Gb 220 Allgemeines Evangelisches Gesangbuch für das Großherzogthum Hessen. Im Verlage der Großberzoglichen Invaliden- und Soldaten Waisen- Anstalt. = Darmstadt, 1849. Druck der L. C. Wittich'schen Hofbuchdruckerei. Gib 220 Univ.- Bibl. Giessen Inhalt Allgemeine Lieder beim Anfange und Schluß der öffentlichen Gottesverehrung. Nr. 1-9. Erste Abtheilung. Lieder über die christlichen Glaubenslehren. Nr. 10-289. Von Gott, dessen Wesen und Eigenschaften. Nr. 10-41. Daseyn Gottes 10. Einheit Gottes 11. 12. Majestät und Größe Gottes 13-17. Auch 11. 56. 57. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes 18-20. Allgegenwart und Allwiffenheit Gottes 21. 22. 24. 25. Allmacht Gottes 23. Auch 50. 72. Weisheit Gottes 26. 27. Auch 50. 59. Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes 28. 29. Auch 270-275. Wahrhaftigkeit und Treue Gottes 30. 31. Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes 32 39. Geduld, Langmuth und Gnade Gottes 40. 41. 703. — Von der heiligen Dreieinigkeit. Nr. 42-46. Von den Werken und Wohlthaten Gottes. Nr. 47-242. Schöpfung 47-53. Auch 420 und 589. Vorsehung oder Erhaltung und Regierung der Welt Auch 26. 34. 36. Von den Engeln Der Mensch; seine Würde und Vorzüge 70-73. Bestimmung des Menschen 74-77. 54-66. 67-69. IV Gb L20 Erlösung 78- 187. Sündhaftigkeit des 78-83. Folgen der Sünde 84-88. Menschen Erlösung und Veredlung des Menschen durch Chriftum 89-100. Sendung und GeWürde des Erlöfers 101-103. burt Jefu( Adventslieder) 104-109. 704. ( Weihnachtslieber) 110-119. Erscheinung Chrifti 120. 121. Darstellung Chrifti im Tempel 122. 123. Johannes, der Vorgänger Jesu 124. 125. Lehre, Leben und Thaten Jesu 126-134. 333. 479. Leiden, Tod und Begräbniß Jefu.( Paffionslieber) 135-173. Auferstehung Jesu( Ofterlieber) 174-184. 705. Chrifti Heimgang zum Bater und Verherrlichung 185-187. 706. Heiligung 188-242 Sendung des heiligen Getftes( Pfing flieder) 188-197. Vom Worte Gottes 198-208. 707. Von der heiligen chriftlichen Kirche 218-309. Am Reformationefest 210. Bei der heiligen Taufe 219-224. Bei dem heiligen Abendmahle 225- 242. Auch 133. 161. 164. 165. 312. 335. Von der Unsterblichkeit und Vergeltung nach dem Tode. Nr. 243-289. Bom Tode 243-263. 665. 666. Von der Aufer stehung der Todten 264 269. Auch 669. 708. Vom jüngsten Gerichte 29. 270-275. 709. 710Seligkeit der Frommen nach dem Tode 276-287. 289. Auch 77. 178.- 312. Verdammniß der Gottlofen 273. 275. 288. 3 weite Abtheilung. Lieder über die christlichen Lebenspflichten. Nr. 290-498. Gesinnung und Verhalten des Christen im Allgemeinen. Nr. 290- 354. Eigenschaften des Christen überhaupt 290. 292. 293. 317. 325. 328. 336. 346. 347. 354. Werth und Wichtig= feit V keit der christlichen Tugend 291. 296. 310-312. 314. 318. 319. 322. 324. 334. 342. 353. Entschluß zur christlichen Tugend 297. 313. 323. 330. 341. Selbstprüfung 295. 300. 338. 349. Erkenntniß der Sünde und Reue 294. 306. Auch 78. 79. 83. Buße oder Sinnesänderung und Lebensbesserung 298. 299. 301. 304. 711. Bitte um Gottes Beistand zum Guten 337. 339. 340. Auch 80. Wider den Aufschub der Besserung 303. 307. Am allgemeinen Bustage 309. Troft der Sündenvergebung durch Chriftum 302. 305. 308. 316. Auch 144. Thätiger Glaube an Jesum Chriftum, und würdige Gesinnungen gegen ihn 312. 320. 321. 326. 331- 333. 335. 343-345. 347. 348. 504. Wachsamkeit auf unfern Sinn und Wandel 81. 274. 349. Beharrlichkeit und Fortschritte in der Besserung 315. 327. 332. 350-352. Gesinnung und Verhalten des Christen in Hinsicht auf Gott. Nr. 355-420. Erkenntniß Gottes 355-358. Ehrfurcht vor Gott und Heilighaltung des Eides 359-361( c). Liebe zu Gott 362. 365. Gehorsam gegen Gott 366.367. Freude in Gott 368- 370. Vertrauen auf Gott 371-390. Gebet 391-403. Dankbarkeit gegen Gott 401-411. 712. Lob Gottes 412- 420. 713. 714. Gesinnung und Verhalten des Christen gegen sich selbst. Nr. 421-476. Selbsterkenntniß und Demuth 421-425. Selbstliebe 426. Selbftachtung 71. 73-76. 443( 6). Sorge für die Seele 427-431. Sorge für Leib, Leben und Gesundheit 432 435. Berufstreue 436439. Würdigung und weiser Gebrauch der irdischen Güter 440-448. Weiser Gebrauch der Lebenszeit 445. I VI ( ST 445 448. 260-262. Genügsamkeit und Zufriedenheit 449-452. Streben nach Herzens- und Gewissensruhe 453. 454, 500-503. Weiser Genuß der Lebensfreuden 455-458. Geduld und Gelasfenheit im Leiden 459-476. 1 Gesinnung und Verhalten des Christen gegen andere Menschen. Nro. 477-498. Allgemeine Menschenliebe 477— 482. Mitfreude und Mitleid 482.( b). Gerechtigkeit und Billigkeit 483. 484.( c). Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit 485. 486. Dienftfertigkeit und Gefälligkeit 487. Sanftmuth, Friedlichkeit und Eintracht 488( a) und( b). Versöhnlichkeit und Feindesliebe 489-491. Wahrhaftigkeit, Gutes Aufrichtigkeit und Nedlichkeit 492- 496. Beispiel 497. Bescheidenheit 498. Auch 421-424. Glückseligkeit Auch 316. 319. wahrer Christen 499 509. Dritte Abtheilung. Lieder über die Pflichten des Christen in besonderen Verbindungen, Zeiten und Umständen. Nro. 510-702. 20 Gesinnung und Verhalten des Christen in besonderen gesellschaftlichen Verbindungen. Nro. 510-559. Häusliche Gesellschaft 510- 532. Der Ehefland 512. 513. Bei Trauungen 514. 515. Nach der Trauung 516. Aelternpflicht 517-521. Rinbespflicht 522-524. Geschwisterliebe 525. Für Herrschaften 526. 527. Für Dienende 528. 529. Für VII Dankbarkeit Für Wittwen 530. Für Waisen 531. gegen Wohlthäter 532. Kirchliche Gesellschaft 533- 544. Lehrer und Zuhörer 533. Bei Einführung eines Religionslehrers 534. Bei der Konfirmation 535-542. 198. 330. Vor der Einsegnung 539. Nach der Einsegnung 540. Nach der Konfirmation 541. 542. Bei Einweihung einer Kirche 543. Bei Einführung eines Schullehrers 544. Bürgerliche Gesellschaft 545-556. Baterlandsliebe 546. Regent, Obrigkeit und Untertban 402. 547. 548. Hoher Stand 549. Der Nichter 550. Der Soldat 551. Der Landmann 552. Der Nachbar 553. Umgang 554. Freundschaft 555. 556. Chriftliches Vergalten in Ansehung der Thiere und Bäume 557- 559. Gesinnung und Verhalten des Christen zu besonderen Zeiten. Nro. 560-624. Tageszeiten. Am Morgen 560-570. Am Sonntagmorgen 571. Beim Anblicke der aufgehenden Sonne 572. Am Abend 573-583. Unter geflirntem Himmel 584. Jahreszeiten 63. Im Frühling 585-587. Im Sommer 588-590. Im Herba 591. 592. Sm Winter 593. 594. Saat- und Aerntezeit. Zur Saalzeit 595. Nach einer reichen Aernte 596. 597. Auch 62. Nach einer sparsamen Aernte. 598. Nach Witterung. Flehen um Regen 599. Nach verliehenem Regen 600. Flehen um Sonnenschein 601. verliehenem Sonnenschein 602. Beim Gewitter 603. 604. Nach dem Gewitter 605. Sabreswechsel. Neujahrslieder 606-613. Beint Anfang des Kirchenjahres 614. Auch 212. Lebenszeiten. Am Geburtstage 615. 616. 66. 407. 411. 418. 576. Die Lebensalter 617. Für die Jugend 618-620. Für Jünglinge 621. 134( a) 433( 6). 447. 455. 457. Für Jungfrauen 622. 433( c). Für das Alter 623. 624. Ge VIII Gesinnung und Verhalten des Christen unte sondern Umständen. Nr. 625- 702. Bei allgemeinem Wohlstand 625. In allgemeiner Noth 626. 627. In Kriegszeiten 628-630. 3ur Fries densfeier 631. 632. In Theuerung 633. In Wasfersnoth 634. 635. Nach überstandener Noth 636. Nach einer Feuersbrunft 637. Nach einem großen Verluste 638. Auf der Reise 639. Der reisende Jüngling 640. Fürbitte für liebe Abwesende 641. Bei ansteckenden Krankheiten 642. Nach denselben 643. In Krankheiten 644-652. 252. 378. 382. 462. 463. 474. Abendmahlsfeier eines Kranken 653. 654. Fürbitte für Kranke und Leidende 655. 656. Nach der Genesung 657. 274. Vorbereitung auf den Tod, und Troft für Sterbende 658-668. 247. 260-262. 268. 270. 282-287. Der sterbende Jüngling 669. Das sterbende Kind 670. Fürbitte für Sterbende 671. 672. Ginsegnung eines Sterbenden 673. Der Tod des Frommen 674. Beim Tode guter Aeltern 675. Beim Tode hoffnungsvoller Rinder 676. 677. Beim Tode eines guten Chegatten oder eines Freundes 678. Bei Begräbnisfen 679-702. Auch 243. 250. 258. 264. 265. 267. 269. 276. 278-287. 289. Am Trauerhause und beim Zug zum Grabe 243. 246. 248. 253. 254. 258. 260. 262. 679. 680. Am Grabe 681-691. Beim Grabe eines Verunglückten 692. Am Grabe Frühverfiorbener 693-695. Am Grabe eines verdienstvollen Lehrers und Seelsorgers 697. Troft und Gelübde auf Gräbern 698-700. Troft des Wiedersehens 701. 702. od 1 Allgemeine Lieder Q bei der öffentlichen Gottesverehrung. Bei dem Anfange der Gottesverehrung. Kom Domm', heiliger Geift! Erfüll' die Herzen detner Gläubigen, und entzünd' in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe, der du burch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt dich flehen wir: führ' uns, särk' uns, und erhalt' uns bir! Mit deinem Troft, o Gott, verlaß uns nicht in unsrer letzten Noth! Erbarme dich! In eigener Melodie. baft, in Einigkeit des Glau- 3 Lob, Preis und Ehre Halles bringen luja! Vater, Sohn und Geist, nur dir! Es müsse fedes Land auf Erden mit deinem Ruhm erfüllet werden! Wie selig, ( chöpfer, Gott, Herr der Zeit und Ewig-, wie begnadigt ist ein Volf, keit, Vater der Barmber- deß Zuversicht du bist! O sigkeit, aller Welt Erhalter und Regierer! Erbarme dich! In eigener Melodie Höchster, deinem großen Namen fei ewig Ruhm und Ebre! Amen! Erhör' uns, Gott! Erhör' uns Gott! Vor der Predigt. 2. Chrifte, aller Welt Licht, unser Heil und Troft und Zuversicht, du Gottes ew'ger Sohn, ach, unser Mittler vor des Höchsen Thron, Helland! brünftig feufzen wir zu dir! Er 4 Liebfler Jefu, wir find In eigener Melodie. barme dich! 3. Heiliger Geißt, dich, bier, um dein göttlich Wort zu hören; lenke Sinnen und Begier zu bes A Him Allgemeine Lieder Himmels beil'gen Lehren, Leid und keine Freude uns daß das Herz ießt von der Liebe scheide! Erde ganz zu dir gezogen werde. von dieser er Lieb 2 In voriger Melodie. 2. Dieses Lebens Wiffen- 6 Demuthsvoll komm' ich dir, dich im bleibt mit umhüllet, wenn nicht beines Geiftes Kraft uns mit Licht von Gott erfüllet! Lehr' aufs Wort uns glaubend merken: laß es uns zur Tugend ftärken. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, dir sei unser Herz geweibt, dir zum Tempel auserforen! Lenke du Gebet und Lehre, uns zum Heil und dir zur Ehre. 5 Herr! Mel. Liebster Jesu, wir sind err! vor deinem Angeficht hat die Andacht uns versammelt. Ach verwirf das Flehen nicht, das dein Volk dir, Höchster, flammelt! För' auf unsre schwachen Lieder und sieh' gnädig auf uns nieder. 2. Laß das Wort, das bier erschallt, viele gute Früchte bringen und mit göttlicher Gewalt tief in unfre Seelen bringen; laß es unfern Sinn erneuen und des Irrthums Nacht zerstreuen! 3. Mach'uns so dein Wort bekannt, daß wir seine Vorschrift üben, dich und den, dendu gefandt, Jefum Chriflum, herzlich lieben; daß kein fte zu verehren, Vater! ach verleihe mir wahre Andacht, daß die Lehren deiner Weisbeit mich recht rühren, mich den Weg zum Himmel führen. 2. Ach gib, daß dein theures Wort meine Seele ganz durchdringe, und in mir, o Herr, mein Hort, Frucht zum ew'gen Leben bringe; gib, daß es mich mächtig ftärke zur Vollbringung gu ter Werke. 3. Laß es seyn mein Troft, mein Licht, Herr, auf allen meinen Wegen; meine starte Zuversicht, wann sich Zweifel in mir regen; meines Her zens höchste Freude, wann ich von der Welt einst scheide. Mel. Vom Himmel kam der Gott! du bist mein Preis und Ruhm: mein Herz sei ganz dein Eigenthum! Laß mir den Sonntag heilig seyn, und gern ihn deinem Dienst weihn! 2. Gib, daß ich mein Ge müth bewahr', wann ich mi deiner Christenschaar zu dei nes Hauses Stätte geb', unt so mit Ehrfurcht vor dir fieb 3. Er bei der öffentlichen Gottesverehrung. 3 3. Erinn're felber meinen Bei dem Schlusse der Geist, daß du mir gegenwärtig sei'ft, damit ich deines Wortes Lehr' mit Andacht und mit Nußen hör'. 4. Drück Alles tief in's öffentlichen Gottesverehrung. Mel. Liebster Jesu, wir sind Herz hinein, und laß mich 9 Höchfter Gott, wir nicht danken dir, daß blos Hörer seyn; mir mit deiner Gnade bei, daß ich des Wortes Thäter fet. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu meinem Segen feiern mag; bewahr' mich vor dem Geist der Welt, der deinen Tag verächtlich hält. 6. Was dein Wort heute in uns schafft, behalt' die ganze Woche Kraft, und meine ganze Lebenszeit sei deinem Dienst und Ruhm geweiht! Mel. Herr Jesu Christ, dich er du filets unsre Zu8 De den Deinen, Jesu Chrift! send' uns den Geift, der uns regiert, und uns den Weg zur Wahrheit führt. 2. Er stärkt den wankenden Verstand, macht deine Lehre uns bekannt; er flammt zur Heiligkeit uns an; er leitet uns des Lebens Bahn. 3. Salleluja! Einft fingen wir, Gott, heilig! heilig! heilig! dir, und schauen dich in deinem Licht, von Angeficht zu Angesicht. du uns dein Wort gegeben; bilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig leben; gib dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei durch Werke. 2. Uns, o Vater! lehreft du, was wir thun und glauben sollen; schenk' uns deine Kraft dazu! Gib zum Biffen auch das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen, so wird Ulles wohl gelingen. 3. Gott sei Preis und Dank gebracht! Auch jeßt was uns fromm und weise macht, Gottes Wort, den Troft der Frommen; Lehren, die zu guten Werken unsern schwachen Glauben stärken. 4. Unser Gott erhört Gebet, gibt uns seinen Vatersegen. Wer nur seine Wege geht, findet Heil auf diesen Wegen. Laßt uns, um ihm zu gefallen, freudig seine Wege wallen! 5. Unsern Ausgang fegne Gott, 20 2 Von Gott, dessen Wesen 4 Gott, unfern Eingang und Geschäfte; er sei bei uns in der Noth, er verleih' zum Guten Kräfte, daß wir, ſeines Himmels Erben, ihm nur leben, ihm nur sterben! Erste Abtheilung. Lieder u b e r die christlichen Glaubenslehren. Von Gott, deffen Wesen und Eigenschaften. Daseyn Gottes. weife Ordnung nur des Zufalls Werk zu nennen? 4. Nein, wahrlich nicht ohngefähr entstanden Himmel, Erd' und Meer: so konnte Nichts entstehen! Nur du, Gott, schufeft die Natur, und einzig deine Kreatur ist Alles, was wir sehen. 5. Du bist's, der die geschaffne Welt in ihrer Ordnung stets erhält, mit Weisbeit fie regieret. Du bist es, der, nach seinem Rath, auch uns auf unsers Lebens Pfad mit weiser Gnade führet. Miel. Kommt her zu mir, spricht 10 Wer könnte zwei von feln, daß du bist, o Gott! Der ganze Weltbau ist ein Zeuge deines Lebens. Zu fichtbar ist's, daß Güt' und Macht mit Weisheit ihn hervorgebracht. Nichts ist baran vergebens. 2. Wohin auch nur mein Auge blickt, da feb' ich Ord nung, die entzückt, im Grosen und im Kleinen; ich seh', und ganz erstaunt bin ich, wie der Geschöpfe Heere sich zu Einem Ziel vereinen. 3. Eins muß dem andern nußbar seyn, daß die sich ihres Dafeyns freun, die sich empfinden können. Und wie? doch wäre die Natur und ihre 6. O wohl mir, Höchster, daß du bist, daß dein Werk Erd' und Himmel ift! Nun ist gewiß mein Leben nicht eines blinben Zufalls Spiel; ich darf nach meiner Wünsche und Eigenschaften. sche Ziel nun nicht vergeb. lich streben. 7. Mein Sehnen nach Zufriedenheit, mein Durst nach ew'ger Seligkeit wird sicher nun geftillet, wenn nur zu bir mein Geist fich hält und nicht die schnöde Lust der Welt hier mein Gemüth erfüllet. 8. Drum soll es ftets mir Freude seyn, dir, Gott, mein ganzes Herz zu weihn, zur Ehre dir zu leben. Du wirft mir dann in jeder Noth hier reichen Troft und einst im Tod des Himmels Wonne geben. Einheit Gottes. Mel. Es ist das Heil uns 11.9t er Herr ift Gott und keiner mehr. Frohlockt ihm alle Frommen! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam' ift groß, er ist unendlich, gränzenlos in seinem ganzen Wesen. 2. Er ist und bleibet, wie er ift. Wer strebet nicht vergebens, ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer feines Lebens? Wir Menschen sind von gestern ber; eh' noch die Erde war, war er, noch eher als die Himmel. 5 3. Um seinen Thron ber frömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet; ihn fassen alle Himmel nicht, wie weit er fie erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und auch offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn feine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, fennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, und Kraft und Stärte; seine Hand umspannet Erd' und Himmel. 5. Ift er nicht nah? ist er nicht fern? weiß er nicht alle Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mens verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finfterniß, was ihr beginnt; er fieht's gewiß, er sieht es schon von ferne. 6. Wer schüßt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über alle. Du bift voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 7. Gerecht bist du, bift heilig, gut, und reiner als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut, denn du vergiltt mit Wonne! Du haft Unsterblichkeit allein, A 3 bift 6 Von Gott, bift felig, wirft es ewig seyn, der Seligkeiten Fülle! 8. Du nur verdienest Lob und Dank, du nur Gefang und Ehre! Kommt, werdet Gottes Lobgefang, ihr alle feine Heere! Der Herr ist Gott, und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? dessen Wesen 6. Nein, ewig bleibst du mir allein der Herr, dem ich anhange: und ewig soll's kein Andrer seyn, von dem ich Heil verlange. werden. 2. Was er erschuf, das kann allein durch seine Kraft bestehen; will er, die Welt foll nicht mehr seyn, so muß die Welt vergeben. Mel. Mein erst Geschäft sei Preis s ist 12 Herr und Gott im auf Erden. Mur fein allmächtiges Ge- 13 Sedanken, euch In eigener Melodie. chwingt, heilige bot hieß Erd' und Himmel von der Erde los! Gott, frei von allen Schranken, ist unaussprechlich groß. Lobfinget Gott, lobfingt vor seinem Angesichte! Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein Auge bringt. 2. Kein Sinn kann ihn kein endlicher erreichen, Verstand; was kann sich ihm vergleichen? Wer hat ihn ganz erkannt? Macht euch von ihm kein Bild, der aller Welten Kreise, zu seinem ew'gen Preise, mit Herrlichkeit erfüllt. 3. Die Sonn' in hoher Ferne mag strahlenreicher glühn; glänzt heller noch, ihr Sterne, was seid ihr gegen ihn? Ihr seid mit eurer Pracht in eurem schönften Lichte, vor seinem Unges 3. Mit Allgewalt und Majestät ift er nur Weltregierer, der Sterne, die er ausgesät, und unsers Lebens Führer. 4. Groß ist sein Name, mit der That fann er's der Welt beweisen. Herr! groß an Huld, an Macht und Rath! wer sollte dich nicht preisen? 7. Mein ganzes Leben weih' ich dir, du Gott, auf den ich traue, bis ich dich einft noch mehr als hier in deiner Größe schaue. 5. Dich preift entzückt der Himmel Heer; es kennt nicht deines Gleichen! Nur du dift Gott, sonst keiner mehr; follt' ich von dir je weichen? Majestät und Größe Gottes. und Eigenschaften. gefichte, nur Schimmer seiner Macht. 4. Wie sollen wir dich nennen, dich Vater der Natur? Was wissen wir? Wir kennen der Wesen Hülle nur. Der Weisen Scharffinn fleigt nie zur Natur der Geifter. Hier staunt der klügste Meister, er glaubet nur und schweigt. 5. Von dir strömt alles Leben, du bist der reinste Geift; du baft die Kraft gegeben dem Engel, der dich preift. In deinem Heiligthum ertönen Lobgefänge in seiner Brüder Menge, zu deines Namens Ruhm. 6. Stimm' in der Engel Chöre, o meine Seele, auch; sei voll von Gottes Ehre, du, seines Odems Hauch! Wie groß ist dein Beruf! Auf, widme deine Kräfte dem würdigsten Geschäfte, wozu dich Gott erschuf. 7. Im Geifte bet' ihn, Seele, bet' ihn in Wahrheit an! Liebst du des Herrn Befeble, wie felig bist du dann! Er hat Unsterblichkeit und Seligkeit und Leben: das Alles wird er geben dem, der sich ganz ihm weiht. begreifen können. O flöße meinem Geift die tieffte Demuth ein, und laß mich fiets vor dir voll Ehrerbietung seyn! 2. Du bist das böchste But, du weißt von keinem Leide; höchft selig in dir selbst, schmeckt du vollkommne Freude. Dein ist die Herrlichkeit; auch ohne Kreatur bist du dir selbst ges nug, du Schöpfer der Natur. 3. Du riefst dem, das nicht war, um Luft und Seligkeiten auf's Mannigfaltigfte rings um dich auszubreiten. Du bist die Liebe selbst; Verstand und Rath find dein: und du gebraucht sie gern, zu fegnen, zu erfreu'n. 4. Du spricht, und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem fräft'gen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr, der Erde Majestäten sind, Höchfter, vor dir Staub; auch Geifter kannst du tödten. Wen du erniedrigeft, Gott, wer kann den erbobn? wen du erhöhen Mel. Siun dankel Alle Gott 14 Anbetungswürd'ger willst, deß Hoheit muß beftehn. Gott, mit Ehrfurcht stets zu nennen! du bift unendlich mehr, als wir 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit befizet, der 21 4 Von Gott, dessen Wesen 8 Leben gibt und nimmt, der Mel. Fren' dich sehr, o meine unfern Odem schüßet; den 15 Höchter, wer ift's, Geift, in uns lebt, haben wir von dir. Will du, so wird er Nichts, doch du bleibst für und für. dir gleichet? Was find Engel? was bin ich? Du, an den kein Seraph reichet, wer, ach! wer Niemand begreifet dich? war und Niemand ist, was du warst und immer bift. Wer ersteigt des Himmels Höhen, um dich selbst im Licht zu sehen? 2. Unerfchaffner, Erster, Bester, Schöpfer, Vater der Natur; du, der höhern Geifter Größter, Gott der Menschen, Gott der Flur! du bißt ganz Vollkommenheit, lebst und wirkft von Ewigfeit. Wer verkennt bei dem Gedanken seiner Einsicht enge Schranken? 3. Du, der Ursprung aller Gaben, und Beherrscher jeder Welt, über Alles hoch erhaben, was ihr Umfang in fich hält, du bist unveränderlich, Alles, Alles blos durch dich. Nur in deines Reiches Gränzen sehn wir deine Wunder glänzen. 4. Ja, du wohnft in einem Lichte, das kein Mensch durchdringen kann. Deine Wege und Gerichte ftaunet selbst der Engel an. Kein Erschaffner fiebet ganz deiner Hoheit vollen Glanz. Stets wird neue Tiefen finden, wer's versucht, fie zu ergründen.ilcasan ild 5. Den 7. Wer hat, Unendlicher, wer hat dich ie gesehen? Kein fterblich Auge reicht bis zu des Lichtes Höhen, von welchen du mit Huld auf deine Schöpfung blickt, und Alles, was da lebt, mit Seligkeit beglückft. 8. Was wir, Unendlicher, von deinem Wesen wissen, das hast du selbst zu vor uns offenbaren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir; und deines Sohnes Mund macht uns noch deut. licher, Gott, deine Liebe fund. 9. Wir schaun dich nur von fern, noch schwach, noch unvollkommen; doch wird die grobe Hüll' dereinst hinweg genommen, die, Unbegreiflicher! dich unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bist. 10. Indeß sei auch schon hier dein Ruhm von uns befungen. Verschmäße nicht ein Lob von lallend schwachen Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht stehn, ein besrer Preisgefang dich, großer Gott, erhöhn. und Eigenschaften. 5. Dennoch soll mir meinen Glauben, daß du bist, und auch für mich, nie der Thor und Spötter rauben, der vom Tugendpfade wich. Sei gleich unerforschlich mir; dennoch bleib' ich stets an dir. Welten find's, die von dir zeugen und mein Herz zum Glauben neigen. 9 5. Mein eigner Geist kann sich leicht hintergehen. Dein Wort ist wahr, es bleibet ewig stehen. Erforsch' ich gleich dein göttlich Wesen nicht, so g'nüge mir davon dein Unterricht! 6. Von dir, durch dich, zu dir sind alle Dinge; gib, daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe. Begreif' ich's nicht, wie du die Welt reJu eigener Melodie. 16 Grabner Gott! gierft, so sei mir's g'nug, daß du mich selig führt. was reicht an deine Größe? Denk' ich an dich, so fühl ich meine Blöße; ich fühle, Herr, daß du unendlich bift, und daß umschränkt mein forschend Denken ist. 7. Einft wirst du dich mir näher offenbaren; einst werd' ich mehr von deinem Rath erfahren, wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt, und trea dich hier verehrt. 2. Du wohnst im Licht, wozu kein Mensch fann kommen. Was haben wir von deinem Ruhm vernommen? Den kleinsten Theil von deiner Majestät, die dir gebührt, und über Alles geht. 3. Dein ew'ges Seyn, dein ganz vollkommnes Wesen; das, was du wirkst, und was bein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Verstand von Engeln selbst wird es nie ganz erkannt. 4. Wie sollt' ich denn, ich Staub, mich unterwinden, völlig zu ergründen? O mache mich 17 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle; zufrieden sei, wie du mich hier regierst, bis du mich einft zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd' ich dich int hellern Lichte sehen, und froh in dir, dein ewig Lob erhöhen! Herr! du bist groß, und zeigt es mit der That, unendlich groß an Huld, an Macht und Rath. In eigener Melodie. ott mein Lied! Er ist der Gott daß mir dein Wort des der Stärke; groß ist sein Glaubens Nichtschnur sei. Nam', und groß find seine A 5 Wers Von Gott, dessen Wesen 10 Werke und alle Himmel fein Gebiet. 2. Er will und spricht's, so find und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Fefte ift Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn' Anfang Gett, und Gott in ew'gen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war in Himmel, Erd' und Meere, das fennet Gott, und seiner Werke Heere find ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 8. Er ist dir nah, du fizest oder geheft. Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöheft; so ift er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu' und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf lang leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, Nichts ist mein, das Gott nicht anges höre. Herr! immerdar foll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde seyn! 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du haft werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Pfalm. 13. Du tränfft das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt' ich mein Herz nicht mit dem Trofte stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Jft Gott mein Schutz, will Gott mein Retter werden, so frag' ich nichts nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Truß. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. Mel. Liebster Jesu, wir sind 18 Gott, du bist von Ewigkeit, und dein herrlich großes Wesen ändert sich zu keiner Zeit. Du und Eigenschaften. Du bleibst fiets, was du gewesen. Laß dies meinen Geift beleben, ehrfurchtsvoll dich zu erheben! 2. Ewig und unwandelbar ift, o Gott, dein hobes Wissen! Was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen. Laß mich ihn zum Leitstern wählen. 3. Herr! du bist kein Menschenkind, daß dich Etwas reuen sollte; immer bleibst du gleich gefinnt. Was dein Rathschluß vor mals wollte, willst du noch. hilf uns Ullen thun nach beinem Wohlgefallen! 4. Sünden bleibst du ewig Feind; wehe denen, die sie lieben. Ewig bleibst du derer Freund, die, was recht und gut ist, üben. Laß uns darin schon auf Erden deinem Bilde ähnlich werden. 5. Deine Worte trügen nicht. Du bist ewig der Getreue, der da hält, was er verspricht. O, daß dies mich fets erfreue! Laß nur dei en Geift mich treiben, dir, Herr, auch getreu zu bleiben. 6. Stets ift Wohlthun deine Luft; ewig wäbret Deine Liebe. Wohl mir, wenn ich auch mit Luft mich in deinem Willen übe! Dann, Herr, wird's mei11 ner Seelen nie an wahrem Wohlseyn fehlen. 7. Erd' und Himmel wird vergehn; alle Welt wird mich verlassen. Nur durch dich kann ich beftehn. Deine Hand wird mich umfassen, wann ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, Herr des Himmels und der Erden! diefe deine Ewigkeit einen starken Antrieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen und mein Glück auf dich zu bauen. Mel. 181983 Erhabner Gott 19 He err Gott, du bift die Zuflucht aller Zeiten, denn du bist Gott in allen Ewigkeiten. Du warst es schon, eh' Erd' und Himmel ward, eh' noch dein Arm sich uns geoffenbart. 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenfinder? Staub sind vor dir der heilige, der Sünder. Wie schnell entflieht das Leben doch von mir! Du, Höchfter, du nur bleibeft für und für. 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch fie vergehn, veralten wie ein Kleid; bu aber bleibst in alle Ewigkeit. 4. Es werden noch die A6 Hime 12 Bon Gott, dessen Wesen feyn, der Himmel und der Erden. Himmel und die Erden, wie auch nie, sich gleich zu ein Gewand, von dir verwandelt werden, du bleibeft, wie du bist; denn welche Zeit umgränzet wohl, Herr, die Unendlichkeit? 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte, du schüßest fie mit deiner starten Rechte, du läßt ihr Herz fich ewig deiner freun, und bleibst ihr Gott; denn sie sind ewig dein. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden; vom Tode selbst bleibt er unüberwunden. Kein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott, von dir; mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir. 4. Gott, mit dir unveränderlich, bezeugte deine Weisheit fich Geschöpfen, die da waren, und wird den Welten, die du schufft, fich ferner offenbaren. 5. Ob Felfen weichen, Berg' ins Thal fich fürzen, daß von ihrem Fall die Erde weit erzittert, bleibt deiner Liebe Bund mit mir doch ewig unerschüttert. 6. Was zaget denn mein Herz in mir; was flag' ich ängstlich, daß ich hier kein dauernd Gut genieße; und daß in linbeständigkeit dies Leben mir verfließe? 7. Was flag' ich, der dein Wort noch hat, den Troft, daß meine Missethat mich einst gewiß nicht richte, und daß mein Erbtheil ewig sei vor deinem Angesichte? Mel. Ich freue mich, mein Gott o wie du bist, so 20 warst du schon, Gott, ehe du von deinem Thron Geschöpfe, die nicht waren, beriefft zu seyn, um deine Macht und Güte zu erfahren! 2. Du wirst auch seyn, so wie du bist, wenn längst die Erde nicht mehr ist, wenn längst schon Ewigkeiten uns Kämpfer frönen, die wir hier um deinen Himmel ftreiten! 3. Von Ewigkeit zu Ewigfett kann deines Wesens Herrlichkeit sich selbst nicht ungleich werden, bedarf deine Freuden. 8. Was flag' ich? Liebest du mich doch mit aller deiner Liebe noch, und willst mich ewig lieben! Haft selber meinen Namen dir in deine Hand geschrieben! 9. Ja, ich bin Gottes, Gott ii mein; und ewig, ewig wirst du's seyn. Von dir kann mich Nichts scheiden. Die Welt vergeht mit ihrer Lust, nicht du und All und Eigenschaften. Allgegenwart Gottes. Mel. Auf, Christenmensch 21 №ie ie bist du, Höchfter, von uns fern; du wirkft an allen Enben. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich; denn deine Rechte schüßet mich. 2. Was ich gedenke, weiffest du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wann ich Gutes thu'; du siehst es, wann ich fehle. Nichts, Nichts, kann deinem Aug' entfliehn, und Nichts mich bei ner Hand entziehn. 3. Wann ich in stiller Einfamkeit mein Herz an dich ergebe und, über deine Huld erfreut, lobsingend dich er. bebe; so hörst du es, und ftebst mir bei, daß ich dir immer treuer fei. 4. Du merkst es, wann des Herzens Rath verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet, so weißt du fie, und frafest mich zu meiner Beßrung väterlich. 5. Du höreft meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine. Voll Mitleid, Vater, zähleft du die Tbrånen, die ich weine! Du siehst und wägest meinen Schmerz, und stärkft mit deinem Troft mein Herz. dat 13 6. D brück', Allgegenwärtiger! dies tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr! mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu', und, dir zu dienen, eifrig sei. 7. Laß überall gewissen. haft nach deinem Wort mich handeln, und flärte mich dann auch mit Kraft, vor dir getroft zu wandeln! Daß du, o Gott! ftets um mich sei'ft: das tröft' und beßre meinen Geift! In eigener Melodie. 22 Allgegenwärtiger! ich verborgen, wo ich bin, wollt' auch auf schnellen Schwingen mich an die fernsten Meere hin die Morgenröthe bringen. 2. Flieg' ich zum Himmel hoch empor, mich unter seinem Sternenchor im Glanze zu verstecken, so bist du da, ziehst mich hervor, und Schande wird mich decken. 3. Steig' ich vor deinem Drohn binab ins Haus der Finsterniß, das Grab: du bist auch da zugegen; auch da folgt mir dein Richterftab auf schauervollen Wegen. 4. Der Alles schuf, ift überall: o fürchterlicher Donnerschall in aller Sünder Ohren! Sie fürchten 2 7 teis Von Gott, dessen Wesen 14 keinen Ueberfall: nun zittern fie, die Thoren. 5. Der Gott des Himmels ift so nah), das Heiligste der Wesen sah, was wir im Herzen dachten; was in gehet mer Nacht geschah, wann wir und Satan wachten. 6. Wir Thoren haben wohl gedacht, du würdest uns, o Mitternacht, mit schwarzen Flügeln decken! Umsonst! Gott wacht um uns, er wacht mit allen feinen Schrecken. 7. Noch keines Herzens böfer Rath, ihr Sünder, teine schnöde That ift seinem Aug' entronnen. Er kennet den geheimen Pfad des Staubes und der Sonnen. 8. O gehe nicht, Herr, ins Gericht, wann wider die gelobte Pflicht wir, deine Knechte, handeln! Laß uns vor deinem Angeficht in frommer Ehrfurcht wandeln! 9. Daß deinem Blicke Nichts entflieht, was war und ist, und einft geſchiebt, fei meine Ruh' und Freude! Ein Gott, der Alles weiß und fieht, der weiß auch, wann ich leide. weit, als selbst dein Wollen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Was ist zu groß, was ist zu schwer, das dir zu thun unmöglich wär? 2. Du sprichst, und auf dein mächtig Wort fällt Alles dir zu Füßen. Du führeft deinen Rathschluß fort bei allen Hindernissen. Wenn du gebeutst, so steht auch da, was noch zuvor kein Auge sah. 3. Du haft dein großes Schöpfungswert allmächtig ausgefübret. Es bleibet ftets dein Augenmerk, und wird durch dich regieret. Noch immerfort besteht die Welt, weil deine Allmacht fie erhält. 4. Die Größe deiner Thaten zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über alle Kräfte steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, in deiner Hand bleibt Alles, was durch dich entstand. 5. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug' nicht sehen, wann nach der langen Grabesnacht die Todten auferstehen, wann du von unserm Staub den Reft zu neuen Körpern werden läßt. Allmacht Gottes. In eigener Melodie. 23 so mein blöder err! deine All6. Allmächtiger! erstaunt fall' ich vor deinem Throne vers und Eigenschaften. 15 verlieret fich, und lallt nur 4. Nähm' ich auch, schnell schwache Lieder, bewundert zu fliehn, die Fittige vom dich und deine Kraft, die Morgen; selbft an dem fernaus dem Tode Leben schafft. ften Meer blieb' ich dir nicht verborgen. Auch da umschlöffe mich doch deine Allmachtshand, denn du bist überall und dein ist jedes Land. 5. Spräch' ich zur Finsterniß: Sei um mich, mich zu decken! so sucht' ich doch umsonst vor dir mich zu verflecken; denn auch die Finfterniß ist vor dir belles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. 6. Du warst schon über mir, in meiner Mutter Leibe; du bildetest mein Herz, Gott, deß ich bin und bleibe! Ich danke dir! daß du mich wunderbar gemacht, und meiner, eb' ich war, schon väterlich gedacht. 7. O, schenke mir die Zuversicht, die deiner Macht vertrauet; der Macht, die Hülf' und Troft verspricht, wenn man auf dich nur bauet, auf dich und deines Armes Kraft, die Alles kann und Alles schafft. Allwissenheit Gottes. 24 Hem Mel. O Gott, du frommer Gott err, du erforscheft mich, dir bin ich unverborgen; du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele benft, war dir bereits bekannt, eh' der Gedanke noch in meiner Seel' entstand. 2. Nie spricht mein Mand ein Wort, das du, o Herr, nicht wisseft. Du schaffeft, was ich thu'; du ordneft, du beschließeft, was mir begegnen soll. Erstaunt seh' ich auf dich: wie groß ist dein Verstand! wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geifte fliehen? Wo könnt' ich femals wohl mich deinem Aug' entziehen? Führ' ich gen Himmel auf, so bist du, Höchfter, da; führ' ich zur Tief' hinab, auch hier bist du mir nah. 7. Du kannteft mein Gebein, eh' ich ans Licht gekommen, da ich im Dunklen erst die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, eh ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 8. Was für Erkenntniffe, für köftliche Gedanken! Unzählbar sind sie mir, denn fie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer! fehn, bir folgen, und dein Lob, so gut ich kann, erhöbn. 9. Er 16 Von Gott, dessen Wesen 9. Erforsche mich, mein dem, der dich kennet, unGott, und prüfe, wie ich's endlich groß und wunderbar! meine; ob ich rechtschaffen bin, wie ich von außen scheine? Sieb, ob mein Fuß vielleicht auf falschem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. Mel. Wie groß ist bes Allmächt': gen Güte 4. Ja, dich bewundern, dir vertrauen, ist meines Geiftes erste Pflicht. Mit Ehrfurcht darf ich nach dir schauen, doch dich begreifen kann ich nicht. Gott, nach dem Licht, in dem du wohneft, schau' ich mit heiliger Begier; du siebst es gnädig und belobneft mit Weisheit meinen Blick nach dir. 25 o find die Weisen, die mich lehren, wie unser Gott allwissend ift? Wer kann mir Forschenden erklären, was fein Verstand fast und ermißt? Wer kennet ihn von Angefichte? wer, wenn er noch so hoch sich schwingt? Bekennt's: Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein fierblich Auge dringt. 2. Könnt' ich die Sterne Gottes zählen, der Erde Staub, den Sand am Meer, und die Gedanken aller Seelen von ihrem ersten Ursprung her; so wär' ich weifer, als auf Erden ein Mensch ift, als am Strom des Lichts vielleicht selbst Engel jemals werden; doch wüßt' ich gegen Gott noch nichts; vor 5. Die Weisheit warnet mich vor Sünden, Selbstbetrug und Heuchelei. Ich denke fiets: Gott kann mich finden, wie tief verborgen ich auch sei. Vor ihm Fann keine Nacht mich deden, kein falscher Schein betrüget ihn. Mich würde stets sein Daseyn schrecken, könnt' ich gleich aus der Welt entfliehn. 6. Wer tennet feines Herzens Tiefen? wer darf, o Gott, sich selber traun? Allwissender! du woll'st mich prüfen, du wollest ganz mein Herz durchschaun. Erblickf du mich auf bösen Wegen, so führe mich auf deine Bahn, und laß mich einst am Ziel den Segen der Frömmigkeit von dir empfahn! 3. Nichts gegen ihn, der fie durchschauet, die Tiefe der Unendlichkeit und jede Welt, die er gebauet, und jeden Punkt der Ewigkeit. O du, der Alles weiß und nennet, werden Weisheit Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott u weiser Schöpfer soll und war, wie bist du 3e- 26Deffere All und Eigenschaften. 17 6. O Weisheit! decke meiner Seele die angeborne Thorheit auf, damit fie dich zum Leitstern wähle auf ih rem senft verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg zur Wohlfabrt nicht, drum leite mich dein fichres Licht. 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem weisen Rath geführt. Mein Geift muß dir die Ehre geben, daß du auf's Beste mich regiert; o leite mich durch Welt und Zeit hinüber in die Ewigkeit! Wiel. Gott des Himmels und der Erde Alles weiß, erkennt, verftebt! Nichts ist so groß, Nichts so geringe, das nicht nach deiner Ordnung geht. Denn der Geschöpfe ganzem Chor schreibst du Maaß, Ziel und Regel vor. 1 2. Die vielen wundervollen Werke, was unfern Augen fern und nab, stehn als Beweise deiner Stärke, als Zeugen deiner Weisheit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand: der ganze Weltbau macht's bekannt. 3. Vit eben diesen Meisterhänden, mit welchen du die Welt gemacht, regierst du auch an allen Enden. 2 nerforschlich fei was dein Verstand hervorgebracht. Du brauchst, o unerschaffnes Licht! der Menschen Rath und Beistand nicht. 4. Was du zu thun bir vorgenommen, frönt auch, sobald du willst, die That; wenn tausend Hindernisse kommen, so triumphirt dein boher Rath. Den besten Zweck wählt dein Verstand; die Mittel fiehn in deiner Hand. 5. Die Menge so ver schiedner Willen, wo jeder feinen Weg erwählt, muß doch den deinen bloß er füllen, der seines Zieles nie verfehlt, und aller Feinde stolzen Wahn als Unvers nunft beschämen kann. nes Gottes Weg und Rath, und die Nacht set ohne Schimmer, die mich hier umschattet hat; doch ist Alles, was er thut, wie's auch scheine, weif und gut. 2. Sollt' ich meinen Gott nur loben, wenn ich seine Absicht seh? Pflicht ist's, ihn auch dann zu loben, wenn ich sie noch nicht vers fleh'! Frevelt der nicht, welcher klagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt? 3. Soll ein Vater unterlassen, was dem Kinde Thorheit ist? Kühner Tabler! Engel fassen das, wo du im Dunkeln bist. Hier sollst du dem Herrn vertraun, glauben, noch nicht völlig schaun. 4. Sollt' 18 Von Gott, dessen Wesen 4. Sollt' er zu Regiere- und für. Was dein Wille rinnen seiner Werke, seiner Welt meine Lüfte seßen? finnen, ordnen, thun, was mir gefällt? Wobl uns, wenn er nie gewährt, was ein thöricht Herz begehrt! wählt und thut, ift untadelhaft, ist gut; und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. 5. Hier in meinem Pilgerftande sei mein Theil Zufriedenheit; dort in meinem Vaterlande wohnt die wahre Seligkeit. Führt mein Gang zum Himmel ein, mag er immer dunkel seyn. 6. Wenn du auch auf rauben Wegen wandelft, ach! so klage nicht. Was bier schmerzet, wird dort Segen; was hier Nacht ist, wird dort Licht, und ich faff' erft Gottes Sinn, wann ich ganz vollendet bin. 3. Herr! du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sei'n. Nie besteht vor dir der Sünder; denn du bift vollkommen rein. Nur der Fromme darf sich dein, deiner Gnad' und Huld erfreun. Wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. O! so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaff' in uns stets reine Herzen; tödt' in uns der Sünden Macht! Denn was find wir, Gott! vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt, und Heiligkeit und Gerechtig, wer kann zählen, großer feit Gottes. Gott, wie oft wir fehlen? Viel. Freu' dich sehr, o meine 28 Go ott, vor dessen Angesichte nur ein reiner Wandel gilt; ew'ges Licht, aus dessen Lichte flets die reinste Wahrheit quillt: deines Namens Heiligkeit werde fiets von uns gescheut! Laß sie uns doch träftig bringen, nach der Heiligung zu ringen. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabft du deinen Sohn dahin! O! so reinige vom Bösen unsern ganzen Sinn durch ihn. Gib uns, wie dein Wort verheißt, gib uns beinen guten Geist, daß er unsern Geift regiere und uns zu dem Himmel fübre. 6. Jede Neigung und Begierde, jede Zbat sei dir geweiht! Unsers Wandels größte Zierde sei rechte schaffne Heiligkeit! Mach' uns deinem Bilde gleich, denn zu deinem Himmelreich wirft und Eigenschaften. 19 5. Doch dem, der dich o Gott! nicht scheut, dem frevelnden Verbrecher, der dein Gefeß und Recht entMel. Schon ist der Tag von Gott weibt, bist du ein ftrenger 29 Gerechter Gott, Nächer. Verachtung, Elend, vor dein richt muß alle Welt sich ftellen; du wirft in ihrem Angesicht auch mir mein Urtheil fällen. O! laß mich jede Sünde scheun, und hier mit Ernst befliffen seyn, vor dir einst zu beftehen. wirst du, Herr! nur die erheben, die im Glauben beilig leben. 2. Du siehst von deinem hohen Thron herab auf deine Kinder, bestimmeft jedem seinen Lohn, dem Frommen und dem Sünder. Nicht fiehst du die Personen an; auf das allein, was wir gethan, fiehst du, gerechter Nichter. 3. Das Vorgefühl der Seligkeit gibst du schon hier den Frommen; du schüßest fie vor manchem Leid, in das die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlges fällt, den man der Tugend 4. Du liebst, was recht ift, Herr! und gut, du bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufge. nommen. Sein Tugendfleiß gefällt dir wohl, ift er gleich nicht so, wie er soll, ganz heilig, ganz vollkommen. sensmartern find fein Lohn oft schon in diesem Leben. 6. Bleibt hier viel Böses ungeftraft, viel Gutes unbes lohnet: so kommt ein Tag der Rechenschaft, der keines Sünders schonet. Da zeigest du im hellsten Licht, wie recht und billig dein Gericht; dann triumpbirt der Fromme. 7. Gerechter Gott! laß mich, wie du, das Gute eifrig lieben; verleihe mir die Kraft dazu, es willig auszuüben! Regt sich die Sünde noch in mir, so stärke mich die Furcht vor dir, daß ich sie überwinde! Treue und Wahrhaftigfeit Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott 30 Noch nie haft du dein Wort gebrochen, nie deinen Bund, o Gott! verlegt. Du hältst getreu, was du versprochen, vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd' und Himmel auch vergebn, wird ewig doch dein Wort beftehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein 20 Von Gott, dessen Wesen dein Wort verheißen hat; Mel. Gott des Himmels und nach deiner Macht, nach dei 31( a) Meicht, ihr Verner Treue bringst du, was du verspricht, zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, so kömmt sie doch zur rechten Zeit. fallt Hügel, brecht, ihr Felsen, fürzet ein! Fefter wird, als Berg und Hügel, Gottes Vatertreue seyn, unbewegter noch, als fie. Seine Wahrheit trüget nie. 2. Gnade hat er mir versprochen, das ist Gottes Bund mit mir. Dieser Bund wird nie gebrochen; seine Treue bürgt dafür. Erd' und Himmel mag vergehn; was er zusagt, muß geschehn. 3. Und wie du das unfehlbar giebeft, was deine Lieb' uns zugedacht: f wird, wann du Vergeltu g übest, die Drohung auch gewiß vollbracht: wer bier verletzet feine Pflicht, entgehet deiner Strafe nicht. 4. Obrücke tief dies in mein Herze, daß es vor deinem Wort fich scheut; gib, daß ich nie leichtsinnig scherze mit deiner Strafgerechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, was bein Befehl mir untersagt. 5. Doch laß mich auch mit feftem Glauben dem Worte dein Gnade traun. Wer kann den Troft uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen baun? Du bist ein Fels, dein Bund steht feft; wohl dem, der sich auf Gott 6. Erwäge dies, o meine Seele, und traue Gott, der's treulich meint. Sei ftets, nach seines Worts Befehle, der Wahrheit Freund, der Lügen Feind; beweise dich als Bottes Kind, dem Treu' und Wahrheit beilig find. 3. Nicht auf Menschen will ich bauen; wie betrüglich ist die Welt! Meinem Gott will ich vertrauen, der, was er gelobt, auch hält! Er, ein Feind der Heuchelei, ist wahrhaftig, ist getreu. 4. Dräut die Welt mir, mich zu haffen, und verfolgt mich, will ich mich immer auf den Herrn verlassen; er erbarmt doch meiner sich. Denn er bleibet immerdar, was er ist, und was er war. 5. Scheint auch er mich nicht zu achten, und verbirgt fein Angesicht, läßt mich rufen, läßt mich schmachten: so vergißt er mich doch nicht; denn er bleibet immerdar, was er ist, und was er war. 6. Friede will er mit mir halten, wenn sich auch die Welt empört; ihre Liebe mag erkalten, bleib' ich meinem 21 sendet mir sein Licht. Wenn dieses mir den Weg zum Leben weift, so irr' und gleit' ich nicht. Das Lafter foll mich nicht belügen, mich um den Himmel nicht betrügen. Gott ist getreu! 4. Gott ist getreu! Er handelt väterlich, und was er thut, ist gut. Auch Trübfal ift's; mein Vater bessert mich durch Alles, was er thut. Die Trübfal gibt Ges duld und Stärke zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getreu! 5. Gott ist getreu! Er, dem ich theuer bin, führt mich nach weisem Plan, im Wechsellauf der Dinge zum 31 ott it getreu! Gewinn des ew'gen Heils In cigner Melodie. binan; vergibt mir gnädig meine Sünden, und läßt mich Troft durch Chriftum finden. Gott ist getreu! Sein Herz, fein Vaterherz verläßt die Seinen nie. Gott ist getreu! 3m Wohlseyn und im Schmerz erfreut und schüßt er sie. Mich decken seiner Allmacht Flügel. Stürzt ein, ihr Berge; fallt, ihr Hügel! Gott ist getreu! 6. Gott ist getreu! Stets hat sein Vaterblick auf seine Kinder Acht. Auch freut es ihn, wenn schon ein irdisch Glück fie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen, und endlich stillt er alle Klagen. Gott ift getreu! 2. Gott ist getreu! Er ist mein treufter Freund! Dies weiß, dies hoff' ich feft: ich bin gewiß, daß er mich keinen Feind zu hart versuchen läßt. Er stärket mich, nach feinem Bunde, in meiner Prüfung trübster Stunde. Gott ift getreu! 7. Gott ist getreu! Mein Herz, was fehlt dir noch, dich Gottes ftets zu freun? Sei Gott getreu und fürchte Nichts; mag doch die Welt voll Ärglift seyn. Selbft falscher Menschen Neid und Tücke und Eigenschaften. nem Gott nur werth. Er, der meinen Kummer ftillt, bleibt mir immer Sonn' und Schild. 7. Er, der Herr ist mein Erbarmer; so hat er sich selbst genennt; das ist Troft genug: ich Armer werde nie von ihm getrennt. Er will meine Zuflucht seyn; follte nicht mein Herz fich freun? 8. Ihm allein will ich vertrauen, will auf diesem Felsen ruhn, will mein Glück auf ihn nur bauen; was er fagt, wird er auch thun! Erd' und Himmel mag vergebn! Ewig wird sein Bund beftehn. 3. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt. Er Von Gott, dessen Wesen 22 Tücke gereichen mir alsdann zu Glücke. Gott ist getren! 8. Gott ist getreu! Vergiß, o Seel', es nicht, wie zärtlich treu er ift! Jbm treu zu seyn, sei deine liebste Pflicht, weil du so werth ihm bist! Halt' feft an Gott, fei treu im Glauben! Laß Nichts den starken Trost dir rauben: Gott ist getreu! 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren, und seine Güte nicht verstehn? Er follte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' if mir in's Herz geschrieben; fein Wort bestärkt ihn ewig, In eigner Melodie. lieben, und meinen Nächster gleich als mich. 32 Wie groß ist des All- lich. Gott soll ich über Alles mächt'gen Güte! Ift der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verbärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermesfen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 5. Dies ist mein Dank dies ift sein Wille: ich soll vollkommen seyn, wie er So lang ich dies Gebot er fülle, ftell' ich sein Bildni in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sit mich zu jeder Pflicht! und ob ich schon aus Schwach heit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer bat mit Langmuth mich geleitet? Er, deffen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geifte neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? JA's nicht der Herr, der Alles schafft? Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes. mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirft, wie er ift. Du haft ein Recht zu diesen Freuden, durch Got tes Güte find sie dein. Siet, darum mußte Chriftus lei den, damit du könnteft felig seyn. 3. Schau', o mein Geift! in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bift; wo bu, 6. O Gott! laß beim Güt' und Liebe mir immer bar vor Augen seyn. Si stärk' in mir die guten Triebe mein ganzes Leben dir weihn. Sie tröfte mich zu Zeit der Schmerzen, fie leit mich zur Zeit des Glück und fie besieg' in meiner Herzen die Furcht des le ten Augenblicks. Mel und Eigenschaften. Wiel. Herzliebster Jesu! auchzt unserm Gott! 33 Ja Er ist von gros ser Güte, barmherzig und von duldendem Gemüthe; will Allen Heil und ew'ge Luft gewähren, die ihn verehren. 2. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, und läßt verschonend uns fröhlich ehren. das nicht empfinden, was wir, weil wir ihm unser Herz nicht gaben, verschuldet haben. 3. Hoch ist der Himmel über seiner Erde. So groß ist auch, daß er geliebet werde, die Huld des Herrn bei denen, die ihn lieben, und Gutes üben. 4. Wem bleibt sein Antliß, wann er's sucht, verborgen? So weit der Abend ift entfernt vom Morgen, entfernt auch Gott der Sünde Schuld und Schmerzen von unsern Herzen. 5. So zärtlich sich ein Vater seiner Kinder erbarmet, so erbarmt sich Gott der Sünder, wenn sie von Herzen sich zu ihm bekehren, ihm Treue schwören. 23 keiten währet die Güte Gottes Jedem, der ihn ehret. Ach leite denn auch mich auf deinem Pfade, du Gott der Gnade! 6. Er schlägt und heilt, verwundet, läßt genesen. Er weiß, der Mensch ist ein zerbrechlich Wesen; er denkt daran, daß das Geschöpf aus Erde toch Asche werde. 7. Von Ewigkeit zu Ewig8. So werd' ich ewig deiner Huld genießen; so wird mein Leben sanft vor dir verfließen; so werd' ich bort mit allen Engelhören dich 34 34( a) We Geift, AllMel. Mein Gott, das Herz enn sich mein mächtiger! der Gnaden Menge denkt, womit du mich, mein Gott und Herr! so unverdient beschenkt: 2. Dann ist mein Herz fo hoch erfreut, ganz deiner Güte voll, und weiß vor heißer Dankbarkeit, nicht wie es danken soll. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß, in Nacht verborgen schlief, beflimmtest du, o Herr! mein Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählft des Sterblichen Geschick, eh er geboren ist; und so ward ich, o welch ein Glück! durch die Geburt ein Chrift. 5. Schwach an der Bruft, vernahmst du schon, was kein Gebet noch war, und neigtest du des Weinens Ton dein Ohr gefällig dar. 6. Wann ich als Jüngling ( Jungfrau) von dem Pfad der 24 Von Gott, deffen Wesen der Tugend mich verirrt, Himmel trübt, so wie am hat mich unsichtbar, Herr! Sonnenblicke. dein Rath oft wieder drauf geführt. 7. Du warst mein Schuß und meine Wehr vor Unglück und Gefahr, und vor dem Lafter, das noch mehr, wie fie, zu fürchten war. 8. Ich sah, vor Krankheit bleich, durch dich mein Leben bergestellt, und deine Gnabe schmückte mich, wann Sünde mich entstellt. 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so boch mich liebst, und mir, in wahrer Freundschaft Glück, mehr, als ich wünschte, gibst. 10 Und welche Wohlthat, Herr! ist nicht dies Herz, das fühlen kann, ties Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan! 11. Kein Tag soll würd' ger mir vergebn, als, Ew'ger, dir zum Preis: ich will frohlockend dich erhöhn, als Jüngling und als Greis. 12. In Schrecken, Ungft, Gefahr und Noth, trau' ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. In eigener Melodie. 34& s lebt ein Gott, der Menschen 2. Ich seh's an jeder dunklen Nacht, wo auch kein Stern mir leuchtet; am Mond, wann er in ftiller Pracht mir meinen Pfad erleuchtet. 3. Ich seh's, wann Donnerwolken glühn, und Berg und Wald bewegen, ich seh's, wann fie vorüber fliehn, am fruchtbar fanften Regen. 4. Nicht nur, wann Frühlingslüfte wehn durch Laub und junge Blüthe, nicht nur, wann reife Saaten stehn, seh' ich des Schöpfers Güte; 5. Ich seh' sie auch, wann tiefer Schnee die starre Flur bedecket, und brausend von des Himmels Höh' der Nord den Wandrer schrecket. 6. Ja, wie sie sich in der Natur allliebend meinem Blicke entdeckt, so seh' ich ihre Spur beim wechselnden Geschicke. 7. Ich sehe fie nicht nur im Glück, bei dieses Lebens Freuden; ich feb' fie mit bethräntem Blick auch in des Lebens Leiden. 8. Einst sch' ich ohne Thränen sie, no heitrer, als die Sonne, und finge, frei von aller Müh, ihr Lob in ew'ger Wonne. Mel. Mein ganzer Geist liebt! Ich feh's, wohin ich 35 Gott, beß farte blicke, am Nebel, der den Hand die Welt er= und Eigenschaften.€ 25 Erden, bis mir wird der Himmel werden. erschaffen hat, und noch erhålt! Ich spüre deine Güte hier auf der Welt an jedem Ort. Sie hilft mir Schwachen gnädig fort; und wann ich mein Gemüthe von hier zu dir, o Gott, wende, streckst du Hände voll Er: barmen und voll Wohlthun nach mir Urmen. Mel. Wer nur den lieben Gott 36 o weit, perr deine Himmel reichen, reicht deine Huld, die uns erhält. Eh' werden Berg und Hügel weichen, als deine Gnade wankt und fällt; gleich mächtigen Gebirgen steht die Gûte, die dein Volk erhöht. 2. Seh' ich den weiten Himmel an, so viel ich davon schen kann; so seh' ich deine Güte. Der Himmels 2. Gott, dir ist kein Gekörper Lauf und Pracht, das schöpf verborgen, nicht eins Sternenheer, das du ge- vom Seraph bis zum Thier. macht, erreget mein Ge- Du würdigst alle deiner müthe, mächtig mächtig, freudig, Sorgen, freudig, Sorgen, sie danken Luft dir zu singen, die zu brin- und Leben dir. Es mag gen Ehr' und Stärke. Groß auch klein und niedrig seyn: sind deiner Hånde Werke. dir, Gott! ist nichts zu groß, zu klein. 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl' ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Wasser, Feuer, Schnee und Eis sind deines Wohlthuns lauter Preis, und rühren mein Gemüthe, täglich hier mich dein zu freuen, und von Neuem, Herr! mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. 3. Mit frommem, freus digem Gemüthe, erheb' ich, Gott der Gnade, dich; wie theuer ist doch deine Gute! Wie liebst du uns so våterlich, uns, die wir ohne Furcht und Graun dem Schatten deiner Flügel traun. 4. Mit welchem reichen Ueberfluffe erfüllst du diese Welt, dein Haus! Du theilst ihn Allen zum Ges nusse so våterlich, so reichlich aus. Herr! unsers Lebens Quelle fließt aus dir, der du das Leben bist. 4. Herr! dazu bitt' ich. hilf du mir. Seuch immer näher mich zu dir durch deine große Güte. O heilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undank hute. Laß mich, was ich bitt', erlangen; dir anhangen hier auf anisd 5. Wir sehn, o Herr, in deiner Sonne den Schatten Huld, dein Licht. Ente deiner B Von Gott, deffen Wesen deiner Gü'e Mond und Sterne; so bet gnadenvolles ich dich voll Ehrfurcht an. Was ist der Mensch, ruf' ich alsdann, daß du dich sein erbarmest! 26 Entzeuch uns Wonne, dein Untlik nicht! Herr, deine Huld erfreue die, die dich verehren, segne sie! Mel. Herzliekster Jesu! ott ist die Liebe! 37 beglücken! Dies ruft uns Alles zu, wohin wir blicken. Sei blau der Himmel, sei er schwarz und trúbe: Gott ist die Liebe! 2. Gott ist der Menschen Bater; und ich fånde, selbst wenn ich an dem Saum ter Erde stände, selbst, wenn ich in die tiefste Gruft mich grübe, dich, Gott der Liebe! 3. So sei es denn mein höchstes Ziel auf Erden, dir, Geist der Liebe, ähnlich Fier zu werden! der heißiste, der erste meiner Tribe fei 3. Dein Uuge schaut auf ihn herab: so geht er nicht verloren; nicht für die Welt, ist er allein geboren. Die W.lt vers geht mit ihrer Lust; der du den Witten Gottes thust, dein Glück soll ewig dauern. 4. Wann ich erwache, denk' ich dein, und wann ich schlafen gehe; denn du, kannst vermein Vater, leihn, um was ich findlich fleye Drum seufz' ich kindlich stets zu dir: Herr, was mir nuget, schenke mir um deiner Gute willen! Der Gott des Himmels ist die Liebe! Er ist's in alle Ewigkeit! O, wo kann ich den Ruhm der Liebe zu verkünden, die ewig fegnet und erfreut? Wer bin ich, Herr! vor dir? Nur stammeln kann ich hier: Liebe! Liebe! Kein Mensch ermißt, wie gut du bist; ja selbst der Engel faßt es nicht. 2. Wundervoll sind deine Werke. Ich sehe Weisheit, Macht und Stärke, und mei ne Seele beuget sich. Aber Univ.- Bibl. deine Giessen du mir, Herr, verliehen; und wie viel Sünden hast du mir aus Gnaden schon verzie: hen! O Gott voll Lang: muth und Geduld! noch tåglich häuf' ich meine Schuld, und deine Liebe währet. Mel. Herr, wir fingen deiner 39 Hulbigt Gott, ihr Triebe! Mel. Es ist das Heil uns Die vicle Freuden 38 Want ich bit, die Worte finden, 2. Bedenk' ich, Schöpfer, deine Macht, blict' ich in jene Ferne, und übersch' des Himmels Pracht, und Sonne, und Eigenschaften. 1080 deine Liebe thronet da auch, wo Macht und Weisheit wohnet; ich seh' es und er hebe mich. Was ist's, das mich erschreckt? Mein heller Blick entdeckt nichts, als Liebe. Der kleinste Wurm, der Donnersturm, und alles, Alles preiset sie. 27 und empfinde, daß du, Erbarmer, mich noch liebst. Du haft Geduld mit mir, und lockst mich hin zu dir durch die Liebe. Und wer dich ehrt, und wiederkehrt, o Preis dir! den begnadigst du. 6. Ja, du willst der Sunder Leben. Selbst deinen Sohn hast du gegeben, daß er ihr Seelenretter fei. Weisheit kam mit ihm hernieder; er litt und starb für seine Brüder, und sprach ihr Herz von Uengsten frei. O Gott, was fühlt mein Geift! Wie staunt er nun und preist deine Liebe! Dein Sohn erschien, du fandteft ihn! Wie hoch hast du die Welt geliebt! 3. Huldreich riefst du mich in's Leben, um hohe Kräfte mir zu geben, um Freude um mich her zu streu'n. Jeder Tag erzählt's dem andern: die Erde, wo die Menschen wandern, soll Vorhof ihres Himmels seyn. Ich jauchze, daß ich bin, und öffne Herz und Sinn deiner Liebe. Von dir geschüßt und unter stüßt, durchlauf ich fröhlich meine Bahn. 4. Trüben sich auch meine Tage; hinweg mit jeder Jammerklage! Nur du, mein Vater, trübist sie. Licht entströmt den Dunkelheiten; du willst nur Segen mir bereiten, und Trost und Hoffnung fehlt mir nie. Vor dir entweicht der Schmerz, und froh erfährt mein Herz deine Liebe. Wenn Alles bricht; ich zage nicht! Du reichst mir deine Baterhand. 5. Ach! wie kann ich dir vergelten, was du, Beherrscher aller Welten, mir armen Erdbewohner gibst? Mel. Ein Lämmlein geht welcher Günde häuf ich oft auf 40 Mit muth und SeSünde, und dennoch seh' ich B2 duld 7. Gott! ich will dir folgsam werden. Wer ist im Himmel und auf Erden, der so, wie du, beglücken kann? Einft umstrablet, gleich der Sonne, mich ewig, ewig Licht und Wonne, geh' ich nur gern auf seiner Bahn. Dann schwebt mein Geift empor, und singt im Sternenchor: Liebe! Lebe! O Herr der Zeit und Ewigkeit! Ich weiß, daß du e.ebe bist. Geduld, Langmuth und Gnade Gottes. 28 Von Gott, dessen Wesen duld trågst du die Menschen- ner häufe Schuld auf Schuld Finder, o Gott! Auch bei durch kühnen Mißbrauch gehäufter Schuld trågst du deiner Huld! Nur Tugend die frechen Sünder! Sie sei uns Freude, damit uns nahen dem Verderben sich; in der Prüfungszeit der deiner du siehst es, und es jammert Reichthum Gutigdich des Elends dieser Ur- keit zur wahren Beßrung men. Daß sie demselben leite. noch entfliehn, suchst du ihr Herz zu dir zu ziehn, aus innigem Erbarmen. 2. Du gönneft ihnen Zeit und Raum, noch in ihr Herz zu gehen, du låßt den unfruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du schonest sein von Zeit zu Zeit; verziehest, voll Barmherzig keit, ihn gånzlich abzuhauen. welche Langmuth und Geduld! Wer sollte deiner Vaterhuld nicht inniglich vertrauen? In eigener Melodie. 41 Aller Welten Herrscher! Gott! dein ganz Gebiete ist ein Schauplak deiner Güte. Sie verherrlicht täglich sich auch an uns Allen, die wir noch auf Erden wallen. Ja, sie pflegt, nährt und trågt nicht nur deine Kinder, selbst die größ ten Sünder., 2. Dieser Langmuth Größe läßt sich zwar empfinden; aber, wer kann sie ergründen? Sünder so verschonen, Millionen Schulden mit so vieler Nachsicht dulden, und dabei doch so treu warnen, die dich hassen: Herr! wer kann dies fassen? 3. Erbarmest du dich schon so sehr selbst frevelhafter Sünder: so trågst du schonend noch viel mehr die Frommen, deine Kinder. Läßt ihrer Tugend Eifer nach, und werden sie im Glauben schwach, und tråg' zu guten Werken: so zúrpst du nicht; du denkst daran, wie leicht ein Herz sich tåuschen kann, und eilest, sie zu stärken. 3. Doch du strafft nicht gerne; liebst nur unser Le ben; Zeit zur Beßrung uns zu geben, dringt dich deine Liebe, zärtliches Erbarmen. Darum hast du mit uns Ar men, so voll Huld, noch Ge duld, daß wir darauf achten, und nach Beßrung trachten. 4. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott! unsre Herzen rühren! Nie müsse deine Vaterhuld zur Sicher4. D daß doch der Reich thum deiner Vaterliebe uns heit uns führen! Ach! Kei- zur Sinnesåndrung triebe! und Eigenschaften. 29 und nicht nach Verdienst uns lohnest. Stets noch ist uns Schwachen nöthig deine Gnade, selber auf dem Tugendpfade. Leit' uns doch damit noch, bis wir dich einst droben ohne Sünden O daß wir, voll Reue, unsre Schuld bedachten, und wir willig folgen möchten! Unser Schmerz rührt dein Herz, Schulden, die uns krånken, gnädig uns zu schenken. 5. Dank sei dir, o Vater, daß du unser schoneft, loben. Dreieinigkeit. 4. O heil'ger Geist, du Geist von Gott, erleuchte, beßre, tröste, die Jesus Christ durch seinen Tod vom Auf In eigener Melodie. Gott in der 42 A pöh fei Ghr und deinen Beistand hoffen wir; ach! leit' uns stets, so find wir hier beglückt, dort ewig selig. Dank für seine Gnade! Er forget, daß uns nimmermehr Gefahr und Unglück schade. uns wohl zu thun, ist er bereit; er will nur unsre Seligkeit. Erhebet ihn mit Freuden! Mel. 43 Dank und Anbetung bringen wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. Du bist es, der die ganze Welt erschaffen hat und noch erhålt. Halleluja! 2. Dank und Anbetung bringen wir, Sohn Gottes, Herr und Heiland, dir. Du littft für uns des Todes Pein, uns vom Verderben zu bes frein. Halleluja! Von der heiligen Gott; Vater, Sohn und heiliger Geist. 2. Ja, Vater! wir erheben dich mit freudigem Gemúthe; du herrschest unveranderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, und was fie wirkt, ist wohl bedacht. Wohl uns, daß du regierest! 3. O Jesu Christ, des Höchsten Sohn! dich, seinen Eingebornen, dich fandte Gott vom Himmelsthron zur Rettung der Verlornen. Du Mittler zwischen uns und Gott, hilf uns im Leben und im Zod: erbarm' dich unser Aller! Erschienen ist der Herrs lich Tag 3. Gelobet seist du, Geist des Herrn! Wir waren einst von Chrifto fern. Du hast durch deines Wortes Macht uns Allen Licht und Heil gebracht. Halleluja! B3 In 30 Von der heiligen Dreieinigkeit. In eigener Melodie. 44 W ingen Gott, ir glauben an den Schöpfer Himmels und der Erden. Er, Aller Vater, unser Gott, hieß uns seine Kinder werden. Er will uns aud) stets ernähren, jedes wahre Gut gewähren. Er erwog schon, eh' wir waren, unsre Rettung in Gefahren. Er ist's, der für uns sorgt, und wacht, und Alles steht in seiner Macht. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 45 Nobfinget Gott! FILE Dank, Preis und Ehr' sei unserm Gott je mehr und mehr, für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er und herrschet weit und breit, mit Weisheit, Gut' und Stärke. Singet, bringet frohe Lieder! fallet nieder! Gott ist herrlich, unaussprechlich groß und selig. 2. Wir glauben auch an Jefum Chrift, Gottes Sohn, den Eingebornen, den Herrn, der Mensch geworden ist, den Erretter der Verlornen. Er, er achtete sein Leben nicht zu theu'r, für uns zu geben. Er erstand, herrscht, hoch erhöhet, in dem Reich, das nie vergehet. Er läßt uns auch im Grabe nicht, und kommt dereinst zum Welt- 3. Lobsinget Gott! Du gericht. 2. Lobsinget Gott! Dank, Preis und Ruhm sei von uns, deinem Eigenthum, Herr Jesu, dir gesungen. Du Mittler zwischen uns und Gott, hast durch Ge horsam bis zum Tod das Leben uns errungen Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft aller Frommen, die durch dich zum Vater kommen. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, unsern götts lichen Regierer, den Jesus Christus uns verheißt, uns zum Beistand und zum Führer, der in Trübsal seine Christen eilt mit Muth und Kraft zu rüsten; der uns lehrt Vergebung finden, und der Tugend Werth empfinden. Er flo: Bet uns im Todesschmerz Geist des Herrn, sei nie von unserm Geiste fern, mit Kraft ihn auszurüsten! Du machst uns gläubig, weis' und rein, hilfft uns getrost und siegreich seyn im Streit mit unsern Lüsten. Leit' uns, stårk' uns in der Fr. ude, wie im Leide, Gott ergeben und der Tugend treu zu leben. des ew'gen Lebens Trost in's Herz. Mel. Es woll' uns Gott biderr, unser Gott, wer ist dir gleich? Du 46 46 Von der heiligen Dreieinigkeit. Du bist das höchste Wesen! und doch hast du, an Gnade reich, uns dir zum Dienst erlesen. Gemeinschaft sollen wir mit dir, du Allerhöchster, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quelle alles Segens. 2. Wir beten dich, o Va= ter, an. Sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch unser an, wie Båter ihrer Kinder. Du hast für uns aus großer Huld felbst deinen Sohn gegeben; dein Herz, voll Gute und Geduld, verleih' uns Trost und Leben, daß wir dich kindlich fürchten. 3. O Jesu, ew'ger Gots tes Sohn! Du Heil, darauf wir hoffen! Durch rich steht zu des Vaters Thron der Weg uns wieder offin. Uns zu befrei'n von Sund' und Tod, kamst du zu uns auf Mel. Es ist das Heil uns mer Wer 31 Erden. O laß uns, unser Herr und Gott! froh deines Segcns werden, und dir im Glauben dienen. Von den Werken und Wohlthaten Gottes. Von der Schöpfung. zum Thau: Erquicke Saat und Blüthen? 47 machte diese schöne Welt? das Nahe und das Ferne? Wer hat am Himmel hingestellt die Sonne, Mcnd und Sterne? Wer schuf die Wälder, Feld und Au? befahl dem Regen, sprach 4. O heil'ger Geist, du Geist von Gott, wehr' in uns dem Verderben! Im Glauben an des Mittlers Tod hilf uns der Sünde sterben! Du gibst zum Guten Luft und Kraft, laß es uns stets erfahren. Stárk' uns in unfrer Pilgrimschaft, bewahr' uns vor Gefahren, hilf uns dir willig folgen. 5. Laß. Gott! uns dein auf Erden schon, als unsers Gottes, freuen. Herr, segne uns von deinem Thron, daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, dir wollen wir hier leben; und du wirst, nach vollbrachter Zeit, uns einst dahin erheben, wo wir dich ewig schauen. 2. Uuf wessen mächtiges Geheiß entstanden Ström und Seeen? Wer gab dem Winter Schnee und is? Wer hieß die Winde wehen? Wer rief der Thiere zahllos Heer in Flur und Wald, in Luft und Meer, in Staub selbst frohe Wesen? 34 3. Das 32 Werke und Wohlthaten Gottes. 3. Das Alles, Alles, groß můthe, Gott ist die Liebe! und klein, ist dein Werk, Un- rühmt es laut, Geschöpfe, sichtbarer! Du bist der Er- die ihr ihm vertraut, die ihr ste, du allein bist Schöpfer ihn kennt und ehret! Rühmt und Bewahrer. Durch deine es, daß seine Gütigkeit mit Macht und dein Gebot ist jedem Morgen sich erneut Alles, liebevoller Gott, ist und ewig, ewig währet! auch der Mensch geworden. 4. Wie gut, wie liebevoll du bist, seh' ich, wohin ich blicke; denn gut ist, was geschaffen ist, und dient zu meinem Glücke. Luft, Sonn' und Mond, und Pflanz' und Thier, und Stein und Was ser núßen mir, und nüßen allen Menschen. 2. Du wolltest, daß vor dir Nichts leer von Freud' Leben bliebe: drum und schufft du, Gott, der Himmel Heer, schufft unfre Welt aus Liebe. Du selbst bedurftest ihrer nie; Unendlicher! du ließest sie zu ihrem werden. Dich Heil nur aber, dich erfreuet nun die Wonne, Allen wohl zu thun im Himmel und auf Erden. 3. Kein Mensch, kein Engel selbst ermißt dein Wohlthun, deinen Segen; wie groß, wie weisheitsvoll du bist in allen deinen Wegen. Gott! deine Güte reicht so weit, als deines Reichs Unendlichkeit, so weit, Herr, als dein Leben. Uch! was sind wir, die deine Macht aus todtem Staub hervor gebracht, uns ewig Heil zu geben! In eigener Melodie. kein 48 obfinget Gott! er schuf die Welt zum Schauplat seiner Gute; lobsingt ihm, der sie noch 4. O Vater, welchem Keiner gleicht an Liebe wie an Ståike! Kein Dank, Lobgesang erreicht die under deiner Werke; doch ist dir's angenehmer Dank, dir ist es mehr als Lobge sang, wenn ich dich thätig erhält, mit freudigem Ge- liebe, und gern in meiner Les 5. Für dich nicht, für Geschöpfe nur, daß jedes glücklich werde, schufst du die prachtige Natur, den Himmel und die Erde. O du, der uns als Vater liebt, und Allen alles Gute gibt, was kann der Mensch dir geben? 6. Wie bin ich froh! du machst auch mich zum Seugen deiner Güte. Ich danke dir und denk' an dich mit freudigem Gemüthe. Ich seh' dich nicht, doch lieb' ich dich; du schufft und du er hältst auch mich zu immer größern Freuden. SUD on Schöpfung.ar 33 Lebenszeit Erbarmen und fer voll, mehr dich kennen Wohlthätigkeit an andern lernen foll! Menschen übe. 5. Du bist die Liebe! Dank sei dir, daß ich dich so erkenne, und dir zum Ruhm, zum Troste mir, dich meinen Vater nenne! Auch will ich gerne liebreich seyn; will glücklich machen; will er freun; will helfen und dir gleichen. Von diesem Heil und dieser Pflicht, o Gott der Liebe, laß mich nicht, so lang' ich lebe, weichen! 3. Ja, wenn Thränen mir entgleiten: will ich deine Schöpfung fehn, und durch ihre Herrlichkeiten stets mit offnem Herzen gehn. Alle stehn ja unverschlossen, sind dem Äermsten ja bekannt. Näher werd' ich dir gewandt, hab' ich schuldlos sie genossen. Still und heiter wird mein Sinn, wenn ich hier nicht fühllos bin. 4. Du gedachtest meiner Leiden, eh' noch dieses Herz. dir schlug; sorgtest schon für meine Freuden vor dem ersten Uthemzug. Zum Genuß für Leib und Seele hast du, Herr! mit Freundlichkeit so viel Gaben ausgestreut, daß ich im Genuß oft wähle. Wer so viel, so gern mir gibt, o der zeigt, daß er mich liebt. 5. O, wer wollte je vermessen mitten in der schönen Welt deiner Macht und Huld vergessen, und nicht thun, was dir gefällt? Du, der selbst dem kleinsten Wurme seine Batersorge weiht, du bist's, der auch mich erfreut, in der Stille wie im Sturme. Herr, dir will ich ganz vertraun, und mein Heil auf dich nur baun! 49 G ott! Gott! Mel. Gott, der du die Menschen aus deinen Schöpferhånden ging die herrliche Natur. Solchen Bau so schön vollenden, konnte solch ein Schöpfer nur. O wie könnt' ich deine Werke, ihre Regels máßigkeit, Pracht und Mannigfaltigkeit, wie die Zeugen deiner Stärke, deiner Huld und Weisheit sehn, und doch stumm vorübergehn? 2. Rings auf Erden hallt es wieder: Gut und groß ist, der uns schuf! Betend werf' auch ich mich nieder: Herr! dein Preis sei mein Beruf! Preis, daß ich dich Vater nenne, Preis, daß ich dich preisen kann, daß auch ich durch dich begann, dich als meinen Schöpfer 50 We kenne, und von hohem EiB5 Mel. Sei Lob und Ehr' dem enn ich, o Schöpfer! deine Macht, die 31 Werke und Wohlthaten Gottes. die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für Alles wacht, anbetend überlege; so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prachtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Ruhm und Preis, ist sich ein tåglicher Beweis von deiner SER Güt' und Größe. 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu fegnin? Du Gott der Macht und Herrlichkeit! Gott, deine Güte reicht so weit, als Erd' und Himmel reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem& chöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht. mich, ruft die Saat, hat Gott ge macht; bringt unserm Scdpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den fin Verstand, dich zu erkennen, leitet; der Mensch, der Schöpfung 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Va= ter, sei gepreist, und alle Welt sag': Umen! Und alle Welt fürcht' ihren Herrn, und hoff' auf ihn und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? In eigener Melodie. Majestät? Wer ruft dem 51 Die himmel rühmen Heer der Sterne? Schall pflanzt seinen Namen fort. Jhn rühmt der Erdkreis, ihn die Meere; vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort! 2. Wer trägt die unzähl baren Sterne? Wer führt die Conn' in ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet uns von ferne, und läuft den Weg, gleich als ein held. 3. Vernimm's, und sieh die Wunderwerke, die die Nas tur dir aufgestellt! Verkün digt Weisheit, Ordnung, Står ke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du die unzähl baren Heere der Wesen fühl los wohl beschau'n? Durch wen ist Alles? Gib ihm Ehre! Mir, ruft der Herr, solst du vertrau'n! 5 Mein sind die Fimmel, mein die Erde; an meinem Wer Schöpfung. 289160 Werken kennst du mich. Ich werde siyn, der ich seyn werde, dein Gott und Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, Weisheit, Güte, ein Gott der Ordnung, und dein Heil! Ich bin's! Mich liebe dein Gemüthe, und nehm' an meiner Gnade Theil. 35 Erde an: sie bebet! Er rührt den Berg an: und er raucht! Vögel nåhrt er, speist die Heerde, verneuert die Ges ftalt der Erde, erfreut, was in ihr lebt und haucht. Mit milder Freundlichkeit gibt er zu seiner Zeit Ullen Speise, liebt und erhålt die ganze Welt, und tránkt die Thiere auf dem Feld. 4. Kräuter schuf er, uns zu heilen; den Mond, das Jahr darnach zu theilen; der Sonne Licht zur Fruchtbarkeit. Gott ist gnädig, Gott regieret, wenn er die Flur mit Blumen zieret, und sie mit Saaten überstreut. Der Wallfisch und der Wurm, der Blüthenduft und Sturm zeugt vom Schöpfer. Der Tag, die Nacht rühmt seine Wacht und rühmt, daß er für Alles wacht. Mel. Herr, wir singen deiner 52 U1nfer nser Gott ist groß und machtig, und seine Schöpfung schön und prachtig, voll Weisheit und Vollkommenheit. O ihr, seiner Allmacht Heere, verkündigt eures Schöpfers Ehre und preist seine Herrlichteit! Sein Kleid ist reines Licht, er hålt im Gleichgewicht ganze Welten. Der Wesen Heer, das weite Meer, den Engel und den Wurm schafft er. 2. Ullmacht sprach zum Nichts: Es werde! Da trat auch unsre schöne Erde vor ihren Herrn, um aufzublühn. Allmacht spricht: so stürzen Welten, die Berge fliehn vor ihrem Schelten, und sinken vor dem Donner hin. Er hat wie ein Gewand die Himmel ausgespannt. Durch ihn gehet, gleich wie ein Held aus seinem Belt, die Sonne und erfreut die Welt. 3. Er, der auf den Wins den schwebet, er schaut die 5. Gott, voll Weisheit! Gott, voll Stärke! Wie viel und groß sind deine Werke! Wie reich an Gütern ist das Land! Schiffe gehn in weis ten Meeren; da wimmelts von den frohen Heeren der Thiere, zahllos wie der wohin and. Mit Mannichfaltigkeit, mit Regelmäßigkeit prangt die Erde; entzückt mein Auge blickt, da ist die Welt mit Reiz ges schmückt. 6 Wer vergånglich Gras bekle det, die Fische nåhret, 36 Láms 36 Werke und Wohlthaten Gottes. Låmmer weidet, der sorgt Alles zu: Wie groß ist Gott! als Vater auch für mich. wie klein bist du! Seele, wolltest du für morgen schon heute bang' und ångstlich sorgen? Nein, sei getrost, ermanne dich! Vertraue Gott! Auf ihn werf' alle Sorgen hin. Er wird jorgen: er, der uns hört, und gern gewährt, was unser wahres Wohl vermehrt. 7. Dank dem guten Gott zu singen, und stets mein Heil ihm darzubringen, soll meine höchtte Freude seyn. Laut soll ihm mein Lob era schallen, mein Opfer wird ihm wohlgefallen; gerührt will ich mich seiner freun. Sein Lob ist Seligkeit! Es macht schon hier bereit für den Himmel. Dort werd' ich stehn, entzückt ihn sehn, und ewig seinen Ruhm erhöhn. 3. Mir zeigen alle EleGut' und mente Macht, Weisheit überall. O wenn das Stumme reden könnte, wie groß wär' stets der Jubelschall: Rühmt, Menschen! Gottes Gut' und Macht, die euch und uns hervorgebracht. 4. Herr Gott! wie groß ist deine Liebe. Die Erd' ist deiner Güte voll. O gib mir dankbarfromme Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann und hab' und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin. 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir locken, höchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrick werden, und ihr Genuß mir Schaden thut. Laß allen Mißbrauch ferne seyn; mein letztes Ziel sei du allein. Mel. Wer nur den lieben Gott 6. Hier ist mein Leben eine 53 Gott des Himmels Reife, ich geh' nach jener und Erden, der du allgegenwärtig bist, von Niemand kannst begriffen werden, vor dem kein Ding verborgen ist! Uch, ziehe mich doch ganz zu dir, und offenbar' dich selber mir! höhern Welt. Drum mache du mich fromm und weise, daß ich hier thu', was dir gefällt. Und end' ich diesen kurzen Lauf, so nimm zu höherm Glück mich auf. 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da find' ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Undacht überdenke Vorsehung, oder Erhaltung und Regierung der Welt. Mel. Nun banket Alle Gott dein Werk, die prächtige 54 Nichts ist von unser ruft Alles, fahr! Ein großer Gott SHBO Vorsehung. ir 337522 37 Gott regieret, ein Gott, der mich elend macht, ist immer seine Welt mit reichem Se- nur mein Herz. gen zieret. Auch was uns Bufall heißt, ist, eh' es noch geschieht, in seinem Plan bestimmt, und einer Kette Glied. 30 2. Er sah vor aller Zeit, was künftig werden sollte, und Nichts ist, Nichts wird seyn, als was sein Rathschluß wollte: und Alles, was er will, ist weise, recht, und gut. Owohl mir, daß mein Glück in Gottes Hånden ruht! 3. Wie dürft' ich mißver gnügt in meinem Stande leben? Kann jemals böse seyn, was Gott mir pflegt zu geben? Der Thor nur Elagt und murrt, und låstert and mu Gottes Rath; er hat nicht, was er will, und will nicht, was er hat. 4. Wer wahre Weisheit liebt, der licht auch den Gedanken: Mein Heil, mein Fels ist Gott, und wenn auch Welten wanken! Ich follte, was ich bin, nicht etwas anders seyn, und mein besondres Loos stimmt mit dem Ganzen ein. 6. Wie thoricht würd' ich seyn, wenn ich begehren wollte, daß alles ungemach nur mich verschonen sollte! Mein Vater liebt auch mich, und mischt mit Freundlichkeit in seinen Segenskelch des Leidens Bitterkeit. 7. Im Leiden lern' ich mich und meinen Gott erkennen, und mich mit edlem Sinn von falschen Freuden trennen. Wie kann mir schrecklich seyn, was mich vollkommner macht? Mehr ist die Tugend werth, als Sinnenlust und Pracht. 8. Die Tugend wird bald schwach im Schooße niedrer Freuden, und stark erscheinet fie, umringt von stillen Leiden. Sie strahlt am göttlichsten aus tiefer Dunkelheit; da leuchtet sie der Welt, und überlebt die Zeit. 9. Hinweg mit blöder Furcht! Der Herr will mich regieren, mich auch auf rauher Bahn zu meinem Biele führen. Hier bin ich, Herr, mein Gott! O stehe du mir bei, daß selbst in Noth und Tod mein Herz bir folg= sam sei! 5. Mein Unmuth ändert aller Dinge. Ich quale nur mich selbst, wenn ich die Hände ringe. Doch folg' ich meis 55 Thaten laß ich den nem Gott, so lindert sich I In voriger Melodie. allen meinen mein Schmerz; denn, was Höchsten rathen, der Alles 37 kann 38 Werke und Wohlthaten Gottes. kann und hat. Er muß in gebeut. Sei mir mein End' allen Dingen, foll's anders verborgen, komm' es heut' wohl gelingen, mein Helfer oder morgen, er weiß dazu seyn mit Rath und That. die beste Zeit. 2. Nichts hilft mein banges Sorgen vom Abind bis zum Morgen, Nichts meine Ungeduld. Er mag& mit meinen Sachen nach seinem Willen machen: ich traue sei ner Vaterhuld. 8. So sei nun, Seele, stille, dich leitet dessen Wille, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe! Dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. 3. Es kann mir nichts ge schehen, als was sein Rath 56 D iemand gleich im Mel. Es ist das Heil uns ir, ift erschen, und mir für heilsam hålt. Mit dem, was Gott beschieden, bin ich, sein Kind, zufrieden: mir geh' es, wie es ihm g fällt. Himmel und auf Erden. Du bist der Höchste und dein Reich kann nie begriffen werden. Unendlich ist die Majestät, die über alle dich erhöht, die Kron' und Zepter tragen. 4. Ich traue seiner Gnade, die mich auf meinem sofade vor allem Uebel schüßt. Leb' ich nach seinen Sågen, so wird mich Nichts verletzen, Nich.s fehlen, was mir ewig nüßt. 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein Auge sieht, da seh' ich deine Größe Weit, über alle Himmel weit geht deines Reiches Herrlichkeit. Du herr scheft über Alles. 5. Leg' ich zum Schlaf mich nieder, weckt mich der Morgen wieder zu meines Lebens Pflicht; irr' ich auf finstern Wegen, geh' ich dem Leid entgegen: so sei sein Wort mir Trost und Licht. 6. Was über mich beschlos sen, dem will ich unverdros sen, getroft entgegen gehn. Kein Unfall unter allen soll je zu hart mir fallen; ich will ihn männlich überstehn. 3. Du herrschest weislich, recht und gut, nach heiligen Gesigen. Du willst auch dei ner treuen Hut das Kleinste würdig schågen. Auf Alles geht dein Augenmerk, und immer ist's dein liebstes Wert, zu segnen, zu be glücken. 4. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott! über Alles führest! Und wohl dem, de den 7. Ihm hab' ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, wie es sein Wink Vorsehung. den Zweck erkennt, dazu du uns regiereft! Ich, dein so schwacher Unterthan, ich bete dich in Demuth an. O sieh' auf mich mit Gnade. 5. Ich bin verderbt und fehlervoll, bin auf dem Zu gendwege nicht stets so eifrig, wie ich soll, bin oft zum Guten tråge. Doch du bist gnädig, und voll Huld vergibst du Reuenden die Schuld. Drum hoff' ich auf Vergebung. 6. Ich hoffe, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jesus, welcher für mich litt, erwarb mir Recht zum Leben. Sein Tod macht mich vom Zweifel frei, ob ich der Gnade fähig sei; auch mich hat er verat er ver föhnet. 7. Herr, ewig will ich deinen Ruhm mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum Dienst erge ben. Mit Lust will ich bis in den Tod nach deinem heiligen Gebot, durch deinen Beistand wandeln. beuget seines der groß von Rath ist, groß von That, Gütigsten, den Weisen, der keinen seines Gleichen hat. Der Herr thut große Werke. Wer 39 Wer Stärke, die seine Kraft? Armes 2. Er will, und Sonnen flammen; auch drångt das Wasser, wenn er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft den Ungewittern, das Meer wird ungestum, des Himmels Säulen zite tern, die Erde bebt vor ihm. Er will, und Blige zünden, daß Städte flammend stehn. Er winkt und droht den Winden, schnell wird sein himmel schön. 3. Er, er gebeut den Wellen: Bis hieher!- Ihm gehorchen sie. Er legt in Felsen Quellen; sie rieseln und versiegen nie. Er füllet Wüsteneien mit seinen Wundern an; heißt Thiere da sich freuen, wo kein Mensch wohnen kann. Wer kann die Sterne führen? Wer kann, als er allein, der Dinge Lauf regieren, zerstören und erneu'n? In eigener Melobie Dommt, kommt, 57 Kert zu preifen, Stärke, und alle Hülfe, 4. dein ist alle Gott! ist dein. Das preiz sen deine Werke, die deiner alles Gute schafft? Er dehnet, gleich Gezelten, den weiten Himmel aus; spricht, so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. er Umacht sich erfreu'n. Auch wir erfreu'n uns ihrer; ihr Lob sei unsre Pflicht! O Baz 40 Werke und Wohlthaten Gottes. Vater, o Regierer, wen hält, und dein stets guter Wille wen schüßt sie nicht? Du entriß mich der Gefahr. lebst, du wirkst in Ullen; wir leben nur in dir. Erhal ter, wer kann fallen? Dir, dir vertrauen wir! 5. Dein Name sei gepriesen, der jederzeit an mir so herrlich sich erwiesen! Mein Herz und Mund soll dir, du Retter aus Gefahr! mein schuldig Opfer bringen, von deiner Güte singen jegund und immerdar. FOUR Mel. Von Gott will ich, oder Zeuch ein zu deinen Thoren ott, an allen 58 den viel große 6. Du hast mir wohl gerathen, und lauter Guts gethan, daß deiner Liebe Thaten ich nicht aussprechen kann. Hilf, Vater, daß ich dort, verklärt und ganz vollkommen, mit allen deinen Frommen, dir danke fort und fort! Wunder thut! Du bist's, in dessen Händen mein gan= zes Schicksal ruht; hast in der Prüfungszeit mir jeden meiner Tage, mein Glück und meine Plage, bestimmt von Ewigkeit. 2. Da ich noch tief verborgen im Mutterleibe lag, wacht' über mich dein Sorgen. Uch! Vater, wie verMel. Wer nur den lieben Gott mag mein dürftiger Verstand 59 Fürwahr, du bist, o das Gute zu erheben, das du in meinem Leben mir huldreich zugewandt? Gott! verborgen, dein Rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst sind alle unsre Sorgen; du sorgtest, eh' die Welt noch war, für unser Wohl schon väterlich. Dies sei genug zum Trost für mich. 3. Drückt mich auf meinen Wegen gleich manche Last und Müh', so führt auch sie zum Segen, und du versüßest sie. Du bleibest mitleidsvoll, hilfft liebreich deinen Kindern sie tragen und vermindern, beförderst stets ihr Wohl. 4. Stets hat in meinem Leben mir dieses Trostes Licht von Neuem Kraft gegeben und frohe Zuversicht. Wenn ich bekümmert war, so seufzt' ich und war stille, 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen vor unsern Augen oft versteckt; doch, wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach' auch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weis heit, deiner Macht; du kannst viel ballen Vorschung. viel tausend Wege finden, wo die Vernunft sie nie gedacht. Aus Finsterniß bringst du das Licht; dir folgen, sei ftets unsre Pflicht. 4. Drum will ich mich dir überlassen mit Allem, was ich hab' und bin; und kann ich auch nicht Alles fassen, fo trau' ich dir mit frohem Sinn. Der Ausgang macht mir endlich klar, daß stets dein Rath voll Güte war. 5. Gib, daß dies mein Vertrauen mehre in Glück und Unglück, Freud' und Leid; denn Alles wirkt zu deiner Ehre und meiner Seele Seligkeit, und einst preis' ich vollkommen dich, und freue deiner ewig mich. Mel. Warum sollt' ich mich 60ei ( ei zufrieden, mein Gemüthe! Gott ist gut; was er thut, ist voll Lieb und Güte. Er nur weiß in allen Sachen, groß von Rath, wie von That, Alles wohl zu machen 2. Beides, Erd' und Himmel, preisen seine Macht; Tag und Nacht müssen sie beweisen. Sonn' und Mond, das Heer der Sterne, was sich regt und bewegt, lobt ihn nah und ferne. 3. Schau' die Werke seiner Hände, Mensch und Thier melden dir seinen Ruhm ohn' Ende. Was wir noch so Kleis 41 nes nennen, Gras und Laub, selbst der Staub, gibt ihn zu erkennen. Floor 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Hdh', in der See, oder sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. 5. Sollt' ich denn nicht ihn erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir das Leben! Was ich hab', ist sein Geschenke, auch der Geist, der ihn preist, mit dem ich ihn denke. 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Ucht, das zeigt jeder Morgen. Ja, kein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott mein Licht! dir zum Dank verbindet. 7. Setten mir des Kreuzes Plagen heftig zu, so halfft du, o mein Gott! fie tragen. War kaum noch Geduld vorhanden, deine Kraft hat geschafft, daß ich überstanden. 8 Nun, mein Herz! das hat schon lange Gott gethan; denke dran, wird dir jemals bange, als wollt' er dich ganz verlassen. Es geschieht wahrlich nicht; er kann dich nicht haffen. Gaz 9. Drum ergib dich seinem Willen, heiße gut, was er thut, er wird's auch erfüllen. Denn er ist in allen Sa Werke und Wohlthaten Gottes. 42 Sachen groß von Rath, wie von That; er, er wird's wohl machen. 61 Au Segen, großer In eigener Melodie. lles ist an deinem Gott, allein gelegen; du bist unser höchstes Gut. Ucber Alles hoch dich schätzen, und Mel. Lobt Gott, ihr Christen auf dich Vertrauen seßen, gibt 62 Gott forgt für uns. allein getroften Muth. 2. Du, der mich bisher ernährte, manche Freude mir gewährte, bist und bleibest ewig mein. Du, mein Schöpfer und Regierer, wirst mein Helfer und mein Führer durch mein ganzes Leben seyn. 3. Sollt' ich ångstlich mich um Sachen, die nur Sorg' und Unruh' machen, nur um eitles Glück bemühn? Nein, ich will nach Gütern streben, die mir wahre Ruhe geben, und im Tode nicht entfliehn. 4. Auch die Hoffnung kann erquicken: Was mir gut ist, wirst du schicken; du bist Herr der ganzen Welt. Dir will ich mich froh ergeben; Glück und Unglück, Tod und Leben, Alles sei dir heimgestellt. 6. Soll ich hier noch lån ger leben, o so woll ft du Kraft mir geben, daß ich stets dir folgfam sei. Alles Irdische vergehet; nur die Frömmigkeit bestehet, und sie macht mich sorgenfrei. 5. Ist mein Wunsch nach deinem Willen, o so wirst du ihn erfüllen, und gewiß zu rechter Zeit. Dir hab' ich Nichts vorzu schreiben; wie du willst, so soll es bleiben; was du willst, ist Seligkeit. ihr Christen, singt ihm gern! Vom Aufgang bis zum Nie dergang trågt uns die Huld des Herrn. 2. Vom Menschen bis zum kleinsten Wurm reicht seine Gnad' und macht; im Son nenschein, so wie im Sturm, ist er auf eil bedacht. 3. Mit frohgerührter Seele bringt ein Herz voll Dank ihm dar! Die Nehre, die vom Segen sinkt, ist sein; Gott krönt das Jahr. 4. Ja, sochster, wir ver ehren dich mit kindlich fro hem Dank; du nåhrft uns und gibst väterlich auch mehr als Speis' und Trank. 5. Fried' und Gesundheit, Kraft, Gedeihn zu unsrer Hände Fleiß, auch das gibft du, und dir allein gebührt dafür der Preis. 6. Laß deines Segens Ueberfluß uns nun auch nug lich seyn, und hilf uns, daß wir beim Genuß uns dessen mäßig freun. 7. Vermehr' in uns die 30² Vorsehung. 43 leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. S. Nicht Einem mangelt deine Huld; wem strahlet nicht dein Licht? Mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unsrer nicht! 9. O betet, Menschen, 63 betet an! und denket nun: Was hat Gott schon an uns gethan? was will er nicht noch thun? Buversicht, dir ewig zu vertraun, bis wir dereinst in deinem Licht des Glaubens Nernte schaun. Mel. Lobt Gott, ihr Christen, ober Mein Gott, das Herz ich bringe seln ordentlich des Jahres Zeiten ab, und früh und spåt ergießet sich dein Segen, Gott, herab. 2. Noch öffnest du die milde Hand, Herr! wie du stets gethan; du segnest und du füllst das Land mit beinen 64 Mein Auge fieht, o Gütern an. 3. Von deinem Himmel Höchster! träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf und blüht und reift und fåttigt und erfreut. Gott, nach dir: von deinem Throne hilf du mir; mein Heil kommt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. 4. Von dir gesegnet gibt 2. Getrost, mein Herz! Mein treuer Hirt schafft, daß mein Fuß nicht gleiten wird; der Baum, wenn einer der mich behütet, schlummert Schatten sucht, ihm unter seinen Zweigen Raum, Er frischung und auch Frucht. 5. Wie fröhlich lächelt jede Flur! es fließt, sich im mer gleich, der Freude Quell, und die Natur ist unerschöpflich reich. 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Lust und Erquickung zu? Wer ist so Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe A nicht; in Finsterniß ist er mein Licht. 3. Kein Uebel sei mir fürchterlich; denn Gottes Rechte schüget mich. Durch seine treue Baterhand wird, was mir schadet, abgewandt. 4. Sein Schutz gewährt mir Sicherheit, sein Trost füllt mich mit Freudigkeit. Er leitet mich auf ebner surtid, treu, fo mild, ſo vå- Bahn, und nimmt mich einſt terlich, wie du? zu Ehren an. 7. Herr! ohne dich vers 5. Herr! segne und behüte gingen wir, und wir ver- mich! Du bist mein Heil: dienten's auch, und dennoch ich hoff' auf dich. Dein Sla Werke und Wohlthaten Gottes. 44 Segen folg' aus dieser Zeit hinüber mir zur Ewigkeit! Mel. Gott Vater, an Erbarmen 65 G mit ott! deine weise ganze lebenvolle Welt, und Aller Augen freuen sich, und warten hoffnungsvoll auf dich, auf dich, der du fie Alle liebst, und Allen ihre Speise gibst. 2. Du öffnest deine Hand, so fließt herab, was Jedem nothig ist; mit Wohlgefallen fåttigt sie dein Aufsehn, und versäumt sie nie. Nie sind Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder unbekannt. Seele, nie, weit mehr bin ich vor Gott, als fie. 6. Mich schufft du nicht für diese Zeit, mein Ziel ist in der Ewigkeit. Du gabst 3. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil! noch täglich mein bescheiden Theil, gabft mir's mit Huld und Freundlichkeit, so lang' ich bin, zu rechter Zeit. Kein Vater sorgt so våterlich für seinen Sohn, als du für mich. 4. Ich bin's gewiß, du fannst mich nicht verlaffen, meine Zuversicht! Ich bin's gewiß, du thust mir wohl, so lang ich hier noch leben soll. Nicht ueberfluß bitt ich von dir: was ich bedarf, das gibst du mir. und machtest selbst dich mir bekannt. Nichts, was die Erde zeugt und nährt, gleicht mir an Hoheit und an Werth. 7. Von dir, der das an mir gethan, werd' ich auch Speis' und Trank empfah'n. Selbst dem, der dich mit Sünden schmåht, gibst du sie ohne sein Gebet; und fleht' ich nicht darum zu dir, ge währtest du sie dennoch mir. 8. Laß du mich nur genüg sam seyn, und deiner Gaben mich erfreun, mehr aber Deiner, der du dich so freundlich zeigest gegen mich, der du des Lebens Quelle bist, aus welcher alle Wohl fahrt fließt. 9. Bei deiner Gaben Ue berfluß erhalt' mich måßig im Genuß; bewahr' mich in der Dürftigkeit vor Schmach und unzufriedenheit. Du nährst mich immer; Preis und Dank bring' ich dir Gott! mein Lebenlang. 5. Der Vogel bauet nicht das Land; du nährst ihn 66 B Du doch mit milder Hand. schmuckst die Blume könig lich, die nicht zur Urbeit eilt, wie ich. Vergiß es, meine mel. Jesu, meines Lebens Leber Mester, weisefter Ⓡ Regierer! Alle Welten Preis sei dir! Dit auch meines Lebens Führer sei auch ewig Preis von mir Un Vorsehung. Vorsehung. 211989 45 zählen find fie nie. unter allen Millionen, die terhuld verlieh? Nein, zu dein weites Reich bewohnen, siehst du huldreich auch auf mich, und versorgft mich våterlich. oder dráun? 2. Kann ich dich genug erheben? Du, der alles werden heißt, gabst mir mit des Leibes Leben auch die Seele, die dich preift. Ich, ein Wunder deiner Güte, seh' mit staunendem Gemüthe, 6. Sollt' ich dir denn nicht mit Freuden dankbar und ergeben seyn? Sollt' ich zagen, wenn mir Leiden widerfahren Nein, o Herr! dich laß ich walten, du, du wirst mich aufrecht halten. Sende Wonne, sende Schmerz, dankvoll nimmt's ron dir mein Herz. 7. das sich selbst nicht fassen kann, als ein Bild von dir mich an. besten 3. Auf der Menschheit hohe Stufe stellte, Herr! mich deine Hand, wo den Schall von deinem Rufe früh ich hörte, früh verstand. Aus unendlichem Erbarmen zogst du mich mit Vaterarmen in der Kindheit schon zu dir. Owie preis ich dich dafür! Foh'n mich auch die Freunde, fehlt' auch andre Freude mir, wären viel auch meine Feinde; dennoch blieb' ich stets an dir, dennoch will ich nicht verzagen, will auf's Ziel von meinen Tagen, auf die beßre Zukunft schau'n, und von Herzen dir vertraun. 8. Besser noch, als selbst das Leben, ist, o Vater! deine Huld. Was mir nüßt, wird sie mir geben, und mich tragen mit Geduld. Laß mich nur, du Allerbester! immer inniger und fester hier mit dir vereinigt seyn, deiner Gnade mich zu freun. 4. Täglich warest du mir nahe; deine Weisheit lehrte mich. Was ich hörte, was ich sahe, zeigte mir, o Vater! dich. Ja, du kamst mit neuem Segen jeden Morgen mir entgegen. Was nur je mir heilsam war, reichte deine Hand mir dar. 5. Wie so viele frohe Tage schenkte deine Güte mir! Sandtest du auch eine Plage, o so kam auch Trost mit ihr. Und wer zählt die Güter alle, die mir, seit ich hier schon walle, deine Badia 9. Oder seligen Verbindung, Allergütigfter, mit dir! Gib, o Vater, stets Empfina dung deiner Baterliebe mir! Mache du mich immer reiner, daß mein Herz auch einst noch deiner sich in deinem Reiche freu', und in dir ganz selig sei! Die 46 Werke und Wohlthaten Gottes. Die vorzüglichsten Geschöpfe. Subeln gern dich, seinen Bater, seinen Herrn. 6. Auch Menschenglück und Menschenheil vermehret ihre nimmt an ihnen jeder Theil, er wird sie nie beneiden; wird, wenn der Sünder Reue weint, und Tugend liebt, des Sünders Freund. 7. Gott! laß mich, deinen Engeln gleich, mit reinen, frommen Trieben, wie sie, an Tugendfrüchten reich, dich, und die Brüder lieben, so werd' ich einst ganz engelrein mich deiner, o mein Vater, freun. Engel und Geister. Mel. Auf, Christenmensch ott, deine Güte, 67 nie ein Mensch ergründen. Cie zeigt sich in der Erde Pracht, und in den tiefsten Schlünden: und noch begreift, bei aller Müh', der größte Weise niemals sie. 2. Du bildeteft im Stufengang, uns deiner zu erfreuen, durch Ordnung und 3usammenhang der Wesen lange Reihen; vom Menschen bis zum Thier und Baum ist nirgends leerer 3wischenraum. 3. Auch Engel, deren Geisterblick kein schwaches Licht begränzet, und denen hohes Himmelsglück im reichen Maaße glänzet, schufft du, o Gott! Unendlicher! der Wesen Vater und ihr Herr! 4. Fern von dem Hang zur Sinnlichkeit, der uns so oft entehret, vom Blendwerk jedes Wahns befreit, der die Vernunft bethöret, voll Kraft zu jeder guten That, betreten fie der Jugend spfad. 5. Voll Eifer und voll Thätigkeit sucht jeder deinen Willen, und was dein hoher Wink gebeut, gehorsam zu erfüllen, und preist in lauten Mel. Tom Himm I kam der Mer zählt, unendli 68 der Wesen, die sich deiner freu'n; hinauf zu dir, als Vater sehn, aus allen Wel ten zu dir flehn? 2. Unzählbar ist der Sees len Schaar, die einst an Staub gefesselt war, nun losgewunden, diese Welt nicht mehr in ihren Schranken hält. 3. Unzählbar ist der Sees ten Schaar, die unbegreif lich wunderbar du noch zur Erde senden wirst, und durch den Tod zum Leben führst. 4. Auf diesem Erdball nicht allein sind Wesen, die fich am Vorsehung. fich deiner freun, hinauf zu dir als Vater sehn, dir jauchzen, betend dich erhöhn. 5. Ein ungezähltes Geis sterheer riefft du ins Leben, Gütigster! dein Reich ist unermeßlich groß, ist, Allerhöchster! grånzenlos. 6. Wann einst auf deinen Wink mein Geist sich seinen Feffeln auch entreißt, misch' ich in eure sel'gen Reih'n mich, Mitanbeter Gottes, ein. 7. Entzückt vernimmt mein schårfres Chr das höy're Lied im Geisterchor, und meine Seele strebt und ringt euch nach, wann sie dem Vater fingt; 8. Dem Vater, dessen Allmachtsruf auch sie mit euch verschwistert schuf, nur meis ner hulle hier ein Grab, Unsterblichkeit dem Geiste gab. Mel. Alle Menschen müssen ann wir unsern 69 W Lauf vollenden, wann wir unsre Seele nun übergeben deinen Händen, bald in deinem Schooße ruhn: eilen wir aus allen Leiden hin zu deiner Engel Freuden, ewig, Gott, bei dir zu seyn, ewig deiner uns zu freun. 2. Bir, zu Gnaden angenommen, hoffen, Va: er, 47 ne Herrlichkeit zu schau'n. Gleiche Hoheit wird uns schmücken, gleiche Wonn' uns dann entzücken: wir, erhoben in dein Reich, werden deinen Engeln gleich. 3. Dieses Heiles der Erloften, dieser Wonne, dich zu seh'n, dürfen wir im Tod uns trösten, wenn wir deine Wege geh'n; wenn wir rins gen, schon auf Erden deinen Engeln gleich zu werden, standhaft in der Heiligkeit dir zu dienen stets bereit. 4. Wenn wir vor Begierde brennen, und den Engeln gleich, uns freu'n, immer mehr dich zu erkennen, immer heiliger zu seyn; wenn wir hülfreich gern mit ihnen unsern schwächern Brüdern dienen; wenn ohn' allen Eigennuß wir ihr Beistand find, ihr Schuß. 5. Welch ein Heil, Gott, schon auf Erden Engeln an Vollkommenheit immer ähnlicher zu werden, ähnlich einst an eligkeit! Laß uns nicht in eitten Träumen dies ses große Heil versäumen; lehr' uns deine Wege geh'n: einst, wie sie, dich auch zu seh'n. Der Mensch. Seine Würde und Vorzüge. Mel. Wer nur ben lieben Gott Boll Bertrau'n, auch wie 70 Dein bin ich Gott fie, mit Frommen mein Les Werke und Wohlthaten Gottes. 48 Leben! Erfreulich ist mein Ursprung mir! Du hast das Daseyn mir gegeben; mein ganzes Wesen kommt von dir. Du, Vater, riefst mich aus dem Nichts zum frohen Unschaun deines Lichts. 2. Du gabst mir die vernünft'ge Seele, die nur so lang den Leib belebt, bis sie, daß ihr kein Wohlseyn fehle, dein Ruf zum höhern Geist erhebt. Du gabst Verstand und Willen mir, Vernunft Freiheit dank' ich dir. 3. Wenn ich auf meinen Körper sehe, den du so kunstvoll ausgeschmückt: so wird, o Vater in der Höhe, mein Herz von Freude ganz entzückt. Ein jeder Sinn, ein jedes Glied erweckt zum Preise mein Gemüth. 4. Ich bin nicht werth der großen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan; voll Rührung preift dich mein Gemüthe und betet dich in Demuth an. Dir will ich Herz und Leben weih'n, und stets ein Freund der Tugend seyn. seyn und seiner Liebe mich zu freun? Mel. Wer nur den lieben Gott s werde Gott von 718 vie erhoben, du, mein seines Odems Hauch, Geist! Sollt' ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist; ihn, der mich schuf, sein Bild zu 2. Schön ist der sonnenreiche Himmel, den er zu seinem Etuhle wählt; doch ist der sonnenreiche Himmel gedankenlos und unbeseelt: mir nur, dem Thone seiner and, gab er Gefühl, gab er Verstand. 3. Unmuthig, prachtig zum Entzücken ist scine ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt; und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sei, verstehn. 4. Für Engel nur, und nur für Seelen, die Gott zu ihrer Würd' erhob, sind sie so herrlich; sie erzählen nur Geistern meines Schöpfers Lob. O Seele, jauchze, daß der Ruf der Ullmacht dich zum Geiste schuf. kann den5. Jch, Gott! ken; ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sinne Gedanken tausendfacher Urt. Uch, strebt' ich, alle Gott zu weihn: wie selig könnt' ich hier schon seyn! 6. Ich kann sie sammeln, sie verbinden, sie trennen, wie es mir gefällt, die Welt empfinden, mich empfinden, mich unterscheiden von der Welt. Zu tausend Thaten h ab Vorsehung. hab' ich Kraft; die gibt mir Gott, der Alles schafft. 7. Wie feurig dürftet meine Seele nach Glück und Lust und Seligkeit! Nur, daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genuffe reut. Doch, das ist, Bater, meine Schuld, du schaffest, was du schaffft, aus Huld. 8. Begabt mit wundervollen Sinnen, mit Freiheit, mit Vernunft von dir, sollt' ich nur dich, Gott, liebges winnen, dich nur, und was gebråche mir? Uch, möchte meine Seele dein mit allen ihren Kräften scyn! 9. Gott, meine Lust sei, dich zu kennen, dich, Urquell der Vollkommenheit; von deiner Liebe ganz zu brennen, das sei mir Ruhm und Seligkeit! Nimmst du zum Erben, Gott, mich an, hab' ich nur dich, was fehlt mir dann? 10. Es werde Gott von dir erhoben, du, feines Odems Hauch, mein Geist! Sollt' ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist? Ihn, der mich schuf, sein Bild zu seyn, zu lieben ihn, mich ihm zu weihn? 49 Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Mein ganzer Leib, erbaut von dir, ein jeder Sinn und Nerv an mir beweiset deine Größe. 2. Haupt, Nug' und Ohr, Herz, Mund und Hand, die ich zu dir erhebe, die Haut, so künstlich ausgeſpannt, der Adern fein Gewebe und alle Glieder sagen mir: ich sei, o Gott, ein Werk von dir, und deiner Weisheit Spiegel. 3. O hättest du mein Auge nicht so künstlich zubereitet, was nüßte mir der Sonne Licht, der Glanz, den sie verbreitet? Dann såh' ich nicht, mit welcher Pracht du, Herr, durch deine weise Macht die ganze Schöpfung schmückeft. 4. Ich jauchze, daß ich sehen kann und hören und empfinden; froh b.t' ich meinen Schöpfer an; ihn überall zu finden, in allen Werken, die er schuf, das ist mein seligster Beruf, mein Lobgefang und Opfer. 5. Wer leitet mein's Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung' und schwellt sie auf, damit ich athmen möge? mel. Es ist das Heil uns 72 Dir Gott, sei Preis Gott ist es, der dies Aues gebracht! Dich rühme Harf' und Psalter! Ich bin ein thut. Preis, Schöpfer, dir! Dir wallt mein Blut, mein Herz schlägt dir, o Schöpfer! ( S 6. Ja Werke und Wohlthaten Gottes. 50 6. Ja, dir sei Lob und Dank gebracht! Dich rühme Harf und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Gib, daß ich nie mich selbst entweih', auf daß mein Herz ein Tempel sei, in welchem dein Geist wohnet. Mel. Mein erst Geschäft ser Preis 73 ein Mensch zu welch ein Glück, seyn! Wer kann genug es preisen? Laß des Berufs, ein Mensch zu seyn, Gott, würdig mich erweisen! 2. Den Leib, die Sinne dank' ich dir; du gabst mir auch die Seele, Verstand, Vernunft, Gefühl mit ihr, durch die ich denk' und wähle. 3. Mich allen Wesen vorzuzieh'n, die auf der Erde leben, hast du auch Freiheit mir verlich'n, Gewissen mir gegeben. 4. Der Mensch nur ist's, der reden kann, sonst kein Geschöpf auf Erden; der Mensch nur ruft dich, Schöpfer, an, kann Andrer Lehrer werden. Thaten Kraft und Ruh' und Troft im Leiden. 6. Und dieser Gaben Fülle schafft mir unzählbare Freuden, gibt mir zu edlen 7. Dich, meinen Gott, er kenn' ich hier in jedem deiner Werke. Du bist, dies find' ich selbst an mir, voll Weisheit, Gút' und Stärke. 8. Ich höre deinen heil'e gen Ruf; die Tugend ist dein Wille! Du, dessen Güte mich erschuf, gib, daß ich ihn erfülle! 9. Ich bin ein Mensch, und darf vor dich getroft und freudig treten; ich darf, du hörest liebreich mich, dich preisen, zu dir beten. 10. Heil mir! o Heil der zuversicht, die ich im Staube habe: Ich bin unsterblich! Gott, dein Licht erhellt die Nacht am Grabe! 11. O welch' ein Glück, ein Mensch zu seyn! Ich will es dankbar preisen, und des Berufs, ein Mensch zu seyn, mich würdig stets er weisen. Bestimmung des Men schen zur Gottähnlichkeit. 5. Ihn schufst du zur GeMel. Nun danfet Alle Gott ſelligkeit, gabst ihm ein Herz 74 Allmächtig großer Gott, wer voll Triebe zum Mitgefühl für Freud' und Leid, zur Freundschaft und zur Liebe. dich g'nug erheben? Du gabst der ganzen Welt Be wegung, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd' und Himmel hegt Vorsehung. hegt, hat deine Huld gebaut, die jetzt noch Ulles trägt. 2. Du schufft, ich dank' es dir, auch mich zu deiner Ehre, und wollteft, Gütigster! daß ich dein Bildniß wäre. Darum hast du den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. ser 51 freu'n, und dem, der's üben will, auch gern behülflich seyn. 7. Gib, daß ich so, wie du, ein Freund der Menschen werde, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Nächsten gern erspart, sein Leben ihm versüßt, und, wo er hels fen kann, zu helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit ent= fernt, o Gott, von diesem Ziele; du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich sele ber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn! 3. O welch' ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufest! Wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufest! Dir, Höchster, ähnlich seyn, vollkommen seyn, wie du! O wohl mir, wenn ich's bin! Hilfst du mir selbst dazu! 4. Laß mir dies große Ziel doch stets vor Augen schweben; mein allerstärk: ster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben in allem meinem Thun sei dies, o Gott, als lein, daß ich auch, so wie du, gefinnet moge seyn. 5. Du bist der Wahrheit mich auch Wahrheit lieben, und mit 75 ein Eigenthum. Mel Mein Gott, das Herz ch bin, o Gott, stets muntrem Fleiß in Allem dem mich üben, was mich zur Weisheit führt, zur Weisheit, die dich ehrt, und Allem Beifall gibt, was du uns selbst gelehrt. Du schufst mich, dein zu seyn, mein ganzes Leben dir zum Ruhm, und deinen Dienst zu weih'n. 2. Du gabst mir den vernünft'gen Geist, bewundernd einzuseh'n, wie dich, Herr! deine Schöpfung preift, mit ihr dich zu erhöh'n. 3. Was um mich ist, ver= kündigt mir, Gott! deine ( 2 Herr6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde flieh'n, des Fleisches Lüfte zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich er: 9. Beglückt ist nur als dann mein Lebenslauf auf Erden, wann ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd' ich ewig auch mit dir vereinigt seyn, und mich ohn' Unterlaß, Gott! deiner Gute freu'n. 52 Werke und Wohlthaten Gottes. Herrlichkeit; zu ihrem Preise komm' es mir aus meinem reizt mich hier selbst jede Sinn, was ich als Mensch Jahreszeit. vermag und bin durch deine weise Gute. 2. Jch, ich bin mehr, als Fleisch und Bein. Du hauchtest, Gott, aus Liebe mir auch die rege Seele ein, und gabst ihr Kraft und Triebe, mehr, als was diese Sinne rührt, und nur zu Sinnenfreuden führt, zu fühlen und zu fassen. 4. Und ich, ich sollte fühl: los seyn? Ich rühmte dich, Herr, nicht? Ein Herold deines Ruhms zu seyn, bleibt meine größte Pflicht. 5. O mache dieser Pflicht mich treu, jo treu, Herr, als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wandel fei stets deiner Ehre voll! 6. Wer dich verehrt, hålt dein Gebot, ihm ist's nicht Last, nicht Pein. Drum gib auch mir die Kraft, o Gott! gehorsam dir zu seyn. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut; du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bist sein Trost und Theil. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn, und selbst in Traurigkeit schmeckt er, dir, Höchster! zugethan, in dir Bufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. Herr, laß nach dieser Seligkeit mein ganz Bestreben seyn. Mel. Schon ist ber Tag von G. 76 Her! err! lehre mich, den wahren Werth des Menschen tief empfinden, und Ullim dem, was mich entehrt, roll UbNie scheu mich entwinden! 3. Gott, diesen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen, die auch beseclt, genährt von dir, auf deiner Erde wohnen. Was ihnen fehlt, gabst du mir hin, Vernunft und Freiheit und den Sinn für Wahrheit, Wisheit, Tugend. 4. Du schufft mich zur Ges selligkeit und für der Freundschaft Freuden, gabſt meinem Herzen Fühlbarkeit für Andrer Glück und Leiden, und setztest auch mich in den Stand, das, was ich dachte und empfand, in Worten auszudrücken. 5. Ich kann mich selbst und deine Welt und dich er kennen lernen; ich kann von dem, was dir mißfällt, mich ohne 3wang entfernen. Und wer, wer zeigt die Gränzen ich nicht weiter stre an, w ben kann nach Licht und pers. zensgüte? 6. In stiller Andacht kann mein Vorsehung 53 Borzugs würdig sei, den du mir hast verliehen. mein Geist sich bis zu dir erheben, und dir, den Erd' und Himmel preist, auch Preis und Ehre geben. Ich Mel. Es ist das Heil uns Die tann mich deiner Liebe freu'n, der Beruf, den dir folgen, dir ergeben seyn und deiner Vorsicht trauen. 7. Nicht blos für diese kurze Zeit riefst du mich in dies Leben. Zum Vollgenuß der Seligkeit soll einst die Seele schweben. Und wird auch einst mein Leib zu Staub, er bleibt doch nicht des Grabes Raub; du, Herr! wirst ihn verklären. 8. Vom Himmel kam, gefandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er kam und ward ein Mensch, wie wir, um Heiland uns zu werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt! wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Werth zu schågen! 9. Und ich, ich sollte mich entweih'n, und gleich den Thieren handeln, der Fleischesluft ergeben seyn, und Herr, vor dir nicht wandeln? Fern sei ein solcher Sinn von mir! Bewahre mich, daß ich mich hier so frevelhaft nicht schånde! 10. Gib, daß ich jetzt und allezeit auf mein Gewissen achte, nach Weisheit und Gerechtigkeit mit allem Eifer trachte, dich liebe und mich deiner freu', und so des uns der Herr gegeben! Gott! als uns deine Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben. 3um Leben, welches ewig währt, das weder Leid noch Ungst beschwert, willst du uns hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser Vas terland; allein bei dir, dort oben, da ist der Ort, wo deine Hand das Glück uns aufgehoben, das nie ein traus rig Ende nimmt. Hier find wir nur von dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. 3. O laß mir doch dies große Ziel durch Nichts vers růcket werden! Was hilft's, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Lust gewinn', wenn ich dabei nicht tüchtig bin, dein Himmelreich zu erben? 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur hier; laß mich dies nie vergessen. Nur wenig Tage hast du mir zur Walls fahrt zugemessen. Schnell, wie ein Traum sind sie vollbracht, und dann wird dieser Erde Pracht auf ewig mir vergehen. 5. Drum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor 3 Aus 54 Werke und Wohlthaten Gottes. Augen haben. Laß mich in meiner Prüfungszeit um jene beßre Gaben, die mir im Tode nicht entflich'n, am erften und mit Ernst bemühn, damit ich nicht einst darbe. 6. Ein Herz, das dich, o Bater, liebt, und deines Sohns sich freuet, das in dem Glauben Zugend übt, und sich vor Sünden scheuet; ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freu'n, und einst dein Untlik schauen. 7. Und solch' ein Herz, das woll'st du mir, Gott, aus Erbarmen geben, damit ich moge auch schon hier nach den Gesegen leben, die selbst im Himmel gültig find, bis ich, als dein bewährtes Kind, zu deiner Freude gehe. Die Erlösung von Sünden durch Christum. Von der Sünde. Mel. Auf meinen lieben Gott u, der kein Böses 78 D thut, du schufft den Menschen gut; du gabst ihm Licht und Kräfte zum feligen Geschäfte, in HeiligFeit zu wandeln, und recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Uch, wir, dein Eigenthum, wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter Allen ein Mensch ganz rein von Sünden, vor dir, o Gott, zu finden? 3. Hier ist kein Unters schied. Dein Unge, Hochs ster, sieht auf alle Menschenkinder, und sieht sie alle Sünder. Vor dir, o Herr, ist keiner ganz schuldlos, auch nicht Einer. nur, 4. Verderbt ist unser Sinn; die die Weisheit ist dahin, uns regieren sollte, was dein Wille wollte, mit freudenvollen Trieben zu wäh len und zu lieben. 5. Der Sinne Luft und Schmerz rührt leider! unser Herz mehr, als die höhern Freuden, mehr als die gro ßern Leiden, die wir auf Ewigkeiten selbst unferm Geist. bereiten. 6. Dir folgen, dúnkt uns 3wang; des perzens bofer Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sünden liebe, und wer vermag's zu zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 7. D Herr, gib uns dein eicht, daß wir, was uns ges bricht, beschåmt vor dir be kennen, und stets von Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Beßrung nach zujagen. 8. Wohl dem, der sie ge winnt! Gott, fo verderbt wir sind, so willst du doch uns heilen, uns neue Kraft et's Erlösung. ertheilen, durch Christum schon auf Erden von Sünden frei zu werden. dir kindlich zu vertrauen! Wie machtig reizen Stolz und Neid uns oft zur Unzufriedenheit mit deiner freien Güte! 5. Du hast mit Menschen uns vereint, die dir, Gott! angehören: wir sollen, aller Bosheit Feind auch ihre Freuden mehren. Doch wer ist immer liebevoll? sorgt für den Nächsten, wie er 79 23er so er " 9. Ach, laß durch unsre Schuld uns deine Baterhuld nicht freventlich verscherzen! Erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit mir ewig leben. 55 Mel. Schon ist der Tag von Gott ein Mensch, o Gott, dürfte sich erheben? Was hilft uns Trug und Heuchelei? Du kennest Herz und Leben. Umsonst, umsonst verbergen wir selbst die geheimsten Triebe dir; dein Blick durch schauet Alles. 2. Du weißt, wie oft wir frevelhaft uns böser Thaten freuen, und unsers Geistes edle Kraft dem Sündendienste weihen. Gereizt von Welt und Sinnlichkeit, verscherzen wir oft unsre Zeit, und unfers Herzens Ruhe. 3. Bir sollten stets auf dein Gebot mit frommer Seele merken: wir können 8 auch; denn du, o Gott! willst gern die Schwachen stårken. Und dennoch unMel. Alle Menschen müssen terbrücken wir so oft die Ehr: 80 Vater! heilig möcht furcht, Herr! vor dir, und folgen unsern Lüften. 4. Wie leicht entwöhnt sich unser Herz, im Glück auf dich zu schauen! Wie bald vergessen wir im Schmerz, ich leben, Rechtthun wåre meine Lust; aber Lüfte widerstreben dem Ges seg in meiner Brust, und der Sündentrieb im Herzen ist noch oft mir Quell von Schmerzen. Mich beschwert ( 4 der könnte? 6. Oft wirkt auch unsers Beispiels Macht, daß Undre, wie wir fehlen. Sie seh'n auf uns, die Luft erwacht, das Böse zu erwählen. Gleich uns, verschmäh'n sie deine Huld, und ihr Verderben, ihre Schuld vermehret unsre Schulden. 7. O großer Gott! hier stehen wir verklagt von unsern Sünden. Vor dir, Allheiliger! vor dir ist keiner rein zu finden. Wie kůmmert unsre Seele sich! Wir Alle fehlen wider dich! Ers barm' dich unser Aller! Werke und Wohlthaten Gottes. 56 der Sünden Joch; was ich nicht will, thu' ich doch. mit hoher Kraft, das zu thun, was Segen schafft! 2. Sieh' um Kraft mich 6. Ja, du hörst mein kindSchwachen beten; mei lich Flehen! Du erquickst nem Vorsag trau' ich nicht. mein Herz mit Ruh'! Leben Lockende Begierden treten werd' ich, nicht vergehen; zwischen mich und meine meine Etårke, Gott! bist Pflicht. Selbst den heil'gen du! Ueberwinden, überwinAndachtsstunden, wo, der niedern Welt entschwunden, ich von dir und Zugend sprach, folgten Súndentage nach. den werd' ich durch dich alle Sünden. Meine Seele, fasse Muth! Endlich werd' ich fromm und gut. 3. O wie oft hab' ich geweinet, schmerzlich meinen Fall bereut, glaubig mich mit dir pereinet, und mich deiner Huld gefreut! Gnådig sahst du zu mir nieder, aber bald vergaß ich wieder meine Pflicht und, Vater! dich, und die Welt besiegte mich. 4. Du allein, du kannst mich retten, wo mich Sünd' und Wahn zerstreut. Mach' mich ledig von den Ketten trügerischer Sinnlichkeit! Tilg' die Quelle meiner Schmerzen, die Begier aus meinem Herzen! Tief im Staube bitt' ich dich: leite selbst zur Tugend mich! 5. Sieh, mich dürftet nach dem Guten. Früh und spät ruf' ich zu dir: laß mein Herz nicht langer bluten; deinen Geist verleihe mir! Hilf die böse Luft bezwingen, und nach deinem Beifall ringen! Stårke mich Mel. O Gott, du frommer Gott 81 W er nur Ein Laster liebt, wie leicht fällt der in alle! Wer Ein Geseg entweiht, entheiligt in dem Falle die andern auch zugleich in seinem Herzen mit, und schwächt die Kraft in sich, die sonst für's Gute ftritt. 2. Ein Fehltritt kann den Grund zu hundert andern legen und gibt nicht selten uns das schreckliche Vermogen, dann, dreift und ohne Furcht vor des Gewissens Pein, auch jede andre Plicht vorsäglich zu entweihn. 3. Wie oft versucht der Mensch, aus Echam, aus Furcht und Schrecken, durch eine zweite Schuld die erste zu bedecken! So führt zur Lasterbahn ein einz'ger Feh ler hin; und wo die Tugend weicht, muß auch die Ruhe flieh'n. 4. So sei es mir dennPflicht Erlösung. 57 Pflicht, der kleinsten Schuld um durch sie beglückt zu zu wehren und jede Tugend stets mit Eifer zu verehren. Kein Fehltritt scheine mir und kein Vergehen klein; dies könnte leicht der Grund von schweren Sünden seyn. 5. Durch Tugend steigen wir zum göttlichen Ges schlechte, und ohne Tugend find selbst Könige nur Knechte. Sie, sie nur macht uns erst des Lebens Unmuth schon, nur sie kann über Zeit und Schicksal uns erhöh'n. 6: Im letzten Augenblick, wenn Alle von uns gehen, wird sie in Lichtgestalt zu unsrer Seite stehen. Hell wird durch sie der Blick auf die durchlaufne Bahn, und muthig treten wir die neue Wallfahrt an. 7. Denn Tugend wird in's Reich der ew'gen Herrlichkeiten den Geist, der sie geliebt, ver Gottes Thron begleiten. Und wie? mir Sterblichen wär' dieses Glück zu klein, um stringe gegen mich und tugendhaft zu seyn? 82 Mel. Herr, ich habe mißgehandelt unde ist nie Elein zu schätzen. Nennt doch bringt sie sie wider die mit und voll Huld sie klein; Schuld. Denn spricht Gefeßen, Weisheit leben. 2. Sein Geset ist gut und weise, wie sein Wille selbst es ist. Mensch befolg' es, und beweise, daß du seiner nicht vergißt! Ewig muß Gott Sünde hassen, kann nie ungeftraft fie lassen. 3. Uber gibt es nicht selbst Dinge, die der Sünden Schuld erhöh'n? O! die Schuld ist nicht geringe, wenn wir sein Geset vers steh'n, es als wahrhaft gut zwar schågen, doch aus Leichtsinn oft verlegen. 4. Sünd'gen wir mit Ueberlegung wider des Gewissens Spruch; achten nicht des Herzens Regung, nicht des innern Richters Fluch: so ist das, was wir vollbrachten, schon für größre Schuld zu achten. 5. Hat dich Gott hervor: gezogen und mit Wohlthun überhäuft und du bleibest dem gewogen, was der Pflicht entgegen läuft: so mehrt Undank deine Sünden; wichtiger wird Gott fie finden. 6. Fühlest du in dir schon Kräfte, Lieblingsfunden zu entflieh'n, und eilst doch zu dem Geschäfte, welchem Gott dich wollt' entzieh'n; wirst, gestärkt durch ihn nicht bes ser: so wird deine Schuld 7. Wenn uns der heilige gegeben, noch größer.. ( 5 58 Werke und Wohlthaten Gottes. 7. Wenn dich nichts von Menschen sich zum Dienst er außen reizet, und nur inn're bose Luft bloß nach solchen Dingen geizet, deren Unrecht dir bewußt: o! so ist dann dein Vergehen größer, als fonft, anzusehen. lesen; ach, was ist der Mensch vor dir? Wenn ich deine Größ' erwäge, und was ich bin, überlege: o wie niedrig und wie klein muß ich mir nicht selber feyn? 2. Uch, es herrscht der Trieb zur Sünde mächtig oft in dem Gemüth, und macht mich zu einem Kinde, das vor seinem Vater flicht. Ach, ich seh' mit Reu' und Schrecken tausend Fehler, tausend Flecken, und in der verderbten Brust regt sich öfters böse Luft. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist von beiner Vaterhand! O! wie manche gute Gabe haft du, Herr, mir zugewandt! Selber auf dem Sündenpfade trågt mich schonend deine Gnade. Näh mest du zurück, was dein, ach! was würd' mir übrig seyn? nur 4. Doch die Menge deiner Gaben klagt meinen undank an, weil ich sie oft ganz vergraben, oder damit groß gethan; oft voll Leichtsinn sie verschwendet und zu Sünden angewendet. wie häuft sich meine Schuld durch Berachtung deiner Huld! 5. Sich', hier lieg' ich in dem Staube tief vor dir, Gott, gebückt; doch bemuthsvoller Glaube. der 8. Machen ganz besondre Dinge gutes Beispiel dir zur pflicht; und du schågest sie geringe, årgerft, aber besserst nicht: größer wird dann dein Verbrechen, und der Richter wird es råchen. 9 Doch wer kann das Alles zählen, was Troß, Unbesonnenheit, Wahn, Stolz, Heuchelei sich wählen, das der Thaten Sündlichkeit vor dem Richter nur vermehret, weil es sein Geses entehret! 10. Gott! laß mich dies wohl bedenken, und, entfernt von Sicherheit, meines Le bens Gang so lenken, daß ich mit Behutsamkeit das nur thu', was dem gebühret, der den Christennamen führet. 11. Laß mir niemals eine Sünde klein und unbedeutend seyn! Vater, flöße deinem Kinde Redlichkeit und Kräfte ein, folgsam dem Gesetz zu leben, und nach Tugend nur zu streben. el. Alle Menschen müssen roßer Gott! er 83 Groe habnes Wesen, mein das, voll segnender Begier, mein Erlösung. der auf meinen Heiland blickt, hofft auf deine Vas tergüte, und mein tief be schämt Gemüthe, das den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Bunder deiner Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Uch, erhalte selbst die Triebe treuer Dankbar keit in mir! Vater! laß das schwache fallen meines Lobes dir gefallen! Bilde mich, dein Eigenthum, gang zu deines Namens Ruhm. 7. Meine Kräfte, meine Glieder sind zu deinem Dienft bereit! Herr! ich falle vor dir nieder, voller Ehrerbietigkeit. Was du willst, zu thun und leiden, dies gelob' ich dir mit Freus den. Gott und Herr der ganzen Welt, thu' mit mir, was dir gefällt! 59 und Dienst macht krank múde. Keine wahre Freude blüht, wo des Herzens Unschuld flieht. 3. Druckend ift des Lafters Ioch, schwer der Sünden harte Bande, und ihr Sklave wählt sie doch, taumelt an des Abgrunds Rande, dünkt sich glücklich, groß und frei bei der tiefsten Sklaverei. 4. In der ungestümen Bruft weilet keine Freude lange. Unmuth folgt auf Sündenluft; angstvoll bebt fein Herz und bange, sucht vergebens Fried' und Ruh', und eilt neuen Lastern zu. 5. Unter schuldlos frohen Reih'n wandelt er mit trůbem Blicke, will und kann nicht fröhlich seyn, wünscht vergangne Zeit. zurücke, wird, das Herz voll Groll und Neid, Storer ihrer Fröhlichkeit. 6. Gottes schon ge schmückte Welt ist umsonst für ihn geschmücket; Blumenau und Saatenfeld, was Folgen der Sünde... Mel. Jesus, meine Zuversicht D 84 wie fanft ift, den Herr, dein Joch! o wie leicht dein guter Wille! Oft gedenkt die Seele noch jener Ruhe, jener Stille, die in reinen Herzen wohnt, und den Fleiß der Tugend lohnt. wie sanft ist, den Tugendfreund entzükket, dem sein Herz entgegen wallt, läßt die stumpfe Seele kalt. 7. Herr, dein heiliges Gericht trifft die Sünder, die dich haffen, die Verachter 2. Uber, ach! ift er ents ihrer Pflicht! Herr, ich will flohn, des Gewissens sanfter dich nie verlassen; steh' mir Friede; dann wird Qual in Versuchung bei, und erder Sünde Lohn, und ihr halte selbst mich treu ( 6 Mel. 60 Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Auf, Christenmensch ich dir, Gott, nicht folg. Per Sünde thut, sam bin! 85 W der liebt nur Wahn, nur Träume, die ihn trügen. Er wandelt auf des Irrthums Bahn, und lernt sich selbst belügen. O! hilf mir, Gott, daß ich dir treu, und fern vom Selbstbetruge sei! 6. Wer Sünde thut, verwirft das Wort, das Heil und Frieden stiftet; er eitet auf dem Pfade fort, wo sich sein Herz vergiftet, wo sein Gewissen einst ihn nagt, und laut ihn, Herr, vor dir verklagt. 2. Wer Sünde thut, der unterdrückt und schwächt die Seelenträfte, wird frech und blind und ungeschickt zum Heiligungsgeschäfte. O Vaz ter, gib, daß nie mein Geist sich seine Würde selbst entreißt. 7. Wer Sünde thut, sieht schreckenvoll die letzte Stunde kommen; die Hoffnung, die ihn trösten soll, ist seinem Geist benommen. Gott und liebte Jefum nicht; nun droh'n ihm Zod und Weltgericht. Er 1 8. So täuscht die Sünde ihren Freund! So lohnt sie schon auf Erden! Ach, wann die Ewigkeit erscheint, ach, wie wird's dann ihm werden? Viel Gutes, Herr, ist mir verlieh'n; o lehre mich auch Sünden flieh'n! 3. Wer Sünde thut, der haßt das Licht, das Gott uns hat entzündet; er kennt die wahre Weisheit nicht, die uns mit ihm verbindet. Olehre, Gott, mich weise seyn und stets den Reiz zur Sünde scheu'n! 4. Wer Sünde thut, der troht dem Herrn, durch den Miel. Herzliebster Jesu! wir sind und leben; er bleibt 86 o ist wohl Noth W von jenem Reiche fern, dem die Frommen streben. Wie thöricht und wie uns dankbar! Entreiße, Gott, mich der Gefahr! und auf der Erde, das von der Sünde nicht geboren werde? Verwandeln sich nicht stets der Thorheit Freuden in bittre Leiden? 5. Wer Sünde thut, ach! der entzieht sich stolz dem Ruf der Gnade. Verkehrt, versteckt wird sein Gemüth, und tief sein Seelenschade O welch' ein frevelhafter Sinn, wenn 2. O wåren wir vom Jüngling bis zum Greife dir, Gott, gehorsam, immer gut und weise; was würden wir mit freudigem Gewissen für Glück genießen! 3. Er as 3. Erhöhet würde jede Lust auf Eiden, und jede Bürde uns erleichtert werden, wenn unser Herz den Lockungen der Sünde stets widerstünde! Erlösung. 4. Doch, ach, sie herrscht, um Alles zu zerrütten, ers schüttert Thronen und verwüstet Hütten, trübt jeden Segensquell, droht unsern Tagen mit harten Plagen. 5. Wann können Sünder froh zum Himmel schauen, an dich, Herr, denken ohne Furcht und Grauen? an Tod und Grab und an der Zukunft Leben, und nicht erbeben? 6. Die Lust zum Bösen fesselt sie und wüthet; sie leiden selbst durch das, was fie gebietet; sie bahnen sich den Weg durch ihre Freuden zu Gram und Leiden. 7. O du, zu dem wir fromm die Hände falten, gib, daß wir fest uns an die Tugend halten, und, fiegend in Versuchung, uns zum Leben in Gott erheben! Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 87 G ott! wie schreck lich sind Verbrechen, weil sie, kaum vollendet, sich selbst verfolgen, furchtbar råchen, Richter! dein Geseß und dich! Ach! dem Laster folgt Verderben, Armuth, Schmach und frühis Sterben! 61 2. Und wie quält den ſein Gewissen, der verworfne Thas ten übt! Kann er jenes Trofts genießen, den nur reine Tugend gibt? Kann er, ohne zu erbeben, denken an ein künftig Leben? 3. Nur Ein Fehltritt auf den Wegen, die wir wandeln sollen, Gott! was vernichtet der für Segen, wie versenkt oft der in Noth! Ut! was müssen wir oft leiden, blos für Einer Thors heit Freuden? 4. Starke, Gott! verfolgen Schwache; Schwache Schwäch're! Geiz und Neid, Menschenhaß und Durst nach Rache, Wollust, Stolz und Ueppigkeit: wie erfüllen tie mit Plagen deine Welt, mit welchen Klagen! 5. Wie die Urglift Frevel brütet! Wie Gewalt und Tyrannei, gleich der Pest im Mittag, wüthet! Wie im Finstern Heuchelei trachtet, über alle Zeiten Fluch und Jammer zu verbreiten. 6. Und wir Sünder könnten wähnen, Gottes heiliges Gericht strafe keines Elends Thränen, acht' auf unser Laster nicht? der Gerechte, der Verbrecher gelt' ihm gleich; es sei kein Rächer? 7. Wären wir nur gut und weise, deinem Willen unterthan; gingen Junglinge und Greise immer auf ( 7 der 62 Werke und Wohlthaten Gottes. der Tugendbahn: 0 wie Wahrheit Strahl berühret, stromte Heil und Segen Jeg lichem von dir entgegen! dann schmeck' ich Frieden, fühle Kraft; doch schnell ents zieht ein Todesschatten mit dieses himmlisch reine Licht, ich muß im halben Lauf ers matten, ich will, doch ich vollbringe nicht. 3. Der gute Vorsag, den ich faffe, er bleibt ein Traum der Phantasie; ich thu' das Bose, das ich haffe, und scheue oft der Zugend Müh'. Getrieben, wie ein Schiff vom Winde, dem Mast und Steuerruder brach, reißt fie mich hin, die Macht der Sünde; zu späte Thränen folgen nach. 4. Wer loft mich von den Sklavenketten? Wer schafft in meinem Innern Ruh'? Wer kann mich von mir ſelbst erretten? Nur du, Allmächtiger, nur du! Ein Strahl von deiner Gnade g'nüget zur feligften Gene sung mir; o fend' ihn, daß mein Glaube fieget, und schenke Kraft zur Tugend mir! 8. Würde nicht, wenn schon auf Erden keiner je der Noth entgeht, jede Last erleichtert werden, jede wahre Lust erhöht, wenn den Lok kungen der Sünde unser Herz stets widerstünde? 9. Ich erschrecke, Herr, ich bebe, daß mein Herz so oft vergißt, daß, wenn ich nicht heilig lebe, eitel meine Hoffnung ist: selig dort, und schon auf Erden ruhig und getroft zu werden. 10. Laß des Lafters bittre Früchte mir stets in Gedan Een seyn, mich nie zweifeln am Gerichte, auch den kleinsten Fehltritt scheu'n! Står ke mich, daß ich die Sünde immer glorreich überwinde! Mel. Wie groß ist des Allmächt'. ch! 88 ! welch ein Kampf in meis ner Seele, welch' fteter Widerspruch in mir! Mein Geist will, daß ich Gutes wähle, er sehnt sich, Gott! so heiß nach dir; allein das Fleisch verführt den Willen, macht ihn den Sinnen unVon der Erlösung. terthan, strebt, ihre Lüsterns 89 Heiner Ehre. ErIn eigener Melobie. err, singen heit zu stillen, und schmiegt sich, ach! den Sünden an. barm' dich unser, und ers höre, ninim gnädig unser Loblied an! Herr, wir dans ten voll Entzücken, wo ift ein 2. Ein doppeltes Gesek regieret mein Wesen; o wie råthselhaft! Wenn mich der Erlösung. ein Gott, der so beglücken, fo lieben und fo fegnen kann? Der Gott, den wir erhöh'n, er, dessen Heil wir seh'n, ist die Liebe; schon vor der Zeit in Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie seyn. 2. Um zu dir uns zu ers heben, hauchst du in unsre Bruft das Leben und schen63 geslied werd' ihm gesungen! uns segnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm verföhnt; ihr Lobgesänge tont! tönt zum Himmel! Herr, Preis sei dir! Einst knieen und wir an deinem Thron, beten an. Mel. Mache dich mein Geist, ber. kest uns der Erde Glück 90 Unser Gott, der Herr Um zu dir uns zu erheben, P entziehst du unsrer Brust der Zukunft Zeiten, kann das Leben, und schenkest was ihm zu thun gefällt, Stets zur uns des Himmels Glück. lange vorbereiten. Du gibst das Leben, Gott! und führft auch durch den Tod uns zum Leben. Du suchst allein, uns zu er: freu'n; daß wir verderben, willst du nicht. That wird sein Rath; auf verborgnen Wegen kommt uns Heil entgegen 2. Jesus ward zum Heil der Welt einer unsrer Brüder; freudig, wie zum Sieg der Held, kam zu uns er nieder, rang mit Noth, Schmach und Tod, um zu edlerm Leben Menschen zu erheben. 3. Als wir, von der Sünde Plagen gequált, in unserm Elend lagen, und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade, da war es, Gott, als deine Gnade erbarmend vor uns überging. Da rief dein Va. terblick durch Jefum uns zurück von der Sünde Aus ihrer Nacht sind wir erwacht, erwacht, um Gottes Licht zu seh'n. 3. Seiner Unkunft frohe Zeit ließ in frühen Jahren Gott mit ihrer Herrlichkeit offenbaren. Was Völkern geschah, fern und nah', wußt' er dann zu lenken, um uns ihn zu schenken. 4. Preiset ihn, ihr Jubellieder! der Sohn des Hochsten stieg hernieder. ward Mensch und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod bezwungen; ein Sie 4. Preiset ihn voll Zuversicht, der die Welt regieret! Immer wird, was er vers spricht, herrlich ausgeführet. Ehret ihn, der erschien, uns zu Gott zu leiten; folget ihm mit Freuden! Mel. 64 Werke und Wohlthaten Gottes. Himmels Erbe; dies bin und das ist mein Mel. Mein erst Geschäft sei Preis edanke, der uns 91 ben gibt, wer Ruhm, auf den ich leb' und kann dich ganz durchdenken? Also hat Gott die Welt ge liebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2 Hoch über die Vernunft erhöht, umringt von Finsternissen, fullst du mein Herz mit Majestät und stillest mein Gewissen. 3 Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm' empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath von Jes su Tod ergründen; allein Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. das 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ nicht meine Echuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist: so werd' ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn; werd' ich stets irrcn müssen, und, wer Gott ist, und was ich bin und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit foll mir kein Zweifel rauben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. 8 Des Sohnes Gottes Eigenthum, durch ihn des sterbe. 9 Du gibst mir dei nen Geist, das Pfand, im Glauben mich zu stårken, und bildest mich durch deine Hand zu allen guten Wer ken. 10. Co lang ich deinen Willen gern mit reinem Herzen thue; so fühl' ich eine Kraft des Herrn, und schmecke Fried' und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt, und ich zum Kreuze trete; so weiß ich, daß er mein gedenkt und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt und mich einst aus der Erde erweckt und zu dem Reich erhebt, da ich dich schauen werde. 13. Erfüll' mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne; und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 14 Soll ich dereinst auch würdig seyn, für deinen Ruhm zu leiden; so laß mich keine Schmach urd Pein von deiner Liebe scheiden. 15. Hat Gott uns seinen Sohn geschenke, laß mich noch sterbend denken, wie sollt' uns der, der ihn ge schenkt, mit ihm nicht Alles schenken! Mel. 65 kennt ihn und den Vater nicht, der nur Fromme Erlösung.m Mel. Schwing' dich auf zu 92 Kvor Gottes Chron! liebet. Dommt mit Dank Preiset Gott auf Erden! Denn er fandte seinen Sohn, unser Heil zu werden. Ehret, preist ihn, der da kam, daß wir selig würden! Er ward Mensch, uud übernahm schwe rer Leiden Burden. 2. Treu vollbracht' er seine Zeit. Seines Vaters Ehre, Wahrheit und Gerechtigkeit war des Heil'gen Lehre; Menschen trösten und er freu'n, immer sein Bestreben; und um Uller Heil zu seyn, ließ er selbst sein Leben. 3. Nun als Herr, von Gott erhöht, nach vollbrachtem Werke, herrschet er voll Majestät, und mit Gnad' Mel. Vom Himmel hoch, da und Stärke, fammelt All 93 Auf! freue dich, mein uns in sein Reich, die wir darnach streben. Fromme follen, Engeln gleich, mit ihm ewig leben. in mir, und preise deinen Gott, der dir selbst seinen Sohn zum Hels fer gibt; preif' ihn, daß er so sehr dich liebt! 7 4. Ehrfurcht und Gehorsam soll ihm der Mensch bezeigen, Uller Knie sich demuthsvoll vor dem Mittler beugen, freudig jede Nation es mit Dank bekennen: Er sei Gottes höchster Sohn, unser Herr zu nennen. 2. Er, den dir Gott zum Heil gesandt, er machte dir den Trost bekannt, wie innig seine Watertreu', wie werth ihm deine Wohlfahrt sei. 5. Wer ihn ehret, ehrt zugleich Gott, durch den wir leben; denn der Jugend heis lig Reich ist ihm übergeben. Wer zu Jcsu: Herr, Herr! 4. Vergiß, vergiß zu keispricht, und doch Böses übet, ner Zeit die Größe seiner 3. Durch ihn hat er die sichre Bahn zur Seligkeit dir kund gethan; durch ihn hat er dir Muth und Kraft, auf dieser Bahn zu gehn, verschafft. கும்= 6. Laßt uns, Christen, laßt uns ihn reines Herzens lieben, auch die kleinste Suns de flichn, jede Tugend üben, eifrig thun, was er gebeut, auf sein Vorbild sehen, und wie er, mit Freudigkeit auch durch Leiden gehen. 7. Können wir: Es ist vollbracht! froh, wie er, einst sprechen, dann schreckt uns nicht die Nacht, wenn die Augen brechen. Eicher wird uns seine Hand zu den Seligkeiten seines Reiches, in das Land der Verklärten leiten. 66 Werke und Wohlthaten Gottes. Gutigkeit; denk' oft und kein Grab, nur seine Hülle stets mit Freuden dran, und sinkt hinab: dies lehrte Je bete Gott in Demuth an. sus glauben. 5. Aus Gegenlieb' und Dankbarkeit sei ihm dein ganzes Herz geweiht, dein Herz, das ihm ganz zuges hört und selig ist, wenn es ihn ehrt. 6. Dem, den er dir zum Helfer gab, dem folge redlich bis ins Grab; folg' ihm und wende dankbar an, was er zu deinem Heil gethan. 7. Erwecke dich dadurch zum Fleiß der Heiligung: das ist der Preis, den ächte Dankbarkeit dem gibt, der dich so göttlich groß geliebt. 3. Mit edler Wärme lehrte er als erste Pflicht die Liebe, und jedes Gute immer mehr zu thun aus reinem Triebe. Er selbst, er gab sein Leben hin, aus edlem, reinem Tugendsinn, zum Besten für die Brüder. 4. Uuf, Christen, ehrt ihn Lebenslang durch reine Tu gendliebe! D, daß ihm Keiner diesen Dank, kein Chrift ihm schuldig bliebe! Wir sind erlöset: Dank sei dir, o Bater! Mochten alle wir frei von der Sünde leben. 8. In diesem Preise übe dich, mein Geist, so hilft er Mel. Sei Lob und Ehr' dem ficherlich dir zu dem Glück, 95 Auf, Shriften, last das Gottes durch ihn der Welt bereitet hat. uns unsern Gott mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Luft an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Chrift erbar mungsvoll bereitet. Mel. Allein Gott in der Höh' 94 Nimm Jimm unsre Dankgefühle an, die wir dir, Vater, weihen; durch Jesum zeigtest du die Bahn der Tugend uns von Neuem. Ja, ewig, ewig Dank sei dir; belehrt durch Jesum, können wir uns unfrer Würde freuen. 2. Sonst sah'n mit Furcht im Ungesicht auf Gråber unfre Brüder; doch bald erschien ein neues Licht dem bangen Herzen wieder. Des Menschen Geist umschließt 2. Nach seinem gnadenvollen Rath kam er, sein Sohn, auf Erden, von uns' rer Schuld und Missethat ein Retter uns zu werden. Er ward's und hat sein Werk vollbracht, und sich, nach kurzer Grabesnacht, gen Himmel aufgefchwuns gen. 3. Wo ist des Todes Herr fchaft Erlösung. 67 Freude für uns, ewig Theil; so preisen wir dich ewig. schaft nun? Hier ist sein Les berwinder; die Furcht davor hinweg zu thun, starb er, das Heil der Sünder. Ge mel. Schon ist der Tag von G. brochen ist uns nun die Bahn, 96 N fröhlich seyn, daß die von der Erd' uns himmelan zur ew'gen Wonne leitet. Gott uns Jesum fandte! Laßt uns des Bottes hoch erfreun, den Jesus Bater nannte; der les schuf und. liebt und nährt, der alle seine Kinder lehrt, und alle gut erziehet. 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! Wie sucht er unser Bestes! Er gibt für uns aus freiem Trieb sein Liebstes und sein Größtes! Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn, der uns zu Gut, sich bis zum Tod erniedrigt! 5. Was er zu Gluck verschafft, das ist in unserm 2. 3ur Reife der Vollkommenheit, die schon hienieden keimet, erzieht er Alle weit und breit; nicht Einer ist versäumet. O wohl mir, ich bin Gottes Kind! seinen Händen; sein ist das wohl mir, alle MenReich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns er: warb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm trauen. schen sind des höchsten Va ters Kinder! 6. O laßt uns ihm uns anvertrau'n, und seine Stim: me hören, auf seine Mittlershülfe bau'n, ihn mit Ges horsam ehren! Das ist der Weg zum ew'gen Wohl, der Weg, auf dem man friedens voll auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, leite selbst uns diesen Pfad, zeuch uns zu deinem Sohne, daß Glaub' an ihn auch mit der That in unsern Herzen wohne: so has ben wir an seinem Heil, zur 3. Er schaut auf alle mild herab, führt auf verschiednen Wegen uns Alle über Tod und Grab zu höherm Licht und Segen. Der Gott, den jede Sprache nennt, der Gott, den Niemand ganz verkennt, hat Jesum uns gegeben. 4. Vertrauensvoll auf Gott zu sehn, der mit Vernunft uns zieret, und kindlich fromm den Weg zu geh'n, der uns zum Ziele führet, der Menschheit hohen Zweck und Werth hat Jesus Christus uns gelehrt: Gott jei dafür gepriesen! 5. Wie Wahrheit nie dem Trug erliegt, wie Pflicht und 68 Werke und Wohlthaten Gottes. und Weisheit handelt; wie kommt, Rettung vom VerderTugend über Ulles siegt, und ben uns Sündern zu erfest zum Biele wandelt, auch werben, sein hocherhabner wenn ihr Hohn und Marter Sohn. droht, verkündigt Jesu Lehr' und Tod: Gott sei dafür gepriesen! 6. Wir zagen nicht; was kann uns je des Vaters Liebe nehmen? Für Armuth, Sorgen, Schmach und Weh, für Krankheit, Schmerz und Gråmen, und für den schweren Schritt ans Grab beut Jesus einen festen Stab: Gott sei dafür gepriesen! 3. Er kam zu uns auf Erden in tiefer Niedrigkeit, nahm auf sich die Beschwerden von unsrer Pilgerzeit, enthielt sich seiner Macht, verläugnet Himmelsfreuden, bis er durch Todesleiden sein großes Werk vollbracht. 4. Er hat's vollbracht! O bringet Gott euern Lobges sang! Erlöste Menschen, singet dem Mittler erwig Dank! Wo Niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unsrer Seele Schaden. O nehmt ihn gläubig an! 7. O guter Gott, wir zagen nicht: du wirst zum höhern Leben, wirft zu des Himmels reinstem Licht einst unsern Geist erheben. Wohl uns! Die Lehre Jesu beut une Hoffnung der Unsterblichkeit: sei hoch dafür gepriefen! 5. Du Freund der Menschenkinder, verwirf uns, Jesu, nicht! Dein Name, Heil der Sünder! ist unsre Zuversicht! Drum kommen wir zu dir. Hilf jeden Reiz zu Sünden uns glücklich überwinden, denn dein, o Herr, sind wir. Mel. Zeuch ein zu beinen Thoren 97 Srhebt hebt den Herrn, ihr Frommen! Er hålt, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zum Heil und Leben selbst seinen Sohn gegeben; durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! o welche Liebe hat uns der Herr erzeigt; mit welchem Vatertriebe fein Herz zu uns geneigt! 98 Guns deinen Sohn Mel. Herzliebster Jesu ott, der du für Von seines Himmels Thron ges 6. Bei dir steht unser Le ben. Zu unserm ew'gen Heil hast du dich hingegeben. Gib uns am Himmel Theil! Laß uns dir folgsam seyn? Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unsre Seelen sich Gottes ewig freu'n. Erlösung. 69 gegeben; o wer kann g'nug- 8. Was mir dein Sohn, ſam deine Huld erheben; da er für mich gestorben, von Wie herrlich zeigst du im deiner Huld durch seinen Erlösungswerke der Gnade Tod erworben, das werde Stärke! mir, zu meinem ew'gen Heile, nun auch zu Theile! 9. Dein Friede wohne fiets in meinem Herzen, und tröfte mich bei des Ge= wissens Schmerzen, dein Geist sei mit mir, deinen guten Willen treu zu ers füllen. 2. Dein ew'ger Sohn stirbt für die Menschenkinder; der Heiligste tritt an die Statt der Sünder; der Geligste begibt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 3. Er wird das Lamm, das Uller Sünden tråget, d'rauf du die Strafe weislich selbst geleget: daß du die Schuld In eigener Melodie. an den verlornen Schaafen 99 Hein verbies, ban nicht Gott den durftest strafen. 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest, und deinen Sohn ihm zum Verföhner schenkest? Was findest du an mir und an uns Allen für Wohlgefallen? der Himmel jauchzend pries, als du, Sterblichen zum Dienst, huldreich auf der Erd' erschienst. 2. Wie dein Nam', ist auch dein Ruhm. Jesu, wir, dein Eigenthum, ehren dankvoll und erfreut deine große Gütigkeit. 3. Du, deß Hand die Himmel hålt, du kamst willig in die Welt, uns von Sünden zu befrei'n, unser Licht und Trost zu seyn. 5. Verdient Verachtung göttlicher Gefeße, verdient Berschwendung unschäßbarer Schäße, verdient gehäufte gröbliche Verschuldung so viele Duldung? 6. O welche Tiefe deiner Menschenliebe! Wer faßt, Gott, die Größe ihrer Triebe? Du thuft weit mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. 4. Stark in deincs Vaters Kraft, hast du Leben uns verschafft. Wir, ron Rath und Hülf' entblößt, 7. Ach! lehre mich recht sind, o Ferr, durch dich erlöst. deine Huld erkennen, voll 5. Preis sei dir in EwigSuversicht dich meinen Vater keit! Auf! die ihr erlöset nennen, und zum Gehorsam seid, rühmt den, der mit dir mein ganzes Leben willig ergeben. Lehr' und That euch vom Tod erlöset hat! 6. Der Werke und Wohlthaten Gottes. 70 6. Der du liebreich zu uns kamft, unsre Rettung übernahmst, dein uns theu'r er worbnes Heil sei auf ewig unser Theil. 7. Unsre Seele trau' auf dich, unser Leben preise dich; und du selber, Heil der Welt, hilf uns thun, was dir ges fällt! In eigener Melodie. 5. Du bestimmtest zum Verderben auch nicht Einen; 100 sie sterben, sterdeine Huld hilft auch Sunben sie aus eigner Schuld. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, den trifft seines Fre vels Lohn; sein beharrlich Widerstreben raubt ihm Gnade, Heil und Leben. it frohlockenin the, schau' ich, Gott, voll Dankbegier, die Tiefen deiner Güte, und verliere mich in ihr. O wie gro3 ist deine Huld! Unsre ganze Sündenschuld willst du uns ſo gern vergeben; denn du haft nur Lust am Leben. 2. Ich verehre, Gott voll Liebe, deiner Gnade weisen Rath, die aus eignem freien Triebe, unsrer sich erbarmet hat. Uns Verlornen dach test du Rettung vom Verderben zu, und dies Heil uns zu erwerben, sollte dein Geliebter sterben. 4. Ja, du zeigst aus weis ser Liebe uns zur Gnade selbst die Bahn, führst durch deines Geistes Triebe uns zu Buß' und Glauben an. Wer nicht in der Sünde bleibt, standhaft an den Mittler glaubt, soll befreit von dem Verderben, Himmelsfeligkeiten erben. 3. O ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der uns, uns verlass'nen Armen, Gnad' und reichen Trost verleiht! Dwie hast du uns geliebt, daß dein Sohn sich für uns gibt, die verscherzten Seligkeiten wiederum uns zu bereiten. 6. Ewig sei mit Dank besungen, was dein Rath beschlossen hat. Mit uns preisen Engelzungen diesen weisen, heil'gen Rath, den der Glaub' in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunend hört, wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Bater, hilf mir darnach fireben, meines Heils gewiß zu seyn. Richte du mein ganzes Leben nur nach deinem Willen ein. Laft des Glaubens Frucht und Kraft, die dein Geist nur in uns schafft, mir das sichre Zeugniß geben, ich sei auf dem Weg zum Leben. 8. Ueberzeugt von deiner Gna Erlösung. des Gnade, und gewiß, dich einst zu seh'n, will ich selbst Todes Pfade ohne Grau'n und muthig geh'n. Hab' ich deine Gnade nur; so wird keine Kreatur mich von deiner Liebe trennen, mich dir Nichts entreißen können. Würde des Erlösers. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren 101 D u kamst herab zum Staube, herab von deinem Thron; in dir erblickt mein Glaube des ew'gen Vaters Sohn. Glanz seiner Herrlichkeit! Wer kann dich g'nug erheben? Du schenkst uns neues Leben und Herzensfreudigfeit. 2. Wer reicht an deine Größe? Im weiten Schöpfungsreich fühlt Jeder seine Bloße, fühlt Keiner dir sich gleich. Du warst, eh' Meer und Land, eh' Sonne, Mond und Erde durch jenes Macht wort: Werde! hervorging und entstand. 71 4. Du hast durch deine Lehren des Irrthums Nacht zerstreut. Wenn wir sie folge sam hören, wird unser Herz erfreut. Es lernt mit Kraft und Muth nach wahrer Zugend streben, lernt für die Zukunft leben, gewinnt das höchste Gut. 5. Um unser Heil zu gründen, nahmst du so brüderlich den Sold der schwersten Sünden, des Kreuzes Last auf dich. Du tilgtest fremde Schuld, ertrugest Haß und Bande, und starbft bei Qual und Schande mit göttlicher Geduld. 6. Doch, Herr, im Siegsgeprånge kommst du zur Welt zurück. Dann steht der Völker Menge vor deinem Richterblick. O welche Angst und Pein verfolget dann den Sünder! Und Gottes fromme Kinder, wie wirst du sie erfreu'n! 7. Dich, Heiland, zu verehren, sei stets mir theure Pflicht! Befolg' ich deine Lahren, so seh' ich einst dein Licht. Du bist, was Keiner war, im Himmel und auf Erden, was auch nicht Engel werden; du bleibst es 3. Der höchste Seraph beuget sich demuthsvoll vor dir, verhüllt sein Untlig, schweiget, bewundert dich, immerdar. wie wir; und deiner Hoheit Glanz, wagt er's, sie zu erMel. Kommt, kommt, ben Herrn Heiland, gründen, wird er zu blens 102 mein heisens nie fie gang. geht über alle Himmel weit. Wer 72 Werke und Wohlthaten Gottes. Wer ist, der sie ermesse? Du groß ist, Herr, dein Werth. warst bei Gott in Ewigkeit. Du bist der Erstgeborne vor aller Kreatur, kamst zwar für uns Verlorne in mensch licher Natur; doch in der Menschheit Orden tratst du erst in der Zeit; eh' noch die Welt geworden, warst du voll Herrlichkeit. Du bist das Heil der Ers den. Wer auf dein Wort nicht hört, der kann nicht selig werden; wer aber dich verehrt, dem hilfft du vom Verderben, schaffst ihm zu friedenheit, und machst ihn einst zum Erben vollkomm ner Seligkeit. 5. Wie herrlich ist dein Name schon jetzt, o Herr, in aller Welt! Dich preift der Frommen Saame, der gläubig dir zu Fuße fällt. Dich preisen Eeraphinen, erhabner Menschensohn! Mit Freuden dir zu dienen, stet'n sie vor deinem Chron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du, Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum. 2. Der Himmel und die Erde sind durch dein kräft'ges Wort gemacht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister; auch uns schuf deine Hand, so wie das Heer der Geister, das dich noch nie erkannt. Ein Erbe über Alles! Das ist dein ew'ger Ruhm; drum jammert dich des Falles von deinem Eigenthum. Gottes, 3 Du trågest alle Dinge durch deiner Allmacht starkes Wort. Das Große und Geringe geht bloß durch deinen Willen fort. Sohn du regiereft den ganzen Kreis der Welt; weil du das Ruder führest, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben, drum wird einst jene Gruft die Todten wieder geben, wann deine Stimme ruft. 4 Gott låßt dir Ehr' er= zeigen, die keinem Undern widerfährt. 6. Sohn Gottes, ich ver ehre und bete dich in De muth an; beschäme und be kehre die, die dir noch nicht zugethan, die deinem Wort nicht glauben, und dir, der für sie litt, die schuld ge Ehre rauben. Theil' ihnen Gnade mit, dich glaubig zu erkennen; laß Nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll' jedes Land! Mel. Mein ganzer Geist Dir foll fich 103 Wie groß, w wie i dein Alles beugen; denn göttlich Erlösung. dein Nam', o Heiland, Jesu Chrift! Wie theuer deinem Volfe! Welch Licht ging in der Finsterniß mit bir der Welt auf! Wie zerriß, wie flob des Irrthums Wolfe! Als du fameft, hörten Taube, und der Glaube half den Kranken, Stumme fangen, dir zu danken. 2. Nur Schwache waren's, die dein Licht ver: breiteten, die Weisen nicht. Wo find fie? wo die Hoben? und wo die Reichen? Wo die Macht, vor der des Gößendienstes Nacht und seine Schatten floben? Macht nicht, Lift nicht, deine Gaben, Mittler, haben dich verkläret, uns den Weg zu Gott gelehret. 3. Wir werden deinen Ruhm erhöh'n; wir werden deinen Himmel seb'n, den Preis von deinem Leiden; genießen, was du uns erwarbst, da du für uns am Kreuze ftarbft, der Engel hohe Freuden. Welche Gnade, daß wir Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn wir an dich glauben wollen. 73 hassen. Ihnen willst du Heil und Leben gerne geben, und uns Allen helfen, daß wir Gott gefallen. 5. Vom Aufgang bis zum Untergang erschallet dir der Lobgesang erretteter Gerechten. Unzählbar sind die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblieb brächten. Shrer mehr noch, Jefu, werden schon auf Erden dir lobfingen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. 6. Wie groß, wie anges betet ist dein Nam', o Heis land, Jesu Chrift! wie herrlich bei den Deinen! Führst du uns einst zu deiner Rub': o wie weit herrlicher wirft du den Frommen dann erscheinen! Ewig müffe, dir zur Ehre, ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel widerhallen! Dankbares Andenken an die Sendung Jesu. ( Adventslieder.) Mel. Jesu, komm doch selbst zu 4. Du haft dich deiner 104 Gott sei Dank in Herrlichkeit entäußert eine kurze Zeit, für uns von Gott verlaffen. Und nun mit Ehr' und Ruhm gekrönt, nun hat! machst du selig, die, versöhnt, der Sünden Gräuel aller Welt, der sein Wort beständig hält, und der Sünder Troft und Rath zu uns her gesendet 2. Was der frommen Väter Schaar Wunsch und Troft 74 Werke und Wohlthaten Gottes. Troft und Hoffnung war, Mel. Aus meines Herzens Grande was fie fern im Dunkeln 105 Mit Eruft, 0 Menschenkin sah, Heil uns! ist im Lichte da. 3. Hier ist mehr, als Davids Sohn. Unvergänglich ift sein Thron; denn der Tugend Reich ist sein, hier und dort uns zu erfreun. 4. Licht der Seelen, ew' ges Heil ward durch ihn der Welt zu Theil. Menschenfreund, wie dank' ich dir; du schenkst dieses Heil auch mir! 5. Deines Segens mich zu freu'n, laß mein Herz dein eigen feyn, mach' es von der Stlaverei jeder Sünde völlig frei. 6. Und wie deine Ankunft war Hülf' und Rettung aus Gefahr: so erscheine stets auch mir Hülf' und Rettung, Herr, von dir. 7. Deine Wahrheit leuchte mir, Herr, bei Allem, was ich hier zur Beförd'rung meiner Ruh', denke, wünsche, wähle, thu'. 8. Trifft mich Traurigkeit und Schmerz, tröfte dann mein zagend Herz! Wenn kein Mensch mir helfen kann, so nimm du dich meiner an! 9. Und, o Jefu, wann du einst herrlich zum Gericht erscheint, laß mich freudig zu bir geb'n und gerecht vor dir befteh'n! der, bereitet euch dem Serrn! Er kommt, das Heil der Sün der, er rettet sie so gern. Er kommt, den Gott allein aus Gnaden uns zum Leben versprochen hat zu geben; ihr könnt nun selig seyn. 2. Kommt, reinigt eure Seclen, seid heilig, feid bes reit, was ihm gefällt, zu wählen, zu fliebn, was er verbeut! Eilt willig in sein Reich, verabscheut und ver lasset, was euer König bas fet, vertraut ihm, bessert euch! 3. Das hat der Herr ge boten, sein Sohn bat's felbft gelehrt; das lehren seine Boten, und selig ift, wer hört! Ach, leben wird, wer gläubt, und wer nicht glaubt, wird sterben. Ein Jeder wird verderben, der noch ein Sün der bleibt. 4. Wer wahre Demuth liebet, den will Gott einst erhöhn; wer aber Hochmuth übet, der wird ihn nimmer sehn; wer ihm sein Herz er gibt, wird gut und felig werden, nicht dort nur, schon auf Erden erfahren, wie Gott liebt. 5. Doch was vermag ich Schwacher, ich Sünder, ohne dich? Mein Heil mein Seligmacher, bereite fel enerung. selber mich! Schon seufzt mein Herz nach vir, es seuf zet dir entgegen: Komm', komm' mit deinem Segen, und wohne stets in mir! das Leben, o was kannst du Größres geben? 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz, gebeugt durch Buße, Reu' und Schmerz, bereit vor dir zu wandeln: ja, dir und unserm NächMel. Mein ganzer Geist, Gott er Heiland 106 Det kommt, lobfinget ihm, dem Herrn, dem alle Seraphim das: Heilig! Heilig! fingen. Er kommt, der eingeborne Sohn, und fleigt von seines Himmels Thron, der Welt das Heil zu bringen. Preis dir, daß wir vor der Sünde Rettung finden, höchstes Wesen! Durch dich werden wir genesen. 2. Willkommen, Friedefürft und Held, Rath, Vater, Kraft und Heil der Welt, willkommen hier auf Erden! Du kleideft dich in Fleisch und Blut, wirft Mensch, und willst, der Welt Mel. Befiehl du deine Wege zu Gut, selbst unser Bruder 107 Wie soll ich dich empfangen, die Arme voll Erbarmen uns entgegen, und verwandelft Weh in Segen. 3. Du bringt uns Troft, Zufriedenheit, Heil, Leben, ew'ge Seligkeit! Sei hoch dafür gepriesen! O Herr, wie viel zu schwach sind wir, die Treue zu vergelten dir, die du an uns erwiesen! Von dir, da wir im Verderben müßten flerben, kommt en treu, aufrichtig, ohne Heuchelei, zu denken und zu: handeln. Zu dir flehn wir hilf uns Schwachen, daß wir wachen, beten, ringen, und des Fleisches Luft bezwingen. 5. Laß uns zu unsermew'gen Heil an dir im wahren Glauben Theil durch deinen Geift erlangen, auch, wenn wir leiden, auf dich seyn, im Guten immer weiter gehn, nicht an der Erde hangen, bis wir zu dir mit den Frommen ewig kommen, dich erheben, und in deinem Reiche leben. Heil aller Sterblichen! Du Freude, du Verlangen der Troftbedürftigen! Gib selbst mir zu erkennen, wie, deiner Güte voll, dich meine Seele nennen, dich würdig preisen soll. 2. Einft freute man dir Pfalmen: jept soll die Dankbegier, mein Heil, in Freudenpfalmen ergießen sich vor dir! Dich, dich will ich 02 PT= 76 Werke und Wohlthaten Gottes. erheben, so gut ich Schwa- nen von Unbeginn beschüßt? cher kann, mein Herz will Nicht fie in ihrem Leide zu ich bir geben: o nimm es tröften stets gewußt? Ergnädig an! freun ist seine Freude, und Wohltbun seine Luft. 3. Damit du mich befreiteft, gabst du dich selbst für mich; mich zu erretten, freuteft du, Seligmacher, bich. Du sabeft, daß hier Keiner vermögend war dazu: da jammerte dich meiner, da kamft und halfeft du! 4. O du, an den ich glaube, was war's, das dich bewog? Was war's, das dich zum Staube, zu mir hernieder zog? Dein göttliches Erbarmen. Ja, du, o Jesu, haft mit mitleidsvollen Armen die ganze Welt umfaßt. 5. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte! klagt nicht mehr! 3agt nicht in als ob Mel. Gott, der bu die Menschen er du uns das fein pelfer wär? febet 108 Dell gen auf! Ihr habet den besten Helfer nah, der eure Seele la bet: der treue Freund ist da. 6. Die ihr mit ernster Reue ftill eure Schuld be weint, wißt, daß er euch verzeibe. Er selbst, der Men schenfreund, ruft heilbegier' gen Sündern der Gnade Troftwort zu, macht sie zu Gottes Kindern, schafft ihren Seelen Rub'. 7. Er überfiehet Keinen, und weiß, was Sedem nüßt. Hat er nicht fets die Sei der 8. Er macht uns vondem Bande des Tod's auf ewig los, entreißet uns Schande der Sünd' und macht uns groß, gibt Weiss heit, Muth im Leiden und Kraft zu jeder That, verfichert uns die Freuden, die Gott bereitet hat. 9. Er kommt zum Well, gerichte; der Bösewicht ver geht, wenn da im hellen Lichte der Tugendfreund befteht. Wohl ewig Allen denen, die seine Wege gehn, und einst mit Freudenthränen zu seiner Rechten stehn! Mensch geword'ner Gottes sohn! Ewig sei dir lobgesungen, daß du von des Himmels Thron, uns zu Gut, ins Fleisch gekommen; der du voller Freundlichkeit, längstens schon vor meiner Zeit, dich auch meiner anges nommen und mein Bruder worden bift, sei gelobt, Herr Jefu Chrift! 2. Sei gelobt! denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Necht. O wie hoch haft bu geehret unfer flerb: Erlösung. 77 bario sta ist Vater und mein Freund. fterbliches Geschlecht! Herr, bin ich Gott vereint; Gott du haft es selbst vermählet mit der göttlichen Natur, und vor aller Kreatur es zum Wohlthun dir erwählet; ja in dir, du Gottessohn, herrscht die Menschheit auf dem Thron. 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch ftets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme seyn! Nimmer will ich dein vergessen; dir will ich mich ganz vertrau'n, freudig folgen, auf dich bau'n. Deine Huld ist nicht zu messen: gib, daß ich für deine Treu' dir auf ewig dankbar ſei. 3. Du, du bist der Völker Segen, tamft, von Noth uns zu befrei'n; und wir können deinetwegen ießt schon Kinder Gottes feyn. Hat die Sünd' uns gleich verdorben: o so hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft, und Tüchtigkeit erworben, Mel. Nun banket Alle Gott die einst, von Sünden völlig rein, 109 Er ift gekommen, ähnlich dir, o Herr, zu seyn. er, auf den die Väter harrten, und länger dürfen wir nun feines Andern warten. Sein Lob erschalle laut in aller Welt umher! Wer brachte je der Welt mehr Licht und Heil, als er? 4. Du, du bist der Mitts ter worden, der die Welt mit Gott verföhnt; haft der schwachen Menschheit Orden wieder mit dem Recht belehnt, in den Himmel einzugehen, und da Gottes Herrlichkeit, nach vollbrachter Prüfungszeit, ewig einst verklärt zu sehen. Fromme! faffet Zuversicht, glaubet fest: 2. Gott ist mit uns! wir seh'n den Sohn, den Einges bornen, des Vaters Ebenbild, den Retter der Verlornen, der Reuevollen Troft. Shr Sünder, nehmt ihn an! Freut des Erlösers euch, der selig machen kann! : nur fündigt nicht. 5. Sollte mich wohl Gott verlassen, wenn ich krank und bülflos bin? Nein, sein Seil wird mich umfaffen, trößten den betrübten Sinn. Und da kann mich nichts anfechten. Er, der meinen Jammer kennt, und mich gnädig Bruder nennt, fißt als Herr zu Gottes Rechten, durch ihn 3. Gott ist mit uns! nun hört der Arme seine Lehren, und, was er lehrt, ist Heil. Er ist's! die Tauben hören; der Blinde sieht und schaut voll Dank zu Gott hinauf: des Lahmen Füße gehn; die Todten stehen auf. 4. Er ist gekommen, uns D3 dem 78 Werke und Wohlthaten Gottes. dem Vater zu verföhnen, und schien, und es ward Friede mit der Tugend Kranz die Gläubigen zu krönen. Gott ist mit uns! Er will die Traurigen erfreu'n; er will der Schwachen Kraft, der Müden Stärke seyn. 5. Gott sei gelobt! Er ift's, auf den die Väter barrten. Seil uns! wir dürfen nun nicht eines Andern warten. Er schließt den Himmel auf; er nimmt die Sünder an. Froblockt, und betet ihn und seinen Vater an. 5. Ehre sei Gott in der Höhe! ein ewiges Leben hat er durch ihn, feinen Sohn, uns erbarmend gegeben. Bis in das Grab ftieg er vom Himmel herab, einft und zum Himmel zu heben. Geburt Jesu. ( Weihnachtslieder.) 6. Selige Hoffnung, einf Jefum, den Retter, zu sehen, Mel. Lobet den Herren. 110& bre sei Gott in und mit den Schaaren ber der Höhe! der Herr ist geboren, Sündern zum Heiland vom Höchften aus Gnaden erforen. Laffet uns sein dankvoll, ihr Chriften, uns freu'n! Ift er nicht uns auch geboren? Herrlichen ihn zu erhöhen! Völlig beglückt, fing' ic dann himmlisch entzückt: Ehre sei Gott in der Höhe! durch ihn. Friede! Singt's laut ihm zu Ehren! 4. Unschuld und Tugend entkeimten des Göttlichen Tritten, Troft und Erqui cung trug er in der Weinenden Hütten, ward ihnen Freund, hatte oft selber ges weint, selber geduldet, ge litten. In eigener Melodie. 2. Schatten und Dunkel 111 obt Gott, be bedeckte den Erdkreis; es irrten Völker umber, wie die Heerden, verlassen vom Hirten. Jesus erschien, Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen ver wirrten. 3. Menschen, berufen, durch Liebe die Gottheit zu ebren, folgten der Zwietracht und hasten sich vor den Altären. Jesus er Chriften, freuel euch! Von seiner Gnade Chron beruft er uns zu fei nem Reich, und sendet sei nen Sohn. 2. Er kommt nach seines Vaters Rath, mit Hell und zu erfreu'n, und auf des ew'gen Lebens Pfad det Welt ein Licht zu seyn. 3. Bei seinem Eintritt in die Welt umgibt ihn keine Pracht, die glänzend in die Aue Erlösung. 79 Augen fällt und groß vor liebgewinnet? Nimm froh Menschen macht. 4. Er wird dem ärmsten Knechte gleich, begehrt kein Erdenglück, verlangt allhier kein Königreich von einem Augenblick. an feiner Liebe Theil und werd' ihm gleich gefinnet! Wer nicht, wie er, gefinnet ist, der ehrt ihn nicht, der ift kein Chrift. Der Herr erkennt die Seinen! 5. Er kommt, durch seiner Wahrheit Macht zu Gott uns hinzuziehn. Vor seinem Lichte muß die Nacht des Aberglaubens fliehn.. 6. Er lehret uns die Sünde scheu'n, spricht Muth dem Schwachen zu und schafft uns, wenn wir sie bereu'n, Begnadigung und Ruh'. 7. Er bringt den Troft der bessern Welt vom Himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsre Hülle fällt, uns weder Tod noch Grab. 8. Er öffnet uns dereinst die Thür zu seinem Himmel reich, Ihr Chriften, wie beglückt sind wir! Lobt Gott und freuet euch! 3. In Dürft'gen laßt uns ihn erfreu'n, bekleiden, speisen, tränken! Ja, laßt uns frohe Geber seyn und sein dabei gedenken! Was ihr den Meinen habt gethan, das, spricht er, babt ihr mir gethan; und er, er will's vergelten. 4. Wer ihn mit treuem Herzen ebrt, den wird sein Name trösten. Vertraut auf ibn, von ihm gelehrt, lobfingt ihm, ihr Erlöften! Es freut sich deine Chriftenheit, Herr, deiner Menschenfreundlichkeit. Dir, bir sei ewig Ehre! 2 3ft der ein Chrift, der dieses Heil nicht schäßt und Mel. Mein ganzer Geist, oder: Wie schön leucht uns Mel. Allein Gutt in der Hö: 113 O fimm auch du 112 Last uns mit ehrfurchtsvollem Dank den Gott der Lieb' erhöhen; mit feierlichem Lobgefang des Heilands Fest begeben! Preis fet dem Va ter, der ihn gab! Preis sei dem Sohn! Er kam herab, und ward das Heil der Menschen. frohem Dank, mein Geift, in jenen Lobgesang, von dem der Himmel tönte, als er zur Welt hernieder kam und unfre Menschheit an fich nahm, der uns mit Gott verföhnte! Freu' dich innig! Er, dein Führer und Regierer, kam auf Erden, Licht und Heil auch dir zu werden. 3. Ja, Preis und Ehre, 04 Gott Werke und Wohlthaten Gottes. 80 Gott, sei dir! Wie gnadenvoll bist du auch mir in deinem Sohn erschienen! Du fandteft aus Erbarmen Mel. Fröhlich soll mein ihn, die dem Berderben zu 114 Last und unferm / Gott lobfingen! hocherfreut laßt uns heut' ihm Verehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre flimmet ein, Gott allein, unserm Gott sei Ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich; Chriftus ist geboren. Er, der König aller Wesen, fleigt herab bis ins Grab, Sünder zu erlösen. dienen. Preis dir, daß mir neue Pfade zu der Gnade offen fiehen, mich der Sünd' entrückt zu sehen! 3. Und wie vergelt' ich, Heiland, dir die große Treue, die du mir, schon eh' ich war, bewiesen? Du bahnteft unter bitterm Leid auch mir den Weg zur Seligkeit: sei hoch dafür gepriesen! Durch dich kann ich nun hienieden Gottes Frieden schon empfangen und einft volles Heil erlangen. 4. O gib, daß ich an die sem Heil nun auch im wahren Glauben Theil durch deinen Beistand nehme; daß ich hinweg vom Eitlen seh', die Wege deiner Wahrheit geb', und deiner nie mich schäme; bis ich durch dich, wann ich sterbe, zu dem Erbe deiner Frommen auch dereinft werd' aufgenommen! einst oben wonnevoll dich ewig loben. 5. Ich bringe dir ein dankbar Herz, bereit in Freuden und in Schmerz, wie dir's gefällt, zu wandeln. Ver leibe du mir selbst die Kraft, nach deinem Wort gewissen haft zu denken und zu hanbeln. Fröhlich will ich hier im Leben dich erheben, und 3. Wer kann Gottes Rathschluß fasſen? Aber dies ist gewiß: wir find nicht verlassen! Kommt sein Sohn aus freien Trieben zu uns her; wie sollt' er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verwor fen hätte, nähm' er dann Menschheit an? Er spricht: Ich errette! Deß soll sich der Erdkreis freuen! Zum Ge richt kommt er nicht, son dern zum Verzeihen. Eilt im Geift nach Bethlems Hütten, seht, was dort euer Hort schon für euch gelitten. Er wird nie drig euretwegen! Welch' ein Freund! er erweint seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Schulden Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlich groß Erlojung. groß erbulden. Lernt den viel treuer. Keine Kreatur, kein Leiden, keine Noth und kein Tod soll von dir mich scheiden. 13. Du tömmst einft zum Weltgerichte. Dann werd' ich, Richter, dich schaun von Angesichte; und wenn dann die Frevler beben, so werd' ich deiner mich freun und ewig leben. Menschenfreund erkennen: gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der eu'r innres Sehnen sehen kann; betet an; weinet Freubenthränen; liebt ihn, der von Liebe brennet; preift den Herrn, der euch gern seine Brüder nennet. 8. Wenn euch eure Sünden fränken, eilt herzu, fuchet Rub': er will fie euch fchenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken; zittert nicht; denn er spricht: Ich will euch erquicken. 9. Ihr Erdulder schwerer Tage, euren Schmerz fühlt sein Herz. Kein Erlöfter jage! Bringet ihm zu seinem Fefte Zutraun her! Wiffet, er wählt für euch) das Beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen; mehr als ihr litt er bier, euch beglückt zu machen. Eure kleine Zeit der Leiden und der Müh', was ist sie gegen ew'ge Freuden? 11. Herr, du nahmst auch meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann deine Lieb' ergründen? Ewig soll freudenvoll sie mein Herz empfinden! 81 12. Dir, mein göttlicher Befreier, folg' ich nach, obwohl schwach, doch um so Mel. Jesu, meine Freude tottes Sohn 115 Gottes ift kommen! Dankt ihm, seine Frommen, dankt ihm, daß er kam, daß er hier auf Erden, unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm! Mensch, wie wir, erschien er hier, um an uns des Baters Willen liebreich zu erfüllen. 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er Allen Freund und Bruder ift! Gott, auf seinem Throne, liebt uns in dem Sohne, hilft durch Jesum Chrift. Welch ein Heil, an Chrifto Theil, Theil durch feiner Sendung Gaben selbst an Gott zu haben! 3. Keine Macht der Leis den soll von ihm uns scheis ben; er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen völlig uns erlösen; hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, kann nicht seine Brüder häffen oder hülflos laffen. 05 4. Wann Werke und Wohlthaten Gottes. 82 4 Wann wir einft ermü ben, führt er uns zum Frieden durch des Grabes Nacht. Unsre tobten Glieder gibt die Erde wieder ihm, der fie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst den Tod einst schmeckte, den das Grab auch deckte. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne un fern Bruder schau'n. Heil und ewig Leben wird er Allen geben, die ihm hier vertraun. Er ward hier verfucht, wie wir: überschwäng. lich wird er lohnen, und der Schwachheit schonen. 6. Eilet, eilt ihr Sünber! Werdet Gottes Kinder! Werdet feiner werth! Eilet, eilt ihr Frommen! Seid, wie er, vollkommen! Bleibet seiner werth! Preis fet ihn, daß er erschien; daß er fich für euch gegeben durch ein göttlich Leben. In eigener Melodie. 116 Auf! fide dich, recht feierlich des Heilands Feft mit Danten zu begeben! Lieb ist der Dant, der Lobgesang, burch ben wir ihn, den Gott der Lieb', erhöhen. bu mich so herrlich hoch in deinem Sohn geliebet? 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb' als Mensch zu offenbaren. in seinem Sohn geliebet! O! wer bin ich, Herr, daß 4. An ihm nimm Theil! Er ist das Heil. Thu' täglich Buß und glaub' an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr! Herr! spricht, und doch nicht fucht, fein Beispiel nachzuahmen. 5. Uus Dant will ich in Brüdern dich, dich Gottes. fohn betleiben, speisen, tränken; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Troft erfreun, und dein dabei gedenken. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und Alles ist im Himmel und auf Er ben! Die Christenheit preift dich erfreut, und Aller Knie foll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern; und wer ihn ehrt, den wird sein Name trößten. Gelobt set Gott! Gelobt sei Gott! Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihr Erlöften! Mel. Ermuntre dich, mein tott, deine Gna2. Sprich dankbar froh: 20170, also bat Gott die Belt 117 greit! De Sie schuf uns Heil und le. ben. Ermuntre dich in mir, mein Erlösung. mein Geift, ihr Wohlthun zu erheben! Dent' an die Nacht, da auf der Welt des Höchften Sohn fich dargestellt, um sein so theures Leben für Sünder binzugeben. 2. O große That! erwünschte Nacht, von Engeln selbst befungen! Du haft den Mittler uns gebracht, der uns das Heil er rungen. In dir erschien der farke Held, der Alles schuf und Alles hält, der Freund der Menschenkinder, des Todes lleberwinder. 3. Der du, zu uns gefandt som Herrn, aus deinem Himmel famest und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmeft, Sohn Gottes! o wie haft du dich so tief erniedrigt auch für mich! wie arm bist du erschienen, um mir zum Hell zu dienen! 83 fellteft, unser Seil zu seyn, nach deines Vaters Rath dich ein, warbft Mensch und kamft, mit Freuben für uns den Tod zu leiden. 4. O lehre mich, den groBen Werth von deiner Huld recht faffen! Was reizte bich, auf dieser Erd' dich fo herab zu laffen? Hier warteten dein nichts als Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod, und boch kamst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. 6. Dein, Sohn des Höchften, freu' ich mich; du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Trofte fandte dich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Beßrungskraft und Freuden, die fiets währen, willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du bist's, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben. Herr! was ich hab' und was ich bin, das geb' ich dir zum Dienste hin; ich will dich ohn' Aufhören mit Leib und Geift verehren. 8. Ich sehe dich zwar hier noch nicht; doch du wirst wieder kommen, und dann schau'n dich von Angesicht, Herr! alle deine Frommen. Dann werd' auch ich, Herr Jefu Chrift! dich schau'n, so herrlich, als du bift, dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ift, erheben. 5. Viel stärker, Herr, als Schmerz und Tod, war beine Menschenliebe. Du Mel. Vom Himmel fam ber ift Tag, fabeft unfre Sündennoth mit 118 Die botte mitleidsvollem Triebe. Du macht; sein werd' in aller 06 Welt 84 Werke und Wohlthaten Gottes. Welt gedacht! 3hn preise, ler Seligkeit! du bist es, was durch Jesum Chrift im Himmel und auf Erden ift! der das Herz erfreut. 2. Die Völker baben bein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da fandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, feinen Sohn. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt. Ein Mittler ist's, der fie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Va ters Schooße fißt? 3. Wenn ich dies Wunder faffen will, so steht mein Geift vor Ehrfurcht ftill; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb' unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnab erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch zu unserm Heil. 6. Herr, der du Mensch geboren wirft, Immanuel, du Friedefürft, auf den die Väter hoffend sah'n, dich bet' auch ich, mein Hei land, an. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir! Ich komm', Mel. Kommt kommt, den im Buche fieht von mir; 119 Vom Grab, an Willen thu' ich gern: Gelobt sei, der da kommt im Herrn! dem wir wal len, soll, Jesu Chrift, dein Lobgesang empor zum Himmel schallen! Dir opfre jede Seele Dank! und jeder der Gebornen erfreu' fich, Mensch zu seyn; und jeder der Verlornen rühm' es, erlöft zu seyn! Uns Sündern ward gegeben einst Jesus, Gottes Sohn; mit ihm er schien das Leben, mit ihm des Himmels Lohn. 2. Kommt, laßt uns niederfallen vor unserm Mittler, Jesus Chrift, und danken, daß er Allen Erretter, Freund und Bruder ift. Er gleicht 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, verbindest dich mit Fleisch und Blut, wirft unser Freund und Bruder hier, und Gotteskinder werden wir. 10. Jauchzt Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, fing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 8. Gedanke voller Majeftät! du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke vol 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd' in aller Welt gedacht! Shn preise, was durch Jefum Christ im Himmel und auf Erden ist! Erlösung. 85 gleicht der Morgensonne mit dir; weit über Sonn' und ihrem ersten Strahl, verbreitet Licht und Wonne und Leben überall. Durch ihn kommi Heil und Gnade auf unsre Welt herab; er leuchtet unserm Pfade durch's Leben bis ans Grab. Sterne erhaben, jauchzen wir. Mit aller Himmel Heere schallt unser Lobgefang. Dem Ewigen sei Ehre, dem Weltversöhner Dant. Erscheinung Christi. 3. Frolockt, ihr Mitgenoffen der Schwachheit und Mel. Was mein Gott will der Sterblichkeit! Nicht län- 120 Grfreue dich des ger ift verschlossen der Eingang zu der Herrlichkeit. Zu unsrer Erd' hernieder kam Gottes ew'ger Sohn; nun hebt er seine Brüder empor zu Gottes Chron. Er ward das Heil der Sünder, und der Verlornen Hort. Hier find wir Gottes Kinder und Gottes Erben dort. Heils, mein Geift, das Gott für dich erkoren! Der Heilige, der Jesus heißt, ward auch für dich geboren. Er machte klar, was dunkel war, daß uns kein Zweifel bliebe. Wem leuchtet nicht sein reis nes Licht hinauf zum Gott der Liebe. 4. O du, dem laut die Menge der Engel und Verklärten fingt, vernimm die Lobgesänge, die dir dein Volt im Staube bringt! Auch du warst einst auf Erden, was deine Brüder find, ein Dulder der Beschwerden, ein schwaches Menschenkind. Was du nun bist, das werden einst deine Brüder seyn, wenn sie, entrückt der Erden, fich deines Anschaun's freun. 5. Bald sind wir zu dem Zobne der Himmelsbürger dort erhöht. Nah sind wir dann dem Throne und schaus en deine Majestät. Nicht mehr aus dunkler Ferne bringt dann der Dank zu 2. Der Mensch soll von der Sinnlichkeit die Freiheit sich erringen, und, von der Sünde Macht befreit, zum hohen Leben bringen, gutthätig seyn, wie Gott, erfreu'n, und stets zufrieden leben. Dazu verschafft der Herr auch Kraft, den Gott uns hat gegeben. 3. Drum sei uns sein Erscheinungsfest ein Feft der Liebe Gottes. Wohl dem, der sich auf ihn verläßt, trog aller Macht des Spottes! Der ihn uns gab, blickt hold herab auf seine frommen Kinder; und väterlich erbarmt er sich der reuerfüllten Sünder. 07 4. Mit 86 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Mit dieser froßen Zu- gnadenreichen Zeit stets versicht geb' ich dem Tod ent- fromm und weise handeln, gegen. Ich weiß, mein dunk- auf dich, bei treu erfüllter ler Pfab wird Licht, und Leid Pflicht, zufrieden und voll und Schmerz mir Segen. Zuversicht in Noth und Tob Schließt sich mein Lauf, vertrauen. werd ich hinauf zu Jesu mich erheben und mit der Schaar, die treu ihm war, in seinem Himmel leben. 5. Es müsse, wer dich, Gott, erkennt, erkennen deinen Willen, und wer das Thun vom Wiffen trennt, nun seine Pflicht erfüllen! Nichts helfen Opfer des Gebets dem, der da glaubet Viel. Gottlob, ein Schritt zur 121 Dem ganzen Erdund noch stets der Sünde fflavisch dienet. freis ist vom Herrn ein helles Licht er schienen; es leuchtet nah, es leuchtet fern. Zablose Völfer dienen ben tobten Göttern nun nicht mehr; fie ten nen ihn, den Herrn, und er läßt sie im Lichte wandeln. 6. Und wo noch bange Dunkelheit und falsche Schatten liegen, wo Irrthum, Wahn und Sinnlich feit noch Sterbliche betrü gen, auch da geb' nun im Siegeslauf das schöne Licht der Wahrheit auf, daß alle Welt dir diene. 2. Kaum fandte Gott durch seinen Sohn der Erde große Freuden, so fammelt er fich selber schon die Erftlinge der Heiden. Der Wahrheit Bild, ein schöner Stern, führt sie zu ihrem neuen Herrn. Sie fommen, anzubeten. Darstellung Jefu im Tempel. Mel. Chriftus, der ist mein 3. D wär' uns nicht bein 122 Dem großen Ba weihte, am heiligen Altar, ießt die Ge benedeite den Sohn, den sie gebar. Licht, o Gott, so hell und rein erschienen; wir würden, der Vernunft zum Spott, noch feßt den Gößen die nen. Nicht fie, nicht eigne Würdigkeit, nur deine Hulo hat uns befreit von jenen Finsterniffen. 2. Da betete im Tem pel ein Greis zu seinem Gott, und ward uns ein Erempel von einem schönen Tod. 4. D'rum laß mit froher Dankbarkeit uns nun im 3. Gott sah ihn still und Lichte wandeln, uns in der weise den Weg der Tugend geh'n, Erlösung. geb'n, verhieß dem frommen Greife, den Heiland noch zu seh'n. 4. Sept lag vor seinen Blicken das Kind, des Simmels Luft; er nahm es mit Entzücken und drückt' es an die Bruft, 5. Und rief: Nun, Herr, mit Freuden neig' ich mein Haupt zur Gruft; voll Danfes will ich scheiden, sobald dein Wint mich ruft. 6. Dein Heil hab' ich gefehen; hier ist der Völker Hirt, der Ifrael erhöhen, die Welt erleuchten wird. 7. So schloß am Pilgerftabe der Fromme seinen Lauf; und Gott, du that am Grabe ihm deinen Himmel auf. 8. Gib, daß auch ich mit Treue den Weg der Tugend geb', wie er den Tod nicht scheue, mit Freuben Je sum seh'. 9. 3war werd' ich ihn nicht sehen, nicht hier, wie Simeon; doch in des Lichtes Höhen erwartet er mich schon. 10. Dort tönen meine Lieder: Heil mir, nun seb' ich ihn! Der Himmel tönet wieder: Heil dir, nun fiebst du ihn! 87 dem, der für dich sich dargestellt, nun dich auch darzustellen! Er ist das Licht; brum sei gewiß, er wird auch deine Finsterniß durch seinen Glanz erhellen. 2 Er macht das Herz von Sünden rein, um dich zum Leben einzuweih'n, zum fittlich schönen Leben. Er gibt dir Kraft zu jeder Pflicht, und stärket deine Zuversicht, zu Gott dich zu erheben. 3. Wer noch der niedern Sinnlichkeit, wer noch des Lafters fich erfreut, ach, der verscherzt den Segen! Nie wird ihm wahres Glück und Heil; nie wird ihm Seelenruh' zu Theil auf seinen böfen Wegen. 4. Wer aber wünscht, wie Simeon, das Heil der Welt, des Höchften Sohn, zu ſeinem Heil zu haben; wer recht thut, sich der Welt entwöhnt, nach wahrer Heiligung fich sehnt, der opfert ächte Gaben. 5. Wer durch das Wort, darauf er traut, im Glauben feinen Heiland schaut, fann einst im Frieden fahren. Der Herr erfüllt, was er verspricht; er wird sich einft in seinem Licht ihm herrlich offenbaren. Mel. Kommt ber zu mir, spricht 6. 3 komme, Herr, 123 Entreiße dich, mein mich dir zu weih'n. O mache Geift, der Welt mich von Sünden rein, und las 88 Werke und Wohlthaten Gottes. laß mich heilig leben, bis Kanaan, und Heiden riefen du auch mich, wenn dir's Jefum an. gefällt, im Frieden wirft aus dieser Welt zu deiner Wonn' erheben. 4. Und wir, die Jesu Stimme hören, wir follten träg und sicher ruhn? wir nicht ftill weinend uns bes kehren? nicht froh des Höchften Willen thun? Laßt uns entrinnen dem Verderben, fromm leben, um einst ging ein Mann fromm zu fierben! Dann werden muthlos seyn, wenn Trübfal! Noth und Tod uns dräun. Johannes, der Vorgänger Jesu. In eigener Melodie. 124 voll und Segen, Johannes, dem Erlöser vor. Die Hügel bahnt' er ihm zu Wegen, hob Herzen aus dem Staub Es bebte, wer ihn reden Fehbörte, bekannte seine ler, febrte gerührt, mit thränenvollem Blick, zur Tugend und zu Gott zurück. 2. Er schreckte Heuchler, ftrafte Sünder. Er rief: Das Himmelreich ist nah'! Thut Buße, werdet Gottes Kinder; denn der VerheiBene ist da! Er kommt und wird die Menschheit sichten, partheilos alle Thaten rich ten. Heil krönet die erfüllte Pflicht, den Frevler trifft sein Strafgericht! 3. Ein himmlisch Licht ift seine Lebre, und Geift wird seine Taufe seyn. Ihm, ihm allein gebührt die Ehre! Er kommt, und jedes Herz ift sein. Schon wurden ganze Völker rege; schon frömte frob es auf dem Wege nach dem erhellten In eigener Melobie. mmer fich 125 ben, zu erfüll len seine Pflicht, fromm und gut zu leben, bis das Auge fterbend bricht: dies nur ist, nach Jesu Lehre, wahre Weisheit, Tugend, Chris ftenebre. 2. Heil dir schon auf Er den, Freund der Wahrheit und des Rechts! Denn durch Tugend werden Men schen göttlichen Geschlechts. Unter aller Leiden Bürde bleibt die Tugend unfre höchste Würde. 3. So, in höhrer Klar heit, so umstrahlt mit Got tes Licht, ging den Weg der Wahrheit ein Johans nes, wankte nicht, feft ent schloffen, selbst sein Leben für die Pflicht zum Opfer hinzugeben. 4. Und vergebens broht Kers Erlösung. 89 Kerter, Marter; Blutge haft zu leben, chriftlich weise, rüft; treu dem Pflichtge bote, das Gebot des Ew' gen ist, ftirbt er, stirbt mit edlem Muthe, zeugt für Wahrheit selbst mit seinem Blute. chriftlich gut, daß mich weder Schmerz noch Freude, noch der Tod von wahrer Tugend scheide. 5. Tugend, Segensfülle, du, o Ziel des höchsten Ruhms, du der Gottheit Wille, des Christenthums, durch dich 126mmenheit, Mel. Liebster Jesu, wir sind ührer zur Vollfann der Mensch auf Erden Gottes höhern Geistern ähnlich werden. 6 Tugend, unter Freuden dieses Lebens bist du schön; doch nur unter Leiden kann man deinen Ursprung sehn; sehn, daß du vom Himmel stammest, und den Geist für's Göttliche entflammeft. 7. Du, o hehre Sonne, Arahlft mit überird'schem Schein, schafft dem Geifte Wonne, weihst zu Gottes Himmel ein; du veredelft unsre Freuden, du veredelft uns durch Schmerz und Leiden. 8. Unter deinem Strahle blühn auf Gräbern Blumen auf; aus dem Todesthale ringen wir zum Ziel hinauf, wo in deinen lichtern Höhen wir die Wunder Gottes heller sehen. Lehre, Leben und Thaten Jesn. 9. Heil'ge mein Bestreben; gib, o Gott, mir Kraft und Muth, tugendLehrer, Muster uns zu werden hoher, reiner Sittlichkeit, wurdest du ein Mensch auf Erden. Dir schlägt unfer Herz entgegen, Jesu, dir; der Menschheit Segen! 2. Du gabst unserm Geisie Licht, lehrtest uns Gott näher kennen, und mit froher Zuversicht unsern Schöpfer Vater! nennen, der uns liebt, versorgt, beschüßet, und uns gibt, was wahrhaft nüßet. 3 Du haft uns der Wenschheit Werth durch dein Leben und die Lehre, die von Gott kommt, aufgeklärt, uns gelehrt, des Geistes Ehre nur auf wahre Tugend gründen, und das Lafter überwinden. 4. Dann auch, wenn das Auge bricht, Todesschrecken uns umgeben, blickt, erhellt von deinem Licht, unser Geift in jenes Leben, in das Land vollkommner Freuden 90 Werke und Wohlthaten Gottes. den, um mit frohen Muth schwerden! Und drückte dich zu scheiden. gleich ihr Gewicht, so trugst du doch, voll Güt' und Huld, fie gern mit himmlischer Geduld. 5. Danket, Chriften, betet an! Laßt uns Chriftum Herzlich ehren, wandeln auf der Tugend Bahn, willig folgen seinen Lehren, treu durch Noth und Leiden gehen, um sein ew'ges Licht zu sehen! 5. Fürwahr, noch immer ist das Leben; das du auf Erden haft geführt, ein Segen, den uns Gott gegeben, dafür ihm ew'ger Dank gebührt; ein Segen, dessen auch mein Geist sich freut, Mel. Wer nur den lieben Gott 127 Auf Erden Wahr- und dich Erlöser, preift. heit auszubrei6. Ja, Preis sei dir, du befter Lehrer, auch mir zum Heil von Gott gefandt! O, würde Jeder dein Verehrer, der deinen Werth noch nicht erkannt! Hilf, daß ich deiner Wahrheit treu, und ewig durch sie selig sei! ten, die Wahrheit, die vom Himmel stammt, und, uns zum ew'gen Glück zu leiten, das Herz zu Gottes Lieb' entflammt: dazu erschienft du, Jesus, hier, von Gott gefandt, zum Heil auch mir. 2. Dies war das tägliche Geschäfte, darin dein Geist Vergnügen fand. Wie emfig haft bu Zeit und Kräfte, befeelt von Liebe, angewandt, durch deiner Lehre hellen Schein der Menschen Seelen Licht zu seyn! 3. Ihr Licht, den Weg zu Gottes Gnade und ih rem Heil recht einzuseh'n; ihr Licht, auf diesem fel'gen Pfade mit sichern Schritt einher zu geh'n; ihr Licht, mit freudigem Vertrau'n hin in die Ewigkeit zu schau'n. 4. Und um der Welt dies Licht zu werden, wie willig übernahmst du nicht auch felbft die größeften Be Mel. Liebster Jesu, wir sind 128 Theuer fei mir allezeit, Herr, mein Heiland, deine Lehre! Gib, daß ich mit Folgsamfeit treulich ihre Vorschrift ehre, dem, was fie verheißet, traue, fest mein Hoffen dar, auf baue. 2. Nur bei deiner Wahr: heit Licht lernen wir Gott recht erkennen, ihn mit fro her Zuversicht unsern Gott und Vater nennen, nach seinem beil'gen Wil len unsre Pflichten treu erfüllen! und 3. Was die Weisen dieser Welt von dir nicht erforschet þa Erlösung. 91 haben, das hast du uns auf- hoben, will ich würdiger gebellt; und durch deines Geiftes Gaben wirkest du in unsern Seelen, daß wir Heil und Leben wählen. 4. Du entdeckt uns unsre Schuld und der Sünde großen Schaden, doch auch deines Vaters Huld und den Reichthum seiner Gnaden; lehrt uns aller unfrer Sünden gnädige Vergebung finden. 5. Huldreich rufeft du uns zu: Kommt zu mir, beschwer. te Seelen; es foll euch zu eurer Juh' nicht bei mir an Trofte fehlen, wollt ihr anders von mir lernen, euch von Sünden zu entfernen. 6 Herr, dein Evangelium bat viel tausend, taufend Zeugen, die zu deines Namens Ruhm dankbar ihre Kniee beugen, daß du noch dein Wort erfülleft und der Seele Kummer stilleft. 7. O nimm gnädig an den Dank, den ich bir voll Ehrfurcht bringe! Höre meinen Lobgefang, den ich hocherfreut dir finge! Du befreißt auch mich aus Gnaden von der Sünde Macht und Schaden. 8. Köftlicher, als Gold, ſei mir, was dein göttlich Wort mich lehret! Danf, ja ewig Dank sei dir für den Troft, den es gewähret! Werd' ich einft zu bir erdich loben. 9. Stets, so lang ich hier nech bin, will ich dir zur Ehre wandeln, täglich mit erneutem Sinn nur nach deinem Worte banbeln: so nimmst du mich einft im Scheiden auf zu deinen höhern Freuden. Vel, Liebster Iju, wir sind 129 Son auf Erden wir Himmelsfeligkeit empfinden, wenn nur Lieb' und Eintracht hier unsre Herzen feft verbinden, wenn wir dich nach Jefu Lehren, dich, o Goit der Liebe, ehren. 2. Diese Herzensfreudigfeit danken wir dir, Gott der Gnade; Jesu Chrifti Lehre freut Freuden auf des Lebens Pfade, lehrt uns Mäßigung in Freuden, gibt uns hohen Muth im Leiden. 3. Sie gewährt uns Trof und Rath in den allerbangfen Leiden; fie erleuchtet unfern Pfad, wenn wir von der Erde scheiden: uns, von Todesnacht umgeben, leitet fie zum beffern Leben. 4. Wenn uns Erbenglück verläßt, unsre Lieben uns verlassen, hält fie unfern Muth noch fest, lehrt uns frohe Hoffnung faffen; lehrt Geduld uns, gibt uns Stärke 92 Werke und Wohlthaten Gottes. Stärke zur Vollbringung ben! Wer hat nicht von beiguter Werke. 5. Sie lehrt: Menschen zu erfreu'n, sei bes Herzens größter Segen; lehrt uns, Feinden selbst verzeih'n, die in Noth find, trösten, pflegen, brüderlich die Menschen lieben, fegnen die, die uns betrüben. nen Händen Segen, Trof und Heil genommen, der ges beugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! Und wie pflegtest du zu eilen, das Erbetne mitzutheilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, fie dem Kummer zu entrücken, die Unwissenden zu lehren, die Verkehrten zu bekehren, Sünder, die fich selbst verstocken, langmuthsvoll zu dir zu locken: das war täglich dein Geschäfte, war's mit Aufwand aller Kräfte. Mel. Schmücke dich, o liebe S. 5. O wie hoch stieg dein 130 eiland, deine 6. Heil dem Menschen, der sie übt, diese schönen Tugendlehren! Heil dem, der die Brüder liebt, fich bestrebt, dich, Gott, zu ehren! Ewig selig wird er leben, stets nach höh'rer Tugend fireben. war die Quelle fener Triebe, die dein treues Herz regieret, und dich selbst da hin geführet, daß du, un ferm Heil zu dienen, bift in Knechtsgestalt erschienen. O wer faßt die starken Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Ueber seine Feinde wei nen, Jedermann mit Hülf' erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in Andrer Dienft verzehren; das sind Proben wahrer Güte, und so, Herr, war dein Gemüthe. 3. O du Zuflucht der Elen Erbarmen, Heiland, da du uns und unerhörte Schmerzen litteft mit gelaßnem Herzen, dich von Sündern ließt verhöhnen, und zur Schmach mit Dornen frönen, ja, uns le ben zu erwerben, willig warst, am Kreuz zu sterben. 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Haß mit Haß nicht zu vergelten, det ne Schmäher nicht zu schelten, Allen freundlich zu begegnen, die dich lästerten, zu segnen, deine Mörder zu vertreten und für sie zu Gott zu beten. 7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchften, o wie Erlösung. thub. o wie wenig haft du je nach Ruhm getrachtet und auf Menschenlob geachtet! Wil lig littst du, um den Willen deines Vaters zu erfüllen, Armuth und Erniedrigungen. Lob sei dir bafür gefungen! 8. Laß mich, Herr, zu reichem Segen deinen Wandel oft erwägen! Laß mich in der Ang der Sünden Troft und Hülfe bei dir finden! Heilige auch meine Triebe zu rechtschaffner Men schenliebe: laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! Mel. Gott, Vater, an Erbarmen 131 ein Lehrer ist dir, Jesu, gleich! An Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl durch Wort als That der schwachen Menschen sichrer Rath. Es freut mein Geist im Glauben fich, Herr Jesu, dein, und lobet dich. 2. Du famft zu uns, von Gott gesandt, und machteft uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sünden. schuld, theilhaftig werden seiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium! 3. Du saheft in der Gottheit Licht mit aufgeklärtem Angeficht, was nach des Höchften weisem Rath die 93 Welt noch zu erwarten hat; du machtest selbst durch bei-. nen Mund das Künftige den Menschen kund. 4. Dies und die Wunder deiner Hand find uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dies Wort von Gott. 5. Du lehrtest uns durch Wort und That; man trifft der reinfien Tugend Pfad in deinem heil'gen Wandel an. Gib, Herr, daß ich auf dieser Bahn, gestärkt von dir, mit fteter Treu dir nachzufolgen eifrig sei! 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, flammt; du machst durch treuer Lehrer Mund noch icht dein Heil den Menschen fund. Begleite ftets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nußen schafft! 7. Noch immer hilfft du deinem Wort in seinem Siege mächtig fort, du fendeft, wie bein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geift, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und. Kräfte gibt. 8. Mein Heiland, send' ihn auch zu mir, daß ich mit 94 Werte und woyithaten Gottes. mit heiliger Begier nach Thun auf ihm der Gottheit Wahrheit strebe, fromm Fülle rubn? und treu den Lehren deiner Weisheit sei, bis mich bei dir in Ewigkeit ein hellres Licht bereinst erfreut! 5. Wir danken, Höchfter, deiner Stärke, die Jefum vor der Welt verklärt, der durch so große Wunderwerke als bein Gesandter sich bewährt. Wir nehmen fol then gläubig an, und find ihm willig unterthan. 6. Erfüll', o Herr, nut unsre Herzen mit seiner Lehre Göttlichkeit, damit wir nicht das Heil verschers zen, das uns dein Sohn allein verleiht, und schaffe, daß ihm unsre Treu' bis in den Tod ergeben sei. 132 Mel. Wer nur den lieben Gott ie göttlich find doch Jefu Lehe ren! wie überzeugend seine Macht! Wer könnte seine Thaten hören, wer, was für Wunder er vollbracht, und flimmte nicht dem Glauben bei, daß er der Welt erlöser sei! 2. Erbarmen war es voller Gnaden, was man in seinen Zeichen fah. Nie wirkte er zu Jemands Schaden, wie von Propheten geschah; er raffte nie in ihrem Sinn die Sünder schnell im Zorne hin. 3. Er schenkte das Beficht den Blinden, den Tauben gab er das Gehör, der Aussaß mußte vor ihm schwinden, der Stumme fang ibm Dank und Ehr'. Sein Machtwort hieß die Lahmen gebn, und selbst die Tobten auferstebn. 4. Sein Segen speifte ganze Heere da, wo es felbft an Brod gebrach; und faum gebot er Wind und Wieere, so ließ ihr Sturm gehorsam nach. O fah man nicht bei allem Mel. Was mein Gott will 133 Kommt, die ihr nicht gewohnet seid, daß ihr euch selbst ent saget, die ihr nur ftets nach Eitelkeit, Rubm, Vortheil, Wolluft fraget, fommt, schauet Jesu Vorbild an! Dies, dies muß euch beschämen Kommt, lernt, ges heilt von eurem Wahn, hinfort euch selbst bezähmen! 2. Gott war sein Alles, nur an dem bing feine ganze Liebe. Dem dienen war ihm angenehm; dem weiht' er seine Triebe. Wos zu er fiets fich willig fand, war dies: den ganzen Wil len des Vaters, welcher ihn gefandt, vollkommen zu erfüllen. 3. pod Erlöjung. 3. Hoch über Welt und Eitelkeit, ganz heilig, ganz Gott eigen, vermied er nie aus Schüchternheit, sich, wie er war, zu zeigen; und er Bosheit freveln fab, war er voll edler Schmerzen; wann aber Gottes Wort geschah, quoll Freud' aus seinem Herzen. wann Und 4. Die Freude, die die Welt verheißt, verlangt er nicht zu schmecken. rein bewahrte fich sein Geist, ganz rein von allen Flecken. In Allem sah er immerbar mit Eifer, nie zum Scheine, auf das, was seinen Brüdern war, nicht aber auf das Seine. der Erbe aller Dinge. Urm warb er selber, daß wir reich aus seiner Armuth würden. Er ist der Herr, sein ist das Reich, doch trug er fremde Bürden. 6. War Gottes Hand auf ihm schon schwer: er fund's doch gut und billig; denn jeden Tropfen Blut war er ibm 95 ihm, Sein 5. Stets flob er das Geräusch des Ruhms, blieb Mel. O Gott, tu frommer Gott niedrig und geringe, ent. 134( a) richeine mei. nem Geift, erhabnes Bild der Tugend, du Muster jeder Pflicht, des Alters, wie der Jugend! O Jesu, Himmlischer, dein Beispiel leite mich! Ich irr' und strauchle nicht, seb' ich nur feft auf dich! aufzuopfern willig. Stets zeigt er, daß ihn keine Noth auch nur zur Klage reize. Er ward gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuze. 7. Von Gott verlaffen, blieb fein Herz an trop alles Spottes. Sehnen war, im bängsten Schmerz, Nichts, als das Antliß Gottes. Folgt, Mens schen, feinem Vorbild nach! Er hat für euch gelitten; er selbst hat euch, ihr seib nicht schwach, die Kraft dazu erfiritten. 8. Hilf meinem Glauben, baß ich dir, mein Heiland, ähnlich werde! Bezähm' das Fleisch, vertilg' in mir die Liebe dieser Erde, daß ich dein großes Beispiel mir allftets vor Augen setze; des Vaters Willen thun, gleich dir, für Freud' und Leben schäße! 2. Wie unschuldsvoll, wie rein, wie unentweiht von Sünde floh deine Jugend hin! Wie theuer war bem Kinde, wie lieb dem Jüngling schon, was Gottes Wille wählt! Doch ach, wie oft hab' ich, noch jung, doch schon gefehlt! 3. So arm, so freubenlos 96 Werke und Wohlthaten Gottes. los und allem Glanz ent- auch ich kann ohne Beben riffen, durch frühen Druck am Ziele einst den Geist geübt in Müh' und Küm- dem Vater übergeben, wenn mernissen, floß dir das Le- er dir ähnlich war an Tuben hin, und dennoch bliebst gend und Geduld; denn du du groß; nie rif das Elend Erlöser, tilgst der Schwachdich von deinem Vater los. heitssünden Schuld. 4. Gehorsam, warst du flets bereit, des Vaters Willen selbst bis zum Kreuzestod mit Freuden zu erfüllen, trugft mit Gedulb und Muth des Lebens berbften Schmerz; bu fabst die Glücklichen und neidlos blieb dein Herz. 5. Nie haft du deine Pflicht, die kleinste nie ver9. Schau' drum, mein Geift, auf ihn; verschmäh des Lafters Freuden! Der Sünden Sold ift Tod und ihre Frucht find Leiden. Wie Jesus, weihe Gott des Lebens kurze Zeit! Dann gehst auch du, wie er, ins Reich der Herrlichkeit. In eigner Melodie. leget; nie Leidende geseh'n 13462u bir erhebt und nicht mit Troft ergößet; ftets haft du Frrende gewarnt, belehrt, gerührt und fie mit Freundeshand auf beffern Weg geführt. 6. Versuchung ohne Zahl, hier Ruhm und Schmeis cheleien, dort lockender Gewinn; da bittrer Feinde Dräuen umgaben, wo du gingst, dich Heiliger, doch du gingst mitten durch fie hin mit Feftigkeit und Ruh'. 7. Voll ftillen Friedens blieb dein Herz, bis an das Ende; da gabft du deinen Geift in deines Vaters Hände. Vollendet war der Lauf; am Ziele deiner Bahn fahst du den großen Lohn der Ewigkeit dir nahn. 6. Bollenbeter, auch ich, müthe, du Freund der Menschen, Jesu Christ, der du durch deines Herzens Güte der Welt ein Vorbild wor den bist! Du lebteft Sün dern nur zum Besten, fie zu befreien, sie zu trößten, ent fagtest du der Herrlichkeit. Nur wohlzuthun, war dein Bestreben; der Zweck von deinem ganzen Leben war deiner Menschen Seligkeit. 2. Nicht schrecklich wa ren deine Werke: du kamst nicht Sündern zum Gericht. Du warst der blöden Seelen Stärke, und der Bedrängten Zuversicht. Dein Blick war so wie bein Gemüthe, voll Mitleid Freundlichkeit und Güte, und Erlösung. 97 wie die freien Felder, empfanden deine Gütigkeit. Wo Kummer war, warst du zugegen; dein bolder Zuspruch und dein Segen vertrieb des Lebens Bitterkeit. und deine Hand gab Armen Brod. Du sahst die Thränen der Betrübten, die Sehnsucht derer, die dich liebten; auf deinen Wink entfloh der Tod. 3. Du fühlteft deiner 6. So gingst du fill auf Freunde Leiben mehr, als du eigne Noth empfandft. Du schmecktest Nichts von Ruh' und Freuden, so oft du Menschen leidend fandst. Aufopfernd deines Lebens Kräfte, war es dein tägliches Geschäfte, als Men schenfreund umber zu ziehn. E' noch ein Leidender es wagte, und dir fein Elend thränend flagte, erquickte schon dein Beistand ibn. deinem Pfade dem dir beftimmten Tode zu. Noch war in deinen Blicken Gnade, in deiner Seele Himmelsruh'. Auch dann, als Schrecken und Gefahren von allen Seiten nahe waren, verließ dich nicht dein Edelmuth. bliebst ein Schußgott deiner Freunde, bliebst ein Erbarmer deiner Feinde, und liebteft fie bei ihrer Wuth. Du 7. Jefu, wäre doch mein Leben dem deinen gleich! Wär', ich, wie du, so ganz der Menschenlieb' ergeben, so sanft, so mitleidsvoll, wie du! O pflanz' in mich die holden Triebe des Mitleids und der Menschenliebe, und gib mir deinen eblen Sinn! So ziert mein Wandel deine Lehre; so krönt vor dir mich einst die Ehre, daß ich dein Freund und Erbe bin. 4. Errettung, Nachficht und Erbarmen fand Jeder, der fich dir genaht. Mit leidig schenktest du dem Armen die Hülfe, die er fich erbat. Dem Lahmen stärkteft du die Glieder, dem Stummen kam die Sprache wieder, bir bankten Blinde das Gesicht. Nie wurdest du des Wohltbuns müde. Reuvolle fühlten Ruh' und Friede: fie glaubten, und verzagten nicht. 5. Herr, wo bu gingft, auf jedem Schritte, da folgten Lieb' und Mitleid nach; fie folgten in des Reichen Hütte und unter der Verlaßnen Dach. Der Tempel, wie die öden Wälder, die Städte, Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. ( Paffionslieber.) Mel. Wie groß ist des Allmächt'. 135 aß mir die Feier deiner Leiden, D 98 Werke und Wohlthaten Gottes. o großer Dulder, heilig seyn! Sie lebre mich die Sünde meiden, und dir mein ganzes Leben weihn, dir, der so rubig und entschloffen für mich die Laft des Kreuzes trug, deß Herz, als schon sein Blut gefloffen, für mich noch heiß von Liebe schlug. 2. In der Betrachtung heil'gen Stunden will ich am Leidenshügel stehn, und dich und Wunden mit tief gerührtem Dank er 136 Hein Leiden zu Viel. Herzliebster Jesu! err, bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! böhn; die Huld ermessen, womit dein Herz die Welt umfaßt, und nie gefühllos es vergessen, was du für mich erduldet hast. 3. Mir sollen diese Feier zeiten der größten Liebe bei lig seyn; sie soll mich stärten, foll mich leiten, was dir miffällig ist, zu scheun. Dein Leiden sei auch mir zum Segen, dein Tod mir seliger Gewinn. Dir schlage stets mein Herz entgegen, weil ich durch dich gerettet bin. 4. Bleibt mir in diesen Tagen theuer, Gethsemane und Golgatha! Ihr Derter, wo die Welt die Feier der allerhöchsten Liebe sab! Nach euch will ich voll Andacht schauen, wo mein Erlöser litt und starb, und hoffnungsvoll auf den vertrauen, der mir die Seligkeit erwarb. 5. Da will ich lernen, Tugend üben, in Noth und Tod gelassen seyn, die Menschen, so wie du, zu lieben, und selbst dem Todfeind zu verzeih'n. Dann wird dein Leiden mir zum Segen, dein Tod mir seligster Gewinn. Dir schlage stets mein Herz entgegen, da ich durch dich gerettet bin! 2. Vereint mit Gott, ein auf Mensch, gleich uns, Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werben; an unsrer Statt ge martert und zerschlagen, die Sünde tragen! 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn'ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt; ich seh' und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb', und läßt die Welt erlöfen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolj und mein Verdienst darnie ber; Erlösung. der; es stürzt mich tief, für mich sich hingegeben, und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde.d Stifter meiner Seligkeit, du, der lieber wollt' erblaf sen, als mich im Verderben lassen, ach, wie dank', wie dant' ich dir, mein Erlöser, g'nug dafür! 2. Menschenfreund, von Gott gefendet, seines Raths Verkündiger! längst haft du dein Werk vollendet: Preis sei dir, Erhabener! Doch in den Gedächtnißtagen deiner Leiden, Jesu, sagen deine Hochbeglückten dir billig neuen Dank dafür. 6. Herr, mein Heil, an den ich findlich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein sollt' ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch, darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Des Höchsten Thun ift: Gnad' und Lieb' erweisen. Uns kommt es zu, fie demuthsvoll zu preifen, zu seh'n, wie hoch, wann Gott uns Gnad' erzeiget, die Gnade steiget. 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben bahin gegeben. dein Le 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben und flets mit Freuden deinen Willen üben! O gib zu dies fem seligen Geschäfte, Herr, felbft mir Kräfte! In eigener Melodie. 137 J'ber efu, meines Lebens Leben, deß fich meine Seele freut, der 99 3. Du betratft, für uns zu sterben, willig deine Leidensbahn, stiegst, uns Leben zu erwerben, gern den Todesberg hinan, dachtest nicht an deine Schmerzen, trugft uns Menschen nur im Herzen. Diese Liebe preisen wir; unvergeßlich sei fie mir. 4. Meinetwegen trugft du Bande, littest frecher Läftrer Spott, achteteft nicht Schmach und Schande, Elend nicht, nicht Kreuz und Tod. Du warst werth der höchsten Freuden und trugft willig Gram und Leiden. O wie dank', wie dank' ich dir würdig, Heiligster, dafür! 5. Frevler frönten dich zum Sohne; deine Stirne blutete unter einer Dornenfrone, König aller Könige! mir zu gut haft du gelit ten, € 2 100 Werke und Wohlthaten Gottes. ten, mir die Lebenskron' er- uns ftrömt Besrungskraft ftritten. Preis, Anbetung, und Rub' aus deinem bitDank sei dir, Ehrfurchtswür- tern Leiden zu. digfter, dafür! 6. Du, der tausendfache Schmerzen, mir zu Liebe, gern ertrug, deinem groß, muthsvollen Herzen war mein Heil Belohnung g'nug. Troft in meinen legten Stunden floß für mich aus deinen Wunden. Herr, ich dank', ich danke dir einst im Tode noch dafür! 4. Daß Gott uns als ein Vater liebt, gern Reuenden die Schuld vergibt; daß ewig unsre Seele lebt, und sich zur bessern Welt erhebt: 5. Daß beine Lehre feft besteht, und daß dein Reich nie untergeht: den großen Troft von dir, o Gott, belebt und stärket Jesu Tod. 7. Rub' im Leben, Troft am Grabe! unaussprechlicher Gewinn, den ich dir zu danken habe, du, deß ich nun ewig bin! Jesu, dir mein Herz zu geben, deiner Tugend nachzuftreben, dir zu trau'n, zu flerben dir, dies, dies sei mein Dank dafür. 6. Und wir, wir glaubten an dich nicht? Herr, ohne sichern Troft und Licht, mit ungewiffen Schritten geht des Lebens Pfad, wer dich verschmäht. 7. Mit Dank und Freude folgen wir dir, unserm Heil und Retter, hier; und du wirft uns, wenn wir dich seh'n, zu deines Himmels Mel. O Jesu Chrift, mein's Lebens Wonn' erhöh'n. 138 2n deine Leiden denken wir, Mel. Schwing' dich auf zu Herr Jesu Chrift, und dane 139 Mein Erlöfer, fen dir, daß du so willig ihre Laft zu unserm Heil getragen haft 2. Im Geifte folgen wir bir nach von Schmerz zu Schmerz, von Schmach zu Schmach: wir schau'n zu deinem Kreuz hinan, und beten dich mit Freuden an. 3. Auch uns zu Gut, o Herr, betrat dein Fuß den cornenvollen Pfad. Auch auch gingst du hin zum reiden, und begabft, Erretter, dich aller deiner Freuden. Du sah'ft Bande, Schmerz und Hohn, sahst den Tod von ferne, doch ertrugft du, Gottes Sohn, alle Leiden gerne. 2. Du entflopft nicht ber Gefahr, die dem Leben drohte; als die Stund' ere fchie Erlösung. schienen war, gingt du frob zum Tode. Willig übergabft du dich in der Feinde Hände und bliebst unveränderlich treu bis an das Ende. 3. Lehre mich, wie du, so ftill und so froh zu leiden, und wenn es dein Rathschluß. will, selig zu verscheiden. Stärke mich, wenn ich einmal sterbend zu dir flehe, daß ich durch des Todes Thal ohne Schrecken gehe. 4. Dank, o Jefu, Dant sei dir für dein willig Leis den, denn dadurch erwarbst du mir beines Himmels Freuden. Nunmehr weiß ich, daß im Tod ich nicht ewig sterbe; denn ich bin versöhnt mit Gott, bin des Himmels Erbe. Mel. Herzliebster Jesu! 140 Naß deinen Geift mich stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich chriftlich übe. 101 vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 4. Ich ſollte nicht, wann Leiden dieser Erden, wann Kreuz mich trifft, gelaßnen Herzens werden, da du so viel für uns, die wir's verschuldet, liebreich erduldet? 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlaus ben, und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, wie könnt' ich noch nach meinem Willen leben? und nicht 5. Für welche du dein Leben selbst gelassen, wie könnt' ich fie, fie meine Brüder hassen? und nicht wie du, wenn sie mich untertreten, für fie noch beten? 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten: wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, schaltft auch nicht wieder! 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dies ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen. Und Gott gibt uns die Kraft in deinem Namen, die nachzuahmen. 8 Unendlich Glück! du littest uns zu Gute. Ich bin versöhnt in deinem theuren Blute. Du haft mein Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben! So wird mir nichts, Nichts meine Krone rauben! So werd' ich dort, von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben! 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im € 3 Glau 102 Werke und Wohlthaten Gottes. Glauben kämpf', im Glauben Troft auf Erden? Was wach' und bete: so ist mein gibt mir sonst wohl wahren Seil schon so gewiß erstre- Grund zur Freuce, wann bet, als Jesus lebet. ich einst scheide? 4. Für mich, o Herr, bift du ja auch gestorben! Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das haft du ja, von großer Treu' geleitet, auch mir bereitet. 11. Lockt böse Luft mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze! Und werd' ich matt im Laufe guter Werke, so fei mir's Stärke! 12. Seh' ich dein Kreuz den Klugen diefer Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden; so sei's doch mir, trop alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes! 13. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden fränten, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken: dein Kreuz, dies sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried' und Freude! In voriger Melobie. 141 Set och gepriefen, Herr, für deine Liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen Trie. be, für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben dahin zu geben. 5. O ftärke selbst mein Herz in diesem Glauben! Kein banger Zweifel müsſe ihn mir rauben! Er müsse mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken! 6. Sollt' ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen; so wär' ich ja, o Herr, nicht dein Erlöfter: du nicht mein Trößter. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein Heiland, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben! 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe bein, bis du mich dort wirft weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen stets wird besungen. 2. Fürwahr, du trugeft unsrer Sünde Schmerzen. O welch ein Herz gleicht deinem Herzen! Du lieBeft unfre Schuld an dir be- 142 M Bottes Sohn, Mel. Schwing' dich auf zu Jein Erlöser, strafen, uns Heil zu schaffen. 3. O laß dies Heil doch der du für mich litteft, und auch mein Erbe werden! auch auf der Himmel Thron Was hab' ich sonst für sichern jetzt noch für mich bitteft, wels Erlösung. 103 welche Wohlthat ift für mich men? Laß die Frucht von dein versöhnend Leiden! Odeiner Pein nun auch auf wie preif' ich würdig dich, mich kommen; gib mir WeisUrsprung meiner Freuden? heit, gib mir Kraft: du haft sie in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden! 2. Unermeß'ne Herrlich feit war dir, Herr, gegeben; und du konnteft jederzeit, voller Freuden leben. Aber, o der großen Huld! daß ich felig würde, übernahmst du mit Geduld schwerer Leiden Bürde. 7. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Sündenreiz bier zu widerstreben, und voll Dankes dir zum Ruhm, alle meine Pflichten, als dein theures Eigenthum treulich zu verrichten! 8. Drückt mich Sündennoth, ftraft mich mein Gewissen, o dann laß aus deinem Tod mich den Troft genießen: daß du auch für meine Schuld büsend bift gestorben, und Vergebung, Gnad' und Huld mir bei Gott erworben! meine 3. Nun kann meine Miffethat noch Vergebung finden; denn du starbft nach Gottes Rath auch für meine Sünden. Unsre Strafe trugest du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Gewissen Ruh)', mit Gott Frie den hätten. 4. Was uns Luft zur Beff'rung schafft, was zur Tugend leitet, dazu bast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden abzusterben. 9. Stärke mich durch deinen Tod in den letzten Stunden! Wie du deine Todesnoth siegreich überwunden: o so bilf dazu auch mir! Laß mich fröhlich scheiden! Herr, so dank' ich ewig dir für bein bittres Leiden. 5. Nun kann ich auf's Todesthal noch mit Freuben sehen, und zu jener Welt einmal gehen. Du, Herr, baft aus 143 Junden, deine Mel. Freu' dich sehr, o meine tiefe aller Noth Rettung mir errungen, und durch deinen Kreuzestod meinen Tod bezwungen. Qual, dein bittrer Tod geben mir in bangen Stunden Kraft zur Tugend, Troft in Noth. Mich sollt' ich durch Sünd' entweih'n? Nein, ich 4 dent' 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenom. 104 Werke und Wohlthaten Gottes. denk an deine Pein; fie. mir auch einft aus Gnaden fie lehrt mich Sünden las geben. fen, und sie als mein Unglück baffen. 6. Hab' ich dann in meinem Herzen Hoffnung jener Herrlichkeit, so besieg' ich auch die Schmerzen von dem leßten Kampf und Streit. Wenn gleich meine Hülle bricht, quält doch Todesfurcht mich nicht, überwunüberwunden hab' ich, durch dich überwunden. 2. Die Erinnrung deiner Leiden stärke mich mit Kraft und Muth, alle schnöde Lust zu meiden, zu bekämpfen Fleisch und Blut! Auch wenn meine Seele zagt, Gram an meinem Herzen den, nagt, laß, im Glauben mich zu stärken, mich auf deine Leiden merken! 3. Will die Welt mein Herz verführen auf der Eitelkeiten Bahn, wo so Viele sich verlieren und sich dem Verderben nah'n: dann denk' ich, o Jefu, nach über deine große Schmach, daß ich dir getreu verbleibe und die böfe Lust vertreibe. 4. Gib bei Allem, was mich fränket, mir aus deinem Leiden Ruh'! Wenn mein Herz daran gedenket, ftröme neuer Troft mir zu! Wenn mich meine Febler reu'n, müsse mich dein Tod erfreu'n; denn du haft, da du gestorben, diesen Trost auch mir erworben! 5. Auf dich setz' ich mein Vertrauen, Jesu, meine 3uversicht. Du vertreibst des Todes Grauen, durch dich schadet er mir nicht. Sicher ist bei dir mein Heil! Hab' ich, Herr, an dir nur Theil, o so wirst du ew'ges Leben In eigener Melodie. 144 Wenn mich an die ten, so laß, Herr Jefu Chrift, mich glaubensvoll bedenken, wie du gestorben bift, und Rettung von der Schuldenlast den reuerfüllten Sündern am Kreuz erworben haft. 2. O wundervolle Liebe, bedent's, o Seele, recht! Es starb aus freiem Triebe der Herr für seinen Knecht. Selbft seinen eignen Sohn gab Gott für mich verlornen Menschen in Marter, Schmach und Tod. 3. Was fann mir denn nun schaden, der Fluch, der Sündern droht? Sott fiebt auf mich in Gnaden; durch Jesu Mittlertod bin ich von diesem Fluch befreit, und darf nicht ängstlich fürchten Gericht und Ewigkeit. 4. D'rum fag' ich dir von Herzen jetzt und mein Lebelang Erlösung. 105 lang für deine Todesschmer- bis zum Tod und Grab zen, Erlöser, Lob und Dank. Hilf, daß ich dir für deine Treu' auf ewig ganz ergeben und thätig dankbar ſei. aus mitleidsvollem Triebe zu unsrer Rettung gab, ach, unter welchen Plagen schloß fich dein Lebenslauf! Mit Zittern und mit 3agen stiegst du zum Delberg auf. 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen, als ein Chrift mit allem Ernft zu meiden, was vor dir sündlich ist! Nie komme mir's aus meinem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin! 6. Mein Kreuz und meine Plagen, und wär's auch Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. Laß nur, mein Herr und Gott, mich fliehen jede Luft der Welt, und dem Erempel folgen, das du mir vorgestellt! 7. Laß mich an Andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen Jedermann, ohn' Eigennuß und Heuchelei, und, wie du mir's erwiesen, aus wahrer Lieb' und Treu'! 8. In meinen letzten Stunden erquicke mich dein Tod, daß ich, mit dir verbunden, besieg' auch diese Noth! Du bist es, Herr, auf den ich trau'! Stärk' meine Seel' im Tode, daß ich dich ewig schau'! und 2. Die schauervollen Stunden der Martern waren da. Du sahest Hohn Wunden, dein Kreuz auf Golgatha, den Tod, die Grabeshöhle, und fühltest Angst und Noth; betrübt war deine Seele, bes trübt bis in den Tod. 3. Ach! welche Angfigefühle ergriffen da dein Herz! Im nagenden Gewühle von Bangigkeit und Schmerz lagst du vor Gott im Staube, mit Todesschweiß bedeckt. Wie kämpf= te da dein Glaube, von banger Furcht erschreckt. 4. Auf dich, der Menschen Bester, drang Angst auf Angst herzu, und doch bing Niemand fefter an feiWie nem Gott, als du. sehnlich bat dein Flehen um Schonung, und wie ftill: Es soll nur das geschehen, was Gott, mein Vater, will! 5. So wareft du mit Freuden gehorsam und bereit, nach Gottes th zu leiden, und gingft mit Willigkeit der frechen Schaar fam, Mel. Befiehl du deine Wege u, der sich einst 145 entgegen, die € 5 106 Werke und Wohlthaten Gottes. kam, dir Bande anzulegen, und Hulo, wie sehr sie gleichund dich gefangen nahm. wohl fehlen, mit schonender Geduld. Erbarmend sprichst du: Freunde, wacht! o wacht mit mir und betet, nah' ist des Feindes Macht! 6. Der Menschen Heil zu fördern, gabst du mit fanftem Sinn dich willig deinen Mördern und ihren Martern hin. Um dich war Alles trübe; doch du bliebst ruhevoll. So stark war deine Liebe zu uns und unserm Wohl! 7. O Freund der Men schenkinder, den nun fein Leid mehr drückt, wie hoch haft du uns Sünder durch diese Hult beglückt! Dich wollen wir erheben, so viel die Schwachheit kann, und dir zur Ehre leben. Nimm unser Opfer an. 4. Du Tröfter schwacher Brüder, Herr, nimm dich meiner an! Wie leicht fall' ich auch nieder, verführt durch stolzen Wahn! Ach! oftmals schlummr' ich sorg. los ein, bin ruhig bei Gefahren, die meiner Seele bräu'n. 5. Herr, rette du mich Schwachen, wenn Stolz und Sicherheit den Geift Gib verdroffen machen. Kraft und Muth im Streit; flöß' meiner Seele Tröftung ein; sprich zu ihr: Kämpf' bald ist die Mel. Wenn mich die Sünden 146 Sint, als im und bete! bald Angstgebete, Krone dein! Herr, deine Seele rang, und immer heißer flehte, Mel. so tief gebeugt, so bang: 147 Beter da fand'st du keinen Trost, kein Licht, da schwebte Nichts als Marter vor deinem Angesicht. 2. Auch fie, die so entschloffen, so männlich dich bekannt, find mnthlos, find verdrossen, vom Schlummer übermannt. Sie schauen deiner Seele Schmerz und keiner deiner Brüder spricht Labsal in dein Herz. 3. Doch diese schwachen Seelen trägt deine Lieb' Herzliebster Jesu elenner Jesu, werdet nie vermessen! Der Fall ist nabe, wenn wir je vergeffen, Beständigkeit und Sicherheit vor Sünden auf Gott zu gründen. 2. Dann gleichen selbst die feurigsten Entschlüsse den lichten Dünften, die durch Finsternisse schnell in die Höhe schimmern und vergeben, wie sie entstehen. 3. Die Jünger stärkten in der ernsten Stunde durch Was Erlösung. Wachen und Gebet sich nicht im Bunde mit ihrem Herrn; fie fielen felbft vor Kummer in tiefen Schlummer. 4. Als der Verräther kam mit seinen Schaaren, wie bebten sie vor drohenden Gefahren! Wo war ihr Muth, für ihren Herrn mit Freuden den Tod zu leiden? 5. Uneingedenk des Hirten floy'n die Schaafe. Er ward verlassen, er, der unfre Strafe so willig duldete, daß seine Heerde gerettet werde. 6. O welche Liebe! Jesu, welche Treue! Du litteft, daß der Mentch sich deiner freue; ach, laß uns nie mit zweifelnden Gedanken im Glauben wanfen! 107 decket, dein tröfte fich mein Glaube, wenn Tod und Sünde mich schrecket; dein tiefer Schmerz, dein Klagen, dein Todeskampf, dein 3agen fei meine Ruhe, Herr Jeſu! 2. Du littest ganz unschuldig von Frevlern Schmähung und Schmerzen, und trugft allzeit geduldig fie mit verzeihendem Herzen. Dein Geift soll uns beleben, zu dulden, zu vergeben, wie du, zu lieben, Herr Jeſu! 3. Am Kreuze hingst du, kläglich entfiellt, gemartert, verschmachtet. Dein Tod belehr' uns täglich, wie hoch du Seelen geachtet! Er schreck' uns ab von Sünden: er müss' uns dir verbinden zu ew'ger Liebe, Herr Jesu! 7. Wer dich bekennet, fürchte, Herr, auch Alles von feiner Schwachbeit! EingeIn eigener Melodie. denk des salles der besſern 149 Chrifte, du Sohn Bottes! der du trägt die Sünde der Welt: erbarm' dich unser! er, trauen auf dich zu bauen! 8. Laß deinen Geist uns, Herr, zur Seite treten! Er lehrt uns wachen, lebrt uns ernftlich beten! So werden wir im Kampfe nicht erliegen; wir werden fiegen. 2. Chrifte, du Sohn Gottes, der du trägst die Sünde der Welt: erbarm' dich unser! lag mit Angstschweiß be3. Chrifte, du Sohn Gottes, der du trägst die Sünde der Welt: gib uns deinen Frieden! Amen. Mel. O famm Gottes 148 Erlöser, der im Mel. In allen meinen Thaten Staube einst 150 W; er kann die Leiden faffen, die € 6 bu, 108 Werke und Wohlthaten Gottes. du, o Herr, gelassen für mich Trauer im bangen Todeserduldet haft? Daß ich gerettet würde, trugst du die schwerste Bürde, und übernahmst auch meine Laft. schauer: Verläßt du mich, mein Gott? Nun mag ich einst erblaffen, du wirst mich nie verlassen; du fühltest selbst des Todes Noth. 2. Laß deine leßten Stunden, und was du da empfunden, mich trösten und erfreu'n! Es lebre mich dein Leiden, den Dienst der Sünde meiden, und dir mich jetzt und ewig weih'n. 8. Du sprachst am Ziel der Leiden mit namenlosen Freuden: mein Werk ist nun vollbracht! Lehr' es auch mich vollbringen, und einft zum Ziele dringen durch meines Todes dunkle Nacht! 3. Du ftarbft mit einem Herzen, das auch in Todesschmerzen für deine Feinde bat. Wie du, will ich mich üben, auch meinen Feind zu lieben; oft wußt' auch er nicht, was er that. 4. Du trösteteft den Armen, der sich auf dein Erbarmen am Kreuze fest verMel Befiehl du deine Wege lief. Auch ich bin, wann 151 Der Herrscher al ich sterbe, war ich dir treu, dein Erbe, und folge dir in's Paradies. 5. Du sorgteft, voll von Liebe aus regem Mitleidstriebe, noch für der Deinen Rub'. Ach, wenn auch ich muß leiden und von den Meinen scheiden: so sende Troft und Muth mir zu! 9. Du gabst am Leidensende in deines Vaters Hände getrost die Seele hin. Wann ich auch meine Seele ihm einst, wie du, befeble: dann ist auch mir der Tod Gewinn. 6. Du mußteft, matt von Plagen, auch über Durft noch klagen und Reiner labte dich. Warum sollt' ich denn beben, wann Leiden mich umgeben? du labßt ja und erquickest mich. 7. Du riefft voll tiefer vor und sich gebunden feh'n, er muß, bedeckt mit Schande, seinen Knechten feb'n, bier fich richten laffen. Sie suchen ihre Wuth, womit sie längst ihn haffen, zu sättigen mit Blut. 2. Die Unschulb feiner Lehren, wem war fie unbewußt? Wer war's, ber ihn mehr ehren, wer, der ihn schüßen mußt'? Wem waren dies sonst Pflichten, als denen, die ihr Stand, ein recht Gericht zu richten, auf's Heiligste verband? 3. Doch hier wird fal scher Erlösung. 109 scher Zeugen Verläumbung mich die Rache meiden; gern gehört; hier wird burch Läßterungen der Heiligste entehrt; hier wird das Recht gebeuget, entweiht das Richteramt; hier, wo die Falscheit zeuget, die Unschuld frech verdammt. und muß ich ohne Schuld doch Schmach und Unrecht leiden, so tröst' mich deine Huld! 4. Entweiht ist zwar die Stätte, entheiligt dies Gericht, in dem man Jesum schmähte, doch seine Unschuld nicht. Er schweigt; es macht sein Schweigen, und selbst der Lügner Mund, die wider ihn hier zeugen, schon seine Unschuld kund. 5. O würde nie mit Ränfen der Ungerechtigkeit, bie Recht und Unschuld tränken, ein Richterstuhl entweiht! entweiht an keinem Orte die Wahrheit und das Recht, daß nie durch Läfterworte die Unschuld leiden möcht! 6. Lehr' mich, Herr, wo ich schweigen, und wo ich reden soll! Mein Schweigen und mein Zeugen fei flug und wahrheitsvoll! Laß meinen Mund nie trügen, mach' mich von Falsch beit frei, daß ich ein Feind der Lügen, ein Freund der Wahrheit fei! 7. Laß mich nie wieder schelten, wenn mich die Bosheit schilt, nie Haß mit Haß vergelten! Mein Herz sei fanft und mild! Lebr' Mel. So schlummer du Durst Blut, o blinde kaum erhört die 152 Wuth, ist worden! den Erlöser will sein Volk grausam schändlich morden. 2. Da geht er bin, ach seht auf ihn! gefeffelt durch die Straßen, muß vom beidnischen Gericht sich verdammen lassen. 3. Sein Richter fiebt, wie Alles glüht voll Grimm und wilder Nache, und vertheidiget zuerst des Gerechten Sache. 4. Doch zittert er, wankt hin und her, verlangt des Volkes Stimme; und fie rufen: Barrabas! mit er bostem Grimme. 5. Da gibt er ihn zur Geißlung bin, die Wache darf ihn höhnen, und mit einem Dornenkranz ihn zum König frönen. 6. Wer hat ein Herz, und fühlt den Schmerz des Heiligen, des Besten nicht mit Wehmuth? Möchte ihn doch ein Mitleid trösten! 7. Seht, welch' ein Mensch! sebt, welch ein Mensch! spricht selbft Pila= 7 110 Werke und Wohlthaten Gottes. latus, ftellet ihn zur Schau bar, eh' er noch ihm sein Urtheil fället! 8. An's Kreuz mit ihm! an's Kreuz mit ihm! so schreit die tolle Vienge; und der feige Richter kommt endlich ins Gedränge. 9. So flerb' er dann! sprach ießt der Mann, der ihn erretten sollte, aber nie um Recht und Pflicht Etwas leiden wollte. 3. Geschäftig war der Frevler Wuth, erfind'risch, ihn zu plagen. Sein Leib war ganz bedeckt mit Blut, voll Striemen und zerschlagen. Mit einer Dornenfron' getrönt, in Königs kleidern ausgeböhnt, stand er vor seinen Feinden. 4. Den Heiden, der sein Richter war, ergriff ein menschlich Schrecken; er ftellt' ihn seinen Brüdern dar, ihr Mitleid zu erwecken. Seht, welch' ein Mensch! Ich kann ihn nicht verdammen; denn die Un schuld spricht zu mächtig für sein Leben. 5. Vergeblich, ach! ver. geblich war die Menschlich Mel. Schon ist der Tag von Gott feit des Heiden; die auf geregte wilde Schaar fab Menich! mit Freuden. Sein Tod befriedigt fie al lein, sie stürmten auf den Richter ein, und schrie'n: Er sterb' am Kreuze! 6. Du denkest ohne Schau dern nie an diese Wuth der Sünder, du spricht: Die Rache ftrafte fie! noch ftraft sie ihre Kinder See10. Ach! uns zu Gut floß hier dein Blut, trugt du mit ftillem Herzen deiner eblen Seele Qual, alle deine Schmerzen. 11. Du hast's gethan. Wir beten an mit dankendem Gemüthe, mit Bewunderung und Preis, deine Treu' und Güte. 12. Dir wollen wir, o Herr, dafür uns selbst zum Opfer bringen. Gib dem guten Willen Kraft, gib ihm das Vollbringen. 153 Set, welch' ein fien, Eins mit Gott, ein Helfer, ein Gerechter, ward frecher Missethäter Spott, und seines Volks Gelächter. Wie ein Verbrecher stand er da, verklagt, verleumdet. Wer ihn sah, der sah ihn mit Verachtung. lag so schwer auf ihm die Last der Sünder! Wie unaussprechlich duldet er für euch, thr Menschenkinder! So leiden sab von Anbeginn die Erde Keinen je, als ihn, so wird auch keiner leiden. 2. Der Sohn des Höch Erlösung. Seele, dent du auch dabei In voriger Melodie. an deine Sünden? Bift 154Wie groß, Herr am Tode du frei von Jesu? 7. Sieh, welch ein Mensch! er wird für dich verschmä, bet und zerschlagen! Hör' ihn, er spricht: Ich selber, ich muß deine Sünden tragen. Die Schuld ist dein, durch meinen Tod versöhn' ich, Sünder, dich mit Gott, und sterb' um dei netwillen. 8. O hochgelobter Gottessohn, du Tilger meiner Sünden, erhöht auf deines Vaters Thron, ach, laß mich Gnade finden! Laß deines Todes Schmach und Pein Gerechtigkeit und Heil mir seyn, um deiner Liebe Willen! 111 9. Ich schwöre, Welterlöser, dir, und willig will ich's balten: so wahr du lebeft, soll in mir nie deine Lieb' erkalten! Dein Leiden und dein Tod soll mich, so lang ich lebe, Herr, an dich und deine Lieb' erinnern! auf deinen Leidenswegen! Mit welcher hohen Seelenrub' gehst du dem Tod entgegen! Voll Zärtlichkeit und Edelmuth warst du bereit, nur uns zu Gut, des Kreuzes Schmach zu tragen. 2. Die Menschen für die Ewigkeit voll Weisheit zu erziehen, war ftets bei deiner Lebenszeit dein ernstliches Bemühen, und selbst im Tode wolltest du für fie Heil, Troft und Seelenruh' voll Großmuth noch erwerben. 3. D'rum fliegst tu auf der Leidensbahn, voll Heldenmuth, mit Frenden getroft auf Golgatha binan, den Kreuzestod zu leiden; hier zeigest du dich, Gottes Sohn, bei Schmerzen, Martern, Spott und Hohn in deiner wahren Größe. 4. Mit hoher Würde duldest du des Kreuzes Schmach und Schmerzen, sprichst Troft betrübten Seelen zu, und bitt'A mit edlem Herzen selbst in der letzten Todesnoth für deine Mörder noch zu Gott; du stirbst als Menschenretter. 10. Lockt mich die Welt, lockt Fleisch und Blut mich auf den Weg der Sünde; so rüfte mich mit Kraft und Muth, daß ich sie überwinde. Dann rufe du mir liebreich 5. Ach, sieh ihn hier, erzu: Dent', welch ein Mensch ich war! und du, du wolltest mich nicht lieben? löfter Chrift, schuldlos zum Kreuze bringen! sieb', wie sein Blut zur Erde fließt; fiet 112 Werke und Wohlthaten Gottes. fieh ihn zum Tode ringen! Mel. Herzliebster Jesu Sieb seine Wunden, seinen 15511nfchuldigter, bu Schmerz! an sein liebevolles Herz! Ach, sich ihn duidend sterben! 6. Hier denk' an jenen Zweck zurück, der ihn hieber getrieben! Nun fag' bei diesem Trauerblick: willst du noch Sünden lieben? Nein, bier, o Chrift, entschließe dich bei seinem Tode feierlich, dein Leben ihm zu weihen! 7. Entsag' den Sünden dieser Welt und sündenvollen Freuden; flieb' Men fchenbaß, der ihm mißfällt; such' Alles zu vermeiden, was dich zur Sünde reizen kann; geb' standhaft auf der Zu: gendbahn der bessern Welt entgegen! 8. D Jesu! der du für uns starbst zur Rettung vom Verderben, uns so viel Heil und Troft erwarbft durch Lehren, Leiden, Sterben, steh' uns mit deiner Hülfe bei, daß wir, stets unsrer Pflicht getreu, nach deiner Lehre leben! 9. Doch auch bei unsrer Sündenschuld und bei dem Druck der Leiden woll'st du uns Troft, Muth und Geduld durch deinen Tod be reiten; und naht einst unser Tob heran, so laß uns diese Pilgerbahn als Glaubige beschließen! hatteft verbrochen; doch ward das Todesurtheil dir gespros chen! Du, Heiligster, bist ja in Missethaten niemals gerathen. 2. Und doch wirst du verworfen und verhöhnet, mit einem Dornenkranz zur Schmach gekrönet, gegeis belt, und, von Schmerzen schon entkräftet, an's Kreuz geheftet. 3. Was ist die Ursach' aller solcher Plagen? Ach, unfre Sünden haben dich geschlagen! Zu ihrer Tilgung hast du, Herr, erdbuldet, was wir verschuldet. 4. O große Lieb'! o Lie be, kaum zu fasſen! Auch mir zum Heil hast du dich martern lassen. Damit ich lerne Sünden ernstlich meiden, willst du, Herr, leiden! 5. Ach, großer Mittler, groß zu allen Zeiten, wie kann ich g'nugsam deine Treu' ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? 6. Doch dir gefällt's, wenn ich mich selbst bekämpfe, bir folge, und des Fleisches Lüfte dämpfe; so sei denn auch forthin mein ganzes Leben nur dir ergeben! 7. Gib selbst zu diesem heis ligen Geschäfte mir Schwa chen Erlösung. chen deines guten Geistes Kräfte, daß er mich auf den Pfad der Tugend führe, und mich regiere! 8. Dann werd' ich dank: voll deine Huld betrachten, dich lieben und die Luft der Welt verachten, mit allem Eifer suchen, deinen Willen treu zu erfüllen. 9. Zu deiner Ehre will ich Alles wagen, kein Droben achten, keine Schmach, noch Plagen; mich sollen auch des bängsten Todes Leiden nicht von dir 10. Empfang' ich einst vor unsers Gottes Throne, wie du empfingst, die Seligkeit zum Lohne, dann will ich würdiger dein Lob befingen, und Dank dir bringen. 113 erschrickt; er flieht, eb' Bande broben: schämt sich, daß er geflohen: fehrt um und eilt verwegen dem tiefern Fall entgegen. 2. Kaum naht sich die Gefahr: so bebt der Jünger Schaar. Die erft fich boch vermessen, eb' fie der Treu' vergessen, den Tod felbst vorzuziehen, verlassen dich und fliehen! 3. Der kühn sein Schwert gezückt, dein Petrus selbst 4. Wie ist der Mensch so schwach! So viel sein Muth) versprach; dort liegt er, tief im Staube; erloschen ift sein Glaube, fein kühner Muth gedämpfet. Ach, Christen, wacht und kämpfet! Mel. Wenn mich die Sünden 157 Von Furcht dabin gerissen, verläugnet Petrus dich. Bald ftraft ihn sein Gewiffen, da weint er bitterlich. Tief bringet ihm dein Blick ins Herz, er fleht zu dir um Gnade, und du fillft seinen Schmerz. Mel. Auf meinen lieben Gott 2. Wie wuchs nun dei156 Mein Sefu, für nem Zeugen Beständigkeit dein Herz welch' ein so herber Schmerz, den du weit mehr empfunben, als Striemen, Schläg' und Wunden! Die kleine Zahl von Freunden kränkt dich, gleich deinen Feinden. und Muth! Furcht konnt' ihn nicht mehr beugen; für dich floß selbst sein Blut; Dich, seinen Herrn, und seinen Gott, verherrlichte fein Leben, verherrlichte sein Tod. 3. Bewegt ift meine Seele, erfüllt mit Neu' und Schmerz, was hilft's, daß ich's verheble? Du schauft mir ja in's Herz! Bekennen will ich's, Jesu, dir: Auch ich hab' dich verleugnet; vergib, vergib es mir. 4. Wenn deines Namens Spöts 114 Werke und Wohlthaten Gottes. Spötter dich schmähten; Gnade, fürcht' ich selbst nicht wenn ihr Spott dich höhnte, den Tod. Wer ist es, der Welterretter! dich, ibren mir schade? Du bist mein Herrn und Gott; dann Schild, o Gott: von meischwieg ich furchtsam, schäm- nem Haupte fällt kein Haar, te mich, ein Chrift zu seyn, und drobte mir von allen und scheute mehr ihren die schrecklichste Gefahr. Spott, als dich. 5 O du, der du dein Leben, du Herr der Ewigkeit, so willig bingegeben für meine Seligkeit, wie undankbar, wie schwach war ich, daß ich den Epott der Sünder mehr fürchtete, als dich! 6. Uch Vater, ich empfinde die Größe meiner Schuld. Vergib auch diese Sünde nach deiner großen Huld! Erbarmend sahst du Petrum an; laß eine gleiche Gnade mich, o mein Heil, empfahn! 7. Laß mich bei meiner Neue den Bund mit dir erneu'n, Standhaftigkeit und Treue, bir, mein Versöhner, weihn! Dich zu verläugnen, Herr, mein Gott, das fürchte meine Seele weit mehr, als selbst den Tod. 8 3 will dich frei bekennen. Wann Gott Gericht einst hält, wirst du mich auch bekennen dem Richter aller Welt. Dein Kreuz ist meine Zuversicht, dein Kreuz ist meine Ehre, dich laß ich ewig nicht. 9. Beschirmt von deiner Wiel. Wie wobl ist mir, o Freund größten Sterbenden 158 D zu sehen, schwing dich, mein Geift, auf Golgatha, wo man des Mittlers Kreuz erhöhen, den Weltbeglücker bluten fah! Erwäg' in dies sem heil'gen Orte des sterbenden Erlösers Worte und rufe Gott um Glauben an; sie können dir den Trost im Leben und einst den Trost im Tode geben, wenn bier dich Nichts mehr trösten fann. 2. Geduldig bei den größe ten Schmerzen, nimmt er fich seiner Feinde an und ruft mit sanftmutbsvollem Herzen: Sie wissen nicht, was sie getban! Der göttliche, der größte Beter flebt liebreich noch für Missethäter, Werkzeuge seiner Pein und Schwach. Mensch, wenn dich Rach' und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren, und bete beinem Heiland nach. 3. Welch' Beiſpiel kindlich- frommer Triebe, als, unter Leiden ohne Zabl, ber Erlöfung. der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend noch empfahl! Ach, wird mein Aug' einst um die Meinen in meinen letzten Stunden weinen; so soll dies Wort mir Troft ver. leih'n. Der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schüßen strebte, wird auch der Meinen Pfleger seyn. 4. Froblocki, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe fierbend spricht: Du wirst, so ruft er ihm entgegen, noch heute, deines Glaubens wegen, mit mir im Paradiese seyn! O Herr, laß an des Todes Pforte einst diese troftesvollen Worte mich auch im letzten Kampf erfreu'n! 115 mels und der Erde, von allem Labfal jegt entblößt, wünscht, daß sein Durft geftillet werde. O Mensch, der dich so theu'r erlöst, der Heiland rufet dich noch heute im Urmen, den an deiner Seite auch Hunger, Durst urd Mangel drückt. O felig, wer den Ruf erfüllet! Denn wer des Armen Mangel stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. 7. Nun enden sich die schweren Leiden, der Heiland spricht: Es ist vollbracht! O Wort des Sieges, Wort der Freuden! du nimmst dem Tode feine Macht. Heil uns! wer darf es nun wohl wagen, uns, die Erlösten, zu vertlagen? Der Friede ift mit Gott gemacht. Gib, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: Es ist vollbracht! es ist vollbracht! 5. Wer kann die hohen Leiden fassen, als Chriftus an dem Kreuze rief: Mein Gott, wie hast du mich verlaffen! Wie beuget ihn die Laft so tief, die freche Sünder auf ihn brachten! Vor Angst und Pein müßt' er verschmachten, wär' Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlaffen da gehangen, Herr, mein Troft, verlaß mich nicht! 6. Der Herr des Him8. Das letzte Wort aus deinem Munde soll, Jesu, auch das meine seyn! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleih'n! Du rufeft: Bater, ich befehle in deine Hände meine Seele: du, der du Allen Heil erwarbft. Nun war das größte Werk vollendet, wozu der Vater dich gesendet, du neigteft sanft dein Haupt und starbft. 9. Mensch! 116 Werke und Wohlthaten Gottes. 9. Mensch! kannst du ihm gefällt, den Weg zu ohne fromme Zähren ben jener bessern Welt, euch Liebling Gottes sterben fag' ich, die ihr um mich seh'n? Mußt du ihn nicht weint: Getroft, bald werden mit Freuden ehren, und wir vereint! willig seinen Ruhm erhöh'n? O weine fromm bei seinen Plagen, und fröhlich sieb' ihn nach drei Tagen aus feinem Grabe auferstehn! Und wenn ihn Spötter hier entehrten, dort wirst du ihn als den Verklärten 6. Den Troft, o Jefu, dank' ich dir; du brachtest ihn vom Himmel mir. Du haft verheißen: Ihr seid mein; wo ich bin, sollt' ihr ewig seyn! Mel Befiebl du deine Wege zur Rechten seines Vaters 160D, beffen Augen floffen, sobald Wiel. O Jesu Christ, mein's fie Zion fah'n, zur Frevelthat entschloffen, sich seinem U 159 benteft in der Falle nab'n; wo ist bas tiefsten Noth, ergriffen, Herr, von Qual und Tod, an deiner Freunde Gram und Schmerz, und flößeft ihnen Troft in's Herz. Thal, die Höhle, die, Jesu, dich verbirgt? Verfolger seiner Seele, babt ihr ihn schon erwürgt? 2. Du siehst die Mütter, fiehst den Freund, und fyrichft zu ihr, die troftlos weint: Sieh'. Mutter, die ser Sohn ist dein; was ich dir war, wird er dir seyn. 2. Welch jammervolles Klagen seufzt in Gethse mane! Wer ist der Mann der Plagen, der langsam Sterbende? It Jesus das, der Beste, den je die Erde sab? Er fühlt der Qualen größte? Er ist dem Tode nab? 3. So innig bis zum Tod, so treu sei meine Zärtlichkeit, ich sei so willig, Andern beizusteh'n, und ihnen Beistand zu erfleh'n! 4. Wenn euch, die hier mein Herz geliebt, ihr Freunde, einst mein Tod betrübt: dann übergeb' ich euch dem Herrn, er hört, er hilft, er segnet gern. 5. Froh geb' ich, wenn es 3. Ach, wie er tief im Staube, bedeckt mit Angstschweiß, liegt, mit dem Ge fühl sein Glaube im Kampfe dennoch fiegt! Schon kommit der Mörder Notte, die kein Erbarmen rührt, die ihn zu Hohn und Spotte, ihn, ach! zum Kreuze führt. 4. Sein Volt im bittern Grims Erlösung. 117 Grimme erweicht sein An- Weich' von mir, des Eitlen blick nicht, nicht fremden Liebe, Alles, was nicht ewig Mitleids Stimme, die von ift! Was du gibst, ist nicht dem Nichtstuhl spricht: Er von Gott; und womit du ift thr Hohngelächter; fie lohnft, ist Tod! Der am droh'n mit wildem Ton: Kreuz ist meine Liebe, dem Auf uns, auf Söhn' und ich treu zu seyn mich übe. Töchter, komm' seines Blutes Lohn! 2. Der am Kreuz ist meine Liebe! Frevler, was befremdet's dich, daß ich Jefum Chriftum liebe? Je= sus gab sich selbst für mich; sollt' ich nicht sein eigen seyn, mich ganz seinem Dienste weihn? Der am Kreuz ift meine Liebe, dem ich treu zu feyn mich übe. 5. 3ur fernen Schädelflätte trägt er fein Kreuz hinan. Sie freuz'gen ihn! O bete, mein Geift, mit Wehmuth an. Noch höhnt in frechen Mienen das Volk des Dulders Schmerz. Er ruft: Vergib es ihnen! vers gebens bricht sein Herz. 6. Es bricht, und schwer von Kummer sinkt auf die Bruft zur Ruh' sein Haupt; nun schließt der Schlummer sein müdes Auge zu. Am Kreuze ruht die Hülle, der Geift schwebt fanft entrückt zu Gott, wo ihn die Fülle des hoben Lohns erquickt. 7. Freund der Menschenkinder, wir danken dir gerührt! Dein Leiden hat uns Sünder zu großem Glück geführt! Dich ehre unser Glaube, Anbetung sei bein Dank; hör' ihn, ver nimm vom Staube den schwachen Lobgefang. Mel. Werde munter, mein 161 er am Kreuz ift Meine Lieb' ist Jesus Chrift, 3 Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du bist mir verhaßt! Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz erblaßt! Undank für so herben Schmerz, nie beflecke er mein Herz! Der am Kreuz ist zc. 4. Der am Kreuz ift meine Liebe! Was ist mir noch fürchterlich? Ruh', Gewissen! Er, die Liebe, Jesus ftarb ja auch für mich. Wer verdammt nun? Gott ist hier; Gott verzeiht durch Chriftum mir. Der am Kreuz ift 2c. 5. Der am Kreuz ist mein Vertrauen! Nichts, wie furchtbar es auch ist, keines, feines Todes Grauen von dir mich, Chrift! Nicht Gewalt, nicht' Gold, 118 Werke und Wohlthaten Gottes. Gold, nicht Ruhm! Engel 4. Du gingeft meinetwenicht, kein Fürstenthum! Dir, dir will ich lebend trauen; fterbend dir! Dich werd' ich schauen! gen dem Todeskampf entgegen mit wahrem Heldenmuth; du starbft, mir vom Verderben Errettung zu er werben, und litteft Alles mir zu Gut. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe! Komm', o Tod! Du bist mein Freund! Wenn ich, wie ein Staub, verfliebe; wird mein Geift mit Gott vereint Da, da schau' ich Gottes Sohn, ärnte feiner Leiden Lohn. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu seyn mich übe. Mel. In allen meinen Thaten 1620 Welt, fieh hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben! Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Herr der Ehren läßt willig fich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Komm, schaue seine Schmerzen! Erwäge, was im Herzen der Unschuldvolle fühlt, was er am Leibe leidet, wie, bis er endlich scheidet, die Qual in seinen Adern wühlt. 3. Wer ist's, der dich geschlagen, mein Heil, und diese Plagen dir aufgebürdet hat? Du warst ja nicht cin Sünter, wie andre Menschenfinder, und rein von aller Missethat. 5. Wie bin ich dir verbunden, durch den ich Heil gefunden, zur tiefflen Dankbarkeit! Dir sei mein ganzes Leben zum Opfer hingegeben, dir, Jesu, Leib und Seel' geweiht. 6. Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets vor Augen seyn, von meinen Chrifenpflichten mich täglich unterrichten, und mir zur Tugend Kraft verleihn! 7. Dein Beispiel foll mich lehren, den Rath des Höchsten ehren. ihm gern geborfam sepn; auch meine Brüder lieben, und, wenn sie mich betrüben, mit edlem Wohlthun fie erfreun. 8. Als Chrift will ich mich üben, die Feinde felbft zu lieben, wie du, der für fie bat. Ich will tes Lebens Plagen getroft und willig tragen, und thun, wie mein Erlöser that. 9. Nie will ich wieder schelten, nie Spott mit Spott vergelten, nie, wenn ich leide, bräu'n. Selbft Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden, wie Erlösung. 119 wie du, von Herzen gern Freunde; du warst der Leute verzeihn. Spott, dich höhnten deine Feinde: Wo ist denn nun dein Gott? 10. Gerührt von deinen Plagen will ich mit Ernst entfagen dem, was dir nicht gefällt; was deine Augen haffen, das will ich fliehn und laffen, geflel es auch der ganzen Welt. 4. Wer kann dir nachempfinden den Schmerz, die Todesangst, mit welcher du von Sünden uns zu erretten rangst? Die Last ge häufter Plagen fiel da so schwer auf dich, daß sie dich drang zu klagen: Gott, wie verläßt du mich! 5. Ach, diese Last und Mühe hab' ich auch dir ge= macht! O mein Erlöser, siehe vom Throne deiner Macht in Gnaden auf mich Armen, der sie verschuldet hat und hilf mir aus Erbarmen von meiner Misſethat! 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht; wohin soll ich sonst geten? V rwirf nur du mich nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr, nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht gibst? 2. Wie viel hast du erduldet, erhabner Menschensohn, als du, der nichts verschuldet, empfingst der Sün- 7. Du haft mir durch der Lohn! Da folgte Schmerz dein Leiden zur Tugend auf Schmerzen, da traf dich Muth und Kraft, in TrübSchmach auf Schmach; da fal Trost und Freuden, die lag auf deinem Kerzen Angst, ewig sind, verschafft. O gib die das Herz dir brach. an dieser Gnade auch mei3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohl gefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine 11. Und soll ich endlich sterben, so laß dein Reich mich erben, mich so getroft, wie du, in deine Vaterhände den Geist an meinem Ende empfehlen zu der ew'gen Ruh'. Mel. Befichl bu deine Wege 163 er du voll Blut und Wunden für uns am Kreuze starbst, und unsern letzten Stunden den höchsten Trost erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh' ich war, auch mir zur Rettung hingegeben: mein Heil, wie dank ich dir! nem Glauben Theil, und auf des Lebens Pfade mir Muth, Kraft, Trost und Heil! 8. Soll ich, o Herr, einst schei 120 Werke und Wohlthaten Gottes. scheiden, o so verlaß mich nicht: sei du in Todesleiden mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wenn mir am allerbängsten wird in dem Herzen seyn, so reiß mich aus den lengsten Kraft deiner Angst und Pein! 9. Laß du mein ganzes Hoffen dann in Erfüllung gehn, und mich im Geifte offen, Herr, deinen Himmel febn! Mit heiligem Entzücken will ich dann glaubensvoll nach dir, mein Heiland blicken. Wer so ftirbt, der stirbt wohl! 3. Mich soll das Beispiel Jesu lehren, der frommen Unschuld Lohn fei Seligfeit. Auch ich will Gott durch Tugend ehren, und willig thun, was sein Gefeß gebeut. Die Pflicht des Danks dringt innig mich dazu, und Tugend gründet wahre Seelenrub'. 4. Nie will ich mich am Feinde rächen: auch dies lehrt Jesu hohes Beiſpiel mich; in bange Klagen nie ausbrechen, verlör auch gleich mein Pfad im Dunkel sich. Durch Leiden ging zum Ziele Jcfus hin; ich folge ihm, weil ich sein Schüler bin. In eigener Melodie. ch sieh' ihn 164 A ben, bluten, des Todes Schrecken? Im 5. Was fürcht' ich noch Grabe schlief auch einst der Menschenfreund. Mag Erde meine Asche decken, wenn einst des Todes dunkle Nacht erscheint! Der Gott, der ihm das Leben wieder gab, ruft einst auch mich aus meinem dunklen Grab. sterben! O meine Seele, fag' ihm frommen Dank! Sieh' Gottes ein'gen Sohn dort sterben, weil Menschenliebe ihn so heftig drang! Wo ist ein Freund, je, was er, gethan, der so wie er, für Sünder sterben kann? der 2. Ja mir zum Trost und ihm zur Ehre gereicht fein ganzer Kampf, fein Kreuzestod; bestätigt ist nun seine Lehre; ich baue feft darauf in jeder Noth. Unschuldig litt er zwar; doch Preis und Ruhm ift auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. 6. Nimm hin den Dank für deine Liebe, mein Retter, den mein ganzes Herz dir bringt! Dort dank ich dir mit reinem Triebe, wenn dich mein Geist unsterblich einst befingt. Dann stim men alle Sel'gen fröhlich ein; dann soll der ganze Himmel Zeuge seyn. Mel. Erlösung. 121 Mel. Wer nur den lieben Gott uns gibt, mit der er in der 165 Erfarb, der größ= Ewigkeit den, der die Tute Freund der gend ehrt, erfreut. Tugend, er starb, von sei- Ga nem Volk verkannt, das In voriger Melodie. nicht in ihm den Freund 166 Du Bester aller und des Greises fand; in ihm, der nie auf Rang und Pracht, nur Anspruch auf das Herz gemacht. 2. Wie aber werden wir erkennen, daß wir den größten Menschenfreund nicht auch, wie einst sein Volk, verkennen, daß unser Herz es besser meint mit Jesu, deffen Tod uns rührt, dem unser ganzer Dank gebührt? 3. Wenn seinem liebevollen Herzen auch unser Herz an Liebe gleicht; wenn unter Leiden, unter Schmerzen es nie von seinen Pflichten weicht; wenn wir dem Feinde selbst verzeihn, und ihn mit Rath und Troft erfreun; 4. Wenn wir stets reines Herzens leben; wie Jefus, uns der Tugend weihn; und unser eifrigstes Bestreben nur das ist: Gott ergeben seyn; und wenn wir jede böse That vermeiden, wie es Jesus that: 5. Dann können wir den Trost uns geben, daß unser Herz ibn ebrt und liebt, und hoffen, daß nach diesem Leben Gott fene Seligkeit der, wie martert dich voll blinder Wuth der Frevel ausgelaßner Sünder! Aus allen Adern strömt dein Blut, und tiefer, nie ge= fühlter Schmerz durchdringet Glieder, Sinn' und Herz. 2. Doch Sanftmuth ift in deinen Mienen, in deiner Seele Zuversicht; du fleyft: Vergib, o Vater! ihnen; was sie ießt thun, verstehn sie nicht! Und ruhig, bis dein Herz dir brach, trugst du des Kreuzes Qual und Schmach. 3. Dein hohes Beispiel soll mich lehren, das Ünrecht dulden und verzeihn. Will Rachsucht meinen Geist empören, Gekreuzigter, dann denk' ich dein, wie du, gemartert und geschmäht, für deine Peiniger gefleht. 4. Wie follt' ich nun nicht Alle lieben, für welche du gestorben bift? Wie könnt' ich Einen noch betrüben, für den du litteft, Jesu Chrift? Wie nun nicht freudig Gutes thun, und still in Gottes Willen ruhn? 5. Schreckt mich der Lohn der Uebertreter, und quält 8 die 122 Werke und Wohlthaten Gottes. die Schuld der Sünde mich; muth und Geduld, auch selbst dann denk' ich, göttliter Vertreter mit froher Zuversicht an dich. Auch mir, anch mir hat dein Gebet Begnadigung und Heil erfleht. bei sehr gebäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet, daß er so liebreich ihrer denkt, und ihnen Frift zur Buße schenkt, eh nach Verdienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: Auch mich, mich Sünder, nimmt Gott an; bast du durch deines Fürspruchs Kraft, mein treuer Heiland, mir verschafft. O Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! vertritt du mich bis an den Tod! Mel. Herzlich lieb bab ich dich Gnade für 167 1 die Sünder welt rufst du, mein Heil, am Kreuz, gequält von frecher Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Ferz, wann dich bei deinem herben Schmerz die Bösewich ter spotten. Du siehst mit segen vollem Blick von ihnen weg auf den zurück, den diese Schaar in dir entehrt; rufft, daß es Erd' und Himmel bört: Vergib, o Gott, und führe nicht sie ins Gericht, denn was sie thun, verstehn sie nicht! 2. Erstaunend sey'i diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so erträget! Jhr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hohen Werth, und danket ihm beweget! Er hat durch segnendes Gebet auch uns ein ewig Heil erfleht. Er sagt auch uns, zu unsrer Ruh', Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Chrift! gelobt seift du für deinen Tod! Gott ist durch dich noch unser Gott! 3. Daß Gott mit Lang: 4. Wird je mein Herz von Trofte leer, weil meiner Sünden furchtbar Heer aufs Neue mich erschredet: o dann versichre mich aufs Neu', du steheft mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket! mein Geift blickt glaubensvoll auf dich. Sei du mir nur nicht fürchterlich! und schließt sich meine Pilgrimschaft, so stärke mich mit neuer Kraft, Herr Jesu Chrift! Der letzte Kampf wird mir versüßt, wenn du mein Trost im Tode bist. 5. Den fanften, liebevollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß', Herr, in meine Seele; gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach' empfehle. Besänftige mein reges Blut, und flammt des Zor Erlösung. dau 123 lichkeit. Zornes wilde Glut mein zeugt laut von seiner GöttHerz zur Nachbegierde an: o so erinnre mich daran, Herr Jesu Chrift, wie du am Kreuz durch dein Gebet selbst deinen Mördern Gnad' erflebt! 3. Er fleht für die, die ihn verkannten, mit himmlischer Gelaffenheit; bemerkt die traurigen Verwandten, und forgt für sie voll Zärtlichkeit, spricht hohen Trost und Fried' und Ruh' den kummervollen Seelen zu. 6. Mich tröste dein Verföhnungstod; es bilde mich dein Geist, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde! O zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt zum Himmel von der Erde! Du bist der Deinen Schußpanier. Zeuch dir uns nach, so laufen wir, so wollen wir uns deiner Pein und deiner Fürbitt' ewig freu'n. Herr Jesu Chrift! wie selig ist, wie felig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist. 4. Stets eifrig, seines Vaters Willen, auch wann er Leiden vor sich sah, durch Lehr' und Thaten zu erfüllen, fühlt er sich nun dem Biele nah, und, Demuth auf dem Angesicht, freut er sich der vollbrachten Pflicht. 5. Jeßt nähert sich die ernste Stunde. wo Mancher schon nicht Fasſung hielt; doch seht, wie er, mit Gott im Bunde, getroft ihm seinen Geift empfiehlt, und unsrer Seelen hohen Werth Mel. Wer nur den lieben Gott 168 Golgatha, zu durch dieses letzte Wort erklärt! deinen Höhen erheb' ich andachtsvoll mein Herz! Ich will den heil'gen Gottes sehen in seines Opfertodes Schmerz; ich will für seine Todespein mein ganzes Leben ihm nur weih'n. 2. Wie rührend scheidet der Gerechie, im Tod als Gottes Sohn bewährt! 3war leidet er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Kreuz entehrt; doch seines Muths Erhabenheit 6. So stirbt denn Jefus, seine Lehren von Tugend und Unsterblichkeit der Welt als göttlich zu bewähren, und macht die Seinigen bereit, Verkündiger des Worts zu seyn, und weder Schmerz noch Tod zu scheu'n. 7. Er stirbt, der Wohlthun ausgebreitet, oft Nächte im Gebet durchwacht, der Irrende zu Gott geleitet, und Leidende gefund gemacht! So freubenvoll F2 ftirbt 124 Werke und Wohlthaten Gottes. ftirbt auch der Chrift, dem förderte des Feindes Glück. Jesus Licht und Beispiel ist. Und diese Menschenfreund8. Schon viele tausend lichkeit gab sterbend ihm Fromme schieden, dir, Jesu, noch Heiterkeit. nach mit Freudigkeit, empfanden jenen Seelenfrieden, den nur die Tugend uns verleiht. Ihr will ich denn mein Leben weihn; so wird mein Tod, wie deiner, seyn. 5. Auf! laßt an Jesu Todestage den Vorfaß lebpaft uns erneun: Wir wollen unsre Lebenstage, wie Jesus, nur der Jugend weihn! Dann strahlt auch uns ein helles Licht, wenn sterbend unser Auge bricht. Ju voriger Melodie. 169 Seht, Christen, sehet Jesum scheiden, wie er im Tode 170 Eso ruft am KreuIn voriger Melodie. ist -fo standhaft ist, wie nach dem bängsten Erdenleiden sein Auge sich so ruhig schließt; und wisst, daß, wer die Tugendbahn fiets wandelt, ruhig sterben kann! ze des sterbenden Erlösers Mund. Wort, voll Troft und Leben, reize zur Freude meines Herzens Grund! Das große Opfer ist geschehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. das 2. Die Welt mit ihrer Luft verachten, des Reichthums eitlen Glanz verschmähn, und Tugend über Alles achten, in jedem Tugendkampf bestehn, machte, daß auf Golgatha man Jesum ruhig sterben sah. 3. Des ewig guten Vaters Willen durch seine ganze Lebenszeit treu und gewissenhaft erfüllen, war Jesu größte Seligkeit. Ihn schreckte Grab und Zukunft nicht; denn Gott war seine Zuversicht. 4. Er liebte herzlich seine Brüder, selbst noch im letzten Augenblick; schalt nie, ward er gescholten, wieder, be 2. Mein Jesus stirbt, die Felfen beben, der Sonne Schein verlieret sich, in Todte dringt ein neues Leben, der Heil'gen Gräber öffnen sich, der Vorhang reißt, die Erde kracht, der Welt Versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweggewendet, der auf der Welt voll Sünder lag, und uns die Bahn durch's Todes Nacht zur frohen Ewigkeit gemacht. 4. Danks Erlösung. 125 nas 4. Dankvolle Thränen, auch ich in's Todes Nacht mit dem Triumph: Es ist vollbracht! neßt die Wangen! Mein Glaube sieht nun offenbar die Schuldschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Troft gemacht, rief auch für mich: Es ist vollbracht! re 5. O bilf mir, Herr, nun auch vollbringen, was wahDankbarkeit begehrt! Laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt! O stärke mich dazu mit Macht, bis meine Beßrung ist vollbracht! 6. Du littft so viel zu meinem Leben. Wie sollt' ich nicht voll Eifer seyn, mich deinem Dienste zu ergeben? Sollt ich dabei vor Schmach mich scheun? Dein Dienst, mein Heiland, fei mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum. 7. Soll ich, bei dir ergebnem Herzen, auch hier durch manche Trübsal gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung auserfehn; so laß die Hoffnung mich erfreun: Auch das wird einst geendigtseyn! 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes Schrecken, so stärke mich in solcher Last; laß mich den Troft auch sterbend schmecken, daß du ihn überwunden haft! So tret' In eigener Melodie. 171 171 Sou in filler Ruh, der du für uns gestorben, uns am Kreuz in schwerer Müh' ew'ges Heil erworben! 2. Du bist erblast, o Herr, und hast doch in dir Gleich selbst das Leben. als Sterbliche hält dich nun das Grab umgeben. 3. Doch, Heil sei mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen; sondern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, wie dich, auch mich erwecken. Sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd' ich einft, bis du erscheinst, in fanftem Frieden liegen, denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Shr, die die Welt gefeffelt bält, zagt nur vor der Verwesung! Ich, ich hoff in Chrifto einst meines Leibs Erlösung. 7. Nein, Nichts verdirbt! Selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen, und zu Himmelsglanz verklärt aus dem Grabe gehen. 3 8. So 126 Werke und Wohlthaten Gottes. 8. So sink' ins Grab, der Lebensfürst sich des Tomein Leib, hinab; ich will des Banden. mich drum nicht kränken; Jesu, an dein Grab will ich, mir zum Trost, gedenken. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ist's mir der Pfad zum Schauen. In voriger Melodie. 9. Ich preise dic: erfor172 2m Kreuz er- fche mich, und siehe, wie blaßt, der Martern Laft, des Todes Qualen müde, fincet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. ich's meine; ja du siehst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. 2. Ein heil'ger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an weine Brust kann ich tiefgerühret schlagen. Du mich, und über dich gehn aller Trüb. fterben wollfal Wetter; teft du für mich, einziger Erretter! 4. Du haft's gethan: dich bet' ich an, du König der Erlöften! Dein will ich im Tobe mich glaubensvoll getröften. 5. Es ist vollbracht! riefft du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei habest hingegeben. 6. Hochheil'ge That! des Höchsten Rath will ich in Demuth ebren: der Erwerber meines Heils wird mir's einft erklären. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten; sie erstanden; leicht entschwingt 10. Vergeß ich dein, so werd: mein in Ewigkeit vergessen! Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb' ermessen. Mel. Nun laßt uns den Leib 173 Ader, findest du ein stilles Grab zu deiner Ruh', das nach der Noth, die dich gedrückt, mit sanftem Schlummer dich erquickt! 2. Wohl dir, daß du gefunden haft, wo, nach des heißen Tages Last, dein Haupt du legtest, einmal nun von langer Arbeit aus105 zuruhn! 3. Nicht modernder Verwesung Raub wird, Heiliger des Herrn, dein Staub. Aus dunklen Todesnächten bricht bald deiner Auferstehung Licht. 4. O daß, wann einst mein ew'ger Geist d.r Erdenhülle sich entreißt, auch ich Erlösung. 127 an Jesu Hand ihm Hingang in ein beßres Land. ich von edlen Thaten rub'! auch Ruh' verdiene, Herr, wie du! Auferstehung Jesu. 5. Ja, Christen, singt: Er ist erstanden! Singt ihm Triumph und Preisgefang! Entfesselt von der Sünde Banden, sei nun Gehorsam euer Dank! Nicht mehr der Viel. Wer nur den lieben Gott Welt und Eitelkeit, nein, ( Ofterlieder) 174 Heit in dem ihm weiht eure Lebenszeit! Todesüberwinder! Aus seiner Gruft geht er hervor. Als Retter der verlornen Sünder empfängt ihn nun der Engel Chor, und aller Himmel Jubelton preist ihn, des großen Gottes Sohn 6. Ein Tag erlöste Brüder! Freut euch, es ist ein Wonnetag! Dann kommt der Herr von Neuem wieder, und Engelbeere folgen nach. Dann dringet auch in euer Grab des Todtenweckers Ruf hinab. 2. Er hat des Grabes Ruh' empfunden; doch kurzer Schlummer war sein Tod. Er hat gekämpft und überwunden; dahin ist alle seine Noth. Ihm, der das Felsengrab durchdrang, er schallt nun ein Triumphgesang. 3. Das segenreichste ſeieiner Menschenwelt, vollendet ist's mit Gottes Stärke, die Nacht des Irrthums ift erhellt. Sein göttlich Evangelium steht fest zu seines Namens Ruhm. 4. Auf Felsen ruht des Christen Glaube, da sein Erlöser ewig lebt, und einst mit Macht aus seinem Staube ihn zur Unsterblichkeit erhebt. Nun wird der Tod 7. Dann werdet ihr zum höhern Leben, zum Lohn der Frommen auferstehn, und mit des Himmels Glanz umgeben, getroft zum Richterftuhle gehn, dann wird euch der erstandne Held ein Führer in der bessern Welt. Mel. Jesus, meine Zuversicht 175 J ihm auch ich. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich von den Todten auferwecken. verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt; ihm ift das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd'auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, 4 was 128 Werke und Wohlthaten Gottes. was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. : 13. Jesus lebt; wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade bat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verftößt in Chrifto nicht; dies ist meine Zuversicht. 14. Jesus lebt; sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben! Reines Her zens will ich seyn, und den Lüften widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt; ich bin gewiß, Nichts soll mich von Jefu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht: dies ist meine Zuversicht. 6. Jefus lebt; nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird es meiner Seele geben, wann sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! 58134 Mel. Vom Himmel kam der ich bet ich an, er176D andner Held, Erretter einer Sündenwelt; du, unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät. Ich nahe mich voll Zuversicht zu dir; denn du verwirfst mich nicht. ind 3. Herr, meine Seele preiset dich! Erlöft, erlöset hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst und wieder nahmst. 4. Wer ist's, der mich verdammen kann? Ich glaub' an dich und sage dann: Der Gott, durch den die Himmel sind, der ist mein Vater, ich sein Kind. 5. Nun ist dies erste Leben mir ein segenreicher Weg zu dir. So lang ich hier bin, Herr, mein Heil, hab' ich an deinem Frieden Theil. 6. Holdselig sprachst du: Erde, set der Schauplatz meiner Huld und Treu'! Wir sehen deine Huld und Treu' auf deiner Erde täglich neu. 7. 3war trifft noch mancher Schmerz uns hier; noch, o Erbarmer, sterben wir! Doch du regiert, und wir sind dein, und, Herr, wir werden's ewig scyn. 8. Ich weiß, daß mein Erlöfer lebt! Du Trost, der meinen Geift erhebt, ich seh', durch dich gestärkt, aufs Grab mit unerschrocknem Aug' hinab. 9. Welch neue Welt voll Seligkeit erwartet mich nach die Erlösung. 129 dieser Zeit! Dort findet der voll Freuden, die er von verklärte Chrift das Heil, das unaussprechlich ist. Gott zum Lohn empfing. Halt' im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! 10. Der du für unsre Seelen wacht, sie zu dir ziehst, und selig machst, laß mich mit frendigem Vertrau'n im Tod auf dich, Vollender, schau'n. 5. Dich schrecket Tod und Grabeshöhle? Denk' ihn, den Sieger, der erstand; im Tode stärke deine Seele mit Hinblick in das besre Halt im GedächtMel. Wer nur den lieben Gott Land. 177 2uf, meine Seele, niß Jesum Chrift, der von dem aufzur Freude! denn dein Erretter, Jesus, lebt, der dich nach überwundnem Leide einst zur Unsterblichkeit erhebt. Halt' im Gedächtniß Jefum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! Tod erstanden ist! 6. Du weinst beim Grabe deiner Lieben, wie Jesu Schüler ihn beweint; doch, wie sie nicht verlassen blieben, wird auch mit dir dein Freund vereint. Halt' im Ges dächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! 7. Ja, ewig werth sei dir das Leben des Ueberwinders Jefu Chrift! Folg' ihm, so wird er dir auch geben die Stärkung, die dir nöthig ist. Salt' im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! 2. Denk' lebend ihn, wenn dich die Sünde mit der Versuchung überfällt. Er lehrte dich die stärksten Gründe, sie zu besiegen und die Welt. Halt im Gedächtniß Jefum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! 3. Denk' ihn im Leben, wenn die Bürde des Standes und Berufs dich drückt; denn, wer fie trägt, wird feines Kampfs geschmückt. Halt im Gedächtniß Jeſum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! 4. Fühlst du die Schmerzen harter Leiden, denk', wie's dem frommen Dulder ging. Sein neues Leben ist dem mel. Christ lag in Todesbanden 178 Bringt Preis und land dar! Froblockt ihm alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, der ist dem Grab entnommen. Sei gelobt, o Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist, und siegreich auferstanden! Halleluja! F 5 2. Dein 130 Werke und Wohithaten Gottes. 2. Dein Leben in der decken. Wie du auferstanMajestät befestigt unsern Glauben. Wer kann nun, da dich Gott erhöht, den großen Trost uns rauben, daß du von der Sünde Macht Befreiung haft ans Licht gebracht, den Himmel haft geöffnet? Halleluja! 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrs heit Siegel aufgedrückt und dich als Sohn gechret. Deines Todes hohen Werth hat er aufs Herrlichste erklärt, da er dich auferweder. Halleluja! den bist, so werd' auch ich, Herr Jesu Chrift, durch dich cinft auferstehen. Halleluja! 7. O laß, so lang ich hier noch bin, mich treu im Glauben wandeln; und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen seyn und handeln, daß ich, wann ich aufersteh', und dich, der Menschen Richter seh', vor dir nicht angstvoll bebe! Halleluja! 8. Da, wo du bist, soll auch dein Freund, mit Herrlichkeit umgeben, mit allen Seligen vereint, durch Ewigkeiten leben, Laß dies Heil mein Erbe seyn, so werd' ich ewig deß mich freu'n, daß du vom Tod erstanden! Halleluja! 4. Erslandner, ich frohlocke dir; mein ist dein Sieg und Leben! Du lebst und herrschest, um auch mir ein ew'ges Seil zu geben, meiner Seele Trost zu seyn, Diel. Jesu, meine Freude zur Tugend Kraft mir zu 179 A Banden ist der verleihn, und mich zu Gott zu führen. Halleluja! Herr erstanden, er, des Höchften Sohn. Jesus hat gesieget! Alles, Alles lieget unter seinem Thron. Unser Freund hat jeden Feind unfrer Seligkeit bezwungen: Lob sei ihm gesungen! 2. O wie hoch erhoben lebt nun Jesus oben in der Her lichkeit! Seiner Herrs scherehre fauchzen Engelchöre, ihm zum Dienst bereit. Er hat nun, uns wohlzuthun und sein Heil uns zuzuwenden, alle Macht in Händen. 3. Freu' 5. Mein Herr, mein Heil, bilf mir dazu, befreie mich, von Sünden! Laß mich für meine Seele Ruh' im Frieden mit Gott finden! Pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöfter wandle! Halleluja! 6. Dein ist das Reich; dein ist die Macht, Verflorbne zu erwecken. Du rufft einst, und der Gräber Nacht wird Todte nicht mehr Erlösung. uramay 131 lichkeit; halt' im Gedächiniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist. 3. Freu'dich deß, o Seele, bring' ihm Preis und wähle ihn zum Führer dir! Auf die sichern Pfade zu des Höchsten Gnade bringt er dich schon hier. Welche Ruh' strömt dann dir zu! Und wie wird zum höhern Leben er dich einst erheben! 4. Eitelkeit der Erde, flieh' von mir! ich werde nie dein Sklav', o Welt! Unter allen Gaben wünsch' ich nichts zu haben, als was Gott gefällt. Mich erquickt, wenn Noth mich drückt, dort, nach überstandnen Leiden, Gott mit seinen Freuden. 5. Sterb' ich, meine Seele, die ich Gott empfehle, steigt zu ihm empor. An des Heilands Throne strahlt des Sieges Krone glänzend mir hervor. Möcht' ich hier doch mehr nach ihr, als nach allen eitlen Dingen dieser Erde ringen! 6. O der hohen Freude, wenn im Siegeskleide der Erlöste prangt! Herr, zu deinen Frommen und zu dir zu kommen, ist, was mich verlangt! Hilf du mir, daß ich bei dir einst in steter Wonne lebe, und dich froh erhebe! 2. Fühl' alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien', als spräch'er: Friede sei mit dir! O freue dich, mein Geift, in mir! 3. Schau' über dich, und bet' ihn an; er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint, und ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war! Sein Name sei gebenedeit, von nun an bis in Ewigkeit! 5. O Glaube, der das Herz erhöht, was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gots tes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig seyn! Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr, Lieb' und Verwundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht, fall' ich, Herr, auf mein Angesicht. S. Du, der du in dem Mel. Vom Himmel kam ber 180 Grinnredich, mein Himmel thronft, ich soll Geift, erfreut des hohen Tags der Feriwohnen, wo du wohnft! Und du erfüllst einst mein 6 Ver 132 Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Er lebt, er lebt! O weiht ihm Dank mit reiner, frommer Seele! Jyn preise jeder Festgesang, und jedes Herz erzähle, wie viel er litt, wie gern er starb, um tausend Seligkeiten uns Armen zu bereiten! 3. Er starb, geschmückt mit Heiligkeit; er starb von Frevlerhänden! Wo waltet hier Gerechtigkeit? Wie konnt' er hier schon enden? O Christen jauchzt! Er ift erhöht! Er drang durch Todesnächte an seines Vaters Rechte. 4. Besiegt ist seiner Feinde Macht, und er mit Ruhm gekrönet. Er hat sein großes Werk vollbracht, und uns mit Gott versöhnet. Wer an ihn glaubt, wird selig seyn. O laßt euch diesen Glauben durch keine Leiden rauben! 5. Schaut hin zu seiner Herrlichkeit, und lernt als Helden leiden! Schaut hin! Die Leiden dieser Zeit sind Keime hoher Freuden. Seid unverzagt! Seid hoffnungsvoll! Nach wenig bangen Mel. Was Gott thut, das ist 1815ften, Jesus lebt! Stunden ist Alles überroblockt, ihr Chriwunden. Vertrau'n, in höherm Lichte dich zu schau'n! man 9. Ich soll, wann du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirft, erweckt aus meinem Grabe gehn, und rein zu deiner Nechten stehn! 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freu'n in Ewigkeit! 11. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. 12. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde fiets erneu'! 13. Er ist's, der Alles in uns schafft; fein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt' im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! Lobsingt dem Ueberwinder! Obetet an, erhebt, erhebt den Retter aller Sünder! Er starb für sie; er starb für uns. Heil uns, nun lebt er wieder für alle seine Brüder! 6. Was ist der Tod? Ein Schlaf ist er. O fanfter Schlaf des Müden! Bald glänzt ein schönrer Tag das ber; dann steh'n wir auf im Frieden. O Tag des Dank's! ten Erlösung. 133 O Tag des Heils! Gern frommen Freunde zu. Erwollen wir nun sterben; wir wissen, was wir erben. wachen werden wir zugleich, uns wieder seh'n in seinem Reich. Gott, welch ein Tag! 7. Erstand'ner, gib nur, daß wir hier auf deinen Pfaden wandeln, und stets mit reinster Dankbegier als Kinder Gottes handeln! Unsterblich seyn, unsterblich feyn, und einst dir näher kommen: o welch ein Lohn der Frommen! 6. Wie sollt' ich, Herr, den Tod noch scheu'n? Nein, fromm will ich mich seiner freu'n; dich preifen noch an meiner Gruft, wenn liebreich deine Stimme ruft: Entschlafe nun! 7. Gib nur, daß ich im Glauben treu, und treu in Mel. Erschienen ist der herrlich meinem Wandel fei! So 182 riferstanden, komm' ich nicht in dein Gericht, wenn deine Stimme zu mir spricht: Erwache nun! 8. Herr, rufe mich, wenn dir's gefällt, von dieser unvollkommnen Welt, und führe mich an deiner Hand einst in das beßre Vaterland! Preis ewig bir! Jesus Chrift, der unser Troft und Helfer ift. Als Sieger trat er auf den Staub, hinfort nicht mehr des Todes Raub. Froblocket ihm! 2002. Er hat erfüllt, was er verbieß, eb er für uns sein Leben ließ: Drei Tage sollen nicht vergeh'n, so werMel. Kommt, kommt, den Herrn det ihr mich wieder seh'n. 183 Lobsinge, meine Er hat's Seele, dem Welterlöser, bet' ihn an! Lobsing' ihm und erzähle, was er aus Huld für dich gethan! Er hat für dich gerungen, durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen, und seiner Schrekken Heer. Du darfst nun nicht mehr beben; sein Sieg hat dich befreit. Dein ist unsterblich's Leben, dein Gottes Seligkeit. 2. Froh führte Gottes Sonne den festlich hohen F7 Tag 3. Ich lebe, sprach er, und auch ihr sollt leben, felig seyn mit mir. Ich tomme, meine Stimme ruft auch euch, ihr Lieben, aus der Gruft zur Herrlichkeit. 4. Er wird's erfüllen, Jesus Christ, der selbst vom Tod erstanden ist! Er weckt auch mich, und volles Heil ist dann gewiß bei ihm mein Theil in Ewigkeit. 5. Auch führt er nach des Grabes Ruh' mir meine 134 Werke und Wohlthaten Gottes. Sieger über Grab und Tod erschallet laut mein Dank. Tag herauf. Da stand, be- erhebt sich mein Gesang; dem lohnt mit Wonne, nach fur zem Schlaf mein Jesus auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Gedanke, der in Leiden mein Herz mit Trost belebt; der schönsten Hoffnung Quelle, wenn die Zerstörung droht! Wo ist dein Sieg, v Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 2. Die Sonn' in ihrer Majestät erhellet kaum die Nacht, als Jesus Chriftus aufersteht und herrlicher erwacht. 3. Die Erde bebte, als der Held aus seinem Grabe flieg; hinauf bis zu dem Sternenzelt erschallete sein Sieg. 3. Der Felsen Grund er bebet; die Hüter fliehn; das Grab ist leer. Der todt war, Jesus, lebet, und geht vor feinen Freunden her! Die schwachen Jünger wanken; er stärkt die Wankenden. Sie seh'n ihn, freu'n sich, danken dem Auferstandenen. Sie seh'n empor ihn steigen, und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen von ihm bis in den Tod. 4. Fallt nieder vor ihm in den Staub, der sich dem Grab entschwang! Er ift nicht mehr des Todes Raub; Erlöfte, singt ihm Dank! 5. Sein großes Werk ist nun vollbracht; errungen ist sein Sieg, weil er aus seiner Todesnacht empor zum Leben stieg. 6. Heil, Leben und Unsterblichkeit, im Tode Troft und Ruh', und Hoffnung hoher Seligkeit ruft uns sein Grabmal zu. 7. Gedanke, der das Herz er öht: wir werden aufersteyn; auf Hoffnung in das Grab gesät, um schöner aufzugehen. 4. Herr, deine Boten fiegen, von dir und deinem Geist belehrt; die Gößentempel liegen; der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudenvoll ein Chrift. Ihn bet' ich an im Staube, ihn, der mein Netter ist. Ich werd' ihn ewig schauen, wann er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt! Mel. Lobt Gott, ihr Christen 184 V om Todesthal hinauf zu Gott 8. Heil dir, wenn dieser Hoffnung Licht dein Herz für ihn durchglüht, dich stärkt zu jeder Christenpflicht und ganz zu ihm dich zieht! 9. Auferstehungsfeft, du bist des beßren Lebens Pfand! Dich feire dankbar jeder Erlöjung. 135 jeder Chrift, der deinen im Glauben; dort find ich sie Troft empfand. Christi Hingang zum Vater und Verherrlichung. ( Himmelfahrtslieder.) mel. Freu' dich sebr, v meine err, du fährst selbst bei dir. Dort belohnst du das Vertrau'n reiner 3. Lehre mich die Welt verachten, und was in ihr Eitles ist, und nach dem, was dort ist, trachten, wo dn, mein Erlöser, bift! Wollust, Ehrsucht und Gewinn soll mich nicht zur Erde ziehn, da ich jenseits überm Grabe eine größre Hoffnung habe. 4. Diese müsse Nichts mir rauben; du erwarbst sie theuer mir! Jezzo seh' ich sie Gläubigen durch Schau'n, und verwandelst ihre Leiden in unendlich große Freuden. 5. Dort bereit' auch mir die Stätte in des Vaters Hause zu! Rufst du frühe Grabes erleuchte over späte mich zu meines du die Nacht, die des Todes Thal mir macht! Du hast ja den Tod bezwungen, und den Sieg für uns errungen. 185 Freuden auf zu deiner Herrlichkeit; doch mich drücken noch ie Leiden dieses Lebens, dieser Zeit. Gib mir, Jesu, Muth und Kraft, daß ich meine Pilgerschaft so in dir zurücke lege, daß ich stets dein bleiben möge! 2. Laß mir deinen Geist zurücke, bir mein ganzes Herz zu weih'n! Wenn ich nach dem Himmel blicke, laß mich seinen Troft erfreu'n! Steigt mein Fleh'n zu dir hinauf, belf' er meiner Schwachheit auf, und du Mel. Es ist das Heil uns felber woll'st im Beten bei 186( a) Nast bas Bolldem Vater mich vertreten! lendungsfest 6. Kommst du endlich glorreich wieder an dem Ende dieser Zeit, o so fammle meine Glieder aus dem Staub zur Herrlichfeit! Heil'ge und verklär' sie ganz, daß der Leib in Himmelsglanz, frei von diesem Staub und Erde, ähnlich deinem Leibe werde! uns heut in heil'gen Freuden feiern; froh schauen über Welt und Zeit, und das Gelübd' erneuern: Gott und der Tugend treu zu seyn, treu auch in Trübfal, Schmach und Pein, wie Jesus, zu vollenden! 2. Er kam zu uns, von Gott gefandt, und heiligte die Erde, daß sie der Eintracht stilles Land, ein Sig der 136 Werke und Wohlthaten Gottes. der Tugend werde. Nach tenwerk der Zeit! Wer seinem Beispiel sollen wir kann noch darnach fireben? uns Alle bilden, Alle hier, Wer ruh'n im Schooß der daß wir zum Vater kommen. Sinnlichkeit? dem Lafter sich ergeben? Die Zeit ift rasch, oft schwer der Lauf; schaut, Christen, schaut zum Ziel hinauf, und eilet zu vollenden. 3. Zum Vater! O wir kennen ihn: um ähnlich ihm zu werden, folgt Jesu; denn in ihm erschien sein Ebenbild auf Erden. Sein Gruß war Friede, sein Gebot nur Lieb' 8. Ein Himmel wird schon und Tugend, bis zum Tod war That auch seine Lehre. unsre Welt, wenn wir einander lieben, mit Freuden thun, was Gott gefällt, treu unsre Kräfte üben. Dann führ' ans Grab uns die Natur; aus einem Himmel geh'n wir nur in einen schönern Himmel. 4. Wie groß, wie edel durch sein Herz, wie treu der hohen Sendung, wie herrlich unter Spott und Schmerz, rang er sich zur Vollendung! Die Krone ward ihm dargereicht. Nun macht sein Sieg den Kampf uns leicht, sein Lohn die 5. Zerstörend war der Sünde Macht; er hat sie überwunden. Wir bebten vor des Grabes Nacht; sie ist durch ihn verschwunden. Seitdem er sich dem Grab entschwang, ist uns der Tod nur Uebergang zu einem beßren Leben. 6. Er schwang zum Himmel sich hinauf, die Stätt' uns zu bereiten. Zum Himmel geht nun unser Lauf; zu ew'gen Seligkeiten. So hoch, so hoch steht unser Ziel! Der schönen Wohnungen sind viel in seines Vaters Hause. 7. Wie sinkt das SchatMel. Herr, wir singen deiner 186( b) ber Himmel Heere erhobst du dich in Sieg und Ehre, du Geber der Unsterblichkeit! Engel singen Freudenlieder, und alle die erlösten Brüder verehren deine Herrlichkeit. Du, du bist Gottes Sohn! Gott hebt dich auf den Thron seiner Ehre! Wir steh'n von fern, freu'n uns des Herrn, vertrau'n und dienen ihm nun gern.isht 2. Der du, deines Vaters Willen zu unserm Heile zu erfüllen, gehorsam warst bis in den Tod, du regierst nun auf dem Throne: Gott gibt dir seine Welt zum Lohne; dich nennt dein Volk nun Erlösung. 137 nun Herr und Bott! Er von fern; dann seh'n wir, ganz deine Herrlichkeit, Welterlöser, dann führeft du der Bonn' uns zu, dort in des Himmels ew'ger Ruh'. höhter Gottes Sohn, wie hocherfreut, herrlich ist dein Lohn nach dem Siege! Wir folgen dir mit Freuden hier; einst lohnet Gott auch uns, wie dir. 3. Deine trauernden Erlöften im Kampf zu stärken Wiel. Vom Himmel kam der und zu trösten, gabst du 187 uf, Zefu Zünger, freuet euch! Der Herr fährt auf zu setnem Reich. Er triumphirt! Lobfinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm'! 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht; zerstört hat er des Todes Macht; er hat die Welt mit Gott verföhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. vom Himmel deinen Geist. Gib auch uns in unsern Leiden den Geift des Troftes und der Freuden, den uns dein treues Wort verheißt! Er zieh' uns in dein Reich, mach' unser Herz dir gleich, dir zu folgen! Du gingst voran; wir seh'n die Bahn, die uns zum Himmel führen kann. 34. Uns die Stätte zu bereiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran ins Vaterland. Herrlich wirst du wiederkommen; dann führst du alle deine Frommen mit dir hinauf in's Vaterland. Durch deinen Mittlertod sind wir versöhnt mit Gott. Wo du lebest und Gott mit dir, da sollen wir auch mit dir leben für und für.d 3. Weit über alle Simmel weit geht seine Macht und Herrlichkeit, ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit hoher Stimm'! 4. Sein sind die Völker aller Welt; er herrscht als sieggewohnter Held; er herrscht, bis unter seinem Fuß der Feinde Feer fich beugen muß. 5. Er schüßet feine Christenheit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit hober Stimm'! 6. Ja, Heiland, wir erbeben dich; und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, wozu dich Gott, dein Gott, erhöht. 7. Wohl 5. Welch ein Jubel wird es werden, wenn wir dich wieder seh'n auf Erden in aller Majestät des Herrn! Das wird seyn kein Tag des Bebens, o nein, ein Tag des höhern Lebens, dann schau'n wir dich nicht mehr 138 Werke und Wohlthaten Gottes. 7. Wohl nun auch uns! dir zu leben, dir zu trau'n, denn, Herr, bei dir steht bis wir dereinst dein Antlig Kraft und macht, und dein schau'n. sind wir. Nimmst du dich unsrer bülfreich an: was ist, das uns gebrechen kann? 9. Dann werden wir uns ewig dein, du größter Menschenfreund, erfreu'n; 8. Dein Eingang in die dann singen wir von deiHerrlichkeit stärk' uns in nem Ruhm ein neues Lied unfrer Prüfungszeit, nur im Heiligthum.ts Heiligung des Menschen durch den Geist Gottes. ( Pfingstlieder.) Wiel. Vom Himmel hoch, da 1882nbetung fei dir, Gott, gebracht! Du hast uns diesen Tag gemacht. Dich preise, wer durch Jesum Christ erleuchtet und geheiligt ift! 2. Der Erdkreis lag in Nacht verhüllt, mit Wahn und Gößendienst erfüllt; da kam von deinem Angeficht dein Geist, mit ihm der Wahrheit Licht. 3. Auf Jesu Boten ließ er sich herab mit Segen sichtbarlich. In fremden Sprachen that ihr Mund, Gott, deine großen Thaten kund. 4. Von ihm gestärkt, geh'n sie nun gern und sammeln Jünger ihrem Herrn. Vom Aufgang bis zum Niedergang wird alles Licht und Lobgesang. 5. Umsonst bestürmt sie Grimm und Spott; sie siegen stark durch ihn, Gott! Ihr Schuß ist Jefus, und ihr Rühm sein theures Evangelium. 6. Und ihrer Predigt froher Schall erfüllt den Erdfreis überall; und selbst die fernste Nation kennt dich und Jesum, deinen Sohn. 0 7. Noch dauert dieser Segen fort; noch siegt, Ewiger, dein Wort; und daß wir glauben, danken wir dem Glanze jenes Lichts von dir. 8. Erhalt uns deiner Wahrheit treu, mach' und von Sünd und Irrthum frei; dein Geift treib' uns zum Guten an, und leit' uns auf der Tugend Bahn! 9. Bis wir dereinst im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht dich schau'n, und in des Himmels Höh'n durch dich auch uns verherr licht seh'n. In Heiligung. 139 In eigener Melodie. bald Alles, Gut und Blut, 189 № un bitten wir für Jesu Lehre wagten. den heil'gen, Geist, welchen Jesus Christus uns verheißt, daß er uns behüte vor falscher Lehre, Alle, die im Irrthum sind, bekehre. Erbarm' dich, Herr! 2. Da that der Ungelehrten Mund des Welterlösers Thaten fund, die Völker zu bekehren. Der Heiden Tempel wurden leer; es stürzte jenes Gößenheer von seinen Prunkaltären. 3. Umsonst, umsonst emvörten sich selbst Fürsten, Jesu, wider dich, und tödteten die Jünger Unüberwindlich war ihr Muth; und schwiegen sie, so sprach ihr Blut, und zeugte neue Jünger. 4 Wie Gottes Sonne, ging dein Wort bis an der Erde Grenzen fort; der Irrthum wich dem Lichte Die Völker wurden menschlicher, die Menschen lebten heiliger vor Gottes Angesichte. 2. Du Geist der Weisheit und der Kraft, mach' uns durch dein Wort auch tugendhaft; hilf' uns fest ihm glauben, dem treuen Heiland, der uns bringt zum himmlischen Vaterland! Er barm' dich, Herr! 3. Du Geist der Lieb' und Einigkeit, mach' uns allefammt dazu bereit. daß wir uns von Herzen einander lieben, gern verzeihen, Niemand gern betrüben! Er barm' dich, Ferr! 4. Du höchster Troft in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Grab noch Tod; laß, wenn wir einst sterben, uns nicht verzagen, sondern mach' uns frei von allen Plagen! Erbarm'dich, Herr! 5. Auch wir begeh'n, o Gott, dies Feft, das deine Huld uns feiern läßt, dem Christenthum zur Ehre. Wir leben froher, glücklicher, und, helf uns Gott! auch heiliger, durch deines Sohnes Lehre. Mel. Kommt her zu mir, spricht 190° ollendet hatte 191 KM Gottes Sohn fein großes Werk auf Erden schon; und seine Jünger zagten. Doch Gottes Geist gab ihnen Muth, daß sie In eigner Melodie. Domm, v komm, des Lebens! Hilf uns Schwachen mächtig auf! Wir bemüh'n uns sonst vergebens hier in unserm Pilgerlauf um das Heil 140 Werke und Wohlthaten Gottes. Heil, das Gottes Rath für uns ausersehen hat. 2. Gib in unfer aller Seelen wahre Weisheit, helles Licht, daß wir uns zur Nichtschnur wählen Jesu Wort und Unterricht! Stehe du uns kräftig bei, und mach' uns vom Irrthum frei! 3. Zeig' uns selbst die rechten Stege zu der wahren Wohlfahrt an, räume Alles aus dem Wege, was daran uns hindern kann! Wirke Reue nach der That, wenn der Fuß gestrauchelt hat! 4. Laß uns stets dein Zeugniß haben, daß wir Gottes Kinder sind! Stärke uns mit deinen Gaben, wenn sich Noth und Trübfal find't! Lehr' uns, daß des Vaters Zucht einzig unser Bestes sucht! 5. Treib' uns, daß wir zu ihm treten kindlich und mit Freudigkeit, nur nach seinem Willen beten, und vertritt uns alle Zeit; so wird unser Fleh'n erhört, und die Zuversicht gemehrt! 6. Wird uns auch um Hülfe bange, seufzt das Herz voll Traurigkeit: Ach, mein Gott! mein Gott! wie lange! o so wende unser Leid! Sprich der Seele tröstend zu, gib ihr Muth, Geduld und Rub'! 7. O du Geist der Kraft und Stärke, der in uns das Gute schafft, fördre in uns deine Werke, und im Kampfe gib uns Kraft, wenn Versuchung auf uns bringt, daß uns dann der Sieg ge lingt. 8. Herr, bewahr' uns unsern Glauben, daß Verfolgung, Schmach und Spott niemals ihn uns möge rauben! Du bist unser Schuß, o Gott! Spricht das Herz gleich zweifelnd: Nein! laß dein Wort gewisser seyn! 9. Wenn wir endlich sol len sterben, o so steh' mit Troft uns bei; gib, daß uns, als Gottes Erben, je ne Herrlichkeit erfreu', die uns unser Gott bestimmt, und die nie ein Ende nimmt! Mel. Mein ganzer Geist, Gott 192 beiger Geift, kehr' uns ein, und laß uns deine Wohnung seyn, du Beistand uns' rer Seelen! Erleucht' uns durch dein göttlich Licht, entzieh' uns deine Hülfe nicht, und zeig' uns, was wir fehlen! Triebe, Triebe, fromm zu leben, willst du geben, wenn wir beten, gläubig vor den Vater treten. 2. Du Quell, woraus die Wahrheit fließt, die uns zum Heil so nöthig ist, o schenk aus deiner Fülle uns so viel Einsicht und Verstand, daß heilsam von uns werd' er fannt Heiligung. kannt des Höchften gnäd'ger Wille! Ja, gieb den Trieb unsern Seelen, nur zu wählen und zu üben, was er uns hat vorgeschrieben! 141 Lebenszeit; du kannst uns dazu stärken. Es bleibe uns stets unbewußt die Eitelkeit, die Sinnenluft, mit ihren bösen Werken! Vater, Vater, laß uns streben, so zu leben hier auf Erden, daß wir gut und selig werden! 3. Steb' uns stets bei mit deinem Rath, und führ' uns auf den rechten Pfad des Heils, den wir nicht wissen! Verleih' uns Willigkeit, daß wir treulich folgen, wenn Mel. Gott des Himmels und eil'ger Geist, von wir hier auch darum leiden 1935Gott gegeben, müssen. Drückt Last uns fast muthlos nieder, laß uns wie der Troft empfinden, und die Trübsal überwinden. 4. Stärk' uns durch deiner Wahrheit Kraft zum Kampf mit jeder Leidenschaft, darüber Herr zu wers den! Und sind wir wo dem Falle nay, so sei mit deiner Hülfe da, erheb' uns von der Erden! Neue Treue gib uns Schwachen; du kannst machen, daß wir siegen, und im Kampf nicht unterliegen. 5. Erhalte bei uns immerfort den Glauben an dein göttlich Wort! Nichts müff' uns von ihm trennen! Gib, daß wir ihn von Herzensgrund mit Thaten, so wie mit dem Mund, vor aller Welt bekennen! Je fum Christum oh'n Aufhören recht zu ehren, mach' uns tüchtig, und sein Heil uns werth und wichtig! 6. Hilf, daß in wahrer Heiligkeit wir führen unsre komm', erleucht' und heil'ge mich! Weise, fromm und gut zu leben: dies vermag ich nur durch dich. Mache täglich Ernst und Treu', mich zu beffern, in mir neu! 2. Ach, ich irr' in Finsterniffen, Geist der Wahrheit, ohne dich; von Begierden hingerissen, täuscht die trunkne Seele sich, suchet Nuh' und findet sie in der Erde Gütern nie. 3. Hilf mir nach dem Himmel streben, der den Lohn mir aufbehält; hilfmir Gott und Jesu leben, nicht den Lüsten dieser Welt; lehre mich von Sünden rein, hetlig, wie mein Heiland, seyn! 4. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Leben hin; und mich stärke deine Gnade, wann ich schwach und muthlos bin, daß ich näher jeden Tag meinem Ziele kommen mag! 5 Gib zu jedem guten Werke meiner Seele Kraft und 142 Werke und Wohlthaten Gottes. und Luft und im Kampfe reines Herz, voll Dank für flöße Stärke mir in meine deine Huld, und er bewaffschwache Brust; gib mir ne mich im Schmerz mit Troft in ieder Noth; hilf Muth und mit Geduld! mir treu feyn bis zum Tod! 6. mein Beistand, wann ich sterbe; zeige mei 195 Givom Sob Mel Freu' eid sche, o meine eift Vater nem Geist von fern das mir aufbehaltene Erbe in der Herrlichkeit des Herrn! So gestärkt durch deine Kraft, end' ich froh die Pilgerschaft. 194Nid Mel. Mein Gott, das Herz nicht um ein flüchtig Gut der Zeit, ich fleh' um deinen Geist, Herr, den zu meiner Seligkeit dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Bater, lehr' er mich, die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich! 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit. Gern thun, was dir gefällt, wirkt reinere Zufriedenheit, als alles Glück der Welt. 4. Vertrauen hab' ich dann zu dir; dann schenket felbft dein Geist das freudige Bewußtseyn mir, daß du mir gnädig seift. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, zur Tugend stärk' er mich, und zeige, wenn ich traurig bin, auch mir als Tröfter sich! 6. Er schaff' in mir ein ne, der du unser Tröster bist, und von unsers Cottes Throne hülfreich auf uns Schwache siehst. stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben fei: o so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden! 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir seyn; wann ich bange Zweifel hege, deine Wahrheit mich erfreu'n! Lenke kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlseyn hin! Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd' ich nie mein Heil verfehlen 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über Alles treu meinen Gott und Vater liebe, daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn! Seinen Namen zu erhöhn, seinen Willen zu vollbringen, müsſe mir durch dich gelingen! 4. Stärke mich, so oft zur Sünde mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde! Hab' ich irgend mich verirrt, o so rühre du mein Herz, daß ich Heiligung. ich unter Reu' und Schmerz mich vor Gott darüber beuge, und mein Herz zur Beßrung neige! 5. Reize mich, mit Flebn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Vater hinzutreten; gib, daß ich auf Jefum Chrift, als auf mei nen Mittler schau', und auf ihn die Hoffnung bau', Gnad' um Gnad' auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen! 6. Stehe mir in allen Leiden fiets mit deinem Trofte bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam fei! Gib mir ein gelasnes Herz; laß mich selbst im Todesschmerz, bis zum froben lieberwinden, deines Geiftes Troft empfinden! Mel. Wer nur den lieben Gott 1960 großer Gott, du reines We143 der Tugend Werth und Seligkeit. 3. Dein guter Geift, o Gott, regiere mein ganzes Herz, und fiche mir in meiner Schwachheit bei, und führe mich von der Eitel-. keit zu dir! Gib einen Geift, der dir getreu und willig zu gehorchen sei! 2. Laß, guter Bater, mein Gemüthe der steten Besserung sich weih'n; dein Geift vermehr' des Herzens Güte, so werd' ich Jesu Schüler seyn. Dann fühl' ich hier schon in der Zeit 4. Entzieh' mir Schwachen, wann ich fehle, nur deine Vaterliebe nicht, und gib, damit ich Gutes wähle, mir deines Geiftes Kraft und Licht. Im Kampfe laß mich fest bestehn, um einst zum Himmel einzugehn! 5. Nimm deinen Geift, den Geift der Liebe, den Geift des Glaubens nie von mir und stärke mich durch feine Triebe, durch seinen Beistand für und für! So leite durch die Pilgerzeit mich aus der Welt zur Seligkeit! M.l. Freu' dich sehr, o meine ſen, du haft nur reine Hers 197 Der du uns als zen dir zu deiner Wohnung auserlesen: ach, schaff' ein reines Herz in mir, ein Herz, das unbefleckt und frei von allen bösen Lüften sei! treuer Gott, und deinen Geist benen, die dich bitten, giebest, ja uns um ihn bitten heißt: demuthsvoll fleb' ich zu dir: Vater, send' ihn auch zu mir, daß er meinen Geift erneue, und ihn dir zum Tempel weiße! 2 Obne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und mein Herz 144 Werke und Wohlthaten Gottes. Herz bleibt dir entrissen und wenn ich je ein Friedensband dem Dienft der Welt ge- knüpfen kann, wenn meine weibt, wenn er nicht durch Hand, zur Erleicht'rung der feine Kraft die Gesinnung Beschwerden, kann dem in mir schafft, daß ich dir Nächsten nüßlich werden. mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit ächter Treu' meinen Gott und Herrn dich nennen, flehet mir dein Geift nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre! 7. Lehre mich, mich selber kennen, die verborg'nen Fehler seh'n, fie voll Demuth Gott bekennen, und ihn um Vergebung fleh'n. Mache täglich Ernst und Treu', fie zu bessern in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wann der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wann sich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze begt; wann mein Aug' in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Troft und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb haft du entzündet, daß mich, Herz, verlangt nach dir. O so seße durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende! 4. Ew'ge Quelle heil'ger Güter, hochgelobter Gottesgeift, der du menschliche Gemüther befferft und mit Troft erfreust; nach dir Herr, verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise! 5. Fülle mich mit beil'gen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über Alles möge lieben, daß ich mit getroftem Muth seiner Vaterhuld mich freu', und mit wahrer Kindestreu' fets vor sei= nen Augen wandle und rechtschaffen denk' und handle. 6. Geift des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich lieb' und Sanftmuth übe, und mir's rechne zum Gewinn, Das Wort Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott 198 Religion, von Gott gegeben, sei ewig meinem Herzen werth! Wie dunkel ist der Wege burche Les Heiligung. Leben dem, der dein himm- kündigst mir Unsterblichkeit. lisch Licht entbehrt! Nur du, du führst an sichrer Hand den Pilger hin in's beßre Land. Der Himmel steht durch dich mir offen, und mein ist seine Seligkeit. Ich glaube feft und zweifle nicht: Du, du bist meine Zuversicht! 2. Du bist es, die mich Gott erkennen, mich meinen Schöpfer lieben lehrt. Ich darf getroft ihn Vater nennen, darf sicher seyn, daß er mich hört. Du rufft mir zu: Dein Gott ist gut! Wohl dem, der seinen Willen thut. 3. Wer reizt mein Herz, sich selbst zu richten? Wer schärfet meines Geiftes Blick zur bellen Einsicht meiner 199 Vi, Gott, Mel. Nun tanket Alle Gott on Herzen preif' Pflichten, und schreckt vom Bösen mich zurück? Du stärtest den Gewissenstrieb, und macht mir Recht und Tugend lieb. 4. Du leiteft mich auf allen Wegen; du zeigest mir das höchste Gut, du machst mir jedes Glück zum Segen, und gibst im Unglück frohen Muth. Wo nichts, sonst nichts mich trößten kann, da hebt dein wahrer Troft erst an. 5. Du gibst dem Geifte füBen Frieden, erheiterst mild den trüben Sinn, reicht dem Belafteten und Müden den sichern Stab der Hoffnung hin. In Angst, Gefahr und Todesschmers erquidt und heilt dein Troft das Herz. 145 6. Du lehrft mich glauben, lieben; hoffen, ver7. Ja, du, des Lebens reinste Wonne, begleite du mich bis an's Grab, und leuchte dann mir, gleich der Sonne, den Weg ins Todesthal hinab. Mein erster Laut an Gottes Thron sei Dank für dich, Religion! für der Bibel Lehre, die ich als dein Geschenk mit Dankbarkeit verebre. Sie ist das Glück der Welt, der Ruhm der Christenheit, mein Kleinod, Troft und licht bis in die Ewigkeit. 2. 3um Licht, in dem du wohnst, kann die Vernunft nicht dringen; mit Zweifeln und mit Wahn müßt' ich voll Unruh' ringen, hätt' ich dein göttlich Wort, den klaren Unterricht von dir und deinem Sohn und meiner Seele, nicht. 3. Wie kräftig ist dein Wort! Gott vielen tausend Christen gab deine Bibel Sieg im Kampf mit bösen Lüften. Sie beffert sanft das Herz, stärkt mich zu meiner Pflicht, ist in Gefahr mein 146 Werke und Wohlthaten Gottes. mein Schuß, in Finsterniß geben Licht und Troft, im mein Licht. Tode Freudigkeit. 4. Der Fromme wird gestärkt, der Sünder tief erschüttert, der zweifler wird 200 Dpöfter, if Mel. Wer nur den lieben Gott ein vollkommen, es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es gibt dem Sünder und dem Frommen zum Leben sichern Unterricht. O felig, wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt. beschämt, des Spötters Seele zittert; es tröstet sich am Grab der Seinigen der Chrift, wenn er vom Wie derfehn im bessern Leben lieft. 5. Hier lernt der Weisefie der wahren Weisheit Schäzze; sier faßt der Blödefte die göttlichen Gesetze; hier findet jeder Stand für jede Lebenspflicht in allen Fällen Rath und hellen Unterricht. 6. Wer fühlt nicht deinen Geift und seiner Wirkung Stärke! Wer nicht des Glaubens Kraft, und Trieb zum guten Werke, der mit dem lautern Wunsch nach Licht und Frömmigkeit, mit Ehrfurcht und Gebet der Schrift die Andacht weiht! 7. So kann kein andres Buch die Größe Gottes preifen, so faßlich rührend nicht den Weg zur Tugend weifen. Durch keine Rednerkunft wird so das Herz erquidt, zu jeder guten That so willig und geschickt. 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen. zerfreut des Srrthums Finsterniß, ver. kündigt Gnade, Heil und Eegen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchfter, was du bift, und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein Worterweckt uns, dich zu lieben, und lehrt, wie viel du denen gibst, die dein Gebot mit Freuden üben, wie du so väterlich uns liebst. Was uns darin bein Mund verspricht, bleibt ewig wahr und trüget nicht. 4. Gott, deine Tröftun gen sind beffer, und mehr der Sehnsucht werth, als Geld; ein Schaß, weit köfte licher und größer, als alle Schäße dieser Welt. Wer gern thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. So laß mich denn mit Luft betrachten die Wahr heit, die dein Wort mich Tebri! 8. Bei diesem Unterricht laß deinen Geist mich rühren, und seine Gotteskraft an meinem Herzen spüren! Wer deinen Lehren folgt, fühlt ihre Göttlichkeit; sie Heiligung. 196 147 lehrt! Laß mich auf das zu Zeit meine Kenntniffe geborsam achten, was dein Befehl von mir begehrt; so fließen Troft und Seelenruh' auch mir aus deinem Worte zu. Mel. Lichster Jesu! wir sind 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht immer rührender 201 Herr, mein Licht, erkennen jener Herrlichkeit und glücklich 1 der zu nennen, der darnach mit Eifer trachtet, und die Lust der Welt verattet! daß ich mich und dich erkenne, daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne! Höchster, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden! 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich, es recht verstehen! Hilf selbst meinem Forschen fort, rich tig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich führet und mir, deinem Kind, ge3. Aber laß mich nicht allein deines Wortes Sinn verstehen; laß mein Herz auch folgsam seyn, den erkannten Weg zu gehen! Denn sonst würd' ich bet dem Wiffen doppelt Strafe leiden müssen. vermehren! Find' ich manche Dunkelheit bei gebeimnißvollen Lehren, laß mich Zweifelsucht entfernen, und in Demuth glauben lernen! 4. Gib. daß ich den Unterricht deines Wortes treu bewahre, caß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre! Ja, es fei in meinem Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden. 5. Hilf, daß sich von Zeit 7. O verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln, und vor dir gewissenhaft, als dein treues Kind zu wandeln; so wird einst in fenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. Mel. O Gott, du frommer Gott 202 Soll dein verderbtes Herz zur Heiligung genesen, Chrift, so versäume nicht, das Wort des Herrn zu lesen; bedente, daß dies Wort das Heil der ganzen Welt, den Rath der Eeligkeit, den Geift aus Gott enthält. 2. Merk' auf, als ob dir Gott, dein Gott, gerufen hätte; merk' auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel red'te! So lies, mit Ehrfurcht lies, mit Luft und mit Vertrau'n, und mit dem frommen Ernst, in Gott dich zu erbau'n. 3. Sprich fromm: O Gott, 2 bor 148 Werke und Wohlthaten Gottes. vor dem ich meine Hände falte, gib, daß ich dein Gebot für dein Wort ewig halte, und laß mich deinen Rath empfindungsvoll versteh'n, die Wunder am Geseß, am Wort vom Kreuze seh'n! 4. Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren laffen. Lies, Christ, sein beilig Buch, lies oft; du wirft es faffen, so viel dein Heil verlangt. Gott ist's, der Weisheit gibt, wenn man sie redlich sucht, und aus Gewissen liebt. 5. Lies, frei von Leidenschaft und ledig von Gechäften, und sammle deinen Geist mit allen seinen Kräften. Der beste Theil des Tags, des Morgens Heiterkeit, und dann der Tag des Herrn, der sei der Schrift geweiht! 6. Rührt dich ein starker Spruch; so ruf' ihn, dir zum Glücke, des Tags oft in dein Herz, im Stillen oft zurücke; empfinde feinen Geift, und stärke dich durch ihn, zum wahren Edelmuth, das Gute zu vollzieh'n. 7. Um tugendhaft zu seyn, sazu sind wir auf Erden. Thu', was die Schrift gebeut; dann wirst du inne werden, die Lehre sei von Gott, die dir verkündigt ist, und dann das Wort versteh'n, dem du gehorsam bist. 8. Spricht sie gebeimnißvoll, so laß dich dies nicht Ein endlicher schrecken. Verstand kann Gott nie ganz entdecken; Gott bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erklärt, so glaube, was er spricht, nicht, was dein Witz begehrt. 9. Sich seines schwachen lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm; und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich of fenbart, ist der Geschöpfe Pflicht; und weise Demuth ift's, das glauben, was Gott spricht. 10. Drum laß dich, frommer Chrift, durch keinen Zweifel kränken. Hier bist du Kind, doch dort wird Gott mehr Licht dir schenken. Dort wächst mit dei nem Glück dein Licht in Ewigkeit; dort ist die Zeit des Schaun's und hier des Glaubens Zeit. 11. Verehre ftets die Schrift; und siehst du Dunkelheiten: so laß dich deinen Freund, der mehr als du sieht, leiten. Ein fore schender Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein heilverlangend Herz hebt manche Dunkelheit 12. Halt' fest an Gottes Wort; es ist dein Glück auf Erden, und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Himmel Heiligung. mel werden. Verachte Chriftlich groß des Bibelfeindes Spott. Die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott. Mel. Vom Himmel boch, ba Mel. Ach Gott und Herr 203 Gott, heilig fei 204 Gott ist mein und Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken! 3. Wo hätt' ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd' ich nie, wie ich dich würdig ehrte. Recht dem ganzen menschlichen Geschlecht! Dich bete, wer dich denken kann, im Geist und in der Wahrheit an! 2. Verbreite deines Wortes Schall, wie deine Werke, überall, daß Alle lernen, wer du seift, der reinste, allerhöchste Geift. 3. Durch Jesum Chrift, den du gesandt, werd' immer mehr der Welt bekannt, daß du, Gott, unser Vater bift, und er der Völker Heiland ift. 4. Lehr' uns, die deinen Rath versteh'n, gehorsam deine Wege geh'n. Durch deines Geistes Licht und Kraft, mach' weise uns und tugendbaft. 149 7. Du fättigft sie mit Se ligkeit von nun an bis in Ewigkeit, und ewig ist ihr frommer Dank, Herr, deines Namens Lobgesang. 5. Durch Wahrheit dämpfe jeden Wahn; erleucht' uns Allen unsre Bahn; das Laster tilg' aus unsrer Bruft und tödt' in uns die böse Luft. 6. So preiset deine Christenheit, Herr, deinen Namen in der Zeit; sie ist und bleibt dein Eigenthum, und ihre Thaten sind dein Ruhm. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben; daß diese Zeit zur Ewigkeit mir sei von dir gegeben. 5. Den ew'gen Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt' ich nicht, wär' mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu' und Schmerz der Sünder nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrft meinen Geist im Glauben: Vater! sagen. 7. Mich zu erneu'n, mich 3 dir 150 Werke und Wohlthaten Gottes. dir zu weih'n, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh' vermag ich's nie, dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß dieses Wort mir Licht und Freude geben! Es sei mein Theil, es sei mein Heil und Kraft zum ew'gen Leben! 4. In der Seele Finsterniffen sei dein Wort uns stets ein Licht! Laß uns Troft daraus genießen, wenn es uns an Trost gebricht! Es versüß' uns jede Noth; es erquict uns auch im Tod durch die Hoffnung, ganz zu schauen, was wir deiner Wahrheit trauen. Mel. Freu' dich sehr, o meine Mel. Schwing' dich auf zu 205 Gott, durch den 206 er du selbst die wir sind und leben, deine Güte sei gepreist, daß du uns dein Wort gegeben, das zum Heil uns unterweist, das uns unsre Pflichten lehrt, warnt, ermahnet, straft, bekehrt, und, wenn uns ein Leiden drüs cket, uns mit reichem Troft erquicket. 2. Gib, daß wir es innig lieben; ernstlich, ohne Heuchelschein das darin Befohlne üben, und nicht bloße Hörer sein; denn, wer deinen Willen weiß, und ihn doch nicht thut mit Fleiß, der ist ärger als die Heiden, und muß doppelt Strafe leiden. 3. Darum präge deine Lehren tief in unsre Seelen ein; laß sie uns mit Nußen hören, und derselben Thäter seyn; treib' uns dadurch kräftig an, daß wir dich vor Jedermann froh bekennen, kindlich lieben, und mit Sünden nicht betrüben. Gott, zu dem ich finge, Gott, den kein Verstand ermißt, Ursprung aller Dinge: alle Weisheit kommt von dir zu den Menschenkindern; sie erleuchtet uns, wenn wir selbst ihr Licht nicht hindern. 2. Vorurtheil und Finsterniß füllen unsre Seelen; unser Blick ist ungewiß, unsre Schlüsse fehlen; aber dein Verstand weicht nicht von der lautern Wahrheit. Was du denkest, das ist Licht, Nichtigkeit und Klarheit. 3. Wirf dich, sterbliches Geschlecht, dankbar ihm zu Füßen! Seine Wahrheit und sein Recht läffet er dich wissen. Weit erschallt das Wort des Herrn, das die Welt bekehret: glaubt es freudig, folgt ibm gern, Völfer, die ihr's böret! 4. Gott, was uns dein Wort verspricht, wird und muß geschehen; deine Drohung Heiligung. ung kann auch nicht leer vorüber gehen. Haben Tau fende nicht schon, welche vor uns waren, deine Strafen, deinen Lohn, dir zum Ruhm erfahren? 5. Seele, wolltest du nicht Gott zuversichtlich glauben? Soll der Leichtsinn, soll der Spott deinen Trost dir rauben? Die die Himmel auf gebaut, kann die Wahrheit lügen? Kann sie den, der ihr vertraut, heuchlerisch betrügen? 151 hams gebot! Verehre keinen Gott, als mich; mich liebe, mir vertraue dich. So sprach der Herr! 6. Erd' und Himmel wird vergeh'n; Gott, dein Wort wird bleiben. Lasterhafte, die es schmäh'n, werden's nicht vertreiben. Könige sind Staub vor dir, sie mit ihren Heeren. Du im Himmel lacheft ihr, wann sie sich empören. 7. Du bist Wahrheit! Ewig soll mich von dir Nichts trennen, mich die Welt, von Arglift voll, nicht erschüttern können. Muß ich hier gleich um dein Wort Schmach und Trübfal leiden, so belohnst du mir's boch dort, Gott, mit Ehr' und Freuden. 2. Mißbrauche meinen Namen nicht. Weh' dem, der lästernd von mir spricht! Mit Ehrfurcht nenn' den Schöpfer nur, und halte redlich deinen Schwur. Das will dein Gott! 3. Stets heilig sei mein Sabbath dir! Dein Knecht auch ruh' und weih' ihn mir. Da stärke dich zu dem Beruf, zu dem dich meine Güte schuf. Das will dein Gott! 4. Ehr' deinen Vater, ehre sie, die dich gebar, und säume nie, den Aeltern liebreich wohl zu thun; dann wird auf dir mein Segen ruh'n. Das will dein Gott! 5. Du sollst nicht tödten; sollst dich scheu'n vor Zorn und Haß; die Rach' ist mein. Wem ich die Günd' erlaffen soll, der thu' auch seinen Feinden wohl. Das will dein Gott! 6. Die Ehe halte keusch und rein; auch selbst dein Herz foll heilig seyn. Dein Leib und Geist sei mir geweiht, dein Ruhm sei Zucht und Mäßigkeit. Das will dein Gott! Gefeß. In eigener Melodie. 7. Mit Unrecht mehre 207aie gut, wie nicht dein Gut. Der Fluch heilig ist, trifft den, der Unrecht thut. was Gott den Kindern Abra- Betrüge nie, und wuchre 4 nicht. 152 Werke und Wohlthaten Gottes. nicht. Den Armen zu erfreu'n ist Pflicht. Das will dein Gott! Gott, mir in mein Herz gegeben, daß ich zum Guten willig sei, mit Sorgfalt, fern von Heuchelei, was du befiehlst, vollbringe. 2. Gib, daß ich dir allein vertrau', allein dich ehr' und liebe, auf Menschenhülf' allein nicht bau', in deiner Furcht mich übe, daß Beifall, Lob und Menschengunft, Gewalt, Pracht, Reichthum, Wiß und Gunst mir nicht zum Abgott werde. 3. Hilf, daß ich redlich mich bemüh', dich, Vater, zu erkennen, und laß mich deinen Namen nie ohn' Ehrerbietung nennen. Gott, unvergeßlich sei es mir, was ich in meiner Taufe dir so feierlich versprochen. 4. Am Tag der dir geweihten Ruh' laß mich, Gott, mit den Deinen in der Versammlung, so wie du befiehlft, vor dir erscheinen: dann deiner im Gebet mich freu'n, ein Hörer deines Wortes seyn, und, wie ich soll, ein Thäter. 5. Gib, daß ich Eltern, Obrigkeit und Lehrer ehr' und liebe, sie nie durch Widerseßlichkeit und böses Herz betrübe; vielmehr für ihre Sorg' und Treu' erkenntlich 207 und dein nen Segen erbe. ( b) H err, dein Ge- und gehorsam sei, und deiMel. Gottlob, ein Schritt zur seß Gebot, wornach wir sollen leben, haft du, o liebevoller 6. Hilf, daß ich nie mit bitterm Sinn, Herr, Rach' und 8. Du sollst kein falscher Zeuge feyn; sollft Lügen und Verleumdung scheu'n. Des Nächsten Unschuld rette du, und seine Fehler decke zu. Das will dein Gott! 9. Des Nächsten Haus begehre nie, auch nicht sein Weib, Gesind noch Vieh. Wenn meine Huld auch ihn erfreut, gönn' ihm sein Glück, und flieh' den Neid. Das will dein Gott! 10. Und wiff' es: eifrig ist der Herr; die Uebertretung strafet er; doch lohnt er auch dem treuen Knecht bis in das tausendfte Geschlecht. Drum folg' ihm treu. 11. Durch Jesum hat beftätigt Gott, was er durch Mosen einst gebot. Von ganzem Herzen liebe mich, und deinen Nächsten gleich als dich. So sprach der Herr! 12. Dies, Christen, laßt zu aller Zeit erfüllen uns mit Freudigkeit; erfüllen treu bis in den Tod, was Gott aus Liebe nur gebot. Er sei gelobt! Heiligung. 153 und Feindschaft übe, und und frohen Muth und deine wenn ich auch beleidigt bin, verzeih' und Feinde liebe, und Jedem gönne, was er hat, und Alle segne, mit der That gern jedem Menschen diene. 7. Laß mich, wie du geboten haft, unkeusche Werte meiden. Unreinigkeit ist dir verhaßt; auf Wollust folgen Leiden. Schaff' du in mir ein reines Herz, das Ueppigkeit und frechen Scherz sich nimmermehr erlaube. 8. Gib, Herr, daß ich mich redlich nähr' und böser Ränke schäme, mein Herz von Geiz und Unrecht kehr', durch Macht und List Nichts nehme; daß ich nie Fleiß und Arbeit scheu', wohlthätig und zufrieden sei, nicht karg und nicht verschwendrisch. 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Ehr' zu retten mich befleiße, das, was ich kann, zum Besten kehr', doch Böses nicht gut heiße; stets zeige Treu' und Redlichkeit, und Abscheu trage jederzeit an Falschheit, Schmäh'n und Lügen. 10. Laß mich des Nächften Haus mit Lift und Unrecht nicht begehren: das aber, was mir nöthig ist, woll'st du mir, Gott, gewäh ren. Doch laß mich auch das größte Gut, ein ruhig Herz Gnade haben. 11. Wie gern möcht' ich. o Herr, mein Gott, nach deinem heil'gen Willen, wie gern möcht' ich ganz dein Ges bot, das du mir gabft, erfüllen: allein du weißt, was mir gebricht; ich Schwacher, ich vermag es nicht aus meinen eignen Kräften. 12. Drum gib du mir von deinem Thron, Gott Vater, Gnad' und Stärke, daß ich, o Jeſu, Gottes Sohn, stets auf dein Vorbild merke! Dheil'ger, Geift, hilf mir, daß ich Gott über Alles, und wie mich, auch meinen Nächsten liebe Evangelium. Mel. Jesu, meine Freude 208 Wort aus Gottes Munde, Wort vom Friedensbunde, Evangelium! Quelle wabrer Freuden, Troft in allen Leiden, unser höchster Ruhm! Gottes Kraft, die Glauben schafft! Frohe Botschaft, uns zum Leben felbft von Gott gegeben! 2. Was sein Wohlgefallen vor der Welt uns Allen ausersehen hat, was erst dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt sein Rath. Daß sein Eid ihn nicht gereut, rühmen wir; 5 in 154 Werke und Wohlthaten Gottes. in Jesu Namen wird er Ja scher Lehre Wahn vor deiund Amen. ner Wahrheit klarem Licht! Gewalt hilft dem Gewissen nicht. 3. Die Herrschsucht, die den fremden Knecht, er glaube falsch, er glaube recht, gewaltsam zieht vor's Nichtecamt, bleib' unter unserm Volk verdammt! 3. Alles ist vollendet; Gott hat den gesendet, der verheißen war. Jesus hat sein Leben für uns dargegeben, willig gab er's dar. Ja, er hat des Höchsten Nath ganz vollbracht zu seiner Ehre. O erwünschte Lehre! 4. Da uns Strafen drohten, riefen seine Boten: Heiligt euch und glaubt! Gott will euch vergeben; ewig sollt ihr leben, wenn ihr Jesu glaubt! Seine Huld tilgt eure Schuld; nur müßt ihr die Sünde hassen, Muth zur Tugend faffen! 5. Jesu, voll Vertrauen will ich auf dich bauen, und in dir mich freu'n, dir nur will ich leben, die mich ganz ergeben, ewig treu dir seyn. So werd' ich auch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben, und den Himmel erben! Die heilige chriftliche Kirche. 4. Nur geistlich sei der Wahrheit Krieg! Gib wider Irrthum ihr den Sieg. Durch Gründe fieg' sie und Beweis, und durch des frommen Beispiels Fleiß. 5. Wir geh'n in Dämm'rung, irren bald! Die Weisheit übet nicht Gewalt. Laß Fried' und Duldung allgemein, nicht mächtig die Verfolger seyn! 6. Der Scepter übe Billigkeit, verbiete nicht der Gründe Streit! Wer friedsam ist, nicht after lehrt, deß Freiheit bleibe ungestört. 7. Zerbrich des Zwanges hartes Joch: die freie Wahrheit sieget doch. Sie mache uns von Irrthum frei und von der Sünde Sklaverei. In eigener Melodie. 209 rhalt uns, Am Reformationsfeste. Herr, bei deinem Wort; den finstern Irrthum treibe fort; bewahr' uns vor Gewissenszwang, so mel. Allein Gott in der Höh preift dich unser Lobgefang! 210( a) or dir, Herr, 2. Die Völker sei'n dir unterthan! Es weiche falerfreut an unsrer Väter Glauben. Der Feind erhob sich Heiligung. 155 sich kühn zum Streit, dein es soll uns doch gelingen. Wort der Welt zu rauben: sie aber kämpften ritterlich, gestärkt, Allmächtiger! durch dich; sie kämpften und sie siegten. Der Fürst dieser Welt, wie sau'r er sich stellt, thut er uns doch nichts; das macht, er ist gericht't: ein Wörtlein kann ihn fällen. 2. Dein Wort war ihnen Schwert und Schild, Schuß, Heereskraft und Bogen. Lang war's in Dunkel eingehüllt, der Christen welt entzogen; sie brachten's wieder an das Licht, und achteten Gefahren nicht, fie sangen heldenmüthig: " 1 In eigener Melodie. 3. Ein' feste Burg ist unser Gott, ein' gute Wehr und Waffen; er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen; der alt böse Feind, mit Ernst er's jeßt meint, groß' Macht und viel Lift sein grausam Rüftung ist auf Erd' ist nicht sein's Gleichen. 6. Das Wort sie sollen lassen stahn, und kein'n Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan, mit seinem Geist und Gaben. Nehm'n sie uns den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib, laß fahren dahin, sie haben's kein'n Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben." Mel. O Gott, du frommer Gott 7. So fangen sie: und weit erschollen ihre Lieder; die Völker kehrten froh zum freien Glauben wieder. Der Aberglaube flob, es wich die düftre Nacht, das Evangelium ward an das Licht gebracht. 8. Triumph! die Wahrheit siegt! Gott war mit ihren Etreitern! Gott ist und bleibt mit ihr; er wird ihr Reich erweitern. Auf! die ihr sie erkennt, und dankbar sie verehrt, auf! haltet fest an ihr! Sie sei uns ewig werth! 4. Mit unsrer Macht ist Nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit't für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkoren. Fragst du: wer er ist? Er heißt Jesus Chrift, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er behalten. Mel. Sei Lob und Ehr dem 5. Und wenn die Welt 2100) Dein Bolt, at voll Teufel wär', und wollten uns verschlingen; so fürchten wir uns nicht so sehr; Herr, fingt frohen Dank zu deines Namens Ehre. Es stimm' auch 6 un 156 1 Werke und Wohlthaten Gottes. unser Lobgefang in alle heil's gen Chöre, die heut in deinem Heiligthum zu deines großen Namens Ruhm, dir Jubellieder singen. 2. Dies ist ein Tag, von dir gemacht. Von dir, Herr, ift's geschehen, daß wir, frei von des Irrthums Nacht, das Licht der Wahrheit sehen, daß wir, von Menschentand befreit, dich, wie dein eignes Wort gebeut, vernünftig ehren können. 3. D welche Wohlthat, Gott, ist dies, was uns ist widerfahren! Es lag dein Wort in Finsterniß seit mehr als tausend Jahren. Du haft, troß aller Feinde Mel. Christus, der ist mein Macht, es wieder an das 211 Ach bleib' mit deiLicht gebracht. Wir freu'n uns dieser Gnade. ner Gnade be uns, Herr Jesu Chrift! damit kein Feind uns schade mit seiner Macht und Lift. 4. Du läfseft hier im Seis ligthum dein lautres Wort uns hören, zu unserm Heil, zu deinem Ruhm läßt du es reichlich lehren. In unsern Häusern ist es auch zu unferm täglichen Gebrauch. Lehr'dieses Glück uns schäßen. 2. Entzieh' uns deine Lehre, das Wort der Wahrheit nicht. Durch ihre Kraft gewähre uns immer Troft und Licht. 3. Laß deinen Geift uns treiben, daß wir, von Irrthum frei, bei deiner Rede bleiben, dir folgsam, dir getreu. 5. In unsern Schulen bildet man Verstand und Herz der Jugend. Man führt nach deinem Wort sie an zur Weisheit und zur Tugend. Das Anseh'n unfrer Obrigkeit bleibt ungefränkt, und Sicherheit und Ruh' und Ordnung herrschen. 6. So können wir bei deinem Licht ein frohes Leben führen, wenn wir nach unsers Wandels Pflicht nur deine Lehre zieren. Und bricht einst unser Tod herein, so spricht dein Geift den Troft uns ein: Von nun an seid ihr selig. 7. So glücklich haft du uns gemacht durch deines Wortes Lehre. Dir, Herr, fei ewig Dank gebracht, dir Ruhm und Preis und Ehre! Dir jauchzet unser Herz und Mund. Es mach' auch unser Leben kund, daß wir dich dankbar preisen! 4. Komm' uns mit Kraft entgegen, hilf unsrer Schwachheit auf, und stärke das Vermögen zum ernften Tugendlauf. 5. Hilf uns die Lüfte dämpfen, Heiligung. 157 pfen, hilf uns den Reiz der mer wären! Mach' alle HerWelt und ihren Troß bekämpfen, du sieggewohnter Held. 6. Sa bleib' mit deiner Treue bei uns, Serr, unser Gott! Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth. zen rein und neu, laß alle sich bekchren. Gib uns Wifsenschaft, Glaube, Lieb' und Kraft, gib Entschluß und Muth, zu wagen Ehr' und Blut zum Preise deiner Lehren. 5. Entferne 3wietracht, Krieg und Mord, erhalt Mel. Ein' feste Burg ist unser 212 err, che banket dir: noch wohnt dein Wort im Lande! Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geift zum Pfande. Kommt sie in Gefahr durch der Feinde Schaar: dann, o Jefu Chrift, besiege Macht und Lift, und herrsch' in jedem Lande! 2. Sei, Herr, mit uns! Verlaß uns nie, uns, deines Leibes Glieder. Hilf deiner Kirch', und schüße sie; denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, haft du felbst erbaut. Ach, ertalt' sie rein; und die den Bund ent: weih'n, die heilige dir wieder. 3. Eins ist's, was deine Mel. Herzliebster Jesu! Treuen kränkt: daß unter 213 wig, Jeſu, deinen Christen noch mancher deiner nicht gedenkt, bestehen, beherrscht von seinen Lüften. Vieler Glaub' ist schwach, falt die Lieb', und, ach, sie bedenken nicht: es wart' ein schwer Gericht auf träge, sich're Christen. wird dein Wort und Erd' und Himmel werden eh' verges hen, eh' eine Macht das Reich, das du errichtet, icmals vernichtet. 4. Und du, o Jesu, bist so treu! Ach, daß wir frömuns, gestärket durch dein Wort, im Guten nie ermüden. Mache leicht, was drückt, gib uns, was beglückt. Nach der Prüfungszeit ruf uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden. 6. Herr, deine Kirche streitet noch: hilf deiner Kirche siegen! Wie schwer ihr Kampf ist, müsse doch kein Kämpfer unterliegen! Hör ihr findlich Fleh'n. Eil', ihr beizusteh'n, daß sie standhaft sei, fiets deiner Wahrheit treu. Hilf deiner Kirche siegen! 2. Immer noch sammelst du dir auf der Erden Menschen, die willig dir gehorsam werden und deinen Fries 67 den 158 Werke und Wohlthaten Gottes. den hier schon im Gewissen fröhlich genießen. 3. Reizt blendende Versuchung sie zu Sünden, bist du ihr Beistand und hilfst überwinden. Nichts wird fie jemals deiner Hut entreißen. Du haft's verheißen. 4. Wohl Allen denen, die dir, Jesu, trauen! Was sie dir glauben, wird ihr Aug' einst schauen, dich, und die Freuden, womit du belohnest da, wo du thronest. 5. Dann schallen fröhlich von der Deinen Menge dir, unserm Haupte, höh're Lobgesänge, wenn einst dein Volk, das hier dein Geist regieret, dort triumphiret. Mel. Erschienen ist der herrlich 214 obfinget Gott! Denn seine Macht vertrieb des Aberglaubens Nacht. Uns deckte bange Finsterniß; der Herr war's, der uns ihr entriß. Lobsinget ihm! 2. Verdunkelt war der Wahrheit Licht; selbst Christenlebrer sah' n es nicht. Aus Unterricht ward Glaubenszwang; in barte Sklaverei versank das Volk des Herrn. 3. Wie tobte der Verfol4. Gott kam und stand der Kirche bei; da wurden die Gewissen frei; da schwanden Aberglaub' und Wahn. Das hat der Herr, der Herr gethan. Singt, singt ihm Dank! 5. Vereint nun, Chriften, jederzeit mit Wahrheitssinn Verträglichkeit. Die Liebe sei der Kirche Zier. Dann sieget sie; Gott ist mit ihr; er ist ihr Schuß. 6. Und wenn auch seines Wortes Licht nicht gleich durch alle Nebel bricht, und Epötter stolz die Wahrheit schmähn: verzaget nicht! Sie wird besteh'n; sie ist von Gott. 7. Schaut auf zur Sonne; sie erhellt nicht gleich den ganzen Naum der welt. Laßt, Christen, unsers Lichts uns freu'n, und Gott durch Thaten dankbar seyn, wie er sie liebt. 8. Lobsingt, lobsingt dem Herrn, und freut voll Hoffnung euch der Ewigkeit! Dort wird nur Liebe, dort allein ein Hirt und eine Heerde seyn. Lobsingt dem Herrn! Mel. Herzliebster Jesu! ger Wuth! Wie strömte 215 as boch, o ef Jesu, laß dein Reich treuer Christen Blut! Und ihre Bürger rühmten doch sich ihrer Gottesliebe noch. O welch' ein Wahn! auf Erden nie unterdrücket, stets erweitert werden! Gib allen Menschen deiner Leiden Heiligung. ben wegen, licht, Heil und Segen! 2. Erleuchte sie, daß sie dich recht erkennen, und glaubensvoll dich ihren Hei land nennen! Olehre sie mit Eifer deinen Willen schon hier erfüllen! 3. Laß sie die Schrift mit frommer Achtung ehren; denn sie enthält der wahren Weisheit Lehren; und ohne diese sucht man doch vergebens den Weg des Lebens. 4. Ach, steure, Herr, dem Toben deiner Feinde, und vor dem Irrthum warne deine Freunde! Gib, daß sie prüfen, und dem Aberglauben die Herrschaft rauben! 5. Sei du ihr Licht in Mel. Ein' feste Burg ist bangen Finfiernisſen, und 217 Menn Chriftus Weine Kirche schüßt, so mag die Hölle wüthen; er, der zur Rechten Gottes sißt, hat Macht, ihr zu gebieten Er ist mit Hülfe nah'; wenn er gebeut, steht's da. Er schüßet seinen Ruhm, und hält das Chrifienthum. Mag doch die Hölle wüthen. 2. Und wenn auch Fürsten auf dem Thron sich wider 216 werden nen, die nach ihn, des Höchsten Sohn, dir sich nennen, und dich, zahllose Völker ehren. Sein o Jesu, vor der Welt be- Wort ist wahr; Nichts ist kennen. Laß deinen Hän- der Großen Macht und den, wie du selbst verheis Lift. Wie lange währt sen, Nichts sie entreißen. ihr Spott? Auch sie sind Staub schlafendes Gewissen! Erhebe tröstend, fchlägt sie Kummer nieder, ihr Herz auch wieder! 6. Herr, schüß' uns mächtig vor der Liff der Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirst erlösen, und wir zum Kreise der verklärten From men frohlockend kommen. 159 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt werden; mach' ihre Siege herrlicher auf Erden. Gib Muth und Weisheit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. 3. Du haft noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. Führe die Deinen, wie du selbst versprochen, führe sie endlich aus dem Kampf bies nieden zum ew'gen Frieden. 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam' erhoben! Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beschirmer deiner schwachen Heerde, Himmel und Erde! In voriger Melodie. 160 Werke und Wohlthaten Gottes. Staub vor Gott. Sie mögen sich empören! 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmäh'n; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widersteh'n; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Chrift! Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen bält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Chriften, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Droh'n erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr, der starke Gott, hält über sein Gebot; gibt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod. Was kann uns dann erschrecken? ist Tugend, wo dein großer Geift regiert, wo das Alter, wo die Jugend sich mit deinem Sinne ziert. Selbst der Sünder preift sein Glück, eilet er zu dir zurück. König der erlösten Schaar! Jede Sinnenluft entweiche; dennoch beutft du Bonne dar, Wonne, die den Geist erhöht, und dem Strom der Zeit entgeht. 2. Was sind Nang und eitle Schäße? Was sind Kronen dieser Welt? Freunde deiner Reichsgeseße sind einst Engeln zugeselli. Edel handeln, ist ihr Ruhm, deine Huld ihr Eigenthum. 3. Hier ist Weisheit, hier 4. Ja, du herrscheft nicht mit Strenge; nur von Liebe wallt dein Herz und du lockft der Menschen Menge nur hinweg von Angst und Schmerz. Selig, wer dir seine Zeit, seine Kraft, sein Leben weiht! 5. Mag der Krieg die Welt zerrütten! Friede schwebt um deinen Thron. In Paläften, in den Hütten, groß ist überall dein Lohn. Jeder, jeder, der dich ehrt, ist und bleibt dir ewig werth. 6. Droh'n dir gleich die Frevler alle, rüstet sich der Spötter Heer; ach, sie nahen sich dem Falle, und dann toben sie nicht mehr! Mel. Gott des Himmels und 218 wird errlich ist's in steh'n; Wahrheit kann nicht untergeh'n. 7. Reiche dieser Welt verschwanden, Kronen sanken in den Staub; aber seit dein Reich entstanden, ward es nie der Zeiten Raub. Jeßt noch blickt dein Unterthan hochentzückt zu dir binan. 8. In den fernsten Himmelsstrichen glänzt, o Herr, dein mildes Licht. Thoren nur, die von dir wichen, sehen seine Strahlen nicht; doch Heiligung.$ 12 161 doch der Weise bleibt dir ses Kind empfohlen! Wir treu und du machst ihn bringen es dir flehend dar: groß und frei. o segne es, Herr Jesu Christ, der du der Taufe Stifter bift! 9. Mehre selbst die Zahl der Weisen! Herr, erweitre dein Gebiet, und laß einst Mel. Liebster Jesu, wir sind hier auch den dich preisen, der 221( a) Hen hier vor err, noch blind vor Gößen kniet! Zeig' uns Allen nach der Zeit deines Reiches Herrlichkeit! dir: laß dies Kind auf unfern Armen dir gefallen, bitten wir, und erzeige dein Erbarmen, laß es hier beglückt auf Erden, dort des Himmels Erbe werden! Heilige Taufe. ( Vor der Taufe.) Mel. Sollt' es gleich bisweilen 219 Dir, Gott, der ſo immer seine weihen durch die Taufe wir dieses Kind, o Vater! dir. 2. Gib ihm Wachsthum und Gedeihen, laß es stets das Böse scheuen, und beglücke das Bemüh'n, es zum Himmel zu erzieh'n. ( Nach der Taufe.) gern erfreuet, Mel. Kommt, kommt, den Herrn uld erneuet, 221) Ger eweiht zum Christens thume ist dieses Kind, dir, Gott, geweiht. Erzieh' es dir zum Ruhme, zur Tugend und zur Seligkeit. Gib, daß es deiner Liebe sich immer dankbar freu', und durch des Geistes Triebe dir stets gehorsam sei; daß fröhlich es dem Lohne der Treu' entgegen geh', und vor des Mittlers Throne sich einst verherrlicht seh'! Mel. Wer nur den lieben Gott err, der du selbst die Tauf'befohlen, dir, dessen Treu' unwandelbar, dir sei auch die220 H i 3. Stärke künftig seinen Glauben, laß ihm den die Welt nicht rauben; nicht den Troft, daß es ein Chrift, daß du, Gott, sein Vater bift. 4. Laß es stets dich froh bekennen, daß es Niemand von dir trennen, auf der Tugend Bahn Heil 222 auf deinen NaNiemand Mel. Wer nur den lieben Gott getauft und Ruh' ihm rauben kann. men, Gott, Vater, Sohn und heil'ger Geift! Ich bin gezählt zu deinem Saamen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. O welch' ein Glück ward dadurch mein! 162 Werke und Wohlthaten Gottes. mein! Laß, Herr, mich des sen würdig ſeyn! 2. Du hast mich für dein Kind erkläret, mein Vater, und ein felig Theil hast du, mir gewähret an dem von dir erworb'nen Heil! Du willst, mein Leben Gott zu weih'n, Geist Gottes, selbst mein Beistand seyn. 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gott, mir zugewandt. O laß mich nie die Pflicht vergessen, das zu ich selbst mich dir verband, als du in deinen Bund mich nahmst, und mir mit Seil entgegen kamft. 4. Du bist getreu; auf deiner Seite bleibt dieser Bund stets feste steh'n. Ja selbst, wenn ich ihn überschreite, läßt du dein VaterHerz mich seh'n. Du regest mein Gewiffen an, und lenkst mich auf die rechte Bahn. 5. Ich gebe, o mein Gott, auf's Neue mich ganz zu deinem Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Weich', eitle Welt! O Sünde, weich'! Gott hört es: ießt entsag' ich euch. 6. Befestige dies mein Versprechen, mein Vater, und bewahre mich, daß es niemals möge brechen! Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Heils, sei ewig mein, und laß mich dein auf ewig seyn! Mel. Liebster Jesu, wir sind 223( a) mein Erlöſer, dir zum Eigenthum erkaus fet: als dein Jünger bin auch ich vormals auf dein Wort getaufet. D erwecke mich zum Fleiße, recht zu seyn das, was ich heiße. 2. Laß mich oft mit Achtsamkeit meiner Taufe Bund betrachten, und nur das zu jeder Zeit für mein größtes Wohlseyn achten, daß ich, Jesu, deinen Willen treulich suche zu erfüllen! 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zurücke; nur ein wahres Christenthum folgt uns nach zum ew'gen Glücke. Davon ist auch, nach dem Sterben, ewig Segen zu ererben. 4. Laß mich denn, wie dir's gefällt, deinem Dienst, Herr, ganz ergeben, und entfernt vom Sinn der Welt, als dein treuer Jünger leben, daß ich einst auch, wann ich sterbe, das verheiß'ne Leben erbe! Wel. Wer nur den lieben Gott 2230 bin getauft nach Lehren, dich, Vater, deinen Sohn und Geist so zu be kennen und zu ehren, daß Herz Heiligung. Herz und Mund und That dich preist, und dann des Glücks, ein Chrift zu seyn, mich hier schon und einst dort zu freu'n. 2. Du hast zu deines Reiches Erben, o treuer Mel. Jesus, meine Zuversicht Bater, mich erklärt; es hat 224 Ewig, ewig bin Sterich die Frucht aus seinem ben dein Sohn, mein Heiland, mir gewährt; und dir mein Leben ganz zu weih'n, foll selbst dein Geift mein Beistand seyn. 3. Gelobt, mein Gott, sei deine Liebe, die mir, noch eh' ich dich gekannt, aus freiem väterlichem Triebe schon so viel Gutes zugewandt! Wie huldreich hast du mein gedacht, und für mein wahres Wohl gewacht! 4. Dir geb' ich mich, mein Gott, auf's Neue, nun ganz aus Dank und Liebe hin. Erwecke mich zu fteter Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Was dir mißfällt, sei fern von mir, und heilig sei mein Leben dir! 5. Damit ich, was ich hier verspreche, auch redlich halte und getreu, nie mein Gelübd' aus Leichtsinn breche, steh', Gott, mit deiner Kraft mir bei, und fall' ich, so verwirf mich nicht. o Herr, von einem Angesicht! 163 mich auf sicherm Pfade des Glaubens und der Heiligung. Gott meines Heils, fet ewig mein und laß mich ftete dein eigen seyn. 6. Erwecke mich durch deine Gnade zum fteten Ernst der Besserung, und leite dir, mein Gott, erkaufet, bin auf dich, um dein zu seyn, Vater, Sohn und Geift, getaufet! Deffen soll mein Herz sich freu'n; ewig, ewig bin ich dein! 2. Welch' ein göttlicher Gewinn, daß ich durch der Taufe Gabe Gottes Kind und Erbe bin, daß ich ihn zum Vater habe! Heilig, heilig will ich seyn; ewig, Vater, bin ich dein! 3. Ich gelobt es, und dennoch brach ich oft den Bund der Taufe, kämpfte schon, und wurde doch schwach im Kampf und matt im Laufe. Dennoch will noch Jesus mein, Gott will noch mein Vater seyn! 4. Dies, o Gott, versprachst du mir; bas hat Jesus mir verheißen. Und ich sollte, Sünde, dir, dir, o Welt, mich nicht entretßen? Ja, ich will's, ich will nicht dein, ich will meines Gottes seyn! 5. Jesum, dem ich bin getauft, bin von ihm so hoch erhoben, bin ihm durch sein Blut 164 Werke und Wohlthaten Gottes. Blut erkauft, Jesum soll sterben, und weihte Brod mein Leben loben! Ihm will ich, denn ich bin sein, meine ganze Seele weih'n. 6. Wachen will ich, fleb'n um Kraft, daß ich stets auf feinem Wege, heilig und gewissenhaft und im Glauben wandeln möge. Und er wird mir Kraft verleih'n; treu bis in den Tod zu seyn. 7. Höre mich, denn ich bin dein, theuer dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu seyn, Vater, Sohn und Geist, getaufet! Ewig, ewig laß mich dein, ewig laß mich selig seyn. 4. Wie konnten sie vergessen, was jetzt ihr Lehrer that, der scheidende Geliebte feßzt, ach, so zärtlich bat? Nehmt hin, für euch gegeben wird dieser Leib, dies Blut; o denket mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut! 5. Nun ward dies Mahl zur Feier; ftets schwebte liebreich, mild und hehr vor Das heilige Abendmahl. ihren Blicken des treusten Freundes Bild, gab ihnen rein're Liebe, zur Tugend Mel. Befiehl du dein Wege 225 Versammelt hat- höhern Muth. Sie opferWahrheit mit den Gut und Blut. Jünger feierlich; es nahte feine Stunde, die Abschiedsstunde sich. Die sich der Hoffnung freuten, mit ihm zum Thron zu geh'n, sie follten nun ihn dulden, ach, bluten, sterben seh'n. und Wein, den Blick zu Gott erhoben, für sie laut dankend ein. Nehmt, sprach er, diese Gaben, das ist mein Leib, mein Blut; o denket mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut! 2. Sie sollten nun Betenner der heil'gen Wahrheit feyn; für sie, und für die Brüder, wie er, den Tod nicht scheu'n. Ach, wie er ießt so rührend beim frommen Abschiedsmahl den Freunden, den Erwählten, noch lieb' und Treu'empfahl! 3. Er sah am Kreuz sich 6. Auch uns zum Heil gestiftet ward sein Gedächtnißmahl; für uns auch starb aus Liebe er unter Schmach und Qual. Wer könnte sein vergessen, vergessen, was er bat, eb' er den Weg des Todes zu unserm Heil betrat? 7. O laßt nun am Altare uns seiner dankbar freu'n, und froh den Bund der Liebe, der Tugend Bund erneu'n! Sein Mahl stärk' unfern Glauben, stärk' ihn in Schmerz und Noth, mach' heis Heiligung. 165 heilig unser Leben, mach' im Licht zu wandeln, wie er freudig unsern Tod. zu handeln: dies, Chriften, sei der ihm geweihte Dank. Mel. Liebster Immanuel 226 Nabt dem Altare, Unsterbliche, nahet, und feiert hier den Tag der Besserung! Segnet den Festtag des Bundes! Empfahet bei Jefu Mahle Kraft zur Heiligung. Fühlt Gottes Frieden! Denn schon bienieden gewährt die Tugend euch Beseligung. 2. Aber gebietet auf rau heren Wegen die Tugend euch zu geh'n: o wanket nicht! Blicket auf Jesum! Mit ewigem Segen, mit Ruhin vor Gott belohnt er füllte Pflicht. Auf, auf, und ringet zum Ziel! Vollbringet den Ruf der Gottheit! Auf, und wanket nicht! 3. Bei dem Gedächtniß des Heiligen schwöret, dem hohen Tugendbund getreu zu seyn! Echwört bei dem Tode des Heiligen! Höret, ihr Mitunsterbliche, den Schwur: Wir weih'n in dieser Stunde dem großen Bunde der wahren Tugend uns. Gott, wir sind dein! 4. Singt dem erhabenen Muster der Frommen, des Bundes Erstem, Preis und Lobgefang! Er ist zum Segen der Menschheit gekommen; vom Himmel bracht' er licht. Nun Lebenslang Mel. Ein Lämmlein geht u, 227 Dus Barmberzigkeit, zum Denkmal deiner Gnaden, das ganze Volk der Christenheit wohlthätig eingeladen. Du rufft: Mühsel'ge kommt zu mir! Ich komme, Heiland, ja zu dir erheb' ich meine Seele. Entzeuch mir deine Gnade nicht, sei auch mein Troft, mein Heil, mein licht. Du siehst, wie oft ich fehle. 2. Ja, meiner Schulden sind weit mehr, als ich vermag zu zählen. Ich fühl es wohl, und leide sehr vor Unruh' meiner Seelen. Doch du bist meine Zuversicht. Verlaß mit deinem Trost mich nicht; du siehest meine Reue. Erbarmer, nimm sie gnädig an; du bist, der helfen will und kann, daß sich mein Herz erfreue. 3. Nach deinem Troste sehn' ich mich, gebückt vor dir im Staube. Dein tröst ich mich, und nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn, versprichst, den Schwachen beizusteh'n, die nach der Beß'rung trachten. Stets bleibst du deinen Worten treu, und wirft ein gläu 166 Werke und Wohlthaten Gottes. gläubig Herz voll Neu', und meines nicht verachten 4. Regiere nur auch fünftig mich, daß ich vorsichtig handle, und heilig, voll Vertrau'n auf dich, nach dei nem Willen wandle. Gib, daß, aus Dank für deine Huld, in Liebe, Glauben und Geduld ich dir auf Ercen lebe, bis ich dereinst in deinem Reich, verklärt, unsterblich, Engeln gleich, dich ewig froh erhebe. 4. Laß mich mit Ernst die Sünden scheuen, für welche du, dich opfernd, starbft; durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir erwarbst! Nie führe mich zur Sicherheit der Troft, den mir dein Tod verleiht! 5. Ich übergebe mich auf's Neue, o du ,, mein Herr und Gott, an dich; ich schwöre dir beständ'ge Treue vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig seyn. Du starbft 228 Hier bin ich, es für mich; drum bin ich dein. Mel. Wer nur den lieben Gott erfüllen, was du in deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Willen zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih' zur Uebung dieser Pflicht mir dei nes Gerstes Kraft und Licht! Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Diens ftes, den man dir erweist, mich nie zu einem Schritt bequemen, den mein Gewissen sündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu seyn! 2. Es werde, Herr, für mein Gewissen, dein Mahl ein tröstlich Unterpfand, daß ich, der Sündenschuld entriffen, durch dich bei Gott Vergebung fand. So freuet meine Seele sich in deinem Heil, und lobet dich. 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben. und, wenn er strauchelnd sich versicht, Versöhnlichkeit und Sanftmuth üben! Nie komm' es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlaft du mir aus Huld erlasſen haft! 8. 68 stärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächt'ger Ruf erhebt, wenn du dich, gros ßer Lebensfürst, den Völfern sichtbar zeigen wirst! 9. Ges 3 Bewundernd denk' ich an die Liebe, womit du unser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht. O gib von dei nem Todesschmerz ießt neuen Eindruck in mein Herz! Heiligung. 9. Gebeugt lieg'ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Fleh'n. Laß auf mich neue Gnade flieBen! Mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu' dein Abendmahl gesegnet feil 167 spricht liebreich: Sei getroft, mein Sohn! die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr' es hier im Glauben, und laß durch Mel. Ein Lämmlein geht ch 229 keine dir deine und suche dich, mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würd'ge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh; ich suche Ruh, und finde sie im Glauben der Erlösten. Krone rauben. Sieh', ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock, bleib' an mir: so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich; und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen, und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig seyn, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn, und deinen Tod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen! 2. Dich bet' ich zuversichtlich an: du bist das Heil der Sünder, hast ihre Schulden abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk' an deines Leidens Nacht, und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du haft mein Heil verdienet. Du hast für mich dich dargestellt; Gott war in dir, und hat die Welt in dir mit sich versöhnet. 3. So freue dich, mein Herz in mir! Er tilget deine Sünden, und läßt an seiner Tafel hier dich Gnad' um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, Mel. Es ist das Heil uns ch Herr, mein Heil, 230 preife dich, o für deine Todesleiden. Hab' ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich; o gib, daß 168 Werke und Wohlthaten Gottes. daß meine Seele sich deß ewig freuen mögel 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erquik kung in der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh', zur Beßrung Kraft: das haft du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von deiner groBen Güte. Wie viel haft du an mich gewandt! O stärke mein Gemüthe zum gläubigen Vertrau'n auf dich, daß ich, so lang ich lebe, mich an deine Gnade halte! 4. Ich fühle, Herr, voll Reu' und Schmerz, die Laft von meinen Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den süßen Trost empfindes, den werde! 5. Der Troft, den mir dein Tod verschafft, werd' ewig mir zum Segen! Er stärke mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Wegen, nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Luft der Welt standhaft zu überwinden! undankbar nie vergessen daß ich aus ächter Gegentreu' dir bis zum Tod ergeben sei, dir und den Brücern lebe! 6. Laß mich mit Glaubensfreudigkeit vom Bundesmable essen, und der Verbrüd'rung heil'gen Eid 7. Laß deines Leidens großen Zweck mir stets vor Augen stehen! Nimm alle Hindernisse weg, die eb'ne Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weist, und die einst den erlöften Geift zu deiner Freude führet. daß ich in deines Vaters Mel. Gott Vater, an Erbarmen Huld gewiß Vergebung mei 231 Cbrift, eile nie sicherm Sinn zum Liebesmahle Jesu hin, denk' nicht: Des großen Dulders Blut macht jedes Sünders Lafter gut! Weh' dem, der dieses Mahl entweiht durch Selbstbetrug und Sicherheit! 8. Zum ew'gen Leben hast du dich für mich dahin gegeben. Dein Abendmahl erwecke mich, mit Ernst dar nach zu streben! Herr, mache mich dazu geschickt, und werd' ich einst der Welt entrückt, so sei dein Tod mein Leben! 2. Wer sich zu ihm unwürdig nabt, der häuft die Schuld der Missethat. Sei nicht dein Feind; empfah' es nicht dir, ach, zum ftren geren Gericht! Nein, erst empfinde tief dein Herz der Sünde Heiligung. Sünde Schmach, der Reue Schmerz! 3. Erst sei dein Borsak fest und rein, nicht mehr der Sünde Sklav' zu seyn; erst gib zurück, was deine and durch Lift, durch Trug, 232 Nin Gemüth, Mel. Meinen Jefum laß ich nicht aht im durch Raub entwand; erst, Zürnender, versöhne dich mit deinem Bruder brůderlich! 4. Besiegst du so in deiner Brust des Lasters Macht, die böse Luft; bist du entschlossen und bereit, zu kämpfen manchen harten Streit: dann nahst du dich der Tugendbahn, dann gehe zum Altar hinan. 5. Beschämt und mit gebeugtem Sinn schau' auf den großen Dulder hin, der liebreich für die Sünder starb, und ihnen Gottes Huld er warb: dann glaube froh, daß Gott uns liebt, gern Reuigen die Schuld vergibt. 6. So, frei von Heuchelei und Bahn, müsf Jeder sich dem Mahle nah'n, das du in deiner letzten Nacht, o Herr, zum Denkmal uns gemacht! Da dåmpfe der Gedank' an's Kreuz der Thorheit Laft, der Sünde Reiz! 169 pfe mit der Leidenschaft, daß heilig wir durch's Leben geh'n, dem Tode froh ents gegen feh'n! 7. Da rühr' uns tief dein göttlich Bild, und mach' uns liebreich, sanft und mild; da schenk' dein Geist uns Muth und Kraft zum KamBrüder, christlich dem Altare; wer in Jugendfülle blüht, und der Greis im Silberhaare, hoch und niedrig, arm und reich, naht; hier seid ihr Alle gleich! 2. Stärkt euch für die höh're Welt! Fließt, der Lies be Thränen, fließet! Wer vom Brode jetzt erhält, wer Weine jegt genießet, Entzücken inniglich, stärke für den Himmel sich! vom führ' 3. Stårkt euch, bleibet rein und gut; denket Alle: wir sind Brüder! Denket: Jesu Christi Blut floß für uns am Kreuze nieder; Menschenwürde, Menschensinn uns zu lehren, floß es hin. 4. Der uns lehrte, Kraft und Gut für der Brüder Wohl zu geben, gab für Wahrheit hin sein Blut, gab für Tugend hin sein Leben, bat, was er empfahl, geübt. D, wie hat er uns geliebt! 5. Denket feiner, Thras nen fließt! Freudenthránen weinet, Brüder! Wer vom Brode jegt genießt, wer vom Weine 170 Werke und Wohlthaten Gottes. Weine trinket, Brüder, den- Wiel. Freu' dich sehr, o meine S. oller let an den Menschenfreund, 233 V Dank und Freudenkt an Jesum, denkt, und weint! 6. Laßt mit heiligem Gc můth All' uns nahen dem Altare; wer von Lebenskräften glüht, und der Greis an naher Bahre, hoch und niedrig, arm und reich; Brüder, hier sind alle gleich! eine den komm' ich, Herr, auf dein Gebot, zu dem Denkmal deiner Eciden, und gedenk' an deinen Tod. Mittler, der du für mich starbft, mir ein ewig Heil erwarbst, dir zur Ehre stets zu leben, sei mein eifriges Bestreben! 7. Alle geh'n wir Bahn, Alle geh'n wir zu dem Ziele edler Menschlichkeit hinan. Boll der seligsten Gefühle bete Jeder inniglich, stårke für den Himmel sich! 2. Ich empfind' es jest auf's Neue, was ich dir, Du, Herr, schuldig bin. du gabft mit großer Treue ganz dich mir zum Dienste hin; wiesest mir den Weg zu Gott, und ertrugst den schwersten Tod, mir im Leben und im Sterben sichre Tröstung zu erwerben. 3. Durch dich ist zu Gottes Gnade freier Zutritt und die Kraft, auf der Tugend sel'gem Pfade fest einherzugeh'n, verschafft. Und du rufft aufs Neue mir durch dein Nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem Segen nehme und mich deiner niemals scháme. 8. Wer den Kelch des Nachtmahls trinkt, wer vom Brode jest genießet, wer in Undacht fromm versinkt, wem der Neue Thräne flie: Bet, ist mein Bruder, ist mein Freund; und ich habe keinen Feind. 9. Fließt, der Liebe Thránen, fließt! Vorgefühl der Himmelsfreuden fühle, wer das Mahl genießt, Kraft zum Guten, Trost im Leiden, fühlt euch Aul' als Men schen gleich, fühlt als Himmelsbürger euch. 10. Sesus Christus hat sein Blut für der Menschen Wohl gegeben; laßt uns Kräfte, Geist und Gut Menschen widmen, für sie leben; laßt uns zu des Himmels poh'n auf der Bahn der Liebe geh'n! 4. Sollt' ich, Jesu, denn vergebens diese deine Huld empfah'n. Nicht zur Beßrung meines Lebens mich zu deinem Tische nah'n? Ja, mit neuem Ernst will ich mich vor Sünden scheu'n, und dich durch ein dir geheiligt Leben mit vermehrtem Fleiß erheben. 5. Die Heiligung. 5. Diesen Borsaß, den ich habe, thätig dankbar dir zu seyn, prág' ihn, Jeſu, bis zum Grabe tief in meine Seele ein. Gib mir Kraft, ihn zu vollzieh'n! Lehre mich mit Vorsicht flieh'n, was ihn könnte bei mir schwächen, was mich reizt, ihn gar zu brechen! 6. Laß mich über Alles schäßen dein mir theu'r crs worb'nes Heil, und nie aus den Augen sehen, wie nur der daran hat Theil, der auf deine Stimme hört, mit Gehorsam dich verehrt, und in deinem Dienst auf Erden immer besser sucht zu werden! 7. Geh' mir, wo ich bin und wandle, immerfort mit Hülfe nach, daß ich als ein Christ stets handle; und wird je mein Glaube schwach, o so hilf mir liebreich auf, daß ich in dem Tugendlauf nimmer wanke, nie ermúde! So erquicke mich dein Friede! 8. Ewig will ich dir es danken, daß du so barmherzig bist, daß auch, wenn wir Schwache wanken, deine Treu' beständig ist. Herr, ich hoff' es froh und fest, daß sie mich auch nie verläßt. Zu des Himmels Seligkeiten wird sie mich gewiß auch leiten. 171 gläubig nad; des Herrn Befehle, seinen Mittlertod zu feiern, deinen Dank ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein Leben in den bangsten Tod gegeben, dir auf Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. 234 Schicke dich, erViel. Schmücke dich, o liebe Seele ( chicke dich, erlöfte Seele, 2. 3um Genusse seiner Gnaden wirst du von ihm eingeladen; eil' ihm demuthsvoll entgegen, und nimm Theil an ſeinem Segen. Komm' getrost, es ist sein Wille, komm' und schöpf' aus seiner Fülle neuen Muth und neue Triebe zur Berehrung seiner Liebe. 3. Herr, ich komme mit Verlangen, Seelenruhe zu empfangen. Deine Liebe foll mich stärken in dem Fleiß zu guten Werken. Mit den heiligsten Entschlüssen will ich Brod und Wein genießen, mich der Bruderliebe weihen, deines Todes mich erfreuen. 4. O, wie sehnt sich mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ich ge lob' dir neue Treue; siehe, Herr, mein Herz voll Reue! Meinem kindlichen Begehren woll'st du deinen Trost gewähren, meiner Sünden nicht gedenken, mit Gewissensruhe schenken! 5. Ja, ich hoff' auf deine Gnade, daß fie mich der Schuld entlade, und mit 52 neuer 172 Werke und Wohlthaten Gottes. neuer Kraft zum Werke mei trug der Sünde, als ob ein ner Heiligung mich stärke. Was du, da du für uns starbest, Jedem, der Gott sucht, erwarbest, Seelenruh' und ew'ges Leben wirst du mir gewiß auch geben. 6. unbekehrter Sinn dadurch schon Gnade finde. Nein, frei von niedrer Heuchelei, von eitlem Selbstbetruge frei, will ich dein Mahl heut. feiern! 3. 3um Eigenthume will ich mich auf's Neue dir ergeben; bekennen will ich's öffentlich, dein Sterben sei mein Leben. So lang ich athme, will ich dein und deiner Licbe mich erfreu'n, und sie noch sterbend preisen. 4. Mit Reue will ich meinem meine Schuld vor Gott gestehen, und, unwerth seiner Vaterhuld, ihn um Vergebung flehen. Laß mich Vertrau'n mit gläubigem auf dich, mein treuer Mittler, schau'n, und Seelenruhe finden. pon 5. Es sei das Mahl der Liebe mir ein Pfand Gottes Gnade, daß ich mit frohem Muthe dir folg' auf der Tugend Pfade, mich Mel Schon ist der Tag von G. immer meines Vaters freu', Deiner will ich mich ftets freuen, ganz mich meinen Pflichten weihen, nur nach deinem Willen leben, und dich dankbar froh erheben. Deine Huld ist uners meßlich; Herr, sie sei mir unvergeßlich, daß ich dich aus frommem Triebe thätig ehre, folgsam liebe! 7. Du, dem dort der Frommen Schaaren, die, wie ich, auch Sünder waren, ewig Dant und Jubel fingen, daß sie hier dein Heit empfingen, laß auch mich einst dahin kommen, daß ich mich mit allen Frommen ewig deiner Huld erfreue, und dir einst mein Danklied weihe! 235 will den Bund und voll der frohen Hoffnung den zu mit meinem Herrn bei seinem Mahl er neuern; ich will, von Weltgeschäften fern, heut' sein Gedächtniß feiern. Der Tag sei hehr und heilig mir! Froh soll mein dankbar Herz zu dir, Erldser, sich erheben 2. Mich führe nicht Gewohnheit hin, nicht der Bes erben. 6. Hilf, daß ich, jeder Sünde Feind, Gott über Alles liebe, durch dein Verdienft mit ihm vereint, das Gute eifrig übe! Gefällig ist dir dieser Dank; ihn will ich dir mein Leben lang mit reinem Herzen bringen. Mcl. Heiligung. 173 gibt, der ift's, der Jesum Chriftum liebt. 4. Gott zu leben, Gott zu sterben, und seinen Himmel zu ererben, dies ist des Lebens hohes Ziel. Jesus, hilf es uns erringen; hilf Sund' und Lafter uns bezwingen; richt auf den Schwachen, welcher fiel! O stárk' uns UU' im Lauf; schließ' uns den Himmel auf, wenn wir sterben! Von dir herab strömt Licht ins Grab; wir trocks nen unsre Thránen ab. 236 Hein Gebächt= Mel. Herr, wir fingen beiner err, wir feiern vor niß. Uns freut das heilige Vermächtniß deinem blut'gen Opfertod. Deiner nimmer zu vergessen, nah'n wir uns dem Altar und essen mit Dankgefühl des Bundes Brod. Wir trinken, Herr, mit Dank des Bundes heil's gen Trank, und geloben vor dir auf's Neu' der Jugend Treu', daß uns dein Tod stets Segen sei 2 Zu der Zugend höhern Werken, zur Liebe jedes Herz zu stärken, dazu ward Der Chor. dieses Mahl geweiht. Wie Mel. Herr, wir singen deiner sein Stifter hier zu wan: 237 Herr, du woll'st fie vorbereiten zu deln, liebreich, gut und fromm zu handeln, find wir entschlossen und bereit. Reicht, Christen, euch die Hand. Wir geh'n ins Vaterland befrer Wesen. Mit Freudigkeit geht im Geleit der Liebe durch Gefahr und Streit! deines Mahles Seligkeiten; sei mitten unter ihnen, Gott! Heil und Leben zu empfahen, laß sie, o Sohn, sich würdig nahen, durch dich vergessen Sünd' und Tod! Denn nur von Sunde rein find fie, o Jesu, dein, deine Freunde. Caß, laß sie seh'n in jenen Hob'n von fern der ueberwinder Lohn. Die Gemeinde. 3. Sie erfüllt mit Muth die Herzen; sie duldet Alles. Denkt der Schmerzen, die Jefus für uns Menschen litt! Laßt uns treu einander lies ben, treu jede Liebespflicht uns üben, für sie auch streis ten, wie er stritt! Der Menschenliebe weih'n bei seinem und Wein Wer MitMel. Jesus, meine Zuversicht 1. Die ihr seine Laufbahn lauft, theure, miterlöfte Brüder, all' auf Chrifti Tod getauft, alle feines Leibes leid übt, gern hilft und Glieder, kommt, Versöhnte, Brod wir uns Ue. $ 3 kommt, 174 Werke und Wohlthaten Gottes. kommt, erneut euren Bund gen! Sprich sie los, Gott, der Seligkeit. Jesu Christ, wann sie nun dein Mahl empfangen! Laß sie fühlen, ins Gericht kommen, die da glauben, nicht! 8. Augenblick voll heil's gen Graun's, voller Wonn' und süßen Bebens! Theures Pfand des künft'gen Schaun's, Ueberzeugung jenes Lebens! Schutte deine Gnad' auf sie, alle deine Gnad' auf sie! 9. Nehmet hin, und est sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! 3hr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er in der Sünder Tod! 2. Rehmet hin, und eßt sein Brod. Jesus Christus ward gegeben für die Súnder in den Tod. Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben! Seht, wie er die Sünder liebt, da er selbst fich für sie gibt. 3. Die mit voller Zuver: ficht deines Heils, o Sohn, fich freuen, laß sie stets in diesem Licht wandeln, ewig dir sich weihen! Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demuth seyn! 4. Tröfte, die in Traurigkeit über ihre Seele wachen; stärke, Herr der Herrlichkeit ihren Blauben; hilf den Schwachen! Die ge beugt von ferne steh'n, können unerhört nicht fleh'n. 5. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Súnder in den Tod! Nehmt und trinkt! Shr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! 6. Hoherpriester, Jesu Christ, du bist einmal eingegangen in das Heiligthum, du bist als ein Fluch ans Kreuz gehangen. Also bist du durch den Tod eingegangen, Sohn, zu Gott! 7. Hoberpriester, ja, du bist auch für diese eingeganDer Chor. 2. Nehmt und eßt zum ew'gen Leben! Nehmt hin, und trinkt zum ew'gen Les ben! Der Friede Christi sei mit euch! Nehmt und est zum ew'gen Leben! Nehmt hin und trinkt zum ew'gen Leben! Ererbt. ererbt des Mittlers Reich! Wacht! Eure Seele sei bis in den Tod getreu! Umen! Amen! Der Weg ist schmal! klein ist die Zahl der Sieger, die der Richter krdnt! Die Gemeinde. 10. Jesu Chrifti Mittlertod werd' in aller Welt verkündigt! Jesu Chrifti Mitt( er= Heiligung. lertod, der vorm Richter uns entfündigt! Icfus Chrift, mit Preis gekrönt, hat uns Staub mit Gott versöhnt. 11. In das Chor der Himmel schwingt, Herr, sich unser stammelnd fallen. Wenn, von Seligen um ringt, wir vor dir einst niederfallen, singt ein beß rer Lobgefang für dein Sterben Preis und Dank. 12. Ausgeschüttet warest du, warst, wie Wasser, hingegossen; suchtest, fandest keine Ruh'! Deine Todeswunden floffen, strömten über, ach, vom Blut, deines großen Opfers Blut! 175 16. Mein Gott! haft Jesus rief: mein Gott! warum du mich verlassen? starb darauf den Kreuzestod. Wer kann diese Liebe faffen! Fluch und Tod find nun nicht mehr! Gebt, ach gebt dem Mittler Ehr'! 17. Nehmet hin, und est sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Jhr trinkt das Leben! Hingegeben in den Zod ward er, in der Sünder Tod! Der Chor. 3. Die dein Kreuz in jenen Tagen der Märtyrer dir nachgetragen, verließen oft des Bundes Mahl, um vorm Blutgericht zu stehen, mit dir bis in den Tod zu gehen, voll Freuden in des Todes Qual! Gib, Herr, Beståndigkeit auch uns; nicht Luft, nicht Leid laß uns scheiden von dir, daß treu die Seele sei dir, der uns bis ans Kreuz geliebt! 13. Nehmet hin und eßt fein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sunder in den Zod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Les ben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! 14. Deiner Zunge Durst war heiß; heißer noch der Durft der Seele! Můd', in deines Todes Schweiß hing dein Leib, und deine Seele lechzte schmachtender zum Herrn! Doch schien seine Hülfe fern. 15. O wie warst du fürch- 238 Nim terlich, Tod der Sünder! Sterben, sterben sollte der Versöhner, dich, dich zu retten vom Verderben! Ewig faffen dein Gericht endliche Gedanken nicht! Mel. Wer nur den lieben Gott Jimm hin den Dank für deine Liebe, erhabner Mittler, Jesus Chrift! Gib, daß ich nun mit Freuden übe, was dir, Herr, wohlgefällig ist! Es müsse deines Todes Pein mir immerdar zum Gegen seyn! 2. Heil 176 Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Heil mir! dein Brod ward mir gebrochen; ich trank, Herr, deines Bundes Wein Von Herzen hab' ich dir versprochen, die bis zum Tode treu zu seyn; und feierlich gelobt' ich's dir: sei du nun Hülf' und Beistand mir! 4. Diesen Dank für deine Liebe, wenn ich den dir schuldig bliebe: wie verwerflich würd' ich handeln, wie der Huld zuwider wandeln, die dich trieb, auch mir zum Leben in den Tod dich hinzus geben! Welche Qualen im Mel. Schmücke bich, o liebe Seele Gewissen würd' ich einmal 239 Heiland stoß an Huld und Treue, sich, ich widme dir auf's Neue, bei dem Denkmal deiner Liebe, dies mein Herz voll heißer Triebe, dir in meinem Lauf auf Erden immer dankbarer zu werden, und an deines Segens Gas ben auch auf immer Theil zu haben. 2. Laß dies Opfer dir gefallen! Du versprichst ja selbst es Allen, die nach deis nem Heil verlangen, daß sie Gnad um Gnad' empfangen, und, wenn sie dich lieben wollen, Kraft dazu empfangen sollen. O wie könnteft du das Flehen meines Herzens denn verschmähen! deine heil'gen Lehren mit Gehorsam zu verehren. 3. Nein, ich trau' auf dein Versprechen. Herr, du kannst es mir nicht brechen; denn du siehest mein Bestres ben, nur nach deinem Wort zu leben. Stårke mich denn zum Genusse deines Heils in dem Entschlusse, dich und fühlen müssen! 5. Nein, so strafbar, so vermessen will ich nie der pflicht vergessen, die dir, Herr, von mir gebühret, die zum wahren Heit mich füh ret. Ewig dir nur anzuhangen, ist mein sehnlichstes Verlangen. Hilf du selbst nur meiner Seele. daß sie nicht dies Ziel verfehle! 6. Bringe mich durch deine Gnade auf des wahren Glaubens Pfade immer nåher zu dem Ziele, wo ich ganz mich selig fühle. Laß indef sen mich hienieden deinen mir erworb'nen Frieden immer reichlicher genießen, bis sich meine Tage schließen 7. O wie wird mein Herz sich freuen! Welche Jubel wird dir's weihen, wenn du mich dorthin erhebeft, wo du ewig herrschend lebest! Nichts wird dann mich weiter stören, dankvoll, Heiland, dich zu ehren; und du wirst mich mit den Freuden deines Himmels ewig weiden. Mel. Heiligung. 177 Mel. Wann mein Stündlein follte mich erkühnen, den 240 eiland, des Heiland, der für mich auch O sen hohen starb mir Gnade, Troft und Heil erwarb, durch Sünden zu verläugnen? Werth des Sünders Herz empfindet, der reuvoll sich zu Gott bekehrt, auf dich sein Heil nur gründet: auch ich, ich Sünder suche dich; erbarme dich auch über mich, und laß mich Gnade finden! 6. Nein, göttlicher Er retter, nein, laß mich das Bose haffen, mich jeden Reiz der Sünde scheu'n, und Muth zum Kampfe faffen, dein Mahl nicht unbekehrt ent= weih'n und den Entschluß, dir treu zu seyn, mit Freudigkeit vollbringen. 2. Ich nehm' an deinem Segen Theil; daß ich nicht troftlos bliebe, reichst du auch mir zu meinem Heil, dein Mahl, dies Pfand der Liebe. Ich nehm' es und empfinde dann, wie viel du auch für mich gethan, wie viel, mich zu beglücken. Mel. Schmücke dich, o liebe S. 241 err, der du dein H theures Leben für mich in den Tod gegeben, mich soll deine Liebe dringen, deinen Willen zu drum tomm' vollbringen; ich, von dir geladen, zu dem Mahle deiner Gnaden, dir mein ganzes Herz zu weis hen, und den Bund heut zu erneuen. 2. Ja, dir schwör' ich's, 4. O laß mich deines mein Befreier von dem ToMahles Kraft in meinem de, hoch und theuer, dich Glauben stärken! Die 3u- will ich mit allen Trieben versicht, die es verschafft, meiner ganzen Seele lietreib' mich zu guten Werken, zum Eifer in der Heiligung, zur wahren Herzensbesserung, zum Kampf mit bos sen Lüsten! ben; immer will ich mich bestreben, nur nach deinem Ginn zu leben; mich soll weder Luft, noch Leiden, Herr, von deiner Liebe scheiden! 5. Wie? sollt' ich diesen Süften noch zu meiner Schande dienen? Ich trüge noch ihr sllavisch Joch? Ich 3. 3ch gelob' aus treuem Herzen, meiner Brüder Roth und Schmerzen tåg $ 5 lich 3. Hier ist dein Leib, hier ist dein Blut, für mich da hin gegeben: du starbst, der ganzen Welt zu gut; er warbst auch mir das Leben. Ich es das Brod, ich trink' den Wein, um ganz mit dir vereint zu seyn, um ganz für dich zu leben. Werke und Wohlthaten Gottes. lich brüderlich zu lindern, kunft rüsten, daß, wenn Elend, wo ich kann, zu heut dein Tag schon kåme, mindern. Ich gelobe dir, mit Freuden, auch das unrecht still zu leiden, unge duldig nie zu klagen, an Gott niemals zu verzagen 4. Was du haffeft, will ich hassen, gang von dir mich leiten lassen, nie mit Vorsak dich betrüben, Alles, was du liebest, lieben. Doch( Nach der Kommunion.) ich kenne meine Schwäche, Jesu, da ich dies verspreche. Mel. Wie groß ist des Morgen ist wohl fchon ges 242 Bollbracht ift brochen, was ich heute dir versprochen. nun die heil'ge Feier; verkündigt ward von uns dein Tod. O dein Gedächtniß sei uns theuer, und unvergeßlich dein Gebot! Laß nie des Himmels Vorgefühle in uns erkalten und vergeh'n, laß würdig einst am Kronenziele, Herr, deine Herrlichkeit uns seh'n! 5. Darum hilf du mir, und stärke mich zu jedem guten Werke; komm' und eile, mich vom Bösen, das ich thun will, zu erlösen; hilf den ersten Reiz der Sünden, den, ach, den wir überwinden; laß mich ihre Folgen schrecken, und der Unschuld Freuden schmekfen! keiner, Herr, vor dir fich schame! Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich seh'n und ewig ehren? 6. Laß mich deine Treu ermessen, vergessen! Laß mich, weich' ich ab vom Guten, Herr, dich seb'n am Kreuze blu- für ten! Liebe schlug dir deine Wunden; das soll mich in dunkeln Stunden, wenn mich Angst und Zweifel drücken, mit erhabnem Trost erquicken. 7. Gib, daß ich und alle Chriften sich auf deine 3uoder deine Liebe nie Mel. Besiz' ich nur ein ruhiges Menschenfreund, mein Heiland, sei geprieſen alle Treu', die du an mir erwieſen! durch dich bin ich mit Gott vereint. 2. Dein Beispiel zeigt den Pfad, den ich soll wallen. O führe mich nach bis deinem Wohlgefallen, sich mein Haupt im Tode neigt. Der Tob. Unsterblichkeit und Vergeltung. 170 Der Tod. Mel. Befiehl du deine Wege 243 De wallen ie auf der Erde die Sterblichen, find Staub. Sie blühen auf und fallen, des Todes sichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt näher uns zur Gruft. 2. Getrost geh'n Gottes Kinder die öde, dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nah'n, wo selbst der freche Spotter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, vor seinem Retter, erzittert und verzagt. 3. Wann, diese Bahn zu 244 Nmein Aufent Mel. Was Gott thut, das ist ur hier 5. Des Himmels Bonn' und Freuden ermist kein sterblich Herz. O Troft für kurze Leiden, für kurzen Todesschmerz! Dem Sundenüberwinder ſei Preis und Dank! ihm, der für uns der den Kelch des Todes trank! ewig Preis Sun-= 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weih'n, die, aufgelbst zu werden, mit heil'ger Furcht sich freu'n! Bereit, es ihm zu geben, wenn Gott, ihr Gott, gebeut, geh'n sie getroft durch's Leben hin zur Unsterblichkeit. gehen, dein Will' einst mir gebeut; wann vor mir offen stehen Gericht und Ewigs teit, wann meine Kräfte beben und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwin: der, mir dann in meiner Angst, der du zum Heil der Sünder selbst mit dem ist nur meine Hülle. Ich Tode rangst! Und wann des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du eridset haft. selbst bin nicht des Todes Raub, ein Geist hat Lebensfülle. Wenn auch die Welt in Trümmer fällt; er jauchzt, daß er noch le56 bet, halt; ich bleibe nicht auf Erden. Das Herz, das jetzt noch kräftig wallt, wird einst entkräftet werden. Zerrüt tet sinkt, wann Gott mir winkt, mein Staub zum Staube nieder; mich selbst erhebt Gott wieder. 2. Ich selbst bin mehr, weit mehr als Staub; er Unsterblichkeit und Vergeltung. 180 bet, und aus den Trummern schwebet. 3. Was fürcht' ich denn des Todes Macht? Sie kann mich nicht erreichen. Was kümmert mich des Grabes Nacht? Sie muß dem Tage weichen. O Tag des Danks, des Preisgesangs! wirst du meinen Blicken das dunkle Thal entrůcken? ann 4. Hier glänzt noch nicht mein höchstes Ziel. Was kann die Erde geben? Sie gibt, und gåb sie noch so viel, kein reines Freuden leben. Mein Geist begehrt, was ewig währt, und ihn auch dann erheitert, wann alles Undre scheitert. 5. Er ist ein Glied der höhern Welt; er ist von Gott geboren. Für ihn ist, kampft er nur als Held, die Krone nicht verloren. Er tritt hervor, und schaut empor; die Krone strahlt im Himmel, nicht hier im Erdgetümmel. 6. So kämpfe denn, mein froher Geist! Sei muthig: du wirst fiegen. Nur deines Leibes Band zerreißt; du selbst wirst nicht erliegen. Dein Lebensquell fließt ewig hell, er trånkt nach kurzen Leiden dich mit des Siegers Freuden. 7. Nur kurz ist hier dein Auf.nthalt. O Dank dem Freudengeber! Wer weiß, wie bald die Stimme schallt: Verlaß das Land der Gråber! Dein Vaterland ist dir bekannt. O sei nur gut und weise, und rüste dich zur Reise! Mel. Jesus, meine Zuversicht 245 Wie im Herbſte fällt das wirst du einst, mein Leib, zerfallen; wirft verstäuben, Staub zu Staub, und, wie leicht Gewölk, verwallen, ruhen in des Grabes Schoof jedes Erdenkummers los. 2. Doch nicht für die Ers de nur gab der Vater mir das Leben; ich bin höherer Natur, soll vom Staube mich erheben; hier ist nur mein Uebungsstand, jenseits ist mein Vaterland. 3. Jenseits über'm Staub beginnt erst mein ächtes, wahres Leben; dort erst reift zum Mann das Kind, dort erst werd' ich mich erheben zu der Tugend, die nicht fehlt, Irrthum nicht für Wahrheit wählt. 4. Dort erst ist mein Auge nicht trůb und schwach mehr für die Wahrheit; dort umgidt mich reines Licht; dort wird Alles mir zur Klarheit; dort erscheint mir unverhüllt sie, die Wahrheit, nicht ihr Bild. 5. Auf der immer lichtern Bahn seh' ich dann mit hels lern Der lern Blicken, was, Erbarmer, du gethan, Menschen ewig zu beglücken. Dunkel war mir hier dein Plan; dort bet' ich ihn freudig an. 6. Jauchz', Seele, fühle dich! Einst schwingst du dich auf vom Staube! Heil mir! Einst belohnet mich, wenn er thåtig war, mein Glaube! Furchtbar ist mir nicht der Tod, wenn ich that, was Gott gebot. 7. Ohne Furcht und ohne Grau'n werd' ich ihm entgegen gehen, werbe Gott anbetend schau'n, werde, wie er ist. ihn sehen, weil mein Tod durch Jesum Christ Eingang in den Himmel ist. 246 Mel. Alle Menschen müssen ir zu leben, dir zu sterben, ewig, Bater, dein zu seyn, mit des Himmels from men Erben hier schon dei ner mich zu freu'n, und mit ruhigem Gewissen einst mein Auge sanft zu schließen; diese Gnade wünsch' ich mir; die erbitt' ich mir von dir! 2. Daß ich's könne, laß mich streben, frei vom Wahn und glaubensvoll und gerecht vor dir zu leben, und zu leisten, was ich soll! Ja, mein Gott, gib Licht und Stärke, daß im Fleiße guter Werke ich beständig dir Tod. 181 getreu, jeder Tugend Vors bild fei! 3. Allen will ich nüglich werden, ungehorsam keiner Ppflicht, nie ein ergerniß auf Erden, auch nach meis nem Tode nicht. Seelen noch nach seinem Sterben ihre Freuden zu verderben: sie zu reizen, dich zu flieh'n: welch' cin Fluch! wie fürcht ich ihn! 4. O wer wollte nicht auf Erden immer streben, gut zu seyn, um ein Denkmal einst zu werden, deß sich die Gerechten freu'n? Ja, ich will die Sünder locken, daß sie nie ihr Herz verstocken, und mit mir zum Ziele geh'n, deine Herrlichkeit zu seh'n. 5. Daß auch, was ich hinterlaffe, nie zur Ungerechtigfeit, nie zu Bank und bitterm Haffe meinen Er ben Reiz verleiht, will ich früh schon weislich sorgen; denn mein Tod ist nicht verborgen. Freudig scheid' ich von der Welt, hab' ich so mein Haus bestellt. 6. In den letzten Augenblicken sei mein Herz von Sorgen frei! Sagen müss ich voll Entzücken: Du, mein Vater, stehst mir bei, du, dem ich nun meine Seele und die Meinigen empfehle! Welch' ein Ende! Guter Gott, gib mir einen ſolchen Tod! $ 7 Mel. 182 Unsterblichkeit und Vergeltung. Mel. Balet will ich bir geben trauet meine Seele, dich lobt, was in mir ist, ErIdser meiner Seele, der du die Liebe bist. ern will ich mich ergeben, 247 dich zu verlassen, Welt; ich geh' zum bessern Leben, so bald es Gott gefällt. Was Mel. Nun laßt uns den Leib war's, das mich betrübte? 248 Wie ficher lebt Dort schau' ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh ich ihn geschn. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbars men zu: Kommt ber, belarne Herzen, zu mir und findet Ruh'! Dies Wort aus deinem Munde laß, Herr, mich zu erfreun, in meiner legten Stunde mir Geift und Leben syn! der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub, und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: Ich denk' im Glück und Noth im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu überstehn. Im gläubigen Entgücken laß meine Seele sehn, wie im Gericht für Sünder du mit dem Tode rangst, und wie du, Ueberwinder, allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegsge: danke: Wo ist dein Stachel, Tod? stårk' mich, daß ich nicht wanke in meiner Todesnoth! So ist, obs gleich ich sterbe, doch Ster: ben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ich's bin. 5. Du schriebst in's Buch des Lebens auch meinen Namen ein. Dein Blut 5. Der Tod ruft Seelen vor's Gericht; da bringt Gott Alles an das Licht, und macht, was hier vers borgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich draut, so sei kann nicht vergebens für stets wachsam und bereit, mich vergoffen seyn. Dir prüf' deinen Glauben als ein Der Tod.shira ein Chrift, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der legten Noth, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu seyn: dies macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Got: tes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen kehrt, ein gläubig Herz, von Lieb' erfüllt: dies ist es, was vor Gott nur gilt. 9. Die Heiligung erfor dert Müh'; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. Du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk pon dir! 10. Der Zweck, zu wel: chem du hier lebst, dein Biel, wornach du weise strebst, and was dir ewig Heil verschafft, ist Tugend durch des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes feyn; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Todserinnerung. 183 Treu' die Frucht des Gei stes in ihm sei; 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh', stets meiner Schwachheit widersteh', und freudig durch des Glaubens macht im Tode ruf: Es ist vollbracht! 12. Wie oft verges' ich diefe spflicht; Herr, geh' mit mir nicht ins Gericht; druck' tief des Todes Bild mir ein, und laß es in mir wirksam seyn; o 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, Gott, erforschen mag, ob Liebe, Demuth, Fried und Mel. Wann mein Stündlein 249 Du wirst, o Ba= mein Wohl auch einst im Tode forgen; nur wann und wie ich sterben soll, das hast du mir verborgen. Mein Ende steht allein bei dir. Erhalte nur den Glauben mir, daß du es weislich ordneft! 2. Sib, daß ich meine höchste Puft an meinem Heiland habe, und, seiner Liebe mir bewußt, ihm folge bis zum Grabe! Auf ihn, der für die Sünder starb, und Trost und Hoffnung mir erwarb, laß freudig mich vertrauen! 3. Die Kraft, zu denken, bleibe mir, wenn's seyn kann, bis ans Ende, damit mein Geist sich stets zu dir und deiner Gnade wende, und voll Gedanken, Gott, an dich zulegt von diesem Leibe sich getroft und ruhig scheide. 4. Soll ich gewaltsam, o mein Gott, und schnell und angstvoll sterben; so führe nur auch dieser Tod mich zu des Himmels Erben! Ach, haf Unsterrblichkeit und Vergeltung. 184 hilf nur, daß ich allezeit zur Rechenschaft vor dir bereit, als Christ die Welt verlasse! 2. Gott, welche feierliche Stunden, wann du mich nun der Erd' entziehst, auf mich, den du getreu befunden, voll schonender Erbars mung siehst! Allmächtiger, in dein Gericht gehst du mit mir Erlöften nicht. 3. Der Leib wird schwach, die morsche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; ich eile hier mit je dem Schritte entgegen eis ner bessern Welt. Ich bin getroft und zittre nicht; denn Gott ist meine Zuver6. Nimm auch verborgne Seufzer an, und laß, wenn ich nicht beten, nicht den ken und empfinden kann, mich deinen Sohn vertreten! sicht. Geheiligt músf' ich dir nur 4. Wie sollt' ich vor seyn; dann bin ich, Gott, dem Tode beben, da du für mein Vater, dein im Leben mich, Erlöser, starbst? Er und im Tode! ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Du gingst voran: ich folge dir; zum Leben wird der Tod auch mir. 5. Empfind' ich keine Freudigkeit, entweicht in großen Schmerzen die Stille der Gelassenheit aus meinem bangen Herzen; dann guter Bater, rechne du die Schwachheitsfehler mir nicht zu, die ich begehen Fönnte! 7. Sa, bleib' ich immer, wo ich bin, nur dir, o Herr, ergeben, dann ist der Tod nur mein Gewinn, und Christus ist mein Leben. Und geh' ich nur zum Himmel ein, so will ich mich des Endes freu'n, ich sterb' auch, wie ich wolle. Mel. Wer nur den lieben Gott ch 250 im Tod erheben, felbst nah am Grabe preif' ich dich: zum Segen gabst du mir mein Leben; nimmst du es mir, du segnest mich! Mein Leben sucht' ich dir zu weih'n: mein Tod soll auch dir heilig seyn! 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen, und mir den letzten Schrecken dráu'n; du halfft mir, Herr, die Welt bezwingen; den Tod darf ich mit dir nicht dem den Gott verspricht, so nah am 3icle sink' ich nicht. 6. Du wacheft über meine Seele, wann ihre Stärke sich verliert, gibst deinem Engel schon Befehle, der sie zu deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich verfcheucht, Der scheucht, und mir des Lebens Krone reicht. Tod am 7. Ich will dich noch im erheben, Herr, noch Grabe preis ich dich; denn ewig werd' ich bei dir leben, und ewig freu' ich dei ner mich. Durch dich ist Sterben mir Gewinn! Wohl mir, daß ich erlöfet bin! Mel. Jesus, meine Zuversicht err, 251 deiner Treu', mir zum Heil, noch Zeit in Händen. Gib, daß ich stets eifrig sei, fie auch weislich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft! 2. Schnell und unaufhaltbar flieh'n die mir zugezählten Stunden. Wie ein Traum sind sie dahin, und auf ewig dann verschwunist den. Dieser Augenblick mein; wird es auch der künft'ge seyn? 3. Laß mich bei der Flüchtigkeit meiner Tage nie vergessen, wie unschäßbar sei die Zeit, die du, Herr, uns zugemessen; wie, was hier von uns geschieht, ew'ge Folgen nach sich zieht! 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, en die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, jede Stunde auszukaufen, die zu Tod. meiner Seligkeit deine Gna: de mir verleiht! 5. Deine schonende Geduld trage hier mich nicht vergebens! Herr, verzeihe mir die Schuld, wenn ich manchen Theil des Lebens nicht zu meiner Seele Wohl so benugte, wie ich soll! 6. Laß mich meine Besse rung für mein Hauptgeschäfte achten und nach meis treuem Eifer trachten, als erwar tete noch heut' mich Gericht und Ewigkeit. 7. Deine Gnade steh' mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an Zugendfrüch ten sei, und ich reif zum Himmel werde! Nahet dann mein Ende sich, o so stark' und tröfte mich. Mel. Dein sind wir, Gett, in 252 Mein Leben steht in Hand; er thu', was er mir heilsam fand! Er zählte mir, so wie mein Haar, schon eh' ich war, auch meine Lebens stunden dar. 2. Ich nüge mit Zufriedenheit die Tage me ner Sterblichkeit. Wie våterlich versüßt sie Gott! Doch Müh' und Noth sind ihr Gefolg', und dann der Zod. 3. Die Blume pranget und fällt ab; so blüht der Mensch und finkt ins Grab. Nicht 186 Unsterblichkeit und Vergeltung. Nicht Jugend schüßt, nicht stirbst, wünschen wirft, geStand, noch Geld; Nichts in der Welt ist, was ihn davor sicher stellt. lebt zu haben! Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, Nichts wird dich im Tod erfreu'n; diese Güter sind nicht dein. 4. Wer rustet mich mit Muth und Kraft auf's Ende meiner Pilgerschaft? Und wer beruhiget mich hier? Allein von dir, o Herr, kommt Muth und Ruhe mir. 5. Du bringst mich, bin ich nur bereit, zum sichern Glück der Ewigkeit, wo man des kurzen Grams vergißt, wo mancher Christ schon froh vorangegangen ist. 6. Froh werd' auch ich, wenn dir's gefällt, ein Bürger der vollkommnen Welt. Den Meinen sag' ich auf dein Wort: Gott, unser Hort, vereint uns bald auf ewig dort. 7. Den Trost, o Sesu, dank ich) dir; du brachtest ihn vom Himmel mir. Du haft's verheißen: Ihr seid mein; auch ihr sollt seyn, wo ich bin, und euch ewig freu'n. Mel. Sesus, meine Zuversicht 253 Meine eine Lebenszeit verstreicht; stundlich eil ich zu dem Graz be. Und was ist's, das ich vielleicht hier noch zu erwarten habe? Denk, o Mensch, an deinen Tod, såume nicht: denn Eins ist Noth. 2. Lebe, wie du, wann du 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod verfüßen; dieses Herz, von Gott erneut, gibt im Tode Freudigkeit. 4. Wann in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht! Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott, und bet' und wache. Sorge nicht, wie bald du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' nicht nur, den Tod nicht scheu'n, lern' auch, seis ner dich erfreu'n. 6. Ueberwind' ihn durch Vertrau'n, sprich: Ich weiß, an wen ich glaube; weiß, ich schwinge, Gott zu schau'n, mich empor einst aus dem Staube. Er, der rief: Es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre Der Tod. lehre du mich selbst bedenken; lehre dit mich's jeden Tag, daß ich weiser wer den mag! Mel. Wer nur den lieben Gott 254 cin Gott, ich daß ich sterbe; ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches 187 5. Drum, liebster Gott, wann ich nun sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir! Bin ich durch deinen Sohn dein Erbe, und hab' ich ihn im Glauben hier, so gilt wann, wie wo mir's gleich, und geht mir's ich sterben soll. Mel. Mein ganzer Geist, Gott Erbe, das ewig dauert und 255 Wie wird mir mir in Gnaden an, wie ich recht felig sterben kann! 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe; kein Augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe! die Blumen müs sen bald verblüh'n. Drum mache du mich stets bereit hier in der Zeit zur Ewige keit! dann, o dann mir seyn, wann ich mich, ganz des Herrn zu freu'n, in ihm entschlafen werde? keiner Sünde mehr Von entweiht, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu' dich innig, meine Seele, und erwähle schon hienieden, was dir dient zum ew'gen Frieden. Er 2. Besiege denn des Todes Grau'n, mein Geist; er ist ein Weg zum Schau'n, der Weg im finstern Thale. sei dir nicht mehr fürchterlich! In's Allerheiligste führt dich der Weg im finstern Thale. Gottes Ruh' ist unvergånglich, überschwenglich! Die Erlöften wird sie unaussprechlich trösten. 3. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Macht, eb' ich dieß Flehen noch 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, weil auch der Tod viel Wege hält. Dem Einen wird das Scheiden herbe, sauft geht ein Andrer aus der Welt. Doch, wie du willst, gib nur dabei, daß ich wohl zubereitet sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und weicher Sand mich einst bedeckt. Doch wenn ich nur den Troft ererbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt; so nehm' ich jede Stelle ein: Erd' ist allenthalben die dein. 188 Unsterblichkeit und Vergeltung. noch vollbracht, mein Los scheiden, auch heute schon die ausgestammelt. Bater, mein Gott; so geb' ich hin Vater, ich befehle meine mit Freuden, und sterb' auf Seele deinen Hånden; laß sein Gebot. mich meinen Lauf gut enden! 4. Ich hoff' ein beßres Leben, das nimmermehr verfließt. Ein Leib wird mich umgeben, der ewig herrlich ist. 4. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit; die Hütte meiner Sterblichkoit, wird sie erst fpåt zertrümmert: laß mich, Vater, reiche Saaten guter Thaten dann begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! 5. Dann eil' ich dir ents gegen, mein triumphirend Haupt, und seh' entzückt den Segen des Heils, das ich geglaubt. Mel. Wann mein Stündlein 5. Wie wird mir dann, 257 Menn meine Zeit o dann mir seyn, wann ich, mich ganz des Herrn zu freu'n, ihn dort anbeten werde? Von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mitgenoß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig! heilig! beilig! fingen wir rir, bringen Preis und Ehre! dir, der war und seyn wird, Ehre! Mel. Christus, ber ist mein 256 ch Beben zu meinem Tode hin; denn Chriftus ist mein Leben, und Sterben mein Gewinn. 2. Ich scheue nicht die Schrecken der nahen dunklen Gruft; Gott wird mich auferwecken, der mich zum Grabe ruft. 3. Und rief mich, abzuvon dieser Welt zu scheiden, ach, so verlaß, Herr Jesu Christ, mich nicht in meinen Leiden! Un meinem End empfehl' ich dir, Herr, meine Seele, die du hier zum Himmel haft gebildet. 2. Wenn Ungst und Tos desfurcht mich drückt, mich mein Gewissen naget: fo wird mein Herz mit Trost beglückt, das sonst voll under letzten Noth dein Leiden und dein Kreuzestod, dadurch du mich erlöset. 3. Ich bin, o Herr, mit dir vereint: deß freu' ich mich von Herzen; ich weiß, du bleibest auch mein Freund in Todesnoth und Schmerzen. Und sterb' ich, o so sterb' ich dir; die frohe Hoffnung Der nung hast du mir durch dei nen Tod erworben. 4. Weil du vom Tod er standen bist, werd' ich einst auferstehen, ins Reich, das mir verheißen ist, aus meiGrabe gehen; denn wo du bist, soll ich auch seyn, und deiner Herrlich keit mich freu'n, die dir dein Gott gegeben. nem 5. So wird mein Ster ben mir versüßt; der Tod kann mich nicht schrecken: er ist ein Schlaf auf kurze Frist, und Jesus wird mich wecken. Er, mein Erlöser, Gottes Sohn, wird mich mit sich zu Gottes Thron in's ew'ge Leben führen. Mel. Herr, wir singen deiner 258 Selig find des sie verfliegt geschwind. Himmels ben, die Todten, die im Herren sterben, zu Aufer stehung eingeweiht. Nach den legten Augenblicken des Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit. Sm Frieden ruhen sie frei von der Erde Müh'. Gelobt sei Gott! Vor seinen Thron, zu seiSohn begleiten ihre nem Werke sie. In eigener Melodie Tod. 189 lassen übergeben, ist wahre Ruh' und deine Pflicht. Du solst es lieben, weislich nüßen, es dankbar, als ein Glück, besigen, verlieren, als verlörst du's nicht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken; doch dich zur Weisheit zu erwecken, soll er dir stets vor Augen feyn. Er soll den Wunsch zum Leben mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleih'n. 3. Ermattest du in deinen Pflichten: so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind! Sprich: Sollt' ich Gutes wohl verschieben? Nein, meine Beit, es auszuüben, ist kurz, und 259 dein Leben? Es Gott ges as forast du 4. Denk an den Tod, wann böse Triebe, wann Luft der Welt und ihre Liebe dich reizen, und ers sticke sie. Sprich: Kann ich nicht noch heute sterben? Und könnt' ich auch die Welt erwerben, der Sünde Lockung folg' ich nie. 5. Denk' an den Tod, wann Ruhm und Ehren, wann deine Schäße sich vers mehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk an die Eitelkeit der Erden, daß, wann fie dir entrissen werden, ou dann nicht ſo sehr betrübst. 6. Denk 190 Unsterblichkeit und Vergeltung. 6. Denk' an den Tod bei er wird mich sterbend nicht frohen Tagen. Kann deine verlassen; dann zeigt er mir Lust sein Bild vertragen, so sein Angesicht. ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Vergnügen zu versüßen: Welch Glück werd' ich erst dort genießen, wo ich unendlich leben soll! 11. So suche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft vorzustellen; so wirst du ihn nicht zitternd scheu'n: fo wird er dir ein Trost in Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung seyn. 7. Denk an den Tod, wann deinem Leben das fehlt, wornach die Reichen streben. Sprich: Bin ich hier, um reich zu seyn? Heil mir, Mel, Wer nur den lieben Gott wann ich in Chrifto sterbe 260 Wer weiß, wie Dann ein unbeflecktes Erbe, dann ist des Himmels Reichthum mein. nahe mir mein Ende? Die Zeit geht hin, es kommt der Tod. Ach, wie geschwind, ach, wie behende kann kommen meine Todesnoth! Gott, gebe dann mir Kraft und Muth, und mach's mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; so lang ich lebe auf der Erden, leb' ich in steter Tod'sgefahr. Ich, der ich jetzt gefund noch bin, sint', ch' ich's denke, kraftlos hin. 3. Herr, lehr' mich stets an's Ende denken, und las mich, ch' ich sterben muß, das Heil der Seele wohl bedenken, und nicht verschieben meine Buß'; denn jener ernste Augenblick bestimmt mein ewiges Geschick. 4. Laß zeitig mich mein Haus bestellen, daß ich bereit 8. Denk an den Tod, wann Leiden kommen, Sprich: Alle Trubsal eines Frommen ist zeitlich und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er ist's, der mir die Krone reicht. 9. Dent' an den Tod, wann freche Rotten des Glaubens und der Tugend ſpotten, und Laster stolz ihr Haupt erhöh'n. Sprich bei dir selbst: Gott trägt die Frechen; doch endlich kommt er, sich zu rächen, und plötzlich werden sie vergeh'n. 10. Denk an den Tod zur Zeit der Schrecken, wann Pfeile Gottes in dir stecken; du rufft und er antwortet nicht. Sprich: Nein, mich fann der Herr nicht haffen; 5. Erhebe meinen Sinn zum Himmel, verbitt're mir der Sünden Lust. Gib, daß in Der reit sei für und für, und In voriger Melodie. Tagen tonn' in allen Fällen: 261 N ich morgen les Ob Herr, wie du willst, so schick's mit mir! Hilf, daß bei jedem Glockenschlag ich an mein Ende denken mag. be, ob diesen Abend, weiß ich nicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe, und treu erfülle meine Pflicht! Dann bin ich, ruft er mich noch heut', zu meiner Rechenschaft bereit. Tod. diesem Weltgetümmel mir Nichts, als Unschuld, sei bewußt; so eilt, wann diese Hütte fällt, der Geist in eine bess're Welt. 6. Ach, Vater, deck' all' meine Sünde um Jesu Chrifti Willen zu, damit ich hier Vergebung finde, und dort bei dir vollkomm's ne Ruh'! Du warst mein Gott in jeder Noth; drum sei auch Vater mir im Tod! 191 2. Um Morgen blüht und glänzt die Blume, und fällt oft schon am Abend ab. So finkt mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, oft eh' er's denkt, in's Grab; und Seele, du mißbrauchst jo leicht ein Leben, das so schnell entfleucht? 3. Entziehe dich dem Weltgetümmel: hier ist der Kampf, dort ist die Ruh'. Auf! streb' und ringe nach 7. Nichts ist, das mich dem Himmel, eil' deiner von Jesu scheide, Nichts, besf'ren Heimath zu! Wie sei Leben oder Tod; bald verfließt der Prüfung er bleibt im Leiden meine Zeit, und dann, dann kommt Freude, mein Schuß, mein die Ewigkeit! Alles in der Noth. Er endet selig meinen Lauf, und nimmt mich dann im Himmel auf. es 8. So tomm' mein End' heut' oder morgen; ich weiß, daß mir's mit Jesu glückt. Er ist's, der mich in allen Sorgen, er ist's, der mich im Tod erquickt. Er står ket mir dann meinen Muth, und macht's mit meinem Ende gut. 4. Verschiebe niemals deine Pflichten. Was du zu thun jetzt schuldig bist, das eile heute zu verrichten; wer weiß, ob's morgen möglich ist? Nur dieser Augenblick ist dein; der nächste wird's vielleicht nicht seyn. 5. O Gott, verleihe mir die Gnade, führ' du mich selbst durch deine Kraft der Tugend ebne, sichre Pfade, erhalte mich gewissenhaft und 192 Unsterblichkeit und Vergeltung. und immer treu in dem um Hülfe fleht Wenn ich Beruf, zu dem mich deine mich heute nicht erbarme, Liebe schuf! vielleicht ist's morgen schon zu spåt; und dann, was bringt die Werntezeit? Die Frucht der ungerechtigkeit. 6. Dann wird mir jeder Theil des Lebens ein Segen für die Ewigkeit, ich lebe dann hier nicht vergebens, und nüße redlich meine Zeit, und seh', mit dir ergebnem Sinn, auf Tod und Grab und Zukunft hin. 5. Mein Pfund erst morgen wuchern lassen, welch' ein Gedanke voll Gefahr! Kann ich nicht Abends schon erblaffen, wenn ich noch Morgens fröhlich war? D Mensch, ach, säum' im WohlIn voriger Melodie. 262 Wald in tiefer Weisheit und ist Pflicht. per weiß, wie thun nicht! Nur dies ist 6. Die Kraft von meinen besten Jahren ſei Gott, dem Heiligen, geweiht. Die Buße bis in's Ulter sparen, ist schreckliche Vermessenheit. Zu spåt verschwindet oft der Bahn, da man auch schla fend sterben kann. 7. Wie leicht raubt Schmerz und Fieberhige mir ucber legung und Verstand! Wenn ich in Todesångsten schwige, wer macht mich dann mit dir bekannt? O Gott, vielleicht ein Fall, ein Schlag, bestimmt mir meinen Sterbetag. 8. Laß, Höchfter, deinen Geist mich leiten! Er mache mich von Sünden rein! Dann wird der Tod zu allen Zeiten mir nur ein Fries densbote seyn. Du kommst, vielleicht zu Mitternacht! O der wohl dann ewig dem, wacht. Smel. Stille die Stunde meines Abschieds schlägt, wie bald man, meines Geiftes Hülle zu meinen Vätern schlafen legt? Wer weiß, ach, wer bestimmt die Zeit des Ein: tritts in die Ewigkeit? 2. Du weißt es, Gott, der meine Tage schon längst mit Weisheit niederschrieb, du, der im Glück und unter plage mein liebevoller Vas ter blieb. Von dir, der mir den Odem gab, hångt auch mein letter Odem ab. 3. Vielleicht in wenig Augenbl.cken rückt schon das große Biel heran, wo ich nicht And're mehr beglücken, nicht an mir selbst mehr besfern kann. Wie bald, wie schnell erscheint die Nacht, die meinem Thun ein Ende macht. 4. Vielleicht ist dies der legte Arme, der kláglich mich Der Tod. 193 Mel. Was Gott thut, das ist 263 J dh bebe nicht vor Tod und Grab! der Müde; auf den Entschlummernden herab sinkt schon des Himmels Friede. Aus aller Noth erlöst der Tod; der Augenblick des Scheidens ist auch das Ziel des Leidens. 2. Es gibt ja Nichts auf dieser Welt, was meine Sehnsucht stillet; nur dann, wann diese Hülle fällt, wird erst mein Wunsch erfüllet. Zum Sternenchor steig' ich empor, vom Schat. tenthal zur Klarheit, von Täuschung zu der Wahrheit; 3. Von hier, wo oft die Unschuld weint, und oft das Laster sieget, bis der Verfolgungstag er scheint, wo dieſes unterlieget. Die Klage schweigt; der Jubel steigt! Der Unschuld schönste Freuden blüh'n aus der Saat der Leiden. 4. Drum freu' ich mich im Glauben schon auf jenes beßre Leben, denn unfrer Tugend vollen Lohn will Gott uns dort erst geben. Was Tod uns heißt, befreit den Geist; er muß zu allen From men als Engel Gottes kommen. Die Auferstehung. In eigener Melodic. Im Grabe ruht 264 efus, meine 3uund ich soll mit ihm leben! Dieses weiß ich; sollte nicht sich mein Herz zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! Ich erwarte mit Vertrauen, daß er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Låsset auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden. Er, der selbst den Tod empfand, hat für mich ihn überwunden; auch im Tode blieb' ich sein, ewig seiner mich zu freun. 4. Dieser Körper nur ist Staub; er nur sinkt zurück zum Staube. Nie wirst du des Todes Raub, du, mein Geist! O sel'ger Glaube! Heil mir! Mein Erlöser lebt, der mich einst zu sich erhebt. 5. Dann wird mich, statt dieser Haut, ein verklärter Leib umgeben, für die neue Welt gebaut, ein Gebild' für's höh're Leben, und in diesem Leib seh' ich, mein Erlöser, ewig dich! 6. Ob dies Uug' im Tod auch bricht, wird's doch seinen 194 Unsterblichkeit und Vergeltung. nen Retter kennen; und wie stimmt; mein Leben geht freudig werd' ich nicht dann dann nicht verloren, wann ihn den Vollender nennen, hier das Grab den Leichnam wann er von der Sterblich- nimmt. 3u groß bin ich keit dieser Erde mich befreit! für diese Zeit; mein Loos ift die Unsterblichkeit. 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird und kann nicht untergehen. Irdisch werd' ich ausgejåt, himmlisch werd' ich auferstehen. Nimm, Verwesung, mein Gebein; ich, ich werd' un: sterblich seyn! 8. Seid getroft und hocherfreut: Jesus kennt euch, feine Glieder! Christen, wehrt der Traurigkeit; sterbt ihr, Jesus weckt euch wieder, wann sein mächt'ger Ruf erschallt, der durch alle Gråber hallt! 9. Wo ist dein Triumph, o Zod? Nimm den Staub hin. Ohne Grauen folgen wir, wir werden Gott, werden den Erlöser schauen. Unfer ist der Sieg, und Heil ewig, ewig unser Theil 10. Darum, Christen auf! crhebt euren Geist von dieser Erden; lebet hier dem Heiland, lebt ihm, dem ihr follt ähnlich werden! Wer sich seiner dort will freu'n muß hier rein und heilig feyn! 2. Was ist die Welt, was Glück und Ehre? War' auch ihr ganzer Reichthum mein; er bliebe, wenn kein Himmet wäre, für meine Wüns sche doch zu klein. Mein Geist find't nicht im Staube er eilt crhab'nern Ruh'; Gütern zu. 3. Es schuf mich ja der Gott der Liebe zum höh'ren und Glück, zu höh'rer Luft, pflanzte selbst dazu die Tries be so stark, so tief in meine Brust. Er, der mit Sehnsucht mich erfüllt, läßt wahrlich sie nicht ungestillt. Wel. Wer nur ben lieben Gott d 265 bin zur Ewig keit geboren, für eine beßre Welt be: 4. Der Wunsch, ihn ewig treu zu lieben, der höh'ren Bahrheit Licht zu seh'n, der hier noch unerfüllt geblieben, muß einst noch in Erfüllung geh'n. So wahr Gott die sen Trieb mir gab, erstirbt er nimmer in dem Grab. 5. Gott ist gerecht, er wird einst richten: die Zugend wird durch ihn gekrönt. Er wird, was sie gebrückt, vernichten; erhöhen, die man hier verhöhnt. Das laster, mag cs hier sich freu'n; bort kann es nimmer glück lich seyn. 6. Ift's möglich, kann Gott Die Auferstehung. 195 Gott anders handeln? Gilt und freundlich lächelt er mir denn kein Recht in seinem zu: Unsterblich, freu' dich, Reich? Die Frommen, die Mensch, bist du! hier vor ihm wandeln, sind die den Uebelthätern gleich)? Nein, Tugend siegt! Ich sterbe drauf: Gott weckt mich zur Vergeltung auf. 2. Die Sonne låst dem Schmetterlinge das Band mit ihrer Strahlenmacht, sich, er erhebt die zarte Schwinge, geschmückt mit neuer Frühlingspracht, und winkt in höhrer Lust mir zu: Unsterblich, freu' dich, Mensch, bist du! 7. Er weckt mich auf aus meinem Staube: dies hofft mein Herz, dies sagt sein Wort. Dies Wort, laut triumphirt mein Glaube, treibt mächtig alle 3weifel fort. Wie froh erhebt sich nun mein Geist, da Gott ihn selbst unsterblich heißt! 8. Mein Jesus lebt! Wer will mich todten? Er sichert mir Unsterblichkeit. Er gibt mir Muth in Todesnöthen, und leitet mich zur Seligkeit. Auch dieser Leib muß auferIn eigener Melobie. stehn, vollkommner einst zum 267 Auferstehn, ja Himmel gehn. 9. Ihr Thåler finkt! Fallt, Berge, nieder! Mein fester Glaube fürchtet Nichts. Ich sterbe; doch erwach' ich wieder am Morgen eines ew'gen Lichts. Dann fångt mein neues Leben an, und Gott, wie selig bin ich dann! 3. Mir hat Gott For schungsgeist gegeben, und Wünsche, die die Welt nicht stillt. Heil mir! sie bürgen mir ein Leben, wo sich des Höchsten Rath enthüllt. D, Himmelsahnung ruft mir zu: Unsterblich, freu' dich, Mensch, bist du! In voriger Melodie. 266 D er Lenz erfreuet, was da lebet, er bricht des Winters Fes feln los; der Blumen schö: ner Flor erhebet verjüngt sich aus der Erde Schooß, aufzublüh'n, Der Herr wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh'; unsterblich Le ben wird, der dich schuf, dir geben! Halleluja! 2. Wieder werd' ich gesät. der ernte geht, melt Garben uns ein, ein, die starben. Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freudenthránen Tag, du meines Gottes Tag! Wann ich im Grabe genug ge= schlummert habe, erweckst du mich. und sam uns 4. Wie den Träumenden 32 wird's 196 Unsterblichkeit und Vergeltung. wird's dann mir seyn. Mit Gottes Rath am Kreuz vers Jesu geh' ich ein zu seinen schied. Dann jauchze, daß Freuden. Der müden Pilger kein Wahn, kein Spott, Leiden sind dann nicht mehr. dich hier getrennt von deinem Gott. 5. Ach, in's Allerheiligste führt mich mein Mittler dann; lebi' ich im Heiligs thume zu seines Namens Ruhme! Halleluja! Wiel. Wer nur den lieben Gott arum erbebst 268 Wabu, meine Bau zerbricht! Seele, bei dem Gedanken an das Grab? Nicht dich umMel. Jesus, meine Zuversicht schließt einst feine Höhle; 269 Selig, Jefu, find, nun nur deine Hülle sinkt binab. Nur sie, weil sie Gott schuf aus Staub, nur sie wird der Verwesung Raub. 2. Du, zur Unsterblichkeit erlesen, schwingst dich empor zu Gottes Licht, und schaust den Ursprung aller Wesen von Angesicht zu Angesicht; bewunderst dcines Gottes Macht in jener Welten Bau und Pracht. 5. Wenn nun der Tag des Herrn erscheinet, verläßt dein Leib der Gråber Ruh'. 3um zweitenmal mit dir vereinet, wird er unsterblich, so wie du. O Seele zittre långer nicht, daß deiner Hütte und felbst die Finsterniß wird Licht. 4 Dann wirst du ben, o den erblicken, den hier allein der Glaube sieht, den, der, dich emig zu beglücken, nach des und im friedenvollen Grabe von Urbeit ruhn, Lebens sich Gottes größter Gabe, eines ew'gen Lebens freu'n! Möchten wir es auch schon seyn! 2. Doch du willst, wir leben noch mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dies Joch, die des Lebens Kron' erftritten. Endlich aber führt der Tod uns auch so, wie sie, zu Gott! 3. Du, du selber lebtest hier vormals auch in Pilgerhütten. Noch unendlich mehr, als wir, hast du, GöttStandhaft 3. Dann, Secle, wirst du das verstehen, was hier kein Sterblicher erklärt, was hier vollkommen einzuschen der Weisefte umsonst be gehrt. Dann tauscht dich Wahn und Irrthum nicht, licher, gelitten. laß im Kampf mich stehn, stets auf dich, Vollender, sehn! 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach nur eine kurze Stunde gegen jene Ewigflit. Die Auferstehung. 197 keit. Aber an der kurzen Ien Rath wird der Richter Stunde hångt( dies pråge offenbaren. Jedem wird für tief uns ein) ew'ge Wonn' jede That dann Vergeltung und ew'ge Pein. widerfahren; wie er hier den Saamen streut, årntet er in Ewigkeit. 3. Dann verstummt der Thoren Spott, Frevler stehen dann und beben. Heilig und gerecht ist Gott, und er sah ihr Sündenleben. Wer beschränkt des Richters Kraft, wenn er ruft zur Rechenschaft? 5. Gib uns Weisheit, gib uns Kraft, diese Stunde wohl zu nüßen, und bei'm Schluß der Pilgerschaft wollest du uns unterstüßen! Laß auf dich uns freudig schau'n, dein begehren, dir vertrau'n! 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken, diese Kraft der befren Welt laß uns, wenn wir sterben, schmecken! Floß' uns jetzt den Muth schon ein, in dem Tod getroft zu seyn! 7. Und wenn wir vom Kampfplak nun zu den Tods ten Gottes gehen, woll'st du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todesnacht riefst du einst: Es ist vollbracht! 4. Wer hier seine Zeit verträumt, nur nach Sin= nenfreuden schmachtet, feines Geistes Bohl versäumt, Menschen quålet und verachtet, und sich reuvoll nicht bekehrt, fühlt sich dann der Strafe werth. 5. Nur ein weises from mes Herz darf nicht vor dem Richter zittern; nur den Christen wird kein Schmerz dort am Gnadenthron erschüttern. Heilig war ihm seine Pflicht; es verdammt sein Herz ihn nicht. Das Gericht. Sn voriger Melodie. 6. Christen, Shriften, richtet nicht! Laßt den Herrn das Urtheil fällen! I Licht, 270 mmer näher Seit, stündlich eil' ich ihr entgegen, wo der Herr auch mir gebeut, meine Rechnung abzulegen. Dann wird Alles, Alles klar, wie ich lebte, wer ich war. wird einst jede Nacht erhellen. Lieber duldet, lieber weint, bis sein großer Tag erscheint! 7. Laßt uns nur gewissens haft stets nach Gottes Willen bandeln, eingedenk der 33 Re2. Selbst des Herzens stil 198 Unsterblichkeit und Vergeltung. wartet meiner, wenn ich mit brüderlichem Sinn den Nächsten lich', und gern mich seiner erbarm', und Jesu ähnlich bin. Wie könnt' ich hart und lieblos Mel. Wer nur ben lieben Gott 271 Wenn ich auf seyn? Betrübte seh'n, und nicht Rechenschaft, fromm auch im Verborgnen wandeln, selbst die kleinste Sünde scheu'n, und Verehrer Jesu seyn! gen wanke, und straucheln will, so schrecke mich der herzerschütternde Gedanke: Gott richtet einst die Welt und dich! Er hat's verkündigt, sein Gericht ist unaus bleiblich: strauchle nicht! 2. Der Weg der Jugend, den ich walle, sei rauh und steil, wo führt er hin? 3um Himmel, wenn ich Gott gefalle, wenn ich getreu und standhaft bin, gestärkt, o Gott, durch deine Huld zur Selbstverleugnung, zur Geduld. 3. Oft will ich zu mir felber sagen: Die Welt vergeht mit ihrer Lust! Wohl mir, bin ich bei allen Plagen nur keines Frevels mir be wußt! Es kommt, es kommt die Ewigkeit, die mich aus jeder Noth befreit. 4. Einst werd' ich Jesu Stimme hören: Der du zu meiner Rechten bist, du warst gehorsam meinen Lehren; nimm hin, was dir bereitet ist! Komm', erbe meines Vaters Reich; sei selig und den Engeln gleich! 5. Solch eine Wonne 6. Dort, dort trifft den, der ohn' Erbarmen nie menschenfreundlich sich beweist, der, fühllos bei der Noth der Urmen, Bedrångte nie erquickt, noch speist, den Hungrigen sein Brod nicht bricht, ein unbarmherziges Gericht. 7. Fühllose, wird der Richter sagen, verschlossen habt ihr eure Hand, verachtet eurer Brüder Klagen. Entweicht! Ich hab' euch nie erkannt! Für den, der Brüder nicht erfreut, ist freudenlecr die Ewigkeit! 8 So wirst du jede Súnde richten, gerechter Richter, wenn du einst den Uebertretern ihrer Pflichten in deiner Majestät erscheinst. Dann wird der Fromme sich erfreu'n, dem Bösen Alles schrecklich seyn. 9. Gib mir, o Vater, Muth und Stärke, damit mein Glaube, dir getreu, geübt in jedem guten Werke, bewährt und dir gefällig fei; so werd' ich ewig selig seyn, mich ewig deiner, Gott, erfreu'n. Mel. Das Mel. Aus der Tiefe rufe ich 272 H err und Richter aller Welt, der auch mir mein Urtheil fällt, Jesu, nimm dich meiner an, daß ich einst bestehen kann! 2. Mache mich von Sunden frei, fest im Guten, dir getreu; so erschrickt, hältst du Gericht, vor dir meine Seele nicht. Gericht. 199 tes Händen nimmt, nach: dem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Men= schen Sohn; er kommt, und Wolken sind sein Thron, der Erde Kreis zu richten. 2. Hier, an dem Rand der Ewigkeit, versammeln sich die Schaaren, die seit dem ersten Tag der Zeit der Erde Bürger waren, nur dem Ullwissenden bekannt, unzählbar, wie des Meeres Sand; hier stehn sie vor dem Richter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Waage hält, wird keine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist, hier gilt nicht mehr Betrug und List; hier gilt kein falscher Zeuge. 3. Millionen preisen schon deine Hülfe, Gottes Sohn. O bereite auch an mir solche Lobgesänge dir! 4 Die dir folgen, führeft du sicher deinem Himmel zu. Führ auch mich einst dahin ein: nur der Deine will ich feyn. 5. Folgen will ich deinem Wort; hilf mir gnädig darin fort, bis mein Lauf, Herr Jesu Christ, selig hier vols lendet ist. 4. Der Richter spricht; der Himmel schweigt, und alle Völker hören erwar tungsvoll und tief gebeugt: Kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schaar; zu der, die ihm nicht folgsam war: Hinweg von mir, Verbrecher! 5. Cie gehn verzweifelnd, jammern, flehn: Stürzt über uns zusammen, ihr In eigener Melodie 273 Schon ist der Tag Welten, fallt, daß wir verGott be uns selbst verdammen! Die Frommen aber stehn im Licht des Frie34 dens, 6. Fröhlich hör' ich's dann von dir: Komm, Gesegneter, zu mir! Nimm an meiner Wonne Theil! Dein ist nun mein ganzes Heil! 7. Und frohlockend preis ich dann, was du, Herr, an mir gethan; freue mit den Deinen mich deiner Güte ewiglich. stimmt, da, wer auf Erden wandelt, sein Loos aus Got 200 Unsterblichkeit und Vergeltung. dens, und ihr Ungesicht Beit hier gemißbraucht habe! strahlt seliges Entzücken Beh' dann mir, hab' ich hier sie nicht treu verwendet, sorglos sie verschwendet! 6. Frohlockend zieh'n sie in das Reich, das Gott für sie bereitet, wo er sie, seinen Engeln gleich, von Licht zu Lichte leitet. Das Stücks werk wird Vollkommen heit; kein Kummer, keine Traurigkeit stört ihre sel'gen Freuden. 4. Möchte täglich dein Gericht mir bor Augen schweben! Mocht' ich mich, stets mriner Pflicht treu zu seyn, bestreben, daß ich nie thöricht sie aus den Augen sege, nie sie frech verlege! 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es stärke mich mit Zuversicht, so oft mich Leiden krånken! Es reize mich, gewissenhaft und eingedenk der Rechenschaft, nach deinem Wort zu wandeln! 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, eingedenk der Rechenschaft, nur, was gut ist, wählen! Gib, daß ich ernstlich mich tåg lich und auch heute, darauf vorbereite! 6. 3eigt sich erst die Ewigkeit furchtbar in der Nähe, o, dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad' erflehe! Wann der Tod schon mir droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such' und finde! Rufe du dann mir zu: Besferst du dein Leben, so ist dir vergeben. 8. Einst, am Tage des Gerichts, werd' ich mit den Frommen zu dem Anschau'n deines Lichts gnådig auf genommen. Wonnevoll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank ers Mel. Mel. Straf mich nicht in deinem 274 Herr, err, ich bin dein Eigenthum; dein ist auch mein Leben! Mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mir's gege= ben! Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Einst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden; dann soll ich zur Rechenschaft vorgefordert werden. Dein Gericht schonet nicht; Richter aller Welten, du, du wirst vergelten. 3. Weh' dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine heben! Das Gericht. Mel. Wann mein Stündlein Froß wird des Du bist ein Uebelthäter! Von Gott und Seligkeit 275 Sünders Elend verbannt, fühlt er, was er sonst nie empfand: gerecht sei seine Strafe. seyn, unendlich schwer zu tragen! Ach, unter des Gewissens Pein wird seine Seele zagen, wann ihn, den Nichts zur Buße weckt, der Tag des Weltgerichts erschreckt, Rechenschaft ihn fordert! zur 2. Verschwendet ist die Gnadenzeit! Wie viele seiner Stunden sind in dem Dienst der Eitelkeit vergebens ihm entschwunden! Er hat des Lebens Zweck verfehlt; o welche Reu' ergreift und quålt zu spåt nun seine Seele! 3. Wo bleibt nun jedes Erdengut, worauf sein Wunsch sich lenkte? Wo bleibt der Stolz, der Uebermuth, womit er Andre krånkte? beugt ist jetzt sein trokig Herz, und jede Lust wird nun in Schmerz, in Pein und Qual verwandelt. Se201 4. Nun flucht ihm, wer des Lasters Bahn, durch ihn verführt, erwählte. Nun klagen ihn die Seelen an, die er aus Bosheit quälte; und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, und jedes Glück, durch ihn gestört, tritt furchtbar ihm vor Augen. 5. Des Richters ernste Stimme spricht: Weicht von mir, Uebelthäter! und in ihm sein Gewissen spricht: 6. O Sünder, sichre Sunder, eilt, euch reuvoll zu bes kehren! Laßt nicht, weil das Gericht verweilt, euch durch den Wahn bethören: zur Beßrung sei noch immer Zeit, und fern sei noch die Ewigteit, fern noch Gericht und Strafe! 7. Sie kommt, ihr mögt, was Gott euch droht, bes zweifeln oder glauben. Wie leicht kann euch ein schneller Tod die Zeit zur Beßrung rauben! Jegt noch will Gott Erbarmer seyn, will eure Sünden noch verzeihn. D suchet seine Gnade! Das künstige Leben. In eigener Melodie. 276 Alle Menschen müssen sterben; ihre Herrlichkeit verblüht! Keiner kann den Himmel erben, der zuvor den Tod nicht sieht. Staub wird dieser Leib von Erde; doch, damit er himmlisch werde, wird er einst von Gott erneut, und erhält unsterblichkeit. 2. Willig werd' ich dieses Leben, wenn es deinem Rath gefällt, dir, mein Vater. 35 wie 202 Unsterblichkeit und Vergeltung. wieder geben, gern verlassen mein Geist wird ewig bleidiese Welt; denn nach die ben. Mir ist Sterben ein sem Erdenleiden warten mei Gewinn; denn ich geh' zu ner höh're Freuden. Ich, Vater hin. als Christ, ich fürchte nicht Grab und Tod und Welt gericht. 3. Nichts soll mir den Troft entreißen, er soll mir stets heilig seyn: Gott erfüllt, was er verheißen; sei ner will ich stets mich freun. Mir macht nun der Tod nicht bange, weil durch Jesum ich erlange eine frohe Seligkeit, wenn ich nüße diese Zeit. Mel. Wann mein Stündlein 4. Dort bei ihm ist wah: 277 Ein Pilgrim bin ich in der res Leben; Millionen stehen schon, ihren Retter zu erheben, und erwarten ihren Lohn; hohe Himmelegeister ringen, mitanbetend ihm zu fingen, der des Ruhms so würdig ist, dem Erlöser, Jesu Christ. 5. Vaterland verklärter Frommen! Heil, Unsterb: lichkeit und Ruh', was kein, Sterblicher vernommen, Got tes Heil gewährest du! Freudenårnten schenkt Gott de nen, welche hier geså't mit Thränen; alle Thränen trocknet er; Sund' und Elend sind nicht mehr. 6. Mocht' ich doch, fie zu empfangen, diese große Herrlichkeit, hier nur thun und nur verlangen, was im Tode hoch erfreut! Diese Hulle mag zerstäuben; deun 7. Welche Tröftung, dies zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll, zag' ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden; sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: Es ist genug. und kurz sind meine Tage. So manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, jene Ewigkeit versüßt mir meine Pilgrimszeit, und stårket mich im Leiden. 2. Jeßt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! Wer merkt, wie oft es fehle? Doch einst werd' ich vollkom men rein, ganz heilig und ganz selig seyn; dies tröstet meine Seele. 3. In stiller Nacht wein' ich, o Herr, hinauf zu deis ner Höhe. Mein schwaches Herz feufzt freudenleer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel troe stet mich; denn meine Thránen Das künftige Leben. nen stillen sich einst ganz in jenem Leben. 4. Wenn mich der Zukunst Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn sie in mir die Sorg' erweckt, ob ich sie auch ertrage: so stårket mich die Ewigkeit, daß bei dem Elend dieser Zeit mein Glaube nicht erliege. 5. Wenn einst, der jetzt von ferne dråut, der Tod mir näher winket; wenn nach der Arbeit dieser Zeit mein Haupt zum Schlummer sinket: so sterb' ich froh; die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herrlichkeit, den großen Lohn der Treue. 6. Herr, diesen Trost, der mich erfreut, vermehr' in meinem Herzen! Es stårke mich die Ewigkeit hier unter Müh' und Schmerzen! Ein ewig unvergånglich Heil er wartet mich und wird mein Theil, wenn ich am Biele stehe. 203 wie selig bin ich dann! In deinen Himmel aufgenommen, fang' ich das beßre Leben an, wo nach der Last, die mich hier drückt, der Freuden Fülle mich erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so tröstet deine Freundlichkeit mich mit der Wonne der Erlösten nach wohl vollbrachter Uebungszeit; dann wird mir hell und offenbar, wie gut hier deine Führung war. 4. Da schweigen alle meine Klagen; da bringt mein froher Lobgesang dir selbst für dieses Lebens Plagen mit nie gefühlter Regung Dank. Froh jauchz' ich dann: Es ist vollbracht; der Herr hat Alles wohl gemacht! 5. Auf ewig trifft mich kein dann Leiden, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr; ich fühle dann die reinsten Freuden, gekrönt von dir mit Preis und Ehr'. Fest steht mein Glück und, Mef. Wer nur den lieben Gott Herr, dein Heil, bleibt dann 278 s ist noch eine in Ewigkeit mein Theil. Ruh' vorhan 6. Gott, laß mich das zu Herzen fassen, daß du den, der dich redlich liebt, nicht stets willst in der Unruh' lassen, die dieses Leben noch umgibt! Dies floße Kraft und Muth mir ein, die auch im Leiden treu zu seyn! 7. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden 36 Joch den für jeden gottergebnen Geist, wann er sich dieses Körpers Banden nach Got: tes Willen einst entreißt, und dann nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Zu dieser Ruhe werd' ich kommen, und, Gott, 204 Unsterblichkeit und Vergeltung. Joch getragen hast! will ich Taumel wecken: dem Tag entflieht er nicht! des Lebens müde werden, und fühl ich dieser Tage Last: so stårke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. des 8. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Frommen Erbtheil ist, ich Vaters Willen gern thue, wie du darin mein Vorbild bist; so lohnt nach dieser Prüfungszeit mir einst vollkommne Seligkeit. der Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren chhoff ein ew's 279 und eine Seligkeit, die einst der Herr wird geben dem, in dieser Zeit gern seinen Willen that, der sich schon hier auf Erten, vollkommener zu werden, mit Ernst bemühet hat. 2. Die Tugend lohnt mit Freuden; doch kämpft sie hier noch oft mit unverdienten Leiden; das Glück, das sie gehofft, umwölkt der Haß der Welt: dort aber wird sie siegen, dort årntet fie Bergnügen, wo sie den Preis erhält. 3, Dem Lafter folget Schande. 3war geht es oft umber in glänzendem Gewande, gekrönt mit Ruhm und Ehr'; doch wird den Bösewicht gewiß ein Zag mit Schrecken aus seinem 4. Ich hoff' ein ew'ges Leben! Kann meine Seele hier sich schon zu Gott erheben, wünscht sie sich mit Begier des Daseyns stets zu freun; so wird auch unsern Seelen ihr heißer Wunsch nicht fehlen, unsterblich dort zu seyn. 5. Dies tröstet mich in Zagen der Widerwärtigkeit. Ich darf nicht troftlos klagen, und kann nun ohne Neid den Nächsten glücklich sehn. Gott leitet und regieret mein Schicksal; wie er's mir's zum Wohlergehn. 6. Bei Neizungen zu Sünden gibt diese Hoffnung Kraft und Muth, zu überwinden die bose Leidenschaft. Ist auch die Mühe groß, ſo werd' ich dennoch siegen, und göttliches Vergnügen ist nach dem Kampf mein Loos. 7. Wie ruhig kann ich sterben! Ich fürchte nicht den Tod. Die Seligkeit zu erben, eilt dann mein Geift zu Gott, der ihn zum Leben schuf. Dort wird von beß ren Freuden der Tod mich Wie nicht mehr scheiden. groß ist mein Beruf! 8. Laß mich ihm würdig wandeln, o Herr der Ewigs keit! Laß immer recht mich handeln in dieser Prüfungszeit! Nach diesem kurzen Lauf Das fünftige Leben. 205 Lauf wird ewig fel'ges Leben mens hoher Ruhm von laumir dort bei dir gegeben; Da mich nimmt der Himmel auf! ter frohen 3ungen. strahlt die Herrlichkeit des Herrn; da schaut man sie nicht mehr von fern; da wird neu HelIn eigener Melodie. 280 M Geift, Gott, ler, schneller, als hienieden, ganzer ohn' Ermüden sehn wir droben, Gott, wie hoch du bist zu loben. wird entzückt, wenn er hinauf zum Himmel blickt, dahin dein Rath uns leitet: wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl' ich mich getrieben, dich zu lieben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 5. Mit höh'rer Liebe lieben wir dich, Vater, dann und dienen dir mit reinerem Gemüthe. Nichts stört den Frieden unsrer Brust und unsre tausendfache Luft an deiner großen Güte. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe dieser Liebe unter Seelen, die dann weiter nicht mehr fehlen. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, daß wir sie froh empfinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben. Dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mchr und kein Grab. Dort trocknest du die Thránen ab von deiner Kinder Wangen; da ist kein Leid mehr, kein Geschrei; denn du, o Herr, machst Alles neu: das Ulte Mel. Wer nur ben lieben Gott ist vergangen. Hinfort find dort für Gerechte, Knechte, keine plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 281 ach einer PrůNach 4. In deinem höhern Heiligthum schallt deines Nafung kurjer Tage erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage göttliche göttliche Zufriedenheit. 37 Hier in 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die From= men, die ihr hier beweint, die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Vaterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd' ich, frei von Mängeln, mit den Engeln, mir zum Segen, da die reinste Freundschaft pflegen. 206 Unsterblichkeit und Vergeltung. Hier übt die Tugend ihren und lieblich Wesen, Heil die Fleiß und jene Welt reicht he den Preis. Fülle am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen fel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh' nimmt in der Scele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Korpers Schmerzen, bald das Geräusch der eitlen Welt; bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter fiegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster of ters glücklich ist; wo man den Glücklichen beneidet, und des Bekümmerten vergißt: hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei eigner Schwachheit von feyn. 5. Hier such' ich's nur; dort werd' ich's finden; dort werd' ich, heilig und verktårt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth: den Gott der Liebe werd' ich seh'n, ihn lieben, ewig ihn erhöh'n. 6. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt seyn, 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier ge schah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. 8 Da werd' ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig! fingen dem Lamme, das erwürget ward, und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd' ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig seh'n, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugeh'n, da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu Millionenmalen noch segnen, daß er mir ihn wies; da find' ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand 11. Da ruft, o mochte Gott Das künftige Leben. 207 Gott cs geben! vielleicht Auge ſehn, deine Huld auch mir ein Sel'ger zu: sei überschwenglich und die Heil sei dir, denn du haft Wohlfahrt unvergånglich, die mein Leben, die Secle mir dem, der dich redlich liebt, gerettet, du! O Gott, wie deine Baterhand dort gibt. muß dies Glück erfreu'n, der 4. Dann wirst du dich Retter einer Seele seyn! unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Wonne wird uns fehlen da, wo Ulles Wonne ist. 3u vollkommnen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dieses Heil erwarb, als am Kreuz er für uns starb. 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden dod) gegen jene Herrlichkeit, die offenbart an uns soll werden, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie Nichts, wie gar nichts gegen fie, ist doch ein Augenblick voll Müh'! 5. Da wird deiner Frommen Menge Ein Herz, Eine Seele seyn, Dienst und Mel. Alle Menschen müss.n 282 wie unaus Dank und Lobgefange dir, sprechlich seerhabner Gott, zu weihn, dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns hinge. geben. Mit ihm, unſerm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. 6. D, wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöst und da zu seyn, wo nach ausgeweinten Thránen ew'ge Güter uns erfreun, wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Ungst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer flört! 7. Was ist unser Loos auf Erden? Ob's auch noch so köstlich sei, ist's doch nie ganz von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Luft oft Weinen: dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Bech lig werden wir im Himmel seyn! Da, da årnten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein; da wird, ohne Leid und Zähren, unser Leben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit! 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet haft, noch in Keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden faßt deis nes Himmels große Freuden? Doch nach dieses Lebens Leiden werden Alle, die dir trau'n, mehr noch, als sie hoffen, schau'n. 3. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glück erhöh'n. Mit erstaunendem Gemüthe wird dann unser Unsterblichkeit und 208 Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt 8. Sei, o Seele, hoch erfreuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet! Richte deis nes Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen, mit dem Ernst, dahin zu kommen! Trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist. Vergeltung. 3. Nun können wir hier in der Zeit voll froher Hoffnung leben! Gott wird die größte Seligkeit dem Tugendfreunde geben, der das, was ihm die Pflicht gebot, mit reinem Herzen bis zum Tod treu suchte zu erfüllen. 4. Nach diesem Glück der Ewigkeit laßt uns mit Eifer ringen; laßt, Christen, uns in dieser Zeit treu unfre Pflicht vollbringen! Belohnt wird einst der Tugend Müh', ein guter Gott belohnet sie in jenem beßren Leben! 9 Ohne Heiligung wird Keiner, Herr, in deinen Himmel gehn; o so mache immer reiner hier mein Herz, dich einst zu sehn! Hilf, o Bater, meiner Seele, daß sie nicht den Weg verfehle, 284 11" Unte der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt! 2. O Glaube, der das Herz erhebt: du, Gott, schufft unsre Seele; du, der erhält, was ist und lebt, erhältst auch unsre Seele; zum steten Wirken schufft du sie. Heil uns! Darum vergeht sie nie; fie lebt für Ewigkeiten. Mel. Der unsre Menschheit nsterblichkeit! Unsterblichkeit! Gedanke, der das Herz erfreut, den Geist zu Gott erhebet, der Troft für alle Mel. Schon ist der Tag von G. 283& inft, freuet cuch, Schmerzen schafft, mit ho hem Muth, mit Gotteskraft einst reift die Saat zum Tag der frohen Garben. Nicht hier wird jede gute That der Edlen, welche starben, belohnt mit voller Seligkeit; drum hofft mein Geist Unsterblichkeit, ein Leben ohne Ende. zum Todeskampf belebet! Fühlt des Gedankens Seligkeit; denkt, Menschen, daß ihr ewig seid! 2. Sei's, daß der Erde Bau zerbricht, erlösche einst der Sonne Licht: wir, mehr als Erd' und Sonne, wir leben für die Ewigkeit! Schon in des Daseyns erster Zeit fühlt dies das Herz mit Wonne; und seine Würde fühlt der Geist, der ewig seinen Schöpfer preist. 3. Gott, dir sei Dank! Gott, dir sei Dank! Nun mischt Das künftige Leben. Glauben mischt sich in den Schmerz- nem Ungesichte; gefang an unsrer Brüder vom Grabe der Ewigkeit Tri Schaun. vom umphlied ein. Nur unser zum Lichte. Dich preis' ich wird, dann und deinen Sohn, der Hoch mich des Himmels Vorschmack schon im Glauben läßt genießen. fterbliches Gebein Erde, deine Gabe. schwingt die sich, wenn Hülle fällt, der Geist empor zu jener Welt. 4. Un Kenntniß und an Herrlichkeit wachs' ich durch Ewigkeiten. Verwandelt ist in Glück mein Leid, und in Triumph mein Streiten. und diese hohe Seligkeit hat nie ein End', ist ohne Beit; kein Tod ist mehr, kein Weinen. 5. Dann heb' ich meine Hånd' empor, und falle jauchzend nieder und stimme mit der Engel Chor in frohe Jubellieder; und unsern ho285 W voll Halleluja, Preis und Dank, hallt jeder Himmel wieder. 4. Gott, die sei Dank! Gott, dir sei Dank! und unser würd'ger Lobgesang sei hier ein heilges Leben! Gott, Heiligster! wir weihn uns dir; nach Jesu Beispiel wollen wir mit eifrigstem Bestreben der Tugend edlen Saamen streun; dort wird die Kernte uns erfreun. Mel. Schon ist der Tag von G. enn oft zu je 209 führst mich hin zum Dunkel bin mein Geift empor sich schwins get, und, über sie schon hier erfreut, dem Herrn ein Loblied finget; dann führ' ich Mel. Mein ganzer Geist, Gott mich hier nur als Gaft, und 286 Wie freu' ich mich dieses Lebens Last, die sonst so oft ermüdet. 2. So kann auch hier schon selig seyn, wer sich im Guten übet; auf Erden schon darf der sich freun, der Gott und Tugend licbet. Vorschmack jener Himmelsluft, entflamme doch in meiner Brust den Trieb zu jeder Tugend. 3. Dort, Gott, belohnft du mein Vertraun vor dei zeit, wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winket, heimzugehen! Gedanke, wie entzückest du: Gott låst des letzten Abends Ruh' mich in der Nähe sehen! Tröstlich, föstlich, Wort vom Frieden! kannst du Müden Labung geben, ihre Hoffnung neu beleben! 2. Drum, o mein Geist, ermanne dich! Nimm deine Laft, 210 Unsterblichkeit und Vergeltung. Dros Feinde; Brüder Laft, und gürte dich zum lek- Geiz dir Schätze. ten Wallfahrtstage! Bald ben toben keine legst du deinen Pilgerstab, Engel, Freunde, legst deine Last auf ewig üben ewig sich mit dir im ab, mit aller ihrer Plage. Lieben. Bange, lange Pilgerstunden find verschwunden; allen Kummer tilgt ein süßer Abendschlummer. 6. Hier nåhret oft zu feie nem Schmerz, statt eines Freunds, das traute Herz die Natter in dem Schooße; 3. Und wenn nach einer oft welkt in einem Augenkurzen Rast du, Müder! blick sein treuster Freund, ausgeschlummert hast, weckt mit ihm sein Glück, gleich dich ein schönrer Morgen. einer Frühlingsrose. Dru Dann schreckt dich Finster- ben lieben deine Werthen, niß nicht mehr, kein banger Traum schwebt um dich her, dich beugen keine Sorgen. Eine reine Frühlingswonne strömt die Sonne dort her: unter, lächelt ewig, geht nie unter. die Verklärten, dich auf immer, deine Seligkeit wankt nimmer. 7. Wie freu' ich mich der Wonnezeit, wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winket, heimzugehen! Ges danke, wie entzückest du: Gott låßt des letzten Abends Ruh' mich in der Nähe sehen! Tröstlich, Fosilicy, Wort vom Frieden! kannst du Müden Labung geben, beleihre Hoffnung neu ben! 4. Dann kampfst du nicht mit Krankheit mehr, siehst hinter die der Schmerzen Heer, kennst keine Noth, kein Leiden; mit neuer Kraft, mit neuem Sinn eilst du von Welt zu Welten hin, trinkst stündlich neue Freuden. Reiner, feiner fühlst du immer; wechselst nimmer im Gemüthe; dein Genuß ist ew'ger Friede. 8. Nun trag' ich meiner Bürde Laft, die du mir, Gott, gegeben hast, froh bis zur Wallfahrt Ende. nicht ar sie sonst schwer, icht ist sie leicht; denn meine schönste Hoffnung reicht mir lächelnd ihre Hände. Tröstlich, köstlich, Wort vom Frieden! kannst du müden Labung geben, sie mit Himmelstraft beleben! Mel. 5. Dort schielet mit gift'gem Blick die Mißgunst nach der Geis ster Glück; dort flicht der Neid nie Netze; die Rache gråbt dir da kein Grab, kein Stolzer drückt auf dich herab; dort stiehlt tein Das fünftige Leben. Mel. Sei Lob und Ehr' dem selbst durch Zeit mich zu er 287 Du ft Ewigkeit Freuden Gott, bei dir; dort in dem höhern Leben wird deine Baterhuld auch mir in vol lem Maaße geben, was mich mit reiner Lust erfüllt, was meiner Seele Sehn ſucht stillt, und sich ohn' Ende mehret. 211 Leiden dieser dem Glück der ſo väterlich bereitet. 6. In höherer Vollkommenheit werd' ich dann, Gott, dich lieben, und was dein Wille mir gebeut, mit frohem Herzen üben. O welche Quelle reiner Lust, sich keiner Sünde mehr bewußt, in Allem richtig handeln! 2. Dich lern' ich dann im hellern Licht, in deiner GròBe kennen, und mit vollkommner Zuversicht dich meinen Vater nennen. Mit hoher Freude bet' ich dann auf ewig deine Güte an, die mich zum Himmel führte. 3. Wenn mein erhöhter Geist da sieht, wo er hier still vertrauet, wenn er dein unumschränkt Gebiet weit heller überschauet; Gott, welche Wonne ist dann mein! wie werd' ich deiner da mich freun! wie selig da mich fühlen! 4. Noch größre Werke seh' ich dann von deiner Vatergüte, als ich auf Erden sehen kann, und mein entzückt Gemüthe verliert voll mel. Schon ist der Tag von Gott Dank und Freude sich in 288 Berg ergelten wirst du deiner Herrlichkeit, die ich in vollem Glanz erblicke. 5. Da werd' ich deinen heil'gen Rath noch mehr, als hier verstehen, dir danken, daß du mich den Pfad der Tugend hießeft gehen, und denen, Gott, die hier die Tugend übten; doch auch bestrafen nach dem Tod, die stets das Laster liebten. Vergebens ist dann ihr Bemühn, sich und dir, Richter, zu ents flichn 7. Mit allen Bürgern jener Welt werd' ich dich dann erheben, werd' ich dort, ihnen zugesellt, in reinster Freundschaft leben. schlägt dann froh in meiner Brust mein ganzes Herz voll Lieb' und Lust, die ich mit ihnen theile. S. Ja, ewig ist, mein Gott, bei dir der Freuden reinste Quelle! Sie fließet täglich und bleibt mir stets unversiegt und helle. Mein Glück währt da in Ewigkeit; Nichts fehlt ihm an Bollkommenheit. Herr, hilf es mir erreichen! 212 Unsterblichkeit und Vergeltung. fliehn und deiner heil'gen kraftlos findet zum Streben Ordnung. nach Vollkommenheit: Qual für eine Ewigkeit liegt dann in dem Gefühle! 0, 2. O schrecklich wird es für sie seyn, sich selbst dann anzuklagen, die Leiden alle, jede Pein, durch eigne Schuld zu tragen, die sie verführten, selbst zu sehn, wie sie umsonst Erbarmung flehn, und ihrem Beispiel fluchen. 7. Das ist das Feuer, welches brennt im Innersten des Herzens; das sind Gefühle, die nur kennt der Jammersohn des Schmerzens! O Vater, Vater, welch ein Bild! wenn sich's so jam mervoll vergilt, von unsrer Pflicht zu weichen. 3. Weh dem, der nun ein höhres Glück als wirklich vor sich siehet, und doch bemerkt, wie es zurück vor ihm unwürd'gen fliehet, wie Ginnenluft im Tod zerfloß, und Freuden, die er hier genoß, er nun vergebens heischet! 8. Was fonnt' uns also eine Welt mit ihrem Reichthum nüßen, wenn wir nicht das, was dir gefällt, der Tugend Schak, besigen? Nur sie währt ewig, sie bes glückt: O, hilf nur, Gott, daß sie mich schmückt und schützt vor solchem Elend. 4. Welch Elend, sich so weit vom 3iel mit dem Bewußtseyn sehen: Auch dir gab Gott der Mittel viel, Mel. Gottlob, ein Schritt zur zum Heile einzugehen; und 289 Vol ollendet freudig doch selbst keines Trostes Spur, des innern Richters Stimme nur zu steter Qual zu hören! euren Pfad, bleibt, Christen! Gott er geben; einst wird vergolten jede That in jenem beßren Leben. Der Fromme harret Richters; wonnevoll des denn wer glaubt, der soll Gott nicht als Richter fürchten. 2. Die stillste That, der Pflicht geweiht, wird Gott einst offenbaren, Lob wird der wahren Frömmigkeit vor Allen widerfahren. O welch ein Ruhm, den fie gewinnt! Selbst heilige Se5. Verbunden überdies zu seyn mit vielen Lasterhaften, die nur an Bosheit sich erfreun und Wuth der Leidenschaften, und gegenseitig sich zur Laft, weil jeder nun den andern haßt, zur ew'gen Marter werden. 6. Und wer in dieser Leidennacht sein Unglück ganz empfindet, vom Lasterschlafe nun erwacht, und sich doch Das fünftige Leben. 213 Gedanken sind bestimmt, half und brüderlich die Leibelohnt zu werden. 3. Wen keine Wollust, wen kein Geiz, kein eitles Lob bethörte; wer, selbst bei aller Lüfte Reiz, die Stimme Gottes ehrte; wer strebte, måßig, keusch und rein, demüthig, fanft und mild zu seyn, dem wird Gott reichlich lohnen. denden erquickte: das siehet der Gerechte an, als hätt' er solches ihm gethan; und er will's ihm vergelten. 5. Laßt, Christen! tus gendhaft und rein uns wandeln hier im Leben; dort wird uns Gott Vergelter seyn und ew'ge Wonne geben; dort reift die hier ge4. Wer eines der Ge- streute Saat, dort lohnet ringsten sich erbarmte; was jede gute That mit himmliihn drückte, ihm tragen schem Entzücken. Zweite Abtheilung. Lieder über die christlichen Lebenspflichten. Gesinnung und Verhalten des Christen im Allgemeinen. Mel, Schon ist der Tag von Gott 2. Gott ist es, den er Jesum kindlich ehrt; bekannt mit er 290 Wennt, ber seinem Billen, sucht er als Christ, von ihm belehrt, ihn treulich zu erfüllen; liebt jede Vorschrift, jede Pflicht, und unterwirft mit Zuversicht sich ihm, dem Menschenvater. 3. Wie edel ist des Christen Herz, wie liebreich gegen Brüder! Er theilt mit ihnen ehrt und liebt, mit Ernst die Sünde scheuet; wer in der Frömmigkeit sich übt, und sich der Tugend freuet, nie seines Daseyns Zweck vergißt, nur der wird als ein wahrer Christ stets den ken, leben, handeln. 214 Gesinnung und Verhalten des Christen ihnen ihren Schmerz, und Mel. Erschienen ist der herrlich freuet sich auch wieder, wenn 291 Empfinde deinen ihnen auf des Kummers Nacht ein heitrer Tag der Freude lacht und ihre Klagen schweigen. hohen Werth; Gott selbst, o Mensch, hat dich geehrt, hat mit Verstand dich ausgeschmückt, und über Staub empor ges rückt. Vergiß es nie! 4. Er dienet ihnen, wo er kann, hört des Bedrångten Flehen, als Menschenfreund, erbarmend an, kann ihn nicht leiden sehen, eilt, ihn zu retten und erquickt den, den die Last der Sor: gen drückt, durch seines Wohlthuns Segen. 2. Du schmähest, was bein Gott dir gab, du würdigst dich zum Thier herab, wenn deines Lebens kurze Zeit in Thorheit dir und Eitelkeit vorüberflieht. 5. Er betet, und er betet gern, weil ihn sein Herz dies lehret, und weil er Gott, der Welten Herrn, als Vater fromm verehret, entfernt von aller Heuchelei, vom Wahn des Aberglaubens frei, mit Andacht und mit Eifer. 6. Er freut sich der Gelegenheit, den Vortrag heil' ger Lehren, und jede Pflicht, die Gott gebeut, auch öffentlich zu hören. Der Brüder Undacht reizet ihn, sich der Berstreuung zu entzichn, im Guten sich zu stärken. 7. Gott, laß mich jede Christenpflicht mit frommem Eifer üben! Uus Wahn und Leichtsinn laß mich nicht den Schein der Tugend lieben! Laß, deines Beifalls mich zu freun, laß meine Pflicht nur heilig seyn; als Christ stets denken, handeln! 3. Gebrauchen sollst du den Verstand. Nur darum gab ihn Gottes Hand. Du sollst ihn treu der Wahrheit weih'n, ihn bilden, und ihm Licht verleih'n, so viel du kannst. 4. O sich umher, wie roh, wie blind noch viele deiner Brüder sind! Ihr Geist umhüllt von dunkler Nacht, ist immer noch nicht aufge wacht. Bedaure fie! 5. Entreiße dich der Dunkelheit! Erwache, Sohn der Ewigkeit, und strebe mit entzücktem Sinn zum hohen Ziel der Weisheit hin! Das fordert Gott! 6. Die tausend Wunder in der Welt hat er umsonst nicht aufgestellt. Mit Frohs gefühl sollst du sie sch'n, und ihres Schöpfers Ruhm ers höh'n und dankbar seyn. 7. Er lenkt mit Liebe, was er schuf, und dir ertont im Allgemeinen. 215 tont der fanfte Ruf: O Herrn wohl mit ihrem Munde ehren, aber ihm nicht gleich gesinnt, nicht der Tus gend Freunde find! was die fiehe, wie dein Gott regiert, und Alles, Alles herrlich führt und Nichts versäumt. 8. Bedenke, Menschheit ehrt und reine Freuden ihr gewährt! Er bebe deines Geistes Blick wandelbaren glück zum höchsten Gut! 2. Ferne sei von uns der Wahn: sich mit dem allein zu trösten, was cinst Jesus hat gethan; einen Christen und Erlösten sich zu nennen, wenn man nicht treu crfüllt des Christen Pflicht! bom Erdens 9. Dich selbst, dein Stre: ben, deine Kraft erforsche stets gewissenhaft, und lerne, schnödem Wahn entfloh'n, von Jesu die Religion, die dich verklärt. 3. Schände nie, wer Jesum kennt, Jesum durch ein Sündenleben! Wer den Göttlichen bekennt, der muß sich auch ernst bestreben stets zu wandeln auf der Bahn, wo uns Jesus ging voran. 4. Gott, ergreife meinen Geist, daß kein unfruchtbas rer Glaube, der dich nur durch Worte preist, mir den frommen Eifer raube, Christ durch Werk und That zu seyn, jedes Unrecht stets zu scheun! 10. Ja, sei ein Christ, ein wahrer Christ; dann sie: hest du, was Weisheit ist, dann stürzet des Umglaubens Reich, dann schwingt dein Geist fich, Engeln gleich, zum Licht empor. 11. O Weisheit Jesu, leite mich! Ich bin ein Christ und liebe dich. Ich fühle fie, die rege Kraft, die Gott in meiner Seele schafft, dir treu zu seyn. 12. Mag jeder Reiz der Welt verblüh'n, und meines Lebens Hauch entflieh'n; o Weisheit, du wirst mich erfreun und meines Geistes Sierde seyn in Ewigkeit. 5. Was wir såen, årnten wir. Reicher Segen wird gegeben dem, der treulich så'te, hier für das künft'ge beßre Leben. Laß mich reichlich Saamen streu'n, und mich dort der Uernte freu'n! In eigener Melodie. 293 Wer hat den Mel. Meinen Jesum laß ich nicht Glauben, 292 F gerne sei der Irr- dessen Früchte beweisen, daß thum, fern, daß er Gott gefällt, und einst auch diese Christen wå- vor seinem Ungesichte der Turen, welche Jesum zwar als gend hohen Preis erhålt? 2. Der 216 Gesinnung und Verhalten des Christen 2. Der, der durch seines ist des Glaubens Preis be Geistes Triebe zu allem stimmt. Guten sich entschließt, und Gott aus Dankbarkeit und Liebe gehorsam und ihm ähnlich ist; 3. Der, der vor Gott unstråflich wandelt, Nichts lieber thut, als seine Pflicht; der heilig denkt und heilig Mel. Freu' dich sehr, o meine handelt und gern die Wahrs 294 Höchfter, bent ich an die Güte, die du mir bisher crzeigt, o so wird mein ganz Gemüs the zu der tiefsten Schaam gebeugt, daß ich dich gering geschäßt, häufig dein Gebot verletzt, und dich, der mich so geliebet, mit Bergehungen betrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum deincs Geschäfte Dienstes fertig seyn; doch hab' ich Eitelkeit unbedachtsam der sie geweiht; ja zum schnös dn Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, Von wie manchen ncu. schweren Sorgen machtest du das Herz mir frei! Was mir nugte, gabst du mir; aber, wie ich freut Der die Bedrängten dir? wie hab' ich so verund die Arme deines Wohlthuns Zweck vergessen! erquickt, messen in Schuß die Unschuld nimmt: der findet auch bei Gott Erbarmen, dem 4. Bei so hellem Licht der Gnaden sollt' ich ja die Sünde 4. Der alle Menschen herzlich liebet, gerecht, gelind, voll Redlichkeit und mild ist, keinen je betrübet, und, Undre zu erfreu'n, sich freut; 5. Der gern verzeiht dem, der ihn schmähet, an Feinden auch das Gute smått, nicht låstert und nicht stolz sich blåhet und seinen Nachsten nie verlegt; 6. Der die Verehrer Gottes ehret, und thut, wie sie, was Gott gefällt; der, was er seinem Nächsten schwöret, und schwür' er sich zum Schaden, hält; 7. Der nie, zum Troße der Gesetze, auf ungerechten Wucher leiht, und durch gerecht erworbne Schake der Armen trauernd Herz 9. Der, der im Glücke stets bescheiden, in Trubsal siets geduldig ist, der. Gott! erbt deines Himmels Freu den: der ist dein Kind, der ist ein Christ! im Allgemeinen. Sünde flich'n, und um Rettung von dem Schaden mei ner Seele mich bemüh'n. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verflocken. 5. Ich erkenne meine Sünden, beuge mich, mein Gott, vor dir. Laß mich bei dir Gnade finden; neige, Herr, dein Ohr zu mir! Ach, vergib, was ich gethan! Nimm mich doch erbarmend an! Führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb' ich mich auf's Neue. Gib, daß mein gebeugter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die bein tröfiend Wort verheißt! Was dein Sohn auch mir erwarb, als er für die Sünder starb, Fried' und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen! 7. Stärke felbft in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weih'n; gib daß mir's an Kraft nicht fehle, folgfam deinem Wort zu seyn! Stehe mir stets mächtig bei; mache du mich selbst getreu! Dich zu lieben, dir zu leben, sei mein ernfilichstes Bestreben! Mel. O Gott, du frommer Gett 295 Gott, du erfor scheft kann ich nichts verhehlen; 217 du fieheft jede That, kennft jeden Rath der Seelen. Ich flehe, Herr, zu dir; erhöre huldvoll mich: entdecke mir mein Herz, denn ac, oft täuscht es sich. 19 2. Ich bin ein Chrift, o Gott, getauft auf deinen Namen. Erfüllt' ich jede Pflicht des Christenthums, und kamen die Werke, die ich that, aus Frömmigkeit und Pflicht? Bin ich ein Heuchler nur, so chr' ich Chriflum nicht. 3. Hab' ich dich, Gott, geliebt, und durch ein weises Leben der Tugend mich geweiht, mein Herz dir ganz ergeben? Hat mich dein Unterricht gebeffert und erfreut? War, ich, was er befiehlt, auch fiets zu thun bereit? 4. Danft' ich dir für mein Glück, für jebe meiner Freuden? Vertraut' ich standhaft dir in Kummer, Noth und Leiden? War ich beim Reiz der Welt auf's Ewige bedacht? Und hab' ich jeden Tag, so wie ich soll, vollbracht? 5. Gebraucht' ich meinen Geift mit allen seinen Kräften zu meiner Brüder Wohl, zu nüßlichen Geschäften? Hab' ich für meinen Leib mit Weisheit fleis gewacht, und angefacht? genährt und K 6. Hab' 218 Gesinnung und Verhalten des Christen 6. Hab' ich die, welche mein, und mich durch ihn du zur Aufficht mir ver- gestärkt zum Fleiß der Beßtrauet, durch eignes Bei- rung seyn. spiel gern gebeffert und ers bauet? Sorgt' ich stets für In voriger Melodie. ihr Wohl und ihre Selig- 296 Mer Gottes Weteit, und ftraft' ich ihr Vergeh'n mit Ernst und Freundlichkeit? 7. Blieb ich der Wahrheit treu? War ich voll Men: schenliebe, und regten sich in mir des Mitleids edle Triebe? Brach ich dem Hungrigen mit Freudigkeit mein Brod? Half ich durch Rath und That Bedrängten aus der Noth? ge geht, nur der hat Seelenfrieden. Wie herrlich ist sein Lohn, ihm selbst von Gott beschieden! Voll Glaubens widersteht er jeder bösen Luft, ist ſeiner Tugend sich, sich ihres Werths bewußt. 2. Er merkt auf ſeinen Gang, geht ihn mit feftem Muthe; wird in der Schwachheit stark, liebt immer mehr das Gute. Ihn machet Gottes Geift gerecht und tugendhaft, und er nimmt immer zu an Einsicht und an Kraft. 8. War ich der Unschuld Troft, und hab' ich sie vertheidigt? Hab' ich durch Härte nie den Dürftigen beleidigt? Floh ich den Uebermuth, des eitlen Stolzes Reiz? Verschloß ich Aug' und Herz der Mißgunst und dem Geiz? 9. Hab' ich, wie Jesus that, gesegnet, die mir fluchten? geliebet, Jesu gleich, die mir zu schaden suchten? beherrschet ftets den Zorn? gezeigt Versöhnlichkeit? mich nie am Feind gerächt? vermieden Zank und Streit? 10. Allwissender, wer fann, wie oft er fehlet, merten? Sei gnädig, handle nicht mit mir nach meinen Werken! Vergebung ist bei dir; laß ihren Troßt auch 3. Gott hat er allezeit vor Augen und im Herzen, bekämpft die Sinnlichkeit, scheut nicht des Kampfes Schmerzen. Er eilet, wenn er fehlt, den Fehler zu bes reu'n, und strebt mit ernftem Fleiß, der Tugend sich zu weih'n. 4. Getreu in feinem Stand, genießt er Gottes Gaben vergnügt, wenn Andre gleich mehr Glück und Anfeh'n haben, als Chrift, bei Wenigem zufrieben, frei von Neid, von Habsucht und von Geiz, von Stolz und Eitelkeit. 5. Schenkt im Allgemeinen. 5. Schenkt Gottes Hand ihm viel, so wird er Vielen nüßen, des Freundes Glück erhöh'n, verlaßne Tugend schüßen. Auch felbft Beleidiger wird er in Noth erfreu'n, und wie sein Gott gefinnt, wird er auch gütig feyn. 6. Er fränkt den Bruder nicht, er schüßt sein Glück, sein Leben. Er ist, nach Jefu Sinn, fiets willig zum Vergeben, voll Achtung ehret er in ihm des Höchsten Bild, denkt: Gott, der Heilige, ift gegen mich ja mild. 7. Im Guten sucht sein Herz die Brüder zu befärken; er muntert alle auf zu guten, edlen Werken. Mit Chriftenfinn nimmt er an ihrer Tugend Theil, und denkt: Wir haben ja nur Einen Herrn, Ein Heil! 8. Das Heil der Ewig, keit, das hier der Fromme schmecket, erhält sein Glück und macht, daß keine Noth ihn schrecket, gibt ihm im Leiden Muth und stillet je den Schmerz. Im Tode freut sich noch sein Gott ergebnes Herz. In eigener Melodie. 297 8 s hebt fich auf der Andacht Schwingen, Unendlicher, mein Geift zu dir empor, den frommen Vorsaß dir zu 219 bringen: Den Tugendpfad, den ich so oft verlor, will ich, o Gott, mit neuer Treue gehn, und, groß durch fie, der Sünde Steiz verschmähn. 2. Wohin sich nur mein Auge wendet, erblick' ich deiner Liebe Segensspur. Wer wachte für mein Glück? Wer spendet der Freuden Fülle aus durch die Natur? Gott, deine Liebe! Liebe weib' ich dir mit Freudenthränen, Ewiger, dafür! 3. Wenn einst vielleicht fich bang und leise zu meinem Herzen trübe Sorge schleicht, Gefährtin meiner Pilgerreise nun Schwermuth wird, und jede Hoffnung weicht; dann will ich auf zu dir, mein Vater, schaun, und selbst im Schmerz dir findlich noch vertraun. 4. Nie will ich fragen: ob zu Freuden der Pfad der Tugend und des Rechtthuns führt? Nie zaghaft ihn zu wandeln meiden, wenn er in Nacht und Dunkel sich verliert. Du winkft, Gott; Gehorsam ift mir Pflicht: mein Glaube gibt mir Muth und Zuversicht. D 5. Dir will ich suchen nachzuahmen, o Jesus! Menschenfreund, der du so gern den Leidenden, die zu dir tamen, Erreiter warft; nie soll mein Herz mehr fern dem Armen, der ver= 2 laffen 220 Gesinnung und Verhalten des Christen laffen trauert, seyn, ich will Mel. Alle Menschen müssen sterb. erhebe mein thm Hülfe, Troß und Liebe 298 J Gemüthe fehnfuchtsvoll, mein Gott, zu dir. Ich verehre deine Güte; o wie theuer ift fie mir! Gott der Liebe und des Lebens, Keiner harrt auf dich vergebens; nur Verächter deiner Huld für zet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege; zeige deinen Willen mir; leite mich die rechten Stege, daß kein Abweg mich verführ'! Gott, du siehest Sicher mein Vertrauen! kann ich auf dich bauen; deine Batertreue ift ewig, wie du selber bift. weihn! 6. Mit warmem, liebe vollem Herzen, will ich mich immer mit den Frohen freun, der unverdienten Kränkung Schmerzen nicht ahnden, dem Beleidiger verzeißn. Bescheidenheit und Sanftmuth sei mein Ruhm, Gewissensruh' mein großes Eigenthum! 7. Die Kräfte, die du mir gegeben, will ich getreu zu müßen mich bemühn; zu großen Zwecken war dies Leben von dir, o Gott, aus Liebe mir verliehn. Um herrlicher dort wieder aufzublühn, finkt es auf deinen Wink zum Grab einst hin. 8. Wenn, von Versuchungen umgeben, mein Blick in Labyrinthe sich verirrt; der Sünde Neiz zu widerstreben, die täuschend lockt, oft schwer dem Herzen wird: blick ich zu dir; du wirft mir Muth verleihn, kein Opfer, das die Pflicht gebeut, zu scheun. 9. Ja, freu zu seyn, bis einst am Ziele auch mir dort der Vergeltung Palme weht, gelobt mit heiligem Gefühle dir jeßt mein Herz, das kindlich zu dir fleht; gib Kraft dazu, und leit' an deiner Hand den müven Pilger hin ins Vaterland! 3. Ach gedenke, Herr, der Sünden meiner Jugendjahre nicht! Laß mic Gnade vor dir finden; geh' nicht mit mir ins Gericht! Alle Sünden, die uns reuen, willst du väterlich verzeihen. O so höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich! 4. Gott, du willst des Sünders Leben; dir ift feine Seele werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er Mitsich zu dir bekehrt. ten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt! Den verwirst du nicht. 5. Allen, die zu dir fich wenden, über ihre Schuld be im Allgemeinen. 221 stets mit Kraft und Zeit soll ich für die Ewigkeit. betrübt, willst du Trost und mir vergebens! Wuchern Rettung senden, wenn thr Herz sich dir ergibt. Freude schentet deine Güte dem geängsteten Gemüthe, dem du seine Sündenlaft liebreich abgenommen haft. 3. Und ich lebte nur auf Erden, um den Sinnen wohl zu thun, konnte träg und ficher ruhn; suchen, glücklich nur zu werden durch Gewinn der Eitelkeit, den ein Augenblick zerfreut! 4. Gott, wie war mein Geift verblendet! Wie viel Tage find mir schon ungenüßt zum Seil entflohn! wie viel Kräfte schon verschwendet! Doch mich rufet noch die Pflicht, und ich säume länger nicht. 5. 3u befrein mich von dem Hange meiner fündlichen Begier, wurde täglich schwerer mir; und ich weiß ja nicht, wie lange mich noch deine Langmuth trägt, nicht, wann meine Stunde schlägt. 6. Drum will ich nicht länger weilen, wo das Eitle mich belügt, mich um ew'ges Heil betrügt; eilen will ich, Gott, nun eilen, auf der Bahn der Besserung zu dem Ziel der Heiligung. 7. Ich will stets mich selbst bezwingen; eingebenk der Rechenschaft, wuchern noch mit Zeit und Kraft; will mich durch Versuchung ringen, um vor dir einft zu beftehn, und zum Leben einzugehn. K 3 Mel. 6. Herr, zu was für Seligkeiten du in jener bessern Welt jeden Sterblichen willst leiten, der dir Treu' und Glauben hält, offenbarft du allen Seelen, die zu ihrem Heil dich wählen. Deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern fund. 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich beilig vor dir leben, treu feyn meiner ganzen Pflicht! Keine schnöde Luft der Sünden soll mich ferner überwinden. Nimm du dich nur meiner an, daß ich standhaft bleiben kann! Mel. Sollt' ich meinem Gott 299 Bilden ilden soll ich mich auf Erben, Gott, für deine Ewigfeit; bier, in ungewisser Zeit, täglich weiser, besser werden; und nach dieser großen Pflicht richtet mich einst dein Gericht. 2. Jede Stunde meines Lebens, selbst Minuten, zählteft du, wogeft febe Kraft mir zu; teine gabft bu 222 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. O Gott, du frommer Gott 6. Und diese Seligkeit, 300 Gut, ch blick empor zu des Herzens füßen Frieden, den Sterblichen beschieden, erwarb ich mir noch nicht! Gewinn Den bleibenden der Allen, die durch der Prüfung Land zum großen Ziele wallen, Vergelter, Richter ist, und fleb' voll Innigkeit: Gedenk' der Sünden nicht, die tief mein Herz bereut! gab ich, von Schein getäuscht, für kurze Luft oft hin. 2. Wie oft gelobt ich dir in ernfter Andacht Stille: mein heiligstes Gesetz, o Gott, sei flets dein Wille! Du kennst mein Herz; du weißt, es war der Vorsaß rein, bir treu auf jedem Pfad, den du mich führst, zu feyn. 3. Und dennoch fehlt' ich oft! Wer kennt des Herzens Tiefen? Ach, böse Lüfte, die fo tief verborgen schliefen, erwachten, aufgereizt vom Sturm der Leidenschaft; betäubt und überrascht erlag' bald meine Kraft. 4. Nun schau' ich prüfend hin auf die durchlebten Tage; fie bringt kein Wunsch 301 Mein Jein zurück und keine bange Klage; doch ihre Thaten führt mit richterlichem Blick mir ernst und warnend oft Erinnerung zurück. 5. Der Edle, der sein Herz schon früh der Tugend weihte, fühlt hohe Seligkeit, fieht er an ihrer Seite auf die durchlaufne Bahn mit stiller Heiterkeit. Er hat gefät in ihr für eine Ewigkeit. 7. Ich unterließ die Pflicht, die Reizungen zu Sünden, durch Weisheit und durch Muth gestärkt, zu überwinden, ergebungsvoll und still mit ruhigem Vertraun, auf dornenvollem Pfad zu Gott empor zu schaun. 8. Verzeih', Allgütiger! Du siehst der Reue Zähren. Du wirst dem Schwachen Kraft und Hülfe gern ges währen. Mit neuer Treue will ich deine Wege gehn; laß einst am großen Ziel, o Gott, dein Heil mich sehn! Mel. So fliehen unsre Tage Herz, Gott, Vas ter, will ich dir zum Eigenthume weibn. Es fordert's ja dein Wort von mir; drum sei es ewig dein! 2. 3war bat es durch den Hang der Welt, durch Luft und Eitelkeit, die, Heiliger, dir nicht gefällt, sich oft, ach oft, entweiht. 3. Doch sieh', es fühlet seine Schulb, gelobt bir Beffe im Allgemeinen. Befferung und fleht zu dir um Gnad' und Huld, um Kraft zur Heiligung. 4. Verwirf, verwirf mein Flehen nicht; fei mir mit Gnade nah! Zu dir steht meine Zuversicht; mein Bater bist du ja. 5. Dies bürgte mir, gefandt von dir, dein Sohn mit seinem Blut; verleiß durch deinen Geift nur mir zur Beßrung Kraft und Muth! 6. Filf, daß ich dir, mein Herr und Gott, im Glauben flets getreu, und gegen Lift, Gewalt und Spott im Guten standhaft sei! 7. Hilf, daß ich sei im Leiben fest, durch Hoffnung und Geduld; mein Troft, wenn Alles mich verläßt, sei deine Baterhuld! 8. Hilf, daß ich gegen Jedermann, von Stolz und Neide frei, aufrichtig und so viel ich kann, zu dienen willig fei! 9. Hilf, daß ich wohlzuthun mich freu', und, fern von Rachbegier, selbst meinem Feinde gern verzeih'; denn du verzeibt auch mir. 10. Dich, Gott, verehren, sei mein Ruhm, entfernt von Heuchelei, damit mein ganzes Christenthum dir wohlgefällig feil 11. So nimm es denn zum Tempel ein, mein Herz, 223 hier in der Zeit; und laß es deine Wohnung feyn auch in der Ewigkeit! 12. Weg, Welt und Sünd'! Euch dien' ich nicht! Nur Gott, nur Gott allein: dies, dies ist meine Zuverficht, fann ewig mich erfreun. Wiel. Wer nur den lieben Gott 302 Mein Gott, zu dem ich weinend flehe, erbarme deines Kindes dich! Ach, sieh' auch jeßt von deiner Höhe mit gnadenvollem Blick auf mich! Vergib mir, Bater; gebe nicht mit mir, dem Sünder, ins Gericht! 2. Wie oft haft du mir schon vergeben, wenn reuvoll ich um Gnade bat; wie oft versprach ich dir ein Leben, gereiniget von Missethat; wie feierlich war dann mein Eid des Glaubens und der Frömmigkeit! 3. Ach, aber bald ergriff mich wieder die Sünd' und ihre Luft mit ihr, riß meinen frommen Vorsaß nieder, und herrschte, wie zuvor, in mir! Zum Widerstande viel zu schwach, flob ich nicht, sondern gab ihr nach. 4. Wie viele sündenvolle Tage durchlebt' ich, Bater, als im Traum, und sammelte mir Schmach und Plage, und fühlte dies mein Elend kaum! Verwundet 84 blu 224 Vepnnung und Verhalten des Christen blutete mein Herz; betäubt empfand ich keinen Schmerz. 5. Ich ging den Weg zum Untergange, den dein gerechter Ernst mir droht. Jeßt aus ist um Troft mir Sünder bange; wer rettet mich meiner Noth? Mein rich tendes Gewissen wacht, und Alles um mich her ist Nacht. 6. 3u wem, o Vater, foll ich flieben? Wo findet meine Seele Ruh'? Wer kann sie aus dem Elend ziehen, in dem sie seufzet, als nur du? Mein ganz Vertrau'n fet' ich auf dich: du, Freund des Lebens, retteft mich! 7. Für alle, auch für meine Sünden, floß einst des Welterlösers Blut. laß durch ihn mich Gnade finden, du, meiner Seele höchftes Gut! Noch einmal, Bater, sprich zu mir: Auch diese Schuld erlaß ich dir. 8. Gott sei mein Zeuge, da ich schwöre: Mein Herz foll bir gebeiligt seyn! Dir, deinem Willen, deiner Ehre will ich mein ganzes Leben weih'n; der Sünde will ich widersteh'n und standhaft deine Wege geh'n! 9. Vergis nicht wieder, meine Seele, wie oft du fchon gefallen bist! Vergiß nicht mehr des Herrn Befehle, nicht mehr, daß er dein Netter ift! Ruf ihn im Glauben täglich an: Erhalt' mich, Herr, auf eb ner Bahn! Mel. Freu' dich sehr, o meine 303 Saffet, schaffet, Menschenkinder! schaffet eure Seligkeit! Bauct nicht, wie fichre Sünder, auf die ungewisse Zeit! Unverweilt bekehret euch! Ringet nach dem Himmelreich! Strebet, heilig hier auf Erden, strebet, felig dort zu werden! 2. Doch soll dieses recht geschehen, so müßt ihr mit feftem Muth jeder Sünde widerstehen; nur was Gott, das höchste Gut, von euch fordert, muß allein eures Lebens Richtschnur feyn! es mug eurem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. Hist 3. Selig, wer im Glauben kämpfet, felig, wer im Kampf besteht, wer des Fleisches Lüfte dämpfet, und den Reiz der Welt verschmäht! O, so strebt dem Guten nach, febt dabei auf Chrifti Schmach! Wer den Himmel will ererben, muß erst seinen Sünden sterben. 4. Werdet ihr nicht stand haft ringen, sondern träg und läsfig seyn, eure Netgung zu bezwingen: wie kann euch der Sieg erfreun? Ohne tapfern Streit im Krieg im Allgemeinen. Krieg folget nie Triumph und Sieg. Nur den Sie ger schmückt, zum Lohne feines Kampfs, die Himmelskrone. 225 Febl' ich, o so gehe nicht, Richter, mit mir ins Gericht! Gib mir deines Geiftes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen! 7. Drum entreißet euch den Lüften, die ihr noch gefesselt seid, und beweiset euch, als Christen, muthig und getroft im Streit! Schont der liebsten Neigung nicht; übet auch die schwerste Pflicht! Denket oft an Chrifti Worte: Dringet durch die enge Pforte! S. 3ittern muß ich vor der Sünde, und auf Jesu Vorbild seh'n! Suchen will ich, daß ich finde, was mein Glück einst wird erhöhn! 9. Gib zum Wollen das Vollbringen! Gib mir Muth und Kraft zum Streit! Lehre mich mit Ernst bezwingen Alles, was mein Herz entweiht! Zeige mir von deinem Thron den verheißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe und empor zum Himmel bringe! 5. Sich voll Leichtfinn fiets zerstreuen, thun, was Fleisch und Welt uns heißt, und den Kampf der Lüfte scheuen, ist der Welt, nicht Chrifti Geift. Wer ihn haben will, der kann auf der Tugend rauhen Bahn nicht in ficherm Stolze leben, und den Lüften sich ergeben. 6. Brünftig beten, allzeit wachen, die Versuchung Mel. Wer nur den lieben Gott weislich flieh'n, fich bie 304 Gott, lebre mich Pflicht zur Freude machen, und mit Sorgfalt fich bemüh'n, selbst bei'm Spott und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefällt; dies nur wollen und voll bringen, heißet: nach dem Himmel ringen. versteh'n und faffen, was Buße, wahre Buße sei! Hilf mir die Sünden ernstlich haffen, damit ich ohne Heuchelei mein Leben beßre, selbst mir treu, und dir, Herr, wohlgefällig fei! 2. Dein Wort gebeut und spricht: Thu' Buße, verändre, beßre deinen Sinn; fall' beinem Gott voll Neu' zu Fuße: sei nicht mehr Sünder, wie vorhin; von nun an set, als Gottes Kind, ihm folgsam, ähnlich ihm gefinnt! 3. Bezähme fiets in dir die Liebe zu Allem dem, was Sünde heißt, und folge jedem guten Triebe, den Gott erweckt durch seinen Geist; flieh', flieh' die Lüfte dieser K 5 Welt, 226 Gesinnung und Verhalten des Christen Welt, und thue nur, was ihm gefällt! gnädig seyn; gern alle Sünden dir verzeih'n. Sei reuvoll; doch verzage nicht, und fasse Muth zu deiner Pflicht. 4. Erstatte deinem Nächften wieder, was du mit Unrecht ihm entwandt, und leite die verführten Brüder zurück zur Tugend; beut die Hand dem Unterdrückten lie bevoll; thu' Jedem, auch dem Feinde, wohl! 5. Flieh' Neid, Verläumdung, Haß und Lügen, bes gehr' nicht, was des Nächften ist; zeig' durch den Abscheu vor Betrügen, daß du ein Feind des Lafters bift; sei friedlich, weise, stets bereit, zu sterben, wenn dein Gott gebeut! 6. Herr, dies befiehlt mir deine Lehre. Du weißt am beften, wie ich bin; bilf, daß ich deine Stimme höre, und ändre du selbst meinen Sinn. Sieb', Besserung. gelob' ich dir; gib Kräfte zum Vollbringen mir. 3. Nur hüte dich vor Sicherheit! Denk' nicht: Noch ift zur Beßrung Zeit; erft will ich mit der Welt mich freu'n, und werd' ich ihrer müde seyn, dann beß'r ich, dann bekehr' ich mich, und Gott erbarmt noch meiner fich. 4. Wiß, der ießt liebreich dir verzeiht, übt auch als Gott Gerechtigkeit; und, Sünder, dir ist unbewußt, ob du nicht morgen ferben mußt. Dann wehe dir, sinkst du ins Grab frech von des Lasters Pfad hinab! 5. Heut' lebst du; heut' bekehre dich! Eh' Morgen kommt, kann's ändern fich. Wer jetzt gefund ist, stirbt vielleicht, eh' er den Abend noch erreicht. D'rum wandle nicht in Sünden fort; du weißt, zu spät ist Buße dort. 6. o Vater, Mel. Gott Vater, an Erbarmen o wahr lebe! 305 Spricht dein hilf, daß ich noch heute, heute Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; ich will, daß er vom Bösen sich mit Ernst bekehr' und suche mich; vom Elend seiner Sünden frei, geheiligt mir und selig fei. 2. Vernimm, o Mensch, dies bes're mich, eb' meine Schuld noch mehr sich häuft, eb' mich ein schneller Tod ergreift, damit ich heut und jederzeit zu meinem Ende sei bereit. Mel. Wer nur ben lieben Gott A mancher von wandle nicht zum Tode fort! 306 2 Gott, wie Gern will dein Gott dir den Tagen der mir beschiednen im Allgemeinen. nen Lebenszeit floh schon dahin, mich anzuflagen, ins Meer der langen Ewigkeit! Nicht jeden hab' ich dir ges lebt, nicht stets der Tugend nachgestrebt. 2. Gar oft empörte sich im Leiden mein murrend Herz voll Ungeduld: und schenkteft du, mein Gott, mir Freuden, o dann vergaß ich beiner Huld; genoß nicht fede, wie ich soll, nicht immer reinen Dankes voll. 3. So war mein Herz auch gegen Brüder nicht immer sanft und liebevoll. Schlug mich erlittnes Unrecht nieder, so übernahm mich oft der Groll; und ich vergaß der Sanftmuth Pflicht, und folgte Jesu Vorbild nicht. 4. Dir, Herzenskündiger, ift teine von meinen Sünden unbekannt. Vergib, was ich vor dir beweine, und leite mich an deiner Hand zu besserer Gesinnung hin, bis ich ganz frei von Fehlern bin! Mel. O Gott, du frommer Gott 307 Millst du die Buße noch, die Gott gebeut, verschieben, so schändest du sein Wort, und mußt dich felbft nicht lieben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? 227 Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Allein wie schwer ist's nicht, sein eigen Herz bekämpfen, Begierden widerstehn und seine Lüfte dämpfen? Ja, Sünder, es ift schwer; allein zu deiner Ruh' ist dies der einz'ge Weg. Und dem entsagest du? 3. Jft deine Pflicht von Gott, wie kannst du fie vergeffen? Nach deinen Kräften selbst hat er fie abgemessen. Was weigerst du dich noch? Gott ist nicht ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann. 4. Sprich selbst: Gewinnet Gott, wenn ich ihm kindlich diene, und seiner werth zu seyn, im Glauben mich erkühne? Wenn du die Tugend übft, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Seligkeit? 5. Was weigerst du dich noch, das Lafter zu verlassen? Weil es dein Unglück ift, befiehlt es Bott zu hafsen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu seyn? Weil fie dich glück. lich macht, befiehlt fie Gott allein. 7. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen. Soll er durch Allmacht dich, ihm zu gebor6 cen 228 Gesinnung und Verhalten des Christen chen, zwingen? Er gab dir Seelen; ist keine Seele rein, die Vernunft: und du verleugneft fie? Er sendet dir fein Wort: und du gehorchst ihm nie? der Glaub' und Liebe fehlen: ist dieses dein Beruf, Gott dienen, den du liebst; fo zittre vor dir selbst, wenn du dies Werk verschiebst. 12. Der Glaube heiligt dich. If dieser dein Ge. schäfte? Nein, Mensch! Und du verschmäßßt des Geistes Gottes Kräfte? Er schreckt dich nicht sein Wort? Gibt in verkehrten Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zuleßt dahin? 13. Hat Chriftus uns erlöft, damit wir Sünder bleiben, und, ficher durch sein Blut, das Laster höher treiben? Gebeut uns Chrifti Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht; so ist es nicht Gott wider: von Gott. spricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst, und seine Stimme höreft, noch heute schicke dick, daß du vom Bösen kehreft. Begegne deinem Gott, willst du zu deiner Pein bein hier versäumtes Glück nicht ewig noch bereu'n! 7. Sprich nicht: Gott kennt mein Herz; ich hab' es ihm verheißen, mich noch bereinst, mich bald vom Lafier loszureißen; jetzt ist dies Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befoylen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheuf du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu seyn, um wie viel weniger wirft du dich morgen scheun! 9. 3ft denn die Buß' ein Werk von wenig Augenblicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut entrücken? Sft ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst der Missethat die wahre Heiligung? 10. It's g'nug zur Seligkeit, des Glückes der Erlöften, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getrößten; ist das Bekenntniß g'nug, daß uns die Sünde reut; so ist tein leichter Wert, als deine Seligkeit. 11. Doch fordert Gott von uns die Dieinigkeit der 15. Entschließe dich beherzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ift, bringt göttliches Vergnü gen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang langs fam fort; fet wacker, Gott ist nab, und stärkt dich durch sein Wort! 16. Auf im Allgemeinen. 16. Ruf ihn in Demuth an; er tilget deine Sünden. Und läßt dich sein Geseß erst ihren Fluch empfinden: so widerstreb' ihm nicht; denn Gottes Traurigkeit wirkt eine Reu' in dir, die niemals dich gereut. 17. So süß ein Lafter ist, so gibt's doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hat Gott dies Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläst, verläßt sein eignes Heil. 2. Doch laß mich ja nicht sicher werden, weil du so reich an Gnace bift! Wie turz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegeben ist! Gib, daß sie mir recht wichtig sei, daß ich fie meiner Beßrung weib'! 3. 3war deine Gnade zu verdienen, find Reu' und Besrung viel zu klein: doch darf sich auch ein Menfo erfühnen, zu glauben, dir verföhnt zu seyn, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hält? 4. Nie kannst du dem die Schuld erlasſen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu Jesu faffen, der zwar auf sein Verdienft fich steift, doch in der Sünde noch beharrt, dafür er selbst ein Opfer ward. 5. Drum fall' ich dir, mein Gott, zu Füßen: vergib mir gnädig meine Schuld, und beile mein verwundt Gewisfen mit Troft aus deiner Vaterhuld! Ich will mit Mel. Wer nur den lieben Gott Ernst die Sünde scheun, und 308 ie theuer, willig dir geborsam seyn. Gott, ift 6. Daß mit Gerechtigkeit deine Güte, die alle Misse auch Stärke zur Tugend mir that vergibt, sobald voll verliehen sei, laß mich durch Reue das Gemüthe die Hebung guter Werke beweiK 7 sen; 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leiden; Gott fennt und liebt dein Glück; fie führt zu deinen Freuden, macht deine Seele rein, füllt dich mit Zuversicht, gibt Weisheit und Verstand, und Muth zu deiner Pflicht. 229 Sünden, die es sonst geliebt, erkennt, bereut und ernstlich hast, und Zuversicht zum Mittler faßt! 19. Sprich selbst: Ift dies tein Glück, mit ruhigem Gewiffen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen, und mäßig und gerecht in dem Genusse seyn, und sich der Seligkeit schon hier im Glauben freu'n? 230 Gesinnung und Verhalten des Christen seu; mache selbst mich treu, ebnen Pfad, den uns dein Herr, in der Liebe gegen dich! Sie leite und regiere mich! Wort bezeichnet hat, daß Srrthum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zich'! Herr, unser Gott, groß von Geduld, vor neuer Schuld behüt' uns deine Baterhuld! 3. Dein Segen komm' auf unser Land; laß es, beschirmt von deiner Hand, des Friedens Ruh' genießen! Wend' ab von uns der Flammen Buth, und die Verwüstung wilder Fluth, des Krieges Blutvergießen! Sei unser Retter, wenn uns Noth des Mangels und der Seuchen droht! Du, Vater, wolleft mit uns seyn, daß wir uns deines Schußes freun! Herr, unser Gott, verleih' uns Muth! In deiner Hut find wir; und was du thuft, ist gut. 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergibst, das haffen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst! Laß, Vater, mein Gewiffen rein und heilig meinen Wandel seyn! Am allgemeinen Bustage. Miel. Herzlich lieb hab' ich dich 309 ott, berbu un fre Zuflucht bift, Herr, unser Mittler, Jefu Chrift, Geist Gottes, Geift der Gnaden, Unendlicher, verwirf uns nicht! Wir kommen vor dein Angesicht, mit Misfethat beladen. Nimm von uns unsre Sündenschuld, du Gott der Langmuth und Geduld! Erböre gnädig unser Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn! Herr, unser Gott, verbirg uns nicht dein Angesicht, und geh mit uns nicht ins Gericht! 2. Ward Recht und Pflicht von uns entweiht, gebrochen unsers Bundes Eid, dein Weg von uns verlaffen: o fieb, wir kehren voller Reu' zurück zu dir: laß, Herr, auf's Neu' uns deine Gnade faffen! Sie leit' uns auf den 4. Gib Frieden, wo sonst Zwietracht war; vereine, was getrennet war; schenk uns der Eintracht Segen! Uns leite, Gott, dein guter Geist, und was dein theures Wort verheißt, sei Licht auf unsern Wegen! Laß, Herr, in Lehr' und Wandel rein die Diener deines Wortes seyn, und bringe zu der Wahrheit Glück, zu dir, die Irrenden zurück! Herr, unser Gott, breit' aus dein Wort an jes dem Ort; gib Geift und Kraft zu deinem Wort! 5. Auch im Allgemeinen. 231 durch Chrifti Blut erlöft: 0 du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott! erbarme dich, erbarme dich! Vergib uns, leit' uns väterlich! 5. Auch die Regenten lenfe du, daß weise fie in fichrer Ruh', der Völker Wohlstand heben! Dem Fürsten, der uns schüßt und liebt, gib, der in ihm so viel uns gibt, ein frohes, langes sei sein Mel. Befiehl bu beine Wege ft Gott für Baterblick uns, seinen Kin- 310 to trete gleich dern, Schuß und Glück! O schütt' auf ihn und auf sein Haus und seine Räthe Segnung aus! Herr, unser Gott, in deiner Hand ist unser Land, beglück' es, fegne jeden Stand! 6. Vernimm der Leidenden Gebet! Wer in der Noth um Rettung fleht, dem bilf aus seinen Nöthen! Gib Kranten Linderung und Ruh'; die Sterbenden erlöse du, erhör' ihr letztes Beten! Sei aller Unterdrückten Seil, der Wittwen und der Waisen Theil, vereitle der Verfolger Rath und lehre fie ben rechten Pfad! Herr, unser Gott, durch alles Leid der Pilgerzeit führ' uns zu deiner Herrlichkeit! 7. Du thuft weit mehr, als wir verstehn, kannst mehr gewähren, als wir flehn; laß uns Erhörung finden! neig' auf unser Fley'n dein Ohr, heb' unser Herz zu dir empor und mach' uns rein von Sünden! Laß uns dir nun gebeiligt seyn, im Leben und im Tode bein! Wir sind Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, verliert mein Kummer sich. Hab' ich nur ihn zum Freunde, wie felig bin ich dann! Was acht' ich aller Feinde? Er nimmt sich meiner an. 2. Ja, dies ist's, was mich stärket: ich glaube feft, als Chrift, daß Gott auch mich bemerket, auch mir ein Bater ist; daß er zu allen Zeiten mit Huld hernieder blickt, im Kampfe mir hilft ftreiten, in Angst mein Herz erquickt. 3. Wenn ich aus Schwachheit fehle und nur aus Vorsaß nicht, so stärket meine Seele die hohe Zuversicht: Den, Herr, der deinen Willen, so gut er immer kann, sucht redlich zu erfüllen, siehst du mit Gnade an. 4. Dein Geift wohnt mir im Herzen und tröstet meinen Sinn; ftillt alle meine Schmerzen, nimmt jede Sorge hin; zeigt mir, das Erbenleiden nicht zu vergleichen sei mit fenen Himmelsfreus 232 Gesinnung und Verhalten des Christen freuden, dem Lohn bewähr mich! So oft ich zu ihm ter Treu'. 5. Auf dies mein Heil und Erbe feb' ich voll Zuverficht. Wenn ich gleich fall' und ferbe, fällt doch mein Himmel nicht. Geb' ich, auch unter Zähren, hier manche rauhe nimmt bete, verliert mein Kummer fich. Deß ist mein Herz voll Wonne! Was ist's, das mir gebricht? Der Herr ist meine Sonne, mein Schuß, mein Heil, mein Licht! Mel. Warum sollt' ich mich mich doch Gott zu Ehren 311 Mreine Freude dereinft auf ewig an. 6. Dies stärkt mich, auch im Leiden, dir, Höchfter, treu zu seyn! Nichts soll von dir mich scheiden, auch nicht die größte Pein; du lenkst sie mir zum Besten, bift mir mit Trofte nah; und wann die Noth am größten, ist deine Hülfe da. ist nur die, daß ich nie mich von Jefu scheide, daß ich ihn durch Glauben ehre, jederzeit hocherfreut seine Stimme höre. 7. Kein glänzend Loos im Leben, nicht Anfehn, Ruhm und Macht, wornach nur Stolze streben, nicht Reichthum, Glück und Pracht, Nichts soll mir je den Glaus ben an deine Batertreu' vermindern oder rauben; Nichts, was es immer sei! 8. Was könnte sonst mich scheiden von deiner Lieb', Gott? Verfolgung? Trübfal? Leiden? Schwerdt? Hunger? Blöße? Tod? Nichts, Nichts! Ich über winde in dem, der mich geliebt, und sich für meine Sünde zum Opfer selber gibt. 9. Sft Gott für mich, fo trete gleich Alles wider 2. Freundlich ruft er alle Müden, und erfüllt, fanft und mild, ihren Geist mit Frieden, seine Laft ist leicht zu tragen; er macht Bahn, geht voran, trößtet, wenn wir zagen. 3. Ja, er kennt die Leidensfunden; größern Schmerz hat kein Herz, als sein Herz empfunden. Darum blickt, wenn seiner Brüder einer weint, unser Freund mitleidsvoll hernies der. 4. Will das Herz der Noth erliegen, dann hilft er, unser Herr, kämpfen uns und siegen. Die auf ihn zu allen Zeiten folgfam schau'n, ihm vertrau'n, ärnten Geligkeiten. 5. Jesu, treufter Freund von Allen, mit dir will, frob und still, ich durch's Leben wal im Allgemeinen. 233 wallen! Auch der Tod kann keit, vergänglich alles Glück mich nicht schrecken; denn der Zeit: im Himmel ſei du wirft, Lebensfürft, einst mein Wandel! mich auferwecken. Mel. Wann mein Stündlein 312 mein Glaub'fich hält; kein Feind soll ihn mir rauben! Als Bürger einer beßren Welt, leb' ich hier nur im Glauben: dort schau' ich, was ich hier geglaubt. Wer ist's, der mir das Erbtheil raubt, das Jefus mir erworben? mein Glaub' fich Dann, S ஜ ci weiß, an wen 5. Jeßt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was uns die künft'ge Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, wann mein Vollendungstag er scheint, dann werd' ich's froh empfinden. 2. Mein Leben ist ein furzer Streit, und herrlich ist die Krone, die Gott dem Ueberwinder beut, zum ew' gen Siegeslohne. Ob auch des Kampfes Müh' mich schreckt: du, der den Tod für mich geschmeckt, du stärk'st mich, daß ich siege. 3. D Herr, du bist mein böchster Rubm, mein befter Troft im Leben; einst wirft du mich, dein Eigenthum, zu deinem Reich erheben. Der Freuden Fülle ist bei dir; dort hab' ich Alles, was ich hier nur suche und nicht finde. 6. Sm Dunkeln nur, Herr, seh' ich hier, wo ich dir gläubig traue, die Seligkeit, die dort bei dir in vollem Licht ich schaue. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt: dort wird er sichtbar, wenn dein Bild in mir sich ganz verkläret. 7. 3u diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft; wer kann mich von dir scheiden? Nicht Glück und Luft, nicht Leid und Noth, das Leben nicht und nicht der Tod! Mein find des Himmels Freuden! 8. Wie groß ift meine Herrlichkeit! Empfinde fie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Glück besteht durch alle EwigJu 4. Herr, lente meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel! Kurz ist der Erde Herrlich keiten. 234 Gesinnung und Verhalten des Christen In eigener Melodie. mich erquicken. Ewig strahlt 313 Meinen Sefum mir dort sein Licht; meinen Sesum laß ich nicht! laß ich nicht! Er hat sich für mich gegeben; fordert es nicht Dank und Pflicht, ihn zu lieben, ihm zu leben? Er ist meines Lebens Licht; meinen Jefum laß ich nicht! 7. Nichts auf dieser Erde ist's, was des Herzens Wünshe stillet. Du, o Jesu, du nur bist's, du nur, der sie ganz erfüllet. Dich, mein Reichthum, Ruhm Licht, abich, mein Jefu, laß ich nicht! und 2. Er, in diese Welt gefandt, uns zu lehren, uns zu retten, gab sein Leben uns zum Pfand, daß wir Gottes Gnade hätten. O wie bin ich ihm verpflicht't! Meinen Jefum laß ich nicht! 3. Durch ein Herz voll Dankbarkeit, durch Gehorfamt, den ich übe gegen das, was er gebeut, halt' ich fest mel. Wie groß ist des Allmächt. an ſeiner Liebe, traue bem, 314 Was wär ich ohe und verwas er laß ihn ewig nicht! 4. So ift er mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende; ihm geb' ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht; meinen Jesum laß ich nicht! 5. Wenn mein Auge schon erlischt, Wang' und Lippen fich entfärben, mich kein Labsal mehr erfrischt, alle Sins ne mir ersterben, und das matte Herz nun bricht: laß ich meinen Jesum nicht! 6. Dort auch laß ich Jesum nie, hange fiets an seis nen Blicken; denn nach dies fes Lebens Müh' will er ewig 8. Dich, mein Jefu, halt' ich fest, laffe Nichts von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr ihn vergest; ihr beraubt euch ew'ger Freuden. Selig, wer in Wahrheit spricht: Meinen Jesum laß ich nicht! fen, was würd' ich ohne dich, Herr, seyn? Zu Furcht und Aengsten auserlefen, ständ' ich in weiter Welt allein. nichts wüßt' ich sicher, was ich liebte; die Zukunft wär' ein dunkler Schlund; und wenn mein Herz fich tief betrübte, wem that' ich meine Sorge kund? 2. Einsam verzehrt von Lieb' und Sehnen, erschien mir finster jeder Tag; ich folgte nur mit heißen Thränen dem wilden Lauf des Lebens nach; ich fände linruh' im Getümmel und hoffnungslosen Gram zu Haus. Wer hielt denn ohne Freund im im Allgemeinen. im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Chriftus sich mir fund gegeben, und bin ich feiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bodenlose Finsterniß! Mit ihm bin ich erst Mensch geworden: das Schicksal wird verklärt durch ihn, und Eden muß an allen Orten um den Geliebten wieder blüh'n. 4. Das Leben ward zum Freundschaftsbunde: die ganze Welt spricht Lieb' und Lust. Ein Balsam träuft für jede Wunde, und frei und voll klopft jede Bruft. Durch ihn erhalt' ich tausend Gaben; durch ihn bin ich ja Gottes Kind; gewiß, ihn unter uns zu haben, wo zwei auch nur versammelt find. 235 Gottesfeind zu feyn. Bang hörten das Geseß wir sprechen; denn ach, es drohte Tod und Pein! 7. Das Herz, des Lebens reiche Quelle, ein böses Wesen wohnte drin, und ward's in unserm Geifte helle: so war nur Unruh' der Gewinn. Ein eisern Band hielt an der Erde den bebenden Gefangnen feft; und Furcht, daß er vernichtet werde, verschlang der Hoffnung Ueberreft. 8. Da kam der Heiland, der Befreier, ein Menschensohn voll Lieb' und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sah'n wir erst den Himmel offen, als unser heil'ges Vaterland; wir konnten glauben nun und hoffen und fühlten uns mit Gott verwandt. 5. O geht hinaus auf allen Wegen, und holt die Frrenden herein! Reicht jedem eure Hand entgegen und ladet froh zu uns ihn ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden; im Glauben schauen wir ihn an. Die Eines Glaubeus mit uns werden, auch denen ist er aufgethan. 6. Ein alter schwerer Bahn von Sünde war fest an unser Herz gebannt. Wir irrten in der Nacht, wie Blinde, von Reu' und Luft 10. Noch fleht im wunzugleich entbrannt. Ein je- dervollen Glanze der heilige des Werk schien uns Ver- Geliebte bier. Gerührt von brechen, der Mensch ein seinem Dornenkranze und feis 9. Seitdem verschwand die Macht der Sünde, und fröhlich wurde jeder Schritt. Man gab zum schönsten Angebinde den Kindern diesen Glauben mit. Durch ihn geheiligt zog das Leben vore über, wie ein sel'ger Traum; und ew'ger Lieb' und Treu' ergeben, bemerkte man den Abschied kaum. 236 Gesinnung und Verhalten des Christen seiner Treue weinen wir. Wel. Jesu, meines Lebens Ein jeder Mensch ist uns 316 Schweiget, bange willkommen, der get! Mein Erlöser ift getreu, und sein Geift in mir bezeuget, daß ich Gott ver föhnet sei. Mag auch felbf mein Herz mich richten, mich verdammen, mich vernichten; Gott ist größer, als mit mein Herz, und gibt Ruh' auf bangen Schmerz. 2. Er, der das Verborgne fennet, kennt auch mich und weiß allein, wie mein Herz von Eifer brennet, ganz fich seinem Dienft zu weih'n; schaut den Kummer meiner Seele, der mich beugt, ſo oft ich fehle, und sieht nicht, was ich getban, sondern mehr den Willen an. mit uns ergreift, und, in sein Herz mit aufgenommen, zur Frucht des Paradieses reift. Mel. Kommt her zu mir, spricht 315 So hoff' ich denn Muth auf Gottes Gnad' und Chrifti Blut; ich hoff' ein ewig Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, hat mir das Recht der Seligkeit in seinem Sohn gegeben. 2. Herr, welch' ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel has ben; im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert seyn von deines Geiftes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt gött liche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Troft im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh' und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens Willen; laß ihn mein Licht auf Erden feyn, ihn täglich mehr mein Herz erneu'n und mich mit Troft erfüllen! 3. Wer will ferner den verklagen, welchen Gott zum Kind erwählt? Wer darf zu verdammen wagen, den Gott selber losgezählt? Menschen zwar, und selbst die Engel sind vor ihm nicht ohne Mängel; doch das menschliche Geschlecht wird in seinem Sohn gerecht. 4. Mir ist auch sein Sohn gegeben; durch den Glauben ist er mein. Ja, ich weiß, ich werde leben, und in ihm einft selig seyn. Such' ich nur den Hang zu Sünden immer treu zu überwinden, mich der Tugend fiets zu weih'n, im Allgemeinen. weih'n, so will Gott mir gnädig seyn. 5. Theuer bin ich ihm erworben! Wohl mir, hier ist Jesus Chrift, er, der auch für mich geflorben, auch für mich erfianden ist, nun zur Rechten Gottes figet, auf mich sieht, mich mächtig schüßet, mich vertritt, mich nie verstößt, mich aus aller Noth erlöft! um Gott, 6. Nun so mag das Unglück stürmen! Alles mich her sei Nacht! mein Gott wird mich beschirmen, der für seine Kinder wacht. Wenn ich hier auch bülflos bliebe, leitet mich doch seine Liebe durch die Leiden dieser Zeit zur beglückten Ewigkeit. 237 3. Durch Jefum rein von Missethat, find wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, der flieht den Rath der Sünder; folgt Chrifti Beispiel als ein Chrift, und reinigt sich, wie er rein ift. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer die Gebote hält, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein täglich tbätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott, und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb' ist's die die Cherubim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die Lieb', an seinem Heil hat ohne Liebe Niemand Theil. Mel. Auf,( Shriftenmensch 317 er Gottes Wort nicht bält, und spricht: Ich kenne 318 Weiter, Herr, Mel. Jesu, meine Freude. getroft und Gott! der trüget; in folhem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber fein Wort glaubt, und hält, der ift von Gott, nicht von der Welt. mein Licht und Leiter, machst Du meinen Geift! Alle, die dir trauen, führst du zu den Auen, wo du sie erfreußt. Niemals wird bei dir, o Hirt, Freund und Tröster unsrer Seelen, mir Erquite kung fehlen. 2. Deinem Rath ergeben, freu' ich mich zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; du, mein Seligmacher, rüfteft mich 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher dein Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub' erleuchtet nicht allein; er stärkt das Herz und macht es rein. 238 Gesinnung und Verhalten des Christen mich mit Muth. Ob auch Noth und Elend droht! Ob auch Furcht und Angst mich schrecken: du wirst mich bedecken. 7. Würdig dir zu leben, dies sei mein Bestreben, sei mir heil'ge Pflicht! Was die Welt erfreuet und fie oft gereuet, das genügt mit nicht. Hab' ich dich: wie gern will ich das, wornach die Eitlen trachten, reich in dir, nicht achten! 8. Macht ein Gut ber Erde, daß ich glücklich werde in der Ewigkeit? Sind nicht hohe Würden oft nur schwere Bürden, Traum und Eitelkeit? Du erfreuft nur ftets den Geift, und du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck' ich schon hienieben; und was hoff' ich dort? Un begränzte Zeiten voller Se ligkeiten hoff' ich auf dein Wort! Sie find mein, durch dich allein. Bleib' ich dir getreu im Glauben, wer kann sie mir rauben? 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen: mein Erlöser lebt! Ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag frecher Sünder Herz erschüttern; ich, ich darf nicht zittern! 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde fie, geftärkt durch dich. Sink' ich oft noch nieder: du erhebst mich wieder und begnadigst mich. Deine Huld tilgt alle Schuld, und dem reuerfüllten Knechte schenkst du Kindesrechte. 5. Daß ich Gott erkenne, und ihn Vater nenne, dank' ich dir allein! Daß ich hier am Grabe Troft und Hoffnung habe, ewig dein zu seyn; daß dein Geist mich unterweist, und mich führt auf deinem Pfade, dank' ich deiner Gnade! 6. Der du Leib und Leben hin für mich gegeben, daß in meiner Noth ich nicht bülflos bliebe, groß ist deine Liebe, ftärker, als der Tod. Herr, und ich, ich In eigener Melodie. follte mich deiner Huld 319 Wie wolf nicht dankbar freuen? dir mein Herz nicht weihen? Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe 10. Voll von deiner Gü te jauchzet mein Gemüthe, Herr, mein Heiland, dir! Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nie von mir! Laß mich so beherzt und froh einst durch's Thal des Todes dringen, dort bein Lob zu fingen! im Allgemeinen. 239 4. Gelobt seift du, o Freund der Seelen! In deiner Huld, wie wohl ist mir! Was kann, da du mich liebst, mir fehlen? Ich finde jedes Heil bei dir. In noch so drückenden Beschwerden hab' ich den Himmel schon auf Erden; denn du bist durch den Glauben mein. darf, ich will nicht ängstlich klagen: wer kann, wo Jesus ift, verzagen? Mein Freund ist mein, und ich bin sein! Ich Liebe rub'! Ich trau're nicht; was kann mich quälen? Mein Licht, mein Trost, mein Heil bist du. Bei dir vergeß' ich meine Leiden; denn o wie viel hohe Freuden genieß ich nicht, vereint mit dir! Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wie könnt' ich jemals muthlos werden? Du, du bist überall mit mir! 2. Hab' ich, Erlöser, dich zum Freunde: was fehlt mir dann? Du sorgt für mich. Hätt' ich auch eine Welt bin Mel. getroft; ich trau' auf dich. 320 Di Jefu, Seelenbräutigam ir ergeb' ich mich, Auch wenn die Sünden mich verklagen, darf ich nicht hoffnungslos verzagen: ich weiß, was du für mich gethan. Trät' Alles wider mich zusammen: ich bebe nicht; wer will verdammen? Gott nimmt sich meiner gnädig an. der du dich auch zu meinem Heil und Leben in den Tod haft hingegeben! Ewig will ich dein, mein Erlöser seyn! 2. Laß mich dir zum Ruhm, als dein Eigenthum, recht und nach Gewissen handeln, meinen Weg dann freudig wandeln! Hilf mir, fündenrein hier auf Erden seyn! 3. Hier wall' ich zwar auf rauhen Wegen; doch du bist meine Zuversicht. Auch Leiden werden mir einst Segen; aus dunkler Nacht firahlt mir dein Licht. Nur Jesu, Sünder zittern vor dem Grabe; ich, der ich dich zum Freunde babe, tann über Tod und Grab mich freu'n; denn ich gehöre zu den Deinen. Bald wird nicht mehr mein Auge weinen, bald werd' ich völlig selig seyn. 3. Nach dir bilde mich, daß auch ich gegen Feinde Sanftmuth übe, Alle ohne Ausnahm' liebe! Haß und Rachbegier bleibe fern von mir! Neiget fich mein Sinn zu dem Ird'schen hin; o dann warne meine Seele, daß sie nicht ihr Ziel verfehle! 240 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Gott im Himmel und Resum ewig zu verehren, ist mir sanfte, heil'ge Pflicht; seine weisheitsvollen Lehren gemeinem Geiste Licht, ben und zu jedem guten Werke gibt sein Beispiel Kraft und Stärke. 2. Sollt' ich den nicht dankbar preisen, der das Heil der Menschheit ist? Nennt den Edlen, nennt den Weisen, welcher so, wie Jesus Christ, reine Tugend, die er lehrte, durch ein götte lich Leben ehrte; 3. Der mit liebevollem Herzen hohen, festen Muth verband; der selbst bei des Todes Schmerzen Mitleid gegen die empfand, die mit ihm fluchten, Grausamkeit seine Qual zu mehren suchten; 4. Den kein Sturm des Schicksals beugte, der ge recht und tadellos sich in Wort und Werken zeigte, göttlich edel, göttlich groß, willig, freudig Glück und Leben für die Menschheit hingegeben! fehle! Denn ein wahrer Christ sucht, was ewig ist. 5. Becke mich stets auf,-321 Je meinen Pilgerlauf nur nach deinem Wort zu enden; leite mich mit treuen Händen auf der Tugendbahn; leit' mich himmelan. 6. Stårke mich und gib mir des Geistes Trieb; laß mich wachen und mit Beten kindlich vor den Vater treten: so erlischt das Licht meines Glaubens nicht. 7. Ohne Prüfung ist hier kein wahrer Christ. Willst du mich ins Leiden führen, laß mich nur dich nicht verlieren! In der Trübsal Nacht nimm mich, Herr, in Acht! 8. Einen Heldenmuth, der auch Gut und Blut gern um deinetwillen lasse, und des Fleisches Lüfte hasse, gib zu deiner Ehr' mir je mehr und mehr! 9. Jesu, hilf, daß ich Alles hier, was mich von dir locket, überwinde, und durch deine Kraft empfinde, daß ein wahrer Christ treu und standhaft ist! 10. Wird's von hinnen, geh'n, woll'st du bei mir steh'n, mich durch's Todes thal begleiten, und zu deinem immel leiten, daß ich da mich dein ewig möge freu'n! 5. O ich weil' an deinem Bilde gern, erhab'ner Menschenfreund, wo mit so viel sanfter Milde hohe Würde sich vereint; und zu jedem guten Werke find' ich Untrieb hier und Stärke 6. Durch mein Leben dich zu md im Allgemeinen. 0241 in In eigener Melodie. zu preisen, sei mir hobe, der himmlischen Weisheit heil'ge Pflicht; dich, den mit Andacht zu hören, um Liebevollen, Weisen, dich, fern in den Rathschluß der der Menschheit Heil und Gottheit zu sehn, und freuLicht! Nehnlich, Jesu, dir dig die Wege der Tugend zu werden, sei mein höchftes zu gebn. Ziel auf Erden! 4. Mit Vergebung meiner meiner Günden, Herr, begnadigst du mich dann; läsfest mich den Frieden finden, den die Welt nicht geben kann. Was kann mir dann fehlen, was jemals mir schaden? Ich bin ja beim Vater, dem Höchften, in Gnaden. Fallt, Welten! Ich schwebe verherrlicht empor; ein Himmel erseßt mir, was hier ich verlor. 322 Sins ins ift Noth, und, Herr, dies Eine ift, was alles Heil umfaßt. Alles Andre, wie's auch scheine, ist nur Tand und schwere Laft, worunter das Herz sich oft ängfligt und quälet, und immer der Ruhe, der wahren, verfeblet. Es wohnet kein Friede im Reich der Natur; die Sinnlichkeit täuschet den Suchenden nur. 2. Dich erwählen, ist das Eine. Welches Theil! O gib, daß ich ewig mich mit bir vereine, Nichts so innig lieb', als dich! Es mögen die Klugen der Welt dich verachten; ich will dein Verdienft, Herr, mit Ehrfurcht betrachten. Wer war je die Zierde der Menschheit, wie du? Wer brachte mehr Licht ihr, mehr Segen und Ruh'? 3. In bir ist der Weisheit Fülle. Du nur zeigst, was mich beglückt. Durch dein Wort nur wird mein Wille niebrer Erdenluft entrückt. Gern will ich mich sammeln, die heiligen Lehren 5. Jesu, du bist meiner Seele auch zur Heiligung gemacht. Daß ich dich zum Vorbild wähle, haft du treu dein Werk vollbracht. In dir ging die Tugend hier sichtbar burch's Leben; wie sollt' ich, nach dir mich zu bilden, nicht fireben! Dir ähnlich zu werden, welch hoher Beruf! Dann bin ich deß Bild erft, der dazu mich schuf. 6. Darum sollst du mir das Eine, Jesu, du mein Alles seyn. Siehe, daß ich's redlich meine! Ewig, ewig bin ich dein! So segne mit Kraft mich, stets weiser auf Erden, entfündigt, geheiligt, dir ähnlich zu werden, und treu dir zu bleiben im { Le= 242 Gesinnung und Verhalten des Christen Leben und Tob! Dies Bewundrung jauchzet mir Herr, ist das Eine; dies entgegen; die Ruhe winkt, Eine ift Noth. des Goldes Glanz. Ich sehe von des Berges Spiße die schönsten Reiche ausgedehnt. Auf, folge! und Judäa frönt dich, knieend vor dem Königssige. In eigener Melodie. aß ich der Tu323 Daf gend Höh' erklimme, wo unten tief die Erde liegt, wo Glaube der Verführung Stimme und jedes Hinderniß befiegt, wo in des Himmels reinem Scheine dies Eine Ziel nur glänzend steht; ach, Gott, erhöre mein Gebet! nur darum bet' ich, flebe, weine. 2. Es flieg voran die feilen Stufen der Menschensohn mit Kraft und Muth. Er hört im Jordan sich gerufen, und nimmt den Ruf mit aus der Fluth; und gebt, daß er zur That fich rüßte, die außer ihm kein Mensch begreift, die nur in seiner Seele reift, zum fillen Denken in die Wüste. 3. Da steht er an dem Scheidewege; vor ihm die schauberhafte Wahl; hier aller Leiden Donnerschläge auf feinem Weg zum blut gen 3243be! befter Troft In eigener Melodie. Sesu, meine FreuPfahl. Gott, was nur Menfchen reizt, verlaffen? selbst ihre Liebe? Müh' und Noth und Angst und Schmach, zuleßt den Tod mit seiner fchärfften Qual umfassen? im Leide! meines Herzens Theil! Deine Mittlertreue macht, daß ich mich freue deiner, Herr, mein Heil! Hab' ich dich, wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf Erden nie recht glücklich werden. magilid 4. Dort liegt der Erde reicher Segen; dort hängt der Ehre schöner Kranz; 2. Unter - - 5. Nein, Gott gebeut! Weicht, Erdenfreuden! Fort, Satan, bebe dich von mir! Sch tret' in diese Nacht der Leiden, und hange, Vater, nur an dir. Selbst in des Sturms ergrimmten Fluthen umschlingt dein Arm allmächtig mich. Ich fühle dich, ich fühle dich, wenn alle meine Adern bluten. 6. Entschloffen nun, voll innerm Frieden wirft er fich ins Gebräng der Welt; er kämpfet, ohne zu ermüden, und überwindet als ein Held; und hält sein Werk nicht für geendet, bis er, nah' an der Todesnacht, zum lauten Siegesruf: Vollbracht! den letzten Athemzug verwendet. im Allgemeinen. 243 2. Unter deinem Schirme Triebe! Thoren lockt nur fönnen teine Stürme mir ibr. Mich sollt ihr, ihr erschrecklich seyn. Laß auch Sünden, nimmer willig Felsen splittern; laß den finden; fliebet fern von Erdkreis zittern und den mir! leppigkeit, Geiz, Einsturz dräu'n! Was ist's Schmähsucht, Neid, ihr bemehr? Rings um mich her schweret das Gewissen; euch mag es fürmen, donnern, will ich nicht wissen. blißen! Er, er wird mich schüßen. 3. Wenn der Sünde Schrecken Angst in mir erwecken, Jesus fillet sie. Mag der Tod sich naben, mich das Grab umfaben, Jefus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltge richt: freudig. daß ich Jefum sehe, blick' ich auf zur Höhe. 7. Weichet Sorg' und Zagen! Schweiget, bange Klagen! Jesus ist ja mein. Jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zuletzt erfreun. Hab' ich bie selbst Noth und Müh'; Jesu, auch im bängsten Leide bleibst du meine Freude. 4. Wer ist, der den Glau. ben meinem Herzen rauben, ihn erschüttern kann? Bei der Feinde Toben flimm' ich, Gott zu loben, Freudenlieder an. Ich vertrau' auf Gottes Macht; er wird, wenn mich einde hassen, niemals mich verlassen. 5. Lockt nur, Gold und Schäße! Ehre sei der Göße der betrognen Welt! Mich sollt ihr nicht blenden, nicht von dém mich wenden, der mich freu erhält. Elend, Noth und Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jefu scheiden. 6. Weich', verbotne liebe! Weicht, der Wollust Viel. Wie wohl ist mir, o Freund 325 Auf dich, Erlöfer, stets zu sehen, so wie du warst, gefinnt zu seyn, der Tugend Weg dir nach zu gehen, der Brüder Glück fich ganz zu weihn, hast du den Deinen, die dich lieben, als Pflicht aus Liebe vorgeschrieben; wie brine gend ist fie, Herr, wie süß! Wenn jeder Mensch nach deinem Bilde so eifrig seine Pflicht erfüllte, die Erde wär' ein Paradies. 2. Entflammt war deine ganze Seele von reinfier liebe gegen Gott, war feinem heiligen Befehle gehorsam bis zum Kreuzestod. suchteft nur des Vaters Epre; im Tempel war fie deine Lehre, und was dem Heiligften Du 2 244 Gesinnung und Verhalten des Christen flen gefällt. Den Schöpfer und starbft so rührend und aller Kreaturen verkündig- erbauend, so freudig, standteft du auf den Fluren als haft, Gott vertrauend, so Vater, der die Welt erhält. göttlich groß auf Golgatha! 3. Wie eifrig warst du, feinen Willen, als Bürger und als Unterthan, als Sohn, als Bruder zu erfüllen, auf deiner ganzen Lebensbahn! Als Freund, wie zärtlich gegen Freunde! Verfolgt, wie duldend gegen Feinde! Für Aller Wohl fchlug deine Brust. Die Menschen tröften und er quicken, erfreuen, heilen und beglücken, war dein Geschäft, war deine Luft. 6. Wie du gefinnt zu ſeyn, zu handeln, ist deiner Schüs ler höchste Pflicht; der muß nach deinem Vorbild wandeln, der von Verehrung Chrifti spricht. Dann wird zum Fleiß in guten Werken uns göttlich der Gedanke stärken, daß wir des Vaters Willen thun, und daß sein heilig Wohlgefallen, sein Geift und Segen auf uns Allen hier und im Himmel lohnend ruh'n. Mel. Gott, der du die Menschen forgfam gingft bu ihnen 326 Welterlöfer, bid 4. Tief rührte dich die Noth der Sünder! Wie du nach! Wie viele wurden Gottes Kinder, wenn rührend deine Liebe sprach! Du kämpfteft, Wahrheit zu verbreiten, und Alle zu dem Heil zu leiten, das nicht mit Welt und Zeit vergeht. Entzogst du matt dich dem Getümmel, da war die Einfamkeit dein Himmel, dein Geift beim Vater im Gebet. zu lieben, das Aug' im Tode bricht, mit bes Herzens reinsten Trieben, ist uns theure, heil'ge Pflicht. Von der Liebe Gluth durchdrungen, famst du, wardst uns Wienschen gleich, gründeteft ein neues Reich, haft uns Rub und Heil errungen. Froher Perzen Preisgefang fagt nun deiner Liebe Dant. 10 2. Keine lockende Begierde drängte dich zum Eit len bin; Heiligkeit war deis ne Zierde, Wienschenrettung dein Gewinn. Willig trught trateft du deine Bürde, sanft und fill herror, hobft die Welt zu Gott empor, daß 5, Du warst demüthig und bescheiden, ein Freund erlaubter Heiterkeit; bewiefeft bei den schwersten Leiden Geduld, Muth und Gelasfenheit, vergabft, von Liebe tief durchdrungen, die här testen Beleidigungen, im Leben, und dem Tode nah; im Allgemeinen. daß fie ewig selig würde. Niedrigkeit war, Herr, dein 2008, und doch dein Verdienst so groß! 3. Mächtig selbst im tiefften Staube, schufest du der Seelen Glück. Zweifelsucht und Aberglaube schwanden in die Nacht zurück. Hin zum Heiligthum der Wahrbeit führtest du der Deinen Schaar, und wer dir nur folgsam war, sab sein Heil in voller Klarheit. Ower bebt vor Freude nicht? Uns, Mel. Auf, Christenmensch auch uns umglänzt dein 327 M Chriftus, un nir nach, Licht. ser Held, folgt meinem Vorbild, Christen! Verläugnet euch, besiegt die Welt mit schnöden Lüften; gebt ihren Reizungen nicht nach, erduldet lieber Ungemach! ihren 2. Ja, Herr, dein Vorbild leuchtet mir zu einem heil'gen Leben! Wem sollt ich auch, wem sonst, als dir, zu folgen mich bestreben? Du zeigst den Weg zum wahren Wohl, zeigft mir, wie ich ihn wandeln soll. 4. Nun entfliehen Furcht und Schrecken vor dem groBen Weltenherrn. Nichts kann Sorg' in uns erwecken; er ist nimmer von uns fern. Seine Liebe, Nichts als Liebe predigt uns die schöne Welt, die er täglich noch erhält, daß sie uns im Lieben übe. Menschenfreund, feit du erschienft, ist die Liebe Gottesdienst. 245 6. Dank sei dir von allen Frommen, Preis und Dank sei dir geweiht! Ja, durch dich ist heil gekommen in das Land der Sterblichkeit. Wer dir folgt durch's Erdenleben, athmet hier schon Himmelsluft; Friede wohnt in seiner Brust; einst wird Gott die Kron' ihm geben. Wie verklärt des Todes Thal, Herr, ihm deines Lichtes Strahl! 5. Selbst der Sünder darf nicht beben, eilt er nur zu dir zurück. Deine Stimme: Du sollst leben! heitert setnen Thränenblick. Ach, du blutetest am Kreuze, trugest Schmach und Angst und Noth; starbst für ihn, damit dein Tod ihn zum frommen Leben reize! Folgt er dir, o welche Huld! ausgetilgt ist seine Schuld. 3. Dein Herz, voll Gottergebenheit, war auch voll Menschenliebe, voll Demuth, Sanftmuth, Freundlichkeit, und reger Mitleidstriebe; selbst deinen Feinden wandtest du großmüthig Hülf' und Wohlthat zu. 4. Dein Beispiel lehrt, was schädlich ist, mit weiser 23 Vor 246 Gesinnung und Verhalten des Christen 2. Vorsicht fliehen; es Lehret entfernt von aller Heuchelei, mich, mein Herz der List aufrichtig ibn verehre als und Heuchelei entziehen. Dächter Chriftusjünger! og wohl mir, wenn mit fromDer ächte Jünger mem Sinn ich dir, mein Jesu hält stets feft an ſeiHeiland, ähnlic bin! nem Glauben. Er läst durch allen Hohn der Welt fich nie dies Kleinod rauben. Denn dieser Glaube gibt ihm Kraft und Muth zum eblen Streben, vor seinem Schöpfer tugendhaft und findlich froh zu leben, zu dulden und zu sterben. 3. Der ächte Jünger Jeſu lernt, von Gottes Geift getrieben, und von des Lafters Pfad entfernt, ftets herzli cher ihn lieben. Er weiß, was Jesus that und litt, die Sünder zu beglücken. Er zählt dazu sich selber mit, und rühmt es mit Entzücken: uch mich bat er geliebet! 4. Der ächte Jünger Jesu weiht dem Heiligungsge schäfte die Lage seiner Les benszeit und alle seine Kräf te. Er glaubt und liebt; wie sollt' er nicht der Lüße Reiz verschmähen, und unverrüdt den Weg der Pflicht, wie Jesus Christus, geben, um ähnlich ihm zu werden? 5 Der ächte Jünger Jesu liebt die Menschen edelmüthig; er tröstet, beffert, bilft und gibt, ift gegen Feinde gütig, und liebreich eilt er Jedermann, der fein bedarf, entgegen. Er fiiftet Gus 5. Du gingst als Führer einft voran, stehst mir auch noch zur Seite; du kämpftest ſelbst, und brachst die Bahn, ftärkst nun auch mich zum Streite. Wie könnt' ich denn noch zaghaft seyn, und mich, dir nachzufolgen, scheu'n? 6. Wer hier sein Glück zu finden meint, wird's ohne dich verlieren, wer's bei dir zu verlieren scheint, den wirst du dazu führen. Wer dich als seinen Herrn verehrt, und dir nicht folgt, ist dein nicht werth. 7. So will ich denn dir, meinem Herrn, getreu und frob nachgehen, will wohl gemuth, getroft und gern der Tugend Kampf bestehen; denn wer nicht kämpft, trägt einst die Kron' des ew'gen Lebens nicht davon. Miel. Es wolle Gott uns gnädig 328 d s preife Gott, wer Jefum Chrift als seinen Heiland kennet, wer seiner Kirche Witglied ist, und seinen Herrn ihn nennet! Sein böchftes Ziel hienieden fei, daß er nach ſeiner Lehre, im Allgemeinen. Gutes, wo er kann, und erfüllt mit gottgeweihtem lebt der Welt zum Segen, wie Jesus ihm gebietet. Triebe! Er war dein Ziel, dein höchftes Gut; ihm folge test du mit Heldenmuth. 6. Der ächte Jünger Sefu trägt getrost des Lebens Bürde. Auch Noth, die Gott ihm auferlegt, erhöhet feine Würde. Er bleibet felbft im herben Schmerz noch muthvoll und geduldig; des Gottes tröstet sich sein Herz, vor dem er bier unschuldig zur Ehre Jesu wandelt. 7. Der ächte Jünger Jefu fiegt auch über Todesschrecken; denn seinen Geift, der aufwärts fliegt, wird Grabesstaub nicht decken. Er kennet den, der für ihn starb, und ihm durch Todesleiden des Himmels Seligkeit erwarb; drum jauchzt er im Verscheiden: Ich weiß, an wen ich glaube! 8. Gib, Jesu, daß der Deinen Schaar sich stets auf Erden mehre, und daß auch ich dich immerdar im Glauben recht verehre! Nimm nach vollbrachtem Vilgerlauf Ju jenen Seligkeiten den Geift, der dich verehret, auf! Ihm Wohnung zu bereiten, bist du vorangegangen. 247 2. Du warst mit ihm Ein Sinn, Ein Herz, sein Wille war dein Wille; du ehrteft auch im größten Schmerz ihn mit zufriedner Stille. Selbft auf der allerrauhften Bahn sahst du ihn noch als Bater an. 3. Du fuchteft Nichts als fein Gebot vollkommen zu erfüllen, und unterwarfft dich bis zum Tod ganz deines Baters Willen. Dein Hauptgeschäft war das alLein, Bollender seines Raths zu seyn. 4. Zum Kreuze gingst du ruhig hin, uns Ruhe zu erwerben; bereit, mit göttlich großem Sinn, zum Heil der Welt zu sterben, warst du zur tiefsten Schmach gefast, und trugft der schwersten Leiden Last. 5. Herr, lehre mich, dein Eigenthum, nach deiner Tus gend streben! Dir gleich gesinnt feyn, sei mein Ruhm, und Wonne, so zu leben! hilf, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Baters thu'! Mel. Auf, Christenmensch Mel. Schwing' dich auf zu 329 Du, deines Ba ihm gleich an Menschenliebe, 330 Sollt ich fest ters noch, da mir du warst, o Jefu, ganz schon beine Güt' erschienen, 24 dich 248 Gesinnung und Verhalten des Christen dich verlassen, Gottes Sohn, schmäht, glaubt und nicht und der Sünde dienen? mit mehr lachet? den Lüften dieser Zeit wieder mich beflecken, und nicht mehr die Freudigkeit deiner Liebe schmecken? 2. Hab' ich doch allein bei dir meine Rub' gefunden; Mittler, heiltest du boch mir liebreich meine Wunden und ich sollte dein Gebot, wie die Sünder, haffen, und mein Recht an deinen Tod wieder fahren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib' ein Chrift, folge deinen Lehren, laffe weder Macht, noch Lift meinen Glauben flören. Fielen tausend ab; nicht ich; mag's die Welt ver6. O wie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jefu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße, da ich weiß, auf wessen Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad' und Leben finde! 5. Rettet sie mich, wann vor Gott einst die Völ ter stehen, und das Les ben und den Tod ihm zur Seite sehen; wann der Sichre nun zu spät aus dem Schlaf erwachet, und der Spötter, der hier 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübfal nicht, noch Freuden, sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von bir scheiden. Welt und Sünd' und Eitelkeit und des Fleisches Triebe, Alles überwind' ich weit, Herr, durch deine Liebe! nich Wel. Freu' dich sehr, o meine brießen! Sie wird mein 331 Göttlicher, bich erheben und Vertrau'n auf dich mir doch gönnen müffen. 4. Zeigt fie mir ein Heil, wie bu? Bringt sie Kraft den Müden, den Bedrängten Troft und Ruh', Sündern Gottes Frieden? Gibt fie mir die Zuversicht, daß ich, troß dem Grabe, dei ner Ewigkeiten Licht zu erwarten habe? mit frommer Zuversicht deiner Tugend nachzustreben, ist bein Ruf und meine Pflicht! Sieh, ein Beispiel laß ich dir, spricht du: komm' und folge mir! O welch Beispiel sonder Gleichen! Streb', o Geift, es zu erreichen! 2. Armuth, Haß, Verfolgung, Schmerzen, trugft du fill und mit Geduld; du vergabft mit edlem Herzen deinen Feinden ihre Schuld; hörtest der Verlaßnen Fleh'n, eilteft ihnen beizusteh'n; kannteft keine höh're Freuden, als die Lindrung ihrer Leiden. Bagat 3. 3d im Allgemeinen. 249 3. Ich auch will in Noth len ew'ge Freuden werden. und Was ist gegen solch ein Glück dieses Lebens Augenblick? Schmerzen standhaft und geduldig seyn; will mit liebevollem Herzen meinen Feinden gern verzeih'n. Nie foll mir des Elends Fley'n unerhört vorübergeh'n; feft, und innig will ich streben, deinem Beispiel nachzuleben. 4. Du, den ich zum Vorbild wähle, hebest meine Seel' empor. Wann ich wanke, wenn ich fehle, schwebe mir dein Beispiel vor! Dir geheiligt sei mein Geift! Wann er fich dem Staub entreißt: dann, o dann werd' ich im Sterben Freud' und Wonn' auf ewig erben. 4. Schäme seines Worts dich nie vor den Frevlern, vor den Spöttern, wenn sie ihn verschmäh'n, wenn sie sich und ihren Wiß vergöttern! Was vermag der Lästrer Spott wider Jesum, wider Gott? 5. Was vermag er, tobt er gleich wider dich und deinen Glauben? Gottes Beifall, Gottes Reich kann doch keine Macht dir rauben. Halte dich an dem nur feft, der die Seinen nie verläßt. 6. Welchen Kampf hat nicht dein Herr für dein ew's ges Heil geftritten? Jene Mel. Meinen Jesum laß ich nicht Schaar der Märtyrer, was hat die für ihn gelitten? 332 anft, Chrift, ist Jesu und und was kann bei ihm uns fehlen? wie selig sind wir doch durch den Retter unfrer Seelen! Welche Wonn' und Herrlichkeit wartet unfrer nach der Zeit! 2. Freue deines Glaus bens dich, deines Gottes, feines Sohnes! Deine Seele rühme fich ihrer Hoffnung, feines Lohnes, voller Muth und unverstellt freudig vor der ganzen Welt! 3. Hat gleich sein Bekenntniß hier seine Leiden und Beschwerden; dennoch sei ihm treu; denn dir solden Tod, litten sie getroft für Gott. 7. Und der Spötter Wiß und Sohn könnte je dein Herz verführen, deinen Antheil an dem Lohn deines Glaubens zu verlieren? Nein, o Christ, nein, wante nie, fleb' um Rettung auch für fie! 8. Sei getreu bis in den Tod; denn du glaubeft nicht vergebens. Nach dem Tode führt dich Gott zu der Wonne jenes Lebens. Und auf einen kurzen Streit frönt dich seine Herrlichkeit. 25 Mel. 250 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Auf, Christenmensch 333 6. Dies große Beiſpiel elch bobes Bei- haft du mir zum Vorbild ſpiel gabst du hinterlassen, daß ich gesinmir, mein Heiland, durch net sei, gleich dir, in meinem dein Leben! Sollt' ich nicht Thun und Laffen. Komm', gern und mit Begier, dir sprichst du, nimm mein Joch nachzuahmen streben? nicht auf dich, tomm', folge mir geb'n den Weg, den du be- und sieh' auf mich! tratft, nicht freudig thun, was du, Herr, thatst? 7. Ich komme, Herr! Gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger sei, und nicht mich nur den deinen nenne, damit ich, deinem Vorbild treu, auch Andern gutes Beispiel fei! 2. Dein Herz, von Sünde rie entweiht, war rein, wie deine Lebre; dein ganzer Wandel Heiligkeit; dein Endzweck Gottes Chre: hier Leitung zur Vollkommenheit und dort der Menschen Seligkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 3. D'rum führtest du zur 334 Beglückt, beglückt ist, wer auf Er Tugend an, und, ihr ergeben, gingst du uns selbst den Weg voran, mit Muth uns zu beleben; und wenn du litteft ohne Schuld, ertrugst du alles mit Geduld. den mit allen seinen Kräften strebt, an edlen Thaten reich zu werden, und nicht für diese Welt nur lebt, stets vorwärts bringt, und nie vergißt, daß seine Seel' unsterblich ist. 4. Der Kummervollen Troft zu seyn; zu wehren jedem Leibe, nur wohlzuthun, nur zu erfreu'n, war deine Sorg' und Freude; und jede Thräne, jeder Schmerz brang in dein liebevolles Herz. 2. Er forfchet nach der Tugend Wegen, was gut und Pflicht ist, schnell zu thun, spricht nicht( so spres chen nur die Trägen): Noch will ich schlummern, will Er fäct früh noch ruh'n. und nüßt die Zeit zur Ausfast für die Ewigkeit. 3. Erfüllet von der Tugend Sorgen, denkt er, und denkt mit Luft daran, wie er hier sichtbar, bort verborgen, ein gutes Werk volls en= 5. Du trugft mit Sanft muth und mit Huld die Schwachheit deiner Freunde; mit Sündern hattest du Geduld und batst für deine Feinde. Du warst ge horsam bis zum Tod und ehrtest selbst im Tode Gott. ut im Allgemeinen. enben kann, und nüßet jeden Augenblick für Tugend und für Brüderglück. 4. Ihn schrecken keine Hindernisse, durch edle Thaten flärkt er sich, und seine beiligen Entschlüsse sind feft und unerschütterlich. Wie sehr er auch zu kämpfen hat, reift jeder Vorsaß doch zur That. 5. Er widerfeßt mit feftem Muthe dem Unrecht fich, gestärkt durch Gott. Träf' ihn im Kampfe für das Gute der Welt Ver: folgung oder Spott: so bleibt ihm doch der Preis im Streit. Er kämpft, weil es die Pflicht gebeut. 6. So laßt auch uns als Chriften handeln, aus reiner Achtung für die Pflicht; last uns die Bahn der Tugend wandeln; da strahlet immer belles Licht, und unser Loos in Ewigkeit ist reiner Tugend Seligkeit! Mel. Auf, Christenmensch! 335 Ba ald oder spät Raub, wall' ich noch hier auf Erden: doch nur mein Leib wird wieder Staub; ich soll unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ew'ges Theil, o Gott, Verwerfung oder Heil. 2. Mit Ernst und Eifer soll der Chrift nach seinem MADE 251 Heile ringen, gern laffen, was auf Erden ist; hinauf zu Gott fich schwingen; ge troft den Pfad der Trübsal geh'n; und standhaft in Versuchung steh'n. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß; noch bin ich in den Schranken, noch nicht am Ziele: doch mein Fuß beginnet oft zu wanken. Herr, stärke mich durch deine Kraft auf dieser furzen Pilgerschaft. 4. So lang ich noch, ein Fremdling bier, in diesem Leibe walle, schaff' du ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn durch deinen Geift zu dir hinan! 5. Es sei mein Ruhm, dir werth zu seyn, was du gebeutft, zu üben; mein höchftes Gut, mich bein zu freu'n, von Herzen dich zu lieben; mein Troft, auf deinen Schuß zu bau'n, und dir, Allliebender, zu trau'n! 6. Nie soll des Zweifels Dunkelheit mir diesen hos dies Borgefühl der Seligkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert fonft des Lebens Noth? Und was verfüßt mir einst den Tod? 7. Du, der mir biefes Heil erwarb, laß, Jesu, mich's ererben; du, der für seine Menschen farb, 26 laß, 252 Gesinnung und Verhalten des Christen laß, Jefu, bir mich sterben! pflicht, den Bund mit deis Gib, daß ich dir im Leben nem Herrn? treu, getreu bis in den Tod dir sei! 5. Haft du nicht diesen Bund schon längst und oft gebrochen? Du haft, als Mel. O Gott, du frommer Gott Gottes Kind, Gehorsam ihm versprochen; haft du mit ein dem Guten 336 Du fagt: 3 bin Wohl dir, wenn Herz und Leben bir deffen, was du fagft, Beweis und Zeugniß geben! Wo ist ein höh'rer Rubm? Welch Glück kann größer seyn, als Gottes Wege geh'n und seiner Huld fich freu'n? 2. Du sagst: Ich bin ein Chrift! Der ist's, der Chriftum fennet, nicht mit dem Munde nur ihn Herr und Heiland nennet, nein, gern und willig thut, was auch fein Herr gebeut. Thuft bu das nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. 3. Du fagft: Ich bin ein Chrift! Mit Ernst das Böse haffen, den Lüften widersteh'n, gewohnte Sünden laffen, dies ist des Herrn Befehl; dies seiner Lehre Sinn; kein tobter Glaube führt zur ew'gen Wohlfahrt hin. 4. Du fagft: Ich bin ein Chrift, getauft zu Gottes Erben, fein Kind und Freund zu seyn und selig einst zu ferben! Du bift's; doch prüfe dich, erfülleft du auch gern, tren deiner Chriften nachgeftrebt? Hat nicht die Sünde noch sehr oft in dir gelebt? 6. Du sagst: Ich bin ein Ehrift, betrachte, lef und höre, vom Irrthum unverführt, des Heilands reine Lehre! Wohl dir! Doch thuft du auch, was Gottes Wort dich lehrt? Nur felig ist, wer's thut, nicht, wer's blos lieft und hört. 7. Du sagst: Ich bin ein Chrift! Mit Gott mich zu verbinden, nehm' ich oft Jesu Mahl; mich reuen meine Sünden. Doch zeiget fich bei dir in deinen Werken auch rechtschaffne Besserung nach dieses Mahls Gebrauch? 8. Nur dann erst, wenn dein Sinn, wenn alle deine Triebe dem Herrn geheiligt find in reiner Kindesliebe, wenn du, wie Chriftus war, ein Freund der Menschen bist, gerecht und wahr und mild; dann sag': Ich bin ein Chrift! 9. Wenn, Gutes auszuftreu'n, die Unschuld zu beschüßen, und selbst dem Feind, 143 2 im Allgemeinen. 253 Feind, so viel du immer vom Sinn der Welt entkannst, zu nüßen, ohn' Ei- fernt und unbefleckt erhält! gennuß und Stolz, dein 2. Laß mich auf die beHerz stets willig ist, auch wenn's Verläugnung gilt; dann sag': Ich bin ein Chrift! 10. Denn, wenn noch Leie denschaft dir dein Gemüth regieret, wenn Wolluft, Eitelkeit und Schmäßfucht dich verführet, wenn Geiz und Haß und Neid noch über dich gebeut: so kennest du noch nicht die wahre Hei ligkeit. gangnen Sünden mit inniger Beschämung sehn; durch Chriftum vor dir Gnade finden, und standhaft deine Wege gehn! Ich will forthin die Sünde scheu'n, und deinem Dienst mein Leben weih'n. its chira sit 11. Sprich nicht: Ich bin ein Chrift! bis daß dir Herz und Leben von diesem Ruhme erst ein fichres Zeugniß geben. Der Nam' ist nicht genug. Ein Christ muß ohne Schein, das, was er heißen will, in seinem Wandel seyn, 12. Ach, Gott, gib mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleißen, ein wahrer Chrift zu seyn und nicht blos so zu heißen! Denn, wer den Namen hat und nicht die That zugleich, betrügt sich und gelangt nicht in dein Himmelreich. 3. Du kennst und lenkeft die Gedanken! Gib meinem Vorfaß Festigkeit; und will mein schwaches Herz ie wanken, so bilf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm deinen Geist nur nicht von mir! 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leiste, und Muth und Kräfte mir verleih', daß ich mit kindlich treuem Geifte dir bis zum Tod ergeben fei; fo fieg' ich über Fleisch und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 660 5. Doch wann ich je aus Schwachheit feble, in mein Vater, dann verwirf mich nicht! Verbirg nicht der bedrängten Seele, wann fie dich sucht, dein Angesicht; Mel. Wer nur den lieben Gott und mache in Bekümmerniß 337 ott, bir gefällt Wesen; wer böf' ift, bleibet nicht vor dir. O'rum laß von Sünden mich genesen, und schaff' ein reines Herz in mir, ein Herz, das sich mich deiner Gnad' und Huld # 6. Erquicke mich mit deinen Freuden; schaff' ein getroftes Herz in mir, und stärke mich in allen Leiden: so halt' ich mich, mein Gott, 27 aut 254 Gesinnung und Verhalten des Christen zu dir, bis nach vollbrach- ließ von Eigennuß mich ter Prüfungszeit der Dei nen Erbtheil mich erfreut. lenken. Mel. Freu' dich sehr, o meine 5. Oft gehorcht' ich deinem Rechte nur, daß meine Folgsamkeit mir bei Menschen Ehre brächte und den Ruhm der Frömmigkeit. fen, ob ich redlich bin vor Wenn ihr Beifall mich er: dir! Du kennst meines Her- bob, o wie füß war mir Jens Tiefen; ach, entdecke dies Lob! Nur von ihm fie auch mir! Laß mich se- ließ ich mich treiben, deiben, ob ich treu dir in meinen Rechten treu zu bleiben. 338 ott, ich will mich & ernstlich prünem Wandel fei: ob ich recht zu thun mich übe, weil ich dich von Herzen liebe! 2. Eitelkeit und Eigen liebe find die Gößen dieser Welt; aber nie find sie die Triebe, deren Wirkung dir gefällt. Wer das Gute, das er übt, nicht mit reiner Seele liebt, Richter, dem gibst du die Krone der Gerechten nicht zum Lohne. 3. Die um deiner Liebe Willen wandeln, wie dein Wort gebeut, diefe, diese nur erfüllen das Gesetz der Frömmigkeit. Nicht nur Das, was wir gethan, auch die Absicht fiehst du an; deine Liebe foll uns dringer, gute Werke zu vollbringen. 4. Wie ein leichter Nebel schwinden meine Tugenden vor dir; denn noch trennen Lieblingsfünden mich, o Heiligster, von dir! Deine Liebe trieb mich nicht zur Erfüllung meiner Pflicht; ich vergaß, an dich zu denken, big werde! 6. Ach, wie fonnt' ich dich vergessen, wie so undante bar dir seyn, deine Liebe nicht ermessen, deines Beifalls nicht mich freu'n! Meis nen Lohn hab' ich dahin; eitler Ruhm ward mein Gewinn: aber ihn sollt' ich verachten, nur nach deinem Beifall trachten. 7. Gott, der jedes Herz voll Rene gern mit seinem Troft erfreut, fei mir gnädig und verzeihe die unlautre Frömmigkeit! Mache reiner meinen Sinn; lenk' ibn zu dem Einen hin, dich zu lieben, und vor allem dit, o Höchfter, zu gefallen! 8. Laß, Herr, alle meine Werke Früchte deiner Liebe seyn; gib mir täglich neue Stärke, ganz ber Tugend mich zu weih'n! Ich bin, Gott, dein Eigenthum; dies fei mir der höchste Ruhm! Was ist mir das Lob der Erde, wenn ich deiner wür im Allgemeinen. 255 Mel. O Gott, du frommer Gott du mit deiner Huld der 339 err, höre mein Freuden Quelle bift. Gebet, und laß es dir gefallen! Es ist mein ganzer Ernst, auf deiner Bahn zu wallen. Ergreife, leite, Herr, den Schwachen, der dir fleht; verwirf die Bitte nicht, die mir von Herzen gebt! 2. Du willst, daß ich mich treu in jeder Tugend übe. Der Glaube, sagt dein Wort, foll fruchtbar durch die Liebe in wahrer Heiligkeit, in guten Werken seyn: dir soll ich, Herr, mein Gott, mein ganzes Leben weih'n! 3. Dies will ich, und doch macht die Schwäche meiner Seele, und der Versuchung Reiz, daß ich so oft noch feble. Ich seh' der Tugend Glück; ich wünsche, gut zu seyn; und immer hab' ich doch so viel noch zu bereu'n. 4. Das siehst du, Herr, mein Gott; o sieb es mit Erbarmen, und reiche deine Hand voll Vaterhuld mir Armen! Gib meinem Geiste Licht: gib meinem Vorsatz Kraft, ſo kämpf' ich glücklicher mit Welt und Leidenschaft. 6. Laß in Versuchung mich nicht zaghaft unterliegen; ermuntre mich zum Muth und hilf dem Schwaden siegen. Mein Auge laß allein auf deine Weisheit schau'n, mein Herz dir folgsam seyn, und dann dir froß vertrau'n. 7. Ich bin ein Pilger hier, umringt von vielen Sündern; ihr Beiſpiel könnte leicht der Tugend Eifer mindern. Wenn der Verführung Gift, des Leichtfinns frecher Spott dem Geift gefährlich wird; dann steh' mir bei, mein Gott! 8. Bewahre mein Gemüth, daß mich, bis an mein Ende, die falsche Fröhlichkeit der Sünder nie verblende! Der Thoren Jauchzen wird bald lange Reu' und Pein; laß diesen Wechsel mir doch ja vor Augen seyn! 9. So werd' ich, Herr, mein Gott, dir nicht umsonst vertrauen; einst, wenn ich treu dir war, der Freuden Fülle schauen, und, wann du ewig lohnft für jede gute That, froblocken, daß mein Herz sich dir geheiligt hat. 5. Eröffne den Verstand, fets heller einzusehen, daß Sünd' uns elend macht; daß wahres Wohlergeben, Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 340 muß ich ringen, err, wie und innrer Friede nur aus reinem Herzen fließt, daß eb' ich auf der steilen Bahn dei 256 Gesinnung und Verhalten des Christen deines Rechts zum Himmel und dir fingen, daß du dringen, und vom Kampfe Stärke gibst zum Ringen. ruhen kann? Werd' ich meinen Hang zu Sünden endlich völlig überwinden? Mel. Herzliebster Jesu Rch der Erde, oder fühner Sünder Spott reizet, daß ich träger werde, wirst du mein vergessen, Gott? Wirft du, mich zu unterstützen, eilen? wirst du dann mich schüßen? Jah mir ernstlich 2. Ach, wann mich die Luft 341 babe, Gott, vorgenommen, nie auf der Uebertreter Pfad zu kom. men, vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben treu zu ergeben. 2. Erforsche mich, sieh, ob ich's redlich meine; gib, daß ich nicht blos, was ich seyn soll, scheine; mit allen Kräften strebe, deinen Willen froh zu erfüllen. 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet, und meinen Gang, wo mich kein Mensch sieht, Leitet; wie ficher werd' ich deine Wege wallen! Wie kann ich fallen? 3. Ach, ich zittre, Gott! wie lange soll ich kämpfen? Dieser Streit meiner Schwachheit macht mir bange, bei so viel Gefährlichkeit, daß ich boch noch unterliege und mein Kleinod nicht erfiege. 4. Schaue her zu deinem Kinde; höre mich und steh' mir bei! Herr, bewahre mich vor Sünde; mache mich getroft und treu, daß ich standhaft deine Wege wandeln, und nicht straucheln möge; 5. Daß die Welt mich nicht verführe, daß fie mich nicht ungetreu mach', und spottend triumphire, daß ich auch gefallen fei; daß sie sich nicht ihrer Siege rühme, weil ich unterliege. 6. Der du Kraft und Muth gewähreft, hilf des Schwachen Schwachheit auf! Ja, ich hoffe, daß du höreft, und ich freue mich darauf. Rühmen will ich's, 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen, nicht achten auf der Sünde Schmeicheleien, aufmerksam des Gewissens Stimme hö ren, dich thätig ehren! 5. Gib Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten; so mag die Welt, wie ihr's gefällt, mich richten! Ehrt mich dein Beifall, so kann ich mit Freuden Verachtung leiben. 6. Du achteft nicht das Ansehn der Personen; gerecht wirst du einst richten und belohnen, mit Herrlich feit basim Allgemeinen. un 257 keit und Ehre deine Kinder, will belohnen? Was ist die mit Schmach die Sünder. eitle Luft der Welt, wenn man das Glück dagegen hält, das Gott uns dort will schenken? 7. Vollend' ich meines Les bens Prüfungsstunden, und werd' ich bis zum Tode treu erfunden: wie schön verwandeln sich dann meine Leiden in ew'ge Freuden! Mel. Wann mein Stündlein 342 in ch bin ein Chrift! 5. So soll denn selbst des Todes Macht mein Herz von Gott nicht scheiden! Er führt mich durch des Grabes Nacht zu jenem Licht der Freuden, wo, frei von Freund! In dieser hohen Würde steh' ich und fürchte keinen Feind, trag' muthig Heil mir! Mel. Ach, sieh ihn dulden In meines Gottes Kraft bes 343 Dicher zu werHerrsch' ich jede Leidenschaft, im Dulden wie im Handeln. 2. Mein Glaube fteht und wanket nicht; stark, feft ift er gegründet! Er füßt voll hoher Zuversicht auf Jesum fich, und findet bei ihm Kraft, Ruhe, Nath und Heil, und nimmt an jedem Segen Theil, den er uns hat erworben. 3. Mich soll daber nicht Eitelkeit, nicht Bitterfeit der Leiden, auch nicht ein Schlaf der Sicherheit von Gottes Liebe scheiden. Wer Jefu glaubt und freudig thut, wie Jesus will, hat hohen Muth im Leben und im Sterben. 4. Was sind die Leiden dieser Zeit doch gegen jene Kronen, womit Gott in Himmels Herrlichkeit ich ewig mit ihm lebe. den, du hohes Urbild der Vollkommenheit, das sei mein Ziel schon hier auf Erden, das bleibt mein Ziel, dem in der Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geift entgegen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm erhebt. 2. Wenn ich aus reiner Menschenliebe, die selbst den Schein des Eigennußes flieht, des Wohlthuns edle Pflichten übe, auch wenn mein Thun kein sterblich Auge sieht; dann bin ich ähnlich dem, der einst die Welt aus Liebe schuf, aus Liebe noch erhält. 3. Wenn ich auf seine Weisheit achte, die nicht dem kleinsten seiner Werke fehlt; wenn ich den edlen der Ewigkeit die Frommen Zweck betrachte, zu dem er ftets 258 Gesinnung und Verhalten des Christen fleis die besten Mittel wählt, gleich' ich dem, der ewig gütig und selbst mit Weisheit handle, so wie er: dann werd' ich meinem Vorbild ähnlicher. nie: ift, und keines Menschen, keines Burms vergißt. 4. Wenn ich mit immer regem Triebe das Böse baffe, das mich elend macht, und als mein Glück das Gute liebe, wie sinnenreizend auch das Lafter lacht; und in Gefahr mein Herz sich nie vergißt: dann gleich' ich dem, der rein und heilig ist. 8. So sei, dir ähnlicher zu werden, du hobes Urbild der Vollkommenheit, mein höchstes Ziel schon hier auf Erden, mein Ziel, zu wel chem einst in Ewigkeit mit böhrer Kraft mein Geift zu dringen frebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm erhebt. 5. Wenn ich, um Tugend 344 Kommt und te Mel. Freu' dich sehr, o meine laßt uns Chrifti Lehauszubreiten, Verdiensten helfe, lohne Fleiß und Treu'; wenn ich, zur Behrung ihn zu leiten, den Frevler strafe; selbst das Unrecht scheu': dann gleich' ich dem, der mit Gerechtigkeit belohnt und straft, so gern sein Herz verzeiht. 6. Wenn ich durch Täufchung nie betrüge, die Wahrheit ehre, Feind der Falschheit bin, mein Wort nie breche, niemals lüge, und brächt' es mir auch einer Welt Gewinn: dann gleich' ich dem, der es auf richtig meint, und fiets es ist, dem großen Wahrheitsfreund. 7. Wenn ich mich Leidender erbarme mit brüderlis chem, liebevollem Sinn; nicht stolz erst frage, ob der Arme es werth sei, daß ich fein Erretter bin: dann ren, laßt uns, was er uns verheißt, Wahrheit Gottes von ihm hören. hören, wen er felig preift! Die im Glauben fest bestehn, freudig Gottes Wege gehn, den Erlöser frei bekennen, dürfen sich die Seinen nennen. 2. Selig, wer in Demuth lebet, seiner Schwachheit nie vergißt, nie sich selbst voll Stolz erhebet, wenn er groß und glücklich ist! Gottes Huld wird ihn erfreun, und das Himmeireich ist sein. Gott wird Heil und ew'ges Leben ihm zum Lohn der Tugend geben. 3. Selig ist, wer seine Sünde wehmuthsvoll vor Gott bereut, und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden schent. Gott will ihm die Schuld verzeihn, und zum Guten Kraft verleihn; froh men im Allgemeinen. 259 frob im Geist schon bier ben, werden Gottes Antauf Erden, soll er dort ganz glücklich werden. litz sehen. 4. Selig ist, wer Sanft muth übet, niemals seinem Feinde flucht; gern Belei: digung vergiebet, nie sich felbst zu rächen sucht; rubig seine Pflicht vollbringt, und sein eignes Herz bezwingt. Gott wird über ihn stets wachen, und ihn reich an Segen machen. 5. Selig, die mit Ernst verlangen, heilig und gerecht zu seyn: welche fest am Guten hangen, nicht blos an des Guten Schein; deren Herz nicht mehr be gehrt, als was ihre Tugend mehrt. Gott wird ihr Verlangen ftillen, fie mit höh' rer Kraft erfüllen. 6. Selig find, die, voll Erbarmen, keinem ihre Hülf' entziehu; bei dem Kranken, bei dem Armen nie des Elends Anblick flichn; gern behülflich sind mit Rath, und nach Kräften mit der That. Diese werden Hülf' empfangen, und Barmhergigkeit erlangen. 7. Selig sind, die ihrer Herzen reine Unschuld nie entweihn; züchtig, auch in ihren Scherzen, den Verdacht des Leichtsinns scheun. Die dem Reize böser Luft, regt er sich in ihrer Brust, dennoch standhaft widerfie8. Selig, wer in Frieden lebet, wer stets Rub' und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet, und, wenn Feindschaft, Haß und Streit ſeiner Brüder Glück zerstört, fie die Pflicht der Eintracht lehrt! Die des Friedens sich besleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig, die des Guten wegen dulden Schmach und Haß und Pein! Ihrer wartet Heil und Segen, wenn sie hier den Kampf nicht scheun. Gott feht ihnen mächtig bei, und wird fie für ihre Treu' einst mit Wonn' und Siegeskronen in der Ewigkeit belohnen. 10. Herr, du wolleft felbft mich leiten auf der Tugend fichrer Bahn, wo ich dieser Seligkeiten hier und dort mich freuen kann! Gib, daß ich in Freud' und Schmerz treu dir bleibe, daß mein Herz sich durch deines Geistes Stärke stets befleiße guter Werke. In eigener Melodie. 345 Laß mich, o Herr, in allen Dingen auf deinen Willen sehn, und dir mich weihn; gib felbft das Wollen und Vollbringen, und laß mein Herz dir ganz geheiligt scyn! Nimm meis 260 Gesinnung und Verhalten des Christen meinen Leib und Geift zum Ruhm, mein Gott, das Opfer hin; dein, Herr, ist wahre Christenthum! Alles, was ich hab' und bin. 2. Gib meinem Glauben Muth und Stärke, und laß ihn in der Liebe thätig seyn, daß man an seinen Früchten merke, er sei kein eitler Traum und falscher Schein. Er stärke mich in meiner Pilgrimschaft, und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft. 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, der Sünde abges ftorben sei; laß mich dir sterben und dir leben, und mach' in mir, Herr, Alles neu! Ach wirk' in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 3. Laß mich, so lang' ich hier soll leben, in gut und bösen Tagen seyn vergnügt, und deinem Willen mich er geben, der mir zum Beften Alles weislich fügt; gib Furcht und Demuth, wann du mich beglücft; Geduld und Troft, wann du mir Trübfal schickft! 4. Ach, hilf mir beten, wachen, ringen; so will ich dir, wann ich den Lauf vollbracht, flets Dank und Ruhm und Ehre bringen, dir, der du Alles haft so wohl gemacht. Dann werd' ich heilig, rein und unentweibt, dein Lob verkündigen in Ewigkeit. 3. Reiß' los mein Herz von dieser Erden, laß mich, der ich unsterblich bin, nach beinem Bild erneuert werden, und gib mir meines Heilands Sinn! Ach wirk' in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 4. Regiere du felbft meine Seele, damit ich Chriflo folge nach, und stets den schmalen Steg erwähle, ja Ehre such' in Chrifti Schmach. Ach, wirk' in mir, zu deinem Nuhm, mein Gott, wahre Christenthum! das 5. Gib mir zum Streite Muth und Kräfte; hilf, daß daß ich dir verbleibe treu, ich an Chrifti Kreuz mich hefte, und mir die Welt gekreuzigt sei. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, Mel. Wer nur ben lieben Gott mein Gott, das wahre 346 Mein Gott, ach kennen den Selbstbetrug und Heuchelschein, daß Tausend, die sich Christen nennen, mit nichten Chrifti Glieber sei'n. Ach, wirk' in mir, zu deinem Christenthum! lebre mich er6. Laß in mir Glaube, Hoffnung, Liebe beständig fest und thätig seyn; daß ich bis an mein Ende übe das Christenthum ohn' Heuchel schein. Ach wirk' in mir, zu dei im Allgemeinen. 261 deinem Ruhm, mein Gott, gib, daß ich auch, wie mich, das wahre Christenthum! 7. So hab' ich schon auf dieser Erde, was mich beruhigt und erfreut; wann ich mit Gott vereinigt werde, schmeck' ich des Himmels Seligkeit. Ach, wirk' in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! den ärmsten Bruder liebe, und fegne meinen Feind! Herr, was ich hab', ist dein. Laß mich im Unglück groß, im Glück bescheiden seyn! Mel. O Gott, du frommer Gott 347 Mein Schöpfer, dessen Hauch mich, todten Staub, beseelte; Sinn und Vernunft mir gab, in Chrifto mich erwähl. te, regiere ferner mich mit deinem guten Geift, daß jede Handlung dich, Gott, meinen Schöpfer preift. 2. Laß, da du heilig bist, mich alle Lüfte fliehen, und mich nur um den Schaß, der droben ist, bemühen; gib Stärke zu dem Streit, Herr, mit der Welt und mir; und Hoffnung zu dem Sieg: er fommt allein von dir. 3. Laß mich, ich bin ein Chrift, nach Chrifti Lehre wandeln; mein ganzer Got tesdienft fei Glaub' und richtig Handeln! Die Luft an dem Gefeß ist mehr, als Luft der Welt, die nur der Frevler liebt, der Thor für Freude hält. 4. Entzünde du mein Herz mit Frömmigkeit und Liebe; 5. Dein Himmel sei mein Glück; das Irdische vergehet: web' Jedem, deffen Herz mit ihm im Bunde stehet! Wohl dem, deß erster Wunsch, Gott, dein Erkenntniß ift! Er hat Zufriedenheit, wann er auch Alles mißt. 6. Nimm alle Lafter weg, Wir sind ja, was wir find, die der Gesellschaft schaden. aus unverdienten Gnaden. und Stolz und Bruderneid Haß, Falschheit, Heuchelei, find unfrer Tage Peft, und kurz ist unsre Zeit. 7. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Schuß in allen Nöthen, früh fuch' ich dich; des Nachts will ich zu dir auch beten. Mein Stand sei dir geweiht, bei meines Amtes Pflicht ver= geffe ja mein Herz des Chrifien Pflichten nicht! 8. Zulegt erlöfe mich von mir beschiednem Leiben; laß meinen Geift voll Troft aus seiner Hütte scheiden! Herr, ihn befehl' ich dir; mich führe deine Hand durchs öde Todesthat ins rechte Vaterland. Mel. 262 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. O Gott, du frommer Gott frei von Ungeduld in trüein Vater und ben Tagen seyn! 348 Mein mein Gott, der du in diesem Leben, zur Leuchte meinem Fuß, dein heil'ges Wort gegeben: regiere boch mein Herz durch deinen guten Geift, daß ich dem folgfam fei, was, Gott, dein Wort mich beißt! 6. Nie müffe fich mein Herz des Fleisches Luft ergeben, und nie dem schnöden Geiz! Mein dir geweihtes Leben fei von Betrug und Neid, von Unbarmherzigkeit, von ungerechtem Gut und folzem Sinn befreit! 2. Verleih', daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte, und fein vergänglich Gut mehr, als es werth ift, ach te! Wer nach dem Ewigen mit rechtem Eifer ringt, empfängt schon bier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt. 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten; so unterstüße mich, wann Laß meine Tritte gleiten! mich in aller Noth auf deine Hülfe baun, und auch, wann sie verzieht, bir doch getroft vertraun! 3. Gib, daß ich von der 8. Erlöse endlich mich von Welt mich unbefleckt erhalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte; hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffnung fark und feft gegründet sei! 4. Gib, daß ich als ein Christ mich Christo ähnlich zeige, und achtsam mein Ge: müth zu seiner Lehre neige! Gein Geift regiere mich, und nicht der Geist der Welt! So wandt' ich, Herr, vordir ben Weg, der dir gefällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe, und Lieb' und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe! Laß fern von Uebermuth mich bei des Glückes Schein, und allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus dies ser Welt zu scheiden, o Bater, so verlaß, wenn meine Hütte bricht, mich Sterbenden mit Troft und froher Hoffnung nicht! Mel. Wer nur den lieben Gott 349 nicht, daß ich's ergriffen hätte; die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag' ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend ohne verliert fic Wachsamkeit bald in Sicherheit. 2. Co lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd gebt. Der sehe zu, daß er nicht falle, ber, na im Allgemeinen. 263 der, wenn sein Nächster fällt, in deinem Herzen. Du scheinft noch steht. Auch die bekämpfte böse Luft ftirbt nie mals ganz in unfrer Brust. von Nachsucht dir befreit; jest sollst du eine Schmach verschmerzen, und sich, dein Herz wallt auf und dräut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst geſcholten ward. jo med sid 3. Nicht jede Besserung ift Tugend, oft ift fie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hiße roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit; und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Aendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und dämpfft fie; doch du wechselft nur: dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wolluft oder Geiz. 5. Oft ift es Kunst und Eigenliebe, was Andern frenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmähsucht Triebe erweckten dir so manchen Feind; du wirft behutsam, schränfft dich ein, fliehst nicht die Schmäßsucht, nur den Schein. s 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt: so werde Nichts bein Herz ver führen, doch jedes Herz hat feine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, bat oft ein Blick, ein Wort verführt. 7. Oft schläft der Trieb S. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Weit entgegen: so regt sich unfre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferft Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, will's seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Chrift entreißen muß. 10. Du fliebst, geneigt zu Rub' und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit; doch bist du, fordert's Gottes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit. Dein Herz baßt Habsucht, Neid und Zant; flieht's Unmuth auch und Müßiggang? 11. Du bist gerecht: bist du bescheiden? bist mäßig; übst du auch Geduld? Du dienest gern, wenn Andre leiden; vergibst du Feinden auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig seyn. 12. Sei 264 Gesinnung und Verhalten des Christen 12. Sei nicht vermessen! mit Sanftmuth überwind', Wach' und freite; denk' und sende Hülf' und Rath, nicht, daß du schon g'nug wenn sie mir nöthig find! gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit drobt dir den Fall; drum wache ftets, wach' überall! 5. Laß mich mit Jedermann in Fried' und Eintracht leben, so weit es chriftlich ist! Willst du mir etwas geben an Reichthum, Ehr' und Glück: so gib auch dies dabei, daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch 13021 In eigener Melodie. 350 Gott, bu from ficher fet! mer Gott, du Quelle aller Gaben, ohn' den Nichts ist, was ist, von dem wir Alles haben, erhalte meinen Leib gesund und gib dabei, daß auch mein Geift gefund, rein mein Gewissen fei! 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt bindurch ins Alter dringen; so gib nur, daß ich stets ein frommes Herz bewahr', auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Saar! 7. Laß mich auf Chrifli Tod getroft von binnen scheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freu den; es rube sanft der Leib in seiner fillen Gruft, bis ihn dein Allmachtswort ins neue Leben ruft! 8. Benn alle Todten dann auf dein Gebot erwachen, so wird auch meinen Staub dein Ruf lebendig machen. Dann führe mich verklärt in deinen Himmel ein, und laß mich selig bort mit allen Frommen seyn! 2. Gib, daß ich fleißig thu', was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet! Gib, daß ich bald es thu', zu der Zeit, da ich foll; und was ich also thu', Herr, das gerathe wohl! 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnüßes Wort aus meinem Munde geben! Wenn aber Amt und Pflicht zu reden mir gebeut, dann gib den Worten Kraft, doch ohne Bitterkeit lane 4. Gerath' ich in Gefahr, so laß mich nicht verzagen; Mel. Was mein Gott will gib wahren Christenmuth, 351 Oft tlagt bein das Kreuz bilf selber tragen! Herz, Gib, daß ich meinen Feind schwer es sei, den Weg bes Herrn im Allgemeinen. 265 Herrn zu wandeln, und glücklich seyn, drum gab er täglich, seinem Worte treu, zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend koftet Müh', sie ist der Sieg der Lüfte; doch richte selbst, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? uns Gefeße. Sie sind es, die das Herz erfreu'n, sie sind des Lebens Schäße. Er red't in uns durch den Verstand, und spricht durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe seiner Hand, flieh'n oder wählen müssen. 2. Die, die sich ihrer lafter freu'n, trifft die kein Schmerz hienieden? Sie sind die Sklaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüfte dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ift Anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken; doch weiter fort führt er zum Heil, und endlich zum Entzücken. 4. Nimm an, Gott hätt' es uns vergönnt, nach unfers Fleisches willen, wann Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüfte frei zu stillen; nimm an, Gott ließ den Undank zu, den Frevel, dich zu kränken, den Menschenhaß: was würdest du von diesem Gotte denken? 5. Gott will, wir sollen 6. Ihn fürchten, das ist Weisheit nur, und Freiheit ift's, sie wählen. Ein Thier folgt Feffeln der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Getftes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend! Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Gott ewig ähnlich werden! 7. Lern' nur Geschmack am Wort des Herrn und seiner Gnade finden, und übe dich getreu und gern, dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von Gott noch mehr bekommen; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er tat, genommen. 8. Du streitest nicht durch eigne Kraft; drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wann gab ein Vater einen Stein dem Sohn, der Brod begehrte? Bet oft; Gott müßte Gott nicht seyn, wenn er dich nicht erhörte. 9. Dich stärket auf der Sm Tu 266 Gesinnung und Verhalten des Christen Tugend Pfad das Beispiel fel'ger Geister; ihn zeigte dir, und ihn betrat dein Gott und Herr und Meister. Dich müsse nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern! Der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, und nicht bei Menschenkindern. 10. Sei stark. sei männs lich allezeit, tritt oft an deine Babre; vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre. Das Kleinod, das dein Glaube hält, wird neuen Muth dir geben; und Kräfte der zukünft'gen Welt, die werden ihn beleben. 11. Und endlich, Chrift, sei unverzagt, wenn dir's nicht immer glücket, wenn dich, so viel dein Herz auch wagt, stets neue Schwachheit drücket! Gott sieht nicht auf die That allein, er sieht auf deinen Willen. Ein göttliches Verdienst ist dein! Dies muß das Herz dir ftillen. 2. Er trachtet nach dem höchsten Gute, nach WeisGerechtigkeit: heit und denn wenn ihr das besigt, spricht Jesus, ist Alles Andre euch bereit; ihr habt dann Friede, Seelenruh', und Alles Andre fällt euch zu. 3. Doch hoffe nicht, o Christ, daß Tugend dir stets auch Erdenglück verschafft! Wie Mancher fand feit früher Jugend an ihrer Seite Licht und Kraft; wie Mancher sorgte für sein Herz, und fühlte dennoch oft auch Schmerz. 4. Die Tugend nur, nur Herzensgüte, nur das, was innern Werth verleiht, nicht eitles Glück, nicht Macht und Schimmer beruht auf Wer deiner Thätigkeit. bloß nach äußerm Glanze firebt, der täuscht sich selbst, so lang er lebt. 5. Nie mache dir zum höchsten Zwecke den Bortbeil, den die Tugend bringt! Set fromm, fet fromm, Wel. Wer nur den lieben Gott wenn auch nicht immer die 352 Werftets mitreinem Wohlgefallen der Tugend hohe Schönbeit sieht, und, frei von Stolz und Eigennuße, für alles wahre Gute glüht, wer jedem Lafter sich entreißt, der sammelt Schäße für den Geift. fromme Absicht dir gelingt! Frag' nicht: Was bringt die That mir ein? Sie selbst, o Mensch, muß Lohn dir seyn. 6. Doch übst du redlich deine Pflichten; so sei ges troft und zage nie! Dein Gott war Zeuge deiner Tugend, im Allgemeinen. gend, und er, dein Gott, belohnet sie. Ein Herz, von Sünd' und Lastern rein, kann nicht auf immer elend seyn 7. Ja, leb' und stirb für alles Gute; es folgt gewiß Vergeltung einft, und du gewinneft noch im Tode, indem du zu verlieren scheinst! Auch Jesus gab sein Leben hin, und Herrlichkeit war sein Gewinn. 8. Im Himmel dort ist nicht nur Tugend, dort ist auch bohe Seligkeit. Ster sind oft beide nicht vereis net; nur droben ist Vollkommenheit. Da schwingt der Edle sich empor, der hier im Dunkeln sich verlor. 9. Drum will ich, Gott, flets edel handeln, dem Mufter treu, das Jesus gab! Nichts soll den hohen Muth mir rauben, und führt er auch ins öde Grab! Mein höchster Wahlspruch sei allein: Wer christlich denkt, wird selig seyn. In voriger Melodie. 353 ön if die Tugend, mein Verlangen, und meiner ganzen Liebe werth. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine Seel' auch oft begehrt. Ach könnt' ich's, wie würd' ich mich 267 freun! Wer heilig ist, muß selig seyn. 2. Gott ist der Seligkeis ten Fülle von Ewigkeit zu Ewigkeit; denn sein Verstand ist Licht, sein Wille ist Ordnung und Vollkommenheit. Von Ewigkeit her war er gut, und recht ist immer, was er thut 3 Wie schnell umpüllen Finfierniffe mich, wenn ich auch erleuchtet bin! Dann flieh'n die heiligsten Entschlüsse, den Morgenträumen gleich, dahin. Bald wähl' ich, was dir, Gott, ge ällt, bald deinen Stlavendienft, o Welt! 4. Ich Armer! Darum kommt kein Friede in mein verschmachtendes Gebein. Wie bin ich dieses Wechsels müde! Wann werd' ich fest im Guten seyn? wann nicht mehr straucheln, allezeit nur deinem Dienst, o Gott, geweiht? 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell! Sie leuchte mir in voller Klarheit und mache mein Erkenntniß hell, daß nie der Sünde Täuscherei gefährlich deinem Kinde sei! 6. O bilde, Vater, meine Seele, nach deinen Willen bilde sie, daß ich das Gute stets erwähle, das Böse immer ernstlich flieb'! M 2 Um 268 Gesinnung und Verhalten des Christen Um diese Gnade bitt' ich Licht; was hilft mir aller dich; ich weiß es, du erhö- Unterricht, wenn ich nicht reft mich. darnach handle? 4. Und woher nehm' ich Troft und Ruh', wann Lei354 meine dazu den mich umgeben, und Mel. Ein Lämmlein geht as hilft es mir, mir dann vor Augen schweben? Was hilft mir in der leßten Noth, wann sich der schauervolle Tod mir zeigt mit seinen Schrecken, und mein Gewissen wachet auf, von meinem ganzen Lebenslauf die Schuld mir auf zudecken? 5. Weh mir! Was hilft es mir einst dort, erwedtaus meinem Grabe, daß ich an Chriftum und sein Wort zum Schein geglaubet habe, wenn keine fromme gute That mein Leben hier bezeichnet hat, den Glauben zu beweisen? Nur Glaub', durch ächte Frömmigkeit bewährt, wirkt meine Seligkeit, kann wahrer Glaube heißen. 6. Gott, dieser Hoffnung werth zu seyn, hilf, daß ich chriftlich lebe und vor dir heilig, fromm und rein zu wandeln mich bestrebe! Gib Weisheit mir und Muth und Kraft, damit ich Welt und leidenschaft im Glauben überwinde, und dann, nach wohldurchlebter Zeit, den Lohn in jener Ewigkeit für meine Werke finde! Ge seyn, wenn ich nicht christlich lebe, wenn ich nicht fromm, gerecht und rein zu wandeln mich bestrebe? Wenn ich dem seligen Beruf, zu welchem mich mein Gott erschuf, nicht würdig mich beweise, und den, der mich erlöset hat, in Worten blos, nicht durch die That und gute Werke preise? 2. Was hilft der Glaub' an Jefum Chrift, den ich im Munde führe, wenn nicht mein Herz rechtschaffen ist und ich die Frucht verliere? Wenn mich die Eitelkeit der Welt mit ihrer Luft gefangen hält, ich ihre Fesfeln liebe, und, fühlbar für der Sünde Neiz, Zorn, Soffahrt, Fleischeslüfte, Geiz und andre Lafter übe? 3. Weit strafenswerther bin ich dann, ich, der ich Chriftum kenne, weiß, was er einst für mich gethan, ihn Herrn und Meister nenne, als der, der in der Finsterniß des Irrthums tappt, noch ungewiß, ob er auch richtig wandle. Was nüßet mir der Wahrheit in Hinsicht auf Gott. Gesinnung und Verhalten des Christen in Hinsicht auf Gott. 269 Erkenntniß Gottes. Ich weiß, der mir geschenkte Geift, der sich dem Erdenftaub entreißt, wird sich zu dir erheben. 355 Di Di Gott, ift mel. Lobsinget Gott ich kennen, 4. Olaß von deiner HerrSeligkeit; und sich zu dir lichkeit mich immer mehr erheben, ist Wonne, die entdecken, und wenn mein nicht Welt und Zeit mir Geift sich ihrer freut, ihn sonst vermag zu geben! Sie immer mehr erwecken, daß stärkt mein Herz, sich dir zu er nur Wahrheit sucht und weihn, und läßt das Glück, liebt; doch, wenn er sich ein Mensch zu seyn, mich im Forschen übt, laß ihn inniger empfinden; lehrt bei Dunkelheiten, wo er mich, daß du mein Vater sich leicht zu weit verliert, bist, und daß dein weiser wo Täuschung leicht ihn Rathschluß ist, schon hier irre führt, die Pflicht des mein Heil zu gründen. Glaubens leiten! 2. Leicht kann ich deiner Größe Spur bei jedem Blick entdecken. Die ganze herrliche Natur, in allen ihren Zwecken, zeigt Ordnung und Zusammenhang; ja aller deiner Werke Gang, vom Staube bis zur Sonne und der Gestirne fernstem Herr, zeigt deine Macht mir täglich mehr, gibt stets mir neue Wonne. 3. Se mehr ich lerne, was du bist, je mehr ich deine Wege, und was mit mir dein Rathschluß ist, nachdentend überlege; je mehr entdeckt mein froher Blick das mir bestimmte ew'ge Glück, ein künftig befres Leben, 5. Denn ganz kann meine Fassungskraft nicht deine Größe sehen, nicht Alles, was dein Rathschluß schafft, ergründen und verstehen. Wagt darum die Vernunft zu viel; will sie das ihr gesetzte Ziel aus Vorwitz überschreiten: so laß mich diesen Vorwiß scheu'n; du wirst mir einst mehr Licht verleih'n nach dieses Lebens Zeiten. 6. Dann werd' ich, was ich hier nicht weiß, erfahren und verstehen; dann läßt des Geistes reger Fleiß mich immer weiter sehen; dann wird mir Alles offenbar, was mir hier unerforschlich war in deiner Weisheit Wegen. ErM 3 270 Erkenntniß Erhaben über Welt und Zeit, eil' ich dann der Vollkommenheit und reinem Licht entgegen. Mel. Wer nur den lieben Gott Mein 356 M wohneft zwar S im Lichte, dahin kein fterblich Auge bringt; doch gibst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du o Allerhöchster, bift, und was mit uns dein Endzweck ist. 302. So gib denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht im dunkeln Ort; und wenn ich ernstlich es be trachte, so bilf felbft meinem Forschen fort! Laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug' und Herz fets offen seyn! 3. Silf, daß ich deinem Worte glaube, wenn es mich warnt, ermahnt, belehrt; daß weder Lust noch Wahn mir raube, was den besten Trost gewährt! Kein Spott der Welt verführe mich, kein Zweifel sei mir Hinderlich. Gottes. 5. Vor Allem gib, daß stets lebendig bei mir, Gott, dein Erkenntniß sei, und daß ich dir darnach beständig Lieb', Ehrfurcht und Gehorsam weih'! Hilf, daß ich was ich von deinem Willen weiß! 6 Was hilft das richtig ste Erkenntniß, wenn's nicht zu deiner Liebe treibt? Was nüßt ein aufgeklärt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum bilf, daß ich der Wahrheit treu, und daß mein Glaube thätig sei! 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden die Quelle wahren Trostes seyn! Laß, wann sich leib und Seele scheiden, mich deiner noch im Glauben freu'n! Dort seh' ich dich im hellen Licht von Angesicht zu Angesicht. o 4. Das ist der Weg zum ew'gen Leben, daß wir, Bater, dich und den, den du zum Heil uns haft gegeben, erkennen, lieben und erhöhn. O führe du auf dieser Bahn mich selbst durch deine Wahrheit an! DIE Mel. Schon ist der Tag von G. 357 Gott, der b mein Schö pfer bift, Herr, dem ich ans gehöre, dich richtig zu er kennen, ist mir ewig Pflicht und Ehre. Stets heiliger durch dich zu seyn, mich deiner immer mehr zu freu'n, dich immer mehr zu lieben, will ich mich täglich üben. 2. Ich kann ja, Ewiger, schon hier durch eifriges Bes streben, wie schwach ich bin, mich doch zu dir mit meinem Geift Erkenntniß Gottes. Geist erheben. Nur laß mich auf den Unterricht in deiner Offenbarung Licht, und, wie in deinen Werken du dich uns zeigeft, merken! 3. Dann wird mir nicht aus eigner Schuld entgehn, was du mich lehreft, wie du, voll Weisheit, Macht und Huld, uns jeden Tag ernähreft; wie Alles schön geordnet sich vereinigt, wie ſo väterlich du uns auf tausend Wegen entgegen kommst mit Segen. 4. Ich sehe dann, und seh' erfreut die täglichen Beweise von deiner Huld und Freundlichkeit zu deinem Ruhm und Preise. Zum Licht wird mir die Finsterniß, die dich verbirgt; mir wird's gewiß, es seien deine Pfade ftits Herrlichkeit und Gnade 5. Und welchen Aufschluß gibt mir nicht vom Ziele 271 die Wahrheit sucht und liebt, mehr Troft in feinen Leiden, und selbst im Tode Freuden. 6. So werd' ich stets erleuchteter, von Vorurtheilen freier, zum Guten immer williger, standhafter und getreuer. Ein größres Maaß der Weisheit gibt dem, der 7. Gewährt der Morgenröthe Licht mir hier schon so viel Wonne, wie viel verschafft mir künftig nicht des vollen Tages Sonne! Dann, Vater, wirst du näher dich mir offenbaren, dann werd' ich, was wir bier dunkel nennen, im höhern Licht erkennen. " 8. D laß von heiliger Begier mich immer mehr entbrennen dich, Gott, und deinen Sohn schon hier stets beffer zu erkennen, daß ich, von Wahn und Irrthum frei, dir immer mehr ges horsam sei, und täglich mehr mich übe, o Gott, in beiner Liebe. In eigener Melodie. meines Lebens dein Wort, 358 Was ist im ime mel, ew'ges Heil verspricht! Nie merk' ich drauf verges bens. Ich lerne dich und deinen Sohn, der Seele Werth, der Tugend Lohn, was wahres Glück zu nennen, daraus ftets beffer tennen. was auf Erden, das so, wie du, verdient erkannt zu werden? Nur du bist groß; du bist der Wesen Fülle, und weise, heilig ist dein Wille. 2. Dich kennen, sei die erste meiner Sorgen! Bist du gleich unerforschlich und verborgen; so können wir doch überall dich finden, und deinen Rath mit uns ergründen. 3. Mit lauter Stimme M4 leh 272 Ehrfurcht Ehrfurcht vor Gott. lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Huld und Stärke; die Näh' erMel. O großer Gott, von zählt von dir, von dir bie 359 Wie groß bis zu Ferne; die Pracht men, wie der Sterne. 4. Ruft deine Stimme nicht in unsrer Seele uns zu: Das Böse fließ', das Gute wähle? Ward nicht, um uns zum Lichte zu erheben, dein Sohn zum Führer uns gegeben? Gott! Wie groß ist, Herr, dein Reich! Wer ist auf Erden dir, wer dir im Himmel gleich? Die Welt erbebt, das Licht wird Nacht, gehst du einher in deiner Macht; es muß mit tiefem Schweigen sich Alles vor dir beugen. 5. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir nur deine Lehren treu bewahren, und auch den Weg, den wir betreten follen, mit Ernst und Eifer wandeln wollen. 6. Zu diesem großen, heiligen Geschäfte erheb und stärke meiner Seele Kräfte; gib, daß ich dich in deinem Worte höre, aus deinen Werken mich belehre! 7. Gib, daß ich demuthsvoll aus meinem Staube zu dir hinauf schau'; freudig an dich glaube; mit Eifer mich durch Trug und Zweifel ringe und immer näher zu dir dringe! vor Gott. 8. So werd' ich immer beffer dich erkennen, und immer findlicher dich: Vater! nennen; dir fest vertrauen, fröhlich dich erheben, o großer Gott, und ganz dir leben. 2. Du haft durch deine Kraft die Himmel ausgeftreckt, der Erde Grund ges legt, dem Meer sein Ziel gesteckt. Dein Wort bewegt der Berge Grund und stürzt fie in des Meeres Schlund. Wer kann, wer kann ent fliehen, um dir sich zu ent ziehen? 3. Wir Alle sind durch dich, sind Werke deiner Hand; Leib, Seele, Hab' und Gut hast du uns zugewandt. Du lehrst das menschliche Geschlecht, Herr, durch Vernunft und Schrift dein Recht; willst, daß wir deinen Willen mit Kindestreu' erfüllen. 4. Erleuchte meinen Geift mit immer hellerm Licht; belebe täglich mehr mein Herz für Recht und Pflicht, damit ich, als dein Unterthan, auf meiner ganzen Lebensbahn mit Eifer möge streben, gefällig dir zu leben! 5. Laß Ehrfurcht vor Gott. 5. Laß deine Gegenwart mir immer heilig seyn; laß auch im Dunkeln mich dein belles Auge scheu'n. Erinn're mich an meine Pflicht, an deine Macht, an dein Gericht bei jedem Reiz zur Sünde, daß ich ihn überwinde! 6. Doch gib, daß meine Furcht vor dir nie tnechtisch fei; befreie mein Gemüth von Zwang und Heuchelet, daß ich, was dein Geseß gebeut, erfülle stets mit Freudigkeit, aus Ehrfurcht nur und liebe mich im Gehorsam übe. Mel. Wer nur den lieben Gott 360 Vor findlich or dir, o Gott, fich scheuen, ist unsre allergrößte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirk' in mir durch deinen Geift die Ehrfurcht, die dich findlich preift. 2. In Allem, was ich thu' und denke, laß, Herr, das meine Weisheit seyn, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, vor jeder Sünde mich zu scheu'n. Denn wer noch Luft zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gis, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das zu 273 thun mich ernstlich schäme, was dir, mein Gott, zuwider ist. Der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nicht, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen, und wirke fteten Ernst in mir, mein Leben deinem Dienft zu weiben, daß ich die Gnade nicht verlier', die mich bei mancher Missethat so liebreich noch getragen hat. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seliakeit! Soll nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehn, mich nur um deine Gunst bemühn! 6. Erhalt' in mir ein gut Gewissen, das weder Spott noch Trübsal scheu', und mache von den Hindernissen der wahren Tugend selbst mich frei! Nie störe Furcht und Luft der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt! 7. In deiner Furcht nur will ich wandeln, und stets, ich sei auch, wo ich sei, nach deinem het' gen Willen handeln, entfernt von aller Heuchelei. Nur wer von Herzen dich verehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 8. In deiner Furcht laß mich auch sterben: so schreckt das dunkle Grab mich nicht; ich werde deinen Himmel M 5 er= 274 Ehrfurcht erben, dich schauen in vollkommnerm Licht. Wie werd' ich dann mich deiner freu'n: wie selig, Gott, wie selig seyn! vor Gott. nem Angesicht ist Finslerniß wie Mittagslicht. 5. Den Höchften öffent lich verebren sowohl, als in der Einsamkeit, auf des Ges wissens Stimme hören, und willig thun, was sie gebeut, In voriger Mclctie. 361) Mill du ber auch das lehrt dich die Furcht des Herrn, auch das thut, wer ihn ehret, gern. Weisheit Quelle tennen? Es ist die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weis und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern' Gottes Größe recht empfinden, und fühle beine Nichtigkeit, so wirst du nie dich unterwinden, mit thörichter Vermessenheit zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den Höchsten kindlich scheuen, so wird dir keine Pflicht zur Laft. Nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du fie oft versäumet haft. Wer Gott als Zeugen vor sich bat, der freut sich jeder gu ten That. 6. Läst dich der Thor Berachtung merken, wenn du dich fromm von ihm entfernft; die Furcht des Herrn, die wird dich stärken, daß du dich edel schäßen lernst. Wer Gott, dem Höch: sten, wohlgefällt, ist glücklich, selbst beim Spott der Welt. 7. Sich stets vor dem Allmächt'gen scheuen, gibt Heldenmuth und Freudigkeit, wenn uns der Menschen stol zes Dräuen, was Unrecht ist, zu thun, gebeut. If Gott mein Schußz, mein Heil und Licht, so beb ich vor den Menschen nicht. 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich, den Höchsten, seh'n! Laß sie mich hier zur Weiss heit führen, so werd' ich niemals irre geh'n. Wohl dem, der stets dich findlich scheut! Dich fürchten, Gott, ift Seligkeit. 4. Wann Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleih'n, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, was Unrecht ist, auch dann zu 361) Ben Mund, Mel O Gott, du frommer Gott ewahre meis scheu'n. Denk' nur, vor sei fo Heilighaltung des Eides. so oft er, Gott, dich nennet, dich, den mit beil'ger Furcht der Geifter Herr erkennet, daß nie durch Unbedacht ich ftrafbar ihn entweih'; daß nie mir Spiel und Scherz dein großer Name sei! 2. Stets heilig bleib' er mir! Und muß mein Ohr es hören, daß Andre dich, o Herr, und dein Gebot entehren; so reiße nie der Strom der Frevler mich dahin! Die Schuld wird mein, wenn ich ihr Mitgenosse bin. 3. Auch Jesus Christus fei zu jeder Zeit und Stunde, so oft ich sein gebent', so oft in meinem Munde sein hoher Name tönt, mir heilig! Ihn entweiht nur der, der ihn nicht kennt, nicht seines Heils sich freut. 4. Von meinen Lippen fern sei Fluch und freches Schwören! Fern sei schamloser Scherz! Der Mund kann dich nicht ehren, auf deffen Lippen schwebt, was wahre Tugend schmäht. Den Beter hörst du nicht, der dich ohn' Ehrfurcht fleht. Mel. Es woll' uns Gott 361( c) Dufd uschauft, mein Schöpfer und mein Herr, in's Innerste der Seelen, und Niemand kann, Allwis fender, dir, was er denkt, verhehlen. Laß deine Macht 275 und Hoheit mich mit Ehrfurcht ganz erfüllen, wann ich als Wahrheitszeuge dich, nach meiner Obern Willen, anruf und bei dir schwöre! 2. Arglistig können Menschen zwar oft Menschen hins tergehen; doch dir ist Alles offenbar; du siehst, was sie nicht sehen. Im Zorn schauft du die Lügner an. Verheimlichte Verbrechen, die Menschenmacht nicht strafen kann, wird deine Macht einst rächen, die jeden Frevel richtet. 3. Und ich, ich könnt aus Geiz, aus Neid, aus falscher Scham, aus Rache verkehren die Gerechtigkeit und meines Nächsten Sache; könnt ihm durch Meineid frech den Ruhm der Redlichf.it entwenden, und so der Unschuld Eigenthum, bie Wahrheit, frevelnd schänden und mich in's Elend stürzen? 4. Gott! nein, so frech, so freventlich beug' ich nicht deine Rechte, daß ich den schwersten Fluch auf mich durch solch' Verbrechen brächte! Ach, ein Verdammter würd' ich seyn schon hier in diesem Leben, des nagenden Gewissens pein von mir selbst übergeben; was brächte mir die Zukunft? 5. Nein! Lug und Trug M 6 will 276 Heilighaltung des Eides. will ich, o Gott, aus vollem Weh' ihm, er flürzet freHerzen hassen, der Wahrheit ventlich in ewiges Verder= treu bis in den Tod, von ben sich. deinem Wort nicht lassen. Kein Glück, so groß es sei, soll mich je reizen und bethören, daß ich es wage, wissentlich deswegen falsch zu schwören, und mir den Himmel raube. 361) Gozens dich schadlos hält. Mel. Der unsre Menschheit ott, der du kenner bist, dem Falschheit ftets ein Gräuel ist, und Lügen ein Verbrechen, kein Wort spricht je ein falscher Mund: Allwissender, dir ist es fund, und einst wirst du es rächen. Laß jederzeit mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit seyn! 2. Gott, wenn ich schwörend vor dir steh', hinauf zu deinem Himmel seh', und meine Hand erhebe, wenn mit des Geistes Sammlung ich zum Zeugen dich anrufe, dich, durch den ich bin und lebe: dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei! 4. D Seele, wenn du noch dich liebst, bedenk', was du zum Pfande gibst: dein Glück, dein ew'ges Leben! Verwirf nicht mit Verwegenheit dein Theil an Gott und Seligkeit; wer kann dir's wiedergeben? Was hilft dir dann die ganze Welt? Nichts hat sie, was 3. Wenn Frevler auch noch da dich schmäh'n, und frech vor dir mit Lügen steh'n; dann laß mein Herz erschrecken. Weh' dem, der dich und deine Macht zur Hülle seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn bei den Leiden dieser Zeit dein Troft nicht mehr mein Herz er: freut, dein Troft nicht, wann ich sterbe: wer wird mich dann von Qual befrei'n? Dann besser, nie geboren seyn! 6. Wie thöricht, wer und spricht: noch denkt Gott sieht es nicht, Gott achtet's nicht! So lästern Zwar seine Frevlerrotten. Langmuth ist bekannt, er lähmt nicht jede falsche Hand: doch läßt er sein nicht spotten; ist Richter uns schon in der Zeit, einft Richter in der Ewigkeit! 7. Drum soll nicht Ehre, Gut und Geld, und nicht die Macht der ganzen Welt, mich blenden und verführen; Heilighaltung des Eides, ren; und drohten mir auch Schmerz und Leid, ich will doch meine Seligkeit muthwillig nicht verlieren. Es gilt kein Leid, kein Glück der Zeit, nein, es gilt Gott und Ewigkeit! 277 Wahrheit frech entehrt, den Nächsten sucht zu hintergehen und falsch bei deinem Namen schwört? Vor deinem heiligen Gericht besteht ein solcher Frevler nicht. 4. Und flöh' er zu dem fernsten Meere: du findest allenthalben ihn! Wenn er auch noch so mächtig wäre, kann er der Allmacht sich entziehn? Hier hilst nicht Ehre, Macht und Geld, nicht Beifall. Gunft und Schuß der Welt. 5. Drum laß mich eher Nichts betheuern, bis ich erwogen, was ich thu', und den Gedanken oft erneuern: Des Eides Richter, Gott, 361( e) Wei deinen und dein Gericht bringt auch bist du! in's Herz Mel. Wer nur den lieben Gott er, Gott, mein Innerstes an's Licht. Namen schwöret und treulos sein Versprechen bricht, der ist ein Frevler, denn er ehret dich, Gott, den Gott der Liebe zu Gott. Mel. Von Gott will ich kann nicht froh, nicht mit 362 A" Gott! gebenAn mein Vertrau'n zu dir hinauf gen Himmel schau'n. 2. Wir sollen ja nach deinem Willen, wie du, der Wahrheit Freunde seyn, und, was sie fordert, gern erfüllen und uns vor keinen Lasten scheu'n. Wer sie verlegt, verwirft sein Heil, m wird des Meincids Qual zu Theil. 3. Wie darf der hoffen, dich zu sehen, der hier die ken, ist Pflicht und Troft für mich. Wann Sorg' und Gram mich kränken, so sieht mein Aug' auf dich; dann mindert sich mein Schmerz, dann flieh'n die bangen Sorgen, wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh' erfüllt mein Herz. 2. Denk' ich an deine Lie-. be, wie werd' ich hoch erfreut! Mit dankbar frohem Triebe M 7 fühl' 8. Gott, heilige du selbst mein Herz, daß ich nicht frevelnd Spott und Scherz mit Wort und Eidschwur treibe; daß ich der Wahrheit treuer Freund, auch wenn es mir zu schaden scheint, mit frohem Muthe bleibe! Dann kann ich ohne Furcht und Grau'n dem Tode selbst in's Antlig schau'n. 278 Liebe zu fühl' ich mich dann bereit, dir ganz mein Herz zu weih'n, dich freudig zu erheben, zur Ehre dir zu leben, vor Sünden mich zu scheu'n. 3. Mit fröhlichem Gemüthe denk' ich an deine Treu'; denn, Vater, deine Güte ift alle Morgen neu Seh' ich nur stets auf dich, so gibst du Muth und Stärke mir auch zum schwersten Werke; es wird mir leicht durch dich. 4. Du gabft mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb und liebevoll mir Armen die Seligkeit erwarb. Mit ihm ist Alles mein; du willst mir's gnädig schenken, willst liebreich an mich denken und stets mein Vater seyn. 5. Wie gut ist's, dein zu denken! Die Welt mag immerhin ihr Herz aufs Eitle lenken; wie schlecht ist ihr Gewinn! Ich halte fest an Gott; dies bringt mir wah re Freude, dies stärkt mich, wenn ich leide, und ist mein Troft im Tod. 6. Drum will ich an dich denken, so lang' ich denken tann. Mag man in's Grab mich senten; mein Geist steigt himmelan! Vergesse mich die Welt; du, Herr, gedenkst doch meiner, wenn auch auf Erden Keiner mich im Gedächtnis bält. Gott. Mel. Alle Menschen müssen 363 wie erhebet gott Liebe, meine Seele sich in mir! Wie getröstet, wie belebet fühl ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, deine eisheit, Huld und Stärke, wie befreiet er mein Herz von Bekümmerniß und Schmerz! 2. Floß aus deiner Segensfülle mir nicht stündlich Gutes zu? Daß ich ward, das war dein Wille; daß ich noch bin, das schaffst du. Daß ich denke, daß ich wähle, dankt dir. Bater, meine Seele; dankt dir, daß sie dich erkennt, dich durch Jesum Vater nennt. 3. Heil und unvergänglich Leben thatst du, Gott, durch Um zu dir ihn mir fund. mich zu ergeben, schloß dein Sohn der Liebe Bund, den er, in dem bängsten Streite, felbft mit seinem Blute weihte. Und nun zeigt den Weg zu dir nur der Geist der Liebe mir. 4. Und ich sollte dich nicht lieben, der du mich zuerst geliebt? Nicht aus Liebe Gutes üben, auch wenn sich mein Leben trübt? Könnt' ich ohne sie auf Erden ruhig und zufrieden werden? ohne sie nach dieser Zeit würdig seyn der Seligkeit? 5. Heil mir, daß ich es eme Liebe zu Gott. 279 empfinde, welcher Liebe auf meine Willigkeit und werth du bist, meiner das nur würdig finde, was dir wohlgefällig ist! Einst, Herr, werd ich deinen Willen ganz erkennen und erfüllen, mich der reinsten Liebe freu'n, und in dir ganz felig fepn! 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt; drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel' es auch der ganzen Mel. Wer nur ben lieben Gott Welt! Die kleinste Sünde 364 Duter einer selbst zu scheu'n, laß, Vater, mich beslissen seyn! Menschenkinder, der du die Liebe selber bift, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Her zen dein, laß mich's mit allen Kräften feyn! rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld! 4. Laß mich um deiner Liebe Willen gern thun, was mir dein Wort ge: beut! Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen: so sieh 6. Aus Liebe laß mich Alles leiden, was mir bein weiser Rath bestimmt! Du führst durch Trübsal den zu Freuden, der seine Laft gern auf sich nimmt; und wer sein Leiden weislich nüßt, wird mächtig von dir unterstüßt. 2. Gib, daß ich als ein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu seyn mich übe, wie du mir selbst die Vorschrift gibft! Was dir gefällt, gefall' auch mir; Nichts scheide mich, mein Gott, von dir! 3. Bewahre mich durch deine Liebe vor Allem, was das Herz verführt, und gib, daß ich Verläugnung übe, wenn Sinnenluft zu sehr mich In eigener Melodie, rührt! Wie sollt' ich ie die 365 Wenn zur ErfülKreatur dir vorzieh'n, Schöpfer der Natur? 7. In deiner Liebe laß mich sterben: dann wird selbst Sterben mein Gewinn; dann werd' ich deinen Himmel erben, wo ich dir, Vater, näher bin; dann liebt dich meine Seele rein, und liebend wird sie selig seyn. Pflicht dich Gottes Liebe nicht beseelet, so rühme dich der Tugend nicht, und wisse, daß dir Alles fehlet. Wenn Vortheil, Wolluft, Eigensinn und Stolz dir nur das Gute Liebe zu Gott. 280 Gute rathen: fo thue noch so große Thaten; du haft vor Gott den Lohn dahin. 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück auf Erden! Beglückest du die Menschen nur, um vor der Welt geehrt zu werden; erfüllt die Liebe nicht dein Herz: so bist du bei den größten Gaben, bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tönend Erz. 3. Erbaue Kirchen; brich dein Brod, das Volk der Armen zu verpflegen, entreiß die Wittwen ihrer Noth und sei der Waisen Schuß und Segen; gib alle deine Habe bin: vor Gott haft du noch nichts gegeben. Wenn Lieb' und Pflicht dich nicht beleben, so ist dir Alles kein Gewinn. 4. Thu' Thaten, die der Heldenmuth noch jemals hat verrichten können; vergieß für's Vaterland dein Blut; laß deinen Leib für Andre brennen! Beseelet dich nicht Lieb' und Pflicht; bist du die Absicht deiner Thaten: so schüß und rette ganze Staaten; Gott achtet deiner Werke nicht. 5. Läg' ihm an unsern Werken nur; so könnt' er uns, sie zu vollbringen, sehr leicht durch Fesseln der Natur, durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. Vor ihm, der Alles schafft und gibt, gilt Weisheit Nichts, Nichts Macht und Stärke. Er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 6. Ein Herz, von Ei genliebe fern, fern von des Stolzes eitlem Triebe, ges heiligt durch die Furcht des Herrn, erneut durch Glauben zu der Liebe; dies ift's, was Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dies Herz besigen: so wird ein Leben uns nichts nüßen, das mit den größten Thaten prangt. 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sieh nicht auf deine Werk allein; sieb' auf den Quell, aus dem sie kamen. Prüf' dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, dent fellet auch die Liebe nicht. 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir: so wird sie dich zum Guten stärken. Du wirft die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig, obne Neid und Tücke, ist sittsam, ist nie stolz im Glücke, langmüthig und erbarmenvoll. 9. Sie dedt des Nächsten Feh Gehorsa m Fehler zu, und freut sich niemals seines Falles. Sie suchet nicht blos ihre Rub'; sie hofft und glaubt und duldet Alles. Sie ist's, die dir den Muth verleiht, des Höchsten Wort gern zu erfüllen; macht seinen Sinn zu deinem Willen, und folgt dir in die Ewigkeit. egen Gott. 281 Wort; es droht, verheißt, legt Heil und Tod mir vor. Und ich verschlösse deinem Geist gefühllos Herz und Ohr? 7. Wie könnte der, der dich nicht hört, dein Kind, o Vater, seyn? Nur die sind dieses Namens werth, die deinem Dienst sich weihn. 3. Wer aber seine Pflicht vergißt, der bringt sich selbst in Noth; denn nur, was böf und schädlich ist, verbeutst du uns, o Gott! 4. Du bist, wenn du Gefeße gibst, nur Vater, nicht Tyrann; und hältst uns blos, weil du uns liebst, dir zu gehorchen an. 5. Nehm' ich auf mich dein sanftes Joch, so seg' ich meinen Lauf mit Freuden fort. Und fall' ich noch, so hilfft du selbst mir auf. 6. Mich warnt dein 8. So sei dir denn mein Herz geweiht! Ich bin dein Eigenthum. Gib diesem Willen Festigkeit; dir folgen, Gehorsam gegen Gott. Mel. So fliehen unsre Tage U, 366( a) Du Gott, bist sei mein Ruhm! über Alles Herr, die ganze Welt ist Mel. Wer nur den lieben Gott dein. Wer sollte dir, All 366) Gott, deinen gütiger, gern sam seyn? 2. Was du gebeutft, ist recht und gut, ist für uns Seligkeit. Wohl dem, der deinen Willen thut, und gut zu seyn sich freut! Befehlen will ich, dein Kind, gehorsam seyn, sie nur zu meiner Richtschnur wählen und dir mein ganzes Leben weihn. Dein Wille ist gerecht und gut; wohl dem, der ihn mit Freuden thut! 2. Gehorsam forderst du von Allen, die dich zu kennen fähig sind. Auch ich kann dir nur wohlgefallen, wenn ich, dir folgsam, als dein Kind, thu', was du willst, aus Lieb' und Dank und nicht aus Sklavenfurcht und 3wang. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne; ohilf mir, daß ich immerdar dir, Vater, so gehorchen lerne, wie Jes sus dir gehorsam war! Er war's auch unter Schmach und Gehorsam gegen Gott. 282 und Noth, er war's selbst bis zum Kreuzestod. drum bleib' ihm stets ergeben! Denk', wie er dich verpflichtet sich durch seine Huld und Gnade; sei treu dem Herrn und wandle gern der Tugend sichre Pfade! 2. Sei Gott getreu! Du mußt als Kind ihn auch im Leiden ehren; dein Vater waltet ja gelind und bildet dich zum Höh'ren. Ein edler Muth macht ftill und gut, der wird durch Gott dir werden, wenn Jes fus Chrift dein Führer ist zum Himmel hier auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Jugend auf! Laß dich nicht eitle Freuden in deinem gan zen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden: denn feine Treu' ist täglich neu; ſein Wort kann niemals trügen. Was er verspricht, das bricht er nicht; daran laß dir genügen! 4. Sei Gott getreu in jedem Stand, in welchen er dich seßet; dann schüßt dich seine starke Hand. Wer ist, der dich verleget? Schau' nur auf ihn voll Glaubens hin und folge dem Ges wissen; dir wird, was dir begegnet bier, zum Besten dienen müssen. Mel. Was mein Gott will ei Gott getreu, 5. Sei Gott getreu, fein 367 Satt inn theures Wort freimüthig zu Bund; bekenn' ihn durch bekennen, vor Jedermann dein Leben! Dein Glaube an jedem Ort dich seinen ruht auf festem Grund: Freund zu nennen! Was dieſe 4. Laß deine heiligen Gesege mir immer gegenwärtig seyn; laß mich, daß ich sie nie verleße, dich, den Allwissenden, stets scheu'n! Dein Joch ist sanft, leicht ist die Laft, die du uns aufgeleget baft. 5. Sobald ich deine Stimme höre, so mache du mich auch bereit, daß ich sie durch Geborsam ehre und thue, was sie mir gebeut! Ich soll nicht Hörer nur allein; ich soll zugleich auch Thäter seyn. 6. Beut mir die Welt auch tausend Freuden auf unerlaubten Wegen an; sie soll mich, Herr, nicht irre leiten. Was ist's, das sie mir geben kann? Im Anfang Luft, am Ende Pein, und die wird groß und schrecklich seyn. 7. Wenn ich mich im Gehorsam übe und deinen Willen treulich thu'; so bleib' ich, Gott, in deiner Liebe, und hab' in des Gewissens Ruh' den Himmel hier schon in der Zeit, und mehr noch in der Ewigkeit! Freude in Gott. 283 diese Welt nur in sich hält, dank' ihm, meine Seele! muß Alles einst vergeben: nur Gottes Wort wird hier und dort zu unserm Heil bestehen. dat dit s Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schüßt dich seine Vorsicht nicht, wann Gefahren dräuen? Sft's nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab' an dir, was mein Herz begehret, einen Vater, welcher mir, was mir müßt, gewähret, der mich durch sein göttlich Wort tier zum Guten lenket, und mit Himmelswonne dort meine Seele tränket. 6. Sei Gott getreu in jedem Streit: dann wirst du überwinden; denn er läßt Muth und Freudigkeit den treuen Kämpfer finden. Verlege nicht die kleinste Pflicht; doch wirst du dich vergehen; daß dann die Reu' nur ernstlich sei, um künftig zu bestehen! 7. Sei Gott getreu bis in den Tod; laß Nichts von ihm dich wenden! Er kann, er will in jeder Noth dir seinen Beistand senden. Der Leiden Nacht, der Bosheit Macht laß nie dein Herz erschrecken! Es ist dir ja dein Retter nab: sein Schild wird dich bedecken. 8. Bleibst du so deinem Gott getreu, so wirst du's auch erfahren, daß er dein lieber Vater sei; und nach vollbrachten Jahren der Sterblichkeit kommt dort die Zeit, wo Gott einst seine Treuen durch seinen Sohn mit höhrem Lohn auf ewig wird erfreuen. engaged 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, kindlich ehr' und liebe; wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe: o wie ist mir dann so wohl; wie ist mein Gemüthe seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zuversicht nach dem Himmel blicken; meine Leiden acht' ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, tröften und ertöhn mich weit über alle Schmerzen. Freude in Gott. 5. Du bist mein! So jauchz'ich dann: wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ich's rühmen kann, mein ift deine Gnade! Dir ist meine Mel. Schwing' bich auf zu 368 Deines Gottes Wohlfahrt werth! Du gabft freue dich, mir mein Leben, wirft auch, was Freude in Gott. 284 was mein Leben nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekommen; alle meine Missethat er weggenommen. Ihm vertrau' ich, bet ihn an, 369 Hert Mel. Jesus, meine Zuversicht abe deine Luft am glaub' an seine Leiden, folg' ihm treulich, und so kann Nichts von dir mich scheiden. 7. Dich, du Troft der Sterblichkeit, Heil des beßren Lebens, himmlische Vollkommenheit, such' ich nicht vergebens. Wenn mein Lauf vollendet ist, und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler, Jesus Christ, mich zu seinen Freuden. 8. Meine Freud' an dir, mein Gott, wird dann ewig währen. Noch so furchtbar fei der Tod: er wird sie nicht stören. Willig werd' ich mein Gebein der Verwesung geben; Sterben macht mich frei von Pein, führt zum neuen Leben. 9. Gib mir nur, so lang ich hier in der Fremde walle, das Bewußtseyn, daß ich. dir, Herr, mein Gott, gefalle! Diese sanfte Freudigkeit, die ich zu dir habe, sei mein Heil in dieser Zeit, und mein Trost am Grabe. Geift, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertrau'n auf dich ewig nicht verliere! 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich verkehret. Wisse, wer in seis ner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust am Herrn erfüllt mit Licht, wenn man ihn durch's Wort erkennet. Luft am Herrn stärkt den zur Pflicht, der von seiner Liebe brennet, Lust am Herrn beut Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Höchften hat, hat auch Luft an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und That unverdroffen zu erfüllen, und so trifft er Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Laft; trage willig die Beschwerden. Wenn du wohl gelitten haft, wird dir 10. Laß die Lust zur Sünde nie dieses Heil mir rauben! Rüfte selbst mich wider sie mit Vernunft und Glauben! Gib mir deinen Bei dem Herrn ist Freud' und Leben; und er wird, denn er gibt gern, dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 285 bir ew'ge Freude werden; und im dann, was dein Herz nur wünschen kann. 6. Du bist mein allerHimmel hast du höchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht. In dir leb' ich zufrieden. So dort, als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 370 mein Gott, in man mir flucht, und wer 7. Du segneft mich, wenn Ju eigener Melodie. ch freue hier mein Verderben sucht, dem wird's doch nicht gelingen. Selbst, was mich kränkt, das muß, gelenkt von dir, mir Segen bringen. Freude in Gott. dir! Du bist mein Trost, und was kann mir in deiner Liebe fehlen? Du, Herr, bist mein und ich bin dein! Was mangelt meiner Seelen? 2. Du hast mich vor der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt; nie wirst du mein vergessen! Du liebst mein Wohl, hast gnadenvoll mein Glück mir zugemessen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Chrifto mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit feble. Du gibst mir Theil an seinem Heil; dies tröstet meine Seele. 8. Du läßt mir's ewig wohlergehn. Einst werd' ich dich noch näher seh'n, du Ursprung wahrer Frenden! An dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herz, Herr, weiden. 5. Du bist mein Leben, Troft und Licht, mein Fels und Heil; drum frag' ich nicht nach allem Tand der Erde. Herr, ohne dich ist Nichts für mich, das mir erfreulich werde! man 9. Noch hat's kein menschlich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh' ich's schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil, das wirdmir Niemand rauben. Vertrauen auf Gott. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es auf's Beste mit mir meint; wo find' ich deines Gleichen? Du feyft mir bei und bleibst 371 Auf Gott, und stehst mir treu, wann Berg' und Hügel weichen. Mel. Was Gottthut, das ist nicht auf Menschen Rath, will ich mein Glüce bauen, und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, 286 Pflichten gegen Gott. keit, wie viel mir nüßen lich, ihr Gerechten! Der würde, bestimmte meine Le- Herr hilft seinen Knechten. benszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh' ich's bat, gewährt, wenn's feine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe! 4. 3ft nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei deffen Last wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Ted; und Ehre, Glück und habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahr: haft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübfal auch verfüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seid fröh372 Vert Mel. Was mein Gott will Pertrauen ift des Christen trauen. Pflicht, ein findliches VerEr soll, wenn's ihm an Glück gebricht, o Herr, auf dich nur schauen: und nie bist du dem Frommen fern; du kannst ihn nie verschmähen; du segneft und errettest gern, und höreft auf fein Fleben. 2. Doch nie darf er voll Zuversicht die stolze Hoff nung wagen, du werdeft auch dem Thoren nicht, was er begehrt, versagen. Wenn gleich bei aller unsrer Schuld dein Herz noch liebreich denket, so wird doch deine Vaterhuld von Weis heit nur gelenket. 3. Wie leicht, o Gott, kann deine Macht des Menschen Wunsch erfüllen! Wie leicht, noch eh' er es gedacht, des Herzens Klage stillen! Doch dem, der Wunderkraft begehrt und Wunder hofft zu seben, wird nie sein fühner Wunsch gewährt; er fündigt durch sein Fleben. 4. Wer deiner Huld vers sichert ist, darf deinen Segen hoffen. Ihm steht, weil du sein Vater bist, der Himmel immer offen. Doch wer dich nicht als Vater liebt, und auf Vertrauen auf der Bahn des Lebens nicht dir sein ganzes Herz ergibt, der sucht sein Glück vergebens. 5. Ja, wenn er auch mit In eigener Vielodie. Sicherheit sich seiner An- 373 Be efiehl du deine dacht freuet, und dabei, fern von Frömmigkeit, doch nie die Sünde scheuet; so mag sein heuchlerisches Herz nur immer Hoffnung faffen: er fühlt bei des Gewissens Schmerz sich endlich doch verlassen. Wege und Alles, was dich kränkt, der treuen Vaterpflege deß, der den Himmel lenkt. Der Sternen, Wolken, Winden bezeichnet ibre Bahn, der wird auch Wege finden, die dein Fuß geben kann. 6. Wie Mancher, der noch wirken kann, bleibt müßig oder träge, verfolgt mit Blindheit seinen Plan, geht ungerechte Wege! Er hofft umsonst, du werdeft ihn den Uebeln doch entziehen. Der Thor! Will er sie selbst nicht fliehn, sie dürfen ihn nicht fliehen. 7. Du, weiser Gott, entfernst uns nicht von drobenden Gefahren, die ohne Nachtheil unsrer Pflicht leicht zu vermeiden waren. Wir sollen mit Besonnenheit auch Rath und Warnung nüßen; denn nie wird deine Heiligkeit uns auch beim Leichtsinn schüßen. auf Gott. 287 soll, um getroft auf dich zu schau'n, nie meiner Pflicht vergessen. 8. Gott, laß verwegne Zuversicht doch nie mein Herz verführen! Sie schafft mir deinen Beifall nicht; sie läßt mich ihn verlieren. Nur findlich soll ich dir vertrau'n, nie thöricht, nie vermessen; 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dir's soll wohl ergebn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Er läßt durch Sorg' und Grämen und selbstgemachte Pein sich keine Wohlthat nehmen; sie muß erbeten seyn. 3. Dir, Vater voller Gnade, dir ist allein bekannt, was gut fei oder schade Geschöpfen deiner Hand; und was du ausersehen zum Besten deiner Welt, das wird und muß geschehen, sobald es dir gefällt. 4. An Mitteln und an Wegen fehlt dir's, Allweiser, nicht. Dein Thun ist lauter Segen; dein Gang ist lauter Licht. Wenn du, Herr, deinen Kindern ein Glück haft zugedacht, so kann dein Werk Nichts hindern; du willst, so ist's vollbracht! 5. Und Pflichten gegen Gott. 288 5. Und wollten Welt und Teufel dir boshaft widerstehn; o nähre keinen 3wetfel, dein Glück wird roch beftehn. Was er sich vorgenommen, was er vollen den will: auf's Herrlichste wird's kommen zu dem bestimmten Ziel. 6. Hoff' nur, bedrängte Seele, hoff, und sei unverzagt, was dich auch immer quäle, ein schönrer Morgen tagt! Gott läßt nicht von den Seinen, erwarte nur die Zeit: dir wird die Sonne scheinen mit neuer Heiterkeit. und all' dein Unglück wenden, wenn du nur treu verbleibst. 9. Verzög' der Troft auch lange, weil dir es heilsam ist, so werde dir nicht bange, daß deiner Gott vergißt. Er wird dir Hülfe senden, wenn du's am mind'ften gläubft, 10. Wohl dir und deiner Treue! Sie trägt den Sieg davon. Daß dich der Kampf nicht reue, blick' hin auf seinen Lohn; steh' fest im größten Leide, das dir be gegnen kann: bald bricht der Tag der Freude, des ew'gen Friedens an. 11. Mach', Herr, ein fröhlich Ende mit aller unsrer Noth; stärk' unser Herz und sende uns Troft bis in den Tod! Laß stets uns deiner Pflege und Treu' empfohlen seyn, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. 7. Auf, auf! Gib dei nen Schmerzen und Sorgen gute Nacht! Verbann' aus Mel. Was Gott thut, das ist deinem Herzen, was dich ſo 374Dne zuversicht, er traurig macht. Du bist ja nicht Regente, der Alles führen soll. Gott sißt im Regimente, und er führt Alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten; er ist ein weiser Fürft und wird sich so verhalten, daß du ihn preisen wirft, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat. mein höchster Troft im Leben! Dem fehlt es nie an Troft und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott; auf sein Gebot wird's in dem Herzen stille. Ihm gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertrau'n? Du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schau'n, seh'n deine Wun derwerke. Herr, groß von Rath und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch Vertrauen auf Gott. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlaffen sehen müssen; du låß't ihn, wann ihn Noth umgibt, Beruhigung genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten weißt du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff', o Seele, hoff' auf Gott! Der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth Hülf' und Errettung findet. Mel. Jejus, meine Zuversicht Wenn jener fällt, ist er ein 375 Wer auf feinen verer wenn jene zittern, ein Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet! Vergebens wird zu Menschen fliehn, wer von dem Höchsten weichet. Dein Heiland starb, und er erwarb, auf seines Todes Hügel, dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wann um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Seit der Qual, der Thránen Zahl zählt er, und deine Schmerzen nimmt er dir von dem Herzen. 289 Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Ullmächtiger, verlassen, und sich im Kummer faffen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlseyn und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich, dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Untlig schaue. 7. Herr, du bist meine Suversicht; auf dich hofft meine Seele! Du weißt, was meinem Wohl gebricht, wenn ich mich sorgend quåle. traut, ångstigt sich durch keine Sorgen; ihm, auf den er sicher baut, bleibt sein Kummer nicht verborgen. Gott verläßt die Seinen nicht: dies ist meine Zuversicht! 2. Er, der Schöpfer aller Welt, der Versorger seiner Kinder, der, was er verspricht, auch hålt, huldreich selbst noch gegen Sünder, er, der uns hervorgebracht, hat auch, uns zu helfen, Macht. 3. Ihm, ihm ist es immer leicht, unsre Wünsche zu erfüllen; wie unmöglich es uns daucht, kann er doch den Kummer stillen, helfen. stets, wenn Noth uns quált, wenn uns Rath und Beistand fehlt. 4. Und wer ihm gleich, dem Herrn? Wer so reich, wie er, an Segen? Niemand hilft, wie er, so gern N auf Pflichten gegen Gott. 290 auf des Lebens rauhen We gen, er, der liebreich unsrer denkt, und zum Glück die Trubsal lenkt. 5. Wenn mein Auge lange weint, ich nicht seine Hülfe sche, und sie nicht so früh erscheint, als ich sie von ihm erflehe; weiß ich doch voll Zuversicht, daß fie mir nicht ftets gebricht. 6. Dann auch, wann, wie mir es scheint, selbst der Hoffnung Trost verschwindet, weiß ich doch: Gott ist mein Freund, der auch da nod) Wege findet, wo sich keiner mir entdeckt, wo der Zukunft Nacht mich schreckt. 7. Drum sei ihm, dem Herrn der Welt, ganz mein Schicksal überlassen! der auch den Wurm erhålt, kann und wird mich nicht verlassen. Bleib' ich nur der Tugend treu; so steht er mir huldreich bei. Sorge quält, und quålt vergebens; meine Kräfte zehrt sie ab, stürzt nur früher mich ins Grab. 3. Eh ich noch das Licht erblickte, wog er, der mir Leben gab, meines Lebens Schicksal ab; ehe mich noch Kummer drückte, eh noch meine Thråne rann, sah mich Gott schon gnädig an. 4. Dankbar nehm' ich Glück und Freuden aus des Höchsten milder and; und ist Kreuz mir zuerkannt. o so faß' ich Muth, zu leiden! Gut ist Alles, was Gott will; willig duld' ich, dulde still. 5. nicht Will mein Unschlag gedeihen, und mißlingt mir mein Bemühn; denk ich: Was mir Glück erst schien, muß ich oft nachher bereuen. Wohlthat ist's für mich gewiß daß mir's Gott mißlingen ließ. Mel. Sollt' ich meinen Gott 6. Wenn Gott nicht ſo reichen Segen, als dem 376 Selig wer mit Nächsten, mir verlieh; foll stillem Herzen dem Allweisen. der uns liebt, ganz sein Schicksal übergibt, und auch in den tiefsten Schmerzen seinem Kummer muthig wehrt, durch Geduld den Herrn verehrt. doch Andrer Wohlstand nie Neid in meiner Brust erre gen! Fremden Glücks will ich mich freu'n; fremdes Glück wird dadurch mein. 7. Wenn mir Frevler Angst erwecken; wenn ihr 2. Uch kein Schicksal mei- Haß mich drückt und krankt, nes Lebens, sorgt' ich auch hålt sie Gottes Macht um Droht der Tod von Jugend auf, nimmt schränkt drum einen andern Lauf! mit seinen Schrecken; der vom 291 Schmerz gestillt; bald haft du, Gott, mein Fleh'n er hört, mich ganz geprüft und mich bewährt. Gott der Huld, erhört von dir, lobsing' ich hier mit. dankerfüllter Seele dir. 3. Uch, alle Leiden dieser Zeit sind doch nicht werth der Herrlichkeit, die du wirst offenbaren. Bald wird auch mir des Dulders Lohn; bald steh' auch ich vor deinem 377 und danke dann Thron, mit treuer Kämpfer dir, Gott, verklärt, der jetzt mich průft, mich dann bewährt, daß ich, von allen Leiden frei, ein Seliger des Himmels sei. Barmherzi ger! fest, ohne Grau'n, will ich dir trau'n; denn einst werd' ich dein Untlig schaun! Vertrauen auf Gott. vom Tode retten kann, nimmt sich meiner gnädig an. 8. Ich bin unverzagt und heiter; im Vertrau'n auf Gottes Wort set' ich meine Wallfahrt fort. Der bisher half, hilft mir weiter; er hålt fest, was er verspricht! Gott, mein Gott verläßt mich nicht! Mel. Herzlich lieb hab ich dich ir trau' ich, wanke nicht, wenn gleich von meiner Hoffnung Licht der lette Schimmer schwindet. Mein Helfer und mein Gott bist du, durch den mein Herz doch endlich Ruh und Freude wieder findet. Von jeher hast du mich geführt, und meines Lebens Lauf regiert; mit Mel. Wer nur den lieben Gott feginsvoller Vaterhand fo 378 Her, med ett ne Seele stille! manche Noth von mir ge= wandt. Unendlicher! ich trau auf dich; du leitest mich. Ich tämpf und siege, Gott, durch dich. Bei jedem Leiden, das mich krånkt, geschieht doch nur dein weiser Wille, der Alles mir zum Besten lenkt. Duc bist's, der Alles åndern kann; und, was du thu'st, ist wohl gethan. 2. 3war ist der Kampf der Seiden schwer; oft fühl' ich kaum noch tärke mehr, zu kämpfen und zu siegen; doch ewig, Bater, währt er nicht. Wenn mir dein Beistand nicht gebricht. so werd' ich nicht erliegen. 2. Du führst uns selbst auf rauhen Wegen, zu höherer Vollkommenheit Auch Widerwärtigkeit wird Segen für Jeden, welcher dir Bald ist der Thränen Maaß sich weiht. Sicht's gleich gefüllt, bald meiner Seele der blöde Geist nicht in, N 2 wird 292 Pflichten gegen Gott. wird doch der Ausgang für mein Heil gewacht, herrlich seyn. hat Ulles mit mir wohlgemacht! 3. Drum laß mich stille seyn und hoffen! Hast du mir Prüfungen bestimmt; Mel. Auf, schicke dich so steht dein Baterherz dem 379 Es herrscht ein $ ³ der offen, der seine Zuflucht zu dir nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. schüßt in Noth, und hilft, wenn sie ihm trau'n, so gern den Seinen! Drum sei vers gnügt, wie er es fügt! Bald folgt dir Ruh' und Trost nach kurzem Weinen. 4. Uns bleibt oft, was uns nugt, verborgen; genug für uns: du haft's erkannt! Wie oft sind unsre Wünsch' und Sorgen kurzsichtig und voll Unverstand! Du siehst, was schädlich ist, von fern, und deine Güte hindert's gern. 5. Nur du erkennst und wählst das Beste! O Vater, mache selbst mein Herz in diesem hohen Glauben feste; dann überwältigt mich kein Schmerz. Ich duld' ihn mit Gelassenheit; was mein Gott will, gescheh' allezeit. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut; denn endlich führest du die Frommen zur völligen 3ufriedenheit: und dann wird Jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war. 7. Dann wird auch mich von allen Plagen ein ewiger Gewinn erfreu'n; dann wird mein Herz statt aller Klagen, voll Dankes und voll Lobes seyn: der Herr hat 2. O murre nicht, wann dir gebricht, was öfters lu stet den bethörten Sinnen! der Schmerz, Dir nütt dein citles Herz zu bessern und für's Ew'ge zu gewinnen. 3. Erkenn' die Schuld und üb' Geduld, wann du um deine Sünden hier mußt leiden! Fleh' ihn um Gnad', geh seinen Pfad getrost, nichts laß von seiner Lieb' dich scheiden. 4. Dann führt er dich stets väterlich die sichern Wege, die dein Heil bezieSei'n sie auch hier len. oft dunkel dir; entzückt wirst du ihr End' cinst seh'n und fühlen. 5. Drum gnüge mir der Weg allhier, den ich muß gehn in meinem Amt und Stande! Sei er auch rauh! Wenn ich dir trau', komm' ich auf ihm zum wahren Vaterlande. Mel. Vertrauen auf Gott. Mel. Was Gott thut, das ist 380 Got ott, dir vertrau'n, ist meine Pflicht, ist Seligkeit im Leben! Sie kann dem Herzen Zuversicht und Trost und Freude geben. Des Lebens Müh' versüßet sie, und låsset uns hienieden im Laufe nicht ermüden. 2. Auf Erden wechseln bis ins Grab Zufriedenheit und Sorgen beständig mit einander ab, wie Mitternacht und Morgen. Das Unglück flieht, die Freude blüht; und kaum ist sie empfunden, ist wieder sie verschwunden. 293 sinn nie an unsern Seelen schwächten, sie nie verkennen möchten! 6. Uebungszeit Dann würde diese nicht traurig verschwinden, des Leuns bens niemals Dann sähen wir Hoffnung hier, mit Palmen und mit Kronen die Ueberwinder lohnen. Widerwärtigkeit uns muthlos finden. voll 1 7. Gott, heilige du selbst mein Herz, damit ich dir vertraue, und mit Gelasfenheit im Schmerz hinauf gen Himmel schaue. Einst preis auch ich auf ewig dich für überstandne Leiden im Lande sichrer Freuden. 3. Wie würde da voll Kengstlichkeit uns jeder Tag verfließen, und bei des Lebens Heiterkeit das Herz Mel. Befiehl du deine Wege schon beben müsſen, wenn 381 Chrift, wann ich zu dir nicht dann Sicherheit gewährte, und ruhig bleiben lehrte? 4. Du theilst das Ulles aus, was hier den Sterb: lichen begegnet. Im Glück und Unglück werden wir von dir doch stets gesegnet. Wenn wir nur auch durch den Gebrauch so weise werden wollten, als wir, o Gott, es sollten! Trubsa! tránket, vertraue nur dem Herrn! Er, der die Himmel lenket, ist auch von dir nicht fern. Erwach' aus deinem Schlummer, zu Gott erhebe dich: er siehet deinen Kummer; er liebt dich väterlich! 2. Sei auch in deinem Leiden ein Christ, voll Muth und Kraft; einst kommen deine Freuden, bleibst 5. Nicht unser Wille soll du nur tugendhaft. Erwarte geschehn; du wählest stets nur im Glauben getrost das Beste. Wenn Erd' die Ewigkeit; wer kann und Himmel untergeh'n, das Heil dir rauben, das steht diese Wahrheit feste. ewig dich erfreur? O daß wir sie durch Leichts 3. Sei froh, dein Gott N 3 re= 294 Pflichten gegen Gott. denn ohne dich. regieret, sein Rath ist wun- mein Erbarmer, stårke mich, derbar. Einst wirst du über nichts vermag ich führet, daß er der beste war. Und denkeſt du vermessen: Der Herr erbarmt sich nicht, der Herr hat mein vergessen; so höre, was er spricht: 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient und hat Geduld. Er hat nicht Lust an unserm Schmerz; er hat ein våterliches Herz. 4. Gott ist die Lieb', wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jesum Christ? Was könnte mir ein Gott verfagen, der so unendlich gütig ist? Erhabner Trost, den nimmer trügt, und jeden 3weifel überwiegt. 5. Ich harre feiner und bin stille. Wie bald ver: Prüfungszeit! streicht die Dann nehm' ich dort aus seiner Fülle unendliche Zufriedenheit. Er leite mich Mel. Wer nur den lieben Gott nach seinem Rath, wie er 382 Mein Port iſt mir zugefaget hat! Gott! Ihn 4. Ift auch der Mütter Eine, die ihres Kinds vergißt? Denk' an dies Wort und weine Gott Freudenthránen, Christ! Und könnt' sie es vergessen; will ich doch deiner nicht, ich deiner nicht vergessen! Herr ist's, der es spricht! Der 5. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich fest, weil feine Vatergüte dich ewig nicht verläßt. Was ist das größte Leiden, das dir begegnen kann, bricht einst der Tag der Freuden, des ew'gen Friedens an? laß ich walten; ich hoff' auf Mel. Kommt ber zu mir, spricht ihn: er kunnet mich. Ihm 383 Erfülle reblich del fehlt's, die Senen zu erhalten, an Mitteln nie, und sein bin ich! Ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wanke nicht. ne und mit Zuversicht: mit Vaterliebe Lebens wahres ihm erhebe deis war auch dein 2. Was qual' ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung ist? Nein, das ist meines Herzens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, hoffe dann Gott sorgt für deines Glück! zu nen Blick, Himmel trübe! 2. Die Wolken werden sich verzieh'n, im milden blüh'n dir Sonnenscheine wieder neue Freuden. Oft wird Vertrauen auf Gott. wird zur Wohlfahrt dir der Schmerz; veredelt werden Geist und Herz durch Prüfungen und Leiden. 3. Oft führt die dornenvolle Bahn weit sichrer dich zum Ziel hinan, als sanfte Blumenpfade. Drum dulde fromm, mit festem Muth! Was Gott, der Menschen Vater thut, ist Weisheit, Huld und Gnade. 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte, wenn ich nur in Frömmigkeit suche meine Seligkeit, und sie über Ulles achte; segnet Gott mir früh und ſpat Wort und Werke, Rath und That. 5. Heiter sei der andre Morgen, oder nicht; was künftig ist, quålt mich nicht; ich bin ein Christ. Ich laß meinen Vater sorgen, froh bei Ullem, was sein Rath über mich beschlossen hat. 6. Gott sei Lob! Was mich erfreuet, stchet unerschütterlich: er, der Höchste, sorgt für mich. Ewig wird 384 Sollt' ich meinem er's mir beweisen; Seele, In eigener Melodie Gott nicht trauen, der mich liebt so våterlich? freue seiner dich! Ewig fors get Gott für mich! 4. Doch deines Gottes dich zu freu'n, im Sturme, wie im Sonnenschein, Beruhigung zu finden, benuße selbst gewissenhaft Verstand und Zeit und jede Kraft, dein wahres Wohl zu gründen! 5. Daß ich gewissenhaft und treu in meinem Amt und Stande sei und meine Pflicht erfülle: zu dem Entschlusse stårke mich, und dann vertrau' ich, Gott, auf dich! Herr, es gescheh' dein Wille! 295 mein Herz erquicket. Seine Lieb' und Batertreu' wird mir jeden Morgen neu. 3. Der die Vögel alle nåhret, königlich die Blumen schmückt, jedes dürre Land erquickt, Speise jedem Wurm gewähret: sollte der verlassen mich? Nein; weit mehr, als sie, bin ich! der so herzlich sorgt für mich? Sollt' ich Mel. Wer nur ben lieben Gott auf den Herrn nicht bauen, 385 Entschwinge bidh Geift, den welcher unbewegt seine Kinder nie verläßt? Nächten, in welche dich die Schwermuth hüllt! Wiuft du mit deinem Schöpfer rechten, daß er nicht jeden Wunsch erfüllt? Jest tennft N 4 2. Er weiß Alles, was mich drücket, mein Unliegen, meine Noth; er steht bei mir bis in Tod; er weiß, was 296 Pflichten gegen Gott. kennst du, was dir gut ist, voll. Einst werd' ich in des nicht; einst strahlet dir ein Himmels Höh'n ganz deiner höhres Licht. Führung Weisheit seh'n. 2. In Finsternissen wankt hienieden des Menschen ungewisser Schritt: was Got: 386 Waboch für mors Mel. Fröhlich soll mein arum willst du gen, banges Herz, dir zum Schmerz, immer ängstlich sorgen? Wozu dient dein täglich Gråmen? Nur dazu, dir die Ruh' ohne Noth zu nehmen. tes Vorsicht ihm beschieden, was ihn erfreute, was er litt, klärt sich am Ziel von seinem Lauf für ihn als gleiche Wohlthat auf. 3. Dort findest du, von Licht umflossen, auch deiner Erdenthrånen Lohn. Schau, ihre Saat ist aufgeschossen; sie blüht der nahen Wernte schon. Im Kummer ward sie ausgestreut, bald reift fie für die Ewigkeit. 4. Drum heb' empor die trüben Blicke, wann sich in Nacht dein Weg verliert! Dich leitet Gott. O denk' zurücke, wie gut er immer dich geführt; wie oft, wann Dunkel um dich lag, das Licht dir selbst aus Nächten brach! 5. Gott! gnådig, wenn du uns erhöreft, oft gnädiger, wenn du den Plan, den unsre Thorheit schuf, zerstörest, dich, Bater, bet' ich kindlich an. Ich hoff? auf dich mit festem Muth; denn was du sendest, ist mir gut. 6. Die Liebe hat den Pfad bestimmet, den ich auf Erden wandeln soll. Ob er sich auch durch Dornen krummet, ich geh' ihn hoher Ahnung 2. Wer, als Gott, gab mir das Leben? Wer, als er hat bisher Alles mir gegeben, was, mein Leben zu erhalten, nöthig war? Immerdar laß ich, Gott, dich walten. 3. Der das Größre uns gegeben, einen Geist, der ihn preist, diesen Leib, dies geben, wird uns auch das Kleinre schenken. Sein bin ich; auch an mich wird er liebreich denken. 4. Was auf meiner Le bensreise mir noch fehlt, was mich quält, weiß er, der Allweise. Sollt' er meimein ner je vergessen? Er, Seil, hat mein Theil långst mir zugemessen. 5. Nährt den Vogel in den Lüften nicht der Herr? Weidet er nicht das Thier auf Triften? Kleidet er des Grases Blume nicht mit Pracht, seiner Macht, seiner Huld zum Ruhme? 6. Nur Vertrauen auf Gott. 6. Nur auf mich sollt' er nicht achten? In der Noth ließ' meine Gott húlflos mich verschmachten? Nein, mir soll vor nichts mehr grauen. Väterlich liebt er mich: ihm will ich vertrauen. 7. Nüßen will ich Zeit und Kräfte; widmen sie spåt und früh nüßlichem Geschäfte; immer geh'n auf seinen Wegen: wird es mir dann allhier mangeln je an Segen? 8. Vor der fernen 3ukunft zagen will ich nicht; es gebricht keinem Tag an Plagen. Heute leb' ich; bin ich morgen nicht vielleicht schon erbleicht? Warum will ich sorgen? 297 dir's noch klage, mein Leid und eilst mir beizusteh'n. Der du die Blumen kleideft, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur, siehst Alles, was mir fehlet. Drum Seele, was dich quålet, befiehl dem Herrn und glaube nur. 5. Herr, alle meine Sorgen, die Noth, die oft verborgen an meinem Herzen nagt, werf' ich auf dich, 9. Sorge du nur; ich be- den Treuen; du weißt den fehle glaubensvoll, wie ich zu erfreuen, der fromm soll, dir, Herr, Leib und nach deiner Hülfe fragt. Seele. Sorge du, dir halt' ich stille: ich soll dein ewig seyn: es gescheh' dein Wille! 3. Auf deinen Wink zu schauen, dir kindlich zu vertrauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben, und dich, mein Vater, lieben; denn du versäumst die Deinen nicht. 4 6. Wenn meine Augen thrånen, und sich nach Hülfe sehnen, so klag' ich dir's, dem Herrn Dir, Vater, dir befehle ich jeden Wunsch soll ich der Seele; du hörst, du gen und in der Noth verzagen? Der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohlseyn fehle. Genug zum Trost, mein Herz, für dich! Mel. In allen meinen Thaten 387 Wangstlich klas hilft, du segneft gern. 2. Was nüßt es, ångstlich sorgen und jedem neuen Morgen mit Furcht entgegen geh'n? Du, Vater mei ner Tage, kennst, eh' ich 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt, du wirst mir Alles schenken, und stets zum Besten lenken, was mich bekümmert, quålt und kränkt. 8. Du führest, Herr, die Deinen nicht so, wie sie es meinen, doch stets nach weisem Rath. Ob ich mich auch N 5 be= 298 Pflichten gegen Gott. betrübe, bleibt doch dein der Weg, der ihm gefällt, ihm zum Rath voll Liebe; das zeigt zum Heil dir, der Ausgang mit der That. Preise. Er führt gewiß durch Finsterniß, durch jede der Leiden zum Nacht Lichte reiner Freuden. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe.. und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan, kann ich doch deß mich trösten: du nimmst mich, den Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort, bei der Frommen Schaaren, dort werd' ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da bring' ich dir mit Freuden, nach überstandnen Leiden, den Dank, der deiner Huld gebührt. Mel. Was Gott thut, das ist as zagst du? die Welt; und Gott ist ja allmächtig. Den Urm, der dieses Weltall hält, was macht dir den verdächtig? Wenn Meeresfluth und Feuersgluth uns schon ereilet hätten, so kann er doch noch retten. 2. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist ja allwissend. Selbst was dein Herz verborgen hålt, ist dennoch ihm wohlwissend. Sein Auge sieht in dein Gemüth. Die Bitte, die du thatest, vernahm er, eh' du batest. 4. Was zagst du? Gott regiert die Welt und ist allgegenwärtig Der Fromme, der an ihn sich hält, ist seines Heils gewärtig. Oglaub' es gern! Gott ist nicht fern; er, wo auch Jeder walle, hålt allenthalben Alle. 388 Selbst 3. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist der Allweise. Stets dient 5. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist ja die Liebe. Nichts ist, was dem, der ihm gefällt, ein Quell des Elends Blut sagt dir fasse Muth! Gott bei jedem Leiden: segnet uns mit Freuden. 6 Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist auch geduldig. 3war wenn er vor's Gericht uns stellt, sind selbst die Frome men schuldig. Doch sein Gericht trifft Fromme nicht. Drum sei gewiß, er schone auch dein in seinem Sohne. 7. Nun, Gott! da du die Welt regierst; wie dürft' ich ängstlich zagen? Ein Leid, in welches du mich führst, soll nie mich niederschlagen. Ich hoff' auf dich. Du läsfest mich bald deine Hülfe schauen. Dir, dir will ich vertrauen! 3n bliebe! Auf, In eigener Melodie. Vertrauen auf Gott. 389( a) 3" war wird serm Heil erfüllen. noch manche Thrane auf Gottes Welt Met. Was Gott thut, das ist 299 uns deinen Willen zu ungeweint, doch laß den Muth 389( b) in Gott renicht sinken; nein, wirke, Menschenfreund, voll Glauz ben fort auf Erden! Es wird doch besser werden! 2. Nie werden wir hienieden, von allem Schmerz befreit, nur über Blumen wan: deln. Vollkommne Seligkeit erwartet nicht auf Erden! Doch besser wird es werden! giert! Was zagen wir? Ein Gott erzieht durch Freuden und durch des Schmerzes Druck uns hier. Was ist des Lebens Leiden? Ein ernster Streit um Seligkeit. Es mag uns übel gehen: wir werden's überstehen! 3. Wir schaffen selbst uns Leiden durch Unzufrieden heit, durch Leidenschaft und Thorheit und ungerechtigkeit. Wenn wir nur weiser werden, wird's besser auch auf Erden. 4. Wenn wir bescheidner wünschen, und uns zufriedner freu'n; wenn Pflicht uns über Alles wird theu'r und heilig seyn; wenn wir selbst besser werden: wird's besser auch auf Erden. 5. Wenn nun des Irrthums Binde von unsern Augen fällt; wenn wir das Unrecht meiden, und dann zum Wohl der Welt vereis nigt wirken werden: wird's besser auch auf Erden. 6. Uns selbst hier zu veredeln, und dann mit Thåtigkeit zum Wohl der Welt zu wirken; dies ist's, was Gott gebeut. Gott, laß 2. Wir werden, was am Herzen nagt, mit Hoffnung überleben, und über Alles, was uns plagt, uns siegend einst erheben. Die Welt gift be vergeht, der Geist besteht. O laßt den Schöpfer walten! Er will den Geist erhalten. 3. Der Geist erkennt des Höchsten Spur, des Vaters Macht und Milde im großen Reiche der Natur, in Wåldern, im Gefilde, im kleinsten Wurm, im Wintersturm, im Frühlingsschmuck, im Regen und in des Herbstes Segen 4. Der Gott, durch welchen Alles ist, der selber im Gewimmel der Thiere keines Wurms vergißt, der unter seinem Himmel, was lebet, speist, wird unsern Geist für Licht und Heil erhalten. laßt den Höchsten walten! O 5. So mag denn, was die Welt uns gab, zerfallen N 6 und Pflichten gegen Gott. 300 und zerstäuben! So drohe Krankheit, Tod und Grab! Des Schöpfers Huld wird bleiben. Er leitet gut, wir haben Muth; cs mag uns übel gehen: wir werden's überstehen! 6. Wir zagen nicht: du, Gott regierst, und wenn du Menschenherzen durch Leiden für das Gute rührst, so segnen wir die Schmerzen. Wir haben Muth; sind wir nur gut, ſo mag's uns übel gehen: wir werden's über stehen! In eigner Melodie. erwählt, der weiß auch gar wohl, was uns fehlt. wann 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß, Hülfe nüglich sey. Wenn er uns nur hat treu erfunden, geduldig, ohne Heuchelei: so kommt er, eh' wir's uns versehn, und läffet uns viel Guts geschehn. 5. Denk' nicht in deiner Drangsalshihe, daß du von Gott verlassen seist, und der dem Glück im Schooße size, den alle Welt für glücklich preist! Die Zukunft ändert oft sehr viel und sehet Jeglichem ſein Ziel. 6. Es find ja Gott sehr leichte Sachen, und ſeiner Allmacht gilt es gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Urmen aber groß und reich. Er ist der Herr, der Jedermann leicht hoch erhöh'n, leicht stürzen kann! Mer nur den lies 390 ben Gott last walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Noth und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf einen Fels gebaut. 2. Was helfen uns die Was schweren Sorgen? hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. Gebet. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie Mel. O Gott, du frommer Gott 7. Sing', bet' und geh' auf Gottes Wegen, verricht' das Deine nur getreu und trau' des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn, welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. ſein allweiser Rath es fügt! 391 h Gott, verl uns ihm hat ausmich nicht; reich du Gebet. 301 du mir selbst die Hände, daß Mel. Wer nur den lieben Gott ich die Pilgrimschaft des Le 392 bens wohl vollende! Irr' ich im finstern Thal; so sei du selbst mein Licht, mein Stab, mein Hort, mein Schuß! Uch Gott, verlaß mich nicht! 2. Uch Gott, verlaß mich nicht; lehr' deinen Weg mich wallen und laß mich nimmer mehr in Sünd' und Thorheit fallen! Gib mir den guten Geist, des Glaubens Zuversicht; und, wann ich straucheln will, Gott, so verlaß mich nicht! 3. Uch Gott, verlaß mich nicht in Nöthen und Gefahren, und laß zu rechter Zeit mir Hülfe widerfahren. Ist mein Gemüth in Angst, erzittr' ich in der Noth, o so verlaß mich nicht mit deinem Trost, o Gott! 4. Uch Gott, verlaß mich nicht; gib Wollen und Vermögen; Thun in allem meinem begleite mich dein Segen! Die Werke meines Umts, die Werke meiner Pflicht laß, Herr, vor dir gedeih'n! Uch Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht; hilf, daß ich dir erge ben voll Lieb' und Hoffnung fei; fest glauben, christlich leben und selig sterben mag, um dich von Ungesicht zu Angesicht zu schau'n! Ach Gott, verlaß mich nicht! Dein Heil, o Shrift, nicht zu verscherzen, sei wach und nüchtern zum Gebet! Ein kindlich Flehn aus reinem Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Er ist die Liebe selbst; er hört, was seiner Kinder Herz begehrt. 2. Erhebe dich zu seinen Höhen mit Dank und Flehen oft und gern. Er låsset, was dir nüßt, geschehen, ist dir zu helfen niemals fern; er thut, so du nur zu ihm fleh'st, mehr als du bittest und verstehst. 3. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu steh'n! Der Herr des Himmels und der Erden, bedarf der eines Menschen Fleh'n? Er will blos. deine Seligkeit, wenn er zu beten dir gebeut. 4. Sagt Gott nicht: Bittet, daß ihr nehmet? Ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schåmet, der schämt sich Gottes Freund zu seyn, und stößt das ihm bestimmte Glück, feindselig gegen sich, zurück. 5. Sein Glück von dir, o Gott, begehren, wie leicht, wie süß ist diese Pflicht! des Herzens Wünsche dir erklären, wie stärkt das meine Seele nicht! Gebet N 7 gibt 302 Pflichten gegen Gott. gibt Muth: Gebet gibt pfing ich den Verstand; erKraft zur Dámpfung jeder halt' ihn mir, o Herr, mein Leidenschaft. Hort, und stärk' ihn durch dein göttlich Wort! 5. Laß, deiner Liebe mich zu freu'n, fie stets vor meinen Augen seyn! Laß, meines Glaubens mich zu freu'n, ihn stets durch Liebe thätig seyn! 6. Was kann zum Fleiß in guten Werken mir kräfti: ger den Geist erhöh'n? Was mehr in Leidensstunden står ken, als glaubig, Gott, auf dich zu seh'n? Ich treffe nichts auf Erden an, was mich so sehr erquicken kann. 7. Gott! laß mich nicht mein Heil verscherzen, gib Luft und Kraft mir zum Gebet! Und wenn aus rei nem, frommem Herzen mein Mund zu dir um Hülfe fleht, so höre mich von deinem Thron durch Jesum Chriftum, deinen Sohn. 393% In eigener Melodie. ch komme vor dein Angesicht; verwirf, o Gott, mein Flehen nicht vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und der Huld! 2. Schaff' du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb' und Furcht vor dir, ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Lebenlang! 3. Sei mein Beschüßer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir em 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das sei mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht, und treu in allen meinen Pflichten sei! 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Siege meiner Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erringen kann. S. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; bei Wenigem Zufriedenheit; zur Arbeit Muth Hei terkeit! und 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß: so laß mich måßig im Genuß, so laß mich mild und gütig seyn, und dürft'ge Brüder gern erfreu'n! 10. Gib mir Gesundheit und verleih', daß ich sie nüt' und dankbar sei, doch, sie zu schonen, zaghaft nie mich einer höhern Pflicht entzieh'! 11. Erwecke mir stets ei nen Freund, der's treu mit meint; meiner Wohlfahrt mit Gebet. mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel gibt. 12 Bestimmst du mir ein långres Biel, und werden meiner Tage viel: so sei, Herr, meine Zuversicht; verlaß mich auch im Alter nicht! 13. Und wird sich einst mein Ende nah'n: so nimm dich meiner gnädig an, sei durch Christum, Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn! und deinen Mel. Wer nur den lieben Gott um mit VerDomm betend oft 394 gnügen, o Chrift, vor Gottes Angesicht. Nie müsse Trägheit dich besiegen in der Erfüllung dieser Pflicht! übe sie zu Gottes Preis und deinem Heil mit treuem Fleiß! 303 schwur, der spottet seines Schöpfers nur. 4. Bet' oft zu Gott, und schmeck' in Freuden, wie freundlich er, dein Bater, ist! Bet' oft zu Gott, und fühl' im Leiden, wie göttlich er das Leid versüßt! Gott hort's, Gott ist's, der Hülfe schafft. Er gibt den Müden Trost und Kraft. 5. Bet' oft, und heiter im Gemüthe schau' dich an seinen Wundern satt! Schau' auf den Ernst, schau' auf die Güte, womit er dich er trug Geduld; geleitet hat! Oft irrtest du: erkenn' und preise seine Huld! 6. Bet' oft, durchschau' mit frohem Muthe das Wunder der Barmherzigs keit deß, der mit seinem theuren Blute uns von der Sunde Joch befreit: und eigne dir, zu deiner Ruh' und Heiligung, sein Opfer zu! 7. Bet' oft; Gott wohnt an jeder Ståtte, in keiner minder oder mehr; denk' nicht: Wenn ich mit Vielen bete, so find' ich eh'r bei Gott Gehör. Ift, was du wünscheft, recht und gut; so sei gewiß, daß Gott es thut! 2. Bet' oft in Einfalt reiner Seelen: Gott sieht auf's Herz, Gott ist ein Geist. Wie kann es dir an Worten fehlen, wenn nur dein Herz dich beten heißt? Der Glaub' an Gott und seinen Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. 3. Wer das, was ihm zum Frieden dienet, durch Beten fucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erkühnet, was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer nen schnell vergißt, was er ihm mit lich 8. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffentGott anzuflet'n, und seiNamen mit den Seinen, deinen Brüdern zu erhöh'n. 304 Pflichten gegen Gott. höh'n! Führ' der vereinten 3. Erstickt die Sinnlich Undacht Werth, die deine eigne stårkt und nährt! 9. Bet' oft zu Gott für deine Brüder, für alle menschen, als ihr Freund; denn wir sind eines Leibes Glies der: es sei kein Glied des andern Feind! Solch' Bitten, das aus Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Liebe ist. keit in mir des Herzens fromme Triebe; so stärkt mich das Gebet zu dir in Tugendliebe. Was neuer sündlich ist, kann ich, als Christ, durch deine Kraft bezwingen, und so den Sieg erringen. 10. Bet oft, so wirst du Glauben halten, dich průfen und das Böse scheu'n, an Lieb' und Eifer nicht er: kalten, und reich an guten Werken seyn. Denn Muth und Kraft und Seelenruh' sagt Gott dem frommen Beter zu. 4. Gebricht es mir an sanftem Sinn, an Liebe gegen Brüder; so flieh' ich betend zu dir hin, und haffe nun nicht wieder. Mein Herz verzeiht mit Freundlichkeit, und sucht der Feinde Schelten mit Großmuth zu vergelten. Mel. Was Gott thut, das ist 395 recht schenkst du mir, o du, dem Seraphinen mit Ehrfurcht und mit Dankbegier im höhern Leben dienen! Es darf mein Geist, wie schwach er heißt, ich aus dem Staube schwinund gen betend zu dir dringen. 2. Ich darf mit froher Zuversicht vor deinem Thron erscheinen, und du, mein Gott, verwirfst mich nicht; du zählst mich zu den Deinen. Du zeigest dich mir väterlich, so oft ich zu dir trete, und kindlich vor dir bete. 5. Betracht' ich im Gebet mit Schmerz mein fehlervolles Leben; so wird und kann sich nie mein Herz, von fleh' zu dir: Verzeihe mir! und du willst gern verzeihen, und mich mit Trost erfreuen. 6. Wenn Kummer mich zur Erde zieht, und wenn mich Sorgen quålen, wenn mir des Lebens Glück entflieht, und edle Freunde fehlen; so wend' ich mich ges trost an dich: du lehrst mich mit Entzücken im Elend Heil erblicken. 7. In stillen Stunden denk' ich oft: Was seid ihr, eitle Freuden? Uch, wie geschwind wie unverhofft verkehrt ihr euch in Leiden! Und denk' ich dies, so fühlt ge= Geet. 305 gewiß mein Herz sich ange der Laftcrhaften seyn: so trichen, nur dich, Herr, stets zu lieben. bet' ich demuthsvoll im Stillen zu meinem Gott. Er hört mein Schrei'n, nimmt våterlich sich meiner an und stärkt mich auf der Tugend Bahn. 8. O welchen Muth gibt das Gebet mir in Berufsgeschäften! Du lohnest dem, der zu dir fleht, mit Weisheit und mit Kräften. Wer dir vertraut und auf dich baut, den krönest du mit Segen auf allen seinen Wegen. 4. Ich will mich nie zu rächen suchen, wann mich ein Feind zu krånken sucht; und dem will ich nicht wieder fluchen, der mir aus Unverstande flucht. Nein, meine Rach' sei ein Gebet, das Gnade ihm von Gott erfleht. 9. Du Geist der Kraft und des Gebets, du Geist der reinsten Liebe, erweck' und stärke du nur stets zur Undacht meine Triebe! Und kann ich nicht mit Zuversicht zu meinem Vater treten; so lehre du mich beten! 5. Und wenn ein Kuma mer mich verzehret, den ich der Welt nicht klagen kann, dann ruf' ich Gott, der mich erhöret, um Trost in die sem Kummer an. Wer ihm sein Leid mit Zuversicht entden er 6. Ruf' ich ihn an bei dem Geschäfte des Standes, den er mir verlich: so fleh' ich nie umsonst um Kräfte; der Gott der Stårke gibt mir sie. Er gibt, aus våterlicher Huld mir Segen, Klugheit und Geduld. Lüste mir 7. Wann, böser Macht zu dämpfen, Schwachen Muth und Kraft gebricht: dann bitt' ich Gott; er hilft mir kämpfen, er gibt mir Muth zu jeder Pflicht; und stark durch meines Gottes Kraft, besieg' ich jede Leidenschaft. 8. Wann ich im letzten Kampf Mel. Wer nur den lieben Gott 396 Mein bester Trost ben ist ein Gebet zu meinem Gott. Dies kann mir Kraft in Schwachheit geben, Geduld und Muth in jeder Noth; bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein ruhiges, zufriednes Herz. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wann mein Gewiffen mich verklagt, wann bei der Menge meiner Sünden mein Herz vor seinem Richter zagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, das, Gott, bei dir um Gnade fleht. 3. Muß ich, um des Gewiffens Willen, ein Spott 306 Pflichten gegen Gott. Kampf des Lebens bei Nie- erhebe, dir, Vater, voll Zumein mand Hülfe finden kann; friedenheit chicksal so ruf' ich Gott doch nicht übergebe; dann schöpf' ich vergebens um seinen Trost für die Tugend Kraft, Muth und Beistand an, der, wann in dem Kampf mit Leidendie Sprache mir vergeht, schaft, Erquickung in dem felbst meine Seufzer noch Leiden und Hoffnung ew'ger versteht. Freuden. 5. Mit keiner Welt vertausche ich die wonnevollen wo betend dich Mel. Ermuntre dich, mein Mie fanft, 397 Water, ist die mein Herz, o dich, mein Bater, hat empfunden; wo ich mit Thränen vor dir stand, tief deine Vaterhuld empfand, die liebevoll mich führte, mit Weisheit mich regierte. 6. Wie wird vor deinem Ungeficht der Christen Glau be wichtig, wie warm mein Herz für jede Pflicht, zu je. der Tugend tüchtig! Wann böse Luft in mir sich regt, eil' ich, von deinem Geist bewegt, mich im Gebet mit Thränen nach Kraft von dir zu sehnen. Pflicht, als Kind zu dir zu treten, voll Demuth und voll Zuversicht zu dir, o Gott, zu beten! Welch Glück, das Alles übersteigt, wird im Gebete mir crzeigt, wenn ich mit Kindestreue mein Herz, o Gott, dir weihe! 2. Ullwissender! zwar bet' ich nicht, um dich erst zu be-. lehren; nicht mit dem Bahn, was mir gebricht, das müs fest du gewähren; nicht, Wunder von dir zu erfleh'n; nicht, andern Pflichten zu entgeh'n; nicht, tråge, dich zum Segen durch Bitten zu bewegen; 3. Nein, guter Vater, nur um dich recht innig zu empfinden, zum Dank, zur Ehrfurcht feierlich die Seele zu entzünden, zur Demuth, Liebe, Freundlichkeit, zu kind licher Ergebenheit, zum Fleiß in guten Werken mein Herz vor dir zu stärken. 4. Denn, wann ich in der Einsamkeit mein Herz zu dir 7. Dein denk' ich, froh von Dank gerührt, wann ich mich niederlege, die Pfade, die du mich geführt, bewundDich rungsvoll erwäge. rühm' ich, wann nach sanf ter Nacht zu neuer Luft mein Aug' erwacht, das die Natur entzücket, zu neuer Lust erquicket. 8 Bin ich am Ziel von meinem Lauf zu schwach, noch laut zu beten; dann blick' Gebet. 307 blick' ich, Gott, zu dir hin- 5. Wünsch' ich mir Güter auf, und will im Geiste beten. Noch sterbend, Vater, dank' ich dir, der du so vieles Gute mir im Leben haft erwiesen. Sei ewig, Herr, gepriesen! dieser Erde; so sei auch dies mein herzlich Fleh'n, daß ihr Besiz mir Mittel werde, der Brüder Wohlfahrt zu erhöb'n, daß ich von Geiz und Habsucht fern, mit Weisheit sie gebrauchen lern'. Mel, Wer nur den lieben Gott 398 u bir, o Gott, das Herz erbeben, zu dir mit frommer Andacht fleh'n, um uns zum Guten zu beleben, und unsre Tugend zu erhöhn, ist dein Befehl und meine Pflicht, und stårket meine Zuversicht. 2. Laß diese Pflicht mich nie vergessen; laß mic), be= kannt mit ihrem Werth, es täglich und mit Dank ermessen, welch Heil von dir, mir widerfährt, von dir, der alle Menschen liebt, und 21len gern das Gute gibt. 3. Wenn ich vor dich, mein Vater, trete, dir meinen we stillen Bunsch vertrau's wenn ich meinem bete, und auf zu dir nach Hülfe schau': dann sei mein Geist von Heuchelei und ganz von Eigendünkel frei! 4. Nie müff ich das von bir begehren, was deine Weisheit nicht erlaubt; nie bitten, das mir zu gewähren, was Andern ihre Wohlfahrt raubt! Denn du erhöreft kein Gebet, das zu des Undern Schaden fleht. 6. Wünsch' ich bei kummervollen Leiden von ihrer Laft mich frei zu seh'n, und sehn' ich mich nach Lebensfreuden; so laß mich doch um das nur flet'n, was deine Weisheit, Gott, beschließt, und was mir gut und nüglich ist! 7. Dann wird dir mein Gebet gefallen, und nie werd' ich mich trostlos seh'n; du, Herr und Vater ven uns Ullen, erhörst gewiß mein kindlich Fleh'n; gibst mir im Glück Zufriedenheit, in Trübsal Ruh' und Heiterkeit. Mel. Es ist das Heil uns reicht so 399 Gott, beinet so weit die Wolken gehen; du krönft uns mit Barmherzigkeit, und eilft, uns beis zustehen Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, ver= nimm mein Fleh'n, merk' auf mein Wort; denn ich will vor dir beten! 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schäße dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade 308 Pflichten gegen Gott. Gnade werden. Gib mir Dankgefühl bei deinen Ganur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den bu gefandt, und mich selbst zu erkennen. ben, Luft am Guten, Freud' in dir, und Gewissensruh' zu haben; dies, Allgüt'ger, wünsch' ich mir! 3. Ich bitte nicht um Ehr' und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und frommer Freunde Liebe! 4. So bitt' ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben! In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. wann 3. Kraft und Muth und Herzensfreude, meinem Nächsten wohlzuthun; Troft und Stärke, ich leide, sanft und still in dir zu ruh'n; Muth, die Lafter zu bekämpfen, ihre Reize zu verschmäh'n, jede Leidenschaft zu dämpfen: dies, Herr, ist mein kindlich Flehn. 4. Nur auf deinen Willen sehen, dich, o Gott, fonft Niemand scheu'n, fest in deiner Liebe stehen, und dir Bater, ähnlich seyn; diesen heißen Wunsch zu stillen, wer vermag es? Du allein. Ja, um deiner Liebe Willen wirft du, was ich bat, verleih'n. In eigener Melodie. icht um 400 Nm, nicht Das Gebet des Herrn. um Ehre bitt' ich, Gott, mein Vater, dich. Wenn Mel. Erschienen ist der herrlich ich Weltbesiger wäre: ohne 401( a) Dalle Him des dich, wie arm wär' ich! Nicht um thränenlose Tage steigt mein Flehn zu dir hinan; sende Freude, sende Plage, wenn ich dich nur lieben kann! mel freu'n, auch unsre Seele freut sich dein, daß du, deß Macht unendlich ist, daß du Gott, unser Bater bist, in Ewigkeit. 2. Weisheit nur, dich zu erkennen, dich in Freude, dich im Schmerz meinen Vater froh zu nennen: dies erflehet sich mein Herz! 2. Weit, über unser Denken weit, geht deines Namens Herrlichkeit. Ihn heilige, von Lieb' entbrennt, wer deinen großen Na Gebet. Namen nennt, Unendlicher! 3. Verbreite deines Reis es Ruhm durch Jesu Evangelium! Mach' unser Herz ihm unterthan; so beten wir dich freudig an, Allgütiger! 4. Der du in deiner Wahl nie irrft, und wohlzuthun nie müde wirst, dein Wille, Weisester, geschey' auf Erden so, wie in der Höh', mit Freudigkeit! 5. Sei mit uns in des Lebens Noth, und gib uns unser täglich Brod; in dieser Erde Freud' und Schmerz sei still in dir und frob das Herz und voll Vertrau'n! 6. Vergib, vergib uns unsre Schuld; trag' unsre Schwachbeit mit Geduld; wir wollen auch, von Rachsucht rein, des Nächsten Fehler gern verzeih'n. Wir wollen's, Herr! 7. Zu hart sei die Versuchung nicht; Herr, flärk uns, wann uns Kraft gebricht; steh' uns zum Siege mächtig bei; mach uns im Guten fest und treu. Erbarmender! 309 9. In deines Himmels Heiligthum, auf deiner Erd' erschallt dein Ruhm. Dein ist die Macht, die Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit. Hallelujah! 8. Erlöf, erlöf uns, unser Gott, nach deinem Rath aus aller Noth! Nimm nach vollbrachtem Prüfungslauf uns zu dem besſern Leben auf! Alliebender! In eigener Melodie. 401 Bater, den uns offenbaret, den der Geist mit hoher Andacht nennt; Vater, den kein Himmel von der Erde, keine Welt von seinen Kindern trennt! 2. Hochgelobet sei dein großer Name, angebetet deine Herrlichkeit! Heilig ehre dich der Mensch im Staube, von der Wiege bis zur Ewigkeit. 3. Dein Reich komme! Jenes Reich des Friedens, das durch Weisheit und durch Liebe blüht; jenes Reich, das Jesus Christus baute, das die Menschen für den Himmel zieht! 4. Es gescheh' dein Wille hier auf Erden, wie in jenem hohen Geisterreich; und die Wahrheit und die Tugend mache alle Menschen deinen Engeln gleich! 5. Gib uns, ewigtreuer Menschenvater, gib uns, was wir brauchen in der Noth! Ach, wir bitten nicht um Gold und Schäßze; gib uns, Herr, Zufriedenheit und Brod! 6. Wann 310 Pflichten gegen Gott. 6. Wann wir auf dem der Rechenschaft, die er dir Pfad der Tugend ftraucheln, geben soll! so vergib uns Schuld und Missethat; so wie wir auch gern vergeben wollen, wann ein Nächster uns gekränket hat. 3. Sehr groß und schwer ist seine Pflicht, und er, ein Mensch, wie wir; wie sehr braucht er vor andern Licht und Rath und Kraft von dir! 7. Schüße uns in der Versuchungsstunde, wo die Tugend mit dem Lafter ringt; laß uns auf die Himmelskrone blicken, wann die Erde unser Herz umschlingt! 8. So erlöse uns von allem Uebel, das den Geist und unser Herz bedroht! Gram und Reue werden dann versch inden, und wir fiegen über Welt und Tod. 9. Dein, Herr, ist das Reich, die Macht und Stärte! Ewig währet deine Herrlichkeit! Alle Himmel rühmen deine Ehre, und dein Tempel ist die Ewigkeit. Fürbitte für den Regenten und die Obrigkeit. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 402) freu' der Fürft des Landes sich, Gott, deiner allezeit! Sein Auge sehe ftets auf dich; sein Herz fei dir geweibt! 2. Begnadigt, Herr, mit deiner Kraft und deines Geistes voll, gedenk' er fets 4. Verleih' ihm das! Wenn er tegehrt, dir ähnlich, Gott, zu seyn, so hilf ihm, in dein Bild verklärt, sein Volk, wie du, erfreu'n! 5. Er fördre willig deinen Ruhm; er denke gern daran: das Land sei, Herr, dein Eigenthum, und er dein Unterthan! 6. Der über Chriften, Gott, von dir zum Herrn verordnet ist, sei deiner Kirche Schuß und zier, cin edler Mensch und Chrift! 7. Er zeig' in seinen Thaten sich als deinen treusten Sohn! Den Laftern sei er fürchterlich, der Tu gend Schuß und Lohn! 8. Der Unterthanen Liebe sei sein edelster Gewinn, und fein gerechter Seufzer schrei um Rache wider ihn. 9. Um seinen Thron fei imm rdar Redt und Gre rechtigkeit, und dann bes schüß ihn in Gefahr, wann ihm und uns sie dräut! 10. Sein eignes Beiſpiel wirke mehr, als jede Strafe thut, und es verbreite um ihn her zu jeder Tugend Muth!. 11. Vers Gebet. 311 11. Verdienste heb' er daß wir in Gottseligkeit dir dienen, und schon in der Zeit die Frucht der Tugend ärnten! 4. Beschirme sie durch deinen Schuß, daß, die ihr Uebels gönnen, mit aller Lift, Gewalt und Troß ihr niemals schaden können! Nie fehle jeder guten That, die sie sich vorgenommen hat, dein segnendes Gedeihen! gern empor; er folge weisem Rath und öffne freundlich Herz und Ohr, wann ihm ein Armer naht! 12. Auch ihm bestimmteft du das Ziel, das er erretchen soll; Herr, mache seiner Tage viel und jeden fegensvoll! 13. Sein werd' in jedem Flehn zu dir mit Lieb und Dank gedacht! Erhör' uns, Gott: dann jauchzen wir und preisen deine Macht. Mel. Sei Lob und Ehr dem 402 rhalt uns, Herr, die Obrigkeit! Du gabt sie uns, auf Erden mit Wohlstand und mit Sicherheit durch sie beglückt zu werden! Verleih' ihr Weisheit, Trieb und Kraft, was wahres Wohl dem Lande schafft, mit Sorgfalt wahrzunehmen! 2. Gib, daß sie, deinem Vorbild gleich, uns väterlich regiere, zu uns den Segen und dein Reich durch gute Anstalt der Unfuld Schirm und Wächter sei, Verdienst und Redlichkeit erfreu', dem Unrecht träftig steure! 3. Laß uns, von ihrem Schuß bewacht, des Friedens Glück genießen; laß ruhig unter ihrer Macht das Leben uns verfließen! Hilf, 5. Gib denen Eifer, Fleiß und Treu', die du ihr untergeben, daß jeder freudig thätig sei, nach seiner Pflicht zu leben! Erleichtre ibres Amtes Müh'; mit deinem Segen kröne sie, und sei ihr Lohn auf ewig! 6. Laß fie mit uns beflissen seyn, in deiner Furcht zu leben, uns deiner Oberherrschaft freu'n, mit ihr dein Lob erheben; daß so vor deiner Majestät, die über alle Hoheit geht, Regent und Volk sich beuge! Allgemeine Fürbitte. Mel. Wo Gott zum Haus 403 Fhen beten wir, Für o Höchster, wie für uns, zu dir. Du, der du Aller Vater bist, gib Jedem, was ihm heilsam ist! 2. Dir tönet unser Lobgesang; wir bringen Ehre dir und Dank, daß du sie Alle, Pflichten gegen Gott. 312 Alle, Alle liebst, und liebend Allen Guteft gibst. Dankbarkeit.- 3. Deß freu'n wir uns; Mel. Lobt Gott, ihr Christen dies preisen wir, und beien 404 Du bift's, dem Alle. Ehr' und Rum gebührt; und das, Herr, bring' ich dir. Mein Schicksal hast du stets regiert und stets warst du mit mir. die dein hoher Ruf, wie uns, o Gott, zu Menschen schuf. 4. Nimm Aller väterlich dich an, und leite sie auf ebner Bahn; es sei zu dei nem Preis und Ruhm ein jedes Volk dein Eigenthum! 5. Verirrte führe, Herr, zurück zu tir, zu ihrem wahren Glück; und wer von dir sich führen läßt, der werd' im Guten treu und fest! 6. Entreiß' der Laster Tyrannei die Sünder; mache, Gott, sie frei, daß sie der Tugend Pfade geh'n, und freudig einst dein Antlit sch'n! 7. Gib allen Menschen frohen Muth; bewahr' ihr Leben und ihr Gut; laß ihrer Hände Werk gedeih'n, verdiente Achtung sie erfreu'n. 8. In ihrer Noth verlaß sie nie; und sind sie traurig, tröfte sie! Gib ihnen hier Zufriedenheit, und dort der Frommen Seligkeit. 9. Wir Alle, cinst den Engeln gleich, erheben dich in deinem Reich, und ewig, ewig danken wir, dir, unser Aller Vater, dir. 2. Wann Angst und Noth sich mir genabt; so hörte Gott mein Flehn, und ließ durch seinen gnäd'gen Rath mich nicht darin vergeh'n. 3. Wann ich in Schmerz und Krankheit sank, und rief: Herr, rette mich! ſo half mir Gott. Mit welchem Dank, mein Gott! erheb' ich dich? 4. Betrübte mich des Feindes Haß: so tlagt' ich Gott den Schmerz. Er half mir, daß ich ihn vergaß, und gab Geduld in's Herz. 5. Wann ich den richt'gen Pfad verlor und mich verschuldet sah, rief ich zu dir, mein Gott, empor; und Hülfe war mir nah. 6 Oft, wann nach Troft die Seele rang, Gott sich von mir gewandt, rief ich voll Sehnsucht: Herr, wie lang! Und mich hielt feine Hand. 7. Er half; noch hilft er stets, der Herr, denn er ist fromm und gut. Aus der Versuchung rettet er, und gibt zur Zugend Muth. 8. Sitt to Dankbarkeit. 313 8. Herr, für die Leiden mir, und auch mit Güte dank' ich dir, dadurch du mich geübt, wie für die Freuden, welche mir dein milder Segen gibt! 9. Dir dank' ich, Herr, daß die Statur mich nährt und mich erfreut. Ich schmeck' in jeder Kreatur, Gott, deine Freundlichkeit. 10. Ich danke dir für dei nen Sohn, der für mich Günder starb und der zu deinem Gnadenthron den Zutritt mir erwarb. 11. Lobt Gott in seinem Heiligthum! Erheb' ihn, Volk des Herrn! Die Erd' ist voll von seinem Ruhm; er hilft und rettet gern. 12. Er hilft und läßt die Traurigkeit bald uns voru bergeh'n, will uns, nach kurzer Prüfungszeit, zu ew'gem Glück erhöh'n. 13. Vergiß nicht, Scele, teinen Gott; was er an dir gethan! Verehr' und halte sein Gebot und bet' ihn ewig an. nah'. 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preisen Erd' und Meere, und Himmel predigen die Wunder deiner Ehre. Dich bet' ich dankend an! Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Menschen Fleh'n, und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott, gewürdigt werde, was frag' ich außer dir, nach allem Glück der Erde! Im Himmel donnerst du, und Schrecken füllt das Land: doch fürcht' ich Nichts; denn du deckst mich mit deiner Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh, die bu, Herr, ausgebreitet, der Sonne Majestät, den Mond, den du bereitet; ſo sprech' ich: Was ist doch der Mensch, daß du sein denkst, und daß du täglich uns unzählig Gutes schenkst! 5. Voll Güte låß'st du uns auf grünen Uuen weiden, nährst uns mit Speis' und Trank, und füllst das Mel. Nun banket Alle Gott 405 mit Du großer Gott, durch dich bin ich vorhanden; die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden. Denn, wenn du sprichst, geschichts; wenn du gebeutft, steht's da. Mit Aumacht bist du test mein, ch' mich die Mutter noch gebar; ja sabft mich, eh' der Grund der Welt geleget war. 6. Du wogst mein Glück mir ab, und Leiden, die mich üben; und meiner Tage Zahl war in dein Buch geschries Pflichten gegen Gott. 314 schrieben. Du bist der Frommen Schuß, du bist der Ruh'; ein Gott, gern verzeiht. Wie gnådig, Gott, bist du! 7. Wem sollt' ich sonst vertrau'n, als dir, du Gott der Götter? wen ehren so, wie dich, mein Schuß und mein Erretter? Wie sanft ist dein Befehl: Gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg; ich bin dein Schild und Lohn! 8. Herr, dein Heil, dein Weg und Leben! Gebot ist ist Fried' Wie konnt' ich einem Gott der Liebe wider: streben? Der Lasterhafte mag in stolzem Glücke blüh'n, mich soll er dennoch nicht in seine Nete zieh'n! 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sun de fliehen; denn du wirst Aller Werk vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Boses noch gelüft't, bedenken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist. 10. Sollt' ich nach Ehr' Mel. Alle Menschen müssen 406 Callet nieder! falnieder! Be= tet Gottes Hoheit an! Menschen, Christen, Freunde, Brüder! viel hat er an uns gethan. Seht, wir schöpfen, was wir haben, aus dem Strome seiner Gaben, jedes Gut, das uns entzückt, jeden Vorzug, der uns schmückt! 2. Keiner rühme seiner Stärke, seiner Kunst und Weisheit sich! Jeder rühme deine Werke, Vater, Jeder rühme dich! Boll von tiefer Demuth preise dich der Starke, dich der Weisel Ihre Kraft und ihr Verstand sind Geschenke deiner Hand. 0 3. Dich, mein Vater, will ich loben demuthsvoll bis in den Tod. Ewig sei von mir erhoben über alles, mein Gott! Ungebetet follst du werden, weil im Him mel und auf Erden Keiner dir an Größe gleicht, Keiner je dich ganz erreicht! Mel. Sollt' ich meinen Gott und Ruhm mit Sünd und 407 2lles hast du mir Unrecht trachten? Nein, Herr, wenn du mich ehrst! mag mich die Welt verachten! Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weih'; gib, daß mein Wandel stets dir wohlgefällig sei! gegeben, Alles, Gott, bin ich durch dich; du, nur du beglücktest mich! Glieder, Kräfte, Sinne, Le ben, Triebe, Freiheit und Verstand gab mir deine Schöpferhand. 2. Eh' ich noch dich Bater nannte, to Dankbarkeit. 315 nannte, eh' ich reif zum Da- fleh' auch künftig mir Segen, seyn war, eh' ich Schmerzen Trost und Heil von dir. und Gefahr, eh' ich Glück Freude kannte, sorgtest du schon väterlich für mein Daseyn und für mich. 3. In den Jahren meiner Jugend, wo ich schwach an Einsicht war, warntest du mich vor Gefahr, gabst du mir Gefühl für Tugend, segnetest du mein Bemüh'n, mich Verführern zu ents zieh'n. 4. Alle meine Lebensfreuden hab' ich, Bater, nur von dir; Glück und Wohlfahrt gibst du mir, frohen Muth in meinen Leiden; und wie oft trågt deine Huld meine Fehler mit Geduld! 5. Täglich kann ich es er: fahren, wie du deine Menschen liebst, ihnen Schuß und Beistand gibst, sie vor Uebeln zu bewahren; wie du sie versorgst und nährst, ihnen manchen Wunsch gewährst. 6. Wie du ftets mich weise führest, väterlich an mich gedenkst, Uebel auch zum Guten lenkst; wie du mein Geschick rgierest, meine Wohl fahrt zu erhöh'n, lern' ich immer mehr versteh'n. 7. Mit dem freudigsten Gemüthe fühl ich jeder Wohlthat Werth, die mir täglich widerfährt, preise deine weise Güte, und erIn eigener Melodie 408 get Ehre, Preis und Ruhm, ihr Jubelchöre; jauchzt, Beseligte des Herrn! Bringet Ruhm, ihr Erdensöhne, singet eure Jubeltone; er, der Herr, beglückt uns gern! 2. Sollten wir dem Herrn nicht singen, ihm nicht Freudenopfer bringen? Er erschafft und er erhålt! Tief im Staub, verehrt ihn, Kinder! Kinder heißt er uns, uns Sünder; er ist Vater seiner Welt! 3. 3war sein Thron steht unerschüttert, und die weite Schöpfung zittert tief ges beugt vor ihrem Herrn; wenn gleich unsre Lieder schweigen, seht die Millionen Zeugen, laut verkünden sie den Herrn! 4. Über unsre Seelen heben sich zum Glück der Engel, leben schon des Himmels Leben hier. Welche göttlichhohe Freuden, welchen Trost für alle Leiden, welche Ruhe fühlen wir: 5. Wenn der Geist zu ihm sich waget, ein Gedank dem andern saget: Er ist Vater seiner Welt; still entzückend dem Gemüthe dann die Fülle seiner Güte sich 02 316 Pflichten gegen Gott. sich zum großen 3eugen groß und gut. Lob sei ihm stellt! immerdar! 6. Naht euch zu ihm, seine Kinder! Bittert nicht, feid ihr Mel. Lobt Gott, ihr Ghriften Sünder ihr: die Lich' ist er! 410 Auf, Chriften. Derkt den göttlichen Gedanken, fühlt die Wonne, ihm zu danken: groß und gnådig ist der Herr! bringet Preis und Ehr' dem Herrscher aller Welt, dem Mächtigen, der Erd' und Meer und alle Himmel hålt! 7. Hallelujah! Bringet Ehre, Preis und Ruhm, ihr Jubelchore, jauchzt, Befeligte des Herrn! Bringet Ruhm, ihr Erdenföhne, finget eure Jubeltöne; er, der Herr, beglückt uns gern! 409 Nott mit Hers In eigener Melodie. un danket Alle zen, Mund und Händen, der große Dinge thut hier und an allen Enden, der uns so väterlich von unsrer Kindheit an bis diesen Augenblick unzählig Gut's gethan! 2. Der ewigreiche Gott woll' uns, so lang' wir leben, ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad' erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort! 3. Lob, Ehr' und Preis sci Gott, dem Vater und dem Sohne und feinem heil'gen Geist! Er, der vom Himmelsthrone voll Liebe auf uns sicht, bleibt, wie er ewig war, unendlich ( bit 2. Froblockt mit jubel reichem Schall Gott, un serm höchsten Gut, der große Wunder überall, auch an uns Menschen, thut! 3. Von unsrer zarten Kindheit an hat er uns unterstügt, er, der allein uns helfen kann, und gern uns hilft und schüßt. 4. Uus seiner Fülle neh men wir noch immer, was uns nährt, und unsern See len auch schon bier Zufriedenheit gewährt. 5. Er streut auf dieses Lebens Pfad viel Freuden um uns her. Die Noth, womit sein weiser Rath uns prüft, erleichtert er. 6. Er fordert uns zur Tugend auf, die hin zum Glück uns führt: er ist's, der unsern Lebenslauf mit weiser Hand regiert. 7. Er bleibt uns treu; fein Wort steht fest. Wer hier fich zu ihm hålt, kommt, wenn er diese Welt verläßt, zum Glück der beßren Welt. 8. Singt, Chriften, fingt ihm Dankbarkeit. 317 ihm Preis und Dank für Müh' und Sorgen; fie entfeine Gutigkeit! Einst wird fie euer Lobgesang noch mehr in Ewigkeit. floh'n, und jeden Morgen, wenn ich deine Sonne sah, waren neue Freuden da. 5. Ja, ich hab' aus deiner Fülle, was mein Herz nur wünschen mag, Speis' und 411) und Dach und Hülle, Schuß und Hülfe jeden Tag. Immer kam und kommt dein Segen unerwartet mir ertgegen, und, wo mir ein uebel droht, Rettung oder Trost in Noth. Mel. Jesu, meines Lebens Leben alte dich mit an den Herrn, und opfre Dank! Weih' ihm jeden deiner Triebe! Seele, Gott sei dein Gefang! Selig einst vor ihm zu werden, schuf er mich, und schon auf Erden seh' und führ' ich's wonnevoll, was ich künftig werden soll. 2. Jeder Tag gebiert mir Freude, Freude jeder Augenblick; felbst die Schmerzen, die ich leide, werden Segen mir und Glück. Riefeln nicht im Pilgerlande Quellen auch im dürrsten Sande? Immer strahlt die Sonne nicht, aber auch die Nacht hat Licht. 3. Jedes Glück, das ich gewinne, wer gewährt mir's, Herr, als du? Stromen nicht durch alle Sinne Lust mir und Vergnügen Ist's, o Gott, nicht deine Gabe, daß ich diese Sinne habe, und zum täglichen Genuß Nothdurft und oft Ueberfluß? zu? 4 O wie viele frohe Tage floffen, weil mir nichts gebrach, ruhig hin und frei von Plage, frei von jedem ungemach! Hatt' auch einer 6. Ruh' und Sicherheit im Lande, Ordnung und Gesetz und Recht, diese starten, festen Bande für das menschliche Geschlecht, und des Umgangs süße Freuden, und der Freundschaft Trost im Leiden, Rath und Beistand hab' auch ich; Gott, wie preif' ich würdig dich! 7. Dies gewährst du dies sem Leben, dieser kurzen uebungszeit. was wirst du, Herr, mir geben einst in jener Ewigkeit! Ewig selig dort zu werden, schufft du mich; und schon auf Erden seh' ich's, fühl' ich's wonnevoll, was ich künftig werden soll. Mel. Nun tanket Alle Gott Jugend 411( 6) er du von auf mit Huld und Vatergüte für mich, mein Gott, gesorgt, mit dankendem Ge03 můthe 318 Pflichten gegen Gott. nicht schmeichelt, die Jeſu Geist und Sinn nachahmt und in sich nährt, hast du von Jugend auf mich, guter Gott, gelehrt. müthe denk' ich voll Rührung quillt, mit falschem Trost nach, was du an mir gethan, wie wenig ich verdient, wie schwach ich danken kann. 2. Un treuer Weltern Hand entfloh die erste Jugend; sie zeigten sorgsam mir den Weg zur wahren Tugend. Wann ihre Stimme schwieg, sprach guter Lehrer Mund, und machte redlich mir der Weisheit Schäße kund. 7. Wie dank' ich würdig dir? Durch Thaten will ich danken. und wollte ja mein Fuß vom Tugendwege wan ken: o dann erinnre du mit deiner Gotteskraft, durch mein Gewissen, mich der schweren Rechenschaft. 3. Wie weit wär' ich vielleicht vom Tugendpfad entfernet, hätt' ich durch ihren Rath nicht die Gefahr gelerLob Gottes. net, zu der das Laster führt! Mel Mein Gott, das Herz Leicht werden wir sein Raub; 412 Von allen him. dit, uns mache Leichtsinn nie für ihre Lehren taub! 4. Wie Manchem ward das Glück, das du mir gabst, entzogen; wie Mancher von der Luft der Sinnlichkeit betrogen, weil ungewarnt sein Fuß nicht jene Schlange mied, die unter Blumen lauscht, verlegt, eh' man sie sieht! 5. Was gut und edel ist, was dir gefällt, was nüßet, was auf der Lebensbahn uns vor dem Fall beschüket, was Muth im Leiden gibt, vor guten Menschen ehrt, hast du mich, guter Gott, von Kindheit an gelehrt. 6. Die achte Frömmigkeit, die nicht in Mienen heuchelt, die aus dem Herzen Herr, ein froher Lobgesang. Anbetungswürdi 3u dir, ger, steig' auch der Menschen Dank! 2. Du brauchst zwar unsers Preises nicht, wirst durch ihn größer nie; doch bleibet stets dein Lob uns Pflicht, und, Gott, wie schön ist die! 3. Dich preisen, ist uns Seligkeit; dir danken, hohe Lust; schon hier fühlt, wer sich deiner freut, den Himmel in der Brust 4. Wir stammeln zwar dein Lob hier nur, so heiß das Herz auch glüht; denn deinen Ruhm, Herr der Natur, erreicht kein sterblich Lied. 5. Doch Lob Gottes. 5. Doch du verschmähst das Opfer nicht, das dir die Undacht bringt, die sich mit Kindeszuversicht zu dir, Erhabner, schwingt. 6. So soll dein Lob denn allezeit in unserm Munde sein; stets unser Herz voll Dankbarkeit sich deiner Güte freun. 319 und dich, o Geist, deß Wunderkraft in Sündern neues Leben schafft! wir! Herr Gott, wir dan fen dir! Der Höchste ist von Ewigkeit! Er schuf die Welt, das Werk der Beit. Die ganze weite Schöpfung preist, Gott, Vater, dich! dich Sohn! dich Geift! Die Cherubim, die Seraphim, die Himmel alle singen ihm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Hei lig ist unser Gott, der allgewalt'ge Gott! Weit, über alle Himmel weit, geht deine Macht und Herrlichkeit! Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehr ten, deiner Boten Schaar, der Lehre Jesu Märtyrer, fie preisen ewig dich, o Herr! Auch deine ganze Christenheit preist dich auf Erden weit und breit, dich, Vater, auf der Himmel Thron, dich, Jefu Chrift, des Vaters Sohn, Du Hohenpriester! du Prophet! du König, deß Reich nie vergeht! Dut wardst ein Mensch, doch sündenrein, um uns von Súnden zu befrei'n. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. Zur Rechten Gottes sizest du; mit Macht und Güte herrschest du. O, der für uns geblutet hat, Das Te Deum. In eigener Melodie. err Gott, 413) für ( a) that, im Grabe låsfest du uns nicht; du kommst, du kommst und hältst Bericht! Einst sei im Himmel ew'ges Heil mit allen From men unser Theil! Hilf deinem Volke, Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist! Leit' uns durch unsre Průfungszeit den Weg zur frohen Ewigkeit! Die Erd' ist auch dein Heiligthum! Uuch sie erfülle stets dein Ruhm! In dieser unsrer Pilgerschaft ist, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft. Es ist ein reines, helles Licht; wer ihm ge= horcht, der sündigt nicht; und wer noch fällt und es bereut, der findet da Barmherzigkeit. Die Erd' erfüll', Herr, stets dein Ruhm, ſo wie des Himmels Heiligthum! Amen! 04 In 320 Pflichten gegen Gott. Recht zurück. Das Feld belohnt, durch dein Geheiß des dich loben treuen Landmanns regen Fleiß; es blühet Kunst und Wissenschaft, und Alles, Herr, durch deine Kraft. In voriger Melodie. err 413 bich toben Gott, wir! Herr Gott, wir danken dir! Dein Segen strömt durch deine Welt; du bist es, der auch uns erhålt! Drum steig' im hohen Jubelton auch unser Lied zu deinem Thron! Unendlicher, wer ist, wie du? Uns rufen alle Himmel zu: Der uns erschuf, ist groß, an Macht und Weisheit groß, an Huld und Liebe groß, ist unermeßlich groß! In unserm Staube flehen wir voll froher Zuversicht zu dir, zu dir, der uns im Himmel hört, und liebreich unsre Freuden mehrt. Kein Wesen ist vor dir zu klein; du willst sein milder Vater seyn. Von deines hohen Namens Ruhm erschall' auch jest dein Heiligthum! Wie wohl hast du an uns gethan! Nimm unsers Dankes Opfer an, und öffne deine Vaterhand auch ferner noch für unser Land! Laß jeden Stand gesegnet seyn, und fromm sich deines Gegens freun! Dann tont einst lauter noch als hier, Gott, unser Dank, hinauf zu dir! Amen! Wie groß war deine Herrlichkeit schon vor dem Unbeginn der Zeit! Doch wolltest du und es geschah: zahllose Welten standen da, und jede trat die weite Bahn, auf deinen Wink, mit Freuden an. Nie hob ihr Gleichges wicht sich auf; noch immer lenkst du ihren Lauf; und froh ist Jeder, der es denkt: du bist's, der auch die Erde Mel. Mein ganzer Geist, Gott lenkt. Wie weise, groß und 414 tone, feiernder was herrlich ist, dein Rath beschließt! Die Kronen sind in deiner Hand; den Weisen gibst du den Verstand, den Helden ihren Heldenmuth: und Alles, was du thust, ist gut. Durch dich erringt ein Volk den Sieg; durch dich entfleucht der wilde Krieg, und Friede führt uns Ruh' und Glück, die Ordnung und das Gesang, An betung Gott und Ruhm und Dank vor seinen Thron zu bringen! Er hört der Menschen Loblied gern, obgleich die Engel ihm, dem Herrn, in höhern Psalmen singen. Darum hat er mit den Heeren, die ihn ehren, zu den Stufen seines Throns auch mich gerufen. 2. Wie groß ist Gottes Herrs Lob Gottes. 321 Herrlichkeit! Er sprach zu Gute wird die Werke seiner seinen und Stårke stets erhalten; schůz zend über mir auch walten. Himmeln: Seid! zu dem Erdkreis: Werde! Da standen sie voll Reiz und Pracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Wie er's ausrief, da begonnen tausend Sonnen und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. 6. So hat der Herr an mich gedacht! So sorgt für mich die Huld und macht, die mich so hoch erhoben! O strömt aus meiner vollen Brust, strömt hin, Empfindungen der Lust, den Güz tigen zu loben! Schöpfer! Vater! dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine hochbeglückte Seele! 3. Er hat der Sonnen hohes Belt, die Himmel, über diese Welt für mich auch ausgebreitet; hat seiner Erde Lufigefild für mich auch liebevoll und mild bepflanzet und bereitet. Lachen nicht alle Wälder, alle Felder froh entgegen, reich für mich von seinem Segen? 4. Wem blüht das Thal? Für wen erhebt sich das Gebirg? Wem tönt und schwebt der Sånger in den Lüften? Für wen bevölkert sich das Wicer? Wem lebt der Thiere zahllos Heer auf seinen grünen Triften? Quellen rieseln, Winde wehen, Flüss' und Seeen werden Meere mir zum Segen, ihm zum Ehre. ( 5. Noch strahlt mir ungeschwächt sein Licht; noch weigert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmükken. Noch strömt ihr Freubenquell für mich; noch ist sie schön und jugendlich, Auge zu entzücken. Seine mein In eigener Melodie. 415 Nobet den Herren mächtigen Tretet König der Ehren! Lait uns den Weltenbeherrscher in Demuth verehren! heran; stimmet ein FreudenLied an, des höchsten Lob zu vermehren! 2. Lobet den Herren, der Alles auf's Beste regieret, der uns mit Weisheit und Güte bis hieher geführet, der uns erhält in der gefähr lichen Welt, daß man sein Vaterherz spüret! 3. Lobet den Herren, der unserer Seelen gedenket, geistlichen Segen in himmlischen Gütern uns schenket, der das Gemüth tröstet und himmelwärts zieht, wann zeitlich Trubsal es krånket! große der, 4. Lobet den Herren, der Barmherzigkeit übet, wann wir Menschen mit 05 322 Pflichten gegen Gott. mit Sünden ihn häufig be mein Gemüthe mit seinem dem trůbet, noch mit Geduld reichen Trost erfüllt, göttlicher Gnade und Huld Gott, der allen Jammer uns trågt und Sünden ver- stillt! Gebt unserm Gott die giebet! Ehre! 5. Lobet dem Herren, der Nahrung dem Leibe besches ret, der uns Gesundheit und Freude und Hülfe gewähret! In wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott das Leid in Freude verkehret! 2. Es danket dir des Hime mels Heer, Beherrscher aller Thronen; und die, die in der Luft, im Meer und auf der Erde wohnen, die alle die preisen deine Macht, uns und sie hervorgebracht. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Lobet den Herren, der unser Thun sichtbar gesegnet! Strome des Guten hat auf uns sein Wohlthun geregnet. Denket daran, was der Allmächtige kann, wie er uns Huldreich begegnet! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Güte walten. In seinem ganzen Königreich ist Alles recht, ist alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Lobet den Herren, der, wenn wir als Christen einst sterben, uns auch im Tode nicht låsset vergeh'n und verderben, und nach dem Tod uns liebt und segnet als Gott, ewige Freuden läßt erben! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: Ach Gott, vernimm mein Weinen! Da half mein Helfer; da ließ Gott mir Heil und Trost erscheinen. Drum dank' ich, Gott, drum dank' ich dir! Ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Lobet den Herren und seinen hochheiligen Namen! Lobt ihn mit Allen, die von ihm das Leben bekamen! Nah und fern frohlocket Alle dem Herrn; lobt ihn, in Ewigkeit! Amen! Mel. Allein Gott in der Höh' 416 ob Ehr und Preis dem hoch sten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der so viel Wunder thut, dem Gott, der 5. Gott ist uns nah und niemals nicht von feinem Volk geschieden; er, er ist seine Zuversicht, sein Segen, Heil und Frieden. Mit seiz ner Ullmacht leitet er, der Herr, durch's Feuer und durch's Meer. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Menschenkraft nicht Lob Gottes. nicht helfen kann, kein Retter uns sich zeiget, nimmt Gott sich unser mächtig an, der Allerbarmer neiget zu unserm Angstgebet sein Ohr; sein starker Urm hålt uns empor. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren; einst sollen meinen Lobgesang auch deine Himmel hören! Mein Geist, o Gott, erhebe dich; mein ganzes Herz erfreue sich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Shr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre! Der Sünde Gögen macht zu Spott! Der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 9. Kommt, kommet vor fein Ungesicht, ihm Dank und Preis zu bringen! Bezahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Der Herr hat Ulles wohl bedacht und Alles recht und gut gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! 323 und alle Simmel gehet seine Gnad' und Güte. Laßt uns mit Danken vor sein Untlig kommen, und unserm Gotte mit Psalmen jauchzen. In eigener Melodie. 417 Breis und Unbetung sei unserm Gotte! Denn er ist sehr freundlich; weit über Erd' 2. Båterlich liebt er uns, seine Kinder; singt zu sei= nem Preise! Ein Lublied ihm sei unser ganzes Leben! Ihn, ihn laßt uns lieben, der vor der Welt Beginn uns schon geliebt hat! Wer wollte Gott nicht von Herzen lieben? 3. 3war kann der Mensch nicht ihn würdig preisen; doch mit Wohlgefallen vernimmt er hoch herab von seinem Himmel unser frohes Danklied, und geußt der Freuden viel in unsre Secle, wenn wir ihm danken, dem Gnadenvollen. 4. Schon hier auf Erden quillt Freud' und Leben uns aus seiner Gnade. Doch größre Seligkeit ist dort bereitet denen, die ihn lieben, wenn sie dereinst, erneut zu seinem Bilde, ver= klårt und heilig, vom Tod erwacht sind. 5. Laßt unsers Gottes uns ewig freuen! Hallelujah! Amen! O welche Seligkeit ist's, sein sich freuen; hier und einst im Himmel ihm ganz sich hei= ligen und ganz ihm leben! Denn ewig liebt er uns, seine Kinder. 06 Mel. Pflichten gegen Gott. 324 Mel. Jesu, meines Lebens 418 höpfer der er schaffnen Heere, freudig rühm' ich deine Macht, daß du mich zu deiner Ehre haft ans Licht der Welt gebracht! Sinne, Le b und Seel' und Leben hat mir deine Huld gege ben. Großer Schöpfer, nimm dafür ewig Dank und Lob von mir! 2. Wunderbar bin ich bereitet, und mit Kräften ausgeziert; wunderbar ward ich geleitet, meinem Glücke zugeführt. Für die treue Vaterpflege, für die Güte deiner Bege, wunderbarer Gott, sei dir ewig Dank und Lob von mir! Herz befleckt: o dann ließest du mich finden Gnade, die zur Buße weckt. Mit unendlichem Erbarmen überströmtest du mich Armen. Nimm, Barmherziger, dafür reinen Herzensdank von mir! 4. Herr, du zählteft meine Thränen; eh' ich weinte, sahst du sie. Liebreich merktest du mein Sehnen unter dieses Lebens Müh'; und an jedem Leidenstage lindertest du meine Plage. Nimm, o Vater, nimm dafür ewig frohen Dank von mir! 6. O was bin ich Mensch von Erde, daß du meiner so gedenkst, und damit ich heilig werde, mich so treulich zu dir lenkst; daß so viele deiner Gaben mich an jedem Tage laben? Dir, du ew'ge Liebe, dir opf're ich heißen Dank dafür! 7. Treu im Glauben laß mich enden, Vater, meinen Lebenslauf! Führ', o führ' an deinen Händen mich zum Mit hohen Ziel hinauf! des Himmels Erstgebornen, mit des Mittlers Uuserkohrnen jauchz' ich dann einst, Höchster, dir ewig, ewig Dank dafür. 3. Weislich hast du Ort und Zeiten für mein Daseyn auserwählt. Hat mir's an Gelegenheiten, fromm zu werden, je gefehlt? Nie mals hast du mein vergessen, immer Heil mir zugemessen. mel. Wer nur den lieben Gott Weifer Gott, ich bringe dir 419 könnt ich dich, O mein Gott, ewig Preis und Dank dafür! recht preisen, wie du des Preises würdig bist! Könnt' ich dir ganz den Dank be weisen, den dies mein Herz dir schuldig ist, dies Herz, das deiner Gütigkeit sich tåg lich mit Entzücken freut! 2. Wer überströmet mich mit Segen? Wer theilt 5. Hatt' ich, Heiligster, mit mir, was mir gebricht? mit Sünden mein verführtes Wer schüget mich auf meis nen Lob Gottes. nen Wegen? Wer schenkt dem Geiste Trost und Licht? Wer gibt zu meinem Thun Gedeihn? Allgütiger, du bist's allein. 3. 3u zählen sind sie nicht, mein Vater, die Werke deiner Segenshand. Du warst schon meines Wohls Berather, eh' mein Bedürfniß ich empfand. Noch eh' ich war, da maßest du mir schon mein Schicksal liebreich zu. 4. Du stärkst mir das geschenkte Leben, und läsfest es 325 Dank und Ehre bringen, so lange sich mein Herz bewegt; und wird mein Mund einst kraftlos seyn: so stimm' ich noch mit Seufzen ein. 8. Nur Dank und Lob kann ich dir geben; nimm es, mein Gott, mit Gnaden an, bis ich in jenem bessern Leben dich würdiger erheben kann! Da steigt in fel'ger Geister Chor mein Lobgesang zu dir empor. In voriger Melodie. nie freudenteer; zum höhern 420 Gott, den alle Wesen mich zu schick: du auch manche Trübsal herd doch stehst du uach mit Kraft mir bei, daß ich, o Herr, nicht muthlos sei. von dir kommt aller Welten Pracht. Was wir empfinden, seh'n und hören, hat deine Huld hervorgebracht. Herr, deiner hohen Weisheit Licht erforscht der größte Weise nicht. 5. Schon oft hat dies in meinen Tagen zu Freudenthránen mich gerührt, wie du mich unter manchen Plagen, zwar dunkel oft, doch gut geführt. In wie viel drohender Gefahr halfst du mir treu und wunderbar! 6. Wie sollt' ich denn nicht, voller Freuden, beståndig deinen Ruhm erhöhn? Wie sollt' ich, auch im tiefsten Leiden, nicht freudig trauend auf dich seh'n? Ja, tritt die größte Noth auch ein, wirst du doch, Gott, mein Helfer seyn. 2. Du bists, der die Geschöpfe weitet, und ihnen Lust und Wohlseyn schenkt; du bist es, der die Erde kleidet und sie mit Thau und Regen trånkt; du bist's, Erhabner, dessen Kraft dem Frühling seine Unmuth schafft: 7. Von deiner Güte will ich fingen, so lange sich die Bunge regt; dir will ich 3. Daß Fluren, Garten fich verjüngen, und Alles neues Leben fühlt; daß alle Bäume Blüthen bringen, das Feld in tausend Farben spielt. Der Blume Wohlgeruch und pracht verkündigt, Schöpfer, deine Macht. 4. Du gabst, o Urquell alles 07 326 Pflichten gegen Gott. alles Lichtes, der Sonne Gottes milde Gabe; Nichts Wärme, gabst ihr Schein; ist mein Eigenthum! Für du bist der Schöpfer des das, was ich besitze, wos Gesichtes, und willst auch durch ich Undern nüße, ges dadurch uns erfreu'n, daß bührt, Herr, dir, nicht mir die Schönheit deiner der Ruhm! Welt hellstrahlend in die Augen fällt. uns 5. Was lehrt das Licht von tausend Sternen, der Welten Abglanz in der Nacht? Erkennen soll ich, fühlen lernen die Größe deiner Schöpfermacht. Weit, über meine Fassung weit, geht, Schöpfer, deine Herrlichkeit. 6. So oft ich sie bewundernd sehe, führ' mich ihr Unblick, Gott, auf dich; und wo ich steh' und wo ich gehe, erfülle heil'ge Ehrfurcht mich vor dir, der du stets um mich bist und meines Herzens Tiefe siehst. 7. O laß mich stets mit frommen Blicken die Wunder deiner Werke sehn! Laß mich mit dankendem Entzücken dich, ihren Schöpfer, gern erhöh'n, mich deiner schönen Schöpfung freu'n, dir meines Herzens Undacht weih'n! Selbsterkenntniß und Demuth. Mel. In allen meinen Thaten 421 Wa as ich nur Gutes habe, ist 2. Mit Einsicht und mit Kräften zu des Berufs Geschäften beschenkt mich deine Huld. Durch dich allein gerathen mir meine guten Thaten; an Fehlern bin allein ich Schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, schaffst du nach deiner Treue, du Herr der ganzen Welt! Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage, wie deiner Weisheit es gefällt. 4. Sollt' ich mich nun er heben, wenn mir in diesem Gutes widers Leben viel fährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vor gezogen? Bin ich auch je mals dessen werth? 5. Nein, ich bin zu geringe der Huld, die ich befinge, und werd' es ewig seyn. Dies will ich nie vergessen, so werd' ich nicht vermessen durch Stolz und Hochmuth mich entweih'n. 6. Das weislich anzuwenden, was du mit Vaterhånden mir gütig zugewandt: dies sei in diesem Leben mein eifrigftes Bestreben! Dazu gib Demuth und Ver stand! In Selbsterkenntniß und Demuth. 327 In eigener Melodie. ihn redlich mir gestehn, und 422 Wie leicht vers voll Bertraun zu dir um nes Herzens Schwäche, wenn ich zu viel mir von mir selbst verspreche, und dann aus Bahn, aus Stolz und Eigensinn nicht sehen will, wie klein, wie schwach ich bin! 2. Gib, Gott, daß ich mir keine Nachsicht gönne, daß ich mich selbst und meine Fehler kenne, auch jeden Trieb, der sich in mir emport, zum Bösen reizt und meine Ruhe stort! 3. Entdecke mir der Zugend wahre Größe und je des Lasters Niedrigkeit und Bloße, daß nie sein Reiz mich blendet und verführt, daß immer nur der Tugend Werth mich rührt. 4. Nie las, o Herr, mich selbst die kleinsten Sünden entschuldigen und unerheblich finden! Gib, daß ich sie voll tiefer Scham bereu', und ernstlich auch den kleinsten Fehler scheu'! 5. Wenn mein Gemüth der Wahrheit Weg verfehlet, 7. Wenn ich mich meines Sinns und Wandels freue, und doch nicht ganz mich wahrer Tugend weite: so gib, daß ich, von Eigendunkel frei, sie recht zu würdigen, stets sorgsam ſei! 8. Wie manche That ents springt aus niedrem Triebe, aus Eigennut und nicht aus Menschenliebe! Wie manche That gewinnt den Ruhm der Welt, die doch nicht dir, Ullsehender, gefällt! 9. Du ließest mich von jeder meiner Pflichten und ihrem Werth schon frühe unterrichten; sie sind mein Glück, befördern stets mein Wohl: und doch thu' ich nicht immer, was ich soll. 10. lehre mich, wie oft, wie schnell ich fehle, wie gern ich noch mich vor mir selbst verhehle, und führe du, zu meinem wahren Glück, mich in mich selbst und in mein Herz zurück! das Böse wählet, leichtsinnig 423 gern gut seyn will, und doch Mel. In allen meinen Thaten ist und nicht den Irrthum sieht: so gib' ihm Licht, daß es den Irrthum flieht! 6. Verhehl ich mir beim Heiligungsgeschäfte aus stolzem Wahn den Mangel meiner Kräfte: so lehre mich ib, Gott, wenn ich dir biene, daß ich mich nie erkühne; darüber stolz zu seyn! Wer kann bei seinen Werken, wie oft er fehlet, merken? Wer ist von Mängeln völlig rein? 2. Such' ich stets deinen Wil Pflichten gegen uns selbst. 328 Willen so eifrig zu erfüllen, als es dein Wort gebeut? Trag' ich der Tugend Bürde, aus Kenntniß ihrer Würde, auch immer mit Zufrieden heit? 3. Entzieh' ich mich den Sünden auch stets aus rechten Gründen? aus wahrer Frömmigkeit? Oft sind die 424 Herr, der du 2 Mel. O Gott, du frommer Alles dem Triebe nicht deiner Liebe, nur Früchte der Natur und Zeit. ich Ulles habe, was ist mein Stand, mein Glück und je de gute Gabe? Es ist nicht mein, es ist ein unverdientes Gut, darum bewahre mich vor Stolz und Uebermuth! 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Nachster nüße, und wenn ich mehr Verstand, als er besigt, besige; bin ich d'rum mehr als er? Onein! Wer schenkte mir Berstand und Züchtigkeit? Alles kommt von 4. Der Sünden meiner Jugend, der Mångel meiner Tugend, o Herr, gedenke nicht! Willst du mit deinen Knechten, wie sie's verdienen, rechten, so trifft sie alle dein Gericht. 5. Doch wenn auch, dir zur Ehre, rein meine Tugend ware; weß ist dies Eigenthum? Wer ließ mich unter richten? Wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich seh'n und meinen Ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lieben, und dein Gebot zu üben, die Luft und Freudigkeit? Wer stärkte meine Kräfte im Heiligungsgeschäfte? Wer gab mir Muth und Kraft im Streit? 7. Du schaffst, daß ich dich wähle; du rufft mich, wann ich fehle, auf rechten Weg zurück: du ziehst mich ab von Sünden, und läßt mich Gnade finden, und gibst zu meiner Beßrung Glück. 8. Sollt' ich mich deß erheben, was du mir, Herr, gegeben? Hab' ich zum Stolz ein Recht? Könnt' ich auch Alles üben, was du mir vorgeschrieben, wer bin ich? Ein unnüßer Knecht! Uch, dir. 3. Wenn mir ein größer Glück nach deinem Rath begegnet und deine Gütigkeit mich mehr, als Undre, segnet, gibt diese deine Huld mir wohl zum Stolz ein Recht? Bin ich darum nicht auch, was Andre sind, dein Knecht? 4. Wenn ich geehrt und groß in hohen Würden ste he, und Undre unter mir in Eleinerm Glücke sehe; wer machte sie gering, und wer erhöhte mich? 3ft nicht mein Selbsterkenntniß mein Nächster oft viel würdiger, als ich? 5. Wie könnt' ich mich, o Gott, des Guten überbeben? Was ich befit', ist dein. Du sprichst: so bin ich Leben; du sprichst: so bin ich Nichts. Von dir kommt das Gedeihn. Drum laß mich ewig fern von Stolz und Hochmuth seyn! 5. Wer Alles weiß, und doch verborgen und unbekannt sich selbst noch bleibt, wie will der für sein Bestes sorgen? Was ist, das den Mel. Wer nur den lieben Gott 425 er bin zur treibt? Sich W welche wich- felbst recht kennent, ist Verstand, drum mache mich mit mir bekannt! t'ge Frage! Gott, lehre sie mich recht versteh'n! Gib, daß ich mir die Wahrheit fage, um mich, so wie ich bin, zu sehn! Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. und Demuth. 329 4. Du kennest meines Herzens Ticfen, die mir selbst unergründlich sind; drum laß mich oft und ernstlich prüfen, ob ich sei Chrifto gleich gesinnt? Befreie mich vom falschen Bahn, der auch den Klügsten täuschen kann! 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen, geschaffen, Gott, zu Preis. deinem Mein Leben nüglich anzuwenden, will mein Beru und dein Geheiß. Doch leb' ich, als dein Eigenthum, auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß; doch bin ich das auch in der That? Herr, öffne selbst mir das Verständniß, recht einzusehn, ob ich den Pfad, den Jeſus mir gewiesen, geh', und ob ich auch im Glauben steh'! 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir! Hab' ich der Wahrheit Weg erwählet; so gib, daß ich ihn nicht verlier'! Erleuchte mich mit deinem Licht, so tauschen mich Verführer nicht. 7. Bin noch fern vom rechten Stege, der mich zum ew'gen Leben führt; so bringe mich zurück vom Wege, der in's Verderben sich verliert! Gib mir zur Beßrung Lust und Kraft; du bist's, der beides in mir schafft! 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war, und hier gethan. O laß mich's nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann! Hier mache mich zum Himmel klug und frei von Wahn und Selbstbetrug! Selbst 330 Pflichten gegen uns selbst. Selbstliebe. Lust? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergångMel. O Gott, du frommer Gott lich Gut ist's, was uns selig 426 Dein Wille ift's, macht. foll mich selber lieben. O laß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben, und schránke selbst den Trieb: froh und beglückt zu seyn, den du mir eingepflanzt, in heil'ge Grånzen ein! 2. Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, und daß in Allem ich dein Auge kindlich scheue! Wer als ein Christ sich liebt, der flicht auch als ein Christ, was wider Gottesfurcht und Menschenliebe ist. 3. Kein synöder Eigennuk beherrsche meine Seele! und wann zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle, so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schau'n, auch nie mein Wohlergehn auf Andrer Elend baun! 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverletzt Gewis sen, nur das kann mir allein des Lebens Last versüßen; das bleibt mir auch im Tod, und folgt mir aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten Schimmer! Der Erde Reiz entflieht ja doch im Tod auf immer. Was hilft uns kurze 7. O selig, wer darnach mit heil'gem Eifer trachtet, und für sein größtes Glück, Gott, deinen Beifall achtet! Der liebt allein sich recht; der findet in der Zeit schon wahre Ruh' und einst vollkommne Seligkeit! 8. Dies sei auch mir mein Ziel! O laß es mir gelingen, des Herzens wahres Glück nach Wunsche zu erringen! Laß mich verachten, Herr, die Eitelkeit der Welt, gib, daß ich so mich lieb', wie dir es wohlgefällt! 4. Der Fluch trifft jedes Glück, dabei die Tugend leis det, dabei der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Sorge für die Seele. Mel. Kommt her zu mir Wer Unrecht liebt und thut, 427( a) Herr, miner hat deinen Beifall nicht. Nie treffe mich, o Gott, dies schreckliche Gericht! Seele gro ßen Werth, den mir Ver nunft und Schrift erklärt, laß mich mit Ernst bedenken und auf die Sorge für ihr Wohl so unermüdet, als ich soll, den größten Eifer lenken! 2. Wie Sorge für die Seele. 331 2. Wie huldreich hast du in dir, Gott, ruhig leben; uns bedacht; wie viel hat deine weise Macht schon hier an uns gewendet! Du schufft uns, Gott, dein Bild zu seyn, und hast, in uns es zu lerneu'n, selbst deinen Sohn gesendet. und du wirst nach vollbrachter Zeit auch mich gewiß zur Herrlichkeit in deinem Reich erheben! 3. 3u groß für diese kurze Seit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, genieß ich dieses Leben, durch Glauben und durch Frömmigkeit zu öherer Vollkommenheit dereinst mich zu erheben. 4. Mit großer Treue willst du mich auf diesem Pfade väterlich zu jenem Ziele führen. O laß mich nicht durch eigne Schuld das Heil, das deine Vaterhuld mir zugedacht, verlieren! 5. Mit dir, o Gott, vereint zu seyn, mich ewig deiner Huld zu freu'n und dich zum Trost zu wählen: das fei mein Ziel und mein Bemüh'n! Laß mich den rechten Weg dahin aus Leichtsinn nicht verfehlen! 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in mir ein Herz, das ¡ Unrecht fliehet, das auch die kleinste Schuld bereut, mit Vorsak keine Pflicht entweiht, für Alles Gute glühet! 7. Wie werd' ich dann so selig seyn! Schon hier werd' ich mich deiner freu'n, Mel. Es ist das Heil uns 427( 6) Nach meiner Seele Se ligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen! Sollt' ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? Wie würd' ich einst vor dir bestehn? Wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 2. Erst, wann die letzten Stunden nah'n, erst, wann wir sterben sollen, zu dir sich wenden, und die Bahn der Günde meiden wollen: das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht durch Jesum Christum zeiget. 3. Du rufest uns zur Heiligung; drum soll schon hi r auf Erden mir meines Herzens Besserung die höchste Sorge werden. Gib mir dazu nur Luft und Trieb; Nichts sei zu groß mir und zu lieb, der Tugend es zu opfern! 4. Gewann' ich auch die ganze Welt mit Allem, was den Sinnen und meinen Lüsten wohlgefällt, was würd' ich dann gewinnen? Was hülfen Glück und Schäße mir, was macht und Glanz, wenn 332 Pflichten gegen uns selbst. wenn ich dafür mein ewig gelingt mir mein Bemüh'n? Heil verschergte? Gefahr nehm' ich hier bei Gefahr, ein Neße bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! Ich Schwacher, wie entrinn' ich hier? 4. Die Welt hüllt in der Tugend Schein oft ihre Lafter künstlich ein, preist den Genuß des Lebens an, schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Ihr Weg ist lustig, breit und voll. Sie winkt mir, daß ich folgen soll. 5. Du, Jesu, mußt das Beste thun! Mein Hoffen soll auf dir beruh'n. Ach, durch dein Blut bin ich ja dein! Du wollest Stärke mir verleih'n, daß ich unMel. Gott Vater, an Erbarmen überwindlich treu, o Herr, 428 Hier ist noch unsre in jeder Prüfung sei! 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit in Noth und Tod noch ge ben! Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück; nur Got tes Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden. 6. Herr, laß nach diesem Kleinod mich vor allen Dingen trachten; mich immer, Heiligster, auf dich, auf Recht und Zugend achten! Daß ich auf deinen Wegen geh', und im Gericht vor dir besteh', sei meine größte Sorge! Hier sind wir immerdar im Streit; hier, wo uns Irrthum leicht berückt, das schwache Herz sich bald verstrickt, die Sinne jedes Blendwerk rührt, auch böses Beispiel oft verführt. 2. Oft nehmen Lafter überhand und stromen über's ganze Land. Drum hûte dich! Das Weltgericht bringt alle Sünden an das Licht. Christ, sei zum Kampfe stets bereit, und flieh' den Schlaf der Sicherheit. 3. Mein Vorsak ist: Ich will ihn fliehn! Doch, wie 6. Der Sündendienst scheint zu erfreu'n, und en digt sich in Schmach und Pein. Drum steh' dein guz ter Geist mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde fei. Gestatte dem Versucher nie, daß er mich deiner Hand ent zieb'! 7. 3war ist mein Glaub' oft klein; doch du, du starker Held, sagst Hülfe zu. Mein ganzes Herz ergibt sich dir. Ich weiß, durch dich ge lingt es mir. Auf dich ver läßt in aller Noth mein Herz sich fest bis in den Tod. 8. Wenn schon die Trüb fal Sorge für die Seele. 333 sal auf mich dringt, und sem Licht sich anvertrau'n. Angst mich überall ringt, bleib' ich doch stets in deiner Hand, und halt' in jeder Prüfung Stand. Du, du bist durch den Glauben mein, nun muß mir Alles heilsam seyn. um- Denn die folgsam darauf schau'n, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 9. Mit dir, o Herr, kann ich besteh'n, sollt' auch der Weltkreis untergeh'n. Es fürchte sich der Heuchelchrift, und wer ein Sklav' der La= ster ist. Ich will nicht zagen. Ins Gericht kommt, Herr, wer an dich glaubet, nicht. 10. Dir, Höchster, will ich stets vertrau'n, stets freudig hoffend auf dich schau'n. Bis dort, wohin mein Herz sich sehnt, den Sieger Preis und Ehre krönt, steh', Herr, in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger sei! 3. Weisheit ist es, darnach trachten, recht mit sich bekannt zu seyn; sich nicht schon vollkommen achten und den Eigendünkel scheu'n; oft auf seine Fehler sehn, reuig sie vor Gott geftehn; eifrig stets nach Behrung streben, und doch nie sich stolz erheben. 4. Weisheit ist es, Chris stum chren, seiner Mittlerhuld vertrau'n; jo auf seine Stimme hören, und seinen Wandel schaun, man falsche Wege flieht, und mit Eifer sich bemüht, seinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. auf daß Mel. Freu' dich sehr, o meine 5. Weisheit ist es, Alles meiden, was mit Reu' das 429 ebre mich, perr, Herz beschwert; fern sich recht bedenken, was wahrhafte Weisheit sei; meinen Fleiß darauf zu lenken, steh' mir selbst mit Gnade bei! Denn was citler Bahn der Welt oft für hohe Beisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen und kann nicht vor dir bestehen. halten von den Freuden, die der Sündendienst gewährt; eitlen Ruhm, der bald verblüht, Lust, die im Genuß noch flieht, nicht für wahre Wohlfahrt achten; nein, trachten. nach bessern Gütern 6. Weisheit ist es, Got tes Gnade sich zu seinem Zick ersehn, und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück ents gegen gehn; gern auch Gottes Willen thun; froh in seiner 2. Weisheit ist's, wenn unsre Seelen sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen, und mit fester Zuversicht die 334 Pflichten gegen uns selbst. ner Fügung ruhn, und, wann den Prüfungen von Gottes Leiden uns beschweren, hof- Hand noch betreffen werden. fend mit Geduld ihn ehren. Der fällt leicht, dem es däucht, daß er sicher stehe auf der Tugend Höhe. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß, was irdisch ist, vergeht; Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo das Ziel des Glaubens steht; seine Blicke unverwandt nach dem ew'gen Vaterland rich ten, und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 4. Wache! denn hier hat der Christ noch von allen Seiten, was der Seele schadlich ist, muthig zu bestreiten. Gott låßt zu, daß auch du, wenn du sorglos wallest, in Versuchung fallest. 5. Wache, daß die Macht der Welt nicht dein Herz vers kehre; nicht, wenn sie sich freundlich stellt, dich durch Lift bethore. Wach' und sich', daß dich nie die Ver führer fållen, die dir Nike stellen. 6. Wach' und hab' auf dich wohl Ucht, daß dich nicht die Sünde, wenn zu ihr die Lust erwacht. schimpflich überwinIn eigener Melodie. 430 mache ich, mein de Sie betrügt und beſiegt leicht den, sich fest zu stehn sich schmeichelt. 7. Bete aber auch dabei, bete bei dem Wachen; das wird dich von Trägheit frei und behutsam machen. Gott verleiht Festigkeit dir, durch seine Gnade, auf dem rechten Pfade. 8. Drum so will ich im merdar wachen, beten, fles hen, um in jeglicher Gefahr glorreich zu bestehen! Kurze Zeit währt der Streit, und dann wird zum Lohne mir die Siegeskrone. Mel. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser bestes Theil. Die von ihr geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir, Gott! verleihe sie auch mir; laß sie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens leiten. wache, bet' und flehe, daß auch in der bösen Zeit fest dein Glaube stehe. Sicher ist nie der Christ; Gott läßt auch die Frommen in Versuchung kommen. 2. Sage nicht: Ich habe Zeit; jetzt noch darf ich schlafen. Denk' an Tod und Ewigkeit, an der Sünde Strafen; sieh', der Tod, der dir droht, kann dich leicht in Sünden unbereitet finden. 3. Wache! dir ist unbekannt, ob dich nicht auf Er 335 Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren 431( a) mich muß ich mich, mich selber zu bes bestehen, er sei mir noch selbst Du kämpfen, der Lüfte Macht zu dâmpfen; ich siege, Gott, durch dich! Sorge für die Seele. bezwingen, um dir, Gott, treu zu seyn; das Gute zu vollbringen die Sünden luft zu scheu'n, muß ich mit edlem Muth mich auf den Mel. Alle Menschen müssen Kampfplaß wagen, mir mans 431( 6) 11nfer Wandel ift im chen und e des falsche Gut. 2. Ich soll kein Uebel fliehen, wenn mir die Pflicht gebeut, mich ihm zu unterziehen; soll mit Entschlossenheit da, Gefahren sind, auch die Gefahr nicht scheuen, um mich des Lohns zu freuen, den Kampf und Sieg gewinnt. wo Wie 3. Wer gibt mir zum Geschäfte der Selbstbeherrschung Kraft? Wie schwach find meine Kräfte! stark die Leidenschaft! Du, Bater, kannst allein zu meinem treuen Streben mir Muth und Stärke geben, und mir den Sieg verleih'n! 4. Auf jeden meiner Triebe, laß, Herr, mich achtsam seyn; laß mich die Eigenliebe und jeden Dünkel scheu'n. Will Wollust, Born und Geiz mein schwaches Herz berücken, hilf mir fie unterdrücken, besiegen ihren Reiz! 5. Auf dich nur will ich sehen; gestärkt durch dich, o Herr, den Streit mit mir mel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Je= der Fußtritt, den ich thue, bringet mich dem Land der Ruhe näher, immer näher zu. Wort, wie hoch erfreuest du! 2. Haltet's fest ihr theuren Brüder, haltet's feft dies werthe Wort! Nichts schlag' eure Hoffnung nieder! Wallet immer muthig fort! Muthig blicket hin zum Ziele; Viele schon ergriffen's, Viele! Wir, so wahr es Gott verhieß, wir ergreifen's auch gewiß. 3. Nur, wie fromme Pilger müssen, bleibet wacker, send nie laß! Stets des ho= hen Zwecks beflissen, wacht und kämpft ohn' Unterlaß! Feinde steh'n an euren Wegen; Stürme toben euch ents gegen; Nebel, Klüfte, Felsen droh'n, faßt nur Muth: groß ist der Lohn. 4. Was kein Auge je gesehen, was kein Ohr gehöret hat 336 Pflichten gegen uns selbst. hat, was kein Herz hier zu beschüßen, gibst du mit mil erfleben je sich unterwunden der Baterhand die Mittel, hat, das, das hat Gott dem die dazu uns nüßen. und bereitet, der hier tapfer zum Gebrauch gibst du Verkämpft und streitet. Drum stand. Dir ist die Sorge nicht verlaßt nicht eure Bahn; zu klein: wie sollte sie denn Jesus selbst ging euch voran. mir es seyn? 5. Unser Bandel ist im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Auf, mein Geist, crmůde nimmer! Schon seh' ich des Zieles Schimmer. Wenig, wenig Schritte noch, und getragen ist das Joch. 4 Gesunde Glieder, muntre Kräfte, o Gott, wie viel sind die nicht werth! Wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit sei nen Leib beschwert? Ift der Erde nicht größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Muth? 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohlfeyn stört, daß nicht, wenn meine Kräfte leiden, mein Geist den innern Vorwurf hört: Du selbst bift Storer deiner Ruh'; du zogst dir selbst dein Uebel zu! 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren achtsam seyn! Drückt mich die Last der Krankheit nieder; so flöße selbst Geduld mir ein! Gib heitern Muth und dann verleih', daß auch des Arztes Rath gedeih'! 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Leis bes Pflege zielt; nein, stets in jenen Schranken bleibe die dein Gesek mir anbefiehlt! Des Körpers Wohl laß nie allein den Endzweck meiner Sorge seyn! Corge seyn! H 8. Mein Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. Mel. Wer nur den lieben Gott es Leibes wars 432 D ten und ihn nähren, das ist, o Schöpfer, meine Pflicht. Muthwillig seinen Bau versehren, verbietet mir dein Unterricht. Ostehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig ſei! 2. Sollt' ich mit Vorsak das verlegen, was deine Hand mir anvertraut? Sollt' ich gering ein Kunstwerk schågen, das du, 0 Schöpfer, felbst erbaut? Weß ist mein Leib? Er ist ja dein. Sollt' ich denn sein Zerstörer seyn? 3. Ihn zu erhalten, zu Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 337 8. Mein größter Fleiß auf zu dem er lebt, wenn er dieser Erde sei meiner Seele nach niedern Lüften strebt. Wohl geweiht, daß sie zum Himmel weise werde und reife zur Vollkommenheit! Dazu, Herr, fegne meinen Fleiß, so leb' und sterb' ich dir zum Preis. Mel. Wer nur den lieben Gott 433( a) D er Wolluft Neiz zu wi derfireben, laß, Höchfter, meine Weisheit feyn! Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Pein. Drum fleh' ich demuthsvoll zu dir: o schaff' ein reines Herz in mir! 2. Die Wolluft fürzet unfre Tage, fie raubt dem Körper feine Kraft; und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage find Früchte die fer Leidenschaft. Der haßt sich selbst, der Wolluft liebt, und sich in ihre Fesseln gibt. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke; schwächt den Verstand, der Seele ler Werke, den Ernst, die Luft zu jeder Pflicht; führt Reue und Gewissensschmerz in das ihr hingegebne Herz. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde noch tiefer, als zum Thier, herab; er schändet und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zweck, 5. So schimpflich find der Wolluft Bande! Schon vor der Welt sind sie ein Spott; fie find vor dem Gewissen Schande, und noch weit mehr vor dir, o Gott! Wer sich in ihre Knechtschaft gibt, wird nicht von dir, o Gott, geliebt. Verderben schon hier, der 6. Den übergibst du dem seinen Leib entweiht; und nie wird deinen Himmel er ben, wer sich unreiner Lüfte freut. Ach, laß mich ihre Reizung fliehn, und keusch zu seyn mich stets bemühn! 7. Gib, daß ich allen bösen Lüften mit Muth und Nachdruck widersteh', und stets, dawider mich zu rüsten, auf dich, Allgegenwärt'ger, seh! Wer dich, Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgne Missethat. In voriger Melodie. Wolluft 433( 6) Sei, aller Reiz zu wehren, o Mensch, ein Freund der Nüchternheit! Laß Speis' und Trank dich nie beschweren und steure deiner Sinnlichkeit! Sei deiner Schwachheit dir bewußt, und meid' oft selbft erlaubte Luft! 2. Um rohe Triebe zu verhüten, sei schamhaft gea P gen 338 Pflichten gegen uns selbst. St, gen deinen Leib; laß nicht That vollbringen? dein Auge dir gebieten? der's nicht thut, schon tuflieh' eitlen Scherz und Zeit- gendhaft? Nein, auch den vertreib! des frechen Wiß- Trieb soll ich bezwingen, lings freier Scherz ernie- den Hang und Wunsch der drigt und verdirbt das Herz. Leidenschaft! Nicht unser Wandel nur soll rein, auch unfre Seele soll es seyn. 3. Entzieh' der Wollust ihre Kräfte durch Fleiß und edle Thätigkeit! Der Keuschheit Schußwehr sind Geschäfte; die Trägheit nährt die Sinnlichkeit. Bei Spielsucht und bei Müßig gang besiegt uns jeder böse Hang. 8. Die Lüfte find es, die uns schänden, und sie verlezen unsre Pflicht, auch ohne daß wir sie vollenden. Drum rühme dich der Keuschbeit nicht, so lange nicht dein guter Geist der Lüfte Herrschaft dich entreißt. 4. Willst du den Trieb der Wollust támpfen, eh er die Freiheit dir verwehrt, mußt du ihn ungesäumt bekämpfen, sobald er sich in die empört! Haft du ihn nicht schon früh erfickt, leicht wird er dann nicht unterdrückt. 9. Dent' oft den mächtigen Gedanken: Die Unschuld ist der Seele Glück, und werfe, fängst du an zu wanken, auf Gott und Zukunft deinen Blick! Dir gibt dein ganzer Lebenslauf fie nicht zurück! gibst du fie auf. 10. Drum fließe vor der Wollust Pfade, und lockt dich schmeichelnd ihre Bahn, so rufe brünftig Gott um Gnade und Weisheit in Versuchung an. Erzittre vor dem ersten Fall; du fälft gewiß mehr, als Einmal. 5. Oft täuschen dich des Lasters Triebe, und du erblickft nicht die Gefahr; oft wird zu unerlaubter Liebe, was Anfangs nichts als Freundschaft war. Ein langer Umgang macht dich dreift, und du vergißt, was Unschuld heißt. 6. Dein füblend Herz wird sich's verzeihen, daß es des Lasters Triebe nährt; 433( c) es wird nur ihren Ausbruch scheuen, weil dieser vor der Welt entehrt; wird kleine Fehler übersehn, und so zu größern übergehn. 7. Ift's Sünde nur, die Mel. Werde munter, mein tandhaft fei, o Gott, mein Wille, züchtig stets und keusch zu seyn; in der Unschuld heitern Stille deiner Gnade mich zu freun! keine Freude dieser Welt, wenn Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 339 wenn sie noch so sehr ge- Seil und Segen; himmlifällt, laß mich wider mein sche Zufriedenheit leitet auf Gewissen, wünschen, suchen der Unschuld Wegen mich zu und genießen! größrer Seligkeit. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell und sie können feft vertrauen, Gottes Antlig einst zu schauen. 2. Weiß ich doch, daß deine Güte, die so reich und freundlich ist, niemals Etwas uns verbiete, was das Leben uns versüßt. Uns zum Beften nur gebeut dein Gesep Enthaltſamkeit, Zucht und im Bigung im Ueberflusſe. 3. Unsre Kindheit, unfre Jugend, unser Alter darf sich freun. Auch die Freude, Gott, ift Tugend, aber heilig muß fie feyn; nicht ein Taumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört; wilde Lüste soll ich scheuen, und die Seele nie entweihen. 4.. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer feuschen Brust toben nie der Neue Schmerzen, wohnet Ruh' und wahre Luft. Unbeherrschte Sinnlichkeit tödtet die Zufriedenheit; fie vergiftet alle Freuden und verwandelt sie in Leiden. 5. O so will ich ernstlich freben, reines Herzens stets zu seyn; keusch und züchtig will ich leben, jeden Reiz der Lüfte scheun. Keine Lodung täusche mich, und mein Herz ergebe sich keiner schändlichen Begierde! Neis nigkeit fei meine Zierde! 6. Dann umgibt mich Mel. In allen meinen Thaten 434 Was ist mein ben, das du mir, Golt, gegeben? Ein unschäßbares Gut. Du gabst mir's, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 2. Hier wird die Saat gestreuet; dort, wenn sie wohl gedeihet, wird reich die Nernte feyn. Je länger ich hier lebe, und gut zu handeln firebe, je größer wird mein Glück dort seyn. 3. Sollt' ich dies Glück mir rauben? Herr, laß mir, im Glauben der fünft'gen Nerntezeit, mein Leben hier auf Erden so werth und wichtig werden, wie mir's bein heilig Wort gebeut! 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht. Du, Herr, riefft mich ins Leben, dir soll ich's wieder geben, wenn du gebeutft, doch früher nicht. 5. Was leicht in Krankheit flürzet, das Leben leicht P2 ver Pflichten gegen uns selbst. verkürzet, laß mich mit Freuden für einen jeden Sorgfalt fliehn; doch auch Sinn, o Gott! Wie groß, nicht ängstlich zagen, es für zum Wechsel im Genuß, ift die Pflicht zu wagen; auch deiner Gaben Ueberfluß! dazu hast du mir's verliehn. 4. Drum will ich mäßig im Genuffe der Gaben deiner Güte seyn, und Nichts von durch meinem Ueberfluffe niedre Schwelgerei entweihn. Denn schon des Dankes Pflicht gebeut mir Mäßigung und Nüchternheit. 5. Mit Speis' und Trank den Leib beschweren, ift schimpflich, ziemet Chriften nicht. Gott gibt sie uns, daß sie uns nähren, uns stärken zu Beruf und Pflicht. Was ist, das mehr den Geift entweiht und schwächt, als rohe Sinnlichkeit? 6. Unmäßigkeit lähmt alle Kräfte, bringt Krankheit, Armuth, Zank und Streit; macht treulos im Berufsge schäfte, raubt des Gewiffens Seligkeit; feßt zu den Thie ren uns berab, und stürzet vor der Zeit ins Grab. 340 6. In deine Vaterhände befehl' ich, Herr, mein Ende, und meiner Tage Lauf. Es fei mein ganzes Leben dir hier zum Dienft ergeben; hilf du nur selbst der Schwachheit auf! 7. Was nüßt ein langes Leben, wenn man nicht, Gott ergeben, nach wahrer Tugend firebt? Wer Gott und Menschen lievet, und sich im Glauben übet, nur der hat lang und wohl gelebt. Mel Wer nur den lieben Gott 435 Wie Pie mannigfal tig find die Gaben, womit uns deine Güte nährt, die, uns zu stärken und zu laben, so viel des Guten uns gewährt! Ja, Alles, was der Mensch genießt, beweist, wie freund lich, Gott, du bift! 2. Du fegneft Auen und Gefilde mit unerschöpfter Fruchtbarkeit, die deine väterliche Milde und Allmacht jedes Jahr erneut, damit der Mensch, von Sorgen frei, fich sättige und dankbar sei. 3. Du läsfest uns nicht Mangel leiden; du gibst uns unser täglich Brod; du gibst noch mehr, gibst uns auch 7. Ach, Mancher starb schon längst und modert durch Trunk zu früh ins Grab gestreckt, von Gott zur Rechenschaft gefodert, mit Schmach im Grabe noch bedeckt. Gott, laß mich ja dies Lafter scheun; enthalt sam, mäßig, nüchtern seyn! 8. So oft ich Speif und Trank genieße, so laß es mit Vernunft geschehn, und, daß ich Arbeitsamkeit und Berufstreue. 341 ich beides mir versüße, mit jenes Leben sehn, wo wir Dank auf dich, den Geber, ſehn; auf dich, der du uns zärtlich liebst und Nahrung und Erquickung gibft! nach treuem Fleiß zu deiner Ruhe gehn. Arbeitsamkeit und Berufstreue. Mel. O Gott, du frommer Gott 436 Du u haft uns Herr, die Pflicht zur Arbeit auferleget, und Fleiß in dem Beruf uns ernftlich eingepräget. Dir ift, o Heiligster, der Müffiggang verhaft: für uns des Unheils Quell, für Andere der Laft. 2. In deine Ordnung, Herr, laß willig mich bequemen, und Bürden des Berufs entschlossen auf mich nehmen! Wenn auch mein Angeficht der Arbeit Schweiß beneßt: woblauf! du haft mich selbst in den Beruf gefeßt. 3. Bewahre nur mein Herz vor eitlen Nahrungsforgen! Gib mir mein täglich Brod, und sorge du für morgen! Ich will an meinem Theil das Meine fleißig thun, und dann mit Zuverficht in deiner Fügung ruhn! 4. Auch fördre, großer Gott, die Werte meiner Hände, den Anfang fegne bu, beglücke du das Ende! laß mich bei jeder Laft auf 437 3 das Leben vom Mel. In allen meinen Thaten um Fleiße ward Schöpfer uns gegeben, und nicht zu träger Ruh'. Wie Fruchtbarkeit dem Regen, so folgt dem Fleiße Segen; er strömt uns Glück und Freuden zu. 2. Er stärkt des Leibes Kräfte; er fördert die Geschäfte, gibt uns ein fröhlich Herz: er schafft uns füBern Schlummer, erleichtert Gram und Kummer und Lindert oft den herbften Schmerz. 3. Er hilft den Hang besiegen zu sündlichem Vergnügen. Was mehr, was fiets erfreut: der Unsern Wohlfahrt schüßen, der Welt und Nachwelt nüzzen, das ist das Glück der Thätigkeit. 4. Drum laß uns, Gott, auf Erden nie träg im Guten werden; du gabst der Kraft uns viel! Dich, unsern Herrn, zu ehren, und Menschenglück zu mehren, fei immer unser schönstes Ziel! 5. Wenn Andre troftlos klagen, dann werden wir nicht zagen, und keinen Tag bereun. Wenn Träge trauern müsſen: dann spricht P3 uns Pflichten gegen uns selbst. 342 uns das Gewissen getroften Muth und Hoffnung ein. 6. Wenn einst viel edle Thaten um uns, gleich reifen Saaten, mit reichen Früchten stehn, wenn Taufende fich freuen und heißen Dank uns weihen: wie ist bann unser Lohn so schön! Arbeit sehe! Mit Licht und Weisheit fegne mich, daß ich nie Wege gebe, die mir dein heilig Wort verbeut! Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor Allem trachten. 5. Laß Müffiggang und mich mit aller Trägheit Sorgfalt meiden; thun, was ich soll, gestärkt durch und mit Mel. Es ist das Heil uns 438 GasBermögen Freuden, daß ich in meinem Stande treu, und meinen Brüdern nüßlich fei, und bir zur Ehre lebe! schafft, das Gute zu vollbringen; er gibt zur Arbeit Muth und Kraft und läßt fie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, wird, wenn's mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Segen bleiben. 2. Wer sich's zur ersten Sorge macht, vor ihm gerecht zu werden, und erst nach seinem Reiche tracht't, dem gibt er auch auf ErMel. Schon ist der Tag von Gott den vom Irdischen mit mil. 439( a) ur Arbeit, 3 der Hand so viel, beim Fleiß in seinem Stand, als ihm wahrhaftig nüßet. nicht zum Müssiggang, sind wir, Herr, auf Erden; drum laß auch mich mein Lebenlang durch Arbeit nüßlich werden! Gib mir Verstand und Luft und Kraft, geſchickt, treu und gewissenhaft mein Werk hier zu verrichten. 2. Hast du ein Umt, so warte sein; das ist, o Gott, dein Wille. O flöße felbft den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfülle; hilf, daß ich 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn; er frönet fie mit Gnade, daß ihnen nicht der Feinde Hohn und keine Misgunst schade. Mit seinem Schuß bedeckt er fie, und segnet bei des Lebens Müh' ibr Herz mit Trost und Hoffnung. 4. Drum gib, o Gott, daß ich auf dich bei meiner 6. Sei überall, mein Gott, mit mir! Die Werte meiner Hände befehl' ich, Allerhöchster, dir! hilf, daß ich sie vollende zu deines gros ßen Namens Preis, und daß die Frucht von meinem Fleiß in jene Welt mir folge! 343 Arbeitsamkeit und Berufstreue. ich fets an Willigkeit, an ich thu', mein Heil, dein Einsicht und an Tüchtigkeit Wohlgefallen, so werd' ich zu meinem Amte wachse. mit Gewissensruh' auf ebnem Wege wallen! Denn wer dir, Heiliger, mißfällt, was nüßzet dem die ganze Welt mit allen ihren Schägen? 8. Laß mir den zeitlichen Beruf, dazu mich, Herr, auf Erden dein weises Allmachtswort erschuf, doch eine Leiter werden, worauf ich einft in jener Welt, die höheren Beruf enthält, zu höhern Würden steige! 3. Laß auch vor träger Weichlichkeit mich stets mein Herz bewahren! Laß mich, wann es die Pflicht gebeut, nie meine Kräfte sparen! Wann sie ermatten nur, will ich durch reine stille Freuden mich zu neuer Arbeit stärken. 4. Gib Weisheit, Herr, und laß mich nicht die Zeit mit Nebendingen und mit Versäumniß meiner Pflicht verschwenderisch verbringen! seun, mich den Geschäften Das müsse mein Vergnügen ganz zu weihn, die du mir auferleget! 5. Ein heil'ger Trieb bes lebe mich, o Höchster, meine Pflichten in deiner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freuden zu verrichten! Ein Herz, das sich des Guten freut, gibt zu der Arbeit Munterfeit, versüßt uns ihre Laßten. nemt 6. Laß mich vor dir, Herr, unverrückt mit eiHerzen wandeln, das Geiz und Ehrsucht nie befrict. Gewissenhaft zu handeln; mein Leben dei: nem Dienst zu weihn; so nüßlich, als ich kann, zu seyn: das sei mir Ehr' und Reichtbum! 7. Mir sei bei Allem, was 439 11 aus beiner Mel. Allein Gott in der Höh Segenshand, Herr, täglich Heil entgegen. Durch dich erhebt sich Meer und Land zur Fruchtbarkeit, zum Segen. Durch dich strömt rings aus der Natur Gedeihn auf jede Kreatur; du bist des Segens Quelle. 2. Von dir kommt Weisheit und Verstand; du machst die Reiche blühen; du führeft Weise in das Land und segneft ihr Bes müben; du gibst dem Geiste Thätigkeit; du bist's, der Jedem Kraft verleiht, den Nächsten zu beglücken. 3. Durch dich, Herr, bringt uns Land und Meer die Güter deiner Erde von weit entlegnen Völkern her, 4 da pruchten gegen uns selbst. damit gesegnet werde mit Würdigung und weiser allen Gütern deiner Hand Gebrauch der irdischen das fernste Güter. Volk, das fernste Land und deine Liebe preise. 4. Du zeigeft ihren Wirfungskreis den Bürgern dieser Erde, daß Jeglicher durch seinen Fleiß dem Anbern nüßlich werde. Daß Jeder, den dein Wink er schuf, froh sei im eigenen Beruf, ist dein allweiser Wille! 344 5. Gib uns, o Vater, Redlichkeit in des Berufs Geschäften! Lehr' weif uns brauchen unsre Zeit, nach unsern besten Kräften! Hilf nüßlich werden Jedermann, wenn Rath und That ihm belfen kann zu seinem bessern Glücke! 6. Wie du für Alle Vater bist, für Böse und Gerechte, so sei, wer Erdenbürger ist, von jeglichem Geschlechte uns Nächster, Bruder, sei uns werth; und wenn er Hülfe, Troft begehrt, find' er stets Rath und Beistand! 7. Du bist der Vater, der erfreut, verbreiteft deinen Segen; du rufft: Zum Segnen seid bereit, geht Brüdern gern entgegen! Wie du die Lieb' und Güte bift, so sei ein Jeder, der fich Chrift nach Jesu Chrifto nennet! 440 gewisſen Herr Mel. Es ist das Heil uns err, laß mich doch haft mein zeitlich Gut verwalten! Gib felbft mir Weisheit, gib mir Kraft, damit so hauszuhalten, wie es mir nüßt und dir gefällt, damit ich nicht in fener Welt an ew'gen Gütern darbe! 2. Mein Hab und Gut kommt ja von dir; es ift dein milder Segen. Nicht zum Verderben gabft du mir mein zeitliches Vermögen; du gabst es mir zum wahren Wohl. So hilf denn, daß ich's, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche! 3. Was ist das mir ge schenkte Gut? Vergäng lich, wie die Erde. Gib, daß ich nie zum Uebermuth dadurch verleitet werde! Nie reiß' ein irdischer Ge winn mein Herz so weit zum Eitlen hin, daß ich mein Heil vergeffe! 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schäßzen, verführt' mich zeitlich Gut und Geld, sorgs los hintan zu setzen, was meiner Seele Heil begehrt, und mir ein ewig Glück ge währt? Wie strafbar würd' ich handeln? 5. Mein Weijer Gebrauch der trdischen Outer. 345 5. Mein erstes Trachten daß sie mein Abgott werfei allhier nach deines Gei- den! Oft fehlt beim Ueberstes Gaben! Wie reich bin fluß doch die Zufriedenheit, ich, o Gott, in dir, wenn und was ist ohne fie des ich nur dich kann haben! Lebens Herrlichkeit? Hab' ich nur, Höchfter, deine Huld, bin ich voll Glauben und Geduld, was fehlt dann meiner Seele? 2. Kann ein vergänglich Gut auch unsre Wünsche ftillen? Es steht ja sein Befiß nicht stets in unserm Willen! nicht stets wird's dem zu Theil, der ängstlich darnach ringt, und schnell verliert's oft der, dem sein Bemühn gelingt. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll beglükfen, darf nicht vergänglich feyn, muß für den Geift sich schicken. Der Thor hat Gelb und Gut; er hat's und wünscht noch mehr; er barbt in seinem Glück, sein Herz bleibt freudenleer. 6. Den Getz laß ferne von mir seyn, die Wurzel alles Bösen! Von Unruh' und Gewissenspein kann Reichthum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden Nichts, und Nichts am Tage des Gerichts. Da schüßt er keinen Sünder. 7. Lehr' du mich weise Sparsamkeit, um das nicht zu verschwenden, was du mir gabft; nein, in ber Zeit es nüßlich anzuwenden! Gib mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten, so wie mir, des Lebens Müh' erleichtre! 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; das laß mich stets bedenken, und mein Gemüth gewissenhaft zur Treu im Ird'schen lenken, daß selbst von Gütern die ser Zeit ich einst noch in der Ewigkeit den reichsten Segen ärnte! Mel. O Gott, du frommer Gott 441 Naß mich doch nicht, o Gott, den Schäßen dieser Erden so meine Neigung weihn, 4. O Gott, fo wehre doch der Habsucht niedern Trieben, und heilige mein Herz, nie das zu sehr zu lieben, was man mit Müh' gewinnt, bald schwelgerisch verzehrt, bald unruhvoll bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises, frommes Herz, das sei mein Schatz auf Erden! Sonft Alles, nur nicht dies, kann mir entriffen werden. Dies bleibt im Tod auch mein! dies folgt mir aus der Zeit, zum feligsten Gewinn, bis in die Ewigkeit. 6. Was find, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Vergnüe P 5 346 Pflichten gegen uns selbst. als ein Kaiserthum vermag. gnügen? Nur füße Träume Gott gibt jeden Tag mehr find's, die unsern Geift betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn, durch deines Gei ftes Kraft, zu ew'gen Gütern hin! 5. Ein Geizhals gebet zum Verderben, weil er nach Geld und Gut nur firebt! ich aber kann mit Freuden fterben, weil an der Welt mein Herz nicht flebt. So Mel. Wer nur den lieben Gott fährt die Seele selig bin, wo ប្ល 442 bin derreich- ich bei Gott der Reichste bin. Mel. Kommt ber zu mir, spricht ste Mensch auf hab' genug; Erden: ich drum hab' ich viel! Ein An- 443( a) Wer fich met drer mache sich Beschwerden, wie er den Mammon finden will! Wer mehr nicht sucht, als Gott bescheert, dem ist der größte Schatz gewährt. Tugend weiht, ist auch ein Freund der Sparsamkeit; er scheut sich, zu verschwenden. Du. Vater, du beglücktest ihn; nun sorgt er, was du ihm verliehn, stets weislich anzuwenden. 2. Dies Gut ist nicht sein Eigenthum: er soll es nur zu deinem Ruhm mit Redlichkeit verwalten. Er weiß es, und voll Dankbarkeit sorgt, strebt er, wie dein Wort gebeut, damit wohl hauszuhalten. 3. Er schwelget nie beim Ueberfluß, ist immer mäßig im Genuß erlaubter Sinnenfreuden. Er thut, was Wohlstand ihm gebeut; doch trügend Spiel und leppig feit beißt ihn die Klugheit meiden. 2. Der Reichihum liegt in den Gemüthern: wer sich begnügt, ist nimmer leer. Viel bleiben arm bei großen Gütern; denn sie verlangen immer mehr: und wer sich felber nicht befißt, hat einen Schaß, der Niemand nützt. 3. Ein Geizhals hat bei feinem Grämen nicht Eine Stunde Fröhlichkeit. hat's, und darf sich doch Nichts nehmen, weil er fich's immer selbst verbeut: mehr als fich selbst, liebt er die Welt, verzehrt sich selbst und spart sein Geld. Er 4. Wie ungetrübt verfließt dagegen mein Leben bei Genügsamkeit! Gibt 4. Er suchet, was sein mir mein Gott nur Einen Fleiß gewinnt, und was oft Segen, bin ich schon voll leicht und schnell zerrinnt, Zufriedenheit, und denke: mit Sorgfalt zu bewahren; PI Weiser Gebrauch der irdischen Güter. 347 er weiß, der Wechsellauf der Vater, immer mein Ruhm, Zeit bringt Mangel oft und was dir gefällt, wie bald Dürftigkeit und mancherlei verführt ein stolzer Sinn Gefahren. mich von der Demuth Pfade; verbirgt mir, wer ich bin! 3. Nicht im Befiß von Schäßen und Gütern dieser Zeit laß meinen Ruhm mich seßen; sie sind doch Eitelkeit; sie sind doch nur des Thoren Glück; verlassen uns im. Tode, und bleiben hier zurück. 4. Nicht Stand und äußre Würde verblende meinen Sinn! Wie oft zieht ihre Bürde den Geift zur Erde hin! Verdienst und Tugend sei allein der Rubm, nach dem ich ringe; nur er bleibt ewig mein! 5. Dich kennen; meine Pflichten mit Fleiß und Redlichkeit, mit Muth und Tren' verrichten, wie, Herr, dein Wort gebeut, und überall mein Christenthum nach Jesu Beispiel üben, das sei mir wahrer Ruhm! 6. Es fet, daß auf der Erde das Gute, das ich that, 5. Doch nie verlegt er feine Pflicht. Aus Geiz und Habsucht spart er nicht; er fpart mit mildem Herzen. Wie rührt ihn feiner Brüder Noth! Er theilt mit Hungrigen sein Brod; er lindert Gram und Schmerzen. 6. Er hilft im Stillen, wo er fann; was er durch Sparsamkeit gewann, wird zu der Menschheit Segen. Ihm ftrömet Dank und Freude zu, und froh kann er sich einft zur Ruh' des Grabes niederlegen. 7. Sollt' ich, o Gott, nicht sparsam seyn, nicht weislich die Verschwendung scheun, den Mißbrauch dei ner Gaben? Ja, heilig sei mir diese Pflicht! Ich kann zu dir dann Zuversicht auch felbft im Mangel haben. Mel Wann mich die Sünden aß Herr, nach mich niemals geizig seyn! Laß deinen Geist mich lebren, der Ehre mich zu freun, die selbst vor dir, o Gott, besteht, und mit mir von der Erde zum Himmel übergeht. 2. Nie blende mich der Schimmer des Ansehns vor der Welt! Nur das sei, es bleibt doch stille Saat, die auffeimt für die Ewigkeit; und o dein Beifall lobnet mich mit Zufriedenheit. 7. Wenn einst die ernste Wage du, Weltenrichter, nimmst, und am Vergeltungstage der Thaten Werth bestimmst; dann müsse meiP6 nem Pflichten gegen uns selbst. 348 nem ew'gen Geift des Himmels Krone werden, die mir dein Wort verheißt! 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meineid sprechen, dich zwin444 gen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzubrechen; er wird in dir der Wittwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. Mel. Auf, Christenmensch! Mobl' dem, der liebt, als Schäße dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt! 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, hier Güter zu befißen. Er gab sie uns, und auch die Pflicht, mit Weisheit fie zu nüßen. Sie dürfen unser Herz erfreun, und unsers Fleißes Antrieb feyn. und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Gottes Reiche trachten: ist dieses eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf? 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe, und machet, der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch Habsucht deinen Geift, und tödtet dein Gewissen, 7. Wie könnt' ein Herz, vom Geize hart, der Wohlthat Freuden schmecken; und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf' entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater; und aus Geiz entziehst du dich den Kindern, und läsfest dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern, und glaubst, du habft fie wohl bedacht, wenn du fie reich, wie dich, gemacht. 9. Du haft ein richterlic ches Amt; und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht recht zu sprechen; und selbst der Tugend größ ter Feind erkauft an dir fich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geift, die Wahrheit frei zu lehren; du schweigst, wenn sie dich reden heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirkt um Weiser Gebrauch der Lebenszeit. 349 um ein verächtlich Geld ein Gefühl und auch dadurch der Schmeichter und die Pest Freuden viel! der Welt. 4. Doch einst muß ich dies Leben schließen, weil dies mein irdisch Haus zerbricht. Drum soll ich zwar die Welt genießen, doch als genöff' ich ihrer nicht. Ich soll der Sinne Lüste fliehn, wann sie mich zu der Erde ziehn. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, so sehr sie auch die Sinne reizt; nach Wollust, Ehr' und Gold nicht trachten, wornach der Mensch so lüstern geizt; nie scheuen, was die Pflicht ge= Ew'ger, die wår' es voll 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir g'nügen laffe, Geiz ewig als Abgötterei von mir entfern' und hasse. Ein weises Herz und guter Muth sei meines Lebens größtes Gut! Weiser Gebrauch der Lebenszeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 445 Du gabft mir, ses Leben nicht für den Augenblick der Zeit: du haft es mir, mein Gott, gegeben zur Aussaat für die Ewig keit. Hier ist der Vorberei tungsort: Bestrafung und Belohnung dort. 2. Du schenktest mir Verstand und Willen; die Wahrheit zu erkennen, Licht; Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen; und lehrteft selbst mich meine Pflicht. Für Tugend gabst du mir Gefühl, und Freiheit, was ich wählen will. 3. Du goffest zwar auf dieser Erde viel Anmuth, Pracht und Schönheit aus und schmückteft durch dein macht'ges: Werde! auch meiner Seele irdisch Haus, gabft mir der Sinne fein Bitterkeit. 6. Dein Unterricht fei nicht vergebens! Gib, Vater, daß ich ihm getreu und beim Genusse dieses Lebens einst auch zu jenem tüchtig sei! Vollkommne Freude wohnt nicht hier, wohnt nur im Himmel, Gott, bei dir. 7. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu seyn, und diese turzen Uebungstage Gott und der Tugend ganz zu weihn, wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum beßren Leben führt! 8. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Lust des Fleisches und der Welt, und jede Lockung überwinde, die meinem Herzen Nege stellt, wenn ich, o se= 7 350 Pflichten gegen uns selbst. seliger Gewinn! als Sieger thun, was dir der Herr gedort gekrönet bin! beut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: Sieh, Eins ist Noth! Was säumest du? 4. Drum eil' und rette Secle, und denke deine nicht: Ein andermal? Sei wacker, bet' und überzähle Menschentage kleine der 3ahl. Sei fromm und wandle vor dem Herrn, wär' auch dein Ende noch so fern! 5. Mit jedem neu geschenkten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht! Sprich: Dir, o Gott, ist Nichts verborgen; ich bin vor deinem Ungesicht, und will, mich deiner Huld zu freun, mein Leben gern der Tugend weihn. 9. O gib mir deines Geistes Stärke, der du in Schwachen mächtig bist, mir, der zu diesem großen Werke zu schwach und noch zu sinnlich ist! Das Eitle lehre mich verschmähn, und auf das Ewige nur sehn! 10. Laß mich oft in gesuns den Tagen im Geist zu meinem Grabe gehn, und da bei Freuden und bei Plagen auf dich und jenes Leben sehn; damit ich, meiner Pflicht getreu, der höhern Freuden würdig sei! 446 Mel. Wer nur den lieben Gett s cilt der letzte von den Tagen, die du hier lebest, Mensch, herbei; erkauf die Zeit, und, statt zu klagen, sie sei zu kurz, gebrauch' fie treu! Nimm mit erkenntlichem Gemüth der nahen Stunde wahr: fie flieht! 6. Erleucht' und stärke Seele, meine weil ohne dich ich nichts vermag. Du schenkst, daß ich mein Heil erwähle, so huldvoll mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Güte mir gewährt! 2. Getäuscht von eitlen Kleinigkeiten, verlierst du deines Lebens Zweck; ver7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften nach Gottes Reiche hier gestrebt, in Gott gefälligen Geschäften schiebst dein Heil auf ferne die Pilgertage durchgelebt, Zeiten, und wirfst so sicher Jahre weg. Bist du, zu kühner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? und einst im Glauben sagen kann: Du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Flehn an meinem Ende hörst du dann, Herzenskündiger; in deine treuen Vaterhånde zeit, weislich nüßen, und befehl' ich meinen Geist, o Herr! 3. Ein ewig Glück einst zu besigen, sollst du des kurzen Lebens Zeit als deine Saat Weiser Gebrauch der Lebens; eit. Herr! Er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wann seine Hütte fällt. Mel. Wer nur den lieben Gott 447° o eilt ihr hin, ihr Lebensstunden? Zeit, edle Zeit, wo fliehst du hin? Wie mancher Tag ist schon verschwunden, seit ich der Erde Pilger bin! Ein großer Theil von meiner Zeit ist schon im Meer der Ewigkeit. 4. Mensch, sei ein Mensch! Fang' an zu leben und nüßlich für die Welt zu seyn! fang' an, dem Guten nachzustreben, bring' das Ver säumte doppelt ein, daß, wenn man deinen Leib begråbt, dein Werk und dein Gedächtniß lebt! 351 nicht deine pflicht erfüllst; du hast den Tag nicht überflüssig, den du so frech verschwenden willst. Wiss', ein Verlust, der ewig reut, ist der Verlust der edlen Zeit. 2. Ermuntre dich aus deinem Schlummer! Auf, auf, mein Geist, crmuntre dich! Dies sei dein Gram, dies sei dein Kummer, daß man cher Tag umsonst verstrich! Den ungenügten Augenblick bringt keine Reue dir zurück. 3. Der Thor durchlebet ſeine Jahre, eh' er des Le- Mel. Wer nur den lieben Gott bens Werth versteht; er naBahre, 448 Blick hin in die het früher sich der als er den Weg der Tugend geht. Was ist das Menschenleben werth, das un genügt vorüberfährt? vergangnen Zeiten, mein Geist, und sammle Weisheit ein, um, frei vom Dienst der Eitelkeiten, der Tugend dich allein zu weih'n. Nur sie schafft dir zu aller Zeit das wahre Gluck: Zufriedenheit. 2. Dank' ihm, dem Herrn, für alle Freuden, womit dich seine Huld erquickt; doch dank' ihm auch für jedes Leiden, das er dir liebreich zugeschickt. Denn Alles, was er an dir thut, ist weise stets, ist ewig gut. 3. Ver5. Sei nicht den kleins sten Zeitpunkt müßig, da du 6. Cib dir von einem je den Tage, den dir Gott schenket, Rechenschaft; durchdenk' ihn, leg' ihn auf die Wage: Bollbrachtest du ihn tugenthaft? Hast du nach Möglichkeit gethan, was Gott von einst fordern kann? 7. Herr meines Lebens, sei doch künftig mein Heil und meines Lebens Kraft; so wandle ich als Mensch vernünftig, fo leb' als Chrift ich tugendhaft, so dank' ich dir in Ewigkeit für die mir hier verlich'ne Zeit. 352 Pflichten gegen uns selbst. Zufriedenheit. 3. Vergiß nicht, wie er Genügsamkeit und dich beschüßte, wenn sich Gefahren dir genaht; dir schenkte, was dir wahrhaft nüßte, oft eh' ihn noch dein Flehen bat; und wie er oft dir mehr gewährt, als je dein Wunsch von ihm begehrt. 4. Denk' an die hingefloß: nen Stunden, die der Allliebende dir gab. Sind sie in seinem Dienst verschwunden, dann schrecken dich nicht Tod und Grab; dann ist die hier verfloßne Zeit Gewinn dir für die Ewigkeit. 5. Doch blick' auch voller Scham und Reue auf Fehler vor'ger Zeit zurück, und lern' aus ihnen beßre Treue und größre Sorge für dein Glück; so werden Fehler, die dich reun, selbst Mittel dir zur Weisheit seyn. 6. Ermanne dich, dies kurze Leben dem weisesten Gebrauch zu weih'n; es ward vom Schöpfer dir gegeben, hier guten Samen auszustreun, der, reifend für die Ewigkeit, am Tag der Wernte dich erfreut. Mel. Wie groß ist des Allmächt'. 449 u lagſt und fühlest die des Stands, Beschwerden in dem du dürftig lebst; du strebest, glücklicher zu wer den, und siehst, daß du vergebens strebst. Ja, klage! Gott erlaubt die Zähren, doch denk' im Klagen auch zurück: Ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 2. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem die Zufrieden Menschen heit; die wahre Ruhe der Gemüther ist Tugend und Genieße, Genügsamkeit. Gott beschieden, was dir entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder hat auch seine Last. 3. Gott ist der Herr, und vertheilt er seinen Segen stets mit weiser Hand; nicht so, wie wir's zu wünschen pflegen, doch so, wie er's Willst uns heilsam fand. du zu denken dich erkühnen, daß seine Liebe dich vergißt? Er gibt uns mehr, als wit und niemals, verdienen, was uns schädlich ist. 7. Dann blickest du am Ziel der Zeiten mit Ruh' in das Bergangne hin, und freuest dich der Seligkeiten des Himmels mit entzücktem Sinn, der Wonne, die dort den umgibt, der hier sich treu im Guten übt. 4. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in tråger Unzus frie Genügsamkeit und Zufriedenheit. 353 friedenheit; besorge deines du? Wenn er dich nährt, reStands Geschäfte und nüße giert und schüßet, was fehdeine Lebenszeit. Bei Pflicht let dann noch deiner Ruh'? und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung sehn, dies ist der Weg zu Ruh' und Leben. Herr, lahre diesen Weg mich gehn! 4. Du prangest nicht in hohen Würden; beneide nicht der Großen Glück. Sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. Dir ward kein Ueberfluß gewähret; wünsch' ihn auch nicht aus Wer gern, was er nicht braucht, entbehret, der ist beglückt und reich genug. 5. Herr, der du mir zum frohen Leben, was ich bedarf, und mehr verliehn ,. laß eifrig sich mein Herz bestreben, die unzufriedenheit zu fliehn! In Demuth laß mein Herz sich üben, Gott, deiner Güte sich zu freun; dich ehren, dir vertraun, dich lieben, müss' ewig meine Wonne seyn. In voriger Melodie. 450 Entehre nicht, mein mit Klagen den Gott, der dich zum Glück erschuf! Des Lebens Mühe zu ertragen, und froh zu seyn, ist dein Beruf. Erdulde standhaft die Beschwerden, die keine Klugheit hindern kann; schaff nur, daß sie dir heilsam werden, und bete Gottes Willen an. 2. Gott selbst hat dir dein 2006 beschieden; Loos nimm's dankbar aus der Vorsicht Hand! Erfülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesem Loos verband! Sie gibt dir Munterkeit und Kräfte, und nährt und stärkt sie våterlich. Sie brauchen, das ist dein Geschäfte und ihr Gebrauch ist Glück für dich. 3. Hat Undern deines Vaters Segen mehr Güter anvertraut, als dir: darf dies wohl deinen Neid erregen? Denk: Wer ist Gott? und wer sind wir? Weiß er nicht besſer, was dir nüßet, und deinem Nächsten frommt, als mel. Wer nur den lieben Gott ch bin in meinem 451 Gott zufrieden, mit dem, was er zu meinem Theil an Glück und Unglück mir beschieden: sein weiser Rath sucht stets mein Heil. Ob er mir gleich oft widrig scheint, doch weiß ich, daß er's treulich meint. 2. Er weiß allein, wodurch auf Erden sein großer Name für und für muß herrlich und gepriesen werden. Er 354 Pflichten gegen uns selbst. Erreicht er diesen Zweck an terhand; nicht, wie wir's zu mir, so bin ich ruhig und wünschen pflegen: nur wie Auch vergnügt mit Allem, wie er's er es heilsam fand. mit mir fügt. mich hat er nicht vergessen; auch mein Theil mir zugemessen. 5. Ringet um der Tugend Willen, Brüder, nach Zufriedenheit! Schwere Pflichten zu erfüllen, hilft nur Geistesheiterkeit. Gram, im Hermacht zen tief verschlossen, zu jeder Pflicht verdrossen. 6. Laß mich, Gott, in meinem Leben redlich meine Pflichten thun, still und kindlich dir ergeben, fromm in deiner Fugung ruhn; und ein Blick auf ew'ge Freuden stårke dann mich auch im Leiden! 3. Muß mir die Freudenfonne scheinen, so dank' ich fröhlich seiner Huld; muß aber ich in Trübfal weinen, so nehm' ich's auch an mit Geduld. Denn das, was seine Weisheit thut, ist Alles ewig recht und gut. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt Leben, 452 heint mir freudenleer das freudenleer mein Stand, mein 2008; ist mein höchster Wunsch, mein Streben, reich zu seyn, gechrt und groß: dann verfließen meine Tage mir in Mißmuth, Sorg und Plage. 2. Lernt' ich måßiger begehren, måßiger im Wünschen seyn, jetzt genießen, dann 0 wie Streben nach Herzens und Gewissensruhe. In eigener Melodie. glücklich würd ich seyn! 453 Nicht auf den Höh'n, nicht Freuden, meine Schmerzen fließen nur aus meinem Herzen. 3. Hoher Stand und große Güter schaffen nicht zufriedenheit; wahre Ruhe der Gemüther wohnt nur bei Genügsamkeit, die mit Weisheit sich verbindet und ihr Glück auf Tugend gründet. 4. Gott vertheilet seinen Segen stets mit weiser Bain den stillsten Gründen. bist, süßer Friede, du zu finden, der Paradiesespal men frågt! Dein Reich ist nicht der Welt Getümmel; du herrschest segnend in dem Himmel und in der Brust, die für ihn schlägt. 2. Du weinst, o Mensch, dich treffen schwere Leiden, du ringest mit dem Druck der Zeiten vergebens, bist du nicht ein Christ? Hier wei Streben nach Herzens- und Gewissensruhe. 355 len Kampf und Streit und 3. Welch ein Gewinn, Mühen; willst du ins Land des Friedens ziehen, so lerne, wo der Himmel ist. 3. Nicht Alle, die zu Christus sich bekennen, nicht Alle, die ihn Herr, Herr! nennen, sind würdig, auserwählt zu seyn. Drum suchen Viele falsch hienieden in Gold und Ehre ihren Frieden, und gehen nicht zum Himmel ein. 4. Es ist und bleibt, wie's immer ist gewesen. Wer mag von Disteln Feigen les sen; und bringt der Dorn auch süßen Wein? Die Welt kann dir mit nichten geben, was sie nicht hat. Das rechte Leben hüllt still in frommer Brust sich ein. 5. In Gottes Gnade suche deinen Frieden. Wirst du das Göttliche behüten, dann hast du was dich still erhält. Laß toben Schrecken und Gefahren: du kannst nur Himmlisches bewahren! Das Undre aber, das zerfällt. wenn meine Sünde schweiget, und Gottes Geist in meinem Geiste zeuget, daß ich sein Kind und Erbe bin! 4. Und diese Ruh', den Trost in meinem Leben, sollt' ich für Luft, für Luft der Sinne geben? Dies laffe Gottes Geist nicht zu! 5. Mag auch die Pflicht, mich selber zu besiegen, die schwerste seyn! Sie ist's; doch welch Vergnügen wird sie nach der Vollbringung nicht! 6. Welch Glück, zu sich mit Wahrheit sagen können: Ich fühlt' in mir des Bösen Lust entbrennen, doch, Dank sei Gott! ich schüßte mich! 7. Was kann im Glück den Werth des Glücks erhöhen? Ein ruhig Herz versüßt im Wohlergehen mir jeden frohen Augenblick. 8. Was kann im Schmerz den Schmerz der Leiden stillen; im schwersten Kreuz mit Frieden mich erfüllen? Ein in dem Herrn zufriednes Herz. In eigener Melodie. 454 Beit esiß ich nur ein ruhiges Gewissen; so ist für mich, wenn Undre zagen müssen, nichts Schreckliches in der Natur. 9. Was gibt mir Muth, die Güter zu verachten, wonach so ängstlich niedre Seelen trachten? Ein ruhig. 2. Dies sei mein Theil! Herz, dies größte Gut. Dies soll mir Niemand rau- 10. Was ist der Spott, ben. Ein reines Herz von den ein Gerechter ungefärbtem Glauben, der Sein wahrer Ruhm! Friede Gottes nur ist Heil. leidet? Denn das wer das Böse meidet, Gu Pflichten gegen uns selbst. 356 Gute thut, hat Ruhm bei Gott. 11. Im Herzen rein, hinauf zum Himmel schauen, und sagen: Gott, du Gott, bist mein Vertrauen! Welch Glück, o Mensch, kann gròser seyn? 3. Wie selig, wenn er selbst der Erde kleinre Freuden mit Maaß und Weisheit wählt! Ihr Uebermaaß Nach arbeitwird Leiden. voller Müh' erquicket der Genuß; wer nur der Freude lebt, fühlt endlich ueberdruß. 4. O gib, Ullgütiger, gib daß auch meine Seele, wenn sie nach Freude strebt, nie jene Freuden wähle, die uns dereinst gereun! Es schlage meine Brust, durch Lafter nie entweiht, nur für die reine Luft! 5. Laß meine Tage mich durch eitles Spiel nicht tödten; die Unschuld müsse nie vor meinem Scherz erròthen! Nach treu vollbrachter Pflicht darf ich der Ruh' mich freu'n; doch keinen Augenblick den falschen Freuden weih'n. 6. Vernunft und Tugend, seid Gefährten meiner Freuden! Dem Schwelger will ich nie sein kurzes Was mir Glück beneiden! an Reichthum fehlt, ersegt Zufriedenheit: der frohste Sinn wohnt gern bei from mer Häuslichkeit. 7. Der Tag der Fröhlich Feit 12. Wenn Alles weicht, und du wirst sterben müssen; was kann alsdann dir deinen Tod versüßen? Ein gut Gewissen macht ihn leicht. 13. Heil dir, o Christ, der diese Ruh' empfindet, und der sein Glück auf das Bewußtseyn gründet, daß nichts Verdammlich's an ihm ist! 14. Laß Erd' und Welt, so kann der Fromme sprechen, laß über mir den Bau des Himmels brechen! Gott ist cs, dessen Hand mich hålt. Weiser Genuß der Lebensfreuden. Mel. Nun danfet Alle Gott 455 Du, der so gern beglückt, gern Freuden uns bereitet, wie selig, wer von dir an Vaterhand geleitet, nur dann fich glücklich fühlt, wann er zu dir sich hält, und nur Vergnügen sucht, das dir, o Gott, gefällt! gern erhebet; wenn er die Freude kennt, dir näher, Gott, zu seyn, erstaunt, sich deiner deiner Macht und Huld zu freun! 2. Wie selig, wenn sein Geist zu dir, durch den er lebet, durch den er denkt und wählt, sich oft und Weiser Genuß der Lebensfreuden. 357 4. Doch ich soll des Lebens Lust menschlich nur genießen, meiner Würde mir bewußt, jeden Tag beschließen. Deine Hand gab Verstand, Triebe zu beschränken, die zum Bösen lenken. keit sei niemals ganz verloren! Ich ward zum Dienst der Welt, zum Spielwerk nicht geboren. Erholung sei er mir! Es stårke sich mein Muth, des Guten mehr zu thun, so oft ich ausgeruht! 8. Nie soll durch meine Luft der arme Bruder leiden! Der Tag, der mich beglückt, sei ihm auch Tag der Freuden! Ist er verlebt: wohl mir, wenn er mich nie gereut! Nie scheid' er ohne Dank für den, der mich erfreut! Mel. Mache dich, mein Geist, 456 Viele Miele Freuden streust du hin auf den Weg des Lebens. Schöpfer, diesen Vaterfinn zeigst du nicht vergebens. Du erfreuft unsern Geist, um ihn anzutreiben, stets dir treu zu bleiben. 2. Dwie schön ist deine Welt und wie reich an Segen! Nur ein Thor, dem Nichts gefällt sinkt dem Gram entgegen. Was ist Noth, was der Tod, gegen so viel Gaben, die den Beisen laben! 3. Uns, o Gott, gabst du Gefühl für den Reiz der Erde, daß der Lauf zum hohen Biel uns erleichtert werde; und auch ich freue mich; denn du hast mir le= ben und Gefühl gegeben. 5. Nie darf das Vergnügen mich meiner Pflicht entlocken; nie mich, Bater, gegen dich und mein Heil verstocken. Wer vergißt, was er ist, und nur thierisch letet, steht einst da und bebet. 6. Uch, wie Mancher hångt fein Herz fest an Erdenfreuden! Und wie tobt in ihm der Schmerz, wenn sie von ihm scheiden! Gott, laß nie mich an sie ganz den Geist gewöhnen, nie den Sinnen fröhnen! 7. Wilde Freude kann gar leicht die Gesundheit schwächen. O wie wird sich, wenn sie weicht, das Gewissen rächen! Steh' mir bei! Gott, verleih', daß, wenn ich erkranke doch mein Trost nicht wanke! I 8. Nur ein måßiger Genuß stårkt des Lebens Kräfte; er verscheucht den Ueberdruß, fördert die Geschäfte, und mein Geist, der dich preist, wird dabei getrieben, ewig dich zu lieben. 9. Gib denn, daß ich weise sei, wenn mir Freuden winken! Laß mich nie, die ungetreu, in den Taumel fin= 358 Pflichten gegen uns selbst. sinken! Leite mich, daß ich ihrer Hand er ins beßre Va dich auch in Freuden ehre, terland. und mein Heil nicht störe! 5. Stårke, Gott, auch meine Seele, daß sie sich Guten zum neigt; gib, daß ich den Pfad erwähle, den mir Jesu Lehre zeigt! Nichts stört meinen heitern Sinn, wenn ich fromm und weise bin. 10. Alle Lust der Sinnlichkeit wird vorüberfließen; nur, was Geist und Herz erfreut, werd' ich stets genießen. Guter Gott, laß im Tod, wenn die Sinne schwinden, mich dies Glück empfinden. Mel. Gott des Himmels und is der Tod ihm 457 Bis winkt zum Grabe, danke seinem Gott der Christ, dem die theure Seelengabe, Heiterkeit, verliehen ist, der auch nie sie fred) entweiht, immer sich in Unschuld freut. 2. Er verzehret feine Kräfte nicht in unzufriednem Sinn; unter nůglis chem Geschäfte fliehen seine Tage hin. Heitrer glänzt sein Ungesicht im Gefühl erfüllter Pflicht. 3. Leichtsinn, der sich Freude nennet, aber von der Tugend gern sich im wilden Taumel trennet, bleibet von dem Christen fern, dessen heitrer, fester Muth auf der Tugend nur beruht. 4. Wenn auch jedes Glück ihm schwände, und und die Erde freudenleer ihm vor seinen Augen stände, Hoff nung flieht ihn nimmermehr; muthroll geht an 458 Dans Leben gab, Mel. Mein erst Geschäft set Preis aß Gott deß wollen wir uns freuen, und von der Wiege bis ans Grab ihm unsern Dank erneuen. 2. Denn auch zur Freude gab uns Gott auf dieser Welt das Leben und hat verheißen, nach dem Tod der Wonne mehr zu geben. 3. Die Frühlingswärme haucht sein Mund und Kühlung wehn die Wogen. Um Himmel zeugt von sei nem Bund der schöne Regenbogen. 4. Und Gärten, Wälder, Berg und Flur verkünden Wir finden seine Gnade. seiner Güte Spur auf jedem unsrer Pfade. 5. Drum können wir bei frommem Fleiß getroft auf Segen warten. Von heitrer Stirne fließt der Schweiß herab auf Feld und Garten. 6. Doch geben wollen wir auch gern, wie wir von Gott ge= Geduld und Gelassenheit im Leiden. 359 genommen, und ähnlich wer- froher Zuversicht mit immer den unserm Herrn, zu dem neuen Sorgen. dereinst wir kommen. 7. Wir schaun die Wunder seiner Hand aus unsern tiefen Fernen, und wissen: unser Vaterland ist über je nen Sternen. 3. Mein banges, unruhvolles Herz, unfähig sich zu fassen, wird sich dem Gram, dem kleinsten Schmerz ganz trostlos überlassen, bekampfet seinen Kummer nie; wünscht zwar, ihn zu vermindern, und sucht doch, ohne Fleiß und Müh', ums sonst ihn zu verhindern. 4. Du, Bater, weißt, was mir gebricht, du kennest meine Leiden. Wie leicht verwandeln sie sich nicht, wenn du es willst, in Freuden! Die Laft, die du mir auferlegt, kann mich nicht niederdrücken; wenn Geduld und Gelassenheit sie mein Herz nur willig im Leiden. trägt, wirst du mich bald beglücken. 5. Gott, deine Hülfe ift fern, wenn man sich 459 ganz du nicht 8. Auf unserm Leben schwimmt, wie Schaum, ein wenig Müh' und Kummer. Das Leben ist ein Morgentraum, der Tod ein kurzer Schlummer. 9. Wir sinken freudig in den Staub, der unsre Väter decket, und gönnen Würmern ihren Raub, weil Gott uns auferwecket. Mel. Was mein Gott will ott, immer groß du Geber meiner Freuden, behüte mich vor Ungeduld bei dieses Lebens Leiden! Auch sie verhångst du über mich nach ewig weisen Schlüssen; sie werden mir, trau' ich auf dich, zum Besten dienen müssen. tröstest, segnefst gern den, der sich ihrer freuet. O Iaß mein dir ergebnes Herz auf diese Hülfe sehen, so werd' ich auch im größten Schmerz durch dich, mein Gott, bestehen! 2. Ich raube mir durch Mel. Jesus, meine Zuversicht Ungeduld selbst viele meiner 460 de deine Thrå= Freuden, verkenne deine Vaterhuld, vermehre meine Leiden, vergess' oft des Berufes Pflicht und quať mich jeden Morgen, beim Mangel nensaat, from= mer Dulder, hier im Glauben! Noch so dunkel sei dein Pfad: lasse dir den Trost nicht rauben, daß nach diefer 360 Pflichten gegen uns selbst. ser Dunkelheit dich ein helles Nächte Grauen! Wann der Licht erfreut. große Morgen tagt, wirst du die Gefilde schauen, die dem Sieger offen stehn; dir die Krone winken sehn. 2. Ausgerungen haben schon Viele, die im Glauben litten. Sieh, sie stehn vor Gottes Thron; ihre Krone ist erstritten. Du, auch du wirst Sieger seyn, und dich bald der Krone freun. 8. Dort verschwindet alles Leid, wie der Nebel vor der Sonne; vor dir liegt die Ewigkeit und das heil'ge Land der Wonne. In die Heimath gehst du ein, ewig selig da zu seyn. 3. Weislich hat des Vaters Hand manches Kreuz dir auferleget. Ihm ist deine Noth bekannt; er ist's, der dich liebreich tråget. BåterMel. Wer nur den lieben Gott lich ist ſein Bemühn, dich zum 461 Wohltätig find Himmel zu erziehn. 4. Es ist Liebe, wenn er dir Lebensglück und Freude schenket; es ist Liebe, wenn dich hier Angst und Schmerz und Kummer krånket. Gott ift Vater, mild und gut; Lieb' ist Alles, was er thut. der Erde Lei den. Dies glaube fest und Um Ende murre nicht! folgen ihnen Freuden; auf Graun folgt Nacht und Drum dulde Sonnenlicht. mit Gelassenheit und Muth die Leiden dieser Zeit! 5. Lerne denn Gelassenheit, Unterwerfung und Vertrauen! Einst am Ziel der Prüfungszeit wirst du froh hernieder schauen auf den Weg, der durch die Nacht dich ins Land des Lichts gebracht. 6. O dann fließet ihr nicht mehr, Thránen, die ihr hier geflossen! Wie ein Strom von oben her, wird dann Troft ins Herz gegossen, und verklärten Blick schwebt des Himmels ew'ges vor dem Glück. 2. Durch Leiden will dich Gott bewähren, entwöhnen von der Lust der Welt, zur Weisheit leiten und dich lehren, mit Ernst zu thun, was ihm gefällt; du sollst mit kindlichem Vertraun auf ihn und seine Hülfe schaun. 3. Wirst du bei lauter Erdenfreuden und in des Sonnenschein fo Glückes leicht der Thorheit Bahn vermeiden? so gern der Sünde Lockung scheun? Wird nicht, wenn nie ein Schmerz dich rührt, dein schwaches Herz gar leicht verführt? 4. Was 7. Drum sei, Dulder, unverzagt, harr' in deiner Geduld und Gelassenheit im Leiden. 361 4. Was predigt stärker Wiel. In allen meinen Thaten dit die Lebre: Vergänglich 462 babe in guten So als Stunden des die der Welt! wenn in Trübfal manche Zähre berab von deinem Auge fällt? Was ichrt dich mehr Abhängigkeit, mehr Demuth, Gottergebenbeit? 5. Wenn alle deine Stüen brechen, auf welche sich dein Arm gestüßt; wenn Krankheit, Gram und Schmerz dich schwächen, und Macht und Reichthum dich nicht füßt: dann lernst du freudig Gott vertraun, und nur auf seine Hülfe bann. 6. Ja, der Allweise schickt dir Leiden, damit er dich zur Tugend führt; schafft die durch sie selbst fünft'ge Frenden, indem er dein Gewissen rührt. Vercbre feine Weisbeit, Chrift, die strafend felbft noch Güte ist! 7. Gott will, wie gute Bäter handein, durch weise Zucht dich auferziebn; sollst du und unsträflich wandeln, die Welt und ihre Lüfte fliebn, dich bileen in der Prüfungszeit zum Leben der Unsterblichkeit. gut 8. So nimm in Demuth und Vertrauen den Kelch des Leidens willig an, und walle ohne Furcht und Grauen auch auf der allerrauhsten Babn! 3br Ende wird dich einst erfreun, und Wonne, Nuh' und Frieke seyn. Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl: so will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen; welch Leben hat nicht feine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft bu gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, fein zeitlich Web crdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen; du hilfst und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun! Sept hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben seyn. 5. Wenn ich in Chrifto sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau' ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Notb. 6. Ich will den Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod berenken. Der Herr wird AL 362 Pflichten gegen uns selbst. Alles lenken, und was mir Andacht des Gebets und Glauben. stärket deinen gut ist, wird geschehn. Weit minder kann Verfüh rung dann bir deine Krone rauben. 7. 3war flört das Kreuz oft deine Rub'; mit bangen Thränen säest du und unter Chrift, viel Beschwerden. hoffe doch! Es wird dir noch zur reichen Aernte werden. S. Berschmerzt ift bald ein irdisch Leid; kurz ist der Augenblick der Zeit; doch ewig. ewig währet dort dein Ge nuß, ohn' Uleberdruß, wie ihn der Geist begehret. 463 3Cbrift, fet Mel. Allgegenwärtiger, ich Trübsal, unverzagt! Wann Schwermuth an dein Herz fich wagt, erheitre dein Gemüthe; du weißt, auch dich liebt väterlich der Vater aller Güte. 2. Kein Leiden kommt von ohngefähr; dein Gott schickt es dir zu, und er zeigt sich in seinen Wegen so groß von Rath, als groß von That und reich an Gnad' und Segen. 3. Der dich in Jefu herzlich liebt, sucht, wann er dich durch Kreuz betrübt, das wahre Heil der Seele; weckt dich, daß nicht zu deiner Pflicht dir Trieb und Eifer fehle. 9. Auch bleibet ftets bein Gott getreu; steht dir als Vater liebreich bei; sorgt, daß er dich erquicke. Er schafft dir Rast, daß deine Laf dich nie ganz niederdrücke. 10. Verbirgt er auch fein Angesicht; dies raube deinen Muth dir nicht! Gott kann sein Kind nicht bassen. Ber ihn nur liebt, fich ihm ergibt, den wir er nicht verlaffen. 4. Das Krenz beugt Stolz und Uebermuth; erfickt der Wollust wilde Gluth; bricht die Gewalt der Sinne; erweicht das Herz, daß Andrer Schmerz dein Mitleid leicht gewinne. 5. Auch übt das Kreuz dich in Geduld; erhöht den Werth von Gottes Huld; stärkt mächtig dein Vertrauen; lehrt im Verluft dich nun mit Luft aufs Un fichibare schauen. 11. Durch Trübfal find zu aller Zeit die Frommen in die Herrlichkeit, gleich Jeſu, eingegangen. Denkst denn nur du, in träger Ruh' vie Krone zu erlangen? 12. Demüthige bid, gleich als sie; gleich ihnen bet' und zage nie: denn 6. Der Leiden Zucht er- Gott erhört dein Flehen. hebt dich stets zu größrer Balb weicht dein Leid: fei Geduld und Gelassenheit im Leiden. 363 seiner Zeit wird dich dein fie uns, die Missethat zu Gott erhöhen! haffen, züchtigen laffen. 7. Sireb' ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird Alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierft und ewig wirft dein Wille Gutes die Fülle. Mel. Herzliebster Jesu 464 in Serz, o Gott, in Leid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meiner Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu ich viel, wenn ich die schweren Tage Randhaft ertrage? zu 3. Wie oft, o Gott, wann wir das Böse dulden, erdulden wir nur unfrer Thorbeit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, Trübfal der Frommen. 4. 3ft Dürftigkeit, in der die Trägen klagen, sind Haß und Pein, die Stolz und Wollust tragen, des Schwel. gers Schmerz, des Neids vermiste Freuden, des Chrifen Leiden? 5. Jf deren Qual, die deinen Rath verachtet, nach Gottesfurcht und Glauben nie getrachtet, und die nun büßen ihrer Thordeit Freuden, griftliches Leiden? 6. Doch selbst, o Gott, in Strafen unsrer Sünden läßt du den Weg zu unserm Seil uns finden, wenn wir 8. Ich bin ein Gaft und Pilger auf der Erden; nicht hier, erft bort, bort soll ich glücklich werden; und was find gegen euch, ihr ew'gen Freuden, dieser Zeit Leiden? 9. Wenn ich nur nicht mein Elend felbft verschulde, wenn ich als Chrift gelassen leid' und dulde; so kann ich mich der Hülfe der Erlöften ficher getrösten. 10. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen fränken doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertraun, dies stärket unfre Herzen mitten in Schmerzen. 11. Schau' über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Merkauf! Wer spricht: Bis hierber! zu dem Meere? Ift er nicht auch dein Helfer und Berather, dein bester Vater? 12. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? Sept weißt du nicht, warum du leiden müssen; allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 13. Er züchtigt uns, bamit wir zu ihm nahen, die Het 22 364 Pflichten gegen uns selbst. Heiligung des Geistes zu trauervollen Mitternächten empfahen, und mit dem ift dir der Ewige nicht fern. Troft der Hülfe, die wir mit deinem Leiden, deinem merken, Andre zu stärken. Harm wirf seiner Huld dich in den Arm! 14. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung; Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste! Mel. Wer nur den lieben Gott 465 Groß ist der Herr! Die Berge zittern vor seiner Gottesmajestät, wenn er in dunkeln Ungewittern, der Heilige, vorübergebt. Doch Liebe ftrömt aus seiner Hand in vollen Wollen auf das Land. 2. Vom Naum, wo sich der Halm entfaltet, bis zu der leßten Sonn' binaus, herrscht sein Gefeß; als Bater waltet er durch das große Weltenhaus. Der Leben gibt und Freude schafft, mit Liebe waltet er und Kraft. 5. O swinge dich empor vom Staube, verfinstern deine Tage sich; zu ihm blid auf, und bet' und glaube: verfagend selbst erhört( dic; doch nie enthüllt die Ungeduld das heil'ge Dunkel ſeiner Huld! 6. Gott fehlet nicht! D Scele, thue, was dir ge bührt, sei from und gut! Versage dir nicht diese Nube; aus ihr erwacht der bote Muth, der, wenn das Unglück uns umftürmt, und rettet, tröffet, pebt schirmt. 7. Vertraue Gottes Va wenn er den terhänden, frömmsten Wunsch versagt; was hier beginnt, wird von vollenden, wo die ein neues Leben tagt. Es run in engen Raum der Zeit bi Keime deiner Ewigkeit. 3. Was dich auch drückt, mein Herz, er rettet! Vertraun zu ihm ist deine Pflicht. Er, der den Wurm im Lager bettet, der Gott verläßt den Menschen nicht. Der so viel gibt und mehr verheißt, erbebe bankend ihn, mein Geist! 4. Vermiß dich nicht, mit ihm zu rechten; mit Demuth nahe dich dem Herrn! In 2776 Mel. Wann mein Stündlein trocknen un4662 fre brin ab: erhebet euch, Gefühle Wir schauen vorwärts a das Grab und weiter hi zum Ziele; und drückt un auch die größte Notb, all allen Leiden führt der To wir wollen nicht verzagen 2. in Geduld und Gelassenheit im Leiden. 365 2. Und wären wir auch empor zum Ziele. Wir trocknoch so arm und hätten nen uns're Thränen ab, und Nichts als Sorgen, und schauen über Tod und Grab, Mangel, Blöße, Frost und und wollen nicht verzagen! Sarm, und ach! kein Brod für morgen; zur Weisheit führt des Lebens Noth, und Glück und Fülle bringt der Tod; wir wollen nicht verzagen! 3. Und wären wir auch noch so frant; zur Tugend führen Schmerzen. Für je des Leiden Preis und Dank! Erhebt euch, bange Herzen! Durch immer wechselndes Geschick zieht Gott uns zu des Himmels Glück: wir wollen nicht verzagen! 4. Wir blicken auf so mandes Grab geliebter Menschen nieder, und manche Thräne rollt hinab; doch Eins erhebt uns wieder: Gott Lob, fie find im Vaterland. Was bier zerstäubt, war nur Gewand. Wir wollen nicht verzagen. 5. Sie wandeln dort auf böhrer Bahn, fie blüh'n in neuer Jugend; wie frei ist nun ihr Geist von Wahn, wie lauter ihre Tugend! Drückt uns auch mancher beiße Tag; fie gingen vor, wir kommen nach. Wir wollen nicht verzagen! 6. Das Leid, das schmerzlich uns zerreißt, veredelt die Gefühle; es ftärkt und läutert unsern Geist, und führt Mel. Jesu, meine Freude 467 Chrift, aus deinem Herzen banne Gram und Schmerzen! Faffe neuen Muth! Wenn schon Kreuz dich drikket: Gott ist's, der es schikket; was er schickt, ist gut. Wenn dich Noth ringsum bedroht, Sorgen stets mit dir erwachen: doch wird's Gott wohl machen. 2. Ist der Himmel trübe; wankt der Freunde Liebe; stehst du wie verwaist; schreckt mit jedem Tage eine neue Plage den bedrängten Geist; weicht das Glück auch stets zurück, scheint's dich nie mehr anzulachen: doch wird's Gott wohl machen. 3. Bürden abzunehmen; dazu dient kein Grämen: Gram sei dir verbaßt! Ungeduld macht Bürden, die dir leicht seyn würden, erft zur Felsenlast. Zagend Herze besieg' den Schmerz! Drückt die Bürde gleich den Schwachen: doch wird's Gott wohl machen. 4. Du führfi Christi Namen; treu ihm nachzuahmen, das ist deine Pflicht. Werde nicht erschüttert, wenn die Erde zittert und 3 der Pflichten gegen uns selbst. 366 der Himmel bricht! Der fteht feft, wer Gott nicht läßt. Laß rings um dich Wetter krachen: doch wird's Gott wohl machen. Lohne empfängt. 5. Herrlich ist die Krone, die der Chrift zum feines Kampfs Nur nicht selbst verschuldet, und dann froh erduldet, was dein Gott verhängt! Steb' als Held vor aller Welt! Mag fie deiner Hoffnung lachen: doch wird's Gott wohl machen. 6. Dabei soll es bleiben! Nie will ich mich sträuben, Gott getreu zu seyn. Stets, im Tod und Leben, bleib' ich ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Was er will, sei flets mein Ziel! Er weiß, alle meine Sachen ewig wohl zu machen. In eigner Melodie. 468 Soll es gleich bisweilen scheinen, als verließ der Herr die Seinen; auch in Sturm und Finsterniß glaub' ich doch: Er bilft gewiß! harre ftill; er gibt, wann und wie er will. 3. Pflegen Väter stets zu geben, wornach ihre Kinder freben? Weil ist Gott, ich 4. Kann ich, ist die Noth am größten, mich doch naher Hülfe tröften: er ift gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gefinnt. 5. Laß den Feind mir bange machen: Gott, mein Schuß, wird für mich wachen! Schwer fei meines Kreuzes Joch: Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Fließt so manche stille Thräne, wenn ich mich nach Ruhe sehne: jede, die mein Auge weint, zählt der treue Menschenfreund. 8. Will mich auch die Welt vertreiben, muß mir doch der Himmel bleiben. Dort folgt Ruhe nach dem die Palme Krieg, und schmückt den Sieg. 9. Ich will gern das Eitle lassen; Fürft und Bettler 2. Wird die Hülfe gleich muß erblaffen; Glück ververschoben, sieht er doch schimmert, und der Tob mein Leid von oben. Hilft führt den Dulder aus der Gott nicht zu jeder Frist; Noth. hilft er doch, wann's nöthig ift. 7. Werd' ich gleich verfolgt vom Neide; leb' mit Bösen ich im Streite; folgt mir Spott und Läftrung nach: Gott tilgt alle Noth und Schmach. 10. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, fehlt mir keine gute Gabe! Aus der Welt durchs dunkle Grab führt zum Himmel mich dein Stab! 3n Geduld und Gelassenheit im Leiden. In eigener Melodie. 469W arum sollt' ich mich denn grämen? Hab' ich doch Chrifum noch. Wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beige legt im Glauben? 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Chrift, wo er ift, seinem Gott vertrauen. Was sollt' er zu schmerzlich finden? Selbst den Tod hilft ihm Gott freudig überwinden. 8. Kann mich doch der einst allhier ward von Gott Tob nicht tödten; nein, er gegeben. Nichts nehm' ich, reißt meinen Geist aus viel mit von der Erde, wann taufend Nöthen; endet dieich fie, nach viel Müh', einst ses Lebens Leiden, und gibt verlassen werde. mir einst dafür alle Simmelsfreuden. 9. D dann wird an höhern Schäßen Geift und Herz, frei von Schmerz, ewig fich ergößen. Bleibend Gut ist nicht zu finden in der Welt, fie enthält Güter, die verschwinden. 2. Nichts bracht' ich in dieses Leben, ta es mir 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben ist nicht mein; Gott allein hat es mir gegeben. Soll ich es ihm wiedergeben, geb' ich's bin, preise ihn, blick aufs beßre Leben. 367 fpotten, laß fie lachen; Gott, mein Heil, wird in Eil' fie zu Schanden machen. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, bringt berein Angst und Pein: follt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird's auch wenden; er weiß wohl, wie er foll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergößt; follt' ich jetzt nicht auch Etwas tragen? Liebt er mich drum doch nicht minder! Nie zu schwer züchtigt er seine treuen Kinder! 6. Stolz, Haß, Neid und ibre Rotten können mir Nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß fie 10. Sind nicht dieses Lebens Güter Unbestand, eitler Tand, Lasten der Gemüther? Dort, dort find die edlern Gaben; denn mein Hirt, Chriftus, wird dort mich ewig laben. 11. Herr, mein Heil, Quell aller Freuden, du bift mein, ich bin dein! Niemand kann uns scheiden. Sch bin bein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu Gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Her24 zen 368 Pflichten gegen uns selbst. meinet. zen laffe. Laß mich, laß scheinet, wie treulich er es mich bingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd' umfangen. 5. Was Gott tbut, das ist wohlgethan! Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Bahn, laß ich mich doch nicht schrecken: weil mich zuleßt mein Gott ergößt mit füßem Troßt im Herzen: da weichen alle Schmerzen. In eigener Melodie. as Gott thut, 470 Was das ist wohl gethan! Voll Weisheit ist fein Wille. Ihn bete ich in Demuth an, und halt' ihm kindlich stille. Er ift mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Sein Wort kann ja nicht trügen; er fübret mich auf rechter Bahn aum seligsten Vergnügen. Troft und Geduld gibt seine In eigener Melodie. Huld: er wird mein Unglück 471 Was mein Gott es ſeinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er wird mich wohl bedenken; wenn ich mir selbst nicht helfen kann, wird er mir Hülfe fchenken. Ja feine Treu' ist täglich neu: drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. bas 6. Was Gott tbut, ist wohlgethan! Dabei will ich verbleiben. Es mag mic auf die raube Bahn Notb. Tod und Elend treiben: fo wird Gott mich doch väterlich in seinem Schuß erhalten. Drum laß ich ihn nur walten. 4. Was Gott thut, das ift wohlgethan! Er ist mein Licht und Leben, der nie mein Unglück wollen kann: ihm will ich mich ergeben in Freud' und Leid. Es kommt die Zeit, da öffentlich erallzeit! Sein Will' ift flets der beste. Zu belfen ist er dem bereit, der an ibn glaubet feste. Der treue Gott bilft in der Noth und züchtiget mit Maßen. Wer ihm vertraut, feft auf ihn baut, den wird er nie verlasſen. 2. Er ist mir Troft und Zuversicht, Ruh', Hoffnung Freude, Leben: drum, was er will, dem will ich nicht un mutbig widerstreben. Sein Wort ist wahr: er hat mein Haar auf meinem Haupt Des gezäblet! Höchften Macht, die für mich wacht, gibt Geduld und Gelassenheit im Leiden. 369 ge Freuden, mein Geift, in deinem lebungsstand; denn bliebst du frei von allen Leiden, wie würde beine Treu' erkannt? Vollkommne Ruh' und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so tummervoll? Vertraue Gott! Nur ihn erwähle zu deinem Troft: er schützt dein Wohl. Einft dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 6. Er wird es seyn! Ruf' in Gefahren ihn gläubig nur als Helfer an! Er weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo Niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft, zu helfen, nicht! Dies stärke deine Zuversicht! gibt mir stets, was mir feblet. 3. Wann es sein Wille mir gebeut, das Leben zu verlaffen: so will ich voll Ergebenheit in feinem Rath mich fassen. Dir, Gott, befehl' ich meine Seel' in meinen legten Stunden; dein Sohn, o Gott, hat Höll' und Tod für mich auch überwunden. Mel. Wer nur den lieben Gott as ist mein Le472 Was ben auf der Erde? Ein Wechsel ist's, von Freud' und Leid. Hier flört oft Unruh' und Beschwerde mein Wohl und meine Heiterfeit; bier wohn' ich noch in einer Welt, die kein vollkommnes Glück enthält. 2. Weß soll ich mich, o Herr, denn tröften? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil, und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meines Herzens Troft und Theil; und steht nach deiner Vatertreu' mir stets mit Rath und Hülfe bei. 3. Du stärkst mir unter aller Plage, o Gott, auf mein Gebet den Muth, daß ich gelassen fie ertrage, und macheft endlich Alles gut. Auf Kummer folgt zufriedner Dank, auf Klagen froher Lobgesang. 4. Erwarte nicht beständ's 7. Befiehl dich seiner Vaterpflege; hoff' und vertrau' ihm allezeit! Auch auf dem allerraubsten Wege fieb fröhlich bin zur Ewigkeit; da wirft du, frei von aller Pein, ganz selig, ganz zufrieden seyn. 8. Go laß mich, Gott, fets dahin schauen und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth vertrauen! Du bist bei mir, dies stärke mich! Wer dessen stets versichert ist, der lebt und flirbt getroft als Cbrift! 25 In 370 Pflichten gegen uns selbst. In eigner Melodie. 473 Serr, mein seh'n. Gott, durch den ich bin und lebe, gib, daß ich mich in deinen Nath ergebe; laß ewig deinen Willen mein, und was du thuft, mir theuer seyn! mir dennoch eine Hülf' er7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben. Herr, wie du willst! Soll ich den Himmel erben, und dieser ist im Glauben mein, wie kann der Tod mir schrecklich seyn? Mel. In allen meinen Thaten 2. Du, du regiert, bist Weisheit, Lieb' und Stärke. 474 asist's, daß ich Du, Herr, erbarmft dich aller beiner Werke. Was zag' ich einen Augenblick? Du bist mein Gott, und willst mein Glück. 3. Von Ewigkeit haft du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Glück, du wogst mein Leid, und was du schickst, ist Seligkeit. 4. Gefällt es dir: so müsse keine Plage sich zu mir nah'n; gib mir zufriedne Tage. Allein verwehrt's mein ewig Heil: so bleibe nur dein Troft mein Theil. 5. Du gibst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unfre Leiden. Ist nur mein Weh' nicht meine Schuid: so zag' ich nicht. Du gibst Geduld. 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabft, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen: so wirst du, denn du hörst mein Fleh'n, Harr' Seiner, meine Seele, barr' und fei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüßet; Gott weiß es, und Gott schüßzet, er schüßzet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, ch' ich die Welt noch fab. Et' ich mich selbst noch kannte, eh' ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nab. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der Alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wär's auch die größte Laft der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Luft der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, beftebt. 5. Was dieses Glück vermebret, sei mir von dir ge währet! Gott, du gewährst es Geduld und Gelassenheit im Leiden. 371 es gern. Was dieses Glück Troft und Hülfe fliehen. verleßet, wenn's alle Welt Ich weiß, einst bringst ou auch schäßzet, fei, Herr, mein meinem Blick der Sonne Gott, mir ewig fern! fanftes Licht zurück, das Dunkel mir verhüllet. 6. Sind auch der Krankbeit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwe rer Haß und Spott: so barr' ich, und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh', o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller beiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein 476 Wot, bien allen m Mel. In allen meinen Thaten mich, Gott, bewahret mich! Met. Schon ist der Tag von G. 475 2 enn gleich aus tiefer Mitternacht Gewitter um mich blizzen, so zag' ich nicht: mein Vater wacht, er wacht und wird mich schützen. Die Güte, die mich werden hieß, die den Bedrängten nie verließ, die wird mich nie verlassen. 2. Sein Auge schaut auf meinen Schmerz, und seine Blicke zählen die Sorgen, die mein armes Herz mit Angst und Kummer quälen. Er fandte mir das Leiden zu, baß nicht mein Herz in stolzer Rub' des Ewigen vergesse. 3. Gesegnet sind die Leiben mir, die mich der Welt entziehen, mich lehren, Gott, allein zu dir nach 4. Wie will ich dann, vom Schmerz befreit, Herr, deine Huld erheben; wie freudig dir selbst für das Leid Lob, Preis und Ehre geben! Wohl denen, die dem Herrn vertrau'n, und ihre Hoffnung auf ihn bau'n! Nie werden sie zu Schanden. nieden des Lebens Last ermüden, so flärke meinen Geift! Wann mich die Leiden kränken. so laß mich wohl bedenken: auch das sei gut, was Trübfal heißt! 2. Nicht ewig soll sie währen; oft werden unsre Zähren schnell von dir abgewischt. Und seufzen wir: Wie lange ist meiner Seele bange! so wird mit Trost das Herz erfrischt. 3. Du wendest solche Bürden, die uns erdrücken würden, Gott, gnädig von uns ab. Du siehst bei unfern Plagen auch auf die Kraft zu tragen, die deine Hand uns selber gab. 4. Dein väterlich Bemüben will deine Kinder ziehen, zu thun, was dir gefällt. 26 Du 372 Pflichten gegen den nächsten. Du willst die Lüfte fchwä- der die Welt gegründet; ift chen, den eignen Willen geknüpft, daß besser mir brechen, uns bilden für die feine Welt gefalle! Einen beffre Welt. Schöpfer haben wir, Einen Vater Alle; 2. Einen Vater, Einen Gott, der uns Alle liebet, der uns täglich unser Brod, Kraft und Freude giebet; der nicht nur mit Freundlichkeit schaut auf Fürstenthronen, der auch segnet und erfreut, die in Hütten wohnen. 5. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren mit Glauben und Ge. duld; daß, wenn uns Feinde baffen und Freunde uns verLaffen, wir stets vertrauen deiner Huld. 6. Was will uns, Herr, auch scheiden von dir und fenen Freuden, die du für uns ersehn? Wir leben oder fterben, so wird uns, dei nen Erben, des Himmels Wonne nicht entgebn. 7. 3u jenem beffern Leben willst du auch mich erheben; der Tod ist mein Gewinn. Muß gleich mein Leib verwesen, wird doch mein Geift genesen, er eilt zu seinem Schöpfer hin. 8. Obrücke meinem Her zen bei Sorgen, Gram und Schmerzen dies doch auf's tiefste ein: der, den du, Vater, liebeft, kann, wenn du ihn betrübeft, doch niemals unglückselig seyn. Allgemeine Men schenliebe. Mel. Schwing' bich auf zu eilig, beilig if 3. Wohl mir! Auch auf mich, fein Kind, blickt er, freundlich nieder. Nah und fern die Menschen find alle meine Brüder. Froh und herzlich sollen wir uns einander lieben; wohlthun, Elend mildern hier, Keinen je betrüben. die Menschen bindet; ift geknüpft von deffen Hand, 4. Und ich fühlte keinen Schmerz bei des Bruders Leiden? Kalt und fühllos blieb' mein Herz bei des Bruders Freuden? Und es sollt' in meiner Brut Stolz und Könnt' Saß entbrennen? ich dann wohl Gott mit Luft meinen Vater nennen? 5. Brüder, nein, dies Herz soll nie sich vor euch verschließen; immer will ich Sorg' und Müh' liebreich euch verfüßen. Alle, Alle leben wir, um uns zu be477 wenn euch Leis glücken; und ihr seid nur den drücken. 6. 3mmer will ich, wie tch Allgemeine Menschenliebe. 373 ich kann, fie euch helfen tra- entzwei'n? lieblos uns eingen; fann ich's nicht, euch ander bassen? Uns, zu untröften dann, tröften, mit frer eignen Pein, Stolz und euch klagen. Neid beherrschen lasſen? Wer kein Freund des Nächften ist, ist fürwahr fein Mensch, kein Chrift. Dann sollt ihr an meiner Bruft euren Gram verweinen, bis die Sonne neue Luft euch in's Herz wird scheinen. 5. Was wir auch aus Gottes and reichlicher als Andre haben: Anfehn, Reichthum, hober Stand, Leibeskräfte, Geistesgaben, Alles dies befreit uns nicht von der Menschenliebe Pflicht. 7. O gewiß, bann werdet ihr froh den Vater preisen, und auch Duldern gern mit mir hülfreich euch erweisen; werdet, süßer Trost! auch mich, wann mich leiden brüden, mitleidsvoll und brüderlich trößten und erquicken. 478 Allen llen Mel. Jesus, meine Zuversicht Christen und auch mir bat der Herr dies vorge schrieben: Euren Nächsten follet ihr, als euch selbst, von Herzen lieben! Heilig ſei uns allezeit, was der Herr uns bier gebeut! 2. Wir sind Bürger Einer Welt, Kinder Eines Vaters, Brüder, die er huldreich All' erhält; Alle Eines Leibes Glieder, die fein weifer Allmachtsruf Alle, fich zu lieben, schuf. 3. Eine fterbliche Natur bat er Allen uns gegeben, und auch Eine Hoffnung nur: Hoffnung auf ein beßres Leben, wenn wir hier in dieser Welt reblich thun, was ihm gefällt. 4. Und wir sollten uns 6. Nein, der Gaben Unterschied knüpft das große Band auf Erden, und wobl dem, der sich bemüht, nüßlich, wie er kann, zu werden; sich der Menschheit Dienft zu weih'n, auch im Kleinsten treu zu seyn. 7. Darum gib uns, Gott, ein Herz, voll von wahrer Menschenliebe, das an Andrer Freud' und Schmerz Antheil nehm' und gern das übe, was der Liebe Pflicht begehrt, wie sie uns dein Sohn erklärt. 8. Diesem großen Menschenfreund laßt uns Alle ähnlich werden, daß wir, bier mit ihm vereint, nach vollbrachtem Lauf auf Erden, dort verklärt, auf ewig sein, seiner Lieb' uns ganz erfreun! In eigener Melodie. 479 Menschenfreund, nach deinem 27 Bil Pflichten gegen den nächsten. 374 Bilde bilde fich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmuth, beine Milce neig' auch mich aur Güte bin! Unwerth wär' ich, dich zu kennen, liebt' ich meine Brüder nicht; unwerth, mich nach dir zu nennen, wich' ich von der Liebe Pflicht! 2. Wo du, Jesu, Mens fchen nabteft, folgte Wohl thun deiner Spur; wo du fegnend Gutes thatest, in den Sütten, auf der Flur, an dem Lager franker Brü der, wo du je nur hingeblickt, kehrte Freud' und Hoffnung wieder, und die Menschheit ward erquickt. 3. Menschenfreundlichster von Allen, Keinen hast du je verschmäht. Wer verirrt war und gefallen, wer um Troft zu dir geflebt, hat für alle seine Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Rettung, Heil und Troft gefunden, Hülfe, wie er nirgends fand. 4. Brüder, kommt in Ob er Böses von mir denket: besser will ich seyn, als er. Wenn mir Jemand Gram bereitet, irrt vielleicht nur fein Verstand, und ich reich' ihm, wenn er gleitet, dennoch liebreich meine Hand. 6. Nimmer foll mein Herz ermüden, reiner Liebe sich zu weiß'n! O es schafft so füßen Frieden, wohlzuthun und zu erfreun? Wer nach Dank und Lohn nur ringet, bat schon seinen Lohn dabin; wen das Herz zur Liebe bringet, ärntet dauernden Gewinn. 7. Zwar der Wehmuth Zähr' entfließet dem, der reiche Saat gestreut, wenn der Hoffnung Feld nicht sprießet, oder wenig Frucht ihm beut; doch des Segens feiner Güte freut er einst sich, wär's auch spät; endlich, Heil uns! fteigt zur Blüthe, was die Liebe ausgeſät. Wiel. O Gott, du frommer Gott meine Arme; wer da leidet, 480 Gib mir, o Gott rube bier! Wenn sein mich nicht erbarme, wende sich mein Gott von mir! Obne Liebe ist kein Leben; liebend nur gleich ich dem Herrn: fein Verschonen, fein Bergeben, o mein Herz, ftets üb' es gern! ein Herz, das jeden Menschen liebet, bei feinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigennuß und Neid und Härte flieht, und sich um Andrer Glück als um sein Glück bemüht! 5. Ob mich auch mein Nächster tränket: Jefus, dent' ich, list wohl mehr. 2. Seb' ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir gibst, ihm Allgemeine Menschenliebe. 375 ibm büffreich mitzutheilen; allein auf zeitlich Wohlnicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu seyn, und mich verehrt zu sehn; nein, Menschen zu erfreun. 3. Dies sei mein Gottes dienst! Auch unbemerkt son ibnen, müss' Andern stets mein Herz mit Nath und Hülfe dienen! Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu', das sei dir, Gott, gethan. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet; ein Blick voll Troft, mit dem mein Herz Bedrängte fegnet; ein Rath, mit dem mein Mund in Kum. mer Andre stärkt: Nichts bleibt, fo klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Gilt wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam seyn, der Brüder Zwift zu schlichten. Aus Schmähsucht fränke nie mein Mund des Nächsten Ruh'; er rühme fein Verdienst, deck' feine Febler zu! 6. Die Nach' ist dein, o Gott, du sprichst: Ich will vergelten. Drum laß mich stille seyn, wenn Menschen auf mich schelten! Gib, daß ich dem verzeih', der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den fegne, der mir flucht! 7. Doch laß mich nicht ergeben mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten seben! Noch stärker müsſe mich sein ewig Glück erfreun, noch mehr sein Scelenheil mir angelegen seyn! 8. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu beftärken, den, der noch sicher ist bei seines Fleisches Werfen, von der verkehrten Bahn des Lafters abzuziehn, dazu verleih' mir Kraft und segne racin Bemühu! 9. D heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe, durch deine Lieb' und Furcht zu wahrer Menschenliebe! Wer nicht den nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wabrbrit, Gott, mir stets vor Augen feyn! Mel. Wer nur den lieben Gett 481 Vereinigt fast Gutes wirken! O Christen, füget Hand in Hand! Es schlinge si um unsre Herzen der Menschenliebe fanftes Band; und Jeder liebe Necht und Pflicht, bis einst sein Aug' im Tode bricht! 2. Wir sind ja Eines Vaters Kinder, in jedem Stande vor ihm gleich; sind ohne Unterschied hier Brüder, wir mögen arm seyn, oder reich. In Eintracht follen wir Pflichten gegen den Nächsten. 376 wir uns freun, einander Hülf' und Beiftand seyn. 3. So schlage denn für Menschenfreude, für Men scenwohl auch unser Herz! und leidet irgendwo ein Armer, gemildert sei durch uns sein Schmerz. Sein beitrer, dankerfüllter Blick erhöhet unfer eignes Glück. 4. Wonne, Menschen glücklich machen! O Won ne, Menschen glücklich sehn! Durch sie wird Gottes schöne Erde dem Herzen noch einmal so schön. Ja, eine freu. denreichre Pflicht, als Mens fchenliebe, gibt es nicht. und handelt ganz dawider. Gott ist die Lieb' und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder: drum diene deinem Nächsten gern, denn wir fino alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht blos für mich; mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 3. Ein Heil ist unser Aller Gut. Ich sollte Brüder hasfen, die Gott durch feines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich verfühnt, hab' ich dies mehr, als fie, verdient? 4. Du schenkt mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit mei-. nen Brüdern tragen? dem nicht verzeih'n, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Erscheint des Todes ernste Stunde dir, Menfchenfreund, so naht mit ihr ein Engel Gottes und verkündigt den Lohn der Menfchenliebe dir. Des Grabes Nacht wird dir erhellt; du fä'teft für die beßre Welt. 6. Ja, Christen, wer sein Herz bienieden der wahren Menschenliebe weiht, der ftreut zu einer reichen Aernte den Samen für die Ewigfeit. Olaßt uns diesen Samen freun! O laßt uns Menschenfreunde seyn! 482) Spricht: 3 Gericht wird über den erges Mel. Auf, Christenmensch Jemand Ein unbarmherziges liebe Gott! und baßt doch feine Brüber, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott, hen, der nicht barmherzig ift, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, 5. Was ich den Frommen hier gethan, dem Kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als bätt' ich's dir erwiesen. Und ich, ich sollt' ein Mensch noch seyn, und dich in Brüdern nicht erfreun? Gerechtigkeit und Billigkeit. 377 Gott, durch deinen Geift Wort verspricht mir dies, ein Herz, das dich durch Liebe preift! Mitfreude und Mitleid. Mel. Mein erst Gechäft sei Preis 482) liebender, du schufft mein Herz, bei meines Näch ften Freuden mich mit zu freu'n, und fühlt er Schmerz, Gerechtigkeit und Billigkeit. dann auch mit ihm zu leiden. Mel. Kommt ber zu mir, spricht 2. O laß mich diese beilge 483 ulieb, o Gott, Gerechtigkeit, Pflicht nie aus den Augen seßen, und auch an dem Geringsten nicht gering sein Wohlscyn schäßen. und ftrafest den, der sie entweiht, am nächsten Unrecht übet. Du bist's, der Jedem seinen Lohn, ohn' alles Anfehn der Person, nach seinen Werken giebet. 2. Gerechter Gott, laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, fiets meine Seele lenken! Nie komm' es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habfucht, um Gewinn, des nächsten Recht zu fränken! 3. Sie reize mich des Nächsten Glück zur Mißgunft und zum Neide: nie Andrer widriges Geschick zu niedrer Schadenfreude! 4. Hilf mir vielmehr, in Andrer Wohl, o Gott, mein signes finden, und, wenn ich fann, auch, wie ich soll, gern ihre Boblfahrt gründen! frob jener Welt entgegen. 8. Da wirst du dann, mein Vater, mir das Glüc des Himmels geben; ich werd' erfreut, belohnt von dir, im Reich der Deinen leben. 5. Laß mich auch selber meinem Feind des Wiitleids Thräne weihen, und ihn, wenn er im Unglück weint, mit Hülfe gern erfreuen! 6. Gott, welch ein seliger Gewinn ist dann schon mein auf Erden, wenn ich an liebevollem Sinn dir lerne ähnlich werden! 7. Dein Beifall ist mir dann gewiß und unter dei nem Segen geh' ich, dein 3. Pflanz' Redlichkeit in meine Brust, und laß mich stets. mit wahrer Luft der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denft, nur Schaden sucht und Andre fränkt, wie kann das Brüder lieben? 4. Nie seufze Jemand über mich! Mein ganzes Herz bestrebe sich, dem Nächsien gern zu geben, was er mit Recht 378 Pflichten gegen den nächsten. Recht verlangen kann, und Jedermann, Jedem geben, immerfort mit Jedermann Jedem laffen, was er hat und fordern fann. Lieber will in Einigkeit zu leben! ich Unrecht leiden, als begeben, und mit Freuden lieber niedrig sepn und bloß, als durch Unrecht reich und groß. 5. Laß mich beständig dabin sehn, mit SJeglichem so umzugehn, wie ich's von ihm begebre; damit ich feines Menschen Herz durch Druck und Härte je mit Schmerz und Kümmernis beschwere! 4. Würden der Bedrängten Zähren, würden ihre Seufzer nicht Rettung, Gott, von dir begehren, und erschweren mein Gericht? Würd' ich nicht einft zittern müssen? Würde nicht felbft mein Gewiffen mir mit Angst und Schrecken bräun, ihr erster Rächer seyn? und 5. Eines Unterdrückten Thränen, o, wie furchtbar sind nicht die! Eh' es Ungerechte wähnen, trifft, Herr, deine Strafe sie. Und wenn du nicht eilen sollteft, wenn du, Richter, fäumen wolltest, harrt gewiß dem Bö fewicht einst ein schreckliches Gericht. 6. Serr, mit dem Maaß, womit ich bier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder meffen. Dies reize mich zur Billigkeit und laffe mich zu feiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen! vil. Alle Vienschen müssen sterb. [ ller meiner 484( a) Aller Brüder Rechte laß mir, Gott, stets beilig seyn! Wenn ich fie zu fränken dächte, ihres Kum mers mich zu freun, über fie mich zu erheben, oder mir allein zu leben; dann verlegt' ich meine Pflicht, ehrte deinen Willen nicht. 2. Könnt' ich, taub bei ihren Klagen, ihnen das aus Eigenfinn oder Neid und Geiz verfagen, was ich ihnen schuldig bin; fönnt' ich ohne Treu und Glauben Andern Gut und Ehre rau ben: welchen Haß verdient' ich nicht, welch ein schreck. liches Gericht! 3. Nein, ich will das Unrecht haffen, Recht erzeigen 6 Nein, ich will gerecht und billig felbft auch gegen Feinde seyn: Keinen drücken, vielmehr willig dem Beleis diger verzeiß'n. Sab' ich macht, ich will fie nüßen, den Bedrängten zu beschü ßen; eilen, wo Verlaff'ne flehn, ihnen liebreich beis zustehn. 7. Schüßen will ich meine Rechte, aber fanft und mit Geduld. Wir sind alle deine Knechte; und wie groß ist deis Gerechtigkeit beine Huld! Du vergibst mir meine Schulden; sollt' ich denn kein Unrecht dulden, nicht gelind seyn, mich nicht freun, wie du, Vater, zu verzeihn? 8. Hilf mir immer richtig wandeln, und, von allem Unrecht fern, billig, schonend, liebreich handeln, ähnlich Jesu, meinem Herrn! Du, der Richter aller Welten, wirst mir Alles einst vergelten, was ich meinen Brüdern that, wenn dein großer Tag fich naht! und Billigkeit. 379 dulden, als dessen Gram verschulden, für den fein Unglück spricht! Zur Schonung mich zu neigen, und Billigkeit zu zeigen, das fordert meine Chriftenpflicht. 6. Wenn du mit deinen Knechten, o Höchfier, wollteft rechten, wer könnte dann beftehn? Doch wirst du fireng die richten, die, troBend allen der Bil484) Neisheits- figkeit, aufs Recht nur ſehn. Mel. In allen meinen Thaten Dach Jesu 7. Daß ich einst Gnade finde, laß mich, o Gott, gelinde, mild und barmherzig seyn, mein Recht nicht übertreiben, und immer billig bleiben von aller Streng' und Härte rein! 5. Auf seine Rechte dringen, gewaltsam fie erzwingen, und keine Härte scheun; sich nicht der Noth des Armen und Dürftigen erbarmen, heißt: schändlich alles Recht entweihn. lehren darf ich nicht stets begehren, was vor dem Rich ter gilt, nicht immer darauf dringen, den durch Gewalt zu zwingen, der meine Forbrung nicht erfüllt. 2. Oft mangelt's ihm an Kräften, an Fortgang in bei aller ThätigMel. Gott des Himmels und feit; und bei dem besten 484) Nimit barter Strenge, wenn du Andre fehlen fiehst! Groß ist auch der Fehler Menge, die du selber noch nicht fliehft. Sei bedachtsam, richte nicht! Schonung ist des Christen Pflicht. 2. Siehst du flets die tiefern Gründe von des Nächsten Handlung ein? Ift auch, Willen kann er oft nicht erfüllen, was ihm Gefeß und Pflicht gebeut. 3. Wie sollt' ich es denn wagen, dem Nachficht zu verfagen, der nicht mit Vorfaß fehlt, und, taub bei feinem Fleben, es ohne Rührung sehen, wie sehr ihn meine Strenge quält? 4. Nein, lieber will ich 380 Pflichten gegen den nächsten. auch, was du tabelft, Sünde? ften Leiden gleich als Strafe oder trüget dich der Schein? Urtheilst du gewissenhaft? oder reizt dich Leidenschaft? Gottes an! Gönne dem erlaubte Freuden, der sie noch genießen kann! Nie gib seinen frohen Sinn scheinbarfrommer Schmähsucht bin! 3. Haft du auch in seiner Jugend stets den Blick ihm augewandt? Und die Feinde seiner Tugend, sind sie alle dir bekannt? Ach, was rechneft tu ibm zu, daß er Mensch ist, so wie du? 9. Laß die Liebe dich befeelen, die nur ungern Argwoon hegt, und, wenn Andre wirklich sehlen, ihre Fehler fanft erträgt! Mebre niemals ihren Schmerz! Rübre, bere nur ihr Herz! 4. Oft vollbringt er nur im Stillen, was ver Gott ihm rübmlich bleibt; fehlt auch oft mit Widerwillen, oft nur, weil ibn Srrthum treibt; zeigt nicht Klugheit bei der Pflicht, aber Bos heit übt er nicht. 10. Gott, der Nichter aller Welten, richtet mit Gerechtigkeit. Jedem wird er einst vergelten, wie er lebt in dieser Zeit. Ueberlaß ihm das Gericht! Richte du den Nächsten nicht! 5. Chrift, vergiß nicht, zu bedenken, was bein Nächster fordern kann! Ach, wie würd' es dich nicht fränken, griff' er deine Ehre an! Deiner schont ja auch der Herr; zeig' bich nachfichtsvoll, wie er! 485) D" Menschen Mel. In allen meinen Thaten aller 6. Selbst bei wirklichem Vergehen meide mit Befcheidenheit alles unbefugte Schmäben, Härte, Spott und Bitterkeit! Menschenfreundlich decke du deines Nächsten Fehler zu. 7. Mit dem reinsten Herzen biete ihm die Hand zu feinem Glück! Bringe, wenn bu kannst, voll Güte, aus der Irre ihn zurüc! Hüte felbst dich, wenn du stebst, daß du keinen Fall begebst! 8. Siehe nicht des NächWoblthätigkeit und Barmherzigkeit. Vater, du gütigker Berather in Allem, was uns drückt! Was wir bier Gu tes haben, sind einzig deine Gaben; du bist's, der unser Herz erquict 2. Du läsfest von uns Sündern durch Undant nie bich bindern, uns fegnenb zu erfreu'n! Zu ew'gen Seligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Vergnügen seyn. 3. Wie groß ist deine Milde! Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. 381 de! Barmherziger Vater, die Jefus felbft uns lebret, bilte mein Herz nach deinem und die Gott, den Höchften, Sinn! Daß ich der Notb epret! der Armen mich willig mög' erbarmen, nimm alle Härte von mir bin. 2. Speiset die, die Sunger leiden, und die durftig find, die tränft; fommt, die Nackenden zu kleiden, trößet die, die Summer fränkt; Schwache eilt zu unterstüßen, Unterdrückte zu beschüßen. 3. Nicht nur denen, die euch lieben, und zu euch ume Hülfe flehn, Allen cilt, von Gott getrieben, nach Vermögen beizustebn; fübrt zu unverhofften Freuden die auch, die im Stillen leiden! 4. Gib, daß ich willig gebe; mich, woblzutbun, bestrebe, so wie mein Heiland that, der göttliche Erbarmer, den fein bedrängter Urmer vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt' in mir die Trie be der mitleidsvollen Liebe! Wie du mir Gut's gethan, ſo laß um deinetwillen mich Andrer Nothourft ftillen, so oft ich sie nur ftillen kann! 6. 3um Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stärken: vor dir, dem Herrn der Welt, der froße Geber liebet, fei, was man willig giebet, ein Opfer, das dir wohlgefällt! 5. O wie lohnt's mit füsien Freuden, der Verlaßnen Helfer feyn; sehn, wie sie in ihren Leiden sich, durch uns gestärkt, erfreun! Ein betrübtes Herz erquicken, schaffet himmlisches Entzücken! 6. Seil und Glück auf unsern Wegen, innige 3uMel. Herr, ich habe mißgehandelt friedenheit, Huld bei Men485) bizutun swen, Gottes Segen folgen auf 7. Laß mich hier reichlich fäen; denn das, was hier geschehen, folgt uns in iene Zeit. Wer hier den Nächften liebet und sich im Wohlthun übet, der ärntet dort die Seligkeit. 4. Liebe fei dir keine Bürde, keine Laft, beglückter Chrift! Hoheit ist es, Ruhm und Würde, wenn du mild und hülfreich bift! Welch ein Ruhm für den Erlöften, arme Brüder Chrifti trösten! zutheilen, Chriften, das vergeffet nicht! Den Bedrängten zuzueilen, Armen beizustehn, ist Pflicht; Pflicht, ift Mübe, was Beschwerden, wenn sie so belohnet werden! 7. Laßt uns eilen, unfre Gaben, weil es Zeit ist, aus 84 382 Pflichten gegen den Nächsten. zuftreun! Was wir hier sie beschirmt, mit Härt' und gefäet haben, ärnten wir dort reichlich ein. Seid barmherzig; helft den Armen! Gott wird euer sich erbarmen. Vorwurf quälet, und ohne Nachficht firaft und stürmt, sobald fein Nächster fehlet: wie bleibt bei seinem Ungefüm, Gott, deine Liebe wohl bei ihm? Mel. Auf, Christenmensch! 6. Wer für der Armen 486 Mer dieser Erden Heil und Zucht mit Rath Güter hat und fieht den Nächsten leiden, und macht den Hungrigen nicht fatt, läßt Nackende nicht kleiden: der übertritt die erste Pflicht und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. und That nicht wachet; dem Ulebel nicht zu wehren sucht, das oft fie dürftig machet; nur sorglos ihnen Gaben gibt: der hat fie wenig noch geliebt. 2. Wer seines Nächsten Ebre schmäht und gern sie schmähen böret; fich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und Nichts zum Besten feyret, nicht dem Verleumder widerspricht: der liebet seinen Nächsten nicht. 7. 3war du, mein Herz, vermagft es nicht, stets durch die That zu lieben. Doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszu üben, und wünscheft dir die Kraft dazu, und sorgst das für: so liebest du. S. Ermattet dieser Trieb in dir, so such' ihn zu beleben! Dent' oft: Gott ist die lieb' und mir hat er fein Vild gegeben. Ja, Höchster, was ich hab', ist dein; follt ich, wie du, nicht gütig seyn? 3. Ber zwar mit Rath, mit Troft, mit Schutz den Nächßen unterstüßet, doch nur aus Stolz, aus Eigennuß, aus Weichlichkeit ihm nüßet; nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht: auch der liebt seinen Nächsten nicht. 4. Wer barret, bis, ihn 487( a) ie felig fet Mel. O Gott, du frommer Gott lebt Mensch, anzuflehn, ein Dürft'ger erft erscheinet; nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen weinet; nicht gütig forscht, ob's ihm gebricht; auch der liebt seinen Nächsten nicht. 5. Wer Andre, wenn er der Dienstbegierde finnet, und, Andern wohlzuthun, aus Menschenliebe brennet; der, wenn ihn auch kein Eid zum Dienft der Welt verbind't, Beruf und Eid und Amt schon in sich selber find't! 2. Dir Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. 383 tigkeit; er fieht auf seinen Gott, der Liebe ihm gebeut. 7. So laß mich auch gesinnt, mein Gott, durch Chris ftum werden! Voll regen Eifers fei mein Leben hier auf Erden, so nüßlich als ich kann, dem Nächsten stets zu seyn; dann geb' ich einst, o Gott, ins Neich der Liebe ein. 2. Dir, Höchfter, ahmt er nach, dir, als dein Bild, zu gleichen; durch Dienstbefliffenbeit sucht er dies zu cr reichen. Er hält für eignes Wohl sich nicht allein ge macht; er hält sich für die Welt von dir hervorge bracht. 3. Die Welt, denkt er, bat Recht auf meinen Dienst und Kräfte; ihr nüßen, ist für mich ein feliges Geschäfte. Als Glieder schuf uns Gott, einer Welt, in der des Einen Hand die Hand des Andern hält. 4. So denkt der Men schenfreund, und das ist sein Bestreben, so treu, als er fich lebt, zum Wohl der Welt zu leben. Ihm wird des Nächften Heil sein eignes Himmelreich; er füblet fremde Noth, als träf' ihn selbst der Streich. 5. Er eilt, dem, der's bedarf, mit Hülfe beizufteben, fein Anfehn und sein Freund, sein Stand und Wohlergeben sind Mittel, die er braucht, wohlttätig stets zu seyn, und auch den Leidenden gern tröstend zu erfreun. 6. Was Andrer Nothdurft beischt, das reizet feine Triebe, auch ohne Ruhm und Lohn, zu wahrer Menschenliebe. Nicht Stolz, nicht Eigennuß treibt ihn zur GüMel. Gott des Himmels und 487( b) eld barmberschen! Höret, hört das heilige Gebot, das uns Jesus Chriftus lehret: Seid barmberzig, feid's, wie Gott! Gebt, so wird euch auch gegeben, was each oth ift, Hell und Leben. 2. So viel Menschen, so viel Brüder; Ein Gott ist's, der uns erschuf. Wir find Alle Chrifti Glieder; allgemein ist Gottes Ruf. Seine Sonne läßt er scheinen so den Bösen, wie den Seinen. 3. Gleicht dem Vater im Erbarmen! Seid barmherzig, feid's wie er! Gebt den Dürftigen und Armen; was ihr gebt, empfängt der Herr. Helft und eilt, auch ungesehen, euern Brüdern beizustehen! 4. Hülfreich zu Bedrängten eilen, ihnen Schuß und Netter seyn, Rummer lindern, Wunden heilen, wohlthun, 384 Pflichten gegen den Nächsten. thun, trößten und erfreun, und den Frieden fucht und Nache und dies thun aus edlem liebt, das flatt Triebe, das ist wahre Mens Sanftmuth übt! schenliebe! 3. O wie wird das Herz beschweret durch des Zornes 3wietracht, Seidenschaft! Zorn und Haß verzehret felbft des Stärffien Lebensfraft; fürzt den Lauf von unsern Jahren, macht zum Himmel ungeschickt. Hert, der auf mich Schwachen blickt, ach, du wolleft mich bewahren, daß des Jäbzorus Raferei nie des Herzens Meister fei! Sanftmuth, Friedlich feit, und Eintracht. 4. Wer mir flucht, den 488) en dem nachwill ich segnen, so wie mein In eigener Melodic. sott, der du sichtsvoll begegnen, der zum Streiten Neigung bat; für die Feinde will ich beten, und vor dich, du Friedensfürst, wenn du Menschen richten wirst, auszeföhnt mit ihnen, treten. Gott des Friedens, stärke du mich mit deiner Kraft dazu! 5. Ewig Heil in dem be schieden, der nach frommer Eintracht firebt! Höchfter, gib mir deinen Frieden, der jur Sanftmuth uns erhebt. Er regiere Herz und Sin nen; denn, wenn er bas Herz regiert, wird, was zu der Zwietracht führt, niemals llebermacht gewin nen: bis einst in der Herrlichkeit ew'ger Friete uns erfreut. Mel. 5. Serr, wir geben von dem Deinen, was wir geben; laß uns nie fübllos seyn, wo Brüder weinen: unser Mitleid trößte sie, daß, wenn wir zu dir uns naben, wir auch Trest und Hülf' empfahen! schen liebeft, der du nicht ein frenges Recht, sondern lauter Gnade übeft an dem fündigen Geschlecht: laß mich deinen Geift beleben, daß ich, Vater, als dein Kind, liebreich sei, wie du gefinnt! Herr, du woll'st den Sinn mir geben, der bei Fehlern Nachficht zeigt, und mit Sanftmuth spricht und fchweigt. 2. Laß mich meines Näcften schonen, ihm erleichtern ſeine Laft, und so lang ich bier soll wohnen, bleibe Zantiucht mir verhaßt. Denn das ist, o Gott, dein Wille; Fried' und Eintracht liebest du: o so bilf auch mir dazu! Gib ein Herz mir, das die Stille Sanfmuth, Friedlichkeit und Eintracht. 385 Mel. Befiehl du deine Wege Gott gebeut. Sie, Herr, 488) ach frommer stets hoch zu schäßen, ihr ganz mein Herz zu weih'n, sie nimmer zu verleßen, soll meine Weisheit seyn! streben, mit Allen in der Welt, ift's möglich, friedlich leben, dies ift's, was Gott gefällt. Doch dem nur fann's gelingen, der seinen Nächsten liebt, sich selbst weiß zu bezwingen, Belei digung vergibt. 2. Nachgebend und gefällig, des Haders größter Feind, zeigt er sich stets gesellig, erhält sich seinen Freund. Er sucht mit Ernst zu meiden, was seine Brüder fränkt, weil er von sich bescheiden, von ihnen rühmlich denkt. 3. So oft sie Zwift erregen, fo eilet er, den Streit mit Klugheit beizulegen und ftiftet Einigkeit. Der Uebers eilung Sünden entrüften nie sein Herz, er läßt sie Nachsicht finden und hemmt des Unmuths Schmerz. i 4. Nie spottet er der Brüder, so viel er Wiß besigt; und zürnet nicht gleich wieder, wenn sie ihr Zorn erhißt. Er freut sich ihrer Freuden, troßt und erbittert nicht, und hält sich stets bescheiden, wenn man ihm widerspricht. 6. Mich selbst zu überwinden, gib, Eifer, Muth und Kraft; dann werd' ich froh empfinden, welch 3lück die Eintracht schafft. Von aller Noth geschieden, werd' ich einft selig seyn, und mich in ew'gem Frieden des Lohns der Liebe freu'n! Versöhnlichkeit und Feindesliebe. Mel. Herzliebster Jesu err, deine 489muth ist nicht zu ermessen. Wie viel hast du vergeben und vergessen! Ach, führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe! 2. Du segneteft, die dir, Erlöser, fluchten; du heiltest selbst, die dich zu fangen suchten; du zeigteft stets bei deiner Feinde Toben der Sanftmuth Proben. 3. Ach, glich' ich dir, o Heiland! ich bekenne, daß ich noch oft von schnellem Zorn entbrenne, und mich vor dir gar leicht durch eigne Rache verwerflich mache. 5. So Fried' und Ein- 4. Ich muß es wehmuthstracht lieben und nie durch Daß und Streit des Nächsten Tage trüben, ist Pflicht, die voll, ach Herr, dir klagen: mein stolzes Herz kann noch so wenig tragen; wie schwer R weiß Pflichten gegen den Nächsten. 386 weiß ich, wenn Andere mich bassen, mich recht zu faffen! 5. Vergib mir, Herr, und wende mein Verderben! Bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. 6. So hilf mir denn die Rachbegier erflicken! Laß sich dein Bild in meine Seele drücken! So werd' ich mich verföhnlich finden lassen, nicht wieder haffen 7. Flucht mir mein Feind; so gib, daß ich ihn segne, und seinem Grimm mit Freundlichkeit begegne, daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. 8. Verleih' mir das um meiner Sanftmuth willen; so erb' ich auch im Lande deiner Stillen die Geligkeit, wozu sie jenes Leben einst wird erheben. nicht blos Freunde, auch deine Feinde! für mich litteft, und noch zur Rechten Gottes für mich bitteft, erweck in mir, du Mufter wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe! 3. und ich, Herr, follte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen Andre brennen? Ich sollte feindlich Haß mit Haß vergelten und wieder schelten? 4. Wie kann ich: Vater, zu dem Höchsten fagen, und Groll im Herzen gegen Brü der tragen? Wie kann ich zu ihm fleh'n, mir zu verzeihen, und Nache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jünger ift nur, wer, wie du vergibet und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seele Triebe, mein Heiland, durch den Geift der wahren Liebe, daß nie die unglücksel'ge Luft der Rache mich strafbar mache! 7. Wenn Brüder sich an mir worin vergehen, so lehre mich ihr Unrecht überMel, Herzliebster Jefu 490 Herr, mein Ver- sehen, und sollten sie mich noch so an dich nur denken! 8. Grwede dann, o Herr, in meinem Herzen auf's Neue das Gedächtniß jener Schmerzen, die du in deinen schweren Leidensstunden für mich empfunden! 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, als man dich gescholten. 9. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begeg Du segneteft mit Wohlthun nen, den, der mir flucht, voll Versöhnlichkeit und Friedensliebe. 1387 voll Großmuth, wie du, wenn das Gewissen für segnen! Herr, mache gegen Alle, die mich haffen, mein Herz gelaffen. meine Unschuld spricht. 6. Dies will ich treu bewahren: so bessert sich mein Feino, lehrt weiser mich verfahren, indem er's böse meint. 7. Ich will die Fehler meiden, die er von mir ersann; auch die will ich bestreiten, die er nicht wissen kann. 8. Durch Huld will ich mich rächen, an ihm das Gute seh'n und Gütes von ihm sprechen; wie könnt' cr länger schmäh'n? 9. Im Haß ihn zu erműden, will ich ihm gern verzeih'n. und als ein Christ Mel. Christus, rer ist mein 491) Nie will ich zum Frieden, zu Diensten wieder 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd' ich sonst mein ganzes Glück verlieren: o Herr, so laß mich, ihr zu wider stehen, auf dich dann sehen! 11. Du schüßest den, der redlich vor dir wandelt, und überall nach deinem Vorbild handelt. D'rum laß in Allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden! chen, wenn mir mein Hasser flucht; nie dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht. 2. Ich will ihm fanft begegnen, nicht drohen, wenn er droht; schilt er, so will ich fegnen, dies ich des Herrn Gebot. 3. Mein Jesus, der Gerechte, vergalt die Schmach mit Huld; die Wuth ergrimmter Knechte ertrug er mit Geduld. 4. Sollt' ich denn wieder schelten, da er nicht wieder schalt? nicht so den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? 5. Verleumdung dulden müffen, ist schwer; doch diese Pflicht wird leicht, 10. Wann, mich zu untertreten, ihn Güte mehr erhißt: so will ich für ihn beten, und Gott vertrau'n. Gott schüßt! fought ofe Mel. An, Christenmensch 491erbitre bir dein Leben nicht, o Chrift, durch eigne Rache! Vergeben iff des Menschen Pflicht; vergelten Gottes Sache. Die Sanftmuth, die sein Wort gebeut, liebt Feinde, fegnet und erfreut. 2. Wahr ist's, empfindlich ist der Schmerz, Unrecht und Kränkung leiden; und dennoch soll des Chriften Herz Zorn, Haß und Rachsucht metR 2 388 19 Pflichten gegen den nächsten. meiden, soll nicht sein eigner Richter seyn, vergessen soll er und verzeih'n. 3. So schwer auch diese Pflicht dir scheint, so mußt du sie doch üben; sonst bist du nicht des Heilands Freund, der sie dir vorge schrieben. Empört dein Herz dawider sich: so sich auf ihn; besiege dich! 4. Wer hat wohl größern Widerspruch von Sündern hier erduldet, als er, der Herr, der Schmach und Fluch von Andern nie verschuldet? Und dennoch fleht' er langmuthsvoll zum Vater für der Feinde Wohl. 5. Ihm folgen ist dein größter Ruhm! Beleidigern verzeihen, gebietet dir das Christenthum. Dich ihres Falls nicht freuen; den, der dich schmäht, nicht wieder schmähn, gereicht dir selbst zum Wohlergehn. 6. Im Zorne denket Niemand nach, was Gott gefallen sollte; die Nach' ver: mehret noch die Schmach, die man bestrafen wollte. Kein Schimpf wird ungescheh'n gemacht, wenn wilde Rachbegier erwacht. 7. Die Rachgier reißt der Menschlichkeit Gefühl aus deinem Herzen, zerstört des Geiftes Freudigkeit, und straft mit bittern Schmer zen; sie hindert Dant, Gebet, Vertraun, und raubt den Muth, auf Gott zu baun. 8. Durch Sanftmuth, übe nur die Pflicht! wirst du den Feind besiegen. O raube deiner Seele nicht dies göttliche Vergnügen; dann wird der Herr auch dir verzeihn, dein Vater und Vergelter seyn! Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Nedlichkeit. Mel. Alle Menschen müssen 492 Nas mich, HöchLaß ftreben, stets der Wahrheit Freund zu seyn! Vor dir müssen Lügner beben und dein heilig Auge scheun; ja vor deinem Angesichte wer den sie beschämt zu nichte, weil Verstellung, Erug und Lift dir, o Gott, ein Abe scheu ist. 2. Andern zu gefallen lügen, leeren Schwäßern gleich zu seyn, und durch Heuchelei betrügen, Herr, das falle mir nicht ein! Wahrheit leit' an allen Or ten mich in Werken und in Worten; redlich sei des Her zens Grund, redlich sprech auch stets der Mund! 3. Die der Falschheit sich ergeben, sind vor dir, o Gott, ein Gräu'l, und ein unglücke selges Leben ist gewiß ihr fünftig Theil. Hier schon trifft verdiente Schande sie bei Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 389 bei Redlichen im Lande; nieverleßet, weil er an jedem denn ein jeder Menschen freund ist der Falschheit Ränken Feind. 4. Schmäht mich ohne mein Verschulden der Verleumder Lästermund, Herr, so laß mich's still erbulden; einst wird doch die Wahrheit kund. Darf ich ja nicht länger schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, o so gib, daß fiets dabei Herz und Mund voll Sanftmuth sei! 5. Daß du, Herr, an jedem Orte Zeuge meines Wandels bist; daß kein eing'ges meiner Worte deinem Obr verborgen ist: dies erwecke mein Gemüthe, daß ich mich vor Lügen hüte; denn du liebst den Wahrheitsfreund und bist aller Falschheit Feind. Mel. Befiehl du deine Wege 493 Wo ohl dem, der richtig wandelt, der als ein Wahrheitsfreund in Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint; nie täuschet und nie schmeichelt, nie doppeljungig spricht, nie Reblichfeit blos heuchelt, nie Treu' und Glauben bricht! 2. Wohl dem, der Lügen baffet, der, wie die Pflicht gebeut, stets feine Reden faffet, und Spott und Drohn nicht scheut; die Wahrheit Ort es sich vor Augen seget: Gott merkt auf jedes Wort! 3. Wohl dem, der Gut und Leben, droht ihm Gefahr und List, für Wahrheit hinzugeben, bereit und willig ist! Du, Gott, wirft ihn erhöhen, wenn einst in ihrem Licht die Lügner schamroth stehen, enthüllt durch dein Gericht. 4. Herr, laß drum alles Lügen stets ferne von mir seyn; behüte mich vor Trúgen mit gleißnerischem Schein! Erinnre mein Gewiffen: du haffeft Heuchelei, damit ich stets beslissen der Treu' und Wahrheit sei! 5. Laß niemals mich versprechen, was ich nicht halten fann, mich nie Zusagen brechen, die ich einmal gethan; nie Leichtsinn mich verleiten und nie des Beispiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was Schmäßsucht nur erdacht! 6. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb und wiffe: wann ich für Andrer Wohl, wann für mich reden müsse, und wann ich schweigen soll! 7. Wenn je, um mich zu drücken, des Feindes Rath gelingt, wenn er mit bösen R 3 Tüks 300 Pichten gegen Tücken in Kümmernis mich bringt: ſo stärke meine Seele, daß sie nicht unterliegt, und Alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt! 8. Gin Herz voll Treu' und Glauben, das, Gott, zu dir sich hält, das soll mir Niemand rauben! So kann ich aus der Welt einft mit der Hoffnung gehen: ich werde als dein Kind, dich mit den Frommen sehen, die reines Herzens sind. den Nächstenjadidn ERS Mensch zu groß, für Weltgewinn zu lügen. 4. Wir sind nicht blos für diese Zeit Gefährten, Freund' und Brüder; im Reiche der Vollkommenheit begegnen wir uns wieder.. Drum auf! bis Herz und Auge bricht, entweihet Recht und Treue nicht; hinweg mit Trug und Lügen! 5. Es winde sich der Treue Band um jedes Reich der Erde; die Treue schüße jedes Land, und wohn an jedem Heerde; o Menschen, Brüder, brechet nicht, was Wort und Hand und Schwur verspricht! Hinweg mit jeder Lüge! Mel. Allein Gott in der Höb' 494 blickt binauf zur Ewigkeit, empor vom Staube, Brüder! Was unfre Sinne nur erfreut, vergeht und kommt nicht wieder. Die Tugend blühet ewig schön; drum laßt des Lebens Pfad uns gehn, geleitet von der Tugend. 2. O, was sind Schäße, was ist Geld? Und wären's Millionen. Was sind die Reiche dieser Welt? Was aller Reiche Kronen? Wer gäbe für der Welt Gewinn Mel. Werde munter, mein des Herzens innern Frieden 495b wir sind, wie mit und Lügen! 3. Ach! Alles, was die Welt verleibt, enteilt, als bätt' es Flügel, ein enger Sarg, ein Todtenkleid und ein bemooster Hügel ist hier des Menschen legtes Loos; führwahr! drum ist der 6. Hinauf, binauf zur Ewigkeit, o blickt gen Himmel, Brüder! Im Reiche der Vollkommenheit begeg nen wir uns wieder. Der Weg der Pflicht, der Wahrheit Bahn leit uns zum schö nen Ziel hinan, und fern ſei Lüg' und laster! ob wir reden recht und wahr, wie wir denken, wie wir's meinen, ist dir, Höchfter, offenbar. Seilig, liebevoll und rein soll des Menschen Innres seyn, und du wägst an jedem Orte jedes Menschen Herz und Worte 2. Hert Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 391 2. Herr, du gabeft uns die Sprache; was uns deine Huld verleiht, werde dir, der guten Sache und dem Menschenwobl geweiht! Un fer Ja und unser Nein möge fest und redlich seyn! Wir sind deines Reiches Glieder; deine Kinder, wir sind Brüder. ster Ruhm unter meinen Brüdern, und mein liebstes Eigenthum sei der Ruf des Biedern. Wer nach eiteln Schäßen ringt, ringt nach Sorg und Plage; aber Redlichkeit nur bringt Muth und frohe Tage. Mel. Schwing' dich auf zu 496 Dedlichkeit! mit Re dir im Bund auf der Erde wandeln; redlich seyn mit Herz und Mund, nach Gewissen handeln; sonder Trug und Heuchelei, Necht und Wahrheit lieben, und entfernt von Menschenscheu, Recht und Wahrheit üben! 2. Dieser schönen Tugendflicht fei mein Herz ergeben! Redlich, bis mein Auge bricht, redlich will ich leben, redlich, wenn die Welt mich sieht, redlich ohne Beugen. Kann, was auch dem Tag entflieht, Gott die Nacht verschweigen? 3. Finsternis ist ihm, wie Licht, Mitternacht, wie Morgen. Oft bin ich der Welt, doch nicht meinem Gott verborgen. Was ich denk und thu, erspäht er im hellsten Lichte; und kein Lügengeift entgeht feinem Strafgerichte. 5. Zwar sucht mancher Bösewicht, Redliche zu drükken, weil ihr Freimuth straft und nicht schweigt zu ſeinen Tücken. Aber dieses rückt sie nie aus der Wahtheit Wegen, ihnen wird, das wissen sie, dennoch Gottes Segen. 6. Menschenvater, Gelb und Gut will ich gern verschmerzen; aber einen frohen Muth, Redlichkeit im Herzen, Redlichkeit in Wort und That und ein rein Gewissen laß mich auf dem Lebenspfad nie, o nie vermisſen! 7. Ich will redlich seyn, bis ich hier vollendet habe! Gute Menschen segnen mich dann noch einst im Grabe. In ihr Herz geschrieben bleibt meine Tugend immer; und wann auch mein Leib zerstäubt, stirbt mein Name nimmer. Gutes Beispiel. Mel. Gott Vater, an Cebarmen on bir, 497 B meine Freudent 4. Meines Namens höch- schuf, ist auch mein heiliger R4 Be= Pflichten gegen den Nächsten. 392 Beruf, im Herzen und im Wandel rein, und nüßlich in der Welt zu seyn. Wer diese große Pflicht nicht ehrt, ist keiner wahren Freude werth. 2. Es war, o Vater, deine Hand, die mit den Menschen mich verband. Ich follte redlich mich bemühn, ziehn; und leuchtet ihnen auch sie zum Guten hinzustets mein Licht, so fehlt mir deine Liebe nicht. 3. Wie groß ist jedes Beispiels Macht! O würd' es stets von uns bedacht, wie viel im Stillen um sich her es wirkt und täglich mehr und mehr die schwächern Herzen, die es rührt, zum Guten oder Bösen führt! 4. O wehe dem, der forge los bleibt und kühn des Lasters Werke treibt, den nicht der Blick der Unschuld schreckt und aus des Lafters Taumel weckt; der selbst die Schwachen gern berückt und liftig in sein Neß verftrickt! Schuld von mir! Ja, Bater, ich gelob' es dir! Mein Beispiel reize jederzeit zur Tugend nur und Frömmigkeit! Gib selbst, o Gott, gib mir die Kraft zu dem, was Heil und Segen schafft, 5. Wie troftlos wird er einst sich sehn, wenn um ihn die Verführten stehn, und wenn nun Jeder laut ihm flucht, ihm seine Qual zu mehren sucht, vor dir, o Richter, ihn verklagt, und dann sein frecher Geist verzagt! 6. Fern sei so schwere Bescheidenheit. 498 V Welt gerufen, Mel. Wer nur den lieben Gott on dir stehn, Vater, alle Menschen hier auf niedern und auf höhern Stufen, und, was sie haben, kommt von dir; du macheft arm, du macheft reich: doch vor dir sind wir Alle gleich. S 2. Nicht Jeder hat, was Andre haben, und das ist Güte; denn du gibst dem diese, jenem andre Gaben, weil du, als Vater, Alle liebst; es follen Alle glücklich seyn und Jeder sich des Andern freun. 3. Beglücken und selbst glücklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller Loos. Darum ist dieser hier auf Erden gering und arm, der reich und groß; der hat mehr Kraft, der mehr Verstand und jener braucht, was der erfand. 4. Wer hat mich Andern vorgezogen? Wer wieder andre Menschen mir? Du, Gott, durch freie Huld be wogen; denn alles Gute kommt Glückseligkeit wahrer Christen. 393 kommt von dir. Ich gab arm, wie hülflos wär' ich dir Nichts zuvor, und ich dann! bin Alles, was ich bin, durch dich. 5. Und ich, ich sollte nicht bescheiden und fern von al lem Stolze seyn; ich den, der mehr empfing, beneiden, mit ihm mich feines Glücks nicht freun? Wär' ich wohl, hätt' ich mehr als er auch beffer dann und seliger? 7. Wer eitler Ehre gern entbehret, und Tugend an Geringen gern erkennt und schäßet, der verehret der Niedern und der Hohen Herrn! Wohl ihm! Denn mit Zufriedenheit lohnt Demuth und Bescheidenheit. 6. Nein, gerne will ich Andre ehren: wie arm, wie niedrig fie auch sei'n. Sie können meiner nicht entbeh ren; ich kann mich ohne fie nicht freuln Nähm' keiner meines Glücks fich an: wie mein Ruhm! 8. Sie schmückt das Alter, gibt der Jugend Neiz, Lie benswürdigkeit und Werth; gibt Würd' und Hoheit feder Tugend, die eitlen Schimmer gern entbehrt. Sie sei, o Gott, mein Eigenthum, vor dir und vor der Welt Glückseligkeit wahrer Christen. 499 Wel, Wie groß ist des Allmächt'. T Intfernet unsel'ge Spöt euch, ter! Ihr zittert, wo der Fromme glaubt; mein Herz hat einen Gott zum Retter, und eine Hoffnung, die Nichts raubt. Ich sehe meinen Heiland leben; ich weiß, daß ich nicht sterben fann; weiß, mit verklärtem Leib umgeben, schau' ich ihn einst im Himmel an. 2. Was seid ihr, stolze Weltbezwinger, wenn euch die größte Hoffnung fehlt? Dem Höchften seid ihr viel geringer, als euch der Sklave, den ihr quält. Wie kurze Zeit, mit wie viel Sorgen genießt ihr eurer Ehrsucht Raub! Man rühmt euch heute, haßt euch morgen, ihr waret Götter, und seid Staub. 3. Was find, Weltmenschen, eure Freuden? Die Wolluft, die euch trunken macht? Ein Chrift fout' euer Glück beneiden? Folgt es euch in des Grabes Nacht? Ihr rechnet mit erhittem Blute des fernen Tages Wollust aus? Die nahe schreckliche Minute tilgt euer Glück auf ewig aus. 4. 3hr seid dahin. Des Chriften Größe geht auf, beR 5 fiegt 394 fiegt die furze Nacht, am Tage, da Gott eure Blöße zum Abscheu aller Augen macht. Der Tag macht Könige den Knechten und Bettler der Monarchen gleich; der Tag gibt Abel dem Gerechten und macht des Chriften Seele zeich. Glückseligkeit wahrer Christen. 5. Ein Blick in meine Zukunft treiber Berdruß und Angst aus meiner Brnft; ein Herz, das nicht auf Erden bleibet, ist sich des Himmels ftets bewust. Rein Unglück kann mich niederschlagen; ich weiß, mein Glück entgeht mir nie: ich darf vor Feinden nicht verzagen; ich weiß, mein Tod entwaffnet fie. 6. Du leßte Stunde metnes Lebens, die du den Christen heilig bist, ich warte nicht auf dich vergebens; ich thu, was beiner würdig ift. Du lebrst mein Leben mich genießen; du bist mein Lohn aus Gottes Hand. Wie fanft wird sich mein Auge schließen! Mein Geift erblickt sein Vaterland. 1812 schweiget und mir bein Geift bezeuget, daß ich begnadigt bin; wenn mich dein Trof erquicket, so oft mich Trübfal drücket: wie unschäßbar ist mein Gewinn! 3. Sollt' ich solch ruhig Leben für Luft der Sinne geben, und dann die inn're Pein, mich selber zu verklagen, in meinem Busen traGroß würde meine gen? Thorheit feyn! 4. Sein eignes Herz bekämpfen, und seine Neigung dämpfen, ist freilich schwere Pflicht; doch, wenn wir uns besiegen, welch seliges Vergnügen gewährt der Pflicht Erfüllung nicht! 5. Nichts fann im Wohlergehen, so unser Glück erhöhen, als ein gerubig Herz; das schaffet inn're Freuden, selbst in den größten Leiden, und stillt in Schmerzen felbft den Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, wornach die Thoren schmachten, was gibt uns dazu Muth? Was trößtet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? Ein ruhig Herz, dies größte Gut. 7. Zu dir, gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; gezählt zu den Erlöften, darf ich mich deiner tröften: welch' Glück, mein Gott, fann größer seyn! 8. Läft laß, Mel. In allen meinen Thaten 500 in rubiges GeHerr, mich stets genießen; denn hab' ich dieses nur, so ift für mich in Tagen, wann Andre ängstlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Wenn meine Sünde Glückseligkeit wahrer Christen. 395 18. Läst du mich im Ge- Schein. Gott wird die luwissen einst diesen Troft ge- schuld retten. nießen, wann Alles von mir weicht; wann ich den Lauf vollendet und sich mein Le ben endet: so wird mir selbst das Sterben leicht. 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit der künft'gen Welt entgegen. Die gibt ihm Muth und Freudigkeit auf allen feinen Wegen. Denn dort macht selbst, o Herr. dein Mund den wahren Werth der Menschen fund; da wird der Fromme siegen. 5. So bilf denn, daß ich mir zum Heil, ein unverletzt Gewissen, des Lebens allerbesten Theil, zu haben, ſei beflissen. Mit dir, Gott, ausgeföhut zu seyn; dein Mel. Schon ist der Tag von G. welch ein un 501 fchäßbares Gut heilig Recht nicht zu entweib'n: das sei mein größter Eifer! 6. Gib, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre, und immer aufmerksam genug auf ſeine Warnung höre. Erinnerts mich an meine Schuld, so laß mich, Vater, deine Huld voll Nen' und Glauben suchen! 7. Mit deiner Gnade tröste mich, und stärke meine Seele, daß sie vor Sünden hüte sich, und nie aus Vorfag fehle. Denn wer nur reines Herzens ist, hat immer dich, durch Jesum Chrift, Allwissender, zum Trofte. 9. O laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich treu! Zum Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stärken, daß nichts verdammlich an mir sei! ist, Herr, ein gut Gewissen! Wer dieses hat, der hat auch Muth, wann Andre zagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert nicht; ihn schreckt kein Tod und kein Gericht; denn mit dir hat er Friede. 2. Sich deines Beifalls, Gott, bewußt, ruht er in deiner Gnabe. Dein Friede wohnt in seiner Brust; und wer ist, der ihm schade? Auf dich sieht er in aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht. Shn tröftet deine Vorsicht. 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch das Gift der lästerungen, wird seines Herzens Ruhe doch dadurch nicht Genug, ganz er weiß davon sich rein, und 502 Ver Welt ge bezwungen. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele Geräusch flieht auch forgfam bösen R6 fchies 396 Glückseligkeit wahrer Christen. schieden, schmeck' ich des Er- Mel. Wer nur ben lieben Gott Löfers Frieden und die Freu503 Wenn ich ein gut de schon auf Erden, Herr, mit dir vereint zu werden. Diese Welt mit ihren Sünden seb' ich unter mir verschwinden, und das Heil von jenem Leben den entzückten Geift umgeben. be, so had' ich große Seligkeit: es ist des Himmels befte Gabe, das höchste Glück in dieser Zeit: in Freud' und Leiden gibt es hier die wahre Rub' der Seele mir. 2. O was achten weise Chriften jenen Reiz von niedern Lüften, jenen Glanz der eitlen Freuden, und des Lebens kurze Leiden, wenn fie schon im Geift am Throne beiner treuen Streiter Krone und den hohen Lohn erblicken, der fie dort einft wird entzücken? 3. Mag doch Trübfal mich umstürmen; deine Huld wird mich beschirmen. Kurz nur find des Jammers Pfade: ewig währt der Lohn de Gnade. Mit des Dankes fillen Zähren will ich deinen Rath verehren, unter keiner Bürde finken, und den Kelch in Ruhe trinken. 4. Du haft selbst der Menschen Plagen, Heiland voll Geduld ertragen, taufendfaches Leid gelitten, und den schwersten Kampf geftritten. Gib, wann ich ermattet bebe, daß mich deine Kraft belebe! Hilf mir wachen, fämpfen, fie gen! Friede lohnet nach den Kriegen.d 2. Jch bebe nicht, wann Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist. Mein Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Chrift, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getroft wag ich's, vor Gott zu treten, und ihn voll Glaubensfreudigkeit als meinen Vater anzubeten, der, was ich habe, mir verleiht, und jedem Heil und Segen gibt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 4. Mit Muth trag' ich des Lebens Leiden; fie sind ein herber Augenblick; doch des Gewissens inn're Freuden find füßer, als der Erde Glück: und was kann höhern Troft verleih'n, als ohne Schuld in Leiden seyn! 5. Die Freudigkeit in meis nem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht; fie ist mein Labsal in den Schmerzen, und in der Finsterniß mein Licht. Sie macht getroft, wann eine Welt und in Trümmern fällt. erzittert 6. Der Glückseligkeit wahrer Christen. 397 6. Der bangen Todes- unter Adams Kinder verfurcht entwöhnet, eil' ich der breitet, fie erleuchtet, und letzten Stunde zu; dem Leis die Sünder durch Thaten be, der nach Raft fich seh- reizt, mit einem beffern Lenet, zeigt sich im Grabe fanf- ben dich zu erheben; te Rub, indem mein Geift, der Gott gelebt, zu seinem Ursprung fich erhebt. 7. Und droht mir ja noch ein'ge Sünde, mein Heiland gibt mir Troft und Muth; ich weiß, daß ich stets Ruhe finde in der Versöhnung durch sein Blut: er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Missethat. 8. D Seele! darum fei befliffen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubenszuversicht verleiht. Und du, mein Gott, regiere mich! Denn, o was könnt' ich ohne dich? Mel. Herzliebster Jeſu 504 Wen en wird, o Gott, die Wonne der Erlöften nach diefes Lebens furzem Kampfe tröften? Wen schmückt im Himmel einst vor beinem Throne des Mittlers Krone? 2. Wer heilig wird; wer, abgewandt vom Bösen fich von der Sünde Herrschaft läßt erlösen; wer an den 4. Wer, was er glaubt, gewissenhaft auch übet, die Menschen all' als seine Brüder liebet, nicht lästert, fie nicht kränkt, nicht stolz fich blähet, und keinen schmähet; 5. Wer Sünden haffet, und doch mit den Sündern Mitleiden fühlet, und an deinen Kindern die Gottesfurcht und ihre Gaben ehret; hält, was er schwöret; 6. Wer nicht der Brüder Ruhm und Glück beneidet, selbst reich, die Armen speift, die Natten kleidet, froh, ohne Wucher auch mit milden Gaben, genüßt zu haben; net; 3. Wer deine Wahrheit 7. Wer, züchtig in Gedanken, teusch auch lebet; wer seines Werthes sich nie überhebet, im Glücke mäßig, gütig und bescheiden, getroft im Leiden: 8. Den, den wird, Gott, die Wonne der Erlöften nach diefes Lebens kurzem Kampfe trößten; den schmückt im Himmel einst vor deinem Throne des Mittlers Krone. Mel. Mein ganzer Geist, Gott Sohn glaubt, seinen Herrn 505 Wie frei reSeligkeit, o Gott, schon in der Prüfugszeit, felbft unter viel BeR7 schwer Glückseligkeit wahrer Christen. 398 schwerden, wenn unser Herz fich dir ergibt, und treu in Jesu Dienft sich übt! Wie groß wird fie einft werden, wann sich herrlich fenes Leben wird anbeben, wo man Freuden ärntet von der Saat der Leiden! 2. O wie erhaben ist das Recht, das du uns schenkeft, Dein Geschlecht und Bundesvolk zu beißen! Bei dir ift unser Baterland; und wer Mel. Schon ist der Tag von Gott will deiner starken Hand, 506 Wie beiter fließt uns entreißen? Wenn wir gleich hier müssen freiten, und zu Zeiten schwach uns finden, bilfft du uns doch überwinden. Leben hin und jeder meiner Tage, wenn ich dir, Gott, ergeben bin, der Sündenluft entfage, von jeder bösen Neigung frei, und deiner beil'gen Vorschrift treu, rechtschaffen denk' und handle! 3. Du deckeft unfre Schulden zu, gibt unsern Seelen wahre Ruh', und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ift unser Haupt und Ruhm, wir fein erkauftes Eigenthum, und Schafe seiner Weide. Gutes Muthes sind auf Erden, in Beschwerden, unsre Seelen. Herr, was kann bei dir uns fehlen? 5. Bie glücklich, Gott, find wir alsdann! Wie viel haft bu an uns gethan! O laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit; so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gib den Trieb in die Seelen, dich zu wählen, urd im Leben uns dir gänzlich zu ergeben. 4. Es bleibet zwar der hobe Werth der Gnade, die uns widerfährt, verborgen bier auf Erden. Doch wann der Herr vor aller Welt in Majestät Gericht einst hält, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen, als die Seinen, ewig und mit ihm vereinen. 2. Sanft führt dann deine Batertreu', mich auf des Lebens Wegen; mit jedem Morgen wird fie neu zut reicherm Heil und Segen. Du, dessen Allmacht mich beschüßt, gewährst mir Alles, was mir nüßt, lenkst Böses selbst zum Guten. 3. Dich tennt, dich liebt, dir traut mein Herz; wie könnt' ich je verzagen! Ich dulde standhaft jeden Schmerz; du hilfft die Laft mir tragen. Verlaffen mich kannst du, Gott, nicht; fets warst du meine Zuversicht; du wirst es ewig bleiben. 4. Wenn Glückseligkeit wahrer Christen. 399 4. Wenn deine Gnade ner zu schmücken. Die irmich erquickt, und Rub' ins Herz mir sendet, Gott, wenn dein Friede mich beglückt, und keine Reu' mich fränket: wie felig bin ich dann in dir! Wie ahn' und fühl' ich dann schon hier des Himmels bohe Freuden! 3. Furchtlos und mit fich im Frieden geht er seine hohe Bahn. Keine Laft kann ihn ermüden, täuschen ihn kein eitler Wahn. Ihn leitet die Wahrheit durchs Lebensgetümmel; sein Sinn und sein Wandel ist schon in dem Himmel. Ihm folget der Beifall der Edlen, und Ruh' ftrömt ihm von dem Throne des Ewigen zu. 4. O wer wollte diese Freuden, dieſe Seligkeit verschmäß'n? Wer nicht Mel. Eins ist Notb, ach felbft im tiefften Leiden auf 507 Nieblich sind der der Bahn der Tugend geb'n? Tugend Pfade, Seil des Himmels ist ihr Ziel. Hier empfind' ich Gottes Gnade und der hohen Freuden viel. Was hilft es mir, wenn ich auch Welten gewinne? Vergänglich ist fedes Vergnügen der Sinne. Nur Freuden der Tugend entfliehen mir nicht; fie Wenn oft auch die Kräfte des Pilgers ermatten; bald laben ihn wieder sanft fühlende Schatten. Drum muthig, ihr Christen! Das Ziel ist nicht fern. lins winket ein Vorbild; o fol get dem Herrn! Mel. Der unsre Menschheit bleiben, wenn Alles auch 508 Mmeines Lebens ift wanket und bricht. 5. Die Bahn der Zugend und der Pflicht führt hin zum ew'gen Leben! O Gott, mein Gott, ich zweifle nicht, du wirst zu dem Bestreben, sie treu zu wandeln, deine Kraft, die Alles Gute wirkt und schafft, mir Schwachen nicht verfagen! dischen Gaben find Labfal ihm nur; drum beut fie ihm süßer die milde Natur. 2. Die Natur ftreut Luft und Wonne Jedem in den Pilgerlauf; aber schöner geht die Sonne für den Freund der Tugend auf. Ihm Atrahlet von Sternen ein böb'res Entzügen; ihm pflegen die Auen sich schöRuh' und führt mich beinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ach gib mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Troft der Sterblichkeit nichts meiner Seele raube! Zief präg' es meinem Herzen ein, welch Glück Glückseligkeit wahrer Christen. 400 Glück es sey, ein Chrift zu feyn. 2. Du haft dem fterblichen Geschlecht zu deiner Ewigfeit ein Recht durch deinen Tod erworben. Zum Staube kehr' zurück der Staub; mein Geift wird nicht des Todes Raub, du bist für mich geforben. Mir, der ich dein Erlöfter bin, ist diefes Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein Chrift; mein Herz ist rubig und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulbe, was ich dulden soll, und bin des hohen Troftes voll: Ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Theil mir zu; hier kurzen Schmerz, bort ew'ge Ruh'. 4. Was seid ihr Leiden dieser Zeit, mir, der ich fener Herrlichkeit mit Rub' entgegen schaue? Bald ruft der Herr, und ewiglich beLohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue; bald, bald verschwindet al. ler Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag' ich doch nicht mehr der Sünden schimpflich Joch in meinem Lauf auf Erden. Die Tugend ist mir füße Pflicht; und wenn ich gleich bienieben nicht ganz frei von Fehlern werde, so ist mein Troft: Gott hat Geduld und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, der du mich, Mittler, aus der Angst, die ich verdient, geriffen! Dir, dir verdank' ich meine Ruh'. du heileft meine Wunden zu; du tilleft mein Gewiffen; und fall' ich noch in meinem Lauf: so richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sei Gott! Ich bin ein Chrift, und feine Gnad' und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Sch wach in meiner Heis ligung; ich spüre täglich Besserung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geiftes Kraft den neuen Menschen in mir schafft. S. Dank sei dir, Jesu, Dank und Ruhm! Mich lehrt dein Evangelium feft glauben, hoffen, lieben! Es macht mich ruhig; es erfreut und führet mich zur Seligkeit: d'rum will ich's willig üben. Hier rühm' ich meines Glaubens mich; für ihn preif' ich dort ewig dich! Mel. Wer nur den lieben Gott Wandrer 509 D Dem gleich, der auf der Reise das festgefeßte Ziel verfehlt, durch Wüsten irrt, und sich im Kreise von Furcht Glückseligkeit wahrer Christen. 401 Furcht und Hoffnung for feiner Brüder Noth, deckt er die Blöße nackter Armen, theilt mit dem Hungrigen sein Brod; er schmecket die Zufriedenheit, womit das Wohlthun uns erfreut. gend quält, lebt auch der Chrift, deß Leitfern nicht ist Jesu Lehre helles Licht. 2. Er irrt umher auf düfterm Pfade, sucht Seefenruh' und find't fie nicht; wünscht den Befiß von Gottes Gnade, allein er wan delt ohne Licht; greift nach dem Halm, der ihn verläßt; er zagt, fein Glaube febt nicht fest. 3. Willst du das Glück des Christen kennen, so sammle nur Erfahrung ein. Sie wird die Segnungen dir nennen, die ihn hienieben schon erfreun. Sein Glaube hebet über Zeit und Gräber seine Seligkeit. 4. Betracht ihn im Besiß der Güter, der Ehr' und Hoheit dieser Welt: das Christenthum ist sein Behüter, daß er durch sie nicht wankt und fällt; kein irbisch Gut ist ihm ein Reiz zur Bolluft, Heppigkeit und Geiz. 5. Gerührt durch Mitleid und Erbarmen beim Anblick 6. Wirf einen Blick auf ihn, wann Leiden und Trübsal ihn zu Boden drückt. Mein Vater, spricht er, hat durch Freuden in guten Tagen mich erquickt. Ich kenn' in Leiden Gottes Huld, und trag' die Prüfung mit Geduld. 7. Sieh ihn im Kreise der Geschäfte; wie würdig scheint der Chrift dir nicht! Gewissenhaft braucht er die Kräfte zur llebung feiner beil'gen Pflicht. Sein Fleiß, dem Menschenwohl geweiht, erfüllet ihn mit Seligkeit. 8. Schau' auf ihn hin, wann nun das Ende dem Wirkungskreise ihn entreißt. Mein Gott, spricht er, in deine Hände befehl' ich sterbend meinen Geift. Du bift mein Troft auch in der Nacht des Todes. Herr, es ist vollbracht! Dritte 402 Dritte Abtheilung. Lieder über die Pflichten des Christen in besonderen Verbindungen, Zeiten und Umständen. Gesinnung und Verhalten des Christen in besondern gesellschaftlichen Verbindungen. Häusliche Gesellschaft. Mel. Wer nur den lieben Gott ohl der 510 Wondem Ehe- bei unsern Freuden sich freut 4. Wohl uns, wenn auch der Nachbar und der Freund; wenn er, an unserm Schmerz und Leiden theilnehmend, trößtend, mit uns weint; die Bruderhand uns willig reicht und Hülf' und Beistand gern erzeigt! 5. Ja, denen, die dich findlich ehren, o Bater, strömt dein Segen zu. Sie wandeln, folgsam deinen Lehren, und trau'n auf dich und finden Nuh'; sie finden Freude, deren Werth und Dauer keine Zeit zerstört. 6. 3war wird auch oft der Kelch der Leiden den Deinen, Herr, von dir gefandt: oft muß die Tod und Trennung scheiden, die Blut und Treue feft verband; oft ftört des Grams, des Unfalls Buth tracht und Zufriedenheit das Haus zum Sitz des Segens weißt! bunde in fester Lieb' und Eintracht lebt! Ihm wird so manche Lebenskunde mit Luft und Heiterkeit durchwebt; er blickt mit ruhig frohem Sinn auf seiner Zukunft Tage hin. 2. Wohl dem, dem frommer Kinder Segen den Ehebund noch schöner macht; wenn sie im Herzen Tugend begen; in ihren Blicken Unschuld lacht; wenn sie der Neltern Beispiel rührt und auf den Weg zum Heile führt! 3. Wobl denen, deren Hausgenoffen die Furcht des Herrn vor Augen schwebt; wenn Jeder treu und unverbroffen das, was er soll, zu leisten strebt, wenn Ein Gesinnung und Verhalten des Christen. 403 Wuth, oft Krankheit ihren fehlen, fein Segen der Zuheitern Muth. friedenheit. 7. Doch trinfen fie den Kelch gelassen, den du, ihr Vater, eingeschenkt: du wirft, du kannst sie nicht 4. Sie mildert Sorg' und Leiden, verfüßt der Erde Freuden, führt Menschen Hand in Hand, im feft verlassen, du, Gott, der vereinten Streben, durch's seiner Kinder denkt, und, wenn ihr Glaube standhaft ringt, durch Leiden fie zur Wonne bringt. Der Ehestand. 8. Drum mag des Todes Arm uns trennen: wir wer Wiel. Wer nur den lieben Got ben einst uns wiederseh'n, 512 Von dir, Gott, vor Gottes Thron die Unsern kennen', mit ihnen dankend vor ihm ftehn, da, wo nicht Trennung und nicht Tod den Neuvereinten ferner droht. Mel. In allen meinen Thaten 511 felig, wer zu frieden mit kurze Vilgerleben, zum Ziel im bessern Vaterland, dem, was Gott beschieden, den Weg durchs Leben geht, von Herzen ihm vertrauet, und feft auf das nur bauet, was mit der Frömmigkeit befteht! 2. O felig, wenn die Herzen, gefaßt auf Freud' und Schmerzen, vereint durch Einen Sinn, fich liebend hier verbinden, das wahre Gut zu finden, den ewig dauernden Gewinn! Freuden, du, der du Mann und Weib erschufft, und fie im Glück, so wie im Leiden zu großer Pflichten Uebung rufft! Uns diesen Pflichten ganz zu weih'n, laß unsers Bundes Endzweck seyn. 2. Erhalt' uns ftets auf beinen Wegen, nimm gnäbig unsers Thuns dich an! Laß Wohlstand uns und jeden Segen mit Dank aus deiner Hand empfah'n, und fördre unsrer Hände Fleiß, uns, Herr, zum Glück und dir zum Preis! 3. Verleib uns deines Geißles Triebe; erfülle unfer ganzes Herz mit reiner, fefter, treuer Liebe in Glück und Unglück, Freud' und Schmerz; mit Liebe, die in Frömmigkeit durch Blick und Wort und That erfreut! 4. 3. Es wohnet schon bie. nieben des Himmels hoher Frieden bei stiller Häuslich. feit. Der Liebe reiner Kein Theil verbitt're Seelen kann keine Freude seine Tage dem andern je durch 404 Gesinnung und Verhalten des Christen durch Ungestüm; und trifft den Einen Last und Plage: so mildre sie der Andre ihm! Das Glück, deß sich der Eine freut, schaff' auch dem Andern Heiterkeit! 5. Laßt uns einander, wo wir fehlen, sanftmüthig nachschn und verzeihn, und fiets, mit dir geweihten Seelen, im Guten uns zu wachsen freun! Dann wächst in jedem Augenblick mit unsrer Tugend unser Glück. Mel. Mein ganzer Geist er Ehestand soll 513 ein Haus ein rebenreicher Weinstock aus; so blühn auch Eh'genoffen. Ringsum umringen ihren Tisch die Kinder fröhlich, munter, frisch, wie junge Frühlingss sproffen. Sorgt nicht! Sorgt nicht! Wie viel Beter zählt ihr, Väter, zählt ihr, Mütter! Sorg' und Müh' ist hier nicht bitter. 4. Gott, die du hier verbunden haft, erleichtre ihres Lebens Laft; gib, daß kein Segen fehle! Laß nie sie ihren Bund entweihn, laß und Eine tren sie, züchtig, friedsam Seele! Lenke, lente, Geift der Liebe, ihre Triebe weg von Sünden, daß sie häuslich Glück empfinden! 5. O leite sie von Ueppigkeit auf Freuden, die man nie bereut, auf Freuden ächs ter Tugend, damit auch einst ihr Alter frei von drückenden Beschwerden sei, und heiter, wie die Jugend! Segne, segne, o du Vater und Bealle rather frommer Ehen, sie, die auf dich sehen! Du, Schöpfer, septeft selbst ihn ein, der Welt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand aus deiner milden Vaterhand den Frommen Heil entges gen. Vater! Vater! dich erhöhen, die in Ehen dein sich freuen, durch dich blühen und gedeihen. 2. Wie glücklich lebt ein frommer Mann, wenn die sein Herz ihm abgewann, die Gott ihm ausersehen! Wie glücklich lebt an seiner Hand die Fromme, die ihm Gott verband, ihm bülfreich beizustehen! Wohl euch, Wohl Bei Trauungen. Mel. Vom Himmel kam ber euch, fromme Gatten! In 514 Gott, Schöpfer Stifter heil dem Schatten seiner Güte jauchzt mit freudigem Gemüthe! 3. So ftredet weit sich um ger Eh', schau' auf dies Paar aus deiner Höh', das vor dir steht, den festen Bund in besondern Verbindungen. 405 haft sich hier geliebt, einander ewig wieder gibt. Bund hier vor dir schließt mit Herz und Mund! 2. Mit Gnade schau' auf sie herab, daß sie zusammen bis ins Grab verträglich, 515 Vover Einigkeit, Vel. Mein ganzer Geist, Gott on dir, du freundlich, gleichgesinnt, vor Allem gottesfürchtig sind. 3. Laß sie einander inniglich stets lieben, doch nie mehr, als dich; von Untreu' auch im Herzen rein, und leusch in Wort und Werken seyn! 4. Zusammen laß sie dir vertraun, zusammen ihre Seel' erbau'n; zusammen deinen Ruhm erhöh'n und deinen Segen sich erfley'n! 5. Was ihnen ihr Beruf gebeut, das laß sie thun mit Freudigkeit, und so geling thr frommer Fleiß zu ihrem Wohl und deinem Preis! 6. Empfinden und erfahren sie des Erdenlebens Laft und Müh', so trage jeder gern sein Theil zu seines Gatten Troft und Heil! ward einst der Ehe Bund geweiht; o weih' auch sie zum Segen, die hier vor deinem Angesicht entschlossen sich'n, den Schwur der Pflicht vereinigt abzulegen! Laß sie, Bater, dir ergeben, einig leben, treu sich lieben, treu die Pflicht der Chriften üben! 2. O du, der du so gern beglückst, so liebreich zu uns niederblickt auf allen unsern Begen, Herr, laß sie stets sich deiner freu'n; gib auch zu ihrem Thun Gedeih'n, und ihr Beruf sei Segen! Laß sie, Vater, dir ergeben, glücklich leben, freudig fterben und vereint den Himmel erben! Nach der Trauung. 7. Willst du durch Kinder erfreu'n, zu ihrer Zucht Gedeih'n, daß an den 516 Gott der Ei Mel. Mein Gott, das Herz geht hin! Der Pfändern ihrer Eh' ihr Herz nie Gram und Jammer seh! 8. Wenn dein Rath ihnen Trübfal schickt, laß sie darin nicht unerquickt; gib heit're Tage nach dem Leid, und fegn' es für die Ewigkeit! 9. Und trennet einst auch sie der Tod, so sei ihr Troft: daß unser Gott, die tugendnigkeit hat euern Wunsch erhört! Geht hin und macht durch Frömmigkeit euch seines Segens werth! 2. Ihm heiliget Beruf und Stand! Ihm heiligt euer Herz, und folgt der Leitung seiner Hand durch Freuden und durch Schmerz. 3. Euch 406 Gesinnung und Verhalten des Christen 3. Euch nehme, schließt Mütter, Pfleger, Lehrer, nach seinem Rath ihr einft Fürsten und die Obrigkeit den Pilgerlauf, er, der euch mit vereinter Sorgfalt wahier vereinigt hat, in feinen den, unsre Jugend fromm Himmel auf. zu machen; fie durch Lehr' und Beispiel zieh'n, selber Sünd' und Safter flieb'n! 5. Pflang' in aller Kinder Herzen weifen, frommen Tugendfinn, daß ſie nicht ihr und gut er- verscherzen; laß fie Trägheit, Eigenfinn, Aergerniß und Leichtsinn flie ben, und um Unschuld fic bemühen! Führe sie auf ebner Bahn, daß ihr Fuß nicht gleiten kann! 6. Dort vor deinem Angefichie werden die Erzieher steh'n; felig, wenn sie im Gerichte ihre Kinder vor dir seh'n, und dann sagen können: Keinen, Herr, verlor ich von den Meinen; unb dann Kinder fleb'n für fie: Gott, vergilt nun ihre Müh'! 7. Menschen weis' und gut erziehen, die dein Wort zum Leben schuf: welch' ein wichtiges Bemühen! welch ein feliger Beruf! Laß, 0 Heil'ger, deinen Willen alle Heltern treu erfüllen, lohne hier schon ihre Müh, lohn', Vergelter, ewig fie! Aelternpflicht. Mel. Alle Menschen müssen sterb. 517 Menschen weif ziehen, die zum Leben Gott erschuf: welch ein wichtiges Bemühen, welch ein feliger Beruf! Gott zum Ruhm, der Welt zum Segen, ihres eig'nen Seiles wegen, Kinder weif' und gut erzieh'n: welch ein wichtiges Bemüb'n! 2. Wächst der Mensch in früher Jugend roh und ohne Zucht heran, ohn' Erkenntniß, ohne Tugend: kann er dann des Lebens Bahn würbig, mit Vernunft betreten? würdig dich, o Gott, anbes ten? feinem Nächsten nüßlich seyn? deiner Liebe sich erfreu'n? 3. Jeder, dem du hier auf Erben Kinder gnädig anvertraut, forge, daß sie weise werden, daß er ihre Wobl. fahrt baut; lehre früß fie Tugenb lieben, und das Gute willig üben! Diese Pflicht ist ernft und groß; Nichts, Mel. Wer nur den lieben Gott ihr Aeltern, ſpricht euch los. 518 Her! wel ein ge wichtiges Ge. 4. Tugendmehrer! Laß, zu fördern Menschlichkeit, Väter, schäfte für Aeltern: Kinder zu erzieh'n! Gib Segen', Weis in besondern Verbindungen. 407 Weisheit, Luft und Kräfte ihre Sorgfalt stets bemüht. zu jedem redtlichen Bemüh'n, wodurch man unter weiser Zucht der Kinder Herz zu bilden fucht! Doch, widerfirebt das Kind der Pflicht, schont weise Zucht des Lieblings nicht. 7. O welch ein wonnereicher Segen für Aeltern, Kinder und die Welt, wenn fromme Zucht auf deinen Wegen, o Herr, der Absicht nicht verfehlt! Luft strömt den Aeltern; Glück und Heil ist hier und dort der Kinder Theil. 8 Und für ein Volk, für ganze Staaten, o welch' ein seliger Gewinn, wenn junge Bürger wohl gerathen, erzogen, Herr, nach deinem Sinn! Fleiß, Ordnung, Wohlstand, Fried' und Ruh' nimmt dann durch fie auf Erben zu. 2. Du rufft die Menschen in das Leben und willst, sie follen glücklich seyn; haft ih. nen auch den Ruf gegeben, sich gern zu Andrer Dienst zu weih'n. Durch Zucht zu beiden führet man fie früh zu weiser Ordnung an. 3. Wohl Aeltern, welche deinen Willen hierin mit Redlichkeit vollzieh'n, und, diese Absicht zu erfüllen, fich nach Vermögen treu bemüh'n! Wohl ihnen hier in dieser Zeit und einst in jener Ewigkeit! 4. Sie bau'n das Wohlfeyn ihrer Jugend zu deines groBen Namens Preis; sie lehten Weisheit fie und Tugend durch eignen und durch Andrer Fleiß; und um Gedeih'n fleht ihr Gebet zu dir, in deffen Hand es steht. 5. Sie prägen früh den jungen Seelen vor dir die tieffte Ehrfurcht ein. Viel Gutes ihnen zu erzählen und fich mit ihnen fromm zu freu'n, ist guter Väter, Mütter Luft, flößt Tugend in der Kinder Brust. 9. Ach aber, welche Pest auf Erden bringt nicht versäumte Kinderzucht! Sie häuft den Aeltern selbst Beschwerden, die oft bernach ihr Herz verflucht. Die Opfer ihrer Lässigkeit vermehren felbft noch dort ihr Leid. 10. Gott, lehr' eltern dies erwägen; erweck' und stärke ihr Bemüh'n, daß unter deinem milden Segen, sie ihre Kinder wohl erzieb'n! O laß fie einst so glücklich seyn, mit ihnen fich noch dort zu freu'n! 6. Mit weiser Liebe fie zu lenken, Freundlichkeit in ihr Gemüth bie edlern 519 Geltern, eure Mel. Wo Gott zum Haus roß ift, ihr Triebe früh zu fenten, ift Pflicht! 408 Gesinnung und Verhalten des Christen Pflicht! Verwahríost eure euch der Uebertretung eurer Kinder nicht! Gewöhnet sie von früher Zeit mit Gott zu frommer Thätigkeit. Pflicht in eurer eignen Jugend nicht! 2. Wohl euch, wenn keines je vergißt, was aller Weisheit Anfang ist, daß Liebe gegen Gott und Scheu vor ihm die beste th Klugheit sei! 9. Muthwillen nennt nie Wiß; nie preift des Knaben schadenfrohen Geist als ein trüglich Munterfeit, Herz und Lügen nie als Spiel und Scherz! 3. Lehrt sie, wenn ihr Verstand erwacht, Gott kennen, seine Huld und Macht! Lehrt sie auf seine Werke feh'n, und, was sie lernen, auch versteh'n! 10. Lehrt friedlich sie und g'nügsam seyn, entbehren und sich dennoch freu'n; tilgt Geiz und Neid aus ihrer Brust, macht ihnen Christensinn zur Luft! 4. Besorgt für ihren Leib, doch mehr für ihren Geist, schaut stets umber, was ihrer Unschuld schaden kann, und führt sie selbst zur Tugend an! 5. Erstickt durch gute Lehr' und Zucht der ersten Sünden Keim und Frucht; sorgt, daß sie werden Gottes Bild, gerecht und liebevoll und mild! 6. Zerstört des Lehrers Unterricht zu Haus durch böses Beiſpiel nicht; schüßt vor der Strafe seiner Hand nie ihren Troß mit Unverstand! 7. Wißt, daß sie recht und irre gehn, so wie sie euren Wandel sehn! Sie sind durch Beiſpiel leicht regiert; weh', weh' euch, wenn ihr sie verführt! 8. 3hr junges Herz ist schwach und weich; drum rühmt vor ihren Ohren timing 11. Gewöhnt sie an der Tugend Müh', an Ernst und Fleiß, und lehret sie, daß Arbeit keine Sklaverei, daß sie das Glück des Menschen sei! 12. So nehmt euch ihrer Gott richtet Seelen an: einst und fordert dann, wenn ihr nicht, was ihr thun sollt, thut, von eurer Hand der Kinder Blut. 13. Erwägt's und fürchtet sein Gericht, um auch vor seinem Angesicht euch ewig ihrer zu erfreun; denn sie sind sein Geschenk und sein. Mel. Vom Himmel kam ber ren wir uns 520 Die Kinder, be freu'n, sind alle, Gott und Vater, dein; sind deine beste Gab', o Herr: bewahre sie, Barmherziger! 2. Wenn treuer Aeltern Lie in besondern Verbindungen. Liebe sucht sie aufzuziehen in der Zucht; so steh', damit sie glücklich sei, mit dei: ner Weisheit ihnen bei! 3. Gib allen Kindern Lernbegier, zum Guten Lieb', und Lust zu dir, und laß sie meiden, obne Zwang: Troß, Eigensinn und Müsfiggang! 4. Gesegnet sei ihr Unterricht! Laß sie durch deines Wortes Licht dich recht erkennen; laß sie nie gefährlich irren, leite fie! 5. Im Glauben mache sie gewiß, bewahre sie vor Aergerniß, und naht Versuchung ihnen sich, so stärke du sie väterlich! 6. Hilf, daß fie dich an jedem Ort vor Augen haben und dein Wort, und sich befleißen jederzeit der Tugend, Zucht und Frömmigkeit; 7. Daß wir in ihnen Chris fien sehn, die freudig deine Wege gehn; und Bürger einft, voll Lust und Muth, zu thun, was edel ist und gut! 8. Erhöre, Höchfter, dies Gebet; verlein', was wir von dir erfleht! Dann dan ten einst, Allvater, wir mit allen unsern Kindern dir! Mel Freu' dich sehr, o meine 521 Meine Kinder, Gott, befehle ich dir an; du gabft sie mir. Preis sei dir von ganzer 409 Seele, Preis und Dank, o Herr, dafür! Ach verlaß, verlaß sie nie, ſegne und behüte sie, daß sie, dir zum Wohlgefallen, früh schon deine Wege wallen! 2. Aber ach, wie viel Gefabren warten ihrer in der Welt! Wer vermag sie zu bewahren, wenn nicht deine Hand sie hält? Unbezwinglich laß sie seyn allen Lüften, fromm und rein nur nach deinem Beifall trachten, auf des Lasters Reiz nicht achten! 3. Nicht, daß du mit allen Leiden hier auf Erden sie verschonst; nicht, daß du durch ftete Freuden ihrer Tugend hier schon lohnst, jeden ihrer Wünsche ftillst, jede Hoffnung gleich erfüllst; nicht um Schäße, die vergehen. darf und will ich für sie flehen. 4. Gib auf ihrer Lebensreise, wie es längst dein Rath bedacht, ihnen das nur, was sie weise und des Himmels würdig macht! Wichen sie von dir zurück; ihr verlornes Seelenglück wär' mit allen Erdenschäßen nimmer ihnen zu ersetzen. 5. Doch die Bitte, die ich wage, finde gnädiges Gebör! Laß nicht ihre Lebenstage, guter Gott, ganz freudenleer. Werden sie geprüft durch dich, o so sei es väterlich, und dann iaß es ihren Seelen 410 Gesinnung und Verhalten des Christen Seelen nicht an Treft und Stärkung fehlen! 6. Keins von meinen Kindern werde durch das Lafter elend, Gott; keins dem Nächsten zur Beschwerde, ober seiner Feinde Spott! Nüßlich laß der Welt sie seyn, keine Müh' und Arbeit scheu'n, still sich ihres FleiBes nähren, und durch ihn dem Mangel wehren! 7. Jener Sieg'stag der Gerechten sei auch mir ein Freudentag! Hilf, daß mir zu deiner Rechten ihrer keines fehlen mag! Dann frohlock' ich: Bater, sieh, hier bin ich; hier sind auch die, die mir deine Huld geliehen, sie zum Himmel zu erziehen! Kinder, nie Schranken. belohnt ihr sie; danken aber könnt ihr, danken euren Aeltern Lieb' und Müh', danken manche lange Nacht, sorgenvoll für euch durchwacht. 4. Sie aus reinem Herzen lieben, ihnen treu und folg sam seyn; nie mit Vorsaß sie betrüben, jede Kränkung schnell bereu'n; ohne Klügeln ibnen trau'n, und auf ihre Winke schau'n; 5. Ningen, daß der Treuen Pflege nicht an euch verloren sei, daß ihr auf der Tugend Wege, eurem hohen Rufe treu, jedem Laster troßend, geht, bis ihr einst am Ziele steht; 6. Eure Kraft den Aeltern leihen, wenn sie kraftlos sind und schwach; sie mit Troft und Hülf' erfreuen bei des Alters Ungemach: dies ift Kindesbank und Pflicht. Kinder, dies vergesset nicht! 2. Kinder, o bedenket frühe, was sie thun für euer Glück! denkt der namenlosen Mühe, die sich euch vom Augenblick eures Aufblühn's bis zur Zeit eurer Reife ftets geweiht. 3. Nelternlieb' ist ohne Kindespflicht. Mel. Gott des Himmels und Dinder, die ihr 522 in noch im Kreise eurer guten Aeltern weilt, und um Kleidung, Trank und Speise forglos nur zu Mel. Jesus, meine Zuversicht ihnen eilt; noch durch sie in 523 Gott, mein Bas jeder Pflicht Lehr' empfangt und Unterricht! ter, Dank sei Leib dir: du haft Gutes, und Leben durch die Hand der Aeltern mir ohne mein Mir Verdienst gegeben. beglückst du ihre Müh', und auch mir erhältst du sie 2. Oft hab' ich sie zwar betrübt, sie, die von den ersten Tagen doch so zärtlich mich geliebt, mich mit viel Gee in besondern Geduld getragen. Gott, dadurch fränkt ich auch dich: o wie beugt mein Undank mich! 3. Was ich ihnen schuldig bin, hafte tief in meinem Herzen! Laß mich ja durch Eigenfinn niemals ihre Gunft verscherzen; gib, daß meine Dankbarkeit, mein Gehorsam sie erfreut! 4. Laß mich, Gott, wie du verlangst, jede Kindspflicht gern erfüllen! Denn wie oft hat Sorg' und Angst sie beschwert um meinetwil len! Haben sie nicht manche Nacht, wann ich schlief, für mich durchwacht? 5. Jesus ftelle sich mir dar, er, das Beiſpiel aller Kinder, der der Herr vom Himmel war, Gottes Sohn, das Heil der Sünder; er war von an seinen Aeltern unterthan. 6. Ihren Willen thun, sei mir meine Lust! Denn das ist billig, auch gefällig, Gott, vor dir; dazu mache selbst mich willig! Wohl mir dann! Dann wird auch mein dein verheißner Segen seyn! 7. Laß auf ihre Wünsche mich kindlich und mit Sorgfalt achten; ja selbst ihren Wünschen mich noch zuvorzukommen trachten; nicht für sie Beschwerden scheun, und ihr Glück mir Freunde ſeyn! Verbindungen. 411 8. Ehrerbietig laß mein Herz wirklich seyn, und nicht blos scheinen. Laß mich auch, trifft sie ein Schmerz, zu dir heiße Thränen weinen; ihnen deine Hülf crflebn. nach der Hülfe dich erhöhn! 9. Meiner Aeltern Schuß sei du! 3hrer Wallfahrtszeit auf Erden legen viele Jahre zu: laß sie alt im Segen werden und erhör auch ihr Gebet, das für mich um Weisheit fleht! 10. Alles Kreuz mach' ihnen leicht; hilf es, Vater, selber tragen; und wenn sie ihr Ziel erreicht nach den spätsten Lebenstagen, so gib du vor deinem Thron ihnen frommer Aeltern Lohn! Miel. Wer nur den lieben Gott 524 Wir flehn für unfrer Leben dich, aller Menschen Vater, an. Du haft sie uns zum Heil gegeben, sie leiten uns auf deiner Bahn. Von ganzem Herzen danken wir für deine Vaterliebe dir. 2. Verleih' uns stets für ihre Lehren ein offnes, weises, sanftes Herz, und las uns gern sie findlich ehren, daß niemals Kummer, Gram und Schmerz der treuen Aeltern Herzen kränkt, und ihre Liebe von uns lenkt! 3. Gib ihnen deinen beften Segen und Alles, was ibr 412 Gesinnung und Verhalten des Christen ihr Herz erfreut! Beschirme sie auf ihren Wegen in ihrer ganzen Lebenszeit! Gesegnet fei ihr Erdenloos, und einst ihr Lohn im Himmel groß! Geschwisterliebe. Mel. Herr, ich habe mißgebandelt enn Geschwi525 We ster fromm und weise, nachsichtsvoll und gütig sind; wenn in ihrem stillen Kreife stets des Frie: dens Quelle rinnt: o dann ruht auf ihnen allen Gottes Blick und Wohlgefallen. 5. Nur das Haus, wo Liebe wohnet, wird geſegnet und erfreut Aeltern seh'n sich dort belohnet, Kindern ist ihr Glück bereit; alle Hausgenossen streben, sich mit Freunden zu umgeben. 6. Liebe! Komm' herab vom Himmel! Komm' in unser Herz herab! Leite durch das Weltgetümmel auch die Unsern bis ans Grab! Laß durch deine Macht auf Erden jedes Haus regieret werden! Für Herrschaften. Mel. Nicht so traurig, nicht 2. Durch das Band des 526 Duvertheilt ber verbunden, sie durchs Leben gehn, und den Neiz der schnellen Stunden freundlich mehren und erhöh'n; sollen Saß und Neid entfernen, und auch Andre lieben lernen. 3. Dit entschloßnem froben Herzen üben sie, was Gott gebot; theilen Freude, Gram und Schmerzen, mindern jedes Tages Noth; warnen sich, so oft sie fehlen, und veredeln ihre Seelen. 4. O wer wollt in früher Jugend nicht schon sanft und friedlich seyn? Aus den Häufern dringt die Tugend in die große Welt hinein. Wer die Seinen kann betrüben, wird der Andre redlich lieben? nach, deinem Loos, Gott, weisen Rath, machst oft Einen reich und groß, wenn der Andre Mangel hat; aber weise, gut, gerecht bist du für den Herrn und Knecht! 2. Wer bei ärmerem Ges schick seine Zeit und Kraft mir leiht; wer zu meines Hauses Glück treu sich meis nem Dienste weibt; wer durch Folgsamkeit mich ehrt: der ist meiner Liebe werth. 3. Er hat Recht auf Güt und Huld, wenn ihn Redlichkeit beseelt; Necht auf Nachsicht und Geduld, wenn er ohne Vorsatz fehlt. Ich bin selbst nicht fehlerfrei; kann ich fordern, daß er's fei? 4. Hochs in besondern Verbindungen. 413 4. Hochmuth, Stolz und vergönne, gern feine treue Eigensinn ist Verlegung meiner Pflicht. Wenn ich gleich beglückter bin; den noch ziemt mir Herrschsucht nicht. Lieblos, hart und grausam seyn, heißt: der Menschheit Recht entweihn. Thätigkeit, gern seinen Werth erkenne, und ja aus nicht'gem Vorwand nie ihm den verdienten Lohn entzieh'! 5. Herr der Herren, gib mir Kraft, daß ich stets gerecht und treu, liebreich und gewissenhaft gegen jeden Menschen sei! Jeder ist dein Kind, wie ich, und erhält fein Recht durch dich. 5. Auch der geringste Die ner ist bestimmt zu höherm Leben; für mich und ihn hat Jesus Christ sich in den Tod gegeben. Vor dir, o Gott, hat einst der Knecht mit feinem Herrn ein gleiches Recht. 6. O präge dieses tief mir ein! Nie müff' ich mich erkühnen, gefühllos gegen die 527 Durch dich, Gott, zu seyn, die meinem Hauſe Mel. Auf, Christenmensch dienen. Der mir hier dient, ist Mensv, wie ich; ich soll ihn lieben, gleich als mich. bin ich, was ich bin, und es ist deine Gabe, daß ich, als Herr, so viel Gewinn vor ärmern Brüdern habe. Sie leihen ihre Dienste mir: dies, höchster Herr, verdank' ich dir. Für Dienende. Mel. In allen meinen Thaten 2. Erfüllen ſie mit Red- 528 Gott, deinen weiz und ihrer Kräfte, was ihnen ihre Pflicht gebeut, in ihrem Dienstgeschäfte: so gib, daß ich für ihre Treu' auch dankbar und gefällig fei! 3. Hilf, daß ich jedem feine Pflicht auf's Möglichste versüße; daß, wenn an Hülf' es ihm gebricht, er sie von mir genieße; daß ich ihm Fehler gern verzeib', und, wird er trant, sein Pfleger sei! 4. Gib, daß ich auch zu rechter Zeit Erholung ihm Jeder hier erfüllen: laß ihn mir heilig seyn! Las alle meine Kräfte mich eifrig dem Geschäfte, zu dem du mich berufen, weihn! 2. Du heißt mich Andern dienen; und dien' ich redlich ihnen: so folg' ich dir, mein Gott. Drum laß der Herrschaft Willen mich gern und treu erfüllen; dies ist dein Wille, dein Gebot! 3. Lehr' ohne bittre' Klagen des Lebens Last mich S3 tras 414 Gesinnung und Verhalten des Christen tragen, und Weichlichkeit Mel. Mein erst Geschäft sei Preis verschmäh'n; im Neben und im Schweigen mich bietig zeigen, und gern den Weg der Demuth geh'n! 4. Der Herrschaft Wohl zu mehren, und Schaden abauwehren, soll meine Freude Feyn! Sch will sie herzlich Fieben, mit Vorfaß nie betrüben, verdroß'nen Sinn und Frechheit scheu'n! 5. Ich will sie nie beneiden; will alle Trägheit meiden, und alle Zankfucht Slieb'n; will Recht thun, nicht betrügen, nicht lästern und nicht lügen, und allem Zeichtsinn mich entzieh'n! 6. In meinem Dienst auf Erden geschickter stets zu werden, sei Frende mir und Pflicht! Wer treu ist hier im Kleinen, den zählst du zu den Deinen, und er bereut sein Leben nicht. 7. Du bist stets der Gerechte, der Herr der Herrn and Knechte, und beider Troft und Heil. Wer niedrig ift auf Erden, kann groß im Himmel werden, hat an ihm, wie der Höchste, Theil. 8. Dies laß mich fets erwägen; denn dies gibt Trost und Segen, und reicht die Hoffnung dar: Einst wirst du, Herr der Welten, den Fleiß noch mehr vergelten, womit ich Menschen nüglich mar. 529 Berufen haft du mich, mein Gott, in Andrer Dienst zu leben, um mir dadurch mein täglich Brod in dieser Welt zu geben. 2. Auch ich soll hier in meinem Stand nach meinen Kräften nüßen, und du, Gott, willst mit Vaterhand mich dabei unterstüßen. 3. O laß in meinem Dienst dies nie mich aus den Augen seßen, und kostet mir's auch Kampf und Müh', nie meine Pflicht verleßen! 4 Gib, daß ich, meinem Rufe treu, stets meiner Herrschaft Willen, damit sie meis nes Dienst's sich freu', mit Eifer mög' erfüllen! 5. Hilf, daß ich, wie mein eignes Gut, das 3hrige bes trachte; auf Alles, was sie meiner Hut vertraut, mit Sorgfalt achte. 6. Nie komme mir es in den Sinn, mit raubbegier's gen Händen, aus schnöder Liebe zum Gewinn, ihr Etwas zu entwenden! 7. Die Freude, die ihr widerfährt, ihr Wohlstand, ihre Ehre, das Alles sei auch mir so werth, als ob's das Meine wäre! 8. Erkennt sie meine Treue nicht, so fei's mein Troft auf Erden, daß sie, Gott, deis nem in besondern Verbindungen. nem Angesicht nicht kann entzogen werden. 9. Mit Wohlgefallen siebst du sie, und wirst schon hier im Leben mir auch bei aller meiner Müb', Gott, deinen Frieden geben. 10. Kommt meines Le: bens Abend dann, so nimmst du, der die Müden gern aufnimmt, mich mit Ehren an, und scheukst mir ew'gen Frieden. Für Wittwen. Viel. In allen meinen Thaten 530 Auf uf Gott nur will ich sehen; er hört der Wittwen Flehen, und nimmt sich ihrer an. In allem Schmerz und Leide ist er mir Trost und Freude, der Fels, auf den ich bauen fann. 2. Mich leitet seine Gnade auf meines Lebens Pfade bis an das ftille Grab. Er wird mich nie verlaffen! Dies Troftwort will ich faffen; es ist mein stärkster Wanderftab. 3. Wo seit viel tausend Jahren betrübte Wittwen waren, da fah Gott gnädig bin. Er pflegte der Betrübten, wenn sie nur stets ihn liebten, und wandelten nach feinem Sinn. 4. Auch mich wird er bes merken, mich trösten, seg. 415 nen, stärken und mir zur Seite steh'n. Wie groß ist seine Güte! Mit ruhigem Gemüthe will ich auf seinen Wegen geh'n. 5. Ich will ihn gläubig ehren, und meine Tugend mehren in stiller Einsamteit. Er sieht ja, wie ich's meine; er sieht auch, wann ich weine, und gibt mir, was mein Herz erfreut. 6. Auch wenn ich mehr noch litte; bis zu dem letzten Schritte will ich ihm folgsam seyn. Er prüft mich nur durch Leiden und führt zu höhern Freuden bewährt erfund'ne Dulder ein. 7. So eilen meine Tage mit jeder Laft und Plage, wie Träume, leicht dahin; ich lege meine Glieder im Tode ruhig nieder, und weiß, daß ich erlöset bin. 8. Einft geb' ich, den zu schauen, der ewig mein Vertrauen, mein Gott ist, und mein Freund. Wie will ich dann ihn ehren, ihm danken für die Zähren, bie ich als Wittwe hier ges weint! 9. Dann find' ich, die ich liebte, und deren Tod mich trübte, in meines Gottes Hand; dann trennt fein Tod uns wieder, dann schallen unsre Lieder durch's thränenfreie Vaterland. 54 Für 416 Gesinnung und Verhalten des Christen Für Waisen. ganz vertrau'n. Dein Herz ist mir ja offen, fest will ich auf dich hoffen, nur dich in In voriger Melodie. 531mFrühling meis trüben Stunden schaun! Jahre, Gott, sah ich schon die Bahre des guten Vaters ftehn; und sie, die mich geboren, war früh für mich verloren, als Kind mußt' ich ihr Grab schon sehn. du wirst mich ernähren, mir Rath und Hülf gewähren: wo ist ein Gott, wie du? Nur was mir nüßt, das schenke mir, deinem Kind, und lenke mir frommer Menschen Liebe zu! 2. Unwissend, was mir nüße, so schwach und ohne Stüße maß ich verlassen gebn! Wer wird mir Rath ertheilen, wer mir zu Hülfe eilen, wer hört auf armer Waisen Fleh'n? 3. Doch wer war's, der mich beugte, so tief zum Staube neigte? Warst du's nicht, großer Gott? Dein weiser Nath regieret der Menschen Schicksal, führet es fort durch Leben und durch Tod. 4. Du willst dich an den Waisen als Vater ja beweisen, und Armen Gutes thun; Verlaßne willst du hören, die Aelternlosen nähren; dein Segen soll auf ihnen ruh'n. 5. Und seit viel tausend Jahren haft du, die Waisen waren, so väterlich ernährt; die sich auf dich verließen, sah'n, Gott, zu deinen FüBen ihr heißes Fleh'n von dir erhört. 6. Auch mich kannst du nicht haffen, du wirst mich nicht verlassen; ich will dir 8. Und wenn in diesen Jahren Verführung und Gefahren und Easter um mich sind: o dann sei, treuer Bater, mein Führer, Freund, Berather, ach dann verlaß nur nicht dein Kind! 9. Es schlag' von früher Jugend für Gottesfurcht und Tugend und Unschuld nur mein Herz! Fromm seyn auf deinen Wegen, sei meine Luft, mein Segen, und Unrecht thun und sehn, mein Schmerz! 10. Arbeitsamkeit und Treue, begangner Fehler Reue, ein wahres Chriftenthum; ein zärtlich Herz für Freunde, und Sanftmuth gegen Feinde, dies sei mir mehr, als Glück und Ruhm! 11. Und die, die mich erziehen mit redlichem Bemühen, an Aeltern Statt mir sind, mich warnen und bes lehren, laß herzlich mich vers ehren, sie dankbar lieben, wie ihr Kind. 12. 3hr Lohn sei, Gott! dein in besondern dein Segen! Auf allen ihren Wegen woll'st du ihr Führer seyn, und wenn sie dann einst sterben und deinen Himmel erben, laß jenseits mich mit ihnen freu'n. 13. Verklärt werd' ich dann stehen, die lettern wieder sehen, um die ich hier geweint; ich werde vor dich treten, zu dir, Erlöser, beten: Lohn' ihnen ewig, Menschenfreund! Verbindungen. 417 Freud' herab, der seinen Brüdern Freude gab! 4. Ich will sie lieben und sie ehren; will über mein Bedürfniß sie mit meinen Klagen nicht beschweren, bescheiden stets und lästig nie; will, wenn ihr Herz auch Andre liebt, nie netdisch seyn und nie betrübt. 5. Erfreue sie mit deiner Güte; dein Segen komme über sie; sei stets ihr Helfer und behüte vor Widerwärtigkeiten fie! Empfinden sie Gefahr und Schmerz: so tröft' und heile selbst ihr Herz! Dankbarkeit gegen Wohlthäter. Mel. Wer nur den lieben Gott Menschen 532 We reben, die an Güte und Wohlthun, Vater, gleich zu seyn; wenn sie mit willigem Gemüthe durch Rath und Hülfe mich erfreu'n: mit reichem Segen segne dann sie, die ich nicht belohnen kann! 2. 3ch will mich aller ihrer Freuden und ihres Glücks von Herzen freun; voll kummer über ihre Leiden, gern, wie ich kann, ihr Tröster Lehrer und Zuhörer. seyn; und kann ich lindern 533 Debrer, Herr, Mel, Wo Gott zum Haus as Amt der ihre Noth: mit Freuden will ich's thun, o Gott! ist dein; dein soll auch Dank und Ehre seyn, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer gibst. 3. Und kann ich's nicht, dann, Vater, dringe mein eifrigstes& bet zu dir; was ihnen gut ist, das gelinge! denn, Herr, sie thaten wohl an mir. Auf Jeden komme 2. Gesegnet fei ihr Amt und Etand! Cie pflanzen, Herr, von dir gefandt, von S5 Zeit Nimm sie zu deines Reiches Erben, wann eiaft sie scheiden, gnädig an! Erquicke sie mit Troft im Sterben, die mir im Leben wohlgethan; und dort, o Gott, vor deinem Thron sei herrlich einst und groß ihr Lohn! Kirchliche Gesellschaft. 418 Gesinnung und Verhalten des Christen Zeit auf Zeit dein heil'ges Bort, und Licht mit ihm und Tugend fort. 3. Wie freut ein guter Lehrer sich, wenn er, er teuchtet selbst durch dich, den Jüngern Jesu gleich gefinnt, viel Seelen für dein Reich gewinnt! 4. Dank dir, da du auch uns so liebst, daß du uns treue Führer gibst, die weise sind und tugendhaft, in Mel. Mein ganzer Geist, Gott Wohl Lehr' und That voll Geift 534 Wuns, daß Gott und Kraft! uns liebt, uns immer treue Lehrer gibt, die uns zum Himmel führen; die, aufgeklärt durch Wissenschaft, voll Tugendliebe, Geist und Kraft, der Sünder Herzen rühren! Rühmet, preiſet seine Treue! Wieder neue ward sie heute. Dank sei unfre heil'ge Freude! 2. Wir reichen fegnend ihm die Hand, den Gott zum Lehrer uns gefandt. Heil ihm zum Lehrgeschäfte! 3u bilden uns hier in der Zeit, zum Leben in der Ewigkeit, gib, Herr, ihm Licht und Kräfte. Lehr' ihn, hilf ihm thun und leiden, dulden, ftreiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 3. Laß deinen Geift fiets auf ihm ruh'n; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; Nichts sei, was ihn betrübe! Gib für die Wahrheit, die er 5. Laß ihres Unterrichts uns freu'n, gewissenbafte Hörer seyn, und schäßen deiner Wahrheit Werth, die uns ihr Unterricht erklärt! 6. Dein Wort ist, was se lehren, Herr! Laß uns badurch stets heiliger und beffer werden; nur alsdann geh'n wir einher auf rechter Bahn. 7. Ermahnen, warnen, Arafen sie; so weig're, wer sie hört, sich nie, zu hassen, was du uns verbeutt, zu thun, was du durch sie gedeutst. 8. Das ist der Lehrer beßter Lohn, wenn ihrer Mühe Früchte schon sie hier in unfrer Tugend seh'n, mit uns den Weg zum Himmel geh'n. 9. Fern sei von uns der Frevel, Gott, durch Undank fie, durch Haß und Spott zu kränken; daß sie, was sie thun. mit Freuden, nicht mit Seufzen thun. 10. Ja, Gott, wir wollen fie erfreu'n, und dankbar fromme Hörer seyn: so führst du einst auch uns zugleich mit ihnen in dein ew'ges Reich. Bei Einführung eines Religionslehrers. in bejondern er lehrt, ein Herz uns, das fie willig hört, ein Herz voll reiner Liebe! Ueben hilf uns dann in Leiden, wie in Freuden, seine Lehre, uns zum Heil und dir zur Ehre! 4. Wann einst dein großer Tag erscheint, laß ihn, laß unfern besten Freund uns dir entgegen führen! Die Seelen sind ihm zugezählt; gib, daß dort ihm feine febit! Laß keine sich verlieren! Gott, wie werden wir uns freuen um den Treuen, wenn zum Lohne deine Hand ihm reicht die Krone! Nach der Handlung. 5. So sei geſegnet, Knecht des Herrn! Nie sei dein Herz nun von uns fern; du kommst in Gottes Namen. Wir reichen freudig dir die Hand; wir geh'n mit dir in's Vaterland; du führst uns. Amen! Amen! Heilig bleib' uns diese Stunde! Unserm Bunde treu zu leben, ſei flets unfer freudig Streben! Bei der Konfirmation. Verbindungen. 419 Geift das Gute, das dein Wort verheißt, im Leben und im Sterben! 2. Sie kennen dich, o Gottes Sohn, und deine heil'gen Lehren. Ift Freude dort vor deinem Thron, wann Sünder sich bekehren; so laß auch heute Freude seyn, da diese Kinder dir sich weih'n, und ihren Bund erneuen! 3. O laß sie Gnad' und nicht Gericht in dieser Stund empfahen, wenn sie mit Glaub' und Zuversicht zu deinem Tische nahen! Es stärke sie dies Lebensbrod, damit sie, Jefu, deinen Tod verfünd'gen durch ihr Leben! 4. Lacht ihnen bei dem edlen Lauf die falsche Welt entgegen, so bilf du ihrer Schwachheit auf; und wann sich Lüfte regen: so laß fie gläubig auf dich sehn, die Welt mit ihrer Luft verschmäh'n, und muthig überwinden! 5. Zeig', Herr, den Lohn der Ewigkeit von fern den theuren Seelen, die jeßt auf ihre Lebenszeit sich bier mit dir vermählen! O treuer Heiland, sie sind dein! Schreib' heut in's Buch des Lebens die Namen dieser Christen! Mel. Es ist das Heil uns 535 Die bier vor beis steh'n, sind, Jesu, deine Glieder. Blick, wenn vereint wir für sie fleh'n, erMel. Mitten wir im Leben barmend auf sie nieder; gib 536 Stärke, Mittler, ihnen, Herr, durch deinen deine S6 theu'r 420 Gesinnung und Verhalten des Christen tbeu'r Erlöften! Laß sie ihr 4. In der Todesnoth laß Vertrau'n auf dich unaussprechlich trösten! Bach' über ihre Seelen! Sie fley'n und schwören alle dir: Herr, dein Eigenthum sind wir! Heiliger, Schöpfer, Gott! Hetliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihr Gelübde: treu zu seyn dir bis an's Ende! 2. Ach, wie Viele schwuren auch, fest an dir zu halten, aber treulos ließen sie ihre Lieb' erkalten; Verderben sie, deine theu'r Erlöften, daß ihr Glaube standhaft blieb, unaussprechlich trösten! Herr, laß sie bei dir leben! Einst fammle sie mit uns zugleich in dein unvergänglich Reich! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröfter! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihr Gelübde: treu zu seyn dir bis an's Ende! Mel. Freu' dich sehr, o meine war ihr Ende. Beständig 537 eigetreu in deilaß nem schwören, dir sich weih'n! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Stärke sie, die Deinen, in des Glaubens Zuversicht und wahrer Tugend! 3. Locken wird sie nun die Welt, Herr, zu ihren Lüften; ach, du wolleft sie mit Kraft aus der Höhe rüsten! Laß streiten sie und siegen! Die Triebe zu verbot'ner Luft dämpfe früh in ihrer Brust! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie alle Feinde ihres hohen Seelenheils weit überlaß dir deffen festen Grund ja nicht aus dem Herzen raus ben: halte treulich deinen Bund, den dein Herz durch's Wasserbad fest mit Gott geschlossen hat! Denn wie leicht geht der verloren, der ihm treulos hat geschworen! 2. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; auch die Lieb' am Nächsten übe, wenn er dich gleich oft betrübt! Denke, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat! Du mußt, soll dir Gott verges ben, auch verzeihn und liebreich leben. 3. Cei getreu in deinen Leiden, und laß dich kein Ungemach, keine Noth von Jesu scheiden; murre nicht in in besondern Verbindungen. 421 in Weh! und Ach! Denn du vor allen Schlingen, vor machest deine Schuld größer durch die Ungeduld. Selig ist, wer willig träget, was der Herr ihm auferleget! den Lockungen der Welt; laß es nimmer ihr gelingen, daß sie ihre Tugend fällt. 4. Sei getreu in deinem Hoffen, wenn dich Gott nicht bald erhört, und der Noth, die dich betroffen, nicht so, wie du wünscheft, wehrt. Salt' an seine Treu' dich feft; glaub', daß er dich nie verläßt; ſeine Hülf' ist schon vorhanden. Wer so hofft, wird nie zu Schanden. 5. Sei getreu bis an das Ende, daß kein Leid und keine Noth je von deinem Gott dich wende; sei ihm treu bis in den Tod! O das Leiden dieser Zeit ist nicht werth der Herrlichkeit, die dein Jesus dir will geben dort in seinem Freudenleben! Mel. O du Liebe meiner 538 M ittler, schau' auf sie hernieder, die sich deiner Gnade freun, und als deiner Kirche Glieder dir geloben, treu zu seyn; dir, der mit der größten Treue auch für sie dahin sich gab! Segnend schau' bei ihrer Weibe, seg. nend schau auf sie herab! 2. Laß die Blüthe ihrer Jugend cir, nur dir geheis ligt seyn, daß sie nie vom Pfad der Tugend in der Irre sich zerstreu'n! Schüße sie 3. Laß fie treu in deiner Liebe, fest in deiner Lehre seyn, und durch deines Geis stes Triebe Wunsch und That des Bösen scheun! Stärke fie durch deine Gnade, wenn zu dir sie kindlich fleyn, daß sie auf der Unschuld Pfade zu dem höhern Leben gebn! 4. Halte sie mit starken Armen, wenn sie straucheln wollen, fest; laß sie fühlen dein Erbarmen, das die Schwachen nie verläßt! Und wenn eins sich je verirrte und verließ' der Tugend Bahn; ach, dann nimm dich, treuer Hirte, des verirrten Kindes an! 5. Keines, keines, ach, von Allen, die mit dir den Bund erneu'n, laß aus deiner Gnade fallen und von dir geschieden seyn! Herr, versiegle ihren Glauben, der sie ewig glücklich macht: Keinem laß die Krone rauben, die du Allen zugedacht! 6. Sieh hernieder auf die Deinen, die sich jetzt zu dir gewandt; sieb die Thränen, die sie weinen, Zeugen, was ihr Herz empfand. Laß die feligen Gefüyle nie erkalten, nie vergehn; bis zu ihrent Lebensziele laß sie treu im Glauben stehn! 07 7. Samm 422 Gesinnung und Verhalten des Christen 7. Sammle sie einst Alle wieder dort in deines Vaters Reich! Sie sind deines Bundes Glieder; einft, den Engeln Gottes gleich, singen sie dir, Herr, zu Ehren, dann ihr Loblied bocherfreut, in der Auserwählten Chören, laut durch alle Ewigkeit. Vor der Einsegnung. ( Die Gemeinde allein.) Wiel. Christus, ter ist mein 539 Si ieb diese jungen Seelen, die, Vater, dir sich nah'n! Sie kommen, deinen Segen von Neuem zu empfah'n. 2. Sie kommen, dir, o Vater, sich feierlich zu weih'n, und heilig zu geloben, bir ewig treu zu seyn; 3. Versuchungen zur Sünde mit Muth zu widersteh'n; den Weg, den Jesus lehrte und selbst betrat, zu geh'n. 4. O blick auf sie mit Segen, Allliebender, herab, daß sie vom Weibaltare treu wandeln bis an's Grab! und gern dem Nächsten dienen, ja, Gott, das wollen wir. ( Die Konfirmanden allein.) 5. Gott, welche heil'ge Stunde! Laß sie gesegnet seyn! Dir, Heiligfter, dir wollen wir Herz und Leben weih'n. 6. Dich immer kindlich lieben, gehorchen willig dir, 7. Wir wollen jede Sünde, das kleinste Unrecht scheu'n und immer besser werden, und uns in Unschuld freu'n. 8. D blick auf une mit Segen von deinem Thron herab, und laß uns dem Gelübde getreu feyn bis ans Grab. Nach der Einsegnung. ( Die Gemeinde allein.) Mel. Wer nur den lieben Gott Kinder, dieser 540 Tag des Buns des sei eurem Herzen ewig werth; denn das Versprechen eures Mundes hat der Allwiffende gehört. Ihr jungen Christen denket nach, was heute euer Mund versprach! 2. Bedenkt, wozu ihr euch verpflichtet: Gott und der Tugend treu zu seyn. Von Neuem habt ihr euch verpflichtet, Gott euer Leben ganz zu weih'n. O heilig fei euch diese Pflicht! Vergesset dieses Tages nicht! ( Die Konfirmirten allein.) Mel. Werde munter, mein 3. Heilig soll uns diese Stunde, ewig unvergeslich seyn! Mit dem Herzen, mit dem Munde schwuren wir, Gott in besondern Verbindungen. 423 Gott treu zu seyn; nicht Mund versprach, werde nie zu weichen von der Pflicht, von euch gebrochen! Bleibt bis das Aug' im Tode bricht. auch in Gefahr und Noth Gott, der Alles weiß und fromm und treu bis in den richtet, weiß, wozu wir uns Tod. verpflichtet. ( Die Konfirmirten allein.) famkeit haben wir uns dir 3. Ja, zu treuer Folgverpflichtet. Unser Lerz ſei dir geweiht; unser Geist auf dich gerichtet! O wie selig werden wir in dem Bunde, Gott, mit dir! 4. Stärt' uns nur mit deiner Kraft! Schüß' uns vor der Macht der Sünden! 4. Ja, wir wollen uns ergeben unserm Gott und nicht der Welt, und in unserm gan= zen Leben willig thun, was ihn gefällt! Wer hier fäet in der Zeit, ärntet einst in Ewigkeit. Dort, dort wird der Herr der Welten Jedem nach Verdienst vergelten! ( Die Gemeinde allein) Mel. Wer nur den lieben Gott 5. O wobl euch, wenn ihr Gott wollt leben, wenn euer Herz es redlich meint! Dann wird auch Gott euch Segen geben; dann bleibt Gott ewig euer Freund; dann wird euch großes Glück und Seil hier und in Ewigkeit zu Theil. ( Die Gemeinde allein) Mel. Jesus, meine Zuversicht 541 mit euch! Sie Trottes Gnade sei verleih' euch Kraft und Segen! Wallet freudig, Engeln gleich, eurem hohen Biel entgegen! Groß ist einst der Tugend Lohn vor des Allvergelters Thron. 2. Heilig sei euch dieser Tag; heilig, was ihr jetzt versprochen! Ach, was euer ib, daß wir gewissenhaft böse Lüfte überwinden! Hilf, daß unser Herz dir treu, standhaft unire Tugend sei. ( Alle.) 5. Sieh, o Herr, wir Alle fleh'n: Stärke liebreich unfre Seelen! Laß uns niemals irre geh'n, nie die Bahn des Heils verfehlen! Alles schwindet mit der Zeit, nur nicht wahre Frömmigkeit. ( 3um Schluß der Konfirmationshandlung.) 542 Mel. Allein Gott in der Höh err Gott! was irdisch ist. vergeht, und schnell enteilt das Leben; Herr Gott! was ewig fest besteht, hast du dem Geist gegeben: es bleibt der Wahrheit belles Licht, es bleibet Tugend, Recht und Pflicht 424 Gesinnung und Verhalten des Christen Paicht und Jesu heil'ge Lehre. 2. Die Lehre bleib' uns bis an's Grab ein Licht auf allen Begen, der Jugend Schuß, des Alters Etab, des Herzens Trost und Segen! Sie leit' in aller Freud' und Noth, in jedem Kampf und durch den Tod uns in das beßre Leben. Bei Einweihung einer Kirche. Mel. Nun banket Alle Gott 543 Von heiligem Ges der dacht tief durchdrungen, sei, Gott, dir heut' von uns Lob, Preis und Dant gesungen! Hier wollen wir vereint uns deiner Liebe freu'n; drum weihen wir dies Haus zu deinem Tempel ein. 2. Anbetend dir sich nah'n, dich ebrfurchtsvoll erheben, wie füß ist diese Pflicht, wie wichtig für das Leben! Drum wende zum Gebet, zum Dank, zu deinem Ruhm oft unser Herz sich hier in diesem Heiligtbum. 3. Hier sollen wir den Sinn von Chrifti Lehren faffen, und zur Befolgung uns, zur Treu' ermuntern laffen; hier strahlt dem Geiste Licht, bier quillt dem Herzen Ruh'; hier spricht dein Wort, o 4. Hier sollen am Altar sich dir, du Gott der Liebe, die Neuverbund'nen nah'n, dir beil'gen ihre Triebe; vor deinem Angesicht sich schwören Lieb' und Treu', damit ihr Leben dir stets wohlgefällig ſei. 5. Hier wird mit Dankgebet das Kind in früher Jugend geweiht dem Kinderfreund, dem Vorbild jeder Tugend; hier schwört es einst den Schwur: Gott ewig treu zu seyn, und tritt dann in den Bund erwachs ner 6. Hier sollen wir vereint das Mabl der Liebe feiern, und ernstlich den Entschluß der Besserung erneuern: ers innern uns an ihn, der auf der Liebe Bahn, durch Leben und durch Tod, uns muthvoll ging voran. 7. Laß dieser Wohlthat Werth uns, Bater, stets erwägen, und dieses Hauses Zweck recht ernstlich überlegen Dann wird der Tag der Weih' ein Tag des Ses gens seyn, und seiner wird sich noch die späte Nachwelt freu'n. Bei Einführung eines Schullehrers. Mel. Laß mich, o Herr Gott, Geduld und Trost 544 Nast bankbar s zu. die Lehrer ehren in besondern ren, die stets mit Ernst und Sorgfalt sich bemüh'n, den Geist der Jugend zu beleh ren, ihr Herz von seinen Fehlern abzuzieh'n! O wel the Saat wird durch sie ausgestreut! Sie keimt empor für Zeit und Ewigkeit. 2. Bedauernswürdig find die Seelen, die unbelehrt durch dieses Leben gehn. Wie können sie das Gute wählen, wenn sie nicht auch das Licht der Wahrheitsehn? Wo bleibt ihr Werth? Woher kommt ihnen Kraft zum Kampfe gegen Welt und Leidenschaft? 3. Preis dir und Dank, der du der Jugend, auch unter uns, mit Vaterhuld gedenkst, und zu der Weisheit und der Tugend durch treue Führer ihre Schritte lenkft! Wie weife, Gott, wie liebreich, Herr, bist du! Durch Schulen auch strömst du uns Segen zu. 4. Froh seh'n der Zukunft wir entgegen, wenn unser Blick auf gute Kinder fällt. Durch sie verbreitet sich dein Eegen einst weit umber in deiner Menschenwelt; und naht sich uns der Tod einst auf dein Wort, so feßen sie dein Wert auf Erden fort. 5. Drum gib, o Gott, den Lehrern Kräfte und re: gen Trieb, die Kinder dir zu weih'n! Laß treuen Fleiß Verbindungen. 425 im Lehrgeschäfte stets ibren Ruhm und ihre Freude seyn! Erfülle sie mit Achtung für ihr Amt, aus dem das Heil so vieler Seelen stammt! 6. Laß sie durch Ernst dem Leichtsinn wehren, durch Freundlichkeit die Herzen an sich zieh'n, auch, wenn sie strafen, noch belehren, und sorgsam selbst den Schein des Unrechts flich'n! Neligion und reine Sittlichkeit verbreite sich durch sie zu jeder Zeit. 7. O welche Pflichten! Welche Würde! Gott, steh' auch diesem neuen Lehrer bei! Erleichtre seines Amtes Bürde, damit er stets getroft und muthvoll sei, und gib auch uns ein Herz, das gern ihn ehrt und dankbar ist, und seine Freuden mehrt! 8. Wenn ihn des Tages Lasten drücken, wenn ihm der heitre frohe Sinn entweicht: dann laß ihn jenen Lohn erblicken, den deine Hand einst treuen Lehrern reicht; und immer zeig' er dann sich als ein Christ, der muthig wirkt, so lang' es Tag noch ist. 9. O Gott, laß jede Schule blühen und reich an Frucht für Welt und Nachwelt seyn! Laß jedes Lehrers Eifer glüher, die Dunkelheit der Seelen zu zerstreu'n, und einft erheb' ihn die beglückte Schaar 426 Gesinnung und Verhalten des Christen Schaar, für die er hier ein Ruh' fließt uns durch dieweiser Führer war! 7. Wer wollte denn nicht Bürgerliche Gesellschaft. tbätig seyn, nicht seines Standes sich erfreu'n, auf der ihm angewies'nen Bahn Wiel. Herr Jesu Christ, dich 545 Nah Gottes nicht wirken, was er wirken vollem Ratb, der Alles angeordnet hat, wird Völs kern dauerhaftes Heil durch der Gesellschaft Band zu Theil. 2. Nur durch vereinte Thätigkeit, die sich dem Dienst des Staates weiht, durch gegenseitiges Bemüh'n sieht man der Bürger Wohlfahrt blüh'n. 3. Bedürfniß und des Fleißes Gang wirkt Ordnung und Zusammenhang; der nüßt durch Kunst dem Vaterland und durch die Arbeit feiner Hand: 4. Der durch Verstand und Geisteskraft. durch Einsicht, Kenntniß, Wissenschaft; der nüßt mit seinem kühnen Muth, und der mit seinem Erdengut. 5. So knüpfft du, Gott, durch jeden Stand der allgemeinen Wohlfahrt Band; vertheilst mit Weisheit und mit Wahl des Fleißes Gang, der Kräfte Zabl. se Ordnung zu. 6. Glück, Segen, Reichthum, Ueberfluß und allerfeitiger Genuß, Bequemlichkeit und Freud' und 8. Wer jede ihm verlies'. ne Kraft gebraucht, und durch sie Gutes schafft, der lebet, wie es Gott gefällt, zum Segen sich und für die Welt. Vaterlandsliebe. mel. Schon ist der Tag von G. 546 Das Land, das Gott mir vá terlich zur Wohnung ange wiesen, läßt seines treuen Schußes mich in Glück und Noth genießen; es gibt mir Nahrung. Sicherheit, erhält Recht und Gerechtigkeit und schützt mein Gut und Leben. 2. Drum will ich stets er: kenntlich seyn, durch nüßliche Geschäfte mich der ges meinen Wohlfahrt weih'n, will Zeit, Beruf und Kräfte dem Vaterlande, das mich schüßt, und mir und meinen Brüdern nüßt, mit treuem Eifer widmen. 3. Nie will ich Rub' und Sicherheit im Staate fre velnd stören; will meine Landesobrigkeit, als Got tes Ordnung, ehren, und ih ren Willen jederzeit, mit treuer in besontern Verbindungen. 427 sie fließt Sicherheit und Rub' den Bürgern aller Stände zu. 3. Nicht Jeder ist in Würden groß: oft ist ein nied'rer Stand sein 2008; doch Jeder, sei er noch so klein, kann achtungswerth als Bürger seyn. treuer Unterwürfigkeit, nach Möglichkeit erfüllen. 4. Auch will ich meiner Brüder Glück durch meine Schuld nie hindern; will stets ihr widriges Geschick, so viel ich kann, vermindern; will freundlich die nen Jedermann, und helfen, wo ich helfen kann, zum allgemeinen Besten. 5. Auf, Brüder, die ihr's redlich meint, nüßt eurem Vaterlande, das euch zu gleichem Zweck vereint, in iedem Amt und Stande! und fordert es des Landes Wohl, so opfert, wie es Jeder soll, ibm freudig Gut und Leben! 6. Gott steb' uns bei, daß Alle wir nach unsern Pflichten leben, und schon, als gute Bürger, hier nach je: nem Reiche fireben, in das nur treue Knechte geh'n, die in dem Dienste hier besteh'n, zu dem du sie berufen! Obrigkeit und Unterthan, Mel. Vom Himmel kam der 547 Gott, tott, der zum Segen für die Welt uns Fürsten gibt und sie erhält, du willst, daß ihnen Jeder treu, gehorsam und ergeben ſei. 2. Sie wachen flets mit off'nem Blick und sorgsam für der Länder Glück; durch 4. Er ist's, wenn er den Fürsten liebt, und den Gesetzen, die er gibt, Zeit, Kräfte, Sorgfalt, Eifer weiht, gern thut, was jedes ihm gebeut; 5. Wenn er gewissenhaft fiets ist, nie seines Bürgereids vergißt; und das, was er entrichten soll, gern beiträgt zu des Ganzen Wohl. 6. Er ist's, wenn er als Bürger denkt, nie and'rer Bürger Rechte kränkt, und fern von schlauer Ränke Lift, zum Wohl des Landes thätig ist. 7. Er weiß: Nur des Gesepes Kraft, und wär' es auch noch mangelhaft, gewährt dem Volke Sicherbeit und Ordnung und Zufriedenheit. 8. Er lebt, von Trug und Unrecht frei, stets folgsam dem Gesetz und treu, und fühlt, wenn er es gern vollführt, sich dann so frei, als der regiert. 9. Gott, laß mich gewissenhaft, und stark durch deines Geistes Kraft, mich allen 428 Gesinnung und Verhalten des Christen allen meinen Pflichten weihn; so kann ich deiner Huld mich freu'n. und sieh' nur du, daß du selbst gerecht sei'ft, zu. 8. Obrigkeit und Unter. than, betet Gott den Höchften, an! Fürchtet ihn; denn sein Gericht wird gerecht 548 nicht! Mel. Aus der Tiefe rufe ich Mer gehorcht, Hoher Stand. Lust! Jeder Bürger, sich bewußt, daß nicht Jeder herrschen kann, sei ein guter Unterthan! 2. Bist du niedrig, bist du groß; sei vergnügt mit deinem Loos! Schäm' dich deines Standes nicht; nöthig ist ja Jedes Prlicht. 3. 3ur gemeinen Wohlfahrt sei dem Gefeße stets getreu! Wer ihm gern gehorchen kann, der nur ist ein freier Mann. 4. Schaue Jesum Chriftum an; er, wie du, ein Unterthan, und doch aller Fürsten Gott, that, was das Gefeß gebot. 5. Ehre dem, dem Ehr' gebührt! Schoß und Zoll dem, der regiert! Gib, als gäbst du Gott, dem Herrn, was dir auferlegt ist, gern! 6. Ordnung und Gerechtigkeit, Schuß und Fried' und Sicherheit, welch' ein Glück, das man nur hat durch der Obern Rath und That! Mel. Vom Himmel kann ber er höher durch 549 Webt schon 7. Lebe selbst gewissenhaft; ihres Wandels Rechenschaft laß dem Herrn, ist, als seine Brüder, kenn', als Christ, des bessern Adels Werth und Pflicht; den fühl' er, den entehr' er nicht. 2. Er, sind ihm Brüder unterthan, er sei ihr Vater, kein Tyrann; so mild und liebreich als gerecht; er ist, wie sie, auch Gottes Knecht! 3. Nicht wähn' er, weil er groß und frei vor den Geringern ist, er sei erhaben über Recht und Pflicht und Rechenschaft; das wähn' er nicht! 4. Er sehe, mehr beglückt von Gott, nicht mit Verachtung oder Spott auf den, von dessen Schweiß er lebt, der ihm erwirbt, was ihn erhebt! 5. Er haffe Graufamkeit und Zwang, verprasse nicht durch Müßiggang, was Gott ihm gibt, beglückt zu seyn mit Ändern, aber nie allein! mit 6. Froh neben ihm, ihm vergnügt sei, wer ihm feis in besondern seine Felder pflügt! Wohl thätig soll er seyn; denn er ward darum nur des Armen Herr! 7. Er,( denn er hat mehr Macht und Zeit zu höyern Thaten) sei bereit, auch mehr zu thun für Volk und Staat, von dem er seinen Vorzug hat! 8. Verächtlicher, als Stlaven, ist im Tod einst Jeder, der vergißt, daß er des Vaterlandes Wohl auch mehr, als Andre, fördern soll. 9. Doch, wenn er's nicht vergißt, fo freut der Niedrige sich ohne Neid, weil der der Welt zum Segen lebt, der wohlzuthun sich Bets bestrebt. 10. Und spricht in seinem Tode dann: Das war ein ebler, großer Mann! Er, durch der Tugend Glanz pertlärt, war feines Glücks und Vorzugs werth! Der Nichter. Mel Schon ist der Tag von 550 Ge sewöhne dich, durch Wort und That Gerechtigkeit zu üben, und wandle fets den Verbindungen. 429 nicht ihr Ohr zur Unschuld neigen, die mit Verlegung ihrer Pflicht Gefeß und Rechte beugen! Sie fäen Fluch und ärnten Fluch durch ihren feilen Richterspruch, denn Gott beschützt die Wahrheit. 3. Wenn sie nicht treu im Amte sind; Gott kennt der Wahrheit Sache. Der Unterdrückten Thräne rinnt und schreit zu ihm um Rache. Gefoltert von Sewissensqual, erscheinen sie im Todesthal und am Vergeltungstage. 4. Der Redliche nur wird beglückt, der nie das Recht verdrehet, die Einfalt nie durch Lift berückt, und nie die Unschuld schmähet. Er gibt und nimmt und redet Nichts, wodurch die Stätte des Gerichts entheiligt werden könute. 5. Er geht, entfernt von Sucht nach Geld, auf des Gesetzes Wegen, und jedes Urtheil, das er fällt, bringt seinem Herzen Segen. O wohl dem Land, wo jederzeit nur Wahrheit und Gerechtigkeit in allen Ständen blühen! rechten Pfad, den Gott dir 6. Laß Jeden hier sein Amt vorgeschrieben! Ein Richter, der dies je vergißt, parteiisch und bestechlich ist, zers stört das Glück der Erde. getreu, o Gott, vor dir verwalten, und sein Gewissen vorwurfsfrei bis in den Tod erhalten! In unserm ganzen Vaterland bewahr', 0 2. O wehe denen, welche Vas 430 Gesinnung und Verhalten des Christen Vater, jeden Stand vor Unrecht und vor Frevel. 7. Es suche Jeder, der dich fennt, im Guten sich zu stärken, und wer den Namen Jesu nennt, laß ab von bösen Werken!( Sib deinen Knechten Kraft dazu! Wer kann es anders, Gott, als du? Du bist der Tugend Quelle! 8. Gerechter Gott, belohne die, die sich vom Unrecht wenden! Erquicke sie nach Kampf und Müh, wenn sie den Lauf vollenden! Zu deinen Freuden nimm sie auf; denn sie vollendeten den Lauf, der Tausende beglückte. 4. Ehrt Wahrheit, Recht, und fürchtet Gott; nie werde Tugend euer Spott! Die Krieger sind zu keiner Zeit von ihrer Christenpflicht befreit. 5. Zieht ihr in Krieg: so störet nie die Rechte Andrer; schüßzet sie! Gewalt übt ungeheißen nicht; stets leit' euch Ehrgefühl und Pflicht! 6. O daß nicht Einer Frevel treib'! Daß Jeder schone Greis und Weib und Kind und Säugling, wie den Mann, der widerstehn nicht mag noch kann! 7. Wer vor euch niederfällt, den hebt mit Brüderarmen auf; wer bebt, den tröstet, Brüder: nie vergießt Blut, wenn der Feind entwaffnet ist! Der Soldat. Viel. Erhalt' uns, Herr, bei 8. Dann seid ihr wahre 551 Bewaffnete, der Helden, seid Vertheidiger Krieger Stand bewacht, beschüßt das Vaterland und fliehet dem Geseße bei, damit sein Ausſpruch wirksam sei. der Menschlichkeit, dem Volk, wie dem Regenten werth, von Vaterland und Gott geehrt. 2. Gehorsam, Treu' und Tapferkeit zeigt brum vor Allem jederzeit; vergeßt in Krieg und Frieden nicht den edlen Endzweck eurer Pflicht! 3. Welch' wicht'ger Ruf, wie ehrenwerth! O daß ihr immer ihn nur hört! Web! wer ihn aus den Augen seßt und frevelnd seine Pflicht 9. Gott sei mit euch in Fried' und Krieg, mit euch in jedem Kampf und Sieg, mit euch im Leben und im Tod! Hier segne, dort beglück' euch Gott! Der Lantinann. Mel. Erschienen ist der herrlich Johl mir, 552 Wolper, Schöpfer, denn in besondern Verbindungen. 431 denn mein Stand ist auch von dir; du schufft das Land gern, doch nur in dessen Bruft, der Gott gefällt. für meinen Fleiß; und vä- 8 In seiner Werke Herrterlich beglückft und segneft du auch mich: gelobt seist du! lichkeit seh' ich ihn täglich; mich erfreut der Sonne Glanz, der stille Mond; Wald, Thal und Berg und Flur belohnt mir meinen Fleiß. 9 Des Weisen Achtung fehlt mir nicht, erfüll' ich redlich meine Pflicht; ich bin ein Mann fürs Vaterland, ich nähr' es, und durch meine Hand lebt Volk und Fürft. 10. Wohl mir, wohl mir! Sch baue gern den Acker Gottes, meines Herrn, und ärnt' ich nicht schon hier den Lohn, ich ärnt' ihn einst vor Gottes Thron in Ewigkeit. 2. Gelobt sei Gott! denn herrlicher und schöner und gesegneter wird jede Flur und jedes Feld durch meinen Fleiß für Gottes Welt und auch für mich! 3. Im Schweiße meines Angesichts arbeite ich: doch wann gebricht's mir, wann ich thu', was Gott gebeut, an Segen, an Zufriebenbeit? Was brauch' ich mehr? 4. Wie lächeln freudig Au und Flur! In meiner Hütte wohne nur die Unschuld, die nie Arges thut: und Gottes Wohlgefallen ruht und wobnt bei mir. 5. Was hat der Reiche dann voraus? Mehr Macht ein glänzend Haus; doch auch mehr Sorg' und Ueberbruß; bei allem seinem Ueberfluß mehr Furcht und Gram; 6. Nicht mehr Gesundheit, Ruh' und Kraft, wohl aber größ're Rechenschaft. Und wenn ich fromm und gut bin, werd' ich selig, wie der Fürst der Erd', wenn er gut ist. 7. Mübseligkeit ift Aller loos, der Mensch sei niedrig oder groß; doch kommen wahre Ruh' und Lust auch Der Nachbar. Viel. Was Gott thut. bas ist 553& ib, öchfter, daß ich fromm und treu auch meine Nachbarn liebe; daß mir ihr Glück erfreulich sei, ihr Unglück mich betrübe; daß ich mich nicht entzieh' der Pflicht, mit auf ihr Wohl zu sehen, und ihnen beizusteben! 2. Laß mich durch mein Benehmen nie, Gott, ihnen Kummer machen! Mein Herz sei willig, auch für fie zu beten und zu wachen! Ermuntre mich, stets nachbarlich das Gut, das sie befißen, 432 Gesinnung und Verhalten des Christen sißen, nach Möglichkeit zu schützen! 3. Gib, daß ich gern verschwiegen sei und stets den Frieden suche; nie nähre Neid und Heuchelei, nie heimlich Nachbarn fluche! Und thun sie mir auch Unrecht hier; hab' ich's nur nicht verschuldet: so wird es leicht erbuldet. 4. Was hilft ein feindschaftlicher Sinn? Er führt nur ins Verderben Wie schnell eilt unsre Zeit dabin! Wer weiß, wie bald wir sterben? O Freunde, seid entfernt vom Streit! Denkt, daß ich euch im Grabe zu stillen Nachbarn habe. 5. Herr, präge du den Sinn mir ein, der mich vor Saß behütet, und laß mich auch als Nachbar seyn, was mir dein Wort gebietet! Wer liebreich ist, wie du es bist, wird einst, wenn Feinde beben, in ew'gem Frieden leben! net, fleht und droht; kann beilen und verwunden. 2. Hilf, daß in meines Herzens Grund, Herr, deine Furcht stets wohne, und daß gewissenhaft mein Mund der Wahrheit Nechte schone; daß ich, von niedrer Schmei chelet, von Schmähung und Verstellung frei, was fündlich ist, nie rede! 4. O webe dem verwegnen Mund, der Fluch und Schwur nicht scheuet! Wie bald wird da der Leichtsinn fund; wie oft zu spät bes reuet! Ach, Fluchen bringet Fluch und Noth, entfernet immer mehr von Gott! Herr, lehr' es mich bedenken! 5. Auch Wehe dem, Tücke liebt, und dessen Worte trügen; der seinen Nächsten gern betrübt mit Falschbeit und mit Lügen! Nur Redlichkeit, nur off'ner Sinn, nur Wahrbeitsliebe schafft Gewinn, der ewig uns begleitet. der 6. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich flinget, bas res Umgang( zu Seite 390.) Mel. Schon ist der Tag von 554 Die ie Zunge, die vernehmlich spricht, hat mir mein Gott gegeben. O, mißbraucht' ich doch ihrer nicht! bringet Tod und Leben; sie stürzt in Unglück, hilft in Noth; sie flucht und segSie 20145 3. Auf deinen Ruhm und Andrer Wohl soll, stets mein Sinn sich lenken; bilf mir, mit so oft ich reden soll, Ernste dies bedenken! Zum Guten rege selbst mich an, damit ich, wo ich nüßen kann, aus Menschenfurcht nicht schweige. in besondern Verbindungen. 433 so warn' ich treulich ihn als Freund. rebet überall der Chrift; wenn er mir zu irren scheint, fpricht, wenn es Nußen bringet, und scheut den Born der Menschen nicht; doch wird auch Schweigen ihm zur Pflicht, wenn es die Liebe fordert. 5. Nicht Argwohn, Mißs trau'n oder Streit, nicht Freude und nicht Traurigs keit, auch nicht des Glückes unbestand trennt unfrer Freundschaft festes Band. 7. O gib mir, Gott, ein reines Herz, und laß mich Spottereien und frechen, fittenlosen Scherz mit from mem Eifer fcheuen! Bum Sprechen gabst du mir die Kraft; doch soll ich einst auch Rechenschaft von meinen Borten geben. Freundschaft. Mel. Vom Himmel kam ber 555 welch ein Segen ein Freund, der, Gott, durch dich mit mir vereint, mit herzlichem Vertrau'n mich liebt, mit mir sich freuet und betrübt! 6. Wir theilen Alles, Freud' Leid mit brus derlicher und Herzlichkeit; und treues Mitgefühl versüßt uns Alles, was uns schmerzs lich ist. 4. Vom Irren hålt er mich zurück durch weisen Rath, durch fanften Blic; und 7. Trennt auch das Schickfal Freund von Freund; die Herzen bleiben doch vereint durch Liebe, durch Gebet und Rath, und, wo wir können, durch die That. 8. Vollenden wir einft unsern auf, so nimmt uns dann Ein Himmel auf. Uns endlich ist die Geligkeit, die ewig uns vereint erfreut. 2. Der, fest vereinigt erst dir, in Einem Geiste In eigener Melodie. mit bann hur mit mir für Wahrheit 556 Herrlich iff's, an nur Freundes Hand durch das Leben wandeln, und durch Zugend und Bers stand fest vereinigt handeln! und Zugend lebt, mit mir nach Einem Ziele strebt! 3. Wir theilen brüderlich dein Licht, ermuntern uns zu jeder Pflicht; wir bitten dich vereint um Kraft, gleich fromm zu seyn, gleich tugendhaft. 2. Ohne Freundschaft gleicht die Welt einem ben Grabe. Wohl mir, ich mehr, als Geld, daß ich Freunde habe! daß 3. Aber da ift Freunds schaft nicht, wo nicht u gend wohnet, we nicht auf bem 434 Gesinnung und Verhalten des Christen dem Ungesicht Herzensgüte Menschen nur allein, auch thronet. Thiere schuf er, sich zu frea'n auf seiner schönen Erde. 4. Cittsam ist sie nicht beim Spiel; nicht bei Trink: gclagen, nicht im lårmenden Gewühl darfst du nach ihr fragen. 5. Uber o, du findest sie bei unschuld'gen Scherzen; nur bei der Verläumdung nie, nie bei bösen Herzen. 6. Freundschaft lehrt bes scheiden seyn, Undrer Vorzug' ehren; Freundschaft wird dir manche P.in in Vergnügen kehren. 7. Freundschaft zeigt dir Kar und frei alle deine Fehle, schmeichelt nicht und macht dabei fröhlich deine Seele. 8. Láchilst du, sie lächelt mit, weint bei deinen Leiden; unter ihrim fanften Tritt sprossen tausend Freuden. 9. Mocht' in Jeder doch recht früh ihrer würdig werden! Dann vermehrte sich durch sie Menschenglück auf Erden. Christliches Verhalten in Ansehung der Thiere und Bäume. Me'. Es ist das Heil uns 557 Det er weise Schöpfer, dessen Ruf einst mächtig scholl: Es werde! und aller Welt Be= wohner schuf bestimmte bicfe Erde nicht für den 2. Ihm, der für Alles Sorge begt, dem Vater aller Dinge, ist Nichts, was seine Erde trågt, zu klein und zu geringe. Er, dessen Huld in Engel mißt, er, der des Menschen Vater ist, ist auch des Wurmes Schöpfer. 3. Und er, der alle Westn liebt, er sollte mir erlauben, dem Thiere, dem er Leben gibt, muthwillig es zu rau ben? Was gåbe mir wohl den Beruf, ein Leben, das die Almacht schuf, gefühllos zu zerstören? 4. Nein, kein Geschöpf, das mit mir lebt, darf ich aus Frevel qualen; mag, was mich übers Thier erhebt, mag auch Vernunft ihm fehlen. Sie macht mich zu der Gottheit Bild; allein sie lehrt auch, göttlich mild, Glück um mich her vers breiten. 5. Vernunft, du sollst mich immer mehr die wahre Weisheit Ichren! In der Geschöpfe großem Herr will ich den Schöpfer ehren. Wer stolz cin Mitgeschöpf verschmäht, das unter Gottes Aufsicht steht, entchrt auch seinen Schöpfer. 6. Wen eines Thieres Qual erfreut, der wird, das kann nicht fehlen, falt und ge= 435 Hand gemacht, was dein Verstand herborgebracht, gefillt dir's nicht, vernichten; duch über eines Thieres Tod, der dir Nichts nüßte, wird dich Gott, des Thieres Schöpfer, richten. 6. 3war sind für dich, ie Thiere, deren o Mensch. noch Pflichten wichtiger, die Pflichten für die Vrien; doch sollst du auch, wie Gott gebot, des armen Thiers in seiner Noth dich mitleidsvoll erbarmen. in besondern Verbindungen. gefühllos mit der Zeit gewiß auch Menschen qualen Wer frech sein Mitgeschöpf be trust, und Hårt' und Grausamkeit verübt, der kann auch Gott nicht lieben. Ne. Kommt ber zu mir, spricht 558 Du bist, erwag' es oft mit Ernst, o Christ, sind auch des Ganzen Glieder! Der Schöpfung Bürgerrecht Gott verlich ihnen auch; drum blick auf sie nicht mit Verachtung nieder. 2. Sie, Wander auch von Miel. G8 ist das Seil uns Gottes Hand, find, stolzer 559 Von deiner Weis Mensch, dir heit, der Macht, und deiner Vatergåte zeuzt auch der Baum in seiner Pracht, zeigt fein e Frucht und Blüthe; zun Segen pflanzt ihn deine Hand, zur Lust und Zierde jedem Land, so weit als Menschen wohnen. 2. Wie könnt' ich denn je einen Baum aus Freveimuth zerstören! Onein, in jedem Schattenraum will ich dich, Schöpfer, ehren; im Baume, der die Erde schmückt, von dem man süße Früchte. pflückt, erfreut Gott seine Kinder. 3. Wenn mich in ſeiner Blüthenpracht der Baum erfüllt mit Bonne, wenn er zur Kühlung Schatten macht bei heißem Strahl der durch innern Bau und Triebe; fie zeigen oft des Den tens Spur, find alle Kinder der Natur, und freun sich ihrer Liebe. 3. Du hast durch Geistes: übermacht sie unterwürfig dir gemacht, kannst ihre Wildheit zähmen; darfſt, was dich stärket, was dich schüßt, was dir zu deinem Seben nugt, von ihrem Le ben nehmen. 4. Doch ihnen auch, vergii es nicht, verband der Schöpfer dich zur Pflicht; er hat der Thiere Leben, um milde gegen sie zu seyn, und nicht dich ihrer Qual zu freun, o Mensch, die natergeben. 5. Du kannst, was deine. 436 Gefinnung und Verhalten der Christen der Sonne, und wenn er ürbe schånden, nur ber reich die Zweige senkt und tann Gaben der Natur freundlich feine Gaben schenkt zur Nahrung und Erquicung; mit frevelhaften Händen aus Schadenfreud', auß Bas entweih'n, tann strafbar ihr Zerstörer seyn. Ich, ich will Gutes schaffen! 6. Ich will dem Urbild ähnlich seyn, mit ihm zum Wohl des Ganzen nach Kräften wirken, gern erfreu'n, auch für die Nachs welt pflanzen. In deiner Schöpfung Deiligthum, Gott, laß nur zu deinem 5. Kein guter Mensch, Ruhm mich, dein Geschorf, der böse nur tann seine stets leben! 4. Wenn mich sein Holz erwärmt und schügt vor Frost, um froh zu leben, wenn es der Hand des Künstkrs nuşt, mir Hausgeräth zu geben, wenn Wohnung und Bequemlichkeit, wenn Hain und Garten mich er freut: dann will ich freudig danken. Gesinnung und Verhalten des Christen zu besondern Zeiten. Am Morgen. einen neuen Tag hinzu, fet hoch dafür gepriesen! Durch dich bin ich, und ich merke Mel. Mein ganzer Geist 560 Dich feh' ich wie neue Stärke: dich erhebe licht, und freue mich der edlen Pflicht, dem Höchsten Lob zu fingen. Ich will, entbrannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer, bir mit heil gem Muth Lobfingen. Schöpfer, Bater, beine Treue rührt aufs Reue mein Gemüthe. Froh empfind' ich deine Güte. 2. Du warst auch diese Racht um mich. Was rodr' ich, hätteft du nicht dich so hilfreich mir bewiesen? 3u meinem Leben fegeft du jegt ich lebe. 3. Verleih', o Gott der Lieb' und Macht, daß Sund' und Gram, wie tiefe Nacht, auf ewig von mir fliehe, daß ich die kurze Bebinézeit in chriftlicher Zufriedenheit u nügen mich bemühe! Prüfe, fiehe, wie ich's meine, bir ift teine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein Chrift, o Herr, verleih', daß ich bes Namens würbig seil Ruhm ein fei deine Gnade! Dinn zu besondern Zeiten. 437 Denn ach, was bin ich sehen nicht die Sonne wieder, ohne dich? Ein Irrender! Erhalte mich, mein Gott, auf deinem Pfade. Stárk' mich, daß ich stets mich übe, beine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. nicht deiner Schöpfung neue Pracht! Ich lebe noch, und mich erfreut des neuen Mors gens Heiterkeit! 5. Auch im Gerdusch der Welt foll mich der heilige Gedank an dich oft ftill zu dir erheben. Im dunklen Thale wall' ich hier; einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff ich! Herr, ich werde mich der Erde gern entfdwingen, bir dort ewig Lob zu singen. Mel. Wer nur ben lieben Gott 561 You Poll Dank an 5. Froh werd' ich dann den Tag vollenden, dir, Herr, getreu und meiner pflicht, Mein Leben steht in deinen Hånden; drum ichrecket auch der Tod mich nicht; und endet heute fich mein lauf, ſo eilt mein Geist zu dir hinauf! diesem neuen Morgen. blick' ich zu dir empor, mein Du hörst nicht auf, für mich zu forgen, 562 und der Erden, In eigener Melodie. ott Bater, Sohn und heil'ger Geist, der es Tag und Nacht låst werden, Mond und Sonne scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhålt; 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieſer Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen haft behütet und bewacht, und bef aller meiner Schuld mich noch trågst mit Vaterhulb. 3. Gleich der Nacht las meine Sünden vor der Gnas Z3 de je. mein Schuß zu seyn vor der Noth; du schüßteft mich auch diese Racht; durch dich gestärkt, bin ich erwacht. 2. Wem dank' ich's sonst, als deiner Güte, daß mich, Gott, tein Unfall traf? Mit innig freudigem Ge müthe dank ich dir Stårs tung, Ruh' und Schlaf! Auch heute wirst du mit mir seyn, und Kraft zum Guten mir verleihn! 4. Erhalter, dir soll jede Stunde auch dieses Tages heilig seyn! Ich schwöre dir mit Herz und Munde, vor allem Unrecht mich zu scheun! Entzieh' zur Uebung meinerPflicht mir, Herr, nur deis nen Beistand nicht. 3. Wie viele Tausend meis ner Brüder find jetzt nicht mehr mit mir erwacht; sie 438 Gesinnung und Verhalten des Christen schlummern, für uns wacht; der uns im Schlaf erquicket erneut: und unsre Kraft Gott, der die Erde schmükket, und, was er schuf, crfrcut! 2. Von dir ist mir gege ben, Herr, was ich hab' und bin. Und dies mein irdisch Leben flicht schnell zum Tode hin. Bald ist sie ganz vere schwunden, der Wallfahrt kurze Zeit; doch hångt an ihren Stunden das Heil der Ewigkeit. de Glanz vergehn, die durch Christum 20e finden, welche glaubig auf dich sehn, der für unsre Missethat sich am Kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich an diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele forgen, daß ich, kommt dein großer Tag, meines Richters Untlik dann ohne Schrecken schauen kann. 5. Auf der Bahn der Zugend leite du mich, Herr, verlaß mich nicht; und ver: leihe mir auch heute Muth und Kraft zu jeder Pflicht. Dein Geschenk, die Gnadenzeit, werde nie von mir ents weiht! 6 Deinem Schute si ergeben Alles, was ich hab' und bin! Die vertrau' ich Sal' und Leben, werf auf dich die Eorgen hin. Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm, segne mich, dein Eis genthum! 7. Hülfe woll.st du mir fenden, wenn Gefahr und Noth mir droht; Alles mir zum Besten wenden, es sei Leben oder Tod! Sterb' ich, Ferr, so nimm mich hin, wo ich nicht mehr sterblich bin! Mel. Befiebl du teine Wege 563 ob sei Gott, der den Morgen uns sendet nach der Nacht; der, wenn wir ohue Sorgen ent3. O süßer, hoher Glaube, vom Tod cinst aufzustchn! Min Leib nur wird zu Staube; mein Geist wird nicht vergehn! Ach, laß Der mich's nie vergessen! laß heil'gen Hoffnung voll, täglich mich ermessen, was einst ich werden soll! 4. Sollt' ich nach Wollust schmachten? Ihr Lohn ist Reu' und Schmerz! Nach Reichthum ångftlich trad ten? Nie komm' es in mein Herz! pienieden schon auf Erden soll meine Scele rein, cin Tempel Gottes werden, ganz ihm geheiligt seyn! 5. Getroft, mein Geift! Ermüde in deinem Kampfe nicht! Dich stáårket Gottes Friede mit Kraft und Zuver sicht. Ermunt're dich und streite: des Sieges Lohn ist nah! Getroft! Vielleicht ist heute des Kampfes Ende da. zu besontern Zeiten. In eigener melodie. ein erst Ge564 Preis und Dank! Erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgefang; lobsing' ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schüßen ohne Macht. lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wann ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß, und schüßt mich vor Gefahren? ' 4. Wer lehrt das Auge feine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 6. Gelobet feist du, Gott ber Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer fanften Nacht mich dieses Tags erfreue! 5. Du bist es, Herr und Gott der Welt, und dein ist 565 A hebe mein Zug' Mel. Von Gott will ich nicht ich unser Leben. Du bist es, der es uns erhält, und mir's icht neu gegeben. empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür! Herr, deine Huld ist groß, und niemals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem Herzen floß! 2. Daß nicht in tiefem Schlummer des Lebens Licht verlischt, und daß mich, frei von Kummer, ein sanfter Schlaf erfrischt: dies dank' ich deiner Macht und deiner Batertreue. Durch sie bin 24 ich 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen; und lebre du mich felber thun nach deinem Wohlgefallen! 439 meine Seele! Cei mir ein Retter in Gefahr, ein Va= wenn ich " 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb' und Ruhe; ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue; 10 Daß ich mit Freudigkeit und Muth mich stets zu bessern strebe, gottselig, züchtig, fromm und gut in Sinn und Thaten lebe; 8 Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft ' 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn nie Fliß und Arbeit scheue, mich gern an Undrer Wohlergeh'n und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Laut mit Freudigkeit, wann du gebeutst, beschließe! 440 Gesinnung und Verhalten des Christen ich aufs Neue mit heitrem Lieder, und mein Herz erhes Smuth erwacht. bet dich; denn dein Zug' bat in der Nacht über mich, dein Kind, gewacht. 3. Beschußer unsrer Sees len, ich traue stets auf dich. Was soll ich für mich wäh len? D wähle du für mich! Gib, was mir beilsam ist! Gott, dem i Alles danke, mich stärke der Gedante, das du stets um mich bift! 2. Wenn ich einst vollens det habe diese meine Pilgers zeit, ruh' ich auch also im Grabe, Samen für die Ewigkeit. Auch in dieser langen Nacht wird mein Staub von dir bewacht. 4. Er stårte mich, mit Freuden zu thun, was dir gefällt; er tröfte mich im Leiden; und will die Luft der Welt mich jemals nach sich zieh'n, helf' er mein Herz bewahren, helf' er mir die Gefahren der Sünde sehn und flichn! 3. Aber ich erwach' auch wieder, und mein Lobgefang mit mir; dann erschallen meine Lieder mächtiger und reiner dir. Ewig wird der Morgen seyn; ewig schlaf' ich nicht mehr ein. 5. Beglücke du die Mei nen nach deiner Gütigkeit! Verlaß der Armen keinen; wend' alles Herzeleid! Du willst zwar gern erfreu'n, eilft Allen beizustehen; doch foll der Liebe Flehen dir auch gefällig feyn. 6. Gott, dem ich anges höre, dein Friede ruh' auf mir! Mein Seufzen, meine 3ähre, Erbarmer, ist vor dir. Deß soll mein Herz fich freu'n. Wer dir nicht traut, der bebe; ich sterbe oder lebe, so bin ich ewig dein! 4. Wach' auch über meine Tage, Gott, du meine Zuversicht, daß mich keiner einst verklage, wenn bu kommst zum Beltgericht, daß ich hier der Pflicht ge treu und dort unerschrocken sei! 5. Keinen Tag zählst du vergebens, Gott, durch den ich bin, mir zu. Jeder ist ein Theil des Lebens, jeben, jeden richtest du. Lehr' mich wachen, daß mir nie unges nügt ein Tag entflieh'! 6. Heute leb' ich; laß auch heute nicht umsonst mein Leben seyn! Laß mich nach vollbrachtem Streite dieses Tags auch mich erMel. Gett bes Himmels und 566& recht zu ott sei Dank, ich fühle und empfinde mich. gib mir heut Stärke, Luft, Herr, dir bring' ich meine Gelegenheit! Smel zu besondern Zeiten. Mel. Christus, per ist mein 567 Noch läst der Herr mich le Ges ben! Mit fröhlichem müth eil' ich ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. 2. 3u ihm entzückt mich wieder der Morgenfonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der fie und mich gemacht. 3. Du, Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an; wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? 4. Wirst du nach Opfern schauen? Sie gelten Nichts vor dir. Du forderst nur Vertrauen, nur Liebe, Gott, von mir. Mel s ist bas Heil uns Gottes Namen 5. Dein fei mein ganzes 568 fang' ich an, was Leben, mein Herz sei ewig dein! Dir will ich Ehre geben und deiner Huld mich freu'n. 6.D Tilger meiner Gün: den, mein Mittler, Jesu Chrift, laß mich den Troft empfinden, daß du mir gnås dig bist. 441 Herz; auf dich laß stets mich ſehen in Freude, wie im Schmerz! 7. Dir hab' ich mich erges ben, ich freue mich in dir; du Bester, mehr als Leben ist deine Güte mir. 8. Sie führe mich auch heute auf deiner Zugend Pfad! Du, Ewigweiser, leite mich selbst nach deinem Rath! 9. Rur Eins laß mich erflehen: Gib mir ein weises 10. Daß ich am ersten trachte nach dem, was die gefällt, mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt! 11. Daß ich, die innig trauend, das Gute standhaft thu' und froh, gen Hims mel schauend, dent': Herr, mich siehest du. 12. Bereit den Lauf zu schließen auf deinen Wint, o Gott, und lauter im Gewissen: so finde mich der Tod! mir zu thun gebühret. Mit Gott wird Ulles wohlgethan und standhaft ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut mit frommem Sinn und festem Muth, das muß zulegt gedeihen. 2. Gott ist's, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen. Er gibt Verstand und Luft und Kraft und läßt das Werk gelingen. Sft er mit uns, so fehlt uns nicht, was unserm wahren Wohl gebricht; er kronet uns mit Segen. 3. Drum leite mich sein guter Geist, den Müßiggang zu meiden, und das, was er 2-5 mich 442 Gesinnung und Verhalten tes Christen mich wirken heißt, geschehe stets mit Freuden! Er stårke mich, damit ich treu, gewiss senhaft und redlich sei und gern dem Nächsten diene! 4 Ja, segne, Gott, auch heute mir die Werke meiner Hände, und lenke meinen Blick zu dir, wenn ich sie froh vollende! Vergånglich ist der Erde Lohn; doch cig ist vor einem Thron der p. cis der Arbeitstreue. In eigener Velobie 569 Madh auf, mein Herz, und 6. Dein Werk wollst du vollenden; dich nimmer von mir wenden, und mich in meinen Tagen stets mit Verschonen tragen! 7. In allen meinen Thaten woll'st du mir selber rathen; mich stets zum Besten leiten, zum Fimmel mich bereiten! 8. Auf allin meinen We gen begleite mich dein Segen: dein Wort sei meine Epeise auf meiner Pilgerreiſe! Vel. Werde munter mein finge dem Schöpfer aller 570 Wenn ich einſt dem aller ter, des Menschen treuem Fúter! 2. Gott, Bater, mit Erbarmen bedecktest du mich Armen; du sprachst: Sclaf' ohne Grauen; die Sonne sollst du schauen! von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh, und, von dieses Lebens Kummer frei, den fdönern Morgen seh': o dann wach' ich) anders auf; schon am 3il ist dann mein Lauf! Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen 3. Dein Wort, Ferr, ist geschehen; ich kann Licht noch sehen: du machst, 2. Hilf, daß keiner meidaß ich auf's Neue mich meiner Tage, Geber dir Unnes Lebens freue. 4. Steig' auf, mein Dank, zum Throne! Dem Vater und dem Sohne, dem Geist des Ferrn sei Ehre! Unbe: tung Preis und Ehre! sterblichkeit, cinst mich im Gericht verklage, daß id) stråflich ihn entweiht! Uuch noch heute wacht' ich auf! Dank si dir! Zu dir hinauf müsse der Tag mich leiten, zur Unsterblichkeit bereiten! 5. Hor', Gütigster, mein Flehen; du kannst in's Herze fchen: ach möchte dir gefallen, Ferr, meines Herzens Lallen! 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, wenn ihr lehter nun erscheint; wenn zum dunklen That ich gehe, und mcin zu besondern Zeiten. 443 weint. Lindre dann des Todes P.in, und laß mich den Stärksten seyn, meinen Freund gen Himmel weisen, und dich, Herr des Todes, preisen. mein Freund nun um mich mich erhoben! Fier hör' ich, Gott, im Geiste schon die Seligen vor deinem Thron ihr Heilig, Heilig! singen. 5. Hier seh' ich jeder Zugend Preis an deinem Throne prangen, und ringe nun mit Ernst und Fleiß, das Kleinod zu erlangen. Hier stärkst du mich durch deine Kraft zur Treu' in meiner Pilgerschaft, zur Liebe und zur Hoffnung. Am Sonntagmorgen. 571, Mel. Ge ist das H.il uns Crohlockend, Vater, wach' ich auf am Tage deiner Ehre. Mein Morgenopfer dringt hinauf in's Lied der Engel chöre und dankt, daß deine Gütigkeit mir heute wieder Ruh' und Zeit zur Seclenbildung ichenfet. 2. Dich beten Erd' und Fimmel an, o Schöpfer aller Dinge! Wohl mir! Auch ich darf mich dir nah'n: du horst, wenn ich dir singe. Du ſelbst bedarfst zwar meiner In eigener Melodie. nicht; doch ewig bleibt es 572 Sei mir gegrüßt meine Pflicht, dich findlich zu berebren. zu 3. Drum heilig sei die Stätte mir, wohin, Gett, deine Frommen mit Dant und Lust und Lehrbegier, dich anzubeten, kommen! Ich liebe sie und walle gern zum Hause Gottes, meines Herin, mit ihnen anzubeten. 6. So wird dein Tag, o Bater, mir ein Tag dis Segens werden! So seh' ich und empfind ich hier den Himmel schon auf Erden! So wird' ich nach der Průfungszeit cinst im Genuß der Seligkeit, verklárt, dich ewig preisen. 4. Hier fühl' ich durch den frommen Dank, womit dich Christen loben, durch ihren heiligen Gefang zum Himmel Beim Anblicke der aufgehenden Sonne. Gottes Ehre, du, seiner Schöpfung Königin! Steig' auf und geuß aus deinem Flammenmerre Erstaunen vor dich tin! 2. Daß alle Welt anbctend niederfalle vor dem, der dich so schön gemacht, der Menschen schuf und våterlich für Alle mit seiner Allmacht wacht; 3. Daß überall bis zur entfernt'sten Zone, die stau 26 nend 444 Gesinnung und Verhalten des Christen nend deine Größe sieht, 3ufriedenheit und Lieb' und Eintracht wohne, die oft den Erdkreis flicht! 4. Und so sei du, was du ihm stets gewesen, dem Ers denvolke Gottes Blick, dem Lande Frucht, dem Kranken froh Genesen, dem Armen Troft und Blück! 5. Auch mir, wenn ich in Unmuth aufwärts blicke, weil Gottes Weg ich nicht versteh', gicß Heiterkeit in's kranke Herz und schicke mir Kraft, daß ich's besteh'! 6. und lehre mich in Freudigkeit hienieden mich jeder Christentugend weih'n; voll Duldfamkeit bereit zum sel': gen Frieden und mitd, wie du, zu seyn! 3. Bon ihm kommt jede Gabe: das Leben, das ich habe, die Ruhe dieser Nacht. Er ist der Quell der Güter, mein Schuß und treuer Hü ter, der, wenn ich schlummre, für mich wacht. 4. Er läßt es finfter wer den und hüllt den Kreis der Erden in schwarze Dunkelheit; doch auch in dunkler Stille wohnt er mit seiner Fülle, und zeigt mir seine Herrlichkeit. der, die stille Nacht kommt wieder und mit ihr Schlaf und Ruh'; sie schenkt uns neue Kräfte, beschließt des Tags Geschäfte und drückt die můden Augen zu. 2 Noch wach' ich und erzähle mit tiefgerührter See: le, was Gott an mir ge. than. Mit dankendem Ges müthe lobsing' ich seiner Güte; er hört mein frommes Loblied an. 5. Er führt aus bunkler Ferne den Mond und tausend Sterne mit Majestät herauf. Sie leuchten, ihm zur Ehre, hoch über Erd' und Meere, und seine Hand lenkt ihren Lauf. Am Abend. 6. Groß, wenn der Morgen grauet; groß, wenn der Abend thauet; groß in der stillen Nacht, im Sonnenschein und Sturme, Mel. In allen meinen Thaten am 573 Nonne nie groß, Bater, zeigst du deine un sinkt die und am Wurme, Macht. 7. Voll Majestät und Stårke steh'n lauter Bunderwerke in deiner Schop: fung da. Wie kann ich dir's vergelten? Du Gott und Herr der Welten, warst auch mir Urmen heute nah'. 8. Wober mein Glück, mein Leben? Du hast es mic gegeben; du bift's, der für mich wacht. Woher auf meinen zu besondern Zeiten. 445 ennas nen Wegen so mancher rei mir und der Welt genügt the Segen? Du bist's, der Alles wohlgemacht. und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sah'n? 4. Wie hab' ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? Erfreut' ich mich des Herrn, der unser Fleb'n bemerkt? und hab' ich im Vertrau'n auf ihn mein Herz gestärkt? 9. Gott, groß von Macht und Treue, jeßt, da ich dein mich freue, wird auch die Nacht mir eitt. Leg' ich die müden Glieder in deinem Namen nieder: so wacheft du; ich forge nicht. 10. Soll mir der Schlaf zum Leben erneute Kräfte geben, so will ich dcß mich freu'n. Soll er mein Leben enden, so wirst du mich vol lenden, mein Gott auch noch im Tode seyn. Mel O Gott, du frommer Gott 574 D er Tag ist wie der hin; und diesen Theil des Lebens, wie hab' ich ihn vollbracht? Entfloh er mir vergebens? Hab' ich mit allem Ernst dem Gus ten nachgestrebt? hab' ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 2. War's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen? Mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschöpf von Gott, mich seinem Dienft zu weih'n, und zuch tig und gerecht und Got tes Freund zu feyn? 3. Hab' ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, meinen Gott, gepriesen; 5. Dacht' ich bei dem Ges nuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den wir sind und werden? Verehrt' ich ihn im Staub? Empfand ich seine Huld? Trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Ges duld? füße der 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs Stunden? Fühlt' ich Freundschaft Glück, sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch uns schuldevoll? Und hab' ich Nichts gesagt, was ich bereuen soll? 7. Hab' ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflichtet, fie durch mein Beispiel still zum Guten unter: richtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Undre traf, war dies mir angenehm? 27 8. War 446 Gesinnung und Verhalten des Christen 8. War mir der Fehltritt bat; du wandtest allen Scha leid, sobald ich ihn began- den, warst mir Vertrau'n gen? Bestritt ich auch in und Licht und übergabst aus mir ein unerlaubt Verlan- Gnaden mich dem Verdergen? Und wenn in dieser ben nicht. Nacht ott über mich ges beut, bin ich vor ihm zu steh'n auch willig und be reit? 9. Gott, der du Allcs weißt, was könnt' ich dir verhehlen? Ich fühle tåglich noch die Schwachheit meiner Stelen. Vergib durch Christi Blut mir die verlchte Pflicht; vergib und gehe du nicht mit mir in's Eericht. 10 Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden krånken; du liebst Barmherzigkeit und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir; lb' ich, so leb' ich dir; sterb' ich, so sterb' ich dir! Diel. Befiehl ru teine Wege 575 mi rmüdet von den Sorgen und der Geschäfte Laft, die du mir jeden Morgen hier auferle get haft, eilt, Herr, nach deinem Willen der Körper jetzt zur Ruh', weint dir verher im Stillen Dank meine Seele zu. 2. Du gabst Verstand und Kräfte zu Ullem, was ich that; gabst Segen dem Geschäfte, für das ich Segen 3. Vergiß es nicht, o Eecle, was Gott an dir gethan, verchr' des Herrn Befehle, b.t' ihn in De muth an, ihn, der von seinem Sige gern auf dein Flehen hört, und auch der Last und Fiße der Kreuzestage wehrt! 4. Mit deinem Schilde decke dein Kind auch diese Nacht, auf daß mich Nichts erschrecke, auf daß, wann ich erwacht, und durch den Schlaf erquicket, mein Geist befreit von Gram, froh nach der Höhe blicket, von wel cher Hülfe kam! 5. Die Meinen, Weib und Kinder und Freund; und Hab' und Gut, auch meinen Feind nicht minder, nimm, Herr, in deine Hut! Nie wird dein Auge müde, nie, úter, schlummerst du; gib unserm Lande Friede, gib Jedem Glück und Ruh'! 6. Versag' auch diese Bitte mir, mein Erbarmer, nicht: Wann diese morsche Hütte des Leibes cinst zerbricht, so laß, o Gott, mein Sterben dem Schlummer ähnlich seyn, und nimm mich, deinen Erben, in dei nen Himmel ein! Mel. zu besondern Zeiten. Mel In allen meinen Thaten 576 H err, der du mir das Leben bis diefen Tag gegeben, dich bet' ich tindlich an! Ich bin vil zu geringe der Treue, die ich finge, und die du heut' an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemůthe freu' ich mich deiner Gü te; ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stárke, Gedeih'n zu mei nem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh' der Seele, nach deines Worts Befehle einher im Leben geh'n, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Seil! Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmcl ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen, eil' ich der Ruh' entge gen; dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl' ich, Bater, meinen Geift. In eigener Melodie. 577 o flichen unsre dieser ist nicht mehr! Die 447 Nacht, der Müden Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Herr, du nur bleibeft, wie du bist; du schläfft und schlummerst nicht; die Finstern ß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb' ich voll Vertrau'n mich auch in dies ser Nacht; wovor, Herr, follte mir denn grau'n? mich schůzet deine Macht. 4. Hab' ich an deiner Gnade nur stets Theil, o Herr, mein Gott; so fürcht' ich Nichts in der Natur! so scheu' ich nicht den Tod. 5. 3war ich erkenne meis ne Schuld, mit Reue fühl' ich sie; doch, mein Erbar mer, deine Huld, wie trostvoll ist mir die! 6. Ich eil im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schuße deiner Ullmacht bin; dein Schirm bedecket mich. 7. Flicht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein scist mein Gedank; o weihe dir mein Herz zum Tempel ein. S. Vielleicht ist dies die leste Nacht in meiner Prů fungszeit; dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit! 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, dein bin ich auch im Tod. mir und hilfft aus aller Roth. 1 Mel. 448 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. In allen meinen Thaten lockt und ist gewiß, daß mich ie stillen Abend: dein Auge sieht. 578 stunden, wie schnell sind sie entschwunden in häuslich froher Ruh'! Nun senkt die Nacht sich nieder und drückt uns allen wieder mit sanfter Hand die Augen zu 2. O laßt uns ihn erwå gen, den unverdienten Se gen, den uns der Tag gebracht! Laßt uns von Dank entbrennen, und tiefgerührt bekennen: Der Herr hat Alles wohlgemacht! 3. Du hast, o Gott, voll Gnade, auf segenvollem Pfade uns bis hierher geführt. Nicht uns, nur die fei Ehre! Ein jeder Tag vermehre in uns den Dant, der dir gebührt. 4. Der Schlaf, den du den Müden nach Tageslast beschieden, auch er sei dir geweiht! Wir schlummern ohne Sorgen; denn du erweckft uns morgen hier oder in der Ewigkeit. 3. Der Tag ist schnell das hin geeilt, und deine Bater hand hat mir viel Gutes zus getheilt, viel Böses abge: wandt. 4. Auch in der Noth und wenn ich litt, nahmst du dich meiner an, und so ist nun ein neuer Schritt zur Ewigkeit gethan. 5. Du, Herr, wirst auch noch immerdar mein guter Bater seyn, und jegt und auch bei grauem Haar mich segnen und erfreu'n. 6. Doch dir befehl' ich meine Zeit. Ich leb' in dieser Welt, o Bater der Barmherzigkeit, so lang es dir gefällt. 7. Ich trau' auf dich und zittre nicht; kein Unfall wird sich nah'n: du warst ja meine Zuversicht von meiner Sus gend an. 8 Ich schließ' auch jest in dunkler Nacht getroft die Augen zu; ich fürchte keine ird'sche Macht: du sicherst meine Ruh'! Wiel. So flichen unfre Tage er unter deis 579 Wer nem Schirme ruht, o Gott, von dir be 580 Auf. o Seele, el Mel. Fren' dich sehr, o meine fei wacht, der troßt mit unerschrocknem Muth dem Grauen dunkler Nacht. 2. Umringt von stiller Finsterniß sing' ich dir, Herr, ein Lied. Mein Herz frohs noch munter! Gottes Lob ist deine Pflicht. Seine Sonne gehet unter, aber seine Gute nicht. Er hat mich auch heut' ernährt, manche Freude mir gewährt, bor zu besondern Zeiten. sor Gefahren mich beschüget, mich in Schwachheit unter füget. 2. Stets verehrt und hoch gepriesen feist du, treuer Gott, von mir! Was du Gutes mir erwiesen, danket meine Seele dir. Du hast, war ich's gleich nicht werth, liebreich das Gebet erhört, das ich heut', als ich er: wachte, dir im Namen Jesu rachte. 3. Gib nun bis zum fros hen Morgen meinem Leibe fanfte Rut'! Durch dich schlaf ich ohne Sorgen; wenn ich schlafe, wacheft du. Leib und Seel' befehl' ich dir, walte gnädig über mir! Sei auch du der Gott der Meinen, zähl' sie alle zu den Deinen! 449 anders cin. Weg aus dieses Lebens Pein wall' ich hin zu deren Sütten, die, nun glücklich, hier auch ftritten. 2. Jest entschlaf' ich, auf zuwachen noch für Tage die ser Seit! Laß mich fertig stets mich machen, Bater, zu der Ewigkeit, daß ich Wanderer dann sei leicht, bereit, von Bürden frei, von den Laften diefer Erde, wenn ich nun unfterblich werde. mer, aus dem Reiner mehr ers wacht, geh' ich aus der Welt boll Kummer, Todesruh', in deine Nacht: o dann schlaf' ich 3. Gern laß einst den Tag mich sehen, der als Retter mir erscheint: wenn mit nicht erhörtem Flehen, wer mich liebet, um mich weint! Stárker, als mein Freund im Schmerz, sei mein hoffe nungsvolles Herz, und, noch sterbend dich zu preifen, las mich ihn gen Pimmel weisen! 4. Laß uns doch kein banges Schrecken, Räuber nicht, Mel. Wo Gott zum Hauf d) nicht Feuersgluth plöglich aus 582 feb' im beu dem Schlummer wecken, halt' une fest in deiner Hut! Hilf, wenn Krankheit oder Tod uns im fichern Schlafe droht, oder laß uns, wenn wir ster: ben, deines Himmels Freuden erben! rothe Herr, deine Sonne unter. gehn. Noch untergehend freut ihr Glang, erhebt ein fühlend Herz so ganz. 2. Bon einer halben Welt nimmt sie den Segen mit, und sucht ihn nie. So geht von edler That dein Freund, Mel. Werbe munter, meine 581 in ich einft in entweicht dem Dank, den man jenen Schlums ihm weint. 3. Sie sinkt. Ich blick' ges rührt ihr nach; nicht mehr ist jetzt mein Kug' zu schwach. So scheucht zu starker Glanz zu 450 Gesinnung und Verhalten des Christen zurück; bescheid'ne Tugend nur weise werden und vor stärkt den Blick. dir hier auf Erden von Herzen fromm und fröhlich seyn! 4. Woll'st endlich ohne Gråmen aus dieser Welt uns nehmen durch einen fanften Tod; und wann du uns genommen, so laß uns zu dir kommen, du lieber, treucr, frommer Gott! 5 So legt euch denn, ihr Glieder, in Gottes Namen nieder; kalt ist der Abendhauch. Verschon' uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsre kranken Brüder auch! 4. Verfunken ist sie. So versinkt, sobald, Herr, deine Weisheit winkt, auch unsre Herrlichkeit und Pracht; all unser Glanz verlischt in Nacht. 5. Sie sank und floh von uns, um schön dort andern Brüdern aufzugch'n, die jest sich ihrer Ankunft freu'n, und dir nun Morgenlieder weihn. 6. So gehn auch wir der: einst, erwacht vom Schlummer unfrer letzten Nacht, schließt hier sich unser Lebensauf, zu einer höhern Wallfahrt auf. Viel. In allen meinen Thaten 583 Der Mond ift aufgegangen; die goldnen Sterne prangen am Himmel hell und klar; der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wie sen steiget der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille, und in der Dåmm rung Hulle so feierlich und hold; gleich einer stillen Kammer, wo ihr des Lebens Jammer verschlafen und vergessen follt. 3. Gott, laß dein Feil uns schauen, auf nichts Vergånglich's bauen, dem Eitten nie uns weihn! Laß uns Unter gestirntem Himmel. Mel. Nicht um Reichthum 584 infam bin ich tiefe Stille herrscht um mich in der Natur! Unter einer dunkeln Hülle liegt der Farbens schmuck der Flur. Alles ruht, sich zu erquicken; mir noch lohnet wach die 3cit; aufgethan vor meinen Blicken hat sich die unendlichkeit. 2. Welche Tiefen! Welche Höhen! Heil'ge Schauer fas sen mich! Wie viel tausend Welten drehen hier um ihre Connen sich! Und wo sind des Raumes Gränzen, wo sich keine Welt mehr dreht, kcine Connenstrahlen glán zen, und kein Lebensodem weht? 3 Wie zu besondern Zeiten. 451 3. Wie viel Millionen Le- lich Leben, führt mich zur ben freuen sich in jeder Welt, freuen sich, den zu erheben, der sie schuf und fie crhält! Und wer ist's, der stets sie alle liebend, fegnend überschaut? Wer, der seincs Tempels Halle ins Unendliche gebaut? Vollendung hin! Nein, dein Kind wird nicht verschmachten in der tiefsten Dunkelheit; wird von Licht nach Lichte trachten in der Unermeßlichkeit. 4. Kann mich hier fein Name trügen? hier mir leuchten ohne Sinn? Er schrieb ihn mit Flammen: zügen; und sein Name heißt: Ich bin. Ja du bist, den GOTT wir nennen, dem das Weltall eigen ist! Ee: ligkeit ist's, dich zu kennen, der du Aller Vater bist. 5. Deine åttre Offenbas rung ligt jetzt aufgeschlagen da; und im Lande der Erfah= rung fand ich dich mir immer nah. Du, der wölbte diesen Bogen und der Sterne Kreis bewegt, hast den Puls auch aufgezogen, der in meinen Udern schlägt; 6. Hast den Funken mir gegeben, der in mir die Nacht erhellt, diesen Geist, der in das Leben aufstribt aus der Sinnenwelt, in das Liben, wo er freier, näher schaut dich, Weltengeift, dich, bei seiner heil'gen Feier, frei vom Staub der Erde, preist. 8. Ist mein Leben hicr verronnen; wird es Nacht auf meiner Bahn: o dann leuchten tausend Sonnen mir den Stufengang hinan. Ich steig' auf zum Quell der Strahlen, ihn zu schau'n, der nie versiegt, wo vor mir in tiefen Thalen dann der Welten Schöpfung liegt. Im Frühling. Mel. Allein Gott in der Höb¹ 585 Nob sei Gott, der den Frühling schafft, Gott, der den Erdkreis schmücket! Preis fei ihm, Ehre, Stárk und Kraft, der, was er schuf, beglücket! Der Herr erschafft, der err erhält; er liebt und segnet seine Welt: lobsinget ihm, Geschöpfe! 2. Das Land, das crft er: storben lag, erwacht und lebt nun wieder. Es strömt an jedem neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der der in dem Staube lebt, Bogel, der in Lüften schwebt, crfreut sich seines Lebens 3 Der Erde Untlig ist crheitert glångt der 7. O dices Sehnen, o dies Streben, dieser hohe Lebensfinn burgt mir ein unend- verjungt; 452 Gesinnung und Verhalten des Christen der Himmel; Gebirg' und ben, und einst dir, als Chris Thal und Wald erklingt vom sten freudig sterben! freudigen Getümmel. Mit Wohlgefallen schaut herab, der Ullen Seyn und Leben 586 Gottes Sonne, Mel Gott, ber bu bie Menschen oher gab, auf seiner Schöpfung Berke. 4. Lobsinget ihm, er ist uns nah'! Singt, alle feine Decre! Der Herr ist in den pimmeln da, auf Erden und im Meere. Ich preise dich, ich finge dir; denn du bist, wo ich bin, bei mir mit 2macht und mit Liebe. 5. Du rufft die Wolken in das Land und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde. Du machest Hagel, Thau und Wind, die deiner Aumacht Boten sind, zu unsrer Freu: de Quellen. uns nun ihr långer strahlt Licht; Alles athmet neue Wonne, wenn sie durch die Wolken bricht. Schau', der Frühlig senkt sich nieder in die Wälder, auf die Flur. Die erstorbene Natur lebet auf und wirket wieder. Opfre Gott, dem Schöpfer, Dank! Preis ihn fröhlich, mein Gesang! 2. Munter zu der Arbeit wallet nun der Landmann hin aufs Feld, und sein frohes Loblied schallet laut ems por zum Herrn der Welt. Er vertraut die Saat der Erde, ehrt durch fromme Zuversicht seinen Gott und zweifelt nicht, daß sie wohl gerathen werde; bringt schon hoffnungsvoll ihm Dant. Preif' auch du ihn, mein Gefang! 3. Glángend und im Feierkleide prangt die blüthenreiche Flur. Jede Blume duftet Freude, preift den 7. Von dir kommt, was Schöpfer der Natur, der uns hier erfreut, du Brunn- den Thau schafft, den sie quell aller Gaben. Dort trinket, daß sie nicht zu bald wirst du uns mit Seligkeit verblüh', der ihr Saamen in reichern Strömen laben. gibt, wenn sie welkend endWohl, wohl den Menschen, lich niedersinket. Bring' auch die schon hier sich die erges du ihm Lob und Dant, preif 6. Selbst, wann von Donnersturm bebraut, erschrocks ne Länder zittern, strömt Stärkung, Segen, Fruchtbarkeit aus Nacht und uns gewittern. Dann bricht die Sonne neu herver, und Alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Wetter schweigen. zu besondern Zeiten. preif' ihn fröhlich, mein Gefang! 4. Dieser Frühling, wie geschwinde, o wie schnell wird er verblüh'n! Biz die Spreu, verweht vom Wins de, so wird seine Pracht entflich'n! Uber, Gott, vor dei nem Throne wird ein ew'ger Frühling feyn; ewig wird ir uns erfreu'n, ringen wir nur nach dem 2ohne reiner Tugend lebenslang. Gott, dich preise mein Gefang! 5. Alle Herrlichkeit der Erde ist nur Schimmer von dem Licht, das ich ewig schauen werde dort vor Got tes Angesicht. Auch das freudenreichste Leben hier auf Erden ist nur Zob gegen jenes, das mir Gott dort verheißen hat zu geben. Dir, mein Gott, sei Lob und Dant! Ewig preift dich mein Gefang! er Erde Reize Mel. Lobt Gott, ihr Christen 587 Din erneut. Auf Bergen, wie im Thal, ift Freud' an Freude hingestreut und Schönheit überall. 2. Belebend ist der Wiese Grün, entzückend jede Flur; und wie viel tausend Blus men blüh'n im Garten der Natur! 453 blaue Himmeleraum, ein unbekanntes Land! 3. Mit reichen Blüthen prangt der Baum, und oben ausgespannt, wie strahlt der 4. Blickt hin in Liefen und auf Höhn, auf Flur und Wald und Feld! Fühlt, was unnennbar ist: tie schön ist unsers Gottes Welt! 5. Doch nur dem Zugends haften, nur bem Menschenfreunde lacht die schöne herrliche Natur in aller ihrer Pracht. 6. Drum seid und machet froh und gut; reicht gern die Brüderhand; naht dann der Tod, so geht mit Muth ins unbekannte Land. 7. Macht diese Erde schon so schön entfernter Sonnenschein; o Gott, wie wird in jenen poh'n der Sel'gen Wohnung feyn! Im Sommer. Mel. Wie wohl ist mir, o Freunb eit um mich 588 Wher ist alles Freude; verschont ist, Schöpfer, deine Welt! Es prangt in einem Feierkleide Gebirg und Thal und Wald und Feld! Wie heilig wird mir jede Ståtte! Wohin ich seh', wohin ich trete, bist du mic nah, und fühl' ich dich; wos hin ich schau', auf allen Flus ren, in allen deinen Kreaturen, erblick' ich, Welterhalter, dich. 2. Bie 454 Gesinnung und Verhalten des Christen 2 Wie haft du, Gott der Macht und Güte, so liebe voll an uns gedacht! Schön war des Frühlings bunte Blüthe; reich ist des Som: mers ernste Pracht. 3um vollen, fröhlichen Genusse empfängt von deinem Ueberflusse, o Gott, was lebet, Speis und Trank. Bebirge geben, Thåler geben, was Allen nöthig ist zum Leben; und Alle jauchzen froh dir Dank. 3. Weit um mich her ist Ulles Freude; o freu auch, meine Seete, dich in Gottes schönem Weltgebäude! Sein Segen reifet auch für mich. Hoch müsse dessen Los erschallen, der mir so wohl thut, Allen, Allen, so wohl thut, der so freundlich ist! Stimm' cin in der Geschöpfe Chore: dir, Gott, sei Preis, dir Dank und Ehre, der du so mild und gnädig bist! und deinen Kindern allen Brod. Genährt, geschüßt, gepflegt durch dich, freut Alles, was da lebet, sich 3 Und Leben strömt mit deiner Sonne in jeden Halm, in jede Brust; sie gibt den Büthenthälern Wonne, und allen Wesen neue Lust. Berjüngt durch ihren milden Strahl, jauchzt Hain und Flur und Berg und Thal. 4. Auf unsre Saaten trau felt Segen herab mit jedem Gott, wie Morgenthau. erfrischt dein sanfter Regen das Gras, die Blumen auf der Au! Der Bach, der aus dem Berge quillt, crq tickt den Wandrer und das Wild. 5. Da steh'n die Zeugen deiner Milde hier in der Schöpfunz Heiligthum. Weit durch die reichen Korngefilde tont himmelan dir Lob und Ruhm; sie dringen, Herr, zu dir empor, aus aller Wesen frohem Chor. 6. Auch du frohlocke, meine Seele, und rühme deines Dein Schöpfers macht! lauter Lobgefang ergible, wie herrlich alles er gemacht! Vom Uufgang bis zum Nies dergang erschall' ihm Ehre, Preis und Dank! Me!. Wer nur den lieben Gott dir 589 2[ gütiger, will ich singen auf jeder segenreichen Flur; dir meine Dankgefühle bringen im großen Tempel der Natur. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschalle, Gott, dein Lobgefang! 2. Du bist der Geber aller Freude, des Segens Schöpfer, bist du, Gott! Den Heerden gibst du ihre Weide Mel. Herzliebiter Jesu Koweit nur Mecn= 590 Sichen beine Welt bewohnen, bist du der Ba ter zu besontern Zeiten. 455 ter aller Nationen, die Zu- Frucht befreit zu seyn, um flucht Aller, die auf Land und Meeren dein Heil begehren. 2. Du blickst hernieder und die Fluren lachen, du wässerft sie mit Thau, sie reich zu machen. Dein Strom ist voll; du sorgest für die Saaten, daß sie gerathen. 3. Die tiefgepflügten Furs chen füllt dein Segen; das lechzende Gefi.d erfrischt dein Regen. Der Sommer glüht; es reifet das Getreide zu unsrer Freude. 4. Die Höh'n und Tiefen schmückest du mit Heerden, und schaff.st, daß sie froh gesättigt werden. Dem Schnitter rauscht der vollen Felter Segen zur Arnt' intgegen. 5. Und Dank und Freud und Jubel jauchzt aus Allen, und Hain und Auen und Ge fild erschallen vom lauten, dir frohlockenden Getümmel, bis in den Himmel. Im Herbste. Mel. Vom Himmel kam ber cårntet ist der Felder 591 Gebet Gaat Vom Herrn der Zeit gerufen, naht der Herbst mit seiher Fülle sich und nähret und Gottes Menschen zu erfreu'n. 3. Der Sånger in den Lüften schweigt, der hin in ferne Lande fleucht, wo Gott schon eine neue Saat und Frucht für ihn bereitet hat. 4. Auf traubenvollen Hů: geln schallt des Winzers Lob und wiederhallt von Birg auf Berg; auch Most und Wein gibt uns der Herr, uns zu erfreu'n. 5 Wie liebevoll, wie mild und gut ist Gott, der so viel Wunder thut! Das Kind, der Jüngling, Mann und Greis sei fröhlich, ihm zum Ruhm und Preis! 6. Auch, wenn du alterst, sorgt für dich dein Herr und Gott noch väterlich;. er, der auch, wenn dein Herbst sich naht, für dich noch viel der Freuden hat. 7. Froh kannst du sterben, wenn du nur, wie feine fegnende Natur, geſegnet hast, wenn er die Frucht, die cr verlangt, umsonst nicht sucht. 8. So blüh' und. reife in der Zeit zu größerer VollStill Elimt der Eugend Saat hervor und reift zur reichen Kernt' empor. Mel. Lobsinget Gott! Früh, tem Ungesicht, und verlangt, von seiner geht schon die Sonne nieder; und 2. Der fegenreiche Garten 592 prangt mit vollen 3weigen, 456 Gesinnung und Verhalten des Christen und spåt erscheint ihr schwä sein Futter geben; und cher Sicht am trúben Himmel wieder. Die schönste Beit ist nun entfloh'n; die rauhen Stürme rauschen schen durch die bereiften Felder. Die Icgte Blume neigt ihr Haupt; des Herbstes talter Hauch entlaubt die schattenreichen Balder. Bein, der unser Herz er freut, und unsers Lebens Kraft erneut, quillt aus der Frucht der Reben. 5. Wie jetzt das Feld um uns verblüht, verblüh'n auch wir im Alter. Doch woh! uns! Gott, der auf uns fieht, ist mächtiger Erhalter! Er ist es, der die Schwachen schüßt, die Müden mächtig unterstüßt, die an dem Grabe wanten. Gebeugt 2. Verlassen steht die dde Flur, entblößt von ihrem Segen, entkräftet sieht nun die Natur der Winterruh' entgegen. Die B, die dem Frost entflieh'n, begins nen schon daher zu zieh'n weit über Land und Meere. Gott nimmt der Wandernden sich an, bezeichnet ihnen ihre Bahn und sättigt ihre Heere. 3. Und, seine Menschen, will er hier im Winter felbft versorgen. Ja, feiner Huld vertrauen wir; neu wird sie jeden Morgen. Er fchafft, daß wir in Sicher: heit des Herbstes rauhe Jahreszeit beginnen und vollens den. Die Erde ruht, doch er gewährt voll liebe das, was uns ernährt, mit våterlichen Händen. 4. Bie find nicht unfre von Kammern Güte Gaben, vom Segen, der uns nähren soll, vom Borrath, uns zu laben! Durch deine Vorsicht mußt' * Gott, das Land uns für den Winter Brod, dem Bich vom Alter werden wir mit frohem Herzen, Bater, dir wie in der Jugend danken. der 6. Wohl Ullen, die sich ih rer Pflicht von ganzem Herzen weihen! Sie werden ihre Jugend nicht im Alter einft bereuen. Wohl dem, redlich sich bemüht, weil seis ner Jahre Kraft noch blüht, der Tugend Frucht zu tras gen! Ihm wird das Ulter Jugend feyn, und dankbar wird er sich noch freu'n in feinen legten Tagen! Im Winter. Mel. Vom Himmel kam ber 593 nicht für der Fel der Segen nur, auch für den Schlummer der Natur, für Frost und Winter danken wir, Herr, unser dir. Gott und Vater, 2. 3war liegt ihr grü ner Gchmuck zerstört, bon Schnee zu besondern Zeiten. HD Schnee und Eis und Sturm Mel. Auf, Christenmensch erschwunden verheert; ein weites, weißes Grabgewand deckt Berge, Hügel, Thal und Land. 594 3. Doch hegt die Erde, still und groß, die zarte Saat in ihrem Echooß, die sich im Frühling segensvoll entwickeln und uns nähren soll. 4. So nåhret liebreich und geheim der holden Tugend ersten Keim die Mutter mit verborgner Lust in ihrer zar: ten Kinder Brust. 5. So thut, was Andre jegnen kann, der gute, der bescheid'ne Mann, sucht, wenn sein Thun nur Gott gefällt, nicht das Geräusch des Ruhms der Welt. 6. Doch wachsen soll der Tugend Saat; aufblüh'n, was er im Stillen that, zu reichen Wernten in der Zeit, zu reichern in der Ewigkeit. 7. Mag brausen dann wohl um uns her des Winters Sturm: auch er, auch er ist deines Segens Diener, Gott, so fürchterlich er immer droht. 8. Und wie viel Freuden danken wir selbst in des Winters Tagen dir, der du so våterlit) uns trågst, und fåttigest, erwärmst und pflegst! 9. Durch alle Zeiten, Bater, sei dir, wer dich Eindlich chrt, getreu! Laß Jeden deinen Ruhm erhöh'n und freudig deine Wege geh'n! 457 Pracht, nur Schnee bedeckt die Felder. Der Wintersturm durchbraust mit Macht Gebirge, Thal und Wälder! Das Land erstarrt vom Froste nun, und seine Nahrungssäfte ruh'n. 2. Wohl mir in dieser rauhen Zeit! Ich darf vor Frost nicht beben; mich schüßt mein Dach, mich wärmt mein Kleid und Brod erhält mein Leben. In meinem Bette schlaf' ich ein und kann mich sanfter Ruhe freu'n. 3. So hat's der arme Brutder nicht, dem Brod und Kleidung fehlen, er, dem das Nöthigste gebricht, den Frost und Hunger quålen. und dreifach fühlt er seine Pein, wenn Krankheit plagt und Kinder schrei'n. 4. O zaud're, zaud're nicht, mein Herz, ihm liebreich zuzueilen! Fühl seinen Jammer, seinen Schmerz, dein Brod mit ihm zu theilen! Wer seines Nächsten Noth vergißt, verdient nicht, daß er glücklich ist. 5. Vor Tausenten bist du beglückt, die in der Stille klagen, da Wárm' uud Nahrung dich erquickt in diesen rauhen Tagen. Lobfinge frohes Herz, in mir, und opfere Gott Dank dafür! u 6. Sieh 458 Gesinnung und Verhalten des Christen 6. Sich nicht auf das, was dir noch fehlt und Mancher mehr besiget: nein, auf die Noth, die Undre quålt, auf Gott, der dich beschüget! Ach Vater, lind're jeden Schmerz und gib mir ein mitleidig Herz! 4. Wir traun auf dich, o großer Gott; du, du wirst gnädig walten. Du kennst am besten unsre Noth, haft lange hausgehalten. Herr, du wirst zu deinem Ruhm für uns, dein Werk und Eigenthum, auch dies Jahr wieder sorgen. Ja, Zur Saatzeit. Nach einer reichen Aernte. Mel. Allein Gott in der Höh' 8 baut, o Sott, Mel. Wie groß ist des Allmächt. 595 8 auf dein Ges 596 Wir ir Ulle, Menheiß der Menschen Hand die Erde, voll froher Hoffnung, daß ihr Fleiß von dir gesegnet werde. Auf dein Versprechen trauen sie: Du sollst dein Brod bei Fleiß und Müh', so lang du lebest, effen! 2. Dies Bort traf Herr, noch immer ein. Gib jest auch deinen Segen, daß Saat und Pflanzen wohl gedeih'n; gib Sonnenschein und Regen! Der Landmann baut umsonst das Land, wenn, Vater, deine Allmachtshand nicht seine Arbeit ſegnet. 3. D'rum kröne du mit Fruchtbarkeit das Land nach deiner Güte, und wenn die Aussaat dann gedeiht: vater, so verhüte, daß Kälte nicht, nicht Sonnengluth, nicht Hagelschlag, noch Regenfluth ihr zum Verderben werde. schenvater, bringen dir unfern feierlich sten Dank, und unsre frohen Herzen singen dir ihren Ge= lauten Preisgesang! krönt hast du mit deiner Milde rings um uns her das dein Segen ganze Land; floß auf die Gefilde aus reis cher, väterlicher Hand. 2. Du schenktest Sonnen schein und Regen für jede Frudt zu rechter Zeit, und gabst Gedeihen, Kraft und Segen dem Samen, den wir Wie prangte ausgestreut. nicht im Feierkleide das volle, áhrenreiche Feld! Wie schlug von Hoffnung und von Freude dir unser Herz, o Ferr der Welt! WU- 3. O welchen Reichthum deiner Gaben hast du mit liebevoller Hand, uns zu erz nåhren und zu laben, von Neuem uns herab gefandt! Für Millionen deiner Kinder zu besondern Zeiten, um der ist jetzt ein voller Tisch bereit; du nährst den Frommen, nährst den Sünder und Alles wird durch dich erfreut. 4. Wer kann die Gute gang ermessen, die weiter als die Wolken reicht? Wer kann sie undankbar vergessen, da jede Stunde von ihr zeugt? Nimm deiner Kinder Freudenzähren, nimm an, Allvater, unsern Dank! Wir wollen ewig dic ver= ehren durch Thaten, wie durch Lobgefang. 5. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, verleih' uns Weisheit und Verstand. Nicht, um es üppig zu verschwenden, empfingen wir's aus deiner Hand. Du willst, wir sollen froh genießen, doch måßig, mild und dank bar seyn; so gütig, wie du dich bewiesen, soll jeder der Beglückten seyn. 6. Drum freu' den Urmen auch der Segen, den deine Hand uns reichlich gab; wir wollen seiner liebreich pfle= gen; 459 und Preis und Dank ihm bringen für alle milde Gaben, die wir geårntet haben! wir trocknen seine Thränen ab! Er dank' auch heute mit uns Allen, froblocke laut und bete an, daß du nach deinem Wohl gefallen, so viel, o Gott, an uns gethan. 2. Uus seinem Ueberflusse zum freudigem Genusse hat er uns, was zum Leben uns nöthig ist, gegeben. 3. Die Scheuern sind voll Segen; denn er gab Thau und Regen und Wachsthum und Gedeihen der Frucht, der wir uns freuen. 4. Preis, Herr, sei deiner Milde, daß Garten und Gefilde, was wir gesået haben, so reichlich wieder gaben! 5. Preis sei dir, unserm Retter! Es drohten Sturm und Wetter, Verderben unfern Saaten. Dank dir, sie sind gerathen. 6. Uns reiften füße Früch te im milden Sonnenlichte an Baum und Strauch und Reben; Herr, Preis sei dir gegeben! 7. Du ließest froh uns årnten. O daß wir dankvoll lernten, dir ähnlich, uns der Armen mit mildem Sinn erbarmen. 8. Wenn wir die gern erquicken, die Sorg' und Mangel drücken, so wirft du, was zum Leben wir brauchen, ferner geben. 9. Du wirst einst deine Treuen, die gute Saat hier streuen, zu höhern Festen schmücken, und ewig sie beOND Bei 597 K Gott lobfingen glücken. Mel. Wach' auf, mein Herz ommt, laßt uns 11 2 460 Gesinnung und Verhalten des Chriften Bei sparsamer Aernte. ånderlich auf deinen milden Mel. Was ott thut, das ist Segen. Auch unser Brod wirst du in Noth und Theu598 Preift, Chriften, rung uns gewähren, wenn Bufrleden 6. Wir beten demuthsvoll dich an, der Alles weis lich füget, deß Vorsicht niemals irren kann, deß Wohlthun niemals trüget. Froh danken wir, Erhalcer, dir, und preisen deine Güte mit g'nügsamem Gemüthe. heit, preift Gott, den Herrn der Wernte, daß sich nicht ganz die Fruchtbarkeit von unsrer Flur entfernte! Noch stets erhält er seine Welt; was nothig ist zum Leben, wird er uns Allen geben. 2. Er ist der Herr; in seiner Hand steht, was die Erde bringet. Der Menschen Mühe baut das Land; Gott gibt, daß sie gelinget. Flehen um Regen. Mel. Komm, o komm, du Bon ihm allein kommt das 599 Gott, von gros Ber Macht, Gedeih'n; nur er, er låst die Saaten blüh'n, reifen und gerathen. 3. Was trauern wir? Er forgt ja doch; Gott sorgt für unser Leben. O last uns selbst beim Mangel noch ihm Ruhm und Ehre geben! Preis sei dem Herrn! Von Unmuth fern laßt ihm zum Wohlgefallen ein frohes Lied erschallen! 4. Wie manches segenreiche Jahr hat er uns schon bescheeret; wie gnädig uns noch immerdar von Jugend auf ernähret! Wer sollte nicht mit Zuversicht auf dich, Allvater, schauen, und deiner Vorsicht trauen? 5. Ja, Höchster, wir verehren dich in allen deinen Wegen, und trauen unverund Güte, deine Hülfe fuchen wir, mit geängstetem Gemüthe schauen wir empor zu dir. Herr, du weißt, was uns gebricht: o verlaß, verlaß uns nicht! 2. Ach dem todten dürren Sande gleichet bald, Herr, unser Land; und versengt vom Sonnenbrande, welft die Frucht, die kraftvoll stand. Schrecklich droht uns Sorge nagt ihr Verlust; an unsrer Brust. 3. O erhalt' uns deinen uns wachser Segen; laß Ende bald unser Brod! durch milden Regen unfre Angst und unsre Noth! Gott, wir trauen dir es zu! was uns gut ist, schickest du. 4. Stärke du uns dies Vere zu besondern Zeiten. or 461 bauen wir die feste Zuversicht: du, der helfen will und kann, nimmst gewiß dich unsrer an. Vertrauen; unser Wohl ver- ben deiner Hand empfahn! säumst du nicht. Auf dich, Du sendest Thau und Regen, Gnadenvoller, gibst milden Sonnenschein; du eilft, mit deinem Segen uns Alle zu erfreu'n. Wir wollen dir dich erheben, Höchster stets vertraun, und fromm und weise leben, bis wir dich ewig schaun. Nach verliehenem Regen. Mel. Kommt, kommt, den Herrn 600 Sin milder Re- Flehen umSonnenschein. gen sinket er: quickend auf die dürre Flur; wie labt sie sich, wie trinket ihn jetzt die schmachtende Natur! Die sanften Stro: me kühlen die Lüfte weit umher, und die Geschöpfe fühlen sich nicht mehr tråg' und schwer. Gott spricht: und Seufzer schweigen und Hig' und Dürre flieh'n, und fromme Lieder steigen empor und preisen ihn. 2. Mit Freud' im Ungefichte beschaut der Landmann nun sein Feld. Erquickt hat Gott die Früchte; er ist Versorger seiner Welt. Wie wallen nun die Wehren, vom Mark der Erde voll, das seine Menschen nähren, das sie erfreuen soll! Auf, preiset Gottes Milde! Er ist's, der Regen schickt und lechzende Gefilde voll Vaterhuld erquickt. 3. Erhalter unsers Lebens, Gott, dem wir uns jetzt dankbar nah'n, o laß uns nicht vergebens die GaMel. Mache dich, mein Geiſt 601 ( chmerz und Klage füllt das Land; traurig stehn die Früchte; hilft uns, Gott, nicht deine Hand, sind sie bald zu nichte. Zeig' uns doch Gnade noch! Vater, voll Erbarmen, hilf, ach hilf uns Urmen! 2. Du regierst der Wolken Lauf und befiehlst dem Regen. Sprich ein Wort, so hört er auf, und uns bleibt dein Segen. Steh' uns bei und zerstreu', Herr, mit starker Rechte unsers Kummers Nächte! 3. Sende warmen Son= nenschein, der die Frucht ers quicke! Sieh', wir schaun auf dich allein mit des Glaubens Blicke. Guter Gott, gib uns Brod und nach mancher Plage wieder Freudentage! 4. Preis und Ruhm sei dir geweiht, Vater aller Gnade! Hilf, daß uns die schwere Zeit nicht am Her11 3 zen 462 Gesinnung und Verhalten des Christen zen schade! Dir, nur dir Götter, vor dem der Engel wollen wir gern zur Ehre niederfällt, Gott redet donleben und uns ganz ergeben. nernd aus dem Wetter und ruft voll Majestät der Welt. Nach verliehenem Son- Unbetend sinkt der Erdkreis nenschein. nieder; der Wald ertont, es bebt die Flur, und Blige faMel. Nun laßt uns Gott 602 rtont, ihr Freu- gen's Bligen wieder: Gott ist der Herrscher der Natur. denlieder! Sie scheint, fie scheinet wieder! Wir seh'n sie, welche Wonne! die lang verhüllte Sonne. 2. Uns drückten bange Gorgen an jedem neuen Morgen, so oft sich Wolken thürmten und Regenwetter stürmten. 3. Des Feldes Früchte sahen wir dem Verderben nahen. Was Thier' und Menschen nåhret, schien ganz durch Fluth verheeret. 4. Da drang zu deinen Hohen, Gott, unsers Herzens Flehen. Du hörtest, was wir baten, und schüßtest unsre Saaten. 5. Schon senkten sie sich nieder; doch du erhobst sie wieder. O Herr der milden Sonne, du fegnest uns mit Wonne. 2. Auch dich laß seine Stimme rühren, sei ganz Empfindung, o mein Herz! Den Dank, das Lob, die ihm gebühren, entweihe kein unheil'ger Scherz! 2uch Donner rufen Gottes Kin dern des Weltenvaters Segen zu; sie rufen schonend sichern Sündern, und ihren Ruf verstehst auch du. 3. Verstumme, freches Speer der Spotter! Furcht und Verzweiflung warten dein. Der Herr ist Gott! Es sagt's das Wetter; die Welt, die ganze Welt ist sein. Ihr b.bt? Elende, wollt ihr fliehen? Kein Ort schüßt euch vor Ungst und Noth; Nichts kann dem Mächt'gen euch entziehen. Er kennt, er straft euch; er ist GDIT. 6. Wir preisen deine Güte mit fröhlichem Gemüthe. Ja, Mel. Lobt Gett, ihr Christen unser ganzes Leben sei ewig 604 Dunkelt fich, dir ergeben. ein Wetter Gottes draut; Beim Gewitter. ich bebe nicht: ich freue mich, Mel. Wie groß ist des Allmächt. Gott, deiner Herrlichkeit. er mächtige, 603 2. Du zinnest, wenn du der Herr der donnerst, nicht; du bist der Men: 463 Nicht Kraft bewies, den Weltenherrn, der sich im Wetter so majestátisch hören ließ, der Bligen ihre Strahlen lenkt, und gnädig seines Volks gedenkt! 3. Nimm mit Bewundrung seine Güte auch selbst im Ungewitter wahr; denn jedem forschenben Gemüthe, stellt sich auch hier ihr Schauplag dar. Zum Besten jeder Kreatur bemerkt man ihres Eegens Spur. das / 4. Wie kräftig hebt sich Getreide g tránket durch den Regenguß, und wie vergnügt betritt die Weide des neubelebten Thieres Fuß! Wie athmen wir so sanft und leicht, wenn schwüle Luft dem Donner weicht! 5. Herr, deine Güte sei erhoben, im Wetter wie im Connenschein! Wer wollte dich nicht ewig loben? Du kannst und willst uns stets erfreun. Mich schrecken Blik 605 ie gnåbig ist und Donner nicht; denn du Nach dem Gewitter. Mel. Wer nur den lieben Gott bist meine Zuversicht. des Hochsten Wille! Der Donner schweigt; die Blige flieh'n; es schmückt in angenehmer Stille der Sonne Glanz, das frische Grün. mein Geist, nun opfre Dank! Erhcbe deinen Lobgefang. zu besondern Zeiten. 115) Menschen Freund. blåffer wird mein Ungesicht, wenn uns dein Blig erscheint. 3. Dem Sünder nur, der dich nicht fennt, bist du, Herr, fürchterlich; dem aber, der tich B ter nennt, zeigst du als Vater dich. 4. Uns Segen ist der Sonne Licht, uns Segen Tag und Nacht; auch Se gen ist uns dein Gericht und deines Bliges Pracht. 5. Du reinigst durch den Blig die Luft; dein Regen trånkt die Saat; es stärkt ein balsamreicher Duft, was erst gefchmachtet hat. 6. Laß frei das Herz von Kengsten seyn, wenn uns dein Wetter droht; Weg, bange Furcht. wir sind ja dein; du bist die Lieb', o Gott! Beim Jahreswechsel. bu, 606 Deserster MorIn voriger Melobie. neuen gen bricht, meine Scele, für dich an; ermuntre dich zu edlen Sorgen und wandle auf der Jugend Bahn. Bleibst u 4 du 2. Ja, preise freudig den Erretter, der seine groß: 464 Gesinnung und Verhalten des Christen du ihr treu, folgst du ihr nach, so weckt dich einst ein schönrer Tag. du sagst, o welche Wonne! dann: Ich habe meine Pflicht gethan; 7. Und segneft noch an Gottes Throne dies Jahr als eine Zeit der Saat, nimmst du aus seiner Hand die Krone, die er für dich bereitet hat. Drum, Chrift, halt' aus in deinem Streit, du kämpfest für die Ewigkeit. 2. Was ist es anders denn, als Gnade, daß Gott dir dieses Jahr noch schenkt, und dich so gern auf seine Pfade mit treuen Vaterhån: den tenkt? Was ist es anders, als Geduld, als Nachficht gegen deine Schuld? 3. So nug' auch dieses Jahres Tage, als Tage deiner Prüfungszeit, daß keiMel. Es ist das Heil uns du ner bich vor Gott verklage, 607 Du, Gott, bu D"% daß keiner dich im bist der Herr Gott fordert, dem denk' immer nach, einst Rechenschaft von jedem Tag. 4. Ermuntre dich zu deinen Pflichten, sei zu den schwersten auch gefaßt: sie gern und willig zu verrich ten, such' dir den Muth, besieg' die Laft! Schnell fliehen deine Tage hin; ach, unbenugt laß sie nicht flieh'n' 5. Gebrauch', o Chrift, dies Pilgerleben, wozu dir's Gott, dein Gott, verlieh'n; zur Tugend hat er's dir gegeben, so gib's denn auch der Tugend hin. Sie reichet dir nach kurzer Zeit das schönste Loos der Ewigkeit. 6. Weih' jede Stunde dem Bestreben für dein und deiner Brüder Glück, so siehst du einst auf dieses Leben mit ruhig heiterm Blick zurück; der Zeit und auch der Ewig: keiten. Laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob verbreiten! Ein Jahr Wem ist abermals dahin. dank' ich's, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad' und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an, unwandelbares Wesen! dich, den kein Wechsel treffen kann. Wir werden, sind gewesen, wir blühen und vergehn durch dich; nur du bist unveránderlich, du warst und bist und bleibest. 3. Herr, ewig währet deine Treu' mit Huld uns zu begegnen: und jeden Mor gen wird sie neu, mit Wohl thun uns zu segnen. Ich kenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. 4. Du zu besondern Zeiten. 4. Du hast auch im verfloffnen Jahr mich väterlich geleitet; und wann mein Herz voll Sorgen war, mir Mel. Allein Gott in der Höh' Hülf und Trost bereitet. 608 Gott ruft ber Von ganzer Seele Conn' und ich dich; aufs Neue, Gott, ergeb' ich mich ganz deiner weisen Führung. 5. Bergib mir alle meine Schuld von den verfloffnen Tagen, und laß mich deine Baterhuld in Chrifto ferner tragen! Laß mich in deiner Gnade ruhn und lehre les benslang mich thun nach deinem Wohlgefallen! 6. Sib neue Lust und neue Kraft, vor dir ges recht zu wandeln! Laß mich, Herr, stets gewissen taft mit mir und Andern handeln! Dein Geist belebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt, zu lieben! 7. Die Welt vergeht: dies reize mich, die Luft der Wilt zu fliehen; um beßre Freuden múffe sich mein Geist mit Ernst bemühen! Den Engeln bin ich ja rerwandt, im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten! 465 ne Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter störet! 80 lehre selbst mich meine Zeit recht weislich auszukaufen; laß mich die Bahn aur Ewigkeit mit heil'ger Vorsicht laufen! Der Tage Last erleichtre mir, bis meischafft den Mond, das Jahr darnach zu theilen; er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen; er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf, laßt una ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Ehr' ertheilen! 2. Herr, der da ist, und der da war, von tankerfüllten 3ungen fei dir für das verfloss'ne Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried' und Ruh', für jede That, die uns durch dich gelungen! 3. Laß auch dies Jahr gesegnet eyn, das du uns neu gegeben! Verleih' uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben! Du schüßest uns, und du vermehrst der M nschen Glück, wann sie zuerst nach deinem Reiche streben 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh' und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt: so gib mir Kreuz und Leiden. Nnr stårke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. U 5 5. Hilf 466 Gesinnung und Verhalten des Christen 5. Hilf deinem Volke vás ben. Hüll' und Fülle, Trank terlich in diesem Jahre wies und Brod hast du mild geder. Erbarme der Verlaßs währet, und in Wohlthat nen dich, und der bedrång- selbst die Noth und den ten Glieder. Bib Glück zu Schmerz verkehret. jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder; 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne, daß Tugend und Zufriedenheit in unferm Lande wohne; daß Treu' und Liebe bei uns ſei: dies, lieber Vater, dies verleih' in Christo deinem Sohne! 4. Daß uns deiner Allmacht Hand liebevoll geleitet; daß du über Stadt und Land Nuh' und Glück verbreitet; daß gewissenhafter Fleiß uns durch dich gelungen: Gott, dafür sei Dank und Preis herzlich dir ge fungen. tre 5. Freudig, Vater, ten wir in dies Jahr des Wann, o Herr, Lebens. vertraute dir unser Herz vergebens? Ja, du wirst uns fernerhin, wenn wir 609 wig und umwan- dir nur leben, unterhalt und frohen Sinn, Muth und Kräfte geben. Mel. Schwing' dich auf zu delbar, Gott, ist deine Gnade, und von dir strömt immerdar Heil auf unsre Pfade. Tag und Jahre ändern sich und wir felbst veralten, doch du bleibest, und durch dich werden wir erhalten. 6. Flüchtig ist die edle Zeit, groß sind unsre Pflichten; lehr' uns für die Ewigkeit unser Werk verrichten! Jede gute, fromme That laß uns wohl gelingen! Frucht laß jede Tugendsaat für den Himmel bringen! 2. Jedes unsrer Jahre schmückt deine Hand mit Se gen; deine Baterhuld beglückt uns auf allen Wegen. Jeden Morgen sendest du kez Bonne; du verbreitest sanfte Ruh' mit der Abendsonne. 3 Auch des Jahres Lauf, den wir froh vollendet haben, war erfüllt, o Herr, von dir mit des Segens GaMel. Herr, ich habe mißgehandelt 610 ott, mit e allen seinen Freuden schwand ein Jahr des Lebens hin, aber auch mit seinen Leiden schwand dies Jahr; und, Sott, ich bin, lebe noch und soll auf Erden noch geübt, gebildet werden. 2. Vor zu besondern Zeiten. 467 2. Vor so manchem, man- ne Gabe! Dankend heb' ich chem Grabe führtest du vor über mich. Im Genuß der hohen Gabe der Gesundheit preis' ich dich, preise dich für alle Freuden, preise dich für alle Leiden. 3. Ja, auch für die trůben Stunden meines Lebens dank' ich dir; denn auch sie sind nun verschwunden, und sie wurden Wohlthat mir. Auch auf dornenvollen Wegen führst du mich dem Ziel entgegen. 4. Uebung ist das Erdenleden, Bildung für die beßre Welt. Meinen Wünschen, meinem Streben ist ein höhres Biel gestellt: ringen soll ich hier auf Erden, ew'ger Freuden werth zu werden. meinen Blick auf zu dir, gelobe Treue heute dir, 0 Gott, auf's Neue! 7. Alles, Alles, was ich habe, Leben und des Lebens Glück, Alles, Herr, ist deis 8. Gib uns Allen deinen Segen! Knüpfe fest der Liebe Band! Auf der Tugend heil'gen Wegen las uns wandeln Hand in Hand! Fried' und Heil dem Vaterlande! Fried' und Heil in jedem Stande! Mel. O Jesu Chrift, mein's Lebens nwiderbringlich 611 1 schnell entfliehn die Tage, die uns Gott verliehn. Ein Jahr tritt ein und eilt davon. Wie manches ist bereits entfloh'n! 2. Dank sei dir, ewig treuer Bott, für deinen Beistand in der Noth, für tau5. Herr, dies soll mich send Proben deiner Huld, Weisheit und Jeder für deine Schonung lehren! Tropfen meiner Seit, ohne Geduld! je zurückzukehren, strömt in's Meer der Ewigkeit! Nichts fann Zeitverlust erseßen: laß den Werth der Zeit mich schågen! 3. Dank dir, wenn jetzt voll Freudigkeit das Herz sich mancher That erfreut! Weß war die Kraft? Wer gab Gedeih'n? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein. 6. Laß auch dieses Jahr des Lebens nügen mich zur Besserung; es verfließe nicht vergebens für des Geistes Heiligung! Laß mich, Gott, nach deinem Willen meine Pflichten treu erfüllen! 4. Doch oft verlegten wir die Pflicht; oft fehlten wir und merkten's nicht. Nimm an, Erbarmer, unsre Reu'; um Christi Willen sprich uns frei! 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Du haft u 6 die 468 Gesinnung und Verhalten des Christen die Stunden zugezählt, die legte weislich uns verhehlt. 6. Du gibst, uns långer zu erziehn, uns Tage, Mons den, Jahre hin; doch an dem Ziel der Pilgrimschaft kommt unsre große Rechenschaft. 7. O dann laß uns, wir alle flehn, mit Freudigkeit vor dir bestehn! Denn ach, wer dann vor dir erbebt; hat thöricht, hat umsonst gelebt. lob, des Lebens ungemach folgt mir nicht in den Himmel nach. 6. Im Staube beug' ich mich vor dir. Bis hierher hast du, Höchster, mir mit liebevoller Baterhand mehr, als ich werth bin, zugewandt. 7. Sith ferner, Gott, mit Freundesblick auf mein und meines Nächsten Glück! Entreiß uns jeder wahren Noth und gib uns unser tåglich Brod. Mel. Wer e munter, mein Dun ist das alte 612 №u Jahr entflohn; wir leben in dem neuen schon. O Christen, preiset Gott, den Herrn! Er half bisher und hilft so gern. 2. Wie Mancher, der im alten Jahr froh und voll Kraft noch um uns war, sant, eh' wir's dachten, schnell dahin; nun deckt des Gras bes Hügel ihn. 3. O Schauplaß der Vergånglichkeit! schnelle Flucht der Lebenszeit! Wie thoricht ist, wer immer fest fich auf das nächste Jahr verläßt! 4. Doch bin ich stets nur eifervoll, zu wirken, was ich kann und foll; dann fliehe 613 mit Freudent meine dahin, sie bringt doch herrlichen Gewinn. 5. Auch komm' ich durch die Flucht der Zeit dir nåher, pimmelsfeligkeit! Gott8. Behút' uns in dem neuen Jahr vor Theurung und vor Kriegsgefahr! Uns treffe keiner Seuche Wuth, kein zehrend Feuer, keine Fluth! 9. Entferne jeden Unglücksfall! Gib Heil und Wohlfahrt überall; und, bricht ein Kreuz von dir herein, so laß es uns erträglich seyn. 10. Ja, segn' uns, Herr, in dieser Zeit und führ' uns dann zur Herrlichkeit! Da sagen wir dir ewig Dank; da preist dich höhrer Lobge= fang! Mel. Wach' auf, mein Herz last Gott, ihn anzubeten; vor Gott, der unserm Leben bisher hat Kraft gegeben! 2. Wir Erdenpilger wan dern minde zu besondern Zeiten. 469 dern von einem Jahr zum und Kleinen die Gnaden= andern; die schnelle Flucht sonne scheinen. der Stunden wird kaum von uns empfunden. 11. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather, der Unversorgten Gabe und habe! 12. Hilf der 3. Und diese Wandertage find nie ganz frei von Plage; wir gehn auf rauhen Wegen der Ewigkeit entgegen! Armen Hülf 4. Doch du bist voll Erbarmen, und wirst mit Vaterarmen in Nöthen und Gefahren uns schüßen und bewahren. gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedanken den kummervollen Seelen, die sich mit Sor gen quälen! 13. Vor Allem, Herr, verleihe uns deinen Geist auf's Neue, der uns mit Tugend ziere, und so zum Himmel führe. 5. Erhalter unsers Les bens, wir sorgen nur vergebens, wenn du uns nicht beschüßest, mit Kraft uns unterstüßeft! 6. Lob dir, o Gott, dem Treuen, durch den wir uns crfreuen; Lob deinen Bas terhånden, die so viel Noth abwenden. Beim Anfang des Kirchenjahres. 7. Hor' ferner unser Flehen, und eil', uns beizustehen! ( Bib Mäßigung in Freuden, Geduld und Frost 614 Fund, wie Mel. Wer nur den lieben Gott Ceft Felsen stehen, du Gott der Gnade, Gott der Treu'! Jahr' und Jahrhunderte vers gehen, doch deine Gut' ist tåglich neu. Wie bringen heute, Vater, wir dir würdig unsern Dank dafür? im Leiden. 8. Gib uns und allen des nen, die sich von Herzen sehnen, zu thun, Herr, deinen Willen, auch Kraft, ihn zu erfüllen. 14. Das wollest du uns geben, du Herr von unserm Leben: so gehen wir im Segen der Ewigkeit entgegen. 9. Herr, wehre du den Kriegen! Laß Menschenliebe siegen; und wo nur Thránen fließen, sich deinen Troft ergießen. 10. Sib deinen milden Segen zu allen guten Wegen, lcß Großen, Herr, 2. Kein Feind zerstörte die Altáre, kein Feind zers trat dein Heiligthum. Noch singen wir von deiner Ehre, noch predigt man von deinem Ruhm. Durch Tauน 7 fe, 470 Gesinnung und Verhalten des Christen fe, Abendmahl und Wort pflanzt sich auch hier die Kirche fort. 3. Doch, fragst du nach des Wortes Früchten, und bringst, was wir gethan, an's Licht, nach unsern Werken uns zu richten: Gott, Richter! so besthen wir nicht. Du trugest uns mit viel Geduld; wir aber häuf ten Schuld auf Schuld. 4. O laß es deinem Geist gelingen, in diesem neuen Kirchenjahr die Günde mächtig zu bezwingen, wo sie bisher noch herrschend war! Heut schwören wir, o Gott, auf's Neu' dir und der Tugend ew'ge Treu'! 5. Laß ferner hier dein Wort erschallen; gib daß es frevle Sünder schreckt, so wie, die deine Wege wat len, zu freudenreicher Hoff nung weckt! Laß, wenn wir hier in Undacht flehn, uns Alle deine Gnade ſehn. 6. Gib, daß dich forthin Alle ehren, als dein geweihtes Heiligthum! Einst führst du uns zu jenen Chören, wo man, erfüllt von deinem Ruhm, das Leben, das uns dort beseelt, nicht mehr nach Tag und Jahren zählt. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu' viel zu geringe, mit der du mich be wacht. Damit ich, Staub und Erde, auf ewig glücklich werde, hast du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh' ich bereitet war; noch war mir nicht D Gott, das Leben von dir, gegeben, da wogst du schon mein Theil mir dar. 5. Für alle deine Treue, Herr, deren ich mich freue, lobsinget dir mein Geist! Er, den du mir geschenket, ist's, der dein gedenket, und freudig dich, o Vater, preift. er 6. Daß du mit Kraft mich rüstest, und mir mein Leben dank' fristest: dies Vater, ich dir. Daß du mich lieb reich führest. mit deinem Geist regierest: dies Alles, Bater, dank ich dir. 7. Was mir in diesem Leben noch nüßt, wirst du mir ges Gott, der du mir's gegeben; ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Herr, hast mich bereitet, mich våterlich ge leitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage, und selbst der Leiden Plage verwandeltest du in mein Glück. Am Geburtstage. Mel. In allen meinen Thaten 615 Dir dank ich für mein Leben, zu besondern Zeiten. 471 geben; du gibft's! Ich hoff' mit Sorgfalt ja schaff' meine auf dich. Dir, Vater, dir Seligkeit. befehle ich kindlich Leib und Seele; Herr, segne, Herr, behüte mich! 8 Dann darf ich von der Pilgerzeit den letzten Tag nicht scheun. Er wird zur frohen Ewigkeit mir mein Geburtstag seyn. 616 D mich wieder Mel. Mein Gott, das Herz u läßt den sehn, da ich, nach deinem Rath, o Gott, zu meinem Wohlergebn, des Lebens Bahn betrat. 2. Von ganzem Herzen preis ich dich, daß mich dein Arm bis jest ganz unverdient so väterlich gesegnet und beschüßt. 3. O! hätt' ich doch aus Dankbarkeit das nun verfloßne Jahr so dir und deinem Dienst geweiht, als meine Pflicht es war! 4. Beschämt, o Gott, fleh' ich zu dir: Vergib mir meine Schuld, und schaff ein reines Herz in mir, nach deiner Baterhuld! 5. Hilf, daß ich in der Folgezeit, gerührt von deis ner Treu', voll inniger Erkenntlichkeit dir thätig dankbar sei! 6. Schnell fliehen meine Tage hin. Mein Auge sieht nicht ein, wie lang ich noch auf Erden bin; dein Auge sieht's allein. 7. Vielleicht ist bald mein Ende da. Hilf, daß ich in der Zeit, die mein noch ist, Die Lebensalter. Mel. Wer nur den lieben Gott er du den Men= 617 Dechen schaffiſt und leiteft, und huldreich ihn als Vater liebst, was ihn erfreut, ihm mild bereiteft, Heil ihm in jedem Alter gibst: es lebe, Herr, zu deinem Preis der Jüngling und der Maun und Greis! 2. Verleih' dem Jüngling Kraft und lehre ihn Máßigung, wenn er sich freut; gib Demuth auf der Bahn der Ehre, gib Muth ihm, wenn Gefahr ihm dråut! O laß ihn thätig, gut und rein und stark in der Versuchung seyn. 3. Dem Mann hilf wirken: hilf ihm ringen, den Eigennug, den Hang zur Raft, die Luft der Welt, sich selbst bezwingen, und tra gen seiner Arbeit Last; sein Lebenstag sei nicht zu schwül, und immer vor ihm sei sein Biel! 4. Erscheint sein Abend dann dem Greise, so gib dem Müden einen Stab; er freue 472 Gesinnung und Verhalter des Christen freue sich des Guten weise, was er hier that, was er hier gab; dies sei ihm, wenn er sterbend fällt, in Führer zu der bessern Welt! Für die Jugend. Mel. Werde munter, mein 618 Unre Kindheit, unsre Jugend, jedes Alter darf sich freun. Auch die Fröhlichkeit ist Tugend, aber heitig muß sie seyn; nicht ein aumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört; wilde Lüste muß sie scheuen und die Scele uicht entweihen. und gefällig, aber nur durch Tugend seyn, offen, ohne Schmeichelei, stets beschei den und doch frei, ohne Frechheit, ftets bedachtig, immer unsers Herzens måchtig! 5. Laß die Frechheit wil der Sitten niemals unser Herz entweihn! Las, o Gott, Palást' und Hütten stets der Jugend Wohnung feyn! Jeder strebe, wer ein Christ, wessen Wunsch die Tugend ist, daß sein Haus und daß die Erd: nur durch Tugend schöner werde. tur in einem reinen 619 Wines Lebens Mel. Wie groß ist des Allmächt'. ohl dem, der Herzen, nur in einer keuschen Brust toben nie der Morgen nur seinem Herrn Reue Schmerzen, wohnet und Schöpfer weiht! Bewahre Ruh' und Luft. Un- schäftigt mit den edlen Sorbeherrschte Sinnlichkeit töd: gen der Aussaat für die tet die Zufriedenheit; sie Ewigkeit, wird er die wilde vergiftet alle Freuden und Lust der Jugend und jedes erzeuget bittre Leiden. Lasters Raize fliehn; sin Herz wird nur für Gott und Tugend, für Pflicht und Recht und Wahrheit glühn. 3. Reiner Sinn und Unschuld schmücket mehr, als Schönheit; denn sie mehrt jede Luft, die uns entzůcket, jedes Glückes Reiz und Werth. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell: sie nur tonnen voll Vertrauen hoffen, Gott dereinst zu schauen. 4. Drum, o Gott, laß uns gesellig, froh und willig zu erfreun, liebenswürdig 2. Von Sorgen frei, voll Muth und heiter wallt er der Weisheit Erdenbahn mit festen Schritten immer wei ter und blickt getroft zu Gott hinan, besiegt durch fortges setztes Streben, durch Fleiß und Ernst und Wachsamkeit, Verführer, wenn sie ihn um= z zu besondern Zeiten. 1473 umgeben, und seine eigne gehren; dann wird er dir Sinnlichkeit. schon mehr, wenn dir's nugt, gewähren. 5. Auch in den gesunden Tagen laß nicht ab, in das Grab einen Blick zu wagen. Suche fern von dem Verderben Seelenruh'; dann wirst du Himmelssegen erben. 3. Wie freudenreich sind seine Tage! Wie sanft ents fließt ihm seine Zeit! Er fürchtet keiner Zukunft Plage, ihn reut nicht die Ver: gangenheit. Er så't den Saamen jeder Tugend, und freut sich seiner ernte schon; die schöne Blüthe seiner Jugend verheißet ihm im Alter Lohn. Mel. Warum foll:' ich mich abe beine Luft, 620 Hugend, im mer gern an dem Herrn, und dem Reiz der Jugend! Was dein schwaches Herz begehret, dein Verstand nicht erfand, wird dir dann gewähret. 2. Schnell muß nicht vor überrauschen diese Luft; deine Brust muß sie nicht vertauschen gegen Lüfte dieser Erden, die dein Herz, vol ler Schmerz, bald vergiften werden. 3. Nicht erst, wann des Alters Sorgen dich zerstreun, Jugend, nein, schon am frühen Morgen, in der Blüthe deines Lebens dien' ihm gern, und dem Herrn dienst du nie vergebens. 4. Glück, Gesundheit, lan: ges Leben wird dafür willig dir dein Erschaffer geben. Weisheit sei nur dein BeFür Jünglinge. Mel. Ermuntre dich, meir vor dein 621 Jch enten, bu Schöpfer meiner Jugend! Verwirf mein kindlich Fle= hen nicht um Weisheit und um Tugend! O nimm dich meiner Schwachheit an, und wenn sich mir Gefahren nahn: so stehe mir zur Seite, damit mein Fuß nicht gleite! 2. Mein Herz, von Lastern zwar noch rein, doch jung und unerfahren, wird leicht geblendet durch den Schein, und stürzt sich in Gefahren: o mache mich mir selbst be kannt, und gib mir Weisheit und Verstand, damit ich meine Wege unsträflich wandeln möge! 3. 3um Leichtsinn, der das Herz verführt, das Bise zu erwählen; zum Ehrgeiz, der den Stolz gebiert, dies Merkmal schwacher Seelen; zur Trägheit, die den Geist verzehrt und jeden Trieb 474 Gesinnung und Verhalten des Christen Trieb zum Lafter nåhrt: laß nie zu diesen Sünden in mir sich Neigung finden! 4. Wenn mir auf meiner Jugendbahn, mich in ihr Netz zu ziehen, Verführer sich voll Urglift nah'n, so laß mich weislich fliehen. Ihr Beispiel, Herr, entferne nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht: ihr Spotten und ihr Lachen soll nie mich wan: kend machen! 5. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer und Erhalter; sie werden meiner Jugend Glanz und einst mein Trost im Alter! Erhalte mein Gewissen rein; laß keiner meiner Tage seyn, der nicht zu deiner Ehre wohl angewendet wäre! Für Jungfrauen. Mel. Ermuntre dich, mein 622 και Einsamkeit zu dir mich, Gott, erheben! Dir sei mein ganzes Herz ges weiht, geweiht zum frommen Leben! Gib du mir Kraft, sie kommt von dir, und stårke den Entschluß in mir, stets deinen heil'gen Willen mit Freuden zu erfüllen! 2. Du bist mein Vater, ich dein Kind: mein Heil ist, dich zu lieben; ach, mache mich dir gleichgesinnt in allen meinen Trieben! Laß meine Seele keusch und rein, unstråflich meinen Wandel seyn, um, Vater, die vor Allen durch unschuld zu gefallen! Bib 3. Vor eitler Selbstgefäl igkeit bewahre meine Jugend! Mein Vorzug fei meine Bescheidenheit und Schönheit Tugend! mir den sanften stillen Geist, der dich durch fromme De muth preist, den nächsten liebt und achtet, sich felbft zu bessern trachtet. 4. Sucht zu gefallen müsse nicht mein schwachez Herz bethören; sie würde mein Gefühl für Pflicht und meine Ruh' zerstören. Ein eit ler Glanz und Pracht der Welt ist nicht der Schmuck, der dir gefällt; drum will ich mich bescheiden in Zucht und Demuth kleiden. 5. Wenn Umgang mit mich, ihn meiden, und lenke stets mein Herz, o Gott, zu reinen edlen Freuden! Die Unschuld sei mein höchster Ruhm, ein guter Ruf mein Eigenthum, den Jeder gern mir gönne, und Niemand låstern könne. 6. Die edle Freundin laß in mir ein Herz, wie ihres finden, damit in frommer Eintracht wir der Freund schaft Glück empfinden! Laß unsre Liebe sanft und rein, wie ind zu besondern Zeiten. 475 wie deiner Engel Umgang, 5. Viel heitre Tage gabst seyn, daß nimmer unsre Seelen Neid oder Urgwohn quålen! du mir, von Sorgen frei und Gråmen; wie sollte ich denn nicht von dir jetzt auch die trüben nehmen? 7. Der du mich selbst durch dein Gebot den Weg zum Himmel lehrest, ich will ihn wandeln, Herr, mein Gott, damit du mich erhörest. Durch unschuld Sanft: muth, Frömmigkeit, durch frohen Sinn bei Häuslich keit laß, Bater, mich auf Erden geliebt und glücklich werden. 6. Es währet ja nur kurze Zeit, was ich noch etwa leide, und dann lohnt eine Ewigkeit mit ungetrübter Freude. 7. Dann drückt mich keine Schwachheit mehr; verjungt ist dann mein Leben, dann werd' ich, Gott, dir Preis und Ehr' im Chor der Engel geben. 8. Hilf, daß ich täglich Für das Alter.meinen Blick auf diesen Wechsel lenke, und dies mir immer näh're Glück zu meinem Troft bedenke! 9. So bleib' ich in Zufriedenheit auch bei des Alters Schwäche, und harre, bis dein Wink gebeut, daß meine Hütte breche. Mel. Mein erst Geschät si Bre's 623 tets warst du meine Zuvers ficht, und bist es noch im Alter; verlaß auch nun mich Schwachen nicht, mein Schöpfer, mein Erhalter! 2. Ich fühle die Beschwer: lichkeit gehäufter Lebensjahre, Mel. In allen meinen Thaten und steh am Rande meiner 624 D u! Herr von meinen Ta= Beit. Nah' sind mir Sarg und Bahre. 3. Gelobt sei deine Vater: treu', die mich bis hieher brachte, mir wohl that und mein Herz dabei mit dir zu frieden machte! 4. O sei auch ferner noch mit mir, daß ich bis an mein Ende dir folg', und, boll Vertrau'n zu dir, das Leben wohl vollende! gen, hast mich voll Huld getragen von meiner Jus gen auf; auf allen meinen Wegen umgab mich. Gott, dein Segen; du lenktest meinen Lebenslauf. 2. Ich hatt' oft große Sorgen; doch, wie ein heis trer Morgen durch dunkle Nächte bricht, so hab' ich's stets erfahren. Der Herr weiß 476 Gesinnung und Verhalten des Christen weiß zu bewahren, und führt durch Finsterniß zum Licht. 3. War Menschenrath vergebens, so kamst du, herr des Lebens, und halfft und machtest Bahn. Dich ließ ich thun und rathen; denn du thust große Thaten und nimmst dich unser huldreich an. 6. Ich harre fromm und stille, bis, Herr, mein Gott, 4. Du willst in meinem dein Bille mich nach dem Ulter mein Stab seyn, mein Kampfe krönt. Un meiner Erhalter, nach deiner Vater Laufbahn Ende sink' ich in treu'. Bin ich gleich schwach Jefu Hânde, denn er hat und müde, bei dir ist Trost mich mit dir versöhnt. Gesinnung und Verhalten des Christen unter besondern Umständen. und Friede; du stehst mir in der Schwachheit bei.. 5. Wie flieh'n des Lebens Stunden, wie bald ist es verschwunden! Ich bin dem Ziele nah', dem Biele aller Leiden. O welche hohe Freuden erwarten meine Seele da! Bei allgemeinem Wohlstande. men und Reben besetzt, die uen, mit schlängelnden Ba die chen beneßt, die Gärten, Flächen der Felder umher, wie tragen sie immer an um Himmel er Früchten so schwer! 4. Es blühen Gewerbe und Künste im Land, und Nahrung und Wohlfahrt in jeglichem Stand. Mild werden hier Fleiß und Vers dienste belohnt; bier ist es, wo Recht und Gerechtigkeit wohnt. In eigener Melodie. 625 3 hebe dich, Freus dengefang! Hoch tóne aus fröhlichem Herzen der Dank! Auf, Alle, von Vaterlands liebe durchglüht, singt mit uns dem Höchsten ein feierndes Lied! 2. Er läßt uns bewohnen ein glückliches Land; beichirmt und erfreut es mit wohlthåt'ger Hand, sein Segen ergießt sich auf alle herab, und våterlich wendet Gefahren er ab. 3. Die Berge, mit Bau5. Religion strahlt uns fo himmlisch, so mild. wo uns nicht leuchtet die Sonne, ihr Bild, erhellt sie uns Erdenbewohnern Pfad und gibt uns Erleuch tung, Erquickung und Rath. 6. Wunscht den unter besondern Umständen.477 6. Wünscht, Glückliche, 2. Du siehst des Landes wünschet dem Vaterland Noth; sie kam auf dein GeGlück! Ein Jeder bezeuge bot. Du kannst mit starken mit freudigem Hånden sie lindern und auch schätze das Gute dem Höch enden. Ein Wort aus deisten zum Preis; es jauchze nem Munde verandert Seit der Jüngling, und Stunde. und der Greis! Blick: er der Mann 7. Uns bleibe das Christenthum theuer und werth; Gott werde durch Weisheit und Tugend verehrt; Gerechtigkeit ziere den fürstli: chen Thron, den Bösen zum Schrecken, den Guten zum Lohn. 8. Wohl Jedem, der's fühlet, wie glücklich er ist im Lande, wo Eintracht und Liebe sich küßt! Ein Jeder beförd're, so viel er nur kann, des Baterlands Beste, und freue sich dann! 9. Gott, sei uns stets freundlich, und fördere du das Werk unsrer Hände in Frieden und Ruh'; so leben wir glücklich und wallen von hier zum Vaterland droben, o Bater, zu dir! In allgemeiner Noth. Mel. Auf meinen lieben Gott züchtigt deine 626 ster, jegt das Land. Zu deiz nem Vaterherzen erhebt in Furcht und Schmerzen sich das Geschrei der Armen; erhör' es mit Erbarmen! 3. O Herr, wir murren nicht. richt Gerecht ist dein Gebei Ullem, was wir dulden; denn groß sind unfre Schulden. Du züchtigst doch noch minder, als wir's verdient, wir Sünder. 4. Ja, Vater, deine Huld ist größer als die Schuld. Gedenke denn der Deinen, die reuig vor dir weinen; laß tiefgebeugten Seelen nicht Troft und Hoffnung fehlen! 5. Verkürze, guter Gott, die Dauer unsrer Noth, und die voll Kummer flehen, laß bald Erleicht'rung sehen! Verwandle du ihr Leiden in neue Lebensfreuden! 6. Doch wenn, o Herr der Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübfal zu ent= fernen, so stárk' uns, daß wir lernen, mit ehrfurchtsvollem Schweigen vor dir uns kindlich beugen! 7. Herr, deine Büchtigung leit' uns zur Besserung! Laß sie die Sichern schrecken, die Schlummernden und Redlichfromme stårken, auf dein Gebot zu merken! 8. Wenn unser Herz dich liebt: so wird, was uns betrübt 478 Gesinnung und Verhalten des Christen trübt, uns doch zum Heil gest du sie Ullen, die d'rum gedeihen und uns zulegt er freuen; es wird uns deine Gnade ein Licht auf dunkiem spfade. bitten, zu durch den, der unser Mittler ist, durch unsern Heiland Jefum Chrift. 9. So stårke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Muth ihm fehle. O sprich zu uns rer Sccle: Getrost! dich foll kein Leiden von meiner Liebe scheiden. 10. Um Schluß von unferm Lauf klårt einst sich Alles auf! Dann wird die Aussicht heiter; dann thránt kein Auge weiter; dann finden unsre Herzen Wonne nach den Schmerzen. nur 627 W höchsten In eigener Mclobie. enn wir in In Kriegszeiten. Nöthen seyn und wissen nicht, und wo aus, noch ein; wel. Wer nur ben lieben Gott finden weder Hülf 628 sieht, ott, Kriegeswet noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. Dann bleibt das unser Trost allein, daß wir uns deiner Hülfe freu'n; wir flieh'n zu dir, du treuer Gott, du einz'ger Helfer in der Noth! 5. D'rum kommen wir, Herr, unser Gott, und klas gen dir all' unsre Noth. Uch, deine Vateraugen seh'n, wie hülflos, Herr, wir vor dir steh'n. 6. Nur du bist unsre Zuversicht! Vergilt nach unsrer Schuld uns nicht; steh' uns in unsern Nöthen bei und mach' uns aller plage frei. 7. Dann danken und lobfingen wir mit freudevol lem Herzen dir; gehorsam deinem theuern Wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. 3. Wir heben unser Nug' und Herz hinauf zu dir in unserm Schmerz und fleh'n dich um Begnadigung und unsers Elends Linderung. 4. Nach deiner Gnade sa ter jetzt über unser Haupt einher. Doch, bist du unser Schuß und Retter, so schreckt uns keines Feindes Heer, wie sehr es auch Gefahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. 2. O gib in diesen bangen Tagen uns, Herr, den Sinn, auf dich zu seh'n, und da, wo And're troftlos zagen, mit Zuversicht zu dir zu fleh'n, weil Menschenhülfe wenig nügt unter besondern Umständen. 479 nügt, wenn deine Macht Steh' uns bei, Ullliebender, uns nicht beschüßt. Herr der Welt, Allmächtiger! Hor' uns, rett' uns aus der Noth! Hilf; denn allenthalben droht Raub, Verwüstung, Elend, Tod! 2. Ach des Krieges Flammen glüh'n! Ordnung, Ruh' und Segen flieh'n. Keine Hülfe sehen wir, keine Hülfe, als bei dir. Denk' an uns in Gnad' und Huld, nicht an unsrer Sünden Schuld; gib uns Hoffnung und Geduld! 3. Nicht blinder Zufall herrscht auf Erden: du bist es, der die Welt regiert. Laß jetzt die Menschen inne werden, daß deine Hand das Ruder führt. Du, Herr, bist unsre Zuversicht! Wir trau'n auf dich, verlaß uns nicht! 4. Dir werfen wir uns in die Arme und flehen um Barmherzigkeit! Sei unser Bater und erbarme dich über uns zur bösen Zeit! Beschüße gnådig Stadt und Land vor Blutvergießen und vor Brand! 5. Doch findet dein allweiser Wille noch hårt're Průfungen uns gut; so fassen wir in frommer Stille, voll Zuversicht und Glauben, Muth. Du bist gewiß zu rechter Zeit zu retten uns, 0 Herr, bereit. 6. Froh werden wir dann rühmen müssen, wenn du uns wieder wohlgethan: Gott brach nach uns verborg'nen Schlüssen zum Heil uns auch durch Noth die Bahn. Du bleibest unsre Zuversicht! Barms herziger, verlaß uns nicht. In eigener Melodie. 629 11m Erbarmen fles und Vater, jetzt zu dir. 3. Du, der zu dem Meere spricht: Bis hieher und weiter nicht! Sprich, o Ho.bster, nur ein Wort, und die Schrecken fliehen fort; Fried' und Ordnung, Glück und Ruh' eilen Neuem zu. Gott, bist du! uns von Unsre Zuflucht, 4. Gibst du Frieden: dann, Herr, bebet unser Herz nicht mehr. Uch, wir Alle beten dann deine Macht mit Freuden an. Aber jetzt noch seufzen wir, jetzt noch fleh'n wir angstvoll hier um Er barmen, Gott, zu dir! Mel. Wann mein Stündlein 630 aft du denn ganz dein Ungesicht, o Herr, vor uns verborgen? Vernimmst du unsre Seufzer nicht; entgeh'n dir unfre schwere Macht; Gott, wenn nicht 480 Gefinnung und Verhalten des Christen nicht deine Vorsicht wacht, so müssen wir verderben. 2. Der Krieg im blutigen Gewand verheeret die Gefilde, und Noth und Urmuth drückt das Land, das sonst dein Segen füllte. Ach, Ul ler Herz ist freudenleer und keine Ruh' erquickt uns mehr; sie ist von uns gewichen. nun dich finden! Uch, dampfe unsrer Feinde Wuth, lösch aus des Krieges wilde Glut, ch' sie uns ganz verzehret! 7. Gib deiner Gnade theures Pfand, gib uns den Frieden wieder! Errette das bedrängte Land, erhalt' uns unsre Güter, damit wir dir, von Ungst befreit, die Opfer unfrer Dankbarkeit in sichern Tempeln bringen. 3. Gefahr umgibt uns in der Nacht und wächst mit jedem Tage. Sind wir von kurzem Schlaf erwacht, so wacht auch unsre Plage. Der harten Krieger wilde Wuth droht uns mit Feuer und mit Blut; o wer, wer kann uns schützen? 8. Regiere du selbst unsern Sinn, daß wir, dir ganz ergeben, des Lasters Bahn mit Abscheu flieh'n und nur der Tugend leben! Wir lass sen dich, Erbarmer, nicht, bis uns dein huldreich Angesicht zum Segen wieder strahlet! 4. Du kannst es, du er hab'ner Gott! Es steht in deinen Händen, uns zu erretten, unsre Noth zu unferm Glück zu wenden. Du kannst dem Elend, das uns Zur Friedensfeier. drückt, das dein Gericht uns 631 3er, u bir, UL. Mel. Herr, Gott! dich loben dir, Unendli l zugeschickt, allein allmächtig steuern. 5. Es haben Lanzen, Spieß und Schwert, mit welchen Feinde drohten, schon oft in Sicheln sich verkehrt, sobald gütiger, der Völkern still zu seyn gebot und Frieden fandte, zu dir, Gott, steigt unser Jubelton empor! Zu unsrer höhern Brüder Chor singt unser Herz, entflammt von Dank, den lauten hohen Lobgefang: Gelobt, gelobt sei Gott! der Weltbeherr scher, Gott! der Weltbeglücker, Sott! der Friedensgeber, Gott! 2. Wer ist an Majestät dir gleich! Un Güte und an Macht dein Wink geboten. So machtig bist du immer noch; ach so gebeut, so rede doch! Was du sprichst, muß geschehen. 6. Bergib uns gnåbig unfre Schuld, vertilge unsre Sünden! Du bist ein Gott voll Baterhuld: so laß auch unter besondern Macht so reich. Du sprichst ein Wort: der Himmel schweigt. Du sprichst ein Wort: der Erdkreis neigt fich tief anbetend vor dir, Gott, und ehret schweigend dein Gebot! Du siehest Völker sich entzwei'n, mit Schwert und Waffen sich bedräu'n; die Waffen finken und der Streit wird still, wird Ruh' und Einigkeit, sobald, Herr, deine Rechte dräut, und Völkern still zu feyn gebeut. 3. verheerend war empörter Völker Zwift! Gefahr und Angst und Noth und Tod umgab uns drohend; offen stand das Grab, und unsre Brüder sanken hin, bei Schaaren in das Grab das bin; und Schmerz der Mutterherzen brach, und blut' ge Thränen folgten nach. Gott, furchtbar war der Völker Zwift. Dank dir, Allgütiger, er ist durch dich, der Erd' und Himmel trägt, geschlichtet und nun beige legt! wie schreckend, wie 632 N dem Gnädigen, Mel. Lobet ben Herren abet anbetend Umständen. 481 5. Laß ihn, laß ihn beständig seyn, den Frieden, deß wir uns jegt freun; in seinem Schooße laß uns nun, und spät noch unfre Nachwelt ruhn! O segne, Gott, das Vaterland, den Fürften, segne jeden Stand! So lang du uns noch wallen heißt im Pilgerthal, laß deinen Geist den treuen Führer Aller seyn! Dann führ' zur ew'gen Ruh' uns ein! Amen! 4. Das Schwert, das Bruderblut vergoß, ist weggelegt, aus deinem Schooß frömt uns des Friedens fanfte Rub' und Ueberfluß und Segen zu. Hier liegen wir und beten an nahet Beglückte! Singt ihm; er ist's, ber den Frieden vom Himmel uns schickte! Preiset ihn hoch, weg ist das härteste Joch, das unser Vaterland drückte. 2. Vater, du weißt es, was wir von der Zwietracht erfuhren; grause Verheerungen sind noch die trauris gen Spuren! Aber wie hell rinnt nun der Segnungen Quell durch die verwüsteten Fluren! 3. Hör', o Allgütiger, gnädig das Jauchzen der Deinen! Höre, Erretter, den Jubel der Großen und Kleinen! Friede gabft du, Friede und sichere Ruh, Freude nach Klagen und Weinen. 4. Dank dir, o Vater, dich, Gott, der dies an uns ge- und Ehre und Preis deinem tban! Namen! Sie sind erduldet, * die 482 Gesinnung und Verhalten des Christen die Leiden, die über uns Wärme, Thau und Regen: tamen; fern ist die Noth! Segnend erhalt' uns, o Gott, was du verliehen hast! Amen. so kehrt dein reicher Segen zurück in unser Land. In Wassersnoth. Miel. Herzliebster Jeſu! 634 dem I Herrn zu jes u bester Trost der Zeit vertrauen, und fiets mein weil auf diesen Felsen bauen; auch in den nächsten schrecklichsten Gefahren kann er bewahren. 2. Ich will ihm trauen auch in Ungewittern, vor denen selbst der Erde Säulen zittern, und da, wo, Bergen gleich, empörte Wellen zum Himmel schwellen. 3. Sei Alles Sturm und Aufruhr und Getümmel: Gott schuf das Meer, den Erdkreis und den HimmelWas er gebeut im Himmel und auf Erden, das, das muß werden. 4. 3um wilden Strome spricht er: Fleuß mit Stille! nnd allgewaltig ist sein Herrscherwille; der Strom ge horcht, die Wogen sinken nieder und ruhen wieder. In Theuerung. Mel. Von Gott will ich 633 D ber Armen, Beherrscher aller Welt, du Vater voll Erbarmen, der, was da lebt, erhält, schau' ber auf unsre Noth; erbarme dich der Deinen; wir Armen gehn und weinen und schmachten, Herr, nach Brod. 2. Erbarmender, ach wende der Zeiten schweren Lauf! Thu' deine milden Hände, uns zu versorgen, auf! Was irgend Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen. Nähr' uus auch, schaff' uns Allen bei unserm Mangel Rath! 3. Den Reichen gib Erbarmen, Gefühl für Andrer Schmerz, und zu erfreun die Armen, ein mitleidsvolles Herz, damit sie mild ihr Brod troftlosen Brüdern brechen und nicht gefühllos sprechen: Geht hin; es helf euch Gott! 4. Laß unsre Frucht gerathen, uns wieder zu erfreun; und allen unsern Saaten gib Wachsthum und Gedeihn! Mit milder Vaterhand gib 5. Wer händeringend sein Geschick beklagte, den Abgrund offen sah und schon verzagte, frohlocket dann und rufet: Gott ist Netter im Sturm und Wetter! 6. So mögen denn Gefahren mich umschweben und Eis unter besondern Umständen. 483 Eisgebirge sich im Strome daß du durch deine Macht. heben, und fürchtbar dro: hend jeden Damm erschüts tern; ich will nicht zittern. 7. Zu dir empor will ich am Strome schauen und das thun, was ich soll, und bir vertrauen. Du. Herr, kannst stets uns retten und bewahren in den Gefahren. die wilde Fluth bezwungen! Verheerend brach sie los, gleich dem empörten Meer, die Wellen rauschten schon fast über uns daher. Mel. Was mein Gott will 63523 ir sind in Noth: laß uns, o Gott, die Fluth nicht überschwemmen! Nimm uns in Acht; wehr' ihrer Macht! Du kannst die Wogen hemmen. Verbirg jetzt nicht dein Angesicht, gedenk' an uns in Gnaden! Gott, wenn uns jetzt dein Arm beschüßt, was kann die Fluth uns schaden? 2. Ach, hilf uns, Herr, Allmächtiger, um Jesu Chrisi Willen! Ach, du allein fannst uns befrein, kannst Sturm und Wellen stillen. Erbarme dich, hilf väterlich; beschüß' uns Gut und Leben! Dann wollen wir dir, Gott, dafür Dank, Preis und Ehre geben. Nach überstandner Noth. Mel. Nun banket Alle Gott 636 Lob, Ehr und Dank sei dir, großer Gott, gesungen, 2. Doch mitten in der Fluth bewiefest du Erbarmen und halfsft uns väterlich. Du zeigteft an uns Armen, daß du, Allvater, nie uns allzusehr betrübst, uns nie verlassen kannst, uns auch im Leiden liebst. 3. Dies thatst du, Mächtiger, der jeder Fluth gebieten, der Meere zähmen kann, so mächtig sie auch wüthen! Du schüßest, du erhältst, du hilfft in jeder Noth; du bist der Fluthen Herr, du bist der Meere Gott. 4. Wer wollte dir, o Herr, durch Sünden widerstreben, und nicht in Heiligkeit zu deiner Ebre leben? Folgt deinem Wink der Strom, gehorcht dir alle Welt: wie sollten wir nicht thun, was, Vater, dir gefällt? Nach einer Feuersbrunst. Mel. Wann wir in höchsten zott, deffen 637 Gott Macht des Feuers Kraft zum Segen und Verderben schafft; mit welcher schrecklichen Gewalt X2 ver= 484 Gefinnung und Verhalten des Christen verwüstet's, und wie leicht, wie bald! 2. Ach, manche Häuser hat's verzehrt, und mancher 638 Menschen Glück zerstört! Auch dies bat deine Hand gethan; wir weinen, Herr, und beten an. 3. Wir weinen und verehren doch auch deine Huld; sie half uns noch und bielt der Flammen schnellen Lauf, der Uebrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern Brüdern seufzen wir in ihrem Sammer, Gott zu dir. Laß sie nicht hülflos, trößle die, die bu gebeugt haft, segne sie! 5. Ach, der Verschonte fliehe nicht die Uebung seiner schönsten Pflicht, der Pflicht: Betrübte zu erfreun, barmherzig durch die That zu seyn! 6. Uns wieder segnen kannst du, Gott, in Heil verwandeln jede Noth. Ja, weise, liebevoll, und gut ist Alles, was bein Wille thut. 7. Gib Unterwerfung und Geduld, und laß uns deiner Vaterhuld mit frommer Zuversicht vertraun, und stets auf deine Hülfe baun! Nach großem Verlust. Mel. Herzliebste: Jesu! 8. Schüß' unser ganzes Vaterland vor Mangel, Seuchen, Krieg und Brandi Gib, weil du unser Vater bist, uns Allen, was uns heilsam ist! Du haft es mir D" gegeben genommen: Preis bir, o Herr! Zwar ist mein Herz beklommen; doch mein Veriraun, mein Glaube soll nicht wanken; ich will dir danken! 2. Verborgen mir, doch gütig ist dein Wille! Du bist mein Gott, und meine Seel' ift ftille. Du führst gewiß mich auch auf rauhen Wegen dem Heil entgegen. 3. Wenn's nüßlich mir und wenn es deiner Ehre, Allwissender, gemäß gewefen wäre; du hätteft lieber stück mir zugewendet, als Noth gesendet. 4. Du fahst vielleicht, ich würd' in guten Tagen nicht mehr nach dir und deinen Rechten fragen; ich würde stolz des Glücks mich überheben und fündlich leben. 5. Gott, wenn ich dies im Stillen überlege, so preif ich dich und ehre deine Wege. Was hülf' es mir, die ganze Welt zu erben und zu verderben? 6. Und viel des Guten ist mir noch geblieben, mein guter Name; Freunde die mich lieben, und, Dank ſei dir, es ist mein gut Gewiss ſen mir nicht entriffen. 7. Wie unter besondern 7. Wie sollt' ich nicht auf deine Güte schauen: nicht rubig feyn und standhaft dir vertrauen? Auch künftig wirst du, was zu meinem Leben mir Noth ist, geben. 8. Herr, segne du die Arbeit meiner Hände und leite gnädig mich bis an mein Ende! Mit Allem, was du fügst und mir beschieden, bin ich zufrieden. Umständen. 485 Geschäfte zu deinem Ruhm und Preis! 4. Laß dir auch meine Lieben empfohlen seyn, o Gott! Nichts müffe sie betrüben, kein Unfall, keine Noth! Gefund laß sie mich wieder bei fro ber Rückkehr seh'n; dann sollen unfre Lieder, Herr, dankbar dich erhöhn! Der reisende Jüngling. Auf der Reise. Mel. Lobt Gott ihr Christen ud Mel. Befiehl du deine Wege 640 Auch außer meis 639 Beglücke meine Reise; Gott, ich vertrane dir! Sei gnädig und beweise, wie treu du bift, an mir! Auf allen meinen Wegen begleite väterlich mit deinem Heil und Segen, mit deinem Schuße mich!. 2. Ich bin in deinen Händen, deß darf mein Herz sich freun; denn du kannst Hülfe senden, wo mir Gefahren dräun. Bin ich bei dir in Gnaden, so fürcht' ich nichts, o Gott, du wehreft allem Schaden, mein Helfer in der Noth! 3. So will ich denn mein Leben, mein zeitlich Glück und Gut mit Ruhe übergeben, Gott, deiner treuen Hut. Erhalte meis ner Kräfte, beglücke meinen Fleiß und meiner Pflicht nem Vaterland wirft du, Gott, mit mir feyn. Wo immer nur mich deine Hand hinführt, da bin ich dein. 2. Vergeß' ich dieser Wahrheit nicht; bin ich von Herzen gut und üb' ich treulich meine Pflicht, so hab' ich frohen Muth. 3. Doch, Herr, ich fühle mich noch schwach; drum stärke du mein Herz! O hilf du meinem Streben nach, und sichre mich vor Schmerz! 4. Der Reiz der Sünd' und Eitelkeit entlocke dir mich nie! Was kurz vergnügt und lang gereut, gib, daß ich's weislich flieh'! 5 Wo man mich sieht und Freund mich nennt, laß tugendhaft mich seyn, und dort auch, wo kein Mensch mich 3 480 vepnnung und Verhalten des Christen mich kennt, das Laster ernstlich scheun! 6. Nur wer die Jugend ehrt und liebt, deß Beispiel führt zu dir; o du, Mel. Der unsre Menschheit der Alles hat und gibt, 641 D" to welchen D teine Welt Gott, solchen Freund gib mir! 7. Dem Freunde wilder Fröhlichkeit, dem Freund von Lift und Spott, von Wollust, Spiel und Ueppig feit entreiße mich, mein Gott! 8. Wer Wahrbeit, Pflicht und Recht verdreht, der föße Gram mir ein; vor dem Verruchten, der dich schmäht, erzittre mein Ge sein! 9. Mich lehre stets dein heilig Wort auf guten Wegen gehn, und, wenn ich kann, an jedem Ort im Tempel dich erhöhn! 10. Dann bin ich meiner Aeltern Luft, im Alter einst ihr Stab und keines Lasters mir bewußt, begleit' ich sie an's Grab. 11. Mir folgt ihr Segen durch die Welt, bis einft mein Auge bricht, und meinen Geift, der dir gefällt, erschrecket kein Gericht. 12. Gedanke der Unfterblichkeit, erhebe meinen Geift! Wohl mir, es ist die Ewigkeit, wohin der Glaube weist! Fürbitte für liebe Abwesende.d umschließt, der du allgegenwärtig bist mit allen deinen Segen, wo meine Lieben sind, auch da bist du voll Huld, bift ihnen nah auf allen ihren Wegen! Dies ift's, was meine Thränen ftillt, wenn banges Sehnen mich erfüllt. 2. Mach' ihnen mild das ferne Land, und laß, an deiner Vaterhand, sie dort Sei, auch Freunde finden. wenn ein Unfall ihnen droht, ihr Schuß, ihr Retter in der Noth; bewahre sie vor Sünden! Auch dort sei stets der Tugend Ruhm ihr unverletztes Eigenthum. 3. O kehren sie mir einft zurück: des Wiedersehens großes Glück macht froh schon meine Seele. Doch säh' ich auch ihr Angesicht nun ferner hier auf Erden nicht; was ift's, daß ich mich quäle? Sch weiß, º Gott, ein Tag erscheint, der wieder mich und sie vereint. 4. O wie gedenk' ich dein so gern, du Tag des Lebens, Tag des Herrn! Wann wir dein Licht erscheinen? O Tag, der die mir wieder gibt, unter besondern Umständen. gibt, die trauernd meine Seele liebt, die Seligen, die Meinen! Wie wird sich unfre Seele freu'n! Wie selig werden dann wir seyn! Bei ansteckenden Krankbeiten. Mel. Allgegenwärtiger, ich en unserm Kum 642 J mer fallen wir gebeugt und demuthsvoll vor dir, o Herr des Lebes, nieder. Ach, uns bedroht ein schneller Tod; schon würgt er unfre Brüder. 2. Der Seuchen Gift verbreitet sich, und Gott, wen haben wir, als dich, der seine Wuth ihm raube? Wo deine Macht uns nicht bewacht, so werden wir zu Staube. 3. Ach, Viele fanken schon ins Grab so unerwartet schnell hinab. Wie ist um Hülf uns bange! O schone noch! Entreiß uns doch dem nahen Untergange! 4. Oft retten Kunst und Vorsicht nicht. Wir haben teine Zuversicht, als nur zu deiner Güte; du bift der Herr! Gib, daß nicht mehr der Tod so schrecklich wüthe! 487 allein kannst uns befrei'n, und wir sind deine Kinder. 6. In deiner treuen Vaterhand rubt Tod und Leben, Volk und Land. Entferne jede Plage! Verzagten Einn nimm von uns hin! Gib wieder heit're Tage! 7. Doch willst du uns noch nicht befrei'n, so lehr' uns doch geduldig seyn, und dir uns ganz ergeben: und sterben wir, laß uns vor dir in deiner Wonne leben! 5. Wir glauben an den Sohn und dich; o darum schaue väterlich auf tiefgebeugte Sünder! Denn du 8. 3eig allen Sterbenden dein Heil, und gib, daß sie ihr bestes Theil im Himmel nicht verlieren! Laß sie den Tod aus jeder Noth zum beffern Leben führen! 9. Laß unser gläubiges Gebet, das, Herr, zu dir um Gnade fleht, dir, Vater, wohlgefallen. Der reinste Dank und Lobgesang wird dann bei uns erschallen. Dank für Gottes Hülfe. Mel. Ein Lämmlein geht nir kommen, 643 Wi Helfer, dir Gesang und Ruhm und Preis zu bringen. Des ganzen Volkes lauter Dank foll, Retter, dir lobsingen. Wir schwebten in Gefahr und Noth; wir fahen überall den Tod mit seinen Schrecken X4 dros 488 Gesinnung und Verhalten des Christen In Krankheiten. drohen. Nun wüthet seiner Seuchen Heer durch unser Vaterland nicht mehr; sie sind vor entflohen. Mel. Wie groß ist bes lieg ich, 2. Wir fahen dort und 644 Herr, en angst fahen hier so viele Brüder sterben, und allenthalben waren wir umfangen vom Verderben. Da galt kein Schonen! Stündlich war uns nah und furchtbar die Gefahr und alle Kunst vergebens. Den Würger trieb kein Arzt zurück, auch ihm schien jeder Augenblick der legte seines Lebens. 3. Allmächtiger, wir alle schrie'n zu dir mit bangen Herzen. Wir sind erhört! die Seuchen flieh'n; du beileft unsre Schmerzen. O du Erbarmer voll Geduld, du bast nach unsrer Sündenschuld auch diesmal nicht gelohnet. Gezüchtigt, o wir preifen dich, gezüchtigt haft du väterlich und väterlich verschonet. 4. Dich, der du von Gefahr befreift, dich müssen Alle loben! Sei ewig, Vater, Sohn und Geist, von deinem Volk erhoben! Dich, Retter, bete Jeder an! Es jauchze, wer nur danken kann, und ehre dei nen Namen, und rühme: Gott ist unser Gott! Er hilft uns gnädig in der Noth! Erhebt ihn! Amen! Amen! und Schmerzen und flehe, weil ich fleben kann, aus vollem, tiefgerührtem Herzen dich kindlich um Erbarmen an. Wen hab' ich sonst in diefen Stunden? Wer kennt so ganz mein Leid, wie du? Wer heilt die mir geschlagenen Wunden? Wer sendet mir Erquicung zu? 2. O Gott, du Vater aller Väter, der gern den Leidenden erfreut, zu dem so mancher fromme Beter, und nie umsonst, um Hülfe schreit, auch mich laß nicht vergeblich fleben! Auch meines Herzens nimm dich an und lehre mich auf Alles sehen, was Freude mir ges währen kann! 3. Du wirst fja nie des Helfens müde; du weiß es, was der Kranke fühlt, und gibst ihm Hoffnung, Troft und Friede, wenn Schmerz in seinem Innern wühlt. Dies fagt mir, der ich dir vertraue, zu meiner Ruh' dein göttlich Wort; dies treibt, so oft ich auf dich schaue. die Furcht aus meiner Seele fort. 4. Auch dieser Krankheit schweres Leiden verhingst du liebreich über mich. Auch bier unter besondern Umständen. hier, wie im Genuß der Freuden, erkennt mein Herz als Vater dich. O gib, daß ich dies stets empfinde! O stärke selbst mich in Geduld! Vergilt mir, dem verirrten Kinde, nicht ganz nach meiner Sünden Schuld! 5. Verlängre, Herr, mein Eroenleben, wenn's deinem weisen Rath gefällt! Und dann sei es nur dir ergeben, nur dir, mein Netter, nicht der Welt! Doch soll ich meinen Lauf vollenden! dann bebe meinen Geift zu dir, und ist mein Geist in deinen Händen, o, guter Gott, was fehlet mir? 645 H Mel. Alles ist an deinem Segen ilf mir, Gott, der Krankheit Plagen, die mich drücken, ftill ertragen, und mit kindlichem Vertrau'n bei der Sehnsucht meines Herzens um Erleicht'rung meines Schmerzens nur auf deine Vorsicht schau'n! 2. Deiner Weisheit kann's nicht fehlen, immer das nur zu erwählen, was das Beste für uns ist. Dies will ich zu Herzen faffen, und mich ganz dir überlassen, der du auch mein Vater bist. 3. Sanfter Antrieb, ernste lehre, daß ich in mich selber kehre, sei der Schmerz, die Krankheit mir! Ihre 489 Laft nicht zu vergrößern, bilf mir meine Seele beffern; alle Hülfe kommt von dir. 4. Vater, Helfer aller Kranken, Quelle tröftender Gedanken, steh' mir bei mit deiner Kraft! Sie nur kann erretten, stärken; lehre mich auf sie fiets merken, die aus Leiden Freude schafft! 5. Guter Muth und heitres Wesen fei in meinem Blick zu lesen; Rub' erfülle meine Brust! Hoffnung stärke mich, und Freude set mein Glaube, wenn ich leide; dir zu folgen, meine Luft! Viel. Wer nur den lieben Gott 646 Nicht nicht mehr, als meine Kräfte tragen, Barmherziger, legst du mir auf! Nicht immer wird der Schmerz mich nagen; es folgt gewiß Erquickung drauf. Auf meinem Krankenlager hier lobsing' ich, o mein Vater, dir. 2. Weil mich die Welt zu sehr zerstreute, rufft du mich in die Einsamkeit; weil ich den Kampf zu ängstlich scheute, führst du mich mitten in den Streit, und übft durch körperlichen Schmerz, mein von Geduld entwöhntes Herz. 3. Den Kelch der Trübsal soll ich leeren! Ach, Herr, du weißt, das Fleisch ift schwach 5 490 Gesinnung und Verhalten des Christen schwach! Vergib, wenn eine mir dein Wort nicht zu: Fluth von Zähren hervor Gott ist dein Vater; Kind aus meinen Augen brach' bist du! O stärke, Gott, voll Vaterhuld, mein Herz durch Glauben und Geduld! 3. O du, mein bester Vater, glaubte nur meine Seele kindlich dir! O daß mir doch kein Zweifel raubte den füßen Troft: Gott ist bei mir! Ja, Vater deine Huld und Kraft ist Allem nab, was sie erschafft. 4. Der Schmerz, der meis ne Glieder schwächte, beraubet mich der fanften Rub'; ich bring, o Gott, die lan= gen Nächte auf meinem Lager schlaflos zu; der Menschen Hülf' ist schwach und klein; doch du, du wirst mein Helfer feyn. 5. Dein Wille mag allein entscheiden, wie lang die Prüfungsstunde währt! Und wenn auch ganz im Kampf der Leiden sich meine Lebenskraft verzehrt; wenn auch mein Herz im Tode bricht: Du, Herr, bist meine Zuversicht! 4. Wenn Schmerz und Leiden mich bestürmen, so denk' ich dein und deiner Huld. In allem Weh, in allen Stürmen verleih' mir Weisheit und Geduld! Beruhige mein Herz, und sprich: Sei nur getroft und hoff' auf mich! 5. Wie litt im allerbängsten Leiden so fille duldend Jesus Chrift! Leid' ich ihm nach, ein Meer von Freuden, das ewig unerschöpflich ist, umfließt mich dann vor meine Mel. Wer nur den lieben Gott 647 Schmerz und Freude sendest, mit Weisheit unser Schicksal lenkst, und Alles uns zum Besten wendest, was du nur über uns verhängst, du hast nicht Luft an meiner Pein; auch sie soll mir zum Heil gedeihn. 2. Auch durch die Noth führt mich zum Ziele der Seligkeit, Gott, deine Hand und deine Tröstungen, wie Mel. Wann mein Stündlein viele haft du mir schon ins 648 6.8 is bein Wi Herz gesandt! oft ruft Herr, mein Gott, Leiden, so mein Lohn! 6. Durch Leiden wird mein Herz ihm offen; durch Glauben naht fich ihm mein Geist. Der stille Dulder nur darf hoffen, darf hoffen das, was Gott verheißt. Zu solcher Hoffnung stärke mich: So preis ich auch in Schmerzen dich! unter besondern Umständen. Gott, daß ich jetzt Schmerzen leide: doch du bist helfer in der Noth und kehrst sie gern in Freude. Was ich bedarf, ist dir bekannt; mein Leben steht in deiner Hand; deß soll mein Herz sich trösten! 3. Verhüte, daß der Krant. heit Pein zu schwer mir Schwachen werde. Laß mir Erquidung angedeihn, erleichtre die Beschwerde. Du Vater, weißt, was jeden Tag zu tragen ich, dein Kind, vermag; hilf und erbarm' dich meiner! 491 Kampfes Schmerz erleichtre mir und laß mein Herz noch sterbend dir vertrauen! 2. Voll Hoffnung wend' ich mich zu dir; ich bleibe dir ergeben Herr, wie du willst, so schick's mit mir, zum Sterben oder Leben! Bei dit allein steht meine Zeit; 649 Dommt, und Mel. Wer nur den lieben Gott er Morgen nur mache mich der Seligkeit durch deine Gnade würdig! meine Plage wird mit dem Morgen wieder neu. Wie traurig fließen meine Tage, wie bang die Nächte mir vorbei! Der Morgensonne neues Licht erheitert meine Seele nicht. Erquicke, Gott, und stärke sie, die liebreich meiner pflegen; lohn' ihnen ihre Treu' und Müh' mit deinem besten Segen! Gib gegen sie mir Freundlichkeit; gib ihner Gott, Gelaffenheit, Geduld mit meiner Schwäche. 1 5. Soll tödtlich meine Krankheit seyn, und steht mein Grab schon offen, so laß mich Herr, von Sünden rein, auf deinen Himmel hoffen! Des legten bangen 6. Doch willst du wieder Kräfte mir zu längerm Leben schenken: dann laß, so lang ich lebe hier, mich dankbar dein gedenken, damit ich künftig jederzeit, mit aller Tren' und Redlichkeit, der Tugend Wege wandle! 2. Noch immer bin ich auf der Erde, wo Schmerz und Kummer mich umringt, wo täglich größere Beschwer- de zu Klagen mich und Thränen zwingt; noch immer fleh' ich unerhört um Stärkung, die mein Herz begehrt. 3. Erbarm' dich; eil' mir beizustehn! verlaß mich, o mein Helfer, nicht! Ach zeig' mir wieder auf mein Fleten dein väterliches Angesicht! Gib mir Geduld, gib mir im Schmerz ein ruhig dir ergebnes Herz. 4. Noch ist mein Schicksal mir verborgen, das diesen Tag mich treffen soll; doch € 6 ich 492 Gesinnung und Verhalten des Christen ich bin ohne Gram und Sorgen, du, Vater, kennst mein wahres Wohl. Und was dein Rath beschließt und thut, ist heilig, ist gerecht und gut. 5. Soll ich die Laft noch tänger tragen, ich halte deiner Fügung still. Dein Will' geschehe, will ich sa gen, wie du, Herr, willst, nicht, wie ich will! So, Bater, laß bei Schmerz und Pein geduldig mich, wie Jesus, seyn! 6. Einst kommen doch der Ruhe Stunden; einst rückt mein Abend auch herbei! dann, dann ist Alles überwunden, ich bin von aller Trübsal frei; dann folgt auf Sorgen, Gram und Leid, dort ewige Zufriedenheit. rung nur; ich danke dir auch Trost, Geduld und Faffung. 2. So trag' ich ruhig meis nen Schmerz und dieser Krankheit Plage; zu, dir erhebe sich mein Herz du Schöpfer meiner Tage! Durch Leiden zogst du mich zu tir, und nun, mein Vater, bist du mir ein Fels, auf den ich baue. 7. Gestärkt durch diesen hohen Glauben, vollend' ich meiner Leiden Pfad. Nichts soll mir meine Hoffnung rau ben; auch dann nichts, wann der Tod mir naht. Vielleicht noch heut erscheint er mir, und führt mich, Gott, hinauf zu dir. 3. Du bist es, der mich nicht verläßt, wenn auch der Tod erscheinet, dich hält mein Glaube dann noch fest, wann Alles um mich weinet. Sch bin getrost, wenn gleich betrübt die Freunde, deren Herz mich liebt, ießt um mein Leben zittern. 4. Auch sie verlaß, o Va: ter, nicht; stärk' ihre bangen Herzen, erfülle sie mit Zuversicht und lindre ihre Schmerzen! Ja, bir empfehl' ich sie, o Herr! Sei du ihr Schuß, Allgütiger, und trodne ihre Thränen! 5. Doch, sollten meiner Tage viel noch unter Leiden werden; bin ich noch fern von meinem Ziel, dem Ende der Beschwerden: so gib mir, Vater, deine Kraft, Mel. Wann mein Stündlein ai 650 Nach einer schmer- die Muth in jedem Leiden die hilft " Nacht feh' ich den Morgen wieder. Dein Auge, Gott, hat mich bewacht; dich preifen meine und siegen. Lieder. In großer Angst 651 verliebst du mir nicht lindMel. Wann wir in höchsten ( chon wieder Nacht; und Gram unter besondern Umständen. Gram und Schmerz zernagen immer noch mein Herz! Bie manche, manche lange Nacht hab' ich schon seufzend durchgewacht! 2. Da fchleicht so langfam mir die Zeit; da ist so öd' die Einsamkeit! Ich feufz' und ring' umsonst nach Rub', kein Schlaf drückt mir die Augen zu. 3. Doch trenn' ich mich noch nicht von dir, o Hoffnung! Nein, du bleibest mir. Gelegt, zu lindern Noth und Schmerz, hat Gott dich liebend an mein Herz. 4. Er ist's, der Muth und Zubersicht durch dich zu diesem Herzen spricht. Die Hülfe kommt; ich sehe schon durch dich des frommen Dulders Lohn. 5. O wär' kein Himmel, der einst lohnt; du, Vater, hättest mich verschont mit diesem Kelch voll Bitterkeit, versüßt mir meine turze Zeit 6. Noch fleht vor deinem Angesicht dein leidend Kind: It's möglich nicht, daß dieser Kelch vorüber geb? Doch nur dein Wille, Herr, gescheh'! 493 8. Doch bringt ihn nicht der Schlaf zu mir; fo bringt mir doch gewiß von dir bald mehr fein Bruder, ach, der Tod, der letzte treue Freund in Noth. 7. Fest halt' ich immer mich an dich! Ach, stärk' in meiner Schwachheit mich! Du bist so reich, so reich an Rub'; send mir nur ei nen Tropfen zu! Mel. Wer nur den lieben Gott 652 So ist mit aller feiner Plage nun abermals ein Tag vollbracht. Daß ich der Leiden Last ertrage, hilfft du mir immer, Gott der Macht. Auch heute warst du Beis stand mir, und herzlich dank ich dir dafür. 2. Nur auf die Nacht wird mir jeßt bange; denn immer mehrt sie meinen Schmerz. Da seufzet: Ach, mein Gott, wie lange! oft das beklommne matte Herz; da zähl' ich jeden Stundenschlag, und immer wird so spät es Tag. 3. Es flieht der Schlaf vor meinem Kummer; die Glücklichen besucht er nur. Nur selten sinkt ein leifer Schlummer auf die entkräftete Natur; doch schließt er mir die Augen kaum, fo schreckt mich schon ein schwerer Traum. 4. Wie traurig ist ein solches Leben! Wie schwer ein Loos voll Noth und Schmerz! Ward dies mir nur zur Qual gegeben? zum Dulben nur ein füh* 7 lend 494 Gesinnung und Verhalten des Christen lend Herz? Flieb, lästern- mich Schmerz und Krankder Gedanke, flieh! Ein Gott der Liebe quälet nie. 5. Er läßt rur Trübsal mich ergreifen, um höhren Freuden mich zu weihn. Ich foll durch sie zur Tugend reifen, um ihrer ewig mich zu freun. Den innern Menschen wedt der Schmerz; er läutert und erbebt das Herz. 6. So wird das Leiden mir zum Segen; und kurz ist hier mein Aufenthalt. Oft weht mir's auch schon kühl entgegen; beim ziehen die Gewitter bald. Vielleicht seh ich noch herbalich schön des Lebens Sonne niedergehn. 7. Drum will ich mich nicht troftlos grämen, nein, ruhig seyn in meiner Noth. Das wunde Herz mir abzunehmen, kommt endlich doch als Freund der Tod; er legt es sanft und kühl zur Ruh': den Geist führt er tem Himmel zu. beit plagt, ist diese Freude mir versagt. Bei der Abendmahlsfeier in der Krankheit. Viel. Wer nur den lieben Gett A, könnt ich A% 653 2 Ach hier, wo ich im Stillen bete, fei'r ich dein Abendmahl allein; doch, Ferr, ich weiß, an jeder Stätte taft du verheißen, nah' zu seyn. Wo je ein Frommer seufzt und weint, da bist du, großer Menschenfreund! 3. Laß das Gedächtniß deiner Leiden mir Schwachen Troft und Kraft verleihn! Laß es die Quelle hoher Freuden und Vorgefühl des Himmels seyn. Dein Leiden, dein Versöhnungstod erquicke mich in meiner Noth! 4. Wohl mir! Ich seh' den Himmel offen; ich fühle meine Seligkeit; ich kann von dir nun Alles hoffen der gnädig mir die Schuld verzeiht. Umringt mich auch der Leiden Heer; mein Herz erbangt davor nicht mehr. 5. Erscheint der Tod mit seinen Schreden: ich bin getroft und zage nicht. Wirst du vom Tode mich erwecken: ich bebe nicht vor dem Gericht. O mich erfüllt dein doch mit und wie dort mit frohem Muth! nen Brüdern im Tempel, Jefu, dich erhöhn, und froh mit deines Reiches Glie- Mel. Wer nur den lieben Gott dern, Herr, deines Todes 654 Dat, der mit Mahl begehn! Doch da Er unter besondern Umständen. Erbarmen auf feine schwaChen Kinder blickt! Wie haft du, o mein Gott, mich Armen durch dieses heil'ge Mahl erquickt! Du bist die Liebe, wandelst Noth in Segen und in Heil den Tod. 2. Nun laß mich sterben oder leben. Herr, wie du willst, ich folge gern; von Schmerz gequält, mit Angst umgeben, freut meine Seele sich des Herrn. Ich bin erlöft; drum schreckt mich nicht des Grabes Nacht, nicht das Gericht. 3. Und kommt sie dann, die ernste Stunde, die mich dem Irdischen entreißt: wohl mir, ich steh' mit dir im Bunde, ein frohes Urtheil hofft mein Geift. Dein bin ich, dein, und ew'ges Heil ist deiner Auserwählten Theil. 495 2. Du pflanztest ja dem Menschen des Mitleids Triebe ein; wie solltest du nicht Helfer, du nicht Erbarmer seyn? Wir würden gern ibn retten, doch ach, wir sind zu schwach. Thu', Bater, thu', was Keiner von uns für ihn vermag. Fürbitte für Kranke und Leidende. 3. Sieh', deine Kinder flehen für diese Kranken dich. Gieß Balsam in die Sunde und hilf ihm väterlich! O laß des Leidens Stunden bald, bald vorübergehn! Doch nicht, Herr, unser Wille, dein Wille soll geschehn! 4. Reichst du den Kelch des Todes vielleicht ihm heute schon und rufft aus unsrer Mitte du ihn vor deinen Thron: dann steh' ihm bei und führe ihn selbft durchs dunkle Thal; dann lindre ihm, Erbarmer, des Todes legte Qual! 656 G Gott der NächMel. Alle Menschen müssen Tage, Mel. Befiehl du beine Wege te, unfre Seele harret dein, 655 Barmherziger, er- hofft auf deine starke Rechte, höre der Liebe beißes Fleh'n! Laß den ( die) wir innig lieben, bald deine Hülfe seh'n! Er liegt und ringt und duldet, gequält von vielem Schmerz; wir sehn ihn an und weis nen: wie blutet unser Herz! weiß, du kannst nicht ferne seyn. Auch in stiller Nächte Stunden hat dich manches Herz gefunden, wenn es im Gebete sich sehnte, Herr, zu finden dich. 2. Bater, viele Menschen weinen, viele Kranken 496 Gesinnung und Verhalten des Christen ken schmachten jegt! Aber du verläffeft keinen, der auf dich Vertrauen feßt; trockneft liebreich KummerNach der Genesung. Mel. Nun banket Alle Gott tbränen und erfüllst der 657 Mit welchem kann Deinen Sehnen, die um Ruh' und Lind'rung fleh'n und auf dich voll Hoffnung fehn. 3. Sende, Vater, Muth den Schwachen, Licht in jedes trübe Herz! Allen, die bekümmert wachen, mildre freundlich ihren Schmerz! Laß die Wittwen, laß die Waisen deine Huld und Treue preifen! Bib den Kranken sanfte Rub'! Sterbenden sprich Tröftung zu! 4. O du treuer Menschen büter! Nacht ist, wie der Tag, vor dir! Herr, allmächtiger Gebieter, deinen Schuß erfleben wir! Allen, Allen, die jetzt leiden, öffne bald den Quell der Freuden, daß sie, frei von ihrer Pein, deiner Huld sich dankbar freun! 5. Jesus Chriftus, viele Nächte haft du für uns durchgewacht, und dem menschlichen Geschlechte durch dein Wachen Ruh' gebracht. Tröster, willst du deinen Kindern nicht durch Schlaf den Kummer lindern: o so lenke ihren Sinn hoffnungsvoll zum Himmel bin! dich, o Gott, mein Lied erheben? Nur deine Vaterhuld erhielt mir noch das Leben. Du standst mit deiner Kraft mir in der Schwachheit bei, und von Gefahr und Schmerz bin ich nun wieder frei. 2. Dem Tode war ich nah; schon fab ich für mein Leben an meinem Lager, ach, Verwandte, Freunde, beben; allein ich bebte nicht; mich schreckte nicht das Grab; gestärkt durch deinen Geift, fab ich getroft binab. 3. Allmächtig stärkteft du die halb erstorb'nen Glieder; ich fand in neuer Kraft auch neue Freuden wieder; und, Herr, nun gibst du mich den Meinigen zurück! Dir dank' ich, Gott, nur dir, des neuen Lebens Glück. 4. Herr, durch mein leben felbft will ich dir Dank beweisen, durch frommen Wandel dich an jedem Tage preifen, und redlich meine Kraft dem Wohl der Menschen weihn, um ewig einst bei dir des Lebens werth zu feyn. Vor unter besondern Umständen. 497 Vorbereitung auf den gen; laß sie sich mehr meiTod und Trost für Ster- ner Wonne freuen! bende. 3. Mein hingefallner Leib bleibt hier, ihn wird das Grab verschließen. Doch Mel. Mein Gott, das Herz einst wird es verkläret mir 658 Ball' ich ihn wiedergeben müssen. Du Sorg' und Schmerzen ab, und diesen Prüfungsstand: die Erde nebme, was sie gab; ich ruh' in Gottes Hand! kommst, Erwecker! Deine Macht, die ihn aus Nichts hervorgebracht, kann neu ihn wieder bauen. 2. Ich geh' den Weg zum ew'gen Licht; er mag mir dunkel seyn; des Todes Schlaf erschreckt mich nicht; ich geh' zum Leben ein. 4. Wie könnt' ich trauern, daß im Tod mein Leib zu Staub vermodert? Wie könnt' ich klagen, da ihn Gott vom Tode wieder fodert? O Hoffnung, daß nach kurzer Rub mein Leib erwacht, wie groß bist du, und welch' ein Troft im Tode! 3. Ich werde durch des Todes Nacht zum Himmel eingeweiht; die unerforschlich weise Macht führt mich zur Seligkeit. 5. Des Todes Schmerzen, Gott, will ich, wenn er nun kommt, nicht achten und mit getroftem Blick auf dich nach meinem Ziele trachten, und mich dem Ziele freudig nah'n, mein himmlisch Kleinod zu empfahn, das Jesus mir erworben. Mel. Wann mein Stündlein 659 oit, wann mein sterbend Auge bricht, mein letzter Hauch verschwindet, mein Leib erstarrt, und selbst es nicht, daß er entschläft, empfindet; wann um mich, den Entschlummernden, nun alle Mel Gott, bu fremmer Gott meine Lieben steh'n, und 660 Son naht fich beweinen: meines 2. Dann, Bater, nimm und meiner Leiden Ende. ihn auf, den Geist, der Gott, meines Lebens Herr, freudig zu dir fliehet, der ich fall' in deine Hände! Du dankbar deine Güte preift, bift, o Bater, nie mit deiner daß er den Tod nicht siebet; Hülfe fern; du rufft: hier dann tröfte, die betrübt bin ich, Herr, dir folgen um mich mit Thränen klas will ich gern. 2. Preis Gesinnung und Verhalten des Christen 498 2. Preis dir, der seine Hand stets über mich gebreitet, dir Gott, der bis an's Grab mich wunderbar geleitet! Wie oft vergaß mein Herz sein Heil und feine Pflicht; doch gingst du. Heiliger, mit mir nicht ins Gericht. 3. Vernimm des Dankes Lied, das sterbend ich dir bringe! Ich bin viel zu gering, der Treu' viel zu geringe und der Barmherzigkeit, die du an mir gethan. Frohlockend bet' ich dich mit allen Himmeln an. 4. Du Heil der ganzen Welt, erfülle mein Vertrauen, und deine Herrlichkeit laß meine Seele schauen. Du bist die Lieb', o Gott, und Gnade für und für; mein Geift wird selig seyn: denn ihn empfehl ich dir. 5. Mit allen Heiligen von Herrlichkeit umgeben; unsterblich, Engeln gleich, werd' ich dich schau'n und leben. Noch einem kurzen Kampf: so frönt vor deinem Thron, Erbarmender, auch mich der Ueberwinder Lohn! In eigener Melodie. ch eile meiner 661 imath zu in's ew'ge Paradies der Freuden; dort, dort nur ist die wahre Ruh' und Quelle aller Seligkeiten; dort ärntet man der Tugend Lohn, und bei dem Vater hat der Sohn auch eine Stätte mir bereitet, wohin er gnadenvoll mich leitet. Er ist es, der nun meinen Geist auf ewig jeder Noth entreißt. 2. Hier lieg' ich, wie ge bunden da; dort werd' ich voll von Kraft und Leben dem göttlichen Befreier nah, froblockend weiter vorwärts streben, in Weisheit, Tugend, Heiligkeit, in edler Liebe Thätigkeit, befreit von Schwachheit und von Sünden, das Glück der Tugend ganz empfinden. Dort feh ich Jesu Herrlichkeit, und sie wird meine Seligfeit. 3. Dann, dann wird nim mermehr ein Schmerz mich, den Vollendeten, verleßen; dann wirst du ewig dich, mein Herz, beglückt am Himmlischen ergößen. Ich eile über Welt und Zeit bin zu dem Sitz der Eeligkeit, zu der verklärten Geister ihr: Chören; ich werde und Willkommen hören, wen ich hier im Herrn ge kannt, den finde ich im bessern Land. 4. drum mein Geift! fich, in welche göttlich große Freuden des kurzen Pilgerlebens Müh' vers 499 denn du bist's, der mir helfen kann. Stärt mich im Guten bis ans End', damit ich treu den Lauf vollend'! 5. Mein Heiland treib' die Furcht zurücke, besiege meinen letzten Feind! Lenk' auch im Sterben meine Blicke auf deinen Tod, o Seelenfreund; sprich Muth mir, Troft und Freude zu, Mel. Wer nur den lieben Gott 662 J fame, Bater, mach Ende, bringe mich zur deine Hände, und halte sie im Glauben feft; verlaß den nicht an feinem Ende, der ewig sich auf dich verläßt! Du bist mein Gott von Jugend auf; hilf glücklich enden meinen Lauf! unter besondern Umständen. verwandelt wird nach diesem Leiden! Ergib in kindlicher Geduld dich deines Vaters Lieb' und Huld! Dein Jesus wird mit treuen Händen dich unaussprechlich schön vollenden, und ehe du dich wirst versehn, wirst du verklärt dort oben stehn! 6. Ihr eitlen Güter dieser Erden, ihr machet mir den Tod nicht schwer. Jeßt ſoll ich ewig selig werden; drum brauch' ich eurer nun nicht mehr. Du, Gott, bist's, wann das Eitte weicht, der mir des Lebens Krone reicht. 2. Du haft nach deiner Vatergüte beständig wohl an mir gethan, erhör' auch meine letzte Bitte: Nimm, Gott, mich dort zu Ehren ar! Ach, Vater, ach noch Eins ist Noth, ein gutes End', ein sel'ger Tod! 3. Tu hast mich je und je geliebet, versorgt, gestärkt, geschüßt, regiert, Mel. Christus, der ist mein mich oft erquickt, durch Leid 663 Bald ist ſie nun vollendet, die geübet, oft wunderbar, fiets wohl geführt, wohin ich ging, wohin ich sah, war mir stets deine Güte nah. kurze Prüfungszeit; mein Erdenlauf geendet, es naht die Ewigkeit. 2. Ich bin bei meinem Ende getroft und hoffnungsvoll; sinkt doch in Gottes Hände mein Geist, und ist ihm wohl. 3. Und 4. Auch jetzt, auf meinem Sterbebette, sieh meine Noth, o Vater, an! Grquicke, lindere, errette; 7. 3ch übergebe dir die meinen, du Vater der Barmherzigkeit, laß ihnen stets dein Trostlicht scheinen, und bleib' ihr Gott zu aller Zeit! Behüte sie vor Ungemach, und bringe mir sie selig nach! 500 Gesinnung und Verhalten des Christen 3. Und manche gute Thaten, Heil mir, daß ich sie that! stehn vor mir, schön, wie Saaten, die Gott gefegnet hat. 4. Sie reifen nun entgegen dem großen Aerntetag. Welch' schöner, reicher Segen folgt mir im Tode nach! 5. Nun geh', mein Geist, geb' wieder zu Gott, von dem du bist! Seht, Schwestern, fehet Brüder: so felig stirbt ein Chrift! Mel. Jesus, meine Zuversicht 6. Gönnet mir mein nahes Glück, weinet nicht, 664 Selig find, die in ihr meine Wertben! Nur dem Herrn, in ihrem Schöpfer sterben; denn es spricht der Geift des Herrn, daß sie ew'ge Ruhe erben, daß von nun an Alle sie ruhen von des Lebens Müh'. noch Augenblick: dann, dann wohn' ich bei Verklärten. Faffet Muth, ich geh' voran, ihr, ihr folgt auf dieser Bahn. weiß, an wen ich glaube, mir macht Sterben keine Pein, keinen Schmerz dein Wort vom Staube. Staub bin ich und werde Staub, aber nicht des Moders Raub. 5. Aus dem Staube neu gebaut ohne Schwachheit, ohne Mängel schwebt mein Leib empor und schaut Nichts als Sel'ge. Nichts als Engel. Sterblichkeit, die bier gebeut, reicht nicht in die Ewigkeit. o Tod, wann du willst, zu meiner Hütte; mich, mich macht das Wort von Gott stark, bei jedem deiner Schrit te. Da der Herr sein Wort nicht bricht, schreckt mich auch dein Droben nicht. 2. Göttlich Wort, wie labeft du jeden Schwachen, jeden Müden! Wie so tröfiend senkest du in mein Herz des Himmels Frieden: ich foll einst auch selig seyn, ewig mich der Ruhe freun! In eigener Velubie. 3. Nun so komme denn, 665 mein Leben und ist 4. Schrecklich magst du 3weiflern feyn; mir, ich 7. Der du mir mit deinem Tod diese Hoffnung haft errungen, auch in meiner Todesnoth, Jesu, sei dir Preis gesungen! Bald jauchz ich im Engelchor dir ein höhres Lied empor. Sterben mein Gewinn. Jhm hab' ich mich ergeben: in Frieden scheid' ich hin. 2. Ich freue mich zu sterben; denn nach vollbrachtem Lauf soll ich den Himmel erben: mein Heiland nimmt mich auf. 3. Bald unter besondern Umständen. 501 m20 3. Bald hab' ich überwun- mir die Weisheit ein, stets den des Lebens Angst und Noth; nach wenig Prüfungsstunden, leb' ich bei dir, mein Gott! auf mein Heil bedacht zu feyn! 3. Hier hab' ich lebenslang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich von der Weltluft zu ents fernen und um den Himmel zu bemühn: o mache mich dazu geschickt, eh' mich der Tod der Welt entrückt. 4. Wann mir die Augen brechen, sei, Jesu, du mein Licht! Und kann ich nicht mehr sprechen, verwirf mein Seufzen nicht! 5. Wann Einnen und Gedanken, wie ein verlöschend eicht, bald hie- bald dahin wanken, ach, dann verlaß mich nicht! 6. Es fliehe Furcht und Kummer, die Seele stärke sich, und, wie des Müden Schlummer, sanft fei mein Tod durch dich! 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott, meiner Seele Theil, ist mir das Beste aufge= hoben; dort ist für mich vollkommnes Heil. Wo Jesus ist, da sei mein herz! Herr, lenke selbst es himmelwärts! 5. Hier allen Sünden abzusterben, zu leben der Gerechtigkeit, um dort des Himmels Glück zu erben: dazu laß meine Eterblichkeit mir mein Gott, vor Mel. Wer nur den lieben Gott 666 Dater meiner Augen seyn, und deine Hülfe mich erfreun! 7. Herr Jefu, ich vollen de im Glauben meinen Lauf, nimm mich in deine Hände; o Jesu, nimm mich auf! Tage, bu weißt, daß ich. dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich sind; drum gib, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode fei bereit! 2. Daß du hier meinem ersten Leben ein mir verborgnes Ziel bestimmt, und daß die Zeit, die mir gegeben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt: das flöße 6. Willst du mich länger leben lassen, so laß es mir znm heil geschehn; doch soll ich heute noch erblaffen, so höre, Vater, auf mein Flehn: sei, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Troft und meine Zuversicht! 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, dir, deffen Eigenthum ich bin; bist du, mein Heiland, nur mein Les ben 502 Gesinnung und Verhalten des Christen ben, so bleibt selbst Ster- wer winkt mir dort am ben mein Gewinn. Ich Throne? Wer zeiget mir lebe dir, ich sterbe dir; die Siegeskrone? Ich eile ſei nur mein Trost, so zu dem Throne hin. Wie gnüget mir. wird mir! Wie entstellt finkt unter mir die Welt! Bald, bald seb' ich von Wiel. Herr, wir singen deiner eil 667 Here! Angeficht zu Angeſicht, in Gott erscheinet. deinem Gott, das Licht. Mein Auge hat bald ausgeweinet, der Himmel öffnet sich vor mir. Gottes Engel steigen nieder; bald werd' ich nun, verklärte Brüder, an Gottes Throne stehn, wie ihr. Mein Leben endet schon; bald ist es ganz entflohn: doch ein beßres, Gott, wartet mein, unsterblich seyn soll ich, soll ewig dein mich freun. Mel. Ermuntre bich ott, öffne deinen 668 mir! Bald nahn die letzten Stunden; bald steigt mein Geist empor zu dir; bald hab' ich überwunden; bald tröstet mich nach Schmerz und Leid des höhern Lebens Herrlichkeit. Ich sterbe hier auf Erden, um selig dort zu werden. 2. Herr, meine Seel' empfehl' ich die in deine Vaterhände. Sei gnädig, Gott, mein Vater, mir, und mache sanft mein Ende! Du, der mich für den Himmel schuf, ich höre deiner Stimme Ruf, ich will mit Ruh' und Freuden von dieser Erde scheiden. 2. Welt und Sünde sind bezwungen; bald ist der bohe Lohn errungen, der nach dem Sieg den Streiter krönt. Matt am schweren Pilgerstabe, sehnt' ich mich oft nach Ruh' im Grabe, wie sich nach Ruh' der Wandrer sehnt. Heil mir! Halleluja! ich bin dem Ziele nah! Von der Hülle der Sterblichkeit nun bald befreit, schwing' ich mich über Welt und Zeit! 3. Gott, mein Heil und mein Vertrauen, du führst 669 Nicht lang ein vom Glauben mich zum Schauen; Dank dir! Mir Der sterbende Jüngling. Mel. Wann mein Stündlein ser Zeit schon reif zumt ift der Tod Gewinn. Wer, bessern Leben, steh ich am Rand munter besondern Umständen. 503 Rand der Ewigkeit, vom Himmelsglanz umgeben; Das sterbende Kind. bald geht der freie Geist Mel. Wer nur den lieben Gott bervor aus feiner Hütte, 670 jedoch ich stersterbe schon, steigt empor, empor zum Siß der Wonne. be, damit ich ewig leben kann; daß ich nicht in der Welt verderbe, schließt sich mein Lauf, der kaum begann. Ich werd' in meiner Frühlingszeit als Himmelspflanze Gott geweiht. 2. An meiner Gruft stärkt euren Glauben, ihr Aeltern, die ihr mich geliebt! Der Tod kann mich nicht ganz euch rauben, da Gott mic einst euch wieder giebt. Dank sei dir, Vater! dargebracht, für deine Sorgfalt! Gute Nacht! 3. Nach langem Schmerz und kurzen Freuden reißt mich der Tod aus viel Gefahr; doch ach, was fühlt das Herz für Leiden, darunter ich gebildet war! Dir sei der treuste Dank ge= bracht. Getreue Mutter; gute Nacht! 2. O Heil mir! Heil mir, daß ich nie die edle Zeit der Jugend den eitlen Lüften, daß ich sie nur dir geweiht, o Tugend; und eingedenk der Rechenschaft, und des Gerichts, das Sünder straft, rein und unschuldig lebte. 3. Nicht jenes Lebens Vorgefühl könnt mich nunmehr erquicken, mit Schaudern säh' ich nun das Ziel des Lebens näher rücken; vor mir säh' ich den Richterthron, an dem, zum wohlverdienten Lohn, Berdammung mich durchbebte. 4. Jeßt kann ich freudig zu dem Thron des Weltenrichters treten; denn Jesus Chriftus, Gottes Sohn, wird mich vor ihm vertreten. Ihm war mein Daseyn hier geweiht, und er hat meine Seligkeit mir hier und dort erworben. 5. O Trost in meiner legten Noth, daß ich an Jefum glaube! Willkommen ist mir nun der Tod; er hebt mich aus dem Staube; führt mich zur Ewigkeit empor, wo in der Auserwählten Chor mir neues Leben blühet. 4. Beruhigt euch, ihr andern Meinen, die ihr mir durch das Blut verwandt; ihr dürft um mich nicht troftlos weinen, der Geist ist ja in Gottes Hand; der Leib verwes't zu schönrer Pracht; wir sehn uns wieder; gute Nacht! 5. Gleich Frühlingsblumen wird mein Leben beim Auf 504 Gesinnung und Verhalten des Christen Aufblühn schon des Todes 3. Nimm, da er uns nicht verstehen, und zu dir nicht beten kann, seines Herzens ftummes Flehen, seiner Lippen Seufzer an; gib ihm Muth und Zuversicht, une, durch deiner Lehren Licht, auf des Todes dunklem Pfade das Gefühl von deiner Gnade! Raub; dies kann dir, Mensch, die Lehre geben: du seift, wie ich, nur Asch' und Staub. Bei meinem Grabe lenk' den Sinn vom Irdischen zum Ew'gen hin! 6. Ich sterbe schon; lernt Alle sterben! Vielleicht ist euer Grab nicht weit. Sind eure Kinder auch bald Erben, wie ich, der Himmelsherrlichkeit; so denkt: Sie gehn uns nur voran, wir treffen sie dort wieder an! Fürbitte für Sterbende. 67111bangen SchmerMel. Freu' dich sehr, o meine Inter manchen zen ift er( fie) schon dem Tode nah. Er, so theuer unserm Herzen, matt und bülflos liegt er da, ist sich seiner nicht bewußt, röcheind athmet feine Brust; ohne Kraft, sich auszudrücken, spricht er bloß in starren Blicken. 4. Daß er vor dem Tod nicht bebe, frei den Blick hin auf die Gruft, froh den Geift zu dir erhebe, der den Staub ins Leben ruft; daß er sicher deiner Huld, und Sünd' und befreit von Schuld ruhig und gelassen sterbe und das Glück res Himmels erbe! Mel. Dein sind wir, Gott. in 672 Du woll'fi erhören, Gott, sein( ihr) Flehn, nicht ins Gerichte mit ihm gehn, der jego deiner Ewigkeit sich naht, befreit nun bald von dieſer Eitelkeit! 2. Des Lebens und des Todes Herr! Nun ist für ihn die Zeit nicht mehr. Du haft gezählt des Hauptes Haar, sein Todesjahr bestimmt, als keine Zeit noch war. 2. Bald, ach bald entflieht sein Leben; hin, hin ist der Jahre Zahl, die du ihm, o Gott, gegeben, hin auch seiner Schmerzen Qual; er wird nun der Welt entrückt; jede Laft, 3. Erfüllt ist seiner Leidie ihn gedrückt, seines den Zahl, er leidet jest Jammers bange Stunden zum letztenmal. Ach fei sind bald durch den Cod in seiner Todesnoth sein verschwunden. Freund und Gott; ein Schlum unter besondern Umständen.X 505 10. Behüte ihn in feinem Too; ihn fegne, segne, fegne, Gott! Wann nun fein Auge sterbend bricht, leit' ibn dein Licht; tröft ihn vor deinem Angeficht! Schlummer sei für ihn der Tod. 4. Vollende, Vater, seinen Lauf; nimm ihn zu deinem Frieden auf! Verlaß ihn, wenn sein Herz nun bricht, verlaß ihn nicht, Herr, Herr, mit deinem Gnadenlicht! 5. Erleichtre ihm den leßten Schmerz! Von dir erquicket, rub' fein Herz! Durch Jesu Todesschweiß und Blut, das ihm zu Gut er einst vergoß, stärk' ihm den Muth! 6. In ihm vermehre deine Ruh', sein armes Herz erquicke du! Geist Got tes, laß ihn mit Vertraun auf Jesum schaun, und so entgehn des Todes Graun! 7. Mach' ihn getroft, o Geift des Herrn! Zeig' ihm den Gnadenlohn von fern: laß ihn den Himmel offen sehn, und Jesum stehn, bereit, ihn gnädig zu erhöhn! 8. Ach Gnade, Gnad' ergeb' für Recht! Denn von dem menschlichen Geschlecht if felbft der Heiligste nicht rein! Wer kann wohl dein, Gott, ohne deine Huld sich freun? 9. Sei, Richter, ihm nicht fürchterlich! Erbarme feiner Seele dich! Auch aus der Tiefe rufet fie; erhöre erlöse Gott, erlöfe fie! Ginsegnung eines Sterbenden. Mel. Herr, wir singen deiner 673 Sei gesegnet, Amen! Amen! Entschlaf' in jenem großen Namen, vor dem fich Erd' und Himmel beugt! Deine Laufbahn hat ein Ende! Dein Vater nimmt in seine Hände die Seele, die der Erd' entfleucht. Heil dir, erlöster Geift, der bald am Thron ihn preift! Jesus Christus hat dich verföhnt; von ihm gekrönt, empfängst du nun des Glaubens Lohn. 2. Welcher Glanz wird dich umfangen, ist nun der Tag dir aufgegangen, des Lebens Tag nach Todesnacht! Sei gesegnet, Amen! Amen! Ruh' fanft in Jefu Chrifti Namen! Für dich auch ward sein Werk vollbracht. Sie trugen ihn ins Grab vom Golgatha berab, Gottes Opfer! Er überwand; der Herr erstand, und der Erftandne nimmt dich auf. Y 3. Nimm 506 Gesinnung und Verhalten des Christen 3. Nimm von uns den 4. Auf seinem Ungesichte legten Segen! 3war sinkt ruht schon vom Himmels dein Leib dem Grab entge: lichte ein sanfter Widergen; doch deine Seele zittre schein. Oft spricht aus sei nicht! Irdisch werden wir nen Blicken ein seliges Entdich såen; doch himmlisch zücken, ihn laden Boten wirst du auferstehen und Gottes ein. schauen deines Gottes Licht. Geh' ein zu deiner Ruh! Du gehst dem Vater zu, der dich geliebet. O Tod: ter, du, nach kurzer Ruh' wirst du zum Leben auferen aufer. steh'n. 674 Wi Der Tod des Frommen. Mel. In allen meinen Thaten Die sanft seh'n den Frommen, wie frei, wie unbeklommen sich seinem Ziele nah'n! Wo Erdenglück und Leiden von ihm auf immer scheiden, wird ihm der Simmel aufgethan. 2. Er sieht sein Pilgerleben gleich einem Traum verichweben, steht ohne Reu' am 3ict. Es blühen seine Saaten; schon lohnt für feine Thaten ihm Ruh' und reines Selbstgefühl. 3. Von keiner Angst betroffen, sieht er sein Grab nun offen; er geht und fürch: tet Nichts. Ein Strahl der ew'gen Gnade schwebt auf dem dunkeln Pfade ihm vor; nat ist das Reich des Lichts. 5. Er segnet froh die Seinen, die um sein Lager weinen, ermahnt und tröstet sie; und seiner Treue wegen erfüllt Gott diesen Segen, versäumet und verläßt sie nie. 6. Er faltet noch am Ende zur Gottheit feine Hände, um dankend sich zu freu'n: Preis dir, Herr! Ich bes fehle dir, Vater, meine Ecele! Er spricht's und schlummert lächelnd cin. 7. O laßt, wie er, uns leben und nach dem Sinn uns streben, der uns dies Glück erwirbt; damit auch wir als Erben der Selig keit einst sterben, wie der bewährte Fromme stirbt. Beim Tode guter Aeltern. Mel. Auf, schicke bich 675 Gott, welch ein Schmerz trifft unser Herz! Wie groß und hart ist dieses unser Leiden! Was sehen wir? Den Va ter( die Mutter) hier so aus unfrer frühe schon Mitte scheiden. 2. Gott, welch Geschick! Uch unter besondern Umständen. 507 Uch, einen Blick warf er uns zur Pflicht, zur Tugend ( sie) noch selbst auf unsern bangen Kummer. Doch ach, er( fie) neigt das Haupt, erbleicht und finkt dahin, dahin in Todesschlummer. uns auf allen unsern Wegen! Uns folge,( Sott, bis in den Tod, wenn fromm wir sind, des besten Vaters Segen! 3. O Freunde, habt ihr Thränen; labt damit als Trost die jammervollen Herzen. O weint für sie, die Waisen, die nun fast vergeh'n in ihren tiefen Schmerzen. 9. Wir schauen hin mit Kindessinn auf seinen Tod, auf seines Glaubens Ende! Wir folgen nach; doch wir sind schwach, o teich' uns gnådig deine Baterhånde! 10. Gib, Herr, daß wir im Glauben hier getreu und fest den Pfad der Tugend gehen, damit wir einst. wann du erscheinst. im bef= sern fand die Weltern wieder schen! 4. Ach Sorg' und Müh' war spåt und früh für uns fein ftctes eifrigstes Geschäfs te; uns zu erzieh'n nach Gottes Sinn, dem weihte er mit Wonne Zeit und Kräfte. 5. Wie manche Nacht ward durchgewacht, zu pflegen uns in Krankheit und in die wir doch nicht allzeit nach Pflicht ganz 676 Fmel reiften fie, Mel. Der unsre Menschheit úr Himwillig ihm dankbare Herzen weihten! 6. Wer wird uns, Gott, in unsrer Noth erquicken nun und helfen, schüßen, trösten? Du kannst allein nun Helfer seyn, du bist ja stets Erbarmer der Erloften. ach, meinem Wunsch nach viel zu früh, doch, Herr, nach deinem Willen! Wie blutet mein verwundet Herz! Wie kämpf' ich wider meinen Schmerz! Was find' ich, ihn zu stillen? 3war für den Himmel reiften sie; doch meinem Wunsch nach viel zu früh! 7. Du nennest dich selbst väterlich den treuen Gott berlaßner, armer Waisen: so mildre doch, Herr, uns fer Joch, wie du uns selbst so gnädig haft verheißen. 8. Sei unser Licht, stårk Beim Tode hoffnungse voller Kinder. 2. Uch, meine Kinder find nicht mehr! Mein armes Herz ist hoffnungsleer und freudenlos mein Leben! Ich sah sie, wie den Frühling, Y2 blühn 508 Gesinnung und Verhalten des Chriften blühn; dir, dir hofft' ich sie Kinder sehn, mit ihnen danzu erziehn, Gott, der sie mir gegeben! Mein Alter follten sie erfreun, und Troft mir noch im Tode seyn. kend vor dir stehn, mich nicht mehr troftlos sehnen. Dann werd' ich froh bei ihnen seyn und ewig mich mit ihnen freun. Mel. Der unsre Menschheit 3. Da, Ew'ger, sprachst du: Gib sie mir! Ich selbst, ich selbst erzieh' fie dir; ich will fie hoch erhöhen. Sie ist nicht mehr, 677& s werden nicht dein Alter nicht freun, nicht Troft dir noch mehr mein theures Kind! im Tode seyn; du sollst sie Wie freudenleer ist nun mein fterben fehen. Dein Wille, Erdenleben? Wie eine Rose Herr, mein Gott, geschah; sah ich's blühn; und weis ich war es, der fie sterben und fromm es zu erziehn, fah. war immer mein Befireben. Ach, meine Hoffnung fanf ins Grab, und alle Luft mit ihr hinab. 4. Herr, ich verehre dein Gebot; nur laß mich meis ner Kinder Tod, ach laß mich ihn beweinen! Du, der du aller Vater bift, du weißt, wie schwer mein Herz mir ist! Wie könnt' ich froh erscheinen? Verzeih' Gefühlen der Natur! Nicht murren, weinen will ich nur. 5. Auch meine Thränen preisen dich! Sie sind die Jeugen, Gott, daß ich die liebte, die du liebeft, und nun im Lichte deines Throns, in der Gemeinschaft deines Sobns, in böhrer Tugend übeft. Herr, meine Seuf zer danken dir; du, du vertrauteft fie nur mir. 6. Mit Thränen preif' ich dich auch einßt, wann du zum Weltgericht erscheinft; boch dann mit Freudenthränen! Dann werd' ich meine 2. Gott, wie verwundet ist mein Herz. Der Morgen findet mich voll Schmerz, die Nacht in heißen Zähren. Doch wider dich, Herr, Flag' ich nicht; nein, heilig ist mir ftets die Pflicht, dich auch in Schmerz verehren. Auch weinend will ich dankbar seyn; du gabst, du nahmfi, es war ja dein. 3. Wohl ihm! in Unschuld brach sein Herz, ge fichert nun vor Noth und Schmerz, genießt es böb're Freuden. Vielleicht war es zu schwach zum Streit mit Sünde, Welt und Eitelkeit, zu schwach für schwere Leiden. Gerettet ift's in deiner Hand; ging mir voran ins Baterland. Beim unter besondern Umständen. 509 Beim Tode eines guten Klagen! Die Seele, die Ehegatten, oder eines Freundes. hier heilig war, vereint fich mit der Engel Schaar. Wie könnt' ich heidnisch zagen? 6. 3war hört, wenn einft mein Auge bricht, mein Ohr von dir, o Theurer,( Theure) nicht Gebet und Troft und Segen; doch wenn durch Gottes Kraft mein Geift sich auch dereinst dem Staub entreißt, so eilst du mir entgegen. 7. Du Seliger( Selige) wirft vor mir stehn; ich werde dich vollkommner sebn: o freubenvolle Stunde! Ich eil' dir dann voll Wonne zu, unsterblich ich, unsterblich du, zum neuen Freundschaftsbunde. Mel. Kommt ber zu mir, spricht 678 As, [, hier nicht bift mehr! ach, fern von mir! Du nicht mehr auf Erden bier, o theure gute Seele! Dich sucht umsonst mein trüber Blick; du kehrft nicht mehr zu mir zurück, was auch mit dir mir feble. 2. Der Freundschaft Labfal ist dahin, dein Troft, wann ich verlassen bin, dein Mitleid, wann ich leide. Es fehlt mir deine treue Hand auf meinem Pfad zum bessern Land, und mit ihr alle Freude! 3. Doch, sei mein Schmerz auch noch so groß, du ruheft nun in Gottes Schooß: vor Gott will ich mich beugen. Du lebst, geliebte Seele, noch, erlöft von deines Leibes Joch: gebuldig will ich schweigen. 4. Das Irdische nur deckt das Grab; Gott nahm dir deine Schmerzen ab und jede Last der Leiden. Emporge hoben ist der Geift zu Gott, der Aller Vater heißt, zu seines Heilands Freuden. 8. Dann schau' und bet' ich an mit bir; Ein Herz und Seele fingen wir von weggeweinten Leiden und von der Tugend hohem Lohn, und preisen Gott und seinen Sohn für unsre höhre Freuden. 9. Gedanke der Unsterblichkeit, erheitre jebe Dunfelheit, und stärk' mich, wann ich wante; vereble jede Lei-* denschaft, erfülle mich mit Muth und Kraft, du himmlischer Gedanke! Bei Begräbnissen. Mel. Nun laßt uns den Leib o Troft für mich! mein banges Herz, 679 W Grab und erheitre dich, und ftille deine Y 3 bof= 510 Gesinnung und Verhalten des Christen hoffen doch: dein Geist, zu Staub und Erde werden Entschlafner, lebet noch, muß. von Schmerz und Erdennoth befreit, im Lande der Unsterblichkeit. 2. Er bleibt nicht immer Erd' und Staub, nicht immer der Verweſung Raub; er wird, wann Christus einst erscheint. mit seiner Seele neu vereint. 2. Ruh fanft! Dein Auge schloß sich zu, und nun umgibt dich süße Ruh'! Dein Gott hat wohl an dir gethan; nun rührt dich teine Qual mehr an. 3. Du gingt voran, wir folgen dir! Auch deine Freunde wallen hier auf ihrer Pilgerbahn hinab zur Abendruh' ins stille Grab. 4. Du wirst uns unvergeßlich seyn; dein Herz war liebreich, fromm und rein, mit List und Falschheit unbekannt; nun ruht's in Gots tes Vaterhand. 5. Gott, nun blickt bei fanftem Schmerz auch unser Glaube himmelwärts, Jesus Christus, unser Firt, all' unsre Thránen trocknen wird. wo 6. Du, der einst den entschlafnen Freund, wie wir den uns'rigen beweint, sei, Jesus unsre Zuversicht, wann unser Herz im Tode bricht! 3. Hier, Mensch, bier lerne, was du bist; lern' hier, was unser Leben ist! Nach Sorg' und Furcht, nach mancher Noth und Urbeit kommt zuleht der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit; auf's Sterben folgt die Ewigkeit; wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichthum, Ehr' und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Leid und Traus rigkeit, wie unser Leben, kurze Bat. 6. O sichrer Mensch, bes Grab finne dich! Tod, in und Richter nahen sich; i Allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mufit! 7 Hier, wo wir bei den Gråbern stehn, soll Jeder zu dem Vater fleh'n: Mein Gott, ich bitt' durch Christi 680 Nun bringen wir Blut, mach's cinst mit meinem Ende In eigener Melodie 8. Laßt alle Sünden uns bereun; vor unserm Gott uns findlich scheun! Wir find Ruh' und decken ihn mit Erde zu, den Leib der nach des Schöpfers Schluß unter besondern Umständen. 511 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab, nun wischt Gott seine Thrånen ab. Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! sind hier immer in Gefahr; nimm Jeder feine Scele wahr! 9. Wenn unser Lauf vol. lendet ist, so sei uns nah, Herr Jesu Christ! Mach' uns das Sterben zum Gewinn; zeuch unsre Seele zu dir hin. 10. Und wenn du einst, du Lebensfürft, die Gråber måchtig öffnen wirst, so laß uns fröhlich aufersteh'n und da dein Untlik ewig seh'n. Mel. Siun laßt uns den Leib 681 Begrabt den Leib in feine Gruft, Stimbis ihn des Richters me ruft! Wir såen ihn; cinst blüht er auf und steigt verklárt zu Gott hinauf. 2. Uus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon Staub und wird's nur mehr. Er schläft, er rubt, und einst erwacht er wieder aus des Tedes Nacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trubsal oft gedrückt; nun wird er dort von Gott erquictt. Hier trug er Jefu sanftes Joch, entschlief im Tod und lebt doch noch. Dile 6. Nun, du Erlöster, schlaf in Ruh'! Wir gehen unsern Hütten zu, und mas chen zu der Ewigkeit durch Glaub' und Zugend uns bereit. 7. Uch, Jesu Christ, dein Mittlertod stårk' uns in unfrer letzten Noth! Laß unsre ganze Seele dein, und felig unser Ende seyn! 19 unter End Mel. Jefus, meine Zuversicht 682 enkt den Leichnam, senkt. ihn ein, ehret noch des Geistes Hülle; ruh' zerfallendes Gebein, in des Tod tenackers Stille! Was da lebet, folget dir; wie du ruhest, ruh'n einst wir. 2. Was du, Todter, tha: test, bleibt wohlbewahrt von Gottes Gute; so das Samenkorn und treibt aus dem Boden Laub und Blüthe. Grüß' erfreut den neuen Tag; was du wirktest, folgt dir nach. 3. Die wir hier am Grabe steh'n, sinken Ull' ins Grab einst nieder: laßt an unser Werk uns geh'n, weis' und redlich wirken, Brüder! Uch wer weiß den Todtestag? 4 Wie 512 Gesinnung und Verhalten des Christen Was wir thaten, folgt uns nach. Mel. Nun laßt uns den Leib ( Die Versammlung.) 683 Leib in seine Gruft, und preiset Gott, der uns auch ruft! Hier find wir Saat; einft blühn wir auf, zum bessern Leben blühn wir auf. ( Der Chor.) 2. Grabt mein verwesliches Gebein, o ihr, noch Sterbliche, nur ein! Es bleibt, es bleibt im Grabe nicht, denn Jesus kommt und hält Gericht. 3.( Vers.) Des Frommen Seele trifft dort nicht des Lasterbaften Strafgericht. Viel. Schwing' dich auf zu Sie, felig auch im Tode 684 Last dem To empfängt wählten Lohn. feinen Raub, Würmern ihre Habe! Seelen werden nicht zu Staub, schlummern nicht im Grabe. Senkt auch diesen Leichnam ein! Laßt ihn niederrollen, uns ihn segnen und uns freun, daß wir leben sollen. 4.( Chor.) Gott ist allgütig und vereint dereinst mit fich den Tugendfreund; ibn führet er zu höherm Licht; drum, Cbriften, bebt am Grabe nicht. 5.( Vers.) Auch Jesus litt hier Angst und Qual, und ging durchs finstre Todes tbal. Auch du gingst deinem Retter nach, auch dir glänzt nun der Freudentag! gedrückt. Im finstern Thale wandelt' ich, doch führte Gottes Rechte mich. 7.( Vers.) Vollendeter, genieße du nun ungestört die stille auch wir, o Herr der Zeit, durch Grab und Tod zur Ewigkeit. 8.( Chor.) Heil uns, wenn euch, die ihr jetzt weint, mit mir einft wieder Gott vereint! Dann werden wir uns ewig freun, dann ewig, ewig selig seyn. 6.( Chor.) Oft hat bei euch mich Gott erquickt; doch hat auch Trübfal mich 9.( Vers.) Nach dieser kurzen Lebenzeit erwartet uns Unsterblichkeit; wenn wir uns hier der Tugend weih'n, kann uns der Tod nicht schrecklich seyn. 2. Seht, da liegt der Todte nun in geweihter Stille! Freunde, laßt den Theuren ruhn! Es ift Gottes Wille. Weinet nicht; er hat nun schon, was wir erft ersehnen. Ihn erweckt kein Klageton! Trocknet eure Thränen! 3. Stim unter besondern Umständen. 513 nem Namen sterben, sollen nimmermehr verderben. 3. Stimmet an das hohe er, Jesus Chrift: die in feiLied von der Auferstehung! Wist, als Jesus einst verschied, folgte bald Erhöbung. Fromme ruhn in seiner Hand, ruhn in sanftem Frieden. Er, der starb und auferstand, hat ihr Heil entschieden. 4. Aerntefeld! Hier ruhen fie, Christen, unsre Brüder: lämpften, aber kämpfen nie nun auf Erden wie der. Heil dem Guten, der Hier fand fanfte Rub' der Müden! Für das besre Vaterland schlummre er hienieden! 5. Saaten der Unsterblichkeit! Heilige Gebeine! Bald verftrömt auch unsre Zeit, ruft der Tod: Erscheine! Ruf' er dann; wir find bereit. Wer des Lebens Gabe nüßet für die Ewigkeit, zittert nicht am Grabe. 3. Und wie sollt' im Grabe bleiben, der ein Tempel Gottes war? den der Herr ließ einverleiben seiner auserwählten Schaar, die er selbst durch Blut und Sterben hat erkauft zu Himmelserben? 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, die des Herren Glieder find. Last den Leib im Tod erkalten, laßt, weil wir von Erde find, in der Gruft ihn immer modern! Gott wird ihn zurücke fodern. 5. Jesus wird, wie er erstanden, auch die Seinen einst mit Macht führen aus des Todes Banden, führen aus des Grabes Nacht zu dem ew'gen Himmelsfrieden, den er seinem Volk beschieden. 6. Ruhet wohl; ihr TodMel, Herr, ich habe mißgehandelt tenbeine, ungestört in eurer 685 Rubet wohl, ihr Gruft; rubet, bis der Tag Todtenbeine, in der fillen Einsamkeit; ruhet, bis der Herr erscheine einst am Ende dieser Zeit, euch, die Nacht und Gräber decken, durch der Allmacht Ruf erscheine, da des Richters Stimm' euch ruft! Nach des Lebens turzen Leiden geht ihr ein zu ew'gen Freuden. zu Mel. Nun laßt uns den Leib 2.3ur getroft, ihr wer- 686 S fromme Chridet leben! Der das Leben felber ist, wird euch neues Leben geben! Er gelobt's, stenschaar, der Erde bas, was Erde war; fie beut Y 5 bem 514 Gesinnung und Verhalten des Christen dem Müden Ruhe hier in dann nicht fürchterlich, nimm ihrem Schooß, so wie einst uns auf mit Gnade. dir. 3. O gib uns Kraft, gewissenhaft zu leben und zu leiden! Führ' uns alle durch den Tod zu des Himmels Freuden! 2. O Ruhe, Wunsch des Leidenden, du legter Trost der Weinenden, wo alle Noth vergessen ist, wo keine Thrane weiter fließt! 3. Hier endet sich der Mel. In allen meinen Thaten Feinde Brug; hier findet 688 Da stehen wir, die wird in süßem Schlaf er: quickt, den manche schwere Last gedrückt. 4. Hier weicht die Hoheit mit dem Glück; es bleibt der bloße Mensch zurück. Ein enger Sarg, ein Leichenkleid sind nun die ganze Herrlichkeit. 5. Hier hört der Kampf des Christen auf; vollendet ist der schwere Lauf; der Geist eilt in sein Vaterland zur Wonne, die er hier nicht fand. 6. Erinnre uns zu aller Zeit, o Gott, an Tod und Ewigkeit, damit wir ihren Wink verstehn und freudig ihr entgegen gehn! Mel. So schlummerst du stehen wir, 687 No Gott, vor dir an dieses Grabes Rande; noch erhält uns deine Macht hier im niedern Lande. 2. Wer weiß, wie bald dein Ruf erschallt: Hinweg vom Erdenpfade! Sei uns Unendlicher, und weinen ein Grablied an der Gruft. Wir fingen auf vom Staube, uns stärkt der Christenglaube, daß Gott uns einst zum Leben ruft. 2. Fließt nur, ihr ThráEin Sterbli nen, fließet! cher beschließet des Lebens kurzen Lauf. Nimm mütterliche Erde, dein Kind, frei von Beschwerde, in deine milden Arme auf! 3. Sei ihm ein Ruhebette, nachtvolle Gratesstätte, und deck' ihn kühlend zu! Er schlafe hier in Frieden, den sanften Schlaf der Müden; hier find' er die erseufzte Ruh'! 4. So wie in heil'gen Hainan naht sich hier den Genicht beinen Sonnengluth. Ihr Stürme, braust gelinde, und wehet sanft, ihr Winde, wo eines Christen Usche ruht! 5. Senkt dann den Zeichnam nieder zum Staube feiner Brüder, die längst die unter besondern Umständen 515 Erde deckt. Im Grab ist gestillt; unsre Wünsche, unser fanfter Schlummer; ihn Sehnen, Aules, Alles wird stort fein Erdenkummer; erfüllt. Herzen, die sonst Gott ist es, der ihn einst heiß gewallt, liegen ruhig dann und kalt. erweckt. 6 3um Leben ohne Sorgen weckt ihn der frohe Morgen, wo eine Welt erwacht. Heil diesem todten Staube, fo singt der Christenglaube; auch er erwacht, auch er erwacht. 7. Schaut, schauet auf, Betrübte! Dort wandelt der Geliebte im hohen Himmelslicht. Bergönnt ihm ſeine 690 Dund stille, und Mel. Christus, der ist mein as Grab ist Freude und wehret eurem Leide, und wischt die Thrá: nen vom Gesicht! schauberhaft sein Rand; es deckt mit schwarzer Hülle ein unbekanntes Land. 2. Das Lied der Nachtigallen tönt nicht in seinen nur des Schooß. Der Freundschaft Mel. Gott bes Himmels und Puhig ist des To und der Schooß der Erde kühl: da stört unsre Rub' kein Kummer, nicht der Leidenschaften Spiel. Unsre Sorgen, groß und klein, schlummern alle mit uns ein. 4. Låg' auch meines, von den Sorgen dieses Lebens unemport, in der Erde Schooß verborgen, wo Nichts einen Frieden stört! Kühles Grab; o wann nimmst du mich in deine Ruh? 689 fallen Hügels Moos. 3. Verlaßne 2. Ueber unsern Hügel schwinget die Vergessenheit den Stab und der Schmåhsucht Stimme dringet nicht in's dunkle, stille Grab. Feh. ler, die uns hier besiegt, wer den dann nicht mehr gerúgt. 3. Unfre Seufzer, unsre Thränen werden ewig dann Braute rinumsonst die Hånde gen wund; der Waisen Klagen dringen nicht in der Tiefe Grund. 4. Doch sonst an cinem Orte wohnt die ersehnte Ruh'; nur durch die dunkle Pforte geht man der Heimath zu. 5 Das arme Herz hienieden von manchem Sturm beregt, erlangt den ew'gen Frieden nur, wann es nicht mehr schlägt. Y6 Mel. 516 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Seelenbräutigam 4. Wer zählet die Gefah691 Still erheben wir ren, die uns auf Erden unfern Blick drohn? Willst du uns nicht bewahren, so stürzen fie uns schon. zu dir. Herr, wie könnten wir mit Grauen nur ins Grab hernieder schauen? Hoffnung sendest du uns vom Himmel zu. 5. Auf allen unsern Wegen umhüllt uns Dunkelheit und oft ift Noih zugegen, wo unser Herz fich freut. 2. Du bist's, der uns liebt, wenn er nimmt und gibt. Ja selbst, was wir hier beweinen, wird einft freudenreich erscheinen, wenn auch uns zur Gruft deine Stimme ruft. 3. Gott, wir zagen nicht. Du gibst Troft und Licht, und du willst zum bessern Leben auch durch Leiden uns erheben. Bis zum Tode sei unser Herz dir treu! Bei Beerdigung eines Verunglückten. Mel. Christus, der ist mein 692 Verzeih' der tiefen Trauer, die unser Herz erfüllt! Wir fehn mit bangem Schauer des Todes Schreckenbild. 2. Was ist des Menschen Leben! Was ist des Menschen Kraft? Wie schnell, von Angst umgeben, wird er dahin gerafft! 3. Gefund und muthig schreitet er durch die Welt einher. Ein Unglück wird bereitet, und ach, er ist nicht mehr. 6. Doch Alles, was geschiebet, erfolgt auf dein Gebot. Du willst; der Tod entfliehet. Du willst; so kommt der Tod. 7. Ach, dies nur macht uns fille: wir sind in deis ner Hand, und gnädig ist dein Wille, allweise dein Verstand. 8. Wo wir oft ängstlich zagen, erhöhst du unser Glück, und lenkft von trübern Tagen uns wunderbar zurück. 9. Auch wenn des Todes Grauen uns plößlich niederreißt, darf unser Geift dir trauen. Du liebeft unsern Geift. 10. Er tann und wird nicht sterben, er eilet nur bervor, entreißt sich dem Verderben und schwebt zu dir empor. 11. O lehr' uns wachen, beten, und stets beſonnen seyn, daß, wenn wir vor dich treten, wir deines Heils uns freun. 12. Da schwinden dann die Schrecken auf ewig von uns unter besondern Umständen. 517 uns bin. Da sehen wir hat es euch geliehen. O und schmecken: der Tod war nur Gewinn. Am Grabe Frühverstorbener. In eigener Melodie. 693 3ur frühen Gruft ter unsre Lieben zu fich ruft; wirst du von wenn die wenn Töchter finken in die frühe Gruft: ach, dann fühlen unsre Herzen unaussprechlich tiefe Schmerzen. 2. Wenn der Säugling, kaum geboren, gleich der Blume, schnell verblüht, und die Mutter nun verloren ihre ganze Hoffnung sieht: ach, dann will ihr Herz verzagen, dieser Trennung Schmerz zu tragen. 3. Wenn der Tod im edlen Sohne seine Luft dem Vater raubt; wenn des Haufes Stüß' und Krone sinket mit des Vaters Haupt; Mütter von den Kindern scheiden: Gott, was gleichet diesen Leiden! uns begleitet! So will es Gott, der dir dein Loos bereitet, und nun dich von uns zu sich ruft. 2. Er nahm dich auf zum Kinde feiner Gnade; er führte dich auf seines Sob nes Pfade, und lenkte deines Lebens Lauf. 3. O kurze Bahn! Kaum kennst du Welt und Freuden, so heißt dich Gon schon wieder von uns scheiden. Was Gott thut, das ift wohlgethan. 4. Du bist beglückt. Entronnen den Gefahren, trifft nun dich nicht, was oft in frühen Jahren dem Chriften schon sein Ziel verrückt. 5. In fteter Ruh', in ungestörtem Frieden, wohnt nun dein Geist, und tröftend fieht hienieden Gott deiner Aeltern Thränen zu. 6. Klagt nicht so sehr bei eures Kindes Bahre! Es ging zu Gott im Frühling feiner Jabre, und dieser Gott ist unser Herr. 7. Es war sein Pfand, er gebt's ihm gern! Laßt euren Liebling ziehen! Er zieht ja in sein Vaterland. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 694Wenn der Stifter der Geschlech4. Ach, es müßte unterliegen, dieses arme, schwache Herz, hülfest du nicht, Herr, uns siegen über Tod und Trennungsschmerz. Deine Rechte schlägt uns nieder; deine Rechte hebt uns wieder. 5. Wandeln nicht in hohen Freuden unsre Lieben dort am Thron? Sollten wir fie Y 7 nicht 518 Gesinnung und Verhalten des Christen nicht beneiden um den früh Schooß! Süße Hoffnung! errungnen Lohn? Du wirst Holder Glaube! Alles windet uns im bessern Leben die einst vom Staube herrlicher Verlornen wieder geben! sich wieder los. 6. Bater, deines Trostes Quelle trocknet auch am Grabe nicht. Selbst des Todes Nacht wird helle durch des Glaubens mildes Licht. Alles was wir hier beweinen, wird uns dort als Glück erscheinen. Mel. Alles ist an deinem Segen 695 Corder rdentochter, Er densöhne, seid nicht stolz auf Reiz und Schöne; troket nicht auf cure Kraft! Eures Mundes Hauch verflieget, eures Lebens Quell versieget, und des Starken Urm erschlafft. 2. Doch, ihr Christen, 5. Leibesschönheit wird verblühen; Seelenschönheit nie entfliehen; sie ist für die Ewigkeit. Reiner Sinn und åchte Tugend lohnt mit ewig froher Jugend, lohnt mit Himmelsfeligkeit. 6. pimmelsfeligkeit befte hct; nur der Erde Glück vergehet, nur das Eitle bleibt zurück. Wie die Gottheit unvergånglich, wie der Himmel überschwenglich, ist des Christen wahres Glück. Am Grabe eines edeln und verdienten Mannes. Mel. Alle Menschen müssen feib nicht traurig, wenn ſo 696 Mer mit Euſt und früh, so dumpf. so schaurig cuch die Sterbeglocke ruft: edler, kräftiger, verklärter, liebevoller, liebenswerther, überfliegt der Geift die Gruft. 3. O was ist des Grabes Höhle! Eine tugendhafte Scele fürchtet nicht, hinab zu seh'n! ueber Grab und Grabestrümmer wird der Geist im Sonnenschimmer himmlischer Erkenntniß steh'n. 4. Nein, umsonst ist Nichts geboren. Alles ruhet unverLoren in des ew'gen Vaters seine Brüder zu erfreu'n; wer der Welt zum Segen lebte, soll uns unvergeßlich seyn! Sein Gedächtniß bleib' und daure! Seine Nach welt klag' und traure! Wo sein Grab ist, weine dann, wer, was gut ist, schäßen kann. 2. Laßt uns Alle heute Elagen, denn es starb ein edler Mann! O wie viele müssen sagen: Mir auch hat er wohlgethan! Ja, gerecht sind unsre 3åhren, die ihn noch im Tode ehren. Ihn und unter besondern und unser eignes Herz chret unser Leid und Schmerz! 3. Teines schönen Lebens Thaten bleiben segnend uns zurück; und die Frucht der edlen Saaten sei für Nach: welt Heil und Glück! Preis und Ruhm dem theuren Namen! Seine Tugend nach zuahmen; chel, wie er war, zu seyn, wolle Gott uns Kraft verleih'n. Am Grabe eines verdienstvollen Lehrers. Umständen. 519 4. In der Nähe seiner Gruft, die nur seine Hülle raubet, hören wir, wie Jeſus ruft: Selig ist, wer an mich glaubet! Ja, des Himmels peil und Früden ist den Redlichen beschieden. 5. Laß, o Herr, die edle Saat, ausgestreut von un= serm Lehrer, fruchtbar seyn in Wort und That, und uns würdige Verehrer wahrer Frömmigkeit auf Erden, dort des gimmels Bürger werden! Mel. Liebster Jesu! wir sind Trost und Gelübde auf 697 ( anft, wie er Gräbern. gewandelt Mel. Auf, Christenmensch hat, endete, zum Trost der Seinen, dieses Edlen Erdenpfad, und wir schau'n ihm 698 698 jeweihter Ort, nach und weinen. Der hat uns treu belehret und zum Guten hingekehret. wo Saat, von Gott gefä't, dem großen Tage der lernte reift! Sei mir gegrüßt, du Ort, wo jede Klage verstummt, wo mancher Ruhe fand, der sie auf Erden nie gekannt. 2. Was dein Wort uns lieben heißt, Vater, das hat er verkündet, und, ge stärkt durch deinen Geist, Vieler Seelen Heil gegründet. Uns zu Jesu zu erheben, war sein eifrigstes Bestreben. 3. Treulich ging er selbst den Pfad hoher Tugend bis ans Ende, und gab nun nach deinem Rath seinen Geist in deine Hände. Nur die Kraft von seiner Lehre trecknct unsre Wehmuthszähre. 2. 3war flossen hier der Thränen viel, wenn bon des Freundes Herzen den treusten Freund das Schickfal riß; mit tiefgefühlten Schmerzen hab' ich auch selbst, ach, manchem Freund die Abschiedszähre schon geweint! 3. Doch Schlaf ist ja des Menschen Tod; er schaffet Ruh' den Müden, nimmt Leidenden die Bürde ab, und bringt 520 Gesinnung und Verhalten des Christen bringt zum ew'gen Frieden. Sklavenbande zerris, der Weint, Freunde, nicht; in der Prüfungszeit sein denkt: Wiedersehn! Die Herz der Tugend treu geTobten werden auferstehn! weiht. 4. Belebend finkt ein Sonnenstrahl einst auf die Gräber nieder; und was hier schläft, erwachet dann zum schönern Leben wieIm Winter starb die Blume; sebt, fie blüht, vom Frühlingshauch umwebt! Der. 5. Und was man hier der Erde gibt, ist nur des Geis ftes des Menschen Geist; Vernunft und guter Wille er hebt uns über Welt und Zeit, die Tugend führt zur Seligkeit! 6. Drum kann mein Blick vom Tobtenfeld zum Himmel fich erheben; und winkt auch mir das fühle Grab, darf ich nicht ängstlich beben. Ich pflücke nach vollbrachter Zeit die Blume der Unsterblichkeit. 7. Was ihr einst war't, das bin ich feßt, ein Pilger hier auf Erden; was ihr, entschlafne Brüder, seid, werd' ich vielleicht bald werden. Nun dann; durch's Todestbal eilft du, mein Geift, dem Vaterlande zu! 8. Doch dem nur wird der Ulebergang zu jenem Vaterlande ein Weg zum Heil, der muthig hier des Lafters 9. Auf Gräbern der Entschlafnen sei der Tugend Bund auf's Neue versiegelt; hier gelobe ich der Tugend ew'ge Treue! Ja, heilig sei mir jede Pflicht, bis einst mein fterbend Auge bricht! Mel. Es ist das Heil uns 699 Mein Heilaud hat die Macht des Todes ganz bezwungen, und fiegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwun gen. Er ist mein Haupt, sein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben seyn; und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, o Jefu, schauen. Das ist's, was mich zufrieden stellt, bei selbst der Gräber Grauen. Ich bin getroft und unverzagt, weil du den Deinen zugesagt: Ich leb', und ihr sollt leben. 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub; er wird doch wieder leben, und einst aus der Verwesung Staub sich neu gebild't erheben. Wann du, o großer Lebensfürft, nun deinen Tobten ru unter besondern Umständen. rufen wirft, zum Leben auf zuwachen. 4. Wie froh und herrlich werd' ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! Dann nimmst du mich mit Ehren an, in dein Steich mich gehen. Forthin von keiner 700 ihr doch, ibr In eigener Melodie, wie selig feid und Laft beschwert, an leib Seele ganz verklärt, leb' ich bei dir dann ewig. Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen allen Leiden, die uns noch umfangen. 2. Hier, ach bier ist auch das beste Leben immer noch mit Sorg' und Furcht umgeben. Was wir hier tennen, ist noch fein vollkommnes Glück zu nennen. 3. Jbr hingegen ruht in sicherm Frieden, der euch nach dem Kampfe ward beKein Schmerz, schieden. kein Leiden fört euch im Genusse reiner Freuden. 4. Abgetrocknet find all' eure Thränen, ibr genießt schon, wornach wir uns sehnen; ihr hört und sehet, was des Menschen Geift hier nicht verstehet. 5. O welch ein sel'ges Theil ist mir in jener Welt bereitet! Der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd' ich in deinem Himmelreich, unfterblich, deinen Engeln gleich, voll. fomane Luft genießen. 6. Denn wo du bist, da follen die, die dir hier folgen, leben, und ewig frei von Schmerz und Müh', von Seligen umgeben, genießen deine Herrlichkeit. was find Leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden! 7. Laß die zukünft'ge Herrlichkeit mir fiets vor Augen schweben; und oft in dieser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo feine Schwachbeit uns mehr drückt, wo wir der Sterblichkeit entrückt, frohlockend vor dir wandeln. 521 deinem Wort zu leben! Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz; so tröste selbst damit mein Herz: Es kommt ein beßres Leben! Y 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nachzustreben, und als dein Jünger, dir zum Preis, nach 5. Ach, wer wollte denn nicht fröhlich sterben, und statt Erdenglücks, den Himmel erben? Wer wollt' in Zeiten sich auf diesen Wechsel nicht bereiten? 6. Hilf uns, Jefu, ernftlich darnach streben! Komm' und führ' uns zu dem höhern 522 Gesinnung und Verhalten des Christen hern Leben, wo deine From Mutter sicht, umarmt ihr men erst zur vollen Ruh' Kind; denn alle gute Seeund Freude kommen! len sind in Gottes Stadt beiſammen. 5. Drum laßt uns hier schon, Hand in Hand, auf Gottes Wegen gehen, damit wir dort im Vaterland uns Trost des Wiederschens. Mel. Wann mein Stündlein 701 Shwer liegt der einst beisammen sehen. Wie wird uns seyn, wann wir uns sehn, wann wir uns froh entgegen gehn, forte hin uns nie zu trennen! last auf mir; wie lieb' ich sie, die Meinen! O laß, mein Gott, mein Gott, vor dir mich diese Frage weinen: Werd' ich, nach meinem Tode gleich, werd' ich, o Herr, in deinem Reich die Meinen wieder sehen? 6. So seid getroft und freuct euch; laßt nicht die Hoffnung schwinden: wir werden in des Vaters Reich uns Alle wieder finden! O Wiedersch'n, o Wiederseh'n, wie wirst du unser Glück erhöh'n; wie tröstest du die Secle! 2. Wohl mir, o Gott, ich höre schon des Geistes Stimme wehen; sie ruft mir au mit sanftem Ton: Du wirst sie wieder sehen! Bist du nur fromm, sind sie nur gut, bort oben unter 702 Wi Gottes Hut wirst du sie wieder sehen! 3. Des Frommen Seele trennt sich nicht von gleichgefinnten Frommen. Sie werden 2' in Gottes Licht auf's Neu' zusammen kom men, forthin durch keinen Tod getrennt; denn Gottes Engel, der sie kennt, führt Alle dort zusammen. 4. Der Freund sieht seine Freunde dann am Throne Gottes wieder; der Gatte trifft den Gatten an, der Bruder seine Brüder. Die Wiederseh'n! Wiel. Halleluja! Bringet Ehre iedersch'n! mit lauten Schlågen klopft dir jede Brust entgegen! Nimmer fann das untergehn, was ins herz wir liebend schlossen; und wenn Abschiedsthränen flossen, hoffte Freundschaft Wiederseh'n. 2. Wiederseh'n! In holden Bildern will uns die Natur dich schildern; drum ver: jüngt sie sich so schön. Wenn der Morgenrothe Strahlen nach der Nacht die Berge malen; spricht die Sonne: 3. Wie unter besondern Umständen. 523 3. Wiederseh'n! 3u deis Höh'n! Theure, aller Welt follen meinen nen Freuden wachsen Blu- Gewalten men frisch und kleiden herr- Fuß nicht halten: ja, ich lich sich im Frühlingswch'n; werd'( uch wiederseh'n! und der frohen NachtigalIcn kummerfreie Lieder schallen: Hofft getroft cin Wiederseh'n! 5. Wiederseh'n! Dich darf ich hoffen! O, ich sch' den Himmel offen, winkt der Herr mir, heim zu 4. Wiedersch'n! Mit geh'n! Theure, in der letzGruß und Segen o wie ten Stunde ruf' ich mit schmacht' ich dir entgegen schon blassem Munde: Ewig, über Uuen, Strom' und ewig Wiederseh'n! GOT is dond fade sim dan 200 da la gid Int mwing dail 524 Nachtrag einiger, bei Mehreren beliebten, älteren Lieder. Me!. Wunderbarer König numschränkten 703 11 Liebe! gönne blöden Augen, die zum Jrdischen kaum taugen, daß fie in die Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdkreis huldreich schmükten, und zugleich freuden reich, Bösen und den Deinen, wie die Sonne, scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ift ein Schauplaß deiner Güte. Deiner Langmuth Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit ftreckt sie ihre Flügel über Berg' und Hügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag vor Tag zu schonen, Tag vor Tag zu dulden so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Rub' lieben, die dich bas fen! Herr, wer fann das faffen? 4. Du vergiebeft Sünde, hörst der Sünder Flehen, wann sie weinend vor dir flehen. Deine Rechte dräuet, und erbarmt fich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch fie kaum weggeleget, dich zum Zorn erreget. 5. Herr, es hat noch Keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen: wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unfer Schmerz rührt dein Herz und du willst der Ärmen gnädig dich erbarmen, 6. Höchfter! fei geprie. fen, daß du so verschoneft, und uns nicht nach Werken lohneft. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret, und mit Ruhm den Zepter führet. Fabre fort, Zions Hort, Langmuth auszuüben, und die Welt zu lieben! smel. Nachtrag. Met Schou ift ter Tag von G. 704De ie Erd ift Jefu Chrifti; sein, wer auf der Erde wohnet! deß müffe fich die Erde freun, und wer auf Erden wohnet! Er schuf, er rettete die Welt; er trägt, er segnet, er erhält die Welt, die er beherrschet 2. Wer auf der Erde, wer gehört zum Volke der Erlöften? Wer darf, des hohen Segens werth, sich ſeiner Herrschaft tröften? Der, der zu dir, o Mittler, fich befehrt, und gläubig wird, und dich zu seinem Herrn erwählet. 3. Und wer, in deinem Blute rein, der Unschuld sich befleißet; wagt, sich vom Wahne zu befrein, der nur den Lüften gleißet; wer fromm ift, wandelt, wie er glaubt, sich feine Missethat erlaubt, nie bricht den Bund der Gnade. 4. Wer, auch umringt mit Leiden, gern erfüllet sein Verlangen, der wird den Segen seines Herrn im volften Maaß empfangen; den macht er seiner Herrschaft werth; der ift fein Erbe, der gebört zum Volke der Erlöften. 525 will euch auch segnen, auch regieren. Wer, fragt ihr, ist der Herr? Der Sohn! Der Himmel Himmel ist sein Thron, der Erdkreis seine Fußbant. 5. Komm, Sünder, kommet in fein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Empfangt den König; er 6. Kommt willig, willig, in fein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Empfangt den König: er will euch auch segnen, auch regieren. Wer, fragt ihr, diefer König fei? Der Sohn, der seinem Bunde treu, den Himmel gibt den Seinen. Mel. Wann mein Geist, Gott 705 Triumpp! Triumph! und Lob und Dank dem, der des Todes Macht bezwang und uns, den Staub, er böhte. Der hohe Sieger überwand. Nacht war um ihn, und sie verschwand in helle Morgenröthe. Bebet! gebet, ftolze Spötter, unferm Retter Preis und Ehre, glaubt an ihn und seine Lehre. 2. Heil uns! Triumph! das Grab ift leer. Feft fiebt es, wie ein Fels im Meer, das Wort, das er gesprochen! O felig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tempel neu gebaut, den blinde Wuth gebrochen! Hölle! fälle nun den Sieger, Gottes Krieger, der erfianden, macht Nachtra g. 526 macht nun deinen Stclz zu Schanden. 3. Leer ist die Gruft, die ihn umgab. Sei mir ge= grüßt, mein künftig Grab, du Wohnung ernster Stille. Nur wenig Tage werden's seyn, o so empfängst du mein Gebein in deiner Schatten Hülle. Ewig ses lig werden wieder dieſe Glieder auferstehen, werden die Berklärung ſehen. Mel. Es ist das Heil uns lautem 706 låßt in seinen Thaten seh'n, sein Wandel sei im Himmel. 4. Uns treibt sein Geist, daß wir der Welt uns immer mehr entwöhnen; stets sorgen, was dem Herrn gefällt; zu ihm hinauf uns sehnen. Er aber sieht auf uns herab; von uns låst feine Treu' nicht ab, bis wir zusammen kommen. 5. Tag, noch an größern Freuden reich, wann wirst du uns erscheinen? Gott macht uns dort dem Sohne gleich, und stillet Leid und Wonne, wann in Ewigkeit uns nun das höchste Gut erfreut! O Gott, schenk' uns dies Leben. Mit Schall locken wir: Der Herr ist aufs gefahren! Wir sind zwar Pilger noch allhier und un: viel Gefahren; doch finkt drum unser Muth nicht hin; durch Jesum wissen ter Mel. Nun banket Alle Gott wir, wohin uns unsre Wall 707 Get elobet feist du, fahrt führet. für 2. Das Leben ist ans Licht gebracht, uns steht der vimmel, offen. Ihn schloß uns auf mit großer Pracht der Herr, auf den wir hoffen. Wer glaubt, deß Herz ist freudenboll, nur daß er sich bestreben soll, des Heilands Pfad zu wandeln. deines Wortes Lehre! Gib, Vater, daß ich sie mit Andacht fleißig höre! O mache doch mein Herz von Vorurtheilen rein, und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen seyn. 3. Wer den nicht geht, wird nimmermehr dort seines Heils genießen. Wer nicht sein Wort hålt, dem wird er den pimmel einst verschließen. Wer wünscht, zum Himmel cinzugeh'n, der 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfehlen, und nie, was schädlich ist, für wahres Heil erwählen! Dröchfter, leite selbst den forschenden Verstand: so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. 3. Wie Nachtrag. 527 schwere den 3. Wie thoricht ist es doch, nennt's fälschlich blos andern Menschen glau Bürde. Einst trifft ben! Das heißt sich selbst Sünder dein Gericht, und den Grund zur ew'gen Ruhe dann siegt meine Zuversicht! rauben. Wer treulich hier dein Wort zu seiner Nichtschnur macht, dem gibt es Licht und Trost auch in der Todesnacht. 4. Cink' immer hin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Hier werd' ich nur des Todes Raub; dort werd' ich ewig leben. Wie stark ist dieses Trost's Gewicht! Wie sicher meine Zuversicht! 4. Mein Gott, bewahre mich vor aller falschen Leh: re, und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben chre! Verleih' mir deinen Seift, der Lust und Kräfte gibt, daß man die Wahrheit sucht, prüft, glaubt, bewährt und übt! Mel. Auf, Christenmensch 5 Herr, diesen Segen dank' ich dir. Mich aus der Gruft zu heben, gingst du aus deinem Grab herfür. Du lebst und ich soll leben. Ich glaub' es dir und zweifle nicht: dein Wort ist meine Zuversicht! 708 Her err, du bist meine 3uversicht! Du lebst, auch ich werd' leben! Du wirst mir, was dein Wort ver: spricht, Unsterblichkeit, einst geben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht! Dies stårket meine Zuversicht! 2. Hier geh' ich oftmals Mel. Der unsre Menschheit weinend hin, den Saamen 709 Erhöhter Jeſu! auszustreuen: Gottes Sohn! dort wird der herrlichste Gewinn der Kernte mich erfreuen. Ich leide, doch verzag' ich nicht: denn du bist meine Zuvers ficht! 3. Hier trag' ich deine fanfte Laft. Wie groß ist meine Würde! Jedoch die Welt, die sie nicht faßt, 6. In diesem Glauben stårke mich! Laß mich den Trost empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Tod soll überwinden. Grab un Verwesung schreckt mich nicht: denn du bleibst meine Zuversicht! der du schon längst der Himmel Thron als Herrscher eingenommen, du wirst dereinst zu rechter Zeit, in groBer Kraft und Herrlichkeit, vom Himmel wieder kommen. Gib, daß dann froh und mit Vertrau'n dich, Herr, auch meine Augen schau'n! 2. Wer 528 Nachtrag. 2. Wer faßt, o Heiland! seyn, und auch die kleinste jetzt die Pracht, die deinen Sünde scheun! Tag einft berrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen! Wann du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinft, die sich vor dir, Herr, beugen; dann fieht die Welt die Majestät, zu der dich Gott, dein Gott, erhöht. 6. Dein Name sei mir ewig werth und was bein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben! Niemals, ermüde bier mein Geift, bich, den fchon jetzt der Himmel preift, aus aller Kraft zu lieben: fo hab' ich in der Ewigkeit auch Theil an beiner Herrlichkeit. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmachtsvoller Kraft hinab, und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd' und Meer, das große unzählbare Heer der Todten wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neu beseelt, nun alle auf und keiner fehlt. 4. Du sammelft sie vor deinem Thron, um jedem den bestimmten Lohn nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein; den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Nun zeigt die That, Herr Jesu Chrift, daß du der Erde Richter bift. 5. O gib, wann nun bein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wieder finde; daß ich mit Freuden vor dir steb, und mit dir in den Himmel geb', befreit von Fluch und Sünde! Laß mich im Glauben standhaft 710 Mel. Befiehl bu beine 2ch denf' an dein Gerichte, du Richter aller Welt! Der Thor nennt's ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt! Mich soll sein Wahn nicht flören, weil mich dein göttlich Licht und mein Gewif sen lehren: du halteft einst Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geifte schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Richtertbron, um den die heil'ge Menge erhabner Engel febt. Welch herrlides Gepränge! Welch hohe Majestät! 3. Umsonst sucht nun der Sünder vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Menschenkinder wirst du zur Rechnung ziehn. Du ruffi und sie erscheinen vor deiden nem Richterthron; Sündern und den Deinen gibst du gerechten Lohn. 4. Frob Nachtrag. 4. Frohlockend feb'n die Stimme lockt. Frommen dein göttlich Angesicht: schon bier dem Fluch entronnen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen; erlös't von aller Müh', sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, segneft fie. 5. Wie angsvoll aber beben, die hier dein Wort verböhnt, und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz verwöhnt! Du gibst der Sünde Knechten ihr Theil in ew'ger Pein; und führeft die Gerechten zu deiner Freude ein. 6. Laß, Jesu, dein Gerichte mir fiets vor Augen seyn und drücke sein Gewichte in mein Gewissen ein! Vor dir laß mich fromm wandeln, und hier zu aller Zeit so, wie ein Weiser bandeln, der seinen Richter scheut. 7. Jft dann dein Tag vorhanden; wird diese Welt vergebn: so hoff' ich nicht mit Schanden vor deinem Thron zu stehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit; führst mich mit deinen Knechten in dein e Herrlichkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 711 6⁰ Gott, bilf mir, daß ich thue, weil mich noch deine 529 Bewahre mich vor falscher Ruhe, dabei das Herz fich leicht verstockt, wenn du selbst das Gewiffen rührst, und zum Gefühl der Sünden führst. 2. Du willst nach deiner großen Güte, nicht eines eing'gen Sünders Tod: drum weckst du oftmals ſein Gemüthe, zu fühlen seine Sündennoth. Wohl dem, der deine Stimme hört, und redlich sich zu dir bekehrt! 3. Den retteft du von dem Verderben, nimmft seine Buße gnädig an, macht ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen fahn: Wie groß ist Gottes Vaterhulb; er tilget meine Sündenschuld! 4. Sollt' ich die Güte benn verachten, die mir noch Kraft zur Beßrung reicht? Vom Trofte leer muß der verschmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zuleßt, der frevelhaft gering fie schäßt. 5. So gib, daß deiner Gnadenlockung, o Gott, mein Herz ftets offen sei; damit mich ja nicht die Verstockung, wenn ich mein Leben ohne Reu' im Sündendienste zugebracht, zu deinem Zorngefäße macht. 6. Sich bessern ist der Weg zum Leben, drum laß 3 mich Nachtrag. 530 mich in der kurzen Frift, die du zum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür sorgen, daß mein Geift dem Sündenelend sich entreißt. 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die uns vom Sündendienst befreit, und leite mich selbst auf dem Pfade der chriftlichen Rechtschaf fenheit! Wie selig bin ich dann schon hier; wie glücklich einst, mein Gott, bei dir! 712 Meint ein In voriger Melodie. Herz, er muntre dich, zum Preise des Gottes, der dein Vater ift! Bedente, auf wie viele Weise du ihm zum Dank verpflichtet bift. Bring' ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuben Ruhm und Ehre dar. 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nüßlich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hoffen auf dich, der du die Liebe bift. Mein Gott, wie wenig bin ich's werth, daß mir noch Hülfe widerfährt. 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. Nur wohl zu thun bist du gewohnt. D'rum wird auch mir, mein Gott, mir Armen, von dir nicht nach Verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine Treu' mit Segen, Trost und Hülfe bei. 4. Du bist es, der in meinen Sorgen mit Rettung mir entgegen eilt; und wenn fie, noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eb' ich mich's versehn, und hilfft mir und erhörst mein Fleh'n. 5. Du wählst und wirkest stets das Beste. Und wenn auch meine Noth sich häuft, so steht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn mich das Elend ganz ergreift, so legt sich dein Erbarmen drein, mich vom Verderben zu befrei'n. 6. Du bist mein Heil! Mein ganz Gemüthe ift deines Ruhms, mein Netter, voll. O könnt' ich deine große Güte doch so erheben, wie ich soll! Doch meine Kraft reicht nicht dahin: du weißt es, Gott, wie schwach ich bin! 7. Und hätt' ich auch viel tausend Zungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig g'nug von mir be sungen, auch bei dem allergrößten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir gethan. 8. Jedoch, du siehst mit Wohlgefallen auch auf des Herzens Nedlichkeit; und höreft selbst das schwache Lal 531 Lallen der Deinen mit Zufriedenheit; du hörst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachbeit trägt. 5. Daß deiner Wunder Siuhm umher erschalle, die Welt von deinen Thaten wiederhalle, und deine Wahrheit, deine Huld befinge und Preis dir bringe. 9. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen seyn. Sch will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weihn, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb' im höhern Heiligthum. 6. Der Herr ist mild, von duldendem Gemüthe, barmherzig, gnädig, und von großer Güte; erbarmt fich seiner Werke, hat an allen fein Wohlgefallen. Miel. Herzliebster Jeſu! will, mein 7. Jehovah, alle deine Werke sollen dir jauchzend Deine Frommen 713 Gott, du Ro- wollen aus allen ihren Kräften sich bestreben, dich zu erheben! 8. Ja, ewig will ich deinen Namen loben! Von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müffe, Herr, zu allen Zeiten bein Lob verbreiten. Nachtrag. nig, dir lobfingen, und ewig Ehre deinem Namen bringen. Sei täglich, ewig sei von mir erhoben! Dich will ich loben! 2. Der Herr ist groß; wer kann ihn g'nug erheben; wer kann mit seinem eifrigsten Bestreben, wie groß er ist, begreifen und empfinden, wer Gott er 3. Von unsern Vätern wurdest du erhoben, dich werden unsrer Kinder Kinder loben, und deine Macht befingen, deiner Stärke preisvolle Werke. 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und prächtig, wie groß in deinen Wundern, Herr, wie mächtig! Das preif ich, daß dein Nam' erhoben werde, der ganzen Erde. Mel. Allein Gott in der Höh. timmt unſerm Gott 14 lied an mit freudigem Gemüthe; es rühm und preise, wer da fann, den Geber aller Güte! Er macht uns frei von aller Noth; drum lobet ihn, drum lobet Gott, und danket seinem Namen! 2. Lobt Gott, und rühmet allezeit die großen Wunderwerke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweift in aller Welt, indem 32 er Nachtrag. 532 er alle Ding' erhält: drum banket seinem Namen! 3. Lobt Gott, der uns er schaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus väterlicher Huld und Gnad' uns Alen pat gegeben; der uns durch seinen Engel schüßt; der täglich schenket: was uns nüßt, drum banket feinem Namen! 4. Lobt Gott! Er gibt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ew'ge Lebenskron' durch seinen Tod erworben, der Frieden hat mit Gott ge macht, und seinen ganzen Rath vollbracht: drum dantet seinem Namen! 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geift den Glauben angezündet und seinen Beistand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; der uns fets durch sein Wort regiert, und auf den Weg des Lebens führt: drum dan tet seinem Namen! 6. Lobt Gott! Er hat dies gute Werk felbft in uns angefangen, vollbringt es auch, gibt Kraft und Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er am Ziel uns vorgestellt, und das den Himmel in sich hält: drum banket seinem Namen! Lobt Gott, und preist ihn früh und spat; ja Alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen! In eigener Melodie. 715 auf mich in aller Noth, o großer Gott, Herr aller Herren, wann Satans Wuth die Höllenrott', den Rachen gegen mich aufsperren, wann fie mich suchen zu verschlingen und in die höchste Noth zu bringen, so bitt' ich dich herzinniglich, mein Vater, so bab' Acht auf mich. 2. Hab' Acht auf mich, wann mich die Sünd' will von dem höchsten Gut abwenden, so halte mich, Herr, als dein Kind, mit deinen treuen Vaterhänden; bleib' du mir stets in den Gedanken; laß mich von deinem Wort nicht wanken; wann Sünden in mir regen fich, mein Vater, so hab' Acht auf mich. 3. Hab' Acht auf mich, wann's gehet wohl, wann mir die Glückesfonn' will scheinen, die meine Seel' macht freudenvoll, daß fie Nichts wissen mag von Wei nen, daß ich dem blinden 7. Lobt Gott, ihr star- Glück nicht traue, vielmehr ten Seraphim, ihr Engel auf deine Güte schaue: weil und ihr Thronen! Es loben oft das Glücksrad wendet Gott mit heller Stimm', sich, mein Vater, so hab' die hier auf Erden wohnen! Acht auf mich. 4. Sab Nachtrag. 4. Hab' Acht auf mich, und steh' mir bei, wann mir das Unglück brauf't entgegen, daß ich nicht zu verzaget fei, und weichen mög' von deinen Wegen, die mir zu wandeln find befohlen; und wann mir auch des Kreuzes Kohlen mein Herze brennen bitterlich, mein Vater, so hab' Acht auf mich. 5. Hab' Acht auf mich, wann ich gesund, wann ich empfinde feine Schmerzen; wann keine Klag' in meinem Mund, noch Trauren ist in meinem Herzen; damit ich bei gesundem Leibe dir dankbar und gehorsam bleibe, auf daß ich nie vergeffe dich, mein Vater, so hab' Acht auf mich. 6. Hab' Acht auf mich, auch wann ich frank, wann die Gesundheit will verschwinden, daß ich geduldig und mit Dank annehm' die Arzenei der Sünden; laß 533 mich nicht ungeduldig werden, und denke, daß ich Staub und Erden; auch wann die Schmerzen mehren fich, mein Vater, so hab' Acht auf mich. 7. Hab' endlich dann auch Acht auf mich, wann ich der Welt Valet foll geben, daß ich im Glauben halte dich, bis ich komm' in ein ander Leben, daß mir das frohe Glaubensende ertheilet werd' in deine Hände; daß ich bei dir leb' ewiglich, mein Vater, so hab' Acht auf mich. 8. Ach! laß mich doch nicht aus der Acht, wann uns dein jüngster Tag erscheinet: der Tag, da vor Gericht wird bracht auch das, so man bie nicht gemeinet; laß mich zu deiner Rechten steh'n, und zu des Lammes Hochzeit geb'n; mein Jesu, dann hab' Acht auf mich, so will ich ewig preisen dich. Register. Seite. Seite. A bleib mit deiner 156 Anbetungswürd'ger G. 7 An deine Leiden denk. 100 An dich, mein Gott! 277 485 Auch außer meinem 65 Auf, Chriften, bringet 316 Auf, Chriften, laßt uns. 66 Auf, dich, Erlöser, stets 243 90 Auf Erden Wahrheit Auferstehn, ja auferft. 195 Auf, freue dich, mein Auf Gott nur will ich Auf Gott und nicht auf Auf, Jesu Jünger fr. Auf, meine Seele auf 129 Auf, o Seele, sei noch 448 Auf, schicke dich, recht f. 82 Aus des Grabes Band. 130 415 285 137 Ach endlich, Dulder, 126 Ach Gott, verlaß mich 300 Ach Gott, wie mancher 226 Ach, hier nicht mehr, 509 Ach könnt' ich doch mit 494 Ach fieh ihn bulden, bl. 120 Ach welch ein Kampf 62 Allein Gott in der Höh' 29 Alle Menschen müssen 201 Allen Chriften und auch 373 Aller meiner Brüder Aller Welten Herrscher, 28 Alles hast du mir gegeb. 314 Alles ist an deinem S. 42 Allgegenwärtiger! ich 13 Allgütiger, bir will ich 454 Alliebender du schufft 377 378 Allmächtiger, ich hebe 439 Balb ift fie nun voll. 499 Allmächtig großer Gott 50 Am Kreuz erblaßt 126 Anbetung sei dir, Gott 138 Bald leg ich Sorg und 497 Bald ober spät des T. 251 33 Barm Register. Seite 495 Dem ganzen Erdkreis 287 Dem großen Vater w. 485 Demuthsvoll komm ich Dem Wand'rer gleich, 400 Den größten Sterbend. 114 Der am Kreuz ist meine 117 Der du den Menschenf. 471 Der du selbst die Wahr. 150 Der du stets unsre Zufl. 3 Der du uns als Vater 143 Der du uns das Heil er. 76 Der du voll Blut und 119 Der du von Jugend auf 317 Der Ehestand foll heilig 404 Der Erde Reiz find er. 453 Der Freuden Quell ift 211 Der Heiland kommt, I. Der Herr ist Gott und Der Herr ist meine Der Herrscher aller£. 108 Der hohe Himmel dunt. 462 Der Lenz erfreut, was 195 Der Mächtige, der H. 462 Der Wond ist aufgeg, 450 Der Morgen kommt u. 491 Der Tag ist wieder hin; 445 Der weise Schöpfer, d. 434 Der Wollust Reiz zu 337 Des Leibes warten und 336 Des neuen Jahres erft. 463 Dich bet' ich an, erft. 75 5 288 128 269 436 179 525 Dich kennen, Gott, ift Dich seh ich wieder, Die auf der Erde wal. Die Erde ist Jesu Die hier vor deinem Die Himmel rühmen Die Kinder, deren wir 408 Dies ist der Tag, den Die stillen Abendstund. 419 34 250 Barmherziger, erhöre Befiehl du deine Wege Beglücke meine Reife Beglückt, beglückt ist, Begrabt den Leib in f. 511 Bekenner Jesu, werdet 106 Berufen haft du mich 414 Befiß ich nur ein ruhig. 355 Bester, weisefter Reg. Bewaffnete, der Krieg. 430 Bewahre meinen Wund, 274 Bilden soll ich mich auf 221 Bis der Tod ihm winkt 358 Blick hin in die vergang. 351 Bringt Preis und R. 129 44 Shrift, hrift, aus beinem H. 365 Christe, du Sohn G.1 107 Chrift eile nie mit sich. 168 Chriftus, der ist mein e. 500 Chrift, wann dich Trüb. 293 Dank und Anbetung 242 358 Dank, Vater dir, der Das Amt der Lehrer, Das Grab ift tief und Das Land, das Gott Daß ich der Tugend Daß unser Gott uns 2. Da stehen wir, die Dei. 514 Dein bin ich Gott! D. 47 Deines Gottes freue 283 Dein Heil, o Chrift, n. 301 Dein Bolt, o Herr, f. 155 Dein Wille ist's, o G. 330 Dein Wort, o Höchst. 146 Scite 86 86 29 494 417 515 426 2 88 448 Die Register. Seite Die Thiere, deren Herr 435 Die Zunge, die vern. 432 Dir dank ich für mein 470 Dir ergeb' ich mich, Dir, Gott, der so gern 239 161 Dir, Gott, fei Preis u. 49 Ehre sei Gott in der 78 155 38 Dir immer ähnlicher zu 257 Dir trau' ich, Gott, u. 291 Dir, unser Gott, ist Dir zu leben, bir au 181 Du, aller Menschen V. 380 Du befter aller Mensch. 121 Du bester Troft der A. 482 Du bist's, dem Ehr' und 312 Du, deines Vaters Seite Du, welchen keine Welt 486 Du wirst, o Vater, für 183 Du wollst erhören G. 504 247 54 Du denkeft in der tief. 116 Du, der kein Böses thut, Du, der sich einst voll. 105 Du, der so gern begl. 356 Du, deffen Auge floff. 116 Du, deß sich alle Himm. 308 Du gabft mir, Ew'ger 349 Du, Gott, bift über Al. 281 Du, Gott, du bist der 464 Du haft es mir gegeben 484 Du haft uns, Herr, die 341 Du, Herr, haft aus B. 165 Du, Herr und Vater 501 Du, Herr von meinem 475 Du kamst herab zum Du klagft und fühleft 352 Du läßt den Tag mich 471 Du liebst, o Gott, G. 377 Durch dich, Gott, bin 413 Durch dich, o großer G. 313 Du sagst, ich bin ein Ch, 252 Du schauft, mein Sch. 275 Du Vater deiner Men. 279 Du vertbeilft der Men. 412 Du weiser Schöpfer 71 16 Ein feste Burg ist Ein Gott regiert; was 299 Ein Herz, o Gott, in 363 Ein milder Regen finket 461 Ein Pilgrim bin ich in 202 Ein ruhiges Gewissen 394 Einsam bin ich; tiefe 450 Eins ist Noth! Und H. 241 Einst, als im Angstgeb. 106 Einst freuet euch, einft 208 Empfinde deinen hohen 214 Entehre nicht, mein H. 353 Entfernet euch, unfel'ge 393 Entreiße dich, mein G. 87 Entschwinge dich, mein 295 Erdentöchter, Erdens. 518 Erfreue dich des Heils 85 Erfülle redlich deine P. 294 9 Erhabner Gott, was r. Erhalt' uns, Herr, bei 154 Erhalt' uns, Herr, die 311 Erhebt, den Herrn, ihr 68 Erhöhter Jesu! Gottes 527 Erinnre dich, mein Gott 131 Er ist erstanden, Jesus 133 77 Er ist gekommen, er, Erlöser, der im Staube 107 Ermüdet von den S. 446 Erscheine meinem Geift, 95 Er ftarb, der größte Fr. 121 Ertöne, feiernder Gef. 320 Ertönt, ihr Freudent. 462 Es baut, o Gott, auf 458 34 Es Register. Seite 82 Gern will ich mich erg. 182 Geweihter Ort, wo S. 519 Geweiht zum Chriftent. 161 Gewöhne dich, durch 429 Gib, Gott, wenn ich d. 327 Gib Höchster, daß ich 431 Gib mir, o Gott, ein 374 Gott, aus deinen Sch. 33 Gott, deine Gnade fei Gott, deine Güte, beine 46 Gott, deine Güte reicht 307 Gott, deinen heiligen 281 Gott, deinen weisen W. 413 Gott, deine weise Macht 44 Gott, der an allen End. Gott, der du die Men. Gott, der du für uns Gott, der du Herzenst. 276 Gott, der du Schmerz 490 Gott, der du unsre Zuf. 230 Liebe, wie er. 278 40 384 68 Fallet nieber, fallet 314 Gott der Lage, Sott b: 435 Seite Es eilt der letzte von 350 Es freu' der Fürst des 310 Es ging ein Mann voll 88 Es hebt sich auf der A. 219 Es herrscht ein Gott, d. 292 Es ist dein Wille, Herr 490 Es ist nicht mehr, für 508 Es ist noch eine Ruh v. 203 Es ist nur einer Herr 6 Es ist vollbracht, so r. 124 Es lebt ein Gott, der Es preise Gott, wer 3 246 Es werde Gott von dir 48 Es zieht, o Gott, ein K. 478 Es züchtigt deine Hand 477 Ewig, ewig bin ich dein, 163 Ewig, o Jefu, wird dein 157 Ewig und unwandelbar 466 24 Ferne sei der Irrthum 215 Feft steht dein Bund, 469 Frohlockend, Vater, w. 443 Froblockt ihr Chriften, 132 Früh, mit umwölktem 455 Führer zur Vollkomm. 89 Für alle Menschen bet. 311 Für deinen Himmel 507 Fürwahr, du bist, o G. 40 6. eärntet ist der Feld. 455 Gedanke, der uns Leb. 64 Gebt hin! der Gott 405 Geift vom Vater und 142 Gelobt seift du, o Gott 526 Gerechter Gott, vor d. 19 Gott, der zum Segen f. 427 Gott des Himmels und 437 Gott, dessen Macht des 483 Gott, dir gefällt fein 253 Gott, bir vertrau'n ift 293 Gott, du bist von Ewig. 10 Gott, du erforscheft mich 217 Gott, durch den wir sind 150 Gottes Gnade fei mit 423 Gottes Sohn ist kom. Gott, heilig sei dein N. Gott, bilf mir, daß ich Gott, ich will mich Gott, immer groß an 359 Gott ist die Liebe, Gott 26 Gott ist getreu, fein H. 21 Gott ist mein Hort und 149 Gott ist mein Lied, er 9 81 254 Gott 149 529 Register. 135 173 319 Seite Herr, der du dein th. 177 Herr, der du mir das 447 Herr, der bu selbst die 161 Herr, du bist meine 3. 527 Herr, eu erforscheft mich. 15 Herr, du fährt mit Herr, du wollst fie Herr Gott dich loben Herr Gott, dich I.( b) 320 Herr Gott, du bist die 11 Herr Gott, was irdisch 423 Herr, höre mein Gebet 255 Herr, ich bin dein Eig. 200 Herr, ich hab' aus deiner 185 Herr, laß mich doch g. 344 Herr, lehre mich den w. 52 Herrlich ist's an Freund. 433 Herrlich ist's in deinem 160 Herr, mache meine S. 291 330 Herr, meiner Seele g. Herr, mein Licht erl. 147 Hab' Acht auf mich in 532 Herr, mein Berföhner 386 Seite Gott ist's, der das Ver. 342 Gott, lehre mich verst. 225 Göttlicher, dich zu erh. 248 Gott, mein Vater, D. 410 Gott, mit allen feinen 466 Gott, öffne deinen Him. 502 Gott ruft der Sonn' u. 465 Gott, Schöpfer, St. 404 Gott sei Dank, ich lebe 440 Gott sei Dank in aller 73 Gott forgt für uns. O 42 Gott von großer Macht 460 Gott, vor deffen Anges. 18 Gott, wann mein fterb. 497 Gott, welch ein Schm. 506 Gott, wie schrecklich ſ. Großer Gott, erhabnes 58 Groß ist der Herr, die 364 Groß ist, ihr Aeltern, 407 Groß wird des Sünd. 201 61 Habe deine Lust am 284 Habe deine Luft o 3. 473 Hallelujab, bringet Es. 315 Halte dich mit hoher L. 317 Haft du denn ganz dein 479 Heiland deine Mensch. 92 Heiland, den uns Gott 69 Heiland, groß an Huld 176 Heil dir, Seele, Gott 502 Heiliger Geist, von G. 141 Heilig, heilig ist das 372 Heil ihm, dem Todes 127 Herr, beine Allmacht 14 Herr, deine Kirche dan. 157 Herr, deine Sanftmuth 385 Herr, dein Gesetz und 152 Herr, der du alles g. 328 Herr und Richter aller 199 Herr, unser Gott, wer 30 2 Herr, vor deinem Ang. Herr! welch ein wicht. 406 Herr, wie lange muß 255 Herr, wir feiern dein 173 62 Herr, wir singen bei. Herr, wir stehen hier 161 Hier, bin ich, Jesu, zu 166 Hier ist noch unsre P. 332 Hier lieg ich, Herr, in 488 Hilf mir, Gott, der K. 489 Höchster, denk' ich an Höchfter Gott, wir b. 8 Höchfter, wer ift's, der Höher hebt fich Gottes 452 Huldigt Gott, ihr frob. 26 35 Jauchzt 216 3 Register. Seite Seite Jauchzt auchzt unserm Gott 23 In allen meinen Thaten 37 Ich bebe nicht vor Tod 193 In Gottes Namen f. 441 Ich bin der reichste M. 346 In Trübfal, Chrift, ſei 362 Ich bin ein Chrift! G. 257 In unserm Kummer 487 Ich bin getauft auf d. 161 3ft Gott für mich, so 231 Ich bin getauft nach 3. 162 Ich bin in meinem G. 353 Ich bin, o Gott, dein Ich bin zur Ewigkeit Ich blick empor zu dir Ich denk an dein G. Ich eile meiner Heim. 498 Ich erbebe mein G. 51 194 222 528 220 Ich faffe, Bater, deine 499 Ich freue mich mein G. 285 Ich geb' einst ohne B. 188 Ich babe, Gott, mir e. 256 Ich hab' in guten St. 361 Ich hoff ein ew'ges 2. 204 Ich komme, Herr, und 167 Ich komme vor bein 302 R Rein Lebrer, ist dir 3. 93 55 Kein Mensch, o Gott, Kinder, die ihr noch im 410 Komm betend oft und 303 Komm, o komm, du G. 139 Kommt die ihr nicht Kommt, kommt den H. Kommt, laßt uns Gott 459 Kommt mit Dank vor Kommt und laßt uns 94 39 65 258 424 Ich preise dich, o Herr, 167aß deinen Geist mich 101 Ich seh' im Abendrothe 449 Laß doch, o Jesu, laß 158 Sch sterbe schon, jedoch 503 Las, Herr, nach eitlen 347 Ich trete vor dein Ang. 473 Laß mich doch nicht, o 345 Ich weiß, an wen mein 233 Laß mich, Höchster, d. 388 Ich will dem Herrn zu 482 Laß mich, o Herr, in 259 Ich will den Bund mit 172 Laß mir die Feier deiner 97 Ich will dich noch im 184 Laß dankbar uns die I will in stiller Einf. 474 Laß das Vollendungsf. 135 Ich will, mein Gott, du 531 Last dem Tode seinen 512 Jesu, deine tiefe Wund. 103 Laßt uns mit ehrfurchts. 79 Jefu, meine Freude, 242 Laßt uns unserm Gott 80 Jefu, meines Lebens 2. 99 Lehre mich, Herr, recht 333 Jefum ewig zu verehr. 240 Lieblich sind der Eugend 399 Jefus lebt, mit ihm 127 Liebster Jesu wir find Jefus, meine Zuversicht 193 Lob, Ehr' und Dank set 483 Im Frühling meiner 3. 416 Lob, Ehr' und Preis 322 Immer näher kommt 197 Lobet den Herren, Immer sich bestreben 88 Lob, Preis und Ehre br. 1 321 1 Lob Register. Seite Lob sei Gott, der den F. 451 Lob sei Gott, der den 438 Lobfinge, meine Seele, 133 Lobfinget Gott! Dank 30 Lobfinget Gott, denn f. 158 Lobfinget Gott, er fchuf 32 Lobt Gott, ihr Christen, 78 Mache bich, mein 334 305 409 Mein Auge ficht, o Gott 43 Mein bester Troft in Meine Kinder, Gott, Meine Lebenszeit ver- 186 Meinen Jefum laß ich 234 Mein Erlöser, auch für 100 Mein Erlöfer, der du 162 Mein Erlöser, Gottes 102 Mein erft Geschäft 439 Meines Herzens reinfte 232 Mein ganzer Geist, G. 205 Mein Glaub' ist meines 399 Mein Gott, ach lehre 260 Mein Golt, du wohnest 270 Mein Gott, ich weiß 187 Mein Gott, zu dem ich 223 Mein Heiland deine 71 Mein Heiland lebt und 520 Mein Herz, ermunire d. 530 Mein Herz, Gott, V. 222 Mein Hort ift Gott! 294 Mein Jesu, für dein 113 Mein Leben steht in G. 185 Mein Schöpfer, dessen 261 Mein Vater, und mein 262 Menschenfreund, nach 373 Menschen weif und gut 406 Mich selbst muß ich bez. 353 Mir nach, spricht Chr. 245 Seite Mit Ernst, o Menschenf. 74 Mit Freuden laßt uns 468 70 Mit frohlockendem G. Mit lautem Schall fr. 526 Mittler, schau auf fie 421 496 Mit welchem Dank Mit welcher Langmuth 27 Nach einer Prüfung 205 Nach einer schmerzenv. 492 Nach frommer Eintracht 385 Nach Gottes weisheite. 426 Nach Jefu Weisheitsl. 379 Nach meiner Seele Sel. 331 481 Nabet anbetend dem Naht dem Altare, Unf. 165 Naht mit Andacht im 169 Nicht auf den Höy'n, n. 354 Nicht, daß ich's schon 262 456 Nicht für der Felder Nicht lang ein Pilger 502 Nicht mehr, als meine 489 Nichts ist von ungefähr! 36 Nicht um ein flüchtig 142 Nicht um Reichthum, 308 13 Nie bist du, Höchfter, Nie will ich wieder fluch. 387 Nimm unsre Dankgef. 66 Noch immer wechseln 441 Noch läßt der Herr Noch leb ich. Ob ich m. 191 19 Noch nie haft du dein Noch stehen wir, o G. 514 Nun bitten wir den h. 139 Nun bringen wir den 510 Nun danfet Alle Gott 316 Nimm hin den Dank 175 Nun ist das alte Jahr 468 Nun 43 Register. Seite Nun laß uns Alle fröhl. 67 Nun sinkt die Sonne 444 Nur kurz ist hier mein 179 , blickt hinauf zur E. 390. Säe beine Thränenf. 359 Sanft, o Chrift, ift S. 249 Sanft, wie er gewand. 519 Schaffet, schaffet, M. 224 Scheint mir freudenfeer 354 Schicke dich, erlöfte S. 171 Schmerz und Klage füllt 461 Schon auf Erden könn. 91 Schon ist der Tag von 199 Schön ist die Tugend, 267 Schon naht sich meines 497 Schon wieder Nacht Schöpfer der erschaffn. Schöpfer, Gott, Herr Schüße die Deinen, d. Schweiget, bange 3w. 236 Schwer liegt der Treu. 522 Schwingt, beilige G. 6 Sebt, Chriften, sehet J. 124 Seht, welch' ein M.! 110 Sei, aller Wollust Reiz 337 Seid barmherzig, M.. 383 Sei gesegnet! Amen, 505 Sei getreu in deinem 420 Sei Gott getreu, halt 282 Sei hochgepriesen, H. Sei mir gegrüßt zu Sei zufrieden, mein G. 159 102 443 41 Preift, Christen, mit 460 Selig, eft, for bets 199 Ob wir sind, wie mir 390 O Durst nach Blut, o 109 Oft klagt dein Herz, w. 264 O Golgatha, zu deinen 123 Gott, den alle Wesen 325 O Gott, der du mein 270 Gott des Himmels 36 Gott, deß starke H. 24 O Gott, du bist mein 2 Seite Richte nicht mit harter 379 Ruhet wohl, ihr Todt. 513 Ruhig ist des Todes 515 Gott, du frommer 264 großer Gott, du r. 143 Heiland, dessen hoh. 177 Oheil'ger Geist, kehr' 140 79 Herr, mein Gott, d. 370 O Kinder, dieser Tag 422 O könnt' ich dich, mein 324 O Menschenfreund, mit 178 Ofelig, wer zufrieden 403 flimm' auch du mit welch' ein Glück, ein 50 O welch' ein Segen ist 433 welch' ein unschäßb. 395 Welt, sieh' hier dein 118 Owie felig seid ihr 521 Owie sanft ift, Herr, 59 O wie unaussprechlich 207 402 324 1 Preis und Anbetung 323 Selig find, die in dem 500 Selig, wer mit ftillem 290 Senkt den Leichnam, 511 Ceblichkeit, mit bir 391 Senkt nun den Leib in 512 Religion, von Gott geg. 144 Sieh' diese jungen S. 422 Sint' Register, Seite Sink' ich einst in jenen 449 So fliehen unsre Tage 447 So gib denn fromme 513 So hoff' ich denn mit 236 So Jemand spricht, ich 376 So ist mit aller ſeiner 493 Vater, ben uns Jesus 309 147 Soll dein verderbtes Sollt' es gleich bisw. 366 Sollt' ich jetzt noch, da 247 Sollt' ich meinem Gott 295 So schlummest du in 125 So wahr ich lebe! f. 226 So weit, Herr, deine H. 25 So weit nur Menschen 454 So, wie du bift, so 12 Standhaft sei, o Gott, 338 Stimmt unserm Gott 531 Stärke, Mittler, stärke 419 Stets warft bu meine 475 Still erheben wir uns. 516 Sünde ift nie klein zu 57 Bater, heilig möcht' ich 55 Verbittre dir dein Leben 387 Vereinigt laßt uns Gut. 375 Vergelten wirst du den 211 Versammelt hatte Jesus 164 Verschwunden ist der 457 Vertrauen ist des Chr. 286 Verzeih' der tiefen Trau. 516 Viele Freuden streuft du 357 Vollbracht ist nun die 178 Voll Dank an diesem 437 Vollendet freudig euren 212 Vollendet hatte Gottes 139 Voller Ehrfurcht. Dank 170 Vom Geräusch der W. 395 Vom Grab, an dem wir 84 Vom Todesthal hinauf 134 Von allen Himmeln t. 318 Von deiner Weisheit; 435 Von dir, der meine 391 Von dir, du Gott der 405 Von dir, Gott, find der 403 Von dir in diese Welt 392 Von Furcht dahin ger. 113 Von heiligem Gefühl 424 Von Herzen preif' ich 145 Bor dir, Herr, denken 154 Vor dir, o Gott, sich 273 beuer fei mir allezeit 90 Triumph! Triumph! u. 525 Seite Unter manchen bangen 504 linumschränkte Liebe 524 Unwiderbringlich schen. 467 Weber aller Veber aller Himmelt Q. 136 Um Erbarmen flehn 479 Um Gnade für die S. 122 Unerforflich sei mir 17 Unschuldigster, du hatt. 112 Unser Gott, der Herr d. 63 Unser Gott groß u. 35 Unser Wandel ist im H. 335 Unfre Kindheit, unsre 472 Wach' auf, mein Herz, 442 343 Uns ftrömt aus beiner Unsterblichkeit, Unsterbl. 208 Wann wir unsern Lauf 47 Was Register. 271 297 Seite Warum erbebst du, m. 196 Warum, sollt' ich mich 367 Warum willst du doch 296 Was Gott thut, das ist 368 Was hilft es mir, ein 268 Was ich nur gutes h. 326 Was ist im Himmel, Was ist mein Leben Was ist mein zeitlich Was ist's, daß ich mich Was mein Gott will, Was soll ich ängfilich Was forgst du ängstlich 189 Was wär' ich ohne dich 234 Was zagst du? Gott 298 Weicht, ihr Berge, fallt 20 Weit um mich her, ift A. 453 Welch' hohes Beispiel 250 Welch' bobes Vorrecht 304 Welterlöser, dich zu I. 244 Wenn Chriftus feine 159 Wenn der Stifter der 517 Wenn Geschwister fr. Wenn gleich aus tiefer 371 Wenn ich auf Gottes 198 Wenn ich ein gut Gew. 396 Wenn ich einst von jen. 442 Wenn ich, o Schöpfer, 33 Wenn meine Zeit vorh. 188 Wenn Menschen fireb. 417 Wenn mich die Sünd. 104 Wenn oft zu jener S. 209 Wenn sich mein Geift Wenn wir in höchsten Wenn zur Erfüllung Wenn wir, o Gott, die 397 Wer auf seinen Gott v. 289 Wer bin ich? welche 329 Wer dieser Erden G. 382 Wer gehorcht, der 412 279 428 Seite 277 Wer, Gott, bei dei. Wer Gottes Wege g. 218 Wer Gottes Wort n. 237 Wer hat den Glauben, 215 Wer höher durch Geb. 428 Wer Jesum kenut, ver. 213 Wer kann die Leiden f. 107 könnte zweifeln, 4 Wer machte diese schöne 369, Wer 339 370 368 23 478 31 94 Wer mit Luft und Eifer 518 Wer nur den lieben G. 300 Wer nur ein Lafter I. 56 Wer sich mit Ernst der 346 Wer stets mit reinem 266 Wer Sünde thut, der 60 Wer unter deinem Sch. 448 Wer weiß, wie bald in 192 Wer weiß, wie nahe m. 190 Wer zählt, Unendlich. 46 Wiedersehn! mit laut. 522 Wie freu' ich mich der 209 Wie getroft und heiter 237 Wie gnädig ist des Höch. 463 Wie göttlich find doc Wie groß bist du, o G. Wie groß ist des Alm. Wie groß ist unsre S. 397 Wie groß, o Herr, erf. 111 Wie groß, wie angebet. 72 Wie gut, wie heilig ift 151 Wie heiter fließt mein 398 Wie im Herbste fällt 180 Wie leicht verkenn' ich 327 Wie mannigfaltig find 340 Wie fanft, mein Vater, 306 Wie fanft feb'n wir den 506 Wie felig lebt ein M. 382 Wie sicher lebt der m. 182 Wie soll ich dich empf. 75 Wie theuer, Gott, ist 299 Wie 272 22 Register. Seite Wie viele Freuden dank' 26 Wie wichtig ist doch der 53 Wie wird mir dann, o 187 Wie wohl ist mir, o Fr. 238 Will mich, o Gott, hie. 371 Willst du der Weish. Willst du die Buße noch 227 Wir Alle, Menschenv. 458 Wir flehn für unsrer A. 411, 274 Wir gehn ans Grab u. 509 3u dir erhebt fich mein 96 Wir glauben an den ein. 30 Wir kommen, Helfer, d. 487 Wir sind in Noth, laß 483 Wir trocknen unsre Th. 364 Wo eilt ihr hin, ihr Leb. 351 Wohl dem, der beßre 348 Wohl dem, der in dem 402 Wohl dem, der richtig 389 Zu dir, o Gott, das H. 307 3u dir, Unendlicher, zu 480 3um Fleiße ward das 341 Zum Himmel erhebe 3ur Arbeit, nicht zum 3ur frühen Gruft 517 3war wird noch manche 299 476 342 Seite Wohl dem, der seines 472 Wohl mir, o Schöpfer; 430 Woblthätig find der E. 360 Wohl uns! Wohl uns 418 Wohlzuthun u. mitzuth. 381 Wo ist wohl Noth und 60 Wort aus Gottes M. 153 Wo sind die Weisen, d. 16 Anhang zum Allgemeinen Evangelischen Gesangbuch. Mel. Gott des Himmels und der 716 Thut mir auf die schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein. Ach, wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein! hier ist Gottes Angesicht; Hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Zeuch doch in mein Herze ein, laß es deinen Tempel fein. duise 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samforn in mich fällt; gib mir Licht in dem Verstande, und 317901 718 was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß bein theures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben; halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmels= brod, tröste mich in aller Noth. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zeuch das Herze 717 Wunderbarer KöIn eigener Melobie. ganz empor. nig, Herrscher von uns allen, laß dir unser Lob gefallen. Deines Vaters Güte hast du laffen fließen, ob wir schon dich oft verließen. Hilf uns noch! 1* Stärt 2 Anhang. Stärk uns doch! Laß die Bungen singen, laß die Stimmen klingen! 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Stärke, mehr, als aller Menschen Werke. Großes Licht der Sonne, schieße deine Strahlen, die das große Rund bemalen. Lobet gern, Mend und Stern! Seid bereit, zu ehren einen solchen Herren. 3. O, du meine Seele, finge fröhlich, singe, singe deine Glaubenslieder! Was da Odem holet, jauchze, preise, flinge! Wirf dich in den Staub danieder. Er ist Gott Zebaoth! Er nur ist zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet. Halleluja singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergiebet. O, wohl dir! Glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Mel. Wer nur den lieben Gott 718 daß ich tausend Bungen hätte und einen tausendfachen Mund, so stimmt ich damit um die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! Q daß mein Blut mit Jauchzen wallte, solang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euern Fleiß und stehet munter im Ge schäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich. 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! 3hr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein. 5. Ach Alles, Alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben, denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen We Anhang. Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 7. Auch hab ich es mein Lebetage schon so manch liebesmal geſpürt, daß du mich unter vieler Plage zwar wunderbar, doch wohl geführt; denn in der größe sten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 8. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem fieten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphirend einher gehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein! 9. Ich will von deiner Güte fingen, solange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, solange sich mein Herz bewegt; ja, wenn der Mund wird fraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 10. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin; im Himmel soll es besser werden, wenn ich bei deinen Engeln bin; da sing ich bir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor! Mel. Freu dich sehr, o meine S. 719 Warum willst du draußen stehen, du Gesegneter des 3 Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohlgefallen, du mein Stern, du, mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit! Hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht des mir mit seinem Schrecken Gesetzes starker Hammer Donnerstimm, die mir Gotmacht. O der schweren tes Zorn und Grimm also tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut beweget. gute 3. Will ich dann mein Elend lindern und erleichtern meine Bein bei der Welt und ihren Kindern, fall ich tiefer noch hinein, da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, Freunde, die Die mein lachen. 4. In der Welt ist Alles nichtig, nichts ist, das nicht kraftlos wär. Hab ich Hoheit, die ist flüchtig; hab ich Reichthum, was ists mehr, als ein Stäublein armer Erd? Hab ich Luft, was ist sie werth? Was ists, das mich heut erfreue, das mich morgen nicht gerene? 5. Aller Troft und alle Freu 4 Anhang. Freude ruht in dir, Herr Mel. Schwingt heilige Gedanken Jesu Christ; dein Erfreuen ist die Weide, da man erst recht fröhlich ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht; laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken! 6. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jetzo kommt und zeucht er ein; sein Gang ist zu dir gefehret, heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu, gib dich ganz zu seiner Rub, öffne dein Gemüth und Seele, flag ihm, was dich drückt und quäle. 7. Was du Böses hast begangen, das ist alles abgeschafft, Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünden Macht und Kraft, Chrifti Sieg behält das Feld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 190 HUF hlu nithin CHit End 8. Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibest du dem wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den En geln droben ihn dort ewig werdest loben. 2 vs 720 Der heilge Christ der theure Gottessohn; deß ist kommen, freun fich alle Frommen am höchsten Himmelsthron. soll preisen hoch und loben Auch was auf Erden ist, mit allen Engeln droben den lieben heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufgegangen, die lange Nacht ist hin; die Sünde liegt gefangen, erlöst ist Herz und Sinn. Die Sündenangst ist weg, der Glaube geht zum Himmel nun aus dem Weltgetümmel auf einem sichern Steg. 3. Nun sind nicht mehr die Kinder verwaist und vaterlos; Gott rufet ſelbst die Sünder in seinen Gnadenschooß, er will, daß alle, rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen Hulden, gehn in den Himmel ein.; id 4. Drum freuet euch und preifet, ihr Seelen fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da! Er ruft ſo freundlich drein mit süßen Liebesworten: geöffnet sind die Pforten, ihr Kinder, kommt herein! nd Mel. Anhang. Mel. Wach auf, mein Herz, oder: Nun laßt uns Gott den Herren 721 Nun laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis bierher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten zu dem neuen. 3. Denn wie von treuen Müttern in schweren Unge wittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden; 4. Also auch, und nicht minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Noth und Trübsal blitzen, in seinem Schooße sitzen. 5. Ach, Hüter unsers Lebens, fürwahr, es ist ver-. gebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 6. Gelobt sei deine Treue, die alle morgen neue! Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 7. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 8. Gib uns und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner 5 Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 9. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. Vater, der Irrenden Be10. Sei der Verlaßnen rather, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. Kranten, gib fröhliche Ge11. Hilf gnädig allen Seelen, die sich mit Schwerdanken den hochbetrübten muth quälen. 12. Und endlich, was das Meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 13. Das alles wollst du. geben, o unsers Lebens Leben, uns und der Christenschaare zum selgen neuen Jahre. Buduo! Dosta Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 722 Jesus soll die Losung sein, da ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinem Wege gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort soll in der Gemeinde schallen; 6 Anhang. len; und so oft wir an den die Hoffnung habe, daß du Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligthum. mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit des Himmels Erben ins Land des Lebens gehn.d 3. Sein Verfühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird es uns zu Theil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; geht uns dieser Leitstern für, so wird Alles wohl bestehen und durch seinen Gnadenschein Alles voller Segen sein.dll 1 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen; so wird alle Bitterfeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. and 6. Jesus, aller Bürger Heil, unserm Ort ein Gna denzeichen, unsers Landes bestes Theil, dem kein Kleis nob zu vergleichen, Jesus unser Schutz und Hort, bleib uns Losung fort und fort. Bid 2. Du liegest in der Erde und hast sie eingeweiht; wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub Staub vermehrt; weil dir zu legen, was Asch und doch allerwegen die Erde zugehört. Mel. Valet will ich bir geben, oder:" Befiehl du deine Wege 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; drückst mir die Augen zu: so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, du ſprengtest es entzwei. Wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich Stein schon rüden, der auch dennoch frei. Du wirst den mein Grab beredt; ba werd ich den erblicken, der mich vom Tode weckt. 5. Du fähreft in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da 723 Inem Grabe, du ist es sicher wohnen, wo ich dich Dort großer Osterfürst, weil ich lauter Glanz um dich, da war Anhang. warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! Ich will mich dir ergeben in meiner letzten Noth. Ich will mein Bette machen in deine liebe Gruft, da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht 724 nimm die Palmen, die dein Volk dir heute bringt, das mit frohen Osterpfalmen den ertämpften Sieg befingt. Wo ist nun der Feinde Bochen und der Würger Mordges schrei, da des Todes Nacht vorbei und sein Stachel ist zerbrochen? Tod und Hölle liegen da: Gott sei Dank, Halleluja! 2. Stecke nun dein Sie geszeichen auf der dunkeln Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, tritt her vor! Laß dir tausend Engel dienen; denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majeftät, erschienen: Erd und Himmel jauchzen da: Gott fei Dant, Halleluja! 3. Theile, großer Fürst, die Beute deiner armen 7 Heerde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt. Deinen Frieden gib uns allen, o so jauchzet Herz und Muth, weil das Loos uns wundergut und aufs lieblichste gefallen, denn der Delzweig grünet da: Gott sei Dank, Halleluja! 4. Laß, o Sonne der Gerechten, deinen Strahl ins Herze gehn: gib Erleuchsie geistlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, o so fördre du den Lauf; rufe mächtig: Wachet auf! Denn die Schatten sind vergangen, und der helle Tag ist da: Gott sei Dank, Halleluja! Grauen, wann die letzte 5. Tilg in uns des Todes Stunde schlägt, weil du denen, die dir trauen, schon die Krone beigelegt. Gib uns in den höchsten Nöthen, gib uns mitten in der Pein, deinen Trost und Glauben ein, o so kann der Tod nicht tödten; denn die Hoffnung blühet da: Gott sei Dant, Halleluja! 6. blöde Kummer über Sarg Zeige, wenn der und Grüften weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer bort in voller Kraft erscheint. Sind wir 1*** fterb 8 sterbli hier geboren, o so streift das fühle Grab nur, was sterblich heißt, uns ab, und der Staub ist unverloren, unser Hirte hütet da: Gott sei Dank, Halleluja! Anhang. Neubelebten, wonnevoll in Licht getaucht. 3. Doch du selber, meine Seele, sag, wie feierst du den Tag, da der Herr des Grabes Höhle mit gewaltgem Arm durchbrach? Feiauch in rechter Osterfreud? erst du sein Auferstehen kann man an dir selber sehen, welch ein hoher Festtag heut? 7. Rufe die zerfallnen Glieder endlich aus der dunkeln Nacht, wenn der Deinen Usche wieder in verklärtem Glanz erwacht. Dann wirst du die Krone geben; dann wird die ver4. Bist du mit ihm aufjüngte Brust, Herr, mit erstanden aus der Sünde engelgleicher Luft ewig dei- Todesnacht? Hast du dich nen Sieg erheben und wird von ihren Banden losge= sprechen auch allda: Gott rungen, frei gemacht? Oder sei Dank, Halleluja! liegst du noch verborgen i 156 und in deinen Sünden todt? Kündet deinen OstermorMel. O du Liebe meiner Liebe Mor725 Wandle leuchten- gen noch kein helles Viergenroth? der und schöner, Osterionne, deinenlauf, denn dein Herr und mein Versöhner stieg aus seinem Grabe auf. Als das Haupt er sterbend beugte, du dich in nächtgen Flor; doch jetzt komm herab und leuchte, denn auch er stieg längst empor. bargst 2. Erde, breite dich in Frieden unter deinem Himmel aus, denn dein Herr ist nicht geschieden, er zerbrach des Todes Haus, deine starken Felsen beb ten, als er seinen Geist ver haucht. Grüße nun den bedecken länger nicht bie 5. O dann laß dich nicht finstre Nacht; sieh dein Herr ist, dich zu wecken, komm, vom Schlaf dich von dem Toder aufgewacht! zu erheben, komm, der Fürst des Lebenss ruft! Wache auf_zum neuten Leben, steig hervor aus deiner Gruft! 6. Sieh, er reicht dir hülfreich, gnädig die durchbohrten Hände hin, macht dich der Betäubung ledig, weckt mit Liebesruf den Sinn. Reine Strafe sollst du scheuen, darum bleibe nicht Anhang. nicht zurück, raff dich auf, dich zu erfreuen an des neuen Lebens Glück. 7. Sieh, dein Herr ist auferstanden, daß du könnteſt auferstehn, aus der Sünde Haft und Banden in die schönste Freiheit gehn! Willst du ihm dich nur ergeben, streift er deine Ketten ab, und du siehst dein altes Leben hinter als leeres Grab. Mel. Alle Menschen müssen sterben 726 Siegesfürst und Ehrenkönig, höchstverklärte Majestät! Alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber doch erhöht; sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug entzückt deine Herrlichkeit erblickt? 2. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klarheit fich ergießt, daß ein Strom von Glanz und Wonne durch die Himmelsgeister fließt; prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen. Schau, dein armes Kind: auch hier rufet Hosianna dir. s 9 da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt und Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 4. Geist und Kraft nun überfließen; drum wirk in mir kräftiglich, bis zum Schemel deinen Füßen alle Feinde legen sich. Herr, zu deinem Scepter wende Alles bis zum Weltenende, mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. 5. Du kannst Alles aller Orten nun erfülln und nahe fein; meines armen Herzens Pforten stehen offen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn, als in deinem Himmelsthron. 6. Deine Auffahrt will mich heben, bringt mir Gott und Himmel nah. Lehr mich nur im Geiste leben, gleich als wärst du sichtbar da. Fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, bei dir abgeschieden drinnen, in das Himmelreich versetzt, da mich Jesus nur ergötzt. 3. ich deinen Kelch nicht trinfen, da ich beine 727 3 horen, fei In eigener Melodie. euch zu Klarheit seh? Sollt mein Muth noch wollen sinfen, meines Herzens Gaft, der du, Anhang. 10 du, da ich geboren, mich neu geboren hast. O hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist. 2. Beuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Entfündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchbrang mein Leben, du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt mit dessen Tod und Blute als mit dem höchsten Gute, der uns im Tod erquickt. 4. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten öret, dein Singen flinget wohl, es steiget himmelan, es steiget sonder Ende, bis der sich zu uns wende, der Allen helfen kann. 5. Du bist ein Geist der Freuden, das Trauern willst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie man chesmal hast du mit füßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güldnen Freudensaal! mis 6. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der FreundLichteit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Bank, Haß; Neid und Streit. DerFeindschaft Feind du bist, willst, daß in Liebesflammen fich wieder thu zusammen, was voller Zwietracht ist. 7. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt; so gib doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet bat. 8. Beschirm die Obrigkeiten, bau unsers Fürsten Thron, gib Glück zu unsern Zeiten; schmück, als mit einer Kron, die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volt im ganzen Land. 9. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetzet und, was dein Herz ergößzet, aus unserm Herzen reißt. 10. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und Anhang. und wenn wirs sollen geben n Todes Hände hin, wenns nit uns hie wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die Mel. Erhalt uns, Herr 728 Ach bleib bei uns, sich auf dich verlassen frei. veil es nun Abend worden st; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ia bei uns uslöschen nicht. 2. In dieser schwer betrüben Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sakrament behalen rein bis an das End. 3. Herr Jesu, hilf, dein lirch erhalt, wir sind gar icher, faul und kalt;, gib Glück und Heil zu deinem Wort, gib, daß es schall in allem Ort. 4. Erhalt uns nur bei beinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Bib deiner Kirche Gnab und Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld. 5. Ach, Gott, es geht jar übel zu; auf dieser Erd ist keine Ruh; viel Secten und groß Schwärnerei jetzt kommen haufenveis herbei. ESTIRSUITE 11 walt sich heben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die mit Ge8. Dein Wort ist unsers Herzens Trutz und deiner Kirche wahrer Schutz; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts anders suchen mehr. 9. Hilf leben uns nach deinem Wort und darauf muthig fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelsjaal. mer. Es ist das Heil uns kommen 729 Die Feinde deines Kreuzes drohn, dein Reich, Herr, zu zerstören. Du aber, Mittler, Gottes Sohn, kannst ihrem Troßze wehren. Dein Thron bestehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die Macht der Hölle rüsten. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Wert von Menschenfindern; drum fonnt auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird selbst durch der Fein Anhang. 12 Feinde Schaar zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Du wollest deine Herr schaft noch auf Erden weit verbreiten und unter dei nem sanften Joch zum Heil die Völker leiten! Vom Aufgang bis zum Niedergang bring alle Welt dir Preis und Dank und glaub an deinen Namen! Mel. Valet will ich dir geben hierher und 4. Auch deine Feinde, die 730 Bis here ter dich schmähn, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren! Lehr sie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Bertraun auf deine Zukunft warten. 5. Uns, deine Gläubgen, wollest du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unsre Seelen Ruh in deiner Gnade finden. Mach unsers Glaubens uns gewiß; vor Irrthum und vor Finsterniß bewahr uns bis ans Ende. ten dich, Herr, alle deine Frommen und freun des großen Tages sich, da du wirst wiederkommen. Dann werden wir, o Gottessohn, den uns verheißnen Gnadenlohn, dein Himmelreich ererben. 6. Dein Geist führ uns auf ebner Bahn und heilge unsern Willen, so wird dein Bolt, dir unterthan, gern dein Gesetz erfüllen, bis du erscheinest zum Gericht und dann vor deinem Angesicht die Menschenkinder sammelst. 7. Voll Zuversicht erwarNoch lebt der starke Held, der sich, ein rechter Streiter, für seine Kirche stellt. 3hr Feinde möget wüthen, euch schon des Sieges freun: uns wird der Herr behüten, euch auseinanderstreun. 2. Wir stehn auf festem Grunde, wir haben Jesum Christ, der unserm Glaubensbunde ein Fels und Eckstein ist. Wir wandeln in dem Glanze, der von dem Herrn ausgeht, und er ist unsre Schanze, wenn unser Feind aufſteht. 3. Wer will von ihm uns scheiden, der blutend uns erwarb, als er nach schwerem Leiden den Tod am Kreuze starb? Wir blei) ben an ihm hangen in Noth und Traurigkeit, gebunden und gefangen, mit Christenfreudigkeit.dist 4. Ungläubge, ihr mögt spotten, erfinden bösen Rath und Anhang. 13 und euch zusammenrotten 3. Wir nehmen hier von zu jeder Frevelthat: Er, deiner Hand den Lehrer, Christus, ganz alleine, be- den du uns gesandt, Herr, schützt, die ihm vertraut, segne sein Geschäfte! Die die heilige Gemeine, auf Seelen, die sich ihm verihn, den Fels, gebaut. traun, durch Lehr und Leben zu erbaun, gib Weisheit ihm und Sträfte. Lehr ihn, hilf ihm thun und leiden, bulben, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 5. Und wenn auch Berge weichen und Hügel sinten ein: die Kirche ohne Gleichen wird wohl bewahret sein. Er wohnet bei ihr drinnen und hütet früh und spät; hell glänzen ihre Binnen, darauf sein Zeichen steht. Mel. Mein ganzer Geist 731 Jesu, Herr der Herrlichkeit, du König deiner Christenheit, du Hirte deiner Heerde, du fiebst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir gefällt, forgst, daß sie selig werde. Von dir sind wir auch erwählet, zugezählet den Erlösten, die du seg nen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volt, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten gibst, die es zum Himmel füb ren und die voll Eifer, Geist und Kraft, voll Glaubens, Liebe, Wissenschaft das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen und die Heerden mit den Hirten felig werden. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; Nichts sei, das ihn betrübe. Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gib uns ein Herz, das folgfam bört, ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehn und den Weg zum Himmel geben. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unfern Lehrer, unsern Freund, uns dir entgegenführen. Du gibst ihm unter seine Hand die Seelen als ein Unterpfand; laß keine ihn verlieren. Jesu, bilf du, beut die Hände, daß am Ende Hirt und Heerde treu vor dir erfunden werde. 6. Sei uns geſegnet, Knecht des Herrn! Wir bei ßen dich willkommen gern in Jesu Christi Namen. O Hirte, nimm uns bei der Hand; 14 Anhang. Hand; führ uns zum ew- uns auf Erden. Lehrer, gen Baterland. Gott mit Hörer, Kinder, Väter, früdir! Amen! Amen! Mit her, später gehts zum Sterdir gehn wir durch die Lei- ben. Hilf uns Jesu Reich den dieser Zeiten zu dem ererben. Leben, das uns unser Gott will geben. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 732 Gott, Bater, aller Dinge Grund, gib deinen Vaternamen fund an diesem heilgen Orte. Wie lieblich ist die Stätte hier! Die Her zen wallen auf zu dir; hier ist des Himmels Pforte. Wohne, throne hier bei Sündern, als bei Kindern, voller Klarheit; heilge uns in deiner Wahrheit. 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, dieß Got teshaus ist dir geweiht; o, laß dirs wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, dein Segen walte fort und fort in diesen Friedenshallen. Einheit, Reinheit gib den Herzen; Angst und Schmerzen tilg in Gnaden; Heil uns ganz vom denschaden. de sid Sün3. Gott, heilger Geist, du werthes Licht, wend her dein göttlich Angesicht, daß wir erleuchtet werden. Geuß über uns und dieses Haus dich mit allmächtgen Flammen aus; mach himmlisch 4. Dreieinger Gott, Lob, Dank und Preis sei dir von Allen gleicherweis für dieß dein Haus gesungen. Du hafts geschenkt und auf erbaut, dir ists geheiligt und vertraut mit Herzen, Händen, Zungen. Ach hier, sind wir noch in Hütten; Herr, wir bitten, stell uns droben in den Tempel, dich zu loben. Mel. Dir, dir, Jehovah 733 Wach auf, du Geist der ersten Zeugen, der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Feind entgegengehn, ja, deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Schaaren zu dir bringt. 2. O daß doch bald dein Feuer brennte! O möcht es doch in alle Lande gehn! Gib zu der Aerndte boch die Hände! Gib Knechte, die in treuer Arbeit stehn! D Herr der Aerndte, fiebe doch darein; die Äerndt ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Anhang. 3. Dein Sohn hat ja mit flaren Worten uns diese Bitte in den Mund gelegt. O siehe, wie an an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig darum anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn.. 4. So gib dein Wort mit großen Schaaren, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hülf uns widerfahren und brich in Satans 8. Laß jede hoch und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein. Ja, site du nur auf dem Stuhle und präge dich der Reich und Macht hinein. D- Jugend selber ein, daß treue breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Lehrer wir und Beter sehn, die kräftig vor den Riß der Kirche stehn. Preis! 5. Ach, daß die Hülf aus Zion fäme! O daß dein Geiſt, sowie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängniß nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hülf und mach uns frei! 15 Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räume bald aus jedem Wege; vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn und mach uns bald von jedem Miethling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Gottes ſei. 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein. Ach, führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll zu allen Thoren ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes. Lauf! 7. O beffre Zions wüste Mel. Jejus, meine Zuversicht 734 Sine Seerde und Hirt! wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird, freue dich, du kleine Heerde! Mach dich auf und werde Licht: Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden; blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, du treuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie man Anhang. 16 manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Heerde! Kleine Heerde, zage nicht: Jesus hält, was er verspricht.di neblo 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrothes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Lebensquelle. Ihn umleuchtet Morgenlicht: Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren auf gethan, rauscht, verdorrete Gebeine! Macht dem Bun desengel Bahrt, großer Tag des Herrn erscheine! Jesus ruft: es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf! Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 735 Ke In eigener Melodie. Debre wieder, fehre wieder, der du dich verloren hast! Sinke reuigbittend nieder vor dem Herrn mit deiner Last! Wie du bist, so darfst du kommen und wirst gnädig aufgenommen. Sieh, der Herr kommt dir entgegen, und sein heilig Wort verspricht bir Vergebung, Heil und Segen. Kehre wieder, zaudre nicht! 2. Kehre aus der Welt 3erstreuung in die Einsamfeit zurück, wo in geistiger Erneuung deiner harrt ein neues Glück, wo sich bald die Stürme legen, die das Herz so wild bewegen, wo des heilgen Geistes Mahnen du mit stillem Beben hörst und von neuem zu den Fahnen Jesu Christi heilig schwörst. 3. Sehre wieder, irre Seele! Deines Gottes treues Herz beut Vergebung deinem Fehle, Balsam für den Sündenschmerz. Sieh auf den, der voll Erbarmen dir mit ausgestreckten Armen winket von des Kreuzes Stamme: Kehre wieder! fürchte nicht, daß der Gnädge dich verdamme, dem sein Herz vor Liebe bricht. 4. Kehre wieder: neues Leben trink in seiner Liebeshuld. Bei dem Herrn ist viel Vergeben, große Langmuth und Geduld. Faß ein Herz zu seinem Herzen. Er hat Trost für alle Schmerzen; Er kann alle Wunden heilen, macht von allen Flet fen rein. Darum kehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein. od p 5. Anhang. 5. Kehre wieder, endlich fehre in der Liebe Heimath ein, in die Fülle aus der Leere, in das Wesen aus dem Schein; aus der Lüge in die Wahrheit, aus dem Dunkel in die Klarheit, aus dem Tode in das Leben, aus der Welt ins Himmelreich! Doch was Gott dir heut will geben, nimm auch heute: kehre gleich! 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen und eil ihm immer besser zu; ich bin auch von ihm aufgenommen und finde bei ihm wahre Ruh; er ist mein Kleinod und mein Theil, und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Ich bleib in Christo nun erfunden und bin in bleib 17 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Christi Kraft; der alte Mensch muß täglich sterben, der noch nicht todt am Mel. Wer nur den lieben Gott 736 Ich weiß von fei- Kreuze haft; dieß aber macht mich rein klein und lehrt zu Jesu ernstlich schrein. nem andern Grunde, als den der Glaub in Christo hat; ich weiß von keinem andern Bunde, von feinem andern Weg und Rath, als daß man elend, arm und bloß sich legt in seines Vaters Schooß. ich mit ihm nur stets verbunden, so kann ich immer ficher sein; Gott sieht auch mich in Christo an: wer ists, der mich verdammen kann? 4. Ich fühle noch in mir die Sünde; doch schaden kann sie mir nicht mehr, weil ich in Christo mich befinde; wohl aber beuget sie mich sehr, ich halte nichts gering und klein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. 6. Ich suche stets vor ihm zu stehen und seh in Allem ihn nur an, nach seinem Wint einherzugehen, daß nichts mein Ziel verrücken fann. Ich seufze stets: Herr, steh mir bei, daß ich dein rechter Jünger sei! 7. Und da ich so in Christo bleibe, stets vor ihm wandelnd auf ihn seh, das Wort des Friedens fröhlich treibe und unablässig zu ihm fleh, so bleib ich stets im Grunde stehn; da kann mein Wachsthum vor sich gehn. 8. Ich bleib im tiefsten Demuthsgrunde und will von Christo nimmer gehn; ich Anhang. 18 ich bleib im allgemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe stehn und hang an Christo ganz allein; dieß soll mein Grund auf ewig sein. 9. O Jesu, laß mich in dir bleiben; o Jefu, bleibe du in mir. Laß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge dir. Laß mich stets fromm und wachsam sein, so reiBet nichts den Grund mir ein. Mel. Jesus, meine Zuversicht 737 Himmelan geht wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geiſt! Denn du bist ein himmlisch Wesen, und kannst das, was itdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erlesen; ein von Gott er leuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 4. Himmelan: mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 118 3. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, balt ich eine Himmelfahrt. 5. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimath führen, da ich über alle Noth ewig werde triumphiren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 6. Himmelan! ach, himmelan! Das soll meine Lojung bleiben. Ich will al die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Mel. Schon ist der Tag von Gott 738 Such, wer da will, ein ander die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr; sein Werk ist klar; sein heilger Mund all hat Kraft und Grund, Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Nothhelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen fann, Anhang. 19 mich kann, bei dem nie was ver- Kraft dazu. Lang hat die dorben. Uns wird das Heil Welt umgetrieben; durch ihn zu Theil; uns nun schenkst du mir die macht gerecht der treue wahre Ruh: die Ruh, mit Knecht, der für uns ist ge- der nichts zu vergleichen, storben. der alle Königsfronen weichen, die uns den Himmel offen zeigt. Ach, daß ich ganz in Lieb zerflösse vor deiner Liebe Wundergröße, die alles Wissen übersteigt. 3. Ach, sucht doch den, laßt Alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Mein Herzenskron und Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben: bleib du mein Breis, dein Wort mich speis; bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu glauben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen; hilf mir zur Freud nach diesem Leid, bilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund ch will dich im 739 ben, mein Heiland, gib mir 2. Wie freundlich haft du mich gezogen, wie ging mir dein Erbarmen nach! Ich floh von dir undgriff betrogen nach Herzeleid und Ungemach: du aber nahmſt ohn mein Verlangen in deiner Liebe mich gefangen und wecktest meinen todten Sinn. Nimm, Seelenfreund, für diese Treue, mein ganzes Herz, das ich dir weihe, entreiß mirs doch und nimms dir hin. 53. Ich hange nicht an irdichen Gaben, dich, Jefu, such ich ganz allein; soll ich nichts zu genießen haben, ich will auch so zufrieden sein, dein Reich wächst nicht in lauter Freuden; lebr mich getroft und stille leiden und mach in Allem mich getreu. Nimm hin mein Wellen, Denken, Richten, mein eignes Laufen, denn du, übrig ſei. Wirken, Dichten, daß nichts 4. Mir ist am feligsten ge= Anhang. gerathen, wenn ich aus eigner Wahl nichts thu; ein Andrer sinn auf große Thaten. Mein Geist erblicket eine Ruh, worin er leidend das vollführet, was von des Geistes Trieben rühret, und das heißt recht in Gott gethan. Omischte 3. Dich, Jesum, laß ich sich doch in mein Lieben nichts mehr von meinen eignen Trieben, so fing ich recht zu lieben an. i ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßteft für mich Armen: aus Dankbarkeit will ich allzeit um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 20 5. Getreuer Jesu, foll ich hoffen, daß meine Liebe treuer werd? Ach ja, dein Herze steht noch offen den, welcher ernstlich Hülf begehrt. Ich flieh zum Reich thum deiner Güte, durchLeucht mein finsteres Gemüthe, daß ich, was du nicht selber bist, erfenn und haß und dämpf und tödte; so schau ich nach der Morgenröthe, wie hell die Sonne felber ist. siella tee toi ui Mel. Was Gott thut, das ist 740 Dich, Jeſum, laß dir bleibt mein Herz ergeben; du kennst dieß Herz, das redlich spricht: nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein; du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 190 ewig nicht; ich halte dich im Glauben! Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat feſten Grund: die deiner sich nicht schämen, die kann dir Niemand nehmen. 4. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; du stärkest mich von oben. Auf dich steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich flieh zu dir; du eilft zu mir; wenn mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlasſen. 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, zu den. Doch all mein Leid währt furze Zeit; bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; nie soll mein Glaube wanken; und wann des Leibes Hütte bricht, 2. Dich, Jesum, laß ich sterb ich mit dem Gedan fen Anhang. din Mel. ten: mein Freund ist mein und ich bin sein; er ist mein Schut, mein Tröster, und ich bin sein Erlöster. Just leiding Es ist das Heil uns err wie du willst, fo im Leben und im Sterben! Allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt 741 mich nur in deiner Huld; sonst, wie du willst, gib mir Geduld, denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gib mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit: wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben! 3. Soll ich einmal nach deinem Rath von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein felig End gib mir durch Jesum Christum. Amen. In eigener Melodie. 742 Sieh hier bin ich, Ehrenkönig, lege mich vor deinen Thron. Schwache Thränen, findlich Sehnen bring ich dir, 21 du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Thon! 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lenke mich nach deinem Sinn. ich bin. Dich alleine ich nur meine; Laß dich finden, laß dich finden! Gib dich mir und nimm mich hin! 1 3. Herr, erhöre, ich begehre nichts, als deine freie du liebest und man dich Gnad, die du giebest, wo dich finden, laß dich finden! liebt in der That. Laß Der hat Alles, wer dich hat. 4. Hör, wie kläglich, wie beweglich dir die treue Seele singt, wie demüthig und wehmüthig deines Kindes Stimme flingt! Laß dich finden, laß dich finden! denn mein Herze zu dir bringt. 19012 5. Dieser Zeiten Eitelfeiten, Reichthum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden! laß dich finden! großer Gott, ich bin bereit! Mel. Befiehl du deine Wege 743 Sin in Wohlstand ohne Gleichen ist eines Christen Stand, wie 22 Anhang. man Hölle, Fluch und Tod. wie er bei feinem Reichen schen Weltgetümmel vergißt von dieser Welt bekannt. Den kann auch Niemand rauben, wie feindlich er gefinnt; ein Christ ist durch den Glauben des reichsten Vaters Kind. 2. Er kann mit Freuden kommen vor Gottes Angeficht; da wird er angenommen, und Niemand widerspricht. Was Alles ihn betroffen, seis Freude oder Leid: ihm steht der Zugang offen zum Vater allezeit. zu 3. Er kann in großen Schaaren als Diener um sich sehn, die einst ihm Herren waren und nun Dienste stehn. Er ist umringt von ihnen den ganzen Lebenstag; denn ihm muß Alles dienen, was ihm begegnen mag. 4. Und geht einmal auf Erden die Kindeszeit zu End: er weiß, was ihm muß werden nach Christi Testament: ein Erbtheil in dem reichen, geliebten Vaterland. Solch Wohlstand ohne Gleichen ist eines Christen Stand. Mel. Wer nur den lieben Gott e größer Kreuz, selig ist der Mann geschätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt. mel: wer ohne Kreuz, ist ohne Gott. Beim trügeri2. Je größer Kreuz, je beßre Christen: das Kreuz ist unser Probestein. Wie mancher Garten wird zur Wüsten, fällt nicht ein Thränenthau hinein! Das Gold wird auf dem Feuerheerd, ein Christ in mancher Noth bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube: die Palme wächset bei der Last; die Süßigkeit fließt aus der Traube, wenn du sie wohl gefeltert hast. Im Kreuze wächset uns der Muth, wie Perlen in gesalzner Fluth. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete; geriebne Kräuter duften wohl, wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht 744 kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 6, 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe: der Wind Bläßt nur die Flammen auf, und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, gleich wie bas Del im Feuer thut. Anhang. 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen; im Thale steiget man bergan. Wer durch die Wüsten ist gegangen, der sehnet sich nach Kanaan. Das Täublein, findets hier nicht Ruh, so fliegt es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; man freut sich recht auf seinen Tod: denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Noth. Das Kreuze, das die Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphirt. 8. Je größer Kreuz, ie schönre Krone, die Gottes Hand uns beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der Ueberwinder Scheitel trägt. Ach, dieses thenre Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Gefreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein; daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glauben, Lieb und Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Mel. Wo Gott zum Haus nicht einem 745 Wohl Haus, da Jesus Christ allein das All in Allem ist! Ja, wenn er 23 nicht darinnen wär, wie elend wärs, wie arm und leer! 2. Wohl ihm, wenn Mann und Weib und Kind im rechten Glauben einig sind. zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot! 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist, noch heißt! 4. Wohl, wenn das Räuchwerk und Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort, als Gottes Werk und Gottes Wort! ßerlichen Stand mit fleißi- t 5. Wohl, wenn im äuger getreuer Hand ein jeg= liches nach seiner Art im Glauben seine Pflicht be- I wahrt! tern gläubig sind und wenn 6. Wohl, wenn die Aelfie Kind und Hausgesind versäumen nicht am ewgen# Glück, daß ihrer keines it bleibt zurück. 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; die Aeltern werden höch erfreut n und ihren Kindern sieht r mans an, wie Gott Seinen segnen kann. 2 die le C₂ 8. it Anhang. 24 8. So mach ich denn zu dieser Stund fammt meinem Hause diesen Bund: wenn alles Volk vom Herren wich, so dienen wir ihm ewiglich! Mel. Befiehl du deine Wege 746 h bin ein Gast auf Erden und hab hier keinen Stand; der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland, hier reis ich nur zum Grabe, dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe; die schleußt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von nieiner Jugend an, als Müh und Noth gewesen? Solang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Ich habe mich ergeben in alles Glück und Leid. Was will ich besser leben in dieser Zeitlichkeit? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein! 4. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt; ich wandre meine Straßen, die zu der Heimath führt, da mich ohn alle Maßen mein Vater trösten wird. 5. Mein Heimath ist dort oben, da aller Engel Schaar den großen Herrscher loben, der Alles ganz und gar in seinen Händen träund für und für erhält, auch Alles hebt und leget, nachdems ihm wohlgefällt. get 6. 3u dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin. Die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin. Je länger ich hier walle, ie wen'ger find ich Freud, die meinem Geist gefalle; das Meist ist Eitelkeit. 7. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach, komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach Wanderschaft, und was mich ein selig Ende an meiner kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 8. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab. 9. Du aber, meine Freude, du Anhang. du meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wann ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, nächst Andern leuchten soll. 10. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen du ausgeschmütfet hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbtheil ruhn. 25 4. Ein Festschmuck ist des Sarges Tuch, ein Siegeszug der Leichenzug. Triumph! der Herr macht gute Bahn! Sein Kreuz voran! Das winkt und deutet himmelan. A. Mel. Ich hab mein Sach 747 Wohlauf, wohlan, zum letzten Gang! Kurz ist der Weg, die Ruh ist lang. Gott führet ein, Gott führet aus! Wohlan, hinaus! Kein Bleiben ist im Erdenhaus. 2. Du Herberg in der Wanderzeit, gehab dich wohl und laß dein Leid; schleuß nur getrost die Pforte zu. Was trauerst du? DeinGast geht hin zur ewgen Ruh. 3. Tragt ihn fein sanft ins Schlafgemach, ihr Lieben, folgt ihm segnend nach. hab gute Nacht! Der Tag war schwül im Erdgewühl; hab gute Nacht, die Nacht ist fühl. 5. Ihr Glocken, tönet festlich drein und läutet hell den Sabbath ein, der nach des Werktags turzer Frist durch Jesum Christ für Gottes Volk vorhanden ist. B. 6. O selig, wer das Heil erwirbt, daß er im Herrn, in Christo stirbt! Oselig, wer vom Laufe matt die Gottesstadt, die droben ist, gefunden hat! 7. Was suchst du, Mensch bis in den Tod? Du suchst so viel, und Eins ist Noth! Die Welt beut ihre Güter feil; denk an dein Heil und wähl in Gott das beste Theil! 8. Was sorgst du bis zum letzten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz; schau himmelwärts! Da, wo bein Schatz ist, sei dein Herz. 9. Mit Gott bestell dein Haus bei Zeit, eh dich der Tod an Todte reiht. Sie rufen: gestern wars an mir, 2* heut Sỉ it b 26 heut ists an dir, hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 10 Bom Freudenmahl zum Wanderstab, aus Wieg und Bett in Sarg und Grab, wann, wie und wo, ist Gott bewußt; schlag an die Brust, du mußt.von dannen, Menich, du mußt! 11. Da ist kein Siß zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, da blüht zu schön kein Wangenroth. Im Finstern droht der Tod und überall der Tod. 14. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut, schon hier die ewgen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern und kämpfet gern und harrt der Zukunft seines Herrn. isa lisfied C. a ut g. 12. Ach, banges Herz im Leichenthal, wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist es, Jesu, der mit Macht aus Gräbernacht das Leben hat ans Licht gebracht. 13. Dein Trostwort klingt so hoch und an mich glaubt, stirbt nimmermehr! Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, dein Himmelgehn läßt uns den Himmel offen sehn. 15. Nun, Thor des Friedens, öffne dich! Hinein! hier schließt die Wallfahrt sich. Ihr Schlummernden im Friedensreich, gönnt allzugleich auch ihm ein Näumlein neben euch! 16. Viel Gräber sind an diesem Ort, viel Wohnungen im Himmel dort; bereitet ist die Stätte schon am Gnadenthron, bereitet ihm durch Gottes Sohn. 17. Sein ist das Reich mit Allgewalt; Erzeugt und spricht: Ich komme bald! Ja, komm, Herr Jeſu, führ uns, ein! Wir harren dein: Amen, dein laß uns ewig sein! Mel. Herr, wir singen deiner uns 748 Wachet auf! ruft Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde, sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr flugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam kömmt! Steht auf, die Lampe nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr müsfet ihm entgegengehn. 2. Zion hört die Wächter fingen, das Herz will ihr vor Freuden springen, sie wachet und steht eilend auf. Anhang. auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesun gen mit Menschen und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt, wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. gehört Kein Aug hat je gesehn, solche Freude; drum jauchzen wir und singen dir das Halleluja für und für. 27 Mord, die Jesum Chriftum, deinen Sohn, wollen stürzen von deinem Thron. Mel. Liebster Jesu, wir sind 749 Unsern Ausgang segne, Gott, unsern Eingang gleichermaßen; fegne unser täglich Brod, ſegne unser Thun und Las sen, segne uns mit sel'gemt Sterben und mach' uns zu Himmelserben. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist, beschirm dein arme Christens heit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott, heilger Geist, du Tröster werth, gib deim Volt einerlei Sinn auf Erd, steh bei uns in der letzten Noth, leit uns ins Leben aus dem Tod. Mel. Christus, der ist mein ner 751 Ach bleib mit deiuns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth, daß uns beid hier und dorte fei Güt und Heil bescheert. -3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du werthes Licht; dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr; dein Gnad und all In eigener Melodie. 750& rhalt uns, Herr, Bermögen in uns reichlich vermehr. bei deinem Wort und steure deiner Feinde 5. Ach bleib mit deinem 2** Schutze Anhang. 28 Schuße bei uns, du starter Held, daß uns der Feind nicht trußze, noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth! filiars In eigener Melodie. 752 In allen meinen Thaten laß ich den Höchsten rathen, der Alles kann und hat; er muß zu allen Dingen,' folls anders wohlgelingen, selbst geben Segen, Rath und That. 2. Nichts ist es, spät und frühe, um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Vatergunst. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er ausersehen, und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers gibet; was ihm von mir beliebet, dasselbe hab ich auch erkiest. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, Banden, und was mir ſtößt und in in Schwachheit zu Handen, ſo tröstet mich 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verbängniß gebn; fein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, ich will mit Gott ihn überstehn. solai 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine und traue dem alleine, der dich geschaffen hat! Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Nath. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schützt. Leb ich nach seinen In eigener Melodie. Säßen, so wird mich nichts 753 Befiehl du deiwas mir ewig nüßt. ne und was dein Herze kränkt, der aller Anhang. 29 das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. allertreusten Pflege deß, und was er haben will, der den Himmel lenkt; der Wolfen, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohlergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott ihm gar nichts nehmen: es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblütt. Und was du dann erlesen, das treibst du, starter Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rath gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlts dir nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht. Dein Werk kann niemand hindern, dein' Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und obgleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn: was er ihm vorgenommen Seele, hoff und sei unver6. Hoff, o du arme zagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf! Auf! gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der Alles führen soll: Gott sitzt im Regimente und führet Alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten: er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath die Sach hinausgeführet, die bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit ſeinem Trost verziehn und thun an seinem Theile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben und sollst du für und für in Angst und Nöthen schweben, als fragt er nichts nach dir. 10. 30 Anhang. 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da dus am mindsten gläubst. Er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue: du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenfron! Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unsrer Noth; stärk unsre Füß und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Mel. Der unsre Menschheit 754 Gott, der du Herzenstenner bist, dem Falschheit stets ein Gräuel ist, und Lügen ein Verbrechen, kein Wort spricht je ein falscher Mund: Allwissender, dir ist es fund, und einst wirst du es rächen. Laß jederzeit mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit sein! 2. Gott, wenn ich schwörend vor dir steh, hinauf zu deinem Himmel seh, und meine Hand erhebe; wenn mit des Geistes Sammlung ich zum Zeugen dich anrufe, dich, durch den ich bin und lebe: dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei! 3. Wenn Frevler auch noch da dich schmähn und frech vor dir mit Lügen stehn; dann laß mein Herz erschrekken. Weh dem, der dich und deine Macht zur Hülle seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Weh ihm, er stürzet freventlich in ewiges Verderben sich. 4. O Seele, wenn du noch dich liebst, bedenk, was du zum Pfande gibst: dein Glück, dein ewges Leben! Verwirf nicht mit Verwegenheit dein Theil an Gott und Seligkeit; wer fann dirs wiedergeben? Was hilft dir dann die ganze Welt? Nichts hat sie, was dich ichadlos hält. 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn bei den Leiden dieser Zeit dein Troft nicht mehr mein Herz erfreut, dein Trost nicht, wann ich sterbe: wer wird mich dann von Anhang. von Qual befrein? Dann beffer: nie geboren sein! 6. Wie thöricht, wer noch denkt und spricht: Gott sieht es nicht, Gott achtets nicht! So lästern Frevlerrotten. Zwar seine Langmuth ist bekannt, er lähmt nicht jede falsche Hand: doch läßt er sein nicht spotten; ist Richter uns schon in der Zeit, einst Richter in der Ewigkeit. 31 Schmerz und Leid, ich willdoch meine Seligkeit muthwillig nicht verlieren. Es gilt fein Leid, kein Glück der Beit, nein, es gilt Gott und Ewigkeit. 7. Drum soll nicht Ehre, Gut und Geld und nicht die Macht der ganzen Welt mich blenden und verführen; und drohten mir auch 8. Gott, heilige du selbst mein Herz, daß ich nicht frevelnd Spott und Scherz mit Wort und Eidschwur treibe; daß ich der WahrHeit treuer Freund, auch, wenn es mir zu schaden scheint, mit frohem Muthe bleibe! Dann kann ich ohne Furcht und Graun dem Tode selbst ins Antlitz schaun. 43460 thoni ning Distand unda Dera waist welle hit 10 me CH 32 Anhang. Choral- Gesänge und Responsorien für den liturgischen Gottesdienſt am Geburtstage des Großherzogs. Lied der Gemeinde. Mel. Nun ruhen alle Wälder 1. Herr, höre! Herr, erhöre! Breit deines Namens Ehre An allen Orten aus! Behüte alle Stände Durch deiner Allmacht Hände, Beschüße Kirche, Staat und Haus. 2. Ach, laß dein Wort uns allen Noch ferner reichlich schallen Zu unserer Seelen Nutz! Bewahr uns vor den Rotten, Die deiner Wahrheit spotten, Biet allen deinen Feinden Truß. 3. Du wollst uns hoch beglücken, Mit hellen Gnadenblicken Auf unsern Fürsten sehn, Ihn schützen auf dem Throne, Auf seinem Haupt die Krone In vollem Glanze lassen stehn. Der Geistliche: Im Namen Gebet: Allmächtiger Gott - dir Anhang.. 33 dir dienen in der Gerechtigkeit, die dir wohlgefällt. Chor: Amen. Amen. Amen. Der Geistliche: Der allmächtige Gott und unsre Füße geseßt auf den Weg des Frie dens! Amen! Chor: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar von Ewigkeit zu Ewigkeit. Halleluja, Halleluja, Halleluja. Der Geistliche: Ehre sei Gott in der Höhe. Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Der Geistliche: Der Herr sei mit euch. Chor: Und mit deinem Geiste. Der Geistliche: Allmächtiger Gott durch Jesum Christum, unsern Heiland und Herrn. - Chor: Meine Seele erhebe den Herrn und mein Geist freue sich Gottes meines Heilands. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht Denn der König hoffet auf den Herrn und wird durch die Güte des Höchsten fest bleiben. Chor: Halleluja, Halleluja, Halleluja. Die Gemeinde: Hauptliéd. Mel. Nun danket Alle Gott 1. Preis, Ehr und Lob sei dir, In dessen Schirm und Schatten Wir bis zur Stund allhier Biel Heil zu schmecken hatten, Der auch zu jeder Frist Allmächtig nah und fern Ein Herr und König ist Des Fürsten unsers Herrn. 2. Du hast ihm Lebenslang Den Odem treu bewahret, Und 34 Anhang. Und auf manch strengem Gang Dich huldvoll offenbaret, Du hast in seiner Hand Das Scepter start gemacht Und unser Vaterland Mit reichem Gut bedacht. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König! Chor: Amen. Amen. Amen. Die Gemeinde: Hauptlied. 1. Du wollest deinen Geist Auf seine Stirne legen, Der klar ihn unterweist Des hohen Amts zu pflegen. De Du wollst Gerechtigkeit Und milder Gnaden Lust Ihm stellen an die Seit, Ihm pflanzen in die Brust. 2. Du wollest allezeit In deinem Gleis ihn lenken Und Zucht und Frömmigkeit In ihm dem Lande schenken; Auf daß er Vorbild sei Von jeder Tugend Art Und Hülf und Schutz verleih, Wo man den Glauben wahrt. 3. Du wollest ſeine Treu Vergelten durch die Treue, Womit ihn täglich neu Ein gutes Volk erfreue, Daß dein Gebot im Bund Von ihm und uns gescheh Und seines Thrones Grund In unsern Herzen steh. HI O segne, was wir flehn An seinem Jahresfefte dif smal 300 Der Geistliche; Laßt uns beten Segne uns um deiner Liebe willen. Amen! V.U. Gemeinde: Schlußvers des Hauptliedes. Und Anhang. Und gib zum Wohlergehn Ihm deiner Gaben beste. Gib, daß ers nie vergißt, Noch wir, wie du so gern Ein Herr und König bist Des Fürsten, unsers Herrn. Der Geistliche: Der Friede Gottes zc. Gemeinde: 1. Nun danket Alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Bis hierher hat gethan. 2. Lob, Ehr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne, Und dem, der beiden gleich Im höchsten Himmelsthrone, Ihm dem dreieingen Gott, Als es anfänglich war Und ist und bleiben wird Jetzund und immerdar. Der Geistliche: Segen. Die Gemeinde: Amen. Amen. Amen. જ લુડ m malad buu 100 MLO Hoplne 3 150 10 2013 35 Choral 36 Anhang. Choral- Gesänge und Reſponsorien für den liturgischen Gottesdienst am Geburtstage der Großherzogin. www.bin Lied der Gemeinde. 1. Allein Gott in der Höh sei Ehr Und Dank für seine Gnade, ad Darum, daß nun und nimmermehr Uns rühren kann ein Schade. Gott Wohlgefallen an uns hat; Nun ist groß Fried ohn Unterlaß, All Fehd hat nun ein Ende. duo 2. Wir beten an und loben dich Für deine Ehr, wir danken, Daß du, Gott Vater, ewiglich Regierst ohn alles Wanken; Ganz ohne Maß ist deine Macht, Allzeit geschieht, was du bedacht, Wohl uns des guten Herren! Der Geistliche: Im Namen 6 - niso 90 się Gebet: Lasset uns beten dir dienen in der Gerechtigkeit, die dir wohlgefällt. Chor: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar von Ewigkeit zu Ewigkeit. Halleluja, Halleluja, Halleluja. Der Anhang. Der Geistliche: Ehre sei Gott in der Höhe. Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. ' Der Geistliche: Der Herr sei mit euch. Chor: Und mit deinem Geiſte. Der Geistliche: Allmächtiger Gott durch Jesum Christum, unsern Heiland und Herrn. Chor: Meine Seele erhebe den Herrn und mein Geist freue sich Gottes meines Heilands. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht- und ihre Werke werden sie loben in den Thoren. Chor: Halleluja, Halleluja, Halleluja. Die Gemeinde: Hauptlied. 1. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren; Stimme, du Seele, mit ein zu den himmlischen Chören! Kommet zu Hauf; Psalter und Harfe, wacht auf, Lasset den Lobgesang hören. 2. Lobe den Herren, der Alles so herrlich regieret: Der wie auf Flügeln des Adlers dich sicher geführet, Der dir beschert, 37 Was dich erfreuet und nährt; Dank es ihm, innigst gerühret. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht der sich selbst gegeben hat für Alle zur Erlösung, daß solches zu seiner Zeit gepredigt würde. Chor: Amen. Amen. Amen. Die Gemeinde: Hauptlied. 1. Ach, bleib mit deiner Gnade Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes List. 2. Ach 38 Anhang. 2. Ach, bleib mit deinem Segen Bei uns, du reicher Herr, Dein Gnad und all Vermögen Reichlich in uns vermehr! 3. Ach, bleib mit deiner Treue Bei uns, mein Herr und Gott; Beständigkeit verleihe, Hilf uns aus aller Noth. Der Geistliche: Laßt uns beten Dir aber, dem Vater unsers Herrn Jesu Christi, dir, dem Allmächtigen und dem Allweisen, dir, dem Gott der Liebe und Gnade, sei Preis und Ehre in alle Ewigkeit. Amen. Vater unser Chor: Halleluja. Halleluja. Halleluja. Der Geistliche: Der Friede Gottes zc. Gemeinde: 1. Nun danfet Alle Gott Mit Herzen Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Bis hierher hat gethan. 2. Lob, Ehr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne, Und dem, der beiden gleich Im höchsten Himmelsthrone, Ihm dem dreieingen Gott, Als es anfänglich war Und ist und bleiben wird Jebund und immerdar. Der Geistliche: Segen. Die Gemeinde: Amen. Amen. Amen. சி Walter Köster Buchbinderei 3550 Marburg 1000 Berlin 61 Tel. 0 64 21/2 12 77030/7 86 30 10 Inches Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 4444 6 2 17 3 Farbkarte# 13 Green 18 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 18 3/ Color H 19 B.I.G. Black 8