www W B Gb 2121 Nur zur Benutzung im Lesesaal UB GIESSEN 61 369 422 Pätschlen. Morgen- und Abendopfer Bon Joh. Heinrich Wilh. Witschel. Zwölfte Ausgabe. Auf ordinairem Druckpr. mit Holzstich 15 sgr. od. 48 kr.; auf feinem Druckpr. mit Stahlstich 20 sgr. od. 1 fl. Gb 2121 E tu fies Ephefer 4, 15.: Laffet uns rechtschaffen seyn in der Liebe, und wachsen in allen Stücken an dem, der das Haupt ist, Christus. Ideen der Gebets: Formeln bon 3. 3. Mnioch. ,, Der vernünftige Zweck der Gebete, so wie aller finns ,, lichen Religionsübungen im Allgemeinen, und zugleich das höchste, was sie wirken können, ist religiose Erbaus ,, ung. Diese besteht in Versinnlichung der Res ligionsideen für Phantasie und Herz, in einem ,, dadurch gewirkten lebendigen Glauben, in einer Reinigung unserer Empfindungen und einer ers böhten Rührung für's Gute: Alles zu dem großen ,, moralisch- ästhetischen Endzweck der Disciplin unserer Neis gungen und der Beförderung einer freien und leichten 11² Harmonie derselben mit den Forderungen der moralischen " Vernunft." ,, Dieß nämlich soll hier unter dem so oft gemißdeutes ,, ten Wort: religiöse Erbauung, verstanden werden.- ,, Aufrichtung des gefunkenen innern Menschen, Veredlung und Erhebung der Sinnlichkeit zur zwanglosen Harmonie mit der Vernunft, sollte überhaupt der letzte, der höchste Zweck aller schönen und rührenden Künste seyn. Jede sollte nach ihrem Vermögen und in ihrem Wirkungskreise ,, dazu beitragen, daß der innere Mensch, der durch Künstelei und Verkünstelung getheilt und zertrümmert worden ist, ,, sich selbst wieder aufbaue und zu einem friedlichen Gans en vereine." ,, Die Vernunft verlangt gehorsame Unterthanen; ,, die guten Künste bestreben sich, diese Unterthanen in Lies bende Kinder zu verwandeln. Nicht soll die Vernunft für die Sinnlichkeit, aber wohl die Sinnlichkeit für die ,, Vernunft gewonnen werden, damit sie mit Freuden ges horche und zufrieden und glücklich werde unter dem Zepter ihres strengen Monarchen.- Nur auf diesem Wege läßt sich eine innere Harmonie hoffen, wenigstens ein Vorschmack ,, von der künftigen Vereinigung der Glückseligkeit mit der Würdigkeit zu derselben, ein Himmel auf Erden im Herzen und Geist des Menschen!" 1* Vorrede zur eilften Auflage, ( letzter hand) aus einem Schreiben an die Verlagshandlung. Endlich bin ich mit der Revision meiner Morgen- und Abendopfer zu Ende gekommen. Sie ist mir nicht schwer gefallen und hat mir im Gegentheil viele heitere Stunden gemacht. Gottlob, daß ich nur wenig, wie Sie in der Beilage finden, zu bemerken fand, was bei einem Buche, das die eilfte Auflage erlebte, leicht zu begreifen ist! Freilich wird es Biele geben, die Nein dazu sagen, was eben so leicht zu begreifen ist. Die Menschen sind verschieden und werden es bleiben. Ich werde nicht böse werden, wenn sie mich tadeln. Meine Laufbahn geht zu Ende, und ich freue mich auf die Heimath jenseits des Grabes, wo keine Finsterniß und keine Nacht mehr seyn wird und wo ich mit Bergnügen, wie vor Alters, in die neue Schule gehen werde. Statt der Vorrede will ich ein Lied beilegen, welches ich schon früher gedichtet habe. Die Ueberschrift ist: ,, Der neue Tempel." Gott gebe, daß wir mit der neuen Auflage so wohl zufrieden seyn können, wie mit den vorigen. Kattenhochstadt, am 20. Januar 1847. Der neue Tempel. Nicht auf Chorazim und Moria waltet Der große Himmelsvater nur allein. Er will im Geist und in der Wahrheit, Brüder, In jedem Tempel angebetet seyn! Auf, lasset uns den Tempel neu erbauen, Der längst zerfallen in sich selber liegt, Auf, deutsche Brüder, reichet euch die Hände Und finget froh: die Liebe hat gesiegt! Die Enkel werden unsre Asche segnen, Das Vaterland steht in Verklärung da. Es ist auf's Neu' der Welt vorangeschritten, Im neuen Dom schallt ein Hallelujah. Wie lange ist's, daß sich die Kirche spaltet? Vereinigt nur kann sie die wahre seyn. Die Enkel werden jauchzen und lobsingen; Wir stimmen in's Hallelujah mit ein! Dort, wo die Sonne ohne Wolken leuchtet, Wo Lieb' und Wahrheit ewig sich umschlingt, Dort blicken wir voll Seligkeit hernieder, Wann ihr die große Friedenshymne singt! Erster Theil. Erste bis sechste Woche. શે Thankી છે કીધ Erste Woche. - Frühling. 38810 9 bomull( rud that if an a g. I tinigi — Sonntag. ( Frähting.) mjalt Morgen. Du, den Sonne, Mond und Sterne loben, Den des Seraphs gold'ne Harfe preist, Den mein Herz am hellen Freudentage, Wie im Sturme, liebend Vater heißt; Großer Geist, den keine Welt umschließet, Den die Andacht Gott und Vater nennt, Den die tiefste Weisheit nicht ergründet, Den der Mensch nur durch den Glauben kennt; Höre mich am Tage deiner Ehre, all out Friede herrscht um mich und Heiterkeit, Höre mein Gebet im Morgenschimmer, Freundlicher, in deiner Herrlichkeit! Herr und Vater, laß mich Gnade finden, Wenn mein Herz in frommer Liebe glüht, Gnade, wenn ich menschlich vor dir rede, Du, der Alles ewig weiß und sieht! Soll der Mensch des Irrthums Sclave werden? Laß uns frei im Reich der Wahrheit seyn! Soll die Thorheit unsern Pfad umwölken?- Schenke uns der Weisheit Sonnenschein! sid C 10 Kann die Welt durch Unrecht glücklich werden?- Unser Heil sey die Gerechtigkeit! Kann das Laster unser Herz belohnen? Nur die Tugend gibt uns Seligkeit! Freude lohne allen guten Menschen, Friede sey der Erde Eigenthum! Tugend sey der Menschheit Ehrenkrone, Und die Liebe sey ihr Heiligthum! Blinder Irrthum hat die Welt entzweiet Mißgunst ist die größte Sündenschuld; Ach, in Tempeln und in Herzen wohne Glaube, Liebe, Hoffnung und Geduld! Ruhe herrschet, Sabbathstille wehet, int Und die Schöpfung feiert deinen Ruhm. Glocken tönen. Millionen wallen, Anzubeten in dem Heiligthum. Segne fie; du kennest ihre Herzen, Leite sie zum wahren Guten hin! Ihr Gesang sey Harmonie der Seele; Ihr Gelübde sey ein reiner Sinn! Führe aus dem Vorhof alle Völker In das Heiligthum der Wahrheit ein! Ach, und wenn die letzte Stunde winket, Vater, laß uns Alle selig seyn! - - id Bis 11 Sonntag. ( Frühlin g.) - A ben d. Lobe deinen Schöpfer, meine Seele, Und vergiß nicht, was er dir gethan! Vater, deine Erde ist umhüllet, Doch der Himmel ist mir aufgethan! Wer kann durch die tiefe Ferne schauen, Wo die letzte deiner Welten steigt? Wo die Schöpfung und der Naum sich endet, Wo das Leben und die Freude schweigt? Ach! unendlich liegt das Reich der Wesen, Deine Schöpfung, vor mir aufgethan; Und du bist ein großer Gott der Liebe, Mehr, als ich's begreifen, ahnen kann. Ruhe sinkt von deinen Wolken nieder, Feiernd steht der Tempel der Natur, Und der Himmel brennt mit allen Sternen, Alles trägt der großen Liebe Spur. Dank dir, Vater, der zum Erdenleben Uns ein mildes Licht vom Himmel gab Einen Schimmer, der zur Ruhe leitet, Sanft und freundlich, bis an's stille Grab; - 12 — Eine Freundin, die den Sünder tröstet Und sich liebend zu dem Frommen neigt, Einen Engel, der am Sterbebette Unserm Geist' die lichte Heimath zeigt! Alle niedern Erdensorgen schwinden, Friede Gottes weht vom Sternenthron', Und mein Herz fühlt in der Sabbathstille Deine Freuden, o Religion!- Dein Gesetz erhellt die trübe Seele, Sanft bist du, und deine Laft ist leicht; Freudig hört der Weise deine Stimme, Wenn sein guter Engel von ihm weicht. Sanft tönt deine Stimme aus der Höhe, Wenn der Mensch im Staube sich vergißt; Sanft spricht Jesus: seyd vollkommen, Kinder, Werdet gut, wie euer Vater ist! Vater, guter Vater, dir zu dienen, Dich zu lieben, ewig dein zu seyn Und den Menschen lieb und nützlich werden, Dieses weihet mich zum Himmel ein! Die Natur entwickelt alle Keime, • Und Vollendung folget ihrer Spur, Soll der Mensch alleine rückwärts gehen, Er, der Erstgeborne der Natur? Ist er nur für Eine Welt geboren, # — 13 Trägt er nicht den Keim der Ewigkeit? Hast du ihn zum Bürgerrecht der Geister, Großer Geist, nicht liebend eingeweiht? Kann er mit sich selbst zufrieden leben, Wenn er seines Lebens Werth vergißt? Kann er dich in deiner Schöpfung lieben, Wenn er nicht des Guten Schöpfer ist? Wird die Nachwelt seinen Namen segnen, Wenn er träg sein Tagewerk versaümt? Wird er ruhig einst hinüber gehen, Wenn er seinen Lebenstag vertraumt? Ach! das Leben eilt so schnell von hinnen, Schnell und tauschend, wie ein Mondenblick, Und die Jahre, die entschlaf'nen Jahre, Bringt kein Wunsch aus ihrer Gruft zurück. Vater, lehre mich es wohl bedenken, Diese Stätte bleibt nicht ewig mein! Hilf, daß ich den Zweck des Lebens finde, Und das Ziel wird mir nicht schrecklich seyn! Freundlich wird es mir vor Augen stehen, Wie die Lilie im Mondenschein; Vater, deine Engel werden winken, Und mein Sterben wird ein Lächeln seyn! 14 Monta ( Frühling.) Morgen. Fliche, Nacht! die Ruhe ist vorüber, Gottes Schöpfung liegt im Glanz vor mir; Und der Tag mit allen seinen Strahlen, Neubelebte Menschheit, leuchtet dir! Alles regt sich um mich her und webet In den großen Hallen der Natur, Labend stößt die Morgenluft vom Berge, Und verweht des Schlafes dumpfe Spur. Auf, mein Sinn! die gold'ne Lebensstunde Winket dir zur neuen Thätigkeit, Rufet dich zur lieben Arbeit wieder, Zum Genuß, den Gottes Hand dir beut. Ach! wer bin ich, daß du mein gedenkest, Daß mich täglich deine Huld umgibt? Herr, was ist der Mensch, vom Staub' geboren, Daß ihn deine Allmacht trägt und liebt? Daß die Arbeit ihn zu Thaten rufet, Daß der Fleiß, der fromme Sohn der Zeit, Unsern Pfad zum Ruhme und zur Freude, Und zum Grab mit Blumen überstreut? 15 Er belohnt das Herz mit stiller Wonne, Gibt dem kurzen Daseyn gold'nen Werth, Und bekränzt uns, wenn der Todes- Engel Uns für eine bess're Welt begehrt. Nur das Thier, hängt an Genuß und Ruhe, Sorgt nur, daß es lebe; denket nicht, In dem Traume seines Erdenlebens, An Vollendung, Größe, Recht und Pflicht. Aber eine rege, freie Seele Treibt den Menschen in den Kampf hinein, Er will seiner Hände Arbeit sehen, Will vollenden und vollendet seyn. Darum dank' ich dir, du Gott der Liebe, Der zum Leben mir auch Arbeit gab! Nur der Fleiß erhebet uns zu Menschen, Reichet uns den sichern Wanderstab. Laß mich fröhlich wirken, weil die Sonne Noch erleuchtet meine Lebensbahn! Bald erscheint die stille Abendröthe - Und die Nacht, wo Niemand wirken kann. Vater, unter deinen Augen trete Ich in meinen Wirkungskreis hinein! Ach, laß meinen Fleiß nie unvernünftig, Meine Arbeit nie verwerflich seyn! 16 Mont a g. ( Frühli* g.) A ben d. In den großen Schattenschleier hüllet Feierlich die stille Erde fich. Wieder ist ein Tag hinabgesunken Herr des Lebens, du erforschest mich! Immerdar, ich gehe oder liege, — Bin ich, unsichtbarer Geist, vor dir! Und auf jedem Lebenspfade schwebet, Richter, deine Wage über mir! Stillverschwunden gleiten meine Tage, Wie verwelkte Blätter in dem Bach, Hin, auf ewig hin, im Strom der Zeiten, Und wer weiß, bald folgt der letzte nach! Liebe Seele, unter allen Schäßen Ist der größte- deine Lebenszeit! Ach, du kannst sie nicht zurück erkaufen; Denn ihr Wesen ist Vergänglichkeit! Sich', mit jedem leisen Tritt verrinnet Unvermerkt sie hinter'm Wanderstab', Und kaum hat der Mensch den Lauf begonnen, So erscheint ihm schon das Ziel das Grab. Blick' - 17 Blick' ich auf Herr über Tod und Leben, Prüfe mich, wie ist mein Herz bestellt? Bebt es nicht vor dir, dem ewig Nahen, Nicht vor dir, dem Richter aller Welt? Hab' ich fromm und treu den Bund gehalter Den ich weislich mit mir selbst gemacht? Hab' ich ohne Fehl gerecht gehandelt, Ohne Tadel meine Pflicht vollbracht? Hat nicht Thorheit, Leichtsinn und Begierde, Hochmuth, Mißgunst, Eigennuß und Wahn Mich von dir, dem guten Geist, entfernet Auf der ungewissen Lebensbahn? Habe ich für meinen Geist gewuchert Mit dem Pfund, das deine Huld mir leiht? Ist mein Herz an Tugend reicher worden, Und dadurch an inn'rer Seligkeit? Ja, ich fühl' es, Gott, zu deinem Frieden Leitet nur der Tugend steile Bahn! Doch wo schlägt das reine Herz auf Erden, Das sich keiner Sünde zeihen kann? Du allein bist immer gut und heilig, Du alleine wohnest in dem Licht', Du bist weise, bist vollkommen, Vater, Aber wir im Staube sind es nicht! Doch dit immer ähnlicher zu werden, Witschels Morgen- u. Abendopfer. 12. Außg. - 2 18 Dieser Wunsch ist edel, fromm und groß. Und vom Staube ewig aufwärts streben, Ist ja unfer freudenvolles Loos. Dieses, Vater, lehre mich bedenken, Lehre mich's in dieser stillen Nacht- Und mit diesem großen Wunsch sey heute Dieser Tag und mein Gebet vollbracht! 19 Diensttag. ( Frühling.) Morgen. Wenn im Hain der Morgenruf begonnen, Und der junge Tag im Osten lacht, Wenn der Himmel in Verklärung stehet, Und die Erde aus dem Schlaf erwacht: O dann triumphirt das süße Leben, Und das Reich des Todes wird zu Spott; Alle Herzen schlagen neugeboren, Und die freie Seele fliegt zu Gott; Betet an, versinkt in hohe Wonne, Fühlet seine Gegenwart im Licht'; Strömet hin zur großen Lebensquelle, Opfert ihm des Dankes süße Pflicht; Ihm, den Sonne, Mond und Sterne ehren, Ihm, der alle Wesen liebend trägt, Ihm, vor dessen Weltenthron der Cherub Seine Krone schweigend niederlegt! Du, o du, der mich dem Nichts entrissen, Und in's freudenvolle Leben rief, Du, der meinen Odem mir bewahret, Als ich, wie im stillen Grabe, schlief; 2* 20 wie dank' ich dir das neue Leben? Wie vergelt' ich deinen Sonnenschein?- Laß mich nicht umsonst dem Licht geboren, Nicht umsonst auf deiner Erde seyn! Laß mich freudig meine Pflicht erfüllen, Nicht zur Rechten, noch zur Linken seh'n Laß mich in dem großen Kampf der Menschheit Auf der Seite der Gerechten steh'n! Laß mich nie des Lasters Klugheit ehren; Zu der Tugend führt nur Eine Bahn. Nur, was recht ist, Vater, laß mich wollen, Fröhlich dem Gesetze unterthan! Eins ist Noth! der größte Schatz des Herzens, Reinigkeit vor deinem Angesicht. Laß mich jedem Sterblichen verzeihen, Jedem Sünder nur mir selber nicht! - - - 21 Dienstt a g. ( Frühling.) Abe n d. Auf, mein Geist, es naht die Geiſterstunde, Die der blinde Aberglaube schuf Immer, immer schlägt die Geisterstunde, Und der Weise höret ihren Ruf! Wahrheit geht nicht mit der Sonne unter, Die Vernunft umhüllet keine Nacht, Und der Geist erkennt in Finsternissen, Was ihn schön vor Gottes Augen macht. Vater, diese letzte Abendstunde Sey der Andacht und dem Geist geweiht, Eh' der Leib zu seiner Ruhe sinket, Im Gefühle seiner Sterblichkeit! Bald wird meine Lebenssonne sinken, Und die Ruhe mahnet an das Grab. Wohl mir dann, wenn ich mit leichtem Herzen Niedersinke an dem Wanderstab'; Wenn ich treu mein Tagewerk vollendet, Wenn ich froh zu meinen Vätern geh', Und in meiner letzten Abendröthe Deinen Himmel vor mir offen seh'; Deine Sonnen mir entgegen glänzen, Wenn der Tod aus tausend Wogen spricht; 22 Deine Engel freundlich mich umschweben, Wenn mein Nachen an dem Grabstein bricht! Heiligthum, wo Gottes Sterne brennen, Schönes Land, wo Alles Klarheit ist, Wo der Geist, von Himmelsluft gehoben, Alles, nur die Wahrheit nicht vergißt! O, mein Auge blicket nicht vergebens In das große, stille Heiligthum, Und ich ahne nicht umsonst im Kerker Jene Freiheit im Elysium!-- Frei von Banden, die das Herz bestricken, Frei von Wahn und Geistes- Selaverci, Vater, laß mich meinen Lauf vollenden, Daß ich jener Palme würdig sey, Daß ich nicht mit Scham hinüberblicke, Wo die Wahrheit auf dem Throne sitzt; Daß ich die Gerechtigkeit nicht scheue, Deren Schwert hin über Welten blißt! Laß mich nie das Eitle liebgewinnen, Vater, gib mir Weisheit und Verstand, Gib mir stille Demuth, und vor Allem Einen Sinn für jenes Vaterland! Deine Sterne blinken freundlich nieder, Deine Schöpfung schlummert friedlich ein. Alles ruht am großen Vaterherzen; Auch mein Schlaf wird sanft und stille seyn! ARSEL 23 Mittwoch. ( Frühling.) Morgen. Du, der freundlich alle Wesen nähret, Der das Jahr mit seinem Gute krönt, Der dem Engel seine Freude spendet, Und des Menschen Lebenstag verschönt; Vater, o der Freuden sind so viele, Als der Blumen auf der schönen Welt; Alles lebt und webt in deiner Liebe, Alles wird von deinem Licht erhellt! Ueberall erscheinet deine Gnade, Ueberall im Tempel der Natur, Wonne trinkt der Mensch mit vollen Zügen; Freude sucht und hascht die Creatur.. Von der Frühlingsblume bis zur Traube, Von der Garbe bis zum Winterherd Leben, Fühlen, Hoffen und Genießen, Alles ist der Freudenthräne werth. O Natur, du ewig reine Quelle, Wohl dem Herzen, dos dich nie verkennt, Das in dir die wahre Schönheit findet, Und mit Liebe für den Schöpfer brennt; 24 - Für den guten, großen Weltenvater, Den der Geist nur ahnet, nicht begreift, Ach, auf dessen Wink die Menschheit blühet, Und die Blume und die Traube reift! Ueber Sternen wohnt er in dem Lichte, Wo ein Glanz von tausend Sonnen ist; O mein Herz, du wirst ihn kennen lernen, Wenn du nicht mehr unter Menschen bist! Dann wirst du dein Leben freudig segnen, Dort, wo reiner Himmelsathem weht, Dort, wo Alles groß und lieblich pranget, Dort, wo deine Freude nicht vergeht! Fühle dieß im Wonnetag' auf Erden, Und die neue Hoffnung tröste dich! Fühle dieß in deiner Leidensstunde, Und die große Hoffnung stärke dich! Freudengeber, laß mich rein genießen, Laß mich im Genusse mäßig seyn Laß mich nicht alleine Rosen pflücken, Laß mich auch für And're Rosen streu'n! 25 Mittwo ch. ( Frühling.) A b end. Du, der allen Wesen ihre Tage, Schmerz und Freuden weislich zugezählt; Du, der für den Wurm das Loos im Staube, Für den Engel Himmeslicht gewählt Weltenlenker, großer Herr der Zeiten, Auch mein Schicksal steht in deiner Hand; Doch hienicden, wo der Irrthum wohnet, Bleibt dein Rath uns Schwachen unbekannt! Fern vom Lichte, wo der Weisheit Schimmer Sich verliert im dunklen Erdenschacht, Wie der Abendstern, die kleine Lampe, In dem weiten Grab' der Mitternacht Fern vom Lichte hilft uns nur der Glaube; Unser Wissen schwebt in Dunkelheit, Wenn kein milder Strahl aus bessern Welten Das Gewölke der Vernunft zerstreut. Ohne diesen Aufblick voll Vertrauen Zu der Gottheit, die den Menschen liebt, Wäre unser Lebenstag auf Erden Wie die Nacht, die Flur und Wald umgibt. -- 26 Vater, o ich will, ich darf es glauben: Du blickst freundlich auch auf meinen Pfad, Deine Hand schwebt über meinem Haupte, Und du leitest mich nach deinem Rath! Sollte ich mein Schicksal selber wählen O ich hätte weder Lust, noch Muth; Aber du, der in die Zukunft blicket, Was du ordnest, das ist schön und gut! Sorge, Herz, nicht für den andern Morgen, Laß die eitle Mühe, die dich quält; Denn der Himmelsvater weiß am besten, Was zu deinem wahren Glück dir fehlt! O er sorgt für Millionen Welten, Sorgt für deinen kurzen Lebenstag; Darum sorgt der Weise nicht hienieden, Außer, wie er weiser werden mag! So vergehet unter Gottes Frieden Unser Leben, wie die stille Nacht. Ach, und Traum und Taüschung ist verschwunden, Wenn der Geist nach deinem Bild erwacht! desil pinat - 27 Donnerstag. ( Frühling.) 11 Morgen. Du, auf dessen Wort die Nacht verschwindet Und der Morgenstern am Hügel weilt, Du, der allen Geistern, allen Wesen, Ihre Laufbahn weise zugetheilt, Laß mich nie vergessen, daß auch meine Laufbahn unter deinen Händen steht, Und daß Jeder, der zum Grabe wandelt, Unter deinem Aug' durch's Leben geht! Sollt' ich murren, daß im Rch des Lichtes Jeder Mensch mit eig'nen Augen sicht? Murren, daß zum Rosenhain der Freude Jeder seine eig'ne Straße zieht? Sollte ich mit Brüdern mich entzweien, - Weil sie mir gleich- unvollkommen sind? Sollte ich des Nächsten Splitter sehen, Und für meinen Balken wär' ich blind? Vater, über Gute, über Böse Gehet deine Sonne freundlich auf! Wer umfasset deine großen Plane In dem kurzen, dunklen Lebenslauf? 28 Nichtet nicht! o diese hohe Lehre, Wohl dem Menschen, der sie nie vergißt, Und der in der großen Welt der Schwachen Weislich glaubt, daß er kein Engel ist! Sanftmuth ziemt dem Weisen, Mitleid, Hülfe; Denn die bösen Menschen sind nur krank, Und wer wollte lästern, wenn ein Blinder Etwa aus unreiner Quelle trank? Vater, schenke mir die hohe Liebe ,. Die den Schwachen mit Geduld erträgt, Jene Liebe, die im Kreis der Sünder Ihre eig'ne Schwäche still erwägt! Laß mich gut seyn auf der Lebensreiſe, Auf mein Herz und nicht auf And're seh'n; Und wenn Tausend ihren Pfad verlieren, Laß mich auf geradem Wege geh'n! Holl -- — 29 - Donnerstag. ( Frühling.) A ben d. Unter Gottes Sternen wohnet Friede, Ruhe ist des Himmels Eigenthum; Und mit süßer Ahnung blickt die Seele In das große, dunkle Heiligthum. Schön ist's, wenn das thatenvolle Leben In dem Lichte vor uns wacht und webt; Aber lieblich ruht die stille Erde, Wenn der süße Schlaf hernieder schwebt, Dieser fromme Schutzgeist aller Müden, Dieser Liebling aller Creatur, Dieses Balsambad der wunden Glieder, Dieser Labebecher der Natur. Wie ein Sarg im stillen Leichentuche Ruht die Erde in dem Schattenmeer, Und wie Kerzenglanz in Tempelhallen, Brennen tausend Sterne um sie her. Ach, sie rühmen alle deine Ehre, Herr, im Kreise vor dir hingeneigt, Und mit Millionen Freudenstimmen Jauchzt der Himmel, wenn die Erde schweigt! all - 30 Aber schlafend schenkest du den Deinen Unter'm Monde neue Lebenskraft, Deinen Menschen frisches Blut im Herzen, Und der Blume neuen Purpursaft. Ruhe wehet, Friede herrscht im Lande- Und die Menschheit sieht ein Traumgesicht Millionen Augen sind geschlossen; Nur der Unerschaff'ne schlummert nicht, Seine Obhut blicket unverwendet Segnend, schüßend auf den Weltenkreis; Tausend Sonnen gehen um ihn nieder, Und kein Schlummer lohnet seinen Fleiß. Herr, vergib mir, daß ich menschlich rede, Schöpfer, du bedarfst der Ruhe nicht. Nur der Müde schläft, der Schwache ruhet; Ewig wacht der Gottheit Angesicht! Auch ich werde einst nicht mehr ermüden, Einst nicht mehr des Leibes Sclave seyn. Doch, so lang das Loos der Schwachheit währet, Schlaf' ich unter Dank und Freude ein; Freue mich der süßen, stillen Ruhe, Danke dir für jede sanfte Nacht, Bis ich einst am großen Morgen rufe: Auch die letzte Ruhe ist vollbracht! 11 lowl 31 Freit a g. ( Frühling.) Morgen. Pater, der du einst im Morgenlande, Wo die Sonne glänzend aufersteht, Einen reinen Weisen uns erwecktest, Dessen Leuchte niemals untergeht Der den Bund der Liebe uns gelehret, Der das große Wort der Freiheit sprach, Der dir einen hellen Tempel baute, Und die Fessel der Vernunft zerbrach! Heute starb er- gute Menschen weinten, Und die Sonne sank in Trauerflor: Doch umsonst frohlockt der blinde Haufe; Herrlich tritt Er aus der Nacht hervor. Seine Wahrheit kann nicht untergehen, Nur dem Wahne droht die Todesnacht Heiter neigt sein Haupt der Lichtgeborne, Ruhig spricht der Held: es ist vollbracht! Unter Gottes Auge keimt der Same, Den er in der Menschheit Schooß gelegt, Und die Nachwelt bauet Dankaltäre, Wenn die Aussaat gold'ne Früchte trägt. - — - 32 T Vater, der du in dem Lichte wohnest, Nimm mein Herz zum Dankesopfer hin, Daß auch mir der Wahrheit Sonne leuchtet, Daß auch ich zum Licht' berufen bin! Zwar du trägst sie Alle an dem Herzen, Reichest Allen deine Vaterhand, Wirst sie Alle einst zum Lichte führen, Dort im großen, schönen Vaterland Denn ja nur die Wege sind verschieden, Aber nicht das große, letzte Ziel; Und der uns zur Ewigkeit erschaffen, Treibt mit uns kein leeres, eitles Spiel. Doch ich danke, danke dir von Herzen, Du, den Jesus liebend Vater heißt, Daß mein Herz, voll kindlich süßer Triebe, Dich im Geist und in der Wahrheit preist; Daß kein schweres Joch mich niederdrücket, Daß kein Kluger mein Gesetz verlacht, Daß kein Mensch mir, Mensch zu seyn, verbietet, Daß mich Jesus Christus frei gemacht! Laß mich christlich diesen Tag verleben, Edel, weise, nützlich, sündenfrei Und der Welt durch schöne. Thaten zeigen, Daß ich unsers Stifters würdig sey! - — Freitag. 33 Freitag.e ( Frühling.) mad dated dall A be n d. Wenn die Abendglocke friedlich tönet, all Heil'ges Schweigen die Natur umfängt, im Gull. Und der Mond, wie eine stille Lampe, In dem hohen Nachtgewölbe hängt- Wenn die süße Ruhe wiederkehret, - Wenn der Schlaf die Schlummerkörner streut, Und die Nacht die schöne Welt verhänget, Gleich dem Vorhang vor der Ewigkeit; Dann zieht sich der Geist vom großen Spiele Still betrachtend in sich selbst zurück; Dann gehört das Herz dem Menschen wieder, Und die Welt erlischt vor seinem Blick; Dann ist ihm die Gottheit freundlich nahe, Und der Himmel dämmert vor dem Geist, Wie vor einer neu verklärten Seele, Wann sie sich dem Land der Welt entreißt. Wenn ihm sein Gewissen dann bezeuget, Daß er auf der dunklen Lebensbahn Treu und richtig vor sich hingewandelt, Daß er redlich seine Pflicht gethan Witscheld Morgen- u. Abendopfer. 12. udg. - 3 34 - O dann blickt er fröhlich auf zum Himmel, Dessen Bürgerrecht er längst erwarb, Und befiehlt den Geist in Gottes Hände, Wie der Fromme, der am Kreuze starb! Vater, laß mich jeden Tag vollenden, Unter Frieden, unter Herzensruh', Und mit einer stillen Freudenthräne Schließe sich mein müdes Auge zu! Daß ich dein bin, süßer Trostgedanke, of Ist mein Licht in jeder Erdennacht; Daß ich dein bin, o mit diesem Glauben Ruf' ich einst getrost: es ist vollbracht! Vater, o der großen Freud' und Wonne, Wie den Traümenden wird's dann uns seyn; Alle Schwachheit bleibt zurück im Grabe, Und die Menschheit ist verklärt und rein! Ja, es ist noch eine Ruh' vorhanden, Stolzer Friede, reines Himmelslicht- Du, mein Gott, den ich so herzlich liebe, Du vernichtest diese Liebe nicht! UI 35 Sonnabend. ( Frühling.) Morgen. Wie ie der lichte Sonnenstrahl von Oſten Durch den grauen Morgennebel bricht, Soll die helle Wahrheit uns erleuchten, Wenn der Mensch mit seinem Herzen spricht; Wenn er das Vernunft- Gesetz im Busen Höret, das ihn nie umsonst verklagt; Wenn er redlich seinen Willen prüfet, Und sich selbst am Schluß der Woche fragt: Hab' ich keiner Thorheit Raum gegeben? Hing ich nicht an Land und Eitelkeit? Hat der Leichtsinn mich nicht überlistet Auf dem Wege der Gerechtigkeit? Wankte nicht am Scheideweg der Tugend Unentschlossen der verkehrte Sinn? Darf ich froh und frei gen Himmel blicken; Fühl' ich, daß ich reines Herzens bin? Ach, ich bin noch weit vom hohen Ziele, Wo die Tugend Ehrenkränze flicht! Wollen hab' ich wohl, du weißt es, Vater; Aber das Vollbringen find' ich nicht! 3* II 36 Vorwärts! ruft die Schaar der Auserwählten, Vorwärts! ruft der gute Geist in mir. Uns're Ruhe wohnt nur im Gewissen, Und ich fand, ich fand sie noch nicht hier; Und bald wird die Sanduhr mir verrinnen, Bald ertönt der ernste Sensenklang Ach, ich höre schon die Sterbeglocke Höre schon den hellen Grabgesang! Mit der Woche fällt von meinem Leben Wieder eine welke Blume hin Es wird Abend Nacht und Gräber rufen: Fremdling, Alles, Alles geht dahin! Wohl mir, daß ich noch im Staube walle, Daß ich noch mein Haus bestellen kann; Meine Krone ist noch zu erringen, Und die Schranke ist noch aufgethan! Guter Vater, laß mich weise werden Auf dem Wege zu der Ewigkeit; Guter Vater, laß mich treu vollenden, Und dann gib mir deine Seligkeit! - - - - - - he ♡ 0- 37 leg nö( maxó sönlup)@ 3 Sonnaben d. s ( Frühling.) Abe end. Pater, Alles eilt zu ſeinem Ende, Alles folgt dem Ruf der Sterblichkeit; Unvermerkt entfliehen meine Tage In das graue Meer der Ewigkeit! Wohl mir, daß ich nicht vergebens hoffe, Daß mein Glaube nicht vergänglich ist; Die Gewißheit ruht an meinem Herzen, Daß du dort, auch dort mein Vater bist! Daß ich jene Sterne wieder finde, Wenn die letzte Sonne niedersinkt, Daß ein lichtes Eden für mich grünet, Wenn die dunkle Nacht des Todes winkt; Daß ich lerne, was ich angefangen, Hier nur traümen, nicht vollenden kann, Daß ich mich erst meines Wesens freue Auf der großen, hellen Sternenbahn; Dieses ist der liebliche Gedanke, Der wie Blumendüfte mich umweht, Dieses ist der Glanz im dunklen Thale, Der wie Gottes Sonne vor mir steht. ie O so schwinde denn, du gold'ne Stunde, Süßes Leben, eile schnell vorbei; Nur, daß keiner meiner Erdentage Ungenossen, unbenüßet ſey! Ich bin ewig!- Laß mich heilig leben, Denn die Welt vergeht mit ihrer Lust; Laß mich, Herr, nach deinem Reiche trachten, Und dein Friede sey in meiner Brust! Meine Hoffnung sey das bess're Leben, Meine Liebe die Gerechtigkeit, Und mein Glaube, der mich stärkt und tröstet, Die Vollendung in der Ewigkeit. d Und so schließ' ich fröhlich diese Woche; Vater, Vater, warmen Herzensdank, Daß ich noch auf deiner Erde lebe, sid m Daß ich nicht in Sünd' und Thorheit sank! Alles, Alles hast du mir gegeben; Unter Dank und Liebe schlaf' ich ein- Ruhig schläft dein Kind die Sterne blinken Vater, auch im Schlafe bin ich dein! 103 38 anitar — OR - Zweite Woche. Sommer. we stist8 10000 41 - sudo antes id anntag.bit he ( Sommer.) Morgen. Du bist es, der die Morgensonne rufet, Und schweigend tritt sie aus dem Zelt der Luft; Du bist's, der die entschlaf'ne Menschheit wecket, Und feiernd steigt sie aus der finstern Gruft! Dich preist mein Lied, du unsichtbarer König, In deinem friedenvollen Geisterreich; Du stille Macht, du segensvolle Größe, Du Vater, dem kein Herz an Liebe gleich! Hier stehe ich in deiner Welt voll Freude, Die Morgenluft weht heilig durch die Flur, Das Leben wacht auf Blumen und auf Zweigen, Und deine Sonne flammt in der Natur. Mit hellem Glanze fährt sie auf die Höhe Im blauen Himmelsmeer. Umkränzt mit Licht Erhebt sich blühend die Gestalt der Erde, Und neiget sich vor deinem Angesicht! O Sonne, erstgebornes Kind des Himmels, Du Seel' der Welten, Mutter der Natur, Der Gottheit Spiegel, gold'ne Lebensquelle, Du erste Blume in der Weltenflur, 42 - Ein kalter Leichnam ist die Schöpfung ohne Dein Licht! Dem tiefen Bache schenkst du Glanz, Umhüllst die Felsenwand mit Rosenschimmer, Und Alles blüht in deinem Strahlenkranz! Doch herrlicher und größer ist die Quelle Des Lichts, die dich, o Sonne, einst gebar, Erhab'ner ist der Meister in der Höhe, Den Licht umfloß, da keine Sonne war! Owohl mir, daß ich diesen Glauben habe: dall Es ist ein Gott, er ist; ich bin sein Kind! Er ist um mich, er höret meine Worte Und wird nicht zürnen, wenn sie menschlich sind. OGnädiger, dich liebet meine Seele, 10 Und Liebe ist mein Dank und mein Gebet! mió Dir schlägt mein Herz in kindlich süßem Frieden, Bis es im stillen Grabe einst vergeht! Die Arbeit ruht; der Friede Gottes herrschet; Die Andacht schließet ihre Tempel auf. Die Sonne schwebt im sanften Morgenrothe, Und winkt herab: vollendet euern Lauf! Hilf mir, o Gott, den schönen Preis erringen, Der dieses Lebens dunklen Traum erhellt! Die Zukunft grünt; das Leben mag verblühen, Denn uns're Krone liegt in jener Welt! med 8 43 02 Sonntag. ( Som met.) Abend. 1018 Er ist vollbracht, der stille Tag der Ruhe, Vollbracht zu meines Schöpfers Preis und Ruhm! Die Nacht erscheint; die lauten Chöre schweigen, Und feiernd schließet sich das Heiligthum. Vom Berge neigen hohe Nachtgeſtalten Und ernste Schattenbilder sich in's Thal; Das Leben ruhet selig über Gräbern, Und Friede weht vom hohen Sternensaal. O schöne Welt, o Paradies des Weisen, O süß bewohntes, wundervolles Land! Wie glücklich kann der Mensch hienieden leben, Wenn Thorheit nie sein freies Herz umwand; Wenn er mit frohem, dankerfülltem Herzen Genießet, was der gute Himmel beut, Wenn er bei frommer Aussicht in die Zukunft Kein Laster der Vergangenheit bereut. Sein Herz ist leicht, ist mit der Welt zufrieden, Er findet überall der Freude Spur. Er gönnt den Großen ihre Lust am Kleinen, Sein Erbtheil ist die herrliche Natur. 44 Er hofft das Beste von dem Weltenlenker, Er fordert von den Menschen nicht zu viel. Sein Geist blickt nach der Laufbahn zu den Sternen; Ach, Alles strömt zu der Vollendung Ziel! In hoher Eintracht ist auf seinem Pfade Das Nüßliche und Schöne sanft vereint, Den Blumen gleich, im gold'nen Aehrenfelde, Wo das Verdienst in Lieblichkeit erscheint. Das Gute nur, das unser Fleiß erzielet, Erfüllt die Seele mit Zufriedenheit. e dall Es gibt kein Glück, als das wir selber bauen, Denn die Natur gibt nur Empfänglichkeit. O Gott, den ich in hoher Andacht ehre, Dir will ich dienen auf der Lebensbahn Durch Freude, Demuth, durch Vernunft und Tugend, H ll 0 Dann bet' ich dich in Geist und Wahrheit an! Und sinket einst mein letzter Abend nieder, Und ist mein Werk für diese Welt vollbracht, Dann noch ein Blick auf diese schöne Erde, Und tausend Dank, und eine sanfte Nacht! RI and sit fi Indi13, 165 dadaingng the 45 Mont a ( S o m m e r.) al mind B. C sihil full Morgen. Die Sonne winkt. Die Nacht ist hingeschwunden. Der Than liegt funkelnd auf der Lebensbahn. Nach kurzer Ruhe bricht die laute Woche, ult Der lange Tag voll Schweiß und Arbeit an. Warum, o Gott, ist auf dem Lebenspfade Die Pilgerlast so ungleich ausgetheilt? Der Eine sinkt erschöpft am Stabe nieder, Indeß der And're leicht vorüber eilt. Den Armen flieht das Glück mit seinen Schäßen, Er ringt mit Sorge um sein täglich Brod; Der Reiche nimmt das Füllhorn ohne Mühe, Und schwelgt oft sündlich bis zum Abendroth. Die Sense mäht dem heißen Tag entgegen, Die Pflugschaar glüht im scharfen Sonnenstrahl; Der Weichling ruht in trägem Müßiggange, Und fühlet nicht der harten Arbeit Qual. Warum die Welt in solchem Wechsel altert, Das weißt du, Vater, und nur du allein, Du, der dem milden Frühlingsathem winket, So wie dem Dampf im heißen Sonnenschein! 46 Dein ist die Macht, du hast die Welt gegründet, Du gibst das Leben jeder Creatur, Und lettest jedes Wesen unter'm Monde Auf seine eig'ne stille Freudenspur! Das Leben ist das Größte! O aus diesem Erweckten Funken in der todten Nacht Quillt eine wunderbare Freudenflamme, Und zeiget Jedem seine Welt in Pracht! Ich bin erwacht, ich lebe noch, ich fühle Mein Daseyn mit verneyter Seligkeit. Ich stimme jauchzend in der Schöpfung Chöre, Mein ganzes Wesen glüht in Dankbarkeit. Das Leben, Gott, ist deine schönste Gabe; Es kommt von dir, es sey mir kindlich werth, Es sey mein Heiligthum; und reine Tugend Entflamme täglich seinen Opferherd! Und keine Mühe soll mich wankend machen, Und kräftig sey mein Herz und meine Hand! Es lohnt sich einst am stillen Feierabend, Geschieht es nur für Gott und Vaterland! So will ich denn mit frischem Muth beginnen, Mit Redlichkeit an meine Arbeit geh'n! Dir, guter Gott, empfehl' ich Leib und Seele, Laß deinen Geist mir sanft zur Seite steh'n! 47 Mont a g. ( Sommer. A ben d. Die Abendröthe ist hinabgeſunken, Die Luft wird kühl, und schweigend herrscht die Nacht. Die Welt wird sanft; die süße Ruhe winket; Der Müde hat sein Tagewerk vollbracht. Wohl ihm, wenn er mit leichtem Herzen ruhet; Wenn sich der Himmel freundlich zu ihm neigt, Und wenn so ruhig, wie der Sternentempel, Sein frommes Herz und sein Gewissen schweigt; Wenn kein gerechter Vorwurf ihn belaſtet, Wenn keine stille Schuld ihn laut verklagt, Wenn keine Neue mahnend ihn verdammet, Kein Schreckensbild die arme Seele plagt! Doch wehe dem, der, Licht und Recht vergessend, Sich zu dem wilden Heer der Bosheit schlug, Und, statt der Tugend gold'nen Ehrenkrone, Den Sclaveuring des frechen Lasters trug! Sein Leben gleichet der Gewitterwolke, Furcht und Entsetzen liegen um sie her, Auf ihrem Wege zischen Feuerflammen; Ihr dunkler Schooß ist kalt und freudenleer. 300 Gulf - 48 - Er blicket unter Beben, unter Grausen Auf die verheerte Lebenszeit zurück. Die Gegenwart ist eine dürre Wüste, Und vor der Zukunft wankt sein starrer Blick; In eine Gruft verwandelt sich die Erde, Das Leben ist in Trauerflor gehüllt; Die Freude naht im blaffen Todtenkleide, Ihr Becher ist mit Wermuth angefüllt. O Gott, wie schnell ist unser Glück zerstöret, Wenn die Versuchung unser Herz beschleicht; O Gott, wie elend ist der Mensch hienieden, Wenn er die Hand dem blinden Laster reicht! Ich will vor dir mit hellem Geiste wandeln, Mein Wille sey gerecht, mein Herz sey rein; Dann werd' ich ruhig, heiter einst vollenden; Mein letzter Trost wird mein Gewissen seyn! puiting S 0 Diensttag. Diensttag. ( Sommer.) 49 Morgen. Wem dank' ich diese frische Lebensquelle, Die neubewegt durch meine Adern wallt? Wer ist der Schöpfer jener großen Freude, Die vom Gebirg' und Thale wiederhallt? Wer läßt mich dieses stolze Glück empfinden, Im Glanz der Welt zu denken und zu seyn? Wer führt mich aus des Schlafes dunklem Kerker Auf's Neue in das Land der Freiheit ein? Ich lag und schlief die Sonne war erloschen Mit ihr mein Geist der Sinnen Neiz erstarb Der Traum ließ seine eitlen Farben ſpielen, Das frische Grün der Wirklichkeit verdarb. Ich webte ohne Kraft und ohne Willen An einem Leben, das dem Tode glich; Im wunderbaren Wechsel eingewieget, Lag ich betaübt, und Sinn und Welt verblich. Wo ist im Kreise der Natur ein Leben, Auf dem nicht diese dunkle Lähmung rüht? Wer ist's, der diese Todten auferwecket? Wo ist die Kraft, die solche Wunder thut? 4 Witschels Morgen- u. Abendopfer. 12. Audg. - - 50 Du bist's, o Schöpfer, den ich Vater nenne, An dem mein Herz mit stiller Wonne hängt; Du bist es, ewig hohe Freudenquelle, Die mein Gefühl mit heil'ger Luft umfängt! Du wachtest über meine Lebensstunden, Du warst bei mir im Schattenreich der Nacht, Du sprachst zu mir auf's Neue: denk' und lebe! Du hast den Geist vom Tode frei gemacht! Wie glänzt die Welt im bunten Morgenschimmer; Seht, Alles wogt in Lust und Lebenskraft, Die Sonne flammt im Thau, die Erde rauchet, Als Dankaltar, dir, der die Freude schafft; Dir, der im Himmel und auf Erden lebet, Dir, dessen Glanz den Weltenraum erfüllt, Dir, der den Engel und den Wurm beglücket, Deß Freudenstrom durch Sonn' und Sterne quillt; Gelobet seyst du, fröhlich angebetet; Dein Ruhm erschalle durch die Ewigkeit! Ich fühle ganz, daß ich bei dir einst lebe, Und segne freudig meine Sterblichkeit! 51 Diensttag. ( Sommer.) A ben d. Dir ir dankt mein Geist in dieser Abendstunde, O Gott, du Quelle aller Seligkeit! Aus allen deinen Werken spricht die Liebe, Und ewig währet deine Gütigkeit; Vom Wiesengrün bis zu den blauen Bergen, Die still und lieblich in der Ferne steh'n; Vom Feuerwurme bis zur gold'nen Sonne Ist überall dein Gnadenlicht zu seh'n; Vom stillen Dorfe bis zum heil'gen Walde, In welchem jetzt der große Friede ruht; Vom Lampenschimmer bis zur Abendröthe Bist du es, Gott, der Allen Gutes thut! Selbst, wenn der Sonne Freudenlicht verschwunden, Noch in des Abends mattem Luftgetön', Selbst, wenn die blaffe Dämmerung erscheinet, Auch in der Nacht ist deine Welt noch schön! Durch's tiefe Dunkel bricht der Sterne Flimmer, Der blaue Himmel ist mit Gold besä't, Ein sanftes Leuchten dämmert durch die Schatten, Die Ruhe herrscht, der Friede Gottes weht. 4* 52 Ein Paradies winkt glänzend dort herüber, Die Lebensbaüme steh'n in gold'ner Pracht. Ein weißer Gang führt durch die Himmelsauen, Und tief im Thale liegt die Erdennacht. Doch ist sie allen Sterblichen willkommen, Und freundlich winket ihre Traulichkeit. Ein großes Schweigen herrscht. Die Menschen schlafen, Und stärken sich zur neuen Thätigkeit. Der munt're Vogel ruht im grünen Laube, Das Thier im Walde kennt sein stilles Haus, Und emsig schmückt des Schlafes öde Kammern Der leichte Traum mit seinen Bildern aus. Dank dir, du guter Vater aller Wesen, Für Schlaf und Traum, für Mondenschein und Tae Nacht! Olieblich wird des Tages Last und Hißze Im Vorgefühl der süßen Nacht vollbracht! So ruhen wir. Dein helles Auge waltet, f Dein sind wir, Herr, im Leben und im Tod! Mit Ruhe laß am Grabe uns entschlafen, u Und wecke uns am neuen Morgenroth! and ad 53 Mittwoch. ( Sommer.) Morgen. Allmächtiger, auf dessen Wink die Erde Im neuen warmen Morgenlichte strahlt, Auf dessen Wort die hohe Sonne leuchtet, Und Berg und Thal mit frischen Farben malt, Zu dir erhebt sich meine wache Seele, Zu dir mein Auge mit vertrautem Blick, Und flehet um Erleuchtung für das Leben, Und für der ganzen Menschheit Wohl und Glück! Ogieße aus dem Füllhorn deiner Gnade In alle Herzen Licht und Weisheit aus, Und sende früh der Tugend Ehrenwache An jeden Thron, in jedes Land und Haus: Den weisen Frieden, die vertraute Liebe, Die stille Güte, die sich selbst genießt, Die unbelohnt auf edle Thaten sinnet, Durch deren Huld die Thräne sanfter fließt; Die unerschrock'ne Wahrheit, ernste Würde Des freien Geistes, den gesetzten Muth, Ein mäßig Leben, heilsam für die Seele Und segensreichen Balsam für das Blut; - 54 Die fromme Keuschheit, welche sanft érröthet Vor dem Gedanken, den die Scham verbeut, Die jeden Blick, der die Begierde reizet, Durch heilige Enthaltsamkeit bereu't; Den strengen Fleiß, ein unermüdet Wesen, Das für das Wohl des Ganzen lebt und webt, Und sich durch Arbeit, die dem Enkel nüßet, Ein unvergänglich Grabmal selbst erhebt; Das gib uns, Gott, und darnach laß uns streben, Das ist der Menschheit hohe Gnadenwahl; Dann herrscht dein Friede, deine Liebe waltet, Und deine Erde ist kein Jammerthal! Von dir kommt Lust und Leben, Heil und Segen, Und die Vernunft, das schönste Lebensgut; Sie leite uns nach deinem Wohlgefallen, Bis unser Herz im stillen Grabe ruht! sims4 in - misvanagal dall nda 55 - Mittwoch. ( Sommer.) STA A be n d. Assis Der er Tag ist hin; die sanften Stunden kommen, Wo neue Kraft vom Himmel niedersinkt, Wo die Natur im frischen Thau sich badet, Und kühler Schlaf den müden Gliedern winkt. So fliegt das Leben hin in Wechselreihen Und milde Ruhe folgt dem Wanderstab.ol Wir schlummern auf der freudenvollen Erde, Und unter uns schläft eine Welt im Grab'.NO Noch spielt der Knabe an dem Mutterbusen nft Und vor ihm lacht die Welt im Glanz und Licht; Bald ruht das Herz, das treu für ihn geschlagen, Doch siehe, auch sein Stundenglas zerbricht. Die Saat ist groß, die Ernte ohne Ende, Der Tod ist wach, die Sense ruhet nicht, do Die Uhr der Zeit schlägt immer letzte Stunden. Wer kennt das Herz, das jetzt im Kampfe bricht? Nur du allein, Herr über Tod und Leben, Du siehst den Blick, vom kalten Schweiß beneßt, Du hörst der Wesen stille Herzen brechen, Du hast den Sterblichen ihr Ziel gesetzt! 56 O laß fie sanft verscheiden, sanft vollenden, Laß deinen Engel still vorübergeh'n Und ihnen freundlich winken in die Kammer, Dort, wo der Vorwelt graue Särge steh'n! Verleihe deinen Kindern jene Ahnung, Die glaubensvoll die Gegenwart besiegt, Ach! einen Blick in deine Paradieſe, Wenn diese Welt in Wolkendunst verfliegt. Und darf ich, Herr, vor dir mich unterwinden, O so vernimm das Fleh'n der Menschlichkeit, Und laß auch den Verirrten Gnade finden, Den Blinden eine lichte Ewigkeit! Du bist ja Vater, bist voll Huld und Güte, Und Liebe blickt aus deinem Sternenschein; Du quälest kein Geschöpf! Das Laster quälet; Nur Besserung wird deine Strafe seyn. Ein Geisterchor wallt aus der tiefen Erde Zum Himmel auf. Die gold'ne Harfe klingt, O wohl mir, wenn mein Geist im Lichtgewande Mit deinen Engeln heilig! heilig! fingt! On dabing hip - - G so 57 — Minjini Donnerstag. ( Sommer.) on II Morgen. Die Sonne tritt aus ihrem Purpurzelte, Sie stärkt den Geist, der an den Schöpfer denkt. Du hast, o ewigtreuer Menschenhüter, Mir wieder einen Lebenstag geschenkt! Empfange sein Geschenk, zufried'ne Seele, Erkenne fromm, was Gott an dir gethan, Bring' ihm der Liebe stilles Morgenopfer, Und bete ihn mit sanfter Rührung an! Ich blicke um mich her, und tausend Leben Erfreuen sich im warmen Sonnenschein. Vernimm, o Herz, die hohen Lobgesänge In Luft und Wald, und stimme freudig ein! Das gold'ne Thor zum großen Saal der Freude Ist jedem Wesen gastlich aufgethan, Und eine milde Hand aus Silberwolken Streut Blumen hin auf jede Lebensbahn. Warum verschmäht der Mensch den süßen Frieden, Den ihm Natur und Einfalt zugedacht? Warum sinnt er im Ueberfluß der Schätze Auf fremdes Gut, das ihn nicht glücklich macht? LO 58 Sind jene Wilden in entfernten Zonen Bei ihrem Golde fröhlicher, als wir? Und wohnen sie in ihren Palmenwäldern Und Balsamduft auch sicherer, als hier? Ist die Natur in ihrem Pomp zu neiden, Wenn über ihr die heiße Sonne glüht? Was nützt die Kraft der süßen Spezereien, Wenn durch die Luft der Todesengel zieht? O lasset uns nicht in die Ferne schauen, So lange Lust und Leben um uns quillt; Laßt uns nicht aus dem Strome trinken wollen, So lang der klare Bach den Durst uns stillt! Nicht Schwelgerei erhält den Seelenfrieden, Nicht theu're Kost verleihet Fröhlichkeit; Die Ruhe stirbt, wo die Begierde lebet; Das wahre Glück wohnt in Zufriedenheit. Mit warmem Dank, mit seligem Gewissen, Mit dir ergeb'nem frohem Kindersinn, So laß, o Gott, mich deine Welt genießen Und liebend fühlen, daß ich glücklich bin! mi imalt m The - 59 - Donnerstag. ( Sommer.) in A ben d. Still ist die Nacht, und unter Gottes Frieden Erneuern sich die Kräfte der Natur. So wird die Schöpfung täglich neu geboren, Und täglich wallt die Schönheit durch die Flur; So muß der Mensch auch neu geboren werden An Herz und Geist, durch Weisheit und Verstand. Der Geist muß jeden Abend triumphiren, Wenn schon des Leibes Kraft von hinnen schwand. Der heil'ge Funke, der im Herzen glimmet, Wird durch den Hauch der Tugend angefacht; Der stille Geist, der in dem Kerker schmachtet, Wird nur durch Wahrheit stark und frei gemacht! Denn wer vom Fleisch geboren ist, der bleibet Ein träger, dunkler Körper, wenn ihn nicht Der Geist erhellet, der lebendig machet Und die Gewalt der Sinnlichkeit zerbricht. Das ist die Auferstehung zu dem Leben, Wenn die Vernunft sich aus dem Schlaf erhebt; Das ist die Freiheit aus des Todes Banden, Wenn unser Geist für Recht und Wahrheit lebt! - 60 - So gleicht die bess're Menschheit, ungesehen, Der Luft, die durch die Abendkühlung weht; Sie wirkt im Stillen, hauchet Lebenskräfte Und stärkt den Wand'rer, der vorüber geht. Sie bauet an der Weisheit Ehrentempel Und weiht sich treu zu ihrem Dienste ein, Und jeder Tag, den sie zurücke leget, Muß eine Stufe zur Vollendung seyn. di Zu solchen Menschen laß mich auch gehören, Du großer Vater, der im Lichte wohnt; Mit jedem Tage laß mich weiser werden, Bis einst der Himmel meinen Geist belohnt! Dort strahlet reine Klarheit mir entgegen, Dort herrscht die Weisheit unter Sternenglanz, Dort wird mich keine Sünde mehr entweihen Und meine Seele schwebt im Palmenkranz! ne O schöne Aussicht in das Land der Freude, Von Gott geschmückt, vom Sternenlicht bekränzt! Ewigkeit, wie heilig ist die Stunde, Wo deine Pforte mir entgegen glänzt! Vor diesem Licht, das sauft herüber dämmert, Vor jenem Glanz im dunklen Heiligthum, Vor jenen Sternen will ich heilig leben; Und Reinigkeit und Weisheit sey mein Ruhm! SE 61 1 - Freit a a * The g. ( Sommer.) Morgen. Dort, wo die Sonne freundlich alle Wesen Mit gold'nem Glanz und Purpursaum umfaßt, Dort, wo das Licht in Osten sich erhebet, Ist einst das milde Licht der Welt erblaßt! Dort, in dem heil'gen Ueberhang der Zedern, Wo unter Moos die fromme Vorwelt ruht, Dort, wo die sanfte Friedenspalme wehet, Vergoß der Mann des Friedens einst sein Blut! Der Himmel wölkte sich, die Erde bebte, Die Sonne floh, die dunkle Schöpfung schwieg, Die Weisen trauerten, der Pöbel jauchzte; So feiert die Verblendung ihren Sieg! Die Unvernunft zwar ist sie bald entlarvet, Sobald der Geist auf seine Rechte blickt, Sie wird zu Spott, ihr Name wird geächtet Und hat sich selbst das Brandmal aufgedrückt Doch furchtbar sind die Spuren, wo sie hauset, Die Liebe stirbt, die blinde Wuth gedeiht, Das heil'ge Band der Menschheit wird zerrissen, Und Tempel und Altäre sind entweiht! So war es einst in jenen finstern Tagen, 62 Wo Geist und Herz durch Priestertrug verdarb, Wo zu der Schmach auf Golgatha verdammet, Der Gottgefandte, der Gerechte starb. Willkommen mir, du Feier seines Todes; Du Leidender, mein ganzes Herz ist dein! O möchte dieser Tag für alle Christen Ein stiller Sabbath der Erkenntniß seyn! Der Aberglaube baut sein Reich im Dunkeln, Noch zieht die Schale, wo das Unrecht liegt; Noch kämpft die Zwietracht für die Außenseite; Noch hat die Menschenliebe nicht gesiegt. Willkommen mir, du ernste Todtenfeier, Du Sterbender, wie schön hast du vollbracht! Kein Mund hat für die Wahrheit so gesprochen, Kein Herz so rein das Heil der Welt bedacht! Sey mir gegrüßt in deinem Blutgewande, Du Heiliger, mein ganzes Herz ist dein! O Menschen kommt, und laßt uns Brüder werden; Er starb für diesen seligen Verein! Er starb für Alle. Brüder, und wir sollten Nicht frendig für einander leben hier? Er starb für eure Menschen- Rechte. Kommet, Und werdet frei am großen Siegspanier! Das war dein Wille, du erhab'ner Stifter, So büßtest du dein schönes Leben ein! Wir sind mit Blut erkauft. Du Herz voll Liebe, Dein letzter Wille soll uns heilig seyn! - 6 63 dni dall Freitag. ( Sommer.) 13 A ben d. Das Leben rinnt mit jedem Tag von hinnen, Die Freude der Vergangenheit entflieht, Der leichten Silberwolke ähnlich, welche Durch's Flittergold der Abendröthe zieht. Wo seyd ihr nun, ihr frohen Millionen, Die einst der Schauplatz dieser Erde trug? Jetzt schlafet ihr den langen Schlaf im Grabe Und eure Hülle deckt der Aschenkrug! So schwindet Alles, nur die Wahrheit bleibet, Dem Felsen gleich im stürmevollen Meer', Jahrtausende führt dort die Zeit vorüber; Er steht und trotzt dem lauten Wellenheer'. So steht die Tugend! Berg' und Hügel weichen, Die Kraft veraltet an dem, Wanderstab', Und eine Menschheit um die and're sinket Hinab in's große mütterliche Grab. = Nur du allein, verklärte Himmels- Tochter, Hast in die Sonne deinen Thron gebaut! Ihr Licht und deine Kraft ist unvergänglich; Wohl dem, der dir mit festem Muth vertraut! Er sieht am Schlusse eine Abendröthe, Er hört im Tod' den Ruf der Ewigkeit, - 64 — Und findet in der schwarzen Nacht des Lebens Den Stern der seligen Unsterblichkeit. Wohl mir dereinst, wenn ich den Lauf vollendet, Wenn Alles um mich welket, stirbt und schweigt, Mein Auge bricht, mein Herz im Tod' erkaltet Und meine Hülle sich zu Grabe neigt; Wohl mir dereinst, daß ich die Tugend liebte, Daß ich mit Lust auf ihrem Pfade ging, Daß ich die Einfalt und das Wahre suchte Und nicht mein Herz an eitle Traüme hing! Ich fühl' es tief, man kann die Weisheit lieben Und durch die Unschuld reich- und glücklich seyn. So lebte Jesus Christus unter Menschen; Er starb am Kreuze, aber schuldenrein. Sein letzter Blick voll Heiterkeit und Liebe Sprach zu der Welt: ,, der Himmel kennet mich.Dir, Vater, schlägt mein treues Herz entgegen. Es blutet für dein Reich und freuet sich!" O Gott, den ich in stiller Nacht verehre, Zu dem mein Herz durch finst're Wolken steigt, Vor dem mein Geist im großen Weltentempel Sich unter Liebe, unter Andacht neigt; Du Heiliger, laß mich die Welt verachten, Wenn sie des Lasters gold'ne Schale beut, Und laß mich hier mit frommem Herzen sterben, Damit dieß Leben dort mich nie gereut! Sonnabend. 65 Sonnabend. ( Sommer.) Morgen. Der Morgenstern ist sanft hinabgesunken Und übergibt der Sonne ihren Tag; Die Zeit hat ihre Sanduhr umgewendet Und hoch vom Himmel tönt ein Stundenschlag. Der Tag bricht an, und eine Woche scheidet; Die Stunden kommen, und das Leben flicht, Der Weise harret sinnend an dem Ufer Und blickt in Strom, der rasch vorüberzieht. Er traumet nicht. Sein wacher Geist ist helle, Er denkt an Zukunft und Vergangenheit; Sein Herz ist ruhig, Gott und Vorsicht walten, Und Menschen wandern in die Ewigkeit! Gott lebet noch, der Herrliche, der Gute, Sein Plan gelingt; doch wer begreifet ihn? Sechs tausend Jahre zählet die Geschichte Sein Plan ist ewig; wer umfasset ihn? Den Menschen gab er eine hohe Freundin Und einen Schatz von ungemess'ner Lust. Die Freundin ist die Tugend; unser Neichthum, Ein ruhiges Gewissen in der Brust. So blickt der Mensch der Zukunft froh entgegen, Witschels Morgen- u. Abendopfer. 12. Ausg. 5 MK 10 66 Er fürchtet nicht den ernsten Stundenschlag. So wie der Schnitter in die Ernte blicket; So blickt er auf des Himmels Wonnetag. Dem edlen Geist, der immerdar sich bessert, Was drohet ihm? Vollendung ist sein Ziel. Er ringet nach dem Urbild seiner Wünsche Und hänget nicht am dunkeln Lebensspiel. Die Milde, die aus seinem Wesen strömet, n Macht, daß der Traurige in Freude singt. Die Heiterkeit, die seinen Tag umschwebet, Schafft, daß sein Werk mit leichter Müh' gelingt. Wer sich erkennt, und seine Pflicht erwäget, Das Wahre sucht aus Menschentand und Schein, O diesem wird die ewige Beschauung Des Lebens niemals überdrüßig seyn! Er sieht mit jedem Morgen deine Erde, O Gott, in jenes Lebens Wiederschein! Sie gleicht dem Blumenflor, vom Thau gebadet, Und deine Sonne streuet Gold darein. Mein Vater dort, im blauen Himmelszelte, Mein Vater hier, im grünen Erdenthal, Dein Auge sieht den jüngsten Tag der Welten, So wie des Saüglings kurze Stundenzahl! Du sorgest, waltest, schüßest, nährest, liebest Herr, mein Gebet ist stille Dankbarkeit! Mit dir will ich das kurze Leben enden, Mit dir leb' ich die lange Ewigkeit! - - - 67 - mahs Sonnabend. ( Sommer.) A ben d. Die Abendluft zieht durch die dunkeln Baume Und streuet süßen Weihrauch auf die Flur; Der Himmel feiert seinen stolzen Frieden, Und unter Sternen schlummert die Natur. So neiget Alles sich zum frohen Ende, So wird die Woche und der Tag vollbracht, Der Müde schläft, die letzte Sorge schwindet Und Alles ruhet, nur die Gottheit wacht. So blicke denn mit Dank zurück, o Seele, Auf die vollbrachte, stille Lebensbahn! Der Sabbath naht, die Woche ist vollendet, ai So ruhe denn, du hast genug gethan! Doch ach, wie dank' ich dir, du Gott der Liebe, Für deine Treue und Barmherzigkeit! NO Du Menschenvater, ich bin zu geringe, Und schüchtern fühl' ich deine Herrlichkeit! So manches off'ne Grab hat sich geschlossen, Ich lebe noch durch deine Gütigkeit; So Mancher ächzet auf dem Krankenbette, Ich fühle noch des Lebens Süßigkeit. 68 Dem Mangel und der Schande preisgegeben, Wird manches Herz von schwerem Gram gedrückt. O guter Gott, wie kann ich dir's verdanken, Daß du so mild auf meinen Pfad geblickt? Du gabst mir Kraft, die Arbeit zu vollbringen, Und Lust und Muth und Segen folgte mir; Von bösen Thaten ist mein Herz befreiet, Und diese Ruhe, Vater, dank' ich dir! O möchte ich stets richtig vor dir wandeln, Im Geiste frei und im Gewissen rein! O möcht' ich ganz des Lebens Werth erkennen, Und deiner großen Güte würdig seyn! Ich will es, Herr! mit Freudigkeit gelobe Ich, recht zu thun vor deinem Angesicht. Ich will mein Herz vom Laster rein erhalten, Bis es dereinst im kalten Tode bricht. Das ist mein Schwur! So end' ich diese Woche. Mein Geist, o Gott, fühlt deine Seligkeit! Die Erde ruht. Der Himmel dämmert Frieden, Und lieblich winkt die stille Ewigkeit! Dritte Woche. Herbst. the stii#@ 101 10 pain m 71- - megpih därdram Haspjas sid dirts Ich Sonntag. ( 6** b st.) al sim dull fidh an andoß shuong dunijulland Morgen.se Auf, mein Geist, zum großen Weltenvater, Taté lsd. Der dir freundlich Lust und Daseyn beut; dall Schmücke dich zur Andacht und zur Ruhe; bil Dieser Tag ist Gott und dir geweiht! Hocherhaben schwebt aus Geisterchören bod Unsre Freundin, die Religion; nu and th Lächelt auf die Erde und besteiget Unter Menschen ihren Segensthron. Aber gleich dem ungesunden Nebel ng m Wogt der Aberglaube aus der Nacht als Und umwölkt die reine Himmelsklarheit, sic Die sie aus der Höhe mitgebracht. his sit Mißgestalten wallen aus der Tiefe,, mind jul Und die edle Einfalt geht zu Grab; Kleinigkeiten schweben auf der Höhe, peopl Und das wahre Große sinkt hinab, gleize thist Wahrheit und Vernunft wird unterdrücket, this Und die Thorheit feiert ihren Sieg; two 72 T Feuerbrände fliegen von Altären, Und die Menschenliebe wird zum Krieg. Ach! was hat das arme Herz gewonnen, Wenn der Friede traurig untergeht? Und wie kann der freie Geist sich heben, Wenn des Unfinns grause Fahne weht? Die Vernunft wird ohne Freiheit dunkel, Gleich der Lampe, die kein Zufluß nährt, R Und das Leben, ohne Licht und Wärme, sid Gleicht dem Wind, der über Stoppeln fährt. Vater, dem wir unsre Hände falten, 3 Dem das Herz mit Lust entgegen wallt; Gott, dem unsre Tempel angehören, jull Dem der hohe. Lobgesang erschallt, is Jun 1hspie Ach, beseele alle deine Kinder, Deren Herz es gut und redlich meint! Ach, erleuchte alle deine Menschen, Die vor dir ein heil'ger Bund vereint, Daß sie dich im Geist und Wahrheit ehren, Auf dein Wort, nicht auf Gebraüche seh'n, Daß sie auf der freien Bahn des Glaubens d Nichts bestreiten, was sie nicht versteh'n; Nicht verfolgen, wo der Himmel duldet; Nicht verdammen, wo die Gottheit schweigt; Nicht vom Schauen reden, wo der Glaube 18009 73 Unserm Blick nur dunkle Bilder zeigt! Führe deine Menschenkinder, Vater, Wie du willst, in deinen Himmel ein! Aber laß uns eins seyn in der Liebe; Dieses wird der wahre Glaube seyn! ក ន ម យល់ និង ការ ខ នៅ ទី ន ទី ២t gy 0- ចំ ផ្ន ក ជំ ន ន ន ន រាច ត dra | ១៥ បង កាល យ — apuls ន រស់ nisa desig is@ mrr s តូច ក usingle slilahand info rid ក ៗ ក de o.10 dist C J - 74 ▬▬▬▬▬▬ one and on hill my Sonnta ($ erb st.) mainit nisi dig nd GR B. tur enfol A ben d. Sey willkommen, traute Schlummerstunde, Sey gesegnet, ernster Stundenschlag! Dankend blick' ich zu dem Weltenvater, Fröhlich schließ' ich diesen Ruhetag; Heiter zieht die Königin des Tages Im Geleit' der Abendröthe hin; Feiernd schließt die Nacht den stillen Tempel Und erscheint als sanfte Trösterin. Aber du, der über Sternen wohnet, Kennst der Sonne dunklen Wechsel nicht, Leine Tage nehmen nie ein Ende, Und vor dir liegt eine Welt voll Licht! Hocherhaben über Abendröthen, Ueber aller Sonnen Untergang, Schaut dein Blick durch helle Ewigkeiten Ueber aller Welten Preisgesang! Aber auch im Staube weilt dein Auge, Nichts ist schlecht, was dein Verstand erschuf; 75 Ueberall weht deine Vaterliebe, Und du hörest aller Wesen Ruf! Wohl mir, daß du Alles weißt und siehest, Aller Wesen Daseyn, Lust und Schmerz; O du kennest auch mein Händefalten, Siehst mein treues, liebevolles Herz, Wie es dankend, preisend an dir hänget, Wie es kindlich seine Leiden trägt, Deine Größe fühlet und in Demuth Seine Unvollkommenheit erwägt! Ach, es blüht nur Eine Lust hienieden: Selig sind, die reines Herzens sind! Dieses bleibet, wenn der Staub im Grabe, Wie der Sand im Stundenglas verrinnt. O so laß uns denn vollkommen werden, Vater, wie du selbst vollkommen bist; Hier im Staube lehre uns das Wollen, Das Vollbringen dort, wo Freiheit ist! Besser werden ist der Zweck des Lebens, Vater, und du gabst uns ja. Verstand; O so biete Wahrheit sich und Tugend Unter Menschen überall die Hand! An dem Pfluge, wie am Freudentische, Von der Schule bis zum Traualtar; Unter Blumen, wie am Erntetage, 76 Von der Wiege bis zur Todtenbahr'! Unser Leben sey dir, Herr, geweihet, Unser Wandel sey verklärt und rein; pim12 So wird einst, wie diese Abendstille, Unser Ende sanft und selig seyn! tegund 11 espn3 - nis sid Jult www.jedinič njia 77 - Mont a g. ($ erb st.) Morgen. Dank dir, Bater, der zum neuen Leben jang Mich durch seine milde Sonne weckt; of daff Der die Luft mit Heiterkeit durchwebet, Und den Baum mit süßen Früchten deckt; Der die stolze Purpurtraube reifet Und das Laub mit bunten Farben malt, Der den Flaum des Pfirsichs lieblich röthet, Und den Wald mit gold'nem Saum bestrahlt! Dank dir, Vater, Schöpfer, Menschenhüter, Alle diese Wonne kommt von dir; Dank dir, ewig milde Freudenquelle, Allen diesen Segen gibst du mir! Wenn die Welt in stillem Frieden schlummert, Blickt dein heit'res Auge durch die Nacht, Blickt vom Himmel schüßzend auf die Erde, Bis der Tag in seinem Licht erwacht; Sorgt für seine Kinder in der Ruhe, Daß ihr Schlaf gesund und fröhlich sey; Wendet die Gefahr von ihrem Lager, Und ihr Glück ist alle Morgen neu. 78 Herr, ich beuge mich im Staube nieder, Vater, deine Hand war über mir! - — Treue Hand, daß ich dich küssen könnte! Vater, meine Seele fliegt zu dir! Gott, der du so freundlich um mich waltest, Dir im Himmel will ich ähnlich seyn) Und so tret' ich unter Dank und Freude In die neue Lebenswoche ein. Deinem sanften Rufe will ich folgen, Alles meiden, was verwerflich ist, Alles thun, was dem Gewissen frommet, Weiß ich doch, daß Du mir gnädig bist! Ach, mein Vater, Allen bist du gnädig; Lehr' uns Alle, gut und weise seyn, Und wo diesen Tag ein Mensch verscheidet, Führ' ihn sanft zu deinem Frieden ein! jan gro - 79 - Montag. ($ erb st.) ginny Ab e nd. Still und einsam dämmern Gottes Sterne, Ruhig liegt die Finsterniß im Thal, Und des Lebens bunte Freudenbühne Wandelt sich zum schwarzen Trauerfaal. Falbe Blätter saüseln im Gebüsche, Wenn die Abendluft vom Berge zieht; Kalter Thau sinkt auf die Wiese nieder Und die blasse Herbstzeitlose blüht. Alles, Alles eilt zu seinem Ende, Ueberall erscheint die Sterblichkeit Mit dem welken Kranze an der Harfe: OR mo So vergeht des Lebens Herrlichkeit!" Ach, die Zeit weht über Stoppelfelder*** Eine Hoffnung nach der andern hin, Und die Menschheit schläft in ihren Gräbern Ohne Sorge, ohne Traum und Sinn! Schlafet wohl, ihr, die ihr hier gewesen, Wo jetzt eure Kindes- Kinder sind; Ruhet wohl, ihr, die ihr hingegangen, Wo des Todes große Sanduhr rinnt! 80 Alles stirbt! Ich will das Grab nicht fürchten, Zwar ist's finster, und die Nacht ist lang; Doch wer weiß, wie lang die Todten schlafen? Wer vernimmt den leisen Himmelsgang? Wenn der Grabgesang in's Thal verhallet, Bricht vielleicht schon euer Morgen an. Ihr erwachet und die Sonne röthet Wald und Berge dort in Kanaan! Herr des Lebens, laß mich fröhlich wandeln, Weil noch Blut und Leben in mir fließt; Herr des Todes, laß mich fröhlich scheiden, Wenn die letzte Nacht mein Auge schließt; l Oft will ich an jene Stunde denken, Wo die Welt mit ihrem Glanz entflicht; Oft will ich den neuen Morgen segnen, Wo der Geist in seine Heimath zieht. Gott, dir leb' ich! Gott, dir will ich sterben! Und dein Bote wird nicht schrecklich seyn; Friedlich wirst du deinen Engel senden, Und ich schlaf' in seinen Armen ein! - jong Diensttag. T sinua 81 1 2ndh Dienstta g. ($** 6 st.) eginit sid Sull Morgen. Herr, err, vor dem die Sterne niedersinken, Und die Sonne aus dem Nebel steigt; Herr, vor dem der Weltenkreis verstummet, Und der Chor der Seraphinen schweigt; Ewiger, im grenzenlosen Raume, Mächtiger, in deiner Herrlichkeit, Heiliger, in deinem stillen Himmel, Gütiger, in deiner Seligkeit! Du gebeutst, und eine Welt entschlummert, Du befiehlst, und eine Welt erwacht! Rüstig geht der Mensch an seine Arbeit, Fröhlich sinkt er in den Schooß der Nacht. Du bist's, der das Schiff im Meer behütet, Wenn der Sturm an Tau und Segeln reißt; Du bist's, der die Biene Vorsicht lehret, Und die fromme Schwalbe ziehen heißt; Du bist's, der den langen Tag erwärmet, Wenn die Garbe auf dem Acker liegt; Du bist's, der den kalten Tag verkürzet, Wenn das weiße Herbstgewebe fliegt! Witschele Morgen- u. Abendopfer. 12. udg. 6 39 Jull an 82 Nebelberge steigen aus der Tiefe, Und dein Morgenstrahl vernichtet sie. Aufgeheitert liegt das finstre Chaos, Und die Schöpfung lacht in Harmonie, Vater dort, wer wollte dir nicht trauen Auf der ungewissen Lebensbahn? Nicht die Leiden dieser Zeit ertragen, Wenn er deine Werke sehen kann? Deine Sterne, deine Morgenröthe, Deiner Schöpfung lieblich Farbenspiel, Deine Sonne in dem Feierkleide Und des Lebens seliges Gewühl? Unter Blitz und Wetter, Reif und Nebel, Auf der Blüthe stillen Leichenspur, Unsre Hoffnung in den Wintertagen Bist du, hohe Trösterin, Natur! Wie ein Kind will ich dem Vater trauen, Der die Schöpfung und die Zeit regiert, Der mich auf die Lebensreise sandte, Und mich nicht aus seinem Blick verliert. Fröhlich will ich meinen Lauf vollenden, Gott ist nah', es gehe, wie es geh'; Muthig greif' ich nach dem Wanderstabe, Soll ich leiden? Herr, dein Will' gescheh'! - 0 12 83 Diensttag. (§** 6 st.) Shots A b e n d. Stille herrscht, und dunkle Schatten schweben Einsam über die bethaute Flur, Und der kalte Abendhauch vermindert Traurig die Geschenke der Natur. Bleich erstirbt die Blume auf der Heide, Mit dem Laube sinkt die letzte Frucht. Kalte Schauer wehen durch den Himmel, Wenn das Auge nach den Sternen sucht. Herr, es ist dein Wille; Alles endet, Alles sinket in das off'ne Grab, Alles geht in seine Ruhekammer, Zeit und Leben blühen herbstlich ab! Nur der Geist blickt jugendlich zurücke, Seine Labung ist Erinnerung; Selig fühlt er seine Menschenfreuden In des Lebens Abenddämmerung. Wenn ich meine Laufbahn übersehe, Meines Dafeyns stille Lieblichkeit, Ach), mein Vater, ich bin zu geringe Deiner Treue und Barmherzigkeit! 6* - 84 - Täglich war dein Vaterherz mir offen, Täglich fühlt' ich deine Segenshand, Täglich fand ich deiner Güte Spuren In der Schöpfung, in dem Vaterland. Jede Sonne, die ich froh begrüßte, Jeder Mond in stiller Himmelspracht, Jeder Morgen, der mein Leben weckte, Jeder Abend, der mich froh gemacht, Jede Stunde, da ich Weisheit lernte, Jede Ahnung, die den Geist erhob, Jeder Tag, an dem ich besser wurde, Und mir Ruhe in das Leben wob; Alles, Alles hab' ich dir zu danken, Alles, Alles hast du mir geschenkt! O wie blickt das Auge schnell zum Himmel, Wenn das Herz an seine Freuden denkt! ll Gott im Himmel, laß mich nie vergessen, Daß du aller Wesen Vater bist, Daß mein Glück aus deinen Händen fließet, Daß mein Leben deine Wohlthat ist! Demuthsvoll will ich den Lauf vollenden, Sanft und ruhig, wie die stille Nacht, Und mein letzter Herzensdank, o Vater, Sey dir an dem Grabe dargebracht! 85 Mittwoch. ( Serbst.) Morgen. Eingefunken liegt das Nachtgewölbe, Still am Wald verlischt der Morgenstern; Licht und Glanz fliegt durch die hohen Naume, Alles wacht und preiset Gott den Herrn; Berge dampfen ihre Weihrauchwolken Und die heil'ge Sonne flammt empor. Feiernd steht der große Ehrentempel Und die Schöpfung und der Wesen Chor. Betend tritt die Menschheit zum Altare, Sinket heilig auf das Angesicht, Fleht um Ruhe für das Erdenleben, Fleht um Tugend, fleht um Trost und Licht. Herr, dein Segen sey mit ihnen Allen Und dein Licht erhelle ihren Pfad! Gib dem Armen Brod, dem Schwachen Stärke, Und bewahre sie vor Missethat! Alle Sünder lehre deine Wege, Alle Herzen seyen ausgeföhnt, Allen müden Sterbenden erscheine Und ihr Glauben sey mit Licht gekrönt! - 86 fimosios - Mitten in der Lebenswoche eilen Tausend Pilger ihrem Ende zu. Mn Gib uns, Gott, ein ruhiges Gewissen; Unser Nichter, unser Trost bist du! Einst verschwindet jene Nacht am Grabe, Strahlend bricht der neue Morgen an, Alle Todten geh'n aus ihren Kammern, Allen winkt die neue Lebensbahn. Herr des Lebens, laß uns freudig wirken, Daß wir jenseits nicht verdrossen steh'n; Herr des Todes, laß uns schön vollenden, Daß wir dort nicht schamroth niederseh'n! Ungewiß ist unsre letzte Stunde, Und das Ziel in Wolken eingehüllt; Wohl dem Menschen, der den Tod nicht scheuet, Sich den Kelch nicht selbst mit Wermuth füllt! Fröhlich will ich diesen Tag beginnen. Herr, du hilfst; mein Wille ist ja gut! Gib mir Kraft, das Laster zu verachten, Lust zur Weisheit und zur Tugend Muth! . 87 —— nes vill Mittwoch. ( Herb st.) Abend. Einsam blickt der Abendstern am Himmel MIGHT Auf die kalte, menschenleere Flur. Alles ruht; nur in dem stillen Naume Wacht der große Vater der Natur; Blicket mild auf seine Wesen nieder, Sieht im Dunkeln ihre Lebensbahn, 35 Freut sich, wenn die Menschen, seine Kinder, Auf der Welt des Guten viel gethan;. Wenn ein Herz der Tugend treu geblieben Und das Unrecht muthig von sich wies, Wenn der Geist nach Licht und Wahrheit strebte, Und das Band der Unvernunft zerriß; Wenn der Hohe seine Pflicht erkannte Und der Arme seine Leiden trug, Wenn der Sünder, vom Gefühl ergriffen, An die Brust in stillen Thränen schlug. Dieses, Vater, ist dein Wohlgefallen, Dieses schmücket unsern Pilgergang; Deine Engel stimmen ihre Harfen, Und den Himmel füllt ein Hochgesang! Mögen Berge weichen, Hügel fallen; Laßt uns kämpfen, laßt uns feste steh'n; Gau lis si 88 Unsre Sonne glänzt an jenem Morgen, Und das Gute wird nicht untergeh'n! Fröhlich werden wir einst auferstehen, Wenn die laute Weltposaune ruft. Heiter glänzt es um die Ruhekammer Und der Himmel strahlet um die Gruft. Sonnen leuchten, Friedensbogen schimmern, ja# Ueber Welten flammt der Sternenthron, Und sie kommen, die da Gutes thaten, Und der Höchste ist ihr großer Lohn, Und er forget freundlich für die Seinen, Unter Engeln, unter Raum und Stern. Sie empfangen eine schöne Krone, Heil dem Sieger! aus der Hand des Herrn. Jammer, Angst und Seufzen wird verschwinden, Alle Thränenquellen trocknen ein; mi jule - - molni Lieblich fließt der gold'ne Strom des Lebens, Und der herbe Tod wird nicht mehr seyn. Hallelujah, Preis und Dank und Ehre Sey dem Vater, dem Erbarmenden! Unser Schöpfer ist kein Gott der Todten, sill Heil und Tröstung allen Lebenden! Dir befehl' ich meinen Leib und Seele, Herr des Lebens, in der finstern Nacht; Laß mich heilig und in Frieden schlafen, Bis die Arbeit und der Tag erwacht! 180 A6% - 89 - od શો આવે છે. Donnerstag. (§** b st.) Morgen. Rother Glanz verbreitet sich in Osten, Nacht und Traum erstirbt am lichten Ziel, Und der Schauplatz der Natur eröffnet Sich mit einem bunten Farbenspiel. Gelbe Baume leuchten aus dem Walde, Rothe Büsche vom Gebirge her, Und der grüne Same spricht zum Herzen: 133 Die Natur ist nie an Hoffnung leer. Selbst in ihrer letzten Stunde winket mi Sie noch freundlich ihren Kindern zu, Und aus ihrem Abschied strömet Segen, Strömet Liebe, strömet Seelenruh'. Immer steht die Welt in hohem Glanze, Der den Geist der Sterblichen erhebt. Ueberall ist eine Freudenblume In den Kranz des Lebens eingewebt; Ruhe und Gesundheit würzt die Mühe, Hoffnung krönt die arme Menschenwelt, Und der Mutter tiefgefühlte Sorge Wird durch süße Liebe aufgehellt. si po 90 - Gott, du hast das Leben schön geschaffen, Alles blüht vor deinem Angesicht, G Und auf einer gold'nen Wage ruhet Unser Schicksal in dem Gleichgewicht! Unter Stürmen schmücket sich die Erde, Unter Blißen lacht die Fruchtbarkeit, Unter Reif und Nebel grünt der Same Und der Schnee wacht für die Erntezeit. Vater, sollte dich mein Herz verkennen, Wenn ein trüber Lebenstag erscheint? Sollte je der Geist an dir verzweifeln, Wenn das Auge seine Thräne weint? Könnte ich die Lebensstunde tadeln, Die mein blödes Auge nicht ermißt? Vater, könnte ich je dein vergessen, Da dein treues Herz mein nie vergißt? Du bist weise, du bist hocherhaben, Du bist Weltenkönig; ich bin Staub! Deine Jahre nehmen nie ein Ende, Meine Tage sind wie fallend Laub. Mag die Sonne ihren Glanz verlieren, Mag die Welt im Sturme untergeh'n, Liebend, freudig will ich an dir hängen, Und im Sturm den treuen Vater seh'n! #C OVOR - 91 - Donnerstag. (§ er b st.) A b en d. Finsterniß umhüllt die feuchte Erde, Nur der Schein aus bessern Welten blinkt; Wieder ist ein Tagewerk vollendet Und der stille Feierabend winkt. Jedem war die Arbeit angewiesen In der Hütte, wie auf gold'nem Thron, Und der große Hausherr reichet jedem Seiner Knechte den verdienten Lohn. Seelenruhe ist der Lohn des Weisen, Der mit Freuden seine Pflicht gethan; Und das eig'ne Herz verdammt den Sünder, Wenn ihn Niemand sonst verdammen kann. Keine Hoheit kann dein Auge blenden, Denn vor dir, o Herr, ist Alles gleich; Keine That kann sich vor dir verhüllen, Vor dem Richter in dem Geisterreich! Friede sey mit deinen Menschen allen, Friede, wenn die Abendröthe lacht, Friede, wenn der Leib zur Ruhe sinket, Friede, wenn der junge Tag erwacht! die 92 Gib uns, Herr, ein ruhiges Gewissen; O es stärkt in Freude und in Leid! Ohne dieses ist kein Glück auf Erden, Und im Himmel keine Seligkeit. Traurig geht der Bösewicht durch's Leben; Sein Genuß ist ein verwirrter Traum, Seine Hoffnung eine welke Blume, 6. Seine Freude ein entlaubter Baum. Düster steht er unter deinen Sternen, Ach sein Herz hat keine Freudigkeit! Schaudernd blickt er nach dem Ziel des Lebens, - Und erschrickt vor seiner Ewigkeit. Ruhe, süße Himmelsruhe, schwebe Sanft hernieder auf die Menschenwelt, Daß sie heiter aus der Pilgerhütte Aufwärts blicke in das Sternenzelt! Friede sey mit deinen Menschen allen, Du, der liebend für die Seinen wacht; Friede auf der Erde, wie im Himmel, Und den Feinden eine gute Nacht! S 93 Freit ta g.* C lg dan 6( 6 st.) ( Herb d Morgen. Sterbend sinkt die' holde Morgenröthe In der Erde still bethränten Schooß. Ach sie mahnet an das Blut des Reinen, Das einst dort im Morgenlande floß; An den sanften Weisen, der die Liebe Aus dem Himmel auf die Erde trug; An den Helden, der in Kraft und Wahrheit Gottes und der Menschheit Feinde schlug! Herrlich ging er zu dem Kampf gerüstet, Mit dem Schwert des Geistes angethan, Und die weiße Friedensfahne wehte Auf die unbefleckte Siegesbahn. Herrlich stand er unter seinen Treuen, Hoheit sprach aus seinem Angesicht. Zion bebet; Mosis Tempel wanket; Und die Fessel der Vernunft zerbricht. Herrlich starb er! Sehet ihn vollenden, Groß und heiter, wie der Sieger stirbt! Heil dem Sieger! Preis dem Gottgeweihten, Der den Dank der Menschheit sich erwirbt! 94 Ruhig streut der Landmann seinen Samen In der Erde dunklen Schooß hinab; Sturm und Nacht zieht über Wald und Fluren, Und der Segen schläft im stillen Grab. Aber bald erwecket ihn die Sonne, Grünend steigt die Hoffnung aus dem Grab', Und der Sä'mann faltet froh die Hände Für die Garben, die der Himmel gab. Laßt uns wirken, weil es Tag ist, Brüder, Und nicht auf die nächste Stunde seh'n! Mögen wir im kühlen Grabe ruhen; Unsre Mühe wird nicht untergeh'n. Laffet uns am großen Tempel bauen, Den die Wahrheit und der Glaube weiht; Laßt uns kühn dem schönen Plane folgen, Die Vollendung gibt die Ewigkeit! Mögen Andre dieser Einfalt spotten, Die uns an die schwüle Arbeit zieht; Mögen Tausend unsern Fleiß verkennen; Wenn ihn nur der große Meister sicht! Ja er sieht ihn; und die Welt verstummet, Wenn er seinen Freunden Recht verschafft. Ewiger, laß uns nicht müde werden! Heiliger, gib uns zum Guten Kraft! - - 95 Frei eit a (§ er b ft.) A ben d. Guter Bater, der im Lichte wohnet, Wo der Glanz von tausend Sonnen strahlt, Dessen Liebe, dessen Herz voll Treue Keine Rührung und kein Dank bezahlt! Oich falte unter deinen Sternen Meine Hände in der stillen Nacht, Ti 612 Und mein Geist ruft an dem Ziel des Tages: Er hat Alles, Alles wohl gemacht! Aber schaurig weht es durch die Erde, Bleiche Wolken ziehen durch die Luft, Und der Schöpfung warmer Freudentempel Wird zu einer kalten Todtengruft. Blaffe Nebel steigen aus der Tiefe, Dürre Blätter rauschen in den Wind, Kalte Schatten wandeln über Gräber Und des Todes stille Sanduhr rinnt. Traurig blickt die Seele auf den Wechsel, Auf das Ende dieser Herrlichkeit! Blicket sehnend unter Nacht und Kälte Auf die liebliche Vergangenheit. On 96 Liebe Seele, merke diese Lehre, Ehe sich der Schlaf mit dir vermählt: Unvernunft und rauhe Sitten herrschen, Wenn im Leben Licht und Wärme fehlt! Licht am Throne und in Tempelhallen, Wärme für die Pflicht der Menschlichkeit; Licht und Recht, so weit die Sonne scheinet, Lieb' und Treue bis zur Ewigkeit Dieses war es, was uns Jesus lehrte; Dieses schwören, dieses glauben wir! Ach wir sind noch weit vom schönen Ziele; Aber, großer Meister, Dank sey dir! Endlich wird dein sanftes Reich erscheinen, Endlich wird die Finsterniß vergeh'n, Und die Menschheit wird im Licht des Friedens Dir mit hellem Sinn entgegengeh'n. Soll ich diese Zukunft nicht erleben, Geh' ich, Herr, zu meiner Ruhe ein; O so laß mich, bis dein Engel winket, Jener bessern Tage würdig seyn! - - Sonnabend. 97 ― Sonnabend. ($ er 5 st.) in or Morgen. Feierlich in ihrem Purpurkleide Tritt die Sonne aus der Nacht hervor; Freudig schwebt sie aus dem Dunstgewölbe In das klare Weltenreich empor. Lust und Liebe jauchzen ihr entgegen Auf der neuen großen Himmelsbahn; Still und heiter kann sie rückwärts blicken, Denn sie hat des Guten viel gethan. Werd' ich auch so heiter und zufrieden Einst hervor aus meinem Grabe geh'n? Wird mein Geist in Hoffnung und in Liebe Dort zum neuen Leben aufersteh'n? Kann ich ohne Sorge rückwärts blicken, Wenn die große Wanderschaft beginnt? Kann ich freudig in die Zukunft schauen, Wenn die süße Gegenwart zerrinnt? Herr, ich zage, wenn ich diese Woche, ph Diese kurze Laufbahn überseh';- Ach, wie kann mein Herz in Ruhe bleiben, Wenn ich vor der ganzen Wallfahrt steh'! Witschels Morgen- u. Abendopfer. 12. Ausg. 7 - 98 - Ach wie oft hat Leichtsinn und Begierde Mich in tiefen Schlummer eingewiegt; Ach wie oft hat dein Geseß gesprochen, Und der böse Wille hat gesiegt! Schändlich sind die Götzen dieser Erde, Hochmuth, Sinnlichkeit und Eigennuß; Niedrig bleibt der Mensch, der ihnen dienet, Denn er bietet seinem Geiste Truß. Aber schnell kommt die Versuchungsstunde, Und das arme Menschenherz ist schwach; Heimlich schleicht die Natter unter Blumen Oft dem unbesorgten Pilger nach. Müde sinkt er auf den Rosenhügel, Traümend schläft er unter Myrthen ein. Wache, Pilger! Gift und Tod ist nahe! Und dein Schlummer wird dein Unglück seyn. Vater, muß die Seele unterliegen, Wenn die Welt den rohen Kampf beginnt? Muß der freie Geist die Fessel tragen, Wenn das Fleisch auf Unterdrückung sinnt? Nein! die Weisheit adelt mich zum Menschen. Vater, nur der freie Geist ist dein! Ich kann wählen. Das Gewissen richtet. Laß mich siegen laß mich weise seyn! 099 Sang - #d Sonnabend. ($ erb ft.) sino@ A ben d. Winde stürmen durch die fahlen Baume, bullSchwarz verhüllet stehet Wald und Flur; Aber unter Nacht und Sternen tönetis Dir ein Lied am Grabe der Natur; Dir, o Vater, der die Sonne führet, 1062 ha Der die Rose schuf und welken hieß, Der das Erntefeld mit Segen krönte, dan 2 Und des Baumes Schäßze reifen ließ; Der dem Menschen seine Tage schenket Und mit Hoffnung und Genuß erfüllt; Der ihm sanft die Gegenwart eröffnet Und die Zukunft liebevoll verhüllt; Dir, o Vater, schlägt mein Herz entgegen, Dank und Liebe glüht in meiner Brust; Kindlich blickt mein Auge zu den Sternen Und die Seele ahnet Himmelslust! Deine Freuden zogen mir vorüber, Deine treue Liebe folgte mir! Alles Schöne ist aus dir geflossen, Alles Gute, Vater, kommt von dir! 7* 10718 anis@ 100 Preiset ihn im Glanz der Morgensonne, Lobet ihn in stiller Mondenpracht! Liebet ihn am Freudentisch des Lebens; Danket ihm am Sarg der Todesnacht! Danket ihm in jenen Sternenwelten, Und der Wurm im Staube freue fich! 0 Dankt dem Herrn, denn er ist freundlich Allen; Seine Güte währet ewiglich! Liebend preist Dich meine frohe Seele, Vater, siehe mein zufried'nes Herz! Liebend nimmt es aus den Vaterhänden Lust und Segen, Dürftigkeit und Schmerz. Und so mag die Woche unter Frieden In das Meer der Ewigkeit entflieh'n'; pe Berge können weichen, Hügel fallen; hall, Deine Huld wird nicht vorüberzieh'n; Schlaft in Frieden! Gottes Auge wachet! Ruhe herrscht im großen Weltenplan. Alles endet! auch die Lebenswoche. Doch getrost, der Ruhetag bricht an! - — e 13 Vierte Woche. winter. S8851998 片子 等 - 103 10 Sonntag. ( Winter.) — Mo gen. Erhab'ner Gott, vor dem die Sonnen kreiſen, Vor dem sich tausend Weltgebaüde dreh'n, Vor dem sich Millionen Wesen bilden, Und Millionen hin zu Grabe geh'n; Wie groß bist du! welch eine reiche Tiefe An Weisheit und Verstand! Und dein Gericht Wie unbegreiflich ist's! Und deine Wege; Wie unerforschlich, bis das Auge bricht! Denn wer hat jemals deinen Sinn durchschauet? Wer hat dem Rath' der Gottheit beigewohnt? Wer hat ihm etwas je zuvor gegeben, ahon Daß ihn der Herr der Welten dafür lohnt? Von ihm und durch ihn ist das Reich der Dinge, Der Blumen Glanz, des Sommers Feierkleid, Des Baumes Frucht, des Winters stille Ruhe; Anbetung ihm und Preis in Ewigkeit! Wie groß bist du! Du wohnest nicht in Tempeln, Von eitler Kunst und Menschenhand gemacht; Dein Tempel ist die Welt; und über Sternen Wird dir, wie hier, ein Opfer dargebracht. 15 104 Doch dein wird nicht von Menschenhand gepfleget; Wir sind zu schwach, und du bedarfst es nicht. Du gibst uns selber Lebenskraft und Odem, Und leitest uns vor deinem Angesicht. Du, Herr, bist groß, und groß sind deine Werke, Wer ihrer achtet, der hat Lust daran; 622 Denn löblich ist und herrlich, was du ordnest, Und deine Güte lenkt den Weltenplan! So fall' ich denn im Staube vor dir nieder, Du Herrlicher, in deinem Lichtgewand', Und danke dir für jede gute Gabe, Und bitte dich um Weisheit und Verstand. - 354) - Die Ruhe wohnet auf der stillen Erde, Der Friede Gottes herrscht in Wald und Flur, Und eine große feierliche Pause Erfüllt den kalten Tempel der Natur. Gott, unserm König auf dem Weltenthrone, Dem Unvergänglichen in Herrlichkeit, Dem Unsichtbaren, Einzigen und Weisen Sey Ehre, Lob und Preis in Ewigkeit! - 105 Sonntag. ( Winter.) Abend. Dir, Herr, sey Preis! Der Sabbath ist ver= gangen, Doch meine frohe Seele ist bei dir. Geheiligt werde dein geweihter Name, Und eine sanfte Rührung folge mir In's stille Schlafgemach. Du bist der Vater, Den keine Nacht von seinen Kindern trennt; Du bist der König, dessen Ehrentempel Dort über mir von tausend Sternen brennt. So weit die Nacht sich über Wälder dehnet, Bedeckest du die Welt mit deinem Schild'; So weit der junge Morgen ist vom Abend, Wird Berg und Thal von deinem Saum erfüllt. Dich sieht der Weise unter'm Sternenhimmel, Dich fühlt der Fromme an dem Hochaltar; Dir jauchzt der Jüngling seinen Preis entgegen, Dir dankt der Greis an seiner Todtenbahr!. Wo ist das Land, das keine Tempel bauet, Wo lebt das Volk, das keinen Gott verehrt? O sanfter Schimmer in dem Erdendunkel, Du bist die Lampe, die sich nie verzehrt! 106 Soll uns die Tugend lieb und heilig werden, So muß uns auch die Gottheit heilig seyn; Und wollen wir die Gottheit würdig ehren, So werde unser Herz von Sünden rein. Geheiligt sey dein Name, Herr der Geister! Die Wahrheit siege, trotz der Spötter Zunft! Das große Reich des Aberglaubens finke! Geheiligt sey dein Name durch Vernunft! Noch ist die Welt zum Lichte nicht geboren, Wie nah' uns auch die Morgensonne sey. Wir beten, wie uns Jesus beten lehrte; Doch unser Geist und Wille ist nicht frei. Du weißt es, Herr, wie oft die Menschheit fehlet, Wie oft der Geist den falschen Wahn bereut, Wie oft das Herz durch Härte sich entehret, Und deinen Tempel Unvernunft entweiht! O laß es tagen, laß es besser werden, Führ' uns zum Licht, zu deinem Frieden ein! Laß uns das Herz zu deinem Dienste weihen, Laß diese Andacht Allen heilig seyn! Ja, Allen, Herr, im Leben und im Tode, - 6 In Licht und Nacht, in Lust und Traurigkeit; Bis wir das große Hallelujah singen Dort über'm Grab', in deiner Herrlichkeit! 107 vai - wie nt a g. 10 Mont ( 2 inter.) dall Morgen. Die Flur ist kalt. Das Leben sinkt zu Grabe, Das Ziel erscheint, vollendet ist der Lauf. Der Baum ist kahl, des Waldes Sänger schweigen, Und faümend geht die blasse Sonne auf. Wo ist die Schönheit, die das Herz entzückte? Der Blumenkranz der lieblichen Natur? Er ist verwelkt, die Schönheit liegt im Sarge, Und schaurig weht des Todes Leichenspur. Wo seyd ihr, gold'nen Sterne, hingesunken? Wo ist der Glanz, wo ist die stille Pracht? Das Heiligthum des Friedens ist verschwunden, Und unter Sorgen ist der Tag erwacht. Wo ist die Menschheit, die noch gestern lebte, Und jetzt im langen Schlaf begraben liegt? Sie ist dahin. Der Kampf ist ausgerungen, Der starke Feind des Lebens hat gesiegt; Die Todtenglocke hallt in Wiegenlieder, Das off'ne Grab steht an der Lebensbahn; Die Eiche fällt, die Freude geht vorüber, Und Alles ist dem Wechsel unterthan. ― 108 Nur du nicht, Gott, zu dem ich freudig bete, Du Ewiger, in jenem Vaterland! Du hast von Anbeginn die Welt gegründet Und freundlich deine Himmel ausgespannt! Sie werden einst vergeh'n, du aber bleibest; Sie werden einst veralten, wie ein Kleid; Du bleibest, wie du bist, und deine Jahre Sind nur ein Wiederschein der Ewigkeit. Von dir, von dir kommt jede gute Gabe! Du lenkst das Glück, doch du bedarfst es nicht, Das Schicksal ist an deinen Rath gebunden, Und Finsterniß verwandelst du in Licht. Ob Berge weichen, Fels und Hügel fallen, Gott, du bist uns're Zuflucht für und für! Was hat der Mensch auf dieser Welt zu fürchten? Er liebe dich und er vertraue dir; Er zweifle nicht, wenn Troß und Thorheit fiegen; Er zage nicht, wenn sich der Sturm erhebt; Er wanke nicht, wenn Menschen sich empören; Er glaube, daß der Weltenkönig lebt! Er lebt, er herrschet! Fallet hin im Staube Und betet ihn mit stillem Geiste an! Sein ist das Reich! Die Prüfung geht vorüber, Und Freude dämmert auf der Lebensbahn! - 109 Monta g. ( Winter.) 10 A ben d. Der kalte Tag ist rasch hinabgeſtiegen; Die Gegend schweigt, im Schatten liegt die Welt. Ein großer Schauer dringet durch die Wesen; Der Himmel ist mit bleichem Glanz erhellt, Und Alles ist zur Ruhe eingegangen; Die Schöpfung selber ist zu Schlaf gebracht. Auf reinem Bett' liegt die Natur im Traume, Und Stille herrscht, die einsam holde Macht. Du Friede Gottes, komm' in meine Seele, Erfülle meinen Geist mit Heiterkeit; Laß mich die Erde und die Welt vergessen Und zeige mir das Land der Seligkeit! Dort, wo die stillen Himmelslampen glänzen, Dort, wo das milde Licht herüberschwebt, Dort ist es, wo die reine Tugend wohnet, Dort ist es, wo die hohe Freiheit lebt! Von jenen stillen Grenzen sind die Schrecken, Die eitlen Götzen dieser Welt verbannt; Denn Geiz und Stolz und Wollust- diese Traume Verschwinden dort im hellen Morgenland. dalk - 110 — Das Schöne blüht in himmlischen Gestalten, Das Gute siegt und wird von Gott belohnt; Die Freude leuchtet, wo die Tugend hauset, Und Friede herrschet, wo die Wahrheit thront. Ein Glaube waltet dort und Eine Liebe ,. Dort ist, von blinden Seelen ungestört, Der neue Tempel der Vernunft erbauet, Den hier das alte Vorurtheil entehrt. Du stilles Glück, das über Sternen wohnet, Du fernes Land, du bist mir freundlich nah', Du bist das Reich, das Jesus Christus baute, Als er den Jammer dieser Erde sah! O dieses Reich, voll Klarheit und voll Liebe, Dieß Eden, frei von selbst gemachter Qual; Dieß Himmelreich, wo Menschenglück gedeihet, Es komme, Herr, in unser Pilgerthal! Der Aberglaube, der die Herzen trennet, Er sinke hin in's todte Reich der Nacht; Und wo ein Mensch des Lasters Fesseln schleppte, Der werde durch den Glauben frei gemacht! Genügsamkeit und holder Friede herrsche, Die Nacht des Irrthums werde aufgehellt! Es komm' dein Reich im Lichte und in Wärme, Und ausgeföhnet sey die ganze Welt! NG 111 joop — O sanftes Reich, o Reich voll Glanz und Würde! Es kommt dereinst. Wir werden glücklich seyn! Mit diesem großen, lieblichen Gedanken Geh' ich vergnügt zu meiner Ruhe ein! R 112 Diensttag. ( Winter.) Morgen. At Ilmächtiger, den ich im Staub' verehre, Vor dem der Cherub sich in Demuth beugt, Durch den die Erde grünet und verwelket, Vor dem der Mond sich und die Sonne neigt; Du hast mit Weisheit deine Welt bereitet, Mit hellem Blick die Zukunft überdacht, Mit tiefem Sinn den Himmel ausgebreitet, Mit Schöpferkraft das Erdenrund gemacht! Du tränkst mit Thau die junge Frühlingsrose, Erquickst das Laub in milder Abendluft; Du läßt den Sturm durch kahle Eichen sausen, Du schließest ihn in seine dunkle Gruft; Du läßt die Sonne still im Meere glänzen, Du blißest schrecklich aus dem Wolkensaum; Du läßt den Menschen seinen Tag erleben, Und streuest Licht im großen Weltenraum! Du sprichst, da reget sich der Schooß der Erde, Und Alles strahlt in junger Herrlichkeit; Du sprichst, da neigt sich die Natur zu Grabe, Und schläft verhüllt im weißen Sterbekleid! Dich 113 Dich fürchte alle Welt! und vor dir scheue Sich Alles, was den Erdenkreis bewohnt. Du schufst die Welt; du winkst und sie vergehet! Groß ist die Macht, die über'n Sternen thront. O könnt' ich dich mit Engelharfen preisen, Begeistert von dem reinen Himmelsklang! Wer führet mich in jene Tempelhallen, Wer lehret mich den hohen Lobgesang? Hier ist mein Lied nur eine schwache Stimme, Die aus dem stillen Herzen wiederhallt; Ach einst, wie froh werd' ich hinüberblicken, Wenn mir dein süßer Ton entgegenschallt, O Ewigkeit! - - O Gott! vor dem ich bete, Durch dessen Macht ich wieder leb' und bin, Dein sey mein Herz und wenn es nicht mehr schläget, Dann seh' ich dich, dann nimm mich' ewig hin! Witschele Morgen- u. Abendopfer. 12. Aug. 8 1 383 114 - Diensttag. ind 21 be n d. Der Tag verhüllet sich in trübe Schatten, Der Himmel ist mit blaffem Licht erhellt; Ein Trauerflor sinkt von den Sternen nieder Und deckt die Sünden der entschlaf'nen Welt: Die Härte, die des Wohlthuns Glück verschmähet, Den blinden Geiz, der seine Schande sucht, Die leppigkeit, die sich mit Dornen kränzet, Den fiechen Neid, der sein Geschick verflucht! Das stolze Haupt, das seine Brüder kränkte, Die freche Hand, die Menschenblut vergoß,? Das feige Herz, von Heuchelei entehret, Die Thräne, die aus falschem Auge floß. Bedecke, Nacht, die große Sündenmenge, Erschütt're fie, du kalte Todtengruft, Die Ungerechten, die der Reiz des Lafters Mit jedem Tag zu neuem Frevel ruft! Erschütt're fie, du feierliche Stunde, Die alle Herrlichkeit zu Grabe senkt, Wo Jeder, sey er Bettler oder König, Mit Ernst den Pfad des Lebens überdenkt! - - 115 Erschütt're fie, du stiller Gottes- Acker, Mit Hoffnung für die Ewigkeit befä't! Dort ruhen sie, dort werden sie erwachen, Wenn einst der neue Frühlings- Athem weht; Dort reifen sie dem großen Tag entgegen, Wo Gott dem Herzen und der Welt vergilt, Wo seine Hand mit ihrer heil'gen Wage, Den Klag- Gesang der ganzen Menschheit stillt! Du Vater dort, zu dem mein Herz sich nahet, Du Heiliger, in deiner Herrlichkeit, Dein Will' gescheh' auf Erden, wie im Himmel, - - Und dein Gebot sey unsre Seligkeit! Du willst ja nur die Wohlfahrt deiner Kinder, Und darum gab uns deine Schöpferhand Das größte Gut, das deine Engel haben, Den stillen Schmuck Gewissen und Verstand. Dein Will' gescheh' auf Erden, wie im Himmel, So treu, so froh, so liebevoll und rein; Dann wird das Leben wie ein Morgenschimmer, Das Sterben eine Ruhestunde seyn! E mix 8* 4205823 - 116 - Mittwoch. 20 ( Winter.) Morgen. Allwissender, vor dem das Buch der Zeiten In jeder Stunde aufgeschlagen liegt, Vor dessen Blick die leichte Flocke schwebet, Vor dessen Aug' die Schaar der Welten fliegt! Du bist mein Gott, dir schlägt mein Herz entgegen, Mein ganzes Wesen ehrt und feiert dich; is leben, fehlen, denken, Du siehst mich beten Du richtest, Herr; denn du erforschest mich! Was nützt es mir, wenn ich die Menschen taüsche, Wenn ich mich besser stelle, als ich bin? Ach, eitler Ruhm, den sich der Heuchler bauet, Er fällt wie Spreu vor deinen Augen hin! Ach, eitler Ruhm, den mir die Welt gewähret, Die nur zu oft für bloßen Schein entflammt, Wenn mich das Herz, der unbestoch'ne Richter, Das stille Herz vor Gott und Welt verdammt! Was hilft es mir, wenn mich die Nachwelt segnet, Und einst mein Grab mit Blumen überstreut? Wer gibt der Seele ihre gold'ne Ruhe, Wenn Eine That zu Gott um Rache schreit! - 117 Schwarz ist die Nacht; das tiefe Grab ist düster; Doch finst'rer ist des Lasters Nachtgestalt. Es gleicht dem Sturm, der auf der Heide raset Und aus der Erde Tiefen wiederhallt. — O sanfte Tugend, heilig ist dein Name, Licht ist dein Kleid, dein Antlig mild und rein! Und dein Gewissen leicht und ohne Flecken, Es gleicht dem Schnee im klaren Morgenschein. Das Leben eilt wie eine Nacht vorüber, Die Glocke mahnt an die Vergänglichkeit; Bald ist der letzte Sand hinabgeronnen; Was sagst du, Herz? Was spricht die Ewigkeit? Was ahnet dir, wenn einst die stille Kammer, Das finstre Grab, ein neuer Glanz erhellt, Und eine Stimme aus den Wolken rufet: Steht auf, ihr Todten, für die andre Welt?! Allwissender, zu dem mein Herz sich neiget, Dir sey dieß schwache Menschenherz geweiht! Du bist's, der Jedem seine Erdensorgen, Doch für die Tugend freie Wahl verleiht! Du siehest mich; und wenn das Laster winket, Im Sonnenglanz; im stillen Mondenschein; Dann soll o heil'ger Vater, laß mich siegen Ein Blick zum Himmel mein Erretter seyn! - a - mind i dosl 118 tilat adla d - Mittwo ch. ( Winter.) A ben d. Die große Feierstunde hat geschlagen, Es weht der Ruhe friedliches Panier! Die Sorge flieht, der Tag ist überwunden, Und traulich still liegt eine Welt vor dir, Du Gütiger, der über Sternen waltet Und dessen Aug' die dunkle Nacht besiegt; Der freundlich für den andern Morgen sorget, Wenn sein Geschöpf in tiefem Schlummer liegt! Wie staunt mein Geist, wenn ich die Zahl erwäge, Die deine Weisheit täglich glücklich macht; dull Wie schlägt mein Herz, wenn ich den Trost bedenke, Daß deine Liebe für die Menschen wacht! Ach, sollten wir für unsre Erde sorgen, Bald würde Noth und Jammer vor uns steh'n; Und sollten wir die Vorrathskammer füllen; So würden Millionen untergeh'n! Nur du kannst diesen Lebenskreis erhalten, Der um dich her in tausend Farben blüht; Nur du kannst geben, segnen, retten, schüßen; Deß klares Auge Zweck und Mittel sieht! 10 119 So falle, Menschheit, falle hin im Staube, Im Morgenschimmer und im Abendroth; Blick auf zu Gott, sey ruhevoll und bete: Erhalter, Schöpfer, Vater, gib uns Brod! Wir wissen nicht, was unserm Leben frommet Von jenen stolzen Gütern dieser Welt; Der Mensch braucht wenig, wenn das Licht des Friedens Sein stilles Herz und seinen Geist erhellt. Das Leben ist des Himmels größte Gabe; Im Leben schon liegt eine Seligkeit. In dieses Band hat Gott mein Glück gewebet Und knüpft es dort an jene Ewigkeit. So will ich denn zufrieden vorwärts gehen, Bis einst der feierliche Wechsel naht; Mein Herz sey rein, und meine Lebensreise Sey Gine still vollbrachte gute That! Geraüschlos will ich milde Gaben säen, 10. So wie der Schnee im Dunkeln niederwallt; Sanft will ich meinem Nebenmenschen rathen, Wie Glockenton in stiller Nacht verhallt. Dann wird mein Abend friedlich einst erscheinen, Mit Heiterkeit werd' ich hinübergeh'n, Mit heil'ger Liebe durch die Wolken dringen Und unter Sternen meinen Vater seh'n! dall 120 Donnerstag. ( Winter.) Morgen. Allgütiger, die Nacht ist hingeschieden, Der Tag erwacht in seiner Herrlichkeit, Die Menschheit wallt aus ihrer Ruhekammer Und fühlt des Lebens neue Seligkeit! Du, Herr, bist Allen gütig und erbarmest i Dich aller deiner Werke Tag und Nacht; Du lächelst aus der Abendröthe Schimmer, Du waltest in dem Grab' der Mitternacht! Du bist die Liebe! jauchzt der Frühlingsmorgen, Du bist die Liebe! ruft der Erntetag, Du bist die Liebe! singt der Herbst im Thale, Und traulich tönt's der stille Winter nach. Du führst den Knaben über Blumenwiesen, Du gönnst dem Jüngling seine Blüthenzeit; Du reichst dem Mann die gold'ne Frucht des Lebens Und schenkst dem Greise Ruh' und Heiterkeit! Wer schmückt die Welt mit ihrem SchwanenKleide? Holl Wer streuet Diamanten auf den Schnee? Wer baut des Haines weiße Pyramiden, Und führt krystall'ne Brücken über'n See?!! 121 - Allgütiger, wie groß sind deine Werke! Wer ihrer achtet, der hat Lust daran. Du bist der rechte Vater über Alles, Und was du thust, ist immer wohl gethan. Dort gehet deine Sonne über Gute Und über Böse mild und freundlich auf. Ach, Menschen alle, fühlt die große Liebe Und weihet ihr den kurzen Lebenslauf! Sie wacht, sie sorgt, sie winkt aus allen Sternen, Sie strahlet aus des Morgens Wiederschein, Sie gibt uns Leben, Glück, Verstand und Hoffnung; Ach, armes Herz, wie willst du dankbar seyn! Du guter Gott, ich will dich wieder lieben, Und diese Liebe sey mein Schmuck und Heil! Nicht Sclavenfurcht soll mich zur Zugend treiben; Ein freier Geist sey meines Herzens Theil! Du wohnst im Licht. Hier wandeln deine Kinder. Weg Neid und Zwietracht, Geiz und Heuchelschein! Die Welt darf unsre Seele nicht bethören; Denn unser Wandel muß im Himmel seyn! Dort herrscht der große Friede und die Liebe, Die Alle segnet, duldet, schonet, trägt; Dir will ich folgen, ewig holde Liebe, Wenn sich in mir das blinde Herz bewegt! 11m8 122 duit dong mi nat Donnerstag. ( Wintet.) 2 ben d. Gelobt sey Gott! das Tagwerk ist vollendet. Die Erde ruht, es kommt die holde Nacht; Ihr gold'ner Wagen hält im stillen Norden Und schweigend glänzt des Himmels sanfte Pracht. Gelobt sey Gott! die Menschheit wallt zum Ziele, Sie wandelt, gleich den Sternen, ihre Bahn. Sey immerhin der Glanz auch hier verschieden, So wird des Guten dennoch viel gethan. Wie manches Herz ward heute ausgeschnet i Mit der gekränkten Tugend, mit der Welt; a Wie manche Thräne wurde abgetrocknet, Wie mancher Blick voll Trübsinn aufgehellt; Wie mancher Darbende vergaß des Kummers T Durch eines Edlen gastlichen Behuf; Wie mancher Fromme hielt am Pilgerwege, Und stillte froh der Wehmuth Schmerzensruf! Gelobt sey Gott! die Tugend lebt im Stillen, Und ihre Herrschaft wird unendlich seyn. 123 - - So fließt die warme Quelle unter'm Froste Aus ihrem grünen Moose sanft und rein. al Doch laßt uns nicht der Tugend überheben; a Es gibt noch Herzen, wo sie nie gewohnt. Ach! finster lieget, wie die Nacht im Walde, Der große Umkreis, wo das Laster thront. Mit jedem Tage steigen neue Sünden, so dall Gleich trüben Dünsten von der Erde auf. Und jede Nacht bedeckt mit schwarzem Schleier Ein wildes Heer im raschen Sündenlauf! Doch lebt der Mensch, daß er die Andern richte? Was macht uns stolz? Im Staube friechen wir. Der Beste fehlt. Der Größte wird zum Kinde. Ach Gott, wie schwach ist unser Herz vor dir! Vergib uns denn, so wie wir auch vergeben! Vergib den Schwachen ihre Missethat! Vergiß die Schuld, so wie wir auch vergessen, Wenn uns ein böses Herz gekränket hat! Du trägst die Welt mit ihren Uebelthaten; Ach, deine Weisheit sieht nur Unverstand, Nur Wahnsinn, wenn die Menschen sich empören, Und darum schonet deine Vaterhand! - 124 Ach! laß mich diesen großen Frieden lieben, Bis einst mein Herz zur langen Ruhe sinkt, Laß mich vergeben; und das Urtheil sparen, C Bis mir dereinst die helle Zukunft winkt! Dort werd' ich Manchen, den ich hier verkannte, Im weißen, milden Lichtgewande seh'n; Und alles Dunkel wird vor deinem Throne, Wie diese Nacht am Sonnenglanz, vergeh'n! 1 ais - 125 Freit a g. s ( inter.) Morgen. Aus us heil'gem Dunkel tritt die Morgensonne Wie eine stille Priesterin heraus. Gen Himmel wallt die blaue Opferwolke, Die Erde wird zum frommen Gotteshaus. Du Heiliger, vor dem die Sterne schwinden, Vor dem der Sonne reiner Blick sich neigt, Vor dem der Seraph seine Hände faltet, Vor dem die Andacht sich im Staube beugt! Du bist der Menschheit liebender Gedanke, Du bist der Harfe süßer Morgenklang, Du bist der Glanz, der unsern Pfad erleuchtet, Du bist der Seele heil'ger Schwanensang! Du hoher Geist! du kennest keine Sünde, Du irrest nie. Dich reuet keine That. Dich mahnet nie ein donnerndes Gewissen; Denn ew'ge Klarheit wallt um deinen Pfad. Du lebest rein in allen deinen Werken, Du hast die Wonne der Vollkommenheit; Du bleibest rein in jeglichem Gedanken, Das ist die Fülle deiner Seligkeit! HE - 126 Wie ist der Mensch so klein vor deiner Größe, So ungeweiht vor deiner Heiligkeit, So dunkel, ach! vor deinem Himmelsglanze, So freudenarm vor deiner Seligkeit! Wie ist der Mensch, in Thorheit eingehüllet, So oft für seine wahre Schönheit blind; So oft vergessend unter'm Freudentaumel: Nur selig sind, die reines Herzens sind! So will ich denn mein Auge nie verwenden Von dem, was gut und schön und heilig ist! Mit hellem Blicke will ich vorwärts dringen, Wo du, mein Urbild, du, mein Vater, bist! Mit Hoffnung will ich auf mich selbst vertrauen, Der Geist ist stark; auch ich kann heilig seyn. Das Fleisch ist schwach; ich will mich selber achten. Die Freiheit kehrt bei keinem Sclaven ein! Bald ist es aus, bald ist der Kampf vorüber, Bald naht des Grabes stille Winternacht. Mit frommem Blick, wie Jesus an dem Kreuze, Ruf' ich dann aus: mein Gott, es ist vollbracht! - Fr 127 - our dail e it a g.. ( Winter.) 21 b n d. Die Nacht gießt ihre Schatten auf die Erde, Die laute Schöpfung wird zum Todtenhaus, Und an der grauen Abendpforte löschet Der müde Tag die bleiche Fackel aus. Auf kalten Bergen dämmern Nachtgestirne, Im trüben Nebel liegt der Fichtenwald, Der Frost erscheint auf seinem. Silberthrone Und Alles fühlet seine Allgewalt. Wohl Jedem, der mit ruhigem Gewissen Der ernsten Mitternacht entgegen geht; Wohl Jedem, der die Fahne nicht beschimpfet, Die hoch und heilig vor der Menschheit weht! So geb' uns Gott und schenk' uns Gott den Frieden, Uns Allen, die das Haus der Nacht umgibt! Und wessen Herz den frommen Tag entweihte, Der finke hin und bete tiefbetrübt! Und wo ein Mensch auf bösem Wege ziehet, Und unter Sternen noch auf Frevel finnt: Der sehe, wie der Tod vorüber gehet, Und wie der Sand der Lebens- Uhr verrinnt! K 128 -▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬ Und wo im letzten Kampfe eine Seele Mit Welt und Tod und dem Gewissen ringt, Gott tröste fie! Doch seufzend steht der Himmel, Wenn ihm die Erde schwarze Herzen bringt. O guter Gott, führ' uns nicht in Versuchung! Gib uns nicht, was das Herz so laut begehrt; Entzieh' uns lieber jede Erdenfreude Und mach' uns nur der heil'gen Zukunft werth! Wir wissen nicht, was unser Glück begründet; Denn unser Auge reicht nur spannenweit. Du weißt es, Vater, du begreifst das Leben Und vor dir liegt die ferne Ewigkeit! Verleih' uns Demuth, wenn der Geist sich hebet, Verleih' uns Vorsicht, wenn das Herz sich fühlt, Zufriedenheit mit jeder Pilgergabe, Ein festes Herz, wenn die Versuchung zielt; Auf daß wir fröhlich einst von hinnen gehen, Wenn uns der stille Friedensbote winkt; Auf daß wir ruhig unser Haus bestellen, Wenn einst die morsche Hütte niedersinkt! In Gottes Namen gehen wir zur Ruhe Und schlafen bis der neue Tag erwacht; Ihr Lieben und Getreuen, nah' und ferne, Gott schenk ench Allen eine sanfte Nacht! Sonnabend. 129 - Sonnabend. 110( Winter.) Morgen. Der Tag bricht an. Die Woche geht zu Ende, Ein kleiner Theil von meiner Lebenszeit; Doch wichtig für die Laufbahn ohne Ende Und für die Palme der Unsterblichkeit. Wer weiß, bald kann die letzte Stunde schlagen, Wer weiß, bald geht die letzte Sonne auf, Der Abend naht, der Hausherr ruft die Knechte Und eine Frage schließt den Pilgerlauf! ,, Wer bist du?" fragt der Richter über Sternen, Der keine Taüschung und kein Unrecht kennt, Der nach dem Herzen, nach Gedanken richtet Und streng und klar den Schein vom Wesen trennt. ,, Wer bist du?" tönet seine ernste Stimme, Dein Leben steht im hellen Sonnenschein, Die gold'ne Wage steiget auf und nieder, Dein eig'nes Herz wird dein Verräther seyn. Gott ist gerecht. Verzage nicht, o Sünder, Der aus Versehen und aus Irrthum fiel; Doch zitt're, galt die Wahrheit dir, wie Lüge; Die Tugend, wie des Lasters Saitenspiel! Witschels Morgen- u. Abendopfer. 12. Audg. 9 130 Gott ist gerecht in allen seinen Werken. Betrachte dich; er gab dir ja Verstand, Er gab dir Freiheit, die uns dort verdammet, Wenn uns die Welt mit ihren Stricken band. Verstand und That entscheidet in der Wage; Ich fühl' es tief, o Gott, du bist gerecht! Und hat der Mensch dieß Leben frech entweihet, Wie käme er zu jenem Bürgerrecht? Es ist nicht dunkel, wo die Menschheit gehet, Wo die Natur, das Herz und Jesus spricht. Ein jeder Pfad hat seinen Strahl von oben, Der fromme Pilger kennet seine Pflicht, Und lebet für die Hoffnung jener Freuden. So harrt die grüne Aussaat unter'm SchneeDer Wald verstummt, die Quelle schweigt im Thale Und weiße Blumen starren auf dem See. Doch bald erhebt der Frühling sich im Glanze. Und lachend ist die Schöpfung aufgethan. Geduld und Muth; die Finsterniß vergehet Und unter Schatten zicht das Licht heran! Der Sabbath naht, die stille Ruhe winket, D Gott, ich fühle deine Freundlichkeit! Du segnest hier, du segnest dort, Erbarmer, Und Freudenblumen trägt die Ewigkeit! 131 - ada dig Sonnabend. ( Winter.) a ma die R Other mod our suist sie Aben d. 1100 ring Q Gelobt elobt sey Gott, die Woche ist vollendet; di Gelobt sey Gott, die Arbeit ist vollbracht, si Und aus dem Himmel, aus den Sternen winket Der stille Friede und die sanfte Nacht! inga Willkommen, Nacht, willkommen, stiller Friede, Ihr Abgesandte aus dem Geisterreich, Ihr trauten Freunde in dem Erdenthale, size Ihr Lieblichen; die Menschheit grüßet euch! Ihr hemmt das Schwert im rothen Mordgewühle; Ihr gießet Ruhe um den Pilgerstab; d Ihr stillet tausend bitt're Jammerthränen, Und breitet sanft den Schleier auf das Grab! Der Sclave sieht die Geißel nicht mehr drohen, Der Kranke lächelt zu dem Sternenschein; ne Der Arme hat die Sorge überwunden, Der Müde geht zu seiner Ruhe ein. Des Lebens Bürde nahet mit der Sonne; Die Finsterniß bringt Ruhe in die Welt. O Nacht, du gibst der Menschheit ihren Frieden; Da jeder Tag den neuen Kampf erhellt! 9* 132 Ofernes Ziel, wann wird der Jammer enden, Den Unvernunft auf Erden ausgesä't? Wann wird der Mensch die Sichel kennen lernen, Die seine Freudenblumen niedermäht? O guter Gott, erlöse uns vom Uebel! Gib uns das höchste Glück, gib uns Verstand! Die Thorheit herrschet unter Menschenkindern Und zwingt die Herzen, wie der Frost das Land. O guter Gott, erlöse uns vom lebel! Gib uns ein weises und verständig Herz. Die Nacht vergeht. Der Sabbath glänzt herüber. Wir schlummern ein. Es stirbt der letzte Schmerz. Bald dämmert es. Die neue Sonne flammet Und Engel schweben um den Leichenstein. O du, der seine Welt zum Himmel lenket, Laß uns nur fromm, laß uns zufrieden seyn! Laß uns im Lichte wandeln! Ohne Sünde Laß uns zu Bette und zu Grabe geh'n! Nun gute Nacht! Herr, segne und behüte deine Klarheit seh'n! Uns Alle, bis wir - Fünfte Woche. Ueber einige Stellen aus der Bergpredigt und aus den letzten Reden Jesu im Johannes. sostin Gidg580 mlist splais sodst 135 Sonntag.. ( Fünfte Woche.) Morge n. „ Selig elig sind, die fromme Einfalt leitet, " Ihnen blühet das Messiasreich! ,, Selig sind, die heil'ger Kummer beuget; ,, Kommt, schon quillet süßer Trost für euch! ,, Selig sind die stillen, sanften Seelen, ,, Ruhig grünt ihr Erbtheil um sie her! ,, Selig sind, die nach Vollendung dürsten, Ihre Sehnsucht bleibt nicht freudenleer! ,, Selig sind, die mildbarmherzig fühlen, " Ihnen widerfährt Barmherzigkeit! ,, Selig sind, die reines Herzens leben; ,, Denn sie schauen Gottes Herrlichkeit! ,, Selig sind die Friedsamen auf Erden, ,, Diese werden Gottes Kinder seyn! Selig sind, die um die Tugend leiden; ,, Denn sie führt zu Himmelsfreuden ein!" stabirs Fox Laß mich, Herr, am Tage deiner Ehre Nur auf dich und auf mein Urbild seh'n; Nur auf dich und Jesu Stimme hören Und mit Lust zu deinem Tempel geh'n! @ ( 502 - 136 - Dort, wo heil'ge Andacht mich umwehet, Wo der volle Hochgesang ertönt, Wo das Herz sich freier aufwärts schwinget Und sich leichter mit der Welt versöhnt! Durch der Orgel feierlichem Tone Sanft erhoben aus dem Erdenthal, ni gl Durch das Kreuz in lichter Tempelhalle mad Sanft ermahnt an Tauf' und Abendmahl; Dort will ich in feiernder Gemeine Mich dem schönern, bessern Leben weih'n! Vater, laß mich deine Liebe finden Und in deiner Liebe selig seyn! Tlm Fromme Einfalt leite mich zum Himmel, 201 Ferne schwinde jede Traurigkeit; Holde Sanftmuth schmücke meine Seele Und du, himmlische Gerechtigkeit! Milde will ich meinen Lauf vollenden, VO Stark im Geiste, reines Herzens seyn, Friedlich, freundlich meine Pflicht erfüllen Und in Trübsal mich des Himmels freu'n! Hallelujah, Preis und Lob dem Schöpfer, Jede Morgensonne flammt ihm Dank! Preis, Anbetung, Liebe, Dank und Ehre, Ihm, dem Vater, ewig Lieb' und Dank! 137 - Sonntag. ( Fünfte Woche.) A ben d. In meines Vaters großem Hauſe schimmern ,, Viel' Wohnungen. Ich hätt' es euch gesagt, ,, Wenn's nicht so wär'. Dort geh' ich hin, die Stätte ,, Euch zu bereiten, wenn die Zukunft tagt. Und hab' ich euch die Stätte dort bereitet, ,, Dann komm' ich wieder mit verklärtem Blick' ,, Und führe euch in jene lichte Hallen ,, Und theile mit euch jenes Himmelsglück!" O wenn du, liebe Stunde, einst erscheinest, Wie wird uns dann so wohl um's Herze seyn! Der Himmel thut sich auf. Die Erde schweiget Und Alles zieht in's Land des Friedens ein. So blickte Moses von dem Todesberge Hinüber in das lichte Kanaan; So staunten einst die Jünger wonnetrunken Den Glanz des Herrn und die Verklärung an.- O Nacht, wie schön bist du mit deinen Sternen, So mild und still, so ahnungsvoll und hehr! Die Seele schwimmt in heiligen Gedanken Zum Quell des Lichts durch dieses Schattenmeer. - Ein sanfter Schimmer leuchtet aus dem Tempel Die stille Lampe der Unsterblichkeit; Und leise, leise Harfentöne wehen; Und aus dem Dunkel bricht die Ewigkeit; Und gold'ne Welten steigen auf und nieder Und eine Stimme aus den Wolken spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben, Wer an mich glaubet, stirbt im Tode nicht! 138 O Tod, wie schön bist du! Mit sanftem Fittich Zertheilest du die dunkle Erdennacht. Wir liegen unter Blüthen, unter Blumen, Und schlafen bis der große Tag erwacht; all.. Dann leuchtet uns der Aufgang aus der Höhe, tonights Im Sarge bleibt des Lebens Dornenkron'; Das Grab erhöht sich zum Verklärungsberge Und Alles wallt zu Gottes Freudenthron! adid don Boy 19t O laß mich einst mit Freudigkeit vollenden, Du Herr des Todes und der Ewigkeit; Laß mich des Todes Bitterkeit verachten, Im Vorgefühl der nahen Seligkeit! - his gilid si ti sit 19 and 2 RUE - 139 Mont a g. ( Fünfte Woche.) Morgen. 19 „ Laffet affet euer Licht den Menschen leuchten, d ,, Daß fie eure guten Werke seh'n ,, Und den Vater über Sternen preisen, all ,, Wenn die Müßigen verachtet steh'n! ,, Denket nicht, ich sey dazu gekommen, ,, Daß Gesetz und Lehre untergeh'; " Ich bin nicht gekommen, zu zerstören, ,, Sondern daß der Bau vollendet steh'. ,, Wahrlich, Erd' und Himmel wird vergehen ,, Bis ein Titel des Gesetzes fällt; Licht und Recht muß unter Menschen bleiben; Nur auf dem Gesetze ruht die Welt!" Vater, laß mich richtig vor dir wandeln, Auch wo mich kein sterblich Auge sieht! Gott, wo flieh' ich hin vor deinem Blicke, Dem kein Schritt der Ewigkeit entflicht? Nichts, was dem bethörten Sinne schmeichelt, Locke mich vom Pfad der Tugend ab; Inn're Zwietracht folget dem Verbrechen - 140 Und die Sünde ist der Freiheit Grab! Vater, dein Geseß erquickt die Seele Wie das Licht der Sonne die Natur! Finsterniß und dumpfe Nebel weichen, Und zur Freude ruft die Weltenuhr. Süßes Loos, zum Leben aufzuwachen Und vergnügt durch Gottes Schöpfung geh'n, Schaffen, beten, hoffen, lieben, glauben, Ueberall den milden Vater seh'n! - So vergeht, wie eine Ruhestunde, sid So entfleugt das Leben wie ein Traum, les Und vom nahen Grabeshügel lächelt Uns der neuen Morgenröthe Saum. in nj fo Vater, dir befehl' ich meine Seele, FA Du hast sie geschaffen, sie ist dein; Schüßze sie in dieser Lebenswoche, Laß sie deiner Güte würdig seyn! Freudig will ich kämpfen, dulden, siegen An der Treue heiligem Panier. ol Muth und Hoffnung! Ich bin nicht alleine, Denn du, lieber Vater, bist bei mir! danga I. and Gute ne and tiple) th alg - 141 Monta g. ( Fünfte Woche.) $ 19 Abend. Was ihr in meinem Namen bitten werdet, ,, Seyd unbesorgt, das will ich gerne thun; ,, So lang thr freudig mein Gebot erfüllet, ,, So lang wird meine Liebe auf euch ruh'n! Ich aber will zu meinem Vater flehen, Daß er den Geist der Wahrheit euch verleih', ,, Den ew'gen Leitstern in der Nacht des Lebens, ,, Damit er euch zu meinem Dienste weih'. ,, O möchtet ihr ihn innig klar erfassen, Er waltet in dem neuen Gottesreich; „ Ich will euch nicht als Waisen hier verlassen, Ich komme wieder durch den Geist zu euch!" O guter Gott, o schönes Reich des Friedens, Wo Recht und Wahrheit unter Liebe blüht, Dein Stern ist's, der die Erdennacht erleuchtet Und sanft das Auge zu dem Himmel zieht! Ein milder Schimmer dämmert um die Seelen, Die Heimath jenseits winkt verklärt und rein. Das große, lange Räthsel ist gelöset: Die Menschheit kann durch Gott nur selig seyn. In ihm verklärt sich Alles hier auf Erden, 142 Des Herzens stille Sehnsucht wird gestillt, Der Geist versinkt in ewige Beschauung, Die Ahnung aller Weisen ist erfüllt. Es kommt dein Reich, du Quelle aller Liebe, In Christo blüht ein herrlicher Verein; 1. Der Erde. Millionen sind umschlungen, A Die Herzen stärkt des Himmels Wiederschein. Da, wo die Falschheit ihrem Dolch entsaget, Die Zwietracht ihre Fackel niedertaucht, Der Herrscherstab zum Delzweig sich verwandelt Und kein Altar vom Gößenopfer raucht; Wo Alles sich vernünftig umgestaltet, Wo Jeder recht in seinem Stande thut, Wo Jesu Lehre über Alle waltet Und nah' und fern der Friede Gottes ruht: Da wohnt der Geist, den Christus uns gesendet, Da wird die Welt des Himmels Eigenthum, Da blickt das Jenseits freundlich über Gräber Und tröstlich herrscht das Evangelium. Es kommt dein Reich! Wie herrlich bist du, Vater! Vor meinem Auge prangst und waltest du. So blickt der Mond durch weiße Blüthenbaüme Und Alles schweigt in heil'ger Himmelsruh'! 143 - en stt a g. ( Fünfte Woche.) Morgen. Wer mit seinem Bruder feindlich zürnet, ,, Der verdienet Ahndung vor Gericht; ,, Wer ihn schmäht, der ist des Rathes schuldig, Wer ihn lästert, ist ein Bösewicht. ,, Wer ein Weib anblickt, sie zu verführen, Ist nicht rein vom stillen Ehebruch; Wer dem Neiz des Lasters nicht entfaget, ,, Spricht sich selber den Verdammungsfluch. ,, Schwöret nicht bei'm Himmel, bei der Erde, ,, Eure Rede bleibe Ja und Nein, ,, Denn was d'rüber ist, das ist vom Uebel, ,, Laßt den Mißbrauch ferne von euch seyn! ,, Liebt die Feinde! Segnet, die euch fluchen! Euren Hassern bietet Gutes dar! Drücken und verlaümden euch die Menschen, Betet für sie an dem Hausaltar! Daß ihr Kinder bleibet eures Vaters, ,, Dessen Sonne Gut' und Bösen scheint, ,, Dessen Regen mild herniedersinket ,, Auf die Fluren, über Freund und Feind. 144- ,, Wenn ihr die nur liebet, die euch lieben, ,, Welcher Ruhm erwächset euch davon? ,, Wenn ihr euch zu Brüdern freundlich haltet, ,, Was erwartet ihr für Gottes Lohn? ,, Zöllner, seht, und Heiden thun dasselbe, ,, Strebet höher! Seyd vollkommen gut, ,, Kinder eures milden Himmelsvaters, ,, Dessen Herz in ew'ger Liebe ruht!" Ja dort flammet deine Sonn' in Osten Und der dunkle Schauplatz wird erhellt. Heiter, lieblich, unaussprechlich milde Lacht das Aug' der Gottheit auf die Welt! Und ich könnte solche Huld vergessen, Auf der neuen frohen Lebensbahn? Komm nur, Armer, komm nur, Unversöhnter, Herz und Hand ist kindlich aufgethan! Keinen will ich durch ein Unrecht kränken, Der Versuchung muthig widersteh'n; Jede Spur der Falschheit will ich meiden Und auf dem geraden Wege geh'n! Diensttag. 145 - Diensttag.»« ( Fünfte Woche.) millo Abent nb. „ Ic UC ch bin der Weinstock und ihr seyd die Reben, Wer treu mit mir verbunden ist, der bringt ,, Viel edle Frucht; denn ohne mich ist keiner, ,, Dem sein Gedeih'n aus eig'ner Kraft gelingt. ,, Wer nicht mit mir genau verbunden bleibet, Der gleicht dem abgeschnitt'nen Rebenschoß; ,, Es wird hinweggeworfen und verdorret, ,, Der Feuerofen ist sein traurig Loos. Wenn ihr, als fromme Jünger, meiner Lehre ,, Getreu verbleibt, so wird euch jede Kraft, ,, Um die ihr meinen Vater bitten werdet, Aus seiner milden Segenshand verschafft; ,, Denn dadurch, daß ihr viele Früchte bringet, Wird Vieler Herz dem Vater zugewandt; Und nur durch solche Tugendfülle werdet " Ihr selbst als meine Jünger anerkannt." " 1 So laß mich denn dem Meister treu verbleiben, O du, deß hoher Friede mich umweht; Laß mich getrost auf dessen Pfade wandeln, Der als ein heilig Urbild vor mir steht! Witschele Morgen- u. Abendopfer. 12. Audg. 10 146 Er ist das Licht der Welt, aus Licht geboren, Er ist dein Sohn durch seinen Himmelsfinn; Er ist vor allen Sterblichen erkoren, Wohl mir, daß ich ihm zugezählet bin! O daß ich nie von deinem Pfad verirrte, Du reines Herz, du großer Menschensohn, Du klarer Sinn, den nie die Welt verwirrte, Du Erstgeborner auf der Wahrheit Thron! - O Vater, laß mich standhaft an ihn glauben, Mein Herz spricht laut, daß er mein Heiland sey; Nichts kann mir seinen stillen Frieden rauben, Wenn ich ihm redlich Geist und Leben weih'! Das Ziel ist fern. Der Himmel ohne Ende. Du bist mein Gott. Er führet mich zu dir. In heil'ger Liebe falt' ich meine Hände, Nuh' und Verklärung schweben über mir. Ich sehe dich in jenem dunklen Spiegel Der feierlichen Nacht ach einst im Licht! Dann gute Nacht; dann bricht das letzte Siegel Und mir erscheint dein heilig Angesicht! lóanut 30-) 01 - - 147 Mittwo ch. ( Fünfte Woche.) Morgen. „ Habet Jabet Acht auf eure milde Gaben, Seyd von Herzen und im Stillen gut! ,, Gib dem Armen, aber laß die linke Hand nicht wissen, was die rechte thut! ,, Bleibt schon deine Mildigkeit verborgen, ,, Einer sieht, was du im Stillen thust, ,, Er, dein Vater, und dir wird vergolten, Wenn du unter seiner Liebe ruh'st!" Wenn du betest, gleiche nicht dem Heuchler, ,, Dessen Andacht vor den Leuten prangt; ,, Wahrlich, solche Frömmelei im Glanze ,, Hat bereits den eitlen Lohn erlangt! ,, Wenn du zu dem Himmelsvater betest, ,, Gehe in dein stilles, Kämmerlein, ,, Und dein Vater, der in's Dunkle fiehet, 200 ,, Wird im Lichte dein Beschirmer seyn!" 15400. Wohl mir, daß ich dich zum Freunde habe, In der lieben, stillen Einsamkeit! Welche Freude wohnet im Gebete, 10* 148 Welche Ruhe, welche Seligkeit! Alle Sorg' und Mühe ist vergessen, Klar und heiter liegt die Welt vor mir; Alles ist mit Himmelsglanz umflossen, Alles heilig Alles ruht in dir! Lieblich naht die frische Lebensstunde; Leise bricht der Morgenstrahl herein; Feiernd, wie auf Tabor, schweigt die Erde. Gott ist nahe! Heil mir, ich bin sein! O Verklärung, o der Himmelswonne, Hoher Zukunft gold'ner Wiederschein! Tod und Leben! Seliger Gedanke! Gott ist nahe! Gott ist ewig mein! - - O so will ich denn mein Herz bewahren Für die Tugend, für die Ewigkeit; Nichts, was gleißet, soll mein Auge blenden, Alles Falsche sinket und entweicht! Eitle Nacht, es schwinden deine Traume, Wenn der Tag die Strahlenkrone trägt! Dir nur, Vater, will ich angehören, Bis mein Herz auf Erden nicht mehr schlägt! dud sinis2 - 149 - Mittwoch. ( Fünfte Woche.) A ben d. Ein Weib, wenn sie gebieret, schwebt in Aengſten, ,, Denn nahe ist die Stunde der Gefahr; ,, Doch bald verwandelt sich die Angst in Freude, ,, Daß sie ihr liebes Kind zur Welt gebar. ,, So seyd auch ihr gebeuget unter Sorgen. ,, Es geht vorbei. Ich werd' euch wiederseh'n, ,, Dann werdet ihr euch überschwänglich freuen ,, Und euer Glück wird niemals untergeh'n!" ANSONSTE Die Nacht berührt mit ihrem Zauberstabe Die Sterblichen und Alles sinkt zur Ruh'. Es ist so still. Der milde Schlaf erscheinet Und schließt des Lebens dunkle Pforte zu.. O Nacht, wie schön bist du mit deinem Frieden! Um Berge dämmert sanftes Sternenlicht. Der Himmel gleicht dem Freudensaal, von welchem Ein matter Glanz in's Thal hernieder bricht. Und heil'ge Ahnung wallet über Gräber Wie Opferrauch im hohen Tempel auf. Das Herz wird still und sinkt in frommes Hoffen, 150 - O dunkelschöner, gold'ner Lebenslauf! Wer bin ich, Vater, daß du mein gedenkest, Daß solche Stunden mir bescheret sind? Ach, freudig tönt es tief im Herzen wieder: Ich bin unsterblich, denn ich bin dein Kind! Hast du mich nicht zur Ewigkeit berufen Der kurze Traum entflieht- was tröstet mich? Und soll einst diese heil'ge Liebe sterben, Warum schlägt dieses treue Herz für dich? Die Erde hält den freien Geist gefangen Und schleichend herrscht die Ungerechtigkeit; Das große Räthsel dieses Lebens löset Nur eine richtende Unsterblichkeit. 7700 - singin Dann schlägt, o Herz, die lange Freudenstunde, Dann weht der Freiheit siegendes Panier! Des Todes herbe Schale ist geleeret, mis Und ewig, Vater, ist dein Kind bei dir! Die Nacht erscheint im ernsten Florgewande, du Doch freudenvoll erhebet sich die Brust. Gott, ich bin dein im Leben und im Tode Und alle Mühe wird zur Himmelsluſt! mk2 sla of bort i j dan Disa nga@* - 151 „ Samme - Donnerstag. ( Fünfte Woche.) U Morgen. ammelt euch nicht Schäße auf der Erde, ,, Welche Motten und der Rost verzehrt, Funk Und wonach die Diebe listig graben, ,, Von dem Gößen dieser Welt bethört; Sammelt euch dagegen Himmelsschäze Für den langen Tag der Ewigkeit, ,, Dieses Eine retten wir hinüber ,, Aus dem Strome der Vergänglichkeit! ,, Laß dir nicht das Ewige entreißen, Denn wo unser Schatz ist, ist das Herz; ,, Taumle nicht verblendet durch das Leben, ,, Oder all' dein Leben, wird zu Schmerz!" Til Unter'm Glanz der Morgensonne fliegen Leichte Wolken durch die Schöpfung hin, So entfliehen unsre Erdentage, Und was bleibt uns endlich zum Gewinn? Nicht die Schäße, die wir aufgehaüfet, Nicht die Güter, die das Glück uns gab; Allen Reichthum nimmt die Todtenbahre, - - Allen Glanz verschlingt das dunkle Grab. Lächerlich und ernsthaft ist das Leben, Falsch und wahr der Schauplatz um dich her; Du kannst frei am Scheidewege wählen Und die Bürde wird dir leicht und schwer. »! march 152 Himmelsvater, öffne mir die Augen! Eins ist noth; doch taüschend winkt die Schmach. Eins ist noth; der fromme Geist ist willig, Doch das arme Menschenherz ist schwach. Kommt die Stunde, wo die Treue wanket, Treuer Vater, laß mich aufwärts seh'n! Licht und Freiheit waltet um die Sonne Und ihr Pfad ist segensvoll und schön! agiri tad sin sid jala 1908 — bij agai annologro d nid purtulm sid andatio ods Ta mrit - 153 Donnerstag. ( Fünfte Woche.) Abend. W arum sollt' ich den Vater für euch bitten? Er selbst ist euch voll Liebe zugewandt; ,, Weil ihr mich liebet und von Herzen glaubet, ,, Der Himmelsvater habe mich gesandt!" Die Nacht läßt ihren dunkeln Vorhang nieder. Das Spiel ist aus. Die laute Bühne schweigt. Das Licht der Welt hat seinen Lauf vollendet; Der Erde buntes Farbenspiel verbleicht. Die Freude hat den Schleier umgeworfen. Und matter geht der Pulsschlag der Natur. Die Seele nur blickt frei durch Nacht und Wolken Und folgt gestärkt des großen Geistes Spur. Er waltet unter Welten, unter Sternen, Ein Strom der Klarheit fließt von seinem Thron'; Sein Auge blicket liebend durch das Dunkel Und gönnt der Andacht ihren frommen Lohn. Du leitest uns, o Herr, nach deinem Rathe Und alle Sorgen sind dir aufgethan, Du lenkest unsern Gang im dunklen Thale 154 - Und nimmst uns endlich dort mit Ehren an! Das Leben eilt im schnellen Flug von hinnen! Bald gehe ich zur letzten Ruhe ein. Wer zählt die Stunden, die mir zugemessen? D'rum, guter Vater, laß mich weise seyn Was nüßen mir die Schäße dieser Erde, Wenn ich der Thorheit nied'rer Sclave bin? Was kann mir Stand und Glanz und Kronen frommen, Bei inn'rer Schmach und schnödem Lastersinn? Dich, Vater, kann kein heuchelnd Ange taüschen, Du siehst genau, wie deine Kinder sind; Warum ist doch das eitle Herz hienieden So unbesorgt für seine Fehler blind! 02 O Vater, laß mich meinen Werth erkennen; Das Herz vor dir darf nicht verwerflich seyn! Du bist um mich, du kennest meine Wege, Was nützet mir des Lebens Heuchelschein? Ich weihe mich dem hohen Bund auf's Neue, Der alle gute Menschen treu vereint; mort. Du liebest uns und schenkst uns deinen Frieden, Bis uns dein Licht am großen Tag erscheint! optase Aathal Tangre sllo dell - 11 155 ni Bow Freit a g. ( Fünfte Woche.) Morge n. Sorget nicht so ängstlich für das Leben, ,, Seht die Vögel, ohne Sorg' und Müh', Frei und fröhlich schweben sie vorüber ,, Und der Himmelsvater nähret fie! ,, Seht die Purpurlilien des Feldes, ,, Welche Schönheit, welche Harmonie! Salomo war schöner nicht bekleidet, ,, Denn der Himmelsvater schmücket fie. bo hil chia *** AC Trachtet fromm zuerst nach Gottes Neiche „ Und nach dem, was recht ist vor dem Herrn! ,, Alles And're gibt als Pilgergabe ,, Euch sodann der gute Himmel gern! dall ,, Darum sorgt nicht für den andern Morgen, " Für den ungewissen Lebenstag; " Jeder Tag hat für sich selbst zu sorgen, Hat genug an seiner eig'nen Plag'." Ew'ge Liebe, die einst Jesum sandte, Dieses Urbild der Zufriedenheit, Diesen Erstgebornen der Vollendung, - magret 156 Dieses Herz voll inn'rer Seligkeit;- - Laß mich hin auf seine Laufbahn blicken, Die, mit jedem Lebensglanz geziert, Ihre Heimath unter Sternen findet Und am nächsten zu dem Himmel führt! it ou Freudig, kindlich blickt er auf zum Vater, ' Der das Gute im Verborg'nen sicht; Ausgeföhnet mit der Dornenkrone, Himmlisch, wenn ihn Tod und Nacht umzieht. Dieses Leben, gleich dem Morgentraume, Ist nur Einer großen Sorge werth, Wie wir jenen Himmelsfrieden finden, Den das Herz so innig laut begehrt. Vater, segne Alle und beglücke, Die in dieser Morgenstunde fleh'n; thần t Laß uns Muth und Glauben nicht verlieren, Und zufrieden durch das Leben geh'n lode] dual mu — da olursa nol sid 112 18 i Maid modsgi ji ismini 15 157- Freitag. ( Fünfte Woche.) doiding lan ! nan drin homme ne 21 ben d. Es kommt die Stunde und sie iſt schon nahe, als. ,, Worin ihr Alle auseinander flieht ,, Und mich verlaßt. Doch bin ich nicht alleine; ,, Mein Vater ist's, der liebend auf mich sieht!" MINUT it Java So sprach er einst, der hohe Eingeborne, Und blickte ruhig in die Zukunft hin. Die Wahrheit zeigte ihm die Siegespalme, Der Glaube stärkte seinen Heldensinn. 10 Er sah das Kreuz auf dunklem Marterberge; Die Bosheit jauchzet im Triumphgesang; Vernichtet blickt die Schmerzensmutter nieder, Als nun ein Schwert durch ihre Seele drang. Die Finsterniß hat ihre Kron' errungen, Zerstöret ist das neue Himmelreich; Der Priester und Levit geht stolz vorüber Und wünscht sich Glück zu diesem Todesstreich. Er ruht verblutet in dem stillen Grabe, Der hingewürgte, kühne Davidssohn. Das letzte Hosianna ist verhallet Und eingesunken liegt der Herrscherthron. FO — 158 Es ist vollbracht! Die alte Schlange zischet. Sie lebt und alle Laster walten frei.. Der Gottmensch wird am Kreuzespfahl gerichtet, Die Hölle siegt. Die, alte Schuld wird neu! Doch traun, es lebt ein Richter über Sternen! Die Erde bebt, des Tempels Vorhang reißt, Die Todten stehen auf vom Schlafe, während Der fromme Heide den Erlöser preist. Die Nacht vergeht. Was reget sich im Grabe? Der Tod erblaßt. Die große Stunde schlägt. Die Sonne steigt hervor aus ihrem Grabe, Mein Heiland, der die Lebensfahne trägt. Der Himmel jauchzt. Die Erde steht betroffen, Zu Boden liegt die starre Wächterschaar. Der heil'ge Bund versammelt sich von Neuem Und baut im Stillen einen Dankaltar. Gott hat gesiegt und Jesus Christus lebet, Vertraue, Herz, dem großen Aug' der Welt! Gott ist es, der die Donnerkeile schleudert Und ohne den kein Haar vom Haupte fällt! Ich traue dir, mein Vater in der Höhe, Du willst das Gute und es wird besteh'n; Wir Menschen legen uns zur Ruhe nieder, Denn unsre Sonne kann nicht untergeh'n! - slasd 159 padů jedinng Sonnabend. ( Fünfte Woche.) Morgen. Bittet, so wird euch gegeben! Suchet ,, Und ihr werdet finden! Klopfet an ,, Mit vertrauungsvollem treuem Herzen ,, Und die Pforte wird euch aufgethan! Wer gibt unter euch wohl seinem Sohne, ,, Der um Brod ihn bittet, einen Stein? ,, Oder statt des Fisches eine Schlange? Chif ,, Mögt ihr noch so unbarmherzig seyn, ,, Euern Kindern thut ihr dennoch Gutes, ,, Wenn sie traulich bittend vor euch steh'n, Wie vielmehr der gute Himmelsvater, Wenn die Seinen glaubig zu ihm fleh'n?" Vater, deine Sonne strahlt in Often Und die Schöpfung thut sich freundlich auf, Alles ist erwacht am frischen Morgen Und beginnt den neuen Lebenslauf! Alles eilt zum Ziele der Vollendung, An dem süßgewohnten Pilgerstab'; Eine Woche schwindet nach der andern Und im Hintergrunde liegt das Grab. 183 160 - Du im Himmel waltest über Alle, Uebersiehst den großen Weltenplan; Dir empfehl' ich muhig Leib und Seele Auf der ungewissen Lebensbahn! Wie es kommt, es kommt aus deinen Händen, Du weißt Alles, nur der Mensch ist blind; Dir will ich in Noth und Tod vertrauen, Denn du bist mein Vater, ich dein Kind! Keine Lockung soll mein Herz verblenden! Süße Stärkung! Vater, ich bin dein! Freudig will ich meinen Lauf vollenden Und in deiner Liebe selig seyn! d md d) and pill adni Sonnabend. 161 Sonnabend. — mörlamni( Fünfte Woche.) — ( ho but biskusj full A ben d. Mein Vater, gib, daß alle meine Treuen hm the ne ,, Einst bei mir leben in der Ewigkeit, Auf daß sie jene Herrlichkeit erblicken, ,, Die du mir gabst vom Anbeginn der Zeit!" Die Nacht vergeht. Dort finden wir uns wieder; Dort in dem Lande der Vollkommenheit! Die neue Heimath schimmert unter Sternen Und friedlich winkt das Licht der Ewigkeit. Du harrest unser, liebevoller Meister, 601 Dort in dem himmlischen Bethanien! ca sim Die Herzen sind in Ruhe aufgelöset, til Dort in dem stillen Haus der Seligen. Ein Tabor thut sich auf. Im weißen Glanze Voll Heiterkeit erscheint die neue Welt. Im Hintergrunde glänzt ein Sonnentempel Von ewig jungem, klarem Licht erhellt. Und heiter wandeln unter Friedensbogen Zum großen Licht die Seelen Hand in Hand. Sie lieben sich, wie reine Herzen lieben, Und immer schöner wird das Vaterland. Ach, wenn auch jene Herrlichkeit verblühte, Witschels Morgen- u. Abendopfer. 12. Aubg. 11 ♦ P - 162 - Wie furchtbar wäre dann die Seligkeit! Doch welch ein Trost! ich kann nur Einmal sterben Und jenseits waltet die Unendlichkeit. Z So mögen meine Tage denn verschwinden, In Nacht versinken, was dahinten liegt. Der Geist blickt vorwärts. Seine Zeit ist ewig, Das Grab wird von der Geisterwelt besiegt. O Gott, was ist der arme Mensch im Staube, Daß du so mild in Liebe sein gedenk'st! Daß du das schwache Kind so treu bewahrest Und seinen Pfad zum schönen Himmel lenk'st! O darum laßt uns Alle fromm umschließen Und gönnet euch des Lebens Pilgerruh'! Der Sand verrinnt. Die große Sense mähet, Die Woche eilet ihrem Ende zu. Gelobt sey Gott für jede Freudenstunde, Preis ihm und Dank für Sorge, Noth und Schmerz! Das Gute und das Böse ist vergangen. Du bist mein Vater. Dir gehört mein Herz! Und kommt der Tod- er bringt die Feierstunde, Der Sabbath naht. Getrost, ich zage nicht; Du, Vatei, waltest über Tod und Gräbern Und Gnade quillt von deinem Angesicht! Sechste Woche. Ueber verschiedene Stellen aus dem alten und neuen Testamente. $ 89 dan maile mit San plus 信 光纤 制 IPA 版 sa sonpic dagte undoda 165 Sonntag. ( Sechste Woche.) Onil Morgen. ,, Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen gewissen Geift. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir." Die ie Nacht mit ihren Schatten ist verschwunden, In Osten bricht der neue Glanz hervor; Die Schöpfung feiert ihre Morgenstunden, Die heil'ge Flamme lodert still empor. Gott ist mein Lied. Dich soll mein Herz erheben, Der dieses arme Herz mit Trost erfüllt; Du haft der Welt den Ruhetag gegeben, Der dieses Lebens Sehnsucht nährt und stillt! Der Müde ruht. Der Kampf ist überstanden Im sorgenvollen Dienst der Eitelkeit, ding Er spricht: es ist noch eine Ruh' vorhanden, Und blicket heiter in die Ewigkeit. Du heil'ger Tag! die Andacht fühlt im Kranze Und demuthsvoll, wie Gott ihr Heil bedacht, Und eine Welt ruft im verklärten Glanze: Dieß ist der Tag, den uns der Herr gemacht! - 166 Dein Lob, o Herr, in unser Aller Munde Erfüllt den Geist mit süßer Freudigkeit; Der Sabbath wird zur hohen Feier- Stunde sur bohe Und Alles fühlt des Lebens Seligkeit! Du hast durch Jesum uns zu dir erhoben, Er führte uns in deinen Tempel ein. in sto9. Ach, jede gute Gabe kommt von oben; Du ew'ge Liebe, laß uns dankbar seyn! * C Wir sind dein Volk und Schafe deiner Weide! Du hast den guten Hirten uns gesandt. Wie eitel ist die Welt und ihre Freude, Wie arm der Mensch, der sich von dir verbannt! Nich Nichts soll das Auge von dem Himmel wenden, Wo euer Schatz ist, da ist euer Herz! Mein Erbtheil ruht in deinen Vaterhänden; Was ist der Tod? Des Lebens letter Schmerz! Dein ist das Reich; Herr, wenn ich nur dich habe; mildui Die Welt vergeht mit ihrer Herrlichkeit! Doch frisch und fröhlich hier und über'm Grabe Blüht Wahrheit, Tugend, Liebe, Seligkeit. 201 Dein ist das Reich, das große Reich der Freude; dall Preis dir! der letzte Sabbath naht heran; Dann beten wir im weißen Feierkleide Dich, Herr der Welt, in Geist und Wahrheit an. Ithning 10 167 Sonntag. t( Sechste Woche.) #@ bil Aisl ne A ben d. Wobl dem, der den Herrn fürchtet, der große Luft hat zu seinen Ges boten. Den Frommen gehet das Licht auf in der Finsterniß von dem Gnädigen, Barmherzigen und Gerechten. Denn der Herr hat das Recht lieb und verlässet seine Heiligen nicht; ewiglich wer den sie bewahret. Die Augen des Herrn sehen auf die, so ihn lieb haben. Er ist ein gewaltiger Schuß, eine große Stärke, ein Schirm wider die Hiße, eine Hütte wider den heißen Mittag, eine Hut wider das Straucheln, eine Hülfe wider den Fall." Er ist vollbracht zu meines Schöpfers Preise, Der Tag der heil'gen Ruhe ist vollbracht; mis Ich blicke segnend auf die Lebensreiſe, Mein guter Gott hat Alles wohl gemacht! Mit Rührung blick' ich hin auf jene Stunden, Wo ich zuerst des Glaubens Kraft empfand, Wo sich mein Herz, von aller Sorg' entbunden, In dir, du ew'ge Liebe, glücklich fand! Ich achtete mit Lust auf deinen Willen; Du warst mein Gott, mein Vater, ich war dein; Ich liebte dich und flehte oft im Stillen: Herr, laß mich deiner Liebe würdig seyn! Mit tiefer Wehmuth will ich es bekennen: Ich blieb nicht stets dein liebes, treues Kind; Zwar konnte nichts von dir mich gänzlich trennen, Doch oft genug war ich verkehrt und blind. Nicht dich - 168 nur mich allein hab' ich betrübet, Du lebst in ungetrübter Seligkeit. Ich fiel. Du hast mich je und je geliebet, Doch ernst erschien mir deine Freundlichkeit! Ich sank auf's Neue in die Vaterarme, Die deinen Kindern ewig offen sind. Das wunde Herz genas von seinem Harme; Ich war auf's Neu' dein liebes, frohes Kind! Ich konnte wieder freudig zu dir flehen; Mein Herz schlug treu und liebevoll für dich, Mein Auge konnte heiter aufwärts sehen, Und alle guten Engel freuten sich! Und Alle dort, die mir vorangegangen, Die keine Sünde und kein Leid mehr drückt; Ach, die voll Liebe ewig mich umfangen, Wenn schon kein Aug' die Geister- Spur- erblickt! 2 Ich grüße euch, in dieser Feierstunde; Gelobt sey Gott, der Sabbath ist vollbracht! Ihr sel'gen Geister, sprecht im Andachts- Bunde: Gelobt sey Gott, der Alles wohl gemacht. Intuos2 mois) 169 HE - juilwat Mont a n ta g. ( Sechste Woche.) Morgen. ,, Wer sich lässet dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Herr, laß mich frühe hören deine Gnade; denn ich hoffe auf dich. Thue mir kund den Weg, darauf ich gehen soll, denn mich verlanget, nach dir. Lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen; denn du bist mein Gott, dein guter Geift führe mich auf ebener Bahn!" Der Tag vertreibt die Nacht. In Gottes Namen Fang' ich die neue Lebenswoche an. In stiller Hoffnung streu' ich meinen Samen, Und traue dem, der schüßen, segnen kann. Licht ist sein Wort. Ich will es treu erfaffen Und unverrückt nach jener Heimath seh'n. Du wirst dein Kind, o Vater, nicht verlassen, An deiner Hand kann ich nicht irre geh'n! Die Zukunft hast du weislich mir verborgen, Ein dunkler Saum entzieht sie meinem Blick. Vergebens sorg' ich für den andern Morgen; In deiner Hand liegt unser Erdenglück! 170 - Wie eitel ist der Mensch in seinen Traümen! Der Stolze spricht: ich kenne meine Kraft; Vergebens mag das starke Roß sich baümen, Es unterliegt der höhern Meisterschaft! Wie sollt' ich nicht Geduld mit Andern haben, Da mir des Guten, ach, so viel gebricht? Schwer ist die Pflicht; verschieden sind die Gaben Wenn Alle straucheln, wer verzeihet nicht? In Demuth und in Sanftmuth laß mich wandeln, Mein Gott, wenn der Versucher mich umschleicht; Nach Jesu Vorschrift will ich glaubig handeln; Sein Joch ist sanft und seine Last ist leicht. Kommt, lernet von ihm Alle! Nicht vergebens Prägt Jesus diese Tugenden uns ein; Sie sind die Engel dieses Erdenlebens Und werden unser Lohn im Himmel seyn. bilgus tbly Ich liebe sie; ich will sie treu bewahren, Und meiner Zukunft froh entgegen geh'n. O Gott, laß deine Güte mich erfahren, Und jede Prüfung glücklich übersteh'n! monon 1051 maro102 - 171 s Montag.in dlf ( Sechste Woche.) th mini nion phot A ben d. ,, Chriftus hat dem Tode die Macht genommen und ein unvergängs #liches Wesen an das Licht gebracht durch das Evangelium. Daß ist die Berheißung, die er uns gegeben hat: das ewige Leben. Es ist noch eine Ruhe vorhanden dem Bolke Gottes; denn wir haben hier keine bleibende Stätte, sondern die zukünftige suchen wir. Selig sind die Todten, die in dem Herrn sterben von nun an! Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit und ihre Werke folgen ihnen nach." Eh' mich der Schlaf mit ſeiner Hülle decket, Bet' ich zu dir, den meine Seele liebt; Du bist mein Gott, wenn mich der Morgen wecket, Du bist mein Gott, wenn mich die Nacht umgibt! $ 0 Die Sonne ist in's Meer hinabgesunken, Verändert hat auf's Neu' sich Stund' und Zeit; Vergangen ist gleich einem schnellen Funken Der Tag ein Pulsschlag jener Ewigkeit. Einst werd' ich keinen Erdentag mehr sehen, Dort, wo die Zeit nach andern Stunden schlägt; An meinem Grab' wird die Verwesung stehen, Die kalt den morschen Ueberrest zerlegt. O Lebenstag, wie bist du so voll Grauen, Wenn deinen Schluß kein Abendroth erhellt;.. - 172 Wenn wir hinab in die Vernichtung schauen, Und nichts den bangen Geist zufrieden stellt! - Doch nein- wo Alles schläft in stillen Kammern Sey gutes Muths, o Herz, der Schöpfer wacht! Du darfst dein letztes Schicksal nicht bejammern; Ein heller Strahl bricht aus des Grabes Nacht! " Ich bin die Auferstehung und das Leben- Das Weizenkorn wird nicht umsonst gesä't." Der Herr wird uns den Lohn der Treue geben, Obschon der Tod die Aussaat niedermäht. 195 Dein Ebenbild ist nicht umsonst geschaffen, Du Herr des Lebens und der Ewigkeit! Die arme Unschuld findet ihre WaffenGewiß im Lande der Unsterblichkeit. D'rum saume nicht, mein Geist, dich zu be= the duu dut reiten in Auf jene Heimath, eh' der Tod erscheint; Dann wird er dir zum Herold süßer Freuden, Wenn Lieb' und Treu' am dunklen Sarge weint! 1g Schlaft wohl, ihr Brüder, auf dem Erdendrie runde, Gott segne uns, der unser Vater heißt; Und schenk' uns eine frohe Sterbestunde Das walte Gott der Vater, Sohn und Geist! inass ― 173 — mig he Diensttag. ( Sechste Woche.) Morgen. ,, Ich danke dir, Herr, von ganzem Herzen, und erzähle alle deine Wunder! Ich freue mich und bin fröhlich in dir, und lobe deis nen Namen, du Allerhöchster! Denn bei dir ist die lebendige Quelle und in deinem Lichte sehen wir das Licht." Der dunkle Vorhang ist hinabgesunken, Der Tag mit seiner Herrlichkeit erscheint; Das große Licht weckt alle Lebensfunken, Und Alles eilt, zum Tagewerk vereint. Die Einen tragen fröhlich ihre Bürden, Die Andern seufzen über Müh' und Last, Und Viele, die in Kleinmuth sinken würden, Bedenken, daß Du sie gerufen hast. Barmherziger! wer sollte dir nicht danken? Ach Alles, was wir haben, kommt von dir; Genuß und Ruhe, Arbeit und Gedanken, Und eine ew'ge Hoffnung gabst du mir! Wer bin ich, Schöpfer, daß du mein gedenkest, Ich schwaches Kind, voll Lüsternheit und Tand? Verwildert, wo du meinen Gang nicht lenkest, Wo du nicht hilfst, voll Noth und Unverstand! Das will ich täglich mir vor Augen stellen, Damit ich fromm und dir gehorsam sey; 174 — Dein Himmelslicht soll meinen Pfad erhellen, Dein guter Geist, o Vater, steh' mir bei! Nicht meinem blinden Willen laß mich dienen, Du hast mein blödes Auge aufgehellt. Von oben her ist mir ein Strahl erschienen, Er weihe mich zum heil'gen Dienst der Welt. 90 Dann gilt die Welt mir nicht als eitle Bühne, Wo jeder seine Rolle spielt; ich weiß, Daß ich dem Herrn, und nicht dem Menschen diene, Und lebe ganz zu seinem Ruhm und Preis. - Und stünd' ich zweifelnd unter Lebenswegen, Und sollt' ich je verlegen um mich seh'n, So will ich schnell die Frag' an's Herz mir legen: Auf welchem Pfade würd' dein Vorbild geh'n? I mig Und wie der inn're Richter dann entschieden, So sey's!- Voll Glaubensmuth und Freudigkeit SO dall Zieh' ich entlang- im Kampfe oder Frieden Es ist ein Schritt zur frohen Ewigkeit! Preis dir, daß du mich schufft zu guten Werken, Und nicht zum schnöden Dienst der Eitelkeit! Laß mich auf deine Vaterwinke merken; Die höchste Wonne ist Gottseligkeit! - 175 Diensttag. ( Sechste Woche.) A ben d. ,, Ich will den Herrn loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem ein 206 Munde seyn. Meine Seele soll sich rühmen des Herrn, daß es die Elenden hören und sich freuen. Preiset mit mir den Herrn und last uns miteinander seinen Namen erhöhen! Da ich den Herrn suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht." bumil Nacht um mich her, wohin mein Auge blicket, Nur im Gemüthe wohnet Heiterkeit; Das Höchste, was den Sterblichen beglücket, Ist Gott, Natur, Erlösung, Seligkeit. Mein Heiland brachte Nächte zu mit Flehen, Wenn er dem Treiben dieser Welt entfloh. S Auch mich soll stille Himmelsluft umwehen; TODE SES Ein Blick nach Oben macht die Seele froh. Wenn ich auf ungewissem Pfade wanke, Wenn Sorg' und Sturm des Lebens Reiz verweht, Gott, Gott, du bist des Herzens Lichtgedanke, Wenn aller Glanz am Grabe niedergeht! Du führest deine Kinder unter Segen In's traute Eden dieses Lebens ein; Die Freudenblume wächst auf allen Wegen; Die Welt ist schön; wir könnten glücklich seyn! Doch bald entflieh'n der Unschuld Rosenstunden, Die Schlange hat das arme Herz bethört, - 176 - Bald ist der Baum mit seiner Lust verschwunden. Der Cherub droht. Die Rückkehr ist verwehrt. Wie traurig blickt das Auge nach dem Garten, Wo blühend einst die Schöpfung vor ihm lag! Welch' Mißgeschick wird künftig dich erwarten?- Mit jedem Schritt verdunkelt sich der Tag. Und immer trüber wird es auf dem Pfade. Der Himmel zürnt. Der Schöpfung Glanz. erbleicht Da kehrt das Herz zum Vater, fleht um Gnade Zu dir, der nie von seinen Kindern weicht! - Du hörst sein Fleh'n! Die stille Thräne fließet. Das neue Glück ist im Gebet erwacht! Der Himmel hat die Reue selbst versüßet, Und Leben aus dem Tod hervorgebracht. Der Glaube siegt. Der Cherub ist verschwunden. Das Kreuz erscheint als neuer Lebensbaum. Die Ewigkeit zeigt ihre Rosenstunden, Und unter Glanz entflicht der Lebenstraum. Dann gute Nacht, du arme kleine Erde, Der Geist eilt frei dem Sonnenlande zu! Gelobt sey Gott, auch wenn ich Asche werde, Ich bin bei Gott in süßer, stolzer Ruh'! Työd NG Mittwoch. - 177 - Mittwoch. ( Sechste Woche.) Morge n. „ Ich will dich erhöhen, mein Gott, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will reden von deiner herrlichen, schönen Pracht und von deinen Wundern, daß man preise deine große Güte und deine Gerechtigkeit rühme. Der Herr ist gerecht in allen seinen Wegen, und heilig in allen seinen Werken. Der Herr ist nahe Allen, die ihn anrufen, Allen, die ihn mit Ernst anrufen. Er thut, was die Gottesfürchtigen begehren, er höret ihr Flehen und hilft ihnen. Der Herr behütet alle, die ihn lieben." Die ie Nacht entflieht. Die Traume sind verschwunden. Der Tag erscheint. Die Sonne weckt die Welt. Der Geist hat sich vom Schlummer losgewunden, Und naht sich dir, der Alles trägt und hält. Allmächtiger, du sprichst ein neues: Werde! Und eine Welt entfaltet ihre Pracht. Auf deinen Wink verwandelt sich die Erde, Der Himmel ist durch's Wort des Herrn gemacht! Wie könnt' ich sorgen, wenn der Tag sich trübet? Wie könnt' ich zweifeln, wo die Allmacht spricht? Witschels Morgen- u. Abendopfer. 12. Audg. 12 — 178 - Du bist es, Herr, den meine Seele liebet, Du waltest ewig! Nein, ich sorge nicht! Wo ich in deiner Schöpfung um mich blicke, Da find' ich Weisheit, die kein Geist ermißt. Und Mensch und Wurm, vom Adler bis zur Mücke, Zeugt Alles, daß du unerforschlich bist! Dein Will' gescheh'! nicht was ich mir ersehen; - Du leitest mich auf dunklem Lebenspfad! Was liegt daran, wenn Welten untergehen? Bei dir ist Weisheit, ist Verstand und Nath! Du bist die Liebe! Deine Gnade waltet, Und deine Güte währt in Ewigkeit. O billig, daß der Mensch die Hände faltet, Und dankt dir, Vater der Barmherzigkeit! Wie sollt' ich nicht den armen Bruder lieben, Nicht gerne lindern seine Qual und Noth? Wie könnte ich ein Menschenherz betrüben? Wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott! Du kennst die kleine Welt im Sonnenstaube, Dein Auge blickt durch's weite Firmament; Du weißt es, was ich denke, fühle, glaube, Du siehst mein Werk und Mittel, Zweck und End'! - 179 Wie sollt' ich nicht bei schwarzen Thaten zittern? - Ach, könnt' ich dich, mein Gott, vergessen- dich, Dann soll mich tief das große Wort erschüttern: Herr, du erforschest und erkennest mich! gine - Mit Gott zieh' ich auf meinem Pfade weiter; Willkommen, schöne Welt! Und jeder Tag Sey eine Sprosse auf der Himmelsleiter; Am Grabe glänzt ein langer Freudentag! Shir& Mostec de 12* 532 - 180 Mittwoch. ( Sechste Woche.) A be n d. ..Herr, deine Augen stehen offen über alle Wege der Menschenkinder, daß du einem jeglichen gebeft nach seinem Wandel! Sie sollen mein Bolk seyn, spricht der Herr, so will ich ihr Gott seyn, und will ihnen einerlei Herz und Wesen geben, daß sie mich fürchten follen ihr Lebenlang, auf daß es ihnen und ihren Kindern nach ihnen wohl gehe und will einen ewigen Bund mit ihnen machen, daß ich nicht will ablassen, ihnen Gutes zu thun, und will ihnen meine Furcht in das Herz geben, daß sie nicht von mir weichen und es soll meine Luft seyn, daß ich ihnen Gutes thue." Wo eilt ihr hin, ihr kurzen Lebensstunden, Gleich dürren Blättern, die der Wind verweht? Kaum hat das holde Licht sich eingefunden, So naht die Stunde, wo es untergeht! = Die Lust verblüht. Du rufest sie vergebens Zurück! Umsonst; sie liegt im Sterbekleid. Ein Morgen Traum, die Freude dieses Lebens Die Welt vergeht mit ihrer Herrlichkeit! Wo sind die Stunden, die ich froh verlebte, Wo sind die Tage stiller Seligkeit, Wo keine Sorge noch das Herz umschwebte Die Jahre süßer Unbefangenheit? 1 Sie sind dahin; und ernster trat das Leben In mancherlei Gestaltung vor mich hin; 181 Wohl hat es mir des Guten viel gegeben, Doch nimmer kam der frohe Kinderfinn! Ich suchte viel und habe wenig funden, Ich hoffte kühn und Taüschung war mein Glück; Ich feierte so manche Pilgerstunden Und blickte kalt auf ihre Spur zurück. Da fiel ein Strahl in meine trübe Seele, Sanft wie das Licht, wenn sich der Abend neigt, Glich er dem Lichtstrahl in der Kerkerhöhle; Ich sah nach Oben- und das Herz ward leicht. Es war die Stunde, wo ich dich gefunden, Mein Vater, der mich freundlich zu sich rief! • Dein Friede sank auf meine Lebensstunden; Die Liebe war's, die tröstend mich ergriff! Ja, ich bin dein und nichts mehr soll uns scheiden; Mein Vater herrschet auf dem Weltenthron! Er kennet meine Freuden, meine Leiden. Ich sorge nicht. Der Himmel ist mein Lohn! Und sinket einst der letzte Abend nieder, Der mich der stillen Kammer übergibt, Am Morgen find' ich meine Lieben wieder, Und einen Vater, der mich ewig liebt!. - de 182 Donnerstag. ( Sechste Woche.) ( ho Morge n. ,, Gott, du bist mein Gott, frühe wache ich zu dir! Es dürftet meine Seele nach dir, denn deine Güte ist besser, denn Leben. Wenn ich mich zu Bette lege, gedenke ich an dich; wenn ich erwache, rede ich von dir. Denn du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel rühme ich dich!" Herr, lehr' mich thun nach deinem Wohlgefallen, Dein guter Geist führ' mich auf eb'ner Bahn; Mag rechts und links der Klage Ruf erschallen, Ich weiß es, daß ich dir vertrauen kann! Du bist die Quelle aller Treu' und Liebe, Und deine Lieb' und Treue wanket nicht; Ist manche Pilgerfahrt auch Nacht und trübe, Wer dir vertraut, der wandelt in dem Licht! Er geht beherzt, wo du ihn hinbeschieden, Sein Muth wächst in der Stunde der Gefahr; Und wankt sein Fuß, und will die Kraft ermüden, Du bist bei ihm mit deiner Engelschaar! Sie tragen Palmenzweige in den Händen, Und blicken liebend auf das Herz im Streit. 183 O wanke nicht! Bald wirst du schön vollenden, Und deiner harrt die süße Ewigkeit! - Viel Gutes ist gethan auf dieser Erde; O selig, wer auf frommen Thaten ruht! Viel Gutes ist zu thun, damit es besser werde; Die Liebe stärkt, und Treue nur hat Muth. Wie sollt' ich saümen, wenn der Vater winket? Wie sollt' ich zweifeln, wo der Himmel ruft? Herr, laß mich wirken, eh' der Abend sinket, Bald kommt die Nacht, die stille, kalte Gruft, Wo Niemand wirken kann.! Wie ungeweihet Erscheint das Kreuz auf eines Trägen Grab! Die lange Sünde wird zu spät bereuet; Wo ist das Pfund, daß dir der Himmel gab? Die Gnadenzeit wie bald ist sie verloren? Die Welt vergeht mit ihrer Eitelkeit, Wer aber recht thut, ist von Gott geboren,*) Und stehet fest und bleibt in Ewigkeit. - O daß mich nie mein eig'nes Herz verdamme; Ich fleh', o Gott, vor deinem Gnadenthron! Erleuchte mich mit deiner Geistes- Flamme; Das wahre Leben ist in deinem Sohn!**) *) 1 Joh. 2, 29.**) 1 Joh. 5, 11. ▬▬ 184 Donnerstag. ( Sechste Woche.) — A ben d. ,, Herr, ich traue auf dich; laß mich nimmermehr zu Schanden wer: den; errette mich durch deine Gerechtigkeit! Neige deine Ohren zu mir und hilf mir; denn du bist mein Fels und meine Burg; um deines Namens willen wolleft du mich leiten und führen. In deine Hände befehle ich meinen Geist, du haft mich erlöset, Herr, du treuer Gott!" Amen, men, Lob und Preis und Dank und Ehre*) Sey dir, unserm guten Gott, gebracht; Hochgelobet sey dein großer Name Unter Sternen, unter Traum und Nacht! Mein Versorger, meine süße Freude, Unvergänglich, ewig, ewig mein; Owie unaussprechlich ist die Gnade, Ewig selig, ewig dein zu seyn! ,, Sey getreu bis in den Tod!"- Ich höre Deine Stimme, und es schweigt die Welt, Gleich der Nacht. Das weiche Herz spricht: - *) Offenb. 7, 12. Amen! Und der Geist wird durch dein Licht erhellt. Du nur kannst des Lebens Krone geben! Deine Treue und Barmherzigkeit 185 - Währet ewig! Laß uns froh entschlafen Einst am Ziele der Vergänglichkeit; Tag und Nacht vor deinem Stuhle dienen, Dort im lichten Tempel froh und frei; Uns wird nicht mehr hungern, nicht mehr dürsten,*) Und des Tages Last und Hiße ist vorbei! Zum lebend'gen Wasserbrunnen leitet Alle Treuen deine Vaterhand; Alle Thränen in den Augen trocknet Deine Liebe dort im Vaterland. An der stillen Urne spricht der Glaube: Selig sind die Todten in dem Herrn! Himmlisch ruhen sie von ihrer Arbeit, Und ihr Erbtheil winkt von Stern zu Stern. Eine Hütte Gottes bei den Menschen,**) Werd' ich dort bewohnen, ewig dein! Schmerzen, Angst und Seufzen sind verschwunden, Schrecken und der Tod wird nicht mehr seyn. Amen, Lob und Preis und Dank und Ehre! Vater, höre unser Lob und Fleh'n, Und laß Alle selig überwinden, Welche diese Nacht von hinnen geh'n! *) Jef. 49, 10.**) Offenb. 21, 3. - 186- - Freit a g. ( Sechste Woche.) Morge n. Die Reiche der Welt find unsers Herrn und seines Chriftus gewor den und er wird herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Gott hat alle Dinge unter seine Füße gethan und hat ihn gesegt zum Haupt der Gemeinde über Alles. Er muß herrschen, bis daß er alle seine Feinde unter seine Füße lege. Wenn aber alles ihm unterthan seyn wird, alsdann wird auch der Sohn selbst unter: than seyn dem, der ihm Alles untergethan hat, auf daß Gott sey Alles in Allen." An dem Kreuze des Erlösers hebet - Sich die Seele über Welt und Land; Fühlt das große Wort: er stirbt- er lebet! Und vertraut dem bessern Vaterland. Schmählich starb er unter bittern Schmerzen Und die Sonne hüllte sich in Nacht; Schaurig wiederhallt im Mutterherzen Das Erlösungswort: es ist vollbracht! Wolken ziehen um den Todeshügel, Frevler starren und die Erde bebt; Donnernd bricht des Grabes Felsenriegel Und die Vorwelt stehet auf und lebt! Priester opfern vor der dunkeln Hütte, Lämmer bluten zu Jehovahs Ruhm Plößlich reißt der Vorhang in der Mitte, Und die Sonne strahlt in's Heiligthum. - - 187 Jesus lebt! Er hat den Tod bezwungen! Und das Kreuz erscheint als Siegspanier, Dein Triumph erschallt von allen Zungen, Großer Heiland, Alles huldigt dir! ― - Sammelt euch mit heiligem Gefühle Um den König, dessen Reich besteht; Auf, ihr Völker, auf zum hohen Ziele, Werdet Christen und die Nacht vergeht! Höret auf zu grübeln und zu streiten, Wo der Himmel euern Pfad erhellt; Mächtig tönt es in den Sturm der Zeiten: Jesus Christus ist das Licht der Welt! - Glaubet, daß ein treuer Vater waltet, Liebet euch mit brüderlichem Sinn; Hoffet, wenn das Herz im Tod erkaltet;- Schlummert unter Gottes Frieden hin! Droben finden wir uns liebend wieder, Und ein neues Gottesreich beginnt; Herr des Lebens, blicke freundlich nieder, Wenn der Traum der letzten Nacht zerrinnt! - 188 Fre itag. ( Sechste Woche.) tapt 13 me A ben d. ,, Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Wer den Willen thut meines Baters im Himmel, ders selbige ist mein Bruder und meine Schwester. Liebet ihr mich; so haltet meine Gebote. Ihr seyd meine Freunde, so ihr thut, was ich euch gebiete. Wer dem Herrn anhänget, der ist Ein Geist mit ihm." Die Schöpfung ruht. ie Schöpfung ruht. Der Tag hat sich geneiget. Die Erde wird zum stillen Heiligthum. Die Andacht lebt. Im dunkeln Chore zeiget Das Kreuz sich mir, des Christen Eigenthum. Hier will ich betend meine Hände falten. Zu dir, mein Gott, erhebt sich Herz und Sinn; Du läsfest ewig deine Gnade walten, Gelobt seyst du, daß ich erlöset bin! = Der Glaube ist verschieden. Deine Kinder Seh'n immerdar ein Vater- Angesicht. Der Zweifelnde ist darum noch kein Sünder; Wer Christi Geist hat, der verdammet nicht! Wenn dort die Jünger die Verklärung schauen, So rufen sie, von Himmelsluft umweht: Hier ist gut seyn! Hier laßt uns Hütten bauen! Ob keiner schon das Lichtbild ganz versteht. 189 — So ist für uns im Schleier eingehüllet Dein Antlitz, Himmelskind Religion! Doch wird das Herz mit vollem Trost erfüllet, Begnügt es sich mit deinem Gnadenlohn. Mag hier und dort ein Zwiespalt sich erheben, Nie herrschte Friede in dem Christenthum. Mein Heiland ist die Wahrheit und das Leben; Ich glaube an das Evangelium. Oft waren's Thränen, die den Blick erhellten. Oft blieb die Seele für ihr Wohlseyn blind. Blick auf zu jenen heitern Sternenwelten! Gott ist die Liebe, und du bist sein Kind! Wie sollt' ich dich nicht über Alles lieben, Mein Schöpfer dort in deiner Herrlichkeit? Warum nicht freudig deinen Willen üben, Mein Vater auf dem Thron' der Ewigkeit? Dein Sohn hat mich zum Eigenthum erkoren, Er litt und starb auf Golgatha für mich. Durch sein Verdienst bin ich zum Licht geboren, Dein liebes Kind, mein Vater, ewiglich! Einst darf ich näher, näher zu dir kommen, Wie schlägt mein Herz bei dieser Zuversicht! Dann bin ich jeder Erdennacht entnommen, Und um mich her ist Alles Lust und Licht! - 190 — Sonnabend. ( Sechste Woche.) Morgen. ,, D Gott und Herr aller Güte, gib mir die Weisheit, die stets um deinen Thron ift, und verwirf mich nicht aus deinen Kindern! Wer will deinen Rath erfahren; es sey denn, daß du Weisheit gebeft und sendeft deinen heiligen Geift aus der Höhe, daß also richtig werde das Thun auf Erden und die Menschen lernen, was dir gefällt, und durch die Weisheit selig werden." Die Woche geht mit diesem Tag zu Ende, Wie schnell entflieht die edle Lebenszeit! Wohin ich nur mein trauernd Auge wende, Erblick' ich Spuren der Vergänglichkeit. Die Tugend sinkt, der Weise wird zum Kinde, Das Große fällt, die Liebe wird zur Qual, Die Kraft versiegt, der Ruhm zerfällt in Sünde, Und Menschenwerk verwittert überall. Wer stillt der Seele heiliges Gelüsten Nach jenem Frieden, der nicht untergeht? Wo ist die Feuersaüle in der Wüsten, Die glänzend vor dem dunkeln Pfade steht? 191 - du Du senktest sie vom Himmel auf die Erde, Du Herr des Lebens, Herr der Seligkeit, Damit der Pilger hingeleitet werde Zum Kanaan in jener Ewigkeit! - Es ist das Wort voll Gnade und voll Wahrheit, Das Licht und Recht, das uns dein Sohn gebracht. - Verwandelt steht die dunkle Welt in Klarheit, Und hingeschieden flieht die lange Nacht. Jetzt wird es helle in der finstern Seele; Im Morgenglanz erscheint die Lebenszeit, Geöffnet ist die bange Kerkerhöhle; Im Reiche Gottes wohnet Seligkeit. - Verachtet und verlassen wird die Sünde Mit ihrer Qual. Das Herz schlägt fromm und frei. Das Aug' wird Licht. Zerrissen ist die Binde. Der Geist erstarkt in Liebe und in Treu'. Er lebt in dir mit seinem ganzen Wesen, Er sieht nur dich und sieht dich nie genug; Er will sein Glück aus deinem Auge lesen, Und freut sich dein bis zu dem Aschenkrug. 1 192 So kommt dein Reich voll Wahrheit und voll Gnade In jedes Herz, das dir sich ganz ergibt, Und das auf leichtem oder rauhem Pfade Mit Dank und Demuth nur den Vater liebt. Du bist mein Hort, auf den ich ewig traue, Ja ewig; deine Gnade weichet nicht. Einst seh' ich, was ich hier im Dunkeln schaue, Dein großes Reich in Freude und in Licht! Sonnabend. mhian - 193 Sonnaben d. e ( Sechste Woche.) A Herr, erhöre mein Gebet, vernimm mein Flehen um deiner Wahrs heit willen, erhöre mich um deiner Gerechtigkeit willen, und gehe nicht in's Gericht mit deinem Knecht; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht! Thue mir kund den Weg, darauf ich gehen foll; denn mich verlanget nach dir. Lehre mich thun nach deis nem Wohlgefallen; denn du bist mein Gott, dein guter Geift führe mich auf ebener Bahn!"" ben d. 100 Die Ruhe winkt; die Woche geht zu Ende, Wie preif' ich, Vater, deine Gütigkeit? Wohin ich mein gerührtes Auge wende, Find' ich nur Liebe und Barmherzigkeit! Du hast so vieles Gute mir gegeben, Mein Bestes treuer, als ich selbst bedacht, Mit Rührung blick' ich auf mein Erdenleben; Du, Herr, hast Alles, Alles wohl gemacht! Wie hab' ich deine Treue dir vergolten? Wie hab' ich meine Liebe dir bewährt? Ach, selten thun wir Schwache, was wir sollten, Und keiner ist der ew'gen Liebe werth! Wo sind die Jahre, die du mir geschenket, Wer ist es, der vor dir sich rühmen kann? Wie oft hab' ich, o Herr, dein Pfund versenket? Wie wenig für das Himmelreich gethan? Witschels Morgen- u. Abendopfer. 12. udg. 13 - 194 Ich schämte mich, daß ich von Dir gewichen; Du gabst mir Zeit zur Neu' und Besserung. Die Welt mit ihren Reizen war verblichen; Und doch erhielt sie neue Huldigung. —— — Ich thue nicht das Gute, das ich wähle, Wenn mich die Lust der Eitelkeit bethört. Der Pfad ist schmal. Oft wankt die müde Seele, Wenn sie nicht laut den Ruf des Himmels hört. Ach diesen laß mich froh und immer hören, Wenn sich das Herz im Zeitlichen vergißt; In Demuth laß mich deine Weisheit ehren, Und nie vergessen, daß du Richter bist! Einst schlägt die Stunde und die dunkle Halle Des Grabes öffnet sich. Es klagt die Zeit. Der Richter spricht das Urtheil über Alle, Und den Vollzug gewährt die Ewigkeit. O Vater, gnädig und barmherzig sende Uns Allen deinen heilig guten Geist, Und schenk' uns einst am Ziel ein selig's Ende, Das unser Herr den Redlichen verheißt! Dir leb' ich, Jesu, und dir will ich sterben. Du bist mein Freund, ich bleibe ewig dein! Ja, Gottes Kinder sind des Himmels Erben; Der Tod wird mir ein Friedensbote seyn! E ALER 3 weiter Theil 13* od tist hobuna desgut nd 197 Das Gebet Jesu. Pater, den uns Jesus offenbaret, Den der Geist mit hoher Andacht nennt, Vater, den kein Himmel von der Erde, Keine Welt von seinen Kindern trennt; Hochgelobet sey dein großer Name, Angebetet deine Herrlichkeit; this 196 08 Heilig ehre dich der Mensch im Staube, Von der Wiege bis zur Ewigkeit! the Dein Reich komme! Jenes Reich des Friedens, Das durch Weisheit und durch Liebe blüht; Jenes Reich, das Jesus Christus baute, Das die Menschen für den Himmel zieht! Es gescheh' dein Wille hier auf Erden, Wie in jenem lichten Geisterreich; Und die Wahrheit und die Tugend mache Alle Menschen deinen Engeln gleich! Gib uns, ewig große Freudenquelle, Gib uns, was wir brauchen in der Noth; Ach, wir bitten nicht um Gold und Schäßze, Gib uns, Herr, Zufriedenheit und Brod! 198 Wenn wir auf dem Pfad der Tugend straucheln, Herr, vergib uns unsre Missethat, So wie wir auch gern verzeihen wollen, Wenn der Nächste uns gekränket hat! Leite uns in jeder Prüfungsstunde, Wo die Tugend mit dem Laster ringt; Laß uns auf die Himmelskrone blicken, Wenn die Erde unser Herz umschlingt! So erlöse uns von allem Uebel, Das den Geist und unser Herz bedroht! Gram und Reue werden dann verschwinden, Und wir troßen jeder Lebensnoth. Dein, Herr, ist das Reich der Macht und Stärke, Ewig währet deine Herrlichkeit! Alle Himmel rühmen deine Ehre, Und dein Tempel ist die Ewigkeit! - stbour Gasgat - - allopurdu shop og du 1 doy de industriting d tomt 1001 60 199 Am letzten Abend im Jahre. Bald hat wieder eine große Stunde In der Lebensglocke ausgetönt! is n Schweigend sitzt die Nacht auf ihrem Throne Und mit Sternen ist ihr Haupt gekrönt. Feierlich umschließet mich die Erde; Noch bin ich im heil'gen Dienst der Zeit; dall Aber hinter Wolken steht und winket Schon der Bote der Unsterblichkeit. Millionen sanken hin zur Ruhe, Millionen an dem Wanderstab'; Schaurig weht die schwarze Todesfahne Und die ganze Erde ist ein Grab. Stille Geister, schwebt ihr um die Menschen? Ist der Himmel vor euch aufgehellt? Ach, nur Eine Stimme aus der Wolke, Einen Blick in jene Geisterwelt! Doch der kalte Tempel bleibt verschlossen, Stumm das Grab und still die Ewigkeit. Vor uns sä't das Leben seine Blumen; Hinter uns mäht die Vergänglichkeit. — 200 - Vater, daß Du über Sternen waltest, Daß du ewig nah' und ferne bist, Daß mich stündlich deine Güte mahnet, Wenn mein Herz im Staube dich vergißt; Dieses tröstet mich am Scheidewege, Wo der Wechsel und der Tod erscheint; Laß mich an die Morgensonne denken, Wenn der Abend seine Thränen weint! Lieblich, wie der Mond vorüberziehet, Sind die Tage der Vergangenheit; Und auf jedem Lebenspfade glänzet Eine Zinne deiner Herrlichkeit. Vater, hochgelobet, hochgepriesen Sey dein Walten, deine Mildigkeit; Sey dein heit'res Auge dort im Himmel, Deine Liebe in der Ewigkeit! Gnade ist es, daß wir sind und leben, Gnade, daß uns Speis und Trank erquickt, Gnade, daß der Geist den Himmel ahnet Und mit Hoffnung über Gräber blickt! Mag die Zukunft freundlich niederschweben, Mag das Leben kalt und stürmisch seyn; Alles wechselt, Alles geht vorüber, Treuer Vater, und wir sind ja dein; Dein im Leben, dein im stillen Grabe, 201 $ 3 Auf der Wallfahrt, in der Ewigkeit! Menschenkinder, laßt den Vater sorgen Und vertrauet seiner Gütigkeit! Habe Dank, du Geist der stillen Liebe, Habe Dank für das entschlaf'ne Jahr! Leite mich nach deinem Wohlgefallen Bis zum Wechsel an der Todtenbahr'! in — *** Inter 8 19 - 202 neujah r. Onll Morgen. Herr, err, vor dem im großen Himmelsraume Tausend Sonnen auf und nieder geh'n, Und um dessen Thron, aus Licht gebauet, Welten sich im stillen Kreise dreh'n; Du, der ewig lebend aus den Wolken Hin auf Millionen Gräber schaut, Und sich aus dem Staube der Verwesung Täglich eine neue Schöpfung bautDeine Jahre sind nicht aufgeschrieben, Deinem Wesen drohet keine Zeit, Nur die Weltenuhr schlägt deine Stunden Und dein Tag ist eine Ewigkeit! - Ach! was ist der Mensch, vom Staub geboren, Dieser Zögling der Vergänglichkeit, Daß du sein gedenkest und ihn schüßzest In dem fluthenvollen Strom der Zeit? Daß sein Schifflein unter tausend Klippen Nicht zertrümmert, eh' die Nacht entflieht; Daß er sicher nach dem Hafen steuert, Den dein Wille freundlich ihm beschied?- 203 Du bist ewig! meine Kraft verschwindet, Wenn der Tod mit seiner Sense draüt Du bist ewig. wenn die Sonne bleichet, Wenn der Himmel altet wie ein Kleid! — - - Du, der Alles ewig denkt und lenket, Du, der Alles, Alles wohl gemacht, Unter Dank und unter Freudenthränen sid Sey mein Herz zum Opfer dir gebracht, of al Voll Ergebung, wenn die Hand vom Himmel Mir den dunklen Kelch der Leiden beut, Voll Vertrauen, daß am Ziel der Reise Deine Sonne meine Nacht zerstreut! Und so hab' ich keinen Wunsch hienieden, Der um Glück und Erdenfreuden fleht. Du gibst Allen Gutes. Sollt' ich flehen? Herr, mein Flehen wird zum Dankgebet! dug fred Gan A Jell 204, id e Neujahr. jahr. - A ben d. Schöpfer, deine Nacht hat mich umfangen, Und ich denke an's entschlaf'ne Jahr, An die Freuden, die vorüber zogen, An so manche frühe Todtenbahr' Ach, die Menschen welken, wie die Blumen, Die der kalte Winterfrost gebleicht- Fallen, wie das bunte Laub im Herbste, Wenn ein Blatt um's and're niederschleicht! Horch, ein leises Rauschen nah' und ferne Deine Freude weht der Wind herab; Und kaum, daß du ihre Spur gewahrtest,$ 0 Liegt sie schon im dunklen Erdengrab'! Herr des Lebens, so verschwinden Menschen, Wenn der Tod durch ihre Reihen haucht; Da und dort verlischt die Lebenslampe Und die letzte Freudengluth verraucht! - - Aber sollte ich darüber klagen, Daß der Tod die letzte Scene schließt; Und daß aus der großen Lebensquelle Die Verwesung, wie die Freude, fließt? #C 1 205 Nein, das Loos, das Allen zugefallen, Muß das beste Loos für Alle seyn; Und wo eine ganze Menschheit sinket, Sinkt man leicht mit ihr in's Grab hinein! Doch so lang die Lebensstunde währet, Freue ich mich ihrer Lieblichkeit Und genieße, was du mir beschieden, Unter Hoffnung und Zufriedenheit. Danke dir mit jeder Abendröthe Für den zugelegten Lebenstag, Trage keine Sorge in dem Herzen, Außer, wie ich besser werden mag! - - Friede sey mit allen Menschenkindern, Jetzt und wenn der große Tag erwacht! Laßt uns dulden, hoffen, lieben, glauben: Gott hat Alles, Alles wohl gemacht! 1207 Keine Sorge für den andern Morgen! Unter Dank und Liebe schlaf' ich ein, Vater, und wenn ich hinüber gehe, Soll mein Abschied dir ein Loblied seyn! - dodhur Charfreitag. 206 — - Morge n. 38 $ au ammle dich, mein Geist, zu Schmerz und Su Freude, Sammle dich von Welt und Eitelkeit, Heute ist das Fest der Menschenliebe Und der tiefgefall'nen Menschlichkeit! Wahrheit, ach! dein Erstgeborner finket, Und du rettest deinen Liebling nicht? O Gerechtigkeit, warum verhüllet Eine Binde hier dein Angesicht? Priesterwuth, Betrug und Irrthum siegen, Und der Weise trägt die Dornenkron'; Pharisäer leben und am Kreuze Stirbt der reine, große Menschensohn! Wahrheit, Tugend schöne, leere Namen- Jesus stirbt in seiner Vaterstadt; Leider war er nicht das erste Opfer, Das die Unvernunft geschlachtet hat! Lebt ein Gott, der seine Welt regieret, Oder lenkt der Zufall dieses Spiel? - — 207 Und auf solchen blutbespritzten Wegen Kommt die arme Menschheit an das Ziel? is Ach! nur unter Blitz und Donner sieget Das Gesetz im Reich der Sterblichkeit; Wahrheit in dem sanften Mund der Tugend Ist die Blume der Vergänglichkeit, Einsam ringt sie in dem Leidensgarten, Welket von dem falschen Judaskuß, Neigt ihr Haupt im wilden Priestersturme, Und verscheidet mit dem Friedensgruß! 28 Weltenlenker, kann der Wurm im Staube Prüfen, was dein weiser Rath beschließt? Kann der Mensch den Strom der Zeiten fassen, Der sich in die Ewigkeit ergießt? Wenn er in dem Frühling ausgefäct, Bringt der Sommer ihm die Garben ein; Aber was der Ewige gepflanzet, Muß für Zeit und Ewigkeiten seyn. Wenn die Sonne fröhlich auferstehet, Ahnest du der großen Liebe Spur; Aber wenn der Bliz vom Himmel fähret, Kommt er nicht vom Vater der Natur? Berge mögen weichen, Hügel fallen; Ewig bleibt der Bund der Liebe steh al - 208 - Welten, Herr, kann deine Hand zertrümmern, Deine Gnade wird nicht untergeh'n! sid Durch die Schmerzen einer Dornenkroner Wird die Wahrheit für die Welt gekrönt; Durch die Feindschaft einer Priesterrotte Wird die große Menschheit ausgesöhnt! Laß mich fromm zu deinem Himmel blicken, Wenn der Sturm durch deine Erde weht; Vater, laß mich fest auf dich vertrauen, Wenn die Tugend leidend untergeht! Wenn ich einst am großen Tag' erwache, Liegt das Dunkel vor mir aufgehellt Weltenvater, dieser Glaube führe Mich zum Schauen in der bessern Welt! - Charfreitag. 1 Jeg Jpm Inment 209- Charfreitag. - oid dall ni fic A ben d. bada Ausgeduldet haft du an dem Pfahle, mille Den die Bosheit in die Erde schlug! Jesus, habe Dank! Die Erde bebeti@ Und der Himmel seufzt: es ist genug! Deine frommen Augen sind geschlossen, mus In der friedevollen Todesnacht; Alle deine Feinde sind verschwunden Mit dem großen Wort: es ist vollbracht! ho So verläßt der Mensch am Scheidewege Dieses Lebens dornenvolle Bahn, glut Und der freie Geist, zum Glück erschaffen, Schwingt sich triumphirend himmelan. Jede Leidensstunde geht vorüber, Jeden Kummer nimmt die holde Zeit; Alles eilet hin zum letzten Ziele, Nähert sich der stillen Ewigkeit. #: 904 689 Gleich der Lilie im Abendrothe Sinkt dein blasser Leichnam hin zur Nuh'. Witschels Morgen- u. Abendopfer. 12. Audg. 14 210 Freunde weinen um die schöne Hülle, Und die Liebe schließt dein Grabmal zn. Ach, geliebt, beweint von hinnen gehen, Ist des Menschen schönes, letztes Lob; Bald verwittert in dem Sturm der Zeiten Jedes Denkmal, das die Kunst erhob! Bitter wurde dir der Kelch gereichet In dem Garten zu Gethsemane; Doch im stillen Felsengrabe findest Du Ersatz für jedes Erdenweh. So umdämmert uns die Kummerwolke Oft im schönen Garten der Natur; Doch es harrt ein Grab für müde Seelen, Dort versieget jede Thränenspur! 4110e Düster war dein Lebenstag hienieden, Doch ihm folget eine sanfte Nacht; Herrlich, göttlich groß hast du vollendet 95 dall Und dein Gott hat Alles wohl gemacht! Menschenvater, laß mich dir vertrauen, Gut ist Alles, was dein Rath beschließt; Jede Nacht wird sich in Licht verwandeln, all Wo die neue Lebensquelle fließt! tatlour thomil - 211 omistatné vid inf er ft mis si die those isbun noto Morgen. Tunio Preis reis dir, Vater! Menschheit, triumphire! all do 3 dvise Gott regieret deinen Wanderstab. sind alle Nacht und Nebel flichen vor der Sonne, Und die Wahrheit steiget aus dem Grab'! Hingelehnt am unfruchtbaren Felsen sid Blicket ihr der Knecht des Irrthums nach; Die zertret'ne Schlange zischt im Staube Ünd verdirbt an ihrer eig'nen Schmach! 13 900 Preis dir, Vater! Erd' und Himmel, jauchzet! Finsterniß und Bosheit sind verhöhnt.id a Zions Tempel stürzet in Ruinen, still suive Und der Ueberwinder wird gekrönt! fid uc Siehe, neues Leben weckt die Erde, nil anive Die Natur erwacht in ihrer Gruft; Was vermag des Winters schwere Kette, i inff Wenn die Sonne sie zur Freiheit ruft? So durchbricht die Wahrheit Schloß und Riegel Und verläßt das kalte Felsengrab; So erwacht die Menschheit aus dem Traume Und ergreift den neuen Wanderstab. 14* 212 Preis dir, Vater! deine Allmacht waltet- Und die blinde Menschenschaar zerstaübt, Wie ein Wetterstrahl aus deinem Himmel Nacht und Wolken auseinander treibt. Jesus Christus schwingt die Siegesfahne Von dem Aufgang bis zum Niedergang! Hölle, deine Flamme ist gedämpfet, Tod, wo ist dein stolzer Siegsgesang? Mördergruben werden Friedenstempel, Und die Fessel der Vernunft zerbricht; Aus den Gräbern werden Rosenhügel, Und die Nacht verwandelt sich in Licht. BİST Ilignić idag dul orto Wenn die Sonne wie ein Kleid veraltet, Wenn der Sand der Weltenuhr verrinnt- Preis dir, Vater! deine Gnade waltet, Deine Güte währt auf Kindeskind. Du bist ewig; ewig Gott der Liebe; Deine Menschheit wird nicht untergeh'n Laß uns freudig für die Wahrheit kämpfen, Und im Kampf auf die Vollendung seh'n! se sie tur tindin 1978 THE 211 mo aid mus Jogail du felt lizdai third brud • dasgas til end tale dall 2 mat own tiadable and tourts o defined i dill - d'onll 4 213 - e t n. pi2 ználo A ben d. ordus@ Wie der Abendstern am Fichtenwalde, ind *** Wie der Vollmond durch die Wolken bricht; So erscheint ein Strahl aus bessern Welten all Und gewährt der dunklen Seele Licht. Sanft und glänzend dämmert es herüber di Aus der schönen, fernen Ewigkeit, Hels Und die Seele blicket wonnetrunken 10 In den Tempel der Unsterblichkeit. Welch' ein Schauer bebet durch ihr Wesen! Welche Klarheit wallt vor ihrem Blick! Alles schwimmt in heiliger Verklärung gudf Und die Erde sinkt in Nacht zurück. 091119 - Wie einst Moses von dem Todesberge en dif In das Land der gold'nen Freiheit sah, So ersteigt der Mensch den Grabeshügel, Und die Zukunft liegt ihm freundlich nah'. Jede trübe Nebelwolke schwindet, Wenn er sich zum reinen Aether schwingt; Seine Erdenleiden sind verwehet, 0 Und das große Hallelujah klingt. msd#ig - 214 ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬ Vorwärts ist das Land der freien Wesen, Liegt der Tugend große Blumenflur, Weht der Liebe Harfenton herüber, Glänzt der Wahrheit helle Sonnenspur. Drüben wallt die weiße Friedensfahne, An dem Ziel der dunklen Erdenbahn Die Natur enthüllet ihre Gängel Und das Schicksal liegt uns aufgethan. Neue Sonnen, neue Weltgebaüde indung dall Sind wie Rosen auf den Weg gestreut, ndo and sla Täglich wird das Große neugeboren, Und das Schöne blüht in Ewigkeit. Geister fliegen um die Wesenkette, quam Und erforschen und begreifen sie; mis ol Engel singen ihre Himmelslieder und scha Und den Raum erfüllet Harmonie. Alles Schöne neigt sich dort zusammen) si dall Und das Gute findet seinen Lohn; quis Alles Große blüht im freien Raume And n Und zum Engel wird der Menschensohn. ' don bildin mi igiil jantu Gott, vor dem ich betend niedersinke, dall Welche Freude füllt den Lebenstag; bij d Gott, ich werde dich im Licht erkennen An dem großen Auferstehungstag! and dull - 215 Werde deine Liebe dort begreifen, Die für Menschen und für Welten wacht; Werde unter Freudenthränen rufen: Du, mein Gott, hast Alles wohl gemacht! Eingeschrieben in das Buch des Lebens, Eingeweihet in den Geisterbund, ha Fei're ich das Paschafest der Freiheit, Und die Stunde, wo ich auferstund; le Preise dich mit wonnetrunk'ner Seele, nnd dull Bete dich im Geist und Wahrheit an, @ Und mein Glück im Himmel ist der Glaube, Vater, daß es nie vollenden kann! indusvi ednagrin C 75@ store and ' dog stundum im dy jsi mi mi n3 sid 8 all gning 10 all in hin und in the dail C * 0 216 - ind dad Himmelfahrts ja mida ball fod Morgen. Magnið, Du u bist mein Lied, der über Wolken thronet, Der sich ein Reich aus allen Welten baut, Vor dessen Aug' die Blume sich entfaltet Und der die Nacht der Zukunft hell durchschaut! Du bist mein Lied, der seine Erde schmücket, Und Blüthenduft durch alle Fluren streut; Der Berg und Thal mit süßer Freude füllet, Und allen Wesen Licht und Ruhe beut! Zu dir erhebt sich meine trunk'ne Seele, Im Morgenschimmer fliegt mein Geist zu dir, Mein Herz umwallt das große Meer der Wonne, Und deine Huld ist freundlich über mir. Wie schön, o Herr, ist deine Welt geschaffen! Die Schöpfung lacht, und Alles blüht umher. Der Himmel neigt sich liebevoll zur Erde Und Zeit und Raum ist nirgends freudenleer. Das ist dein Werk, Erhalter, Schöpfer, Vater, Es ist der Zukunft gold'ner Wiederschein! O fühle, Herz, im Schimmer dieses Lebens: Wie herrlich wird es über'm Grabe seyn! - 217 - Wir wandeln hier im Glauben, nicht im Schauen; Doch blickt das Auge nach der Ewigkeit, Und Jeder fühlt, zum Daseyn auserkoren, Die große Ahnung der Unsterblichkeit. Du gingst voran, die Stätte zu bereiten, Du sanfter Liebling des Unendlichen, Zu deinem Vater und zu unserm Vater; In jenem Hause sind viel Wohnungen. Sie dämmern unter'm Sternenlicht herüber, Die Nacht enthüllet unser Vaterland. Wir steigen kindlich auf den Grabeshügel, Und aus den Wolken reicht die Vaterhand. 13 O Gott und Vater, Herr und Freund des Lebens, Dir sey mein stiller Erdentag geweiht; Gewiß, nur durch die Göttlichkeit der Tugend Wird diese Welt dem Himmel angereiht! SHOP Die Stunde naht. Mein Lauf geht einst vorüber. Das Auge bricht. O Gott, ich harre dein'! Du wirst dein Kind nicht taüschen, milder Vater; Dein Ebenbild muß unvergänglich seyn! sin daff Lodra C @nhe 19 - Die ie mi thin - 218 nur ses Himmelfahrt. A ben d.*) Himmel, Herr, erzählen deine Ehre, Dein Werk verkündiget das Erdenrund; Ein Tag sagt es dem andern, wie du waltest, joop nice Und eine Nacht thut es der andern kund! Ia Ja Alles, was ich sehe, fühle, höre, Der stille Mond in seiner Herrlichkeit, Der Blüthenduft im großen Schöpfungsgarten, Der Nachtgesang in seiner Fröhlichkeit, Ach Alles rufet: groß und mannigfaltig Sind deine Werke, großer Geist der Welt; palic Du hast sie alle weislich angeordnet, Vom Blumenkelche bis zum Sternenfeld! Dich lobet die Natur mit ihren Zeiten, Me Dich rühmet Sonne, Mondenlicht und Stern, Dich preiset jede Blume auf der Heide Und alle Engelchöre nah' und fern. 201 Ja Alles, was da lebet, freut sich deiner, Und fühlt sich durch das schöne Daseyn groß; misc *) Nach Zollikofer. Predigten nach seinem Tode heraus. gegeben. 6. B. S. 253. 219 - Es ist kein Winkel fast auf dieser Erde, en Wo niemals eine Freudenthräne floß. Die Wesen alle ringen nach dem Ziele, dil dil, Das ihnen deine Weisheit vorgesteckt, sorg o Und unter allen Keimen, die du schufest, Ward keiner je vergebens aufgeweckt. Und wir, die Fürsten deines Reichs hienieden, So reich und edel an Vernunft und Kraft, So nahe dir, durch unsern Geist von oben, Der gleich dem Schöpfer ewig denkt und schafft; Wir sollten uns nicht kindlich deiner freuen? Dir nicht frohlockend danken, daß wir sind? Wir sollten dir nicht liebevoll gehorchen, Für unser Glück und für die Zukunft blind? Wir sollten frech den heil'gen Einklang stören, Der sanft durch alle Schöpfungshallen tönt? Wir sollten nicht das Schöne fromm vermehren, Das den Altar des Erdenlebens krönt? Nein, ferne sey dieß träge Untergehen, Das jedes Land und jede Gruft entweiht; Und ferne jenes niedrige Beginnen, Das weder Gott, noch unser Herz verzeiht! Nein, dich zu lieben, deiner mich zu freuen; Im Geiste aufgeklärt, im Herzen rein Vor dir zu wandeln, und das Böse meiden, udojusi - 1 Das soll mein Ruhm und meine Ehre seyn! Dann läsfest du mich einst in Frieden fahren Und lieblich wird die frische Palme weh'n; si Das große Fest des Lebens wird beginnen, en Ich werde Gott und die Vollendung seh'n! dall Sonile sinatu moral galli 220 degrinil spirt ducting - dinge gratu amonmigos spirosin sidi dell md.( hinle me Sunstof i ale dusholder] schin die s TUR isit Inds)@ શાળું વાદ sonigd dail ng hid ging ang mi jällstua siis me diam and dau, nhdna ing wid so - 221 Pfingstel. riot mat Morgen. Hochgelobet seyst du, Gott der Liebe, si Hochgelobet auf dem Sternenthron, 1 sid nif Engel preisen dich mit Himmelsharfen, sod 8. Wir im Staube durch Religion! a mi al Habe Dank für diese Freudenblume, g sid n Die der herrlichen Natur entsproß; sio m Habe Dank für diesen schönen Glauben, d Der aus deinem Himmel niederfloß! Vater, deine Gotteskraft ist ewig, Ewig in der schaffenden Natur; Aber auch in unserm Herzen wohnet Deines Daseyns höhe Segensspur! Leise weht die heilige Empfindung In dem Lenze unsrer Lebenszeit, Und in stiller Ahnung deiner Liebe Ist die junge Seele dir geweiht. Aber wenn der Herbst des Erdenlebens Wie ein Garten Gottes vor uns steht, Wenn wir deine Vaterliebe kennen, and m end m to and the mint# 222 Die so freundlich vor uns übergeht Wenn wir hin auf jene Tage sehen, Die uns deine Freundlichkeit gelich'n; Wenn wir auf die jungen Saaten blicken, Die durch deine Vaterhuld gedich'n; Wenn wir an die Freudenblumen denken, Die auf unserm Pilgerpfad geblüht, An die süßen Früchte, die voll Reife Für das lebensmüde Herz geglüht; An der Jahre schöne Wechselreihe, An die Wolke, die vorüber zog, An die Wahrheit, die uns reich belohnte, — - ၁၉၈၀ ပြ Ingo ba e An die Tugend, die uns nie betrog; An den Glanz so vieler Morgensonnen, un An des stillen Mondes sanfte Pracht, An den Reiz so vieler Abendröthen, An so manche liebe Sternennacht An den Weg, den deine Hand mich führte, An das Herz, das du mir zugesellt; An die Stunde, wo mich Nacht bedeckte, An die Stunde, wo sich's ausgehellt Vater, ewig treuer Menschenhüter, Ach, dann fliegt das Herz zu dir empor, Ach, dann bist du mir so freundlich nahe In dem ungeheuern Weltenchor! sive grou OR - 223 Ewig will ich kindlich an dir hängen. Auf dem ungewissen Lebenspfad, Ewig dich durch stille Tugend preisen; Vater, leite mich nach deinem Rath! Und wenn sich des Lebens Werktag endet, Dort am Ziele meiner Pilgerbahn; Wenn der große Himmelssabbath winket, Vater, nimm mich dann mit Ehren an! tösled Inn@ nsumor] ning is min sosia Jutale tod bilguspune ' drog Ingu the 0 & anste jull ni thin TER 162 Stro fe - 224.- nigaidid no Pfingsten. Abend. Heilige Entzückung, die den Menschen Zu dem Thron des Unerschaff'nen hebt, Wenn der Geist, der alles Gute wirket, Unser Herz zum frommen Dank belebt; O durchdringe meine ganze Seele, Weihe mich zum hohen Lobgesang, Und mein Lied in Nacht und Sternenschimmer Töne in der Engel Harfenklang! Blumendüfte ziehen mir entgegen, Frische Kraft umwallet Feld und Flur, Blüthenbaume wehen und der Friede Wandelt in dem Garten der Natur. Vater, Vater, meine ganze Seele Dankt dir für den süßen Augenblick, Dankt dir für die gold'ne Lebensstunde, Dankt für Daseyn und für Menschenglück! Daß ich dir und Jesu angehöre, Daß der Geist der Wahrheit mich belebt Und, wie jene ersten Christenbrüder, Aus dem Staube zur Verklärung hebt; Daß 225 Daß ich deine Vaterliebe kenne, Daß mich keine Sorge niederdrückt, Daß mein Auge unter Sturm und Wetter Kindlich auf zu deinem Himmel blickt; fi Daß ich in dem großen Bunde lebe, Der die Menschen zu der Tugend führt; Daß ich jener Freiheit nicht entbehre, di Die dem Menschen und dem Geist gebührt; Daß ich nicht an dieser Erde hänge Und an ihrer kurzen Herrlichkeit- Daß ich kalt auf Tod und Gräber blicke Im Gefühle meiner Ewigkeit: Dieses dank' ich dir, du Gott der Liebe, Und dem Geiste, der durch Jesum sprach, Dieses feiert die entzückte Seele, Und die Zunge stammelt's leise nach! Angebetet sey dein großer Name, Diese Erde sey dein Heiligthum, Und dein väterliches Wohlgefallen Sey der Menschheit großes Eigenthum! Alle Tempel seyen dir geweihet, Wie Vernunft und Geist sie weihen kann, Und die Welt, von Jesu Wort erleuchtet, Bete dich im Geist und Wahrheit an! Witschels Morgen- u. Abendopfer. 12. Ausg. 15 orde # ma@ 226 Liebe sey das Band der Menschenkinder, - Ihre Krone die Gerechtigkeit; Ihr Vertrauen Du, der Alles lenket, nismo Und ihr Glaube die Unsterblichkeit! Preiset ihn, der über Sonnen wohnet, Preise ihn, du stille Blumenpracht, Preiset ihn, ihr süßen Frühlingslüfte, Preise ihn, du milde Sternennacht! O du Gott, den ich im Staube fühle Ach, wenn einst mein sterbend Auge bricht, Wenn mein Geist hinauf zum Lichte flieget Dann- von Angesicht zu Angesicht! - - Welten schwinden jene Klarheit dämmert Und der Himmel ist mir aufgethan! Gott erscheinet und ich stimme selig Mit den Engeln heilig! heilig! an.- 1 — 227 - milf Erntefeſt. Morgen. od fat Sey gesegnet, stille Morgenſonne, Sey willkommen, schöner Ruhetag! Heiter blickt der Mensch auf die Gefilde, Wo sein Brod in gold'nen Aehren lag. Alle seine Sorge ist verschwunden, Die er in dem schwachen Herzen trug; Ach, der gute Vater dort im Himmel Gab uns Kindern wieder Brod genug! Er ist mächtig; aus dem Körnlein schaffet Er des Menschen beste Lebenskraft; Er ist's, der den todten Keim erwecket Und das Große aus dem Kleinen schafft. Seele, stehe stille und betrachte! Diese Erde ist dein Mutterland. Hingesäet bist du, um zu reifen; Bist ein Saatkorn aus des Schöpfers Hand. Längst schon ist der todte Keim erwecket, Ist das Leben für dich aufgethan. Wachse, blühe, reife für den Himmel; Dort fängt eine neue Aussaat an! 15** - 228 - Unter Morgenthau und Abendröthe, Unter Nacht und mildem Sonnenschein, Unter Wettersturm und Friedensbogen Reifest du für jenes große Seyn. Nicht umsonst hat Gott den Lebensfunken, Mensch von Erde, in dir aufgeregt; Nicht umsonst so viele Kraft und Stärke, Pilger, in dein täglich Brod gelegt! Alles, Alles dient zu deinem Frommen, Wandle fröhlich durch das Leben hin; Aber Unschuld sey des Leibes Zierde, Und die Kraft der Seele dein Gewinn! SHE Herrscher, der die Welt mit Gütern füllet, Die kein Auge überzählen kann, Vater, der die Freudenblume ziehet In dem Staube, auf der Sonnenbahn; Dankend sink' ich hin vor deinem Throne, Dankend blick' ich auf die schöne Welt, Dankend auf die bunte Saat der Freuden, Dankend auf das gold'ne Erntefeld! Ewig will ich findlich dir vertrauen, Freudig will ich deinen Willen thun; Laß mich einst am großen Erntetage In dem Lande der Vollendung ruh'n! 229 Erntefeſt. dall A ben d. Sey gepriesen, treuer Menschenvater, Wie mein Herz im Staube es vermag, Für des Lebens, für der Andacht Freude O es war ein schöner Ruhetag! Deine Freuden zogen mir vorüber In dem Schimmer der Vergangenheit; Deine Milde stand vor meinen Augen, Wie der Mond in seiner Herrlichkeit. Wenn die Welt zu einem Tempel würde, Jeder Schall zum hellen Glockenklang, Jeder Hauch zum hohen Orgeltone, Jeder Laut zum großen Lobgesang; O sie könnten deine Macht nicht preisen, Deine gnadenvolle Majestät, Könnten deine Wunder nicht erzählen, Du, der über Sonn' und Sternen geht! Wie die Klarheit in der Abendröthe, Ist dein Blick, der für die Menschen wacht; Und von deinem Throne wehet Ruhe, Gleich dem Frieden in der Sommernacht. Herrlich hast du deine Welt erschaffen, Alles wallt in süßer Lieblichkeit Doch am schönsten sieht der Mensch die Erde In dem Lichte der Zufriedenheit, 230 Wenn er nach der Weisheit Schäßen trachtet Und sein Brod in stillem Frieden ist; Sich nicht um den nächsten Morgen quälet, Nicht die frohe Gegenwart vergißt; Wenn er dir mit festem Sinn vertrauet, Der die Lilien des Feldes schmückt, Und auf dich mit stillem Muthe hoffet, Der mit Milde auf den Sperling blickt. Dieser kleine Stern der Muttererde Ist ja nur der kurzen Freude Spiel. Einst vergeht er unter unsern Füßen Und wir sehen der Vollendung Ziel. Warum dieses Drängen, dieses Streben, In dem Reiche der Vergänglichkeit? Sehet, wenig braucht der Mensch hienieden, Und dieß Wenige nur kurze Zeit! - smise Vater, laß mich nach dem Reiche trachten, Wo der Tugend reine Blume sprießt, Nach dem schönen großen Himmelreiche, Wo das Licht aus reiner Quelle fließt! Dann wird mir der Lebenstag verschwinden Wie ein Traum im sanften Sternenschein, Und mein stilles, ruhevolles Ende Wird der Anfang jener Ernte seyn 231 - Advent. th dull Morgen. Hosianna unserm Auserkornen! Sey gegrüßet, frommes Licht der Welt; Groß erscheinst du unter hohen Menschen, Wie die Sonne in dem Sternenfeld! Hochgelobt im Namen deines Gottes Wandelst du die rauhe Siegerbahn; Mörder jauchzen, und vom Kreuzesberge Weht dich kalt die blut'ge Palme an. Seht, wir gehen hin, sprichst du mit Ruhe, Und mein herbes Schicksal wird erfüllt; Dort ist's, mag die heil'ge Zinne blinken, 12 Wo die Sonne bald ihr Haupt verhüllt!, p Ach entweihet steht Jehovahs Tempel An dem Pascha, das ihm nicht gefällt, Sclaven fingen eitle Freiheits- Psalmen Und ein großes Opfer heischt die Welt! Blutig schwebt der Tod vor meinen Blicken Und der Unschuld harret tiefe Schmach. Laßt mich sterben, daß die Menschheit lebe- Bald erscheint der Auferstehungs- Tag! 232 Und er ging, wohin sein Gott ihn sandte, Seines Vaters Willen muß er thun. Heiter blickt sein Aug' in lichte Fernen Und des Lebens süße Wünsche ruh'n. Ein Gedanke lebt in seiner Seele: Gott, dir leb' ich! Rettung für die Welt! Gott, dir sterb' ich! Sicher ruht der Same, Und der Himmel ist mein Erntefeld. Und so trittst du, ewig reines Urbild, Gleich der Sonne aus der stillen Nacht! Fürst des Lichts, des Lebens und der Liebe; Gottmensch, du hast Alles wohl gemacht! Dies Vater, du hast ihn der Welt gegeben, Habe Dank! Ihr Tempel, öffnet euch! Tönet, alle Glocken, seine Ehre, Und der Sabbath sey an Frieden reich! arquit - 233 indiving tivigiis ins um 1140 mpisat And vent. dell grind A ben d. Einsam ruhet die Natur im Stillen, Sanft bedecket von dem Schild der Nacht, Und des Winters Abendglocke tönet, Und das große Tagwerk ist vollbracht. Unter Hoffnung ist sie aufgeblühet, Unter Segen gehet sie zur Ruh'. Heil'ger Schlaf! die Sterne lächeln nieder Und der Himmel winkt ihr Beifall zu. So entschläft der Menschenfreund auf Erden, Seine Ahnung ist die bess're Welt, Sein Gedächtniß blüht im frommen Segen, Seine Krone glänzt im Sternenfeld. Wirke! Kämpfe! wenn du auch im Leben Keine Ruhe findest. Glaube nur! Jeden treuen Pilger in der Wüste Führt der Tod auf jene Blumenflur, We das Leben sich an Leben reihet, Wo der Geist im Lichte sich verklärt, Wo der gold'ne Schimmer uns umfließet, 234 Welchen Gott und Seligkeit gewährt. Darum stehet muthig in den Schranken, Und wird euch die Pforte aufgethan, Dringet vorwärts! Tragt das Ziel im Herzen! Gott ist nahe! Laufet eure Bahn! Ob die Welt euch fluche, oder segne, Wanket nicht; das Gute muß gescheh'n! Eins ist noth, und haben wir's errungen, O dann laßt uns ruhig untergeh'n! Unser Vorbild glänzt durch jedes Dunkel; Jesus spricht: ich bin das Licht der Welt. Wer mir folgt, wird nicht im Finstern wandeln, Und die Zukunft liegt ihm aufgehellt! Diese Worte will ich nie vergessen; Herr, dein Beispiel soll mir heilig seyn! Freudig will ich meine Pflicht erfüllen, Freudig sterben, denn ich bin ja dein! Stärke Alle, die im Kampfe wanken, Vater, schüße unsern Lebenspfad! - - • Laßt uns nie dem Himmel untreu werden, Sondern leite uns nach deinem Rath! - 235 - Weihnachten. Morge n. Freue dich," o Himmel, jauchze Erde, Menschheit, singe einen Lobgesang! Freie Christen, betet an und danket, Unter Orgelton und Glockenklang! Freude halle von den Bergen wieder, Jeder Hügel sey ein Dankaltar, Und ein Friedenskuß sey die Versöhnung, Wo die Zwietracht Haß und Neid gebar. Heil uns, jene Kette ist zerrissen, Die des Menschen freien Geist umschloß; Heil uns, Jesus Christus ist geboren, Und sein Reich erhebt sich frei und groß! Tyrannei und Aberglaube sinken, Wenn die Wahrheit ihren Thron besteigt Und der Friede wohnet auf der Erde, Wenn die Liebe sich zum Menschen neigt. - 236 - Wenn der Lichtgeborne mit der Geißel Trug und Habsucht aus dem Tempel scheucht; Wenn der Pharisäer vom Altare, Und das Volk von seinen Gößen weicht; Wenn die Tugend auf der Welt regieret, Ohne Eigennuß und Heuchelei; O dann wohnt der Himmel auf der Erde, Liebe herrschet und die Welt ist frei! tha moll Vater, habe Dank für deine Gnade, Nimm das fromme Opfer huldreich an! Jesus Christus ist vorangegangen Und wir folgen seiner Siegesbahn. Dein Reich komme! Licht und Tugend siege Von dem Ausgang bis zum Niedergang; Wahn und Laster sterbe, und der Jubel Aller Menschen sey ihr Grabgesang! Ehre, Ehre sey Gott in der Höhe! Friede sey der Menschheit Eigenthum! Tugend werde unser Wohlgefallen, Und die Erde sey ein Heiligthum! 23 - 237 Weihnachten. 13 A ben d. Joh Als Maria ihren Sohn geboren, Tönte nächtlich süßer Himmelsklang, Und die Engel, unter'm Sternenlichte, Brachten einen sanften Lobgesang. Lächelnd blickte ihren Neugebornen Die beglückte Auserwählte an; Aber konnte sie im Geiste ahnen, Was die Welt an ihrem Sohn gewann? Ausgeschmückt mit hohem Sternenglanze Feierte der Himmel diese Nacht; Aber konntest du, o Erde, wissen, Welch ein Schimmer für dich aufgewacht? Deine Sonne kann nicht untergehen, Seit der Aufgang aus der Höh' erschien. Fei're, Menschheit, ewig jene Stunde! Liebe, ehre, diene, preise ihn, and Jhn, den Gott zu deiner Rettung fandte, Deinen Friedensfürsten, deinen Freund; Ihn, des Himmels und der Menschen Freude, Der die Welt durch Licht und Recht vereint; nh@ R - 238 - Deinen Meister, der dich Wahrheit lehret, Wenn der Irrthum deinen Geist umhüllt, Deinen Retter, wenn das Laster winket Und mit Gift den gold'nen Becher füllt; Deinen Tröster, der dein Herz voll Glauben, Voll Vertrauen zu der Gottheit lenkt; Deinen Heiland in der Todesstunde, Wenn der Geist an die Verwesung denkt! Vater, du verstehest meine Worte, Wenn mein Herz in stummer Andacht spricht! Innig fühlen kann ich deine Liebe, Doch sie würdig preisen kann ich nicht. Ach verleihe mir und allen Menschen, Denn wir Alle sind ja ewig dein, Allen, Herr, so weit die Sonne leuchtet, Fromm und gut in Jesu Geist zu seyn! Gib uns Tugend, die das Herz erfreuet, Gib uns Wahrheit, die uns glücklich macht; Und das Reich der Finsterniß vergehe Ewig, Herr, wie diese Winternacht! - 239 Abendmahlsfeier. Morge n. Sev gegrüßet, stille Morgenſtunde, Sey willkommen, milder Sonnenstrahl! Sanfte Rührung wärmet meine Seele, Und ich fei're Jesu Abendmahl. Weiche, Welt, mit deinen Eitelkeiten, Hier ist Größe, hier ist Gottesruh'; Hingeneigt zu deinem schönen Leben, Eil' ich, Jesu, deiner Kirche zu; Weihe mich auf's Neue jenem Bunde, Den die Wahrheit mit der Tugend schloß; Denke liebend an den Freund der Menschen, Der sein Blut auf Golgatha vergoß; Huldige der sanften Bruderliebe, Die dem Sünder und dem Feind vergibt; Neige mich zu jener Himmelstugend, Die das Gute, weil es gut ist, liebt; Ehre und bekenne meinen Glauben Unter Demuth, unter Bruderfinn; Freue mich, daß ich zum Licht geboren, Daß ich frei vor Gott und Menschen bin; jul 2009 f 240 Trete fröhlich in das hohe Leben, Das den Staub zum neuen Menschen macht; Blicke fromm und ahnungsvoll hinüber In die Klarheit nach der Todesnacht! Ach, dort ist das große Ziel erreichet, Dort ist alle Schwachheit abgethan, Und die Menschen wallen rein und heiter Auf der lichten, freien Sternenbahn! Alle Herzen sind dort ausgeföhnet, Friede herrscht im stillen Weltensaal, Und wir feiern unter Engelchören Neugeboren unser Liebesmahl! O der Freude, wenn in jenem Tempel, Wo der Wahrheit reine Lampe hängt, Unser Herz den ersten Gruß der Liebe, Unser Geist das erste Licht empfängt! Aufgelöset sind die letzten Bande, Hingeschwunden ist die arme Welt, Und die Seele blicket wonnetrunken In das nahe große Sternenfeld. Vater, laß mich für den Himmel leben, Und mein Wille sey verklärt und rein! Laß mich keinen Lebenstag entweihen, Und mein letter wird der schönste seyn! Abend 241 Abendmahlsfeier. 20 Aben d. eda 516 Unter Inter Ruhe, unter Gottes Frieden Sinkt die Nacht in's Erdenthal herab. Stille herrscht. Ich will an Jesum denken, An die Lehren, die der Weise gab, Als er heiter bei dem Abschiedsmahle In dem Kreise seiner Treuen saß, Und voll Liebe für die bessern Menschen Alle Hinterlist der Welt vergaß. Voll des Glaubens zu dem Weltenvater, Voll der innern, reinen Seligkeit Sprach er diese sanften Lebensworte Auf dem Hingang zu der Ewigkeit. *) Joh. 13, 12-17. pie ,, Freunde, trachtet nicht nach hohen Dingen, Gleichheit lehrt das große Menschenrecht, Jeder diene freundlich seinem Bruder, Einer sey des Andern freier Knecht!*) Witfchels Morgen- u. bendopfee. 12. Hubs. 16 ho 03 - 242 - id Liebet euch, so wie ich euch geliebet, Dieß Gebot gilt für die Ewigkeit; An der Liebe soll die Welt erkennen, Daß ihr meine rechten Jünger seyd! Trauet Gott und glaubet meiner Rede, Ewig währt die Scheidestunde nicht; Dort im großen Haufe meines Baters in Wohnen wir im neuen Sonnenlicht! Hi Jenen Geist, der zu der Wahrheit leitet, SHO Ach, die Welt hat keinen Sinn dafür, sid m Diesen Trost wird euch der Vater senden, Freunde, wenn ich euch verlasse hier! frad Gleich den schönen, traubenvollen Reben, Traget Früchte für die beff're Welt; Nur die Ranke darf am Weinstock bleiben, Die sich stets in frischer Kraft erhält! Hasset euch die blinde Welt, so wisset, Daß sie mich vor euch gehaffet hat; Euren Glauben wird die Zukunft ehren, Und die Welt trägt ihre Missethat! lindchisi Wenn ein Weib gebieret, hat sie Kummer, Ihren Geist umwölket Traurigkeit; Doch die Schmerzensstunde geht vorüber Und verwandelt sich in Fröhlichkeit. Traget muthig dieser Erde Leiden, - 243 - Duldet freudig für die beff're Welt; Dort will ich euch fröhlich wiedersehen, si jul Wo die Tugend ihren Lohn erhält! dun Bittet Gott, der Vater wird euch geben, jul Was mein Reich auf dieser Welt vermehrt; Eure Freude soll vollkommen werden, tai Euer Wunsch ist durch sich selbst erhört!" 192 Endlich, Bater, wird dein Reich erscheinen, Deine Liebe kann nicht untergeh'n; 10 nis@ Jefu Wahrheit wird die Welt erleuchten, d Und die Menschheit wird im Glanze steh'n! gje Die Natur schafft nicht mit Einem Male; Erst erscheint die sanfte Dämmerung, Dann beginnt der Glanz der Morgenröthe, Endlich folgt die große Huldigung. Strahlend flammt die hohe Lebenssonne, Prächtig kommt die schöne Siegerin, Und die Tempel, die der Nebel baute, Sinken schweigend in Ruinen hin. Endlich, Vater, wird dein Reich erscheinen, Deine Liebe kann nicht untergeh'n! Jesu Wahrheit wird die Welt erleuchten, Und die Menschheit wird im Glanze steh'n. 16* - 244 Dann will ich aus deinem Himmel blicken, Auf die Erde in dem Lichtgewand. Biro Freude athmend will ich niedersehen# 2sid 29 Auf das fromme, theure Vaterland! Oihr Reinen, seyd mir dann gesegnet, m Bringt den Frieden in die Welt zurück! Lebet für das Gute und das Schöne, Und entschlummert unter Engelglück! - Bater, angebetet sey dein Name! Dein Reich komme, Herr der Ewigkeit, Und dein Will' geschehe auf der Erde, Wie im Lande der Unsterblichkeit! all 19 idori birg nant 2 sing that sh 245 dan d An einem Tauftage. duld staj? BOR anh@ Abend s. 16 i Herr des Lebens, deine Güte waltet infrast Von dem Aufgang bis zum Niedergang; stis Alle Welten rühmen deine Ehre Und die Himmel füllt dein Lobgesang! d Wer hat uns dem finstern Nichts entrissen? Licht und Freude, Vater, kommt von dir; Du bescherst die gold'ne Lebensstunde; Hingesunken, freudig danken wir! Ach wir fühlen innig deine Gnade, Deine freundliche Barmherzigkeit; Leben ist die Krone aller Wesen, Daseyn ist das Pfand der Ewigkeit! Hochgelobet seyst du, Herr des Lebens, Für die Lust, die unser Aug' erhellt; Dank dir für das theure Pfand der Liebe, Für den neuen Zögling deiner Welt! Du hast ihm das Bürgerrecht ertheilet Für die Erde, für die Ewigkeit; de Hast das junge Herz in Schußz genommen Durch die Weihe zur Gerechtigkeit! 246 Nun ist ihm ein Kreis von Brüdern nahe, Liebe blüht um seine Lebensbahn; K Deine Schöpfung lächelt ihm entgegen, Und der Himmel ist ihm aufgethan. Sollten wir der Zukunft nicht vertrauen? Menschenvater, unser Kind ist dein! Leite es zur Wahrheit und zur Tugend, m d Laß es deiner Liebe würdig seyn! ak Gib, daß wir die Blume nicht verderben, aid dull Die für dich und deinen Himmel blüht; Gib, daß wir die Seele nicht verlegen, Deren Hoffnung unter Sternen glüht! Daß es früh die gold'ne Wahrheit ehre, uni Laß uns selber stets wahrhaftig seyn; Daß es früh den Kranz der Tugend trage, Mach' uns selber tügendhaft und rein! Und sind wir in Frieden hingeschieden, Blickt der stille Mond auf unser Grab, Schlägt das treue Herz nicht mehr auf Erden Für die Lieben, die der Himmel gab; id in Vater, o so leite sie zum Frieden Und bewahre ihre Herzen rein; - Laß uns froh und fröhlich dort umarmen, Laß uns ewig durch sie glücklich seyn ſeyn! 771 and ind ug ther, and thou - 247 Gebetið þ sineblommig tuni 2 der o Eltern für ihre Kinder. of 112 m Gefühle deiner Vatertreuello mug( 3 Fliegt das Herz zu dir, zu dir empor, Gott der Liebe, und es bricht auf's Neues Die Verklärung aus der Nacht hervor, Wie in jener feierlichen Stunde, m Als um Tabor Licht und Wahrheit floß, Und der Himmel Wonne in die Runde, Und in's Herz der frommen Jünger goß! Glaubend, liebend, hoffend blickt die Seele Auf zum Throne der Barmherzigkeit, Lächelt über Tod und Grabeshöhle Und vertrauet deiner Gütigkeit. ad aver- hi Heil uns! Schöpfer, deine Liebe waltet; Heil uns, daß du ewig Vater bist! aid Du wirst sorgen, wenn das Herz erkaltet, 2 Ach du weißt, was uns das Liebste ist!- mes Unsre Kinder- mild von dir gegeben, ording Dir geweihet durch das Christenthum, jual Unsre Hoffnung in dem Erdenleben, Unser größtes, liebstes Eigenthum; Unser Licht, wird auch die Sonne trübe, i dall Unsre Sorg' in stiller Harmonie - inuto id dull t d if shit? — 248 - Ach, die süßen Pfänder treuer Liebe, Himmelsvater, segne, segne sie! Könnten wir auf immer sie behüten, Ach, der schwache Arm vermag es nicht! Oft genug erfahren wir hienieden, Daß zum Wollen uns die Kraft gebricht. Blumen welken, und der Abend sinket, od tgail Alles schwindet an dem Wanderstab, ind to Stunden fliegen und die Urne winket Und die Herzen trennt das kalte Grab. i Vater, blicke mild auf ihre Pfade, Schenke unsern Kindern Licht und Ruh'; Leite sie nach deinem weisen Rathe, Und wenn wir entschlafen, sorge du! Lehre sie, wenn Irrthum sie umschlinget, Stärke sie, wenn die Versuchung winkt, Rette, wenn das Schiff im Sturme ringet, Tröste, wenn die bitt're Thräne finkt! Will die Erde ihre Herzen blenden, Leite du zum Himmel ihren Blick; Will ihr Fuß vom schmalen Pfad' sich wenden; Führe sie zu dir, zu dir zurück; Laß sie unsers Segens sich erfreuen, disus Guter Vater, auf dem Sternenthron; Fröhlich laß sie guten Samen streuen Und die schönste Ernte sey ihr Lohn! Onli facity Jho Antl - 249 Am Geburtstage. Morge n. Du, der über alle Zeit erhaben, In dem hohen Sternentempel thront, Du, der ewig mit gerechter Wage Dort die Engel, hier die Menschen lohnt; Geist im Lichte, der mit Wohlgefallen im Lichte, der Auf das gute Herz im Staube sieht, Used Guter Vater, der mit hoher Weisheit 201 Seine Kinder für den Himmel zieht; Ach, wie kann, wie kann ich dir verdanken, 12010 Was du auf des Lebens Pilgerbahn, 19in It wound Von der Wiege bis auf diese Stunde Unaussprechlich Gutes mir gethan! Jede Sonne, die ich froh begrüßte, Jede ahnungsvolle Sternennacht, sign@ Jeder Baum in seiner Frühlingsblüthe, bildung Jede Blume in enthüllter Pracht, *** 8 109 Jeder Tag, voll Heiterkeit und Leben, amik Jede Rührung in der Einsamkeit, 16 Jede Hoffnung, die mich froh umschwebte, un Jede Wonne der Vergangenheit: id dui qil: 5 mi istu - 250 - Alles, Alles hast du mir gegeben, Jede gute Gabe kommt von dir! Ach, für Alles blick' ich froh zum Danke, Vater, danke dir dafür! R Himmel, Dir will ich mit festem Muth vertrauen, Unter Stürmen, unter Sonnenschein! imordt 100 dock and me Gib mir, wie du willst! Ich will im Glücke im piwn 196 790#C Und im Mißgeschick zufrieden seyn. aid tra@ Weisheit bringt den Menschen nur zu Ehren- # 5) Wohl ihm, wenn er deine Rechte hält: Fromm will ich zum hohen Ziele schreiten, Meine Krone liegt in jener Welt! un Was der Mensch gesäet, wird er ernten! er anden Elend folgt der wilden Sinnlichkeit; odre Aber wer auf Geist und Tugend säet, Erntet in der langen Ewigkeit. 9 1918 Vater, ja im Geiste will ich wandeln, Der Begierde mächtig widersteh'n; p Schändlich ist der Schlangenweg der Sünde, Auf geradem Pfade will ich geh'n! smule Wenn der Mensch sein Alles hier verlieret, d Wenn er deinen Beifall nur gewinnt. Hoffnung dämmert in der Abendröthe; Selig sind, die reines Herzens sind! spe -251 Gott, was ist der Mensch im kurzen Leben, Wenn er seines Lebens Werth vergißt, Und die wahre Größe, die ihm winket, Nach dem Tand der Eitelkeiten mißt! Vater, dir nur will ich angehören, t Und der Tugend sey mein Herz geweiht; nd Meine Freude ist dann Seelenruhe, Meine Hoffnung - deine Ewigkeit! 19 si fu hoy monied to him ad idi bildirg the mais thimise toovadlaw fir dan rind tidigra Two thild stichist anodingue oun mor dhl sic mmäs( bildunst) of me t namul Hoe tid sid that apult vor i puit sou unhild 50512 sid 6 Quodnammojng bologne) dan dor modo Jismas ogni sust nantot ni bil olantionnom den Mit gnäl riu dall (ાં જવા માંડ tom bilbil i mnd ult vodo 252 per the Am Geburtstage. dns med shaft A ben d. Pater, der mit stillem Wonneblicke Leben in das Heer der Wesen senkt, 396 dall Und zum Leben diesen Wesen allen Lust in Liebe, Kraft in Schmerzen schenkt; Fröhlich steht der Mensch vor deinem Throne, Seinen Geist umschwebet Heiterkeit, Wenn er im Gefühle deiner Gnade Rückwärts blickt auf die Vergangenheit! Jene Bilder aus den Jugendtagen, Die kein Gram aus unserm Geist verwischt; Jener Schimmer, der so freundlich dämmert, Bis er einst mit uns am Grab' erlischt; Jene Tage, wo die Welt voll Blumen Ohne Dornen uns vor Augen stand, Wo die Liebe uns mit allen Wesen Froh und sorgenlos zusammenband Ach, sie stehen freundlich uns vor Augen, Gleich den Sternen in der Sommernacht, Und wir hängen still und wonnetrunken An dem Bilde, das uns glücklich macht! - 253 - Gott, du gabst uns jene Freudenstunden, Habe Dank für deine Gütigkeit! giduse Jene Kindheit, sie ist hingeschwunden; Doch das Herz bleibt kindlich dir geweiht. B Ach, es ist das Schönste, was wir retten, Jener fromme, milde Kindersinn; Er geleite mich durch's Erdenleben Bis zu meinem stillen Grabe hin! I und Ausgeföhnet mit den Menschen allen, Ohne Hoffart, ohne Trug und List, Immer von dem Glauben aufgerichtet, Daß du, Gott, mein guter Vater bist; Ohne Kummer für den andern Morgen, Voll Vertrauen zu der Menschenwelt Und zu dir, dem großen Weltenlenker, Der das Ganze liebend trägt und hält; Hingeneigt zum Guten und zum Schönen Treu entflammt für die Gerechtigkeit, Heiter im Genusse dieses Lebens Und voll Hoffnung für die Ewigkeit: So will ich mein Tagewerk vollenden, Das dein weiser Rathschluß mir beschied, So will ich zu deinen Engeln wallen, Wenn die Lebensblume abgeblüht! 254 Gute Menschen werden um mich weinen, Ruhig steht mein Grab im Mondenschein, ada Und wie eine sanfte Abendröthe Baik sust Wird mein Nachruhm auf der Erde seyn. Guter Vater, laß mich weise werden, s Eh' der gold'ne Lebensstrom entfließt; m Dann laß mich in Frieden hingelangen, Wo die Guten Eine Welt umschließt! ng si — malla had her tondosplak gundo troj100 000 and for runt mje Fild do that disdail na istom androllo interne allow als datangan sil and in@ unles wi dalf ) and@ tisusgai initias** R en Md. 255 - Am Jahrestage der Constitution. juo draugs shild 10612 de pol mil Pater ater, den der ganze Himmel preiset, mida Den der Chor von tausend Welten ehrt, n Hocherhab'ner, höre uns im Staube, mind dull Wenn sich unser Geist zum Himmel kehrt! Herr, sey gnädig! Höre uns mit Liebe, m Wenn wir glaubig, kindlich zu dir fleh'n; st Herr, sey gnädig, Herr, laß uns gesegnet Und erhört von deinem Throne geh'n! Idoile Lag nicht unser Vaterland im Dunkeln, mis dull Bis ein neues Licht und Recht erschien?- Fürsten, Gott regierte eure Herzen, ist dill Und die letzten trüben Wolken flieh'n! ildön Heiter blickt der Bürger auf zum Throne, Die Verfassung schüßet sein Gedeih'n; dull Nimmer wird der Willkür Frevellaune Unser sich'res Heiligthum entweih'n! Jan 802 Still und rasch entfliehen Dunst und Nebel Und die klare Morgensonne lacht.tid Du im Himmel, segnest und erfreueft; mod dll Du hast Alles, Alles wohl gemacht! Blicke auf den König, unserm Vater, — 256 — Blicke segnend auf den Guten hin! Lieb' und Treue und Treue Lohne ſein Bemühen Und erheit're seinen Vatersinn! Gib Frieden, schenk' ihm langes Leben, Ruh' im Herzen sey sein Erdenlohn! Sein Reich blühe! Seine Weisheit leuchte, Und dein Friede walt' um seinen Thron! Zeuch sein Herz zu dir, zu dir, o Vater, Schmücke es mit stiller Frömmigkeit; Leite ihn nach deinem Wohlgefallen Zu den Palmen der Unsterblichkeit! Wohl dem, der den Herrn im Himmel fürchtet Und einher auf seinem Wege geht! thin ga? Hoch aus Zion wird der Herr ihn segnen Und sein blühend Erdenglück besteht!# Fröhlich sieht er seine Kindes- Kinder, if all Milder Friede grünt in seinem Haus, Und schlägt einst die letzte Pilgerstunde, Löschet sanft die Lebenslampe aus. Laß uns, Vater, richtig vor dir wandeln, Gib uns Liebe und Gerechtigkeit; Bemühend dan Laß uns heiter unsern Lauf vollenden vid Und dann schenk' uns deine Herrlichkeit! od ne In 1 257 - In Krankheit. Morgen. Langsam angsam geht die Leidensnacht vorüber, Matt entschleicht der Trauerstunden Chor; Gold'ner Morgen, Wiederkehr des Lebens, Komm', ach komm' aus deiner Nacht hervor! Doch, was nüßet mir die Morgensonne, Die mein Aug' so oft mit Wehmuth sah? Warum ist der Mensch, der Lebensmüde, Sich und Andern noch zur Plage da? Warum sinkt die Freude vor uns nieder, Eh' wir ihren Aufgang noch geseh'n? Unter Thränen wird der Mensch geboren, Unter Schmerz soll er zu Grabe geh'n. Warum faümt die rasche Todessense, Wenn die welke Lebensblume ruft? Warum saümst du, mütterliche Erde, Mit der Ruhe in der stillen Gruft? ach vergib dem Armen, Den der schwere Kummer niederdrückt! Ach, vergib mir, wenn mein schwaches Auge Nicht mit Kraft zu deinem Himmel blickt; Wenn die Gegenwart mich trüb' umschwebet, Wie den Blinden in der Einsamkeit, Gott, ich klage! Witschels Morgen- u. Abendopfer. 12. udg. - 17 258 Wenn der Geist zu matt ist, hinzudenken, In die Zukunft und Vergangenheit! Vater, o der Freuden waren viele, Die du hin auf meinen Pfad gestreut; Selbst mein Leben zwischen Tod und Grabe, Ist ein Gut, das deine Hand mir beut! Gott, du bist die Liebe, und die Erde Ist und bleibet deiner Güte voll! Ach, wie unrecht thut der Mensch im Staube, Wenn er murret, wo er danken soll! Jede Gabe, jede reine Freude, Vater in dem Lichte, kommt von dir, Unaussprechlich waltet deine Güte, Du bist unsre Zuflucht für und für! Du hast einst das Erdenrund gegründet Und den Himmel prächtig ausgespannt, Gott, du bleibest, wenn das All vergehet, Und mich schüßzet deine Vaterhand; Unerforschlich sind mir deine Wege, Allbekannt ist deine Gütigkeit! Durch dich und in dir sind alle Dinge; Dir sey Ehre, Herr, in Ewigkeit! Laß mich fest auf deine Huld vertrauen, Laß mich fröhlich in der Hoffnung seyn; Und wenn meine letzte Stunde winket, Führe mich in's Land der Ruhe ein! - 259 - In Krankheit. A ben d. Wieder ist ein Leidenstag verlebet In der Schule meiner Prüfungszeit; Alles schwindet, Alles geht vorüber Näher kommt die schöne Ewigkeit. Wie das Gold durch's Feuer sich bewähret, So bewährt der Christ sich in der Noth; Und den Redlichen, die Gott gefallen, delf Winkt der Zukunft lichtes Morgenroth. Unsre Trübsal ist ja leicht und zeitlich; Doch sie schaffet große Herrlichkeit Uns, die nicht auf dieses Leben sehen, all Sondern auf den Lohn der Ewigkeit. Alle Züchtigung, fie dünket freilich Uns nicht Freude, sondern Traurigkeit; Aber für den edlen, bessern Menschen Trägt sie Früchte der Gerechtigkeit. SER Was betrübst du dich und bist verzaget? Meine Seele, harre fest auf Gott, Er ist deines Angesichtes Hülfe! Glaube! und dein Leiden wird zu Spott. 17* - 260 Denen, die Gott lieben, muß ja Alles Hier zum Besten dienen. Diese Zeit Mit den Leiden allen, die sie bringet, Reichet nicht an jene Herrlichkeit. Sey in Hoffnung fröhlich, sey geduldig, Wenn der Trübsal schwarze Fahne weht; Und wenn auch der letzte Stern verschwindet, Halte an mit heiligem Gebet! Sey am guten Tage guter Dinge, Und den bösen Tag nimm auch für gut; Denn Gott schaffet diesen neben jenem, Und die Zukunft bringet neuen Muth! ⠀ Ueberall ist Trübsal auf der Erde, - - Und der Schmerz keimt unter Freuden auf; Schöner glänzt die Blume nach dem Regen, Und der Wechsel führt den Weltenlauf. Vater, laß den Kelch vorübergehen: Doch nicht mein, dein Wille nur gescheh'! Hier ist Nacht. Dort aber wird es helle, Wenn ich auf zu deinem Himmel seh'; Dort ist Freiheit, dort zerreißt die Fessel, Die den Geist an diesen Körper band! Jene Sterne sind für mich geschaffen, Dort ist Ruhe, dort im Vaterland! 261 Laß mich dulden, gib mir Muth zum Leiden, Muth zum Sterben, zur Vollendung Muth! Was dein weiser Rath beschließt, Erbarmer, Ist für diese Welt und jene gut! Gott, dir leb' ich, dein bin ich im Tode, Heiter schließ' ich meine Lebensbahn; Gott mein Vater, wenn die Erde weichet, Ist der Himmel vor mir aufgethan! - Im - dar — 2 szt 262 - Das Sterbebett. Wohl mir, die letzte Stunde ſchlägt; Auch sie ist Gottes Gabe! Der müde Erdenpilger legt Den Wanderstab am Grabe Mit Freuden nieder und schläft ein Im kleinen stillen Kämmerlein, Wo nichts die Ruhe störet. Die liebe Abendsonne sinkt So mild und freundlich nieder; Die Nacht mit ihren Sternen winkt Und löst die schweren Glieder Zu einem neuen Lebenslauf In lieblicher Verklärung auf, Der Himmel senkt sich nieder. Ach, welche Aussicht öffnet sich Voll Heiterkeit und Frieden! Und neue Kelche öffnen sich An Blumen, die einst blühten. Gestalten, hold und wohlbekannt, Begrüßen uns mit treuer Hand Und Alles athmet Freude. 263 Welch' neue Sonne geht dort auf Im heil'gen Morgenlande! Die Weisen zieh'n im raschen Lauf Und fühlen sich im Stande, Den Meister würdig anzuschau'n Und seiner Leitung zu vertrau'n, Die treu und ewig waltet. - Der Glaube hat sein Ziel erreicht Und glaubet nun auf's Neue! Die Liebe, selig hingeneigt, Empfängt die zweite Weihe. Die Hoffnung, überreich beglückt, Bleibt in der Ferne hochentzückt Und ahnet neue Wonne. Die arme Erde ist zu klein Hallelujah am Grabe! Der Geist will frei und ewig seyn, Hallelujah am Grabe! Die Seligkeit ist mein Gewinn! Die ew'ge Liebe zieht mich hin; Wohl mir; Gott ist die Liebe! @ 264 - An einem Begräbnistage. Abend s. Wie die Blätter von den Baümen fallen, Seht, so fällt die Menschheit hin zu Grab; Täglich blickt der Mond auf neue Hügel, Auf erblaßte Leichname herab! Immer schlägt die ernste Todtenglocke, Feierlich! die leise Sanduhr ruft; Täglich wehen schwarze Leichentücher Um die Wehmuth, auf der Menschen Gruft. Herr des Lebens, es gescheh' dein Wille, Wenn der stille Friedensbote rust; Herr des Todes, deine Liebe waltet Von der Wiege bis zur Todtengruft! Ist der Traum des Lebens hingeschwunden, Zeiget sich kein gold'ner Morgensaum, Sinken wir in's alte Nichts zurücke Nun, es war ein großer, schöner Traum! Dank dir, Vater, für die Lebensstunde, Für der Tugend heil'gen Ehrenkranz, Für der Wahrheit mächtige Gefühle, Für der Hoffnung stillen Abendglanz!- - —— 265 Doch es ist noch eine Ruh' vorhanden, Hinter Sternen liegt die Ewigkeit; Selig sind, die in dem Herrn vollenden, ing Unser Glaube lehrt Unsterblichkeit! Welch' ein Morgen, wenn die neue Sonne Den erwachten, freien Geist entzückt; Wenn er himmlisch froh zum letztenmale ag Auf die abgeworf'ne Hülle blickt! sensor deff Welch' ein Morgen, wenn er wonnetrunken An der neuen gold'nen Schöpfung hängt; Wenn ein Chor von milden Lichtgestalten Den Verklärten brüderlich umfängt; Wenn das große Weltall sich eröffnet, Heilig süße Harfentöne weh'n, Millionen Paradiese blühen, Tausend Sonnen auf und nieder geh'n! - - Friedensbogen schimmern in der Höhe, Heil'ger Jubel hallt äonenlang, Engel fliegen durch die blaue Tiefe Und wir singen unter Harfenklang: dsl Heilig, heilig, heilig, bist du Vater, Der den Menschen zur Vollendung ruft! Angebetet sey dein großer Name Von der Wiege bis zur Todtengruft! 266 Wieder ist ein Mensch dahin geschieden, Herr und Gott, wir danken dir dafür; Friede, Friede sey mit dieser Asche Und mit dem verklärten Geist bei dir! - Vater, laß uns in dem Lichte wandeln, Laß uns heilig, laß uns weise seyn; Und wenn einst die letzte Stunde winket, Führ' uns sanft zu deinen Freuden ein! ( 22) 11) ganduslo - d PR ind ging Score mondignif di nurgastdou old si and no - 267- Der Tempel der Unsterblichkeit. Wir steh'n im Vorhof100 ir steh'n im Vorhof- alle Erdenvölker; taitole Vernunft, Gesetz und Glaube sind vereint. Wir blicken auf zum heiligen Moriah,*) Den magisch sanftes Sternenlicht bescheint. Und jeder Arme ist zum Heil erkoren, Und jede Seele fühlt sich neugeboren. Doch eine Schranke stehet uns im Wege Und stille Sehnsucht drückt den Lebenslauf. stille Se Ein himmlisch Flüstern regt sich nah' und ferne, Wir ahnen nur und können nicht hinauf. Doch stets empfängt die Andacht ihren Lohn. Horch, von der Höhe schallt Posaunenton! Das Heilige erscheint im gold'nen Glanze. Der Mond, wie Feuer auf dem Rauchaltar, Der Leuchter mit den sieben Lampen flimmert Und stellt sich uns in hoher Ferne dar. Der Schaubrodtisch verklärt sich in zwölf Zeichen, Die uns'rer Sehnsucht Himmelsnahrung reichen. Ha, welche Pracht! Welch' ungemess'ne Naime, Die stärkste Seele hüllt sich schüchtern ein! Sie fühlt sich schwach und fragt mit leiser Stimme: *) Der Tempelberg in Jerusalem. 268 Wo wird der Anfang und das Ende seyn? Zwei Saülen*) find's, die ewig nicht vergeh'n; Die Schönheit und die Kraft wird fortbesteh'n. Das Allerheiligste? Es bleibt vor uns verschloſſen. Die Wolkensaüle deckt die Cherubim; Doch ewig steht die heil'ge Bundeslade Und Millionen Herzen schlagen ihm, Dem ewig guten Himmelsvater dort, Und beten: Abba- lieber Vater, fort, Bis wir dereinst sein Antlig schauen dürfen, Als Engel, rein, in voller Heiligkeit, Bis wir die Liebe ganz ermessen können, In ungeahnter Himmels- Seligkeit!- Ach, dann wird Alles, Alles uns entschweben Und göttlich groß wird nur die Liebe leben! Bis dahin leitet uns der Hohepriester, - - - Des Vaters Sohn, der Jesus Christus heißt, BILIT Den alle Engel, alle Himmel ehren, Den seine Kirch' in Lieb' und Wahrheit preist. Und sterben wir, so sterben wir dem Herrn Dort über'm Grabe blinkt der Morgenstern! TEM E *) Jachin und Boas hießen die beiden aus Eri gegoffenen Pracht: faülen, welche an der Borhalle des Salomon Tempels standen. gym# 10( - 269 - Im Ungewitter. Bei Tage. Der Staub fährt auf. Der Wind durchsaust die Baume. Die Sonne flieht. Die Wetterwolke naht. Der Fremdling eilt. Der Landmann geht mit Sorgen Der Heimath zu auf seinem stillen Pfad. Wie schauerlich dringt das Gemurmel näher, Das dumpf von fernen Bergen wiederhallt; Wie Kriegsgetümmel, wenn in Nacht und Dunkel Der Feind mit wildem Heer vorüberwallt! Sieh', drohend schießt der ferne Blizz hernieder Auf das Gebirg', der graue Wolkensaum Reißt da und dort entzündet von einander Und gießet Feuer in den Weltenraum! Der sanfte blaue Himmel ist verschwunden; Verborgen ist der Sonne freundlich Licht! Der trübe Himmel hänget voll Gefahren Und seine Flamme schreckt das Angesicht.nl - Die Schöpfung zagt. zagt. 270 - Was wird uns widerfahren? Noch schont der Strahl. Noch sind wir unverſehrt; Allein wie schnell kann unsre Hoffnung sterben, Wie bald ist eine Freudenwelt zerstört! Wo ist die Freistatt vor dem Donnerkeile? Wo schlägt das Herz, das solche Kraft verhöhnt? Wo lebt der Geist, der nicht in Sorgen schwebet, Wenn Grabgesang aus allen Wolken tönt? Es braust die Luft. Das Wetter rauschet näher, Und furchtbar hallt der laute Donnerschlag. Gott sey uns Allen gnädig und barmherzig! Und jeder denke an den Sterbetag. Welch Ungestüm! Es rauscht und wogt und frachet. Der Sturm regiert die Welt. Und Schlag auf Schlag Und Blizz auf Blizz erfüllt das Herz mit Schrecken Und mahnt die Welt an jenen Unglückstag, Wo Sonne, Mond und Sterne sich verwandeln Und Bangigkeit der Menschen Brust erfüllt; - 271 - Die Meere und die Wasserwogen brausen Und was da lebt Ein schwarzes Grab umhüllt. Groß ist die Macht, die in der Wolke hauset, Die Allgewalt, die solchem Sturm gebeut; Gott ist es, der den Erdenkreis erschüttert, Der Schreckliche in seiner Herrlichkeit! Was ist der Mensch, Herr, daß du sein gedenkest, Ihn schüßest auf der dunklen Lebensbahn, In Nacht und Graus ihn väterlich beschirmest, Ihn rettest, wo ihn Niemand retten kann? Herr, Herr, Gott, Vater, gnädig und barmherzig, Laß deinen Donner mild vorübergeh'n; Laß uns im wilden Sturme dein Erbarmen, In Fluth und Wetter deine Gnade seh'n! Die Welt hat ihre Freundlichkeit verloren; Ein Meer von Schrecken brauset um uns her. Das Schifflein wankt. Herr, hilf uns, wir verderben! Du schiltst die Welt. Und deine Hand ist schwer. Doch nein, Du große Liebe kannst nicht zürnen! Du trägst die Welt mit ihrer Miffethat, — Jaia 272 - Und winkest nur mit deinen Donnerschlägen Auf die verlaff'ne stille Tugendbahn. Ihn betet an! Er ist der Weltenmeister. Er liebt euch Alle. Ihm vertrauet nur! Doch wo ein Mensch das Vaterherz betrübet, Der zitt're vor dem Herrscher der Natur! Nach -273 tishbildung sind disain nad mjus 2 Ifjörg dulf mm Nach dem Wetter. Sturm turm und Wetter sind dahin gezogen, Freundlich naht der Sonne gold'ner Schein. Lieber Vater, du hast uns gerettet, Guter, guter Vater, wir sind Dein! int the Matt erlischt des Blizes Schwefelflamme, Sanfte Kühlung wehet durch die Flur, Und das Herz, von neuer Freude trunken, Wallt zum großen Vater der Natur. Mild verhallen seine Donnerschläge, Lieblich flüstert's in der reinen Luft; Freude quillt von allen Himmeln nieder, Wenn die Gottheit uns zur Freude ruft. Welch' ein Schimmer! Welche Jubeltöne! Hoch in Lüften wehet dein Panier. Süßes Leben! Namenlose Schönheit! Was da lebet, lebt und webt in dir, Gnadenreicher! Heilig angebetet Sey dein Name, deine Herrlichkeit, Heilig angebetet deine Größe, Witschels Morgens u. Abendopfer. 12. Aug. 18 - 274 METR - Deine Liebe, deine Freundlichkeit! Tausend bange Herzen sind getröstet, Alles ruft: der Herr ist freundlich nah'! Staunend blickt der Mensch auf die Verklärung, Wo sein Auge Nacht und Schrecken sah. Gott, wer sollte dir nicht fest vertrauen, Der du ewig sprichst: ich bin bei dir! Heiter will ich meinen Pfad vollenden, Heiter bis zum Grab; Gott ist bei mir! 11 die 275 - Im Ungewitter. Bei Nach t. Kein Stern erscheint am schwarz verhängten Himmel, Erloschen ist des Mondes Silberlicht; Am Walde liegt die schwere Wetterwolke, Und die Natur verbirgt ihr Angesicht. Wie braust der Sturm! Wie fährt das Herz zusammen, Wenn über ihm der laute Donner kracht! Wer darf die heil'ge Stille unterbrechen, Das Eigenthum der mütterlichen Nacht? Welch' scharfer Glanz! Wie bebt das Aug' zurücke, Wenn Blizz auf Bliß aus dunkler Wolke bricht! Wer darf die milde Dunkelheit verscheuchen Mit solchem ungewohnten Flammenlicht? Der süße Friede ist hinweggeschwunden Und Aufruhr herrschet in dem Weltenraum. Wer darf die große Ruhe dir entreißen, Du müde Welt, und deinen stillen Traum? Wo ist die Macht, die solche That vollbringet, 18* 276 Weß ist der Arm, der diesen Flammenschild Vom Himmel auf die Erde niedersenket, Und eine Welt mit Furcht und Graus erfüllt? Wie hallt die Flur von seinem Donnerwagen! Wie rollt sein Lauf! Wie flammet sein Geschoß! Wie feierlich ertönet seine Stimme: Verstumme Welt; denn ich allein bin groß! Ja groß bist du und heilig, heilig, heilig, Du Unsichtbarer! Licht ist dein Gewand. Die Sternenkrone glänzt auf deinem Haupte, Das ew'ge Zepter ruht in deiner Hand. Vor dir sinkt Mensch und Engel hin im Staube, Jehovah, ewiger Herr Zebaoth! RESOR Ein Wink von dir kann eine Welt vernichten, Erbarme dich, du ewig großer Gott! Laß diese Wetternacht vorübergehen Zum Segen, Herr, und nicht zum Untergang! Der Tod ist nah'. Schenk' uns das süße Leben, Erhalte uns zu deinem Lobgesang! Der Tod ist nah'. Des Himmels Pfeile fliegen. Dir leben wir. Dir sterben wir, o Gott! duif Wir sinken leicht, von deiner Hand berühret, Und sind bei dir, du Vater Zebaoth! - 277 ― fost da o offe Bei einem sehr schweren Gewitter. and Onlis Durch Nacht und Graus fliegt zu dem WeltenVater On II Mein kindlich liebevoller Geist empor, Und feiert unter Blizz und Donnerschlägen Den Herrn der Welt, in fürchterlichem Chor. Ein Wink von ihm und eine Welt zertrümmert, Die Sonne strahlet ihren letzten Blick; Die Erde wankt, die Elemente beben, Die Schöpfung stürzet in ihr Nichts zurück. Wie heult der Sturm! Wie braust die Wasserwoge! Welch' Aufruhr tobet in der schwarzen Luft! Der Himmel droht die Erde zu vernichten Und Bliße leuchten in die Todtengruft; Zerschmetternd fallen schwere Donnerkeile; Die Nacht wird hell; es kracht das Firmament! Das Auge blickt verwundet in die Flammen Und schaudert vor dem Todes- Element! ne ini#C 278 Wo find' ich Trost in dieser SchreckensStande, Wo Angst und Ohnmacht Freund vom Freunde Tattfors trennt? 19 Herr, Herr, Gott, gnädig und barmherzig stärke Das Herz, daß dich im Sturme Vater nennt! Du bist bei mir, wenn Erd' und Himmel weichen, Du bist bei mir, wenn dieser Leib zerfällt, Und wenn dein Strahl mich furchtbar niederschmettert, Du bist es, Vater, dessen Hand mich hält! O welch Vertrau'n! Welch' heilig süße Flamme, Die in dem Herzen des Gerechten glüht, Die jede Nacht mit sanftem Strahl erleuchtet, Wenn Muth und Kraft und selbst die Hoffnung flicht! Dir leb' ich, Vater, und dir will ich sterben; Der Geist erhebt sich über Fleisch und Blut; Du wirst dein Kind nicht lassen, noch verderben, An deinem Vaterherzen ruht fich's gut! stand is 279 sid dalk nism thôt zic Nach dem Wetter. nd dan in him hid this Wir sind befreit. Die Donnerwolke ziehet a Im schnellen Flug den fernen Bergen zu. Gelobt sey Gott! Am Fichtenwalde glühet Ein froher Stern und lächelt Fried' und Ruh'. Der Nacht geweihte Stille kehrt zurücke. ww Der Sturm verbraust. Der laute Donner schweigt. oll#Q Der Himmel lächelt mit versöhntem Blicke Die Erde an, die sich in Demuth neigt. Der Feuerstrahl, vor dem das Auge bebte, Verlieret sich in stille Heiterkeit. find nivt! Der Vorhang fällt, den Gottes Finger webte, Und bringt der Welt die heil'ge Dunkelheit. Heil uns, der milde Friede kehret wieder, Der Friede Gottes! Seine Palme weht, Und Alles finkt zur kühlen Ruhe nieder, Und dankt dir, dessen Treue nicht vergeht! O Vater, dessen Majestät in Gnade Und dessen Herrlichkeit in Liebe ruht, Die große Welt ist deine Bundeslade, @nl 6mil — 280 Und was da lebet, steht in deiner Hut! Dir tönt mein Lied, dir schlägt mein Herz entgegen; Im Saüseln und im Sturme bin ich dein, Und überall auf allen meinen Wegen Sieht dich mein Geist und du bist ewig mein! diese Liebe ist mein Glück auf Erden, jdals O welch' Gefühl, dem keine Wonne gleicht! Laß mich, o Gott, zu einem Engel werden, Daß einst mein Herz sein letztes Ziel erreicht Dich rein zu lieben! Rein von Erdensünden, Von eitlem Wahn, von jeder Schwachheit rein. Du Allgeliebter, laß mich Gnade finden, Und laß mich Eins in deiner Liebe seyn! Dieß sey mein Dank! Was kann ich sonst dir geben? Mein Geist ist stets bei dir und freuet sich. Dein ist mein Sinn, dein ist mein Erdenleben, San pliad Mein Herz, mein ganzes Wesen lebt für dich! 396 3970sl on 1955 1956 ontl inte mind dux si at this all inlinuwid 150 g s Dritter Theil sd - 283 red ge Cool Te Deum laudamus.*) Hingesunken unter Dank und Freude Preisen wir dich, großer Herr der Welt, Und die Herzen, neugeboren heute, Sind von heil'ger Liebe aufgehellt! Du bist groß und herrlich! Unter Sternen Glänzt dein Thron im Dom der Ewigkeit Und vor dir, in ungemess'nen Fernen, Blüht die Welt in ew'ger Heiterkeit! Kraft und Leben strömt aus gold'nen Thoren, Wenn der Tag im Morgenroth erwacht, Alles wird vom Lichte neur geboren, Und die Schöpfung blüht in Jugendpracht. Freundlich tönt der große Zeitenhammer In der letzten Stunde Abendroth. Lieblich tritt die Nacht aus ihrer Kammer Und im Kranze naht der schöne Tod. Hallelujah, großer Weltenmeister, In dem Vorhof dieser Erdenwelt! Hallelujah in dem Chor der Geister, Wenn dereinst der große Schleier fällt! *) Der bekannte Kirchengefang: ,, Herr Gott, dich loben wir!" 0 284 Horcht, das hohe Lied der Seraphinen! Milder Klang im sanften Sternen- Licht! Jauchzet, Brüder, wenn der Tag erschienen, Wo das Leben aus dem Grabe bricht! Welch ein Glanz in jener Himmelsferne! Welche Freiheit in dem Weltenraum! Freut euch, Seelen; ach, auf jedem Sterne Blüht verklärt ein gold'ner Lebensbaum! Heilig, heilig, heilig! Gott erscheinet Segnend, liebend auf der Sonnenbahn; Und die letzte Thräne ist geweinet Und der Tag der Seligkeit bricht an. Große Liebe, süße Freudenquelle, Owie schön ist deine Erdenwelt! Große Liebe, o wie mild und helle Blickt die Zukunft aus dem Sternenzelt! Hallelujah! Betet, lobet, danket! 18st Gott ist unser größtes, bestes Gut! Liebet, hoffet, wenn das Schifflein wanket; Wohlgethan ist, was der Vater thut! Preis und Dank! Dein, dein ist unser Leben, TOCK mad m Unsre Liebe, bis das Herze bricht, Bis wir einst dich würdiger e einst dich würdiger erheben, Vater, dort vor deinem Angesicht! - model is omd C K 285 — fitanei. id Ewiger, vor dem die Erde bebet, Weltenkönig, Herr, erbarme dich! Menschenvater, der im Sturme segnet, Freudengeber, Gott, erbarme dich! Mach' uns frei von Irrthum und von Sünden, Ach, das Herz verwelkt durch Miſsethat, Und durch stets erneuten Sündenfalle Weicht das Paradies von unserm Pfad'! Sey uns gnädig, hilf uns überwinden, Laß uns freudig in dem Kampfe steh'n, Und wenn Dunkel unser Aug' umhüllet, Laß uns auf die helle Zukunft seh'n! Alles weicht und Alles stirbt am Grabe, Vater, Schöpfer, laß uns weise seyn! Laß uns täglich geistlich auferstehen, Herr des Lebens, o dann sind wir dein! Gib uns Frieden, Frieden im Gewissen, Schenk' uns frommen Glauben in der Noth, Laß die heil'ge Liebe nicht erkalten, Und die Hoffnung tröste uns im Tod! Aus dem Dunkel führe uns zum Lichte, idio 286 — Alles Unrecht werde abgethan; Jeder denke an die letzte Stunde, Reich und Armer, Fürst und Unterthan! Deine Welt ist ewig schön geschmücket, Ueber Blumen schwebt der Zeiten Flug; Laß uns danken unter Freudenthränen, Denn du gabst uns Allen Brod genug! Unsre lange Zwietracht sey vernichtet; Hochmuth, Wollust und der schnöde Geiz! Jeder Feind, der unser Herz bedrohet, Sinke, liege, sterbe unter'm Kreuz! Hilf uns, stärk' uns, tröst' uns, lieber Vater, Führ' uns über Welt und Grab zu dir! Jesus Christus sey gebenedeiet Und sein Reich erscheine dort und hier! Jesus Christus, unser Herr und Meister, Lehr' uns Wahrheit, Liebe, Recht und Pflicht! Deine Tugend, unter Engeln heilig, Walte stets vor unserm Angesicht! Deine Liebe zu dem Weltenvater, Deine Andacht vor des Schöpfers Thron, Dein Gehorsam bis zum Tod am Kreuze, Deine Sanftmuth bei der Menschen Hohn, Deine Freude, Noth und Schmerz zu lindern, Deine Milde, wenn der Schwache fiel, FOR 287 Deine Hoheit in dem Kreis der Sünder, Deine Demuth an der Weisheit Ziel; oli'k Dein Gebet im letzten Mondenschimmer, Deine Worte: weinet über euch! Großes Herz, das für die Feinde betet, Mach' uns dir in heil'ger Liebe gleich! Dein Vertrauen mehre unsern Glauben; Deine Liebe lind're Sorg' und Noth; Und die Hoffnung, die dein Herz belebte, Tröste uns im letzten Abendroth! — Geist der Weisheit, der in Liebe waltet, Der uns dort der ew'gen Gnade weiht, Senke dich auf alle Herzen nieder, Leite uns zum Quell der Seligkeit! Mach' uns weise! Laß die Wahrheit siegen! Gib uns Liebe zur Gerechtigkeit! Lehr' uns kindlich beten, kindlich glauben, Bis zum Schauen in der Ewigkeit! Amen! Ehre sey Gott in der Höhe! Friede herrsche auf dem Erdenkreis! Menschenvater, der im Sturme segnet, Dir sey Ehre, Lob und Dank und Preis! 288 S tindo sain@ Litanei für die christliche Kirche. Der Geistliche. Pater, der in hoher Liebe waltet, Herr, vor dem der Cherub niederfällt, Heil'ger Richter, der das Herz entfaltet, i Schöpfer, deine Kirche ist die Welt; Aber aus der ew'gen Gnadenfülle Hast du uns dein Antliß zugewandt, Hast du Jesum, in der Menschheit Hülle, Und in ihm den Freund der Welt gesandt! Seine Kirche steht im Sonnenglanze; Doch umschattet manche Wolke fie; Deine Himmelstochter kämpft im Kranze me Unter Sündern doch er welket nie. Schenk' uns Glauben, der die Herzen weihet, Schenk' uns Liebe, so genesen wir; Gib uns Hoffnung, die den Geist erfreuet; Licht und Trost und Stärke kommt von dir! - Die Gemeinde. Gott ist gut. Mit Wohlgefallen Stimmt der ganze Himmel ein. Gott ist groß, und Allen, Allen, Soll sein Name heilig seyn! Der - 289 Der Geistliche, no bad 19 Jeder Fürst und jeder Weise finde in mnd dull Seine Ehre in dem Christenthum; it Alle todte Grübelei verschwinde 1ો હતો allis Und der Friede wohn' im Heiligthum! Fromme Einfalt schmücke unsre Herzen, id dull Kindlich sey der Glaube an das Licht; nu sti Und der Blick, in Freude und in Schmerzen, Weiche von dem hohen Vorbild nicht! Brudersinn erfülle Jung' und Alte, lind on a Liebe treibe Hohn und Zwiespalt aus, id m Menschenhuld und Friede Gottes walte dem Vaterhaus! In der Kirche, in dem Vaterhaus! tu Die Gemeinde. Dein Reich komme! Gott der Liebe, Himmlisch ist die Lebensbahn! indf Heilig seyen unsre Triebe; Jesus Christus ging voran! Der Geistliche. Ach, es gibt noch viele arme Blinde, Mehre, Herr, der frommen Christen Zahl; Und die große Menschenwelt verbinde Eine Taufe und Ein Abendmahl! Nicht den Formeln und Gebraüchen lebe, Witschels Morgen u. Abendopfer. 12. Audg. 19 290 Wer das Herz zu Gott erheben kann; Und der Priester ohne Heuchelmiene Bete Gott in Geist und Wahrheit an! Heilig sey der Sonntag dem Gemüthe side Gleich dem Lichtstrahl, der auf Tabor fiel, ill, Und die Andacht und der Himmelsfriede Leite uns zum schönen, fernen Ziel! bildnist Tod und Leben ruht in deinen Händen dall Guter Vater, der die Welten trägt; Laß uns heiter unsern Lauf vollenden, Wenn die große Feierstunde schlägt! Die Gemeinde. Min07 Sterbend sinket nur die Hülle; Denn der Geist muß ewig seyn. Amen, es gescheh' dein Wille; Und wir bleiben ewig dein! mi dig: SCC dong sld duft j3 101 - 291 - and dise Litanei für das Vaterland. and Off Der Geistliche. Gott und Vater, der in hoher Milde Jedem Volk sein Antlig zugewandt, Kindlich glaubend falten wir die Hände, Beten für das theure Vaterland! s Heil dem König! An des Thrones Seite Stehe Liebe und Gerechtigkeit; Die Gemeinde. Treue schmückt das Erdenleben; Friede lindert jede Noth. In des Volkes Wohlfahrt such' und finde Unser Herrscher seine Herrlichkeit! Das gemeine Beste sey uns heilig! Jeder glaube, standhaft im Beruf, Daß wir Gott und nicht den Menschen dienen, Daß uns Gott für Zeit und Nachwelt schuf. Gib uns, Vater! Laß uns geben! end Segne unser täglich Brod! 19* — 292 - Der Geistliche. Ferne ſteht das große, schöne Ziel. Nicht, daß wir den Kranz errungen hätten; Quotie Stückwerk bleibt auf Erden unser Wissen Und der Redlichen sind nie zu viel. Tausend irren auf dem breiten Wege, 21101 Suchen Schäße, die vergänglich sind, Säen Unkraut unter edlen Weizen, Sind für Recht und Wahrheit taub und blind! tto Die Gemeinde. Wir bereuen unsre Sünden, 2 no Tho Ewig groß ist deine Huld; su odst Vater, laß uns Gnade finden min Und vergib uns unsre Schuld! 119 THE Der Geistliche. Sollten wir das Eitle liebgewinnen, Juslg Und den Geiz, der jedes Herz entstellt? Wachet, betet! spricht der Herr der Kirche, Denn mein Reich ist nicht von dieser Welt!- Sollten wir dem Hochmuth uns ergeben? Sein Gefährte heißet Uebermuth. un Christen, strebet nicht nach hohen Dingen, Werdet wie die Kinder fromm und gut!) Sollte uns die Sinnlichkeit bethören? * 01 - 293 Ach, die herbe Reue folgt geschwind; Christus spricht in milder Himmelsruhe: Selig sind, die reines Herzens sind! *** - 128 -▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬ Die 01 Immer lockt die bunte Schlange; Oft verschwindet Muth und Pflicht. Vater, ach wir flehen bange: Führ' uns in Versuchung nicht! Gemeinde. Der Geistliche. Blicket aufwärts in dem schweren Kampfe! Alle Trübsal währet kurze Zeit. Ueber'm Grabe scheint die Sonne heiter; Heiter winkt das Land der Seligkeit. Leget ab, was euer Herz beschweret; Macht den Geist von schnöden Fesseln frei! Eins ist Noth: Seyd nüchtern, wachet, betet, Daß die letzte Stunde glücklich sey! Die Gemeinde. Herr, erlöse uns vom Uebel! Führ' uns durch die Nacht zum Licht, Und im letzten bittern Kampfe Leuchte uns dein Angesicht! Chord sid કોણે કોઠે mit Orgelbegleitung und Posaunen.*) Denn dein ist das Reich gil Und die Kraft Und die Herrlichkeit In Ewigkeit! Amen. *) Die Musik biezu in der neuesten Nürnberger Agende nach den Einfeßungsworten.c mi mi 294 thighhe ( ht alquie and dil mi dell 295 - and inim Die zehen Gebote. NISH don this si 1. g Ich bin der Herr, dein Gott! In Zeit und Raume Bin ich allein mir selber ewig gleich! Ich wecke Zeit und Welten aus dem Traume! Ich bin dein Gott! Mensch, du bist ewig reich!" Du bist mein Gott! Herr, wenn ich nur dich habe, So mag der Himmel und die Welt vergeh'n; Wenn Leib und Seele schmachtet, dort am Grabe, Mit dir will ich den großen Kampf besteh'n! nius 2. 35 woo tarot T ,, Du sollst den Namen Gottes nicht entweihen, Vor ihm erbebt der große Welten- Plan! Ich bin der Herr, spricht Gott zu seinen Treuen, Ich donn're ne donn're und ich liebe! Bete an!" thin#of#C Ich Ich bete an, voll Demuth und voll Liebe, Ein süßer Schauer dringt durch mein Gebein. 2. Du bist mein Lied. O kindlich fromme Triebe, Das Leben kann in Gott nur selig seyn! d 296 3. E Bereite dich, den Ruhetag zu feiern! Er ist der Seele köstlich Eigenthum. Wie Licht und Wärme die Natur erneuern, So winkt die Andacht in dem Heiligthum!" Die Welt mit ihrer Herrlichkeit verschwindet, Wenn sich der Geist zu dir, o Gott, erhebt! Die Fessel sinkt. Der Ruhetag entbindeti nie Die müde Seele, und der Glaube lebt! shot C biss gian fidus 10 mix nid p 4. ,, Du sollst den Vater und die Mutter ehren! Die Gottheit spricht. Bewahre dieses Wort!* Die Urne winkt; sie soll dich Liebe lehren, Dann lebt dein Glück in deinen Kindern fort! O sanfter Zug, der unser Leben weihet, Er kommt von dir, dem Vater der Natur! Die Welt ist todt. Durch Liebe nur gedeihet Das Leben und der Freude Blumenflur! di 10 ITI 5ી, કર્વ ધર્મને Le mis m 5. WHA il di Sun, yanad, ,, Du sollst nicht tödten! Rache schreit die Erde, Wenn Kinderblut den Mutterschooß entweiht. Der Mörder bebt. Der Schußgeist weicht vom dilimil Herde, is fid# Und Nachtgewölke deckt die Ewigkeit!" madh n - 297 T Du bist die Liebe! saüselt's unter Sternen; Du bist die Liebe! tönt's im Erdenthal.) Könnt' ich mich je von dir in Nacht entferspay nen 11000 O Vater dort, dann leuchte mir dein Strahl! hin 16. at „ Du sollst der Ehe frommen Bund nicht brechen. Du warst ja frei.. Gott hörte deinen Schwur. Die Keuschheit blüht. Verwelkte Jahre rächen Die Sünde an der heiligen Natur!" Süß ist die Lust und mächtig lockt die Sünde, Doch ach die blasse Neue folgt geschwind. dag Rein ist das Licht!, Hilf, daß ich überwinde; Denn selig sind, die reines Herzens sind! an 7. en stok Just ,, Du sollst nicht stehlen! Engel lächeln nieder, Wenn Recht und Treue unter Menschen wohnt. Der Wilde raubt. Die Keule mordet Brüder, Wo Habsucht unter Diebsgesellen thront." Ich kann nicht irren, wenn die Habsucht winket; Der inn're Richter spricht: es ist nicht dein! Wenn Judas vor dem Gözen niedersinket, Laß mich gerecht und deiner würdig seyn! 298 #C @ ; ma e'ti8. Indig sid fid ,, Du sollst kein falsches Zeugniß geben! Frage Dein Herz, und rede, wie es dir gebeut. R Das Herz ist wahr. Gott winkt in jeder Lage Und wer ihm folget, hat es nie bercut! Der falsche Mund besteht nicht im Gerichte. Die Wahrheit, nicht die Lüge frommt der Welt. Du bist mein Gott. Du wohnest in dem Lichte, Du winkst. Der Nedliche behält das Feld! * THIS e 9. ,, Die Schlange lispelt. Laß dich nicht gelüsten! Begehre nicht des Nächsten Gut und Haus! Der Thor mag sich im lecken Schiffe brüsten; Das letzte Urtheil spricht der Himmel aus!" Laß mich zuerst nach deinem Reiche trachten, Dann schenke mir, o Gott, Zufriedenheit! Laß mich das Kleine lieben, nicht verachten; Der Mensch braucht wenig und auf kurze Zeit! wordt o 10. ,, Der Apfel locket. Laß dich nicht gelüſsten! Das Aug' schielt gerne nach verbot'ner Frucht. Doch weh' dem Herzen, wenn es unter Wüsten Nach dem verlornen Paradiese sucht!" 299 Der Geist ist willig, aber stark die Sünde. Laß die Versuchung, Herr, vorüber geh'n! Das Fleisch ist schwach. Am Grabe fällt die Binde. Laß mich aus Gnaden deinen Himmel seh'n! * C 35 anto pithing of' Himptooft and things Adig tul im of movi hit upodopis muistot na dunia OC ndo@ medad. 12 # 1# 2 Hold moll Im 110 mint a dould gill - 300 sasid of ds giliai is no Die TOUJOU Artikel des christlichen Glaubens. sonile I') Immi m mdon tus phim qu 1. Ich glaub' an Gott den Vater, der allmächtig, Den schönen Himmel und die Erde schuf. Seitdem erscheint das Nachtgewölk' so prächtig, Erwacht im Licht der große Freudenruf. Seitdem bekränzt der Frühling sich mit Rosen, Es wallt und wogt das gold'ne Aehrenfeld, Die Traube schwillt vom grünen Laub umflossen, Ein weißer Vorhang schließt die Lust der Welt. Und Alles lobt den Herrn, und jede Seele Spricht innig fromm: Gott, wie vergelt' ich dir! Wo schlägt das Herz, das deinen Ruhm erzähle! Du bist mein Hort! Ach, Alles gibst du mir! 2. Ich glaub' an Jesum Christum, eingeboren, Des Geistes und der Unschuld hohen Sohn. Von Gott zum Heil der Menschen außerkoren, Der Herrliche auf lichtumfloss'nen Thron! Er litt am Kreuz, er starb und ward begraben; Er stieg hinab in's kalte Todtenreich; - 301 —▬▬▬▬▬▬▬▬ Doch mit der Siegesfahne, hocherhaben, w Bricht er hervor, der Morgensonne gleich! si Er schwebt empor zum Vater in der Höhe, Die Himmel feiern ihren Jubeltag. VOURED alsall Einst kehrt er wieder, aber Wehe, Wehe! 11511330 Wer vor dem Richter nicht bestehen mag. 1914@ Preis ihm, der unser Heiligthum gegründet, Das, gleich dem Himmel, eine Welt umschließt! Er ging voran. Wer Ruhe sucht, der findet Sie in dem Licht, das aus dem Urquell fließt. Er ging voran. Die Menschheit steht betroffen, Ein heil'ger Schimmer wallt um seine Bahn. Wer mit ihm wandelt, sieht den Himmel offen; Er hat Gott und der Welt genug gethan. Es kommt sein Reich in Glauben, Hoffnung, Liebe; Durch ihn wird einst die Menschheit ausgesöhnt. Die Wahrheit blühet mit verjüngtem Triebe Wir ruhen. Und der Friede wird gekrönt! - 3. Ich glaube an den heil'gen Geist auf Erden, In dem die fromme Tugend lebt und webt. Die Kirche muß durch ihn geweihet werden, Er ist's, der alle Heiligen umschwebt. Das Herz wird frei. Die Sünde ist vergeben, 302 Die Seele mit dem Schöpfer ausgeföhnt. Die Auferstehung und ein ewig's Leben this Winkt jenseits, und der Sieger wird gekrönt! - - Verleih' uns, Gott, daß wir den Geist erkennen, Der unter Licht und Wärme sich verklärt, Dann wird kein Wahn die Herzen feindlich trennen; Uns bindet ein Symbol, das ewig währt! Ein Gott, Ein Glaub' und Eine Tugend führen Zum wahren Licht, zur innern Seligkeit; Nicht eitle Namen, sondern Thaten zieren Den Christen an dem Thor der Ewigkeit. So gib uns denn, du Vater in der Höhe, Die Weihe, die uns Alle glücklich macht! Es komm' dein Reich! Der Geist vom Himmel wehe Die Erde an und scheide Licht und Nacht! 303 — Hallelujah. Prei reis, Ehr' und Hochgesang, Glocken- und Sphärenklang, Gott, Jehovah! Ein großer Niederfall all Donnert durch's Weltenall, 4120 Mit hohem Wiederhall: Hallelujah! Herrscher, dein ist das Reich! König, wer ist dir gleich? Hallelujah! Onlf. Dir folgt das Sternenheer; Dir brauset Sturm und Meer; Dir jauchzt der Engel Heer: Hallelujah! Löscht einst die Fackel aus, Ziehen wir froh hinaus In's schöne Vaterhaus. und Hallelujah! 110 Vater, dein ist die Kraft, Die ewig blüht und schafft; Hallelujah! - 304 Dein ist die Herrlichkeit, Schöpfer in Ewigkeit, Hallelujah! Mild ist das Abendroth; 4 Endlich sinkt alle Noth, al Und freundlich winkt der Tod; Hallelujah! sist - Bogel d Preis, Ehr' und Hochgesang, Rody Glocken- und Sphärenklang, imke da Dir, Jehovah! Herrscher, dir leben wir; img Schöpfer, dir sterben wir; in Vater, hinauf zu dir! Hallelujah! in mo ha Telo sie hind 12 miguj si Idejmining. tark sid ( 1) duld given si u bo sid quis ipliz buoni dost i udsi& undsso möch)' sc dojuiste Anhang. Anhang. V 21 n toy Witschels Morgen s u. Abendopfer. 12. udg. 20 madne 19 -307 - - An die Christen. C Tijest Erste Epistel. triple& Locte ockte eine wilde Kriegeshymne ni Rungs Tausende zum heißen Todesgang; O so höret, mit besiegtem Herzen, Hört der Menschenliebe Harfenklang! Hingelehnet an dem Sühnaltare Stehst du weinend, o Religion, Und dir, Hohepriesterin vom Himmel, Spricht der Undank deiner Kinder Hohn! Nicht ihr Herz, nur kalte Mauersteine, Weihen sie zu deinem Heiligthum; Worte sind es, ängstliche Gebrauche Und das nennen sie ihr Christenthum! O ihr seyd noch weit vom großen Ziele, Das euch Jesus Christus dargestellt; Seyd noch immerdar der Menschen Knechte. Und der Freiheit noch nicht zugesellt! Ist's genug, daß ihr mit frommem Grimme Euch nicht mehr zum Blutgerichte zerrt? ' s genug, daß ihr um todte Formeln Euch nicht mehr das Himmelreich versperrt? 20* - 308 - sals Ist's genug, daß ihr euch kindisch tröstet Mit der Wahrheit erstem Morgenroth? R Ist's genug, daß ihr am Schnißwerk bessert, Wenn ein Riß das ganze Haus bedroht? Das ganze Zwietracht herrschet in den Friedenstempeln, Mißgunst in der Liebe Heiligthum. Schüchtern steht der Priester am Altqre Und verzweifelt an dem Christenthum. Statt auf euern Meister zu vertrauen Und zu folgen seinem hellen Licht, Höret ihr, mit eingewiegter Seele, Was Gregor, Kalvin und Luther spricht. Höret sie! doch das Gesetz der Liebe Schwebe ewig eurem Geiste vor! Hebet Jesus die Gefeßestafel Nicht verklärt vor allem Volk empor? Schämet euch, ihr streitet um den Glauben, Und verkennet eure erste Pflicht! 02 Jünger seyd ihr, aber schwach am Geiste, fm3 Kinder seyd ihr, aber Christen nicht! smu Ach, da ihr das schöne Band zerrissen, Womit Jesus seine Kirch' umwand, JER duy Stieg die Zwietracht blutig aus der Hölle Mit dem jammervollen Feuerbrand! pin( 9) — 309 - - Särge werden aus dem Grab' geriffen Städte dampfen Reiche sind entzweitHalbverbrannte Todtenbeine rauchen Gift und Dolch sind unserm Gott geweiht; Jhm, dem Gott der Liebe, der uns Alle Nährt und schüßet unser Lebenlang; und ſchüt Ihm, dem Vater, dessen Sonne scheinet Von dem Aufgang bis zum Niedergang! IR and Hat euch dieses euer Herr errungen, Als er blutig an dem Kreuze starb? Ach, dann Schade, daß der Unglückssame Nicht in seinem ersten Keim verdarb! di ill Euer Meister sprach das Wort des Friedens; Doch ihr wählet eine andre Pflicht; Eure Spaltung ist der große Meineid, Welcher eurem Glauben widerspricht! Gab er euch nicht das Gebot der Liebe, Bis sein sanftes Aug' im Tode brach? Fast zwei tausend Jahre sind vergangen, Und ihr sprecht von Duldung- welche Schmach! Christen, wer für euern Glauben stritte Und dabei von Haß und Trennung sprach, Dieser that wie Moses an dem Berge, Als er zürnend das Gesetz zerbrach! 2 - 310 7 - Wehe dem, der sich zuerst erfrechte, di Und die wilde Kriegstrompete blies; and t Wehe dem, der unsre Friedensfahne Mit entweihter Bruderhand zerriß!@ a fl - - Christen, wählet, wollt ihr länger saümen, Länger noch den großen Bund entweih'n; Oder euch versöhnt die Hände bieten Und im Geist und Wahrheit Christen seyn? od 08 Das Gesetz wer kann es überhören? Das Gesetz spricht laut und offenbar. Lasset es in seiner Kraft erscheinen, Und ihr lebt im großen Friedensjahr! O es waren mehr, als fromme Traume, Was euch mancher Diener Gottes rieth! Man verlachte ihn. Er ging hinüber, Wo ihm Gott der Treue Lohn beschied. Christen, eure Stunde hat geschlagen, Macht euch von der langen Schande frei! Auf! beschwöret erst den Bund der Liebe, Und dann prüfet, was das Beste sey! Aber Habsucht, Stolz und Geistesschwäche Komme in den Rath der Väter nicht; Treibt den Miethling aus der Tempelhalle, Der dem Grundgeseze widerspricht! - 313 — An die Christen. Lb ais 3weite Epistel. Allen Brüdern, die für Wahrheit leben, Von dem Rheine bis zum Donaufluß, Von dem Dänen bis zum freien Schweizer, Meinen Segen, meinen Brudergruß! Wohlthat ist es meinem treuen Herzen, Daß noch hie und da die Liebe glimmt; ilin Daß noch Mancher lebet, dessen Wandel 2 Ueberein mit seiner Lehre stimmt. Aber stille Wehmuth beugt mich nieder, Wenn mein Auge bei dem Ganzen weilt, Wenn ich jene Secten überzähle, Deren Kampf das Erbe Christi theilt; 1862 Wenn ich höre, daß der Geist der Zwietracht Euch zurückführt in die alte Nacht: 10 Daß ein Talmud, den der Wiß erdachte, Unser freies Volk zu Sclaven macht; Wenn ich fühle, daß in solchen Wolken Nie der Geist des Christenthums erscheint, Daß in solchen Markungen der Stifter Nie sein Volk mit seinem Ziel vereint! L - 314 - Ach, wie tönt es lieblich aus der Ferne, Aus der Urwelt heil'gem Mondenlicht: Kinder, bleibet bei der Bruderliebe! Prüfet Alles, nur verfolget nicht! Ach, wie strömt es freundlich in die Seele, Wenn der liebevolle Alte mahnt,*) Und durch seine Stimme aus dem Grabe Uns den Weg zum frohen Leben bahnt! Eins ist noth! Was zürnen wir, Geliebte? Friedlich winkt der stille Aschenkrug. Endlich, Christen, muß es Friede werden, Oder euer Christenthum ist Trug! Warum holt ihr nicht in Einem Tempel Gure Taufe, euer Abendmahl? Warum legt ihr eifernd Schloß und Riegel An der Liebe freien Himmelssaal; Lügt euch glücklich, heuchelt MenschenliebeSprecht, was send ihr auf der Lebensbahn? Bettler vor der schönen Thür des Tempels, Arm und lahm vom Mutterleibe an.**) Warum ruft ihr schauernd: Tod in Töpfen! Wenn die Wahrheit ihre Blumen streut, Und mit frommem, unbesorgtem Blicke nd - *) Johannes in seinen Episteln.**) Apostg. 3, 2. 315 Euch die gold'ne Lebensstärkung beut? Durstig harrt die Menschheit an dem Strome, Und ihr murret, wenn der Starke trank? Warum kämpft ihr um den Grenzstein, Brüder, Der vor tausend Jahren schon versank? Seyd ihr nicht zu Einem Bund erforen? Machet euch nicht Eine Taufe gleich? Habt ihr nicht zu Einem Gott geschworen? Und doch Feinde?-Sprecht, was trennet euch? Nicht das Helle, nur das Dunkle, Christen, Nur die Finsterniß und nicht das Licht! Keiner wird die Morgensonne laügnen, Wenn sie aus der Purpurwolke bricht. Ward es heller, als die Väter stritten n Ueber Logos Homousios?*) Ach, Nicäa sah die Nacht der Christen; Denn ein Fluch war des Verirrten Loos! Ist's entschieden, was Konstantinopel Schon im vierten Seculum entschied? Oder gibt es keinen Freund der Wahrheit, Der den Machtspruch noch in Zweifel zieht? Glaubt die Welt, was einst Cyrillus**) lehrte, *) Ueber Joh. 1, 1, wird noch heute, wie damals gestritten. **) Patriarch zu Alexandrier. S. Spittlers Grundriß der Geschichte der christl. Kirche. 2te Aufl. S. 116-123. 316 Der den Kaiser und das Reich belog; if( Und zu Ephesus*) durch List und Ränke Alle Christen um ihr Recht betrog? Ward es Licht in Jesu zwei Naturen Durch das Reichsmandat zu Chalcedon? Palästina und Egypten blutet, tin Und der Jammer spricht dem Vorwitz Hohn! Sünde ist's, dem freien Geist gebieten, Wo der Glaube uns nicht besser macht. Thorheit ist es, von Erleuchtung sprechen, In dem Grab' der finstern Mitternacht. Ueber's Klare pflegt man nicht zu streiten; Jeder Tag erwirbt sein eig'nes Licht. Nur das Trübe lockt zu raschem Kampfe. Ach man wüthet, und erkennt sich nicht! Prüft die Vorwelt, prüfet euern Glauben, Ist euch helle, was dort finster war? Manches; aber viel noch liegt im Schatten Heute wie im ersten Jubeljahr. Keiner zweifle, daß es lichter werde In dem alten, großen Heiligthumi; Und im Geiste Jesu Christi blühet Ewig das Ur- Evangelium. — *) Bei der Synode im Jahre 431. — 317 Aber was seit achtzehnhundert Jahren, i Lieben Brüder, noch im Dunkeln liegt, ta Darob laßt uns jetzt nicht mehr entzweien, Oder traun, die alte Thorheit fiegt! Ehrt die Schrift, und leset sie mit Freuden; Aber, wo sie unbegreiflich spricht, Da, ihr Brüder, reichet euch die Hände, Und bekennet: wir verstehen's nicht! Laßt uns nicht an leeren Formeln hängen; Unser Herz, doch auch der Geist sey rein; Ach, der Friede wäre bald geschlossen, Christen, laßt uns nur wahrhaftig seyn; Nichts bestimmen, was wir nicht umfassen; Nichts behaupten, was wir nicht versteh'n! Alles Große ist durch Einfalt herrlich; Jeder Glaube wird durch Tugend schön. - Eintracht wollte Jesus Christus stiften, ni Gottesliebe ist Religion; Aber eure blinden Zionswächter Sprechen Gott und ihren Tempeln Hohn! * Blut und Leben gaben die Apostel Freudig für die große Sache hin; Doch was fragt der Miethling nach der Herde, Bleibt ihm nur der baare Goldgewinn! 318 - Priester, schämt euch! aller Zwist der Kirche Kommt von euch — - - und Duldung von dem Thron! Fürsten mußten euch zum Frieden zwingen; Edle Fürsten, Gott ist euer Lohn! Wachet ihr für unsern stillen Frieden, Für die Freiheit, die uns Jesus gab; Laßt uns denken, daß wir weiser werden, Jeder Irrthum sinkt von selbst zu Grab'! Christen, wollt ihr Eines Glaubens leben? Wünschet ihr der Liebe Palmenkron'? Will der Priester fie euch vorenthalten; Gehet hin und fordert sie vom Thron! Sprecht: wir wollen nach Erkenntniß streben; Aber frei von Wahn und Schüchternheit! Denn nur Wahrheit gilt, und das Gepräge Des Vollkommnen ist Nothwendigkeit! Freiheit hat dem Geiste nie geschadet, Nur in Fesseln drückt ihn kalte Nacht. Licht ist Licht! der blinde Buchstab' tödtet, Und der Geist ist's, der lebendig macht! - 319 pods An die Christen. Dritte Epistel. Der alten und der neuen Kirche Chrifti, Die mich im großen Erdenrund umgibt, Die meinen Geist, wie die Natur erhebet, Und die ich, wie die Wahrheit, stets geliebt; Nicht aber ich alleine, meine Brüder, Nein, sondern Jeder, der nach Weisheit ringt, Und dem auf dunkler Wanderschaft durch's Leben Der große Fund, die inn're That gelingt; Barmherzigkeit und Friede, Huld und Gnade Von Gott, dem Vater, in dem Weltenreich, Und von dem Sohn des Vaters, Jesu Christo, Dem Erstgebornen in dem Gottesreich!*) Ihr Lieben Alle, um der Wahrheit willen, Die in uns bleibet, trotz der Menschlichkeit, Die mit uns reifet in dem Gang der Zeiten Und bei uns seyn wird in der Ewigkeit; *) 2 Joh. v. 1-3. - 320 Mit stiller Ahnung blick' ich auf die Woge, Die langsam schon dem Ufer näher treibt. Der Sturm verhallt. Die Elemente schweigen. Der Schaum zerrinnt. Die klare Sonne bleibt. Triumph! sie blickt durch die zerriss'ne Wolke Und strahlt umher in milder Seligkeit, Und feiert im verklärten Meeresspiegel Den Tag des Siegs und ihre Herrlichkeit! C hat sic Heil dir, Glück zu! die Nacht ist hingeschwunden, Der Sturm der Zwietracht, schöne Christenwelt! Du blickest heiter in die lichte Ferne; Ein guter Geist hat deinen Tag erhellt. Der alte Dom erscheint im jungen Glanze, So schön, wie ihn Johannes kaum getraumt:*) Denn was der breite Strom der Zeit versandet, Das wird mit rascher Kraft hinweggeraumt. Er öffnet sich. Die Herzen sind versöhnet. Mit Palmen zieht die Schaar der Christen ein. Ein Engelchor bekränzet ihre Priester Und Gott ist da im süßen Freudenschein. Jull O fanftes. Offenb. Joh. 21. ― 321 - mad Osanftes Licht! O Strahl aus bessern Welten! Die Welt erlischt. Das Augenlicht vergeht! Mein Herz zerfließt. Der Geist, der Geist nur lebet, fruste In frischer Luft, die aus den Himmeln weht. Und horch! welch hoher Lobgesang erschallet! Ein Hymnus, wie ihn nur die Andacht bringt, minigo Wenn Herz in Herz und Geist in Geist ergossen, Nach einem Vorschmack jenes Lebens ringt: Wir glauben Alle einen Gott und Bater, in@ Und lieben ihn, so viel das Herz vermag; Wir glauben an die Ewigkeit der Freude, Und barren still auf jenen Erntetag, Wo wir in füßer, namenloser Liebe Einander stammeln, wie uns Gott beglückt; Der große Stifter schwingt die Sieges: fahne! Die Harfe klingt. Der Himmel ist entzückt. Tigen. Mendopfm. 12. Mad. 21 322 Und ewig, ewig finken wir dem Bater, sie - Dem unaussprechlich Milden an die Brust. Das Herz schlägt ruhig. Alle Sterne blinkend dl Und liebend trinkt die Seele Himmels: luft! Die Harfe ist mir aus der Hand gesunken; Das Herz ist matt und die Entzückung flieht. So prangt die Lilie im Morgenglanze d Und ist nach kurzer Herrlichkeit verblüht. Wo ist die Welt, die ich im Traum erblickte? Ein böser Geist hat das Gebild zerstreut; Die holde Welt, voll Eintracht und voll Liebe; Ich finde sie nicht in der Wirklichkeit. Die Herzen sind sich näher, als es scheinet, Der Wille nur ist wundersam gehemmt. Wer reißt die magische Gewalt darnieder? Ihr Priester, nur die Tempel sind sich fremd, Wie ihr einander! Ist es Aberglaube, Ist's Selbstsucht, Geiz, ist's blöde Furchtsamkeit, 323 Was euch zurück vom großen Frieden treibet? Ist's Glaube, Wahrheitsliebe, Frömmigkeit? Wie? soll das Laster eure Tugend krönen? Die Finsterniß besteht nicht vor dem Licht. Gebt euch gefangen, wo der Geist entscheidet, Und schweiget still, wenn Jesus Christus spricht. Jefus Chri Auf eure Bücher seyd ihr nicht getaufet, Die Zeit der Katechismen ist vorbei.*) Der Meister spricht! in Einfalt und in Würde. Was wollt ihr noch mit eurem Allerlei? Der Kirchenvater muß zurücke stehen, Wenn der Apostel auf den Lehrstuhl tritt! Und welch Concil vermag den Geist zu dämpfen, Da wo die Wahrheit ihren Kranz erstritt? Mein Joch ist sanft, spricht unser Herr und Meister, Und daran ärgert sich der After= Chrift. Der Mensch ist mit dem Leichten nicht zufrieden, duft Er haüft die Last, bis er beladen iſt. C Die Wahrheit lebt; o laßt euch nicht bethören, Der Kranz ist welk, den euch der Irrwahn flicht! Wollt ihr den Ruf des Zeitgeists überhören? Ihr werdet sterben, doch die Wahrheit nicht! Dann tritt der Enkel kalt an eure Urne dulf — - - *) Lasset die Kindlein zu mir kommen. Luk. 18, 16. 21* 324 — Und spricht euch noch im stillen Grabe Hohn; Und eine freie Nachwelt fühlt im Herzen: C Das, was euch fehlte, war- Religion! J - 12 —1 Ein hartes Wort.- Ich nehme es zurücke; Ach, Irrthum ist ja unser Aller Loos. Laßt uns einander rathen, nicht verdammen, Die Menschheit und die Menschlichkeit ist groß! So höret denn, ihr, die ihr Frieden liebet, Ein Wort vom Himmel, das durch Wahrheit frommt, Hört, Christen! Hört es, unversöhnte Brüder, Auf welchem Weg der Friede zu euch kommt! Der Katholik, der stille Reformirte, Der Protestant, das ganze Christenthum Vertraue sich auf's Neu' dem großen Stifter, Und huldige- dem Evangelium! HE Dann flieht die Nacht; dann lichtet es im Often; Dann bricht die Sonne aus der Dämmerung! Natur und Lieb' erwachen in Verklärung Und freuen sich der neuen Huldigung! I n a! t. Sdeen der Gebets- Formeln von S. J. Mnioch. 1. Borrede zur eilften Auflage Der neue Tempel Erster Theil. Erste Woche. ( Frühling.) Morgengebet am Sonntag Abendgebet S Morgengebet am Montag Abendgebets S Morgengebet am Diensttag Abendgebet: 325 Morgengebet am Mittwoch Abendgebet: ? S Morgengebet am Donnerstag Abendgebet: 3 Morgengebet am Freitag Abendgebet: 3 Morgengebet am Sonnabend Abendgebet 3 3 weite Woche. ( Sommer.) Morgengebet am Sonntag. Abendgebets " Morgengebet am Montag Abendgebet: Morgengebet am Diensttag Abendgebet 5 5 Morgengebet am Freitag Abendgebet Morgengebet am Mittwoch Aben gebet. $ S Morgengebet am Donnerstag Abendgebet: S Morgengebet am Sonnabend Abendgebet Seite PADE 4 11 14 16 19 21 23 25 27 29 31 33 35 37 41 43 45 47 49 51 53 55 57 59 61 63 65 67 - Dritte Woche. Morgengebet am Sonntag Abendgebet: S Morgengebet am Montag Abendgebet s 5 Morgengebet am Dienstag Abendgebet: " ( Herbst.) Morgengebet am Mittwoch Abendgebet " Morgengebet am Freitag Abendgebet Mergengebet am Donnerstag Abendgebet % 326 Morgengebet am Sonnabend Abendgebet- Vierte Woche. Morgengebet am Sonntag Abendgebet ( Winter.) Morgengebet am Montag Abendgebet 3 Morgengebet am Diensttag Abendgebets % Morgengebet am Freitag Abendgebet Morgengebet am Mittwoch Abendgebet: Morgengebet am Donnerstag Abendgebet: - Morgengebet am Sonnabend Abendgebet: Morgengebet am Sonntag Abendgebet: Fünfte Woche. ( Ueber einige Stellen aus der Bergpredigt und aus den legten Reden Jesu im Johannes.) ' Seite 71 74 Morgengebet am Montag. nadons Abendgebet= S $ 77 79 81 83 85 87 89 91 93 95 97 99 103 105 107 109 112 114 116 118 120 122 125 127 129 131 01135 137 139 141 Morgengebet am Dienstag Abendgebets s Morgengebet am Mittwoch Abendgebet Morgengebet am Donnerstag. Abendgebet Morgengebet am Freitag Abendgebet 3 Morgengebet am Sonnabend Abendgebet s Morgengebet am Sonntag Abendgebet- 14 5 Morgengebet am Montag Abendgebet s Morgengebet am Diensttag Abendgebetss Morgengebet am Mittwoch Abendgebet: 5 Morgengebet am Donnerstag Abendgebet S Morgengebet am Freitag Abendgebets Sechste Woche. ( Ueber verschiedene Stellen aus dem alten und neuen Testamente.) # 69 Morgengebet am Sonnabend Abendgebet: 327 % Zweiter Theil. Das Gebet Jesu Am letzten Abend im Jahre. Morgengebet am Neujahr Abendgebet: S Morgengebet am Charfreitag Abendgebets Morgengebet an Ostern Abendgebet: 3 " Morgengebet an Himmelfahrt Abendgebet S Morgengebet an Pfingsten Abendgebet 103QA Seite 1143 145 -147 149 . 155 157 ● 151 153 . 159 161 . 165 167 169 171 173 175 177 180 182 184 186 188 190 193 197 199 202 204 206 209 211 213 216 218 221 224 Morgengebet am Erntefeste. Abendgebet 3 Morgengebet am Advent Abendgebet = S 3 Morgengebet an Weihnachten Abendgebet S - G Morgengebet bei der Abendmahlsfeier Abendgebet: S 3 Abendgebet an einem Tauftage Gebet der Eltern für ihre Kinder Morgengebet am Geburtstage Abendgebets Am Jahrestage der Constitution Morgengebet in Krankheit Abendgebet Das Sterbebett 328 Abendgebet an einem Begräbnistage Der Tempel der Unsterblichkeit m Ungewitter, bei Tage Nach dem Wetter S 5 Im Ungewitter, bei Nacht Bei einem sehr schweren Gewitter Nach dem Wetter ** S S Te Deum laudamus Litanei Litanei für die christliche Kirche Litanei für das Vaterland S S Die zehen Gebote Die Artike! des christlichen Glaubens Hallelujah $ An die Christen, erste Epiftel. 3 tweite Epistel. dritte Epistel — Dritter Theil. Anhang. 30. 20 ● Geite 227 229 231 233 235 237 239 241 245 247 249 252 255 257 259 262 264 267 269 273 275 277 279 283 285 288 291 295 300 303 307 313 319 Inches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 147 ¹6 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8