dann werd' erlangen, denn du selbst führst ich heilig, rein, ganz dir ges ihn zur Ruh'. Was du in uns weiht, dein Lob verkündigen angefangen, dies dein Werk in Ewigkeit. vollende du! B. I. Zollikofer. Mel. Dir, dir, Jehova, will zc. 774, 773 Daß mich, o Herr, in allen Dingen auf deinen Willen sehn, und dir mich weihn; gib selbst das Wollen und Vollbringen, und laß mein Herz dir ganz geheiligt seyn. Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin; dein, Herr, ist alles, was ich hab' und bin. 3. S. Diterich. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. ugend ist der Seele Leben! wie sollt' ich denn nach ihr nicht streben? Des größten Eifers ist sie werth. Gott! du kennest mein Verlangen; die und dem Guten anzuhangen, ist, was mein ganzes Herz bea gehrt. Ach, würde mir doch Kraft von dir dazu verschafft! D, wie innig würd' ich mich freun, wär' ich ganz rein! Wer heilig ist, muß selig seyn! 2. Gott, du bist der Freuden Fülle; denn dein Verstand ist Licht, dein Wille ist Ordnung und Vollkommenheit. Du liebeft mit stets gleicher Stärke das Gute nur, und deine Wers ke find Wahrheit und Gerech tigkeit. O bilde mich nach dir! so find' ich auch schon hier Nuh' der Seele, bis, nach dem Leid der Prüfungszeit, volls kommne Wonne mich erfreut. 3. Ach, wie ausgesetzt dem Falle bin ich, so lang' ich hier noch walle! Zerstreut ist hier noch oft mein Sinn. Wachsam gnug bin ich nicht immer; oft blendet mich ein falscher Schimmer, und oft reißt Leis denschaft mich hin. So fehl' ich häufig noch. Wie drückt mich 2. Gib meinem Glauben Muth und Stärke, laß ihn durch Menschenliebe thätig seyn, daß man an seinen Früchten merke, er sey kein eitler Traum und falscher Schein. Er stärke mich in meiner Wanderschaft, und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft. 3. Laß mich, so lang' ich hier foll leben, in gut und bösen Tagen scyn vergnügt, und dei nem Willen mich ergeben, der mir zum besten alles weislich fügt. Gib Furcht und Demuth, wenn du mich beglückst; Geduld und Trost, wenn du mir Trübsal schickft. 4. Ach! hilf mir beten, wachen, ringen, so will ich einft, wenn ich den Lauf vollbracht, dir ewig Dank und Ehre bringen, dir, der du alles hast so und Handlungsweife Serhaupt. 531 mich dieses Joch! Sch, Elen-| Glauben hålt, nicht anders, der! wann nimmt kein Schein als er ist, sich stellt, und ohne mich tauschend ein? Wann Falschheit, Trug und List in werd' ich fest im Guten seyn! Wort und Thaten redlich ist; 4. Herr, du kannst mich dazu ftárken. Von dir kommt Kraft zu guten Werken, du aller gu ten Gaben Quell! Leite mich nach deiner Wahrheit; sie leuchte mir in voller Klarheit beståndig, unbefleckt und hell! Wer sich auf dich verläßt, wird in der Tugend fest. Mein Erbarmer! ich hoff' auf dich; g, mache mich im Guten unveränderlich. 4. Wer g'raden Wegs zum Biele geht, fich nicht nach jedem Winde dreht, nicht fáumet, wenn er handeln soll, für seint und seines Nächsten Wohl; 5. Wer seines Lebens fröh lich ist, nic Recht und Pflicht dabey vergißt, und sich mit gleicher Innigkeit auch an des Bruders Wohl erfreut: 6. Wer so lebt, so gesinnet ist, der ift fürwahr ein guter Christ, und hat schon in der Mel. Herr Jesu Christ, meines. 775. Wer feinen Nách- Prüfungszeit den Vorschmack jener Seligkeit. sten herzlich liebt, ihm seine Fehler gern vergibt, wenn Mangel seinen Bruder druckt, nach seinen Kräften ihn erquickt; 7. Daß ich mich dieses Glücks erfreu', so steh' du mir, mein Vater, bey; stets bleibe mir das Christenthum, mein einz'ger 2. Wer Gott und seinen Für Stolz, mein schönster Ruhm. sten chrt, nicht seines Landes 8. Ja, laß mich dir mein Les Ruhe stört; mit unerschrock- ben weihn, als Christ mich jes nem Muth und Kraft demun- der Eugend freun; dann seh' terdruckten Recht verschafft; ich über Welt und Zeit getrost 3. Wer immer Treu' und in jene Ewigkeit. Von der christlichen Gesinnung und Handlungsweise insbesondere, und zwar 7. Von dem christlichen Verhalten gegen Gott. Freude an der Erlennts| pfer bist, du, den ich findlich nik Gottes. ehre, bich richtig zu erkennen, ist des Chriften Pflicht und Ehre: stets heiliger durch dich zu seyn, dich immermehr zu lieben, mich deiner immerL12 mehr J. A. Cramer. Mel. Christ, unser Herr, zum ic. 776.D er du, o Gott, mein Schó 532 7. Von dem christl. Verhalten gegen Gott. 2. Ich kann, o Ewiger, schon hier, durch eifriges Bestreben, wie schwach ich bin. mich doch zu dir mit meinem Geist erheben. Nur laß mich auf den Unterricht von dir in deinen Werken und auch auf deines Wortes Licht getreu und forschend merken, damit ich weiser werde. mehr zu freun, will ich mich| Seele Werth, der Tugend täglich üben, von dir stets Lohn, die Erndte ihrer Sags mehr zu lernen.. ten daraus stets besser kennen. 6. So werd' ich stets erleuchteter, von Vorurtheilen freyer, zum Guten immer williger, standhafter und getreuer. Mehr Weisheit, mehr ErFenntnißß gibt, mehr Willigkeit zum Leiden, dein Wort, das meine Seele liebt, erhöhet meine Freuden, und tröstet mich im Kummer. 3. Dann wird mir nicht aus eigner Schuld entgehn, was du uns lehrest, wie du voll Weisheit, Macht, und Huld uns jeden Tag ernährest; wie alles schön geordnet, sich zum allgemeinen Segen vereinigt, wie so våterlich du uns auf tausend Wegen mit Lust und Heil begegnest. 7. Gewährt der Morgenrdthe Licht mir jest schon so viel Wonne: wie viel verschafft mir künftig nicht des vollen Tages Sonne! Dann wirst du dich, mein Bater, mir noch näher offenbaren; dann werd' ich noch weit mehr von dir und deinem Rath erfahren, und ewig froh dich preisen. 4. Ich sehe dann, und seh' 8. O laß von heiliger Begiererfreut stets tåglich mehr Be- mich immer mehr entbrenweise von deiner Größ' und nen, dich, Gott, und deinen Herrlichkeit, zu deinem Ruhm Sohn schon hier stets besfer und Preise. Zum Licht wird zu erkennen; daß ich, von jes mir die Finsterniß, die deiner dem Wahne frey, dich immer Vorsicht Pfade mir oft ver- treuer liebe, dir immer mehrbirgt, ich bin gewiß, daß Herr- geborsam sey, und tåglich lichkeit und Gnade stets ihren mehr mich übe, dich würdig Ausgang kronen. zu verehrcn. 5. Und welchen Aufschluß gibt mir nicht, vom Ziele mei= nes Lebens, bein Wort, das merk' ich draufvergebens. Ich lerne dich, und deinen Sohn, und seiner Liebe Thaten, der J. 2. Cramer. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. 777 Mas ist im Him. was auf Erden, das so, wie du, verdient gekannt zu werden? Nichts ist, das meinen Dürst Freude an der Erkenntniß Gottes. 533 Durst nach Glück so stille, als, Herr! dein Wille. 2. Dich kennen, sey die erste meiner Sorgen; bist du gleich unerforschlich und verborgen: so willst du doch, wenn wir dein Licht nicht hassen, dich finden lassen. 3. Mit lauter Stimme lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Gut' und Stärke: auch du hast uns, sen hoch dafür gepriesen, selbst unterwiesen. 4. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir nur deine Lehren treu bewah ren; wenn wir den Weg, den sie uns führen sollen, nur wandeln wollen. da Gott, mein Freund, sich völliger mit mir vereint? 2. Wie wollt' ich meinen Gott nicht preisen, wenn ich ihn sähe, wie er ist! 3war deine Wunder, Herr, beweisen, wie unaussprechlich groß du bist. Wie glänzen sie! doch zeigt ihr Glanz mir deine Herrlichkeit nicht ganz. 5. 3u diesem mir so seligen Geschäfte erheb' und stärke meiner Seele Kräfte! Gib, wenn ich dich in deinem Worte höre, daß nichts mich störe! 6. D! lehre mich, dich immer besser kennen, und täglich mehr von deiner Lieb' entbrennen; gern dir gehorchen, fröhlich dich erheben, und ganz dir leben. 3. Ich sehe dich hier nur im Spiegel, und bete dich in Schwachheit an; ach! hätte meine Seele Flügel, sich dir, mein Schöpfer, mehr zu nahn! Wie würde sie sich deiner freun! wie selig, wie vers herrlicht seyn! 4. Dürft' ich am Fuße deines Thrones mit deinen En geln dich erhöhn; könnt' ich im Antiit deines Sohnes, wie deine Seligen, dich sehn: ich, der ich hier kaum stams meln kann, welch hohes Loblied stimmt' ich an! 5. Mir macht zwar jedes deiner Werke mehr, als ich rühmen kann, bekannt; es zeigt mir deiner Allmacht Stärke, und deinen weisesten Verstand, und Gnade, die Met. Wer nur den lieben Gott zc. selbst Davids Lob zu schwach, J. 2. Cramer. 778. Mo find ich nie würdig gisag erhob. 6. Noch heller scheint von almeine Seele weit über alles len Seiten, in deinem Worte, schätzt und liebt? Gott, den Gott, dein Licht; doch Blend= ich mir zum Freunde wähle, werk schnöder Eitelkeiten vers und der allein mir Freude dunkelt mir da mein Gesicht. gibt? Wann kommt die Zeit,! Was kann ich wissen, wenn dein 534 7. Ben dem christl. Verhalten gegen Gott. dein Geist nicht selbst von dir| stammeln kann, erhebe würs diger dich dann. Ehrfurcht vor Gott und Gehorsam gegen ihn. 3. J. Rambach, verbessert von J. F. Spalding. Mel. O großer Gott, von ic. mich unterweist? 7. Doch, wenn in meinen Finsternissen er auch mein blodes Aug' erbellt: was lern' ich, Gott, von dir? mein Wissen bleibt immer Stückwerk in der Welt. Ich suche bich 779.Der Gott, an u und forsche nach, und bleibe, dich zu sehn, zu schwach. 8. Und hört' ich nur auf deiMacht unendlich reich! Wer ist auf Erden dir, und wer ne Stimme in deinem Wor- im Himmel gleich? Vor dir te, hört' ich nur, wie du verdienest, auf die Stimme der dir lobfingenden Natur: so lernt' ich hier schon mich al lein, Gott, deiner Herrlichkeit erfreun. erbebt die ganze Welt; sie, die dein Arm umschlossen hålt, muß sich, mit tiefem Schweis gen, vor deinem Throne beugen. 2. Du hast durch deine Kraft den Himmel ausgestreckt; die Erde fest gegründ't, dem Meer sein Ziel gesteckt. Dein Wort bewegt der Berge Grund, und stürzt sie in des Meeres Schlund. Du sprichst: so flies hen Welten, o Herr, von deis nem Schelten. 9. Wie brunstig würd' ich dann dich lieben! mit welchem Eifer würd' ich mich dir, Bater, zu gefallen üben! wie selig wurd' ich blos durch dich! Nun aber täuscht oft meinen Geist, gleich Kindern, Land, wenn er nur gleißt. 10. Welch Elend! Bater, ich empfinde mein Elend: zeuch mich mehr zu dir! Entfräfte felbst die Macht der Sünde; dein Geist der Weisheit wohn' in mir, damit ich vor der Tauscherey der Sinnlichkeit gesichert sey. 3. Vor dir sind wir, wie Thon in eines Topfers Hand. Was an uns Gutes ist, hast du uns zugewandt. Du lehrst das menschliche Geschlecht, durch die Vernunft und Schrift, dein Recht, willst, daß wir deinen Willen erkennen und erfüllen.. 11. Gib, daß der Strahlyon deiner Wahrheit mein Leben 4. Erleuchte meinen Geist, o leite, bis ich bort dich náher Gott, mit deinem Licht. Dich feb', und mit mehr Klarheit, fürchten, fey mir stets so Seals hier an diesem Prüfungs- ligkeit, als Pflicht. Laß mich, ort. Ich, der ich hier kaum! Herr, als dein Unterthan, der fich Chrfurcht vor Gott. 535 sich nicht selbst beglücken kann,| uns Menschen vaterlich), führt mit Ernst und Eifer ftreben, dir immer trou leben. zu 5. Laß deine Gegenwart mir stets vor Augen seyn, laß, auch im Dunfeln, mich dein helles Antlig scheun. Erinn're mich an dein Gericht, wenn zur Verletzung meiner Pflicht die Lust der Welt zu Zeiten mich Schwachen will verlciten. 6. Doch zunde auch in mir das Licht des Glaubens an, daß ich, in Christo dich, als Bater, lieben kann. Gib, das ich, frey vom knechtschen Geist, das willig thu', was du mich heißt, und so aus reiner Liebe mich im Gehorsam übe. 7. Laß, Vater, deine Furcht stets meine Richtschnur seyn, und mir zum Guten Trieb' und Ernst und Kraft verleihn. Sie mache mich vonHeucheley, von Menschenfurcht undTrågheit frey; so werd' ich, im Gewissen, Beruhigung genießen. J. C. Lavater. Mel. Kommt her zu mir ic. 780.vidunt fey dem Ermuntre, Seele, auf der Bahn der Tugend dich dem höchsten Glück entgegen. 3. Gott theilt dir seine Starke mit: drum gehe stets mit festem Schritt fort auf der Tugend Pfade. Die Lust verführt, die Eugend nie; und Gott, dein Gott, belohnet fie mit segensreicher Gnade. 6. Ja! sey nur fromm mit allem Fleiß, zu deinem Glück, und Gottes Preis; Gott fiehet dein Bestreben, und wird dir einst gewiß dafür, nach Freuden Fülle geben. treuem Tugendlaufe hier, der B. Münter. Gott, der dich erschuf, getreu, und folge dem Gewissen: nie, glaub' es, wird es dich gereun, 781.Gin Wille, wiz Met. Solle' ich meinem Gott ze. ut und heilig ist du selbst es bist, o Gott! Du gebeutsi! in tiefer Stille hört die Schöpfung dein Gebot. Die im Himmel dir lobsingen, stehn um deinen Thron bereit, freuen daß du, unstråflich fromm zu seyn, aufrichtig dich beflissen. 2. Gehorch nicht deinem Fleisch und Blut; gehorche Gott, Gott meint es gut; was er gebeut, ist Segen. Er lit 4. Laß dir die schreckenvolle Pein der Sünde hell vor Augen seyn, wenn sie dich lockt zu Freuden. Bald, bald verwandelt ihr Genuß in Unruh' sich und Ueberdruß, und endigt sich mit Leiden. 5. Denk an der Ewigkeiten Nacht, wo Sunder, die ihn hier verlacht, in tiefem Jams! mer schmachten. Denk' an der Tugend hohen Werth, den Gott durch Jesum dich gelehrt; du wirst ihn nicht verachten. 536 7. Von dem christl. Verhalten gegen Gott. freuen sich der Scligkeit, dei-| Erden, wie im Himmel, dein nen Willen zu vollbringen; Gebot dankbar ausgerichtet nur der Mensch erkennt's oft werden, heiliger und großer nicht für sein Glück und seine Gott! Alle Werke deiner HanPflicht. de werden unterthan dir seyn, alle deiner Huld sich freun, bis an deiner Schöpfung Ens de. Denn der deinen Willen thut, hat allein es ewig gut. 23. Schmolk, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Wer nur den lieben Gottic. 2. Dir gehorcht mit sanfter Wonne sel'ger Geister zahllos Heer. Deine Beste, deine Sonne, Sturm und Donner, Erd' und Meer, alles dienet deinem Willen; alles, Höchster, was du schufft, eilt und brangt fich, wenn du rufft, 782.Vorbir fich ehrerz bietig scheun, Gebot zu erfüllen; nur der Mensch erkennt's oft nicht für sein Glück und seine Pflicht. 3. Stolz emport sich meine Seele, Herr und Schöpfer, wider dich; deine göttlichen Befehle wirft sie thöricht hinter sich, läßt sich nicht von dir regieren, folget lieber ihrem Wahn, wählt sich eine andre Bahn, die sie soll zum Heile führen; und geht mit verblendtem Sinn auf der Lüste Wege hin. 4. Gott! so laß es uns empfinden, daß uns unser Herz verführt, daß die eitle Luft der Sünden uns zulegt den Tod gebiert. Mach'uns deinen Wil len wichtig, führ auf deine Bahn uns hin, lehr' uns jeben Irrweg fliehn; denn dein Weg allein ist richtig. Mach' uns unsern Pflichten treu, daß der Bandel heilig sey. 5. So wird auch bey uns auf| muthlos, doch auch nic vers mef ist unser Glück und unsre Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freun, scheut er dein heilig auge nicht. Drum flöße, um mich dein zu freun, mir wahre Kindess Ehrfurcht ein. 2. Sie leite mich auf meinen Wegen; sie sey mir Weisheit und Verstand; und treibe mich, das abzulegen, was ich als Unrecht hab' erkannt; denn wer noch Lust zu Sünden hat, liebt wahrlich dich nicht in der That. 3. Gib, daß ich stets zu Her zen nehme, daß du allgegen wärtig bist, und das vor dir zu thun mich schåme, was dir, mein Gott, zuwider ist. Der Beyfall einer ganzen Welt hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 4. Nie laß mich dein Gericht vergessen, mich nie mit Sundern sündlich freun; nie Chrfurcht vor Gott x. 537 messen und stolz in deinem| wirst du vor ihm bereuen, daßß Dienste seyn; nie führe mich zur Sicherheit der Reichthum deiner Gütigkeit. du sie oft versäumet hast. Wer Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 5. Mit Ehrfurcht laß mich vor dir wandeln, und stets, ich sen auch wo ich sey, nach dei ner Vorschrift redlich handeln, entfernt von aller Heucheley. Wer dich von Herzen liebt und ehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 4. Wenn Nacht und Dune kelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, auch dann, was Unrecht ist, zu scheun. Denk nur: vor seinem Ungesicht ist Fins sterniß, wie Mittagslicht. 6. In deiner Gnade laß mich sterben, so schreckt mich weder Tod noch Grab; so werd' ich fenes Leben erben, dazu dein Sohn sich für mich gab. Da werd' ich dein mich ewig freun, und völlig in dir selig seyn. 5. Den Höchsten vor der Welt verehren sowohl, als in der Einsamkeit, auf des Ges wissens Stimme haren, und willig thun, was er gebeut; auch das lehrt dich die Furcht des Herrn; auch das thut, wer ihn ehret, gern. 6. Lást sich die Welt Vers 783. Millst du ber achtung merken, wenn du dich Quelle kennen? Es ist die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weis' und klug zu nennen, der alle seine Pflich Weisheit von entfernst: die Furcht des Herrn wird dich schon stärken, daß du die Welt verachten lernst. Wer Gott, dem Höchsten, wohlgefällt, ist ten gern, weil Gott sie ihm ge- glücklich, selbst beym Spott beut, vollbringt; wenn gleich der Welt. dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern' Gottes Größe recht empfinden, und fühle deine Nichtigkeit; so wirst du nie bich unterwinden, mit thörich ter Verwegenheit, zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 7. Sich stets vor dem Allmacht'gen scheuen, gibt Kraft und Muth und Freudigkeit, wenn uns der Menschen stolzes Dráuen, was Gott mißfållt, zu thun gebeut. Ist Gott mein Schut, mein Heil und Licht; so bebe ich vor Menschen nicht. 3. Wirst du den Höchsten Findlich scheuen, so wird dir keine Pflicht zur Last; nur das 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich G. J. Jollikofer. Mel. Dies ist die Nacht, da zc. 538 7. Von bem christl. Verhalten gegen Gott. rein; nur Wahrheit heiß' ihn sprechen! Mein Ja sey Ja, mein Nein sey Nein! denn Lügen wirst du rächen. dich, du Höchster, schn: laß fie mich zu der Weisheit fühs ren: so werd' ich niem als irre gehn. Wohl dem, der dich stets kindlich scheut! Dich fürchten, Gott, ist Seligkeit. Heiligkeit des Eidfchwurs. S. Laß mich bedenken, was ich thu', leichtsinnig niemal3 schwören. Des Eides Nichter, Gott, bist du; dich will ich ewig ehren! J. A. Cramer. Mel. Ich dank' dir schon durch ic. u, Herr und 784.0", aller Welt, beß Auge alles ficher, 785. g! fe 23. Münter. Mel. Jefus, meine Zuversicht ze. eilig, heilig! sey der Eid euch, dem nur der Redliche gefällt, der Trug und Lügen fliehet: 2. Laß mir den Eid stets beilig seyn, auch dadurch dich zu ehren, mich nie aus Leichtsinn ihn entweihn, nie aus Gewohnheit schwören. ihr Christen! wann ihr schwöret. Furchtbar ist die Heiligfcit eures Richters, der euch höret; furchtbar, aller Lügen Feind, hier und wann er einst erscheint. 2. Wann ihr eure Hand ers bebt, dann ergreif euch heilig Schrecken. Denkt: Gott ist euch nah)', er lebt, er wird alles doch entdecken, was Betrug und List verstellt, er, der Richter aller Welt. 4. Erfordern es Geset und Pflicht, ben dir es zu bezeugen, 3. Gott erforschet es gewiß, was Wahrheit sey: so laß mich wo wir freveln, oder fehlen; nicht um alles sie verschweigen. Gott, dem keine Finsterniß 5. Die deines Namens Heimag des Sünders Herz verligkeit durch falschen Schwur hehlen; Gott, der tausend Weentweihen, die trifft in ihrer ge hat, zu enthüllen jede That. Sicherheit mit Schrecken einst 4. Wenn ihr freveln wolldein Drauen. tet: ach, eures eignen Herzens Klage folgte jedem Tritt euch nach, quált euch nächtlich und am age; Selbstgericht,( was ist ihm gleich?) jede Ruhe raubt' es euch! 6. Drum sey stets meines Herzens Grund voll Ernst, dich, Gott, zu ehren; und fern sen stets von meinem Mund Das unerlaubte Schwören! 7. Er sey beständig Lügen 3. Ehrwürdig sey dein Name mir! So oft ich ihn nur nenne, so sey's mit Ehrfurcht, Gott, vor dir, deß Hoheit ich erkenne. 5. Fluch und Elend würde dann Heiligkeit des Eidschwurs. 539 dann alles um euch her auf! Herzens tiefen Grund, weißt Erden; alles, was erfreuen alle meine Worte, weißt, was kann, würde Pein und Rache ich dabey denke! werden; und Verzweiflung, wie erreicht sie die Frevler schnell und leicht! 6. Sagt: für aller Welt Gewinn geb' ich nicht des Herzens Ruhe, nicht die Ueberzeugung hin, daß gerecht ist, was ich thue, daß selbst meine Neigung nicht, was mir Gott gebietet, bricht. 3. Du bist und bleibst, Allwissender, der allerhöchste Richter; gerecht bist du, Allmächtiger, und strafft die Bosewichter, die sich, in toller Sicherheit, vor deiner Macht nicht scheuen, die deines Namens Heiligkeit durch falschen Schwur entweinen, und fres velhaft dir lügen. 7. Dann darf ich zu Gott empor voll Vertraun und Hoffnung sehen; gnädig neigt er dann sein Ohr allezeit zu meinem Flehen. Er, der Herr, der Lugner Feind, ist mein Bater, ist mein Freund. 4. O steure, Herr, zu aller Zeit der Bosheit dieser Sunden! Laß jeden deine Heiligs feit recht tief und stark empfinden, wenn er zum Eide fich entschließt. Du, aller Falschheit Rächer, du, dessen Drohen ernstlich ist, strafft hicr Mel. Christ, unser Herr, zum 2c. schon oft Verbrecher, die falsch 5. E. Heeren. 786. und ruchlos schwören. 5. Laß niemand auch Geles genheit zu falschen Eiden geben, und wenn um eine Kleis nigkeit sich 3ank und Zwist erheben: so lenke du durch deinen Geist zum Frieden die Gemüther, daß keiner sich ers freche, dreist, um Ehre oder Güter, falsch vor Gericht zu schwören. Gott, mein Schöpfer, Herr der Welt, deß Auge alles fichet, vor dem der Engel niederfällt, der höchste Seraph knieet! Laß du, voll tiefer Ehrfurcht, mich an deine Hoheit denken, laß mich mein ganzes Herz auf dich, der Wahrheit Beugen, lenfen, um niemals falsch zu schwören. 2. Laß deine Gegenwart mich scheun, die Wahrheit nicht verhehlen! mich nicht ein falscher Beuge seyn, zum Schaben meiner Seelen. Denn dir, o Herr, ist alles kund, du bist an jedem Orte: du kennst des I werden, du, du seyst, o Alwis 6. Und kann man ohne Eidschwur nicht die Streitigkeiten schlichten, erfordert es Gesetz und Pflicht, blos nach dem Eid zu richten: so laß zu deines Namens Ehr' getroft bezeugetsender, 540 7. Von dem christl. Verhalten gegen Gott. sender, im Himmel und auf| Gutes liebt, und feind dem Erden, der allerhöchsteRichter. Bösen ist. Dankbare Liebe gegen Gott. 5. Wenn ich, um Tugend auszubreiten, der Tugend f. G. Rlopstod. Múh' belohne, wo ich kann; Mel. Dir, dir, Jehovah, will ic. wenn ich zur Beßrung ihn ir immer åbn- zu leiten, den Frevler strafe, licher zu wer- der auf Bosheit sann: dann gleich' ich ihm, der mit Gerechtigkeit den Sünder straft, fo gern sein Herz verzeiht. den, du hohes Urbild der Vollkommenheit, das werde uns schon hier auf Erden, das groBe Ziel, nach dem in Ewigkeit mit hoh'rer Kraft der Geist zu dringen strebt, und doch nie ganz zu ihm empor sich hebt. 2. Wenn ich aus treuer Menschenliebe, die selbst den Schein des Eigennußes flieht, des Wohlthuns eble Pflichten übe, wenn es durch Rath und durch die That geschieht: dann gleich' ich Gott, der felig selbst, die Welt aus Liebe schuf, und liebevoll erhålt. 6. Wenn ich getreu der Wahrheit lebe, die nie der Täuschung Unrecht dulden mag, nie unbesonnen Worte gebe, treu jedem halte, was ich ihm versprach: dann gleich' ich ihm, der, allwahrs haft, nie lugt, und dessen Wort uns Menschen nie betrügt. 3. Wenn ich auf seine Weisheit achte, die nicht dem tleinsten seiner Werte fehlt, wenn ich den edlen 3weck betrachte, zu dem er stets die besten Mittel wählt, und selbst mit Weisheit handle so, wie er: dann werd' ich seinem Borbild ähnlicher. 4. Wenn ich mit immer regem Triebe das Böse hasse, das mich elend macht, und als mein Glück das Gute liebe, wie sinnenreizend auch das Laster lacht: dann gleich' ich bem, der heilig, heilig ist, nur 7. Wenn ich, des Leidenden Erbarmer, gern, kann ich's, jeder Thrane Trockner bin, nicht stolz erst frage, ob ein Armer es werth sey, daß ich sein Erretter bin: dann gleich' ich ihm, der allerbarmend ist, und keines Menschen, keines Wurms vergißt. 8. So sey, dir ähnlicher zu werden, du hohes Urbild der Vollkommenheit, zu unserm Glück, schon hier auf Erden, dies unser Ziel, nach dem in Ewigkeit, mit höhrer Kraft der Geist zu dringen strebt, und doch nicht ganz zu ihm empor sich hebt. B. Schmolk, Dankbare Liebe gegen Goff. B. Schmolk, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Ach, wie betrübt sind zc. 788. Bater beiner u 541 Sünde selbst zu scheun, laß, Bater, mich behutsam seyn. 6. Gib, daß ich alles willig leis de, was mir dein weiser Rath bestimmt. Du durch Trübfal auch zur Freude, und wer sie willig übernimmt, geduldig trägt, und weislich nützt, wird måchtig von dir unterstügt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben, so ist selbst Sterben mein Gewinn; so werd' ich deinen Himmel erben, wo ich ganz frey vom Uebel bin. Da werd' ich einmal völlig rein dich lieben und ganz selig seyn. Ch. Grot. der, der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig, und voll Mitleid ist! Laß mich von ganzem Herzen dein, laß mich's mit allen Kräften seyn. 2. Gib, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu seyn mich übe, wie du dazu mir Vorschrift gibst. Was dir gefällt, gefall' auch mir, nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 3. Bewahre mich durch deiMel. Wachet auf, ruft uns die ze. ne Liebe, wenn böses Bei- 789.Dich, gutger, mich verführt, und gib, daß ich Berläugnung übe, wenn Sinnenlust zu sehr mich rührt. Wie sollt ich je die Kreatur te vorziehn, Schópfer der Natur? 4. Laß mich um deiner Liebe willen, gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen: so sieh auf meine Willigkeit, und rechne mir nach deiner Huld, die Schwachheit, Bater, nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt: drum laß es mich mit Ernst vermeiden; gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste fühlt sich nicht mein Herz ges trieben, wenn es an deine Lies be denkt! Jede Lust, die wir genießen, soll unsre Wohlfahrt uns versüßen, und wird uns, Herr, von dir geschenkt: doch ein weit größres Heil wird künftig uns zu Theil, dort im Himmel: da leben wir, o Herr, bey dir in voller Wenne für und für. 2. Deiner Huld uns zu erfreuen, und unser Leben dir zu weihen, sey unsre angenehms ste Pflicht. Wie belohnest du mit Segen die Frommen, die auf deinen Wegen einhergehn in der Wahrheit Licht! Wie viel gewinnen sie für ihres Kampfes 542 7. Von dem christl. Verhalten gegen Gott. Kampfes Müh', sie, dieStrei-| wird deine Lieb' allein mehr ter, wann nach der Zeit, in Ewigkeit, der Lohn der Treue fie erfreut. 3. Laß mit eifrigem Bestreben uns deiner Liebe würdig leben, und dir, Herr, thátig dankbar seyn! Laß uns alle Erdenfreuden, die sündlich sind, mit Ernst vermeiden, und, was dein Wert verbietet, scheun. Laß uns nicht Ehr' und Ruhm, nie zeitlich Eigenthum dir vorziejen. Was nur der Welt, nicht dir gefällt, sey fern von uns, Herr aller Welt! als Erd' und Himmel seyn. 2. Denk' ich, Gott, an deine Güte: o wie wallt mein Herz in mir! wie erhebt sich mein Gemüthe voll Erkenntlichkeit zu dir. Jeder Blick auf deine Werke, deine Weisheit, Huld und Stärke, wie befreyet er mein Herz von Bekümmerniß und Schmerz! 3. Floß aus deines Segens fülle mir nicht so viel Wohls that zu? Daß ich ward, daß war dein Wille; daß ich noch bin, das machst du. Daß ich denke, daß ich wähle, dafür dankt dir meine Seele; dankt dir, daß sie dich erkennt, und dich ihren Vater nennt. 4. Du erlöftest vom Verberben mich, durch deinen Sohn, o Gott! ließest den Ges rechten sterben, mir zum Les ben ward sein Tc. Auch mir ward das Heil gegeben, ewig dort mit ihm zu leben: ewig deiner mich zu freun, und von dir geliebt zu seyn. 5. Sollt' ich dich nicht wie der lieben, der du mich zuerst Met. Jesu, meines Lebens zc. geliebt? und mit mehr als Bas B. Münter. 790.Quelle der Bollstertrieben, ſo unendlich mich 4. Laß uns auch in Leidenstagen, was du uns auflegst, gern ertragen, und Ungeduld und Unmuth scheun. ilf, wenn Freunde uns verlassen, und wenn uns Widersacher hassen, aus Liebe, Gott, zu bir, verzeihn. Ist gleich das Opfer schwer, das du verlangst, o Herr! doch die Liebe, wie schwer's auch deucht, macht alles leicht, weil deine Hand die Kräfte reicht. ten, Gott, mein Gott, wie lieb' ich dich, und mit welchen Se ligkeiten fåttigt deine Liebe mich! Seel' und Leib mag mir verschmachten; hab' ich dich, werd' ichs nicht achten; mir auf Erden ohne deine Liebe werden? Ohne sie, nach dieser Beit, würdig seyn der Seligkeit? 6. Heil mir, wenn ich es empfinde, wie so liebenswerth du Dankbare Liebe gegen Gott. 5.13 du bist, wenn mein Herz vom| dein Brod, das Volk der ArHaß der Sünde tief und stark durchdrungen ist; wenn auf dein Gebot ich achte, und es zu erfüllen trachte: cann beglückst du väterlich schon in diesem Leben mich. men zu verpflegen; entreiß die Wittwen ihrer Roth, und sey der Waisen Schutz und Sezen; gib alle deine Habe hin; noch vast du nichts vor Gott gegeben. Wenn Lieb und Pflicht dich nicht beleben, so ist dir alles kein Gewinn. 7. Noch lieb' ich dich unvollkommen; meine Seel' erkennt es wohl. Dort, im 2saterland der Frommen, lieb' ich dich, Herr! wie ich soll. Ganz werd' ich dort deinen sillen kennen, ehren und erfüllen; und empfahn an deinem Thron der vollkommnen Liebe Lohn. 791.2 C. f. Gellert. In eigner Melodie. enn zur Vollführung deiner Pflicht dich Gottes Liebe nicht beseelet: so rühme dich der Tugend nicht, und wisse, daß dir alles fehlet. Wenn Vortheil, Wollust, Eigensinn und Stolz dir nur das Gute rathen: so thue noch so gute Thaten; du hast vor Gott den Lohn dahin. 4. Thu' Thaten, die der Hels den Muth noch jemals hat verrichten können; vergieß für's Vaterland dein Blut, laß deinenleib für andre brennen! Beseelet dich nicht Lieb' und Pflicht; bist du die Absicht deiner Thaten: so schüß' und rette ganze Staaten: Gott achtet deiner Werke nicht. 5. Låg' ihm an unfern Werfen nur: so fónnt' er uns, fie zuvollbringen, se, r leicht durch Fesseln der Natur, durch Kräfs te seiner Allmacht zwingen. Bor ihm, der alles schafft und gibt, gilt Weisheit nichts, nichts Macht und Stärke; er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 2. Sey, durch die Gaben der Natur, das Wunder und das Glück der Erden! Beglückest du die Menschen nur, um vor der Welt geehrt zu werden: erfüllt die Liebe nicht dein Herz: so bist du bey den größ ten Gaben, bey dem Verstand, ten Engel haben, vor Gott 6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, fern von des Stolzes eitlem Triebe, geheiligt durch die Furcht des Herrn; erneut durch Glauben zu der Liebe: das ist's, was Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dies Herz besißen: so wird ein Leben uns nichts nutzen, daß toch nur ein tonend Erz. mit den größten Thaten 3. Bau- Säuser auf, und brich' prangt. 7. Drum 544 7. Von dem christl. Verhalten gegen Gott. 7. Drum täusche dich nicht| preif' ich auch im Leiden bis durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sieh' nicht auf deine Werk' allein; sieh' auf den Quell, aus dem sie kamen. Pruf dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, tem fehlet auch die Liebe nicht. 8. Bohnt Liebe gegen Gott in dir; so wird sie dich zum Guten stärken: du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ift gütig; ohne List und Tük- 4. Warum ich heute flehe, daß ke, nicht neidisch bey des Nachften Glücke; sie bläht sich nicht, ist langmuthsvoll; 9. Sie deckt des Nächsten Jehler zu, und freut sich nicmals seines Falles. Sie suchet nicht blos ihre Rub'; sie hofft und glaubt und duldet alles. Sie ist's, die dir den Muth verleiht, des Höchsten Bort gern zu erfüllen, macht seinen Sinn zu deinem Willen, und folgt dir in die Ewigkeit. Kindliches Vertrauen auf Gott, und Zufrieden heit mit seiner Führung. B. Münter. Mel. Nun ruhen alle Wälder: c. 792.Dergeben, mein Gott, im ganzen Leben, im Unglück, wie im Glück. Dir an den letzten Augenblick. 2. Du bist's, der für mich wachte, noch eh' ich war und dachte; du haft mit treuer Hand mich huldvoll stets geleitet, auch da mir Glück bes reitet, wo ich nur Schmerz und Leiden fand. 3. Was helfen meine Sor gen? Ist mir mein Glück vers borgen; so ist's doch dir, Herr, nicht. Dir, dir ich mich befehle, du weißt, was meiner Seele und meinem Leibe hier ges bricht. möchte, wenn's geschahe, mich morgen schon gereun. Nur eis nen Wunsch vor allen laß dir, o Herr, gefallen, den Wunsch: zufrieden stets zu seyn. 5. Wenn ich verlassen scheine, imLeiden zag' und weine: was wünscht mein banges Herz? O! hilf es mir besiegen! Es wünschet sich Vergnügen, und was es wünscht, wird oft sein Schmerz. 6. Drum will ich kindlich schweigen, zufrieden mich bes zeigen, mitallem, was du gibst. Du kannst uns nicht verlassen, die dir vertraun, nicht hassen, weil du die Frommen ewig ir hab' ich mich| liebst. 7. Nicht das, warum ich fles he; dein Wille nur geschehe, und was mir selig ist. Ich dank' ich meine Freuden, dich will, dir ganz ergeben, getrost und Kindliches Vertrauen auf Gott. 545 und ruhig leben, bis einst der| ben, reich an Freuden, und Tod mein Auge schließt. will nichts leiden. 7. Und wenn ihm nicht sein stolzer Wunsch gelinget, wenn Mel. Herzliebster Jefu, was ic. ihn Gefahr und Noth und Ch. Grot. 793.Du, Gott, regierst Angst umringet, glaubt er: er sey nur geboren, mit Huld das Ganze. Vom Menschen bis zum Wurm und bis zur Pflanze, verehret alles deinen heil'gen Willen, ihn zu erfüllen. 2.Wiedarf ausTrübsinn unmuthsvolle Klagen der Mensch bey dem, was du beschließest, wagen? Kann er den Zweck von deinem Rathschluß sehen? ihn ganz verstehen? 3. Anbeten muß er dich bewundern, schweigen; mit Demuth sich vor deiner Grdße beugen, wenn sein Verstand die Tiefen, die er findet, umsonst crgründet. 4. Und doch ist er, derSchwache, oft vermessen; kann deine Hoheit, kann sein Nichts vergessen, glaubt, daß er immer deiner Weisheit Schlüsse durchschauen müsse. 5. Er tadelt das, was seinem Blick entfliehet, wo sein Verstand nicht immer Weisheit siehet; klagt, daß sie nicht, wenn Ehr und Glück ihm fehlet, das Beste wåblet. - und ganz verloren. 8. Der kleinste Unfall schlägt ihn zaghaft nieder; nicht ſo beglückt, wie viele seiner Brüs der, verzweifelt er, voll Kummer im Gemüthe, an deiner Güte. 9. Du, der stets, was uns nükt, uns zugemessen, hast, wie er wähnet, ihn allein vergessen, schickst ihm allein nur Schwermuth, Gram und Leis den, nicht Glück und Freuden. 10. Du führst ihn oft auf lusterfüllten Wegen, beglückest ihn mittausendfachem Segen, versüßest ihm, durch manche fro he Tage, des Lebens Plage. 1 11. Und doch ist er nicht mit dem Loos zufrieden, das deine Huld ihm våterlich beschie den; verlangt, du sollst mit mehrern Segensblicken ihn noch beglücken. 12. Er fühlet nicht die Wohl that seiner Leiden, sieht nicht, wie du: daß größres Maaß der Freuden sein Glück und seine Wohlfahrt nicht vermeh ren, nein, sie zerstören. 6. Ihm sollen die Entschlüsse und die Thaten, nach seinem 13. Nie denkt er dran, daß Wahne, immer wohl gera- Tausend leiden müssen, wenn then; er wünschet sich ein Le- du, um ihn allein beglückt zu M m wissen, 546 7. Von dem chriftl. Verhalten gegen Gott. wissen, durch deine Allmacht seine Leiden minderst, und sie verbinderst. 14. Das Uebel, das ihn quålt, weil er's verschuldet, das er als Strafe seiner Sünden duldet, hast, meint er, du allein ihm aufgeleget, der's ungern tråget. 15. Dies glaubt er nur, um sicher neue Klagen, daß er von dir verlassen sey, zu wagen; will hier auch deine weise Huld nicht sehen, sie nicht gestehen. 16. O laß mich, Herr von meinen Lebenstagen, was du mir auflegst, immer willig tragen, voll Trost, daß selbst die Leiden, die mich drücken, mich doch beglücken. 17. Gib, daß ich dir mein Schicksal überlasse, mit 3uversicht die froheHoffnung fas ſe, du werdest meiner stets voll Huld gedenken, es weise lenken. 18. Dann werd' ich ruhig meinen Lauf vollenden, nehm' dankbar jedes Glück aus deinen Händen; und hoffe, nach den kummervollsten Leiden, weit höh're Freuden. 2. So mancher schwebt in Ueberfluß, hat Haus und Hof und Geld, und ist doch immer voll Verdruß, und freut sich nicht der Welt; je mehr er hat, je mehr er will, nie schweigen seine Klagen still. 3. Da heißt die Welt ein Jammerthal, und deucht mir doch so schön; hat Freuden ohne Maaß und Zahl, låßt keinen leer ausgehn. Der Käfer und das Vögelein darf sich ja auch des Frühlings freun. J. V. Müller. In eigner Melodie. 4. Und uns zu Liebe schmükken ja sich Wiesen, Berg und Wald; und Vögel singen fern und nah, daß alles wiederhallt; bey Arbeit singt die Lerch' uns zu; die Nachtigall bey süßer Ruh. 5. Und wann die liebe Sonn' aufgeht, und golden wird die Welt, und alles in der Blüthe steht, und lehren trågt das Feld: dann denk' ich: alle diese Pracht hat Gott zu meiner Lust gemacht. 6. Dann preis' ichGott, dann lob' ich Gott, und schweb' im hohen Muth, und denk': es ist ein guter Gott, und meint's 794.Mas frag'ich viel mit Menschen gut! Drum will W nach Geld und ich stets zufrieden seyn, und mich der Güte Gottes freun. Umgang mit Gott im Gebet. Gut, wenn ich zufrieden bin! Gibt Gott mir nur gesundes Blut: so hab' ich frohen Sinn, und sing' aus tankbarem Gemuth mein Morgen- und mein Abendlied. J. F. W. Zachariä. Mel. Ich dank' dir schon durch ze. 795. Almächtiger! deß Majestät über Umgang mit Gott im Gebet. 547 über alles gehet, erhöre den, 2. Allein mein schwaches der im Gebet um deinen Beystand flehet. Herz, o Herr! kann sich nicht gnug erheben. Zum Guten oft zu kalt und schwer, bleibt es am Eitlen kleben. Mir fehlt's an Eifer und an Muth, mich reizet oft mein Fleisch und Blut, das Beten zu versäumen. 3. Und faß' ich einmal den Entschluß: so leb' ich unter Sündern, die mich durch Spott, und durch Verdruß, am Beten oft verhindern. Fleht auch mein seufzend Herz zu dir, so kann leicht die 3erstreuung mir den Ernst der Undacht auben. 2. Verleihe mir die Wissenschaft, mein wahres Glück zu finden; und gib mir Willen, Muth und Kraft, mich selbst zu überwinden. 3. Gib, daß ich trachte jederzeit nach des Gewissens Freuden, und lehre mich, was es verbeut, mit größtem Ernste meiden. 4. Erwecke zum Gefühl mein Herz, wenn meine Brüder leiden; und laß an meines Feindes Schmerz sich nie mein Auge weiden. 5. Verleih' mir einen frohen Muth, es gehe, wie es gehe. Was du, mein Vater, willst, ist gut: drum, was du willst, geschehe! 4. Voll Wehmuth, Vater, ttt' ich dich, befrey' mich von dem Kummer; dein guter Geist erwecke mich aus meiner Tråg, heit Schlummer, und treibe mich zu meiner Pflicht; so wird mir Ernst und Eifer nicht ben meiner Andacht fehlen. 6. Laß mich mein Brod durch deine Gunst, und meinen Fleiß erwerben: und lehre mich die große Kunst, zu leben und zu sterben. C. Brunkhorst, verbessert von G. J. Jollikofer. Mel. Wo Gott der Herr nicht zc. 5. Und hab' ich oft, mein Vas ter! dich nicht aufmerksam ges höret, wenn du in deinem Wor te mich erweckt, gerührt, gelehret: o so vergib, ich flehe dir; vergib, und handle nicht mit 796.Beschämt Flag' mir, wie ich's verdienet habe. dir, mein Gott! gern wollt' ich eifrig beten, und führ' ich Mangel, Elend, Noth, voll Glauben vor dich treten; gern bråcht ich, bester Vater, dir, voll Andacht und voll Dankbegier, die Opfer meiner Lippen. will hinfort Nachläsfigkeit, will jede Trägheit has sen; mein Herz, sonst oft der Welt geweiht, sey dir ganz überlassen; es soll dich hören, und allein auf dich, mein Gott, gerichtet seyn: gib du mir Kraft und Stärke. Mm 2 7.0, 548 7. Von dem christl. Verhalten gegen Gott. 7. O, laß den Eifer des Ge-| 5. Bet' oft: Gott wohnt an bets ja nie in mir erkalten; jeder Ståte; in keiner minder den Ernst der Andacht wollst oder mehr. Denk' nicht, wenn du stets befördern und erhals ich mit Vielen bete, so find' ich ten. Den Hindernissen wehre eh' bey Gott Gehör. Ist, was du; gib meinem Herzen stille du wünschest, recht und gut: Ruh, sich zu dir zu erheben. so sey gewiß, daß Gott es thut. C.F. Gellert. 6. Doch säume nicht, in den Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Gemeinen auch öffentlich Gott 797. Chrift, bete oft anzuflehn, und seinen Namen und mit mit gnügen, tritt hin vor Gottes Angesicht; laß keine Trägheit dich besiegen in der Erfüllung dieser Pflicht: erfülle sie mit treuem Fleiß, zu deinem Heil, zu Gottes Preis. Seinen voll Herzensinbrunst zu erhöhn. Dein Heis land übte diese Pflicht: Christ! schäme dich auch ihrer nicht. 7. Bet' oft zu Gott für deine Brüder, für alle Menschen als ihr Freund; denn wir sind eis nes Leibes Glieder; ein Glied davon ist auch deinFeind. Solch Bitten, das aus Liebe fließt, ehrtGott, der selbst dieLiebe ist. 2. Bet' nur in Einfalt deiner Seele; Gott sieht aufs Herz, Gott ist ein Geist. Denk' nicht, daß dir's an Worten fehle, wenn nur dein Herz dich beten heißt. Der Glaub' an Gott und seinen Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. 3. Bet' oft zu Gott, und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein Vater, ist. Bet' oft zu Gott, und fühl' im Leiden, wie treulich er das Leid verfüßt. Gott hört's, Gott ist's, der Hülfe schafft. Er gibt dir Muth und Trost und Kraft. 4. Bet' oft und heiter im Gemüthe, und schau auf seiner WeisheitRath. Schau aufden Ernst, schau auf die Güte, woC. f. Gellert. mit erdich geleitet hat. Er trågt Mel. Wer nur den lieben Gottic. dich liebreich mit Gebulb: er- 798. Den nicht Heil, o Christ, seine zu 8. Bet' oft, so wirst du Glauben halten, dich prüfen und das Böse scheun, an Lieb' und Eifer nicht erkalten, und reich an guten Werken seyn. Denn Muth und Kraft und Seelenruh' sagt Gott dem frommen Beter zu. 9. Dies reize mich, vor dich zu treten, o Gott, mit Lob und Dank und Flehn. Ich weiß, du Bater, wirst mein Beten, um Christi willen, nicht verschmähn; um seinetwillen liebst du mich, deß freuet meine Seele sich. Umgang mit Gott im Gebet. 549 zu verscherzen, sen wach und| traun, daß Gott uns liebt, im nüchtern zum Gebet; ein Flehn aus reinem guten Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmåht. Er ist die Liebe selbst und hört, was seiner Kinder Herz begehrt. Fleiß zu allen guten Werken, ist diese Pflicht für dich betrübt: so triffst du nichts aufErden an, das deinen Geist erfreuen kann. 7. Gott, laß mich nicht mein Heil verscherzen; gib Lust und Kraft mir zum Gebet; und wenn mein Mund, aus gu' tem Herzen, zu dir um Hülf und Gnade fleht: so höre mich von deinem Chron durch Jesum Christum, deinen Sohn. 2. Erhebe dich zu seinen Höhen mit Dank und Flehen oft und gern; er låsset, was dir nügt, geschehen, ist dir zu helfen niemals fern; und thut, so du nur zu ihm flehst, mehr, als du bittest und verstehst. 3. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet 799.net Nothen vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden, bedarf der eines Menschen Flehn? Er will blos deine Seligkeit, wenn er zu beten dir gebeut. nicht Gott vertraun, nicht beten: wie elend wår' ich dann! Wann Trost und Hoffnung wanken, wie soll ich's, Gott, dir danken, daß ich dann zu dir beten kann? 2. Oft 4. Sagt Gott nicht: bittet, daß ihr nehmet? ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schåmet, der schämt sich Gottes Freund zu seyn; und, o, wie würd' es um dich stehn, wenn er dich deinen Weg ließ gehn! 5. Sein Glück von seinem Gott begehren, ist wahrlich keine schwere Pflicht; und seine Wünsche Gott erklären, gereuet sicher niemals nicht. Es gibt uns Muth und stärkt die Kraft zur Dämpfung jeder Leidenschaft. 6. Sich in der Furcht des Höchsten stärken, in dem VerJ. D. Dilthey. Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. unterbrach der Kummer mir meinen süßen Schlummer, und störte meine Ruh. Doch, wann er in mir wühlte, dann kniet' ich hin, und fühlte, mein Flehn, o Gott, erhörtest du! 3. Dann trug ich meine Leis den mit größerm Muth; und Freuden erfüllten meinen Geist. Ich fand dann im Ge bete den Trost, um den ich flehte, den Trost, den uns dein Wort verheißt. 4. Fleht' ich zu dir am Mors gen, so schwiegen meine Sorgen den ganzen Tag in mir. Mit 550 7. Von dem christl. Verhalten gegen Gott. Mit ruhigem Gemüthe vertraut' ich deiner Güte, und überließ mein Schicksal dir. 5. Und ruhig war mein Schlummer, wenn ich dir meinen Kummer, o Gott, zuvor geklagt. Von diesem Trost umgeben, daß du wachst für mein Leben, war meine Seele unverzagt. 6. Wenn mir auch manche Tage, noch traurig unter Plage und unter Gram vergehn; laß, Herr, in meinem Leiden mich jede Kleinmuth) meiden, und immer freudig zu dir flehn. 7. Und laß mich stets empfinden, daß die dein Antlig finden, die glaubig dir vertraun. Mit ruhevollem Herzen will ich, in meinen Schmerzen, auf dich nur meine Hoffnung baun. 3. Dann weichen auch die schwersten Sorgen, das bangs ste Leiden, das mich drückt; ich weiß, sie sind dem nicht verborgen, der in des Herzens Tiefen blickt. Der seinen Rindern Gutes gibt, bleibt Vater, wenn er sie betrübt. 4. Ja, das Gebet gibt Kraft im Leiden, erhöht zur Tugend unsern Geist, und hilft uns alles, alles meiden, was uns derTugend sonst entreißt. Nur müssen unsre Bitten rein, und eines Christen würdig seyn. 5. Drum bitt' ich nicht in meinen Leiden: o Vater, nimm du sie von mir! Auch bitt' ich nicht in meinen Freuden: erhalte, Schöpfer, diese mir! Nur um ein Gott ergebnes Herz, bet' ich in Freus den und im Schmerz. J. A. Cramer. Mel. Ach! wie betrübt sind zc. enn ich vor 800.WinMel. 33. Schmolk, verbessert von J.S. Diterich. meinen Schö- Mel. Wer nur den lieben Gottic. pfer trete, und hier in heil ger 801.Wer kann, Gott, zu voller Seele bete, was fühl' ich da für Seligkeit! Ganz werd' ich Geist, und alles flieht, was mich zur Erde niederzieht. je was Gutes haben, das nicht von dir den Ursprung hat? Du bist der Geber aller Gaben, und immer groß an Rath und That. Du willst, daß mit Gebet und Flehn wir stets auf deine Hülfe sehn. 2. Dann acht' ich nicht der falschen Freuden, nicht jener eitlen Flitterpracht, um die sich Menschen oft beneiden, und die sie nur zu Sclaven macht; und fühle, Gott gefällig seyn, das, das ist wahre Freud' allein. 2. Drum komm' ich auch mit meinem Beten, o Gott, vor deinen heil'gen Thron. Wie freudig kann ich vor dich treIten, du schenktest mir ja deinen Sohn; Umgang mit Gott im Gebet. 551 Bohn; durch ihn bin ich voll| 8. Soll ich auf Erden lånZuversicht; mein schwaches Flehn verivirfst du nicht. 3. So gib mir denn nach deinem Willen, was deinem Kinde heilsam ist; nur du kannst mein Verlangen stillen, weil du des Segens Quelle bist. Vor allen Dingen sorge du für meines Geistes wahre Ruh. 4. Gib mir Beständigkeit im Glauben; laß meineLiebe tháMel. Jesu, komm doch selbst zc. tig feyn. Will etwas mir dies 802. Gefen Herr, Kleinod rauben, so schránke die Versuchung ein, und stärke mich mit Kraft und Muth; so fieg' ich über Fleisch und Blut. dich preist, o Allgütiger, jedes Werk von deiner Hand, und macht deine Huld bekannt. 5. Bewahr' in mir ein gut Gewissen, ein Herz zu dir voll Freudigkeit; ein Herz, auf's Gute stets beflissen, das sich vor dir stets findlich scheut: und fehl' ich, Gott, so zücht'ge mich, zu meiner Beßrung våterlich. ger leben, so gib, daß ich dir leben mag. Laß mir den Tod vor Augen schweben, und kommt dereinst mein Sterbetag: so sey mein Ausgang aus der Zeit, ein Eingang in die Herrlichkeit. e ob und Verherrlis đ) ut rộng un Gottes. C. Grot. 6. Ein Herz, das in beglückten Tagen, o Bater, deiner nie vergißt, ein Herz, das unter Noth und Plagen mit deinem Rath zufrieden ist; ein Herz voll Zuversicht zu dir, und voll Geduld, verleihe mir. 7. Du wirst es alles weislich fügen; du weißt am besten, was mir nüßt. Un deiner Huld laß ich mir gnügen, die Schwache machtig unterstützt. Zufrieden, Bater, folg' ich dir; befest'ge diesen Sinn in mir. 2. Berge, Thåler, Wald und Meer, aller Thiere zahllos Heer, Pflanzen, Kräuter, Gras und Laub, Blumen, Früchte, Erd' und Staub. 3. Alles, alles, ruft uns zu: Niemand sey so weis' als du, niemand sey in deinem Reich dir an Macht und Hoheit gleich. 4. Auch der Mensch, der nichts entbehrt, was er braucht, was ihn ernährt, wird von dir erfreut, beglückt, wird gesegnet und erquickt. 5. Wer ist auf der Welt, wie er, aller Thiere freyer Herr? Wem ist gleicher Werth verliehn? Wen erhobst du so wie ihn? 6. Preiset, Menschen, preist erfreut eures Gottes Herr lichkeit. Preiset seine Lieb und 552 7. Von dem christl. Verhalten gegen Gott. und Macht, die für eure| ligkeit; dir danken, hohe Lust. Wohlfahrt wacht. Schon hier fühlt, wer sich deiner freut, den Himmel in der Brust. 7. Eh' ihr war't, beschloß er schon euer Heil in seinem Sohn, und gab ihn mit Vaterhuld hin für eure Sündenschuld. 4. Und du, der uns Empfindung gab für deine Herrlichkeit, siehst huldreich auf das Lob herab, das unser Herz dir weiht. 8. Preiset, Sünder, diese Huld, euch auch trågt sie mit Geduld. Zur Begnadigung bereit, gibt sie euch zur Beßrung Beit. 5. Wir stammeln zwar in Schwachheit nur, so warm das Herz auch glüht; denn 9. Preist ihn, Völker, die deinen Ruhm, Herr der Naer liebt, denen er Beherrscher tur, erreicht kein sterblich Lied. gibt, die, um ähnlich ihm zu 6. Doch du verschmähst das seyn, euch beglücken und er- Opfer nicht, das dir die Unfreun. 10. Preist ihn, Herrscher, er gab euch eure Hoheit, euer Reich, und die Macht, die ihr besitzt, wird von seiner Macht beschützt. dacht bringt, die sich mit Kindeszuversicht zu deinem Throne schwingt. 7. Klein sey das Opfer, wie nur klein der Mensch es bringen kann: ist nur daben das Herz auch rein, so nimmst du's gnådig an. 8. So soll dein Lob denn al lezeit in unserm Munde seyn, und dankvoll deiner Gütigkeit stets unser Herz fich freun. 9. Einst fingen wir im hoon allen Him- hern Ton, dir, unsrer Seele 803.V und dann an Herr, ein froher Lobgesang. deinem Thron ein beßrer LobZu dir, Anbetungswürdiger, gesang. steig' auch der Menschen Dank. Dankbarkeit gegen Gott. 2. Du brauchst zwar unsers G. N. Fischer. Preises nicht, bist selig ohne ihn! doch bleibt dein Lob stets unfre Pflicht; wer darf sich 804.Dmit frohen GaIn eigner Melodie. oder: Ach, wann werd' ich zc. anktdem Herrn! der entzichn? 3. Dich preisen, ist uns Se- ben füllet er das ganze Land. Alles, 11. Jeder preis' ihn, der erfährt, daß Gott seinen Wunsch gewährt: ihn beschützt, erfreut und liebt, ihm mehr, als er hoffet, gibt. C. f. J. Schubart. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Dankbarkeit gegen Gott. 553 Erhörer meines Flehns. Alles, alles was wir haben,| meines Wohlergehns, und der kommt aus seiner Vaterhand. 2. Dankt dem Herrn! er gibt uns Leben, gibt uns Segen und Gedeihn; schafft uns Brod und Saft der Reben, uns zu stärken, zu erfreun. 3. Dankt dem Herrn! vergiß, o Seele, deines guten Vaters nie; werd' ihm ähnlich, und erzähle seine Wunder spåt und früh. C.F. Neander. Mel. Mein' Seel, o Herr, muß. 805. Dich, Herr und Vater aller Welt, preist mein Gesang und dir mißfällt des Menschen mein Gott und meine Zuverficht! Comentou 2. Vom Mutterleib' an warst du es. Wie freut sich meine Seele deß, daß du auch mir ein Vater bist, der seines Kindes nie vergißt. 3. Du warst der Immergůtige, der langmuthsvoll mich leitete, und stürmte Trubsal auf mich zu, so fand ich bey dir Trost und Ruh'. 4. Herr, dessen Augen stets mich sahn, du ließ'st auf meiner Pilgerbahn für mich so viele Freuden blühn, durch Wohlthun mich zu dir zu ziehn. 5. Du bist und wareft immerdar mein Schuß, mein Retter in Gefahr, der Stifter 6. Wie oft entfernt' ich mich von dir! doch du, du bliebest Vater mir, der, wenn ich reuvoll wieder kam, auch mir voll Huld entgegen kam. 7. Unzählbar sind, und tåglich neu die Proben deiner Vatertreu. Dir rinnt, o Gott, der gern erfreut, die Thräne meiner Dankbarkeit. 8. Nimm, da ich's nicht vergelten kann, Gehorsam statt des Opfers an. Mein Leben müsse 3euge seyn: ich sey dir dankbar, ich sey dein. mel. Vom Himmel hoch, da ic. ch 806. Gott, du bist ein Vater, wie kein Vater ist! Wo fang' ich zu erzählen an, was deine Huld an mir gez than? 2. Wer gab mir Leben, Mund und Hand? Wer Augen, Willen und Verstand, ein fühlend Herz- wer gab es mir? dies alles, Vater, kommt von dir! 3. Ich danke dir, der Alles schafft, für jeden Sinn, für je de Kraft; für Eltern, Lehrer dank' ich dir; auch diese, Vater, gabst du mir. 4. Ich danke dir mit froher Brust für jede Wohlthat, jede Lust, für jede Freude, jedes Glück, für jeden Lebensaugenblick. 5. Für Jesus Unterricht und Geist, 554 7. Von dem christl. Verhalten gegen Gott. Geist, für Alles, was er uns verheißt, für Alles, was er that an mir, dank' ich, du guter Vater, dir. 6. Ich weiß nicht, wie ich danken soll. Mein Mund ist deines Preises voll, voll Dank mein Herz. Mein Leben sey ganz Dank für deine Vatertreu. den. Es war die Bitterkeit des jet'gen Augenblicks oft schon mein Glücke selbst, oft Quelle meines Glücks. 5. Es lehrte mich dein Wort, dich, wie du bist, erkennen, nicht blos dich meinen Herrn, nein, dich auch Vater nennen. Ich sahe mein Geschick als Himmelsbürger ein, und dacht': ich sey nicht hier, um ewig hier zu seyn. J. A. Cramer. Mel. Nun danket alle Gott ic. will dem 6. So hoch hat Gott die 807. Schöpfer Lob Welt, so hoch auch mich gelieund Ruhm und Ehre bringen: zu ihm soll jezt mein Herz, bet, daß er mir seinen Sohn und mit ihm alles giebet. Sein mit Dank erfüllt, sich schwin- Kreuz bringt Segen mir, sein gen. Ich überschau' die Bahn, ganz Verdienst ist mein; ich die ich zurückgelegt, und fühle bin im Leben jezt, und einst mich, o Gott, aufs innigste im Tode sein. bewegt. 7. Dent' ich voll Angst zu rück an meiner Jugend Sunden; denk' ich: wo werd' ich Rath, wo Trost im Tode finden? so gibt mein Glaube mir von neuem Zuversicht: Gott, der so gern verzeiht, verdammt mich Urmen nicht. 2. Du hast mich wunderbar geschaffen und bereitet, und mich mit Vaterhand geführet und geleitet; in drohender Gefahr standst du, o Herr, mir bey, und deine Gute ward mit jedem Morgen neu. 3. Oft, wenn ich unruhvoll an ferne Tage dachte, und manche trübe Nacht durch weinte und durchwachte, war's nichts als eitler Wahn, was meinen Geist geplagt. Mein Unglück, nicht mein Glück, hat mir der Herr versagt. 8. Bald ist des Lebens Bahn, die kurze Bahn zu Ende. Du Gott, dem ich gelebt, nimm mich in deine Hande! laß mit verklártem Blick dein Ungesicht mich sehn, und durch ein beßres Lob dich ewiglich erhöhn. 4. Lob sey dir für mein Glück und Lob für trübe Stunden! Wer niemals Kreuz gekannt, 808. Mtaunt, Allf. W. Zachariä. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. ein Geist er hat nie sein Glück empfunmach Dankbarkeit gegen Gott. 555 mächtiger! wenn er das Gute| glånzt mein Blick, da du so denkt, womit du mich, mein hoch mich liebst, und mir der Gott und Herr, so unverdient Erde bestes Glück in wahren beschenkt. Freuden gibst. 2. Dann ist mein Herz gerührt, erfreut, ganz deiner Gute voll, und weiß vor heißer Dankbarkeit nicht, wie es danken ſoll. 3. Als ich noch in der Mutter Schoos, mit Nacht umhullet, schlief, bestimmtest du für mich das Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterblichen Geschick, eh' er geboren ist: und so ward ich( o welch ein Glück!) schon als ein Kind, ein Christ. 5. Mir Schwachen nah, vernahmst du schon, was noch kein Flehen war, und neigtest zu des Weinens Ton dein Ohr erbarmend dar. 10. Und welche hohe Wohlthat ist dies Herz, das fühlen kann, dies Herz, o Gott, das nie vergißt, was du an mir gethan. 11. Kein Tag soll ungenußt vergehn, dir, Vater, dir zum Preis will ich dein hohes Lob erhöhn, so gut ich kann und weiß! 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth trau' ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. 13. Wenn krachend einst der Bau der Welt sich aus den Angeln reißt: will ich dich preisen, der mich hålt, dich, der mich loben heißt! 14. Dich, der mich bey der Welten Sturz, mit starkem Arm erhob. Selbst Ewigkerten sind zu kurz, o Höchster! für dein Lob. 6. Wenn in der Jugend ich vom Pfad der Tugend mich verirrt; hat liebevoll mich, Herr, dein Rath darauf zurückgeführt. 7. Du warst mein Schuk und meine Wehr vor Unglück und Gefahr; und vor dem 809, Wwürdig loben, Laster, das noch mehr, als fie, zu fürchten war. 8. Ich sah, von Krankheit bleich, durch dich Genesung mir geschenkt; und deine Gnad' erquickte mich, wenn Sünden mich gekránkt. 9. Von Freudenstrahlen J. S. Diterich. Mel. Jefu, meines Lebens Leben. ie soll ich mächtiger Herr Zebaoth? gib du mir selbst Kraft von oben, dir zu danken, o mein Gott! Alles, was ich bin und habe, und vermag, ist deine Gabe. Täglich thust du wohl an mir, täglich dank' ich dir dafür! 2. Dies T 556 7. Von dem christl. Verhalten gegen Gott. 2. Dieser Geist, der in mir| los ist, ergründen? 3ählen, denket, sinnt, beschließt, ver- was unzählbar ist? Allenthals wirft und wählt, meinen Leib ben stromen Segen mir aus nach Willkühr lenket, jedes deiner Füll' entgegen. TágGlied zugleich beseelt, nur lich thust du wohl an mir, durch dich ist er entstanden, tåglich dank' ich dir dafür! bleibt durch dich nur stets vorhanden. Täglich thust du wohl an mir, täglich dank' ich dir dafür! 3. Dieser Leib, dies Kunstgebäude, wer hat ihn erbaut, als du! Durch ihn strömt dem Geiste Freude aus der ganzen Schöpfung zu. Auch wird jeder meiner Sinne tåglich deines Aufsehns inne. Tåglich thust du wohl an mir, täglich dank' ich dir dafür! 4. Mir erfüllt die heitern Lüfte, muntrer Vögel Lobgesang; und der Blumen süße Düfte fordern von mir frommen Dank. Mir auch grünen junge Lauben, mir auch reift der Saft der Trauben. Taglich thust du wohl an mir, täglich dank' ich dir dafür! 5. Du willst, daß mir alles zolle; gibst den Saaten ihr Gedeihn; gibst den Heerden ihre Wolle, Holz und Gras und Wild dem Hain. Alles, alles muß mir nuken, mich ernähren, kleiden, schützen. Taglich thust du wohl an mir, tåglich dank' ich dir dafür! 6. Wer kann jemals ganz empfinden, wie du reich an Güte bist? Wer, was grund 7. Täglich greif' ich unverdrossen mit dir mein Berufswerk an, da, was ich mit dir beschlossen, ich mit dir vollführen kann. Würd' ich's ohne dich vermögen? Doch mir glückt's durch deinen Segen. Täglich thust du wohl an mir, täglich dank' ich dir dafür! 8. Noch der letzte meiner Tage mache deine Größe kund, und von deiner Güte sage lallend noch der blasse Mund! Dankend, noch im Tod' erringe sich mein Geist den Sieg, und schwinge dann, in deiner Engel Chor, dankend sich zu dir empor. Gemeinschaftliche öffent liche Gottesverehrung. J. A. Cramer. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. err, wo du deinen Willen uns läßt lehren, da will ich dich mit frommer Undacht ehren; ich will mich da in dem Entschluss se stårken, zu edlen Werken. 810. 2, Wohl mir, wenn meine Undacht meine Brüder zu gleicher Undacht reizt, und fie mir wieder ein rührend Beispiel werden, dir, mit ihnen getreu zu dienen. 3. Wenn Gemeinschaftl. öffentliche Gottesverehrung. 557 3. Wenn wir dich da mit ei nem Munde loben: wie fühlen wir uns dann zu dir erhoben! Ein neuer Eifer, was du willst, 811. zu wählen, belebt die Seelen. 4. Wie stärket mich, zu schnellerm Tugendlaufe, hier die Erinnerung an meine Taufe; wann ich erwäge, wem ich angehöre, wen ich verehre. 5. Mit deinem Himmel willst du, Herr der Welten, der Tugend edle Mühe mir vergelten, willst, was nur du kannst, mir zum Lohne geben, ein ewig Leben. 6. Ich soll durch deinen Geist geheiligt werden; soll, als Erlöster deines Sohns, auf Erden, dir, Ewiger, mit 3uversicht vertrauen, und einst dich schauen. 7. Ich soll mich hier zu Jesu Tische nahen, sein heilig Mahl mit Ehrfurcht zu empfahen, und dadurch Kraft zu jedem guten Werke, und Glaubensstärke. 8. O, wie viel Segen willst du, Gott, mir schenken; wie huldreich dich hier zu mir Armen lenken! wenn ich dein Wort hör', oder zu dir bete, an deiner Ståte. 9. Laß mich auch heute die ses Glück erfahren, und deßhalb treu die Rührungen bewahren, die in mir wirket deines Wortes Lehre, wenn ich fie hore. 23. Schmolt, verbessert von J.S. Diterich. Met. Herr Gott, dich loben 2c. Gott, du mein Preis und Ruhm. Mein Herz sey ganz dein Eigenthum. Laß mir den Sabbath heilig seyn, und gern ihn deinem Dienste weihn. 2. Vor Leichtsinn, Vater! mich bewahr', wenn ich mit deiner Christenschaar zu deines Hauses State geh', und dann hier betend vor dir steh'. 3. Erinnre selber meinen Geist, daß du mir gegenwärtig seyst, damit ich deines Wortes Lehr' mit Undacht und mit Nußen hör'. 4. Pråg' alles meinem Herzen ein, und laß mich nicht blos Hörer seyn. Steh' mir mit deiner Gnade bey, daß ich des Wortes Thater sey. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu meinem Segen feyern mag. Bewahr' mich vor dem Geist der Welt, der deinen Tag nicht heilig hält. 6. Doch laß dabey mich nicht bestehn, dich nur am Sabbath zu erhöhn; nein, meine ganze Lebenszeit sey deinem Dienst und Ruhm geweiht. J. C. Lavater. Mel. Sollt' es gleich bisweilen. 812. Sen auch mir, willkommen, froher Festtag aller 558 7. Von dem christl. Verhalten gegen Gott. aller Frommen! Tag des Se-| sein frommes Flehn erhören; gens und der Ruh', Leib und du stärkst mit neuer Kraft Seel' erquickest du! den Geist, daß er, auf deiner Wahrheit Bahn, rechtschaffen vor dir wandeln kann. 2. Laßt uns Gottes Vaterlehren, Christen, still und kindlich hören! Christen, fühlt, wie der uns liebt, der uns alles, alles gibt! 3. Dieser Tag sey Tag der Wonne! Jesus Christus, unsre Sonne, leucht' uns sanft und wärmend an! freu' sich, wer sich freuen kann! 4. Bater, deinen guten Wil- 4. Auch uns wollst du dies len lehr' uns freudiger erfül- Glück gewähren, wenn wir len! Ferne von uns, ferne in deinen Tempel gehn, um sen Leichtsinn oder Heucheley. uns, durch deiner Weisheit 5. Weisheit gib uns, warme Lehren, gebessert und erbaut Liebe! daß sich jeder täglich zu sehn; laß dir den Dienst, übe, sich mit Fröhlichen zu den wir dir weihn, ein anges freun, Trost des Leidenden nehmes Opfer seyn. zu seyn! 6. Bester Lehrer! lehr' uns leben; immer froher dir nachstreben; bitten; suchen, dir vertraun, bis wir finden, bis wir schaun. 3. Dein Wort, Herr, bleibt nicht ohne Segen, es rührt und bessert unser Herz. Es ist ein Licht auf unsern Wegen, und tröstet uns im bangsten Schmerz; beym Aufruhr jeder Leidenschaft, gibt es zum Siege Muth und Kraft. 5. Ja, dir gefällt der Dienst der Frommen, du bist ihr Segen und ihr Heil, wenn sie in deinen Tempel kommen, wird ihnen neue Huld zu Theil. Du håltst das, was dein Wort verheißt, rührst, stärkst und besserst ihren Geist. Gebrauch der Bibel, bes sonders der Lehre Jesu. 5. E. Heeren. me 1. Sey Lob und Ehr' dem ic. J. 2. Cramer. Mel. Dies ist die Nacht, da zc. 813. W Mie lieblich ist, o Herr! die Státe, da deines Namens Ehre wohnt. O gib, daß ich fie gern betrete, weil da bein 814. Den t die deines Wortes sich erfreun, und dir des Herzens Andacht weihn. 2. Wohl dem, der dich), Gott, zu verehren, in deinem Tempel Ernst beweist. Du willst Herr! singt froben Dank zu deines Namens Ehre. És stimmt auch unser Lobgesang in alle heil'ge Chöre, die heut' in deinem Heiligthum, zu deines großen Namens Gebrauch der Bibel, besonders der Lehre Jesu. 559 niederbog, tyrannisch sie bes drohte, dient nun nach deinem Licht und Recht, dir, als dein Kind, als Christi Knecht, ein jeder, der dich fürchtet. Namens Ruhm, dir Jubellieder singen. 2. Dies ist der Tag, von dir gemacht. Von dir, Herr! ist's geschehen, daß wir fern von des Irrthums Nacht, das 7. In unsern Schulen bildet Licht der Wahrheit sehen; daß man Verstand und Herz der wir, von Menschentand be- Jugend. Man führt nach deifrent, dir, wie dein eignes nem Wort sie an zur WahrWort gebeut, rechtschaffenheit und zur Tugend. Das dienen können. Unsehn unsrer Obrigkeit bleibt 3. O welche Wohlthat, Gott, ungekrånkt; Ruh', Sicherist dies, so uns ist widerfah- heit und gute Ordnung herrren! Es lag dein Wort in schen. Finsterniß seit mehr als tausend Jahren. Du hast, trok aller Feinde Macht, es wieder an das Licht gebracht. Wir freun uns dieser Gnade. 4. Du läsfest hier im Heiligthum dein lauter's Wort uns hören; zu unserm Heil, zu deinem Ruhm, läßt du es reichlich lehren. In unsern Häusern ist es auch uns frey zum täglichen Gebrauch. Lehr'dieses Glück uns schätzen. 5. Es leuchte uns, o Herr! dein Licht, wenn wir zu sammen treten, daß wir vor deinem Angesicht, nach deinem Willen beten. Dir, dir singt unsre Christenheit; es herrscht Verstand, Erbaulichkeit, in unsern heil'gen Liedern. 8. Es findet unsre Seele Ruh' vor deinem Gnadenthrone, nahn wir im Glauben nur hinzu in Christo, deinem Sohne. Er wirkt uns alles aus bey dir, aus seiner Fülle nehmen wir; er nur ist unser Helfer. 9. So können wir bey dei nem Licht ein glücklich Leben führen; wenn wir durch treu erfüllte Pflicht nur deine Lehre zieren. Und bricht einst unser Tod herein, so spricht dein Geist den Trost uns ein: von nun an seyd ihr selig. 10. So glücklich hast du uns gemacht durch deines Wortes Lehre. Dir, Herr! sey ewig Dank gebracht, dir, Ruhm, Preis, Lob und Ehre. Dir jauchze unser Herz und Mund! Es mach' auch unser Leben Fund, daß wir dich dankbar B. 6. Befreyet von dem knecht'schen Joch der menschlichen Gebote, das die Gewissen preisen. 560 7. Von dem christl. Verhalten gegen Gott. Spott, deinen Trost dir rauben? Kann er, der das All erbaut, kann der jemals lidu selbst die kann den, der ihm vertraut, je sein Wort betrü3. Münter. Mel. Schwing' dich auf zu sc. 815. Dahrheit bist, Gott, zu dem ich finge; Gott, den kein Verstand ermißt, Ursprung aller Dinge! alle Wahrheit kommt von dir zu den Menschenkindern; sie erleuchtet uns, wenn wir nur ihr Licht nicht hindern. gen? 6. Erd' und Himmel wird vergehn; Gott, dein Wort wird bleiben. Lasterhafte, die es schmähn, werden's nicht vertreiben. Muß ich hier gleich um dein Wort Schmach und Trübsal leiden: so belohnst du mir's doch dort, Gott, mit Ehr' und Freuden. 2. Vorurtheil und Finsterniß füllen unsre Seelen; unser Blick ist ungewiß, unsre Schlüsse fehlen. Aber dein Verstand weicht nicht von der lautern Wahrheit. Was du denkest, das ist Licht, Richtig- 816. Erhebe dankbar Gottes Ruhm, wer ihn als Christ erkennet: daß er sein Evangelium von Jugend an uns gönnet, uns hier den Weg zur Wahrheit zeigt, und unser Herz zum Guten neigt: gebt unserm Gott die Ehre! 3. Wirf dich, sterbliches Geschlecht, dankbar ihm zu FüBen! Seine Wahrheit und sein Recht läßt dein Gott dich wissen. Weit erschallt das Wort des Herrn, das die Welt bekehret; glaubt es freudig; folgt ihm gern, Menschen, die ihr's höret! 4. Gott, was uns dein Wort verspricht, wird und muß geschehen; deine Drohung kann auch nicht leer vorübergehen. Haben Tausende, nicht schon, welche vor uns waren, deine Strafen, deinen Lohn, dir zum Ruhm erfahren? 5. Seele, wolltest du nicht Gott zuversichtlich glauben? Soll der Leichtsinn, soll der 23. Münter. Mel Sey Lob und Ehr' dem ic. 2. Herr, durch dies Wort erkennen wir im Himmel und auf Erden kommt alles, alles nur von dir; du heißest Welten werden, der du des Segens Quelle bist, deß Furcht der Weisheit Anfang ist: dir, dir gebühret Ehre. 3. Dein Wort entdecket uns das Heil, das du der Welt gegeben. Dir, Jesu, durch den unser Theil hier Ruhe ist, dort Leben, der du für uns am Gebrauch der Bibel, besonders der Lehre Jesu. 561 am Kreuze starbst, und uns ein ew'ges Heil erwarbst, dir, dir gebühret Ehre. 4. Dies Wort verspricht uns deinen Geist, der uns zur Wahrheit leitet, zur Gottesfurcht uns unterweist, uns stärkt und vollbereitet. Es gibt uns Freudigkeit ins Herz, versüßt uns einst des Todes Schmerz, und hilft uns überwinden. 5. Sey innig, Herr, dafür gepreist! du, den wir Vater ennen! von dem, was uns dein Wort verheißt, soll ewig uns nichts trennen. Nicht Ruhm der Menschen, nicht ihr Spott, nicht Trubsal, selber nicht der Tod, nichts soll uns von dir scheiden. 6. Den Weg der Wahrheit wählen wir: wir wissen deinen Willen. Gib uns die Kraft, fie kommt von dir, ihn immer zu erfüllen. Erhalt' in deiner Furcht das Herz, daß es in Freuden und im Schmerz, sich kindlich an dich halte. 7. Herr, wir sind dein: verlaß uns nicht! stårk' uns in unserm Glauben! vermehre unsre Zuversicht; laß niemand fie uns rauben! Getreu bist du: auch uns mach' treu, daß uns dein Wort stets wichtig sen. Preis sey dir, Dank und Ehre! C. F. Weiße, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Freu' dich sehr, o meine zc. wir sind 817. ott, durch den leben, deine Güte sey gepreist, daß du uns dein Wort gegeben, das zum Heil uns unterweist, das uns unsre Pflichten lehrt, warnt, ermahnet, straft, bekehrt, und wenn uns ein Leiden drücket, uns mit 2. Gib, daß wir es innig lieben, ernstlich ohne Heuchelschein, das darin Befohlne üben, und nicht bloße Hörer feyn. Denn wer deinen Billen weiß, und ihn doch nicht thut mit Fleiß, der ist ärger, als die Heiden, und wird doppelt Streiche leiden. 3. Darum pråge deine Sehren tief in unsre Seelen cin; laß fie uns mit Nußen hören, und derselben Thäter seyn. Treib' uns dadurch kräftig an, daß wir dich vor jedermann froh bekennen, finde lich lieben, und mit Sünden nicht betrüben. 4.- In der Seele Finsternis sen sey dein Wort uns stets ein Licht. Laß uns Trost daraus genießen, wenn es uns an Trost gebricht. Es versüß' uns jede Noth; es erquick' uns auch im Tod', durch die Hoffnung, ganz Nn fil 562 7. Von dem christl. Verhalten gegen Gott. zu schauen, was wir deiner Wahrheit trauen. Geist mit allen seinen Kräf ten. Des Abends stille Ruh', des Morgens Heiterkeit, und dann der Tag des Herrn, der C. f. Gellert. Mel. O Gott, du frommer Gott. 818. Soll bein ver= sey der Schrift geweiht. derbtes Herz 6. Rührt dich ein starker Spruch: so ruf ihn, dir zum Glücke, des Tag's oft in dein Herz, im Stillen oft zurücke: empfinde seine Kraft und stårke dich durch ihn zum wahren Edelmuth, das Gute zu vollziehn. 7. Um tugendhaft zu seyn, dazu sind wir auf Erden. Thu', was die Schrift gebeut; dann wirst du inne werden: die Lehre sey von Gott, die dir verkündigt ist; und dann das Wort verstehn, dem du gehorsam bist. 8. Spricht sie geheimnißvoll, so laß dich dies nicht schrecken: ein endlicher Verstand kann Gott nie ganz entdecken, Gott bleibt unendlich hoch; wenn er sich dir erklärt: so glaube, was er spricht, nicht was dein Witz begehrt. 9. Auch seines schwachen Lichts nicht stolz sich überheben, fern von Bernünfteley, Gott dann die Ehre geben, wann er sich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht; und weise Demuth ist's, das glauben, was Gott spricht. 10. Drum laß dich, frommer Christ, durch keinen Zweifel krånken. Hier bist du Kind; zur Heiligung genesen, Christ, so versäume nicht, das Wort des Herrn zu lesen; bedenke, daß dies Wort zum Heil der ganzen Welt von Gott gegeben ist, und seinen Rath enthålt. 2. Merk' auf, als ob dich Gott, dein Gott, gerufen hat te; mert auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel redte! Dann ließ mit Ehrfurcht; ließ mit Lust und mit Vertraun, und mit dem frommen Ernst, in Gott dich zu erbaun. 3. Sprich fromm: o Gott, vor dem ich meine Hände falte; gib, daß ich dein Gebot für dein Wort ewig halte; und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn; und stets das Göttliche in deiner Lehre sehn. 4. Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren lassen. Lies, Christ, sein heilig Buch, lies oft- du wirst es fassen, so viel dein Heil verlangt. Gott ist's, der Weisheit gibt, wenn man sie redlich sücht, gewissenhaft sie übt. 5. Lies frey vom Vorur: theil, von Sorgen und Gefchäften, und sammle deinen Wider ben Unglauben. Kind; doch dort wird Gott mehr Licht dir schenken: dort wächst mit deinem Licht dein Glück in Ewigkeit. Dort ist die Zeit des Schauns, und hier des Glaubens Zeit. 11. Verehre stets die Schrift; und siehst du Dunkelheiten: so laß dich deinen Freund, der mehr als du sieht, leiten. Ein forschender Verstand, der sich der Schrift geweiht, und ein geprüftes Herz hebt manche Dunkelheit. 12. Halt fest an Gottes auf es Erden, und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Himmel werden. Verachte christlich groß des Bibelfeindes Spott: die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott. J. S. Diterich. Mel. Die Nacht ist vor der ic. 819. on Herzen preif' ich bich, Gott, für der Bibel Lehre, die ich als dein Geschenk mit Dankbarkeit verehre. Für jede Lebenspflicht find' ich hier Unterricht. 2. Wie kräftig ist dein Wort, Gott, Millionen Christen gab deine Bibel Sieg im Kampf mit bösen Lüsten. Sie bessert sanft das Herz, und lindert Noth und Schmerz. 3. So kann kein andres Buch die Größe Gottes prei563 sen, so faßlich rührend nicht den Weg zur Tugend weisen. Durch Redner- Kunst wird nicht ertheilet solches Licht. 4. 3ur Ehrfurcht für dies Buch laß deinen Geist mich rühren; mich seine ganze Kraft an meinem Herzen spüren, bis deine Herrlichkeit mich ewiglich erfreut. Wider den Aberglauben. J. U. Cramer. met. Herr Gott, nun sey gepr. 2c. oder: Es flehn vor Gottes 2c. 820. Las mich den aß Aberglauben, o Vater, ernstlich scheun, ihn mir das Glück nicht rauben, dein treues Kind zu seyn, das Glück, dich, deine Lehren von Herzen zu verehren, zu thun, was du befiehlst. 2. Laß mich nach deinen Lehren, von Überglauben fern, dich kennen und verehren, dich meinen Gott und Herrn; und würdig von dir denken, auf dich mein 3utraun lenken, und nicht versuchen dich. 3. Gern laß mich dem entsagen, was der Verstand nicht lehrt; aufs Ohngefähr nichts wagen, was die Bernunft emport: dann werd' ich weise handeln, mit kluger Vorsicht wandeln; des Zufalls Spiel nicht seyn. 4. Ich kann nicht alles wis sen, was deiner Weisheit Rath, nach heilig hohen Schlüf 9 m 2 564 7. Bon dem christi. Berhalten gegen uns selbst. Schlüssen gewählt, geordnet| ke, o Vater der Natur, enthat; ich kann von deinen deck' ich Huld und Stärke, Zwecken sehr viele nicht ent- und deiner Beisheit Spur; decken, die unerforschlich sind. du, der die Welt regieret, und 5. Doch Wunder zu begeh- mich als Bater führet, lenkst ren, aus thöricht falschem aller Kräfte Gang. Wahn, die mir kein Gott gewähren, ich nicht verlangen kann: das heißt, zu sehr vermessen, verkennen und vergessen, du seyst ein weiser Gott. 7. O laß mich alles fliehen, was Aberglaube ist, dir nie mein Herz entziehen, der du mein Vater bist. Du, der mich stets beschüket, du weißt auch, was mir nützet, dir unterwerf ich mich. 6. Im kleinsten deiner Wer8) Von dem christlichen Verhalten gegen uns selbst. Gehörige Werthschägung un-( wenn zu meinem Glück ich serer selbst überhaupt. Weg und Mittel påhle: so laß mich stets dabey auf Necht und Wahrheit schaun, ung nie mein Wohlergehn auf andrer Unglück baun. 4. Das kann mein Glück nicht seyn, wodurch mein Bruder leidet; Verderben folget dem, der deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, erbt deinen Him mel nicht; nie treffe mich, o Gott, dies schreckliche Gericht! 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten Schimmer! die Welt mit ihrer Lust vergeht doch einst auf immer. Was hilft uns kurze Lust? was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergånglich Gut ist's, was uns glücklich macht. 6. Ein J. S. Diterich. Mel. Nun danket alle Gott 2c. u willst, o 821. D Herr, mein Gott, ich soll mich selber lieben. Drum hilf mir diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben; und laß den sel'gen Trieb, mich wahren Glücks zu freun, den du mir eingepflanzt, nie. mein Bercerben seyn. 2. Gib, daß mein ganzes Herz fich deiner Liebe weihe, und daß ich überall bich kindlich ehr' und scheue. Wer als ein Christ sich liebt, der sucht auch als ein Christ, mit Eifer und mit Lust, was dir gefällig ist. 3. Kein schndder Eigennuß beherrsche meine Seele, und Selbsterkenntniß und Demuth. 565 und wählt den Schmerz, sucht und findet niemals Ruh', hofft sie und kommt nie dazu, weil es sich verliert in Dingen, die kein wahres Glück uns bringen. 4. Wir versäumen unsre Pflichten, von Bequemlichkeit regiert; werden, wenn wir Gat's verrichten, oft von Eigennuß verführt. Nur gar selten trachten wir nach dem wahren Ruhm bey dir; und wie oft fehlt's uns am Wollen, wenn wir andern dienen sollen. 5. Mache, o mein Gott, in Gnaden mich von solcher UnMel. Jesu, deine heil'ge 2c. 822. ott, daß ich art frey, daß ich nicht zu meimich selber nem Schaden gegen mich verliebe, kann dir nicht mißfällig blendet sey. Pflanze selbst den seyn; dar, du pflanztest ja die Trieb mir ein, mich vor allem Triebe tief hiezu den Men- dein zu freun, auch nach anschen ein. Lenke du nur mei- drer Wohl zu trachten, und sie nen Sinn auf die wahré Weis- als mich selbst zu achten. heit hin, daß ich nicht mein 6. Gib mir dann auch das Glück verfehle und mir selbst| Bollbringen, mich zu lieben, Verderben wähle. wie ich soll; laß mich eifrig darnach ringen, sorgen für mein wahres Wohl. Auch dem Nächsten beizustehn, auf ihn als mich selbst zu sehn; über alles dich zu lieben; das, das hilf mir treulich üben. Selbsterkenntniß und Demuth. 6. Ein Gott ergebnes Herz,| Freud' ein unverletzt Gewissen, nur tas kann uns allein des Lebens Last versüßen, das bleibt uns auch im Tod, und folgt uns aus der Zeit, zum großen Segenach bis in die Ewigkeit. 7. Wohl dem, der dieses Glück weit über alles achtet, und stets nach deiner Huld mit allem Eifer trachtet! der allein sich recht, ist ruhig in der Zeit, und einst, o Gott, bey dir beglückt in Ewigkeit. Ch.. Hochmuth, verbeff. von J. S. Diterich. 2. Laß mich die mir schuld' gen Pflichten recht verstehn, und mit Bedacht darauf mein Bestreben richten, was des Himmels würdig macht. Wer dir, o du Höchster, lebt, und dir zu gefallen strebt, der nur fennt der Seelen Adel, der nur liebt sich ohne Tadel. 3. S. Diterich. mel. Ich komm', o Jefit, hier. oder: Wo soll ich fliehe:: bin: c. 3. Doch wie oft und leicht verführet Gigenliebe unser Herz! Durch den äußern 02 Schein gerühret, wünscht e3823.u, ber kein 25fes thut! bu ſchuffi 566 8. Von dem christl. Verhalten gegen uns selbst: schufft den Menschen gut; du| kennen, und von dem Ernst gabst ihm Licht und Kräfte entbrennen, der Sünde zu zum seligen Geschäfte, in Hei- entsagen, der Beßrung nachligkeit zu wandeln, stets recht zujagen. vor dir zu handeln. 2. Wo ist der UnschuldRuhm? Ach! wir, dein Eigenthum, wie tief sind wir gefallen! wo ist jezt unter allen ein Mensch, ganz rein von Sünden, vor dir, o Gott, zu finden? Hier ist kein Unterschied; dein helles Auge sieht auf alle Menschenkinder, und sieht sie alle Sünder. Da ist vor dir, Herr, keiner unschuldig, auch nicht einer. 4. Verderbt ist unser Sinn; die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur was dein Wille wollte, mit freudenvollen Trieben, zu wählen und zu üben. 5. Der Sinne Lust und Schmerz rührt oftmals unser Herz mehr, als die höhern Freuden, mehr als die größern Leiden, die wir auf Ewigkeis ten selbst unserm Geist bereiten. 6. Dir folgen, dünkt uns 3wang; des Herzens böser Hang reißt uns mit starkem Triebe, zu schnöder Sünden Liebe; und wer vermag's zu zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 7. Herr, gib uns dein Licht, daß wir, was uns gebricht, beschämt vor dir er8. Wohl dem, der sie gewinnt! Gott, so verderbt wir sind, so willst du uns doch heilen und neue Kraft ertheilen, durch Christum schon auf Erden von Sünden frey zu werden. 9. Ach! laß durch unsreSchuld uns diese deine Huld nicht freventlich verscherzen; erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben. C. 5. Gellert, verbessert von J. S. Diterich.. Mel. In allen meinen Thaten 2c. ib, Gott, wenn 824. ich dir diene, daß ich mich nie erkühne, dar. über stolz zu seyn. Wer kann bey seinen Werken, wie oft er fehlet, merken? Wer ist von Mängeln völlig rein? 2. Such' ich stets deinen Willen so eifrig zu erfüllen, als es dein Wort gebeut? scheu' ich ihn nicht als Bürde? fühl ich der Tugend Würde auch immer mit Zufriedenheit? 3. Entzieh' ich mich den Sünden auch stets aus rechten Gründen; aus wahrer Frömmigkeit? Oft sind die guten Triebe nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte der Natur und Beit. 4. Der Selbsterkenntniß und Demuth. 4. Der Sünden meiner Jugend, der Mängel meiner Tugend, o Herr, gedenke nicht. Willst du mit deinen Knechten, wie sie's verdienen, rechten: so trifft sie alle dein Gericht. 567 schen hier auf mancherley verschiednen Stufen, und was sie haben, kommt von dir; sie gleichen sich nicht an Gestalt, an Neigung, Stånden und Gewalt. 5. Doch, wenn auch, dir zur Ehre, rein meine Tugend ware: weß ist dies Eigenthum? Wei ließ mich unterrichten? Wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich fehn und meinen Ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lieben und dein Gebot zu üben, die Lust und Freudigkeit? Wer stärkte meine Kräfte im Heiligungsgeschäfte? Wer gab mir Muth und Sieg im Streit? 7. Du schaffst, daß ich dich wähle; du rufft mich, wenn ich fehle, zur Tugendbahn zurück. Du warnest mich vor Sünden und läßt mich Gnade finden, und gibst zu meiner Beßrung Glück. 8. Sollt ich mich deß erheben, was du mir, Herr, gegeben? hab' ich zum Lohn ein Recht? Könnt' ich auch alles üben, was du mir vorgeschrieben: wer bin ich? ein unnützer Knecht. 2. Nicht jeder hat, was andre haben, und das ist Güte; denn du gibst dem diese, jenem an. dre Gaben, weil du uns, Vater, alle liebst: denn alle sollen glücklich seyn, und einer sich des andern freun. 3. A. Cramer. Mel. Ber nur den lieben Gott. Fon dir in diese 825. Vom Welt gerufen, stehn, Schöpfer, alle Men3. Beglücken und auch glücklich werden, ist aller Ruf, ist aller Loos. Nur darum, Gott, ist der auf Erden gering und arm; der reich und groß; der hat mehr Kraft; der mehr Berstand, und. jener braucht, was der erfand. 4. Wer hat mich andern vorgezogen? wer wieder andre Menschen mir? Du thust's, durch freie Huld bewogen; denn alles Gute kommt von dir. Ich gab dir nichts zu vor, und ich bin alles, was ich bin, durch dich. 5. Und ich, ich sollte nicht bescheiden, und fern von al lem Stolze seyn! den gar nicht achten, den beneiden? mich, weil er mehr empfing, nicht freun? als wär' ich, bått' ich mehr als er, auch beffer dann, auch seliger! 6. laß in meinem ganzen Leben mich meines Glücks und Vorzugs nicht, zu andrer Kråns 568 8. Von dem christl. Verhalten gegen uns selbst. Kränkung, überheben, verken-| deine milde Gabe, du Bater nen nie der Demuth Pflicht; alles Lichts! Mein Dascyn nicht blos auf meinen Vor- und mein Leben ward mirzug sehn; nicht andrer Gaben von dir gegeben; und ohne stolz verschmahn! dich vermag ich nichts. 7. Nein, ich will gern auch andre ebren, wie arm, wie niedrig sie auch seyn. Sie können meiner nicht entbehren; ich fann mich ohne sie nicht freun. Nimmt keiner meines Glücks sich an: wie arm, wie niedrig bin ich dann! 2. Sowohl Verstand als Kräfte zum nüßlichen Geschäfte, hab' ich aus deiner Huld. Dein ist's, wenn gute Thaten dem Vorsatz wohl gerathen; ich bin allein an Fehlern schuld. 8. Wer eitler Ehre gern entbehret, und Tugend an Geringen gern erkennt und schåBet, der verehret der Niedrigkeit und Hoheit Herrn. Wohl, wohl ihm! denn Be- 4. Sollt' ich mich dann erhe scheidenheit gibt allen Lie- ben, wann mir in diesem Lebenswürdigkeit. 3. Das Glück, deß ich mich freue, schaffst du nach deiner Treue, du, Herr der ganzen Welt! du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage, nur so, wie dir es wohl gefällt. ben viel Gutes widerfährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vorgezogen? bin ich auch jemals dessen werth? 9. Sie schmückt das Alter, gibt der Jugend Reiz, edlen Anstand, innern Werth, und Glanz und Hoheit jeder Tugend, die eitlen Schimmer gern entbehrt: denn Demuth und Bescheidenheit ist Tugend der Geselligkeit. 10. Sib, Herr, zu allen deinen Gaben auch diese: laß vom Stolze rein, uns alles brauchen, was wir haben, um uns einander zu erfreun! dann find wir all' in deinem Reich an Seligkeit einander gleich. J. S. Diterich). Mel. In allen meinen Thaten. 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, Herr aller Dinge, die du mir hast erzeigt. Olaß mich's nie vergessen, wenn sich mein Herz vermessen, zum Stolz und Eigendünkel neigt. 6. Das nüßlich anzuwenden, was du mit Baterhånden mir gütig zugewandt, gehorsam dir zu werden, das sey mein Fleiß auf Erden; dazu gib Demuth und Verstand. 3. S. Diterich. Mel. Wer nur den lieben Gott. 826.33 as ich nur Gu: 827. er bin ich? wel tes habe, ist Frage! Achtung und Sorge für die Menschen. Frage! Gott, lehre sie mich recht verstehn! gib, daß ich mir die Wahrheit sage, um mich, so wie ich bin, zu sehn. Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 569 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir! Hab' ich der Wahrheit Weg erwählet, so gib, daß ich ihn nicht verlier. Erleuchte mich mit deinem, Licht, so tauschen mich Verführer nicht. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen. Du schufft mich, Gott, zu deinem Preis; dazu mein Leben anzuwenden, das ist dein väterlich Geheiß! Doch leb' ich als dein Eigenthum, auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? 3. Jd; bin ein Christ, nach dem Bekenntniß; doch bin ich das auch in der That? Herr, öffne mir selbst das Verständniß recht einzusehn, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh', und ob ich auch im Glauben steh'? 4. Du kennest unsers Herzens' Tiefen, die uns selbst unergründlich sind; drum laß mich oft und ernstlich prüfen, ob ich sey Christo gleich gefinnt. Befreye mich vom falden Wahn, Klügsten täuschen kann. 5. Wie kann der. der bey allem Wissen des Herzens 3ustand sich verhehlt, auf wahre Beßrung seyn beslissen, er, der nicht weiß, wie viel ihm fehlt? Sich selbst recht kennen, ist Verstand. Drum mache mich mit mir bekannt. 7. Bin ich jetzt von dem sichern Pfade, der mich zum Leben führt, noch fern, so wekke mich durch deine Gnade, daß ich ihn ernstlich suchen lern'. Gib mir zur Beßrung Lust und Kraft; du bist's, der beides in uns schafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war und hier gethan. Olaß mich's nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann. Hier mache mich zum Himmel klug, und frey von schnddem Selbstbetrug. e) Achtung und Sorge für die Seele. J. S. Diterich. Mel. Gott ist mein Lied, er zc. s lebt mir 828. det inte Geist, der fühlt und denket. Dein ist er, Gott; du hast ihn mir geschenket; geheiligt sey er dann auch dir. 2. Du gabst, zum Fleiß für irdische Geschäfte, ihm nicht allein die ihm verlichnen Krifte; weit höher ist sein Wirkungskreis. 3. Er soll nicht blos für diese Erde leben; weit übers Grab oll 570 8. Von dem christl. Verhalten gegen uns selbst. selbst deinen Sohn gesendet. soll er sich einst erheben; du hast, es in ihr zu erneun, gabst ihm Ewigkeit zum Loos. 4. Drum laß ihn nicht nach niedern Gütern schmachten; laß weislich ihn die Sinnenlust verachten, die seiner Wohl fahrt widerspricht! 3. Zu groß für diese kurze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, lebt sie in Fleisch auf Erden, durch Glauben und Gottseligkeit, zu größerer Vollkommenheit im Him mel reif zu werden. 5. Hilf ihm das Glück, dich, Gott, zu kennen, nüßen; und führ' ihn stets, es dankbar zu befißen, auf seines Daseyns Biel zurück. 6. Gib ihm die Kraft ganz deiner werth zu lebens verleih' ihm Muth und eifriges Bestreben, zur Dämpfung jeder Leidenschaft! 7. Der Tugend Werth laß immer ihn empfinden, und jede Lust der Sünde überwinden, und alles, was sie reizt und nährt. 4. Mit großer Treue willst du sie, selbst durch des Lebens kurze Müh', zu diesem Ziele führen. O laß mich nicht durch eigne Schuld das Heil, das deine Vaterhuld ihr ausersehn, verlieren. 5. Mit dir, o Gott, vereint zu seyn, mich ewig deiner Huld zu freun, und dich zum Trost zu wählen: das sey mein Fleiß und höchster Zweck; laß mich dazu den rechten Weg aus Leichtsinn nie verfehlen. 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in mir ein Herz, das Sünden hasset, das seine Schuld vor dir bereu't, und 829.err meiner See- das, zu deiner Gütigkeit, durch Christum, Hoffnung fasset. legroßen Werth, den mir dein theures Wort er= klårt, laß mich mit Ernst bedenken, und auf die Sorge für ihr Wohl so unermüdet, als ich soll, den größten Eifer lenken. 2. Wie hoch ist sie vor dir geacht't, welch Glück hast du ihr zugedacht! wie viel an sie gewendet! Du schufft sie, Gott, dein Bild zu seyn, und 8. Auf dich allein geh' seine stårkste Liebe; und laß ihn stets voll guter heil'ger Triebe, dir zu gefallen eifrig seyn! J. S. Diterich. Mel. Komm her zu mir 2c. 7. In meiner ganzen Pil grimschaft laß mich, gestärkt durch deine Kraft, nach jenem Kleinod trachten, das mir dein Ruf vor Augen stellt, und al le Güter dieser Welt, wie nichts dagegen achten. 8. Wie selig werd' ich dann nicht seyn! schon hier werd' ich mich deiner freun und in dir Achtung und Sorge für die Seele. 571 bir ruhig leben; und du wirst| Wandel schaun, daß man nach vollbrachter Zeit, auch mich gewiß zur Herrlichkeit in deinem Reich erheben. falsche Wege flieht und mit Eifer fich bemüht, seinem Bilde hier auf Erden, immer ähnlicher zu werden. J.A. Freylingshausen, verbess. v. D. Bruhn. Mel. Freu' dich sehr, o meine ic. ehre mich, Herr, 830. recht bedenken, was wahrhafte Weisheit sey; meinen Fleiß darauf zu lenken, stehe mir aus Gnaden bey. Denn die Klugheit, so die Welt, ohne Grund, für Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen und wird nie vor dir bestehen. 2. Weisheit ist's, wenn un- heit Pfade diesem Glück entfre Seelen sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen, und mit fefter Zuversicht diesem Licht' sich anvertraun; denn die folgsam darauf schaun, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, damnach trachten, recht mit sich bekannt zu seyn, sich nicht schon vollkommen achten, und den Eigendünkel scheun, gern aufseine Fehler sehn; reuig sie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Beßrung streben, und doch nie sich stolz erheben. 5. Weisheit ist es, alles meis den, was mit Reu' das Herz beschwert, und sich hüten vor den Freuden, die der Sunden- Dienst gewährt; eitlen Ruhm, der bald verblüht, Lust, die im Genuß schon flieht, nicht für wahre Wohlfahrt achten; nein, nach bes sern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Ziel ersehn, und auf seiner Wahr4. Weisheit ist es, Christum ehren; seiner Mittlershuld vertraun; so auf seine Stimme hören und auf seinen gegen gehn; gern nach Gottes Willen thun; froh in seiner Führung ruhn; und wenn Leiden uns beschweren, hotfend mit Geduld ihn ehren. 7. Weisheit ist es, stets bedenk n, daß wir hier nur Pilger sind; Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo die Seele Ruhe findt; seine Augen unverwandt nach dem ew'gen Vaterland richten, und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser bestes Theil; die von ihr geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir; Gott, verlei he sie auch mir, laß sie mich Au 572 8. Von dem christl. Verhalten gegen uns selbst. zu allen Zeiten, auf den Weg! sem Leben? was kann mir des Friedens leiten. Trost und Freudigkeit in J. S. Diterich. Noth, im Tode geben? Nicht Met. Gott Lob! ein Schritt zur. Menschengunst, nicht irdisch ach meiner See- Gluck, nur Friede Gottes 831. len Seligkeit und ein Blick auf jertes Lelaß, Herr, mich eifrig ringen. bens Freuden. Sollt' ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? wie würd' ich einst vor dir bestehn? Wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trachten, und, was mir daran hinderlich, mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinem Wege geh', und 2. Erst an dem Schluß der im Gericht dereinst beſteh', Lebensbahn auf seine Sün- sey meine größte Sorge. den sehen, und wenn man 7. Doch was vermag ich, nicht mehr sünd'gen kann, Gott um Erbarmung flehen: das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deinem Wort bezeichnet. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung: drum laß auch hier auf Erden, des Geistes wah re Besserung mein Hauptge schäfte werden. Herr, stärke mir dazu den Trieb; nichts Gewissenhaftigkeit. c. f. Gellert, verbessert ven D. Bruhn. Met. Nun ruhen alle Wälder ic. fey mir je ſo groß, ſo lieb, 832.in ruhiges Gemich davon abzuwenden. 4. Gewann' ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden, was hålfe mir's? nie kann die Welt mit allem, was sie in fich hålt, mir deine Gnad' ersetzen? laß, Herr, mich stets genießen. Denn hab' ich dieses nur: so ist für mich in Tagen, wo an dre ängstlich zagen, schreckliches in der Natur. nichts wenn du nicht vor Trägheit mich beschüßest, und mich zur Treu' in dieser Pflicht mit Kräften unterstützest. O stårte mich, mein Gott, dazu, so find' ich hier schon wahre Ruh', und dort das ew'ge Leben. 2. Wenn meine Schuld mich beuget, und dann dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt 5. Was führt mich zur Su- bin: wenn mich dein Trosterfriedenheit schon hier in die- I quicket, so oft mich Trubsal drücks Gewissenhaftigkeit. 573 drücket: wie unschätzbar ist| ter, schauen, so wird mir selbst mein Gewinn! das Sterben leicht. 9. laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich, treus zum Fleiß in guten Werken, laß mich die Hoffnung stårken, daß nichts verdammlich's in mir sey. 3. Sollt' ich solch ruhig Leben für Luft der Sünde geben, und dann die innre Pein, mich selber zu verklagen, in meinem Busen tragen? Gott, laß dies ferne von mir seyn! 4. Sein eignes Herz bekämpfen und seine Neigung dåmpfen, ist freilich schwere J. S. Diterich. Mel. Aus tiefer Roth shrey 2c. welch ein unPflicht; doch wenn wir uns 833.habares Gut besiegen, welch himmlisches Bergnügen gewährt die Ueberwindung nicht! 5. Nichts kann im Wohlergehen so unser Glück erhóhen, als ein geruhig Herz. Das schafft uns innre Freuden, und mildert auch im Leiden, durch seinen Trost den größten Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, wornach die Thoren trachten, was gibt uns dazu Muth? Was tröstet Gottes Kinder beym Spotte frecher Sünder? Ein ruhig Herz, das beste Gut. 7. 3u dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; im Glauben der Erlösten sich deiner Huld zu trösten: welch Glück, mein Gott, kann größer seyn? 8. Läst du mich im Gewisfen einst diesen Trost genießen, wenn alles von mir weicht; kann ich dann voll Bertrauen, auf dich noch, Baist doch ein gut Gewissen! hab ich nur das, so hab' ich Muth, wenn andre zagen müssen. Dann zittert meine Seele nicht; mich schreckt kein Tod und kein Gericht: ich habe Gott zum Freunde. 2. Bin ich mir deiner Huld bewußt und, Gott, bey dir in Gnaden:, so wohnet Nuh' in meiner Brust, und wer will dann mir schaden? Ich seh' auf dich in aller Noth, womit die Zukunft mich bedroht; mich tröstet, deine Liebe. 3. Trifft mich auch hier zuweilen noch das Gift der Låsterungen; wird meines Herzens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Weiß sich nur mein Gewissen rein, und flieh ich auch den bösen Schein, wirst du mich schon beschützen. 4. Ich sehe mit Zufriedenheit der künft'gen Welt entgegen; sie gibt mir Muth und Freu 574 8. Von dem christl. Verhalten gegen uns selbst. Freudigkeit auf allen meinen den gibt es hier die wahre Wegen. Denn dort macht Ruh' der Seele mir. selbst, o Herr, dein Mund 2. Ich bebe nicht, wenn den wahren Werth den Men- Sünder beben, daß Gott geschen kund; da wird der Fromme siegen. recht und heilig ist; mein Herz gibt 3eugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes werth, der mich gum Himmel wandeln lehrt. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil, ein unverlegt Gewissen, des Lebens allerbestes Theil, zu haben sey beslissen. Mit dir, Gott, ausgeföhnt zu seyn, dein heilig Recht nicht zu entweihn: das sey mein größter Eifer. 6. Gib, daß ich des Sewissens Spruch als deine Stim3. Getrost wag' ich's vor Gott zu treten, und ihn voll Glaubensfreudigkeit, als meis nen Bater anzubeten, der, was ich habe, mir verleiht, und jedem Heil und Segen me ehre, und immer aufmerk- gibt, der ihn von Grund des sam genug auf seine War- Herzens liebt. nung höre. Erinnert's mich an meine Schuld, so laß mich, Bater, deine Huld voll Reu' und Glauben suchen. 7. Mit deiner Gnade tröste mich und stårke meine Seele, daß sie vor Sünden hüte sich, und nie aus Vorsatz fehle: denn wer nur reines Herzens ist, hat immer dich durch Jesum Christ, Allwissender, zum Troste. 4. Mit Muth trag' ich des Lebens Leiden, Verfolgung, Låst'rung, Schmach und Hohn; denn des Gewissens innre Freuden sind süßer als der Menschen Lohn und was kann höhern Trost verleihn, als ohne Schuld im Leiden seyn? 5. Ich eile mit gesetztem Schritte des Lebens letzter Stunde zu. Es falle dieses Leibes Hütte, so geh' ich ein zur wahren Nuh'; indem mein Geist, der Gott gelebt, zu seinem Ursprung sich erhebt. 6. O Seele, darum sey be834.Menn ich ein gut flissen, daß unverrückte from Gewissen habe, so hab' ich große Seligteit; es ist des Himmels beste Gabe, das höchste Glück in dieser Seit; in Freud' und Leime Treu' dir immerdor ein gut Gewissen und GlaubensZuversicht verleih': und du, mein Gott, regiere mich! denn was vermag ich ohne dich? WachJ. F. Gellert, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Ach, wie betrübt sind c. oder: Wer nur den lieben 2c. Wachsamkeit und Selbstbeherrschung. 575 Wachsamkeit und Selbsts beherrschung. Ch. Grot. Mel. Von Gott will ich nicht zc. oder: Aus meines Herzens 2c. Och soll mich selbst 835. bezwingen, um dir, Gott, treu zu seyn; das Gute zu vollbringen, die Sündenlust zu scheun; soll mit getrostem Muth mich auf den Kampsplatz wagen, mir manchen Wunsch versagen, und jedes falsche Gut. 5. Ich soll mit edlem Muthe dem Feinde gern verzeihn; aufmerksam auf das Gute, auch wenn er's übt, mich freun; ich soll bey jedem Blick auf andrer Menschen Freuden, sie darum nicht beneiden, nicht um ihr größres Glück. 6. Wie schwer ist dies Geschäfte der Selbstbehertschung mir! Wie schwach sind meine Kräfte; wer unterstützt mich hier? Du Gott, du kannst allein, ben eifrigem Bestreben mir Muth und Beistand geben, und mir den Sieg verleihn. 2. Ich soll nicht Uebel flieben, soll mit Entschlossenheit mich ihnen unterziehen, 7. Erhöre, Herr, mein Fle wenn's meine Pflicht gebeut;| hen, laß mich, in diesem Streit, soll, wo Gefahren sind, nicht die Gefahren scheuen, und mich des Lohns erfreuen, den man durch Muth gewinnt. mich selbst nicht hintergehen, gib mir Entschlossenheit. Laß, o Ervarmer, mich mein eignes Herz bekämpfen, die Macht der Lüste vámpfen und siegen, Gott, durch dich. 3. Ich soll die Welt verachten, wenn mich ihr Tand verführt; und nicht nach Gùtern schmachten, die man so leicht verliert; ich soll die LeiJ. B. Freystein, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Straf mich nicht in deinem. denschaft im ersten Ausbruch 836.Mache ich mein und sie, als Christ, bekämpfen, durch meines Gottes Kraft. 4. Dem stärksten meiner Triebe soll ich nicht folgsam seyn, soll meine Eigenliebe und ihren Lobspruch scheun; will Wollust, Zorn und Geiz mein schwaches Herz berük ken: soll ich sie unterdrücken, befiegen ihren Reize Geist, bereit! wache, fleh' und bete! daß dein Herz zur bösen Zeit nicht von Gott abtrete. Ach, schon ist mancher Christ in Versuchungsstunden plößlich überwunden. 2. Auf dann, und ermuntre dich aus dem sichern Schlafe! Smmer, glaub' es, zeiget sich auch darauf die Strafe. Der fällt 576 8. Von dem christl. Verhalten gegen uns selbst. fällt leicht, dem es deucht, daß er sicher stehe auf der Tugend Höhe. dar wachen, slehn und beten, und vermehrt sich die Gefahr, immer brünst'ger beten. In der Noth, in dem Tod, werd' ich froh bestehen; Gott wird mich erhöhen. 3. Wache! denn hier hat der Christ noch von allen Seiten, was der Seele schädlich ist, muthig zu bestreiten. Gott läßt zu, daß auch du, wenn du sorglos wallest, in Versuchung fallest. 4. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder, wenn sie sich verstellt, listig an sich bringe. Wach' und sich! daß dich nie die Verführer fällen, die dir Nege stellen. 5. Wach, und hab' aufdich wohl Acht; trau' nicht deinem Herzen! Leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verscherzen. Ach, es ist voller List, weiß sich selbst zu heucheln, und mag gern sich schmeicheln. 6. Aber bet' auch stets dabey, bete bey dem Wachen: das wird dich von Trägheit frey, und behutsam machen. Gott verleiht Munterkeit auf dem rechten Pfade, durch erbet'ne Gnade. 7. Nahe denn dich mit Gebet oft zu seinem Throne; wenn dein Herz nur glaubig fleht, hört er in dem Sohne. Er verheißt seinen Geist, mit ihm Kraft und Leben, auf dein Flehn zu geben. 8. Nun so will ich immer C. f. Gellert. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 837.icht, daß ich's schon errungen håtte; die beste Tugend bleibt noch schwach: doch daß ich meine Seele rette, jag' ich dem Kleinod eifrig nach; denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang' ich hier im Leis be walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wann sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ift Tugend: oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hizze roher Jugend wird mit den JahrenSittsamkeit; und was Natur und Zeit gethan, sieht unfer Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Aendrung deiner Seelen, ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühist, wie Stolz und Ruhmsucht quálen, und dampfft- fie; doch du wechselst nur: dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust, oder Geiz. 5. Oft Bachsamkeit und Selbstbeherrschung. 577 der Christ entreißen muß. 5. Oft ist es Kunst und Ei-| Auge, dies der Fuß, die sich genliebe, was Andern strenge Zugend scheint; der Trieb des Neids, der Schmåhsucht Triebe, erwecken dir so man10. Du fliehst, geneigt zur Rub' und Stille, die Welt und liebst die Einsamkeit; doch bist chen Feind; du wirst behut- du, fördert's Gottes Wille, sam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmåhsucht, nur den Schein. auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank: flieht's Unmuth auch und Müßiggang? 11. Du bist gerecht; denn auch bescheiden? liebst Måßigkeit; denn auch Geduld?. Du dienest gern, wenn Freunde leiden; vergibst du Feinden auch die Schuld? Von allem Lafter sollst du rein, zu aller Tugend willig seyn. 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen, du scheinst von Rachsucht ganz befreyt; jezt sollst du eine Schmach verschmerzen, und sieh', dein Herz wallt auf und draut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft: doch 12. Sey nicht vermessen! wach' und streite; denk' nicht, daß du schon g'nug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite: die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicher heit droht dir den Fall; drum wache stets, wach' überall. 23. Münter. lacht uns kaum die Welt ent- 838. WGott, von dir Mel. Ein Lammlein geht sc. oder: Der Tag, der ist so sc. Mann ich, o gegen, so regt sich unsre Leidenschaft; wir werden im Gerausche schwach, und geben endlich strafbar nach. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Undern Tugend fällt, so werde nichts dein Herz verführen: doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Wort, ein Blick verführt. 9. Du opferst Gott die schwächern Triebe, durch einen strengen Lebenslauf: doch opferst du, aus reiner Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das geführt, auf deinen Wegen wandle; wann ich, durch deis nen Geist regiert, nach deiner Vorschrift handle; wann mir mein Herz das Zeugniß gibt, daß meine Seele mehr dich liebt, als alles Gut auf Erden: so laß mich nicht durch Sicherheit, durch Stolz und burch 578 8. Von dem christl. Verhalten gegen uns selbst. durch Vermessenheit unwür-| bauen. Wenn die Versuchundig deiner werden! gen mir drohn: so zeig' mir sie von ferne schon, daß ich mich zeitig rüste. Aufmerksam mache meinen Blick auf diese Welt, auf Zeit und Glück, und auf die Macht der Lüste. 2. Wie leicht erliegt ein sich rer Sinn, bekämpft durch schnöde Lüste; sieht ruhig auf Gefahren hin, wovor er zittern müßte! Vollkommen glaubt er schon zu seyn; denkt: diese Sünde sey nur klein, und jene Pflicht nicht wichtig. Nun ist er seinem Falle nah'; fällt unvermerkt, und glaubt noch da, er wandle fest und richtig. 6. Mein Glaube, meine Frömmigkeit, und was ich in mir habe von Tugend und Rechtschaffenheit, ist alles deis ne Gabe. Ich bin nur Staub, den du erschufft, den du begnadigst und berufst in deis nem Reich zu leben. Laß mich, entfernt von stolzem Wahn, mit Demuth deine Gab' empfahn, und dir die Ehre geben. 7. So werd' ich, Gott, von dir geführt, auf deinen Wegen wandeln; durch deinen guten Geist regiert, nach deiner Vorschrift handeln. Ich werde nicht durch Sicherheit, durch Stolz und durch Vermessenheit von deinen Rechten weis chen. Heil allen Frommen, Heil auch mir! wir werden, Preis und Dank sey dir, des Glaubens Ziel erreichen! 3. Wie schwach ist doch der Mensch! wie bald zur Sünde fortgerissen! wie leicht wird doch sein Eifer kalt, nachgiebig sein Gewissen! Weh' ihm, wenn er vermessen ist, wenn seiner Schwachheit er vergißt, in sich nur Stärke siehet! Ach! ihn besiegt in jedem Streit der Irrthum und die Sinnlichkeit, wenn er nicht zeitig fliehet! 4. Wer sich mit stolzem Muth erhöht, kann nicht vor dir bestehen; wer seine Niedrigkeit gesteht, den wirst du, Gott, erhöhen! Veracht' ich andre neben mir: so mißfällt meine Tugend dir, wie groß ich sie Ch. Grot. da keinen Werth. Nur bem, 839. Wie eine u auch finde; mein Glaube hat Mel. Valet will ich dir geben 2c. schwach ist der demuthsvoll dich ehrt, vergibst du seine Sünde. gend, wie leicht verirr' ich mich! 5. Drum lehre mit Behut- Seit meiner frühen Jugend famkeit auf meine Bahn mich fchauen; laß mich nie aus Vermessenheit auf meine Kräfte fall', wank und sirauchle ich. 3um Guten oft so tråge, und sinnlich bis ins Grab, führt mich Sorge für den Leib und seine Gesundheit. 579 mich vom rechten Wege gar| sie getäuscht, nicht sehen, und leicht Berblendung ab. trauet sich zu viel. 2. Oft fehlt es mir am Muthe, zu thun nach meiner Pflicht. Ach! ich erkenn' das Gute, und dennoch thu' ich's nicht. Leicht laß ich mich verleiten, das Böse zu vollzicón; scheu mich, es zu bestreiten; versäum', es flug zu fliehn. 3. Gott, laß mich eifrig streben, der Tugend treu zu seyn; für deinen Dienst zu leben; des Guten mich zu freun; laß mich es nie vergessen, daß auch der Fromme fällt, der sich zu sehr vermessen, vor'm Falle sicher hält. 7. Gib, Gott, auch hier mir Schwachen Muth und Ent schlossenheit, zu beten und zu wachen, daß mich kein Schritt gereut; gib, daß ich's stets be merke, wenn sich mein Herz verirrt, und stolz auf seine Stårke, selbst sein Verräther wird. 8. Dann werd' ich nicht er liegen; ben steter Wachsamkeit hilfst du, o Gott, mir siegen in jedem schweren Streit. Von dir werd' ich nicht weichen, so sehr Gefahren drohn, des Glaubens Siel erreichen, mit ihm des Kampfes Lohn. Sorge für den Leib und seine Gesundheit. 4. Um auch die kleinsten Sünden vorsichtig stets zu fliehn, laß lebhaft mich empfinden, daß sie zu größern ziehn; laß über meine Triebe mich immer wachſam ſeyn; er 840.Des Leibes warhalt von Herr, meine Seele rein. 5. Laß mich bey den Gefahren der Welt und Eitelkeit, mein schwaches Herz bewahren, daß es sie weislich scheut; auch nie Verführer hören, die in ihr Netz mich ziehn, und wenn sie mich bethören, als falsche Freunde fliehn. und ihn nähren, mißfällt dir, o du Höchster, nicht; muthwillig seinen Bau versehren, verbietet mir dein Unterricht. D mach' auch dieser Pflicht mich treu, und stehe mir mit Weis heit bey. 6. Mein Herz kann bald verzagen, bald wieder trotzig seyn; hier, was es nicht soll, wagen; dort, was es nicht darf, scheun; kann leicht mich hintergehen, will seiner Lüste Spiel, durch 2. Sollt' ich mit Vorsatz das verletzen, was du so wundervoll gemacht, und nicht viel mehr, es werth zu ſchätzen, mit weisem Ernste seyn bedacht? OSchöpfer, auch mein Leib ist dein. Wie dürft' ich sein Zerstörer seyn? 3. Chu 002 J. S. Diterich. Mel. Wer nur den lieben Gott: c. 580 8. Von dem christl. Verhalten gegen uns selbst. 3. Ihn zu erhalten, zu be- 8. Mein größter Fleiß auf schützen, gibst du mit milder dieser Erde sey meinem Geiste, Baterhand die Mittel, die da- Gott, geweiht, daß er zum zu uns nützen, und zum Ge- Himmel weise werde, noch brauch gabst du Berstand. hier in dieser Prüfungszeit; Dir ist die Sorge nicht zu so wird sich Leib und Seele klein: wie sollte sie denn mir dein in alle Ewigkeit erfreun. es seyn? 7. A. Cramer. 4. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. Leib ist Gesunde Glieder, muntre Kräfte, wie viel sind die, mein 841. Minne Gott, nicht werth! Wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? Gesundheit und ein heitrer Muth sind hier für uns das größte Gut. 5. Drum gib, daß ich mit Sorgfalt meide, was meines Körpers Wohlseyn stórt, daß nicht, wann ich je Krankheit leide, mein Geist den innern Vorwurf hört: du selbst bist Storer deiner Ruh', du zogst dir selbst dein Ucbel zu. 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder, mich zu bewahren, achtsam seyn; und drückt mich eine Krankheit nieder, so fldBe selbst Geduld mir ein. Gib frohen Muth, und dann verleih, daß auch des Arztes Rath gedeih'. 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Körpers Pflege zielt; nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Gebot mir anbefiehlt. Des Leibes Wohl laß nie allein das Ziel von meinen Sorgen seyn. schenk; du hast sein Leben zum Dienste meiner Seele mir ge geben. Ich soll ihn, Gott, erhalten, vor Gefahren ihn treu bewahren. 2. Ich soll ihn pflegen; foll zu edlen Werken durch Nahrung ihn und auch durch Freude stärken; soll ihn durch keis ne Weichlichkeit entehren, nicht selbst zerstören. 3. Du gabst ihn, zum Ges nusse vieler Freuden, doch auch zur Duldung mancher Erdenleiden, damit ich unter ihrer schweren Bürde voll kommner würde. 4. Ich soll ihn härten, daß er Kraft gewinne, beherrschen månnlich jede Lust der Sinne, damit ich nicht der Tugend Fleiß und Mühe verzárs telt fliehe. 5. Drum laß mich ihn mit Måßigkeit erquichen, und jeden Hang zur Trägheit unterdrücken; er sey m Alter, wie in früher Jugend, geweiht der Tugend. 6. Schleicht Måßigkeit und Klugheit. 581 6. Schleicht sich der Krank-| ternheit. Versage dir, dich zu heit Gist in seine Glieder; so hilf, o Gott, mir zur Genesung wieder; wenn ich noch, Herr, durch sein erneuert Leben, dich kann erheben. besiegen, auch öfters ein erlaubt Vergnügen, und steure deiner Sinnlichkeit. 7. Gib mir Geduld in allen seinen Schmerzen, daß ich voll Suversicht in meinem Herzen, auf deine Hülfe harr' und seine Plage mit Muth ertrage. 8. Zerstör' ich ihn nur selbst nicht; oso werde er einst auch wieder, was er erst war, Erde! Er wird im Grabe schlummern, nicht vergehen, wird auferstehen. 9. Er soll zum Anschaun jener schönen Sonne der bessern Welt hervor gehn, und voll Wonne soll er empfinden, frey von allen Leiden, des Himmels Freuden. Mäßigkeit und Keuschheit. 3. Laß nicht bein Auge dir gebieten, und sey, die Wollust zu verhüten, stets schamhaft gegen deinen Leib. Entflieh' des Wiglings frechen Scherzen, und such', im Umgang edler Herzen, dir Beiſpiel, Witz und Zeitvertreib. 4. Der Mensch, zu Fleiß und Arbeit tråge, fällt auf des Müßieganges Wege leicht in das Nes des Bösewichts. Der Unschuld Schußwehr sind Geschäfte: entzieh' der Wollust ihre Kräfte im Schweiße deines Angesichts. 5. Erwacht ihr Trieb, dich zu bekämpfen: so wach' auch du, ihn früh zu dâmpfen, eh' er dein ganzes Glück zerstört. Ihn bald in der Geburt ersticken, ist leicht; schwer ist's, ihn unterdrücken, wenn ihn 842.Der Wollust Reiz dein Herz zuvor genährt. 6. Begierden sind's schon, die uns schånden, und wenn wir sie auch nicht vollenden, verletzen wir doch unfre Pflicht. Wenn du vor ihnen nicht errotheft, nicht durch den Geist die Lüste tödtest: so rühme dich der Keuschheit nicht. C. f. Gellert. In eigner Melodie. ben, dies, Mensch, liebst du dein Glück und Leben, laß täglich deine Weisheit seyn. Entflieh' der schmeichelnden Begierde; sie raubet dir des Herzens Zierde. und ihre Freuden werden Pein. 2. Laß, ihr die Nahrung zu verwehrent, nie Speis' und Trank dein Herz beschweren, und sey ein Freund der Nüche 7. Erfülle dich, scheinst du zu wanken, oft mit dem mächtigen Gedanken: Die Unschuld ist der Seele Glück; einmal ver 582 8. Von dem christl. Verhalten gegen uns selbst. Dienste weihn, zum Dienst auch meinen Brüdern. Gib, daß ich dies dein Heiligthum für sie, so wie für deinen Ruhm, stets unbefleckt erhalte. verscherzt und aufgegeben, ver-| Gliedern. Ich soll ihn dir zum läßt sie dich im ganzen Leben, und keine Reu' bringt sie zurück. 8. Denk' oft bey dir: der Wollust Bande sind nicht nur im Gewissen Schande; sie sind auch vor der Welt ein Spott; und wenn die Welt auch nichts entdecket, wenn mich nicht Spott und Schande schrecket: so sieht und findet mich doch Gott. 2. Gib eine keusche Seele mir in einem keuschen Leibe, damit auch er auf immer dir, o Gott, geheiligt bleibe: daß rein und keusch mein Auge sey, und sittsam, daß ich's immer frey zu dir erheben könne. 3. Auch meine Zunge rede nie, was schåndlich ist zu hören; nie laß der Unschuld Rechte sie durch frechen Scherz entehren. Bestimmt zum Opfer des Gebets und deines Lobes, rede stets mein Mund, was nützt und bessert. 4. Mein Ohr laß dir nur offen seyn, taub bey der Wol lust Bitten; mein Herz und meine Sitten rein, wie Josephs Herz und Sitten; das mit der Wollust Zauberey mir nicht, durch ihre Schmeicheley, der Unschuld Würde raube. 5. Ach, wo die Unschuld weicht, da flieht der Tugend Ruh' und Stille; da, wo der Wollust Flamme glüht, fehlt selbst der gute Wille. Sie wüthet, tödtet und verheert weit mehr als je das Schwert zerstört, als Pest und Gluth 9. Die Wollust kürzt des Lebens Tage, und Seuchen werden ihre Plage, da Keuschheit Heil und Leben erbt. Ich will mir dies ihr Glück erwerben. Den wird Gott wiederum verderben, der seinen Tempel hier verderbt. 10. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke, raubt ihm den Eifer edler Werke, den Udel, welchen Gott ihm gab; und unter deiner Lüste Bürde sinkst du, von eines Menschen Würde, zur Niedrigkeit des Thiers herab. 11.Drum fliehe vor der Wolluft Pfade, und wach' und rufe Gott um Gnade, um Weisheit in Versuchung an. Erzittre vor dem ersten Schritte; mit ihm sind schon die andern Tritte zu einem nahen Fall gethan. C. F. Neander. Mel. Es ist gewißlich an der zc. 843. Mott, Mein Leib foll, bein 6. In seinem Taumel, Gott, Tempel seyn, mit allen seinen vergißt der trunkene Verbres cher, Mäßigkeit und Keuschheit. 583 zu freun. Keine Freude dieser Welt, wenn sie noch so sehr gefällt, laß mich wider mein Gewissen, wünschen, suchen und genießen. cher, daß du allgegenwärtig| tern Stille, deiner Gnade mich bist, des Bösen ernster Rächer; verfolgt die Tugend oft mit Spott, verhöhnet dein Gesetz, o Gott, und Jesum, den Erlöser. 7. Heil dem, der deiner nie vergißt, nicht, Gott, dein Werk zerstöret, der immer reines Herzens ist, und deinen Tempel ehret. Heil ihm, er wird froh auferstehn, wird, Herr, dein Antlitz ewig sehn; denn rein war seine Seele. 2. Gott, ich weiß, daß deine Güte, die so mild und freundlich ist, niemals etwas uns verbiete, was das Leben uns versüßt. Uns zum besten nur gebeut dein Gesetz Enthalts samkeit, Zucht und Ordnung im Genusse, Mäßigung im Ueberflusse. Ch. Grot. Mel. In allen meinen Thaten 2c. it freudigem 844. Mit Gemüthe er heb' ich deine Güte, Gott, der uns täglich nåhrt; du hast, zum frohen Leben, uns Speis' und Trank gegeben, und mir sie auch bis jezt gewährt. 2. Laß im Genuß der Gaben, die wir so reichlich haben, uns deiner auch erfreun; sie darum nur besitzen, daß wir sie måßig nutzen, und sie durch Mißbrauch nie entweihn. 3. So oft sie uns erquicken, laß uns den Trieb ersticken zum schwelgrischen Genuß; als dein Geschenk sie schätzen, Begierden Gränzen setzen, auch mitten in dem Ueberfluß. J. S. Diterich. Met. Jesus, deine heil'gen ic. 845. Standhaft sey, o Gott, mein Wille, zuchtig, keusch und rein zu seyn; in der Unschuld hei3. Unsre Kindheit, unfre Jugend, unser Alter darf sich freun. Auch die Freude, Gott, ist Tugend: aber heilig muß sie seyn; heilig, daß sie nicht bethört und des Lebens Kraft zerstört, daß sie wilde Lüste scheuet und die Seele nicht entweihet. 1 4. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer keuschen Brust toben nicht der Reue Schmerzen; wohnet wahre Ruh' und Lust. Unbeherrschte Sinnlichkeit tödtet die Zufriedenheit; sie vergiftet alle Freuden und verwandelt sie in Leiden. 5. Sittsamkeit und Unschuld schmůcket mehr als Schönheit; fie verwehrt, daß uns nicht die Lust entzucket, die verwirrt, beschåmt, entehrt. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Bonne rein und hell, und fie ton 584 8. Von dem christl. Verhalten gegen uns selbst. können sicher trauen, Gott, dein Angesicht zu schauen. 6. O hilf du mir darnach streben, reines Herzens stets zu seyn, daß ich möge züchtig leben, jede schnöde Wollust scheun. Schüße vor Verführung mich, und mein Herz ergebe sich keiner schándlichen Begierde. Seelenreinheit sey mir Sierde! 3. Doch laß die Kraft, uns zu vergnügen, die du in Speis' und Trank gelegt, mich nie, o Höchster, so besiegen, daß fie zum Schwelgen mich bewegt; laß, deiner Gaben mich zu freun, mich måßig im Genusse seyn. 4. Mit Speis'und Trank sein Herz beschweren, des Guten fatt und übervoll, dadurch wird das, was uns ernähren und unsern Geist erquicken soll, ein Gift, das in die Adern schleicht, und Krankheit, Schmerz und Tod erzeugt. 5. Die Schwelgeren zerstört die Kräfte zur Arbeit, zeuget Müßiggang, Haß gegen nützliche Geschäfte, Betrug und Schwermuth, Streit und 3ank, erniedrigt unters Thier herab, und stürzet vor der ie mannichfal- ins Grab. 846.Wig find die 6. Dort modert schon so Gaben, womit uns, Gott, die Erde nährt, die alles Gute, was wir haben, uns immer, wie du willst, gewährt. O! alles was der Mensch genießt, beweist, wie gut und mild du bist. manche Leiche, durch Truntenheit dahin gestreckt, eint Opfer jugendlicher Streiche; sie wird durch keine Neu' geweckt. Gott, laß mich ja dies Lafter scheun, enthaltsam, mäßig, nüchtern seyn! 7. So oft ich Speis' und Trank genieße, so laß es mit Vernunft geschehn; und daß ich beydes mir versüße, mit Dank auf dich, den Geber, sehn; auf dich, der du uns zártlich liebst, uns Nahrung und Erquickung gibst. Weifer 7. Dann umfaßt mich Heil und Segen; göttliche Zufriedenheit leitet mich auf meinen Wegen noch zu größrer Seligkeit. Weih' ich, Gott, mein Herz nur dir; dann werd' ich getrost von hier mich zu deinem Throne schwingen, und dir Preis mit Freuden singen. J. S. Diterich. Mcl. Wer nur den lieben Gottic. 2. Du gibst uns Brod für unser Leben, und läsfest auch, uns zu erfreun, die Mittel, die uns Nahrung geben, so viel, so mannichfaltig seyn. Wie angenehm ist der Genuß von dem, was uns ernähren muß. 585 Weiser und froher Lebens- Genuß zc. Weiser und froher Lebens. Ge-| endet für die Ewigkeit, der nuß, und Gebrauch des außer Menschheit Würde vor mir lichen Glücks. schwebt, auch meine Brust sich höher hebt. 6. Gib, wenn ich hier Ges die mir ein voll Freundschaft weihn, daß ich mein Daseyn froh empfinde, an ihrem Arm, vom Laster rein. Auch das Gefühl sey dir geweiht, und würdig der Unsterblichkeit. G. 2. v. Salem. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. pfer, meinem Herzen, Gefühl für Wohl seyn, Freud' und Lust; du gos sest auch für Leid und Schmerzen, Empfindungen in meine Brust. Dir, der gefühlvoll mich gemacht, dir sey auch das für Preis gebracht. 2. Preis dir! daß ich für tausend Freuden empfänglich, Herr! gebildet bin; und fließen gleich, wenn sie nun scheiden, viel Thrånen auf die Wangen hin: so dank' ich, Bater, doch dafür, selbst mit bethrantem Auge dir. 3. Nur laß, in meinen frohen Tagen, dies leicht bewegte Herz mir nie für Freuden, die du hassest, schlagen; Gefüh! für niedre Laster flieh', mit seiner wilden Taumellust, auf immer meine reine Brust. 4. In dickbelaubten Schatten- Wäldern, auf bunter Au', auf grüner Flur, auf segensvollen Erndte- Feldern, im groBenTempel der Natur, bey deiner Schöpfung Jubelchor, da schlage hoch mein Herz empor. 5. Gib, daß wenn ich der Tugend Saaten, zum Wohl der Menschen ausgestreut, erblikke, wenn in edlen Thaten, voll7. Mit tief gefühlterem Erbarmen durchdring' mich meis nes Nächsten Schmerz; es breche, bey der Noth des Urmen, mir immer mitleidsvoll mein Herz! Mein Mitleid werde Trost und Rath, und die Empfindung, Hülf' und That. 8. Nie laß mich auch der Regung schámen, die deine Lieb' in mir erweckt, von der wir Gnad' um Gnade nehmen; und wann die Zukunft mich erschreckt, verwandle sich die Furcht in mir in kindliches Bertraun zu dir. 9. Allliebender, du gabst dem Herzen Gefühl für Freuden, Glück und Lust. Du gossest auch für Gram und Schmerzen Empfindungen in meine Brust. Dir sey, der uns so mild bedacht, auch dafür Dank und Preis gebracht. 23. Münter. Met. Nun danket alle Gott ze. u, der so gern beglückt, gern Freu848.0% 586 8. Von dem christl. Verhalten gegen uns selbst. Freuden uns bereitet, wie selig, nie sein kurzes Glück beneis wer von dir, an Vaterhand geleitet, nur dann sich glücklich fühlt, wann er zu dir sich hålt, und jede Lust verschmäht, die dir, o Gett! mißfällt. 2. Wie selig, wann sein Geist zu dir, durch den er lebet, durch den er denkt und wählt, sich oft und gern erhebet; wann er die Freude kennt, sich einsam Sir zu weihn, erstaunt sich deiner Macht und deiner Huld zu freun. 3. Wie selig, wann er selbst der Erde kleine Freuden mit Maas und Weisheit wählt! Ihr Uebermaas wird Leiden. Nach arbeitsvoller Müh' ist schuldlos ihr Genuß: wer nur der Freude lebt, fühlt Unmuth und Verdruß. ne Freuden wähle, die endlich doch gereun: es schlage meine Brust, vom Eitlen unverführt, nur für die rein're Lust. 5. Laß meine Tage mich durch eitles Spiel nicht tödten, nie vor der Tugend mich bey meinem Scherz erröthen. Nach treu vollbrachter Pflicht darf ich der Ruh' mich freun; doch keinen Augenblick des Lasters Freuden weihn. den; was mir an Reichthum fehlt, ersetzt Zufriedenheit: der frohste Sinn wohnt stets bey stiller Häuslichkeit. 25. Münter. 4. O gib, Allgütiger! gib, Mel. Vater unser, im Himmelr daß auch meine Seele, wann 849.Gott, deine weiſe nie Macht 6. Vernunft und Tugend seyn Gefährten meiner Freuden; dem Schwelger laß mich 7. Der Tag der Fröhlichkeit sey niemals ganz verloren! Ich ward zum Dienst der Welt, zum Spielwerk nicht geboren: Erholung sey er mir; es stårke mich mein Muth, des Guten mehr zu thun, so oft ich ausgeruht. 8. Nie laß durch meine Lust den årmern Bruder leiden. Der Tag, der mich beglückt, sey auch ihm Tag der Freuden. Ist er verlebt, wohl mir, wenn er mich nie gereut. Nie scheid' er ohne Dank für dich, der mich erfreut. die ganze lebensvolle Welt, und aller Augen freuen sich und warten hoffnungsvoll auf dich; auf dich, der du sie alle liebst, und allen ihre Speiſe gibst. 2. Auch mir gabst du, mein Gott, mein Heil, noch täglich mein bescheiden Theil; gabst mir's mit Huld und Freundlichkeit, so lang' ich bin, zur rechten Zeit; kein Vater sorgt so våterlich für seinen. Sohn, als du für mich. 3. Ich bin gewiß, du kannst mich Weiser und froher Lebensgenuß. 587 mich nicht verlassen, meine 3. Was ist das mir verlieh'ne Suversicht! ich bin's gewiß, Gut? Staub ist's, wie ich, du thust mir wohl, so lang'ich und Erde. Hilf, daß ich nie hier noch leben soll. Nicht Ue- zum Uebermuth dadurch verberfluß bitt' ich von dir; was leitet werde; nie reiß' ein irdiich bedarf, das gib du mir. scher Gewinn mein Herz so 4. Laß du mich nur genüg- weit zum Eitlen hin, daß ich sam seyn, und deiner Gaben mein Heil vergesse! mich erfreun; mich freun des Gebers, welcher sich so freundlich zeiget gegen mich, der unfres Lebens Quelle ist, aus welcher alle Wohlthat fließt. 5. Ben deiner Gaben Ueber fluß, erhalt' mich måßig im Genuß; bewahr' mich in der Dürftigkeit vor Schmach und Unzufriedenheit. Du nährst mich immer; Preis und Dank bring' ich dir, Gott, mein Lebelang! 4. Was nützte mir die ganze Welt mit allen ihren Scházzen; verblendete mich Gut und Geld, mich dir zu widersehen? Verschmähe ich, was dein Wort mich lehrt, was mir ein ewig Heil gewährt: wie elen würd' ich werden! 3. H. Hävecker, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Herr Jesu Christ, du zc. err, laß mich 850.H doch gewissenhaft mein zeitlich Gut verwalten. Gib mir die Weisheit, gib mir Kraft, damit so hauszuhaiten, wie es mir nüßt und dir gefällt, damit ich nicht in jener Welt an ew'gen Gütern darbe. 2. Was ich befit', hab' ich von dir, es ist dein milder Segen; nicht zum Verderben gabst du mir mein zeitliches Vermógen. Du gabst es mir zum wahren Wohl; o gib, Herr, daß ich's, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche. 5. O schenke, Vater! schenke mir nur deines Geistes Gaben: so werd' ich reich genug in dir, die besten Güter haben; so bin ich sicher deiner Huld, voll Muth, voll Glaus ben, voll Geduld; nichts fehlt dann meiner Seele. 6. Den Geiz laß ferne von mir seyn, die Wurzel alles Bösen. Von Unruh' und Gewissenspein kann Reichthum nicht erlösen; er nüket mir im Tode nichts, und kann am Tage des Gerichts nicht meis ne Seele retten. 7. Lehr' du mich weise Spars samkeit, um das nicht zu verschwenden, was du mir gabst hier in der Zeit, es nüglich ans zuwenden. Gib mir die Klug heit, daß ich hier dadurch bem Nächsten, so wie mir, des Les bens Müh' erleichtre. 8. Es 588 8. Von dem christl. Verhalten gegen uns selbst. 5. Nicht hoher Stand und Würte vereitle meinen Sinn. Wie oft zieht ihre Bürde den Geist zur Erde hin. Verdienst und Tugend sey allein der Ruhm, nach dem ich ringe, nur der bleibt ewig mein. 6. Dich kennen, meine Pflich ten, mit Treu' und Redlichkeit gewissenhaft verrichten, wie mir dein Wort gebeut, und err, laß nach eit- überall mein Christenthum nach Jesu Vorbild üben: das sey mein wahrer Ruhm! 7. Dein Beifall ist das Beste, was ich mir wünschen kann; wenn ich mich deß getröste, so hab' ich g'nug daran, wenn mir es auch am Lohn der Welt, an Menschen- Lob und Ehre, bey guten Thaten fehlt. 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; o laß mich dies bedenken! und mein Gemüth gewissenhaft und weislich dahin lenken, daß ich die Güter dieser Seit so nihe, daß ich einst erfreut, weit beßre Güter erbe. 5. E. Heeren. Met. HilfGott, daß mir's gelinge. oder: Wenn meine Sünd' mich). 851. Herr, laf nach eit- überall ler Ehre mich niemals geizig seyn. Gib, daß dein Geist mich lehre, der Ehre mich zu freun, die englich vor dir besteht, und mit mir von der Erde zum Himmel übergeht. 2. Nie blende mich der Schimmer des Unsehns vor der Welt! denn der ist doch nicht immer ein Mensch, der dir gefällt, der Titel, Nang und Würden hat; und wer damit sich brüstet, ist fern vom Tugendpfad. 3.Nicht im Besitz vonScházzen und Gütern dieser Zeit laß meinen Ruhm mich setzen; fie find doch Eitelkeit; sind oftmals auch des Thoren Glück, verlassen uns im Sterben, und bleiben hier zurück. 4. Laß mich inDemuth leben, wenn mich die Welt verehrt; durch Stolz mich nie erheben, wenn sich mein Unsehn mehrt. Und schenkst du mir der Erde Gut, o Vater, so bewahre mich auch vor Uebermuth. 8. Nie laß mich Ruhm erschmeicheln, der mir doch nicht gehört; nie als ein Gleisner heucheln, den Menschenkunst bethört. Der Tugend meinen Fleiß zu weihn, und andrer Glück zu fördern, laß mein Bestreben seyn. 9. Auf dieser Bahn der Eh re erhalte meinen Gang, durch deines Sohnes Lehre, mein ganzes Lebenlang; so werd' ich, bey Verständigen, das Glück des guten Namens mir g'nug gesichert sehn. 10. Gib mir, o Herr, die Gnade, mich dieses Glücks zu freun. Leit' mich auf rechtem Pfade, ein solcher Mensch zu seyn, Weiser und froher Lebens- Genuß zc. 589 seyn, den einst die Ehrenkrone| den; sonst alles, nur nicht schmückt, die ewig deine From- dies, kann mir entrissen were men in jener Welt beglückt. den; dies bleibt im Tod auch C. f. Gellert, verbessert von mein, dies folgt mir aus der J. S. Diterich). Seit, zum seligsten Gewinn, bis in die Ewigkeit. Mel. O Gott, du frommer 2c. aß mich doch 852. a nicht, o Gott, den Gütern dieser Erden so meine Neigung weihn, daß fie mein Abgott werden! Oft fehlt beym Ueberfluß doch die Zufriedenheit, und was ist ohne sie der Erde Herrlichkeit? 6. Was sind, wann dieses fehlt, Pracht, Schätze und Vergnügen? Nur süße Traume sind's, die unsern Geist betrügen. Gott, lenke meinen Wunsch vom irdischen Gewinn, durch deines Geistes Kraft, zu ew'gen Gütern hin. C. f. Gellert. Mel. Mach's mit mir, Gott ze. 2. Kann ein vergånglich Gut auch unsre Wünsche stillen, auf immer uns erfreun, das Herz mit Troft erfüllen? wird 853.Mohl dem, der es dem stets zu Theil, der ångstlich darnach ringt? verliert er's nicht oft schnell, wenn ihm sein Wunsch gelingt? 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll beglücken, muß nicht vergånglich seyn, und für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hat's und wünscht sich mehr, und dennoch bleibt sein Herz von Rub' und Freude leer. 4. O Gott, so wehre doch der Habsucht niedern Trieben, und heilige mein Herz, die Güter nicht zu lieben, die man mit Muh' gewinnt, bald schwelgerisch verzehrt, bald ruhelos bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. 5.Ein weises, frommes Herz, das sey mein Schatz auf Erbeßre liebt, als Schätze dieser Erden; wohl dem, der sich mitEifer übt, an Tugend reich zu werden; und in dem Glauben, deß erlebt, sich über diese Welt erhebt. 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht hier Güter zu besitzen. Er gab sie uns, doch auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nutzen; sie dürfen unser Herz erfreun und unsers Fleißes Antrieb seyn. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Gottes Reiche trachten, ist dieses eines. Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf? 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstickt die edlern Triebe; die Liebe für ein schimmernb 590 8. Von dem christl. Verhalten gegen uns selbst. allen reichlich gibst. Was mir gut ist, schenke mir, das nur bitt' ich, Gott, von dir; e' ich sterbe, gib es mir. 2. Gib, daß ferne von mir sey Lügen und Abgötterey; Armuth ohne Linderung; Reichthum ohne Mäßigung. Wer zu arm ist und zu reich, frevelt leicht, und wird zu gleich sorglos für das Him' melreich. mernd Erz verdrängt der Eugend Liebe, und macht, selbst der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu seinem Gott. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt uns kein Gut genießen; er quålt durch Habsucht unsern Geist, und tödtet das Gewissen, und reißt durch lockenden Gewinn uns blind zu jedem Frevel hin. 6. Wie kann ein Herz, vom Geize hart, des Wohlthuns Freuden schmecken? nach dem, der arm und elend ward, die Hand zur Hülfe strecken? er lebt nur sich, dem Nächsten nicht, nicht für die Welt, nicht feiner Pflicht. 7. Gewinnsucht raubt uns Muth und Geist, die Wahrheit frey zu lehren. Sie schweigt, wenn Tugend reden heißt; sie kann, ihr Gut zu mehren, der Wittwen jammervollem Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. S. Erhalte mich, mein Gott, dabey, daß ich mir gnügen Taffe, Geiz ewig, als Abgötterey, von mir entfern' und hasse. Ein frommes Herz, ein guter Muth sey hier mein Theil, mein bestes Gut. 3. Gib mir denn mein tåglich Brod! Darum bitt' ich dich, mein Gott; Armuth und Geschäftigkeit fegne mit 3ufriedenheit. Wenig und ein Herz voll Muth, das, was gut ist, fröhlich thut, ist der Erde größtes Gut. 4. Stolz durch Glück und Ueberfluß, möcht' ich leicht aus Ueberdruß dir zu dienen, dich, mein Gott, leugnen, fragen: wer ist Gott? Denn das Herz ist Frechheit voll, weiß oft nicht, wann ihm ist wohl, wie es sich erheben soll. P. Gerhard, aber verbessert. Miel. Singen wir ausHerzens 5. Wird die Armuth allzu groß, fühlt der Mensch sich nackt und blos: ach, wie leicht vergißt er nicht dein Gesetz und dein Gericht! Fragt nicht, ob du Richter bist, raubet, was des andern ist, bald gewaltsam, bald mit List. weyerley bitt'ich 6. So entferne denn vor mir, von dir; zway- was mich scheiden kann von erley gewähre mir, der du dir; Armuth, die Verzweiflung alle Menschen liebst, gern und lehrt; Reichthum, der das Herz ic. 854.3 weverley bittich Christliche Arbeitsamkeit und Berufstreue. 591 Herz beschwert. Das ist's, zu der Arbeit Munterkeit, Bater, was ich will; das ist versüßt uns ihre Lasten. meiner Wünsche Ziel: nicht zu wenig, nicht zu viel! Christliche Arbeitsamkeit und Berufstreue. S. J. Borchward, verbess. von J. S. Diterich. Mel. Sen Lob und Ehr' dem 2c. 5. Gib, daß mein Fleiß in dem Beruf, dazu mich auf der Erde dein weiser Rath, mein Gott, erschuf, mir eine Stufe werde, worauf ich nach vollbrachter Zeit zur höheren Geschäftigkeit des bessern Lebens 855.Auch uns, auch ſteige. uns hast du bestimmt zum regen Fleiß auf Erden; in wem ein Lebens- 856.Gas Vermögen S. Liscov, verb.v. S.Diterich. Mel. Gott Lob, ein Schritt zc. ott funke glimmt, soll andern nützlich werden. O gib Verstand, gib Lust und Kraft, geschickt, getreu, gewissenhaft zu thun, was uns gebühret. schafft, das Gute zu vollbringen. Er gibt zur Arbeit Muth und Kraft, und läßt sie uns gelingen. Fang' ich mit ihm die Arbeit an: so wird durch ihn, der alles kann, der Fortgang wohl gerathen. 2. Du wollest selbst vor Weichlichkeit und Trägheit mich bewahren! Laß mich, wo Pflicht mir Müh' gebeut, nie meine Kräfte sparen. Sind sie erschöpft, ach dann will ich, durch reine stille Freuden, mich zu neuer Arbeit stärken. 2. Wer das zu seinem Hauptzweck macht, vor ihm gerecht zu werden, und über seine Seele wacht, dem gibt er auch auf Erden vom ird'schen Gut, mit milder Hand so viel, bey Fleiß in seinem Stand, als ihm wahrhaftig nützet. 3. Vorsichtig laß mich seyn, und nicht in Eitelkeit und Träumen die Zeit, bestimmt zu meiner Pflicht, verschwenden und versäumen. Mich meinen Pflichten ganz zu weihn, das müsse meine Sorge seyn, mein Ruhm und mein Vergnügen. 4. Ein heil'ger Trieb beleb' auch mich, o Bater, meine Pflichten in deiner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freuden zu verrichten. Ein Herz, das sich des Guten freut, gibt 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn; und krönt er sie mit Gnaden, was sollte ihrer Feinde Hohn und Mißgunst ihnen schaden? Mit seinem Schutz bedeckt er sie, und segnet, bey des Lebens Müh', ihr Herz mit Trost und Hoffnung. 4.Drum gib, o Gott, daß ich auf dich bey meiner Arbeit sehe; 592 8. Von dem christl. Verhalten gegen uns selbst. sehe; mit Licht und Weisheit segne mich, daß ich nie Wege geye, die mir dein heilig Wort verbeut; nach deines Reichs Gerechtigkeit, laß mich vor allen trachten. 4. Fühlt mein Herz andrer Schmerz, will ich denken: Jes sus lebte nicht für sich hier, er trug so williglich, so viel Leiden auch für mich. 5. Hier verband Gottes Hand uns als Brüder; arm und reich und groß und klein, laßt uns mit einander freun, und zu helfen willig seyn. 6. Sern will ich brüderlich an euch handeln, daß ihr, wenn man mich begråbt, mir beym Grab das Zeugniß gebt: er hat uns zum Glück gelebt. 7. Gott, auf dich hoffe ich, weil ich lebe! Gib mir Kraft zu jeder Pflicht und verlaß auch dann mich nicht, wenn es mir an Muth gebricht. 8. Nur mit dir wird es mir dann gelingen, wenn der Wahrheit Feinde sich mächtig Mel. Jefulein, du bist mein 2c. seßen wider mich. Gott, mein C. f. Loßius. 857.Guter Gott, bein Fels, ich trau' auf dich! Gebotsey mein Wille! Du führst mich nach deinem Rath; freudig wandle ich den Pfad, wenn er auch Beschwerden hat. 9. Nimm mich auf, wenn mein Lauf ist am Biele; laß mich wirken, weil es tagt, daß ich, wenn sie kommt, die Nacht, freudig sag': es ist vollbracht. 2. Deine Hand selbst verband J. F. Mudre. Siah' mit Segen. Jeder Mel. Dies ist die Nacht da ze. Stand hat seine Müt, doch 858. Mit bir geh' ich der Weise sie, und als Christ verzagt er nie. 3. Ich leb' hier nicht nur mir, cuch für andre. Laß mich muthig, ohne Rast, thun, was du befohlen hast: einer trag' des andern Last. an mein Geschäfte, o Gott, denn du gibst meinem Geist zur Arbeit Einsicht, Lust und Kräfte, so lange du mich leben heißt. Laß, dieser Hoffnung mich zu freun, mich immer gerne thätig senn.. 2. Der 5.Laß Müßiggang und Trågheit mich, als dir mißfällig, meiden, und hilf, daß ich gestärkt durch dich, voll Muth, mit Lust und Freuden in meinem Stand geschäftig sey; dein Segen krone meine Treu, daß sie auch andern nüße. 6. Sey überall, mein Gott, mit mir; die Werke meiner Hände befehl' ich, Allerhöchster, dir, hilf, daß ich sie voll ende zu deines großen Namens Preis; daß mir die Frucht von meinem Fleiß in jenes Beben folge. Christliche Arbeitsamkeit und Berufstreue. 593 2. Der ehrt dich nicht, der J. S. Schink. seine Tage in trågem Müßig- Met. Sen Lob und Ehr' dem ic. gang verlebt, der sich und anströmt deiner Segens bern nur zur Plage, das ihm 859.11ns frómt aus geliehne Pfund vergråbt. Du bist's, der uns den Fleiß gebot, und wer ihn übt, ehrt dich, mein Gott. hand, Herr, täglich Heil ente gegen. Durch dich erhebt sich Meer und Land zu Frucht barkeit und Segen. Durch dich strömt rings aus der Natur Gedeihn auf jede Kreatur, auf alles, was du schufest. 2. Von dir kommt Weisheit und Verstand; du machst die Reiche blühen; du weckst die Weisen in dem Land, und sege neft ihr Bemühen; du gibst dem Geiste Thätigkeit; du bist's, der jedem Kraft verleiht, den Nächsten zu beglücken. 3. Du gabst, mit so viel an dern Trieben, uns auch den Trieb zur Thätigkeit, und, ihn aufs nüßlichste zu üben, gibst du uns auch Gelegenheit. Du kennest unsrer Arbeit Müh', und deine Kraft erleichtert sie. 4. Laß mich auf diese Ordnung sehen, ihr folgen und mich ihrer freun: so werd' ich niemals müßig gehen, und, Herr, von dir gesegnet seyn, der du der Arbeit schwerer Last, auch ihren Lohn beschieden hast. 5. So wart' ich denn auf deinen Segen; denn du sorgst huldreich für mein Woht; ich seh' gelassen ihm entgegen, und bin des hohen Trostes voll: mein Fleiß gefällt, o Bater, dir, du siehst, und du vergiltst ihn mir.. 6. Ich tröste mich deß nicht vergebens, bleibt er gleich unvergolten hier; du reichst, am Abend meines Lebens, doch mir den treuen Lohn dafür. Dann freu' ich mich in Ewigkeit, des nüglichen Gebrauchs der Zeit. 3. Durch dich, Herr, bringt uns Land und Meer die Gu ter deiner Erde, von weit ent legnen Völkern her, daß rings gesegnet werde mit allen Gu tern deiner Hand das fernste Volk, das fernste Land, und deine Liebe preise. 4. Du weisest ihren Wirkungsfreis den Bürgern dieser Erde, daß jeglicher durch seinen Fleiß dem andern nützlich werde. Daß jeder, den dein Wink erschuf, froh sey im eigenen Bes ruf, ist dein allweiser Wille. 5. Gib uns, o Vater, Redlich keit in des Berufs Geschäften. Lehr weise brauchen uns die Seit, nach unfern besten Kräf ten; uns nüglich werden jedermann, wenn Nath und PP That 594 8. Von dem christl. Verhalten gegen uns selbst. That ihm helfen kann zu sei- und Schönheit aus; und nem bessern Glücke. schmücktest durch dein mächtig Werde! auch meiner Seele irdisch Haus; gabst mir der Sinne fein Gefüht, durch sie der Lebensfreuden viel! 6. Wie du für alle Vater bist, für Böse und Gerechte: so sey, wer Erdenburger ist, von jeglichem Geschlechte, uns Nächster, Bruder, sey uns werty; und wenn er Hülfe, Trost begehrt, find' er stets Rath und Beistand. 7. Du segnest alles, was da webt, und läsfest allen regnen; laß uns, wie du, was um uas lebt, so viel wir können, segnen! Wie du die Lieb' und Gute bist, so sey es jeder, der sich Christ nach Jesum Christum nennet. Rechte Anwendung unserer Zeit. Ch. F. Weiße. Mel. Wer nur den lieben Gottic. u gabft mir, 860.Da diecé muthig wage, der großen 6. Wohl mir! wenn ich es Hoffnung werth zu seyn; und diese kurzen Uebungstage dir und der Tugend ganz zu weihn, wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum bessern Leben führt. 7. Wohl mir! wenn ich den Hang zur Sünde, die Lust des Fleisches und der Welt, undjede Lockung überwinde, die meinem Herzen Netze stellt; wenn ich, o seliger Gewinn! als Sieger dort gekrönet bin. 8. gib mir deines Geistes Stárke, der du in Schwachen. mächtig bist, mir, der zu diesem großen Leben, nicht für den Augenblick der Zeit. Du hast es mir, mein Gott, gegeben, zur Aussaat für die Ewigkeit. Hier kann ich nur den Samen streun, die Früchte erndt' ich dort erst ein. 2. Du schenktest mir Verstand und Willen; die Wahrheit zu erkennen, Licht; Kraft, dein Gebot recht zu erfüllen, und lehrtest ſelbst mich meine Pflicht; zur Tugend gabst du mir Gefühl, und Freyheit, was ich wahlen will. 4. Doch einst muß ich dies Leben schließen, wenn dies mein irdisch Haus zerbricht: Drum soll ich zwar der Welt genießen, doch als gendß ich ihrer nicht. Ich soll der Sinnen Lüste fliehn, wenn sie mich hin zur Sünde ziehn. 5. Dein Unterricht sey nicht vergebens; gib, Bater, daß ich ihm getreu, nach dem Genusse dieses Lebens, der besten Gü ter würdig sey. Vollkomm.ne Freude wohnt nicht hier, wohnt nur im Himmel, Gott bey dir. 3. Du gossest zwar auf diese Erde viel Anmuth, Pracht Rechte Anwendung der Zeit. 595 kleine Zahl. Gesett, dein Ende wär' auch fern, sey fromm und wandle vor dem Herrn. großen Werke zu schwach und noch zu sinnlich ist; lehr' mich, was eitel ist, verschmähn, und auf das ew'ge Kleinod sehn. 9. O laß schon in gesunden Zagen mich oft zu meinem Grabe gehn, und da, bey Freuden und bey Plagen, auf dich und deine Zukunft sehn: damit ich, meiner Pflicht getreu, des höhern Lebens fähig sey. C. f. eander. Mel. Ach, wie betrübt sind from. 861.reilt, ber legte von den Tagen, die du hier lebst. o Mensch, herbey; erkauf die Zeit und statt zu klagen: sie sey zu kurz; gebrauch' sie treu. Nimm mit erkenntlichem Gemüth' der nahen Stunde wahr; sie flieht. 2. Getäuscht von eiteln Kleinigkeiten, verlierst du deines Lebens Zweck; verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten, und wirfst so sorglos Jahre weg. Bist du, zu kühnerSterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? 5. Mit jedem neu geschenkten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht. Sprich: dir, o Gott, ist nichts verborgen, ich bin vor deinem Angesicht, und will, mich deiner Huld zu freun, mein Leben gern der Zugend weihn. 6. Erleucht und stårke meine Seele, weil ohne dich sie nichts vermag. Du schenkst, daß ich mein Heil erwähle, so huldvoll mir noch diesen Tag. Was ist nicht jede Stunde werth, die deine Langmuth mir gewährt! 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften nach wahrer Weisheit hier gestrebt; in Gott gefäls ligen Geschäften die Pilgertage durch gelebt, und einst im Glau ben sagen kann: du nimmst mich, Herr, zu Ehren an. 8. Mein schwaches Flehn an meinem Ende hörst du dann, Herzenskündiger; in deine treue Baterhände befehl ich meinen Geist, o Herr! er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wenn seine Hüts te fållt. 3. Ein ewig Glück einst zu befißen, dazu laß dir des Lebens Zeit, als deine kurze Saatze t nügen, und thu', was dir der Herr gebeut; er ruft dir menschenfreundlich zu: Menſch, 862.Her Freu, 3. S. Diterich. Mel. Jesus, meine Zuversicht: c. err, ich hab' aus nut' die Zeit, was säumest du? 4. Drum cil', errette deine Seele, und denke nicht: ein andermal! sey wacker, bet' und überzähle der Menschentage deiner mir zum Heil, noch Zeit in Hånden: gib, daß ich beflissen sey, sie auch weislich anzuwenden, denn wer weiß, wie Pp 2 bald 596 8. Von dem christl. Verhalten gegen uns selbst. balb zur Gruft, deiner Vor-| de. Nahet dann mein Ende sicht Wink mich ruft. sich, o so stårk' und tröste mich. 2. Unaussprechlich schnell entfliehn die mir zugezählten Stunden. Wie ein Traum dahin, und ewig mir verschwunden; nur der Augenblick ist mein, deß ich mich noch jetzt kann freun. 3. Laß bey ihrer Flüchtigkeit mich, mein Gott, doch nie vergessen, wie unschäßbar sen die Zeit, die du hier uns zugemessen, und wie das, was hier geschieht, ew'ge Folgen nach sich zieht. 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh' die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, jede Stunde auszukaufen, die zu meiner Seligkeit deine Gnade mir verleiht. 5. Deine schonende Geduld trage mich hier nicht vergebens! Ach vergib mir meine Schuld, daß so manchen Theil des Lebens ich zu meiner Seele Wohl nicht gebraucht, so wie ich soll. 6. Laß mich meine Besserung für mein Hauptgeschäfte achten, und nach meiner Heiligung mit so treuem Eifer trachten, als erwartete noch heut' mich Gericht und Ewigkeit. 7.Deine Gnade steh' mir bey, daß mein Leben auf der Erde reich an Tugendfrüchten sey, und ich reif zum Himmelwer J. A. Schlegel. Mel. Jesu, komm doch selbst zc. 863. ne Raft und unverweilt, Strömen gleich, o Seele, eilt deine kurze Pilgrimszeit in das Meer der Ewigkeit. 2.Nimm auchStunden wohl in Ucht, wirke Gutes; denn die Nacht, wo man nichts mehr wirken kann, kommt und rückt oft schnell heran. 3. Jetzt noch ist der Tag des Heils, fren die Wahl des besten Theils. Stell' dich dieser Welt nicht gleich, werd' an guten Werken reich. 4. Wenn du deine Zeit vers tråumst, sie in tråger Ruh' versäumst, sie verschwendest ohne Plan, weh' dir! naht dein End' heran. 5. Der Versäumniß deiner Pflicht folgt im göttlichen Gericht, wenn der Tod dich hingerafft, eine strenge Rechenschaft. 6. Gott, du meiner Tage Herr, hilf mir, daß ich, Sterblicher, eingedenk der Ewigkeit, weislich nuse diese Zeit. 7. Jede Stunde, da mein Geist sich der Erde mehr ents reißt, bringt mir, flieht fie gleich dahin, dennoch ewigen Gewinn. 8. Jede Stunde, da ich hier andern nüße, und vor dir redlich Rechte Anwendung unserer Belt. lich handle, dauert dort stets in ihrem Lohne fort. 9. Laß mir diesen Werth der Seit und der Frommen Thàtigkeit täglich, Gott, vor Augen seyn, daß ich Trägheit lerne scheun. 10. Steh' mit deiner Kraft mir ben, daß ich, meiner Pflicht getreu, dir zum Preis und mir zum Glück, nůze jeden Augenblick. 597 dann eine jede dich ganz mit Gram erfüllet; dich nichts dann stårken kann, keine deiner Freuden: was wirst du dann leiden! 5.Nah' dem Untergang, wirst du an des Grabes Stufen, bang' um Trost und Seelenruh', dann vergebens rufen: rette, Gott, mich vom Tod! rette noch im Sterben mich von dem Verderben! 6. Noch, noch wandelst du allhier auf des Lebens Pfade; noch ist zur Errettung dir nah' des Ew'genGnade. Eil' ihr zu, daß du Ruh' für dein Herz empfindest, und Vergebung findest. J. S. Diterich. Ch. Ch. Sturm. Met. Straf mich nicht in 2c. 864.Sidhrer Mensch, Mel. In allen meinen Thaten ze. 865.Was as ist mein zeitlich Leben, das du mir, Gott, gegeben? Ein unschätzbares Gut. Du gabst mir's, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 11. Dann vertausch' ich diese Seit ruhig mit der Ewigkeit; finde da vor deinem Thron meiner Arbeit Gnadenlohn. noch aufzustehn vom Schlafe! nahe ist die Ewigkeit, nahe Lohn und Strafe. Hor', Gott spricht! faume nicht, seinen Ruf zu hören, und dich zu bekehren. 2. Noch weckt der Posaunen Schall nicht die Todten alle; noch bebt nicht der Erdenball, nabe seinem Falle; aber bald, baid erschallt Gottes Ruf: zur Erden sollst du wieder werden! 3. Kommt nun, eh' du es gedacht, unter Sündenfreuden, deines Lebens letzte Nacht, was wirst du dann leiden! wenn dein Herz, von dem Schmerz deiner Schuld zer riffen, wird verzagen müssen. 4: Wann vor deinem Antlitz sich jede Sünd' enthüllet, wann 2.Hier wird die Saat gestreuet, dort, wenn sie wohl gedeihet, wird reich die Erndte seyn; je långer ich hier lebe, und gut zu handeln strebe, je größer wird mein Glück dort seyn. 3. Sollt' ich dies Glück mir rauben? o Herr, laß mir im Glauben der künft'genErndtes zeit, mein Leben auf der Er den so werth und wichtig werden, als es mir selbst dein Wort gebeut. 4. Mir 598 9. Von dem christl. Verh. gegen den Nächsten. 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht. Ein redliches Gemüthe lohnt nie mit Undant Gute; entweicht auch dem Berufe nicht. 6. In deine Baterhånde bes fehl' ich, Herr, mein Ende, und meinerTagelauf. Es sey mein ganzes Leben dir hier zum Dienst ergeben; hilf du nur felbst der Schwachheit auf. 5. Was leicht in Krankheit stürzet, das Leben leicht verkürzet, laß mich mit Sorgfalt fliehn; doch auch nicht angstlich zagen, für meine Pflicht zu wagen, was du mir, Gott, für sie verliehn. 9) Von dem christlichen Verhalten gegen 866.Aen Allgemeine Menschenliebe. C. F. Weiße. Met. Meinen Jefum laß ich zc. llen Menschen und auch mir hat der Herr dies vorgeschrieben: euren Nächsten sollet ihr, als euch selbst, von Herzen lieben. Christen, was Gott hier gebeut, sey uns heilig allezeit. 2. Wir sind Bürger einer Welt, Kinder eines Vaters, Brüder, die er huldreich all' erhålt, alle cines Leibes Glieder, die sein weiser Allmachtsruf, alle, sich zu dienen, schuf. 3. Eine sterbliche Natur hat er allen uns gegeben, und auch eine Hoffnung nur, Hoffnung auf ein beßres Leben, wenn wir hier in dieser Welt redlich thun, was ihm gefällt. 4. Und wir sollten uns entzweyn? lieblos uns einander baffen? Uns, zu unsrer eignen 7. Was nützt ein langes Leben, wenn man nicht Gott ergeben, nach wahrer Tugend strebt? Wer Gott und Mens schen liebet und sich im Guten übet, nur der hat lang' und wohl gelebt. den Nächsten. Pein, Stolz und Neid beherrschen lassen? Wer kein Freund des Nächsten ist, ist fürwahr kein Mensch, kein Christ. 5. Was wir auch aus Gottes Hand zum Voraus vor andern haben: Unsehn, Reichthum, hoher Stand, Leibeskräfte, Geistesgaben: alles dies befreyt uns nicht von der Menschenliebe Pflicht. 6. Selbst der Gaben Unterschied dient zum allgemeinen Besten, wenn nur jeder sich bemüht, von dem Kleinsten bis zum Größten, andern und sich nicht allein, nüglich, wie er kann, zu seyn. 7. Darum gib uns, Gott, ein Herz voll von wahrer Menschenliebe, das an Andrer Freud' und Schmerz Antheil nehm' und gern das übe, was der Liebe Pflicht begehrt, wie sie uns dein Sohn erklärt. Allgemeine Menschenliebe. 8. Diesem großen Menschen freund laß uns alle ähnlich werden, daß wir, hier mit ihm vereint, nach vollbrachtem Lauf auf Erden, einst auch ewig bey ihm seyn, seiner Lieb' uns ganz erfreun. 5. E. Heeren, verbessert von J. S. Diterich. 599 auf dich sehe, und dich um Hülfe flehe, so hilfst du mir zum bessern Sinn. 6. Dein sind, o Gott, die Gaben, die ich und andre haben; mit Weisheit hältst du Haus, und theilest unter allen, nach freyem Wohlgefallen, die Güz ter deines Hauses aus. 7. Beneid' ich meinen Nächsten, so greift dich selbst, den Höchsten, mein Unmuth tadelnd an, Gott, welche schwere Sünde! wenn ich mich unterwinde zu meistern, was du hast gethan. 8. Ich, Thor, ich selber quale mit Unmuth meine Seele, herrscht Neid in meiner Brust. Herr, mache mir dies Laster je mehr und mehr verhaßter. Auch andrer Glück sey meine Lust. Mel. In allen meinen Thaten 2c. 867.6 ib, Gott voll Lieb' und Güte, den Trieb in mein Gemüthe, mich fremden Glücks zu freun. Bey meines Náchsten Schmerzen laß fern von meinem Herzen der Bosheit wilde Freude seyn. Auf andrer Wohlergehen mit Wohlgefallen sehen, gefällt ja dir, mein Gott. Durch schadenfrohes Laden dem Nachsten Kränkung machen, ist teufelischer Hohn und Spott. 3. Wer sich des Guten freuet, was deine Huld verleihet, er 868.Geinherz, das jefind' es, wo er's find't, der ist nach deinem Bilde barmherzig, gütig, milde, und als ein wahrer Christ gesinnt. den Menschen liebet; bey seinem Wohl sich freut, bey seiner Noth betribet; ein Herz, das Eigens nus und Neid und Härte flicht, und sich um andrer Glück, wie um sein Glück bemüht. 4. Der Stolz, die Eigenliebe, sind freylich macht'ge Triebe, auf andrer Wohlergehn und auf die größern Gaben, die sie von dir, Gott, haben, mit scheelen Augen hin zu ſehn. 5. Jedoch du hilfft mir kâmpfen, hilfft Neid und Mißgunft dampfen, wenn ich nur wachsam bin; und wenn ich J. S. Diterich. Met. Gott, du frommerGottic. 2. Seh' ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von m, das du mir gibst, ihm hilfreich mitzutheilen. Laß mich es willig thun, nicht um gerühmt zu seyn, und mich verehrt zu sehn; nein, Menschen zu erfreun. 3. Dieß 600 9. Von dem christl. Verh. gegen den Nächsten. 3. Dieß sey mein Gottes- wankt, im Glauben zu bestårdienst; auch unbemerkt von ihnen, müß' andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe die nen. Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu', das sey dir, Gott, gethan. ken; den, der noch sicher ist bey seinen bösen Werken, durch Warnung von der Bahn des Lasters abzuziehn, dazu verleih'mir Kraft und segne mein Bemühn. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst den Durstigen begegnet; ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet: ein Rath, mit dem mein Mund im Kummer andre stärkt; nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Eilt wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam seyn, der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmahsucht krånke nie mein Mund des Nächsten Ruh'; gern rühm' er sein Verdienst; bed' seine Fehler zu. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe, durch deine Lieb' und Furcht, zur wahren Menschenliebe. Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen seyn! Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod. eilig, heilig ist das Band, das die Menschen bindet; ist ges knüpft von dessen Hand, der die Welt gegründet; ist ges knüpft, daß besser mir seine Welt gefalle: einen Vater has ben wir, einen Schöpfer alle. 2. Einen Vater in der Höh', der uns alle liebet der uns Blumen, Kräuter, Klee, Milch und Waizen giebet; der mit gleicher Freundlichkeit sieht auf Pflug und Thronen, und mit Sonnenlicht erfreut, die in Hütten wohnen. 6. Die Rach' ist dein, o Gott; du sprichst: ich will vergelten. Drum laß mich stille seyn, wenn mich Verläumder schelten. Gib, daß ich dem verzeih, der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt; den segne, der mir flucht. 3. Wohl mir, auch auf mich, sein Kind, schauet er hernies der; um mich ber die Menschen sind alle meine Brüder. Könnt' ich ihn nun wohl mit Lust meinen Vater nennen; fühlt' ich nicht in dieser Brust Bruderliebe brennen? 4. Blutete 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen, mit eingeschränktem Blick, bey meinem Nächsten sehen; noch stårfer müsse mich sein ewig Glück erfreun; noch mehr sein Seelenheil mir angelegen seyn. 8. Den, der im Glauben Allgemeine Menschenliebe. 4. Blutete mir nicht das Herz bey des Bruders Leiden; blieb ich kalt bey seinem Schmerz, kalt bey seinen Freuden? glücklich oder elend, ihr send mir immer Brüder. Nur noch theurer send ihr mir, drückt euch Leid darnieder. 5. Gerne will ich, wann ich kann, es euch helfen tragen; und kann ich es nicht: o dann will ich mit euch klagen! Dann follt ihr an meiner Brust euren Gram verweinen, bis die Sonne neue Lust wird ins Herz euch scheinen. 6. O gewiß! dann werdet ihr dankbar mich umarmen, und euch immer gern mit mir Leidender erbarmen; und, o süßer Trost! auch mich, wann mich Sorgen drücken, wann von mir die Freude wich, werdet ihr erquicken. G. Soffmann, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. ilf, Jesu, daß 601 3. Hilf, daß ich kluglich ihn zu bessern trachte, und seiner Sees le Wohlfahrt theuer achte. Wie viel hast du für sie in Todesbanden selbst ausgestanden! 4. Laß mich aufrichtig scházzen andrer Gaben, die sie doch auch von deiner Gute haben; es müsse nie mein Herz des Nächsten Freuden und Glück beneiden. Nächsten liebe, durch lieblos Richten ihn ja nicht betrübe, ihn nicht verläumde, noch durch falsche Ránke sein Wohlseyn krånke. 2. Gib, daß ich nachsichtsvoll des Nächsten Fehle, wenn's meine Pflicht erlaubt, der Welt verhehle, und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, mit Vorsicht sehe. 5. Gib, daß ich nie zum Zorne leicht entbrenne, nie auch dem Feinde etwas Uebels gönne; und allen zu beweisen Güt' und Treue, mich herzlich freue. 6. Laß mich, mein Heiland, immer mehr auf Erden an Lieb' und Gütigkeit dir ähnlich werden. Gib Kraft dazu; so schmeckt' ich schon hienieden, Herr, deinen Frieden. spricht: ich liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes 870. Spott, und handelt ganz darwider. Gott ist die Lieb', und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wer dieser Erde Güter hat, und sieht die Brüder leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden: der ist ein Feind der ersten Pflicht und hat die Liebe Gottes nicht. 3. Wer seines Nächsten Ehre schmäht, C. f. Gellert. Mel. Mach's mit mir, Gott 2c. 871. Co jemand S 602 9. Von dem christl. Verh. gegen den Nächsen. die Kraft dazu, und sorgst das für: so liebest du. 9. Ermattet dieser Trieb in dir; so such' ihn zu beleben. Sprich oft: Gott ist die Lieb', und mir hat er sein Bild ges geben. Dent' oft: Gott, was ich hab', ist dein; sollt' ich, gleich dir, nicht gütig seyn? 10. Wir haben einen Gott und Herrn, sind eines Leibes Glieder; drum- diene deinem Nächsten gern; denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht blos für mich, mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 11. Ein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder hassen, die Gott, durch Jesu Christi Blut, so theu'r erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf, und mich versühnt, hab' ich dies mehr als sie verdient? 12. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du, Herr von meinen Tagen! ich aber ſollte nicht Geduld mit meinen Brü dern tragen? dem nicht vers zeihn, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 13. Was ich dem Frommen hier gethan, dem Kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt' ich dir's erwiesen. Und ich, ich sollt' ein Mensch noch seyn, und dich in Brüdern nicht erfreun? schmäht, und gern sie schmàhen höret; sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten kehret; nicht dem erläumder widerspricht: der liebt auch seinen Bruder nicht. 4. Wer zwar mit Rath und Trost und Schuß den Nachsten unterstüßet, doch nur aus Stolz, aus Eigennuk, aus Weichlichkeit ihm nüket, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht: auch der liebt seinen Nächsten nicht. 5. Wer harret, bis, ihn anzuflehn, ein Dürft'ger erst erscheinet; nicht eilt, dem Urmen beyzustehn, der im Verborgnen weinet; nicht gütig forscht, ob's ihm gebricht: auch der liebt seinen Nächsten nicht. 6. Wer andre, wenn er sie beschirmt, mit Hårt' und Vorwurf quâlet, und ohne Nachficht straft und stürmt, so bald sein Nächster fehlet: wie bleibt bey seinem Ungesium die Liebe Gottes wohl in ihm? 7. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet; dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet, nur sorglos ihnen Gaben gibt: der hat sie wenig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben; doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünschest bir 14. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, ber Allgemeine Menschenliebe. der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen: drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. 872. J. A. Cramer. Mel. Ach, was soll ich Sünder. ollten Menschen, meine Brüder, mir, mein Gott, nicht theuer seyn? sollt' ich sie nicht gern erfreun? find nicht alle Christen Glieder dessen, der für alle starb, allen Gottes Huid erwarb? 2. Alle sind wir eines Stammes, gleich an dürftiger Natur; allen hilft ein Opfer nur des unschuld'gen Gotteslammes; und dieselbe Seligkeit ist für alle gleich bereit. 3. Gottes Kinder sollt ich hassen, lieblos, unbarmherzig seyn? meinem Feinde nicht verzeihn? keine Schulden ihm erlassen? Gott, nicht fürchten dein Gericht? dein Erbarmen achten nicht? 4. Ja du, der für Uebelthäter um Vergebung bat, die Last, welche du getragen hast, war doch 603 Haß, und laß mich sehn dich für uns zum Tode gehn. 6. Wie dir deine Thränen flossen, als dein Aug' um mich. geweint; wie du, großer Mens schenfreund, auch für mich dein Blut vergossen, wie du litt'st, mich zu erfreun: das laß mir vor Augen seyn. 7. Gib es mir so zu erkennen, daß ich thu', wie du gethan. Wer nicht liebt, geht dich nicht an; ist kein Glied von dir zu nennen; ist dem Gott der Lieb' ein Greul, und verscherzt fein eignes Heil. du warst von Rache fern, duldetest, vergabest gern. 5. Wenn mein Herz, vom Hang zur Sünde hingerissen, dich verkennt, und zu Haß und Rach entbrennt: hilf dann, daß ich überwinde meinen 8. O, so hilf mir, daß ich übe, was dein Wille mir gebeut, Nachsicht, Sanftmuth, Gütigkeit; daß ich, wie du liebest liebe, innig liebe, milde, treu, sanft und leicht versöhnlich sey. 9. Ja, ihr meines Hauptes Glieder, Christi, der für alle starb, allen Gnad' und Huld erwarb, lieben will ich euch, ihr Brüder! für euch beten, euch erfreun, wohlthun, dulden und verzeihn. D. Denice. und Mel. Gott! du frommer Gott. 873. Menn einer alle alle Weisheit hätte, wenn er mit Menschen und mit Engelzungen redte, hått' aber sonst dabey der wat ren Liebe nicht: so wäre doch vor Gott damit nichts ausgericht't. 2. Er wäre wie ein Erz, das zwar 604 9. Von dem christl. Verh. gegen den Nächsten. zwar sehr helle klinget, sonst| les gern und liebet Fried' und aber keine Frucht und keinen Ruh'. Nußen bringet; es wår' ein solcher Mensch und auch ein folcher Christ, wie eine Schell, an der kein Geist noch Leben ist. 3. Wenn er weissagen könnt, und hatte allen Glauben, so daß er Wunderwerk' an Bergen, Blinden, Tauben erwies, und hätte doch der wahren Liebe nicht: so wåre abermal damit nichts ausgericht't. 4.Wenn einer auch sein Haab und alles Gut den Armen hingåbe, aber das nicht thate aus Erbarmen; wenn er sich brennen ließ, und hatte nicht das ben der Liebe, sag' ich doch, daß es nichts nuse sey. 8. Ohn' Argwohn glaubet fie das Beste nur von allen, sie hoffet Besserung, wenn jemand ist gefallen in Sünd' und Missethat; hat sie gleich keine Schuld, so leidet sie dennoch, was möglich, mit Geduld. 9. Wann dort die Wissenschaft einmal wird ganz auf hören, so wird die Liebe doch fich fort und fort vermehren: wenn Glaub' und Hoffnung auch vergehet mit der Zeit, so bleibet doch die Lieb' in alle Ewigkeit. 10. Herr Jesu! der du bist ein Vorbild wahrer Liebe, verleihe, daß auch ich am nächsten Liebe übe: gib, daß ich allezeit von Herzen jedermann zu dienen sey bereit, wo ich nur soll und kann. 5. Die Lieb' ist sanftmuthsvoll, langmüthig und gelinde, sehr freundlich jedermann, stets fercig und geschwinde, in Ndthen beyzustehn, die Liebe eifert nicht, die Liebe siehet zu, daß keinem Leid geschieht. J. A. Cramer. 6. Die Liebe ist nicht stolz, die Liebe haffet keinen, ſucht ih= 874.fen beten wir, o Mel. Herr Gott, erhalt' und zc. unsern ren Nußen nicht, sie rathet den Gemeinen; die Liebe zurnet nicht, die Lieb' hilft jedermann, und wendet Schaden ab, wo sie nur immer kann. Vater, wie für uns, zu dir, gib, der du aller Vater bist, gib jedem, was ihm selig ist. 7. Die Liebe ist betrübt, wenn unrecht wird gerichtet, und freuet fich, wenn man der Wahrheit fest beypflichtet; die Liebe decket auch des Nachsten Mångel zu, vertråget al2. Dir opfert unser Lobgesang Anbetung, Ehre, Preis und Dank, daß du auch unsre Brüder liebst, und ihnen so viel Gutes gibst. 3.Dank, daß du auch an sie ges denkst; auch ihnen Jesum Chris ftum Sorge für des Nächsten Seelen Glück. C Sorge für des Nächsten Seelen- Glück. 605 stum schenkst; zu deinem Him-| Sorgfalt trachten. Du schufft mel sie erschufft, zum Glau- sie zur Unsterblichkeit, und hast ben und zur Tugend rufft. sie selbst zur Seligkeit durch 4. Deß freun wir uns, und deinen Sohn erlöſet. danken dir und beten brünstig, Gott, zu dir: laß sie stets deine Kinder seyn, und ewig deiner Huld sich freun. 5. Nimm ihrer våterlich dich an, und leite sie auf deiner Bahn, und bilde sie durchs Christenthum, zu deinem Erb' und Eigenthum. 6. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren Glück; und wer von dir sich führen läßt, den mach', o Herr, im Glauben fest. 7. Entreiß der Laster Tyranney die Sünder, Gott, und mach' sie frey, daß sie nur deine Pfade gehn, und einst dein Vater- Untlig sehn. 8. Gib allen einen frohen Muth; bewahr' ihr Leben, Haus und Gut, bewahr' ihr bestes Eigenthum, des guten Namens Glück und Ruhm. 9. In ihrer Noth verlaß sie nie, und, sind sie traurig, trò4.Jemehr du mir Gelegenheit und Fähigkeiten giebest; jemehr laß mich mit Redlichkeit die Seelen, die du liebest, zu retten auch beflissen seyn, und nicht Verdruß, nicht Arbeit scheun, dir, Gott, sie zuzuführen. 5. Gibst du mir Kinder, Herr, mein Gott, gibst du mir Hausgenossen: laß mich dein ste fie; gib ihnen hier Zufrie- Recht und dein Gebot fie lehdenheit, dort deines Himmels Seligkeit. 875. Soff E. G. Küster. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. ott, meines Nächsten bestes Theil laß mich stets theuer achten, und auch nach seiner Seele Heil mit Lieb' und 2. 3um Irrthum, zur Verschlimmerung, zu Sund' und Eitelkeiten, durch List, durch 3wang und Anreizung den Schwachen zu verleiten; durch That und böses Beispiel ihn zu Laster und Verbrechen ziehn: o Gott! welch ein Verbrechen! 3. Laß mich, nach seiner Bes ferung, im Glauben und im Leben, durch Rath und durch Erinnerung, durch lehrreich Beispiel streben, ihm Achtung für Religion und Liebe gegen deis nen Sohn fest suchen einzuprägen. ren unverdrossen. Du gabst sie mir, und deine Hand wird dies mir anvertraute Pfand von mir einst wieder fordern. 6. Kann ich kein zeitlich Glück und Gut den Meinigen erwerben: so laß sie doch das größte Gut, die Tugend, von mir erben. Hilf, daß ich dir fie, 606 9. Von dem christl. Verh. gegen den Nächsten. fie, Gott, erzieh'; selbst Sünd'| verey von Sünden Wege des und Laster eifrig flieh', und stets behutsam wandle. 7. Gott, hab' ich eine Seele je geärgert und verblendet, durch Leichtsinn oder Bosheit sie von dir, Gott, abgewendet; ward irgendwo durch meine Schuld ein Mensch verlustig deiner Huld: so gib, daß ich's bereue. 8. Erbarmer, Bater, ja verzeih' mir diese große Sünden. Laß mich, laß ihn auf wahre Reu', Vergebung vor dir sin den. Führ' ihn zurück zur Heiligung, laß mich durch eigne Besserung ihn stårken und erbauen. J. 2. Cramer. Mel. Alle Menschen müssen 2c. aß, o Jesu, mich empfinden, welche Seligkeit es ist, daß du mir, um mich von Sünden zu befrenn, erschienen bist; daß ich Gottes Wege walle; daß du liebreich, eh' ich falle, die Gefahr mir offenbarst, mich ergreifest, mich bewahrst. 2. Laß mich's fühlen, welch' ein Segen es für meine Seele ist, daß ich geh' auf Gottes Wegen, weil du meine Hülfe bist; daß, von deinem Geist getrieben, über alles, Gott zu lieben, dich und deine Seligkeit, dein Erretteter sich freut. 3. Doch wie könnt' ich dies empfinden, und doch fühllos Menschen sehn, in der SclaVerderbens gehn, und nicht rufen, daß sie's- hören: eilet, Freunde, umzukehren, wenn ihr selig werden wollt, wie ihr's werden könnt und sollt. 4. Auch für meiner Brüder Seelen, und nicht für mein Heil allein, soll ich sorgen; wenn sie fehlen, wo ich kann, ihr Führer seyn; wenn sie fündigen und sterben, und ich rief nicht vom Verderben, wo ich konnte, sie zu dir, forderst du ihr Blut von mir. 5. Von des Irrthums Finsternissen felbst errettet, will auch ich warnen, rühren das Gewissen dessen, der vom Suten wich; will ihm zeigen, was ihn blende, daß sein Herz zu dir sich wende, und zur wahren Seelenruh'. Gib du mir nur Kraft dazu. 6. Hilf mir selbst sein Herz erweichen, und wenn meine Bitten nicht bis zu seinem Herzen reichen, sey mein Beis spiel ihm ein Licht! daß er an mir sehen möge, wie der Tu gend richt'ge Wege jedem, der fie lieb gewinnt, lauter Heil und Segen sind. 7. Laß ihn sehn an meinen Freuden, wie beglückt der Fromme ist, wie so heiter auch im Leiden, welch ein Trost du dann ihm bist: daß er sich der Lust der Erde noch entreiß und heilig werde, selig auch, wie Beförderung der Wohlfahrt des Nächsten. 607 wie ich, zu seyn, ewig deiner den Schwachen unterstüßen; sich zu freun. die in Gefahr sind, schützen, und kann ich, sie daraus befreyn. 7. Ich will, sie zu erfreuen, selbst Müh' und Schmerz nicht scheuen; auch das ist dein GeLeben für mich dahin gegeben, bot. Hat doch dein Sohn sein für meine Rettung, in den Lod. Beförderung der zeitlichen Wohlfahrt des Nächsten. J. U. Cramer, Mel. In allen meinen Thaten. ein, Gott, ist 877.unser Leben! denn du hast's uns gegeben; du nimmst dich seiner an. Und diese große Gabe, die soll ich, 3. 2. Paumann. Mel. D Goit, du frommer 2c. bis zum Grabe, so treu be- 878. W ann du des schützen, als ich kann. Nächsten 2. Nicht meiner Lüste Wiilen, nur deinen zu erfüllen, soll ich mich seiner freun; soll's keinem, Herr, verkürzen, es in Gefahr nic stürzen und aus Gefahren es befreyn. 3. Beglückt durch deinen Segen soll ich der Kranken pflegen; das fordert dein Gebot, das denen, die in Nöthen, nicht helfen, oder tödten, der Zufunft strenge Strafen droht. 4. Sind wir nicht alle Bruder, nicht alle Christi Glieder, nicht all, o Bater, dein? Wie kann ich sie verachten, sie darben sehn und schmachten, und fühllos, hart und grausam seyn? 5. Ich soll den nächsten lieben; und hassen und betrüben, und quälen könnt' ich ihn? und nur für meine Freuden besorgt, von seinen Leiden, um nur nicht mit zu leiden, fliehn? 6. Nein, Gott, ich will die Urmen erquicken voll Erbarmen; des Blinden Auge seyn; Ehr und Achtung suchst zu schmålern, und von nichts lieber sprichst, als andrer Menschen Fehlern; aus Ehrsucht oder Stolz verkleinerst ihren Ruhm, und ihre Schwachheit schmähst: wo bleibt dein Christenthum? 2. Wann du der Frommen lachst, wann du die Tugend schåndest; dem Würdigen das Lob, das er verdient, entwendest; Verläumder! sieht's nicht Gott, wie zügellos dann du des Vaters Kinderschmähst? dein Richter hört dir zu. 3. Die Thränen zählt der Herr, die von gekránkten Frommen, die du entehret hast, wehklagend vor ihn kommen. Es kommt, es kommt ein Tag, wo Gott einst vor Sericht, im Ungesicht der Welt auch dir dein Urtheil spricht. 4. Und du, du wolltest noch des Nächsten Ehr' verletzen? und was du ihm entzogst nicht 608 9. Von dem christl. Verh. gegen den Nächsten. nicht schleunig ihm ersetzen?| kann. Lieber will ich Unrecht des Nächsten Ehre sey dir leiden, als begehn; ich will werth, als eigner Ruhm; be- mit Freuden lieber niedrig schüß' und rette sie stets als seyn und blos, als durch Un ein Heiligthum!. recht reich und groß. 5. Wie hoch verbeutst du uns den Mißbrauch unsrer 3ungen! bewahre fie, o Herr, von allen Lästerungen! Wer in dem Menschen dich und deine Gaben ehrt: den ehrst auch du, und der ist deines Beifalls werth. 4. Würden der Bedrängten 3ähren, würden ihre Seufzer nicht Rettung, Gott, von dir begehren, und beschleun'gen dein Gericht? würd' ich nicht stets zittern müssen? würde nicht stets mein Gewissen mir mit Angst und Schrecken Gerechtigkeit und Bildraun, und ihr erster Fächer seyn? ligkeit gegen Andere. J. A. Cramer. Mel. Jesu, der du meine Seele. 5.Eines Unterdrückten Thra nen: o wie furchtbar sind nicht 879. er meiner die! Eh' es Ungerechte wahBrüderRech- nen, treffen deine Strafen sie. Und wenn du nicht eilen solltest, wenn du, Richter, sau men wolltest; harrt denn mein am Grabe nicht ein noch schreck licher Gericht? 6. Lehre mich gerecht und billig gegen alle Menschen seyn; keinen drücken: lieber willig jedem, der mich krånkt, verzeihn. Hab' ich macht: laß sie mich nußen, die Bedrång ten zu beschüßen; eilen, wo Verlaßne flchn, ihnen lieb. reich beyzustehn. te laß mir, Gott, stets heilig seyn. Wenn ich sie zu krånken dächte, ihres Kummers mich zu freun, über sie mich zu erheben, übermüthiger zu leben, welchen Haß verdient' ich nicht! Welch ein schreckliches Gericht! 2. Könnt' ich, taub bey ihren Klagen, ihnen das aus Eigensinn, oder Neid und Geiz versagen, was ich ihnen schuldig bin; könnt' ich ohne Treu' und Glauben andern Gut und Ehre rauben: welchen Haß verdient' ich nicht! Welch ein schreckliches Gericht! 3. Nein, ich will das Unrecht haffen, will gerecht seyn, kein Tyrann; jedem geben, jedem lassen, was er hat und fordern 7. Sichern laß mich meine Rechte, aber fanft und mit Geduld. Wir sind alle deine Knechte; und wie groß ist deine Huld! Du vergibst mir meis ne Schulden: sollt' ich denn kein Unrecht dulden; nicht ge lind' Gerechtigkeit und Billigkeit gegen Andere. 609 lind' seyn, mich nicht freun, verlangen kann, und immerwie du, Bater, zu verzeihn? fort mit jedermann in Einige 8. Hilf mir immer richtigkeit zu leben. wandeln; Gott, vor dir, als meinem Herrn, billig stets mit allen handeln, und von aller Härte fern! Denn du, Nichter aller Welten, wirst mir alles eins vergelten, was ich meinen Brüdern that; wenn sich dein Gericht mir naht. Ph. f. Siller, verbessert von J. S. Diterich. 5. Laß mich beständig dahin sehn, mit jeglichem so umzus gehn, wie ich's von ihm begehre; damit ich keines Men schen Herz, durch meine Hårte, je mit Schmerz und Kums merniß beschwere. 6. Herr, mit dem Maas, wos mit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur Billigkeit, und lasse mich zu keiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen. Mel. Kommt her zu mir 2c. 880. u liebst, o Gott, Gerechtigkeit, und strafest den, der sie entweiht, am Nächsten Unrecht übet. Du bist's, der jedem ſeinen Lohn, ohn' alles An- 881- ben jederzeit von aller Ungerechtigkeit. Wie könnt' ich sonst der Deine seyn, und deiner Gnade, Gott, mich freun? 5. E. Heeren. Mel. Wenn wir in höchsten ze. Werken giebet. 2. Gerechter Gott, laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken. Nie reiße mich 2. Wer seines Nächsten Rech die Habsucht hin, um einen te krånkt, auf seinen Schaden blendenden Gewinn des Nach- boshaft denkt, verletzet des sten Recht zu krånken. Gewissens Pflicht und ehrt dich, Gott der Liebe, nicht. 3. Pflanz' Redlichkeit in meineBrust, und laß mich stets mit wahrer Lust der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Schaden sucht und andre krånkt, wie kannst du, Gott, das lieben? 4. Nie seufze jemand über mich mein ganzes Herz bestrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht 3. Du prågst in jedes Herz, o Gott, tief ein das billige Gebot: was du nicht willst, daß dir geschicht, das thu' auch du an andern nicht. 4. Wenn ich dies billige Gesetz durch Ungerechtigkeit verletz': so sprech' ich selber über mich dasUrtheil: Gott ist wider dich. 5. Dein Wort schärft mir's 22. q noch 610 9. Von dem christl. Verh. gegen den Nächsten. noch stärker ein, kein schadenfroher Mensch zu seyn; es droht der Krankung, dem Betrug des Nächsten, unfehlbaren Fluch. gen, ihm Nachsicht zu versagen, und immer strenge seyn? Sein Elend zu vermehren, sollt' ich sein Glück zerstören, und Noth und Untergang ihm draun? 4.O hilf mir lieber leiden, sein Unglück zu vermeiden, wenn alles für ihn spricht: auch bey erwiesnen Klagen, ihm Mitleid nicht versagen, und nicht der Menschenliebe Pflicht. 6. Darum, mein Gott, bewahre mich vor allem Unrecht våterlich. Beging ich's je, so sey mir's leid, und zum Erfat mein Herz bereit. 7. Wer Undern Schaden hat gethan, und irgend ihn erstatten kann, doch deß sich weigert, findet nicht vor dir Erbarmen im Gericht. 8. Auf Buße, die er meint zu thun, kann nie dein Wohlgefallen ruhn, wenn er nicht willig das ersetzt, womit er Andrer Recht verletzt. 5. Beym Recht, das mir gebühret, wird das, was er verlieret, vielleicht nie wieder sein. Ich kann, wird's mir entrissen, es oft sehr leicht vermissen, und doch noch immer glücklich seyn. 6. Streng auf sein Recht zu dringen, und, um es zu erzwingen, den hårtsten Schritt nicht scheun: das heißt nicht, sich des Armen in seiner Noth erbarmen, und als ein Christ gefinnet seyn. 7. Um Ruhe zu genießen, er innre mein Gewissen, Gott, daß ich billig sey, mein Recht 9. Herr, gib, daß ich deß eingedenk, durch Unrecht niemals Andre frånt'. Du bist gerecht; dies sey auch ich; in diesem Sinne stårke mich. Met. Nun ruhen alle Wälder ic882. Mein Gott, nach deinen barmherzig darf ich nicht stets begehren, sey und bleibe, und jede Art was nur vor Menschen gilt; der Hårte scheu'. nicht immer darauf dringen, den mit Gewalt zu zwingen, der meine Fordrung nicht erfüllt. 2. Der Mangel seiner Kráf Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. Mel. Mach's mit mir, Gott it. te, fein Stillstand der Ge- 883. Barmherzigkeit befiehlt mir Billigkeit. Bey allem guten Willen kann er oft nicht erfüllen, was ihm Gesetz und Pflicht gebeut. 3. Und ich, Herr, sollt'es waunfre Pflicht, wenn wir Betrübte sehen. Helf' ich, Gott, den Bedrångten nicht, wenn sie um Hülfe flehen: so kann ich mich des Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. 611 des Ruhms nicht freun, Nach-| Throne, weil er nicht dein folger meines Herrn zu seyn. 2. Kränkt mich nicht meines Nächsten Schmerz, fühl ich nicht seine Leiden: so kennt auch nicht mein hartes Herz die edelste der Freuden; so kenn' ich dich, den Vater, nicht; und nicht ber achten Liebe Pflicht. 884. Dhen Bater, u, 3. Rührt mich nicht der Verlaßnen Noth, und nicht der Wittwen Zähre: so bin ich fern von dir, o Gott, und läugne deine Lehre, so bin ich gleich dem bösen Knecht, der nicht vergab, bin ungerecht. du gütigster Berather in al lem, was uns drückt! Die Freuden, die wir haben, sind einzig deine Gaben; du bist's, der unser Herz erquickt. 4. Ist's Geiz, ist's Trägheit, die mir's wehrt, den aus der Noth zu reißen, der mir das Flagt, was ihn beschwert, kann ich ein Christ dann heißen? Wer Jesu wünschet gleich zu seyn, muß auch so gern, wie er, erfreun. 5. Bin ich bey andrer Noth zu weich, und scheue ihre Leiden, so bin ich jenem Priester gleich, der, Mitleid zu vermeiden, den, welchen Blut und Schmerz umfing, von ferne sah, und seitwärts ging. Gebot vergißt, ein ewig Heil zum Lohne. Doch den Ver achter dieser Pflicht erkennst du für den Deinen nicht. pb. F. Siller, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Nun ruhen alle Bålder ze. 2. Du läßt dich von uns Sündern durch Undank nicht verhindern, uns segniend zu er freun; zu ew'gen Seligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Vergnügen seyn. 3. Wie groß ist deine Milde! barmherz'ger Bater, bilde mein Herz nach deinem Sinn. Daß ich der Noth der Armen mich willig mög' erbarmen, nimm alle Härte von mir hin. 4. Hilf, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun bestrebe, so wie mein Heiland that, der zärtliche Erbarmer, den kein 6. O du, der voll Barmher- bedrångter Urmer vergebens zigkeit, so gern, was uns be- ie um Hülfe bat. schweret, uns mildert und der Seele Leid so gern in Freude kehret: o bild auch meinen Sinn' nach dir! fern sey ein hartes Herz von mir. 7. Wer so, wie du, barmherzig ist, empfängt vor deinem 5. Erhalt' in mir die Triebe der mitleidvollen Liebe. Wie du mir Guts gethan: so laß um deinetwillen mich andrer Seufzer stillen, so oft ich sie nur stillen kann. 6. 3um Fleiß in guten Wer 2q2 fen 612 9. Von dem christl. Verh. gegen den nächsten. schwerden vermindern gern des Nächsten Schmerz. ken laß mich die Hoffnung| Herz des Wohlthuns múde stårken: vor dir, dem Herrn werden, ja selbst auch mit Beder Welt, der frohe Geber liebet, sey, was man willig giebet, ein Opfer, das dir wohlgefällt. 7. Owohl mir! ich gewinne schon hier bey diesem Sinne, Trost und Zufriedenheit, und einst vor Gottes Throne, zum unschätzbaren Lohne, die Freuden einer Ewigkeit. Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. err, segne mein Bestreben, nicht blos für mich zu leben, auch Menschenfreund zu seyn, auch anbern gern zu nühen, des Glucks, das sie befißen, mich, wie des zu freun. 6. Es liebe nicht nur Freunde; es sorge selbst für Feinde voll Großmuth, voll Geduld. Du hilft ja in Gefahren, o Gott, auch Undankbaren; selbst Böse segnet deine Huld. 7. Die hier gern helfen, wers den erfahren schon auf Erden, wie werth sie, Gott, dit find; doch mehr noch bey dem Lohne, den einst vor deinem Throne ihr menschenfreundlich Herz gewinnt. 2. Laß mich bey andrer Ala- 886. Schenfreund meis C. F. Lofins. Mel. Jefu, meines Herzens 2c. bester gen nicht, eh' ich helfe, fragen: was wird mir, Gott, dafür? Nein! reine Menschenliebe, frey von der Lohnsucht Triebe, Allgütiger, verleihe mir! ne Freude, gib, daß ich nach deinem Bild' mich bereite; flöße du in meine Brust selbst die Tricbe wahrer Menschenliebe. 3. Wann ich die Saat ausstreue, mein Vater, o so freue deß meine Seele sich; und preise, daß wir Gaben für Andrer Wohlfahrt haben, du Geber alles Guten, dich. 4. Erzeig' ich andern Güte: fo bleibe mein Gemüthe von Stolz und Prahlerey, von Lust, die zu beschämen, die Gutes von mir nehmen, und auch von schnöder Lohnsucht frey. 5. Wann ich des Dankes Zähre für Wohlthun auch entbehre: so laß doch) nie mein 2. Jeder, sprichst du, seh' nicht nur auf das Seine; meis nes Nächsten Wohlfahrt sey auch die meine; meine Pflicht ist's, wenn ich ihn leiden sehe, daß ich ihm beistehe. 3. Wann er sich am frohen Tag glücklich scházet, und an seinem Freudenfest sich ergôzzet: lese er, daß ich ihm gern gönn' sein Glücke, mir im heis tern Blicke. 4. Wann sein Auge thranenvoll im Gewühle einen Freund sucht, der den Schmerz mit Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. 613 mit ihm fühle: o dann öffne sich mein Herz seinen Klagen gern in Leidenstagen. freum, Kummer lindern, Wunden heilen, wohlthun, trösten und verzeihn, und dies ohne Stolz verrichten: das sind unsre Christenpflichten. 5. Schon ein fühlend gutes Herz, Mitleidstriebe, zeugen, daß es von dir stammt, Gott der Liebe! Der ist nicht dein Kind, der nicht sanft und milde ist, nach deinem Bilde. 6.Laß mich solch ein gutes Herz thätig zeigen, meine Hand den Leidenden willig reichen, und, so viel ich immer kann, Lebensfreuden um mich herverbreiten. 3. G. Lindner. Mel. Meine Seele, laß es gehen. 5. Herr, wir geben von dem Deinen, was wir geben; laß uns nie fühllos seyn, wo Britder weinen. Unser Mitleid tröste sie; daß, wenn wir zu dir uns nahen, wir auch Trost und Hülf' empfahen. J. L. Paulmann. Met. Herr, ich habe mißgehand. oder: Biß willkommen, Heil. 887. en barmher- 888.Wohlzuthun und zig, Menschen höret, hört das heiligste Gebot, das uns Jesus Christus lehret: send barmherzig, seyd's wie Sott: gebt, so wird auch euch gegeben, was euch Noth ist, Heil und Leben. 2. So viel Menschen, so viel Brüder! Ein Gott ist's, der uns erschuf. Wir sind alle Christi Glieder: allgemein ist Gottes Ruf. So den Bösen, wie den Seinen, läßt der Herr die Sonne scheinen. 3. Gleicht dem Vater im Erbarmen, seyd barmherzig, fend's wie er! gebt den Dürf tigen und Armen; was ihr gebt, empfängt der Herr. Helft und eilt, auch ungesehen, euern Brüdern beyzustehen. 4. Hülfreich zu Bedrängten eilen, sie beschüßen und ermitzutheilen, Christen, das vergesset nicht; mitleidsvoll und willig eilen, Armen beyzustehn, ist Pflicht, Pflicht, die Jesus selbst uns lehret, und durch die man Gott verehret. 2. Speiset die, die Hunger leiden, und die durstig sind, die trånkt; eilt, die Nackenden zu kleiden, tröstet, die ihr Kummer frånkt; Schwache sucht zu unterstützen; Unterdrückte zu beschützen. 3.Nicht nur denen, die euch lie ben, oder euch um Hülfe flehn, nein von Menschenhuld getrieben, eilet allen beyzustehn; die auch, die im Stillen leiden, führt zu unverhofften Freuden. 4. Sey es nie uns3wang und Bürde, wohlzuthun wie Jesus Chrift, Hoheit ist's und Ruhm und Würde, wenn man 614 9. Von dem christl. Verh. gegen den Nächsten. man mild und hilfreich ist. Ur- then, nügen, ihr Ansehn unter me Brüder Jesu trösten, for- stüßen, und helfen wo ich kann. dert Gott von den Erlösten. 5. Und was schafft's für sanfte Freuden, der Verlaßnen Helfer seyn, sehn wir sie, in ihren Leiden sich, durch uns gestärkt, erfreun! Ein betrübtes Herz erquicken: welch ein himmlisches Entzücken! 3. Kein Vorwand darf mich hindern, auch nicht Bequemlichkeit, den Eifer je vermin dern, zu thun, was sie erfreut. Gern ihre Klagen stillen, gern ihren Wunsch erfüllen soll ich, so viel ich kann. 6. Heil und Glück auf unsern Wegen, innige Zufriedenheit, Huld bey Menschen, Gottes Segen folgen auf Barmherzigkeit, und des Himmels Freudenkrone schenkt Gott ihr zum Gnadenlohne. 7. Laßt uns eilen, unsre Gaben, weil es Zeit ist, auszu streun! Was wir hier gesået haben, erndten wir einst reichlich ein. Send barmherzig, liebt die Armen: Gott will eurer fich erbarmen. Dienstfertigkeit, Leutfeligkeit u. Bescheidenheit. C. Grot. 4. Im Umgang stets gesellig, vom Eigennutze frey, nicht mürrisch, gern gefällig, und im Versprechen treu, soll ich ihr Glück vermehren, und keine Freuden stören, wenn sie unschuldig sind. 5. Herr, laß mich diese Pflichten, ohn'allen Ueberdruß, ges wissenhaft verrichten, so oft ich kann und muß. Laß mich bey andrer Leiden, bey ihres Glückes Freuden, nicht hart und fühllos seyn. 6. Dann seh' ich meine Freu den mit jedem Tag vermehrt, und lerne das vermeiden, was meine Ruhe stört; weiß, daß, zum bessern Leben, du dann em Nächsten mich einst erheben und ewig Mel. Herr Gott, nun fen gepr. 889. Degerne bienen, fegnen wirst. 2.Ich soll mich stets bestreben, aufrichtig, brüderlich für anbrer Wohl zu leben, und nicht allein für mich; soll ihnen raauf seine Wohlfahrt sehn; sich nie aus Stolz erkühnen, Miedern zu verschmähn: dies 890. Niter, unge J. 2. Cramer. den Mel. Wer nur den lieben Gottie. icht mürrisch, will die Menschenliebe, und folg' ich ihrem Triebe, so nut' ich selber mir. sellig ist, wer ein Chrift zu seyn sich freut; ist ohne Schmeicheley gefällig, vereinigt Ernst und Freundlichkeit; ist traurig mit den Traurigen und fröhlich mit den Fröhlichen. 2. G Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit. 615 2. Es liegt in feinem seiner| wären wir's, ach glichen wir, Blicke, als wie in einem Hin- o Borbild aller Liebe, dir! terhalt, auflaurend schadenfrohe Tücke, und Haß in låchelnder Gestalt. Sein Blick, kein Blick der Heucheley, ist liebreich, offen, gut und frey. 3. Sein Antlitz, heiter, wie der Morgen, wird trüb' und seine Freud' entflicht, wenn er Bekümmerniß und Sorgen in seines Bruders Auge sieht; und strahlt inneuer Heiterkeit, 8. In allen Worten und Geberden, in allen Thaten laß, o Herr, uns aller Menschen Freundewerden, dir, Heiland, immer ähnlicher: so werden wir uns ewig freun und Got tes liebe Kinder seyn. d) Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit. Mel. Vom Himmel hoch da zc. oder: Herr Jesu Christ, dich sc. ib, Gott, daß wenn ein Getröſteter sich freut. 891.6er Wahrheit 4. Bescheiden, sittſam, ehrerbietig, beweiset sich der wahre Christ: nie sclavisch, auch nicht übermüthig, wenn er vor andern glücklich ist; er ist, weil er wie Jesus liebt, im Freudenmachen schon geübt. 5. Durch liebliche Gespräch' erheitert er auch des Blöden Angesicht, und jedes Herz fühlt sich erweitert und freudenvoller, wann er spricht: denn was er sagt und was er thut, ist anmuthsvoll, ist wahr und gut. 6. Er muß gefallen, er gebiete, er warn', er straf' auch; er gebeut, er warnt, er straft voll Lieb' und Güte, mit Ernst und doch mit Freundlichkeit. Und tröstet er: wie leicht vergißt sein Bruder, was sein Kummer ist. 7. Nicht rauh, noch hart, noch menschenfeindlich, nein, eifrig jeden zu erfreun, und sanft und liebevoll und freundlich soll jeder Jünger Jesu seyn. Ach, treu, und redlich stets im Umgang fey; entfernt von der Verstellungslist, die deinem Aug' ein Greuel ist. 2. Verhaßt sey mir die Schmeicheley und glatter Worte Tauscherey; und was ich denke, streite nicht mit dem, was meine Zunge spricht. 3. Hilf mir auch des Betruges Schein mit Vorsicht fliehn, und klug zwar seyn, doch ohne Falsch, nach Jesu Rath, in Worten so wie in der That. 4. Vercint mit Offenherzigkeit sey auch bey mir Verschwiegenheit, daß ich zu meis nes Nächsten Wohl da schweige, wo ich schweigen soll. 5. Doch laß mich auch freymüthig seyn und keines Menschen Anfehn scheun, wenn irgendwo Gerechtigkeit der Unschuld Rettung mir gebeut. 6. Wer Wahrheit über alles schätzt, 616 9. Von dem christl. Verh. gegen den Nächsten. schätzt, und nicht muthwillig| geben, sind vor dir, o Gott, ein sie verlegt, ist, Gott, dein Greul; und ein unglückselig Freund, und wird bestehn, Leben ist gewiß ihr künft'ges wenn alle Lügner untergehn. Theil. Hier schon trifft ver7. Du bist sein Schirm und diente Schande sie bey RedliSchild, o Gott! tråf' ihn auch chen im Lande; denn ein jeder andrer Menschen Spott; traf Menschenfreund ist der Falschihn der Haß der ganzen Welt: heit Ränken feind. was achtet's der, der dir gefällt? 8. Er wird vor deinem Ungesicht einst strahlen, wie der Sonne Licht, die früh in voller Herrlichkeit hervorglångt und die Nacht zerstreut. 9. Daß ich mich dieses Glücks erfreu', so steh' mir, Gott der Wahrheit, bey: laß mich von aller Falschheit rein, wie du, ein Freund der Wahrheit seyn! J. S. Diterich. mel. Jefu, meines Lebens zc. 4. Schmåht mich, ohne mein Verschulden, der Verläumder Lästermund: o so laß mich's still erdulden; einst wird doch die Wahrheit kund. Darf ich ja nicht långer schweigen, meine Unschuld zu bezeugen: so verleihe, daß dabey Herz und Muth voll Sanftmuth ſey. 5. Daß du, Herr, an jedem Orte Zeuge meines Wandels bist, daß kein einz'ges meiner Worte deinem Ohr verborgen ist: dies erwecke mein Gemülthe, daß ich mich vor Lügen hüte: denn du liebst den Wahrheitsfreund und bist ak len Falschen feind. G. J. 3ollikofer, verbessert von D. Bruhn. 892.aß mich, Höchster, darnach streben, stets ein Wahrheitsfreund zu seyn. Zu des Himmels frohem Leben geht kein frecher Lügner ein, und vor deinem Angesichte werden sie beschämt zu nichte; denn vor dir sind immerdar aller Herzen offenbar. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 2. Undern zu gefallen lügen, 893. Wohl dem, der leeren Schwätzern gleich zu seyn, heuchelnd Brüder zu betrügen, Herr, das falle mir nicht ein! Wahrheit leit' an allen Orten mich in Werken und in Worten; redlich sey des Herzens Grund, redlich sprech' auch stets der Mund. richtig wan delt, der als der Wahrheit Freund, in Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint; der Recht und Treue liebet, und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falschheit übet, sich unbefleckt erhält. 2. O! laß denn alles Lügen, 3. Die der Falschheit sich er-| Gott, ferne von mir seyn. Nie laß Friedfertigkeit und Feindesliebe. 617 laß die Lippen trügen, nie seve) Friedfertigkeit und die Tugend Schein. Erinnre Feindesliebe. B. Münter. mein Gewissen, du hassest Heucheley, damit ich stets be- Mel. Meinen Jesum laß ich 2c. fliffen der Treu' und Wahr- 894.ibifu, heit 3. Laß niemals mich verspre- ich meinen Feind auch liebe, chen, was ich nicht halten und wenn ich beleidigt bin, kann, mich nie 3usagen bre- mich nicht råch' und ihn betrůchen, die einmal ich gethan; be, unmuthvoll, weil er mich mich nie den Stolz verleiten, frånkt, und auf mein Verder= und nie nie des Beispiels ben denkt. Macht, als Wahrheit zu verbreiten, was Falschheit ausgedacht. 2. Du, der Liebe höchstes Bild, lehre, Jesu, mich ihn segnen, und, wo zornig er mich schilt, sanft und freundlich ihm begegnen, wenn er gleich mein Elend sucht, mich verläumdet, und mir flucht. 3. Gib mir Muth und Willigkeit, meinem Haffer zu verzeihen, wie dein Vater mir verzeiht, und auch Lust, ihn zu erfreuen. Solch ein Beis fpiel gabst du mir; Herr, ich seh's, und folge dir. 4. Laß zugleich, o Gottes Sohn, gern für meinen Feind mich beten; du hast unter Schmach und Hohn bey den Vater uns vertreten, der du immer Gutes thatst, und für deine Mörder batst. 4. Doch laß zu allen Seiten auch deiner Wahrheit Licht, Herr, meine Seele leiten, damit ich meine Pflicht mitKlugheit üb' und wisse, wenn ich für andrer Wohl und für mich reden müsse, und wenn ich schweigen soll. 5.Wenn jemals, mich zu drükken, des Feindes Rath gelingt, wenn er mit bösen Tücken in Kümmerniß mich bringt: so stärke meine Seele, daß sie nicht unterliegt, und alles dir befehle, durch den die Unschuld fiegt. 6. Ein Herz voll Treu' und Glauben, das, Gott, zu dir sich hålt, das soll mir niemand rauben; so scheid' ich aus der Welt mit freudigem Vertrauen: bort werd' ich, als dein Kind, dich mit den Frommen schauen, die reines Herzens find. 5. Dann, wann ich, wie du, verzeih', in Geduld, wie du, mich übe, und von aller Rachsucht frey, herzlich meine Haf fer liebe, dann,( verfolgt mich auch ein Feind,) ist und bleibt doch Gott mein Freund. 618 9. Von dem christl. Verh. gegen den nächsten. 10. Wenn, mich zu untertreten, ihn Güte mehr erhitt: so will ich für ihn beten und Gott vertraun: Gott schützt. 3. F. Mudre. Mel. Mach's mit mir, Gott 2c. C. f. Gellert, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Ach bleib mit deiner Gnade. 895. ie will ich wieder fluchen, wenn mir mein Hasser flucht; nie dem zu ſchaden ſuchen, 896.Verbittre bir bein 2. Ich will ihm sanft begegnen, nicht drohen, wenn er droht; schilt er, so will ich segnen: dies ist des Herrn Gebot. 3. Mein Jesus, der Gerechte, vergalt die Schmach mit Huld; die Wuth ergrimmter Knechte ertrug er mit Geduld. 4. Sollt' ich denn wieder schelten, da er nicht wieder schalt? nicht so den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? 5.Berläumdung dulden müs sen, ist schwer: doch diese Pflicht wird leicht, wenn das Gewissen für meine Unschuld spricht. 6. Dies will ich treu bewahren: so bessert mich mein Feind, und lehrt mich klug verfahren, indem er's böse meint. 7. Ich will die Fehler scheuen, die er von mir ersann; auch die will ich bereuen, die er nicht wissen kann. 8. Durch Huld will ich mich rächen, an ihm das Gute sehn, und Gutes von ihm sprechen; wie könnt' er långer schmåhn? 9. Ihn endlich zu ermüden, will ich ihm oft verzeihn, und als ein Christ zum Frieden, zu Diensten willig seyn. Christ, durch eigne Rache; vergeben ist der Menschen Pflicht, vergelten, Gottes Sache. Die Sanftmuth, die sein Wort gebeut, liebt Feinde, segnet und verzeiht. 2. Wahr ist's, empfindlich ist der Schmerz, von Menschen Unrecht leiden, und dennoch soll des Christen Herz am 3orne sich nicht weiden, soll nicht sein eigner Richter seyn, soll allesUnrecht gern verzeihn. 3. So widrig diese Pflicht dir scheint, so mußt du sie doch. üben; sonst bist du nicht des Heilands Freund, der sie dir vorgeschrieben. Emport dein Herz darwider sich, so sieh auf ihn: besiege dich. 4. Wer hat wohl größern Widerspruch von Sündern hier erduldet, als er, der Herr, der Schmach und Fluch von Undern nie verschuldet? und dennoch will er langmuthsvoll, daß Keiner ewig sterben soll. 5. Jhm folgen, ist dein wahrer Ruhm. Beleidigern ver zeihen, ist Ehre für dein Christenthum; sich ihres Falls nicht freuen, nicht den, der dich Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 619 dich schmäht, wieder schmähn,| ben, wirst du, Richter, nicht ver gereicht dir selbst zum Wohl zeihn, trostlos werden sie im Les ergehn. ben, trostlos einst im Tode seyn, unentladen ihrer Sünden, nimmer vor dir Gnade finden. 6. Im Zorn denkt niemand ernstlich nach, was Gott gefallen sollte. Die Rache selbst vermehrt die Schmach, die man bestrafen wollte. Kein Schimpf wird, ungeschehn gemacht, wenn deine Rachgier wild erwacht. 2. Wie dein Herz mit jedem Sünder våterliches Mitleid hat; wie der Freund der Menschenkinder selbst für seine Mörder bat: so soll auch der Christ verzeihen, und sich nicht der Rache freuen. 3. Wir geloben's dir mit Freuden: willig wollen wir verzeihn, nie uns råchen, wenn wir leiden, nie zu dir um Rache schreyn, vielmehr vor dein Antlig treten und für unsre Feinde beten. 4. Stärk' uns, Bater, deine Frommen, treu zu bleiben dieser Pflicht! Wenn wir in Versuchung kommen, so besiege sie uns nicht. Laß sie uns gewaffnet finden! laß uns schnell sie überwinden! 7. Die Rachgier reißt Gerechtigkeit, reißt Glauben aus dem Herzen, stört des Gemüths Zufriedenheit, und straft mit bittern Schmerzen; fie hindert Dank, Gebet, Vertraun, und raubt den Muth, auf Gott zu bau'n. 8. Durch Sanftmuth( übe nur die Pflicht!) wirst du den Feind besiegen. O raube deiner Seele nicht dies göttliche Vergnügen: dann wird der Herr auch dir verzeihn, dein Bater und Vergelter seyn. 9. Laß mich aus Liebe, Gott, zu dir, das Unrecht nicht selbst rachen. Du wirst, verzeih' ich gern, auch mir ein gnädig Urtheil sprechen. Dein Wort empfiehlt der Sanftmuth Sinn: gib, o mein Vater, gib mir ihn! f) Sanftmuth und Verföhnlichkeit. B. Münter. Mel.Herr, ich habe mißgehandelt. Oder: Meine Seele, laß es 2c. llen, welche 897. 5. Mach' in unserm ganzen Leben, deinem Sohn uns gleich gesinnt! und wenn willig wir vergeben, allen, die uns schuldig sind: so laß auch für unsre Sünden uns bey dir Vergebung finden. 6. Heil uns! Gott verzeiht uns Sündern, geht nicht mit uns ins Gericht, nimmt uns auf zu seinen Kindern, zůrnet mit uns ewig nicht. Laßt uns beten, laßt uns kåmpfen, alle dämpfen. pH. in uns zu 620 9. Von dem christl. Verh. gegen den Nächsten. 4. Wer mir flucht, den will ich segnen, so wie mein Erldser that, und dem nachsichtsvoll begegnen, der zum Sanken Neigung hat; für die Feinde will ich beten, und vor dich, du Friedensfürst, wenn du Menschen richten wirst, ausgeföhnt mit ihnen treten. Gott des Friedens stärke du mich mit deiner Kraft dazu! 5. Ewig Heil ist dem beschieden, der nach frommer Eintracht strebt. Höchster, gib mir deinen Frieden, der zur Sanftmuth uns erhebt! Er 2. Laß mich meines Nach- regiere Herz und Sinnen; sten schonen, willig tragen denn, wenn er das Herz refeine Last; und, so lang' ich giert, wird, was zu der Zwichier soll wohnen, bleibe Sani- tracht führt, niemals Uebersucht mir verhaßt: auch das macht gewinnen, bis einst in ist, o Gott, dein Wille, und der Herrlichkeit ew'ger Friede die Eintracht liebest du; o so uns erfreut. hilf auch mir dazu; gib ein Herz mir, das die Stille und den Frieden sucht und liebt, 899. Gott, wie blutet das übt. mir mein Herz! welch' ein nie gefühlter Schmerz foltert meine bange Seele! O wie ångstet mich mein Feind, sonst mein Freund, mit mir durch die engsten Bande sonst vereint! 2. Gott, mein Richter, rufe nicht deinen Knecht jetzt ins Gericht! Eile nicht, mich jetzt zu trennen von dem, der ohn' Urfach', hier zurnt mit mir. Meine Thränen, meine Seufzer sind vor dir! 3. Micht' Ph. S. Siller, verbessert von J. S. Diterich. Mel. Selle ich meinem Gott 2c. gott, der du die Menschen liebest, der du nicht ein strenges Recht, sondern lauter Gnade übest an dem sündlichen Geschlecht: laß mich deinen Geist beleben, daß ich, Bater, als dein Kind liebreich sey, wie du gesinnt. Herr, du wollst Herr, du wollst den Sinn mir geben, der bey Fehlern Nachsicht zeigt, und mit Sanftmuth spricht und schweigt. 3. O wie wird das Herz beschweret, durch des Bornes Leidenschaft! Banksucht, 3orn und Haß verzehret nach und nach des Lebens Kraft, hemm den Lauf von unsern Jahren, macht zum Himmel ungeschickt. Herr, der auf mich Schwachen blickt, ach! du wollest mich bewahren, daß des Jahzorns Raseren, nie des Herzens Meister sey. C. J. Loßius. Mel. Schließet euch, ihr Wolken. Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 621 3. Mocht' er jetzt mein Herz| Haß mit Haß vergelten, und doch sehn, sehn die Thränen, wieder schelten? hör'n das Flehn, das ich, Vater, zu dir stöhne! hilf, daß seiner Bosheit Wuth wieder ruht, und vergib ihm, denn er weiß nicht, was er thut. 4. Ach, eh' noch die Sonne sich über uns verbirgt, will ich ihm zuerst entgegen gehen; ich will sagen: siehe, hier reich' ich dir brüderlich die Hand, nun zurne nicht mit mir. 5. Gott, wenn er an meine Brust wiederkehrt mit welder Lust will ich dir dann wieder danken, daß uns wieder deine Hand froh verband, daß ich ihn, den ich verloren, wieder fand. - 3. S. Diterich. Mrzliebster Jesu, was hast. 900.$ err, mein Erldser, der du für mich littest, und noch zur Rechten Gottes für mich bittest: erweck' in mir, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe. 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, da man dich gescholten. Du segnetest mit Wohlthun nicht blos Freunde; auch deine Feinde. 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen andre brennen? ich sollte jemals 4. Wie kann ich Vater, zu dem Höchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreyen? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bey dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jünger ist nur wer, wie du, vergiebet, und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seelen Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe, daß nie die unglücksel'ge Lust der Rache mich strafbar mache. 7. Wenn meine Brüder sich an mir vergehen, so lehre mich ihr Unrecht übersehen, und, sollten sie mich auch empfindlich kranken, an dich ge denken. 8. Erwecke dann, o Herr, in meinem Herzen, aufs neue das Gedächtniß jener Schmerzen, die du in deinen schweren Leidensstunden für mich empfunden. 9. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begegnen, und so, wie du, den, der mir fluchet, fegnen. Herr, mache gegen aile, die mich hassen, mein. Herz gelassen. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd' 622 9. Von dem christl. Verh. gegen den Nächsten. würd' ich sonst mein ganzes überlisten zum Irrthum! Glück verlieren, o Herr, so laß mich, ihr zu widerstehen, auf dich dann sehen. Wachsam sey dein Blick, be stånd'ge Prüfung ziemt dem Christen. Den Irrthum du den will die Pflicht; doch lieben ihn, das will sie nicht. 11. Du schützest den, der redlich vor dir wandelt, und überall nach deinem Vorbild handelt; drum laß in allen mich schon hier auf Erden, dir ähnlich werden. g) Nechte Duldung und Freundschaft. J. F. Schint. Mel. Brich an, du schönes Tagest. 901.De en Nächsten lieben sey uns Pflicht, er sey auch wo er sey geboren; Gott hasset seine Menschen nicht, die er zur Seligkeit erkoren, und jeder Mensch ist, was wir sind, auch Gottes Werk und Gottes Kind. 2. Ihn dulden, wenn's auch Irrthum ist, was er für Wahrheit hält, ihn lieben, trotz seinem Irrthum: das o Christ, ist Christenthum! frey laß ihn üben, wovon er überzeugt sich hålt; wår's Wahrheit auch durch Wahn entstellt. 5. Dir ward Vernunft, das höchste Glück, das reinste schönste Gut des Lebens; und Gott gab deinen schärfern Blick, dein hellres Licht dir nicht vergebens; du sollst dem Irrthum widerstehn, fortschreiten, nicht zurücke gehn. 6. Doch müsse nie dein höhe res Licht aufblähen, dich zum Stolz empören! die wahre Weisheit blåht sich nicht, sie will nicht glänzen, will belehren; will nügen nur, so viel sie kann, nur Wahrheit schůze zen gegen Wahn. 7. Sey duldsam, schütze gegen List die von dir anerkannte Wahrheit! Sey nicht dem Namen nach blos Christ, sey's wirklich! Forsche, fieh' in Klarheit, und übe, was dir Wahrheit ist; so sey, in Chris stus Sinn, ein Christ. 3. Hast du der reinen Kenntniß mehr, so sey dir's Pflicht, 902. Han Freundes Mel. Laßt uns alle fröhlich seyn. errlich ist's, sie zu verbreiten; Pflicht, deine Brüder um dich her zur höhern Wahrheit hinzuleiten. Nur überlist und zwinge nicht; von selber wirkt der Wahrheit Licht. Hand, durch die Welt zu wandeln, und durch) Tugend und Verstand festvereinigthandeln. 4. Benutz' der höhernKenntniß Glück, und lasse nie dich 2. Ohne Freundschaft gleicht die Welt einem oden Grabe: wohl mir, daß ich mehr als Geld, daß ich Freunde habe. 3. Über Nechte Duldung und Freundschaft. 623 3. Aber da wohnt Freund-| nie erzählen, was der ihm als schaft nicht, wo die Tugend Geheimniß sagt, so sehr man's fliehet, wo man auf dem Ange- zu erforschen wagt. sicht Herzensfalschheit siehet. 4.Ohne Täuschung sieht man sie gern bey frohen Scherzen; nur bey der Verläumbung nie, nie bey bösen Herzen. 3. Wenn höh're Pflicht es nicht verbeut, es treulich zu bewahren: so wird es nie von ihm entweiht, wird es kein Mensch erfahren, und bråcht's ihm auch Gewinn und Ruhm: es bleibt ihm doch ein Heiligthum. 5. Freundschaft lehrt bescheiden seyn, Andrer Vorzug ehren; Freundes Lob, als wär' es dein, mit Vergnügen hören. 6. Freundschaft zeigt uns klar und frey, alle unsre Flekken, lehrt voll Vorsicht sie daben mit der Liebe decken. 4. Find't er den Freund gleich ungetreu, und bricht der sein Versprechen; wird er doch durch Verråtheren, nie seine Treue brechen, der Freundschaft Rechte nicht ent weihn, und dann auch noch verschwiegen seyn. 5. Ihm kann man stets mit Sicherheit geheime Sorgen sagen; er wird sie voll Bes dachtsamkeit nicht zu entdekken wagen; auch dann, wann er es nicht verspricht, kennt er noch immer seine Pflicht. 7. Lächeln wir, fie lächelt mit, weint bey unsern Leiden; unter ihrem sanften Tritt blühen tausend Freuden. 8. Möchte jeder doch recht früh ihrer würdig werden: dann vermehrte sich durch sie Menschenglück auf Erden. h) Verschwiegenheit und erbaulicher Umgang. Ch. Grot. Mel. Mach's mit mir, Gott ic. 6. Was man nicht fordert, thut er doch aus redlich gu903.Vorlichtige Ver- tem Willen; er wird, auch ungeheißen noch, des Freundes Wunsch erfüllen, der oft den besten Zweck verfehlt, wenn man ihn nicht der Welt verhehlt. schwiegenheit ist eine Pflicht der Freunde, und wer des Schwäßzers Leichtsinn scheut, der macht sich selten Feinde; er schadet Undern, wann er spricht, aus Unverstand und Borsatz nicht. 7. Verborgne Fehler wird er nie, merkt er sie gleich, ent2. Was er von seinem Freund decken, noch aus Geschwähigerfährt, das weiß er zu verheh- keit durch sie des Nächsten len; bleibt immer seines Zu- Ruhm beflecken; auch wenn trauns werth, und wird das man Böses von ihm spricht, spricht 624 9. Von dem christl. Verh. gegen den nächsten. spricht er von andern Böses| daß sie, mir geneigt, mich gern nicht. belehren, und, brauch' ich Trost, mich, ihren Miterlo sten, mitleidig trösten. 8. Laß mich des Nächsten, wie ich muß, Gott, auch in Reden schonen, und nicht durch Kummer und Verdruß ihm sein Vertraun belohnen; verbergen laß mich das mit Fleiß, was er und ich allein nur weiß. 5. Daß sie mich liebreich warnen, eh' ich falle, und mir's entdecken, wie ich rich tig walle; wie ich der wahren Tugend Hindernisse besiegen müsse. 9. Gib, daß ich stets, durch wahre Treu, mir sein Vertraun verdiene; kein Schwäzzer, kein Verråther sey; daß ich mich nicht erkühne, aus Haß, aus Rachsucht und aus Groll zu reden, wann ich schweigen soll. 6. Sind wir nicht darum deine Kinder? Brüder? find wir, nicht alle Eines Leibes Glieder? daß wir, um Einen Himmel zu besitzen, einander nügen! 7. Nun darum, laß, Erbar mer, uns zusammen einander stets zur Tugend mehr entflammen; und so vereint im Kampfe muthvoll ringen, 7.2. Cramer. Me 1. Herzliebster Jef, was ic. 904. Gott, nicht zu zum Himmel dringen. On deiner Liebe, erkalten, will ich mich stets zu deinen Frommen halten, i) Dankbarkeit gegen durch sie erleuchtet, freudiger Wohlthäter. mit ihnen nur dir zu dienen. C. S. Loßius. 2. Daß in dem Kampfe wi- Mel. Wer Jesum ben sich hat ze. der jede Sünde, der Heili- 905.Wie bin ich fo gung uns verbinde, daß der Versuchung keiner unterliege, daß jeder fiege. vergnügt auf dieser Erde, daß ich von Undern so geliebet werde, und mich mit Freunden hier zum 3. Laß ihren Eifer in der Glück verbinde, und Hülfe, Tugend Werken, auch mei- Rath und Trost bey ihnen. nen Fleiß und meinen Eifer finde! stårken, um nicht, wenn sie das Gute ernstlich treiben, zurück zu bleiben. 2. Gott, du erkennest auch des Herzens Triebe, den Trieb der Dankbarkeit, der reinen Liebe; von Dank erfüllt will ich das Glück erheben, als Mensch 4. Laß mich mit Luft den Rath der Weisen hören; gib, 10. Von dem Verh. der Menschen gegen Thiere. 625 Sey du ihr Schild und Lohn! Herr aller Welten, nur du, des Segens Quell, du kannst vergelten. 7. Nur Freudenthránen kann ich), Urmer, weinen, beym frohen Dankgefühl für euch, ihr Meinen; doch soll auch dieses Herz voll Liebe schlagen für euch, bis man mich wird zu Grabe tragen. 8. Ja! noch in jener Welt, im bessern Leben, will ich den reichen Dank der Liebe geben, wenn wir zu unserm Glück auf Ewigkeiten vereinigt werden seyn zu Himmels- Freuden. Mensch mit andern hier vers gnügt zu leben. 3. 3um Segen schenktest du in früher Jugend mir Eltern, Lehrer, die den Weg der Tugend mich frühe leiteten; an ihrer Seite waro mir der Pfad so leicht, das Leben Freude. 4. Du knüpftest felbst, o Gott, der Freundschaft Bande; du setztest Obrigkeit im Vaterlande; daß unter ihrem Schutz wir so geborgen in unsern Hütten sind, so frey yon Sorgen. 5. Du führtest mir, oft auf verborgnen Wegen, den Stifter meines Glücks den Freund, entgegen; ich fand die Guten, die es redlich meinen, oft ungesucht, die mehr sind, als sie scheinen. 6. Bergilt du ihnen, Gott, all' ihre Liebe! Nie werd' ihr Auge je von Kummer trübe! 9. Herr! will ich dann zu Gott anbetend sagen: hier sind die Lieben, die in vor'gen Tagen mein Glück befördert; auch um meinetwegen gib ihnen, Vater, nun den besten Gegen! 10) Von dem vernünftigen Verhalten des Menschen gegen die Thiere. Met. Es ist das Heil und 2c. 906. D er weise Schd pfer, dessen Ruf einst mächtig scholl: es werde! und aller Welt Bewohner schuf, bestimmte diese Erde, nicht für die Menschen nur allein; auch Thiere schuf er, groß und klein, des Lebens sich zu freuen. 2. Sein Wille war, daß thre Zahl sich allenthalben mehre: sie füllten Wälder, Berg'und Thal, und Seen, Fluss und Meere; belebten hier die hohe Luft, und dort der Erde tiefste Kluft, und freuten sich des Lebens. 3. Nie kann des klügsten Menschen Sinn der Arten Rr 2ingahl 11. Vaterlandsliebe. 626 Anzahl wissen, doch sånt auch nur die kleinste hin, so war' das Band zerrissen, das in der weiten Gottes Welt die Wesen an einander hålt, zu einem großen Ganzen. 4. Das kleinste Thier betritt die Welt mit mir auf gleiche Weise, es fühlt sein Daseyn und erhält sich auch mit Trank und Speise; hat eben so, wie ich, ein Herz, hat Sinneskraft, fühlt Lust und Schmerz, verlaßt, wie ich, das Leben. 5. Dem, der für alles Sorge trågt, dem Schöpfer aller Dinge, ist nichts, was auf der Welt sich regt, zu klein und zu geringe. Er, dessen Huld kein Engel mißt, er, der des Menschen Vater ist, ist auch des Wurmes Vater. M 6. Und er, der alle Wesex liebt, er sollte mir erlauben, dem Thiere das, was er ihm gibt, gedankenlos zu rauben? Was gåbe mir wohl den Beruf, ein Leben, das die Allmacht schuf, leichtsinnig zu zerstören. 7. Nein, kein Geschöpf, das mit mir lebt, darf ich aus Frevel quälen; mag auch, was mich zur Menschheit hebt, mag die Vernunft ihm fehlen! Sie macht mich zu der Gott heit Bild, doch lehrt sie mich auch göttlich mild Glück um mich her verbreiten. 11) G. J. Klopstod. Mel. Herr Gott, dich loben sc. er Welten Herr 8. Vernunft, erhabne Seelenkraft, Geschenk aus Gottes Hånden! Ich müsse nie durch Leidenschaft selbst deine Wür de schånden! Wer den erhabnen Zweck vergißt, wozu du ihm gegeben bist, der schåndet deine Würde. 9. Vernunft! du sollst mich immer mehr die wahre Weisheit lehren, in der Geschöpfe großem Heer den Schöpfer zu verehren. Wer stolz ein Mitgeschöpf verschmäht, das unter Gottes Aufsicht steht, entehrt auch seinen Schöpfer. 10. Wen eines Thieres Qual erfreut, der wird, das kann nicht fehlen, kalt und gefühllos mit der Zeit gewiß auch Menschen quálen. Wer frech ein Mitgeschöpf betrübt, und Hart' und Grausamkeit verübt, der kann auch Gott nicht lieben. Baterlandsliebe. Bater, danken wir! Es schuf der Herr, der Herr erhält, der Herr beherrscht auch unsre Fülle stroint 11. Vaterlandsliebe. 627 strömt ins Land, Allmächti-| Oberherrscher, treu! wohl ger, aus deiner Hand. Der Völker Schicksal wågst du ab; du warst es stets, der alles gab. Gott, Schöpfer! unser Gott! du, Vater, unser Gott! Erhalter! unser Gott! Du starker, weiser Gott! Zwar hältst du hier noch nicht Gericht, vergiltst uns hier vollkommen nicht. Doch deiner Oberherrschaft Macht, die alles weisheitsvoll bedacht, hast du der Erde kund gethan; dich beten alle Völker an! Gerechte Herrscher, Gott, gibst du dem einen Volk, und Füll' und Ruh'. Tyrannen aber sendest du, und all' ihr Weh' dem andern zu. Der Herr, der Herr ist's, der es thut; wie er es lenkt, so ist 908. Gott ott es gut. Aufs lieblichste fiel unser Loos! wir ruhn in eines Für sten Schoos, der unser Freund und Vater ist, wie du sein Gott und Vater bist. Ach, laß ihn lange leben, Gott! Der Enkel erst seh' seinen Tod! Lang' üb' er noch Gerechtigkeit, noch lange üb' er Menschlichkeit. Erhalt' in deiner Weisheit ihn, zu deiner Hülfe laß ihn fliehn, wann er sie fühlt, der Herrschaft Last, die du ihm aufgeleget hast. Wie schmal, wie steil sein Weg auch sey, bleib' er dir, dem, der viele hier erfreut, ihr Segen folgt zur Ewigkeit; und der Erfreuer wird erhöht von Gott, vor dem nur That besteht. Wir lassen, unser Gott, dich nicht, du gibst uns denn die Zuversicht, daß unser inniges Gebet für ihn, für ihn, umsonst nicht flieht. Gott segne, Gott behüte ihn! Umstrahl mit deiner Gnade ihn! S Ewiger! dein Angesicht umleucht' ihn stets mit deinem Licht. Dein Friede leit' ihn durch die Zeit und uns mit ihm zur Ewigkeit. Amen! C. f. Loßius. Mel. Du Friede. Fürst c. unfers Heils! durch dich allein besteht des Landes Glück. Ach, nimm dies Glück, deß wir uns freun, doch nie von uns zurück! Laß ja dein Wort, Herr, unser Hort, sich unter uns erhalten. 2. Erhalt' des Landes Obrig feit; befördre Fried' und Heil in jedem Stand'; Zufriedenheit sey unser aller Theil. Dein Segen sen uns täglich neu, die wir auf dich vertrauen. 3. Du förderst gern der Menschen Glück, gibst ihrem Fleiß Gedeihn, und siehst auf sie mit Vaterblick, wenn sie sich deiner freun. Gib du uns Kraft Nr 2 recht 628 11., Vaterlandsliebe. recht tugendhaft und fromm| winnen kann, der segne feine vor dir zu wandeln. 1 J. A. Cramer. Mel. Es ist das Heil uns 2c. oder: Gott Lob, ein Schritt 2. Brüder, wenn er durch ihren Fleiß gewann, durch seinen Fleiß sie wieder! Er sey zu seinem Nutzen klug, doch nie 909.Wo ist ein Bolt, durch Urglift und Betrug: und wo ist ein Land, da, Geber aller Gaben! wir nicht aus deiner milden Hand der Gaben Fülle haben? Wie weislich, Gott, vertheilst du nicht, was dieser ben! 6. Verleih', daß jeder redlich sey in allem Thun und Hans del; gerecht und mild, auch dir getreu in seinem ganzen hat, und dem gebricht, um al- Wandel! Mit Lust, o Bater, wendest du dem Lande deinen Segen zu, das solch ein Volk bewohnet. le zu beglücken. 2. Wie mild beweisest du nicht dich den Völkern aller Lande! wie fest verknüpfen sie nicht sich durch deines Segens fernen C. f. Loßius. Mel. Gewonnen, gewonnen ic. um Himmel ers vom fernen Nord, firömt det 910.3 bebe dich, Stett nes Segens Quelle fort zum Westen und zum Süden. Freudengesang! Hoch tone aus fröhlichem Herzen der Dank! Ein jeder von Vaterlandsliebe durchglüht, sing' freudig dem Höchsten ein feierlich Lied! 2. Er låst uns bewohnen dies glückliche Land, beschütt und beglückt es mit segnender Hand; sein Segen ergießt sich auf alle herab, er wendet Gefahren so våterlich ab. 3. Die Auen und Hügel stehn lustig umher; die Hal me von goldenen Früchten ſo schwer, die Berge mit Bau men und Neben besetzt, die Triften von wässernden Bichen benetzt. 4. Noch lieblicher als dort die Sonne, ihr Bild, strahlt Reli3. Du führst der Handlung kühnen Lauf, auf Strömen und in Meeren; thust täglich neue Quellen auf, Beschaftigte zu nähren; zeigst überall und allezeit zur Nothdurft, zur Bequemlichkeit, dem Fleiße sichre Wege. 4. Du gibst auch Weisheit und Verstand, daß, wer nur will, fie finde, daß aller Arbeit, Land mit Land, und Volk mit Volk verbinde; hier durch des Landmanns Müh' und Schweiß; dort durch der weisen Künstler Fleiß; durch Umtausch, durch Gewerbe. 5. Wer, Herr, durch sie ge Allgemeine Fürbitte. 629 Religion so beglückend, so Gott werde durch Wahrheit mild, erleuchtet uns Erdebewohnern den Pfad und gibt uns Belehrung Erquickung und Rath. und Tugend verehrt: Gerechtigkeit ziere den fürstlichen Thron, dem Bösen zum Schrecken, den Frommen zum Lohn. 8. Es blühen Gewerbe und Nahrung im Land, und Sea gen und Wohlfahrt in jeglichem Stand; ein jeder beförore, so viel er nur kann, des Vaterlands Beste, und freue sich dann! 9. Gott! sey uns stets freundlich und fördere du das Werk unsrer Hände in Friede und Ruh': so leben wir glücklich und wallen von hier zum besseren Baterland droben zu 5. O wohl dem, der's fühlet, wie glücklich er ist im Lande, wo Friede und Liebe sich küßt; im Lande, wo Recht und Gerechtigkeit wohnt, und wo sich die Mühe des Redlichen lohnt. 6. Ihr Glücklichen, wünschet dem Vaterland Glück! Ein jeder bezeuge mit freudigem Blick: er schätze das Gute, dem Höchsten zum Preis; es lauchze der Jüngling, der Mann und der Greis. 7. Das Christenthum blei be uns theuer und werth; i dir. 12) Allgemeine Fürbitte. 3. Gib du getreue Lehrer Mel. In allen meinen Thaten 2c. und unverdroßne Hörer, die B. Schmolk. 911. Auf rhore! Herr, er- beide Thäter seyn. höre! breit' dei nes Namens Ehre an allen Orten aus! Behute die drey Stånde durch deiner Allmacht Hande; schütz' Kirche, Obrigkeit und Haus. 2. Uch, laß dein Wort uns allen noch ferner rein erschallen, zu unsrer Seelen Nutz'! bewahr vor allen Rotten, die deiner Wahrheit spotten; wehr' aller deiner Feinde Trug. Pflanzen und Begießen laß dein Gedeihen fließen, und erndte reiche Früchte ein. 4. Laß alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen und schaffen jedem Recht: daß Fried' und Treu' sich müssen in unserm Lande küssen. Segn' uns als dein erwählt' Geschlecht. 5. Ach, wend' in allen Gnaden Krieg, Feuer, Wasserschaden und Seuchen von uns ab! Be 630 13. Schulgefange. Bewahr' des Landes Früchte,| Tugend; daß sich die Eltern und mache nicht zu nichte, was uns dein milder Segen gab. 6. Verleih' uns Ruh' und Friede, mach' alle Feinde můde; gib uns gesunde Luft. Laß Noth und theure Zeiten sich nie bey uns verbreiten, wo man nach Brod aus Hunger ruft. 7. Die Traurigen erquicke; gib Armen Brod und Glükke, sich deiner zu erfreun. Die Wittwen nebst den Waisen wollst du mit Troste speisen, wann sie zu dir um Hülfe schreyn. 8. Den Kindern sey ein Vater; den Schwangern ein Berather; dem Säugling gib Gedeihn. Seuch unsre zarte Jugend zur Frömmigkeit und 13) Schulgesänge. Vor dem Unterrichte. Met. Sen Lob und Ehr'dem ic. 912. ihrer freun. 9. Hilf, als ein Arzt, den Kranken, und die im Glauben wanken, laß nicht zu Grunde gehn. Die Alten heb' und trage, auf daß fie ihre Plage und Noth geduldig überstehn. 10. Bleib der Verfolgten Stüße; die Reisenden beschiz ze; die Sterbenden begleit mit deinen Engelschaaren; laß sie in Friede fahren zu deis nes Himmels Herrlichkeit. 11. Nun, Herr, du wirst er füllen, was wir nach deinem Willen, in Demuth jezt bes gehrt: wir sprechen nun das Umen! in unsers Jesu Namen: so ist gewiß der Wunsch gewährt! vater, dir sey Dank; du gabst uns unser Leben; dir tönt vom Herzen Preisgesang, noch mehr haft du gegeben; was vielen fehlt, gebricht uns nicht, Erziehung, Bildung, Unterricht. Dein Werk ist diese Schule. 2. Schnell fließet unsre Jugend hin; einst erndten wir die Saaten von Geist und Herz, Gefühl und Sinn, von edlen Tugendthaten. Ó laß uns seyn, laß diese Schule, Herr, gedeihn zum großen Menschensegen. 3. Beglücke unsre Obrigkeit für ihre Batertreue. Gib, daß durch Fleiß und Sittsams keit ein jeder sie erfreue, der Mitglied dieser Schule ist, und der hier Unterricht genießt, den treue Lehrer geben. 4. Auch diesen gib, o Vater, gib den Lohn für ihr Bemi ben; 13. Schulgesånge. 631 hen; gib ihnen immer Lust ständig seyn, dankbar, höflich und Trieb, die Jugend zu erziehen. O! dann wird diefer Bildungsort viel Segen bringen hier und dort, und Jesu Reich vermehren. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. err, unser Gott, wir bitten dich und bescheiden, jeden, der mich sieht, erfreun; fromm vor Gottes Augen wandeln, edel denken, edel handeln: dies sey jeden Augenblick meines Le bens höchstes Glück. Nach dem Unterrichte. Mel. Ich dank' dir schon durch. um Weisheit und um Tugend. Regiere du uns våter- 915.Gern, Bater, ho lich in unsrer frühen Jugend. Laß deinen Segen auf uns ruhn, nur das zu lieben und zu thur, was du uns haft befohlen. es an, wenn Kinder Dank dir bringen, drum will ich auch, so gut ich kann, dir jezt ein Loblied singen. 2. Gib, daß sich unsre Lehrer freun, uns tugendhaft zu sehen. Laß ihren Unterricht gedeihn zu unserm Wohlergehen. Bater, fegne ihr Bemühn, uns christlich weise zu erziehn, belohne ihre Mühe. G. W. Burmann. Mel. Jesu, der du meine Seele. 2. Ich danke, guter Bater, dir für alle gute Lehren, die du in dieser Schule hier mich heute ließest hören. 3. Ich will stets, meiner pflicht bewußt, die Lehrer oft erfreuen; will lernen stets mit neuer Lust, nie Fleiß und Mühe scheuen. 2. Ich will auch bey Spiel und Freuden sittsam und ver916. Mit Mel. Vom Himmel hoch, da 26. it Freuden, Bater, dank ich dir, für alles, was ich lernte hier, für jeden guten Unterricht, für die Erkenntnis meiner Pflicht. 2. Las meine Pflicht mich nicht allein auf bloßes Wissen schránken ein. Es werde das, was ich erkannt, nun auch 914. ling meines Lebens, dich will ich dem Fleiße weihn. Mein Erziehn sey nicht vergebens; denn wie wurde dies mich reun! Früh verschönre mich die Eugend, und in meiner zarten Jugend werde täglich der Verstand mit dem Guten mehr beaufs Leben angewandt. Fannt. 3. Das ganze Leben dir zu weihn, und christlich tugendhaft zu seyn, zu dieser edlen Men 13. Schulgesange. Menschenpflicht erweck' mich| Nach der Schulprüfung. hier der Unterricht. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 20. un bringen wir 918. froh unsern 632 T. C. Kämpfe. Mel. Nun danket alle Gott ic. Dank in dieser Schule dir; 917. Gott, der im- daß unser Fleiß bisher gemerdar für lang, Gott, dafür danken wir. Zeit und Ewigkeiten mit 2. Wir konnten jezt, nach Weisheit wirksam war, wir unsrer Pflicht, froh geben Re danken dir mit Freuden, daß chenschaft von dem genoßnen du uns jezt gelehrt, einst Men- Unterricht. Du gabst uns schen nüßlich seyn! Prag' darzu Kraft. uns, was wir gehört, tief in die Seele ein! 3. 3ur Tugend läßt du uns erziehn; drum soll in Thätigs keit uns künftig jeder Tag entfliehn, der Tugend nur ges weiht. 4. Mit deinem våterlichen Rath, Gott, steh' uns ferner bey, daß keins von uns die Zeit der Saat, die Jugendzeit 2. Durch weise Thätigkeit auch dir, Gott, ähnlich werden: wie viel Zufriedenheit muß das nicht schon auf Erden, und welches Vorgefühl von Himmels- Wonne seyn, wenn einst der Erndten viel von unsrer Saat uns freun. I beren'. Regis Register. 26. Nro. Ad ch bleib bey uns, Herr 370 Uch bleib mit deiner Gn. 371 Uch Gott, erhör mein 460 Uch Gott und Herr, wie 213 Ach Gott, verlaß mich 191 Ach Gott, wie ein Gesch. 353 Uch Herr, gib uns ein 548 Uch Herr Gott, gib uns 409 Ach höchster Gott, verl. 214 Ach könnt' ich doch mit 291 Ach mein herzliebes Jef. 420 Ach sieh ihn dulden, bluten 65 Uch schönster Jesu, mein 293 Ach wann werd' ich von 216 Ach was soll ich Sünder 215 Uch wann werd' ich dahin 623 Ach, wie groß ist deine 245 Uch wie ist der Mensch. 461 Uch wir armen Sünder 66 Allein Gott in der Höh' 159 Allein vor dir, mein Gott 217 Allein zu dir, Herr Jesu 218 Alle Menschen müssen 624 Allen Menschen, und 866 Ullen, welche nicht verg. 897 Aller meiner Brüder R. 879 Alles Gute kommt von 410 Alles ist an Gottes Seg. 462 Allgütiger, mein Lebenl. 720 Allmächtiger, des Maj. 795 Allmächtiger, ich hebe Allmächtig großer Gott Also hat Gott die Welt Also heilig ist der Tag 431 Alwissender, vollkomm. 707 633 Nro. 18 Amen, wir haben gehöret 451 67 Um Kreuz erblaßt der Anbetungswürdger Gott 693 Anbetung und Dank br. 160 Un deine Leiden denken 404 An dich, mein Gott, zu 463 Un diesem Tag, o Jesu Un dir hab' ich gesündigt 219 Auch diesen froh. Morg. 318 Auch für den Wint. dank. 556 Auch uns, auch uns haft 855 Auf, auf mein Herz mit F. 106 Auf, Christen, auf, lobſ. 432 AufChristen, auf, u.freuet 133 Auf, Christen, bringet Pr. 570 Auf, Christen jauchzt lob. 107 Auf, Christen, laßt uns uns. 1 Auf Christi Himmelfahrt 134 Auf, dankt dem Herrn, 344 Auf deine Weish. schauen 464 Auf Erden Wahr. ausz. 294 Auferstanden, auferstanden ist der Herr 104 Auferstanden, auferstanden ist 105 er aus 316 748 16 Auf, erwachet meine Lied. 173 Auf Gott und nicht auf 465 Auf Gott will ich nur seh. 613 Auf, jauchzt dem Herrn 392 Auf meinen Herrn, auf 295 Auf meinen lieben Gott 466 Auf, Menschen, auf und 557 2uf, o Seele, sey noch 354 597 Auf euch wird Gottes Auf Seele, preise den Err. 543 Auf, schicke dich recht feyer. 17 Aus 634 Register. Aus deiner milden Seg. 528, Das Jahr, das nun verg. 39 Aus einem tief vor dir Aus Jakobs Stamm Aus meines Herzensgr. 317 Uus tiefer Noth schrey 221 B. 220 Das Jesulein soll doch 296 425 Das Land wollst du bed. 549 Das walt, mein Gott, der 321 Daß Gott unstråflich ist 716 Daß ich in deiner Christ. 205 Daß schon hier im Leben 760 Dein bin ich, Gott, dein 749 Deine Marter, Ungst und 68 Deines Gottes freue dich 247 Dein Geburtstag tritt 19 Dein, Gott, ist unser Leben 877 Dein Heiland lebt, o Ch. 407 Dein Heil, o Christ, nicht 798 Dein ist das Licht, das 595 Dein sind wir, Gott, von 629 Dein Trost, Herr Christe 142 Dein Volk, o Herr, fingt 814 Dein Wort, oHöchster, ist 372 Dem Gott der Huld und 558 Dem ich meine Lied. singe 584 Dem Náchsten gerne dien. 889 Den Nächsten lieben sey 901 Der alles weislich wend. 355 Der am Kreuz ist meine L. 69 Der du allein unendlich 708 Der du dein Wort mir 373 Der du die heiligsten G. 182 Der du die Liebe selber 297 Der du durch deiner All. 705 Der du für uns gest. 135 620 Dank, Dank sey dir für 292 Dank dem milden Vater 345 Dank dir, Beschützer Dank, ewigDank sey dein 285 Dank sagen wir alle Gott 443 Dank sey Gutt in der 320 Dankt dem Herrn mit Das alte Jahr ist nun Das Grab ist leer, des Der du, o Gott, meinSch. 776 Der du selbst die Wahr. 815 Der du so oft mir schon 222 Der du uns als Vater 1. 143 Der du uns das Heil err. 20 Der du Verstand und 248 Der Eh'stand soll uns 598 Der Fürst des Landes fr. 591 38 Der heilige Geist vom H. 144 110 Der heil'gen Leben 804 111 Der Bald oder spåt ein Todes 625 Barmherzigkeit ist unsre 883 Bedenke, Mensch, das E. 626 Befiehl du deine Wege u. 467 Beglücke meine Reise G. 619 Begrabt den Leib in seine 627 Berufen hast du mich 616 Beschämt flag' ich es dir 796 Betet an, ihr Mensch. br. 176 Betet an, laßt uns lobs. 734 Bewahre mich, Herr, daß 246 Bis hieher halfst du mir 192 Brich an, du schönesTag.319 Bringt Gott, ihr Christen 532 Bringt Preis und Ruhm 108 ( S. Christ, alles was dich 468 Christ, aus deinem Herz 469 Christ, bete oft und mit 797 Christe, du Lamm Gottes 427 Christ fuhr gen Himmel 436 Christ ist erstanden von 433 Christus, der ist mein Leb. 628 Christus ist erstand. aus 109 Christus ist erstand. von 434 D. Register. 374 842 40 Der Herr ist Gott, und 696 Der Herr ist in den Höhen 710 Der Herr ist meines Leb. 471 Der Herr ist meine 3uv. 470 Der Herr liebt unser Leb. 183 Der hohe Himmel dunk. 544 Der letzte meiner Tage 630 Der Spotter Strom Der Tag ist wieder hin, 356 Der weise Schöpfer dess. 906 Der Welten Herrscher 907 Der Wollust Reiz zu Des Jahres erster M. Des Leibes warten und 840 Des Todes Graun, des 631 Dich, Allgütiger, zu lieb. 789 Dich bet' ich an, erstand. 112 Dich bitt' ich, Heiland, all. 57 Dich dich, mein Gott, will 323 Dich, Heiland, loben wir 113 Dich, Herr und Vater all. 805 Dich, o Herr, zu loben 346 Dich ruf ich an, Gott laß 770 Dich seh' ich wieder M. 324 Die auf der Erde wallen 632 Die Bahn ist rauh auf 472 Die Himmel rühmen des 735 Die ihr Christi Jünger 268 Die Kinder, deren wir Die Kinder, die uns Die Menschen mögen Die Nacht ist hin, Gott 322 Dies ist der Tag, den Gott 21 Dies ist der Tag, zum S. 393 Dies sind die heilgen Die Sonne sinket nieder 357 Die stillen Abendstunden 358 Dir dank' ich heute für 585 Dir, dir, Jehovah, will ich 193 Dir, Gott, dir will ich fr. 571 Dir, Gott, sey Lob und 736 603 206 617 184 635 71 194 860 Dir hab' ich mich ergeb. 792 Dir, Herr, sey dieses Kind 207 Dir immer ähnlicher zu 787 Dir, Menschenvater, bir 912 Dir, milder Geber, aller 559 Dir opfert meine Seele 177 Dir sey Preis, ich lebe 325 Dir trau' ich, Gott, und 473 Dir, Vater, dankt mein 145 Du, aller Menschen Bat. 831 Du best. Trost der Arm. 539 Du bist, erhabner Gott 779 Du bist, o Gott, gerecht. 718 Du bist's, dem Ehr' und 572 Du, der kein Böses thut 823 Du, der Menschen Heil 70 Du, der so gern beglückt 848 Du, der voll Blut und Du, deß sich alle Himmel Du gabst mir, Vater, Du gabst, o Schöpfer, Du gabst uns, Herr, des Du gingst, o Heiland Du, Gott, bist unfreHülf. 537 Du, Gott, der unsre Zufl. 529 Du, Gott, du bist der Hr. 41 Du Gott regierst mit w. 793 Duhast auch mir zur S. 375 Du hast, o gnadenreicher 540 Du, Herr, hast aus B. 270 Du Herr und Richter all. 784 Du Herr und Vater m. 633 Du klagst und fühlest die 474 Du liebst, o Gott, Gerech. 880 Du, mein Schöpfer und 604 Durch dich, Gott, bin ich 618 Du sagst, ich bin ein Chr. 761 Du forgst, m. Christ, was 475 Du, Bater, deiner Mens. 788 Du, weiser Schöpfer, all. 713 Du willst, o Herr, mein 821 847 551 269 €. 636 Register. Einen guten Kampf 634 Ein' feste Burg ist unser 376 Ein Gott regiert was za. 740 Ein Herz, o Gott, in Leid 476 Ein Kind, dem keines jem. 22 Ein Kind, ein Sohn ist 421 Ein Lamm geht hin und 72 Ein milder Regen sinket 553 Ein Pilgrim bin ich in 477 Ein ruhiges Gewissen 832 Einst, als dich im Gerichte 73 Einst geh' ich ohne Beben 635 Ein Tag des Kummers 369 Einst selig dort zu werd. 750 Entflohen sind auch diese 359 Erbarm dich, Herr, mein 223 Ereilt, der letzte von den 861 Erforsche mich, erfahr' m. 74 Erfüllt, mein( Sott, mit 3.249 Erhalt' uns, Herr, bey 377 Erhalt' uns, Herr, dieOb. 592 Erhebe dankbar Gottes 816 Erhebt den Herrn, ihr Fr. 2 Erhebt euch Feinde Gott. 33 Erhöhter Jesu, Gott S. 636 Erhöre, Herr, erhöre, br. 911 Erinnre dich, mein Geist 114 Er ist erstanden, Jesus 115 Er kommt, er kommt, der 23 Er kommt, er kommt, zum 637 Er lebt, oFreudenwort, er 116 Erldser, der im Staube 75 Ermuntre dich, mein Geist 326 Ermuntre, Seele, dich 780 Erniedrigt hatte sich ber. 76 Er schwinget sich mit Gl. 136 Ertont, ihr Freudenlieder 552 Es baut, o Gott, aufdein 560 Es bonnert, Gott, wie 545 Es ist genug, so nimm 5.638 Es ist noch eine Ruh 639 Es ist vollbracht, ruft nach 77 Es lag die Sünderwelt 170 Es lebt ein Gott der M. 689 Es lebt in mir ein Geist 828 Es werde Gott, von dir 751 E3 wolle Gott uns gnåd. 378 Es zieht, oGott, ein Krieg 533 Es züchtigt deine Hand, 530 Ewig, ewig bin ich dein 208 Ewig, o Jesu, wird dein 379 F. Fern sey mein Leben jed. 881 Freywillig hast du darg. 118 Freuet euch, ihr Christen 24 Freuet euch, ihr Chr. alle 117 Freu dich, du werthe Chr. 61 Freut euch, Christen, alle 752 Fröhlich soll mein Herze 25 Frohlockt dem Herrn, br. 119 Frühmorgens, da die S. 120 Für alle Gute sey gepr. 360 Für unsern Nächst. beten 874 Fürwahr du bist, o Gott 478 G. Gedanke, der uns Leben 3 Gedanke voller Seligkeit 640 Geist, das ist mein hoher 641 Geist des Vaters, komm 146 Geist vom Vater u. vom 147 Gelobet sey der Herr, der 441 Gelobet sey d. Herr, laß 171 Gelobet sey d. Herr, mein 161 Gelobet seyst du, Jesus Gelobet feyst du, Gottes Gelobet feyst du, Gott, 380 Gelobt, gelobt seyst du, 534 Gelobt seyst du, Herr 271 Gen Himmel fuhr mein 437 Gerechter Gott, vor dein 642 Gern, Bater, hörest du 915 26 4 Ges Register. 637 5 27 Gesund mit frohem M. 347| Gott ist mein Heil, mein 479 Getreuer Gott, wie viel 730 Gott ist mein Hort, und 382 Getrost und freudig geh' 643 Gott ist mein Lied, er ist 742 Geweiht zum Christent. 209 Gott ist's, der das Verm. 856 Gib, Gott, daß ich der 891 Gott ist und bleibt getreu 480 Gib, Gott, voll Lieb' und 867 Gott kanns nicht böse 483 Gib, Gott, wenn ich dir 824 Gott Lob, die Reiſe ist 621 Gib ihm, o Bater, Glück 596 Gott Lob, so geht mit gut. 42 694 Gib mir, Jesu, deinen S. 894 Gott, mache du mich Gib mir, o Gott, ein Herz 868 Gott, meine Seele finge 586 Gib, o Gott, mir Kraft 771 Gott, meines Nächsten 875 Glaubiges Herze, freu' Gott, mein Trost und 484 Gott, daß ich mich selber 822 Gott, mein Vater, ich 225 Gott, deine Gnade sey Gott, ruft der Sonn' und 43 Gott, deine Gnad' ist uns. 250 Gott sey Dark, in aller 62 Gott, deine Güte reicht 195 Gott sey gelobet und geb. 444 Gott, deinen heiligen B. 185 Gott sey uns gnädig und 452 561 Gott, deine weise Macht 849 Gott sorgt für uns, o Gott, der an allen Enden 741| Gott, unserm Gott, sey 453 Gott, der da reich ist, an 411 Gott, der du die Mensch. 898 Gott, der du ohne Urspr. 162 Gott, der Gewitter sch. 546 Gott, der Vater, wohn' 163 Gott, des Himmels und 327 Gott, dessen Macht des 541 Gott, dessen starke Hand 721 Gott, dir gefällt kein 224 Gott, dir sey mein Dank 606 Gott, dir vertraun ist m. 481 Gott, du aller Wesen H. 802 Gott, du bist heilig und 719 Gott, du bist von Ewigk. 701 Gott, durch den wir sind 817 Gott, durch welchen alle 482 Gottes Sohn ist kommen Gott führt die Seinen 714 Gott hat in meinen 609 Gott, unserm Gott, all. 164 Gott unsers Heils, durch 908 Gott von großer Macht 554 Gott, vor dessen Angeſ. 717 Gott, wie blutet mir 899 Gott, wie du bist, so warst 703 Gott, wie schön ist deine 690 Groß ist des Höchften 722 Groß ist, ihr Eltern, eure 605 Guter Gott, dein Gebot 857 Gut und heilig ist dein 781 H. Hallelujah, denn uns ist 422 Halt im Gedächtniß Jef. 272 Heiland, den uns Gott 28 Heilig, heilig ist das B. 869 Heilig, heilig sey der Eid 785 Heilig ist Gott der Vater 400 Heiligster Jesu, Heilig. 298 Gott, heilig sey dein N. 381 Helft mir Gottes Güte 44 Gott ist getreu, fein Herz 7311 Herr, allerhöchster Gott, 251 6 Herr, Register. 638 Herr, aller Weisheit D. 762 Herr, deine Langmuth ist 531 Herr deines Lebens letzte 273 Herr, der du Gnad' und 196 Herr, der du mir das Leb. 361 Herr, der du selbst dein 286 Herr, die Wiederkehr der 328 Herr, du bist meine Zuv. 644 Herr, du erforschest mich 709 Herr, du hast in deinem 178 Herr, du wollst uns vorb. 274 Herr Gott, der du mein 197 Herr Gott, dich loben wir, Herr 165 Herr Gott, dich loben wir, dich, Herrn 166 573 58 Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir Herr Gott, erhalt' uns 447 Herr Gott, nun schleuß Herr, höre mein Gebet 252 Herr, ich bin dein Eigent. 645 Herr, ich hab' aus deiner 862 Herr, ich habe mißgeb. 226 Herr Jesu Christ, dich zu 412 Herr Jesu Christ, du h. 227 Herr Jesu Christ meines 646 Herr Jesu, deine Angst 402 Herr Jesu Gnadensonne 253 Herr Jesu, wahrer M. 647 Herr, laß mich doch gew. 850 Herr, laß nach eitler Ehre 851 Herrlich ist's an Freund. 902 Herr, mache meine Seele 485 Herr, mein Licht, erleuch. 383 Herr, mein Erlöser, der 900 Herr, meiner Seele gros. 829 Herr, nun läsfest du dein. 426 Herr, ohne Glauben kann 254 Herr, segne mein Bestreb. 885 Herr, stårke mich dein L. 78 Herr, unser Gott, wir b. 913 Herr, vor deinem Ang. 413 Herr, wer wird ans Ziel 772 Herr, wie du willt, so sch). 648 Herr, wir singen deiner E. 54 Herr, wo du deinen Will. 810 HerzallerliebsterGott, du 763 Herzliebster Jesu, was 79 Herzlich lieb hab' ich dich 649 Herzlich lieb' ich dich, m. 486 Heut', Christen, ist der 394 Heut' öffnet sich die neue 45 Heut' triumphirt mit Fr. 121 Hier bin ich, Jesu, zu erf. 275 Hier ruht der Held 80 Hier sind wir Gott, und 414 Hilf, Herr Jesu, laß gel. 46 Hilf, Jesu, daß ich mein. 876 Hilfmir, mein Gott, hilf 255 Höchster, denk ich an die 228 Hör' unser Gebet, Geist 148 . Jauchzet Gott mit gros. 138 Sauchzt, ihr Erlöste, dem 137 Jauchzt unserm Gott, er 729 Ich armer Mensch, ich 229 Sch bin, ich lebe! Gott 806 Sch bin getauft, nach J. 210 Ich bin ja, Herr, in deiner 650 Ich bin o Gott dein Eig. 753 Ich dank' dir schon durch 329 Ich denk an dein Gerichte 651 Ich flehe, Gott von ewig 230 Ich freue mich der frohen 652 Ich freue mich, mein Gott 723 Ich fühle, daß ich sterbl. 653 Ich habe Gott mir ernsil. 256 Ich hab' in Gottes Herz 487 Ich hab' in guten Stund. 488 Ichy Register. 639 257| Jesus lebt, mit ihm auch 122 Jesus meine Zuversicht 123 Jetzt leb' ich, ob ich morg. 657 Shm, der das Licht entst. 330 Thr, die ihr euch von Ch. 764 Im Frühling meiner S. 614 Im Stillen wollen wir 172 In allen meinen Thaten 491 In deinem Namen, Herr 622 In deiner Liebe, Gott In dieser Morgenstund' 331 Indir ist Freude, in allem 305 In Gottes Rath ergeben 658 K. 904 Ich hoff', o Gott, mit Ich komme, Herr, und 276 Ich komme vor dein Ung. 195 Ich komm, o Jesu, bier 231 Ich lobe dich und preise 715 Ich preise dich, o Herr, 277 Ich ruf zu dir, Herr Jesu 232 Ich finge dir mit Herz 574 Ich finge meiner Seelen 575 Ich soll mich selbst bez. 835 Ich trete vor dein Ung. 610 Ich weiß, an wen mein 258 Ich weiß, daß Gott ist. 691 Ich weiß, mein Ende 654 Ich weiß, mein Gott, daß 490 Ich weiß, und bin's gew. 259 Ich will danken und lobs. 743 Ich will das Abendmahl 278 Ich will dem Schöpfer 807 Ich will den Herrn lob. 576 Ich will dich lieben, m. 299 Ich will dich noch im Tod 655 Ich will, mein Jesu, dich 279 Ich will zu aller Stund' 280 Jerusalem, du meines 656 Jesu, bester Menschenf. S86 Jesu Christ, du, du bist 301 Jesu, deine heilge Wund. 81 Jesu, Freund der Mens. 281 Jesu, komm doch selbst 300 Jesu Leiden, Pein und Jesu, meine Freude Jesu, meiner Seelenlicht 83 Jesu, meines Lebens Leb. 84 Jesum lieb' ich ewiglich 302 Jesus Christus ist erstan. 432 Jesus Christus gab sich 435 Jesus, Jesus, nichts als 303 Jesus ist gekommen, dankt 7 Jefus kommt von allem 489 82 304 Keinen hat Gott verlass. 492 Kein Lehrer ist dir, Jeſu, 384 Kein Stündlein geht dah. 659 Kindheit, Frühling m. 914 Klag' nicht, mein Herz 260 Klagts, o klagts, er ist 85 Komm heil. Geist, erfüll 398 Komm heil'ger Geist, H. 149 Komm, o komm, du Geist 150 Kommst du nun, Jeſu 29 Kommt her, verkündigt 697 Kommt heut an eurem St. 59 Kommt, kommt, denHrn. 698. Kommt, laßt uns Gott lobsingen 562 Kommt, laßt uns Gott u. 547 Kommt, und laßt den H. 765 Komm, zu uns Gottes 151 Könnt' ich in meinen N. 799 Kyrie, Eleison. 199 428 Kyrie, Eleison, Christe Kyrie, Gott Bater, in 408 L. Lamm Gottes, Jesu, du 86 Laß, Herr Jesu, laß dein 429 Laßdeinen Geist mich stets 87 640 Register. 90 Laß die lange Grabes N. 660| Mein Auge sieht, o Gott, 498 Laß doch, o Jesu, laß dein 385 Laß mich dein seyn und 454 Laß mich den Aberglaub. 820 Laß mich des Menschen 754 Laß mich dich, Jeſu, herz. 306 Laß mich diese Nacht em. 362 Laß mich doch nicht, o G. 852 Laß mich, Höchster, darn. 892 Laß mich, o Herr, in allen 773 Laß, o Jesu mich empfind. 876 Laß, Vater, deinen guten 152 Lasset uns mit Jefu ziehen 88 Laßt uns alle fröhlich seyn 423 Laßt uns Ehre Preis und 288 Laßt Gott uns preifen 332 Laßt uns mit ehrfurchtsv. 30 Laßt uns uns. Gottlobs. 31 Lehre mich, Herr, recht 830 Liebreicher Gott, dein S. 563 Liebster Jesu, wir sind hier 415 Liebster Immanuel, du 307 Lob dir, du hast von Jug. 578 Lobe den Herrn, den Lob, Ehre, Preis undDank 8 Lobet den Herren, denn er 348 Lob sey dem allmächtigen 9 Lob sey dem allerhöchsten 10 Lob sey Gott, der den Fr. 564 Lobsinge, meine Seele Lobsinget Gott, Dank 167 Lobsinget, Gott erhebt 349 Lobfinget Gott, er schuf 724 Lobsinget Gott, und betet 706 Lobsingt, denn Gottes H.386 Lobt den Höchsten, Jesus 125 Lobt den Herrn, o Gottes 124 Lobt Gott, ihr Christen 32 M. Mein Erlöser, auch für Mein Erlöser, der du mich 211 Mein Erldser, Gottes S. 89 Meine Lebenszeit verstr. 665 Meine Liebe hängt am K. 91 Meine Seele erhebt den 442 Meinen Jesum laß ich 308 Mein erst Gefühl sey Pr. 333 Mein ganzer Geist, Gott, 661 Mein Geist erstaunt, Mein Glaub' ist meines 766 Mein Gott, das Herze br. 261 Mein Gott, du weißt am 494 Mein Gott, nach deinen 882 Mein Gott, nun ist es 334 Mein Gott, mein Licht, 495 Mein Heiland nimmt die 262 Mein Heiland, wenn mein 808 577 126 Mache dich, mein Geift 836 663 Mein Herz entehre nicht 496 Mein Jesus lebt, mag ich 127 Mein Leben steht in Gott. 664 Mein Leib ist dein Gesch. 841 Mein Leib soll, Gott, dein 843 Menschen ist gesetzt zu 662 Mir nach, spricht Chrift. 309 Mit dankerfüllter Seele 589 Mit demuthsvoller D. 590 Mit diesem Tage geht nun 47 Mit dir geh' ich an mein 858 Mit Freuden bin ich an 416 Mit Freuden, Vater, dank 916 Mit freudigem Gemüthe 844 Mit Fried' und Freud' ich 60 Mit fröhlichem Gemüthe 725 Mit heilgem Ernst betr. 11 Mit lautem Schall frohl. 139 Mitten wir im Leben find 666 Muthig, muthig, bald 497 N. Register. 641 Gott, du bist mein Pr. 811 O Gott, du frommer G. 500 Gott, erbarme våterlich 615 Gott, erhöre unsre Bitt 550 O Gottes Sohn, Herr 263 O Gott, ich preise deine 755 O Gott, mein Schöpfer 786 O Gott, mein Vater, dein 607 D Gott Vater, ich glaub 187 OGott, voll Gnad u. S. 237 Ogroßer Gott, du reines 154 Haupt voll Blut und 94 Herre Gott Vater in E. 399 O Herr, mein Gott, ich 608 O Herr, mein Gott, durch 501 O Heiland, dessen Tod 282 N. Nach einer Prüfung kurz. 667 Nach einer schmerzensv. 343 Nach dir verlanget mich 233 Nach meiner.Seelen Sel. 831 Nacht und Stille schlies. 363 Nie bist du, Höchster, von 711 Nie will ich wieder fluchen 895 Nicht, daß ichs schon err. 837 Nicht Gold und Schätze 611 Nicht mürrisch, finster 890 Nicht so traurig, nicht so 498 Nicht um ein flüchtig G. 153 Nimm, Vater, unsern D. 455 Nimm von uns, Herr G. 235 Nimm von uns, Herr, du 234 Noch immer wechseln Noch läßt der Herr mich 335 Noch nie hast du dein W. 732 Nun bitten wir den heilg. 438 Nun bringen wir froh 918 Nun danket alle Gott, 579 Nun gibt mein Jesus Nun, Gott Lob, es ist Nun, Herr Gott, gib M. 448 Nun laßt uns gehn und 48 Nun laßt uns Gott dem 350 Nun lob, meine Seel, den 287 Nun preiset alle Gottes 580 565 92 456 Christe, Wahrheit und 417 Christ, in diesen Pilgr. 499 Odaß doch bey der reich. 566 Deffentlich in der Gem. 289 Ofrommer u. getreuer 6.236 Golgatha, zu deinen H. 93 Gott, aus deinen W. 692 Gott, der du aus Herz. 179 Gott, der immerdar 917 Gott, deß weisheitsv. 597 O Gott, du bist die Liebe 727 heil'ger Geist, kehr bey 155 Oheil'ger Geist, o heil'ger 156 Oheiliger u. guter Geist 157 Ohilf, Christe, Gottes S. 430 Ohne Rast u. unverweilt 863 O Jesu Christe, wahres L. 387 Jesu Christ, wie fröhlich 33 O Jesu, Jesu, Gottes S. 310 O Jesu, der du mir zu 283 Jesu, mir zum Segen 95 O Jesu, süßes Licht, nun 336 O König aller Ehren, H. 55 Okönnt' ich dich, mein G. 726 O Lamm Gottes, unsch. 403 O Quell der Weisheit, 449 O Tod, wo ist dein Stach. 128 O Vater, allmächtiger G. 401 Vater der Barmherz. 238 Vater, uns. Gott es ist 200 O welch ein Glück, ein M. 756 Dwelch ein Trost, für m. 264 O welch ein unschätzbar. 833 O Welt, fieh hier dein 2. 96 O wie selig seyd ihr doch 668 O wie unaussprechlich 669 O zeuch 642 Register. Ozeuch mich, Heiliger, zu 395| Sey zufrieden mein G. 505 Sichrer Mensch, noch ist 864 Sieh, Seele, hinter dich 612 Singt unserm Gott ein 699 So fliehen unsre Tage hin 365 So gehst du nun, mein J. 98 Sohn, der uns verheißen 63 So jemand spricht, ich 871 So laßt uns Jesu dank. 406 Soll dein verderbtes H. 818 Sollten Menschen, meine 872 Sollt es gleich bisweilen 507 Sollt ich meinem Gott n. 582 Sollt ich meinem Gott P. Predigets, ihr Lehrer, und 12 Preise Gott mein ganz 174 Preis ihm, der ist und der 424 Preis ihm, er schuf und er 168 Preis ihm, den Allregier. 745 Preis, Lob und Herrlichk. 419 Preis sey dir mein Gott, 364 Preis sey dir unser Herr 450 Preist Christen mit Zufr. 567 Preist Menschen, preist den Herrn Preist Menschen, preist im Jubelton Preis u. Anbetung bring. 169 746 34 Quelle der Vollkommenh. 790 R. Reif ist nunmehr ter F. 568 Nichtet nicht wenn S. 670 S. Schaffe in mir, Gott, ein 445 Schmerz und Klage füllt 555 Schnell flichen Jahr auf 49 Schwer liegt der Trenn. 672 Schwingt, heilige Ged. 695 Schon hier lebt selig und 506 Schon ist auch diese N. 337 Schon ist der Tag von G. 671 Seele, dir sey Gott allein 502 Sehn wir nur Trůbsal 504 Sey auch mir, auch mir 812 Eey, Christenheit, sey Eeyd barmherzig Mensch. 887 Sey gegrüßet, Jesu, du 405 Sey hoch gepriesen, Herr, 97 Sey Lob und Ehr dem 581 Ser mit gegrüßt, du Heil. 56 Sey Seele stark und unv, 503 35 nicht trauen 508 So wahr ich lebe, spricht 239 So wird die Woche nun 366 Stärke die zu dieser Zeit 673 Stårke, Mittler, tröste sie 212 Standhaft sey, o Gott, 845 Strafe nicht, o Heiligster 240 Tausend Jahre sind vor 50 Theuer sey mir allezeit 388 Tod im Grabe lag der H. 129 Treu ist Gott, das nehmt 509 Triumph, Triumph es 130 Triumph, Triu. Vict. 131 Eugend ist der Seele Leb. 774 U. Ueber alle Himmel Heere 140 Um Erbarmen flehen wir 535 Um Gnade für die Sünd. 99 Unerforschlich sey mir 510 Unermeßlich ewig ist G. 702 Unser Gott ist groß und 737 Unser Gott wir danken 457 Unsre Aussaat segne G. 569 Unsterblichkeit, Gedanke 674 Uns strömt aus deiner 859 Un Register. 643 Unwiederbringlich schnell 51| Was den Leib erhält und 351 Was der gute Vater thut 744 Was frag' ich viel nach G. 794 Was ich nur Gutes habe 826 Was ist der Mensch, der 175 Was ist im Himmel, H. 777 Was ist mein zeitlich Leb. 865 Was ists, daß ich mich 516 Was soll ich ångstlich kl. 517 Was sorgst du ängstlich 678 Was Gott thut, das ist 515 Welch hohes Beyspiel 313 Welch Lob, o Gott, foll 583 Weltglück, Ehr und zeitl. 518 Wem Gott Gesundheit 587 Wenn Christus seine St. 390 Wenn dein Herzliebster 100 Wenn einer alle Kunst 873 Wenn einst mein sterb. Wenn ich anschau der Wenn ich die himmlische 680 Wenn ich ein gut Gewis. 834 Wenn ich einst von jenem 341 Wenn ich, o Gott, von 838 Wenn ich, o Schöpfer, 677 747) deine Macht 738 Wenn ich vor meinem S. 800 Wenn Menschenhülfe 519 Wenn mein Stündlein 681 Wenn mich die Sünden 101 Wenn sich in stiller Maj. 342 Wenn zur Vollführung 791 Wer bin ich, welche wicht. 827 Wer gehorcht, der thu's 593 Wer gleicht dir, Gott, u. 704 Wer Gottes Wege geht 265 Wer Gottes Wort nicht 266 Wer Gott vertraut, hat 520 Wer herrschet und ein R. 594 Wer ist's der mit Himm. 132 Wer V. Vater, der so gern verz. 241 VaterUnser im Himmelr. 201 Verbittre dir dein Leben 896 Verdammniß, ach, du D. 675 Vergangen ist auch diese 339 Verleih' uns Frieden gn. 536 Viel hast du uns Alllieb. 757 Voll Dank an diesem 338 Voller Ehrfurcht, Dank 284 Voll heiligen Entzücken 440 Vom Grab, an dem wir 36 Vom Himmel kam der E. 37 Von allen Himmeln tont 803 Von des Himmels ew. 311 Von dir in diese Welt ger. 825 Von dir kommt jede gute 202 Von dir, o Vater, nimmt 511 Von dir sind, Gott, der 600 Von ganzem Herzen lieb. 64 Von ganzer Seele preis 396 Von Gott will ich nicht 512 Von Herzen preis ich 819 Vorbild wahrer Mensch. 312 Vor dir, Herr Jesu, steh 446 Vor dir sich ehrerbietig 782 Vorsichtige Verschwieg. 903 W. Wach auf mein Herz, 340 Wachet auf, so ruft die S. 679 War' Gott nicht mit uns 389 Wagt' ich es långer noch 242 Wahrheit ist dein Eigent. 733 Wann du des Nächsten 878 Wann wir unsern Lauf 180 Warum betrübst du dich 513 Warum erbebst du m. 676 Warum sollt ich mich 514 Warum willst du draußen 13 " Register. 644 Wer ist dir gleich, du Ein. 700 Wer ist wohl, wie du St. 314 Wer kann Gott je was 801 Wer machte diese schöne 379 Wernur den lieben Gott 521 Werse inen Nächsten h. 775 Wer weiß es, Gott, wie 683 Wer weiß, wie nahe mir 682 Wer wohl auf ist und gef. 588 Wer zählt der Engel H. 181 Wie bin ich so vergnügt 905 Wie bist du Gott so gnad. 712 Wie groß ist des Allm. 728 Wie groß ist unsre Selig. 267 Wie lieblich ist's im T. 397 Wie lieblich ist, o Herr, d. 813 Wie mannichfaltig sind 846 Wie sanft sehn wir den 684 Wie schwach ist meine T. 839 Wie schnell ist mir der T. 367 Wie sicher lebt der M. 685 Wie soll ich deine Gütigk. 290 Wie soll ich dich empfang. 14 Wie soll ich dich würdig 809 Wie theuer, Gott, ist d. 243 Wie viele Freuden dank' 368 Wie wichtig ist doch der 758 Wie wird mir dann mein 686 Wie wohl ist mir, o Fr. 315 Wie wundervoll bin ich 759 Will mich, o Gott, hien. 522 Willst du der Weisheit 783 Wir bitten um den heil. 439 Wir bringen nun den 2. 687 Wir bringen weinend 688 Wir danken dir, Herr J. 102 Wir danken freudig dir 352 Wir dienen Gott in G. 458. Wir erscheinen hier vor 418 Wirf, blöder Sinn, den 15 Wirf dein Vertraun, n. 523 Wir freuen uns, Herr J. 141 Wir glauben all' an einen Gott, Schöpfer Wir glauben all' an eis 189 nen Gott, Bater Wir glauben an den eing. 190 Wir haben das Gesetz des 186 Wir kommen, Helfer, dir 538 Wir Menschen sind zu 391 Wir preisen Gott, anbet. 459 Wir schlossen unsern Ch. 601 Wir sind in Noth, laß 542 Wo find ich, Gott, den m. 778 Wohl dem, d. beffre Sch. 853 Wohl dem, der Gottesf. 524 Wohl dem, der in Gott. 602 Wohl dem, der richtig w. 893 Wohl euch, ihr Glaubig. 768 Wohlzuthun und mitzut. 888 Wo ist ein Volk, wo ist 909 Wo soll ich fliehen hin 244 Wünsch' ich als Christ 769 Wunderbar ist Gottes 525 3. 188 Zeuch ein zu deinen Thor. 158 Zu deinem Throne nah 203 Zu dir, Gott, uns. Herz 204 Zu dir, mein Gott, der du 527 Zu Gott, o Seele, schw. 526 Zum Himmel erhebe 910 Zur Grabesruh entschl. 103 Zurückgelegt ist abermal 52 3weyerley bitt ich von d. 854 Erfurt, Stereotyp- Druck der S. S. Uckermann'schen Buchdruckerei von Gerhardt& Schreiber. Gebete für den öffentlichen Gottesdienst sowohl, als für die häusliche Andacht. Erfurt, zu finden im evangelischen Waisenhause. 1849. 1. Allgemeine Kirchengebete. An Sonntagen nach der Vormittags- Predigt. 1. ( Das in Klammern geschloffene kann wegbleiben, wenn keine Kommunion ist.) ütiger Gott und Bater! deinen Namen mit vers einter Andacht zu heiligen und zu verherrlichen, unsere Unwürdigkeit und Sünde demüthig zu erkennen, uns im Vertrauen auf deine Gnade zu stärken, uns zur Liebe gegen dich und unsere Mitmenschen zu erwecken, uns auf die selige Ewigkeit vorzubereiten, und unsere Hoffnung zu ihr immer fester zu machen: darzu sind wir hier in deinem Hause versammelt, und darzu sind uns auch heut heilvolle Lehren des Christenthums verkündiget worden. Möchten sie doch, diese Lehren, bleibende Eindrücke auf unsere Seelen machen, und alle unsere Schritte leiten! Möchte doch der heutige Vortrag derselben heilsame Wirkungen in uns hervorbringen und uns im lebendigen Glauben an unsern Erlöser befestigen, das mit wir jezt alle, so viel unserer hier versammelt sind, nicht nur mit dem Munde, sondern vornehmlich auch mit dem Herzen, andächtig und einmüthig zu ferm gütigen Gott und Vater, beten können: Herr, Herr Gott, barmherzig und gnådig, geduldig und von großer Güte und Treue! Wir erheben unsre Stimme aus dem Staube zu dir und flehen: gehe nicht mit uns ins Gericht! Denn, so du willst Sünde zurechnen, Herr! wer wird bestehen? Bey aller unsrer Eigenliebe wirft uns unser Gewissen so manchen Undank gegen dich, unsern Wohlthäter, und so viele übera 2 tretne 4 1. Allgemeine Kirchengebete. tretne oder vernachläßigte Pflichten vor, daß wir alle Hoffnung zu unserer Seligkeit aufgeben müßten, wenn du, o Gott, nach unsern Sunden mit uns verfahren wolltest. Aber um Jesu Christi, deines Sohnes, um seines Todes und um seiner vollendeten Erlösung willen, laß Gnade für Recht ergehen. Feyerlich geloben wir dir, daß unser eifrigstes Bestreben seyn soll, dich immer inniger zu lieben, und dir bis in den Tod treu zu bleiben. Dein Geist stärke uns dazu, ynd, um Jesu Christi, unsers Erlösers willen, vergib uns gnädig auch unsre uns noch anklebenden und uns oft selbst verborgnen Fehler. Amen. Friede sen über alle, denen es mit diesem Bekenntniß ein Ernst ist, die ihre Sünden aufrichtig bereuen, ihr Vertrauen auf die Erlösung Jesu Christi seßen, und unter göttlichem Bey stande redlich entschlossen sind, der Sünde immer ernstlicher zu entsagen und als rechtschaffene Nachfolger Jesu gerecht und heilig in der Welt zu leben. Ihnen verkundige ich, als ein verordneter Diener des Evangelii und öffentlicher Lehrer des Christenthums, die Vergebung aller ihrer Sünden im Namen Gottes des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes! Alle unbußfertige und vorsätzliche Sünder hingegen wer den, wenn sie sich nicht bessern, den traurigen Folgen ihrer Lasterhaftigkeit auf keine Weise entfliehen können. Der Herr verleihe ihnen aber zur Aenderung und Besserung ihres Sin nes und Wandels die Hülfe und den Beystand seines Geistes um Jesu Christi, seines Sohnes, willen! Und nun,) o Gott! Der du Gebet erhörest, und von dem alle Hülfe kommt, verschmähe unser geineinschaftliches Flehen nicht, das wir dir für den Staat und die Kirche, worin wir leben, demüthig darbringen. Der du deine Kirche durch den Tod deines eingebornen Sohnes gegründet hast, fahre auch fort, sie unter uns zu erhalten, und gegen alle Gefahren mächtig und gnädig zu beschirmen. Laß dein Wort unter uns reichlich wohnen in aller Weisheit. Gib allen Lehrern, die es verkündigen, Licht und Kraft, viele Seelen dadurch zum Himmel zu führen, und laß sie durch ihr Leben die Lehre bestätigen, die sie andern predigen. Laß aber auch an allen ihren Zuhörern ihr Amt zu stetem Wachsthum in der Erkenntniß und Heiligung gesegnet seyn. Fördere die Wohlfahrt unserer hohen Schule sowohl, als aller andern 1. Allgemeine Kirchengebete. 5 andern Schulen in der Stadt und auf dem Lande. Laß Vorsteher, Lehrer und Lernende deiner väterlichen Obhut empfohlen seyn. Ja, verleihe uns allen und allen deinen Christen, daß wir vor allen Dingen dich kindlich fürchten und am ersten nach deinem ewigen Reiche trachten: so wird es uns auch im Irdischen an deinem milden Segen nicht fehlen. Wir bitten daher auch für alle weltliche Obrigkeit und insonderheit für diejenige, die du über uns gesetzt hast, daß deine göttliche Allmacht Dieselbe mit glücklicher, friedlicher Regierung segnen, und Dero Rathschläge zur Erhaltung des gemeinen lieben Friedens und bestándiger Wohlfahrt unserer und aller Dero angehörigen Lande und Leute väterlich leiten wolle, damit wir unter ihnen ein geruhiges und stilles Leben in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit führen, und den lieben edlen Frieden beständig besitzen und genießen mögen; daß auch Recht und Gerechtigkeit, und vornämlich Kirchen und Schulen Wohlfahrt, wie nicht weniger aller Einwohner und Angehörigen Aufnehmen befördert, gemeiner Stadt zustehende Freyheiten, Rechte und Gerechtigkeiten erhalten, hingegen alles Unglück und Gefahr von unserer Stadt und Lande abgewendet, auch alle Bosheit verhindert und gestraft werde. Segne endlich das ganze Land mit gesunder Luft, mit Fruchtbarkeit und mit Friede. Segne alle Stände und Lebensarten, alle rechtmäßige Berrichtungen und Gewerbe mit allem, was die allgemeine und besondere Wohlfahrt erhalten und befördern kann. Bewahre, o Allgätiger, uns, deine Menschen, deine Kinder auf Erden, vor allen unglücklichen Zufällen, vor Verwüstungen durch Feindes Gewalt, durch Feuer und Wassersnoth, durch Erderschütterungen und andere Landplagen, vor ansteckenden Krankheiten, vor Mißwachs, Theurung und Hungersnoth, und wende von unsern Häusern und Aeckern, ja von allem unsern Eigenthum, allen Schaden våterlich ab. Gib Weisheit und Gedeihen zu einer christlichen Kinderzucht. Erhöre die Seufzer der Leidenden; merke auf die Thränen im Verborgenen; denke des Säuglings ant 6 1. Allgemeine Kirchengebete. an der Mutterbrust; sey mit Gatten und Eltern, Kindern und Greisen, Jünglingen und Jungfrauen. Erwecke den Wittwen und Waisen Beschützer, den Armen Wohlthåter, den Verlassenen Rathgeber, den Blöden Fürsprecher. Stårke die Kranken mit Geduld und Ergebung in deinen Willen, und die Sterbenden mit Trost und froher Erwartung einer glücklichen Ewigkeit. Erhöre uns, Bater! dir vertrauen wir, und deinem Namen geben wir Ehre und Preis jezt und in Ewigkeit. Amen. 2. Ein Anderes zu eben diesem Gebrauche. Nach dieser Betrachtung christlicher Wahrheiten, lasset uns unsere Herzen zu Gott erheben und mit gemeinschaftlicher Andacht also beten: it dankbarer Seele preisen wir dich, Allgütiger, daß die test, und uns zur Erkenntniß deines Willens und unserer Pflicht führest. Insbesondere danken wir dir, daß du einst Sesum, den großen Lehrer des menschlichen Geschlechts auch zu unserm Vortheile in die Welt gesandt hast, daß du die unter seinen Verehrern gestifteten kirchlichen Eins richtungen noch heutiges Tages unter uns fortdauern låssest, und daß wir auch jezt an heilsame Wahrheiten seiner bessernden und beruhigenden Religion erinnert wor den sind. Erhalte unter uns die reine Lehre des Evangeliums, laß fie ferner wirksam seyn zur Heiligung und zur Erfreuung unserer verderbten und oft traurigen Gemüther, und gib, daß durch den immer fortgehenden Unterricht in den Belehrungen und Vorschriften unserer christlichen Religion die Unwissenheit und der Irrthum mehr und mehr zerstreuet, die Liebe des Rechts und der Tugend allgemeiner geweckt, und das freudigste Vertrauen zu dir, unserm gütigen und weisheitsvollen Vater, unter uns allen erhalten und gestärkt werde. Dir und deiner beschüßenden Obhut empfehlen wir all. Menschen, die Regenten der Völker, und insbesondere denjenigen, den du über uns gesetzt hast. Leite du Ihn felbft 1. Allgemeine Kirchengebete. 7 selbst durch den Geist der Weisheit, der Gerechtigkeit und der Milde, und gewähre Ihm die belohnende Freude, daß die seiner Beschützung anvertrauten Menschen immer bes ser und dir wohlgefälliger werden. Regiere die Gehülfen seiner Regierung, die Råthe und Diener des Landes, insonderheit die Obrigkeit dieser Stadt, damit durch ihren vereinigten Eifer Gerechtigkeit und Wohlstand überall befördert, dem Unrecht, der Gewaltthätigkeit aber gesteuert werde, und wir immer ein stilles zufriedenes Leben in Gottseligkeit und Ehrbarkeit führen mögen. Auch flehen wir dich an, Allgütiger, um die Ges währung unserer leiblichen Bedürfnisse. Erhalte uns die Früchte des Feldes! Gib gedeihliche Witterung! Laß Friede unter den Völkern und in unserm Lande herrschen! Steure der 3wietracht, wenn sie ihr Haupt erhebt! Erhalte unter uns den Geist der Ordnung und des stillen regelmäßigen Fleißes. Mehre unsere Erleuchtung durch das Licht der Wissenschaften und laß durch ihren wohlthätigen Einfluß jedes menschliche Gewerbe blühen. Um meisten aber gib deinen Segen dazu, daß in unserer Mitte jede häusliche und öffentliche Zugend, daß Achtung und Treue unter Gatten, Sorgfalt in der Erziehung, Gehorsam und Dankbarkeit gegen Eltern, Rechtschaffenheit und Wohlwollen unter Nachbarn und Mitbürgern, Gewissenhaftigkeit in jedem öffentlichen Amte, und erleuchteter Eifer für jede, die gemeinsame Wohlfahrt befördernde Anstalt herrsche, damit Erkenntniß und Ausübung der Tugend in gleichem Grade wachse, und unser Wohlseyn auf eine dauerhafte Art gegründet werde! Von dir, Allgütiger, der du mehr thun kannst, als wir bitten, erwarten wir die Erfüllung unserer Wünsche! Amen. Anmerkung. Auch kann zuweilen mit Gesängen statt der allgemeinen Gebete abgewechselt werden, insonderheit mit den Liedern Nro. 528. Nro. 529. Nro. 874. und 911. Kürzeres Kirchengebet. W ir danken dir barmherziger, gnädiger Gott, daß du auch jetzt uns in Frieden und Ruh hast lassen beisammen seyn, um in Wahrheit und Gottseligkeit unsere Herzen 8 Gebet in d. Betst, oder nach d. Wochenpredigten. Herzen zu befestigen. Laß uns nun auch diese ganze Woche einen guten Eindruck davon bewahren, daß alles geschehe zu deiner Ehre, deine barmherzigen Absichten zum Besten der Welt durch uns erfüllt werden, und wir auf guten Wegen deinen Segnungen mögen entgegen gehen. Dann gib uns auch nach deinem Vatersinne alles, was wir für das Irdische bedürfen. Segne uns alle insgesammt, nach den verschiedenen Umständen, in welchen wir uns in dieser Welt befinden. Vornamlich laß deine Barmherzigkeit groß werden über diejenigen Obrigkeiten, die du über uns gesetzt hast. Erwecke alle, die das Beste des Landes befördern sollen, zu ei ner gewissenhaften Treue, und erfülle jeden in seinem Stande mit Ehrfurcht für deine gute heilige Ordnung und mit redlichem Eifer, das Seinige zu thun. Erbarme dich aber auch aller Menschen, die in Mangel, Noth und Gefahr find. Hilf den Verlassenen, tröste die Betrübten, erwecke den Armen und Dürftigen Freunde und Wohithåter, stårke die Kranken und Sterbenden mit Geduld und Hoffnung, und laß uns allewege deiner erhaltenden, beschützenden und helfenden Gnade empfohlen feyn. Gib aber auch, daß wir dann des Dankes nicht vergessen, der dir allein gebühret, und deine immerwährende große Güte uns ein kräftiger Antrieb werde, dir mit frohem Herzen ergeben zu seyn. Amen. Gebet in den Betstunden, oder nach den 72101 Wochenpredigten. eliebte in Sesu! wir sind versammelt, den Herrn, unsern Gott, zu verehren, ihm für alle seine Wohl thaten zu danken, und ihn um den mächtigen Beistand anzuflehen, den wir und andere Menschen nöthig haben. Lasset uns dieses im Geist und in der Wahrheit thun, und mit ungeheuchelter Andacht sprechen: Barmherziger Gott, himmlischer Vater. Wir danfen dir für alle Wohlthaten, die du uns in unserm gans zen Leben bis auf diese Stunde, erwiesen hast. Wie groß ist ihre Summe! wie unschätzbar ihr Werth! Wo wir nur hinblicken, da finden wir Spuren deiner weisen Gü te, Gebet in d. Betst. oder nach d. Wochenpredigten. 9 te, da zeigen sich uns Quellen der Freude und des Vergnügens, die uns deine wohlthätige Hand bereitet und geöffnet hat. Insonderheit preisen wir dich, daß du uns durch Jesum Christum zu deiner Erkenntniß und zur Erkenntniß deines Willens gebracht, und uns den Weg, der zur höchsten und ewigen Glückseligkeit führet, so deutlich bekannt gemacht hast. Täglich läsfest du uns in deinem Worte unterrichten, was wir thun und was wir lassen müssen, wenn wir dir gefallen und selig werden wollen. Uch Herr! wir sind überzeuget, daß deine Güte uns auf das höchste verpflichtet, alle deine Gebote zu halten. Aber mit Schaam und Reue müssen wir bekennen, daß wir durch unzählige Vergehungen wider dich gesündiget haben. Allbarmherziger Gott und Vater! Wir bitten dich, um deines Sohnes Jesu Christi willen, vergib uns alle unsere Uebertretungen! Handle nicht mit uns nach unsern Sünden, und vergilt uns nicht nach unsern Missethaten. Laß uns die Gnade widerfahren, die unser Heiland allen bußfertigen Sündern in deinem Namen verheißen hat, und zu deren Versicherung er selbst, als ein Opfer für die Sünden der Welt, am Kreuz gestorben ist! Deiner Leitung, Allmächtiger! überlassen wir uns und alle unsere Angelegenheiten. Laß deinen Segen nichtvon dem Lande weichen, in welchem wir wohnen. Entferne durch deine weise und gütige Vorsehung die Plagen des Kriegs, der Theurung, der Hungersnoth, ansteckender Seuchen und Krankheiten, und die noch grdBern Uebel der Gottesvergessenheit und der Lasterhaftigkeit von demselben, und laß die Wahrheit, die Gerechtigkeit, den Frieden, alle christliche Tugenden und alle Urten des Fleißes und des Wohlstandes in demselben blühen. Gott, der du der König der Könige, und Herr der Herren bist, wir bitten dich für alle Obrigkeiten, die du über die Menschen, und insonderheit für diejenige, die du über uns gesetzet hast. Erfreue sie mit deinem Segen und mit deiner Hülfe, und verleihe ihr die Gnade, die Macht, die du ihr anvertrauet hast, zur Handhabung der Gerechtigkeit, zur Vertheidigung der Unschuld, zum Schrecken des Lasters, und zur Ermunterung der Tugend und Frömmigkeit anzuwenden. Segne 10 Gebet in d. Betst. oder nach d. Wochenpredigten. Segne uns alle insgesammt nach den verschiedenen Umständen, in welchen wir uns in dieser Welt befinden. Laß uns unsere Berufsgeschäfte mit Sorgfalt und gewissenhafter Treue verrichten, und verleihe unfern rechtmäßigen Unternehmungen einen glücklichen Fortgang. Stehe uns aber vornámlich dazu bey, daß wir allen deinen Befehlen willig gehorchen, und uns deinem Willen bey allem, was uns begegnet, demüthig unterwerfen, damit wir uns deines Wohlgefallens versichern, und dereinst die Seligkeit erlangen mögen, die du deinen auf richtigen Verehrern verheißen hast. Wir bitten dich für alle Völker des Erdbodens. Laß das Licht der Wahrheit über sie leuchten, und lehre sie alle dich, den allein wahren Gott und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen. Zerstöre allen Unglauben und Aberglauben und laß das wahre thätige Christenthum immer allgemeiner und wirksamer werden. Barmherziger Vater! Erbarme dich aller Betrübten, Elenden und Nothleidenden. Tröste die Wittwen, die Waisen, die Armen, die Kranken, die Sterbenden, und alle, die keinen Helfer haben. Sey du ihre Zuflucht, ihre Hülfe, ihr Schuß und ihr Erretter. Weisester, gu tigster, allmächtiger Gott, der du nahe bist allen, die dich anrufen, allen, die dich mit Ernst anrufen: erhöre das Gebet deiner Kinder! Du weißt besser, als wir selbst, was uns am nüglichsten ist. Wir verlassen uns auf deine Weisheit und Güte, und erwarten mit getrostem Muthe alles von dir, was wir zu dem gegenwärtigen und zu künftigen Leben nöthig haben. Erhalte uns dieses Vertrauen, und laß uns in demselben stets unsere Beruhigung finden, durch unsern Herrn und Heiland, Jesu Christum. Amen. Allgemeines Buß- Gebet. Laffet uns vor Gott, dem Allerhöchsten, uns erniedrigen, seine Größe und unsere Nichtigkeit empfinden, ihm unsere Sünden und Fehler bekennen, ihn um Gnade anflehen und also beten: Herr! 1. Allgemeines Buß- Gebet. 11 Herr! Herr Gott, gnädig, geduldig, barmherzig, von großer Güte, Gnade und Treue! In tiefster Demuth nahen wir uns zu dir, an diesem Tage, erinnern uns an deine Heiligkeit und Gerechtigkeit, und an unsere Mängel und Fehler, und an die Nothwendigkeit einer wahren Bekehrung; und flehen dich, im Glauben an die Verheißungen unseres Heilands, und im Vertrauen auf deine Batergüte, um Barmherzigkeit und Gnade. Du läsfest uns durch den wohlthätigen Unterricht im Christenthum wissen, was dein Wille und unsere Pflicht ist; du gewähreft uns allen die Ueberzeugung, wie es des Menschen höchste Würde und seine wahre Glückseligkeit ist, daß wir uns deine Vorschriften, Allgegenwärtiger, zu allen Zeiten heilig seyn lassen; du lässest uns, wenn wir von deinen Geboten weichen, durch das Gewissen, an das Unrecht der Sünde, und selbst durch ihre strafenden Folgen an ihre Schädlichkeit erinnert werden; du låssest es uns in der christlichen Kirche durch unsere gemeinschaftliche Undacht, durch die Handlung der Beichte, und durch die Feyer des heiligen Abendmahls nie an neuen Erweckungen und Ermunterungen zur wahren Bekehrung und zur standhaften Ausübung des Guten fehlen, und versagest keinem die Kraft, die er bedarf, und die Unterstützung deines heiligen Geistes. Aber, dessen ungeachtet müssen wir mit Beschämung gestehen, daß uns dein erkannter Wille nicht immer und über alles heilig ist, daß unsere Bekehrung oft nur ein leerer Wunsch, und ein unausgeführter Vorsatz blieb, daß wir die Sünden wiederholten, die wir zu meiden gelobt hatten, und daß wir weit von dem Ziele entfernt blieben, welches zu erreichen uns keine Unmöglichkeit war. O! verzeih, Allgútiger, deinen flehenden Kindern, und nimm das Gelübde des neuen Gehorsams gnådig an. Wir wollen unser Herz und unser Leben prüfen, wir wollen Vorsätze fassen, die unsrer würdig und dir wohlgefällig sind; und du wirst es uns nicht an der Kraft fehlen lassen, die wir zu ihrer standhaften Ausführung bedürfen. Erfülle uns, Allgütiger, aufs Neue mit deinem Geiste! Laß uns deinen Willen für unsere höchste Verpflich 12 1. Allgemeines Buß- Gebet. pflichtung halten. Gib, daß wir den ernsten Vorsatz faffen, ihn überall zu thun, und daß wir diesen Vorsatz nicht blos fassen, sondern auch ausführen. Schente uns zu dieser Absicht den Geist der Selbsterkenntniß und Prüfung, damit wir uns mit Unpartheylichkeit untersuchen: ob wir auf die rechte Art bekehrt sind, und ob dein Wille uns über alles heilig ist? ob wir in seis ner Erfüllung unsere Ehre bey unserm Gewissen, bey dir und bey unsern Mitmenschen darein setzen, daß wir recht handeln, und schenke uns den Sinn, daß wir diesen Vorsatz oft und mit jedem Tage unsers Lebens erneuern. Und da das Herz die eigentliche Quelle alles Bösen ist, und da aus ihm die Gedanken, welche uns verunreinigen, und die Vorsätze zu bösen Handlungen fließen, so gib, daß wir vor allen Dingen nach Reinheit des Herzens streben und keine böse Begierden an uns dulden, damit so unser Wandel immer reiner, un schuldiger und dir wohlgefälliger werde. Erhalte uns zu diesem Ende dein Wort, und den richtig leitenden und ermunternden Unterricht des Christenthums, und alle die wohlthätigen Einrichtungen der christlichen Kirche, welche dein Sohn, Jesus, zur Ers leuchtung unsers Verstandes, zur Heiligung unsers Her zens und zur Tröstung unserer Gemüther angeordnet hat. Regiere alle christliche Regenten und Obrigkeiten, denen du das Wohl der Länder und Völker anvertrauet hast, damit sie das Regiment mit Weisheit und in deiner Furcht führen. Gib deinen Segen zu jedem ernährenden Gewerbe! Laß es dem Fleiße nie an Ermunterung und unserm Herzen nie an den Mitteln des Wohlthuns fehlen. Beseele uns mit den Gesinnungen der Gerechtigkeit und der Liebe, und gib, daß jedes Haus mit Weisheit und Gerechtigkeit regieret werde. Segne alle Menschen mit guten Gesinnungen und mit Vertrauen zu dir! Unser Vater im Himmel, heilig und ehrfurchtswürdig sey uns und allen Menschen dein großer angebeteter Name! Gib, daß dein Reich, das Reich der Wahrheit und Tugend, sich überall und auch unter uns meh12. Dein Wille geschehe nicht blos in dem Himmel, sondern Anrede an die Confitenten in der Vesper zc. 13 dern auch von uns auf der Erde. Des Lebens Unterhalt gewähre uns täglich. Und verzeih), o Vater, verzeih, wenn wir fehlen, und schenke auch uns ein verföhnliches Herz. Laß uns nie der Versuchung zur Súnde unterliegen. Sondern erlöse auch uns von allem Uebel. Du bist der Herrscher der Welt. Dir gebühret Preis und Anbetung jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit. Amen. Die Gnade Gottes, des Allbarmherzigen, sen mit uns. Amen. Anrede an die Confitenten in der Vesper, wenn noch nicht alle gebeichtet haben. Geliebteste Freunde! Chr send jetzo zusammen gekommen, um nach der Gewohnheit unserer Kirche das Bekenntniß eurer Sunden im Beichtstuhle abzulegen, euch vor Gott zu demůthigen, Unterricht und Ermunterung aus Gottes Wort zu suchen, und euch dadurch zum würdigen Genusse des heiligen Abendmahls vorzubereiten. So wichtig alle diese Stücke sind, so nöthig ist es auch, daß ihr dabey die rechte Aufmerksamkeit und Redlichkeit beweiset, und so redet und handelt, daß ihr damit vor dem heiligen Gott, der euch so nahe ist, bestehen, und wahren Nußen von diesen heiligen Handlungen erhalten könnet. Denn er fordert nicht allein das Bekenntniß des Mundes und andrer äußerlichen Zeichen der Demüthigung in der Stellung und den Geberden des Körpers, sondern gedemüthigte Herzen, rechte Erfenntniß der Sünden, aufrichtige Neue, herzliches Verlangen nach seiner Gnade, und feste Entschließungen zur gründlichen Besserung des Lebens, die sich durch die That in eurem ganzen nachfolgenden Wandel erweisen. 3u dem Ende bitte ich einen jeden, auch jetzo ernsthaft in seinem eigenen Herzen nachzuforschen, und sowohl seine gegenwärtigen Gesinnungen, als auch sein bis 14 Anrede an die Confitenten in der Vesper zc. bisheriges Verhalten sorgfältig zu untersuchen. Denn es ist ja die ausdrückliche Ermahnung des Apostels Paulus: Der Mensch prüfe sich selbst, und also esse er von diesem Brod und trinke von diesem Belch. Soll diese Selbstprüfung die gewünschten Folgen haben, so ist nöthig, daß sie mit Erhebung des Herzens zu Gott geschehe, daß man ferner seinen Zustand und Verhalten mit dem Worte Gottes und besonders mit den Lehren Jesu Christi vergleiche, und sich nun selbst frage: bin ich so gesinnet, wie Jesus Christus war? Habe ich eine rechte herzliche Liebe zu Gott, meinem Vater folge ich seinem Worte willig, als ein gehorsames Kind?- Hasse ich alles Böse, was er haffet, von ganzem Herzen und mit redlichem Ernstliebe ich dagegen das Gute, und wende ich alle meine Kraft an, um es in der That zu vollbringen? Beweiſe ich auch meinen Glauben durch eine aufrichtige und thätige Liebe gegen den Nächsten?- Bin ich demüthig und liebreich, friedfertig und versöhnlich, dienstfertig, barmherzig und mildthätig? Lebe ich keusch und mäßig- bin ich treu und fleißig in meinem Berufe, ohne jedoch mein Herz ans Irdische zu hängen und andere christliche Werke darüber zu versäumen? Wache ich täglich über mein Herz widersteh' ich ernstlich den sündlichen Begierden folge ich nicht den bösen Gewohnheiten der Welt? Kurz: ist es mein ganzer Ernst, immer besser und vollkommener, und dem Bilde Jesu immer ähnlicher zu werden? - — Uch bedenkt doch, meine Geliebten, dies alles recht sorgfältig vor Gott! Lernet euch selbst kennen, und ruhet nicht eher, bis ihr wisset, ob ihr wahre Christen send oder nicht. Send nicht leichtsinnig und gleichgültig; schiebt die Besserung nicht von einer Zeit zur andern auf: sondern jezt gleich, da ihr diese Ermahnung höret, stellet euch so vor Gott dar, wie ihr seyd, bittet ihn um Beistand zur rechten Erkenntniß der Sünde, zur wahren Reue und zur ernstlichen Besserung. Suchet nicht nur Vergebung der Sünden, fasset nicht nur gute Vorsätze, sondern denkt auch im Ernste darauf, eure Gesinnungen und Werke zu ändern, und das durch 15 3wen Gebete in der Vesper vor dem Altar xc. durch der durch Christum angebotenen Begnadigung fåhig zu werden. Und wer auch unter uns bisher als ein rechtschaffener Christ gewandelt hat, der prüfe sich dennoch aufs neue, lerne seine Fehler noch besser erkennen, und stärke sich durch Betrachtungen der Liebe Gottes und Jesu Christi zur steten Reinigung seines Herzens, zur größern Fruchtbarkeit in guten Werken und zum kindlichen Vertrauen auf Gott. Denn nur, auf diese Weise könnet ihr alle würdig werden, das theure Gedächtnißmahl eures Erldsers in Segen zu genießen; euch auch des durch ihn vollbrachten Erlösungswerkes zu freuen und mit lebendiger Hoffnung der Zukunft entgegen zu sehen. Gott schenke euch hierzu seine verheißene Gnade durch Christum. Amen. Zwey Gebete in der Vesper vor dem Altar zu verlesen, vorzüglich wenn die Communicanten schon fast alle gebeichtet haben. 1. Hei eiliger und allgütiger Vater deiner Menschenkinder, wir demüthigen uns, mit kindlichem Vertrauen zu deiner uns in Christo geoffenbarten Barmherzigkeit und Gnade, vor deinem allerheiligsten Angesichte. Laß dir wohlgefallen die Empfindungen und Vorsätze, mit welchen wir uns anschicken, das Abendmahl Jesu zu feyern. Wir danken dir, o Gütigster, für alle das Gute und Erfreuliche, das du uns durch Christum gabst, für das Licht der Wahrheit, das uns auf Erden leuchtet, für die tröstliche Versicherung der Vergebung unsrer Sunden, für die Kraft zum tugendhaften Leben, für den Trost im Leiden, und für die selige Hoffnung zu jenem Reich deiner höhern Herrlichkeit.- Wir gedenken aber auch unserer großen Verpflichtung gegen dich und unfern Erlöser, erkennen mit inniger Reue jedes Unrecht, dessen wir uns schuldig gemacht haben, und geloben es dir feyerlich, hinfort mit größerm Ernste nach unsrer Hei 16 3wey Gebete in der Vesper vor dem Altar x. Heiligung zu trachten und das Beispiel unsers Erldsers stets vor unsern Augen zu haben. So wie er, voll Liebe zu dir, deinen Willen gerne that, und ein unschuldiges tugendhaftes Leben führte, wollen auch wir dir gehorsam, unschuldig und tugendhaft seyn. So wie er, in thätiger Menschenliebe, alle Menschen beglückte, allen Gutes that, den Elenden half, den Traurigen tröstete, selbst Feinde liebte, edel und groß müthig dachte und handelte,- gerne vergab: so wollen auch wir alle Menschen, selbst unsere Feinde, lieben, edel und großmüthig denken und handeln, gerne vergeben, den Armen helfen, den Unglücklichen trösten. So wie er kindlich dir vertraute, seine Leiden zufrieden ertrug, seinen Geist in deine Hände befahl und mit freudiger Aussicht auf jenen großen Lohn der Ewigkeit starb: so wollen auch wir unsere Leiden ertragen, auf dich, den Vergelter, unsern Vater, und auf ihn, unsern Erldser, sehen und einst selig sterben. Vers gib uns daher, um unsers Erlösers willen, unsre Sunden; tröste unser reuiges Herz, und laß es uns ge lingen, als beßre Menschen von der Gedächtnißfever des Leidens und Todes Jesu im heiligen Abendmahl zu unsern irdischen Geschäften zurück zu kehren, und in allen Verhältnissen unseres Lebens es zu beweisen, daß wir das auch in der That sind, was wir hier vor deinem Angesicht zu seyn uns redlich vorgenommen haben. O hilf uns dazu, Gott, unser Vater, um deiner Liebe und Erbarmung willen. Amen. - — 2. Heiliger und gerechter Gott, der du alles Gute lies und Wir kommen heute mit bußfertigem Herzen vor dein Angesicht, und bekennen dir, dem Allwissenden, daß wir deinem heis ligen Willen sehr oft mit Gedanken, Worten und Werken widerstrebet, und uns dadurch des schändlichften Undanks gegen dich schuldig gemacht haben. Deiner unendlichen Güte haben wir unser Daseyn und alle Glückseligkeiten unseres Lebens zu danken. Stets hast du uns 2. Besondere Kirchengebete an Festtagen. 17 uns die nöthigen Mittel zu unserer Erhaltung und Speiſe zu rechter Zeit gegeben. In allen Gefahren hat uns dein Aufsehen bewahret, und unter jeder Trübsal hast du uns mit Troste aufgerichtet. Deine ewige Liebe ist es, die uns fähig macht, unsere Hoffnungen und Wünsche auch über das gegenwärtige Leben zu erheben. Du hast uns in deinem Worte den heilsamsten Unterricht gegeben, was wir thun, und was wir lassen müssen, wenn wir dir ges fallen und zum Genusse der vollkommensten Seligkeit gelangen wollen. Wie können wir dich für alle Wohlthaten, die du uns nur seit unserer letztern Communion bis auf diesen Tag erwiesen hast, genug loben und preis sen! Wie können wir aber auch ohne Schaam daran denken, daß wir deinen heiligen Absichten so sehr zuwider gelebt, und dir, unserm höchsten Wohlhäter, durch Uebertretung deiner Gesetze so undankbar gewesen sind. Wir erkennen, wir bereuen unsere Sünden, und nehmen unsere einzige Zuflucht zu deiner Gnade, die du uns durch Jesum Christum verheißen hast. Vergib uns um seinetwillen alle Vergehungen unseres vergangenen Lebens, und stehe uns kräftig bey, daß wir unsern guten Vorsat, in Zukunft weiser und besser zu handeln, in der That vollbringen mögen. Wir wollen von nun an allem entsagen, was dir mißfällig ist; ach gib, daß wir uns alle von ganzem Herzen zu dir bekehren, und laß uns an dem morgenden Tage bey dem Genusse des heiligen Abendmahls diesen guten Vorsatz erneuern, und uns aufs neue im Vertrauen auf deine Gnade und in der Ermunterung zu allem Guten stårken. Erhöre uns, barmherziger Vater, durch unsern Herrn und Heiland, Jesum Christum. Amen. 2. Besondere Kirchengebete an Festtagen. Am Feste der Geburt Jesu. Gott! ott! Schöpfer und Vater der Menschen, Erbarmer und Wohlthäter gefallner Sünder! Wir, deine b Kinder. 18 2. Besondere Kirchengebete an Festtagen. Kinder, deine Erlösten, beten dich voll Ehrfurcht und Dankbarkeit an, und preisen an diesem festlichen Tage gemeinschaftlich deine Güte, daß du uns deinen Sohn zum Freund und Bruder, zum Heiland und Erlöser ge schenker hast, und durch ihn alles uns schenken willst. Du erfülltest deine Verheißung zu rechter Zeit. Dein Geliebter ward zum Heil der Welt geboren. Ein himm lischer Bote, von deinem Throne gesandt, verkündigte seine Geburt, und die Menge der himmlischen Heerschaaren lobte dich in feyerlichen Gesängen, und wünschte den Menschen Glück zur Erscheinung ihres Erretters. Wir vereinigen unsere Loblieder mit den ihrigen und sprechen ihnen nach: Ehre sey Gott in der Höhe, Friede auf Erden, und an uns Menschen ein Wohlgefallen! Du hast, o Gott, unter uns deine Macht, Weisheit und Baterliebe in das hellste Licht gesetzt, da du deinen Eingebornen zum Licht und Heil der Welt Mensch werden ließest. Durch ihn kennen wir dich, als den allge meinen Vater aller Menschen, der seine Kinder mit gleichem Wohlwollen umfaßt und nur unsere Seligkeit will; durch ihn vertrauen wir, bey den Verwirrungen der Welt und der Dunkelheit der Zukunft, deiner untrüglichen Weisheit und deiner unveränderlichen Güte; durch ihn wissen wir, daß nicht blutende Opfer, nicht kost bare Geschenke, sondern nur ein reines Herz und ein un schuldiger Wandel der Preis deines Wohlgefallens ist; durch ihn sind wir belehrt, wie wir die Sünde meis den, die Schwäche unseres Herzens besiegen, und daß wir bey unvorsätzlichen Fehltritten der Uebereitung durch Reue und Besserung von dir Bergebung hoffen dürfen. Durch ihn sind wir befestiget in dem Glauben an die Unsterblichkeit und an die nicht ausbleibende Belohnung der Tugend. O, daß wir diese wichtigen Erkenntnisse und diese herrlichen Hoffnungen immer mit Dank und Freude erkennen, mit stiller Sammlung und Rührung unserer Scele überlegen, und gewissenhaft auf unser Herz und Leben anwenden möchten! Hilf zu dem Ende, lieber himmlischer Vater, daß wir das, so uns heute ist vors getragen worden, wohl merken und zu Herzen nehmen, damit wir die Wohlthaten, die wir durch die Geburt Jes fu Umn Feste der Geburt Jesu. 19 fu erhalten haben, nimmermehr vergessen, sondern sie vielmehr immer höher schätzen lernen, um unter allen Um ständen unseres Lebens der Würde, zu welcher unsre Natur dadurch erhoben worden, gemäß denken, reden und handeln zu können. Verleihe ferner deine Gnade, daß wir auch in den noch übrigen Fevertagen, wie die Hirten zu Bethlehem, mit der innigsten Theilnahme, die große Botschaft von dem Eintritt des Erlösers in die Welt anhören, dir aufrichtig dafür danken, sie unter unsern Brüdern verkündigen, und noch außerdem wie Maria, die Mutter Jesu, alles wohl überlegen und auf unsern Sinn und Wandel anzuwenden bemüht seyn mögen, was wir nur immer von den Vortheilen vernehmen werden, die dein Sohn durch seine Geburt und Menschwerdung vom Himmel herabgebracht hat auf diese Erde. Lehre uns durch deinen Geist solches Nachdenken, solche Theilnahme, solche religiöse Empfindungen und Entschließungen, und segne dazu alle Uebungen der Andacht in diesem deinen heiligen Tempel. Gott, auch im Irdischen ers zeige uns nach deiner Weisheit deine Liebe und Güte, und behüte uns diese Feyertage und allezeit vor Feuer, Raub, Aufruhr und allen traurigen Folgen des Menschenhasses. Laß Eigennut und Neid, Ehebruch und Hurerey, Trunkenheit und Schwelgeren, jede Härte und Grausamkeit, besonders Religionshaß und Verfolgungssucht, Aberglauben und Unglauben fern von uns und allen denen seyn, die sich Christen nennen. Mache uns vielmehr geneigt, dem Nothleidenden zu helfen, den Irrenden zu dulden, den Fallenden mit Sanfts muth zurecht zu weisen, dem Beleidiger zu verzeihen und jede Gelegenheit sorgfältig zu benußen, wo wir für Menschenwohl thätig und geschäftig seyn können. Endlich hilf, daß wir auch diese Fevertage gesund und in Friede und Ruhe, zu unserm Troste und Erbauung im Glauben und in der Gottseligkeit, mit einander voll bringen, damit wir uns ihrer einst noch in der Ewigkeit mit Freude erinnern und mit der Menge der Vollendeten ausrufen mögen: Gelobet feyst du, Gottes Sohn, Du, Herrscher, auf der Allmacht Thron! 62 Du 20 2. Besondere Kirchengebete an Festtagen. Du wurdest einst ein Mensch, wie wir: Unbetung, Preis und Dank sey dir, Hallelujah. Amen! Zum Beschluß der Weihnachtsfeyertage. ir beschließen jezt, liebreicher Gott und Vater, die Wir Erlösers, Jesu Christi, und die öffentliche Lobpreisung der Gnade und Liebe, welche du uns durch seine Ge burt bewiesen hast! Noch einmal erheben wir uns anbetend und dankend zu dir, dem allein Anbetung und Dank gebühret, und freuen uns der herrlichen Wohl thaten, an welche uns dieses Fest so lebhaft erinnert hat. O möchte doch jeder unter uns den Werth dieser Wohlthat so erkannt haben, daß er nun auch redlich entschlossen sey, sie zu seinem Heile anzuwenden! Laß uns zu dem Ende noch einmal bedenken, daß Jesus, dein eingeborner Sohn, für uns zur Erde herab kam und Mensch wurde, um uns Menschen zu deiner wahren Erkenntniß und Verehrung und dadurch zu der für uns bestimmten ewigen Glückseligkeit zu führen; um uns ein vollkommnes Muster der Frömmigkeit zu ge ben und uns durch Leiden und Tod, durch Auferstehung und Himmelfahrt, von der Sünde und ihrem Elende zu befreyen. Laß uns nun aber auch den Unterricht, den uns Jesus von deiner Erkenntniß und Verehrung gegeben hat, willig annehmen und gewis senhaft befolgen. Mache uns immer auf sein heiliges Beispiel aufmerksam, und lehre uns in der Nachahmung desselben unser Herz und unsern Wandel bessern und darin dir wohlgefällig werden. Beruhige uns durch die Versicherung, daß uns dein Sohn Vergebung der Sünden, Fortdauer nach dem Tode, selige Unsterblichkeit erworben, und laß uns die Bedingung erfüllen, unter welcher wir nur allein dieser Wohlthaten können würdig und theilhaftig werden. Stärke uns dazu durch deinen Geist, leite uns durch ihn auf die richtige Bahn, die zum ewigen Leben führet, und laß uns auf dieſem Wege dahin gelangen, wo du mit deinem Sohn, Jesu Christo, unserm Erlöser, ewig herrschest und angebetet wirst. Erhöre dieß unser Gebet, so wird die Feyer diefer Um Neujahrstage. 21 fer freudenvollen Tage dir zur Ehre und uns zur Bef= serung und zum ewigen Troste gereichen. Amen! Am Neujahrstage. Au, Gott, bist unsere Zuflucht für uns für; ehe denn die Berge und die Erde, und die Welt geschaffen worden, bist du Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Deine Jahre nehmen kein Ende! Darum wendet sich alles zu dir, und erflehet von dir Hülfe und Segen! Ein Jahr ist wieder verlebt: ach, daß auch die Menschen alle, die du geschaffen hast, der Seligkeit näher gebracht seyn möchten, welche ihnen ewig bereitet ist. Berbreite zu dem Ende die Kenntniß von dir und deinem Sohne noch weiter unter fie; erwecke in ihnen immer mehr und mehr aufrichtige Liebe zur Wahrheit; befördere christliche Gesinnung und Handlungsweise, und unterstütze alle Bemühungen zum Besten der Aufklärung und allgemeiner thätiger Menschenliebe! Erhalte und gründe den Frieden in unserm deutschen Vaterlande; steure dem Uberglauben, dem Unglauben, und dem Laster, und laß uns alle im Segen nach deinem Wohlgefallen leben. Alle Obrigkeiten dieses Landes empfehlen wir deinem Schuß und väterlicher Obhut. Gib ihnen deinen Geist und göttliche Weisheit, daß sie sprechen für die Wahrheit und das Recht; daß sie helfen dem Verfolgten und Unterdrückten; daß sie das Verdienst belohnen, und Recht und Gerechtigkeit in allen Stånden als deine Diener handhaben; daß sie allenthalben im Lande das Gute befördern: dazu stårke du sie! Vorsteher und alle Lehrer in Kirchen und Schulen müssen auch in diesem Jahre die Wirkungen deiner Gute fühlen, zur Ausbreitung des Christenthums, zur Förderung nüßlicher Kenntnisse und achter Gottseligkeit. Jedem, der Beruf hat für das Wohl unserer Stadt, für die Aufrechthaltung guter Sitten, für Ordnung und Fleiß, für Gewerbe und Nahrung zu sorgen, empfehlen wir deinem Schutz und deiner Vorsorge, damit ihre Bemühungen gewissenhaft und von dem heilsamsten Erfolg seyn mögen. Bewahre alle Einwohner vor Unglück und schädlichen Bufällen, welche den Fleiß des redlichen Arbeiters hinderil 22 2. Besondere Kirchengebete an Festtagen. dern, und deine Segnungen, für welche wir dir kindlich danken, hemmen können. Schenke uns gesunde Witte rung; laß das Land seine Gewächse geben; bewahre uns vor Theurung, Krankheit und Hungersnoth; erwecke unter uns immermehr den Geist der Thätigkeit, und gib zu allen unsern redlichen und guten Bemühungen deinen Segen! Daß Jünglinge und Jungfrauen das Gefühl für Ehre und Unschuld; Gatten das Gelübde ehelicher Treue; Eltern die Sorge für Kinder; Kinder die Liebe für ihre Eltern; Herrschaften Gefälligkeit gegen ihr Gesinde, und das Gesinde Pflichteifer beseelen möge: darum bitten wir dich! Troste die Leidenden, sen in der Freude bey Fröhlichen, öffne die Schäße der Reichen dem Dürftigen, trocne die Chránen der Wittwen und Waisen, zeige dich uns allen, als den Gott, von dem alle Hülfe kommt, und stärke uns in der Stunde des Todeš! Ja, lehre uns vorzüglich auch an diesem ersten Ta ge eines neuen Jahres bedenken, daß die Zeit unsers Hiers feyns kurz und ungewiß sey, und daß wir während derselben sehr vieles auszurichten haben, wenn wir am Ende nicht hoffnungslos verzagen wollen. Und, o möchten wir doch auch alle zu dem ernstlichen Vorsatz erweckt werden: wir wollen unsere noch übrige Tage sorgfältig berechnen, und sie gewissenhaft zu deinen Absich ten anwenden! Das befördere du, dazu stärke uns, Gott, durch dessen Willen wir heute noch leben und einst sterben werden. Ehre, Preis und Anbetung dir, der du bist und warst, und seyn wirst, unserm einzigen Herrn und Gott! und alle Welt fürchte dich! Amen. Auf das Fest der Erscheinung Christi. Sott ott, gütigster, barmherzigster Vater, wir freuen uns an diesem festlichen Tage gemeinschaftlich vor dir, daß du dich unserer durch deinen Sohn, Jesum Chris ftum, so liebreich angenommen, und durch ihn so herrs liche Veranstaltungen zur Wiederherstellung unserer Glückfeligkeit gemacht hast. Nicht blos deinem eigenthümlis chen Volke, das du als die Nachkommenschaft deines Freundes Abrahams, vor allen andern, seit vielen Jahrhuns 23 Auf das Fest der Erscheinung Christi. derten begnadiget hattest, sondern auch allen übrigen Nationen der Erde hattest du, allgütiger Vater der Menschen, deinen Sohn zum Erlöser und Seligmacher bestimmt. Darum huldigten ihm auch bald nach seiner Geburt weise und gelehrte Männer aus dem Heidenthum, und verehrten ihn, als den großen König, der die Welt beglücken sollte. Auch wir, Abkommlinge von Heiden, die dich nicht kannten, auch wir preisen deine Weisheit und Gnade, daß du uns durch seine Erkennt niß erleuchtet hast, die wir ohne ihn in Unwissenbeit und Zweifel leben, und noch äußerst elend und unglücks lich seyn würden. Herzlich freuen wir uns nun des hellen Lichts, das uns als Christen erleuchtet, des fußen Trostes, der uns im Leiden erquicket, der festen Hoffnung, die uns im Tode belebet, der eblern Gesinnungen und größern Kräfte zum Guten, die wir in uns fühlen, des neuen geistigen Lebens, daß du in und unter uns erwecket hast.! möchte das Licht, das über uns aufgegangen ist, sich immer weiter verbreiten und auch unsere weniger glücklichen Brüder, die keine Christen sind, dem Irrthume, dem Laster und dem Elende ent reißen! Möchte dasselbe auch unter uns immer mehr Erkenntniß und Liebe der Wahrheit, immer reinere Tu gend und Frömmigkeit, immer mehr Sufriedenheit und Glückseligkeit wirken! Laß uns daher stets als Kinderdes Lichts im Lichte wandeln, und stets so denken und leben, wie es Menschen geziemet, die du zu deiner und deines Sohnes Erkenntniß gebracht, mit so vielen Vorzugen begnadiget, und zu höherer Vollkommenheit und Glückseligkeit berufen hast. Segne unser Nachdenken über diese so wichtigen Dinge, und laß uns an diesem festlichen Tage heilige Freuden genießen, dir aber auch zugleich die schuldigen Opfer der Dankbarkeit darbringen, daß wir durch alle Feyertage hindurch, die dem Gedächtniß der Geburtsgeschichte deines Sohnes, unsers Erlösers, Jesu Christi, geweihet waren, uns hier in diesem deinen Hause zu deiner Verehrung in Friede und Ruhe versammeln und so vielen Unterricht, so vielen Trost, so viele Ermunterung im Guten erhalten konnten. Sogar im Irdischen hast du dich diese Feyertage hindurch 24 2. Besondere Kirchengebete an Festtagen. durch nicht unbezeugt gelassen, ewiger und allmächtiger Gott, weiser Regierer der Welt! du hast uns nicht nur gegeben, was wir zur Leibes- Nahrung und Nothdurft gebrauchten, sondern auch gnådiglich alles von uns ab gewendet, was unserm Leben, unsrer Gesundheit, unsern Häusern und Familien und allem unsern Eigenthum nachtheilig seyn und Schaden bringen konnte. Auch das für preisen wir dich und danken dir mit innigst gerühr ter Seele. Hilf ferner und sey uns gnådig, und laß uns mit Zufriedenheit und Ergebung in deinen våterlichen Willen, auch in Zukunft unter allen Umständen unseres Erdenlebens, das Beste von dir erwarten. Auf dich, Allgütiger, hoffen wir, und unsere Hoff nung wird nicht unbelohnt bleiben. Amen. Am Feste der Darstellung Christi, oder der Reinigung Maria. ugütiger, himmlischer Bater! Geber aller guten Gaben! auch dieser festliche Tag erinnert uns an die größeste deiner unzähligen Wohlthaten, an die Wohl that, daß dein eingeborner Sohn für uns zur Erde herab kam, um unser Lehrer und Muster, unser Erlöser und Seligmacher zu werden. O was wären wir ohne ihn! Ohne dich, unsern Schöpfer, zu kennen, ohne von deinen gnadenvollen Absichten mit uns unterrichtet zu seyn, ohne zu wissen, wohin uns der Weg durch dies Leben führe, würden wir keine Seelnruhe, keine Hoffnung zu dir, keinen Trost im Leiden und im Tove has ben. Sey daher von uns allen gepriesen und mit Dank und Anbetung verehrt, daß du durch ihn dich selbst uns als den allgemeinen, liebreichen, verzeihenden Vater aller Menschen, deiner Kinder, geoffenbaret, und uns dadurch die Bahn zur wahren Tugend und Glückseligkeit eröffnet hast. Lehre uns nun diese großen Wohlthaten zu unserer Besserung und Beruhigung gewissenhaft anwenden, und bewahre uns, daß wir uns derselben nie durch muthwillige Sünden, und durch ein unchristliches lasterhaftes Leben unwürdig und verlustig machen. Mache uns selbst durch deinen guten Geist tüchtig, daß wir allem monills 2 25 Gebet in der Fasten, 2. allem dir mißfälligen Wefen und allen sündlichen Lüften von ganzem Herzen entsagen, und dagegen züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, damit wir so im Glauben und in der Reinigkeit und Heiligkeit unserer Gesinnungen und Handlungen uns der Seligkeit würdig machen mógen, die du uns durch deinen Sohn, unsern Heiland Jefum Chriftum, bereitet hast. Kommt dann der Augenblick des Scheidens ach, er kommt von dir, Herr über Leben und Zod so laß uns wie jener alte ehrwürdige Simeon, mit Ruhe und Heiterkeit ihm entgegen sehen und mit diesem frommen Alten ausrufen: Herr, nun låsfest du uns, deine Diener, nach deiner Verheißung, in Friede fahren. Laß uns ruhig und getrost dorthin gehen, wo ewige Belohnung auf uns wartet. - - Herr, mache uns gerecht und rein, Und laß uns stets voll Glaubens seyn, Stets deiner würdig leben!" Bis du auch uns, wenn dir's In Frieden wirst aus dieser S Wie Simeon, erheben. Ume Gebet in der Fasten, oder Christ Liebreicher Gott, himmliſcher dem der Erlösung der Menschen. In diesem Andenken fin trösten, beruhigen, stärken u Finsternis, Kraft bey dem Muth im Leiden, Hoffnung Bild unsers liebenden, leidenden Liebe, Leiden und Sterben die uns stets vor unsern Augen seynt besondere seine letzten Reden und Herzen graben, und in denselben der Besserung und des Trostes hervorb ehrungswürdig erscheint uns nicht Unschuld des Herzens, Liebe zu Gott und zu allen Menschen, ein ganz tugendhaftes, heiliges und gemeinnütiges Leben in der Person TU) Te ver= 24 2. Besondere Kirchengebete an Festtagen. durch nicht unbezeugt gelassen, ewiger und allmächtiger Gott, weiser Regierer der Welt! du hast uns nicht nur gegeben, was wir zur Leibes- Nahrung und Nothdurft gebrauchten, sondern auch gnådiglich alles von uns abs gewendet, was unserm Leben, unsrer Gesundheit, unsern Häusern und Familien und allem unsern Eigenthum nachtheilig seyn und Schaden bringen konnte. Auch das für preisen wir dich und danken dir mit innigst gerühr ter Seele. Hilf ferner und sey uns gnådig, und laß uns mit Zufriedenheit und Ergebung in deinen våterlichen Willen, auch in Zukunft unter allen Umständen unseres Erdenlebens, das Beste von dir erwarten. Auf dich, Allgütiger, hoffen wir, und unsere Hoff nung wird nicht unbelohnt bleiben. Amen. Um Feste der Darstellung Christi, oder der Reinigung Marià. 98 himmlischer Vater! Geber aller guten ieser festliche Tag erinnert uns an hligen Wohlthaten, an die Wohl borner Sohn für uns zur Erde Lehrer und Muster, unser Erlöser rden. O was waren wir ohne Schöpfer, zu kennen, ohne von chten mit uns unterrichtet zu mohin uns der Weg durch dies feine Seelenruhe, keine Hofftim Leiden und im Tode haallen gepriesen und mit Dank daß du durch ihn dich selbst uns ichen, verzeihenden Vater aller geoffenbaret, und uns dahren Tugend und Glückseligkeit nun diese großen Wohlthaten and Beruhigung gewissenhaft ans re uns, daß wir uns derselben nie Sünden, und durch ein unchristliches lasterhaftes Leben unwürdig und verlustig machen. Mache uns selbst durch deinen guten Geist tüchtig, daß wir dura allem mentils Gebet in der Fasten, 2. 25 allem dir mißfälligen Wesen und allen sündlichen Lüsten von ganzem Herzen entsagen, und dagegen züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, damit wir so im Glauben und in der Reinigkeit und Heiligkeit unserer Gesinnungen und Handlungen uns der Seligkeit würdig machen mógen, die du uns durch deinen Sohn, unsern Heiland Jesum Christum, bereitet hast. Kommt dann der Augenblick des Scheidens ach, er kommt von dir, Herr über Leben und Zod so laß uns wie jener alte ehrwürdige Simeon, mit Ruhe und Heiterkeit ihm entgegen sehen und mit diesem frommen Alten ausrufen: Herr, nun låsfest du uns, deine Diener, nach deiner Verheißung, in Friede fahren. Laß uns ruhig und getrost dorthin gehen, wo ewige Belohnung auf uns wartet. Herr, mache uns gerecht und rein, Und laß uns stets voll Glaubens seyn, Stets deiner würdig leben! Bis du auch uns, wenn dir's gefällt, In Frieden wirst aus dieser Welt, Wie Simeon, erheben. Amen! — - # plor Gebet in der Fasten, oder in der Leidenszeit Christi. Liebreicher Gott, himmliſcher Bater! Wir heiligen dieſe dem und seines großen der Erlösung der Menschen. In diesem Andenken finden wir alles, was uns trösten, beruhigen, stårken und erfreuen kann; Licht in Finsterniß, Kraft bey dem Gefühle unsrer Schwachheit, Muth im Leiden, Hoffnung im Tode. O möchte das Bild unsers liebenden, leidenden, sterbenden, und durch Liebe, Leiden und Sterben die Welt beglückenden Jesu, uns stets vor unsern Augen seyn! Möchten alle, und ins besondere seine letzten Reden und Thaten sich tief in unfre Herzen graben, und in denselben hundertfältige Früchte der Besserung und des Trostes hervorbringen! Wie verehrungswürdig erscheint uns nicht Unschuld des Herzens, Liebe zu Gott und zu allen Menschen, ein ganz tugendhaftes, heiliges und gemeinnütiges Leben in der Person 26 2. Besondere Kirchengebete an Festtagen. Person und dem Verhalten unsers Herrn! D, mit wel cher Großmuth hat er die empfindlichsten Leiden erdul det, und sich in den schmerzlichsten, schimpflichsten Tod dahin gegeben, damit er uns allen Leben und selige Unsterblichkeit schenken, uns von der Ungerechtigkeit erlösen, und uns zu Menschen heiligen möchte, die als sein eigenthümliches Volk eifrig wåren zu allen guten Werken! Ach Herr! laß uns doch alles was unser theuerster Erlöser für uns gethan und gelit ten hat, mit Andacht und heilsbegieriger Seele, mit Aufmerksamkeit und Anwendung auf uns bedenken, damit wir des Namens seiner Nachfolger immer würdiger, und der Theilnahme an seiner uns erworbenen Seligkeit immer fähiger werden! Stårke uns in diesen Gesinnungen, o Bater, durch die Kraft deines heiligen Geistes, um Jesu Christi, deines Sohnes, unsers Erlösers willen! Amen. Am Feste der Verkündigung Marià. & wiger und unveränderlicher Gott! dein Wort ist wahr. haftig, und was du zusagst, das hältst du gewiß. Auf deine Verheißung erwarteten deine rechtschaffenen Verehrer, unter Abrahams Nachkommen, ihren Erretter, durch den zugleich die ganze Menschenfamilie sollte beglücket und gesegnet werden. Die von deiner alles regierenden Weisheit bestimmte Zeit seiner Erscheinung war nahe; und nun machtest du auch die allernächsten Vorbereitungen zu seinem Eintritt in die Welt, durch die Ankündigung seiner Geburt. Lehre uns darin deine über alles erhabene Macht, Weisheit und Gnade lebendig erkennen, damit unser Vertrauen zu dir so kindlich und zuversichtlich werde, als es werden muß, wenn wir dich würdig verehren wollen. Gesegnet sey uns daher das Andenken der Sendung deines Sohnes in die Welt und des großen Heils, welches du auch uns durch ihn bereitet haft! Nun kennen wir dich, als unsern Vater, und dürfen uns deine Kinder nennen. Nun stehet uns der freye Zugang zu dir, der ewigen Quelle als les Lebens, aller Freude und aller Glückseligkeit, offen. Wir haben an Jesum einen Seligmacher, der uns, wenn wit Um grünen Donnerstage. 27 wir uns von ihm helfen und bessern lassen, von der Sünde erlöset, von aller Furcht der Strafe befreyet, von deiner Gnade versichert, und mit seinem Gciste belebet und stårket; einen Mittler, der uns zu dir führet, mit dir vereiniget, und dessen Tod unser Leben ist. Lob und Dank sey dir, Allgütigster Vater, für alle diese Wohlthaten, für alle diese Beweise deiner unendlichen Liebe! Erfülle doch unsere Herzen mit der innigsten wirksamften Gegenliebe! Gib, daß wir, als deine Erlösten, dir alle übrige Tage unseres Lebens widmen! Dir für deine Wohlthaten zu danken, dir unsern Dank durch ei nen freudigen Gehorsam, durch eine gånzliche Ergebung in deinen Willen, durch ein unbewegliches Vertrauen auf dich, wie Maria, die Mutter unsers Heilandes, zu beweisen, und ihm selbst, unserm Heilande, durch die Nachahmung seines Beispiels immer ähnlicher, und dadurch der Theilnehmung an seiner Herrlichkeit immer få higer zu werden: dies, o Gott, dies müsse von nun an unser aller Wunsch und Bestreben seyn! Stehe uns hiezu kráftig bey, um Jesu Christi willen. Dir, du Ewiger und Unveränderlicher, dessen Wort wahrhaftig ist, und der du gewiß hältst, was du verheißest, dir sey Ehre und Preis in Ewigkeit. Amen. Am grünen Donnerstage. 2 பல் uch heute, am Stiftungstage deines heiligen Mahles, göttlicher Erlöser! erheben wir deine Güte gegen uns fündige Menschen! Deiner selbst und deiner nahen Leiden vergessend, erinnertest du dich menschenfreundlich der Deinigen, und ordnetest zum immerwährenden Undenken deiner Liebe das einfache, ehrwürdige Mahl an, in welchem du uns, unter Brod und Wein, deinen Leib und dein Blut schenkest! Dank, inniger Herzensdank sey dir, Stifter unserer Seligkeit, auch für diesen Beweis deiner zu unserm Wohl immer geschäftigen Liebe. Laß uns, so oft wir dein Abendmahl halten, in der frohen Ueberzeugung von der Vergebung unserer Sünden, der Gnade Gottes, deines und unsers Vaters, und in der beglückenden Hoffnung eines bessern ewigen Lebens nach dem Tode befestigt werden. Laß uns aber auch 28 2. Besondere Kirchengebete an Festtagen. auch durch das Andenken an deine Liebe den ernstlichen Entschluß in uns stårken, uns ganz nach deinem Sinne zu bilden, von deinem Geiste uns regieren zu lassen, durch Liebe gegen alles, was Mensch heißt, dir ähnlich zu werden, und so dir ganz zur Ehre zu leben, der du dich für uns in den Tod dahin gabst. Nie laß uns dies Gedächtnißmahl deines Leidens und Todes anders anwenden, als wie es deinen heiligen Absichten gemäß ist! Nie laß in unserer Gemeine Geringschätzung und Mißbrauch dieser so rührenden Religionsübung einreißen! Und nie laß uns aus Gewohnheit, oder aus Heucheley, oder mit Kaltsinn zu deinem Tische kommen, sondern laß uns allezeit mit Andacht und Ehrfurcht, mit aufrich tiger Seele und mit der innigsten Begierde nach deis ner Gemeinschaft hinzutreten und durch das rührende Andenken an dein Leiden und Sterben, und an die großen Absichten deiner Erlösung neue Kräfte gewinnen, deine heilige Lehre zu befolgen und deinem erhas benen Beispiel ähnlich zu werden. Stärke uns vors züglich heute am Gedächtnißtage deines heiligen Abends mahls in diesen Gesinnungen und Entschlüssen, damit auch in Zukunft jede wiederholte Feyer desselben unter uns deine Liebe und Fürsorge für unsere Tugend und unsere Beruhigung verherrlichen möge. Amen. Um Charfreytage. -- eiliger, anbetungswürdiger Gott! Wir erinnern uns heute, an diesem Gedächtnißtage des Todes Jeſu Christi, unsers Erlösers, mit Demuth und Freuden, seiner letzten Leiden, seines Todes und seines Begräb nisses; mit Demuth, weil auch unsere Sünden ei ne Ursach seines Leidens und seines Todes waren und mit Freuden, weil der ganze Segen seiner Leiden auch unser ist. Ja, Gott! wie unglücklich würden wir um unserer Sünden willen geworden seyn, wenn du nicht Beschlossen hättest, dich unserer anzunehmen und uns von dem Elende derselben wieder zu erretten! Dazu gabst du selbst deinen eingebornen Sohn dahin; dazu buldbete er Verachtung, Schmach, mannichfaltige Leiden und selbst den Tod am Kreuze mit allen Martern; das zu Um Charfreytage. 29 zu ließ er sich, wie andere Sterbliche, in ein Grab le gen, damit er uns den Zugang zu deiner Gnade und zur ewigen Seligkeit wieder eröffnete, uns Trost, Beruhis gung und Friede im reichsten Maaße verschaffte, und Todesfurcht und Grabesschrecken von uns hinwegscheuchte. Auf ihn den Gekreuzigten sehen wir jezt hin, Vater der Liebe! und dein Geist segne diesen Blick. Er bittet: Bater, ist's möglich, so gehe der Kelch dieser Leiden vor mir über! Er seufzt: mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen! Er betet: Bater, vergib meinen Peinigern; sie wissen nicht, was sie thun. In seinen tiefsten Leiden beweiset er Geduld, Ergebung in deinen Willen, stille sanfte Ruhe. Er tröstet die leidende Mutter, mit seinem geliebtesten Schüler, durch den Zuruf: siehe, er ist dein Sohn! Er stirbt mit dem Troste: es ist vollbracht; Vater, du nimmst meinen Geist auf. Er wird begraben, und ruhet im Grabe von allen seinen fauern Arbeiten für unser Heil. O welcher Segen für alle Lebenden und Sterbenden durch seinen Tod und Begräbniß! Alle Leiden dieser Zeit sind nun nicht werth der Herrlichkeit, die der Herrliche auch einst an uns wird offenbaren, wenn wir so geduldig, so ruhig, so voll Gottergebenheit leiden, wie er; unser Seufzen, wenn uns bange ist um Trost, erhdrest du, denn du erhörest ihn; für unsere Verfolger und Feinde beten wir: denn er bat für sie; wir sterben, und du bist mit den Unsrigen, wie du warst mit den Seis nigen; wir sterben, und zu dir, unserm Vater, schwingt sich unser Geist empor, damit wir sind, wo Christus ist. Unser Leib wird begraben, er findet aber auch im Grabe seine sichere Ruhe, wie Jesus sie fand, und einst, wenn er gnug wird geruhet haben, wirst du auch ihn aus dem Grabe wieder hervorgehen lassen; dies Verweßliche wird anziehen das Unverwesliche, und dies Sterbliche die Unsterblichkeit; und dann wird er sich freuen seiner Verherrlichung und von Jesu Christo, der ihm vorangegangen ist, hingeführt werden in die ewigen Wohnungen, die für alle Frommen bereitet sind von Anbeginn der Welt. Darum, wir mögen wachen oder schlafen, leben oder sterben, so sind wir bey ihm und nehmen Theil att 30 2. Besondere Kirchengebete an Festtagen. an seiner Seligkeit. Da wir nun diese Hoffnung has ben zu ihm, o so verleihe uns déinen Geist, damit wir uns rein erhalten von Sünden, wie er auch rein ist. Auch nur zu sehr fühlen wir alle, und müssen es mit Schaam und Reue gestehen- wir haben gesündiget, und mangeln des Ruhms, den wir vor dir haben sollen. Wie oft vers gessen so manche von uns die Absichten des Leidens Jesu, wie oft die schuldige Dankbarkeit für dasselbe, wie oft die daraus fließende große Verpflichtung zu einem heiligen Leben, zur Gottesverehrung und Menschenliebe? Herr, wenn du wolltest Sünde zurechnen, wie könnten wir vor dir bestehen? Aber sey du uns gnådig nach deiner großen Güte und tilge alle unsere Sünden nach deis ner großen Barmherzigkeit. Feyerlich geloben wir es dir heute und du gibst uns Kraft, dieses Gelübde zu halten uns bey jeder Versuchung zur Sünde an die Leiden deines Sohns zu erinnern und die Abscheulichkeit und Strafbarkeit unserer Sünden immer mehr kennen zu lernen. Wenn die Lüste der Erde, wenn sündliche Vergnügungen unsern Herzen gefährlich werden wollen, dann wollen wir über uns wachen, ernstlich wis der die Sünde kämpfen, und es recht sorgfältig überlegen, wie viel es deinem Sohn gekostet, daß wir erlöset sind, und welche heilige Verpflichtung zur Tugend uns seine Erldsung durch Leiden und Tod ausleget. Laß uns nur immer nach seinen Vorschriften denken und handeln, und nach seinem heiligen Beispiel darin unsere Freude finden, überall Gutes zu thun, und laß uns durch unser ganzes Leben hindurch mit guten Gesins nungen und Handlungen, mit gewissenhaftem Fleiß in unserm Berufe, und mit dem redlichsten Tugendeifer trachten nach dem ewigen Leben, damit alle, in jedem Alter und in jedem Stande, Gatten, Eltern und Kinder, Reiche und Arme, an Seel' und Leib einst unsträflich mögen erfunden werden. Du, von dem Weisheit und Kraft zu allem Guten kommt, guter Gott und Vater unser aller, heilige und stärke uns dazu, daß wir einst alle, und keiner ausgenommen, nach einem tugendhaft geführten Leben, am Ende unserer Tage, bey einem aufrichtigen Rückblick auf unsere sich endende Wallfahrt, mit 1 - Am Feste der Auferstehung Jesu. 31 mit Wahrheit sagen können: Es ist vollbracht. Wir endigen unser Leben, es gereuet uns nicht, gelebet zu haben. In deine Hände befehlen wir unsern Geist! Erhöre unser Gebet, und erfreue uns in Christo Jesu hier und in Ewigkeit. Amen. Am Feste der Auferstehung Jesu. Gott ott, Urquell alles Lebens und aller Seligkeit! Dich preisen wir mit Dank und Freude, an diesem Sies gestage deines Sohnes, unsers hochgelobten Heilandes, an diesem erhabenen Feste unserer Unsterblichkeit, daß du ihn, unsern göttlichen Erlöser, so sichtbar verherr lichet, seine Lehre und alle seine Verheißungen beståtiget, und Unsterblichkeit und Leben auch uns gewiß gemacht hast. Wir vermögen nicht die Größe deines Sohnes zu fassen; aber wir fassen sein Wort: ich lebe, und ihr sollt auch leben; wo ich bin, soll mein Diener auch seyn; wir fassen die unaussprechlich frohe Wahrheit: Jesus lebt er ist nicht im Grabe geblieben, ewig lebt er, der Gerechte. Nun ist alles wahr, ewig wahr, was er dem Rechtschaffenen auf Erden verhieß. Nun kennen wir die erhabene Bestimmung, zu der du uns schufft, und die Absicht unsers gegenwärtigen Lebens, als eines Standes der Vorbereitung zu den höhern Geschäften und Freuden einer bessern Welt. Nun ist deine Vorsehung, Allgútigster, über alle Zweifel erhaben, nun wissen wir, daß unter deiner Regierung unsere Schicksale den besten, den seligsten Ausgang gewinnen, daß dieser Zeit Leiden unbedeutend und nichts sind gegen den Lohn und die Herrlich keit, die dereinst deine frommen und leidenden Kinder genießen sollen. Lob, Dank und Anbetung sey dir, erhabenstes und seliges Wesen, für alle die Wohlthaten, die Jesu Auferstehung uns dargebracht hat, für den Muth und die Freudigkeit zu einem dir gefälligen rechtschaffenen Leben, mit dem sie den Frommen beglückt für den Trost, mit dem sie des frommen Leidenden Ehránen trocknet für die Hoffnung, mit der sie den Müden stärkt die Gewißheit, daß auch wir dereinst unsere Gråber verlaffen, und mit unverweslichen, herrlichen Leibern in dein Reich für - - — 32 2. Besondere Kirchengebete an Festtagen. Reich eingehen werden. Nun darf uns der Gedanke des Todes nicht ängstlich verwirren. Jesus hat ihm seine Macht, seine Schrecknisse benommen. Unter der Aufsicht unsers auferstandenen, über alles erhöheten Heilandes dürfen wir weder Vernichtung noch ewigen Todesschlaf fürchten. Ach Gott! möchte doch diese Hoffnung uns alle beleben, aber auch uns alle auf das kräftigste antreis ben, uns der seligen Unsterblichkeit, zu welcher du uns berufen hast, durch ein frommes Herz, durch eine recht christliche Sinnesart, durch ein unschuldiges, heiliges Leben, fähig und würdig zu machen! Stärke du unsern Glauben, gib du uns den Willen und das Vermögen, nach deinem Sinne zu wandeln, und unterstüße uns mit deiner alles vermögenden Kraft, daß wir geschickt werden, in deine Herrlichkeit einzugehen, und bey Christo zu seyn, der um unserer Seligkeit willen gestorben und auferstanden ist. Von dir erflehen wir es, Allgütiger. Du hörst ja gern, was wir nach deinem Willen bitten! Erhöre uns, um Jesu willen! Amen. Zum Beschluß der Osterfeyertage. nådiger und. barmherziger Gott! Die Festtage, die uns deine Güte hat erleben lassen, die Tage der from men, heiligen Freude über die Auferstehung Jesu Christi von den Todten sind wieder ihrem Ende nahe. Wer weiß, wie viele solcher Tage wir noch hier auf Erden feyern können! Wer weiß, ob diese nicht die letzten sind, die wir hier erleben werden! O möchten sie doch recht gesegnet, recht fruchtbar am Glauben und an der Gottseligkeit für uns seyn! So gesegnet, daß uns dieser Segen in das Grab und in die Ewigkeit begleitete! Ach Herr, laß den Funken des neuen Lebens, den du durch dein heiliges Wort in uns angezündet haft, nicht wieder auslöschen! Laß ihn immer stårker, immer wirksamer in uns werden, und unverwelkliche Früchte der Besserung und der Seligkeit her vorbringen! Gib du nicht zu, daß schon morgen, schon nach wenigen Tagen, die guten. Eindrücke, die hier in uns entstanden sind, wieder ausgelöschet werden! Laß uns nun mit gestärktem Muthe hingehen und das thun, was 33 Am Feste der Himmelfahrt Christi. was du uns befohlen hast, und das ins Werk richten, wozu wir uns entschlossen haben! Laß uns alle so leben, wie Christen leben sollen, die mit Jesu gestorben und auf erstanden sind, die Theil an seinen Schicksalen nehmen, und seinem Beispiele folgen; damit wir auch alle der Seligkeit mögen theilhaftig werden, die er uns erwors ben hat! Erhöre uns, o Gott, um deiner ewigen Liebe willen! Amen.. Am Feste der Himmelfahrt Christi. $ err, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen: wie groß deine Herrlichkeit in dem Himmel! Dein ist das Reich; du herrschest über alles! Dein Rath bestehet; dein Wille geschieht; und er ist lauter Weisheit und Güte! Deine ewige Erbarmung beschloß der sündigen Menschen Erlösung, sie sandte uns Jesum zum Erretter und Seligmacher, und dieser festliche Tag erinnert uns daran, daß er sein großes Werk auf Erden vollbracht hat. Du hast ihn, unsern Mittler und Heiland, mit Preis und Ehre gekronet und über alles erhöhet. Du hast ihn für das Haupt seiner Gemeine erklärt. Alle müssen ihn ehren, wie sie dich den Vater ehren; alle, die seinen Anweisungen folgen und seinem erhabenen Muster ähnlich werden, können und werden durch ihn selig werden. Lob, Preis und Dank sey dir für alle diese weisen und herrlichen Anstalten, die du zu unserer Errettung und Se ligkeit gemacht hast! Nun beruhet unsere ganze Hoffnung auf unbeweglichen Gründen! Nun können wir getrost auf dem Wege wandeln, auf welchem uns Jesus vorgegangen ist! Nun dürfen wir die Seligkeit, zu welcher er uns berufen hat, zuversichtlich erwarten. Göttlicher Erlöfer! Wir freuen uns deines Sies ges; freuen uns dessen, daß du nun aller Niedrigkeit und allem Leiden entrissen, von Ewigkeit zu Ewigkeit lebest und herrschest; freuen uns der Macht und Ges walt, die dir der Vater gegeben hat. Dein Sieg istunser Sieg; deine Herrlichkeit ist das Pfand der uns frigen; deine Macht und Gewalt ist das Mittel und die 34 2. Besondere Kirchengebete an Fefttagen. die Versicherung unserer ewigen Glückseligkeit. Un dir haben wir einen Freund im Himmel, der eben so viel Liebe, als Macht und Weisheit besißet, und der ewig unser Freund bleibet. Auf dich können wir uns sicher verlassen. Du machest unsere Angelegenheiten zu deinen eigenen. Für uns hast du auf Erden gelebt, gelehret, gelitten; für uns bist du gestorben; für uns lebest und herrschest du nun im Himmel. Deine sicht bare Gegenwart ist uns zwar entzogen; aber nicht auf immer. Du wirst wiederkommen, und uns zu dir neh men, damit wir ewig seyn mögen, wo du bist. Dank sey dir, erhöhter Heiland! für deine unendliche Liebe, und für die erhabene Hoffnung, die du uns gegeben hast. Laß uns doch alle von nun an einen ganz himmlischen Sinn annehmen, einen Sinn, der unsere Seele über Sünde, Erde und Zeit erhebt, und nur das fucht, was im Himmei und in der Ewigkeit Werth haben kann. Gib uns Kraft und Stärke, die bösen Lüste in uns zu besiegen, die Versuchungen der Welt zu überwinden, die Leiden, die uns treffen, mit Standhaftigkeit zu ertragen, und deiner Lehre und deinem Beispiele mit willigem Gehorsam bis an unser Ende zu folgen. So werden wir, wenn du einst kommst zum Gerichte, dir mit Freuden entgegen eilen, und mit dir in jene Herrlichkeit eingehen. Amen. Am Pfingstfeste. err, allmächtiger Gott, der du nicht blos für unleuchtung, Heiligung und Beruhigung unseres unsterblichen Geistes sorgest! Mit dankbarer Empfindung er innern wir uns heute der wohlthätigen Veranstaltungen, die wir deiner Weisheit für diesen erhabenen Zweck, durch die Einrichtung unserer vernünftigen Natur, und durch die Gründung und Erhaltung der christlichen Kirche verdanken. Du bist es, allmächtiger Schöpfer, der unsre Seele der Erkenntniß der Wahrheit und der Liebe des Rechts fähig machte; du bist es, der uns den Verstand schenkte, 35 Um Pfingstfeste. schenkte, der dich und deine herrlichen Eigenschaften aus deinen Werken erkennen, deine Weisheit und Güte bewundern und von deiner Vorschung stets das Beste erwarten kann; du bist es, der uns das Herz gab, welches Liebe des Rechts und der Tugend beseligt, und durch Heiligkeit der Gesinnung sich zu der Lehnlichkeit mit dir selbst erhebet; du bist es, dessen Regierung wir insbesondere die vortrefflichen Lehren des Christenthums verdanken, indem du durch deinen Geist die Apostel des Herrn von ihrer Wahrheit überzeugtest, und durch sie die Kirche gegründet werden ließest, deren Mitglieder auch wir sind. O so empfange unsern gerührtesten Dank für das Geschenk der christlichen Wahrheit, durch welche auch unser Verstand erleuchtet, unser Herz gebessert, erfreuet und getröstet wird.( Sib, daß wir dieselbe recht hochachten, sie mit Aufmerksam keit beherzigen, und mit Gewissenhaftigkeit befolgen, damit wir auch durch sie die wohlthätigen Wirkungen der Aufklärung, der Heiligung und des Trostes deines Geistes erfahren, und durch ihn zur Richtigkeit der Erkenntniß, zur Festigkeit des Glaubens, zur Reinheit des Herzens, und zu den frohejten Erwartungen geleitet werden. Regiere durch deinen Geist alle christliche Regenten und Obrigkeiten, und insbesondere diejenigen, die du über uns gesetzet hast, damit durch ihren vereinigten Eifer ferner, wie bisher, für die Erhaltung der öffentlichen Religion, zur Sittlichkeit und Tugend geforget werde. Erfülle mit dem Geiste der Wahrheit und des Rechts alle Lehrer der christlichen Religion, damit sie die Wahrheit recht lehren, die Tugend mit dem Eifer empfehlen, der dafür einnimmt, und das Laster mit dem Nachdruck strafen, der davon zurückschreckt! Beseele mit deinem Geiste alle Våter und Mütter der Familien, damit Ehrerbietung für die Wahrheit und Folgsamkeit gegen dein Wort in unsern Häusern herrsche! Entferne von unsern Gränzen den Geist der Irr- Religion und der Lasterhaftigkeit. Erhalte unter uns die gemeinsamen Anstalten für Unterricht, für Sittlichkeit und Zugend; und laß uns alle fest c2 36 2. Besondere Kirchengebete an Festtagen. fest halten an den einleuchtenden Wahrheiten der Reli gion, die unsere Freude, unsere Heiligung und unser Trost sind. Dir, der Quelle der Wahrheit, unserm ei nigen Gott, dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste sey Ehre und Anbetung jetzt und immerdar! Amen. Zum Beschluß der Pfingstfeyertage. ir danken dir, allgütiger Gott, für den so mannichfaltigen Trost, den wir in diesen Tagen aus der Betrachtung der Mittheilung deines heiligen Geis ftes genommen haben. Laß diesen Trost in uns den freudigen Entschluß beleben, all unser Denken und Handeln nach der heilsamen Leitung deines Geistes einzurichten, damit es uns gelinge, in diesem Geiste als wahre Christen tugendhaft und gottselig zu leben, in diesem Geiste dich unsern Vater zu nennen, ehrfurchtsund vertrauensvoll anzubeten, im Leiden getröstet, in Versuchungen und im Tode gestärkt zu werden, und voll Hoffnung einer seligen Unsterblichkeit, deinen Namen ewiglich durch christliche Tugend und Gottseligkeit zu verherrlichen. D, erfülle uns heute und allezeit mit Siesem guten und seligen Geiste, daß er in uns wirke diesen frommen und gottseligen Sinn, zu thun deinen Willen mit Freuden. Laß Wahrheit und Weisheit, Liebe und Gottesverehrung, Sanftmuth und Demuth in al len Umständen unsers Lebens Zeugniß geben von deinem Geiste, daß er in uns wohne und unser Herz regiere zu guten Gesinnungen und edlen Thaten immerErhöre uns, o Gott, und sey in uns Schwachen mächtig, um Jesu willen. Amen. dar. Am Trinitatisfeste. eng, heilig, heilig ist unser Gott, der Herr aller Welt! die ganze Erde ist seiner Ehre voll! Allmächtiger, der du alle Dinge durch dein kräftiges Wort geschaffen und bisher erhalten, der du auch uns Leben und Ödem, und alles, was wir besitzen, gegeben haft, Um Trinitatisfeste. 37 hast, wir preisen deine große Güte, wir verehren mit demüthiger Seele deine Majestät und Herrlichkeit. Unser Gott ist im Himmel, er kann schaffen, was er will. Er spricht, so geschieht's; er gebeut, so stehet's da. Herr, unser Gott, du bist unsre Zuflucht für und für: ehe denn die Berge waren, und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Du hast dein ewiges unsichtbares Wesen in der Schöpfung der Welt uns Menschen und allen Geistern geoffenbaret, daß sie dich, der du allen Dingen nahe bist, suchen und finden, daß sie dich lieben, dankbar verehren und in der Vereinigung mit dir die Seligkeit erlangen möchten. Wir preisen dich, o Allgütiger, daß du dich in deinem Worte noch näher ge offenbaret, daß du dich durch die Lehre Jesu als Bater, Sohn und Geist bekannt gemacht hast. Dank sey dir, ewiger, barmherziger Bater, für alle die unzählbaren Wohlthaten, die du uns von jeher erzeiget hast; für unsere Erhaltung, für unsere Errettung von dem Verderben der Sünde durch deinen Sohn, den du uns zum Heilande geschenket hast. Dank sey dir, Herr Jesu, du eingeborner Sohn vom Vater voller Gnade und Wahrheit, daß du für uns Mensch geworden und uns gewürdiget hast, unsere Natur an dich zu nehmen; daß du unter uns niedrigen Geschöpfen eine Zeit lang gewohnet, uns von dem Willen des Vaters unterrichtet, uns das vollkommenste Beispiel der Tugend gegeben, und uns dann durch Leiden und Tod, durch Auferstehung und Himmelfahrt, die Vergebung der Sünden, die Fortdauer nach dem Tode und die selige Unsterblichkeit erworben und bestätiget hast. Wie sol len wir dir alle diese Liebe vergelten? wie sollen wir deine unbeschreibliche Güte würdig mit Worten und Werken verehren? Ach, mache uns selbst tüchtig, daß wir im Glauben an dich, unsere wahre Dankbarkeit durch einen willigen und freudigen Gehorsam thắtig erweisen können. Und du, o du Geist des Vaters und des Sohnes! erleuchte unsere Seelen mit den heilbringenden Wahrheiten des Evangeliums; stårke in uns die Ueberzeugung von der Göttlichkeit unserer heis 38 2. Besondere Kirchengebete an Festtagen. heiligsten Religion; vermehre in uns das Vertrauen auf die erbarmende Vaterliebe Gottes und auf die trostvollen Verheißungen Jesu Christi, unsers Erlösers! Hilf uns, daß wir, nach unsern Christenpflichten, das Bose hassen und meiden, und das Gute lieben und vollbringen. Stehe uns in allen Versuchungen måchtig bey; tröste uns in den mancherley Trubsalen un seres Lebens, und in der Stunde des Todes. Vereis nige uns immer nåher mit dir, o du Gott, Vater, Sohn und Geist. Erhalte uns stets in deiner Furcht und Liebe, und führe uns endlich in die seligen Woh nungen, wo wir dich mit allen Engeln und Auserwähl ten ewiglich loben und preisen, und in himmlischer Vollkommenheit singen werden: Heilig, heilig, heilig ist unser Gott, der Herr aller Welt; Himmel und Erde sind seiner Ehre voll! Amen. Am Johannisfeste. Sott! ott! Mit dankerfüllten, freudigen Herzen haben wir uns hier vor deinem Angesichte versammlet und erinnern uns der großen, ja unzähligen Wohlthaten, mit denen du uns durch unser ganzes Leben er freuest. Vom ersten Augenblick an, da wir das Leben empfiengen, bis auf den gegenwärtigen, wo wir deiner gedenken, genießen wir so viele Freuden und Seg nungen von dir, daß wir die undankbarsten Geschöpfe seyn müßten, wenn wir es nicht erkennen wollten, wie freundlich du, unser Gott, bist, welche Barmhers zigkeit du an uns allen beweisest. Uch, du hast dich keinem unter uns unbezeugt gelassenhaft Leben und Wohlthat an uns allen gethan und durch dein gnádiges Aufsehen unsern Odem bewahret. Wir leben auf deiner Erde, werden von deinen mannichfaltigen Gütern gesättigt, und schöpfen aus der Quelle der Freuden, die für alle deine Geschöpfe so reichlich sich ergießt. Aber alle die Güter, mit denen du unser Leben auf dieser Erde segnest und unsern irdischen Aufenthalt so froh machst, reichen noch nicht an dasjenige Glück, zu welchem du uns in Absicht unserer Seele erhoben haft. 39 Am Johannisfeste. past. Deine Erkenntniß, o Vater! die Ueberzeugung von deiner Gnade, die freudige Zuversicht, die wir zu dir fassen können, die Tröstungen, die wir aus deinem Worte schöpfen, die erfreuende Hoffnung, die du uns auf ein noch beßres Leben gegeben hast, ist mehr als Leben, mehr als der Gewinn dieser Welt! Für diese Erkenntniß des Heils, die du durch deine herzliche Barmherzigkeit auch uns, deinem Volke, gegeben hast, preisen wir dich, Vater des Lichts, dich, du Geber aller wahren Freude. Gelobet seyst du, Gott unsers Heils, daß du nicht nur vormals Propheten und Lehrer unter den Menschen erwecktest, die durch ihren Unterricht die Unwissenden erleuchteten und sie auf den Weg des Heils leiteten: sondern daß du selbst Jesum, das Licht der Welt, den großen Führer zur Seligkeit unter uns sandtest und uns durch ihn von Irrthum und Verderben befreitest. Dank sey dir, daß auch wir noch in diesem Lichte wandeln, das über uns aufgegangen ist. Dank sey dir, daß auch wir von jenem Feinde der menschlichen Glückseligkeit, dem Aberglauben und der damit verbundenen Lasterhaftigkeit befreit sind, daß wir dir in Heiligkeit und Gerechtigkeit dienen können, die dir gefällig ist. So laß uns denn, als deine Erlösten, auch immer zu deinem Wohlgefallen vor dir wandeln, und erhalte uns bey dem Einzigen, daß wir deinen Namen fürchten. Erhalte und befördere immer mehr die Lehre Jesu, deines Sohnes, unter uns. Gib denen, die sie verkündigen, Weisheit und heiligen Muth, daß weder Gunst noch Furcht vor Menschen sie bey dem Vortrage der Wahrheit irre mache! Befördere ihr Geschäft an unsern Seelen, uns durch dein Wort immer mehr zu der Seligkeit vorzubereiten, zu welcher du uns durch Jesum bestimmt hast: laß Weisheit und Tugend immer mehr unter uns zunehmen, und Irrthum und Laster verdrängt werden. Lehre uns deinen Weg mit Freudigkeit wandeln, die Hindernisse standhaft überwinden, und Glauben und gutes Gewissen bis ans Ende bewahren. Laß dieses Licht der seligsten Erkenntniß auch denen aufgeben, die noch jetzt in Finsterniß und Schatten 40 2. Besondere Kirchengebete an Festtagen. ten des Todes wandeln, und richte auch ihre Füße auf den Weg des Friedens. Gütiger Gott, der du so gern segnest und erfreuest, verherrliche immer mehr deine Güte unter uns. Wir haben das Vertrauen durch Christum zu dir, du werdest unser Gebet erhören. Ja, deine Güte, o Herr, sey über uns, wie wir auf dich hoffen. Amen. Am Feste Mariä Heimsuchung. $ ⁰ ott, deine Barmherzigkeit währet von Ewigkeit zu Ewigkeit bey denen, die dich fürchten! Große bes wundernswürdige Wohlthaten erweisest du ihnen, und erfüllest sie mit Zufriedenheit und Freude. Den Stols zen vereitelst du ihre Wünsche, nimmst ihnen ihre ges mißbrauchte Gewalt, und erhebest die Demüthigen aus dem Staube. Die Dürftigen fåttigst du mit deinen Gütern, und die Reichen, wenn sie dich verachten, låsfest du verarmen! O daß wir alle dich verehrten, alle dir in Unschuld und Heiligkeit unser Lebenlang dienten, damit es uns wohl ginge, damit dein Segen sich von uns über unsere Kinder verbreitete. daß wir so weise würden, deine Gnade für das einzige böchste Gut zu erkennen, das uns allein in Zeit und Ewigkeit ganz begiücken, und alle unsere rechtmäßigen Wünsche befriedigen kann! Ueberzeuge uns davon durch das Wort der Wahrheit, das du auch an diesem heutigen festlichen Tage unter uns haft verkündigen lassen. Mache uns immer aufmerksam auf deine Lehren, gib uns folgsame Herzen, die sich gern nach deinen Vorschriften richten, und laß Weisheit, Tugend und Glück seligkeit dadurch täglich weiter unter uns verbreitet werden. So viel rührende und überzeugende Beispiele deiner aufrichtigen Verehrung hast du uns in beinem Worte dargestellt: lehre sie uns auch mit sorgfältiger Aufmerksamkeit und Anwendung auf uns betrachten, damit wir durch sie mächtig ermuntert werden, jene Frommen ernstlich nachzuahmen, ihre heiligen Gesinnungen anzunehmen und nach ihrem Vorbilde zu wandeln. Besonders laß uns heute die erha benen Am Tage Michaelis. 41 benen nachahmungswürdigen Tugenden der Maria, dieser würdigen Mutter unsers Erlösers, sorgfältig betrachten. Laß uns alle durch ihren sanften, ruhigen Geist, durch ihre demüthige Ergebung in deinen Willen, durch ihr erhabenes Gefühl von deiner Macht und Gnade, durch ihre nachdenkende Aufmerksamkeit und zärtliche Freundschaft, durch ihre zuvorkommende Menschenliebe, und durch ihre bewundernswürdige Gelassenheit im schwersten Leiden, måchtig zur Nachahmung gereizt werden! So wirst du auch uns für deine auf richtigen Verehrer erkennen, und uns mit deinen Segnungen hier in der Zeit und dereinstens in der Ewigkeit erfreuen. Dir, unserm Gott und Vater, sey Unbe tung. Dank und Preis in Ewigkeit. Amen. Am Tage Michaelis. baren und unsichtbaren, der Engel und Menschen, wir preisen dich mit dankerfüllter Seele, daß du auch uns Menschen in die Reihe vernünftiger Wesen gesetzt und uns die Fähigkeit verliehen hast, dich mit unserm Geiste zu erkennen, zu verehren und anzubeten. Du, Allerhöchster, den das Loblied der Engel, jener erhabenen Geister verehrt, du siehst auch auf diese niedere Erde und verschmähest den Dank deiner Menschen nicht, den sie dir, wiewohl noc, schwach und unvollkommen, stammeln, ja du merkest selbst auf das Lallen des Kindes, des Unmündigen; denn du hast Wohlgefallen an allen deinen Werken. Gott, was ist der Mensch, daß du auch seiner achtest, dich seiner so liebevoll annimmst; du würdigest auch ihn deiner Liebe, deiner gnädigen Aufsicht und deines Schußes. Selbst deine Engel freuen sich, das Glück ihrer Mitgeschöpfe auf dieser Erde nach deinem Willen zu befördern. Sie waren deine ersten Gesandten, durch welche du dem menschlichen Geschlecht den Frieden verkündigen ließest, den Jesus Christus, dein Sohn, auf Erden brachte, und dessen wir uns noch immer freuen. Sie befördern noch jest unsere Wohlfahrt, begleiten uns auf dem Pfade 42 2. Besondere Kirchengebete an Festtagen. Prade unsers Lebens, und werden uns einst, wenn wir den Lauf vollendet haben, in jenem seligern Aufenthalte in ihre Gemeinschaft ausnehmen. O daß wir der Würde, zu der du uns durch Jesum erhoben, des Glücks, zu welchem du uns bestimmt hast, immer eingedenk seyn, und uns desselben durch unser Verhalten immer würdiger machen mögen. Gib, daß wir uns von aller Befleckung des Geistes und des Leibes rein halten und heilig sind, wie du, unser Gott, es bist; be fördere unser Bestreben, immer vollkommner am Geist, immer reicher in deiner Erkenntniß, immer völliger in der Tugend und so immer würdiger zu deiner Verehrung zu werden. Dein Wille sey auch der unsrige, und ihn zu erfüllen, sen schon hier unsre größte Ses ligkeit. Floße du unsern Seelen durch deinen Geist Liebe zum Guten ein und gib uns Muth und Kraft es auszuüben, damit auch durch uns deine wohlthätigen Absichten in deinem Reiche auf Erden, wie im Himmel, befördert werden. Der große Gedanke, daß auch wir Menschen in deinem Dienste, so wie jene En gel, sind, belebe uns immer mit redlichem Triebe, die Pflichten unseres Berufes und Standes treu und wil lig zu vollbringen, Gutes in der Welt zu stiften, den Frieden und das Glück unsrer Nebenmenschen zu befor dern, und alles dasjenige mit Vorsicht zu vermeiden, was andere årgern, ihnen Gelegenheit zum Verdruß, oder zur Sünde, oder zum Unglück geben könnte. Heil uns dann, wenn wir mit dem frohen Bewußtseyn die Welt verlassen können, daß wir deinem Willen gemäß gelebt haben: dann, Bater, wirst du auch im Tode an uns wohlthun und nach der Verheißung Jesu unsern unsterblichen Geist zu jenem seligern Reiche aufnehmen, wo wir, in der Gesellschaft der Engel und Auserwählten dich, und deinen Sohn, Jesum Christum, und den heiligen Geist verehren und ewig preisen werden. Amen. Gebet am Gedächtnißfeste der evan gelischen Kirche. ob und Dank sey dir gesagt, gütigster Gott und Vater, von dem alles Gute kommt, für die mannigfaltis Gebet am Stiftungs- Tage der evangel. Kirche 43 faltigen und großen Vortheile, deren Andenken der heutige Tag unter uns erneuert. Daß das Licht deines Wortes so helle unter uns leuchtet, und uns den geraden Weg zur Tugend und Glückseligkeit zeiget; daß wir die unschätzbare Wohlthat der freien Predigten deines göttlichen Wortes genießen, das uns in alle Wahrheit leitet, und von einer Stufe der Erkenntniß und der Vollkommenheit zur andern fort führet; daß wir die heilsamen Wahrheiten des Christenthums of fentlich und freimüthig bekennen, dich, o Gott, im Geist und in der Wahrheit verehren, den Einsichten unseres Gewissens folgen, und hierin nicht Knechte der Menschen seyn dürfen: das alles, o Gott, verdanken wir dir als Wohlthaten, die wir vermittelst der gesegneten Religionsverbesserung von dir empfangen haben. Denn du, o Gott, du erwecktest durch deine weise Borsehung die edlen Männer, welche, über die Vorurtheile und die sclavische Denkungsart ihres Zeitalters erhaben, den traurigen Verfall des Christenthums zu Herzen nahmen, und demselben nicht durch unthätige Wünsche, sondern durch eifrige standhafte Bemühungen abzuhelfen suchten; du gabst ihnen Muth und Freudigkeit, sich verjährten, und heilig gehaltenen Irrthümern und Mißbrauchen zu widersetzen, den herrschenden Aberglauben zu bestreiten, die Rechte des Gewissens zu vertheidigen, und das, was sie für Wahrheit erkannten, unerschrocken als Wahrheit zu behaupten. Du segnetest ihre edlen Bemühungen, halfft ihnen alle Hindernisse übersteigen, allen Widerspruch besiegen, und den Grund zur Wiederherstellung des reinen Christenthums und der christlichen Freiheit und zum Entstehen der evangelischen Kirche legen. Auch stärktest du mehrere Fürsten unferes deutschen Vaterlandes durch deine Kraft, daß fie die evangelische Wahrheit freimüthig bekannten, von deinen Zeugnissen redeten vor den Königen, deinen Namen nicht verleugneten, so vielen Menschen in so vielen Låndern Glaubens- und Gewissensfreiheit errangen, und den ungehinderten freien Gebrauch der Bibel zur Ers leuchtung des Verstandes und zur Besserung des Herzens weit und breit beförderten. Darum gehen wir Heute 2. Besondere Kirchengebete an Festtagen. heute zu deinen Thoren ein mit Danken, und zu deinen Vorhöfen mit Loben, und bitten dich, lehre uns doch alle den Werth dieser Wohlthaten recht schätzen und würdig gebrauchen. Beschüße und segne die ganze das durch gestiftete evangelische Kirche, erhalte sie mächtig bey dem Besių ihrer Religions- Denk- und Gewissensfreiheit, und laß auch die folgenden Zeiten und Menschengeschlechter dieses unschäßbaren Gutes immer völliger ge nießen. Laß uns, die wir jetzt leben, den Grundsägen des gereinigten Christenthums stets gemäß denken und handeln, bey so hellem Lichte des Evangeliums alle zeit als Kinder des Lichts wandeln, und die Heiligkeit der Lehre auch mit einem heiligen Leben zieren. Rotte je långer je mehr allen Saamen des Hasses, der Feindschaft und des Verfolgungsgeistes gegen die Andersdenkenden aus unsern Herzen aus; erfülle uns mit lieb reichen Gesinnungen gegen alle, die sich in Meinungen und Gebrauchen von uns unterscheiden, und laß den Geist der Eintracht und des Friedens, den Geist der Dul dung, der brüderlichen Liebe, uns alle beleben, und immer genauer mit einander vereinigen. Laß auch den Völkern, die noch im Finstern siten, und allen unsern Mitchristen, die der Vortheile, worüber wir uns heute vor dir, freuen, entbehren, dein helles Licht scheinen, und be freye sie nach und nach von der Herrschaft der Unwissenheit, des Irrthums und des Aberglaubens. Flöße allen Fürsten und Obrigkeiten, die du über die Men schen und auch über uns gesetzt hast, Ehrfurcht für dein Christenthum, und friedsame liebreiche Gesinnung gegen alle deine Verehrer ein, und laß sie ihre Gewalt, die du ihnen anvertrauet hast, stets zur Beförde rung der Glaubens- und Gewissensfreiheit, und des wahren thätigen Christenthums benußen und anwenden. Deiner Aufsicht, o Gott, und der Leitung deines Geistes empfehlen wir auch alle Lehrer der Christen, und ins besondere der evangelischen Kirche. Laß Stolz, Partheylichkeit und Herrschsucht fern von ihnen seyn, und gib, daß sie alle deinen Sohn Jesum Christum für ihren Lehrer erkennen. Schenke ihnen Weisheit, Verstand, Kraft und Muth, das Christenthum immer mehr von allen Ecbet am Erndte und Dankfeste. 45 allen Zusätzen des Aberglaubens und des Irrthums zu reinigen, und es dadurch immer verehrungswürdiger zu machen. Laß sie ihren Eifer für Wahrheit allezeit mit allgemeiner thätiger und aufopfernder Menschenliebe verbinden, und alle diejenigen, die ihrer Führung anvertrauet sind, immer zu der lautersten Quelle der Erkenntniß, der Tugend und des Trostes hinleiten. Endlich erbarme dich, o Gott, aller Menschen. Steure immer mehr und mehr dem Unglauben, dem Aberglauben, dem Laster und dem damit verbundenen Elende, und bringe uns alle der Vollkommenheit näher and näher, zu welcher du uns durch Jesum Christum bestimmt und berufen hast. Dir, o Gott, der du allein weife bist, dir sey Ehre, Majestät, Macht und Gewalt, jezt und immerdar und in alle Ewigkeit! Amen. Gebet am Erndte- und Dankfeste. Regierer der Welt, guter Vater der Menschen, unser aller Herz zu dir, für die neuen Erweisungen deiner Allmacht und Liebe, welche sich an uns abermal mit dem Segen der Erndte verherrlichet hat. Du hast in diesem Jahre uns wieder die Erfahrung machen lassen, die schon seit Jahrtausenden unsere Britder und Schwestern gemacht haben, daß nicht aufhören soll, so lange die Erde stehet, Aussaat und Erndte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Immer erscheint uns diese Segenszeit zur lebendigen Erkenntniß deiner ununterbrochenen Wirksamkeit, alles, was da lebt, zu sättigen auf die segnendste Weise. Du hast der Erde, unserm Wohnplaße, ihre Fruchtbarkeit erhalten, du hast sie zur rechten Zeit mit Chau und Regen beneßt, daß sie ihre Frucht und dasjenige hervorbrachte, was zur Erhaltung und Erfreuung un seres Lebens dienet. Im Vertrauen auf deinen Segen, überließ der Feldbearbeiter ruhig seinen Saamen der Erde; er keimte, wuchs und wurde reif. Welchen herrlichen Anblick schenktest du uns in den Tagen des 1 46 2. Besondere Kirchengebete an Festtagen. des Frühlings, wo Gras und Blumen, Kräuter und Pflanzen empor sproßten, Blüthen und Laub unsere Bäume schmückten, die Freude der belebten Schöpfung uns zur frohen Theilnahme aufforderte, und alles um uns her die reichlichste Erndte versprach. ( Bey einer reichen Erndte.) Und, welch einen Reichthum von Früchten haben wir nun auch in diesem Jahre auf unsern Feldern und in unsern Gärten durch deine Hand bereitet gefunden! Unsere Scheuern sind gefüllet, belohnet ist die Arbeit der Uecker- und Gartenbebauer, Vorrath ist eingesammelt auf die Tage des Winters und der künftigen Aussaat; o wie können wir dir für deinen reichen Šegen der Erndte herzlich genug danken! ( Nach einer weniger glücklichen Erndte.) Hat es auch deinem weisen Rathe nicht gefallen, diese frohe Hoffnung zu einer ergiebigen Erndte ganz zu erfüllen; konnten Felder und Gärten den erwarteten Segen, wegen so mancher Unglücksfälle, die sie trafen, auch nicht liefern: so hast du doch noch immer mit Gnade und Huld an uns gedacht, und mehr an uns gethan, als wir verdienten. Du hast uns doch auch erndten und sammeln lassen, und wir haben das feste Vertrauen zu dir, unserm gütigen weisheitsvollen Bater, du werdest unsern, wenn schon geringen Vorrath segnen, keinen von uns Mangel leiden lassen, den Fleiß des redlichen Arbeiters unsichtbar lohnen, und jeden mit seinem ihm gebührenden Antheil an dem Erndtesegen erfreuen. O daß wir nun auch das Gesammelte als deine Gabe zu genießen, Weisheit und Mäßigung, Geist und Liebe genug hätten! Im Aufsehen auf Jesum, dessen Speise es war, deinen Willen zu thun und das ihm anvertraute Tagewerk zu vollenden, laß auch uns den Segen der Erndte dazu benußen, daß wir an Geist und Körper gestärkt werden, deinen Willen zu vollbringen, und in unserm Tagewerke treu zu seyn. D daß Gebet am Erndte und Dankfeste. 47 daß deine Güte auch uns zu dieser Weisheit und zur Nachahmung deines erhabenen Beispiels leite! Du bist unermüdet geschäftig für das Wohlseyn deiner Geschöpfe; du låsfest deine Sonne aufgehen über Gute und Böse, du läsfest regnen über Dankbare und Undankbare, du sorgest nicht blos für unsere Nothdurft, sondern auch für unsere Freude. So laß uns nun auch unsere Freude im Wohlthun finden, daß wir als Werkzeuge deiner Vorsehung den Segen, welchen du uns schenkest, zur Erfreuung unserer Mitmenschen und zu dem edelsten dir gefälligsten Zwecke anwenden mögen. Schenke uns dazu deinen Geist, und laß uns deinem Vorbilde ähnlich, immer mehr gütig und barmherzig werden, wie du, unser himmlischer Vater, gütig und barmherzig bist. So werde dann unser Dank für die Freuden der Erndte sichtbar in unserm Leben, im Leben der Hohen und Niedern, der Reichen und Armen, der Männer und Greise, der Gatten, Jungfrauen und Jünglinge. Die christliche Sorgfalt unserer Obrigkeit für das allgemeine Beste, das Beispiel der Undacht guter Volksvorsteher und guter Eltern fördere Frömmigkeit und christliche Tugend in der Stadt und auf dem Lande, predige allen Einwohnern und Unterthanen die Wahrheit: daß die Frommen es gut haben, und segne die Erziehung der Kinder. Ueber alles theuer sey uns die Sorgfalt für das ewige Wohl unsers Geistes, denn was hålfe es dem Menschen, wenn er eine ganze Welt gewanne zum Schaden seiner Seele; darum leite uns Gewissenhaftigkeit in allen unsern Berufsgeschäften. Nengstliche Nahrungssorgen entferne von uns, und weder Neid noch Mißgunst hindere uns an dem dankbaren Genusse deiner Gaben. Einmal erndten wir ja gewiß nach der Verheißung deines lieben Sohnes, ohne Aufhören, und auf diesen ewigen Segen bereite uns dies zeitliche Gute vor, das mit wir einst für deine Wohlthaten auf Erden, im Himmel, dir und unserm Erlöser Jesu mit allen Se ligen vollkommen danken können. Dir, dem Herrn der Welt, dir, dem Geber und Erhalter unsers Lebens, 48 2. Besondere Kirchengebete an Festtagen. bens, dir, unserm wohlthuenden Vater, jey Lob, Preis, Ehre und Anbetung, jezt und immerdar und in alle Ewigkeit! Amen. Am Kirchweihfeste. nådiger Gott, gütiger Vater, mit Lob und Dank vor deinem Du erinnerst uns heute an eine deiner wichtigsten Wohlthaten, daß wir uns in diesem Hause zu deiner Verehrung und zur Beförderung unsers wahren und ewigen Heils versammeln können. Du führest uns hier zur Erkenntniß deiner Größe und Herrlichkeit, deiner Weis heit und Liebe, und zeigest uns den Weg zur Tugend, zur Zufriedenheit unserer Seelen, und zur Hoffnung auf eine glückselige Ewigkeit. Wir finden in unsern Versammlungen Stärkung im Glauben, Erweckung zur Gottseligkeit und Tugend, Trost im Leiden, und Muth gegen die Furcht des Todes. Mache uns diese Wohls that recht wichtig, und erwecke bey uns die Begierde, sie zur Beförderung unserer Tugend und Zufriedenheit treulich anzuwenden. Bewahre uns vor der Verachtung deiner gemeinschaftlichen Verehrung, und vor der leichtsinnigen Versäumung derselben. Laß uns nicht aus Gewohnheit, ohne Andacht, und nicht mit in ångstlichen Sorgen und sündlichen Lüften beladen, diese Versammlungen kommen. So oft wir in dies ses Haus eintreten, so gib uns lehrbegierige, aufmerks same und folgsame Herzen. Laß den Saamen deines Wortes in unsere Seelen eindringen, und in denselben zur Stärkung unsers Glaubens und zum Wachsthum in der Gottseligkeit und Tugend lebendig und fruchtbar werden. Unser Gebet und Gesang erwärme und belebe unsere Andacht, und stårke unsern Eifer, dich zu verherrlichen, und dir unser Leben zu heiligen. Bewahre uns in diesem Hause vor Unachtsamkeit und sündlichen Zerstreuungen. Laß uns der heilsamen Wahrheit, die in unsere Herzen eindringen will, nicht widerstreben und die Frucht derselben ersticken. Lehre uns bedenken, daß wir von unserm Unglauben und Unges Um Kirchweihfeste. 49 Ungehorsam desto schwerere Rechenschaft geben müssen jemehr wir Gelegenheit haben, dich und deinen Willen zu erkennen und je öfter und dringender wir zum Glauben und Gehorsam gegen dich aufgefordert werden. Behüte uns in deinem Hause vor allen Ausbrüchen eines leichtsinnigen, unehrerbietigen und boshaften Herzens; damit wir dies Haus, aus welchem wir Nahrung zu unserer Heiligung und Zufriedenheit mitnehmen sollten, nicht unheiliger, und mit einem verwundeten Gewissen verlassen. Sey, o Vater der Barmherzigkeit, auch in Zukunft der mächtige Beschützer dieses, deiner Verehrung und der öffentlichen Undacht geheiligten Hauses. Wende Feuer und Wasserfluthen, Krieg und Zerstörung von demselben ab. Bis hieher haben wir, ohne Furcht der Verfolgung und in Ruhe, dein Wort hören, und in diesem Hause dich verehren können: gib uns ferner eine solche ungestörte öffentliche Undacht. Erhalte unter uns bein reines Wort. Rüste die Lehrer mit Erkenntniß deiner Wahrheit, mit Weisheit, Eifer und Treue aus, daß durch sie unser Verstand erleuchtet, unser Herz geheiliget, und unsere Hoffnung auf jenes Leben sicher gegründet werde. Laß uns nie ohne Wachsthum in der Erkenntniß, nie ohne Rührung, nie ohne gute Entschließung und Besserung aus diesem Hauſe gehen. Du gibst uns jeto einige Tage der Ruhe von unsern Arbeiten. Erhalte uns bey unsern Ruhetagen und Ergozungen in den Schranken der Gottesfurcht, Ehrbarkeit und christlichen Måßigung. Laß uns auch bey unsern irdischen Freuden beweisen, daß dein Wort in unsern Sees len lebendig und zur Bewahrung unserer Unschuld und Tugend fruchtbar sey. Behüte uns vor allem unordentlichen Wesen, vor Unmäßigkeit, vor allen Thorheiten, Ausschweifungen, und lasterhaften Worten und Werken. Regiere uns, daß wir uns so freuen, daß wir unsere Gesundheit nicht schwächen, unser Gewissen nicht verletzen, uns dein gerechtes Mißfallen und deinen Unsegen nicht zuziehen. Laß uns diese Tage so zurücklegen, daß wir uns derselben mit unverletztem Gewissen erinnern, dir für dieselben danken, und uns auch in der d Folge 50 Folge unsers Lebens deines Wohlgefallens und Segens versichern und freuen können. Dein guter Geist führe uns allezeit auf ebner Bahn! Amen. 3. Gebete für die häusliche Andacht. 1) Morgen- und Abendgebete. Morgengebet am Sonntage. Sott ott, mein Vater! mit Freuden und Dank erscheine ich jezt vor deinem Angesichte. Ich freue mich des Lebens, welches du mir von neuem geschenkt haft, und aller Wohlthaten, die ich durch dasselbe von dir erhalten habe. Ich danke dir für den Schutz, den du mir in der verflossenen Nacht hast angedeihen lassen, für die Ruhe, durch welche mein Körper erquickt ist, und für den neuen Morgen, welchen du mich erleben låsfest. Herr, ich bin zu geringe aller Barmherzigkeit, die du mir erzeiget hast. Laß mich nun auch den heutigen Tag, der zu deinem feverlichen Dienst bestimmt ist, so anwenden, wie es die Absicht erfordert, zu wel cher die Feyer desselben angeordnet ist. Dein Geist mache mich tüchtig, dich recht wohlgefällig zu verehren, und dein Wort andachtig zu betrachten. Wenn ich öf fentlich mit meinen Brüdern dich in deinem Hause anbete: so gib meiner Seele eine lebendige Empfindung deiner Allgegenwart, deiner Güte und Heiligkeit, damit ich dich im Geist und in der Wahrheit anbete. Wenn ich dir und deinem Sohn, Jesu Christo zu Ehren, Loblieder singe: so laß es mit Andacht und Inbrunst geschehen. Wenn ich öffentlich oder in der Einsamkeit zu dir bete: so laß mein Herz ganz zu dir gerichtet seyn. Wenn ich dein Wort betrachte oder verkündigen höre: ſo laß mich durch dasselbe erleuchtet und überzeugt, gebessert und Abendgebet am Sonntage. 51 und gestärkt, ermuntert und getröstet werden. So laß diesen Tag für mich einen Tag des Segens werden, dessen ich mich einst noch in der Ewigkeit freuen könne. Alle meine Mitmenschen empfehle ich deiner Gnade und deinem Schuhe, o barmherziger Vater! Erbarme dich der Verirrten und führe sie auf den Weg der Wahrheit und Gottseligkeit. Bekehre die Lasterhaften und gib, daß heute viele durch dein Wort gewonnen werden mögen. Stårke die Schwachen im Glauben, das mit sie immer vollkommner, immer fester in der Erkenntniß Jesu Christi und in der Uebung aller christlic chen Tugenden werden. Gib allen Traurigen heute Trost und Freude für ihr Herz, und den Kranken Erquickung und Hoffnung. Sorge väterlich für die Bedürfnisse als ler deiner Kinder und deines ganzen Reichs. Laß Wahrheit und Gottseligkeit, Friede und Eintracht immer mehr unter den Bekennern deines Sohnes, Jesu Christi, ausgebreitet und dadurch die allgemeine Glückseligkeit befördert und erhalten werden. Amen. Abendgebet am Sonntage. Momit soll ich, mein Gott und Vater! auch jezt, indem ich mich zu dir wende, anders anfangen, als mit Lob und Danksagung? denn du hast mir bis auf diesen Augenblick lauter Gutes erwiesen. Wie viel Gutes habe ich auch heute hören, lesen, oder sonst lernen können! Du hast mir Zeit und Gelegenheit gegönnt, über mich selbst, mein eigen Herz und Leben, und über deine mannichfaltige Barmherzigkeit nachzudenken. Du haft mir dein Wort gegeben, mich bey diesem Nachdenken zu leiten. Wie viel Licht, wie viel Ermunterung und Trost würde uns fehlen, wenn uns dein Wort fehlte! Darum danke ich dir herzlich, gütiger Vater, für die unschätzbare Wohlthat deiner Offenbarung, welche uns zur himmlischen Seligkeit leitet. Laß mich nur nicht morgen oder übermorgen schon wieder vergessen, was ich heute aus derselben Gutes und Wahres ge82 hört 52 3. Gebete für die häusliche Andacht. hört und gelernt habe; und laß auch andre eben diefer Gnade theilhaftig werden, und nicht vergeßliche Hö rer, sondern Thåter deines Wortes seyn. Hilf uns al len das halten, was wir heute gelobet haben; und das Gute ausüben, wozu wir ermuntert worden sind! Gib, daß wir uns alle durch unser ganzes Verhalten als treue Jünger Jesu beweisen. Der morgende und alle folgende Tage sollen mir heilig und wichtig seyn. Möchte ich es nur nie vergessen, daß du mir in mei nem Hause eben so nahe bist, als in der Kirche; daß du alle meine übrigen Worte eben sowohl hörest, als mein Gebet, daß jeder Tag für mich ein Vorbereis tungstag auf die Ewigkeit ist. Laß mich darauf merken, was ich heute gesündis get habe; was ich etwa hätte unterlassen, oder besser, machen sollen. Laß mich so mit jedem Tage meines Lebens im Guten immer mehr zunehmen, und behüte mich gnädig vor Rückfällen in Leichtsinn und Sorglofigkeit. laß mich recht darauf denken, den Schaven, den meine Sünden vielleicht anrichten, so viel ich kann, wieder gut zu machen, und mich immer sorgfältiger hüten, mich von der Sünde hinreißen zu lassen. Gib mir einen sanften erquickenden Schlaf; vor Unglück und Gefahr bewahre, o Gott, mich, die Meinigen und alle meine Mitmenschen. Beweise insonderheit deine Gnade allen Elenden, Troftlosen und Verlassenen! Unterstütze, stårke, tröste sie durch dein Wort und deinen Geist! Laß sie mitten in ihrem Elende noch erkennen, daß du die Liebe bist. Laß mich morgen gesund erwachen, und mit Freu den und Munterkeit an meine Arbeit gehen, die ich zum voraus deinem Segen, anbefehle. Nun, Vater! ich verlasse mich auf deine Güte! Erhöre mich durch Jesum Christum, meinen Herrn. Amen. Mora 53 Morgengebet in der Woche. Herr err, mein Gott, du Erhalter und Wohlthäter meines Lebens, dir danke ich jezt mit erfreutem Her zen für die Gnade, daß du mich auch diesen Tag haft erleben lassen. Du hast mich die Nacht über beschützt, und durch den Schlaf erquickt; und von dir habe ich die erneuerte Munterkeit, mit welcher ich nun abermal die Pflichten meines Berufes und Standes vollbringen kann. Gib mir dies so lebendig zu erkennen, daß es mir nie aus dem Sinne komme, wie ich dir ganz angehöre und dir alles, was ich bin und habe, verdanke. Leite mich nun auch an diesem heutigen Tage mit deiner Gnade auf lauter guten Wegen. Bewahre mich vor aller Ungerechtigkeit und Sünde, damit ich nicht durch eigene Schuld mich unglücklich mache. Mache mich wachsam und stark gegen die Versuchungen, die mir heute vorkommen könnten; damit ich nicht am Abende Vergehungen gegen dich, und Untreue gegen mein Gewissen, mit bitterm Schmerz bereuen darf. Gib meinen rechtmäßigen Geschäften und Unternehmungen einen guten Fortgang, da ohne dein Gedeihn doch alle unsere Arbeit vergebens ist. Wende Gefahr und Unglück ab von mir und von denen, die mir angehören. Erbarme dich auch nach deiner våterlichen Güte aller Menschen, die mit mir deine Kinder sind, und laß die Welt deines Segens voll werden. Dir, mein Gott, übergebe ich also auch heute mein Herz, mein Leben und meine Schicksale. Erhalte mich in deinem Wohlgefallen und in deiner Liebe, und laß dann alles, was mir begegnen soll, zu meinem Besten dienen. Du wirst mich gnädig erhören, wie du durch Jesum Christum mir verheißen hast. Amen. Ein anderes. bermal bin ich vom Schlafe erwacht. Das Licht mit demselben empfinde ich die Güte des allgemeinen Baters der Menschen. Viele seiner guten Kinder beten ihn 4 3. Gebete für die häusliche Andacht. ihn jezt an, und in ihrer Gesellschaft soll auch mein Gebet zu einer Zeit zu ihm aufsteigen, in welcher ich zu seiner Verehrung am geschicktesten bin. Dir, mein Schöpfer, Herr, Wohlthäter und Vater! dir danke ich von Herzen für die Erhaltung meines Lebens, meiner Kräfte, meiner Gesundheit. Du warst mein Schuß, da ich in der Nacht vom Schlafe überwältigt, weder über mich, noch über die Meinigen wachen konnte, und, gütiger Erhalter, da ruhte ich sicher unter deiner machtigen Bewahrung. Himmlischer Vater! laß deine Gnade auch heute mich beglücken. Gib mir zur gewissenhaften Bollbringung meiner Berufsgeschäfte deinen Beistand und Segen. Nichts will ich heute thun, nichts unterlassen, was mir Schaden, Reue und Nachtheil verursachen könnte. Ich will über mein Herz, übermeinen Mund und über mein Leben wachen, und unter deiner Aufsicht, größer Gott, ein tugendhafter Mensch seyn. Unter deinem Beistand werde ich heute alles, was Pflicht für mich ist, als ein Christ, nach der Unterweisung und nach dem Beispiel meines Heilandes verrichten; beten, arbeiten, mich über deine Wohlthaten freuen, mit Mäßigkeit essen und trinken, meinem Nächsten nützlich und mit deinen Führungen zu frieden seyn. Gib mir an irdischen Gütern, so viel mir heilsam ist, und versage mir, was mir Schaden bringen könnte; wenn ich dich auch noch so eifrig darum bitten sollte. Du, bester Vater, weißt, was zu meinem wahren Wohl dient! Das gib mir aus Gnaden, wann ich dich auch nicht ausdrücklich darum anrufe. Mein Christenthum und deine Allgegenwart soll mich in die Einsamkeit und in die Gesellschaft begleiten, und mich vor allen Versuchungen zur Sünde, vor den unerkannten Sünden des Uebelredens von meinem Mitmenschen, vor der feinern Ungerechtigkeit, vor dem Neid, wenn andere glücklicher sind, vor der Spottsucht und Heucheley, und allem, was dir mißfällig ist, bewahren. Wenn ich dies alles unter dem gegründeten Beifall meines Gewissens, vor dir, Allgegenwärtiger, dessen scharfem Auge nichts verborgen bleibt, thue, o wie vergnügt werde ich am Abend mich in Dank und An Abendgebet an Wochentagen: 55 Anbetung vor dir darstellen. Ja, Herr, bewahre meis nen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigfeit. Amen. Abendgebet an Wochentagen. ier erscheine ich vor dir, mein Vater, um mit Herzen dich für unzähligen Wohlthaten zu preisen, womit deine Hand auch heute mich überschüttet hat. Deine Gnade ist es, durch die ich war und lebte. Von dir kam die Kraft zu jedem guten Geschäfte, von dir der Segen, der es begleitete. Leben und Wohlthat hast du an mir gethan; dein Aufsehen bewahret meinen Odem. Dies danke ich dir, mein Gott, und erhebe deinen Namen. Möchte ich dir doch eben so angenehm gewesen seyn, als du mir gnådig warst! Möchte ich doch keins der Gelübde gebrochen haben, wodurch ich mich an dem Morgen des vergangenen Tages vor deinem Angesichte mit dir aufs neue verband! Aber, Herr, allwissender Gott, wie könnte ich vor dir meine Schwäche verhehlen? Wie manche Gelegenheit zum Guten habe ich auch heute ungenutzt gelassen; wie viele meiner Kräfte nicht so angewendet, daß ich mir getrauen dürfte, dir einst Rechenschaft davon abzulegen? Ach, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meinenMissethaten! Um deines Sohnes, meines geliebten Er lösers, willen, verzeihe mir die Uebertretung dieses und aller verflossenen Lage meines Lebens. Entziehe mir den Schuß nicht, welchen alle deine vernünftigen Ges schöpfe genießen, die sich mit kindlicher Demuth deiner Regierung unterwerfen. Erneuere die Kräfte meines Körpers durch einen ruhigen Schlaf, damit ich mein Tagewerk morgen mit Freuden wieder antreten, und mit allem Eifer muthig treiben könne. Laß kein Uebel mir und den Meinigen begegnen, und keine Plage zu unserer Wohnung sich nahen. Laß mich mit reinem Herzen, voll Preis und Dank, für deine auch im Schlaf mir erzeigte Gnade morgen erwachen! Amen. Ein 56 3. Gebete für die häusliche Andacht. Ein anderes. weit der mel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. An diesem ganzen Tage war dein Segen über mich ausgebreitet. Herr, du bist würdig zu nehmen Preis und Ehre und Anbetung. Wie soll ich dir genug danken für alle Wohlthaten, die ich in dem vergangenen Laufe meiner Wallfahrt von dir erhalten habe? Möchte ich doch heute dir in allen Dingen gehorsamt gewesen seyn! Aber, o Herr, du großer Wohlthåter, ich werde mich auch heute an dir versündiget haben, und daher bitte ich dich um die Vergebung meis ner heutigen Uebertretungen. Wohl mir, daß du ein Gott bist, der mir um Christi willen gern Gnade wie derfahren läßt. Hilf mir, daß ich der Sünde immer stärker widerstehe, und ein Christ seyn möge nach deinem Willen. Laß mich in dieser Nacht unter deinem mächtigen Schutze ruhen, und siehe auf mich, in allen übrigen Tagen meines Lebens auf Erden. Gib, daß ich dich im Glück durch einen schuldlosen Gebrauch der Freuden dieses Lebens verehre, und wenn Trubsale über mich kommen, so laß mich auch dadurch immer näher zu dir gezogen und genauer mit dir verbunden werden. Wenn du mir beistehest, fürchte ich kein Unglück. Getrost will ich mich zur Ruhe begeben. Wache du über mich und über alle diejenigen, die mir angehören. Du bist in der Finsterniß mein Licht, in Gefahren mein Erretter, und auch noch im Tode hilfst du mir, wenn ich dir treu bleibe. Regiere mich, heiliger Gott, daß ich mich immer sorgfältiger auf die Ewigkeit vorbereite. Deine Weisheit hat mir zwar den Tag und die Stunde meines Todes verborgen, aber deine wahren Verehrer trifft dieses Schicksal nicht unbereitet. Gib, daß ich wachen und als ein Christ allezeit tugendhaft leben mége; damit ich bereit sen, diese Welt zu verlassen, wenn du es mich heißest, und in die Ewigkeit zu deinen glück lichern Unterthanen überzugehen. Amen. 2. StGe 57 2) Gebete und Andachten in Beziehung auf das heilige Abendmahl. Demüthigung vor Gott bey dem Andenken an Verfündigungen. enn ich, o Gott, mit deinen liebreichen Befehlen meine Gesinnung und mein Verhalten ernstlich vergleiche, so sagt mir es mein eigenes Gewissen, daß ich vor dir nicht unschuldig bin. Und, wie könnte ich vor dir meine Versündigung verbergen, der du das Innerste meiner, Seele kennest, alle meine Wege weißt und mich so siehest, wie ich in der Wahrheit beschaffen bin. Ich habe freilich noch so manchesmal, mein Gott, mir das erlaubt, was dir doch nicht gefallen kann, und so häufig gerade das versäumt und unterlassen, was ich nach deinem guten Willen, selbst zu meinem eigenen Besten, håtte thun sollen. Mit inniger Beschamung meiner Seele empfinde ich dies, und wie niederschlagend würde diese Empfindung für mich seyn, mein Gott, wenn nicht deine barmherzige Gnas de, die du so stark und so heilig jedem aufrichtig seis ne Schuld Bereuenden durch Jesum versichert hast, noch mein Troft und meine Hoffnung wåre. Du verzeiheft, mein Vater, gern jedem seine Fehler, der mit sich selbst darüber von Herzen unzufrieden und auf wahre Besserung bedacht ist. Verzeihe mir denn auch die meini gen; denn es ist mein ganzer Ernst, besser zu werden und alles an mir abzulegen, was deinem Willen entgegen ist. Du hilfft gern denen, die sich bessern wols len, daß sie es können. Hilf denn auch mir mit deis nem guten Geiste, daß es mir mit dem Vorsatz wahrer und stets zunehmender Besserung gelingen möge, das mit die Absichten deiner Gnade an mir erreicht werden, und ich mich allezeit als den guten Menschen beweisen möge, dem es Freude ist, so zu denken und zu handeln, wie es dir gefällt; der getroft auf deinen Beifall rechnen kann, und der dann auch in deiner Liebe ruhig und selig ift. Erhöre mich, so wie du gerne jeden hörest, der nach deinem Willen bittet. Amen. Kurzes 3. Gebete für die häusliche Andacht. Kurzes Sündenbekenntniß. Du u siehest, o Gott, mein Innerstes, und weißt, wie manches Unrechts, wie mancher Uebertretung deiner heiligen Gebote ich mich schuldig gemacht habe. Du siehest aber auch meine herzliche Beschámung und Reue darüber, daß ich damit deinem ,. meines himmlischen Wohlthåters und Baters, guten Willen zuwider gehandelt und mir selbst an meinem wahren und ewigen Glück so sehr geschadet habe. Vergib mir, nach der Barmherzigkeit, die du in Jesu Christo, deinem Sohne, geoffenbaret hast, alle meine Sünden; und hilf mir zur Vollführung des gefaßten ernstlichen Vorsages, besser zu werden, und als ein gewissenhafter, frommer Christ zu leben. Amen. Gef. B. Nr. 218. 219, 225. 241. 58 Gebet vor der Beichthandlung. it Betrübniß meiner Seele sehe, ich auf so manche übel angewandte Jahre zurück, und beklage die Thorheiten und Ausschweifungen meines verdorbenen Herzens. Ich darf mich nicht mit Unwissenbeit oder bloßer menschlicher Schwachheit entschuldigen: denn du hast mir, o mein Gott, deine Gebote frühzeitig be kannt, und durch die mächtigen Wirkungen deines Wortes mich zum Guten tüchtig gemacht. Mit wie vielen Beweisen deiner zärtlichen Vaterliebe hast du mich von meinen ersten Jahren an überhäuft? wie viel Gutes mir durch meine Eltern, Freunde und Lehrer erwiesen? wie oft mich vor der Verführung der Welt gewarnet, und durch väterliche Züchtigungen von dem Verderben zurück gezogen? Ach! daß ich diese Stimme zur Buße nicht eher mit Aufmerksamkeit gehört, dich nicht eher von Herzen geliebt, so oft mich von deinen Geboten entfernt, und durch die bösen Triebe meines Herzens zu so manchen Uebertretungen mich habe hinreiBen lassen! Vergib mir doch, um Christi willen, alle diese Verschuldungen allgütiger Gott! Vergilt mir nicht nach jenen Werken des Unverstandes und der Eitelkeit. Laß mich nicht die traurigen Folgen derselben zu heftig erfah Gebet vor der Beichthandlung. 59 erfahren, oder, wenn sie mich treffen, so laß mich sie zu meinem Besten anwenden. Entziehe mir nicht um meiner Sünden willen den göttlichen Trost in den Leiden, die mich vielleicht treffen werden. Mache mich durch deinen Geist geschickt, das Versäumte, so viel nur möglich ist, einzubringen, den bösen Folgen meines Erempels bey andern Einhalt zu thun, und durch das leuchtende Beispiel einer wahren Gottseligkeit künftig viel Gutes zu schaffen. Wenn ich aber, mein Gott! bey diesem Ernst meiner Besserung noch immer so mannichfaltig strauchle; ach! so verwirf mich nicht! Habe noch ferner Geduld mit mir Schwachen; leite mich von eis ner Vollkommenheit zur andern, und führe mich durch alle Bersuchungen zur Sünde in diesem Leben glücklich dahin, wo ich von allen bösen Wirkungen meiner vorigen Sünden auf ewig befreyt, dir in unbefleckter Heiz ligkeit dienen werde. Amen. Gef. B. Nr. 216. 222. 242. 838. Nachdenken für Christen nach der Beichthandlung. ern von den Zerstreuungen des Lebens will ich die seligen Rührungen, welche heute in mir erweckt sind, noch durch stilles Nachdenken in mir erhalten und befestigen. O, es war eine rührende Handlung, als ich in jener feyerlichen Stunde, voll Reue mich vor Gott demüthigte und aus dem Munde des Lehrers das Wort des Lebens vernahm, daß Gott den Untergang des Sünders nicht wolle; daß er sich in Christo unferer aller erbarmet habe, und bereit sey, uns unsre Sünden zu vergeben, wenn wir nur diese Bergebung ernstlich bey ihm suchten, und aufrichtige Besserung des Lebens zeigten. O mein treuer Erbarmer! laß es mich fest hoffen, daß du im Himmel dein gnädiges Ja und Amen zu dieser Versicherung gesprochen habest, und daß du mein gnädiger Gott, und mein liebreich gesinnter Vater feyst. Hilf mir nun aber auch die Bedingungen erfüllen, unter welchen ich Vergebung von dir erlangt habe, und starke 60 3. Gebete für die häusliche Andacht. stårke mich, forthin als dein gehorsames Kind zu wandeln! Laß mich nie vergessen, was ich dir angelobt habe! Du hast, o Gott, meine Zusage gehört, und ach! wenn ich dir nun wieder vorsätzlich untreu würde: so würde die Zusage mich vor dir verwerflich und unvermeidlich elend machen. So will ich denn künftig eine böse Neigung und eine fündliche Gewohnheit nach der andern von mir ablegen, mich mit jedem Tage von der Sünde immer mehr losreißen, und immer besser und frömmer zu werden suchen. Ich habe angelobt, dir, mein Gott, getreu zu feyn bis in den Tod, im Glauben und wahrer Frömmigkeit. Nun, so will ich denn mit ungetheiltem Herzen an dir hangen, dich über alles lieben, und dir, als dein gutes Kind, treu und ergeben bleiben bis an mein Ende. Leite du selbst mich, durch deinen Geist, auf der ebnen Bahn der Frömmigkeit! Schaffe du selbst in mir ein reines Herz, und gib mir eine neue Gesinnung, die nicht mehr wankt, sondern im Guten gewiß und be ständig bleibt. Erhalte du mich dir getreu, unter den mannichfaltigen Reizungen und Verführungen zur Sunde, und laß mich von diesem Tage an in dem Bunde der seligsten Freundschaft mit dir, o mein Erbarmer, feft stehen, damit ich noch im Tode getrost seyn, und cinst von dir den Lohn der Treue empfangen möge. Amen. • Erweckungen vor der Communion. Herr, err, mein Gott, der du Aufrichtigkeit lieb hast, gib, mein Herz auch besonders jezt dazu gerühret werbe, da ich wieder ein Mal an dem Leibe und Blute Jesu Christi, bey dem von ihm gestifteten Denkmal feines Leidens und seines Todes, Theil nehmen will. Bewahre mich, daß es nicht aus bloßer Gewohnheit, in Serstreuung oder völliger Gedankenlosigkeit, mit einem vereitelten, unfreundlichen, unreinen Herzen geschehe. Richte meine ganze Aufmerksamkeit auf deinen liebevol len Rath von der Menschen Seligkeit, den du in der Sens Erweckungen vor der Communion. 61 Sendung deines lieben Sohnes verherrlichet hast, ich immer weiser, besser, dir gefälliger werden möge, und mich unter allen Umständen deiner, als meines Gottes und Vaters, trösten und freuen könne. Und so erwäge es denn mit Ernst, meine Seele, vor Gott, deinem Heilande, was du ihm für alle Wohlthaten seiner Erlösung schuldig bist. So viel hat er an dir gethan, daß du für deine Begnadigung nicht ångstlich sorgen dürftest, und in froher Gewißheit derselben dein ganzes Bestreben auf die Reinigung deines Herzens und Lebens richten möchtest. Dank es ihm innig und freudig! Ehre ihn aber auch durch aufrichtigen Gehorsam, daß du in allen gesinnet seyst, wie Jes sus Christus auch war. Meide die vergängliche Luft der Welt. Beweise dich treu und fleißig in deinem Stande und Berufe, zufrieden mit deinen Umständen, måßig im Genuß des Irdischen, gewissenhaft in allem deinen Vornehmen; vergib deinen Beleidigern, trage die Fehlenden und Irrenden mit Geduld und Nachsicht; erbarme dich, so gut du kannst, der Nothleidenden; hoffe dann stets das Beste zu Gott, der auch dein Gott ist, und tröste dich aller seiner Segnungen in Zeit und Ewigkeit. Siehe, zu dieser Sinnesähnlichkeit mit ihm, als dem Haupte seiner Gemeine, ladet dich Jesus bey diefer Gedächtnißfeyer seiner bis in den Tod treuen Liebe ein! Höre seine Stimme und folge ihm! Bist du dir noch in diesem Augenblick einer lasterbaften Neigung und Gewohnheit, irgend einer Härte, Ungerechtigkeit, Treulofig= keit, oder bittern Rachsucht bewußt: so fasse doch ja den herzhaften Entschluß, anderes Sinnes zu werden, und führe ihn redlich aus. Spricht dich aber auch dein Gewissen von herrschenden Unordnungen frey, so werde darum nicht sicher. Suche vielmehr mit deinen Mångeln und Schwachheiten immer bekannter zu werden, und halte auch die kleinsten Fehler dir nicht zu Gute. Laß dir ihre Ablegung mit Ernst angelegen seyn, und nimm täglich zu in deiner Besserung. Ermahne dich selbst dazu alle Tage, und beweise darin standhafte Treue. Zu dem allen sollst und willst du dich jezt aufs neue verpflichten. Thue das mit Freuden, so wirst du dich auch 62 3. Gebete für die häusliche Andacht. auch mit Zuversicht aller Wohlthaten der Erlösung getrösten können. Es geschehe also, Herr Jesu, du Stifter meiner Seligkeit! Wie soll ich dir vergelten alle deine Wohlthaten! Ich übergebe mich ganz dir und den Erweckungen deines Geistes und Wortes. Das sey meine Freude, daß ich mich zu dir halte. Mache mich heilig, mache mich felig. Amen./ Ges. B. Nr. 227. 271. 275. 288. 766. Gebet kurz vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. He err, hilf und laß gesegnet seyn, dies mein Andenken an Jesum und an seine Liebe. Laß mich jezt bey dem Genusse des heiligen Abendmahls mir seinen Tod und seine seligen Folgen für die Menschen aufs feyerlichste vergegenwärtigen, denn hier wird mir ja die große Begebenheit seines heilvollen Todes unter sichtbaren Zei chen vor Augen gestellt. O, mit Dank, mit Freude und Inbrunst will ich jezt deiner gedenken, Herr Jesu, bey deinem Abendmahle; will mich freuen der durch dich geschehenen Erlösung; will dir danken für die großmüthige Aufopferung deines Lebens zum Heil der Welt; will aber auch dir zur Ehre nach deinen Vorschriften, und nach deinem Beispiele leben, der du auch für mich deinen Leib in den Tod gegeben, und dein Blut vers gossen hast, zur Vergebung meiner Sünden. Amen. Dankbare Empfindungen nach der Communion. 3th Och danke dir von Herzen, Herr Jesu, für allen Trost und für alle Stärkung, die du mir jezt in dem Genusse deines Abendmahls haft darreichen wollen. Hilf mir nun auch, daß ich die Frucht davon an mir zeige, mich por jeder Art der Versündigung hüte, und in allen rechtschaffenen Gesinnungen dir ähnlich zu werden. tracht. Das ist nun wohl auch jezt mein ganzer Ernst; und wie sollte er es nicht seyn, bey dem so leb 63 Dankbare Empfindung nach der Communion. lebhaft erneuerten Andenken deiner Liebe und Treue gegen ein fündiges Geschlecht! Aber dieses Andenken wird in den Zerstreuungen und Verwirrungen des Lebens wieder schwächer werden, und der selige Eindruck davon kann verldschen. Es soll also meine vornehmste Sorge seyn, mir oft vors Auge zu stellen, was du, größter Menschenfreund, erduldet hast, um Seelen zu erretten; und allen Freunden des Guten Freudigkeit zu Gott, Trost des Gewissens, Hoffnung der Seligkeit zu erwerben, deß will ich mich stets mit dankbarer Liebe erinnern; dem will ich nachdenken; es mir einen måchtigen Antrieb feyn lassen, ein gutes Gewissen zu bewahren. Wie felig de ich dann seyn! Wie wohl wird mir seyn in dem Frieden des Herzens, den kein irdisches Glück gewähren kann, und in jeder guten Erwartung des Zukünftigen! Wie ruhig wird dann mein Hoffen seyn, auch einmal zu dem Leben bey dir zu gelangen, wo Freude die Fülle ewiglich ist. Noch ist es nicht alles erschienen, was auch ich seyn und werden soll, und mein Glaube sagt es mir, daß hier noch nicht der ganze Rath meines Gottes an mir vollendet sey! Aber das weiß ich, daß wenn es erschei nen wird, es denen nicht anders als wohl gehen kann, die dir, Herr Jesu, gleich gesinnt zu seyn, mit weisem Ernst sich bestrebt haben. So wandle ich denn auf der Bahn der Tugend mit gestärktem Eifer fort. Der Herr ist mein Hirte, mir wird's nicht mangeln. Er wird mir Weisheit und Kraft verleihen, wenn ich sie aufrichtig suche; er wird mir Trost und Freude ins Herz geben, so viel ich nöthig habe; er wird mir vergelten nach seiner Güte! Amen. Gef. B. Nr. 285, 288, 289. 3) Ermunterungen zum christlichen Verhalten in kranken Tagen, beym Tode, und bey der Wiedergenesung von einer Krankheit. Gebet um rechte Todesbereitung. I eder Tag, jede Stunde, jeder Augenblick, den ich zurück lege, bringt mich meinem Tode immer näher, und 64 3. Gebete für die häusliche Andacht. und was ist's, das ich hier noch zu leben habe? Herr, lehre mich meine Hinfälligkeit mit Ernst bedenken, das mit ich weislich die Zeit anwende, welche deine Gnade mir hier noch zu meinem Besten gönnt. Du hast mich nicht für die wenigen Tage bestimmt, die ich hier zubringe; ein anderes, und nicht aufhörendes Leben sieht mir nach deiner weisen Anordnung bevor, und wie viel hat das nicht auf sich, da ich eben in demselben empfangen soll, nachdem ich hier gehandelt habe, es sey gut oder böse. Preis, Ehre und unvergångliches Wesen wirst du da nur denen geben, die dich hier lieben und Gutes thun; Trůbsal und Angst aber über alle Seelen kommen lassen, die den Sünden ergeben sind und Böses thun. Laß mich diesen genauen und wichtigen Zusammenhang des jetzigen Lebens mit dem Bukünftigen stets vor Augen haben, und erwecke mich dadurch zur ernstlichen Sorgfalt, in einer dir ergebenen guten Gesinnung, gewissenhaft das in allen Fällen meis nes hiesigen Lebens zu beobachten, was vor dir recht ist. Dies ist die einzige rechte Zubereitung zu einem seligen Tode, und zu einer erfreulichen Ewigkeit, und die laß mich doch nicht unbedachtsam, oder verführt durch falsche Hoffnungen versäumen, und das um so weniger, da diese Versäumniß durch nichts ersetzt werden kann. Schneller als ich es denke, fann das Ende meines zeitlichen Lebens kommen, darum gib, daß ich das nie auf den ungewissen Morgen verschiebe, was nach deinem Willen noch heute von mir geschehen kann und soll, und da ich im Tode alles Irdische gewiß verlassen muß: so bewahre mich, daß ich an nichts Zeitliches mein Herz hånge, und mir dadurch meinen Abschied aus der Welt schwer mache. Lehre es mich vielmehr so brauchen, daß ich es mit gutem Gewissen zurück lassen, und auch dann noch, wann ich es nicht mehr haben kann, mich ewig freuen könne, es einmal gehabt zu haben. Hilf mir, nach den bessern Gütern der Seele zu trachten, die mir kein Tod rauben kann, und regiere mich in meinem ganzen noch übrigen Leben, mit deinem Geiste so, daß ich eine Seele voll deiner Erkenntniß und Liebe, gereinigt von Sünden, und versichert von deiner Gnade, aus diefer Gebet in Krankheit. 65 dieser Welt in jene hinüber nehmen könne. Zu was für einer Zeit und in welchen außerlichen Umständen mich dann auch immer der Tod treffen möge, so wird er in solcher Verfassung allemal Gewinn für mich seyn, und dazu hilf mir nach deiner Barmherzigkeit durch Christum. Amen. Gef. B. Nr. 750. 625. 828. 861. 683. 653. 678. 685. smag Demüthigung vor Gott in Krankheit. Nu Jun erfahre auch ich es in der That, mein Gott, was der Mensch ist, wie hinfällig und wie leicht seine Gesundheit und Kraft dahin ist! Uber Dank sey dir, daß ich weiß, du kannst nie deinen schwachen Geschöpfen zu viel auflegen, du hast auch jede Last der Krankheit gemäßigt, daß sie erträglich ist, und du wirst auch diese Veränderung mir zum Besten dienen lassen. Was sollt' ich also unruhig klagen oder ängstlich sorgen? was kann ich bessers thun, als zu dir aufsehen, dem Gott, der da hilft, und der es nie böse meinen kann. Du hast mich bisher so våterlich geleitet, mir so manche Freude gewähret, und mehr Gutes an mir gethan, als ich bitten und verstehen konnte. Auch mit allen dem, was mir jemals Leid, Unruhe oder Schmerz verursacht hat, hast du es immer weislich gewendet. Gott, das alles erkennet meine Seele wohl! Ich bin zu gering aller deiner Barmherzigkeit, und meine Seele unterwirft sich vertrauungsvoll dir, ohne dessen Willen und Leitung mir nichts begegnen kann! Auch das wirst du wohl machen. Stårke mich in diesem dankbaren, dir ergebenen, und vertrauenden Sinn. Füge es sonst mit der Dauer und mit dem Ausgang meiner Krankheit, wie es dein våterlicher Wille ist. Ich weiß nicht, welches besser für mich und meine Verbindungen in der Welt seyn möchte: ein langes oder kurzes Krankenlager, das Leben oder der Tod. Wähle du für mich! Auf dich traue ich! Nur lehre mich in meiner, vielleicht noch ganz kurzen Lebenszeit, an meiner Seligkeit mit ganzem Ernst arbeiten. Wie ich diese Zeit bisher angewendet habe; wie ich mit den mir verliehenen Kräf ten e 66 3. Gebete für die häusliche Andacht. ten und Gelegenheiten zum Guten umgegangen bin; wie ich gegen alle meine Nebenmenschen gesinnet gewesen bin; wie ich mein Herz und mein Leben rein von las sterhaften Neigungen und Gewohnheiten zu bewahren gesucht habe; wie werth mir die Religion geblieben, und wie treu ich in ihrer Erkenntniß und Uebung gewesen bin: das ist die ernsthafte Ueberlegung, die ich jezt anzustellen habe. Gib, daß ich sie weder scheuen, noch leichtsinnig damit zu Ende eilen und mir die Tröstungen des Evangeliums Jesu Christi fälschlich zueignen möge. Auch für mich ist freilich bey dir viel Vergebung. Auch mir willst du Barmherzigkeit widerfahren lassen; es ist doch aber auch gar zu gewiß, daß ich mit den Gesinnungen, die ich mit mir aus dieser Welt nehme, in der zukünftigen fortleben werde, und wie meine Aussaat ist, so auch die Erndte für mich seyn wird. Stets sey mir also der Buruf Jesu Christi erinnerlich: Selig sind, die reines Herzens sind, die Friedfertigen, die Sanftmüthigen, die ein aufrichtiges Verlangen haben, gut zu seyn, und so nach der Gerechtigkeit hungern und dursten! Das erwecke mich, mein Herz von allen dem los zu reißen, was es noch an das Irdische fesselt, noch so viel Gutes zu thun, als ich kann, und allen um mich her durch Geduld, durch Ergebung in deinen Willen, durch frohe Erwartung bes Bukünftigen erwecklich zu werden. Dann, tröste mich, o Gott, deine Liebe; dann sey mir die Nacht des Grabes nicht fürchterlich; dann laß mich in der ruhigen freudigen Gesinnung beharren: Herr, ich warte auf dein Heil! Amen. Gef. B. Nr. 257. 488. 630. 343. 369. 291. 292. 473.497. 504. 516. 655. Gebet eines Kranken. K3 fommt, o guter Gott und Vater deiner Menschens kinder, alles in dem menschlichen Leben von dir: Glück und Unglück, Reichthum und Armuth, Gesundheit und Krankheit, Leben und Tod. Von deiner Baterhand empfing auch ich mein Leben, mit allen den gefunden, frohen und vergnügten Tagen, die mir in demfelben Gebet eines Kranken. 67 selben zu Theil wurden, und für deren Geschenk ich dankbar mich deiner Güte und Liebe freue, und deine Vaters hand in demüthigem Gefühle meiner Unwürdigkeit küs se. Von eben dieser deiner Vaterhand sind mir nun auch die Tage der Leiden gesendet, in welchen mich die Schmerzen einer schweren langwierigen Krankheit drükken und quälen. Zuversichtlich erwarte ich daher von deiner Vaterliebe, du werdest mich nicht versucht werden lassen über mein Bermögen, und wenn die Last der Angst und Schmerzen meinen schwachen Kräften zu schwer werden will: so wirst du deine Kraft in meiner Schwachheit machtig seyn, und mich deine Berheißung genießen lassen. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. 3war pflegen die Tage der Leiden dem menschlichen Herzen nicht Freude, sondern Traurigkeit zu bringen; da aber dieses Leben nur ein Stand der Erziehung der Menschen für ein besseres, ja, ewig seliges Leben ist, und deine Weisheit es für gut gefunden, zur Förderung solcher Erziehung, Freuden mit Leiden zu verbinden, damit wir deine Heiligung erlangen, ohne welche nicmand dich schauen kann, so demüthige ich mich willig unter deine mich züchtigende Baterhand, in der festen Zuversicht: du werdest auch dieses Leiden zur Förderung meines geistlichen und ewigen Heils dienen lassen. Kennst du indeß die Schwäche des menschlichen Herzens, wie leicht demselben bey anhaltenden Leiden um Trost bange wird: so sey du meinem Herzen mit deinem kräftigen Troste stets nahe, der du bist der Gott des Trostes; dein Geist mache es mir unvergeßlich, daß alle unverschuldete Leiden deiner Christen, auch die schwersten und größten, doch nur zeitlich und leicht sind, und uns schaffen eine ewige und über alle Maaßen wichtige Herrlichkeit, uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare, und daß solche Leiden der Zeit nicht werth sind der Herrlichkeit, die dort an uns soll offenbaret werden. Er richte meine Gedanken stets auf Jesum, den Anfänger und Vollender unsers Glaubens, um zu bedenken, daß, wie er durch Leiden und Tod zur Herrlichkeit eingegangen, wir auch dort mit ihm herre 2 68 3. Gebete für die häusliche Andacht. herrschen, wenn wir hier mit ihm geduldet, und mit ihm leben sollen, wenn wir hier mit ihm gestorben sind. Steht nun aber auch meine Hülfe und Errettung ganz in deinem heiligen Willen, o du Gott und Vater meines Lebens: so hebe ich auch meine Augen ganz zu bir em por, als zu dem Berge, von welchem mir Hülfe kommt. Es ist dir alles möglich, und deine Hand ist nic zu kurz daß du nicht helfen könntest. Ist es deiner Weisheit gefällig, für mich und die Meinen nüßlich, mich von meiner Krankheit genesen zu lassen, und meinem Leben noch einige Jahre zuzulegen: so will ich das Geschenk des neuen Lebens dankbar von deiner Vaterhand annehmen, und dich dafür zu preisen suchen an meinem Geiste und Leibe, so lange ich noch hie bin. Hast du aber in deinem heiligen Rathe ein anderes über mich bes schlossen, und vielleicht den Becher des Todes bereits eingeschenkt, daß ich ihn trinken soll: so geschehe bein Wille, der immer heilig, gerecht und gut. Dein ist ja mein Leben, denn du hast es mir gegeben, und darum will ich dieses Leben, wenn es dir mein Gott beliebt, auch ganz: willig wieder geben, bin darüber nicht betrübt; denn in meines Jesu Wunden hab' ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnoth, ist des Herren Jesu Tod. Verkürze mir alsdann meine letzten Leiden; versüße mir die Bitterkeit des Todes, und laß es auch an mir offenbar werden, daß der Gerechte in seinem Tode getroft sey. Und so führe mich der Erfüllung meiner Hoffnung des Glaubens entgegen. Der Herr wird mich erlösen von allem Ulebel, und mir aushelfen zu seinem himmlischen Reiche. In deine Hand befehl' ich mich, Mein Wohlseyn und mein Leben; Mein hoffend Auge blickt auf dich, Dir will ich mich ergeben. Sey du mein Gott, und einst im Tod Mein Fels, auf den ich) traue, Bis ich dein Untlig schaue. Amen. Si ne Gebet Gebet nach wieder erlangter Gesundheit. 69 Gebet nach wieder erlangter Gesundheit. Bon Joh. Friedr. Feddersen. Jah ch freue mich, und bin fröhlich über dich, und lobe deinen Namen, du Allerhöchster. Du hast mein Gebet nicht verworfen, hast mein Leben vom Tode errettet, und errettet rühme ich nuit fröhlich: es ist gut auf den Herrn vertrauen: Er ist der Elenden Schuß und ein Helfer in der Noth. Er läßt uns oft erfahren viel und große Angst, aber er macht uns wieder lebendig; er güchtiget uns wohl, aber er übergibt uns dem Tod nicht. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Ja, du mein ewiger Wohlthäter, warst es auch in meiner Krankheit. Nur zu meiner Besserung und Seligkeit hast du die Krankheit über mich verhängt, und in der Krankheit hast du mein Leben behütet, meine schwachen Kräfte gestårket, mir so manche Erquickung geschenket, und mich auf solche Art erfahren lassen, du habest Lust zu meinem Leben. wie groß, Herr mein Gott, ist deine Güte, die du mir in der erzeigten Hülfe hast widerfahren lassen. Ich bin wieder gesund, habe Munterkeit und Kräfte meinen Beruf zu vollbringen, meinem Nächsten zu dienen, und mein Brod zu erwerben. Gewiß, ich war der Undankbarste, wenn ich dich meinen Helfer und Erretter vergessen könnte. Nein, habe ich dir in der Noth manche Gelübde gethan: so will ich sie auch nun, da du mir aus meiner Noth geholfen, treulich zu erfüllen suchen. Ich will dich loben allezeit, dein Lob soll immerdar in meinem Munde seyn; aber nicht nur mit meinem Munde will ich dich loben, sondern ich will dich noch mehr zu preisen suchen an meinem Leibe und Geis ste, so lange ich hie bin, und so als bein Eigenthum im Dienste der Gerechtigkeit und Tugend zu leben suchen. In dieser Absicht will ich steti wachen, beten und kampfen, daß mein Wandel nicht mit wissentlichen Sünden beflecket werde, wozu du mir den Beistand deines heiligen und guten Geistes nicht versagen wirst. So werde ich die Verlängerung neiner Lebenszeit, welche but 70 3. Gebete für die häusliche Andacht. du mir verlichen, deinem heiligen Willen gemäß brauchen und anwenden. Ich werde an der Heiligung des Herzens und des Lebens mehr und mehr wachsen und zunehmen, und so stets vollkommen zu werden suchen, wie du, mein Vater, vollkommen bist. Ich werde im Glauben an Jesum, meinen Erlöser, immer stårker, an allerley Werken der Jugend immer reicher werden; so werde ich meinen Nebenmenschen in allen Stücken ein gutes Beispiel geben, und so einst das große Ziel der ewigen Seligkeit, welches du dem Glauben und der Gottseligkeit vorgesteckt hast, glücklich erreichen. Dir foll mein Leben heilig seyn, Das du mir neu gegeben; Dir will ich trauen, dein mich freun, Und ewig dich erheben. Gebet nach einer Krankheit. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir vers gibt, und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset, und dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Ja, mein Gott, ich will dich loben, ich will dich ewig loben. Da ich dich suchte, antwortetest du mir, und errettetest mich aus aller meiner Furcht. Du nahmst die Krankheit von mir, die mich hart drückte und mich besorgt machte. Mein Leben war ungewiß, und ich war dem Grabe nahe. Aber du sprachst: dieser Kranke soll leben! Und durch deine Kraft lebe ich, und bin gesund. So sey dir auch mein Leben zum Opfer geweihet. Alle meine Kräfte sollen deiner Berehrung geheiligt seyn. Ich will leben nach deinem Willen, und das mir geschenkte neue Leben zu deiner Ehre anwenden. Laß mich meiner Zusage eingedenk seyn, und sie nicht, wie es oft geschieht, allzubald wieder vergessen. Laß mich bedenken, daß du mich von neuem finden, und meines Lebens plötzlich ein Ende machen kannst. Laß mich weise und fromm leben, und zu jeder Stunde auf meinen Tod bereit seyn. Dank sey dir für allen Beistand, den du mir Gebet nach einer Krankheit. 71 mir in meiner Krankheit bewiesen, für alle liebreiche Unterstützung, für alle Tröstung und Erquickung, womit du mich erfreuet hast. Vergilt die Liebe, Zärtlichkeit und Treue meiner Freunde, die es gut mit mir meinten, so viele Geduld mit mir hatten, und so treulichen Beistand bewiesen haben. Erfreue sie wieder mit deiner Hülfe und deinem Troste, wann auch sie Hülfe und Trost bedürfen. Und da ich aus Erfahrung weiß, wie einem Kranken zu Muthe ist, so will ich auch mit jedem Kranken herzliches Mitleid haben, und mich nach Vermögen seiner erbarmen; und wenn ich besonders denen wieder dienen kann, die mich in meiner Krankheit gepfleget und unterstüßt haben, so soll dies meine erste Sorge und meine heiligste Pflicht seyn. Befestige, o Gott, diese guten Vorsätze in meinem Herzen, und laß mich in gesunden und kranken Tagen deiner Liebe empfohlen seyn. Amen. Gebet bey Sterbenden. danken dir von Herzen für alle Barmherzigkeit, die du dieſem Sterbenden vom Unfange seines Lebens bis auf diesen Augenblick erwiesen hast, und fassen die Zuversicht, nach dem herrlichen Evangelium Jesu Christi, unsers Herrn, du habest ihn nicht blos für dieses kurze Leben geschaf fen, sondern werdest auch an ihm deine barmherzigen Absichten in der Ewigkeit vollenden. Erleichtere ihm die Schmerzen und Bangigkeiten des Todes, und bes lebe in seiner Seele die Ruhe des Geistes, der auf dein größeres Heil in der Ewigkeit wartet. Erlöse ihn so von allem Uebel, und hilf ihm aus zu dem bessern Leben, wo kein Wechsel mehr seyn, und sich alles in Freude vers kehren wird. Wir unterwerfen uns bey der Trennung von ihm deinem stets guten Rath und Willen, und er heben uns von diesem niederschlagenden Anblicke mensch licher Hinfälligkeit zu dir, der du alles mit uns und für uns wohl machest. Gib uns Weisheit und Ernst, einen heilsamen Eindruck davon zu bewahren. Lehre uns wohl bedenken, daß es mit uns allen auch einmal, früher 72 3. Gebete für die häusliche Andacht. her oder ſpåter, dahin kommen wird, wo uns alle Güter und Freuden dieser Welt nichts helfen, sondern nur deine Gnate und ein gutes Gewissen uns Trost und Zuversicht geben können. Mache uns dies zu einem machtigen Antriebe, stets in deiner Furcht zu leben, damit wir, wann nun auch unsere Zeit kommt, dieses uns allen bestimmte Ziel auf Erden mit wahrhaftig christlichen Gesinnungen und Hoffnungen erreichen mögen. Amen. Gef. B. Nr. 632. 673. 688. Gebet eines Sterbenden. 2ch weiß, o Gott, und fühle es, daß ich meine Hütte des Leibes bald ablegen muß, daß mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. Sowohl mein hohes Alter, als auch meine dahin schwindenden Kräfte, machen mir die Unngherung dieses so wichtigen Wechsels des Lebens mit dem Tode, und der Zeit mit der Ewigkeit fühlbar. Dieses wichtige Ereigniß würde meinem Herzen höchst furchtbar seyn, wenn ich nicht überzeugt wäre, daß eben die Baterhand, die mich in das Leben geleitet, auch meinen Tod sendet. Du, o guter Gott und Vater, låssest ja die Menschen sterben und sprichst: kommt wieder ihr Menschenkinder. Du hast allen Menschen ein Ziel gesehet, das können sie nicht überschreiten. Willig unterwerfe ich mich daher diesem sonst so bittern Verhängniß, und erwarte meinen Tod als einen von dir gesandten Freund, der deine Gerechten zur ewigen Vollendung führen soll. Mit dankbar gerührtem Herzen sehe ich auf meine bisher vollendete Lebensbahn zurück, und freue mich deiner zwar oft wunderbaren, aber doch immer alles wohlmachenden Regierung, welche du mich auf derselben hast erfahren lassen. Unübersehbar ist die Menge des Guten, dessen Genuß du mir im geistlichen und leiblichen verliehen, unzahlbar aber auch die Freuden, mit welchen du den Pfad meines Lebens gesegnet hast. Frühzeitig leiteteft du meine Seele zu der heiligen Quelle der Lehren deines Sohnes Jesu Christi, und bey treuer Befolgung ih rer ad Gebet eines Sterbenden. 73 rer Vorschriften, ließest du mich so oft erfahren, daß fie find Geist und Leben und erfülltest meine Seele mit Kraft und Stärke, Trost, Friede und Freude, ja mit lebendiger Hoffnung einer seligen Ewigkeit. Verirrte ich mich auch bisweilen von dem beglückenden Wege deiner heiligen Gebote: so trugst du mich nicht nur mit schonender Geduld, sondern ließest mir auch bey reuevoller Besserung meines Herzens und Lebens, im Glauben an Jesum Christum, Barmherzigkeit und Gnade, in der Vergebung aller meiner Sünden, finden. Im Genuß einer vergnügenden Gesundheit, flossen die meh resten Tage meines Lebens dahin, und wenn du sie bis weilen durch Tage der Krankheit unterbrachest: so mußten diese stets Mittel werden, meine Heiligung zu befördern, meine Kräfte zu erneuern, und meine Gesundheit für die Zukunft zu befestigen. Gefiel es bisweilen deiner Weisheit, die mir verliehenen Freuden des Lebens durch Leiden zu verbittern; so war doch der Kelch der Freuden immer größer, als der Becher der Leiden, und die Süßigkeit der Freuden überstieg weit die Bitterfeit der Leiden. Weinte ich auch bisweilen meinen Kummer des Herzens vor dir aus: so wußtest du zu rechter Zeit meine Thränen zu trocknen, ja sie wohl in Thränen freudigen Danks zu verwandeln. Fürwahr, o guter Gott! ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an deinem Knechte( an deiner Magd) gethan hast. Desto zuversichtlicher erwarte ich nun aber auch von dieser deiner großen Barmherzigkeit und Treue die letzten Bedürfnisse bey meinem Scheiden von der Erde. Wenn mich die ganze Welt verläßt, so verlaß du mich nur nicht mit deinem Troste, Beistand und Hülfe. Mein Bater, es ist dir alles möglich; ist es also deiner Weisheit gefällig: so versüße mir die Bitterkeit des Todes; verkürze mir den letzten Kampf der Angst und Schmerzen, und laß mein Scheiden sanft und selig seyn. Sterbend wird sich meine Seele vom Leibe trennen, und alsdann, Vater, empfehle ich meinen Geist in deine Hände. 3war geht sie zu dir, als dem gerechten Richter alles Fleisches; aber der Glaube an Jesum, der mich der Vergebung der Sünden und deiner Vaterliebe versichert, der läßt 74 3. Gebete für die häusliche Andacht. läßt mich auch im Tode an dir einen gnädigen Richter erwarten, der mir die Verheißung Jesu genießen lassen wird: wer an mich glaubet, der kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tote zum Leben hindurch gedrungen. Ja, im Glauben sehe ich schon den Him mel offen, und Jesum sitzen zu deiner Rechten', welcher mir die Krone der Gerechtigkeit reichet, und mir zum Besitz jenes unvergånglichen, unbefleckten und unverwelklichen Erbes, das behalten ist im Himmel, helfen wird. Der Erde gebe ich den Leib, den ich von ihr erhalten habe, wieder, aber nicht auf ewig, sondern, bis Jesus, der große Todtenerwecker, ihn aus seinem Staube, schön, herrlich und verklärt, wieder ers bauen, mit seiner seligen Seele vereinigen, zur ewigen Herrlichkeit einführen, und so die Hoffnung meines Glaubens erfüllen wird: Auferstehn, ja auferstehn wirst du, Mein Staub, nach kurzer Ruh. Unsterblich's Leben wird, der dich schuf, dir geben. 3war beugt mich tief der Schmerz der Trennung von den Meinen, mit denen ich durch das Band der herzlichsten und treuesten Liebe verbunden bin; aber in dem festen Vertrauen, du, mein Gott, werdest nach meinem Ableben für die Meinen als Vater sorgen, durch deinen heiligen Geist, sie auf dem Wege eines rechtschaffenen Glaubens und einer unverfälschten Gottseligkeit bis an ihr Ende erhalten, tröste ich mich der Hoffnung: dort werden wir uns wiedersehen, unser Herz wird sich freuen, und unsere Freude wird niemand von uns nehmen. So geh' ich, frep von Kummer, des Todes dunkle Bahn; Mir bricht nach kurzem Schlummer ein ew'ger Morgen an. Heil mir, er ist nicht fern, der leßte meiner Tage: Er kommt, und alle Klage wird Lobgesang dem Herrn. Amen. Ein 75 Gebet eines Sterbenden. Ein anderes Gebet. Bon Zollikofer. ott, Schöpfer, Vater, Erbarmer, zu wem sollte nehmen, zu dir, der du allein helfen kannst und so gerne hilfft! Du erhörest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir, und darum suchen alle Hülfsbedürftige die ihnen nöthis ge Hülfe. Ja, du bist nahe allen, die dich anrufen, die dich mit Ernst anrufen; auch mir bist du nahe, o Allwissender und Allgegenwärtiger! Auch mich kennst und liebest du, und hast mich zur ewigen Glückseligkeit berufen. Davon hast du mich, besonders durch deinen Sohn Jesum versichern lassen. Und wie erquickend, wie tröstlich ist mir nicht diese Versicherung! wie erleichtert fie mir meine Leiden! welche Hoffnung und Zuversicht gießt sie nicht in mein Herz aus! O laß doch diese Versicherung meinem Herzen immer wichtiger und in demfelben immer kräftiger werden. Laß sie den Trost meis ner letzten Stunde und meine Stütze im Tode seyn. Laß mich deiner Vaterliebe immer gewisser werden, und meine Bestimmung zu einem ewigen seligen Leben nie aus den Augen verlieren. Wie geduldig und standhaft werde ich dann alles tragen und leiden, was du mich leiden heißt; wie unerschrocken mich dem Tode nähern, wie getrost diese Hütte meines Lebens verlassen, und mich mit meinem Geiste zu dir meinem Vater empor schwingen. Wie du in meinem ganzen Leben mein Gott und Vater warest: so wirst du es auch gewiß iezt, ja in Ewigkeit seyn. Dir, gütigster, liebreichster Vater, dir übergebe ich mich ganz. Dein bin ich, dein Geschöpf, dein Kind, dein Verehrer, und dessen freue ich mich, ich lebe oder sterbe! Mach's mit mir, wie es dir wohlgefällt. Nimm das Opfer meines herzlichen Dankes für alle Wohlthaten gnädiglich an, mit welchen du mich mein ganzes Leben hindurch gesegnet und erfreuet haft. Unschätzbar ist ihr Werth, unzählbar ihre Menge, und jede ein untrügliches Pfand von noch größeren Wohl thaten, 76 3. Gebete für die häusliche Undacht. thaten, die du mir in jenem bessern Leben aufbehalten baft. Verwirf das Opfer meiner demüthigen Neue über meine Fehler und Sünden des Lebens in Christo nicht. Ich hasse und verabscheue sie alle von Herzen, und wünsche nichts sehnlicher, als immer reiner und vollkommener zu werden.- Laß dir aber auch das Opfer meiner Fürbitte für die Meinigen, von denen du mich durch den Tod trennen wirst, wohlgefallen. Sey du der Beschützer meines gebeugten Gatten, der Vater meiner Kinder, der Freund meiner Freunde, die bey meinem Tode um mich weinen. Vater! dir übergebe, dir empfehle ich sie alle und mich. Sen du mit ihnen und mit mir, wie du bisher mit uns gewesen bist. Laß sie und mich durch Beharrlichkeit im Glauben, in guten Gefinnungen des Herzens, und guten Werken des Lebens nach Preis, Ehre und seliger Unsterblichkeit trachten. Und wenn endlich die Zeit meines Abschieds vorhanden, so hilf du mir den letzten Kampf standhaft kämpfen, meinen Lauf getrost vollenden, und laß mich die herrliche Krone erblicken, die am Ende der Laufbahn auf den Sieger wartet. Amen. - 09 Inhaltsanzeige. 1) Allgemeine Kirchengebete. a. Gebet nach der Predigt an Sonntagen. b. Ein anderes, zu eben diesem Gebrauch. c. Allgemeines Kirchengebet. d. Gebet in den Berstunden, oder nach den Wochenpredigten. e. Allgemeines Bußgebet. f. Anrede an die Confitenten in der Besper, wenn noch nicht alle gebeichtet haben. g. Gebet in der Besper, wenn die Confitenten schon größtentheils gebeichtet haben. h. Ein anderes desselben Inhalts. 2) Besondere Kirchengebete an Festtagen. a. Am Feste der Geburt Jesu. b. Zum Beschluß der Weihnachtsfeyertage. c. Am Neujahrstage. 77 d. Auf das Fest der Erscheinung Chrifti. e. Auf das Fest der Darstellung Christi, oder der Reinis gung Maria. f. In der Fasten, oder in der Leidenszeit Christi. g. Am Feste der Verknüdigung Maria. h. Am grünen Donnerstage. i. Am Charfrentage. k. Am Feste der Auferstehung Jesu. 1. Zum Beschluß der Osterfeyertage. m. Am Feste der Himmelfahrt Jesu. n. Am Pfingstfeste. o. Zum Beschluß der Pfingstfeyertage. P. 9m Trinitatisfeste. q. Am Johannisfeste. r. Am Feste Maria Heimsuchung. s. Am Feste Michaelis. t. Geber am Gedächtnißfeste der evangelischen Kirche. 3) Geu. Gebet am Erndte und Dankfeste. *. Am Kirchweihfeſtes 78 3) Inhaltsanzeige. Gebete für die häusliche Andacht. a. Morgen- und Abendgebete. 1) Morgengebet am Sonntage. 2) Abendgebet am Sonntage. 3) Morgengebet in der Woche. 4) Ein anderes. 5) 2bendgebet an Wochentagen. 6) Ein anderes. b. Gebete und Andachten in Beziehung auf das heilige Abendmahl. 1) Demüthigung vor Gott bey dem Andenken an Verfündigungen. 2) Kurzes Sündenbekenntniß. 3) Gebet vor der Beichthandlung. ( 4) Nachdenken für Christen nach der Beichthandlung. 5) Erweckungen vor der Communion. 6) Gebet, kurz vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. 7) Dankbare Empfindungen nach der Communion. & Ermunterungen zum christlichen Verhalten in kranken Tas gen, bei dem Tode und bei der Wiedergenesung von einer Krankheit. 1) Gebet um rechte Todesbereitung. 2) Demüthigung vor Gott in Krankheit. 3) Gebet eines Kranken. 4) Gebet nach wiedererlangter Gesundheit. 5) Gebet nach einer Krankheit. 6) Gebet bey Sterbebetten. 7) und 8) Gebete eines Sterbenden. Erfurt, Stereotyp- Drud der F. S. Udermann'schen Buchdruckerei von Gerhardt& Schreiber. Lein Truk einer Mitschülerinen. Rochen welked undrerschwinden naecht fälltals Utespenbe Oft wenn Freundeskaund sich sienden, Prennt sie schon der Tode. Grabe Ach, auch jener Platzest len! Unser Schwester ist nicht nicht, Schwechseinsfer ist unsentriften, Sand nicht mehr mituuns sich freun, bevir zusicht das wirdwissen, zuwihr Hezwar rint. Sie mar Um das Gute wird lechet, Aktingmaren ihre Pachen, Sturzunächer Lebenszeiten Schnürsten, denkt brinihrer Bahen Auch and nume Rahalichkeit! Lleibt nur alls gut zu reind, denn dürft ihr den Tod nicht schwen 4. Undmund lasst unsucht wegegen siden hott därktek, Sten wir nach dürtflekten Lagen Barkin hährr Schachensgehen Shark wird nicht mehr ger eint um den abgeschieden Freund. Inches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 6 17 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 ( O 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 8 19 B.I.G. Black