女の子 85 Bertva Putk Passa de 1902 ]... ) 1 Allgemeines Gesangbuch, auf Königlichen allergnädigsten Befehl dem öffentlichen und häuslichen Gebrauche in den Gemeinen der Herzogthümer Schleswig und Holstein gewidmet und mit Königlichem allerhöchsten Privilegio herausgegeben. Preis ungebunden 38 R. M. Stereotyp: Ausgabe. Gedruckt im Königlichen Taubftummen- Institut zu Schleswig. Gb 2671 bud RAHUNTIGU Univ.- Bibl. Giessen VS 950 Wir Christian der Siebente von Gottes Gnaden König zu Dänemark zc. thun kund hiemit: demnach auf Unsern Befehl, ein neues allgemeines Gesangbuch für Unsere Hertzogthümer Schleswig und- Holstein, wie auch Unsere Herrschaft Pinneberg, Stadt Altona und Grafschaft Ranzau, gesammlet und verfaßt worden; so haben Wir Uns bewogen gefunden, die Waisenhäuser zu Schleswig, Flensburg und Tundern, die Meldorffische UrmenSchule und das Schulmeister- Seminarium zu Kiel, mit dem Druck und Verlag dieses neu einzuführenden Schleswig Holsteinischen Gesangbuchs zu privilegiren. Privilegiren und begnadigen auch gedachte 5 Pia Corpora mit dem alleinigen Druck und Verlag beregten Gesangbuchs, kraft dieses offenen Briefes, also und dergestalt, daß sie den Abdruck zwoer Auflagen desselben, nämlich eins von feinerem und eins von gröberem Druck iho und so oft es ins künftige erforderlich sein wird, durch diejenigen inländischen Buchdrucker, mit welchen sie am besten eins werden können, auf gemeinsame Kosten zu beschaf fen und den daher erwachsenden Gewinn solchergestalt, daß der vierte Theil dem Schulmeister- Seminario und die übrigen drey Viertheyle den andern Piis Corporibus zufließen, zu theilen haben, außer ihnen aber niemand, wer der auch sei, solches Gesangbuch in unsern Königreichen oder Hertzogthümern oder sonst in Unsern Landen zu drucken und in Unsere Hertzogthümer und zugehörige Lande einzuführen, und daselbst feil zu biethen und zu verkaufen befugt, auch eben so wenig jemandem einige wider Verhoffen, außerhalb Landes nachzudruckende Eremplarien einzuführen und heimlich oder öffentlich feil zu haben und zu verkaufen verstattet, sondern derjenige, der sich des einen oder andern unterfangen mögte, von der Obrigkeit des Orts, welche wider dergleichen Contravenienten, auf gehöriges Ansuchen, und allenfals von Umtswegen ungesäumt und ohne Nachsicht zu verfahren hat, mit der Confiscation aller Exemplarien, zum Besten der Verleger, IV und einer außerdem noch an Unsern Fiscum zu entrichtenden willkührlichen Brüche bestrafet werden solle. Wohingegen Impetrantes nicht nur allemahl eine zureichende Unzahl Exemplarien in Vorrath zu halten und selbige zur Erleichterung des Ankaufs in beyden Hertzogthümern allenthalben zu vertheilen und feil zu biethen haben, sondern auch bei solchem Verkauf über den ihnen vorzuschreibenden, zu durchgängiger Nachricht auf dem Titelblatte anzuzeigenden Preis sowohl der kleinern als der grőBern Auflage, nicht hinausgehen müßen, und von der ersten Aufge überhaupt Ein Tausend Exemplarien für jedes Hertzogthum und zwar 500 von dem größern und 500 von dem kleinern Formate, mithin zusammen 2000 Stück den Armen zum Besten, auf Erfordern unentgeltlich abliefern sollen. Was übrigens von Uns dem Buchführer Proft in Unserer Residenzstadt Copenhagen, der Nachdruck dieses neuen Gesangbuchs für die St. Petri Gemeinde, daselbst verstattet worden; so haben die Impetranten ihn bey dieser Freyheit und Vergünstigung so lange er sich in den ihm angewiesenen Schranken hält, ruhig zu laffen. Wornach sich Männiglich allerunterthänigst zu achten. Urkundlich unter Unserm Königlichen Handzeichen und vorgedruckten Insiegel. Gegeben auf Unserm Schloße Fridensburg, den 5. Juli 1780. ( L.S.) R. Bernstorff. Schüß. Christian Rex. H. Kruck. Privilegium für die Waisenhäuser zu Schleswig, Flensburg und Tundern, die Meldorffische Armen- Schule und das Schulmeister- Seminarium zu Kiel, auf den alleinigen Verlag des in den Hertzogthümern Schleswig und Holstein einzuführenden neuen allgemeinen Gesangbuchs. 31 Vorbericht. 100 Je zweckmäßiger durch treue Bemühungen alles, was zum christlichen Gottesdienste gehört, nach der eigentlichen Bestimmung desselben eingerichtet wird, desto mannigfaltiger und größer ist der Segen, welchen jedermann davon erwarten darf. Einen besondern und vorzüglichen Theil der öffentlichen und häuslichen Verehrung Gottes machen unstreitig die Gesänge aus, die entweder zu lebhaftern Darstellungen aller der Gesinnungen und Empfindungen, welche die Lehren des Christenthums erwecken und unterhalten sollen, bestimmt, oder zu ges meinschaftlichen Belehrungen, Ermahnungen, Warnungen und Tröstungen eingerichtet sind. Auch hier ist's Pflicht, stets nach einer größern Vollkommenheit zu streben und dem Gefühle dieser Pflicht ist der ausgebreitete Eifer unsrer Zeiten zuzuschreiben, auch die der öffentlichen und häuslichen Andacht gewidmeten Liedersammlungen einer größern Vollkommenheit und Nutzbarkeit näher zu bringen; die bereits vorhandenen Gesänge zu verbessern; diejenigen, welche ihrer Bestimmung nicht genug zu thun scheinen, mit angemessenern zu verwechseln; und auch neue mit Fleiß und wahrer Theilnehmung an ihrem Inhalte ausgearbeitete Lieder, besonders über Materien, worüber man noch keine brauchbare hatte, zu jenen hinzuzufügen. Gelinget diesem Gifer nicht Alles, was er unternimmt, so vollkommen, als es einer löblichen Absicht wegen zu wünschen wäre: so verliert derselbe dadurch weder seinen Werth, noch den Segen, den er im Vertrauen auf Gott von redlichen Bestrebungen nach diesem Ziel Hoffen kann. Vorbericht. Diese so wichtigen Betrachtungen konnten nicht übersehen noch vernachlässigt werden, als bereits vor verschiedenen Jahren durch einen Königlichen Befehl verfügt wurde, daß, sobald eine neue Auflage des noch nicht durchgängig eingeführten Gesangbuches nöthig würde, eine neue zum allgemeinen öffentlichen und häuslichen Gebrauche bestimmte Sammlung gottesdienstlicher Gesänge veranstaltet, das zeitherige Gesangbuch der Priz vaterbauung überlassen, das neue aber also eingerichtet werden follte, daß jeder gute Endzweck geistlicher Lieder so weit erreicht werden möchte, als es nach den Vortheilen und Bedürfnissen unsrer Zeit möglich wäre. Dieser Absicht zufolge wurde verordnet, bei der zweckmäßigen Veränderung derjenigen, welche beibehalten zu werden verdienten, wie bei der Aufnahme oder Ausarbeitung neuer Gesänge, zuvörderst die genaueste Ülebereinstimmung ihres Inhalts mit den unstreitigen Lehren der Schrift und mit unsern öffentlichen Bekenntnissen derselben zum unverrückten Augenmerke zu haben; sich mit Befestigung der Christen in der Wahrheit und in der Abneigung gegen alle schädliche Irrthümer eben so sehr die Beförderung eines duldsamen, sanftmüthigen und schonenden Sinnes gegen die Irrenden angelegen seyn zu lassen; sich dabei zwar solcher kirchlichen Kunstwörter zu enthalten, welche über die gemeine Fassung hinausgehen, und Kenntnisse vorausseßen, die nur Lehrer haben müssen, aber auch nicht aus Aengstlichkeit oder zeitgefälliger Nachsicht die bisher in der Religion gebräuchlichen und leicht verstandenen Ausdrücke zu vermeiden, bei deren Verwerfung den Christen die dadurch feierlich bekannten und behaupteten wahren Lehren mur desto leichter und unmerklicher entzogen werden können. Auch sollte es in Ansehung des Inhalts Pflicht seyn, aus den in den Liedern enthaltenen Vorstellungen alles, was der Würde der Religion nicht angemessen ist, alles Spielende, und, was von leichtsinnigen Gemüthern zur Entheiligung göttlicher Lehren gemißbraucht worden ist, oder leicht dazu gemißbraucht werden könnte, das falsche Wunderbare, und Gegensäße, welche in dem Verhältnisse christlicher Lehren gegen einander keinen Grund haben, überhaupt aber das zu entfernen, was sinnreich scheinen kann, ohne einem ernstlichen Nachdenken Wahrheit darzubieten, oder im Herzen wirklich gottselige und tugendhafte Gesinnungen zu erregen und zu befördern. Um durch die Deutlichkeit, die Ges wißheit und eine müßliche Ausführlichkeit richtiger Einsichten in die Offenbarung gute Rührungen und ernstliche Entschließungen VI Vorbericht. VII der Gottseligkeit zu vermehren und zu befestigen, wurde der forgfältigste Fleiß vorgeschrieben, die in den Liedern ausgedrückten Gedanken, wo es für nöthig erachtet würde, zu einer allgemeinern Verständlichkeit und größern Bestimmtheit zu bringen, und dennoch das Rührende, was sie haben können, nicht zu vermindern, sondern vielmehr denselben, wiewohl mit beständiger Rücksicht auf die Allgemeinheit ihres Gebrauchs, wo möglich, mehr Lebhaftigkeit mitzutheilen, und davon dasjenige abzusondern, was gute Empfindungen schwächen oder hindern kann. Zu dem Ende sollte der Vortrag und Ausdruck hell und dem allgemeinen Begriffe angemessen, leicht, rein, und doch edel, biblisch, ohne undeutsch und morgenländisch zu werden, dabei aber doch so beschaffen seyn, daß allezeit die göttliche Quelle sichtbar bliebe, aus welcher die in den Liedern herrschenden Belehrungen, Gesinnungen und Empfindungen geschöpft wären. Aus eben dem Grunde ward es für nöthig erklärt, die Gesetze der Sprachrichtigkeit nicht, unter dem Vorwande, daß es nur auf die Gedanken ankomme, aus den Augen zu setzen, und weder die Regeln des Versbaues oder Wohllautes zu beleidigen, noch leere oder vom Zwange des Reimes abgenöthigte Ausfüllungen zu dulden, noch, in der Meinung, den Vorstellungen mehr Stärke, Schwung und Nachdruck zu geben, zu schwere, zu fühne, dem gemeinen Ohre zu ungewöhnliche Wendungen in den Wortfügungen, oder Wortversetzungen zuzulassen, die bei einer ordentlichen Geschwindigkeit des Gesanges nicht bemerkt noch verstanden werden können, und eben deswegen Rührung und Eindruck gemeiniglich mehr hindern, als sie ste zu verstärken scheinen. Die Folge der Lieder sollte, so weit sich's thun ließe, nach der natürlichen Ordnung und Verbindung der chriftlichen Lehren miteinander eingerichtet; die Hauptsumme derselben zur lekchtern Uebersicht und Erinnerung ihres verschiedenen Inhaltes, und zum weitern Nachdenken darüber, in kurzen unter einander zuſammenhängenden Sätzen angezeigt; die ganze Arbeit aber vor ihrer Bekanntmachung einer höhern Beurtheilung, und nach deren Ermessen auch dem Gutachten einsichtsvoller, einheimischer und selbst auswärtiger Gottesgelehrten übergeben, und, was dabei erinnert würde, mit Treue und Sorgfalt gemüßt werden. Nach diesen Absichten und Vorschriften ist dieß neue allgemeine Gesangbuch für die Herzogthümer Schleswig und Holstein mit dem dazu erforderlichen Aufwande von Zeit, dem Kö VIII Vorbericht. niglichen Willen zufolge, ausgefertigt worden, und wird nun, unter der Königlichen Genehmigung, dem öffentlichen und häuslichen Gebrauche übergeben; wobei versichert werden darf, daß nicht wenige ganz neue, vorhin nie gedruckte Gesänge bloß in der Absicht ausgearbeitet und aufgenommen worden sind, um dessen Inhalte vor ähnlichen Sammlungen eine nüßliche und vorzügliche Vollständigkeit zu geben. Lassen sich derm bei aller auf diese Sammlung gewendeten Arbeit noch höhere Stufen von Vollkommenheit leicht gedenken: so ist doch zu hoffen, daß Gott auch diese öffentliche Fürsorge für die allgemeine Erbauung in einem nicht geringen Maaße segnen werde, wofern die Christen, für welche sie bestimmt ist, fie unter Anrufung seines Beistandes, zur Erweckung, Erhaltung und Uebung aller der Kenntnisse, Gesinnungen und Werke, wozu diese Gesänge ermuntern, mit redlicher Gewissenhaftigkeit gebrauchen. Die Offenbarung macht auch dieß allen Bekennern unsers Heilands Jesu Christi zur Pflicht. Auch bei diesem Theile ihres Gottesdienstes sollen sie sich nicht bloß mit ihren Lippen, sondern vornämlich mit ihrem Herzen zu Gott nahen. Sie müssen nie vergessen, daß die Verehrung desselben in den Zeiten des neuen Bundes durch das reichere Maaß der Erleuchtung, und auch der Gaben des Gebets, bei allen Christen vollkommener, inniger, und in ihren Wirkungen auf ihre Besserung kräftiger und Heilsamer seyn solle; daß folglich Gedankenlosigkeit und Zerstreuung bei dem Gebrauche heiliger Lieder sie einer viel größern Verantwortung unterwerfe. Gott lasse nach seiner großen Barmherzigkeit durch die Kraft seines Geistes diese Arbeit dazu gereichen, und führe alle seine Bekenner dahin, wo seine Anbetung und Verherrlichung unsre höchste und ewige Seligkeit seyn wird! Ihm, dem Vater, und seinem Sohne und dem heiligen Geiste sey Preis und Ehre in Ewigkeit! Amen. 201 Genauere Anzeige von dem Inhalte dieses Gesangbuches. Erste Abtheilung. Zeitlieder. 1. Morgenlieder. 1-16. 2. Tischlieder. 17-20.( uch 139. 142. 145. 625. 626. 735.) 3. Abendlieder. 21-34. 4. Sonntagslieder. 35-47.( uch 869 und 870.) 5, 3um Unfange des Kirchenjahres. 48. 49. 6. Neujahrslieder. 50-57. Zweite Abtheilung. Lieder über die Lehren des christlichen Glaubens. 1. Von der Erkenntniß Gottes überhaupt, von ihrem Nußen und von den Mitteln dazu. 58-61.( uch 590-92.) 2. Von Gott selbst und von seinen Eigenschaften. Von der Natur und den Eigenschaften Gottes überhaupt. 62-65.( Uuch 601. 602.) X Inhalt des Gesangbuchs. Von der Ewigkeit und unveränderlichkeit Gottes. 66-68. Von der Ullwissenheit Gottes. 69-73. Von der Weisheit Gottes. 74-78. Von der Ullmacht Gottes. 79-85. Von der Güte und Langmuth Gottes. 86-92.( 2uch 378. 614. 615. 618. 876.) Von der Heiligkeit Gottes. 93. 94. Von der Gerechtigkeit Gottes. 95-97.( uch 193.) Von der Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. 98-101.( uch 157.) Von der allerhöchsten Seligkeit Gottes. 102. 103.( uch 591.) Von der Allgegenwart Gottes. 104-107. 3. Von der göttlichen Dreieinigkeit. 108-121. Auch 627. 727.) 4. Von der Schöpfung. Allgemeine Lobgefänge. 122-128.( Auch die Lieder 603-626.) Von den Engeln. 129-131. Von uns Menschen; unserm Leibe und unserer Seele; und von uns serer Bestimmung. 132-136. 5. Von der Vorsehung und Regierung Gottes. Lobgesänge. 137-152.( Ebenfalls die Lieder 603-626.) Bitten um Ergebung in den göttlichen Willen. 153-162.( uch die Lieder 510-514.; vom Vertrauen auf Gott 665-692.; von der Zufriedenheit mit unserm Zustande 745-753.) 6. Von der Unschuld der ersten Menschen, von ihrem Falle und den Folgen desselben. Von der Unschuld und dem Falle der ersten Menschen. 163. Von den bösen Engeln. 164. Bekenntnisse unsers Verderbens, und der betrübten Folgen desselben, vereinigt mit Bitten um Vergebung. 165-175.( Auch die Lieder von der Buße.) 7. Von der Gnade Gottes gegen die Menschen, und seinem ewigen Rathschlusse über ihre Erlösung. Von der Allgemeinheit der Gnade Gottes. 176.( Auch 230-233.) Von der Größe der Gnade Gottes, daß er seinen eingebornen Sohn gab; und von der Person desselben. 177-191.( Auch 327. 630. 911.) 8. Von den Anstalten Gottes feit dem Falle, zur Erlösung der Menschen, nach der Geschichte der heiligen Schrift. Adam, und die ihm gegebene Verheißung. 192. Udams Nachkommen und die Sündfluth. 193. Die eingerissene Abgötterei. 194. Abraham. 195. Abrahams Nachkommen. 196. Israel in egyp= ten. 197. Israel in der Wüste. 198. Das Geset auf Sinai. 199. 200. Sfrael in Canaan. 201. David 202. Israel nach Assyrien Inhalt des Gesangbuchs. und Babel zerstreuet. 203. Israel nach Canaan zurückgebracht. 204. Die Erscheinung Jesu. 205. 206. Vorbereitung auf Jesum durch Johannes, 234. XI 9. Von Jesu Christo, dem Erlöser der Menschen, und von seiner Erniedrigung. Von seiner Menschwerdung und Geburt; auch von den Begebenheiten nach derselben. Advents- und Weihnachtslieder. 207-235. ( Auch 187. 205, 206, 631. 632. 911.) Von seinem Wandel auf Erden, und seinem Lehramte. 236-239. ( Auch die Lieder von der Nachfolge Jesu in den Tugenden, in welchen er uns mit seinem Erempel vorgegangen ist.) Von seinem Leiden und Tode. Passionslieder. 240-279.( Uuch 180. 183. 186. 571, 633. 634.) b) da rad 10 Von Jesu Christo, dem Erlöser der Menschen, und von seiner Erhöhung. Von seiner Auferstehung. Osterlieder. 280-311.( uch 551. 635. 636.912.) Von seiner Himmelfahrt. 312-323. Von seinem Fürsprecheramte im Himmel. 324. 325.( Auch 266.) Von seinem Reich und seiner Herrlichkeit zur Rechten des Vaters. 326. 327.( Auch 185. 188. 233. 361. 638.) Von seiner Wiederkunft. 328. 329.( uch) 553-557.) 302 11. Von dem heiligen Geiste, seinen Gaben und seinen Wirkungen. Pfingstlieder. NGER Allgemeine Lobgefänge und Bitten an den heiligen Geist. 330-336. Von den außerordentlichen Wirkungen des heiligen Geistes bei der Stiftung und ersten Ausbreitung des Christenthums. 337-339. Von den fortwährenden Gnadenwirkungen des heiligen Geistes an unsern Seelen, und Bitten um seine Gaben. 340-354.( uch 376.) Noch besonders von der Gnade der Berufung. 355.( uch 230, 234. 238. 444.) der Erleuchtung. 356.( uch 231. 232.) der Bekehrung. 357; der Versicherung von unserer Vergebung und Kindschaft bei Gott. 358; der täglichen Heiligung. 359. 360. 1 12. Von den Gnadenmitteln. Vom Worte Gottes. Lobgesang für die Gabe des göttlichen Worts. 361. Von der Göttlichkeit, dem Inhalte, der Kraft, und dem Gebrauche des Wortes Gottes. 362-375.( uch 867.) Bitten um die Erhaltung des Wortes Gottes bei der einreißenden Verachtung und Spötterei. 376-379.( uch 476-490.) T Vom Gesete. 380-383.( uch 424.) Vom Evangelio. 384-385.( Uuch 176-191 und 443.) XII Inhalt des Gesangbuchs. Von der Taufe. 386-392. Bei der Confirmationshandlung. 393. 394. Bei jeder feierlichen Erneuerung des Taufbundes. 395. Vom Abendmahle. 396-417. ( Bei der öffentlichen Communion, auch vorher und nachher zu Hause, können, nebst den Passionsliedern, noch vorzüglich folgende gebraucht werden: 190. 191. 236. 325. 451. 453. 454. 456. 457. 462. 466. 518, 571. 633. 648. 649, 651, 655, 656. 662. 665. 860, 963. 877. 878. 879.) 13. Von der Buße und dem Glauben. Aufforderungen zur baldigen Buße. 418-422.( uch 796. 897.). Prüfungen und Entschlüsse. 423-425.( uch 719. 720. 857.) Bekenntnisse der Günde. 426-428.( 2uch 165-175.) Demüthigungen vor Gott wegen verdienter Strafgerichte und Landplagen. 429-432.( Auch 692. 713.) Empfindungen der Traurigkeit, Reue und Schaam über die Sünde. 433-442. Ungebotener- Trost aus dem Evangelio. 443. Demüthige Zuflucht zur Erbarmung Gottes in Christo. 444-457. Bitten um starke Zuversicht. 458-460. Neußerungen eines zuversichtlichen Glaubens. 461-466. Prüfungen, ob der Glaube auch thätig sey. 467-469. Bitten um Standhaftigkeit im Glauben. 470. 471.( uch 863. 864.) 14. Von der christlichen Kirche. Empfindung der Wohlthat, in der christlichen Kirche zu leben. 472. Lobgesänge auf die Stiftung der Kirche durch Christum. 473. 474. ( Auch 231. 280, 281, 290, 330. 338. 361.) Bekenntnißlied der Mitglieder der christlichen Kirche. 475. Bitten um Ausbreitung, Erhaltung und Beschüßung der christlichen Kirche. 476-490.( Auch 49 und 376-379.) Um Reformationsfeste. 491. 492. 15. Von den Wohlthaten Gottes, deren sich wahre Christen zu erfreuen haben. Die Vergebung der Sünden aus Gnaden um Christi willen, durch den Glauben. 493-495. Lobgesang für die Vergebung der Sünden. 496. Empfindungen der Glückseligkeit der Christen in diesem Leben. 497509.( Auch 135, 574-576 und 657-665.) Versicherungen des göttlichen Trostes in den mannigfaltigen, zeitlichen Leiden. 510-514.( uch die Lieder von der Vorsehung 153162; vom Vertrauen auf Gott 665-692; von der Zufriedenheit 745-753.) Inhalt des Gesangbuchs. XIII Danklied für alle diese geistlichen Wohlthaten. 515.( uch 617.) Freudige Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit. 516-520.( Auch die folgenden Lieder, von den zukünftigen Dingen.) 16. Von den zukünftigen Dingen. Vom Tode. 521-541.( uch 884-914.) Fürbitten für Sterbende. 542-544.( Für sterbende, verstockte Sünder. 891.) Begräbnißlieder. 545-547. Von der Auferstehung der Todten. 548-552.( Auch die Osterlieder.) Vom jüngsten Gerichte. 553-557.( uch 95. 328. 329.) Vom ewigen Leben. 558-561.( uch 131. 135. 516-520, 545. 547. 887. 900, 909. 913. 914.) Von der Verdammniß. 562. Dritte Abtheilung. Lieder über die Tugendlehren des Christenthums. 1. Von der christlichen Tugend und Gottseligkeit überhaupt. Aufforderungen zum christlichen Zugendwandel. 563-565. Lehre des göttlichen Worts von der Beschaffenheit des wahren Christenthums, und Prüfung nach derselben. 566-570. Christliche Entschließungen zur Gottseligkeit. 571-573. Von der Seligkeit, die damit verbunden ist. 574-576. Gebete um göttlichen Beistand zum thätigen Christenthum. 577-580. ( Auch die Pfingstlieder, und 856. 862, 864. 865.) Ermunterungen zur Standhaftigkeit gegen Verführungen; oder, vom geistlichen Kampfe. 581-589.( uch 860. 863. 866. 881-883.) 2. Von unsern Pflichten gegen Gott. Von der Erkenntniß Gottes. 590-593.( Uuch 58-61. 578.) Von der Furcht Gottes. 593-597.( Auch 865.) Vom Lobe Gottes und der Danksagung. Allgemeine Lobgesänge. 598. 628.( Uuch 829; imgleichen alle Lobgesänge auf die Eigenschaften Gottes; auf die Schöpfung; auf die Vorsehung; auf die vier Jahrszeiten.) Vom Bekenntnisse und der Verehrung Jesu Chrifti insonderheit. 629639.( Außer den Liedern von der Erniedrigung und Erhöhung Jesu Christi, noch 185. 186. 188. 246. 327. 361. 475. 877.) Von der Liebe und dem Gehorsam gegen Gott. 640-647. XIV Inhalt des Gesangbuchs. Von der Liebe und Nachfolge Jesu. 648-656.( uch 236. 239. 763.) Von der Freude an Gott und Sefu. 657-664.( uch 873-879.) Bom Vertrauen auf Gott; von der Ergebung in seinen Willen, und der Geduld im Leiden. 665-692.( Auch 67. 78. 82. 153-162. 510514. 592. 745-753.) Vom Gebete. Von der Pflicht und dem Nugen desselben. 693-696. ( Von der Einmüthigkeit beim Gebete. 628.) Allgemeine Bitten. 697-713.( uch 578-580. 856. 872.) Vom Eide. 714-716.( uch 98. 766.) 3. Von den Pflichten gegen uns selbst. Von der Selbstliebe überhaupt. 717. Von der Selbsterkenntniß und Selbstprüfung. 718-720.( Auch 25. 29. 174. 424. 467. 569. 570. 582. 857. 858.) Von der Demuth. 721-725.( uch 861.) Von den Pflichten gegen die Seele. Namentlich: von der Wichtigkeit der Seelsorge. 726-728.( uch 135.) von dem Werth und der Bewahrung eines guten Gewissens. 729. 730.( Uuch 94; und von der Heiligung der Gedanken. 73.) von der Wachsamkeit. 731.( Auch 243. 582. 897.) von der Ablegung des irdischen, und Uebung des himmlichen Sinnes. 732. 733. Von den Pflichten gegen den Leib. Namentlich: von der Erhaltung des Leibes 734; von der Mäßigkeit. 735. 736; von der Keuschheit. 737. 738; von dem rechten Gebrauche der Sinne. 739.( Auch 133.) Von der Arbeitsamkeit und dem Verhalten gegen zeitliche Güter. 740744. Von der Zufriedenheit mit unserm Zustande. 745-753.( uch 142. 144. 145. 153-162. 510-514. 665-692.) Von der Kürze und dem rechten Gebrauche der Lebenszeit. 754-757. ( Auch 521. 553. 862. 885.) 4. Von unsern Pflichten gegen den Nächsten. Von der Menschenliebe überhaupt. 758-763.( Uuch 236.) Von der Sorge für des Nächsten Seele. 764. Von der Sorge für des Nächsten Leib, für sein Eigenthum und seine Ehre. 765-767. Von der Gerechtigkeit. 768. Von der Dienstfertigkeit. 769. Von der Barmherzigkeit und Wohlthätigkeit. 770-776. Von der Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit, Verschwiegenheit u. Treue. 777. Von der Bescheidenheit und Demuth gegen andere. 778. Von der Leutseligkeit und Gefälligkeit. 779. Von der Friedfertigkeit und Einträchtigkeit. 780. Von der Dankbarkeit gegen Wohlthäter. 781. Von den Gesinnungen christlicher Freunde. 782.783.( Auch) 508. 880.) Inhalt des Gesangbuchs. Von der Liebe und Sanftmuth gegen Feinde 784-789. Von der Fürbitte für alle Menschen. 790-792. An Fürbitte für Zweifler an der Lehre Jesu, und ungläubige. 793.( Für Sünder. 711. 890. 891.) Von den Gesinnungen des Christen über den Tod der Frommen. 794. ( Uuch 544. 546. 547, 900.) Von den Gesinnungen des Christen über den Tod derer, die in Sünden gelebt haben. 795. 796.( Uuch 891.) 5. Von unsern Pflichten in allen Gesellschaften, besondern Zeiten, Lebensarten und Umständen. Lieder für die christlichen Stände, Gesellschaften und Lebensarten. Vom Hausstande. Für Eheleute. 797. 798. Für Ueltern. 799-801. Bei der Taufe eines Kindes. 802.- Fürbitte für Kinder., 803.- Lied für Kinder. 804.- Für Hausherrschaften. 805. Für Bediente. 806. Für Wittwen und Waisen. 807.- Für junge Leute, die in kümmerlichen Umständen sind. 808.- Für Jünglinge. 809. Für Jungfrauen. 810- Sm Ulter. 811. 812. Vom obrigkeitlichen Stande und der bürgerlichen Gesellschaft. 101 Fürbitte und Danksagung für den König. 813-815.- Fürbitte für das Vaterland. 813. Von den Pflichten des obrigkeitlichen Standes. 816. Von den Pflichten der Unterthanen. 817.- Von den Pflichten der höhern Stände. 818.- Vom Stande des Landmannes. 819. Für die Gelehrten. 820.- Für die, welche Handlung und Gewerbe treiben. 821.- Für die Künstler. 822. - Für alle Arbeiter. 823.- Von den Pflichten der Kriegsleute, und Fürbitte für sie. 824.- Für Seefahrende. 825. Für die Bewohner der Marschländer. 826. - - 6 - Vom Lehrstande. Pflichten der Lehrer, und Fürbitte für sie. 827. 828. XV - - Lieder für besondere Zeiten und Schickungen Gottes im menschlichen Leben. - Allgemeines Loblied auf alle Jahreszeiten. 829.( Uuch 141.) Frühlingslieder. 830-832.( uch 127.)- Sommerlieder. 833. 834.( uch 603.)- Herbstlied. 835.- Winterlied. 836.( Lieder am Geburtstage sind untern andern: 148. 616. 620.) Zur Saatzeit. 837. Danklied für die Ernte. 838.( Noch einige Gebete und Danklieder für die Fruchtbarkeit stehen 139. 142., imgleichen 603. 604. 610. 735.) Vor bevorstehender Reise, und auf Reisen. 839.- Fürbitte für abwesende Freunde. 783.) Nach zurückgelegter Reise. 840.- Beim Gewitter. 841.-( Nach einer Dürre. 610.)- In allen Krankheiten. 842.( Auch 690.) Fürbitte für Kranke. 843.( Für Sterbende, 542-544.)- Nach - - - XVI Inhalt des Gesangbuchs. - überstandener Krankheit. 844.( Auch 540.)- 3ur Zeit anstecken der Seuchen. 845. 846.- Nach ansteckenden Seuchen. 847.- In theurer Zeit. 848.-( Lieder für Arme stehen 745-753., im gleichen 776. 781. und für Reiche 770-775.) In Feuersnote 849. In Wassersnöthen. 850. 851. Nach Wassersnöther 852. In Kriegszeiten. 853.- Danklied für den hergestellte Frieden. 854. Bitte um Erhaltung des Friedens. 855. - 6. Ueber das Wachsthum und die Beständigkeit wahrer Chri sten im Glauben und in der Gottseligkeit. - Prüfungen und Entschlüsse zur immer wachsenden und beständige Gottseligkeit, und Bitten um göttlichen Beistand dazu. 856-866 ( Auch) 471. 571-589.) Unwendung des göttlichen Wortes. 867 ( Uuch 364-375.) Bitte um Bewahrung vor 3weifeln an de Lehre Jesu, und Ueberwindung derselben. 868.( uch 590; Bitz 2E um Bewahrung vor 3weifeln an der Seligkeit. 587. 588.) wartung des gemeinschaftlichen Gottesdienstes. 869. 870.-( Que die Sonntagslieber. 35-47.)- Uebungen der Undacht, vorzüglic in der Einsamkeit. 871-874( Auch 509, 651.)- Beschäftigunge des Undenkens a Sesum und seine Liebe. 875-879.- Erweckum zum erbaulichen Umgange mit den Christen, unsern Brüdern. 880 ( Auch 508.)- Erweckung zum Eifer und zur Standhaftigke aus dem Beispiele der Seligen, die gelitten und überwunden ho ben. 881-883.( uch 195. 586. 589.) - - - 7. Von der christlichen Vorbereitung zum Tobe, und desse getrofter Erwartung. 884-914. Morgenlieder. 2. Gott, ich danke dir von Herzen; Denn du hast auch diese nacht Vor gefahr und noth und schmerzen Mich behütet und bewacht, Und bei aller meiner schuld Hast du noch mit mir geduld. is dat 3. Ich gebent an meine fün- 5. e Goll bir geheiligt Mel. Aus meines herzens. C es morgens de den, An die strafen, die mir drohn. Laß mich trost und gnade finden; Denn ich glaub' an deinen Sohn, Der für meine missethat Selber sich geopfert hat. 4. Dir will ich an diesem morgen Ganz zu deinem dienst mich weihn; Will für meine seele sorgen; Will gerecht und heilig seyn; Daß, erscheint nun dein gericht, Ich davor erschrecke nicht. Higions 5. Führe mich, o Herr, und leite Meinen gang nach deinem wort! Ach, mein Vater, sey auch heute Mein beschützer und mein Hort! Unter deinem schutz allein Kann ich froh und sicher seyn. 6. Dir allein, dir, Gott, be fehle, Deiner gnade, deiner treu' Uebergeb' ich leib und seele! Steh' auch diesen tag mir bei! Sey mein schuß, mein glück, mein ruhm; Denn ich bin dein eigenthum! 3 gehre; Gieb mir, was bein wort verheißt! Dir sey preis und dank und ehre, Dir, o Vater, Sohn und Geist! Du erhörst gebet und flehn; Ewig will ich dich erhöhn! 7. Leite mich auf deinen we gen! Jeder unfall, der mir droht, Alles werde mir zum segen, Es sey leben oder tod! Sterb' ich, Gott, so bringe du Mich zu deines Himmels ruh'! 3. Höre, Gott, was ich beseyn. Mein Herz stimmt mit dem munde Zu dankgefängen ein. Dich preis ich, ob ich schon Dein lob hier schwach mur lalle; Ich weiß, mein dank gefalle Dir, Herr, durch deinen Sohn. injud 2. Du hast mit deiner gnade Mich diese nacht bedeckt; Mich hat kein schmerz noch schade Verlezzet und erschreckt. Der schlaf hat mich erquickt; Ich bin mit frischen kräften zu pflichten und geschäften Durch deine Huld bes glückt. 3. Ich kann, beschirmt vor leiden, Noch deiner huld mich freun. Doch mischt in diese freu den Sich reu' und kummer ein. Mein vor'ger undant kränkt So oft noch mein gemüthe, Als es bei deiner gute An seine sünden denkt. 4. Wie oft hab' ich mit fünden Dein wohlthun dir gelohnt! Dhuld, nie zu ergründen! Du haft noch stets geschont; Haft täglich wohl gethan, Voll väterlicher triebe, Bis endlich deine liebe Mein fühllos Herz gewann. 5. Wie ward da mein gewissen Von furcht und reu' erfüllt, Beschämt, erschreckt, zerriffen A2 4 Morgenlieder. Doch bald von dir gestillt! Es Und, seh' ich brüder gleiten, Es kam,( ach, nie werd' ich, Mein jedem aug' entziehn! Gott, des dankens müde!) Eso 11. Bei fleiß und arbeit kam von dir dein friede Durch Chriftum über mich. dial toda 6. Nun, dieser theure segen Ruh' immerdar auf mir! Auf allen meinen wegen Erhalt' er mich bei dir! Will roher spötter herz Dein heilsam wort mir rauben: So stärke meinen glauben; Bewahre selbst mein herz! schleiche Kein geiz sich in mein herz; Leicht rühre, leicht erweiche Mich meines nächsten schmerz! Kein glück, das andern blüht, Empöre mich zum neide; Und kein genuß von freude Verzärtle mein gemüth! 7. Gieb gnade mir auch heute, Wenn ich gewissenhaft Dem bösen widerstreite, Gestärkt durch deine kraft! Den ganzen tag laß mich Vor deinen augen wande, Voll zuversicht zu dir! 12. Bewahr' an diesem tage Mich vor gefahr und leid, Und trifft mich eine plage, So gieb gelaffenheit! Nur hilf, o Vater, mir, Daß ich sie nicht verschulde, Nicht murr'; und christlich duldeln; Fromm denken, fromm auch handeln, Aus liebe gegen dich! 8. Gieb, daß ich gut, gesellig, Klug, redlich, offen, frei, Dienstfertig, mild, gefällig, Nie hart noch mürrisch sey! Versöhnlich, sanft, gelind; Im zorne meiner mächtig; Im ernst und scherz bedächtig; So lebe, Herr, dein kind! 13. Wie bald ist's überwunden, Das leiden dieser zeit! Folgt nicht auf trübe stunden Der troft der ewigkeit? Der stärket mich in noth, Daß ich nicht ängstlich zage; Am letzten meiner tage Giebt der mir muth im tod'. 14. Er komme, willst du, heute! Denn, wenn ich dein nur bin, So führt er mich noch heute Zu dir, zu Jesu hin. Nur, wenn er kommen soll, Müff er mich nicht in fünden, Nicht unbereitet finden; Dann, Vater, sterb' ich wohl. 9. Es werde jedes laster, Aus liebe gegen dich, Mir jeden tag verhafter; Der fünder jammre mich! Ob auch mein fuß nicht irrt, Will ich doch den nie rich ten, Der wider seine pflichten Dir ungehorsam wird. Mel. Befiehl du deine wege.t 10. Des nächsten ehre schmä- 6. Auch diesen frohen morlern, Entehrt das christenthum. Ein ruhm aus fremden fehlern, O, welch ein schnöder ruhm! Laß den mich immer fliehn; Nie schlimm, was gut ist, deuten; gen Giebt Gott, der uns bewacht, Wenn wir nun, frei von sorgen, Sanft schlummern in der nacht; Er, welcher uns erquicket, Und unsre kraft erneut, Für uns die de Morgenlieder. schmücket, Uns jeden tag er freut. dolog m 2. Ihn preis't der engelheere Frohlockender gesang. Auf! singt in ihre höre, In ihrer jubel dank! Ertönet, harf und psalter, Ins lied der Seraphim, Dem Schöpfer, dem Erhalter; Lobsingt, lobsinget ihm! 3. Dir will ich mich ergeben, Durch den ich leb' und bin. Wie flüchtig eilt dieß leben Zu seinem ziele hin! Bald ist es ganz verschwunden. Doch hängt an seiner zeit, An ihren schnellen stunden, Das heil der ewigkeit. 4. Dieß reize meine seele Zum fleiß im guten an, Daß ich nichts denk' und wähle, Was dir miß fallen kann. Dann kann ich nicht verderben; Ich fürchte nicht den tod; Ich werde selig sterben; Denn ich bin dein, o Gott! 5. Dann tröstet mich der glaube: Ich werde nicht vers gehn, Und einst, erweckt vom ftaube, Zum himmel aufertehn. Dieß will ich nie vergessen, Und, dieser Hoffnung voll, Wil täglich ich ermessen, Was ich dann werden soll. 6. Durch sie gestärkt, rmüde In Gottes dienst' ich nich. Mich stärket Gottes friede Mt kraft und zuversicht. Ich sie in jes dem streite; Des siegeelohn ist nah'. Auf! auf! viericht ist heute Des kampfes zielchon da. Mel. Liebster Jesu, we find. 7. licht; Diesenacht ist 5 auch vergangen. Wie viel gutes hab' ich nicht, D mein Gott, von dir empfangen! Du bewahrtest mich aus gnaden Diese nacht vor allem schaden. 2. Was verlangst du, Gott, von mir? Was kann dein ges schöpf dir geben? Herr, mein Herz gehöret dir; Dir gehöret leib und leben. Laß mit deinen Findern allen Mich durch Jesum dir gefallen! 3. Sey mir gnädig, Herr, mein Gott; Wasche mich von meinen fünden, Und laß mich durch Christi tod Heil und trost und friede finden! Er hat meiner fünde plagen, Meine straf' hat er getragen. 4. Laß mit wahrem glauben mich Meine pflichten standhaft üben; Dich, mein Vater, Jesu, dich, Dich, o, Geist, von herzen lieben! Gieb auch, daß ich auf der erde Meinem nächsten nüßlich werde! 5. Ich erneure meinen bund, Durch die taufe dir verpflichtet. Kraft und leben, herz und mund Sey auf deinen ruhm gerichtet! Ich entsage satans werken; Da zu wolleft du mich stärken! 6. Leite mich durch deinen rath; Führe mich auf deinen wegen, Daß ich wandle deinen pfad, Und gewinne deinen fes gen; Daß mich deine rechte leis te, Ueberall dein schuß begleite. 7. Steh' mir und den meinen meinen freunden, Und beweise deine Morgenlieder. treu' Auch an allen meinen fein-| mich auch in dieser nacht Vor den! Herr, dein väterlich erbar- frankheit und vor schaden, Vor men Gebe brød und trost den tod und grab bewacht. Wie oft verging ich mich An dir in meinem leben! Du wollest mir's vergeben; Ach! darum bitt' ich dich! 3. Du wollest vor gefahren Mich gnädig diesen tag, Vor satans list bewahren, Vor sünden und vor schmach, Vor einer jeden noth Des leibes und der seele, Weil ich sie dir befehle, Vor einem schnellen tod'. armen! 8. Gott, nimm deiner firche wahr; Denk' an alle deine finder! Hilf in trübfal und gefahr, Und bekehre jeden fünder; Denn du schwörst ja, wenn sie wollen, Daß sie nicht verderben sollen. 9. Sorge, Vater, sorge doch Für die wittwen, für die waisen, Für die franken; laß sie noch Hier auch deine gute preifen! Rett' uns alle, wenn wir sterben! Auch nicht Einen laß vers derben! 10. Jede sorge, die mich fränkt, Will ich, Vater, dir befehlen: Denn dein Herz, das mein gedenkt, Wird für mich das beste wählen. Du bist's, dessen ich mich tröste; Was du willst, ist auch das beste. 11. Heilig sey mein leben, Gott! Lehre mich auch selig sterben! Rufet mich zu dir der tod, Laß mich deinen himmel erben. Dankvoll will ich deinen namen Ewig preisen; amen! amen! binie In eigner Melodie. Toot 8. A us meines Herzens grunde Sag' ich dir lob und dank; In dieser morgenstunde Erhebt dich mein gefang. O Gott, vor deinem thron Erſchein' ich, dich zu ehren; Dir will ich angehören, Durch Jesum, deinen Sohn. d 2. Du haft aus lauter gnaden 4. Ich will mein ganzes leben, Will ehre, haus und gut In deine Hände geben, In deine vaterhut; Dir alle, die du liebst, Die obern, die verwandten, Mit freunden und bekannten; Dir alles, was du giebst.dndne 5. Dein guter engel bleibe Bei mir und schüße mich! Denn dein bin ich, und gläube An deinen Sohn und dich. Damit der satan nie Mir schade, noch die fünde Mich täusch' und überwind: So hilf, und zähme sie! 6. Gott will ich lassen rathen. Er segne stadt und land; Er sene meine thaten, Beruf, geschät und stand! Er trägt die ganze velt. Mein leib, mein geist, mein leben Sey Gott, dem Herrn, ergeben; Er mach's, wie's im gefällt. tion med Mel. Warum betrübst du dich. 9 Chm, der das licht entstehen hieß, Und mich gefund ewachen ließ, Sey preis und frokr dank! Des neuen 5 Morgenlieder. 7 morgens heiterkeit Sey meinem| sen! Laßt uns mit freuden seiGott zuerst geweiht! nem namen singen, Und lob und dank zu seinem throne bringen! Lobt Gott, den Vater! 2. Sieh', Herr, ich unterwinde mich, Mit dir zu reden; staub bin ich, Durch deinen hauch befeelt. Gleich als ein todter lag ich hier; Daß ich noch lebe, dank' ich dir. 2. Er hat das leben uns aus huld gegeben. Er war's allein, der's väterlich bedeckte; Er, der von unserm schlaf uns auferweckte. Lobt Gott, den Vater! 3. Daß unsre finnen Neue kraft gewinnen; Daß wir noch händ' und füß' und lippen regen, Das haben wir zu danken feinem segen. Lobt Gott, den Vater! 3. Und jedes gut, deß ich mich freu', Empfang' ich jego wieder neu Aus deiner milden hand. Mein auge wird, wohin es blickt, Von wundern deiner huld entzückt. 4. Dich, dem ich nichts vergelten kann, Dich, Vater, bet' ich findlich an; Ich opfre dir mein Herz. Ein herz voll lieb' und zuversicht, Ein dankbar herz verwirfst du nicht. 5. O du, den meine seele preis't, Erwecke mich durch deinen geist Zur treu' in meiner pflicht! Er helfe meiner schwachheit auf, Bis ich vollende meinen lauf. 6. Ein gut gewissen sey mein theil! Vollende, Vater, selbst mein heil, Und segne meinen fleiß! Dir ist, was ich bedarf, bekannt, Und alles steht in deis ner hand. 7. Die blume fleidest du mit pracht, Nährst jeden vogel, Gott der macht! Bin ich nicht mehr, denn sie? Ich werfe meine sorg' auf dich; Du, mein Erbarmer, forgst für mich! Mel. Lobet den Herren. 4. Daß feuerflammen Uns nicht allzusammen Verzehrten, daß sie unsrer häuser schonten; Das macht, daß wir in seinem schatten wohnten. Lobt Gott, den Vater! 5. Kein grimm von räubern Hat an unsern leibern, An ehr' und gütern feindlich uns verlezzet; Dawider hat sein engel sich gesetzet. Lobt Gott, den Vater! 6. Ach, treuer hüter, Geber aller güter, Du wollest ferner über unser leben Bei tag' und nacht dein angesicht erheben! Erhör' uns, Vater! 7. O Vater, leite, Leite du auch heute Uns deine wege; laß uns sicher gehen, und überall in deiner gnade stehen! Erhör' uns, Vater! 8. Hilf uns, mit freuden Alles böse meiden; Lehr' uns ver10.Last Gott uns preisen; richten heilige geſchäfte; Und, Dankbar wo sind, 8 Morgenlieder. uns fräfte! Erhör' uns, Va-| Mel. Nun sich der tag. par ter! 9. Rühr' unsre herzen, Daß 12. Vergangen ist auch wir ja nicht scherzen Mit deinen strafen, sondern fromm zu werden, Vor deiner zukunft, uns bemühn auf erden! Erhör' uns, Vater! diese nacht; Ein neuer tag erscheint. Wir ruh ten sanft; wer hat gewacht? Gott, unser Herr und freund! 2. Erwacht, ihr menschen, und erhebt Gott, euren freund und Herrn! Kommt, dankt ihm, dankt, daß ihr noch lebt; Wie schützt euch Gott so gern! 3. Bewohner meines leibes, du, Mein geist, o bet' ihn an! Erquickt hat dich des leibes ruh'; Mel. Bor deinen thron. 11.0ir, Bater, bir, mein Und das hat Gott gethan. o 4. Wie dank' ich, Vater, dir dafür! Ach könnt' ich dankbar seyn! Ich gebe leib und feele dir, Und ewig sey ste dein. 5. In deinem schußze schlummert' ich, Beschirmt durch deine macht; Kein unfall traf und schreckte mich; Ich ward von dir bewacht. 6. Wie manche mir verborgne noth Entfernte deine hand! Auch einen bösen, schnellen tod Hast du von mir gewandt. 7. O Vater, Vater, habe dank Für deine lieb' und treu'! Verleih', daß ich mein lebenlang Dir herzlich dankbar sey! 8. Gedenk' auch heute, Herr, an mich! Wenn sich gefahren nahn, So nimm dich meiner väterlich Um Jesu willen an! 9. Und du, mein Jesu, gieb mir kraft; Steh' deinem freun de bei, Damit ich fromm, gewiss senhaft, Und ohne wandel sey. 10. Erhöre, Jesu, meine bitt' 10. Herr, du wirst kommen, Alle deine frommen, Die sich bekehrten, gnädig dahin bringen, Wo wir mit allen engeln ewig singen: Gott sey gelobet! du der frommen pfand und lohn, Dir, Geist der wahren Heiligkeit, Dir sey auch dieser tag geweiht! 2. Nimm seele, leib' und ehr' und gut In deine väterliche hut, Daß ich durch deine gnade frei Von sünd' und plag' und schande sey! 3. Gott Vater, tilge meine schuld, Und segne mich mit deis ner huld! D Sohn, erhebe mich zu dir! Owohne, Geist des Herrn, in mir! 4. Laß, Gott, mein Schöpfer, laß mich dein, Dein, o Gott, mein Erlöser, seyn! Sey nie von deinem fnechte fern, D Gott, mein führer, Geist des Herrn! 5. Herr, segne, Herr, behüte mich! Erleuchte gnädig mich durch dich! Herr, heb' auf mich dein angesicht! Entzeuch mir beinen frieben nicht! Morgenlieder. Und sich mich schwachen an. Erhalte meine tritt und schritt' Auf deiner ebnen bahn. 11. Entferne, Heiland, mein gemüth Von aller eitelkeit; Denn der ist, der auf dich nur fieht, Schon selig in der zeit. 12. Im glauben erst, und dann im schaun Wird er es ewig seyn. So will ich denn mich dir vertraun, Um ewig mich zu freun. 13. Sey du nur mein, und treib' mich an Zu jeder guten that; Und ewig selig ruf' ich dann: Wohl dem, der Jesum hat! 9 4. Vergieb mir, Vater, meine sünden, Die keine reue tilgen fann! Damit ich möge gnade finden, So schaue meinen Mittler an! In seinem namen bitt' ich dich; Er ist dein Sohn, er starb für mich. gen; Die nacht vollendet ihren lauf. Nun wachen alle meine 6. Behüte seele, leib und leben, Verwandte, freunde, hab' und gut! Du wollest deinen segen geben, Wenn nur mein fleiß, 13. Mein Gott, nun ist was gut ist, thut! Hilf mir erMel. Wer nur den lieben. wieder mor- es 5. Hilf du in allen sachen rathen! Ich bin mir selber nicht genug! Behüte mich vor missethaten, Vor böser menschen list und trug! Herr, laß mich wandeln deine bahn, Und gutes schaffen, wo ich kann! 2. Ich bin noch immer auf der erbe, Wo jeder tag sein elend hat; Hier, wo ich immer älter werde, Zum tobe reifer, der sich naht. O Gott, der mich beschüßt und nährt, Wär' ich doch deiner liebe werth! 3. Laß mich mit Christo auf erstehen, Und dir nur leben, nie der welt! Ich weiß nicht, wie es mir wird gehen; Doch thu', o Gott, was dir gefällt! Schleuß du in deinen schuß mich ein; Dein will ich tobt und lebend seyn. thun, ich zweifle nicht. Mel. Befiehl du deine wege. forgen Mit mir, o Bater, wies 14. Dein Sohn gebot, zu aus, der schlaf ist hin, Und ich seh' wieder, wo ich bin. verhieß, Bei dir uns zu vertres ten, Eh' er sein leben ließ. Er hat mit theurem amen Erhös rung zugesagt Dem, der in seinem namen Dir seinen mangel tlagt. 2. Drum komm' ich diesen morgen Auf sein gebot zu dir. Dir flag' ich meine sorgen; Nimm, Vater, sie von mir! Gieb mir, was ich entbehre; Und du, o Jesu Christ, Vertritt mich, und gewähre, Was noth und selig ist. 3. Ich bitte nicht um leben, Um ansehn, ruhm und geld. Was gut ist, wirst du geben; Morgenlieder. 10 Gieb mir, was dir gefällt! Hier ist doch alles nichtig, Und lauter eitelkeit, Vergänglich, dürftig, flüchtig, Wie meine pilgerzeit. 4. Zuerst, o Vater, schenke Mir ein gehorsam herz, Das nur an dich gedenke, An keinen eiteln scherz! Es liebe dich und flamme Zu Jesu himmel an; Stets meid' es und verdamme Der laster breite bahn. 5. Hernach laß mich gewinnen, Durch deines Geistes fraft, seunst, weisheit, fluge finnen, 16. W jenem schlummer, einst von DaUnd rath und wissenschaft, mit mein thun und Handeln Dir, Gott, gefällig sey, Und vor der welt mein wandeln Fromm ohne heuchelei. Welcher tod heißt, aufersteh', Und, befreit von jedem kummer, Jenen schönern morgen seh': O dann wach' ich anders auf! Schon am ziel ist dann mein lauf. Träume sind des pilgers sorgen, Großer tag, an deinem morgen. 2. Gieb, daß feiner meiner tage, Geber der unsterblichkeit, Dir einst, meinem Richter, sage: Richte! denn ich ward entweiht! Auch noch heute wacht' ich auf. Dank sey dir! zu dir hinauf Führe jeder meiner tage Mich durch jede freud' und plage! 3. Daß ich gern ste alle sehe, Wenn ihr letzter nun erscheint; Wenn zum dunkeln thal ich gehe, Und mein freund nun um mich weint! Lindre dann des todes pein! Laß mich dann den stärksten seyn, Daß ich ihn zum Himmel weise, Und dich, Herr des todes, preise! 6. So wird von jenem allen, Vor leben, ehr' und geld, zu meinem loose fallen, So viel dir, Gott, gefällt. Laßt uns die seele schmücken; Gott, wie sein wort versprach, Wird schon den leib beglücken; Glück folgt der tugend nach. Mel. Auf meinen lieben Gott. 15.S o tret' ich freudig an Auf meines Gottes bahn Die arbeit meines le bens; Denn sie ist nie vergebens. Auf meines standes wegen Giebt er auch glück und segen. 3. Ach, segne, Jefu Chrift, Der du mein Heiland bist, Mein amt und meine werke! Gieb meiner feele stärke, Damit ich deinen willen Mög' ohne falsch erfüllen! 4. Ich heilige mich dir! Entferne, Herr, von mir, Was mei ne arbeit hindert, Und deinen segen mindert; Dann laß mich einst mit freuden Zu dir von hinnen scheiden. Mel. Werde munter, mein. 2. Dir, Vater, sag' ich dank, Daß du mein lebenlang Mich reichlich haft ernähret; Daß deine huld noch währet. Laß deiner güte gaben mich auch noch ferner haben. 2015112 alebi II. Tischlieder. 17.Auf 1) Vor Tische. Mel. O liebster Jefu, was. In suf dich, o Vater, schauen unsre blicke, Daß deine huld uns väterlich erquicke. Du siehst, und giebst auch jedem seine speise, Daß er dich preise.d 2. Du fegnest uns nach dei nem wohlgefallen, Thust deine milde hand auf, und giebst allen, Was noth ist; keiner fleht, o Herr des lebens, Zu dir vers gebens. 3. Auch wenn wir effen oder trinken, müssen Wir dir zur ehre, Gott, mit dank genießen, Was wir zum leben hier von deinen gaben Empfangen haard 2) Nach Tische. ben. and dr Damit wir leben, und durch deinen segen Satt werden mögen! 11 der findlich ste begehrt. Der acer giebt auf dein gebot Uns allen unser täglich brød. Mel. Wer nur den lieben. 18.5 Gott, von dem wir alles haben, Wir preisen, wir erheben dich. Du überschüttest uns mit gaben; Du sorgft für uns so väterlich; Dein segen macht uns alle reich. Herr, was ist deiner gute gleich? chle 2. Die menschen, Gott, sind nicht zu zählen, Die deine milde hand ernährt. Die gaben, die uns noth sind, fehlen Dem nie, 3. Du sorgft für alle deine finder; Doch für die frommen nicht allein; Du, Vater, fegnest selbst die fünder Durch regen und durch sonnenschein. Vers fennen wir gleich beine Huld, So schonst du doch und haft ges duld. 4. Laß, Vater, dieß uns kei- Mel. Singen wir aus herzensgrund. Vanen tag vergeſſen; Laß uns mit 19.Dank dem milden Bater, 4. Laß uns denn deiner nie vergessen, Wenn wir uns deiner gaben freun; Laß, wenn wir trinken, wenn wir effen, Uns theuer deine gute seyn! Dir sey für speise, sey für trank, Für alles gute, preis und dank! froher lobgesang Rühme den, den alles preis't, Der uns seg net, der uns speift. Wie er thier' und vögel nährt, Hat er alles uns gewährt, Was den leib erhält und nährt. 2. Gott zu loben, säumet nicht! Es ist seligkeit und pflicht, Zu empfinden, wie er liebt, Wie viel gutes er uns giebt, Wie er unser leben schützt, Auch dem leibe, was ihm müßt, Darreicht und ihn unterstüßt. 3. Dieser, aus gebein und Haut Wunderbar von ihm gebaut, War gesichert vor gefahr, Tischlieder. 12 Eh' er noch geboren war. Eh' Mel. Nun danket alle Gott. es noch die ſeele wußt, Fand 20. Wir danken freudig er an mutter brust Ruhe, nahrung und auch luft. 4. Dankvoll schaut um euch umher! Gott erfüllet land und meer; Willig wächst auf sein gebot Aus der erde wein und brod; Flur und garten blühn für euch; Berg' und thäler sind so reich, Menschen, und für wen? für euch! 5. Unser Vater, der uns liebt, Der uns, was uns gut ist, giebt, Gab auch jetzt uns speis und trank. Lobt den Vater! sagt ihm dank! Aller segen kommt vom Herrn; Dankt ihm, und gehorcht ihm gern! Liebt ihn! freuet euch des Herrn! 6. Danken, danken wollen wir Dir, o milder Vater, dir! Dir zu dienen, Gott, uns freun; Willig auch zur arbeit seyn, Bis in deiner seligkeit, Nach durch lebter pilgerzeit, Uns dein anschaun selbst erfreut. III. Mel. Vor deinen thron. ie ein geschwätz des tags verfließt Die zeit, die mir geliehen ist,( So rauscht vorbei ein schneller bach,) Und dein gericht, Gott, folgt ihr nach. alle gaben, Die wir, o Vater, jetzt Von dir empfangen haben. Gesundheit giebst du uns, Und nahrung, die erfreut; Hier einen frohen muth, Dort deine seligfeit. 2. Die ewigkeit, die ewigkeit Ergreift mich nach durchlebter zeit; Jch, wenn sie kömmt, sey, was ich sey; Ein fünder, oder Gott getreu. 2. Laß nie undankbar uns, Wie gut du bist, verkennen; Von wahrer dankbarkeit Laß unser Herz entbrennen! Mach' uns gehorsam, mach' In unserm stand' uns treu, Daß uns ser wandel, Gott, Dir wohlges fällig sey! 3. Wenn deine huld uns schon Auf erden so beglücket; Wie wird uns seyn, wenn uns Dein himmel einst entzücket! Führ' uns dahin und laß Uns da dein antlig sehn; Dann wird dich unser dank Auch würdiger erhöhn. Abendlieder. 3. Da wall' ich hin, da wartet mein Das anschaun Gottes, oder pein. Ach, Gott, mein heil und mein vertraun, Laß mich dein selig antlig schaun! 4. Du träufelst auf die müden ruh', Und, wenn wir schlummern, wachest du. Ach, wie viel' seelen wallen nicht Im schlummer hin vor dein gericht! 5. Wir sind nur, wie ein schlaf, vor dir; Wie gras, so Abendlieder. blühn und welfen wir. Oft strafft du so die missethat, Die deinen zorn entzündet hat. 6. Ich zittre, Herr, und mein gebein Durchängstet dein gewaltig dräun. Denn, denkst du ins gericht zu gehn: Wer kann, wer kann vor dir bestehn? 7. Ach zürne nicht auf deinen knecht, Und gnade, gnad' ergeh' für recht! Versöhner, Gottes Sohn, mein heil, Sey meine zuflucht, sey mein theil! 8. Auf daß ich klug sey, lehre mich Den tod, daß ich nichts fürcht', als dich! Dann leb' und sterb' ich dir allein, Im leben, Gott, im tode dein. 9. Ich fürchte nicht, von dir bewacht, Den pfeil des tags, das graun der nacht. Ich zittre, Mel. Christ, der du bist der. 22.& rhalter, menschenhuter! dank Und preis sey dir, und mein gesang Erhebe deiner gute macht, Die über meine tage wacht. 2. Ich, der ich deinen geist empfing, Bin deiner treue zu gering, Und unwerth der barmherzigkeit, Die meine sünden noch verzeiht. 13 doch hofft Mein kühner glaube, noch geduld, Und die erlassung meiner schuld. Mel. Nun ruhen alle wälder. wenn der tod kömmt, nicht; 23.Du, Herr, haft mir Gott ist meine das leben Auch diesen tag gegeben; Dich bet' ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe Der treue, die ich singe; Wie viel hat sie an mir gethan! 2. Mit dankendem gemüthe Freu' ich mich deiner gute; Ich freue mich in dir. Du giebst mir kraft und stärke, Gedeihn zu meinem werke, Und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott! welche ruh' der sees len: Nach deines worts befehlen Einher im leben gehn; Auf deine gute hoffen; Im geist den himmel offen Und dort den preis des glaubens sehn! 3. Du bestes aller wesen, Gott, Mein Gott, und meiner väter Gott, Von mutterleib' an warst du mein; Ach, wär' ich werth nur, dein zu seyn! 4. Ich übertrat dein recht so oft; Du, Vater, schontest, und 5. Im himmel freun die engel fich, Wenn, Geist der heiligung, durch dich Ein fünder, weil der zorn noch ruht, Zu Gott sich kehrt und buße thut. 6. Laß mich des Himmels freude seyn, Versöhnt mit Gott und ewig dein! Ich will nun schlummern; laß mich nicht Entschlummern, Vater, ins gericht! 7. Breit' über mich, Herr, und mein haus Die flügel deines schußzes aus! Dir trau' ich; hab' ich doch dein wort, Gott, mein Verschoner, Heil und Hort! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, Und nahe mich im staube Abendlieder. 14 Zu dir, o Gott, mein heil! Ich, meiner schuld entladen, Ich bin bei dir in gnaden, Und in dem himmel ist mein theil. 5. Bedeckt mit deinem segen, Eil' ich der ruh' entgegen; Dein name sey gepreis't. Mein leben und mein ende Ist dein; in deine hände Befehl ich, Vater, meinen geift. Mel. O liebster Jesu, was. 24.& ntflohen sind auch bieſes tages fun: 25.Der tag ist wieder hin stunUnd theil des lebens, Wie hab' ich ihn vollbracht? Verstrich er mir vergebens? Hab' ich mit allem ernst Dem guten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht nur mir, Nicht meiner pflicht gelebt? 2. Hab' in der furcht des Herrn Ich ihn auch angefangen? Mit dank und mit gebet, Mit eifrigem verlangen, Als ein geschöpf von Gott, Der tugend mich zu weihn, Und züchtig und gerecht, Und Gottes freund zu seyn? lied ad den; Noch haben wir des lebens glück empfunden. Laßt uns mit frohem dank den Herrn erheben, Durch den wir leben. 2. Des lebens müh' und elend zu versüßen, Giebt uns der Herr viel' freuden zu genieBen; Und welche güter schenkt er unsern seelen! Wer kann sie zählen? 3. Noch immer läßt er uns erbarmung finden; Er handelt nicht mit uns nach unsern sünden. Wir häufen schuld auf schuld; er läßt uns leben, und will vergeben. 4. Wie unwerth sind wir, Vater, deiner treue! Ach, unser Herz erkennt's voll schaam und reue. Du wollest es mit troft und ruh' erfüllen, Um Christi willen! 5. Uns wohlthun, ist dein ewiges vergnügen; Dein aufsehn schüßt uns, wenn wir hülflos liegen, Und, wie entseelt, umhüllt von finsternissen, Von uns nichts wissen. 6. War' dieß für uns der letzte tag auf erden, Sollt' unser schlaf ein todesschlummer werden: Dann weckst du uns, die wir uns dir ergeben, zu je nem leben. JATIGU 7. So legen wir getroft zur ruh' uns nieder. Sehn wir erfreut die morgensonne wieder: Dann preisen, Gott, mit fröhlichem gemüthe Wir deine gute. Mel. Nun danket alle Gott. 3. Hab' ich in meinem stand' Auch ihm mich treu bewiesen? Durch eifer und durch fleiß Ihn, meinen Gott, gepriesen? Mir und der welt genügt, Und jedem wohlgethan, Weil es der Herr gebot, Nicht, weil mich menschen sahn? 4. Wie hab' ich diesen tag Mein eigen herz regieret? Hat mich im stillen oft Ein blick auf Gott gerühret? Erfreut' ich mich des Herrn, Der unser Abendlieder. 15 flehn bemerkt; Und hab' ich, im| Den seine sünden frånken; Du vertraun Auf ihn, mein Herz ge- liebst barmherzigkeit, Und wirft flärkt? auch mir sie schenken. Auch dies se nacht bist du Der wächter über mir. Leb' ich: so leb' ich dir. Sterb' ich: so sterb' ich dir. Mel. Auf dich hab' ich gehoffet. 5. Dacht' ich bei dem genuß Der güter dieser erden An den Allmächtigen, Durch den sie sind und werden? Verehrt' ich ihn allein? Empfand ich ſeine huld? 26.ür alle güte fey ge Gott, Trug ich mit bank? Den unfall mit geduld? ad 6. Und wie genoß mein Herz Des umgangs süße stunden? Fühlt' ich der freundschaft glück? Hab' ich's mit dank empfunden? War stets mein ernst auch fanft? Mein scherz auch unschuldsvoll? Und hab' ich nichts geredt, Das ich bereuen soll? 7. Hab' ich die meinigen Durch sorgfalt mir verpflichtet? Sie durch mein beispiel still Zum guten unterrichtet? War zu des mitleids pflicht Mein Herz nicht zu bequem? Ein glück, das andre traf, War dieß mir angenehm? Sohn und heil'ger Geist, Dem ich mein opfer bringe! Vernimm den dank, Den lobgesang, Den ich dir kindlich singe. bro 2. Du nahmst dich immer meiner an; Hast viel auch heut' an mir gethan; Mir mein gebet gewähret; Haft väterlich Mein Haus und mich Beschüßzet und genähret. bund 3. Herr, dein geschenk ist, was ich bin. Mein geist, mein leib, und jeder sinn, Und was ich gu tes habe; Was ich vermag Bis diesen tag, Ist alles deine gabe. 8. War mir mein fehltritt leid, Sobald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir Ein un erlaubt verlangen? Und wenn in dieser nacht Gott über mich gebeut, Bin ich, vor ihm zu stehn, Auch willig und bereit? 4. Sey auch nach deiner lieb' und macht, Mein schuß und schirm in dieser nacht; Vergieb mir meine fünden! Und kommt mein tod, Herr Zebaoth, So laß mich gnade finden! iamant Mel. Werde munter, mein. 9. Gieb, der du alles weißt, 27. Nacht und stille ſchlies Daß ich dir nichts verhehle! Ich fühle täglich noch Die schwachheit meiner seele. Vergieb durch Christi blut Mir die verletzte pflicht; Vergieb, und gehe du Nicht mit mir ins ge richt! ßen wieder Unfre müden augen zu; Die von arbeit matten glieder Sehnen sich nach schlaf und ruh': Aber du, versäume nicht, Meine seele, deine pflicht, Dich zu Gott noch zu erheben, Seinem schuß dich zu ergeben.pro: HAC stiro 2. Prüfe dich vor ihm, o sees 10. Ja, du verzeihest dem, 16 Abendlieder. le! Nüßtest du auch beine zeit?| leben Haft du uns gegeben, Wärst du, wenn er bir beföhle, Herr, wir sind's nicht werth; Vor's gericht zu gehn, bereit? Aber dein gemüthe Ist so reich Ach, erwäg' es! eins ist noth! an güte, Die ohn' ende währt. Denk' an ihn und an den tod; Denn allein in diesem Leben Kann und will dein Gott vergeben. 3. Herr, ich muß es dir geste Hen: Oft vergaß ich meine pflicht! Ach, du haft's, du hast's gesehen; Aber schon', und richte nicht! Mein vertrauen gründet sich Nur auf deinen Sohn und dich, Der du auch die sünder liebest, Lieber wohlthust, als betrübest. 4. Richter über tod und leben! Du willst nicht des sünders tod; Willst die größte schuld vergeben Denen, die dich suchen, Gott! Ach, ich komm' und suche dich; Herr, mein Mittler spricht für mich; Darum laß mich gnade finden, Und vergieb mir meine fünden! 5. Leb' ich morgen: ach, so leite Meinen gang auf deine bahn; Nimm dich dann, daß ich nicht gleite, Mächtig meiner schwachheit an! Gieb zu meiner pilgrimschaft Deinen schuß und deine kraft! Fröhlich geb' ich dann am ende Meinen geift in deine hände. Sop 2. Verzeih' uns, Richter unfrer seelen, Die oft verletzte chris stenpflicht! Wir merken nicht, wie oft wir fehlen; Noch geh' nicht mit uns ins gericht! Heil der menschenkinder! Wir sind staub und fünder! Ach gedenke bran! Wer könnt' uns erretten, Wenn wir dich nicht hätten? Nimm dich unsrer an! 3. Du sendest mit der nacht uns müden Den stärkend süßen schlummer zu. Wir liegen dann und ruhn in frieden, Denn unser schuß, o Herr, bist du. Hilf, Erbarmer, denen, Die nach ruh' sich sehnen, Die mit angst und müh' Ihre nacht vollbringen, Und mit schmerzen ringen; Stärke, tröfte ste! 4. Wer kann uns deiner Hand entreißen? Wir sind, auch wenn wir sterben, dein; Du selber haft es uns verheißen, Du wolleft ewig bei uns seyn. Sey mit uns auf erden, Daß wir würdig werden, Einst vor dir zu stehn; Daß wir, als die deinen, Wenn du wirst erscheinen, Dir entgegen gehn! Mel. O Christe, schutzherr. 28. Sepriesen, Gott, fen 29. M mich Stets meine Mel. D Gott, du frommer. ein Vater, erbarmen, Du tage zählen, So werd' ich klug und fromm, Und scheue mich, zu fehlen. Denn bringt nicht jeder tag, Bringt jede stunde Gott der langmuth und geduld! Du trägst uns stets auf vaterarmen Mit unaussprechlich gro ser huld. Kraft, gedeihn und Abendlieder. 17 nicht mich näher, Gott, zu dir,| Mehr liebte, Gott, als dich, Die Und näher zum gericht? 2. Wie bald erschein' ich da, Von dem, was ich im leben Begehrte, sprach und that, Dir rechenschaft zu geben; Ach, darum will ich selbst mich richten, und mit fleiß Mich prüfen über das, Was doch mein Richter weiß. 3. Als ich erwachte, Gott, War denn, am stillen morgen Dich anzubeten, auch Die erste meiner sorgen? Du hattest mich bewahrt: Erhob denn mein gesang Für deine treue dich? Empfingst du meinen dank? 4. Beschloß ich gleich mit ernst, Im guten mich zu üben? Dich, Vater, Sohn und Geist, Und was du liebst, zu lieben, Dich über alles, Gott, Den nächsten auch, wie mich? Lebt' ich unsträflich, fromm, Und keinem ärgerlich? 5. Hielt ich auch heute mich Zu dir und deinen Findern? Floh' ich die welt? floh' ich Den umgang mit den fündern? Entweihte meinen mund Kein sündliches geschwäß? War meine luft dein wort? Bewahrt' ich dein gesetz? ESPAA! 6. Blieb ich im glauben fest, Und that ich nie mit wissen, Was fünder doch, und oft zu spät beweinen müssen? Sah' ich nicht deinen pfad Für allzumühsam an, Und wählte mir für ihn Des lasters breite bahn? 7. Verließ ich auch, weil ich Vergnügen, ruhm und schäße wege der geſetze? War meinen obern ich Gehorsam und getreu? Auch allen menschen hold, Doch ohne schmeichelei? 8. Betrübt' ich andre nicht? Blieb auch bei ihren freuden Mein Herz vom neide frei? Litt' ich in ihren leiden? War ich versöhnlich auch, Und deiner güte bild? Mitleidig, hülfreich, sanft, Und gegen arme mild? 9. War Herz und wandel keusch? War ich's in meinen sitten? Demüthig, voll vertraun, Getrost in meinen bitten? Wenn hülfe mir gebrach, In noth geduldig auch? Und nicht im glücke stolz, Und mäßig im gebrauch? 10. Erkauft' ich meine zeit? Mißbraucht' ich deine gaben? Gewann ich, oder ward Dein pfund von mir vergraben? Und lebt' ich immer, Gott, Zur rechenschaft bereit, Und( stürb' ich jetzt) gewiß Von meiner seligfeit? 11. Ich zittre, Gott, für mich Bei allen diesen fragen. Wie darf ich gegen dich Empor zu sehen wagen? Wollt' ich mir schmeicheln, Herr, Und bächt', ich that gemig: Ach, wär' es nicht für mich Der schädlichste betrug? 12. Ach, meine fünden sind Nicht alle zu erzählen, Wer steht, o Gott, und merkt, Wie oft, wie viel wir fehlen? Denn heilig sollen wir nicht vor der Abendlieder. 18 welt allein; Wir sollen's auch vor dir, Selbst in gedanken seyn. 13. Wo soll ich hinfliehn? Gott! Ich falle dir zu fuße. Ach, reinige mich selbst Durch eine wahre buße! Du bist allein der Herr, Der sünden tilgen kann; Vergieb, und schaue mich In Jesu gnädig an! 14. Dann lehre selbst mich thun Nach deinem wohlgefallen! Laß mich nie wiffentlich In eine sünde fallen! Regier' und führe mich, Daß ich in glück und noth Dich nie verleugne, nie Dein heiliges gebot! 15. Im schlafe sey mein schuß; Im wachen meine stärke; Von mun an jeder tag Ein tag voll guter werke; Gin tag, der dir gefällt. Wie selig bin ich dann, Wenn ich einst jedes tags Vor dir mich freuen kann! Mel. Nun ruhen alle Wälder. 30. ie sonne finket nie der; Die stille nacht kömmt wieder, Und ruh' und schlaf mit ihr. Sie bringt uns neue fräfte Für jedes tags ges schäfte; Das danken wir, o Va ter, dir. 2. Noch wach' ich, und erhebe Dich, Herr, daß ich noch lebe; Daß du mein Gott noch bist. Mit dank will ich's erwä viel' andre guter Verdank' ich, treuer hüter, Bloß deiner vaterhuld und macht. 3. Was ist nicht deine gabe? Das leben, was ich habe, Die ficherheit der nacht. Dieß und 4. Du führst aus dunkler ferne Den mond und tausend sterne Am firmament herauf. Sie leuchten, dir zur ehre, Hoch über erd' und meere; Du aber lenkest ihren lauf. had 5. 3um preise deiner stärke Stehn lauter wunderwerke In deiner schöpfung da. So bald du riefst: es werde! So stand auch meer und erde Mit allen himmeln herrlich da. 6. Wem kann denn ohne grauen Ich froher mich vertrauen, Allmächtiger, als dir? Ja, Vater, dir befehle Ich jetzt auch leib und seele; Verherrliche dich auch an mir! 7. Herr, deinen ruhm zu fingen, Dir preis und dank zu bringen, Sey meine liebste pflicht! Dir will ich mich ergeben; Entzeuch nur meinem leben Den beistand deines geistes nicht! 8. Wenn ich von deiner erde Zu dir erhoben werde: Wie werd' ich dann mich freun! Im himmel angenommen, Will ich mit allen frommen Dir beff're lobgesänge weihn! Mel. Nun fich der Tag geendet. gen, Daß diefen tag bein ſe 31.o schnell fliehn unſre gen chen ist. nicht von gewitage hin! Auch dies ser ist nicht mehr! Die nacht, der müden trösterin, Gilt wieder zu uns her. 2. Du, Herr, nur bleibest, Abendlieder. wie du bist; Du schläfft und schlummerst nicht. Die finsters niß, die uns umschließt, Ist hell vor dir, wie licht. 3. Voll zuversicht befehl' ich mich Dir auch in dieser nacht. Du bist mein Gott; ich trau' auf dich. Mich schüßt fa deine 99 19 macht. 4. Wenn du nur meine hülfe bist, Was kann mir schaden, Gott? Ich fürchte nichts, was schrecklich ist, Und selber nicht den tod. 5. Ach, groß ist freilich meine schuld; Voll reue fühl' ich sie! Doch, mein Versöhner, deine huld, Wie trostvoll ist mir die! 6. Ich eil' im glauben zu dir hin, Und weiß, wie sicher ich Im schatten deiner flügel bin; Du wacheft über mich. 7. Flicht, finstre sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein Sen mein gedank'; o, weihe die Mein Herz zum tempel ein! 8. Ist dieß vielleicht die letzte nacht In meiner prüfungszeit: So führe mich durch deine macht Zu deiner seligkeit! 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir; Dein bin ich, Herr, auch todt. Du, mein Erretter, bist bei mir, Und hilfft aus aller noth. 32. Mel. Freu' dich sehr, o meine. err, es ist von meinem leben Wiederum ein tag dahin. Lehre denn mich achtung geben, ob ich fromm gewesen bin. Zeige du mir's selber an! Hab' ich was 19 nicht recht gethan: D, so gieb, daß meine seele Ihre schuld sich nicht verhehle! 2. Herr, wie viel wirst du nicht finden, Was dir nicht gefallen hat! Ach, nur allzuviele sünden, In gedanken, wort und that! Denn wie oft verging ich mich, D, mein Gott, nicht wider dich! Wer kann merken, wer kann zählen, Wann und auch wie oft wir fehlen? 3. Aber, o du Gott voll gnaden, Habe doch mit mir geduld! Heile meiner feele schaden; Tilge meiner fünden schuld! Deine große vatertreu' Werd' auch biesen abend neu! So kann ich auch deinen willen Künftig mehr, als heut', erfüllen. 4. Heilig werde mein gemü the, Daß mein schlaf nicht sündlich sey! Steh' mit deiner gros ßen gute Auch in dieſer nacht mir bei! Nimm dich meines Hau ses an; Wehre dem, was schaden kann; Laß auch morgen mit den meinen keinen unfall mich beweinen! 5. Laß mich dir zum preif erwachen, Ewig dir geheiligt seyn, Daß ich ferner meine sachen Richte dir zu ehren ein! Oder haft du, lieber Gott, Heut' bestimmet meinen tod: Nun so nimm an meinem ende Leib und seel' in deine Hände! Mel. Wer nur den lieben. 33. So wird die woche denn beschlossen; Noch immer leb' ich, Gott, durch 32 20 Abendlieder. dich, Und mir ist nicht ein tag| ben ruf der welt, Und willig verflossen, Du schüßteft, du be- thun, was dir gefällt. glücktest mich, Bewahrtest seele, leib und haus, Und halfft aus mancher noth mir aus. 2. Wer weiß, wie viele schwere leiden, Wie manche stürme, näher schon, Als ich es glaubte, doch in freuden Verwandelt wurden, oder flohn, Weil du, mir länger wohlzuthun, Den stürmen noch gebotst, zu ruhn. 7. Laß morgen mich dein lob befingen, Und jeden tag, den du mir giebst, Nur deinen willen froh vollbringen, mit allen frommen, die du liebst! Einst führe mich zum himmel ein; Da wird mein beff'rer sabbat seyn! Mel. Der am freuz ist meine. nen 3. Allein was hab' ich bir ges 34. ink' ich einft in jegeben? Ein dankbar Herz? ein freudig lob? Ein frommes, tugendvolles leben, Das burch gehorsam dich erhob? Ach Gott, ich sehe meine schuld; Wie unwerth bin ich deiner huld! 4. Wie unwerth aller deiner treue! Ich fühl es tiefgebeugt vor dir. Verwirf, verwirf nicht meine reue; Vergieb um Jesu willen mir. Nimm, Vater, mich verlornen an, Den deine huld nur retten kann! 5. Soll ich noch länger auf der erde Dein pilgrim seyn, so hilf mir, Herr, Daß meine seele frömmer werde, Mein leben täglich heiliger; Daß ich im glauben fest und treu, Und eifrig im gehorsam sey. 6. Laß deinen guten geist mich leiten; Laß, wie du förderst, stets durch ihn Mich aller lüfte reiz bestreiten, Mich der verführer wege fliehn; Nicht achten auf und in 1 yai, vamin ER Todesruh', in deine nacht, Wo ich harre, frei vom fummer, Auf den großen ruf: erwacht! D dann schlaf ich anders ein; Weg aus dieses lebens pein, Wall' ich hin zu deren hütten, Die, mun glücklich, auch hier litten. 2. Jezzo schlaf ich, aufzuwachen Noch für tage dieser zeit. Laß mich fertig stets mich machen, Vater, zu der ewigkeit! Daß ich wanderer dann sey Leicht, bereit, von bürden frei, Von den lasten dieser erde, Wenn ich nun unsterblich werde. 3. Gerne laß den tag mich sehen, Der als retter mir ers scheint, Wenn mein freund bei meinem flehen, Bald erlöst zu werden, weint! Stärker, als mein freund im schmerz, Sey mein gottverlangend herz; Daß ich, voll von deinem preise, Ihn zu dir gen himmel weise! 1010 098 Cedalo bitno Sonntagslieder. IV. mel. O liebster Jesu, was. deine liebe, Damit mein glaube 35.D ieß ist der tag, an sich im guten übe; Erinnre mich, daß Jesus starb, vom bösen mich zu erlösen! welchem deine from men, Gott, in dein haus, dich anzubeten, kommen; Mit lob, gebet und dank dich zu verehren, Dein wort zu hören. 2. Ja dieser tag sey dir allein geweihet; Ihn fei're gern, wer beiner sich erfreuet. Gieb, daß er mir durch kein geräusch der erde Entrissen werde! 3. Dein lob, verkündigt durch des Himmels lieder, Erschall' in deiner christen tempeln wieder! Laß aller lob, laß das gebet von allen Dir wohl gefallen! 4. Ich freue mich, die stätte zu begrüßen, Wo durstigen des lebens bäche fließen, Wo heil verkündigt wird für deine tinder, Und selbst für fünder. 21 5. Mich lockt die welt umsonst zu ihren freuden; Mein geift soll sich auf deinen auen weiden. Die wahrheit, die uns deine boten lehren, Die will ich hören. 6. Ich nahe mich mit redlichem gemüthe, Nicht mit den lippen bloß, zu deiner gute; Denn was ein ernstliches gebet begehret, Das wird gewähret. 7. Gott, welch ein glück versprichst du deinen findern! Dieß lehre mich, damit ich von den sündern, von ihrem eiteln glüde mich entferne, Und fromm feyn lerne! Tad 8. Dein tag erinnre mich an 9. Dich preis ich, unsers todes überwinder! Du hast an diesem tage für die fünder, Die, fern von Gott, im finstern schatten saßen, Dein grab verlaffen. 10. Dein slegstag ist ein tag des heils der erde. Gieb, daß er immer heiliger mir werde! Lob sey, Erlöser, deinem großen namen Auf ewig! Amen! SHIA 36. Am tage Mel. Sey lob und ehr' dem. Prohlockend dank' ich, geist deiner ehre; Denn deinen giebst du auch mir, Daß er mich weisheit lehre, Daß ich erleuchtet lerne dich Und Jesum, dei8nen Sohn, und mich zu meis nem heil erkennen. 186000 2. Wir sind von dir, o Gott, belehrt In unsern finsternissen; Sind nicht mehr heiden, find bekehrt, Dem gößendienst ent riffen. Dieß haus ist, Gott, dein heiligthum; Hier wird dein evangelium, Hier dein gesetz verkündigt. 3. Ach, wie so elend waren wir, Als wir, wie ohne hirten, Verloren und entfernt von dir, Von wahn zu wahn noch irrten; Als keiner, der vernunft zur schmach, Wie laut auch deine schöpfung sprach, Dich sehn und finden konnte! om this Sonntagslieber. 22 4. Gewiß war feiner, daß durch dich Die welt erschaffen wäre; Das laster herrscht' und baute fich Selbst tempel und altåre; Und sah, wer weiser war, auch licht: Er gönnt' es doch den armen nicht, Die immer blinder wurden. erlangen; Gestärkt durch deines wortes fraft Zur treu' in meiner pilgrimschaft, Zum wandel hier im himmel. 5. Nun ist die welt dein hei ligthum, Durch deinen Sohn entsündigt; Nun wird den armen auch dein ruhm, Dein heilig wort verkündigt. Wo chris. 10. Da fühl' ich immer mehr mein Herz Von deiner lieb' entbrennen, Und seufze: laß nicht glück noch schmerz Von dir, mein Gott, mich trennen! Wie schwer die laft ist, fühl' ich doch, Sie werde leicht, und sanft dein joch, Weil mich dein troft erquicket. Mel. Sey lob und ehr dem. beten, Gott, die ſtentempel sind, da schallt Mit 37. Dhimmel an, Du seligmachender gewalt Die stimme deines Sohnes. schöpfer aller dinge; Und ich auch darf zu dir mich nahn; Du hörst's, wenn ich dir singe. Du willst's, und wohneft doch im licht, In das mein blödes auge nicht Vermag hinein zu schauen. 2. Muß selbst der reinsten geister heer Sich, Gott, vor dir verhüllen: Welch eine furcht muß mich vielmehr Vor deinem glanz erfüllen! Doch du willst mir nicht schrecklich seyn; Du willst, ich soll mich deiner freun, Dich preisen, dich erheben. 6. Wem weisheit fehlt, wem licht gebricht, Der komme her und höre; Und seiner seele werde licht Durch seines Gottes lehre. Wer in der fünde sllaverei Sich elend fühlt, der werde frei Durch Jefu Chrifti gnade. 7. O heilig sey die stätte mir, Wohin, o Gott, die frommen, Mit dank und lust und lernbe gier, Dich anzubeten, kommen! Ich liebe sie, und walle gern Zum Hause Gottes, meines Herrn, Mit ihnen anzubeten. 8. Da fühl' ich durch den frommen dant, Womit dich christen loben, Durch ihren heiligen gesang 3um himmel mich erhoben; Da hör' ich, Gott, die engel schon Und alle seligen am thron Ihr: heilig! heilig! rufen. 9. Da seh' ich meines glaubens preis An deinem throne prangen: Und ringe nun mit ernst und fleiß, Das kleinod zu 3. Ach, möcht' ich doch mich allezeit An dir, mein Gott, erfreuen, Und, voll von deiner herrlichkeit, Mein ganzes herz dir weihen! Wie aber reißen meinen sinn Geschäfte, noth und welt dahin Zur eitelkeit der erde! 4. Ach, zeuch mich, o mein Gott, zu dir Am tage deiner ehre! Gieb, daß ich dann nur dich in mir Empfind' und seh' Sonntagslieder. and höre! Laß diesen ruhetag allein Dir, o mein Gott, geheiligt seyn, Zum besten meiner seele! 5. Es sehne leib und seele sich, Hin in dein Haus zu gehen; Es hungre, Herr, es bürste mich, Dein angesicht zu sehen; Und mein gemüth sey freudevoll, Daß dich mein Herz verehren soll, Und deine werke preisen. 6. Doch du erkennst, mein Vater, mich, Mein tichten und mein trachten; Wie ich so schwach bin, nur auf dich, Wie du's verdienst, zu achten. Verzeihe mir auch diese schuld Mit allen sünden; deine Huld Sey stark in meiner schwachheit! 7. Nimm hin mein Herz und wohn' in mir, Damit mich nichts zerstreue, Wenn ich dich lob', und mich in die Und deiner gnade freue! Laß keine sorgen dieser zeit Die sorge für die ewigkeit In meiner seele stören! 8. Geheiligt laß vor deinem thron, O Vater, mich erscheinen! Geheiligt, Gott, durch deinen Sohn Mein Herz mit dir vereinen! Was deiner gnade wort ver heißt, Gewähre mir dein guter geist Und allen deinen frommen! 9. Dann, wann der wahrheit lehrer mir Den weg zum himmel zeigen, Laß meine seel' empor zu dir In stiller andacht steigen. Erleuchte mich und gieb verstand, Daß mir dein name ganz bekannt, Daß ich recht weise werde! 10. Gieb, daß des wortes 23 geist und kraft Mein ganzes herz durchdringe, Daß ich mit fleiß, gewissenhaft Und treu dein recht vollbringe! Auch mache mir bis auf den grund Mein herz, mein ganzes leben fund, Daß ich nie heucheln möge! 11. Gieb alles, was dein Sohn verheißt, Und send' uns kraft von oben, Damit wir dich mit Einem Geist Aus Einem munde loben! Laß unser lob und unser flehn Und unsern dank von herzen gehn, Und dir, o Herr, gefallen! 12. So wird dein tag, o Vater, mir Ein tag des heiles werden! So seh' ich und empfind' in dir Den himmel schon auf erden; So werd' ich nach der prüfung zeit Zur ruh' in deine seligkeit, In deinen Himmel kommen. Mel. Schmücke dich, o liebe. 38. 3 eige dich uns ohne hülle, Ström' auf uns der gnade fülle, Daß, o Herr, an deinem tage Unser Herz der welt entsage; Daß erlöst durch deine leiden, zu der tugend reinen freuden Deine glaubende gemeine Mit dem vater sich vereine! 2. D, daß frei von erdebürden, Von der fünde laften voirden Unsre seelen; unser wille Sanft, wie diese sabbatstille; Daß von fern aus deinen höhen Wir des lichtes aufgang fähen, Das uns alle dann verklåret, Wann ber sabbat ewig währet! Kalbums Sonntagslieder. 24 3. Was ich stralen seh' am throne, Ist es nicht der flieger trone? Was ich über's grab hin höre, Sind's nicht überwinder chöre? Feiernd tragen sie die palmen; Ihr triumph erschallt von psalmen. Herr, du wollest selbst mich weihen Diesem sabbat deiner treuen! 4. Decke meiner blöße schande Mit der unschuld festgewan de. Dir geweihet, mit den deinen, Laß mich einst vor dir erscheinen; Denn du selber haft voll gnaden Zu dem sabbat mich geladen, Wo nicht mehr die streiter ringen, Wo ste stegeslieder fingen. In eigner Melodie. 39. err Jesu Chrift, dich zu uns wend'; Dein'n heil'gen geist du zu uns send'; Mit hulf und gnad' er uns regier', Und uns den weg zur wahrheit führ'! 2. Thu' auf den mund zum lobe bein; Bereit' das Herz zur andacht fein; Den glauben mehr', stärk' den verstand, Daß uns bein nam' werd' wohl bes kannt; 3. Bis wir singen mit Got tes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! Und schauen dich von angesicht In ew'ger freud' und ſel'gem licht. 4. Ehr' sey dem Vater und dem Sohn, Sammt heil'gem Geist in Einem thron! Der hei ligen Dreieinigkeit Sey lob und preis in ewigkeit! Mel. Herr Jefu Chrift, dich. err 40. deinen geist, Den uns bein göttlich wort verheißt; Gieb hülf und gnade; leit' und führ' Uns auf der wahrheit bahn zu dir! 2. Von andacht sey das Herz belebt, Wenn unser mund dein lob erhebt. Gieb uns mehr glauben, mehr verstand, Und mache dich uns recht bekannt! 3. Bis mit den engeln jeder christ Singt: heilig, heilig, heilig ist Gott, unser Gott! und ihn entzückt In seiner herrlichfeit erblickt. 4. Lobt Gott den Vater, lobt und preist Des Vaters Sohn und seinen Geist; Und ewig jauchz' und freue sich, Gott, erd' und himmel über dich! bin In derselben Melodie. dop ier sind wir, Gott, und flehn um licht, Verweigre deinen Geist uns nicht, Laß uns dein heilig wort verstehn, Und freudig deine wege gehn! 41. S 2. Erleuchte deine lehrer nun Und ihre hörer; lehr' uns thun, Nach deinem wohlgefallen, Gott; Denn du, o Gott, bist unser Gott! Tamim 3. Daß wir, im glauben stark, und frei von aller sünd' und Heuchelei, Dir dienen unsre les benszeit In wahrheit und ge rechtigkeit. 4. Erhör' uns; unser lobgesang Gefalle dir und unser dank, Sonntagslieder. Bis wir vor deinem throne| Dir zum tempel außerkohren! stehn, Und dann vollkommen dich erhöhn! Unser beten, flehn und fingen Laß, Herr Jesu, wohl gelingen! SIDI * In eigner Melodie. 42. Liebster Jefu, wir sind In derselben Melodie. hier, Dich und bein wort anzuhören. Lenke sinnen und begier Zu den süßen himmelslehren, Daß die herzen von der erben Ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser wissen und verstand Ift mit finsterniß umhüllet, Wo nicht deines Geistes hand Uns mit hellem licht erfüllet. Gutes denken, gutes tichten, Mußt du selbst in uns verrichten. 3. D du glanz der herrlichkeit, Licht vom licht, aus Gott geboren, Mach uns allesammt bereit; Deffne Herzen, mund und ohren! Unser beten, flehn und singen Laß, Herr Jesu, wohl gelingen! In derselben Melodie. 43. Liebster Jefu, wir sind hier, Deine lehren anzuhören. Lenke finn' und lernbegier Auf dein wort und seine lehren, Daß das Herz jetzt von der erde Ganz zu dir gezogen werde! 2. Unser irrender verstand Ist mit finsterniß umhüllet, Wo nicht deines Geistes hand Uns mit licht von dir erfüllet. Gutes denken, gutes wollen Ist es, was wir lernen sollen. 3. D du glanz der herrlichkeit, Licht vom licht, aus Gott geboren, Dir sey unser Herz geweiht, 25 44. Wir erscheinen hier o vor dir, Vater, zu verehren, Und in deinem tempel hier Auf dein heilig wort zu hören, Von der welt uns zu entfernen, Und der wahrheit weg zu lernen. 2. Gieb uns deinen Geist, o Gott, Und durch ihn den wahren glauben; Nimmer laß der lästrer spott Dieses segens uns berauben! Gieb auch licht und muth und stärke Uns zu jedem guten werfe! 3. Hilf, daß alle fünder sich Durch dein wort zu dir bekehren; Und wir alle, Gott, durch dich Gern vollbringen, was wir hören, Alle fromm durch dich auf erden, All' im himmel selig werden! Mel. Allein Gott in der höh. 45.0 ir, Herr und Vater, dienen wir mit freudigem gemüthe, Und opfern dank und ehre dir Für deine macht und güte. Ach, wir sind sünder: aber du Rufft freundlich allen sündern zu, An deinen Sohn zu glauben. 2. Wir glauben, Gott, an deinen Sohn; Vergieb uns unsre sünden! Vergieb uns! laß vor deinem thron Uns gnad' und Hülfe finden! Wir, dein ges fallenes geschlecht, Wir wün. Sonntagslieder. 26 schen, heilig und gerecht Durch deine fraft zu werden. 3. Gewähr' uns deinen gu ten Geist, Dein wort recht zu verstehen. Wem er den weg zum leben weis't, Der kann nicht irre gehen. Er leit' uns deine gute bahn: So nimmst bu uns zu ehren an, Wenn wir 47. Gott, unserm Gott, getreu dir fey lob Für 4. Unsern ausgang segne Gott, Unsern eingang, unfre werfe; Segne jeden in der noth Mit geduld, mit troft und stärte; Daß wir, seines Sohnes erben, Ihm nur leben, ihm auch sterben. 3. Seine liebe müsse sich Immer mehr uns offenbaren, Und die seinen väterlich Vor der sünde luft bewahren, Daß wir uns von ihm nie trennen, Ihn bis in den tod bekennen. Mel. Liebster Jesu, wir sind. wortes lehren! Den fündern 46. Gott sey preis und rief er zu, Sich ernſtlich zu bes dank gebracht; Denn nun haben wir vernommen, Was die fünder selig macht, Gottes wort, den troft der frommen, Lehren, die zu guten werken Unsern schwachen glauben stärken. kehren; Betrübten gab er trost, Den schwachen muth und kraft Und luft zur heiligung In ihrer pilgrimschaft. 2. Unser Gott erhört gebet, Giebt uns seinen vatersegen. Wer nur seine wege geht, Findet heil auf seinen wegen. Laßt uns denn, ihm zu gefallen, Freudig feine wege wallen. radhto 17501 Mel. Nun danfet alle Gott. Mel. Nun laßt uns Gott. ier 48. sind wir, dich zu ehren, Dich, dem wir angehören; Dir, Vater, zu lobsingen, Dir preis und bank zu bringen. 2. Er segne nun sein wort Durch seines geistes stärke, Um Jefu willen, stets zu früchten guter werke, Daß unser glaube Gott Bis in den tod getreu, Und immer thätiger Durch wahre liebe sey! 3. Gieb, Gott, daß wir dich stets Und findlich fürchten mö gen, Daheim und in der welt, Auf allen unsern wegen! Dein segen sey mit uns, Den uns dein wort verheißt, Dein fried' in ewigkeit, D Vater, Sohn und Geist! V. Zum Anfange des Kirchenjahrs. 2. Noch leuchtet dir zur ehre Der offenbarung lehre, Dieß licht, von dir bereitet, Das uns zum leben leitet. 3. Noch haft du uns verschonet, Nach sünden nicht gelohnet, Univ.- Bibl. Giessen Zum Anfange des Kirchenjahrs. 27 Mit langmuth uns getragen, sie in gefahr Durch der feinde Erhört gebet und klagen. schaar: Dann, o Jesu Christ, Besiege macht und lift, Und herrsch' in jedem lande! 4. Du haft mit zorngerichten Die schänder ihrer pflichten Noch nicht verderben wollen, Weil sie sich beffern sollen. 5. Du duldest uns auf erden; Wir sollen frömmer werden, Und, was wir sehn und hören, Soll uns zu dir bekehren. 2. Sey, Herr, mit uns! verlaß uns nie, Uns, deines leibes glieder! Hilf deiner kirch' und schüße sie; Denn wir sind deine brüder! Sie, die dir vertraut, Hast du selbst erbaut. Ach, erhalt' sie rein! Und die den bund entweihn, Die heilige dir wieder! 6. Herr Gott von großer treue, Wir preisen dich! erfreue Uns noch mit deinem lichte; Führ' uns nicht zum gerichte! 7. Wir preisen dein erbarmen! Vergieb, o Gott, uns ars men! Du wollest länger schonen, Nicht nach verdienst uns lohnen! 8. Wir wollen voll vertrauen Auf deine gute schauen; Dein heilsam wort recht lernen, Vom bösen uns entfernen. 9. Hilf uns zu allen zeiten! Laß uns dein auge leiten! Getreu sey jeder lehrer, Und folgsam jeder hörer! 10. Dein friede wohn' im lande! Gieb segen jedem stande! Nach überwundnen leiden Gieb uns des himmels freuden! 11. Wenn, Vater, deine frommen In deinen tempel kommen, So wollest du gewähren, Was sie von dir begehren! Mel. Gin' feste burg ist unser. deine kirche dan49.Htet ket dir; Noch wohnt dein wort im lande. Von deiner gnade haben wir Noch dei nen geift zum pfande. Kömmt 3. Eins, Herr, ist, was bein Zion kränkt, Daß unter deinen christen Noch mancher deiner nicht gedenkt, Beherrscht von seinen lüften. Vieler glaub' ist schwach; Kalt die lieb'; und, ach! Sie bedenken nicht: Es wart' ein schwer gericht Auf träge, sich're christen. 4. Und du, o Jesu, bist so treu! Ach, daß wir frömmer wären! Mach' alle Herzen rein und neu; Laß alle sich bekehren! Gieb uns wissenschaft, Glauben, lieb' und fraft; Gieb entschluß und muth, Zu wagen ehr' und blut Zum preise deiner lehren! 5. Entferne zwietracht, frieg und mord; Erhalt' uns ruh' und frieden! Laß uns, gestärket durch dein wort, Im guten nie ermüden. Mache leicht, was drückt; Gieb uns, was beglückt; Nach der prüfung zeit Ruf uns zur seligkeit, Zu deines himmels freuden! 6. Herr, deine kirche streitet KELN 2001 Neujahrslieder.g 28 noch; Hilf beiner kirche fie gen! Wie schwer ihr kampf ist, müsse doch kein tämpfer un terliegen! Hör' ihr findlich VI. Neujahrslieder. 410 Mel. Vom himmel hoch da. 50.0 as jahr, das nun ewig dir. Erhör' uns, Jesu, laß uns dein Im leben und im tode seyn! vergangen ist, Das danken wir dir, Du haft uns ſchon ſo manches jahr 51. preifen; Denn Gott Mel. Helft mir, Gottes güte. elft Gottes uns Bewahrt vor elend und gefahr. 2. Wir, Gottes eingeborner Sohn, Wir nahn uns bittend deinem thron; Erbarmend segn' uns allezeit Und deine ganze christenheit! ermüdet nicht, Die treue zu bes weisen, Die uns sein wort verspricht. Schon endet sich ein jahr Von unserm leben wieder, Und Gott ist, o ihr brüder, Noch immer, was er war. 2. Noch immer reich an güte, Langmüthig, voll geduld. Mit dankbarem gemüthe Betrachtet seine huld. Er war's, der unser land, Der unser leben schützte; Es gab uns, was uns nützte, Mit immer milder hand. 3. Erhalt' uns, unser heil und hort, Zum unterricht und trost bein wort; Erhalt uns deinem dienste treu, Von sünd' und aberglauben frei! 4. Hilf uns den lastern widerstehn, Und deine wege freudig gehn; Bestrafe, Herr, durch bein gericht Des alten jahres sünden nicht! 5. Gieb uns zu unsrer pilgrimschaft, Was wir bedürfen, licht und fraft, Und laß dieß jahr, das wir dir weihn, Ein gnadenreiches jahr uns seyn! flehn; Eil', ihr beizustehn, Daß sie standhaft sey, Stets deiner wahrheit treu. Hilf deiner firs che stegen! 6. Laß fromm uns leben, christlich einst Uns sterben und, wenn du erscheinst, Vom tod' uns fröhlich auferstehn, Und deines Vaters antlig sehn! 7. Dann danken, dann frohlocken wir mit allen engeln 3. Er hat die kirch' erhalten, Und, für den unterricht Der jugend und der alten, Der offenbarung licht. Der uns ernähret hat, Ward nie des wohlthuns müde, Und überfluß und friede Beglückten land und stadt. 4. Er, unser Gott, belohnte, Was gut ist, trug voll huld Die irrenden, und schonte Der fünder mit geduld. Uns traf noch kein gericht. Wir wären längst gestorben, In mancher noth verdorben: Verträt uns Jesus nicht. Neujahrslieder. 29 5. Mit väterlicher treue des pfade Folgt uns noch deine Nimmt er sich unser an, Wenn wir mit wahrer reue Uns Jesu gläubig nahn. Er will, was wir bereun, Umsonst und gern vergeben, Und auch zum bessern leben Uns hülf' und kraft verleihn. gnade. Sicher ruhn wir unsre zeit; Dann weckst du uns zur ewigkeit. 48010 6. Sey, Vater, sey gepriesen! Du hast so lange schon Als Vater dich bewiesen Durch Christum, deinen Sohn. Wir bitten gläubig dich: Gieb heil zum neuen jahre! Gott, hilf uns! Gott, bewahre, Gott, segn' uns väterlich! 3. Ewiger, auch dieses jahr, Das wir vollendet haben, Kam von dir gesegnet, war Erfüllt mit deinen gaben. Glücklich war sein ganzer lauf. Wir sahn, wie deine treue, Uns wohl zu thun, sich freue, Sich jeden tag erneue. Segnend ging uns jeder auf. Wenn in des Lebens nöthen Wir findlich zu dir flehten, Halsst du uns aus den nöthen; Und du hast mit treuer hand Gefahr und unfall abgewandt. 4. Gott, beginnen Mel. Gott der Vater wohn'. ausend vor 52.T bit, Wie Einer un- wir Dieß neute jahr bes lebens. frer tage. Zu dem tode nahn uns wir mit jedem unsrer tage. Du nur, Gott, bleibst, wie du bist. Du heißest uns entstehen, Und deine werke sehen, Und lebst, wenn wir vergehen. Unsrer tage dauer ist kein punkt von deinem leben. Selbst alle zeiten geben Kein maaß zu deinem leben. Du nur warst schon vor der zeit, Und dein ist zeit und ewigkeit. Wann, o Herr, vertrauten dir Die menschen je vergebens? Nimmer, Gott, und jetzt auch nicht! Wir werden es erfahren; Du wirst uns, Gott, bewahren Vor unfall und gefahren. Gott, du wirst dein angesicht Noch über uns erheben; Was nöthig ist zum leben, Wirst du uns alles geben. Dankbar lehr' es uns empfahn, Und unserm ziel getrost uns nahn! 2. Treu und unveränderlich Ist deine gut' und stärke; Väterlich erbarmst du dich Der menschen, deiner werke. Du bist unsre zuversicht; Du sättigst uns mit segen Auf unsers lebens wegen, Daß wir dich lieben mögen. Herr, wir sehn dein angesicht Auch sterbend noch voll gnade; Selbst auf des to5. Die dem ziel entgegen sehn, Dem letzten kampf auf erden, Diese laß vor dir bestehn, Wenn sie vollendet werden! Führe selbst sie durch den tod. Laß sie von deinem Sohne Empfahn an seinem throne Des bessern lebens frone! Ewig gnadenreicher Gott, Du wolleft alle leiten Durch diese nacht der KELU 30 Neujahrslieder. zeiten Ins licht der ewigkeiten!| gießen, Des friedens strome Herr der ewigkeiten, dir, Dir fließen! leben und dir sterben wir! Mel. Nun laßt uns Gott. 53.Nun un laßt zu Gott uns treten Mit dank und mit gebeten; Denn er hat unserm leben Bis hieher kraft gegeben. TUDI SOERDO 2. Wir pilger Gottes wandern Von einem jahr zum ans dern. Ginst tömmt er, uns vom bösen Zum himmel zu erlösen. 3. Er hilft durch angst und plagen, Erhört uns, wenn wir flagen. Er eilt, vor allen schreden Uns liebreich zu bedecken. 4. Gleich sorgsam treuen müttern, Verbirgt er in gewittern Die seinen, vor gefahren Sie gnädig zu bewahren. 5. Ach, hüter unsers lebens, Wir sorgten ja vergebens, Wenn du nicht wolltest wachen, Nicht sorgen für die schwachen. 7. Laß nimmer, Gott, die deinen Vergebens flehn und weinen! Gieb mäßigung in freuden, Geduld und troft im leiden! 10. Dein reicher, milder segen Folg' uns auf unsern wegen! Laß großen und geringen, Was dir gefällt, gelingen! 11. Sey der verlaff'nen vater, Der irrenden berather, Der unversorgten gabe, Der armen gut und habe! 8. Gieb mir und allen denen, Die sich von Herzen sehnen, 3u thun mur deinen willen, Auch kraft, ihn zu erfüllen! 12. Hilf gnädig allen kranfen! Gieb fröhliche gedanken Den tiefgebeugten seelen, Die sich mit schwermuth quälen! 13. Gieb, was nur fromme haben, Die größte deiner gaben, Den Geist von deinem Sohne, Der in uns allen wohne! 14. Gieb, daß er uns regiere, Mit Heiligkeit uns ziere, Und an des lebens ende Zum himmel uns vollende! 6. Lob dir, o Gott, dem treuen, Durch den wir uns erfreuen! Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. Rob veinen starken Händen, Die 54. gelingen, was wir H Herr Jesu, allen jammer wenden! flehn; das jahr geht an! Laß es neue fraft mir bringen, Stets zu gehn auf deiner bahn. Neues glück und neues leben Wollest bu aus gnaden geben! 15. So hilf im neuen jahre; So segn' uns, so bewahre Du, die sich dir ergeben, unsers lebens leben! 2. Laß gedanken, wort' und thaten, Was ich je beschließ' und thu', Alles, Herr, laß wohl ge rathen, Und gieb dein gedeihn dazu! Zu verrichten deinen willen, Laß mich deinen geift ers 9. Verschleuß des jammers pforten, Und laß an allen orten, Wo menschen blut ver- füllen! Neujahrslieder. 31 3. Was ich denke, was ich| ben, Daß dieß jahr dir heilig mache, Das gescheh' in dir al lein; Wenn ich schlafe, wenn ich wache, Wollest du auch bei mir seyn; Alle meine schritte leite, Und sey immer mir zur seite! sey! Laß mich fromm und chrifts lich leben, Ohne falsch und heuchelei, Damit ich, dein gaft auf erden, Möge täglich besser wers den! 4. Ich gedenk' an meine fünden, An des alten jahres schuld. Ach, laß mich vergebung finden; Habe noch mit mir geduld! Von der schuld und macht des bösen Wollest du mich selbst erlösen! 5. Laß dieß jahr ein jahr der 11. Laß mich brauchen, was gnade Mir und meinen brüdern ich habe, Alles, selbst auch speis seyn! Daß die sünde mir nicht und trank, Dir zum ruhm, als schade, Mache dein verdienst deine gabe, Mit zufriedenheit mich rein! Du hast macht, sie und dank! Laß zugleich zu milzu vergeben! Ach vergieb sie! den werken Deines beispiels laß mich leben! oreiz mich stärken! 10. Ach, so oft ich bet', erhös re Meine seufzer! doch verleih', Daß, was ich von dir begehre, Gut und dir gefällig sey, Daß ich heilig, und auch weise, Dir nur lebe, dir zum preise! 6. Heile, Vater, mein gewis- 12. Jede tugend laß mich sen; Gieb mir einen neuen üben, Jedem lafter mich ents geist; Laß auch mich den trost ziehn; Mäßigung und demuth genießen, Welchen mir dein lieben, Ueppigkeit und hoffahrt wort verheißt, Daß du wollest fliehn. Lieber alles unglück leiuns erhören, Wenn wir uns zu den, Als, was schändlich ist, dir bekehren! nicht meiden! 7. Heilen kannst du große sünder; Daß ich's sey, bekenn' ich dir! Vater auch gefallner kinder, Heile mich auch; hilf auch mir! Ich gehöre zu den schwachen, Die du wieder stark willst machen. 8. Zähle los mich hochbetrübten, Der ich nicht bezahlen kann; Nimm durch deinen hochgeliebten, Nimm durch deinen Sohn mich an! Er kam, auch für mich zu sterben; Darum laß mich nicht verderben! 9. Gnade wolleft du mir ges 13. Jesu will ich mich erges ben; Jesus, Jesus soll allein, Wie im tode, so im leben Meine höchste freude seyn; Immer sey er mein gedanke, Daß ich nie im guten wanke! 14. Jesu, laß mich fröhlich enden Dieses angefangne jahr; Trag' mich stets auf deinen häne den; Sey mein helfer in gefahr; Und, soll ich von hinnen scheiden: Führe mich zu deinen freuden. Mel. Es ist das heil uns. er rief die sonn und schuf den 55. Wer KOOKT 32 Neujahrslieder. mond, Um tag unb jahr zu ge-| Daß bei uns lieb' und treue ben? Gott! welcher unsrer noch sey! Dieß, lieber Vater, dieß verschont, Uns noch erhält im verleih' In Christo, deinem leben. Er ordnet jahre, tag und Sohne! nacht. Auf! laßt uns seine gut' In eigner Melodie. mast und macht Voll frohen banks 56. Wie ſchnell ist doch erheben! jahr vergan2. Herr, der da ist, und der da war, Von dankerfüllten zungen Sey dir für das verfloss'ne jahr Ein heilig lied gesungen; Für leben, wohlfahrt, trost und rath, Für fried' und ruh', und jede that, Die deine huld beglückte! 3. Laß auch dieß jahr gesegnet seyn! Du hast es uns gegeben. Verleih' uns kraft,( die kraft ist dein!) In deiner furcht zu leben! Du schüßest uns, und du vermehrst Der menschen glück, wenn sie zuerst Nach deinem reiche streben. 4. Gieb uns, wofern es dir gefällt, Des lebens ruh und freuden; Doch, schadet uns das glück der welt: So gieb uns kreuz und leiden! Gieb nur zugleich ein freudig herz, Und laß uns nie, in noth und schmerz, Beglücktere beneiden! bo 5. Hilf deinem volke väterlich In diesem jahre wieder! Erbarme der verlaffnen dich, Der kirch' und ihrer glieder! Gieb glück zu jeder guten that! Es fehle feinem licht und. rath! Hilf jedem unsrer brüder! 6. Gieb weisheit und gerechtigkeit Und sicherheit dem throne; Daß tugend und zufrieden heit In unserm lande wohne; gen! Schon wieder eins ist angefangen, In deinem namen, Jesu Christ, Der du stets unfre hülfe bift! bonudbi rod 2. Den ersten tag, die erste stunde Erheb' ich dich mit herz und munde, Wie gut, wie gnädig bist du doch! Ich bin, mein Gott, und lebe noch. 3. Ich lebe heute, wie von neuen; Ich will mich meines Gottes freuen, Und alle menschen lad' ich ein: Wir wollen unsers Gottes seyn! 4. Er hat das baseyn uns gegeben, Nur ihm gehöret unser leben. Sein ist die kraft, und sein die zeit; Ihm sey auch unser thun geweiht. rid 5. Er sey bei dem gebrauch der kräfte, Der endzweck nüßlicher geschäfte. Das, was ein jeder wirken kann, Sey gern für seinen ruhm gethan. hun for 6.D stärke, Vater, mein bes streben, Aufs neue meiner pflicht zu leben! Vollführe du, was ich nicht kann; Stets führe mich auf ebner bahn! ud mit 7. Und wank' ich oder sink ich nieder, So richte du, o Vater, wieder mit deiner Hand mich schwachen auf, Und leite täglich meinen lauf! 20: Neujahrslieder. 33 8. Laß deinen Geist zu allen 16. Dann setz' ich, Jesu, dir kommen; Vermehre stets die zahl der frommen! Kein jahr sey diesem jahre gleich! So herrlich mehre sich dein reich! zum preise, Mit freuden meine pilgerreise, Geleitet durch dein gnadenwort, Durch alle dunkelHeiten fort. 9. Ach, segne jedes deiner kinder! Mach' unsers elends täglich minder! Bedecke du mit treuer hand Den könig und das vaterland! miste 17. Dann fann fein unfall mich erschrecken. Gott kann und Gott will mich bedecken; Käm' auch mein glück hier in gefahr, Wär' auch dies jahr mein todesjahr. tm0 10. Laß alle, die die welt regieren, mit weisheit ihre zepter führen! Ihr thun sey mur ges rechtigkeit; Nur friede, was ihr mund gebeut. dal 9593 18. O Vater, deiner vatertreue Empfehl' ich leib und feel' aufs neue! Du schenkest mir, ich zweifle nicht, Licht, trieb und fraft zu jeder pflicht. Ingin 11. Laß treue hirten, fromme Heerden Ein Herz und Eine seele werden! Laß jene weise führer seyn, Und alle, Jesu, die sich weihn! The 12. Die ältern, die dir heute flehen, Laß freud' an ihren kinbern ſehen; Und mach' durch 57. Du, Gott, du biſt der Herr der zeit Und deines geistes Sie alle weis und tugendhaft! 13. Ach, sende, Vater, deinen segen Dem jüngling und dem greif entgegen! Laß alle deinen Geist empfahn; Nimm, Gott, dich aller schwachen an! 14. Erhöre das gebet der deinen! Laß nicht umsonst das elend weinen! Send' eilend jedem hülf und rath, Der keinen freund und retter hat! 19. Die sonne gehet auf und nieder; Ein jahr vergeht; ein jahr kommt wieder; Nur du, der allgenugsam ist, Nur du bleibst ewig, der du bist. Mel. Es ist das heil uns. 15. Dann führe mich durch angst und schmerzen! Ich folge dir mit frohem herzen. Bist du mein freund, o höchstes gut: So wird mein glaube heldenmuth. auch der ewigkeiten; Laß mich auch jetzt mit freudigkeit Dein hohes lob verbreiten. Ein jahr ist abermal dahin. Wem dank ich's, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner gnad' und güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an; Dir will ich mich ergeben. Dir, den kein wechsel treffen kann, Vertrau' ich froh mein leben. Wir blühen und vergehn durch dich; Nur du bist unveränderlich, Du warst, und bist, und bleibest. 3. Herr, ewig währet beine treu', Uns gnädig zu begegnen. Mit jedem morgen wird sie neu, C KEDU 34 Neujahrslieder. Mit wohlthun uns zu fegnen.| beln. Laß täglich mich gewiss Ich kenne keinen augenblick, In dem von ihr nicht glück auf glück Mir zugeflossen wäre. senhaft Mit mir und andern handeln! Dein geift belebe herz und muth, Dich, o du allerhöchstes gut, Und nicht die welt zu lieben! 7. Die welt vergeht; dieß reize mich, Die lust der welt zu fliehen. Um beff're freuden müsse sich Mein geist schon jetzt bemühen. Den engeln bin ich ja verwandt; Im Himmel ist mein vaterland, Dahin, Herr, laß mich trachten! 4. Du haft auch das verfloff'ne jahr Mich väterlich geleitet; Und, wenn mein herz voll sorgen war, Mir Hülf und troft bereitet. Von ganzer seele preif ich dich; Aufs neue, Gott, ergeb' ich mich Ganz deiner weisen führung. 8. D, reize selbst mich, meine zeit Recht weislich auszukaufen! Laß mich die bahn zur ewigkeit Mit heil'ger vorsicht laufen. Der tage last erleichtre 6. Gieb neue luft und neue mir, Bis meine ruhe einst bei kraft, Vor dir gerecht zu wan- dir Kein wechsel weiter störet. 5. Vergieb mir die gehäuste schuld Von den verfloff'nen tagen, D, laß doch deine vaterHuld Durch Christum mich noch tragen! Laß mich in deiner gnade ruhn, Und lehre lebenslang mich thun Nach deinem wohl gefallen! 10 duke insin num Die zweite Abtheilung, welche Lieder über die Lehren des christlichen Glaubens enthält. I. Von der Erkenntniß Gottes überhaupt, von ihrem Nugen und den Mitteln dazu. 35 is 1. Die Menschen können nicht wahrhaftig noch ewig glücklich werden, ohne Gott durch die Vernunft und aus seiner Offenbarung recht zu erkennen. 58. W mein geift zu bir Mel. O liebster Jesu, was. enn sich, o Gott, erhebet, Dich suchet, dich zu finden sich bestrebet: So müff er nicht an eitelkeiten denken; Dich müff er denken. 2. Sey du, mein Schöpfer, wenn ich dich betrachte, Mein einziger gedanke; Herr, ich schmachte, Dich recht zu kennen, und nach deinen lehren Dich zu verehren. 3. Was ist im himmel, Höchster, was auf erden, Das, so wie du, verdien' erkannt zu werden? Nichts ist, das meinen durst nach heil so stille, Als deine fülle. 4. Dich kennen, sey die erste meiner sorgen. Bist du gleich unerforschlich und verborgen, So willst du doch, wenn wir dein licht nicht haffen, Dich finden lassen. 5. Mit lauter ftimme lehren deine werke Uns deine weisheit, deine gut' und stärke; Auch haft du uns,( sey hoch dafür gepries fen!) Selbst unterwieſen. 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, Wenn wir nur deine lehren treu bewahren; Wenn wir den weg, den sie uns führen sollen, Nur wandeln wollen. 7. Zu diesem mir so seligen geschäfte Erheb' und stärke meiner seele kräfte! Gieb, wenn ich dich in deinem worte höre, Daß nichts mich störe! 8. Ach, meinverstand ist tråg', ist leicht zerstreuet, Und irrt, wenn er den ernst des denkens scheuet, Dir, Gott, entriffen, € 2 36 Von der Erkenntniß Gottes überhaupt. eh' ich's inne werde, Zurück zur| wir bedürfen, zu verfehlen? erde. Dann siegt das laster; dann wär's glück, sein leben Ihm preis zu geben. 9. Auch täuscht oft stolz ihn, Macht ihn leicht vermessen, Verführt ihn, seine gränzen zu vergeffen; Will mehr, als deine lehren uns vergönnen, Von dir erkennen. 10. Steh' mir denn bei und leite meine feele, Daß sie den weg zur wahrheit nicht verfehle! Verleih' ihr, daß sie nicht so leicht ermüde, Ernst, luft und friede. 11. Dann werd' ich immer beffer dich erkennen; Dann täglich mehr von deiner lieb' entbrennen; Dir ganz gehorchen; fröhlich dich erheben, Dir ewig leben. 3. War' ich nicht elend? wär' ich nicht verloren? Ach! besser wär's, ich wäre nie geboren, Als wenn ich, blind durch zweifel sucht und lüfte, Von Gott nichts wüßte. 5. Flieht, lästernde gedanken! ihr beflecket Von ferne schon die seele, die ihr schrecket. Ents weicht! ich kenne meines lebens quelle! Entweicht zur Hölle! 6. Ich weiß, daß Gott ist; weiß, an wen ich glaube; Weß hauch mein geist ist; wer den leib von staube So herrlich schmückt, mich trägt, mich unterstüßet, Mich täglich schüßet. Mel. O liebster Jesu, was. 59. St ch weiß, daß Gott erschaffen. Was hätt' ich wider 60. Dottes macht Mit ist! Gott hat mich Nach dem 19. Pfalm. Mel. Sey lob und ehr' dem. ie furcht und graun für waffen, Wenn diese welt fein werk zu seiner ehre, Wenn er nicht wäre? 2. Dann müßt' ich unter mir das thier beneiden. Ach! mir versiegte jeder quell der freuden; Mir würde selbst ein paradies auf erden Zur wüste werden. allen ihren heeren; Und aller ihrer wunder pracht Stralt, Schöpfer, dir zu ehren. Was deine weisheit, Gott, vermag, Lehrt jeder tag den andern tag, Und jede nacht die andre. 2. Das laute loblied der nas tur Ertönet, dich zu preisen, Und uns,( vernähmen wir es mur!) Von dir zu unterweisen. Wem ruft es nicht frohlockend zu: Der Herr ist Gott! wem läsfest du Dich, Schöpfer, unbezeuget? 3. Lobt den mit uns, der euch erschuf! So schallt's in allen 4. Denn warum hätten wir so edle seelen? Das glück, deß 7. Ich weiß, auf welchen grund mein glück ich baue; Wen ich verehre; wem ich mich vertraue. Ihm zu gefallen, will ich mich nur üben; Will ihn nur lieben. Erkenntniß Gottes überhaupt. 37 wird Vo.. landen. Doch, ach! morgenstern, Mehr stralen, als der schöpfung ruf, Wo Goa die sonne! Wie stralft, wie heiLob verstanden? Es schallt! durch ligst du, wie schmückst Du unsre jede tiefe schallt's, Und jede seden! wie beglüchst Du uns Höhe wiederhallt's Umsonst damit vainen lehren! gößendienern. 4. Wer ist's, der ihren hohen gang Die sterne Gottes lehret? Der Herr ist's, den ihr lobgesang Vor allen völfern ehret. Doch, ach, der heiden seelen sind, Wie hell ihr licht auch stralet, blind, Und können ihn nicht finden. 9. Wie lieblich bist du! wie hold! Wer darf sich dir vergletsen? Du bist viel köstlicher, als gos, Als alles gold der reichen! She ist der Honig; doch erfreut Nog mehr, als seine füs Bigkeit, Die Luft aus deiner quelle. Od 55 10. Gott, was mein Herz vor dir verhehlt, Entdeckft bu meiner seele. Vergieb,( wer merkt, wie oft er fehlt?) Wenn ich unwissend fehle! Bewahre vor den spöttern mich, Die deinen Sohn, dein wort, und dich Bestreiten und verleugnen. 11. So werd' ich, durch dein 6. Doch seiner schöpfung unwort erhellt, Durch seine kraft terricht Verstehen selbst die wei sen Mit allem ihren forschen nicht, Und lernen Gott nicht preisen. Was wüßten wir, wenn deinen ruhm, O Gott, dein evangelium Uns nicht verkün digt hätte? getrieben, Was dir, o Vater, wohlgefällt, Getreu und eifrig lieben. Dieß ist mein wille; laß ihn dir Gefallen, und erfüll' an mir, Was uns bein wort verheißet! Nur Jefit weisheit, biese 61. Mdenmeine feele So Mel. Wer nur den lieben Gott. o ich Gott, mur Giebt blinden kraft, zu sehen, Und lehrt, die weisheit ber natur, Der schöpfung ruf verstehen. Sie macht der heiden augen hell; Von ihr bestralet, fehn sie schnell Den Schöpfer in der schöpfung. 5. Gleich einem bräutigam geschmückt, Geht aus des morgens pforten Die sonn' hervor, erfreut, entzückt Die menschen aller orten. Sie eilet, rüstig wie ein held, Von einer welt zur andern welt Den weg, den Gott fie führet. 8. Was gießest du, o wort des Herrn, In unser Herz für wonne! Mehr stralen, als der sehnlich sucht? wo find' ich ihn? Jhn, den ich mir zum freunde wähle, Ihn allen, allen vorzuziehn? Wie weilt die zeit, wo er, mein freund, Sich inniger mit mir vereint! 2. Wie wollt' ich, Gott, mein Gott, dich preisen, Wenn ich bich sähe, wie du bist; Da beis 38 ne werke schon beweisen, Daß dir nichts gleich, nichts höher ist! Ich suche dich, und finde Hier Nur schwache schatten, Gott von dir. Von der Erkenntniß Gottes überha 3. Dürft' ich am fu deines thrones Mit deinen engeln dis erhöhn; Könnt ich im antig deines Sohnes, Wie deine seli gen, dich sehn; Ich hier ein kind noch, dort ein mann, Wie würdig prief ich, Gott, dich dann! 4. Mir macht schon jedes deiner werke Mehr, als ich rühmen kann, bekannt; Enthüllt mir deine größ' und stärke, Enthüllt den weiseften verstand, Und gnas de, die selbst Davids lob Zu schwach, nicht würdig g'nug er hob. Norton du 5. Auch sprichst du, wie mit einem finde In deinem worte hier mit mir; Wie gut! wie zärtlich! doch die fünde Verdunkelt oft dieß licht von dir. Was kann ich wissen, wenn dein geist Nicht selbst von dir mich unterweist? 6. Wenn er in meinen finsternissen Auch mein zu blödes aug' erhellt: Was lern' ich, Gott, von dir? mein wissen Bleibt immer stückwerk in der welt. ( 39 Auch and täuschungen für allzu oft mur wa ahrheit an. 7 Doch, hört' ich nur auf dante stimme In deinem worte; dört' ich nur, Wie du's verdies nest, auf die stimme Der dir lobsingenden natur! Dann lernt' ich doch, o Gott, allein Mich beiner herrlichkeit erfreun. 8. Wie brünstig würd' ich dann dich lieben! Mit welchem eifer würd' ich mich, Dir, Vater, zu gefallen, üben! Wie selig wär' ich bloß durch dich! Nun aber täuschet meinen geist Ein kindertand, wenn er mur gleißt. 9. Welch elend, das ich tief empfinde! Mein Vater, zeuch mich selbst zu dir! Entkräfte selbst die macht der sünde, Und deine weisheit wohn' in mir, Daß ich von aller täuschung frei, Vor allen lastern sicher sey! 10. Daß auch der schwächste stral von wahrheit Zu dir mich führe, bis ich dort Dich näher seh' und mit mehr klarheit, Als durch die schöpfung und dein wort! Ich, dort kein kind mehr, dort ein mann, Wie würdig preif ich, Gott, dich dann! HITO Von Gott selbst und von seinen Eigenschaften. 39 II. Von Gott ſelbst o und von seinen Eigenschaften. 2. Gott, der Schöpfer aller Dinge, ist der allerhöchste Geist, ewig und unveränderlich, allwissend, allweise, allmächtig, vollkommen, gütig, heilig, gerecht, wahrhaftig und selig, ein allgegenwärtiger Erhalter und Beherrscher aller seiner Geschöpfe. Von dem ewigen Gott, dem| fachen stimmen Dich, Höchster, zu erreichen strebt: Hinauf zu allerhöchsten Geiste. dir zu flimmen, Strebt doch Mel. O Gott, mein Schöpfer. o tönt ihr flug vergebens! 4. 62. Wher bich erreicht, Ist deiner wunder menge; Ein Umübersehbar, gränzenlos hoher inhalt, allzu groß Für endliche gesänge. Wo kann ich hinschaun, wo sich mir Nicht unermeßlichkeiten Entdecken, herolde von dir, Die seit der schöpfung zeiten, Wie groß du bist, erzählen? Dich, Herr, und deine stärke, Die macht, der außer dir nichts gleicht, Die größe beiner werke? Wo tönt der festliche gesang? Laß mich den jubel hören; Laß meines schwachen liedes dank, Mit ihm vereint, dich ehren, Dein lob hier wiederhallen! 11330 2. D fönnt' ich, Schöpfer, dich erhöhn, Wie meine höhern brüder, Die engel, die dein antlig sehn! Verstünd' ich ihre lieder! So lange schon von dir gewöhnt zu deinem hohen preise, Lobsingen sie; ihr jubel tönt Durch aller himmel kreise, Ein voller strom des lobes! 3. Und dennoch, könnt' ich auch, wie sie, Mich näher zu dir schwingen, Faßt' ich doch deine größe nie, Würd' ich zu schwach boch singen. So hoch sich auch ihr jubel hebt, Mit tausend 5. Ich kann von deiner größe mehr Errathen mur, als wissen. Was ist der erdkreis um mich her? Ein schemel deinen fü ßen! Der himmel, welchen beis ne hand Ausbreitet, den du fülleft? Ein zelt, um dich her ausgespannt, Darein du dich verhüllest, Daß mich dein glanz nicht tödte! 6. Wie stralt, zum preise beiner macht, In nie durchschauten fernen, Dein himmel mir in jeder nacht Von fternen über sternen! Wer zählt, wer leitet ihre schaar? Wer nennet sie bei 40 namen? Du thuft's! als teine welt noch war, Da riefft du: kommt! ste kamen, Und lobten ihren Vater. 7. O stärke Gottes, macht des Herrn, O meines schöpfers rechte, Wie hoch bist du, dem ich 2. Du, welchen erd' und himmel preift, Der welten Herr und meister, Du bist der erste, höchste Geist, Der schöpfer aller so gern Ein würbig opfer bräch- geister. Ich seh' mun meiner te! Bin ich dein thon nicht? feele werth; Der müsse, Herr, nicht dein find, Ein find der mich lehren, Was auch bein heimacht und liebe? Wenn inseln lig wort begehrt, Dich ungeheudir ein tröpflein sind, Bin ich, chelt ehren, Im geist und in der wenn ich dich liebe, Selbst dei- wahrheit! nes reichthums erbe. this mp Von Gott selbst und 8. Wer hätte mich aus jener nacht, Eh' du ins licht mich riefest, Herrufen können? welche macht mich schüßen, wenn du schliefest? Die himmel schuf al lein bein ruf, und mich auch, deinen erben: Doch jeder him mel, den er schuf, Wird altern und verderben; Ich aber werde leben. 9. stärke Gottes, macht des Herrn, D meines Gottes rechte, D macht der liebe, der ich gern Ein würdig opfer brächte! Ergreife, stärk, entflamme mich, Daß ich dich rühmen könne; Daß ich, von dir begeistert, dich Stets zu verehren brenne! Dein lob sey meine wonne! 63.3% Mel. Chrift, unser Herr, zum. ch sehne, Gott, mein Schöpfer, mich, Vor deinen thron zu treten, Mit al len beinen findern dich Froh lockend anzubeten. Laß denn auch mich mit zuversicht Mich deiner größe freuen; Laß einen stral von deinem licht Die finsterniß zerstreuen, Die meinen geist umHüllet! 3. D du, der ewig war und ift, Du konntest nicht entstehen; Du bleibst auch ewig, was du bist, Wenn himmel selbst vers gehen. Ich schmachte nach unsterblichkeit, Und du mur kannst fte geben. Herr der ewigkeit und zeit, Laß mich vor dir einst leben Und ewig selig werden! 4. Was ist und werden wird und war, Auch was ich thu' und tichte, Ist bloß vor dir, und of fenbar Vor deinem angesichte. Laß, Gott, mich deinen weg mur gehn; Mit werken und gedanten Mich nie, weil menschen mich nicht sehn, In meinen pflichten wanken; Denn du wirst alles richten. 5. Wer ist, wie du, so weis, o Gott? Du kennst der from men leiden; Du haft auch weg' aus jeder noth, zu wahren sichern freuden. Wohl dem, der beiner weisheit traut, Und nur auf deine pfade, Auf deiner fübrung ausgang schaut. Denn ANTON von seinen Eigenschaften. beine weise gnade Wählt stets für uns das beste. 6. Ich will, durch deinen schuß bewacht, Was recht und gut ist, üben; Denn nichts umgränzet deine macht, Zu segnen, die dich lieben. Bei dir ist heil! laß mich allein Auf deinen arm vertrauen; Gelassen in der trübsal seyn; Mein heil auf dich nur bauen! Du willst, du kannst erretten. in the Chu 7. Du bist barmherzig, mild und gut; Erbarmst dich selbst der fünder, Erbarmst dich, wie ein vater thut, Von Herzen deis ner finder. Verzeihe meine sünden mir; Laß meine seele leben! Ich will, begnadigt, Herr, von dir, Verfolgern auch vergeben, Und meine feinde lieben. 8. Du bist unsträflich und gerecht, kannst keine frevel dulden. Ach, beffre du mich, deinen knecht; Erlaß der fünde schulden! Dann hilf, daß ich gewissenhaft, Was dir verhaßt ist, fliehe, Und dein gesetz durch deine fraft zu halten mich bemühe, Und stets unsträflich lebe! 9. Du bist wahrhaftig und getreu In jedem deiner worte. Wohl dem, der stets der wahrheit treu Dich ehrt an jedem orte! Gieb, daß ich scheue dein gericht, Nie sicher, wenn du drauest, Doch auch voll froher zuversicht, Daß du uns gern er freueft! Wer hofft, wird nie zu schanden! Stund 10 Gieb, daß ich dich so kenn' 41 und ehr', Und strebe, deinen wil len Durch Jesu gnade mehr und mehr Und standhaft zu erfüllen! Wenn ich, mein Gott, nie wis fentlich Von dir und ihm mich trenne, So weiß ich, daß im himmel ich Dich völliger erkenne; Deß tröstet sich mein glaube. Mel. Sey lob und ehr' dem. 64. Der Herr ist Gott, und keiner mehr! Frohlockt ihm, alle frommen! Wer ist ihm gleich? wer ist, wie Er, So herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß! sein nam' ist groß! Unendlich ist und gränzenlos Der Herr in seiner größe! 2. Er ist und bleibet, wie er ist! Wer strebet nicht vergebens, Ihn auszusprechen? wer ermißt Die dauer seines Lebens? Wir menschen sind von gestern her; Eh' noch die erde war, war Er, War, eh' die himmel waren. 3. Um seinen thron her strömt ein licht, Das ihn vor uns vers hullet. Ihn fassen alle himmel nicht, Die seine größ' erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, Verborgen, und auch offenbar In seiner werke wundern. 4. Wir sind allein durch seine kraft Das, was wir sind und werden. Er kennet alles, was er schafft Im himmel und auf erden. Bei ihm ist weisheit und verstand, Und seine starke allmachtshand Umspannet erd' und himmel. 5. 3ft er nicht nah'? ist er nicht fern? Weiß er nicht aller 42 Von Gott wege? Wo ist die nacht, da sich dem Herrn Ein mensch verbergen möge? Wölft keine schatten um euch her! Gedanken selbst erkennet er In ihrer ersten bildung. 6. Wer schützt den weltbau ohne dich, O Herr, vor seinem falle? Allgegenwärtig breitet sich Dein fittig über alle. Du bist voll freundlichkeit, voll huld, Barmherzig, gnädig, voll geduld, Ein vater, ein verschoner. 7. Unsträflich bist du, heilig, gut, Und reiner, als die sonne. Wohl dem, der beinen willen thut; Denn du belohnst mit wonne! Du haft unsterblichkeit allein, Bist selig, wirst's auch ewig seyn, Du aller freuden fülle! 8. Du nur verdienest lob und dank, Du mur gesang und ehre! Kommt, werdet Gottes lobges fang, Ihr alle seine heere! Der Herr ist Gott, und keiner mehr! Wer gleicht ihm? niemand ist, wie. Er, So herrlich, so voll kommen! selbst und ist Dem Höchsten zu vergleichen, Den kein gedank' ermißt. Macht euch von dem kein bild, Der als ler welten kreise Zu seiner größe preise Mit herrlichkeit erfüllt. 3. Laß, sonn', in hoher ferne Dein antlig schöner glühn! Glänzt, sonnen gleich, ihr sterne! Was seyd ihr gegen ihn? Ihr seyd mit eurer pracht, Womit der Herr euch schmücket, Womit ihr uns entzücket, Bloß schimmer seiner macht. 4. Der Gott, an den ich glaube, Hat keinen leib, wie ich. Er, der mich staub vom staube Bes lebt hat, lebt durch sich; Braucht keines sinns, und schafft Und wirkt uneingeschränket; Braucht keiner hülf, und denket, Und will aus eigner kraft. 5. Preist, seelen, euren meis fter, Der euch zu sich erhebt, Den vater aller geister, Durch den ihr denkt und lebt! Wir sind durch seinen ruf; Er hat in sich das leben. Kommt, laßt uns den erheben, Der uns zu geistern schuf! 6. Soll ich daran ihn kennen? Darf meinen Schöpfer ich Mit Mel. Aus meines herzens. 65. Schwingt, heilige ge- meinem namen nennen? Ihn danken, Euch von der erde los! Gott, frei von allen schranken, Ist unaussprechlich groß; Er ist der höchste Geift. Er will auch schon auf erden von euch verherrlicht werden, Wie ihn der engel preis't. einen Geist, wie mich? Er will's! sein name heißt, Wie deiner, meine seele; Wie deiner, meine seele, Heißt Gottes name: Geist! 2. Kein sinn fann ihn erreichen; Kein mensch, kein engel 7. Die heiden nannten götter, Aus wahn und unverstand, Und helfer und erretter Die bilder ihrer hand. Die beteten sie an, Vergaßen Gott, und ehrten von seinen Eigenschaften. Bildsäulen, die nicht hörten, Und steine, die nicht sahn. 8. Nun, diesen finsternissen Hat er durch seinen Sohn Der heiden welt entrissen, Gestürzt der gözen thron. Nun können wir, befreit Vom dienste falscher götter, Ihm dienen, unserm retter, mit wahrer heiligkeit. 9. Lobt, menschen, euren mei ster, Wie ihn der engel preis't, Den Vater aller geister, Den allerhöchsten Geist! Auch du bist Gottes Hauch, O seele, hoch erhoben! Ein geist, um ihn zu loben! Erwåg's, und preis ihn auch! 10. Dien' ihm mit allen fråften; Gehorch' ihm, sey bereit Zu heiligen geschäften, Die dir sein wort gebeut. So lerne deinen werth In seinem dienst em pfinden; Zerbrich das joch der sünden, Das Gott und dich entehrt. 11. Du bist ein geift, o feele! Bet' als ein geift ihn an! Wenn ich zum Herrn ihn wähle: Wie selig bin ich dann! Er, der so Hoch mich liebt, Hat seligkeit und leben; Das will er jedem geben, Der ihm sich ganz ergiebt. 43 offenbarst, Nun und ewig, der du warst! Von der Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. Mel. Gott sey dank in aller. 66.11nermeßlich, ewig ist Gott Jehova! 2. Ewig bleibest du dir gleich, Weif allein, und gnadenreich, Ewig mächtig und voll kraft, Heilig und untadelhaft. 3. Alle werke deiner Hand Waren dir, o Gott, bekannt, Eh' die welt auf dein geheiß Da stand, deiner weisheit preis. 4. Wie gegoff'ne spiegel, stehn Deiner himmel lichte höhn. Einst vergehn ste, und die welt Sinft, wenn sie dein arm nicht hält. 9. Nein, Unwandelbarer, dein Soll sich meine seele freun! Sey mein fels, Gott, sey mein licht; Ewig meine zuversicht! 10. Und in allgemeine nacht Sinke dann mit seiner pracht Herr, du bist, Wie du dich uns| Jeder himmel, und die welt 5. Du nur bleibeft, wie du bist; Was dein weiser rath bes schließt, Ist unwandelbar, wie du, Heilig stets, und gut, wie bu. 6. Du bist nicht ein menschenkind, Daß du lügest; nicht ges sinnt, Wie der mensch, der, wandelbar, Nimmer bleibet, was er war. 7. Was du zusagft, ist gewiß; Zwischen licht und finsterniß Tappt der mensch hin, wählt, bereut Plößlich wieder, was ihn freut. 8. Ich will nicht auf fleisch vertraun; Denen, die auf dich nicht schaun, Fehlet weisheit und verstand; Brunnen graben sie im fand. KBON Von Gott selbst und 44 Stürze hin, wenn Gott mich hält! Mel. Auf dich hab' ich gehoffet. 67. Sott, wie bu bift, so ben. Noch ehe du vor deinen thron Geschöpfe, die nicht waren, Beriefft, zu seyn, und deine macht Und gute zu erfahren. veralten. 4. Ob felfen weichen, berg' ins thal Sich stürzen, daß durch ihren fall Die erbe weit erzit tert: Bleibt doch, o Gott, dein bund mit mir Stets fest und unerschüttert. 2. Du wirst auch das seyn, was du bist, Wenn dieser erdMel. Sey lob und ehr' dem. kreis nicht mehr ist, In jenen 68. Mer gleicht bir, Gott ist Die du uns uns, die wir hier Um deinen himmel streiten. 3. Du mur bist unveränderlich; Auch deine wahrheit, Gott, wird sich Unwandelbar erhal ten, Wenn welten einst, die du erschufft, Wie ein gewand 5. Was zagt denn meine seel' in mir? Was klag' ich ängstlich, daß ich hier kein dauernd gut genieße? Daß oft voll müh' und unbestand Dieß leben mir verfließe? noch, Und willst mich ewig lies ben. Mein name ward ja, Gott, von dir In deine Hand geschrie6. Was klag' ich? wer dein wort noch hat, Weiß, daß Gott seine missethat, Wenn er nur glaubt, vergebe, Daß sicher ihm sein erbtheil sey, Daß er auch ewig lebe. 7. Was flag' ich? liebeft du mich doch mit aller deiner liebe 8. Ja, ich bin Gottes; Gott ist mein; Und ewig, ewig wird er's seyn, Daß nichts von ihm mich scheide. Die welt vergeht mit ihrer lust; Gott nicht, nicht seine freude. zahl von deinen jahren. Du warst, o Schöpfer, was du bist, Eh' alle sonnen waren. Schon, eh' dein arm die welten trug, Warst du, auch ohne sie, dir g'nug, und keiner welt be. dürftig. 2. Jehova, tausend jahre sind Dir weniger, als stunden, Die schneller, als ein tropf verrinnt, Begonnen und verschwunden. Sie, längst entflohn, sind immerdar, Mit dem, was ist, was wird, was war, Dir, Schöpfer, gegenwärtig. 3. So bin ich, Gott, vor dir; ich staub, Ich leicht verblühte blume; Ich, ach! wie bald des grabes raub, Mit glück und luft und ruhme; Wie ein geschwätz des tag's entfleucht Mein pilgrimleben, Gott, und gleicht Kaum einem morgentraume. 4. Und dennoch zeigst du mir von dir So viel in augenblicken; Entdeckest dich darinnen mir, mich ewig zu beglücken. Du machst dieß leben( bir sey bank!) von seinen Eigenschaften. 45 Zu einem heitern übergang In| allein, Was, Gott, dein licht bes ein beglücktres leten. glänzet; Es steht nichts ganz, nichts hell und rein, In jedem blick umgränzet. Es sieht im spiegel der natur, Im schatten deiner werke, Hier oder dort kaum eine spur Von deiner huld und stärke; Nie völlig ihre größe. 3. Nur dir ist, durch dich selbst erhellt, Frei, offen, ohne hülle Das innre deiner körperwelt, Der geister rath und wille. Ges danken siehst du, ehe sie In unfrer seel' entstehen; Vor dir verschwinden sie auch nie, Wenn sie für uns vergehen; Dir ewig gegenwärtig. 5. Hier sieht, beherrscher der natur, Im schatten deiner werke Mein auge, wie im spiegel nur, Die größe deinere stärke. Wie schön ist, was mein auge sieht! Doch ach, o Gott, wie viel entflieht Nicht meinem blöden blicke! 6. Nein, Vater, deß mein herz sich freut, Du schufft mich nicht vergebens. Was schmeck ich nicht für seligkeit Im traume dieses lebens! Wie wenig ist's, was ich hier seh', Hier, o mein Gott, von dir versteh'! Doch macht schon das mich selig. 7. Es fliehe denn dieß leben hin Schnell, wie ein traum, noch schneller: Ich weiß, daß ich unsterblich bin; Dort wird dieß auge heller. Dich seh' ich dort einst, wie du bist; Und meine freude, Vater, ist Dann ewig und vollkommen. Von der Allwissenheit Gottes. 69.Vot Mel. Chrift, unser Herr. or dir ist alles offen bar, Und dein verstand erkennet, Was ist, was werden wird, was war, Was nie ein name nennet. Er schaut, o urquell alles lichts, Durch alle finsternisse; Und erd' und himmel haben nichts, Was er nicht seh' und wisse, Was er nicht ganz durchforsche. 2. Mein blödes aug' entdeckt 4. Was wir verstehn, entdeden wir In schimmern von empfindung: Dir aber, sonnenhell war's dir, Schon vor der welten gründung. Wir sammeln viel durch unterricht, Durch schluß an schluß, zusammen. Wie mühsam! dieß zerstreute licht Stralt, wie ein meer voll flammen, Vor deinem angesichte. 5. Der wesen nie gezählte zahl, Die je zum daseyn kamen, Durchschaust du all' und auf einmal, Und nennest sie bei namen; Dringst bis auf ihren keim in fie. Der täuschungen gefahren Entziehen deinem auge nie Das, was sie sind und waren; Nie, was sie werden sollen. 6. Solch ein erkenntniß ist bei dir! Mir schauert vor der höhe, Und vor der tiefe schauert mir, An der ich zitternd stehe. KEDU 46 Von Gott selbst und Ich weich, ich bebe, Gott, zuvor beines zornes schrecken Kann rück; Ich kann ihr maaß nicht auch keine kluft mich decken. finden. Selbst nicht des ersten engels blid Kann diese tief ergründen, kann diese Höhe messen. 5. Hören will ich deinen ruf, Nicht verkehrte wege gehen; Du, der ohr und auge schuf, Würdest meine thorheit sehen. Alles führst du im gerichte Aus der finsterniß zum lichte. 7. Dich, den ich nie erreichen kann, Nie schauen ohne Hülle, Dich, wunderbarer, bet' ich an In schauervoller stille; Dich, der du mir so gnädig bist, Aus des sen vollem lichte Ein tropfen glanz auf mich auch fließt, Daß ich in seinem lichte Dich sehn darf und bewundern. 6. Ueberall vertrau' ich dir; Daß ich, was ich bitt', empfahe, Hoff ich, denn du bist bei mir, Bist auch meiner seele nahe. Du erscheinst, und meine leiden Fliehen, oder werden freuden. 7. Ueberall umgiebst du mich, Der du mächtig mich beschüßest, Und, wo niemand hilft, durch Mel. Liebster Jefu, wir sind. 70.Gott, du kennst von dich Meine schwachheit unterewigkeit Die bewohner deiner erde; Siehst, ob ich der prüfung zeit Dir zum preise nußen werde. Meine thaten, meine sorgen Sind, o Herr, dir nie stüßest, Daß ich kämpfen könn' und ringen, Und zu deinem hims mel dringen. Mel. Vor deinen thron tret. er du allein 2. Deine gegenwart erfüllt 71.Dich bitterende Jede tief und jede höhe; Selbst die finsterniß verhüllt Nie vor dir, was ich nicht sehe. Keine geister, feine seelen Können dir ihr thun verhehlen. Du kenneft alles, Gott, was ist; Siehst alles, was nur werden kann, Als ftind' es da, durchschauend an. 2. Du bringest sicher und ges wiß Durch aller nächte finsterniß; Siehst alles offen und enthüllt, Nichts durch ein trüglich schattenbild. 3. Alles überschauest du; Merkst und siehst, worauf ich finne, Was ich wünsche, was ich thu', Was ich thun will und beginne. Wo ich bin, an allen enden Bin ich, Gott, in deinen hånden. 4. Ach, umsonst verhüllt' ich bir Mich in allen finsterniffen! Gegenwärtig bleibst du mir Ue berall und im gewissen; Und 3. Eh' noch die werke deiner hand Der engel pries, der mensch empfand, Da zähltest du den fand am meer, Wie alle himmel und ihr heer. 4. Vom aufgang bis zum niedergang Siehst bu der welten schwung und gang, Und jede ftill', von seinen Eigenschaften. und jeden sturm, Und, wie den engel, auch den wurm; 5. Bis auf den staub herab, was webt, Zum leben aufstrebt, fühlt, und lebt, Was höher noch sich heben kann, Schaust du von deinen höhen an. 6. Und dir ist alles offenbar, Was du zum daseyn riesst, was war, Was werden soll, und was besteht, Was einstürzt, hinwelft und vergeht. 7. Und alles siehst du rein und frei, Es werd', es sterbe oder sey In seinem stand', auf seiner flucht, In seinem feim, in seiner frucht. oder zornig an. 9. Ich beb'; und dennoch freu' ich mich, Allwissender, auch über dich, Daß du mich siehst, und siehst dabei, Wie dürftig deiner huld ich sey. 10. Daß du auf meinen wes gen mir Licht sendest und mich führst zu dir; Daß du, was gut ist, mir entdeckst, Und mich aus meinen träumen weckft. 47 schuldig schein', auch rein vor dir! 8. Und mich, und was ich ticht' und thu', Das, o mein Mel. Die tugend wird durch's. Gott, das schaueft bu, Den keine 72. Wo find bie weiſen, irren kann, mich lehren, 11. O du, der alles, alles weiß, Anbetung, Herr, sey dir und preis, Daß ich in aller finsterniß Dich habe, beines lichts gewiß! 12. Entferne selbst von mir den wahn, Als sähest du mein thun nicht an; Als wär' ich, Herr, wenn ich nur mir Un13. Mein Herz gedenke stets an dich, Und sage: Gott erforschet mich; Sieht, ob du wandelft oder ruhst, Sieht, was du auch im finstern thust. 14. Gieb, so zu wandeln, stärke mir, Als ging' ich in's ge richt vor dir; Dann jauchz' ich: ( denn mein gang ist licht;) Gott kennt mich, Gott verwirst mich nicht! 15. Dann komme selbst des todes nacht; Ich fürchte nichts; dein auge wacht. Dann, dann frohlock' ich über dich: Gott kennet mich, Gott kennet mich! Wie Gott erkennt, was war, was ist, Was werden wird? wer kann erklären, Was sein vers stand durchschaut und mißt? Wer kennet ihn von angesichte? Wer, wenn er noch so hoch sich schwingt? Bekennt's! er wohnt in einem lichte, Zu dem kein sterblich auge dringt. 2. Könnt' ich die sterne Gots tes zählen, Der erde staub, den sand am meer, Und die gedanken aller seelen Von seiner ersten schöpfung her: So wär' ich weiser schon auf erden, Als felige am strom des lichts, Vielleicht als selbst die engel werden; Doch wüßt' ich gegen Gott noch nichts. 3. Nichts gegen ihn, der sich Kabinenu 48 Von Gott selbst und burchschauet, Die tiefe der un| Herz, in finsternisse! Was kann endlichkeit, Und alle welten, die er bauet, Die zeiten und die ewigkeit. D du, der alles weiß und nennet, Was ist und werden soll und war, Wie bist du jedem, der dich kennet, So unaussprechlich wunderbar? 4. Wer, o mein Gott, kann dich hier sehen Von angesicht zu angesicht? Was wir, was engel selbst verstehen, Das reicht an dein erkenntniß nicht. Ich seh', ich fühle meine schranken: Doch du vergiltst mein forschen mir Mit immer würdigern gedanken, D, unerforschlicher, von dir. 2. Wo ist die nacht der einsamkeit, Die mich vor ihm verhehle? Er sieht euch schon, eh' ihr noch seyd, Gedanken meiner seele, Eh' ich euch selbst empfinden kann, Von eurer ersten bildung an, Bis ihr vollendet werdet. 3. Er fennet und durchschauet euch, Wenn ihr euch mir entziehet; Bemerkt euch, wenn ihr, stralen gleich, Schnell auffahrt, schnell entfliehet. Vergebens wünsch' ich: sterbt! vergeht! Vergebens! aufgezeichnet steht Ihr' all' in seinem buche. 4. Der Herr gedenket ihrer noch, Wenn sie auch mir verschwinden. Sie bleiben, und ich träume doch: Sie wären feine sünden. Sie alle müssen an das licht, Wenn er erscheint, und sein gericht Der herzen rath ents decket. 5. Dann wird das stegel seines buchs Vor aller welt gebrochen; Das urtheil des verdienten fluchs, Gedanken selbst, gesprochen. Wo ist die nacht, die ste verhehlt? Der richter hatte sie gezählt, Nicht Einer ist vergeffen. Mel. Es ist gewißlich an der. 6. Seyd heilig, seyd von 73.11msonst, umsonst ver- Gott nur voll, Gedanken mei hüllst du dich, Mein ner feele; Daß, wenn gerichtet 5. Du schaust umher; du fannst ergründen, Was noch so tief verborgen ist. Dieß warne mich vor allen sünden, Vor heuchelei, betrug und list. Vor dei nem blick kann nichts mich deden; Kein falscher schein betrüget ihn. Mir folgten seines zornes schrecken, Könnt' ich auch aus der welt entfliehn. vor Gott verbergen mich? Welch thun, daß er nicht wisse? Sey auch viel dunkler, als das grab: Das auge Gottes schaut hinab, Und fennet deine tiefen. 6. Wer kennet feines Herzens tiefen? Wer darf, o Gott, sich selber traun? Hilf mir, Allwissender, mich prüfen, Und meines Herzens grund durchschaun! Ach, siehst du mich auf bösen wegen, So führe mich auf deine bahn; Dann werd' ich hier schon bei nen segen und dort ein ewig heil empfahn! von seinen Eigenschaften. 49 werden soll, Nicht Einer dann| bliße Gewisse wege fliegen hieß: mich quäle! Seyd heilig; und dann fürchtet nichts! Gott wird am tage des gerichts, Wie thaten, euch belohnen! HIGHETER O Da ward uns seine macht, da ward Uns seine weisheit offen burt. Von der Weisheit Gottes. Mel. Wer nur den lieben. 74. o ist die stätte des verstandes? Wer leitet mich zur weisheit hin? Im dunkeln meines prüfestandes Bedarf ich dieser führerin. Hier bei so vieler thoren ſchaar 75. Spreiſe Dich, mein und Ist jeder irrthum voll gefahr. o 2. Wer sagt, wer lehrt mich, wo sie wohne? Um jedes kleinod in der welt Will ich sie wechseln; keine krone Gefällt mir, wie sie mir gefällt. Wo ist ste? ach, der abgrund spricht,- Das meer spricht: bei mir ist sie nicht. Gott, allein. Wer ist, wie du, so weise? Verstand und rath ist dein. Ach, möchte, Herr, mein geist In allen deinen werken Auf deine weisheit merken, Die, wer dich kennet, preist! 3. Hätt' ich den reichthum jedes landes, Was hälf er? keiner schäße werth Ersetzt den mangel des verstandes, Den wahrer weisheit glanz verklärt. Ach, ihr sind keine schätze gleich! Wer weisheit findet, der ist reich! 4. Ihr forsch' ich nach; weswegen hätte Mein ohr sonst ihr gerücht gehört? Der Höchste fennt der weisheit stätte; Er, der den weg zu ihr mich lehrt. Ihm will ich folgen; denn es Hat Der Herr allein verstand und rath. S 36. Als er der wasser lauf begränzte, Sein wort die wuth der meere brach, Sein licht die neue welt beglänzte, Schuf er den menschen auch, und sprach: Die furcht des Herrn giebt weisheit g'nug; Wer böses meidet, der ist flug! Mel. Aus meines herzens. 5. Als er aus seinem hohen fiße Den sonnen ihre bahnen wies, Die winde wog, und seine 2. Was, Gott, mein aug' entzücket, Rühmt alles deine macht, Ist herrlich, ist geschmüdet, Voll ordnung, funst und pracht. Sie schaffet, ste erhält, Zu segnen, zu ergößen, Nach herrlichen gesetzen, Den weiten bau der welt. 3. Du hingst in lichten fernen, Hoch über uns hinauf, Die sonne mit den sternen, Uns zu erleuchten, auf. Da hängt ste nun an nichts, Von dir nur unterstüzet; Wärmt, schimmert und erhitzet; Ein schatten deines lichts. 4. Wer trägt der welten schwere? Wer wägt sie, daß ihr bau Sich selber nicht zerstöre, So gleich ab, so genau? Du Von Gott selbst und 50 thuft's; du sorgft, daß fie Einander nie erreichen, Von ihrer bahn nie weichen, Aus ihren freisen nie. Mel. Wer nur den lieben. 5. Wer ruft, uns zu umge 76. Schöpfer, iebes deis die alles trägt? Durch sie wird jedes leben, Wird jeder hauch bewegt. Da sammeln dünfte sich, Und wer den thau und regen, Und fruchtbarkeit und segen Für alle thier' und mich. werke Macht deiner größe ruhm bekannt, Verherrlicht deine fraft und stärke, Verkündigt weisheit und verstand; Denn alles ordnet deine wahl, Nach maaß, gewicht und stand und zahl. 2. Dein kleinstes werk ist, wie das größte, Voll ordnung, herrlichkeit und pracht; Ist, ( denn du wählest nur das beste,) Ein spiegel deiner weisen macht. Wie mannigfaltig ist, wie gut, Wie schön, was deine weisheit thut! 6. Du hast sie so bereitet, Daß sie den bliß gebiert; Daß sie den wind verbreitet; Den schall zum ohre führt; Den leichten vogel hebt; Den schnellen fisch zum schwimmen, Und unsers mundes stimmen Für deinen ruhm belebt. 7. Wer hebt, o Gott, die erde Aus deinem meer heraus? Theilt, daß sie fruchtbar werde, So gleich die wasser aus? Wer sammelt und wer bricht Die flüsse, wenn sie schwellen? Spricht zu der meere wellen: Hieher, und weiter nicht! 8. Wer hat den wald gepflanzet? Wer ruft das gras herauf? Giebt forn und most, und schanzet Gebirg' und thäler auf? Wer schmückt sie überall? Wer gräbt dem feuer schlünde? Und legt in berg' und gründe Den marmor, das metall? zu deinem preise! Denn du, mein Gott, bist weise. Dir bring' ich lob und dank! N NE 9. Herr, deine weisheit schmücket, Bereichert und er hält, Nährt, schüßet und beglüdet Die lebensvolle welt! Dich rühmet mein gesang! Er tönt 3. Was du nach deinem rath erschufest, Regierst du auch nach deinem rath. Was kommen soll, kömmt, wenn du's rufest, Wie es dein wort geordnet hat. Wem eigner weisheit rath gebricht, Empfängt von dir verstand und licht. 4. Oft ist uns, Herr, dein weg verborgen; Dein rath ist dennoch wunderbar; Der ausgang deiner weisen sorgen Erhellt, was unbegreiflich war. Was du vollführeft, das bes steht; Was widerstrebet, das vergeht. 5. Der mensch hat seinen freien willen, Und dennoch muß, wie frei er wählt, Er immer deinen rath erfüllen, Der seines zieles nie verfehlt. Zu schanden von seinen machst du tück und lift, Und lehrst, daß du nur weise bist. 6. weisheit Gottes, meine ſeele Kennt ohne dich, was gut ist, nicht. Damit sie stets das beste wähle, Gewähr' ihr deines rathes licht! Deckst du, was täuschen kann, mir auf: So wandt' ich sicher meinen lauf. 7. Mich hat, o Vater meines lebens, Dein rath noch immer gut geführt. Wohl mir! ich lebe nie vergebens, Wenn deine weisheit mich regiert. Sie führt gewiß durch welt und zeit Mich hin zu deiner herrlichkeit. Mel. Aus meines herzens. 77. Mem weisheit fehlt, Wenn ich die frucht betrachte, der bitte Von Gott, der weisheit hat. Er leitet unsre schritte Durch seines geistes rath. Wer ruft zu ihm hinauf, Dem er nicht gern gewähret, Was er von ihm begehret? Er giebt's, und rückt's nicht auf. Nur immer Herrlicher. Dein urtheil trüget nicht; Was übel schien, wird segen; Die nacht auf deinen wegen Ein wundervolles licht. 7. Mein einziges bestreben Sey, was dein rath gebeut. Regierest du mein leben, So wird es feligkeit. Von dir erwart' ich sie. Wen deine weisheit leitet, Der, befter führer, gleitet Auf seinen wegen nie. ( 851100 Mel. Gott des himmels und.d Eigenschaften. 51 4. Kaum treff ich, was auf erden Mir gut und heilsam ist; Wie kann ich selig werden, Wo du mein licht nicht bist? Seh' ich nicht stets auf dich, So geh' ich in der irre, Im finstern, und verwirre In tausend neßzen mich. 5. Doch du, o Herr, bist weise; Was dir, mein Gott, ges fällt, Ist gut; und dir zum preise Bezeugt's die ganze welt. Denn, lenkt sie nicht dein ruf Zu Einem großen ziele, Zum seligsten gefühle Der gute, die uns schuf? 6. Was ich für schädlich achte, Das macht dich mir, o Herr, 2. Gieb, Vater meiner väter, Mir einen weisen sinn! Du giebst die übertreter In ihren sinn dahin. Ich aber wünsche mir Ein herz, das dich nur liebe, Gern, was du forberst, übe; 78.11nerforschlich fey mir ich mir von dir. 3. Der leib beschwert die sees le. Wie leicht verirr' ich mich, Wenn ich mein glück mir wähle, Erleuchtet nicht durch dich! Durch jeden schein verführt, Begehr' ich falsche güter, Wenn, o mein treuer hüter, Mich nicht dein rath regiert. tes weg und rath, Und die nacht sey ohne schimmer, Die mich hier umschattet hat: Doch ist alles, was er thut, Wie's auch scheine, weis und gut. 2. Sollt' ich das von Gott nur loben, Wo auch ich schon weisheit seh'? Ift's nicht ein D2 KEDUAN 52 Von Gott geschenk von oben, Wenn ich seinen weg versteh'? Der, ach, frevelt, welcher klagt, Daß ihm Gott mehr licht versagt. 3. Soll ein vater unterlassen, Was dem finde thorheit ist? Engel, fühner tabler! faffen Das, wo du im dunkeln bist. Hier sollst du dem Herrn ver traun; Lernen, noch nicht völlig schaun. selbst und weites reich, Und sähe deine leßte sonne glänzen: Ich sähe dort Doch nicht den ort, Wo du nicht wär'st; nicht deiner allmacht gränzen. Von der Allmacht Gottes. Mel. Wir christenleut'. 79.6 ott, gränzenlos, Undenkbar groß, Der urquell aller macht ist deine stärke. Schon sehn wir hier So viel von ihr: Doch sehn wir kaum den anfang ihrer werke. 2. Durchflög' ich gleich Ihr 3. Was du erschufft, Was du ießt rufft Und rufen wirst: wer kann das alles zählen? Doch wolltest du Noch mehr dazu Erschaffen: würd' es dir an fraft nicht fehlen. 4. So lange fließt Ihr quell, und ist Doch nicht erschöpft, und wird es auch nie werden. Sprich nur ein wort: Und er fleußt fort In neuen himmeln und auf neuen erden. 4. Soll er deine wünsch' erheben Zu beherrschern seiner welt? Soll der Heilige dir geben, Was den lüften nur gefällt? Wohl uns, wenn er nicht gewährt, Was ein thöricht herz begehrt! 5. Hier in meinem pilger stande Sey mein theil zufriedenheit! Dort in meinem vaterlande Wohnt die wahre seligkeit. Find' ich dort gewiß mein heil, O so sey mein weg hier steil! 5. Doch deine kraft, D Gott, erschafft Nur gutes; denn du selbst bist gut und weise. Das lehre mich, Damit ich dich Für alles das, auch, was du nicht thust, preise! 6. Wenn du auch auf rauhen 80. Herrn zu preiſen, Mel. Nun lob' mein' seel' den. Dommt, den wegen Wandelst, feele, flage nicht. Was hier schmerzet, wird dort segen; Was hier nacht ist, wird dort licht; Und ich fasse Gottes sinn, Wenn ich ganz vollendet bin. Der groß von rath ist, groß von that, Den gütigen, den weisen, Der keinen, der ihm gleich sey, hat! Der Herr thut große werfe. Wer hindert seine fraft? Wer seines armes stärke, Die nur, was gut ist, schafft? Er dehnet, gleich gezelten, Die weiten himmel aus. Er spricht: so gehen welten Aus ihrem nichts Heraus. 2. Er will: und sonnen flammen. Auch drängt das wasser, wenn er spricht, In wolken sich zusammen, lind ihre schläuche von seinen Eigenschaften. 53 reißen nicht. Er ruft den unge-| trauen wir! Erhalter, wer fann wittern: Das meer wird unge- fallen, Getragen, Herr, von dir? ftüm; Des himmels fäulen zit- Mel. Allein Gott in der höh'. tern; Die erde bebt vor ihm. 81. Wpfer! beine macht, enn ich, o Er will: und blize zünden Gebirg' an; sie vergehn! Er spricht, und ruft den winden: Schnell wird sein himmel schön. Die weisheit deiner wege, Die liebe, die für alle wacht, Anbes tend überlege: So weiß ich, von bewundrung voll, Nicht, wie ich dich erheben soll, Mein Gott, mein Herr und Vater! 3. Nur er gebeut den wellen: Hieher! nicht weiter! legt euch Hie! Er legt in felsen quellen: Sie rieseln und verstegen nie. Er füllt auch wüsteneien Mit seinen wundern an; Heißt thies re da sich freuen, Wo niemand wohnen kann. Wer kann die sterne führen? Wer weiß, als er allein, Die himmel zu regieren? D, wag's nicht, stolz zu seyn! 100 2. Mein auge steht, wohin es blickt, Die wunder deiner werke. Der himmel, prächtig ausgeschmückt, Preift dich, du Gott der stärke! Wer hat die sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet ste mit majestät? Wer ruft dem heer der sterne? 4. Kannst du mit deiner stim me, O stolzer! donnern, wie Gott thut? Streu' aus von deinem grimme Verderben und der bliße glut. Leg' an gewalt, nd zeige Dich mächtig, wie der Herr; Schau' an die höhen, beuge, Versenke sie, wie er! Was rühmen denn die thoren Mit ihrer stärke sich? O staub aus staub geboren, Nur Gottes rühme dich! 5. Herr, dein ist alle stärke, Und alle hülfe, Gott, ist dein! Das preisen deine werke, Die beiner fraft allein sich freun. Wir auch erfreun uns ihrer; Ihr lob sey unsre pflicht! O Vater, o Regierer, Wen hält, wen schüßt sie nicht? Du lebst, du wirkst in allen; Dir, dir ver3. Wer mißt dem winde seinen lauf? Wer heißt die himmel regnen? Wer schließt den schooß der erden auf, Mit vorrath uns zu segnen? D Gott der macht und herrlichkeit! Gott, deine güte reicht so weit, So weit die wolken gehen. 4. Dich predigt sonnenschein und sturm; Dich preist der fand am meere. Bringt,( ruft auch der geringste wurm,) Bringt meinem Schöpfer ehre! Mich,( ruft der baum in seiner pracht,) Mich,( ruft die ſaat,) hat Gott gemacht; Bringt unserm Schöpfer ehre! 5. Der mensch, ein leib, den deine hand So wunderbar bereitet; Der mensch, ein geift, den sein verstand, Dich zu erkennen, leitet; Der mensch, der schöpfung Von Gott selbst und 54 ruhm und preis, Ist sich ein täglicher beweis Von deiner güt' und größe. 6. Erheb' ihn ewig, o mein geist! Erhebe seinen namen! Gott, unser Vater, sey gepreis't! Und alle welt sag': amen! Und alle welt fürcht ihren Herrn, Und hoff' auf ihn, und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? ten. 2. Wie dürft' ich, o erhalter aller welten, Dich hart, dich grausam, dich ohnmächtig schelten, Weil nicht mein leid gleich, wenn mein Herz dir flehet, Vorüber gehet? hadda 3. Herr, wie erhebst du uns! doch wer empfindet Und dankt es dir, der seine wohlfahrt gründet? Vergißt er's doch, sein glück auf dich zu bauen, Voll selbstvertrauen. wenn deine schrecken Zur buß ihn wecken. stiligt 7. So werd' ich nimmer das vertraun vergessen, Das dir gebührt; nicht feig seyn, nicht vermessen; Im glück und unglück Mel. O liebster Jesu, was. 82. Soll ich an deiner rühmen: Gott ist mächtig! Nur o Gott, vers zagen, Wenn du in trüben, mächtig! Mel. Nun freut euch, lieben. ſchweren prüfungstagen Mein 83. thränend auge, meiner schmachten Nicht scheinst za ach4. Dann träumt er stolz: ihn könne nichts erschüttern. Du zeuchst die hand ab; er beginnt zu zittern, Und flagt, wenn du nicht hilfft: Gott will nicht retten, Gott kann nicht retten! 5. So ist sein Herz bald tros big und bald feige, Und fündigt, glänzt dein licht auf seine steige; Und fündigt, wenn du schlägst, 6. Befreie, Gott, mein Herz von solchen sünden! Im glücke lehre mich mein nichts empfinden; Und gieb mir muth, an dir in finstern tagen Nicht zu verzagen! obfinget Gott, unb an! dank', es rühm', es singe, Es jauchze, wer nur jauchzen kann, Dem Schöpfer aller dinge! Wie groß, wie schön ist seine fraft! Wie herrlich, wie untadelhaft Sind alle seine werke! 0-160 2. Wie schön, wie würdig sei ner macht mit allen ihren heeren Die himmel! wie viel licht und pracht Bestralt sie, ihr zu ehren! Das auge steht sich nimmer satt; Sieht, was es auch gesehen hat, Doch immer neue wunder. 3. Nicht wunder für das aug' allein; Auch wunder für die seele; Damit es ihr, sich zu erfreun, An keiner schönheit fehle. Wie funstvoll ändert Gott fie ab! Dem mangelt, was er andern gab; Und jedes ist doch herrlich! 4. Wo ist ein gras, wo mur ein blatt, Ein stäublein auf der WIT von seinen Eigenschaften. erbe, Wodurch, o mensch, nicht Gottes rath Und kraft verherrs licht werde? D, wie ist seine macht so reich! Was aber deiner trägheit gleich, Daß du's nicht siehst, nicht fühlest? 5. Gab seine macht, die schöpferin, Zum führer deines lebens, Dir deinen geist, so manchen sinn, So viel gefühl vergebens? Für wen, für wen, als dich, erschafft, Erhält und schmüdet seine kraft So viele große werke? 6. Dein Gott bedarf nichts; seine hand, Die seine schöpfung schmückte, Gab dir empfindung und verstand, Damit er dich beglückte. Willst du, o mensch, nicht glücklich seyn? Will sich nicht beine seele freun, Nicht immer froher werden? 7. O warum suchest du dein glück In eiteln phantaseien? Wirf auf die schöpfung deinen blick; Da will er dich erfreuen. Nimm hin die freuden deines Herrn; Genieße ste, er giebt sie gern; Nur ihr genuß reut nimmer. 55 gefühl, Wie gut er ist, zu schme cken! Ist seiner wohnung vorhof schon So schön: wie wird mich einst sein thron, Wie wird er ſelbst entzücken! 8. Er selbst entflammt in deiner brust Die sehnsucht nach vergnügen. Er schuf auch quellen, die voll luft Stets rinnen, nie verstegen. Gieb nur auf ſeine wunder acht; Denn seine segenvolle macht Schafft alle wahren freuden. 9. Dir wohlzuthun, das ist ihr ziel; Laß dich zum dank erweden! O hätt' ich doch genug 10. Lobsinget Gott, und betet an! Es dank', es rühm', es singe, Es jauchze, wer nur jauchzen kann, Dem Schöpfer aller dinge! Wie groß ist unsers Schöpfers macht! Wie herrlich, wie untadelhaft Sind alle seine werke! Mel. Gin' feste burg ist unser. 84. in fels ist Gott, und arm Der ste schild des frommen. Es drau' ihm aller frevler schwarm, Er sorgt nicht, umzukommen. Gott Steil ist nimmt sein sich an. zwar die bahn, Die er wandeln foll: Doch geht er ruhevoll Die wege des gesetzes. 2. Gott, der in ihm den willen schafft, zu üben gute werke, Giebt seinem schwächsten find' auch kraft, Und zur vollendung stärke. Stärken wird er ihn, Ihn der noth entziehn, Fallen soll er nicht, Bestehen im gericht, Und dann gekrönet werden. 3. Dünft eine trübsal ihm zu schwer, Er denket: Gott versuchet; Gott, groß von macht, der mich nicht mehr, Als ich vermag, versuchet. Stark durch seine kraft, Welche welten schafft, Welten unterstützt, kann ich, wenn er mich schüßt, Der größ ten stürme lachen. 4. Hör' ich sein wort nicht: KEDI selbst und himmeln her Deine größe. Ach, wer bin ich, Daß du auch mich Mit ihrem anschaun, Gott, beglückst? Mel. Wachet auf, ruft uns. 85. G ott, wer ist dir zu 4. Schauernd jauchz' ich, rühm' und singe! Bis über alle himmel bringe Zu Gott mein jubel, mein gefang! Höher, als die himmel gehen, Und höher, als der sterne höhen, Geht seine gnade, geh' mein dank! Barmherzig schauet er Auf alle wesen her, Die ihn fürchten; Er sorgt für sie, Und läßt sie nie zu ihm umsonst nach hülfe flehn. vergleichen? Wer zählt in deinen weiten reichen Die schaaren, die sich deiner freun? Sonnen über sonnen geben Zahllosen welten glanz und leben; Die alle schufft du; 5. Hab' ich's nicht von ihm du allein! Wer nennt ihr mächtig heer? Ist nicht der welten mehr, Als des sandes? Dein nam' ist: Gott, Herr Zebaoth. Wie würdig bist du dieses ruhms! vernommen? Ist nicht ein wort zu mir gekommen, Das selbst sein mund geredet hat? Wenn man kann die himmel messen, So kann ich eurer auch vergess fen, So mangelt's mir an macht und rath. So sprach er! dankt! wer ist, Der seine himmel mißt? Gottes gnade( Ihn betet an! D, betet an!) Ist höher, als die himmel find! 56 Von Gott laß nur dir An meiner gnade g'nügen; Gesichert und gestärkt von mir Soll mein geliebter fiegen!" Hilf, o macht des Herrn! Ich, dein kind, will gern, Unterstützt von dir, Den weg des rechtes hier, Wie rauh er seyn mag, wandeln. 2. Und in diesem heiligthume Darf, Herr, bestimmt zu deinem ruhme, Auch ich mich deiner größe freun; Darf ich vor dein antlig treten, Dich, weltenschöpfer, anzubeten, Und deines namens herold seyn. Wie vieler himmel pracht Verkündigt deine macht! Dich, o Schöpfer, Der du sie wölbst, Dich fasset selbst Von der Güte und Langmuth Gottes. erde, Daß ich von dir gewürdigt werde, Dich anzuschaun und deine pracht? Diesen mil den glanz des lichtes, Den schatten beines angesichtes, Erschuf für mich auch deine macht; Auch mir verherrlicht er Aus tausend Aus dem 36. Pfalm. Mel. Wer nur den lieben Gott. Der himmel aller himmel nicht. 86. Soweit nur beine Wer sonnen Reicht deine huld, die uns ers hält, Reicht über unsers himmels gränzen, O Vater, bis zur fernsten welt. Gleich ewigen gebirgen währt Die gute, die dein volk verehrt. 2. Dir, Gott, ist kein geschöpf von seinen verborgen; Nicht eins vom men schen bis aufs thier. Du würdigst alle deiner sorgen; Sie danken luft und leben dir. Es mag auch klein und niedrig ſeyn: Dir, Gott, ist nichts zu groß, zu klein.dul 3. Mit frommem, freudigem gemüthe Erheb' ich, Gott voll gnade, dich. Wie herrlich ist nicht deine gute! Wie liebst du uns so väterlich, Uns, die wir ohne furcht und graun Dem schatten deiner flügel traun! 4. Mit welchem reichen über flusse Erfüllst du diese welt, dein haus! Du theilst ihn, allen zum genuffe, So väterlich, so reichlich aus; Und jedes lebens quel le fließt Aus dir, der du das leben bift. Eigenschaften. 57 nicht bedarf. Wer hat mit langmuth mich geleitet? Er, deffen rath ich oft verwarf. Wer stärkt den frieden im gewissen? Wer giebt dem geiste neue fraft? Wer läßt mich so viel glück genießen? Sein arm ist's, welcher alles schafft. 3. Schau, o mein geist, in je nes leben, zu welchem du ers schaffen bist, Wo du, mit herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein recht zu diesen freuden; Durch Gottes güte sind sie bein. Sieh! darum mußte Christus leiden, Damit du könntest selig seyn. 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren? Und seine gute nicht erhöhn? Er sollte rufen; ich nicht hören? Den weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein will' ist mir ins Herz geschrieben, Sein wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben, Und meinen nächsten gleich als mich. 5. Dieß ist mein bank, dieß ist sein wille. Ich soll vollkommen seyn, wie er. So lang ich bieß gebot erfülle, Stell' ich sein bildniß in mir her. Lebt seine lieb' in meiner feele, So treibt sie mich zu jeder pflicht; Und ob ich schon aus schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die sünde nicht. 5. Wir sehn, o Herr, in dei ner sonne Den schatten deiner huld, dein licht. Entzeuch uns beiner gute wonne, Dein gnaenvolles antliß nicht! Herr, deine huld erfreue die, Die dich verehren! segne fie! Mel. Die tugend wird. 87 ie groß ist bes Allmächt'gen gute! Ist der ein mensch, den sie nicht rührt? Der mit verhärtetem gemüthe Den dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine liebe zu ermessen, Sey ewig meine größte pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen: Vergiß, mein herz, auch seiner nicht! X2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner 6. O Gott, laß deine gut' und liebe Mir immerdar vor augen seyn! Sie stärk' in mir die guz ten triebe, Mein ganzes leben 58 Von Gott selbst und dir zu weihn! Sie tröfte mich| 7. Von ewigkeit zu ewigkeit zur zeit der schmerzen! Sie leite mich zur zeit des glücks! Und fie besieg' in meinem herzen Die furcht des letzten augenblicks! erhebet Sein antlitz Gott auf den, der heilig lebet; Er frönet ihn auf jedem seiner pfade Mit treu' und gnade. Nach dem 103. Psalm. Mel. O liebster Jesu, was. 88. Lobfinge Gott! erheb' ihn, meine seele! Er forget stets, daß dir kein gutes fehle; Er führet dich zum glück auf sichrem pfade, Mit seiner gnade. 8. Wohl allen denen, die ihn standhaft lieben; Die sein gesetz mit treu' und eifer üben! Sie finden schutz und jeden guten segen Auf seinen wegen. 9. Gott hat im Himmel fei nen stuhl gesetzet. Da herrscht er über alle, wägt und schätzet Der menschen thaten, und bestimmet ihnen, Was sie verdienen. 10. Lobt, menschen, lobt, ihr, feine diener, rühmet, Erhebt den gnädigen! sein lob geziemet Den knechten Gottes; und den Herrn erheben, Bringt heil und leben. 2. Der Herr ist freundlich, daß, was lebt, sich freue, Barm herzig und von großer güt' und treue; Er sorgt für uns, daß uns fein unfall schade, Voll lieb' und gnade. 3. Er handelt nicht mit uns nach unsern fünden, Verschont uns, trägt uns, läßt uns nicht empfinden, Was wir, undankbar gegen seine gaben, Verschuldet haben. 2001 4. Hoch ist der Himmel über seiner erde! Noch höher ist, daß er geliebet werde, Die huld des Herrn bei denen, die ihn lieben, 89. Gott, du biſt die Und gutes üben. 5. Wem bleibt sein antlig, wenn er's sucht, verborgen? So weit der abend sich entfernt vom morgen, Entfernet er von uns der sünde strafen, Die schon uns trafen. liebe, Die immer wohlzuthun sich freut; Daß niemand sich betrübe, Ist deine sorg' und seligkeit. Groß, herrlich, ohne gränzen Ist deine milde huld. Wo deine himmel glänzen, Herrscht gnad' und auch geduld. Du, Herr, hast wohlgefallen An dem, was du erschufft, Und freude giebst du al len, Die du zum leben rufft. 2. Du hießest, Gott, uns 6. So zärtlich sich ein vater seiner finder Erbarmet, so erbarmt sich Gott der fünder, Wenn sie vom frevel sich zu ihm befehren, Ihn wieder ehren. 11. Lobsingt, lobsingt ihm, alle seine werke! An allen orten preiset seine stärke! Lobsinge Gott, den ich zum heile wähle, Auch meine seele! Mel. Nun lob' mein' seel' den. von seinen Eigenschaften. werden, Weil jeder selig werden soll. Du segnest uns; auf erden Ist alles deiner gute voll. Doch werden uns auch droben Von deiner vaterhand Noch freuden aufgehoben, Die hier kein Herz empfand. Dahin uns zu erheben, Ist stets dein wille, Gott; Und für dieß beff're leben Litt selbst dein Sohn den tod. 59 zu erfüllen, Was du befiehlst, nie ruhn! Wer sollte deinen willen Nicht gern, o Vater, thun? 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du liebtest uns zuerst, und bist Dir immer gleich geblieben; Ein Gott, der ewig freundlich ist. Mit gnad' uns, Herr, zu fegnen, Ist ewig deine lust: Mit bank bir zu begegnen, Sey denn auch unsre lust. Ach, laß uns, 6. Wer hier auf deinen wes gen Getreu einhergeht, den ers freut Hier schon dein vatersegen, Dort deine volle seligkeit. Einst krönet seine leiden Der herrlichste gewinn; Du führst zu höhern freuden Den überwinder hin, Wie groß ist deine güte! Ich will mich ihrer freun, Und ewig mein gemüthe, Gott, ihrem lobe weihn. 3. Wie groß ist deine gnade! Sie schont des sünders, und selbst ihn Lehrt sie auf deinem pfade Dem untergange sich entziehn. Sie locket uns zur buße; Und, fällt voll reu und schmerz Mel. Sey lob und ehr' dem. Der finder dir zu fuße, So trö- 90. W ie viele freuden werden mir Von stet sie sein Herz. Ach, ste vergiebt dem armen Mit väterlicher huld; Erläßt ihm aus erbarmen Der sünde ganze schuld. 4. Mit jedem neuen morgen Kömmt neuer segen, Gott, von dir. Du sorgst, eh' wir noch sorgen; Eh' ich noch klage, hilfst du mir. Du geber aller gaben, Du siehst, was uns gebricht, Und was wir nöthig haben, Versagest du uns nicht. Du führst zu bessern freuden Die deinen, die du liebst; Wohlthaten sind die leiden, Womit du uns betrübst. dir, o Gott, verliehen! Wie viele fünden auch von dir Aus gnaden mir verziehen! Ich häufe täglich meine schuld: Doch deine langmuth, deine huld Und liebe währen ewig. 2. Bedenk' ich, Schöpfer, bei ne macht, Blick' ich in jene ferne, Und überseh' des Himmels pracht Und sonn' und mond und sterne; So bet' ich dich voll ehrfurcht an: Was ist der mensch doch! ruf ich dann, Daß du dich sein erbarmest! 3. Herr, deine huld, die ihn erhält, Beglückt ihn schon auf erden. Weit höh'res glück beut jene welt, Da soll er selig werden. Denn schnell vergeht ein erdenglück, Währt einen kurzen augenblick: Wer dir gehorcht, bleibt ewig! 4. Wenn ich erwache, denk' 60 Von Gott selbst und ich bein, Und wenn ich schlafen| wir erwacht, Dein licht, bein gehe. Du wirst das gute mir antlig, Gott, zu sehn. verleihn, Warum ich findlich flehe. Ich preise dich und flehe dir: Gieb, Vater, was mir nüget, mir, Um deiner güte willen! 4. Preis't ihn, unsers jubels lieder! Zur erde stieg sein sohn Hernieder, Ward mensch und starb der fünder tod. Christus hat den tod bezwungen; Ein neues lied werd' ihm gesungen! Er hört uns; er ist unser Gott! Wir sind mit ihm versöhnt; Ihr lobgesänge tönt, Tönt zum himmel! Erschallt schon hier; Einst kommen wir An seinen thron und beten an. Me 1. Ein lanım geht hin. Mel. Wachet auf, ruft uns. 91. err, H wir singen deiner ehre! Erbarm' dich unser und erhöre, Nimm gnädig unser loblied an! Herr, wir danken voll entzücken! Wo ist ein Gott, der so beglücken, So lieben und so segnen kann? Du, ber bu gnädig bist, Wie 92. Gott, wie viel langniemand ist, muth be! Schon vor der zeit, Von ewigkeit Warst du die liebe, die du bist! 2. Um zu dir uns zu erheben, Hauchst du in unsre brust das leben, Und schenkest uns der erde glück. Um zu dir uns zu erheben, Entziehst du einst uns dieses le ben, Und schenkeft uns des himmels glück. Du giebst das leben, Gott, Und führst auch durch den tod Uns zum leben. Du willst allein, Daß wir uns freun; Daß wir verderben, willst du nicht. Beweisest du uns armen! Bereit, auch bei gehäufter schuld Dich unsrer zu erbarmen! Ach, wie so mancher fünder lebt Nur, wie ihm lüftet; sinnt und strebt Dir immerdar entgegen! Und du, o Vater, suchest ihn Von seinen sünden abzuziehn, Zur reu' ihn zu bewegen. 2. Der menschen elend jammert dich, Auch wenn sie sich verstocken; Auch dann noch suchst du väterlich Zur besfrung ste zu locken. Wie lange, Gott, ver schobst du nicht. Der sündfluth 3. Als wir, von der sünde schreckliches gericht Und deines plagen Gequält, in unserm blute volkes strafen! Wie lange gingst lagen, Und furcht und schrecken du ihm nicht nach, Eh' der veruns umfing, Jammerte dich unwerfung fluch und schmach Die ser schade. Da war es, Gott, undankbaren trafen! als deine gnade Erbarmend vor uns überging; Da rief der liebe blick Ins leben uns zurück, Von der fünde. Aus ihrer nacht Sind 3. Wem giebst du nicht zur buße raum, Dem fluche zu entgehen! Unfruchtbar bleibt so mancher baum, Und bleibt doch von seinen Eigenschaften. 61 långer stehen. Du wartest ihn! 7. O langmuth, der nichts umsonst! und doch Pflegst du des baumes immer noch; Verziehst, ihn abzuhauen. O was für langmuth und geduld! Wer fann die tiefe deiner huld, Wer kann sie ganz durchschauen? gleichen kann, Gedenke stets der sünder! Nimm mit geduld dich ihrer an, Wie deiner schwachen kinder. Ach, keiner Häufe schuld auf schuld Durch fühnen misbrauch deiner huld! Laß uns das böse haffen, Daß alle sich, durch dich erneut, Vom reichthum deiner gütigkeit, Zum himmel leiten lassen! 4. So gnädig, Herr, erbarmst du dich Selbst unbiegsamer sünder: Wie zärtlich denn, wie väterlich Verschonst du deine kinder! Läßt ihrer tugend eifer nach, Und werden sie im glauben schwach, Und träg' in guten Von der Heiligkeit Gottes. werken: So jammert's dich; bu 93. Gott, vor beffen anMel. Freu' dich sehr, o meine. dessen du denkst daran, Wie leicht herz sie täuschen kann, Und eilest, sie zu stärken. gesichte Nur ein reiner wandel gilt; Keiner kömmt zu deinem lichte, Wer nicht dein geseß erfüllt. Heilig und gerecht bist du; Und du rufft uns allen zu: Ich bin heilig! heilig werde Jeder mensch schon auf der erde! 2. Ganz unsträflich, ganz vollkommen Warst du, der du nimmer irrst, Und auch ewig ganz vollkommen, Ganz unsträflich bleiben wirst. Was dein wille wählt und thut, Ift untadelhaft und gut; Und unsträflich sind die werke Deiner weisheit, deiner stärke. 5. Du warnst sie vor des falls gefahr, Noch eh' sie irre gehen; Gefallnen reichst du stärke dar, Gleich wieder aufzustehen. Du lockest ste voll lieb und huld, Verheißest, ihnen ihre schuld Durch Christum zu vergeben. Und stehn sie auf: wie feuert dann Dein geist zur that den willen an, Ünsträflich nun zu leben! 6. Wenn sie oft furchtsam und mit angst Den weg des glaubens wallen, Nicht freudig, Nicht, wie du verlangst, Mit vollem wohlgefallen; Wenn sie, obgleich mit mühe, sich Entschließen, recht zu thun, für dich Und ihre pflicht zu leiden: Wie nachsichtsvoll gewöhnst du sie, Wie liebreich, an der tugend müh' Und ihres kampfes freuden! bran pizodaga he 3. Was mit deiner weisheit streitet, Die nur unser glück bes schließt; Was zu keiner luft uns leitet, Welche rein und ewig ist: Das ist, Gott, ein gräul vor dir; Das mur untersagst du mir, Weil es, was mein wahn auch glaubet, Meine feligkeit mir raubet. 62 Von Gott selbst und 4. Heilig sollen deine finder, reich, Wenn wir einst zu dir uns Aehnlich beinem bilde seyn. nahen, Heil und leben zu emHerr, vor dir besteht kein fün- pfahen! der; Denn du bist vollkommen rein. Du biſt nur der frommen Uebelthätern feind. Das bezeugen deine strafen, Die so oft schon hier sie trafen. 5. Ach, wir übertreten alle Dein geseß, und haben nicht Solch ein herz, das dir gefalle; Hassen oft gesetz und pflicht. Ach, gedenken wir daran: Welche furcht ergreift uns dann! Denn, willst du uns nicht vergeben: Herr, wer kann bestehn und leben? 6. Lindre dieser sorge schmerzen; Der du rein bist, mach' uns rein! Gieb uns allen neue Herzen, Welche deines rechts sich freun! Wasch' uns rein durch Christi blut; Und so laß, o höchftes Gut, Deinen weisen, guten willen Uns durch deinen Geist erfüllen! 7. Unsers wandels höchste zierde Sey, was deinen beifall hat; Keine sündliche begierde Schände neigung, wort und that; Unser glaube preise dich; Thätig, Gott, erweis' er sich, Und entdecke seine stärke Stets durch früchte guter werke! 8. Starb, o Gott, uns zu erlösen, Selbst dein Sohn, so laß uns mun Auch durch Jesum allem bösen Widerstehn und gutes thum! Mach' uns seinem bilde gleich, Daß wir eingehn in sein Mel. O Gott, du frommer. 94. Mas bof ift, haffeft bös du; Du findest nur gefallen An dem, was gut ist, Gott; Auch schenkest du uns allen Erkenntniß deines rechts, Gefühl und lust dazu. Verabscheun sollten wir, Was schändlich ist, wie du. 2. Denn du bist heilig, Herr! Das lehrt mich das gewissen. Den sünder schreckt es selbst In seinen finsternissen, Wenn ihn fein richter straft, So flagt's, so kündigt's dann Gericht und untergang Dem übertreter an. 3. Auch, wenn's noch friede ist, Sein herz bebt doch und höret Erschrocken deinen ruf, Weil's dein gesetz entehret. Er fürchtet überall Der miſsethäter lohn, Und meint, der rächer set Erwacht, und straf ihn schon. 4. Bedrängt von furcht und angst, Die, wie ein sturm, ihn treiben, Arbeitet er umsonst, Sein herz zu übertäuben. Ach! überall verfolgt, wo kein verfolger ist, Ihn selbst sein eignes herz, Weil du sein richter bist. 5. Wer fromm ist, fühlt durch dich Zufriedenheit und ruhe, Wenn ihm sein Herz bezeugt, Daß er, was recht ist, thue. Mit inn'rer lust belohnt's Ihm jede gute that; Selbst leidend freut er sich, Daß er gehorchet hat. von seinen Eigenschaften. 63 6. Wer schüßet so das glück alle welt sich stellen; Du wirst Des menschlichen geschlechtes vor aller angesicht Auch mir Durch unser eignes Herz, Durch mein urtheil fällen. Ach, möcht' sein gefühl des rechtes? Wer ich doch, was mir dein wort So schreckt des sünders trotz? Wer laut bezeugt an jedem ort Und giebt der tugend ruh, Auch wenn immer recht erwägen! sie leiden muß? Du thust's, 2. Ich bin dein werk, dein Vergelter, du! Onas 7. Preis dir, dem Heiligen! Preis dir! denn dir gefallen Nur die, die heilig sind. Du schenktest drum uns allen Erkenntniß deines rechts, Gefühl und lust dazu; Denn haffen sollten wir, Was strafbar ist, wie du. 8. Doch, wir vergessen's oft; Denn schon vom ersten falle Durch Einen menschen kam Die luft zur sünd' auf alle. Von ihr gelocket, fühl' Auch ich in meiner brust Zu ihr mehr hang und trieb, Als an der tugend lust. 9. Ach, ich elender mensch! Wer kann mich nun befreien? Wer deines rechts gefühl In meiner seel' erneuen? Wer, o mein Gott, als du? So mache denn mich rein! Laß leib und seele dir, Nur dir geheiligt seyn! 10. Laß mich das böse stets Verabscheun und verachten! Laß auf der tugend ruf Und dein geseß mich achten! Mach' mein gewissen rein, Erhalt' mich dir getreu; Damit ich ruhig, Gott, Und dir gefällig sey! Von der Gerechtigkeit Gottes. Mel. Es ist gewißlich an. 95. Gerechter Gott, vor eigenthum, Mit allen meinen kräften; Bestimmt, o Gott, für deinen ruhm, Zu seligen geschäften. Doch deinen willen kenn' ich nicht; Drum lehre selbst mich recht und pflicht; Hilf, daß ich gern gehorche! 3. Denn, was mir dein gesetz gebeut, Ist wohlthat nur und segen. Du führst mich meiner seligkeit Auf deinem pfad entge gen. Du bist, o Herr, zugleich gerecht Und gütig gegen deinen knecht, Wer sollte dich nicht ehren? 4. Auch schauest du von deinem thron Auf alle deine finder; Bestimmest jedem seinen lohn, Dem frommen und dem fünder. Dich täuſcht kein ansehn, dich kein schein. Wer dir gefallen will, muß seyn, Was er seyn soll und scheinet. 5. Gehorch' ich: o, so dien' ich mir; Denn ich soll deinen willen Nie ohne segen, Gott, von dir, Nie unbelohnt erfüllen. Dieß weiß dein mensch, und ehrt doch nicht Solch ein gesetz, solch ein gericht; Das kannst du, Gott, nicht dulden. 6. Ach, furcht und graun er greifen mich! Ich sollte mit dein gericht Muß verbrechen, Mit spott dich reizen 64 Von Gott selbst und wollen, dich, Dein recht an mir| jauchzt dein knecht, Daß ich, zu rächen? Dein recht ist heilig, straft den hohn, Und giebt dem frevel seinen lohn, Wie oft schon hier im leben! 96. Du bist, o Gott, ges 7. Ich zittre! jene arge welt recht; du Verschlangen deine fluthen; Uns heilige geseße, Und willst, Ein Sodom, ein Gomorrha weil du, was gut ist, liebst, Daß fällt, Vertilgt durch deine glu- feiner sie verletze. Dein wortthen. Aegyptens untergang, und unser wohl erklärt Uns deiund ste, Die finder Jakobs, zeu- ner rechte hohen werth. Sey, gen die nicht alle, wie du stra- Herr, dafür erhoben! 11830 fest? durch deine huld gerecht, In dein gericht nicht komme. Mel. Sey lob und ehr dem. 2017 2. Was du befiehlst, machst du auch leicht Durch antrieb, durch vermögen. Wer nicht von deinem rechte weicht, Den krönt auch glück und segen. Wir sehn, daß du die sünd' verdammst, Daß du des Herzens trieb entflammst, Was unrecht ist, zu dishaffen. 8. Doch wird erst, wie du strafft und lohnst, Der letzte tag entdecken; Weil du hier strafest oder schonst, zu locken und zu schrecken. Dann bringst du alles, Gott, ans licht; Dann straft und lohnt dein weltgericht Mit völliger vergeltung. 9. Gerechter Gott, laß meinen sinn, Gleich dir, das gute lieben! Nimm alle luft der fünde hin; Laß mich, was recht ist, üben! Laß aller ungerechtigkeit Mich feind seyn; mache mich bereit, Dir immer zu gehorchen! 10. Doch ich vergaß so oft dein recht! Wie kann ich, Herr, bestehen? Soll ich, dein sündenvoller knecht, Dein richterantlig sehen? Ich bebe, Heiliger, vor dir! Ach, ich vergeh'! du wolleft mir Nach meiner schuld nicht lohnen! bin 11. Laß deines Sohns ge rechtigkeit Auch mich versöhnen! schone! Mein Herz, das seine schuld bereut, Vertrauet deinem Sohne. Bin ich versöhnt, so 3. Was lobenswürdig ist und müßt, Gebeutst du deinen knechten; Und deine Huld belohnt und schützt Die thaten der gerechten. Ein segen, den kein sünder hat, Entsprießt durch dich aus ihrer saat: Die ruhe des gewissens. 4. Die frommen werden immerdar In deinem schatten grünen; Und kommen sie auch in gefahr, So bleibest du bei ihnen. Du hilfst; und ernten sie nicht gleich, Wie fruchtbar werden dann, wie reich Die spätern ernten werden! 5. Denn du bist ihre zuversicht; Du wirst gerecht vergelten. Die dir gehorchen, täuschet nicht Dein lohn in bessern wels von seinen Eigenschaften. ten. In deinem lichte, wo du wohnst, Entdeckst du fünftig, und belohnst, Verherrlichst, was fie thaten. 6. Oft prangt der fünder, wie ein baum Voll grüner frischer blätter, Beschattet einen weiten raum, Und trotzt dem fernen wetter: Doch plößlich braus't der sturm daher, Zerbricht den stolzen baum, und er Behält nicht stamm noch wurzel. leben oder tod: Stets heilig mir fein gebot.Ca 97. 8 sey mein ernstlicher entschluß, Gott nie zu widerstreben; Auch, wenn ich darum leiden muß, Vor ihm gerecht zu leben. Es sey mun 65 A 2. Ach troßet, trotzt nicht wider Gott, Vermessene verbrecher! Was achtet er des frevlers spott? Allmächtig ist der rächer. Er, welcher baut und auch zerbricht, Wie leicht vertilgt er sünder nicht! gilid bitma 3. Fragt jedes vorige ge schlecht, Geht, fraget eure väter: Ist er nicht heilig, nicht gerecht, Ein feind der übertreter? Wer hat noch seines Gottes macht, Wer die noch ungestraft vers lacht? ess and 4. Wenn er, der wesen Schöpfer, draut, Erzittern alle welDie himmel, wenn sein de mwink gebeut, Vergehn vor seiwenn er zerreißt. Wer schließet auf, wenn er verschleußt? 8. Wie sollt' ich darum un- nem schelten. Kein bauen hilft, recht thun, Weil der verbrecher strafen Hier oft, wie ferne stürme, ruhn, Hier nicht ihr haupt schon trafen? Ach, immer bleibest du gerecht; Daran erinnre dei nen knecht, Daß ich dich immer fürchte. 5. Und wider ihn empört ihr euch? Von wem ist eure stärke? Wer ist dem Weltbeherrscher gleich? Wer thut so große werfe? Wer hebet, wer umdämmt das meer, Erregt den ſturm, und stillt ihn? Er! 9. Herr, diese furcht ergreife mich, Wenn mich die sünde lodet, Eh' meine seele sorglos sich Verschlimmert und verstocket! Der tugend lohn und ruhm vor dir Erhalte trieb und kraft in mir, Dir fröhlich zu gehorchen! Mel. Mir nach, spricht. 6. Er wohnt in seiner höh', und lacht, Wenn menschen sich empören. Bald wird der eifer seiner macht Sie seine größe lehren. Der löwe brüllt; Gott scheint zu ruhn. Er wacht! wo ist sein brüllen nun? 100 7. Der sichre fünder wurzelt ein, Wie eine ceder Gottes. Gott säumt; wann wird er richter seyn? Wann müde seines ( S 7. In frieden scheinet er vielleicht, Und weit geehrt, zu sterben: Weh' aber ihm! denn bald erreicht Dein zorn des fluches erben. Dein heiliges gericht erfüllt, Was du gedroht hast, und vergilt Ihm nun nach seinen ten. fünden. Dus 20 Von Gott selbst und 66 spottes? Schon braus't der sturm; die ceder fällt, Entwurzelt, blätterlos, zerschellt! 8. Entsetzet euch, und betet an Die macht, die leib und seele Verderben bis zur Hölle kann, Daß ewig weh ste quäle! Wer kann vor seiner macht bestehn? Wer darf sein heilig recht verschmähn? 9. Ich will ihn fürchten, meinen Herrn, Ihm nie entgegen streben. Oft duldet er, und schonet gern, Doch nur in diesem leben. Hält nach dem tod' er sein gericht: So schonet, so vergiebt er nicht. Von der Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. Denkt nicht: es habe keine noth. Euch trifft, wenn ihr so ruchlos seyd, Gewiß, was sein gesetz euch dräut. Er weicht von seinem bunde nicht, Wenn gleich der mensch, was er versprochen Und feierlich gelobt bat, bricht. Wenn erd' und himmel auch vergehn, So bleibet doch sein wort bestehn. 2. Er ist kein mensch, daß ihn gereue, Was uns von ihm verheißen ist; Mit unveränderlicher treue Vollführt er auch, was er beschließt. Verzeucht gleich die erfüllung oft: Sie kömmt gewiß doch, wenn ihr hofft. 4. Herr, präge dieß in aller Herzen! Wohl dem, der klug ist, und sich scheut, Mit deinen drohungen zu scherzen, Mit deiner ftrafgerechtigkeit! Den, der dein recht beharrlich haft, Trifft deiner strafe schwerste laft. 5. Ach, rette, rette deine seele! Verzeuch nicht, eile, daß sie nicht Den weg der heiligung verfehle, Und fall' in seines zorns gericht. Fleuch, sonst versinkst du in den tod! Fleuch, was er zu bestrafen droht! 6. Doch sey auch fest in deiminem glauben; Vertraue freudig auf sein wort. Dieß müsse dir Mel. Wer nur den lieben Gott. 98. Gott hat noch nie ſein kein zweifel rauben. Verzeucht er: standhaft wirst es sehn: sein wort bleibt fest, Auf welches sich dein herz verläßt.in@ 7. Zu deines glaubens gröBern freude, Dir zur gewissern zuversicht, Bekräftigt er mit eis nem eide, Was sein untrüglich wort verspricht. Wie feft ift meines glaubens grund! Wie unbeweglich Gottes bund! 8. Gieb, Herr, daß ich die wahrheit liebe Und, allen meinen pflichten treu, Nie einen durch betrug betrübe, Entfernt von lift und heuchelei! Dann bin auch ich des Gottes kind, Dem treu' und wahrheit heilig 3. Hofft denn mit freudigkeit; doch zittert Auch vor den strafen, die er droht. Denkt nicht, wenn euch ihr fluch erschüttert, sind. Eigenschaften. 67 Wider Gott empöret, Wider seis nen Geist, der dich Sein geheimniß lehret. Fleuch den spötter, der sich bläht, Mehr als Gott zu wissen; Er wird doch, vielleicht zu spät, Gott noch glauben müssen. 7. Erd' und himmel wird vergehn; Gottes wort wird bleiben, Und die frevler, die es schmähn, Werden's nicht vertreiben. Liebten fürsten selbst den spott; Chrten sie verführer: Der im himmel wohnet, Gott, Lacht und spottet ihrer. diudan von seinen 99. Mel. Chriftus, der uns selig. er du, Gott, die wahrheit bist, Deinem angesichte Zeigt sich, was nur war und ist, In dem reinsten lichte. Alle wahrheit kömmt von dir Zu den menschenkindern, Und erleuchtet uns, wenn wir Nur ihr licht nicht hindern. 2. Vorurtheil und finsterniß Füllen unsre seelen; Unser blick ist ungewiß; Unsre schlüsse fehlen: Über dein verstand weicht nicht Von der lautern wahrheit; Alles, was du denkst, ist licht, Sonnenhelle klarheit. 3. Wirf dich, sterbliches geschlecht, Dankbar Gott zu füßen. Seine wahrheit und sein recht Läßt der Herr dich wissen. Weit erschallt das wort des Herrn, Das die welt bekehret. Glaubt es freudig, folgt ihm gern, Völfer, die ihr's höret! 4. Was uns Gottes wort verspricht, Wird und muß gescheHen; Auch kann seine drohung nicht Leer vorüber gehen. Haben tausende nicht schon, Wenn ste tropig waren, Seine strafen und den lohn Ihrer schuld erfahren? 5. Seele, wolltest du nicht Gott Zuversichtlich glauben? Sollen leichtsinn oder spott Dei nen trost dir rauben? Wer auf seine wahrheit baut, Bauet nicht auf lügen. Kann sie den, ber ihr vertraut, Heuchlerisch betrügen? 6. Haffe die vernunft, die sich 8. Du bist wahrheit; ewig soll Nichts von dir mich trennen. Keine welt, von arglist voll, Mich erschüttern können. Muß ich auch hier um dein wort Schmach und trübsal leiden: So belohnst du mir's doch dort, Gott, mit ehr' und freuden. Mel. Es ist genug, so nimm. 100.⁰ ott ist getreu! fein herz, sein vaterherz Verläßt die seinen nie. Gott ist getreu! im wohlseyn und im schmerz Erfreut und trägt er ste. Mich decket feiner allmacht flügel. Stürzt ein, ihr berge! fallt, ihr hügel! Gott ist getreu! 2. Gott ist getreu! er ist mein treuster freund! Dieß weiß, dieß hoff' ich fest. Ich bin gewiß, daß er durch keinen feind Zu hart mich prüfen läßt. Er stärket mich nach seinem bunde, In meis ner prüfung trübsten stunde. Gott ist getreu! 2 Von Gott selbst und 68 3. Gott ist getreu! er thut, was er verheißt; Er sendet mir sein licht. Wenn dieses mir den weg zum leben weist, So irr' und gleit' ich nicht. Gott ist fein mensch; er kann nicht lit gen; Sein wort der wahrheit fann nicht trügen. Gott ist getreu! ad 4. Gott ist getreu! er handelt väterlich, Und, was er thut, ist gut. Die trübfal auch; mein Vater bessert mich Durch alles, was er thut. Die trübsal giebt geduld und stärke Zum fleiß in jebem guten werke. Gott ist getreu! old wrich Sthil or 8. Gott ist getreu! mein Herz, was fehlt dir noch, Dich Gottes stets zu freun? Sey Gott ge treu, und fürchte nichts; mag doch Die welt voll falschheit seyn! Selbst falscher brüder neid und tücke Gereicht, wie Joseph, dir zum glücke. Gott ist getreu! ther 9. Gott ist getreu! vergiß, o seel', es nicht, Wie zärtlich treu er ist. Gott treu zu seyn, sey deine liebste pflicht, Weil du so werth ihm bist. Halt fest an Gott; sey treu im glauben; Laß nichts den starken trost dir rauben: Gott ist getreu! 5. Gott ist getreu! er hat uns selbſt befreit Von unſrer fünde 101.23 jaht, ihr hügel! Mel. Gott des himmels und. eicht, berge, noth Durch seinen Sohn, durch feine heiligkeit, Durch seinen opfertod. Damit wir möchten nicht verderben, Ließ er den Eingebornen sterben. Gott ist getreu! Brecht, ihr felsen, stürzet ein! Fester wird, als berg und hügel, Seine vatertreue seyn; Unbewegter noch, als sie. Gottes wahrheit trüget nie. 2. Gnade hat er mir versprochen; Das ist Gottes bund mit mir. Dieser bund wird nie gebrochen; Seine treue bürgt dafür. Erd' und himmel mag vergehn; Was er zusagt, muß geschehn. 3. Menschen will ich nicht vertrauen; Wie betrüglich ist die welt! Meinem Gott will ich vertrauen, Der, was er gelobt, auch hält. Er, ein feind der heu chelei, Ist wahrhaftig, ist getreu! 4. Draut die welt mir, mich zu hassen, Und verfolgt mich: will ich mich Immer auf den is 6. Gott ist getreu! mein Vater, deß ich bin, Sorgt für mein ewig wohl. Er rufet mich zu feinem himmel hin; Will, daß ich leben soll. Er reinigt mich von allen sünden, Und läßt mich trost durch Christum finden. Gott ist getreu! 1917. Gott ist getreu! stets hat sein vaterblick Auf seine finder acht. Auch freut es ihn, wenn schon ihr irbisch glück Sie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen, Und endlich stillt er alle klagen. Gott ist getreu! N von seinen Eigenschaften. Herrn verlassen; Er erbarmt doch meiner sich; Denn er bleis bet immerdar, Was er ist, und was er war. modis 5. Scheint auch er mich nicht zu achten, Und verstellt fein angesicht, Läßt mich rufen, läßt mich schmachten: So vergißt er mich doch nicht; Denn er blei bet immerdar, Was er ist, und was er war. LAK 6. Friede will er mit mir halten, Wenn sich auch die welt empört. Ihre liebe mag erkalten, Bleib' ich meinem Gott nur werth. Er, der meinen fummer stillt, Bleibt mir immer sonn' und schild. 7. Er, der Herr, ist mein er barmer; So hat er sich selbst genennt. Das ist trost genug; ich armer Werde nie von ihm getrennt. Er will meine zuflucht seyn. Kann sich Gott verleugnen? nein! 69 2. Er fließt durch deine schöpfung hin, Und hat für einen jeden sinn, Für jeden heiligen genuß, Befriedigung und überfluß.siand H 3. Vom himmel strömt sein segen her; Strömt durch gebirg' und thal und meer. Wie schön ist deine welt! wie reich! Herr, was ist deinen schätzen gleich? 8. Ihm allein will ich vertrauen, Will auf diesem felfen ruhn: Will mein glück auf ihn nur bauen. Was er sagt, wird er auch thun. Erd' und himmel mag vergehn; Ewig wird sein bund bestehn. 4. Noch größre freuden sendest du uns, wenn wir uns bekehren, zu. Du beutst uns selige feiten an, Womit fein sinn er freuen kann. hunt Et 5. Wenn unsre seele, hoch entzückt, und ihrer finsterniß entrückt, Dich kennet und sich deiner freut; Was fühlt sie dann für seligkeit! as 6. Welch eine wonne, wenn sie nun Beginnt, was du befiehlst, zu thun; Selbst fühlet, wie der tugend werth Erhebt, beglücket, und verklärt! 7. Fließt so viel hohe lust von dir Schon hier auf uns; fannst du schon hier mit solchen gü tern uns erfreun: Wie felig mußt du selbst nicht seyn! 8. Unendlich selig! denn du bist Unendlich! und unendlich ist, D fülle der vollkommenheit, Der reichthum deiner herrlichfeit. Von der Seligkeit Gottes. Mel. Vor deinen thron tret'. us deiner quelle, 102.A Schöpfer, nimmt 9. In allen welten gleichet nichts Dem anschaun deines ane Der mensch, zur seligkeit be- gesichts. Auch nur ein stral dastimmt, Zahllose freuden; täg- von zerstreut Die größten leis lich fließt Ihr strom, der unerden dieser zeit. schöpflich ist. dio 10. Der engel dort an deis 70 Von Gott selbst und o welt! isme bad nem thron Sieht durch jahrtau-| fällt; Bald wieder deinen dienst, sende dich schon; Wird immer weiser; stets, o Herr, Von deinem anschaun seliger. 11. Und doch, wie viel er auch umfaßt, Er schaut nie, was du bist und hast. Nur du durchschaust dich ganz allein; Wie selig, selig mußt du seyn! 12. Und ewig! ewig! feine zeit Umgränzet deine feligkeit. Aus dir, o aller wonne meer, Strömt ewig heil und freude Her. 13. Jauchzt, hohe lieder un sers danks! Frohlockt ihm, jubel des gesangs! Der Herr ist feligkeit allein! Auch wir, wir sollen selig seyn.be Mel. Wer nur den lieben. 103. chön ist die tugend, mein verlangen, Und meiner ganzen liebe werth. Mit aller kraft ihr anzuhangen, Hat meine seel' auch oft begehrt. Ach, könnt' ich's, wie würd' ich mich freun! Wer heilig ist, muß selig seyn! 2. Gott ist der seligkeiten fülle Von ewigkeit zu ewigkeit; Denn sein verstand ist licht, sein wille Ist ordnung und vollkommenheit. Er ist allein unendlich gut; Unsträflich alles, was er thut. 3. Wie schnell umhüllen finsternisse Mich, wenn ich auch erleuchtet bin! Dann fliehn die heiligsten entschlüsse, Den morgennebeln gleich, dahin. Bald wähl' ich, was dem Herrn ge4. Ich armer! darum kömmt fein friede In mein verschmachtetes gebein. Wie bin ich dieses wechsels müde! Wann werd' ich fest im guten seyn? Wann nicht mehr straucheln, allezeit Nur deinem dienst, o Gott, geweiht? 5. Unwandelbar ist deine wahrheit, Herr, aller guten gaben quell! Sie leuchte mir in voller klarheit Beständig unbefleckt und hell, Daß nie der sünde täuscherei Gefährlich deinem kinde sey! 6. Empfange, Vater, meine seele; In deiner liebe mache mich, Daß ich kein ander gut mir wähle, Gewiß und unveränderlich! Denn, bin ich erst bein eigenthum: So bin ich ewig auch dein ruhm. 7. Und dann auch selig schon auf erden, Voll himmlischer zufriedenheit. Im himmel werd' ich's völlig werden, Gott, durch deine seligkeit. Da strömt der wahren freude quell Mir ewig ungetrübt und hell. 8. Da bist du selber meine sonne, Die ewig leuchtet; da beglückt Mich deines vollen anschauns wonne, Die aller himmel heer entzückt; Denn wer dir ähnlich ist und rein, Muß bei dir ewig selig seyn. 9. Bei dir ist alles guten fülle, O urquell aller feligkeit! Denn dein verstand ist licht, dein wille Ist ordnung und vollkom 71 menheit. Bei dir ist freude; denn du bist Ein Gott, der ewig felig ist. tern; Und, will er, muthlos suih) 311 6131 fliehn. Ismaid Von der Allgegenwart Gottes. 4. Allgegenwärtig schauet Sein allumfassend aug' umher; Und, wer nur ihm vertrauet, Den decket, den versorget er; Hört das geschrei des raben; 21Mel. Nun lob' mein seel' den. 104.Der Herr ist in den Hat für die ganze welt, Hat für höhen; in den wurm von seinen Eigenschaften. apr den tiefen ist der Herr. Wo menschen zu ihm flehen, Wo ihn die engel schaun, ist er! Ist, wo ich in gedanken Mich denken mag, mir nah; Ift, frei von allen schranken, In jedem raume da; Umfaßt mit seinen Händen Die welten, und umspannt An allen ihren enden, Was je durch ihn entstand. 12. Er zündet jede sonne, Flammt jedes sternes fackel an; Strömt leben, lust und wonne Durch alles, was empfinden kann. Des erdgewürms gewim mel, Und was im meere webt, Wer unter seinem himmel, Und wer im himmel lebt, Ihr, alle seine werke, Empfindet tag und nacht Die nähe seiner stärke, Die größe seiner macht. 3. Er schickt von seinem throne, Wie's ihm gefällt, bald lust, bald schmerz; Giebt fürsten ihre frone, Und lenkt, wie waffers bach', ihr herz. Es müssen sei nen willen Selbst volksverderber thun; Was er beschleußt, er füllen; Bald brausen oder ruhn; Die welt, wie stürm', erschüttern, Und dann, gedämpft durch ihn, Wie laub im walde zitschmuck für thal und feld. Fehlt ihm, für euch zu sorgen, Verzagte, rath und macht? Ihm seyd ihr nicht verborgen; Euch nah' ist er und wacht. load 5. Wie könnt ihr denn, verbrecher, Dem, der so nah' euch ist, entgehn? Könnt wähnen: er, der rächer, Werd' euer finstres werk nicht sehn? Eh' noch gedanken werden, Von ferne steht er sie; Und alle nächt' auf erden Verhüllen euch ihm nie. Wähnt nicht, daß er's nicht wis se. Mit seinem schrecken füllt Er selbst die finsternisse, Worein ihr euch verhüllt. 6. Er wird, er wird euch finden; Denn in den höhen herrscht der Herr; Herrscht in den tiefsten schlünden; An allen enden herrschet Er; Hat überall auch wächter Und strafen mancher art, Zur rache der verächter, Für sein gericht verwahrt. Und plößlich stürzen flammen, Wenn ihr betrognen glaubt, Er schlummre tief, zusammen Herab auf euer haupt. er dito at g 7. Wie schnell die luft sich röthet, Wenn sie des blißes flug durchfleugt, Trifft seine rach' 72 Von Gott selbst und und tödtet, Wenn des vertre- cher nacht kann ich mich beinem ters bitte schweigt. Sagt, fün- aug' entziehen? Führ' ich zum der: mir zur rechten, Zur linken mir ist Gott! Am tag', in allen nächten, Und wo ich bin, ist Gott! Sagt: wo ich siz' und gehe Und liege, hier ist Gott! Im thal und in der höhe Und überall ist Gott! himmel auf: So bist du, Höchster, da! Führ' ich zur tief' hinab: Auch hier bist du mir nah! 8. Er ist auch nahe denen, Die willig thun, was er gebot; Hört sie, zählt ihre thränen, Erscheint, verscheucht, was ihnen droht. Sagt, fromme: mir zur rechten, Zur linken mir ist Gott! In meines fummers nächten, Und, wo ich seufz', ist Gott! Wo keinen freund ich habe, Wo niemand hilft, ist Gott! Im sturm, im tod', im grabe, Und überall ist Gott! Nach dem 139. Pfalm. Mel. Nun danket alle Gott. 105. err, du erforscheft mich; Dir bin ich nie verborgen; Du kennst mein ganzes thun; Siehst alle meine sorgen. Was meine seele denkt, War dir, o Gott, bekannt, Eh' ein gedanke noch In meiner feel' entstand. 2. Auf meiner zung' ist, Gott, Kein wort, das du nicht wissest; Du schaffest, was ich thu'; Du ordnest, du beschließest, Was mir begegnen soll. Erstaunt betracht' ich dich. Wie groß ist dein verstand! Wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich Vor Deinem geiste fliehen? In wel 4. Und nähm' ich, zu entfliehn, Die fittige vom morgen: Am fernsten meere selbst Blieb' ich dir nicht verborgen. Wohin ich fliehe, da Durchschaut mich dein verstand; An allen enden, Herr, Umfaßt mich deine hand! 5. Rief' ich der finsterniß, Um bir mich zu entziehen; Ich würde dennoch dir In keiner nacht entfliehen. Vor deinen augen ist Die finsterniß auch licht! Hell, wie der tag, die nacht Vor deinem angesicht. KUS 6. Im mutterleibe schon War ich von dir umgeben; Von dir gebildet, Gott, Von dir geführt ins leben; Bestimmt zur selig feit; Ein wunder deiner macht. So väterlich haft du Schon da an mich gedacht! hasta yst 7. Du zähltest mein gebein; Du zähltest meine tage; Beftimmtest, eh' ich war, Ihr glück und ihre plage. Was ich gedenk' und will, Das, o mein Schöpfer, war Vor meiner bildung schon Dir alles offenbar. dind 8. Unzählbar ist es mir; Wer könnt' es wohl erreichen, Was du, o Gott, durchschaust? Wer sich mit dir vergleichen? Voll ehrfurcht bet' ich an. Laß mich auf dich nur sehn, Und durch gehorsam dich Und deine größ erhöhn! mling von seinen Eigenschaften. no 73 9. Durchschaue mich, und laß| ihm hinauf, Zu seines Himmels Mich einsehn, wie ich's meine; Ob ich unsträflich sey, Wenn ich mir heilig scheine! Ach, irr' ich:( Gott, du siehst's!) So leite meinen lauf Auf deine sichre bahn, Den weg zu dir hinauf! Mel. Sey lob und ehr' dem. 106. u Gott, o feele, 3 schwing dich auf, Und werde dank und wonne! Er lenkt voll huld der welten lauf; Lenkt jeden gang der son ne. Was dich erfreuet, schenkt er dir; Durch ihn nur sind und leben wir. Er ist allgegenwärtig. 2. Wenn du, zu thun, was ihm gefällt, Den frommen vorsaß fassest, Wenn du die eitelfeit der welt Und jedes laster haffest: So mangelt dir nie licht noch kraft; Denn er, der das vollbringen schafft, Gott ist allgegenwärtig. 3. Wenn er dir heitre tage giebt Und dieses Lebens freuden; Und wenn er deine tugend übt Durch prüfungen und leiden: So hoff auf ihn, und zage nicht; Denn er schafft finsterniß und licht; Er ist allgegenwärtig. 4. Wenn erd' und himmel um dich her Mit ihrer pracht verschwinden; Die sinn' erstarren, und nicht mehr Dir dienen, nichts empfinden; Wenn auch kein freund mehr helfen kann: So schau' auf ihn; denn er ist dann, Auch dann allgegenwärtig. 5. Dann schwingst du dich zu wonne; Beginnest einen neuen lauf; Siehst eine beff're sonne: Siehst ihn, der alle welten lenkt, Im tod' und leben freude schenkt. Er ist allgegenwärtig!* Mel. Mach's mit mir, Gott. 107. Du bist, o Uner wirkst an allen enden. Ich bin, wo ich auch bin, o Herr, In deinen vaterhänden. Ich leb' und athme nur durch dich; Du trägst, du unterstüßest mich. 2. Was je mein Herz empfunden hat, Was ich verwerf und wähle, Der erste trieb zu jeder that, Der stillste wunsch der seele, Der leiseste gedank' in mir, Gott, alles liegt enthüllt vor dir. Ni Irod 3. Wohl mir, wenn ich durch deine kraft Mein Herz zu dir erhebe, Und redlich und gewissendet haft Nach deinem willen lebe! Du siehst es, Herr, und stehst mir bei, Damit ich immer treuer sey. sad fedol soy 4. Du kennest sicher und gewiß, Was ich der welt verhehle! Siehst jedes werk der finsterniß, Siehst alle meine fehle. Du zeigst sie mir, und züchtigst mich Zu meiner beff'rung väterlich. 5. Du hörst auch meinen seufzern zu; Schaffst, daß mir hülf erscheine. Voll mitleid, Vater, zählest du Die thränen, die ich weine. Dein troft erquicket mein gemüth; Und jeder schmerz und fummer flieht. o G 74 Von Gott selbst und von seinen Eigenschaften. 6. O drück, Allgegenwärti- 7. Laß ohne falsch und heuger, Dieß tief in meine seele: chelei Mich alle sünden meiden, Daß, wo ich bin, mein herz, o Daß ich vor dir unsträflich sey, Herr, Nur dich zur zuflucht Im glück und auch im leiden; wähle; Daß ich dein heilig Weil deine huld so mächtig ist, auge scheu' Und dir zu dienen Weil du allgegenwärtig bist! eifrig ſey! III. Von der göttlichen Dreieinigkeit. Of 3. Der einige wahre Gott, zu dessen Verehrung wir getauft sind, ist der Vater, der Sohn, und der heilige Geist. dint In eigner Melodie. 108. Allein Gott in der dich unser aller! sey ehr', Und dank für seine gnade; Darum, daß nun und nimmermehr Uns rühren kann kein schade! Ein wohlgefall'n Gett an uns hat. Nun ist groß fried' ohn' unterlaß; All' fehd' hat nun ein ende. bitt' von unsrer noth; Erbarm' 3. O Jesu Christ, Sohn eingebor'n Deines himmlischen Vaters, Versöhner der'r, die war'n verlor'n, Du stiller unsers haders! Lamm Gottes, heil'ger Herr und Gott, Nimm an die 4. O heil'ger Geist, du höchstes gut, Du allerheilsamster tröster, Für's teufels g'walt forts an behüt', Die Jesus Christus erlöset Durch große mart'r und bittern tod; Abwend' all unsern jamm'r und noth; Dazu wir uns verlassen! 2. Wir loben, preis'n, anbeMel. Allein Gott in der höh. ten dich, Für deine ehr' wir dans 109. Gott, unserm gott allein, ken, Daß du, Gott Vater, ewiglich Regierst ohn' alles wanken. Ganz unermess'n ist deine macht; Fort g'schieht, was dein will' hat bedacht. Wohl uns des feinen Herren! un ad Und dank für seine gnade! Wir sind sein volk und eigenthum; Er sorgt, daß uns nichts schade. Mit wohlgefallen schauet er Auf alle seine finder her, Und giebt uns heil und frieden. +90 2. Gott Vater, dir, bir opfern wir Anbetung, dank und ehre! Der himmel jauchzt und dienet dir; Dich loben seine Heere. Wohl uns! du hast an uns ge Von der göttlichen Dreieinigkeit. 75 dacht; Unendlich ist die gut' und| Wieder auferstanden durch Gott. macht, Womit du uns regierest. 3. Wir glauben an den heil'. gen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, Der aller blöden tröster heißt, Uns mit gaben zieret schöne; Die ganze christenheit auf erden Hält in Einem sinn gar eben. Hier all' sünd' vergeben werden; Das fleisch soll uns wieder leben; Nach dies sem elend ist bereit Uns ein leben in ewigkeit! Mel. Wir gläuben all' an. 3. Dich preisen wir, o Got tes Sohn, Für uns ein mensch geboren! Du führest uns vor deinen thron; Sonst wären wir verloren. Lamm Gottes, Mitt ler, Mensch und Gott, Du starbst; erhör' uns in der noth! Erbarm' dich unser aller! 4. O heil'ger Geist, du nur, du bist Der lehrer der erlöften. Du heiligst fie; wie herrlich ist Dein troft, beß wir uns trösten! 111. Mir gläuben all Führ' uns, weil darum Jesus starb, Zum himmel, den er uns erwarb, Uns, die wir dir vertrauen! an allein; Schöpfer himmels und der erden. Denn er will unser Vater seyn, Daß wir seine kinder werden. Immer will er uns In eigner Melodie. 110. Wir glauben all ernähren; Leib und feel uns zu bewahren, Will er allem unfall wehren, Uns beschüßzen in gefahren. Er sorgt für uns; er hilft und wacht; Denn alles steht in seiner macht! an Ginen Gott, Schöpfer himmels und der er den, Der sich zum Vat'r gegeben hat, Daß wir seine finder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und seel' auch wohl bewahren, Allem unfall will er wehren, Kein leid soll uns widerfahren; Er forget für uns, hütet, wacht; Es steht alles in seiner macht! 2. Wir gläuben all' an Jes sum Christ, Seinen Sohn, den Eingebornen, Der Gott, wie Gott, sein Vater, ist, Den Erlöser der verlornen! Von Maria mensch geboren, Hat er wies der uns erworben, Was wir durch den fall verloren; Denn er ist für uns gestorben, Für uns begraben, und vom tod' Erwecket, und erhöht durch Gott. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Seinen Sohn und unsern Herren, Der ewig bei dem Vater ist, Gott von gleicher macht und ehren. Von Maria der jungfrauen Ist er wahrer 3. Wir gläuben an den heil's mensch geboren, Durch den heil' gen Geist, Gott vom Vater und gen Geist im glauben; Für uns, vom Sohne. Wir flehn, daß die wir war'n verloren, Am er, wie er verheißt, Uns erleucht' freuz gestorben; und vom tod' und in uns wohne. Er giebt 76 Von der göttlichen Dreieinigkeit. weisheit, ruh und freude, Kraft, ger, wahrer Gott; Er tröstet zu folgen seinen lehren, Trost und muth in jedem leide Denen, welche sich befehren. Er weckt den leib einst, und verleiht Uns nach der zeit die seligkeit. In eigner Melodie. uns in jeder noth, Läßt in der noth der fünden Üns gnad' und rettung finden. Er macht uns fromm und tugendhaft, Und giebt zum guten lust und kraft. Er führet auch zur seligkeit, Zu der, wenn Gott die welt erneut, Mein leib auch auferstehet. Mel. Lobet den Herren. reis sey dem Vas -179 stil 113. 112. ch glaub' an Gott, den Einigen, Den Ewigen, den Herrlichen. Der Himmel und die erde Ward, als er sprach: es werde! Er ist mein Vater, dessen ruf Auch mich zu seinem dienst erschuf. Er hat auch mir zum leben Sinn und vernunft gegeben. Er, groß durch weisheit, güt' und macht, Hat vor der welt an mich gedacht. Bleibt stets mein Vater und mein Gott, Der für mich sorgt, mir hilft in noth, Mich nähret, mich beschützet. 2. Ich glaub' an Jesum, Got tes Sohn. Er herrscht mit Gott auf Einem thron. Er wurde mensch, vom bösen Mich fünder zu erlösen. Er tilgte meiner sünden schuld, Erwarb durch blut mir Gottes huld, Und ließ für mich sein leben, Den himmel mir zu geben. Vom tode stand er siegreich auf, Und fuhr verklärt zu Gott hinauf; Kömmt einst, wenn seine welt vergeht, Und richtet dann voll majestät Die lebenden und todten. 3. Ich glaub' auch an den heil'gen Geist, Der mich der finsterniß entreißt, Den weg des lichts mich lehret, Und mich zu Gott bekehret. Auch er ist ew' ter! Preis sey dem Sohne! Und beider Gei ste! Auf! last vor ihm uns fnien und niederfallen, Knien und niederfallen! Laßt freudis ger die höhern lieder schallen! Ehre dir, preis dir, Wesen der wesen! 2. Wunderbar bist du! Ses ligkeit bist du! Herr! heißt dein name! Groß, theuer, schrecks lich, herrlich, unvergänglich, Herrlich, unvergänglich Ist all dein thun, Herr! Herr! und überschwänglich Ueber das als les, Was wir begreifen! dond 3. Denkt dich, o Erster, Wes sen der wesen, Dich meine ſeele: Dann wünscht' ich, in dem freudigen erschrecken, Flügel, mich zu decken. Die engel thun's im freudigen erschrecken. Heilig, ach heilig! Denn du bist heilig! 4. Die schon den Herrn sehn, Ihn, der erwürgt ward Vom anbeginne, Sie werfen vor dem wundervollen Sohne Ihre ehrenkrone Anbetend nieder, vor des menschen sohne. Heilig, ach heilig! Denn er ist heilig! Von der göttlichen Dreieinigkeit. 77 5. Möchte mein leben Jubel| unser Gott und Vater, bir! und dank seyn! Ein preis, ein dank seyn! O möcht' ich, wie ich dürst', ihn preisen können; Ganz von liebe brennen! So meinen Herrn und meinen Gott ihn nennen, So wie sein zeuge, Der ihn für todt hielt. 6. Selig find jene, Welche nicht schauen, Allein doch glauben! Der zeuge sahe seiner wunden male. Ach, wie dein entzücken, Der du sie sahst, so stark sey das entzücken Meines vertrauens Auf den erstandnen! 7. Welches erstaunen Wird mich ergreifen, Wenn meine blicke Nun nach dem tode seine wunden schauen! Dann wird mein vertrauen Ganz wonne! was bist du, des todes grauen, Wenn ich auf einmal, Frei von dir, Gott seh'? 8. Nur ein verflogner, Nächtlicher traum war Des todes schreden; Der letzte schweiß des streiters, den nicht leiden, Selbst des todes leiden, Von dir, Vollen der seines glaubens, scheiden. Mittler, dir leb' ich! Amen, dir sterb' ich! 9. Darum ich lebe, Oder ich fterbe! So bin ich Christi. Anbetend laßt uns fnien und niederfallen, Knien und niederfallen; Laßt freudiger die jubel lieder schallen! Ehre dir, dank dir, Preis dir, Erbarmer! Mel. Komm, heiliger Geist. 114., preis und ehre Dein ruhm soll unter uns erschallen. Laß unser lob dir ge fallen! Laßt, menschen, seiner lieb' uns freun, Und ewig, ewig dankbar seyn. Lebsingt ihm, christen, unsre brüder, Fallt vor dem Gott der liebe nieder, Und betet an, und betet an! 2. Er hieß uns Leben; wir sind sein. Du bist die lieb', und wir sind dein. Wie groß und viel sind deine werke, Du Gott der macht und der stärke! Dein ist der erdkreis, und in dir, Höchster, sind und leben wir. Du, Herr, erschufft der engel heere. Uns auch erschusst du, dir zur ehre; Uns sterbliche, uns sterbliche. 3. Herr, du gedenkst nicht unsrer schuld, Und trägst uns sünder mit geduld Auf deinen väterlichen armen, Mit liebevollem erbarmen; Verkürzest unsre prüfungszeit, Und führeft uns zur seligkeit. Du überschüttest uns mit freuden, Und schickst zu unserm heil uns leiden, Du Gnädiger! du Gnädiger! 4. Lob, preis und ehre, Christe, dir! Verlorne sünder waren wir! Du bist am freuz für uns gestorben, Haft ewigs heil uns erworben. Wer zu dir flieht, nur an dich glaubt, Und in versuchung treu dir bleibt, Der soll, befreit vom fluch der fünden, Erbarmung, ruh' und leben fins den In ewigkeit, in ewigkeit. 5. Gelobet feyst du, Geist des bringen wir, Herr, Herrn! Wir waren einst von T 78 Von der göttlichen Dreieinigkeit. Mcl. Komm, heiliger Geist. Chrifto fern, Entfernt von dir und von dem leben Mit finster 116. Wir fühlen dich niffen umgeben. Du deines wortes macht Auch uns zum wahren licht gebracht; Du lehrst uns leben, Hilfst uns sterben, Und weihest uns zu himmels erben Durch Christi tod, durch Christi tod. aber wir Erbeben, Ewiger, vor dir, Wenn wir, dich näher zu erkennen, Von frommer sehnsucht entbrennen. Wir schaun ins heiligthum hinein, Und sehn: du warst! du bist! wirst seyn! Der mensch war nicht; du sprachst: er werde! Da wurden wir, und wur den erde; Unendlicher! Unendlicher! 6. Lob, preis und ehre bringen wir, Gott, Vater, Sohn, und Geist, nur dir! Es müsse jedes land auf erden Mit deinem ruhm erfüllet werden! Wie selig, wie begnadigt ist Ein volk, deß zuversicht du bist! Jehova, deinem großen namen Sey ewig ruhm und ehre! amen! Sey, Gott! gelobt! sey, Gott! gelobt! Mel. Gelobet sey'st du, Jesu. 115.P reis ihm! er schuf und er erhält Seine lebensvolle welt. Du sprachst: da wurden, Herr, auch wir! Wir leben und wir sterben dir! Gott sey gelobt! 2. Preis ihm! er liebt von ewigkeit; Wird ein mensch, stirbt in der zeit. Erlöst, erlös't haft du uns dir! Dir leben und dir sterben wir! Gott sey gelobt! 3. Preis ihm! er führt des himmels bahn, Führt den schmalen weg hinan. Geheiliget haft du uns dir! Dir leben und dir sterben wir! Gott sey gelobt! 4. Sing, psalter! freudenthränen, fließt! Heilig, heilig, heilig ist Gott, unser Gott! Jehova, dir, Dir leben und dir sterben wir! Gott sey gelobt! 2. Der mensch ward erd', und auch ein geist; Er ist es, der dich kennt, dich preis't. Nur selig, wenn, von dir entzündet, Er seinen Schöpfer empfindet! Schau, seele, dich mit ehrfurcht an! Der dich allein vernichten kann, Glückselige, schuf dich unsterblich, Schuf dich, ihn einst zu schaun, unsterblich, Begnabigte! begnadigte! 3. Eh seines wortes allmachtsruf Die himmel und die geister schuf, Da waren wir schon die geliebten, Durch Jesum, seinen geliebten. Vor unserm Gott ist keine zeit; Geopfert ward von ewigkeit Für uns der Sohn, der Eingeborne; Und wir, wir waren schon erkorne Von ewigkeit, von ewigkeit. 4. Jetzt wurd' er mensch! wie füß bist du, D unsrer seele beste ruh, Vor allen göttlichen gedanken, In welch' je geister verfanten! Wir wagen uns nicht in dein meer, llnd stammeln mit bes himmels heer: Unendlichs Von der göttlichen Dreieinigkeit. 79 heil hat er erworben! Am freuz,| hellt, In seinem worte finden. am freuz ist er gestorben! Gelobt sey Gott! gelobt sey Gott! Wir ehren Gott, Nur Einen Gott, Den Vater mit dem Sohne Und seinem Geist; den wahren Gott; Den Herrn auf Eis nem throne, Den Ewigen, den Höchsten. 2. Der, der ist's, dessen wir uns freun; Nichts sind der heiden götter; Er ist der Herr; Er ist allein Der fünder heil und retter. Er nur gedacht', an Abras ham Zu ehren seinen namen, Er ist es, der auf Sina kam, Durch Mosen, Jacobs samen, Sein heilig recht zu lehren. 130 3. Allwissend, weise, mächtig, gut Ist Gott, der schuß der frommen. Er ist's allein; was er nur thut, Ist heilig und vollkommen. Er ist unsträflich; er belohnt Die guten, straft die bosen, Und doch vergiebt er auch und schont; Die fünder zu erlösen, Beschloß er vor der schöpfung. Sam Julie 4. Der Vater hat von ewigkeit Gezeugt den Eingebornen. Der Sohn, bei Gott vor aller zeit, Ward mensch für die verlornen. Des Vaters und des Sohnes Geist, Vom Vater uns gegeben, Führt uns zum Sohn, und unterweist Und leitet uns zum leben, Wenn wir nur folgen wollen. 5. Wir gläuben an ihn durch den Geift, Des Vaters und des Sohnes Geist. Kein menschlichs werk ist unser glauben! Du kannst ihn, tod, uns nicht rauben! Durch ihn empfing der märtyrer Auch wunder; doch die lieb' ist mehr, Ja, mehr als wunder, ist die liebe Zu unsern brüdern und die liebe Zum Ewi gen, zum Ewigen. 6. Wir blicken durch ihn auf zum lohn, Bereit für uns an Gottes thron, Wenn wir aus ganzer seele ringen, Uns ganz dem eiteln entschwingen. Zwar sinken wir; doch stehn wir auf, Und laufen wieder unsern lauf. Du lehrst uns, Jesum wieder finden, Und endlich völlig überwinden, Geist Schöpfer! Gott! Geist Schöpfer! Gott! 7. D, der du selbst dich opfertest Für sünder und sie heiligtest! Hinab in staub blick auf uns armen, Herr, Herr, Herr, Gott, mit erbarmen! Hör' unser thränenvoll gebet, Das dir um ewigs leben fleht! Du bist! wirst seyn! du bist gewesen! Unendlicher! der wesen wesen! Dreieiniger! Dreieiniger! Mel. Chrift, unser Herr. 5. Sieh hier, mein herz, wo 117.as teine weiss ist ein gut, Das dieſem gute heit in der welt gleichet? Das ist ein freund, der Verstehn kann, noch ergründen; alles thut, Was dir zum heil geDas können wir, von Gott erreichet. Was Adam war, das KBUTON 80 Von der göttlichen Dreieinigkeit. sollst du noch Durch seine gna-| ner Im himmel und auf ers de werden. Vergiebt Gott dei- den! ne sünden doch; Macht ruhig schon auf erden, Und selig dort im himmel. 6. Ihn recht erkennen und sein wort, Das giebt uns heil und leben, Giebt freude hier, und wird uns dort Vollkommne wonne geben. Erkenn' ihn denn; wer ihn recht kennt, Und seine lieb' empfindet, Der liebet Gott auch, und entbrennt, Von ſeiner lieb' entzündet. Wer soll te Gott nicht lieben? 7. Ach! daß so viele menschen dich Vergessen, sich verblenden, Und dich verstoßen; lieber sich Bloß zu geschöpfen wenden! Was wären sie, wenn sie, o Gott, Dein eifer auch verstieße, Und sie für undank oder spott Dem jammer überließe, Den sie sich selbst bereiten? 8. Gieb, da ihr tod dir nicht gefällt, Gott himmels und der erde, Daß jeder sünder auf der welt Zu dir bekehret werde! Gieb den verblendeten dein licht; Führ' alle die, die irren; Verführern wehre, daß sie nicht Die gläubigen verwirren; Die schwachen laß nicht straucheln! 8 9. Gieb, daß wir alle, Gott, bein reich und seine fron' erringen, Und alle dir dafür zugleich Mit deinen engeln singen! Du, den der ganze himmel preift, Bist unser Gott! bift Giner! Du bist's, o Vater, Sohn, und Geist! Und außer dir ist's keiMel. Sey lob und ehr' dem. 118.6ott, Bater, Sohn und Geist, du bist Der Gott, den wir verehren, Durch den die welt erschaffen ist Mit allen ihren heeren. Dich Unbegreiflichen erhebt, Wer, Herr, in deinen reichen lebt, Und deine größ' empfindet. 2. Dich, Gott, durchforschet kein verstand Im himmel und auf erden; Doch willst dat recht von uns erkannt und angebetet werden. Du, Vater, du, o Sohn, bist Gott! Du Geist der heiligung, bist Gott! Und nur Ein Gott; Ein Schöpfer! 3. Das bist du! nein, wir leugnen nicht, Was du uns of fenbarest, Der du uns ein noch hellres licht Im Himmel aufbewahrest. Was wir hier nur im spiegel sehn, Das, Vater, Sohn und Geist, verstehn Die seligen am throne. 4. Wir beten dich, o Vater, an. Herr, ursprung alles dessen, Was war und ist und wird! wer kann, Wie groß du bist, ermeffen? Dein ist der Sohn von ewigkeit; Von dir erzeugt vor aller zeit Zu deinem ebenbilde. 5. Er ist dein eingeborner Sohn; Hat deine macht und stärke; Hat deine herrschaft, deinen thron; Thut alle deine wers ke. Denn, was nur erd' und himmel faßt, Das alles, alles, Von der göttlichen Dreieinigkeit. 81 Vater, hast Du nur durch ihn| uns in jedem schmerz, Zur weiserschaffen. heit uns zu leiten. 6. Durch ihn erhältst du und regierst Nach deinem wohlgefallen, Was du erschufft; turch ihn vollführst Du auch dein werk in allen. Du hast uns vor der welt dir schon Durch deinen hochgeliebten Sohn Zum eigenthum erwählet. 7. Steh' uns denn, Vater, ferner bei! Vergieb uns! hilf uns fündern! Mach' uns von allem bösen frei; Mach' uns zu deinen findern! Verlaß uns nie in einer noth! Beglück uns, selbst durch unsern tod! Du, Vater, hast's verheißen! 8. Auch preisen wir, o Jesu Christ, Dich, Gottes Eingebornen; Dich, der du unser Schöpfer bist, Dich, retter der ver fornen! Gott warst du, wie's dein Vater ist. Warst auch so selig: dennoch bist Du mensch für uns geworden. 11. Uns heiligt deiner taufe bad; Du giebst des glaubens gabe, Daß, wer nur fest hält, was er hat, Durch ihn das leben habe. Du warnst vor'm fall, und hilsst uns auf, Wenn wir gefallen sind, den lauf Zum ziele zu erneuern. 12. Durch dich ist unsre hoffnung fest; Du linderst alle schmerzen; Und wenn uns alle welt verläßt, Bleibst du in unsern Herzen. Hilf stets; und, naht der tod heran, So laß auf Jesum Christum dann Uns froh und selig sterben. 13. Sey, o Gott Vater, Sohn und Geist, Für deine huld erhoben! Wer dein bekenner iſt und heißt, Muß immerdar dich loben. Herr, heilig, heilig, hei lig ist Dein name! so lobsingt der christ Auf erden, so im himmel! Mel. Gott der Vater, wohn'. 9. Das wardst du, uns von unsrer schuld, Vom tode zu erretten, Daß wir zu deines Va 119. Gott, Weltrichter, ters huld Vertraun und zugang hätten. Du, der du uns zum heile starbst, Standst auf, und giebst, was du erwarbst, Uns nun von deinem throne. richte nicht! Gott, Vater, schone, schone! Dein erbarmend angesicht Leucht uns in deinem Sohne! Aus der tiefe rufen wir: Um deines Sohnes willen Laß unser Herz sich 10. Du bist, o Geist! der stillen, Um deines Sohnes wil gnade pfand, Vom Vater und len! Er hat uns versöhnt mit vom Sohne, Auch Gott; vom dir; Er hat den felch getrunVater uns gesandt Und von des ten; Tief in den staub gefunSohnes throne, Um zu erleuch- fen, Hat er ihn ganz getrunten unser Herz, Zu trösten ten. Auf sein blut vertrauen F 82 Von der göttlichen Dreieinigkeit. wir: Versöhnter, dank und preis| vor deinem throne: Ruhm, sey dir. Vollender, lobgesang Und preis sey dir, und ewig dank! 5. Preis und ehre, Vater, dir! Und die, o Sohn des Vaters! Preis und ehre bringen wir Dir, Geist des Sohns und Vaters! Rühmt's im Himmel, rühmet's hier, Daß aller tnie' auf erden Vor Gott gebeuget werden; Daß alle heilig werden! Ehre, preis und dank sey dir, Dem Vater aller finder; Dir, todesüberwinder; Dir, tröster banger fünder! Ewig, ewig jauchzen wir Dir, Vater, Mittler, Tröster, dir! Mel. Gott der Vater, wohn'. 2. Gottes und des menschen Sohn, Für unsre schuld verbürget, Sprich für uns auf Got tes thron! Lamm Gottes, uns erwürget; Heiland, Hoherpriester, dir, Dir nahn wir uns, und beten: Du wolleft uns vertreten, Für uns zum Vater beten! Gnade haben wir von dir; Wir theu'r erkaufte sünder Sind wie der Gottes finder, Du sündenüberwinder! Ewig, Herr, froh locken wir: Versöhner, dank und preis sey dir! 3. Geist, vom Vater uns gesandt, Erworben uns vom Sohne, Unsers heiles sichres pfand, 120. ott, ich darf zu bir Führ' uns zu throne! Gäst' und wandrer sind wir hier; Lehr' uns zum himmel wallen! Entzünde du in allen Die lust, Gott zu gefallen! Alles gute kömmt von dir; Du wollest, wenn wir beten, Uns bei dem Herrn vertreten, Und: Vater! mit uns beten! So geheiligt rufen wir: Erneurer, lob und preis sey dir! Ich, ein erlöster Chrifti! Tief im staube bet' ich an Dich, Vater Jesu Chrifti! Unsichtbarer, der du bist, Und seyn wirst, der du warest! Du schaffest und bewahrest Die welt, vor der du wareft. Herr, wer gleichet dir? wer ist, Wie du Gott über alle? Daß alles dir gefalle, In allen und durch alle? Herr, Jehova Zebaoth, Sey hochgelobt, Gott, unser Gott! 4. Auf den glauben folgt das schaun; Herr, Herr, laß deine frommen Alle, welche dir vertraun, zu deinem schauen kommen! Dunkel ist des glaubens pfad; Du wollest, Gott, sie führen, Daß sie ihn nicht verlieDamit sie triumphiren! Wer die fron' errungen hat, Der legt vor deinem throne Sie nieder, seine frone, Und jauchzt ren, 2. Sohn, ich darf zu dir mich nahn, Gott, ebenbild des Vaters! Tief im staube bet' ich an Dich, eignen Sohn des Vaters! Menschgeword'ner, der du bist, Und seyn wirst, der du warest, Im fleisch dich offenbarest Der welt, vor der du warest; Herr, wer gleichet bir? wer ist, Wie Von der göttlichen Dreieinigkeit. 83 du, Gott, über alle? Daß jeder| tes uns rüsten! Amen, amen, dir gefalle, Versöhntest du uns das sey wahr! So singen wir: alle. Sohn, Jehova Zebaoth, Halleluja! Sey hochgelobt, Herr, unser Gott! 3. Geift des Vaters und des Sohns, Du kennst die tiefen Gottes! Siegel unsers gnaden lohns, Mach' uns zu tempeln Gottes! Geist der heiligung, du bist Vom Vater uns gegeben, Damit wir ewig leben, Und ewig ihn erheben. Heilig, heilig, heilig ist Der Vater mit dem Sohne! Der Geist auf Einem throne Mit ihm und seinem Sohne! Ewiger, Herr Zebaoth, Sey hochgelobt, Gott, unser Gott! 2. Jesus Christus, wohn' uns bei, Und laß uns nicht verderben; Mach' uns aller fünden frei, Und hilf uns selig sterben! Vor dem teufel uns bewahr'! Halt uns bei festem glauben, Und auf dich laß uns bauen; Aus herzensgrund' vertrauen! Dir uns lassen ganz und gar; Mit allen rechten christen Entfliehn des teufels listen; Mit waffen Gottes uns rüsten! Amen, amen, das sey wahr! So singen wir: Halleluja! 121.6° ott der Vater, wohn' uns bei, 3. Heil'ger Geist, ach, wohn' In eigner Melodie. Suns bei, Und laß uns nicht verderben; Mach' uns aller fünden frei, Und hilf uns selig sterben! Und laß uns nicht verderben; Vor dem teufel uns bewahr'; Mach' uns aller sünden frei, Und Halt uns bei festem glauben, hilf uns selig sterben! Vor dem Und auf dich laß uns bauen, teufel uns bewahr'; Halt uns! Aus Herzensgrund' vertrauen! bei festem glauben, und auf dich laß uns bauen; Aus herzensgrund' vertrauen! Dir uns laffen ganz und gar; Mit allen rechten christen Entfliehn des teufels listen; Mit waffen Got Dir uns lassen ganz und gar; Mit allen rechten christen Entfliehn des teufels listen; Mit waffen Gottes und rüsten! Amen, amen, das sey wahr! So singen wir: Halleluja! 82 84 shan IV. Von der Schöpfung, von den vornehmsten Geschöpfen Gottes, und von ihrer ursprünglichen Beschaffenheit und Bestimmung. un lapsi lasitoo antol modu 4. Gott hat alles gemacht, Himmel und Erde, und was darinnen ist. Seine vornehmsten Geschöpfe sind Engel und Menschen; alle von Gott unschuldig und unsterblich, zu seiner Verehrung, zum Gehorsam gegen seine Gesehe, und zu einer ewigen Glückseligkeit erschaffen und bestimmt. 122.Bobingen, Und Mel. Wachet auf, ruft uns. etet an! laßt uns ruhm und dank dem Schöpfer bringen; Dem Allerhöchsten ehr' und macht! Betet an! Er hat er schaffen! Frohlockt! frohlockt! Er hat erschaffen! Ihm werde lob und preis gebracht! Die engel sind durch Ihn! Die menschen sind durch Ihn! Preis dem Schöpfer! Er schuf die welt, Die er erhält; Es rühm', es preif' ihn seine welt! 2. Er verließ die erste stille. Die welt zu schaffen, war sein wille; Was seine huld beschloß, geschah. Er gebot allmächtig: werde! Da ward der himmel, stand die erde Zum preise seiner güte da. Der allmacht erster Sohn, Der engel jauchzte schon: Preis dem Schöpfer! Doch schien noch nicht Der welt sein AL licht; Er sprach: es sey! da ward es licht! 3. Oben wölbt er seinen himmel; Aus waffer unter seinem himmel Wird jede wolk' ein hängend meer. Wasserdeckt der erde höhen; Es flieht auf sein allmächtig wehen, Und überströmet sie nicht mehr. So bricht er seinen lauf; Enthüllet steigt Herauf Gottes erde, Sein eigenthum, Sein preis und ruhm, Und seines Sohnes eigenthum. 4. Er gebeut; der erde felder Und hügel, thäler, berg' und wälder Blühn fruchtbar durch sein wort voll macht. Seine sonn' in hoher ferne Regiert den tag, und mond und sterne Regieren stiller in der nacht. Er spricht: da füllt das meer Ein tausendfältig heer. Preis dem Schöpfer! Auch fingt und ruft Das volk der luft Von der Schöpfung. 85 Zum Schöpfer, der's zum leben| dir, jauchzt dir unser glaube! mong em Chr' und stärke, preis und macht Sey, Erschaffer, dir gebracht! Deiner engel hohe lieder Hallen wir auf erden wieder. Voller tönt ihr lobgesang; Wonnevoll auch unser dank. 1504 5. Menschen, fragt auf dem gefilde Das vieh nur; fragt nur: wer dem wilde Die feffel aufgelöset hat. Fragt: wer gab den wüsteneien Zum Herrn, der thie re furcht, den leuen? Der Herr, 2. Es lobsingen dir die himso groß durch rath und that! mel; Die gesellin deiner himDas roß, das schaaf, der stier, mel, Auch die erde betet an, BeHerr, was ist nicht von dir? Altet ihren Schöpfer an. Ueberall, les jauchze: Der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott! Er ist der Schöpfer! Er ist Gott! mit wohin wir sehen, In den tiefen, auf den höhen, Sehn wir deine größ' und pracht, Sehn wir spiegel deiner macht. 6. Tiefer betet an, und bringet Der lobgesänge mehr, und finget Gewaltigern, erhabnern dank! Laßt uns, sprach er, menschen schaffen; Ein bild von uns, nach uns geschaffen! Und Abam war, erstaunt', und fang: Er ist mein Schöpfer, Gott, Jehova Zebaoth! Preis dem Schöpfer! Der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott! Es ist kein andrer 4. Herr, wie zahllos sind die Herr, als Gott! 3. Dank sey dir; denn nicht vergebens Bist du, Herr, der quell des lebens. Was frohlocfet, freuet sich, Schöpfer, Vater, nur durch dich. Was empfindung hat und lebet, Alles, was sich höher hebet, Ist von dir; und wie geschmückt, Wie gesegnet, wie beglückt! werke Deiner weisheit, huld und 7. Ewig wollen wir lobsin- stärke! Wie so wundervoll und gen, Und ruhm und dank dem schön Ist nicht alles, was wir Schöpfer bringen; Dem Allers sehn! Sey von uns, o Gott, erhöchsten ehr' und macht; Denn hoben, Welchen erd' und himmel er hat auch uns erschaffen; Zu loben! Deiner schöpfung lobgeſeinem ruhm auch uns erschaf- fang Sey ein allgemeiner dank! fen; Ihm werde lob und preis ge- Nach dem 104. Psalm. bracht! Wir sind, o Gott, von dir; In eigner Melodie. Frohlockend jauchzen wir: Preis 124.Erheb, erheb', o meine ſeele, Gott, Die er erhält; Es rühm', es meinen Schöpfer, und erzähle, preis ihn seine welt! Verkündige sein lob der welt! Ihm singe deine jubellieder! Der fromme halle sie ihm wieder; Ihm, der uns schuf und Mel. Heilig, heilig, heilig. Pief anbetenb, tief im staube Dankt 123. 86 Von der Schöpfung. uns erhält! Frohlockt ihm, alle| umdämmet, Daß sie, durch deiseine heere! Ihm weihet euern nen arm gehemmet, Die erde Lobgesang! Der Herr ist wür- nicht verwüsten kann. Du dig, preis und ehre zu nehmen, sprichft: der berge schooß' entlob und ruhm und dank! quellen Die brunnen, werden bäch', und schwellen Zu strömen und zu seen an. Aus ihnen schöpft das volk der felder Erquickung, bis sein durst sich stillt; Auch rieseln waffer durch die wälder, Erfrischen und erfreun das wild. 6. Viel schattenvolle bäume grünen An deinen wassern, und aus ihnen Ertönt der vögel luft und dank. In ihrer zweige schutz verborgen, Frohlocken sie dir jeden morgen, Tönt dir des abends ihr gesang. Mit deinem segenvollen thaue Wird jeder steile berg erquickt. Auch grünen fröhlich feld und aue, Mit deinen früchten, Gott, geschmückt. 7. Durch dich entsprießt, damit die heerden Der sichern flur gesättigt werden, Das gras, und fleidet, Gott, das land. Uns blühn die kräuter, und der segen Der saaten reifet uns entgegen, Und füllt des frohen schnitters hand. Brod giebst du für des menschen leben; Und, unsre herzen zu erfreun, Giebst du den traubenvollen reben Mit milder, reicher hand den wein. 2. Herr, dir ist niemand zu vergleichen; Kein lob kann deine größ erreichen, Kein noch so feuriger verstand. Pracht, majestät und ruhm umgeben Dich, aller wesen quell und leben: Licht ist dein stralenvoll gewand. In hohen unermeßnen fernen, Wohin kein sterblich auge schaut, Hast du, weit über allen sternen, Dir deinen höchsten sig erbaut. 3. Wir sinken vor dir, Gott der götter, Hinab in staub, wenn du im wetter Einhergehst, allen fürchterlich! Du fömmst, und wolken sind dein wagen; Dein wagen donnert; willig tragen Die fittige des sturmes dich. Die engel fliegen, gleich den winden, Vor dir heran, Herr Zebaoth! Wie flammen, die sich schnell entzünden, Sind dei ner allmacht diener, Gott! 4. Du haft der erde grund geleget: Nun steht sie ewig unbeweget; Vor alters war die tief ihr kleid. Auf allen bergen standen wasser: Du schaltst sie; da entflohn die wasser, Durch deines donners kraft zerstreut. Der berge gipfel, Herr, erschie- 8. Du schaffst das öl, uns zu nen, Erhoben durch dein mächtig wort; Die thäler sanken un ter ihnen An den für sie bestimmerquicken; Von mannigfaltigem entzücken Glänzt heiter unser angesicht. Wem giebst du, Gott, nicht brod die fülle, Daß jeder seinen hunger stille? Wen stärkst ten ort. 5. Nun steht der wasser wuth Von der Schöpfung. du, wen erfreust du nicht? Die bäume leben, und empfangen Von dir des obstes überfluß; Gepflanzt von deinen Händen, prangen Die cedern auf dem Libanus. 9. Die vögel baun in ihren wipfeln, Die störch' in hoher bäume gipfeln, Gebildet und ernährt durch dich. Die gemse liebt der felsen spitzen, Die jähen berg'; in ihren rißzen Verbergen die kaninchen sich. Den mond erschuf uns deine gnade; Er leuchtet uns, und theilt die zeit. Die fonne fennt und eilt die pfade, Die ihr dein wink zut gehn gebeut. 10. Der mensch, von seinem fleiß ermattet, Ruht, von der finsterniß umschattet, Und nur das volk der wüste wacht. Dann gehn die thier' aus ihren wäl bern, Und suchen auf bethauten feldern Sich ihre nahrung in der nacht. Des jungen Löwen laut gebrülle Begehret seinen raub von dir. Du nährst ihn, Gott, aus deiner fülle; Du sättigst jedes wilde thier. 11. Der morgenröthe stralen glühen; Der tag erscheint, und schnell entfliehen Die thier' in ihre hölen hin. Der mensch erwacht, und pflanzt und säet; Dein segen folgt ihm, wo er gehet, Und jeder fleiß wird sein gewinn. Wie zahllos, Gott, sind deine werke! Die welt ist deiner 87 man deine stärke Und huld und weisheit rühmen soll. de t 12. Wie wimmelt's in den weiten meeren Von größern und von kleinern Heeren! Dein Leviathan spielet hier. Die schiffe finden sichre bahnen, Selbst auf den wilden oceanen, Geführt, erhalten, Gott, von dir. Herr, alles wartet auf der erde, Ini meer und in der luft auf dich, Daß es von dir gesättigt werde. Du segneft; sie erquicken sich.d Im deine gaben, Daß sie aus deis 13. Du giebst; ste ſammeln ner hand sich laben; Du sättigft sie mit freundlichkeit. Dein angesicht ist heil und leben; Herr, du verbirgst es: ste erbeben; Ihr odem fliehet, weil es dräut. Du zürnest, Gott, und das verderben Ergreift begierig seinen raub; Still steht das leben, und sie sterben, Und werden, was sie waren, staub.d 14. Dein odem tödtet und beseelet; Die welt, die deine huld erzählet, Erneuert sich auf dein gebot. Dein ruhm iſt ewig; deine stärke Schuf und bewahret deine werke; Sie sind dein wohlgefallen, Gott! Du schaust die erd' an: sie erzittert. Du tastest an der berge Höhn: Und berg und fels, durch dich zersplittert, Sind flammen, dampfen und vergehn. 15. Gott, meinem Gott, will ich lobsingen; Ihm will ich dank und ehre bringen; Ihm, weil güter voll. Du giebst sie, daß ich athme, lieber weihn. Die Von der Schöpfung. 88 frommen lieder, die ihn ehren, Wird er mit wohlgefallen hören; Ich will mich in dem Herrn erfreun. Die erde trägt zwar viel verbrecher, Doch bald vertilget Gott ihr heer; Er schaut sie an, der laster rächer: Und alle frevler sind nicht mehr. 16. Erheb', erheb', o meine feele, Gott, meinen Schöpfer, und erzähle, Verkündige sein lob der welt! Ihm finge deine ju bellieder! Der fromme halle sie ihm wieder; Ihm, der uns bildet und erhält! Frohlockt ihm, alle seine Heere! Ihm weihet euern lobgesang! Der Herr ist würdig, preis und ehre Zu nehmen, lob und ruhm und dank! nad Mel. Herr Gott, dich loben. 125.8 war noch keine zeit; Es war nur ewigkeit; Jetzt schufst du, Gott, der himmel heer, Und aller deiner geister heer. Die himmel sind, wie weit sie sich Ausbreiten, alle nur durch dich: Nur Hütten für den bessern geist, Der selig ist, wenn er dich preist. Erster! Unendlicher! Welser! Allmächtiger! Gnädiger! Heiliger! Jehova! unser Gott! Du hast den erdkreis ausges schmückt Mit schönheit, die die seel' entzückt. Sie, die viel' himmel überstralt, Die sonne, die uns leben stralt, Du führeft sie zu uns Herauf, Und immer läuft sie ihren lauf. Den sanftern mond hast du gemacht, Den führer und den schmuck der nacht. Wohin wir, unser Schöpfer, gehn, Wie weit des müden augen sehn, Trieft, o Allmächtiger, dein fuß Von deiner gnaden überfluß. Die quelle rinnt; es träuft der thau; Sie tränket uns; er tränkt die au. Der berg, das thal, der wald, das feld, Der erdkreis, den dein arm erhält, Ist schön, ist segen, und erfreut Durch immer neue fruchtbarkeit. Wir leben gern; des lebens müh - Du linderst und versüßest ste. Den schweiß auf unserm anges ficht Bestralet deines segens licht. So hast du unsre welt geschmückt Mit schönheit, die die seel' entzückt. Doch, ach! wie oft verwüstet nicht Den erdkreis deines fluchs ges richt! Erdbeben, donner, stürme, meer, Krieg, pest und tod sind, Gott, dein Heer, Das, wenn du willst, die welt verheert, Und stolzer sünder glück zerstört. Ach, staub zu werden, sinken wir Von der Schöpfung. 89 Ins grab, furchtbarer Gott, vor dir! 5. Mein ist die kraft, mein ist 0 himmel und erde; An meinen Ein lüftchen selbst( dem win- werken kennst du mich. Ich bin's, kest du) und werde seyn, der ich seyn werde: Dein Gott und Vater ewiglich! 6. Ich bin dein Schöpfer, bin weisheit und güte, Ein Gott der ordnung, und dein heil! Ich bin's! mich liebe von ganzem gemüthe, Und nimm an meiner gnade theil! Weht uns dem nahen grabe zu. Der mensch, des tod's gewisser raub, Was wär' des elends knecht, der e staub, Hätt' ihn der Mittler nicht verföhnt, med Mit dir, Unendlicher, versöhnt? Gerechtester! was wären wir? Jehova! Richter! was vor dir? Amen! Mel. Nun kommt der heiden. 127. Simmel, erbe, luft In eigner Melodie. und 126. Die ie himmel rüh- ler welten zahllos heer Jauchzen men des Ewi- Gott, dem Schöpfer, zu; Meine seele, sing' auch du! collett 2. Wie erhebt die sonne nicht Jeden tag ihn durch ihr licht! Auch der sterne lauf und pracht Lobt ihn in der stillen nacht. 3. Seht, wie er das land beglückt, Und mit reichem segen schmückt! Jedes kraut und jedes thier Ist ein zeuge, Gott, von dir. gen ehre; Ihr schall pflanzt seinen namen fort. Ihn rühmt der erdkreis, ihn preisen die meere. Vernimm, o mensch, ihr göttlich wort! 2. Wer trägt der himmel unzählbare sterne? Wer führt die sonn' aus ihrem zelt? Sie kömmt und leuchtet, und lacht uns von ferne, Und läuft den weg, gleich als ein held. 3. Vernimm die stimme ber prächtigen werke, Die er erschuf und auch erhält! Verkündigt weisheit und ordnung und stärke Dir nicht den Herrn, den Herrn der welt? 4. Kannst du der wesen unzählbare heere, Den kleinsten staub fühllos beschaun? Durch wen ist alles? o gieb ihm die eh re! Mir( ruft der Herr) sollst du vertraun! 4. Seht, der vögel fröhlich chor Singt und jauchzt zu ihm empor. Ihn verkündigt überall Auch des donners bliß und schall. 5. Seine starke schöpferhand Stillt das meer und tränkt das land. Auf sein drohen schweigt vor ihm Jedes sturmes ungestüm. mite 6. Gott, wie offenbarst du dich! Meine seele freue sich! Druck' es tief in meinen sinn, Was du bist, und was ich bin! Von der Mel. Wachet auf, ruft uns. 128. Rommet, laßt uns niederfallen, Grstaunen, rühmen, daß uns allen Jehova unbegreiflich ist! Sagt, ihr engel, sagt, ihr frommen: Erschaffer, Herr, du bist vollkommen! Du warst, du wirst seyn, der du bist! Noch eh' der himmel war, Den deine macht gebar, Vor der erde, War schon ihr Herr, Und herrlicher, Als ihn, wer endlich ist, sich denkt. 2. Alles, was er schaffen wollte, Was nach der schöpfung werden sollte, Sah er in seiner möglichkeit; Sah's, als ob's erschaffen wäre, Sah jede welt, Mel. Wachet auf, ruft uns. fah ihre heere, Und jeden geift, 129. Betet an, ihr menden er Allwissend war der Herr; Allmächtig war der Herr; Gut und Heilig! Auch ohne reich Bedurft' er euch, Ihr welten, nicht zur seligkeit. 90 Schöpfung. ihm troßen will, vergeht. Er hält in ewigkeit, Was er verheißt; und dräut Nicht verges bens. Ihr sünder, bebt! Jehova lebt! Gerechte, jauchzt! Jehova lebt! 3. Er erschuf's, uns zu beglüfen. Auch erd' und himmel reich zu schmücken, Floß über sie sein licht herab. Ihnen sich zu offenbaren, Erschuf er höh'rer geister schaaren, Sie, denen er die welten gab. Nun hat der Herr ein reich; Noch immer selbst sich gleich; Unaussprechlich! Und die natur Verkündigt mur, Was er vor allen welten war. 4. Alles will und muß den willen Des Allgewaltigen erfüllen; Was er verordnet, das be steht. Seine wege sind vollkommen. Er schüßt, beglückt, und liebt die frommen; Und wer 5. Leben wird er, seyn ein rächer Der unbeweglichen verbrecher: Der frommen vater im gericht. Dunkel sind noch seine pfade; Einst aber heiligkeit und gnade, Und alle seine thaten licht. Lobsingt, lobsinget Gott! Jehova Zebaoth Ist, der seyn wird! Schon offenbar Nun, wie er war; Mehr noch, wenn er gerichtet hat. Dem Höchsten ruhm und preis, lobsinget Gott, unserm Schöpfer, betet an! Zahllos sind der geister schaaren, Die, eh' noch wir geschaffen waren, Vor ihm schon standen und ihn sahn. Ihr Heer, umstralt von licht, Bedeckt das angesicht Vor dem Schöpfer. Voll Preis und dank Tönt ihr gesang Durch alle himmel Gottes hin. 2. Tausend sind es, und zehntausend, Und mehr noch, als zehnmal zehntausend, Die seiner größe ruhm erhöhn, Heilig, heilig ist Gott! rufen Sie tief anbetend an den stufen Des hohen throns, um den sie stehn. So weit er herrscht, so weit Geht seihe herrlichkeit!( Jauchzen alle): Wer ist, wie er?( Frohlockt ihr Von der Schöpfung. 91 Heer): Wie Gott, schaffen hat! der uns ge-| jauchzen, daß wir alle Dann, tel hohir aufgerichtet von dem falle, Gott 3. Sie, die treu ihm blieben sehn und seiner wonne licht. alle Bei jenes ersten mörders Heil uns! wir beten dann Mit falle, Vollbringen seinen willen allen engeln an, Engel Gottes! gern. Seht ihr beispiel, folgt, Ihr preisgesang Und unser dank ihr frommen! Sie alle, heilig Hallt dann durch alle himmel hin. und vollkommen, Gehorchen Mel. In allen meinen thaten. wonnevoll dem Herrn. Sie 130. Wer zählt der ene gel Die thun, was er gebeut, ihre Herrlichkeit Ift gehorsam. Sie weilen nie, Er sende sie, Wohin sein wink ste senden will. 4. Winden gleich, und gleich den blißen, Gehn sie vom thron aus, segnen, schützen, Und strafen, wie es Gott gebeut; Lagern sich um Gottes finder, Und fördern gern das heil der sünder, Und freun sich ihrer seligkeit. Sie dienen, Jesut, dir; Frohloden laut, wenn wir Uns bekehren; Wenn unser dank Den preisgesang Der Himmel hier schon wiederhallt. mis du zu deiner ehre, Herr der welten, schufft? Sie freun sich, deinen willen Gehorsam zu erfüllen, Wie flammen schnell, wenn du ste rufft. 2. Sie eilen, in gefahren Den frommen zu bewahren, In seiner pilgerzeit. Sie freun an deinem throne Sich einst auch seiner krone, Wie ihrer eignen seligkeit. 3. Bekehren, Gott, sich fünder, Und werden deine finder, Die dir dein Sohn gewinnt; Dann jauchzen ihre lieder, Daß ihre neuen brüder Dem fluch entrissen worden sind. 5. Gott, mit allen diesen heeren Soll, wer hier heilig wird, dich ehren, Einst ewig sich mit ihnen freun; Soll, erlöst durch dein erbarmen, zu dir gebracht auf ihren armen, Einst selig, wie die engel, seyn. Vernehmt's, ihr menschen, hört: Wer sich zu Gott bekehrt, Wird am throne In seinem reich Auch, engeln gleich, Das antlitz seines Gottes schaun. 4. Sie jauchzen deinem Sohne, Daß du sie ihm zum lohne Für seine leiden giebst; Daß du ste trägst und leitest, Zum himmel vorbereitest, Und zärtlich, wie ein Vater, liebst. 5. In solchen geisterchören Dich ewig zu verehren, Welch eine seligkeit! Wer wird sie einst empfinden? Der, der entwöhnt von sünden, Sich ihnen gleich zu werden freut. 6. Werdet heilig! seyd voll kommen, Wie engel Gottes; Gott wird kommen Mit seinen engeln zum gericht. Laßt sie den, Mir lust und stärke nur: 6. Giebst du, daß ich auf erden Kann ihnen ähnlich wers 92 Von der Schöpfung. So mag mich in gefahren Er-| Dieser wonne, dich zu sehn, halten und bewahren Dein engel Dürfen wir im tod' uns trösten, oder die natur. dans Wenn wir deine wege gehn; Wenn wir ringen, schon auf erden Deinen engeln gleich zu werden, Standhaft in der heiligkeit, Dir zu dienen, stets bereit. 4. Wenn wir vor begierde brennen, Und, den engeln gleich, uns freun, Immer mehr dich zu erkennen, Immer heiliger zu seyn; Wenn wir hülfreich gern mit ihnen Unsern schwächern brüdern dienen; Wenn ohn' allen eigennutz Wir ihr beistand sind, ihr schutz. 7. Ich zittre nicht: ich schaue Auf dich nur; dir vertraue, Gott meines heils, ich mich; Vergnügt, daß einst mit engeln Ich heilig, rein von mängeln, Dein antlig schaue, Vater, dich! 8. Wenn du zu ihren liedern, Zu meinen höhern brüdern, Vor deinen thron mich rufft: Empor will ich mich schwingen, Und dank und preis dir singen, Daß du für mich auch engel schufft! in 9. Sie, über mich erhoben, Sie lehren, dich zu loben, Mich ihren höhern dank. In deinem heiligthume Wird dann zu deinem ruhme Der ganze himmel Ein gefang. Mel. Alle menschen müssen. enn wir unsern Wenn wir unsre seelen nun Uebergeben deinen händen, Bald in deinem schooße ruhn: Gilen wir aus allen leiden Hin zu dei ner engel freuden, Ewig, Gott, bei dir zu seyn, Ewig deiner uns zu freun. 2. Wir zu gnaden angenommen, Hoffen, Vater, voll ver traun Auch, wie ste, mit allen frommen Deine herrlichkeit zu schaun. Gleiche Hoheit wird uns schmücken, Gleiche wonn' uns dann entzücken. Wir, er hoben in dein reich, Werden bei nen engeln gleich. 3. Dieses heiles der erlösten, 5. Wenn wir finder in gefah, ren Leiten, nie verführen, nie; Sie, wie engel thun, bewahren, Kinderfreunde stets, wie sie; Wenn durch beispiel, wie durch lehren, Wir sie reizen, dich zu ehren, Ihre kindheit dir zu weihn, Fromme zu feyn. 6. Welch ein heil, Gott, schon auf erden Engeln an vollkommenheit Immer ähnlicher zu werden, Aehnlich einst an seligkeit! Laß uns nicht in eiteln träumen Dieses große heil versäumen; Lehr' uns deine wege gehn, Einst, wie sie, dich auch zu sehn! 7. Wenn wir unsern lauf vollenden, Wenn wir unsre seelen mun Uebergeben deinen händen, Bald in deinem schooße ruhn: Eilen wir aus allen leiden Hin zu deiner engel freuden, Gwig, Gott, bei dir zu seyn, Ewig deiner uns zu freun. Von der Schöpfung. 93 | den, mich empfinden, Mich unterscheiden von der welt. Zu tausend thaten hab' ich kraft; Die giebt mir Gott, der alles schafft. fed di diam Mel. Wer nur den lieben. 132.C 28 werde Gott von dir erhoben, Du, seines odems hauch, mein geist! Sollt' ich nicht meinen Vater loben, Den jedes seiner werke preist? Ihn, der mich schuf, sein bild zu seyn, Und seiner liebe mich zu freun? 2. Schön ist der sønnenreiche himmel, Den er zu seinem stuhle wählt: Doch ist der sonnenreiche himmel Gedankenlos und unbeseelt. Nur mir, dem thone feiner Hand, Gab er gefühl, gab er verstand. Tisser 3. Anmuthig, prächtig zum entzücken Ist seine ganze förperwelt. Wer zählt die reize, die ste schmücken? Was ich nur fehen kann, gefällt: Und doch kann ich nie ganz, wie schön, Wie wundervoll sie sey, verstehn. 4. Für engel nur und nur für seelen, Die Gott zu ihrer würd' erhob, Sind sie so herrlich; sie erzählen nur geistern meines Schöpfers lob. O feele, jauchze, daß sein ruf Auch dich zu einem geiste schuf.t 5. Ich, Gott, kann denken; ich gewinne, Weil ich zu einem geiste ward, Durch die empfindung meiner finne Gedanken 7. Wie feurig dürftet meine seele Nach lust und ruhm und seligkeit! Nur daß ich oft betrogen wähle, Was, wenn's errungen ist, mich reut. Doch, das ist meiner thorheit schuld, Ift bloß ein mißbrauch deiner huld.& 8. Begabt mit wundervollen sinnen, Mit freiheit, mit vernunft von dir, Sollt' ich, o Gott, dich lieb gewinnen, Dich nur, und nichts gebräche mir. Ach, möchte meine seele dein Mit allen ihren kräften seyn! 9. Gott, meine lust sey, dich zu kennen; Dich, urquell der vollkommenheit! Von deiner liebe ganz zu brennen, Mein lob und meine seligkeit! Nimm hin mein herz! was fehlt mir dann, Wenn dieß sich deiner freuen is dominichi@ kann? 10. Es werde Gott von dir erhoben, Du, seines odems Hauch, mein geist! Auch ich will meinen Vater loben, Den jedes seiner werke preist; Ihn, der mich schuf, sein bild zu seyn, Und seiner liebe mich zu freun! Mel. Ein' feste burg ist unser. tauſendfacher art. Ach, ſtrebt 133.Dir, Gott, ley preis alle zu weihn: Wie selig. könnt' ich hier schon seyn! 6. Ich kann ste sammeln und verbinden Und trennen, wie es mir gefällt; Die welt empfinund dank ge bracht; Dir, Schöpfer und Erhalter! Ich bin ein wunder deiner macht, Mein Schöpfer, mein Erhalter! Du erbautest 94 Von der Schöpfung. mir Diesen leib, und die Dank'| mein ganzes blut Freut, o Schöich jeden sinn; Und alles, was ich bin, Verkündigt deine größe! pfer, sich! Es walle schneller, dich Und deine macht zu preisen! 7. Dich, Schöpfer, will ich preisen; dich, Wenn ich die sinne brauche, Geh', lieg' und ausruh', oder mich Beweg' und athm' und hauche! Laß sich, Vater, dein Alle glieder freun! Ewig, ewig sey Dieß herrliche gebäu, Mein leib, o Gott, dein tempel! Mel. Ich ruf zu dir, Herr. 2. Haupt, aug' und ohr, und mund und hand, Die ich zu dir erhebe, Die haut, so künstlich ausgeſpannt, Der nerven fein gewebe, Adern und gebein, Alle glieder freun Ihres Schöpfers fich, Und alle preisen dich Und deiner weisheit wunder! 3. Wie biegsam, wie gelenkvoll ſchließt Sich glied an glied 134.2fus erbe ward mein Die, leugnen, daß du bist, Die spötter zu verdammen! Wie so schön sie sind! Wie sie sich geschwind Regen, wenn ich will, Und, will ich nicht, dann still Der seele wink er leib erbaut, Und wird auch wieder erde: Doch weiß mein geist, der Gott vertraut, Daß er nicht sterben werde. Er, mehr als staub, er, Gottes hauch, Wird nach dem tod' auch leben; Schweben, schweben Wird er zu Gott, und auch Gott außerm leibe leben. warten! 4. Ach, hättest du mein auge nicht So meisterlich bereitet: Was nützte mir der sonne licht, Ihr glanz, vor mir verbreitet? Ach, umsonst erhellt Bliebe deine welt Mir mit ihrer pracht, Dem schimmer deiner macht, In dunkle nacht verhüllet. 5. Ich jauchze, daß ich sehen kann, Und hören und empfinden, Und reden! beten will ich an, Gott sehen, Gott empfinden! Töne, mein gefang! Töne, preis und dank! Fleug zu ihm empor! Auch höre gern, mein ohr, Der schöpfung jubellieder! 6. Wer, wer regiert des blutes lauf, Des herzens gleiche schläge? Bewegt die lung, und schwellt sie auf, Damit ich leben möge? Gott, der alles thut! Ja, 2. Denn, nicht mein leib, mein geist allein Kann denken, kann begehren; Deß, was nicht sichtbar ist, sich freun, Gott fennen und verehren; In dem, was er durch ihn empfand, Dich, o mein Schöpfer, finden, Dich empfinden, Und durch der liebe band Sich selbst mit dir verbinden. 3. Du bautest eine hütte mir, Gedanken da zu sammeln, Und da zuerst, mein Gott, von dir Und deiner huld zu stammeln, Und, immer mehr veredelt, mich, In deinem lob zu üben, Und, getrieben Von deinem geiste, dich Stets inniger zu lieben. 4. Ach, alle heiden wußten's Von der Schöpfung. 95 nicht, Verhüllt in dunkle schat-| geben kann. Gott will ihm mehr ten, Weil sie nicht deiner wahrheit licht, Dein wort, o Gott, nicht hatten: Ich aber weiß es; welch ein heil! Mag doch, was staub ist, sterben Und verderben, Mein beff'rer, höh'rer theil, Die seele, kann nicht sterben! 5. Nicht sterben! nein, nicht sterben! Gott! Des bessern lebens glauben Soll keines läst rers wahn noch spott Aus meis nem Herzen rauben. Ich werde sterben; aber dann Wird Gott zu sich mich führen; Triumphiren Wird meine seel', und kann Im tode nicht verlieren! 6. Soll nicht verlieren; mehr dereinst, Als hier mit allen sinnen, Genießen, und wenn du er scheinst, Durch meinen tod gewinnen. Ich jauchze, daß ich ewig bin; Denn nur mein leib wird sterben. Gottes erben Ist dieser tod gewinn; Die seele kann nicht sterben! 3. Dann endet er voll wonne Der hohen tugend schweren lauf. Gott selbst wird seine sonne, Und geht in vollem glanz ihm auf. Entflohn sind alle leiden, Die thränen abgewischt. Vollkommen seine freuden, In die kein schmerz sich mischt. Er jauchzt, er triumphiret, Und hat durch Gottes Sohn, Mit dem er nun regieret, Vor Gott auch Einen thron. 4. Auch ich darf dieß noch hoffen! Selbst nach dem falle steht auch mir noch dieſe laufbahn offen, zu deinen freuben, Gott, zu dir; Wenn ich mich dir ergebe, Und selbst von dir erMel. Nun lob' mein' seel' den. 135. Geben, meine neut, Nicht mehr in ſünden lebe, feele, mit für Gott erschaffen bist; Empfind's voll dank, und wähle, Was deiner wünsche würdig ist. Dir müssen Gottes sonnen, Dir seine sterne glühn; Für deine luft begonnen Gebirg und thal zu blühn; Und sie und alle gaben, Die ste, doch nicht für sich, Die sie für dich nur haben, Sind noch zu arm für dich. gewähren; Beut ihm ein größres erbtheil an. Er führt ihn auf die erde, Daß er in dieser zeit Von ihm erzogen werde Zu seiner seligkeit, Bis er mit allen kräften, Gebildet und gewöhnt Zu göttlichen geschäften, Nach ihr allein sich sehnt. 2. Der mensch darf mehr begehren, Als erd' und himmel ich auf dich nur sehe; Gestärkt durch deine kraft, Was eitel ist, verschmähe, Stets fromm und tugendhaft. 5. Schon hier dich, Gott, erkennen, Der du mein Herr und Vater bist; Von deiner lieb' entbrennen, Und thun, was ihrer würdig ist; Von Herzen Jesum lieben, Der für mich starb; und mich In guten werken üben Aus ehrfurcht gegen dich; Un 96 Von der Schöpfung.. schuldig, liebreich, allen Zum| hier mein ziel; Hätt' ich alles dienste gern bereit, Dem ziel selbstgefühl, Alles leben dann entgegen wallen: Gott, welche verloren: Lieber wär' ich nicht ſeligkeit! geboren. 3. Ist dieß leben nicht zum leben Einer bessern welt der pfab? Sagt, warum mir's Gott gegeben, Mir vernunft gegeben hat. Glücklich wär' ich: nähm' er mir's, Gäbe mir die luft des thiers, Das in freuden Hüpft und spielet, Und den tod voraus nie fühlet. 4. Seyn und dann zernichtet werden: Mitternachtgedanke, fleuch! Oder, ihr gewürm auf erden, Neidisch seh' ich hin auf euch! Denn was hälfe mir der flug, Der so oft zu Gott mich trug? Stürb' ich ganz im tod': so wäre Tugend weder pflicht noch ehre. 5. Nein, verächter! meinen glauben, Daß ich nicht ganz sterblich sey, Müsse mir kein blendwerk rauben, Und kein hohn der spötterei. Meine ſeel' ist Mel. Freu' dich sehr, o meine. 136. Shuf mich Gott nicht ein rauch, Nicht ein funken: ist ein Hauch, Den ich von dem Schöpfer habe; Den verweht kein shirm vom grabe. für augenblicke? Bloß für diesen traum der zeit? Nur zu ihrem eiteln glücke, Aber nicht zur ewigkeit? Spötter fagen's: nur ein hauch Ist das leben; schwindet auch, Wie ein stral in nacht verschwindet, Daß man seine spur nicht findet. 6. Geist! das ist mein hoher name. Dieser leib ist hülle nur: Einst des ebiern leibes saame Auf der auferstehung flur. Wie ein saatkorn erst verdirbt, Frucht dann tråget, wenn es stirbt: Als so stirbt mein leiblich leben, Eis nem edlern feim zu geben. 7. Nein, Gott schuf nicht unfre seelen Bloß für einen augen6. Mir, der ich auch in leiden Dir, o mein Vater, thetter bin, Fließt so in stillen freuben Die stunde meiner wallfahrt hin. Komm früher oder später, D tod, ich zittre nicht! Denn nur den übelthäter Erschrecket dein gericht. Ich, Gottes wink ergeben, Kann frohen muthes seyn, Und seiner mich im leben, Und auch im sterben freun. 7. Dieß ist dein ziel; dieß wähle, Die du so hoch begnadigt bist, Von Gott erlöste sees le; Dieß ist's, was beiner würdig ist. Dieß sey dir gegenwärtig; Nach diesem ring', und sey Zu allem guten fertig, Bis in den tvd getreu. Dir können keine welten Mit aller ihrer lust Der sünde dienst vergelten, Und dieses heils verlust. 2. Bin ich, wenn ich sterben werde, Völlig der verwesung raub? Dieser leib,( ich seh's,) wird erde; Ach, ein bald verwehter staub! D, erreicht' ich Von der Schöpfung. blick; Schuf sie nicht, um sie zu quälen; Schuf sie für ein ewig glück. Nur für dieses schuf er fie; Seelen, seelen sterben nie. Selig machen oder richten Wird er ste, und nicht zernichten. 8. Dieser heiße durst im her zen Nach der unvergänglichkeit; Dieser drang in leid' und schmerzen Nach der Heimath aus der zeit Zeugen, bürgen sind sie mir, Daß ich mich, mein Gott, zu dir, Daß ich einst, wohin ich strebe, Mich erheb' und ewig lebe. 1 9. Du, o schrecken im gewissen Der verbrecher; du, o ruh', Die schon fromme hier genießen, Hoher friede Gottes, du- Zeugen, bürgen sehd auch ihr, Wenn der tod mich schrecket hier, Wenn der leib zerstäubt zur erde, Daß mein geist nicht sterben werde! 10. Dankt es Jesu, Gottes finder, Daß euch keine zukunft 97 schreckt, Daß des todes überwinder Einst auch unsern leib erweckt! Wenn ihr sterbet, führt er gleich Eure seelen in sein reich, Und will selbst ein beff'res leben Euren leibern wiedergeben. 11. Ewig, ewig werd' ich leben; Sicher der unsterblichkeit, Streb' ich, mich empor zu heben Ueber jeden traum der zeit. Wandeln will ich fest und still Jeden pfad des rechts, und will, Was davon mich locket, hassen; Will die ewigkeit umfaſsen. d Mel. Wie schön leucht't uns. 137. leug auf, mein psalm, mein lobgesang, Anbetung, Gott, und 12. Aber, daß mein flug nicht wanke, Stärke mich, o Gott, dein wort, Und der selige gedante: Dort ist meine heimath, dort! Dort ist weder schmerz noch leid, Wonne nur und Herrlichkeit! Dort, o Gott, vor deinem throne Meines kampfes preis und krone! V. Von der Vorsehung und Regierung Gottes. 6. Gott erhält und regieret Alles durch seine weise, allmächtige und gnädige Fürsorge zum Besten aller seiner Geschöpfe, und besonders der Menschen. ruhm und dank Vor seinen thron zu bringen! Er hört auch menschenlieder gern, Wenn gleich die engel ihrem Herrn Erhabn're 98 Von der Vorsehung psalmen singen. Darum Hat er| len Rieseln; Winde wehen; Mit den heeren, Die ihn ehren, Flüff' und seen Werden meere Zu den stufen Seines throns Mir zum segen, ihm zur ehre! auch dich gerufen. 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprach zu seinen himmeln: seyd! Und zu dem erdkreis: werde! Gleich standen da voll reiz und pracht Vor ihm, zum preise seiner macht, Die himmel und die erde. Wie er's Ausrief, Da begonnen Tausend sonnen, Und erhellten Ein unzählbar heer von welten. 6. Noch stralt mir ungeschwächt sein licht; Noch weigert die natur sich nicht, Die welt für mich zu schmücken, Noch hat sie freuden g'nug für mich, Noch immer schön und jugendlich, Mein auge zu entzücken. Cher Werden Auch die werke Seiner stärke Nicht veralten, Bis er kömmt, gericht zu halten. 7. So hat mein Gott an mich 3. Wie sie so herrlich sind, so gedacht; Hat über sie durch seischön; Einträchtig alle Gott er- ne macht Zum herrscher mich Höhn, Und seine größe preisen! erhoben. Er gab mir meinen Wie tönt ihr jubellied, ihr dank; leib und auch Die seele, seines Ein hoher, lauter lobgesang odems hauch, Gleich engeln, Des Gütigen und Weisen! Ach, ihn zu loben. Rühm' ihn, Seewie Könnt' ich Fühllos schweile! Jauchzend schalle Von dem gen; Solcher zeugen Lob ver- halle Deiner lieber Gottes erd' nehmen; Und doch seines ruhms und himmel wieder! mich schämen! 4. Er hat der sonne hoch ges zelt, Die himmel, über seine welt Für mich auch ausgebreitet. Wer nutzt die erbe mehr, als ich? Hat sie mein Vater nicht für mich Gegründet und bereitet? Lächeln Mir nicht Alle wälder, Alle felder Froh entgegen; Reich für mich von seinem fegen? 8. Das kind, der jüngling und der mann, Die ganze schöpfung bet' ihn an Und seiner wunder menge! Strömt hin aus meiner vollen brust, Strömt hin, empfindungen voll luft, In hohe lobgesänge! Schöpfer, Vater, Dich erhebe, Weil ich lebe, Metne seele, Meine hochbeglückte feele! Aus dem 136. Pfalm. In eigner Melodie. 5. Wem blüht das thal? für wen erhebt sich das gebirg'? 138. Anbetung, hubel wem schwebt Und ger in den lüften? Für wen be völkert sich das meer? Wem lebt der thiere zahllos heer Auf jährlich grünen triften? Quellob sey Gott, und preis und dank! Frohlockt! frohlockt ihm, unsre psalter! Gott, welcher unsrer nie vergißt, 3st gut und und Regierung Gottes. 0.99 freundlich; freundlich ist Der Und irret nie in ihren wegen. Herr, der Schöpfer, der Erhal- Wie mächtig herrscht sie! leben quillt Aus ihrem brunnen, und erfüllt Die welt mit schönheit, luft und segen. ter! 2. Anbetung, jubel und ge sang, Und lob sey Gott, und preis und dank! Verstummt, verstummt, der Gottheit spötter! Vergehet, oder betet an! Dem Herrn ist alles unterthan; Je Hova ist der Gott der götter! 3. Anbetung, jubel und gesang, Und lob sey Gott, und preis und dank! Verehrt ihn, fönige der erde! Denn aller völker Herr ist Er! Bringt ehre, bringt gewalt ihm her, Daß er allein gefürchtet werde! 4. Anbetung, jubel und gesang, Und lob sey Gott, und preis und dank! Jehova hat gewalt und stärke! Der Herr ges beut: und alles ist, Was seiner weisheit rath beschließt; Der Herr allein thut wunderwerke. 10. Kommt, kommt und bringet lob und dank, Anbetung, jubel und gesang Dem Herrn des himmels und der erde! Dir, dir, o Gott, frohlocken wir, Damit dein name für und für In aller welt verherrlicht werde! Mel. Was lobes soll'n wir dir. obt unsern Gott 5. Schaut, schaut erstaunensvoll hinauf! Dort baut er seinen thron Hört, wie ihn alle e himmel pretjen! Seyd! 139. mit fröhlichem ge sprach er; und sein wort geschah. Welch eine weisheit leuchtet da In ihren ordnungsvollen freiſen! müthe Für seine vatertreu' und milde güte! 2. Er pflegt, als Vater, seine treuen finder; Und sorgt, als Schöpfer, selbst für alle sünder. 3. Er giebt dem felde wachsthum und gedeihen, Daß vieh und menschen sich darüber freuen. 4. Er schaffet speise reichlich, gern, und allen; Und fättiget, was lebt, mit wohlgefallen. 62 6. Graunvolle finsterniß um schloß Die welten, eh' sein lichtquell floß, Die trauernde natur zu schmücken, Er sprach: ste floh auf sein gebot! Viel tausend sterne preisen Gott; Sie stralen all' aus feinen blicken! 7. Geflügelt eilet ihren lauf Die sonne, führt den tag herauf, 8. Wir fauchzen dir, wir loben dich! Auch wenn des tages stralen sich Von der entschlafnen welt entfernen, Dann Herrschet in der stillen nacht Der mond in seiner silberpracht, Umringt von schimmervollen sternen. 9. Wer schmachtet, wennt er mangel hat, Und sich zu Gottes gnade naht, Nach seiner hülfe ie vergebens? Er nähret alles fleisch, und giebt Die fülle denen, die er liebt; Er, Gott, der urquell alles lebens! KRUIISTUIN 100 Von der Vorsehung 5. Wie zahllos sind, wie herr-| daß von ihnen Gebirg' und thal lich alle gaben, Die wir aus sei- und alle fluren grünen. Die ner hand empfangen haben! hügel hüpfen, Gott, im feierfleide Aus dank und freude. 6. Du schmückst, du fülleft das gefild' mit Heerden, Und gras entsprießt, daß sie gesättigt werden. Dem schnitter rauscht der vollen selder segen Zur ernt' entgegen. 7. Und dank und luft und jubel jauchzt aus allen; Und wälder, auen und gefild" erschallen Vom lauten, dir frohlockenden getümmel Bis in den Himmel! Mel. Lobt Gott, ihr christen. 141. Noch immer wechs 6. Drum wollen wir ihn hier schon, wie einst oben, Für seine große treu' und gnade loben. 7. Ja, ewig sey, o Gott, von uns erhoben! Für jede wohl that wollen wir dich loben. 8. Sehr groß ist deine weisheit, gnad' und stärke, Und wunderbar sind alle deine werke. 9. Herr, wir lobsingen jauchzend deinem namen, Und jeder sage: lobt den Höchsten! amen! Aus dem 65. Psalm. Mel. Oliebster Jesu, was. 140. err, du regierst, daß alles glücklich werde; Daß wie im himmel, so auf deiner erde, Was lebt und webt, sich deiner macht und treue Und huld erfreue. 2. Wie gut ist, was du ordnest! wie vollkommen Verherrlicht deine huld sich an den frommen; Und,( möchten sie nur selbst ihr heil nicht hindern!) Auch an den fündern! 3. Du siehst die erd' an: die gefilde lachen; Du wässerst sie mit thau, ste reich zu machen. Dein strom ist voll; durch dich reift das getreide Zu unsrer freude. 4. Die tiefgepflügten furchen füllt dein segen, Und das zerlechzte land erfrischt dein regen. Du machst es weich, und segnest seine saaten, Daß sie gerathen. 5. Sie träufeln, deine tritte, Des jahres zeiten ab. Früh strömt und spät ergießet sich Dein segen, Gott, herab. 2. Du öffnest deine milde hand, Jehova Zebaoth! Du segnest, du erfüllst das land Mit deiner güt', o Gott! 3. Dein fußtritt in den wolken träuft Von fett und fruchtbarkeit; Die saat geht auf, und blüht und reift, Und sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet, giebt der baum, Wenn einer schatten sucht, Ihm unter seiner zweige raum Erfrischung und auch frucht. 5. Wie fröhlich lächelt jede flur! Es fließt sich immer gleich Der freude quell, und die natur Ist unerschöpflich reich. 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, In tausend bächen und Regierung Gottes. 101 milder hand. Du schmückst die blume königlich, Die nicht zur arbeit eilt, wie ich. Vergiß es, wir; Und wir verdienten's auch.| meine seele, nie: Weit mehr Und dennoch leben wir in dir, Beseelt durch deinen Hauch. 7. Herr, ohne dich vergingen bin ich vor Gott, als sie. 5. Laß du mich nur genügsam seyn, Und deiner gaben mich erfreun: Doch mehr noch deiner; denn von dir kommt jeder segen, Gott, zu mir, Der du das meer der gnade bist, Aus weldhem alles gute fließt! 6. Bei deiner gaben überfluß Erhalt' mich mäßig im genuß; Auch schütze mich in dürftigkeit Vor schmach und unzufriedenzu? Wer ist so gut, so treu, so mild, So väterlich, wie du? 8. Nicht Einem mangelt dei ne huld. Wem stralet nicht dein licht! Mit welcher langmuth und geduld Verschonst du unser nicht! 9. Ach, betet, menschen, betet an! Erwägt's! und denket nun: Was hat nicht Gott an dir gethan? Was will er nicht noch thun? Mel. Vater unser im himmelreich.| heit! Du hilfst mir stets; mein 142.ott, beine weiſe lebenlang Gebührt bir, Herr, macht erhält ganze lebensvolle welt; Und aller augen freuen sich, Und warten hoffnungsvoll auf dich; Auf dich, der du sie alle liebst, Und allen ihre speise giebſt. 2. Du öffnest deine hand: so fließt Herab, was jedem nöthig ist. Mit wohlgefallen sättigt ste Dein auffehn, und versäumt sie nie. Nie sind geschöpfe deiner hand Dir unwerth oder unbekannt. 3. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil, Noch täglich mein bescheiden theil; Gabst mir's mit huld und freundlich keit, So lang' ich bin, zu rechter zeit. Kein vater sorgt so våterlich Für seinen sohn, als du für mich. 4. Der vogel bauet nicht das land: Du nährst ihn doch mit Mel. Wachet auf, ruft uns. 143.11nfern Gott, den Gott der ehre, Besingen seiner engel chöre. Der Herr ist groß! sein nam' ist hoch! Werd' auch du voll seines ruhmes, Volk Gottes, volk des eigenthumes! Ob du schon staub bist, preis ihn doch! Ein dankbares gelall Ist ihm ein süßer schall. Lobet, lobt Gott! Der, reich an gut', Aufs niedre sieht, Verschmäht nicht schwacher menschen lied. 2. Starker, deſsen macht nichts gleichet, Als deine gnab'; und fie, sie reichet Durch aller himmel himmel hin. Nie- hast du dein wort gebrochen. Selbst Hoffnung schon, die du versprochen, Ist mehr, als einer welt gewinn. Eh' erd' und himmel KRUINASTUNG 102 Von der Vorsehung war, Warst du unwandelbar.| quält? Laßt euren Vater forLobet, lobt Gott! Ihn, ihn er- gen; Er weiß es, was euch fehlt; höht! Sein wort besteht, Wenn Er, der uns selbst im leiden So erd' und himmel schon vergeht. treu und zärtlich liebt, Und uns so viele freuden Auch unerwartet giebt. 3. Einst erschuf er, sich zur ehre, Der sonnen unzählbare Heere; Auch die, die uns stralt, uns erquickt. Um die sonnen hieß er erden, Auch die, die uns ernähret, werden; Und Herrlich hat er sie geschmückt. Er sprach, und es geschah: Die welt stand fertig da. Lobet, lobt Gott! Er will, er spricht's. Er schafft's aus nichts, Der Herr, der Va ter alles lichts. 4. Herr, von dem wir alle gaben Aus deines reichthums fülle haben, Du, Herr, vergisſfest unsrer nie! Du schufft alle millionen, Die auf dem weiten erdFreis wohnen; Du kennst und überschaueft sie. Und jedem theilest du Sein maaß mit weißheit zu. Lobet, lobt Gott! Mein Gott, durch dich Entstand auch ich, Und du regierst mich våterlich. Nach dem 127. Pfalm. el. Befiehl du deine wege. 144. immt Gott, dem wir vertrauen, Nicht unsers werks sich an; Will er das haus nicht bauen, Vergebens baun wir dann. Will er die stadt nicht schützen, Er, groß durch rath und macht: Was wird der wächter nüßen? Umsonst ist's, daß er wacht. 2. Was hilft's, daß ihr vom morgen Bis in die nacht euch In eigner Melodie. 145., ott, ihr menschen, gab das leben; Er wird auch die speise geben. Der so gütig ist, als reich, Kleidet und versorget euch. 2. Ihm ist, was ihr heut' und morgen Nöthig habet, nicht verborgen. Seyd ihr arm: beruhigt euch; Gott ist gütig, Gott ist reich! 3. Geht! die vögel in den iüften, Jeder wurm in fels und flüften, Fisch' im meere, thier' im wald' Finden speis und auf enthalt. 4. Schämt euch denn, mit angst zu zittern Vor entfernten ungewittern. Denkt, wenn euch ein unfall droht: Warum zag' ich? lebt doch Gott! 5. Laßt euch Gottes hände leiten; Dann wird euer fuß nie gleiten. Glaubt, was er bes schließt und thut, Das ist heilig, weise, gut. 6. Groß im kleinen und im großen, Will er keinen wurm verstoßen: Sollte denn der mensch allein Seiner sorg' ent zogen seyn? 7. Nein! sein rath hat schon hienieden Euch, was ihr bedürft, beschieden, Nur, was euch ge und Regierung Gottes. 103 reicht zum heil, Wird euch von| len ihren kräften sich bestreben, dem Herrn zu theil. Dich zu erheben. 7. Dein reich, o Gott, ist herrlich; ewig währen Dein reich und deine macht, die wir verehren; Und ewig wird von aller völker zungen Dein lob befungen. 8. Trauet auf des lebens pfade, Menschen, traut auf Gottes gnade. Glaubet, daß der Herr der welt Alles, was er schuf, erhält. Nach dem 145. Pfalm. Mel. O liebster Jesu, was. 146. ch will, mein Gott, du König, dir lobfingen, Und ewig ehre deinem namen bringen! Sey täglich, ewig sey von mir erhoben! Dich will ich loben! 2. Du bist so groß! wer kann dich g'nug erheben? Wer kann mit seinem feurigsten bestreben, Wie groß du bist, begreifen und empfinden? Wer dich ergründen? 3. Wie herrlich bist du, wie geschmückt und prächtig! Wie groß in deinen wundern, Herr, wie mächtig! O daß dein name von der ganzen erde Erhoben werde! 8. Nach dir empor schaun aller wesen blicke, Daß deine hand ste väterlich erquicke. Du giebst auch einem jeden seine speise, Daß er dich preise. 4. Daß deiner wunder ruhm umher erschalle; Die welt von deinen thaten wiederhalle, Und deine wahrheit, deine huld be finge, Und preis dir bringe! 5. Denn du bist mild, daß, wer nur lebt, sich freue; Barmherzig und von großer güt' und treue; Erbarmst dich deiner werke; haft an allen Dein wohl gefallen. 6. Jehova, alle deine werke 9. Du sättigst uns mit deinem wohlgefallen, Thust deine milde hand auf und giebst allen, Was sie bedürfen; keiner sucht vergebens Dich, quell bes lebens! 10. In allen deinen wegen stralet gnade; Untabelhaft sind alle deine pfade, Und, was du thust, gereicht zu deinem preise, Ist gut und weise. 11. Du bist auch nahe denen, die dich bitten, Die ernstlich dich um deine hülfe bitten. Du thust, was die gerechten, die dich ehren, Von dir begehren. 12. Du schüßest, Vater, alle, die dich lieben. Die aber, die gewalt und frevel üben, Die werden für ihr übelthun auf erden Gerichtet werden. nd 13. D Vater, ewig wollen wir dich loben! Von allen werde, Gott, dein nam' erhoben! Was lebet, müsse, Herr, zu allen zeiten Dein lob verbreiten! Mel. Lobt Gott, ihr christen. ch seele follen Dir jauchzend banken; 147. finge, meiner frommen wollen Mit al Von der Vorsehung 104 dir, Herr Zebaoth! Ich fing' aus dankerfüllter brust Von dei ner güt', o Gott! 2. Was ist der mensch, der staub, vor dir, Daß du an ihn gedenkst? Herr aller welt, was haben wir, Was, das du uns nicht schenkst? 3. Du haft den Himmel ausgespannt, Der unser aug' ent zückt; Du haft mit göttlich mil der Hand Den erdkreis ausgeschmückt. 4. Du schmückst auch hügel, thal und au, Du pflanzest jeden hain. Du schaffst den regen und den thau, Und giebst der saat gedeihn. 5. Du führst die sonn' in ihrer pracht Mit jedem tag uns zu. Du sprichst zum mond in dunkler nacht: Den menschen leuchte du! 6. Du frönst mit segen jedes jahr, Daß unser Herz sich freut. Du liebest uns unwandelbar, Auch wenn dein donner dräut. 7. Durchdenk' ich meines lebens lauf: Wer, seele, half bisher? Wer war von meiner ju16. Lobsing' ihm, bet' ihn ewig an Mit frommer zuversicht! Wie viel hat er an dir gethan! Vergiß es, seele, nicht! Mel. Sey lob und ehr' dem. gend auf Mein Helfer? sage: 148. Gott, meine feele Du 8. Herr, unser Herrscher, nur von dir Fließt alles heil uns zu. Dein volk, dein eigenthum sind wir, Und unser Gott bist du. geduld; Lehrst uns durch deinen geist; Und reu't uns unsre sündenschuld: Du siehst es, und verzeihst. 11. Ja, deine gute reicht so weit, So weit die wolken ziehn. Der junge rab', Erbarmer, schreit Zu dir; du nähreft ihn. 12. Wann rührte dich, o menschenfreund, Nicht auch des christen schmerz? Die stillste zähre, die er weint, Bemerkt dein vaterherz. Paton 13. Weh dem, der, Herr, an dir verzagt, Und seine zuversicht Auf menschen setzt, und heidnisch sagt: Gott achtet unser nicht! 14. Er liebt dich mehr, als du verstehst, Ist, seele, dir nicht fern, Und eilt zu helfen, eh' du flehst. Vertraue du dem Herrn! 9. Wie groß ist deine huld und treu! Du zähltest unser haar; Stehst uns allgegenwär tig bei In jeglicher gefahr. 10. Uns fünder trägst du mit 15. Er schaut herab von seiner höh' Auf den, der niedrig ist. Erhebe dich, unsterbliche, Zu ihm, von dem du bist! haft sie mir gegeben. Auch meinen leib, Herr, gabst du mir; Gabst ihm gefühl und leben. Ich, unter meiner mutter brust, Ward wunderbar, mir unbewußt, Gebildet und geboren. 2. Gesegnet sey mir dieser tag Und meines Lebens morgen, Da ich an ihrem herzen lag; und Regierung Gottes. 105 Ein liebling ihrer sorgen; Da| mir wieder auf Durch lehrer und so gerührt mein vater mich Auf durch freunde. ſeinen arm nahm, daß sie sich Selbst ihrer schmerzen freute! 3. Ich ward durch meine taufe dir Zum kinde dargegeben, Und du, mein Gott, verhießest mir Durch sie ein ewig leben. Vom ersten odem an schon dein, Mit leib und seele dein zu seyn: Gott, welch ein heil und segen! 4. Du reichtest deine kraft mir dar; Den odem, den ich hauchte; Den schlaf, der mir so Heilsam war; Gabst alles, was ich brauchte. Ich war so hülflos, war so schwach; Und doch, o Vater, doch gebrach Mir niemals hülf' und pflege. 5. Du zogst des vaters Herz zu mir Durch sanfte milde triebe; Der mutter brust empfing von dir Den eifer ihrer liebe; Und beiden ward, mir unbe wußt, Die mühe der erziehung lust; Mir ihre sorge freude. 6. Jch lernte fühlen, hören, sehn; Versuchte bald, zu stammeln, Der mutter winke zu verstehn, Gedanken einzusammeln; Ich lernte recht, gesetz und pflicht Aus beispiel und aus unterricht, Und aus der fehler strafen. 7. O wie viel freuden schenktest du Der kindheit und der jugend! Du riefst mir, wenn ich irrte, zu; Du führtest mich zur tugend; Du hemmtest meiner thorheit lauf; Ich fiel: du halfft 1 - 8. Du führtest mich nach deinem rath Auf allen meinen wegen. Du kamst, wenn ich um gnade bat, Mit gnade mir entgegen. Dein schuß war meine zuversicht; Im finstern war dein wort mein licht, Mein trost in allen leiden. 9. Oft ließest du mich pfade gehn, Die ich nicht wandeln wollte; Der ausgang lehrte mich verstehn, Warum ich folgen sollte. Oft dacht' ein feind zu stürzen mich. Vergebens; denn er ward durch dich Gebraucht zu meinem glücke. 10. So weislich haft du jes derzeit, Mein Vater, mich geleitet; Durch jede widerwärtigkeit Viel segen mir bereitet. Ich bete dich bewundernd an! Ach, daß ich so nicht danken kann, Wie ich dir danken sollte! 11. Wie lang' ich hier noch wallen soll, Das hast du mir verborgen. Ich überlaffe hoffmungsvoll Dieß, Vater, deinen sorgen. Ich fürchte nicht die ewigkeit, Wenn ich, nur meine pilgerzeit Gerecht und heilig lebe. 12. Wohl mir, wenn ich versichert bin, Daß ich einst felig werde! Ist deine gnade mein gewinn: Was frag' ich nach der erde! Wie werd' ich dann dich, lebenssatt, Wenn meine seele dich nur hat, In deinem himmel preisen! 13. Fern oder nahe sey mein 106 Von der Vorsehung tod: Wenn er mir nur am ziele| mein flehn, Mir dennoch eine Gleich einem freunde winkt, hülf' ersehn. nicht droht, Ob ich sein graun gleich fühle. Ach, wenn du dieß gebet erfüllst, So rufe, Gott, mich, wann du willst; Ich will mit freuden folgen! 7. Vielleicht muß ich nach wenig tagen sterben: Herr, wie du willst! soll ich den Himmel erben, Und dieser ist im glauben mein: Wie kann der tod mir schrecklich seyn? In eigner Melodie. Herr, mein 149.Durch den ich bin und lebe, Gieb, daſs ich mich in 150. Pot, burch eure Nach dem 96. Pfalm. In eigner Melodie. reis't, menschen, daß deinen ergebe! deinen willen mein, Und, was du thust, mir theuer seyn! lieder, Und euer jubel schweige nie! Stimmt ein, ihr welten, hallt sie wieder! Verstärket und verbreitet sie! Besingt den Höchsten! jeder ehre Den namen Got tes! jeder lehre Und wiederhole tag für tag, Wie viel der arm des Herrn vermag! 2. Groß ist sein heil! o rühmt voll freuden: Wir sind des Höchsten eigenthum! Verkündigt unter allen Heiden Die wunder Gottes, seinen ruhm! Wer hat ihn je genug erhoben? Der Herr ist groß, und hoch zu loben! Er mur verdienet preis und dank; Er jedes pfalters lobgefang! 3. Die götter, die die heiden ehren, Sind gößen ohne schn und kraft; Er, den uns seine himmel lehren, Er nur ist's, wels cher sie erschafft. Ihn preisen alle seine werke; Vor ihm ist majestät und stärke. Die welt, sein herrlich heiligthum, Erschallt von seiner weisheit ruhm! 4. Erwacht, ihr völfer, kommt und bringet Jehova ruhm und ehr' und macht! Erhebt ihn! 2. Du, du regierst; bist weisheit, lieb' und stärke. Du, Herr, erbarmst dich aller deiner werke. Was zag' ich einen augenblick? Du bist mein Gott, und willst mein glück. 3. Von ewigkeit hast du mein loos entschieden, Was du bestimmest, dient zu meinem frieden. Du wogst mein glück, du wogst mein leid, Und, was du schickst, ist ſeligkeit. 4. Gefällt es dir; so müsse feine plage Sich zu mir nahn; gieb mir zufriedne tage! Allein verwehrt's mein ewig heil: So bleibe mur dein troft mein theil! 5. Du giebst aus huld uns dieser erde freuden; Aus gleicher huld verhängst du unsre leiden. Ist nur mein weh nicht meine schuld: So zag' ich nicht; bu giebst geduld. 6. Soll ich ein glück, das du mir gabst, verlieren, Und willst du, Gott, mich rauhe wege führen: So wirst du, denn du hörst und Regierung Gottes. 107 dankt ihm! jauchzt ihm! singet| weise Dem Herrn den dienst, Von seines hohen namens der ihm gefällt! pracht! Der Herr ist gut und gnädig allen! Mit opfern, wel che Gott gefallen, Laßt uns zu seinem thron uns nahn! Der erdkreis ehr' und bet' ihn an! 5. Der Herr ist König! sagt's der erde! Laßt jeden seine macht erhöhn! Sagt: alles, was er ordnet, werde, Von ihm gegründet, ewig stehn! Er richtet, ein gerechter rächer, Cuch, widerstrebende verbrecher! Mit güte, mit barmherzigkeit Euch, die ihr thut, was er gebeut! 6. Es jauchze bir, o Herr, bein himmel! Die erbe dank' und freue sich! Selbst aller meere froh getümmel Und ihr bewohner preise dich! Laßt alle felder, laßt die heerden Aufhüpfen und voll jauchzens werden! Laßt jeden baum durch jeden hain Sein lob ertönen, sein sich freun! 7. Vor unsers Gottes anges fichte Geh' freude, lob und jubel her, Einst kömmt Jehova, daß er richte; Den ganzen erdkreis richtet er! Er richtet, ein gerechter rächer, Euch, widerstrebende verbrecher! Mit güte, mit barmherzigkeit Euch, die ihr thut, was er gebeut! Nach dem 100. Psalm. In eigner Melodie. 151. C s jauchze Gott und preise Gott alle welt; Und seine ganze welt Lobsing' ihm fröhlich, und er 2. Der erdkreis fomm' und bete Den Herrscher an; Frohlockend bet' er an; Und jeder, der ihn fürchtet, trete Zu seinem throne froh hinan! 3. Erkennt's, und lehrt's die spötter, Daß Er Gott ist, daß Er allein Gott ist! Weh' dem, der thöricht andre götter Sich schaffen will, und sein vergißt! 4. Er rief uns, daß wir wären, Und wir uns nicht; Der mensch erschuf sich nicht. Des menschen ehr' ist's, Gott verehren; Ihn lieben, das ist heil und pflicht. 5. Wir, wir sind seine heerde; Zu seinem ruhm, Sein ewig eigenthum, Gemacht, daß er erhoben werde, Beglückt durch ihn für seinen ruhm. 6. Geht, vor ihm hinzufallen, Euch sein zu freun, In seine tempel ein; Laßt sie von seinem lob erschallen; Kommt, preis und dank dem Herrn zu weihn! 7. Dankt, dankt ihm! sein ges müthe Ist freundlichkeit, Ganz huld und freundlichkeit: Und ewig währet seine gute, Und was er will, in ewigkeit. 152. Mel. Lobt Gott, ihr christen. ingt unserm Gott ein dankvoll lieb! Er ist's, und keiner mehr! Groß, unaussprechlich groß ist er! Die welt ist sein gebiet! 2. Herr ist sein nam'! Er spricht, so geht Hervor der 108 Von der Vorsehung welten Heer, Und preiset seine| du erschufft, Verkündigt deine majestät. Wie groß, wie groß macht. ift Er! 3. Licht ist sein kleid! wer ift ihm gleich? Ein meer voll selig keit! Von ewigkeit zu ewigkeit Ist Er; unendlich reich! 4. Er überschaut, was ist und war, Die himmel, erd' und meer; Und seiner werke zahllos heer Bleibt stets ihm offenbar. 5. Deß freuet euch! die lieb' ist Gott; Das beste seine wahl. Wie groß ist seiner werke zahl! Wie heilig sein gebot! 6. Gerechtigkeit und wahrheit ist Die veste seines throns. Lobt ihn, der auch des erdensohns, Des menschen nie vergißt. 9. Er wog mir seine gaben dar; Schrieb auf sein buch auch mich Und meiner tage zahl, als ich Noch unbereitet war. 7. Er kennt dich, mensch, er ist dir nah'. Ob du gen himmel flöh'st, Ob an das meer: wohin 153. Mein auge fiebt, du gehst, Ist er doch immer da. Gott, zu dir! 8. Er ist um mich, vernimmt mein flehn, Schafft meiner seele ruh'; Und wenn ich fleh', und gutes thu', Eilt Er, mir beizustehn. Von deinem throne hilf auch mir! Mein heil kommt nur von deiner macht; Denn du hast mich hervorgebracht. 10. Ihm dank' ich alles; nichts ist mein, Das ihm nicht angehört. Herr, deine huld, die ewig währt, Soll stets mein loblied seyn. 12. Hell stralet aus dem kleinften halm, Gott, deine weisheit her; Und au' und hügel, luft und meer Sind deiner ehre psalm. 13. Frohlockend preiset dich das land, Das deine milde tränkt; Und korn und wein und freud' empfängt Der mensch aus deiner hand. 11. Wer faffet deiner wunder pracht? Sie kommen, wenn du rufft. Selbst jeder staub, den fällt kein sperling hin: und ich, 14. Herr, ohne deinen willen Ich freute nicht des trostes mich, Daß deine macht mich hält? 15. Ich frage, bleibt nur Gott mein schuß, Nach erd' und himmel nicht; Und biete voller zuversicht Der ganzen hölle truß. Nach dem 121. Pfalm. Mel. Vor deinen thron tret'. 2. Getrost, mein Herz! dein treuer hirt Schafft, daß dein fuß nicht gleiten wird. Der dich behütet, schlummert nicht; In finsterniß ist er dein licht. 3. Kein übel sey dir fürchterlich; Denn Gottes rechte schüget dich. Durch seine treue vaterhand Wird, was dir schadet, abgewandt. 4. Sein schuß gewährt dir sicherheit; Sein trost versüßet jedes leid. Er leitet dich auf und Regierung Gottes. 109 ebner bahn, Und nimmt dich einst| ruht, wie er's beschließt; Er, zu ehren an. welcher höher, als die himmel, Und tiefer, als der abgrund ist, Wenn in dem sturm auch alles bebt, Und dennoch fröhlich wird, was lebt. 5. Herr, segne, Herr, behüte mich; Du bist mein heil; ich hoff' auf dich; Dein segen folg' aus dieser zeit Mir nach bis in die ewigkeit! Mel. Wer nur den lieben. 6. Was brauch' ich alles zu ergründen, Was er beschlossen 154. Nie kann ich mei- hat und macht? Genug, ich nes Gottes we kann den Vater finden Im sonnenglanz und in der nacht. Was er für seine kinder thut, Ist alles recht, ist alles gut. 7. Kenn' ich den weg des lichts? des regens? Des blizes und der donner gang? Kenn' ich die quellen alles segens? Versteh' ich's, wie das meer entsprang? Sah ich's, wie er die berge wog, Und seiner erde richtschnur zog? ge Mit meinen blicken übersehn; Noch, wenn ich alles überlege, Was er beschließt, ihn ganz verstehn. Er offenbart sich mir als Gott, Und bleibt ein unerforschter Gott. 2. Ich kann genug von ihm erkennen, Ihn zu bewundern, und für ihn In frommer liebe zu entbrennen, Ihn jedem glüde vorzuziehn; Genug von ihm, mich ihm allein, Mich seinem dienste ganz zu weihn. 3. Er wählt( was brauch' ich mehr zu wissen?) Nichts böses, thut vergebens nichts! Selbst in des Lebens finsternissen Bedarf ich keines hellern lichts. Denn, was er werden läßt, ist ja Zum besten euch, ihr frommen, da! 4. Es ist ja,( glaubt ihm,) alles euer, Die welt, das leben und der tod; Er führt durch ströme, führt durch's feuer; Nichts kann euch schaden, wie's auch droht. Der fels vergeh', und selbst die welt: Was schadet's uns, wenn er uns hält? 5. Der wolken sturm, des meers getümmel Braust oder 8. Wer kann, wie er, die welten gründen? Bestimmen ihrer sonnen stand? Der sterne heer zusammen binden, und lösen seiner sterne band? Der Herr thut's! und ich sollt' ihn kühn Auf erden meistern wollen? Ihn? 9. Wer trägt die himmel, die nicht wanken? Wer hält uns, daß wir nicht vergehn? Wer giebt verständige gedanken, Und weisheit, weise zu verstehn? Er giebt ste; Er, der nur beschließt, Nur thut, was gut und selig ist! 10. Anbeten will ich; aber Hassen Und meiden, was er mir verbeut; Gehorsam seyn; ihm überlassen Mein glück der zeit und ewigkeit Er führe mich! KHUR Von der Vorsehung 110 er führt gewiß Zum lichte von der finsterniß! Hat zeit und ort in seiner hand, Sein werk hinaus zu führen. Er weiß, wann freud', Er weiß, wann leid seinen findern, Mel. Was mein Gott will. hab' Gottes 155. Sherz und finnMein biene; Und, was er thut, Ift alles gut, Ob's noch so traurig schiene. foyd 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, Was fleisch und blut begehret, Als trügst du eine große last, Zu hart von Gott beschweret; Hast spät und früh Viel sorg' und müh, Und läsfest dich nicht trösten; Verlangest licht, Und fragst doch nicht: Geschieht's auch mir zum besten? 7. Der Gott, der mich erschaffen hat, Ersah zu seinem ruhme Mein glück auch mir durch seinen rath: Mir, seinem eigenthume. Wall' ich nun gern Den weg des Herrn, Will ihn nur walten lassen: Er wird in zeit Und ewigkeit Auch mich mit huld umfassen. 8. Trifft dich ein leiden: duld' es nur; Auf leiden folget segen. Kein baum trägt früchte, keine flur Blüht ohne sturm und regen. So bringt mein Herz Auch oft durch schmerz Zu meines Gottes freuden. Nimmt er mich dann Zu ehren an: Was schaden alle leiden? admi ganzes Herz ergeben. Was böse scheint, wird mir gewinn, Und selbst der tod mein leben. Ich bin ein sohn Deß, welcher schon Mich zu den seinen zählte, Eh' ich ihn hier Erkannt' und mir Zu meinem theil erwählte. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr: Mein Vater muß mich lieben; Und stürmt und braust es um mich her: Will er dadurch mich üben. Will väterlich Im glauben mich Gewöhnen, fest zu stehen. Halt ich dann stand: Will seine Hand Mich schützen und erhöhen. 3. Ist, was ich bin, nicht als les sein? Gab ich mir selbst das leben? Hab' ich mir adern und gebein, Mir meinen geist gegeben? Giebt er mir nicht, Was mir gebricht? Wie kann ich trostlos weinen? Wer so viel thut, Der meint es gut, Der kann's nicht böse meinen. 4. Was mich erhält und nährt, hab' ich Aus seiner hand empfangen. Wie könnt' ich leben, hielte mich Nicht stets sein arm umfangen? Ja, tag und nacht Hilft seine macht, Die alles fröhlich machet. Was er nicht hält, Das bricht und fällt; Was er erfreut, das lachet. ng 5. Er hat gewalt, er hat verstand, Um alles zu regieren; 9. So fall', o Vater, denn auch ich Getrost in deine hände. Du führst gewiß mich väterlich zu einem guten ende. Wie mild du seyst, Das wird mein geift An seinem heil erfahren. Du wirst's auch einst, Wenn du er und Regierung Gottes. 111 gezelt, Den himmel, ausgebreitet? Hast du mit ihm den freis der welt Und licht und luft bereitet? Gabst du mit ihm der sonne macht, zu leuchten, und den mond der nacht? Schufft du mit ihm die meere? Mit ihm der thiere heere? 4. Eh' deine mutter dich gebar, Dein leben ihr verborgen, Verborgen dir dein anfang war: Wo waren deine sorgen? Wer war es, der durch hülf und rath Schon da dein heil erwogen hat? Da deiner seel' ihr leben Und ihren leib gegeben? 5. Wer gab dem Herzen seine macht Zu immer gleichen schlägen? Wer allen deinen gliedern pracht Und kraft, sich zu bewegen? Wer jeden sinn? wer aug' und ohr? Wer richtete dein haupt empor, Vom Himmel und auf erden Mit luft umströmt zu werden? PEDISY 6. Wer gab dir speise, hüll' und dach? Wer trug dich voll erbarmen, Als dir's an allem noch gebrach, Auf väterlichen armen? Wer gab dir deiner mutter brust? Dir, daß du låcheln konntest, luft? Wer sorgte, vor gefahren Dich sicher zu bewahren? 2. Was quälst du dich, und willst in schmerz Und kummer dich verlieren? Ist Gott nicht weiser, als dein herz? Laß ihn 7. Und doch willst du nicht ruallein regieren. Befiehl dein le-| big seyn, Noch Gott nur walten ben, deinen stand, Und was du thust, in seine hand. Er wird, was gut ist, schicken, Wird dich gewiß beglücken. lassen, 21s liebt' er andrer glück allein, Deins aber könnt' er hafssen? Wenn du nicht stehst, wie er regiert, Wenn er nicht beinen weg dich führt: So willst du 3. Hast du mit ihm sein hoch scheinst, Vollkommen offenbaren. 10. Giebst du mir, Vater, sonnenschein: Nehm' ich ihn an mit freuden. Soll's aber noth und elend seyn: Laß mich's geduldig leiden! Soll ich vor dir Noch länger hier Den weg der pilger wallen: Wie du mich führst Und führen wirst, So soll's auch mir gefallen. 11. Herr, meinen geist befehl' ich dir In deine vaterhände! Kommt dann mein tod: erwünscht ist mir, Willkommen mir mein ende! Du bist mein hirt, Der dann mir wird Den weg zum himmel weisen. Wie wonnevoll, Mein Vater, soll Dich dann mein jubel preisen! Mel. Ermuntre dich, mein. 156.0¹ u bist ein mensch, und Gott hat dir, Was fünftig ist, verborgen. Dein Herr und Schöpfer sorgt dafür: Was nützen deine sorgen? Doch sorgest du! dir mangelt licht, Dir fehlt's an fraft, und dennoch spricht Dein herz: wie will's auf erden, Wie wird's mit mir noch werden? Von der Vorsehung 112 ihm nicht trauen, Dein glück auf ihn nicht bauen? zuschütten: So nimmt er treu sich seiner an, Läßt nicht umsonst ihn bitten. Geh' nur zu ihm; uns wohlzuthun, Ist seine lust; er kann nicht ruhn, Dein bestes wahrzunehmen; Er wird dich nicht beschämen. 13. Solch einem Vater wollten wir nicht unser heil vertrauen, Und nicht auf diesen felsen hier, Wo sonst kein fels ist, 9. Durch eigenwillen kamst bauen? Nein, o mein herz, sey du oft In schreckliche gefahren: ruhig; sey, Auch, wenn es stürDoch Gott erschien, oft unver- met, Gott getreu. Dein Gott hofft, Dich, thoren, zu bewah- kann dich nicht hassen; Kann ren. Er, der nicht, was du dich nicht trostlos laffen. wolltest, that, Er führte dich durch seinen rath Zurück von deinen wegen, Vom fluche weg, zum segen. 10. Er richtet die betrübten auf, Macht gut, was wir verwirren, Und lenket liebreich unsern lauf Zum guten, wenn wir irren; Giebt immer das nur, was uns nügt; Errettet uns, 14. Gil', als ein kind, voll zuversicht In deines Vaters arme; Halt ihm sein wort vor, daß er sich Auch über dich erbarme. So vieler schon erbarmt' er sich: Nur zweifle nicht; er wird auch dich( Er hat es javerheißen) Aus allem fummer reiBen. und hilft und schüßt, Ehy wir 157. Tnehmt's doch zu Mel. Freu' dich sehr, o meine. Preu Gott! gefahren sehen, Eh' wir um hülfe flehen. 8. Wo du ihn nicht zum helfer nahmst: Was ist dir da ges lungen? Und wenn du auch zum ziele kamst: Was hast du dann errungen? Ach, lust auf einen augenblick, Und fummer, für ein wahres glück, Das du erringen solltest, Wenn du nur folgen wolltest. 11. Hält Gott dem menschen oft sein licht, Weil er's nicht sucht, verborgen: Wie grämt, wie angstigt er sich nicht mit lauter eiteln sorgen; Sucht hie und da, und findet nichts; Will ſehn, und mangelt doch des lichts; Will aus der angst sich winden, Ohn' einen weg zu finden! 12. Gott fennet ihn; und eilt er dann, Sein Herz ihm aus herzen, Menschen, die ihr jammernd klagt! Hört in allen euren schmerzen, Was sein heilig's wort euch sagt! Er, der seine hand euch reicht, Macht der trübsal last euch leicht; Und das ende bittrer leiden Ist der steg, sind ew'ge freuden. 2. Laß dir an der gnade g'nügen, Welche dir dein Vater schenkt. Könntest du der noth erliegen, Da er dein im besten denkt? Er, der deine thränen und Regierung zählt, Hat gewiß die zeit erwählt, Da er deine klagen stillet, Und dein Herz mit fraft erfüllet. 4. Ach, daß es der mensch doch glaubte! Ohne seinen willen fällt Nicht ein haar von unserm haupte, Weil er, was er schuf, erhält. Nur die sünden zwingen ihn, Rath und kraft uns zu entziehn. Wenn wir uns zu ihm bekehren, Will er unsre seufzer hören. 3. Heben will er dich und tragen, Wenn du schwach und hülflos bist. Auch des grauen alters Flagen Hört er, der uns nie vergißt. Die verheißung steht noch fest, Daß er fromme nie ver- Verwelkt ihr eitles glück. läßt, Nicht versäumt, auf sie zu schauen, Wenn sie findlich ihm vertrauen. 5. Nun so ruh' in seinen händen, Seele, die du klagst und wankst! Er wird deine leiden wenden, Daß du ihm noch freudig dankst. Seiner gnaden bund allein Müsse deine stärke seyn. Halte nur mit festem muthe Dich zu Gott, dem höchsten gute. Gottes. Nach dem 37. Pfalm. Mel. Nun danket alle Gott. 158. St ft blühn verbre6. Laß mich diese gnad' erreichen, Herr, Herr, meine zu versicht! Mögen doch verzagte weichen; Mein vertrauen weis che nicht! In der allergrößten pein Wirst du mein erretter seyn; Wirft mir, wenn mich leiden fränken, Deines troftes freude schenken. 113 cher auf, Und Gottes fromme leiden; O, möchten sie doch nie Der fünder glück beneiden! Wie lang' es währt, währt's doch nur einen augenblick. Wie leicht verwelkend gras, 2. Ihr, die ihr Gott verehrt ,. Vertraut nur seiner gute! Er wachet über euch! Das unglück brauf und wüthe! Er bleibet euer heil; Habt nur geduld und muth: Denn Gott ist euer Gott, Und macht einst alles gut. 3. Befehlt ihm euren weg: Und er wird euch begegnen. Er wird zu seiner zeit Auch euch erhöhn und segnen. Auch eure tugend stralt, Der hohen sonne gleich, Einst alle wolken durch; Erst aber prüft er euch. 4. Seyd stille vor dem Herrn! Laßt alle seufzer schweigen! Gott kömmt verborgen her, Sich herrlich euch zu zeigen. Hofft! zürnet nicht auf den, Dem feine bosheit glückt; Denn selbst durch sie wird er In seinem fall verstrickt. 5. Bald wird durch sein ges richt Der frevler umgekehret. Wer troßig durch sein glück Sich wider ihn empöret, Ertrotzt den untergang; Wird, eh' er's wähnt, vergehn, Wie leichter rauch verfliegt. Die frommen werden's sehn. 6. Ja, mancher frevler stieg; $ 114 Von der Vorsehung ( Sie haben's angesehen;) Er| jeden frevel haßt, Den liebt, den wuchs empor, und stand, Als schützt der Herr. würd' er nie vergehen. Mit seinem schatten füllt' Er einen weiten raum, Tief eingewurzelt, feft, Grün, wie ein lorbeer baum. 12. Doch sey nicht bloß dein mund Ein herold weiser lehren; Dein leben müsse stets, Was du bekennst, bewähren. Erfülle, ( Gott verlangt's!) Was sein gesetz gebeut, Mit vorsicht und genau, Mit ernst, und allezeit. 13. Thu', selbst im leiden, nur Der tugend edle werke. Sey muthig; wanke nicht; Der Herr ist deine stärke. Das elend, das dich drückt, Und das, was die noch droht, Verwandelt dir in glück Der helfer in der noth. 14. Der Herr erscheinet einst In macht und huld gekleidet; Vergilt und segnet den, Der fromm auch unrecht leidet. Der tugend lohn ist groß! Gefahr und elend fliehn! Der Herr ist Gott, und hilft; Denn du vertrau'st auf ihn. Mel. Wer nur den lieben. 7. Man ging vor ihm vorbei, Und siehe! der verruchte, Der stolze war nicht mehr. Man sah' sich um, und suchte, Wo seine stätte war, Allein man fand sie nicht; Denn mächtig ist und schnell Des Heiligen gericht! 8. Durch widerwärtigkeit Gewinnt bie tugend stärke Zum muthe, zur geduld, Zu jedem edlen werke. Das weiß ihr Vater, Gott, Und darum prüft er ste; Er läutert ste, wie gold, Verläßt sie aber nie. 9. Des frommen auge weint Bei seines nächsten thränen, Und hilft, wenn arme sich Nach seiner hülfe sehnen; Meint ihr, daß euer Gott Nicht gütiger 159.Mein hort ifttt noch sey? Er, der so ist, Als liebreich und getreu? mächtig 10012 10. Wo ist ein greis, und sah Seit seiner ersten jugend, Daß unser Gott vergaß Den wahren freund der tugend? Doch leidet er auch hier: So ist noch eine welt, In der er herrlicher, Was er verheißt, uns hält.eg Gott! laff ich walten; Ich hoff' auf ihn; er fennet mich. Ihm fehlt's, die seinen zu erhalten, An mitteln nie; und sein bin ich. Ich gründe meine zuversicht Auf diesen fels, und wanke nicht. 2. Was qual' ich mich? bin ich ein heide, Der ohne Gott und hoffnung ist? Nein! das ist meines Herzens freude, Daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, stärke mich; Denn nichts vermag ich ohne 11. Sey denn ein freund des rechts, Verlaß den weg der fünden, Und wandle, wie vor Gott; Dein weg wird gnade finden; Denn Gott liebt auch das recht. Den, der es liebt, wie Er, Und dich! atte und Regierung Gottes. frod 3. Der Herr erzieht hier seine finder Zur ewigkeit mit weiser hulb. Er schont, er züchtigt viel gelinder, Als ich's verdien', und hat geduld. Er hat nicht lust an unserm schmerz; Er hat ein väterliches Herz. 4. Die lieb' ist Gott! wie kann ich zagen? Er gab mir dich, o Jesu Christ! Was könn te mir ein Gott versagen, Der so unendlich gütig ist? Er habner trost, der nimmer trügt, Und über jeden unmuth stegt! 5. Ihm will ich selbst mein leben Getroft und willig geben, So bald er's mir gebeut. Es sey heut' oder morgen; Dafür lass ich ihn sorgen; Er weiß allein die beste zeit. 5. Ich harre seiner, und bin stille. Wie bald verstreicht der prüfung zeit! Dann nehm' ich dort aus seiner fülle Unendliche zufriedenheit. Er leite mich nach 6. Sey denn im tod' und leben Ihm, meine seel', ergeben, Voll froher zuversicht! Es gehe, wie es gehe: Dein Vater in der höhe Verläßt dich nie, versäumt dich nicht! ( 1331 jeinem rath, Wie er mir zuges 161.Mgebenfe meiner Mel. Wer nur den lieben. lieber Gott, faget hat. Im besten, jetzt und allezeit; Denn außer dir, o Herr, ist keis ner, Der mich mit rath und troft erfreut. Dein wort ist meine zuversicht; Dieß sagt mir: Gott vergißt dich nicht! 2. Gedenke meiner, wenn ich höre, Was mir dein heilig woort gebeut; Damit ich dich gehorsam ehre, Zu deinem dienste stets bereit; Damit mein glaube bir getreu, Und reich an guten werken sey! Mel. Nun ruhen alle wälder. 160. S On allen meinen thaten Laß ich den Höchsten rathen, Der Alles kann und hat. Er muß in allen dingen, Damit sie uns gelingen, Mit Hülfe segnen rath und that. 2. Sorg' ich auch spät und frühe: Was helfen sorg' und mühe, Wenn er nicht sorgt und wacht? Er mag's mit meinen sachen Nach seinem willen machen; Er hat noch alles wohl gemacht. 115 4. Wohl mir, daß seine gnade Auf jedem rauhen pfade Mich leitet und beschützt! Wall' ich auf seinen wegen: So wird durch seinen segen Mir nichts gebrechen, was mir nüßt. 3. Es kann mir nichts geschehen; Er hat's vorher gesehen, Und selber mir bestimmt. Nie will ich mehr begehren; Will gern auch deß entbehren, Was er aus vaterhuld mir nimmt. 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, Und merke mit erbarmen drauf! Wenn ich zu dir im glauben trete, So schleuß dein vaterherz mir auf! Doch gieb, weil du mein Vater bist, Mir nur, was gut und selig ist! $ 2 116 Von der Vorsehung und Regierung Gottes. 4. Gedenke meiner, wenn ich| er ist meine zuversicht. Stürzt' falle, Und wirf mich nicht im auch der ganze weltkreis ein: zorne hin, Weil ich, so lang' ich Er wird mein schutz und retter hier noch walle, Im guten oft seyn! Gott lebet noch! so lässig bin! Ach! fördre meinen gang und stand Durch deine väterliche hand! 2. Gott lebet noch; was sorg' ich denn, Da ich ihn, meinen Vater, kenn'? Ist er's nicht, der die ganze welt Durch seiner güte macht erhält? Gott lebet noch! 5. Gedenke meiner, wenn ich leide! Wen hab' ich sonst, als dich allein? Ach! bei der men schen haß und neide Kannst du mein freund und tröster seyn. Ich fürchte nichts, was furchts bar ist, Wenn du nur mein beschirmer bist. 6. Gedenk' an alles, was ich armer Nicht tragen noch bedenfen kann! Mit liebe nimm, o mein Erbarmer, Dich meines ganzen lebens an! Mir fehlt fein glück in dieser welt, Wenn du mir giebst, was dir gefällt. 7. Gedenke meiner, wenn ich sterbe! Und wenn mich alle welt vergißt, So führe mich zu jenem erbe, Wo du mein theil und leben bist! Wärst du nicht einst im himmel mein: So möcht' ich nie geboren seyn. 8. Ich will mich über nichts betrüben. In deine Hände haft du mich Zum heil und leben angeschrieben; Und darum hoff' ich nur auf dich, Der du mir deine liebe schenkst, Und meiner stets im besten denkst. Mel. Erschienen ist der herrliche. 162.6 ott lebet noch, ich sorge nicht; Denn 3. Fehlt mir's an einsicht, macht und rath, Wenn mich ges fahr umgeben hat: So denk ich voll vertraun daran, Daß Gott regiert, und bet' ihn an. Gott lebet noch! 4. Gott lebet noch, und weiß gar wohl, Wie er mein schicksal lenken soll. Mein Vater meint und macht es gut, Wenn er mich prüft; brum hab' ich muth. Gott lebet noch! 5. Gott legt mir auf ein schweres joch. Wie schwer's auch sey, so hoff' ich doch: Denn er hilft tragen, was uns plagt; Er stärket den, der nicht verzagt. Gott lebet noch! 6. Ich weiß es, daß er mich) erquickt, Wie schwer mich auch mein leiden drückt. Er giebt mir kraft zum kampf und lauf; Und fall' ich, so hilft er mir auf. Gott lebet noch! 7. Mein Vater, sorge du für mich; Denn ich vertraue nur auf dich. Sieh' mich mit lieb' und mitleid an; und fröhlich, fröhlich sing' ich dann: Gott- lebet noch! 5 29 117 alid VI. Von der Unschuld der ersten Menschen, von ihrem Falle, und den Folgen desselben für sie und alle ihre Nachkommen. 6. Die ersten Menschen, welche Gott zu seinem Bilde erschaffen hatte, wurden von einem fündigen Engel zum Ungehorsam gegen ihren Schöpfer verführt, und dadurch mit allen ihren Nachs kommen strafwürdige Sünder und sterblich. 2. Höher und beglückter waren Im himmel deiner engel schaaren: Nicht reiner, nicht unsträflicher. Deine jüngern finder standen Auf tiefern stufen, doch empfanden Auch ste, wie gut du bist, o Herr! Nur nicht so wonnevoll, Wie der dich schauen soll, Welcher standhaft, Sich dir zu nahn, Stets deine bahn, Die wege deines rechtes geht. 3. Weber wahn noch fünden 1 Mel. Wachet auf, ruft uns. trübten Die reinen seelen; Gott, 163. Deine schöpfung, fie liebten Dich über alles, bich erd' und himmel, War, Gott, vollendet; erd' und himmel, Und alles, was du schufft, war gut. Auch der mensch, dein bild auf erden, Bestimmt, durch dich beglückt zu werden, War deiner würdig, Herr, war gut. Er war untadelhaft, Und hatte licht und kraft, Dir zu dienen. Dein Adam war, Und Eva war In jeder neigung unbefleckt. allein; Frei vom tobe, frei von sorgen, Und heiter, wie der schöpfung morgen, Wie er, von jedem nebel rein. Der freude quell ergoß Der ströme viel, und floß, Wo sie gingen; Und die natur Frohlockte nur, Wehklagte nicht, wie sie mun flagt. 4. Fallen konnten sie und sterben; Doch auch nicht fallen, auch nicht sterben, Wenn mur ihr herz dich nicht verließ; Konnten, frei vom tod', auf erbett Zum himmel vorbereitet werden, Den ihnen dein gesetz verhieß. Sie hatten kraft genug 3um immer höhern flug In der tugend, Stets herrlicher Zu werden. Herr, Der engel selbst vermag nicht mehr! 5. Ach, so liebevoll beglücktest Du deine menschen; Gott, so schmücktest, So nah' erhobst du ste zu dir! Wir auch sollten alle werden, Was Abam war, dein 118 Von der Unschuld der ersten Menschen, bild auf erben, Unsündlich und| hilf und gieb Mir licht und trieb, unsterblich hier: Allein wir wur- Und eifer, Gottes bild zu seyn! den's nicht. Sie brachen bund Mel. O ewigkeit, du donnerwort. und pflicht; Ach, fie fielen! 164. Selbft engel find sind auch wir Durch vor dir Strafwürdig, und des todes raub. 6. Trauern will ich! wer darf's wagen, Die ersten fünder anzuflagen? Ich will bloß mei ner schuld mich zeihn. Trauert, brüder! doch wir wollen Auch Gott lobsingen; denn wir sollen, Geheiligt, einst sein bild noch seyn. Entsündigt sollen wir, O Vater, wieder dir Aehnlich werden; Denn deine huld Will als ler schuld Vertilgen, will uns noch erneun. 7. Warum sollt' ich's mir verhehlen, Daß ich befleckt bin? sind doch seelen Nicht, weil sie gut sich dünken, gut! Wohl mir, daß ich noch auf erden Von Gott soll rein gewaschen werden, Und selbst durch seines Sohnes blut! Daß der mein heil beschloß; Daß er sein blut vergoß: Welch erbarmen! Welch heil, noch hier Zum bilde dir Er neut zu werden, Gott, schon hier! Weil sie nicht dir, Allmächtiger, Nicht dir gehorchen wollten! Durch ungehorsam mun ents weiht, Verstoßen aus der seligkeit, Die sie bewahren sollten, Von dir und deinem angesicht, Und aufbehalten zum gericht. 2. Sie fühlen's; und versuchen doch, Wie satan, ihr verführer, noch Dir, Herr, zu wis derstreben. Der erste mensch, verführt durch ihn, Verlor, um dir sich zu entziehn, Die unschuld und das leben. Die lust gebar die sünd', o Gott, Und ste, ach, fie gebar den tod. 3. Wenn wir nicht deiner wahrheit licht, Wenn wir, Allmächtiger, dich nicht zu unserm schuße hätten: Wer widerstünde seiner macht? Nun können wir's, von dir bewacht! Wir können, Gott, uns retten; Nun seiner schlingen täuschung fehn, Nun seiner bosheit widerstehn. 4. Dir, Gott, sey dank! sey hochgelobt! Wir können's mun, wie sehr er tobt! Mit dir soll's uns gelingen! Dein Sohn hat satans reich zerstört, Zerstört sein werk, und uns gelehrt, Die sünd' und ihn bezwingen. Mit ihm zertritt nun, wer nur glaubt, Wer ernstlich kämpft, des mörders. haupt. 8. Blut der heiligung, vergossen In strömen, die vom kreuze flossen, Beweise deine kraft an mir! Wasche mich von meiner fünde, Daß Gott mich einst entfündigt finde, Und ihm geheiliget von dir! Du Geist der heiligkeit, Gieb mir der unschuld Eleid! Geist des Vaters, Ach, 5. Verführen kann er nun ihrem Fall und dessen Folgen. bloß den, Der schlummern will, nicht widerstehn, Nicht nüchtern seyn, noch beten. Den, wel cher, start durch Gottes macht, Kämpft, seine schwachheit fühlt, und wacht, Wird er nicht unter treten. Der glaube stegt; der zwinget ihn, Bedeckt mit schande zu entfliehn. 6. Er reiz' uns, oder reiz' uns nicht Zur übertretung unsrer pflicht: Wer frevelt, wird sein sflave! Wer seiner misfethat sich freut, Gewarnt, und mit beharrlichkeit, Verdient auch gleiche strafe. Verschuldet ist sein un tergang: Denn selbstverführung ist nicht zwang. 119 rein von fünden Vor dir, o Herr, zu finden? 7. Hilf uns in unserm kampf, o Gott! Dann soll kein leben, soll kein tod Von deiner lieb' uns trennen. Erscheint uns auch ein täuschend licht: Doch täuscht, o Herr, dein feind uns nicht; Wir werden ihn erkennen. Getrost! wir kämpfen nicht allein! Du hilfst; wir müssen steger seyn! 3. Hier ist kein unterschied! Dein aug', o Richter, sieht Auf alle menschenkinder, Und sieht in allen fünder. Ach, Heilig, Gott, ist keiner; Unschuldig auch nicht Einer. 2. Wo ist der unschuld ruhm? Wir, Gott, dein eigenthum, Wie tief sind wir gefallen! Wo ist jegt von uns allen Nur Einer 4. Verderbt ist aller sinn; Die weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, Nur, was dein wille wollte, Das gute nur zu lieben, Und willig auszuüben. 5. Fleisch sind wir von natur! Wir lieben, leider! nur, Was sinn' und lüfte heischen, Nur güter, die uns täuschen; Und vor der tugend freuden Fliehn wir, als wären's leiden. 6. Gehorsam dünkt uns zwang. Des bösen herzens hang Reißt uns mit starkem triebe zu schnöder sündenliebe. Es kann auch niemand zählen, Wie oft und wann wir fehlen. 7. Gewähr' uns, Gott, dein licht Zur kenntniß unsrer pflicht; Damit wir uns entschließen, Mit reuigem gewissen Der sünde zu entsagen, Der besfrung Mel. Wo soll ich fliehen hin. 165.Gott, der kein böses nachzujagen! Erschuf den menschen gut. Begabt mit luft und kräften Zu heiligen geschäften, Vermocht' er, recht zu handeln, Stets Gottes weg zu wandeln. 8. Wohl dem, der dich gewinnt! Denn, so verderbt wir find, Willst du uns dennoch heilen, Wenn wir erweckt nur eilen, Dir ähnlich noch auf erden, Dir gleichgesinnt zu werden. 9. Ach, diese deine huld Laß uns durch unsre schuld Nie freventlich verscherzen; Und hilf, daß unsre herzen Dir nimmer 120 Von der Unschuld der ersten Menschen, widerstreben, Damit wir ewig leben! Mel. Aus tiefer noth schrei'. ch, Gott, dein tief gefallnes kind, Bin elend und verloren, Unwürdig deiner huld, in sünd' Empfangen und geboren, Zum guten kraftlos von natur, Untüchtig, und begierig nur Nach eitelkeit und fünde. 166. 2. Ich trage nicht dein bild an mir, Wie Adam; bin ein sünder, Entfernt durch seinen fall von dir, Wie alle seine finder. Mir, seinem erben, fehlt die kraft, Dir wohlgefällig, tugendhaft Und fromm vor dir zu wandeln. 3. Aus eignen fräften kann ich nicht Dich, meinen Gott, erkennen; Auch nicht mit lust und zuversicht Dich meinen Vater nennen. Es fehlt die wahre lies be mir, Die mich entflammte mit begier, Zu deiner ehr' zu leben. 4. Ich fühle stets der sünden trieb Durch alle meine glieder; Auch mir ist, was du haffest, lieb, Was du befiehlst, zuwider. Ich armer! wer erlöst mich doch Von meiner fünden schweremjoch, Ven allen ihren strafen? 6. Unglaube, hoffahrt, wol luft, geiz Sind jedem deiner freunde Durch ihren zaubervollen reiz Gefahrenvolle feinde. Wie oft vergeff deiner huld, Und häufe täglich schuld auf schuld, Unwissend und aus schwäche! 7. Ach, Vater, handle, handle nicht mit deinem armen fnechte In deinem Heiligen gericht Nach deinem strengen rechte! Gott, dein erbarmen fleh' ich an, Das mich allein noch retten kann; Gott sey mir fünder gnädig! 8. Dein Sohn ist unbefleckt und rein, Und hat für mich ges litten. Um seinetwillen schone mein, Und höre meine bitten! Wer konnt' ihn einer fünde zeihn? So wasche denn sein blut mich rein Von allen meinen sünden! 9. Laß, Vater, nicht durch Adams schuld Noch meine schuld mich sterben; Und mache mich durch deine huld zu deines Soh nes erben! Laß meinen hang zum bösen mich mit ernst bes streiten, und durch dich Mich einst ganz heilig werden! Mel. Ach Gott vom himmel. 5. Von deinem Sohne bir 167.Gott, wie verderbt erkauft, Soll ich mich dir ergeben; Und ich, auf seinen tod getauft, Ich wünsch' auch, dir zu leben; Auch treibet mich dein geist zu dir: Doch immer trägt die sünd' in mir Viel böse, bittre früchte. ist von natur Mein Herz in allen kräften; Voll haß des guten, eifrig nur In fündlichen geschäften! Ich kann dich, Herr, nicht, wie du bist, Weil mein verstand verfinstert ist, Nicht dein gesetz erkennen. ihrem Fall und dessen Folgen. 121 2. Mein wille, nicht von dir| gethan. Gelobt sey dein erbarbekehrt, Sich selbst noch überlaffen, Verabscheut, was dein will begehrt; Wählt, was du Heißest Haffen. So sehr hat Adams sünd' auch mich, Gott, vergiftet, daß ich dich Nicht ehren kann, noch lieben. men! Ich ward erleuchtet am verstand, Sah mein verderben und empfand Das elend meiner fünde. CONOM 3. Daß ich dir nicht vertrauen kann, Und dir mich widersetze; Mich bloß, von meiner kindheit an, Am irdischen ergöße; Daß eigenmuß mich treibt, und nicht Gehorsam und gefühl der pflicht: Das zeugt von meinem falle. 8. Du warst's, der mich ers griff und mir Den weg des heiles zeigte; Du warst's,( dir dank' ich's, Herr) der mir Mein stolzes herz recht beugte. Du willst durch Christum mir verzeihn; Mich von der fünde macht bes frei'n; Mir kraft zur beff'rung geben. 4. Wenn ich für mich nur, nicht für dich, Noch meine brüder lebe; Wenn ich aus stolz und dünkel mich Gern über sie erhebe: So ist's verderben der natur. Nach diesem, ach! begehr' ich nur, Was dein gesetz verbietet. 9. So überwältige mun ganz In mir den hang zur sünde! Stets heller leuchte, Gott, dein glanz, Die wahrheit deinem kinde! Zum guten mehre meine kraft, Damit ich ringe, tugendhaft Und fromm vor dir zu wandeln! 10. Noch immer schweb' ich in gefahr; Leicht werd' ich schwach und träge. Erhalte du mich immerdar Auf deinem guten wege! Ermuntre mich zur wachsamkeit; Gieb vorsicht, gieb bescheidenheit, Geduld und much zu kämpfen! 5. Im bösen schnell erfind sam, irrt Mein Herz von fünd' in sünden, Und meint, wenn's auch betrogen wird, Doch da sein glück zu finden. Mein ohr verschleußt sich leicht vor dir; Und ach, wie lieblich tönet mir Die stimme der verführung! 11. Ermatt' ich: ach, so nehme 6. So oft, o Gott, belehrst du dich Des schwachen an und mich In meinen finsternissen: treibe Mich zum gebet, und stärDoch ich betäub' oft freventlich ke mich, Damit ich stehen bleibe! Gefühl, vernunft, gewissen; Bis Und strauchl' ich doch: so hilf mir meine luft die fünd' gebar, Die auf, Damit ich standhaft meisünde wuchs, bis voll schon nen lauf Zur seligkeit vollende! war Das maaß der übertretung. Mel. Ich dank dir schon. 168.ch, wie viel böſes wohnt in mir, 7. Dieß elend leugne, wer da kann! Mir zeigst du's, Gott; mir armen Haft bu die augen auf Wer zählt's, wie oft ich fehle? 122 Von der Unschuld Ich fühl es, Herr, und klag' es dir. O beff're meine seele! 2. Ich wandle ganz der fünder bahn, Und bin zum guten träge. Herr, nimm dich meines elends an! Hilf mir auf deine wege! 3. Verkehrt und thöricht ist mein sinn, Beherrscht von bösen Lüften. O neige meine seele hin Zur freude wahrer christen! 4. Mich reizt der eitelkeiten tand Mehr, als das heil der seelen. Herr, gieb mir weisheit und verstand, Das beste theil zu wählen! dogodit 5. Mein Gott, mein Gott, gedenke nicht Der fünden meiner jugend! Grinnre mich an meine pflicht, Und gieb mir kraft zur tugend! 6. Hilf, o mein Heiland, hilf, daß ich nicht unbegnadigt sterbe; Daß ich, geheiliget durch dich, Einst deinen Himmel erbe! Mel. Wo soll ich fliehen hin. der ersten Menschen, du kannst vom bösen Auch mich, o Herr, erlösen. 4. Verwirf mich nicht von dir! Beweise gnad' an mir! Erneure meine seele, Daß sie das gute wähle! Die tilgung meiner sünden Laß mich bei Jefu finden! 5. Drückt mich ihr schweres joch: So sey, o Vater, doch Noch stärker dein erbarmen; Das heilige mich armen! Du kannst, mein Gott, vergeben; Bei dir ist heil und leben! 6. Hat sonst des fleisches macht Ihr werk in mir vollbracht: So laß zu guten werken Nun deinen Geist mich stärken; Daß, folgsam deiner lehre, Ich nun dich fürcht' und ehre! 7. Und regt in meiner brust Sich eine böse luft: Ich will mich widersehen, Und nicht dein recht verletzen, Daß ich, dein bild auf erden, Mög' dort vollendet werden! Mel. Durch Adams fall ist. 169. bewust Der in 170. Seu, meine aus nern bösen lust, Der quelle meiner sünden, Die menschen nie ergründen. D, heile du aus gnaden Der seele tiefen schaden! versicht, Heiland mir gegeben, Verlaß mich armen sünder nicht! Laß meine feele leben! Gedenke, Herr, an deinen tod! Du gingst ja hin, zu sterben, Um hülfe mir in meiner noth, Mir gnade zu erwerben. 2. Wie oft gehorcht' ich ihr! Wie oft hab' ich vor dir Nicht dein gesetz verleßet, Und dir mich widersetet! Ach! willst du nicht vergeben: Mein Gott, wie kann ich leben? 3. Ein jegliches gebot Zeugt wider mich, und droht Mit ewigem verderben. Laß, Vater, mich nicht sterben! Du kannst, 2. Ich bin verfinstert von natur; Verderbt in allen fräften. Wie oft vergnügt' ich, Gott, mich nur An sündlichen geschäf ten! Wie schwer wird, was bein recht gebeut! Wie viel, was ich ihrem Fall und dessen Folgen. 123 beginne, Ift eigensinn, ist eitel| rein; Und laß zu guten werken keit, Und bloße lust der finne! Mich deines Geistes kraft erneun, Und seine kraft mich stärken! this 3. Ich armer kenne nicht einmal Die menge von gebrechen, Die mich entstellen ohne zahl; Mel. So wahr ich lebe, spricht. mir. Sie sind nicht auszusprechen. 171.Der hang zum böEntdeckte, Gott, mir nicht dein licht Mein elend, meine blöße: So fennt' ich mein verderben nicht, Nicht seine tief und größe. 4. Wer hilft, wer nimmt sich meiner an? Ich fühl' die macht des bösen, Die ich nicht überwinden kann, Mich selber nicht erlösen. Du forderst buße; gieb mir kraft, Nach deines wortes lehren Mich reblich und gewiss senhaft Vom bösen zu bekehren! 5. Ach, buße, glaub' und heiligkeit Sind große schwere werte. Zur buße fehlt entschloffenheit, Zum glauben muth und stärke. Ach, schaff' ein reines Herz in mir, Und laß mich noch auf erden Dir wieder ähnlich seyn, nach dir Mich umgeschaffen werden! uloga 6. Wie kann, wer blind ist, ohne dich Den weg zu dir ents decken? Und wie vermag der todte sich zum Leben zu erweden? Ich, blind und todt, ich kann mir nicht Gesicht und le ben geben. Ach, darum gieb dem blinden licht; Den tobten ruf ins leben! 7. Demüthige, bekehre mich! Gieb meinen augen thränen! Mein reuig herz laß redlich sich Nach deiner gnade sehnen! So mach' es durch den glauben Auch wenn ich schon, mein Gott, von dir Geheiligt bin, versucht er mich Zu sünden doch, und stärket sich Durch leidenschaft und sinnlichkeit, zu thun, was dein gesetz verbeut. 2. Ich seh's; die tugend, Gott, ist schön; Ich will auch ihre bahn nur gehn; Betrete ste voll luft und muth; Gewiß, daß, wer nicht fünde thut, Und seine pflichten nie vergißt, Hier ruhig und einst selig ist. 3. Doch bald erwacht in meis ner brust Die unterdrückte böse lust, Und locket mich zur sicherheit, Zu eitler selbstgefälligkeit. Gelingt ihr's, ach! so glaub' ich dann Auch leicht, daß ich nicht fallen fann. 4. Dann bin ich bald verführt; denn, ach, Wer stolz und sicher wird, ist schwach, Verläßt auf seine kräfte sich, Vertraut nicht, wie er soll, auf dich; Verschmäht die feinde, die ihm bräun, Wird träg' und laß, und schlumandri mert ein. 5. Und, ach, wie nah' ist dann sein fall! Wenn er versucht wird überall, Von innen durch sein eignes herz, Von außen durch gewinn und schmerz; Nun käm pfend, ach, wie leicht, wie 124 Von der Unschuld der ersten Menschen, leicht Verliert er alle kraft, und| wegen, Die wir wandeln sollen, weicht! 6. Ich fühle meine schwachheit, Gott! Mich schrecken leicht gefahr und spott! Zerstreuung und vermessenheit, Des beispiels reiz, die weichlichkeit, Ein stark gefühl für luft und schmerz: Wie leicht verderben sie das herz! Gott: Was zernichtet der für segen! Wie versenkt oft der in noth! Ach, was müssen wir oft leiden Bloß für Einer thorheit freuden! 7. Wer kann mir beistehn? du allein Sollst meine hülf' und stärke seyn. Laß meine schwachheit immer mir Vor augen seyn, daß ich von dir Nie weiche, daß ich standhaft sey, Dir, bis zum tode selbst, getreu! 8. Dann kommt die zeit, wo, Herr, von dir Der hang zum bösen ganz in mir Vertilgt und ausgerottet wird, Wo nie verstand noch herz mehr irrt. Wie heilig werd' ich dann, wie rein, Wie herrlich, Gott, wie selig feyn! sald Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 172.2, wer, Gott, ver mag zu zählen, Was zum zorne dich entflammt? Wann, wodurch, wie oft wir fehlen? Alles, was dein recht verdammt? Alles gute, was wir hassen, Oder sorglos unterLaffen? 2. Gott, nur Eines menschen sünden: Was für übel zeugen ste! Und dann aller menschen fünden: Wie viel glück zerstören die! Alle, seit dem ersten falle, Jedes menschen fünden! alle! og 3. Nur Ein fehltritt auf den sich 4. Wer erkennet die verbrechen, Welche, kaum vollendet, sich Selbst verfolgen, selbst sich råchen, Fühlen dein geseß und dich; Und, gehaßt, doch wiederkehren, Wieder wüthen und zerstören! 5. Starke, Gott, verfolgen schwache: Schwache schwächre! geiz und neid, Menschenhaß und durst nach rache, Wollust, stolz und üppigkeit: Wie erfüllt dieß heer von plagen Deine welt mit bittern flagen! 6. Wie die arglift frevel brütet! Wie gewalt und tyrannei, Gleich der pest im mittag, wüs thet, Ungesehn die heuchelei, Emsig, über alle zeiten Fluch und jammer zu verbreiten! A 7. Und wir fünder könnten wähnen, Gottes heiliges gericht Räche keines elends thränen, Acht auf unsre laster nicht? Der gerechte, der verbrecher Gelt' ihm gleich; es sey kein rächer? 8. Hohn zu sprechen und zu spotten, können selbst verruchte sich Wider dich zusammen rotten, Lästern dein gesetz und dich? Spotten, weil sie freveln wollen, Daß sie sich bekehren sollen? 9. Und das sollt' uns nicht erschüttern, Wenn wir sähn, was laster ist? Wer darfs wagen, ihrem Fall und dessen Folgen. 125 1012 nicht zu zittern, Da du rein und| haben. Wo wandelt nicht der heilig bist? Wagen, ohne furcht tugend heil und segen Von dir und grauen Auf die zukunft hin- entgegen? zuschauen? 10. Welch gericht muß die erwarten, Welche bis an ihren tod In der fünde dienst beharrten, Und von dir gewarnt, o Gott, Doch getäuscht von eiteln träumen, Ihre rettung blind versäumen! 4. Wie würde jede wahre lust auf erden Erhöht, und jede last erleichtert werden, Wenn, Herr, dein mensch den täuschungen der fünde Stets widerstünde! 5. Doch ach! ste herrscht, um alles zu zerrütten, Erschüttert throne, und verwüstet hütten, Trübt jedes segens quell', droht allen tagen Mit neuen plagen. 6. Wie können sünder froh zum himmel schauen? An dich gedenken ohne furcht und grauen? An tod und grab, und an ein ewig leben, Und nicht ers beben? 7. Die lust zum bösen feffelt ste und wüthet; Sie leiden selbst durch das, was sie gebietet, Um neidisch zu verwandeln andrer freuden In gram und leiden. 8. Wie können wir dich, Gott, genug erheben, Daß du uns führen willst den weg zum leben, Uns heiligen, uns stärken, alle sünden zu überwinden! 11. Ich erschrecke, Herr, ich bebe, Daß mein Herz dieß oft vergißt! Daß, wenn ich nicht heilig lebe Eitel meine Hoffnung ist, Selig dort, und schon auf erden Ruhig und getroft zu werden. 12. Laß der fünde bittre früchte Mir stets in gedanken seyn; Mich nie zweifeln am gerichte; Auch den kleinsten fehltritt scheun; Daß ich gläubig jede fünde, Stark durch dich, ganz überwinde. 173.6ott, Mel. O liebster Jesu, was. ott, wo ist weh', wo elend auf der erde, Das von der fünde nicht geboren werde? Wer seufzt, der nicht für einer thorheit freude Wehklag' und leide? 2. D wären wir vom jüng ling bis zum greise Gehorsam deinem willen, gut und weise: Was würden wir mit freudigem gewissen Für glück genießen! 9. Heil uns, daß uns dein Sohn mit dir versöhnte, Uns licht gab, uns der fünde dienst entwöhnte, Lust gab und trieb, auf deiner bahn zu wandeln, Und recht zu handeln. 10. Laß uns denn immer mehr geheiligt werden; Dir stets gehorsam, dir getreu auf erden, Thun, was du willst, bis wir zu dir erhoben, Dich ewig lo3. Denn schön und herrlich, zahllos sind die gaben, Die wir von dir zu wahren freudenben! 126 Von der Unschuld der ersten Menschen, Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 174.Seinem eignen herzen Heucheln, Sünde thun und sicher seyn, Sich mit falscher tugend schmei cheln, Und dann sagen: ich bin rein! Selbst sein elend nicht empfinden: Welche bittre frucht der sünden! 2. Wer so schläft, ohn' allen kummer Für der seele seligkeit, Eingewiegt im tiefen schlummer Einer trägen sicherheit: Ach, wie fürchterliche schrecken Werden endlich den erwecken! 3. Bin ich rein, wenn ich nur hasse, Was schon menschen fliehn und scheun? Wenn ich das nur unterlasse, Was auch heiden nicht verzeihn? Ist's genug, kein recht zu brechen, Was der menschen strafen rächen? 7. Nein, dieß blendwerk eitler lügen Täusche meine feele nie; Müsse nie mein herz betrügen; Denn was hasfest du, wie ste? Sie, die mir den wahren glauben, Sie, die deine huld mir rauben? 8. Keine fünde müff' ich lies ben; Auch den wunsch der fünde nicht. Rein in allen meinen trieben, Frei von falscher zuversicht, Lieber bittre thränen weinen, Als mur bloß unschuldig scheinen. 9. Weiß ich nicht, wie oft ich fehle Auf der bahn der heiligung? Wann bedarf hier je die seele Keiner größern reinigung? Warum sollt' ich mich verblenden, Und mir selbst dieß heil ents wenden? 4. Bin ich darum fromm und beffer, Darum Gottes tind und freund, Weil des nächsten schuld mir größer, Als die meinige, mir scheint? Weil an eines andern fünde Ich mich rein und schuldlos finde? 10. Laß mich streiten mit den lüften, Fliehen stolz und sicherheit, Muthig mich zum kampfe rüsten, Aber rein von eitelkeit, Daß ich nicht vergeblich ringe, Und gewiß zum ziele dringe! Mel. So wahr ich lebe, spricht. 5. Ober, weil burch äußire 175.Gott, welch verders werke Und oft bloß durch ihren schein, Ich mich in dem wahne stärke, Angenehm vor Gott zu seyn? Oder weil verhehlte sünden Menschenblicke nicht ergründen? 6. Darum, darum sollt' ich wähnen: Ich bedarf der buße nicht; Keiner reue, feiner thränen, Keiner bessern zuversicht? Darum mich zu Gottes findern Zählen, und nicht zu den fündern? ben wohnt in mir! Wie oft, wie oft mißfall' ich dir! Durch wie viel fünden! wer erzählt, Wie oft der mensch nur täglich fehlt; Er, deffen Herz dir, weil er lebt, Durch sein verderben widerstrebt! 2. Dir widerstrebt, wenn er sich auch, Erhellt durch deines lichts gebrauch, Bekehrt durch deines Geistes fraft, Entschließt, gerecht und tugendhaft, In seis ihrem Fall und nem ganzen wandel rein Und ohne falsch vor dir zu seyn! 3. Oft fällt er aus unwissenheit, Oft durch die macht der finnlichkeit. Durch trägheit, nur auf dich zu schaun, Durch sicherheit, durch selbstvertraum, Verirrt er sich, beleidigt dich, Und seinen nächsten, oder sich. 4. Ihm mangle weder kraft noch licht: Wie oft vergißt er feine pflicht! Wie oft fehlt ihm zum kampfe muth; Und, wenn er seine pflicht auch thut: Wie zaudert er, wie lässig ist So oft auch der geübte chrift! 5. Doch, wer zur fünde skla, ven sich Verkauft hat, o wie wis fentlich, mit welchem frevel sündigt der! Wie häufet seine lafter er; Wenn leidenschaft und sinnlichkeit, Dir nicht zu folgen, ihm gebeut! dessen Folgen. 127 8. So schrecklich ist der fünde macht Bei frevlern, selbst bei dem, der wacht, Daß er nicht fall' und wissentlich nicht, Gott, dir troße, sondern dich Vor augen hab', und dir getreu Auch selbst in seiner schwachheit sey. 9. Und, wähnen sollt' ich, Gott, daß ich Verdienen könn", und bloß durch mich, Durch eigene rechtschaffenheit, Des glaus bens preis, die seligkeit, Die du, weil du auch fünder liebst, Allein aus freier gnade giebst? 10. Ich sollte wähnen, daß, Gott, Dein Sohn nicht kam, durch seinen tod Vom tod' und fluch mich zu befrein? Nur kam, ein beispiel mir zu seyn; Ein lehrer nur zu meiner pflicht, Ein sichrer führer durch sein licht? 11. Preis dir, o Gott, mehr 6. Er achtet nicht auf dich, o ist er mir. Er ist mein Mittler, Gott! Sich zu betäuben, treibt Gott, bei dir, Da er mein er spott Mit allem dem, was opfer ward und starb, Und göttlich heißt, Betrübt, erbittert gnad' und friede mir erwarb. deinen Geist, Verleugnet zu Ihm nachzufolgen, schenkt er kunft und gericht Aus Haß nur mir Kraft, muth und freudigs gegen seine pflichtfeit zu dir. 7. Und hält in seiner bosheit lauf Ihn andrer menschen macht nicht auf: Was achtet seiner lüfte wuth Der brüder jammer und ihr blut? Wenn er erreicht, was ihm gefällt: Was kümmert ihn das wohl der welt? 12. Ich will mit ernst und eis fer mich Dir widmen, will nie wissentlich Dir ungehorsam seyn, und gern Dir dienen, meinem Gott und Herrn! Doch selig will ich, Gott, allein Durch dich und meinen Heiland seyn! 103 quid runt 128 Von der Gnade Gottes dited Kies VII. Von der Gnade Gottes gegen die sündigen Menschen, und seinem ewigen Rathschlusse über ihre Erlösung. 7. Gott hat von Ewigkeit her beschlossen, die fündigen Menschen, welche durch sich selbst nicht selig werden können, von der Strafe und Herrschaft der Sünde zu befreien, und sie wieder heilig und selig zu machen. 176. Sloffeft Mel. O Gott, mein Schöpfer. a, Vater, du beschlosseft schon, sen. So liebevoll war uns zu gut Des friedens bund geschlossen! So wunderbar erfüllet! Eh' wir geschaffen waren, Barm- 4. Der gnade ruf, daß durch herzigkeit durch deinen Sohn den Sohn Die fünder leben sol An uns zu offenbaren. Dein len, Ist zu den ersten menschen allumfassend auge sah' Der sün- schon, Ist bis zu uns erschollen. de tief verderben; Da sprachst Von volk zu volk erschallt der du, eh' der fall geschah, Zum ruf, Daß jeder glauben solle: Sohne: Sohn, ste sterben! Wir Daß Gott uns nicht zum zorn wollen sie erlösen! od o Moterschuf; Daß er uns retten wol2. Da schwurst du deinen le, Uns ewig selig machen! theuren eid: Ich will der fünder leben! Dich hat dein eidschwur nicht gereut; Du hast den Sohn gegeben. Wir fielen; doch an allen ward Durch deinen Eingebornen In ihrer ret tung offenbart, An sündern, an verlornen, Die allmacht deiner gnade. 3. Dein Sohn erschien, und 6. Du magst ste, Herr, in finlitt und starb Für aller menschen sterniß Vor unserm blick verhülsünden; Ein ewig heil, das er len: Was du verheißest, ist ges erwarb, Auf seinen tod zu grün- wiß; Du kannst's, du wirst's den. Für alle menschen ward erfüllen. Wer mißt die gränzen sein blut Zur heiligung vergos deiner macht? Das opfer nach 5. Nicht alle hören deinen ruf: Doch liebst du alle fünder, Die deiner liebe macht erschuf, Durch deinen Sohn, als kinder. Wir glauben dir, was wir nicht sehn; Wir glauben: deine gnade Kennt wege, die wir nicht verstehn, Hat auch verborgne pfade Zum heile deines Sohnes. gegen die Menschen. 129 2. Durch Adams fall und Satans neid Ist jeder mensch verloren; In sünd' und ungerechtigkeit Empfangen und geboren. 7. Deß sollen wir nicht rich- Sich nur gelassen, macht auch er ter seyn. Du nur fannst herzen Selbst seiner schulden täglich prüfen. mehr; Kann sich nicht selbst ers retten. Dein me getäuschter blick allein Durchschauet ihre tiefen. Du nimmst dich aller menschen an, Und wen, o Gott, auf erden Des Sohnes blut nur retten kann, Der wird gerettet werden. Er ist der welt verföhnung! 8. Ach! für die heiden zittern wir, Die deiner gnade gaben In gleichem maaße nicht von dir, Wie wir, empfangen haben! Was richten wir? ach, bebten doch Wir nur vor unsern fünden, Und suchten, weil's noch zeit ist, noch Bei dir das heil zu finden, Das du uns offenbarest. dem falle, Von deinem Sohne dargebracht, Hat werth genug, um alle, Die's nicht verschmähn, zu retten. 9. Uns ruft dein evangelium. Gieb ohren, Herr, zu hören; Gieb kraft, daß wir zu deinem ruhm Aufrichtig uns befehren! Du forderst uns zur rechenschaft Für alle deine gaben; Du beutst uns glauben an und kraft. Nach dem nun, was wir haben, Wirst du uns einst auch richten. Mel. Nun freut euch, lieben. 3. Zu wahren guten werken tobt, Geschäftig nur zum bösen, kann er aus seiner fünde noth Sich selber nicht erlösen. Er kann durch eigne tugend nicht Des richters heiligem gericht Und seinem fluch entrinnen. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Wir wollen uns erbarmen! Steig', Sohn, herab von deinem thron, Und sey das heil der armen! Hilf ihnen aus der fünde noth; Für sie besiege du den tod, Und laß mit dir ſie leben! 177.Nun, Mein bruder wollt er 6. Der Sohn, der ihm gehorsam war, Erschien für uns auf erden, Wo eine jungfrau ihn gebar; werden. Er war unschuldig und gerecht; Und wurd doch niedrig, ward ein knecht, Um fünder zu erlösen. 7. Er sprach zu mir: halt' dich an mich; Dir soll's mit mir gelingen. Ich selber opfre mich J chriften, last uns fröhlich seyn, Gott preis und ehre bringen; Von Herzen seines heils uns freun, Und seine huld besingen; Erheben seiner liebe rath, Die uns so hoch begnadigt hat. Wie theu'r sind wir erworben! 4. Gott sah' dieß elend vor der zeit, Und wollt' uns helfen Laffen; Mit güt' uns, mit barmherzigkeit Und vaterhuld umfafsen. Uns zu erretten, wollt' er nun Der gnade größtes wunder thun, Und fünder selig machen. Von der Gnade Gottes 130 für dich; Ich will bein heil er ringen; Denn ich bin dein und du bist mein; Und wo ich bin, sollst du auch seyn, Uns soll der tod nicht scheiden. 8. Vergießen wird man mir mein blut, Mir selbst mein leben rauben. Das alles leib' ich dir zu gut; Das halt' mit festem glauben! Dein leben, sprach der Sohn, ist mein, Und mein verdienst, o sünder, dein; So sollst du selig werden. 9. Den himmel nehm' ich wieder ein, Um ewig dir zu leben. Da will ich dein beherrscher seyn, Und meinen Geist dir geben; Der soll dich lehren, dich erneun, Mit troft im trübsal dich erfreun, Und dich zum himmel leiten. 10. Das, was ich that und er dich lehrt', Das sollst du thun und lehren. So werde stets mein reich vermehrt zu meines Vaters ehren. Dieß glaub', und nimm nie menschenwahn Für diesen schatz der wahrheit an: So wirst du selig werden. Mel. Durch Adams fall ist. falle Herrscht durch der fünde fluch und macht Der tod jetzt über alle. In solcher noth Verhieß uns Gott, Selbst seinen Sohn zu geben, Daß wir, erneut Zur seligkeit, Noch möchten wieder leben. 3. Wie wir durch eine fremde schuld In Adam alle sterben: So hilft uns eine fremde huld In Chrifto vom verderben. Ward überall Durch Adams fall Der erste fluch verkündigt: So hat uns Gott Durch Christi tod Versöhnet und entsündigt. 4. Gott hat uns seinen Sohn geschenkt, Als wir noch feinde waren; Die huld, womit er unfrer denkt, An uns zu offenbaren. Der starb, erstand, Fuhr auf und fandt' Üns seines Geis stes gaben. Wer ihn zum Haupt Erwählt und glaubt, Soll einst den himmel haben. 5. Er, der uns selbst bei Gott vertrat, Zum opfer dargegeben, Ist unser licht; er selbst der pfad Zur wahrheit und zum leben. Sein schuß umgiebt Die, die er liebt, Wenn sie nur freudig glau178. Durch Abams fün- ben. Die er bewacht, kann keine macht hand ihm rauben. de wurden wir Auch sterblich, strafbar, sünder, Vergiftet und verderbt von ihr; Denn wir sind Adams- kinder. Ach, hätte Gott Nicht unsre noth Mitleidig angesehen: Wir trügen noch Des Satans joch, Und müßten einst vergehen. 6. O wie undankbar, wie verrucht Ist der, der ihn verachtet, Sein heil allein bei menschen sucht, Und Gottes troft nicht achtet! Wer in der noth, Die ihn bedroht, Sucht helfer bloß auf erden, Der muß in zeit Und ewigkeit Bor ihm zu schanden werden. 2. So weit hat's nun sein haß gebracht! Seit jenem schweren gegen die Menschen. 131 17. Wohl dem, der ihm allein| bestimmtest deiner welt Ein vollvertraut! Sein schuß wird ihn bedecken! Denn wer auf diesen felsen baut, Wovor darf der erschrecken? In angst und müh' Hab' ich noch nie Den menschen sehen fallen, Der sich nur fest Auf ihn verläßt. Gott hilft den Seinen allen! 8. Du wollest nie( das bitt' ich dich) Dein heilig wort mir nehmen, Noch wegen meiner fünden mich Und mein vertraun beschämen! Erlaß die schuld! Auf deine Huld Seß' ich all' mein vertrauen; Denn wer sich fest Auf dich verläßt, Der wird den tod nicht schauen. kommnes lösegeld; Selbst dein Sohn, Herr, sollte sterben, Gnad' und heil ihr zu erwerben. 9. Damit ich gläub', und immerfort Nur dir gefallen lerne, So leuchte mir dein heilig wort, Gleich einem morgensterne. Belehrt von dir, Verstehen wir Den werth der hohen gaben, Die Gottes Geifst Uns hoffen heißt, Weil wir zum heil dich haben. 3. D ein rathschluß voll erbarmen, Voller huld und freundlichkeit, Welcher uns verlaßnen armen Gnade, trost und freiheit beut! Liebe, die so brünstig liebt, Daß sie auch den Sohn uns giebt, Ihn, der Gott ist, uns zum lehrer, Ihn zum opfer für empörer! 4. Du bestimmst, o weise Liebe, Mir zur gnade selbst die bahn; Führst durch deines Geistes triebe Mich zur buß' und glauben an. Wer nicht in der sünde bleibt, Und an deinen Sohn recht gläubt, Der soll deiner liebe gaben, Heil und ewig leben haben. 5. Diesen glauben anzuzün den, Giebst du uns den guten Geist, Den der tilger unsrer fünden Heilbegierigen verheißt. Wer sein unvermögen sieht, Und zu diesem helfer flieht, Den willst Mel. Werde munter, mein. 179. w'ge Liebe, mein bu zu guten werken Auch mit fraft und eifer stärken. gemüthe Wagt mit kindlichem vertraun, In den abgrund deiner gute Ehrfurchtsvoll hinab zu schaun; Allen fummer zu zerstreun; Ihrer größe mich zu freun; Durch ihr anschaun schon auf erden Herrlich und entzückt zu werden. 6. Wer nur ihm nicht widerstrebet, Wer, nachdem er gläubig ward, Heilig und unsträflich lebet, Und im glauben fest vers Harrt, Der ist auch von dir erfehn, In dein reich einst einzugehn, Deinen kindern zugezählet, Und zur seligkeit erwählet. 2. Ich verehre, Gott voll lies be, Dich für deiner gnade rath, 7. Du bestimmst nicht zum Die aus eignem freien triebe verderben. Ach, wem fehlte deine Unsrer sich erbarmet hat. Du huld? Selbst die fünder, wenn 32 132 Von der Gnade Gottes fie sterben, Sterben nur durch leiden Klagen wir gleichwohl: | ihre schuld. Wer nicht glaubt der Herr, Der Herr vergißt der an deinen Sohn, Der verdient seinen. des fluches lohn; Bloß sein frevelnd widerstreben Raubt ihm gnade, heil und leben. 3. Kann ihres eingebornen sohns Ein weib vergessen? Und könnte sie auch ihres sohns, Sein vergessen: Oso will ich deiner doch, Ich deiner nicht vergessen! 8. Wer, o Liebe, zählt die menge, Die, vom tode nun befreit, Hohe, dankende gesänge Dir vo deinem throne weiht? Deiner gnade rath versteht Die vernunft nicht; ihn erhöht Demuthsvoll, wer dem vertrauet, Was kein engel selbst durch schauet. 4. Ich ging vor dir vorbei, und sah: Du lagst im blute; In deinem elend lagst du da, Deinem blute. Als du also vor mir lagst, Da sprach ich: du sollst leben! 9. Liebe, liebe, laß mich stres ben, Meines heils gewiß zu seyn! Richte du mein ganzes leben Nur nach deinem willen ein! Laß in meiner pilgrimschaft Aus des glaubens frucht und kraft Stets mich ſehn, daß einst mein 181. B ende Meine seligkeit vollende! 10. Ueberzeugt von deiner gnade, Und gewiß, dich einst zu sehn, Will ich selbst des todes pfade Ohne graun und muthig gehn. Hab' ich deine gnade nur, So wird feine creatur Mich ges liebten von dir trennen, Dir mich nicht entreißen können. Mel. Mit fried' und freud'. 180. aucht, himmel! erde, freue dich Mit uns erlösten! Erbarmend, Himmlisch, väterlich Uns zu trösten, Giebt der Richter seinen Sohn Für uns dem mittlertode. 2. Wir sind durch diesen tod geweiht Zu himmelsfreuden. In feber furzen traurigkeit, Jedem 5. Erbarmungsvoll rief ich dir zu: Ja, du sollst leben! In meines friedens ew'ger ruh' Sollst du leben! Rief ich dir, als ich dich sah' In deinem blute liegen. restor Mel. O Gott, du frommer. eginnt ein lieb voll dank Mit feierndem gemüthe! Erlöste Gottes! singt Dem Vater aller güte, Dem Allgewaltigen, Dem, welcher, groß von rath, Uns seinen eignen Sohn Zum heil gesendet hat! 2. Gefallen waren wir, Und niemand konnte retten; Kein vater sein geschlecht, Kein bruder brüder retten. Erlösen konnte nur Der abgefallnen schaar Sein eingeborner Sohn, Er, der ihr Schöpfer war! 3. Er hat's gethan, der Sohn! Erlös'te, feiert! feiert! Er hat zur seligkeit Die fünderwelt ers neuert. Er hat errettet; Er! Durch seiner liebe macht Hat gegen die Menschen. er unsterblichkeit Für uns ans licht gebracht. 4. Verheißen war's: er sollt' Ein mensch geboren werden; Ein mensch, wie wir; ein mensch Erfunden an geberden; In ar mer knechtsgestalt, Erniedrigt bis zum tod'; Erniedrigt, und dennoch In seiner schwachheit Gott! 5. Und, Vater, Gott, dein wort Ift ganz erfüllet worden! Der unser Schöpfer ist, Dein Sohn ist mensch geworden; In armer knechtsgestalt, Erniedrigt bis zum tod'; Erniedrigt, und dennoch In seiner schwachheit Gott! - 133 9. Bald aber werden ihn Die Heiden selbst erkennen; Bald werden sie voll luft Ihn ihren Heiland nennen. Doch ist er unwerth noch; Voll schmerzen, noch entehrt; Geplagt, und mit der last Der sünde noch bes schwert. 7. Er lehrt: ste hören's nicht! Thut wunder: fte verstehen Nicht seines armes fraft! Er spricht: und lahme gehen! Er rührt die blinden an: Die blinden sehn das licht! Und doch erkennt sein voll Den welterret ter nicht! 10. Lobsingt! nun ist er schon Zum Golgatha gegangen. Lobfingt! mun hat er schon Am holz, ein fluch, gehangen. Lobsingt! wir sind versöhnt! Er hat das werk der macht, Der liebeschwerstes werk, Er hat's, er hat's vollbracht! 11. Der tod hat keine macht An ihm; er ist erstanden! Er6. Doch hattest du sein wort, Judaa! nicht bewahret. Durch löst sind wir mit ihm, D tod, wunder wird dir nun Dein retaus deinen banden! Die fünder ter offenbaret. Erwache! werde sind mit Gott Durch Jesu blut licht! Er kömmt! erlösung versöhnt; Nicht finder mehr des kömmt! Und dennoch bleibet er jorns; Sie sind mit Gott versöhnt. Selbst seinen brüdern fremd. 12. Er fuhr zum himmel auf; Goß seines Geistes gaben Auf seine zeugen aus; Und ihre wunder haben Den gößendienst gestürzt, Die finstre welt verklärt, Und uns den weg des lichts, Den weg zu Gott gelehrt. 8. Er spricht: der fieche trägt 13. Wo find die götter nun, Sein bett; es hört der taube. Die tempel, die altåre? Wo Er ruft die tobten selbst, Er- sind ste? singet! dankt! Bringt weckt sie aus dem staube. Vom Gott dem Vater ehre! Bringt grabe kommen sie Herauf, und ehre seinem Sohn! Er hat's, fehn das licht; Und dennoch er hat's gethan, Der liebe größ kennt sein volk Den welterrettes wer! Der erdkreis bet' ter nicht! ihn an! ABUTARIAT 134 Von der Gnade Gottes Mel. Ermuntre dich, mein. 182.20 Iso hat Gott die welt geliebt, Und sünder so geehret, Daß er selbst seinen Sohn ihr giebt! Das preise, wer es höret! Sie bet' ihn voll erstaunen an! So viel hat Gott für ste gethan! Der Sohn hat selbst sein leben Zum opfer dargegeben. 2. Ach, wer hat einen vatersinn, Und giebt sogar für fünder Sein kind zu ihrer rettung hin, Das liebste seiner finder? Und so liebt Gott! nein, brünstiger Kann keine liebe seyn; denn er Giebt frevlern, giebt verlornen Selbst seinen Eingebørnen. 3. Warum? daß durch sein heilig blut Gereinigt, Gottes erde Für den, der wahre buße thut, Des himmels vorhof werde; Daß er, wenn er recht glaubt, und fest Sich auf des Sohnes tod verläßt, Gott wieder gnädig sehe, Und nicht verloren gehe. LU ewig heil erwirbt, Nicht deine lieb' empfinden: Wie häuf ich meine sünden! 6. O, welch ein gräul! wie werth, von dir Mit jeder plag' auf erden, Mit jeder strafe quas len, hier Und dort gerächt zu werden! Der sünder, Gott, entseßze stich! Ach, Herr, begnadige doch mich Durch deines Sohnes schmerzen Mit einem neuen Hers zen! 7. Ja, beuge mich, damit ich nicht Auf strafen strafen häufe; Daß nicht dein heiliges gericht In sünden mich ergreife! Ich bebe; nimm dich meiner an, Weil ich mich selbst nicht retten kann! Laß mir dein heil nicht rauben; Gieb mir den wahren glauben! 8. Ich bitt' auch, um gewiß zu seyn, Daß ich den glauben habe, Um eifer, dir mich ganz zu weihn, Um deines Geistes gabe! Wie könntest du, da du mir schon Den Sohn geschenkt hast, deinen Sohn, Nicht immer mein gedenken, Mit ihm nicht alles schenken? 4. Durch ihn befreit von aller schuld, Versöhnt durch seine lei den, Genießt er seiner vaterhuld Und seines Geistes freuden. Er soll auch kraft, zufriedenheit, Und trost, und seine seligkeit Mit allen ihren gaben, Soll seinen himmel haben. 5. Wer kann dieß wissen, Gott, und doch Dir fühllos widerstreben? So hoch geliebt seyn, und dennoch Sich weigern, dir leben? Sohn ſelbſt firbt, Und mir ein 183. 9. Ich hoff' es, Gott, voll zu versicht; Ich will das böse has sen. Ich halt ihn fest, und laff ihn nicht; So kannst du mich nicht lassen; Durch ihn, o Vater, bin ich dein; Und ewig, ewig will ich's seyn, Will deinen willen üben, Dich über alles lieben. Mel. O liebster Jesu, was. err, Herr, du hast uns deinen Sohn gegen die Menschen. 135 gegeben. Ach! wer kann deine| Dein Geift sey mit mir, deinen huld genug erheben? Wie sehen guten willen Treu zu erfüllen! wir in jedem deiner werke Derb gnade stärke! Mel. O Gott, mein Schöpfer. 2. Dein eigner Sohn ſtirbt 184.er du beschloffeft, Der als du für die menschenkinder; Heiligste tritt an die statt der fünder; Der Seligste begiebt sich seiner freuden, Für uns zu leiden. STRE duid 3. Er wird das opferlamm für alle sünden. Er trägt der strafen zorn, den sie entzünden, Daß du die schuld an uns verlornen schaafen Nicht dürftest ftrafen. 4. Was ist der mensch, daß du an ihn gedenkest, Und deinen Sohn ihm zum Versöhner schentest? Was ist an mir, was haben, Gott, wir alle, Das dir gefalle? 5. O welche tiefe deiner men schenliebe! Wer faßt, o Gott, die größe deiner liebe? O du thuft mehr, uns wieder zu erhöhen, Als wir verstehen! 6. Ach, lehre deine Huld mich recht erkennen; Voll zuversicht dich meinen Vater nennen; Und zum gehorsam dir mein ganzes leben Mit luft ergeben! 7. Dein eigner Sohn ist, Gott, für mich gestorben, Und hat dadurch mir deine huld erworben. D gieb sie, Vater, ewig mir zum theile, Mir, mir zum heile! 8. Dein friebe wohne stets in meinem Herzen, Und tröste mich bei des gewissens schmerzen; Zu dir uns zu erheben, Und noch uns tiefgefallne rufft, Für dich, o Gott, zu leben: Du willst, wir sollen selig seyn, Und ewig, ewig sollen Wir deiner herrlichfeit uns freun, Die wir, wenn wir nur wollen, Durch dich genießen sollen. 2. Das wolltest du; bas willst du noch. Uns ist dein himmel offen, Ist nicht für unsern wunsch zu hoch; Du heißest selbst, ihn hoffen. Gelockt durch freuden dieser zeit, Soll, Herr, dein mensch hier ringen, Zur wonne der unsterblichkeit, zu dir empor zu bringen; Mit dir soll's ihm gelingen! 3. Mit dir foll's ihm gelingen, dich Zu sehn in deinen werken, Und zu noch höh'rer weisheit sich Durch ihren glanz zu stärken; zu lernen, wie so groß du bist, Wie heilig und erhaben, Herr, deine macht und weisheit ist, Welch einen schaß von gaben Von deiner huld wir haben! 4. Mit dir soll's ihm gelingen, hier Dir ähnlich, Gott, zu werden; Zur heiligkeit erneut von dir, Dein bild und ruhin auf erden; Herr über jede leidenschaft, zu kämpfen mit den sünden, Und, angethan mit deiner kraft, Sich selbst zu über 136 Von der winden und seinen Hang zu fünden. 5. Gelingen soll es ihm durch dich, In seiner wallfahrt zeiten Durch edler werke saaten sich Viel ernten zu bereiten. Nothleidende soll er erfreun; Was heil bringt, gern vollbringen; Ein leuchtend beispiel andern ſeyn, Die laster zu bezwingen. Mit dir soll's ihm gelingen! Gnade Gottes 6. Wie groß ist deine gnade doch! Wie herrlich! viele freuden Giebst du schon hier, und willst uns noch Dein ewig reich bescheiden. Wir fielen; doch erlöftest du Die abgefallnen kinder, Gabft deinen Sohn, und riefft uns zu: Steht auf, erlöf'te sünder! Seyd wieder meine finder! 7. Ich fühle, Gott, mein Herz in mir Voll hoher freude beben. Wer gleichet, o Erbarmer, dir? Wer kann, wie du, vergeben? Gott, ich erstaune! dir will ich Frohlocken; dir lobsingen! Dir jauchzen! leben dir! und mich Dir ganz zum opfer bringen! Dir ewig, Gott, lobsingen! Nach dem 24. Pfalm. Mel. Sey lob und ehr' dem. 2. Wen nimmst du an? wen zählest du Zum volke der erlösten? Wem eignest du bein leis den zu? Wer darf sich deiner trösten? Der, der zu bir, o Heiland sich Bekehrt, und gläubig wird, und dich Als seinen Herrn verehret; 3. Und wer, gereinigt durch dein blut Unrecht nicht liebt noch übet; Was Gott will, sucht und freudig thut; Was unrein ist, nicht liebet; Wer fromm ist; wandelt, wie er glaubt, Sich keine missethat erlaubt, Getreu der gnade Gottes; Dein, wer auf erden wohnet. Dein müsse sich der Himmel freun; Dein, wer auf erden wohnet! Du schufft, du retteteft die welt; Dein arm regieret und erhält Die welt, die du beherrschest. 4. Wer, auch umringt mit leiden, gern Erfüllet sein verlangen, Der wird den segen seines Herrn In vollem maaß empfangen; Den macht er seiner herrschaft werth; Der ist sein erbe; der gehört zum volke der ers lös'ten. 5. Kommt, sünder, kommt in Jesu reich; Kommt, eilt, ihm zu begegnen! Empfangt den König; er will euch Vergeben, will euch segnen! Wer, fragt ihr, ist der Herr?- der Sohn! Der Himmel himmel ist sein thron! Sein fußtritt ist die 185. Die erb' ift, Jefu erde! Christe, dein! 6. Kommt willig, willig in sein reich! Kommt, eilt, ihm zu begegnen! Empfangt den Kös nig, er will euch Mit seinem himmel segnen! Wer, fragt ihr, dieser König sey?- Der Sohn, der, seinem bunde treu, Den himmel giebt den frommen! gegen die Menschen. Mel. Gelobet sey'st du, Jesu. er Herr ist Gott! Jesu Christi mittlertod, Der uns mit Gott versöhnet hat, War keines nur erschaffnen that. Der Herr ist Gott! 2. Der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! Er bezwang den ew'gen tod; Er kam von seines Himmels thron, Als er erniedrigt ward, der Sohn, Des Höchsten Sohn! 3. Gott ist der Herr! Gott ist der Herr! Ewig, ewig ist auch er! Ihn beten selbst die engel an, Dem Sohne Gottes unterthan, Wenn er gebeut! 4. Er sprach: da ging die welt hervor, Wonnevoll stieg ste empor! Noch spricht er: und ste eilet fort Auf ihrer bahn, nach seinem wort! Gelobt sey Gott! 5. Er spricht; und schafft zum heiligthum Sich erlös'te seelen um! Die fünder, die sich ganz ihm weihn, Die sind vor Gott gerecht und rein Durch Christi blut! 6. Vor Gott! durch Christi blut! o heil! D du meines Mittlers heil! Einst schlummr' ich auch, und erbe dich! Einst ruft mein Herr und Gott auch mich! Gelobt seh Gott! 137 uns nicht verstößt, Hat uns zum heil und leben Selbst seinen gegeben; ihn Mel. Von Gott will ich nicht. 187. Erhebt den Herrn, ihr frommen! Er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen; Der völker troft und licht. Gott, der wir erlöst. 2. Erlöst! o welche gnade Hat uns der Herr ertheilt! Wie groß war unser schade! Er hat ihn uns geheilt. Sein rath ist wunderbar! Vom fluch und vom verderben Uns rettung zu erwerben, Gab Gottes Sohn sich dar. 3. Er kam zu uns auf erden In armer knechtsgestalt. Voll mühe, voll beschwerden War hier sein aufenthalt. Der ihm gegeb'nen macht Enthielt er sich mit freuden; Und hat durch schwere leiden Sein großes werk vollbracht. CILIT 4. Er hat's vollbracht! o bringet Gott euern lobgefang! Erlös'te menschen, singet Dem Mittler ewig dank! Wo niemand helfen kann, Da hilft der Herr aus gnaden; Heilt unsrer seele schaden, D nehmt ihn gläubig an! 5. Du freund der menschenkinder! Verwirf uns, Jesu, nicht! Dein name, Heil der sünder, Ist unsre zuversicht; Drum kommen wir zu dir. Entreiß uns allen sünden; Hilf glücklich überwinden; Denn dein, o Herr, sind wir! 6. Bei dir steht unser leben. zu unserm ew'gen heil Hast du dich hingegeben: Gieb uns am himmel theil! Laß uns dir folgsam seyn! Was kann uns, Herr, Von der Gnade Gottes 138 dann fehlen? Dann werden unsre seelen Sich Gottes ewig freun. weg der sünde joch Mit ihrem schnöden lohne; Suchst, die ihr dienen, zu befrein; Beschwerter, Herzen troft zu seyn, Ist deines Mel. Ein lamm geht hin. Herzens freude. Du giebst den müden seelen ruh'; Und wer dich liebt, den stärkest du, Daß nichts ihn von dir scheide. 188.ob, ehre, preis und dank sey dir, O Jesu, unser leben! Preiswür dig bist du für und für! Wer kann dich g'nug erheben? Eh' noch die welt ward, warst du schon, Groß, herrlich, und des Höchsten Sohn, Ein erbe seiner ehre. Dein ist das reich, die herrlichkeit, Und du beherrschest weit und breit Der creaturen Heere. 5. Du hörst der deinigen ges bet, Und endest ihre plage. Du bleibst, bis zeit und welt vergeht, Bei uns noch alle tage. Wir sind nunmehr dein eigenthum. Herr, dir sey ewig dank und ruhm Für alle deine liebe! Dir geb' ich mich zu eigen hin; Gieb, daß ich mich, so lang' ich bin, In deinem lobe übe! 2. Dein sind sie; denn durch weffen kraft Ward himmel, meer das leben uns verschafft? Wer sprach zum 189.ingebir, BerföhMel. Sey lob und ehr' dem. preise dich, und engel: werde! Du bist das wort, durch welches Gott Der ganzen welt zu seyn gebot! Du bist's, der alles träget, Was sichtbar und unsichtbar ist, Was erd' und himmel in sich schließt, Und was im meer sich reget! ner aller fünder! Du, mein Erbarmer, halfft auch mir, Du todesüberwinder! Schon jauchzte dein und unser feind: Gott sey nicht mehr des menschen freund; Auch Adam sey gefallen! 3. Und dennoch bist du, uns zu gut', In diese welt gekommen; Haft willig unser fleisch und blut, heiland, angenommen. Aus der erschrecklichsten gefahr zu retten, was verloren war, Wardst du ein fluch auf erden. O huld, die sonst nichts gleiches hat! Du starbst für unsre missethat, Ein Heiland uns zu werden. 4. Du wardst es uns; und bist es noch Jetzt auf der himmel throne; Nimmst liebreich 2. Wir waren unsers ruhms beraubt, Verwundet und voll beulen; Ach! frank vom fuße bis auf's haupt, Und niemand konnt' uns heilen. Du kamst und machtest uns gesund; Dir, dir frohlocke Herz und mund! Dir jauchze der erlöste! 3. Du hast uns, Herr, gewaltiglich Der hölle finsternissen, Hast meinem untergange mich Durch deinen tod entrifsen. Ihr heiligen, sein eigenthum, gegen die Menschen. 139 Erhebt, befinget feinen ruhm,| von deiner bahn Zur sünde mich Die allmacht seiner liebe! 4. Der Herr hat uns den tod gedroht; Doch wollt er auch vergeben. Gefallen hat er nicht am tod': Er hat nur lust am leben. Erschrecklich ist der zorn des Herrn! Doch glaubet nur, er rettet gern, Und seine gnad' ist ewig! 5. Die ihr noch nicht geheiligt seyd, Noch lieget im verder ben, Entflieht der ungerechtigfeit. Ach! warum wollt ihr sterben? Es kömmt die stunde des gerichts. Trotzt nicht, sagt nicht: wir fürchten nichts, Den tob nicht, nicht die hölle. 6. Wenn euer eitles glück ent fleucht,( Ach, was ist dieses le ben? Wenn Gottes zorn nicht mehr verzeucht: Wie werdet ihr erbeben! Daß ihr durch kein gefühl noch wißt, Wie furchtbar er den fündern ist, Das danket seiner langmuth. 7. Gott ist bereit, euch zu verzeihn; Er wills; doch nur auf erden. Warum wollt ihr verworfen seyn, Und könnt errettet werden? Ach, fleht ihm, eh' noch sein gericht Herbeikömmt, et sein angesicht Sich ewig von euch kehret. 110 verirre! 9. Ist gleich der kurzen prüs fung zeit Voll mühe, voll beschwerden: Wie kurz ist meines glaubens streit! Soll ich nicht selig werden? Es wartet mein ein himmlisch haus; Du zeuchst mein irdisch kleid mir aus, Und gürtest mich mit freuden. 10. Wenn ich des todes stille nacht Einst ausgeschlummert habe, Dann geh' ich, Gott, durch deine macht, Verklärt aus mei nem grabe. Damn rühm' ich in der ewigkeit, Zur unvergångs lichkeit erneut, Dich, Vater! dich, Versöhner! In eigner Melodie. 190. Gebante, der uns Welch herz vermag, dich auszudenken! Also hat Gott die welt geliebt, Uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die vernunft höht, Ümringt mit heil'gen finfternissen, Erhebst du Gottes majestät, Und stillest mein gewissen. him un dels 3. Ich kann der sonne wunder nicht, Noch ihren bau und lauf ergründen; Und doch kann ich der sonne licht Und ihre wärm' empfinden. 4. So fann mein geist den hohen rath Des opfers Jesu nicht ergründen; Allein das Göttliche der that, Das kann mein Herz empfinden. 8. Ich preise, Vater, ewig dich, Die liebe deines Sohnes. Einst führe er, als richter, mich Zur rechten seines thrones! Hier nimm dich meiner schwachheit an, Damit ich nie 5. Nimm mir den trost, daß 140 Von der Gnade Gottes Jesus Chrift Nicht kam, um| liebt, erkalten? Dieß ist die lieb', meine schuld zu tragen, Nicht o Gott, zu dir, Dein wort von Gott und mein Erlöser ist: So Herzen halten. werd' ich angstvoll zagen. 14. Erfülle mich mit dankbarkeit, So oft ich deinen namen nenne; Und hilf, daß ich dich allezeit Treu vor der welt bes fenne! 6. Ist Christi wort nicht Gottes sinn: So werd' ich ewig ir ren müssen, Und, wer Gott ist, und, was ich bin Und werden soll, nicht wissen. 7. Nein! diesen trost der christenheit Soll mir kein frecher spötter rauben. Ich fühle seine göttlichkeit, Und halte fest am glauben. 8. Des Sohnes Gottes ei genthum, Durch ihn des ew'gen lebens erbe: Dieß bin ich; und dieß ist mein ruhm, Auf den ich leb' und sterbe. 9. Er giebt mir seinen Geist, das pfand, Daran wir seine lie be merken, Und bildet uns durch seine Hand zu allen guten werfen. 10. So lang' ich seinen willen gern Mit einem reinen herzen thue: So fühl ich eine fraft des Herrn, Und schmecke fried' und ruhe. 11. Und wenn mich meine fünde kränkt, Und ich zu seinem kreuze trete: So weiß ich, daß er mein gedenkt, Und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, Daß ich, erwecket aus der erde, Wenn er sich zum gericht erhebt, Im fleisch ihn schauen werde. 13. Kann unsre lieb' im glauben hier Für den, der so uns 15. Soll ich vielleicht auch würdig seyn, Um deinetwillen schmach zu leiden: So laß mich keine schmach noch pein Von deis ner liebe scheiden. 16. Und soll ich, Gott, nicht für und für Des glaubens freudigkeit empfinden: So wirk' er doch sein werk in mir, Und rein's ge mich von sünden! 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt:( So laß mich noch im tobe denken,) Wie sollt uns der, der ihn uns schenkt, Mit ihm nicht alles schenken! Mel. Wer nur den lieben. habe nun den grund gefunden, Der meinen anker ewig hält. Und wo? in meines Jesu wunden! Da lag er vor der zeit der welt, Der grund, der unbeweglich steht, Wenn erd' und himmel gleich vergeht. 2. Es ist sein ewiges erbars men, Das allen unsern schaden heilt, Wodurch er mir mit offnen armen, Mich zu befrein, entgegen eilt, Weil ihm sein Herz vor mitleid bricht, Wir kommen oder kommen nicht. 191. 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll ge gegen die Menschen. Holfen seyn; Denn darum litt sein Sohn auf erden, Und nahm den himmel siegreich ein, Und rief durch seinen geist uns zu: Kommt her zu mir! bei mir ist ruh'! 4. D abgrund, welcher alle sünden Durch Christi tod verschlungen hat! Das heißet heil und hoffnung gründen! Hier findet kein verdammen statt, Weil Jesu blut beständig schreit: Barmherzigkeit! barmherzig141 7. Wenn ich in meinem laufe gleite, Demüthigt seine gnade mich, Ermuntert mich zu neuem streite, Und unterstützt mich väs terlich; Und wenn mir sein gesetz auch draut, Erwart' ich doch barmherzigkeit. 8. Gott giebt zur tugend luft und stärke; Doch klebt die sünde stets mir an. Ich habe keine solche werke, mit denen ich mich retten kann. Ich rühme bloß mich hocherfreut Der hoffnung auf barmherzigkeit. feit! 5. An diesen ruf will ich ge- 9. Es gehe mir nach seinem denken, Will ihm mit freudig- willen! In angst und trübsal feit vertraun; Und wenn mich wird er mich Mit seines Geistes meine fünden fränken, Getrost troft erfüllen. Er hilft gewiß auf meinen Vater schaun. Da und väterlich; Er ist( das glaub' find' ich ja zu aller zeit Unend- ich hocherfreut) Ein helfer voll liche barmherzigkeit. barmherzigkeit! 6. Wird alles andre mir entriffen, Was seel' und leib erquiden fann; Muß ich der erde freuden missen; Nimmt auch fein freund sich meiner an: Ich habe, was mich mehr erfreut, Bei Gott, bei Gott barmherzigkeit! 10. Auf diesen felfen will ich bauen, So lang' ich hier sein pilger bin. Im tode will ich ihm vertrauen, Der führt vor seinen thron mich hin. Mein heil vollendet nach der zeit Des Ewigen barmherzigkeit. 142 Von den Anstalten Gottes VIII. Von den Von den Vorbereitungen und Anstalten Gottes, seit dem Falle, zur Erlösung der Menschen, nach der Geschichte der heiligen Schrift. 8. Die vornehmsten und ältesten Anstalten Gottes zur Erlösung der Sünder seit dem Falle der ersten Menschen sind seine Verheißungen eines allgemeinen Erlösers und die oftmalige Erneuerung derselben lange vor dessen Erscheinung; die Erhaltung Noah und seiner Familie in der Sündfluth; der Beruf Abrahams und seiner Nachkommen zu Gottes besonderm Volke; das Geset Mosis; und die Regierung aller Schicksale und Be= gebenheiten des jüdischen Volkes zur Vorbereitung und Einführung einer vollkommenen und allgemeinen Religion unter den Menschen. Mel. Herr Jesu Christ, du. Zum guten immer mehr ge 192.Durch Adams fün- schwächt, Wie du gebroht haft, de kam der tod Auf alle seine kinder. Wir fie len auch, wie er, o Gott, Und sünder zeugen fünder. Wie imrein ist, wie strafbar nun, Was wir begehren, was wir thun, Durch unsern hang zum bösen! sterben? Ist keine rettung? follen wir Verworfen werden, Gott, von dir? Du bist ja unser Schöpfer! 2. Mit welchen greueln, Gott, entweiht Sich jeder nun auf erden; Bestimmt zuvor zur seligkeit, Bestimmt, dein ruhm zu werden! Wie elend ist, wer's auch nicht glaubt! Wie krank vom fuße bis zum Haupt! Ach welch ein sklav des lasters! 3. Soll Adams fündiges geschlecht Verloren im verderben, 4. Ach! unser vater ward verführt Durch Satans neid zum falle: Und dieser mörder triumphirt, Daß wir nun sterben, alle! Ach, alle fern von seligkeit, Beraubt des heiles in der zeit, Und elend nach dem tode. 5. Ich will,( erscholl's), ich will mich dir Für ste zum opfer geben! Gieb mir die sünder; gieb sie mir; Laß Adams finder leben! Erbarme der verführten dich; Laß deiner gna zur Erlösung de größe mich An ihnen offen baren! 6. Ich will fie retten,( sprach der Sohn), Dem tode sie entreißen! Du gabst uns ihm, du hast uns schon, Vom fall an, ihn verheißen. Erst dunkel und im schatten erst, Doch immer heller fagst und lehrst Du's Israels geschlechte. 3. Der brudermörder bebt: Gott schont und trägt den sünder, Der keinen frieden hat; Ein gräul selbst seiner finder. Und dennoch freveln die Mit größrer wuth, als er; Und immer, immer wird Des übertretens mehr. 4. Wie wogen, die vom sturm Empört sind, tobend schäumen: So bricht die bosheit aus, Bethört von eitlen träumen, Als wenn den sterblichen Gewalt und schwelgerei Und wollust gält' für recht, Und Gott nicht richter sey. 5. Auch dein geschlecht, o Seth, In deinen spätern findern, Vergißt gesetz und recht, Verstrickt mit frechen fündern. Der bosheit strom, der nun Aus allen ufern bricht, Schwillt im-. mer höher an; Doch richtet Gott noch nicht. 6. Ach, wie sie frevel stets Auf neue frevel häufen! Wird nicht der Herr mun bald Der 193.& ernt, menschen wie rache blitz ergreifen? Noch hundert jahr' und mehr Ruft er den fündern zu: Bekehrt, befehret euch! Wo ist ein Gott, wie du? gerecht Der Herr ist, wenn verbrecher Der langmuth ruf verschmähn; Wie furchtbar! welch ein rächer! Lernt auch zugleich, wie er So gut und schonend ist, und seine gnade selbst Im strafen nicht vergißt. 7. Der fromme Noah ruft's! Mit spott und hohngelächter Verfolget ihn der trotz Unbeugsamer verächter. Vollbracht wird nun der bau, Der ihn erhalten soll, Weh' ihnen! denn nun ist Ihr maaß der bosheit voll. 8. Die tiefe strömt empor; Vom himmel stürzen meere Aus 7. Der erste sünder schon vernahm Der gnade sanfte stimme; Noch mehr vernahm dein Abraham Die gnadenvolle stimme; Noch heller Moses; herrlicher Dein David; o wie scholl ste, Herr, Dem letzten der propheten! 8. Der helfer eilt zu helfen her; D daß es Salem wüßte! Macht bahn! macht bahn! so ruft umher Der Herold in der wüste. Macht eben hügel, berg' und feld! Bald wird der Heiland aller welt, Der heiden trost erscheinen! Mel. Nun danfet alle Gott. der Menschen. 143 und vergießt Des frommen Abels blut. 2. Der mensch in Eden fällt; Der fluch trifft nun die erde. Gott schont, daß sein geschlecht Mit ihm erhalten werde. Doch Cain haßt, entflammt Von eifersucht und wuth, Den bruder, 144 Von den Anstalten Gottes mind allen wolken Her Auf der ver- begierden brang Verstummet ächter heere. Aus thälern flüch- deines ruhms gesang. ten sie zu steiler berge höh'n. Wohin sie fliehn, verfolgt Sein meer ste; fie vergehn. 4. Sie gehn dahin, verkennen dich; Erheben und vergöttern sich. Taub gegen deiner werke ruf, Vergessen sie, wer sie ers schuf; 9. So furchtbar ist der Herr! So heilig, solch ein rächer! So wird sein erdkreis rein Vom frevel der verbrecher. Doch er gedenket nun In gnaden seiner welt, Die Gott für Noah noch Und sein geschlecht erhält. 5. Ob auch dein eifer sich ers hebt, Und schilt, daß erd' und himmel bebt, Daß schnell und schrecklich untergehn, Die dich vergessen oder schmäha. 2 mont 6. Die fluthen brausen went umher, In oft und west ist alles meer. Die fluth, ein allgemeines grab, Stürzt in die tiefen sich hinab. 7. Das hörten Noahs enkel an; Sahn, wie du furchtbar bist, und sahn Die trümmer deines zornes weit Umher auf ihrer welt zerstreut. 8. Erkennt ihn,( sprach der vater,) ehrt Den mächtigen, der so zerstört! Habt keinen andern Gott, und seyd Gerecht, und thut, was er gebeut! 9. Und föhn' und enkel hörten's; ach! Dem vater hallt's kein donner nach! Sie hörten keinen sturm von fern, Und bald vergaßen sie des Herrn. 10. Der gößen haben sie ge nug, Vom wahn gemacht und vom betrug. Sie opfern, fnien und beten an, Obgleich nicht Einer helfen kann. 11. Durch zwietracht und durch stolz zerstreut, Durch als ler lafter gräul entweiht, Kennt ihr verwildertes geschlecht Dich, 10. Sein opferdank flammt auf, Dem Gnädigen zu ehren. Die erde, schwur nun Gott, Nicht wieder zu zerstören. In seinen wolken stralt Der zeuge, daß er schwur Uns gnade, sicherheit Und segen der natur. 11. Vergeßt es, brüder, nicht; Nicht seiner rache strafen, Die eine ganze welt In ihren freuden trafen. Vergeßt es, brüder, nicht, Wie Gott so gnädig ist, Und seines bundes selbst Im zorne nicht vergißt. Mel. Vor deinen thron tret'. 194.ie leicht verirren menschen sich Vom lichte, Gott, vergessen dich, Vergessen, wer ihr Schöpfer ist, Daß du ihr Herr und Richter bift! 2. Ach! hättest du die erde nicht Erhellt durch deines wortes licht: Noch säßen wir in finsterniß, Von keiner wahrheit, Gott, gewiß. 3. Balb täuscht die menschen stolz, und bald Der hüste wüthende gewalt. Vor irdischer zur Erlösung der Menschen. Gott, nicht mehr, nicht mehr dein recht. 12. Wo war in dieser neuen nacht, Wo, o vernunft, nun deine macht? Wo deine stärke, die so leicht, Wie du nun rühmest, Gott erreicht? 13. D, dir, mein Gott, sey preis dafür, Ein hellres licht geht aus von dir! Daß Abram deis nen ruf verstand: Geh' aus, und fleuch dein vaterland! 14. Preis dir! wer nur wie Abram gläubt, Wie er, gehorcht und gläubig bleibt: Heil ihm! da du wahrhaftig bist, Durch den auch er gesegnet ist. Mel. Werde munter, mein. 145 pfad nur sehn, Ruhig und in heitrer stille; Weiß ich nur: es ist sein wille. 3. Kann ich's auch nicht überschauen, Wie er mich beglücken wird: Will ich dennoch dem vertrauen, Der nicht irren kann, noch irrt. Spricht er: folge! will ich gehn, Und auf seinen 1700/ 4. Will er opfer: Finder müs sen Folgen, und ich will auch gern Zur verleugnung mich ents schließen; Denn ich kenne meinen Herrn. Schmerzlich sey es, oder schwer, Was ich opfre, fordert er, Der mich segnen wird und trösten, Wahrlich nur zu meinem besten. 5. Nacht verhüll' ihn: dennoch bleibet Gott mir auch unsichtbar licht. Abraham hat ihm gegläubet, Und mit voller zuversicht. Gott befiehlt: verlaß bein haus! Und sein Abraham 195.a, burch glauben geht aus, Geht, wohin ſein wort ihn das er und vertrauen Bin ich meines glücks gewiß; Wandle froh und ohne grauen Auch in nacht und finsterniß. Gott, der mein vertrauen heischt, Ist mein führer, der nicht täuscht; Und auf allen seinen wegen Wartet meiner heil und segen. 2. Immer hat zu seinem preise Er sein gnädig wort erfüllt. Er ist mächtig; er ist weise; Wie ein vater, gut und mild! Alles, was er mir gebeut, Dient zu meiner seligkeit; Und ich weiß, daß er aus gute Nur, was schaden kann, verbiete. nicht kannte. 6. Er verheißt ihm heil und ehre, Erben, zahllos wie der sand An den ufern seiner meere, Und der Cananäer land. Herrlich ist der lohn; doch fern! Dennoch sollt' er auch dem Herrn Opfern dieses segens erben; Isaac, sein Sohn, soll sterben. 7. Ach! wer fühlt nichtAbrams schmerzen Ueber seinen eignen sohn! Doch, er hört in seinem herzen Gottes stimm': Ich bin dein lohn! Er entschließt sich, geht, erhebt Schon die hand, und denkt: Gott lebt! Der ihn gab, verlangt sein leben; Was er nimmt, kann er auch geben. 8. Ja, der Herr ist's, der die frommen Aus der angst zu reißen weiß. Abrams prüfung ist St Von den Anstalten Gottes 146 vollkommen; Groß und Herrlich auch der preis. Gottes wort: ich bin dein schild Und dein lohn ist ganz erfüllt; Groß und herrlich ward sein name, Und der völker heil sein saame. Nach dem 105. Psalm, v. 1-23. In eigner Melodie. deine fünden nicht zernichtet. Er schwur ihn Jacob, gab ihn seis nem knechte Zum ewigen, unwandelbaren rechte. bon 7. 218 seiner finder wenig Als nur noch waren, Schwur er: dieß Canaan,( du sollst erfahren, Wie treu ich bin!) dieß land 196. Rühmt, chriften, voll frecher fünder, Dieß geb ich zum erbe euren liedern, Den Herrn, vor 8. Hier sollen ste, wenn ihre allen menschen, euren brüdern! zeit kommt, wohnen; Mein volk, Daß er sich immerdar als Gott ein licht für alle nationen! Er beweiset! So groß! so herrlich! sprach's! und immer folgten das erhebt, das preiset! ndurschutz und segen Ihm, wie den 2. Singt, rühmt ihn! lobt die thaten seiner stärke! Preis't seine macht! preis't seine wunderwerke! Des dankes freude ström' in alle seelen, Die ihn allein zu ihrem heile wählen! 3. Gehorcht ihm, wandelt gern in seinem lichte, Vor seinem ſegenvollen angesichte; Denkt seiner macht; der wunder eures Hortes, Der Herrlichen erfüllung seines wortes! sillo vätern, nach, auf seinen wegen 9. Jehova war mit seinen auserwählten, Und rächte sie an allen, die sie quälten. Selbst fürsten straft er oft um ihrentwillen, Um seinen bund an ihnen zu erfüllen. dun dort aldimate 10. Er liebt, und schüßte Jacob, seine kinder; Doch sie, nicht all' ihm ähnlich, waren sünder. Ihr besfrer bruder ward verfauft von ihnen, Geraubt dem vater, als ein fnecht zu dienen. 11. Wie Gott auch frevel felbst zum heile wendet! Er ward ein knecht; von Gott vors aus gesendet, um ihres vaters, dum ber brüder willen, Um Got tes bund an ihnen zu erfüllen.d 5. Der Herr gedenkt des eides seines mundes; Der Herr ge denket ewig seines bundes. Er will, wenn du an seinen Sohn willst glauben, Dein Gott noch seyn, und will es ewig bleiben. 6. Sein bund, mit Abraham für dich errichtet, Ist selbst durch 13. Und der zerbrach des feu12. Da fesselte den jüngling sklavisch eisen, Bis, seines Lebens unschuld zu beweisen, Im terker selbst der Herr durch ihn erklärte Was sein gesicht Aegyptens könig lehrte. bicon 4. O Abrahams geschlecht, o Jacobs saame, Preif ihn! wie groß ward unter dir sein name! Er wollte,( glaub' an ihn!) von dir auf erden Vor andern völ fern angebetet werden. zur Erlösung der Menschen. schen jünglings bande, Macht' ihn zum Herrn in seinem haus' und lande. Er, Joseph, gab dem volke Hams geseße; Ein herrscher über seines königs schätze. 14. Und Jacob und sein haus zog hin und wohnte Im lande Gosen; wie ein Vater, schonte Gott seines volks, das, weil sein schirm sie deckte, Wuchs, mächtig ward, und seine feinde schreckte. 15. Die palme wächst, von feinem sturm entblättert, Der, wie er braus't, ihr keinen zweig zerschmettert, Wenn Gott will, daß ste wachsen soll; lobsinget, Daß Gott sein wort erfüllt! lobsingt! lobsinget! Nach dem 105. Psalm, v. 24-45. In derselben Melodie. 147 finsterniffen. Aegyptens föhnen ward der tag entrissen; Doch Pharao blieb grausam, und vermehrte Die lasten noch, womit er sie beschwerte. 5. Blut wurden quell und strom und see, zu tödten Der fische heer; auch wimmelten nun kröten Auf sein geheiß durch Pharaons gemächer, Zu plagen und zu beugen den verbrecher. 197. ur nie verzagt, wenn euch nur Gott, ihr frommen, Zum volke hat erwählt und angenommen! Wie drückte Pharao nicht Jacobs erben! Und doch vermocht er's nie, sie zu verderben. 2. Er hoffte, daß sie unter ihren bürden In seinem fflavendienst erliegen würden; zu furchtsam, offenbar sie zu bekämpfen; Entschlossen, ste durch härt und lift zu dämpfen. 3. Da fandte, Moses! dich der Gott der götter Zum rächer ihrer trübfal, ihrem retter. Wie furchtbar warst du in Aegyptens reichen Durch wunder, durch verderbenvolle zeichen! 4. Dein Gott rief über sie den 6. Gott gab Aegypten hornissen zum raube; Auch wuchsen plagen selbst aus seinem staube; Auch stürzt auf sie herab sein hagelwetter; Doch trotzte Pharao dem rächer, ihrem retter. 7. Sein blik flog: donner brüllten; hagelfluthen Vermischten sich mit ſeiner stralen glubaum entblättert Lag ba, entthen; Und jeder weinstock, jeder wurzelt, zweiglos und zerschmettert. 8. Noch trott' er Gott! heuschreckenheere fraßen Des feldes gras; zahllose käfer fraßen( So schrecklich wurden Gottes zorngerichte!) In ganz Aegypten aller fluren früchte. 9. Furchtbare mitternacht für den verbrecher! Du fandtest Her den würger, Gottes rächer! Ihm war vom Herrn geboten, zu verderben Aegyptens erstges burt, des königs erben. 10. Nun trieb Aegypten Got tes volk; Gott führte Nun ihr bereichert heer und triumphirte. Da war, den langen zug des £ 2 Von den Anstalten Gottes 148 volks zu hemmen, Nicht Ein gebrechlicher in seinen stämmen. 11. So half der Herr, um seines namens willen, Die welt mit seinem ruhme zu erfüllen! Er schalt das schilfmeer, und, durch ihn zerriffen, Ward's troden unter seines Jacobs füßen. 12. Wie mauern stand's umher empor gethürmet. Ein sich rer weg für die, die Gott beschir met; Ein weites grab, als die gethürmten wasser Zusammen stürzten, jedem ihrer hasser. 13. Denn treu ist unser Gott! der Herr gedachte An seinen bund, den er mit Abram mach te. So wundervoll hat er sein volk geführet! So haben die erwählten triumphiret! Aus dem 106. Psalm, v. 1-33. In derselben Melodie. 1198 198. Erhebt den Herrn! dankt, dankt dem Gott der götter! Denn er ist freundlich! er ist ein Erretter! Denn seine treu' ist ewig, ewig währet Die huld des Herrn dem volfe, das ihn ehret! 2. Wer kann die thaten Got ONCUREN tes würdig loben? Wer hat den Herrn je würdig g'nug erhoben? Heil denen, die nach seinem wohlgefallen Sein recht bewahren, seine wege wallen! 3. Ach! Jacobs kinder thaten's nicht, sie dachten Nicht seiner wunder, um auf ihn zu achten; Nicht seiner huld; schon fündigten am meere, Am meere der errettung, Jacobs heere. 4. Doch führt' er sicher fie durch große wasser, Als durch ein ebnes feld, und ihrem haffer Entriß er ste, als er sich seiner beute, Sich seines siegs, sich ihres bluts schon freute. 5. Erhalten, glaubten sie an seine worte, Und lobten ihn und sangen ihrem horte: Doch bald entflohn die wunder seiner gute Aus ihrem noch zu sinnlichen gemüthe. 6. Sein volk, ach! harrte nicht, bei aller gnade, Womit er's trug, des ausgangs seiner pfade; Und ungeduldig ließ es in den wüsten Des fleisches in Aegypten sich gelüsten. 7. So reizt' es ihn zum zorn; Gott aber hörte Auch ihr gebet voll murrens, und gewährte Dem volke fleisch genug, bis seine schaaren zum überdruß mit fleisch gesättigt waren. 8. Sie trotzten Mosen, ihrer plagen rächer, Und ihre klagen wurden täglich frecher. Auch wollten sie auf Aaron nicht mehr hören; Nicht deinen priester, hoher Gott, verehren. 14 9. Viel schmähten Mosen mit vermeffnen zungen. Die erde rächt' es! Dathan ward verschlungen, Und sie begrub, durch Gottes zorn zerrissen, Abirams rott' in ihren finsternissen. 10. Auch goß das volk ein kalb da, wo im wetter Gott sprach: habt neben mir nicht andre götter! Da tanzt' es vor dem gößen, sang ihm lieder, zur Erlösung Und fiel vor ihm, als seinem retter, nieder. 11. So ward ein stier, der gras frißt, nun sein gözze, Und Jacobs ruhm; so waren die gefeße, So Gott entweiht; vergeffen ihr erretter; Vergeffen und entehrt der Gott der götter! 12. Auch wurden ste, verführt durch Moabs töchter, Aus seinen findern seines bunds verächter. Schon wüthete der wür ger unter ihnen; Und doch ließ Gott noch seinen zorn verfühnen. 13. O was trug Moses! wel che schwere plagen! Daß er im eifer über ihre klagen, Womit sein immer murrend volk ihn quälte, Bei Maffa schwach ward, und aus mißtraun fehlte! 14. So großer gräuel machten sie sich schuldig! Herr, Herr, Gott, gnädig, schonend und geduldig, Du hast geschont um ihrer väter willen, Um deinen bund an ihnen zu erfüllen! 15. Du hast geschont; denn alle, Gott, auf erden, Wir soll ten durch dein volk gesegnet werden; Denn aus den vätern follte,( lobt den Höchsten!) Den völkern heil erscheinen; lobt den Höchsten! Mel. Sey lob und ehr' dem. der Menschen. 149 ein volk kann auf einmal Des mittags glanz ertragen? 2. Und o wie herrlich wurden doch Nicht Ifraels geschlechte, Als du zerbrachst ihr sllavisch joch Durch deines Moses rechte; Als unter dir dein Sinai Durch deinen donner bebt, und sie Dich, Herr, im wetter hörten! Wie groß du bist, verborgen. Uns leuchtet, Gott, dein volles licht; Sie sahn nur seinen morgen. Nur schwach war selbst sein erster stral; Denn welch 3. Du sprachst, dein volk erbebt vor dir: Vernimms, ich, dein erretter, Bin Gott! verehre. neben mir, Mein volk, nicht andre götter! Ich bin's allein! ich bin dein Gott! Und außer mir ist niemand Gott Im himmel und auf erden! 5. Was wir jetzt sehn im hels lern licht, Das sahen sie im schatten, Als sie den ersten unterricht In ihrer findheit hatten. Wo war, wie sie, ein volk, o Herr, Das weiser war, das heiliger, Als Jacob werden konnte? CZUME 6. Wir sind nicht,( dank, o Gott, sey dir!) Unmündige, nicht knechte: Doch weil wir's 199.Du haft ben kindern nicht sind, sollten wir Verach)Jacobs nicht, Nicht sehn, wie viel bein weiser rath Für deiner menschen kindheit that, Dir männer zu erziehen? 7. Sie waren David köstlicher, Als Ophirs reichste schäße. 4. Gedenke, Jacob, was ich that, Dich aus Aegyptens ketten, Als Pharao dich untertrat, Mit starkem arm zu retten. Von ganzem Herzen liebe mich, Und deinen nächsten selbst als dich; Denn ich bin dein erlöser! Von den Anstalten Gottes 150 Dank denn und preis sey dir, o Herr, Für Israels gefeße! Daß die abgötterei nicht ganz Vertilgte deines namens glanz: Das ist ihr ruhm, ihr segen. 8. Daß sie so viele fünder noch Aus ihren träumen weckten; Verstockte selbst so kräftig doch In ihren freveln schreckten; Daß, was der mensch so ungern fühlt, Noch das gewissen sich erhielt: Das ist ihr ruhm, ihr ſegen. 9. Daß die bekehrten fünder sich Aufrichtig dann betrübten; Von dir begnadigt, nun auch dich Von ganzem Herzen liebten; Daß sie, durch ihren glauben rein, Frohlockten, Gott, dein volk zu seyn: Das ist ihr ruhm, ihr segen! Mel. Wachet auf, ruft uns. den heiden nach; Das wäre deine schmach, Volk des bundes! Du haft sein licht, Verkenn' es nicht; Vergiß nicht, was sein dienst dich lehrt. 3. Diese bildervolle lehre Durch priester, opfer und altåre Hat dir Jehova selbst erklärt. Hülle war ste, schattenhülle Des Höhern dienstes, den sein wille von mehr erleuchteten begehrt. Jehova ist der Herr; Nur darum heischet er Jacobs gaben. Er ist gerecht; Der sünde knecht Verdient den tod; das lehrt sein dienst. 4. Sünder sind es werth, zu sterben; Doch Gott begehrt nicht ihr verderben: Das lehrt des opferdienstes geist. Daß fie, wenn sie glauben wollen, Durch ihn versöhnet werden sollen: Das lehrt des opferdienstes geist. Dankt, christen! preiset Gott! Denn Jesu Christi tod Ist das opfer, Das ihm gefällt, Für alle welt; Ein opfer, welches ewig gilt. Nach dem 106. Pfalnt, v. 34-48. In eigner Melodie. 200. Selbst Jehova fordert gaben, Will priester, will altäre haben, Und, Jacob, deines weihrauchs dank; Blut in seinem heiligthume, Und reinigungen, sich zum ruhme Der feste lauten lobgesang. Den dienst gebeut der Herr; Er, der ein Geiſt ist, Er! Zur versöh- 201.obfingt dem Herrn, dem gnädigen, nung Will sein gebot tod; Das will Jehova, volk des Herrn! 2. Und bedarf Jehova gaben? Will er altår' und opfer haben, Und weihrauch, weil er dürftig ist? Kann ihn, wie die heiden wähnen, Der böck' und farren blut versöhnen, Das dort im heiligthume fließt? Sag's nicht dem treuen; Ihm, den so sehr verlangt, uns zu erfreuen; Ihm, der so mild, so reich ist im belohnen, So gnädig selbst im dulden, im verschonen! 2. Seht, er beweist's an sün dern, wie an frommen. Haft du es nicht von Israel vernommen, volk der christen? o wie viele zur. Erlösung der Menschen. 151 schulden kann er erlaffen, kann| gen; Wie tiefgebeugt! sonst Und selbst frevel dulden! modelo Gottes erb und freunde, nun ein hohngelächter ihrer feinde. 10. Sie flagten; sie gelobten, Gott getreuer zu werden; ste,( dem Herrn noch immer adiantheuer,) Sie sahn, auf ihr gebet, erlösung kommen; Schnell alle schmach von Jacob weggenommen.me 11. Der Herr gedacht' an seinen bund mit ihnen, und ließ ( fo gnädig ist Gott) sich verfühnen. Er feffelte sie los von ihren banden. Ihr feind und unterdrücker warb zu schanden. 3. Er that's! er schonte; denn der völker segen War Abraham gelobt; des johnes wegen, Der uns versöhnt hat, trägt er noch die fünder, Wie vormals Israels gräulvolle kinder. 4. Der Jordan war geflohn! es fall', es falle Vom fauchzen Jacobs, vom trommetenhalle Das hohe Jericho, so schnell zertrümmert, Als Gottes blitz vor seinem donner schimmert! nad 5. Die flamme fraß die stadt und ihre güter. Bertilget so ( sprach Gott) die Cananiter! Und sie vertilgten nicht; vermengt mit ihnen, Lernt' Israel bald ihren gößen dienen. O 12. Herr, unser Gott, hilf, hilf noch Jacobs saamen! Ents deck' an ihnen deinen großen 6. Sie wurden ihrer gräuel namen! Wir wollen fröhlich mitgenoffen; Dem Baal ward deine güt' erheben, Und dir mit geopfert; blut vergoffen. Un- Israel zur ehre leben! schuldig blut! auch schlachteten 13. Wir wollen alle deine die fünder Den gößzen Canaans selbst ihre kinder. OTILE wunder loben! Von welt zu di piwelt fey ewig, Gott, erhoben! Anbetung bir, Gott Jacobs! fey gepriesen! Der christen volk sag': amen! sey gepriesen! Mel. Sey lob und ehr' dem. 7. Blutschulden schrieen wider sie zum rächer; Und sie entheiligten, wie ehebrecher, Die Gott gelobte treu', und übertraten Den bund mit immer neuen also int 8. Sie wurden ihm ein gräul; fie zu bestrafen, Gab er zum raube sie der gößen sklaven, Die ste nicht töbteten; in ihren frie gen Ließ er die waffen ihrer has fer siegen. i fongst we ondo 9. Wie schwer, wie zahllos waren ihre plagen! Wie wur den sie geängstigt und zerschladrustund au qu 202 Wer schwach, ift ist, vertrau' auf Gott; Denn Gott thut große werke. Die schwachen schüßt der Herr in noth, Ist ihre hülf' und stärke. Der Herr erniedrigt und erhöht. Wer nur auf seinen wegen geht, Dem wird's der Herr vergelten. MSC 2. Das rühmt, das preift Isai's sohn, Gerufen von den 152 Von den Anstalten Gottes Heerden, Auf Sauls, des über-| lehrt' beten! Wie tont ſein hos treters, thron Von Gott erhöht her lobgesang Dem Höchsten, zu werden. Er, der, als Saul jubel, ruhm und dank! Wie voll nur tausend schlug, Den riesen vom Geiste Gottes! 10 usd schlug, zehntausend schlug In Goliath, dem lästrer. 3. Von allen seiten her bedrängt, Umringt von tausend feinden, Von denen, die er liebt, gekränkt, Verrathen selbst von freunden, Vertrauet David Gott allein, Und Gott, sein Gott, gedenkt auch sein; Denn er hat ihn erwählet. 4. Er herrscht gewaltig; er bestegt Die macht der Edomiter. Zu seines thrones schemel liegt Der stolze Moabiter. Auch Phi listea stegt nicht mehr. Bis hin zum Euphrat herrschet er; Denn Gott hat ihn erwählet. o 5. Er fällt! ach! David fällt und weicht Von seines Gottes pfaden; Doch Gott, der seine hand ihm reicht, Erbarmt sich sein voll gnaden. Wie fühlt er seiner fünden gräul! Wie tief gebeugt! er fleht um heil, Und findet auch vergebung. 6. Denn Gott steht ihn ers barmend an, Und seiner reue schmerzen. Er wandelt wieder seine bahn, Ein mann nach seinem Herzen. Umsonst empören wider ihn Die heiden sich: er kommt; sie fliehn, Und David triumphiret. 7. Heil ihm, den Gott so hoch erhob, Dem sänger, dem propheten! Ihm, der und lehrte Gottes lob; Ihm, der die welt 8. Frohlockt! wie groß, wie wundervoll Ift Gottes gnad', ihr frommen! Er schwört: aus Davids Hause soll Der Herr, der Heiland kommen! Aus Davids stamm entsprießet er; Er, Davids Sohn und Davids Herr; Der völker heil und segen. 9. Und David fah', und sah' den Sohn, Und alle seine leiden, Und seinen sieg, vor seinem thron Versammelt alle heiden, Erfüllt den erdkreis überall Mit seinem ruhm, der gözzen fall, Und jedes volk erleuchtet. ond the ignim 10. Lobfingt, ihr völker! bringet her Anbetung Davids Sohne! Sein Sohn ist könig; jauchzt, wie er, Dem Sohn auf seinem throne! Der Herr erfüllte seinen eid! Nun wohnen heil, gerechtigkeit, Und wahrheit auf der erde! fiss Ganpince 203. Mel. O liebster Jesu, was. d ir, Davids Gott, dir töne harf und pfalter; Dir, Jacobs König, Israels Erhalter; Daß du voll huld auf Zions hügel schaus test, Dein haus da bautest! 2. Dein David Herrschte da auf deinem throne. Du warst mit ihm; du warst mit seinem sohne, Du segneft ihn um deines eides willen, Den zu erfüllen. Imogniq sodi men 3. D, daß nun Jacobs kinder, zur Erlösung der Menschen. 153 sünden Dich, Gott, entzünden! 11. Ach! er entbrennt! du rus fest Babels heeren, Dein Sas lem, deinen tempel zu zerstören; Und Juda, hingeführt zu Euphrats waffern, Dient seinen hassern. deine knechte, Gehorsam hielten deines bundes rechte! Wie groß, wie glücklich würden sie auf erden, Wie herrlich werden! 4. Ach! aber sie, die dich allein erkennen, Verderben selbst durch zwietracht sich, und trennen Sich in zwei völker, die dein licht bald haffen, Dich, Herr, verlaffen. 5. Voll undank gegen seiner väter retter, Ehrt Israel, ehrt Juda fremde götter; Und doch hast du, ob sie's gleich nicht verdienen, Geduld mit ihnen. 13. Wie fühlen sie nun ihrer gräuel schande! Wie suchen sie, 6. Sie bauen, ihre gräuel zu gebeugt durch ihre bande, Dein vergrößern, Altär' in jeder stadt, gnädig antlig nun, o Gott! fie in allen schlössern. Ach! finder schwören, Nur dich zu ehren!! laffen sie auf Molochs höhen 14. du erbarmer reuevoller Durch's feuer gehen. ud psünder! Das höreft bu, und 7. Nun schonst du Israels und seiner führer Nicht länger, und gebietest dem Affyrer, Daß er dein rächer sey, daß er verheere, Daß er zerstöre. denkst an Jacobs finder; Und gnädig willst du ihr gefängniß wenden, Willst retter senden. 8. Er kömmt, mit deines zor nes macht gerüstet. Er siegt, erwürget, raubet und verwüstet; Und was dem schwerdt entrinnt, zeucht hin voll schande In Afsurs lande. 15. Daß du ihr Gott seyst, sollen sie erfahren, Wie du vers heißen hast, nach siebzig jahren, Die du zur züchtigung, als bu ergrimmtest, Für sie bestimmteft. 00 16. Balb werden sie nicht mehr in Babel dienen; Denn bu gedenkst an deinen bund mit ihnen. Preis dir, o du vertilger eitler götter, Dir, Jacobs retter! hard Mel. Erschienen ist der herrliche. 204. Prohlocket Gott! 10. Umsonst ist jede drohung, lobsingt dem jede lockung! Umsonst! o welch Herrn! Er züchtigt, er vergiebt ein gräuel voll verstockung! Zu auch gern. Wenn sich der sünwelchem zorne müssen solche der nur bekehrt, So wird auch 9. Da müssen sie zerstreut den heiden fröhnen; Und doch will Juda, Herr, dich nicht versöhnen! Fährt frevelnd fort, sich dir zu widersetzen, Dient doch den gößen. 12. Die höhnen's! o mit welchem bittern spotte! Singt, ( spotten ste,) ein lied von eurem Gotte! Singt,( spotten sie, da Jacobs kinder trauern,) Von Salems mauern! Abd 154 Von den Anstalten Gottes fein gebet erhört. Lobsingt dem ne herrlichkeit. Lobfingt dem Herrn! Insudans 2. An Babels waffern weinen laut Die erben Abrahams; da schaut Der Herr auf ihr gefängniß her, und ihre fesseln löset er. Lobfingt dem Herrn! 3. Der held vom aufgang, Sores, heilt Die wunden Is| raels, und eilt, Die kinder Ja cobs zu befrein; Denn Jacobs Gott ist Gott allein. Lobsingt dem Herrn! para engel 4. Was frevelft du, o Belsazer? Schau hin an jene wand; der Herr Schreibt dort dein urtheil an: verdirb! Du bist zu leicht erfunden! stirb! Lobsingt dem Herrn! de KRUISBU 5. Hinab, o Babel, in den ftaub! Gieb Juda wieder deinen raub! Du bist nun auch der völker spott; Denn Jacobs Gott allein ist Gott. Lobsingt dem Herrn! si all 6. Volk Gottes, zeuch aus Babel aus; Zeuch hin und baue Gottes Haus. Er hilft dir Salems mauern baun. Wohl denen, die auf ihn vertraun! Lobfingt dem Herrn! in ist deiHerrn! 9. Umsonst bedrängt der Sy rer dich, Du volk der gnade; stärke dich! Mit deinen Helden streitet er, Dein Gott, dein schuß, von alters her. Lobsingt dem Herrn! 10. Durch deiner führer arm bestegt, Beugt Idumäa sich, und liegt Zu deinen füßen, sonst dein feind, Nun überwunden, nun dein freund. Lobsingt dem Herrn! 11. Breit' aus auf erden seinen ruhm! Du bist sein volk und eigenthum. Von Zion stral' in alle welt Der glanz bes Herrn, der dich erhellt! Lobsingt dem Herrn! 12. Bald geht von seinem himmel aus Der Herr, und füllet selbst sein Haus Mit seines ruhmes herrlichkeit. Die zeit ist nahe! sey bereit! Lobsingt dem Herrn! 13. Er kommt in niedriger gestalt, Kommt nicht mit menschlicher gewalt; Will arm, gering und niedrig seyn, Und groß wird doch sein name seyn. Lobsingt dem Herrn! 7. Umsonst bedrängt Samaria Das volk des Herrn; der Herr ist da! Er hat an seinen bund gedacht; Der Herr ist Jacobs schirm und macht. Lobsingt dem Herrn! 8. Es zeucht dahin der Griechen held. Er stegt; der thron der Perſer fällt: Du aber wohnft 205.Gott hat's erfüllt 205.8⁰ 14. Lobsingt! 14. Lobsingt! lobsingt! wie herrlich ist Die treue Gottes! nie vergißt Der Herr sein wort; das rühmt, das preis't! Der Herr erfüllt, was er verheißt. Lobsingt dem Herrn! Mel. Erschienen ist der herrliche. bine zur Erlösung füllt! Der Sohn, sein glanz und ebenbild, Der menschen hochgelobter freund, Sein eingeborner Sohn erscheint. Lobsinget Gott! 2. Er, der verheißne, der bei Gott Von ewigkeit her war, selbst Gott, Er wird ein mensch, erniedrigt sich, Osündenvolle welt, für dich. Lobsinget Gott! 3. Sein hoher rathschluß ist vollbracht! Wie groß ist seiner gnade macht, Die unser jubel preisen soll! Wie hoch ist sie, wie wundervoll! Lobsinget Gott! 4. Durch finstre mitternächte bricht Nur hie und da ein stral von licht. Die weit, die ganz im dunkeln lag, Wird morgenröth' erst, und dann tag. Lobsinget Gott! Jogurt dr 5. Ach! Adam fällt; mit Adam fällt Sein ganz geschlecht; die fündenwelt Vergißt den Herrn: doch nie vergißt Ihr Gott, daß er ihr Schöpfer ist. Lobsinget Gott! 6. Der Herr will helfen; er beschleußt's! Beschleußt es nicht allein: verheißt's! Beherrscht gleich die abgötterei Die ganze welt: sie wird einst frei. Lobfinget Gott! 7. In Juda bant er sein geFIRE der Menschen.. no 155 Von ihrer göten tyrannei. Lobsinget Gott! 9. D weisheit! o barmhers zigkeit! Durch alle völker ausgestreut, Wird schon sein volk ein licht der welt, Das ihres wahnes nacht erhellt. Lobsinget Gott! 10. Siegt, Griechen! Römer, stegt! bezwingt Die welt, und auch sein volk, vollbringt, Was er beschloß; denn schnelle nahn Die zeiten seines volks heran. Lobsinget Gott! 11. Schon sprechen heiden gößen hohn; Durch dämmerungen sehn sie schon, Daß nur Ein Gott, Ein Schöpfer sey. Gott kömmt und macht sie nun ganz frei, Lobfinget Gott! 12. Was feiner weisen tiefs sinn hat Erforschen können, Got tes rath Soll nun vollendet werden, nun Will Gott sein größtes wunder thun. Lobsinget Gott! 13. Lobsingt! Gott hat sein wort erfüllt! Der Sohn, sein glanz und ebenbild, Der menschen hochgelobter freund, Sein eingeborner Sohn erscheint! Lobsinget Gott! Mel. Nun danket alle Gott. zelt; Von zion aus soll alle 206.obfingt! longt dem Herrn! Frohs Sein heil empfahn, der völker heil. Erkennt's, die ihr an ihm habt theil; Lobsinget Gott! 8. 3war dient sein volk auch gözen noch; Was er beschließt, geschiehet doch. Er straft's, zerstreut's, und macht es frei locket Gott voll freuden! Denn er ist unser heil In allen unsern leiden. Er, unser Vater, nimmt Sich unsrer mächtig an, Und große dinge hat Der Herr an uns gethan. 156 Von d. Anstalten Gottes z. Erlösung d. Menschen. 2. Wie mächtig ist der Herr!| Daß er erlösen wolle, Daß selbst Wie heilig! hoch zu ehren Von der sünder nicht Verloren gehen allen, die durch ihn Erlöst zu solle: Das ist sein bund mit seyn begehren! Denn er ist gnä- uns, Von ewigkeit gemacht; dig, ist's Durch zeit und ewig- Und, o wie hat der Herr An seikeit Dem, welcher ihm vertraut, nen bund gedacht! Und seiner huld fich freut. 6. Er sprach zu Abraham: Durch deinen saamen werde Gesegnet einst dein volk, Und jedes volk der erde! Frohlockt, und seht, wie Gott, Was er verheißt, auch hält! Gesegnet ist sein volk! Gesegnet ist die welt! wak Stat 3. Er steht den frommen bei; Er fegnet seine freunde. Die stärte seines arms Erfahren seine feinde. Er sieht den übermuth; Die stolzen trifft sein blick; Zerstreut sie, und entreißt Hoffärtigen ihr glück. 4. Er stößt gewaltige Herab von ihrer höhe, Daß, wer erst niedrig war, An ihrer stätte stehe; Giebt hungrigen genug, Und läßt die reichen leer; Denn wer herrscht so gerecht, Wer gütiger, als er? 5. Daß er barmherzig sey, AKIL stist and 160 1069 21 om 1962), diRads ito allochtend m2 150 temido pride 2.008 dort lendsd dallo pitbAm 7. Denn Jesus Christus kam, Sein Sohn, und Abrams saas me, Und rettete die welt. Ge lobt sey Gottes name! Anbetung bringet ihm, Bringt dank und preis ihm her! Denn niemand ist so treu, Und so voll huld, als er! 116 100 Khol rm7 T thote tomildo! no 16: thay Litt ognijdeligt ided mit The nint insid mar 8 ngop vidite 157 lipa) IX. Von Jesu Christo, dem Erlöser aller Mendan mi schen, von seiner Erscheinung und Menschwerdung, von seinem Wandel auf der Erde, von seinen Leiden, 3331 LET men und besonders von seinem Tode. TILL 9. Der Erlöser der Menschen, Jesus Christus, ist der eingeborne Sohn Gottes, welcher zu der von Gott vorher bestimmten Zeit Mensch geworden, und in die Welt gekommen ist, den Willen seines Vaters zu thun, und die Strafen der fündigen Men= schen zu erdulden; damit sie dadurch selig, und durch die Kraft seines Geistes und seiner göttlichen Lehre gläubig, und, nach seinem Beispiele, heilig und gottselig werden möchten. Adventslieder. Des Vaters herrlichkeit, Den retter der verlornen; Der reuevollen trost! Ihr fünder, nehmt Mel. Nun danfet alle Gott. 207. Er ist gekommen! ihn an; Er ist allein der Herr, machen kann! er, Auf väter Harrten, Und länger dürfen wir Nun keines andern warten. Er, der propheten wunsch, Den könige so gern Sehn wollten, er ist da; Wir haben ihn zum Herrn! Tout 2. Uns ist der Sohn geschenkt. Er, welcher kommen sollte, Der völker licht zu seyn, Der uns erlösen wollte, Er ist erschienen; dankt! Bringt ruhm und ehre Her! Wer ist ein helfer? wer Immanuel, als er? 3. Gott ist mit uns! wir sehn en Sohn, den Eingebornen, 4. Gott ist mit uns! nun hört Der arme seine lehren; Und was er lehrt, ist heil. Er ist's! die tauben hören! Der blinde sieht und schaut Voll dank zu Gott hinauf; Der lahmen füße gehn; Die todten stehen auf. 5. Er ist gekommen, uns Dem Vater zu versöhnen, Und mit barmherzigkeit Die gläubigen zu krönen. Gott ist mit uns! er will Die traurigen erfreun; Er will der schwachen kraft, Der müden stärke seyn. 6. Gott ist mit uns! er ift's, KRUNICHT 158 Von Jesu Christo Auf den die våter harrten! Lob-| schuld So brünftig mich zu liefingt! wir dürfen nun Nicht eines andern warten. Er schließt den Himmel auf; Er nimmt die sünder an. Frohlockt und betet ihn Und seinen Vater an! ben, Als deine freie huld. Wie nahe dir die plagen Von deinen menschen gehn, Kann keine zunge sagen, kann kein verstand verstehn. 99 100 119001 Mel. Herzlich thut mich. 6. Nimm dieß, o christ, zu 208. Wie soll ich bich herzen, Wenn du bekümmert empfangen? bist, Wenn deine laft von schmerHerr, wie begegn' ich dir? Dzen Dir unerträglich ist. Veraller welt verlangen, Du kömmst zagt nicht, ihr erlösten! Die ja auch zu mir! O Jesu, Jesu, Hülfe weilt vielleicht; Er wird lehre, Wie ich erlöster, dich doch herrlich trösten, Ob gleich Nach deinem willen ehre; Das, sein troft verzeucht. Heiland, lehre mich! 2. Dein Zion streut dir palmen, Und fennt dein heil noch nicht; Dich preisen meine psalmen, Denn mich erhellt dein licht. Dir will ich ewig dienen; Dich rühm' ich, denn es ist mein heil mit dir erschienen, Der du mein retter bift. 3. Was hast du unterlaffen, Die schatten zu zerstreun, Worinnen wir auch saßen: Vom fluch' uns zu befrein? Uns war das reich genommen, Wo friede herrscht und glück: Du, Heiland, bist gekommen, Und bringst es uns zurück. 4. Mich hielten schwere bande: Du kommst, und kaufst mich los. Ich war bedeckt mit schande: Du kömmst, und machst mich groß. Du hebest mich zu ehren; Giebst mir ein ewig heil. Was kann ich mehr begehren? Der Himmel ist mein theil. 5. Nichts, nichts hat bich ges trieben, Zur tilgung meiner 7. Ihr dürft nicht mehr erschrecken, Nicht vor der sündenschuld. Er kömmt, ste zu bededen, Und trägt sie mit geduld. Er kömmt, vergiebt den sündern, Giebt heiligkeit und ruh', Und saget Gottes kindern Ein ewig erbe zu. aimsedie 8. Was zagt ihr denn, wenn feinde Euch, Gottes findern, draun? Vertrauet eurem freunde; Der Herr wird ste zerstreun. Auf seinen blick erbebet Der feinde größtes heer; Flieht, wenn er sich erhebet, Und bräuet euch nicht mehr. 9. Er kommt zum weltgerichte, Und straft den, der euch flucht; Erhebt zu seinem lichte Den, der ihn liebt und sucht. Brich an, du beff're sonne, Und führ' uns aus der zeit Zu jenes lebens wonne, Zu Gott, zur seligkeit! d. m sale ad Mel. Von Gott will ich nicht. ernst, o 209.Minber Befchenkinder, und der Erlösung. Adventslieder. 159 reitet euch dem Herrn! Er sein wort beständig hält, Der kömmt, das heil der fünder; Er der fünder trost und rath In rettet sie so gern. Er kömmt, die welt gesendet hat.udanisd den Gott allein Aus gnaden uns zum leben Versprochen hat zu geben; Ihr könnt nun selig feyn. 2. Was der alten väter schaar Höchster wunsch in Juda war, Was ihr glaub' im dunkeln sah, Zions glanz und heil ist da. enl 2. Kommt, reinigt cure see- 3. Zions hülf und Abrams len; Seyd heilig; seyd bereit, Was ihm gefällt, zu wählen; Zu fliehn, was er verbeut! Gilt willig in sein reich; Verabscheut und verlasset, Was euer könig haffet; Vertraut ihm! bessert euch! lohn, Jacobs heil, der jungfrau Sohn, Kömmt nun in die sünderwelt, Die er rettet und ers di 1918 sig hält. 4. Sey willkommen! jauchzen wir. Hilf uns, und bereite dir Zu uns allen selbst die bahn; Nimm dich unsrer schwachheit an! engAuiriza 3. Das hat der Herr geboten; Sein Herold hat's gelehrt; Es lehren's seine boten; Und selig ist, wer hört! Ach! leben wird, wer gläubt; Und wer nicht gläubt, wird sterben, Und jeder wird verderben, Wer noch ein fünder bleibt. 14. Wer wahre demuth liebet, Den will er nicht verschmähn; Wer aber hochmuth übet, Der wird auch Gott nicht sehn. Wer ihm sein herz ergiebt, Der wird sein tempel werden; Nicht dort nur, schon auf erden Erfahren, wie er liebt. O 5. So weihe denn mich ar men Zu deiner wohnung dir; Mit liebe, mit erbarmen Erscheis ne, Jesu, mir. Zeuch in mein Herz hinein; Ich eile dir entgegen; Ich will für deinen segen Dir ewig dankbar seyn! 5. Zeuch, o Ehrenkönig, ein! Dir gehört mein Herz allein; Mach' es von der sklaverei Einer jeden sünde frei! 6. Deine zukunft, Jesu, war Heil und rettung aus gefahr. Hülf' und troft erscheine mir Immer, o mein heil, von dir! 7. Trifft mich traurigkeit und schmerz; Tröste dann mein zagend Herz! Wenn mir niemand helfen kann, Hilf und nimm dich meiner an! Itinat 18. Tritt der schlange kopf entzwei, Daß ich ewig sicher sey, Fest im glauben, allezeit Eifrig in der frömmigkeit!.000 9. Daß ich möge, wenn du einst Herrlich zum gericht erscheinst, Dir zu deiner rechten stehn, Und mit dir zum himmel gehn.d Mel. Nun kommt der heiden. Mel. Nun kommt der heiden. vid 210.ott fey bank in 211.Sohn, der uns vers aller welt, Der heißen war, Den 160 Von Jesu Christond d die jungfrau uns gebar, Sey chrift, Wer vom tod' erlöset ift, gepriesen beiner welt, Welche Den, der groß von rath und beine huld erhält! that Uns vom tod' erlöset hat! 2. Du entsproffest nicht, wie wir; Gottes Geist selbst richtet dir Deiner menschheit hütte zu. Wunderbar erscheinest du! 23. Bringt dem Vater ruhm und preis! Die von keinem 11. Lob sey dir, du kamst herab! Lob dem Vater, der dich gab! Lob dem Geiste! dankt und singt, Daß er uns zu Jesu bringt! HOT M Mel. Jesu, meine freude. manne weiß, Die wird schwan- 212. Datim, Sefus gekoms men! ger, gebiert Jesum, der zum Vater führt. 4. Keusch, voll zucht und tugend war Sie, die Gottes Sohn gebar. Diese wählt' aus Davids Haus Gott zu Jefu mutter aus. 5. Er erfüllt, was er verspricht; Länger säumt die hülfe nicht. Freudig, wie zum steg ein held, Eilt der Sohn in seine welt. som ble 6. Von dem Vater kömmt er Her, Und zum Vater gehet er, Wenn er erst ein ewig glück Uns erstritten hat, zurück. mm seine frommen; Dankt ihm, daß er kam! Dankt, daß er auf ers den, Unser heil zu werden, Seine wohnung nahm! Mensch, wie wir, Erschien er hier, Der zur erde sprach: entstehe! Der einst spricht: vergehe! 2. Laßt uns niederfallen! Danken, daß Gott allen Ihn zum bruder giebt. Daß er, ihr verlornen, Uns im Eingebornen, Wie ein Vater, liebt. Welch ein heil, Am Sohne theil, Theil durch seiner zukunft gaben Selbst an Gott zu haben! 7. Heiland, deinem Vater gleich, Führ' uns in sein ewig reich; Rett' uns arme; siege bald; Dein ist weisheit und gewalt! onom 8. Dwie herrlich glänzte nicht Dort um Bethlehem dein licht! Wen erleuchtest du nicht gern, Ebenbild und glanz des Herrn! 3. Keine macht der leiden Soll von ihm uns scheiden; Er bleibt ewig treu. Dort wird er vom bösen Völlig uns erlöſen: Hier steht er uns bei. Unser freund Mit Gott vereint, Kann nicht seine brüder hassen, Nie sie hülflos lassen. m odbilaiste 9. Ach, du hast uns, Herr, so lieb! So erleucht' uns denn, und gieb Jedem kraft, daß er dir treu, Gläubig und auch heilig fey! ad ndo 4. Wenn wir einst ermüden, Führt er uns zum frieden Durch des grabes nacht. Unsre todten glieder Giebt die erd' ihm wieder, Ihm, der ste bewacht. Jesus ruft Uns aus der gruft; 10. Fröhlich rühme, wer ein Er, der selbst den tod einst me up be und der Erlösung. Weihnachtslieder. 161 schmeckte, Den auch staub be-| lig hier Zu wandeln, böses nicht deckte. einmal zu denken: Verzage nicht; Gott ist dein licht; Er wird dir mit dem Sohne weißheit schenken. 5. Auf den richterthrone Werden wir im Sohne Unsern bruder schaun. Heil und ewig leben Wird er allen geben, Die sich ihm vertraun. Er ward hier Versucht, wie wir. Unsrer schwachheit wird er schonen, Ueberschwänglich lohnen. 6. Gilet, eilt, ihr fünder! Werdet Gottes finder! Gläubet an den Herrn! Eilet, eilt, ihr from men! Seyd, wie er vollkomMel. Wir christenleut', hab'n. 214. uf! fchicke bich, men, Und gehorcht ihm gern! Preiset ihn, Daß er erschien! Preis't ihn, ewig ihm ergeben, Durch ein göttlich leben! feierlich Des Heilands fest mit danken zu begehen! Lieb' ist der dank, Der lobgesang, Durch den wir ihn, den Gott der lieb', erhöhen. 2. Sprich dankbar froh: Also, also Hat Gott die welt durch D DIOP Weihnachtslieder. Mel. Wir christenleut', hab'n. 213.Mirf, blöder finn, seinen Sohn geliebet! wer Den fummer er Durch seinen Sohn so hoch, so gnädig liebet! hin! Gott ist für dich; was fann dich ferner fränken? Hallelujah! Sein Sohn ist da: Wie sollt' er uns mit ihm nicht alles schenken? 2. Schlägt dir das Herz Voll angst und schmerz; Empfindest du, wie sehr die sünden fränken: Dein heil ist hier; Wie sollte dir Nicht Gott mit ihm auch gnad' und friede schenken? 5. Gebricht es dir Bald da, bald hier, Und sorgft du, wer dich speisen wird und tränken: D faffe muth! Das höchste gut Wird alles dir mit seinem Soh ne schenken. 100 3. Ist deine fraft Zu mangelhaft; Mußt du mit schaam an deine schwäche denken: Er, der den Sohn Dir gab, wird schon mit ihm dir, was dir mangelt, alles schenken. 4. Fehlt weisheit dir, Um Hei3. Er, unser freund, Mit uns vereint, Zur zeit, da wir noch seine feinde waren, Er wird uns gleich, Um Gottes reich Und seine lieb' im fleisch zu offenbaren. 4. An ihm nimm theil; Er ist das heil. Thu' täglich buß' und glaub' an seinen namen. Der ehrt ihn nicht, Wer: Herr, Herr, spricht, Und doch nicht sucht, sein beispiel nachzuahmen. 5. Aus dank will ich In brüdern dich, Dich, Gottes Sohn, bekleiden, speisen, tränken; Der frommen herz In ihrem schmerz 162 Von Jesu Christo da Mit troft erfreun, und dein da-| Auch sah auf Sina Moses schon bei gedenken. Des Vaters herrlichkeit, den Sohn. 6. Rath, kraft und held, Durch den die welt Und alles ist im himmel und auf erden! Die christenheit Preis't dich erfreut, Und aller knie soll dir gebeuget werden! 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern, Und wer ihn sucht, den wird sein name trösten. Gelobt sey Gott! Gelobt sey Gott! Freut euch des Herrn, und jauchzt ihm, ihr erlösten! Mel. Herr Gott, dich loben. 215.elobt fey Gott! die zeit, Bestimmt von ewigkeit, Die zeit der wonn' und jubel kam, Da Gott des menschen leib annahm. Sie, die auf ihn gestorben sind, Wie seufzten ste, zu sehn das kind, Den Sohn, der Gott, und bei Gott war! Er kam, da sang der himmel schaar: Anbetung, dank und ruhm! Gott in der höhe ruhm! Heil dir, und Gottes ruh! Erlöst, o mensch, wirst du! Der Sohn, das heil der welt, erschien Schon Abraham, und segnet' ihn. Erwähltes Volk! des Sohnes macht Führt einst in flammen dich die nacht, Den tag in hohen wolken dich, Dir schuß, und Pharo fürchterlich. Er ist's, der immer wunderbar Und gnädig Jacobs kindern war. Er ist der held, die macht, der rath, Den Bethlems hütt' umschattet hat. Gelobet seyft du, Jesu Christ, Daß du ein mensch geboren bist! Noch warst du auf des Vaters thron, Da nannten deinen namen schon Die himmel; und es beugt vor ihm Sich aller tnie, der Seraphim, Und derer, die entschlafen sind, Und derer, die noch sterblich sind. Auch ist kein ander heil; es Kein andrer nam', als, Jesu Christ, Dein großer ew'ger nam' allein, Durch den wir können selig seyn! Mit Herzlicher barmherzigkeit Hast du uns fünder Gott geweiht. Dir laß uns leben; sterben dir! Denn mensch wardst du; ach, staub, wie wir! Barmherzigkeit, barmherzigkeit Ist all' dein thun; barmherzigfeit! Geboren wardst du, daß du stürbst, uns eine seligkeit erwürbst, Die, in die ewigkeit versenkt, o Nie ganz des frommen seele denkt. Sie fühlt nur dunkel, nur von fern, sorbi und der Erlösung. Das schaun, die herrlichkeit des Herrn. Bis du uns dort dir ganz vereinst, Schall' in der Hütte, wo du weinst, ( Die Hütt' ist auch dein heiligs thum), Erschall' in ihr, durch uns, dein ruhm! Amen! mutiaille. Mel. Vom himmel hoch da. 216.Dies ist ber tag, ben Gott gemacht. Sein werd' in aller welt ges dacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf erden ist! dra 163 Weihnachtslieder. fend sahn, Dich, Gott Messias, bet' ich an! 7. Du, unser heil und höchstes gut, Vereinigft dich mit fleisch und blut; Wirst unser freund und bruder hier; Und Gottes kinder werden wir. 8. Gedanke voller majestät, Wie wird das Herz durch dich erhöht! Wie wird das herz durch dich erfreut! Gedanke voller ses ligkeit! 9. Durch Eines fünde fiel die welt; Ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der mensch, wenn der ihn schüßt, Der in des Vaters schooße sizt? 10. Jauchzt, himmel, die ihr ihn erfuhrt Den tag der heiligs sten geburt! Und, erde, die ihn heute sieht, Sing' ihm, dem Herrn, ein neues lied! 2. Die våter haben dein ges harrt, Bis daß die zeit erfüllet ward; Da sandte Gott von seis nem thron Das heil der welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dieß wunder fas sen will, So steht mein geist mit ehrfurcht still; Er betet an, und er ermißt, Daß Gottes lieb' un endlich ist. 11. Dieß ist der tag, den Gott gemacht; Sein werd' in aller welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ Im himmel und auf erden ist! after Mel. Lobt Gott, ihr christen. 4. Herr, zu der fünder felig- 217.2o hat Gott be die keit du dich in der welt geliebt, Daß zeit; Nimmst selbst an unsrer er aus freiem trieb uns seinen menschheit theil; Erscheinst im fleisch, und bringst uns heil. Sohn zum Heiland giebt. Wie hat uns Gott so lieb! 5. Dein könig, Zion, kömmt zu dir! Ich komm', im buche steht von mir: Gott, deinen willen thu' ich gern. Gelobt sey, der da kommt vom Herrn! 6. Herr, der du mensch geboren wirst, Immanuel und friedefürst, Auf den die väter Hof2. Was sein erbarmensvoller rath Schon in der ewigkeit Für unser heil beschlossen hat, Vollführt er in der zeit. 3. Er, aller menschen höchs ftes gut, Der alle segnen kann, Nimmt, wie die Finder, fleisch und blut, Doch ohne sünden, an. 22 164 Von Jesu Chrifto d Das du einst richtest? 4. Ich freue mich, mein heil,| thun, in dem gericht zu stehn, in dir; Du nimmst mein fleisch an dich. Was fehlt mir nun? ist Gott mit mir: Wer ist dann wider mich? 5. Du Sohn des Allerhöchsten wirst Auch mir rath, kraft und held, Mein Vater und mein friedefürst, Das heil der ganzen welt. 6. Was mir zur seligkeit ges bricht, Das, Herr, erwarbst du mir. Versöhnung, leben, troft und licht, Das hab' ich nun in dir. 7. Dein mangel wird mein schaß und theil; Dein leiden stillt mein leid; Durch deine knechtsgestalt, mein heil, Gewinn' ich herrlichkeit. 8. Gelobt sey Gott! gelobt sein Sohn, Durch den er gnad' erweist! Lobt, engel, ihn vor seinem thron! Erheb' ihn auch, mein geist! In eigner Melodie. 218.D es Ewigen und der Sterblichen Sohn, Er thut den ersten schritt ins heiligthum; Er wird geboren! 2. Bald wird er ins allerheiligste gehn, Zum hohen kreuz, zur nacht, zum blutaltar, Zum todeshügel! 3. Im weltgericht geht er wie der heraus; Dann sinkt vor ihm der vorhang, und enthüllt, Was war, und seyn wird! es 4. Du furchtbarer! und du weinendes kind! Was soll ich 5. Der ringende nur erkämpfet den lohn! Eng ist die pforte, schmal der hohe weg Zu deinem heile! 6. O, der in das allerheiligste ging, Vollender, Gottversöhner, führe du Den schmalen weg mich! Mel. Ein findelein, so löbelich. liebt uns Gott so väter219. Wie e bater lich! Uns fünder, uns verlorne! Frohlockt! für uns erniedrigt sich Sein Sohn, der Eingeborne. Er, der von Gott verheißen war, Den eine jungfrau uns gebar, Besteget tod und hölle. Lob sey dir, o Jesu Christ, Daß du mensch geboren bist! Behüt' uns vor der hölle! 2. Wie freudenreich ist diese zeit! Lobsingt dem Herrn, ihr frommen! Der abglanz seiner Herrlichkeit, Der Heiland ist gekommen! Welch eine huld! er kam herab, Daß er ein knecht, und bis ins grab Für uns gehorsam würde. Schuldlos litt und trug der Sohn, Was uns die gesetze brohn, Und unsrer ftrafen bürde. 3. Gesegnet wird mit gnad' und heil, Wer nur auf Jeſum bauet; Der Himmel selbst wird dessen theil, Der gläubig ihm vertrauet. Durch Christum segnet Gott uns mun; Denn er ward mensch, uns wohlzuthun, Und unser heil zu gründen der wundervollen huld! Denn und der Erlösung. Weihnachtslieder. 165 er starb für unsre schuld, Für| sein retter seyn, Und wird ein aller menschen fünden. 4. Ihn preise feine christenheit Für solche große güte. Sie fleh' ihm, daß er allezeit Vor sünden uns behüte. Er wende von uns jeden wahn, Der unsre seelen blenden kann, Damit er uns nicht schade. Dieß, Erbars mer, bitten wir, Vater, Sohn und Geist, von dir! Erhalt' uns deine gnade! mensch. 6. Das lafter herrscht; die tugend fleucht; Alle frömmigkeit entweicht. Da kömmt und wehrt noch ihrer flucht Der Herr, der mun sein volk besucht; Der wird ein mensch. 7. Den sündern drohet das gebot Rache hier und nach dem tod'; Sie können nicht dem Herrn entfliehn: Doch ihr verderben jammert ihn; Er wird 2) 119: 8. Gott kann vergeben: aber wer Ist auch heiliger, als er? Er will mit uns versöhnet seyn: Wer kann versöhnen? Gott allein! Sein Sohn wird mensch. 9. Seht! leiden müssen von natur Wir den tod, wir fünder mur. Um mun zu fühlen unsre noth, Um selbst zu leiden unsern tod, Wird er ein mensch. Mel. Gelobet seyft du, Jesu. 220. obfingt, Lobfinget ein mensch. Gottes Sohn, Welcher von dem fall' an schon Zum Heiland uns verheißen ward, Wird nun im fleisch uns offenbart; Er wird ein mensch. 2. Welch wunder seiner huld und macht! So hat Gott an uns gedacht! Er, der verlornen heil und freund, Der Eingebors ne selbst erscheint, Und wird ein mensch. 3. Er fah' das elend seiner welt, Die der fünde gräul entstellt. Wer kann sie retten? möglich ist's Selbst engeln nicht; doch er beschließt's! Er wird ein mensch. 10. Ach, menschen, menschen, betet an! Betet Jesum Chriftum an! Ihn, welcher eurer nie vergißt, Weil er auch mensch geworden ist, Ein mensch, wie wir! 11. Und werdet heilig nun durch ihn, Wie der Sohn, der nur erschien, Daß wir auch, weil er uns sich schenkt, Uns ihm ergåben, und bedenkt: Er ward ein mensch! 4. Die welt, getäuscht durch trug und wahn, Betet ihren Gott nicht an: Baut gößentem pel; aber wer Macht sie zum tempel Gottes? Er! Er wird ein 5. Unwissenheit und blindheit 221.& ften, allzugleich In eigner Melodie. obt Gott, chris fällt Auch auf Juda's hell're welt. Ach! wer wird Zion nun befrein? Der Sohn, der will Vor seiner gnade thron! Er schleußt uns auf das himmels Von Jesu Chrifto nd d 166 reich, Und schenkt uns seinen Sohn. Deß freuet sich der engel schaar. So hilft uns Gott! 2. Der Sohn kömmt aus des Baters schooß, Der menschen heil zu seyn; Er wird ein mensch, und arm und bloß, Uns ewig zu erfreun. The st 3. Er fömmt zu uns, nicht mit gewalt Noch hoheit angethan; Der knechte niedrige ge stalt Nimmt unser Heiland an. 3. Für uns erniedrigt, arm und bloß Lag er in Mariens schooß. Er ward ein find; er, der die welt Durch seine kraft allein erhält. So hilft uns Gott! 4. Dort lag er an Mariens brust; Ein schwaches kind war er; Er, aller himmel lob und lust; Er, Davids Sohn und Herr. 4. Das ew'ge licht brach nun herein, Unsre schatten zu zerstreun; Der, der nach einer lan gen nacht Uns zu des lichtes fin5. Aus Davids stamm ent- dern macht. So hilft uns Gott! sprießt der held; Gott giebt die ſeligkeit Durch ihn, und stiftet in der welt Sein reich, die christenheit. 6. Er wechselt wunderbar mit mir; Wird mensch, und nimmt zugleich Mein elend an, und giebt dafür Mir seines Vaters reich. 2. Des ew'gen Vaters- eigner Sohn Kam herab von seinem thron. In unser armes fleisch und blut Verhüllte sich das höchste gut. So hilft uns Gott! 5. Der Sohn des Vaters, Mensch und Gott, Litt' auch dürftigkeit und spott. Uns gåst' auf erden, uns erhöht Der Sohn zu erben Gottes, seht! So hilft uns Gott! 6. Er kömmt zur erde, bloß und arm, Daß er unser sich erbarm', Und uns auch mache groß und reich, Und seines Vaters en geln gleich. So hilft uns Gott! 7. Das hat er alles uns ge than, Und aus liebe mir gethan! Deß freue sich die christenheit, Und dank' es ihm in ewigkeit! So hilft uns Gott! Mel. Vom himmel hoch da. is 7. Mich zu erhöhn, wird er ein knecht; Das mag ein wechsel seyn! Preif ihn, mein glückliches geschlecht! Er und sein reich ist dein. 8. So schloß er wieder auf die thür In Gottes paradeis; Der Cherub flammt nicht mehr bafür. Gott sey lob, ehr' und 223.11ns menschen in der preis! Sohn, ist Ges boren Jesus; Jesus ist GeboIn eigner Melodie. 222. elobet feyft bu, ren! freuet euch; lobsingt! Christ, Dankt, daß er uns den frieden Daß du mensch geboren bist! bringt! ther Daß eine jungfrau dich gebar, 2. Im anfang war der Sohn und der Erlösung. bei Gott; Gott war der Sohn, der eurer noth Sich annimmt, euer heil zu seyn, Euch von der sünde zu befrei'n. 3. Er bringet euch die seligkeit, Die ihr zum tod' verurtheilt seyd; Das heil, das euch des Vaters rath Von ewigkeit bereitet hat. 4. Deß laßt uns alle fröhlich seyn, Uns mit den hirten seiner freun; Frohlocken mit der engel schaar, Daß ihn Maria uns gebar. 5. Sey uns willkommen, edler gast, Der du uns nicht verschmähet hast, Und niedrig wirst und arm, wie wir! Wie dank' ich diese liebe dir? Weihnachtslieder. 167 mit euch Vereinigt, ohne sünd' euch gleich; Selbst Gott! doch euch durch fleisch und blut Verwandt, und euer höchstes gut. 4. Jhr habt mit euch den wahren Gott. Euch schrecke nie mehr sünd' und tod. Laßt teufel, welt und Hölle drohn. Ein mensch, wie ihr, ist Gottes Sohn. 5. Auf ihn setzt eure zuversicht, Und seyd gewiß, er läßt euch nicht. Fiel' auch ein ganzes heer euch an: Troß, daß euch Einer schaden kann! In derselben Melodie. 224.m om himmel ward der engel schaar Des nachts den hirten offenbar, Und große freude that ihr mund Mit lautem jubel ihnen fund. 92. Geht, eilet hin, geboren ist In Davids stadt der Herr, der Christ, Des Vaters eingeborner Sohn, Der fünder heil, der from men lohn. 3. Seyd fröhlich, daß er sich 6. Ihr seyd num göttlichen geschlechts, Und mit uns gleichen bürgerrechts. Ihr siegt; nur ftehet fest im streit! Euch bleibt zuleßt die seligkeit! 6. Tief haft du, Herr, ernieMel. Vom himmel hoch da. brigt dich! Mit beiner bemuth 225. V tomm' ich her lehrst du mich, Daß aller welt macht, ehr' und gut Vor dir nichts gilt, nichts hilft, noch thut. zu euch; Erschreckt nicht; bebt nicht; freuet euch! Sprach Got tes engel, und erhob Des Vaters und des Sohnes lob. 7. Des todes schatten sind entflohn! Lob sey dem Vater für den Sohn! Mit uns frohlockt der engel schaar, Daß ihn Maria uns gebar. 2. Des Sohns, der euch vers heißen war, Den eine jungfrau nun gebar, Des Sohnes sollt ihr euch erfreun; Denn er will euer Heiland seyn. 3. Er ist der Herr, der Christ und Gott, Er rettet euch von jeder noth. Nur Er versöhnt und heiligt euch, Und führet euch in Gottes reich. 4. In diesem reiche sollt ihr rein, Sollt heilig und gehorsam seyn; Und, wenn ihr treu im guten seyb, Einft erben seine fes ligkeit. KHUN Von Jesu Chrifto 168 5. Geht hin nach Bethlehem, und seht Den, der die fünder nicht verschmäht, Und den in windeln eingehüllt, Der allen euren jammer stillt. 6. Deß, Christen, laßt uns fröhlich seyn, Uns mit den hir ten seiner freun, Und sehn, wie Gott so hoch uns liebt, Der seis nen eignen Sohn uns giebt! 7. Wer ist es, den in Davids stadt Die jungfrau uns geboren In derselben Melodie. hat? Wer ist der Sohn, den fie 226. Wir fingen bir der hoffgebar? nung war. 8. Sey uns willkommen, edWir, Herr, dein neues Ifrael, Dir, heil der welt, o Jacobs ler gast, Der du uns nicht verstern, Dir, unsre hülfe, Sohn schmähet hast! Du kömmst ins des Herrn! elend her zu mir, Wie soll ich's immer danken dir? 9. Ach, Herr, der du die welt erschufst, Die engel folgen, wenn du rufft, Der himmel heere die nen dir: Und du erniedrigst dich zu mir! 10. Du bist so mächtig, bist so reich; Und wirst mun arm und knechten gleich, Nimmst meine schmach und straf auf dich, Gehorsam bis zum tod' für mich. 11. Du achtest nicht der fürsten pracht, Nicht ihrer hoheit, ehr' und macht; Willst lieber lassen dich verschmähn, Als uns von Gott verlaffen sehn. 13. Ich will mich deiner ewig freun; Mich ewig deinem dienfte weihn, Und willig ehren dein gebot, Gehorsam dir bis in den tod! 12. Ach, liebster Heiland, Jesu Chrift, Der du für mich ges boren bist, Vergessen will ich nimmer dich; Von Herzen lieb' ich, Jesu, dich! 14. Also hat Gott die welt geliebt, Daß er auch seinen Sohn uns giebt! Das preift der engel lobgefang! Das preis auch aller menschen dank! 2. Dir frohlockt aller engel dank! Hallt eurer brüder lobgesang, Ihr menschen, wieder! tönt darein! Welch recht habt ihr, euch sein zu freun! 3. Vom fall' an, da's an troft gebrach, Da hat schon, als ihn Gott versprach, Nach ihm verlangt von jahr zu jahr Der väter und propheten schaar. 4. Der mann, so lieblich, wenn er sang, Daß weit umher dein lob erklang, mit welcher brünstigen begier Verlangte David nicht nach dir! sight to 5. Ach, daß der Herr aus Zion käm', Und unsre bande von uns nähm'! Ach, daß die hülfe bräch' herein, So würde Jacob fröhlich seyn! 6. Wird ihre sehnsucht nie ges stillt? Ach, wird nicht bald die zeit erfüllt, Die Gott bestimmt und der Erlösung. hat? wann erscheint Der hei den troft, der fünder freund? 7. Er kommt in sein erwähltes land, Erwartet, aber nicht erkannt; Auch wächst er, wie ein reis, herauf; Und, ach! sein volk nimmt ihn nicht auf. 8. Ihn preis't, da er geboren wird, Der engel und der fromme hirt. Es schweigt, da ihn der frembling lobt, Der priester, und Herodes tobt. 9. Er ist der menschen bester freund; Doch sind ihm so viel menschen feind; Und dennoch ftirbt er auch für die, Liebt, söhnt ste aus, und segnet ste. 10. Ach, betet, betet an! er kennt Die liebe, deren flamme brennt, Wie keine liebe flammt; o seht, Wie er die sünder nicht verschmäht! 11. Ach, Herr, ich wünsche dein zu seyn! Ich liebe: doch die kraft ist klein, Die kraft zu lieben; stärke mich, Daß ich nichts stärker lieb', als dich! 12. Du bist mein haupt, mein heil, mein ruhm; Und ich dein glied, dein eigenthum. Ich will, so viel du kräfte giebst, Mit freuden üben, was du liebst. on 13. Mit jedem bruder um mich her Erheb' ich dich, bis ich und er, Zum Himmel reif, von sünden rein, Dir beff're lobgesänge weihn. Sotto Mel. Wir christenleut'. 227.5 Jesu Christ, Du Heiland, bift Ein mensch geworden, um uns zu 169 Weihnachtslieder. erretten. Wie freu' ich mich Nun über dich! Welch elend träf uns, wenn wir dich nicht hätten! 2. Allmächtiger, Du bist der Herr: Doch wirst du, uns zum Heil, ein knecht der fünder. Du wirst uns gleich, Nicht groß, nicht reich, Wirft arm, um reich zu machen Adams finder. 3. Dir gleichen wir, Gehören dir Als brüder an; du kamst, uns zu erhöhen. Wir, dein gebein Und fleisch, find dein: Mag, wie ein dampf, doch unser hauch vergehen! 4. Was kann uns nun Der ſatan thun, Wenn wir durch dich uns seinem joch entziehen? Nur unverzagt! Der uns anflagt, Der muß vor uns, als Jesu kämpfern, fliehen. 5. Entfleuch, o feind! Dort herrscht mein freund, Der menschen freund, den alle himmel loben. Tief fiel die welt: Doch hat der held Aus Juda uns zu großer ehr' erhoben. 6. Wenn du, o christ, Bes kümmert bist, Sey gutes muths und laß dich nichts betrüben! Weil Gott, dein freund, Im fleisch erscheint, So kann's nicht anders seyn: Gott muß uns lieben. 7. Bedenke doch, Wie herrlich hoch Er über allen jammer dich geführet! Der engel heer Hat selbst nicht mehr An herrlichkeit, als die ist, die uns zieret. 8. Dein Heiland hält Und trägt die welt; Sieh' auf, und 170 Von Jesu fieh' ihn alle Himmel lenken. Was will nun sich( Ich frage dich,) Erheben, dich in angst und noth zu senken? 9. Wie oft verzagt Dein herz, und klagt, Daß hoffnung, freudigkeit und trost verschwinden! Zum Sohne geh'! Da wird dein weh' Entfliehn, und troft und muth wirst du da finden. 10. Nur nicht verzagt! Wirst du geplagt: Dein bruder kann dein unglück nicht verschmähen. Er ward dir gleich, Ist gnadenreich, Und kann dein leid nicht ohne mitleid sehen. 11. Tritt zu ihm zu; Bei ihm ist ruh'; Er wird's so machen, daß du ihm wirst banken. Sein menschlich herz Empfand, was schmerz, Was angst ist, wie zu muthe sey dem franken. 12. Hat er nicht gern Den zorn des Herrn, Der auf die fünde folgen muß, erlitten? Warum? allein, Dich zu befrein. Wie kannst du nun um troft vergebens bitten? Chrifto add Mel. Warum sollt' ich mich. 228. 228. röhlich laßt uns Gott lobsingen! Hocherfreut Laßt uns heut' Ihm verehrung bringen! Jeder, der sonst war verloren, Freue sich Inniglich! Christus ist geboren! 13. Frohlocke! wer, Wer ist, als er, Die pforte zu des bessern lebens freuden? Wie bald er scheint Dein bester freund, Und nimmt hinweg, was fromme Herzen leiden! 2. Gottes Sohn hat sich mit freuden Eingestellt In die welt, Um für uns zu leiden. Er, der könig aller wesen, Stieg herab bis ins grab, Sünder zu erlöfen. 3. Wer kann Gottes rathschluß fassen? Aber dieß Ift gewiß: Gott kann uns nicht hafsen. Kam sein Sohn, von Huld getrieben, Zu uns her: Wie sollt' er Nicht die menschen lieben? 4. Er ward mensch, uns zu erretten, Damit wir, Gott, bei dir Einen bürgen hätten. Hätt' er lust an unsern plagen: Hätt' er wohl Mitleidsvoll Unsre last getragen? 5. Gilt im geist nach Bethlems hütten; Was hat dort Unser hort Nicht für uns gelitten! Er wird niedrig unfertwegen, Und ein freund, Der erscheint Uns zum heil und segen. 14. Laß du der welt, Was ihr gefällt, Und sieh' nur zu, daß dieser schatz dir bleibe. Den Halte feft! Wer den nicht läßt, 6. Darum ruft er jede stunde Mich und dich Hin zu sich, Spricht mit Holdem munde: Kommet her zu mir, ihr sünder! Glaubt an mich! Denn durch mich Seyd ihr Gottes finder! sec Den ehrt und frönt er dort an 7. Nun so laßt zu ihm unsseel' und leibe. nahen; Unterlaßt, Was er haßt, und der Erlösung. Daß wir gnad' empfahen. Liebt ihn, der von liebe brennet, Unsern Herrn, Der uns gern Seis ne brüder nennet. 8. Wenn euch eure sünden fränken: Eilt herzu; Fried' und 171 Weihnachtslieder. erkalten, So will ich mich an dich, Jesu, gläubig halten; Und dann willst du mich erheben Aus der zeit Zu der freud' In des himmels leben. Mel. Wir christenleut'. ruh Will euch Jefus ſchenken. 229. chriſtenheit, Sey Glaubt; er will beglücken! Zittert nicht; Denn er spricht: Ich will euch erquicken! erfreut! Das heil der welt, der mittler ist geboren; Erschienen ist Der Sohn, der Christ! Wer an ihn gläubt, wird nimmermehr verloren. 9. Er verläßt euch nicht, ihr schwachen! Mehr, als ihr, Litt er hier, Selig euch zu machen. Gure kleine zeit der leiden Und der müh', Was ist sie Gegen ew'ge freuden! 10. mein heil, laß dich umfangen! Laß an dir, Meine zier, Treu und fest mich hangen! Du bist meines Lebens leben; Reich durch dich, Will ich mich Ewig bir ergeben! ich mich 11. Meine schuld kann mich nicht drücken; Denn du nahmst, Als du kamst, Sie auf deinen rücken. Fluch ist nicht an mir zu finden; Denn durch dich, Herr, bin ich Frei von allen sünden. 12. Ich bin frei um deinetwillen; Denn in dir Kann sich hier Mein gewissen stillen. In Mel. Nun danket alle Gott. mein Herz will ich dich schließen; 230.roblockt, lobfinget Denn auch Gott! Der Freud' und trost genießen. 13. Dir will ich mein leben weihen; Mich in dir Für und für, Mein Erlöser, freuen. Mich soll weder angst noch leiden, Keine noth, Nicht der tod, Nichts von Jesu scheiden.( R60) 14. Werd' ich einst im tod' 2. Welch eine that! Nach Gottes rath Hat sich sein eigner Sohn für uns gegeben; Ein menschenkind, Und ohne sünd'. Er ward's für uns, und bracht' uns heil und leben. 3. Herr, mein gefang Bringt dir auch dank. Du wurdest mensch, damit wir selig würden; Du machst uns groß, Und völlig los Vom fluch der sünd' und ihren schweren bürden. 4. Gelobt sey Gott! Auf unsre noth Sah' er, als Vater, mitleidsvoll hernieder. D christenheit, Preis ihn erfreut! Denn Gottes Sohn bringt das verlorne wieder! land ist gekommen; Er hat sich Abrahams Und Jacobs angenommen. Der Sohn hat, was der Herr Für ihr geschlecht be schloß, Bestätigt, als sein blut Am achten tage floß. 2. Er ist der jüden Gott, Ex ist der Gott der heiden; Denn 172 Von Jesu Chrifto Gottes Sohn erlös't Die jüden| Der Heiland ist gekommen; Er und die heiden. Er denket an hat sich Abrahams Und Jacobs sein volk; Der Sohn bestätigt angenommen. Der Sohn hat, gern Den bund mit Abraham was der Herr Für ihr geschlecht Und das gesetz des Herrn. beschloß, Bestätigt, als sein blut Am achten tage floß. 9. Mit beten haltet an, Daß mit der ganzen erde Auch Abrahams geschlecht Durch ihn ge segnet werde. Euch ist das heil bereit; Drum reizt durch heiligung Zum glauben Jacobs volk, Zu seiner besserung. 10. Wer feft, wie Abraham, Im glauben, Gottes willen Mit eifer sich bestrebt Auch leidend zu erfüllen, Der ist, wie er, gerecht. Einst, einst beglückt auch euch, Die ihr ihm ähnlich seyd Sein lohn, des Himmels reich! 3. Ihm willig unterthan, Kömmt er, des Vaters willen Und seiner gnade rath Vollkommen zu erfüllen. Er hat die heiden ihm, Hat Israel versöhnt, Und mit barmherzigkeit Die ganze welt gekrönt. 4. Volk Jacobs, nimm ihn an! Ach, nehmt ihn an, ihr heiden! Vergebung bringet er Und seines reiches freuden. Verkündigt wird nunmehr Das evangelium; Gepredigt wird sein lob, Des welterretters ruhm. 5. Entreißt den lastern euch! Denn er trug eure bürde, Trug Mel. Wie schön leucht't uns. eurer fünben fluch, Daß jeder 231. Erhebt euch, feinbe Gottes, nicht! selig würde. Gehorchet ihm mit luft! Denn theuer, theuer seyd Ihr Gott durch ihn erkauft, Erkauft zur seligkeit. 6. Sein hoher name heißt Der Heiland aller fünder! Deß namens tröstet euch, Und lebt als Gottes finder. Als seine kinder sollt Auch ihr einst erben seyn, Und, leidet ihr mit ihm, Euch einst mit ihm auch freun. 7. Ach, Abrahams geschlecht Verwirft ihn, will nicht wissen, Wer sein Erlöser ist, Und irrt in finsternissen. Ach, betet: Gott, du hast So viel für uns gethan; Ach, nimm auch Israels Verirrte finder an! 8. Du bist, du bist ihr Gott! Die heiden sehen auch sein licht, Und finden den erretter. Des wahren Gottes Sohn und ruhm Stürzt aller götzen säulen um, Die bilder falscher götter. Gott wird Selbst hirt Seiner heerde; Und die erde Sieht voll freuden, Gott selbst seine heerde weis den. for find 2. Der Gottheit fülle wohnt in dir; Durch dich, mein heil, kömmt Gott zu mir, Und schenkt mir seine liebe. Wie dank' ich dir! wie preis ich dich! Du wirst mir gleich, ein mensch, wie ich, Daß ich nicht hülflos bliebe. Dankvoll, Herr, soll Mein gemüthe Deine gute Hoch erhe 173 und der Erlösung. Weihnachtslieder. ben! Du, mein Heiland, bist| Licht und segen Find' ich, Herr, mein leben. auf deinen wegen. 3. Es deckte finsterniß die welt: Du hast die finstre welt erhellt; Deß freuen sich die frommen. Vom aufgang bis zum niedergang Erschallt der völker lobgesang, Die, anzubeten, kommen. Wie blind, Herr, sind, Die dich hassen, Sich nicht lassen, Gott, belehren, Sich zum Vater zu bekehren! 4. Ein herz, das deine wahrheit liebt, und sich dir willig übergiebt, Das kannst du nicht verschmähen. Wer sich zu 8. Versichre mich durch deinen Geist, Daß du für mich erhöhet seyst, Den himmel mir zu geben! Mich( bin ich meines deinen füßen setzt, Und sich an dei- heils gewiß) Soll keine macht nem wort ergößt, Der soll dich selbst einst sehen. Dein licht ist nicht Bei dem der finsterniß Abschrecken, dir zu leben. Für mich kann ich nichts vollbringen; Hilf mir ringen, finder Sind die frommen, Wel- Freund der seelen; Ich will bei nen ruhm erzählen.' ajd che gläubig zu dir kommen. 7. Dir will ich ewig dankbar seyn; Mich gläubig deiner liebe freun, Und immer dein gedenken. Mein weihrauch fey gebet und flehn. Hin auf dein beiſpiel will ich sehn, Wenn hier mich leiden fränken. Hab' ich Wenig Gold im leben Hinzugeben: Voll erbarmen Dien' ich, wie ich kann, den armen. nem glauben groß, Voll wahrheit, Hulb und gnade. Dein wort, das meine seel erfreut, Entdeckt mir deine herrlichkeit Auf meinem dunkeln pfade. An dich Gläub' ich, Weibessaame; Die ser name Heißt auf erden Auch die fünder selig werden. 5. gleich dein irdiſch loos: Doch bist du mei 232. Gott er füben, bud 6. Mein glaube sey mein bankaltar; Hier bring' ich mich zum opfer dar Dir, der verlaff' nen tröster. Ich bete dich in demuth an; Wer ist, der mich verdammen kann? Ich bin ja dein erlöfter. Von dir Strömt mir Gnadenfülle, Ruh' und stille; Mel. Gott des himmels und. den, Aller völker heil und licht! Saba sieht dein licht voll freuden, Säumt auch anzubeten nicht; Japhets saame steht den stern, Kömmt und glaubt an seinen Herrn. 2. Aber, ach! von deinem volfe, Wirst du, Heiland, nicht ers kannt, Und des irrthums finstre wolke Ueberschattet noch bein land. Ueber Salem ftralt dein licht, Aber Salem kennt dich nicht. msdop 3. Weise kommen anzubeten: Auch Herodes fragt nach bir; Aber fragt nur, dich zu tödten, Von Jesu Chrifto d dn 174 Wo du seyst, voll blutbegier. Gern vergöffe seine wuth, Herr der welt, dein blut! du 4. Ach, verwerfet doch, ihr fünder, Den nicht, der euch retten kann; Kommt, und werdet Gottes kinder; Betet euren könig an! Eilt zu ihm und säumet nicht; Macht euch auf, und werdet licht! 5. Nun, wir eilen mit verlangen, Dich zu ehren; sind bereit, Dich, Messtas, zu empfangen; Zeig' uns deine herrlichkeit! Unfre kniee beugen sich, Unser glaub' umfasset dich. 6. Deines wortes Helle flamme Offenbar' uns, was für gnad', O du held aus Jacobs stamme, Gott durch dich gegeben hat; Daß das Herz, vom laster fret, Ewig dir geheiligt sey. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 233. tönig aller from men, Davids Sohn; Du bist zu uns gekommen. Im himmel war dein thron: Doch willst du, daß die erbe Zum reiche dir geweiht, Auch wieder heilig werde, Ein reich der frömmigkeit. 2. Vom morgen kommen zeugen, Geführt durch deinen stern, Ihr knie vor dir zu beu gen, Dir, ihrem Gott und Herrn. Sie opfern, was sie haben, Wie niedrig du auch bist, Mit freuden ihre gaben, Ihr herz, das gläubig ist. 3. Die erstlinge der heiden Thun freudig, was Gott spricht, Und ärgern an dem leiden Des königes sich nicht. Ach, ärgert euch, ihr fünder, An seinem leiden nicht! Er ging für Adamsfinder Erniedrigt ins gericht. 4. Wenn er für uns sein leben( Das will des Vaters rath) Zum opfer hingegeben Und uns versöhnet hat; Dann spricht der Herr zum Sohne: Sohn, herrsche mun mit mir, Und siz' auf meinem throne; Der erbkreis diene dir! 5. Der Herr giebt ihm zur beute Die starken; sie sind sein. Stehn völker auf zum streite; Sein bleibt das reich allein. Er herrscht, weil er sein leben Für uns, die er vertrat, Zum opfer hingegeben, Für uns gebetet hat. 6. Er herrscht von meer' zu meere, Und viele tausend stehn Bereit zu seiner ehre, Bereit, zu ihr heiden, Daß ihr berufen seyb Zu seines reiches freuden, Zu seiner feligkeit! 7. Seht, auf des Vaters throne Regiert Er! betet an! Bleibt alle Gottes Sohne Mit freuden unterthan! Durch wahrheit und durch gnade Regieret er sein reich. Was ist wohl, das euch schade? Getrost! er sorgt für euch.de 8. Wir wollen dich erheben; Dir, Jesu, opfern wir Mit freuden unser leben; Sein dienst gebühret dir. Ach, du beriefft uns heiden Zur seligkeit des und der Erlösung. Weihnachtslieder. 175 Herrn, Zu deines himmels freu-| Auch uns, uns zu bekehren, Ein den; Wer preiset dich nicht gern? zuruf Gottes! Ach! Daß wir den zuruf hören, Und doch nicht folgen! Gott! O Vater, zürne nicht, Verschon' uns noch, und geh' Mit uns nicht ins gericht! 7. Lehr' endlich unser heil Uns kennen, gieb uns buße! Gieb uns den glauben, Gott; Wir fallen dir zu fuße! Vergieb uns! beffr' uns! gieb, Was uns dein Sohn erwarb, Als er dein opfer ward, Und für die fünder starb! 234. fü sünder waren Mel. Nun danfet alle Gott. ' ch, wir, Mit schuld und fluch beladen, Und Gott erbarmte sich Der fünderwelt aus gnaden. Ein bote Gottes rief: Des himmels reich ist nah'! Erschienen ist der Herr, Der Heiland, er ist da! 2. Erstaunt! Elisabeth Gebar, die unfruchtbare! Voll hoffnung, daß nun bald Der Herr sich offenbare, Ruft Zacharias aus: Du bist, du kind, du bist Der prediger des Herrn, Der aller Heiland ist! 3. Du gehst vor ihm voran, Du, seines reiches lehrer; Am geiſte stark, ein licht, Ein mächtiger bekehrer; Ein eiferer für Gott, Der ohne schonen straft; Auf deinem geiste ruht Eliä geist und fraft. 4. Nun tritt er auf und lehrt; Laut ruft am Jordanflusse Der Herold: Gott erscheint! Bereitet euch; thut buße! Er nimmt euch auf, drum eilt, Und zeigt der buße frucht! Denn Jacobs Herr nun volk besucht. 5. Eilt, eilt zu ihm! er ist Schon da, von allem bösen Euch und die ganze welt, Euch ewig zu erlösen. Gott hat der fünde fluch Auf seinen Sohn gelegt; Seht, das ist Gottes lamm, Das aller sünde trägt! 6. Welch eine stimme ruft 8. Wohl dem, der dieses lamm, Auf das sein Herold weiset, Ergreift, und seinen Herrn Auch durch sein leben preiſet! Wer Jesu Christo sich Zum eigenthum ergiebt, Der wird durch ihn von Gott Begnadigt und geliebt. 9. Dieß, Herr, sey unsre lust! Gott, deiner boten lehre Laß immer fruchtbar seyn Zu deiner langmuth ehre! Wer buße thut und gläubt, Hat heil für dieſe zeit, Und, wenn er treu bleibt, einst Auch deine seligkeit. Mel. O Gott, du frommer. 235. Sesu, beffen treu Im Himmel und auf erden Durch keine zunge kann Genug gepriesen werden; Von Herzen dank' ich dir, Daß du gekommen bist, Der völker trost zu seyn, Daß du mein Heiland bist. 2. Ja! mein gewissen wird Beruhigt und gestillet, Wenn deines namens troft Mein ban 176 da Von Jesu Chrifto ad d ges Herz erfüllet. Kein troft er-| Und dir will ich auch sterben; quickt, wie der, Den mir dein Durch dich die seligkeit Und deiname giebt; Denn er bezeuget nen himmel erben! Ach, bin ich mir, Daß mich dein Vater liebt. erst verklärt: Dann will ich für und für Dir jauchzen, und voll dank Frohlocken, Herr, vor dir! 3. Du wurdest mensch, und bist Für meine schuld gestorben; Vergebung hast du mir Durch deinen tod erworben, Und meine seligkeit Hab' ich allein von dir. Dieß, mein Erlöser, dieß Bezeugt dein name mir. 236. 4. Und darum, o mein heil, Ist mir kein name lieber. Den leichten nebeln gleich, Flieht jede furcht vorüber, Und jede traurigkeit, Die meine seele fränkt, nur kränken kann, zu leiden. O, Entweicht, sobald mein Herz Anwer faßt die starken triebe Deideinen namen denkt. Mel. Schmücke dich, o liebe. eiland, deine menfchenliebe War die quelle deiner triebe, Selbst ein mensch für uns zu werden; Tief erniedriget auf erden, Dich zu äußern aller freuden, Was ner treuen menschenliebe! 5. Er stärkt mich, daß ich auch Versuchungen zur sünde, Wie reizend sie auch find, Doch freudig überwinde; Giebt muth, und machet mich Gebuldig in der noth; Macht hell des grabes nacht, Und selig meinen tod. 6. Er heilige mich denn Zum kind' des Herrn und gebe Mir freudigkeit zu Gott; Kraft, daß ich ihm nur lebe: Wenn weißheit fehlt und licht, Und in der trübsal muth, Sey er mein be fter trost, Mein ruhm, mein höchftes gut. 7. Er zeige mir den weg Zur wahrheit und zum leben. Erleucht' und treibe mich, Der tugend nachzustreben; Gehorsam meiner pflicht, Im guten eifrig, rein, Wohlthätig, dir getreu Bis in den tod zu seyn. 8. Dir will ich leben, dir; MAGE Von Jesu Wandel auf Erden. 2. Kinder an dein Herz zu drücken; Kummervolle zu erquicken; Die unwissenden zu lehren; Die verführten zu bekehren; Die verstockten zu erschrecken, Um zur buße sie zu wecken; Selbst den niedrigsten zu dienen: Dazu bist du uns erschienen. 3. Jedem hülfreich zu erschei nen; Ueber feinde selbst zu weinen; Dich der blinden, lahmen, armen Und bedrängten zu erbarmen; Endlich, um uns vom verderben Zu befrein, für uns zu sterben: Das nur waren deine freuden Unter deinen schwersten leiden. 4. Ach, du gingst mit heil und segen Deinen feinden selbst entgegen; Schaltst nicht wieder, wenn sie schalten, Liebe dir mit haß vergalten; Willig auch für und der Erlösung. Jesu Wandel auf Erben. 177 fie, dein leben Zur versöhnung| o Sohn! Wir sehn, von dir darzugeben; Für die mörder verklärt, schon hier Des Vaters selbst zu beten, Und vor Gott herrlichkeit in dir; Sehn, was sie zu vertreten. nach seiner gnade rath Dein mensch einst zu erwarten hat. 4. D was für wunder zeugten nicht, Du seyft von Gott, dein wort sey licht! Wie göttlich war, was da geschah! Der stumme sprach; der blinde sah; Der sturm ward stille: komm herauf! Riefst du, und Lazarus stand auf. 5. So lehrtest du durch wort und that; Dein wandel war der tugend pfad. Viel zeugen folgten dir voll muth, Vergoffen selbst für dich ihr blut. Verfolgt oft durch gewalt und spott, Stegt immer noch ihr wort von Gott. 5. Demuth war bei spott und Hohne Deines lebens schmuck und krone. Freudig deines Vaters willen, Uns zum segen, zu erfüllen, Und durch thaten und durch lehren Ihn den menschen zu verklären, War dein einziges bestreben; Nicht, dich selber zu erheben. 6. Dieß dein beispiel laß mich reizen, Nicht nach menschenlob zu geizen; Recht zu wandeln, gut, und weise, Ihm zur ehre, dir zum preise! Gieb zur wahren menschenliebe Kraft und immer rege triebe! Laß mich tåglich mehr auf erden Deinem beispiel ähnlich werden! Mel. Vater unser im himmelreich. 237.D ir, Jesu, ist kein lehrer gleich! An weisheit, lieb' und eifer reich, Belehrst du uns durch wort und that, Wie niemand uns erleuch tet hat. Von dir nur ist uns offenbart, Was feinem sonst entHüllet ward. 6. Wir opfern, Herr, dir dank und ruhm, Daß noch dein evans gelium Den, der die wahrheit redlich liebt, Erleuchtung, kraft und freude giebt; Daß der versöhnung amt der welt Noch licht, noch heiligkeit erhält. 7. Ich will, mein lehrer, nur durch dich mich führen lassen; mache mich Vom wahn und eis gendünkel frei, Damit ich dir gehorsam sey; Bis einst in deiner herrlichkeit Mich ein noch heller licht erfreut! 2. Du führst, nicht vom geschöpfe mur Zu Gott, dem Schöpfer der natur; Du führst zu dem, der so uns liebt, Daß Mel. Von Gott will ich nicht. er bich, seinen Sohn, uns giebt. 238. Mie treu, mein gu ter hirte, Gehst So machtest du, von ihm gefandt, Den weg zum himmel uns bekannt. 3. Die finsterniffe sind entflohn; Du bist des Vaters glanz, du dem sünder nach, Der sich von Gott verirrte, Weil ihm dein licht gebrach! Ach, elend muß er seyn, Wenn du nicht aus erbarmen Dich aufmachst, um den M Von Jesu Christo 178 armen, Den blinden zu befrein. 2. Wie liebreich ist die stimme, Die die verlornen lockt! Ach, sprächst du, Herr, im grimme: Weicht! die ihr euch verstockt. Verbrecher, weicht von mir! Ich will euch nicht erkennen! Wer könnt' es unrecht nennen? Denn wie befleckt sind wir! 7. O, möcht' ich meine fünden Nur schmerzlicher bereun; Mehr deine lieb' empfinden; Dankbarer, besser seyn! Ach, unentschloffenheit Beim zuge deiner gnade, Welch ein verlust und schade Für zeit und ewigkeit! 8. Laß nichts dieß heil mir rauben! In meiner pilgrimschaft Gieb festigkeit im glauben, 3ur tugend ernst und kraft; Bis, o mein guter hirt, Mein geist, zu dir erhoben, Mit neuer kraft dich loben, Dich ewig preisen wird! Mel. Mach's mit mir, Gott. 3. Doch, du bist nicht gekommen, zu richten; haft sogar Die straf auf dich genommen, Die uns gedrohet war. Kehrt einer um: du trägst, Daß er gerettet werde, Ihn hin zu deiner heerbe, Die du bewachst und pflegft. 239. Welch hohes beis ſpiel gabst du 4. Und, er, wird frecher: So harrst du lange doch, Und duldest den verbrecher Noch länger, schonst ihn noch. Du hinderst, du entfernst, Was täuscht, von seinen sinnen, Und brauchst, ihn zu gewinnen, Bald gütigkeit, bald ernst. 5. Liebhaber unsrer seelen, Mein beil, mein bester freund, Kann ich mir's wohl verhehlen, Wie treu dein Herz es meint? Wie suchtest du auch mich, Als ich in dürre wüsten, Verführt von meinen lüften, Aus Gottes hut entwich! 6. Du brauchtest ernst und liebe, Oft glück, oft züchtigung, Daß ich nicht elend bliebe, Zu meiner besserung. Du kamst und nahmst mich an Mit ausgestreckten armen. Ach, daß ich dein erbarmen Dir nicht vergel ten fann! mir, Mein Heiland, durch dein leben! Sollt' ich nicht gern und mit begier Dir nachzuahmen streben? Nicht gehn den weg, den du betratst, Nicht freudig thun, was du selbst thatst? 2. Dein herz, von sünden nie entweiht, War rein, wie deine lehre; Dein ganzer wandel, heiligkeit; Dein endzweck, Gottes ehre. Du littft und starbst, uns zu befrein, Und unsre seligkeit zu seyn. 3. Du führtest uns zur tugend an; Gingst, daß wir folgen möchten, Der heiligkeit so schwere bahn Voran vor deinen knechten; Du schaltst nicht, wenn dein feind dich schalt, Und liebe dir mit haß vergalt. 10/10 4. Der fummervollen troft zu seyn, Zu wehren jedem leide, Stets wohlzuthun und zu er 179 und der Erlösung. Passionslieder. freun, War deine sorg' und freu-| heiliges geschäfte! Sinn' ich ihm de; Und eines jeden menschen schmerz Durchdrang und jammerte dein Herz. nach, so zagen meine kräfte; Mein Herz erbebt; ich seh' und ich empfinde Den fluch der fünde. 5. Du trugft mit sanftmuth und mit huld Die schwachheit deiner freunde; Auch fünder trugst du mit geduld, Und batst für deine feinde. Du warst gehorsam bis zum tod', Und ehrtest selbst im tode Gott. 6. Ein solches beispiel hast du mir Zum vorbild hinterlassen; Wie du, zu leben, ähnlich dir In meinem thun und lassen. Nimm, ſprichst du, meine laft auf dich; Komm, folge mir, und thu', wie ich! 7. Ich komme, Herr, gieb kraft und licht, Daß ich mein heil erkenne, Dein wahrer jünger sey, und nicht Mich deinen knecht nur nenne; Damit ich, deinem vorbild treu, Auch andern selbst ein beispiel sey! Passionslieder. Mel. O liebster Jefu, was. 240. err, stärke mich, dein leiden zu bedenken, Mich in das meer der liebe zu versenken, Die dich bewog, von aller schuld des bösen Uns zu erlösen. 4. Gott ist gerecht; ein rächer alles bösen! Gott ist die lieb', und läßt die welt erlösen! Dieß kann mein geist mit schrecken und entzücken Am kreuz erblicken. 5. Dieß schlägt den stolz auf mein verdienst danieder; Dieß beugt mich, Jesu, dieß erhebt mich wieder; Lehrt mich mein glück, macht mich aus Gottes feinde Zu seinem freunde. 6. Herr, mein heil, an dessen blut ich glaube, Ich liege hier vor dir gebückt im ftaube, Verliere mich mit dankendem gemüthe In deiner gute. 7. Sie übersteigt die menschlichen gedanken: Soll ich darum in meinem glauben wanfen? Ich bin ein mensch: darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Ja! Gottes größ' ist's, gnad' und lieb' erweisen; Der menschen pflicht ist's, gläubig ste zu preisen, Zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns gnad' erzeiget, Die gnade steiget. 2. Du wirst uns gleich; du willst für uns auf erden Selbst bis zum tod' am freuz gehorsam werden; An unsrer statt gemartert und zerschlagen, Die fünde tragen. 9. Sey denn für deine Huld von mir erhoben! Mein ganzes leben müsse, Gott, fie loben! Gieb mir zum besten, feligsten geschäfte Selbst luft und kräfte! Mel. Ein lamm geht hin. 3. Welch wundervoll, welch 241. Erforsche, prüfe, Herr, mein Herz, M2 180 Von Jesu Christo Und schaue, wie ich's meine. Ich| ler sünd' warf Gott auf dich, denk' an deines leidens schmerz, An deine lieb', und weine. Dieß ist es, deß mein herz sich freut; Welch wunder der barmherzigkeit Hast du der welt erwiesen! Wann hab' ich dieß genug bedacht, Und dich aus aller meiner macht Genug dafür gepriefen? 2. Rath, kraft und friedefürst und held! In fleisch und blut gekleidet, Wirst du das opfer für die welt, Und deine seele leidet. Dein freund, der dich verräth, ist nah'; Ach, Gottes richter stund' ist da; Die fluthen strömen über. Du zagst, und fühlst der hölle weh': Ist's möglich, Vater, o so geh' Der kelch vor mir vorüber! 3. Dein schweiß wird blut; du ringst und zagst Und fällst zur erde nieder. Du, Sohn des Höchsten, kämpfst, und wagst Die erste bitte wieder. Du fühlst, von Gott gestärkt im streit, Die schrecken seiner ewigkeit, Die strafen sonder ende. Auf dich nimmst du der menschen schuld, Und giebst mit göttlicher geduld Dich in der fünder hände. 4. Dich trifft der missethäter lohn; Und nie hast du gesündigt, Du, der gerechte, Gottes Sohn; So war's vorher verfündigt. Der frechen schaar begehrt dein blut; Du duldest, göttlich groß, die wuth, Um see len zu erretten. Dein mörder, Jesus, war auch ich; Denn als Damit wir friede hätten. 5. Selbst werth in deiner knechtsgestalt Der ehrfurcht aller Herzen, Erträgst du frevel und gewalt, Voll krankheit, voller schmerzen. Du kamst von Gott; doch haben wir nicht Gottes herrlichkeit an dir Gesehen und geachtet. Dein volk verbarg sein angesicht; Wie tief erniedrigt warst du nicht, In Juda wie verachtet! 6. Für deines volkes missethat Gemartert und geschlagen, Trägst du nach deines Vaters rath Der übertreter plagen. Still gehst du mit gelaff'nem sinn, Und schuldlos, als ein lamm, dahin, Das man zur schlachtbank führet. Aus liebe trägst du, wie ein held, Freiwillig für die fünderwelt Den fluch, der uns gebühret. 11 7. Sie haben meine hände mir, Die füße mir durchgraben; ( So flagst du,) mörder sind's, die hier Mein freuz umringet haben. Ich seufz'; und meine hülf' ist fern. Sie spotten mein: er flag's dem Herrn!- Er steig' herab vom freuze! Du legst mich in des todes staub; Ich bin kein mensch; ein wurm, ein raub Der wuth, ihr spott am freuze." 8. Ich ruf; und du antwortest nie; Und mich verlassen alle. In meinem durste reichen ste Mir essig dar mit galle. Wie wachs zerschmilzt in mir mein herz: Sie sehn mit freuden mei und der Erlösung. Passionslieder. 181 nen schmerz, Die arbeit meiner von missethaten, Wird durch seelen. Warum verläss'st du Judam in der nacht, Eh' er deinen knecht? Mein Gott! mein starb, verrathen: Hingeführt Gott! ich leid', und möcht' All' vor Kaiphas, Wo er, eh's noch mein' gebeine zählen." taget, Fühlt der priester schweren haß, Fälschlich da verklaget. 9. Du neigst dein haupt; es ist vollbracht! Die erde wird erschüttert. Ach Herr, in deines todes nacht Bebt meine seel' und zittert. Was ist der mensch, von dir befreit? O wär' ich doch ganz bankbarkeit! Herr, laß mich gnade finden; Und deine liebe bringe mich, Daß ich dich wieder lieb', und dich Nie freuzige mit sünden! 2. Frühe wird er, nach der nacht Seiner ersten leiden, Wie ein mörder hingebracht Ins gericht der heiden. Doch Pilatus steht an ihm keine schuld des todes; Und die findet auch nach ihm Nicht sein feind, Herodes. 10. Welch warten einer ew' gen pein Für die, die dich verachten; Die, solcher gnade werth zu seyn, Nach keinem glauben trachten; Die wohl verlangen, dein zu seyn, Sich aber über dich nur freun, Als einen fündendiener! Wer dich nicht liebt, kömmt ins gericht; Wer nicht dein wort hält, liebt dich nicht; Ihm bist du kein verfühner! 11. Du hast's gesagt: du wirst die kraft Zur heiligung mir schenken. Dein blut ist's, das mir trost verschafft, Wenn mich die fünden fränken. Laß mich im eifer des gebets, Laß mich in lieb' und bemuth stets Vor dir erfunden werden! Dein heil sey mir ein schirm in noth, Mein licht im glück, mein schild im tob', Mein letter trost auf erden. In eigner Melodie. 242. Chriftus, ber uns felig macht, Rein 3. Ach, gegeißelt und verhöhnt, Muß er dann von heiden, Und mit dornen auch ges frönt, Tausend martern leiden; Muß, entkleidet und voll spott, Blutend und zerschlagen, Selbst das freuz zu seinem tod' Abgemattet tragen. 4. Wie ein mörder wird er nun An das freuz geschlagen. Noch will ihre wuth nicht ruhn, Lacht noch seiner klagen. Plößzlich wird es finster; doch Seine mörderrotten Höhnen den gerechten noch, Lästern noch und spotten. 5. Jesus rufet: Gott, ich bin, Gott, von dir verlassen! Effig reichen nun ihm hin, Die ihn wüthend hassen. Er befiehlt Gott seinen Geist; Erd' und himmel zittern, Und des tempels vorhang reißt, Felsen selbst zersplittern. 6. Seine feite wird ihm noch Mit dem fpeer durchstochen; Aber, wie dem ſchächer, boch Kein gebein zerbrochen. Gott Chrifto da 5. Uneingebenk des hirten, fliehn die schaafe; Er wird verlaffen, er, der unsre strafe So willig duldet, daß nur seine heerde Gerettet werde. 6. Welch eine liebe! Jeſu, welche treue! Du leidest, daß der mensch sich deiner freue. Ach, laß uns nie mit zweifelnden gedanken Im glauben wanken! 7. Wer dich bekennt, der fürchte von sich alles! Bei seiner schwachheit eingedenk des falles Der bessern jünger, muß er sein vertrauen Auf dich nur bauen. 8. Laß deinen Geist uns, Herr, vor Gott vertreten! Er laff' uns wachen, helf' uns schwachen Mel. O liebster Jesu, was. 243.Belenner Jefu, wer beten: So werden wir im kamdet nie vermessen! Der fall ist nahe, wenn wir je vergessen, Beständigkeit pfe nicht erliegen, Wir werden stegen! Mel. Ein lamm geht hin. hid und sicherheit vor fünden Auf 244.S willig hin, Dein leiden anzutreten, Für mich, der ich verloren bin, zu kämpfen und zu beten. Du, der du nichts verbrochen hast, Gehst hin, um aller sünden last Allein auf dich zu laden. Ich nur verdiente strafen, ich! Du aber nimmst sie all' auf dich, Damit sie mir nicht schaden! 182 Von Jefu verhieß es; als nun dann Blut allein und wasser Aus der offnen feite rann, Bebten seine Haffer. 7. Nunmehr ruht er; aber bald Wird er auferstehen, Und mit göttlicher gewalt Aus dem grabe gehen. Hüter wachen in der nacht An des stegers grabe. Flieht, ihr hüter! feine macht Hält den Herrn im grabe. 8. D hilf, Christe, heil der welt, Uns durch deine leiden, Daß wir thun, was dir gefällt, Alle laster meiden! Gieb, daß wir, warum du starbst, Oft und gern bedenken; Und dafür auch, daß du starbst, Preis und dank dir schenken! Gott zu gründen. 2. Wie gleich sind dann die feurigsten entschlüsse Den morgennebeln, die durch finsternisse Schnell in die Höhe schimmern und vergehen, Wie sie entstehen! 3. Die jünger stärken in der trübsal stunde Mit wachen und gebet sich nicht im bunde, Sind sicher, und entschlafen selbst vor fummer In tiefen schlummer. 4. Der ihn verräth, ist da; der Herr will sterben. Wie fürchten sie, mit Jefu zu verder ben! Wo ist ihr muth, bis in den tod mit freuden Für ihn zu leiden? 2. Kann den, der allen stärke giebt, kann den auch furcht ers schüttern? Selbst Christi seele wird betrübt, Und seine glieder zittern. Ach, hingesunken auf die knie, Arbeitet er in schwerer müh' Und betet, kämpft und Paffionslieber. 183 und der Erlösung. zaget. Er wünscht den schweren kampf verkürzt. Wer sieht's und höret nicht bestürzt, Wie leiden voll er flaget! rasite getaufet. Ach, wache, daß die sünde sich Nie dein bemächtige, noch dich In deiner treu' crschüttre! Lockt ihre stimme: höre nicht! Schau hin zum ölberg ins gericht, Das Jesum traf, und zittre! 3. Gott, du bist heilig! wunderbar In allen deinen werken! Ein knecht, ein engel muß sogar Den Herrn vom & r ringt; fein heilig angeſicht 245. eine pein, Dein Mel. Aus tiefer noth schrei'. err Er gottverföhnend leiden Laß meiner seele heilig seyn, Der sünde luft zu meiden! Laß mich an deine große noth, An deine marter, deinen tod, So lang' ich lebe, denken! Träuft wer sich nicht? Wer litt, wie er, auf erden? Der du in reinster un schuld prangst, Wie konntest du von solcher angst, O Herr, bes stürmet werden? 4. Du zagst, mein Heiland; ach, nur ich, Ich hätte zagen sollen: Doch selbst durch leiden Hast du mich Vom tode retten wollen. Ach, hättest du nicht fein gericht Auf dich genommen: wär' ich nicht In jammer ganz versunken? Nun läßt der rich ter, auf dein flehn, Vor mir den felch vorübergehn; Denn du haft ihn getrunken.p zu 5. Heil mir! der Sohn des Höchsten hat Für mich sich richten lassen. Gott, wer fann dei nen weisen rath, Wer dein erbarmen fassen? Nun jauchze, wen die sünde reut, Wer Jesu Christi sich erfreut: Er wird vor Gott bestehen. Du, der du glaubst, wer schadet dir? Wer will verdammen? Gott ist hier! Du wirst den tod nicht sehen! 6. Doch denk', um welchen theuren preis Dein Heiland dich erkaufet! Er rang, bedeckt mit todesschweiß, mit blut für dich 2. Was du, o Herr, erduldet hast, So viele schwere plagen, Der mir gedrohten strafen last Haft du für mich getragen. Ach, theurer Jesu, schone mein; Laß meine schuld getilget seyn; Für recht ergeh' nun gnade! 3. Dein kampf am ölberg dort, dein tod Erinmre mein gewissen, Was dein gesetz dem las ster droht, Was fünder leiden müssen. Das lehre mich; und allezeit Sey mir verhaßt, was Gott verbeut, Durch deinen tod am freuze. 4. Für mich erniedrigt, Gottes Sohn, Hast du, mit angst umfangen, Am Freuze hülflos und voll hohn Und ohne troft gehangen. So hast du unsre missethat Getilgt, und nach des Vaters rath Auch meine schuld versöhnet. denied rond 5. Dir sey mein ganzes herz geweiht; Dir will ich hier lob Von Jesu Christo 184 fingen. Einst wirst du mich zur ſeligkeit Durch deine leiden bringen. Mit allen frommen stimm' ich dann Dir noch ein beff'res loblied an, Das loblied der er lös'ten. 6. Herr Jesu, deine qual und pein, Dein bittres schweres leiden Laß meine legte zuflucht seyn, Wenn leib und seele scheis den! Hilf dann, daß ich, durch deinen tod Erlöst aus aller meiner noth, Getrost und selig sterbe! Mel. Wenn meine sünd' mich. 246. Vor on furcht dahin geriffen, Verleugnet Petrus dich. Bald straft ihn sein gewissen; Da weint er bitterlich. Dein blick, o Jesu, rührt sein herz, Er fleht zu dir um gnade, Und du stillst seinen schmerz. 2. Wie wuchs mun deinem zeugen Beständigkeit und muth! Furcht konnt' ihn nie mehr beugen; Auch floß für dich sein blut. Dich, seinen Herrn und seinen Gott, Verherrlichte sein leben, Verherrlichte sein tod. 3. Betrübt ist meine seele, Erfüllt mit reu' und schmerz! Was hilft's, daß ich's verhehle? Durchschaust du doch mein herz! Bekennen laß mich's, Jesu, dir: Oft hab' ich dich verleugnet; Vergieb, vergieb es mir! 4. Wenn deines namens spötter Dich schmähten, wenn ihr spott Dich höhnte, Welterretter, Dich, ihren Herrn und Gott; Dann schwieg ich zaghaft, schämte mich, Ein christ zu seyn, und scheute Mehr ihren spott, als dich. 5. Du hast, o Herr, dein les ben Für meine seligkeit So wil lig hingegeben, Zum segnen so bereit: Wie undankbar, wie schwach war ich, Daß ich den haß der sünder Mehr fürchtete, denn dich! 6. Ich seh' jetzt, ich empfinde Die größe dieser schuld. Vergieb auch diese sünde Nach deiner großen huld! Erbarmend sahst du Petrum an; Laß eine gleiche gnade Mich, o mein heil, empfahn! 7. Laß mich bei meiner reue Den bund mit dir erneun; Standhaftigkeit und treue Dir, mein versöhner, weihn! Dich zu verleugnen, Herr, mein Gott, Das fürchte meine seele Weit mehr als qual und tod. 8. Bewahr' ich deine gnade; Folg' ich dir standhaft nach: Wer ist dann, der mir schade? Was fürcht' ich hohn und schmach? Die spötter mögen mich verschmähn! Sie werden mich mit ehre Von dir verherrlicht sehn. 9. Nichts soll von dir mich trennen; Dich will ich frei und gern Vor aller welt bekennen, Dich, meinen Gott und Herrn! Denn vor dem Vater im gericht Verleugntest du, o Richter, Mich, wenn ich treu bin, nicht.josdos und der Erlösung. In eigner Melodie. 247.in lamm geht hin, und trägt die schuld Der welt und ihrer fins der; Geht hin, und leidet mit geduld Die strafen aller sünder. Es folgt, belastet, matt und frank, Dem würger nach zur würgebant, Beraubet aller freuden. Es duldet willig hohn und spott, Und wunden, striemen, kreuz und tod, Und spricht: ich will's gern leiden! 2. Dieß lamm ist Gottes Sohn, der freund, Der retter unsrer seelen. Er, der für uns vor Gott erscheint, Ließ sich zum opfer wählen. Geh', Sohn ( sprach Gott), und rette mir Die kinder, welche sich von mir Entfernten zum verderben! Die schuld ist groß; versöhne sie Durch blut und tod; dann sollen die, Die du versöhnst, nicht sterben. 3. Hie bin ich,( sprach zu Gott der Sohn) Ich will für ste erdulden, Was deine rechte ihnen drohn; Bezahlen ihre schulden. So hat der Sohn an uns gedacht; Ach, wer kann seiner liebe macht, Wie sie's vers dient, erheben? Die gnade, die den Vater trieb,( wie hat er die welt so lieb!) Ihr seinen Sohn zu geben? gh Passionslieder. 185 zagt fein herz; Da trifft ihn unsrer strafen schmerz, Daß uns ihr fluch nicht schade; Da bittet er für uns, und stirbt;- Für fünder stirbt er, und erwirbt Uns fündern heil und gnade. 5. Herr, welche gnad' erzeigst du mir! Wie liebest du mich armen! Ach! wie vergelt' ich, Jesu, dir Dein göttliches erbara men! Du bist mein heil, du liebtest mich, Und, ach, so brünstig; möcht' ich dich So brünstig wieder lieben! O möcht' ich, Herr, dein eigenthum, Doch immer dir zum dank und ruhm, Was deine luft ist, üben! 4. Er hat zum opfer sich vers bürgt, Zum opfer für die fünden. Am freuze wird das lamm erwürgt, Damit wir gnade fin den. Da fließt sein blut; da 6. Ach, könnt' ich, Heiland, nacht und tag Von deiner gute singen, Und dir, was ich doch nicht vermag, Ein würdig opfer bringen! Nimm meinen unvollkommnen dank; Ach, nimm an meinen lobgefang! Mehr kann ich dir nicht geben! Nimm selbst mein leben an von mir! Ich will es, mein Erlöser, dir Zum eigenthume geben. 7. Erweitre dich, mein Herz, für ihn, Den Heiland unsrer seelen. Ich will ber fünde mich entziehn, Und ihn zum Herrn mir wählen. Verschmähe mun, was nur der welt, Was deinen lüften nur gefällt; Er giebt dir beffre freuden. Daß Gott dich, wie ein Vater, liebt, Und seine seligkeit dir giebt, Das banke seinen leiden. 8. Wird Gott, der seinen Sohn mir schenkt, Nicht meiner KRUNICHUN 186 ndionBon Jesu Chrifto ndan stets gedenken? Wird er nicht,| Am kreuze schmäht dich noch wenn mein herz sich kränkt, Mit der mörder rotte Mit bitterm ihm mir alles schenken? Ja, Je- fpotte! fus, meine zuversicht, Ist in der finsterniß mein licht; Mein tröster, wenn ich leide; Mein reichthum in der dürftigkeit; Im fturme meine sicherheit; Im tode meine freude. 3. Was ist die ursach' aller solcher plagen? Ach, meine sünden sind es, die dich schlagen; Was deine liebe, Herr, für mich erduldet, Hab' ich verschuldet. ORIEN 4. D was verdient die sünde nicht für strafe! Der hirt erduldet sie für seine schaafe; Die schuld bezahlt der Herr für seine knechte; Er, der gerechte! 9. Wie könnt' ich vor der letzten noth, Vor meinem tode beben? Kann ich durch meines Jesu tod nicht auferstehn und leben? Es öffne sich das finstre grab: Ich halte dich, und laff nicht ab, Bis du mir, Herr, begegnest, Und mich nach meiner pilgerzeit Mit leben und unsterb-| lichkeit, Mit deinem himmel segnest. 5. Der fromme stirbt, der recht und richtig wandelt; Der böse lebt, der wider Gott mißhandelt. Er, der gerechteste von Gottes kindern, Stirbt, gleich den sündern. ponse 6. Ich bin verderbt, befleckt von tausend sünden. Wer kann bei menschen einen reinen finden? Was würd' ich, sollt' ich meine sünden büßen, Nicht leiden müssen! 7. Für uns, für uns willst du dich opfern lassen; Aus liebe! Herr, wer kann dieß wunder fassen? Du kamst, für mich und meiner thorheit freuden Den tod zu leiden. 10. Ich fürchte nicht dein weltgericht. Verwandle nur die erde! Ich glaub' und weiß es, daß ich nicht Von dir gerichtet werde. Vollendet ist der pilgerlauf; Du nimmst mich in den himmel auf; Ich steh' vor deinem throne; Zur rechten steh' ich, und mein haupt Schmückt ( denn ich hab' an dich geglaubt) Der überwinder krone. In eigner Melodie. 8. Wann kann ich dich in 248.S liebster Jefu, was meinem ganzen leben Für eine hast du verbrochen? Dir wird das todesurtheil jetzt gesprochen; Du sollst, damit die fünder nicht verderben, Wie fünder, sterben! solche gnade g'nug erheben? Ich find', ich weiß nichts dir dafür zu schenken, Nichts auszudenken. 2. Du wirst gegeißelt und verspei't, verhöhnet, Geschlagen, und mit dornen selbst gekrönet; 9. Kein dank kann, Jesu, deine huld erreichen; Nichts, nichts ist deiner gnade zu vergleichen. Was könnt' ich dir für deines tvdes qualen, Mein heil, bezahlen? und der Erlösung. Passionslieber. 187 10. Das willst du, daß wir| get meinem Herzen Jeder sünde uns der fünde schämen, Und straf' und schmerzen. ihre lüfte freuzigen und zähmen, Nicht Gottes eifer wieder zu entzünden Mit neuen sünden. 11. Doch, ach, zu diesem heiligen geschäfte, Zur selbstvers leugnung fehlen muth und kräfte. Gieb mir denn deinen Geist, der mich regiere; Zum guten führe! 2. Schmeicheln mir der wollust freuden; Wird die tugend mir zu schwer: So gedenk' ich deiner leiden; Und die wollust reizt nicht mehr. Drohet der versucher mir: Ach, so seufz' ich nur zu dir, Sicher, daß er mir nicht schade; Denn mich schützet deine gnade. 3. Will die welt mein herz verführen Durch gewinn, durch schmeichelei; Durch ein eitles lob mich rühren: Bleib' ich dennoch dir getreu; Denn ich denke, Jesu, nach, Unter welcher last von schmach Du, der sünder stolz zu büßen, Hast am freuze leiden müssen. sildis 12. Laß mich so ernstlich deine huld betrachten, Daß ich, bez reit, die welt für nichts zu achten, Mich nur bestrebe, deinen guten willen Stets zu erfüllen! 13. Dann werd' ich dir zu ehren alles tragen; Kein elend fürchten, weder schmach noch plagen. Dann, Jesu, wird kein noch so hartes leiden Von dir mich scheiden. 14. In diesem glauben will ich hier mich üben. Ach könnt' ich, Jesu, dich vollkommen lie ben! Ich will's! Erbarmer, gieb dem schwachen willen Kraft zum erfüllen! 15. Dich, Jesu, will ich einst vor deinem throne, Geschmückt mit deiner überwinderkrone, Von dir zu einer höhern kraft erhoben, Vollkommner loben! Mel. Freu' dich sehr, o meine. 249. Refu Christe, deine wunden, Deine qual, dein bittrer tod Trösten mich in trüben stunden, Und erleichtern jede noth. Will ich mich der fünde freun: So gedenk' ich deiner pein. Diese zei 4. Uleber alles, was mich frånket, Trösten deine wunden mich; Wenn mein Herz an sie gedens fet, Fühl' ich kraft und muth durch dich. Deines trostes süßigkeit Mildert jedes bittre leid; Ewig heil ist mir erworben; Denn du bist für mich gestorben. 5. Dir will ich im to de trauen; Denn er führt nicht ins gericht; Führt vom glauben hin zum schauen; Tödtet meine seele nicht. Herr, ich habe theil an dir; Du, mein Heiland, du bist mir( Denn ich bleibe dir ergeben) Auferstehung, heil und leben. 6. Hab' ich dich in meinem herzen, Jesu, meine seligkeit: So empfind' ich keine schmerzen, Wenn der letzte feind mir dräut. 188 Von Jesu Christo Ich verberge mich in dir; Du Und in kummervollen stunden erscheinst, ein retter, mir; Und Meine bange feel' erfreun! Du dann ist durch deine wunden bist ja mein höchstes gut: Laß Alles ewig überwunden. denn, Heiland, durch dein blut, Mit beruhigtem gewissen, Dei nes heiles mich genießen! 6. Ja, zu dir will ich mich halten, Denn du segnest mich gewiß. Deine gnade laß ich walten, Die dem fluche mich entriß. Schrecken mich einst tod und grab, Ach, so ruf vom kreuz herab, Damit furcht und angst verschwinde: Ich, ich tilge deine sünde! 250. Mel. Freu' dich sehr, o meine. ey mir tausendmal gegrüßet, Der du mir gekreuzigt bist! Das, was feine reue büßet, Tilgtest du, o Jesu Christ! Heiland, wie erfreust du mich, Wenn mit stiller andacht ich Ueberdenke, wie du strittest, Mich zu retten; was du littest! 2. Ich erblicke deine wunden; Ach, wer zählt was für aft bu, Jeſu, nicht empfunden, 251. Sprach:„ bewah, Mel. Wachet auf, ruft uns. esus Christus Üns vom fluche zu befrein! Solches ist zu hoch für mich; Unaussprechlich dürftet dich, Unsers todes überwinder, Nach der seligkeit der fünder. re, Mein Vater, mich, und offenbare Nun deine herrlichkeit an mir. Sieh', ich will jetzt, vom verderben Die fünder zu erret3. Heile mich o Heil der see- ten, sterben. Du willst ein len! Ich bin elend; nimm von opfer: ich bin hier; Ich hab's mir Meine sünden, die mich gelobet, ich, Ich will versöhnen quälen; Meine rettung steht bei dich! Ich will leiden Den tod, dir. Gottes strafen sind gerecht; den tod, Den dein gebot Den Adam fiel und sein geschlecht. abgefallnen fündern droht." Hilf uns, Jesu, wir verderben! 2. Alle sünder laß auf erden Denn, wer fündigt, der soll ster- Nun durch mein leiden heilig ben. werden; Ihr heil, ihr leben sey mein lohn! Weil für fünder ich mein leben Dir opfre, wollest du vergeben! Du bist mein Vater, ich dein Sohn! Du schwurst; ich nahm's auf mich, Und wollt' versöhnen dich, Sie erlösen: So laß sie mein, Laß sie auch dein, Laß die versöhnten selig seyn!" 3. Vater Jesu, sey erhoben! Dich sollen alle sünder loben; 4. Groß und schrecklich ist der schade Der durch ihn gefallnen welt: Größer, herrlicher die gnade, Die sie rettet und erhält. Unsre strafen duldest du, Deckest unsre sünden zu; Und nun dürfen wir erlösten Freudig deines bluts uns trösten. 5. Laß mir, Jesu, deine wunden Immer gegenwärtig seyn, und der Erlösung. Passionslieder. Du haft ihm, was er bat, gewährt. Er vollbrachte die erlösung: Du hast im staube der verwesung Den Sohn bewahrt, und ihn verklärt. Du schonest, du vergiebst; Um seinetwillen liebst Du die fünder. Wer glaubt, hat theil An seinem heil, Und ist des Sohnes erb' und theil. 3. Dein blut, vor deines Vaters thron Gott dargebracht, o Gottes Sohn, Gewähre mir, gewissenhaft Und fromm zu leben, trieb und kraft. 4. Rühmen sollen's die erlöften; Sich sein und seines bundes trösten, Der fest und unbeweglich steht; Sollen ihn 4. Wenn mir, Herr Jesu, einst der tod Mit deiner zukunft strafen droht, Dann müsse mich der trost erfreun: Dein blut macht mich von sünden rein! In eigner Melodie. mich die vor augen haben; Er ist geſtors 253.W fünden fränken, ben und begraben, Und auferstanden und erhöht. Der Sohnerfüllte gern Für uns den rath des Herrn, Und vertraut' ihm. Auf felsen baut, Wer Gott vertraut, Allein auf seine rechte schaut. Mein Heiland, Jesu Christ, Dann lehre mich bedenken, Wie du gestorben bist, Und aller meiner schulden last Am kreuze so geduldig Auf dich genommen haft! 5. Nicht im grabe bleibt sein leben; Sein leib war in den tod gegeben, Nicht aber der verwesung raub. Nunmehr soll kein grab uns schrecken; Der Auferstandne kann erwecken, Erwecken unsrer leiber staub. Entschlummre fröhlich, chrift, Denn Jesus Christus ist Auferstanden! In ewigkeit, O chrift, erfreut Dich deines Gottes seligkeit! Mel. Herr Jesu Christ, mein's. 252.H err Jesu Christ, dein theures blut Ist meiner feele höchstes gut, Das tröstet, stärkt, und macht allein Mein Herz von allen sünden rein. 189 schen wuth vergoß, Befriedigt die gerechtigkeit, Versöhnet sie, und Gott verzeiht. 2. Dein blut, das an dem kreuze floß, Das selbst der men2. Wer kann dieß wunder faffen? Für's menschliche geschlecht Hast du dich martern lassen; Der Herr für seinen knecht. Du littst, was das gesetz uns droht, Für uns verlorne sünder Des kreuzes schmach und tod. 3. Kann denn sein fluch noch schaden? Der Herr erduldet ihn! Ich bin bei Gott in gnaden, Die fünden sind verziehn; Sie sind getilgt durch Christi blut. Nun darf ich nicht mehr fürchten Der Hölle qual und gluth. 4. Drum fag' ich dir von herzen, D Jesu, preis und dank! Für alle deine schmerzen Erhebt 190 Von Jesu dich mein gesang! Für deine heilige gevuld, Für deinen tod am freuze, Für deine treu' und huld! 70371 5. Mich reize, Herr, dein leiden Zur wahren Heiligkeit, Und lehre mich vermeiden, Was dein geseß verbeut. Nie komm' es mir aus meinem sinn, Wie viel es dir gekostet, Daß ich erlöset bin! 6. Mein freuz und meine plagen, Verachtung selbst und spott, Laß mich geduldig tragen, Gleich dir, mein Herr und Gott! Ver leugnen laß mich gern die welt, Und gern, um dir zu folgen, Verschmähn, was ihr gefällt! 7. Laß mich an andern üben, Was du an mir gethan; Selbst meine feinde lieben; Gern dienen jedermann Ohn' eigenmuß und heuchelei, Daß rein, wie deine liebe, Auch meine liebe sey! 8. Laß endlich deine wunden Im tode mich erfreun; Mir in den letzten stunden Geduld und kraft verleihn! Laß mich, in freudigem vertraun, Daß du mich selig machest, Dir sterben, und dich schaun! Christo and dan pflicht lehrt mich dein heilig leiden. Kann ich nur eine fünde mir erlauben, Und doch auch glauben? 3. Du hast dich selbst für mich dahin gegeben: Wie dürft' ich denn nach meinem willen leben? Nein, leben muß ich, dem ich angehöre, Zu deiner ehre! 4. Ich sollte, Herr, wenn leis den dieser erden Mich treffen, nicht gelaffnen herzens werden? Und du hast doch für uns, was wir verschuldet, So gern erduldet! 5. Dein leben wolltest du für menschen lassen; Wie könnt' ich mun noch meine brüder haffen? Und nicht, wie du, wenn sie mich untertreten, Für sie noch beten? 6. Ich will nicht ihren haß mit haß vergelten, Wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du Heiliger, du Herr und haupt der glieder, Schaltst auch nicht wieder. 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen herzen, Dieß ist der dank für deines freuzes schmerzen; Und Gott giebt uns die kraft, in deinem namen, Dir nachzuahmen. Mel. O liebster Jefu, was. 8. Unendlichs glück! du littest, 254. aß deinen Geist uns zu gute. Ich bin verſöhnt Las mich stets, mein Heiland, lehren, Dein kreuz durch meinen glauben so zu eh ren, Daß er in frömmigkeit und nächstenliebe Sich täglich übe! mit deinem theuren blute; Du haft mir heil( denn du bist mir gestorben) Am kreuz erworben. 2. Das gute thun, das böse fliehn und meiden, Herr, diese 9. So bin ich denn schon selig hier im glauben! So wird mir nichts, nichts meine frone rauben! So werd' ich dort, von 191 und der Erlösung. Passionslieder. herrlichkeit umgeben, Einst ewig| me bluts Aus den adern drånleben! gen! 10. Ja, wenn ich stets der tugend pfad betrete, Im glauben kämpf, im glauben wach' und bete: So ist's gewiß, mein Gott hat mir vergeben: Ich werde leben! 3. Das heil ist da! Auf Golgatha Hat ihn sein Gott verlass sen. Ach, wer kann die ganze qual Seiner seele faffen? 11. Lockt böse luft mein Herz mit ihrem reize: So schrecke, Jesu, mich das wort vom freuze; Und werd' ich matt im laus 256.Seht, welch ein fe guter sey mir's stärke! 12. Seh' ich dein freuz den klugen hier auf erden Ein ärgers niß und eine thorheit werden: So sey's doch mir, trotz alles frechen spottes, Die weisheit Gottes! 540 Mel. O traurigkeit, o herzeleid. 255. Das heil ift ba! Auf Golgatha Stirbt, als ein missethäter, Jefus, der gerechte, stirbt Für die übertreter! 4. Das heil ist da! Auf Golgatha Erwarb sein tod uns leben. Ewig, ewig wollen wir Seinen tod erheben! Mel. Wenn mein stündlein. 2. Das heil ist da! Auf Golgatha Seh' ich am freuz ihn hängen. Seht, wie da sich ströso schwer Auf ihm der fluch der sünder! Wie unaussprechlich duldet' er Für euch, ihr menschenkinder! So leiden sah' vom anbeginn Die erde keinen je, als ihn; So wird auch keiner leis den! 13. Gieb ihnen zeit zur buße, Welterretter! Erbarme dich selbst über deinen spötter, Wenn er, auch spät noch, dich, den er ießt schmähet, Um gnade flehet! 14. Laß, Herr, so oft mich meine fünden fränken, Dein freuz mir wieder ruh' und freude schenken! Dein kreuz, dieß 3. Geschäftig war der frevler sey, wenn ich den tod einst leide, wuth, Erfindrisch, ihn zu plas Mir fried' und freude! hangen; Sein leib war ihm bedeckt mit blut, Voll striemen und zers schlagen. Durch wilder frieger ſpott verhöhnt, Unb, ach, mit dornen gar gekrönt, Litt er, und unbeweinet. 2. Der Sohn des Vaters, unser Gott, Ein Helfer, ein Ges rechter, Ward frecher missethäter spott, Verschmäht durch hohngelächter. Wie ein verbre cher, stand er da, Verklagt, verläumdet; wer ihn saby', Der sah ihn mit verachtung. 4. Den heiden, der sein rich ter war, Ergriff ein menschlich schrecken. Er stellt ihn seinen brüdern dar, Ihr mitleid zu erwecken. Seht, welch ein asil Von Jesu Chrifto du192 mensch! den kann ich nicht, Den nicht verdammen! seht, wie spricht Die unschuld für sein leben!" 5. Vergeblich, ach! vergeblich war Die menschlichkeit des hei den. Blut wollte die ergrimmte schaar, Sah' Jesu schmach mit freuden. Was sättigt ste? ſein tod allein! Sie ſtürmten auf den richter ein, schrien: er sterb' am freuze! 16. Du denkest ohne schaudern nie An diese wuth der sünder; Du sprichst: die rache strafte ste, Und straft noch ihre kinder. O feele, denkst du auch dabei An beine fünden? bist du frei? Nicht schuldig seines todes? 7. Sieh', welch ein mensch! wie er für dich Verschmäht wird und zerschlagen! Hör' ihn, er ſpricht: ,, ich selber, ich muß deine fünden tragen. Die schuld ist dein; durch meinen tod Versöhn' ich, fünder, dich mit Gott; Du bist's, für den ich blute." 8. O du Gerechter, Gottes Sohn! Du tilger meiner fünden! Du herrschest auf des Vaters thron; Ach, laß mich gnade finden! Laß allen deines todes pein Gerechtigkeit und leben seyn, Um deiner liebe willen! 9. Ich schwöre, Gottversöhner, dir! Und ewig will ich's halten: So wahr du lebest, soll in mir Nie deine lieb' erfalten! Dein leiden und dein tod soll mich, So lang' ich leben werd', an dich Und deine lieb' erinnern! 10. Entzündet sich der lüfte gluth, Lockt mich die welt zur sünde: Dann rüste mich mit kraft und muth, Daß ich sie überwinde. Im streite sprich mir liebreich zu: ,, Denk', welch ein mensch ich war; und du, Du wolltest mich nicht lieben?" Mel. Herzlich thut mich verlangen. 257. haupt voll blut und wunden, Von sündern so verhöhnt In jenen leidensstunden, Wo Gott die welt verföhnt! Dich krönen ste zum hohne; Zerreißen dich sogar Mit einer dornenkrone; So wüthet ihre schaar! 2. Du Auserwählter Gottes, Du, unsre seligkeit, Bist jetzt ein ziel des spottes, Geschändet und verspei't. Dein angesicht erbleichet. Ach, Heiland, Gottes Sohn, Dem auch kein engel gleichet, Was duldest du für Hohn! 3. Du bist in deinen blicken Nur liebe, nur geduld; Willst feinde selbst beglücken, Auch ges gen sie voll huld. Sie häufen deine plagen, Und spotten ihrer noch; Gemartert und zerschlagen, Vergiebst du ihnen doch. 4. Was deine liebe duldet, Ift alles meine laft; Ich habe das verschuldet, Was du getragen haft! Ich hab's verdient; ich armer! Um gnade fleh' ich dir! Du neigst dein haupt, Erbarmer! Ach, neig' es auch zu mir! 5. Du haft, Herr aller güter, Von der Erlösung. Passionslieder. 193 So viel für mich gethan. Ver-| nes geiftes an! Komm, Herr, wirf mich nicht, mein hüter; mich zu erquicken! Nach dir, Ach nimm, mein hirt, mich an! mein Heiland, soll Mein sterDein mund erquicket müde; bend auge blicken, Wer so stirbt, Betrübten rufest bu: Mit euch der stirbt wohl! nd endl sey Gottes friede!" Von deinem freuze zu. 6. Dich will ich gern bekennen! Verleugne mich nur nicht! Im tode dich bekennen, Dich, meine zuversicht! Du wolltest selbst erblassen, zu segnen meinen tod; Du willst mich nicht verlassen, Wenn sein gericht mir droht. 7. Es dient zu meinen freuden, Was du am freuz em pfandst, Der du, nach deinem leiden Für mich, auch auferstandst. Ach, möcht' ich einst mein leben, Begnadigt, Herr, von dir, In deine Hände geben! Wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir von Herzen, Versöhner meiner schuld, Für deines todes schmerzen, Für dei ne treue huld! Dir will ich mich ergeben, Um, mein Erlöser, dein Im tode, wie im leben, Um ewig dein zu seyn! 9. Wenn ich einmal soll scheiden, So scheide nicht von mir! In meines todes leiden Verwirf mich nicht von dir! Wenn mir am allerbängsten Wird um mein herze feyn, So reiß mich aus den ängsten, Kraft deiner angst und pein! 10. Erscheine mir im sterben Zur Hülfe; nimm alsdann, Als deines reiches erben, Dich mei Mel. Jesus, meine zuversicht. 258. Seele, tomm zum zu deines Jesu kreuze, Und bedenke, was dich da Für ein tod zur buße reize. Hier kannst du nicht fühllos seyn; Hier muß dich die fünde reun. 2. Schaue Jesum, bir zu gut, Hier am freuze hülflos hangen. wie strömet hier sein blut! Alle kraft ist ihm vergangen. Gott, was duldet er für noth! Jesus duldet meinen tod! 3. D Lamm Gottes ohne schuld, Alle strafen meiner schulden Willst du willig, bloß aus huld, Um mich zu befrein, ers dulden. Selbst am freuze willst du dich, Gott, jetzt opfern, Gott, für mich! 016350 4. Solche liebe kann ich dir Nimmer, o mein heil, vergelten. Viel zu wenig ist dafür Aller reichthum aller welten. Was ich habe, Herr, ist dein! Ach, wie soll ich dankbar seyn? 5. Nun, ich weiß, was dit bes gehrst; Dieß mein Herz soll ich dir geben. Dir gehört es; bu gewährst Ihm auch unschuld, heil und leben. Dein, o Jesu, fey's in noth, Dein im leben, dein im tob! 6. Laß mich nur vor dir bes stehn; Laß mich in der trübíal n 194 Von Jesu stunden Deiner liebe größe sehn, Deine huld in deinen wunden; Und, wenn ich zu ihnen flieh', Ach, so tröste mich durch sie! 7. Was du haffest, laß mich, Herr, Stets verabscheun und verachten; Laß mich immer eifriger Nur nach deinem reiche trachten! Führe mich durch glück und leid, Wie du willst, zur ſeligkeit! 8. Laß mich auch die letzte noth Froh und standhaft überwinden! Nirgends müsse mich der tod, Als in deinen wunden, finden! Wer sich die zur zuflucht macht, Spricht getrost: es ist vollbracht! 259. zu treten, In deiz Mel. Wenn meine sünd' mich. in an dein kreuz nem leiden dich Voll glauben anzubeten, Versöhner, stärke mich! Laß mich mit zittern und vertraun, Wie du dich für die fünder Hin in den tod gabst, schaun! 2. Wie ist des besten seele Bis an den tod betrübt! So brünftig, meine seele, Hat Jesus dich geliebt! In heißen ängsten schwebt er da, Mit unsrer schuld beladen, Dem opfertode nah. 3. Fallt nieder, bebt, ihr sünder! Verhüllt das angesicht! Jetzt ist für Adams finder Der Mittler im gericht. Er leidet unfers todes pein; Fühlt unnennbare qualen, Uns menschen zu befrein. 4. So liebt er uns verbrecher! Se Christo nd mo So groß ist unsre schuld! Gott ist der fünden rächer, Und doch auch gnad' und huld. Wer mun der fünden gräul nicht haßt, Häuft auf den tag des zornes Sich selbst des zornes last. 5. Ach, fünder, nehmt's zu herzen, Bekehrt euch, werdet rein! Der preis für so viel schmerzen Soll eure rettung feyn. D, nehmt an seiner gnade theil; Erkennet seine liebe; Verwerft nicht euer heil! 6. Vernehmt's auch ihr, o spötter, Die ihr den Mittler schmäht! Er ist auch euer retter; Hört für euch sein gebet: Sie wissen's nicht, was sie begehn; Vergieb, o Vater, ihnen, Wenn sie zu dir einst flehn!" 11 7. Ihr, eurer brüder feinde, Ach, schlagt an eure brust! Seyd aller menschen freunde, Verdammt der rache lust! Vergeltet euren haffern nie; Den feinden, die euch fluchen, Vergebt, und segnet sie. 8. Noch währen seine qualen; Noch trinkt er ohne rast Der leiden volle schalen, Trägt noch der sünden last, Und fühlt für uns des todes noth; Und nun ergreift den müden Der sünde fluch, der tod. 9. Vor seines todes schrecken Verlischt der sonne licht. Die engel Gottes decken Ihr bebend angesicht. Nun sinkt er in des todes nacht. Erbarm', o Gott, dich unser! Er stirbt! es ist vollbracht! und der Erlösung. Mel. Nun ruhen alle wälder. 260. S welt, fieh' hier dein leben Am freuze hingegeben Für dich, in deinen tod. Der fürst der ehre leidet, In schmach und hohn gefleidet, Was das gesetz den sündern droht. 2. Tritt her zu seinem freuze; Hier fließt sein blut; das reize Zur buße mich und dich. Er fühlt in seinem Herzen Unmennbar große schmerzen, Aus liebe gegen dich und mich ist 3. Wer hat dich so zerschlagen? Mein Heiland, was für plagen Erträgst du! welche pein! Du bist ja nicht ein sünder, Wie wir, wie unsre kinder; Wer kann dich einer sünde zeihn? 4. Ich, Herr, und meine sünden, Die Gottes zorn entzünden, Verdienen, was du littst. Die waren deine plagen; Die haben dich zerschlagen, Dich, der du uns vor Gott vertrittst! 5. Ich bin's; ich sollte büßen, Was du mit blutvergießen Versöhnst, und bloß aus huld. Verspottung, angst im Herzen, Und deines Freuzes schmerzen Sind leiden, auch für meine schuld. 6. Du nimmst auf deinen rüden Die lasten, die mich drücken, Und Gott will mir verzeihn. Du gingst der straf' entgegen, Und littft sie, mir zum segen, Mich von der strafe zu befrein. 7. Du hast dich uns verbürget; Du, selbst von uns erwürget, Liebst deine feinde noch. Mit Passionslieder. 195 dornen auch gekrönet, Am freuze selbst verhöhnet, Bergiebst du deinen mördern doch.Insolid 8. Damit wir nicht verder ben, Beschloffest du zu sterben Den uns gedrohten tod. Uns kann nun, wenn wir glauben, Kein tod den himmel rauben, Wie furchtbar auch das grab uns droht. 9. Mich retten deine leiden; Selbst deines Himmels freuden Sind mun, o Heiland, mein. Dir will ich, Jesu, leben; Dir leib und seel' ergeben; Mich ewig deinem dienste weihn.h 10. Dir können keine welten, Was du mir gabst, vergelten; Doch Eins gelob' ich an: Bis leib und seele scheiden, Lobsing' ich deinem leiden, Das meine seele dir gewann. 11. Mit fröhlichem gemüthe Will ich mich deiner gute, Mich deines leidens freun. Zu allen guten werken, Zur tugend foll mich's stärken, Zu deinem bilde mich erneun. 12. Was fünder fühlen sollen, Die sich nicht bessern wollen, Das lehrt es mich verstehn. In welchen finsternisfen Sie ewig zittern müssen, Will ich bei deinem freuze sehn. 13. Dein leiden soll mich lehren, Dein heilig recht verehren, Dir gern gehorsam seyn; Auch meine brüder lieben, und, wenn sie mich betrüben, mit deinem segen sie erfreun. 19:15 14. Ich will nicht fluch und schelten Mit fluch und haß verN2 196 Von Jesu Christo and dun gelten, Geschmäht, nicht wieder der ewig ist! Die unschuld selbst! schmähn; Will liebreich unrecht ihr thränen, fließt! Zerschmilz, bulden, Und bei des nächsten o herz, und traure! schulden Zu Gott für ste um gnade flehn. 4. Er, der so heilig ist, wie Gott, Trägt fesseln, wird ver15. Ich will der welt ent- höhnet, Und blutet, weil er uns sagen; Nichts wünschen oder mit Gott Durch seinen tod verwagen, Was dir ein gräuel ist. söhnet. Er, der uns seine huld Was du gebeutst, zu hassen, erwirbt, Muß sterben; will es Das will ich flichn und lassen, auch, und stirbt, Und segnet seis Weil du mein Herr und Heine feinde. biond land bist. 5. O möcht' ich, Heiland, immer mehr, Wie sehr du liebst, empfinden! Send' einen stral der liebe her, Dazu mich zu entzünden! Entflamme mich zu lieb' und dank, Und fröhlich preise mein gesang Die größe deiner liebe! m- ion alon C 16. Du ließest dich verhöhnen, Mit Gott mich zu versöh nen; Dieß preis ich in der zeit; Und wenn ich mich am ende Befehl' in deine hände, Vollkommen in der seligkeit. ho 261.0 Mel. Allein Gott in der höh. ort hängt, durch viele leiden schon Gemartert und entkräftet, Der Herr des himmels, Gottes Sohn, Für uns ans freuz geheftet. Er fleht! Gott schweigt! bedeckt mit spott, Fleht er, verlassen selbst von Gott, Dem ewig guten Vater! 2. Ach, wie geängstet, wie betrübt, Wie bis zum tod' betrübet Ist er, der mich so zärtlich liebt, Weil mich sein Vater liebet! Des zornes felch ist voll; der Herr Soll, muß ihn trinken, oder er Muß mich verderben laffen! 3. D welch ein leiden, welch ein schmerz! Wem dringt er nicht zu herzen! Verwunden doch ein menschlich herz Selbst eines sünbers schmerzen: Hier leidet der, 6. D laß dieß hohe lösegeld Mich täglich mehr erwägen; Gedenken im geräusch' der welt An deines todes segen! Dein schmerz und tod erinnre mich, Und rufe laut: er litt für dich! So viel für dich am freuze! 7. Ach, meine sünden qualten dich; Gieb, daß ich sie bereue, Damit ich meines heiles mich Mit frommer ehrfurcht freue! Stets sey bas laster mir verhaft, Weil du mich dir ers kaufet hast, So theuer, dir zum preife! im simb si mob 8. Ich bin nun dein; ach, gieb mir fraft, Nur dir allein zu leben, Und laß mich stets gewiss senhaft, Dir zu gefallen, streben; Dir leben, der du mir er warbst Ein ewig leben; der du starbst, Damit ich selig würde. und der Erlösung. Passionslieder.* 197 9. Dir, mein Versöhner, Je-| ihn nie betrüben; Meinen Jes fu, bir Sey ewig dank und ehre; sum will ich lieben! Gieb, daß ich ewig dir dafür Zum opfer angehöre! Bin ich durch deinen tod nur dein: Getrost kann ich im tode seyn, Getrost einst im gerichte. 4. Der am freuz ist meine lies be! Schweig, gewissen; Gott vergiebt. Darum preist Gott seine liebe, Weil sein Sohn stirbt, der mich liebt. Wer verdammt nun? Gott ist hier! Gott vers zeiht durch Christum mir. Jesum will ich nie betrüben; Meinen Jesum will ich lieben! 5. Der am freuz ist meine lie be! Ich veracht, um meinen Herrn, Damit ich ihn nicht betrübe, Aller sünden freuden gern. Von ihm scheidet keine noth, 10. Nun, mein Erbarmer, das will ich Von deiner gnade hoffen. Von dir erlös't, will ich auf dich Mit festem glauben Hoffen. Am ende meiner pilgrimschaft Gieb meiner seele trost und kraft, Und führe sie zum himmel! di 262. Mel. Werde munter, mein. er am freuz ist meine liebe! Meine lieb' ist Jesus Christ, Dem ich, treu zu seyn, mich übe, Weil er mein Erlöser ist. Was bie welt liebt, haffet Gott: Ihre liebe bringt den tod. Jesum will ich nie betrüben; Meinen Jesum will ich lieben! . eine marter mich, fein tod. Jesum will ich nie betrüben; Meinen Jesum will ich lieben! 6. Der am kreuz ist meine lies be! Jesus, mein bewährter freund! Dieser staub, mein leib, zerstiebe! Dann werd' ich mit ihm vereint. Auf des glaubens furzen streit, Seh' ich seine herrs lichkeit. Jesum will ich nie betrüben; Ewig meinen Jesum lieben! 2. Der am freuz ist meine liebe! Sünder, was befremdet's dich, Daß ich mich im glauben übe? Jesus Christus starb für mich: Er hat mich mit Gott 263. 11m gabe für be Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. die mich versöhnt, Hat mit gnade gekrönt. Jesum will ich nie betrüben; Meinen Jesum will ich lieben! sünder fleht Der Sohn am freuz: auch hier vers schmäht, Wo er die welt versöh net. Wie jammert's sein bes drängtes herz, Daß seine klas gen, seinen schmerz Ihr spott so frech verhöhnet! Er sieht mit segenvollem blick Von ihnen weg, auf den zurück, Den diese schaar in ihm entehrt; Ruft, daß es erd' und himmel hört: 3. Der am freuz ist meine liebe! Ach, der welt entsag' ich gern, Daß ich ihn nur nicht be trübe, Meinen Heiland, meinen Herrn. Trät' ich auf sein blut mit hohn: Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn? Nein, ich will Von Jesu Christod d 198 Vergieb, und führ', O Vater, nicht sie ins gericht; Denn, was ste thun, verstehn sie nicht!" 2. Erstaunend seh' ich diese huld! Wie mitleidsvoll ist die geduld, Die mördern so verzeihet! Ihr, die ihr euren Heiland ehrt, Fühlt seiner großmuth hohen werth, Und danket ihm, er freuet. Er hat durch segnendes gebet Auch uns ein ewig heil erfleht. Er sagt auch uns, zu unsrer ruh', Erbarmen und vergebung zu. Herr Jesu Christ, Durch deinen tod, durch deinen tod Sind wir versöhnt mit unserm Gott. last sem 3. Daß Gott mit langmuth und geduld, Auch selbst bei hochgehäufter schuld, Der fünder dennoch schonet; Daß er so liebreich ihrer denkt, Und ihnenraum zur buße schenkt, Eh' nach verdienst er lohnet; Daß ich noch fröhlich sagen kann: Auch mich, mich sünder, nimmt Gott an: Dieß glück hat deines fürspruchs kraft, Mein treuer Heiland, mir verschafft. O Jesu Christ, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, Vertritt du mich bis an den tod! sich meine pilgrimschaft: So stärke mich mit neuer fraft! Der lezte kampf, Herr Jesu Christ, wird mir versüßt, Wenn du mein troft im tode bist. 5. Laß meiner feinde freund mich seyn, Und gern versöhnlich, schnell verzeihn, Mit sanfter froher seele! Gieb, daß ich, ohne rachbegier, Dir meine fache, Va ter, dir Ihr herz und heil befehle! Und wenn mein Herz, vom zorn empört, Durch eifersucht und stolz bethört, Des zornes gluth nicht dämpfen kann: O so erinnre mich daran, Wie du, mein Heil, Auch mich vertratst, auch mich vertratst, Als du für deine mörder batſt! 6. du mit sieg gekrönter held, Einst führe mich zur bes fern welt, Zum himmel von der erde! Hier tröste mich dein mittlertod; Gieb, daß ich, o mein Herr und Gott, Dir hier schon ähnlich werde! Dein geist, o Jesu, soll allein Der führer meiner wallfahrt seyn! Zu deinem bilde bild' er mich, Und heilige mein Herz für dich! Herr Jesu Christ, Wie selig ist, wie selig ist Der mensch, daß du sein Heiland bist! Mel. Wie wohl ist mir, o freund. $ 100110 4. Fühl ich der gnade trost nicht mehr; Erschreckt der sünven furchtbar heer Mein banges 264 Bereite bich, o chrift, Herz neue: meine zuversicht; Gedenke meiner sünden nicht; Mich tröste deine treue! Ich blicke glaubens voll auf dich: Sey du mir nur nicht fürchterlich! Und, schließt gehen schmerzenvollen Golgatha, Auf dessen fürchterlichen höhen, Was nie ein engel faßt, geschah. Erwäg' an diesem heil'gen orte Des sterbenden Erlösers worte, und der Erlösung. Und rufe Gott um glauben an. Sie können dir schon trost im leben, Sie sollen troft im tobe geben, Wenn hier dich nichts mehr trösten kann. Passionslieder. 199 5. Frohlockt, bußfertige vers brecher! Wer gläubet, kommt nicht ins gericht. Hört, was zu dem gebeugten schächer Der Liebe mund im tode spricht: Du wirst( so ruft er ihm entgegen) Noch heute, deines glaubens wegen, Mit mir im paradieſe seyn! O Herr, laß an des todes pforte Einst diese trostesvollen worte Auch meiner seele trost verleihn! 098 6. Wer kann die hohen leiden fassen, Als Christus an dem freuze rief: Mein Gott! wie hast du mich verlassen!" Wie beugt ihn unsre last so tief! Was hat der Sohn nicht da empfunden! Und doch blieb, selbst in diesen stunden, Sein Vater seine zuversicht. Verlassen! ach, von Gott, im sterben! Laß mich im tode nicht verders ben! Mein Herr und Gott, verand und laß mich nicht! 2. Schon zeigt der blutberg sich von weiten. Erschrick und zittre, frommes herz; Sieh' dei nen retter, sieh' ihn streiten, Und werde ganz gefühl, ganz schmerz! Hier hing, den mördern übergeben, Am holze, Gottes Sohn, dein leben, Und litt mit göttlicher gebuld. Was fühlt' er nicht in diesen stunden!( Nie hat's ein sterblicher empfunden;) Und, ach, allein für unsre schuld! ni 3. Gelaffen bei den größten schmerzen, Fleht er für seine feinde mun, Und ruft mit sanft muthvollem Herzen: Sie wissen, Gott, nicht, was sie thun!" Der göttliche, der größte beter Fleht liebreich noch für missethäter, Werkzeuge seiner pein und schmach. O mensch, den rach' und zorn verführen, Laß dich durch dieses beispiel rühren, Und bete dem Versöhner nach! 4. Welch beispiel findlich frommer triebe, Als, unter leiden ohne zahl, Der Herr dem jünger seiner liebe Die mutter, eh' er starb, befahl!- Ach, wird mein aug' einst um die Meinen In meiner letzten stunde wei nen; So soll dieß wort mir trost verleihn. Der, als der tod schon um ihn schwebte, Die Seinen noch zu schüßen strebte, Wird auch der Meinen pfleger seyn. 7. Der Fürst des Himmels und der erde, Von allem, was erquickt, entblößt, Wünscht, daß sein durst gestillet werde. Wie theuer bin ich nicht erlös't! Der Heiland ruft noch um erbarmen Aus tausend hülfsbedürft'gen armen, Die hunger, durst und mangel drückt. selig, wer den ruf erfüllet! Denn, wer den durst des armen stillet, Der hat den Heiland selbst erquickt. 8. Nun enden sich die schweren leiden. Der Heiland spricht: es ist vollbracht!" O wort des sieges, wort der freuden! Du 200 dalleno Von Jesu Christo nimmst dem tobe seine macht!| mich!" So bat der Herr für Heil uns! heil uns! denn wer feinde. Ach, wie voll liebe wallt barf's wagen, Uns, die erlös'ten, nun nicht Sein Herz für seine zu verklagen? Er starb für uns: freunde! sind wir nicht sein? Gieb, daß am ende meiner tage Auch ich, o Herr, mit freuden sage: Es ist vollbracht! ich bin nun dein! 3. Dem schächer schenkt er seelenruh'; Spricht:„ währlich, heute noch bist du mit mir im bessern leben!" Ach, Herr, du wirst, entschlaf ich einst, Auch mich zu dir erheben! 9. Das letzte wort aus deinem munde, Versöhner Gottes, sey auch mein; Laß es in meiner todesstunde Mir muth und zuversicht verleihn! Du rufest: Vater, ich befehle In deine hände meine seele, Die allen menschen heil erwarb!" Nun war das große werk vollendet, Wozu der Vater ihn gesendet: Da neigt' er sanft sein haupt, und starb. 4. Er sah' die mutter, sah' den freund. Liebt,( ſprach der treue menschenfreund,) Liebt euch! wir sehn uns wieder!" So sag' ich einst den Meinen auch! Liebt euch! wir sehn uns wieder! 5. Nun flehet er:„ mein Gott, mein Gott! Verläsfest du mich in der noth?" Mein Heiland, mich verlassen Wird Gott um deinetwillen nicht, Mich nimmermehr verlaffen. 6.- ,, Mich dürftet!" rief er, matt vom schmerz. So lernt in jeder noth sein Herz Mit uns mitleiden haben. Wenn nun kein labsal mehr mich fühlt, Wird er, wird er mich laben. 10. Komm, deinen Mittler zu verehren; Ihn, deinen Heiland, zu erhöhn. Wein' jetzt der wahren buße zähren, O christ, du hast ihn sterben sehn! Jetzt hat er deine schuld getragen: Allein der held wird nach drei tagen Vom grabe siegreich auf erstehn. Den freche rotten hier entehrten, Den wirst du einst bei den verklärten Zur rechten feines Vaters sehn. Mel. Auf dich hab' ich gehoffet. 265. Ericbrigt batte sich bereits Mein Heiland bis zum tod' am freuz; Ach, unter welchen plagen! Wie willig, unsrer sünden schuld Und ihre schmach zu tragen! 62. ,, Erbarme, Vater, ihrer dich! Bergieb es; sie verkennen 7. Es ist vollbracht!" in ewigkeit Hat er gesiegt und uns befreit. Hilf, Herr, auch mir, vollbringen! Du siehst mich Das tämpfen; starte mich, kleinod zu erringen! unism 8. ,, Dir, Vater, geb' ich meinen geist In deine hand;" o sey gepreis't! Die Hoffnung jenes lebens Bewährtest sterbend du mir nech. Ich hoffe nicht vergebens! ( 3 min und der Erlösung. 9. Wie rührt dein hohes bei spiel mich! Vergeben will ich, sehn auf dich, Nach dir gen him mel schauen; Die Meinen lieben, und in noth, Wie du, dem Vater trauen. 201 Passionslieder. dienst allein Vertraun, und setnes heils uns freun. 8. Auf Jesu heiliges gebet Erhöre jeden, der dir fleht! Der Mittler, der uns beten lehrt, Ist, Vater, der erhörung werth. Aus dem 22. Psalm. Mel. O liebster Jesu, was. 266.Sohn, er bu für 267 m freuze rief der uns starbst und Sohn, versenkt us ad fotstöt Mel. Vom himmel hoch da. lebst, Zum Vater deine stimm' erhebst, Damit wir nicht verloren gehn, Uns seine gnade zu erflehn! in leiden, Entfräftet und beraubet aller freuden: ,, Mein Gott, mein Gott, wie hast du mich verlassen! Kannst du mich has sen?" strom slald. 2. Herr, dessen bitte stärker fleht, Als Abels blut und sein 2. Ach, welche bittre, schauers gebet! Gott hört dein flehn um gnad'; er thut's, Er hört die stimme deines bluts. S 3. Der Vater, Herr, gedenke dein, Und deines opfers, deiner pein, Und aller deiner leiden laſt, Die du für uns getragen hast! 4. Was dein erbarmend herz begehrt, Das werde dir von ihm gewährt: Den sündern zur bekehrung zeit, Den frommen trost und seligkeit! 5. Wir, wir erfahrens, Jesu Christ, Wie theuer du dem Vater bist. Er hört auf deinem throne dich, Und freut des heils der sünder sich. 6. Sey, Vater, hochgelobt! wir schaun Auf deinen Sohn nun voll vertraun. In seinem namen flehen wir Um gnad' und heiligung zu dir. fincted. 7. Wer stolz sich auf sich selbst verläßt, Der fällt: wir aber stehen fest, Die wir auf sein vers volle klagen! So flagt sein Sohn; und unter welchen plagen! Ach, warum konnt ihn Gott, sein Gott, verlassen? Konnt' er ihn hassen? 3. Herr, du bist heilig, zürnst mir mit den sündern: Und er, dein Sohn, dem unter deinen findern ein engel gleicht, dein Sohn, von dir geschlagen, Muß fast verzagen! midl pit. 4. Die je bekümmert, hülflos in gefahren, Verlassen, nahy' am untergange waren, Die hast du, Gott, aus ihren finsternissen Heraus gerissen. 5. Sie riefen, der du gern bes drängte tröstest, zu dir um schußz und rettung: du erlös'test; Und noch, wenn wir zu dir um hülfe weinen, Versäumst du keinen! 6. Ihm halsst du nicht; und er rief dir so sehnlich, Verachtet, wie ein wurm, kaum menschen ähnlich, So tief versenkt in pein, 202 mdsilan Von Jesu des grimmes beute, Ein spott der leute! 2507. Kopfschüttelnd schmähten ste ihn; auch nicht Einer Von allen, die ihn sahen, schont' ihn: keiner! Er( schrien sie) flag' es Gott; Gott mag ihn retten, Will er ihn retten. Christond d 14. Herr, er bezahlte dir, was wir bezahlen, Wir dulden sollten, unnennbare qualen! Er ward gegeißelt! Gott, erbarm' dich unser! Erbarm' dich unser! 9. Zahllose martern litt er, ein gerechter, Und dennoch aller sünder hohngelächter! Du aber, Gott, entzogst bei ihrem hohne Dich deinem Sohne! 15. Er ward,( ach, Vater, könntest du uns haffen?) Er ward von dir, für uns von dir verlassen! Er starb den tod des fluchs! erbarm' dich unser! Erbarm' dich unser! 8. Er, vor der welt zum Heiland uns erforen, Ward durch ein wunder deiner macht geboren; Unschuldig war er, mehr, Mel. Erschienen ist der herrliche. als alle frommen, Gerecht, voll- 268. Es ist vollbracht! Mein Herz, dieß wort, das Christus spricht, Da er für dich am freuze stirbt, Und dir die seligfeit erwirbt. Es ist vollbracht! 10. Wie war sein heiliges gebein zerrüttet! Da hing er, ach, wie wasser ausgeschüttet, Bis auf den tod verwundet, ganz entkräftet, An's freuz geheftet! 2. Es ist vollbracht des Vaters rath, Und was sein wort verkündigt hat. Was feines engels kraft vermag, Vollendet dieser große tag. Es ist vollbracht! 11. Und händ' und füße wur- 3. Es ist vollbracht! er hat's den ihm durchgraben; Und als fie estg ihm zu trinken gaben: Wie lachte seines dursts mit bit term spotte Der mörder rotte! gethan; Gott nimmt des Sohnes opfer an. Des Vaters will' ist nun erfüllt, Und sein gerechter zorn gestillt. Es ist vollbracht! nen! 12. Dieß litt dein Sohn, und solche gräuel übten Die fünder 4. Es ist vollbracht! vollkomwider ihn, den hochgeliebten! men ist Das opfer, dessen blut Er litt, mit wunden uns, mit hier fließt. Gott nimmt, was seinen thränen, Dir zu versöher gethan hat, an, Als hätten pos wir es selbst gethan. Es ist voll13. Gott des Eingebornen, bracht! Gott der armen, Der sünder Gott, selbst furchtbar im erbarmen, Gerechter, Heiliger, erbarm' dich unser! Erbarm' dich unser! 5. Es ist vollbracht! durch ihn befreit, Erwart' ich seine se ligkeit. Mir ist sein leben nun bestimmt, Weil er die macht dem tode nimmt. Es ist vollbracht! und der Erlösung. Passionslieber. 203 dir und dank und ehre! Du haft dein werk vollbracht! 6. Es ist vollbracht! vergiß| Wie groß ist deine macht! Preis ja nicht, Mein Herz, dieß wort, das Jesus spricht. Folg' ihm; im tode ruft er dann: Ich neh me dich zum leben an! Es ist vollbracht! 10. Laß mich dein beispiel stärken, Daß ich im glauben treu Und standhaft in der liebe Bis an mein ende seylaridat si Mel. Christus, der ist mein. ver11. Darf ich den tod noch 269.insert; Am ta fürchten, Der mich zum grabe überwvinde rafft? Ich auch, ich Durch deines todes fraft! ge ward es nacht. Nun hatt' er überwunden, Und sprach: es ist vollbracht! itpion 2. Der erde furchtbar beben Hob das gebirg' empor, Und Gottes todte gingen Aus ihrer gruft hervor. 3. Den todesüberwinder Um12. Du führst mich hin zum ziele; Vollbracht ist dann mein lauf! Dann nimmt in ſeine hände Auch mich dein Vater auf! vim h vou ne Mel. Herr Gott, dich loben. gab des grabes nacht; Und 270. Serwürgt, erwürgt Gottes engel jauchzten: Er hat's, er hat's vollbracht! 4. Das opfer für die fünder War dargebracht vor Gott. Er starb; und heil und leben Erwarb uns Christi tod. 5. Nun wird kein opfer wieder In ewigkeit gebracht. Der, den sein volk erwürgte, Der hat es ganz vollbracht! NEO ist er, Des Menschen Sohn und Herr, Deß tod für uns bei'm richter do jumbürgt! mu mmodat Vom anbeginn der welt erwürgt! is p lichte licht! aus Gott gebzeugt! Vom Vor dem der engel tnie sich beugt! 6. O du, der mich versöhnte Dem richter aller welt, Du hast das heil der erde Allmächtig hergestellt siis ole thin Versöhner hier; einst im gericht Nicht liebe mehr; erbarmer nicht! Heilig ist Jesus Christ! Heilig ist Jesus Christ! Heilig ist Jesus Chrift! Der unser Mittler ist! Der weisheit wunder that sein 7. Nun wohnt in ew'gem frie den Das menschliche geschlecht; Und du regierst die völker Mit wahrheit und mit recht. mund dor Dem 8. Du kömmst, und führst die frommen und dem fünder Deinen In deines Vaters reich.lo fund. Du machst an heil und würde Gott rüstete von seinem thron Sie deinen engeln gleich. Mit andern wundern noch den 9. Wie herrlich ist dein name! Sohn. 204 dile Von Jesu Von Jesu Chrifto, dd Allmächtig auch, allmächtig ist| Es ist vollendet!" und entDer Gottversöhner, Jeſus Jefusar schlief. Christ! Das hat kein endlicher gethan; Mit thränen beten wir dich an! Preis, ehr' und ruhm und heißer dank Sey dem, der mit dem tode rang! Dem lamme, das geopfert ist, Dem überwinder, Jesus Christ! Dem Gotte der barmherzigkeit! Von ewigkeit zu ewigkeit! wo Amen! Die tauben hören! lahme gehn! Die stummen reden! blinde do sehn! Die tobten gehn aus ihrer gruft, Wenn ihnen Jesus Christus ruft! Das hat kein endlicher gethan; Im staube beten wir dich an! Sein höchstes werk war dieß um noch nicht, Am bach erst ging er ins gericht. Am Kidron, in Gethsemane Versank er ganz in unser weh. Im lauten thränenden gebet Im schweiß, im blut liegt er, und fleht, So tief dem richter unterthan, Daß ihn ein engel stärken kann. Verdammt zum tod' auf Gabbatha, est Trägt er sein kreuz nach Golgatha. Ins allerheiligste, uns rein Vor Gott zu machen, geht er ein. Ach, bis zum tod' am freuz hinab Ward er erniedrigt; bis in's grab! Voll schmerz, voll qual, ein fluch gemacht, d Hing Jesus Christus in der nacht. Von Gott verlassen, hingst du da Am kreuz, am kreuz, auf Golorgatha. Mel. O traurigkeit, o herzeleid. 271. ¹ u bist erblaßt, Mein heil, und hast Nun ausgekämpft; und müde Findet, Jesus, nun dein leib In dem grabe friede. 2. Ein heil'ger schmerz Durchdringt mein herz; Und, Herr, was soll ich sagen? Ach! an meine brust muß ich Tiefgerüh ret schlagen! de ani dinar 3. Du retteft mich, Und über dich Ging jeder trübsal wetter. Sterben wolltest du für mich, Einziger Erretter! 4. Du hast's gethan; Dich bet' ich an, Du könig der erlösten; Dein will ich im tode mich Voll vertraun getrösten. 5. ,, Es ist vollbracht!" Riefft du mit macht; Und zeigst, daß du dein leben Habest ohne zwang für mich In den tod gegeben. Des 6. Welch eine that! Höchsten rath Will ich voll deMamuth ehren. Der erwerber meis 19 Und nun, nun kam der tod; nes heils Wird mir's einst erer rief: klären. Passionslieder. 205 Gnade hab' ich nun gefunden, Heil und trost durch deine wunden. Tausend, tausendmal sey dir, D mein Jesu, dank dafür! 4. Wie gemartert, wie vers Höhnet Hingst du, Herr, am kreuze da! Ach, mit dornen selbst gekrönet! Jeder schmähte, wer dich sah. Und das littst du, mich zum leben, Mich zum himmel zu erheben. Tausend, tausendmal sey dir, D mein Jesu, dank dafür! 5. Bei der feinde lügenflagen Schwiegst du, und ertrugst für mich Gottes mir gedrohte plagen; Alle warf der Herr auf dich! Trostlos littst du deine leiden, Um zu fegnen mich mit Refu, meines Lebens freuden. Tausend, tausendmal leben, Ueberwin- sey dir, Theurer Jesu, dank das der meiner noth, Du, für mich für! our th bahin gegeben, Gott zum opfer, in den tod. Ach, du wolltest, Jesu, sterben, Mich zu retten vom verderben! Tausend, tausendmal sey dir, Liebster Jesu, dank dafür! dolaye 272.S 6. Willig trugst du meine schmerzen, Und bezahltest meine schuld, Mit erbarmensvollem herzen, Ohne klagen, mit geduld; Hattest alle, Herr, aus gnaden, Mir zum heil, auf dich geladen. Tausend, tausendmal sey dir, D mein Jesu, dank dafür! 2. Was hast du nicht ausgestanden! Lästerungen, Gottes Sohn, Schläg' und marter in 17. Deine große bemuth büßden banden, Selbst am freuze te Meines stolzes übermuth. schmach und hohn, Von den Damit ich nicht leiden müßte, strafen uns zu retten, Die sonst Floß für mich dein heilig blut. wir zu dulden hätten. Tausend, Was dich quälte, wird mir ar tausendmal sey bir, O mein Jemen Heil und trost durch dein fu, dank dafür! 3. Meiner strafen schwere bürde Nahmst du willig über erbarmen. Tausend, tausend mal sey dir, D mein Jesu, dank dafür! dich; Littest, daß ich selig würde, 8. Nun, ich danke dir von Der verbrecher tod für mich. Herzen, Jesu, bir, für alle noth, und der Erlösung. 7. Allmächtig rief Er, der entschlief, Die todten: sie erstanden. Leicht entschwingt der Lebensfürst Sich des todes banden. 8. Des todes thal Werd' ich einmal Durchwandeln ohne grauen; Denn durch dich, Erlöfer, ist's Mir der pfad zum schauen. do niss 9. Ich preise dich! Du liebst auch mich; Du siehst es, wie ich's meine; Ja du siehst es, wenn ich still Meinen dank dir weine. find 10. Bergeff ich dein: So werde mein In ewigkeit vergessen! Herr, ich will, so lang' ich bin, Deine lieb' ermessen! op In cigner Melodie. 206 andellen Von Jesu Chrifto nd d Deine wunden, deine schmerzen,| Herr, nicht frånken; Freudig, Deinen herben, bittern tod, Für Heiland, will ich dann An dein bein zittern, für dein zagen, Für grab gedenken. bein alle Ja, für alle beine pein Will ich ewig 274. licht, Ursprung Mel. Christus, der uns selig. esu, meiner seelen bankbar seyn! d forc fidblasiniod tim Mel. O traurigkeit, o herzeleid. 273.S En stiller ruh' Entschlummerst du, DHerr, für uns gestorben; Haft nun heil und seligkeit Uns am freuz erworben. silind meiner freuden! Meines herzens zuversicht Gründ' ich auf dein leiden. Dir gefalle mein gefang; Dich nur will ich loben; Hat dich gleich mein schwacher dank Nie genug erhoben. b 2. Ich erwäg' es oft und viel, Was dich hat getrieben, Sünder ohne maaß und ziel Bis ans freuz zu lieben; Daß du hast, uns zu befrein, Schmach und hohn in banden, Geißeln, martern, todespein Willig ausge standen. 3. Ach, nicht unsre würdig4. Ich weiß, du wirst, Mein| keit: Deines Vaters güte, DeiLebensfürst, Mich, weil du lebst, ne menschenfreundlichkeit, Dein erwecken: Sollte denn mein so treu gemüthe! Darum trugst gläubig herz Vor der gruft er du unsre schuld, Unsrer strafen schrecken? bürden, Damit wir durch deine huld Frei und selig würden. 4. Welch ein wunderbarer rath, Den wir nie ergründen: Selber Gottes Sohn vertrat Uns für unsre sünden; Sünden, deren, Gott zum hohn, Menschen sich erfrechen, Läst an sich sein eigner Sohn, Nicht an ihnen, rächen! 2. Du bist erblaßt, O Herr, bu haft Dein blut für uns vergossen. Nun hält, wie die sterblichen, Dich ein gráb umschlossen. 3. Ich freue mich; Dein Gott läßt dich Nicht die verwesung sehen; Sondern bald aus eigner kraft Wirst du auferstehen. 5. Hier werd' ich einst, Bis du erscheinst, In sanftem frieden liegen; Denn durch deinen tod kann ich Tod und grab bestegen. 6. Ihr, die die welt Gefesselt hält, Zagt nur vor der verwefung! Ich erwarte von dem Herrn Meines leibs erlösung. 7. Nein, nichts verdirbt: Selbst das, was stirbt, Der leib wird auferstehen, Und in himmelglanz verklärt Aus dem grabe gehen. und 8. Sinft einst hinab Mein leib in's grab: Ich will mich, kai 5. Meiner fünden schwere schuld Traf den treuen bürgen. Dieser ließ, aus großer huld, Sich für mich erwürgen. So ward unser heil vollbracht! Sollt' es uns nicht ziemen, Gis 207 und der Erlösung. Passionslieder. ner solchen liebe macht Danker-| müßten wir verzagen. Erbarm' füllt zu rühmen? dich unser, o Jesu! 6. Herr, dein friede sey mit mir! Stille mein gewissen! Laß des trostes quell von dir Sich auf mich ergießen! Heiland, hilf! entzeuch dich nicht Meinem bangen herzen! Tröste, meine zuversicht, Mich durch deine schmerzen! 2. Lamm Gottes, unschuldig Für uns am freuze geschlachtet, Und doch erfunden geduldig, Wie sehr du wurdest verachtet! Die schuld hast du getragen; Sonst müßten wir verzagen. Erbarm' dich unser, o Jeju! lours ud. 3. D Lamm Gottes, unschuldig Für uns am freuze geschlachtet, Und doch erfunden geduldig, Wie sehr du wurdest verachtet! Die schuld hast du getragen; Sonst müßten wir verzagen. Dein friede sey mit uns, o Jesu! 8. Herr, ich weiß, auf wen ich bau, Und bei wem ich bleibe; 276. im staube, Mit In derselben Melodie. Lamm Wessen fürsprach' ich vertrau', Und an wen ich gläube. Du, o Jesu, bist's allein, Welcher mich beschirmet, Wenn der laster schuld und pein Mein gemüth bestürmet. blut und thränen bedecket! Dein tröste sich mein glaube, Wenn tod und sünde mich schrecket. Dein ringen, seufzen, flagen, Dein todeskampf, dein zagen Sey meine ruhe, Herr Jesu! 2. D Lamm Gottes, unschuldig Trugst du die herbe verhöhnung, Und immer so geduldig Zu meiner sünden versöhnung. Dein bild müss' uns beleben, Zu dulden, zu vergeben, Wie wodu, zu lieben, Herr Jesu! the 3. Lamm Gottes, unschulPE dig Für uns am kreuze geschlachtet! Dein sterben mach' uns geduldig, Wenn uns die welt vers achtet. Es schreck' uns ab von sünden; Es müff' uns dir verbinden Zu eifriger liebe, Herr Jesu! 7. Ach, mein zagend herz erschrickt Ueber straf und sünde! Gieb, daß ich, von dir erquickt, Bald vergebung finde! Dir fall' ich, zerknirscht von reu, Mit wahrhafter buße, Und dem vorsatz beffrer treu, mein Heil, zu fuße! 9. Jede sünde will ich scheun, Hassen, Herr, von Herzen; Aber deiner auch mich freun Nach der buße schmerzen. Weiche, furcht und traurigkeit! Aus des todes banden Ist, gefrönt mit herrlich teit, Jesus miferstanden! In eigner Melodie. plats 275.S Lamm Gottes, unschuldig Für uns am freuze geschlachtet, Und doch erfunden geduldig, Wie sehr du wurdeft verachtet! Die schuld hast du getragen; Sonst 208 Von Jesu Chrifto od d In eigner Melodie. zu erfreun. Wer sünde that, 277. Chrifte, bu Lamm und buße thut, Den reinigt bein Gottes, Der du trugst die fünde der welt, Erbarme dich unser, o Jesu! Herr Jesu Christ, Herr Jesu Christ, erbars me dich! Versöhne durch dein blut auch mich! 2. Christe, du Lamm Gottes, Der du trugst die fünde der welt, Erbarme dich unser, o Jesu! 3. Christe, du Lamm Gottes, Der du trugst die fünde der welt, Gieb uns deinen frieden, o Jesu! Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. 278. Sohn Gottes, bu mein Herr, du bist Mein Gott, und unermeßlich ist Die größe deiner gnaden! Ich preise, Hoherpriester, dich! Selbst du trügst meine schuld für mich, Von ihr mich zu entladen. Du thatst, was uns verWas nie ein Hoher3. Gieb, Heiland, daß mein traurend herz, Gebeugt durch wahrer reue schmerz, Dem Vater wohlgefalle! Laß rein uns seyn und tugendhaft, Und schmücke durch des glaubens fraft Mit heiligkeit uns alle! Auch uns laß deine priester seyn, Uns willig deinem dienste weihn, Und opfern unser lebenlang Der tugend und der liebe dank! Herr Jesu Christ, Herr Jesu Christ, entschlummern wir: So führ' uns alle, Herr, zu dir! prieſter that, Durch den nur blut 279. Deburt, Dein un Mel. Mitten wir im leben. eine ge der thiere floß, Der nicht sein eignes blut vergoß. Herr Jesu Christ, Herr Jesu Christ, dein blut befreit Und heiligt mich zur feligkeit! 2. Wir sind versöhnt; du bist zu Gott In's heiligthum durch blut und tod Siegprangend ein gegangen. Der Vater höret dein gebet. Du hast gewalt und majestät Zum opferpreis em pfangen. Nun haben wir,( denn wir sind dein,) Uns deines opfers schuldig leben, Im gericht dein todeskampf, Deiner seele beben, Dein tod, dein tod am freuze, Dein steg,( du überwandst den tod, Gingst voll herrlichkeit zu Gott;) Hilf uns, du Heiligster! Lamm, das für uns erwürgt, Das vom anbeginn der schö pfung Erwürgt ist! erwürgt! Hilf uns, dir, dir leben, Und dir sterben, sterben dir, Auf ewig dein seyn! 13 und der Erlösung. Ofterlieder. 1190ins 491 sol dur X. Von der Auferstehung und Himmelfahrt Jesu Christi, von den Wohlthaten seiner Erlösung, und von seiner Wiederkunft zum Weltgerichte. 209 palie 10. Jesus Christus ist am dritten Tage nach seinem Tode auferstanden, und nach vierzig Tagen in den Himmel aufgefahren, zur Versicherung, daß nun alle Menschen durch ihn selig werden können. Bis zum Weltgerichte regiert und lenket er alles zu ihrer Errettung. Am Ende der Welt wird er wiederkommen, alle Todten auferwecken und richten, den wahren Gläubigen und Frommen die ewige Seligkeit geben, und diejenigen, welche ungläubig und lasterhaft geblieben sind, ewig strafen. Und ewig ist der bund, Den Gott mit seiner kirche macht. Nun schreckt sie nicht des todes nacht; Sein großer tag, fein weltges richt Erschrecket feine firche nicht. Besprengt mit Gottes blut ist fie, Sein tempel, und vergehet nie. Ihr Heiland, Jesus Christ, Er, der ihr Mittler ist, Jesus, ihr Herr und Gott, Bezwang, bezwang den tod! Sie macht sich auf, und eilt, de wird licht, Ofterlieder. Des Herrn Gemeine; denn ihr licht, Mel. Herr Gott, dich loben. Ihr heil, ihr ewigs heil geht auf, 280. uf felfen liegt der Am todeshügel wieder auf grund, Nun blutvoll nicht, nicht sterblich mehr, Tritt er den staub, und glänzt daher. Vom tode frei, vom grabe fern, Geht auf die herrlichkeit des Herrn. Verbreitet bist du wunderbar, Gemeine; zahllos ist die schaar, Die nun mit psalter und gesang Den lobet, der den tod bezwang. Auch wir sind, Herr, von jener schaar, Ein häuflein, das du wunders bar, Alls es im todesschlummer lag, Umstraltest mit des lebens tag', Von Jesu Chrifto d 210 Dir, Herr, sey preis, daß du erstandst, Und überwandst, und überwandst! Die erde zitterte: da sprang Des Grabmals fels zurück! da drang, Durch den mein staub auch einst erwacht, Der Herr durch seines todes nacht! Auf! laßt uns feiern, laßt uns gehn, Und gläubend seine wunden ſehn! Sie bluteten: jetzt stralen ste, Wer sie im glauben steht, stirbt nie. Dem sünder nur dröun sie gericht; Bös ist sein herz; drum glaubt er nicht. Erhalt', Herr, unsre herzen rein, Und laß uns, laß uns standhaft seyn! Wir wandeln noch am grab', und schaun Zu oft noch auf den tod mit graun! Die salbung, die vom himmel fließt, In gnadedurstende sich gießt, Durch deiner auferstehung kraft In uns ein neues leben schafft, Des Geistes salbung send' uns, Gott: So freun wir uns auf unsern tod, So sind wir dein, so sind wir bein, So werden wir's auf ewig seyn! Amen! O Mel. Herr Gott, dich loben. 281.Dich, Heiland, loben wir! Wir christen danken dir! Jauchzt, himmel, rühm', erlös'te welt, Den hohen wunderbaren held! Preist Jesum, welcher auferstand, Und fünd' und satan überwand! Ihm ist nun alles unterthan! Fallt nieder! betet Jesum an! Heilig ist Gottes Sohn! Heilig ist Gottes Sohn! Heilig der Herr, der Christ, Der auferstanden ist! Der Sohn verließ des Vaters thron; Er kam und ward ein menschensohn, Erniedrigt für die fünderwelt, Die er durch seine huld erhält; Begab der göttlichen gewalt Sich selbst, verhüllt in knechtsgestalt, Und that durch seine wunder dar, Daß er von Gott gesendet war. Gefalbt zum Mittler, that den bund Der gnade Gottes Jesus fund. Sein volk verwarf ihn, war sein feind, Und er war doch sein Herr und freund. ( Die nun folgenden zwölf Zeilen werden wieder, wie die zwölf eben vorhergegans genen, gesungen.) di cuis? Er, Gottes Lamm, ertrug voll huld DAN MO Der fünde strafen mit geduld. und der Erlösung. Ofterlieder. 211 Der uns zu Gottes findern| Und du, o Herr, verklärst ihn einst, hid macht, Empfand sie in der letzten nacht; Empfand, betrübt bis in den tod, Was Gottes zorn den fündern droht; Wenn du zum weltgericht er An scheinst. nis Wie viel, o Herr, erwarbst du mir! Vergoß auch für die ganze welt Sein blut, ein hohes lösegeld; Und starb mit thränen und gebet, Am freuz erwürget und verand das schmäht. 2 Er lag im grabe, wo er schlief, Bis ihn sein Gott ins leben rief. Tag, der des jubels würdig ist! Der Sohn stand auf, der Herr, der Chrift! Sey, tag des siegs, der christenmaista heit Ein tag der wonn' und heiligkeit. Das grab ist leer; Gott ist vertad föhnt; Der Heiland ist mit preif geSun front; Er ist entnommen dem gericht Und seiner angst; der Vater spricht Vom fluch uns frei. Obetet an! Wer ist, der mun verdammen fann? Er lebt; und den, der an ihn glaubt, Vertritt er, unser Herr und Haupt. is Nun ist der tod, den er bezwang, d Zur seligkeit ein übergang. Mein leib wird in dem grabe staub; Doch bleibt er nicht des todes raub, Herr, ewig, ewig dank' ich dir! Du hast das leben wiederbracht, Unsterblich hast du mich gemacht! Der Vater liebt und höret dich; Vertritt auf deinem throne mich! Beschüße deine christenheit, Und hilf ihr, Herr der Herrlichfeit! ont do Mach' aller feinde macht zu spott! Erhör' uns, unser Herr und Gott! Amen! 282. Mel. Nun kommt der heiden. err, mein heil, dein leichnam lag Nur bis an den dritten tag In dem grab', und dann erwacht' Er aus seines todes nacht. 2. Du, der uns vom tod' ers löft, Bist im grabe nicht vers wes't. Von dem tode, der uns schreckt, Hat dein Vater dich erweckt. 3. Heil mir! heil mir! du erhebst Im triumphe dich, und lebst Bei dem Vater, der auch mich Einst erwecken wird durch dich. 4. Gläubig bet' ich, Herr, dich an, Der unsterblich machen kann; Die entzückte seele weint Freudenthränen dir, mein freund! 5. Deines Vaters große huld Tilget meiner sünden schuld. D2 212 ndall Von Jefu Chrifto d Für den tod gewährt er mir Die| gefällt? Was gegen die, o Jesu unsterblichkeit mit dir. Christ, Die mir durch dich erworben ist? Gelobt sey Gott! 6. Vor Gottes thron, in seinem reich, Unsterblich, heilig, engeln gleich, Und ewig, ewig felig seyn: Herr, diese herrlichkeit ist mein! Gelobt sey Gott! 6. Kömmt, o Herr, dein tag, so ruft Deine macht mich aus der gruft. Selig werd' ich auferstehn, Dich, o Heiland, dich zu sehn. 3d plongius 7. D, wie kann ich g'nug mich freun! Ich bin ewig, ewig dein! So gewiß, o Jesu Christ, Du vom tod' erstanden bist. 8. Lob dir, Vater! lob dir, Sohn! D, wie will vor deinem thron Ich nach meinem auferstehn Ewig, ewig dich erhöhn! Mel. Erschienen ist der herrliche. 283.& rinnre bich, mein geist, erfreut An dieses tages herrlichkeit. Halt im gedächtniß Jefum Chrift, Der min vom tod' erstanden ist. Gelobt sey Gott! os id 2. Sey ewig dankbar gegen ihn, Als ob er heute dir erschien', Als spräch er: friede sey mit dir! So freue dich, mein geist, in mir. Gelobt sey Gott! 3. Schau' über dich, und bet' ihn an! Er mißt den sternen ihre bahn; Er lebt und herrscht mit Gott vereint; Er ist dein könig und dein freund! Gelobt sey Gott! 4. Macht, ruhm und herrschaft immerdar Dem, der da ist, und der da war! Ihm werde preis und dank geweiht Von ewigkeit zu ewigkeit! Gelobt sey Gott! 7. Wie kämpfen wechselnd dankbegier, Verwunderung und lieb' in mir! Ich bete froh den Vater an, Der mehr giebt, als ich fassen kann. Gelobt sey Gott! Bod 8. D Herr, der du im himmel thronst, Ich soll da wohnen, wo du wohnst, Und du erfüllst einſt mein vertraun, In meinem fleische dich zu schaun. Gelobt fey Gott! 3 dong ench 5. Was ist die hoheit aller welt, Wie sehr ste menschen auch 9. Ich soll, wenn du, des les bens fürst, Zum weltgericht erscheinen wirst, Erweckt aus meinem grabe gehn, Und rein zu deiner rechten stehn. Gelobt sey Gott! 1910. Mit jener schaar um deinen thron, Mit allen engeln, Gottes Sohn, Mit allen from men aller zeit Soll ich mich freun in ewigkeit. Gelobt sey Gott! 11. D welch ein heil, welch einen ruhm Gewährt uns nicht das christenthum! Mit dir gestorben, Gottes Sohn, Sind wir auch auferstanden schon. Gelobt sey Gott! disi misile 12. Nie müff' ich dich vergeffen, nie Die seligkeit, die Gott verlieh; Damit ich strebe, dir und der Erlösung. Ofterlieder. allein Und deinem bilde gleich| 4. Da in morgendämmerunzu seyn. Gelobt sey Gott! hi 13. Der Sohn ist's, der dieß heil uns schafft; Sein ist das reich, sein ist die kraft. Halt' im gedächtniß Jesum Chrift, Der von dem tod' erstanden ist. Gelobt sey Gott! gen Noch verhüllt die erde schwieg; Da zu tiefern huldigungen Gottes engel niederstieg, Aber jetzt noch bebend schwieg: Da erstandst du! alle zungen, Alle himmel sangen dir, Todes süberwinder, dir! dd ond# hour ims Bior Suilladda Mel. Sollt ich meinem Gott. ( Beim Singen dieses Liedes muß in Acht genommen werden, daß die dritte und vierte Beile von der Melodie hier wegge: lassen worden, da sie nur eine Wiederhos lung der beiden ersten Beilen find.) is 284. reis dem todess Prei überwinder! Sieh', er starb auf Golgatha! Preis dem Retter aller fünder! Was er uns verhieß, geschah! Sieh', er starb auf Golgatha! Singt, des neuen bundes finder! Der sich uns zum volk erkohr, Eilet aus dem grab' empor! 2. Laßt des dankes harfe klingen, Bis das Herz vor freuden bebt! Laßt uns, laßt uns mächtig fingen Dem, der starb und ewig lebt, Bis das herz vor freuden bebt! Preis und ehre laßt uns bringen Dem, der starb und ewig lebt, Dem, der starb und ewig lebt! 3. Du, der uns nun nicht verdammet, Wie erhebt dein lob den geist! Durch die ewigkeit entflammet, Rühmt er, dankt er, und entreißt Dieser welt sich; denn er preist Dich, der ihn mun nicht verdammet, Weil du starbst und auferstandst, Gottmensch, weil du überwandst! 213 5. Bei den tobten ihn zu finden, Ging sie hin, wo Christus schlief. Ach, was mußte sie empfinden, Als er sanft: Maria! rief; Und als sie: Rabbuni! rief. Herr, einst werd' auch ich dich finden, Wo dein Gott ist und mein Gott: Ruft mich nun zu dir der tod. Idanst 25 811S 6. Wenn ich aus dem grabe gehe, Wenn mein staub verklärung ist; Wenn ich, Herr, dein antlig sehe; Dich, mein Mittler, Jesu Christ; Dich, Verklärter, wie du bist: O dann, wann ich auferstehe, Hab' ich, du, der sünder heil, Ganz an deinem les ben theil. whip nd dull 7. Jeßt, da ich an dich nur glaube, Seh' ich dunkel und von fern, Ich, ein wandrer noch im staube, Dich, die herrlichkeit des Herrn! Dich, die herrlichkeit des Herrn! Dennoch, wenn ich innig glaube, Wenn ich dürste: strömt mir ruh Deines tod's und lebens zu! 8. Gerne will ich hier noch wallen, Herr, so lange du es willst; Knieen will ich, niederfallen, Flehn, bis du dich mir enthüllst, Und mein Herz mit kraft erfüllst, Dein hochheilig ads Von Jesu Christo Da der felsen donner sprach? nichts vermochte, sie zu beugen; Nichts der boten heldenmuth! 9. Da hinauf die engel wall- Starben ste, so sprach ihr blut! dones ten, Und von mächtigem gefangm In In eigner Melodie. Lauter ihre harfen schallten, Da 285. Christ ist erstanden ihr lob zum der marter 214 lob zu lallen! Selig war stets, wen dein lob, Ewiger, zu dir erhob! davon der thron erklang, Daß alle. Deß sollen wir alle froh die himmel wiederschallten: Da, seyn; Christus will unser troft da hattest du's vollbracht; Da seyn. Gott sey uns gnädig! warst du vom tod' erwacht! 2. Wär' er nicht erstanden, So wären wir vergangen. Seit daß er erstanden ist, Lob'n wir den Herrn, dich, Jesu Chrift! Gott sey uns gnädig! 3. Hallelujah! hallelujah! hallelujah! Deß sollen wir alle froh seyn; Christus will unser trost seyn. Gott sey uns gnädig! 10. Singt dem Herrn, singt ihm mit psalmen! Jesus Christus hat gestegt! Streut dem Ueberwinder palmen, Die ihr bang' und weinend schwiegt, Als er starb! er hat gestegt! Zu der himmel höhern psalmen, Zu der überwinder chor Steig', o lied des Lamms, empor! eigner Melodie. 11. Ueberwunden, überwun- In den Hat der Herr der herrlich. 286. fer Heiland, Der esus Christus, unauferkeit! Sieh', er schlummerte nur stunden In des grabes bunkelheit, Und da überwand er weit! Und da glänzten seine wunden! Preiset sie! Lobsinget Gott! Ueberwunden war der tod! den tod überwand, Ist standen; Die fünd' hat er ges fangen. Gott sey gelobet! lidad 2. Der ohne sünde war gebor'n, Trug für uns Gottes zorn; Hat uns versöhnet, Daß uns Gott sein' huld gönnet. Gott sey gelobet! 12. Hügel um den Todten Gottes, Warum zittert ihr, zu fliehn? Felsen um den Todten Gottes, Warum bebtet ihr um ihn? Warum stürzt ihr donnernd hin? Hüter um den Tod ten Gottes, Warum sankt ihr, als ihr floht? Warum sankt ihr hin, wie todt? 3. Tod, sünd', teufel, leben und gnad', Alles in händen er hat. Er kann erretten Alle, die zu ihm treten. Gott sey gelobet! In eigner Melodie. 13 gen Folgten andre zeugen nach. Konnten deine boten schweigen, Da der feinde fluch und schmach, 13. Dieſen deinen ersten zeu 287. Erschienen ist der stegestag! Der Heiland, der im grabe lag, Christ, unser Herr, hat triumphirt, Ift und der Erlösung. Ofterlieder. 215 auferstanden und regiert. Lob- Herr und Gott!" Lobsinget finget Gott! di Gott! 2. Den grimm des satans und den tod, Die hölle, jede fünd' und noth Hat überwunden Jesus Christ, Der siegreich auf erstanden ist. Lobsinget Gott! 3. Die jüngerinnen eilen früh Zum grabe; Jesum suchen ste, 3u falben seinen leib: doch er Lebt wieder, und sein grab ist leer. Lobsinget Gott! 4. Ein engel spricht: wen suchet ihr? Der hier geruht hat, ist nicht hier! Seht hier die lei chenhüllen, geht, Und sagt's den jüngern, was ihr seht! Lobsinget Gott! 11. Wie furchtbar auch das grab uns droht: Wir fürchten doch nicht grab und tod! Zerstört ist nun des todes macht! Er hat das leben wiederbracht. Lobsinget Gott! 5. Die jünger sehn ihn; können's nicht Aus freuden glau ben; Jesus spricht: Ich bin's! und ihre traurigkeit Wird jubel, wonn' und seligkeit! Lobsinget di bodo od Gott! 12. Nun geht, wie aus Aes gyptenland, Weil Jesus Chri stus überwand, Zum himmel, wer an ihn nur glaubt; Denn er ist seiner brüder haupt. Lobsinget Gott! Jpprendo ins Juviando 6. 3ween jünger fragen, tief verirrt Im zweifel, was noch kommen wird. Er kömmt und lehrt; ihr herz entbrennt, Obgleich ihr aug' ihn nicht erkennt. Lobsinget Gott! 13. Wir sind, besprenget durch sein blut, Gesichert vor des würgers wuth. Nur froh gewagt des glaubens streit! Der fieg ist wonn' und seligkeit! Lobsin get Gott! 10 og 80 7. Er will( so scheint's) vorüber gehn; Er bleibt bei ihnen; und sie sehn Den Herrn, als er das brod nun bricht; Sie sehn den Herrn, und zweifeln nicht. 1939 dator Lobsinget Gott! 14. Wie werden wir des stegs uns freun, Wenn wir, von allen sünden rein, Dir ewig jauchzen, Jesu Christ, Daß du für uns erstanden bist. Lobsinget Gott! Mel. Sey lob und ehr' dem. er hölle pforten 8. Sich meine nägelmale 288.ind zerstört, Und hier,( Spricht er zu Thomas,) glaube mir!" Und Thomas ruft: mein Herr und Gott! Du bist's! du bist's! mein sey dir, Gott, gesungen! Die 9. Er lebt! er lebt! die Hölle liegt zu seinen füßen! Jesus stegt! Der löw' aus Juda überwand, Der für uns starb und auferstand. Lobsinget Gott! 10. Drei tage nur hielt den das grab, Den Gott uns zum erretter gab. Er nahm dem tode seinen raub, Und einst belebt er unsern staub. Lobsinget Gott! tod und grab verschlungen. Der Vater hat den Sohn erhört. Lob Von Jefu Chrifto d am 216 20 erd' ist nun vom fluch befreit; Der mensch erlöst zur ewigkeit. Lob sey dir, Gott, gesungen! 2. Was Adam durch den fall verlor, Das leben, ist erworben. Er lebt, und geht zu Gott empor, Ist nicht umsonst gestor ben. Er nimmt dem tode seine macht, Und hat das heil ans licht gebracht, Gerechtigkeit und frieden. 3. Laßt uns mit frommer fröhlichkeit Das stegesfeft er neuern, Und unsers Jesu macht, erfreut, Mit lobgesängen feiern! Sein reich ist ewig; er regiert, Ein König, der die herrschaft führt Im himmel und auf erden. 4. Der tod, der uns so schreck- ter, ist! euch, Jesus lebet; Gott hat ihn aus dem staub erhöht! D seele, dein gesang Ertön' ihm! preis und dank, Unserm Retter! Dich, großer held, Erheb' die welt, Weil deine Hand den steg behält! 2. Weint nicht, weint nicht, Jesu jünger! Euch giebt des großen heils vollbringer Am stes ge theil, den er erstritt. Seht, der tod ist überwunden; Die ganze hölle liegt gebunden; Er herrscht, der für euch starb und litt. Laßt eure feinde dräun! Ihr könnt getroft euch freun; Jesus lebet Von ewigkeit zu ewigkeit, Der ewig, wie sein Valich war, Besteget ihn nie wie- 3. Nun verzagt auch nicht, der. Wo ist sein stachel? wo verbrecher! Gott ist für euch gefahr? Singt, christen, jubels lieder! Der Sohn, der Sohn hat obgestegt, und zu des Sie gers füßen liegt Der satan und die Hölle! kein strenger rächer, Wenn ihr die sünde nur bereut. Durch des todes überwinder Ist Gott versöhnt, und gegen sünder Ein Vater, welcher gern verzeiht. Er ruft sein volk hinauf, Schließt seinen Himmel auf, Sie zu segnen. Der himmel tönt: Gott ist versöhnt, Weil Jesus lebt! Gott ist versöhnt! 4. Tod, wo sind nun deine schrecken? Nicht ewig wird das grab uns decken, Verwest der leib gleich in der gruft. Einst obet Gott; denn wird er zum bessern leben Ihn wieder aus dem staub erheben, Wenn er nun den entschlafnen ruft. Dann wird das todte feld Zu einer regen welt. Alles lebet; Gleich wie erneut zur 5. Getroft! wir sollen einst erhöht, Wie Christus, auferstes hen. Er, der zum throne Gots tes geht, Er will uns wieder se hen. Er selber öffnet unser grab, Nimmt selbst des todes band' uns ab. Dank sey dem Uebers winder! Mel. Wachet auf, ruft uns. 289. Lobet Gott; denn wird er Jesus lebet! Erlöste menschen, o erhebet, Preift eures Mittlers majestät! Hört's, ihr fünder, die ihr bebet! Bebt nicht mehr; freut und der Erlösung. Ofterlieder. 217 frühlingszeit Die pflanzenwelt 7. Die ganze firche rufe laut: erwacht und lebt. Wer ist, wie Gott, so gut? Heil jedem, welcher Gott vertraut, Der solche wunder thut! 5. Auferstandner, welch ein segen Beglückt uns, wenn wir auf den wegen Einhergehn, die dein fuß betrat! Unnennbare seligkeiten, Die ewig währen, sind die beuten, Die uns dein steg erkämpfet hat. Balb sind sie unser theil; Bald krönet uns das heil Deines lebens. Preift unsern Herrn; Er ist nicht fern! Bald ist der tag des steges da! Mel. Lobt Gott, ihr christen. F 290. rohlockt, ihr chriz sten, preis't und ehrt Gott, eures Mittlers Gott! Der Vater hat den Sohn erhört, Erhört in seiner noth. 2. Die mörder triumphirten schon: Wo ist des Sohnes macht? Der Herr errettet seis nen Sohn; Sein rathschluß ist vollbracht! dail 3. Der Sohn befahl in seine hand Dem Vater seinen geist; Er ward begraben; er erstand. Gott hält, was er verheißt! 4. Dieß rühme, wer errettet ist, Und werd' ihm unterthan; Welt, die du mun sein erbtheil bist, Lobsing' ihm! bet' ihn an! 5. Preist Jesu Vater, denn er hat Nicht seines Sohns gebet, Nicht, was er für die sünder that, Sein opfer nicht verschmäht! Sonour une plaint 6. Er hat von seinem Sohne nie Sein antliß abgewandt. Er hört ihn, als er zu ihm schrie, Und reicht ihm seine Hand. 8. Wer, wer verschmachtet ist und matt, Soll leben, soll sich freun! Satt werden soll, wer mangel hat; Wer glaubt, soll selig seyn! 9. Dieß ist des Mittlers preis und lohn: Der, welchem er verzeiht, Soll ewig leben, wie der Sohn, In seiner herrlichkeit! 10. Sagt's aller welten völkern an: Bekehret euch zum Herrn!. Ihm werde jeder unterthan, Und jeder dien' ihm gern! 11. Des Vaters reich ist auch sein reich! Er herrscht und er regiert, An ruhm und macht dem Vater gleich, Dem aller ruhm gebührt! 12. Dich ehre, Herr, und preise dich, Wen deine macht ers hebt, Wer niedrig ist, wer kümmerlich In seinem staube lebt! 13. Es fehl' ihm an bekennern nie, So lange diese welt Noch menschen hat, so lange fie Der arm des Herrn erhält! 14. Wer noch geboren werden soll, Erkenn' ihn, bet' ihn an; Erzähle, wie so wundervoll Der Herr erlösen kann! apoi: Mel. Es ist das heil uns. 291. reiwillig hast du's dargebracht Für uns, o Herr, dein leben. Es selbst zu lassen, hast du macht, Macht, wieder dir's zu geben; dil Von Jesu Chrifto od d 218 Und darum liebt dein Vater dich, Daß du's dahin gabst, und für mich Und alle deine feinde. 2. Du warst in deiner niedrige keit Ein ärgerniß auf erden. Du kamst, gegeißelt und verspei't, Gekreuziget zu werden; Du soll test sterben, aber nicht Verwe- 8. Doch war, eh' du noch fung sehen, dem gericht Und sei ner angst entriffen. starbst, dir nicht Schon Gottes macht gegeben? Wer gab den blinden das gesicht? Wer todten selbst das leben? Wer that's, wie du? wer überwand, Wie du, den tod? und wer erstand, Wie du, am dritten tage? 9. Nun acht' ich weder schmach noch spott, Ich werde nie zu schanden, Wenn ich nur gläube: du bist Gott; Denn du bist auferstanden. Du bist mein Gott, mein Heil, mein Hort, Du bist der Herr, durch dessen wort Auch ich vom tod' erwache! 10. Wir sind nun göttlichen geschlechts; Durch dich des himmels erben. Das ist die Hoffnung deines knechts; In dieser will ich sterben. Wie du vom tod' erstanden bist: So werd' auch ich, Herr Jefu Chrift, Am jüngsten tag' erstehen. sale Mel. Christ lag in todesbanden. 292.ey mir, o tag bes Herrn, gegrüßt, An dem des lebens sonne Uns wieder aufgegangen ist, Den traurigen zur wonne! Mich umleuchtet auch ihr licht, Daß meine bange feele nicht In traurigkeit versinke. Gelobt sey Gott! 2. Wer darf, durch Christi 3. Du warst nur eine kurze zeit Für uns von Gott verlas sen. Gott frönte dich mit herrlichkeit, Die selbst nicht engel faffen. Der himmel ist nunmehr dein thron; Du herrschest, du bist Gottes Sohn; Denn du bist auferstanden! 4. Die jünger haben dich gesehn; Du hieltst, was du verhießest, Eh' du, uns alle zu erhöhn, Für uns dein leben ließest. Du sprachst zu ihnen: geht, be kehrt Die heiden! taufet sie, und lehrt Sie, meine worte halten!" 5. Sie werden euch, wie mich verschmähn, Und tödten; doch ste sollen Gerichtet werden und vergehn, Weil sie nicht glauben wollen. Wenn ihr gekämpft habt, führ' ich euch Zu mir in meines Vaters reich; Und eure lehre sieget." 6. Herr, deine lehre hat ges fiegt. Wer zählet die bekehrten? Der tempel jedes gößzen liegt Zertrümmert, wo ste lehrten. Vom aufgang bis zum niedergang Erschallet deines ruhms gefang, Der name Jesu Christi! 7. Dein reich war nicht von dieser welt; Dein ruhm nicht menschenehre. Du suchtest bloß, was Gott gefällt; Von Gott war deine lehre. Voll liebe, voll geduld, und rein, Gehorsam bis zum tod' zu seyn, War, Heis land, deine größe. und der Erlösung. tob befreit, An Gottes huld vers zagen? Wer darf nun, heil und feligkeit Mir abzusprechen, was gen? Ich kann jede rauhe bahn, In wüsten auch, nach Kanaan, Geführt von Jesu, wandeln. Gelobt sey Gott! 3. D diese welt verlaff ich gern, Wie Israel Aegypten. Ich eile hin zu meinem Herrn, zu Jesu, dem geliebten. Herr, zum laufe giebst du kraft, Daß ich nach meiner pilgerschaft In deis nen hütten wohne. Gelobt sey Gott! S 4. Du, mein Erlöser, lebeft mir: Hilf, daß ich dir auch lebe, Daß ich zum eigenthume dir Mich völlig übergebe! Was von dir mich frennen will, Das haff ich, daß ich sanft und still Entschlaf und ewig lebe. Gelobt sey Gott! 5. Denn, weil du auferstanden bist, Werd' ich auch auferstehen, Und wohnen, wo mein erbtheil ist, Dich und den Vater sehen. Hier schon sey mein herz bei dir! Doch führe mich einft, Herr, von hier zu deines him mels freuden! Gelobt sey Gott! Mel. Es ist das heil uns. Ofterlieder. 219 2. Schaut her und fühlt! ich bin es! ich! Ich Jesus, der ich lebe, Und zu des Vaters rech ten mich, Euch zu erhöhn, erhebe! Ich sende meinen geist zu euch, Der wahrheit und der tugend reich Durch euer wort zu gründen." 3. Das war es, was ich zu euch sprach: Ich will zum Vater gehen, Und ihn versöhnen; und hernach Sollt ihr mich wies der sehen. Denn also sagt die schrift von mir: Ich müsse leiden, und dafür Die welt zum erbe haben." 293.obfingt bem Sohne, preiset ihn! Frohlockt ihm, ihr erlösten! Er ist erstanden; er erschien Den fungern, sie zu trösten. Hört, hört, wie er so liebreich spricht: Ich bin es selbst; erschrecket nicht! Mit euch sey Gottes friede!" 4.„ Ich hab' euch alles fund gethan, Was ich vom Vater hörte. Ihr nahmt mein wort mit freuden an, Und glaubtet, was ich lehrte. Wie er mich sandte, send' ich euch; Nehmt hin des Vaters Geift, mein reich Auf erden auszubreiten;" 100 5. So sprach der Herr! der jünger herz Durchdrangen hohe freuden. Sie scheuten nicht gefahr noch schmerz, Voll muth für ihn zu leiden. Bereit, zut bluten, und bereit, Für ihn zu sterben, Hocherfreut, Den Herrn geſehn zu haben. 6. An licht gebrach's in Israel; An licht bei allen heiden. Nun sah's dein volk, Immanuel; Nun sahn es alle heiden. Dein, dein ist herrschaft und gewalt! Die welt, so weit dein wort ers schallt, Ist nun dein reich geworden. 7. Wir waren fünder: Gott KEHICU mail Von Jesu Chriftond du 220 verzeiht; Du bist für uns gestorben, Und uns ist die gerechtigkeit, Die vor ihm gilt, erworben. Du bist nicht nur gestorben, bist Auch auferstanden, Je su Christ, Daß wir auch leben mögen. ur 8. Es müsse, Herr,( denn wir sind dein,) Der segen dei nes lebens Vergebens nicht erworben seyn; Für feinen je vergebens! Laß uns, zum leben vor dem Herrn Durch dich ers weckt, mit ernst und gern Der sünde lüste tödten! 9. Dir werde geist und leib geweiht, Und jedes unsrer glieder Zu waffen der gerechtigkeit, Zum segen unsrer brüder; Daß wir, unsträflich, engeln gleich, Und selig, erben, Herr, dein reich, Vom Vater uns beschieden. 10. Daß uns gesegneten der einst Dein ruf entgegen schalle, Wenn du zum weltgericht erscheinst: Kommt, meine from men, alle! Empfaht, was euch des Vaters rath Von ewigkeit bereitet hat; Geht ein zu seiner freude!" insti Mel. Erschienen ist der herrliche. 294. D er auferstehung tag erschien; Frohlockt, ihr christen, feiert ihn! Der Herr, der unser opfer war, Erstand, und lebt nun immer dar. Gelobt sey Gott! 2. Ihn hielt der tod, den er bezwang, Im grabe nur drei tage lang. Der fels zerriß, die hüter flohn; Denn nun erwachs te Gottes Sohn. Gelobt sey Gott! 3. Vergangen ist der sünde nacht, Licht, heil und leben wiederbracht; Denn er, der unser heil erstritt, Bringt uns den frieden Gottes mit. Gelobt sey Gott! 4. Wohl mir! es sinke mun ins grab Früh oder spät mein leib hinab: Da ist sein sabbat; er erwacht Mit neuer kraft durch Jesu macht. Gelobt sey Gott! 5. Am freuze ließ er öffentlich Vor allen völkern tödten sich; Doch sahn des siegers angesicht Die jünger nur, die feinde nicht. Gelobt sey Gott! 6. Sein reich ist nicht von dies ser welt; Denn er ist höher, als die welt, Und höher ist die selige keit, Die er zu hoffen mir ges beut. Gelobt sey Gott! 7. Hier wird nur dunkel of fenbart, Was uns durch ihn erstritten ward. Vollkommen, Gott, verstehen wir, Wie reich die beut' ist, einst bei dir. Gelobt sey Gott! 8. Es naht ein großer tag heran, Der zeugt, wie viel sein steg gewann, Was er für große wunder that, Als er der schlange fopf zertrat. Gelobt sey Gott! 9. Dann, wenn bestegt ist je der feind, Werd' ich mit meinem Herrn vereint, Mich freuen seiner herrlichkeit, Wie seiner sich der engel freut. Gelobt sey Gott! und der Erlösung. Ofterlieder. 221 10. Wie werden wir so selig| zu gut, Auch wieder auferstans seyn! Denn, ist nicht erd' und den. dodat himmel sein? Er, der des Va- 2. Wie schön Haft du durch ters willen that, Hat alles, was deine macht, Ergrimmter feind der Vater hat. Gelobt sey Gott! des lebens, Den Herrn des lebens umgebracht! Dein grimm ist doch vergebens! Im grabe schlummerte der Sohn Drei tage lang; Du glaubtest schon: Er werd' im staube bleiben. 11. Lebt Christus, der mein leben ist, Der auferstandne: wer vermißt Sich noch, zu zweifeln? engel sahn's, Und alle seine jünger sahn's! Gelobt fey Gott! 12. Lebt Chriftus: was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Wenn mich gleich alle welt verläßt: Halt' ich doch meinen Jesum fest. Gelobt sey Gott! 13. Er hält, er schützt, er tröftet mich. Sterb' ich: so seh' ich, Bater, dich. Wo er jetzt lebt, da eil' ich hin, Weil seines leibes 4. Denn deine macht ist nun glied ich bin. Gelobt sey Gott! dahin. Willst du mein leben rauben: Selbst sterben ist nun ein gewinn Für alle, welche glauben; Denn Jesus spricht: ich leb' und ihr Sollt leben, selig seyn mit mir; Das hab' ich euch erworben." 0151 14. Mit gnade hat er mich gekrönt, hat mit dem Vater mich versöhnt. Mein banges herz, ermuntre dich! Gott und sein himmel liebt auch mich. Gelobt sey Gott! s 15. Herr, welch ein heil! dieß dank' ich dir. Du Auferstandner, heil sey mir! Dort wird mein auge, Herr, dich sehn, Dort will ich besser dich erhöhn. Gelobt sey Gott! Mel. Nun freut euch, lieben. 3. Nein! nein! er trägt empor sein haupt, Ist mächtig durchgedrungen; Hat, was mein herz mit freuden glaubt, Dich in den sieg verschlungen. Nun nimmt der Herr sich unfrer an, Daß jeder deiner spotten kann, Und spricht: wo ist dein stachel?- pie 5. Der tod hat keine schres cken mehr! Seyd froh, ihr dürft nicht beben! Von mir entwaffnet, führt nun er zu einem bessern leben. Ich bin sein Herr, und euer Haupt; Ihr lebt, wenn ihr an mich nur glaubt, Als 295.Seyb fröhlich, die glieder meines Leibes." udtrial 6. ,, Ich überwand der Hölle wuth; Ihr reich ist nun zerstöret Für den, der meinen willen thut Und meine worte höret. Denn weil des satans macht und list Zermalmt und überwunden ihr Ihr sehd nicht mehr verloren; Euch ward der Herr der Herrlichkeit Von Gott zum heil erforen. Für eure sünden floß sein blut, starb, und er ist, euch 222 dai Von Jefu Chrifto d dm. sd du doch verworfen. ist, kann er ihm nicht mehr| tag und nacht uns an; Nun bist schaden." Inder 5. Die rechte Jefu Chrifti stegt; Sie stegt und ist erhöhet; Und zu des Siegers füßen liegt, Wer frech ihm widerstehet. Bestegt ist alles, was uns drohts Besiegt sind satan, höll' und tod; Ihr zorn ist kraftlos wor den. est 7. Nun, Gott sey dank! er hat den steg Durch Christum uns gegeben. Gewonnen ist durch seinen steg Unsterblichkeit und leben. Wir haben frieden; denn der tod, Welt, teufel, höll', und was uns droht, Ist alles überwunden! Mel. Allein Gott in der höh'. 6. Er ward erwürgt, der 296. tob, wo ist bein Herr, der Chrift; Doch seht, er stachel nun? Wo nun dein sieg, o hölle? Was kann uns nun der satan thun? Was deine wuth, o hölle? Gott fey gedankt! er hat den sieg, Auf einen schweren harten frieg, Durch Christum uns gegeben. lebet wieder! Weil nun das haupt erstanden ist, So leben auch die glieder. Die ihr an euren Heiland gläubt, Ihr lebt, ob ihr gleich sterbt, und bleibt Im grabe nicht verschlossen. 2. Wie sträubte sich die alte schlang', Als Christus mit ihr kämpfte, Den weder list noch macht bezwang, Der ihren grimm doch dämpfte! Ob sie ihn in die ferse sticht, So steget ihre wuth doch nicht; Der kopf ist ihr zer7. D eilt nun, ohne heuchelei, Mit Christo aufzustehen, Um von dem zweiten tode frei, Dem fluche zu entgehen. Genommen ist ihm seine macht; Das leben an das licht gebracht, Und unvergänglichs wesen. treten. 3. Lebendig geht der Herr Hervor; Nimmt jeden feind gefangen; Schwingt aus dem grabe sich empor, Trägt weg den raub mit prangen. Nichts hält in seines sieges lauf Ihn, unfern Held aus Juda, auf; Er überwindet alles. 4. Beschließet einen rath, und jucht zu wüthen und zu morden; Beschließet krieg, und gebt die flucht: Das reich ist Christi worden! Du feind, der nun nicht schaden kann, Nun klage 8. Uns soll, was ewig uns erfreut, Von ihm gegeben werden; Heil, unschuld, ruh' und seligkeit Im himmel und auf erden. Hier trösten wir uns durch sein wort; Selbst unser leib wird ähnlich dort Des Herrn verklärtem leibe. 9. D tod, wo ist dein stachel mun? Wo ist dein sieg, o hölle? Was kann uns nun der satan thun? Was deine wuth, o hölle? Gott sey gedankt! er hat den sieg, Auf einen schweren harten krieg, Durch Christum uns gegeben! dm dil und der Erlösung. Ofterlieder. 223 Mel. Wachet auf, ruft uns.mi hallt des Himmels lieber, So 297.ob obt den Herrn, o Gottes finder! Preist Jesum, preis't den Ueberwinder! Wie groß, wie heis lig ist sein tag! Er entriß des todes banden Mit macht sich, ist nun auferstanden; Er, der für uns im Sein ge lang' ihr pilger seyd, hier wieder, Bis ihr ihn selbst am throne preis't! Frohlocke Gott, o christ! Sen heilig! heilig ist, Heilig, heilig, Gott! unser Gott, Der Herr, dein Gott! Die welt ist seiner ehre voll! walt und macht! Breiſt ihn! 298. in der that, Daß Mel. Christus, der uns selig. un ich's er hat's vollbracht! Preist den Sieger! Er hat's vollbracht! Er, der die macht Des todes und des lebens hat! an Gottes gnade Jeder, jeder antheil hat, Der nur auf dem sofade, Der von Gott bezeichnet ist, Treu und richtig wandelt, Und als ein bewährter chrift, Wie er glaubt, auch handelt. 2. Glorreich hat der held gerungen; Hat mächtig unsern tod bezwungen; Von allen strafen uns befreit. Glaubt, ihr tiefgefallnen fünder: So seyd ihr eures Gottes finder Und er ben seiner feligkeit. Bald, bald entschlafen wir; Entschlafen, Christe, dir; Ruhn in frieden Die kurze nacht, Bis deine macht, Eh' du einst richtest, ruft: erwacht! 3. Ob uns gräber gleich bedecken, Wirst du doch unsern staub erwecken, Der du des staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergänglich leben, Und kraft und herrlichkeit ihm geben, Dem staube, der dir heilig ist. Wir werden ewig dein, Gerecht und selig seyn. Sey gepriesen! Denn dein gericht Erschreckt uns nicht, Weil du, o unser Mittler, lebst. 4. Lob sey, Vater, deinem namen! Gelobt sey Jesus! amen! amen! Gelobt sey Vater, Sohn und Geist! Chriften, 2. Friede wird durch Jesum Christ Aller welt verkündigt. Sie lag unterm fluch, und ist Nun durch ihn entsündigt. Als des friedens stifter hat Ihn sein wort gepriesen; Alle wunder, die er that, Habens uns bewiesen. 3. Glaubt! die jünger sahn den Herrn; Seines lebens zeugen Sterben für ihr zeugniß gern, Und die feinde schweigen. Seht die wunder, die sie thun! Alles ist entschieden! Jeſus lebt! wir haben nun Unsers Gottes frieden! 4. Jesus starb, ihn durch sein blut Wieder zu erwerben: Das erfüllet uns mit muth, Lehrt uns freudig sterben; Denn der Herr, der überwand, Ist der Herr des lebens, Und es starb ja und erstand Jesus nicht vers gebens. ARUNG dai Von Jesu Chrifto d 224 Mel. Erschienen ist der herrliche. 299. N un triumphiret Gottes Sohn. Sein engel kam, die wächter flohn. Der Herr erstand mit Herrlichkeit. Das dank ihm seine christenheit. Gelobt sey Gott! 2. Dem teufel nahm er seine macht, Und die versöhnung war vollbracht. Er hat gesteget, wie ein held; Errettet eine ganze welt. Gelobt sey Gott! 2. Froh führte Gottes sonne Den hohen tag des siegs herauf; Da stand er, meine wonne, Mein Gott und mein Erlöser, auf. Ges danke voller freuden, Der mich zum Himmel hebt! Gedanke, der im leiden Mit reichem trost belebt! Des höhern lebens quelle! Mein schild in jeder noth! Wo ist dein steg, o hölle? Wo ist dein stachel, tod? maputrad dat 3. Der felsen grund erbebet; Die wächter fliehn; das grab ist leer. Der todt war, sieh', er les bet; Er lebt, und stirbt hinfort nicht mehr. Die schwachen jünger wanken: Er stärkt die wankenden. Sie sehn ihn, freun sich, danken Dem Auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen, Und gehn, wie er gebot, Mit freuden hin, und zeugen Von ihm bis in den tod. no duni 4. Herr, deine boten stegen, Von dir und deinem Geist bes lehrt. Die gößentempel liegen; Der erdkreis wird zu Gott bes fehrt. Ich weiß, an wen ich glaube; Bin freudevoll ein christ. Mel. Nun lob' mein' feel' den. 300.obfinge, meine see Ihn bet' ich an im staube; Ihn, le, Dem Welter löser; bet' ihn an! Lobsing' ihm, und erzähle, Was dir sein tod für heil gewann! Er hat für dich gerungen; Durch seine der mein retter ist. Ich werd' ihn ewig schauen, Wenn er auch mich erhebt. Der Herr ist mein vertrauen, Der für mich starb und lebt. 3. Held und Herr, o Jesu Christ, Der du der fünder Heiland bist, Aus gnaden mach' uns selbst bereit zu deiner freud' und seligkeit! Gelobt sey Gott! 4. Uns trifft des richters fluch nicht mehr; Die gläubigen bes gnadigt er. Wer standhaft kämpfet, der gewinnt, Weil wir nun Gottes finder sind. Gelobt sey Gott! 5. Dankt, dankt dem Vater! schicket euch Zum eingang in sein himmelreich! Auf dieses lebens furzen streit Erwartet uns die seligkeit. Gelobt sey Gott! macht hat er Des todes macht bezwungen, Gestürzt der Hölle heer. Nun liegt ihr trop danieder; Sein steg hat uns befreit. Uns frönet Gott nun wieder Mit heil und seligkeit. 6. Wir, Vater, preisen dich, den Sohn Und deinen Geist auf erden schon: Doch würdiger nach dieser zeit Im himmel deine Herrlichkeit. Gelobt sey Gott! und der Erlösung. Ofterlieder. Mel. Vor deinen thron tret'. 301. lebt mit ihm 302.Dich bet ich an, ers Mel. Jesus, meine zuversicht. efus leb' ich! Tod, wo standner sind nun deine schrecken? Jesus lebt, und wird auch mich Mit den todten auferwecken. Dann umleuchtet mich sein licht; Dieß ist meine zuversicht. 2. Jesus lebt! ihm ist das reich Seines Vaters übergeben. Ich werd' auch mit ihm zugleich Ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; Dieß ist meine zuversicht. 3. Jesus lebt! wer nun verzagt, Lästert ihn und Gottes ehre. Gnade hat er zugesagt, Daß der fünder sich bekehre. Gott verwirft den glauben nicht; Dieß ist meine zuversicht. 4. Jesus lebt! sein heil ist mein; Sein auch sey mein ganzes leben. Reines Herzens will ich seyn, Und den lüften wider streben. Er verläßt den schwachen nicht; Dieß ist meine zuversicht. 5. Jesus lebt! ich bin gewiß, Nichts soll mich von Jefu scheiden, Keine macht der finsterniß, Reine herrlichkeit, kein leiden. Er giebt fraft zu jeder pflicht; Dieß ist meine zuversicht. 225 6. Jesus lebt! nun ist der tod Mir ein eingang in das leben. Was für trost in todesnoth Wird mir mein Erlöser geben! Er verläßt im tode nicht; Dieß ist meine zuversicht. Du Retter unsrer fünderwelt! Du unsre zuflucht für und für! Herr, meine seele huldigt dir! 2. Um deinen thron, der nie vergeht, Stralt seligkeit und majestät. Dir nah' ich mich voll zuversicht; Denn du, mein Herr, beschämst mich nicht. 3. Herr, meine seele preiser dich; Denn du befrei'st auf ewig mich, So wahr du selbst vom himmel kamst, Dein leben gabst und wieder nahmst. 4. Wer ist, der mich verdammen kann? Dein Vater nimmt durch dich mich an, Gleich denen, die, wie ich, sein kind, Durch dich erlöst und erben sind. 5. Nun ist dieß erste leben mir Ein segenreicher weg zu dir. So lang' ich hier bin, Herr, mein heil, Hab' ich an deinem frieden theil. 6. Aus liebe sprachst du:„ erde, sey Der schauplatz meiner huld und treu!" Und ist nicht deine huld und treu Auf deiner erde täglich neu? 7. Noch trifft uns manche trübsal hier; Noch, o Erbarmer, sterben wir: Doch du regierst; und wir sind dein; Und ewig werden wir es seyn. 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! Ein troft, der meine feel' erhebt. Durch ihn gestärkt, seh' ich in's grab Mit unerschrocknem aug' hinab. P ARUNUM 226 Von Jesu Christo d 9. Dein himmel, Herr, voll seligkeit Erwartet mich nach diefti reich Ist zu fest gegründet; hebe Dich hinweg und bebe! fer zeit. Da findet der verklärte 5. Hölle, deinem grimme Ruft christ, Was sterblichen undenkbar ist. des Helfers stimme: Fürchte mein gericht! Vor des todes schrecken Will er mich bedecken; Ich erzittre nicht. In das grab Seh' ich hinab( Denn er heißt mich ihm vertrauen) Ohne fürchi und grauen. 10. Der du für unsre seele wachst, Sie zu dir ziehst und selig machst, Laß mich mit freudigem vertraun Auf dich, o du Vollender, schaun! Mel. Jesu, meine freude. un ist auferstanden Aus des to des banden Jesus, Gottes Sohn. Er hat uns versöhnet; Sigt, mit steg gekrönet, Auf des Baters thron. Unser freund Hat jeden feind Ausgezogen und ges schlagen, Und zur schau getragen. 2. Jesus wollte sterben, Fried' uns zu erwerben, Heil und seligkeit. Er ist auferstanden! Nimmer wird zu schanden, Wer fich Christi freut! Denn er hat Aus freier gnad' In den tod sich dargegeben, Und wir sollen leben. 303. 3. Was der mensch verschuldet, Hat er ganz erduldet. Unser Gott vergiebt! Unser Gott gewähret, Was der Herr begehret, Der uns brünstig liebt. Seinen thron Besitzt der Sohn, Der mit heil uns überschüttet, Ewig für uns bittet. 4. Satan triumphirte, Daß er uns verführte; Aber wir sind frei. Jesus lebet wieder; Führt uns, seine brüder, Aus der sklaverei. Satan, fleuch, Denn Chri6. Eitelkeit der erde, Fleuch auch du; ich werde Nie dein [ EL sklav, o welt! Ich, mit ihm begraben, Wünsche nichts zu haben, Was nicht ihm gefällt. Mich erquickt, Wenn noth mich drückt, Nach dem kurzen pilgerleiden, Gott mit seinen freuden. 7. Sterb' ich: meine seele, Die ich Gott befehle, Fleugt zu ihm empor. An des Sohnes throne Stralt des sieges krone, Die ich mir erkor. Jesus ruft Aus meiner gruft Meinen leib; und meine glieder Blühn und leben wieder. 19909211 8. der hohen freude, Wenn im stegeskleide Der erlöfte prangt! Herr, zu deinen frommen Und zu dir zu kommen, Hat mich oft verlangt. Laß mich ruhn, Und führe nun, Mich, o Gott, zu deinem throne, Hin zu Price deinem Sohne! 9. Was ist mir bereitet! Engel, kommt und leitet Mich zu Jesu hin! Lehrt mich, meine brüder, Gure höhern lieder, Wenn ich selig bin! Meinem Herrn Möcht' ich so gern Dank und der Erlösung. Ofterlieder. 227 und lob und lieder bringen, Wie| sich gab. Der Sieger selbst verfie engel singen!@bin kündigt's mir: ,, Ich leb', und ihr lebt auch mit mir!" Mel. Jesus, meine zuversicht. 2. Der tod liegt nun zu meinen füßen; Der fürst des lebens stirbt nicht mehr. Er weiß, die gräber aufzuschließen; Er starb, nun aber lebet er. Der Sieger selbst verkündigt's mir:„ Ich leb', und ihr lebt auch mit mir!" 304.Chriftus, Chriftus tröstet mich; Ihm verdank' ich heil und leben; Denn er hat ja selber sich In den tod für mich gegeben, Mich vom tode zu befrein, Heil und leben mir zu seyn. 2. Mich erschrecket feine noth, Hat er doch den tod bezwungen. Wer nur glaubt, ist durch den tod Schon zum leben durchgedrungen. Tod und zukunft und gericht mögen drohn: ich zittre nicht. 3. Er ist die wahrheit und das leben, Der leben hat und leben giebt. Wie soll ich seinen sieg erheben, Der rach' an meinen feinden übt! Sie liegen; er verkündigt's mir:„ Ich leb', und ihr lebt auch mit mir!" 3. Gott sey hochgelobt! ich weiß, Mein erlöser ist im leben. Er wird mir zu seinem preis' Ewig heil und leben geben. Selig werd' ich auferstehn, Gottes angesicht zu sehn. 4. Das haupt belebet seine glieder: Wer fürchtet denn noch tod und grab? Des lebens sonne leuchtet wieder, Und leuchtet in mein grab hinab. Der Sieger selbst verkündigt's mir:„ Ich leb', und ihr lebt auch mit mir!" 4. Ich ergreife, Jesu, dich, Daß ich glaub' und überwinde, Und kein schnelles ende mich In der sünde schlummern finde. Ewig stirbt, wer aus der nacht Seiner fünden nicht erwacht. 5. Wo sind, o tod, nun deine schrecken? Ich fürchte nichts, von ihm bedeckt. Er wird vom tode mich erwecken; Er hat sich selbst vom tod' erweckt. Weil Jesus lebt, so leben wir.„ Ich, spricht er, leb', ihr lebt mit mir!" Mel. Erschienen ist der herrliche. heil'ger Gott, 5. Herr, verbinde dich mit mir, Wie ein bruder; Herr, dein leben wie dein leiden, mir straft und troft und leben geben! 306. Dallmacht ger Deines heils will ich mich freun. Segne mich; denn ich bin dein! 0 Mel. Wer nur den lieben. 305. Held, Herr Jesu, Heiland aller welt, Du rettest durch dein heilig blut Die fünder von der höllen gluth, D heil'ger Gott, allmächt'ger Held! 2. O heil'ger Gott, allmächt's ger Held, Du stegeft und bes P2 ch freue mich; denn Jesus lebet. Mich schrecken weder tod noch grab, Da der sein siegreich haupt er hebet, Der in den tod für mich 228 dal Von Jesu Chrifto hältst das feld. Den tod, der sus nicht verläßt? Wie viel ers allen sündern droht, Besiegtest warb er nicht! Bedenkt's, und du durch deinen tod, D heil'ger trauret nicht! Bedenkt, was Gott, allmächt'ger Held! Gottes rath Durch ihn vollendet hat! 3. O heil'ger Gott, allmächt'ger Held, Beschirm' uns, hilf uns aus der welt! Wir sind gerecht, durch dich allein: Laß uns durch dich auch heilig seyn, heil'ger Gott, allmächt'ger Held! 4. D heil'ger Gott, allmächt'ger Held, Erlöser, Tröster aller welt, Wir preisen dich, o Jesu Christ, Daß du vom tod' erstanden bist, heil'ger Gott, allmächt'ger Held! 5.5 heil ger Gott, allmächt'ger Held, Hilf, daß wir thun, was dir gefällt; Daß wir von sünden auferstehn, Und einst zu deiner wonne gehn, Oheil'ger Gott, allmächt'ger Held! In eigner Melodie. 307. uf, auf, mein herz! mit freuden Besinge Jesu lob, Der, frei von allen leiden, Zum himmel sich erhob! Wie heilig Jesus war, Macht Gott jetzt offenbar; Denn welch ein neues licht Umstralt den Sieger nicht! hing 2. Mit hohn und schmach getränket, Gegeißelt und verspei't, Erwürgt, in's grab versenket, Hat er sich doch befreit. Das stolze hohngeschrei Der mörder ist vorbei. Er starb, und überwand Den tod, weil er erstand. 3. Das ist mir, anzuschauen, Ein hohes freudenfest. Soll vor dem grab' uns grauten, Die Je4. Was können unsre feinde, Die feinde Jesu, thun? Sind wir nicht seine freunde? Ihr Sieger lebet nun. Getilgt ift unsre schuld Durch seine lieb' und huld. Der tod mag drohn; denn er hat keinen stachel mehr. 5. Die schmach, den zorn der fünder, Verlach' ich nun voll muth. Er schüßet Gottes kinder Vor ihrer feinde wuth. Der leis den acht' ich nicht, Voll guter zuversicht: Die trübsal dieser zeit Wird heil und seligkeit. 6. Ich hang' und bleibe hangen An Christo, als sein glied. Er ist vorangegangen; Ich folg' und ſiege mit: Besiege welt und noth; Bestege sünd und tod. Wenn jeder mich verläßt, Hält ihn mein glaube fest. 7. Er führt zu seiner wonne; zu freuden ohne zahl. Dort ist Gott selbst die sonne; Dort ist nicht leid noch qual. Hier tobe denn, was kann: Mein Haupt nimmt mein sich an. Hier schüßt mich Gottes Sohn; Dort wird er selbst mein lohn. 8. Dort wohnen fried' und segen; Dort rufet Jesus mir Von seinem thron entgegen: cmm, treuer knecht, zu mir!" Wer mit ihm ward verhöhnt, Der wird mit ihm gekrönt. Den und der Erlösung. Ofterlieder. 229 8. So lange mich des todes nacht Umgiebt, werd' ich von ihm bewacht. Durch seinen Mel. Erschienen ist der herrliche. 308.& r ist erstanden; er, schutz wird mein gebein Im schooß der erde sicher seyn, Bis er erscheint. der Christ, Der unser Gott und Heiland ist! Er lebt, nicht mehr des todes raub! Er trat, der Sieger, auf den ftaub. Gelobt sey Gott! don 9. Er führt mir in des todes ruh' Auch meine lieben wieder zu, Erwachen werden wir zugleich, Von ihm erhoben in sein reich. Gott, welch ein tag! 2. Freiwillig ging er in den tod, Und opferte sich auf vor Gott: Nun hatt' er g'nug für 10. Sollt' ich mich vor dem uns gethan, Und nahm sein le- tode scheun? Mich nicht vielmehr ben wieder an. Preis ihm und der hinfahrt freun? Nicht deiner, dank! der du mich erschufft, Begierig warten? wenn du rufft: Entschlummre mun! ibomosdos 11. Gieb nur, daß ich im glauben treu, In guten thaten fleißig sey! Dann fürcht' ich, wenn ich sterbe, nicht Die auferstehung zum gericht, Wo du verdammst. segen erbet der, Der heilig stirbt, wie Er. 3. Er hat erfüllt, was er vers hieß, Eh' er für uns sein leben ließ: Drei tage sollen nicht vergehn, So werdet ihr mich wie der sehn!" Er hat's erfüllt! 4. Ich lebe, sprach er, und auch ihr Sollt leben, gläubige, mit mir! Ich komme; meine stimme ruft: Verlaßt, ihr todten, eure gruft, Und folgt mir nach!" port GP 5. Erfüllen wird's der Herr, der Chrift, Er, der vom tod' erstanden ist, Der Lazarum ins leben rief, Als er im staub' des todes schlief, Erfüllt's gewiß. 12. Herr, rufe mich, wann dir's gefällt, Aus dieser sündenvollen welt! Und führe dann an deiner Hand Mich in dein himmlisch vaterland! Erhöre mich! Mel. Wenn mein stündlein. enn der gedanke mich erschreckt, 309.2 6. Er nahm dem tøde seine macht; Er hat das heil an's Daß dieser leib aus erde, Entlicht gebracht. Durch ihn ist unseelt, mit erd' und staub bedeckt, vergänglich heil Und neues leben Selbst erd' und asche werde: unser theil In ewigkeit. Dann, mein Erlöser, tröste mich Die wahrheit, daß ich fest an dich, Den Auferstandnen, glaube. 7. Gelobt sey Gott! ich werde nun, Wie er, auf kurze zeit nur ruhn. Der abend wird mich fterben fehn, Der morgen wie der auferstehn. Gelobt sey Gott! 2. Der tod zerstöre mein gebein: Du hast ihn doch bezwungen; Haft mir durch dei 230 Von Jesu Christo nes todes pein Unsterblichkeit| bauen. Zu meiner freude schau' errungen. Nun hoff' ich; weil Gott aus der gruft Ins Leben meinen leib einst ruft, Der erst zu staub verweset. Toods ich dann Dich, den ich hier nicht sehen kann, Und doch von herzen liebe. 3. Hab' ich oft auf der erde nichts, Als arbeit, müh' und leiden: Getrost! ein schimmer deines lichts Entdeckt mir ew'ge freuden. Dein auferstehn macht mich gewiß; Zerstreut des grabes finsterniß; Verheißt mir auferstehung. Mel. Es ist gewißlich an der. 4. Du konnteſt, durch der 310. Bekenner Chrifti, macht, deinem grabe gehen, und aus der furzen todesnacht Zum trost mir auferstehen. Zum stegel der gerechtigkeit Liegt nun der stein vom grabe weit, Der tod zu deinen füßen. fegt, fegt aus Den sauerteig der sünde, Daß Gott, wenn er erscheint, sein haus Geschmückt und heilig finde. Dieß haus seyd ihr: drum werdet rein. Die sich zu seinem tempel weihn, Die müssen heis lig werden. 2. Der Herr ist heilig, und will nicht Ins Herz der sünder kommen; Verbirgt vor bösen sein gesicht, Und wohnt mur in den frommen. Er will euch reinigen: so laßt Euch reinigen, verabscheut, haßt Und flieht, was er verdammet. 5. ,, Ich lebe! friede sey mit euch! Ich leb', und ihr sollt leben! Mir ist die macht, mir ist das reich Des Vaters überges ben!" Welch herrlich wort, mein Herr und Gott! Nun fürcht' ich nicht mehr grab und tod; Ich sehe dich lebendig. 6. Ich weiß gewiß, mein Heiland lebt! Auch mich wird er erwecken! Mein leib, den er so hoch erhebt, Verlacht des todes schrecken; Erwacht, wenn seine stimme ruft; Geht herrlicher aus seiner gruft, Dem Leibe Chrifti ähnlich. 7. Mit diesen augen werd' ich dich, Gott, mein Erlöser, schauen. Dann, dann wird deine hand für mich Ein Haus des friebens 8. Dann werd' ich deiner huld mich freun; In deinem lichte glänzen. Dann wirst du mein Vollender seyn: Mein Haupt mit wonn' umkränzen. christen, heiligt euch! bedenkt, Was Jesu auferstehung schenkt! Lobs sing' ihm, meine seele! O 3. Vor ihm sind keine laster klein, Wie klein sie immer scheinen. Nur die, die alle sünden scheun, Gehören zu den reinen. Sie danken ihm es durch die that, Daß sie sein blut entsündigt Hat, Damit sie heilig würden. 4. Wer von dem guten wege weicht, Wie viel kann der verlieren! Denn auch Ein fehltritt kann so leicht zu allen lastern Ofterlieder. 231 3. Mein Jesus lebt; das grab ist offen; Mit freuden geh' ich in die gruft. Auf seine stimme will ich hoffen, Die mich vom tod' ins leben ruft; Wie lieblich schallt sie nicht schon hier:„ Ich leb', und ihr lebt auch mit mir!" und der Erlösung. führen! Und wer nur Eine sünde liebt, Und ihren lüften sich ergiebt, Der ist vor Gott ein gräuel; 5. Der eilt entgegen dem gericht Auf seinem finstern pfade; Der hat kein ofterlamm; kömmt nicht zum mahle seiner gnade; Ach, wer nicht läßt von sünden gleich, hat keinen theil an seinem reich, Am segen seines bundes. 6. Wohl aber denen, die voll schmerz Auch fehler gern bereuen, Und ihrem Gott ihr ganzes herz, Ihr ganzes leben weihen! Die dürfen, von der sünde rein, Sich ihres ofterlammes freun, Und haben fried' und gnade. 7. Sie dienen Jesu tag und nacht, Bis ste mit allen frommen, Bewahrt durch seiner gnade macht, Zu seinem reiche kommen. Da ist, nach ihrer pilgerzeit, Das freudenmahl der seligkeit Von Gott für sie bereitet. Mel. Wer nur den lieben. 4. Mein Jesus bleibe denn mein leben; Der tod soll mir nicht schmerzlich seyn. Ich will ihm dienen; ihm ergeben, Mich seiner auferstehung freun, Weil er auch mich zum Himmel hebt, So wahr er Jesus ist und lebt! Himmelfahrtslieder. Mel. Herr Gott, dich loben. ie Gott belohnt, 312.Wic belohn', O Vater, deinen Sohn! So rief der ganze himmel, rief, Als Jesus Christ am kreuz entschlief. Es hatte Gott der himmel flehn Und seines Sohnes tod gesehn. 311. Mein Jefus lebt; zu Gott schwingt sich der Sohn empor; Ihm jauchzt der engel feiernd chor: mag ich doch fterben! Hier ist mein haupt und triumphirt. Nun muß auch ich das leben erben, Weil seine macht der tod verliert. Ich fürchte seinen fluch nicht mehr; Mein Jesus lebt, fein grab ist leer. 2. Mein Jesus lebt; er hat bezwungen, Was mir das leben rauben kann; Er hat mir heild Mittler! Vollender! Gott! Heiligster! welchen tod Starbst bu! und starbst ihn gern! Dustegst! lobsingt dem Herrn! Du stirbst nicht mehr den kreuzestob; 1319 und steg errungen, Und ihm ist Gelobt sey Gott! Gelobt sey alles unterthan. Der hölle tiefamists Gott! fter abgrund bebt; Denn sie Entzückt sahn ihm die Jünger vernimmt, daß Jesus lebt. nach; 232 Von Jesu Christo and day Jest trug er nicht der sünder| Er bleibet unsre zuversicht, schmach; Wenn unser Herz im tode bricht! Du, unser Gott und unser Herr! Wer kann dir würdig danken? wer Ein schimmerndes gewölke kam, Floß hin vor seinen fuß, und 2) nahm Den stralenvollen ihrem blick; Und wonn' und thränen ward 30 ihr blick. Verschwunden in den Himmel fern' Von allen, die du dir erschufft, Zu jenem leben riefft und rufft? Dank dir, ach, dank und preis und ruhm! Denn wir sind nun dein eigenthum, Und du begnadigst und belohnst, Und Jesum Chriftum wieder| Im himmel, wo du ewig wohnst, Den, welcher dich bekennt und gläubt, Und heilig wird, und heilig bleibt! Amen. Ist nun die herrlichkeit des Herrn; Doch werden sie am thron einst stehn, ſehn. Thut weit des himmels pfors ten auf! Der Sieger schwingt zum thron ob sich auf! Mel. Erschienen ist der herrliche. Thu' weit dich auf, o Salems 313. Wir freuen uns, thor! Der Ueberwinder steigt empor! Steht still, ihr stern', in eurem lauf! Herr Jesu Christ, Daß du zur rechten Gottes bist. O stärk' im glauben unfre seel', O starker Gott, Immanuel! Gelobt sey Gott! Zu Gott, zu Gott steigt er hinauf! Staub sind ihm sterne; finsterniß 2. Du herrschest auf des VaVor dem, der uns der fünd' ent- ters thron, Als Gottes und des menschen Sohn. Du, unsers glaubens zuversicht, Schämst da dich deiner brüder nicht. Gelobt sey Gott! riß! Sein blick ist huld; licht sein gewand; Und allmacht seine rechte hand! Heil ist sein werk; barmherzigkeit Sein thun; sein lohn unsterblichkeit! 3. Dein ist die macht; dein ist das reich. Wer ist an majes stät dir gleich? Mensch, engel, jede creatur Ist dein, du Schöpfer der natur. Gelobt sey Gott! 4. Umsonst, umsonst emporte sich Der fürst der Hölle wider dich. Er ist besiegt, o Gottes Der ist, der seyn wird, und der Sohn, Und unerschüttert steht dein thron. Gelobt sey Gott! Den eine sterbliche gebar, war! Wir freun uns seines großen lohns; Freun uns des Vaters und des Sohns, und der Erlösung. Himmelfahrtslieder. 233 5. Du, unser triumphirend| ist jeder feind von dir. Wir preis Haupt, Wie selig ist, wer an sen's; ach, vermöchten wir Doch dich glaubt! Du bist sein licht, würdig dich zu loben! Ehre, fein troft, sein theil, Sein star Ehre Dir, Vollbringer! Deine fer schuß, sein ewig heil. Ge- jünger Sehn dich leben, Sehn lobt sey Gott! zum himmel dich erheben. 6. Herr, unsre herzen traun auf dich; Dein freuet unsre seele sich. Du Held von unserm fleisch und blut, Bist unser heil und höchstes gut. Gelobt sey Gott! 7. Was uns gebricht, ist dir bekannt; Der segen ist in deiner hand. Von keinem frommen bist du fern; Du stehst auf ihn, und hilfft ihm gern. Gelobt sey Gott! 8. Sieh auf uns gnädig alle zeit Vom throne deiner herrlich feit! Leit' uns der tugend schwes ren lauf! Hilf unserm schwachen glauben auf! Erhör' uns, Gott! 9. Du fuhrst zum himmel; deine welt, Die deine langmuth noch erhält, Wirst du einst richten; nimm uns dann Zu erben deines reiches an! Erhör' uns, Gott! 2. Der engel Heere jauchzen dir. Mit ihnen jauchzen, Herr, auch wir Dir, satans überwinder! Du kamst herab und hast mit macht Uns heil und leben wiederbracht; Versöhnt sind alle fünder. Singet; Bringet Eure lieder, Meine brüder, Hin zum Sohne; Denn er herrscht auf Gottes throne. 3. Er sprach zur welt: nun werde licht! Und, o wie schnell verschwanden nicht Des abers glaubens schatten! Der götzen sklaven schämten sich; Auch glaubten viele, Herr, an dich, Die dich verworfen hatten. Heis lig, Heilig, Jesu, werde Gottes erde; Und an allen Habe Gott sein wohlgefallen! 10. Der fromme freut der zukunft sich; Dann triumphirt der glaub' an dich. Hilf uns zu dir, Herr Jesu Christ, Der du zur rechten Gottes bist! Gelobt sey Gott! 4. Du bist das haupt; was Gott dir gab, Strömt reichlich nun auf uns herab Von dir zu deinen gliedern. Heil, friede, freude, licht und kraft, Und troft für unsre pilgrimschaft; Das giebst du deinen brüdern. Dans ken, Danken Lehr' uns; singen, Preis dir bringen, Gott zu eh ren, Dem wir ewig angehören! 5. Zeuch, Jesu, uns, zeuch Mel. Wie schön leucht't uns. 314.2, Jesu, wunder- uns nach bir! Hilf, daß wir ernstlich für und für Nach deis nem reiche trachten! Laß aller Gottes thron erhoben! Besiegt Herz und wandel rein, Demüs voller Held, du erretter unfrer welt, Auf 234 dil Von Jesu Christod dni thig, mild und sanft uns seyn;| erfreut, Daß Gottes Sohn, der Was eitel ist, verachten! Freu- Herr, der Christ, Für uns ein den, Leiden, Laß uns dienen, mensch geworden ist. Lobfinget Um von ihnen Stets auf erden Gott! Mehr zu dir geführt zu werden! 6. Wir sind, o Herr, dein eigenthum; Sey denn auch unser schuß und ruhm! Was kann uns dann gebrechen? Wir suchen das, was droben ist: Auf erden herrschen trug und lift Und frevel und verbrechen! Hilf uns! Hilf uns! Denn die klagen Und die plagen Frommer feelen Sind ja groß, und nicht zu zählen. Shangh selle 7. Hilf, Jefu, fomm, o Gottes Sohn! Komm, führ' uns hin zu deinem thron; Und still' auch mein verlangen! Du bist vor uns, und uns zu gut, Durch leiden, kampf und durch dein blut, Zum himmel eingegangen. Hilf uns! Hilf uns! Denn so sollen, Denn so wollen Wir, erhoben In dein reich, dich ewig loben! 4. Der Herr bereitete ſein reich Zur wohnung, brüder Jesu, euch. Lobsingt ihm! denn wir sollen seyn, Wo er ist, uns mit ihm zu freun. Lobsinget Gott! Herr fährt auf; sein ist das reich, Und sein ist seines Vaters thron! Erhebt, erhebt den Herrn, den Sohn! Lobsinget Gott! 2. Die engel, die ihn leiden sahn, Des himmels heere beten an, Und mit bedecktem antlitz stehn Sie um den Herrn, ihn zu erhöhn. Lobsinget Gott! 3. Sie freun sich unsrer herrs lichkeit, Und jauchzen über uns 5. Wir, Gottes erben, sind nunmehr So selig, als der engel heer. Sie freun sich deß, und danken gern, Mit uns vers einigt, Gott dem Herrn. Lobsinget Gott! 6. Wovor entsetzen wir uns nun? Was können sünd' und tod uns thun! Zerstört ist satans reich und thron Durch Gottes und Mariens Sohn. Lobsinget Gott! 7. Er sendet uns des Vaters Geist, Der uns der fünde dienst entreißt, Mit haß uns gegen ste erfüllt, Und die erschrocknen herzen stillt! Lobsinget Gott! all 8. Sein geist, der uns den glauben giebt, Vertraun zum Mel. Erschienen ist der herrliche. hr Gottes, 315. frenet euch! Der Vater, der uns liebt, Erleuchtet uns, und macht uns fest, Die er in trübsal nie verläßt. Lobsinget Gott! 9. Was uns des Vaters Sohn erwarb, Als er für uns am freuze starb, Das eignet er dem glauben zu; Vergebung, gnade, kraft und ruh. Lobsinget Gott! 10. Der Vater hat den Sohn gesandt, Und wird nur durch den Sohn erkannt. Der Sohn und der Erlösung. macht durch den Geist allein Uns heilig und von sünden rein. Lobsinget Gott! 11. So viele gnaden haben wir Durch deinen Geist, o Herr, von dir, Da du zu deinem Vater gingst, Und sie von ihm für uns empfingst. Lobsinget Gott! 12. Mit allen engeln opfern wir Dir dank, o Vater, Jesu, dir, Dir, Geist des Herrn! und unser dank Sey ewig Gottes lobgesang! Lobsinget Gott! 103) 379) Sep Mel. Erschienen ist der herrliche. 316.0 er du zu Gott er höhet bist, Du fuhrst zum himmel, Jesu Christ! D Gott mit uns, dir danken wir! Stärk' uns mit heil und kraft von dir! Gelobt fey Gott! 2. Daß unser bruder, Gottes Sohn, Erhoben auf des Vaters thron, Für uns, o Vater, sorgt, das preist Der frommen dankerfüllter Geist. Gelobt sey Gott! Himmelfahrtslieder. 235 uns an: Er nimmt sich seiner brüder an. Gelobt sey Gott! 6. Wohl dem, der nur auf ihn vertraut, Sein heil auf dies sen felsen baut! D fünde, wir entsagen dir! Dem Herrn des himmels dienen wir! Gelobt sey Gott! 7. Er selbst ist unser höchstes gut; Denn er erwarb uns durch sein blut Des Vaters gnad', und gab den Geist, Der uns zum leben unterweist. Geløbt sey Gott! 3. Ihm sind die himmel unterthan; Ihn beten selbst die engel an; Er lebt und herrscht, dem Vater gleich, Und hat, wie er, ein ewig reich. Gelobt sey Gott! 4. Er hat der fünder heil voll bracht; Denn er bezwang des fatans macht, Bezwang den tod, und uns beschützt Er, der zur rechten Gottes fizt. Gelobt sey Gott! 5. Er hat gestegt; wir stegen mit! Wer will verdammen? er vertritt! Es flage, wer nur will, 8. Er leitet uns; und unser ist Dein reich, dein himmel, Jesu Christ! Dann werden, durch den glauben dein, Wir deines ruhms uns ewig freun. Gelobt Sky Tamanta sey Gott! 9. Du hast die menschen nicht verschmäht, Hast uns erlöst und bist erhöht. Erhöre nun auf deinem thron Uns, deine brüder, Gottes Sohn! Erhör uns, Gott! 10. Erhalt uns deine lehre; gieb Zu allem guten kraft und trieb! Gieb in versuchung sicherheit Im leiden muth und feftigs keit! Erhör uns, Gott! 11. Herr, nimm uns an, wenn du gericht zu halten kömmst, und richt' uns nicht! Laß uns zu deiner rechten stehn Und deine herrlichkeit uns sehn! Erhör uns, Gott! 12. Dann fürchten wir den tod nicht mehr, Und jauchzen, wie der engel heer, Daß du, der Herr, o Jesu Christ, Daß du so 236 adil Von Jesu Christo and de hoch erhaben bist. Gelobt sey| meine welt zum lohne Und meiGott! st ne herrlichkeit!" sprach Gott. Wie göttlich ist dein lohn, ErIn eigner Melodie. Me 317.Chrift fuhrgen him höhter Gottes Sohn! ihr mel. Was frommen, er uns hernieder? Den tröster, den heiligen Geist, Zum troste seiner christenheit. So hilft uns Gott! und schmach Folgt treu ihm nach; Gott, dem ihr dient, belohnt, als Gott! 4. Deine traurenden Erlös ten, D Herr, zu stärken und zu trösten, Kam über sie von dir dein Geist. Er ist's, der auch uns im leiden Mit troft erfüllt, uns seine freuden, Uns eine beff's 318.11eber aller himmel re welt verheißt. Er lehret uns heere Erhobst du dich mit steg und ehre, Du geber der unsterblichkeit. Laute, freudenvolle lieder Erschollen durch die himmel wieder, Und priesen deine herrlichkeit. Du nahtest, Gottes Sohn, Dich deines Vaters thron', Und sein antlitz Verklärte sich; Du setztest dich Zur rechten Gottes auf den thron. die bahn, Die wir dich wandeln sahn; Und wir wandeln Die edle bahn. Bald, bald empfahn Auch wir, wie du, die kron' am ziel. CS 2. Ganz war alles mun voll endet; Zum retter warst du uns gesendet; Zum retter einer fünderwelt. Jauchzet ihm, der erde kinder! Er hat euch euer heil, ihr fünder, Allmächtig wieder hergestellt. Nun geht mit euch auch nicht Der richter in's gericht. Der Erhöhte, Erwürgt für euch, Empfängt das reich; Denn alles, alles war vollbracht. 5. Uns die stätte zu bereiten, Um die wir pilger hier noch streiten, Gingst du voran in's vaterland. Herrlich wirst du wiederkommen; Dann führst du alle deine frommen Mit dir hinauf in's vaterland. Erkauft haft du uns Gott Und dir durch deinen tod. Wo du lebest, Und Gott mit dir, Da sollen wir Auch mit dir leben und mit Gott. 6. Welch ein jubel wird es werden, Wann wir dich wieder sehn auf erden In aller majestät des Herrn! Ist der große tag des lebens, Für deine feind' ein 3. Deines Vaters gnadenwil tag des bebens Und der verlen, Versöhner Gottes, zu erzweiflung, Herr, noch fern? füllen, Warst du gehorsam bis Wann kömmt er? wann erfreut zum tod. Size, Sohn, auf Uns deine herrlichkeit? Lobet, meinem throne; Dir geb' ich lobt Gott! Der tag ist nah'! 2. Lobsinget Gott! Lobfinget Gott! Deß sollen wir alle froh seyn; Christus will unser trost seyn. So hilft uns Gott! Mel. Wachet auf, ruft uns. - und der Erlösung. Himmelfahrtslieder. 237 Ach war er da! Und mit ihm| men; Ach, laß uns, Herr, mit unsre herrlichkeit! allen frommen Verklärt zu deiner rechten stehn! Ach, du wirst, wenn deine flammen Dem sünder drohn, uns nicht verdammen! Ach möcht', ach möcht. er nicht vergehn! Dann setz' auf deinen thron Die frommen, Gottes Sohn! Hilf uns, Jesu! Zur seligkeit Mach' uns bereit Durch glauben und gerechtigkeit! 51. in Mel. Allein Gott in der höh'. Mel. Wachet auf, ruft uns. 319.St Sterbend für das heil der fünder, Rief Jesus laut, der Ueberwinder: ,, Mein Gott, mein Gott, es ist vollbracht!" Tiefe still' ergriff am throne Die engel Gottes; und dem Sohne Antwortet' er: es ist vollbracht! Der himmel hört's, und sang Sein neues lied voll dank Gott dem Sohne: Er hat geſtegt, 320. Auf Chrifti himliegt, Der er aus Juda hat geſtegt! melfahrt Gründ' ich den troft der frommen, Befreit von zweifeln, furcht und pein, Auch einst zu Gott zu kommen. Wir, unsers hauptes glieder, freun Der hoffnung uns, bei ihm zu seyn; Er kann uns hier nicht lassen. 2. Er verließ, mit preis gekrönet, Sein felfengrab: Gott war versöhnet; Der fluch vom berge Sina schwieg. Dein triumph, o tod, o hölle? Wo ist dein steg, o tod, o hölle? Ihr seyd verschlungen in den sieg! Er hat's, er hat's vollbracht Das werk der gnad und macht! Preis sey Jesu! Nun fürchten wir Den tod nicht; wir, D, Jesu Christ, wir folgen dir. 2. Er ging zum Vater, und empfing Für uns des Vaters gaben. Den himmel nur, wohin er ging, Will ich zum erbe haben. Da, wo mein schatz ist, da allein Kann meine seele ruhig seyn; Dahin steht mein verlangen. 3. Jauchzet Gott mit großem schalle; Der ganze weltkreis wiederhalle Und jauchz' ihm! unser Herr fährt auf! Wir, im staub anbetend, sehen Dem Sie ger nach, und zu den höhen, zu denen er uns führt, hinauf. Jesu Christe, dir, Dir, Jesu, folgen wir. Sey gepriesen! Nicht zum gericht, Zum erb' im licht Führst du uns vor dein angesicht. atadist 3. Ach, Herr, du fuhrst zum Himmel, mich Auch einst zu Gott zu führen. Gieb, daß ich nichts begehr', als dich, Um ihn nicht zu verlieren! Dann scheid' ich, wann es dir gefällt, Getroft und freudig von der welt. Erhöre, Herr, mein flehen! 3 Mel. Ach, Gott und Herr. euch uns nach dir: So 4. Jesu, du wirst wiederkom 238 2. Zeuch uns nach dir: So jauchzen wir, Von sünd' und angst auf erden, Durch deine macht Zu dir gebracht, Erlöst und frei zu werden. soft adil Von Jesu Chrifto ad di Himmel voll verlangen. Du bist,| Sehn' ich mich zu dir hinauf. du bist, Jesu Christ, Vor uns Schließ mir, wenn ich bet' und vorangegangen. flage, Gnädig deinen himmel auf! Und, wenn ich nicht beten kann, Rede du den Vater an; Denn du bist zu seiner rechten; Darum hilf uns, deinen knechten! 3. Zeuch uns nach dir: So wandeln wir Den weg, den du uns leitest. Fehlt uns dein licht: So sehn wir nicht, Welch heil du uns bereitest. 4. Zeuch uns nach dir, denn schwach sind wir, Nur zu geneigt zum bösen. Wir sind ja dein! Du kannst allein Vom bösen uns erlösen. 5. Zeuch uns nach dir: So finden wir Den weg zu deinem throne. Dann schmückt uns einst, Wann du erscheinst, Der überwinder krone. 6. Zeuch uns nach dir: So werden wir, O Herr, von dir erhoben Hin in dein reich, Dort, engeln gleich, Dich ewig, ewig loben. rad sa s 3. Zeuch die sinnen von der erde Uleber alles eitle hin, Daß ich mit dir himmlisch werde, Ob ich gleich noch sterblich bin! Laß im glauben meine zeit Heilig seyn der ewigkeit! Laß mit dir, laß mit den frommen Mich zu deinem himmel kommen. 4. Dir ist alles übergeben; Steh, o Herr, den Deinen bei. Gieb, daß geistlich unser leben, Selig unser ende sey! Klagt der satan wider mich: Ach, so wirf ihn unter dich hin zum schemel deiner füße, Daß er ewig schweigen müsse! 5. Ach, bereite meine stätte Mir in deines Vaters hauf! Reiß mich, daß ich mich errette, Aus der eitelkeit heraus! Herr, der weg dahin bist du: Darum bringe mich zur ruh, Und nimm selbst, an meinem ende, Meinen 322. muß ich leiden; geift Mel. Freu' dich sehr, o meine. err, auf erden zeit. muß ich leiden; geist in deine hände! Kummervoll ist meine Doch, erwarten mich nicht freuden Einer reinen seligkeit? Gingst du nicht zu Gott für mich? Nicht zum himmel, daß ich dich, Daß ich deines Vaters gaben möchte schon auf erden Haben? buat du 2. Bis zum ende meiner tage 6. Kehre, wenn es zeit ist, wieder, Stärk' uns, wenn der glaube zagt; Komm, erlöse deine glieder; Denn du hast's uns zugesagt! Kömmst und richteft du die welt, Die dein wort für lügen hålt: Dann führ' uns aus unsern leiden, Aus dem kampf in deine freuden. und der Erlösung. 323.2 Mel. Komm, Gott, Schöpfer. ir schauen, Herr der Herrlichkeit, Zum throne deiner majestät, Vor dem, auf deinen wink bereit, Der engel heer lobjauchzend steht. 2. Du gingst, als nun dein werk vollbracht und deine welt versöhnet war, Zurück zum throne deiner macht, zu Gott, und Herrscheft immerdar. 5. Doch darum fürchten wir uns nicht, Weil deine hand uns hält und schützt. Du, unsre kraft, du, unser licht, Bist mitten unter uns auch igt. 3. Dein arm, o Gottmensch, herrscht und siegt, Du biſt uns 324.Dern, bertat Mel. Sey lob und ehr' dem. Sohn, uns bei Gott allenthalben nah, Und selbst das tiefverborgne liegt Vor deinen augen offen da. 4. Du bist in deine herrlichfeit Schon eingegangen; aber wir, Wir sind noch immerdar im streit, Und seufzen noch im elend hier. Durch bitten und durch leiden, Vertritt uns auch, wie er hier that, Im reiche seiner freuden. Er, unsers glaubens zuversicht, Verläßt uns auch im himmel nicht, Und spricht für seine brüder. 6. Du stärkest unsers glaubens muth Mit göttlicher allgegenwart, Durch deinen leib und durch dein blut. Wohl dem, der deiner gläubig harrt. 7. Herr, deine brüder preisen dich, Daß du so herrlich siegreich strittst, Und nun den satan unter dich, Und unter unsre füße trittst. Himmelfahrtslieber. 239 hast's gesagt) Erwartet deine kämpfer dort. 9. Ja, Herr des Himmels, Jesu Christ, Auf dich nur schaun und hoffen wir. Wir suchen nur, was droben ist; Und unser Herz ist schon bei dir. 8. So seßen wir denn unverzagt, Und freudig unsre wallfahrt fort. Ein hoher lohn( du 10. Vollenden wir einst unsern lauf: So eil', uns mächtig beizustehn; Nimm uns in deinen himmel auf; Laß deine herrs lichkeit uns sehn! 2. Wer darf nun zagen? seht, er sitzt Auf Gottes thron', und bittet Für uns zum Vater, der uns ist Mit segen überschüttet; Zum Bater, der am kreuze schon, Als er versöhnt war, seinen Sohn In seiner angst erhörte. 3. ,, Begehre, was du willst, von mir,( Sprach Gott zu seinem Sohne,) Du hast die welt versöhnt, und dir Geb' ich die welt zum lohne! Du hast, was ich verhieß, vollbracht; Dein ist, mein Sohn, gewalt und macht Im Himmel und auf erden!" 4. So herrsch' und stege, segn' und gieb Den fündern heil, den frommen zum guten freudigkeit und trieb, Und mache sie 240 adil Von Jesu Chrifto Jim vollkommen! Ich nehme jeden| Nicht liegen, und ermannt sich gnädig an, Der, die durch glau- noch, Erringt das ziel und sieben unterthan, Um meine gna- get. de flehet!" 5. Wer darf nun zagen? Gott gewährt, Was wir von ihm begehren; Und, was sein eigner Sohn begehrt, Wird er gewiß gewähren. Was giebt er dem nicht, der aus huld Sich opferte für unsre schuld? Was kann er ihm versagen? 6. Auch noch in seinem himmel fleht Sein blut, für uns vergossen, Und seiner thränen laut gebet, Die dort am Delberg flossen. Um gnad', um gnade rufen ste; Und Gott versagt sie denen nie, Die zu dem Sohne fliehen. 7. Was hier so brünstig schon thron, Der, was er heischt, gewähret. Fließt, thränen unsrer freude, fließt! Der menschen heil und leben ist Des Sohns und Vaters wille. 10. Er will: und seht, sein Geist erquickt Den, welcher kämpft mit lüften; Den, der umher nach hülfe blickt, Den fummervollen christen. Der chrift wird freudig, dankt dem Herrn, Nimmt auf sein joch, und trägt es gern; Denn Gott selbst hilft's ihm tragen. Mel. Alle menschen müssen. der Sohn Begehrte, das begeh: 325. Großer Mittler ret auf Gottes zur rechten Gottes, seines Vaters, sißt, Und die schaar von seinen fnechten Ueberall beglückt und schützt! Dir frohlocken, dir zur ehre, Aller deiner engel heere; Und in ihrem lobgesang Jauchzet aller frommen dank. Brod 2. Denn du kamst, uns zu erlösen; Und das opfer ist vollbracht, Das von aller schuld des bösen Uns befreit und selig macht. Allen giebst du heil und leben, Die sich gläubig dir ergeben. Herr, du starbst und überwandst Tod und grab: denn du erstandst. 3. Alles sollen wir empfan gen, Was uns noth ist; denn 8. Er will: der unbekehrte wird Erweckt, auf Gott zu hören; Der, der in dürren wüsten irrt, Zu ihm zurück zu kehren. Er segnet; und zum blinden spricht Sein Geist: sey sehend! siehst du nicht, Wie tief das lafter stürze?" 9. Er will: und hülfe kömmt herab, Kraft wider alle sünden; Und der, der Jesu sich ergab, Kann alles überwinden; Und, strauchelt er: so bleibt er doch 11. Lobsingt ihm! ihm, der uns vertrat Durch bitten und durch leiden, Uns noch vertritt, wie er hier that, Im reiche seis ner freuden. Er, unsers glaubens zuversicht, Verläßt uns auch im himmel nicht, Und spricht für seine brüder. und der Erlösung. Himmelfahrtslieder. 241 du bist In den Himmel einge- 8. Großer Mittler, sey erhogangen, Der nun unsre heimath ben! Weil wir leben, wollen ist. Da regierst du, da vollen wir Deiner herrschaft würde lodest Du dein großes werk, und ben, Opfern dank und ehre dir. sendest Deinen Geist auf die Können wir einst nicht mehr bes herab, Die zum erbe Gott dir ten: Wollest du uns noch vergab. i treten, Bis der ganz verklärte geist Dich mit allen himmeln preis't! 4. Herrlich wirket deine leh re; Denn du giebst ihr licht und kraft. Sünder macht sie, Gott 1113 sanct Mel. Schmücke dich, o liebe. zur ehre, Gläubig und gewiſsen- 326.König, dem kein kö haft. Alle lehret sünden Widerstehn, und überwinden. Straucheln sie in ihrem lauf: Hilfst du ihnen mächtig auf. 5. Du vertrittst bei Gott die deinen: Du versäumst sie, Heiland, nie. Alle thränen, die ste weinen, Zählst du, und belohnest ste. Alle, welche standhaft gläuben, und mit dir vereinigt bleis ben, Führst du aus der welt hinaus, Hin in deines Vaters haus. gleichet, Des sen ruhm kein lob erreichet; Ebenbild von Gott dem Vater, Der du kamst von Gott dem Vater, Dich der welt zu offenbaren, Als das bild des Unsichtbaren! Dir gebührt das recht zum throne; Dir, dem Mittler, dir, dem Sohne. 6. Du entzeuchst dich auch den armen, Den noch unbekehrten nicht, Weil dein Herz dir aus erbarmen Ueber all ihr elend bricht; Bittest Gott, sie zu verschonen, Nach verdienst noch nicht zu lohnen, Zeit zur buße zu verleihn, Der sich selbst die engel freun. on 7. So vertrittst du, so regies rest Du dein erbe, bis du einst Ganz dein großes werk vollführest, Wenn du zum gericht erscheinst. Dann ist ernte! heil den christen, Welche kämpften mit den lüften: Weil sie deinem thron sich nahn, Deine kronen zu empfahn! bid 1671 2. Himmel, erde, luft und meere Müssen dir, zu deiner.ehre, Willig zu gebote stehen; Was du willst, das muß geschehen. Fluch und segen, tod und leben, Dir ist alles übergeben. Herr, vor deines mundes schelten Zittern menschen, engel, welten. 3. Wo sind deiner gnade gränzen? Herr, wo sehn wir sie nicht glänzen? Wer vermag doch, die zu zählen, Welche dich zum haupt erwählen? Die nach deinem willen leben, Dir nur zu gefallen streben, Alles gern für dich verlassen, Und wie du, das böse haffen? 4. In dem reiche deiner ehre Jauchzen dir des Himmels heere. Durch frohlockende gesänge Preist dich der erlöften menge, dailer Von Jefu Chrifto id d 242 Die schon frei von furcht und grauen, Dein verklärtes antlitz schauen. Und mit allen diesen heeren Wollen wir dich auch verehren.bit is aist monst 5. Herr, was ist in allen reichen Deiner größe zu vergleichen? Mit der menge deiner schäße, Mit der güte der gesetze, Mit der unterthanen menge, Mit der Herrschaft macht und länge, mit dem segen deiner freunde, Mit der ohnmacht ihrer feinde? mod e didade 6. Herr, beherrsch in meinem herzen Furcht und zorn und luft und schmerzen! Laß mich gnad' und hülfe finden, Alle laster überwinden. Dich nur fürchten, ehren, lieben, und mich im gehorsam üben; Damit ich hier muthig streite, Und dort herrsche dir zur seite! macht. Er wirkt an jedem orte, Was werden soll, er hält Und trägt mit seinem worte Den ganzen bau der welt. Er giebt und nimmt das leben; Auch muß einst meer und gruft Die todten wiedergeben, Wenn seine stimme ruft. isi bil 3. Und der ist, mensch, dein retter, Der mensch ward und für fünder starb; Dir, seines namens spötter, Auch dir ein ewig heil erwarb. Schlag' an die brust und bebe,( Noch trägt dich seine huld) Daß er dir noch vers gebe, Noch tilge deine schuld. Er trägt in seinen Händen Die wage des gerichts. Wer darf den richter schänden, Dem himmel sind, wie nichts? sut si s 4. Der himmel singt ihm lies der; Und wenn zu ihm sich enpiegel nahn, Wirft sich der engel opsblog Bum 300 nieder, Und betet ihn lobjauchMel. Nun lob' meine seel'.[ zend an. Der Vater, der im 327. Dommt, menschen, her, und schauet Des Eingebornen herrlichkeit! Er hat die welt erbauet; Er war schon vor der welt und zeit. Er ist von Gott gezeuget, Sein glanz und ebenbild, Vor dem sich alles beuget, Was erd' und himmel füllt. Er hat des Bas ters stärke, Wie er, so groß, so gut; Und thut auch alle werke, Die Gott, sein Vater, thut. Sohne Will angebetet seyn, Stößt die von seinem throne, Die seiner sich nicht freun. Heil jedem, der auf erden Auf diesem felfen baut! Denn selig soll nur werden Der, welcher ihm vertraut. mpy lions 2. Er sprach zum himmel: werde! Der himmel ward und feine pracht; Zur erde: sey! die erde Entstand zum preise seiner 5. Dir sey denn preis und ehre! Gieb, daß sich jeder fünder gern Und bald zu dir bekehre, Sohn und ebenbild des Herrn! Sey, aller welt Erretter, Sey unser höchstes Gut! Gieb buße selbst dem spötter, Und rett' ihn durch dein blut! Laß stets, die dich bekennen, Sich deiner grös und der Erlösung. Himmelfahrtslieder. 243 ße freun, Von deiner liebe brenMel. Sey lob und ehr' deni. nen, Und ewig selig seyn! 329. Vollen ollendet freudig systir mdf Mel. Wachet auf, ruft uns. deuren lauf, Bleibt, christen, Gott ergeben. weckt der Sohn die todten 328. W schlaf, ihr fün- auf, Und rufet sie zum leben. vom Wachet Geht muthig seinen pfad einher. Er fuhr zum himmel; aber er, Er wird einst wiederkommen. 2. Er kömmt und führet euch ans licht; Doch nicht, daß er euch richte. Getrost seyd ihr, und zaget nicht Vor seinem angesichte, Der fromme harret wonnevoll Des richters; denn wer glaubt, der soll In fein gericht nicht kommen. der! Erwacht! denn euch, ihr menschenkinder, Erwarten tod und ewigkeit! Lohn und strafe, tod und leben Ist eurem Heiland übergeben. Erwacht! noch ist zur buße zeit. Gerecht, gerecht ist Gott! Er hört der frevler spott! Frevler, zittert! Wißt: was er spricht, Gereut ihn nicht; Er kömmt gewiß und hält gericht. Aivide 2. Schrecklich wird sein zorn entbrennen! Dann wird der spötter ihn erkennen, Des Vaters eingebornen Sohn. Jauch zet, jauchzt, ihr seine frommen! Er wird zu eurem heile kommen; Bald kömmt er, und mit ihm fein lohn. Euch richtet Christus nicht. Er selbst ging ins gericht Für die fünder. Gott ist vers söhnt! Gott ist versöhnt! Wer überwindet, wird gekrönt! 3. Seyd bereit, ihn mit verlangen, Mit reinem Herzen zu empfangen; Denn plößlich bricht sein tag herein. Und der richter wird vom bösen Sein reich, die erbe, ganz erlösen, Von sünd' und tode sie befrein. Heil, wonne, seligkeit 3ft ewig uns bereit! Amen! Amen! Die zeit ist nah'! Bald ist sie da! Gelobt sey Gott! bald ist sie da! 3. Der fromme dringet durch das grab, Um ewig Gott zu leben. Was Gott auf erden ihm vergab, Bleibt ewig ihm verges ben. Ihn macht der glaube, den die welt Verachtet und für thorheit hält, Gerecht und ewig selig. 4. Die stillste that, dem Herrn geweiht, Will Jesus offenbaren. Lob wird der wahren frömmigfeit Vor allem wiederfahren. welch ein ruhm, den sie gewinnt! Selbst heilige gedanken sind Gezählt, belohnt zu werden. 5. Wer leidenschaften überwand, Um seines Gottes willen, Wie ihm die welt auch widerstand, Doch standhaft zu erfüllen; Wer heilig blieb, obgleich der spott Der welt ihn traf: den wird sein Gott, Als seinen streiter frönen. Q2 244 dilerr Vom heiligen Geifte 6. Wen keine wolluft, wen| te: Den steht der Völkerrichter tein geiz, Kein eitles lob bethör an, Als hätt' er solches ihm te; Wer wider aller lüfte reiz gethan; Vergilt's ihm überAuf seinen Gott nur hörte; Wer schwänglich. strebte, mäßig, keusch und rein, Demüthig, sanft und mild zu seyn: Der wird dann Gottes erbe. 7. Wer eines der geringsten sich Erbarmt', und was ihn drückte, Ihm tragen half, und brüderlich Die leidenden erquick 8. So glaubet benn, und übet nur, Was Gott gefällt, ihr brüder; Denn, der für uns zum himmel fuhr, Kömmt zum ges richte wieder. Wohl euch als dann! dann führt er euch, Euch zu belohnen, in sein reich, Zu seines Himmels wonne! 10 118 Antt XI. Von dem heiligen Geiste, seinen Gaben und seinen Wirkungen. 11. Der heilige Geist hat den Aposteln eine völlige Erkenntniß der Lehre Jesu gegeben. Er selbst hat sie geschickt gemacht, dieselbe unter den Menschen auszubreiten und durch Wunder zu bestätigen, damit die Menschen durch die göttliche Kraft ihrer Wahrheit zur rechten Erkenntniß Gottes, zur ernstlichen Verabscheuung ihrer Sünden, und zum wahren Glauben an Je= sum Christum gebracht, durch seinen Beistand in ihren Gesinnungen und in ihrem Leben rechtschaffen gebessert, und in einem eifrigen Gehorsam gegen alle Gebote Gottes bis zu einem feligen Tode erhalten werden möchten. Naut Pfingstlieder. sidir Des lebens baum, durch dessen s frucht Gesund wird, wer genesung fucht, 330.Von et Den wäsſert dieser strom, und Mel. Herr Gott, dich loben. Gottes throne fließt Ein strom, der lauter ist, Hell, wie krystall, durch Gottes Deustadt, inftillt ist dies Die er sich selbst gegründet hat. Des pilgers durft. Er ist dein bild, lad Heiliger, Heiliger, Pfingstlieder. 245 und der Heiligung. Liebender, Tröstender, Seliger, Schöpfer, Geist, So stärket Gott, so führt er ufte! D 1990 Der uns der sünd' entreißt! Du strömtest auf der frommen schaar, Die glaubensvoll versammlet 130 Das heil des Mittlers bringen fie Zu jeder fernen nation; Und aller heil wird Gottes Sohn! Das höchste, was sie lehren, ist, Ist deine lieb', o Jesu Christ! war, Dich, ihr verheißnes licht, zu schaun, Und dann des Sohnes reich zu baun; Von ewigkeit hat er geliebt! Heil dem, der Jesum Christum liebt; Ihn, und den bruder, den sein ORI! ruf Mit muth in alle welt zu gehn, Vor königen mit muth zu stehn; zu lehren den, der für uns starb, Uns heil, uns ewig heil erwarb; Nicht hohn, nicht schmach, nicht qual zu scheun, S Und treu bis in den tod zu seyn. Als jenes sturmwinds brausen0 scholl, Auch mit zu jenem leben schuf! D du, der uns der fünd' entreißt, Des Vaters und des Sohnes Geift! Zur liebe Chrifti flamm' uns an, So wandeln wir des lebens ir des l bahn! filed So haben wir, Geist, Tröster, Da wurden sie, Gott! deinertheil sigramme o An Jesu Christi ew'gem heil! voll. Vom sturme zitterte das haus: d Amen! Da goffest du auf sie dich aus. In eigner Melodie. Du weihst sie, Herr, mit flam- 331. K Geift, Herre Domm heiliger men ein; Denn sichtbar soll dein wunder seyn; Gott! Erfüll' mit deiner gnaden gut Deiner gläubigen Herz, muth und sinn! Dein' brünstige lieb' entzünd' in ihnen! D Herr, durch deines lichtes glanz zu dem glauben versammlet hast Das volk aus aller welt zungen. Das sey dir, Herr, zu lob ges sungen! Halleluja! Halleluja! Wer nur in ihrem schatten weilt, 2. Du heiliges Licht, edler Der kranke wird durch ste geheilt; Und, wenn's der zeugen mund gebot, Hort! Laß uns leuchten des lebens wort; Und lehr' uns Gott recht erkennen; Von Herzen Va-. ter ihn nennen! O Herr, behüt' vor fremder lehr', Daß wir nicht Entfloh vor ihnen selbst ber tob. Es glänzt, indem er spricht, ihr mund; Macht Gottes große thaten fund In fremden sprachen; und, wer's digut hört, Und nur nicht frevelt, wird be fehrt. Din KBurton 246 Vom heiligen Geifted dis meister suchen mehr, Denn Je-| dein troft; Er mach' uns fröhfum Chrift, mit rechtem glau- lich und getrost! Gieb stärke, ben, Und ihm aus ganzer macht stets an Gott zu gläuben, Auch vertrauen! Halleluja! Halle im leiden fest zu bleiben! Steh luja! 63116 dosoliede dre mächtig unsrer schwachheit bei! Daß wir, bis in den tod getreu, Voll muth, als streiter Jesu, ringen, Und dann vom tod' in's leben dringen! Wir beten dann dich ewig an! In eigner Melodie. 3. Du heilige Brunst, süßer Trost! Nun hilf uns, fröhlich und getroft In deinem dienst beständig bleiben; Die trübsal uns nicht abtreiben! Herr, durch dein' kraft uns bereit', Und stärk des fleiſches blöbigkeit, Daß wir rin333.un bitten wir ben heil'gen Geist gen, Durch tod und leben zu dir dringen! Halleluja! Halleluja! Inis G Um den rechten glauben allermeist; Daß er uns behüte an unserm ende, Wann wir heimin In derselben Melodie. fahren aus diesem elende. Kyugui dall rie eleis! 2. Du werthes licht, gieb uns deinen schein; Lehr' uns, Jesum Christum erkennen allein; Daß wir bei ihm bleiben, dem treuen Heiland, Der uns bracht hat zu dem rechten vaterland'! Kyrie eleis! 332. Geist, Gott, Domm, heil'ger Schöpfer, Herr! Erfüll' uns, o Barmherziger, Mit luft zu Gott, aus allen trieben Ihn zu ehren und zu lieben! Herr, daß wir glauben, danken wir Dem glanze deines lichts; mur dir! In aller welt, mit fremden zungen, Wirst du, Gott, Schöpfer, Herr, besungen. Wir christen, wir lobsingen dir! 10 3. Du süße Lieb', schenk' uns deine gunst; Laß uns empfinden der liebe brunst; Daß wir uns von Herzen einander lieben, Und im frieben auf Einem finne bleiben! Kyrie eleis! um ge 2. D heilig's licht, Herr, unser Hort, Uns leuchte deiner wahrheit wort! Es lehr' uns Gott, den Vater, kennen, Und ihn findlich Vater nennen; Lehr' uns, daß Jesus unser Herr Und Meister ist, und keiner mehr, Daß wir nach keinem fremden schauen, Und ihm mit ganzem 4. Du höchster Tröster in aller noth, Hilf, daß wir nicht fürchten schand' noch tod; Daß in uns die sinne nicht verzagen, Wenn der feind das leben wird verklagen! Kyrie eleis! CH ernst vertrauen. Wir christen, 334. Debes Sohnes Mel. Nun bitten wir den. Vaters und wir lobsingen dir! 3. Uns stärke, Geift der huld, Geist, Der zum heil uns sichre und der Heiligung. Pfingstlieder. 247 wege weist, Gnadenvoller Trö- verstand! Gieb uns ins Herzd fter, laß, wenn wir sterben, Uns das ewige leben ererben! Gieb uns Jesu frieden! booth der liebe brunft! Des fleisches schwachheit, dir bekannt, Stärk allzeit durch dein' kraft und gunst! glietenie) dod 2. Es leucht' uns, Licht des Herrn, dein schein, Wenn uns tod und grab und zukunft dräun! Lehr' uns, Jefum Chriftum, den Sohn, erkennen; Von der liebe des Sohns entbrennen, Lebend und im tode! 5. Des feindes lift treib' von uns fern; Den fried' schaff' in uns deine gnad', Daß wir dein'm leiten folgen gern, Und meiden unsrer seelen schad'! 3. D du, der Liebe Geist, erhöh' Unsre seele, daß sie schmeck' und seh', Wie der Herr uns liebte; laß in den brüdern, Als in seinen geheiligten gliedern, Jesum stets uns lieben! 6. Lehr' uns, den Vater kennen wohl, Dazu Jesum Chrift, seinen Sohn, Daß wir des glaubens werden voll, Dich, beider Geist, recht zu verstehn! 7. Gott Vater sey lob; und dem Sohn, Der von den todten auferstund; Dem Tröster sey dasselb' gethan, In ewigkeit und alle stund?! du doma Mel. Komm, Gott, Schöpfer. 4. Du höchster Trost in aller noth, Hilf getreu uns seyn bis in den tod! Heilig laß uns leben; uns nicht verzagen, Wenn uns unsere sünden verklagen Vor der welten richter! 1336. K Domm, Schöpfer, In eigner Melodie. 10006 komm, o heil'ger 335. Domm, Gott, Schös Geist! Mach' aller menschen Herzen neu! Du kennest dein geschöpf, und weißt, Wie jedem, Gott, zu helfen sey. TER pfer, heiliger Geift! Besuch' das Herz der menschen dein! Mit gnaden sie füll', wie du weißt, Daß dein geschöpf soll vor dir seyn! 902. Denn du der Tröster bist genannt, Des Allerhöchsten gabe theu'r; Ein geistlich' salb', an uns gewandt; Des lebens brunnen, lieb' und feu'r. 2. Du Geist der weisheit, leite du uns zu der wahl des beften theils! Dem himmel führ' uns alle zu, Du führer auf der bahn des Heils! ier 3. Du bist von gaben siebenfalt; Der finger Gottes rechter Hand. Des Vaters wort giebst du gar bald Mit zungen frei in alle land'. 3. Uns ftrale deiner wahrheit licht! Gieb uns ins Herz der liebe gluth, Zum Vater frohe zus versicht, Zur tugend fraft und festen muth! 4. Des lebens wort hat Got tes Sohn Vom himmel uns herab gebracht. Es leuchte je 4. 3und' uns ein licht an im KUMTUN 248 dal Vom heiligen Geifted dau der nation, Durch deiner Leitung| gen! Die erde lag in nacht vers fanfte macht. 5. Vereine deine christenheit Durch deines friedens.festes band! Erinnr' uns pilger die fer zeit Stets an das beff're vaterland! hüllt, mit wahn und gößendienst erfüllt: Du hast den dicken finsternissen Nach langer nacht die welt entriffen. Gelobt sey Gott! Gelobt sey Gott! od grmo Arm 6. Dich, Vater, dich, o Jesu Christ, Recht kennen, dieses ist der quell, Aus welchem heil und wonne fließt. Stets sey er allen rein und hell. 7. Lob sey dem Vater; lob dem Sohn; Und dir, o Tröster, Gottes Geist! Einst singen wir vor deinem thron' Ein lied, das würdiger dich preist! 2. Tag, der du heitrer uns erscheinst, Als jener, der mit stürmen einst Den finstern Si nai bedeckte, Und Israel durch donner schreckte, Der du ein tag des segens bist, Du, tag des ses gens, sey gegrüßt! Wir jauchzen dankbar dir entgegen: Für uns auch bist du reich an segen. Gelobt sey Gott! Gelobt sey Gott!! 3. Wie furchtbar hat mit fluch und tod' Uns sünder das gesetz bedroht! Nun stralt in desto Mel. Erschienen ist der herrliche. om himmel 337.Vber Geift herab, fanft'rer klarheit Uns Jeſu Chris sti gnad' und wahrheit. Er, er hat das gesetz erfüllt, Die schuld bezahlt, den zorn gestillt; Er ist zum Vater hingegangen, Für uns viel gaben zu empfangen. Gelobt sey Gott! Gelobt sey Gott! ifliso Den uns der Sohn erwarb und gab. In fremden sprachen that der mund Der jünger Gottes gnade fund. Gelobt sey Gott! 2. Der erde dunkel ward erhellt; Sie gingen aus in alle welt, Und predigten des Vaters huld, Vergebung aller sünd' und schuld. Gelobt sey Gott! 3. Die ganze welt bekehre sich! Wir preisen, Jesu Vater, dich! Und dich, o Sohn! auch danken wir Dir, Geist des Herrn, und folgen dir! Gelobt sey Gott! od and one Mcl. Komm, heiliger Geift. 338. tag, ber uns bes Gott! Gelobt sey Gott! Vaters rath Und Jefu heil verkündigt hat! Mit inbrunst sey von allen zungen 3u seinem preis, o tag, besun4. Lobsinget ihm! er ward erhöht Auf Gottes thron voll majestät. Nun segnet gnädig seis ne jünger Der triumphirende Vollbringer, Er tauft mit feuer und mit geist Die schaar der zeugen, die ihn preist. Sie sterben selbst für seine lehre, Daß sich die welt zu ihm bekehre. Gelobt sey 5. Ein sturmwind braust und macht ihm bahn, Und kündigt ihn den jüngern an. Er kömmt herab, und bringt mehr und der Heiligung. gaben, Als menschen je empfangen haben. Gleich blißen, sett er sich auf sie. Sie preisen Gott; so tönten nie Die Heiligen, wie sie, zusammen. himmlisch lob! o wunderflammen! Gelobt sey Gott! Gelobt sey Gott! brim 6. O welch ein wunder! welch ein ruf! Der unsern mund zur rede schuf, Der giebt beredsamkeit den blöden, Und lehrt fie, fremde reden. Pfingstlieder. 249 9. Und dieser segen dauert fort! Gelobt sey Gott! er gab sein wort Mit schaaren von evans gelisten. Auf! rühme, danke, volk der christen! Dir sendet, wie sein wort verheißt, Der Va ter seines Sohnes Geist; Und deffen milde gnadengaben Sollst du in reicher fülle haben. Gelobt sey Gott! Gelobt sey Gott! Mel. Erschienen ist der herrliche. 7. Gesandt von Jesu, gehn ste gern, Und sammeln überall dem Herrn, Selbst aus verfolgern, neue jünger. Dieß, wahrlich! dieß ist Gottes finger! Umsonst bestürmt sie grimm und spott. Sie stegen dennoch, stark durch Gott, Troß alles grimms, trotz alles spottes, Und wirken große thaten Gottes. Gelobt sey Gott! Gelobt sey Gott! folgten giebt er freudigkeit; Ver- warb, Als er für seine menschen zagten unerschrockenheit. Er starb, Ist ausgegoffen; Jesu staunend sicht der freis der er reich Ist nun gegründet; freuet den Aus fischern Gottes lehrer euch! Gelobt sey Gott! werden. Gelobt seyy Gott! Ge- 2. Er, den des Vaters gnad' lobt sey Gott! ad id duns gab, Kam in der jünger herz herab. Mit neuen zungen that ihr mund Die großen thaten Gottes fund. Gelobt sey Gott! tor 8. Der Herr mit euch! der Herr mit euch! Ihr bauet ihm sein neues reich. Nun herrscht der Herr, auch unter heiden, Und völker dienen ihm mit freuden. Nun lernt die welt, erhellt und frei Vom joche der abgötterei, Den längst vergeff'nen Schöpfer kennen, Und ihn durch Chriftum Vater nennen. Ge lobt sey Gott! Gelobt sey Gott! 339.Der Geift, den uns ers 3. Denn Jesus, Gottes Sohn, verhieß Den Tröster, eh' er ste verließ Und siegreich und ges frönt mit lob Zu seinem Vater sich erhob. Gelobt sey Gott! 4. Er blies fie an: ,, nehmt hin den Geist,( So sprach er) geht und unterweis't Der erde völker; sie sind mein; Wer hört und glaubt, soll selig seyn." Gelobt sey Gott! 5. Wenn ihr vor fürsten stehen sollt, So sorgt nicht, was ihr reden wollt; Denn weisheit giebt zur selben zeit Der Geist euch, und auch freudigkeit." Ges lobt sey Gott! inimesi 6. Er hat's gethan! er hat's dail Bom heiligen Geifte and d 250 gethan! Der erbkreis betet Jesum an; Vergoß gleich selbst der priester wuth Der siegenden bekenner blut. Gelobt sey Gott! 7. Laßt uns den Tröster, der die weit Zum lichte rief und ste erhellt, Den Geist, durch den die blinden sehn, Und todte les ben, froh erhöhn! Gelobt sey Gott! 18650 8. Nehmt, nehmt den Geift der Herrlichkeit, Den Tröster in der pilgerzeit, Den Führer zur vollendung an, Und wandelt freudig seine bahn, Und lobet Gott! stutt bis 9. Sie führt zu Gott, zum himmel hin. Wohl denen, die des Geiftes sinn Empfangen haben und sein licht! Sie kommen einst nicht ins gericht. Ges lobt sey Gott! de 10. Erhebt ihn, preist den Vater; preis't Des Vaters Sohn, wie seinen Geist, Bis er in seiner ewigkeit Euch mit des Sohnes wonn' erfreut. Gelobt fey Gott! 10: Mel. Nun bitten wir den heiligen. 340.0" u Geist des Va ters, Geist des Sohns, Einer macht mit beiden, Eines throns, Geist, den Jesu gnade zu uns sendet, Der den glauben anfängt und vollendet! Ach, hilf uns, Herr! 12. Du Geist der gnaden, Geist voll kraft, Mach' uns gläubig, mach' uns tugendhaft! Wirk' in unsern seelen gute triebe; Schenk uns demuth, sanftmuth, keuschheit, liebe! Ach, hilf uns, Herr! 3. Zeig' uns den Sohn, daß wir durch ihn Dem gerichte, das uns droht, entfliehn! Lehr' uns, seine liebe recht erkennen, Und ihn unsern Herrn und Heiland nennen! Ach, hilf uns, Herr! 4. Du nimmst bei Gott dich unser an; Lehr' uns beten, hülfe zu empfahn! Geist der findschaft, komm, uns zu vertreten, Wenn wir: Vater, rufen, wenn wir beten! Ach, hilf uns, Herr! 5. Sey, wo wir wandeln; hilf uns; sey Du der Führer; steh' uns schwachen bei! O gieb, daß die sünder vor dir zittern, und dich durch verstockung nicht erbittern! Ach, hilf uns, Herr! 6. Erhalt' uns Gottes lehre rein! Laß uns seines wortes thäter seyn! Schenk' uns treue hirten, daß die heerde, Jesu heerde nie verführet werde! Ach, hilf uns, Her 7. Verlaß uns, höchster Tröster, nicht; Tröste, tröst' uns, wenn uns trost gebricht! Laß uns Jefu wunden freude geben; Sprich einst, wenn wir sterben: ihr sollt leben!" Ach, hilf uns, Herr! 8. Komm, kraft des Herrn, in unser herz; Zeuch es zu dir, zeuch es himmelwärts! Laß uns alles eitle nicht mehr achten; Nach dem reiche Gottes lehr' uns trachten! Ach, hilf uns, Herr! mind mujieda 9. Gieb, Geist des friedens, und der Heiligung. Pfingstlieder. 251 einigkeit! Christi glieder trenne| nem rath, Und führ' uns selbst nie ein streit! Gieb, daß fried' und liebe stets sich küssen; Und laß die verfolgten schuß genie Ben! Ach, hilf uns, Herr! den rechten pfad, Die wir den weg nicht wissen! Gieb treue; gieb gelassenheit; Gieb freudige beständigkeit, Auch, wenn wir leiden müssen! Baue, Baue Zions mauern; Die da trauern, Komm zu trösten, Zu erquicken die erlösten! 1918 10. Sen unser schirm zur zeit der noth; Wende von uns, was verderben droht! Steh' in schweren kämpfen uns zur feite, Daß, wer kämpft, wie Jacob, fiegreich streite! Ach, hilf uns, Herr! 1 11. Laß, Geist der heiligung, uns rein, Deine tempel, Gottes tempel seyn; Daß wir fünder, heilig schon auf erden, Ruhig, fröhlich, und dann selig werden! Ach, hilf uns, Herr! in Mel. Wie schön leuchtet der. überwinden! 4. Stärk' uns, o Herr, mit muth und kraft, Zum kampf in unsrer pilgerschaft, Und führ' uns täglich weiter! Ja, unter deinem treuen schutz Erschreck uns keiner feinde truß, Ermüde nie dein streiter. Laß uns Wallen Gottes pfade; Laß uns gnade Täglich finden, Jede noth zu 341. Sheilger Geift, zeuch in uns ein, Und laß uns deine wohnung seyn, Zu unsrer Herzen wonne! Wir irren von natur; dein licht Verlaß uns leicht getäuschte nicht; Sey unsers lebens sonne! Weisheit, Weisheit Gieb uns allen! Gott gefallen Keine seelen, Die nicht ihre wege wählen. 5. D starker fels der wahrs heit, fen Der firche schuß, und steh' ihr bei, Daß ihr fein feind sie raube! Durch liebe sey in wort und that Bei jedem, der die wahrheit hat, Voll guter frucht sein glaube. Jeder Werde Mehr als hörer; Der vereh rer Jesu werde Gottes preis schon auf der erde! 6. Auch suche jeder brüderlich Der menschen heil, entflammt durch dich, Wie Gott liebt, fie zu lieben; Und feiner fenne mehr, was neid, Was zwietracht ist, und sey bereit, Was bessern kann, zu üben! Schaffe, Daß ihn Nie im glücke Stolz berücke; Laß ihn ringen, Auch durchs kreuz zu Gott zu dringen. an 67. Schmück' uns mit wahrer 3. Verlaß uns nie mit dei heiligkeit! Ihr sey das leben 199 28 2. Aus deiner weisheit quelle fließt, Was uns zu glauben heilsam ist; Gieb, daß wir dich ftets hören! Laß in des glaus bens Einigkeit Uns freudig alle christenheit Dein wahres zeugniß lehren! Laß doch Alle, Die es hören, Sich bekehren; Dir ergeben, Dir zum preise, Gott, nur leben! 252 di Vom Heiligen Geiste Rol ganz geweiht; Sey du nur unsre| ist dir's nicht, Was ich bin, was stärke! Laß uns ein volk seyn, mir gebricht. Drum gieb weißdas Gott ehrt, Gott angenehm, heit; gieb uns allen Gnad' und den menschen werth, Durch trieb, Gott zu gefallen! wahrhaft gute werke! Endlich Führ' uns Hin zum Sohne, Seinem throne Froh entgegen, Daß wir ewig jauchzen mögen! Mel. Freu' dich sehr, o meine. 5. Du bist heilig, liebst das gute; Willst auch, daß wir heis lig sey'n. Wasche denn in Jeſu blute Mich von allen sünden rein! Gieb, daß ich, erlöst und 342.Sbu allerbeste freu- frei Bon der lüfte tyrannei, Dankbar, was du nur liebst, wähle; Fromm sey, nie muthwillig fehle! de, Du, in niß mein licht, Du mein Tröfter, wenn ich leide, Immer meine zuversicht, Du mein Führer, 6. Du bist gütig, voll erbars Geist des Herrn, Sey mein Helmen; Nimmst, wo niemand helfer, sey nicht fern, Du Erhalter fen kann, Dich der traurigen aller dinge; Höre, höre, was und armen, Aller, die in noth ich finge! sind, an; Selbst auch feinde hast du lieb: Ach, auch mir verzeih', und gieb, Daß ich freund' und feinde liebe; Keinen, den du liebst, betrübe! 7. Laß mich Gottes wege ges hen; Laß auch nimmer meinen geist Deinem triebe widerstehen, Standhaft thun, was er mir heißt! Wenn ich schwach bin: stärke mich! Leid' ich: so erquicke mich! Mache nur, zu Got tes ruhme, Mich zu deinem eigenthume! 2. Du bist ja die beste gabe, Die ein mensch sich wünschen kann. Wenn ich, Geist des Herrn, dich habe, Dich nur: was gebricht mir dann? Weihe meine feele dir, Dir zum tempel; komm zu mir, Daß der Vater mit dem Sohne Gern in meinem Herzen wohne! 3. Wie die wüste grünt durch regen, Also blüht der tugend saat, Wächst und reift, sobald dein segen Unser Herz durchdrungen hat. Fleuß denn auch auf mich, o Geist, Den der Vater mir verheißt! Laß mich deine kraft durchdringen, Auch zu blühn und frucht zu bringen! 4. Du bist weiß und voll verstandes; Dir ist, was geheim ist, kund. Herr, du zählst den staub des sandes, Schaust bis auf des meeres grund, Ach, verborgen 8. Ich, nie mehr von dir geschieden, Ich entsage gern der welt; Bleibe ruhig und zufries den, Wenn mein glaube Gott gefällt. Satans neße sollen nie Mich bestricken; ich will fie Ernstlich fliehn, und ernstlich streben, Dir nur, nicht der welt, zu leben. mdat sunt 9. Nur allein, daß du mich und der Heiligung. Pfingstlieder. 253 net! stärkest; Steh' mir stets, mein| sein blut Seyd ihr Gott versöhHelfer, bei! Hilf mir mächtig, wo du merkest, Daß mir hülfe nöthig sey! Lockt mich eine lust von dir, Und erwachen, Herr, in mir Alte neigungen zum bösen: Ach, so komm, mich zu erlösen! 10. Laß hinauf zu Gott mich streben! Wenn ich strauchle, sey mein stab! Wenn ich sterbe, sey mein leben, Nie erschrecke mich das grab! Leb' ich: so versichre mich, Daß, o Geist des lebens, ich Mit dem leib' auch aus der erde Selig einst erwachen werde. Amaier der! Sey nicht fern, Geist des Herrn; Segne Jesu brüder! Er hat nie sein wort gebrochen, Und er hat Seinen rath Seinem volk versprochen. 5. Sichre weck' aus ihrem schlafe; Rette doch Heute noch Die verlornen schaafe! Rette du sie vom verderben! Laß sie nicht Durch's gericht In verstos ckung sterben! Mel. Warum sollt' ich mich. 343. und eift des Vaters, 2. Schöpfer unsers neuen lebens, Fern von dir Suchen wir Unser heil vergebens. Giebst du uns nicht licht und stärke, So gebricht Kraft und licht Uns zum schwersten werke. 6. Geist der weisheit, gieb uns allen Durch dein licht Ünterricht, Wie wir Gott gefallen! Lehr' uns froh zum Vater treten; Sey uns nah', Und sprich: ja! Wenn wir gläubig beten! 7. Hilf, den kampf des glaus bens kämpfen! Gieb uns muth, Jede gluth Böser luft zu dämpfen! Laß uns nie gefahr noch und tod Nie von Jesu scheiden! 8. Hilf uns, nach dem besten streben! Schenk' uns kraft, Tugendhaft Und gerecht zu leben! Gieb, daß wir nie stille stehen; Treib' uns an, Froh die bahn Deines worts zu gehen! 9. Sey in schwachheit unsre stüße! Steh' uns bei, Mach' uns treu In der drangsal hitze! Führe, wenn nach kurzen leiden Gott den geist Kommen heißt, Ihn zu seinen freuden! Mel. Kommt her zu mir, spricht. 3. Herr, wir fallen dir zu fuße! Eins ist noth Für den tod: Buße, wahre buße! Zeig' uns ſelbst ben gräul der ſünde, Daß 344. Gott Bater, fende Herz Angst schmerz, Reu' und schaam empfinde! 4. Zeig' uns des Erlösers wunden! Ruf uns zu: Ihr habt ruh', Ihr habt heil gefunden! Er hat euch mit heil gekrönet; Faßt nur muth! Durch Geist, Den uns dein Sohn erbitten heißt, Aus deines himmels hös Hen! Wir bitten, wie dein Sohn uns lehrt; Laß, Vater, uns nicht unerhört Von deinem throne gehen! KBHLIGTING Vom heiligen Geifted d 254 2. Kein mensch, der deinen Geist begehrt, Ist dieser edlen gabe werth. Wer konnte sie verdienen? Um lieb' und gnade flehen wir; Denn, starb dein Sohn nicht, um mit dir Die sünder zu verfühnen? 8. Er reißet seine band' ents zwei, Macht uns von allem fummer frei, Von allem, was uns fränket. Er ist's, der, wenn ein wetter blißt, Doch alles, weil er uns beschützt, Zu unserm be isten lenket. mal 3. Es jammert deinen vaters finn, Daß ich so tief gefallen bin, Verderbt von Adams falle; Denn mit der fünde herrscht der tod, Den des gesetzes urtheil droht, Nun über mich und alle. 4. Nun, Herr, ergreifen wir dein Heil, Und sind gewiß, daß wir dein theil Durch Jesum Chriftum bleiben, Die wir, durch deines Sohnes blut Des himmels erb' und höchstes gut Zu haben, treulich gläuben. 5. Doch dieser glaub' ist auch von dir. Von deinem Geiste müssen wir Die kraft dazu empfahen. Gäb' uns dein eigner Sohn ihn nicht: Wer könnte sich mit zuversicht. Zu deiner gnade nahen? 6. Dein Geift erwecket und erhält Den glauben, welcher dir gefällt, Und stärket ihn zum stege, Daß er in keinem kampf, o Gott, Durch zweifel, durch gefahr, durch spott, Dem satan unterliege. 9. Er macht uns unsers lohns gewiß; Ist unser licht in finsterniß; Führt uns als seine schaafe. Er sorgt, daß keiner, wer ihn hört, Nachlässig werde, noch bethört, Wo wachen noth ist, schlafe. bun dinl mid 150 thi 10. Er lehret uns die furcht des Herrn; Liebt reinigkeit, und wohnet gern In frommen, feuschen seelen. Er treibt uns, statt der lust der welt, Die bloß der finnlichkeit gefällt, Der tugend glück zu wählen! 11. Er bleibet seinen frommen treu; Er steht uns auch im tode bei, Im letzten, schwersten streite; Daß er aus aller qual uns dann, Wo uns kein mensch mehr helfen kann, Zur wonne Gottes leite. ORE 12. Wir wissen, Herr, wir sind dir lieb. Gieb, Vater aller güte, gieb Uns allen diese gabe; Daß jeder deinen guten Geift, Bis er am throne, Gott, dich preis't, zu seinem führer habe! Mel. Freu' dich sehr, o meine. 7. Wo Gottes Geist ist, ist auch steg. Durch ihn gewinnen 345. Gott, gieb einen regen, wir den krieg; Der satan ist ges richtet. Was schadet uns sein widerstand? Erhebt nur Gottes Geist die hand: So ist sein grimm zernichtet. Denn mein Herz ist dürr, wie sanb! Gieb mir deines Geistes segen; Tränke dein so dürstend land! Seine gaben laß auf mich, Pfingstlieder. 255 ich, sicher meines lohns, Geist des Vaters und des Sohns, Dir mein ewig loblied bringe, Ewig deinen ruhm besinge! in us 2. menschen haben Doch noch ihre kinder lieb; 346.3thoren, GeiftGot Mel. Helft mir, Gottes güte. euch zu deinen Haben, sie mit guten gaben Zu erfreun, gefühl und trieb: Ach, wie solltest du den Geist, Den uns, Gott, dein Sohn verheißt, Um den wir auch beten sollen, Uns nicht reichlich geben wollen? 3. Jesu, du bist hingegangen, Hin zum Vater: fende mir Deinen Geist; denn mit verlangen, Herr, erwart' ich ihn von dir! Ewig müff' er bei mir seyn, Mich vom bösen zu befrein, Mich im glauben fest zu gründen, Sünd' und welt zu überwinden. und der Heiligung. Gleich dem thau in wüsten, sich, Mich zu fegnen, reich ergießen, Fruchtbar mich zu machen, flieBen! Idsin nu Dum 4. Führer aller frommen Gots tes! Weder wollust noch gewinn, Noch das hohngeschrei des spottes Reiß' mich je zum lafter hin! Mache meine seele rein, Um dein tempel, Herr, zu seyn, Daß ich lebe, wie ich glaube, Ewig treu dem Sohne bleibe.s019 5. Ach, entflamme, Geist der liebe, Mit der liebe Gottes mich, Daß ich wohlzuthun mich übe, Liebreich, mild und sanft durch dich! Gieb in trübsal freudigfeit; Geht mir's wohl, bescheidenheit; Ernst, allein auf Gott zu schauen; Zum gebet ein froh vertrauen! 6. Daß ich dem zu ehren lebe, Der Dem zorne mich entriß; Stets nach seinem reiche strebe, Jener herrlichkeit gewiß; Bis tes, wohn' in mir! Du hast mich dir erkohren; Und darum flet' ich dir: Gieb, allerhöchster Geist Des Vaters und des Sohnes, Mit beiden gleiches thrones, Was mir dein wort verheißt! 2. Zeuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine kraft; Die kraft, die uns von sünden Hülf' und errettung schafft! Entfünd'ge meinen finn, Daß ich mit reinem geiste Dich ehr', und alles leiste, Was ich Gott schuldig bin! 97104 3. Mit andern wilden reben Genieß' und fühl' auch ich Des rechten weinstocks leben, In ihn verpflanzt durch dich. Gieb, was mein Vater sücht, Daß ich zum erntetage Die frucht des glaubens trage, Der guten werke frucht!( nool dry dlich) rust 4. Du lehrest beten: lehre Mich, wie ich glaubensvoll, Daß mich der Vater höre, Mich zu ihm nahen soll! Regierst du mein gebet: So werd' ich alle gaben Von dir zu hoffen haben, Dr seufzer auch versteht. ste 5. Du bist ein geist voll freuden, Und trauren liebst du nicht: So leuchte mir im leiden Auch beines trostes licht! Ach, nimm dich meiner an! Du haft in dei ABHING! dall Vom Heiligen 256 nem worte mir selbst die enge pforte Des lebens aufgethan. 06. Du bist ein geist der liebe; Willst nicht, daß haß und neid Der christen herz betrübe; Liebst fried' und einigkeit. Laß allen streit uns fliehn, Uns rach' und zorn verdammen; Von deiner liebe flammen Laß aller Herzen glühn! 7. Du haft in deinen Händen Die ganze weite welt; Kannst alle Herzen wenden, Wie dir es wohlgefällt. Der du die liebe bist, Verknüpf' in allen landen Mit sanfter liebe banden, Was Mel. Auf meinen lieben Gott. noch getrennet ist! 347. Auf meinen Gott verläßt Mein gläubig herz sich fest. So oft ich im gebete Zu seinem throne trete, Wird auf mein kindlich schreien, Mich licht und hülf erfreuen. 8. Den kriegen wehr' und steure; Den frieden bring' zurück. Dein blick voll gnad' erneure Verheerter länder glück! Friedsame bürger laß In sichern Hütten wohnen; Entferne von den thronen List, schmeichelei und haß! id 9. Hilf allen obrigkeiten! Bau' unsers Königs thron! Beglücke seine zeiten! Sey selbst sein schild und lohn! Den alten gieb verstand, Gelehrigkeit der jugend! Und gottesfurcht und tugend Schmück' unser ganzes land! Geifted d 11. Gieb freudigkeit und står ke 3um kampf im glauben! gieb, Um satans reich und werke Zu hindern, muth und trieb! Hilf streiten! ritterlich Laß jeden überwinden! Daß keiner je den sünden Zum dienst ergebe sich! 12. Richt' unser ganzes leben Nach deinem willen ein; Damit wir, Gott ergeben, Selbst auf den tod uns freun. Kömmt denn der letzte streit: So laß uns fröhlich sterben; Mach' uns zu Gottes erben; Gieb uns die feligkeit! 10. Gieb zweifelnden gemüthern Den glauben, der erfreut; Mit allen wahren gütern Auch wahre dankbarkeit! Fern flieh' von uns der geist, Der dir sich widerseßzet, Und das, was dich ergößet, Aus unserm Herzen reißt! En sortint die 2. Der Geist, den er verheißt, Giebt zeugniß meinem geist, Ich sey, obgleich voll fünde, Erwählt zu seinem finde, Und soll durch ihn auf erden Rein, fromm und heilig werden. 3. Nur soll nie frevelhaft Mein Herz der gnade kraft Selbst schwächen; soll nur streben, Wie er mich treibt, zu leben. Verführungen zu fünden kann ich dann überwinden. 4. Dann steh' ich fest im streit, Und überwinde weit, Erneut zu Gottes bilde, Bedeckt mit seinem schilde; Und dann, ob ich gleich sterbe, Werd' ich des himmels erbe. und der Heiligung. Pfingstlieder. 257 5. Gedank, ich fühle dich;| und vollbringen! Wenn ents Du, du beruhigst mich In fum- schluß und ernst mir fehlt, Wenn mervollen tagen. Wie kann ich je verzagen? Nichts müsse dies sen glauben Aus meinem herzen rauben! mich kält' und ohnmacht quält: Laß mir dann den kampf gelingen! Dann regiere meinen geist, Nur zu thun, was Gott mir heißt! 3. Führe mich zu Jesu wunden, Wenn mir mein gewissen droht! Stürmen der versuchung stunden: So vertritt mich in der noth! Wachen lehre mich und flehen! Wenn ich strauchle: hilf mir auf! Hilf, und laß im schwersten lauf Immer mich zum himmel sehen; Sehn das kleinod, das Gott giebt Dem, der bis ans end' ihn liebt! 6. Welch leiden dieser zeit Ist werth der herrlichkeit, Der, jenseits dieser erde, Ich mich einst freuen werde? Dem, dem ist sie bereitet, Den Gottes Geist hier leitet. 7. Du Geist des Vaters, Geist, Den Jesus dem verheißt, Der betend dich begehret, O sey auch mir gewähret! Regiere meine seele, Daß sie nicht wank' und fehle! 8. Verstegelt bin auch ich, Mel. Nun bitten wir den. Geiſt des Herrn, durch dich Auf 349. Geift Gottes, wir jenen tag Wo, frei von schmerz und leiden, Der unschuld, die hier weinet, Der rettung tag erscheinet. warten dein! Laß die herzen deine tempel seyn! Durch dein wort erfreue die erlös'ten, Die sich ihres Heilands gläubig Mel. Sollt' ich meinen Gott. 348.& eift ber kraft, der trösten! Herr, erbarm' dich unzucht, der liebe, Der der frommen Herzen lenkt, Und die wohlthat guter triebe Gottgeweihten seelen schenkt; Seelen, die, was arg ist, hassen, Fest sich hängen, Herr, an dich, Von der lust der sünde sich Nie zum laster ziehen lassen; Meine beff'rung kommt von dir; Diese wohlthat gieb auch mir! - 2. Reiß' uns von dieser erde los! Zeig' uns, wie unendlich schön und groß Gott ist und die wahrheit; daß wir ihn kennen, Lieben, und durch Christum Vater nennen! Herr, erbarm' dich unser! 3. Es gebe sein vergoff'nes blut Uns des wahren glaubens troft und muth; Daß wir erst voll reue die sünde hassen, Dann auf sein verdienst uns fest verlassen! Herr, erbarm' dich unR 2. Laß auch mich dein licht erfüllen, zu erkennen meine pflicht! Herr, beherrsche meinen willen, Und verlaß mich schwachen nicht! Gieb mir wollen ser! KBUITCHIN 258 dal Vom heiligen Geifte 4. Du wirkst in uns gerech-| Und er bewaffne mich im schmerz tigkeit, Schenkst ein neues Herz, Mit muth und mit geduld. das weiht. Gieb, daß Mel. Wer nur den lieben. deine liebe zu Gott uns leite, 351. seines wefen, Du großer Gott, du Und fein christ ihr boshaft widerstreite! Herr, erbarm' dich unser! haft nur reine herzen dir Zu deiner wohnung außerlesen; Ach, schaff ein reines herz in mir; Ein herz, das unbefleckt und frei von allen bösen lüsten sey! 5. Kömmt einst der richter, Herr, herab: So erheb' uns über tod und grab! Unsre nacht wird kommen wir alle sterben Tröst' uns dann, daß wir den himmel erben! Herr, erbarm' dich unser! 2. Ich falle dir, mein Gott, zu fuße. Mich mache Chrifti blut auch rein! Laß redlich meines Herzens buße, Und ernstlich meinen glauben seyn! So mache mich zur reinigkeit Des lebens fertig und bereit! 3. Dein guter Geist, o Gott, regiere Mein ganzes herz, und stehe mir In meiner schwachheit bei, und führe Mich von der eitelkeit zu dir! Gieb einen geist, der dir getreu, Und willig zu gehorchen sey. 4. Verwirf mich wegen meiner werke Von deinem angesichte nicht! Zu guten werken gieb mir stärke, Zur wahl des besten, luft und licht! Laß in der gnade mich bestehn, Um einst zum himmel einzugehn! 5. Nimm deinen Geist, den Geist der liebe, Den Geist des glaubens nie von mir, Und stärke mich durch seine triebe, Durch seinen beistand für und für! So leite durch die pilgerzeit Mich aus der welt zur ſeligkeit! Mel. Werde munter, mein. - - 350. Mel. Nun sich der Tag geendet. icht um ein flüchtig gut der zeit, Ich fleh' um deinen Geist, Den, Gott, zu meiner seligkeit Dein theures wort verheißt! 2. Die weisheit, die vom himmel stammt, O Vater, lehr' er mich; Die weisheit, die das herz entflammt Zur liebe gegen dich! 3. Dich lieben, Gott, ist se ligkeit; Gern thun, was dir gefällt, Wirkt edlere zufriedenheit, Als alles glück der welt. 4. Dann, dann hab' ich vertraun zu dir; Dann schenket felbst dein Geist Das freudige bewußtseyn mir, Daß du mir gnädig seyst. 5. Er leite mich zur wahrheit hin; Zur tugend stärk' er mich; Beweise, wenn ich traurig bin, Auch mir, als Tröster, sich. 6. Er schaff in mir ein rei: nes Herz; Verstegle deine huld; 352. Der but, Gott, an uns gedenkest, sildar ing 2 und der Heiligung. Pfingstlieder. 259 denk' und handle! Deinen Geist, weil du uns liebst,| gen wandle, Und rechtschaffen Wenn wir darum bitten, schenfest, Und uns seine gaben giebst! Demuthsvoll fleh' ich vor dir: Vater, send' ihn auch zu mir, Daß er meinen geist erneue, Und ihn dir zum tempel weihe! 2. Ohn' ihn fehlet meinem wissen Leben, kraft und fruchtbarkeit; Und mein Herz bleibt dir entrissen, Und dem dienst der welt geweiht, Wenn er nicht durch seine fraft Einen solchen sinn mir schafft, Daß ich dir mich ganz ergebe, Und zu deiner ehre lebe.ins, gim. 6. Geist des friedens und der liebe, Bilde mich nach deinem finn, Daß ich lieb' und sanftmuth übe, Wenn ich auch beleidigt bin! Gieb, daß ich auch einigkeit Gern befördre; gern bereit, Zur erleicht'rung in be schwerden Nüßlich jedermann zu werden! 7. Lehre mich, mich selbst er kennen, Auch verborgne fehler sehn, Sie voll demuth Gott bekennen, Und ihn um vergebung flehn! Gieb mir stets mehr ernst 3. Dich auch kann ich nicht und treu' In der heiligung; und erkennen, Jesu, nicht mit zuver- sey Meine hülf', in guten wersicht Meinen Gott und Herrn ken Täglich meinen fleiß zu dich nennen: Hilft dein guter stärken! Geist mir nicht. Darum treib' er kräftig mich, Daß ich, o mein Mittler, dich Durch den wahren glauben ehre, Und auf deinen ruf nur höre! 8. Wenn der anblick meiner sünden Mein gewissen fränkt und beugt; Wenn in mir sich zweifel finden, Welche wahn und stolz erzeugt; Wenn mein 4. Gw'ger quell der besten gü- aug' in nöthen weint, Und Gott ter, Geist des Sohns und Vas nicht zu hören scheint: Gieb ters, Geist, Der du menschliche alsdann, daß meiner seele Licht gemüther Besserst, tröstest und und kraft und trost nicht fehle! erfreust! Nach dir, Herr, verlangt auch mich; Ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes preise Heilig und zum himmel weise! 9. Was sich gutes in mir findet, Ist dein gnadenwerk in mir; Selbst den trieb hast du entzündet, Daß mich, Herr, verlangt nach dir. Sete täglich durch dein wort Deine gnadenwirkung fort, Daß sie durch ein selig ende Herrlich sich an mir vollende! 5. Gieb, daß ich, von dir getrieben, Meinen Gott, mein höchstes gut, Ueber alles möge lieben! Gieb zur tugend und muth, Daß ich ſeiner hulb 353.Duns verheißt, Du, Mel. Nun bitten wir den. den mich freu', Und auch kindlich und getreu Stets vor seinen au- des Vaters und des Sohnes R2 ABUIMIOT 260 Von heiligen Geifted d Geist, Komm zu deiner ehre,| Und, daß ich nicht irren möge, Durch deine lehre Im bestreben Deine wahrheit mich erfreun. Nach göttlichen werken Meinen geist zu stärken! Suchen laß mich in der welt Nichts, als das, was Gott ges fällt! Lehrst du mich, was gut ist, wählen: Kann ich nie mein Heil verfehlen. brit 2. Als Gott vom himmel dich ergoß, Wurden seen, wo nie wasser floß, Ströme voll gedeihen In wüsteneien; Und es quol len im durstigen lande Brunnen aus dem sande. nout 3. Wie blühte, wo erst alles wild Und verschmachtet lag, mun das gefild'! Welche reiche saaten Erhabner thaten! Was für ernten von zeiten zu zeiten Für die ewigkeiten! 4. Fleuß, thau des Herrn, herab auf mich! Wie ein ganz erstorbner baum bin ich, Ohne kraft und leben. Du kannst es geben. Gieb mir fruchtbarkeit; göttliche werke Thun zu können, stärke! in dem 5. Erfülle mich mit blüt' und frucht, Daß der Herr, wenn er kömmt und sie sucht, Dann nicht, mir zum fluche, Vergebens suche; Daß ich von der erneuer ten erde nicht vertilget werde! Mel. Werde munter, mein. 354. G eist vom Vater und vom Sohne, Der du unser Tröster bist, Schau auf uns von deinem throne; Gieb uns, was uns selig ist! Stel' mit deiner kraft mir bei, Daß ich Gott ergeben sey; Denn so werd' ich schon auf erden Seines ruhmes tempel werden! 2. Laß auf jedem meiner wege Deine weisheit mit mir seyn, 3. Hilf, daß ich, von dir ge= trieben, lleber alles möge Gott, Meinen Herrn und Vater, lieben, Ihm getreu bis in den tod! Immer laß auf ihn mich sehn! Seinen namen zu erhöhn, Seis nen willen zu vollbringen, Müsse mir durch dich gelingen! on thim 4. Hilf mir, wenn mein Herz zur fünde Angelockt und träge wird, Daß es bald und schnell empfinde, Wo es sich von dir verirrt! Warn' und strafe dann mein herz, Daß es gleich voll reu' und schmerz Wieder sich zum Vater wende, Und die fün de nicht vollende! 5. Mangelt mir zu guten werken Licht und kraft: so reize mich Zum gebete! mich zu stärken, Suche meine seele dich! Las mich aber mein vertraun Nur auf meinen Heiland baun, Gnad' um gnad' auf mein verlangen Von dem Vater zu empfans gen! 6. Steh' in allen meinen leis den Mir mit deinem trofte bei, Daß ich auch in noth mit freuden Meinem Gott gehorsam sey! Schenke mir gelaffenheit; Wenn ich sterbe, freudigkeit; Daß ich deinen troft empfinde, StandBaft bleib' und überwinde! du und der Heiligung. Pfingstlieder. 261 6. Wohl ihnen! denn du heis ligst sie, Und wohnst in ihren seelen, Daß sie mit fleiß und vorsaß nie, Was Gott ein gräul ist, wählen. Sie freuen ihres heiles sich, Und kämpfen, und, gestärkt durch dich, Erringen sie den himmel. Ofit 7. Dein ruf erschallet auch zu mir, Durch deines wortes lehre. Gieb, daß ich stets, geführt von dir, Auf deine stimme höre; Daß Jesus auch mein Heiland sey, Daß ich, durch ihn vom fluche frei, Auch fromm und selig werde! MIDT Mel. Wer nur den lieben Gott. fus feines irr 356. A 3. Sie rufen's laut, ob feinde 6. thums finsternis Mel. Sey lob und ehr' dem. 355.A uch fünder können selig seyn, Nicht sterben, sondern leben. Wer gläubig werden will und rein, Dem will der Herr vergeben. Er, der uns nicht zum zorn er schuf, Er will's; und dieses ist dein ruf, Dein ruf, o Geist des Vaters! 2. Zu allen völkern sendest du Die boten Jesu Christi. Wer müd' ist, komm', und suche ruh Im reiche Jesu Christi. Hier findet er ste! hier! so schallt's Vom fernen aufgang her; so hallt's Vom niedergange wieder. gleich Sie hassen und verhöhnen; Doch rufen ste: laßt, men schen, euch, Laßt euch mit Gott versöhnen! Du, Geist der wahr heit, stärkest sie, Daß fie in allen leiden nie Aus furcht dein wort verleugnen. 4. Sie sterben: ihre Lehre bleibt, Wird mächtig auf der erde, Und siegt; die lehre, daß, wer gläubt Und fromm wird, selig werde. Durch ihre lehren rufest du Noch immer allen sündern zu: Laßt euch mit Gott versöhnen!" 5. Wohl allen denen, welche gern Auf deine stimme hören; Durch deinen ruf erweckt, zum Herrn, Zu Jesu fich bekehren! Šie, blind erst, sehen nun die bahn Zum leben, nehmen Jesum an, Und werden fromm und selig. sen Wird, Geist des lichts, wer licht begehrt, Durch deine wahrheit nur entriffen, Die uns den weg des friedens lehrt. Von wahn' zu wahne tappt und irrt, Wer nicht von dir erleuchtet wird. 2. Er wisse noch so viel; er strebe, Daß er auf einer neuen bahn Sich über andrer ruhm erhebe, Die auch der wahrheit glanz nicht sahn; Fehlt ihm die leuchte deines lichts: So fucht er, aber findet nichts. 3. Zur wahren weisheit allzu träge, Kennt er nicht sich, nicht seine pflicht, Nicht seinen Gott, nicht seine wege, Und, ach, sogar sein elend nicht; Vergißt in eitler sicherheit, Tod, rechenschaft und ewigkeit. 4. Erbarmtest du dich nicht der blinden, O Geist von Gott: 262 Vom heiligen Geifted Onite wer könnte dann Den weg zum| und verklärt; Und alle leiden wahren heile finden, Den die dieser zeit, Wie nichts, in ihrer vernunft nicht zeigen kann? Wie herrlichkeit. thöricht würden wir nicht seyn, Und selbst uns unsrer blindheit freun! 5. Doch dir sey dank und preis und ehre Für alles licht, das du gewährst; Für jeden ftral aus deiner lehre, Wodurch du unsre nacht verklärst, Wodurch wir fühlen, Herr, wie 10. Dir, Geist des lichts, sey dank und ehre! Laß dieß dein licht uns alle sehn, Und diese gabe deiner lehre Undankbar nicht, nicht frech verschmähn! Gieb, daß wir thun, was du uns lehrst, Bis du bei Gott uns ganz verklärst! blind, Wie thöricht, wie verderbt wir 6. So furchtbar stralet allen sündern Durch seinen ersten glanz dein licht; Und wenn wir seine fraft nicht hindern; Wie elend fühlen wir uns nicht; Wie krank,( was nur der thor nicht glaubt,) Wie frank vom fuße bis zum Haupt! 7. Du zeigst uns Gott in seis ner größe, In seiner Heiligkeit und Huld, Sein recht, und, ach! auch unsre blöße, Und unsers ungehorsams schuld; Das elend unsrer sicherheit, Tod, rechen schaft und ewigkeit. 8. Das sehen wir durch dich, und beben: Doch, sollen wir verzagen? nein! Du zeigst uns auch den weg zum leben, Du lehrest uns: Gott will verzeihn! Du zeigst uns den, der uns versöhnt, Und uns mit heil und gnade krönt. 9. Auch sehen wir in deinem lichte Der frömmigkeit und tugend werth, Und alle frommen im gerichte Von Gott bekehret Mel. Freu' dich sehr, o meine. 357.Sorglos lebt in ſeinen sünden, Wer dich, Geist des Herrn, nicht hört; Unvermögend, zu empfinden, Wie das lafter ihn entehrt. Immer fühner fündigt der; Fühlt bald kein gewissen mehr; Stürzt aus fünden in verbrechen, Träumt und spricht: Gott wird's nicht rächen. 2. Ach, wovor wird der erzittern? Was kann noch sein fühlos Herz, Seine felsenbruft erschüttern? Welch ein schrecken? welcher schmerz? Wehe dem, der dich betrübt, Der des lasters lust so liebt, Daß sogar nicht deine schrecken Ihn aus seinem taumel wecken! 3. Heilsam, Heilsam sind dem herzen, Das der fünde reiz bethört, Deine schrecken, ihre schmerzen; Ach, wie sehr des dankes werth! Von des lasters täuscherei Wird durch ste die seele frei, Daß sie die gefahr der fünde, Eh's zu spät ist, ganz empfinde, des mi 4. Daß sie noch sich retten 263 gen! und der Heiligung. Pfingstlieder. könne, Zeigst du ihren abgrund| gen, Heil und gnade zu empfanihr, Und den richter; wer entrönne, Würd' er nicht erhellt von dir? Ach, aus liebe führst bu fie 3um gesetz, zum Sinai, Gottes donner zu vernehmen, Und sich ihrer gräu'l zu schämen. 5. Ja, du zeigst ihr, ste zu beugen, Ihrer fünden größ' und schuld, Und, das Herz zu Gott zu neigen, Seine langmuth und geduld; Weiſest fie, damit ſie nicht Sünden häuf, auf sein gericht; Daß sie ernstlich traur' und klage; Seufz', und dennoch nicht verzage; 6. Daß sie dem verdienten fluche Sich entreiß', und voll begier Noch errettung, hülfe suche, Licht und rath und trost bei dir; Daß fie flehe: führe nicht mich, o Gott, in dein gericht! Wer kann, Herr, vor dir bestehen? Gnade laß für recht ergehen! 7. Dieß gebet, dieß heiße sehnen Nach vergebung und nach ruh', Ihre sorg' und ihre thränen Sind dein werk; das schaffest du, Um den trieb zur heiligung, Den entschluß der befferung, Ihren abschen an den fünden Stark zu machen, tief zu gründen. 8. Ach, den fünder zu bewegen, Daß er reuig seine schuld Gott bekenne: welch ein segen! Welche liebevolle huld! Welch ein glück, wenn er num haßt, Was ihm Gott verbeut und haßt; Vorbereitet, voll verlan9. Dank sey dir und preis und ehre, Daß du sünder beugst und schreckst, Und durch deines wor tes lehre Sie aus eiteln träumen weckst; Daß durch dich die blinden sehn, Ihrer pflichten werth verstehn, Von dem laster sich entfernen, Und es ernstlich haf sen lernen. Mel. Wer nur den lieben. 358.er giebt gebeugdern Vertraun und hoffnung? wer beglückt, Wer machet sie zu Gottes kindern, Der, wie ein vater, site erquickt? Wer saget ihnen frieden zu? Geift Gottes, den verkündigst du. 2. Wenn sie, beschwert von ihren sünden, Fast sinken; wenn sie hoffnung nicht In sich und ihren werken finden, Voll furcht vor zukunft und gericht: Dann eilst du her, und nimmst dich dann Der reuevollen fünder an; 3. Daß ste, geängstigt und zerschlagen Durch die empfindung ihrer schuld, Vor Gott nur an sich selbst verzagen, Und nicht an seiner lieb' und huld; Daß fie auf Jesum Christum sehn, Zu ihm um heil und gnade flehn. 4. Dein wort erschallet: ihr follt leben! Gerecht und gnädig ist zugleich Der Richter; Gott will euch vergeben, Denn Jesus Christus starb für euch! Glaubt fest an ihn, und faffet muth; Ihr feyd gereinigt durch sein blut! 264 Vom heiligen Geifte d 5. Wie linderst du der buße| deinen weg nur wallen; Ents schmerzen! Zu welcher hohen fernt sich von der welt; Sucht zuversicht Erhebest du gebeugte dir nur zu gefallen, zu thun, Herzen! Wie gnädig tröstest du was dir gefällt. fie nicht, Wenn sie gewiß, gerecht zu seyn, Sich Gottes, ihres Heilands, freun! 6. Sie gehen hin zum kreuz, und schauen Mit wonnevollem blick hinauf; Sie opfern Jesu ihr vertrauen; Beginnen froh der tugend lauf; Zum kampf in ihrer pilgrimschaft Gestärkt durch ihres glaubens kraft. 7. Du wohnst und hast dein werk in ihnen, Daß sie, verseßt in Jesu reich, Ihm willig, froh dem Vater dienen, Dankbaren, guten findern gleich; In wünschen und begierden rein, In guten werken eifrig seyn. 8. Der glaube wächst, durch dich erhalten, Daß keiner fünde luft sie dann In allen lockenden gestalten Bethören und verblenden kann. Er bringt, zum preise deiner huld, Viel frucht in hoffnung und geduld. 9. O du des Sohnes höchste gabe, Geist Gottes, dieß ist dein geschenk! Welch pfand des heils an dir ich habe, Deß sey ich ewig eingedenk, Damit ich, Jesu Chris sto treu, Auch ewig deine woh nung sey! Mel. Befiehl du deine wege. 359. Wer burch er durch den glauben lebet, Und nun durch Christum rein, Dein find ist: Gott, der strebet, Gerecht und gut zu seyn; Will 2. Doch, ach! er soll nun ringen, Soll stets gewissenhaft Die welt und sich bezwingen Und jede leidenschaft! Soll, daß er überwinde, Auf deinen wink mur sehn, Und jeden reiz zur sünde Mit ihrer lust verschmähn. 3. Der sinne täuschereien, Der fünder haß und spott, Der Lüste schmeicheleien Soll er vers schmähn, o Gott; Soll, standhaft in gefahren, Die überall ihm dräun, Den glauben treu bewahren, Und unanstößig seyn. 4. So soll er stets auf erden Im guten fertiger, Gewissenhaf ter werden, Dir immer ähnli cher; Im glücke stets bescheis den, In noth gelaffen seyn, Und, prüfst du ihn durch leiden, Sich selbst der trübsal freun. 5. Wie schwer ist dieß geschäf te, Die selbsterneuerung, Für seine schwachen fräfte! Wie schwer die heiligung! Ach! muß er nicht verzagen, Wenn er sich gleich entschließt? Soll er den kampf doch wagen, Der so ges fährlich ist? 6. Ja, streiten soll er, beten, Und unter deiner hut Auf seinen kampfplatz treten, Soll kämpfen und mit muth! Er wird nicht unterliegen! Er wird ins reich des lichts Durchdringen; er soll siegen! Soll stegen! Gott verspricht's! und der Heiligung. 7. Zu jedem guten werke Gewährt des Vaters Geift Dem glauben stets die stärke, Die ihm sein wort verheißt; Wohnt stets in seiner seele, Treibt sie zum guten, schafft, Daß sie kein scheinglück wähle, Und wird des schwachen kraft. 8. Wird seine seele träge: So stärkt er sie zum lauf; Fällt sie auf seinem wege: So hilft er bald ihr auf. Giebt noch mehr licht und träfte Zur selbsterneue rung, Zum seligsten geschäfte, Zur wahren heiligung. 9. Er giebt, getroft zu leiden, Mehr muth und zuversicht; Der Hoffnung ew'ger freuden Mehr Herrlichkeit und licht; Macht stets ihr jedes laster In seiner häßlichkeit Sichtbarer, und verHaßter, Was fünder hier erfreut. 10. Er zeiget ihr am throne Das kleinod ihres lohns, Der überwinder krone, Die herrliche keit des Sohns, Die wonne der keit des Sohns, Die wonne der erlöf'ten, Womit ihr guter hirt, Der für sie starb, ste trösten Und ewig krönen wird. 265 Pfingstlieder. und gern Nach Heiligkeit hinstres ben nun Versuchen, was Gott will, zu thun! 2. Allein des glaubens erste kraft, Wie klein ist die, wie mangelhaft; Durch tausendfache hinderung Der anfang unsrer heiligung! 3. Der hang zur sünd' in unsrer brust, Gewohnter laster reiz und lust, Und frohe sünder: ach, wenn die Uns reizen, was vermögen fie! 4. Der kampf der tugend ist so schwer! Ach! selbstverleugnung fordert er, Beherrschung unsrer sinnlichkeit, Und muth, der selbst den spott nicht scheut. 11. So kann sie alle fünden, Sich selbst, die welt, den tob Und alles überwinden, Was ih rem heile droht. Sie kann nicht unterliegen; Sie dringt ins reich des lichts. Sie ist gewiß, zu fiegen; Sie siegt auch! Gott vers ſpricht's! 5. Anhalten sollen wir im streit, Verführern zu entfliehn bereit; Und wenn sie schmeis cheln oder dräun, Doch fest und unbeweglich seyn. 6. Wie leicht, wie leicht erlägen wir, Wenn wir, o Geist von Gott, bei dir Nicht hülfe fånden; wärst du nicht Der schwachen kraft und zuversicht. Bor 7. Den du erleuchtest und bekehrst, Versäumst du nie, wenn er nur erst Sich redlich, gut zu seyn, entschließt, Getreu nur auch im kleinen ist. 8. Du giebst ihm, wenn ihm rath gebricht, Zur wahl des beften stets mehr licht; Zum kampf in seiner pilgrimschaft Stets größern muth, und auch mehr 9. Wankt er aus schwachheit Mel. Vor deinen thron tret'. 360.Wohl uns, wenn wir, o des Herrn, Bekehrt und gläubig sind, KEU 266 d Von den Gnabenmitteln. dun auch im lauf, Und fällt: so hilfft| kämpft, was er begehrt, In als du schnell ihm auf. Er, weil er len prüfungen bewährt. sich auf dich verläßt, Nimmt zu an weisheit, und wird fest. 10. So wächst der jüngling auf zum mann, Der stehn und überwinden kann, Bis er er11. So stehst du allen from men bei, Daß sie, bis in den tod getreu, Sich sicher ihrem ziele nahn, Des glaubens fleinod zu empfahn. XII. Von den göttlichen Gnadenmitteln, dem Worte Gottes, der Taufe, und dem Abendmahle. 12. Die Mittel, welche die Menschen nach dem Willen Gottes ge= brauchen sollen, um die Wohlthaten der Erlösung Jesu, ihres Heilandes, durch den heiligen Geist erlangen und bewahren zu können, sind das Wort Gottes, die Taufe und das Abendmahl. Von dem Worte Gottes. | dienstes nacht Und ihre schatten flohen? Nicht fie: Jesu, Deine lehren, Die wir hören, Machten Mel. Wie schön leuchtet der. 361.ie groß, wie answeiſe, Dir zum ruhm und Gott gebetet ist zum notichs nam', o Herrscher, Jesu Christ! 3. Wir werden deinen ruhm Wie theuer deinem volke! Wie Hell ward's in der finsterniß Durch deine lehre; wie gewiß! Wie floh des irrthums wolke! Als du, Herr, famst, Hörten taube, Und der glaube Half den kranken; Stumme sangen, dir zu danken. erhöhn; Wir werden deinen himmel sehn, Den preis von deinen leiden; Genießen, weil du für uns starbst, Was du uns durch dein blut erwarbst, Der engel hohe freuden. Was sind Menschen, Daß auch fünder Gottes Einder Werden sollen, Wenn an dich sie glauben wollen? 2. Nur fischer waren's, die dein licht Verbreiteten, die weisen nicht! Wo sind sie? wo die 4. Du hast dich deiner Herrhohen? Und wo die reichen? wo die macht, Vor der des götzen lichkeit Entäußert; eine kurze zeit Für uns von Gott verlas Vom Worte Gottes. 267 spricht ins Herz, dringt ein, bes wegt, hat flammen, Wie blize zu erleuchten, zu entzünden Den haß der fünden. ein int sen. Und nun, mit preis und ruhm gekrönt, Nun machst du selig, die versöhnt Der sünde gräuel haffen. Sündern Willst du Heil und leben Wieder geben; Richtest alle, Die nur wollen, auf vom falle. 4. Und luft an dir, du führerin zur freude, Du beste tröste rin in jedem leide, O tugend! sehnsucht und entschluß und tries be Zu deiner liebe, m 5. Vom aufgang schallt zum niedergang Dein wort, und auch der lobgesang Erretteter gerechten. Unzählbar sind die schaaren schon, Die gerne dir vor dei nem thron Ein würdig loblied brachten. Ihrer, Jesu! Jesu! werden Mehr auf erden Dir lobsingen, Preis und ruhm und dank dir bringen. 6. Wie groß, wie angebetet ist Dein nam', o Herrscher, Jes fu Chrift! Wie herrlich bei den Deinen! Doch, führst du uns zu deiner ruh': O wie weit herrlicher wirst du Den Deinen dann erscheinen! Ewig Müsse Dir zur ehre Ihrer chöre Lob erschals len, Durch die himmel wieder Hallen! Bim 12 tmpnisdag Un Mel. O liebster Jesu, was. 362. ie ganze schrift mit allen ihren lehren, Bestimmt, zu deinem licht uns zu bekehren, Ist, Gott, dein werk; ward uns von dir gegeben; Ist geist und leben. 9. Laßt weit umher ihr blut, wie ströme, fließen! Würgt, heis den! schützt die götter! dennoch müssen Die götter fallen; ja, sie sind gefallen; Sie sind gefallen! 2. Was deine knecht' uns lehren, uns erzählen, Was sie gebieten, was sie uns befehlen, Was ste verheißen, ist von dir; 10. Sind's eure weisen? Fönist flarheit, Ist helle wahrheit! nen sie uns lehren, Nur Einen 3. Stimmt mit den wundern Gott, und seinen Sohn zu ehdeiner macht zusammen, Undren? Habt ihr die erd' aus ihs 5. Die seel' empfindet ihres schöpfers größe, Und ihren fall, ihr elend, ihre blöße, Und doch auch muth, ihr elend ihm zu klagen, Nicht zu verzagen. And 6. Thut buß', ihr fünder; glaubt; Gott will vergeben! So schallt's aus Galilää: ihr sollt leben! Und plötzlich steht sich ihren finsternissen Die erd' entriffen. Sest momieste Lasar 7. Was toben doch die völker so vergebens! Er, der erwürgt ward, ist der Herr des lebens; Er soll, erhöht zum himmel, auch auf erden Verherrlicht wer den. WAT 8. Verfolgt die boten Jefu, wüthet, steinigt Den zeugen Stephanus, ergrimmet, peinigt, Werft ste in ketten; würgt sie: Er ist König! Der Herr ist König! Von den Gnadenmitteln. 268 ren finsternissen Heraus gerissen? 11. Mehr weiß von Gott mun, mehr, als eure weisen, Selbst unser säugling; weiß ihn mehr zu preisen; Kennt mehr, als fie, in seiner frühsten jugend Den werth der tugend; 12. Denn alle schrift, die uns mit ihren lehren Geschenkt ward, uns zum lichte zu bekehren, Ist, Gott! dein werk; ist uns von dir gegeben; Ist geist und leben. tyrann Wäre noch das laster dann! 5. Ach, wir ehrten Holz und stein Immer noch als unsre götter! Und was würdet ihr denn seyn, Wie viel blinder noch, ihr spötter, Die ihr das, was ihr noch glaubt, Aus dem worte Gottes raubt? 6. Schaut umher, wo heiden sind, Richtet recht, und seht's mit schrecken, Wie ste thierisch sind; wie blind; Welche nächte fie bedecken! Seht, welch elend da die welt Aengstet und in fes ſeln hält! Mel. Jesus, meine zuversicht. 363.hweigt, verách ter, schmähet nicht, Schändet nicht, was ich verehre! Meiner feele zuversicht, Meine freud' ist Jesu lehre; Und, was euer fühner spott Stolz verachtet, ist von Gott. 2. Sie verdrängen könnt ihr nie; Nie verdunkeln ihre klarheit. Wo sie stralt, da bringet fie Helle wahrheit, Gottes wahrs heit, Deren glanz die finstre welt, Daß sie sehen lern', erhellt. 3. Von der schöpfung an ergoß Gottes lichtstrom sich auf erden. Sünder sollten, wo er floß, Weiser und auch besser werden; Und durch dieses lichts gebrauch Werden's Gottes men schen auch. Mel. Es ist das heil uns. 4. Und wie traurig, fäßen wir 364. Wir menschen find o Noch in unsern finsternissen; Sollten, Herr, wir nichts von Was geistlich ist, untüchtig; Und dir, Nichts von deinem willen was du lehrst und dein gebot wissen: Welch ein wüthender Ist doch für uns so wichtig! Al7. Wer hat uns erhellt? wer hat Diesem elend uns entriffen? Wo ist weisheit? wo ist rath Für geängstete gewissen? Wo, als da, wo der regiert, Dessen wort zu Gott uns führt? 8. Da ist's glück, und da ist's ruhm, Sich zu ihm empor zu schwingen; Da ist kraft, ins heiligthum Seiner wahrheit einzubringen; Kraft auch, ohne furcht und graun, Ueber's grab hinaus zu schaun. 9. Da ist freiheit, da ist kraft, Da ist muth, für Gott zu leben, Heilig und gewissenhaft Seinen beifall zu erstreben; Göttliche zufriedenheit, Vorgefühl der seligkeit! Vom Worte Gottes. 269 lein, wir sehn's und faffen's zeln; er verdorrt: So hilft dem nicht, Wofern uns deines Geis ftes licht Den weg dazu nicht zeiget.com on@ 181 182 hörer nicht dein wort, Wenn er's nicht standhaft gläubet. 2. Propheten wurden erst gesandt; Sie waren treue fnech 7. Drum mache du uns alle gleich Dem fruchtbar guten lande; Mach' uns an edlen werte; Sie machten Juda dich besten reich In unserm amt und kannt, Und lehrten's deine rechte. Zuletzt verließ dein eigner Sohn Für uns, o Vater, seinen thron, Uns alle zu erleuchten. Brat 3. Gelobet feyst du, Gott, dafür! Laß uns erleuchtet bleis ben! Gieb deinen guten Geist, daß wir Stets deinem worte gläuben; Daß wir's verehren, allezeit, mit demuth, luft und folgsamkeit, Als deines Geistes weisheit! 4. Hilf, daß der frevler frecher spott Nie unser Herz bethöre; Denn schrecklich strafft du endlich, Gott, Die lästrer deiner lehre! Laß jeden fühlen ihre kraft, Daß jeder heilig, tugendhaft Und fromm von Herzen werde! 5. Herr, öffne selbst verstand und herz, Daß wir dein wort recht fassen; Daß wir es nie in freud' und schmerz Aus unserm Herzen lassen; Daß wir noch mehr, als hörer, sey'n, Und dir, weil wir's zu thun uns freun, stande! Laß uns in demuth und geduld Bewahren deine lehr' und huld, In einem guten herzen. fruchtbar seyn, Verstreut auf Harten wegen. Er, hingesä't auf fels und stein, Gedeiht zu keinem segen; Er kann nicht wur8. Laß deines worts bekenner hier Der fünder wege meiden: Und keiner weiche, Gott, von dir In seinem kampf und leiden! Rott' alles aus, was dir mißfällt; Hilf, alle sorgen dies ser welt Und ihre lüfte dämpfen! 9. Ach, hilf uns, deine wahrheit rein Und unverfälscht bewahren! Laß alle, die sich ihrer freun, Stets ihre kraft erfahren! Dein wort sey rath und troft in noth, Daß wir im leben und im tod' Ihm zuversichtlich trauen! 10. So laß es, Gott, sich immer mehr Für deinen ruhm vers breiten, Daß, Jesu, jeden deine lehr' Erleuchten mög' und leis ten! O Geist des Herrn, dein göttlich wort Vermehr' in allen fort und fort Durch glauben, lieb' und hoffnung! Mel. O Gott, du frommer. Frucht hundertfältig bringen! 365.Soll bein verderb tes Zur heiligung genesen: Christ, so ver säume nicht, Das wort des Herrn zu lesen. Bedenke, daß dieß wort Das heil der ganzen 270 Von den Gnadenmitteln. welt, Den rath der seligkeit, Den| was die schrift gebeut; Dann Geist aus Gott enthält. wirst du inne werden, Die lehre sey von Gott, Die dir verkündigt ist; Du wirst sie mehr verstehn, Wenn du gehorsam bist. 8. Spricht Gott geheimnißvoll: So laß dich dieß nicht schrecken. Ein endlicher verstand Kann ihn nie ganz entdecken. Gott bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erklärt: So glaube, was er spricht, Nicht, was dein wiß begehrt. 9. Sich seines schwachen lichts Bei Gottes licht nicht schämen, Ist ruhm; und die vernunft Alsdann gefangen nehmen, Wenn Gott sich offenbart, Ist der geschöpfe pflicht; Und weise demuth ist's, Das glauben, was Gott spricht. 2. Merk' auf, als ob dir Gott, Dein Gott, gerufen hätte. Mert' auf, als ob er selbst zu dir vom himmel redte. So lies: mit ehr furcht lies, Mit luft und mit vertraun, Und mit dem frommen ernst, In Gott dich zu erbaun. 3. Sprich fromm: o Gott, vor dem Ich meine Hände falte, Gieb, daß ich dein gebot Für dein wort ewig halte! Und laß mich deinen rath Empfindungsvoll verstehn, Die wunder am gesetz, Am wort vom kreuze sehn! 4. Er, aller' weisheit Gott, Kann dich nicht irren lassen. Lies, christ, sein heilig buch; Lies oft; du wirst es fassen, So viel dein heil verlangt. Gott ist's, der weisheit giebt Dem, der ste redlich sucht, Gewissen haft fie liebt. 5. Lies, frei von leidenschaft Und ledig von geschäften, Und sammle deinen geist Mit allen seinen kräften. Der beste theil des tags, Des morgens heiters keit, Und dann der tag des Herrn, Der sey der schrift geweiht! 6. Rührt dich ein starker spruch: So ruf ihn, die zum glücke, Des tags im stillen oft In dein gemüth zurücke; Em pfinde seine kraft, Und stärke dich durch ihn Zum wahren edelmuth, Der sünde luft zu fliehn. 7. Um tugendhaft zu seyn, Dazu sind wir auf erden. Thu', 10. Drum laß dich, frommer christ, Durch keine zweifel frånken. Hier bist du kind, doch dort Wird Gott mehr licht dir schenken. Dort wächst mit deinem glück Dein licht in ewigkeit; Dort ist die zeit des schauns, Und hier des glaubens zeit. 11. Verehre stets die schrift; Und, siehst du dunkelheiten: So laß dich deinen freund, Der mehr, als du, sieht, leiten. Ein forschender verstand, Der sich der wahrheit freut, Ein heilverlangend herz Hebt oft die dunkelheit. in 12. Halt' fest an Gottes wort; Es ist dein glück auf erden, Und wird, so wahr Gott ist, Dein glück im Himmel werden. Ver Vom Worte Gottes. 271 thun, mit ernst und fleiß, Was ich von deinem willen weiß! 6. Was hilft ein aufgeklärt verständniß Dem, welcher ungebeffert bleibt? Was nüßet jeder wahrheit Die Mel. Wer nur den lieben. 366. M wohnst in eis nicht zu deiner liebe freibt? ein du Mein Drum hilf, daß ich der wahrheit treu, Im glauben fest und thätig sey! nem lichte, zu dem kein sterblich auge dringt: Doch giebst du uns zum unterrichte Dein wort, das uns zur weisheit bringt, Die dich, und unsrer seele werth, Und deinen rath uns kennen lehrt. achte christlich groß Des bibelfeindes spott; Die lehre, die er schmäht, Bleibt doch ein wort von Gott. 2. Gieb, daß ich nie dein wort verachte, Dieß licht in meiner finsterniß; Und mache mich, wenn ich's betrachte, Von seiner 7. Daß ich dich kenne, laß im leiden Die lind'rung meines kummers seyn; Und mich, wenn leib und seele scheiden, Mich deiner dann im glauben freun! Dort seh' ich dich im hellern licht, Von angesicht zu angesicht. Mel. Wir christenleut'. err, dir sey preis! göttlichkeit gewiß! Stets müſt 367.ch glaub und ich mich der wahrheit freun; Stets ihren lehren offen seyn! weiß: Der grund des heils sind deine lebensworte. Bei dieſem licht Verfehl' ich nicht Den schmalen weg, die enge himmelspforte. 3. Dein wort sey mir ein licht zum glauben; Und, hat's zum glauben mich gebracht: So laß durch keinen wahn mir rauben, Was mich durch Jesum selig macht! Kein zweifel sey mir hinderlich; Kein spötterwiß verführe mich! 4. Dich kennen und den Sohn, ist leben; Und diese weisheit hast du mir Durch deinen unterricht gegeben. Erhalte mir ste für und für! Vermehre ste, bis du dereinst Noch offenbarer mir erscheinst! 5. Doch laß sie fruchtbar und lebendig Zur beff'rung meines Herzens seyn! Laß mich mit eifer und beständig Mein leben deinem dienste weihn. Und alles 3. 201 2. Wir menschen sind Verkehrt und blind; Kein weiser weiß den weg in's ew'ge leben. Den unterricht, Der uns ges bricht, kann uns allein das wort der wahrheit geben. 3. Daß vor der zeit Mit gütigkeit Gott schon an mich in dem Geliebten dachte; Daß er die welt Schuf und erhält; Daß mich mein Gott nach seinem bilde machte; 4. Daß Jesus Christ Mein Heiland ist, Ein wahrer mensch, für meine schuld gestorben; Daß ich durch ihn Erlöset bin; Daß 272 Von den Gnadenmitteln. mir sein blut die seligkeit erwors| Gott schrieb, Hat er mehr lieb, ben; Als feines gold, als aller welten schäße. 5. Daß sich mein geift Dem leib' entreißt; Daß er durch Gott unsterblich ist und bleibet; Daß mich mein hirt Erwecken wird, Wenn gleich den leib des todes macht zerstäubet; 6. Daß einst die welt In nichts zerfällt; Daß sie der Herr mit feuer wird vernichten; Daß Gottes Sohn Von seinem thron Nach dem gesetz wird alle völker richten; 12. Hilf, daß ich dich, Die welt und mich, Gott meines heils, aus deinem wort erkenne! Laß seinen schein So wirksam seyn, Daß ich in liebe gegen dich entbrenne! 13. Wenn satans lift Mir furchtbar ist: So laß mein herz den trost der schrift genießen; Und hört mein lauf Auf erden auf: So laß dein wort mir auch den tod versüßen! Aus dem 19. Pfalm. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. Daß er, mein freund, Bis er erscheint, Den gläubigen die krone treu bewahret; Dieß alles hat Dein liebesrath, Dein heis 368. Dein wort, zum wort offenbaret. 8. heilig's buch; Ein jeder spruch Ist honigseim, ist man na, geist und leben. Herr, es ist wahr; Mir, mir ist's klar: Die ganze schrift ist uns von dir gegeben. licht der welt gegeben, Ist heilig, Herr, untabelhaft; Es stärkt die feelen, daß sie leben, Und giebt den kranken herzen kraft. Dein wort ist ohne falsch und trug; Erhellt und macht die einfalt flug. 9. Dieß wort erfreut In traurigkeit; Ich fühle nicht den kummer, der mich drücket; Die schwermuth weicht, Das Herz wird leicht, Wenn mich in angst dein tröstlich wort erquicket. 2. Aus deinen richtigen gesezen Quillt freude für die traurigkeit. Sie heiligen und sie ergötzen; Wie gut ist, was dein wort gebeut! Herr! deines wor tes reines licht Erheitert und betrübet nicht. 10. Wer mit dem schwerdt Des Geist's sich wehrt, Besiegt die welt, besiegt das heer der teufel. Des irrthums nacht Weicht seiner macht; Es flieht vor ihm unwissenheit und zweifel. 3. Dein dienst, o Gott, erhebt und schmücket Ein folgsam herz, und macht es rein; Und ewig bleiben die beglücket, Die ganz sich deinem dienste weihn; Denn alles, was dein rath gebeut, Ist wahrheit und gerechtigkeit. 4. Ja, beine zeugnisse sind 11. Ein kind des Herrn Lieft oft und gern Die heiligen, wohl thätigen geseße; Das, was Vom Worte Gottes. 273 besser, Und mehr der sehnsucht| stand: So wird, was du mich werth, als gold. Ihr werth ist lehrst, Auch recht von mir ers köstlicher und größer, Als alles kannt. noch so feine gold; Süß sind sie, wie der honig ist, Und mehr, als der vom stocke fließt. 5. Wie adeln sie nicht deine knechte! Der hat viel segen, der ste hält. Doch oft vergißt man deine rechte; Wer merkt, o Gott, wie oft er fällt? Vergieb,( das bitt' ich, Gott, von dir,) Auch die verborgnen sünden mir! 6. Enthalte mich von frechen fünden, Die ein vermeffner stolz erzeugt; Und laß sie mich nicht überwinden, Der willig in dein joch sich beugt; Daß ich unschuldig, rein und frei Von sünd' und übertretung sey! 3. Wie thöricht ist es doch, Bloß menschenworten glauben! Das heißt, sich selbst den grund Zur wahren ruhe rauben. Wer treulich hier dein wort Zu ſeiner richtschnur macht, Dem giebt es licht und trost Auch in des todes nacht. 4. Mein Gott, bewahre mich Vor aller falschen lehre! Hilf, daß ich stets dein wort Mit festem glauben ehre! Gieb mir ein herz, das gern Der wahrheit sich ergiebt, Sich ihr nie widerseßt, Sie glaubt, erfährt und übt! 7. Vernimm voll huld aus meinem munde Die reden, bie 370. fter, ist vollkomMel. Wer nur den lieben. ein Höchsich deiner freun, Und laß zur angenehmen stunde Dir mein gebet gefeufzet seyn! Ich habe fa dein gnädig wort, Herr, mein Erlöser, Gott, mein Hort! Mel. Nun danfet alle Gott. men; Dein wort lehrt jeden ſeine pflicht, Und giebt dem fünder und dem frommen Ein unbes trüglich sichres licht. O selig, wer's mit ehrfurcht hört, Wer's 369.elobt feyft bu, o hält und durch gehorsam ehrt. Für dei2. G8 leitet uns auf deinen wegen; Zerstreut des irrthums finsterniß; Giebt glauben; giebt uns Jesu segen, Und macht uns seines Heils gewiß; Lehrt, daß du unser Vater bist, Und Jesus unser Heiland ist. nes wortes lehre! Gieb, Vater, daß ich sie mit andacht fleißig höre! O mache doch mein Herz Von vorurtheilen rein, Und laß dein wort mein licht Auf meinen wegen seyn! 2. Laß meine seele nie Der 3. Dein wort erweckt uns, wahrheit licht verfehlen, Und dich zu lieben, Der du so väternie, was schädlich ist, Für wah- lich uns liebst; Erweckt uns, res heil erwählen! OHöchster, dein gesetz zu üben, Weil du uns leite selbst Den forschenden ver- so viel gutes giebst, Weil der, 274 Von den Gnadenmitteln. der recht thut, glaubensvoll Noch| 4. Gieb, daß ich den untermehr von dir erwarten soll. de richt Deines wortes treu bewahre; Daß ich, was es mir verspricht, Reichlich an mir selbst erfahre! Ja, es sey in meinen leiden Mir ein quell von troft und freuden. 4. Was ist so herrlich, was ist beffer, Als dieß dein wort, das uns erhellt? Sein werth ift föstlicher und größer, Als alles glück und gold der welt. Wer gern thut, was dein wort gebeut, Erbt deines himmels feligkeit. buls gjort duit 100 5. Laß mich täglich eifriger Meine fenntnisse vermehren! Demuth lehre mich, o Herr, Bei geheimnisvollen lehren! Laß mich hier nicht schauen wol len, Was wir hier nur glauben sollen! no Hin 5. Mit freude müff ich denn betrachten, Was bein so herrlich wort mich lehrt! Laß folg ſam mich auf alles achten, Was sein gesetz von mir begehrt; 6. Jene herrlichkeit laß mich Dann fließen licht und trost und Immer mehr und mehr empfinruh' Auch mir aus deinem worden; Und mein Herz entschließe te zu! sidun Mel. Liebster Jesu, wir sind. 371. feuchte mich, He err, mein licht, erleuchte mich, Daß ich mich und dich erkenne, Daß ich voll vertrauten dich Meinen Gott und Vater nenne! Höchster, laß mich doch auf erden Weise für den Himmel werden! 2. Lauter wahrheit ist dein wort. Lehre mich es recht verstehen! Was hier dunkel bleibt, wird bort Meine feele heller se hen. Mache mich nur, dir zum preise, Erst für dieses leben weise! 3. Aber laß mich nicht allein Richtig seinen finn verstehen; Laß mein Herz auch folgsam ſeyn, Den erkannten weg zu ge hen; Sonst würd' ich bei allem wiffen Doppelt strafe leiden müssen. sich Nie zu wissentlichen sünden! Was sind laster dieser zeiten Gegen jene herrlichkeiten? 7. Darum gieb mir auch die kraft, Deinem wort gemäß zu handeln, Und vor dir gewissenhaft, Als dein treues find, zu wandeln: So wird mich in je nem leben Auch ein hell'res licht umgeben! anoni 372.6ott Mel. Ach Gott und Herr. ott ist mein hort! Auf Jesu wort Soll meine seele trauen. Ich wandle hier, Mein Gott, vor dir Im glauben, nicht im schauen. 2. Dein wort ist wahr; Laß immerdar Mich seine fräfte schmecken! Laß keinen spott, Mein Herr und Gott, Mich von dem glauben schreden! det 3. Wo hätt' ich licht, Wofern mich nicht Dein wort die wahrheit lehrte? Ach, ohne sie Ver Vom Worte Gottes. 275 stund' ich nie, Wie ich dich wür-| len! Du selbst berufft sie immer dig ehrte. 4. Dein wort erklärt Der see le werth, Unsterblichkeit und leben. Zur ewigkeit Ist diese zeit Von dir mir übergeben. 5. Dein ew'ger rath, Die missethat Der fünder zu verfühnen, Den kennt' ich nicht, Wär' mir dieß licht Nicht durch dein wort erschienen. ist ni 6. Nun darf mein Herz Voll reu und schmerz, In sünden nicht verzagen. Nein; du verzeihst; Lehrst meinen geist Ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, Mich dir zu weihn, Ist meines heils geschäfte. Durch meine müh' Erlangt' ich's nie; Dein wort giebt mir die kräfte. 3. Der spötter sagt: du dürfest nicht Uns deine rechte lehren, Denn die vernunft sey unser licht, Dich würdig zu verehren. Ach, wem dieß schwache licht nur scheint, Der wird sein heil nicht sehen, Irre gehen, Und fallen, wenn er meint, Auf festem grund zu stehen. 4. Doch, die vernunft erkenne dich, D Gott, aus deinen werken, Und das, was recht ist: fann sie sich Zum guten auch selbst stärken? Ach, welch ein mittel fennet fie, Uns fünder zu verföhnen? Keine thränen Vers mögen's; können nie Genug thun, noch versöhnen. DID 5. Aus furcht des todes was ren wir Im ganzen leben knechbilgte, Wenn nicht dein wort, o Gott, von dir Uns trost und freude brächte. Der fünder kann durch Jesum Christ Für alle seine sünden Gnade finden; Der lüste macht und list Durch glauben überwinden. 8. Herr, unser Hort, Laß uns dieß wort; Denn du hast's uns gegeben! Es sey mein theil, Sen licht und heil Und fraft zum ew'gen leben! 90 Mel. Ich ruf zu dir, Herr. eil deinem volke, dem du dich, Jehova, offenbarest, Das du regierst, und väterlich Auf ebner bahn bewahrest! Heil uns; denn dieß dein volk sind wir! Du lehrst uns deinen willen Recht erfüllen, Und unsern durst nach dir Selbst aus der quelle stillen. 373. noch, Dein himmlisch reich zu erben Nicht zu sterben: Ihr leichtsinn stürzt sie doch In ewiges verderben.ind au aind 6. Ach, theu'r und werth sey uns dieß wort; Denn du haft's uns gegeben! Es leit' uns hier; es bring' uns dort, D Gott, zum ew'gen leben! Lehr' auch die 2. Weh' denen, welche finster spötter, die es noch Mit stolniß, Und nicht dein licht erwäh zem muth verachten, Darnach len! Wie Hoffnungslos, wie schmachten, Und unter Jeſu joch ungewiß Sind solche stolze sees Nach seinem reiche trachten! 52 276 Von den Gnadenmitteln. Mel. Wer nur den lieben. auf erden Und in der zukunft, 374.Du haft mir, Gott, dein wort gegeben; Von Herzen dank' ich dir dafür. Es bringt mir trost und heil und leben; Durch Christum schenkest du es mir. Kein wahres glück erfreute mich: Fennt ich dich nicht; nicht, Jes su, dich. 200 ich kann hier Vergebung finden, felig werden, Begnadigt, Gott, versöhnt mit dir; Durch meinen glauben einst bestehn, Dem tod und dem gericht entgehn. 7. O Jesu, dank sey deiner lehre! Gehorchen will ich ihr mit lust; Und keines spotters wahn zerstöre Dein heiligthum in meiner brust; Mein ganzes leben preise dich! Dein wort ers freu' im tobe mich! 2. Auf ungewissen, finstern pfaden Müßt' ich ein raub des irrthums seyn; Mit fünden und mit fluch beladen, Dürft' ich mich nie der zukunft freun; Ich umie 3000 Mel. Lobt Gott, ihr christen. hätte keinen troft in noth; Mich 375. Mohl dem, der, Jez grab und 3. Was hoff' ich? welches loos auf erden Und in der zukunft? kann ich hier Vergebung finden? selig werden? Begnadigt, Gott, versöhnt mit dir? Kann ich dem kommenden gericht Entrissen werden, oder nicht?#eds) pissing in lo 4. Hat die vernunft für solche fragen, Sie aufzulösen, licht und rath? Und in den zweifeln, die mich plagen, Den trost, den Jesu lehre hat? Ach! ohne Christi licht und heil Blieb' irrthum, fluch und tod mein theil. An seiner lehre hält, Voll abscheu an der spötterei Und an der lust der welt. pital 2. Der, durch das evangelium Erleuchtet, Gott sich weiht! Durch ihn gerecht, sucht er den ruhm Der wahren heiligkeit. 3. Er ist dem baum am bache gleich, Der tiefe wurzeln schlägt, Grün, schattend, stets an früchten reich, Durch keinen sturm bewegt. 4. 3u sterben, zittert er nun nicht; Auch nicht, einst aufzustehn. Sein freudig herz begehrt das licht, Das nie verlöscht, zu sehn. 5. Ja, Herr, aus allen finster nissen, Vom tode, von der fünde macht, Hat deine wahrheit mich entrissen, Zerstreuet meis ner zweifel nacht. Du lehrst mich: ich kann selig seyn; Doch nicht durch mich, durch dich al lein. S 6. Der lüste flüchtigen genuß, 6. Ich kenne nun mein loos Worüber sie sich freun, Verfol totthonr 5. Nicht so sind die, die Jes sum schmähn; Sie, jedes schre dens raub. Kein sturm, ein lüftchen nur darf wehn: So zittern sie, wie laub. Vom Worte Gottes. -277 gen ekel und verdruß, Und spå-| du uns gegen fie decken, Geift ter reue pein. der zeugen Jesu! 6. Es ist des Lebens wahrste ruh', Führt uns einem sanften tode zu, Dein erkenntniß, Mittler! wie felsen stehen, Steht's; wenn himmel und erde vergehen, Bleibt's noch unsre wonne! 7. Wenn wir des Vaters willen thun, können wir in sicherm frieden ruhn, Still und unübers windlich. Des Vaters willen Lehr' uns, göttlicher Tröster, erfüllen, Lauter und mit einfalt! 7. Wie zittern ste, zu sterben! wie, Vom tod' einst aufzustehn! Vor furcht verzweifelnd, möchten sie Im tode ganz vergehn! 8. Denn ihr gewissen rufet laut: Der, deß ihr spottet, kann Verderben bis zur Hölle! schaut Den nahen rächer an! Su Mel. Nun bitten wir den. 376.0 ir flehen wir, der weisheit Geist! Du, der uns den weg zum leben weist, Lehre jeden irrthum uns überwinden, Uns den weg zum Unendlichen finden, Geist der auserwählten! 8. Den beter sieht Gott gnädig an, Der aus ganzer seele beten kann. Hilf, o Geist der salbung, uns mächtig beten! Hilf zum Vater, zum Vater uns beten Kindlich, unause sprechlich! 9. So trifft des irrthums täuscherei: Als ob kein Versöh ner Gottes sey, Niemals unfre seele; so kann den glauben, Jesum Christum kein spötter uns rauben, Keine macht der hölle. 10. Geist Gottes, die dir wis derstehn, Laß sie, ach! nicht ewig untergehn; Deinem todesurtheil sie noch entrinnen; Noch ins ewige leben entrinnen! Herr, erbarm' dich ihrer! 4. Weit, mächtig wüthet ihre pest; Doch nie mehr, als Gott sie wüthen läßt. Selber auser wählte kann sie entflammen; Mel. Erhalt uns, Herr, bei. Die erlösten gerechten verdam- 377. Dreißt viele fort, men, Die zu sicher schlummern. Erhalt' du uns bei deinem wort: So können wir uns, Vater, dein Im leben und im tode freun! mai 2. Durch ihres grübelns täuscherei, Als ob kein Versöhner Gottes sey, Wollen sie uns blenden, uns unsern glauben, Jes fum Christum, den Heiland, uns rauben, Geist der finder Gottes! 3. Sie leugnen ihn mit stolzer müh'; Deines worts nie hörer, thäter nie; Wider Gott empörer; dahin gegeben, Herr, verachten ste, ewig zu leben. Jesus wird euch richten! 5. Mit muthe laß uns widers ftehn! Stürze, stürze nieder alle höh'n, Welche sich erheben, dein volk zu schrecken! Mächtig wollst 278 Von den Gnadenmitteln. 2. Ein Haufe lästert unsern 10. Du haft von ewigkeit ges Gott; Wagt's, seinen Sohn sehn, Wie lange noch ihr reich mit frechem spott, Den Sohn, bestehn, Sich gegen dich empöden Mittler, den zu schmähn, ren soll. Vielleicht ist, Herr! Durch den selbst himmel einst ihr maaß bald voll. M 702? vergehn. 3. Wer seyd ihr, eurer lüfte raub! Jetzt lebender, bald todter staub! Daß ihr euch wider Gott empört, Und gar noch eu ren frevel lehrt! 4. Seht ihr der zeugen wolke nicht? Auf uns stralt fie allmächtigs licht! Euch donnert sie ( deckt euch das grab) Einst in den ort der qual hinab! o 5. Denn, wißt, zu fühne sünder, wißt, Daß euer geist doch ewig ist. Der, den ihr höhnt, verzeihet nicht, Wie einst am freuz, auch im gericht. 6. Ach, ihrer lehre pest, 378. Gott, warum er Herr! finstern mehr. Am mittag, Herr! bricht sie hervor, Hebt hoch ihr tödtend haupt empor. wachst du nicht Wider die verbrecher! Ach, ste achten keine pflicht; Fürchten keinen rächer! Willst du ihren übermuth Ewig übersehen? Wie viel böses er auch thut, Ins gericht nie gehen? 2. Wie sie wider deinen Sohn Sich zusammen rotten; Seis nem kleinen häuflein drohn; Seines wortes spotten; Deine rechte, dein gericht, Das dein wort verkündigt, Alles achten diese nicht; Rühmen den, der sündigt! 135000 15 fant 3. Nichts erschreckt sie; fein gebot; Nicht die flucht des lebens; Kein gedank' an ihren tob; Alles warnt vergebens! im 11. Vielleicht, weltrichter! haben sie In ihrer stolzen, langen müh' Den taumelfelch bald ausgeleert, Bis auf die hefen ausgeleert. 12. Erwägt, erwägt, wen ihr verhöhnt! Auch euch, auch euch hat er versöhnt! Ach, wüßtet ihr's, die ihr ihn haßt! Sanft ist sein joch, leicht seine laft! nd 13. Ihr friecht und schleppt der sünde joch! Erbarm', o Sohn, dich ihrer noch. Wenn nah' an ihres todes nacht Selbst dann erst ihre seel' erwacht! Mel. Christus, der uns selig. 7. Sie herrscht durch Große dieser welt. Herr! Herr! wenn uns dein arm nicht hält: Reißt sie auch uns zum tode fort. Gieb steg und leben durch dein wort! 8. Ob tausend uns zur rechten hand, Zehntausend uns zur linken hand Auch fallen: stehn wir unerreicht, Wie weit ihr flammenpfeil auch fleugt. 9. Denn Jesus Christ, denn Jesus Christ, Der, starb er gleich, allmächtig ist, Ist unser schuß und starke wehr; Staub ist vor ihm der spötter Heer. mas Vom Worte Gottes. 279 Alles sey gedicht und wahn,| wegen zu dir kommen, und ihr Sagen fie vermessen. Kömmnt joch Ganz zerbrechen mögen. sie auch ein zittern an: Wird's doch bald vergessen. 9. Du regierst in ewigkeit; Herr, du wirst belohnen Jeden, welcher dir sich weiht; Ach, mit welchen kronen! Dwie können die erfreun! Mag er hier doch leiden! Was verliert er? warten sein Dort doch Gottes freuden! 4. Vom betrug und unrecht, Gott! Wollen sie nicht lassen. Unterdrückung oder spott Trifft den, den sie hassen. Jedem lafter fröhnen sie; Und nach ihrem finne Strafest du das laster nie, Wirst's nicht einmal inne. 5. Aber, Gott, du wirst's ge was den; Dir ist alles offenbar: Dennoch willst du dulden, Ob nicht deines Sohnes hand, Eh dein zorn entbrenne, Deinem feuer einen brand Noch entrei ßen könne. 7. Braucht die zeit der gnab' und zucht, Brauchet ste zur reue; Daß euch Gott, der euch noch fucht, Durch den Sohn verzeihe. Denn an eurem tode hat Er kein wohlgefallen: Hat, weil Jesus für euch bat, Mitleid mit euch allen. hm dall mel. Es woll' uns Gott. 379. Herr, eife' tm beis um nes namens ruhm, Um deines Sohnes lehre! Dein ist das evangelium; Dein ruhm der wahrheit ehre. Der falsche weise nennt's be trug; Will seinen werth ihm rauben; Hält uns für thoren, sich für flug; Nennt glauben aberglauben, Ein joch bethörter gidno ohibe 6. Und ihr, fühne fünder, dürft, Ach! ihr dürft noch sprevölker. chen: Gott, den euer Herz ver wirft, Werd' es nimmer rächen? Lästert seine langmuth nicht; Lasset ab vom bösen! Darum säumt noch sein gericht; Laßt euch noch erlösen! 8. Dir, o Gott, befehlen wir Deines wortes fache; Danken beine langmuth dir; Flehen nicht um rache; Flehen, daß viel' sünder noch Von der laster 2. Von diesem joche, rühmt er sich, Die Flügern zu befreien; Auch will er( heuchelt er,) nicht bich Noch dein gesetz entweihen; Spricht: wahn und irrthum sey es mur, Die er im herrschen störe; Spricht: daß die stimme der natur Allein, was recht sey, lehre, Und nicht die stimme Jesu. 3. Gott, Vater Jeſu, unsers Herrn! Bezeugt ihm sein gewissen: Nur seine wollust sähe gern Dem Sohn die macht entriffen; Bezeugt's ihm: nur die eitelkeit, Nur seine luft zum bösen Bewög' ihn zur vermessenheit, Den, der uns zu erlösen, Ein mensch ward, den zu spotalto fam ten! SKEMINOTAU 280 Von den Gnadenmitteln. 4. So richte zwischen deinem muth! Getroft! ihr dürft nicht Sohn, D Gott, und seinen spöt- zittern; Es wird der hölle lift tern; Laß wahn und laster sich und wuth Nie Jesu thron erzum hohn Der wahrheit nicht schüttern. Preis't Jefu Chrifti vergöttern! Nicht bitten wir, Vater! preist Den retter eurer im zorne, Gott, Den spötter zu seelen! Dem lästrer, der sein verderben; Zu schanden mache ioch zerreißt, Und der euch seinen spott, Ihn aber laß nicht schmäht, wird's fehlen! Gott ist sterben; Laß ihn errettet wer- der Allerhöchste! den! 5. Laß wortes edle Mel. Lobt Gott, ihr Christen. kraft An allen sich verklären, 380. inai, und bie posaune schwieg. Die nacht ward stets mehr nacht um ihn. So sprach der Ewige: Die gläubig und gewissenhaft Dir treu zu seyn begehren! Komm, bringe wieder die empor, Die Jesus dir erlös'te; Den fündern öffne Herz und ohr; Die, die noch glauben, tröfte Mit deines worts verklärung. 6. So, Richter und Erbarmer, laß Die falschen weisen sehen, Wie frevelhaft es sey, voll Haß Dich und den Sohn zu schmähen! Wer ist der frommen schild, als du? Ihr troft ist seine lehre; Doch rufft du auch den sündern zu, Daß jeder sich bes kehre; Voll huld noch, wenn du draueft. 2. Ich bin Jehova, der dich, volk, Aus deinem elend rief. Nimm neben ihm, der ewig ist, Nicht andre götter an. 7. Dein bogen ist gespannt, und zielt Mit tödtlichen geschossen: Doch willst du, wer sein elend fühlt, Den willst du nicht verstoßen. Der fünder, seiner lüfte knecht, Hat böses nur im finne: Gott läßt doch gnad' ergehn für recht, Sucht, wie er ihn gewinne, Ihn rett' und selig mache. 8. Bekenner Gottes, faffet 3. Mach' dir von dem, der dich erschuf, Von ihm fein sinnlich bild; Kein bild, gleich ei nem, der im meer Und auf der woge schwimmt; seine 4. Nicht gleich dem, der auf staube geht, Bald selbst zu staube wird; Nicht sey's dem morgensterne gleich, Der auch ges schaffen ist. 5. Wenn du vom Unerschaff nen weichst, So werd' ich rächer seyn. Der übertreter soll es noch An Jacobs nachwelt sehn. 6. Dem guten aber, der mich liebt, Und mein gesetz bewahrt, Ihm, und wohl tausenden nach ihm, Will ich erbarmer seyn. 7. Entweihe meinen namen nicht; Mit ehrfurcht sprich von Gott. Mein großer name heis Vom Worte Gottes. Bet: Herr! Dem fünder will ich's seyn. 8. Du sollst den sabbat heiligen. Dann sollst du ruhn; du follft Gedenken diesen Tag an mich, Den Schöpfer jeder welt. 9. Den Vater ehr', und ehr' auch stets Das weib, bas dich gebar, Damit dein lohn glückseligkeit Und langes leben sey. 10. Lösch' aus das feuer schnellen zorns; Lösch' aus der rache gluth. Vergeuß das blut des bruders nicht, Den Gott mit dir erschuf. 11. Brich nicht der ehe theu ren bund; Sey rein und keusch vor mir. Beraube deinen nächften nicht; Gieb jedem seinen lohn. prition pd 12. Du sollst kein falscher zeuge seyn Da, wo der richter sitzt. Schänd' auch des guten ehre nicht; Verläumder haft dein Gott! 13. Begehre nicht des nächsten haus, Noch seiner jugend weib; Den knecht nicht, der ihm dient, das vich, Das ihn ernähret, nicht. 281 Mel. Dieß sind die heil'gen. 381.0 ieß sind die rechte, welche Gott Den findern Abrahams gebot. Aus finstern wolken sprach er sie Zu Israel vom Sinai. So sprach der Herr: 14. Wer mein gesetz nicht ganz erfüllt, Den treffe fluch und tod; Der soll mein angesicht nicht sehn. Der Gott der götter sagt's! vir: Berehre keinen neben mir, 2. Ich, Gott, gebiete, Jacob, und habe keinen Gott, als mich; Mich fürchte; mir vertraue dich. Das will dein Gott! 3. Mein name sey dir heilig; sprich Nicht lästerworte wider mich. Mit tiefer ehrfurcht nenn' ihn nur; Und halte deines mundes schwur. Das will dein Gott! 4. Auch heilig sey mein sabbat dir; Dein knecht auch ruh' und diene mir. Dent' an Aegypten, welcher last Du da fast unterlegen hast. Das will bein Gott! 5. Den vater ehr' und ehre gern Die mutter; das gefällt dem Herrn. Nimm, sind ste schwach, dich ihrer an; Und lans ge wirst du leben dann. Das will dein Gott! 6. Du sollst nicht tödten, und dich scheun Vor haß und zorn; die rach' ist mein! Wem sünden ich erlassen soll, Der thu' auch seinen feinden wohl. Das will dein Gott! 7. Die ehe halte keusch und 15. Der Gottmensch hing rein; Auch selbst dein Herz soll am hohen kreuz, Und neiget' in heilig seyn. Dein leib und geist die nacht Sein haupt, mit blut sey mir geweiht; Dein ruhm sey bedeckt, und rief: Es ist voll- zucht und mäßigkeit. Das will bracht! und starb. dein Gott! KHATOOTER 282 Von den Gnadenmitteln. 8. Mit unrecht mehre nicht| daß ich mir Nicht lift noch trug bein gut. Verflucht ist der, der erlaube; Daß ich aus sllavenunrecht thut! Betrüge nie, und furcht vor dir Kein mörder sey, wuchre nicht. Den armen zu noch raube. Was hilft's, daß erfreun, ist pflicht. weder hand noch fuß Noch auge dein Gott! fündigt? nein, ich muß Mit jeder fraft gehorchen. 3. Es läst're, Gott, dein mensch dich nicht; Sey keiner ehe schänder; Kein frevler, welcher eide bricht; Kein schlemmer, fein verschwender; Kein freund von üppigem geschwäß. Das willst du, Gott; doch dein gesetz Gebeut noch höh're pflichten. 4. Wir sollen uns gewissen haft In allem guten üben, Und dich mit aller unsrer kraft Von ganzem Herzen lieben. Nicht jede handlung nur soll rein, Selbst jede neigung soll es seyn, Der stillste wunsch unsträflich. 5. Das forderst du: doch, Gott, wer hat Die kräfte, deis nen willen So durch gedanken, wort und that, So heilig zu erfüllen? Wie kraftlos unser wil le sey, Wie groß der sünden ty rannei, Das ist dir nicht vers borgen. Mel. Es ist gewißlich an. 382. We des Herrn 6. Wie können wir dem fluch ir haben das ge- entgehn? Ach Gott, wer kann fetz des Herrn; auf erden Mit seinem thun vor Er hat's uns selbst gegeben. Er dir bestehn? Durch werke selig ist der Herr; wir sollen gern werden? Du forderst viel; und Nach seinen rechten leben. Gott, wir sind schwach. Das Herz giebt mach' uns ihren sinn bekannt, leicht der täuschung nach, Und Und gieb uns weisheit, mit ver du, o Gott, wirst richten.n stand, Was du befiehlst, zu fas- 7. Drum eil' ich, Herr, vor ſen! deinen thron, In reu und schaam verhüllet, Zu deinem Sohne: Das will noe 9. Du sollst kein falscher zeus ge seyn, Und lügen und verleumbung scheun. Des nächsten unschuld rette du, Und seine blöße decke zu. Das will dein Gott! en 10. Des nächsten haus begehre nie; Auch nicht sein weib, knecht, magd und vieh. Gönn' ihm sein glück, und fleuch den neid, Wenn meine Huld auch ihn erfreut. Das will dein Gott! 11. Dieß sind die rechte, welche Gott Den findern Abrahams gebot. Uns lehrt, was heilig ist und gut, Der Sohn des Herrn; wohl dem, der's thut! Wohl dem, der's thut! me 12. Dazu hilf du, Herr Jesu Christ! Hilf, der du unser Hei land bist; Mach' uns mit deis nes Geistes kraft Selbst glän big, fromm und tugendhaft! Erhör uns, Herr! ingrum bis 2. Du, Gott, willst mehr, als Vom Worte Gottes. 283 Herr, dein Sohn Hat dein ge- Und hält uns seine rechte In setz erfüllet! Er that's, und seinem wort auch vor. hat's für mich gethan! Nimm deines Sohns gehorsam an; Laß mich sein blut versöhnen! 8. Laß deines guten Geistes trieb Mein Herz zum guten treis ben; Dir zu gehorchen; und vergieb Die mangel, die noch bleiben! Ich will,( und das gewähre mir!) Allein durch deinen Sohn, vor dir Gerecht und selig werden. Impd pidis 5. Dich soll ich, dich nur ehren, Dich lieben, dir vertraun, Dir ewig angehören, Auf deinen weg nur schaun; Nicht fremden gößen leben; Nach deiner huld nur streben. Welch heiliges gebot! 1051 6. Dein wort soll mich regieren; Mein licht im finstern seyn; Mich sichre pfade führen; Mich trösten und erfreun. Es soll mir offenbaren, Daß wir verloren waren, Wenn Christus nicht er383.Der leben. Zu un- schien. Mel. Herr Christ, der ein'ge. er Herr liebt unferm heil hat er Uns sein geseß 7. Ich soll den nächsten liegegeben; Alus liebe gab's der Herr. Heil allen, die ihn ehren, Die allen seinen lehren Mit ernst gehorsam sind! ben, Und, brüderlich gesinnt, Ihn segnen, nicht betrüben; Dann bin ich Gottes kind. Wie herrlich sind die rechte, Womit du deine knechte Zu ihrem glü ndir Eroilor de führst! 2. Wie? sollt' uns Gott nicht lieben? Hat uns sein wille nicht, Was gut ist, vorgeschrieben? Ist der nicht unser licht? Die göttlichen geseße Sind unsre größten schäße, Sind quellen unsers heils. speed 3. Schon die vernunft kann wissen, Was gut und böse sey; Sie richtet durch's gewissen; Verdammt, und spricht uns frei; Verheißt uns ruh' und freuden, Wenn wir die sünde meiden, Und das, was recht ist, thun. 4. Doch, weil wir alle sünder, 3ur tugend schwach und blind, Nicht mehr des lichtes kinder, Und leicht betrogen sind: So lehrt Gott seine tnechte; 8. Mein ganzes herz soll heilig, Auch in gedanken rein, Durch lüste nicht abscheulich Vor deinen augen seyn. Wer hat auf diesen wegen Nicht ruhe, ruhm und segen, Wenn er ste willig geht? 9. Gieb denn, daß ich sie lies be, Verstand, entschloffenheit, Und Lust und rege triebe Zur wahren Heiligkeit! Ich werde, Gott, auf erden Dir immer treuer werden, Wenn du mein Wor beistand bist. 10. Vergieb durch Christi leis den Mir meine missethat! Dann geht mein herz mit freuden Den weg, den er betrat. Die liebe KERMINTON Von den Gnadenmitteln. 284 wird mich bringen, Das gute zu vollbringen; Dein Geist mein beistand seyn. Mel. Liebster Jesu, wir sind. 384. roftvoll, o mein Heiland, ist Deines wortes gnadenlehre. Jeder, deffen licht du bist, Glaubt und lebt zu deiner ehre; Wird die fülle deiner gaben, Ewig heil und freude haben. 2. Er wird weis' und irret nicht; Lernt nun seinen Gott recht kennen, Und mit voller zuversicht Seinen lieben Vater nennen; Lernt auch, nach des Vaters willen, Seine pflichten gern erfüllen. 3. Keiner menschen weisheit lehrt, Wie wir Gott uns nahen sollen, Wenn wir, seiner strafen werth, Gnad' und trost erlangen wollen: Aber du erhebst die sünder Selbst zur würde seiner finder. 4. Deine lehre zeiget mir, Wo ich heil und ruhe finde; Denn fie zeiget mir in dir Den Versöhner meiner fünde, Der, mir gnade zu erwerben, Sich entschloß, für mich zu sterben. 5. Freundlich rufest du mir zu: ,, Kommt zu mir, beschwerte seelen! Kommt; es soll zu eurer ruh' Euch an heil bei mir nicht fehlen! Seht, der Vater will vergeben, Weil ich starb, und ihr sollt leben!" 6. Ja, dein evangelium Hat viel tausend tausend zeugen, Die zu deines namens ruhm Ihre meinen kniee dankvoll beugen, Daß du, weil du für uns littest, Gnad' und friede uns erbitteft. 7. Herr, empfange bank, Den ich dir im glauben bringe; Höre meinen lobgesang, Den ich deiner güte singe, Daß du meine schuld versöhnest, Daß du mich mit gnade krönest. 8. Köstlicher, als alles gold, Ist mir deines wortes lehre. Gott ist meiner seele hold; Dank dir, ewig dank und ehre! Ich, von dir so hoch erhoben, Werde dort dich besser loben. 9. Laß mich, weil ich hier noch bin, Dir nur zu gefallen wandeln; Laß mich nur nach deinem sinn Und nach deinem wor te handeln! Ich, getauft auf deinen namen, Werd' einst selig werden. Amen! Mel. Jesu, meine freude. 385. Wort aus Gottes munde; Wort von seinem bunde; Evangelium; Trost für alle schmerzen Tiefgebeugter herzen; Jesu höchster ruhm! Du erfreust Den bangen geist, Frohe botschaft, uns zum leben, Seibst von Gott gegeben! 2. Was sein wohlgefallen Vor der welt uns allen Ausersehen hat; Was erst dunkle schatten Vorgebildet hatten, Das vollführt sein rath. Daß sein eid Ihn nicht gereut, Rühmen wir; in Jesu namen Wird er Ja und amen! 75071 3. Alles ist vollendet; Gott Von der heiligen Laufe. 285 hat den gesendet, Den er uns net. Sie ist ein bad der heiligverhieß. Jesus kam, sein leben Für uns darzugeben, Das er willig ließ. Dankt! er hat Des Höchsten rath Ganz vollbracht zu seiner ehre. Welche theure lehre! keit, Und nicht allein schlecht wasser; Wir werden ihm durch sie geweiht; Sein wort ist bei dem wasser, Sein Geist mit seis ner gnade. dist 4. Uns mit fluch bedrohten Rufen Jesu boten: Heiligt euch, und gläubt! Gott will euch vergeben, Ewig sollt ihr leben, Wenn ihr treu ihm bleibt! Jesu huld Tilgt eure schuld; Nur müßt ihr euch bessern lassen, Und die fünde haffen! 3. Sein eingeborner Sohn selbst ward Getauft, sie einzuweihen; Da, als sein Sohn uns offenbart; Deß sollen wir uns freuen. Gott sprach:„ dieß ist mein lieber Sohn; Er ist mein wohlgefallen; Verheißen euch von alters schon zum Herrn und heil; euch allen! Ihn hört und seine lehre!" 5. Hierauf will ich bauen, Jesu mich vertrauen, Und in ihm mich freun. Ihm nur will ich leben; Ihm mich ganz ergeben; Ewig treu ihm seyn. So werd' ich Dereinst durch dich, O mein Heiland, selig sterben, Und dein reich ererben. Vor der Taufe. en In eigner Melodie.s 386. Shrift, unser Herr und Heiland, kam, Nach seines Vaters wil len, Zum Jordan; er empfing und nahm Die tauf, ihn zu erfüllen. Da wollt' er stiften uns ein bad, zu waschen uns von sünden; Wir sollten heil und troft und gnad' In seinen wunden finden; Es galt ein neues leben. 2. So höre denn und merke wohl, Wer sich zu ihm bekennet, Was von der tauf' er glauben soll, Was Gott selbst taufe nen4. Wie da mit seinem Sohn und Geist Der Vater sich verklärte, Als, Christ! dein Herr, deß du dich freust, Getauft zu seyn begehrte: So will er mit dem Sohn auch hier, Mit seinem Geist auf erden Durch seiner taufe gnad' an dir, An uns verherrlicht werden, Zu kindern uns erklären. 5. Zu seinen jüngern sprach der Herr: Geht hin, die welt zu lehren; Gerettet soll nun werden, wer Sich will zu Gott bes kehren. Wer glaubt an mich, und wird getauft, Soll dadurch selig werden, Von mir zu Gottes find erkauft, Geheiligt schon auf erden, Den himmel dort zu erben." 6. ,, Wer ihn verschmäht, an mich nicht gläubt, Wird keine gnade finden; Bleibt schuldig des gerichtes, bleibt Im elend seiner sünden. Der straf ents KANISOTUNHE 286 Von den Gnadenmitteln. 29/ 1090 rinnt er ewig nicht Durch eigne| wenn ich bete; Und, wenn ich gute werke; Denn zur erfüllung fromm und tugendhaft Dein seiner pflicht Fehlt's ihm an licht recht nicht übertrete, Soll mir und stärke; In sünd' ist er ge- kein gutes mangeln. il pillior boren." 4. Hochheilig sey denn mir die pflicht, Der sünde macht entriffen, Zu dir zu haben zuversicht Und auch ein gut gewissen; Dich nicht, o Vater, Sohn und Geist, Bloß meinen Herrn zu nennen; Dich, wie dein wort mich unterweist, Mit thaten zu bekennen; Dir nur, und gern zu dienen. this allons 7. Dein leiblich auge steht al lein, Wie menschen waffer giesen: Der glaube dringet tiefer ein; Sieht Jesu wunden flies ßen. Ihr blut, dieß reinigt, dieß befreit Von Adams schuld und sünde, Von eigner ungerechtigkeit, Daß der noch gnade finde, Der sich will heilen lassen. Mel. Christ, unser Herr, zum. 387.S Gott, bei dir ist heil und gnad' In aller noth zu finden. Du schenkst uns durch dein wafferbad Vergebung unsrer sünden. Du lehrst, o Bater, Sohn und Geist, Uns durch ein sichtbar zeichen, Wie sehr du unsers heils dich freuft, Der du nicht deines gleichen An gnade hast, an liebe. 2. Du hast uns, Herr, durch deinen bund zu findern ange nommen; Machst jedem deine wege kund; Willst, daß sie alle kommen. Ach, ftrafe nur vers dienten wir! Und du( wer kann es fassen?) Vereinigst uns, o Gott, mit dir! Haft uns die 7. Gott Vater, Sohn und straf erlassen, Und willst uns selig machen. 6. Dem alten menschen sterb' ich ab, Damit der neue lebe; Damit ich, standhaft bis ins grab, Den lüsten widerstrebe; Damit ich, dir nur unterthan, Nur liebe deinen willen. Nur treibe, Vater, selbst mich an, Daß ich ihn mög' erfüllen Durch deine fraft und stärke! 5. Der sünd' hab' ich entsagt, o Gott, Und allen ihren werken. Laß wider trug, gefahr und spott Mich deine gnade stärken; zu deinem tempel wählst du mich; Dir bin ich neu geboren; Daß ich dich fürchte, Herr, nur dich, Dazu bin ich erkohren, Erschaf fen und erlöset. Geist, verleih, Daß ich an dich s feft gläube, Mich deines bundes tröst' und freu', Und treu darin auch bleibe; Daß ich das böse flieh' und Haff, Auf deiner bahn nicht gleite, Im guten nimmer werde laß, Hier bis ans ende streite, Und dort dein reich ererbe. 3. Ich bin durch deinen vaterfinn Versichert deiner gnaden; Mir, ob ich gleich gefallen bin, Soll doch mein fall nicht schaden. Du giebst zur heiligung mir kraft; Erhörst mich, Von der heiligen Taufe. 287 gabe Gottes tind und erbe bin; Daß ich ihn zum Vater habe; Einst von allen sünden rein, Ewig, Vater, ewig dein! 4. Ich, ein fünder von natur, Ich gefallner soll auf erden Eine neue creatur, kann und soll Gott ähnlich werden. Heilig, heilig will ich seyn; Jesus und sein Geist ist mein! 5. Ich gelobt' es, und dennoch Brach ich oft den bund der taufe; Kämpfte oft, und wurde doch Schwach im Kampf und matt im laufe: Dennoch will noch Jesus mein, Gott will noch mein Vater seyn. Mel. Nun banket alle Gott. 388.f Daum war ich, treuer Gott, Ans licht der welt gekommen, So haft du meiner dich Auch herzlich angenommen. Dein heilig wafferbad Wusch mich von fünden rein; Und du verhießest mir, Mein Herr und Gott zu seyn. 2. Mir ward gerechtigkeit Und kraft zum neuen leben, Mir ward dein guter Geist Zur heis ligung gegeben; Mir alles heil, was selbst Dein Sohn, der für uns starb, Durch leiden, blut und tod Der welt und mir er warb. stad bund 3. Gieb, Vater, Sohn und 6. Das ist Gottes bund mit Geist, Daß ich dieß heil erkenne; Daß ich mich nie von dir Durch wahn und frevel trenne! Die tauf' erhalte mich Durch deiner gnade kraft Im wahren glauben fest, Im leben tugendhaft! os dos motrist did we Mel. Jesus, meine zuversicht. mir; Das hat Jesus mir verheißen: Und ich sollte, fünde, dir, Dir, o welt, mich nicht ent reißen? Ja, ich will's; ich will nicht dein, Ich will meines Gots tes seyn. I pidior a jed 7. Ich, auf Jeſu tod getauft, Bin von ihm so hoch erhoben; 389. wig, ewig bin ich Bin ihm durch sein blut er dein, Theuer dir, mein Gott, erkaufet; Bin auf dich, um dein zu seyn, Vater, Sohn und Geist, getaufet. Deſsen soll mein Herz sich freun; Ewig, ewig bin ich dein. kauft: Jesum soll mein leben loben; Ihm will ich( denn ich bin sein,) Meine ganze seele weihn. 8. Was ich schwur, und ihr auch schwurt, Brüder, als im wasserbade Eine höhere geburt Heil uns gab und Gottes gnade, Schwör' ich wieder: sein allein, Feines andern will ich seyn! 2. Lehrt die völker, taufet die, Welche gläubig werden wollen; Kündigt's allen an, daß fie Ewig selig werden sollen." Jesus sprach's, und er ist mein; Ewig werd' ich selig seyn. 9. Ich entsage, satan, bir, Dir, o welt, und dir, o sünde! Ich entsag' euch! weicht von mir, Gottes erben, Gottes fins de! Eure luft ist schmach und 3. Welch ein göttlicher ges winn, Daß ich durch der taufe Von den Gnadenmitteln. 288 pein; Gottes nur will ich mich freun. fest, Daß, wenn ich falle, wenn ich gleite, Mich deine gnade nicht verläßt; Daß sie mich straft, und lockt, und mir Den weg zurück weis't, Gott, zu dir. 5. Nun, höchster Gott, ich geb' aufs neue Dir seel' und leib zum opfer hin. Erwecke mich zu et pneuer treue, Und bilde mich nach deinem sinn! Entfleuch, o welt, und, sünde, weich'! Gott hört es: jeßt entfag' ich euch! 6. Befestige den bund der gnade, Mein Vater, und bewahre mich Im glauben und auf deinem pfade! Mein ganzes les 390.h bin getauft auf ben preise dich! Goit meines Gott, du Vater, Sohn und Geist, deinen namen, mein! Gott, hilf mir, ewig dein zu seyn! Mel. Jesus, meine zuversicht. einen Heiland Gezählt zu deinem neuen famen, Der dich für seine rets 391. Mlaß ich nicht; tung preis't. Welch heil ist durch die taufe mein! Ach, möcht' ich deß nur würdig seyn! 2. Du Gott, mein Vater, du gewähreft Mir deiner kindschaft wonn' und ruhm; Und, Sohn des Höchsten, du erklärest Mich ewig für dein eigenthum; Du willst, mein leben Gott zu weihn, Geift Gottes, selbst mein bei stand seyn. uchun 3. Laß dieses heil mich recht erkennen, Und gieb mir gnade, daß ich sey, Was ich mich freue, mich zu nennen, Ein wahrer Chrift, und dir getreu! Es sey für mich dein bund mit mir Ein bund der heiligkeit mit dir! 4. Du bist getreu; auf deiner feite Bleibt er so unbewegt und 10. Wachen will ich, flehn um kraft, Daß ich stets auf seinem wege Heilig und gewissen haft Und im glauben wandeln möge; Und er wird mir kraft verleihn, Treu bis in den tod zu seyn. 11. Höre mich; denn ich bin dein, Theuer dir, mein Gott, erkaufet; Bin auf dich, um dein zu seyn, Vater, Sohn und Geist, getaufet. Ewig, ewig laß mich dein, Ewig laß mich selig seyn! Mel. Wer nur den lieben. Denn er ist für mich gestorben; Jesus hat, was mir gebricht, Mir durch seinen tod erworben; Und, was er verdienet hat, Schenkt mir seiner taufe bad. 2. Meinen Heiland laß ich nicht, Dem ich mich geheiligt habe. Er ist meine zuversicht Von der taufe bis zum grabe. Er erbarmet meiner sich; Was er will, das will auch ich. pier 3. Meinen Heiland laß ich nicht; Er hat sich mit mir verbunden; Und ich fürchte kein gez richt; Denn mich sichern seine wunden. Da er litt, da ward ich sein; Weil ich glaube, wird er mein. 4. Meinen Heiland laß ich Von der heiligen Taufe. 289 nicht. Bei ihm find' ich heil und| Gottes erbe, Getroft und selig leben; Das, was mir sein wort sterbe. verspricht, Wird mir seine liebe geben. Von ihm hoff' ich allezeit Liebe, voll barmherzigkeit. 5. Meinen Heiland laß ich nicht. Nichts soll mich und Jesum trennen. Ich will ihn voll zuversicht Ueberall und gern bekennen Mit dem mund' und mit der that, Weil er mich erlöset hat. 6. Treuer Jesu, laß mich nicht! Du, mein führer in der jugend, Du, im alter noch mein licht, Gieb mir trieb und kraft zur tugend; Sey mein Alles in der zeit; Ewig meine seligkeit! Mel. Was Gott thut, das. 392.3 ch bin getauft, und in dein reich Soll ich, o Vater, kommen; Bin frei vom sluch, und auch zugleich Zur findschaft angenommen. Was erwarb, Der für mich starb, Der reichthum aller gnade Ward mein im wasserbade. 2. Ich bin getauft; der fünden schuld Will Gott nicht mehr gedenken. Er will voll väterlis cher huld Ein ewig heil mir schenken. Sein vatersinn Weiß, was ich bin. Ich bin nicht mehr verloren; Ich bin aus ihm ges boren. 3. Ich bin getauft; nun fann der tod, Nun soll er mich nicht schrecken. Mein troft ist, wie er mir auch droht: Gott wird mich auferwecken. Voll freudigkeit Wart' ich der zeit, Wo ich, als 4. Ich bin getauft; Gott ist mein freund, Geheiligt ihm auf erden, Soll ich auch einst, mit ihm vereint, Des himmels bürs ger werden. Nur, wer nicht gläubt, Und fündig bleibt, Den wird er einst verdammen; Mich wird er nicht verdammen! 5. Ich bin getauft; mich trifft kein zorn. Gott wird sein reich mir geben; Denn Christi freier, offner born Quillt bis in jenes leben. Wer standhaft gläubt Und heilig bleibt, Soll nicht verloren gehen, Soll einst sein antlig sehen. 6. Ich bin getauft; und Gott verheißt, Mein Herr und Gott zu bleiben. An ihn, den Vater, Sohn und Geist, Will ich bes ständig gläuben. Ich will fort hin Den satan fliehn, Und mich in guten werken Durch Jesu gnade stärken. 7. Ich bin getauft; bewahre mich, Mein Gott, in deiner lies be! Hilf meiner feele, daß ste sich In jeder tugend übe! Gieb, daß an mir Sich für und für Die taufe, dir zum preise, In voller kraft erweiſe! 8. Ich bin getauft; das höchste gut, Gott selbst ist mun mein eigen. Der Geist, das wasser und das blut Sind seiner treue zeugen. Von Gott erkauft, Auf Gott getauft, Will ich auch Gott vertrauen; Sein antlig werd' ich schauen. T 290 Von den Gnadenmitteln. 4. Laß dein heil im tode fie, Deine theu'r erlös'ten, Weil ihr glaube standhaft blieb, UnausMel. Mitten wir im leben. 393. Stärke, Mittler, prechlich trösten! Sprich dann: stärke fie, Deiste sollen leben! Einst führe ste ne theu'r erlösten! Laß ste ihr mit uns zugleich In dein unververtraun auf dich Unaussprech- gänglich reich! Heiliger, Schölich trösten! Wach' über ihre pfer, Gott! Heiliger, Mittler, seelen! Sie stehn und schwören Gott! Heiliger Gott, Lehrer alle dir: Herr, dein eigenthum und Tröster! Allgütiger Gott! sind wir! Heiliger, Schöpfer, Laß sie nie vergessen Ihren theuGott! Heiliger, Mittler, Gott! ren, großen eid Bei deinem naHeiliger Gott, Lehrer und Trö- men! ster! Allgütiger Gott! Laß fie nie vergessen Ihren theuren, Bei der Confirmation. sduf bir Mel. Es ist gewißlich an der. großen eid Bei deinem namen! 394.ch, daß ich Gottes weg Ihm 2. Ach, wie viele schwuren auch, Fest an dir zu halten; Aber treulos ließen sie Ihre lieb' erfalten! Verderben ward ihr ende! Beständig laß dir diese seyn, Die dir schwören, die sich weihn! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Allgütiger Gott! Stärke ste, die Deinen, Im vertraun auf Jesu tod, zu wahrer tugend. nie so kindlich dankte, Wie er als Vater sich erwies; So oft im glauben wankte! Ich war oft weder kalt noch warm; Hielt mich für reich, und war doch arm; Bei seiner langmuth sicher. 2. Der gnadenzeit uneinge denk, Vergaß ich in der jugend Der taufe göttliches geschenk Und ihren ruf zur tugend. Ich dachte nicht an ihren bund, Und baut auf einen eiteln grund Mein glück und meine Hoffnung. 3. Locken wird sie nun die welt, Herr, zu ihren lüften. Ach, du wollest sie mit kraft Aus der Höhe rüsten! Laß streiten sie und siegen! Die triebe zu verbotner luft Dämpfe früh in ihrer brust! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Allgütiger Gott! Laß sie ihre feinde, Alle Hasser ihres heils Weit überwinden. dwüste, Getäuscht, wie der ver3. Wie nahm sich Gott doch meiner an! That ich, was mir gebührte? Wie oft entwich ich von der bahn, Auf die sein Geist mich führte! Wie hab' ich ihn so oft betrübt! Und Gott hat mich so hoch geliebt, Und meis ner nie vergessen! 4. Ich, meines Vaters zucht entflohn, Empfind' jetzt in der Von der Heiligen Taufe. lorne sohn, Die strafen meiner lüste. Ich will zu meinem Vatod. ter gehn, Will meine thorheit ihm gestehn; Er wird sich mein 291 Auf Christi tod, auf Christi Die Gemeine. Mel. Gott der Vater, wohn'. erbarmen. 395.3 n des Vaters, in des Sohns, Und 5. Gott, führe mich nicht ins gericht; Laß mich vergebung in des Geistes namen, Sind finden! Gedenke meiner thors wir erben jenes lohns;( Er heit nicht, Noch meiner schweren fünden! Gedenk' an deines Sohnes tod; Gedenke seiner angst und noth; Er hat für mich gelitten! 6. Sein blut, sein tod ist mein gewinn; Sein freuz der gnade zeichen. Eh', Vater, fallen hügel hin, Eh' müssen berge weichen, Bevor dein bund des friedens fällt, Bevor der Heiland aller welt Mühselige verstößet. 7. Vertritt denn, o mein Heiland, mich Im göttlichen gerichte; Und meine beff'rung ehre dich Durch wahrer tugend früchte! Ach, leb' ich dir, Herr Jesu, hier: So sterb' ich, wenn ich sterbe, dir; Dein bin ich todt und lebend! Der Taufbund. Der Chor. Mel. Komm, heiliger Geift. Begnadiger, komm! Tröster, Geist, Der du uns heiligst und erneust, Komm, Seliger, in die gemeine! Sie sey auf ewig die deine! Mit deinem was user strömtest du Dein heil ihr, Wunderbarer! zu. Du hast den glauben ihr gegeben. Sie ward getauft zu jenem leben, werd' uns! Amen! Amen!) Sind getauft auf Christi tod. Wir haben oft gebrochen Den bund, den bund gebrochen: Noch hat's Gott nicht gerochen. Ach, durch Jesu Christi tod Laß uns es innig reuen, Der liebe bund erneuen, Und deines heils uns freuen! Weck' durch Jesu Christi tod Uns wieder, Gott, zum leben auf! Der Chor. Mel. O ewigkeit, du donnerwort. ( Die fünf letzten Zeilen.) Wer das nicht meint aus herzensgrund', Was seinem Gott bekennt der mund; Wer's wagt, dem Herrn zu heucheln; Wer Gott mit redlichkeit nicht sucht: Der übertreter ist verflucht! Die Gemeine. 2. Sprich dein todesurtheil nicht; Laß uns nicht ganz vers derben! Geh' mit uns nicht ins gericht, Daß wir nicht ewig sterben! Herr, Gott, Vater, Sohn und Geist, Du mußt uns alles geben. Aufrichtig laß uns streben, Von neuem dir zu leben! Herr, Gott, Vater, Sohn und Geist, Ach, laß mit heil'gem schauern Uns göttlich, göttlich T2 KAUKOOMING 292 Von den Gnadenmitteln. trauern, Die neue liebe dauern!| unsre seelen; Verderbt, ihr heil Herr, Gott, Vater, Sohn und Geist, Hör' unser flehn; hör' unser flehn! zu wählen! Sünder sind wir; staub von staub'! Ach, tief ist unsre wunde! Nimm wieder uns zum bunde, Uns auf zu deinem bunde! Todt, verbrecher sind wir, staub! Verwirf uns nicht, Unendlicher! Der Chor. 10 2011 Der Chor. Mel. Jesus, meine zuversicht. ( Die vier letzten Zeilen). Wer aus ganzer seele fleht, Deß gebet wird Gott erhören. Heil dem frommen! ewigs heil, Jenes leben ist sein theil! Die Gemeine. Engel 3. Feft, ein fels ist derer grund, Die Gottes Geist geboren. Seines heiles ew'gen bund Hat unser Gott beschworen. jauchzten, als er schwur; Geheiligte gerechte, Des Höchsten treuste knechte Im menschlichen geschlechte, Weinten froh, daß Gott es schwur:„ Ich will, so wahr ich lebe, Daß der gefallne lebe, Bei mir auf ewig lebe!" Gott erfüllte, was er schwur, So oft zu ihm ein fünder kam. ad Der Chor. bin Mel. O ewigkeit, du. Erst betet an, weil Gott euch hört, Eh' ihr auch eurem Richter schwört! Fallt in den staub erst nieder. Denn wer mit ernste Gott nicht sucht: Der übertreter ist verflucht! Die Gemeine. 4. Laß uns deine hülfe sehn; Laß deinen Geist uns lehren; Gott, laß uns doch nicht vergehn, Wenn wir den bund be schwören! Sünder sind wir, staub von staub'! Wie sehr wir's uns verhehlen; Verderbt sind Mel. Jesus, meine zuversicht. Wer's aus ganzer Seele meint, Was er seinem Gott bekennet; Heil dem frommen! ewigs heil, Jenes leben ist sein theil! Die Gemeine. Op 5. Du, du warst, eh' ward, was ist. Der himmel heere kamen, Als du riefft und schufft, was ist. Bei deinem großen namen, Gott, beschwören wir den bund! Versöhner, bei den wunden, Durch die wir heil gefunden, Bei deines todes wunden, Gott, beschwören wir den bund! Auch dir,( durch den sie streiten Und siegen, die sich weihten Dem heil der ewigkeiten,) Gott, beschwören wir den bund; Den bund mit dem, der ewig ist! Der Chor. Wer's aus ganzer feele meint, Was er seinem Gott gelobet: Heil dem frommen! ewigs heil, Jenes leben ist sein theil! Die Gemeine. 039 6. Ewiger, wir wollen dich Aus ganzer seele lieben; Dich aus ganzem Herzen, dich Aus allen fräften lieben! Unser, unser Gott ist Gott! Wir wollen uns erheben Zu ihm, und dem Vom heiligen mur leben, Der uns sich selbst gegeben! Unser, unser Gott ist Gott! Nie wollen wir betrüben Die brüder, und ſie lieben, Wie wir uns Gott ist unser Gott! Mit ihnen schaun wir einst den Herrn! Der Chor. adron Wer's aus ganzer feele meint, Was er seinem Gott gelobet: Heil dem frommen! ewigs heil, Jenes leben ist sein theil! Die Gemeine. 7. Lehr' uns, Herr, mit freudigkeit, Mit zittern lehr' uns ringen, Daß wir in die ewigkeit Durch tod und leben dringen! Schmal ist, rauh ist unser weg; Und eh' auf deinen thronen Die palmen und die kronen Den überwinder lohnen, Muß er gehn den schmalen weg. Ach, nie laß uns erliegen! Hilf uns, uns selbst bestegen; Hilf uns, die welt besiegen! Führ' uns selbst den schmalen weg Zu deiner ruh, Unendlicher! Der Chor. Ar Mcl. Komm, heiliger Geift. Es fegn' euch der Herr, Vater, Sohn, Und beider Geist! der sieger lohn Werd' euch in euaren legten stunden; Denn ihr habt gnade gefunden! Des Vaters friede sey mit euch! Des Sohnes friede sen mit euch! Es sey mit euch des Geistes friede! Des himmels vorschmack, Gottes friede! Er fey mit euch! Er sey mit euch! Abendmahle. Vom Abendmahle. 293 Mel. O Gott, du frommer. 396.h will, o Jefu, deinen tod bekennen. O laß mein gan ges herz Von dank und lieb' entbrennen! Ich komme glaubensvoll, Mich deinem mahl zu nahn; Ich will jetzt deinen leib, Ich will dein blut empfahn. 2. Laß diese schäße mich Mit innigem verlangen Von deiner gnade nun zu meinem heil empfangen! Laß mir dieß hohe mahl Von deiner angst und pein, Von deiner lieb' und treu' Gin rührend denkmal seyn! 3. Aus liebe kamst du, Herr, Sogar dein theures leben Für meine seligkeit Zum opfer darzugeben. Du starbst, und schenktest mir Ein unschätzbares gut, Aus liebe deinen leib, Aus liebe selbst dein blut. 4. Ach, möcht' ich dich dafür Auch wieder herzlich lieben, Und jede stunde mich, Nur dich zu lieben, üben! Dich und, Gott, Vater, dich, Daß du so sehr mich liebst, Und meine schulden mir Durch deinen Sohn vergiebst! 5. Dir, Heiland, will ich mich, Dir seele, leib und leben, Und alles, was ich bin, Zum opfer wieder geben. Nimm alles, o mein Herr, Zum eigenthume hin, Der ich so theuer dir Zum dienst erkaufet bin. 6. Laß gleiche liebe mich An 294 Von den Gnadenmitteln. meinem nächsten üben! Laß gewandt, Daß ich nicht elend mich, wie du mich liebst, Selbst bliebe! Gieb, daß ich, voll vermeine feinde lieben! Du hast traun auf dich, In meinem gans uns alle ja Zu Einem leib ge- zen leben mich An deine gnade tauft; Uns alle durch dein blut halte! Zu Einem finn erkauft. 7. Wir trinken Einen felch, Ein brod ist's, was wir effen. Das ist dein blut, dein fleisch; Laß uns dieß nie vergessen! Laß, Gott, uns Einen leib Und Christi glieder seyn, Und, daß wir's sind, vor dir Auch brüderlich uns freun! 2. Laß mich den werth von deinem tod' Jetzt, wie ich soll, empfinden! Er tilget meiner seele noth, Und reinigt mich von fünden. Gewissensruh', zur beff'rung kraft, Und trost in meiner pilgrimschaft, Das hat er mir erworben. 4. Ich fühle, Herr, voll reu und schmerz Die bürde meiner sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz Nun deinen trost empfinden; Den trost, daß du aus freier huld Von meiner sünde straf' und schuld Durch dein verdienst mich rettest. 8. Laß stets als glieder uns An Einem leibe leben, Und, so vereint in dir, Nach deinem himmel streben! Gieb dazu durch dein mahl Uns allen lust und kraft, Und einst die seligkeit Nach unsrer pilgrimschaft! winden! Mel. Es ist gewißlich an der. preise o 6. Die liebe, mir von dir ernimmer 397. Jer, mein heil, mache ſelbst mein herz geneigt, Für deines todes leiden. Hab' ich an ihren früchten theil: Was fehlt zu meinen freuden? Du wardst ein opfer auch für mich; Ogieb, daß meine seele sich Deß ewig freuen möge. Sie nimmer zu vergessen; Daß ich, aus ächter gegentreu', Im leben dir ergeben sey, Und dich im tode preise. 3. Dein mahl ist mir ein unterpfand Von deiner großen lie be. Was hast du nicht an mich 5. Und dieser troft, der mich erquickt, Werd' ewig mir zum segen; Er stärk' und mache mich geschickt, zu gehn auf deinen wegen, Nur das zu thun, was dir gefällt, Und alle furcht und lust der welt Mit muth zu über7. Laß deiner leiden zweck und frucht Mir stets vor augen schweben! Nimm weg, was mich zu hindern sucht, Für deinen ruhm zu leben, Nur auf dein vorbild hier zu sehn, Nur deine bahn getroft zu gehn, Die mich zum himmel führet! 8. Du starbst für meine feligfeit. D daß ich dir nur lebte, Und eifrig in der gnade zeit Nach deinem ruhme strebte! Herr, mache mich dazu geschickt! Und, Vom Heiligen Abendmahle. 295 digt und versöhnt mit Gott, Ein erbe sey des lebens! werd' ich einst der welt entrückt, So sey dein tod mein leben! In derselben Melodie. ch will den bund 398. Smit meinem Herrn 6. Ich müsse, jeder fünde feind, Dich über alles lieben, mit meinem Herrn Und ernstlich mich, mit dir vers Bei seinem mahl erneuen; Ich eint, In guten werken üben. will, von weltgeschäften fern, Sch müsse dir mein lebenlang, Mich seines todes freuen. O mein Versöhner, preis und dank Durch wort' und werke bringen. 7. Wohl dem, der deinem Geiste nicht, Sich zum gerichte, lüget, Noch sich mit eitler zuvers ficht Mit vorsatz selbst betrüget! Wohl ihm! er stärkt, durch Gott erneut, Die Hoffnung seiner seligkeit Bei diesem bundesmahle. 8. Stets, o mein Herz, erinn're dich: Wie sündlich war bein leben! Und darum hat dein Jesus sich Zum opfer hingegeben. Was bist du dem, der so dich liebt, Daß er voll huld sich selbst dir giebt, Für solche huld nicht schuldig! tag, wie heilig bist du mir! Rein soll sich meine seel' an dir zu meinem Gott erheben. 2. Gewohnheit führe mich nicht hin, Noch der betrug der sünde, Daß auch ein lasterhafter sinn Schon dadurch gnade finde. Nein! mache mich, mein Heiland, frei Vom laster und von Heuchelei, Selbst von der luft zur fünde! 3. Bekennen will ich's öffentlich, Dein sterben sey mein leben. Dir, mein Erlöser, hab' ich mich Zum eigenthum ergeben. So lang' ich lebe, will ich dein Und deiner liebe mich erfreun; Noch sterbend ihrer trösten. 1. Demüthig laß mich meine schuld Vor meinem Gott gestehen; Durch dich, gewiß von seis ner huld, Zu ihm um gnade flehen; Laß mich mit freudigem vertraun Nach deinem freuz, o Jesu, schaun; Vergebung froh mich hoffen! 5. Dein leib und blut versichre mich Von deines Vaters gnade! Hilf! denn ich bin sein kind durch dich; Hilf mir, daß mir nichts schade; Daß ich, mein Heil, durch deinen tod Entsün399.mich zu birl Mel. Vor deinen thron tret'. nahe, Jesu, Nimm, Herr, mich an, und schenke mir Den segen, den du mir erwarbst, Als du für meine sünden starbft! 2. Ich, deines bundes mitgenoß, Ich eile, weil ich blind und bloß, Und frank und troftbedürftig bin, 3um mahle deines bundes hin. 3. Du bist der arzt, du bist das licht; Du bist der Herr, dem nichts gebricht. Du deckest Von den Gnadenmitteln. 296 unsre mångel zu; Wer heil begehrt, den heileft du. 4. D Jesu, darum bitt' ich dich: In meiner schwachheit heile mich! Was unrein ist, das mache rein; Laß dir mich wohlgefällig seyn! 5. Entreiß mich aller finsterniß, Und mache du mich selbst gewiß, Daß Gott mein Vater ist, daß ich Erlöst bin, und erlöst durch dich! Die Gemeine. Mel. Jesus, meine zuversicht. 6. Daß ich zu dir mich wür- 400.Die ihr feine lauf deinen nah', leib empfah', Und würdig, o mein höchstes Gut, Zu meiner heiligung dein blut! bahn Theure, miterlöfte brüder, All' auf Christi tod getauft, Alle seines leibes glieder! Kommt, vers föhnte, kommt, erneut Euren bund der seligkeit! 7. Dämpf' alle laster, Herr, in mir, Und glaub' und tugend sey die zier, In der ich, rein von heuchelei, Dein ruhm, und dir gefällig ſey! 8. Gieb, was mir nützt, gieb licht und kraft, Damit ich stets gewissenhaft Erfülle, was mein herz dir schwört, Das dir, mein heil, allein gehört! 2. Nehmet hin und eßt sein brod! Jesus Christus ward ges geben Für die fünder in den tod. Nehmt, und trinkt! ihr trinkt sein leben! Hingegeben in den tod Ward er; in der sünder tod! 3. Die mit voller zuversicht Deines heils, o Sohn, sich freuen, Laß sie stets in diesem licht Wans deln, ewig dir sich weihen! Laß ihr herz vom stolze rein, Voll von deiner demuth seyn! 4. Ach, die oft in traurigkeit Ueber ihre seelen wachen, Hilf, du Herr der Herrlichkeit! Herr, fie glauben; hilf den schwachen, Die gebeugt von ferne stehn! Laß nicht unerhört sie flehn! 9. Bewahre vor verführung mich; Mein ganzes leben preise dich; Und jeder augenblick der zeit Sey fortgang in der heiligfeit! 10. Bis ich dich schaue, bis ich dann, mit voller unschuld angethan, Durch gränzenlose zeiten hin Dein lob' verbreit, und selig bin! Der Chor. Sey mitten unter ihnen, Gott! Leben, leben zu empfahen, Laß fie, o Sohn, sich würdig nahen, Durch dich befreit von sünd' und tod'! Sie sind er löft und rein! Sind, Mittler Gottes, dein! Sind unsterblich! Laß, laß sie sehn In deinen höh'n Von fern der überwinder lohn! Mel. Wachet auf, ruft uns. Herr, du wollst sie vorbereiten Bu deines mahles seligkeiten! 5. Nehmet hin und eßt sein brod! Jesus Christus ward gegeben Für die fünder in den tod. Nehmt, und trinkt! ihr trinkt Vom heiligen Abendmahle. fein leben! Hingegeben in den tod Ward er; in der fünder tod! 6. Hoherpriester, Jesu Christ, Du bist einmal eingegangen In das heiligthum; du bist An das freuz, ein fluch, gehangen. Also bist du durch den tod Eingegans gen, Sohn, zu Gott. 7. Hoherpriester, ja du bist, Bift für sie auch eingegangen. Sprich sie los, Gott Jesu Christ, Wenn sie nun dein mahl empfangen! Laß sie fühlen, daß sie nicht Kommen, Herr, in dein gericht. 8. Augenblick voll heil'gen grauns! Voller wonn' und füBen bebens! Theures pfand des künft'gen schauns! Ueberzeugung jenes lebens! Schütte deine gnad' auf sie; Alle deine gnad' auf sie! 9. Nehmet hin und eßt sein brod! Jesus Christus ward gegeben Für die fünder in den tod. Nehmt, und trinkt! ihr trinkt sein leben! Hingegeben in den tod Ward er; in der fünder tod! Der Chor. Nehmt, und eßt zum ew'gen le= ben! Nehmt hin, und trinkt zum ew'gen leben! Der friede Christi sey mit euch! Nehmt, und eßt zum ew'gen leben! Nehmt hin, und trinkt zum ' gen leben! Ererbt, ererbt des Mittlers reich! Wacht! eure seele sey Bis in den tod getreu! Amen! Amen! Der ew' 297 weg ist schmal; Klein ist die zahl Der sieger, die der richter Frönt. Die Gemeine. Der 10. Jesu Chrifti mittlertov Werd' in aller welt verkündigt! Jesu Christi mittlertod vor'm richter uns entsündigt. Jesus Christ, mit preis gekrönt, Hat uns staub mit Gott ver föhnt. 11. In den chor der himmel schwingt, Herr, sich unser stammelnd lallen. Wenn, von Seraphim umringt, Unsre todten nies derfallen, Schaun sie hin zum Golgatha, Und erhöhn, was da geschah. 12. Ausgeschüttet warest du, Warst, wie wasser, hingegoffen; Suchtest, fandest keine ruh'; Deines todes wunden flossen, Strömten über, ach, vom blut, Deines großen opfers blut! 13. Nehmet hin, und eßt sein brod! Jesus Christus ward gegeben Für die fünder in den tod. Nehmt, und trinkt! ihr trinkt sein leben! Hingegeben in den tod Ward er; in der fünder tod! 14. Deiner zunge durst war heiß; Heißer noch der durst der seele. Müd', in deines todes schweiß Hing dein leib; und deine seele, Ach, wie lechzte sie, o Herr, Immer, immer schmach tender! 15. O wie warst du fürchters lich, Tod der fünder! sterben, sterben Sollte der Versöhner | dich, Uns zur rettung vom vers 298 Von den Gnadenmitteln. derben! Ewig faffen dein ge- wandt, Zurück zu kehren in die richt Endliche gedanken nicht. welt! Hot 16. Jesus rief:„ mein Gott, mein Gott, Warum haft du Mel. Sollt ich meinen Gott. mich verlassen?" Neigte d'rauf( Dieß Lied hat zwei Zeilen mehr, als die sein haupt; und Gott hat ihn nun nicht mehr verlassen. Jego Melodie, aus der die fünfte und achte Beile hier im Singen wiederholt werden müffen.) sp war's vollbracht, und er Ging 401. Glaubet! glaubt! zu nicht er ist Die ihr hier jetzt niedersinkt! Euch wird brod und wein gegeben; Nehmt und effet, nehmt und trinkt! Euch wird mehr als- brod gegeben: Jeſu leib wird euch gegeben, Der für euch willst gegeben ist. Wehe dem, der Der Chor. todas vergißt! Euch wird mehr Nehmt, und eßt zum ew'gen le= als wein gegeben: Jeſu blut ben! Nehmt hin, und trinkt wird euch gegeben; Euch zum zum ew'gen leben! Der friede heile; welch ein gut! Jefu leib Christi sen mit euch! Nehmt, und Jesu blut! und eßt zum ew'gen leben! Nehmt hin, und trinkt zum ew'gen leben; Ererbt, ererbt des Mittlers reich! Wacht! eure seele sey Bis in den tod getreu! Amen! Amen! Der weg ist schmal; Klein ist die zahl Der fieger, die der richter krönt. Die Gemeine. 17. Nehmet hin, und eßt sein brod! Jesus Christus ward gegeben Für die sünder in den tod. Nehmt, und trinkt! ihr trinkt fein leben! Hingegeben in den tod Ward er; in der fünder tod! 2. Solches thut, so oft ihr effet, Zum gedächtniß, daß er starb! Wenn ihr trinket, so vergeffet Nie, welch heil er euch erwarb! Zur vergebung eurer fünden, Eure seligkeit zu gründen, Starb er willig, und voll muth Floß für euch sein heilig blut. Größers konnt' er euch nichts schenken: Darum sollt ihr sein gedenken, Dankvoll und mit ihm vereint, Bis er zum gericht erscheint! vis mus Mel. Wachet auf, ruft uns. 18. Die, dein freuz in jenen tagen, Sich freuten, Herr, dir nachzutragen, Verließen oft des bundes mahl, Um vor'm blut- 3. Gure brüder sollt ihr liegericht zu stehen; Mit dir bis in ben; Gegen eure haffer euch In den tod zu gehen; Voll freud' geduld und mitleid üben, Euin vieler tode qual. Sey, Herr, rem hohenpriester gleich! Wel den Deinen licht; Entweihen che gnade, welch erbarmen Hat laß sie nicht Deines mahles er nicht an allen armen, Und Hochheilig's pfand, Von dir ge- an euch auch offenbart, Da ihr Vom heiligen Abendmahle. selbst noch feinde wart! Ach, wie liebt er, die ihm fluchten 403. Die ihn Er, gemartert und verhöhnt, Er hat sie mit Gott versöhnt. 4. Den versöhner aller sünder Betet, betet an, und schaut Freudig auf zum überwinder. Selig ist, wer ihm vertraut! Kronen zeigt er euch von ferne; Heller stralen sie, als sterne, Dem entgegen, welcher stegt. Streitet muthvoll, kämpft und stegt! Dann ruft ihr, erlös'te fünder! Preis und dank dem überwinder! Aller himmel lobgesang Halle wieder unsern dank! In eigner Melodie. Resus Christus, uns fer Heiland, Der von uns den Gottes zorn wandt', Durch das bittre leiden sein Half er uns aus der Höllenpein. 2. Daß wir nimmer deß vergeffen, Gab er uns sein'n leib zu essen, Dich deß gläubig zu erfreuen, Und zu trinken sein blut im wein. 299 nen. 5. Und, ach! wohin, wohin kehr' ich Vielleicht von dir zurück? Ewig, o Herr, entferne von mir, Was mich entheiligt! 3. Wer sich will zu dem tisch' machen, Der hab' wohl acht auf sein' sachen. Wer unwürdig hinzu geht, Für das leben den tod empfäht. Dur 4. Du sollst Gott den Vater preisen, Daß er dich so wohl thut speisen, Und für deine misIn eigner Melodie. 402.as ist mein leib! sethat In den tod sein'n Sohn gegeben hat. OPEN sagte der, Der für die fünder starb. Seine bekenner nahmen das brod, Und ftanden betend. 5. Du sollst gläuben und nicht wanken, Daß es sey ein' speis der kranken, Den'n ihr herz von sünden schwer, Und für angst betrübet sehr. 2. Das ist mein blut! so sag te der, Der für die sünder starb. Seine bekenner tranken den kelch; Er ging zum tode. 3. Mit freud' und zittern nah' ich mich Des neuen bundes mahl'. Rüft', o Allgegenwärtiger, mich, Dich zu bekennen! 6. Solch groß' gnad' und barmherzigkeit Sucht ein herz in großer arbeit. Ist dir wohl, so bleib' davon, Daß du nicht kriegest bösen lohn. 4. Wär' jetzt der ersten Chriften zeit, So müßt' ich heut' vielleicht Von dem altar ins blutgericht gehn, Dich zu beken7. Er spricht selber: ,, kommt ihr armen! Laßt mich über euch erbarmen! Kein arzt ist den starken noth; Seine kunst wird an ihm gar ein spott." 8. Hätt'st du dir was könn'n erwerben: Was durft' ich denn für dich sterben? Dieser tisch auch dir nicht gilt, So du selber dir helfen willt." Von den Gnadenmitteln. 300 9. ,, Gläubst du das von herzensgrunde, Und bekennst es mit dem munde: So bist du recht wohl geschickt, Und die speis deine seel erquickt." 10. Die frucht soll auch nicht ausbleiben. Deinen nächsten sollst du lieben, Daß er dein genießen kann, Wie dein Gott an dir hat gethan. 404. Mel. Jesus Christus, unser. Resus Christus hat sein leben In den tod für uns gegeben, Uns vom tode zu befrein, Uns zum himmel einzuweihn. 2. Daß wir deß gedenken mögen, Giebt er uns( o welch ein segen!) Seinen leib, und( welch ein gut!) Sein für uns vergoff's nes blut. 3. Willst du diesem mahl bich nahen: Such' es würdig zu empfahen! Welch ein fluch, worein versinkt, Wer unwürdig ist und trinkt! 4. Gott den Vater sollst du preisen, Daß, dir gnade zu beweisen, Selbst sein Eingeborner starb, Und vergebung dir er warb. A10 5. Glauben sollst du, und nicht wanken, Daß er ist der arzt der kranken, Dich so hoch und brünstig liebt, Seinen leib, sein blut dir giebt. 6. Nur der schwachen, nur der armen Will der Heiland sich erbarmen. Fürchten mußt du sein gericht, Wohnt in dir die demuth nicht. 7. Er spricht selber: ,, kommt, ihr armen, Ich will eurer mich erbarmen. Starken ist der arzt nicht noth; Kranke nur rett' ich vom tod." 8. Könntest du dir was erwerben: Hätt' ich dürfen für dich sterben? Willst du selbst dir helfen: dann Geht dich auch mein mahl nicht an." 9. Doch, fühlst du, was du bekennest, Wenn du deinen arzt mich nennest: Dann bist du ges schickt, und ich Stärke durch mein mahl auch dich." 10. ,, Gläubig mußt du dann dich üben, Deinen nächsten auch zu lieben. Nimm dich seines elends an, Denn Gott hat's an dir gethan!" Mel. Werde munter, mein. 405. Laß, o Jesu, nicht vergebens Mich zu deinem mahle nahn; Laß mich dieses brod des lebens Mir nicht zum gericht empfahn! Ach, es nähr' und stärke mich, Heiland, im vertraun auf dich! Mächtig lent' es meinen willen, Deinen willen zu erfüllen! 2. Laß den vorsatz, den ich habe, Nie der sünde mich zu freun, Unbeweglich bis zum grabe, Stark und fest und thätig seyn! Wohl mir, wenn mein herz nicht weicht! Doch der rücks fall ist so leicht! Den nur fürcht' ich, und empfinde Schon von fern die macht der fünde. 3. Wenn sie, mich von deinen wegen Abzuführen, reizt und Vom Heiligen droht, Laß mich ernstlich über legen: Welch ein tod war Jesu tod! Als er im gerichte stand, Als er starb: ach, was empfand Er nicht da, von Gott verlassen! Ja, die fünde muß ich haffen! 4. Wenn ich in der irre wands le, Geh' du mir, Erbarmer, nach, Und, daß ich nicht unrecht handle, Stärke mich, denn ich bin schwach! Trag', o Jesu, mit geduld Meine schwachheit, meine schuld! Sage: gnade sollst du finden, Denn ich tilge deine fünden! 5. Dir will ich es ewig danken, Daß du mir so gnädig bist. Laß mich nur nicht wieder wanken, Mein erretter, Jesu Christ! Mache selbst mich dir getreu, Daß mein vorsatz standhaft sey, Jede sünd' und ihre freuden Bis an meinen tod zu meiden. Mel. Schmücke dich, o liebe. 406.M üde, sündenvolle seele, Mach' dich auf, erlöste seele! Komm, vergebung zu empfangen! Denn dein licht ist aufgegangen; Denn der Herr, voll heil und gnaden, Hat zu sich dich eingeladen. Deinen bund sollst du erneuen, Und dich seines todes freuen. 2. Wie vom tod' erlöste pflegen, Eile deinem arzt entgegen. Daß er dich der fünd' entlade, Schenket er dir gnad' um gnade. Komm! es ist des Mittlers wille. Komm, und schöpf aus seiner fülle. Daß er dich der sünd' Abendmahle. 301 entlade, Giebt er heute gnad' um gnade. 3. Herr, ich freue mich mit beben! Laß mich gnad' empfahn und leben Mit der gläubenden gemeine, Daß mit ihr sich Gott vereine Durch des neuen bundes speise Auf so wunderbare weise! D, wer darf sich unterwinden, Dieß geheimniß zu ergründen? 4. Gottmensch, laß mich würdig nahen, Leben, leben zu empfahen! Denn wie stärkst du nicht die müden! O, mit wels chem hohen frieden! Wann hat mich umsonst gedürftet? Gott, nach dir umsonst gebürstet? Laß, geopferter, mich nahen, Leben, leben zu empfahen! 5. Du, dem unsrer todten schaaren, Die, wie wir, auch fünder waren, Dank und preis und jubel singen, Daß sie hier dein mahl empfingen; Sohn des Vaters, licht vom lichte, Lamm, dem tödtenden gerichte Hinges geben, heil der fünder, Retter, todesüberwinder! 6. König, hoherpriester, leh rer, Du mein mächtiger bekehrer, Du für meine schuld verbürgter, Gottgeopferter, erwürgHier fall' ich zu deinen füßen; Laß, laß würdig mich genießen Diese deine himmelsspeise, Mir zum heil und dir zum preise; ter! 7. 3um gedächtniß deiner leis den, Und zum vorschmack jener freuden, Die du, Gottmensch, - 302 1 Von den Gnadenmitteln. mir erftritteft, Als du unaus-| mahl, Zu diesem mahl, und danſprechlich littest, Als dich todes, fen, Gott, Dir nun für deines schweiße deckten, Dich die schres Sohnes tod! den Gottes schreckten, Als du blutetest, verlaffen, Ach, von Gott, von Gott verlassen! 8. Deines heils will ich mich freuen: Dir will ich mich ewig weihen. Eng ist deines Lebens pforte! Noch schau' ich im dunfeln worte: Einst werd' ich dich ganz erkennen; Ganz in deiner liebe brennen. Laß sie mich auch hier empfinden! Hilf mir, hilf mir überwinden! 3. Ich kenn' und fühle meine schuld, Ich bin nicht würdig deiner huld, Nicht würdig deiner liebe; Der ich, o Jesu, wärst du nicht Mein heil und meine zuversicht, Ein kind des zornes bliebe. Ich glaube, dein gebeugter knecht; Mein glaube mache mich gerecht. Du bist ja der, Herr Jesu Christ, Der uns von Gott gegeben ist( Durch deinen tod, Durch deinen tod, der uns befreit) Zur weisheit, zur gerechMel. Herzlich lieb hab' ich dich. 407. Selobet feyst bu, tigkeit. Herr, mein Gott, Gelobt für deines Sohnes tod, Für alle seine leiden. Er ward ein mensch; dein eigner Sohn! Er kam, und wählte schmach und Hohn Für dieser erde freuden. Er litt aus freier lieb' und huld Für mich verlornen mit geduld, Zu deines ruhms verherrlichung, Zu meiner seele heiligung; Und hinterließ, Und hinterließ mir, eh' er starb, Ein mahl des heils, das er erwarb. 2. D welch ein unvergleichlich gut! Hier ist sein leib, hier ist sein blut, Zum opfer mir gegeben. Wer gläubt, und nicht unwürdig nimmt Dieß opfer, dem nur ist bestimmt Sein erb', ein ewig leben; Denn, herrlich soll er auferstehn, Und ewig, Gott, Dein antlig sehn. Und darum, darum nahen wir Uns voll vers traun und voll begier Zu diesem 4. Ich bitte, mein Versöhner, dich: Dein leib, dein blut erquide mich, Und stärke mich zum leben! Du, mir zum heil herabgesandt, Du konntest mir kein höher pfand Von deiner liebe geben. Stärkt mich dein leib, stärkt mich dein blut Zur heiligkeit, mein höchstes gut: Wie Gott gefällig, o wie rein, Wie felig werd' ich dann nicht seyn! Bist du mein heil, Bist du mein heil, wohnst du in mir: So bleib' ich ewig auch in dir! 5. Gieb, Geist der wahren heiligung, Gieb kraft zu meiner besserung, Zu jedem guten werke! 3um kampf in meiner pilgerschaft Gieb mir durch diese gaben kraft, Lust, antrieb, muth und stärke! Gieb, weil ich gläubig, o mein Gott, Empfahe dieses himmelsbrod, Weil ich aus diefem felche trink, Daß ich im Vom Heiligen tode nicht versink'! O werd' ich so, O werd' ich so durch dich befreit: So preis' ich dich in ewigfeit. Mel. Alle menschen müssen. 408.reue, feele, bich unbo Jeſu Chriſt! dich, undo preise! Christus sey dein lobgesang! Wahrlich! wahrlich! eine speise Ist sein leib, sein blut ein trank! Jener leib, der für dein leben Ward zum opfer hingegeben; Jenes blut auf Golgatha, Das mein richter fließen sah! 2. Allerheiligstes des Sohnes, In dein licht hin will ich gehn; Nah' am glanz des gnadenthrones Um ein ewig leben flehn. Ich will effen, ich will trinken, Ganz in jene ruh' versinken, Die des himmels erbe ruht, Dem du gabst dein fleisch und blut. 3. Das vor uns kein vorhang decket, Allerheiligstes des Sohns; Klarheit Chrifti, die nicht schres det; Sanfter glanz des gnaden throns! Ja, dir nah' ich, dank' und preise. Wahrlich! meiner seele speise Ist,( o, preis ihm, lob und dank!) Ift sein leib; sein blut ihr trank. 4. Ich will euch in felsen graben, Worte meiner zuversicht! Meine seele sollt ihr laben, Wenn mein herz im tode bricht. Knie'n will ich und niederfallen; Euch mit froher demuth lallen; Aber in der sieger chor Jauchz' ich euch zu Gott empor. Abendmahle. 303 durch den der Mittler lebet, Der von ewigkeiten war. Ihn und seiner gottheit fülle Schaun wir in der menschheit hülle, Der du mensch geboren bist, Gott in dir, 5. Gott, Jehova, er, der lebet, Der von ewigkeiten war, Ist's, 6. Immer wunderbar im geben, Giebst du, Herr der herrlichkeit, Mir, dem todeserben, leben, Leben und unsterblichkeit. Mich, der ich verwesen werde, Mich erweckst du aus der erde, Daß ich ewig leb', und frei Von dem andern tode sey; 7. Nicht nur, daß ich ewig lebe, Sondern auch, mit dir vereint, Mich zu dir und ihm erhebe; Ganz mit dir, der lebt, vereint. Dank', erlös'te feel', und preise: Wahrlich! Christus ist die speise! Sein genieß' ich voll vertraun; Ewig werd' ich einst ihn schaun. 8. Ich, vereinigt mit dem Sohne, Komme nicht in sein gericht; Hör', erweckt, von seinem throne Der verdammung donner nicht. In den wolken wird er kommen; Und dann jauchzen seine frommen, Freuen sich der freude, rein, Heilig durch sein blut zu seyn. 9. Preis dem Herrn erlöster sünder! Sing' ihm, wonnevolle schaar! Macht ist er, und überwinder! Rath ist er, und wunderbar! Lobet, lobt ihn! er ist leben! Das will er mir ewig geben! Preis ihm! er wird seyn und war! Rath ist er, und wunderbar! 0 304 Von den Gnadenmitteln. In eigner Melodie. 409. Sott ott sey gelobet und gebenedeiet, Der uns selber hat gespeiset Mit seinem fleische und mit seinem blute. Das gieb uns, Herr Gott, zu gute! Kyrie, eleison! 2. Herr, durch deinen heiligen leichnam, Der von deiner mutter Maria kam, Und das heilige blut, Hilf uns, Herr, aus aller noth! Kyrie, eleison! 3. Der heilige leichnam ist für uns gegeben Zum tod', daß wir dadurch leben. Nicht größre güte konnte er uns schenken, Dabei wir sein soll'n gedenken. Kyrie, eleison! 4. Herr, deine lieb' so groß dich gezwungen hat, Daß dein blut an uns groß wunder that, Und bezahlte unsre schuld, Daß uns Gott ist worden hold. Kyrie, eleison! 5. Gott, geb' uns allen seiner gnade segen, Daß wir gehn auf seinen wegen In rechter lieb' und brüderlicher treue, Daß uns die fpeif nicht gereue! Kyrie, eleison! 6. Herr, dein heil'ger Geist uns nimmer laff, Der uns geb', zu halten rechtes maaß, Daß dein' arme christenheit Leb' in fried' und einigkeit! Kyrie, eleison! In derselben Melodie. 410. St ott sey gelobet und gebenedeiet, Daß er selber uns erfreuet Mit seines Sohnes leib und dessen blute. Das komm' uns, Herr Gott, zu gute! Gott, sey uns gnädig! 2. Du wardst( denn alle was ren wir verloren) Von Maria, Herr, geboren. Dein leib, dein blut mach' uns gerecht auf erden; Laß uns ewig selig werden! Gott, sey uns gnädig! 3. Dein leichnam ward für uns dahin gegeben, In den tod hin, uns zum leben. Nicht größre güte konntest du uns schenken, Deiner dankvoll zu gedenken. Gott, sey uns gnädig! 4. Nur deine liebe konnte dich bewegen, Leib und blut zu unserm segen Gott darzubringen, ihm uns zu versöhnen, Und mit gnad' und huld zu krönen. Gott, sey uns gnädig! 5. Gott geb' uns allen fries den, heil und gnade, Daß wir wandeln seine pfade In rechter lieb' und brüderlicher treue, Daß auch Er uns einst erfreue. Gott, sey uns gnädig! 6. Herr, segn' uns stets mit deinem guten Geifte, Daß er stets uns beistand leiste, Damit wir all' in fried' und eintracht leben, Bis wir uns zu bir erhes ben! Gott, sey uns gnädig! d Mel. Schmücke dich, o liebe. 411. Prohe, fanfterquid te feele, Ach, du kamst, erlöste seele, Um vergebung zu empfangen; Denn dein licht war aufgegangen; Denn der Herr voll heil und gnaden, Hats te, seele, dich geladen, Daß du Vom Heiligen Abendmahle. 305 beinen bund erneutest, Und dich| mir erstrittest, Als du unausseines todes freutest. sprechlich littest, Als dich todesschweiße deckten, Dich die schres den Gottes schreckten, Als du blutetest, verlassen, Ach, von Gott, von Gott verlassen! 2. Hold und freundlich und voll segen Eilte dir dein freund entgegen; Hatte, durch sein mahl aus gnaden Dich zu stärken, dich geladen. Ach, es war des Vaters wille, Daß du nähmst aus seiner fülle. Dich der fünde zu entladen, Macht' er seinen bund voll gnaden. 7. Deines heils will ich mich freuen; Dir will ich mich ewig weihen. Eng ist deines lebens pforte. Noch schau' ich im dunfeln worte. Einst werd' ich dich ganz erkennen; Ganz in deiner liebe brennen. Laß sie mich auch hier empfinden! Hilf, o hilf mir, überwinden! 3 Gottmensch, und ich durfte nahen, Leben, leben zu empfahen! Wie erquicktest du mich müden! Herr, durch welchen hohen frieden! Hab' ich je umsonst gebürstet? Gott, nach dir umsonst gedürftet? Ach, du hießest selbst mich nahen, Leben, leben zu empfahen. 4. Du, dem unsrer todten schaaren, Die, wie wir, auch sünder waren, Dank und preis und jubel singen, Daß sie hier dein mahl empfingen; Sohn des Vaters, licht vom lichte, Lamm, dem tödtenden gerichte Hinge geben, heil der fünder, Retter, todesüberwinder! 5. König, hoherpriester, lehrer, Du mein göttlicher bekehrer, Du für meine schuld verbürgter, Gottgeopferter, erwürgter! Ach, ich fiel zu deinen füßen; Unt du ließest mich genießen, Mittler, deine himmelsspeise, Mir zum heil und dir zum preiſe; 6. 3um gedächtniß deiner lei den, Und zum vorschmack jener freuden, Die du, Gottmensch, - Mel. Jesus, meine zuversicht. 412.ühme, feele! bein gefang Triumphire, rühme, singe! Gieb ihm flügel, daß dein dank Bis zum throne Gottes dringe! In der engel jauchzend chor Hebe sich mein flug empor! 2. Meine fünden dräuten mir Schon mit meinem untergange; Ich erbebte, Gott, vor dir, Und um trost war mir so bange; Ewigkeit, gesetz und grab Schreckten mich, und- Gott vergab! 3. In der feierlichsten nacht Rang für fündige geschlechte Jes fus Christ, zum fluch gemacht, Daß der richter schonen möchte; Und der feierlichsten nacht Hat der richter jetzt gedacht! 4. Sey getroft! vergeben sind, Wenn du gläubest, deine sünden; Ewig bist du Gottes find. Wer vermag das zu empfinden? Welche seligkeit und ruh! Gott, wo ist ein Gott, wie du? 11 306 Von den Gnadenmitteln. 5. Ich empfing ihr göttlich| Sohn, du starbst für mich: Wie pfand, Seinen leib, für mich ge- preis ich dich, wie preis ich dich! geben, und sein blut; ich nahm's und fand In dem blute heil und leben. Preis der feierlichsten nacht! Ewig werde dein gedacht! 3. Heil mir! mir ward dein brod gebrochen; Auch trank ich deines bundes wein. Voll freude hab' ich dir versprochen, Dir, treuster Jesu, treu zu seyn. Ach, sende deinen Geist zu mir! Ich schwör' es nun noch einmal dir! 4. Laß mich voll dankbarkeit ermessen, Was du für meine seele thatst, Und nie der liebe mich vergessen, Mit der du mich vor Gott vertratst! Laß meinen glauben thätig seyn, Und mir zur tugend kraft verleihn! 5. Hilf meinem glauben, überwinden, Und stärke mich zu jeder pflicht; Bewahre mich vor neuen sünden; Verlaß mich in versuchung nicht; Und dein für mich vergoff'nes blut Verleih' mir selbst zum tode muth! 6. Auserwählter, mittler, freund, Ursprung aller meiner freuden, Du hast mich mit dir vereint; Nichts soll mich von dir je scheiden. Ewig, ewig bist du mein! Ewig, ewig bin ich dein! 7. Ich, entzückt an deiner brust, Will auf deine stimme merken. Hohe, himmelsvolle luft Flammt mich an zu guten werken. Glaub' an Gott und heiligkeit Sey mein schmuck und feierkleid! 8. Ich, ein pilgrim, strecke mich Nach dem kleinod an dem ziele; Sicher, daß ich bald durch dich Gottes seligkeiten fühle, Da, wo stets dein lob erschallt. Komm, Herr Jesu, komme bald! Zim P Mel. Wer nur den lieben. 413. ch danke dir für deine liebe; Dir, o mein mittler, Jefu Chrift! Gieb, daß ich dich nicht mehr betrübe, Der du für mich gestorben bist! Laß deines leidens angst und pein Mir immerdar vor au gen seyn! 2. Wie kann ich dich genug erheben? Ich habe fluch und tod verdient, Und soll nicht sterben, ich soll leben; Denn du hast mich mit Gott verfühnt. Ach, bu, sein 6. Und euch, ihr seines leibes glieder, Die Jesu heil, wie mich, erfreut, Euch lieb' ich stets, als seine brüder, Als erben seiner herrlichkeit. Wir haben Einen Herrn und Gott; Uns speis't und tränkt Ein wein, Ein brod. 7. Mit euch vor ihm einst zu erscheinen Zum anschaun seiner herrlichkeit, Will ich mich hier mit euch vereinen, zu thun, was sein gesetz gebeut. Dann geh' ich im triumph mit euch, Ihr auserwählten, in sein reich. 8. So soll denn weder spott noch leiden, Noch ehre, freud' und lust der welt Mich, Herr, von beiner liebe scheiden, Die dal must Vom heiligen Abendmahle. selbst im tobe mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein; Laß stets mich deiner würdig seyn! Mel. Nun laßt uns Gott. 414.Seft, meine wonne, Du, meiner feelen sonne, Du freundlichster auf erden, Laß mich dir dankbar werden! 2. O wie kannst du erquicken! Dich preif' ich voll entzücken Für deines mahles gaben, Die mich gestärket haben. und 3. Wie soll ich's dir verdanken, Du arzt hülfloser franken, Du todesüberwinder, Du Heis land aller fünder? 4. Ich preise dich von Herzen Für alle deine schmerzen, Für alle deine leiden, Du ursprung meiner freuden! 5. Dein leib ward für mein leben 3um opfer dargegeben; Dein blut, am freuz vergoffen, Ist auch für mich geflossen. 6. Dieß alles giebt mir stärke, Damit durch gute werke Ich meinen glauben übe, Und ewig treu dich liebe. 7. Mit freudigem gemüthe Laß deine große güte, Laß allen deinen segen Mich oft mit ernst erwägen! Mel. Wo Gott der Herr nicht. Herzen 415.5 alt' im gedächtniß Jefum Christ, D 8. Daß dich nur meine seele Zu ihrer freude wähle, Mit brünftigem verlangen Allein an dir zu hangen. 80% 307 9. Damit ich jede sünde Bekämpf und überwinde, Und, bis vom streit ich ruhe, Gern deinen willen thue. 110 10. Laß mich die wollust meiden; Laß mich geduldig leiden; Vom eitlen mich entfernen; Mit inbrunst beten lernen! 11. Gieb, wo ich bin und wandle, Was ich auch denk' und handle, Daß ich an dich gedenke, Mein ganzes Herz dir schenke! 12. O, kann ich schon auf ers den Durch dich so selig werden: Was werd' ich nicht für gaben In deinem himmel haben? 13. Entriffen dem verderben, Werd' ich einst selig sterben; Einst herrlich auferstehen, Um, Jesu, dich zu sehen. seele, der auf erden Ein mensch für dich geworden ist, Für dich gestraft zu werden. Vergiß sein nicht; denn dir zu gut Verband er sich mit fleisch und blut. Dank' ihm für diese liebe! 2. Hall' im gedächtniß Jeſum Christ. Er hat für dich gelitten; Als er am kreuz gestorben ist, Hat er dein heil erstritten; Errettung von der sünde noth Ers worben bir durch seinen tod. Dank' ihm für diese liebe! 3. Halt im gedächtniß Jesum Christ, Der von dem tod' erstanden, Und nun zur rechten Got tes ist. Er ist für dich erstanden! Er hat durch seines lebens macht Dir ewig's leben wiederbracht. Dank' ihm für diese liebe! 4. Halt' im gedächtniß Jesum Christ, Er wird einst wieder koms U12 Von den Gnadenmitteln. 308 men, 3u richten, was auf erden ist, Die fünder und die froms men. Wohl dir, wenn du vor bestehst, Und dann mit ihm zum himmel gehst, Ihm ewig da zu danken! 5. Mein Heiland, den der himmel preis't, Dich will ich ewig loben. O stärke dazu meinen geist Mit neuer fraft von oben! Dein bundesmahl vermehr' in mir Des glaubens kraft, auf daß ich dir mit neuer treue diene! 191 190 Mel. Gott sey geløbet. 416. ch habe, Herr, entlaftet von der bürde Meiner fünde, deinem namen Mich ganz geheiligt: würde nur, ach, würde Mein gelübd' auch that und amen, Mein Hoherpriester! 2. Es ruft, es seufzet meine ganze seele Um die kraft, es zu erfüllen, Damit ich standhaft beine wege wähle, Ungetäuscht nur deinem willen, Nicht lüsten folge! 3. Ruf mic aus deinem him. mel: überwinde! Lüfte täuschen und verderben; Ich fröne dich, wenn ich getreu dich finde! Heil den kämpfern, die mir sterben! Sie werden leben! 4. Mit dir, du überwinder, will ich streiten. Nach dem kampfe gieb die trone Mir, deinem streiter; deine seligkeiten, Die unsterblichkeit zum Lohne, Herr, mein vergelter! Mel. O liebster Jesu, was. 417. Du gingst, o Hei land, für uns zu leiden, Erwarbst uns allen deines himmels freuden, Und starbst, vom fluch uns, und von allem bösen Uns zu erlösen. 2. Deß sollen deine jünger nie vergessen, Die wir von Einem brod und opfer effen, Von Einem felche trinken; alle brüder, Und deine glieder. 3. Dein heilig mahl gebietet den Gemeinen, Durch Einen Geist mit dir fich zu vereinen, Daß unter Einem hirten Eine heerde Aus allen werde. 4. Wir sind mit Einem opfer Gott erkaufet; Wir alle sind auf Einen tod getaufet, Daß jeder nun mit gleichem ernst und triebe Den andern liebe. 5. Wie darf denn die, die Einen Herrn bekennen, Der streit, wer mehr erkenntniß habe, trennen? Und herzen, die sich Eines Heilands freuen, Zum haß entzweien? 6. Soll denn, wer start ist, nicht die schwächern tragen? Soll er der einigkeit der lieb' entsagen? Und beine güte schonte doch der schwachen, Sie stark zu machen! 7. Wenn wir, wie brüder, bei einander wohnten, Und, irrt' ein bruder, seiner schwäche schonten: Wie würden wir dir ähnlich schon auf erden, Wie selig werden! 8. Der danke, wer mehr licht Vom heiligen Abendmahle. at; er sey weise, Nicht sich nur| irrt, aus liebe Sich freier in der zu gefallen: dir zum preise Sey wahrheit prüfung übe, Und gern er's den brüdern! und, an ein- zum lichte, frei vom bruderhaffe, sicht größer, Sey er auch besser! Sich leiten lasse! 9. Er wisse, daß die wahrheit, gleich der sonne, Erst morgenröth' ist, eh' in voller wonne Sie, wenn ihr mittagsglanz die erde schmücket, Das aug' entzücket! 10. Er liebe mehr, damit, wer C'ES 309 11. Auch dazu müsse deine lieb' uns dringen! Du wolleft, Herr, dieß große werk vollbringen, Daß unter Einem hirten Eine heerde Aus allen werde! 10 DA STOR Tom& id.ro 8C lo Bo In eigner Melodie. 418. S o wahr ich lebe!" spricht dein Gott:„ Ich, Gott, will nicht des fünders tod; Ich, sein erbarmer, will vielmehr, Daß er von sünden sich bekehr', Und leb', und einst, von strafen frei, In meinem himmel selig sey." 2. Dieß wort bedenk', o sünder, wohl; Verzweifle nicht; XIII. Von der Buße und dem Glauben. Disus 2 THIE 13. Die heilsamen Veränderungen, welche durch eine richtige Erkenntniß Gottes, seiner Gefeße und seiner Wohlthaten, aus seis nem Worte, durch die Taufe und durch das Abendmahl, von dem heiligen Geiste in den Sündern hervorgebracht, erhalten und gestärkt werden sollen, sind: ein ernstlicher und beständiger Abscheu an allen Sünden; ein aufrichtiges Verlangen, gebessert zu werden; und der Glaube an Jesum, ihren Erlöser, durch welchen sie, um seines Verdienstes willen, die Vergebung ihrer Sünden und die ewige Seligkeit erlangen, und zugleich zu einem dankbaren und willigen Gehorsam gegen alle Gebote Gottes geschickt gemacht und angetrieben werden. nimm reuevoll An dem, was er dir schenket, theil. Hier findest du troft, gnad' und heil. Gott selbst verheißt's durch seinen eid. Wohl dem, den seine sünde reut! 3. Erwach' aus deiner sicherheit! Sprich nicht: zur buß' ist's immer zeit; Ich will mich mit der welt erst freun, Und, werd' ich ihrer müde seyn, Dann beffr' ich, dann bekehr' ich mich, Und Von der Buße os 310 LUG siinition Gott erbarmt noch meiner sich. 4. Gott ist zwar immerdar bereit Zum wohlthun, zur barmherzigkeit: Doch wer, weil Gott so gnädig ist, Sich fortzufündigen entschließt, Und seiner seele ſelbst nicht schont, Dem wird, wie er's verdient, gelohnt. 5. Die seligkeit verheißt dir Gott, Durch seines Sohnes blut und tod: Doch, welchem sünder sagt er wohl, Daß er bis morgen leben soll? Nein, sterben mußt du, spricht der Herr: Doch, wann? die stunde weiß nur er. 6. Heut' lebst du; heut' bekehre dich. Was ändert nicht vor morgen sich? Wer jetzt gesund ist, stirbt vielleicht, Eh' er den abend noch erreicht. Stürbst du nun unbekehrt zu Gott: Wie schrecklich wäre dann dein tod? 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf, daß ich Noch heute, heute beff're mich, Eh' meine schuld sich mehr noch häuft, Eh' mich ein schneller tod ergreift; Damit ich heut' und jede zeit Zu meinem ende sey bereit! Mel. O Gott, du frommer. 419.illft bu bie buße du noch, Die Gott gebeut, verschieben: So schän dest du sein wort, Und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine bes ferung nicht deiner seele glück? Und wer verschiebt sein heil Gern einen augenblick? 2. Allein, wie schwer ist's nicht, Sein eigen herz bekämpfen; Begierden widerstehn, Und böse lüste dämpfen? Ja, sünder, es ist schwer; Allein zu deiner ruh' Ist auch kein andrer weg, Und dem entſagest du? 3. Ist deine pflicht von Gott: Wie kannst du sie vergessen? Nach deinen kräften selbst Hat er ste abgemessen. Was weigerst du dich noch? Ist Gott denn ein tyrann, Der mehr von mir verlangt, Als ich ihm leisten kann? 4. Sprich selbst: gewinnet Gott, Wenn du ihn findlich scheuest; Wenn du dich seines rechts und seines beifalls freueft? Wenn du die tugend übst, Die Gott, dein Herr, gebeut: Wem dienst du? ringst du nicht Nach deiner seligkeit? 5. Was weigerst du dich denn, Das laster zu verlassen? Weil es dein unglück ist, will Gott, du sollst es haffen. Was weigerst du dich doch, Der tugend freund zu seyn? Weil sie dich glücklich macht, Befiehlt sie Gott allein. 6. Gott beut die kraft dir an, Das gute zu vollbringen. Soll er durch allmacht dich, Ihm zu gehorchen, zwingen? Er gab bir die vernunft: Und du verleugnest ste? Er sendet dir sein wort: Und du gehorchst ihm nie? 7. Sprich nicht: Gott fennt mein herz; Ich hab' es ihm verheißen, Mich noch dereinst, mich bald Vom laster loszureißen; Jeßt ist dieß werk zu schwer. und dem Glauben. Doch diese schwierigkeit, Die heute dich erschreckt, Wächst sie nicht durch die zeit? 8. Je öfter du vollbringst, Was fleisch und blut befohlen, Je stärker wird der hang, Die that zu wiederholen. Scheuft du dich heute nicht, Des Höchsten feind zu seyn: Ach, wie viel weniger Wirst du dich morgen scheun? 9. Die buß' ist nicht ein werk Von wenig augenblicken. Kann dich kein schneller tod Der welt noch heut' entrücken? Ist ein ges schrei zu Gott, Ein wunsch nach besserung, Und angst vor strafen wohl Genug zur heiligung? 10. Ist's g'mug zur seligkeit, Des glückes der erlös'ten, Wenn uns der tod ergreift, Sich sicher zu getrösten? Ist das bekennt niß g'nug, Daß uns die sünde reut: So ist kein leichter werk, Als deine seligkeit. 311 sicher durch sem blut, Das lafter. höher treiben; Gebeut uns Christi wort Nicht tugend, recht und pflicht: So ist es nicht von Gott; Gott widerspricht sich nicht. dru 11. Doch fordert Gott von uns Die reinigkeit der seelen. Ist keine seele rein, Der glaub' und liebe fehlen, Ist dieses dein beruf, Gott dienen, den du liebst: So zittre vor dir selbst, Wenn du dieß werk verschiebst. B 14. Noch heute, weil du lebst, Und Gottes stimme höreft, Noch heute schicke dich, Daß du vom bösen kehrest. Begegne deinem Gott, Willst du zu deiner pein Dein hier versäumtes glück Nicht ewig noch bereun. 12. Der glaube heiligt dich. Ist dieser dein geschäfte, Ist er's: warum verschmähst Du deines Gottes fräfte? Erschreckt dich nicht sein wort? Giebt in verkehrtem sinn Den sünder, der beharrt, Nicht Gott zuletzt dahin? ( 6) 13. Hat Christus uns erlöst, Damit wir fünder bleiben, Und, 15. Entschließe dich beherzt, Dich selber zu besiegen. Der steg, so schwer er ist, Bringt göttliches vergnügen. Was zagst du? geht er gleich Im anfang langsam fort: Sey wacker! Gott ist nah)', Und stärkt dich durch sein wort. List( hin 16. Ruf ihn in demuth an; Er tilget deine sünden. Und läßt dich sein gesetz Erst ihren fluch empfinden; So widerstreb' ihm nicht; Denn Gottes traurigkeit Wirkt eine reu' in dir, Die niemals dich gereut. 17. So süß ein laster ist, So giebt's doch keinen frieden. Der tugend mur allein Hat Gott dieß glück beschieden. Ein mensch, der Gott gehorcht, Erwählt das beste theil; Ein mensch, der Gott verläßt, Verläßt sein eignes heil. 18. Die buße führt dich nicht In eine welt voll leiden. Gott fennt und liebt dein glück; Sie führt zu sichern freuden; macht deine seele rein, Füllt dich mit Von der Buße 312 zuversicht, Giebt weisheit und verstand, Und muth zu deiner pflicht. 19. Sprich selbst: ist dieß kein glück, Mit ruhigem gewis sen Die güter dieser welt, Des lebens glück genießen, Und mäs ßig und gerecht In dem genusse seyn, Und sich der seligkeit Schon hier im glauben freun? Mel. O traurigkeit, o herzeleid. 420.ieb reu' und leib, Gieb traurigkeit Dem, welcher frevelnd fündigt; Strafe werd' ihm und gericht Hier zum heil verkündigt. 2. Gott, störe du Die eitle ruh' Deß, der bein wort nicht achtet, Und nach weltlust, ehr' und gold, Nicht nach tugend trachtet. 3. Wenn schon der tod Mit rach' uns droht: Wie spät ist dann die buße! Jetzt am tage seines heils Fall' er dir zu fuße! 4. Erbarme dich, Gott, väterlich, Um deines Sohnes willen! Hilf uns, deiner gnade ruf Gern und früh erfüllen! ihm sich hüte, Zeigst du ihm seiner sünde noth. Wohl dem, der deine stimme hört, Und redlich sich zu dir bekehrt! 3. Du, du befrei'st ihn vom verderben! Nimmst seine buße gnädig an; Machst ihn zu deinem kind und erben, Daß er sich deiner rühmen kann. Wie groß ist Gottes vaterhuld; Er tilget meiner fünden schuld. 4. Sollt' ich die gute denn verachten, Die mir noch kraft zur beff'rung reicht? Vom troste leer, muß der verschmachten, Von welchem deine gnade weicht; Sie aber weicht von dem zuletzt, Der frevelhaft gering sie schätzt. 5. Gieb denn, daß deiner gnade lockung, O Gott, mein herz stets offen sey! Bewahre_stets mich vor verstockung, Vor sicherheit und heuchelei! Den fünder trifft der fluch, und ach! Dem fluche folgt die strafe nach. 6. Sich bessern, ist der weg zum leben; Laß denn mich in der gnade zeit Nach meiner bess rung ernstlich streben, Nachjagen Mel. Wer nur den lieben. 421.6ott, hilf mir, daß der gerechtigkeit! Wohl mir, wenn endlich noch mein geist Dem sündendienste sich ents reißt! ich buße thue, Weil noch mich deine stimme -lockt! Entreiß auch mich der falichen ruhe, Die unser Herz so leicht verstockt, Wenn du nicht das gewissen rührst, Und zum gefühl der sünden führst. 2. Nach deiner mitleidsvollen güte Willst du nicht Eines sünders tod! Und, daß er selbst vor 7. Verleihe mir dazu die gnade, Die uns von ihm allein bes freit. Und leite selbst mich auf dem pfade Der christlichen rechtschaffenheit! Wie selig bin ich dann schon hier! Wie glücklich einst, mein Gott, bei dir! und dem Mel. Wachet auf, ruft uns. 422. Machet auf! ruft euch die stimme Des Sohns, des weltversöhners stimme: Wacht, seelen, wacht vom schlummer auf! Todt feyd ihr, todt durch verbrechen. Hört endlich meine donner sprechen, Und kommt aus eurem grab herauf! Belastet vom gericht, Lagt ihr, vernahmt mich nicht, Todte seelen! Erwacht! erwacht! Des fluches macht, Gericht und höll' ergreift euch sonst. 2. Ach! wir hören deine stimme, Barmherziger! der liebe stimme, Die uns ins neue leben ruft. Angstvoll liegen wir, und schauen Auf unsern tod zurück mit grauen. Entreiß uns, Herr, ganz unsrer gruft! Schau her, noch beben wir; Noch zagen wir vor dir. Welche liebe! Du starbst; dein blut Floß uns zu gut. welch ein dank gebühret dir! 2. Gott, wie hab' ich dich ers kennen, Und mich doch bereden können, Glauben ohne besse rung Sey zur seligkeit genung? Wußt' ich's nicht: die deinen willen Wissen, aber nicht erfüllen, Die erkenn' einst im gericht Jesus für die Seinen nicht? 3. Daß der gläubigen vertres ter Ihnen sage: ,, miſsethäter, Weicht von mir! an meinem Heil Hat kein knecht der fünde theil;" Daß ihr glaube ohne früchte Sie nicht schützt im welts gerichte: Hat er das nicht selbst gelehrt? Ach, wie oft hab' ich's gehört! Wibe to 4. Dennoch lag ich ohne kums mer In der lüste sanftem schlums mer, Und verträumt' in sicherheit Meines Lebens theure zeit. Wollte ja durch seine schrecken Mein gewissen mich erwecken: Sprach ich fünder: Jeſu tod Hat mich ausgeföhnt mit Gott. 5. Ich betrogner! ach, verges bens Ging die beste zeit des lebens, Wie ein pfeil, vor mir das hin, Und noch bin ich, der ich bin. Zügellos sind meine triebe, Fühllos gegen Gottes liebe. Immer kürzer wird die zeit; Näher mich entschlie- kommt die ewigkeit. 3. Daß der sünder sich bekehre, Das willst du, Heiland; preis und ehre Sey dir, Begnadiger, dafür! Laß uns eilen, noch auf erden Dein heilig eigenthum zu werden; Dir nur zu leben, Jesu, dir! Laß unsre herzen rein, Ach laß uns standhaft seyn! Wir sind erde! Daß nicht auch wir Vergehn vor dir, Wenn du zum weltgerichte fömmst. Mel. Herr, nicht schicke deine. Glauben. 313 ßen; Angstvoll fordert's mein gewissen! Wie viel jahre sind mir schon, Ungemützt zum heil, entflohn! Will ich noch das ziel ereilen: Darf ich länger nicht verweilen. Ein verlorner aus genblick, Ach! wie weit setzt der zurück! 423. Endlich muß ich Von der Buße 314 6. Eile, rette dich, o feele! Fühle die gefahr; verhehle Dir nicht länger deine schuld; Flehe Gott an um geduld. Wirf dich reuig vor ihm nieder; Sündige hinfort nicht wieder; Jage nach der heiligung; Bringe frucht der besserung. 7. Dann erst wirst du's recht empfinden, Daß für alle deine sünden Jesus die versöhnung ist, Und daß du begnadigt bist. Ohne wieder abzuweichen, Wirst du noch dein ziel erreichen, Und am ende deiner bahn Der erlös'ten fron' empfahn. Mel. Auf dich hab' ich gehoffet. 424.9h Gott, ruf deinen richterblick, Der mich durchschaut, von mir zurück, Zurück von meiner see le! Denn im gericht Besteh' ich nicht, Der ich so häufig fehle. 2. Wie sorgt mein Herz und ängstet sich! Gott, richte nicht; denn ich will mich Vor dir auf richtig prüfen. Entdeckt mir nicht Dein wort, dein licht Ganz meiner feele tiefen? Conti 3. Wie unergründlich bin ich mir! Verbirg, verbirg dich nicht vor dir, zu leicht getäuschte sees le! Ist's ein gewinn, Wenn, wie ich bin, Ich vor mir selbst verhehle? 4. Vertraue deinem stolze nicht; Verschleuß dein ohr, so bald er spricht; Fleuch seine täuschereien! Dein selbstlob lügt; Der stolz betrügt Mit leeren schmeicheleien. no 5. Nimm die gesetz' und höre sie; Bet' an; tritt auch zum Sinai, Und höre Gott im wetter! Du sollst vor mir( Gott heischt's von dir) Nicht haben andre götter! 100 110007 6. Mein nam' ist groß; mißbrauche du Den namen nicht! Such' meine ruh' Am tage meiner feier; Dann ruf mich an, Und werde dann Mir, deinem Gott, getreuer! 7. Wer eltern fränket, ist vers flucht! Gehorche deiner eltern zucht. Ich will, du sollst nicht tödten. Sey keines feind; Sey aller freund, Ihr schutz in ihren nöthen! 8. Getreu dem manne sey das weib, Der mann dem weibe; keusch der leib, Und keusch die ganze feele! Arbeit, und sey Vom geize frei, Daß deine hand nicht ſtehle! 210 700 9. Leug' nicht; trag' feine schmähung aus; Begehre nicht des nächsten haus; Gelüsten schon ist sünde. So sey ganz mein, Daß ich dich rein, Wenn ich num richte, finde! 10. Gin eifrer über meinen ruhm, Bring' ich die missethäter um, Den vater und die finder. Fluch, fluch, gericht Dem, welcher bricht Nur ein geseß, dem sünder! 11. Welch eine stimm', o Sis nai! O donnervoller Sinai! Wer kann die stimm' ertragen? Ach, wehe mir! Der fluch von dir Hat mein gebein zerschlagen. und dem Glauben. 315 or ihn;| 12. Ich fühl, ich fühl ihn; 3. Gieb selbsterkenntniß; zeiich soll rein, Und ganz dem Herrn geheiligt seyn, Ganz heilig seinem namen; Und ich bin blind, Verkehrt gesinnt, Gezeugt aus sündensamen. ge mir Die blöße meiner seele! Gieb, daß ich keine schuld vor dir, Noch vor mir selbst verhehle! Laß jede mich mit ernst bereun, Daß ich des ziels, gerecht zu seyn, Durch heucheln nicht verfehle! ang m 4. D, wie viel gutes hast du mir An leib und seel' erwiesen; Glück, lust und ruhm hab' ich von dir; Wie hab' ich dich gepriesen? Ich hab', ich ungehors sam tind, Mich gegen dich nicht treugesinnt, Nicht dankbar mich bewiesen. 13. Wer ist vom haupt bis auf den fuß So krank als ich? gedank', entschluß, Begierd' und that sind böse. Verderbt bin ich; Wer ist, der mich Aus meiner angst erlöse? 14. Welch eine zukunft fürchtet ste! Laß ab, o fluch vom Sinai, D fluch vom weltgerichtel Tilgt doch die schuld Der Sohn voll huld, Daß Gott mich nicht zernichte.de 15. Erzürnt dich sehen, welch ein schmerz! Schaff' in mir, Gott, ein reines Herz, Das dir fein laster raube! Verwirf mich nicht Durch dein gericht, Weil ich an Jesum glaube! 425. Mel. Aus tiefer noth schrei'. ch will von meiner misfethat Mich, Herr, zu dir bekehren. Du wolleft selbst durch deinen rath Mich wahre buße lehren, Und deines Geistes hülf und kraft, Der uns zu neuen menschen schafft, Aus gnaden mir gewähren! 2. Der mensch kann ohne dich ja nicht Sein elend recht empfinden; Bleibt ohne deines Geistes licht, Blind, fühllos, todt in fünden; Verkehrt ist will', entschluß und thun; Dieß elend wünsch' ich, Vater, nun Durch dich zu überwinden. 5. Du hast mir's nicht an unterricht Und warnung mangeln lassen. Wie oft erwecktest du mich nicht, Des lasters weg zu hassen! Du führtest mich zur tugend an: Doch schändlich hab' ich deine bahn Und deinen bund verlassen. busty lifte 6. Wie drängen nun die sünden sich, D Gott, vor mir zu sammen! Wie dräuen, wie erschrecken mich Nun deines zor nes flammen! Mich flagt selbst mein gewissen an, Dem ich nicht widersprechen kann; Ich selbst muß mich verdammen. pinabi 7. Ich sprach, weil mich so lange zeit Nicht deine schrecken trafen, Im wahne meiner sichers heit: Gott wird so bald nicht strafen. So übertrat ich immer mehr, Ob seine pfeile gleich umher So viele frevler trafen. 8. Ach, hätt' er keinen vatersinn, Kein mütterlich erbarmen: 316 Von der Buße Wo flsh' in meiner noth ich hin?| chen; Und, o welch schreckliches Wer hälfe dann mir armen? Ich wende, Gott, zu dir mich hin; Denn du hast einen vaterfinn, Ein mütterlich erbarmen. gericht Verdient schon dieß verbrechen! Du gingst mir nach, Mein Gott: und ach! Ich hab' es nicht geachtet; Selbst die ges duld Der vaterhuld Gemißs braucht und verachtet. 9. Nimm meiner dich, o Jesu, an, Und heile meine wunden; Denn, was kein fünder dulden kann, Hast du für mich empfunden. Wer seine schuld mit ernst bereut, Der findet heil und sicherheit, Und trost in dei nen wunden. 10. Nimm hin mein herz, und mach' es rein Von allen seinen sünden, Und laß es, dir getreut zu seyn, Wie sehr du liebst, empfinden! Laß aller lüfte tyrannei, Daß ich nur dir ergeben sey, Mich standhaft überwinden! 4. Und doch hast du so väters lich Dich meiner angenommen; Du riefst zu deinem reiche mich, Zum heile deiner frommen. Du suchtest, Gott, Durch glück und noth Zur bess'rung mich zu führen; Doch sucht' ich nicht Dein angesicht, Und ließ mein Herz nicht rühren. 5. Du könntest( denn du bist gerecht,) Der gnade zeit verkürs zen, Und mich, als einen bösen knecht, Hinab zur Hölle stürzen, Der ohne scheu Und furcht und 426. Tome e irreu Im fündigen verweilte, Weil nicht der tod, Von dir gedroht, Mich thoren übereilte. Mel. Durch Adams fall ist. ch armer ich komm' zu Mit reuevollem Herzen. Beweise gnade, Gott, an mir, Und sieh' auf meine schmerzen! Ich übertrat, Durch wort und that, Ob mir dein fluch gleich drohte, Doch, ungerührt Und leicht verführt, Die heiligsten gebote. 2. Die schuld, der ich mich schuldig weiß, Ist leider nicht zu zählen! Was sind des lasters sold und preis? Gedanken, die mich quälen. Ich konnte dein, Und glücklich seyn, Wenn ich dir folgen wollte; Gewiß, daß ich Auch einst durch dich Vor dir mich freuen sollte. 3. Mein undant gegen dich ist nicht mit worten auszuspre 6. Wenn alles dieß mein herz bedenkt: Vor schaam möcht' ich vergehen; Wag's nicht, wie's mich nun schmerzt und kränkt, Zu dir empor zu sehen. Ich, so verkehrt, Ich wär' es werth, Daß du nicht länger schontest, Daß du mir nun Nach meinem thun Und meinem undank lohntest. 7. Doch, Vater voll barmherzigkeit, Ich falle dir zu fuße. Noch währe deiner gnade zeit; Noch bringe mich zur buße! Verleih' aus huld, Daß meine schuld Mich nicht zu boden drü und dem Glauben. 317 de! Ich suche dich; Erquicke| fallen; Du bist mein Gott, ich mich mit einem gnadenblicke! bin dein knecht! 8. Vergieb mir; öffne mir dein herz! Vollende deine liebe! Hilf, daß, gewarnt durch meinen schmerz, Ich mich im guten übe! Dieß laß mich thun, Und eifrig mun, Was dir verhaßt ist, meiden! Dann gieb mir einst, Wenn du erscheinst, Der auserwählten freuden! In eigner Melodie. 427. sn dir allein, an dir hab' ich gesündigt, Und übel oft vor dir gethan. Du siehst die schuld, die mir den fluch verkündigt; Sieh', Gott, auch meinen jammer an! 2. Dir ist mein flehn, mein seufzen nicht verborgen, Und meine thränen sind vor dir. Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen; Wie lang' entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen fünden; Vergilt mir nicht nach meiner schuld! Ich suche dich; laß mich dein antlig finden, Du Gott der langmuth und geduld! 4. Früh wollst du mich mit deiner gnade füllen! Gott, Vater voll barmherzigkeit! Erfreue mich um deines namens willen; Du bist ein Gott, der gern erfreut! 5. Laß deinen weg mich wieder freudig wallen, Und lehre mich dein heilig recht, Mich täglich thun nach deinem wohlge6. Herr, eile du, mein schuß, mir beizustehen, Und leite mich auf ebner bahn! Er hört mein schrei'n; der Herr erhört mein flehen, Und nimmt sich meiner seele an. 300 In eigner Melodie. 428. err, ich habe miss gehandelt; Ja, mich drückt der sünden last. Ich bin nicht den weg gewandelt, Den du mir gezeiget hast. Jetzt, erwacht aus meinem schlafe, Flöh' ich gern vor deiner strafe. 2. Doch, wer kann sich ihr entziehen, Wenn dein zorn entzündet ist? Ach, wie könnt' ich dir entfliehen, Der du aller orten bist? Hätt' ich flügel, gleich den winden, Gleichwohl wür dest du mich finden. Laid 3. Nein, ich will es dir bekennen: Unrecht hab' ich, Gott, gethan, Darf mich nicht dein find mehr nennen. Doch, nimm mich zu gnaden an; Laß für meine vielen sünden Mich nicht deinen zorn empfinden! 4. Wer kann meine sünden zählen? Gott, was bein gesetz mir droht,( Ach, ich darf mir's nicht verhehlen!) Das verdien' ich: fluch und tod. Willst du richten: muß ich sterben; Ewig muß ich dann verderben. 5. Richter, dein gesetz verkün digt Uebertretern fluch und qual; Und, wie oft hab' ich gesündigt, Ach! gewarnt, aus eigner wahl! Von der Buße 318 a Unruh' fühlt' ich oft und reue, Und doch sündigt' ich auf's neue. 6. Angst und schrecken, Herr, ergreifen Meine feel' jetzt, und ich seh' Sünd' auf sünden auf gebäufet, Und zugleich auch weh' auf weh'! Ach, ich bete, Herr, ich flehe: Hilf mir, oder ich vergehe! 7. Jesu, du mein Heiland, eile, Mich zu retten, daß dein blut Mich versöhn', und, mir zum heile, Lösche meiner strafen gluth! Laß vor Gott mich gnade finden; Wasche mich von meinen fünden! 8. Hilf mir glauben; laß mich streben, Mich zu beffern; laß mich hier nicht der sünd' und welt mehr leben: Deinem Vater nur und dir! Ja, laß deinen Geist mich treiben, Treu bis in den tod zu bleiben! Mel. Ein lamm geht hin. 429.0" u Rächer, Gott, wie schrecklich drohn Uns deines zornes flammen! Sie drohn nicht mehr; ste schlagen schon Hoch über uns zusammen. Du trugst uns lange mit geduld; zu groß, zu schwer ward unsre schuld; Du bist des schonens müde. Nun lagert deiner strafen heer, Gott, sich furchtbar um uns her, Und in uns ist kein friede. ne bis zur hütte zieht Sie alles hin in ihr gebiet; Läßt nicht sich widersprechen. Die zahl der heiligen wird klein; Dir glauben, das muß thorheit seyn; Dich fürchten, ein verbrechen. 3. Wie fluthen, Herr, von dir gesandt, Die saaten zu zernichten, So strömen laster hin ins land mit allen ihren früchten. Nicht schüchtern, mit vers hülltem Haupt; Nein, frech, gebiet'risch und erlaubt Tritt ste einher, die sünde, Und zweifelt nicht, und ist gewiß, Daß jedes werk der finsterniß Lob und bes lohnung finde. 4. Du aber sprichst: ,, nun ist es zeit, Zu strafen, die mich has fen! Der sünde schmach und schädlichkeit Will ich sie fühlen lassen!" Du gehst mit ihnen ins gericht; Du schlägst ste; und ste fühlen's nicht, Und wollen es nicht fühlen. Sie tragen ihrer laster schmach; Und geben darum doch nicht nach, Und wollen es nicht fühlen. 5. Wie lang', o Rächer, wers den sie Selbst deinen zorn nicht achten? Wird der gestrafte fünder nie Nach deiner gnade trachten? Kannst du, vor dem die hölle bebt, Vor welchem zittert, was da lebt, Und sturm und abgrund schweigen, kannst du, du Allgewaltiger, Du Gnädigster, du Schrecklichster, Nicht menschenherzen beugen? 2. Die freche thorheit, deinen Sohn, Den Mittler, nicht zu ehren, Erhebt sich stolz, und spricht dir hohn, Und ruft: wer 6. Du bist die Liebe! wende will mir's wehren? Vom thro-| dich Zu diesen argen findern! und dem Vielleicht beweist dein wohlthun sich Noch mächtig an den sündern. Vielleicht läßt sich ihr stolzes herz, Unbiegsam gegen qual und schmerz, Durch dein erbarmen rühren! Bejammert seine missethat; Läßt dich, der es begnadigt hat, Sich und sein thun regieren. 7. Doch, mußt du strafen: so gescheh', Herr, unser Gott, dein wille! Du erdkreis, zittre! könige Und völker, werdet stille! Gott zürnet, der das meer er regt, Und felsen in den abgrund schlägt, Und aus den wolken bliget. Er, er verzehrt durch seinen Hauch Den stolzen fünder, wenn er auch Auf einem throne fizet. 8. bu gerechte vaterhand, Du wollst der frommen schonen, Die dann das sündenvolle land, Das du so strafft, bewohnen! Sie, die den dienst der fünde flohn, Dir standhaft folgten, Gottes Sohn, Die rett' aus dem verderben! Laß sie die schrecken dieser zeit Nicht sehn; laß sie mit freudigkeit In deis nem namen sterben! In eigner Melodie. 430. St großer Gott von macht, An huld und gnade reich! Ach, strafft du fünder, Herr, Und Heilige zu gleich? Es möchten ihrer funfzig rein, Gerecht vor dir durch Christum seyn. Drum wollest du uns schonen; Nach unserm thun nicht lohnen! Glauben. 319 2. D, der du uns erschufft, Wir fürchten dein gericht. Ach zürne nicht, Herr, Herr! Noch duld' und richte nicht! Es möchten fünf und vierzig rein, Gerecht vor dir durch Christum seyn. Drum wollest du uns schonen; Nach unserm thun nicht lohnen! 3. D du Allmächtiger, Schau an das armie land, Und wende, wende, Gott, Die ausgestreckte hand! Es möchten ihrer vierzig rein, Gerecht vor dir durch Christum seyn. Drum wollest du uns schonen; Nach unserm thun nicht lohnen! 10100 4. Ach, unser Vater, Gott, Erbarm', erbarme dich! Dein schnell erwachter zorn Ist uns zu fürchterlich. Es möchten dennoch dreißig rein, Gerecht vor dir durch Christum seyn. Drum wollest du uns schonen; Nach unserm thun nicht lohnen! 5. Weltrichter, schrecklicher, Hör' unser jammernd flehn! Ach, laß uns nicht vor dir, Du Heiliger, vergehn! Es möchten etwa zwanzig rein, Gerecht durch Jesum Christum seyn. Drum wollest du uns schonen; Nach unserm thun nicht lohnen! 6. Der uns sonst gnädig war, Noch immer liegen wir Im staube, staub! und flehn, Und weis nen, Gott, vor dir! Es möchten, ach, doch zehn noch rein, Gerecht durch Jesum Christum seyn. Drum wollest du uns 320 Von der Buße schonen; Nach unserm thun| fürchterlich! Erbarme, Gott, nicht lohnen! ed sti erbarme dich! Laß uns nicht ganz verderben; Nicht ewig, ewig sterben! 7. Ddu Unendlicher, Halt hier noch nicht gericht! Verwirf uns, ach, nicht ganz Von deinem angesicht! Es möchten noch die finder rein, Noch rein durch Jesum Christum seyn. Drum wollest du uns schonén; Nach unserm thun nicht lohnen! 4. Wir wichen nicht allein Vom heiligen gebot: Ach, wir vergaßen auch Des Gottversöhners tod. Wie wirst du, gnade! fürchterlich, Die wir vers schmähn! erbarme dich! Gott, laß uns nicht verderben; Nicht ewig, ewig sterben! 5. Wir hielten uns nicht mehr Des ew'gen lebens werth. du, der bei sich selbst Gefallnen gnade schwört, Erbarm', erbarm', erbarme dich! Des Sohnes blut versöhne dich! Ach, höre seine stimme! Ach, seines blutes stimme! pusing Mel. O großer Gott von. u bist viel gnädiger, Als es der mensch erkennt; Doch auch viel Mel. Wer nur den lieben. heiliger, Wenn nun bein zorn 432. Wir liegen hier zu füßen, entbrennt. Dein heil, und was bein recht uns droht, Sehn wir nie ganz; denn du bist Gott, Und wir sind staub und fünder, Sind blind, sind schwach, sind fünder. O Gott von großer güt' und treu, Und fühlen jeder im ges wissen, Wie reif zur strafe jeder sey. Das maaß der sünden ist erfüllt; Ach, weh' uns, wenn du strafen willt! 2. Du bist gerecht, und wir find fünder. Wie wollen wir vor dir bestehn, Wir bösen abgefallnen kinder, Die wir nicht deine wege gehn? Wir, von der sünde joch beschwert, Sind aller deiner strafen werth. 8. Herr, Herr, gerechtester! Weil vor dir keiner ist, Der dich versöhnen kann, Als dein Sohn Jesus Chrift: So sieh' nun auf sein blut herab, Auf seinen tod, und auf sein grab! Er starb: drum wollst du schonen; Nach unserm thun nicht lohnen! 431.0" 2. Gesündigt haben, Herr, Gesündigt haben wir Vor dir, der einst gericht, Gericht einst hält, vor dir. Und unser wan bel sollte rein, Ganz himmlisch, ganz bir heilig seyn. Ach laß, ( wir flehn's mit beben,) Laß, Herr, uns wieder leben! 3. Verflucht ist, wer den bund Des Ewigweisen bricht! Mit diesem fünder geht Jehova ins gericht! Ach, dein gericht ist 3. Doch, Vater, denk' an deinen namen; Herr, denk' an deines Sohnes tod! Du haft, wenn sünder wiederkamen, Dich und dem Glauben. 321 ihrer stets erbarmt, o Gott!| nem lande! Gieb reine luft und Geh' auch mit uns nicht ins ge- gute zeit, Und heil in einem jeden richt! Du willst der fünder tod stande, Und fördre die gerechtigja nicht. feit! Krön' unsre felder durch dein gut! Nimm jedes Haus in deine Hut! 4. Hier, Gott, bekennen wir im staube Dir unsrer übertretung schuld. Du bist gerecht; doch unser glaube Vertrauet nur auf deine huld. Wir, tiefgebeugt durch furcht und schmerz, Wir hoffen auf dein vaterherz. 10. Nimm an die opfer, die wir bringen; Nimm unsre seelen gnädig an! Laß sie, was du besiehlst, vollbringen! Dann danken wir, wir jauchzen dann: Der Herr hat sich zu uns gekehrt! Der Vater hat sein volk erhört! Mel. Herr Jesu Christ, du. ich drücket des 5. Wir fliehen hin zu deinem Sohne, Der unsrer sünden strafen litt. Um deines Sohnes wil Ten schone, Der uns durch sein 433. M gesehes fluch; er gebet vertritt! Erduldet hat unsre pein; Er ist dein Sohn, und wir sind sein. Ich fühle mich beladen. Gott, zeichne du mich in dein buch Der seligkeit aus gnaden! Vom throne deiner majestät Vernimm mein seufzen, mein gebet, Mein richter und erbarmer! 2. Geh', richter, geh' nicht ins gericht Mit mir gebeugtem sünder! Denn, ach, vor dir besteht auch nicht Das frömmste deiner kinder. Das Herz ist bös von jugend auf Und unser ganzer lebenslauf Voll sündlicher gebrechen. 3. Auch meiner fünden, welche dich Betrüben, mich verdammen, Sind viel, sie schlagen 8. Wir flehn, wir flehn: laß über mich, Wie fluthen, hoch zuuns nicht sterben! Nicht hunger sammen. Wie freffend feuer oder schwerdt und pest Dein brennen ste; Und, ach, in meiner reuevolles volk verderben, Das seel' ist nie, Ist tag und nacht sich auf deine huld verläßt! Entstein friede. zeuch auch deines wortes licht chon 6. Sein blut ist, Herr, für uns geflossen; Er hat's zum opfer dir geweiht. Dieß theure blut, für uns vergoffen, Dieß rufet um barmherzigkeit. Erhör' es; denn du hast ja doch So oft verschonet; schone noch! 7. Verschon' uns noch mit deiner strafe! Wir haben uns von dir verirrt; Drum such' uns, wie verlorne schaafe, Als ein erbarmensvoller hirt! Ergreif uns, ( deine macht ist groß!) Und samml' uns noch in deinen schooß! 4. Entlehnt' ich auch, an troUnd seinen troft der firche nicht! ste leer, Dem sturme sein gefie9. Gieb friede, Gott, in dei- der, Und flöhy' ans gränzenlose 322 Von der Buße meer: Ich fänd' auch da dich wie-| gnade!) Und doch verirr' ich imder. Drum fürchten wir, daß wir vergehn, Und nie dein vaterantlig sehn, Und ewig, ewig ſterben. 5. Sohn Davids, ach, erbarme dich Der angst in diesen nöthen, und höre mit dem zöllner mich, Gott sey mir gnädig! beten. Sprich, Herr, ein trostwort; sprich vom thron Der gnade: fey getrost mein sohn! Die schuld ist dir vergeben! 6. Verlaß mich, o mein Hei land, nicht In meinen finsternissen; Verweigre deinen trost mir nicht, und heile mein gewissen! Ich suche dich; ach, sey mein hirt! Bei dir, dem treuen hirten, wird, Kann mir kein gutes mangeln. 7. Schaff' auch ein reines herz in mir, Und mach' es fest im glauben! Nichts trenne mehr mich, Herr, von dir; Nichts müsſe dich mir rauben! Nimm dei nen Geist ja nicht von mir; Er tröste mich mit trost von dir Im leben und im sterben! Mel. Aus tiefer noth. 434.& roß, Serr, ist meiner seele noth! Vernimm mein angstvoll flehen! Du kannst, erbarmungsvoller Gott, Betrübte nicht verschmähen. Die last der sünden drückt mich sehr; Und dein gerechter zorn noch mehr, Der tag und nacht mich ängstet. 2. Ich hasse, Herr, das laster zwar:( Das dank' ich deiner merdar Mich auf verbotne pfade. Die lust zur sünde wohnt in mir, Ist immer reg', und reizt mich, dir, D Gott, zu widerstreben. 3. Ich streb' und streite, die begier Zum bösen zu bezwingen. Der will' ist da: doch fehlet mir, ( Ich seh' es) das vollbringen. So häuft sich meiner fünden schuld; Und, hast du gleich mit mir geduld, So muß ich dennoch zagen. inion 4. Denn du bist heilig und gerecht; Das sagt mir mein ges wissen. Du wirst's auch jeden bösen knecht Einst fühlen lassen müssen. Ein solcher knecht, o Gott, bin ich; Und, ach, das schreckt, das ängstigt mich; Ich zittre vor dem tode. 5. Wem kann ich meiner seele schmerz, Als dir, mein Gott, entdecken? Doch, ach, wie bebt mein banges herz Vor deines zornes schrecken! Ich fühl's, ich bin voll furcht vor dir; Und du verbirgst dich jetzt vor mir. Wer kann mich armen trösten? 6. weh' mir, daß ich deine huld Nicht eifriger verehrte, Und, unbesonnen, meine schuld Von tag zu tag vermehrte! Wie bin ich meinen sünden feind! Die seele seufzt, das auge weint, Und sieht doch keine hülfe! 7. Ich fleh', ich seufze: laß mir noch Den weg zum himmel offen! Ich hab' es nicht verdient, und doch Wag' ich es noch zu und dem Glauben. 323 Hoffen. Mich hungert nach ge-| mich! Erbarme dich, und geh' rechtigkeit; Ich schmachte, Gott, noch nicht mit mir, du Richter, nihift Jom nach sicherheit Vor deinem rich in's gericht! terzorne. 8. Du willst, ich soll an Jesu blut Und seine gnade gläuben. Das will ich; dennoch fehlt der muth. Werd' ich auch standhaft bleiben? Mir fehlt die freudigkeit zu dir. Ach möcht' ich Jesu heil in dir Fest halten, fest umfaffen! deli 9. Gedenk' an deinen theuren schwur, Und tilge meine sünden! Laß ihre bitterfeit mich nur Zu meiner zucht empfinden! Nur darum, Vater, beuge mich! Ich bin es werth; doch gieb, daß ich Nicht ganz an dir verzage! 10. Laß, o Erbarmender, mich nicht Im fummer ganz vergehen! Laß endlich auch dein an gesicht Mich wieder gnädig sesen! Daß heilsam sey der buße schmerz, Wenn ich dein liebevolles Herz Versöhnt und offen finde! 11. So seufzt, so schmachtet, Hofft und harrt Mein Herz mit furcht und beben Auf deine gnadengegenwart. Laß meine seele leben! Ist gleich mein glaube schwach und klein, So glaub' ich doch, und hoff' allein Auf deine vatergnade. 435.Mi Mel. Wer nur den lieben. nd ein Gott, zu dem ich weinend flehe, Erbarme dich, erbarme dich! Noch einmal sieh' von deiner höhe Mit gnadenvollem blick auf 2. Wie oft hast du mir schon vergeben, Wenn ich zu dir um gnade bat! Wie oft versprach ich, dir zu leben, Zu meiden jede missethat! Wie feierlich war dann mein eid Des glaubens und der frömmigkeit! de 3. Ach, aber bald ergriff mich wieder Die sünd', und ihre luft mit ihr, Riß meinen ganzen vorsabz nieder, Und herrschte, wie vorher, in mir! Zum widerstande viel zu schwach, Entfloh' ich nicht, und gab ihr nach. 4. Wie viele sündenvolle tage Durchlebt' ich, Vater, als im traum, Und häufte selbst mir plag' auf plage, Und fühlte dieß mein elend faum! Verwundet blutete mein herz; Betäubt, empfand ich keinen schmerz. 5. Nun bin ich nah' am untergange, Den dein gereizter zorn mir droht. Um trost mird meiner seele bange, Um einen retter aus der noth. Mein richtendes gewissen wacht, Und alles um mich her ist nacht. 6. Zu wem, o Vater, soll ich fliehen? Wo findet meine seele ruh'? Wer kann sie aus dem abgrund ziehen, Darin sie seufzet, als nur du? Mein ganz vertraun setz' ich auf dich; Du freund des lebens, rette mich! 1101 7. Für meine wiederholten sünden Floß auch des weltverföhners blut. Noch einmal laß * 2 324 J Von der Buße mich gnade finden Durch meinen| ne brüder: Kehret mit mir wieglauben an sein blut! Noch ein- der! mal, Richter, sage mir: Auch diese schuld erlaff ich dir! 8. Gott, sey mein zeuge, da ich schwöre: Mein herz soll dir gehorsam seyn! Dir, deinem willen, deiner ehre Will ich mein ganzes leben weihn! Der sünde will ich widerstehn, Und standhaft deine Mel. O Gott, du frommer. 9. Vergiß nicht wieder, meine 437. Here, höre menge mir feele, Wie oft du schon gefallen bist. Vergiß nicht mehr des Herrn befehle; Nicht mehr, daß er dein retter ist. Ruf ihn im glauben täglich an: Erhalt' mich, Herr, auf ebner bahn! 10. Ja, ich bin schwach; wer kann mich stärken? Mein Helfer in versuchung seyn? Zum glauben und zu guten werken Mir kraft und freudigkeit verleihn? Du kannst es, meine zuversicht! Wenn du mich stärkst, so wank' ich nicht. Mel. Straf mich nicht in. 436.M ächtig faßt mich angst vom Herrn, Daß sein zorn verdamme! Ich, der fünder, seh' von fern Seiner strafen flamme. Herr, dein blut Löscht die gluth, Spricht zum Vater: lohne Nach verdienst nicht! schone! 2. Herr, noch in der gnadenfrist Fall' ich dir zu fuße; Weiß, daß du barmherzig bist; Schwör' und thue buße. Sünde, fleuch! Weltlust, weich'! Ach, verlor3. Unsre sünde hält uns fest An gewohnten fetten. Wenn uns deine huld verläßt, Wer kann, Gott, uns retten? Mach' uns frei; Steh' uns bei! Heiland, alle sünden Hilf uns überwinden! trost erscheinen! Du bist an gnade reich, Und siehst auch seelen weinen. Ach, geh' nicht ins gericht Mit dem verirrten knecht! Vor dir ist, Heiligster, Kein sterblicher gerecht. 2. Die größe meiner schuld Schlägt meine seele nieder. Beschämt empfind' ich sie; D, tröste du mich wieder, Daß mein zerknirschtes Herz, Von angst geheilt und frei, Aus starker liebe dir Und froh gehorsam sey! 438. Sich armer fünder, Mel. Wer nur den lieben Gott. mensch, Ich steh' vor deinem antlitz hier. Vergieb; verfahre doch gelinder, Als ich's verdiene, Gott, mit mir! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Ach, wie ist meinem Herzen bange; Denn groß ist meiner sünden schuld! Hilf, daß ich deine gnad' erlange; Und habe noch mit mir geduld! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! und dem Glauben. 325 3. Laß meine missethat mich| Denn, zürnest du: Wo find' ich reuen, Und redlich sey der buße ruh', Wo mitleid und erbarschmerz; Doch wollest du mir men? auch verzeihen, Du hast ja eines Vaters herz! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 4. Ach, groß ist meiner seele schade, Den niemand heilen kann, als du: Doch gnade, Gott, mein Vater, gnade! Deck' alle meine sünden zu! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 5. Ich habe zorn verdient: doch lohne Und handle nicht nach meiner sünd'! O treuer Vater, schone, schone! Erkenne mich noch für dein kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 16. Sprich nur ein wort, so werd' ich leben! Wie selig werd' ich, wenn ich hör': Ich will die sünde dir vergeben; Nur fündige hinfort nicht mehr! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 7. Ich zweifle nicht, du wirst mich hören; Doch mache mich auch tugendhaft; Und gieb mir, dich allein zu ehren, Verstand und willigkeit und fraft! Erbar me dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! POR Nach dem 6. Pfalm. Mel. Ach, Gott und Herr. " ch, zürne nicht; 439.2, Und dein gericht Verschone, Gott, mich armen! 2. Ich bin so matt, Und niemand hat Vermögen, mich zu heilen. Vor deinem dräun Bebt mein gebein; Du wollest, Gott, mich heilen! 3. Du dräuest mir. Wie ist vor dir, Herr, meiner seele bange! Wie lange soll Ich schreckenvoll Um gnade flehn? wie lange? 4. Ach, deine huld Tilgt alle schuld Der dir verhaßten sünden. Laß ab, zu drohn; Durch deinen Sohn Laß gnad' und heil mich finden! 5. Der qualen ort Erschreckt mich; dort, Dort wirst du nicht erhoben. Die, Gott, allein, Die dein sich freun, Die können dich auch loben! todo lo Rest 6. D, was für qual Folgt auf die wahl Des bösen; welch ein leiden! Gott, was für schaam Und welch ein gram Auf ekelvolle freuden! d 7. Wie sorgt mein Herz Durch furcht und schmerz Gequälet und zerrissen; Es werde Gott Vor meiner noth Sein gütig herz verschließen! nivored stafor 8. Verzweiflung, weich'! Ents fleuch, entfleuch Aus meinem bangen herzen! Er wird verzeihn; Ihn jammert mein, Ihn jammert meiner schmerzen! 9. Er liebet mich, Und hat für mich Selbst seinen Sohn geges ben. Wer an ihn gläubt, Und in Von der Bußer 326 ihm bleibt, Soll nicht vergehn; foll leben! 7. Verbirg, verbirg von dei2007 nem angesichte Mein übertreten, daß es mich nicht richte! Tilg' aus die laster, die mich, Herr, entweihen, Die mich nun 10. D heil der welt, Mein glaube hält Dich, und will dich nicht lassen! Gott liebet mich; Wie kann er mich, Den du ver- reuen! söhnt hast, haffen? Nach dem 51. Psalm. Mel. O liebster Jesu, was. 8. Erschaff' in mir, Gott, eine reine seele, Ein neues Herz, das deine wege wähle, Und 440.reig' an mir, Er- mach' es fest, und stärke mein barmer! deine bestreben, Nur dir zu leben! gnade; Gieb, daß sie meiner laster mich entlade! Du hast ein vaterherz; du liebst das leben; Du kannst vergeben. 2. Dein eifer müsse sich an mir nicht rächen! Gott, wasche mich von allen den verbrechen, Die mich beflecken; tilge meine sünden, Die ihn entzünden! 3. Ich weiß die laster, welche mich entweihen; Ich fühle ste; ich sehe, wie sie dräuen. Sie schrecken mich des tag's, in bangen nächten, Mich ungerechten! 4. Jehova, dir allein hab' ich gefündigt! Mich schreckt der fluch, den dein gesetz verfünશ h, bigt! Ach, unter feinem zörn 441.2us dunkler tiefe, vergeh' barmer! armer! mein erHerr, mit rem Herzen Ruf ich zu dir in meiner buße schmerzen. O, mache mich, Gott, meines fummers ledig, Und sey mir gnädig! 2. Beschämt erkenn' und fühl' ich meine sünden. Laß, Vater, mich erbarmung vor dir finden! Willst du auf schuld und übertretung sehen: Wer wird bestehen? 3. Du haft allein die macht 5. Ja, Richter, deine dräuungen beweisen, Daß du gerecht bist; deine strafen preisen Dich, daß du rein seyst, heilig, und ein rächer Für den verbrecher. 9. Verwirf mich nicht von deinem angesichte! Gieb deinen Geist, daß er mich unterrichte! Verweigr' ihn nicht, daß er auf deine wege Mich leiten möge! 10. Exquicke mich in meiner seele leiden Mit deiner hülfe; gieb den Geist der freuden, Damit er, weil ich keine kraft befize, Mich unterstüße! 11. Gröffne meine lippen, dich zu loben! Es werde, Herr, dein ruhm von mir erhoben! Ich will, voll dankbarkeit, auf alle zeiten, Dein lob verbreiten! Nach dem 130. Psalm. Mel. O liebster Jefu, was. 6. Du liebst ein reines heiliges gewissen. Ach, gieb es; laß in meinen finsternissen Mich dei ne weisheitsvolle gnade sehen; Mich nicht vergehen! und dem mir zu vergeben. Du willst nicht tödten, nein, wir sollen les ben; Uns soll die größe deiner liebe lehren, Dich treu zu ehren. 4. Verzeihe, Herr, mir alle meine fehle! Dein harret, Vater, meine müde seele. Laß trost und ruh', um des Versöhners willen, Mein Herz erfüllen! 5. Vom abend an bis zu dem frühen morgen Hoff' ich auf dich; o stille meine sorgen! Du schenkest ja beladenen und müden Gern deinen frieden. 6. Ja, hoffe nur, mein herz, auf Gottes gnade. Sie ist noch größer, als dein seelenschade. Ihr starker arm wird dich aus allem bösen Gewiß erlösen. Glauben. 327 nur mir Nicht deines himmels freuden! Stinin) 5. Erlaß die schuld Aus freier huld, Und beff're meine seele! Auch stärke mich, Daß fünftig ich Nie wissentlich mehr fehle! 3. Ich flieh' zu dir. Ach Herr, hilf mir, Hab' ich gleich zorn verdienet! Verwirf mich nicht Durch dein gericht! Dein Sohn hat mich verfühnet. 6. Dein Sohn, o Gott, Litt selbst den tod, Dieß heil mir zu erwerben. Wer glaubensvoll Zu dir flieht, soll( Du sagst es selbst,) nicht sterben. hinde In eigner Melodie. 442.20 ch Gott und Herr, 9. Dir, Gott, sey ruhm! Dein eigenthum Bleib' ich in Jesu namen. Ich zweifle nicht; Mein Heiland spricht: Wer gläubt, wird selig! Amen! Wie groß und schwer Sind alle meine sünden! Hilfft du mir nicht: Wo soll ich licht, Wo trost und hülfe finden? dist som 12.3 uab Mel. In dulci jubilo. 2. Wohin ich flich, Verfol 443.& ebeugte fünder, gen sie mit ihrer schuld mich armen. In dieser noth Kenn' ich, o Gott, Kein heil, als dein erbarmen. 907 ATSEY hört! Der angst, die euch beschwert, Wird euer herz entledigt. Auf! schöpfet neuen muth! Guch, euch wird heil gepredigt; Euch heilet Christi blut. Sünder, seyb getrost! Sünder, seyd getrost! 2. Ihr habt, der rache werth, Euch wider Gott empört; Und, seht, den Eingebornen, Den Sohn aus seinem schooß, Den schenkt Gott euch verlornen, An gnad' unendlich groß. Wo ist 4. Herr, schone noch; Und, soll ich doch Für meine sünden leiden; So strafe hier; Entzeuch 7. D Jesu, dich Ergreif auch ich; Du bist für mich gestorben; Du hast nicht dir, Du hast nur mir Die seligkeit erworben. 8. Ich will hier dein, Und dein noch seyn, Wenn leib und seele scheiden. Du nimmst mich dann Zu ehren an, zu deines himmels freuden. godina osi 328 Von der solch ein Gott? Wo ist solch ein Gott? 3. Gott selbst giebt seinen Sohn Dahin in schmach und hohn, In die gewalt der bösen, In jammer, qual und tod, Vom fluch uns zu erlösen, Den das geseß uns droht. Seht, wie Gott uns liebt! Seht, wie Gott uns liebt! Ig 4. So wahr ich lebe, schwur Der Schöpfer der natur: Nie 9. In sünden nicht mehr todt, Thust du nun sein gebot; Bezähmst des fleisches triebe; Uebst, als ein wahres kind, Barmherlieb' ich das verderben Der wer- zigkeit und liebe; Bist Christo ke meiner hand; Der sünder soll gleichgesinnt. nicht sterben, Der sich zu mir gewandt! Welch ein theurer eid! Welch ein theurer eid! 5. Am kreuz, da Jesus Christ Für uns geopfert ist, Schau, ſeel' in bangen zweifeln, Des theuren eides ernst! Wenn du, statt zu verzweifeln, zu Gott dich wenden lernst, Hast du trost bei Gott; Hast du trost bei Gott. 6. Wohl auf! was zögerst du? Geh nur getrost hinzu. Schau zu des Vaters rechten Den Sohn, der für dich litt, Den Mittler, den Gerechten, Der kräftig uns vertritt. Sein blut fleht mit dir; Sein blut fleht mit dir. Buße 8. Dann wohl dir! du kannst mun In Gottes liebe ruhn; Zum Vater kindlich treten; Statt, knechtisch ihn zu scheun, Freimüthig zu ihm beten; In hoffnung fröhlich seyn. Gott ist nun mit dir; Gott ist nun mit dir. 7. Wenn du die schuld gestehst, Um gnad' in Chrifto flehst, Ist dir die schuld vergeben; Du bleibst im tode nicht; Dringst siegreich durch ins leben, Und kömmst nicht ins gericht. Gott spricht dich spricht selbst dich los. Christus lebt in dir; Christus lebt in dir. and 10. Auch, wenn dich Gott bes trübt, Bleibst du von ihm geliebt; Giebst an des laufes ende Den geist dem, der ihn gab, Getrost in seine hände; Sinkst ruhig in das grab. Jesus weckt dich auf; Jesus weckt dich auf! 11. Er hält, was er verheißt. Dir ward zum pfand' sein Geist Geschenkt im wasserbade, Der jetzt noch auf dir ruht. Dich stärkt mit reicher gnade Des Heilands leib und blut. O ein köstlich pfand! O ein köstlich pfand! 12. Gott, dir sey preis und ruhm! Dein evangelium Haft du auch uns gegeben zu einer Gotteskraft, Die uns zum rechten leben In Christo neu era schafft. Gott, erhalt' es uns! Gott, erhalt' es uns! Mel. Kommt her zu mir, spricht. 444.ch komme, Here, mein Gott, zu dir, Du rufft die fünder; hilf auch und dem Glauben. 329 mir Zum bunde deiner gnaden!| lich, Und bald mit deinen schreDu, der du voll erbarmen bist, ken; Schreckst sie durch krankheit Hast jeden ja, wer elend ist, und durch noth, Oft auch durch Selbst liebreich eingeladen. einen nahen tod, Vom schlafe sie zu wecken. und 2. Dein ruf erschallt in jedes land, Und macht den menschen dich bekannt, Und deinen Eingebornen; Verkündigt, daß du gnädig seyst Und helfen wollest, und verheißt Errettung den verlornen. 3. Kommt, sprichst du, kommt, verlaßt die welt, Verlaßt, was finnen bloß gefällt, Verändert euer wesen! Warum verweilt und zaudert ihr, Die ihr so krank seyd? kommt zu mir, So werdet ihr genesen! Miss 8. Wie tief dringt oft dein wort ins Herz, Erregt da sorg' und angst und schmerz, Vergällt uns alle sünden; macht uns uns ruhig, nur daß wir Uns wenden sollen, Gott, zu dir, Bei dir auch ruhe finden. 7. Bald nahst du ihren Herzen dich Mit güte, sanft und väter9. Du deckst des Herzens tief sten grund Uns allen auf, machst alles kund, Womit wir dich betrüben. Dein wort bestraft und warnt und droht, Zeigt fluch und segen, heil und tod, Damit wir dich nur lieben. Sela 4. Glaubt an den Sohn; den nehmet an, Und folgt ihm auf 10. Es zeigt uns deinen gans die enge bahn; Er ist voran gezen rath, Was uns dein Sohn gangen. Was er euch wählen heißt, das wählt; Ihr könnt das gute, was euch fehlt, Allein durch ihn erlangen. erworben hat, Erkauft durch schwere leiden: Vergebung, deiner kindschaft ruhm, Den eingang in bein heiligthum, Und deines Himmels freuden. diar 5. Doch, ach, die fünder ach ten's nicht. Und bleiben finster, fliehn das licht, und können's nicht ertragen. Sie fühlen wohl ihr schändlich joch, Und ihren fluch; und lieben doch Den urs sprung ihrer plagen. 6. Du trägst ste, Vater, lange zeit Mit langmuth, mit barmherzigkeit; Du wolltest gern sie rühren; Gehst, wie ein hirt, den blinden nach; Brauchst alles, luft und ungemach, Um sie zit dir zu führen. 11. So suchst du unsre seligfeit. Zur buße giebst du jedem zeit, Ünd reiz genug auf erden. Du giebst auch kraft; und jeder kann. Es ist dein ernst, daß je dermann Mög' ewig selig werden.mid 12. Ach, werden sie's nicht: wer hat schuld? Wer, als nur sie, die deiner huld Muthwillig widerstreben? Wer, als der deinen ruf nicht hört, Nicht sieht, nicht folget, und, bethört, Den tod wählt für das leben? 13. Ach, Gott, entzeuch uns 330 Von der Buße nicht dein licht; Entzeuch uns| ner that, Beschämet und von deine wahrheit nicht, Ob wir es ferne; Ich suche deinen troft und gleich verdienen! Wir häufen rath. Mein Gott, du hilft ja täglich unsre schuld; Doch häufe gerne; Doch meiner fehler grodu auch lieb' und huld, Mit dir se zahl Verfolgt mit angst mich uns zu verfühnen. überall; Mein glaub' ist auch nicht thätig. Drum schlag' ich nieder mein gesicht Vor dir, du allerreinstes licht! Gott, sey mir fünder gnädig! Shut 3. Ich, meiner schulden mir bewußt Im zagenden gewissen, Ich schlage mich an meine brust, Von reu' und schmerz zerriffen. Ich, lange von dir abgekehrt, Ich bin des lebens gar nicht werth; Doch ruf' ich: sey mir gnädig! Es seufzet mein zerknirschter geist, Der, richter! dich auch Vater heißt: Gott, sey mir fünder gnädig! 4. Mein Vater! schaue Jesum an, Den gnadenthron der fünder, Der für die welt genug gethan, Durch den wir Gottes finder Und erben der verheißung sind. Der ist's, bei dem ich ruhe find'; Er ist ja stets gutthätig. 445. Sönig, beffen Drum faff ich ihn, und laff ihn nicht, Bis, Gott, dein herz mitleidig bricht. Gott, sey mir fünder gnädig! p majestät Sich über alles hebet, Dem erd' und meer zu diensten steht, Vor dem der erdkreis bebet! Der himmel ist dein helles kleid; Du bist voll macht und herrlichkeit; Sehr groß und wunderthätig. Ich armer mensch vermag nichts mehr, Als daß ich ruf zu deiner ehr': Gott, sey mir fünder gnädig! didico 5. Regiere doch mein Herz und sinn In diesem ganzen leben! Du bist mein Gott; und, was ich bin, Bleibt ewig dir ergeben. Ach, heilige mich ganz und gar; Mein glaube sey auch immerdar Durch wahre liebe thätig! Und sollt' ich dennoch irre gehn, 2. Hier steh' ich, wie der zöll- So soll mein herz voll wehmuth 14. Zeuch uns zu dir, so folgen wir; Lenk' unsre herzen ganz zu dir, Daß wir dich immer hören! Laß unsern leicht getäuschten geist Kein falsches licht, wie sehr's auch gleißt, Und keinen wahn bethören! 15. Steh' unsern seelen mächtig bei, Wenn uns der sünde schmeichelei Von deiner bahn will locken! Ach, laß doch keine luft der welt, Noch, was der finnlichkeit gefällt, Uns unvermerkt verstocken! 16. Bewahr' uns in der Heiligung Vor rückfall, vor veränderung Im guten und im glau ben! Dann trennt uns nichts mehr, Gott, von dir; Nichts wird uns, weder dort noch hier, Die fron' am ziele rauben. Mel. Ein lamm geht hin. und dem Glauben. 331 flehn: Gott, sey mir fünder| krönt ward, weil sie überwand! gnädig! 6. Mein leben und mein sterben ruht Allein auf deiner gnade. Mir geh' es übel oder gut: Gieb, daß es mir nicht schade! Und, kommt mein ende nun heran, So stärke mich auf dieser bahn; Sey mir im tod' auch gnädig! Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, So nimm den letzten seufzer an: Gott, sey mir sünder gnädig! Mel. Erbarm' dich mein.seyn! ch, staub vom stau be, wer bin ich, Der fünder, daß du meiner dich Noch stets, du Heiliger, er barmst, Weltrichter, meiner stets erbarmst? Zum glauben und zum thun zu schwach, Giebt oft mein Herz der fünde nach; Ich kämpf', o Vater, nicht genung Den kampf der ernsten heiligung. 2. Wie schnell ist von der rechten bahn Zum irrweg' oft der schritt gethan! Wie schnell! mein ganzes herz erschrickt, Wenn es in diesen abgrund blickt. Die missethat, wie nah' gränzt sie An einen fehl, den Gott verzieh! Herr, Herr, mein ganzes herz erschrickt, Wenn es in diesen abgrund blickt! Umringt von meiner fehler schmach, Und weinend schau' ich dir noch nach. 3. Ergreif du, reiß mich mächtig fort, Du ausspruch Gottes, donnerwort: Der, den von neu em Gott gebar, Der fündigt nicht! o heil'ge schaar, Die bis zum steg' im streite stand, Ge4. Schmal ist der weg zu Gottes höh'n, Und wenige sind, die ihn gehn; Die pfort' ist eng, und der nur dringt Durch ste zu Gott empor, der ringt. Ich lieg' auf meinem angesicht, Und fleh', und weine: laß dein licht Mir leuchten, Vater; laß mich dein Im leben und im tode 5. Der mir in Christo alles gab, Mit gnade blick' auf mich herab; Auf mich, der fünde schnellen raub, Den himmelserben, und den staub! Sink' tief, o feele, nieder, tief Vor dem, deß stimme stets dich rief; Sint' in den staub vor dem hinab, Der dir in Christo alles gab. 6. Ja, du erbarmest über mich, Versöhnter und Versöhner, dich. Vom leibe dieses tod's befreit, Schau' ich einst deine herrlichfeit. Ob angst des todes in mir bebt: Sterb' ich doch dem, der ewig lebt! Verdammt, verdammt mich auch mein herz: Ift Gott doch größer, als mein herz! Mel. Ein lamm geht hin. 447. Srbarme bich, o Gott! mein Herz, Geneigt zu eitelkeiten, Läßt sich so leicht durch luft und schmerz Auf böse wege leiten. Ach, wie ein rohr, vom wind bewegt, Irrt, durch der lüfte reiz erregt, Die KENWOOD Von der Buße 332 oft getäuschte seele. Herr, hilf mir, daß ich, als ein Christ, Das flieh', was dir ein gräuel ist, Und nur das gute wähle! 2. D, laß mein Herz nicht fernerhin In seiner neigung wanken; Erhebe den verirrten finn Zu himmlischen gedanken; Wenn Mel. O wir armen fünder. von dem dienst der eitelkeit Mich 448. Laffet uns beweiz deines nen Das, Geistes kraft befreit, So wird es mir gelingen. Ich halte deinem Geiste still; Ich will mich ändern; Herr, ich will; Gieb selber das vollbringen! was wir gethan! Gott nahm stets die Seinen, Wenn sie kamen, an. Die nicht wieder kamen, Ach, diese traf sein fluch. Gott tilgt ihre namen Aus der lebenden buch. Schöpfer, Richter, Vater! Mittler, Jesus Christ! Geist! erbarm' dich unser! 3. Umsonst such' ich der tugend bahn, Wenn du mich nicht begleitest, Und mich von eitelkeit und wahn Zu deiner wahrheit leitest. Du hafsest jeden falschen schein; Mit ernst willst du verehret seyn. Herr, hilf um Jesu willen! Erhebe den gebeugten muth; Hilf mir, der leidenschaften wuth Durch deine gnade stillen! trong 4. Mein Gott, mein Gott, gedenke nicht Der sünden mei ner jugend! Wie hart schien mir oft meine pflicht! Wie rauh die bahn der tugend! Und doch trugst du mich mit geduld. Laß, Vater, laß mich diese huld Nicht undankbar verachten! Dir folgen, ist mein wahres heil. O laß mich's, als mein bestes theil Auf rauher bahn, betrachten! 5. Ich bin ein mensch; du kennest mich. Wie schwach sind meine kräfte! Doch, meine seele hofft auf dich Im wichtigsten geschäfte. Du kannst, du wirst mir kraft verleihn, Und mich mit deiner hülf' erfreun, Vor dir gerecht zu leben. Ich, dein erfauftes eigenthum, Will dafür deines namens ruhm In ewigkeit erheben. 2. Laßt uns innig trauren Ueber unser thun; Göttlich, göttlich trauren, Daß wir wies der ruhn! Herr, ich komm', und suche Dein vaterangesicht. Tilg' aus deinem buche Mich, erbarmender, nicht! Gott, der mich erschaffen! Gott, der mich versöhnt! Gott, der mich geheiligt! 3. Von der ersten liebe,( Dieß, dieß ist mein schmerz!) Von der ersten liebe Wich mein wankend herz. Herr, du bleibst erbarmer; Vollendest meinen lauf! Sieh', hier fleh' ich armer: Nimm, nimm wieder mich auf! Gott, der mich erschaffen! Gott, der mich versöhnt! Gott, der mich geheiligt! 4. Christi liebe dringe Mich, damit ich treu, Standhaft bleibe, ringe, Ueberwinder sey! Laß zum heil mich's schrecken, Daß und dem ich, ach! daß ich fiel! Mich vom schlummer wecken, Herr, das kleinod am ziel! Vater und Vergelter! Sohn, der für mich starb! Geist des Sohns und Vaters! 5. Die viel bangern leiden Deiner märtyrer; Die nam lofen freuden Deiner märtyrer; Wie nun Gott ste lohne: Das stärke mich im lauf! Ihres sieges krone Wecke mächtig mich auf! Vater und Vergelter! Sohn, der für mich starb! Geist des Sohns und Vaters! Mel. Alle menschen müssen. wann werd' 449.20 ich von der fünde, Gott, mein Vater, völlig frei, Daß ich ganz sie überwinde, Ganz dir wohlgefällig sey? Noch nicht,( ich gesteh's mit thränen,) kann ich mich von ihr entwöhnen; Immer noch ereilt sie mich, Und versucht mich wider dich. 2. Längst hab' ich mir's vorgenommen, Dir mein leben ganz zu weihn. Redlich( schwur ich) und vollkommen Soll vor Gott mein wandel seyn! Allen vor theil, alle freuden, Die von ihm mich könnten scheiden, Will ich mit verachtung fliehn; Denn von Herzen lieb' ich ihn! Glauben. 333 Von dem tag' an immerdar Meiner buße wirkung war. 4. Wiffentliche luft zur fünde Hat mich auch nicht mehr bethört. Ernstlich haff' ich sie, und finde Täglich diesen haß vermehrt; Habe täglich mein gewissen Zu bewahren mich beflissen; Hab' auch nicht, so viel ich weiß, Mich versündiget mit fleiß. 3. Gott, du sahst es, wie ich's meinte, Wie ich alle missethat Tiefgebeugt vor dir beweinte, Und dich um vergebung bat; Welch ein ernstliches bestreben, Meinem vorsatz treu zu leben, 5. Aber, ach, wie oft empöret Sich die leidenschaft in mir, Ueberraschet mich, und störet Meine freudigkeit zu dir! Uebereilung, eigenliebe, Des verborgnen stolzes triebe, Ch' ich's merte, ziehen sie mich zur sünde, die ich flieh'. 6. Wel' mir, daß ich deinen willen, Den ich längst schon lieb gewann, Nicht mit freudigkeit erfüllen, Nicht vollkommen halten fann! Ach, wer wird mich ganz vom bösen, Ganz von seiner macht erlösen? Ich elender, wer befreit Mich von meiner sinnlichkeit? 7. Du verzeihst mir die gebrechen Meiner sündigen natur. Nicht die schwachheit wirst du rächen; Bösen vorsatz strafft du nur. Hätt' ich nicht den trost: ich würde Unter meiner mängel bürde Ganz erliegen, und mich dein, Höchstes gut, nie wieder sids freun. 8. Stellet mir denn hier auf erden Lebenslang die sünde nach; kann ich nicht vollkommen werden; Bin und bleib' ich hier noch Von der Buße 334 schwach: Ach, so segne mein bestreben, So gerecht ich kann, zu leben, Daß ich stets von heuchelei Und von bosheit ferne sey! 9. Wenn ich falle, laß mich's merken; Laß mich streben, aufzustehn! Eile, mich, dein find, zu stärken; Lehre selbst mich fester gehn! Warne mich; sey mein begleiter; Täglich führe, Gott, mich weiter, Bis ich in der ewigkeit Dringe zur vollkommenheit! ders leben; Dir ist seine seele werth. Gnädig willst du ihm vergeben, Wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem fündenwege Machst du sein gewisfen rege. Den, der sich voll zuversicht Dir ergiebt, verwirfst du nicht. suchtsvoll, mein Gott, zu dir; Denn ich kenne deine gute. wie theuer ist sie mir! Gott der liebe, Gott des lebens, Keiner Harrt auf dich vergebens. Nur verächter deiner huld Stürzet ihrer laster schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine wege; Zeige deinen willen mir! Damit ich nicht irren möge, Führe du mich selbst zu dir! Gott, du kennest mein vertraus en; Sicher kann ich auf dich bau en. Deine treu', o Vater, ist Ewig, wie du selber bist. 3. Ach, gedenk' an meine sünden, Meine jugendsünden nicht! Laß mich armen gnade finden, Gott, vor deinem angesicht! Alle fünden, die uns reuen, Willst du, Vater! ja verzeihen. D, so höre denn auch mich; Meine seele harrt auf dich! 4. Gott; du willst des fün5. Du ergreifft mit vaterhänden Jeden, der sich dir ergiebt; Alle, die zu dir sich wenden, Ueber ihre schuld betrübt. Freude schenket deine gute Dem geängsteten gemüthe, Welches du der sünden last Liebevoll entledigt Nach dem 25. Psalm. Mel. Jesu, meines Lebens. 450.h erhebe mein ge- haft. Sehn6. Herr, zu was für seligkeiten Willst du in der bessern welt Jeden deiner frommen leiten, Der dir treu' und glauben hält! Du verherrlichst alle seelen, Die zu ihrem theil dich wählen; Deinen ganzen gnadenbund Machst du deinen findern kund. del( m 7. Dir will ich mich denn ergeben, Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem angesicht! Keine schnöde lust der fünden Müsse mich mehr überwinden! Ach, bewahr', ich bitte dich, Meinen geist, und stärke mich! In eigner Melodie. Hod esu, der du meine 451.Sele feele Dir durch deinen tod erwarbst, Und, daß sie zum Herrn dich wähle, Selbst für ihre sünden starbst! Aus des satans finsternissen Hast du sie und dem Glauben. 335 herausgeriffen; Auch haft du gekommen; Bist erniedrigt mir mich selbst gelehrt: Selig sey, zu gut; Haft der übertreter plawer sich bekehrt.gen, Hast auch meine last ge2. Ich verdiente zorn und strafe; Dennoch hast du mich gesucht, Wie ein Hirt verlorne schaafe Sorgsam in der wüste sucht. Ja, du rufst des zornes kinder, Freundlich rufst du alle sünder Vom verderben, Herr, zu dir. Ach, ich komme; hilf auch mir! 3. Ich erkenn's, ich bin voll sünden; Liebte, was dein recht verbeut; Und in mir ist nichts zu finden, Als nur ungerechtigkeit. Immer dir zu widerstreben, Und der fünde nur zu leben, Das,( ich bin es mir bewußt,) War mein hang und meine luft. 4. Ach, ich muß es dir geste hen, Daß nichts gutes wohnt in mir. Will ich deinen weg auch gehen: Weich' ich treulos doch von dir; Will, das gute zu voll bringen, Meine lüste nicht bezwingen; Seh', was recht ist, und dennoch Trag' ich gern der lüfte joch. si mise int 5. Ach, in meinen finsternissen kann ich, dein verlornes find, Nicht einmal verstehn und wissen, Wie viel meiner fehler sind. Dir ist bloß, und nicht verdecket Alles, was mein Herz jetzt schrecket: Doch gedenke keiner that, Welche dich beleidigt hat! 6. Jesu, du hast weggenommen Meine schulden durch dein blut; Bift für mich von Gott tragen; Mache denn mich völlig frei, Daß ich ganz dein eigen sey! 7. Laß mich trauren, laß mich weinen; Aber für mein zagend herz Laß auch licht und heil erscheinen; Lindre meines fummers schmerz; Und, daß ich nicht unterliege, Tröste mich mit deinem stege; Denn, o meine zuversicht, Dich, o Jesu, laß ich nicht! 8. Deine leiden, deine wunden, Deiner martern schwere last, Alles, was du einst empfunden Und für mich erduldet hast, Zeige liebreich dem erlösten, Den zu heilen, den zu trösten, Der in seiner angst sich fest Bloß auf deinen tod verläßt! 9. Wann ich ins gericht soll treten, Dem fein mensch entfliehen kann, Dann hilf mir zum Vater beten; Nimm des Sohnes opfer an; Laß mich deinen Geist bekehren; Laß mich deinen fluch nicht hören: Ihr zu meiner linken Hand, Weicht! ich hab' euch nie erkannt! HOUNU 10. Du bemerfest meine schmerzen; Linderst, Heiland, meine pein. Laß mit glaubensvollem Herzen Ueber deinen tod mich freun! Dieß mein herz, von gram bedränget, Das dein heilig blut besprenget, So auch mir vergossen ist, Geb' ich dir, Herr Jesu Christ! 336 Von der Buße 11. Mein gewissen wirst du| thes wort. Das ist mein troft stillen, Trösten meinen bangen und treuer hort; Deß will ich geist. Deine treue wird erfüllen allzeit harren. Alles, was dein wort verheißt; 4. Und ob es währt bis in Denn du lehrtest selbst auf er- die nacht, Und wieder an den den: Keiner soll verloren wer- morgen; Doch soll mein Herz den, Wer nur gläubig, froh und an Gottes macht Verzweifeln fest Sich allein auf dich verläßt. nicht, noch sorgen. So thut der fromme rechter art, Der aus dem Geist erzeuget ward, Und seines Gottes Harret. 12. Herr, ich gläube; hilf mir schwachen: So verzag' ich, Heiland, nicht! Sey nur, mich getrost zu machen, Ewig meine zuversicht! Ewig will ich dir vertrauen; Ewig einst dein ant lit schauen; Hier zufrieden; nach der zeit Selig in der ewigfeit, 5. Ob bei uns ist der sünden viel: Bei Gott ist viel mehr gnade; Sein arm, zu helfen, hat kein ziel, Wie groß auch sey der schade. Er ist allein der gute hirt, Der Israel erlösen wird Aus seinen sünden allen. us tiefer noth 453. Hru Höchstes gut, In eigner Melodie. err Christ, du Du wonne der erlösten, Auf den der frommen Hoffnung ruht, Und deß sich sünder trösten, Wenn sie, vergebung zu empfahn, Zu dir, o Gnädiger, sich nahn: So komm' auch ich, Erbarmer! Nach dem 130. Pfalm. 150 In eigner Melodie. 452. A schrei' ich zu dir; Herr Gott, erhör' mein rufen; Dein gnädig ohr neig' her zu mir, Und meiner bitt' es öffne! Denn, so du willst das sehen an, Was sünd' und unrecht ist gethan: Wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts denn gnad' und gunst, Die fünde zu vergeben. Es ist doch unser thun umsonst, Auch in dem besten leben. Vor dir niemand sich rühmen kann; Es muß dich fürchten jedermann, Und deiner gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich; Auf mein verdienst nicht bauen. Auf ihn mein herz soll lassen sich, Und seiner güte trauen, Die mir zusagt sein werno 2. Beladen komm' ich; nimm die last, Nimm sie von meinem herzen, Der du auch mich erlöset hast, Erlöst mit todesschmerzen; Daß meine seele nicht mit weh' In ihren sünden untergeh', Noch ohne trost verzage! 3. Wenn, o Erbarmer aller welt, Die menge meiner fünden Schwer, wie ein fels, aufs herz mir fällt: Wo kann ich rettung finden? Ich finde sie bei dir allein. Verloren, Jesu, würd' ich und dem Glauben. 337 seyn, Wenn ich dein wort nicht ich vertraun auf erden. Ich hätte. einst dur imod weiß, daß du mein tröster bist; 14. Begnadigung und heil ver- Du kannst, du willst es werden. spricht Es denen, die dich ehren, Kein engel dort, kein bruder Die reuevoll zu ihrer pflicht Und hier, Kann mein erretter seyn, dir zurücke kehren, Und nun, der mir In meinen nöthen helvom sündenjoch befreit, Aus fen kann. Dich ruf' ich an, Weil freudevoller dankbarkeit Nach deinem rathe leben. 5. D herzerforschend auge sieht Der größten fünder einen, Mit Heilverlangendem gemüth Hier auch um gnade weinen. Ach würd'ge mich gefallenen Des blickes voll erbarmungen, Womit du Petrum rührtest! 6. Vertrauensvoll erfühn' ich mich, zu dir empor zu blicken, Du Seligmacher, der du dich Freust, seelen zu beglücken; Vergiß, o du, der gern verzeiht, Das unrecht, welches mich nun reut; Das tilge deine gnade! 7. Wie groß ist diese seligkeit, Sein herz vor dir zu stillen! Wie edel die entschlossenheit, zu thun, Herr, deinen willen!, leite mich auf deiner bahn, Daß ich, dir willig unterthan, Stets dein gesetz befolge! dusmand 8. Der du allein zu helfen weißt, Gieb heil aus deinen wunden, Und kraft durch deinen freudengeist, In meinen letzten stunden! Und nimm mich dann, o Jesu Christ, Hinüber, wo der tod nicht ist, Zur wonne der gerechten! deine huld mich retten kann. 2. Zwar meine sünd' ist schwer und groß: Doch reut sie mich von Herzen. Sprich mich von ihren strafen los Durch deines todes schmerzen! Du haft für mich genug gethan; Nimm meiner im gericht dich an! Nimm weg, wie du versprochen hast, Der fünden last, Weil mun mein gläubig herz sie haßt! 3. Gieb mir auch aus barmherzigkeit Durch meinen glauben stärke Zu dem, was mir dein wort gebeut, Zu jedem guten werke! Vor allem laß mich lies ben dich, Und meinen nächsten gleich als mich! Soll ich einst sterben: nimm alsdann Dich meiner an, Der ich sonst Gott nicht schauen kann! Jesu Christ, Hab' 4. Lob sey Gott auf dem höchsten thron, Dem Vater al ler güte, Und Jesu Christo, seinem Sohn, Der gnädig uns beHüte! Lob sey, wie ihm, auch seinem Geist, Der uns den weg zum himmel weis't! Er laß uns Gott gefällig seyn, Daß wir allein Uns seiner, hier und ewig, freun! In eigner Melodie. 454.2 455. He Y Mel. Aus meines Herzens. err, höre meine worte; Nimm 338 Von der Buße meine bitten an! Du bist an| Und opfre voll entzücken Dir jedem orte Der Gott, der helfen kann. Merk auf mein flehn zu dir Um stärke, deinen willen Gehorsam zu erfüllen; Das, Vater, bitt' ich mir! 2. Gerührt von deiner gnade, Haff' ich die fünde nun; Flieh' ihre krummen pfade, Was dir gefällt, zu thun; Denn du bist nicht ein Gott, Der gottlos wesen liebe. Wer gnade sucht, der übe Dein heiliges gebot! 3. Wer sich bekehrt, wird le ben, Denn du bist fromm und gut. Doch willst du nicht verge ben Dem, der nicht buße thut. Dein Sohn versöhnte dich, Und lehrte, wie die sünde Zum zorne dich entzünde, Mit seinen leiden mich. 4. Ich will dich, Gott, erheben, Daß du so heilig bist; Daß, sündern zu vergeben, Dein Herz so willig ist. Aus furcht und liebe dein, Will ich's in meinen liedern Erzählen meinen brüdern: Der Richter kann verzeihn. 5. Verschonen kann der Nächer; Der Nächer kann verzeihn, Und reuige verbrecher Rein machen und erfreun! Herr, wunderbar und groß Im strafen und erbarmen, Ach, feffle du mich armen Von jeder sünde los! 6. Und einer solchen liebe Gedächtniß treibe mich, Daß ich, was recht ist, übe, Voll liebe gegen dich! Sie preise, wer es weiß, Wie fündenlasten drücken, liebe, dank und preis! 7. Doch, ach, so viele wiffen Nicht, wie voll huld du bist; In ihren finsternissen Nicht, was dein eifer ist. Sie( gleichwohl sind sie dein,) Sehn nicht das licht des lebens. Ach, soll dein Sohn vergebens Für ste gestorben seyn? 8. Ach, führe sie zum lichte; Such' ihre besserung Durch wohlthun, durch gerichte Heilsamer züchtigung; Daß deiner gnade ruhm Stets mehr verherrlicht werde, Und jeder auf der erde Des Sohnes eigenthum! 9. Laß alle, die im glauben Sich seines heiles freun, Aus deiner hand nichts rauben, Werth deines schußes seyn; Daß jeder, dir hier treu, Bedeckt mit deinem schilde, Ganz ähnlich deinem bilde, Einst ewig selig sey! Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. 456.S ch komme, heil der welt, zu dir. Er barmend rufst du ja auch mir, Den frieden zu empfangen. Der sünden last ist mir zu schwer. Laß doch mein herz vom trost nicht leer; Ach, laß es ruh' erlangen! Die ruhe, welche selbst dein geist Mit durch dein trostvoll wort verheißt! Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz von sünden rein? Herr Jesu Christ! Mein trost und licht! mein troft und licht! Glauben. 339 Jefu Chrift! Mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! Zum leben führ' uns durch den tod! or und dem Verwirf mich, o mein Heiland, nicht! 2. Anbetend steh' ich, Herr, vor dir. Dein antlig neige du zu mir, Und sey mir sünder gnäMel. Ein lamm geht hin. dig! Ach, wenn sich meine fira- 457. homme, Serr S strafen nahn, selbst nicht trösten kann: So sey mir sünder gnädig! Der du am kreuz gelitten hast, Du, Heiland, trugst auch meine laft, Als du zum heil der fünder starbst, Und ihnen Gottes huld erwarbst. Herr Jesu Christ! Mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! Befreie mich durch deiner tod! und suche dich Mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würd'ge mich Des wunders deiner gnaden. Ich liege hier vor deinem thron, Sohn Gottes und des menschen Sohn, Mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner sünden müh'; Ich suche ruh', und finde sie Im glauben der erlösten. 3. Du nur bist meine zuver sicht. Entzeuch mir deine gnade nicht; Mich reuen meine jünden! Laß mich, verdien' ich gleich den tod, Den Gottes fluch den fündern droht, Durch dich das leben finden! Dein tod ist der verlornen heil. Gieb mir an ſeinem segen theil! Er sey auch mir beruhigung, Und meines les bens heiligung! Herr Jesu Chrift! Ich hoff' auf dich, ich Hoff auf dich! In dieser hoff nung stärke mich! 2. Dich bet' ich zuversichtlich an; Du bist das heil der sünder, Die nur dein blut erretten kann; Und wir sind Gottes kinder. Ich denk' an deines leidens macht, Und an dein wort: es ist vollbracht! Du hast mein heil verdienet. Du haft für mich dich dargestellt; Gott war in dir, und hat die welt In dir mit sich verfühnet. 4. Mein ganzes leben preise dich. Erlös't, mein Mittler, bin auch ich, Dein eigenthum zu werden. D, bin ich dein, so fehlt mir nichts, Nichts einst am tage des gerichts, Nichts, o mein heil, auf erden. Auf dieser bahn zum vaterland Entzieh' mir niemals deine Hand! Zu deinem dienste stärke mich, Damit ich 4. ,, Dein ist das glück der sesiege, Herr, durch dich! Herrligkeit; Bewahr' es hier im 3. So freue dich, mein herz, in mir! Er tilget deine fünden, Und läßt aus lieb' und huld schon hier Dich gnad' um gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon; Spricht liebreich: sey getrost, mein sohn! Die schuld ist dir vergeben. Du bist auf meinen tod getauft; Und du wirst dem, der dich erkauft, Von ganzem Herzen leben." Y2 340 Von der Buße glauben, Und laß durch keine| noch sehr klein. Du wollest tågficherheit Dir deine krone raut- lich ihm Mehr licht und kraft ben. Sieh', ich vereine mich mit verleihn! dir; Ich bin der weinstock; bleib' an mir: So wirst du früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich; Und durch die liebe gegen mich Wird dir der steg gelingen." 5. Ja, Herr, mein glück ist dein gebot; Ich will es treu erfüllen, Und bitte dich durch deinen tod Um kraft zu meinem willen. Laß mich von nun an würdig seyn, Mein ganzes herz dir, Herr, zu weihn, Und deinen tod zu preisen! Laß mich den ernst der heiligung Durch eine wahre besserung Mir und der welt beweisen! 4. Gieb, daß ich stets in mir Die zuversicht vermehre, Daß du mein Vater seyst, Daß ich dir angehöre, Daß alle meine schuld Von dir vergeben sey, Damit mein herz sich dein, Als seines Gottes, freu'! $ 11939 5. Und diese zuversicht Sey standhaft, Gott, und kräftig, Zu meiner heiligung Lebendig und geschäftig, Damit ich eifrig sey, Zu thun, was dir gefällt! Dann hab' ich, Gott, in dir Den himmel auf der welt. 6. Mein Heiland, der du einst Für deine jünger batest, Und, wenn sie wanketen, Bei'm Vater sie vertrateft! Ach, unterstüß' auch jetzt Mein sehnliches gebet, Und gieb des glaubens kraft Dem, der darum dich fleht! 7. In deiner mittlerhand Ist heil und aller segen. Drum unterstüße mich Auf allen meinen wegen, Daß ich des glaubens ziel, Der seelen seligkeit Erlangen mög', und dich Erheb' in ewigkeit! 2. Ich glaube zwar an dich, Doch nur mit schwachem glauwill die zweifelsucht Mir alle Hoffnung rauben. Wer 459.tann Keinmensch In derselben Melodie. err, glauben du, macht das Herz gewiß, Als o Herr, allein? Laß deine hülfe doch Von mir nicht ferne seyn! 3. D, reiche du mir selbst Aus gnaden deine Hände! Hilf mei ner schwachheit auf, Daß mich von dir nichts wende! Ach, wie ein senfkorn ist Mein glaube Mel. O Gott, du frommer.d 458. err, allerhöchster Gott, Von dem wir alle gaben, Und was uns felig ist, Durch deine gnade haben! fieh' erbarmend mich In meiner schwachheit an, Weil ich nicht, wie ich will, Dir recht vertrauen kann! vor dir bestehen. Drum wend' ich mich zu dir Mit demuthsvollem flehen: zünde selbst in mir Den wahren glauben an, Weil ich durch meine fraft Mir ihn nicht geben kann! 2. Dein daseyn laß mich, und dem Glauben. 341 Gott, Mit überzeugung glau-| Daß man an dich recht glaube, ben! Nichts müsse mir das wort Aus meinem Herzen rauben: Daß du dem, der dich sucht, Stets ein vergelter seyst, Und hier und ewig ihn mit deinem heil erfreuſt. Der du das heil der fünder bist, Und dir auch treu verbleibe, Das ist dein werk: drum hilf auch mir, Daß ich recht glaube, daß ich dir Auf ewig zugehöre! 3. Wahrhaftig ist dein wort; Ihm laß mich völlig trauen! Nie wanket deine treu'; Auf sie laß stets mich bauen! Gieb, daß ich dir im glück Und unglück ftets getreut, Und dem, was du gebeutst, Von Herzen folgsam fey! 4. Laß mich, mein Jesu, dich Im glauben recht erkennen; Dich meinen Herrn und Gott Im geist und wahrheit nennen. Laß mich im glauben thun Das, was dein wort mich lehrt! Wie selig bin ich dann, Wenn Herz und that dich ehrt! 2. Ja, lehr' und unterweise mich, Den Vater recht erkennen! Gieb kraft, von Herzen, Jesu, dich, Dich meinen Herrn zu nennen! Gieb, daß ich, wenn mein lob dich preist, Mit dir auch deinen guten Geist, Wie deinen Vater, ehre! 3. Auch lehre mich, daß der nur heil In deinen wunden finde, Nur der am himmel habe theil, Dem du vergiebst die ſünde; Daß ich dich suche; denn wer ist Der weg zu Gott? Du bist, du bist Die wahrheit und ORU das leben! 5. Dein göttliches verdienst Sey mir, o Herr, stets theuer. Es segne mich mit trost; Es mache stets mich freier! Es hei lige mich dir; Es stärke mich mit fraft Zu deines namens ruhm In meiner pilgrimschaft. 16. Wie selig bin ich dann Im glauben schon auf erden! Wie herrlich wird mein theil Dereinst im himmel werden! Dann schau' ich, was ich hier Geglaubt, in ew'ger ruh'. O stärk' im glauben mich, Gott meines Heils, dazu! 4. Gieb, daß ich traue deinem wort, Und dieß in's herz recht fasse, Daß ich mich gläubig immerfort Auf dein verdienst verlasse; Auf daß mein glaube jederzeit Mir werde zur gerechtigkeit Vom Vater zugerechnet. 5. Und der mein glaube tröste sich Des bluts, das dit vergossest, Weil du, für mich zu sterben, dich Aus lauter huld entschlossest. Es sey ihm jede lust der welt, Und alles, was dir nicht gefällt, Ein gräul, den er verschmähe. 6. 3ft meines glaubens eifer Me!. Ach Gott vom himmel. klein, Und schwach zu guten Gottes Sohn, So du 460.Herr JefuChrift! fraft verleihn, Und ſeinen eifer 342 Von der Buße stärken! Du wollest nicht ein Auf Gottes wort und seinen glimmend licht Verlöschen las bund Von Jesu selbst gegrünsen, wolleft nicht Ein schwaches det; rohr zerstoßen. your mind adun 7. Hilf, daß ich wach' und eifrig sey, Den glauben zu bewahren! Ein gut gewissen gieb dabei, Und hoffnung in gefahren! Mein leben sey nur dir geweiht; Erfüllet mit gerechtigkeit Und allen ihren früchten. 8. Auch selbst in jeder trübsal laß Mein Herz zu guten werken, Zu aller laster scheu und haß Durch deinen Geist sich stärken, Damit mein glaube durch die lieb' Im wohlthun und geduld sich üb, Und stets vollkommner werde! 9. Stets wohn' in mir, und gieb mir kraft, Dich ewig treu zu lieben, und eine gute ritterschaft Bis in den tod zu üben; Daß ich in meiner letzten noth Des glaubens ziel durch deinen tod, Die seligkeit erlange! 10. Du hast, o Jesu, selbst in mir Den glauben angezündet. Erhalt' ihn! ich vertraue dir; Du hast mein heil gegründet. Hier lehr' und tröste mich dein wort; Und einst, mein Heiland, folge dort Das schauen auf den glauben. Mel. Es ist das heil uns. 461. zuversicht zu Gottes gnad' und treue, Daß ihn der tod des fünders nicht, Daß ihn sein leben freue; Der neuen kindschaft sichrer grund, 2. Ein hoher, göttlicher be weis, Daß Gott nicht gern betrübe, Daß er zu ſeiner gute preis In seinem Sohn uns liebe. Er macht mein banges herz gewiß, Daß dieser mich dem fluch entriß, Dem ich entgegen eilte. 3. Er richtet auf, und giebt mir muth, Zum Vater mich zu nahen, Vergebung durch des Sohnes blut Und gnade zu empfahen. Was er mir giebt und noch verheißt, Mir einst zu geben, sieht mein geist, Als wär's mir gegenwärtig. 4. Er giebt mir kräfte, daß ich hin Zum unsichtbaren dringe; Daß ich in hoffnung selig bin, Und nach dem himmel rin ge. Gott ist mein Gott; mein heil sein Sohn; Sein Geist mein pfand; mein schild und lohn Ist seine vaterliebe. 5. Ich fürchte nicht der hölle Heer, Noch ihrer strafe flammen. Ich bin kein kind des zornes mehr; Gott wird mich nicht verdammen. Weicht, alle meine feinde, fort! Ich höre meines Jesu wort: Die sünd' ist dir vergeben! 6. Stürmt sorg' und unruh' auf mich zu, Voll zweifelnder gedanken: Sein Geist versichert meine ruh', Und läßt mein herz nicht wanten. Der glaube fürchtet keinen schmerz; Er steht ja und dem Gottes vaterherz, Und seines Sohnes wunden. 7. Mein glaube sey oft schwach und klein, Wenn trübsal sich erHebet: Er darf sich dennoch Gottes freun, Wenn er nach hülfe strebet. So lang' ich Je fum Christum gern Verehr' und lieb' als meinen Herrn: So lebt der glaub' im Herzen.n 8. Gott übt in solchen tämpfen mich, Um mein vertraun zu stärken, Und so vermehrt er väterlich Den fleiß in guten werken; Denn meine Hoffnung bleibet fest, Daß mich mein Vater nie verläßt, Wie hart mein kampf auch werde. 9. Ich weiß, auf wen ich bauen kann; Ich weiß, an wen ich gläube. Gott nimmt mich auch zu ehren an, Wenn ich nur standhaft bleibe. Die welt mag um mich her vergehn; Ich falle nicht, ich bleibe stehn; Ich glaube seinem worte. dal Glauben. 343 ren geht: Uns, die der glaube stärkt, Ift's heil und majestät. 10. In diesem glauben will ich nun Nach seinem beifall streben; In seiner vaterliebe ruhn; Mich Jesu ganz ergeben. Sein Geist foll pfand und stegel seyn; Und so will ich in Gott allein Durch meinen glauben leben. 2. Nur du, des Höchsten Sohn, Du konntest uns versöh nen; Du uns verlorne nur mit heil und leben frönen. D! betdes ist gleich groß: Der welt ein Schöpfer seyn; Und eine welt, die fiel, Von ihrem fall befrein. 3. Wer kann die majestät Der lieb' und großmuth faffen: Als Sohn des Ewigen Der himmel thron verlassen; Sich selbst erniedrigen; Einher in demuth gehn; Der wahrheit herold fevn, Und sich verspottet feln? 4. Die wunder Gottes thun, Und an das freuz geschlagen, Mit Himmlischer geduld Der menschen schulden tragen, Um der zu seyn, der uns Ein ew'ges heil erwirbt? Deß herz ist göttlich groß, Der selbst für feinde stirbt. 5. Dieß müsse mein vertraun Zu dir, o Herr, erwecken. Zu schwach, der gottheit rath Vom menschen zu entdecken, Bet' ich der liebe macht, Die ich nicht fassen kann, Mit froher zuversicht, Doch auch in demuth an. 6. Herr, deine ewigkeit Wird mir mehr licht gewähren, Und deine große lieb? Im schauen Mel. O Gott, du frommer.mir erklären. Unendlich ist mein heil! O glaube, der erfreut! Gelobet sey der Herr, Gelobt in ewigkeit! le pion 462.M ag doch der spötter heer Des namens Jesu spotten! Dich, Heiland, bet' ich an; Mag doch dein lästrer ſpotten! Dein kreuz 463. meine heiligkeit, Mel. Nun freut euch, lieber. er Sohn ist ist thorheit nur Dem, der verlo 344 Von der Buße Was bebt denn mein gewissen?| ches herz verzagt, Ich will dem Was zagt's, daß das gesetz mir draut? Er litt, für mich zu büsen. Der Sohn ist hier; was schreckst du doch, O des gesetzes fluch, mich noch? Der Sohn ist antlig suchen. Ich bitte stärke, Gott, von dir. Verbirg dein antlig nicht vor mir; Denn du nur bist mein Helfer! mein vertreter. 7. Ich hab' es dir gelobet; ich Will, was du hafsest, Hassen. Hilf nur, wenn meine fräfte mich Auf deiner bahn verlassen! Ach! wank' ich: nimm dich meiner an; Erhalte mich auf deiner bahn, Um deines Sohnes willen! 2. Versammeln meine sünden sich zu meiner qual zusammen, Und Gott, mein Gott, begnadigt mich: Wer darf dann mich verdammen? Sie fordern tod, ste dräuen mir: Vergeblich, Gottes Sohn ist hier; Der ist für mich gestorben. 3. Für mich! für mich! ich habe zwar Den zorn des Herrn verdienet; Allein das ist auch ewig wahr: Der Sohn hat mich verfühnet. Ich glaub' an ihn: er macht gerecht. Der Herr kann nicht für seinen knecht Umsonst gelitten haben. 4. Eins bitt' ich, Gott! das hätt' ich gern: Kraft, was er Haßt, zu haffen, Und meinen Heiland, meinen Herrn Nie treulos zu verlaffen. Um seiner liebe willen sey Mein ihm geheiligt herz ihm treu! Was hab' ich dann zu fürchten? 5. Gott, leite mich durch deine kraft Auf meines Jesu pfade, Und mache mich gewissenhaft Durch deines Geistes gnade! Hilf überwinden meinen hang Zur übertretung; und mein dank Wird ewig dich erheben. 6. Erhöre mich! du haft gesagt: Ihr sollt mein antlig suchen. Ich, wenn mein schwa8. Ich werde nach der prüfung zeit, Gott, dein antlig sehen; Ich werd' in deiner Herrlichkeit Vollkommner dich erhöhen. Ich bin getroft und unverzagt; Du, mein Erlöser, hast's gesagt: Wer gläubt, soll ewig leben! Mel. Jesu, meines lebens. 464.hweiget, bange zweifel, schweiz get! Mein Erbarmer ist getreu; Und sein Geist in mir bezeuget, Daß ich Gott versöhnet sey. Mir drohn keiner rache flammen; Will mich auch mein herz verdammen: Faff ich dennoch muth im schmerz; Gott ist größer, als mein herz. 2. Er, der das verborgne fennet, Kennt auch mich, und weiß allein, Wie dieß Herz von sehnsucht brennet, Ganz sich seinem dienst zu weihn; Schaut den fummer meiner seele, Der mich beugt, so oft ich fehle; Und nicht meiner zweifel wahn, Meinen glauben sieht er an. is und dem Glauben. 345 3. Mir auch ist sein Sohn| doch mich seine liebe Durch die gegeben; Durch den glauben ist er mein. Ja, ich weiß, ich werde leben, Und in ihm einst selig seyn. Mich sah' Gott von seinem throne; Mich erwählt' er in dem Sohne, Eh' noch seiner allmacht ruf mich und alle wesen schuf. 4. Wer will nun noch den verklagen, Den Gott selbst zum leben wählt? Den noch zu verdammen wagen, Den er zu den Seinen zählt? Hier ist Gott; mich kann nichts schrecken; Gottes huld will mich bedecken. War ich gleich der fünde knecht: Er, mein Gott, macht mich gerecht. 5. Theuer bin ich ihm erworben! Heil mir! Hier ist Jesus Christ! Er, der auch für mich gestorben, Auch für mich erstanden ist, Der zur rechten Gottes fizet, Auf mich sieht, mich mächtig schützet, Mich vertritt, und nie verstößt, Mich aus aller noth erlöft! nacht,( drum fürcht' ich nichts,) In die wohnungen des lichts. 8. Zwar ich weiß auch, es bethöre Reichthum leicht das Herz zum geiz. Blendend ist der glanz der ehre; Stark der wollust süßer reiz; Schlüpfrig sind des glückes pfade; Schmeichelnd ist der hohen gnade; Stolzes lob führt leicht von Gott; Und noch leichter bittrer spott. b) 9. Dennoch weiß ich: schmerz und freuden, Tod und leben, lob und schmach Werden mich von Gott nicht scheiden. Gott ist stark; bin ich gleich schwach. Gunst der großen, haß der feinde, Ueberredungen der freunde, Nichts erschüttert meine treu'; Gottes liebe steht mir bei. 6. Trotz der welt und ihres spottes! Trotz der höll' und ihrer wuth! Ich, gewiß der liebe Gottes, Ueberlaß mich seiner hut. Was will je von ihm mich scheiden? Nein; ich werd' in al10. Ich beharr' in meinem glauben. Nichts, wenn man auch alles raubt, kann mir Gottes liebe rauben; Drum ers heb' ich froh mein haupt. Gnug, daß meiner der gedenket, Welcher seinen Sohn mir schenket, Und mich nimmermehr verläßt. Dieser fels bleibt ewig fest! Mel. Herzlich thut mich. weiß, an wen Denn len leiden Mehr, als bloß gedul- 465.Sich glaube; Dem dig seyn; mich meiner trübsal freun. anis 7. Laßt denn rauhe wetter stürmen! Alles um mich her sey nacht! Gott, mein Gott, wird mich beschirmen, Der für meine wohlfahrt wacht. Wenn ich lang' auch hülflos bliebe, Leitet ich vertraue Gott. Dieß theure fleinod raube Mir feines lästrers spott. Es giebt mir trost im leiden, Vergebung im gericht, Ein paradies voll freuden, Wenn herz und auge bricht. 2. Ich weiß, an wen ich glau 346 Von der Buße nicht! be; Mein Heiland überläßt sicht. Meinen Jesum laß ich Nicht meinen leib dem staube; Das weiß und hoff' ich fest. Er wird auch ihn verklären; Und, wann der sünder bebt, Dann wein' ich freudenzähren; Denn mein Erlöser lebt. nl 3. Ich weiß, an wen ich glau be; Mein glaube täuscht mich nicht. Otheurer, hoher glaube, Verlaß, verlaß mich nicht, Damit ich heilig werde, Und, von der fünde frei, Schon fröhlich auf der erde, Dort ewig selig sey. 2. Jesus bleibt mein theil und ruhm, Bis an meines Lebens en de. Ihm geb' ich zum eigenthum Mich in seine treuen hände. Er ist meine zuversicht. Meinen Je sum laß ich nicht! 3. Wenn mein auge schon verlischt, Wang' und lippen sich entfärben, Mich kein labsal mehr erfrischt, Alle finne mir er sterben, Und das matte herz mun bricht: Laß ich meinen Jesum nicht! 5. Weder welt noch himmel ist's, Was mein sehnlich herz begehret; Du allein, mein Jeſu, bist's, Du, mit fluch für mich beschweret! Du vertrittst mich im gericht. Dich, mein Jesu, laß ich nicht! 466. Mich nicht! Er 467.Ves selbst, Ob ihr Mel. Jesus meine zuversicht. einen laß Mel. Nun danket alle Gott. ersucht und prüft hat sich für mich gegeben. Sollt' ich nicht aus dank und pflicht An ihm hangen, in ihm leben? Er ist meines lebens licht. Meinen Jesum laß ich nicht! im glauben stehet; Ob ihr auch, weil ihr gläubt, Auf Christi wegen gehet; Ob ihr demüthig, mild, Voll sanfter freundlichkeit, Und eurem nächsten stets Zu diehen willig seyd. G 2. Der glaub' ist nicht ein licht Im Herzen tief verborgen; Sein glanz bricht aus, und stralt, Der sonne gleich am morgen; Macht Christo gleich gesinnt; Beweiset seine kraft Durch unsre heiligung, Und macht uns tugendhaft. 4. Dort auch laß ich Jesum nie, Hange stets an seinen bliden: Denn nach dieses lebens müh' Wird er ewig mich erquis den. Dann set' ich sein ange6. Dich, mein Jesu, halt' ich fest, Laß auch nichts von dir mich scheiden. Weh' euch, die ihr sein vergeßt! Ihr beraubt euch en'ger freuden. Selig aber ist, wer spricht: Meinen Jesum laß ich nicht! 3. Wer also gläubt, der schöpft Aus Christo heil und leben. Wie ihm sein Gott vergiebt, So will auch er vergeben; Liebt nicht mit worten bloß; Er liebt auch mit der that, Beständig, wie sein Gott Auch ihn geliebet hat. und dem Glauben. 347 4. Wenn er gescholten wird,| nur gerecht, Er macht auch tuSchilt er nicht feindlich wieder; gendhaft, Und giebt zur HeiliSpricht zu den armen nicht: gung Trieb, willigkeit und fraft. Geht, wärmt, erquickt euch, brüDer; Und, läßt doch, ungerührt, Die brüder in der noth. Er fühlt te, geht, und bricht Dem hungrigen sein brød. 10. So wünsch' ich, Gott, an dich Und deinen Sohn zu glauben. Gieb diesen glauben mir, Und laß mir nichts ihn rauben! Die werke folgen dann, Und folgen aus der zeit Mir noch im tode nach, In meine seligkeit. 5. Er liebt die heiligkeit, Und lebt nach Christi lehre; Und, was er thut, thut er zu seines in rein, Und heilig in der that; Zu- 468.2 nicht hält, und Mel. Mach's mit mir, Gott. er Gottes wort frieden, wenn er nur Den beifall Gottes hat. 6. Er jagt der tugend nach; Er meidet jedes laster; Und täglich wird's ihm mehr Zum abscheu, stets verhaßter. Er ist auf richtig, ist Ein feind der heuchelei, Von stolz, von eitelkeit, Von neid und geize frei. sin spricht: Ich kenne Gott! der trüget! In solchem ist die wahrs heit nicht, Die durch den glauben sieget. Wer aber sein wort glaubt und hält, Der ist von Gott, nicht von der welt. 2. Der glaube, den sein wort erzeugt, Muß auch die liebe zeu7. Prüft, läutert ihn sein gen. Je höher dein erkenntniß Gott, Giebt ihm ein kreuz zu steigt, Je mehr muß sie auch steitragen: So trägt er's mit gegen. Der glaub' erleuchtet nicht duld, Und ohne zu verzagen; allein; Er stärkt das Herz, und Ist wachsam in gefahr, Und macht es rein. nüchtern zum gebet; Hält in der prüfung aus, Und wankt nicht, und besteht. 3. Durch Jesum rein von missethat, Sind wir nun Gottes finder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, Der flieht den rath der sünder; Folgt Christi beispiel, als ein christ, Und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, Wenn ich gehorsam übe. Wer die gebote hält, in dem Ist wahrlich Gottes liebe. Ein täglich thätig christenthum, Das ist des glaubens frucht und 8. Er strebt, daß er sich rein Und unbefleckt bewahre; Hat nicht das eitle lieb, Und sucht das unsichtbare. Er nußzet jeden tag, Und heiliget ihn Gott. Er wünscht daheim zu seyn, Und fürchtet nicht den tod. 9. Ob solch ein glaub', o christ, In deinem Herzen lebe, Das prüf', und steh', ob er Dir lust zur tugend gebe. Er macht nicht ruhm. 348 Von der Buße 5. Der bleibt in Gott, und| spiel seines wandels mir, Wenn Gott in ihm, Wer in der liebe ich darnach nicht handle? bleibet. Die lieb' ist's, die die Seraphim, Gott zu gehorchen, treibet. Gott ist die lieb'; an sei nem heil Hat ohne liebe niemand theil. 4. Ach, wenn mein Herz in leiden zagt, Weil ich, was bös ist, thue; Wenn mein gewissen mich verklagt: Wo find' ich trost und ruhe? Wo find' ich trost in meiner noth, Wenn mir der schauervolle tod Das finstre grab Mel. Ein lamm geht hin. 469.as hilft es mir, entdecket? Wenn alle meine fünden sich Auf einmal zeigen, und dann mich Die furcht der Hölle schrecket? ein Christ zu seyn, Wenn ich nicht christlich lebe? Nicht heilig, fromm, gerecht und rein Zu wandeln mich bestrebe? Wenn ich dem seligen beruf, Zu welchem mich mein Gott erschuf, Nicht würdig mich beweise? Und den, der mich erlöset hat, In worten bloß, nicht durch die that Und gute werke preiſe? 5. Weh' mir! was hilft mir's, wenn ich dort, Erweckt aus meinem grabe, Zu Gott nicht komme, daß sein wort Ich angenommen habe? Was hilft der glaube, welcher nicht Vermag, mich stets zu jeder pflicht Zu reizen und zu stärken? Der glaube giebt mir seligkeit; Doch zeigt er auch rechtschaffenheit, Und fleiß in guten werken. 2. Was hilft der glaub' an Jesum Chrift, Den ich im mun de führe, Wenn nicht mein herz rechtschaffen ist, Und ich die frucht verliere? Wenn mich die eitelkeit der welt Mit ihrer lust gefangen hält, Ich ihre fesseln liebe? Wenn ich, verführt vom sündenreiz, Zorn, hoffahrt, fleischeslüfte, geiz, In werk und thaten übe! 3. O wie so strafbar bin ith dann, Ich, der ich Christum ken ne, Weiß, was ich von ihm hoffen kann, Ihn Herr und Heiland nenne! Mehr, als wer in der finsterniß Des irrthums tappt, noch ungewiß, Ob er auch richtig wandle! Warum ließ mein Erlöser hier Ein beis 6. Gern möcht' ich deiner würdig seyn. Hilf, daß ich christlich lebe, Und vor dir heilig, fromm und rein Zu wandeln mich bestrebe! Gieb mir erkenntniß, kraft und muth, Damit ich sünde, fleisch und blut Im glauben überwinde; Daß ich, nach wohl durchlebter zeit, Den lohn in jener ewigkeit, Den du verheißest, finde! Mel. Herzlich thut mich verlangen. 470. ch soll zum leben bringen, Für welches Gott mich schuf; Soll nach dem himmel ringen: Das, das ist mein beruf. In einer welt usd und dem Glauben. 349 voll sünden Soll ich nur ihm| In deine vaterhände Befehl' ich mich weihn; Sie fliehn; sie meinen geist! überwinden; Und dann erst selig ſeyn. 2. In meiner frühsten jugend Hat er mich das gelehrt. Schön, göttlich ist die tugend, Und meines eifers werth. Ihr folgen reine freuden; Und wer, was Gott will, thut, Hat selbst in seinen leiden Zufriedenheit und muth. 3. Und, wenn der pilger Gottes Der fünder luft verschmäht; Wenn er, trotz ihres spottes, Auf seinem pfade geht: Was wird ihm nicht zum lohne, Wenn er die furze zeit Getreu war! welche frone! Welch eine seligkeit! 4. Das glaub' ich; mich verlanget, Dein kind, o Gott, zu seyn; Und meine seele hanget Doch nicht an dir allein. Ich weiß, ich werde sterben; Und liebe doch die welt. Herr, welch ein verderben, Das mich gefangen hält! 5. Bald wandl' ich deine we ge Mit lust; und plößlich bin Ich ohne kraft und träge, Ermüd' und sinke hin. Ich lasse nach, zu ringen; Und doch ist's mein beruf: Ich soll zum leben dringen, Für welches Gott mich schuf. 6. Dir seufz' ich anzuhangen; Erbarmer, dir allein. Du hast es angefangen; Das gute werk ist dein. Vollende, Gott, vollende, Was mir dein wort verheißt! Mel. Kommt her zu mir. 471.h weiß und bin's daß ich Erlös't bin, Gottes Sohn, durch dich Von aller meiner fünde. Gelobt sey Gott! ich bin's gewiß! Hilf, o Erretter, daß ich dieß Bis an mein end' empfinde! 2. In dieser lasterhaften zeit Des leichtfinns und der sicherheit Wach' über meinen glauben! Du, menschenhüter! wache du; Laß keine feinde meine ruh' Und meinen trost mir rauben! 3. Den spott der frevler über dich Und deinen tod am freuz' laß mich, Wie er's verdient, verachten! Mit desto stärkerer begier Laß meine seele, Gott, nach dir Und deinem reiche trachten! 4. Wenn mir die welt geles genheit und reizung giebt zur eitelkeit Und zu verbotner freude: So dämpfe du in meiner brust Die reizung aller bösen lust, Daß ich sie standhaft meide! 5. Ich möchte sonst, durch ste verführt, Die fünde, die den tod geblert, Mich überwinden lassen. Ich möchte fallen; möchte mich Vom glauben wenden; möchte dich, Gleich frechen fündern, haffen. 6. Wenn meine freudigkeit zu dir, Mein glaub' und meine hoffnung mir, O Gott, entriffen 350 Von der Buße und dem Glauben. wäre; Was könnte dann mein die bangste pein, Verzweiflung | Herz erfreun? Nichts kann, o selbst ergreifen. Gott, mir tröstlich seyn, Wenn ich dein heil entbehre. 8. Der du für meine sünden starbst, Und Hoffnung mir und 7. Wenn ich von meinem trost erwarbst, Laß mich so tief glauben wich'! O wie viel fum- nie fallen! Erhalt' mir meiner mer würde sich in meinem Her- seele ruh'; Und meinen wandel zen häufen! Und, bräche dann lenke du Nach deinem wohlgemein tod herein: So würde mich fallen! XIV. Von der christlichen Kirche. HSCRISUL 14. Diejenigen, welche sich vereinigt haben, Gott und Jesum, ihren Erlöser, nach der Lehre seiner Offenbarung zu verehren, und die von ihm verordneten Mittel seiner Gnade nach seiner Vorschrift zu gebrauchen, sind die Kirche Jesu Christi, welche er mit seiner Religion und allen Wohlthaten derselben bis ans Ende der Welt regieren und erhalten wird. Mel. Nun lob' mein' seel' den. 472.6 roß ist des Höchsten name In seiner ihm geweihten stadt, Die ihm des weibes same Zum heiligthum erbauet hat. Bedeckt mit seinen flügeln, Freut sie sich ihres Herrn. Er wohnt auf ihren hügeln, In ihren tempeln gern. Viel' brauften oft, wie wogen Im weltmeer, in en frieg, Bestürmten sie, und zogen Vorbei, und ohne steg. 2. Denn Gott hat sie erbaus et; Hat sie zu seiner stadt erhöht; Sie, die nur ihm vertrauet, Und ewig durch sein wort besteht. Von ihren bergen flammet Umher der wahrheit licht; Und wer es fühlt, verdammet Den wahn, durch den es bricht. Der finsterniß entrissen, Erleuchtet er sich gern, Und reinigt sein gewissen, Und dienet ihrem Herrn. 3. Da hat er trösterinnen, Die lehren, welche Gott ihr gab. Wenn seine thränen rinnen, So trocknen sie die thränen ab. Sie zeigen seinen tritten Des rechtes sichre bahn; Sie führen ihn zu bitten, Die Gott gefallen, an; Sie zeigen auf dem throne Ihm seinen Herrn, den Sohn; Am ziele seine frone, Der treuen kämpfer lohn. 4. Die frone, die belohnung Von der christlichen Kirche. 351 Gewinnt der bürger dieser stadt,| Erhöht zum Herrn von allen! Der hier sich seine wohnung Er- Doch, mörderische stadt, du bist, baut, der hier gestritten hat. Er Du bist, du bist gefallen! Gott rettet vom verderben, Eilt er in richtet! und gerecht! Der Mitthoher ruh', Und freudig selbst im ler, sein knecht, Hat überwunsterben, Dem vaterlande zu. den, hat Vollendet Gottes Dann wird er zu den frommen, rath, Ein Herr, und auch der Die schon des lohns sich freun, richter. Vom Vater aufgenommen, Vollkommen selig seyn. 5. Frohlocke, tirche, finge! Erhebe deines königs ruhm! Breit' aus sein reich, und bringe Der fünder viel ins heiligthum, Daß sie gereinigt werden, Daß ste, von dir erhellt, Ihm dienen, und auf erden Gern thun, was ihm gefällt; Bis alle deine scheuern Voll garben sind, und wir, Der ernte fest zu feis ern, Vereinigt all' in dir. In eigner Melodie. 4. Du wurdest, Salem! nicht bekehrt Von deines Heilands zähren. Wie wardst du, sünderin, zerstört! So kann der Herr zerstören! Prophetenmörderin! Wie bist du dahin! Viel Christen würgtest du; Erst schwieg dein Gott dazu; Dann hat er dich gerichtet. 473. on ganzem Herzen rühmen wir, Gott, deine wunderwerke; Frohlockend singen wir von dir, Von deiner huld und stärke. Dein erstes eigenthum War Juda, dein ruhm; Nicht lange; denn es nahm Den Mittler, als er kam, Nicht an, wollt' ihn nicht kennen. 2. Verfolget haben sie den Sohn Mit undenkbaren plagen; Gelästert und bedeckt mit hohn, Und an das freuz geschlagen. Als er im grabe war, Frohlockte die schaar; Der feinde Haufen schrie: Er liegt getödtet; steh! Nie wird er auferstehen! 3. Er aber ist erstanden! ist 5. Er, Jesus, herrschet ewiglich, Ein recht gericht zu üben. Wer glaubet, deß erbarmt er sich; Belohnet, die ihn lieben. Herr, darum harren dein, Die deiner sich freun; Denn du verläsfest nicht, Die, Herr, dein angesicht Mit treuem glauben suchen. 6. Preist, christen, preiset euren Herrn! Besinget feine werke! Fleht nur zu ihm; er giebt euch gern; Ist eure Hülf und stärke. Wir leiden: hilf uns bald! Der feinde gewalt Wird wieder fürchterlich. Hilfuns! wir wollen dich, Du schuß der frommen, loben. 7. Die heiden haben auch ge tobt; Ihr märtyrer seyd zeugen! Gott wußte,( hoch sey er gelobt!) Der stolzen trotz zu beugen. Wo sind sie? umgebracht! Die heilige macht Erschreck' 352 Von der christlichen Kirche. euch, sünder, doch! Gott hilft| die welt Zu jeder nation; Und den frommen noch; Noch ein jeder gößentempel fällt, Und gerechter Richter. jeder götterthron! 8. Ach, möchten doch die fünder sich Zu Jesu noch bekehren! Ach, ließen, Jesu, ste durch dich Den weg zu Gott sich lehren! Denn ließen sie sich's reun: Du würdest verzeihn; Es träfe dein gericht, Die buße thäten, nicht; Sie würden selig werden. 19. Erhebe dich; steh' auf; stely' auf; Und Hemme, Gott, auf erden Der übertretung frechen lauf: Laß sie nicht mächtig werden! Laß herrschen deinen Sohn! Sein heiliger thron Sey fest gegründet; steh'; Und jeder heide seh'; Er sey der Herr der völker. Mel. Lobt Gott, ihr christen. 474. obfingt, ihr völker, preis't den Sohn! Bringt ehr' und ruhm ihm her! Fallt nieder, knie't vor seinem thron; Denn er ist würdig; er! 2. Den aller engel lobgefang Noch, eh' ihr war't, erhob, Dem jauchze, menschen, euer dank, Ein jubelvolles lob! 6. Die stimme Jesu geht mit macht; Der sünder hört und bebt! Er hört, es sey sein heil vollbracht; Er hört's; er glaubt; er lebt! Vom kreuz: es ist vollbracht! 4. Des tempels vorhang reißt entzwei! Sie schallt; die erde bebt; Der fels stürzt ein; auf ihr geschrei Erwacht der todt und lebt! 5. Die stimme schallet durch 7. Die stimme Jesu ladet euch, Ihr, die ihr elend seyd, Zu sich, in seiner wahrheit reich, Belehrt euch, und erfreut! 8. Auf ihr gewaltiges gebot Giebt, wenn er kömmt, das meer, Das grab, der abgrund und der tod Die todten Gottes her! drin 9. Sie donnert dann, ihr sünder, euch Tief in den pfuhl hinab; Euch, fromme, ruft sie in sein reich, Das ihm der Vater gab! 10. Ihm sey ihr ewig lob ges weiht! Erlöfte, freuet euch! Von ewigkeit zu ewigkeit Währt eures königs reich! 11. Ein voller strom der wonne fließt Von seinem throne her! Lobsingt dem könig; würdig ist Des frohsten lobes er! 3. Ihn soll der sünder preiMel. Komm, heiliger Geist. fen; ſoll Frohlocken ſeiner macht! 475.inzeuge des Herrn Die war der, dieß sein kurzes leben hier Bis an den tod nicht liebt', und Jefum Mit seinem blute bekannte. Jetzt tödten sie die Christen nicht: Allein sie reichen bittern spott In vollem kelch uns zu, und laf sen Bis auf die hefen ihn uns Von der christlichen Kirche. 353 trinken, Herr, der für uns am| Vater er, Und allen seinen grofreuze starb! ßen schaaren Im weltgericht einst auch bekennen; Bekennen den, der ihn bekennt! 2. Dein blutiges freuz, welches einst Tod ihnen und gericht wird seyn, Ist ihnen thorheit, und sie wagen's, Selbst dein, Versöhner! zu spotten. Des opfers, das vom anbeginn Der welt für uns geopfert ward, Des bluts, das besser red't, als Abels, Um rache nicht, um gnade flehet: Des spotten sie, des fpotten fie. 6. Mit freudigem muth, wonn' und dank, Laut, daß es erd' und himmel hört, Bekennen wir dich, Gottversöhner; Dich, der zuerst uns geliebt hat! Vernehmt's, ihr, die im Himmel schon Der zeugen großen lohn empfahn! Hört's auch, die ihr ihn hier verleugnet, Und die 3. Erhebt euch, ihr höh'n, wi- einst er vor seinem Vater Und der ihn! Einst am gerichtstag seiner schaar verleugnen wird! stürzet ihr! Wie werdet ihr in 7. Des Ewigen bild ist der eurem falle Euch vor euch sel- Sohn; Des unsichtbaren Vaber entsetzen! Wie sehr ein an- ters bild! Der erstgeborne vor drer wird er seyn, Wenn euer der schöpfung! Durch ihn ist allautes weh' nun schallt! Wie les geschaffen, Das alles, was werdet ihr den bergen rufen: im himmel ist, Und das, was auf Fallt über uns! den Hügeln der erden ist; Das, was wir rufen: Bedecket uns! bedecket sehn, und noch nicht sehn; Die throne, herrscher, und die mächte, Die, so wir sehn, und noch nicht sehn! uns! 4. Dein mächtiges wort ist uns fels, Ist fieg uns über ih ren stolz! Wir kennen unsre fron' am ziele, Der überwinder belohnung:„ Wer vor den menschen mich bekennet, Den will vor meinem Vater ich, Und aller seiner engel schaaren, Im weltgericht einst auch bekennen; Bekennen ihn, der mich befennt!" 5. D Harfengefang! neues lied Jerusalems, die droben ist! Erschollst du je von solchem heile, Als er verhieß, der Vergei ter? Wer vor den menschen ihn bekennt, Den will vor seinem 8. Durch dich, und für dich, Gott von Gott! Ward alles endliche gemacht! Vor allem warst du! erd' und himmel Bestehn durch dich, du Erhalter! Auch bist du der gemeine Haupt! Für sie verließest du das grab! Der erstling derer, die erwachen, Der größte solltest du, in allem Der größte seyn, der größte feyn! 9. Es wohnet,( so will's Gott, dein Gott,) In bir der gnade fülle ganz! Durch dich allein, ( so will's der Richter,) Wird alles, alles verföhnet! Durch dich! 3 354 Von der christlichen Kirche. den frieden machtest du Durch| angesichtes schein Erleucht' er deines opfers blut am freuz! uns zum leben! Laß uns erkenDurch dich wird alles das ver- nen, unser Gott, Dein großes föhnet, Was auf der erd' ist, und werk auf erden; Laß Jesu Chriim himmel; Das alles wird sti mittlertod Erkannt von aldurch dich versöhnt! len werden, Und alle dir befehren! Nach dem 67. Pfalm. In eigner Melodie. 476.68 s woll' uns Gott genädig seyn, Und seinen segen geben! Sein antlitz uns mit hellem schein Erleucht' zum ew'gen leben; Daß wir erkennen seine werk', Und was ihn liebt auf erden, Und Jesu Christi heil und stärk' Bekannt den heiden werden, Und sie zu Gott bekehren! 2. So danken wir, und loben dich Die nationen alle; So freut der ganze weltkreis sich, Und singt mit großem schalle: Daß du sein Gott und Nichter bist, Nicht läß'st die fünde walten; Daß noch dein wort der segen ist, Den wir von dir erhalten, Auf rechter bahn zu wallen. 2. So danken, Gott, und loben dich Die heiden überalle; Und alle welt, die freue sich, Und sing' mit großem schalle: Daß du auf erden Richter bist, Und läß'st die sünd' nicht walten; Dein wort die hut und weide ist, Die alles volk erhal ten, In rechter zu wallen! 3. So danke, Gott, und lobe dich Dein volk durch gute thaten; Es bringe frucht, und beff're sich! Dein wort laß wohl gerathen! Der Vater segn' uns, und der Sohn, Und der, so herrscht mit beiden! Es segn' uns Gott, geb' uns den lohn, Der nach der erde leiden Die müden pilger tröstet! 2015 Mel. O Gott, du frommer. klein, 3. Gs banfe, Gott, und lobe 478.Wier, ist hier beiEs dich Das volk in guten thaten; Das land bring' frucht und beff're sich! Dein wort laß wohl gerathen! Uns fegne Vater und der Sohn, Uns segne Gott der heil'ge Geist, Dem alle welt die ehre thu', Vor ihm sich fürchte allermeist! Nun sprecht von Herzen: Amen! ner frommen heerde! Du willst, daß deiner hand Kein mensch entriffen werde; Du hast die ganze welt Vom fluch und zorn befreit; Dein wort, das alle ruft, Führt uns zur seligkeit. 2. Von deinem reiche fern, Bedeckt mit finsternissen, Will die verkehrte welt Den weg des In derselben Melodie. 477.8 wolle Gott uns heils nicht wissen; Verachtet gnädig seyn, Und ſeinen segen geben! Mit seines frech dein wort, Und scheut sein Helles licht, Das, gleich der son Von der christlichen Kirche. 355 ne glanz, Durch finstre wolken 8. Bist du, o Jesu, nur Für bricht. 3. Dort bringt ein blindes volk Den gözen Gottes ehre; Kennt seinen Schöpfer nicht; Weiß nichts von seiner lehre; Verwandelt dich, den nie Ein sterblich auge sieht, In ein vergänglich bild, Vor dem es betend fniet. einige gestorben? Hat dein vergoff'nes blut Nicht aller heil erworben? Warum verheert der feind Den weinberg deiner Hand? Warum verachtet dich Der bösen unverstand? VA tod 4. Das volk des eigenthums, Das Gott, den Herrn, erkann te, Das sein gesetz empfing, Dem er propheten sandte, Verwarf den Sohn des Herrn, Und seines Abraham, Sein ihm vers heiß'nes heil, Als er zu helfen fam. en 9. Du bist der gute hirt; Die schaafe deiner weide Beschützet deine macht, Und sättigt sie mit freude. Wer deinen ruf nicht hört, Und sich von deiner huld Und von der heerde trennt, Verdirbt durch seine schuld. 10. Erhebe dich, o Herr, Dein wort weit auszubreiten, Verirrte deinen weg Zum frieden hinzuleiten! Ach, suche, treuer hirt, Durch deinen guten Geist Die, so der fünde trug Noch deiner heerd' entreißt! dood 5. Auch da, wo völker sich Nach Christi namen nennen, Gott und den er gesandt, Aus ſeinem wort erkennen, Bleibt noch der größte theil Von seinem reiche fern, Und ehrt den Heiland nicht Als seinen Gott und Herrn. 6. Der spötter sucht dein wort, Verstrickt in eitelkeiten, Mit zweifelnder vernunft, Mit bosheit zu bestreiten. Das theu re wort vom freuz Ist ihm ein Nach dem 12. Psalm. In eigner Melodie. ärgerniß; Nicht licht und trost 479.h, Gottvom himfür ihn, gewiß. 7. Des aberglaubens macht Verblendet andre seelen, Daß sie den weg zu Gott, Den Christus zeigt, verfehlen. Auf schwache tugend stolz, Die selbstbetrug nur liebt, Verleugnen sie den Herrn, Durch den uns Gott vergiebt. mel, sieh' darein, Und laß es dich erbarmen! Wie wenig Herzen sind noch dein! Entzieh' dich nicht uns armen! So viele treiben ihren spott Mit deinem wort und Sohn, o Gott, Und wollen ihn nicht ehren. 2. Sie lehren eitel träumerei, 32 11. Wir sind dein eigenthum, Dein volk schon hier auf erden. Laß keinen unter uns Verführt und ruchlos werden! Dein wort, dein Geist, dein arm Sey unsre zuversicht! Dann trennt uns. auch der tod Von dir, Erlöser, nicht. ABUNTOTUU 356 Von der christlichen Kirche. Was eigenwiß erfindet. In fei-| glauben! Laß, heil'ger Geift, ner wahrheit ist dabei Ihr un- durch deine gnad' Uns stets vor stät herz gegründet. Der wählet abfall und verrath Mit ganzem dieß, der andre das: So tren- ernst uns hüten! nen sich ohn' unterlaß, Die mit vernunft sich brüsten. Gott der wahr. 480. 3. Vertilge, heit, doch Des irrthums freche lehre: Es sey der glaub' an dich ein joch, Das die vernunft entehre. Der offenbarung unter richt Verachten sie, und wollen nicht Auf deine stimme merken. 4. Du siehst's, und sprichst: Es ist nun zeit, Daß ich dem frevel steure, Damit sich in der christenheit Kein heidenthum erneure. Fällt gleich der spötter witz und wahn Mein wort mit Hohn und lästrung an: Bleibt's doch unüberwindlich." 5. Im feuer siebenmal bewährt, Glänzt edles silber heller; Und durch verspottung selbst bewährt, Stralt Jefu wort auch heller. Der stralen stegende gewalt Durchbricht der zweifel nes bel bald, Und blendet selbst die feinde. 6. Dieß licht beglänzt uns, daß uns nie Das frevelnde geschlechte In seine schlauen neße zieh', Nie unter uns sich flechte; Denn alle bosheit wächst geschwind, Wo frecher spott erst kraft gewinnt, Deß gift die seele tödtet! 7. Durch ihren frevel laß, o Gott, Dir deinen ruhm nicht rauben! O Jesu Christ, bei ih rem spott Erhalt uns unsern Nach dem 12. Pfalm. Mel. Ich ruf zu dir, Herr. ilf, wenn der wahren Christen zahl Sich wieder, Herr, vermindert; Wenn spott, wie sonst gewalt und qual, Der kirche wachsthum hindert; Wenn deiner frommen wenig sind, Die deine wege wallen; Wenn, zu fallen, Auch mancher nun beginnt, Der eifrig sonst dir folgte! 2. Vor alters, eh' dein Sohn erschien, Da waren auch der frommen Nur wenig; wenig haben ihn Erkannt und angenommen. Viel' waren auch der heuchler da, Die dein gesetz verfehrten; Schriftgelehrten, Von denen keiner sah' Noch that, was du gebotest. 3. Da machtest du durch deis nen Sohn Die gleißnerei zu schanden. Schnell wuchs da, trotz der hölle brohn, Der glaub' in allen landen. Es sprach der gößendiener heer, Entflammt von stolz und geize: Der am kreuze, Der sey verworfen; er Soll über uns nicht herrschen! 4. Weil denn die jünger meines Sohns Bedrängt sind, ohne retter, Ein raub des grimms, ein lied des hohns, Ein opfer eitler götter: So will ich, ( sprachst du,) auf, und nun Auf erden hülfe schaffen, Nicht durch Von der christlichen Kirche. waffen; Doch will ich wunder thun, Und ihre gößen stürzen." 5. Dein wort ist, wie das silber, rein, So glänzend, so bewähret; Werth, Gott, von dir beschützt zu seyn, Durch deinen schutz verkläret. So hat es tausende voll kraft Den weg des heils geführet; Sie regieret: Vermag dieß noch, und schafft Die menschen um, die's glauben. 357 unser mund spricht, gilt allein; Die welt ist unser; wer will's wagen, Ein Herrscher über uns zu seyn? 6. Bewahr' uns denn dein heilig wort! Bewahr' uns vor den spöttern, Die jetzt die laster hier und dort Und ihren wiß vergöttern! Denn allenthalben, Gott, entstehn Ruchlose, freche sünder. Deine kinder, Sie lernen dich verschmähn, Wo solche spötter Herrschen. 3. Weil denn der ungerechte steget, Der meine frommen unterdrückt, Und der, der tief im staube lieget, Gerechte klagen zu mir schickt: So muß ich auf, ( sagt Gott,) den armen, Ich muß ihn aus dem staube ziehn, Und seines elends mich erbarmen;" So sagt der Herr, und tröstet ihn. 4. Gott läßt nicht treu' und wahrheit schänden; Rein ist, was uns sein mund erklärt, Wie filber von des schmelzers Händen Im tiegel siebenmal bewährt. Erhalte selbst, Gott, deine lehren Den menschen unverfälscht und rein! Dein eifer muß die wahrheit ehren; Sie ist nicht menschlich, sie ist dein. con Nach dem 12. Pfalm. Mel. Die tugend wird durch's. 481.6 ott, hilf, du kö5. Errett' uns, Herr, von nig deiner from dem geschlechte Der heuchler, men! Wer kann sie sonst, als du, welches deiner lacht, Und, in befrein? Die frommen haben dem kleide deiner knechte, Die abgenommen: Die zahl der red- bosheit selbst zur tugend macht! lichen ist klein. Die menschen Die erde muß voll frevler werHeucheln; jeder lüget Dem den, Die ohne scheu dein recht freunde, den er schmeichelnd verschmähn, Wenn sie,( der ehrt; Ihr doppelsinnig herz be- schimpf und fluch der erden,) trüget; Eins leugnet, was das Sich ungestraft erhoben sehn. andre In eigner Melodie. 2. Ach, höre doch der wahr- 482.ei beinem wort, rhalt' uns, Herr, heit spotten; Und eile, du, der wahrheit Gott, Der heuchler Und steure deiner feinde mord, bosheit auszurotten; Vertilge Die Jesum Christum, deinen Sohn, Von seinem thron zu stolzer zungen spott! Sie fahren hoch daher, und sagen: Was stürzen drohn: BUITORIN Von der chriftlichen Kirche. 358 2. Dein ist die macht, Herr Jesu Christ, Der du der Herr der Herren bist! Beschirme deine christenheit, Daß sie dich lob' in ewigkeit! 3. Gieb, heil'ger Geist, uns Einen sinn; Nimm alle zwietracht von uns hin! Vor deines wortes licht und macht Entfliehe jedes wahnes nacht! 4. Herr, laß uns dir befohlen seyn; Schau unsre noth; wir find ja dein! Erhalt' im glauben uns getreu; Mach' uns von allen feinden frei! Herr Zebaoth! Und ist kein ander Gott; Das feld muß er behalten. 3. Und wenn die welt voll teu fel wär', Und wollt'n uns gar verschlingen: So fürchten wir uns nicht so sehr; Es soll uns doch gelingen. Der fürst dieser welt, Wie sau'r er sich stellt, Thut er uns doch nichts. Das macht, er ist gericht't; Ein wörte lein kann ihn fällen. ogshond In eigner Melodie. 483. Sin' feste burg ist unser Gott, Ein' gute wehr und waffen. Er hilft uns frei aus aller noth, Die uns jetzt hat betroffen. Der alt' böse feind Mit ernst er's jetzt meint; Groß' macht und viel list Sein' grausam' rüstung ist; Auf erd'n ist nicht sein's gleichen. 2. Mit unsrer macht ist nichts gethan; Wir sind gar bald verloren. Es streit't für uns der rechte mann, Den Gott selbst hat erkohren. Fragst du, wer er ist? Er heißt Jesus Christ! Der 4. Das wort fie sollen lassen stahn, Und kein'n dank dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem plan Mit seinem Geist und gaben. Nehm'n sie uns den leib, Gut, ehr', find und weib: Laß fahren dahin; Sie haben's kein'n gewinn; Das reich Gott's muß uns bleiben. 5. Sie sinnen auf ein frevelstück. Treib' ihre tücke, Herr, zurück; Und, wenn du uns von ihr befrei'st, Gieb ihnen einen besfern geist! 6. So werden sie erkennen doch, Du, unser Herr Gott, les Mel. Gin' feste burg ist unser. best noch, Und stehſt bei deiner 484.Ein starker schutz ift Gott firche fest, Die sich allein auf dich verläßt. Auf den wir uns verlaffen. Er hilft uns treu aus aller noth; Mag doch die welt uns haffen! Sas tan, unser feind, Der mit ernst es meint, Rüftet sich mit lift, Troßt, daß er mächtig ist. Ihm gleicht kein feind auf erden. 2. Nicht unsre macht ist's, die ihn fällt; Wir wären bald verloren. Es fämpft für uns der rechte held, Von Gott für uns erföhren. Fragst du, wer er ist? Er heißt Jesus Christ! Unser Herr und Gott! Er straft ge walt und spott; Er muß den steg behalten. 3. Und wenn die welt voll teu Von der christlichen Kirche. 359 du, O firche Jesu, bleibest. fel wär', Und droht, uns zu ver-| du zu. Sie selbst vergehn, wenn schlingen: Wir zittern nicht; uns schützet er! Mit ihm soll's uns gelingen! Wenn der fürst der welt Sich schon grimmig stellt: Schreckt uns nicht sein drohn. Gerichtet ist er schon; Nun kann ein wort ihn fällen. 4. Was können feinde, welche sich In deinem schooße nähren; Der falschen christen heer, die dich Durch ihre sünd' entchren? Ihrer laster lohn Wartet ihrer schon. Dich, o firche, nicht, Sie selbst wird das gericht Des sündenrächers treffen. ORIZE 5. Erhebe dich, und trau' auf Gott! Preis ihn mit harf und psalter! Er selbst, Jehova Zebaoth, Er selbst ist dein Erhalter. Huldreich sieht er hier Seine lust an dir; Herrlich wird er dort,( Denn wahrheit ist sein wort,) Dich segnen und erhöhen. In derselben Melodie. Heere grunde steht Die 486.Drüsten sich, Dein Zion zu zerstören. Sie spotten unfrer, die wir dich Und deine wahrheit ehren. Bitter ist ihr spott! Ach, wann werden, Gott, Die dein wort so schmähn, Das ste doch nicht verstehn, Zu dir sich endlich sammeln? 2. Stolz fragen sie, warum doch wir Auf Jesu wort uns gründen? Ob's auch gewiß sey, daß wir hier Den weg zum leben finden? Möchten sie's doch sehn, Und es ganz verstehn, Was für wahrheit wir Durch Christum, Gott, von dir In seiner lehre haben! 3. D, schmeckt und seht die freundlichkeit Des unsichtbaren Gottes; Ergreift mit uns die se ligkeit, Und schämt euch eures 4. Das wort steht fest; die stolze welt Mag noch so heftig toben. Der Herr mit uns, der starke held, Giebt steg, daß wir ihn loben. Tödten sie den leib; Nehmen kind und weib; Nau ben ehr' und gut: Was schadet ihre wuth? Der himmel muß uns bleiben! In derselben Melodie. 485. Auf ihrem felfenkirche Jesu Christi. Ob erd' und himmel untergeht, Bestehst du, kirche Christi! Gottes ew'ger Sohn Schüßt von seinem thron Dich, die ihm vertraut. Du stehst, von ihm erbaut, Wie ein gebirg im meere. 2. Was kann dir satan thun, der sich Stolz wider Gott empöret? Sey ruhig, ob er gegen dich Und Christum sich verschwöret. Christus überwand Ihn mit starker Hand. Seine macht und list, Wie furchtbar sie auch ist, Ist dir ein spott geworden. 3. Was können spötter, die dir drohn, Zu schanden dich zu machen, Die thöricht träumen, daß du schon Vergehst, wenn sie nur lachen? Ihre pfeile sind Spreu, verweht vom wind; Ruhig siehst 360 Von der christlichen Kirche. spottes. Sehet, wie er liebt, Und| licht Im guten leuchten siehet; wie er vergiebt; Wie er beffe- Erfülle schaam sein angesicht, rung, Den weg der heiligung Daß er die wahrheit fliehet! Die rohsten fünder lehret! Deines wortes glanz, Gott, erleucht' ihn ganz; Sehnsucht, fromm zu seyn, Und deiner sich zu freun, Erfülle seine seele! Mel. Ein' feste burg ist unser. 4. Dieß zeugten jene zeugen, Gott, Voll muth in schmach und banden; Bezeugten selbst durch ihren tod, Was ste gewiß empfanden. Saat, von Gott gefä't! 487.Wenn Chriſtus ſei steht Längst kirche schützt: So mag die hölle wüthen. Er, der zur rechten Gottes sitzt, Hat macht, ihr zu gebieten. Er ist mit hülfe nah'; Was er gebeut, steht da. Er schüßet seinen ruhm, Und hält das christenthum. Mag doch die Hölle wüthen! die ernte schon! Der ernte Herr, der Sohn, Wird bald die garben ſammeln! 5. Wer rüstete mit helden muth Euch, märtyrer im leiden? Wer lohnt euch nun für euer blut Mit unnennbaren freuden? Ihr habt Gott vertraut: Nun steht ihr und schaut Auf dem thron' im licht Den Gott von angesicht, Der durch sein wort euch lehrte. STUDIE 6. Auch wir, dein volk, dein eigenthum, Sind deiner wahrheit zeugen. Dein wort schafft auch uns fünder um; Wie können wir's verschweigen? Unsre Hoffnung ist Fest in Jesu Christ. Gott, versöhnt mit dir, Empfinden täglich wir Des glaubens kraft und wahrheit. 7. Durch eures wandels heis ligkeit Ehrt, christen, diesen glauben. Kein spott kann euch die seligkeit, Kann euren trost euch rauben. Durch des wortes kraft Werdet tugendhaft; Und dann lacht der welt, Die euch für thoren hält. Gott wird es sehn und richten. 8. Wenn so der spötter euer 2. Gott steht die fürften auf dem thron Sich wider ihn empören; Denn den Gesalbten, seinen Sohn, Den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des worts, Des Heilands, unsers horts; Sein freuz ist selbst ihr spott; Doch ihrer lachet Gott. Sie mögen sich empören! 3. Der frevler mag die wahrHeit schmähn: Uns kann er sie nicht rauben. Der unchrist mag ihr widerstehn: Wir halten fest am glauben. Gelobt sey Jesus Christ! Wer hier sein jünger ist, Sein wort von Herzen hält, Dem kann die ganze welt Die seligkeit nicht rauben. 4. Auf, christen, die ihr ihm vertraut, Laßt euch kein drohn erschrecken! Der Gott, der von dem himmel schaut, Wird uns gewiß bedecken. Der Herr, Herr Zebaoth, Hält über sein gebot; Von der christlichen Kirche. 361 Giebt uns geduld in noth, Und| und spott, Zu dir bekehrt; viel' kraft und muth im tod'. Was finder Zum himmel dir geboren, will uns denn erschrecken? Gott! Noch spotten ihrer viele: Sie aber achtet's nicht; Sie schauet dort am ziele Die fron' Nach dem 46. Pfalm. 19th Mel. Nun lob' meine feel'. 488.Gott ist ein schutz und das gericht. Schmäht immer, schmäht, ihr spötter! Denn fruchtbar ist sie noch. Der Herr ist ihr erretter; Sie triumphiret doch! in nöthen, Und seiner firche zuversicht. Wenn wir um hülfe beten, Versagt er seine hülf ihr nicht. Es brech' aus seinen säulen Der erdkreis auf sie her; Laßt jede tiefe heulen; Laßt taumeln berg' ins meer; Laßt ihre haffer toben: Sie stürzen doch sie nie. Gott hat die kirch' erhoben, Und er beschirmet sie. D 5. Er wird den kriegen steuern, Die ihr noch wider sie beschließt; Sie wird ein siegsfest feiern, Das wonnevoll und ewig ist. Vernehmt's, ihr neuen heiden! Gott rettet ja so gern. Ges horcht ihm; lernt mit freuden Von ihr den dienst des Herrn; So werdet ihr entrinnen, Und, wenn ihr finder seyd, Auch fronen noch gewinnen Für einen edlern streit. 2. Sie ist ein fels im meere. Es stürme wilder wogen fluth; Doch bricht sich, Gott zur ehre, An diesem felsen ihre wuth. Ob auch schon oft auf erden, In nacht verhüllt, ihr licht Schien Mel. Nun kommt der heiden. 489. riumphire, Gottes stadt, sein ausgelöscht zu werden: Verlosch dennoch Es stralt' allen nächten Nur mächtiger hervor, Weil Gott zu seiner rechten Zum tempel sie erfohr.d Sohn erbauet hat! Kirche Jesu, freue dich! Der im Himmel schüget dich. 2. Deine feinde wüthen zwar; Zittre nicht, du kleine schaar; Denn der Herr der herrlichkeit Machet deine gränzen weit. 3. Nimmt der völker toben zu: Laß sie wüthen; leide du; Leide mit geduld und muth! Blute! fruchtbar ist dein blut! 4. Deinen feinden eilt er nach; Siegt, und rächet deine schmach; Und allmächtig beugt der held In dein selig foch die 3. Gott ist in ihren mauern, Und sie, erbaut auf Golgatha, Die stadt des Herrn, wird dauern, Wie der, den sie dort bluten fah. Die erde wird vergehen; Der himmel nicht bestehn; Die kirche wird es sehen, Und nicht mit ihm vergehn. Daß sie ganz herrlich werde, Wird, ihr zur seligkeit, Der himmel und die erde Verjünget und erneut. 4. Sie hat schon viele fünder, Doch oft bedrängt durch macht welt. 362 Von der christlichen Kirche. 5. Alle, deren grimm dir droht,| Gottes Der fünder hohngelächRäumt der starke weg, wie foth; ter seyn? Wie lange soll der Treibt sie in die flucht, wie staub, kunst des spottes Ihr widersaUnd der erdkreis wird dein raub. cher noch sich freun? Wie rühmt er, von der wahrheit fern, Doch wahn und eitelkeit so gern! 6. Kirche, rufe! lehrerin, Zeuch in neue welten hin! Lehre; denn sie sollen dein, Alle sollen Gottes seyn! 7. Wer nicht glaubt, und boshaft irrt, Dich verwirft, dich schmäht, der wird, Schrecklich wird er einst vergehn; Nicht das antlitz Gottes sehn. 3. Gott wird die Seinen schon werheben, Die ihr so fühn und sorglos schmäht; Will jedem einen namen geben, Den der nur kennt, der ihn empfäht. Bald frönt des himmels fron' ihr Haupt; Ihr glaube weiß, an wen er glaubt. 8. Rühm' es! singe: Jesus lebt! Jesus, der mein haupt er hebt, Der, wie sehr die höll' auch tobt, Mich beschützt, sey Hochgelobt! 4. Erkennt's, und laffet ab vom hohne, Eh' ihr den hohn zu spät bereut; Strebt, strebt mit uns nach einer krone, Nach jenes lebens herrlichkeit! Wer dort bekleidet, dort nicht bloß Erfunden wird, nur der ist groß. 9. Er sey angebetet; Er, Gott, sein Vater, der umher Raum mir macht, und wenn es stürmt, Meine finder mir beschirmt! 5. Viel' sagen spottend, und bethören Ihr herz, das seine laster liebt: Wie sollt' uns euer Christus lehren, Was ruhm ist, und was freude giebt? Ach Gott, verwirf, verwirf sie nicht! Auch sie bestrale noch dein licht! 6. Wir, nicht durch ihren spott bekümmert, Gehn, Mittler, deinem rufe nach. Der fünder name, der hier schimmert, VerMel. Wer nur den lieben. 490. Menn, Gott, die wandelt künftig ſich in schmach. Sie könnten dort herrlich seyn; Ach, möchten sie sich Gott noch weihn! mat feinde deiner lehre Uns christen spotten, daß wir ihr Gehorsam sind: so steh's, und höre Auf unser flehn um muth zu dir! Erhalte du mit deiner fraft Uns gläubig und auch tugendhaft! 7. Er, wenn wir ihn nur frei bekennen, Wird vor des Vaters angesicht Die jetzt verschmähten namen nennen; Und stralen werden sie im licht, Im lichte 190 2. Wie lange sollen finder 10. Hoch ertön' ihm mein gefang! Lauter, jubelvoller dank Töne weit sein lob umher! Er sey hochgelobet! Er! 11. Daß er seinem Sohne steg Wider aller heiden frieg, Ihm, weil er die menschen liebt, Ihm die welt zur beute giebt! Nach dem 4. Psalm. Von der christlichen Kirche. 363 einer herrlichkeit. Herr, mach'| Allein dich ehren wollt', o Gott, ms selbst dazu bereit! Und deinen Sohn! Am Reformationsfeste. 8. Da fraß der scheiterhaufen glut Viel treuer zeugen gut und blut; Das floß, wie wasser, und dabei Gedacht' ihr würger noch, Mel. Erschienen ist der herrliche. 491.obfingt! denn Got- das sey Ein göttlich werk. tes und macht Vertrieb des aberglaubens nacht, Und jedes irrthums finsterniß, Der uns sein heilig wort entriß. Lobsingt dem Herrn! 9. Lobsingt, lobsingt dem Herrn! denn er Hat uns befreit; kein zwang ist mehr, Der christ kein sklav im blinden wahn, Sein lehrer nicht mehr ein tyrann! Lobsingt dem Herrn! 2. Verdunkelt war uns Gottes licht; Selbst christenlehrer ließen's nicht Uns leuchten, bis durch lift und zwang In neuen götzendienst versank Das volk des Herrn. 3. Da sollten wieder holz und stein, Gebein und staub uns hei- 11. Bewahrt das wort des lig seyn, Und neue mittler wur- Herrn, und seyd Verträglich, den, Herr, Die heiligen und fest in einigkeit, Und tugend sey märtyrer, Durch ihr verdienst. der kirche zier: So steget ste; Gott ist mit ihr! Gott ist ihr schutz! 4. Da sollten sie in jeder noth Uns retten können; da, o Gott, Uns selbsterwählte qual und pein Ein sichrer weg zum himmel seyn; Zu dir, o Gott! 5. In deinen tempeln ward kaum mehr Gedacht an Jesum, als ob er Nicht hätte ganz allein gethan, Was unsre schulden tilgen fann; Er nicht allein! 6. Geschenk' und schätze mußten wir Den priestern bringen, um von dir Zu kaufen beine gnad' und huld Für unbeweinter sünden schuld, Aus ihrer hand. 7. Und, wehe dem, der sich dennoch zu tragen weigerte ihr joch, Nach deinem heiligen gebot 10. Er fam, und stand der tirche bei; Da wurden die gewissen frei. Schon stralt bei des nen auch, die nicht So glücklich sind, als wir, mehr licht. Lobs singt dem Herrn! 12. Zagt nicht, daß seines wortes licht Nicht gleich durch alle nebel bricht; Daß spötter seine wahrheit schmähn. Die lehre Jesit wird bestehn; Sie ist von Gott! 13. Seht Gottes sonn' an; sie erhellt Nicht gleich auf einmal alle welt. Wohl dem, der seines lichts genießt, Wenn er ein kind des lichts auch ist! Das laßt uns seyn! 14. Lobsingt, lobsingt dem Herrn! und freut, Ihr christen, euch der ewigkeit! Da wird kein zwiespalt, da allein Ein hirt und 364 Von der christlichen Kirche. eine Heerde seyn. Lobsingt dem| Doch täuschte sie ihr unverstand, Herrn! Daß Gott auf ihren eitlen tand Mehr, als auf glauben, sähe. dru Nach dem 14. Pfalm. Mel. Es spricht der unweisen. 4. Gott sprach: wie lange foll durch sie Der Meinen wohlfahrt 492. Erfühnt sich schon leiden? Für hirten rühmen ſich der gleißner mund, Gott ihren Gott zu nennen; In ihren werken giebt sich's kund, Daß sie ihn doch nicht kennen. Sie rühmen sich der heiligkeit: Doch selbsterwählte frömmigkeit Ist nicht der weg der tugend. noch die, Die bloß sich selber weiden. Zum rechten Heiland flehn sie nicht: Sie setzen sich zur zuversicht, Die nicht erhören können. 2. Vom himmel sah' Gott selbst herab Auf die erkaufte heerde, Ob sie im wort, das er ihr gab, Auch treu erfunden werde; Ob ihm sein volk durch Jesum noch, Frei von der menschenlehren joch, Im geist und wahrheit diene, isip 3. Da waren aus der ebnen bahn Die meisten ausgeschritten, Und folgten ihrem eignen wahn In gleißnerischen sitten. 5. Es mögen menschen immer fühn Auf macht und ansehn bauen: Gott schüßt allmächtig, die auf ihn Im glauben fest vertrauen. Das wort der wahrheit bleibt gewiß, Siegt über jede finsterniß, Und stralt hell in die Herzen. 6. Uns hast du, Held Immanuel, Der düstern nacht entris sen. Befrei' dein ganzes Israel Von allen finsternissen; Damit, zu deines namens ruhm, Dein lautres evangelium Im vollsten glanze strale! tha XV. Von den Wohlthaten Gottes, welcher sich wahre Christen zu erfreuen haben. 15. Die vornehmsten Wohlthaten, welche wahre Christen durch den Glauben an Jesum erlangen, sind die Vergebung der Sünde und deren Gewißheit aus dem Worte Gottes; die Ueberzeugung, daß er ewig, wie ein Vater, für sie sorgen wolle; die Ruhe und Freudigkeit des Gewissens; die Erhörung ihres Gebets; sein Beistand zum beständigen Fortgange im Guten; sein Trost in allen ihren Leiden; und die Hoffnung, daß Gott ihre Seelen, gleich nach ihrem Tode, selig machen, und dereinst auch ihre Leiber zum ewigen Leben auferwecken werde. Mel. Sey lob und ehr dem. 493.8 s kömmt das heil allein von Gott, Daß nun kein fluch uns schade. Bloß werke retten nicht vom tod'; Uns rettet freie gnade. Der glaube schauet Jesum an; Der hat für uns genug gethan; Der ist der welt versöhner. 365 2. Wir hielten nicht, was Gott befahl, Geboren im verderben. Wir konnten's nicht; wir allzumal, Ach, alle mußten sterben! Denn sünde herrscht in aller brust; Wer gutes that, that's nicht aus lust, That's, wie ein fflav, gezwungen.d 3. Denn das gesetz gab keine kraft Noch stärke, Gottes willen Ganz, redlich und untadelhaft, Und freudig zu erfüllen. Es ist ein spiegel, der nur zeigt, Wie schuldig wir sind, wie geneigt, Zu jeder art von sünden. 4. Und dennoch mußt's erfüllet seyn, Dem, der es gab, zur ehre; Zu zeigen, daß aus güt' allein Sein recht gegeben wäre. Gott sandte seinen Sohn; der hat's Für uns erfüllt; der konnt's, und that's, Um unser heil zu werden. 5. Weil's nun durch ihn erfüllet ist, Sollst du an ihn auch glauben. Den trost, erlös't zu seyn, o christ, Soll dir kein zweifel rauben. Sprich freudig: Jesu, du bist mein; Dein tod soll mir das leben seyn; Du haft für mich bezahlet! Von der Glückseligkeit 366 6. Das glaub' ich fest, und zweifle nicht; Du hast es mir versprochen. Dein wort heischt unsre zuversicht! Und dieß wird nie gebrochen. Wer an dich glaubt, und ist getauft, Dem ist die seligkeit erkauft; Der nur geht nicht verloren. 7. Vor Gott ist der allein gerecht, Der diesen glauben fasset; Der so den hang zur sünde schwächt, Daß er sie flieht und Hasset, Daß er, mit Gott verföhnet, nun Auch kann dem nächsten gutes thun, Sein licht nun leuchten lassen. 8. Schafft das geseß uns auch nicht um: So führt's uns doch zur reue, Daß uns das evangelium Durch seinen troft erfreue. In feinen werken fin deſt du, Was Jesus schenket, trost und ruh'; Am kreuz ist sie erworben. wollt' er nicht: So laß dich's nicht betrüben. Verbirgt er dir sein angesicht, So will er dich nur üben. Sein wort laß dir gewisser seyn, Als was dein herz sagt; spräch's auch nein: So laß dir doch nicht grauen. 12. Dir, Vater, Sohn und Geist, sey dank Um deiner gute willen! Laß täglich ohne furcht und zwang Uns, was du willst, erfüllen! Vollend' uns; gieb uns lust und kraft, Vor dir zu wandeln tugendhaft! Dein name sey uns heilig! 13. Breit' aus dein reich! dein will', o Gott, Geschehe! gieb zum leben Uns allen unser täglich brod; Vergieb, wie wir vergeben; Auch steh' uns in versuchung bei; Sey unfre hülf, und mach' uns frei Von allem übel! amen! Mel. Wer nur den lieben. 9. Der glaub' ist thätig: er erzeugt Die früchte guter werke; Er machet uns dazu geneigt; Giebt trieb dazu und stärke. Gewiß ist's: er nur macht ges recht. Doch merk' auch das: er ist nur ächt, Wenn ihm die werte folgen. nuomo 10. Kann, welche seligkeit er 2. Aus gnaden! denn wer giebt, Gebeugt durch deine sün- kann verdienen, Was fündern den, Durch sie erschrecket und Gottes Sohn erwarb, Als er betrübt, Dein Herz nicht gleich für Gottes ruhm, und ihnen empfinden: So harre nur der Zum besten, zur versöhnung rechten zeit, Und trau' auf Gott; starb? Nahm er nicht aller sündenn er erfreut Zur besten zeit den schuld Auf sich allein, und und stunde. model and im bloß aus huld? of Hort 11. Ob sich's anließ', als 3. Aus gnaden trug er ja auf 494.2us gnaden soll ich fselig werden; Und nicht durch meiner werke werth. Welch heil, daß Gott mich schon auf erden Für seiner gnade kind erklärt! Durch meinen Heiland soll ich rein, Aus gnaden ewig felig seyn. dood dlouh Mot der Christen in diesem Leben. 367 erden Der strafen Gottes ganze| preisen kann. Dann bin ich ganz laſt. Was trieb ihn, mensch! gerecht und rein, Und ewig sedein freund zu werden? Sprich, lig, ewig dein! and weß du dich zu rühmen hast? In eigner Melodie. Bracht er sich nicht zum opfer 495. Mein ein Heiland nimmt die fündar, Als jeder Gottes feind noch war? 4. Aus gnaden that er's! freut euch, fünder! Wenn ihr nur wahre buße thut, Und glaubt: so seyd ihr Gottes kinder, Ihm wohlgefällig durch sein blut. Welch heil, das Gott nur geben kann! Aus gnaden nimmt er fünder an. der an, Die unter ihrer last von sünden Kein mensch noch engel retten fann; Die nirgends ruh' und rettung finden. Wenn er ihr herz zur buße neigt, Wenn sie, zerknirschet und gebeugt, Vor Gottes zorngericht erbes ben, Dann rufet er: ste sollen leben! Sie sollen heil und ruh' empfahn! Mein Heiland nimmt die fünder an. 5. Aus gnaden! aber, sünder! hüte Dich vor dem mißbrauch seiner huld, Und häufe 2. Sein mehr als mütterlinicht, weil seine güte So wun- ches herz Trieb ihn von seinem dervoll ist, schuld auf schuld; Denn, wer auf sie zu freveln wagt, Dem ist ihr trost und heil verſagt. 6. Ergreif mich denn mit vaterarmen, Gott, rette mich; gieb glauben; gieb Auch heiligkeit, durch dein erbarmen; Zu allen pflichten kraft und trieb; Daß meine seele dir getreu Im glauben bis zum tode sey! thron auf erden. Ihn drang der fünder weh' und schmerz, An ihrer statt gestraft zu werden. Er senkte sich in unsre noth, Und litt den uns gebräuten tod Wie willig hat er selbst sein leben Für uns zum opfer dargegeben, Das uns allein versöhnen fann! Mein Heiland nimmt die fünder an. 7. Aus gnaden hilf mir ringen, streiten Und überwinden; tritt herzu, Wenn meine matten füße gleiten, Und decke meine mängel zu; Denn du belohnst dem glauben auch Der gnade redlichen gebrauch. 8. Aus gnaden einst von dir erhoben In deinen himmel, will ich dann Mit allen heiligen dich loben, Mehr, als ich hier dich 3. Nun ist sein liebevoller schooß Die sichre zuflucht banger seelen; Nun spricht er die vom fluche los, Die ihn zu ihrem retter wählen. Getilgt, ges tilgt ist ihre schuld! Und durch sein blut! aus freier Huld Hat er sein eignes blut vergoffen, Und dieß ist bloß für sie geflossen, Daß nun sie nichts verdammen kann. Mein Heiland nimmt die sünder an. 368 md Von der 4. So bringt er sie zum Va ter hin, Er selbst auf seinen helferarmen; Und Gottes väterli cher sinn Will ewig ihrer sich erbarmen. Er nimmt sie an, an findes statt; Und was sein Sohn erworben hat, Wird ihnen alles dargegeben; Der eingang in das neue leben Wird ihnen gnädig aufgethan. Mein Heiland nimmt die sünder an. 5. D solltest du sein herz nur sehn, Wie das sich nach den sündern sehnet, Sowohl wenn sie noch irre gehn, Als wenn vor ihm ihr auge thränet! Er streckt die hand nach zöllnern aus; Er eilet in Zachäi haus; Vergiebt ihm; stillet aller zähren, Die ſeiner liebe troft begehren, Und sich zu seiner gnade nahn. Mein Heiland nimmt die fünder an. 6. Wie freundlich blickt er Petrum an! Der war so tief, so tief gefallen! Auf erden hat's der Herr gethan, Und thut es immer noch an allen. Er ist sich immer gleich an huld, An lieb' und schonender geduld; Noch immer, wie in seinen leiden, 10. D, zeuch uns selber, Herr, Dort in der wohnung seiner zu dir, Daß wir mit brünftigem freuden, Den sündern liebreich verlangen Zu dir uns wenden, zugethan. Mein Heiland nimmt und schon hier Vergebung, heil die fünder an.sound trost erlangen! Ich suche, 7. So eile denn zu ihm gebückt, Wen seiner sünden gräul betrübet, Wen ihre bürde niederdrückt; Er hat bis in den tod geliebet. Warum willst du verloren gehn? Hör' ihn für deine seele flehn! Warum willst Herr, ich suche dich; Begnadige, befreie mich von aller strafe meiner fünden, Und laß mich gnad' und ruhe finden! Heil mir, wenn ich frohlocken kann: Gottlob! auch mich nimmt Jesus an! Glückseligkeit d du der fünde dienen? Er zum heile dir erschienen. Verlaß des lasters breite bahn. Mein Heiland nimmt die fünder an. 8. Sprich nicht: ich fündigte zu schwer; Mich wird der Herr nicht retten wollen. Er will,( so liebevoll ist er,) Daß sünder nie verzweifeln sollen. Wenn du es jetzt mur redlich meinst; Nur So will er dir die schwersten ernstlich deinen fall beweinst: fünden Vergeben; gnade sollst du finden. Er hilft, wo niemand helfen kann. Mein Heiland nimmt die sünder an. 9. Doch sprich auch nicht: es hat noch zeit; Ich will erst noch die welt genießen; Wenn frant Heit oder tod mir dräut, Dann fall' ich reuvoll Gott zu füßen. Vielleicht ist schon die nächste nacht Die bess'rung nicht in deiner macht. Komm' heute; denn vielleicht find morgen Vergeb lich alle deine sorgen. Der aber, der dich retten kann, Nimmt heute dich gewiß noch an. to in diesem Leben. 369 Nach dem 103. Pfalm. ne, Die ganz sich seinem dienste weiht, Die, daß sie selig werde, Mel. Nun lob' mein seel' den. 496. Auf meine feele! Mit furcht und zittern ringt! finge! Es finge Gott, was in mir ist! Dem Schöpfer aller dinge! Weh' dem, der seinen Gott vergißt! Er hat, er hat vergeben Dir deine missethat; Gerettet dich ins le ben, Mit gnadenvollem rath; Gefrönt mit seinem heile; Vom elend dich befreit; Und einst wird dir zum theile Die ruh' der ewigkeit. Schwing' du dich von der erde Hinauf, wo jubel singt Die schaar stets- treuer knechte, Und unsrer todten schaar. Licht, heil sind deine rechte, Und ewig wunderbar. 2. Es hat uns wissen lassen Der Herr sein recht und sein gericht; Erbarmung ohne maßen Dem frommen, der den bund nicht bricht. Schnell eilt sein zorn vorüber, Straft nicht nach unsrer schuld. Der Herr be gnadigt lieber; Nimmt lieber auf zur huld. Wer Gott vers traut, ihm lebet: Sein frieben 497.6ft unter leben; Mel. Wer nur den lieben. ott, deine ist mit dem; Mit adlersflügeln schwebet Erbarmung über dem. 3. Wie väter mit erbarmen Auf ihre jungen finder schaun: So thut der Herr uns armen, Wenn wir auf ihn mit einfalt traun. Er weiß es, wir sind sünder; Gott weiß es, wir sind staub; Zum tode reife sünder; Ein niederfallend laub. Kaum daß die winde wehen, So ist es nicht mehr da. Wir sterblichen vergehen; Stets ist der tod uns nah'. Sie schafft uns heil und seelenruh'. Dein ist's, die sünden zu vergeben, Und willig ist dein herz dazu. Du willst den tod des fünders nicht, Sucht er voll reu' dein angesicht. der Christen 4. Jehova's gnad' alleine Steht fest und bleibt in ewigkeit. D du, des Herrn gemeis 5. Anbetung, preis und ehre Sey dir, Gott Vater, Sohn und Geist! Wir singen's in die chöre Der schaar, die dich vollfommner preis't. Anbetung, preis und ehre Dir, der du warst, und bist! Wir stammeln's nur: doch höre, Hör' uns, der ewig. ist! Einst tragen wir auch pal men, Du Gott, auf den wir traun! Einst singen wir dir psalmen; Einst sterben wir, und schaun. 2. Uns, uns verlorne zu ers retten, Gabst du für uns selbst deinen Sohn. Er litt, damit wir friede hätten, Für uns den tod, der fünde lohn. O Gott, wie hast du uns geliebt! Welch ein erbarmen ausgeübt! 3. Dank, ewig dank sey deiner treue, Die niemand gnug erheben kann! Nun nimmst du A a 370 Von der Glückseligkeit d jede wahre reue Mit vaterhuld| heben; Mich ewig deiner gnade noch gnädig an. Wohl dem, freun, Und deinem dienst mein der sich zu dir bekehrt, Und gläu- ganzes leben In findlichem gebig seinen Mittler ehrt! horsam weihn. Daß, Herr, bei dir vergebung sey, Das macht in deiner furcht mich treu. 4. Den, Herr, befrei'st du von den plagen, Die dem gewissen furchtbar sind; Der kann getroft und freudig sagen: Gott Mel. Herr Jesu Christ, wahrer. ist für mich; ich bin ſein kind. 498. Welch eine hohe für mich litt, Und mich noch jetzt bei Gott vertritt. 5. D Herr, wie selig ist die feele, Die über deine huld sich freut! Ob auch ein irdisch glück ihr fehle: Fehlt ihr doch nicht zu friedenheit. Dein friede, Gott, ist uns mehr werth, Als alles, was die welt begehrt. 6. Dein friede stärkt mit frohem muthe Das Herz auch in der größten noth; Giebt hoffnung zu dem ew'gen gute, Und macht getroft selbst in dem tod'. Wer diesen frieden hat, genießt Luft, die des himmels anfang ist. 7. Laß, Vater, denn in diesem frieden Auch meine seele freudig ruhn! Auch mir hast du dieß glück beschieden; Denn auch für mich genug zu thun, Ward sterbend der am freuz ein fluch, Der aller menschen sünde trug. 8. D laß mich dieß im glauben fassen, und mit getroster zu versicht Auf deine treue mich verlassen; Wenn alles wankt, so wankt sie nicht. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! Deß heil steht unbeweglich fest. 9. Lobfingend will ich dich erfluche deines rechts befreit, Und durch das blut des Sohnes rein, Vor dir, o Gott, gerecht zu seyn! 2. Sich freun zu dürfen, daß die schuld Getilgt ist, daß mun deine huld Verdiente strafen dem erläßt, Der sich an deinem Sohn hält fest! 3. Welch heil für ihn, wenn er vernimmt, Er sey zum zorne nicht bestimmt; Dem Richter sey genug gethan; Er nehme reu' und glauben an! 4. Die übertretung sey bedeckt; Er habe, mit dem Sohn erweckt, In seinem opfer für die welt, Die unschuld, welche dir gefällt! 5. Des Sina donner treff' ihn nicht; Er könne freudig dem gericht Und seinem tod' entges gen gehn; Er werde dann vor dir bestehn! 6. Selbst das, was er zu leis den hat, Weil er der sünder wil len that, Das sey zu seiner bes serung Nur väterliche züchtigung! 7. Er steht voll freude dann auf dich, Und sein gewissen stillet sich. Er wird voll muth und der Christen in diesem Leben. 371 zuversicht; Denn du, o Gott,| fein Vater seyn! Er, wenn er verdammst ihn nicht. ihm vergiebt, nimmt dann Mit voller huld zum kind ihn an; 8. Nun hat er friede, Herr, mit dir. Die ruhe kommt zurück; mit ihr Die Hoffnung jener seligkeit, Der er sich schon im glauben freut. 3. Und liebt ihn mehr, als väter; mehr, Als eine mutter liebt, liebt er; Liebt zärtlicher und treuer, ihn zu seinem himmel zu erziehn; 9. Dich nicht zum richter, nicht zum feind, Allmächtiger, dich nur zum freund, An deines Sohnes liebe theil, O Gott, zu haben: welch ein heil! 10. Was wirst du, Herr, für ihn nicht thun? Die ganze welt verwandelt nun Für den begnadigten durch dich In deines him mels vorhof sich. 11. Weil du der sünden nicht gedenkst, Genießt er alles, was du schenkst, Als gaben, die ein vater giebt, Der zärtlich seine finder liebt. 12. Nun trägt er mit zufriedenheit Selbst jede widerwärtigkeit. Wird er doch einst dafür gekrönt! Er ist gerecht; du bist versöhnt. 13. Ruhm, preis und dank sey dir gebracht, Daß, Vater, deiner gnade macht Den, der von Herzen sich bekehrt, Für schuldfrei, für gerecht erklärt! Mel. Herr Jesu Christ, wahrer. 4. Sieht überall und unverwandt Auf ihn, und hält in seis ner hand Ihn eingezeichnet, sorgt und wacht Für ihn mit seiner ganzen macht. 5. Er nimmt sich seiner mächtig an, Wenn unfall und gefahr sich nahn; Entfernt sie voll barmherzigkeit, Und bringet ihn in sicherheit. 6. Er lehrt ihn väterlich; er zeigt Ihm, was ihm heilsam ist, und neigt Sein Herz dazu, und stärkt und pflegt Den schwachen, den er schont und trägt; 7. Daß er zum jüngling und zum mann Erwachse, der selbst wandeln kann; Und, strauchelt er denn auch im lauf: O wie so gern hilft er ihm auf! 8. Er brauchet streng' und ernst und zucht Dann, wann sein kind nicht will, und sucht, Was er zu seinem besten wählt, Gewarnt ist, und doch wieder 499. Mohl bem, bem fehlt. ſeine miſſethat Vergeben ist, der gnade hat, Den Gott, der ihn zu sich bekehrt, Für schuldlos und gerecht erklärt! 2. Welch eines heils darf der sich freun; Denn Gott will selbst 9. Der hochbeglückte darf auch kühn Zu seinem Vater nahn, um ihn Um nachsicht anzuflehn, um licht Und kraft zur übung seiner pflicht. 10. Und was er bittet, wird gewährt, Weil er's mit zuvers Aa2 Von der Glückseligkeit 372 ficht begehrt. So wallt er, selbst in finsterniß, Getrost und seines ziels gewiß. 11. Frei, wie ein erbe Gottes, geht Der pilgrim auch durch fturm, und steht An dessen hand, der welten trägt, Wenn alles einstürzt, unbewegt. 12. Die engel sehn von ferne schon Den bruder kommen hin zum thron, Wo sein Erlöser, den er liebt, Sein erb' ihm, seis nen himmel giebt. 4. Hilf uns allen standhaft glauben; Laß nicht leben oder tod Uns die liebe Jesu rauben; Nichts von dir uns trennen, Gott! Nichts, wie herrlich oder prächtig, Oder hoch und groß und mächtig, Oder furchtbar es auch sey, Mach' uns Jesu ungetreu. 5. Alles können wir entbehren; Mangel und verlust ist klein, Wenn wir dir nur angehören, Und gewiß sind, dein zu seyn. Alles wirst du uns ersezen; Und mit welchen reichen schätzen! Müssen wir nicht ses lig seyn? Alle himmel, sind dein! Mel. Jesu, meines Lebens. er will Gottes auserwählte, Die er, um ihr Gott zu seyn, Selbst zu seinen findern zählte, Der erlass'nen schulden zeihn? 500.W Er erklärt sie für gerechte; 501.Wie begnadigt feyb Mel. O wie selig seyd ihr doch. seyd Nennt sie freunde, nicht mehr knechte. Wer kann sie verdammen, sie? Der gerecht macht, Gott ist hie! ihr doch, ihr frommen! Gott hat euren glauben angenommen; Er hat vergeben: Freut euch; eures glaus bens sollt ihr leben. 2. Furcht und angst mag sichre sünder schrecken: Wohl euch, daß euch Jesu flügel decken! 3hr dürft nicht zagen; Denn er selbst hat euren fluch getragen. 3. Laßt die welt sich ohne Gott betrüben; Laßt sich gråmen, die die erde lieben; Denn eure leiden, Die ihr noch empfindet, werden freuden. 4. Noth und trübsal können euch nicht schaden: Unser Herr gedenkt an euch in gnaden; Er will euch üben, Ihn, wie Jesus liebte, treu zu lieben. 5. Elend sind, die keine hoff2. Hier ist Christus, der gestorben, Christus, der erwecket ist; Der allein für uns gestorben, Und für uns erwecket ist. Waren wir gleich seine feinde; Haben mir ihn doch zum freunde. Der zur rechten Gottes sitzt, Liebt uns und vertritt uns ist. 3. Keine freude, Gott, fein leiden, Reines menschen tyrannei Muß uns je von Jesu scheis den; Keiner fünde schmeichelei. Stärke deiner finder herzen, Daß sie weder schmach noch schmerzen, Daß ste, treu und fromm zu sein, Hunger, blöß' und schwerdt nie scheun! der Christen in diesem Leben. nung haben; Aber ihr erwartet ew'ge gaben; Ihr hofft, zu sterben, Und, was Jesus euch erwarb, zu erben. 6. Also kann euch selbst der tod nicht schrecken; Eure leiber wird ja Gott erwecken. Euch darf nicht grauen, In die offne gruft hinab zu schauen. 7. Denn er spricht: geht hin in eure fammer, Meine lieben, ruht von eurem jammer; Ihr follt mich sehen; Euer staub soll Herrlich auferstehen. 8. Wenn nun wird des Rich ters ruf erschallen: Kommt! so wird euch nicht das Herz entfallen; Denn seine fnechte, Seine frommen stehn zu seiner rechte. 9. Freut euch; denn ihr wers det nicht gerichtet; Ewig hat er eure schuld vernichtet! Wer will verdammen? Die beharren, Fann Gott nicht verdammen. 10. Preis und ehre werdet ihr ihm bringen, Und dem Lamm auf seinem stuhl lobsingen. Durch seine wunden Habt ihr heil und seligkeit gefunden. 11. Sünder, laß ein solches heil dich locken, Doch dein Herz nicht länger zu verstocken. Dann darfst du kommen, Und wirst auch zu gnaden angenommen. Nach dem 23. Pfalm. Mel. Jesu, meine freude. eſus ist mein hirte! Als ich mich verirrte, Ich verlornes schaaf: Kam 502. 373 Siech war ich: Doch er trug mich Zu der heerde, voll erbarmen, Selbst auf seinen armen. 2. Jesus ward mein leben; Will mir alles geben, Was das Herz erfreut. Keine wahre freude Mangelt seiner weide; Keine seligkeit. Voll und hell Ist auch sein quell, Der mich, wenn ein freuz mich drücket, Stärket und erquicket. 3. Er, daß ich nicht falle, Hält mich; und ich walle Si cher seine bahn. Folgsam seinen rechten, Stößt in finstern nächten Nie mein fußtritt an. Schreckt und droht Mir selbst der tod: Du, wenn furcht und angst mich schrecken, Bist mein stab und stecken. 4. Ich, bei meinem freunde, Fürchte keine feinde; Ich, von ihm beschüßt. Darb' ich: er hat gaben; Giebt mir, mich zu las ben, Was mir ewig nützt. Trost und lust Durchströmt die brust; Denn ich bete nie vergebens Zu dem Herrn des lebens. 5. Seine lieb' und gnade Folgt mir auf dem pfade Seines beispiels hier. Wenn ich ihn vollende, Reichet er am ende Seine krone mir. Ich, erneut Zur seligkeit, Bin dann ewig mit den frommen Herrlich und vollkommen. Mel. O Gott, du frommer. 503.Mein Sefus liebet mich: Wie könnt er mir entgegen, Eh' auf meis ich Jesum haffen? Er liebt mich nen wegen Mich ein unfall traf. so getreu: Wie könnt' ich ihn Von der Glückseligkeit 374 verlaffen? Das sey mein bund mit ihm: Mein Heiland soll allein Mein auserwählter freund, Er soll mir alles seyn. 2. Als ich sein feind noch war, Ist er für mich gestorben, Und hat das leben mir Durch seinen tod erworben. Was ich nicht konnte thun, Hat er für mich gethan, Ob ich gleich seine huld Ihm nie vergelten kann. 3. Er hatte mich erlös't; Doch liebt' ich noch die sünden, Und wollte mich noch nicht zu seiner Heerde finden. Allein der treue hirt Ging mir so lange nach, Bis mein so hartes herz Sein ruf voll liebe brach. ende meiner tage: So machet er mich frei von aller noth und plage; Und ewig, ewig ist Die wonn' und herrlichkeit, Mit welcher Jesus mich Nach meinem kampf erfreut. 8. Ich weiß es, daß mein leib Einst staub und asche werde: Doch er erweckt auch einst Ihn wieder aus der erde. Dann soll er schön verklärt In seinen himmel gehn, Und ihn von anges sicht Zu angesichte sehn. 9. So liebt mein Heiland mich; Ich will ihn wieder lieben. In dem, was ihm gefällt, Will ich mich täglich üben. Ich will auch treu ihm seyn; Sein ewig eigenthum. Mein Jesus liebet mich; Das sey mein höchster ruhm. 4. Die fünde drückte mich; Ich war mit angst umfangen; Er ließ mich ruh' und rast In ſeinem blut erlangen. Er spricht Mel. Lobt Gott, ihr christen. mich gnädig noch von allen 504.Wohl euch, ihr frei; in versuchungen Steht er mir mächtig bei. gläubigen, euch, Daß ihr dem Herrn nur lebt; Daß ihr, an guten werken reich Zu werden, euch bestrebt! 5. Ihm darf ich jede noth, Die mich belastet, flagen. Wo menschenhülfe fehlt, Läßt er mich nicht verzagen; Er hört mich, steht auf mich Mit lieb' und freundlichkeit; Und wenn mir's nüßlich ist, Hilft er auch allezeit. 2. Wohl euch, wohl euch, daß ihr mit lust Die rechte Gottes lernt, Und, eures vorzugs euch bewußt, Von sünden euch ents fernt! 3. Daß ihr dem folgt, was er gebeut, Und, weil ihr's fönnet, ißt Licht, fraft, gelegenheit und zeit Zu edlen werken nützt! 6. Hält er zuweilen auch Sein angesicht verborgen; Umringen mich alsdann Viel' kummervolle sorgen: So läßt er mich doch bald Sein antlig wieder sehn; Fühlt meinen schmerz, und läßt Mich nie vergebens flehn. 7. Bin ich am ziele denn, Am 4. Daß ihr die selbstverleug mung nicht, Der tugend kampf nicht scheut; Auch, wenn sie schwer ist, doch der pflicht, Ge treu zu seyn, euch freut! der Christen in diesem Leben. 5. Daß, littet für die tugend ihr Verfolgung oder spott, Ihr recht thut, ohne ruhmbegier, Und keinen scheut, als Gott! 6. Wohl dem, der glauben hat und übt, Und alles gute bloß Um seines Gottes willen liebt! Wohl ihm! sein lohn ist groß! 7. Wird nicht der Held stets muthiger, Wenn er gesteget hat? Wird er nicht immer herrlicher Durch jede gute that? 8. Wo wohnet die zufriedenheit, Wo wahre ruh' und lust, Als bei der wahren heiligkeit, Als in des frommen brust? 375 von der sünde tyrannei Erlöst, auch standhaft bleibet, Und nicht zurückweicht! er ist frei! Er, erft ein sklav der sünden, Hat kraft, hat muth von Gott, Sich selbst zu überwinden Und aller spötter spott; Verschmäht, von ihm gerüstet,( Ein streitgenos des Herrn), Was sünder reizt und lüftet, Schnell, und mit ernst und gern. 9. Wenn er ein traurend Herz erquickt: Sieht das nicht Jesus an, Der Herr, der ihn so hoch beglückt, Als hätt' er's ihm gethan? 2. Erhellt durch Jeſu lehre, Seit er ihr göttlich licht empfand, Entreißt sich, ihm zur ehre, Nun jeder täuschung sein verstand; Durchschauet alle lüs gen, Womit uns leidenschaft Und sinnlichkeit betrügen, Durch seiner einsicht kraft; Sieht, wo fie blumen streuen, Des lasters schlingen; sieht, Wo sich die sünder freuen, Den abgrund, und entflieht. 10. Die ernt' ist reicher, als die saat, Die hier sein glaube sä't. Ihm folget jede gute that, Wenn er zum Vater geht. 3. Er bebet vor dem grimme Der feinde seines Gottes nie; 11. Zu dürftig ist die ganze Hört der verführer stimme, Ents welt Dem, der, der sünd' entfernt sich, und verachtet sie. Er, flohn, Feft an dem unsichtbaren soll er wege wählen, Die voll hält; Der himmel ist sein lohn! 12. Der öffnet sich; vom throne schallt's: ,, Geh' ein, du from mer knecht!" Der ganze himmel wiederhallt's: ,, Geh' ein, du frommer fnecht!" er und reizend sind: Erforscht sie, nicht zu fehlen, Als Gottes weis ses kind. Er schauet, unverblendet Durch keinen schein und wahn, Wo der, der breit ist, endet, Und wählt die schmale bahn. 13. ,, Geh' ein! geh' ein! du ftrittest gern; Die kron' ist schon bereit! Empfahe nun das reich des Herrn Und seine seligkeit!" 4. Sie sey ihm steil und enge, Voll klippen oder dornen; sey Verlassen von der menge: Er wallt sie, immer Gott getreu. Mel. Nun lob' mein' seel'- den. શા Er, folgsam seinem worte, Al lein auf ihn zu sehn, Ringt, 505.Mie felig ist, wer gläubet, Und, 376 Von der Glückseligkeit durch die enge pforte Zum leben| frei, Sieht er in dir, mit dir vers einzugehn. So wie er wallt, er- eint, Den Vater nur und keinen weitert Die aussicht sich um ihn; feind; Und er steht, mehr erheitert, Was erst ihn schreckte, fliehn. 5. Was gut, was recht, was billig, Was schön und lieblich ist, das übt Er ohne zwang und wils lig, Weil das sein Herr und Va ter liebt. Weil er ihn findlich ehret, So schätzt und suchet er Nur, was sein recht begehret, Stets seines muthes herr; Darf teine menschen scheuen; Voll zuversicht und frei Darf er sich Gottes freuen, Ihm bis zum tod' auch treu. 3. Darf alles, Gott, von die verlangen, Was ihm dein eigner Sohn erwarb; Wird alles auch von dir empfangen, Weil der zu seinem heile starb; Licht, wo er's braucht, und muth und kraft Zum kampfe seiner pil grimschaft; 6. Nur bei dem wahren glauben Ist volle freiheit; welch ein gut! Was kann dieß glück ihm rauben? Was beugen seinen hels denmuth? Im freudigen gefühle Der nahen seligkeit, Dringt er hindurch zum ziele, Deß er sich täglich freut, Bis er an Gotz tes throne In seiner bessern welt Der treuen kämpfer frone Aus Christi hand erhält. Mel. Wer nur den lieben Gott. 4. 3um sichern siege deine stär ke, Und deinen Geist der heiligung zu einem jeden guten werke; Im leiden trost und lins derung; Und selbst in seiner průfungszeit Den vorschmack jener herrlichkeit. 5. In seinem kindlichen gebete Ist er der frohen zuversicht, Daß ihn dein Sohn vor dir vertrete; Und du beschämst dein find auch nicht. Ja, deine vaterhuld ges währt Ihm immer mehr, als er begehrt. 6. Bereit zu helfen und zu trösten, Lenkst du mit väterlis cher huld, Was nur geschieht, zu seinem besten, Und hast, wenn er 506.Mer, o mein Gott, auch fehlt, geduld; Hilfft gern Und von seinem fall ihm auf, förderst seiner tugend lauf. aus dir geboren, Ein neues herz von dir em pfängt, Zum eigenthume dir erkohren, Der sünd' entsagt und göttlich denkt, Und göttlich lebt: wie selig ist Dein find, dein ei genthum, der christ! 7. Er wandelt gern auf deinen wegen; Liebt alle menschen brüderlich. Was er nur thut, wird heil und segen; Auch freut er deines beifalls sich. Mag doch der sünder ihn verschmähn; Er wird von dir, o Gott, gesehn. 8. Er, sicher, daß er selig wers de, Zufrieden hier mit ſeinem 2. Befreit aus seinen finsters nissen, Und von der fünde sklaverei; Begnadigt, ruhig im ges wissen, Vom fluche des geseßes der Chriften in diesem Leben. 377 loos, Ist für die eitle luft der| Denn ich tiefgefallner fünder erde Zu selig schon, zu reich und groß, Und seine wünsche, Gott, begränzt Kein glück der welt, wie sehr es glänzt. Ward so hoch erhoben; ich Zu der würde deiner kinder. Nichts gebricht, o Vater, mir; Denn mein heil steht nun bei dir. 9. Er steht den tod von ferne kommen; Und zittert nicht; er ist sein freund. Von dir zum ers ben angenommen, Frohlockt der christ, wenn er erscheint. Er en det fröhlich seinen lauf, Und schwinget sich zu dir hinauf. 10. Wie selig, wer aus dir geboren, Ein neues herz von dir empfängt, Und, dir zum eigen thum erfohren, Der sünd' entſagt und göttlich denkt, Und göttlich lebt! wie selig ist Dein kind, dein eigenthum, der christ! Mel. Jesus, meine zuversicht. er bekehrt, wer er ein kind der liebe Gottes, Heilig lebet, der vergißt Leicht der welt und ihres spottes, Daß er ihre bahn nicht geht, Und ihr eitles glück verschmäht. 2. Wählt er nicht das beste theil? D, wenn dieß sein herz empfindet: Kann er zweifeln, daß sein heil Sicher sey und fest gegründet? Ist nicht alles weis und gut, Was der beste Vater thut? 3. Der ihn zu sich zog, der Herr, Ist sein Vater, der regie ret; Dem vertrauet er, denn der Führt zum segen, wie er führet. Bleib' ich,( denkt er,) Gott, nur dein: Selig, selig muß ich seyn! 4. Meine seele preise dich! 5. Dieser Hoheit sich bewußt, Sucht er seines Vaters willen Ueberall und stets mit lust, Wo er wandelt, zu erfüllen; Sicher seiner seligkeit, Wenn er thut, was der gebeut. 6. Bloß ein sinnlich glück ist nicht, Was er wünschet; höher strebet Des gerechten zuversicht, Der für diese welt nicht lebet, Der, wie schön sie ihm auch ist, Doch der heimath nie vergißt. 7. Aber, weil er Gott gefällt, Hat er, träfen ihn auch leiden, Dennoch, und schon in der welt, Ueberschwänglich große freuden. zum Was geschieht, und was geschah. 8. Was geschehn wird, was sogar Feinde wider ihn beschlies ßen, Jed' ihm dräuende gefahr Soll ihn glücklich machen müss sen; Soll,( und auch sein feind wird's sehn,) Seine seligkeit erhöhn. 9. Denn sein Vater, der die welt, Wenn schon ihre säulen zittern, Mächtig unterstützt und hält, Selbst im sturm, in unges wittern, Eben der beschüßt auch ihn; Will, und alle stürm' ents fliehn! 10. Auch im dunkeln zagt er nicht; Denn er läßt den Vater sorgen. Der umstralet ihn mit licht, Wie die finstre welt der Von der Glückseligkeit 378 morgen, Daß die nacht in glanz zerfließt, Bis es voller mittag ist. Mel. Wer nur den lieben. 508. Mohl bem, der W Christo ange Höret! Auch er hat freunde; denn sein freund Ist Christus, und 7. O trost, zu Jefu auserkohrwer Christum ehret; Durch Einen Zu kommen, zu der väter nen sinn mit ihm vereint. Nicht schaar, Zu seines Gottes erstges einsam wandelt er den pfad, bornen, Zu jedem, der hier heilig Auf den ihn Gott gerufen hat. war; Mit denen dort am thron zu stehn; Mit ihnen allen Gott zu sehn! 2. Der fünder Haffe ihn: es lieben Und achten ihn doch die, die sich mit ihm im dienste Gottes üben, Aufrichtig, treu und brüderlich. Ein Gott vereinigt ste, Ein Geist, Deß bande keine zeit zerreißt. 3. Kein eigenmuß, fein stolz, kein leiden, Kein wechsel ihres glücks, kein schmerz Entzieht ihm ihrer liebe freuden, Ihr fest mit ihm verbundnes Herz. Sie haben an einander theil Durch Eis nen trost, Ein glück, Ein heil. 4. Nicht alle kennt er; aber alle Sind doch mit ihm Ein leib des Herrn, Wenn er nur, daß er Gott gefalle, mit allen strebt, mit ernst und gern. Er ende treu nur seinen lauf: Einst nimmt ste all' Ein himmel auf; 5. Denn Jesus sprach: ste sollen leben; Ich will, daß, wo ich bin, die seyn, Die, Vater, mir von dir gegeben, Sich meiner hier im glauben freun; Einst dort, wie schon im glauben hier, Auch in der Herrlichkeit mit mir!" 6. Ach, welche freunde, wels che brüder Hat er in seiner hei math nicht! Sie alle, seines Jes su glieder Durch Einer hoffnung zuversicht! Er ſoll ſie kennen; nie allein, Mit allen soll er selig seyn. 8. O troft, einst frei von allen mängeln, In inniger vertraus lichkeit zu leben selbst mit Gottes engeln, zu seinem ebenbild erneut; Gleich lichtvoll, gleich gerecht und rein! Wie schön muß Gottes himmel seyn! 9. Wie feuerst du, o troft des christen, Sein herz zu wahrer freundschaft an, Die unter seis ner thorheit lüften Kein fünder kennt noch fühlen kann, Den, wenn sich ihm ein Herz ergiebt, Der laster mitgenoß nur liebt! 10. Was acht' ich, fünder! eus res spottes, Wenn ich, durch Einen Geist und sinn Vereinigt mit den kindern Gottes, Ein mitgenoß der frommen bin? Sagt immer, daß ihr mich nicht kennt; Daß schwermuth bloß von euch mich trennt. 11. Mein nam', im himmel angeschrieben, Sey hier verschmäht, wenn Gott mich kennt, Mich einst vor denen, die ihn lieben, Auch seines Sohnes ers der Christen in diesem Leben. 379 ben nennt; Wenn jeder dann, Mel. In allen meinen thaten. mit mir vereint, Mein mitgenoß 510. W lich flagen, Unb ich ist und mein freund. Mel. Schmücke dich, o liebe. 509.V om geräusch der welt geschieden, Schmeck' ich des Erlösers frieden, Und die freude, schon auf erden, Gott, mit dir vereint zu werden. Diese welt, voll wahn und fünden, Seh' ich unter mir verschwinden, Und das glück von jenem leben Den entzückten geist umgeben. 2. Was nüßt es, heidnisch sorgen, Und jeden neuen morgen mit neuem fummer sehn? Du, Vater meiner tage, Kennst, eh' ich's dir noch klage, Mein leid und auch mein wohlergehn. 2. Gott! was bleibt der reiz von lüsten Ueber sie erhabnen christen? Was der glanz der eit len freuden? Was des lebens furzes leiden? Was durchströmt fte für entzücken, Wenn sie dei nen lohn erblicken, Ueber sich, 3. Auf deine Hand zu schaus en, Dir kindlich zu vertrauen, Das, Herr, ist meine pflicht. Ich will sie treulich üben, Und dich, mein Vater, lieben; Denn du versäumst die deinen nicht. 4. Der du die blumen schmüan deinem throne, Deiner treu- dest, Und thiere selbst beglückest, en streiter frone? ohne Hoffnung zagen? Der Höchste sorgt für mich; Er sorgt, daß meiner seele Ihr wahres wohl nie fehle. Genug zum trost, mein herz, für dich! 3. Elend mag mun auf mich stürmen: Gottes trost wird mich beschirmen. Kurz sind dieser wallfahrt pfade: Ewig währt der lohn der gnade. Mit des dankes stillen zähren Will ich Gottes rath verehren; Unter keis ner plage sinken; Selbst den felch der angst gern trinken. 4. Du hast selbst der menschen plagen, Heiland, voll geduld ertragen; Haft den schwersten kampf gestritten; Tausendfach mein leid gelitten. Laß mich deine kraft beleben, Wenn die matten hände beben; Laß sie mir den steg gewähren; Trockne, trockne meine zähren! Du Schöpfer der natur! Siehst alles, was mir fehlet. Drum, seele, was dich quälet, Befiehi dem Herrn, und glaube mur. 5. Herr, alle meine sorgen, Die noth, die mich, verborgen In meinem geiste, nagt, Werf ich auf deine treue; Gewiß, daß sie erfreue Den frommen, der sein leid dir Flagt. 6. Ja, wenn mein auge thränet, Und sich nach hülfe sehnet, So flag' ich's dir, dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle Ich jes den wunsch der seele; Du hörst, du hilfst, du segneft gern. 7. Du hast mir hier im leben Mein größtes heil gegeben, Und deinen Sohn geschenkt. Du wirst 380 Von der Glückseligkeit mir alles schenken; Und, mir| fungen bestimmt. Dein vaters zum besten, lenken, Was mich zu Herz steht jedem offen, Der dich forgen reizt und fränkt. zu seiner zuflucht nimmt. Wer still in deiner fügung ruht, Mit dem machst du es immer gut. 8. Du leitest, Herr, die deis nen Nicht immer, wie sie's meinen, Doch stets nach deinem rath. Ob ich mich auch betrübe: Bleibt doch dein rath voll liebe; Das zeigt der ausgang und die that. 4. Uns bleibt oft, was uns müßt, verborgen; Genug für uns, du hast's erkannt. Wie oft sind unsre wünsch' und sorgen Kurzsichtig und voll unverstand! Nur Gott erkennt, und auch von fern, Was schädlich ist, und hindert's gern. 5. Nur du erkennst und wählst das beste. O Vater, mache selbst mein herz In dieser überzeugung feste, So überwältigt mich kein schmerz. Ich duld' ihn mit ges laffenheit; Du führst mich ja zur seligkeit. 6. Sie wird, sie wird doch endlich kommen, Die stunde meiner seligkeit; Denn einmal führst du doch die frommen Zur Und völligen zufriedenheit; dann wird jedem offenbar, Daß, Gott, dein rath der beste war. 7. Dann wird mich auch von allen plagen Ein ewiger gewinn erfreun; Dann wird mein herz, statt aller flagen, Voll dank, o Gott, voll wonne seyn: Der Herr hat für mein heil gewacht; Hat alles mit mir wohl gemacht! Mel. Vater unser im himmelreich. 9. Wenn ich hier tiefen sehe, Nicht deine bahn verstehe, Die wundervolle bahn: Kann ich doch deß mich trösten; Mein Gott nimmt mich erlösten Ges wiß dereinst zu ehren an. 10. Dort bei der frommen schaaren, Dort werd' ich es er fahren, Wie gut dein rath uns führt. Da sing' ich auch mit freuden, Nach überstandnen leiden, Den dank, der deiner huld gebührt. Mel. Wer nur den lieben. err, mache meine 511.5 seele stille! Bei jedem leiden, das mich fränkt, Geschieht doch nur dein weiser wille, Der alles mir zum besten lenkt. Du bist's, der alles ändern kann; Und, was du thust, ist wohl gethan. 2. Du führst uns, selbst auf rauhen wegen, zu deiner kinder seligkeit. Auch widerwärtigkeit wird segen Für jeden, welcher dir ſich weiht. Sieht's gleich der 512.ch Gott, wie mans blöde geist nicht ein: Der ausgang wird doch herrlich seyn. 3. Laß denn mich stille seyn und hoffen, Hast du mir prüherzeleid Bes kümmert mich in dieser zeit! Der schmale weg ist trübsalvoll, Den ich zum himmel wandeln soll. diesem Leben. 381 7. Ich bin, ich bin dein eigens thum; Dein, meine freude, bein, mein ruhm. D welche wonne! Herr, wer ist So gut, als du den deinen bist? Der wird's ers fahren in der that, Der deine lieb' im Herzen hat. der Christen in Der lohn ist ewig; aber, ach, Zum laufe fühl ich mich zu schwach! 2. Wo wend' ich mich um hülfe hin? Zu dir, o Jesu, steht mein sinn, Weil stets mein herz noch hülf und rath Und trost bei dir gefunden hat, Und keiner je verlassen ist, Der bir vertraut hat, Jesu Chrift! 3. Du nahmst dich meines elends an. Was hast du nicht für mich gethan, Du, der du mensch wardst, littst und starbst, Und mir ein ewig heil erwarbst! Ich war dein feind; du halfst mir doch. So gut, so liebreich bist du noch. 4. D du mein Herr und Gott allein, Wer kann mich, außer dir, erfreun? Es kann kein jammer seyn so schwer: Dein süßer nam' erfreut doch mehr. Welch elend mich auch trifft und drückt: Dein name tröstet und erquickt. 5. Verschmachten leib und seele mir: Ich acht' es nicht; ich hang' an dir. Hab' ich nur dich, was fehlt mir dann, Daß deine huld nicht geben kann? Hab' In eigner Melodie. ich dich, meinen Herrn und Gott: 513.Auf meinen lieben Was kann sünd' Gott Trau' und tod? 6. Dir kann ich trauen: nie mand ist So treu, als du, o Jes su, bist. Wenn mich auch alle welt verläßt, So bleibt doch, was du zusagst, fest; Du bleibst mein treuer, guter hirt, Der ewig mich behüten wird. ich in jeder noth. Er half so oft in nöthen, Wenn wir um hülfe flehten. Mein unglück wird er wenden; Es steht in seinen Händen. 2. Mich schrecket fein gericht; Ich zag' im tod' auch nicht, Weil ich auf Christum baue, Und ihm 8. Hätt' ich nicht meine lust an dir: Zu sterben, Jesu, wünscht' ich mir. Ich, könnt' ich mich nicht deiner freun, Ich möchte nicht geboren seyn; Denn wer hat dich, wer liebt dich, Herr, Und wird nicht immer ses liger? 9. Seb' ich nur mein vers traun auf dich, So strömen luft und freud' in mich; Bet' ich in meiner noth zu dir, So weichen schmerz und gram von mir; Ich fühle selbst, durch dich erfreut, Den vorschmack deiner herrs lichkeit. 10. Drum will ich auch ges trost und gern Das kreuz nachtragen meinem Herrn. Wie er gelitten hat, will ich Auch leiden, und vertraun auf dich. Gott, mache mich dazu bereit! Das ist der weg zur seligkeit. Von der Glückseligkeit 382 mein heil vertraue. Ihm hab' ich mich ergeben, Im tode, wie im leben. 3. Nimmt mich der tod auch hin: Nun, der ist mein gewinn, Denn Christus ist mein leben; Der wird sein reich mir geben. Heut sey es, oder morgen: Da für laß ich ihn sorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, Du mein Erlöser bist, Du bist für mich gestorben, Haft mir dein reich erworben. Drum hilf mir, wenn ich sterbe, Daß ich's gewiß ererbe! 3. Halt' an Gott dich; sey getreu! Leiden Gottes finder schmerzen: Haben sie dennoch dabei Ruh' und freudigkeit im Herzen. Endlich siegt, wer Gott gefällt, Ueber alle noth der welt. 4. Gott verzeucht wohl: aber er Hört doch endlich deine bitten. Dulde; Jesus hat viel mehr, Als du leiden kannst, gelitten. Fasse dich, und habe muth; Denn er litt auch, dir zu gut. 6. Sprich, Herr, dein Ja dazu! Ich bete; segne du! Du wollest mich regieren, Und mich zum himmel führen; So preif ich deinen namen, Mein Vater, ewig! Amen! 5. Kronen folgen auf den streit. Kämpfe nur mit festem glauben; Keine leiden dieser zeit Können Gottes Herz dir rauben. Leide, bet' und lebe rein; Selig wird dein ende seyn. 5. Erhör', erhöre mich; Hilf mir, ich bitte dich! Schleuß mich an meinem ende In deine treu en Hände, Und führ' aus alMel. Ein' feste burg ist unser. len leiden Mich hin zu deinen 515. Auf ewig iſt der freuden! theil, Mein führer und mein tröster. Mein Gott ist er, mein licht, mein heil; Und ich bin sein erlöfter. Du verwirfst mich nicht Einst im gericht. Mit jenes les bens ruh' Erquickst, beschattest du mich schon in diesem leben. Mel. Jesus, meine zuversicht. 514.2uf, mein herz, ermanne dich; Ueberlaß dich Gottes willen. Bald wird er und väterlich Allen dei nen fummer stillen. Jesus kann's; und seine huld Giebt dir trost und auch geduld. 2. Heißt er dich die rauhe bahn Schwerer leiden standhaft wallen; Sey gelaffen; denke 3. Des glaubens war ich imdann: Also hat es Gott gefal- mer voll:( Laß stets sein licht len! Glaube fest, daß, was er mir scheinen!) Gerettet aus thut, Alles recht sey, alles gut. der trübsal, soll Der Treue freus 2. Fern von der welt, mit dir allein, Du bestes aller wesen! Wie ist, von aller seiner pein, Durch dich mein Herz genesen! Der die welt schuf, der, Der seyn wird, er Half mir, und war mein Gott; Allmächtig half mein Gott, Und gab mir seinen frieden. der Chriften in diesem Leben. de weinen." Der mich leiden fah, Halleluja! Durch den siegt' ich; durch den, Der meiner seele flehn, Selbst mein verstummen hörte. 4. Wenn meine ganze seele fleht Erhoben aus dem staube; Wenn ich im freudigen gebet, Mein Vater, mächtig glaube; Zu der steger chor, Zu dir empor, Steig' ich dann; ruh' in dir; Dort bin ich; nicht mehr hier; Bin schon durch hoffnung felig. 5. Allgegenwärtig hast du mich, Auch mich, den staub, um geben. Du stehst mich; ich empfinde dich; Sehn werd' ich dich, und leben. Hier, und dort, und da Ist Gott mir nah! Gedanke meiner ruh', Wie reich an heil bist du! Wie reich am troste Gottes! 6. Ich lebe dir; ich sterbe dir; Doch nicht durch meine fräfte. Bin ich des Herrn: so ist's in mir Sein göttliches geschäfte. Ja, ich lebe dir! Ich sterbe dir! Ja, Vater, Vater, dein Will ich auf ewig seyn, Auf ewig dein, Erlöser! 383 2. Mein leben ist ein kurzer streit; Lang ist der tag des ste ges. Ich kämpfe für die ewigfeit, Herr, welch ein lohn des steges! Du haft für mich den tod geschmeckt; Mir, wenn dein schild mich nur bedeckt, Kann selbst der tod nicht schaden. 3. Herr, du bist mein gan zer ruhm, Mein troft in diesem leben; In jener welt mein eis genthum; Du hast mir dich gegeben. Von fern glänzt mir mein kleinod zu; Du schaffest nach dem streit mir ruh', Und reichst mir meine frone. Mel. Allein Gott in der höh'. 516. Ich weiß, an wen mein herz sich hält; Kein feind soll mir ihn rauben. Als bürger einer bessern welt, Leb' ich hier nur im glaus ben. Dort schau' ich, was mein herz hier glaubt. Wer ist, der mir mein erbtheil raubt? Es ruht in Jesu hånden. 4. Herr, lenke meines geistes blick Von dieser welt getümmel Auf dich, auf meiner seele glück, Auf ewigkeit und himmel! Die welt mit ihrer herrlichkeit Vergeht, und währt nur kurze zeit; Im Himmel sey mein wandel. 5. Jetzt, da mich dieser leib beschwert, Ist mir noch nicht ers schienen, Was jene beff're welt gewährt, Wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein auge. nicht mehr weint, Und meiner freiheit tag erscheint, Dann werd' ich's froh empfinden. 6. Ich sehe wie im schatten hier, Der ich dir froh vertraue, Die seligkeit, die ich bei dir In vollem glanze schaue. Wie groß ist meines heiles werth! Im hims mel werd' ich ganz verklärt Zu deinem bilde werden. 7. Zu diesem glück bin ich ers kauft, Herr, durch deine leis den; Auf deinen tod bin ich ges KRUIDORONG Von der Glückseligkeit 384 tauft; Wer will von dir mich scheiden? Du zeichnest mich in deine hand; Ich werde dort von dir erkannt; Mein sind des himmels freuden. 8. Wie groß ist meine herrlichfeit! Empfinde sie, o feele! Vom tand der erde nie entweiht, Erhebe Gott, o seele! Der erde glänzend Nichts vergeht; Nur des gerechten rühm besteht In allen ewigkeiten. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 517.C o hoff' ich denn mit festem muth Auf Gottes gnad' und Christi blut; Ich hoff' ein ewig leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht; Hat mir das recht zur seligkeit In seinem Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaussprechlich heil, An dir, an deiner gnade theil, Theil an dem himmel haben; Im Herzen durch den glauben rein, Dich lieben, und versichert seyn Von deines Geistes gaben. 3. Dein wort, das wort der feligkeit, Wirkt göttliche zufriedenheit, Wenn wir es treu be wahren. Es spricht uns troft im elend zu; Verfüßet uns des lebens ruh, Und stärkt uns in gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, Den glauben an dein göttlich wort, Um deines namens willen! Laß ihn mein licht auf erden seyn, Ihn täglich mehr mein Herz erneun, Und mich mit troft erfüllen! Mel. Jefu, meine freude.d 518.Miegetroft und heiter, Du, mein licht und leiter, Machst du meinen geist! Der du, die dir traus en, Führst auf grüne auen, Und so gern erfreust! Niemals wird Bei dir, o hirt, Freund und tröster unsrer seelen, Mir erquis dung fehlen. 2. Deinem rath ergeben, Freu' ich mich, zu leben; Was du willst, ist gut. Nichts vermag ich schwacher: Du, mein seligmas cher, Rüstest mich mit muth. Wenn die welt Erbebt und fällt, Wenn gericht und hölle schrecken, Willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne grauen Gräber vor mir schauen; Mein Erlöſer lebt! Ich weiß, wem ich glaube; Weiß, daß aus dem staube mich sein arm erhebt. Todestag! Dein schrecken mag Eines frevlers herz erschüttern: Was brauch' ich zu zittern? 4. Auch in mir ist sünde; Doch ich überwinde Sie, mein hort, durch dich. Sink' ich oft noch nieder: Du erhebst mich wieder; Du begnadigst mich. Deine huld Tilgt meine schuld; Nie entziehst du deinem knechte Der erlösten rechte. 5. Daß ich Gott erkenne, Und ihn Vater nenne, Und mich ewig sein; Daß ich hier am gras be Trost und hoffnung habe: Dank' ich dir allein. Daß dein Geist Mich unterweist, Und tads2 der Christen in diesem Leben. 385 mich führt auf deinem pfade:| burch's thal des todes bringen, Das ist deine gnade. 29 Dort dein lob zu singen! In eigner Melodie. 6. Du haft blut und leben Für mich hingegeben, Daß in meiner 519.versicht: am ende bin's voll zunoth Ich nicht hülflos bliebe. Groß ist deine liebe! Stärker, als der tod! Herr, und ich, Ich sollte mich Deiner huld nicht dankbar freuen? Dir mein Herz nicht weihen? Der laufbahn wird das kleinod mir. Mit wonn' erfüllt die hoffnung meine ganze feele; Ruft frieden Gottes mir zu. 2. Wie wird mir seyn, wenn ich nun erbe Mit Christus bin; wenn, staub zu staub, Mein leib gesunken ist, und dennoch meine seele Weit über sterne sich hebt. 3. Wenn ich, aus diesen einsamkeiten, zu Gottes schaar hinübergeh'; Zur schaar, die tag und nacht vom hohen lobgesange, Vom psalm der wonne nicht ruht! 7. Würdig dir zu leben, Dieß sey mein bestreben, Meine lust und pflicht. Was die welt vergnüget, mein heil, das gnüget Meiner seele nicht. Hab' ich dich: Wie gern will ich Das, wornach die heiden trachten, Reich in dir, verachten. 8. Macht ein gut der erde, Daß ich glücklich werde Durch zufriedenheit? Sind nicht auch die ehren, Die die welt bethören, Traum und eitelkeit? Du erfreust Des menschen geist; Herr, du willst, die dich verehren, Ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen frieden Schmeck ich schon hienieden. Und was hoff' ich dort? Unbegränzte zeiten Voller seligkeiten Hoff' ich auf dein wort. Sie sind mein Durch dich allein. Bleib' ich dir getreu im glauben: Wer kann sie mir rauben? 10. Voll von deiner güte, Jauchzet mein gemüthe, Gott, mein Heiland, dir! Dieſer Geiſt der den, Weiche nie von mir! Laß mich so Beherzt und froh Einst 4. Wenn ich mich in die jubelchöre, Wo Sions harf am strome rauscht, Mich in den ruf der frohen halleluja bränge, Der laut entzückungen ruft! 5. Wie stimmen großer was ser tönet Das neue Lied des Lamms; ein heer Der harfenspieler singt; wie hohe meere tönet Des Lammes lied um den thron. 6. D vorempfindung jener wonne! Allein ich faff, ich faff' es nicht, Wie mir es dann wird seyn, wann ich hinüber komme, Ich staub, zum erbe des Herrn!. Mel. Warum sollt' ich mich. 520.Marum folle auch ich nichterben? Floß nur dir, Nicht auch mir Rettung vom verderben? Dir Bb 386 Von der Glückseligkeit der Christen in diesem Leben. nur, der mit freud' und muthe| bern rath, Andere gedanken. In Nimmt sein theil Von dem heil, des gnädigen gerichte Hab' ich Von des bundes blute? theil An dem heil, An dem erb' im lichte. 2. Nicht auch mir, der oft mit beben Strebt' hinan Auf der bahn, zu dem höhern leben? Den oft dunkle nächte deckten, Wenn's ihm schien, Als ob ihn Schrecken Gottes schreckten? 3. Mag mein Herz doch zits ternd wanken: Jesus hat An4. Mannigfach sind seine pfade; Große zahl Für die wahl, Die uns führt zur gnade. Alle stufen aller freuden Sind sein ziel! Und wie viel Fehlten ohne leiden! TE ONLY XVI. Von dem Tode, von der fünftigen Auferstehung, von dem letzten Gerichte, von der ewigen Seligkeit, und der ewigen Bestrafung beharrlicher Sünder. tim is imeste Vom Tode. Mel. Wer nur den lieben Gott. 521.S eßt leb' ich; ob ich morgen lebe, Ob diesen abend, weiß ich nicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe! Dann kenn' und thu' ich meine pflicht; Dann bin ich durch des Geistes kraft Bereit zu meiner rechenschaft. 2. Am morgen blüht und 16. Die Menschen, welche alle sterben müssen, fangen gleich nach dem Tode an, belohnt oder bestraft zu werden. Um Ende der Welt wird Jesus Christus erscheinen, ihre Leiber auferwecken, und sie alle richten; die wahren Gläubigen und Frommen vollkommen selig machen; diejenigen aber, welche bis an ihren Tod ungläubig und lasterhaft geblieben sind, ewig bestrafen. glänzt die blume, Und fällt oft schon am abend ab. So sinkt mit seinem glück und ruhme Der mensch, eh' er's besorgt, in's grab. Und, seele, du mißbrauchst so leicht Ein leben, das so schnell entfleucht! 3. Entziehe dich dem weltgetümmel; Hier ist der kampf, dort ist die ruh'. Ach, streb' und ringe nach dem himmel; Eil' Von den zukünftigen Dingen. Vom Tode. 387 einer bessern heimath zu. Wie| 5. Jetzt find wir jung, gesund bald verfließt der prüfung zeit! und stark; Doch bald umschlieUnd dann, ach! kömmt die Bet uns ein sarg. Wie groß, wie ewigkeit. Los um angesehn du bist: Ach, bald vergißt Die welt, was du gewesen bist. 4. Verschiebe niemals deine pflichten. Was du zu thun jetzt schuldig bist, Das eile, heute zu verrichten, Wer weiß, ob's morgen möglich ist? Nur dieser augenblick ist dein; Der nächste wird's vielleicht nicht seyn, 5. Es sey), o Vater meines lebens, Die warnung: wachet! seyd bereit! An meiner feele nicht vergebens; Verloren nicht der gnade zeit. Dann führt mich selbst ein schneller tod Zu deiner feligkeit, o Gott! 522. Mel. Ich hab' mein' sach' Gott. hab' alles heimgeſtellt; Er mach's mit mir, wie's ihm gefällt. Verlängert er der prüfung zeit; Ich bin bereit zu allem, was der Herr gebeut. 2. Die stunde wähl' er, wie er will; Ich setz' ihm weder maaß noch ziel. Er, der auch meine haare zählt, Hat schon gewählt; Auch meine tage schon gezählt. 3. Er schmückt zwar auch mein irdisch haus Mit seinen reichen gaben aus: Doch, was ist den noch diese zeit? Mühseligkeit! Ein kampf, ein sorgenvoller fireit! 4. Hier finden wir kein dau rend glück; Wir blühn nur einen augenblick; Wir fallen gleich den blumen ab; Dann nimmt das grab Uns, was uns Gottes güte gab. 6. O, machte doch der tod, o Herr, Mich jeden tag bedächtiger! Hält doch um keinen augenblick Ihn jugend, glück, Stand, reichthum oder macht zurück! 7. Das ist der sünde schuld, o Gott; Denn sie allein gebar den tod. Von seiner macht ist niemand frei, Wie groß er sey; Denn wer ist, Gott! von sünden frei? 8. Und, ach! wie wechseln luft und leid In meiner kurzen pilgerzeit? Drum geh ich mit gelaff nem sinn Zum grabe hin; Durch Christum wird es mein gewinn. 9. Ich fühl's, wie fünd' und zukunft bräun: Doch will ich frohen muthes seyn. Es litt dein eigner Sohn, o Gott, Für mich den tod; Litt alles, was dein fluch mir droht. gind 10. Er stand auch auf; das tröstet mich; Denn auferstehen werd' auch ich. Ich glaube, was er mir verspricht, Voll zuversicht; Er läßt auch mich im grabe nicht. 11. Was er mir auflegt, trag' ich gern; Ich leb' und sterbe meinem Herrn. Mein leib wird leben Gott, und dann Bet' ich B52 388 Von den zukünftigen Dingen. dich an, Weil mich kein tod mehr| der christ Dir, der du uns so gnäs tödten kann. big bist! 12. Ich schaue dann dein angesicht; Das glaub' ich feft, und zweifle nicht. Ich lebe dann in ewigkeit, Von dir befreit, In deiner wonn' und herrlichkeit. 13. Nimm, Gottes Sohn, mein heil, mich an, Wenn keine welt mich trösten kann: Schleuß du in deine huld mich ein, Und laß mich dein Im leben und im tode seyn! 14. Erhöre mich, erhör' uns, Gott, Gieb allen einen sel'gen tod! Auch mach' uns selbst dazu bereit; Und nach der zeit Führ' uns in deine herrlichkeit! Mel. Ich hab' mein' sach' Gott. 523.3 ch bin ein pilger in der zeit, Und walle 5. Hilf, Vater, daß er mir's auch sey! Hilf, daß ich, von der fünde frei, Dir leb' in meiner pilgrimschaft, Durch deine kraft Im glauben fest und tugendhaft! 6. Dir, Gott, dir meiner tage Herrn, Dir leb' und leid' und sterb' ich gern. Du stärkst mich, wenn mir kraft gebricht. Ich wanke nicht; Geduld ist ja des christen pflicht. sig 7. So komme, wenn er will, der tod, Und führe mich zu dir, mein Gott! Gieb, nach dem leiden dieser zeit, Nach sorg' und streit', Mir deines Sohnes seligkeit! dj dn In derselben Melodie. nach der ewigkeit. Mein leib ift 524.Dein find wir Gott, ein gras, ein laub, Und bald, ach! bald des todes raub. von ewigkeit; In deiner hand steht unsre zeit. Eh' zeiten waren, ward schon mir Mein leben hier, Und auch sein ziel, bestimmt von dir. 2. Bald kämpft mein leib mit schwäch' und schmerz; Bald freut, bald ängstet sich mein Herz; Bald wird ein unglück, bald ein freund Von mir bes weint; Dann kömmt der tod, der letzte feind. 3. Mein ziel ist dir, o Gott, bekannt; Du schriebst es längst in deine hand. War doch, eh' ich geboren war, Mein kleinstes haar Vor deinen augen offenbar. 4. Du, Gott, hast nicht den tob gemacht; Ihn hat die sünd' auf uns gebracht. Daß er nun eine wohlthat ist, Das dankt 2. Ist dieß erreicht, so schaue dann Erbarmend unsre seelen an! Hilf uns in unsrer letzten noth, Herr, unser Gott; Ein fanfter schlaf werd' uns der tod! 3. Begleitet ihn der krankheit schmerz: So stärke dann dein trost mein herz! Selbst in der schmerzen größten wuth Gieb uns den muth, Der freudig denkt: Gott macht's doch gut! 4. Verleih' gelaffenheit und ruh! In unserm Herzen wohne du, Und laß mit freudigem ver msgni Vom Tode.md mo 389 traun Und ohne graun Auf unser| Nie meinen glauben wanken! offnes grab uns schaun! 5. Sey von uns schwachen dann nicht fern! Zeig' uns den himmel, Geist des Herrn! Laß uns, die wir um gnade flehn, Getröstet sehn, Wie der uns liebt, zu dem wir gehn! 6. Bist du nur uns nicht fürchterlich, O Vater, und erbarmest dich; Vergiebst du; führst du uns muur nicht In dein gericht: So schrecket selbst der tod uns nicht. 7. So, so vollende kampf und lauf; So nimm zu deiner ruh' uns auf! Wenn wir vor deinem throne stehn; Wenn wir dich sehn: Wie wollen wir dich dann erhöhn! Mel. Wenn mein stündlein. 525. err JesuChrift, ich weiß es wohl: Ich muß, ich werde sterben; Nur weiß ich das nicht, wann ich soll, Noch wie ich werde sterben. Mein ende steht allein bei dir; Die stunde, Herr, verbirgst du mir, Wann ich die welt vers laffe. 2. Jch, meines glaubens mir bewußt Durch deines Geistes gabe, Weiß, daß ich meine höchste luft An dir, mein Heiland, habe; Weiß, daß du meiner sünden last Von mir auf dich ge nommen hast, Damit ich selig würde. 3. Erhalte mir, o Jesu Christ, Die tröstlichen gedanken, Und laß, weil du mein Mittler bist, Bewahre meine seel', o Gott, In deiner gnade, bis der tod Mich hin zum himmel führet! 4. Dann geb' ich meine seele dir In deine vaterhände. Erhalt' die kraft zu denken mir, Wenn's seyn kann, bis ans ende; Daß voll gedanken, Gott, an dich Die bald erlöste seele sich von ihrem leibe trenne! 5. Soll ich gewaltsam, soll ich, Gott, Schnell oder angstvoll sterben: So führe mich nur jeder tod Zu deines reiches erben. Nur hilf mir, daß ich allezeit Zur rechenschaft vor dir bereit, Und heilig sterben könne! 6. Empfind' ich keine freudigkeit, Entweicht in großen schmerzen Die stille der gelassenheit Aus meinem bangen Herzen: Was ich dann rede, Gott, und thu', Ist's unrecht, rechne mir's nicht zu; Nicht meiner schwachheit fehler! 7. Nimm auch verborgne seufzer an; Laß, wenn mein herz nicht beten, Wenn mein verstand nicht denken kann, Mich deinen Sohn vertreten! Geh' ich zu deinem himmel ein: Will ich mich meines endes freun, Ich sterb' auch, wie ich wolle. 8. Damit ich's fönne, laß mich, Herr, Stets heiliger auf erden, In guten werken fertiger, Dir immer treuter werden! Ges heiligt müff' ich dir nur seyn; Dann bin ich, Gott, mein Vater, dein Im leben und im tode. 390 Von den zukünftigen Dingen. 9. So kann ich freudig, wo gestcht! Entweicht von mir; ich | ich bin, Mich deiner huld erge- fenn' euch nicht, Ihr heuchler, ben. Sterb' ich; der tod ist mein ihr verbrecher! Die rache, sprichst gewinn; Denn Jesus ist mein du, Herr, ist mein; Hinfort wird leben. Er wird gewiß zu seiner keine zeit mehr seyn. zeit Auch meinen leib zur herrlichkeit, Zum himmel auferwecken. 5. Nicht geld noch gut errettet mich; Umsonst erböt ein bruder sich, Den andern zu ers lösen. Du nimmst kein lösegeld mehr an, 526. Und jeder fünder soll empfahn Den vollen lohn des bösen. Ach, der du hier so gern verzeihst, Dort thust du, was du hier nur dräuft. Mel. O ewigkeit, du. ch bin ja, Herr, in deiner macht; Du hast mich an das licht gebracht; Nur du erhältst mein leben. Du kennest meiner tage zahl, Und haft sie zu der tugend wahl Und übung mir gegeben; Bemerkst mich und erkennest wohl, Wann, wo, und wie ich sterben soll. 6. Noch leb' ich in der gnade zeit; Noch hoff' ich auf barm Herzigkeit; Herr, laß mich nicht verderben! Erbarme dich, und laß mich nicht, Getäuscht durch falsche zuversicht, In meinen fünden sterben! Gieb, daß die 2. Ach, wer ist meine zuver sicht, Wenn mir dein heiliges gericht Im tod' entgegen flammet? Wenn mich die rechen-- buße redlich sey, Der glaube tha schaft erschreckt, Die meiner wartet? wenn, erweckt, Mein herz sich selbst verdammet? Nimmst du dich dann nicht meiner an: Ach, Heiland! wer vertritt mich dann? tig und getreu! 3. Mich dünkt, das blut er starr' in mir; Ich nahe, richter! mich zu dir, Mit furcht und angst umgeben. Der erde herrlichkeit entweicht; Und, wie ein morgentraum, entfleucht Auf deinen wink das leben; Und alle finden waffnen sich Mit ihren schrecken wider mich. 4. Mir ist, als säh' ich deinen thron, Als hört' ich jetzt das urtheil schon, Du, aller sünden råcher: Entweicht von meinem an7. Bewahre vor dem wahne mich, Als werde meine seele fich Im tobe noch bekehren! Dir, Jesu, du mein höchstes gut, Dir soll, entsündigt durch dein blut, Mein leben angehören. Gieb mich in keines andern hand; Du haft zu viel an mich gewandt! 8. Noch, weil ich lebe, will ich mich, Erleuchtet und gestärkt durch dich, Zum tode vorbereiten. Den nicht zu fürchten, will ich nun Mit freuden deinen willen thun; Will wachsam seyn und streiten; Denn, bin ich, weil ich lebe, dein: So werd ich's auch im tode seyn. 391 pri Vom Tode. Mel. O ewigkeit, du donnerwort. Ihm ist er keine strafe. Gelobet 527. Wenn, Mittler, fey der Herr, mein licht In je ner nacht! fie schreckt mich nicht: Mir wird der tod zum schlafe. Es ist ein finstrer weg: doch mir Ein weg zum leben und zu dir. meine pilger zeit Nun ganz durchlebt ist, und der streit Des glaubens ausgeftritten; Wenn kaum mein sterbend herz mehr spricht: Ach Jes su, komme! schweig' dann nicht Zu seinen letzten bitten! Erhöre mich, wenn mein gebet Um trost zu dir, um gnade fleht! 2. Wenn mich kein freund mehr trösten kann, Und doch mein herz bebt; sage dann: Die sünd' ist dir vergeben!" Ach, wenn des todes schrecken mich Ergreifen; sprich dann, Mittler, sprich: Nicht sterben sollst du! leben!"" Ein wort von bir mur, und mir gnügt; Des tos des schrecken sind besiegt! 3. Nicht sey mir dann dein angesicht, Wie's missethätern ist, gericht; Erbarmen! nicht verderben! Nicht sterben laß mich, Herr, wie die, Die dich verwarfen, die sich nie Bereiteten, zu sterben! Was ist so furchtbar, als der tod, Der ewige verwerfung droht? 6. Gelobet sey der Herr, mein schild, Der mich mit freudigkeit erfüllt; Mit freudigkeit zu sterben; Ich gläub' an ihn, und bin gewiß, Er führt mich aus der finsterniß Zu seiner freuden erben. O welchen jubel stimm' ich dann Dem todesüberwinder an! 7. Gieb deinen frommen, Jesu, kraft, Den schwersten schritt der pilgerschaft Mit freudigkeit zu enden! Sprich zu den bangen seelen: ,, ich Bin euer Hei land! freut euch!" sprich: Ich will euch nun vollenden!"" Ers quicke ste; und nach dem streit Erhöhe sie zur herrlichkeit! In eigner Melodie. 4. Ach, sterben, sterben wird den tod, Der ewige verwerfung droht, Wer, Herr, dein heil nicht achtet. Wer nicht in deinem blute rein Sich wäscht, sich weigert, dein zu seyn, Ungläubig dich verachtet: Ach, den ergreift der tod, der tod, Der ewige verwerfung droht. 5. Er drohe! Jesu, der ist frei, Wer dir geweiht ift, bir getreu; itten wir im le528.Mi ben sind Mit dem tod' umfangen, Wen suchen wir, der hülfe thu', Daß wir gnad' erlangen? Das bist du, Herr, alleine! Uns reuet unsre missethat, Die dich, Herr, erzurnet hat. Heiliger Herre Gott! Heiliger, starker Gott! Heiliger, barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht versinken In der bittern todesnoth! Kyrie eleison! 2. Mitten in dem tod' ansicht Uns der hölle rachen. Wer will uns aus solcher noth Frei und lebig machen? Das thuft du, 392 Von den zukünftigen Dingen. Herr, alleine! Es jammert' dein'| liger! Schöpfer, Gott! Heiliger! barmherzigkeit Unsre sünd' und großes leid. Heiliger Herre Gott! Heiliger, starker Gott! Heili ger, barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht verzagen Vor der tiefen höllenglut! Kyrie eleison! Mittler, Gott! Heiliger! barmherziger Tröster! Du ewiger Gott! Laß uns gnade finden In der letzten, legten noth! Erbarm' dich unser! 3. Mitten in der Höllen angst Unsre sünd' uns treiben. Wo soll'n wir denn fliehen hin, Da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine! Vergossen ist dein theures blut, Das gnug für die sünde thut. Heiliger Herre Gott! Heiliger, starker Gott! Heiliger, barmherziger Heiland! Du ewi ger Gott! Laß uns nicht entfallen Von des rechten glaubens trost! Kyrie eleison! 3. Ach! wenn uns in diese angst Unsre sünden treiben: Wo entfliehen wir dann hin, Da wir können bleiben? Zu dir allein, Versöhner! Vergossen ist dein heilig's blut, Das gnug für die fünde thut. Heiliger! Schöpfer! Gott! Heiliger! Mittler, Gott! Heiliger! barmherziger Tröster! Du ewiger Gott! Stärke, stärk im tode Uns durch deiner liebe trost! Erbarm' dich unser! Mel. Christus, der ist mein. St Mel. Mitten wie im leben. 530. a! Chriftus ift 529.it, ir, der erde pilmein leben, Und sterben mein gewinn. Ihm will ich mich ergeben; Mit frieden fahr' ich hin. ITSE 2. Ich freue mich zu sterben; Denn nach vollbrachtem lauf Soll ich sein reich dann erben; Mein Heiland nimmt mich auf. ger sind Mit dem tod' umfangen. Wer, ach! wer errettet uns, Daß wir gnad' erlangen? Das thust du, Herr, alleine! Es reut uns unsre missethat, Die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger! Schöpfer, Gott! Heiliger! Mittler, Gott! Heiliger! barmherziger Tröster! Du ewiger Gott! Laß uns nicht verfinken In des todes tiefer nacht! Erbarm' dich unser! 2. In dem tod' ergreifen uns Des gewissens schrecken. Ach! wer wird, wer wird uns dann Vor'm gerichte decken? Das thust du, Herr, alleine! Preis ihm: wir überwinden weit Durch des Herrn barmherzigkeit. Hei3. Dann hab' ich überwunden, Befreit von jeder noth; Vers söhnt durch Jesu wunden; Versöhnt durch seinen tod. 4. Wenn mir die augen brechen, Ich nicht empfinden kann, nicht hören, nicht mehr sprechen: Dann nimm mich gnädig an! 5. Wenn sinne, wenn gedanfen, Wie ein verlöschend licht, Hieher und dahin wanken: Ach dann verlaß mich nicht! pie Vom Tode. mod moll ad 393 ruft! 6. Es fliehe furcht und kum-| Bis ihn dein wort zum leben mer! Die seele stärke sich! Leicht, wie des müden schlummer, Sanft sey mein tod durch dich! 7. Laß mich dann standhaft gläuben: Wer voll vertraun zu dir Und heilig stirbt, wird blei ben! Das, Jesu, wünsch' ich mir! 531. und Gott, Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r. Jesu, du mein Litt'st willig angst und schmach und spott, Als du für mich am kreuze starbst, Und mir ein ewig heil erwarbst. ochi 9. ,, Gewaltig will ich ihn befrein, Und, wo ich bin, soll er auch seyn; Ich mach' ihn meinen engeln gleich, Und geb' ihm meines Vaters reich!" 2. Um deiner leiden willen sey Mir gnädig, Herr, und steh' mir bei Im letzten kampfe, wenn der tod Mit allen seinen schre den droht! lis 10. Du hast's gesagt; erfüll' es, Herr, Und laß uns immer freudiger Der ewigkeit entgegen gehn, Und einst zu deiner rech ten stehn! del sitout Mel. Wenn mein stündlein. 3. Wenn mein verdunkelt auge bricht, Mein ohr nicht hört, 532. W gefommen ist, zeit mein mund nicht spricht; Wenn still das blut steht; wenn der geist Sich der zerstörten hütt' entreißt; vid Von dieser welt zu scheiden: So führe du, o Jesu Christ, Mich ein zu deinen freuden! Nimm meine seele gnädig an! Ich geb' in deine hand sie dann; Du wirst sie wohl bewahren. 4. Wenn mein verstand nicht denken kann; Wenn alle hülfe fehlt: ach, dann Gedenke, weil du auch den tod Gefühlt hast, Heiland, meiner noth! 5. Verkürze meines todes angst, Der du auch mit dem tode rangst! Dein Geist erhebe mich zu dir; Sein troft entweiche nicht von mir! 7. Dann laß ihn fröhlich auferstehn, Und mich den zweiten tod nicht sehn! Gedenk', o Heiland, im gericht An meine miss sethaten nicht! 2 8. Ich habe ja dein wort ges hört: Wer an mich glaubt, und mich verehrt, Der, wenn ich richte, soll bestehn! Er soll den zweiten tod nicht sehn!" 6. Ich gebe meine seele dann In deine Hände; nimm sie an! Den leib empfange seine gruft, His non 2. Und wacht dann mein gewissen auf, Vor Gott mich anzuflagen; So richte mich dein leiden auf, Und laß mich nicht verzagen! Gedenk' an deinen eignen tod, Und laß in meiner letten noth Mich sein verdienst erretten! adód disl ne? 3. Ich bin ein glied an deinem leib, Und freue mich von 394 herzen, Daß ich mit dir vereinigt bleib' Auch in den letzten schmerzen. Wenn ich gleich sterbe: fterb' ich dir; Ein ewig leben hast du mir Durch deinen tod erworben. Von den zukünftigen Dingen. 4. Weil du vom tod' erstanden bist: Werd' ich im grab' nicht bleiben. Du bist erhöht; was furchtbar ist, kann dieser trost vertreiben. Da, wo du bist, komm' ich auch hin; Du wirst, weil ich dein jünger bin, Auch mich zum himmel führen. 5. Ich sterbe gern, o Jesu Christ, Weil du zu meinem beften 3um himmel aufgefahren bist; Deß will ich dann mich trösten. Du öffnest, Heiland, wonne leben! ihn auch mir; Und ewig werd 534. Getroft und freu bei dir und In eigner Melodie. 533.m ach's mit mir, dig ich hin Nach deinem willen. Du, Gott, dem ich ergeben bin, Wirst erfüllen, Was du mir verheißen hast; Der tod wird mir ein schlummer. Gott, wie dir's gefällt; Hilf mir in allen leiden! Und, rufest du mich von der 2. ,, Die fünde,( sprachst du, welt, So laß getrost mich schei- Herr, zu mir,) Ist dir vergeben; den! Dir, der du ewig mich erfreust, Befehl' ich, Vater, meis nen geist. Mein heil, mein friede sey mit dir; Du sollst leben! Sey getrost; denn du bist mein; Ich habe dich erlöset!" 3. Dieß ist mein trost: ich bin erlöst, Dein kind und erbe, Den einst dein urtheil nicht verstößt, Wenn ich sterbe. Du haft mich vom tod' befreit, Und ihm die macht genommen. 4. Du bist mein fels; auf dich allein Will ich vertrauen. Ich sehne mich, bei dir zu seyn, Und 2. Gern will ich folgen, lieber Herr! Ich werde nicht verderben; Du bist bei mir, Allmäch tiger, Ob ich gleich hier muß sterben, Verlassen einen jeden freund, Wie herzlich er's mit mir auch meint. ruft, Auch ihn zu ihrem Vater. Wie werd' ich dann mich seiner freun! Wie selig werd' ich dann nicht seyn! 4. Und seh' ich dich, o Richter, dann: Ich werde nicht erbeben; Du nimmst mich, Herr, zu ehren an; Die sünden sind vergeben. Dein eigner Sohn voll lieb' und huld. Ertrug und tilgte meine schuld. 3. Den leib bedeckt die stille gruft; Die seele geht zum Vater; Bis ihn die stimme Jefu 5. Warum wollt' ich denn traurig seyn, Wenn ich vor dir bestehe, Und ich durch Christi blut nun rein In deinen Himmel gehe? Getroft verlaß ich dich, o welt, Weil Gottes himmel mir gefällt. Mel. Mit fried' und freud'. op i Vom zu schauen Dich in deiner Herrlichkeit, Dich ewig anzubeten. 5. Bleib' meines Herzens troft und theil, Wenn ich soll scheiden; Denn so empfah' ich, Herr, dein heil, Deine freuden, Wo wir, Herr des lebens, dir In ewigkeit frohlocken. 535. Mel. Aus meines Herzens. er letzte meiner tage Ist mir vielleicht nicht fern. D, dann wird meine flage Gin lobgefang dem Herrn. Vollbracht ist ganz mein lauf; Ich trete hin zum throne, Und Gott seßt mir die frone Der überwinder auf. 2. Für seines reiches erben Hat Jesus mich erklärt. Was fürcht' ich mich, zu sterben, Wie er mich sterben lehrt? Mir ist der tod gewinn. Damit ich se lig werde, Entschwing' ich mich der erde, Der ich unsterblich bin. 3. Nur dieses Leibes bürde Verschließt die finstre gruft. Mich hebt zu höh'rer würde Mein Vater, der mich ruft. Sein bote heißet: tod! Er, furchtbar nur den fündern, Willkommen Tode.mod moll 395 throne Mit hulb auf mich herab, Dem er in seinem Sohne Das recht der findschaft gab. Ich darf zu ihm mich nahn, Für meinen kampf auf erden Von ihm gekrönt zu werden, Sein kleinod zu empfahn. 6. Die leiber wahrer frommen Sind saat, von Gott gefä't. Der erntetag wird kommen, Wo Gottes odem weht, Wo sie durch seinen hauch Zu einem neuen leben Empor vom grabe schweben; Und meiner lebt dann auch. 7. Dir bleib' ich, Herr, erges ben; Dir, meines lebens fürst, Der du mich einst zum leben, Zum Himmel führen wirst. Ich harre dieser zeit, Getreu in deinem bunde; Ich freue mich der stunde, Die ewig mich befreit. 8. Wenn ich dich, Gott, nur habe: So zittre die natur; Erbebt ste vor dem grabe Doch augenblicke nur. Heil mir! er ist nicht fern, Der letzte meiner tage. Er kommt; und meine Elage Wird lobgesang dem Herrn! In derselben Melodie. Gottes kindern, Führt mich hin- 536. Dich frönte Gott auf zu mit freuden 4. 3ch, der gefahr entronnen, Geh' aus dem kampf' hervor. Hoch über alle sonnen Hebt mich mein glaub' empor. Da tret' ich in die reihn Der engel, mei ner brüder; In ihre hohen lieder Stimmt mein triumphlied ein. pild 5. Gott schaut von seinem Nach deinem schweren streit. Du gingst durch schmach und leiden Zu deiner herrlichkeit; Triumph war dir dein tod. Du, Jesu, haft gelitten, Gerungen und gestritten; Dann gingst du hin zu Gott. 2. Ich, hier dein pilger, walle Dir, meinem führer, nach, Der 396 Von den zukünftigen Dingen. ich oft irr' und falle, Oft unacht-| Mein arm ermüdet nieder, Dein sam und schwach. Doch stärkst wort erhebt ihn wieder: Sey du mich zum streit, Und führst treu; ich bin mit dir!" mich, selbst durch leiden, Zu meines zieles freuden, Zu deiner herrlichkeit. nap mit 3. Wie du des todes schrecken Allmächtig überwandst, Als du, ihn ganz zu schmecken, Vor un ferm richter standst: So stärkest du auch mich, Durch's finstre 8. Erhalt' mir den gedanken: Groß sey bei dir mein lohn! So werd' ich nimmer wanken Von dir, o Gottes Sohn! So bleib' ich dir getreu, Dir voll vertraun ergeben, Daß bald ein beff'res leben Mein ewig erbtheil sey. Mel. Gott sey gelobet. thal zu gehen; Denn deine 537. Wenn ich am ziel des frommen sehen Im finstern thale dich. odbor - 4. O wenn ich bis zum grabe Vollendet meinen streit, Und gut gekämpfet habe Um meine seligkeit: Wie werd' ich dann mich freun! Wie werd' ich voll entzücken Auf meine frone bli cen, In deinem blute rein! 5. Ich wart' auf deinen se gen; Ich wart' auf meinen tod. Froh geh' ich dir entgegen, Du Helfer aus der noth! Du endigst meinen lauf, Und nimmst dann meine seele, Die ich dir anbefehle, In deinen himmel auf. 6. Drum harr' ich hier und streite, Bis meine stund' erscheint. Du hältst, daß ich nicht gleite, helfer, deinen freund. Der du mich ewig liebst, Du tröftest mich im leiden, Und segneft mich mit freuden, Selbst, wenn du mich betrübst. hen werde, Und nun vor mir seh' die krone: Wie freudig werd' ich dann mich von der ers de Aufwärts schwingen zu dem throne Jesu, meines richters! 2. Du wirst vom stuhle deines weltgerichtes, Mittler, gnädig nach mir blicken, und mit den freuden deines angesichtes Unaussprechlich mich entzücken, Meiner dich erbarmen. 3. Du haft's verheißen, und du wirst's erfüllen:„ Selig sind, die an mich gläuben! Ja, selig sind, die meines Vaters willen Bis ans ziel gehorsam bleiben!" Herr, du wirst's erfüllen! 4. Ich glaub' an dich; du wollst mich schwachen stärken, Daß ich standhaft an dich gläube! Ich übe mich mit ernst in guten werken; Hilf, daß ich beständig bleibe, Und die fron' erringe! 7. Mit freudigem vertrauen Darf ich vom kampfplatz schon Nach Salems höhen schauen, 538. feele! Selig, felig il no In eigner Melodie. id or reue o meine Auf meines glaubens lohn. Sinkt dann im kampfe mir sollst du seyn; Gottes, dem ich nie Vom Tode. no 397 dich befehle, Sollst du ewig dich| Wo mein schatz ist, sey mein erfreun. Aus der trübsal die herz! Mache du mich selbst befer zeit Führt er dich zur selig- reit Für das heil der ewigkeit! keit, zu dem throne seines Soh- Ich, von dir erlöst zum leben, nes, Zum genuffe seines lohnes. 2. Dank' ihm für dein pilgerleben! Wie viel gutes hat er schon Dir in dieser welt gegeben; Und wie groß ist dort dein lohn! O wie herrlich, wenn du Gott Auch in kummer, auch in noth Fest vertraust und freudig gläubest, Und sein werk nie läsfig treibest! 3. Reine, ganz vollkommne freuden Kennen Gottes pilger nicht: Dennoch sind sie auch im leiden Ruhig und voll zuversicht. Ihres glaubens läuterung Ist die frucht der züchtigung. Alle dinge müssen ihnen Endlich doch zum besten dienen. Will mich ewig dir ergeben. 7. In des todes bittern stunden Will ich deiner huld mich freun; Sollen, Heiland, deine wunden Meiner seele zuflucht seyn. In mein himmlisch vaterland Wird mich deine treue hand Hin zu deinem Vater führen, Um bei dir zu triumphiren. 8. Sie, zu deiner wonn' erhoben, Wird mit neuen fräften fich Ewig üben, dich zu loben, Ewig, Gott, mein Vater, dich; Sicher, daß ihr leib dereinst, Wenn du zum gericht erscheinst, Auferwecket aus der erde, Auch, wie sie, verherrlicht werde. 9. Darum freute dich, o seele! Selig, selig sollst du seyn; Gottes, dem ich dich befehle, Sollst du ewig dich erfreun. Aus der trübsal dieser zeit Führt er dich zur seligkeit, Hin zum throne seines Sohnes, 3um genusse seines lohnes. 4. Sey bei allen deinen sors gen Gottes willen unterthan; Bricht doch auch ein heitrer mor gen Auf die längste nacht einst an. Endlich ruht der wandrer aus, Und sein väterliches haus Tröstet nach den pilgerleiden Ihn mit tausend süßen freuden. Mel. Wie schön leuchtet der. 5. Ringe, dich von allen fün- 539. W ie wird mir dann, ach! dann den Loszureißen, und die welt Und dich selbst zu überwinden; Liebe nur, was Gott gefällt. Schmücke dich mit tugend; sey Gott bis in den tod getreu, Um, erscheint die zeit zu sterben, Sei nes Sohnes reich zu erben. 6. Jesu, den ich hier bekenne, Gieb, daß weder luft noch schmerz Mich von deiner liebe trenne; mir seyn, Wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, In ihm entschlafen werde! Von keiner sünde mehr entweiht; Entladen von der sterblichkeit; Nicht mehr der mensch von erde! Freu' dich, Seele! Stärke, tröfte Dich, erlös'te, Mit dem leben, Das dir dann dein Gott wird geben. 398 Von den zukünftigen Dingen. 2. Ich freue mich, und bebe| dann mir seyn, Wann ich, mich doch; So drückt mich meines ganz des Herrn zu freun, Ihn elends joch, Der fluch der fünde dort anbeten werde. Von keiner nieder. Der Herr erleichtert fünde mehr entweiht; Ein mitmir mein joch; Es stärkt durch genoß der ewigkeit; Nicht mehr ihn mein herz sich doch, Glaubt, der mensch von erde! Heilig! und erhebt sich wieder. Jesus! Heilig! Heilig! singen Wir dir, Christus! Laß mich streben, Dir bringen Preis und ehre; Dir, zu leben, Dir zu sterben, Dei- der war und seyn wird, ehre! nes Vaters reich zu erben! Mel. Mit fried' und freud'. Vater und 3. Berachte denn des todes 540. Me mein richter ließ graun, Mein geist; er ist ein weg zum schaun, Der weg im finstern thale. Er sey dir nicht mehr fürchterlich; In's allerheiligste führt dich Der weg im finstern thale. Gottes Ruh' ist Unvergänglich, Ueberschwänglich; Die erlösten Wird sie unaussprechlich trösten. An's grab mich kommen. Kaum fühlt' ich noch, was er verhieß Seinen frommen. Schwach, zermalmt lag mein gebein; Nach gnade, gnade lechzt' ich. 2. An meines Mittlers freuz hinab Sank meine feele. Hier war mein grab; dort war sein grab. Meine seele Lechzte nicht nach trofte mehr; Er hatte mich getröstet. 4. Herr, Herr, ich weiß die stunde nicht, Die mich, wenn mun mein auge bricht, Zu deinen todten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre nacht, Eh' ich dieß flehen noch vollbracht, Mein lob dir ausgestammelt. Vater! Vater! Ich befehle Meine seele Deinen Händen; Jeßt, o Vater! deinen Händen. 10 3. D troft, erlöst zu seyn! erlöst! Du trost im sterben, Wenn es nun scheint, daß uns verstößt Ins verderben Gott, der wog und leicht erfand, Was wir im leben thaten: bin 5. Vielleicht sind meiner tage viel; Ich bin vielleicht noch fern vom ziel, An dem die frone schimmert. Bin ich von meinem ziel noch weit; Die hütte meiner sterblichkeit Wird sie erst ſpät zertrümmert: Laß mich, Vater, Gute thaten, Gute tha ten Mich begleiten Vor den thron der ewigkeiten! 6. Wie wird mir dann, ach! 4. Herr, Herr, allmächtig trös stest du! Ich lag; den müden Umströmte wonnevolle ruh', Gottes frieden. Das ist keines menschen arm, Der uns im tode stärket. 5. Es ist dein arm, o, der du starbst, Daß auf uns ruhte, Was du mit deinem tod' erwarbst, Deinem blute. Unaussprechs lich's, ewig's heil! Kein auge hat's geſehen; Vom Tode. and no 399 6. Kein ohr gehört; und in| für recht! Gott, und du haft kein herz Ist das gekommen, mich verlassen? Riefst du am Was, nach dem kurzen todes- freuze,( Wer kann's faſsen?) schmerz, Gott den frommen, Riefst du für's menschliche geDenen, die ihn lieben, dort Für schlecht. Owonn'! o heilig's freuden hat bereitet! graun! Auch ich soll den einst schaun, Der, verlassen Für uns von Gott, Den mittlertød, Ein fluch gemacht, am kreuze starb. 7. Von Gott verlassen, hingst du da: Von Gott verlassen! Im schweiß, im blut, dem tode nah! Herr, wir fassen, Jauchzen, beben, faffen's nicht! Da haft du's uns erworben. 4. Unsern fluch haft du getragen. Als wir in unserm blute lagen, Erbarmtest du dich unser schon. Ach, du bliebst vor mir auch stehen; Du konntest nicht vorüber gehen, Und segnetest mich, Gottes Sohn! In meinem blut lag ich Vor dir; da riefst du mich In dein leben. Bald leb' ich ganz In deinem glanz. Es stirbt, wer an dich glaubte, nicht. 5. Er verändert nur das les ben Der fünde mit dem ew'gen leben. Er forschte; glaubte; fiel; stand auf. Nun ist er der fünd' entnommen; Ist ganz zu seinem Gott gekommen; Ein sieger nach vollbrachtem lauf. Ach, laß, Vollender, dein Mich bald auf ewig seyn! Gott, mich dürftet Nach deiner ruh! Wann tröstest du? Mich dürftet, Gott, mein Gott, nach dir! 6. Nun, so lang' ich hier noch weile, Beschatte mich mit deis nem heile, Du, der allgegenwärtig ist! Gott, du bist mir, Gott, so nahe, Wie du es dem, der stets dich sahe, Dem ungefallnen engel bist; Nur daß ich noch dein licht, Dein göttlich's angeMel. Wachet auf, ruft uns. ottes tag, du wirst bald kommen, An dem ich dieser welt entnommen, Zu dir, o Gott, mein Vater, geh'. Dank! und lob! und preis! und ehre! Bald stimm' ich ein in jene chöre Der sieger, Gott, in deiner höh'; Denn, Herr, du gehest nicht mit mir in dein gericht; Vater! Va ter! Du gehest nicht In dein gericht mit dem, den Christi tod versöhnt. 541. 2. Ach! ich freue mich mit beben! Nach deinem, deinem ew'gen leben, Versöhner Gottes, dürstet mich. Schaue, wie ich innig flehe! Wenn ich nicht höre mehr, nicht sehe: Erbarm', erbarme meiner dich! Wenn ich kaum athmen kann; Nun nicht mehr stammeln kann: Jesus Christus: Laß dann mich dein Auf ewig seyn, Du liebe, du barmherzigkeit! 3. Du erhörst mich; gnade, gnade, Ach, gnab' ergehet, gnade, gnade, O du, der Liebe Gott, 400 Von den zukünftigen Dingen. sicht Noch nicht sehe. Lob sey| 3. Ach, selbst Jesus Christus dir! ja, Du bist mir nah; Bist hat Diesen felch getrunken; Ist, mie naf rings, Unendlicher! um mich. von viel mehr qual umringt, In das grab gesunken. Um seines todes willen Hör unser thränenvoll gebet, Das für ste um gnade fleht! Heiliger! Schöpfer, Gott! Heiliger! Mittler, Gott! Heiliger! barmherziger Tröster! Um gnade für ste! Laß fie sanft entschlummern! Trockne, trockn' in jener welt All' ihre thränen! 7. Heilig! heilig! heilig! singen Die hohen engel; wenn sie fingen, Strömt seligkeit den engeln zu. Heilig! heilig! heilig! fingen Die tobten Gottes; wenn fie fingen, Entzückt ste Jesu Christi ruh. O freue, seele, dich! Nun singe bald auch ich: Hei lig! heilig! Und schau' im licht Deß angesicht, Der mich zum ew'gen leben schuf. 543.0" Gott, ihr flehn, Mel. Ich hab' mein' sach' Gott. uwoll'st erhören, Nicht ins gericht mit ihnen gehn, Die jego deiner ewigkeit Sich nahn, befreit Nun bald von diefer eitelkeit! Mel. Mitten wir im leben. 542. Stärke, bie zu bieser zeit, Da wir, Herr, dir singen, Müde, stumm, in kaltem schweiß Mit dem tode ringen! Du mir kannst sie erquicken! Sie liegen da, und sehn hinab In das schauervolle grab. Heiliger! Schöpfer, Gott! Heiliger! Mittler, Gott! Heiliger! barmherziger Tröster! Du ewiger Gott! Laß sie nicht versinken In des todes letzter angst! Erbarm' dich ihrer! 2. Wer mit einem waffertrunk Der geringsten einen Deiner treuen labt, soll froh Im gericht erscheinen. Wir labten, Herr, fie gerne! Allein fein trunk mehr fühlet sie! Drum beten wir für ste! Heiliger! Schöpfer, Gott! Heiliger! Mittler, Gott! Heiliger! barmherziger Tröster! Du ewiger Gott! Laß sie nicht erliegen! Herr! Herr! Herr! Gott! im gericht! Erbarm' dich ihrer! 2. Des lebens und des todes Herr, Nun ist für sie die zeit nicht mehr! Du hast gezählet all ihr haar; Ihr todesjahr Bestimmt, als keine zeit noch war. 3. Erfüllt ist ihrer leiden zahl! Sie weinen heut das letzte mal. Ach, sey in ihrer todesnoth Ihr Gott, ihr Gott! Ein schlummer sey für sie der tod! 4. Vollende, Vater, ihren lauf! Nimm sie zu deinem frieden auf! Verwirf sie, wenn ihr Herz nun bricht, Verwirf sie nicht, Herr, Herr, von deinem angesicht! 5. End' ihrer krankheit bangen schmerz! Von ihm entladen, ruh' ihr herz, Daß ihre müde seele frei Bon täuscherei Des heißentflammten Leibes sey! pui@ Vom Tode.and moll 401 6. In ihr erschaffe beine ruh!| in seine Hände Die seele, die der In ihren Herzen bete du, Geift erd' entfleugt. Hör', o erlöfter Gottes, daß sie glaubend traun, Auf Jesum schaun, Auf Jesum in des todes graun! $ 07. Bet' unaussprechlich, Geist des Herrn, Zeig' ihnen ihren lohn von fern! Laß sie des Vaters Herz erflehn; Getröstet sehn, Wie der stie liebt, zu dem fie gehn! geist, Der bald am thron' ihn preift: Jesus Christus Hat dich versöhnt! Von ihm gekrönt, Empfähst du nun der erden lohn. 2. Ob dich deine fünd' auch schreckte, Des Sohnes wunden dir verdeckte: Was dich vers dammt, ist nur dein herz. Bald wird sie nicht mehr dich schres den; Nicht mehr des Sohnes wunden decken; Er ist viel grös ßer, als dein herz. Ach, mehr, als du verstehst, Und weinend von ihm flehst, Wird er geben! Er hat's vollbracht! Die dunkle nacht Des todes und der sünd' ist hin! 8. Ach, gnade, gnad' ergeh' für recht; Denn von dem menschlichen geschlecht Ist selbst der heiligste nicht rein; Kann keiner dein, Gott, ohne deine gnade seyn! Pid 9. Sey ihnen, Gott, nicht fürchterlich! Erbarme, Richter, ihrer dich! Ach, aus der tiefe rufen sie! Erhöre ste! Erlöse, Gott, erlöse sie! 10. 3u sterben, Herr, gieb ihnen muth Durch Jesu todes schweiß und blut, Vergoffen in Gethsemane, Und auf der höh', Der schädelstätte dunkeln höh'! 11. Entschlummert! geht vor an zu Gott! Euch segne, segne, segne Gott! Wenn euer sterbend auge bricht, Leit' euch sein licht, Tröst' euch des Vaters angeſicht! 3. Welcher glanz wird dich umfangen; Ist dir der tag nun aufgegangen Des lebens, nach des todes nacht! Sey gesegnet! amen! amen! Entschlaf in Jesu Chrifti namen! Als er auch starb, hat er's vollbracht. Nicht du, der Herr allein Macht dich von sünden rein, Und du füns bigst Nun bald nicht mehr; Der brüder heer Vor Gott nimmt brüderlich dich auf. menging 544. 4. Noch ein segen soll dich les Ben: Daß du verwefest, bieß Mel. Wachet auf, ruft uns. entsetzen Verfinstre deine seele en gesegnet! nicht! Zwar wir wandeln hin, amen! amen! und säen Dich irdisch aus: doch Entschlaf in jenem großen na- auferstehen Sollst du mit jenes men, Vor dem sich erd' und him- tages licht! Geh' ein zu deiner mel beugt! Sieh, an deiner ruh! Der Herr schleußt nach laufbahn ende Bist du! er nimmt dir zu. Auferstehen, Nach kurs Sc Von den zukünftigen Dingen. 402 zer ruh, Du tobter du, Wirst du zum Leben auferstehn! Wir säen ihn; einst blüht er auf, Und steigt verklärt zu Gott hins auf. drupin sit ind Sallate 5. Schaue; dort in Juda's lande Stand einst vor Gott im blutgewande Der, der jetzt seine hand dir reicht; Er, der Sohn, der Gottheit lehrer, Der fünderd helfer und bekehrer, Vor dessen macht der tod entfleucht. Er, deine heiligkeit, Rang auch; wie war sein kleid So besprenget! Wie Er mit schweiß Bedeckt! ach, heiß Von müh, wie felter treter sind! 1. Grabt mein verwel's liches gebein, D ihr noch sterblichen, nur ein! Es bleibt, es bleibt im grabe nicht; Denn Jesus kommt und hält gericht. bist 2. Aus staube schuf ihn einst der Herr; Er war schon staub, und wird's nur mehr. Er liegt, er schläft, verwes't, erwacht Dereinst aus dieses todes nacht. du 6. Sieh, er ließ für dich sichnis 2. Du wirst mein auf tödten! Bei dir ist der in deinend gelöft gebein, D du vers nöthen, mit dem kein mensch wesung, weit verstreun; noch engel war, Und, verschmäht bin Allein gezählt ist, wie mein haar, Mein staub; Gott weckt mich wunderbar. vom frechen spotte, Doch siegte; dieser große todte, Mit dem kein mensch noch engel war. Sie trugen ihn in's grab Vom Gol gatha herab, Gottes opfer. Er überwand! Der Herr erstand, Und fuhr zu seinem Vater auf! 3. Des frommen feele lebt bei Gott, Der sie aus aller ihrer noth, Aus aller ihrer missethat Durch seinen Sohn erlöset hat. 3. Gott ist barmherzig, und verstößt Im tode nicht, die er erlöst; Die nicht, für deren missethat Sein Mittler sich geopfert hat. 4. Er wandelt' hier im finstern thal; Er duldete viel schmerz und qual. Du trugeft Jesu Christi joch, Entschliefft im tod', und lebest doch. 4. Bei euch hat trübfal mich gedrückt; Nun hat mich Gottes ruh erquickt. Im finstern thale wandelt egrabt den leib in ich; Doch führte Gottes gruft, Bis ihn des richters stimme ruft! Mel. Nun laßt uns den leib. 545.Begrabt den leib in 7. Er, er ist für dich verbürs6 get; Vom anbeginn der welt erwürget; Ein helfer durch gerechtigkeit, Der erlöst aus allen nöthen. Dich soll der zweite tod nicht tödten; Denn er, dein heil, gewann den streit. Dich scheidet nichts von Gott; Nicht les ben und nicht tod; Nichts, was jeho und künftig ist; Da Jesus Christ Dich auch, dich auch erlöſet hat. rechte mich. barr 5. Er litt viel mehr, der uns mpai Vom Tode.nd woll versöhnt, Und himmlisch seine fieger frönt. O lohn, o lohn für wenig pein! Dann wird's wie träumenden uns seyn. 5. Ich trug sein joch bis an mein grab; Nun wischt er meine thränen ab. Was sind die leiden dieser zeit, Diese in Gott, gegen deine herrlich- Gegen die unsterblichkeit? Aber, Antep feit?) po 122 me not an der kurzen stunde Hängt, du unerforschter Gott! Gleichwohl leben oder tod. 5. D du unsre zuversicht! Unser theil ist einst das leben. Wenn auch unser auge bricht, Wirst du, Mittler, uns es geben. Gots tes und des menschen sohn! Deinen frieden gabst du schon. 6. Daß wir dein sind, nicht der welt, Daß du uns wirft auferwecken: Diese kraft der bessern welt Laß in unserm tod' uns schmecken! Gieb uns mehr noch, als wir flehn; Mehr noch, als wir jeßt verstehn! 7. Wenn wir einst, wie sie, zu ruhn, Zu den tobten Gottes gehen: Wollst du überschwänglich thun Ueber alles, was wir flehen; Denn was hatt'st du nicht vollbracht, Als du riefst: es ist vollbracht! Mel. Wachet auf, ruft uns. 6. Du, todter Gottes, schlummr' in ruh'! Wir gehn nach unsern hütten zu, Und machen zu der ewigkeit Mit freud' und zittern uns bereit. 6. Ja, lasset mich in meiner ruh, Und geht nach euren hütten zu. Schafft, daß ihr selig werdet; ringt, Bis ihr euch auch der erd' nism entschwingt. 403 Lebte selbst in pilgerhütten. Ach, viel mehr, viel mehr, als wir, Hat der Göttliche gelitten! Standhaft laß im kampf uns stehn; Stets auf dich, Vollender, sehn! Singl 4. Was ist dieses lebens zeit, schwüle mittagsstunde 7. Ach, Gottgeopferter! bein tod Stärk' uns in unsrer letzten noth! Laß unsre ganze seele dein, Und freudig unser ende feyn! Mel. Jesus, meine zuversicht. 546.S Staub, bei staube ruht ihr nun In dem friedevollen grabe. Möchten wir, wie ihr, auch ruhn In dem friedevollen grabe! Ach, der welt entrannt ihr schon; Kamt zu eures schweißes lohn. 547.Selig find bes him. 2. Jesus leben mels erben, Die todten, die im Herren sterben, Zur auferstehung eingeweiht! Nach den letzten augenblicken Des todesschlummers folgt ents zücken, Folgt wonne der unsterblichkeit. In frieden ruhen Ec2 noch, Leben noch in pilgerhütten. Alle trugen einst dieß joch; Alle, die die fron' erstritten. Endlich, endlich kömmt der tod; Führte sie, führt uns zu Gott. 3. Jesus lebte selber hier; Von den zukünftigen Dingen. 404 fie, Los von der erde müh'. Hilf, o Jesu! Vor Gottes thron, Zu dir, o Sohn! Begleiten ihre werke ste. 2. Dank, anbetung, preis und ehre, Macht, weisheit, ewig, ewig ehre Sey dir, Versöhner, Jesu Christ! Ihr, der überwinder chöre, Bringt dank, anbes tung, preis und ehre Dem lamme, das geopfert ist! Er sank, wie wir, ins grab; Wischt unsre thränen ab; Alle thränen! Er hat's vollbracht! Nicht tag, nicht nacht Wird an des lammes throne seyn! te 2. Das will er thun, und tau get nicht? Er mag uns hier verlachen! Er aber wird doch zum gericht Mit todesangst erwachen. Wir stehn dann am thron, Empfahn den lohn, Den Jesu blut erwarb, Der für die fünder starb. Die tobten wird er wecken! trost der letzten stunden, Dich, wonne, nach vollbrachter zeit Zu schaun des siegers wunden, Wieder aufzustehn, Und Gott zu fehn, Dich, wonne, will ein thor, Der sich von Gott verlor, Ein staub, will dich uns rauben? Sa 3. Der Gottversöhner that das schon In seiner leiden tagen. Der bangen mutter todten sohn Ließ er nicht weiter tragen. Jesus Christ gebot: Da ließ der tod Jairus kind; er weint' Um Lazarus, den freund; Weckt' ihn, der schon verwes'te. 3. Nicht der mond, nicht mehr die sonne Scheint uns alsdann; er ist uns sonne, Der Sohn, die herrlichkeit des Herrn! Heil, nach dem wir weinend rangen, Nun bist du, Heil, uns aufgegangen; Nicht mehr im dunkeln, nicht von fern! Nun weinen wir nicht mehr! Das alt' ist nun nicht mehr. Preiset Jesum! Er sank hinab, Wie wir, ins grab. Er ging zu Gott! wir folgen ihm! 5. Ich sag' es; stärke dich, und glaub's: Es sind noch höh're dinge; Die auferstehung eis nes staub's Ift gegen sie geringe. Wer mir glaubt, stirbt nie; Sein staub entflieh' Zur erdewies der hin: Ich, der das leben bin, Von der Auferstehung der Todten. Mel. Ein' feste burg ist unser. 548.Des lebenden glück. Ich laß ihn doch nicht sterben. Den 6. 4. Des tobten schwester kam und rief: Herr, wär'st du hier gewesen; Ach, der vor uns im tod' entschlief, Er wär', er wär' genesen! Herr, du hätt'st mein flehn und ihn gesehn!" Des menschenfreundes herz Durchdrang ihr glaub', ihr schmerz, mit göttlichem erbarmen. sie flehn; Sie weinen; freun sich; beben. Ach! werden wir den Herrn erflehn? Der todte, wird er leben? Jesus Chriftus zurnt, Der Richter zürnt, Daß unsre missethat Uns so entheiligt hat, Daß wir verwesen müssen. Von der Auferstehung der Todten. 405 7. Erbarmend zürnt er; denn| Und werde wieder erde: Doch er weint. Er war hinabgestiegen, werd' ich nicht auf ewig seyn, Und sahen den entschlaf'nen freund, Den stillen tobten liegen. Freud' erfüllt und schmerz Noch aller herz: Ja! Lazarus erwacht! Drauf schreckst du sie, o nacht Des tod's und der verwesung! Hhm in C Was ich im grabe werde. Im schooße Gottes ruht mein geist Von diesem leben aus, und fleußt Von wonn' anbetend über. Ach! mein auge sahe nie Meinem ohr ertönte nie Solch heil in diesem leben. 8. Zum Vater sah der Sohn empor: ,, Der du mich immer hörest, Ich danke dir, daß du dein ohr Auch heute zu mir kehrest. Laß mich, die hier stehn, Verherrlicht sehn, Damit ihr herz entbrenn', Daß du mich fandtst, erkenn', Und glaub' und ewig lebe!" 9. Drauf ruft er in das stille grab:( Sie hören seine stimme:) Allmächtig ruft der Sohn hinab:( Sie beben vor der stimme,) Lazarus, steh' auf!" Schnell steht er auf! Erstaunt, bleibt ftumm, und steht, Jauchzt laut: verstummt, und geht, Und geht zu Jesu Christo BOU JUST DO Mel. Ein kindelein, so löbelich. inst reift die saat; mein staub ers wacht Zu Jesu Christi leben. D, die ihr meines glaubens lacht, Wie werdet ihr dann beben! Im wetter des gerichts gefä't, Ruft, wer alsdann zum tod' ersteht: Fallt über mich, ihr berge!" Ich frohlocke; Jesus Christ, Der für mich gestorben ist, Ist auch für mich erstanden. dny 2. Ich sinke zu verwesen ein, 3. Das fam in feines men schen Herz, Was denen Gott bereitet, Den pilgern, die oft trüber schmerz Zur ewigkeit begleis tet. Wir schauen in das tiefe meer; Erforschen's nicht; denn Gott ist der, Der unsrer sich erbarmet. Mehr, viel mehr, als wir verstehn, Mehr, als unsre thränen flehn, Giebt der uns, der uns liebte. ellis and 4. Sey, seele! stark, und fürchte nicht, Durch's finstre thal zu wallen. Nah' an des thales nacht ift licht; Der engel jubel schallen In's letzte seufzen der natur. Der bei sich selbst dir gnade schwur, Sein haupt am freuze neigte, Er erfüllt des bundes eid; Er ist ganz barmherzigfeit. Dank sey ihm, preis und ehre! 5. Anbetung ihm! den bun deseid Erfüllt er, der sein leben Mit Herzlicher barmherzigkeit Hin in den tod gegeben; In jenen tod auf Golgatha. Dein Bater, der dich bluten sah, Ward da, ward mir versöhnet, Sohn! erwürgt bist du für mich. Eh' die welt war; dein bin ich, Ich war's und bleib' es ewig. 406 Von den zukünftigen Dingen. Mel. Jesus Christus, unser Heiland, 3. Ich bin durch des glaubens band Allzufest mit ihm verbun HOST der den tod. 550. Auferstehn, ja auf den. Er, der auch den tod em erstehn wirst du, Mein staub; nach kurzer ruh; Unsterblich's leben Wird, der dich schuf, dir geben. Frohlocke Gott! pfand, Hat für mich auch überwunden. Er erstand; und einst erwacht Auch mein leib durch seine macht. pas 2. Wieder aufzublühn, werd' ich gesä't. Der Herr der ernte geht Und fammelt garben Uns ein, uns ein, die starben. Gelobt sey Gott! 3. Tag des danks! der freudenthränen tag! Du meines Gottes tag! Wenn ich im grabe Genug geschlummert habe, Erweckst du mich. 4. Wie den träumenden wird's dann uns seyn. Mit Jesu gehn wir ein Zu seinen freuden. Der müden pilger leiden Sind dann nicht mehr. 5. Ach, in's allerheiligste führt mich Mein mittler dann; lebt' ich Im heiligthume Zu seines namens ruhme! Gelobt sey Er! Gnd In eigner Melodie. 551.S Defus, meine zuvers sicht, Mein Vers föhner ist im leben. Dieses weiß ich: sollt' ich nicht mich im tod' ihm gern ergeben, Wie das grab, das einst mich deckt, Mein zu schwaches herz auch schreckt? 2. Jesus, mein Erlöser, lebt. Leben werd' ich; werd' ihn schauen; Seyn, wo mein Erlös ser lebt: Warum sollte mir denn grauen? Nie verläßt er den, der glaubt; Er ist seines leibes haupt. 4. Ich bin fleisch, und weiß daher, Daß mein leib zu staub einst werde. Dieses weiß ich: aber er Weckt ihn wieder aus der erde, Ewig dort bei ihm zu seyn, Ewig seiner mich zu freun. 5. Meine seele schauet dann Gott in meinem neuen leibe, meinen Heiland schaut sie an, Seinen Sohn, an den ich gläube. Ja, in diesem leib' werd' ich Sehn, o Gottversöhner, dich. 6. Ob auch dieß mein auge bricht, Wird's doch meinen ret ter kennen. Ja, ich selbst, ein fremder nicht, Werd' in seiner liebe brennen. Frei von schwachheit, zieh' ich dann Feiernd kraft und klarheit an. Ammatino 7. Was verweslich ist, vers geht; Fleisch und blut kann Gott nicht sehen. Irdisch werd' ich ausgesä't; Himmlisch werd' ich auferstehen. Erst verweset mein gebein; Dann wird's unvers weslich seyn. 8. Freudig seh' ich hin zur gruft. Erde werde wieder erde; Denn ich weiß, mein Jesus ruft, Daß ich wieder leben werde, Wann die stimm': erwacht! nun schallt, Und zu meinem grab' auch hallt. 9. Wo ist dein triumph, o tod? Vom jüngsten Gerichte. 407 Nimm den staub hin! ohne großen lohn. Heil uns aus der grauen Folg' ich dir; ich werde Gott, Meinen Jesum werd' ich schauen. Siegreich schau' ich dann umher; Weine dann, o, dann nicht mehr. rind Gottheit fülle! Wir schauen sie nun ohne hülle. Heil uns! die lieb' ist Gottes Sohn! Kein aus ge sahe ste; Dem ohr erscholl sie nie, Diese wonne. Von ewigkeit Zu ewigkeit Sey dank und preis und ehre Gott! 1090 38101 10. Selig, selig werd' ich seyn. Aber streben muß ich, streben, Jesu, ähnlich dir zu seyn, Um zu dir mich zu erheben; Um dein antlig einst zu sehn, Jeder sünde luft verschmähn. alley ord In eigner Melodie. 552.Machet auf! ruft uns die stimme Vom heiligthum, der wächter stimme: Wach' auf, wach' auf, Jerusalem! Mitternacht heißt ihre stunde; Wie donner tont's aus ihrem munde: Wach' auf, wach' auf, Jerusalem! Der gråber todesnacht Ist mun nicht mehr; erwacht! Lobet, lobt Gott! Macht euch bereit Zur ewigkeit! Sein tag, sein großer tag ist dalur 2. 3ion hört mit seinen söh nen Und töchtern die trompeten tönen; zum neuen leben stehn sie auf. Ihr Versöhner kommt voll flarheit, Durch gnade mächtig, stark durch wahrheit; Ihr licht wird hell, ihr stern geht auf. Sie stehn vor deinem thron, Und leben, Gottes Sohn! Preis dir, Heiland! Vollender! wir, Wir folgen dir zu deines Vaters herrlichkeit. 553.H Vom jüngsten Gerichte. Mel. Straf mich nicht in. err, ich bin dein eis genthum; Dein ist auch mein leben. Mir zum heil, und dir zum ruhm, Hast du mir's gegeben. Väterlich Führst du mich Auf der prüfung wegen Meinem ziel entgegen. isi des cibl 2. Bald kömmst du mit gros Ber kraft Zum gericht auf erden. Dann soll ich zur rechenschaft Dargestellet werden. Dein ges richt Schont dann nicht, Richter aller welten! Denn du willst vergelten. 3. Weh mir in der ewigkeit, Wenn ich deine gabe, Meine fräfte, meine zeit Hier gemiß braucht habe! Weh dann mir: Hab' ich hier Dein geschenk ver schwendet, Thöricht angewendet. 4. Möchte täglich dein gericht Mir vor augen schweben! Möcht' ich immer, meiner pflicht Treu zu bleiben, streben! Daß ich nie Thöricht sie Aus den idad( augen setzte, Noch mit fleiß 3. Ewig's lob sey bir gesun- verlegte! gen! Wir sind zum leben durchs gedrungen; Wir haben deinen 5. Lehre mich gewissenhaft Meine tage zählen; Eingedenk Von den zukünftigen Dingen. 408 der rechenschaft, Nur, was gut ist, wählen! Gieb, daß ich Ernstlich mich Täglich und auch heute 3um gericht bereite! 6. Bricht die ewigkeit herein: Darf in ihrer nähe Ich mich nicht der gnade freun, Die ich jetzt verschmähe. Wenn der tod Mir schon droht: Kann ich deinen willen, Gott, nicht mehr ers füllen. LIN 7. Mein gewissen strafe mich Gleich für jede sünde, Daß ich, o mein heil, durch dich Gnade such' und finde. Rufe du Dann mir zu: Alles ist vergeben! Sünder, du sollst leben! 8. Dann, am tage des gerichts, Werd' ich mit den from men Auch zum anschaun deines lichts Gnädig angenommen. Wonnevoll, Jesu, soll Dich im höhern leben Dann mein dank erheben. Mel. O Gott, du frommer. 554.Du herrscheft hier, u herrschest hier, o Gott, Mit langmuth und verschonen; Wie unbegreiflich uns! Bestrafen und belohnen Mit gleicher wage soll Das kommende gericht. Mit gleicher wage! Gott, Vergäßen wir's doch nicht! 2. Laß diese wahrheit nie Aus meiner seele fommen! Den fünder straft der Herr; Der Herr belohnt den frommen! Wenn sein gerichtstag nun, Ein fest für seinen freund, Für seinen haffer, ach! Ein tag voll zorn, erscheint. 3. Noch trägst du, Gott, die welt; Noch brausen luft und meere; Noch glänzen sonn' und mond, Noch deiner sterne heere. Doch erd' und himmel sind, D Herr, in deiner hand; Veralten werden sie, Vergehn, wie ein gewand. 4. Das laster herrschet noch; Noch lästern fühne spötter Das evangelium; Noch schmähn sie ihren retter. Viel' sichre sünder, Gott, Verschwenden ihre zeit; Gleichgültig, ach! für dich Und ihre seligkeit. 5. Noch seufzet oft der christ, Verlassen und im staube; Hat feinen troft, als den: Ich weiß, an wen ich glaube; Ich halte fest an Gott; Ich werd' einst auferstehn, Um Gott von angesicht Zu angesicht zu sehn. dol 6. Sein glanz wird aufgehn, Gott; Und Heller, als die sonne Im hohen mittag, stralt Der fromm' in deiner wonne. Wen aber dein gericht In seiner schuld ergreift: Ach, wie viel jammer hat Nicht der auf sich gehäuft! 7. Hör' ich zur linken nicht Die, welche sich verstockten, Als deine bitten sie zu dir vom laster lockten: weh' uns thoren! ach! Wir sehn den Richter dräun! Stürzt ein, stürzt über uns, Ihr berg' und hügel, ein!" 8. Ihr,( spricht der Nichter,) habt Gespottet meiner lehre; Die meinigen verfolgt; Ges schändet Gottes ehre. Ihr war't so stolz und hart; Verächter jes Vom jüngsten Gerichte. 409 der pflicht. Verworfne! weicht| ich walle, Sey rauh und steil: von mir! Entweicht! ich kenn' euch nicht!" wo führt er hin? Zum himmel, wenn ich Gott gefalle, Wenn ich getreu und standhaft bin; Ge stärkt, o Gott, durch deine huld Zur selbstverleugnung, zur ges duld. 9. Frohlockend aber stehn Aus aller welt geschlechten, Mit palmen in der hand, Die frommen ihm zur rechten. Holdselig schallt's: ,, empfaht, Was, meine brüder! euch Von mir bereitet ist; Erbt eures Vaters reich!" 10. Gott, und du, o Sohn, Du Richter unsrer erde, Vor dessen richterstuhl Auch ich ers scheinen werde! Dir will ich dienen, Gott, Und deine wege gehn; Nur laß mich im gericht Zu deiner rechten stehn! 11. Und du, Weltrichter! Sohn! Wenn ich vom tod' er wache, Am tage des gerichts, Am tage deiner rache, Gedenke dann, daß.du Für deine feinde batst, Und vor dem Vater mich Am treuze schon vertratst! 12. Du hast, o Jesu, mich, Für mich einst mensch geboren, Zum erben deines reichs, Zum eigenthum erfohren. Laß nicht dein blut für mich Umsonst vers goffen seyn; Laß ewig mich bei dir Mich meines glaubens freun! Mel. Wer nur den lieben. 555. enn ich auf Gots tes wegen wans ke, Und straucheln will, so schrede mich Der herzerschütternde gedanke: Gott richtet einst die welt und dich! Er hat's verkünbigt; sein gericht Ist unausbleiblich; strauchle nicht. 92. Der weg der tugend, den 3. Laß mich zu meiner feele sagen: Die welt vergeht mit ihrer luft! Wohl mir, wenn ich bei allen plagen Mir keines fre vels bin bewußt! Es kömmt, es kömmt die ewigkeit, Die mich aus jeder noth befreit. 4. Denn Jesus wird vom hims mel kommen; Ich werd' ihn, meinen Heiland, sehn, Ihn, wie er ist, mit allen frommen Aus meinem grab' auch auferstehn. Ihm werd' ich völlig ähnlich seyn; Mich ewig meines glaus bens freun! 5. Ich werde seine stimme hö ren: Der du zu meiner rechten bist, Du warst gehorsam meinen lehren; Nimm hin, was dir bes reitet ist! Sey, treuer knecht, den engeln gleich! Komm; erbe meis nes Vaters reich!" 6. Du hast in deinen armen brüdern Barmherzigkeit an mir gethan; Ich nahm in meines min, ges leibes gliedern Den segen deiner wohlthat an. Komm segneter, zu mir! Den himmel geb' ich dir dafür!" 7. Solch eine wonne wartet meiner, Wenn ich mit brüderlis chem sinn Den nächsten lieb', und gern mich seiner Erbarm' und Jesu ähnlich bin. Gott, wer 1 410 Von den zukünftigen Dingen. kann hart und lieblos seyn? Be-| er verspricht, Von angesicht zu trübte fehn, und nicht erfreun? angesicht. 8. Dort, dort trifft den, der ohn' erbarmen Nie menschenfreundlich sich beweist, Der fühllos bei der noth der armen, Bedrängte nie erquickt noch speift, Dem hungrigen sein brod nicht bricht, Ein unbarmherziges gericht. 2. Wie freu' ich mich auf diefe zeit, Wo ich, zu seiner herrlichkeit, Aus meinem grabe gehe! Wo ich, mich ewig zu erfreun, Getrost und von verbrechen rein, Vor seinem throne stehe! Wo ich mit den erlösten dann Mein beff'res lob ihm singen kann! 9. Fühllose!( wird der Richter sagen,) Verschlossen habt ihr eure hand, Verachtet eurer bruder klagen. Entweicht! ich hab' euch nie erkannt! Wer mich bekennt, und doch nie sucht, Was brüder froh macht, ist verflucht!" 10. So wirst du jebe sünde richten, Die nicht beweint ist; wenn du einst Den übertretern ihrer pflichten In deiner maje stät erscheinst. Dann wird der fromme mur bestehn; Wer lasterhaft blieb, wird vergehn. 11. Gieb mir denn licht und muth und stärke, Damit mein glaube dir getreu, Geübt in jedem guten werke, Bewährt und unverwerflich sey! So werd' ich ewig selig seyn; Mich ewig deiner, Gott, erfreun. Buon Tha 3. Doch, ach, was ist dem jammer gleich, Der mit des satans engeln euch, Verworfne fünder, quälet? Ihr hattet durch gehäufte schuld Die zeit der langmuth und geduld, Den weg des heils verfehlet. Welch ein ers schreckliches gericht! Es kommt, und, ach! ihr glaubtet nicht. 4. Da, wo mein Heiland, Jes sus, ist, Ist wonne, die fein geift ermißt; Die wartet der erlös ten. Hier ist er schon, mein trost und licht, Verläßt mich hier im kummer nicht; Wie wird er dort mich trösten! Ach, jene seligkeit und ruh Nimmt nimmer ab, nimmt ewig zu. buld Mel. O ewigkeit, tu donnerwort. 5. So komm, du Richter aller welt, An den mein herz sich gläubig hält, Komm, ende meine leiden! Ich bin bereit, ins grab zu gehn: Gewiß, auch wieHeiland spricht: der aufzustehn Zu deines hi himKommt, menschen, kommt vor mels freuden. Ich weiß, was mein gericht! Am tage seiner mir dein wort verspricht: Wer an schrecken Wird er, der mich zum mich gläubt, den richt' ich nicht. himmel rief, Weil ich auf seinend Mel. Nun danket alle Gott. 556.Am" m tage, da mein tod entſchlief, zum himmel mich 557 Wie bank ich, Se Dann wie fu, dir Für deine Vom jüngsten Gerichte. 411 treue gnade? Du kommst, und seine christen, zu erlösen; Er hilfft, daß mir Der fünde fluch nicht schade. Mit wie viel fraft und troft Verwahrst du nicht, mein Gott, Mich gegen jede furcht Auch in der letzten noth! 2. Nicht immer wird die welt ( Das sagst du uns,) bestehen, Und himmel, erd' und sonn' Und mond soll untergehen. Den from men giebst du dann Des himmels seligkeit; Dann wird kein schmerz mehr seyn, Nicht mehr geschrei noch leid. 2. Augenblicke dieſer leiden! Was seyd ihr gegen jene freuden Der unbegränzten ewigkeit? Seht die fron' am ziele prangen, 3. Gs droht der letzte tag Nur Und kämpft und ringt, sie zu ers fündern straf' und plagen. Den langen, Die ihr so hoch begnafrommen giebst du muth; Wer digt seyd. Euch hält in eurem gläubet, darf nicht zagen. Du lauf Kein schmerz des lebens bist auch mein vertraun, Mein auf, Ueberwinder! Das ziel ist trost, mein licht, mein heil, Du nah! Bald seyd ihr da, Und eumeine zuversicht, Du meines herre leiden sind nicht mehr! zens theil! sirdd 3. Der sich euch zum volk ers wählet, Der eure thränen alle zählet, Stritt auch mit unges beugtem muth. Wie hat Jesus nicht gerungen! Wie tief war er von angst durchdrungen! Wie seufzt" er laut, und schwiste blut! Doch sahn die feinde nicht Auf seinem angesicht Bange schrecken. Gestärkt von Gott, Litt er den tod; Da jauchzten alle himmel ihm. 4. Doch, wachsam muß ich seyn. Vielleicht tömmst du noch heute. Gieb, daß ich mich dazu Mit allem ernst bereite, Daß, wachsam zum gebet, Ich nicht in sicherheit Dich, Gott, verliere, dich Und deine seligkeit! 5. Dann werd' ich würdig seyn, Dem allen zu entgehen, Was fündern droht, und froh Zu deiner rechten stehen. Dann endet sich gewiß Mein kummer und mein streit; Dann erb' ich, was du giebst, Was ewig, Gott, erfreut. Pilis Vom ewigen Leben. Mel. Wachet auf, ruft uns. 558.3 esus kommt, von allem bösen Uns, kommt mit macht und herrlichfeit. Dann, an seinem großen tage, Verwandelt sich der from men klage In ewige zufriedens heit. Sey fröhlich, volk des Herrn! Er kommt, er ist nicht fern, Dein Erretter! Dein leib ist kaum Ein morgentraum; Auf ihn folgt ewig, ewig heil. 4. Mitgenoffen seiner leiden Sind wir; einst ernten wir auch freuden Mit ihm, dem überwinder, ein. Laßt uns kämpfen, laßt uns ringen, Mit unserm Haupt hindurch zu bringen, Und seines himmels werth zu seyn. Der Hülf' uns schafft, ist Er! Sein 412 Von den zukünftigen Dingen. großer nam' ist: Herr, Unsre| beneidet, Und des bekümmerten stärke. Die ihm vertraun, Die vergißt: Hier kann der mensch werden schaun, Welch eine feste nie frei von pein, Nie frei von burg er ift. eigner schwachheit seyn. 5. Hier such' ich's nur; dort werd' ich's finden; Dort werd' ich, heilig und verklärt, Der tugend ganzen werth empfinden; Den unaussprechlich großen werth. Den Gott der liebe werd' ich sehn; Ihn lieben; ewig ihn erhöhn. 6. Da wird der vorsicht heil', ger wille Mein will' und meine wohlfahrt seyn; Und lieblich wesen, heil die fülle Am throne 559. Nach einer prüfung Gottes mich erfreun. Dann läßt gewinn stets auf gewinn Mich fühlen, daß ich ewig bin. furzer tage Erwartet uns die ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die klage In göttliche zufriedenheit. Hier übt die tugend ihren fleiß; Und jene welt reicht ihr den preis. 7. Da werd' ich das im licht erkennen, Was ich auf erden dunkel sah; Das wunderbar und heilig nennen, Was uns erforschlich hier geschah. Da denkt mein geist, mit preis und dank, Die schickung im zusammenhang. 8. Da werd' ich zu dem throne dringen, Wo Gott sich ganz mir offenbart; Ein heilig! heilig! heilig! singen Dem Lamme, das erwürget ward; Und Cherubim und Seraphim Und alle himmel jauchzen ihm! 9. Da werd' ich in der engel schaaren Mich ihnen gleich und heilig sehn; Das nie gestörte glück erfahren, Mit frommen stets fromm umzugehn. Da wird durch jeden augenblick Ihr heil mein heil, mein glück ihr glück. 5. Ja, du kommst, von allem böfen Uns, deine christen, zu ers lösen; Deß sind wir froh, und danken dir. Herr, in allen trüben tagen Soll unser Herz doch nicht verzagen; Auf deine zu kunft hoffen wir. Wir wissen, wer du bist, Wer dein erlöster ist, Und sind stille. Wenn Gott uns hält: Vergeh', owelt, Stürz' ein auf uns: wir zagen nicht! Mel. Wer nur den lieben. 2. Wahr ist's, der fromme schmeckt auf erden Schon mans chen sel'gen augenblick: Doch alle freuden, die ihm werden, Sind ihm ein unvollkommnes glück. Er bleibt ein mensch, und seine ruh' Nimmt, weil er lebt, bald ab, bald zu.sjober 3. Bald stören ihn des körpers schmerzen, Bald das geräusche dieser welt; Balds kämpft in seinem eignen Herzen Ein feind, der öfter siegt, als fällt; Bald sinkt er durch des nächsten schuld In fummer und in ungeduld. 4. Hier, wo die tugend öfters leidet, Das laster öfters glücklich ist, Wo man den glücklichen Vom ewigen Leben. 413 den tod. 10. Da werd' ich dem den der uns geliebet hat, Sahn wir dank bezahlen, Der Gottes weg 9-1995) mich gehen hieß, Und ihn zu millionenmalen Noch segnen, daß er mir ihn wies. Da sind' ich in des Höchsten hand Den freund, den ich auf erden fand. 11. Da ruft,( o möchte Gott es geben!) Vielleicht auch mir ein fel'ger zu: Heil sey dir! denn du hast mein leben, Die seele mir gerettet; du! Gott, wie muß dieß glück erfreun: Der ret ter einer seele ſeyn! baie 12. Was seyd ihr leiden die ser erben Doch gegen jene herrlichkeit, Die offenbart an uns soll werden Von ewigkeit zu ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen ste Ist doch ein augenblick voll müh'! da Saidie manisa90) is has 5. Bereit zu sterben, Seines himmels erben, Entfündigt, rein von missethat Durch den, der uns versöhnet hat, Entschliefen wir. 6. Du, wunderbarer, Bist der offenbarer Und geber einer seligkeit, Die keiner in der prüfung zeit Erforschet hat. 7. All' unser leiden Gegen diese freuden, Was war's? was war bein schrecken, grab? All' unsre thränen trocknet ab, Den wir mun schaun. isttbist 168. Nicht schmerz, nicht plage, eines elends flage Ist in den hütten dieser ruh! Heil, wonne, gnade strömt uns zu; Barmherzigkeit.og of m lansed 9. Von einer klarheit Zu der andern klarheit Vom ewiglies Mel. Christ ist erstanden. in 560.Sein ewig's leben benden erhöht, Schaun wir Wird Gott einst uns geben. Dann werden wir in seinem licht Von angesicht zu angesicht Den Mittler schaun. durch den, was ist, besteht, Jehova's Sohn! 2. Schaun und erkennen; Ganz den Herrn erkennen, Wie uns der Herr erkennt, und sein 10. Du bist der Treue! Haft's vollbracht! ich freue Von ewigs feit zu ewigkeit Mich deiner, Herr, von ewigkeit Zu ewigkeit! si Mel. Jesus, meine zuversicht. Uns ewig, ewig, ewig freun! 561.aßt uns unsers vas 10 terlands, Nicht sünder mehr! pusd in 1pn3. 3ur engen pforte Dann im dunkeln worte Nicht mehr geführt, nicht mehr von fern, Schaun wir die herrlichkeit des Herrn, Den Ewigen dag 4. Preis! Hallelujah! Preis ihm! Hallelujah! Entsündigt, rein von missethat, Durch den, erbes uns erfreuen! Ach, der wehmuth thräne rann Oft der pilger mange nieder! Auch der freude thräne sey In dem blick, der aufwärts schaut! di d 2. Sind wir etwa fünder nur? Und nicht auch versöhnte Gots tes? Dürfen wir's nicht wissen, 414 Von den zukünftigen Dingen. Gott Geb' uns einst des Mitt-| er, der gut, Gerecht in allem, lers erbe? Soll der kleinmuth was er thut, Wahrhaftig ist, die entweihn, Deren hand einst und heilig. palmen trägt? dss mmid thim 3. Deren haupt die fron' um stralt, Welche nie herunter sin tet? Wissen, wissen dürfen wir's, Gott gab uns des Mittlers erbe; Dürfen wonnevoll hinauf, Wo sein licht uns leuchtet, schaun! 3. Auch der, der unser heil erwarb, Der von der fünde bürden Uns zu erretten, litt und starb, Damit wir selig würden, Der lehrt es, Jesus, unser Herr. Wer ist so gut, wer gnädiger, Als Gott, als Jesus Christus? 4. Erzittert! mur verwerfet nicht Die schauervolle lehre, Als wenn nicht auch ihr glaube pflicht, Nicht Gottes würdig wäre! Die ihr so leicht euch täuschen laßt, könnt ihr durchschaun, was er umfaßt? Der zufunft tief' ergründen? 5. Freun mit lautem lobges 5. Vermesst ihr euch, barmsang, Daß es erd' und himmel hören! Freun so voll verwunderung, Daß der heiße dank verstummet! Denn kein auge sah's, kein ohr Hört' es, und kein Herz empfand's! herziger Zu seyn? könnt ihr gerechter Und weiser richten, als der Herr, Den frevelnden verächter? Hat er euch seiner strafen art Mit ihren folgen offenbart, Daß ihr ihn meistern wollet? ind an Von der Verdammniß. Mel. Es ist gewißlich an der. 562.h! ewig wird die ftrafe seyn, Die fünder leiden sollen, Wenn sie nicht hier gerecht und rein Durch Christum werden wollen. Ja, ewig ist der zweite tod, Den Gottes recht den frevlern droht, Die feine huld verachten. 2. Der Gott, der uns so schont und liebt, Wenn wir die lafter haffen, Der gnädig jede schuld vergiebt, Wenn wir uns beffern laffen, Der hat's verkündigt; 4. Dort hinauf, wo uns ein heil, Das kein auge fah, erwartet. Das kein ohr vernahm, und das Selber nicht das Herz ers reichte! Ja, wir dürfen dieses heils Uns mit wonn' und jubel freun! 6. Gerecht ist, gut, was er ges beut, Und werth, daß er's gebiete; Und werth auch alles, was er braut, Der heiligkeit und gü te. Laßt ihm die wag'; er, der nicht irrt, Wird keines menschen recht, und wird Sein eignes recht nicht beugen. in 7. Nicht jedes volk empfängt das licht, Was seine christen has ben; Verschieden wird auch sein gericht Und lohn seyn, wie die gaben. Da, wo er nicht gefäet hat, Wird er, wie er schon hier nie that, Auch dort nicht ernten wollen. 7100 11153 Von der Verdammniß. 415 8. Du zitterst vor der ewigs| Thu's nicht aus slavenfurcht feit! Ach zittre, dir zum heile; allein; Du müsseft dich der tus Daß, eh' du's glaubst, nicht, gend freun; Denn sie giebt ehr' was er dräut, Dich sichern über- und freude. eile. Zu deinem heil enthüllt er dir Die flammen des gerichts, um hier Und dort dich zu beglücken. 9. Zerbrich nur selbst der fün- sehen. Dann ist, was dich hier de joch; Entreiß dich ihren fetzittern macht, Enthüllt von jes ten. Dann such' auch deine brüs des schattens nacht, Ganz herrs der noch Vom tode zu erretten. lichkeit und womme. 10. D, wenn du einst vollens det bist, Dann wirst du ganz verstehen, Wie der gerechte gnås dig ist; Frohlockend wirst du's fisibo ashlifth o anugilise so Juandisdi desque dans bhd D sub pod istimannya mpit biom finis dun sdn nouschidoase medii als and and about sanded up hol sin med du o mas suvi mi semplind euncil me 10 ml) sim insure amired neistis est enlla mar 52 390 0 u naprimis main isd schul om stod 579103 dat die son ang siddot dhe past usman of bon un 15th audi is milde es nupl losind chad dalf St sie 23900 bustn29( asmist door to se fin bandal sanis) dh siber bum mi RHAD dell schon sochingstests grims st.600 360 li dan ind fois), ai do tuliffide sada ephist eni to nijeve 010 # 10 Grotind 20d 523 tue shin toate and siste Billab midny buty to Indtand 10 the insholm N he wind sie du burdundy& adal on using milion at this and ma and ind 416 thritison au Gimminds and mode 12 giun and ad Die dritte Abtheilung, welche Bria Lieder über die Lehren von der christlichen Gottseligkeit und Tugend enthält. mo22 I. Von der Heiligung und christlichen Gottseligkeit und Tugend überhaupt. 1. Wahre Christen, welche durch Gottes Gnade nach einer richtigen Erkenntniß seiner Offenbarung alle Sünden verabscheuen, und Jesum für ihren Erlöser annehmen, suchen durch den Beistand des heiligen Geistes in ihrem Glauben an ihn zu beharren. Sie befleißigen sich, aus dankbarer Liebe gegen Gott und ihren Heiland, eines eifrigen Gehorsams gegen alle seine Gebote, und suchen, bei allen Reizungen zur Sünde, in der Ausübung aller auch noch so schwerer Pflichten und in der Unterlassung alles Bösen stets immer fertiger und standhafter zu werden. Mel. Christ, unser Herr, zum. 563.2 arum verschmähen menschen doch Die rettung ihrer seelen, Und säumen, Christi sanftes joch, Die leichte laft, zu wählen? So vieler herz verlanget nicht Nach ſeinen edlen gütern; Das glüd des glaubens und der pflicht Ist fleischlichen gemüthern Einschatz, den sie nicht kennen. 2. Und doch hat Jesus, wel her wohnt zu seines Vaters rechte, Selbst seines lebens nicht geschont, Daß er ste retten möchte. Er selbst hat uns mit Gott versühnt; Hat uns nicht sterben lassen. Wir sünder hatten zorn verdient: Doch wollt' er uns nicht haffen; Er bat: ,, Gott, laß sie leben!" 3. Der Vater hat den Sohn Von der chriftlichen Gottseligkeit und Tugend überh. 417 erhört; Der Vater will verge| seyn,) Mich von verborgnen feh ben. ,, Wer,( sprach er,) sich zu lern rein! dir bekehrt Und glauben will, soll leben. Befreie sie von ihrer last; Gieb ihnen, Sohn, erquidung; Gieb allen müden fried' und rast; Den treuen die entzückung Und wonne deines him4. Von aller eitlen eigenliebe Befreie mich durch deine fraft! Erweck' und mehr' in mir die triebe Zu dem, was wahre beffrung schafft! Laß meinen fleiß gesegnet seyn, Und meine heilidigung gedeihn! mels!" 4. So reizt doch nicht den zorn des Herrn Auf's neu', ihn zu entbrennen; Dient Jefu, seinem Sohne, gern; Lernt seine güter kennen; Thut buße, glaubt und heiligt euch, Eh' eure zeit vergehet. Kommt, fünder, weil euch in sein reich Der eingang offen stehet, Der eingang in den 565.Schaffet, ſchaffet, menschenkinder, 5. Du wirst mein demuthvolles flehen, Wirst den, der dich bekennt und ehrt, Gott der gnade, nicht verschmähen; Du bist's ja, der gebet erhört. Mein fels, mein heil, ich traue dir; Das, was ich bitte, giebst du mir. Mel. Freu' dich sehr, o meine. Mel. Wer nur den lieben. Schaffet eure seligkeit. Säumet 564.Mie felig, Herr, ist nicht, wie sichre fünder; Schnell der gerechte! Du bist sein schild und großer lohn. D, daß ich ganz gerecht seyn möchte! D, wär' ich, was ich seyn soll, schon! Ich,( dir bekenn' ich's,) bin noch weit Vom ziele der vollkommenheit. entfleucht der gnade zeit. Unverweilt bekehret euch; Ringet nach dem himmelreich, Und seyd heilig schon auf erden, Selig einst bei Gott zu werden. 2. Wie viel ist noch an mir zu finden, Was deinem geiste widerspricht! Wie oft befleck' ich mich mit sünden, Und billige sie selbst doch nicht! Wie oft verlaff' ich deine bahn, Und mein', ich habe recht gethan! 3. Wer kann, wie oft er fehlet, merken? Nur du durchschaust mich, wie ich bin; Nur du kannst mich im guten stärken. Drum nimm mein herz, o Vater, hin; O mach',( ich wünsche rein zu 2. Wünscht ihr's ernstlich: nun so lebet Ihm zur ehre; kreuzigt dann Eure lüft', und widerstrebet Dem, was euch verderben kann. Was er fordert, müss allein Eures lebens richtschnur seyn, Es mag eurem schwachen herzen Freude bringen oder schmerzen. 3. Selig, wer im glauben kämpfet; Selig, wer im kampf besteht; Wer des fleisches lüfte dämpfet, Und den reiz der welt verschmäht! Unter Christi treuzes schmach Jaget er dem frie Von der christlichen Gottseligkeit od moll 418 den nach. Wer den himmel will ererben, Muß erst seinen sünden sterben. 4. Unermüdet müßt ihr ringen; Nie zerstreut, nie lässtg seyn, Wenn ihr wünschet, durch zubringen, Ewig euch vor Gott zu freun. Nur auf einen tapfern streit Folgt des steges herrlich feit; Nur den kämpfer schmückt zum lohne, Daß er stritt, des himmels frone. 2. Der, der durch seines Geistes triebe Zu allem guten sich entschließt, Und Gott aus dankbarkeit und liebe Gehorsam und ihm ähnlich ist. 3. Der, der vor Gott unsträflich wandelt, Nichts lieber thut, sals seine pflicht; Der heilig denkt, und heilig handelt, Und gern die wahrheit sucht und spricht. 4. Der alle menschen ernstlich liebet, Gerecht, voll redlichkeit, gelind Und mild ist, keinen je betrübet, Und, andre zu erfreun, sich freut. 5. Der selbst die ehre seiner feinde Nie mit verleumdungen verleßt, Wenn er gleich seines Gottes freunde Nur seiner freundschaft würdig schätzt. 5. Brünstig beten; eifrig wachen; Der verführung sich entziehn; Seine pflicht zur lust sich machen; Die versuchung weißlich fliehn; Selbst beim spott und hohn der welt Das nur thun, was Gott gefällt: Dieses wollen, dieß vollbringen, Heißet nach dem himmel ringen. 6. Drum entreißet euch den lüsten, Die ihr noch gefesselt seyd; Und beweiset euch, als christen, Muthig und getroft im streit. Schont der liebsten neigung nicht; Wär' es auch die schwerste pflicht; Und denkt oft an Christi worte: Dringet durch die enge pforte!& nd 7. Zittern will ich vor der sünde, Und auf dich, o Jesu, sehn, Daß ich deinen beistand finde, In der gnade zu bestehn. Zeige mir von deinem thron Den ver heißnen gnadenlohn, Daß ich wache, bete, ringe, Und also zum Himmel bringe! te Beweisen, daß er Gott ges fällt, Und einst vor seinem angesichte Der wahren tugend preis erhält? In eigner Melodie. 566.Wben, dessen früch 6. Der die verehrer Gottes ehret, Mit ihnen thut, was Gott gefällt; Der, was er seinem nächsten schwöret, Und schwür' er sich zum schaden, hält. 7. Der nie, zum trotze der gesetze, Auf ungerechten wucher leiht, Und durch gerecht erworbne schätze Der armen traurend Herz erfreut.ending! 8. Der die bedrängten und die armen Erquicket und in schutz ste nimmt: Der findet auch bei Gott erbarmen, Dem ist des er hat den glau glaubens preis beſtimmt. 9. Der, der im glücke stets bes und Tugend überhaupt. 419 scheiden, In trübfal stets gedul-| keusch auch lebet; Der seiner dig ist: Der, Gott! erbt deines Hoheit nie sich überhebet; Im himmels freuden! Der ist dein glücke mäßig, gütig und bescheifind! der ist ein christ! den, Getroft im leiden: Nach dem 15. Pfalm. Mel. O liebster Jesu, was. 567.2 en wird, o Gott! die wonne der erlöften Nach dieses lebens furzem kampfe trösten? Wen schmückt im himmel einst vor beinem throne Der ſieger krone? 2. Nur den, o Herr, der, abgewandt vom bösen, Sich von der fünde herrschaft läßt erlösen; Der an den Sohn gläubt, seinen Herrn ihn nennet, Und frei bekennet; 3. Der deine wahrheit unter Adams finder Verbreitet; ste er leuchtet, und die fünder Durch thaten reizt, mit einem bessern leben Dich zu erheben; 4. Der, was er gläubt, gewis senhaft auch übet, Die menschen all' als seine brüder liebet, Nicht lästert, sie nicht fränkt, nicht stolz sich blähet, Und keinen schmähet; 5. Der sünden Haffet, und doch mit den sündern Mitleiden fühlet, und an deinen findern Die gottesfurcht und ihre gaben ehret, Hält, was er schwöret; 6. Der nicht der brüder ruhm und glück beneidet, Selbst reich, die armen speist, die nackten kleidet, Froh, ohne wucher auch mit milden gaben Gemüßt zu haben; 7. Der, züchtig in gedanken, 8. Den, den wird, Gott! die wonne der erlösten Nach dieses lebens turzem kampfe trösten; Den schmückt im himmel einst vor deinem throne Des Mittlers krone. Mel. Freu' dich sehr, o meine. ihr 568. Kommt, the men schen, laßt euch lehren, Welche Jesus selig preis't; Welche denen angehören, Denen er sein reich verheißt! Die im glauben fest bestehn, Freudig Gottes wege gehn, Frei ihn vor der welt bekennen, Dürfen sich die Seinen nennen. Bis 2. Selig, wer in demuth lebet, Seiner schwachheit nie vers gißt; Gott nur und nie sich ers hebet, Wenn er groß und glücklich ist. Gottes huld wird ihn erfreun, Und das himmelreich ist sein. Gott wird dort zu ehren seßen, Die sich hier geringe schätzen. 3. Selig ist, wer seine sünden Wehmuthvoll vor Gott beweint; Und, barmherzigkeit zu finder, Tiefgebeugt vor ihm erscheint. Gott will ihm die schuld verzeihn; Kraft zum guten ihm verleihn. Er, sein junger, foll auf erden Und auch dort getröstet werden. 4. Selig ist, wer sanftmuth übet, Keinem seiner feinde flucht, Und, wie sehr er ihn betrübet, Dd2 420 Von der christlichen Gottseligkeit Sich doch nie zu rächen sucht;| len Leiden, und sich dessen freun; Ruhig seine pflicht vollbringt, Standhaft ihre pflicht erfüllen; Und sein eigen herz bezwingt. Gott wird selber ihn beschützen; Er wird Gottes reich besitzen. nen In der ewigkeit belohnen. Schmach und tod dafür nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bei, Und will sie für ihre 5. Selig, die nicht mehr verstreu Einst mit unverwelkten frolangen, Als gerecht vor Gott zu seyn; Welche fest am guten han- 10. Herr, du wollest selbst gen, Und sich ganz der tuzend mich leiten Auf der tugend fi weihn; Deren Herz nichts mehr chern bahn, Wo ich dieser seligbegehrt, Als was Gottes ruhm keiten Hier und dort mich freuen vermehrt. Gott wird ihr ver- kann! Gieb, daß ich demüthig langen stillen; Jeden frommen sey; Ernstlich meine schuld bewunsch erfüllen.reu', Und, was recht ist, eifrig 6. Selig, wer der noth des liebe; Auch an feinden sanfts armen Nie gefühllos sich ent- muth übe; zieht, Ihm aus zärtlichem erbarmen Wohl zu thun, sich froh bemüht; Welcher dem mit trost erscheint, Der um trost und hülfe weint. Hülfe wird auch er empfangen, Und barmherzigkeit erlangen. 11. Daß ich armen helf und diene; Immer hab' ein reines herz; Die in feindschaft stehn, verfühne; Dir getreu in freud' und schmerz! Vater, hilf von deinem thron, Daß ich glaub' an deinen Sohn, Und durch deines Geistes stärke Mich besleiße rechter werke! 7. Selig sind, die sich bemühen, Unbefleckt vor Gott zu seyn; Die der wollust stricke fliehen, Mäßig sind und keusch und rein. Mel. O Gott, du frommer. Die nur thun, was Gott gefällt, 569.Du fagft: ich bin ein Die der dieser mer standhaft widerstehen, Werden Gottes antlitz sehen. 8. Selig, wer im frieden les bet; Wer stets ruh und einigfeit zu erhalten sich bestrebet, Feindschaft haßt, und zorn und streit; Wer die pflicht der eintracht lehrt, Und der brüder glück nie stört. Die des friedens sich befleißen, Werden Gottes finder heißen. 9. Selig, die um Chrifti wil dir, wenn werk und leben Von diesem ruhme dir Ein sichres zeugniß geben; Wenn alles, was du thust, Durch Gottes kraft und Geist, Des herzens besserung Und ihren ernst beweis't. 2. Du sagst: ich bin ein christ. Der christ, der Jesum kennet, Ihn seinen Gott und Herrn Nicht bloß vor menschen nennet, Der thut mit freuden auch, Was ihm sein Herr gebeut. und Tugend überhaupt. 421 er, gesinnt zu werden. Wenn du, wie er, vor Gott Voll lieb' und sanftmuth bist, Demüthig, wie dein Herr: So sprich: ich bin ein christ! Thust du es nicht, so ist Dein ruhm nur eitelkeit. ob 3. Du sagst: ich bin ein christ; Auf Christi tod getaufet, Ward ich so theuer ihm Zum eigenthum erkaufet. Du warst's; doch prüfe dich: Erfüllest du auch gern Und ohne heuchelei Den bund mit deinem Herrn? 4. Hast du nicht diesen bund Schon längst und oft gebrochen? Du hast, als Gottes find, Ge horsam ihm versprochen: Hast du mit treue denn Dem guten nachgestrebt? Hat nicht der alte mensch Noch stets in dir gelebt? sabald dispu 5. Du sagst: ich bin ein christ; Weil ich des Heilands lehre Zu haus und öffentlich Beständig les und höre. Wohl dir! doch, thust du auch, Was Gottes wort dich lehrt? Nur wer es hört und thut, Ist seines beifalls werth. 6. Du sagst: ich bin ein christ; Mit Gott mich zu verbinden, Such' ich oft Jesu mahl; Dann reun mich meine sünden. Doch zeiget sich bei dir In deinen werten auch Rechtschaffne besserung Nach dieses mahls gebrauch? 7. Du sagst: ich bin ein christ; Ich fündige nicht gröblich; Ich bet' und singe gern. Nun das ist pflicht und löblich, Wofern dein innres auch Rein, wie dein In eigner Melodie. äußres ist, Und du beim Gottes 570.Wenn zur vollfühdienst wahrer andacht bist. deiner 8. Bist du ein wahrer christ: So wandelst du auf erden, Wie Jesus; strebst und ringst, Wie 9. Doch, ach! so lange dich Die wollust noch regieret; Dein stolz zur eitelkeit Und schmähsucht dich verführet; Wenn neid und rachbegier Noch über dich gebeut: So tennest du noch nicht Die wahre heiligkeit. 10. Du sagst: ich bin ein christ, Und rühmst dich deß mit freuden: Allein thust du auch mehr, Als manche fluge heiden? Hast du des guten nicht Weit mehr, als site, gethan: So klagen sie dich einst Vor deinem richter an. 11. Sprich nicht: ich bin ein christ; Bis daß auch werk und leben Von diesem ruhme dir Ein sichres zeugniß geben. Der nam' ist nicht genug; Ein christ muß ohne schein, Das, was er heißen will, Im thun und wesen seyn. duft abe 12. Gott! schenke mir doch fraft, Mich ernstlich zu befleiBen, Ein wahrer christ zu seyn, Und das nicht bloß zu heißen! Denn wer den namen hat, Und nicht die that zugleich, Betrügt sich, und gelangt Nie in dein himmelreich. pflicht Dich Gottes liebe nicht beseelet: So rühme dich der tugend nicht, Und wisse, daß dir 422 Von der christlichen Gottseligkeit alles fehlet. Wenn vortheil, Gilt weisheit nichts, nichts wollust, eigensinn, Und stolz dir macht und stärke. Er will die nur das gute rathen: So thue absicht deiner werke; Ein herz, noch so gute thaten; Du hast das ihn verehrt und liebt. vor Gott den lohn dahin.. i 2. Sey durch die gaben der natur Das wunder und das glück der erden! Beglückest du die menschen nur, Um vor der welt geehrt zu werden; Erfüllt die lieve nicht dein herz: So bist du bei den größten gaben, Bei dem verstand, den engel haben, Vor Gott doch nur ein tönend erz. 3. Erbaue kirchen; brich dein brod, Das volk der armen zu verpflegen; Entreiß die witt wen ihrer noth, Und sey der waisen schutz und segen; Gieb alle deine habe hin: Vor Gott hast du doch nichts gegeben. Wenn lieb' und pflicht dich nicht beleben: So ist dir alles kein gewinn. 4. Thu' thaten, die der heldenmuth Noch jemals hat verrichten können; Vergieß' für's vaterland dein blut; Laß deinen leib für andre brennen; Beseelet dich nicht lieb' und pflicht; Bist du die absicht deiner thaten: So schüß' und rette ganze staaten, Gott achtet deiner werfe nicht. 6. Ein herz von eigenliebe fern, Fern von des stolzes eitlem triebe, Geheiligt durch die furcht des Herrn, Vom glauben angeflammt zur liebe; Dieß ist's, was Gott von uns verlangt. Wenn wir kein solches herz befigen: So wird ein leben uns nichts müßen, Das mit den größten thaten prangt. ndir 7. Drum täusche dich nicht durch den schein, Nicht durch der tugend bloßen namen. Sieh' nicht auf deine werk' allein; Sieh' auf den quell, aus dem sie kamen. Prüf' dich vor Gottes angesicht, Ob seine liebe dich beseelet. Ein herz, dem nicht der glaube fehlet, Dem fehlet auch die liebe nicht. 8. Wohnt liebe gegen Gott in dir: So wird sie dich zum guten stärken. Du wirst die gegenwart von ihr An liebe zu dem nächsten merken. Die liebe, die dich schmücken soll, Ist gütig; ohne neid und tücke; Ift sittsam; ist nie stolz im glücke; Langmüthig und erbarmensvoll. 5. Låg' ihm an unsern werfen nur: So könnt' er uns, sie zu vollbringen, Sehr leicht durch fesseln der natur, Durch kräfte feiner allmacht zwingen. Vor 9. Sie deckt des nächsten fehler zu, Und freut sich niemals feines falles; Sie suchet nicht bloß ihre ruh; Sie hofft und gläubt und duldet alles; Sie ist's, die dir den muth verleiht, Des Höchsten wort gern zu erihm, der alles schafft und giebt, füllen; Macht seinen finn zu tisigund Tugend überhaupt. 423 beinem willen, Und folgt dir in| genug: Aber seht, er selbst will die ewigkeit. sterben; Denn sein glaub' ist wahn und trug. Er bekennet deinen namen, Dhne doch dir nachzuahmen; Rühmet seines glaubens sich, Und verleugnet, Herr, doch dich. 6. Ach, wenn uns der trieb zur fünde Reizet wider unsre pflicht: Heiligster, so überwinde Uns der trieb zur fünde nicht! Lehr' uns muthig ihn bekämpfen, Und die macht der lüste dämpfen! Steh' uns in versuchung bei, Und erhalt' uns dir getreu! 7. Jesu, lehr' auf dich uns schauen; Und die fünde reiz' uns nie. Laß dein beiſpiel uns erbauen! Stärke selbst uns wider sie: Ach, die absicht deiner schmerzen Präge tief in unsre Herzen, Daß wir, von der sünde rein, Heiligster, dir ähnlich seyn! 572.M herz ergeb' ich Mel. Nun sich der Tag geendet. Gott! mein dir, Zur gabe, zum geschenk. Es fordert's ja dein wort von mir: Deß bin ich eingedenk. 2. ,, Gieb,( sprichst bu,) gieb dein Herz dem Herrn; Es ist mir lieb und werth; Ich wohn' in einem Herzen gern, Das mein zu seyn begehrt!" 3. So werd' es denn dein eis genthum, Und müff' es ewig feyn! Schaff' aber, Vater, schaff' es um, Und mach' es gut und rein! y wind 4. Es fühle dieß befleckte herz, Mel. Alle menschen müssen. er du uns mit deis nem blute Dir zum eigenthum erwarbst, Und uns fündern, uns zu gute, Schmachvoll an dem freuze starbst! Ach, wie dienen deine christen Immer noch der fünde lüften; Leben ohne besserung, Fern von ihrer Heiligung! 2. Herr, du littst, uns vom verderben, Von der sünd' uns zu befrein: Und wir wollen lieber sterben, Lieber ihre knechte seyn? Glauben immer noch in sünden Unsers lebens ruh' zu finden, Und vergessen dein ge bot, Deine schmach und deinen tod? lilio 3. Ach, wann werden wir's erkennen, Warum du gestorben bift? Wann, uns nicht bloß chriften nennen, Sondern thun, was christlich ist? Wann, um deines todes willen, Jesu, dein geſetz erfüllen, Und den lüften widerstehn, Weil sie deine leiden schmähn? 4. Wer dich sieht, von Gott verlassen, In der tiefsten trau rigkeit; Dich, Erlöser, sieht er blassen Nach vollbrachtem schweren streit; Und läßt doch zum dienst der fünden Seine lüfte sich entzünden: Der hat nicht an deinem Heil, Nicht an Gottes gnade theil. 5. Meiden könnt' er fein verderben; Hülfe giebt ihm Gott 424 Von der christlichen Gottseligkeit Erweckt zur besserung, Der wah-| verzeihn; Denn Gott vergab ren reue furcht und schmerz zu auch mir! seiner heiligung! du ondor 5. Zermalme meine härtigfeit; Erweiche meinen finn! Zur tugend gieb entschlossenheit, Wenn ich gereinigt bin! 6. Gieb, Jefu, mir auch fraft und muth, Mit freudigem vertraun Mein heil auf dich nur, auf dein blut Und dein verdienst zu baun! 7. Daß ich nicht zweifle, daß du mich Versöhnt hast, daß ich frei Von allen strafen, und durch dich Gott wohlgefällig sey. 38. Und du, o Geist der heiligung, Ach nimm dich meiner an, Weil mir nur meine befferung Durch dich gelingen kann! 9. Erleuchte, stärke deinen knecht, Daß ich durch deine kraft Fromm lebe, heilig und gerecht In meiner pilgrimschaft! 11. Wenn mich auch alle welt verläßt, So sey, nach deis ner huld, Mein Herz doch auch im leiden fest Durch hoffnung und geduld! 12. Auch sey es gegen jeder. mann Demüthig, frei von neid, Und nehme gern sich andrer an, Mit ernst und redlichkeit! 14. Ihn zu verehren, sey mein ruhm, Daß, rein von heuchelei, Gott, mein ganzes christenthum, Dir wohlgefällig sey! 15. So nimm mein herz zum tempel ein, Und laß es in der zeit Die wohnung beines Geistes seyn, Und in der ewigkeit! 16. 3um eigenthume geb' ich's dir! Gebrauch's, wie dir's gefällt! Bin ich nur dein: o wohl dann mir! Dein sey es; nicht der welt! 10. Hilf, daß ich meinem Herrn und Gott Im glauben Mel. Sey lob und ehr' dem. ewig treu, Und gegen lift, geein walt und spott Im guten standhaft sey! pl$ 4 573.D bit will ich mich dir Zum opfer übergeben. Lebendig, heilig, rein will ich Vor deinen augen leben. Wie könnt' ich eines andern seyn? Bin ich nicht durch die schöpfung dein? Nicht dein durch die erlösung? 13. Es müsse wohl zu thun sich freun, Und, rein von rachbegier, Selbst meinem feinde gern 17. Sie bräue mir; sie locke mich: Ich, Jesu, dir getreu, Verschmähe, selig nur durch dich, Der sünde täuscherei. atsto 18. Weg welt und sünd'! ich dien' euch nicht; Denn Jesus kann allein Mich,( das ist meine zuversicht,) Auch nach dem tod' erfreun. 2. Ich fiel, und wandte mich von dir, Zur finsterniß vom lichte: Doch wandtest du dich, Gott, zu mir mit deinem angesichte. Erbarmen war dein angesicht, Mich von der finsterniß ins licht zu dir zurück zu rufen. und Tugend überhaupt. 3. Dein, dein ist die barmhers zigkeit; Du liebest selbst die fünder. Seyd,( rufst du,) heilig, mir geweiht, Und meiner gnade Finder! Laßt euch erneuern; werdet gut! Dort fließet der versöhnung blut, Von sünden euch zu waschen!" 4. Dein Sohn wird, Gott! ein mensch, und stirbt, Und leidet unsre strafen; Büßt für die laster, und erwirbt Dem himmel ihre sllaven: Wie könnt' ich eines andern seyn? Bin ich nicht durch die schöpfung dein? Nicht dein durch die erlösung? 5. Durch ihn versöhnt, und dir zum ruhm Erkauft mit seis nen leiden, Will ich mich, Gott, bein eigenthum, Von dir nie wieder scheiden. Gefreuzigt werde mir die welt; Getödtet, was dir nicht gefällt, Damit dir nur lebe. 6. Dieß wirke deine fraft in mir. Ich habe kein vermögen, Die laster, welche, Gott, vor dir Verhaßt sind, abzulegen. Hier ist mein Herz; nimm ganz mich hin, Und gieb mir einen neuen finn, Damit ich dir gefalle! 7. So werd' ich, der ich finster war, Ein licht in deinem lichte; Besteh' einst mit der kleinen schaar Der frommen im gerichte; Frohlocke dann und lobe dich, Daß deine treu' und gnade mich Gerecht und selig machte. Mel. O Gott, du frommer. 425 hat großen frieden. Wie herrlich ist sein lohn Ihm selbst von Gott beschieden! Voll glauben widersteht Er jeder bösen luft; Ist seiner tugend sich Froh vor dem Herrn bewußt. 2. Er merkt auf seinen gang; Geht ihn mit festem muthe; Wird in der schwachheit stark; Liebt immer mehr das gute. Ihn machet Gottes Geist Gerecht und tugendhaft, Und er nimmt immer zu An kenntniß und an fraft. 574.2 er Gottes wege geht, Nur der 3. Gott hat er allezeit Vor augen und im Herzen; Wacht über sich, und scheut Sich vor der sünde schmerzen. Er eilet, wenn er fällt, Den fall gleich zu bereun; Sucht gnad', und strebt nunmehr, Der tugend treu zu seyn. 4. Getreu in seinem stand', Genießt er Gottes gaben, Vergnügt, wenn andre gleich Mehr glück und ansehn haben; Durch Gott bei wenigem Zufrieden, frei von neid, Von habsucht und von geiz, Von stolz und eitelkeit. 5. Schenkt Gottes hand ihm viel: So wird er vielen nüßen; Des freundes glück erhöhn; Verlaffne tugend schützen. Auch selbst beleidiger Wird er in noth erfreun; Gut, wie sein Gott gesinnt, Wird er auch milde seyn. 6. Er fränkt den nächsten nie; Schüßt seinen ruhm, sein leben; Er trägt ihn mit geduld; Ist willig zum vergeben. Und übereilt ihn auch Ein zorn, so faßt 426 Von der christlichen Gottseligkeit er sich, Und denket gleich: wie| sein lacht; Spreu, die der wind oft Verschonet Gott auch mich! zerstreut. 7. Er suchet jedes Herz Im guten zu bestärken; Und alle reizet er zu allen guten werken. Mit allen suchet er Gin leib und Geist zu sein; Mit ihnen Ei nes Herrn Und Heils sich einst zu freun. 6. Der, der sich gegen Gott empört, Besteht nicht im gericht; In der gemeine, die Gott ehrt, Bleibt der verbrecher nicht. 7. Dir, Höchster, dir gefällt die bahn, Die der gerechte geht. Du schaust im zorn den fünder an; Und, was ihn freut, vergeht. Mel. Mach's mit mir, Gott. dem, 8. Das heil der ewigkeit, Das Hier Erhält ihn so getroft, Daß auch 576.W tesfürchtig lebt, kein leid ihn schrecket; Giebt ihm im leiden muth, Und stillet jeden schmerz. Im tode selbst frohlockt Sein Gott ergebnes Herz. Den weg der tugend wan delt, Nie Gottes rechten widerstrebt, Aufrichtig denkt und hans delt; Der unentdeckt und vor der welt Von Herzen Gottes 500 Nach dem 1. Pfalm. Mel. Nun sich der tag. 575.Mohl, wohl dem rechte hält! menschen, der 2. Wohl dem, der Christo sich ergiebt, Gern thut, was der ihn lehret, Ihn liebt, weil er so hoch ihn liebt, Als seinen Herrn ihn ehret. Und frei zu jedem spötter ter lacht, Die fromme seel' entspricht: Er ist mein Gott; ich fernt; Sich Gottes recht zur laff' ihn nicht! freude macht, Und tag und nacht es lernt. dem rath Der frevler sich entzieht; Dem menschen, der den frummen pfad Der übertreter flieht! 2. Der, wo der Gottheit spöt3. Er grünet, wie am bach ein baum Von seinem segen schwillt, Sich hebt, und einen weiten raum mit seinem wipfel füllt. 4. Er trägt, wenn seine zeit fommt, frucht, Und bleibet immer grün. Er tröstet den, der schatten sucht; Der wandrer seg net ihn. 5. Das ist der fromme; was er macht, Geräth ihm und gedeiht. Staub ist der fünder, der 3. Wohl dem, der seines Gottes Geift Sein Herz zur wohnung heiligt; Der ihn durch seinen wandel preift, Durch fünden nie entheiligt! Wohl dem, der als ein wahrer christ, Stets seis ner zucht gehorsam ist! 4. Wohl dem, der sich nicht läßt von Gott Durch ruhm, durch eitle freuden, Durch noth, verführung oder spott Von seiner liebe scheiden; Der, weil die lust der welt vergeht, Sucht, was in ewigkeit besteht! 5. Den kann kein trauriges und Tugend überhaupt. 427 geschick, Kein schmerz zu heftig| trüg' ich Christi sanftes joch: drücken. Im unglück selbst wird Ich rühm's, und trag' es unihn das glück, Daß Gott ihn gern doch. liebt, entzücken. Er weiß: im leben und im tod' Ist seine selig keit sein Gott. 4. Ich fasse wohl auch muth, zu streiten; Ich seh's, des kämpfers lohn ist groß; Mein herz entsagt den eitelkeiten, Und reißt sich von der fünde los. Wie mächtig sie mich auch bekriegt: So kämpf' ich doch; mein glaube siegt. 6. Auch, wenn der weltbau einst zerbricht, Darf er doch nicht erbeben. Da hört er, daß sein Heiland spricht:„ Komm her, bei mir zu leben; Du sollst, wo ich bin, ewig seyn, Mit mir dich unaufhörlich freun." 7. Gieb, Herr, daß nichts in aller welt Von dir mich jemals scheide! Nur das zu thun, was dir gefällt, Sey meine lust und freude! Dir, was ich hab' und bin, zu weihn, Laß meine größte forgfalt seyn! Mel. Wer nur den lieben. 577.B om ziele fern, wornach ich ringe, Ruf' ich: erleichtre mir die last, Daß ich, o Geist des Herrn, vollbringe, Was du selbst angefangen haft! Empfind' ich deine kraft nicht mehr: So wird mir Jesu joch zu schwer. 2. Ich irr' in dunkeln finsternissen, Geist der wahrheit, ohne dich; Ich, von den lüsten fortgerissen, Verlier' in fünd' und elend mich. Doch, leuchtet mir dein göttlich licht: Verfehl' ich deine wege nicht. 3. Gern liebt' ich Gott von ganzer seele! Daß ich dieß wünsche, kömmt von dir: Allein zum guten, das ich wähle, Fühl ich nicht kraft genug in mir. Gern 5. Wenn mir dann leiden auch begegnen: Kann ich doch, Gott, mich deiner freun; Kann feinde, die mir fluchen, segnen, Beleis digungen gern verzeihn, Und wenn mich neid und hochmuth schmähn, Der unschuld weg doch freudig gehn. 6. Dann fühl' ich mir dein reich beschieden, Und seine freuden schon in mir; Genieße deinen hohen frieden; Frohlocke, Gott, und jauchze dir, Und glaube, daß von lastern frei, Mein wandel schon im himmel sey. 7. Doch, wenn ich noch so sehr mich hebe, Wenn ich auch noch so selig bin: So reißt die welt, in der ich lebe, Mich plößlich wieder zu sich hin; Und oft zerstört ein augenblick Den sieg der tugend und mein glück. 8. Hilf du mir, geist der stärke, stegen! Gieb du mir weisheit und verstand! Laß nicht den schwachen unterliegen, Der schon mit dir oft überwand. Erleichtre, fördre meinen streit Für meiner seele seligkeit! 428 Von der christlichen Gottseligkeit 9. Die lust der welt kann ich| sterben übe Das christenthum verschmähen, Wenn deine gna- ohn' heuchelschein! Ach, wirk' in de mich regiert; Kann durch die enge pforte gehen, Die zu dem throne Gottes führt. Hilf denn, und mache mich getreu, Daß ficher mein triumph mir sey! Mel. Wer nur den lieben. mir zu deinem ruhm, D Gott, das wahre christenthum! 6. So hab' ich schon auf dieser erde, Was mich beruhigt und erfreut. Wenn ich mit dir vereis nigt werde, Schmeck' ich des 578.Sieb, Gott, daß ich himmels seligkeit. Dann wirk dich recht erken in mir zu deinem ruhm, Mein ne; Gieb, daß ich, fern von heu- Gott, das wahre christenthum! chelei, Nicht bloß mich Christi Mel. O Gott, du frommer. jünger nenne, Gieb, daßß ich, 579. Liebreicher Gott, but was ich heiße, sey; Und wirk' in mir zu deinem ruhm, O Herr, das wahre christenthum! leib und leben, Empfindung und vernunft Aus freier huld gegeben. Steh', o Barmherziger, Durch deinen Geist mir bei, Daß ich durch deine kraft Dir stets gehorsam sey! 2. Hilf, daß ich allezeit Der sünde lüfte meide! Was dein gefetz befiehlt, Nur das sey meine freude! Mein pilgrimleben laß Von allen freveln rein; Laß mich im glauben stark Und fest in hoffmung seyn! 3. Gieb, daß ich als ein christ Mich Christo gleich bezeige! Hilf, daß ich stets mein ohr Zu seiner lehre neige; Daß ich ihr folge, Gott, Und dem, was dir gefällt! Nacheilen müss ich nie Den lockungen der welt! 4. Entzünde du mein Herz Mit deiner wahren liebe; Und gieb, daß ich sie auch An meinem nächsten übe! Mit wahrer demuth laß Mich meines glücks mich freun; Und voll geduld und muth In ieder trübsal seyn! 2. Entreiß mein sinnlich herz der erde, Daß ich, der ich unsterblich bin, Zu deinem bild' erneuert werde, Und gieb mir meines Jesu sinn! Ach, wirk' in mir zu deinem ruhm, O Gott, das wahre christenthum! 3. Dir nur ergeb' ich meine seele. Ach, zeuch sie meinem Heiland nach, Daß ich den schmalen weg erwähle, Und ehre such' in Christi schmach! Ach, wirk' in mir zu deinem ruhm, O Gott, das wahre christenthum! 4. Gieb mir zum kampfe muth und kräfte! Hilf, daß ich, deiner liebe treu, Ans kreuz den alten menschen hefte, Und dein rechtschaffner diener sey! Ach, wirk' in mir zu deinem ruhm, Mein Gott, das wahre christenthum! 5. Laß in mir glauben, hoffnung, liebe, Lebendig, fest und thätig seyn, Daß ich bis an mein is und Tugend überhaupt. 429 5. Hilf, daß ich allezeit Nach| bereu', Und ernstlich mich betrübe! deinem reiche ringe, Und von der erde tand zu dir empor mich schwinge; Denn, hat dein christ auf das, Was ewig ist, mur acht: So wird er auch mit dem, Was irdisch ist, bedacht. 6. Gieb, daß ich von der welt Nie haß und rache lerne, Und mich von wollust, geiz Und heuchelei entferne, Von neid und übermuth, Von härt' und üppigkeit, Von jeder sünd', o Gott, Die mir dein wort verbeut! 7. Dein auge müsse mich Auf meinen wegen leiten! Laß mei ne tritte nie Von deinem pfade gleiten! Sey meine burg in noth; In meinem amte gieb Zu meinen pflichten mir Verstand und kraft und trieb! Laß meine pflicht, Mein Gott, mich nicht Mitvorsatz je verletzen! Der seele heil, Mein ewig theil, Laß mich recht theuer schätzen! 3. Mein Gott, ich bitte dich, verleih' mir einen festen glauben, Der standhaft, treu und thätig sey, Und laß mir den nichts rauben! Gieb, daß ich mich Allein auf dich Und auf dein wort verlaffe; Und in der noth, Ja, selbst im tod' Dein heil getrost umfasse! 4. Hilf mir, der ich erlöset bin, Stets meinen Heiland lieben; Und laß mich stets nach seinem sinn Allein, was recht ist, üben! Auf ihn zu sehn, Ihm nachzugehn, Mich seiner nie zu schämen, Sey ich bereit, Und selbst erfreut, Sein kreuz auf mich zu nehmen! 8. Zulegt erlöse mich Von dieses lebens leiden, Und führe durch den tod Mich hin zu deis nen freuden! Ich gebe meinen geist In deine vaterhand. Bring' ihn zum himmel, Gott! Der ist mein vaterland. 5. Nie müsse geiz und eitelfeit Und stolz mein Herz regieren; Nie haß und zorn und bitterkeit Zur rache mich verführen! Dein wort gebeut Versöhnlichkeit, Verdammt der rachsucht triebe. Nicht bloß mein freund, Auch Mel. Was mein Gott will. 580.5ilf mir, mein Gott, selbst mein feind Erfahre meine verleihe mir, Daß liebe. ich nur dich begehre, Mein ganzes glück nur such' in dir, Und dich allein verehre; Daß ich in noth Dich, meinen Gott Und Vater, nie verkenne; Daß weder leid, Noch glück und freud' Mich jemals von dir trenne! e 2. Gieb, daß ich alles böse scheu', Und nur, was gut ist, liebe; Und, irr' ich, meinen fall 6. Betrug und lift und heuchelei Hilf mir sorgfältig fliehen! Nie müss ich mich durch gleißnerei Um menschengunft bemüs hen! Laß Ja und Nein Mir heilig seyn; Laß mich nicht lieblos richten; Und zank und streit Mit freundlichkeit, Mit lieb' und sanftmuth schlichten! 7. Herr, lehre mich enthalte 430 Von der christlichen Gottseligkeit famkeit; Gieb mir ein rein ge-| gleißnerei, Mir theurer, als die müthe, Daß ich in dieser prü- lust Der leidenschaften sey? fungszeit Vor böser lust mich hüte! Der lügen feind, Der wahrheit freund, Müff' ich auf richtig wandeln, Und jederzeit Nach billigkeit Mit meinem nächsten handeln! 8. Gieb, daß ich stets den müssiggang Und alle trägheit fliehe; Daß ich der welt mein lebenlang Zu dienen mich bemühe! Laß meinen fleiß Zu deinem preif', Gott, mir wohl gelingen; Und segnest du Das, was ich thu', Dir preis und ehre bringen! 9. Ach, gieb mir deinen guten Geist, Der selbst mein Herz regiere, Und mich, wie es dein wort verheißt, Auf deinen wegen führe; So wird mein Herz In freud' und schmerz Dir zu gefallen streben; Und du wirst mir, Gott, einst bei dir Den lohn der treue geben! Nach dem 11. Psalm. Mel. O Gott, du frommer. 581.3 ch such' in Gott mein glück, Und nicht in eiteln gütern; Denn was gewähren sie Unsterblichen gemüthern? Welch eine freude dem, Der beff're freuden kennt, Als die sind, die nur wahn Lust oder ehre nennt! 2. Was sagt ihr denn zu mir, Verführer meiner seele: Unglücklich müss ich seyn, Wenn ich die tugend wähle? Wenn das, was schwermuth heißt Und stolze 3. Viel' fünder suchen mich Zum laster zu verführen. Wie schwer sind neigungen Und wünsche zu regieren? Der tugend mühe schreckt; Der breite weg gefällt. Ich strauchle, wenn mich, Gott, Nicht deine rechte hält. 4. Ach, ist mur erst der grund Der tugend umgeriffen, Und wankt mein glaub': o Gott, Werd' ich nicht fallen müssen? Verlier' ich erst das ziel, Das mir der glaub' an dich In deinem himmel zeigt: Wer hält, wer rettet mich? 5. Dir fleh' ich; sey, o Gott, Mir immer gegenwärtig, Und mache meinen geist Zu allem guten fertig! Mein Mittler sey mein troft, Mein beispiel und mein rath; Denn alles prüfest du, Und richtest jede that. 6. Welch elend für mein heil Mein Mittler litt: das lehre Mein leicht betrognes Herz, Damit sich's nicht empöre; Daß meinem Jesu ich Und dir nicht ungetreu, Nicht lüftern nach der lust Bethörter fünder sey. 7. Du fennest und belohnst Den frommen, dessen glaube Strebt, daß sein kleinod ihm Kein täuschend laster raube. Wer sich nicht bessern will, Den straft dein zorn, und giebt Zum lohn' ihm trübsal dort, Der dein gefeß nicht liebt. 8. Du liebst gerechtigkeit; Der tugend kurze leiden Vergilt und Tugend überhaupt. 1080 431 ein ewig glück Mit ewig neuen| Du wirst behutsam, schränkst freuden. Welch ein vollkommner dich ein; Und, was du fliehst, ist lohn! Schweig denn, verfüh- bloß der schein. rung! ich Verachte, was du beutst; Ich haff, ich fliehe dich. Mel. Wer nur den lieben. 6. Du scheinst dir stark, weil dich nicht rühret, Was andrer herz gefangen hält: Allein, wie 582. Nicht, daß ich's leicht wirst du verführet! Ach, schon ergriffen hat welt! Der, welchen stand und gold nicht rührt, Ist oft durch einen blick verführt. hätte;( Die beste tugend bleibt hier schwach;) Doch, daß ich meine seele rette, Jag' ich dem kleinod eifrig nach; Denn tugend ohne wachsamkeit Verliert sich bald in sicherheit. 2. So lang' ich noch im leibe walle, Bin ich ein find, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, Der, wenn sein nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse luft Stirbt nimmer ganz in unsrer brust. 3. Nicht jede besserung ist tugend; Ach, nur zu oft das werk der zeit; Die wilde hizze roher jugend Wird mit den jahren sittsamkeit; Doch eigendünkel hält für gut, Was doch natur und zeit nur thut. 4. Oft ist die ändrung deiner seele Ein tausch der triebe der natur. Du fühlst, wie stolz und ruhmsucht quäle, Und dämpfst ste; doch du wechselst nur. Dein Herz fühlt einen andern reiz; Dein stolz wird wollust oder geiz. 5. Oft ist es funft und eigenliebe, Was andern strenge tugend scheint. Du folgtest gern der schmähsucht triebe: Doch wer ist nicht verläumdern feind? 7. Du hältst dich wohl in deinem herzen Von aller rachbegier befreit; Doch sollst du eine schmach verschmerzen, So glüht dein Herz, dein auge dräut. Nun schilt des heuchlers mund so hart, Als er zuerst gescholten ward. 8. Oft denkt, wenn wir der stille pflegen, Das herz im stillen tugendhaft; Kaum lachet uns die welt entgegen, So regt sich luft und leidenschaft. Wir wers den im geräusche schwach, Und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die schwä chern triebe, Und reizungen der laster auf: Doch, opferst du, will's seine liebe, Auch deine liebe ste neigung auf? Dieß ist das auge, dieß der fuß, Deß sich der christ berauben muß. 10. Du fliehst, geneigt zur ruh' und stille, Die welt, und liebst die einsamkeit: Doch: bist du, fordert's Gottes wille, Die zu verlassen, auch bereit? Dein herz haßt habsucht, neid und zank? Flieht's unmuth auch und müssiggang? 432 Von der christlichen Gottseligkeit Infiou 11. Du bist gerecht: doch auch| blicken: Doch weiter fort führt bescheiden? Liebst mäßigkeit: er zum heil, Und endlich zum doch auch geduld? Du fühlest entzücken. deiner freunde leiden: Vergiebst du feinden auch die schuld? Von allen lastern sollst du rein, 3u aller tugend willig seyn. 12. Sey nicht vermessen; wach' und streite; Denn wachen muß, wer fallen kann. Dein Herz hat seine schwache seite; Die greift der feind der tugend an. Die sicherheit droht dir den fall; Drum wache stets, wach' überall! 4. Gott! hättest du es uns vergönnt, Nach unsers fleisches willen, Wenn wollust, neid und zorn entbrennt, Die lüfte frei zu stillen; Erlaubtest du den menschen hier, Einander frei zu fränken: Was müßten wir doch dann von dir, Du weiser Vater, denken? 5. Du willst, wir sollen glücklich seyn: Drum gabst du uns gesetze. Du gabst sie uns, uns zu erfreun; Sie, unsre besten schäße. Du sprichst in uns durch Mel. Durch Adams fall ist. ft denkt mein 583. herz, wie schwer den verstand, Und ſprichſt durch das gewissen, Was wir, geschöpfe deiner hand, Fliehn oder wählen müssen. 6. Dich fürchten, das ist weisheit nur; Und freiheit ist's, fie wählen. Die wahrheit, und nicht bloß natur Regier' in unsern seelen. Was ist des geistes ei genthum? Was sein beruf auf erden? Die tugend! was ihr lohn und ruhm? Dir, Höchster, ähnlich werden! es sey, Auf deiner bahn zu wandeln, Und täglich deinem worte treu Zu denken und zu handeln. Die tugend kostet fleiß und müh, Mehr, als der steg der lüste; Jedoch, mein Gott, was wäre fie, Wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer laster freun, Trifft ja auch schmerz hienieden. Sie sind die sllaven eigner pein, Und haben keinen frieden. Der fromme, der die lüfte dämpft, Hat oft auch seine leiden: Allein der schmerz, mit dem er kämpft, Verwandelt sich in freuden. mellom de 3. Des lasters bahn ist anfangs zwar Ein heitrer weg durch auen: Allein sein fortgang wird gefahr, Sein ende nacht und grauen. Der tugend pfad ist anfangs steil Noch ungeübten 7. O stärke mich dazu mit fraft; So wird es mir gelingen. Du bist es, Gott, der beides schafft, Das wollen und vollbringen. Wer kraft hat, wird durch den gebrauch Von dir noch mehr bekommen; Wer's aber nicht hat, dem wird auch Das, was er hat, genommen. 8. Mich stärk' auf deiner tugend pfad Das beispiel sel'ger fislund Tugend überhaupt. 433 geister. Ihn zeigte mir und ihn| weicht doch nicht; Gott wird betrat Ja selbst mein Herr und sein reich, Wird kraft zum streit Meister. D, laß mich nie des uns schenken, Wenn wir nicht frechen spott, Dir nachzufolgen, muthlos weichen. Is musid seurs Hindern! Bei dir ist wahrer ruhm, o Gott, Und nicht bei menschenkindern. 3. 3war groß ist unsers kampfs gefahr: Doch laßt uns ihre schrecken Uns nicht vergröBern; wunderbar Wird Gottes schutz uns decken. Er stärkt, der mächtig stärken kann, Wenn wir um hülfe flehen. Er reicht den harnisch: zieht ihn an, So könnt ihr freudig stehen, Und muthig überwinden. 9. Gieb, daß ich mit der ewigkeit Den kampf so kurzer jahre Vergleich', und stets vor sicher heit Und frevel mich bewahre! Das kleinod, das der glaub' ers hält, Laß neuen muth mir geben, Und zu den freuden jener welt Mich oft im geift erheben! 4. Mit seiner hölle graun um 10. Erhalte mich stets unverzagt, Wenn mir's nicht immer glücket, Wenn mich, so viel mein Herz auch wagt, Stets neue schwachheit drücket! Du siehst nicht auf die that allein; Du siehst auf meinen willen. Ein göttliches verdienst ist mein! Dieß laß mein herze stillen! hüllt, Schießt satan flammenpfeile. Dann, dann ergreift des glaubens schild: Schüßt euch mit Chrifti heile, Mit diesem helm auf eurem haupt, Und mit des Geistes schwerdte, Mit seinem worte, dem ihr glaubt, Das Gott euch selbst gewährte, Damit ihr stegen könntet. Mel. Es woll' uns Gott. 5. Wer überwindet, soll den 584.hr mitgenoffen! tod, Den zweiten tob nicht ſe auf er auch in Damit uns Gott belohne! Es gilt das reich der herrlichkeit, Der überwinder krone. Wer weichet, wird auch nicht gekrönt. Wie hat der Herr gestritten; Der Herr, der uns mit Gott versöhnt! Er hat für uns gelitten Am ölberg und am freuze. 585. inft felig bort zu Das ist 2. Haltet an, und seht Empor zu eurem lohne. Getrost! durch unsre feinde geht Der weg zu jener krone. Ob tausend auch zur rechten euch, Zur linken tausend sänken: So staub erschuf. Ge noth: Dort wir er nicht verges hen. Nach dieses leben kurzem ftreit, Nach seinem kurzen leiden, Wird ihn der unschuld weißes kleid, Gerechtigkeit, bekleiden, Hell durch das blut des lammes. Mel. In allen meinen thaten. und bleibt auf erden Mein heiliger beruf. Gott, dem ich freudig glaube, Weckt wieder aus dem staube Mich, den er einst aus 434 Von der christlichen Gottseligkeit 2. Die erde, da wir wallen, den felch getrunken, Bift in to| Oft straucheln, stehn und fallen, desnacht gesunken; Doch im Ist nur ein pilgerland, Das uns ewigen gericht Bliebst du, Gott, zum himmel leitet, Zur ewigkeit der mensch war, nicht. bereitet; Der frommen kurzer prüfungsstand.uefament 3. So soll nicht lust noch leiden Von meinem Gott mich scheiden, Mich, der ich ewig bin. Was ist mein irdisch leben? Wozu ist mir's gegeben? Wie lange währt's? so ift's dahin. 4. Wer kann sein geheimniß faffen? Wer, wie hoch er sich auch schwang? Gott, sein Gott, hatt' ihn verlassen, Als er mit dem tobe rang. Dennoch war triumph sein ende. Vater, nimm in deine Hände Meinen geist! rief er; mit macht Rief er aus: es ist vollbracht. D 4. Einst selig dort zu werden, Das ist und bleibt auf erden Mein heiliger beruf. So sey all mein bestreben, Ganz heilig ihm zu leben, Ihm, der zur ewigkeit mich schuf. Os dato Mel. Alle menschen müssen. 586.Nicht icht nur ftreiten, überwinden Muß, wer nach der krone ringt. Ernstvoll ist der kampf der fün 587.ch, die zweifelnden den; Und der heilige nur singt An dem ziele stegeslieder; Er mur schaut mit wonne nieder Auf des heißen streits gefahr, Die ihm oft so furchtbar war. 2. O mein Jesu, überwunden Haben deine märtyrer. Banger waren jene stunden Ihres kampfs; ste stritten mehr, Als ich jemals streiten werde; Denn dein heiligthum, die erde, Deine hütte, Gottmensch, ruht, Trieft nicht mehr von christenblut. 5. Was sind meine kurzen leiden Gegen die, die Christus litt? Und was gegen jene freuden, Die mir Christi tod erstritt? Und doch folg' ich dir mit beben? Durchzudringen in dein leben, Gieb mir, der du für mich strittst, Für mich unaussprechlich littst. Mel. Freu' dich sehr, o meine. 3. Ueberwunden, überwunden, Hast du, Herr der Herrlich feit! Todesschweiß und blut und wunden, Ew'ger tod, das war dein streit. Ganz hast du ich treu und standhaft seyn? Werd' ich stegen? werd' ich wanfen? Wank' ich: wird mir Gott verzeihn? Dieser zweifel sind so viel; Diese suchen, Gott, das ziel Deines rufes meinen blicken Zu verdunkeln, zu entrücken. 2. Die versucher meiner seele Sagen: fruchtlos, thöricht sey's, Daß ich, fromm zu seyn, mich quäle, Allzu hoch des glaubens preis. Ja, so blumig ist, so breit Nicht der weg der heiligkeit, Wie der eb'ne weg der lüfte; Ist ein dornpfad in der wüste.suras@ 3. Aber du haft auch gelitten, Jesu Christe; nicht für dich: Ei and disg und Tugend überhaupt. 435 nen harten kampf gestritten;| mich bange, Und der welt geDer versuchung kampf für mich. fährlichkeit; Daß ich doch noch Meine hülfe sey denn du! Gieb unterliege, Und mein fleinod der müden seele ruh! Jede sün nicht erstege. de will ich hassen. Ach, wie kannst du mich verlassen? 4. Schaue her zu deinem finde; Höre mich, und steh' mir bei! Herr, bewahre mich vor sünde: Mache mich getrost und treu; Daß ich standhaft deine wege Wandeln und nicht straucheln möge; 5. Daß die welt mich nicht verführe, Nicht durch furcht und schmeichelei, Und ihr spott nicht triumphire, Daß auch ich gefallen sey; Stolz auf ihre bosheit stege, Weil ich irr' und unterliege. 4. Meine seele betet: stärke Mich, o Mittler! und du hörst. Ruhe giebst du; ja, ich merke, Daß du kraft und muth gewährst. Sey der lüste weg auch breit; Schmal der weg der heiligkeit; Fröhlich sey dort das getümmel: Deine bahn nur führt zum himmel. 5. Weicht, ihr zweifelnden gedanken: Werd' ich treu und standhaft seyn? Werd' ich sie gen? werd' ich wanken? Wank' ich: wird mir Gott verzeihn? Mein versuchter Mittler giebt Hülfe jedem, der ihn liebt; Giebt mir heilige gedanken, Muth und treue, nicht zu wanken. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. err, wie Mel. O Gott, du frommer. 588. muß ich ringen, 589 Last unter Gottes Eh' ich auf der steilen bahn Deines rechts zum himmel dringen Und vom kampfe ruhen kann? Werd' ich meinen Hang zu sünden Endlich völlig überwinden? arm Uns, wer ihn ehret, beugen! Laßt uns auf ihn vertraun! Seht jene schaar von zeugen, Die ihr vertraun auf ihn Gegründet, und die saat Des festen glaubens nun Ganz eingeerntet hat. 2. Ach, wenn mich die lust der erde, Oder fühner fünder spott Reizet, daß ich träger werde: Wirst du mein vergessen, Gott? Wirst du mich dann unterstützen? Eilen, gnädig mich zu schützen? 2. Wie triumphirten sie, Die hohen palmenträger! Wie selig find sie nun! Am thron' ist kein verkläger, Der sie verklagte noch; Verwandelt ist das leid Derprüfung in triumph, Voll ruhm und seligkeit. 3. Ach, ich zittre! Gott, wie lange Soll ich kämpfen diesen streit? Meine schwachheit macht e2 6. Der du kraft und muth gewährest, Hilf des schwachen schwachheit auf! Ja, ich hoffe, daß du hörest, Und ich freue mich darauf. Rühmen will ich's, und dir singen, Daß du stärke giebst zu ringen. 436 Von der christlichen Gottseligkeit u. Tugend überh. 3. Sie suchten nicht ihr glück| umstralt Der überwinder haupt. Auf erden, noch erkohren Sie O selig, wer sich Gott Zum theil fleisch zu ihrem arm; Als pilger erwählt, und glaubt! hier, verloren Sie aus den augen nie Ihr besser vaterland, Ihr besser erb', ihr heil In ihres Gottes hand. dd 6. Gesegnet ist der mann, Der auf den Herrn vertrauet, Und feine hoffnung nur Auf diesen felfen bauet; Der treu ist, nicht von ihm mit seinem Herzen weicht; Kämpft, wenn er kämpfen soll, Und in der noth nicht fleucht! 4. Für jede wohlthat ihm zu danken willig, nahmen Sie gern sein freuz auf sich, Und, wenn sie wankten, famen Sie, from men findern gleich, Zum Vater, und er trug Mit ihnen ihre last, Und gab des muths genug. 7. Er stehet, wie ein baum An bächen eingewurzelt, Durch keine glut verzehrt, Durch keinen 5. Oft, oft umwölkten sie Der sturm entwurzelt. Er bleibet trübsal finstre stunden. Durch immer grün; Der müde wandrer glauben haben sie Gekämpft und sucht Den edeln baum, der gern überwunden. Des sieges fron' Ihm schatten giebt und frucht. II. Ueber die Gesinnungen und Pflichten wahrer Christen gegen Gott. 2. Wahre Christen bestreben sich, Gott und Jesum, ihren Erlöser, immer richtiger und vollkommner zu erkennen. Sie verehren ihn, mit einer kindlichen und demüthigen Furcht, über alles. Sie beschäftigen sich gern mit dem Lobe seiner Vollkommenheiten und Werke. Sie lieben ihn über alles, und suchen, voll herzlicher Dankbarkeit für alle seine Wohlthaten, ihm immer ähnlicher und gehorsamer zu werden. Sie vertrauen ihm über alles, und beten in allem ihrem Anliegen allein zu ihm. Sie schwören zur Entdeckung und Bekräftigung der Wahrheit ohne Leichtsinn bei keinem andern, als bei ihm. Sie bekennen ihn und sein Wort mit Freudigkeit vor jedermann, und hüten sich vor allem, was den Gesinnungen zuwider ist, die sie ihm schuldig sind. Von der Erfenntniß Gottes.| bist, Du, den ich findlich ehre, Mel. O Gott, mein Schöpfer. Dich richtig zu erkennen, ist Des 590. Dein Schöpfer liger durch dich zu seyn, Dich imer du, o Gott, und ehre. Stets se Von der Erkenntniß Gottes. 437 6. Wie liebt er nicht dein wort, o Herr, Das doch die spötter hassen! Er ehrt's, und täglich strebet er, Ganz seinen sinn zu faffen. Wenn's ihm mun zeiget deinen Sohn, Und deiner liebe thaten, Der seele werth, der tugend lohn, Die ernten ihrer saaten: Was fühlt er dann für freuden! 3. Nur fünder geben, Herr, nicht acht, Wie du dich uns vers klärest; Mit welcher weisheit, huld und macht Du uns erhältst und nährest; Wie alles, schön geordnet, sich Zum allgemeinen segen Vereinigt; wie so väterlich Du uns auf tausend wegen Mit 7. Ist dieß bloß dämmernd morgenlicht,( So spricht der christ voll wonne) Was wird der tag einst seyn, welch licht Der zukunft volle sonne! Wie theuer sind ihm dann, o Herr, Nicht deines worts gesetze! Viel theurer, Gott, viel herrlicher, Als aller reichen schäße, Als jedes glück der erde. urbasin ots 8. So wird er stets erleuchteluft und heil begegnest.ster, Von vorurtheilen freier, 4. Wer fromm und gut ist, sieht's erfreut; Sieht täglich mehr beweise Von deiner größ' und Herrlichkeit zu deinem ruhm und preise. Zum lichte wird die finsterniß, Die dich und deine pfade Ihm oft verbirgt; er wird gewiß, Daß herrlichkeit und gnade Stets deine werke frönen. 3um guten immer williger, Standhafter und getreuer. Mehr weisheit, mehr erkenntniß giebt Mehr freudigkeit im leiden; Giebt, weil er brünstiger dich liebt, Mehr trost, giebt hohe freuden Selbst in der angst des todes. mer mehr zu lieben, Sich deiner immer mehr zu freun, Müsf er sich täglich üben, Von dir stets mehr zu lernen. 2. Wir können uns zu dir auch hier Schon immer näher schwin gen. Wie schwach wir sind: mit dir, mit dir Soll uns dieß werk gelingen. Nur laß uns auf den unterricht Von dir, in deinen werken, Und auf der offenbarung licht Getreu und forschend mer ken, Damit wir weiser werden. 9. Laß denn von heiliger begier Und sehnsucht mich entbrennen, Dich, Gott, und deinen Sohn schon hier Stets besser zu erkennen; Daß ich, von jedem wahne frei, Dich immer treuer liebe, Dir immer mehr gehorsam sey, Und täglich mehr mich übe, Dich würdig zu erheben! Mel. Lobt Gott, ihr christen. 5. Was er nicht faßt, vers schmäht er nicht, Empört sich nicht dawider; Und, wo er zweifelt, sucht er licht; Fragt seine weisern brüder; Fragt seine leh rer; harrt und schweigt, Daß er nicht frevelnd richte, Was er nicht einsteht; überzeugt, Im dunkel und im lichte Sey'st bu gleich 591.Wie felig bin ich groß und herrlich. wenn mein geist 438 Von den Pflichten gegen Gott. Empor zu Gott sich hebt, Und,| Wie finster auch die zetten sey'n, weil er seinen Schöpfer preis't, Darf dennoch mir nicht grauen. Des engels leben lebt! Ich kenne dich, Und weiß, daß ich Nach deinen rechten frage; Weiß, deine treu Wird täglich neu, Und sorgt für meine tage. 2. Wer gleicht ihm? wer ist so geschmückt mit herrlichkeit und licht? Er ist der Schönste! wen entzückt Des Schönsten anblick 3. Nicht klagen will ich, Gott, nicht? moms sic adol, drevor dir; Nicht weinend zu dir 3. Ein voller strom von wol treten. Mit zuversicht,( die giebst luft quillt Aus seiner wissenschaft; du mir,) Mit freuden will ich Denn er ist selig, er erfüllt mit beten. Dein angesicht Verbirgt freuden, was er schafft. sich nicht Vor denen, die dich ehren. Du merkst auf ste, Verwirfst sie nie, Und eilst, ste zu erhören. 4. Der Herr ist selig; nicht allein; Denn er will in der zeit Und ewigkeit auch uns erfreun Durch seine seligkeit. 4. Du wolleft in der bösen zeit mit deinem schild' mich decken! Mich setze, Gott, in sicherheit Vor allen ihren schrecken! Mich treffe nicht Dein zorngericht; Du wollest meiner schonen! Bei tausenden, Die untergehn, Laß unversehrt mich wohnen! 5. Gott, hilf mir, daß ich immer hier Ein göttlich leben führe, Und meine freudigkeit zu dir Durch sünden nicht verliere! Der sünder schmach Folgt ihnen nach; Du zürnest, und sie zittern. Mich trifft auch nie Der sturm, wie ste; Nichts kann mein glück erschüt tern. 5. Er wollt's, und schuf, und mun umringt Den Seligen ein heer, Das selig ist und ihm lobfingt, Das niemand zählt, als Er. 6. Auch ich,( und das ist mein beruf;) Auch ich soll selig seyn. Heil, seele, dir, die Gott erschuf, Um seiner dich zu freun! 7. Schon stehst du durch ein dämmernd licht, Was engel mehr verstehn. Dort wirst du ihn von angesicht zu angesichte sehn. Mel. Was mein Gott will. 592.0 ie dich nicht kens nen, die nicht, Gott, Nach deinen rechten fra gen, Die haben in der zeit der noth Auch keinen troft, und za gen. Wie bebt ihr herz, Beklemmt Von der Furcht Gottes. von schmerz! Es findet keinen 593.Wriu, der ehre, Mel. Wer nur den lieben. er weise werden retter; Denn du bist nicht Die zuversicht Der fünder und der spötter. 2. Ich aber darf auf dich al lein Mit ganzer seele trauen, will, Der fürchte seinen Gott, den Herrn. Das ist der weisheit größte lehre; Wer sie begehrt, ber lernt sie gern; Der thut, was Von der Furcht Gottes. 439 Gott will, und vollbringt Auch antlitz sehen! Ich, beiner hoheit das, wozu kein mensch ihn zwingt. Gott und lieut 2. Von Gottes Hoheit ganz durchdrungen Und eig'ner niedrigkeit, schaut er Durch jedes wahns verdunkelungen Auf jedes werk von ihm umher; Und mir bewußt, Will immer deine wege gehen, Voll frommer furcht und doch mit luft. Wohl dem, der dich stets findlich scheut; Denn sein ist heil und seligkeit! Mel. O großer Gott von. ihm ist alles und gut herrlich, was sein Vater thut. 3. Wirst du den Höchsten kindlich scheuen, So wird dir keine pflicht zur last; Und nimmer wird es dich gereuen, Daß du dich ihm geheiligt haft. Wer Gott zu seinem zeugen hat, Der freut sich jeder guten that. id 4. Wenn sünder sich in nacht verhüllen;( Denn nur die fünder scheun das licht;) Erfüllst du freudig seinen willen, Und bebst vor deinem richter nicht; Denn schwache trägt er, und verzeiht Der tugend unvollkommenheit. 5. Die welt mag deinen namen schänden, Weil du nicht ih. re wege gehst: Ist doch dein ruhm in seinen Händen; Wie groß, wenn du vor ihm bestehst! Wer diesem richter wohlgefällt, Was kümmert den der spott der welt? 6. Es mögen dir tyrannen drauen: Die furcht vor Gott giebt tapferkeit; Giebt muth, nicht spott noch zwang zu scheuen; Giebt muth, zu thun, was Gott gebeut. Dir graut, ist Gott dein heil und licht, Selbst vor des todes schrecken nicht. 7. Laß, Gott, mich einst dein 594.ie groß biſt bu du, Gott! Wie groß ist, Herr, dein reich! Wer ist auf erden dir, Wer dir im himmel gleich? Vor dir erbebet jede welt, Und was dein arm umschlossen hält. Wer sollte dich nicht fürchten? Dich kennen, und nicht fürchten? TANT 2. Gegründet ist von dir Die erd', und um dich her Der himmel ausgespannt; Begränzt von dir das meer. Du hobst die berg' empor allein; Sie stürzen, wenn du dräueft, ein. Wer kann sich dir entziehen? Dir fann fein mensch entfliehen. di 3. Wie in der töpfers hand, So sind, o Gott, auch wir In deiner Hand mit leib Und seele, Herr, vor dir. Du willst, das menschliche geschlecht Soll dir gehorchen, soll dein recht, Soll deinen heil'gen willen Erkennen und erfüllen. 4. Erleuchte meinen geist, D Gott, mit deinem licht! Dich findlich fürchten, sey Mir seligfeit und pflicht. Hilf, daß ich, als dein unterthan, Der deiner nie entbehren kann, Mit ernst und lust mög' streben, Dir, wie du willst, zu leben! 5. Laß deine gegenwart Mir 440 Von den Pflichten gegen Gott. immer heilig seyn! Laß auch im| vermessen, In noth nicht wandunkeln mich Dein helles auge felmüthig sey; Daß ich nicht frevscheun! Erinnre, wenn zur sün- le, weil du schonst, Nicht uns de mich Ein scheinbar glück ver- nach unserm thun gleich lohnst! führt, an dich, Den richter ihrer sklaven, Und deine macht, zu strafen. 5. Ja, Vater, laß mit furcht und zittern Mich schaffen meine seligkeit! Laß meinen glauben nichts erschüttern; Und schüße mich vor sicherheit! Nie werde meine zuversicht Der täuschung wahn: Gott sieht mich nicht! 6. Laß stets in deiner furcht mich wandeln, Und mich, ich sey auch, wo ich sey, Allein nach deinem willen handeln; Denn du verdammst die Heuchelei. Wer 595.Dich fürchten, Gott, dich von herzen scheut und ehrt, Nur der ist dir, o Vater, werth. dich findlich scheuen, Sey meine lust und seligkeit; Denn niemand kann sich deiner freuen, Der nicht dein hei lig auge scheut. Drum wirke, Herr, dein Geist in mir Furcht, wie ein kind sie hat, vor dir! 7. Laß einst in deiner furcht mich sterben; So schreckt mich weder tod noch gruft. Ich werde deinen himmel erben, Wohin mich mein Versöhner ruft. Wie werd' ich seiner dann mich freun! Wie groß wird meine wonne seyn! 6. Doch gieb, daß meine furcht Vor dir nicht fnechtisch fey! Befreie mein gemüth Von zwang und heuchelei! Gieb mir den findlich freien Geist, Der gern thut, was dein recht mir heißt, Daß ich aus reiner liebe Mich im gehorsam übe. in Mel. Wer nur den lieben Gott. 2. Sie leite, was ich thu' und denke; Sie ist die wahre weisheit, Gott! Sie führe meinen gang, und lenke Zur tugend mich in glück und noth. Wer sie nicht 596. schätzt und lieb gewinnt, Der ist nicht dein, ist nicht dein kind. 3. Gieb, daß ich stets zu herzen nehme, Daß du allgegenwärtig bist, Und das vor dir zu thun mich schäme, Was dir, mein Gott, ein gräuel ist! Was hilft das lob der ganzen welt, Wenn dir mein leben nicht gefällt? Nach dem 26. Pfalm. Mel. Wer nur den lieben Gott. ch fürchte Gott: was kann mir schaden? Ach, läutre, Vater, läutre mich! Bewahre mich auf deinen pfaden, Daß ich dich ehre, Gott, nur dich; Daß ich, dir ganz geweiht und treu, Versichert deiner gute sey! 2. Vereint mit deinen wahren kindern, Will ich der bösen umgang fliehn; Will sichern, will vermess'nen sündern, Will ihrer freundschaft mich entziehn. Ich 4. Nie laß mich dein gericht vergessen, Damit ich, deinem rufe treu, In meinem glücke nie Von der Furcht Gottes. 441 Haff ihr frevelndes geschwäß,| sind, nicht; Denn größer ist sein Ihr lästern wider dein gesetz. schuß und retter, Gott, seines herzens zuversicht. Wer den nicht mehr, als menschen, ehrt, Ist seiner hülf' und huld nicht werth. 3. Wo deine frommen dir lobsingen, Wo sie vor deinen Sohn, den Herrn, Die opfer ihres danfes bringen, Da, wo sie danken, wohn' ich gern; Da opfr' auch ich gebet und dank; Da schalle dir mein lobgesang. 4. Da will ich lernen, dich zu lieben; Da, deine wunder zu verstehn; Mein Herz in deiner weißheit üben; Mich vorbereiten, dich zu sehn, Dich, der von sünden mich befreit, Im size deiner Herrlichkeit. Mel. Wer nur den lieben. 597.2 er feine furcht vor menschen achtet, Wer vor der sünder zorn' nicht zagt, Ihr lob und ihren spott verachtet, Und alles für die tugend wagt: Wie groß, wie lie benswürdig ist nicht dieser held, der wahre chrift! 2. Er bleibet unter Gottes schirme Froh, ruhig und voll zuversicht; Er fürchtet, wenn auch blig' und stürme Ihn überall bedräun, sich nicht; Er traut auf Gott; und wo ist dann Nur Ein geschöpf, das schrecken kann? 3. Gott aber, dem zu widerstreben, Das fürchtet er; und das allein. Stets, wie er ihm gebeut, zu leben, Das läßt er seine sorge seyn; Und so gesinnt, erbebt der christ Vor nichts, was andern furchtbar ist. 4. Er fürchtet selbst der erbe götter, Wenn sie der tugend feind 5. Verfolgt ein feind sein glück, sein leben; Zieht list ihn in ihr net hinein: Was kann der christ? er kann vergeben; Kann lieben, ähnlich Gott zu seyn; Kann seis ner hasser tücke sehn, Und doch für ste um gnade flehn! 6. Wird ihm der menschen lob entrissen: Wie leicht erträgt er schmach und spott! Was ist sein trost? sein gut gewissen! Wo hat er lob und ruhm? bei Gott! Ein neid, der dieses glück nicht stört, Ist keiner christenthräne werth. 7. Er hütet sich in guten tagen Vor übermuth und eitelkeit, Und, wenn es stürmt, vor allen flagen Muthlofer unzufriedenheit; Gewiß, daß alles, was ihn fränkt, Sein Gott zu seinem besten lenkt. 8. So will ich denn, so lang' ich lebe, Dich fürchten, Gott, damit ich einst Vor dir, Allmächtiger, nicht bebe, Wenn du zu richten nun erscheinst. Wer dich mur scheut, den schreckt selbst nicht Die ewigkeit und dein gericht. Lobgesänge und Danklieder. 350 In eigner Melodie. 598. Hert err Gott, dich los ben wir; Herr Gott, wir danken bir. Dich, Gott Vater, in Ewigkeit Ehret die Welt weit und breit. 442 Von den Pflichten gegen Gott. gleich All' Engel und Himmelsheer',| Du siß'st zur Rechten Gottes Und was dir dient zu deiner Ehr', Auch Cherubim und Seraphim, Singen immer mit hoher Stimm': Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Der Herre Zebaoth!** Dein' göttlich macht und Herrlichkeit Mit aller Ehr' in's Vaters Reich. Ein Richter du zukünftig bist Allem, was todt und lebend ist. Nun hilf uns, Herr, den Dienern time to bein, gatting the intihar Die mit dein'm theur'n Blut erlöfet seyn! sms raid Laß uns im Himmel haben Theil Mit den Heil'gen im ew'gen Geht über Himm'l und Erden Heil! weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl Und die lieben Propheten all', Die theuren Märt'rer allzumal Loben dich, Herr, mit großem Schall. Die ganze werthe Christenheit Rühmt dich auf Erden allezeit. Dich, Gott Vater, im höchsten Thron'; Deinen rechten und ein'gen Sohn; Den heil'gen Geist und Tröster werth Mit gleichem Dienst fie lobt und ehrt. Du König der Ehren, Jesu Chrift! Heil deinem Volk, Herr Jesu Christ, nadmi Und segne, was dein Erbtheil ist; Wart' und pfleg' ihr'r zu aller Zeit, Und heb' sie hoch in Ewigkeit! Täglich, Herr Gott, wir loIngben dich, Und ehr'n dein'n Namen stetiglich, Behüt' uns heut', o treuer Gott, Vor aller Sünd' und Missethat! Sey uns gnädig, o Herre Gott! Sey uns gnädig in aller Noth! Zeig' uns deine Barmherzigkeit, Wie unsre Hoffnung zu dir steht! Auf dich hoffen wir, lieber Herr! In Schanden laß uns nimmertant mehr! Amen! Gott Vaters ew'ger Sohn du bist. Der Jungfraum Leib nicht haft 599.Her w verschmäht, Zu erlösen das menschlich' Geschlecht. dio In derselben Melodie. Gott, dich los ben wir; Herr Gott, wir danken dir. Jehova ist von Ewigkeit; Er schuf die Welt, das Werk der Zeit. Die ganze weite Schöpfung preis't, Du haft dem Tod' zerstört sein' Macht, Und all' Christen zum Himmel bracht. Vom Lobe Gottes und der Danksagung. 443 Gott Vater, dich! dich, Sohn!| Erwürgt für unsre Mifsethat, dich, Geist! Im Grabe läsfest du uns nicht; Die Cherubim, die Seraphim, Du kömmst, du fömmst, und Die Himmel alle fingen ihm: hältst Gericht. dal Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Jehova Zebaoth! Weit, über alle Himmel weit Geht deine Macht und Herrlichkeit. Einst sey im Himmel unser Theil Sie, die den Erdkreis wunder- andar Zeit, bar Bekehrten deiner Boten Schaar, Des Mittlertodes Märtyrer, Sie preisen ewig dich, o Herr! Am Grabe noch, noch in der Zeit, Preis't dich auch deine christenheit: Dich, Vater, auf der Himmel Thron'! ( Wer ihm gehorcht, der fündigt nicht;) Dich, Jesu Christ, des Vaters Sohn! Ist dem, der fällt, und es bereut, Und dich, o Geist, deß Wunder- Barmherzigkeit, Barmherzigkeit. fraft Die Erd' erfüll', Herr, stets dein Ruhm; des Himmels Heiligthum! Amen! Dein großer Lohn, dein ewig's Heil! s Hilf deinem Volke, Jesu Chrift, Und segne, was dein Erbtheil ist! Leit' uns durch unsrer Prüfung Den Weg zu deiner Ewigkeit! Die Erd' ist auch dein Heis ligthum. In Sündern neues Leben schafft! Du Hoherpriester! Du Pro- Erfüll' Zum Himmel hast du uns gebracht; Auch sie erfülle stets dein Ruhm! In dieser unsrer Pilgerschaft Ist, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft; Ist Lebenskraft; ist göttlich's Licht; usphet! Du König, deß Reich nie ver- 2003 Zur Rechten Gottes sitzeft du; Mit deinem Vater herrschest du. D, der für uns geblutet hat, Aids geht! Mel. Jesaia, dem Propheten. Du haft dich, Gott! uns Gott 600. A Seher Gottes da, der zu weihn, Erniedriget, ein Mensch zu seyn. Dem Tode nahmst du seine Macht; Als er im Geist Jehova sizzen faham ſah Auf seinem hohen Thron', in seinem Glanz; Es füllt der Saum des göttlichen Gewands Das Haus; es schweben Seraphim von fern, 444 Von den Pflichten gegen Gott. Und beten zu der Herrlichkeit| Du, Liebe! schufft die Welt, das des Herrn. Werk der Zeit! Erstaunend über Gott, verhüllen ste Die Lieb' ist Gott, Jehova Zebaoth! Ihr Antlitz mit zween Flügeln; decken sie Den Fuß mit zween; und mit zween fliegen sie. Der seyn wird, der er seyn wird, fingen fie: Heilig ist Gott, Jehova Zebaoth! Heilig ist Gott, Jehova Zebaoth: 601.Danket Gott! er ist Der Welten Kreis ist seiner Ehre voll! Von ihrer Anbetung Getön' erscholl Das Haus, und ward von Opferwolken voll. hebt ihn! singet Gott, unserm Schöpfer! preis't ihn, bringet Gewalt und lob und ehr' ihm her! In den Himmeln und auf erden Müff' Er nur ans gebetet werden; Der Höchste nur, und keiner mehr! Der Herr, der Herr ist Gott! Es ist kein andrer Gott, Als Jehova! Er ist allein, Der war und seyn In ewigkeit wird, der er war!@ 2. Er schwur, der schuf, der die erschaffne Welt Allmächtig, weif, und unerforscht erhält, 2. Als in Edens lustgefilde Der mensch, geschmückt mit seinem bilde, Aus seiner schöpferHänden kam: Da erkannt' er Gott, fiel nieder, Und sang mit frohem dank ihm lieder, Daß er aus seinen Händen kam. Der Herr, der Herr allein Gebot der welt, zu seyn; Schuf den menschen. Sein ist die welt, Die er erhält; Sein der beseelte staub, der mensch. Der gnadevoll zu seinen Menschen kam, Des Menschen Leib und Sterblichkeit annahm, Der ste, die ewig ist, die Seel', entreißt Der Sünd' und ihrem Tode, Gott, der Geist, Gott schwur! die Engel hörten's, 13 als er schwur; Es hört's um sie die schauernde Natur. Sie fallen auf ihr Antlitz, beten an, Gott schwur: so wahr' ich leb'! ich will den Tod Des Sünders nicht! du Staub! bekehre dich: So lebst du! und dein Gott, dein nd Gott bin ich! Mel. Wachet auf, ruft uns. Mit Wonn' und Dank und Freudenthränen an: Gott ist die Liebe! war's von Ewigkeit! acollimat 3. Trauert tief! er ist gefallen! Gefallen ist der mensch! gefallen! Wer darf sich rühmen, rein zu seyn? Seinen Schöpfer, der ihn zeugte, Vergaß er; kniete hin und beugte Vor gözen Vom Lobe Gottes und der Danksagung. 445 fich, und holz und stein. Stumm| glänze Vom aufgang in den waren, blind und taub, Vermo- niedergang! Alle völker müssen dert leicht zu staub Seine göts kommen, Ihn anzubeten mit ter: Doch rief er an Die, die den frommen; Ihm opfre jenicht sahn, Nicht hörten, hülflos der Lob und dank! Der Vater selbst, wie er. und der Sohn Sey jeder nation Herr und König! Bis erd' und see Und tief und höh' Allein ein tempel Gottes ist. 4. Seines Schöpfers preis und ehre Giebt er geschöpfen; baut altäre Den vögeln und ges würmen auf; Flehet mit gefaltnen Händen zu tødten bildern an den wänden; Hält zu tyrannen sie hinauf. Für seine laster auch Dampft hoch empor der rauch Seiner opfer; Bis erd' und see Und tief und höh' Ein weiter götzentempel ist. 8. Danket Gott! erhebt ihn! singet Gott, unserm Schöpfer! preis't ihn! bringet Gewalt und lob und ehr' ihm her! In den himmeln und auf erden müss Er mir angebetet werden; Der Höchste nur, und keiner mehr! Der Herr, der Herr ist Gott! Es ist kein andrer Gott, Als Jehova! Er ist allein, Der war und seyn In ewigkeit wird, der er war! Mcl. Komm, heiliger Geist. 5. Welche laster, Gott, entweihten Des heidenthumes finstre zeiten; Wie hoben sie empor ihr haupt! Es umhüllten dicke schatten Den erdkreis; finſterniſſe hatten Ihn deines lichts, 602.Du Unsichtbarer, o Gott, erde, ist dein. Soll's ewig finster seyn? Ewig finster? Jehova spricht: Es werte licht! Und ihre finsterniß ist licht. 6. Zion hört's, und sendet heere Evangelisten, Gott zur ehre, Zur ehre seines Sohnes aus. Und der mensch erkennt Gott wieder; Bricht seiner gößen al tar nieder; Wirft aus den tem= peln ste hinaus. Kein weihrauch dampft umher, Kein opfer blus tet mehr Seinen gößen. Sie sind sein spott; Es ist nur Gott Jehova, Zions Herr und Gott. 7. Bis zur erde fernsten gränze Geh' Gottes herrlichkeit, und deffen Vor aller welten ursprung schon Von ewigkeit stand und bestehet, Ob alles wieder vergehet. Mit wollust ſättigt sich mein geist, So oft er deinen namen preist. Wie köstlich ist mir's, dir lobsingen, Dir danken, Herr, dir ehre bringen, Und im gebet mich zu dir nahn! 2. Du, der du bist, und der da war, Dein nam' ist groß und wunderbar. Wer kann sich bis zu dir erheben? Dein antlig schauen, und leben? Kein bild ist, das dir, Herrscher, gleicht, So weit auch deine schöpfung reicht. Du bist ein Geist; nur 446 Von den Pflichten gegen Gott. geister können Dich fühlen, daß| gabft, daß wir Die größten undu bist, dich nennen! Herr, unter deinen gaben, O Gott, verfer Gott! Unendlicher! dos nunft und freiheit haben; Dir danken wir's, Unendlicher! 3. Untheilbar bist du, dem kein tod In allen ewigkeiten 7. Des fleisches lüfte zwingen droht. Dir, quell des lebens, hat dein leben Kein ältres wesen gegeben. Du lebst durch dich; dein leben ist Ein strom, der unaufhaltſam fließt, Rings um dich her glückseligkeiten Und neues leben zu verbreiten, Von ewigkeit zu ewigkeit. noch Des geistes freiheit in ihr joch. Preis dir! du wirst von allem bösen Die Deinen endlich erlösen. Bald mach' uns von der knechtschaft frei; Lehr' jeden christen, wer er sey; Lehr', in den banden selbst, uns streiten Um's nahe heil der ewigkeiten, Wozu dein Sohn erkauft uns hat. 4. Du Geist des lebens! rei nes licht Umstralt dein herrlich angesicht, Vernunft, die alles kennt und siehet, Der kein ge heimniß entfliehet. Du schauest schnell mit Einem blick Auf ewig vorwärts und zurück; Ermüdest nie, und kannst nicht irren; Kein schein noch wahn kann dich verwirren, Und sollt' er noch so schimmernd seyn. 8. O land der freiheit! stadt des Herrn! Wärst du mir seufzendem nicht fern! Wann wirst du, Gott, mein seufzen stillen, Und meine Hoffnung erfüllen? Noch bet' ich dich in schwachheit an, Wie ich im fleische beten kann. Einst werd' ich freier vor dich treten, Und ganz im Geiste zu dir beten. Gelobt sey Gott! Gelobt sey Gott! 5. Du willst; und, was dein mund gebeut, Ist wahrheit und gerechtigkeit. rathchluß kann nicht fehlen; Weiß 603. K fündigt Gottes Mel. Lobt Gott, ihr christen. Dommt mur das beste zu wählen. Wenn ich dir, Gott, auf deiner bahn Von ferne nachseh', bet' ich an, Und fromme zuversicht im lei den Erfüllt mein Herz mit sanften freuden, Und meinen mund mit preis und dank. ruhm, Ihr menschen! preist den Herrn; Denn ihr, ihr seyd sein eigenthum. Lobsingt und dankt ihm gern! 2. Vom engel an bis auf den dwurm Zeigt alles seine pracht. Des frühlings lüftchen, wie der sturm, Verkündigt seine macht. 3. Er giebt die sonne seiner welt, Und seinem mond' ihr licht. Er ist's, der unsern erdkreis hält In seinem gleichgewicht. 6. Du, Geist der geister! führe du Uns dir, dem Schöpfer, wieder zu, Die du nach deinem bilde schufest, Und zu dir alle berufest! Auch wir sind geister; danken dir, Daß du uns leben Vom Lobe Gottes und der Danksagung. 447 2. Ihr tausendfarbig licht Bestralt und wärmt die erde, Daß berg und thal und feld Durch sie gesegnet werde; Daß fie, von ihr erfüllt mit pflanzen, blüt' und frucht, Den menschen sättige, Der pfleg' und freude sucht. 4. Das feld weiß seine zeit genau; Nichts dringt zu früh hervor. Der halm, erquickt durch seinen thau, Schießt täglich mehr empor. 5. Gott giebt der jungen saat gedeihn; Uns kräfte zum genuß; Auch, unsre herzen zu erfreun, Des weines überfluß. 6. Er hält den blitz in seiner hand; Ihm dient der wolfen Heer. Mit segen füllet er sein land; Mit segen auch sein meer. 7. Noch steht, zum zeichen sei ner huld, Sein bogen in der luft. Noch trägt den fünder die geduld, Die ihn zur buße ruft. 8. Der morgen sagt's der mitternacht: Groß ist der Schöpfer, Gott! Der tag verkündigt seine macht Dem holden abendroth. 9. Groß, wenn sein donner rollt daher; Groß, wenn die sonn' entzückt; Groß, wenn der strom rauscht und das meer; Groß, wenn der bach erquickt. 10. Allmächtiger! fieh, weit und breit Schallt deines namens ruhm. Ein dankbar herz sey dir geweiht, Dir ganz zum heiligthum! Mel. D Gott, du frommer. tes welt Und jedes seiner werke! Wie gut zugleich, wenn ich Auf ihren nuBen merke! Für jeden gut, dem er Gefühl und leben gab; Von seiner sonne her Bis auf den ftaub herab. 3. Vereinigt euch mit uns, Ihr himmel, Gott zu preisen! Ihr hellen sterne, lobt Den gütigen, den weisen! Erheb sonn', o mond, Den Vater jes der welt! Er sprach, ihr war't! erhebt Den Gott, der euch erhält! di in o 4. Ihr leuchtet; euer glanz Entströmt aus seiner fülle. Ihr wandelt jahr um jahr In segenvoller stille Voll ordnung eure bahn. Gott, euer Schöpfer, steht, Was gut ist; lenket euch; Und, was er will, geschieht. 5. Verkündige sein lob, O erde! preis't, ihr meere, Den Herrn der welten! lobt Ihn, alle seine heere! Der vogel, das gewürm, Der wallfisch, jedes thier Im wald und auf der flur, Lobsing', o Schöpfer, dir! 6. Auch, was uns fummer macht, Dein blitz, dein feuerregen Vom himmel, auch dein fes gen. Auch wird das starre land, Mit schnee und eis bedeckt, Zu neuer fruchtbarkeit, zu neuer luft erweckt. 7. Was kann geschehn, das nicht Dein weiser rath regiere? Welch übel kommt von dir, Das KUMBI 448 Von den Pflichten gegen Gott. nicht zum guten führe? O lobt| sahst mich, eh' der grund Der ihn; dankt ihm, singt; Denn welt geleget war; 3ogst mich er ist weis' allein! Wer kann so aus mutterleib', Als mich ihr weis und gut, Als unser Schö- schooß gebar. pfer seyn? Mel. Nun danket alle Gott. 6. Du wogst mein glück mir ab, Und leiden, die mich üben; 605.Durch bich, ogro- Und meiner tage zahl War auf Ber Gott, Durch dein buch geschrieben. Du bist der frommen schuß; Du bist der müden ruh; Ein Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, Gott, bist du! dich bin ich vorhanden. Die himmel und ihr heer Sind durch dein wort entstanden; Denn, wenn du sprichst, geschieht's; Wenn du gebeutst, steht's da. Mit allmacht bist du mir Und auch mit gute nah. 2. Allmächtig bist du, Gott! Dieß preisen erd' und meere, Und himmel predigen Die wuns der deiner ehre. Dich bet' ich dankend an; Dich, meinen Gott und Herrn! Du hörst der menschen flehn, Und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner huld, O Gott, gewürdigt werde: Was frag' ich außer dir, Nach himmel und nach erde? Veralten doch vor dir Selbst himmel, wie ein kleid. Du bleibst unwandelbar, Gott, meine seligkeit! 4. Wenn ich die Himmel seh' So herrlich ausgebreitet, Der sonne majestät, Den mond, von dir bereitet: So sprech' ich: was ist doch Der mensch, an den du denkst, Daß du uns jeden tag So viele guter schenkst? 5. Als schaafe läßt du uns Auf grüner aue weiden; Nährst uns mit speis und trank, Und füllst das Herz mit freuden. Du 7. Wem soll ich sonst vertraun, Als dir, du Gott der götter? Wen ehren, als nur dich, Mein schuß und mein erretter? Wie sanft ist dein befehl: Gieb mir dein herz, mein sohn, Und wandle meinen weg! Ich bin dein schild und lohn! 8. Herr, dein gebot ist heil; Dein weg ist fried' und leben. Wie könnt' ich einem Gott Der liebe widerstreben? Umsonst lockt mich das glück, Das aus dem laster blüht. Ich haffe seinen weg, Weil mich dein auge sieht. 9. Auch, wenn kein mensch mich sieht, Will ich die sünde fliehen; Denn du wirst aller werk Vor dein gericht einst zie hen. Wenn eine böse lust Mir allzu reizend ist: Dann will ich denken, Gott, Daß du mein Nichter bist. 10. Sollt' ich der menschen ruhm Stolz zu erringen trachten? Nein, Herr, wenn du mich ehrst, Mag mich die welt verachten. Du bist es, dem zum dienst Ich leib und seele weih'. D, daß Vom Lobe Gottes und der Danksagung. 449 mein wandel stets Voll deines| sey Gott! voll luft und dank ruhmes sey! a mond Dring' unser hoher Jobgefang Mad Mel. Ein lamm geht hin. Bis in die stillsten wüsten! Der er Herr ist Gott! frevler zittre! froher muth Und fingt ihm ein lied frommer andacht heil'ge glut In seinem heiligthume. Der, Erfülle jeden christen! der vom himmel auf euch sieht, Erschuf euch, ihm zum ruhme. Gott zu verehren, seyd ihr da; 606. Nach dem 111. Pfalm. Mel. O liebster Jesu, was. Er, der euch, eh' ihr wurdet, fah, 607. Selobt fen Gott! Der Herr ist heilig; er allein Will aller menschen Heiland seyn, Und jeder soll ihm danken. 2. Der engel betet an, und singt; Ihm jauchzen morgensterne. Der mensch, der schwach empor sich schwingt, Ehrt ihn aus dunkler ferne. Ihm jauchzen aus der höh' und luft, Ihm jauchzen tief in fels und kluft Der schöpfung ganze heere. Der sonne feuerreiche pracht, Das blaffe licht der stillen nacht Verkündigt Gottes ehre. 3. Der Herr vergiebt uns unsre schuld, Wenn wir um gnade beten; Er trägt die schwas chen mit geduld; Er will uns selbst vertreten. Er strafet und verschont zugleich. Der Herr ist Gott! fein ist das reich! Gott hört der frommen sehnen. Er segnet sie; wenn unfall droht, Erlöst er sie von sorg' und noth, Und zählet ihre thränen. 4. Jauchzt, völker, jauchzt: Gelobt sey Gott! Preis't ihn durch frohe lieder! Sagt, berge, nach: Gelobt sey Gott! Ihr thäler, hallt es wieder! Gelobt T fröhlich singen; Ihm dank und ruhm mit seinen findern brins gen. Ich will, vereint mit allen frommen seelen, Sein lob erzählen.d 2. Groß, majestätisch find des Höchsten werke; Werth alle, daß man sie erforsch' und merfe. Aus ihnen strömen heilige vergnügen, Die nie versiegen. 3. Was er nur ordnet, ist voll schmuck und ehre, Daß er, wie groß er sey, die menschen lehre. Der Höchste bleibt gerecht von ewigkeiten Auf alle zeiten. 4. Er baut den wundern, die sein arm verrichtet, Ein denkmal, welches keine zeit vernich tet, Der Herr von frommem, duldenden gemüthe, Der Herr voll güte. 5. Der Herr giebt speiſe des nen, die ihm dienen. Was er verheißet, das erfüllt er ihnen; Er denkt des bundes; ewig soll er währen, Weil sie ihn ehren. 6. Die thaten seiner hand sind recht und treue; Und Gott verheißt uns nichts, was ihn ges reue. Der fromme weiß, daß sf KHUIC PATUNA 450 Von den Pflichten gegen Gott. er aus lieb' und gute Sein recht| ges Herz gestärket, Und mich mit gebiete. beinem troft erfreut. decr 7. Es dauert ewig fest und unbeweget; Er hat's auf stein und auch in's Herz gepräget, Daß wir getreu und willig seinen rechten Gehorchen möchten. 4. Dich sollen, Herr, voll dank, Der erde götter ehren, Und alle deines ruhms sich freun, Weil deinen namen ste Von mir verbreiten hören; Dir soll ihr loblied heilig seyn. bus suino 8. Er sendet heil und rettung seinem erbe, Damit es nicht der feinde grimm verderbe. Sein wort, die frommen herrlich zu erhöhen, Bleibt ewig stehen. 5. Sie sollen alle dich Und deine wege preisen; Denn was du thust, Herr Zebaoth, Das thust du alles, dich Uns herrlich zu beweisen Als unsern wundervollen Gott. ds dels 9. Die furcht vor Gott, die luft, ihn zu erheben, Ist wahre weisheit, führet hin zum leben. Sie giebt verstand und licht, damit die seele, Was gut ist, wähle. 6. Du bist erhaben zwar, Doch schauest du auch gerne Auf den, der niedrig ist, herab. Auch stehst du, Höchster, den, Der stolz ist, schon von ferne, Und wirfst ihn von der höh' hinab. 10. Von ihr geleitet, wird ste wege wallen, Die nie verführen, welche Gott gefallen. Der ruhm, momit sie sich geschmückt wird sehen, Wird nie vergehen. Nach dem 138. Pfalm. In eigner Melodie. 7. Mit welcher furcht und angst Hatt' ich, o Gott, zu kämpfen! Doch ward ich bald erquickt durch dich. Du strecktest aus den arm, Der feinde grimm zu dämpfen; Und deine rec rechte schüßte mich. to will mein gan ges herz Dem Herrn zum opfer bringen; Ihm will ich meinen psalter weihn. Ihn, ihn will ich erhöhn; Vor Gott will ich lobsingen; Sein name soll mein loblied seyn. 608. 8. Was du zum heile mir Be ginnest, wirst du enden; Denn dein ist huld, gewalt und rath. Dein werk kann dich nicht reun; 2. Anbeten will ich dich In Du wirst gewiß vollenden, Was deinem heiligthume; Denn du deine macht beschlossen hat. bift freundlich, treu und mild; Hard Nach dem 9. Psalm. Und herrlich hast du mir, O Gott, Mel. Befiehl du deine wege. zu deinem ruhme, Was du verhießest, auch erfüllt. 609.& ott, meine ganze 3. Du haft in meiner angst Auf mein gebet gemerket; Du haft in meiner traurigkeit Mit deiner großen kraft Mein banseele nen ruhm bekannt. Dir dank' ich, und erzähle Die wunder deiner hand. Mein Herz ist froh; ich finge: Herr, meine luft bist du! Vom Lobe Gottes und der Danksagung. 451 7. Herr, sey mit gnädig; schaue Voll huld auf meine noth! Du bist's, dem ich vertraue; Du hilfft auch selbst vom tod'. Nach überwundnen leiden Geh' ich ins heiligthum, Und, überströmt mit freuden, Erheb' ich deinen ruhm. Dir, dem ich lieder bringe, Dir jauchz' ich, Höchster, zu! 2. Du bist auf deinem throne Der richter aller welt, Der jeglichem zum lohne Sein heilig urtheil fällt. Wenn dich die menschen schmähen, Dann rächst du ihren spott. Du schiltst: und sie vergehen Durch dein gericht, o Gott! Mel. Lobet den Herren. 3. Der Herr hat zum gerichte 610.obt Gott, ben Nets ter! Lobt Gott, Sich seinen thron erhöht. Vor feinem angesichte Bleibt nicht, toer widersteht. Ihr fühnen sünder, zittert! Bereut noch euren spott! Sein thron wird nie er schüttert; Der Herr bleibt ewig Gott. 4. Der Herr regiert, und liebet, Was ungerecht ist, nicht. Er wägt die welt, und übet Pars teilos sein gericht. Die wage finkt und steiget, Wie sein geseg gebeut; Und jedes land bezeuget Des richters heiligkeit. 5. Gott ist ein fels der armen; Ein fels in jeder noth. Sie traun auf sein erbarmen, Wenn ihnen unfall droht. Die thränen, die sie weinen, Sind dir bekannt und werth. Du, Gott, versäumest keinen, Der deinen schuß begehrt. 6. Ihr finder Gottes, preiset, Verkündigt in der welt, Wie groß sich Gott beweiset, Der, was er zusagt, hält. Er denkt daran und fraget Nach des gerechten blut. Er hört ihn, wenn er flaget, Und stillt der wetter wuth. den Retter, Der uns erhörte. Als wir in nöthen schmachtend zu ihm seufzten; Schmachtend zu ihm seufzten! Allmächtig half er uns in dürr' und hizze. Lobt Gott, den Retter! Lobt Gott, den Retter! 2. Dankt dem Erhalter! Dankt dem Erhalter! Denn er erquickt uns; Die hügel lachen; frohe menschen jauchzen; Frohe menschen jauchzen. Sein fußtritt träuft von fett auf dürre auen. Dankt dem Erhalter! Dankt dem Erhalter! 3. Dankt seiner allmacht! Dankt seiner allmacht! Er will: so regnet's; Die himmel träufeln; regenwinde wehen; Regenwinde wehen; Die bäche rauschen, dürre felder grünen. Dankt seiner allmacht! Dankt seiner allmacht! 19 mlm int 4. Dankt seiner güte! Dankt seiner gute! Er hat gefallen An unserm glücke; will uns nicht verderben; Will uns nicht verderben; Und tränkt und sättigt uns mit seinem segen. Dankt feiner gute! Dankt seiner gute! Ff2 452. Von den Pflichten gegen Gott.coll 5. Rühmt seine treue! Rühmt| mand dir, Erhabner, gleicht, seine treue! Aus güte läßt er Niemand deine größ' erreicht. Stets faat und ernte, wärm' und regen wechseln; Wärm' und regen wechseln. Er hat's verheiBen; hat's an uns erfüllet. Herrn! Wer preist, was herrRühmt seine treue! Rühmt seis lich ist, nicht gern? Er, welchen merd' und himmel ehrt, Ist eures höchsten lobes werth. Mel. Alle menschen müssen. 611. allet nieder! fallet 2. Lobt ihn! sein ganzer nam' ist ruhm; Unendlichkeit sein eigenthum. Dieß gränzenlose meer voll licht Durchschauet selbst der engel nicht. djer deat nieder; Betet Gottes wunder an! Unzählbare hat, ihr brüder, Unser Gott für uns gethan! Seht! wir schöpfen, was wir haben, Aus dem 3. Ja, freuet euch, ihn zu erstrome seiner gaben! Jede lust, die uns entzückt; Jeden vorjug, der uns schmückt. höhn! Solch lob ist heilsam, lieblich, schön, Schärft den verstand, erhebt das Herz, Und stillt und lindert jeden schmerz. 4. Wie wird der geist dadurch entzückt; zu seinem himmel hingerückt; Mit seinem hocherhabnen freund, Mit Gott, stets inniger vereint! d ne treue! 2. Jeder rühme deiner stärke, Jeder deiner weisheit sich; Jes der preise deine werke; Jeder, Vater! rühme dich. Mit verhülltem antlig preise Dich der starke, dich der weise. Ihre kraft und ihr verstand Sind geschenk' aus deiner Hand. 3. Unsre frohe dankbegierde Müsse deines ruhms sich freun; Denn der knechte schmuck und zierde Ist die demuth; sie allein. Sollt' ich deß mich überheben, Was nur du vermagst zu geben? Was mein glück ist, weil du mich Liebest, und so väterlich? 4. Dich, mein Vater, will ich loben, Demuthsvoll, bis in den tod! Ewig sey von mir erhoben Ueber alles, o mein Gott! Angebetet sollst du werden, Weil im Himmel und auf erden Nieo Mel. Vom himmel hoch da. 612.Auf, d suf, christen! preis't mit mir den 5. Welch ein so herrlicher bes ruf, Zu dem Gott auch den engel schuf; Welch eine theure, süße pflicht! Wer freut sich ihres lohnes nicht? 6. Ja, pflicht ist's, daß ihr fein gedenkt, Wozu ward euch verstand geschenkt? Er, deffen ehr' und ruhm es ist, Daß ihr den Ew'gen kennt und wißt. 7. O freut euch, wenn ihr ihn besingt, Daß ihr von ihm ein herz empfingt, Das sich zu Gott mit inbrunst nahn Und seine größe fühlen kann. 8. Auch euer mund, so oft er spricht, Erinnert euch an diese Vom Lobe Gottes und der Danksagung. 453 pflicht. Die sprache dankt ihr geiste freude Aus der ganzen Gott allein; Und wolltet nicht schöpfung zu. Auch wird jeder voll rühmens seyn? und meiner finne Täglich deines aufsehns inne. Täglich thust du wohl an mir; Täglich dank' ich dir dafür. 9. Wer ist gutthätiger, als er? Denn welche gabe sollt' uns der Nicht schenken, der so sehr uns liebt, Daß er auch seinen Sohn uns giebt? 10. Was gebet ihr nun ihm dafür? Gebt ihm ein Herz voll dankbegier, Das ganz in seiner lieb' entbrennt. Das ist es, was ihr geben könnt. bin 11. Auf, christen! preist mit mir den Herrn: Wer preist nicht milde geber gern? Gedenkt, wie viel er uns gewährt! Wer ist, wie er, des dankens werth? Mel. Jesu, meines Lebens. soll ich dich würdig loben, Mächtiger Herr Zebaoth? Gieb du selbst mir kraft von oben, Dir zu danken, o mein Gott! Alles, was ich bin und habe, Und vermag, ist deine gabe. Täglich thust du wohl an mir; Täglich dank' ich dir dafür. 1 2. Dieser geist, der in mir denket, Sinnt, beschließt, ver wirft und wählt, Der den leib mit willkühr lenket, Jedes glied zugleich beseelt: Nur durch dich ist er entstanden; Bleibt durch dich nur stets vorhanden. Täglich thust du wohl an mir; Täglich dank' ich dir dafür. 3. Dieser leib, dieß kunstges bäude, Wer hat ihn erbaut, als du? Durch ihn strömt dem 613. - 4. Mir erfüllt die heitern lüfs te Muntrer vögel lobgesang; Und der blumen süße düfte Fordern meinen frommen dank. Mir auch grünen junge lauben; mir auch reift der saft der traus ben. Täglich thust du wohl an mir; Täglich dank' ich dir das and mad Yanimais für. de 5. Du schaffst alles mir zur freude, Giebst den faaten ihr ges deihn, Giebst den Heerden ihre weide; Holz und gras und wild dem hain; Alles, alles muß mir nüßen, Mich ernähren, kleiden, schützen. Täglich thust du wohl an mir; Täglich dank' ich dir dafür. in ander bor sunt 6. Wer kann jemals ganz em pfinden, Wie du reich an güte bift? Wer, was grundlos ist, ergründen? Zählen, was unzählbar ist? Allenthalben strös met segen Mir aus deiner füll' entgegen. Stündlich thuft du wohl an mir; Stündlich dank' ich dir dafür! 116 o 7. Ja, mein Gott, mit jeder stunde Rühm' ich deine große treu'; Denn sie wird mit jeder stunde Ueber mich erlös'ten neu. Und dereinst auch, wenn ich sters be, Wird dein himmel ja mein erbe. Ewig thust du wohl an mir; Ewig dank' ich dir dafür. Von den Pflichten gegen Gott. mo erzähle Dein frommes saitenit fröhlichem ge- fpiel! Und deine ganze feele Sey inbrunst und gefühl. Wie liebreich Gott mich trage, Der täglich mich bewacht, Das sag', o nacht, dem tage; Das sag', o tag, der nacht. 454 Mel. Nun lob' mein' feel' den. 614.Mit fröhlichem gez müthe Dankt, die ihr Christo angehört! Dankt Gott, daß seine gute, Gleich wie sein leben, ewig währt. Nach so viel tausend jahren, Die alle durch sie reich Ün frohem segen waren, Bleibt sie sich immer gleich. Nie hört sie auf, zu sorgen; Und forget immer treu. Sie wird mit jedem morgen An den geschöpfen neu. 5. Wer wollte sie nicht loben, Die huld, die allen alles gab, Vom hohen engel droben, Bis zu des staub's gewürm hinab? Denn von so viel geschöpfen Läßt sie nicht Eines leer; So oft sie aus ihr schöpfen, Ein uns erschöpflich meer. Und, wie sie von entzücken Stets für den himmel quoll: Ist auch, wohin wir blicken, Von ihr der erdkreis voll. 2. Sie reicht durch erd' und himmel, Um, was da lebet, zu erfreun. Welch fröhliches gewimmel In ihrem milden sons nenschein! Vor ihren heitern stralen, Wo fie hervorbricht, fliehn Auch bange, finstre qualen, Wie leichte wolken, hin. Mel. Von Gott will ich nicht. Wer zählt die millionen, Die ſie 615.roß ist bes Höchs ste weit erwärmt und nur wesen wohnen, Hat sie auch sich verklärt. sten güte! Wer sie nicht achtete: Welch fühllos Herz verriethe Der unerkenntli che! Sie rettet uns aus noth; Erquickt in allen leiden; Verwandelt sie in freuden; Versüßet selbst den tod. 913. üß ist das licht der son ne, Das täglich jedes aug' entzückt: Weit süßer ist die won ne, Womit uns Gottes güt' erquickt. Erfreulich ist das leben Und schauervoll der tod; Doch, beffer noch, als leben, Ist deine gut', o Gott! Wie ist sie uns so theuer! Sie, fie verläßt uns nie. Was ist wohl milder, treuer, Und tröstender, als sie? 2. Und meine lippen schwiegen Von ihm? ich raubte mir Das himmlische vergnügen, Dir dank zu opfern, dir? Nein, Herr, von meinem dank Sey jeder morgen zeuge; Und jeden abend steige Zu dir mein lobgesang. 3. Du wirst mich ferner leiten, So unwerth ich's auch bin. Treu bleibt zu allen zeiten Dein mils der vatersinn. Ich hoffe stets auf dich. Du wirst in kümmernissen 4. Zu ihrem lob erwecke Vor allen du dein Herz, o christ! Komm her, und sieh, und schmede, Wie freundlich Gott dein Vater ist. Auf! seinen ruhm Vom Lobe Gottes und der Danksagung. 455 von dir! Doch du, du bliebest Vater mir, Der, sucht' ich ihn voll reu und scham, Mir liebreich selbst entgegen kam. Mir wohl zu helfen wissen. Dir überlass' ich mich. do 4. Ja, deine huld ist größer, Als wir verstehn; auch ist Dein weiser rath stets besser, Als was der mensch beschließt. Herr, meis ne zuversicht! Dir froh mich zu ergeben, Dich dankbar zu erheben, Sey meine liebste pflicht. Mel. Vom himmel hoch da. 9. Nimm, da ich nichts vergelVa 616.Dich, Herrund Ba- ten kann, Das opfer meines danter aller welt, Preist mein gesang, und dir mißfällt. Der menschen stammelnd danklied nicht, Mein Gott kes an! Mein leben müsse zeuge seyn, Ich fev erkenntlich, ich sey dein! daud Mel. Sollt ich meinem Gott. und meine zuversicht! 617.6ott, burch wel 2. chen alle Von an warst du mir es; Wie freut sich meine seele deß, Daß du auch jetzt mein Vater bist, Der seines findes nicht vergißt! 3. Früh ward ich in der taufe schon Geweihet dir und deinem Sohn. Durch dein unschätzbar wort allein Weiß ich: die ewigfeit sey mein! litsa 8. Unwandelbar ist deine treu', Und immer reich und immer neu. Dir fließt, o Gott, der gern erfreut, Die zähre meiner dankbarfeit. 4. Wer war der Immergütige, Der langmuthvoll mich leitete? Und, stürmte trübfal auf mich zu: Wer half mir, überwinden? du! 5. Herr, dessen augen stets mich sahn, Du ließest auf der pilgerbahn, Durch wohlthun mich zu dir zu ziehn, Für mich so viele freuden blühn. teri old 6. Du bist und warest immers bar Mein schußz, mein retter in gefahr, Der stifter meines wohlergehns Und der erhörer meines flehns. 7. Wie oft entfernt' ich mich Sind, und wirken und vergehn, Stärke mich, da ich dir singe; Lehre selbst mich, dich erhöhn! Laß mich dich im stillen loben; Denn du hast mich ja voll huld Aus der tiefe meiner schuld zu des christen höh' erhoben. Dich erheb' ich immerdar, Der mich schuf und neu gebar. 2. Könnt ihr die gestirne zählen? Gottes gnaden zählt ihr nicht. Er errettet unsre seelen; Ist ihr lohn, ihr schild und licht. Wenn wir mit den eitelkeiten, Mit versuchungen der luft, Mit dem feind in unsrer brust, Wenn wir mit dem tode streiten: Dann versüßt er kampf und lauf, Trägt, und hilft der schwachheit auf. 3. Wenn uns welt und freunde meiden, Weil wir sündenfreuden fliehn: Dann giebt er uns seine freuden, Unser Herz empfindet 456 Von den Pflichten gegen Gott. mo ihn. Kann ich auch mehr glück| schöpfung ruft dir zu: Wo ist ein begehren? Ewiger! hat dich mein solcher Gott, wie du? herz: D, to wird es ohne schmerz Den besitz der welt entbehren. Erd' und himmel wird mir flein, Gegen dich verächtlich seyn. 3. Du, unser Gott, bist hoch zu loben; Denn deine gnade reicht so weit. Du, hoher Schöpfer, blickst von oben Auf deiner werke dürftigkeit. Kein wurm friecht unbemerkt dahin; Du siehst, du nährst, du schüßest ihn. 4. Wenn mich leiden niederdrücken, Nehm' ich sie als wohl that an, Von der hand, die nur beglücken, Auch durch schmerz beglücken kann. Du belohnst mir meine schmerzen Mit der seele Heiterkeit, Und versüßest alles leid, Gott, durch deine ruh' im herzen, Die mich ganz mit muth belebt, Ueber alles leid erhebt. 4. Du hast durch deine große gute Mich, Vater, schon so oft erfreut! Gieb mir nach dieser gros ßen güte Noch ein geschenk, die dankbarkeit! Herr, alles lern', was in mir ist, Dein lob, daß du so gnädig bist! 5. Wer schuf die seel' und ihre träfte, Gedächtniß, willen und verstand? Wer segnet mein bes rufsgeschäfte? Wer stärkt die ar beitsame hand? Wer schenket mir den edeln freund, Der treu mit mir im fummer weint? bt 5. Von gefahr und noth umgeben, Geh' ich über diesen pfad In das wonnevolle leben, Das dein Sohn erworben hat. Sollten mich der erde freuden, Solls ten mich der sünder spott, Und das elend und der tod, Herr, von deiner liebe scheiden? Raubt' ich meine frone mir? Nein, ich leb', ich sterbe dir!. DESTILA Mel. Wer nur den lieben. 618.0 ir, Gott, dir will ich fröhlich singen; Dir, dessen freude wohlthun ist, Dir will ich dank und ehre bringen; Dir, der du gut und freundlich bist. Ja, Gott, du bist ganz lieb' und treu; Gieb, daß mein Herz ganz freude sey! 2. Dich preisen aller engel heere; Dir singt der ganze himmel dank; Dir, Herrscher, brausen wind und meere; Dir tönt der wälder lobgesang. Die ganze 6. Wer fristet meine lebenstas ge? Wer schmückt und frönet sie mit heil? Du, Vater, thust's; drum, seele, sage: Gott, du bleibst ewiglich mein theil. Von gan zem Herzen liebst du mich; Von ganzem Herzen preis ich dich. 7. Oft, meine feele, sieh zurüs cke In jene zeit, die froh verfloß! Mein geistiges und leiblich's glüde Dank' ich der güte Gottes bloß. Erfreut und dankbar ruf ich aus: Was bin ich, Herr, was ist mein haus? 8. Wie kann ich deine treu' vergelten? Ich bin zu arm zu dies ser pflicht. Die schätz' in millio nen welten Bezahlen deine wohls Vom Lobe Gottes und der Danksagung. 457 that nicht. Mein schwacher dank der Herr; Denn er ist fromm ist viel zu klein, Ein würdig opfer und gut. Auch aus versuchung dir zu seyn. rettet er, Und giebt zur tugend muth. 8. Für alle leiden dank' ich dir; Ich ward dadurch geübt; Und für die freuden, welche mir Dein milder segen giebt. 9. Dir dank' ich, Herr, daß die natur Mich nährt und mich erfreut. Ich schmeck' in jeder creas 619.Du bist's, bem ehr' tur, Gott, deine freundlichkeit. und ruhm ges 10. Ich danke dir für deinen Sohn, Der für mich sünder starb, Und der zu deinem gnadenthron Den zugang mir erwarb.s 11. Lobt Gott in seinem hei ligthum! Erheb' ihn, volk des Herrn! Die erd' ist voll von seis nem ruhm; Er hilft und rettet gern. and in 9. Dir will ich fernerhin vertrauen; Denn stets hast du mir wohlgethan. Auf dich will ich mit glauben schauen; Mich schaue, wie ein vater, an! Dann geh' ich ruhig durch die zeit, Und fröhlich in die ewigkeit. Mel. Lobt Gott, ihr christen. bührt; Und das, Herr, bring' ich dir. Mein schicksal hast du stets regiert, Und stets warst du mit mir. 2. Hatt' angst und noth sich mir genaht: So hörte Gott mein flehn, Und eilte, gnädig, mir mit rath Und allmacht beizustehn. 3. Wenn ich in schmerz und krankheit sank, Und rief: errette mich! So half mir Gott; mit welchem dank, Mein Gott, er heb' ich dich? 4. Betrübte mich der feinde haß: So klagt' ich Gott den schmerz. Er half, daß ich den schmerz vergaß, Und gab geduld in's herz. 5. Wenn ich vom guten wege wich: Rief ich um gnad' ihn an, Und, ach! mein Gott erbarmte sich, Und ließ mich gnad' empfahn. 6. Oft, wenn nach troft die seele rang, Und keinen doch em pfand: Rief ich voll sehnsucht: Herr, wie lang? Und mich hielt ſeine Hand. 7. Er half; noch hilft er stets, 12. Er hilft und läßt die trau rigkeit Bald vor uns übergehn; Will uns nach kurzer prüfungszeit Zur seligkeit erhöhn. 13. Vergiß nicht, seele, deinen Gott: Nicht, was er dir gethan. Verehr' und halte sein gebot, Und bet' ihn ewig an. 5140 620.0 Mel. Fürwahr, mein Gott. ir dank' ich heute für mein leben; Du, Vater, hast es mir gegeben; Dir dank' ich, o mein Gott, das für. Durch freie gnad' allein bes wogen, Hast du mich aus dem nichts gezogen; Durch deine güte bin ich hier. 2. Von dir so wunderbar bes reitet, Ward ich durch deine hand geleitet, So treu bis diesen aus 458 Von den Pflichten gegen Gott. mir; denn ich hoff' auf dich. Dir, Gott, befehl' ich leib und feele; Die güte, der ich sie be3. Ich bin nicht würdig deiner fehle, Die segne, die behüte mich. treue, Der huld, der ich mich tägim In eigner Melodie. meinem genblick. Du giebst mir tausend| mir gut ist geben, Du giebst's frohe tage; Verwandelst immer meine klage Und meine leiden in mein glück. lich freue, Noch alles besſen, was 621. Gott nicht fin fie that. Von ewigkeiten her schon dachtest Du an mein glück und heil, und wachtest, Eh' ich um deinen schuß dich bat. gen? Sollt' ich ihm nicht dankbar seyn? Ihm nicht vreis und ehre bringen? Mich nicht seiner liebe freun? Väterlich will er die lieben, Die beglücken und erhöhn, Die auf seinen wegen gehn, Und sich, ihm zu folgen, üben. Alles währet seine zeit: Gottes lieb' in ewigkeit. 2. Wie ein adler ein gefieder Ueber seine jungen streckt: So hat mich und meine brüder Gottes treuer schuß bedeckt. Er, der über mich schon wachte, Als ich kaum zu seyn begann, Sah mit vaterhuld mich an, Eh' ich noch mein lob ihm brachte. ALles währet seine zeit: Gottes lieb' in ewigkeit. 3. Für mich armen, mich verlornen, Mich, der ich ein sünder bin, Gab er seinen Eingebornen, Jesum, in den tod dahin. Wer kann, was er that, ergründen? Unter allen menschen, wer? keiner! aber weit umher Kann es, wer nur will, empfinden. Größer ist, als unsre schuld, Unermeßlich seine huld. 4. Mir zum lehrer, mir zum führer Sandt' er seines Sohnes Geist, Zum beschüßzer, zum res gierer, Der mir giebt, was er 4. Du sahst und hörtest schon mein sehnen, Und zähltest alle meine thränen, Eh' ich von dir bereitet war; Und wogst, eh' ich zu seyn begonnte, Eh' ich zu dir noch rufen konnte, Mir mein bes scheiden theil schon dar. 5. Du ließest, Herr, mich gnade finden; Und sahst doch alle meine sünden Vorher in deiner ewigkeit. O welche liebe! welch erbarmen! Der Herr der welt sorgt für mich armen, Und ist ein Vater, der verzeiht. is 6. Für alle wunder deiner treue, Für alles, dessen ich mich freue, Lobsingt, o Vater, dir mein geist. Er selber ist dein größt's geschenke; Dein ist's, daß ich durch ihn dich denke, Und dein, daß er dich heute preis't. 7. Du hast mein leben mir gefristet, Mit stärk' und kraft mich ausgerüstet; Dieß alles, Vater, dank' ich dir. Du hast mich wunderbar geführet, Mit deinem Geiste mich regieret; Dieß alles, Vater, dank' ich dir. 8. Soll ich, o Gott, noch länger leben: So wirst du, was Vom Lobe Gottes und der Danksagung. 459 weicht: Also schont Gott jeiner finder; Straft und züchtigt ste; doch nie Straft er und verwirft er sie, Wie verstockte, freche füns der. Denn durch seine züchtigung Schafft er ihre besserung. 9. Er bewähret sie durch leis den; Und auch das ist huld; er führt Endlich sie zu seinen freuden; Und der streiter triumphirt. Die, so hier mit thränen säen, Ernten einft, und hocherfreut. Welche wonn' und ſeligkeit, Wenn wir vor dem throne stes hen, Und frohlocken, daß sein rath Diesen weg geleitet hat. verheißt. Er beruhigt meine feele; Giebt mir muth und zu versicht, Licht und stärke, daß ich nicht Seines rufes ziel ver fehle. In den leiden dieser zeit Giebt er trost und freudigkeit. 5. Ewig soll ich selig werden. Welche zukunft wartet mein! Doch, ich soll auch schon auf erden Täglich seiner huld mich freun. Was bedarf ich, welche gabe Fehlt mir zur zufriedenheit, Wenn ich, was er mir ges beut, Wenn ich ihn vor augen habe? Meine schwachheit schreckt mich nicht; Er ist meine zuversicht. 10. Weil du denn so reich an liebe, Gott, so sehr mein Vater bist: Nun so hilf, daß ich mich übe, Dein zu seyn, ein wahrer christ! Leib und seele mag vers schmachten, Wenn du mein bist! laß denn mich Jedes scheinglück gern für dich Und für deine huld verachten; Denn es währt nur furze zeit: Deine lieb' in ewigs feit! 6. Himmel, luft und erde die nen Mir zum segen; und durch ihn Müssen mir die berge grünen, Müssen mir die thäler blühn. Thier' und kräuter und getreide, In den gründen, in der höh', In den büschen, in der see, Nähren mich mit kraft und freude; Denn er liebt mich väterlich; Ueberschwänglich liebt er mich. 7. Wie so manche schwere plage Hat mein Gott nicht abs gewandt! Wie so manche heitre 622. und bringet her Mel. Lobt Gott, ihr christen. all' un tage Hat er auch zu mir gesandt! War mir auch sein rath verborgen: Dennoch war er heil für mich. Gott entriß mich väterlich Jeder angst und allen forgen; Denn er bleibt unwandelbar, Was er ist und was er war. Dem Höchsten ruhm und lob; Dem, welchen aller engel heer Von anbeginn erhob.te 2. Ermuntert euch, und singt mit schall Gott, unserm höchsten gut, Der seine wunder überall und große dinge thut. 8. Wie ein vater seinem finde Nie sein liebreich herz entzeucht, Wenn es gleich, verführt zur sünde, Aus dem rechten wege 3. Der schon von mutterleib' uns an Gesund und froh erhält; Und, wo kein mensch uns Von den Pflichten gegen Gott. mo 460 helfen kann, Uns hilft, wie's ihm gefällt. 4. Der, haben wir ihn gleich betrübt, Doch gnädig bleibt und gut, Die straf erläßt, die schuld vergiebt, Uns so viel gutes thut. 5. Er geb' uns stets ein fröhlich's herz, Und einen frommen sinn, Und werfe furcht und angst und schmerz In's meeres tiefe hin! rombandsid o 6. Gr laffe seinen frieden ruhn Auf unserm vaterland! Er gebe glück zu unserm thun, Und heil für jeden stand! 7. Er trag' uns ferner mit geduld, Und laß uns heilig seyn, Und seiner väterlichen huld Uns allezeit erfreun. 8. So lange dieses leben währt, Sey er stets unser heil! Und wenn wir scheiden von der erd', Verbleib' er unser theil! 9. Er drücke, wenn das Herz nun bricht, Uns unsre augen zu, Und laff uns sehn sein ange sicht, Und geb' uns seine ruh! In eigner Melodie. 623.ob, ehr und preis dem höchsten gut, Dem Herrn und seiner gute! Dankt dem, der so viel wunder thut, Mit fröhlichem gemüthe! Sein troft erfüllet unser herz; Er heilt und findert jeden schmerz. Gebt unserm Gott die ehre! 2. Der Himmel heere danken dir, Beherrscher aller thronen! Auch wir, die wir, o Vater, hier In deinem schatten wohnen, Wir preisen alle deine macht, Die uns erschuf, die uns bewacht. Dir sey lob, preis und ehre! 3. Was deine macht geschaf fen hat, Das willst du auch ers halten; Darüber will dein weis ser rath Und deine gnade wal ten. In deinem ganzen königreich Herrscht macht und recht und huld zugleich. Lob dir und preis und ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner noth: Vernimm, o Gott, mein flehen! Da half mein hels fer mir vom tod', Und ließ sein heil mich sehen, Drum dank', o Gott, drum dank' ich dir. Ach danket, danket Gott mit mir; Danft ihm mit freudenthränen! 5. Gott ist bei uns, und ewig nicht Von seinem volk geschie den; Ist ewig seine zuversicht, Und giebt ihm heil und frieden. Mit vaterhänden führt er die, Die ihm vertraun, und segnet fte. Dankt ihm mit lautem jubel! stornill 6. Wenn menschenmacht nicht helfen kann, Erhört er unſre flagen, Und nimmt sich unsrer mächtig an, Und läßt uns nicht verzagen. Wo keine ruh' uns mehr erfreut: Schafft er uns ruh' und sicherheit. Gebt unserm Gott die ehre! 7. So lang' ich lebe, soll mein dank Dich, mein erretter, ehren. Einst sollen meinen lobgefang Auch deine himmel hören. Frohlockend, Vater, über dich Erfreue Vom Lobe Gottes und der Danksagung. 461 leib und seele sich. Lob dir und preis und ehre! stondo 8. Die ihr euch Gottes kinder nennt: Gebt unserm Gott die ehre! Ihr, die ihr seinen Sohn bekennt: Gebt unserm Gott die ehre! Der sünde gözzen macht zu spott! Der Herr ist Gott! 4. Dir, Vater, Sohn und Geist, Sey ehr' und preis geges ben. Wir wollen deine huld Mit frohem muth erheben. Und stehn wir einst verklärt In deinem heiligthum: So sey dein name, Gott, Auf ewig unser ruhm. Mel. Wach' auf, mein herz. Dommt, uns der Herr ist Gott! Gebt unserm 625. Gott erheben, Gott die ehre! 9. So kommet vor sein an gesicht, Ihm dank und preis zu bringen. Bezahlt ihm die gelobte pflicht, Und laßt uns ihm lobfingen, Der Herr hat stets an uns gedacht, und alles, alles wohl gemacht! Gebt unserm Gott die ehre! 1750 Ihm dank und ehre geben, Daß wir so viele gaben Von ihm empfangen haben. 2. Leib, seele, kraft und leben Hat uns der Herr gegeben. Er will auch in gefahren uns väterlich bewahren. 3. Er sorgt für leib und seele, Daß uns kein gutes fehle. Wenn un danket alle unsre sünd' uns reuet, Schont In eigner Melodie. 624. N Gott, mit her er uns und verzeihet. zen, mund und händen, Der große dinge thut Hier und an allen enden; Der mächtig uns erhält, Und von der findheit an Uns so viel gutes thut; Mehr, als man rühmen kann. 4. Ein arzt ist uns gegeben, Der selber ist das leben; Der ist für uns gestorben, Und hat uns gnad' erworben. 5. Durch seine taufe haben Wir seines Geistes gaben; Die 2. Er, unser Vater, woll' Ein lehren seines mundes; Das fröhlich herz uns geben. Der mahl des neuen bundes. Herr laff uns, sein volk, In ste- 6. Er will sein ewig leben tem frieden leben, Und unsre nachwelt auch; Daß seine gnad' und treu' Das ganze land um fah' Und unser segen sey. 3. Der ewig treue Gott Woll' uns von allem bösen, Und was uns schaden kann, Durch seine macht erlösen. Er schütz' uns in gefahr: Er helf uns allezeit; Und führ' uns aus der welt Zu seiner feligkeit. olla di Uns, wenn wir treu sind, geben, Und dort noch größre gaben, Als wir von ihm hier haben. 7. Wir bitten deine gute, Daß sie uns stets behüte. Hilf allen deinen findern! Hilf, Vater, selbst den sündern! 8. Erhalt' uns in der wahrheit, Bis wir in voller klarheit Dich sehn, und deinen namen Dort preisen! hör' uns! Amen! 462 Von den Pflichten gegen Gott. Mel. Lobet den Herren. 626.& obfingt bem Höch- Lobsingt dem Höchsten! 6. Dankt eurem sten! Lobsingt dem Höchsten; Denn er ist sehr freundlich. Es ist sehr köstlich, unsern Gott zu loben; Unsern Gott zu loben. Sein lob ist lieblich; denn er ist so gütig. Lobfingt dem Höchsten! Lobsingt dem Höchsten! trauen. Lobsingt dem Höchsten! 2. Singt mit einander! Singt mit einander! Danket Gott, dem Vater; Denn er ist mächtig, gnädig und barmherzig, Gnädig und barmherzig. Was er uns gutes thut, ist nicht zu zählen. Lobsingt dem Höchsten! Lobsingt dem Höchsten! 7. O Jesu Christe! O Jesu Chrifte! Sohn des Allerhöch sten! Gieb deinen kindern gnade, Gott zu preisen, Gnade, Gott zu preisen, Und deinen na men ewig zu erheben! Lobfingt dem Höchsten! Lobsingt dem Höchsten! 3. den Er ſchuf den himmel; Heißt die 627. Pung Bringet, In derselben Melodie. reis anbe Schöpfer; Dankt eurem Schöpfer; Danket dem Erhalter, Dem milden geber aller guten gaben, Aller guten gaben, Der nie ermüdet, seine welt zu segnen! Lobsingt dem Höchsten! Lobsingt bem Höchsten! 4. Die menschen leben, Die menschen leben Nur von seinem segen. Der Vater segnet alles, was empfindet, Alles, was empfindet, Die jungen raben, wenn sie zu ihm rufen. Lobsingt dem Höchsten! Lobsingt dem Höchften! sonn' uns leuchten, Und tränkt ihr christen, Gott, Gott dem Vamit regen, wenn er will, die erster, Dem Schöpfer, dem Erhal de, Wenn er will, die erde, Daß alles grüne, thal, gebirg' und aue. Lobsingt dem Höchsten! Lobfingt dem Höchsten! nisie ter, dem Regierer! Er, er ist die liebe! Er schuf die menschen; er erbarmt sich ihrer! Er ist die liebe, Und aller Vater! 2. Preis und anbetung Brins get, ihr christen, Gott, Gott dem Sohne! Erlös't mit seinem blut Hat er uns fünder! Er, er ist die liebe! Von seiner gnade sind wir Gottes finder! Er ist die liebe Und aller Heiland! dal dot 3. Preis und anbetung Brins 5. Rühmt vor dem Höchsten, get, ihr christen, Gott, Gott dem Rühmt vor dem Höchsten Euch Geiste! Er führet uns zum heil nicht eurer stärke. Wer darauf der ewigkeiten! Er, er ist die lies troßet, kann ihm nicht gefallen, be! Er lehret um die fron' am Kann ihm nicht gefallen; Denn ziel uns streiten! Er ist die liebe, ihm gefallen mur, die ihm ver- Und aller lehrer! TOMTOY Vom Lobe Gottes und der Danksagung. 463 4. Preis und anbetung Brin-| Ein gräuel vor dem Herrn. Sie gen wir christen Dir, unserm hört in ihren nöthen Gott, der Gotte! Wie föstlich ist's uns, täglich dir lobsingen! Du, du bist die liebe! Wie süß ist's, deinen willen, Gott, vollbringen! Du bist die liebe, Und bleibst es ewig! DIE die lieb' ist, nicht; Verbirgt, wenn sie auch beten, Im zorn sein angesicht. 4. Wir aber, deine frommen, Wir wollen, Gott, in Einem geist Zu deinem throne kommen, Wenn unser dankbar lied dich Mel. Nun lob' mein seel' den. 628.aft uns mit banken preift. In Einem lauten tone treten Vor unsern Gott, mit preis und ruhm. Mit freudigen gebeten Lobt ihn in seinem heiligthum; Ihn, der mit vatertreue, Was er erschuf, erhält. Daß alle welt sich freue, Beglückt er alle welt; Trägt mit geduld die fünder; Hilft seinem volke gern. Erhebt ihn, Gottes kinder! Ihr christen, dankt dem Herrn! Singt durch dein ganzes reich Dir, Vater, und dem Sohne Die christenheit zugleich. Die eintracht ihrer lieder Dringt auf mit hohem flang; Schallt durch die himmel wieder; Ein jubel, Ein gefang! but in 2. Ihr, unsers hauptes glieder, Vereinigt liebreich herz und mund. Als erben und als brüger Macht seine gnad' und treue fund. Durch sanftmuth über windet Euch selbst, und haß und neid; Versöhnt euch, und empfindet Der liebe füßigkeit. Zu Einem heil berufen, Habt alle gleichen sinn. So tretet zu den stufen Des thrones betend hin. 5. O, pflanze selbst die liebe Mit aller ihrer himmelslust, Mit jedem ihrer triebe, O Gott, in unfrer aller brust! Hilf, daß wir, als die deinen, Uns lieben les benslang, Und so vor dir erschei nen Mit lob, gebet und dank! Dann steigt aus unsern chören Der eintracht lied empor; Der eintracht lied zu hören, Neig', Herr, zu uns dein ohr! 3. Ihn, der die lieb' euch lehret, Durch die ihr seine kinder seyd, Gott, euren Gott, ent ehret Ein lob, das haß und streit entweiht. Die fünder, die sich haffen, Stehn hoffnungslos von fern, Von seiner huld verlassen, id 6. Wenn wir dann vor dir flehen, Erhöre gnädig dieß ges bet! Laß uns zum heil geschehen, Was unsre ganze seele fleht! Wenn wir, aus heißem Herzen, Für rettung aus der noth Für linderung der schmerzen Dir danken, unser Gott; Für so viel huld uns alle Dir weihen lebenslang: O Vater, so gefalle Dir deiner finder dank! 1657 464 Von den Pflichten gegen Gott.mode Von dem Bekenntnisse und 6. Was vermager wider euch? der Verehrung Jesu Chrifti ben Gottes beifall, Gottes reich Welche macht kann euren glauinsonderheit. Und des Himmels wonne rauben? Haltet eure fronen fest, Wehe dem, der Gott verläßt. 7. Welchen kampf hat euer Herr Nicht für euer heil erstrits ten! Jene schaar der märtyrer, Was hat die für ihn gelitten! Schmach und martern, selost den tod Litten sie getroft für Gott. 8. Und der spötter wiß und hohn Könnten euer Herz verfüh ren, Euren antheil an dem Sohn, Und den Himmel zu verlieren? Nein, ihr christen! wanfet nie! Fleht um rettung auch für ste! ( Hier stehen auch noch einige Lobgesänge auf das Werk der Erlösung.) 2012 Mel. Jesus, meine zuversicht. 629.H ochbegnadigt von dem Herrn Und von seinem Sohne, bleibet Gott getreu; bekennt auch gern Seinen Sohn, an den ihr gläubet. Eifer und beständigkeit Uebe, wer sich Christi freut. 2. Sanft und leicht ist Chris sti joch; Denn was kann bei ihm euch fehlen? O wie selig seyd ihr doch Durch den Retter eurer seelen! Welche wonn' und Herrlichkeit Wartet eurer nach der zeit! 3. Freue beines glaubens dich. Deines Gottes, feines Sohnes, Deine seele rühme sich Ihrer Hoffnung, seines lohnes, Frei, voll muth, und unverstellt, Freu dig vor der ganzen welt. 4. Hat gleich sein bekenntniß hier Seine leiden und beschwerden: Dennoch seyd getreu; denn ihr Sollet ewig selig werden. Was ist gegen solch ein glück Dieses lebens augenblick? 15. Schämt euch seiner lehren nie Vor den frevlern, vor den spöttern, Wenn sie ihn verschmähn, wenn sie Sich und ihren wiß vergöttern. Was vermag der lästrer spott Wider Jesum, wider Gott? 9. Seyd getreu bis in den tod; Denn ihr glaubet nicht vergebens. Nach dem tode führt euch Gott Zu der wonne jenes lebens; Und auf einen kurzen streit Krönt euch seine Herrlichkeit. 630.Dift Gott! Mel. Herr Gott, dich loben. 9t er Herr ist Der Herr ist Gott! ist Gott! Den uns die Sterbliche gebar, Der Gottmensch ist, wird seyn und war! Ne Sie, die vor seinem Throne stehn, Und Jesu Christi antlig fehn, Die Cherubim, die Seraphim, Die Todten Gottes fingen ihm! Gott ist des Menschen Sohn! Gott ist des Menschen Sohn! Du starbst den Mittlertod, Von dem Bekenntnisse und der Verehrung Jesu. 465 Du, Liebe! Mensch! und Dem unterlagst du, Mittler, | Gott! nicht. Sie werfen ihre Palmen hin; Ganz strömt auf dich sein ZürSie werfen ihre Kronen hin; nen zu; Sie beugen feiernd ihre Knie; Du trugst es ganz: doch stegMit lauten Thränen singen sie, Daß dessen Thron, der ewig lebt, Vor ihrer Jubel Schall erbebt. Wie Stimmen großer Wasser tönt Ihr Lied; dem singt's, der uns versöhnt, Dem Tod' auf Golgatha ges weiht, Gott, hochgelobt in Ewigkeit. ir stammeln in der Himmel Chor; Heb' unser Herz zu dir empor! and giebt, Bis in den Tod am Kreuz geliebt. Wir fassen dein Geheimniß nicht! Uns blendet ſein zu göttlich's Licht: Du, der für uns geopfert ist, Du bist die Liebe, Jesus Christ! Du unerforschte Liebe! Gott! Uns, uns hast du bis in den Tod, O du, der Gnad' um Gnade 631. Gelobet seyft bu, Christ! Jesu Von aller menschen zungen, Von jedem, der noch sterblich Gelobet seyst du von der schaar, ist, Verherrlicht und besungen! Die einst, wie wir, auch sterbwar, Nun ganz ers neuert, Den sabbat Gottes feiert! Doch fühlen wir's; es wirkt, es Amanda lebt In unsern Seelen; es erhebt Uns über Und giebt uns Kräfte jener Welt. Groß, heilig! wunderbar ist Er! teſt du. Du siegtest: aber namenlos, Uns unbegreiflich, furchtbar groß ard Heil uns! Gott ist, Gott ist der Herr! Jehova's tödtendem Gericht, War, was du in Gethsemane Und auf der schädelvollen Höh', Du Heiligster, gelitten haft; War deiner Todesqualen Laft. Du hast, für uns ein Fluch ges macht, Der Thaten göttlichste vollbracht; Denn Gott bist du, o Herr! bist Gott! Sey, Heil der Welt, auch unser Gott! Amen! Mel. Ermuntre dich, mein. 2. In dieser Höhern brüder dank Soll unser loblied schallen. Auch schwacher menschen lobges sang Hofft, Herr, dir zu gefallen. Noch schauen wir, ach! nur von fern, Die hohe seligkeit des Herrn, Wozu nach diesem leben Du dort uns wirst erheben. 3. Doch bald, bald sind wir 69 466 pe Von den Pflichten gegen Gott. mad made ewig dank und ehre! Anbetung, preis und ehre! auch, wie ste, Zum leben durch gedrungen. Bald ist nach kurzer tage müh' Das kleinod uns ers Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. rungen. Dann fingen wir bir, 632. Von ganzem Herz mensch zen lieb' ich geboren bist, In deiner engel chöre, Anbetung, preis und ehre. 4. Hier soll, so lang' noch sterblichkeit Und fünden uns beschweren, Durch unsre ganze pilgerzeit Dich unser dank verehren. Doch mehr preif unser leben dich; Und unser geist bestrebe sich, Stets durch ein göttlich leben Dich, Heiland, zu erheben. 5. Du kamst von deiner all macht thron Auf unsre erd' hernieder, Wardst arm und schwach, ein menschensohn, Zur rettung deiner brüder. Wer wollte nicht dir ganz sich weihn? Ja, o Versöhner, wir sind dein, Und jeder der erlös'ten Soll deiner sich getrösten. 6. Was wären wir, Herr, wärst du nicht Für uns ein mensch geboren? Ach, ohne troft und zuversicht; Durch unsre schuld verloren. Doch nun, dadu, o Jesu Christ, In unserm fleisch erschienen bist, Sind wir gefallne sünder Versöhnt, sind Gottes finder. Mein Heiland; denn du liebtest mich, Eh' ich dich lieben konnte. Schon hast du meiner, Herr, ges dacht, Eh' deine weise, fromme macht Der schöpfung werk begonnte. Und, sahst du gleich, ich würde dein Unwürdig, und ein sünder seyn, Durch meiner våter fall entweiht, Beraubt der ersten heiligkeit: Doch sollt' ich dein, Ich, Jesu Christe, sollte dein, Ich fünder sollte selig seyn. 2. Ach, möcht' ich, o mein schild und heil, Dir, hier mein trost, und dort mein theil, Nur würdig danken können! Laß ge gen dich, wie du's verdienst, Mich, weil du mir zum heil erschienst, In heißer lieb' entbreunen! Erhaben über allen dank, Weit über meinen lobgefang, Bedarfst du, meine zuversicht! Mein lob zu deiner größe nicht. Doch flamme dank! Dir, Jeſu Christe, flamme dank! Hoch flamm' empor mein lobgesang! 3. Des todes band' umfingen mich. Du sahst's und du erbarm7. Schon hier, erhabner Gottest dich, Als ich vergehen wollte. tessohn, Sind wir durch hoffnung selig. Die freuden, die uns dort am thron Erwarten, sind unzählig. Dir, der ste gnadenvoll erwarb, Der für uns mensch ward, für uns starb, Sey Du, du beschlossfest, ob ich zwar Des fluchs, des todes würdig war, Daß ich nicht sterben sollte. Dich kannt' ich nicht, und rief dir nicht, Doch wandtest du dein angesicht Mitleidensvoll herab zu mir, Und schwurst erlösung, 8 Von dem Bekenntnisse und der Verehrung Jesu. 467 schwurst bei dir: Ich duld' den| zes Herz frohlockt in mir. O Vatod, Ich geh', der abgefallnen ter, ich lobsinge dir! Gieb, daß tod Zu dulden, den der Sina ich jeden tag auf's neu' Allein droht! mich deiner gnade freu'! O Gott, mein heil! Sey ewig mein, sey ewig mein, Und laß mich dir recht dankbar seyn! 4. Du kamst: doch da zerflossen nicht Die wolken unter dir in licht, Dem kommenden zu ehren; Die berge wurden nicht erregt, In ihren gründen nicht bewegt; Du kamst nicht, zu zerstören. Dich kündigte kein sturmwind an; Kein freffend feuer ging voran; Kein donner donnert', und kein blitz Schoß durch die himmel, deinen sig. Du kamst zur welt, Zur rettung der gefallnen welt, Still, wie der thau der nächte fällt. 5. Ein mensch, nicht mächtig und nicht reich, Ach, arm und niedrig, fnechten gleich, Erschienst du, mich zu retten; Mich,( ewig, ewig preif' ich dich!) Von meines todes banden mich Mitleidig zu entketten. Du reichtest mir der hülfe hand Vom kreuze her, und ich empfand Mein elend und mein heil zugleich, Vom fluch erlöset in dein reich. Du starbst den tod, Du starbst der abgefallnen tod. Bestegt, bestegt ist nun der tod! 2. Voll froher ehrfurcht beug' ich mich, Vor dir, Sohn Gottes! du hast dich Für mich das hin gegeben. Es komme mir nie aus dem sinn, Was deiner huld ich schuldig bin; Dein tod bringt mir das leben. Durch deines opfers ew'ge fraft Hast du, o Herr, auch mir verschafft, Was mich vor dem verderben schützt, Was ewig meiner feele nüßt. Herr Jesu Christ! Wie liebst du mich! wie liebst du mich! Ach, ewig, ewig lieb' ich dich! 3. Mit inbrunst fleh' ich, Herr, zu dir: Befördre, Heiland, selbst in mir Ein gläubiges gemüthe! Wie dürres erdreich dürstet mich, Und meine seele sehnet sich Nach deiner großen güte. Ich fühle, Herr, was mir gebricht: D stärke meine zuversicht, Daß du auch mein Versöhner seyst, Und mich vom ew'gen tod befreist. Herr, dieser troft Sey fest in mir, sey fest in mir; So dien' Mel. Herzlich lieb hab' ich. 633. Gelobet feyst bu, ich voller freude bir. 4. Zur Gott! Gelobt für unsers Mittlers tod; Dein heil ist uns erworben. Wie haft du, Gott, auch mich geliebt! Er, der uns heil und leben giebt, Ist auch für mich gestorben. Mein gan weisheit und gerechtigkeit, Zur heiligung und selig keit, Bist du mir ausersehen. Auch mir zum herrlichsten gewinn Gabst du dein leben willig hin: Drum hör' jetzt auf mein flehen! Mein Heiland, zeuch Gg2 KAMINATION Von den Pflichten gegen Gott. mnd raff me dich! Herr, Herr, erbarme dich! Gott, erbarme dich! 468 mich ganz zu dir: Ja, durch den glauben wohn' in mir: So nimmt in mir die seelenruh, Und meines Herzens beff'rung zu. Mein Herr und Gott! Verlaß mich nicht, verlaß mich nicht: So komm' ich einst nicht ins gericht. 5. Zu deinem himmel hilf du mir! Der freuden füll' ist nur bei dir; Laß mich sie einst genießen! Belebe mich mit muth und kraft; Bewahr' in meiner pilgrim- Mel. Wachet auf, ruft uns. ſchaft Mein leben, mein gewis 635. An men! Lob und sen; Daß mir dein wort stets heilig sey, Daß ich bis in den tod dir treu, Mit freuden thu', was dir gefällt, Und dich auch ehre vor der welt! O Herr, mein heil! Sey stets mit mir, sey stets mit mir, So komm' ich einst gewiß zu dir! Sidis preis und stärke Sey dem vollender seiner werke! Dem todesüberwinder dank! Singt dem auferstandnen helden; Und alle himmel, alle welten, Und dieser erdkreis sey gesang! Ihm, der vom tod' erstand. Ihm, der einst überwand, Preis und ehre! Sein ist die macht! Er hat's vollbrache! Die welt ist CATES Mel. O wir armen sünder. 634.Necken des Mittlers angesicht, Und des richters schrecken Erträgt die seele nicht, Ach, wie ist ihm bange Um freudigkeit und licht! Vater, ach wie lange Verzeucht dein angesicht! Herr, Herr, erbarme dich! Herr, Herr, erbarme dich! Gott, er barme dich! 3. Ach, nun fühlt der spötter, Der Gottes Sohn entehrt, Daß der Gott der götter Ihn vor der welt verklärt. An des abgrunds stufen, Dem er sich frech genaht, Möcht' er ißt noch rufen Zu ihm, der für ihn bat. Herr, Herr, erbarme dich! Herr, Herr, erbarme dich! Gott, erbarme dich! acht und schatten seiner ehre voll! 2. Nacht und schatten decken Das mördervolle land; Und bewehrt mit schrecken Ist, Rächer, deine hand. Selbst die frevler zagen; Nun ruht ihr frecher spott. Wehgeschrei und klagen Crtönen auf zu Gott. Herr, Herr, erbar2. Ja, du land der gräber, ers de, Empor aus deinem staube! werde Ein land des Lebens und des lichts! Er, der siegreich auferstanden, Befreit dich von des todes banden Und von den qualen des gerichts. Heil dir! das grab ist leer! Des abgrunds schreckenheer Ist bezwungen. Des todes nacht, Der hölle macht, Der gräber grauen ist besiegt. 3. Was vermag, uns zu er schüttern? Der Hölle klaven müssen zittern Vor ihm, der ewig, ewig lebt: Wir, des Aufs erstandnen brüder, Wir christen, Von dem Bekenntnisse und der Verehrung Jesu. 469 seines leibes glieder, Wir freun| bot; Der tod bestraft die sünden. uns deß, der ewig lebt. Für uns Schrecklich ist sein reich, das sank er in tod: Für uns entrückte grab: Doch Christus, welchen Gott Ihn dem grabe. Empörer, Gott uns gab, Zerstört das reich bebt! Der Sieger lebt! Er lebt des todes. Gelobt sey Gott! und stirbt hinfört nicht mehr! 4. Unser Herz darf nun nicht wanken; Die bangen, zweifeln den gedanken Bestegt des glau bens zuversicht. Wie ein fels des Herrn im meere, Steht uner schüttert Jesu lehre, Umglänzt mit seligkeit und licht. Der himmel bau zerfällt; Die herrlichkeit der welt Wird verschwinden: Doch fort und fort Steht Jesu wort, Bleibt trost und heil in ewigkeit. 3. Uns zu befrein, kam Gottes Sohn; Vertrat vor Gott die fünder; Litt, was gesetz und fünde drohn, Und ward sein überwinder. Tod, nun hast du die gewalt Des fluchs nicht mehr; blos die gestalt; Dein stachel ist zerbrochen. Gelobt sey Gott! 4. Es war ein wundervoller 14.00 trieg, Als tod und leben rungen. Das leben stritt, behielt den steg, Und hat den tod verschlungen. Ihm, dem tode, der uns trifft, Ward Jesu Christi tod ein gift, Und eine pest der hölle. Gelobt sey Gott! 5. Doch auch wir, wir werden bleiben. Mag doch des förpers staub zerstäuben! Verzehre moder mein gebein! Jesus lebt! und meine glieder Belebt einst seine allmacht wieder; Wie er, werd' ich unsterblich seyn. In der verwesung grab Dringt dann sein ruf hinab: Und ich lebe; Und ich bin sein; Auf ewig sein. Wie wird mir dann, o dann mir seyn! Mel. Christ lag in todesbanden. 636.D er Herr, der uns bei Gott vertrat, Der Heiland ist erstanden; Frei, weil er selbst das leben hat, Von feines todes banden. Deffen sollen wir uns freun; Ihn loben, ewig dankbar seyn, Und seinen fieg erheben. Gelobt sey Gott! 2. Ach, alle menschen traf der tod! Wer kann ihn überwinden? Ach, keiner that, was Gott ge 5. Wir haben auch ein osters lamm. Was Jacobs kinder hatten, War nicht, wie unser ofterlamm, Das opfer; war der schatten. Uns besprengt des opfers blut, Giebt wahre sicherheit, giebt muth, Der würger geht vorüber! Gelobt sey Gott! 6. Nun feiern wir sein hohes feft, mit voller freud' und wonne. Er, der im tod' uns nicht verläßt, Ist selber unsre sonne. Seiner gnade glanz zerstreut Der sünde schatten, und erfreut Uns in der nacht des todes. Gelobt sey Gott! 7. Wir effen auch, auch wir erfreun, Von Jesu selbst geladen, Vom sauerteig der sünderein, Uns seines mahls voll gna 470 den. Den, der hungert, macht er satt. Wer dieses brod vom himmel hat, Wird seines glau bens leben. Gelobt sey Gott! Mel. Gelobet seyft du, Jesu. 637. Meinfels und mei- fey Gott! ne zuversicht Bist du; bist mir göttlich's licht, licht, 63 Von den Pflichten gegen Gott. mnd nat 8. Erhöht, nach schweiß und blut und streit, Bist du zu der herrlichkeit. Du herrschest deis nem Vater gleich; Denn alle himmel sind dein reich. Gelobt Geheimniß meiner seligkeit, Deß sich mein ganzes herze freut! Lobsingt dem Herrn! nuon 2. Geheimniß meiner seligkeit! Groß schon in der pilgerzeit! Viel größer nach vollbrachtem lauf! Dann deckst du ganz die tiefen auf, Deß, der mich liebt. 3. Gelobt sey Gott! gelobt sey Gott, Dort auf Golgatha, mein Gott! Ach, in des todes leibe ward Gott, mein Versöhner, of fenbart. Gelobt sey Gott! 4. Durch wunder kräftigt es der Geist, Zeuget, daß du Christus seyst. Durch ihn erscholl der jünger haus; Da goß er neue wunder aus. Gelobt sey Gott! 5. Versöhner! deine zeugen sahn Dich mit klarheit angethan. Bezwungen hattest du den tod; Sie sahn dich, ihren Herrn und Gott. Gelobt sey Gott! 6. Die zeugen lehrten ihn mit muth, Sieger durch ihr wort und blut; Obgleich, der uns der sünd' entriß, Den tobten fündern ärgerniß Und thorheit war. 7. Selbst diese todten fünder sehn Licht vom himmel, und er stehn. Allmächtig ist, der ihnen ruft; Drum gehn sie aus der finstern gruft. Gelobt sey Gott! Mel. Ein' feste burg ist unser. 638.H eil uns! heil uns! mit uns ist Gott! Uns will er nicht verlassen, Der Sohn, Jehova Zebaoth! Weh' allen, die uns haffen! Ihr feinde bebt zurück! Euch tödtet Gottes blick! Wer kann vor ihm bes stehn? Die himmel selbst vers gehn: Wie wollt ihr, staub! bes stehen? 2. Wir sind sein volk, das volk des Herrn, Die schaafe seiner heerde. Uns führt sein arm, er schüßt uns gern; Vernimm es, höll und erde! Vernimm es, beb' und flieh'! Umsonst ist macht und müh'! Du tobest wider Gott, Und wirst zuletzt ein spott, Zu seinem schemel liegen, sof 3. Seyd still, ihr völker, und erkennt: Der Sohn ist Gott; sonst keiner! Euch rettet, wenn sein zorn entbrennt, Jehovens Sohn; sonst keiner! Erkennt's; er flammet schon! Verehrt und füßt den Sohn! Dem kommen den gericht Entrinnt der frevler nicht; Sein rechen ist verderben. 4. Ihr ehrt umsonst den Vater Gott, Wenn ihr den Sohn nicht ehret. Einst strafet er der spötter rott', Die Jesu wort nicht höret. Gott selbst hat ihn gefandt, Gezeugt, geliebt, bekannt, Von dem Bekenntnisse und der Verehrung Jesu. 471 Und vor der welt verklärt; Durch| hig, und vergißt Die nichtigkeit wunder ihn bewährt. Ihn schmä- der erde. Ich fühle meinen ganhen, heißt, Gott läſtern. zen werth, Weil ich unsterblich werde. 5. Vor seinem namen,( spôt ter, hört's!) Soll jedes knie sich beugen; Soll jeder mund,( sein bote lehrt's,) Von seiner Herrschaft zeugen. Ohn' ihn hat niemand theil An Gottes reich und heil; Drum glaubt, und nehmt den an, Der euch noch retten kann, Eh' euer richter richtet. 2. Ich bin ein christ! Nur blendend und vergänglich ist Der erdenehre schimmer. Mein ruhm, von wahn und irrthum frei, Täuscht meine Hoffnung nimmer. 3. Ich bin ein christ! Rein von der lüste thorheit ist Die Gott geweihte seele. Zur tugend führt der weisheit pfad, Den ich ent schlossen wähle. 4. Ich bin ein christ! Nicht werth der himmelsfreuden ist Die trübsal dieses lebens. Ich bin des hohen troftes voll: Ich leide nicht vergebens. 5. Ich bin ein christ! Gesegnet fey mir, tod! du bist Der weg zum höhern leben. Er, dem ich diente, wird mich einst Zum engelglück erheben. 6. Ich bin ein christ! Sing', psalter! freudenthränen, fließt In meines dankes lieder! Preis ihm, der mein Erlöser ist! Lobsingt ihm, seine brüder! 8. Du aller welt Versöhner, du Bist auch für sie gestorben. Ruf ihnen, Herr, allmächtig zu: Auch erworben! 01900 13039 Von der Liebe und dem Gehorsam gegen Gott. m Aus dem 73. Pfalm. odat Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. du mich als ein TOEL fie nicht zu früh! Ergreif all 640.Dater liebſt, Und mächtig ste! Im tod', am grabe noch Ergreif' ste, damit doch Sie ibre seel' erretten! In eigner Melodie. 6. Er ruft euch: was verfolgt ihr mich?( Er ruft's aus seinem fiße,) Mich, der für euch aus lieb' erblich, Damit mein tod euch nüße? Der euch mit Gott verföhnt, Ich bin's, den ihr verhöhnt. Wie nah' ist das gericht! Ach, trotzt ihm, trotzt ihm nicht! Ach, wollt ihr ewig sterben? 7. Jeßt, da ihr seinen ruf noch hört, Verstockt nicht eure Herzen! Ach, sterbet ihr noch unbekehrt, Ihr geht in ew'ge schmerzen! Sucht gnade bei dem Herrn! Der Herr errettet gern. Erwacht vom tod', erwacht! Vielleicht wird diese nacht Die feele von euch fordern. mich mit wohlthun ganz umgiebst, Gott, meiner feelen freude! Ich bleib' und hang' allein an dir. Was ist, mein Gott, das ein 639. Mein herz ist ru- je mich hier Von deiner liebe 1972 472 Von den Pflichten gegen Gott. Hind al scheide? Du machst mir deinen| Und schrecklich, wie der abgrund weg bekannt; Hältst mich bei wär', Mein glaube doch nicht achs meiner rechten hand, Regiereft ten. Du bist und bleibest doch meinen lebenslauf; Und hilfst mein heil, Und meines Herzens auch meiner schwachheit auf. Otrost und theil. So wahr du bist! Herr, mein Gott! Du bist mein durch dich allein Kann leib und licht, du bist mein licht! Ich fol- seele selig seyn. Herr, meine ge dir, so irr' ich nicht. burg! Ich hoffe feft, ich hoffe fest, Daß deine kraft mich nie verläßt. 2. Du leitest mich nach dei nem rath, Der anders nichts bes schloffen hat, Als was mir segen bringet. Geht's gleich zu zeiten wunderlich: So weiß ich den noch, daß durch dich Der ausgang wohl gelinget. Geh' ich getrost die rauhe bahn: So nimmst du mich mit ehren an, Mich, den vor deinem thron erfreut Die krone der gerechtigkeit. Mein Herr, mein Gott! Ach, voll begier, ach, voll begier Wünsch' ich zu seyn, mein heil, bei dir. 3. Du nur bist meine zuver sicht. Hab' ich nur dich: so frag' ich nicht Nach himmel und nach erden; Denn, wär' der himmel ohne dich: So könnte keine lust für mich Auch selbst im Himmel werden. Wärst du nicht schon auf erden mein: So möcht' ich nicht auf erden seyn; Denn nichts ist in der ganzen welt, Das mir so sehr, wie du, gefällt. Mein Herr und Gott! Wo du nicht bist, wo du nicht bist, Ist nichts, das mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir durch freuz und noth, Durch marter, durch gewalt und tod Auch seel' und 5. Wer von dir weicht, und in der welt Dir nicht beharrlich glauben hält, Der stürzt sich ins verderben; Weil er der erde luft und pracht Zu seinem himmelreiche macht, kann er dein reich nicht erben! Denn wer dich hier nicht lieben lernt, Und nicht sein Herz von dem entfernt, Was dir, du Heiligster, mißfällt, kommt nicht zu jener bessern welt. Nur den, der hier Sein herz dir weiht, sein Herz dir weiht, Nur den führst du zur herrlichkeit. 6. Drum halt' ich mich ge troft zu dir; Du aber hältst dich auch zu mir; Und das ist meine freude. Ich setze meine zuversicht Auf dich, mein fels, der nicht zerbricht, Auch nicht im tiefsten leide. Dein wort, o Höchster, soll allein Mein troft und meine richtschnur seyn, Bis sich einst in der ewigkeit Mein Herz vollkommen deiner freut, Gott, meines heils! Ich warte drauf, ich warte drauf; Nimm mich in deinen himmel auf! Mel. Jesu, meines Lebens. leib verschmachten: Dieß alles 641.uelle der vollkomnoch mehr Gott, Von der Liebe und dem mein Gott, wie lieb' ich dich! Denn mit welchen seligkeiten Sättigt deine liebe mich! Leib und seele mag verschmachten! Hab' ich dich: will ichs nicht achten; Mir soll deine lieb' allein Mehr als erd' und himmel seyn. 2. Denk' ich, Gott, an deine güte, Wie frohlockt mein Herz in mir! Mit dem fröhlichsten gemüs 642.Wie ſoll ich mei the Fühl' ich dir. Jeder blick auf deine werke, Dei ne weisheit, huld und stärke: Wie befreiet der mein Herz Von bekümmerniß und schmerz! 3. Flossen mir aus deiner fülle, Gott, nicht tausend gnaden zu? Daß ich ward, das war dein wille; Daß ich noch bin, schaffest du. Daß ich denke, daß ich wähle, Danft bir, Vater, meine sees le; Dankt dir, daß sie dich erkennt, Und dich ihren Vater nennt. Gehorsam gegen Gott. 473 6. Aber wie ich mich auch übe, Dich zu lieben: bleibet doch Unvollkommen meine liebe: Stärk' und inbrunst fehlt ihr noch. Aber laß sie selbst auf erden Heiliger und stärker werden, Bis sie in der seligkeit Deiner, Gott, allein sich freut! Mel. Wer nur den lieben. 5. Ach, von freier huld getrie ben, Hast du mich zuerst geliebt. Dich sollt' ich nicht wieder lieben, Dich nicht, der mich ewig liebt? Könnt' ich ruhig, Gott, auf erden, könnt' ich ewig selig werden, Ohne täglich brünstiger Dich zu lieben, dich, o Herr? lieben, Der seinen eignen Sohn mir giebt? Sollt' ich nicht schmerzlich mich betrüben, Daß ihn mein herz nicht stärker liebt? Was bringt mehr wonn', als diese pflicht? Wie groß ist seine liebe nicht! 2. Er hat von ewigkeit beschlossen, Mein Vater und mein Gott zu seyn; Und noch ist mir kein tag verflossen, Der nicht bes zeugte: Gott ist dein! Er ist so väterlich gesinnt; Gieb ihm dein Herz; Du bist sein kind! 4. Du erlös'test vom verder ben Mich durch deinen Sohn, o 3. Gieb ihm dein herz! wer Gott; Ließest mir zum heil ihn sterben; Mir zum leben ward sein tod. Auch ward mir das heil gegeben, Ewig dort mit ihm zu leben; Ewig deiner mich zu freun; Stets von dir geliebt zu seyn. kann's beglücken, Wer selig machen? Er allein! Denn er fann's heiligen und schmücken, Und ewig durch sich selbst erfreun. Er kann es über allen schmerz Erheben; gieb, gieb ihm dein Herz! 4. Bei ihm ist seligkeit die fülle; Und die, die er nur geben kann, Beut dir sein väterlicher wille So liebevoll, so freundlich an. O welch ein Gott! wie väterlich, mit welchem eifer liebt er dich! to ke 5. Ich seh' es, Vater, ich empfinde Die größe deiner lieb', Von den Pflichten gegen Gott. d 1082 474 Gott; Denn du errettest von der fünde Mich selbst durch deines Ich war vor nem angesicht Ein gräul, und du verwarfst mich nicht. 6. Du riefft, ich ging dir nicht entgegen; Du aber nähtest dich zu mir, Du selbst mit allem deinen segen, Und zogst mich våterlich zu dir. Wo ist ein Gott, wie du? wer ist So gut, als du, mein Vater, bist? 7. Ja, dich will ich zem Herzen, O Vater, lieben; dich allein! Ich will im glücke, will in schmerzen Allein mich dei ner liebe freun. Und daß ich's könne, schenke du Mir schwachem selbst die kraft dazu! 8. Gieb, daß ich mich im gu ten übe, Und heilig sey, weil du es bist! Gieb, daß ich außer die nichts liebe, Als was auch dir ges fällig ist. Verhaßt sey jede sünde mir; Denn sie ist, Gott, ein gräul vor dir. 9. Bewahre mich auf deinem wege! Gieb, daß ich, brüderlich gesinnt, Stets alle menschen lieben möge; Denn jeder ist, wie ich, dein kind. Mein Herz verschließe, Gott, sich nie Vor ih nen; denn du liebst auch ste. 10. So müsse mich kein schmerz, kein leiden, Und feiner freude reiz, o Gott, Von dir und beiner liebe scheiden, kein leben, Vater, und kein tod. Ich will dich lieben; dein allein 3m leben und im tode seyn. Mel. Wer nur den lieben. 643.Gott, befter Bater finder, Der du die liebe selber bist, Du, dessen Herz selbst gegen fünder So liebevoll, so gnädig ist! Laß mich von ganzem Herzen dein, Laß mich's aus allen kräften feyn! 2. Gieb, daß ich als dein find dich liebe, Der du mich als ein vater liebst, Und dein geseß mit freuden übe, Das du zu meinem glück mir giebst! Was dir gefällt, gefall' auch mir; Nichts scheide mich, mein Gott, von die! 3. Der liebt dich nicht, der nicht mit freuden Das wählt und thut, was dir gefällt. Was du verbietest, laß mich meiden, Gefiel' es auch der ganzen welt. Es müsse meine freude seyn, Die kleinste sünde selbst zu scheun. 4. Laß mich um deines namens willen Stets thun, was dein gesetz gebeut! Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen: So sieh' auf meine willigkeit! Ach rechne, Gott, nach deiner Huld Nie meine schwachheit mir zur schuld! 5. Vertilg' in mir durch deine liebe Den hang zur liebe dieser welt; Daß zu verleugnen ich mich übe, Was dir, o Vater, nicht gefällt. Wie sollt' ich, was vergänglich ist, Dir vorziehn, der du ewig bist? 6. Aus liebe laß mich alles leiden, Was mir dein weiser rath bestimmt! Wohl dem, der muth Von der Liebe und dem voll und mit freuden, Was du ihm auflegst, übernimmt! Du willst zum himmel ihn erziehn; Da krönst du, da belohnst du ihn. 7. In deiner liebe laß mich sterben: So wird auch sterben mein gewinn. Dann werd' ich deinen himmel erben, Wo ich bei Jesu ewig bin; Wo ich dich, Gott, entzückt von dir, Vollkommner lieben kann, als hier. Mel. Wer nur den lieben. Gehorsam gegen Gott. 475 5. So bald ich deine stimme höre, So mache leib und geist bereit, Daß ich mit folgsamkeit sie ehre, Und thue, was sie mir gebeut! Ich soll nicht hörer nur allein, Ich soll zugleich auch thäter seyn. 644. 6. Beut mir die welt auch tausend freuden, Damit ich uns gehorsam sey: So laß mich fliehn und sie vermeiden, Als gößendienst und zauberei! Dir müss' ich mehr, als menschen, Gott, Dir folgen selbst bis in den tod. ott, deinen heiligen befehlen Will ich, dein kind, gehorsam seyn. Laß mich das beste theil erwählen, Und gern mich deinem dienfte weihn! Du bist mein Herr; ich bin dein knecht; Und dein geseß ist gut und recht. 7. Wenn ich mich im gehors fam übe, So weiß ich, Vater, daß ich dich Aus allen meinen kräften liebe; Und, thu' ich das, so liebst du mich; Und den ges horsam in der zeit, Belohnest du in ewigkeit. 2. Gehorsam ist die beste gabe, Die dein geschöpf dir opfern Wenn ich ihn dir geopfert habe, Welch eine freud' empfinde 645.wile; Heilig bift Mel. Sollt' ich meinem Gott. eilig, ist dein ich dann? Nur ich's, zum preis und dank, Aus liebe thun und nicht aus zwang. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne; Ach hilf, damit ich immerdar Dir, Vater, so gehorchen lerne, Wie Jesus dir gehorsam war! Er, dir gehorsam bis zum tod', Erfüllte, was dein recht is bein rech gebot. du, unser Gott! Du gebeutst: in tiefer stille Hört die schöpfung dein gebot. Die im himmel dir lobsingen, Stehn um deinen thron bereit, Freuen sich der seligkeit, Deinen willen zu vollbringen. Nur der mensch erkennt das nicht Für sein glück und seine pflicht. THNOGY 4. Laß deine heiligen gesetze Mir immer gegenwärtig seyn; Und gieb, daß ich sie nie verlege, Und findlich fürchte, was sie draun. Wie schwer's auch meinen lüsten deucht: Dein joch ist sanft; die laft ist leicht. 2. Dir gehorchet, Herr, wit wonne Aller deiner welten heer, Deine veste, deine sonne, Sturm und donner, wind und meer, Alles dienet deinem willen; Alles, Schöpfer, was du schufft, Eilt und drängt sich, wenn du rufft, 476 no Von den Pflichten gegen Gott. Deinen willen zu vollbringen.| gut Ist, was mir Gott gebeut! Nur der mensch erkennt das nicht Wohl dem, der seinen willen Für sein glück und seine pflicht. thut, Und gut zu seyn sich freut! 3. Oft empört sich seine seele, Großer Schöpfer, wider dich. Deine herrlichen befehle Wirft er thöricht hinter sich. Du sollst ihn nicht mehr regieren; Klüglicher nach seinem wahn, Wählt und geht er seine bahn. Er, der thor, will selbst sich führen; Aber seine bahn, sein sinn Führt ihn ins verderben hin. 3. Weh' dem, der seine pflicht vergißt! Er bringt sich selbst in noth; Denn, nur was bös und schädlich ist, Verbeut uns unser Gott. 4. Gott ist, wenn er gefeßze giebt, Ein vater, kein tyrann. Er treibt uns bloß, weil er uns liebt, Ihm gern zu folgen, an. 5. Leicht ist die last, und sanft sein joch; Er stärkt uns selbst zum lauf; Und straucheln, fallen wir dennoch: So hilft er selbst uns auf. Stil 6. Er warnet, drohet und verheißt, Legt heil und tod uns vor: Und ich, erhellt durch seis nen Geist, Verschlöff' ihm herz und ohr? 7. Wie könnte der, der ihn nicht ehrt, Sich seiner kindschaft freun? Die nur sind dieser würde werth, Die seinem dienst sich weihn. 8. Dir sey denn, Gott, mein Herz geweiht; Ich bin dein eigenthum. Gieb diesem willen festigkeit! Gehorsam sey mein ruhm! 4. Herrscher, laß ihn bald em pfinden, Daß ihn seine wahl vers führt, Weil die eitle lust an sünden Endlich schmach und tod gebiert! Mach' ihm deinen willen wichtig, Zeig' ihm deine bahn; laß ihn Eilends seinen irrweg fliehn; Denn dein weg allein ist richtig! Mach' ihn seinen pflichten treu, Daß sein wandel heilig ſey! 5. So wird auch bei uns auf erden, Wie im himmel, dein gebot Freudig ausgerichtet werden, Heiliger und großer Gott! Alle werke deiner Hände Werden dir gehorsam seyn, Deinem ruhme, Herr, sich weihn. Dieß gewähr', und gieb am ende Dem, der deines weg's sich freut, Deine wonn' und herrlichkeit! 911 Mel. Nun fich der tag. 646.6 ott will ich die nen; ihm allein; Ich bin sein eigenthum. Ich will mich feiner rechte freun; Gehorsam sey mein ruhm! 2. Wie heilig, wie gerecht und Mel. Komm, o Gott, Schöpfer. 647 Mie darf, wer, Ba ter, dich nicht ehrt, Sich rühmen, auch dein kind zu seyn? Nur die sind dieser ehre werth, Die ganz sich deinem dienste weihn. 2. Wie billig, wie gerecht und gut Ist alles, was dein wort ges 477 Von der Liebe und Nachfolge Jeſu. beut! Wohl dem, der deinen wil- welt erfreut mich nicht; Nach len thut! Ihn thun, ist freud' und seligkeit. erd' und himmel frag' ich nicht, Wenn ich nur dich, dich habe. Und wenn mein Herz im tode bricht: Bist du doch meine zuversicht, Mein troft, mein heil, der mich erlöst, Der mich im stode nicht verstößt. Ach, Jefu 4. Du bist, wenn du geseße Christ, Mein Herr und Gott, giebst, Kein menschenfeindlicher mein Herr und Gott, Ein tyrann; Bloß weil du unsre schlummer sey mir einst der wohlfahrt liebst, Treibst du uns tod! bft bu uns i zum gehorsam an. 3. Nur das, was bös' und schädlich ist, Und uns entehrt, verbeutst du, Gott! Weh' dem, der seine pflicht vergißt! Er stürzet sich in schand' und tod. 2. Ach, alles, Herr, hab' ich 5. Leicht ist die laft, und sanft von dir; Den leib, die seele gabst dein joch. Wer's willig trägt, setzt du mir, Und dieß mein erstes les seinen lauf Stets freudig fort, ben. Daß ich es deiner liebe und fällt er doch: So hilfst du weih', Ein bruder meinen brüs selbst ihm wieder auf.dern sey, Dieß heil woll'st du 6. Uns heißet deine lieb' und Huld Gehorsam seyn aus dankbarkeit; Auch warnt sie uns vor neuer schuld, Und übet uns durch kreuz und leid. 7. Dein wort ermahnet, droht, verheißt, Und hält uns tod und leben vor; Uns rühret und erweckt dein Geist: Und ich verschlösse herz und ohr? 8. Nein, Gott, dir sey mein Herz geweiht; Gehorsam sey mein größter ruhm! Verleihe mir beständigkeit: So bleib' ich, Gott, dein eigenthum! Von der Liebe und Nachfolge Jesu. mir geben! Laß, Mittler, mein erkenntniß rein, Und heilig meinen wandel seyn; Im freuze mich dir glaubend traun, Und nur auf deine hülfe schaun! Ach, Jesu Christ, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, Sey mir's in meiner letzten noth! 83. Einst, Jesu, ruh' in deiner hand Mein geist, der hier dein heil empfand, Erlöst von jeder plage. Mein stillverwesendes gebein Wird erde, doch nicht immer, seyn; Erwacht am letzten tage. Du kömmst, du kömmst zum Du läsfest mich im tode nicht; weltgericht. Ach, Richter, laß mich ohne graun Dich dann auf D Christ, Mein Herr und Gott, erhöre mich; So preis' ich ewig, ewig dich! Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. 648.2us ganzem Herzen deinem throne schaun! Jeſu lieb ich dich; Nach gnade, Heiland, dürstet mich, Die meine seele labe. Die ganze 478 Von den Pflichten gegen Gott. Mel. Wie schön leuchtet der. crt 649.S Jesu, Jesu, Got tes Sohn, Ich nahe mich vor deinen thron, Mein Heiland, meine wonne! Du wirst mein innerstes gewahr; Denn dir ist alles offenbar Und heller, als die sonne. Sehnlich Wünsch' ich, Dir vor allen Zu gefallen, Und auf erden Immer treuer dir zu werden. 2. Das ist mein schmerz, das kränket mich, Daß ich, mein heil und retter, dich Nicht liebe, wie ich wollte; Ich, der ich, o mein Gott und Herr, Dich jeden tag erkenntlicher Und stärker lieben sollte. Hilf mir, Jesu! Aus erbarmen Gieb mir armen Stärk're triebe, Mehr gefühl zu deiner liebe! 5. In feines menschen seele fam's, Kein auge sah's, kein ohr vernahm's, Was du ihm dort bereitest, Der du ihn aus der pilgerzeit Zur wohnung deiner herrlichkeit, zu deinem throne leitest. Nimmer Läßt sich's Hier erreichen, Noch vergleichen Ei teln schätzen, Was uns soll bei dir ergößen. 6. Ein solches heil bestimmst du mir, Wenn ich getreu nur bin bei dir, Liebhaber meiner seele! Wenn ich die welt nicht, wenn ich dich,( Und wie verdienst du's nicht um mich!) Zu meiner freutde wähle. Ach, ich Will dich, Jesu, lieben; Will mich üben, Dich zu lieben, Stets dich brünstiger zu lieben. diul 200 in 91 3. Gieb, daß ich stets, mit dir Mel. Herr Chrift, der ein'ge.t vereint, meiner ſeele treufter 650. Chrifte, einges O Mich deinem weihe; Daß nie ein scheinglück dieser welt, Daß nichts, was nicht auch dir gefällt, Mich, dei nen erben, freue! Fehlen Mag mir Erd' und himmel; Erd' und himmel Können trösten, Aber doch nur die erlösten. borner, Von ewigkeit gezeugt; Des Vaters auserkohrner, Dem aller knie sich beugt! Mit ihm von Einem wesen, Bleibst du, der bu gewesen, Der glanz der herrlichkeit. 2. Für uns ein mensch geboren, Der keuschen jungfrau sohn, Hast du uns dir erkohren, Erlittst du qual und hohn; Starbst, daß wir leben möchten; Erhobst uns zu gerechten Und erben deines reichs. 4. Denn, wer dich liebt, den liebst auch du; Von dir empfängt er trost und ruh', Und muth in allen leiden. Er weiß, du führest ihn gewiß Durch jeder trübsal finsterniß Zu deinen höhern freuden. Alles, Alles, Was ihn frånket, Führt und lenket Deine gnade So für ihn, daß ihm nichts schade. 3. Gieb stets in reichem maas ße Erkenntniß deines heils! Daß keiner je verlasse Die wahl dec besten theils! Laß uns im glaus Bigben bleiben, Durch ihn zur lieb' 479 Von der Liebe und Nachfolge Jesu. uns treiben, Und zu der lust| te, Nur bekümmert für ihr heil, an dir! Was dein mund die jünger lehrte: Wählte sie das beste theil. D, wie sie zu deinen füßen, Aller andern sorg' entrissen, Saß und hörte nur auf dich, Und die welt vergaß und sich. 4. Du Schöpfer aller dinge, Der du allmächtig bist, Durch welchen ich vollbringe, Was Gott gefällig ist; Hilf, daß mich nichts bethöre; Daß nichts von dir mich kehre, Der du mein Heiland bist! 5. Laß uns, mit dir begraben, Mit dir auch auferstehn; Mit dir zur höh' erhaben, Nicht auf das eitle sehn; Dich wissen, und dich hören; Dich, dich allein begehren; Dein, todt und lebend, seyn! 6. Dank, lob und preis und ehre Sey Gott in ewigkeit! Für diese theure lehre, Mit der er uns erfreut! Sie tröst' uns, wenn wir leiden; Sie stärk' uns, wenn wir scheiden; Sie schüß' uns im gericht. 4. Ja! auch ich will, voll vers langen Nach erkenntniß, Herr, von dir, Gern an deinen lippen hangen. Zeige deine wege mir! Der du nur mein heil begehrest, Laß mich faffen, was du lehrest! Leuchtet mir dein göttlich licht: D, wie weise werd' ich nicht! 5. Mögen andre doch verweis len, Weil ihr herz die welt mur hört, Dir, o Jesu, nachzueilen, Durch der sünde luft bethört: Du bist mir der weisheit fülle. Gieb nur, daß mein Herz und wille, Frei von aller heuchelei, Deinem willen ähnlich sey! Mel. Jesu, meines Lebens. 651.& ins ift noth! ach, 6. Was bring' ich, o du, vor Herr, dieß eine allen Meine lust, mein schmuck! Gieb mir, Jesu; gieb, daß ich vor Gott, Um dem Vater zu geEwig mich mit dir vereine; fallen? Dein verdienst nur, deiNichts so brünstig lieb', als dich! nen tod! Ja, du bist für mich geAch, durch alles glück auf erden storben, Hast die würde mir erKann ich doch nicht selig wer- worben, Die, wenn du mein den. Elend bleib' ich, Jesu Christ, Wenn du nicht mir alles bist. ruhm nur bist, Ihm allein gefällig ist. 2. Ruhe für die- seele geben Keine güter dieser zeit. Nur bei dir ist heil und leben, Ruhe, trost und seligkeit. Wahre freude, Jesu, haben Wir allein aus deinen gaben. Gott und mensch, wer ist dir gleich? Wer so mächtig, wer so reich? 3. Als Maria dort nur hörs 7. Laß mich dieses heil erlangen! Immer sey mein höchstes gut! Du bist ja zu Gott gegangen, Hin zum Vater durch dein blut. Was ich brauch', um ihm zu leben, Wollest du mir alles geben; Gieb, daß ich gewissenhaft Ihm nur diene, muth und fraft! 480 Von den Pflichten gegen Gott. 8. Ich, ein schaaf von deiner 5. Gedente nicht, als richter, weide, Habe, Herr, mein heil, meiner sünden! Laß mein gez von dir Leben, volle gnüg' und ängstigt herz vergebung finden! freude, Einst vor Gott und auch Du bist das lamm, von anbeginn schon hier. Nimmer will ich dich erwürget, Für uns verbürget. verlassen; Alles, alles will ich haffen, Was vor dir ein gräuel ist, Weil du meine freude bist. 6. Du bist so gut, so treu, so voll erbarmen, Und lockft mit freundlich ausgestreckten armen Zu dir die fünder, für sie hinges geben, Damit sie leben. 9. Eins ist noth! und, Herr, dieß eine, Sollst du, sollst mir alles seyn. Gieb mir, daß ich's redlich meine, Völlig dein sey, ewig dein; Daß von dir, o meis ne freude, Keine lust der welt mich scheide; Immer denke, selbst im tod': Eins ist noth! nur eins ist noth! 7. Du bist vom himmel, Herr, zu uns gekommen, Der fünder heil zu seyn, nicht nur der frommen; Und hast, daß gläubige dein blut entsündigt, Uns selbst verkündigt. 8. Ach, gingen wir nur deines bundes pfade! Denn alle deine Mel. O liebster Jesu, was. 652.Nach bir verlangt, o wege find voll gnade; Sind licht und führen mich, wenn ich sie walle, Zum leben alle. Mittler, meine seele. Mein Gott, den ich zum heile mir erwähle, Dir zur verklärung kamst du, Herr, vom bösen Mich zu erlösen. 9. Erbarmer, laß denn mich auch gnade finden; Und mache mich auch rein von meinen fünden! Ach, sie sind groß: doch, größer, als mein schade, Ist deine gnade. 2. Daß, Heiland, die, die mich verderben wollen, Sich meines falles nicht erfreuen sollen, Das hoff' ich mit dem freudigsten ges müthe Von deiner güte. 3. Wen hat noch sein vertraun zu dir gereuet? Wen, der dich anrief, hast du nicht erfreuet? Ach, deine menschen machst du gern aus fündern zu Gottes kindern. 4. Du heißest: Gott mit uns! und nicht vergebens. Ach, führe mich, mein heil, den weg des lebens! Du kennst allein den weg zum Vater: zeige Mir diese steige! Mel. Herr Christ, der ein'ge. 653.Sefu Chrift, mein leben, Du meine zuversicht! Dir hab' ich mich ergeben; Verlaß, verlaß mich nicht! Gieb kräfte, deinen willen Mit eifer zu erfüllen; Denn das ist meine pflicht! 2. Gieb, daß ich dich nur liebe, Und, rein von heuchelei, Nie wieder dich betrübe, Dir stets ges heiligt sey. Mit brünstigem verlangen Will ich an dir nur hans gen, Dir selbst im leiden treu. Von der Liebe und Nachfolge Jeſu. 481 3. Dich will ich stets beken-| leben; Und wer mir folgt, der nen, Auch wenn die welt mir droht. Nichts soll von dir mich trennen, Nicht leben oder tod. Auf dich nur will ich schauen, Voll Hoffnung und vertrauen, Auch in der größten noth. irret nicht, Darf nicht im dunkeln beben. Denn wer mir nacheilt, dringt gewiß Zum licht her aus der finsterniß. 4. Will mich die welt verführen: So warne mich vor ihr, Und 3. Den ruhm bei menschen sucht' ich nie, Demüthig, sanft und stille. Ich gab mich in den tod für sie; Das war des Vaters laß mich triumphiren, Und bleiswille; Nur diesen that ich in der be stets in mir! So werd' ich, Herr, auf erden Dir stets getreuer werden, Durch nichts ges trennt von dir. welt: So thut auch ihr, was ihm gefällt. 5. So werd' ich bis ans ende Nur deine wege gehn, Wenn ich den lauf vollende, Dich und den Vater sehn; Zu deiner wonn' erhoben, Dich, Jesu, ewig loben, Und deine treu' erhöhn. Mel. Ein' feste burg ist unser. 654.Vor or allen laßt auf Jefum Chrift, Auf ihn, der unsers glaubens Anfänger und vollender ist, Auf laßt uns aufsehen. Golgatha wählt' er Für seinen thron; Er duldete die schmach, In der sein herz ihm brach; Er sitzt zur rechten Gottes. In eigner Melodie. nach! spricht Christus, unser Herr, Mir nach! zu allen christen. Kommt; werdet täglich heiliger; Entreißt euch allen liften. Ich litt für euch, und ihr seyd mein; Ihr alle sollt mir ähnlich seyn. 2. Ich leucht' euch vor, bin euer licht Durch unterricht und 655.M 4. Ich zeig' euch an, was recht hütet Euch vor dem bösen; aber und gut, Was unrecht ist; drum thut, Was euch mein wort ges bietet. Von allen, welche mir Was mein wort lebt, mich schaun. vertraun, Wird nur, wer heilig 5. Fällt's euch zu schwer: ich Mit geh' voran; Ich steh' euch stets zur seite. Kämpft nur getroft: ich brech' die bahn; Ich bin bei euch im streite. Ein böser streiter ist's, der flieht, Wo er den feldherrn kämpfen sieht. 6. Wer bei mir zu verlieren meint Und von mir geht, verlies ret; Wer bleibt und zu verlies ren scheint, Gewinnt und triumphiret. Wer mich nicht auch im leiden ehrt, Ist mein und meines heils nicht werth. 7. Dir, Herr, zu folgen, wüns schen wir. Gewähre, Heiland, allen Standhaftigkeit und kraft von dir, Wie du uns führst, zu wallen; Weil, wer nicht bis zum ziele dringt, Auch, Herr, dein kleinod nicht erringt. $ 5 482 Von den Pflichten gegen Gott. Mel. Jesus, meine zuversicht. 656. mich, Willig jede gesu, Jesu, stärke. noth zu tragen! Ach, mein herz entsetet sich, Würd' auch ohne dich verzagen: Doch ich weiß es, ich bin dein, Dir müss' ich auch ähnlich seyn. 2. Wer dir nachzufolgen strebt, Muß sich deiner schmach nicht schämen, Willig seyn, wie er auch bebt, Doch dein kreuz auf sich zu nehmen. Wer sich Mel. Christus, der uns selig. deſſen weigert, ist nicht dein jün- 657. Deines Gottes ger, ist kein christ. freue 4. Ach, viel mehr, unendlich mehr, Als ich je vom freuz empfinde, Littst du, Allerheiligster, Für die welt, für meine sünde. Ohne zahl war deine noth; Unaussprechlich schwer dein tod. mein Jesu, hier kämpft, der ers bet dort mit dir. 3. Sanft wird endlich deine ihm, meine seele! Sorget er nicht laft, Wenn ich, still und ohne väterlich, Daß kein gut dir fehlaft, Wenn ich, still und ohne le? Schüßt dich seine vorsicht Elage, Weil auch du gelitten hast, nicht, Wenn gefahren dräuen? Was du auflegst, standhaft trage. Dann wird, was erst schreck Ift's nicht wonn', und ist's nicht lich deucht, Süß und angenehm Pflicht, Seiner dich zu freuen? und leicht. 2. Ja, mein Gott, ich hab' in dir, Was mein Herz begehret; meinen Vater, der mich hier Wartet und ernähret; Der mich durch sein göttlich wort Hier zum glauben lenket, Und mit himmelswonne dort Meine seele 5. Durch dein kreuz erwarbst du mir Kraft und muth in meinen leiden. Nun kann, Jesu, mich von dir keine pein, kein tod je scheiden. Werd' ich zaghaft: stärket sich Mein erschrocknes herz durch dich. 7. Nein, ich fliehe nicht dein freuz; Sieh', ich nehm's aus e deinen Händen. Mich soll nie der lüste reiz, Nie die trübsal von dir wenden. Gern trag' ich, wiewohl noch schwach, Dir dein freuz, mein Jeſu, nach. Von der Freude an Gott und dasar Jesu. 6. Herr, du hast nach deinem streit Dich zu Gott empor geschwungen. Mein ist deine herrlichkeit; Durch dein kreuz auch mir errungen. Wer, wie du, tränket. 3. Wenn ich ernstlich dein gebot Und mit freuden übe; Wenn ich findlich dich, mein Gott, Fürcht' und ehr' und liebe: D wie ist mir dann so wohl! Wie ist mein gemüthe Seliger empfindung voll; Voll von deiner gute! 4. Dann darf ich mit zuvera sicht Nach dem himmel blicken. meine leiden fühl' ich nicht, Wie sie mich auch drücken. Hoffnung Von der Freude an Gott und Jesu. und zufriedenheit Wohnen mir im Herzen; Trösten und erhöhn mich weit Ueber alle schmerzen. 5. Du bist mein! so jauchz' ich dann; Wer ist, der mir schade? Hilf mir, daß ich's rühmen kann: Mein ist deine gnade! Dir ist meine wohlfahrt werth; Du gabst mir mein les ben; Wirst auch, was ben nährt Und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem rath In die welt gekommen; Alle meine missethat Hat er weggenommen. Ihm vertrau', ihn bet' ich an, Glaub' an seine leiden; Und die macht der fünde kann Mich von dir nicht scheiden. 7. Dich, du trost der sterblichkeit, Heil des bessern lebens, Himmlische vollkommenheit! mein lemein les 658. 483 10. Laß die lust zur sünde nie Dieses heil mir rauben! Rüste selbst mich wider ste Mit vernunft und glauben! Gieb mir deinen Geift, der mich Und mein thun regiere, Daß ich mein vertraun auf dich Ewig nicht verliere! 8. Meine freud' in dir, mein Gott, Wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sey der tod: Er kann sie nicht stören. Willig werd' ich mein gebein Der verwesung geben: Herr, dein tag bricht bald herein; Mit ihm neues leben. Mel. Auf dich hab' ich gehoffet. ch freue mich, mein Gott, in dir. Du bist mein trost; und was kann mir In deiner liebe fehlen? Du, Herr, bist mein, Und ich bin dein: Was mangelt meiner seelen? 9. Gieb mir, Gott, so lang' ich hier In der fremde walle, Das bewußtseyn, daß ich dir Als dein kind gefalle! Diese fanfte freudigkeit, Die zu dir ich habe, Sey mein heil in dieser zeit, Und mein trost am grabe. Such' ich nicht vergebens. 3. Du trägst mich liebreich mit Wenn mein lauf vollendet ist, Und vollbracht mein leiden: Ruft mein Mittler, Jesus Christ, Mich zu deinen freuden. geduld; Vergiebst durch Christum meine schuld, Wenn ich aus schwachheit fehle. Du giebst mir theil An seinem heil; Dieß muligt u tröstet meine seele. 4. Du bist mir der bewährte freund, Der's treu mit seinem freunde meint. Wo find' ich deines gleichen? Du stehst mir bei, Und bleibst mir treu, Wenn berg' und Hügel weichen. 5. Du bist mein leben, trost und licht, Mein fels und heil; brum frag' ich nicht Nach himmel und nach erde. Herr, ohne dich Ist nichts für mich, Das mir erfreulich werde. 6. Du stärkst im leiden meis nen muth; Du bist mein aller562 2. Du hast mich von der welt erwählt, Und deinen kindern zugezählt; Mag mich die welt doch Hassen; Du liebst mein wohl; Wirst gnadenvoll Mich nimmermehr verlaffen. namat 484 Von den Pflichten gegen Gott. höchstes gut; In dir leb' ich zu-| heiligkeit; Dir, Gott, durch Jes frieden; Nie dort, nie hier, D su blut geweiht, Gefall' ich dir, Gott, von dir Und deiner huld und soll nun dein, Und deines geschieden. Geistes tempel seyn. 7. Du segnest mich, wenn man mir flucht; Und wer hier mein verderben sucht, Dem wird es nicht gelingen. Mit deiner treu' Stehst du mir bei, Mich hin zu dir zu bringen. 8. Du läßt mir's ewig wohl ergehn. Einst werd' ich dich noch näher sehn, Du ursprung wahrer freuden! Wie leicht vergißt, Wer selig ist, Des lebens kurze leiden! 9. Noch hat's kein menschlich ohr gehört, Was uns dein himmel einst gewährt; Doch seh' ich's schon im glauben. Vollkommnes heil Ist da mein theil; Das wird mir niemand rauben. 659. Smich inbir; Denn Mel. Vom himmel hoch da. 2ch freu', ich freue du, mein Gott, hast luft zu mir. Du willst nicht, daß ich schredenvoll Mich, Herr, vor dir entsetzen soll. 2. Durch deines Sohnes blut versöhnt, Mit lieb' und huld von dir gekrönt, komm' ich nicht in dein zorngericht, Und du, mein Gott, verdammst mich nicht. 3. Ich bin nicht mehr der fünde knecht; Nicht mehr ein gräul; ich bin gerecht. Ich, meinem Mittler unterthan, Gehöre dir auf ewig an. 4. Nicht, nicht durch meine 5. Ich will es seyn; ich wandle gern Die wege Jesu, meines Herrn. Ich werfe nicht dein recht von mir; Mit luft gehorch' und dien' ich dir. 6. Ich geh' in deiner kraft einher. Was du gebietest, Gott, ist schwer; Doch dem nur, der nicht kraft und licht Bei dir sucht; deinen kindern nicht. 7. Der fromme, welcher nicht vergißt, Daß du des menschen stärke bist, Nimmt stets an stärk' und weisheit zu; Nur stolze, Gott, erniedrigst du. 8. Du machest meinen gang gewiß. Ich fürchte feine finsterniß; Denn du, des lichtes voller quell, Machst alle meine schatten hell. 9. Mit dir besteg' ich allen reiz Zum bösen, wollust, stolz und geiz. Gerüstet, Herr, mit deiner kraft, Bekämpf' ich jede leidenschaft. 10. Wie heilig ist, wie segenvoll Das recht, dem ich gehorchen soll! Wie mächtig muntert mich zum lauf, O Herr, was du verheißest, auf! 11. Sey rustig! rufest du mir zu. Ich kämpfe; wer vergilt, wie du? Wo beut sich mir ein könig an, Der ewigkeiten ges ben kann? 12. Du lehrst mein Herz den schweren streit Der tugend und 485 Von der Freude an Gott und Jeſu. gerechtigkeit; Und deines him- Was das Herz nur wünschen mels vorgefühl Beflügelt mei- fann. nen fuß zum ziel. 5. Bleibst du auch nicht ohne last: Trag' geduldig die bes schwerden. Wenn du wohl gelitten haft, Wird dir ew'ge freude werden; Und im himmel haft du dann, Was dein Herz nur ameong wünschen kann. 13. Ob viel' auch meiner feinde sind: Du stärkst mich, und mein Herz gewinnt. Und, strauchl' ich auch, du beugst mich bloß; Vergiebst, und machst mich wieder groß. 14. So preise dich mein lobMel. O ewigkeit, du donnerwort. gesang Und meines ganzen les 661. Mein glaub' ift lebens mich in dir; Denn du, mein ruh', Und führt mich deinem Gott, haft luft zu mir. Bont auson 19 Mel. Jesus, meine zuversicht. abe deine luft am Herrn! Bei dem Herrn ist freud' und leben; Und er wird,( denn er giebt gern,) Dir auch, was dir dienet, geben. Seine liebe beut dir an, Was dein Herz nur wünschen kann. 660. 2. Laß der welt die eitle luft, Die in weinen sich verkehret. Wisse, wer in seiner brust Got tes liebe fühlt und nähret, Findet stets auf seiner bahn, Was ein frommer wünschen kann. 3. Lust an Gott erfüllt mit ficht, Wenn man Gott im wort erfennet. Jeder freut sich seiner pflicht, Wer von seiner liebe brennet. Lust an ihm gewährt uns dann, Was das Herz nur wünschen kann. himmel zu, D du, an den ich glaube! Ach gieb mir, Herr, beständigkeit, Daß diesen trost der sterblichkeit Nichts meiner seele raube! Tief präg' es meinem herzen ein, Welch heil es sey, ein christ zu seyn! 2. Du hast dem sterblichen geschlecht Zu deiner ewigkeit sein recht Durch deinen tod erworben. Nun wird mein leib zwar asch' und staub, Doch nicht des todes ew'ger raub; Du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein erlöster bin, Ist dieses leibes tod gewinn. 3. Was seyd ihr, leiden dieser zeit, Mir, der ich meiner ewigkeit Mit ruh' entgegen schaue? Bald ruft mich Gott, und väterlich Belohnet und erquickt er mich, Weil ich ihm hier vertraue. Bald, bald verschwindet mir mein schmerz, Und lust vom himmel schmeckt mein herz. 4. Wer die luft am Höchsten hat, hat auch lust an seinem willen; Suchet ihn durch wort und that Unverdroffen zu erfüllen; Und so trifft er alles an, fünde schmachvoll joch In mei4. Bin ich gleich schwach: so trag' ich doch nicht mehr der 486 Von den Pflichten gegen Gott. nem lauf auf erden. Die tu-| lichte seh' ich dich, D Vater, weil gend ist mir süße pflicht: Doch dein Sohn auch mich Vom fluch fühl' ich es, ich bin noch nicht, und tod erlöste. Herrlich Ist Was ich dereinst soll werden. er, Mächtig, selig; Und unzäh Mein trost ist der: Gott hat ge- lig Sind die gaben, Welche wir duld, Und ahndet nicht der in Jesu haben. schwachheit schuld. 199ur 5. Der du den tod für mich bezwangst, Du hast mich, Mittler, aus der angst, In der ich lag, geriffen. Dir, dir verdank' ich meine ruh'; Du heiltest mei ne wunden zu; Du stilltest mein gewissen. Und fall' ich noch in meinem lauf: So richtest du mich wieder auf. 6. Gelobt seyy Gott! ich bin ein christ; Und seine gnad' und wahrheit ist An mir auch nicht vergebens. Ich wachs' in meiner heiligung; Ich spüre täglich besserung Des Herzens und des lebens. Ich fühle, daß des Geistes kraft Auch mich zum neuen menschen schafft. FISH 2. Du, hier mein Retter, dort mein lohn, Sohn Gottes und des menschen sohn, Mein ruhm und meine freude! Von ganzem Herzen lieb' ich dich; O gieb, mein heil, daß dich und mich Nie erd' und himmel scheide! Jesu, Jesu, Ewig's leben Willst du geben Gottes kindern, Allen treuen überwindern. 3. Durch dich nur kann ich selig seyn. Geuß tief in meine feel hinein Die flamme deiner liebe; Daß brünstig meine lieb' auch sey, Daß ich mich, bis zum tode treu, Dir zu gefallen, übe! Fliehen Will ich, Gern verlas sen, Was zu hafsen Deine lehren Mir gebieten, dir zu ehren. 7. Dank dir, o Vater, dank und ruhm! Du lehrtest mich das christenthum Fest gläuben, willig üben. Dir, Gott, mein Lehrer, lob und preis! Ich lieb' es immer noch, und weiß, Ich werd' es ewig lieben. Jetzt und mein fünftig leben lang Bring' ich dir, Höchster, preis und dank! lisar bin so this nigh In eigner Melodie. Den Vater hab' ich, Sohn, in dir, Wenn du mich liebst: wie wohl ist mir! Wie fühl ich mich entzücket, Wenn, Heiland, o mein höchstes gut, Dein wort mich stärkt, bein leib, dein blut: Wie fühl ich mich erquicket! Hilf nur, Jesu, Hilf mir schwachen! Hilf mir wachen, Kämpfen, ringen, Mich zu dir hinauf zu schwingen! ochlain sold indi 662.Mie leuchtet uns 5. Und wie, Gott Vater, preis ich dich? Wie hoch, wie gnädig hast du mich Schon vor der welt geliebet! Dein Sohn hat mich mit dir vereint; Er ist der morgen stern Voll gnad' und wahrheit von dem Herrn; Der Sohn, deß ich mich tröste! In seinem 487 Von der Freude an Gott und Jesu. mein könig, ist mein freund;| Furchtbar mögen bonner blißen: Nimmt hin, was mich betrübet. Du willst mich beschützen. Ewig Liebt er! Den erwähle Meine seele Sich zum freunde; Und ich fürchte feine feinde. 6. Ihm, welcher höll und tod bezwang, Ihm, ihm soll unser lobgesang Mit jedem tag erschallen; Dem Lamme, daß er würget ist, Dem freunde, der uns nie vergißt, Zum ruhm und wohlgefallen. Tönet, Tönet, Jubellieder! Schallet wieder, Daß die erde Voll von seinem lobe werde! 07. Wie freu' ich mich, o Jesu Christ, Daß du der erst' und lette bist, Der anfang und das ende! Ich gebe, Heiland, meinen geist, Wenn er sich einst dem staub entreißt, In deine treuen hände! Dank dir! Preis dir! Herr, wir müssen, Denn wir wiffen, Wem wir trauen, Einst dein antlig ewig schauen. $ 3. Schweig', geseß, und flage Nicht am richtertage Ueber meine schuld! Jesus ist gestorben, Und hat mir erworben Seines Vaters huld. Der verzieh: Und ich will nie Seinem willen widerstreben; Heilig will ich leben. Selbst ich leide, Tröst' ich deiner mich. Dich, dich will ich lieben, Ueber alles lieben, Mein Erlöser, dich. Außer dir Soll auch von mir, Mein Geliebter, nichts auf erden Mehr geliebet werden. 2. Unter deinem schirme Mögen alle stürme Meiner wohlfahrt dräun; Fels und berg' zersplittern, Erd' und himmel zittern; Ich kann ruhig seyn. In der noth Bist du mein Gott, 4. Keiner lüfte freuden, Weder schmerz noch leiden Sollen mich ven Gott, Mich von Jesu trennen; Ihn will ich bekennen, Ihn bis in den tod. Sünde, flieh'! Mich sollen nie Deiner lüfte zaubereien Täuschen, nie erfreuen. Rojal ud 5. Alle, die dich lieben, Die, von dir getrieben, Deine pfade gehn, Die willst du belohnen: , mit welchen kronen, Wenn sie dich nun sehn! Leid' ich hier, Was schadet's mir? Du bist doch in jedem leide, Jesu, meine freude. Susm In eigner Melodie. meine freude! 6. Weich', des eiteln liebe! 663.Jest auch, wenn Weicht, verbotne triebe! Thoren nur täuscht ihr! Sünden, eure freuden Will ich ewig meis den; Fliehet fern von mir! Ueppigkeit, Stolz, schmähſucht, neid! Ihr beschweret das gewissen: Euch bin ich entrissen! 7. Weichet, sorg' und zagen! Schweiget, bange flagen! Jesus ist ja mein! Jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, Doch zuletzt erfreun. Hab' ich hie Viel angst und müh': Jeſu! Von den Pflichten gegen Gott. 488 auch im bangsten leide Bleibst du meine freude. der feelen! O bu, mein heil, wie wohl ist mir! Mich sollen noth und tod nicht quälen; Ich In eigner Melodie. 664.ie wohl ist mir, finde jedes heil bei dir. In noch o freund der so drückenden beschwerden Hab' ich den himmel schon auf erden; Denn du bist durch den glauben mein. Ich darf, ich will nie ängstlich klagen. Wer kann, wo Jesus ist, verzagen? Mein freund ist mein, und ich bin sein! feelen, Wenn ich in deiner liebe ruh'! Ich traure nicht; was kann mich quälen? Mein licht, mein heil, mein trost bist du. Bei dir vergess' ich meine lei den; Denn, o wie viele hohe freuden Genieß' ich, Heiland, nicht bei dir! Hier ist mein himmel schon auf erden; Ich kann, ich darf nicht muthlos werden; Denn überall bist du bei mir. 2. Hab' ich, Erlöser, dich zum freunde: Was brauch' ich dann? du sorgst für mich. Hätt' ich auch eine welt voll feinde: Ich 665. Gott für mi Mel. Herzlich thut mich verlangen. ft mich: so draue Mir, bin trau' auf dich. was nur schaden kann. Mich schüßet seine treue; Er nimmt sich meiner an. Hab' ich nur ihn zum freunde, Ist er mein Helfer, Gott: Was schadet aller feinde Verfolgung oder spott? 2. Er ist's, deß ich mich tröste; Auch weiß ich, als ein christ, Daß er, der höchst' und beste, Mein freund und Vater ist. Er reicht zu allen zeiten Mir seine hände dar; Giebt muth und fraft zu streiten, Und beistand in gefahr. 3. Der grund, worauf ich baue, Ist Chriftus und sein tod. Mich, weil ich ihm vertraue, Erschreckt nun feine noth. Ihm opfr' ich gern mein leben, Wenn er's von mir begehrt. Was er Darf ich doch in den trübsten tagen Vor meinen sünden nicht verzagen; Du haft für sie genug gethan. Trät' alles wider mich zusammen: Ich bebe nicht; wer will verdammen? Dein Vater nimmt sich meiner an. Vom Vertrauen auf Gott, von der Ergebung in seinen Willen und von der Geduld im Leiden. 3. Hier wall ich zwar auf rauhen wegen: Doch du bist meine zuversicht. Auch leiden werden einst doch segen; Auf dunkle nächte glänzt dein licht. Nur fünder zittern vor dem grabe; Ich, der ich dich zum freunde habe, kann auch des grabes felbst mich freun; Denn ich geHöre zu den deinen. Bald wird nicht mehr mein auge weinen; Bald werd' ich ewig selig seyn! 4. Gelobt seyst du, o freund Vom Vertrauen auf Gott und von der Geduld. 489 giebt und will geben, Ist nur der liebe werth. 9. Was kann mich jemals scheiden Von Gottes liebe? 4. Er giebt mir ruhm und noth? Verfolgung? trübsal? ehre; Er ist mein glanz und leiden? Schwerdt? hunger? licht. Wenn er nicht bei mir wäre, So täm' ich in's gericht. Sollt' ich zum Richter gehen: ( Der Richter ist gerecht,) Wie könnt' ich dann bestehen; Ich, sonst der fünde knecht? blöße? tod? Nichts! nichts! ich überwinde Durch Jesum, der mich liebt, Mich frei macht von der sünde, Mir selbst den himmel giebt. 10. Nichts, was wir hier erheben, Kein ansehn, keine macht, Kein noch so fröhlich's leben, Kein reichthum, keine pracht, Nichts, was wir denken können, Soll mich, o Jesu Chrift, Von Gottes liebe trennen, Der mein Erbarmer ist. 5. Doch, meiner fünden schmerzen Nahm Christus selbst auf sich; Gab ruhe meinem Herzen; Gab trost, und heilte mich. Ich darf mich seiner freuen Mit unerschrocknem muth; Darf kein gericht mehr scheuen, Gereinigt durch sein blut. 6. Nein, zu der Hölle flamIn eigner Melodie. men kann welt und himmel 666.Von Gott will ich nicht nicht, niemand verdammen; Er geht nicht ins gericht. Mir ist das heil erworben; Er hat für mich gebüßt. Er, der für mich gestorben, Für mich erstanden ist. 7. Sein geist spricht meinem geiste Manch süßes trostwort zu: Wie Gott dem hülfe leiste, Der bei ihm suchet ruh'; Und wie er hab' erbauet Mir eine neue stadt, Wo aug' und herz einst schauet, Was es gegläubet hat. 8. Da ist mein theil und erbe; Ich seh's voll zuversicht: Wenn ich gleich fall' und sterbe, Fällt doch mein himmel nicht. Fließt immer hin, ihr zähren! Die zeit der ernte naht. Wie lange kann es währen, So ernt' ich meine saat! Denn er verläßt mich nicht; Will in geduld mich faffen, Wo rath und trost gebricht. Er steht mir treulich bei Vom abend bis zum morgen. Er wird für mich schon sorgen, Ich sey auch, wo ich sey.redag en un dien 2. Der menschen huld und liebe Verlier' und andre sich: Ist Gottes vaterliebe Doch unveränderlich. Er hilft aus aller noth; Er kann in allen stürmen Die seinigen beschirmen, Bestegen selbst den tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen In jeder trüben zeit. Wovor darf mir denn grauen, Wenn er die hand mir beut? Ihm sey es heimgestellt; Ihm seele, leib und leben, Ihm alles überge 490 Von den Pflichten gegen Gott. Esita 4. Ihm, ihm kann nur gefallen, Was gut ist; gab er doch Selbst seinen Sohn uns allen, Verschont und liebt uns noch. So viel hat Gott gethan! Kann der den leib nicht nähren? Dem ben; Er mach's, wie's ihm ge-| de, Der mich erschaffen hat; fällt. rading Den seines Sohnes gnade, Der mich erlöset hat; Den Gottes Geist, mein licht, Mein troft, der mich regieret, Der mich zu ihm einst führet. Wie selig bin ich nicht! Mel. Ach, was soll ich fünder. geiſte nicht gewähren, Was ihn 667.Ach, wie ist der mens liebe So veränderlich, so kalt! Wie erstirbt sie doch so bald! Sete nie auf diese liebe, Die nicht hält, was sie verspricht, Seele, deine zuversicht. 2. Aber Gottes liebe trauen, Dieß allein gereuet nie; Denn ein starker fels ist sie. Die auf diesen felfen bauen, Wohnen unverletzt, und sehn Ruhig selbst die welt vergehn. 5. Lobt ihn mit herz und mun de; Ihn, der so viel uns schenkt. Wie selig ist die stunde, In der man sein gedenkt! Die hoffnung laß ich nie, In kleiner angst auf erden: Ich werde selig werden! Wie stärkt, wie tröstet die! 6. Wenn diese welt vergehet Mit ihrer lust und pracht, Ich hab' doch, was bestehet, Was christen selig macht. Ich fürchte nicht den tod; Mich weckt, wenn ich im grabe Nun ausgeschlummert habe, zum neuen leben Gott. non 7. Die feel' ist unverloren; Gott tröstet ste, ihr freund. Einst wird auch, neu geboren, Ihr leib mit ihr vereint. Wie wird sie dann sich freun! Wie fröhlich Gott erheben In ihrem neuen leben! Wie rein, wie selig seyn! 8. Vergilt, was ich hier dulde, Die leiden dieser zeit, Wenn ich sie nicht verschulde, Nicht Gottes ewigkeit? Ich leid', ich dulde gern; Denn was sind alle leiden Doch gegen Jesu freus den, Den himmel meines Herrn? 9. Den giebt des Vaters gna3. Täglich sag' ich's meiner seele: Gott liebt ewig; ſeine treu' Wird mit jedem morgen neu. Ihn, den Ewigen, erwähle Dir zum freund, und jauchze dann, Daß kein feind dir schaden kann. corto 4. Darum will ich dich erwählen; Vater, ich will dir allein, Ganz dir mein vertrauen weihn. Aber, ach! die kräfte fehlen Meinem vorsatz; bald vergißt Fleisch und blut, wie treu du bist. 5. Plößlich überfällt mich wieder Sorge der vergänglichkeit, Irdisch hoffen, irdisch leid. Und dann sink' ich muthlos nieder; Suche nur bei menschen ruh'; Und mein helfer wärst doch du. 6. Ach, vergieb mir, der im Vom Vertrauen auf Gott staube Dieses leibes dich noch nicht, Gott, erkennt von ange sicht! Ach, vergieb mir, daß mein glaube Hier noch wankt, und sich nicht fest, Als er sollt', auf dich verläßt! und von der Geduld. 491 5. Wenn er dich liebt, so ist dein feind Ohnmächtig, wenn er's auch nicht scheint. Selbst stürm' im meere ruhn, wenn er Nur spricht: nicht weiter, als hieher! di p i 7. Täglich laß mein Herz empfinden, Wenn sich's bloß auf menschen stüßt, Daß mir ihre macht nichts müßt! Allen trost laß mir verschwinden, Bis ich fliehe nur zu dir; Und dann, Va6. Es gehet, wie es ihm gefällt, Was sich ihm auch entgegenstellt. Laß ihn nur herrschen, wie er will, Und hoff' auf ihn, Und halt' ihm still. Mel. Sey lob und ehr' dem. hoff' feine du ter, hilf bu mitriner finder fle- 669.Shulfemehr, Herr, 8. Der du als von deinen höhen. Bei menschen find' ich kein gehör; Erhöre du mein flehen! Du bist mein Gott; du bist mir oft In meinen leiden unverhofft Mit deinem trost erschienen. 2. Du bist der Gott noch, des sen macht Aegyptens fürsten schreckte; Der aus des todes öden nacht Den Lazarus erweckte. Herr, hilf mir! ja, ein himmlisch licht, Das in die dunkle seele bricht, Verspricht mir deine hülfe. OnStunt chim THE 3. Mit deinem trost erquickst du mich, Wenn mir ein leid bes gegnet. Herr, nimmermehr verlaff ich dich, Bis deine huld mich segnet. Ich höre dich; mein Vater spricht: Ich bin dein schutz, dein troft, dein licht! Geh' hin, mein sohn, in frieden! Nach dem 31. Pfalm. Mel. Jesu, meines lebens. err, trau' ich; dir Der rettet dich aus jeder noth. Er sey bein freund; 670. auf der erbe Weiß denn er allein Kann stets, kann überall erfreun. ich keinen freund, als dich. Dahen, Gott, mein Gott, so gern erhörst, Und sie selbst auch flehen lehrst: Laß mich fest im glauben stehen, Und erfahren, wie so treu Deine Vaterliebe sey! 668. W Mel. Herr Jesu Christ, wahrer. enn menschenhülfe dir gebricht, So hoff' auf Gott, und zage nicht. Wenn niemand hilft, so hilft doch Er; Mit ihm ist keine last zu schwer. 2. Laß nie der menschen gunst allein Dein einziges vertrauen seyn; Denn, ach, wie selten ist der freund, Der's immer treu und redlich meint! 3. Ist seine lieb' auch kein bes trug: Hat er auch licht und macht genug? Entreißt nicht oft ein augenblick Ihm, deinem freunde selbst, sein glück? 64. Nimm deine zuflucht nur 492 Von den Pflichten gegen Gott. mit ich nicht schaamroth werde,| stadt, Damit ich beschirmet blies Rette du, Gerechter, mich! Nei be, Treu mich aufgenommen ge mir dein ohr, und eile Schnell hat. Angstvoll nannt' ich mich daher zu meinem heile! Sey verstoßen, Und dein auge mir mir, wenn dein wetter dräut, verschlossen: Doch, als meine Fels und burg und sicherheit! stimme schrie, Und dir rief, vernahmst du ste. 2. Ja, du bist mein fels, Er retter, Meine feste, fichre stadt, Welche noch in jedem wetter Treu mich aufgenommen hat. Eile, deines namens wegen, Mich zu führen, mir entgegen; Reiß der feinde netz entzwei; Steh' mir, meine stärke, bei! 7. Liebt den Herrn, ihr seine finder! Die ihm traun, bewahret Gott. Schrecklich rächt er stolzer fünder Frechen übermuth und spott. Keinem, der ihn liebt, wird's fehlen; Darum stärfet eure seelen, Und, die ihr zur zuversicht Ihn erwählt habt, zittert nicht! 3. Meine stärke, dir befehle, Dir in deine vaterhand Uebers geb' ich meine seele, zu bewahIn eigner Melodie. ren, wie ein pfand. Du beſchirmst 671.Befiehl du deine we Gott voll treue; Denn Haffe, Herr, und scheue Jeden, der die lügen liebt, Eitelkeit und frevel übt. ge, alles, was dich kränkt, Der treuen vas terpflege Deß, der die himmel lenkt. Der wolken, fluth und winden Bestimmte lauf und bahn, Der wird schon wege finden, Die dein fuß gehen kann. 4. Dir vertrauet mein gemüthe. Fröhlich sing' ich, und entzückt Jauchz' ich über deine güte, Daß auf mich dein auge blickt; Daß, wenn alle mich verlaffen, Wenn mich tausend feinde Has sen, Du auf meine schmerzen siehst, Du mich nicht verkennst, noch fliehst; 5. Daß du, schüßend deine freunde, Wenn du, prüfer, mich betrübst, Nicht gefesselt in der feinde Bosheitvolle hand mich giebst; Daß für meine müden füße, Damit ich nicht straucheln müsse, Deine wundervolle kraft Einen weiten raum erschafft. 6. Preis sey deiner huld und liebe, Die, gleich einer festen 2. Ihm, ihm mußt du vertrauen, Und froh auf deinen Herrn Und seine werke schauen; Denn er errettet gern. Warum willst du dich grämen? Will doch dein Gott und Herr Nicht dein gebet beschämen! Wer ist so gut, wie er? 3. Er ist voll treu' und gnade, Und sorgt mit weiser huld, Daß dir kein leiden schade; Nur leide mit geduld; Er wird dich schon beschützen; Auch leiden müssen dir Durch seine weisheit müßen; Erwart' es nur von ihr. 4. Er irrt in seinen wegen, Vom Vertrauen auf Gott und von der Geduld. 493 In seiner wahl sich nicht. Sein| Als hört' er dich nicht weinen; thun ist lauter segen; Sein gang Als übersäh' er dich. Doch, wird ist lauter licht. Wer, wenn er in trüben stunden Dein herz nur seinen kindern Ein glück beschies heilig, rein, Und ihm getreu ers den hat, Wer kann sein werk funden: Wie wird er dich erverhindern? Wer seiner güte freun! rath? 5. Und braus'ten alle stürme Und wetter her auf sie: Sie, unter seinem schirme, Vergingen dennoch nie. Im Himmel und auf erden kann Gott nichts widerstehn. Was er beschließt, muß werden; Was er gebeut, geschehn. 6. Vertrau' ihm, meine seele! Er will dein unglück nicht. Daß er dein bestes wähle, Das glaub', und zweifle nicht. Er führt zu einer wonne, Die, wenn dein gram entfleucht, Dem glanze seiner sonne Nach trüben tagen gleicht. 7. Entreiß dich allen sorgen; Sey froh und kummerfrei; Ist auch sein rath verborgen, Gehorch' und sey ihm treu! Du fannst ja nicht die welten, Nicht erde, luft und meer Regieren, nicht vergelten Mit gleicher macht, wie er. 8. Ihn, ihn laß thun und walten; Er ist ein weiser fürst. Er wird sich so verhalten, Daß du ihn preisen wirst; Wenn er, wie's ihm gebühret, Mit wunderbarem rath Sein großes werk vollführet, Das dich bekümmert hat. 9. Zuweilen mag's wohl scheinen Dir, als verstellt' er sich; 10. Wohl dir! Er ist der treue. Du hast, du trägst das von, Daß dich dein kampf nicht reue, Den steg durch seinen Sohn. Er reicht dir selbst die palmen; Und du frohlockest Gott, Und dankst in hohen psalmen Dem Retter aus der noth. 11. So hilf uns bis ans ende! Gieb, Gott, gelaffenheit! Was du beginnst, vollende Zu unsrer seligkeit! So werden wir, erhoben In's reich des lichts, o Gott, Dich ewig, ewig loben, Dich, Retter aus der noth! In eigner Melodie. 672.2 er nur den lies ben Gott läßt walten, Und glaubensvoll sich seiner freut, Den wird er wuns derbar erhalten In jeder widers wärtigkeit. Wer Gottes huld und macht vertraut, Der hat auf keinen sand gebaut! 2. Was helfen kummervolle sorgen? Was hilft uns unser weh und ach Vom abend bis zum frühen morgen? Erleichtert's unser ungemach? Vers größern gram und ängstlichkeit Nicht, was uns drückt, nicht jedes leid? 3. Erwartet mit geduld und stille Das ende seines weg's, und wißt, Daß er allwissend, daß 494 duds Von den Pflichten gegen Gott, mot sein wille So weif, als gut und gnädig ist. Er hat zu findern uns erwählt, Und sieht, was ihnen droht und fehlt. 4. Er kennt die rechten freudenstunden, Er, der allmächtig uns beschützt. Hat er uns nur bewährt erfunden: So giebt er alles, was uns nüßt; Und eh' wir's glauben, eilet er, Mit hülf' uns zu erfreuen, her. Jigo 5. Er sieht auf uns von seinem fize. Drum denke, wenn du traurig bist, nicht, daß er den nur lieb' und schüßze, Der reich und groß und mächtig ist. Die zukunft setzet, wie er will, Dem glück und unglück maaß und ziel. Wird mich in meinen tagen Als Gott und Vater tragen. 10700 2. Er sah' von aller ewigkeit, Wie viel mir nüßen würde; Be ftimmte meine lebenszeit, Mein glück und meine bürde. Was zagt mein herz? Ist auch ein schmerz, Der, zu des glaubens ehre, Nicht zu bestegen wäre? 3. Gott fennet, was mein herz begehrt, Und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, eh' ich's bat, gewährt, Wenn's seine weisheit litte. Er sorgt für mich Stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe; Was Gott beschließt, geschehe!! 6. Wie leicht ist's nicht dem Herrn, die großen, Wenn sie nicht seine wege gehn, Von ihrer höh' herab zu stoßen, Und die geringen zu erhöhn? Ein wort von ihm: so ist sogleich, Wer reich war, arm; der arme reich. 4. Ist nicht ein ungestörtes glück Weit schwerer oft zu tragen, Als selbst das widrige ges schick, Bei dessen last wir klagen? Die größte noth Hebt doch der tod; Und ehre, glück und habe Verläßt uns doch im grabe. 5. An dem, was sicher glückdsdsdlich macht, Läßt Gott es feinem 7. Sing', bet' und geh' auf fehlen. Gesundheit, ehre, reichGottes wegen; Verrichte treu, thum, pracht Erretten feine ſeewas er gebeut; Und so erwarte len. Wer Gottes rath Vor aufeinen fegen In kindlicher zufrie- gen hat, Dem wird ein gut ges denheit; Denn wer zu seiner wissen Die trübsal auch versüzuversicht Ihn wählet, den ver- ßen. läßt er nicht. isur His 6. Was ist des Lebens herrlichkeit? Wie bald ist sie verMel. Was Gott thut, das. 673.2uf Gott, und nicht schwunden! Was ist das leiden auf meinen rath, Will ich mein glücke bauen, Und dem, der mich erschaffen hat, Mit ganzer feele trauen. Er, der die welt Allmächtig hält, dieser zeit? Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seyd fröhlich, ihr gerechten! Der Herr hilft seinen fnechten. und von der Geduld. 495 an dieß wort, und weine Der hrist! alles, was freude thrån', o christ! Und könnt' sie ihn vergessen, Will ich doch deiner nicht, In deiner noth vergessen. Dein Gott ist's, der es spricht! 7. Mit ruhigem gemüthe Verlaß auf ihn dich fest, Weil seine macht und güte Dich ewig nicht verläßt. Er wird von deinem leide Dich väterlich befrein. Zu deiner größern freude Verzieht er; harre sein. Vom Vertrauen auf Gott Mel. Befiehl du deine wege. 674.Chrift! alles, was freube dich fränket, Bes fiehl getrost dem Herrn. Der alle himmel lenket, Ist auch von dir nicht fern. Warum willst du verzagen? Getrost! ermanne dich! Er höret deine klagen, Und liebt dich väterlich. 2. Nur Hasse stets die sünde; Dann eile vor den thron Der gnade Gottes; gründe Dein Heil auf seinen Sohn. Laß dei nen Vater sorgen. Er nimmt sich deiner an; Denn ihm ist nichts verborgen, Was dich befümmern kann. 3. Der Gott, auf dessen segen Dein ganzes heil beruht, Ist stets in seinen wegen Gerecht und weis und gut; Und, was er seinen kindern Zu ihrem heil' erfah, Kann kein erschaffner hindern. Wenn er gebeut, steht's da! 4. Gott zählet deine zähren; Wird,( harrst du auf den Herrn,) Dir dein gebet gewähren, Und giebt, was gut ist, gern. Er weiß ja, was dir fehlet; Doch laß das glück allein, Was er, dein Vater, wählet, Das deine freude seyn. 5. Sey auch in deinen leiden Ein christ, und tugendhaft; Und warte seiner freuden, Gestärkt durch seine kraft. Ergreife, stark im glauben, Den troft der ewigs feit. Wer kann das heil dir rauben, Das ewig dich erfreut? 6. Ist auch der mütter Gine, Die ihres sohns vergißt? Denk 8. Wohl dir alsdann, du treuer! Wie groß ist einst dein lohn! Dich krönet dein befreier, Dein Heiland, Gottes Sohn. Auf kurze, trübe tage Folgt wonne, preis und dank. Dann schweiget jede klage, Und wird triumphgesang. Aus dem 27. Pfalm. Mel. Wenn mein stündlein. 675. DerHerr ist meines lebens fraft: Wovor kann mir denn grauen? Ihm, der mir rath und hülfe schafft, Ihm soll mein Herz vertrauen. Er schützt mich vor der feinde heer; Ihr haß und troß, nichts schreckt mich mehr: Ich habe Gott zum freunde. 2. Verlaß denn mich nicht, Gott, mein heil! Wenn menschen mich verlassen: Dann sey mein trost; sey du mein heil, Und bess're, die mich hassen! Nimm, Herr, auch sie zu gnaden an; Mich aber laß stets deine bahn Voll muth und freudig wandeln! 496 dinds Von den Pflichten gegen Gott. 3. Verwirfst du mur, mein Gott, mich nicht: So mag die welt mich schmähen; Ich werde dankbar an, Und preise meine Hülfe. Mel. In allen nteinen thaten. doch bein angesicht, Mit freuben 677.uf beine weisheit werd' So harre denn getroft des Herrn, Mein Herz; denn er, der Herr, hilft gern; Er ist der arm des schwachen. Aus dem 91. Pfalm. Mel. Wenn mein stündlein. 676.Wer in dem schat ten Gottes ruht, Den kann kein feind bezwingen; Der kann in seiner allmacht hut Mit frohem muthe singen: Gott schützet mich; ich zage nicht; Der Herr ist meine zuversicht, Mein Gott, auf den ich hoffe! 2. Ihn wird der schuß des Herrn umfahn; Ihn wird sein fittig decken. Kein unfall darf zu ihm sich nahn; Kein sturm wird ihn erschrecken. Gott kann nicht lügen; er erfüllt, Was er verheißt; sein helm und schild Ist seines Gottes treue. ne güte trauen: Das, Gott, giebt trost und muth. Du führest selbst burch leiden Zu wahren sichern freuden; Denn alles, was du thust, ist gut. 2. Vor dir ist nichts verborgen. Was sollt ich ängſtlich sorgen, Da du mein Vater bist? Du gabst mir, Gott, das leben; Du wirst auch alles geben, Was mir zum leben nöthig ist. 3. Wir streben oft nach dingen, Die, wenn wir sie erringen, Sogar zur last uns sind. Ein schein, der uns bethöret, Und unsern stolz nur nähret, Macht uns für beff're güter blind. 4. Dein wille sey mein wille! Laß in geduld und stille Mich deiner huld mich freun! Es müsse, Herr, mir armen Dein beistand, dein erbarmen Stets mehr, als aller reichthum seyn! 3. Er,( spricht sein Gott,) begehret mein; Drum will ich 5. Erleichtre meine leiden ihn bewahren. Ich will mit meis Durch deines Geistes freuden, nem freunde seyn Im kummer, Durch muth und hoffnung mir! in gefahren. Er ruft mich an, Beugt mich die last von schmers mich, seinen Gott; Ich bin bei zen: So sprich zu meinem Hers ihm in seiner noth, Um ihn her- zen: Ich, dein Erretter, helfe aus zu reißen. 4. Jhn, weil er mir vertrauet hat, Will ich zu ehren heben. Ich bin sein Gott; ich mach' ihn fatt Mit heil und trost und leben. Ich zeig' ihm, daß ich helfen kann; Und dann bet' er mich dir! 6. Was soll ich mich betrüben? Den menschen, die dich lieben, Muß alles segen seyn. Ich bin ja dein erlöf'ter; Sonst hab' ich keinen tröster, Und keinen schuß, als dich allein! Vom Vertrauen auf Gott und von der Geduld. 497 on In eigner Melodie. 67.9. Mas Gott thut, gethan. Gut ist und bleibt ſein wille. Er nimmt sich stets der feinen an; Drum halt auch ich ihm stille. Er ist mein Gott, Der in der noth Mich wohl weiß zu erhalten; Drum laß ich ihn nur walten. Mel. Ach, was soll ich fünder. 678. Sollt ollt' ich meinem Gott nicht trauen? Liebt er mich nicht väterlich? Sorgt er nicht so treu für mich? Sollt' ich auf den Herrn nicht bauen, Welcher, unbewegt und fest, Seine kinder nie verläßt? O 2. Er bemerkt ja, was mich drücket; Kennet alle meine noth; Steht mir bei bis in den tod; Weiß auch, was mein Herz erquicket. Seine lieb' und vatertreu' Ist und bleibt mir ewig neu. Die sy 3. Der die vögel alle nähret, Der die flur mit blumen schmückt, Und, was leben hat, beglückt, Dessen huld ohn' ende währet, Sollte der verlassen mich? Er, mein Gott, verleugnen sich? 4. Wenn nach seinem reich' ich trachte, Glaub', und seine feligkeit, lind das, was er mir gebeut, Ueber alles lieb' und achte: Hab' ich des gewissens ruh', Und das andre fällt mir zu. 5. Heiter sey der andre morgen, Oder trübe sey sein licht: Mich, den christen, irrt das nicht. Meinen Vater laß ich sorgen; Froh bei allem, was sein rath Jeden tag beschlossen hat. 6. Meine seele soll ihn preisen, Denn er liebt mich väterlich. Gott, mein Vater, sorgt für mich; Ewig wird er's mir beweisen. Seele, freue seiner dich! Ewig sorgt mein Gott für mich! 2. Was Gott thut, das ist wohl gethan; Sein wort kann nicht betrügen. Er führe mich mir gnügen. Hab' ich geduld: nur seine bahn; Daran laß ich les wenden; Es steht in seinen Wird seine huld zum besten alhänden. bimidspros 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Er ist mein licht, mein leben, Der mir nichts bö ses gönnen kann. Ihm will ich mich ergeben In freud' und leid. Es kömmt die zeit, Da öffentlich erscheinet, Wie treulich er es meinet. 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Muß ich den kelch gleich schmecken, Der bitter iſt nach meinem wahn: Laß ich mich drum micht schrecken. Sein trost ergötzt Mich doch zulegt, Giebt freudigkeit im Herzen; Dann weichen alle schmerzen. 5. Was Gott thut, das ist wohl gethan; Der trost soll mir stets bleiben. Geh' ich gleich ei ne rauhe bahn: Im tod' auch will ich's glauben. Wie wird Gott mich So väterlich In sei 498 Von den Pflichten gegen Gott.. moll nen armen halten! Drum laß| wohl geführet hat; Das ist mein ich ihn nur walten. fester glaube. 160111 Mel. Es ist das heil uns. 680.Wret will ich gehn. ieGott michfühEr wird, was gut ist, wählen; Hat, was mir nützt, vorhergesehn, Und das kann mir nicht fehlen. Wohin er führt, da geh' ich hin; Versichert, daß ich selig bin, Wenn ich ihm findlich traue. 2. Wie Gott mich führet, muß ich gern Von ihm mich leiten lassen; Kann ich gleich oft den weg des Herrn Nicht ganz verstehn, noch fassen. Mein eigen wille weigre sich: In Gottes rath ergeb' ich mich; Ich bin ja nicht mein eigen. 3. Wie Gott mich führet, folg' ich treu Im glauben, hoffen, leiden. Steht er mit seiner kraft mir bei: Was kann von ihm mich scheiden? Ich hang' an seiner gnade fest; Was er mir widerfahren läßt, Muß mir zum besten dienen. 681. W 681. W will, gescheh In eigner Melodie. as mein Gott allein; Er wählet ja das beſte. Er will auch gern mein Helfer seyn, Weil ich mich seiner tröste. Es züchtigt Gott Uns wohl durch noth: Doch kann er uns nicht haffen. Wer ihm vertraut, Fest auf ihn baut, Den wird er nie verlassen. 5. Wie Gott mich führet, will ich gehn Durch freuden oder leiden. Hier kann ich nicht sein antlig sehn; Dort schau' ich's und voll freuden. Dort seh' ich, daß sein vaterrath Mich treu und 2. Der Herr ist meine zuversicht; Er giebt mir freud' und leben. Drum will ich seinem willen nicht Undankbar widerstreben. Sein wort ist wahr; Er hat mein haar Auf meinem Haupt gezählet. Er sorgt und wacht; Und seine macht Giebt alles, was uns fehlet. 3. Drum will ich auch, wenn's ihm gefällt, Gelaffen und mit freuden Mich durch den tod von dieser welt Und ihren gütern scheiden. Dir, Gott, befehl' Ich meine feel' In meinen letzten stunden. Mein heil, mein Gott, Du hast den tod Für mich auch überwunden. Mel. In allen meinen thaten. 4. Wie Gott mich führet, wird er mich Auch in den größten stürmen, Weil ich ihm folge williglich, Mit seiner Hand beschirmen. Wenn er nur meine ſeel erhält: So laff er, wie's 682.ott hab' ich mich ihm wohlgefällt, Mich leben oder sterben. die sem pilgerleben, Im unglück und im glück, In schmerzen und in, freuden, Und bis ans ziel der leiden In meinem letzten augenblick. 2. Gott war's, der für mich wachte, Noch eh' ich war und Vom Vertrauen auf Gott und von der Geduld. 499 dachte Des Ew'gen treue hand| auch meinen willen lenken. Er, Hat gnädig mich geleitet, Mir der mich erschaffen hat, kann nie jedes glück bereitet, Das ich oft sein geschöpfe fränken. Wenn er auch durch's unglück fand. nimmt und wenn er giebt, Thut's ein Vater, der mich liebt. 3. Was helfen meine sorgen? Mein glück ist mir verborgen; Mein unglück kenn' ich nicht. Dem hüter unsrer feelen, Dem will ich mich befehlen; Er weiß allein, was mir gebricht. 2. Willig folg' ich, wie er will; Führt er gleich durch rauhe wege. Ohne murren bin ich still; Treffen gleich mich seine schläge; Denn, noch hat er stets gethan, Was mein heil befördern kann. 4. Warum ich heute flehe, Das möchte, wenn's geschähe, 3. Wahr und heilig ist sein Schon morgen mich gereun. Nur einen wunsch von allen Laß, Herr, dir wohl gefallen; Den wunsch, bald, bald bei dir zu seyn. wort; Was er zusagt, wird er halten. Ihn allein, den treuen hort, Laff' ich über alles walten. Wer sich seiner hülfe freut, Schmeckt auch seine freundlichkeit. Toddtrat id pur si 5. Sich groß und findlich zeigen, Heißt tief im staube schweis gen, und nehmen, was Gott giebt. Er kann uns nicht verlas fen, Die ihm vertraun, nicht hassen; Er züchtigt nur, weil er uns liebt. 6. Wenn ich verlassen scheine, Und trostlos bin und weine: Was will mein banges herz? Herr, hilf es mir bestegen! Es meint, es wünsch' vergnügen: Doch, was es wünscht, wird oft fein schmerz. 7. Nicht das, warum ich flehe; Dein wille nur geschehe, Und was mir selig ist. Herr, deine bahn ist eben. Ach, leite mich im leben, Und wenn mein aug' im tod' sich schließt! 4. Drum, mein herz, verzage nicht; Der im himmel wird schon sorgen. O, sein trost ist sonnenlicht Bei dem allertrübsten morgen. Harre mit gelassenheit; Endlich kömmt die rechte zeit. 5. Fällt ohn' ihn fein haar vom haupt: Sollt' er denn mein glück nicht wählen? Wer in demuth an ihn glaubt, Der wird nie des ziels verfehlen. Ihm vertraun, ist süße pflicht; Er vergißt die seinen nicht. 6. Wein' ich oft vergebens hier; Trüget oft mein irdisch Hoffen: Nur geduld; einst steht auch mir Jenes buch der vorsicht offen. Dort seh' ich, wie wunderbar Gottes weise führung war. 7. Alle leiden dieser zeit, Alle thränen und beschwerden Sind Mel. Jesus, meine zuversicht. 683.ottes wille, Gots nicht werth der herrlichkeit, Die tes rath Müff' dort offenbart soll werden. Herr, Ji2 500 Von den Pflichten gegen Gott. du hast, rühm' ich alsdann, 16 6. Herr, durch dein blutverGroßes stets an mir gethan. gießen Erwarbst du mir mein heil. Deß laß mich hier genießen; Dieß sey auch dort mein theil! Giebst du mir steg und krone: Ach! stärker dank' ich dann Dir dort vor deinem throne, Als ich hier danken kann. Mel. Befiehl du deine wege. 684. W ann hat Gott den verlassen, Der sich auf ihn verließ? Mag doch die welt ihn haffen; Gott hält, was er verhieß. Er will die In eigner Melodie. feinen ſchüßen; Nimmt ihrer stets 685.W berwärtigkeiten auch wisich an; Giebt gern, was ihnen nüßen, Sie ewig freuen kann. 2. Sein wille sey mein wille; Er thu', was ihm gefällt. Ich halt' ihm kindlich stille Im fummer dieser welt. Der erde kurze freuden Sind nicht die seligkeit, Die, wenn wir standhaft leiden, Im himmel uns erfreut. 3. Mit freudigem gemüthe Im leiden zu bestehn, Will ich zu Gottes gute Um muth und stärke flehn. Er wird, er wird mich trösten, Und mein beschützer seyn; Mich, ist die noth am größten, Von jeder angst befrein. 4. Wenn ich ihm angehöre, Wenn ihm mein Herz gefällt: Was brauch' ich macht und ehre? Was schätze dieser welt? Mein reichthum ist im himmel, Heißt Jesus; hab' ich den: So kann ich erd' und himmel Getrost vergehen sehn. Wider meine ruhe streiten: Will ich dennoch voll vertraun Auf zu dir, mein Vater, schaun. 2. Dann mag, was da will, mich fränken, Alles mich in noth versenken, Alles: dennoch hab' ich muth; Denn, Gott, was du thust, ist gut. 3. Willst du mit der erde freuden Mich beglücken: laß bescheiden Den genuß seyn, laß mich dein Ueber alles stets erfreun! 4. Wenn ich in gefahren lebe: Mein Erbarmer, so erhebe Meine hoffnung sich zu dir; Trost sey deine liebe mir. 5. Rühmen will ich sie; nicht zagen; Alles, was du zuschickst, tragen, Und in deiner güte ruhn, Und mit luft, was recht ist, thun. 6. Muß ich seufzen: Vater, zähle Jeden seufzer meiner seele! Zeichne meine thränen an; Ja, du zeichnest, Gott, fte an! 7. Einst erfahr' ich's, und mit freuden, Daß in allen meinen leiden Deine huld unendlich ist, Daß du, Gott, mein Gott doch bist. 5. Den will ich fest umfassen; Der litt und starb für mich; Der kann mich nicht verlassen; Deß tröft', o feele, dich. Ich sollte selig werden; Drum litt' er angst und pein. Wo ist, wo kann auf erden Doch größre liebe seyn? 8. Mächtig ist der Herr, mein Vom Vertrauen auf Gott und von der Geduld. 501 Retter; Denn er ist der Gott| Er weiß den fummer, der dich der götter. Auf sein wort ver- quält; Er kann auch geben, was laff' ich mich; Seines wortes dir fehlt. rühm' ich mich. 9. Schweiget, alle meine flagen! Hoffen will ich und nicht zagen, Und in deiner gute ruhn, Und mit lust, was recht ist, thun. 10. Was ich dir, o Gott, gelos be, Will ich halten; deinem lobe Will ich ganz mein leben weihn; Stets mich deines ruhmes freun. 11. Du zerstreust die finsters niffe; Niemals wanken meine füße, Gleiten nicht auf deiner bahn; Denn du nimmst dich meiner an. 12. Herr, von deinem ange sichte Strömet licht; in diesem lichte Leben deine frommen, Gott, Leb' und glänz' auch ich, mein Gott. Mel. Herr Jesu Christ, wahrer. on dir, o Vater, nimmt mein herz, Was du mir zuschickst, lust und schmerz, Weil mich dein herz nicht Haffen kann, Vertrauensvoll und dankbar an. 2. Du, der du selbst die weisheit bist, Du kennest, was mir heilsam ist; Kennst, was mich hier und dort erfreut; Denn du durchschaust die ewigkeit. 3. Ist alles dunkel um mich her, Nacht alles, alles freuden leer: So bist du meine zuversicht; In meiner nacht, o Gott, mein licht. 4. Verzage, herz, verzage nie! Die last sey schwer: er fennet fie; 5. Wie oft verzagt' ich, und wie oft Half seine hand mir unverhofft! Den abend weint' ich; bald darauf Ging mir ein froHer morgen auf. 6. Auch andre seufzten: ach, vergißt Gott ewig, daß er gnädig ist? Der, den ihr kummer nur nicht sah', Ihr freund und Helfer war schon da. 7. Sagt, fromme, wenn, von Gott geprüft, Ihr dann zu ihm um Hülfe rieft: Hat je der Vater das gebet Der demuth und geduld verschmäht? 8. Ja, christ, wo niemand hilft, hilft er; Von allen, allen zeiten her War er der helfer; immerdar Wird er auch bleiben, was er war. 9. Die stunde kommt, bald oder spät, Wo er, dein Gott, auf dein gebet, Als deinen Vater sich beweis't, Und deiner trübsal dich entreißt. 10. Wenn niemand dich erquicken kann, So schaue deinen Heiland an. Schütt' aus dein herz in seinen schooß; Denn seine huld und macht ist groß. 11. Einst hat auch er, der menschenfreund, Viel' thränen, und für dich geweint. Er weiß, was schmerz und kummer ist, Und auch zugleich, wie schwach du bist. 12. Er hilft gewiß! nur zweif le nicht; Denn Jesus, dein Er Von den Pflichten gegen Gott. m Geduldig mich, wie Jesus, seyn, Und dann sein reich mich erben! Mel. O liebster Jesu, was. 688.& in herz, o Gott, im * Mel. Ach Gott vom himmel. leid' und freuz' 687.8ift gewiß ein köft- geduldig, Das bin ich dir und meinem heile schuldig. Laß mich die pflicht, die wir so oft vergess sen, Täglich ermessen! lich ding, Sich in geduld zu fassen, Und stets sich Gottes vaterwink' Getroft zu überlassen. Rauh oder eben sey die bahn; Was Gott thut, das ist wohl gethan. Geduld erhält das leben. 502 barmer, spricht: Vertraue mir; ich rette dich! Sey frohen muthes; glaub' an mich! 2. Verzage nicht, mein Herz, wenn dich Ein schweres leiden drücket; Klag's deinem Gott, der väterlich Dich tröstet und erquicket. Verzeucht er auch: er thut's aus huld; Bewahret dich vor ungeduld. Geduld giebt muth und gnade. 3. Erwarte mur die rechte zeit; Du wirst den Vater finden. Er will voll lieb' und freundlichkeit Sich stets mit dir verbinden. Er will und wird der tröster seyn, Und ewig, ewig dich erfreun; Geduld wird nie zu schanden. 4. Nur streit' und kämpfe, wie ein held. Du wirst nicht unter liegen; Wirst über jede noth der welt, Wie Jesus Christus, stegen. Sey standhaft; deines Vaters huld Krönt deine Hoffnung und geduld Mit seines himmels frone. 5. Ich, Gott des trostes, hoff' auf dich. Geduld ist deine gabe; Mit dieser gabe segne mich; Wohl mir, wenn ich sie habe! Laß mich in allen leiden dein, 2. Bin ich nicht staub, wie alle meine väter? Bin, Herr, vor dir, ich nicht ein übertreter? Thu' ich zu viel, wenn ich die schweren tage Standhaft er trage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das böse dulden, Erdulden wir nur unsrer thorheit schulden, Und nennen das, was wir verdient bekommen, Trübsal der frommen! 4. Ist dürftigkeit, in der oft träge flagen, Sind haß und pein, die stolz und wollust tragen, Des schwelgers schmerz, Des neids vermißte freuden, Christliches leiden? 5. Ist deren qual, die deinen rath verachten, Und nie nach gottesfurcht und glauben trachten, Wenn diese sich in finstrer schwermuth quälen, Prüfung der feelen? 6. Doch selbst, o Gott, in ftrafen unsrer sünden Läßt du den weg zu unserm heil uns finden, Wenn wir sie uns, die missethat zu hassen, Züchtigen laffen. 7. Jag' ich nur nach dem frieden im gewissen: Wird alles mir zum besten dienen müssen; Denn Vom Vertrauen auf Gott und von der Geduld. 503 du regierst, und ewig wirkt dein wille Gutes die fülle. Herz steht in der noth noch feste; Hoffe das beste! ma antr 8. Ich bin ein gaft und pilger auf der erden; Nicht hier, erft dort soll ich ganz werden; Und was sind gegen euch, ihr ew'gen freuden, Dieser zeit leiden? 9. Wenn ich nur nicht mein elend selbst verschulde; Wenn ich als mensch, als christ, hier leid' und dulde: So kann ich mich der hülfe der erlösten Sicher getrösten. 10. Ich bin ein mensch, und leiden müssen fränken; Doch in der noth an seinen Schöpfer denken, Und ihm vertraun: dieß stärket unsre herzen Mitten in schmerzen. 11. Schau' über dich! wer trägt der himmel heere? Mert auf! wer spricht: bis hieher! zu dem meere? Ist er nicht auch dein Helfer und berather? Ewig dein Vater? HUMA 12. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? Jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen: Allein du wirst, was seine wege waren, Nachmals erfahren. 13. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, Die heiligung des Geistes zu empfahen, Und mit dem troft der hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. 14. Das freuz des Herrn wirkt weisheit und erfahrung, Erfahrung giebt dem glauben muth und nahrung. Ein starkes Mel. In allen meinen thaten. 689 as ift's, daß ich mich Was bist du, meine seele, So trostlos und verzagt? Du weißt nicht, was dir müßet; Gott weiß es, und Gott schüßzet, Er schüßet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine tage, Mein glück und meine plage, Ch' ich die welt noch sah'. Eh' ich mich selbst noch kannte, Ch' ich ihn Vater nannte, War er mir schon mit hülfe nah'. 3. Die kleinste meiner sorgen Ist dem ja nicht verborgen, Der alles steht und hält; Und was er mir beschieden, Daß dient zu meinem frieden, Wär's auch die größte last der welt. 4. Ich lebe nicht auf erden, Um selig hier zu werden; Die lust der welt vergeht. Ich soll mein glück hier gründen, Um dort das heil zu finden, Das ewig, wie mein geist, besteht.n 5. Was dieses heil vermehret, Sey mir von dir gewähret; Denn du gewährst's ja gern. Was dieses glück verleget, Sey, wie's die welt auch schätzet, Von mir, mein Gott, auch ewig fern. 6. Sind auch der krankheit plagen, Der mangel schwer zu tragen; Noch schwerer haß und spott: So harr' ich doch in stille; Denn, nicht mein eigner wille, Dein wille nur gescheh', o Gott! 504 ud Von den Pflichten gegen Gott. D 7. Du bist der müden stärke;| Ich will den tod bedenken. Der Und aller deiner werke Erbarmst Herr wird alles lenken; Und, du ewig dich. Was kann mir was mir gut ist, wird geschehn. widerfahren, Wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich. Mel. In allen meinen thaten. 690. ch hab' in guten stunden Des le bens glück empfunden, Und freuden ohne zahl. So will ich denn gelassen Mich auch im leiden fassen; Welch leben hat nicht seine qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein sünder. Du züchtigst stets gelinder, Als es dein mensch verdient. Will ich, beschwert mit schulden, Kein zeitlich weh' erdulden, Das doch zu meinem besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben; Nicht meine ruh', mein leben Mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen, Und nicht auf menschen bauen; Du hilfft, und du errettest gern. 4. Laß du mich gnade finden; Mich alle meine sünden Erkennen und bereun. Jetzt hat mein geist noch fräfte; Sein heil laß mein geschäfte, Dein wort mir troft und leben seyn! 5. Wenn ich in Chrifto sterbe: Bin ich des himmels erbe. Was schreckt mich grab und tod? Auch auf des todes pfade Vertrau' ich deiner gnade; Du bist bei mir in aller noth. 6. Ich will dem fummer wehren; Gott durch geduld verehren; Im glauben zu ihm flehn. Mel. Fürwahr, mein Gott. 691. u klagst, o chrift, in schweren leiden, Und seufzest, daß der Geist der freuden Von dir genommen worden ist. Du klagst und rufft: Herr, wie so lange? Und Gott verzeucht, und dir wird bange, Daß du von ihm verlaffen bist. 2. Sind meine fünden mir vergeben; Hat Gott mir fünder heil und leben Durch seines Sohnes Geist verliehn: Wo sind denn seines Geistes triebe? Warum empfind' ich nicht die liebe, Und hoffe nicht getrost auf ihn? 3. Mühselig, sprichst du, und beladen Hör' ich den trost vom wort der gnaden, Und diesen troft empfind' ich nicht; Bin abges neigt, vor Gott zu treten; Ich bet', und kann nicht gläubig beten; Ich denke Gott, doch ohne licht. pente 4. Sonst war mir's freude, seinen willen Von ganzem Herzen zu erfüllen; Sein heilig wort war mir gewiß; Jetzt kann ich's nicht zu herzen faffen, Und meine kraft hat mich verlassen, Und meinen geist deckt finsterniß. 5. Oft fühl ich zweifel, die mich quälen; Heul' oft vor unruh' meiner feelen; Und meine hülfe, Gott, ist fern; Ich suche ruh', die ich nicht finde; In meinem Herzen wohnt nur fünde, Vom Vertrauen auf Gott und von der Geduld. 505 Nur unmuth, keine furcht des| 11. So, wie ein vater über Herrn. 6. Zag' nicht, o chrift; denn solche schmerzen Sind sichre zeugen beff'rer herzen, Als dir das deine selbst erscheint. Wie könn test du dich so betrüben, Daß dir die kraft fehlt, Gott zu lieben, Wär' er nicht schon mit dir vereint? finder, Erbarmet Gott sich über sünder, Wenn sie nur seinen namen scheun. Dein seufzen ist ihm nicht verborgen. So fern der abend ist vom morgen, Läßt er von dir die sünde seyn. 7. Kein mensch vermag, Gott zu erkennen, Noch Jesum einen Herrn zu nennen, Als nur durch seinen heil'gen Geist. Hast du nicht diesen Geist empfangen? Er ist's, der dich nach Gott verlangen Und sein erbarmen suchen heißt. 8. Vertrau' auf Gott! er wohnt bei denen, Die sich nach seiner hülfe sehnen; Er kennet dich, und will dein glück. Er hört dich seufzen, steht dich weinen: Verbirgt er gleich oft vor den seinen Sich einen kleinen augenblick. 9. Gott ließ so manchen seiner frommen In dieß gefühl des elends kommen; Stand aber auch ihm mächtig bei. Du sollst dein Nichts erkennen lernen, Sollst das vertraun auf dich entfernen, Und sehn, was Gottes gnade sey. 12. Zwar ist um troft dir jetzo bange: Denn alle züchtigung, so lange Sie da ist, scheinet ste uns hart: Doch nachmals wird sie friedsam geben Frucht der ges rechtigkeit und leben Dem, der durch sie geübet ward. 13. Fahr' fort, zu beten und zu wachen. Gott ist noch mächtig in den schwachen; Ist,( glaub' es!) güte für und für. Laß dir an seis ner gnade gnügen. Sein wort ist wahr, und kann nicht trügen: Ich stärke dich! ich helfe dir! 14. Auf! faffe dich in deinen nöthen. Sprich: wollte mich der Herr auch tödten, So hoff' und harr' ich dennoch sein. Mir bleibt das erbtheil der erlösten; Und will mich Gott nicht eher trösten: Wird er mich doch im tod' erfreun. Mel. Wenn wir in höchsten. 692. W enn wir vor fummer fast vergehn, Und weder schuß noch rath mehr sehn, Wie wir auch 10. Vor sicherheit dich zu besorgen: Vater, dann Nimm du wahren, Läßt er dich seine streng' dich unsers jammers an! erfahren; Schickt dir bald die, bald jene last. Er reinigt dich, wie gold im feuer; Macht dir das heil der seele theuer, Damit du haltest, was du haft. 2. Denn das ist unser troft allein: Du kannst uns, wenn du willst, befrein. Drum fliehen wir, o Helfer, Gott, Zu dir allein in unsrer noth. 506 Von den Pflichten gegen Gott. mo 3. Wir heben unser aug' und| schein' in demuth oft und gern, herz Zu dir, beklemmt von furcht Mit dank und flehen vor dem und schmerz, Und bitten um be- Herrn. gnadigung, Um unsrer strafen linderung. 4. Verheißen hast du, väterlich Durch Christum zu verzeihn, und dich zu uns zu wenden, treuer Gott, Wenn uns gefahr und elend droht. 5. Und darum, Herr, bekennen wir Auch unsre noth und sünden dir. Schau' gnädig unſer elend an, Aus dem kein mensch uns helfen kann! 6. Du nur bist unsre zuver sicht. Vergilt nach unsrer schuld uns nicht; Steh' uns um Christi willen bei; Mach' uns von allen plagen frei! 7. Dann danken und lobsingen wir mit freuderfülltem her zen dir. Gehorsam deinem theuren wort, Erheben wir dich hier und dort. 8. Hör' uns, Gott, Vater, Sohn und Geist! Laß, wenn du hilfft und uns erfreust, Uns ewig auch dein erbtheil seyn; Denn du bist unser Gott allein! Vom Gebete, dessen Pflicht und Nußen. 2. Welch glück, so hoch geehrt zu werden, Und im gebet vor Gott zu stehn! Du, Herr des himmels und der erden, Brauchst freilich keines menschen flehn; Du weißt die sorge, die uns plagt, Auch eh' noch unser herz dir's flagt. 3. Doch sprichst du: bittet, daß ihr nehmet!" Der bitten frucht ist einzig mein. Wer sich der pflicht zu beten schämet, Der schämt sich, Gott, dein freund stimmte glück Muthwillig selbst zu seyn, Und stößt das ihm bes von sich zurück. 4. Sein heil allein von dir begehren, Das, Gott, ist keine schwere pflicht. Des herzens wünsche dir erklären, Wie stärkt das unsre seele nicht! O welch ein trost, daß du uns liebst, Und gern uns, was uns nüßet, giebst! 5. Was kann zum fleiß in gu ten werken Uns kräftiger ben muth erhöhn? Was mehr in leidensstunden stärken, Als wenn wir flehend auf dich sehn? Vater, unsre seelenruh' Nimmt durch's gebet beständig zu. Mel. Wer nur den lieben. 6. Dein wort ist immer Ja 693.Dein heil, o chrift, und Amen! Wer gläubig bittet, nicht zu verscherzen, Sey wach und nüchtern zum gebet. Ein findlich flehn aus reinem Herzen Hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Er der empfäht; Drum laß auch mich in Jesu namen Oft vor dich kommen mit gebet. Nie sey mir diese pflicht zur last, Die du zum heil geboten hast. Vom Gebete, dessen Mel. Wer nur den lieben. 694.Be et' oft und gern, und freudig nahe Dich hin zu Gottes angesicht, Damit von ihm dein glaub' empfahe, Was dir zu deinem glück gebricht. Erfülle diese pflicht mit fleiß, Zum heile dir, und Gott zum preis. 2. Šey aber redlich, zu begehren Nur, was dein Herz dich bitten heißt. Wie können leere wort' ihn ehren? Er steht auf's herz! Gott ist ein Geist! Der glaub' ist's, nicht der worte pracht, Was dein gebet erhörlich macht. zu bit 3. Wer das, was uns zum frieden dienet, Von Herzen sucht, der ehret Gott. Wer das ten sich erkühnet, Was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer bald vergißt, was er ihm schwur, Der spottet seines Gottes nur. 4. Bet' oft zu Gott, und schmeck' in freuden, Wie freund lich er, dein Vater, ist. Bet' oft zu Gott, und fühl' im leiden, Wie göttlich er dein leid versüßt. Gott hört's; Gott ist's, der hülfe schafft; Er giebt den müden troft und fraft. 5. Bet' oft, und heiter im gemüthe, Und schau' auf seiner wunder rath; Schau' auf den ernst, schau' auf die gute, Womit er dich geleitet hat. Er trägt dich liebreich mit geduld; Erkenn' und preise feine huld. 6. Bet' oft; durchschau' mit frohem muthe Die herzliche barmherzigkeit Deß, der mit seiPflicht und Nußen. 507 nem theuren blute Die fünderwelt vom fluch befreit; Und eigne dir zu deiner ruh' Und heiligung fein opfer zu. 7. Bet' oft; Gott wohnt an jeder stätte; In keiner minder oder mehr. Denk nicht: wenn ich mit vielen bete, So find' ich eh' bei Gott gehör. Ist, was du wünscheft, recht und gut: So sey gewiß, daß Gott es thut. 8. Doch, säume nicht, in den gemeinen Auch öffentlich Gott anzuflehn, Und seinen namen mit ben seinen, mit deinen brüdern, zu erhöhn. Wie eifrig übte Jes fus nicht, Was dir bedürfniß ist und pflicht! 9. Bet' oft zu Gott für deine brüder, Für alle menschen, als nes leibes glieder; Ein glied da wir sind Ei von ist selbst dein feind. Solch bitten, das aus liebe fließt, Ehrt Gott, der selbst die liebe ift. 10. Bet' oft: so wirst du glauben halten, Dich prüfen und das böse scheun, In lieb' und eifer nie erfalten, Und reich an guten werken seyn. Denn muth und fraft und seelenruh' Sagft du, Gott! dem, der bittet, zu. 11. Gieb denn, daß ich oft vor dich trete Mit lob und dank, gebet und flehn! Doch, fehl' ich, Vater, im gebete: So wol left du's doch nicht verschmähn, Weil der mein flehen unters stüßt, Der dort zu deiner rech ten fist. JUSCA 508 Von den Pflichten gegen Gott. Mel. Herr, nicht schicke deine. Herrlichkeit und macht und reich. 695.Dir versöhnt von Wo ist dir ein vater gleich? deinem Sohne ,. Nun bitten wir den. Liegen wir vor deinem throne; 696. Wenn ich am fuße throns Beten dich, o Vater, an, Deinen segen zu empfahn. Du bist alles guten fülle; Daß wir beten, ist dein wille. Du, o Herr, verschmähest nicht Deiner finder zuversicht. 2. Mehr, als wir begehren mögen, Hast du, Vater; jeden fegen, Alles, alles, was erfreut Für die zeit und ewigkeit. Du fannst helfen in gefahren, Kannst uns schützen und bewahren; Uns befrein von aller noth, Die uns drücket, die uns droht. 3. Was im himmel, was auf erden Gut ist, hieß dein wille werden; Alles schufst du, Herr, allein, Um geschöpfe zu erfreun. Alle sollen deiner gaben Nie erschöpften reichthum haben; Alle, dank und preis sey dir!) All im himmel, alle hier. 4. Darum sollen deine kinder Zu dir beten, selbst die fünder; Der du aller Vater bist, Dem kein ding unmöglich ist. Allen hast du, Herr, ihr leben, Und, was sie erfreut, gegeben; Und versprichst, Unendlicher, Allen noch unendlich mehr. Bete, Gott, im namen deines Sohns: D, wie strafbar finde Ich dann die fünde! Wie begehrt sich zu göttlichen werken Dann mein geist zu stärken! 2. Dann fühl' ich deiner liebe glut, Und mein herz voll freudigkeit und muth, Vater, deinen willen Treu zu erfüllen; Nie zur fünde mich locken zu lassen: Ewig sie haffen. 3. Dann kämpf ich mit der sinnlichkeit, Mit der luft, die dein gesetz verbeut; Will nicht wege wallen, Die dir mißfallen; will das kleinod des glaubens erringen; Will zum himmel dringen. lehrst, Väterlich auch mein ge4. O du, der du mich beten bet erhörst! Wenn ich lust zur sünde In mir empfinde; Will ich, hülfe von dir zu empfahen, Gleich zu dir mich nahen. 5. Und tödten wird in meiner brust Das gebet die dir verhafte lust; Kindlich dich zu lieben, Werd' ich mich üben, Und am ziele der laufbahn auf erden Ewig selig werden. 5. Ja wir wollen zu dir nahen, Beten, glauben zu empfa hen. Guter thaten lobgefang Sey denn stets dein lobgefang. Vom Gebete. Allgemeine Bitten. In eigner Melodie. Heil uns christen, die du schü- 697 Vater unfer imhim Dein alles, du befizest Vom Gebete. Allgemeine Bitten. uns alle heißest gleich' Brüder seyn und dich rufen an, Und willst das beten von uns ha'n: Gieb, daß nicht bet' allein der mund; Hilf, daß es geh' aus Herzensgrund'! 2. Geheiligt werd' der name dein! Dein wort bei uns hilf halten rein! Daß wir auch leben heiliglich, Nach deinem worte würdiglich! Behüt' uns, Herr, vor falscher lehr', Das armi' verführte volk bekehr'! 3. Es komm' dein reich zu dieser zeit, Und dort hernach in ewigkeit! Der heil'ge Geist uns wohne bei Mit seinen gaben mancherlei! Des satans zorn und groß gewalt Zerbrich; vor ihm dein' firch' erhalt'! 9. Amen! das ist: es werde wahr! Stärk' unsern glauben immerdar! Auf daß wir ja nicht zweifeln dran, Was wir hiemit gebeten ha'n, Auf dein wort, in dem namen dein: So sprechen wir das Amen fein! 4. Dein will gescheh', Herr Gott, zugleich Auf erden, wie im himmelreich! Gieb uns geduld in leidenszeit! Gehorsam 698.Gott, der but unfer Mel. Vater unser im himmelreich. du Vater bist, seyn in lieb' und leid! Wehr' und steur' allem fleisch und blut, Das wider deinen willen thut! * 5. Gieb uns heut' unser täge lich brod! Und was man darf zur leibesnoth! Behüt' uns, Herr, vor krieg und streit, Vor seuchen und vor theurer zeit; Daß wir in gutem frieden stehn, Der sorg' und geizes müssig gehn! 509 7. Führ' uns, Herr, in versuchung nicht! Wenn uns der böse feind ansicht, Zur linken und zur rechten hand: Hilf uns thun starken widerstand, Im glauben fest und wohlgerüst't, Ünd durch des heirgen Geistes trost! 8. Von allem übel uns erlös! Es sind die zeit' und tage bös'! Erlös' uns von dem ew'gen tod', Und tröst' uns in der letzten noth! Bescheer' uns, Herr, ein selig's end'; Nimm unsre seel' in deine Händ'! 6. All' unsre schuld vergieb uns, Herr, Daß sie uns nicht betrübe mehr; Wie wir auch unsern schuldigern Ihr' schuld und fehl' vergeben gern! Zu dienen mach' uns all' bereit In rechter lieb' und einigkeit! alles, alles sieht, was ist, Und alles hört! wir finder nahn Uns deinem thron, und flehn dich an. Es müss' uns, Herr, von herzen gehn, Was wir mit unserm munde flehn! 2. Geheiligt werd' in deiner welt Dein name; wen dein licht erhellt, Wer deine wahrheit fennt und ehrt, Der leb' auch, wie er glaubt und lehrt! Nimm aller irrenden dich an, Und hindre, was verführen kann! 3. Dein reich laßkommen; laß dein wort Stets unverfälscht an jedem ort Uns leuchten; gieb Von den Pflichten gegen Gott. 510 uns deinen Geist, Den uns dein Sohn, o Gott, verheißt; Erhalte deine kirch', und laß Sie fürchten weder spott noch haß! 4. Dein wille, Herr, gescheh' zugleich Auf erden, wie im himmelreich! Gieb uns geduld, ge- 699. Du, beß fich alle leiden, bes ständigkeit, Dir zu gehorchen; muth und kraft Zum kampf in unsrer pilgrimschaft. 5. Auch gieb uns unser tägs lich brod; Arbeitsamkeit und fleiß, o Gott! Vor krieg' behüt' uns und vor streit, Vor seu chen, pest und theurer zeit! Gieb friede; trost in leid und schmerz, Und immer ein zufriednes herz! 6. All' unsre schuld vergieb uns, Herr! Erlaß ste, o Barmherziger; Wie wir auch unsern schuldenern Erlaffen ihre schulden gern! Dienstfertig laß uns seyn; bereit Zur sanftmuth, lieb' und einigkeit! von dir! Dein ist das reich, dein ist die macht! Dir werd' auch preis und rühm gebracht Von allen menschen allezeit Von ewigkeit zu ewigkeit! Mel. Dieß sind die heil'gen. 7. Auch führ' uns in versuhung nie; Und, ach! gerathen wir in fie: So stärke du zum widerstand, Uns, Herr, mit deiner starken hand! Gieb deines Geistes trost, daß treu Und standhaft unser glaube sey! 8. Erlös uns denn zur rechten zeit Von allem übel, allem leid, Und allem, was die zukunft droht, Und tröst' uns in der letzlen noth, Und laß,( wir sind, wir sind ja dein;) Einst selig unser ende seyn! 9. Dieß, Gott, gescheh'! so flehen wir, Erwarten alles heil Auch meine seele freut sich dein, Daß du, du selbst, der ewig ist, Herr, Herr, daß du mein Vater bist; Mein Vater bist! 2. Weit über unser stammeln, weit Geht deines namens herrlichkeit! Ihn heilige, wer dich bekennt, Wer sich nach deinem namen nennt, Unendlicher! 3. Du herrschest; Gott, wer herrscht dir gleich? Die welten alle sind dein reich! Am väterlichsten herrschest du Durch Christum; gieb uns Chrifti ruh'! Du bist versöhnt! 4. Der du dich uns durch ihn enthüllst, Das nur ist selig, was du willst. Dein will, o Liebender, gescheh' Auf erden, in der Himmel höh'! Du Liebender! 5. In unsers leibes kleinern noth Sey mit uns; gieb uns unser brod! Labst du den leib; schickst du ihm schmerz: Froh, still, voll dank sey unser Herz! Erhalt uns dir! 6. Verzeih' uns unsre miffethat, Die, Vater, dich erzürnet hat; Wie wir, vom haß des bruders rein, Beleidigungen ihm verzeihn! Erbarme dich! 7. Zu heiß sey die versuchung nicht! Uns leucht, Erbarmen Vom Gebete. Allgemeine Bitten. 511 der, dein licht, Wenn uns der| erde, Daß dir kein wille widerfluch der fünde schreckt, Und nacht steh', Das fleisch bezähmet wervor uns dein antlig deckt, Erbarmender! de! Verleih' uns unter freud' und leid Ein ruhig herz, daß jederzeit, Was du willst, uns gefalle! 8. Erlös, erlöf uns, unser Gott, Aus dieser und aus aller noth! Laß sterbend uns dein Herz erflehn, Und ewig uns dein antlitz sehn, Gott, dem wir traun! 9. In deines himmels heiligthum, Auf deiner erd' erschall' dein ruhm! Du bist der Herr der herrlichkeit, Von ewigkeit zu ewigkeit! Gelobt sey Gott! Mel. Ach Gott, vom himmel. 5. Auch gieb uns unser täglich brod! Die arbeit laß gedeihen; Verleih', daß wir dieß glück, o Gott, Durch mißbrauch nie entweihen. Gieb unsern Obern fried' und heil; Uns, jedem sein bescheiden theil; Und daran laß uns gnügen! 6. Vergieb uns gnädig unsre 700.6ott, unser Bater, schuld, In unserm ganzen leben! der du bist Im himmel hoch erhöhet, Und schau est, was auf erden ist, Und hörst, wer zu dir flehet! Verwirf nicht unsre zuversicht, Das flehen deiner finder nicht, Wenn sie voll inbrunft beten! Hilf, daß mit lieb' und mit geduld Wir andern auch vergeben! Straf' uns nicht nach gerechtigfeit; Und laß uns unrecht, haß und neid Nicht an dem nächsten ahnden! 7. In der versuchung gieb uns stärk', Und hilf uns überwinden Das fleisch, die welt, des satans werk, Und was uns lockt zu fünden; Daß wollust, ehrsucht oder geiz Durch ihren gleißnerischen reiz Uns dennoch nie bethören! 8. Von allem übel, aller noth Erlöf uns deine gnade; Daß uns im leben und im tod' Des satans list nicht schade! Bedrängt uns hier schon manches leid: So laß uns doch mit freudigkeit Des glaubens ziel erreichen! 9. Dieß alles, Vater, werde wahr; Du wollest es erfüllen! Erhör' und hilf uns immerdar Um Jesu Christi willen; Denn 2. Dem namen, der da heilig ist, Laß uns die ehre geben; Wie groß und wunderbar du bist, Mit freudigkeit erheben; Dich, deine weisheit, macht und treu' Erkennen, und ohn' heuchelei Dir und dem nächsten dienen! DAT 3. Laß uns in deinem gnadenreich Des heil'gen geistes gaben, Dein wort, durch dessen kraft zugleich Auch lieb' und Hoffnung haben! Des satans reich zerstöre du; Erhalte deine kirch' in ruh', Im guten, dir zur ehre! bist It 4. Gleich als im himmel, so gescheh' Dein will' auch auf der Von den Pflichten gegen Gott. 512 dein, o Herr, ist allezeit Von ewigkeit zu ewigkeit Das reich, die macht und ehre! 701.HT Mel. Nun freut euch, lieben. err, der du unser Vater bist, Laß dich uns recht erkennen! Laß nichts, was dir ein gräuel ist, Von deiner lieb' uns trennen! Wer deinem willen sich ergiebt, Dich fürchtet, dich verehrt und liebt, Der preise deinen namen! 2. Du gabst uns deinen Sohn, o Gott, Zur reinigung von sünden. Laß denn vor dir durch seinen tod Auch uns vergebung finden! Durch lieb' und glau ben breite, Herr, Dein reich aus, daß, Barmherziger, Die ganze welt dich ehre! KOM wird, treu; Und endlich mach' uns alle frei, Ach, frei von allem übel! 5. Wir schweben stündlich in gefahr, Behüt' uns, Herr, und leite Durch deinen Geist uns immerdar, Daß unser fuß nicht gleite! Dir bleibe, wer versucht 6. Dir, dir sey preis und ruhm gebracht! Herr, was wir flehn, erhöre! Dein ist das reich, dein ist die macht; Dein herrlichkeit und ehre! Erhör' uns, Vater, Sohn und Geist! Erfüll' uns, was dein wort verheißt! Du wirst's erfüllen! Amen! d Mel. Vor deinen thron tret.d 702.S ch komme vor dein angesicht. Vers wirf, o Gott, mein flehen nicht; Vergieb mir alle meine schuld, Du Gott der gnaden und geduld! 2. Schaff' du ein reines Herz in mir; Ein herz voll lieb' und furcht zu dir; Ein herz voll des muth, preis und dank; Ein ruhig herz mein lebenlang! 3. Sey mein beschützer in gefahr! Ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein übel, das mich schreckt, Wenn deine rechte mich bedeckt? 3. Der Himmel heer gehorchet dir, Und dienet deinem willen. Ach, deinen willen laß auch hier Auf erden uns erfüllen, Mit freudiger entschlossen heit, Und ohne widerspenstigkeit, Selbst in der prüfung leiden! 4. Gieb uns auch unser täg- 4. Ich habe ja aus deiner lich brod! Du wollest stets vergeben, Wie unsern schuldnern wir, o Gott, Gern ihre schuld vergeben! Verdienet haben wir es nicht: Doch laß, Erbarmer, dein gericht Uns schonen, wie wir schonen! hand, Was mich zum menschen macht, verstand. Erhalt' ihn mir, o Herr, mein hort! Erleucht' ihn durch dein göttlich wort! 5. Laß, deiner hoheit mich zu freun, Sie stets vor meinen augen seyn! Läß, meines glaubens mich zu freun, Ihn stets durch liebe thätig seyn! 6. Das ist mein glück, was du mich lehrst. Das sey mein glück, daß ich zuerst Nach deinem reis 513 Vom Gebete. Allgemeine Bitten. che tracht, und treu In allen| So weit die wolken gehen. Du meinen pflichten sey! 7. Ich habe, hang und leidenschaft zu überwinden, keine fraft: Du aber ziehst mit kraft mich an; Und was du willst, vermag ich dann. krönft uns mit barmherzigkeit, Und eilst, uns beizustehen. Herr, meine burg, mein fels, mein hort, Vernimm mein flehn, merk' auf mein wort, Denn ich will vor dir beten! 8. Gieb von den gütern dieſer welt Mir, Herr, so viel, als dir gefällt! Gieb deinem knecht' ein mäßig theil; Zu seinem fleiße glück und heil! 9. Schenkt deine Hand mir überfluß: So laß mich mäßig im genuß, Und, arme brüder zu erfreun, Mich einen frohen ges ber seyn! 2. Ich bitte nicht um übers fluß Und schäße dieſer erden. Laß mir, so viel ich haben muß, Nach deiner gnade werden! Gieb mir nur weisheit und vers stand, Dich, Gott, und den, den du gesandt, Und mich selbst zu erkennen! 10. Gieb mir gesundheit, und verleih', Daß ich sie nüß', und dankbar sey, Und nie, aus liebe gegen sie, Mich zaghaft einer pflicht entzieh'! 3. Ich bitte nicht um ehr' und ruhm, So sehr ste menschen rühren. Des guten namens eigens thum Laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer ruhm sey meine pflicht, Der ruhm vor deinem angesicht, Und frommer freunde liebe. 11. Erwecke mir stets einen freund, Der's treu mit meiner wohlfahrt meint; Mit mir in deiner furcht sich übt; Mir rath und trost und beispiel giebt! 4. So bitt' ich dich, Herr Zebaoth, Auch nicht um langes leben. Im glücke demuth, muth in noth, Das wollest du mir ges 12. Bestimmst du mir ein ben! In deiner Hand steht meiläng'res ziel, Und werden meine zeit; Laß du mich nur barmner tage viel: Ach dann, o mei- herzigkeit Vor dir im tode finden. ne zuversicht, Verlaß mich auch Mel. Ich dank' dir schon. im alter nicht! 13. Und wird sich einst mein ende nahn: So nimm dich meiner herzlich an, Und sey, durch Christum, deinen Sohn, Mein schirm und schild, mein trost und lohn! 704.2mächtiger, ber seinen thron In himmeln hoch erhöhet; D, höre mich, der erde sohn, Der dir im staube flehet! 2. Du schufft mich staub, und willst mich staub Zum engel einst erbeben. Hier werd' ich der verMel. Es ist das heil uns. 703. Gott, beine gute wesung raub, Um ewig bort zu reicht so weit, leben. St Von den Pflichten gegen Gott. 514 3. Was ist der mensch? wie arm, wie bloß Ist er, der Herr der erden! Was ist der mensch? wie frei, wie groß! Unsterblich soll er werden! 4. Welch ein geschenk gabst du mir nicht, Da du vernunft mir schenktest, Und der erkennt niß göttlichs licht In meine seele ſenkteft! 5. Verleih' mir doch die wiss senschaft, Mein wahres glück zu finden; Und gieb mir willen, muth und kraft, Mich selbst zu überwinden! 6. Gieb fraft, die lust der sünde nie Dem himmel vorzuziehen! Laß mich, voll abscheu gegen sie, Auch ihre wege fliehen; 7. Gieb mir ein mitleidvolles Herz, Wenn meine brüder leiden; Und laß an meines hassers schmerz Sich nie mein auge weiden! 8. Im glück ist's furcht, im unglück muth, Was ich von dir erflehe! Was du, mein Schöpfer, willst, ist gut; Und was du willst, geschehe! 9. Laß mich mein brod durch deine gunst Und meinen fleiß erwerben; Und lehre mich die große kunst, Getrost und wohl zu sterben! 10. O du, vor dem der Seraph kniet, Den Cherubim um ringen! Von allen sternen schallt das lied, Das deine Heil'gen fingen! 11. Anbetend beug' auch ich mein knie; Du hast den staub erhoben. Heil mir! ich bin ein geist, wie ste; Der mensch auch darf dich loben. And 705. V preif ich dich; Mel. Auf dich hab' ich gehoffet. on ganzer seele Du hast, o Herr, mich väterlich Bis diesen tag erhalten. Laß für und für Noch über mir Dein göttlich auge walten! 2. Wer schenkt uns leben, glück und ruh'? Wer giebt uns fraft zur pflicht? nur du Schaffst wollen und vollbringen. Wird dein gedeihn nicht uns erfreun: So kann uns nichts gelingen. 3. Du schufft, und du regierst die welt Nach deinem rath, wie dir's gefällt; Du lenkst der menschen Herzen. Sey auch mein licht, Und laß mich nicht, Gott, deine huld verscherzen! 4. Dein wort lehrt mich des lebens pflicht; Doch fühl ich auch, was mir gebricht, Die blindheit meiner seele. Ach, Gott der huld, Vergieb die schuld, Wenn ich aus schwachheit fehle! 5. Verstand und herz ist fehlerhaft; Bald fehlt mir licht, bald fehlt mir kraft, Mich weislich zu regieren. Drum bitt' ich dich, Laß, Höchster, mich Selbst deine weisheit führen. 6. Herr, dessen huld uns ewig liebt, Laß mich beim segen, den sie giebt, Auf dich, den geber, schauen! Selbst wenn du schlägst, Und kreuz auflegst, Laß mich auf dich vertrauen! 7. Gieb, daß ich meine lebens Vom Gebete. Allgemeine Bitten. 515 zeit, Nur dir mit ganzem ernst| 8. Ach, wie wird dir dann, o geweiht, In deiner furcht voll- mein gebein, Und dir, o seele, bringe; Bis ich einst dir Dort seyn! Wie ist das leben, Das für und für Lob, preis und ehre Gott mir dann wird geben, Voll fingelfsdal od herrlichkeit! Mel. Jesus Christus, unser Heiland, der den tod. S In eigner Melodie. 706.Mein gebet feigt 707.5 Gott, bu milder du täglich zu dir auf! Und du, Herr, merkest drauf. So oft ich flehe, Sprichst du: dein wunsch geschehe! Dann dank' ich dir. Du geber aller gaben, Von welchem ist, was ist, Von dem wir alles haben! Gieb, daß mein leib gesund, Und meine seele frei, Und rein von sünden, fromm, Und frohes muthes sey! 2. Mangeln kann mir nichts; du forgst für mich, Und ich vertrau' auf dich. Du kannst mir geben, Was nöthig ist zum le. ben; Und giebst mir's auch. 2. Laß mich mit eifer thun, Was mir zu thun gebühret, Wozu mich dein befehl In meinem stande führet! Gieb, daß ich's thue bald, Zu der zeit, da ich soll; Und, was ich freudig thu', Das, Gott, gerath' auch wohl! mi 3. Hilf, daß ich rede stets, 4. Leite mich bei deiner rechs Womit ich kann bestehen; Laß ten hand In's wahre vaterland, nie ein sündlich wort Aus meis Daß ich vom wege Mich nicht versnem munde gehen! Und, wenn irren möge, Der dorthin führt! 5. Nicht vergeblich sey mein leben hier; Geheiligt sey es dir! Herr, deinen willen Gehorsam zu erfüllen, Sey meine lust! in meinem amt Ich reden muß: verleih', Daß jedes wort voll lieb', Und auch voll nachdrucksey! 3. Meiner tage, Gott, sind hier nicht viel', Und bald bin ich am ziel. Für ewigkeiten Schufft du mich, nicht für zeiten, Die schnell vergehn. 6. Ginst, wenn du mich rufft, laß voll vertraun Auf Jesu tod mich schaun! In deine Hände Nimm, Gott, an meinem ende Den frohen geist! 7. Sanft im staube ruhe mein gebein! Dir wird es theuer seyn; Ein neues leben Wirst du ihm wieder geben, Wann du erscheinst. 4. Gerath' ich in gefahr: So laß mich nicht verzagen; Gieb einen festen muth; Hilf meine last mir tragen! Gieb, daß ich jeden feind Mit sanftmuth übers wind'; Und, wo ich rath bedarf Und weisheit, sie auch find'! 5. In fried' und freude laß Mit jedermann mich leben, So weit es christlich ist; Gern die nen, willig geben! Willst du mit reichthum, Gott, Mich segnen: KF2 516 Von den Pflichten gegen Gott. so verleih', Daß er mit fremdem| 2. Zucht, ehr' und treu' vergut Nie untermenget sey! 6. Soll ich durch müh' und noth Der jahre viel erreichen: So gieb geduld und kraft, Von dir nie abzuweichen, Daß ich mein graues haar Mit ehren trag' vor dir; Kein laster schände je Des alters schönste zier. leihe mir, Und luft zu deinem worte! Erfülle mich mit furcht vor dir An einem jeden orte! Laß mich, von jedem laster rein, Dich findlich lieben, findlich scheun In meinem ganzen les ben! amme 3. Soll ich nach deinem weisen rath Einst von der erde scheiden: O so verleih' mir deine gnad', Daß es gescheh' mit freuden! Herr, seel' und leib befehl' ich dir; Ein selig ende schenke mir Durch Jesum Christum! Amen! Q 3507 7. Laß endlich voll vertraun Auf Christi tod mich scheiden! Die seele nimm zu dir Hinauf zu deinen freuden! Und meines leibes staub Bewahre deine macht, Bis er durch deinen ruf Aus seiner ruh' erwacht! 8. Erscheinst du, deine Hand Nach ihm auch auszustrecken, Ihn zur unsterblichkeit Vom to de zu erwecken: So führ', Erbarmer, mich In deinen himmel ein, Und laß mich selig dann Mit allen frommen seyn! 9. Dich, Vater, Gott und Herr, Soll erd' und himmel loben! Sey, Gottes Sohn, von uns, unser Gott, erhoben! Gott, Geist des Herrn, der du Von sünden uns befreist, Auch dir sey preis und ruhm! Dir, Vater, Sohn und Geist! stimel. Aus tiefer noth schrei. is err, wie du willst, so schick's mit mir Im leben und im sterben! Mein herz verlangt allein nach dir; Entreiß mich dem verderben! Erhalt mich nur in deiner huld; Sonst, wie du willst; gieb mir geduld! Dein will' ist stets der beſte! st 708. Mel. Ich ruf zu dir, Herr.dap 709.H err, mein Erlöser, nur von dir Kann ich mir hülf erflehen. Vernimm mein seufzen, eile mir, Mein Helfer, beizustehen! Des wahren glaubens kraft und licht, Das selige bestreben, Dir zu les ben, Und muth zu dieser pflicht; Das wollest du mir geben! 2. Du hast ein königlich gebot Mir tief ins Herz geschrieben: Von ganzer seele soll ich Gott, Wie mich, den nächsten lieben. Wenn ich nach deinem worte thu': So hab' ich schon hienieden Großen frieden; Und welches heil hast du Dem frommen dort beschieden! 3. Laß denn kein leiden dieser zeit, kein glück mich dir entreis Ben; Denn du hast deine seligfeit Den treuen nur verheißen! Doch könnten sie, durch ihre müh' Die krone zu verdienen, Sich ers Vom Gebete. Allgemeine Bitten. 517. fühnen? Aus gnaden schenkst der unentschlossenheit! Wie viel du sie, Und du erwarbst sie ihnen. vermag ich, Gott, mit dir! 4. Freund meiner seele, du Nimm deinen Geist nur nicht bist ihr Ein weinstock; sie ein' von mir! rebe. Zeuch ste dir nach, daß sie zu dir Sich von der welt er hebe! Ja, laß mich, wenn ich sterben soll, Auf deine gnade bauen; Dir vertrauen; Und dann dort wonnevoll Dein antlitz ewig schauen! 5. Ich kämpf', ermatt' und strauchle oft; Hilf, Herr, mein Hort, dem schwachen, Der nur auf dich in demuth hofft; Du kannst mich mächtig machen! In jeder seelennoth laß mich Bei dir erbarmung finden, Troft empfinden, Und endlich, Herr, durch dich In allem überwinden! 5. Wenn ich indeß aus schwachheit fehle: Mein Vater, so verwirf mich nicht! Verbirg nicht der betrübten feele, Wenn ste dich sucht, dein angesicht; Und mach' auch in bekümmerniß Mein Herz von deiner huld gewiß. 12 Mel. Wer nur den lieben. 710.6° ott! dir gefällt fein gottlos we sen; Wer bös ist, bleibet nicht vor dir. Drum laß von sünben mich genesen, Und schaff' ein reines Herz in mir; Ein herz, das ſich vom finn ber welt Ent- 711.5, wit, de fernt, und unbefleckt erhält. 6. Erquicke mich mit deinen freuden; Schaff' ein getroftes Herz in mir; Und stärke mich in allem leiden; So halt' ich mich, mein Gott, zu dir, Bis nach vollbrachter prüfungszeit Der Deinen erbtheil mich erfreut! Mel. Es woll' uns Gott. err, wo solch ein Gott, wie du? Wer duldet so die fünder? Wie lange schaust du ihnen zu, Und schonest sie, wie finder? Herr, Herr, barmherzig, gut, getreu, Mild, willig, zu vergeben! Noch werde deine gute neu; Noch laß die fünder leben; Noch wollest du vergeben! d2. Denn, gingst du, Richter, ins gericht: Wer könnte, Gott, bestehen? Noch töne die posaus ne nicht, Damit sie nicht verge2. Laß mich auf die begang nen sünden Mit inniger beschämung sehn; Durch Christum vor dir gnade finden, Und gern den weg der wahrheit gehn! Ich will forthin das unrecht scheun, Und deinem dienst mein leben weihn. 4. Gieb, daß er mir stets hül. fe leiste, Und muth und kräfte mir verleih)', Daß ich mit kindlich treuem geiste Dir bis zum tod' ergeben sey; So sieg' ich über fleisch und welt, Und thue, was dir wohlgefällt! ud 3. O, stärke mich in dem gedanken; Gieb meinem vorsaß festigkeit! Und will mein schwaches herz je wanken: So hilf 518 Von den Pflichten gegen Gott. hen; Daß eingewickelt, wie ein| Gern für andrer wohlfahrt mis buch, Noch nicht der himmel zen; Auszuüben stets bereit, werde; Daß durch des letzten Was dein heilig wort gebeut!" tages fluch Der frevler von der erde Nicht weggetilget werde. 3. Es können viel' gerechte noch Aus ihrem blute stammen. Die ungebornen wirst du doch Mit ihnen nicht verdammen. Ein Ninive hüllt sich in staub, Ob du noch schonen wolltest. Wir wären längst der Hölle raub, Wenn du gleich strafen solltest, Wenn du nicht dulden wolltest. 2. Die du sendest, uns zu leh ren, Mach' in ihrem amte treu; Daß, was wir von ihnen hören, Jesu wort und wahrheit sey! Die uns vorstehn, uns regieren, Laß den Geist der weisheit füh ren; Daß sie, durch sein licht erhellt, Stets mur thun, was dir gefällt! 3. Gieb, daß wir den nächsten lieben, Ohne falsch und arge list; Uns mit lust im wohlthun üben, Wenn er arm und hülflos ist; Daß wir alles böse hassen; Daß wir nimmer unterlassen, Deines weges uns zu freun, Und untadelhaft zu seyn! 4. Wir sind Eines leibes glieder; Redlich denn und eifrig sey Unsre liebe für die brüder. Eifrig, hülfreich und getreu Sich bedrängter anzunehmen, Müsse nie ein christ sich schämen; Weinend mit den weinenden, Fröh lich mit den fröhlichen. 4. Wann kömmt der Rächer? ( fragt der spott,) Der tugenden belohner? Doch, tausend jahre sind dir, Gott, Ein tag nur, o Verschoner! Ach, kömmt einmal, kömmt das gericht: Wer kann sich dann bekehren? Verschonst du hier die spötter nicht: Wie wollen, dich zu ehren, Sie dann noch sich bekehren? 5. Herr, gut, barmherzig, fromm und treu, Stets willig, zu vergeben! Um Jesu Christi willen sey Noch gnädig; laß sie leben! So famml' in deine scheuern ein Noch viel' erlöste sünder! Dann werden sich die himmel freun, Und deine neuen finder, Die noch erlös'ten fünder. Mel. Jesu, der du meine.no 712.& ieb, ieb, o Herr, daß wir die gaben, Die wir deiner huld allein, Und nicht uns zu danken haben, Wil lig deinem dienst auch weihn, Und, was wir durch dich besigen, and 5. Lehr' uns wachen, lehr' uns beten In der trübsal bangen zeit; Und gieb uns in allen nöthen Trost und auch gelaffenheit! Laß uns segnen und nicht fluchen; Selbst der feinde bestes suchen; Stets in hoffnung uns erfreun; Nimmer träg' im guten feyn! 6. Stolz nicht, sondern ehrerbietig Gegen jeden sey der christ! Mach' uns liebreich, freundlich, gütig, Wie du unser Vom Eide. 519 beispiel bist! Nach des ruhmes| dir erfreuen mögen? O laß uns hohen dingen Laß uns nie aus leben, Gott; Laß uns dein ehrgeiz ringen! Wer sich, weil antlig sehn: Sey gnädig; hilf kein stolz besteht, Selbst ernie- uns aus; Hilf, ehe wir vergehn! drigt, wird erhöht! 7. Stärk' uns, Heiland, unsre pflichten, Alles, was dein wort gebeut, Unverdroffen auszurichten Ueberall und allezeit! Standhaft, dir zum wohlgefallen, Laß uns deine wege wallen; Und, ist dann vollbracht der lauf: So nimm in dein reich uns auf! Nach dem 85. Pfalm. B Mel. O Gott, du frommer. 713.ie gnädig warst du, Gott, Vor alters deinem lande! Wie halfft du ihm; wie oft Zerbrachst du Jacobs bande; Und schontest deines volks Mit väterlicher huld, Vergabst die missethat, Bedecktest seine schuld! 5. Jedoch, ich höre schon Den Gott des troftes trösten. Heil giebt er seinem volf, Und ruhe den erlös'ten, Die er erwählet hat, Wenn wir nur heilig sind, Und unsre seele nicht Die thorheit lieb gewinnt. 6. Geflügelt naht sein heil Sich seinen frommen knechten; Und Gottes ehre wohnt Im lande der gerechten. Barmherzigkeit und treu' Umfahn ſich schwesterlich; Gerechtigkeit und fried' Umfahn und küssen sich. 7. Der glaube kömmt zurück, Und blüht auf erden wieder; Die gnade sieht mit luft Von ihrem himmel nieder, Und segnet Gottes volk, Das, seinem dienst geweiht, Thut, was ihm wohlgefällt, Und seines heils sich freut. 2. Dein strenger zorn erlosch Mit allen seinen flammen, So bald es sich entschloß, Die fünde zu verdammen. Die menschen fündigen: Du bleibst dir immer gleich, Gerecht und heilig stets, Und stets auch gnadenreich. 8. Der Herr begnadigt uns; Das land bringt seine früchte; Und seine huld geht her Vor ſeinem angesichte; Verbreitet 3. Hilf, hilf uns, unser Gott! glück und heil Auf Gottes eiVergieb uns unsre sünden! Wie genthum; Und Israel frohlockt, strafbar, Herr, wir sind, Das Und bringt ihm preis und ruhm. laß uns nicht empfinden! Wieload Vom Eide. schrecklich ist dein zorn! Ach, thos soll er ewig glühn? Und willst du deine Huld Auf ewig uns entziehn? 4. Wann kehrt zu uns zurück Dein troft, o Gott, dein segen, Daß wir, dein erbtheil, uns In 714.5 Mel. Jesus, meine zuversicht. eilig, heilig sey t der eid Euch, ihr christen, wenn ihr schwöret. Furchtbar ist die heiligkeit Eures Richters, der euch höret; Furcht Von den Pflichten gegen Gott. 520 bar aller lügner feind, Hier, und wenn er einst erscheint. 2. Er, der wahrheit Gott, begehrt, Wenn wir ihm gefallen wollen, Daß wir ihren hohen werth Fühlen und verehren sollen; Und daß wir im reden ste Nie entstellen, leugnen nie. 3. Wenn ihr eure hand erhebt, Dann ergreif' ein heilig schrecken Euch vor ihm, und denkt: er lebt! Er wird alles doch entdecken, Was betrug und lift verstellt; Er, der Richter al Ier welt! 4. Denkt, daß keine finsterniß Ihm des sünders Herz verhehlet; Daß er's merket, und gewiß, Wo er frevelt oder fehlet; Daß er tauſend wege hat, 3u enthüllen jede that; 5. Daß, mit eifer angethan, Er die frevler, wenn sie sterben, Wenn gericht und tod sich nahn, Alle lügner wird verderben. Seht, von seiner wahrheit thron' Schaut er her, und zielet schon. 6. Tödtliche geschosse hat Euer Richter, das verbrechen, Jede neigung, jede that, Die er euch verbeut, zu rächen. Diesem Rich ter troßet nicht; Bebt, und fürchtet sein gericht. 7. Wenn ihr freveln wolltet: ach! Immer, in der nacht, am tage, Ueberall folgt' dann euch nach Des gewissens furcht und flage; Selbstgericht,( was ist ihm gleich?) Quälte, wo ihr ginget, euch. 8. Fluch und elend würde dann Alles um euch her auf ers den. Alles, was erfreuen kann, Würde pein und rache werden, Und verzweiflung; wie erreicht Sie die frevler schnell, wie leicht! 9. Sagt: für aller welt gewinn Geb' ich nicht des Herzens ruhe, Nicht die überzeugung hin, Daß gerecht ist, was ich thue; Daß selbst meine neigung nicht, Was mir Gott gebietet, bricht. 10. Dann darf ich zu Gott empor Voll vertraun und hoffnung sehen; Gnädig neigt er dann sein ohr Allemal zu meinem flehen. Er, der Herr, der lügner feind, Ist mein Vater, ist mein freund. Mel. Wer nur den lieben Gott.d 715.W er bei dem na men Gottes schwöret, Und, was er zugesagt hat, bricht, Der ist ein frevler und entehret Den Gott der wahrs Heit, scheut das licht, und kann nie frei zum Vater gehn; Nie glück und heil von ihm erflehn. 2. Wir sollen ja nach Gottes willen Die wahrheit lieben, so wie er; Und, was er fordert, gern erfüllen, Und fiel' es uns auch noch so schwer. Wer sie verlegt, verwirft sein heil; Meineidige sind Gott ein gräul. 3. Wer darf dann hoffen, ihn zu sehen, Wenn er durch eide, die Gott hört, Will seine brüder hintergehen, Und falsch bei seis nem namen schwört? Vor seis nem heiligen gericht Besteht ein solcher frevler nicht. for an Vom Eide. of 521 4. Und, flöh' er zu dem ferns| rechenschaft zu geben, Mein urs ften meere: Gott findet allent- theil zu empfangen! halben ihn. Wenn er auch noch so mächtig wäre: Wer kann sich Gottes macht entziehn? Ihm hilft nicht ehre, macht noch geld, Selbst nicht die gunst der ganzen welt. 5. Drum will ich, soll ich was betheuern, Mit ernst bedenken, was ich thu'; Und den gedanken oft erneuern: Des eides Rich ter, Gott, bist du! Schaust meines Herzens innerstes; Prüfft alles, Herr, und richtest es! 6. So hilf mir denn, daß ich, voll treue, Das, was ich schwöre, redlich halt', Und deinen groBen namen scheue, Und deine Heilige gewalt! Wer fälschlich schwört, kömmt ins gericht; Der redliche, der fromme nicht. 3. Ach! menschen können menschen zwar Arglistig hinters gehen: Doch dir ist alles offenbar; Du siehst, was sie nicht ses hen. Du schauest, Herr, die lügner an, Verheimlichte verbrechen, Die menschenmacht nicht strafen kann, Durch deine macht zu rächen, Die bis zur Hölle tödtet. 4. Und ich, ich sollt' aus geiz, aus neid, Aus falscher schaam, aus rache Verkehren die gerech tigkeit Und meines bruders sache? Durch meineid sollt' ich ihm den ruhm Der redlichkeit entwenden? Nein;( Gott, du bringst die lügner um!) So will ich mich nicht schänden; Nicht in solch elend stürzen! AS20 5. Ach, wenn ich, Herr, so freventlich Dir trotzt und deiMel. Es woll' uns Gott. 716.Sot, mein Schö- nem rechte; Muthwillig deinen pfer und mein Herr, Du schaust durch alle sees len, Und niemand kann, Allwiss sender, Dir, was er denkt, ver hehlen. Laß deine macht und hoheit mich Mit furcht vor dir erfüllen, Wenn ich zur wahrheit zeugen dich, Nach meiner Obern willen, Anrufe, wenn ich schwöre! fluch auf mich Durch solchen frevel brächte: Wie elend würd' ich dann nicht seyn Schon hier in diesem leben! Des selbstges richtes furcht und pein Von mir selbst übergeben! Wie elend nach dem tode! men haos 2. Dann laß mich deine heiligkeit, Du Rächer aller sünden, ( Denn die bekenn' ich durch den eid,) In ihrer größ' empfinden; Als stünd' ich, Heiliger, vor dir, Von meinem ganzen leben, Von worten, thaten und begier, Dir 6. Nein; alle lügen will ich, Gott, Von ganzem Herzen has sen: Der wahrheit treu bis in den tod, Mich nur auf dich vers lassen. Laß mich kein glück, so groß es sey, Durch seinen reiz verführen, Durch lügen oder Heuchelei Den himmel zu vers lieren, Und ewig pein zu leiden! 522 Von den Pflichten gegen uns selbst. III. Von den Pflichten und Gesinnungen der wahren Christen gegen sich selbst. 3. Wahre Christen lieben sich selbst nach den Vorschriften Gottes, und bemühen sich, nach denselben alles zu thun, was ihre wahre gegenwärtige und ewige Glückseligkeit befördern kann. Sie streben nach einer genauen und richtigen Erkenntniß ihrer selbst, und sind demüthig. Sie sorgen für die Erhaltung und die Wohlfahrt ihres irdischen Lebens, durch Arbeitsamkeit, und durch einen weisen und nüßlichen Gebrauch ihrer Kräfte, ihrer Zeit und ihres Eigenthums. Sie suchen einen guten Namen zu haben und zu verdienen. Sie sind mäßig, keusch und züchtig. Sie sind gelassen und geduldig. Sie sind standhaft in dem, was wahr und gut ist. Sie sind vorsichtig, und hüten sich, so lange sie leben, vor allen Gesinnungen, Neigungen, Worten und Werken, welche ihrer wahren, gegenwärtigen und künftigen Glückseligkeit schädlich sind. Impe Von der Selbstliebe über- sich liebt, Der sucht auch, als haupt. ein christ, Mit eifer und mit lust, Was dir gefällig ist. Mel. O Gott, du frommer. 717.S ch darf,( du willst es selbst,) Ich soll, o Gott, mich lieben; Laß mich auch diese pflicht Nach deinem willen üben! Ich sehne mich nach glück; Laß dieß verlangen rein, Unsträflich meinen fleiß, Mich zu beglücken, seyn! 3. Gieb, daß ich, was du selbst Für gut erklärst, nur wähle! Kein neid noch eigennuß Beflede meine seele! Auf recht und unschuld steh' Mein glück und mein vertraun. Doch laß mein wohl mich nie Auf andrer elend baun! 2. Gieb, daß mein ganzes herz Sich deiner liebe weihe! Gieb, daß ich überall Dich findlich ehr' und scheue! Wer, als ein christ, 4. Das kann mein glück nicht seyn, Wodurch mein bruder leis det. Der fluch verfolget den, Der deine wege meidet. Nur diese führen mich Zur freude; Von der Selbsterkenntniß und Selbstprüfung. 523 beruf und dein geheiß: Doch, leb' auch ich, dein eigenthum, Wie mir's gebührt, für deinen ruhm? fie allein! Wer andre wege wählt, Der kann nicht glücklich feyn. 5. Ich müsse nie, o Gott, Vergessen, daß die erde Nicht meine Heimath sey, Wo ich ganz glücklich werde. Was hier er freuen kann, Währt augenblicke kaum; Flieht, wie ein schatten, hin; Flieht, wie ein morgentraum. 6. Zu dir erhebe sich Die seele, Gott, und ringe, Daß sie zu dir empor In deinen Himmel dringe. Da wohnt die seligkeit; Da volle wonne; da, Was hier kein ohr vernahm, Was hier kein auge sah. 7. Dieß sey mein ziel, o Gott! Gieb, daß ich dieß erreiche, Und darum nie von dir Und deinen wegen weiche! Hier kann ich alles leicht Entbehren, was ges winn Und lust heißt, wenn ich nur Bei dir dort selig bin. Von der Selbsterkenntniß und Selbstprüfung. 3. Ich zähle mich zu deinen christen: Beweist es aber auch die that, Daß dein bekenner als len lüften Der fünd' und welt entsaget hat? Geh', wenn ich Christi finn empfing, Ich auch den weg, den Christus ging? 4. Was mir zu meinem Heile fehlet, Laß, Gott, mich immer mehr verstehn; Und, hab' ich deinen weg erwählet, Mich deinen weg auch standhaft gehn! Mich täusche die verführung nicht; Mich leite täglich nur dein licht! 5. Doch, bin ich fern vom schmalen stege, Der mich zu deis nem leben führt: So führe mich zurück vom wege, Der in's vers derben sich verliert! Gieb mir zur beff'rung luft und kraft, Und mache mich gewiſsenhaft! Mel. Wer nur den lieben. 718.2 er bin ich? eine 6. Gieb, daß ich nicht die bu Be spare Bis auf den tod hin: daß ich dann Mein elend nicht zu spät erfahre, Wenn ich mich nicht mehr bessern kann! Ents reiß mich früh dem selbstbetrug, Und mache hier mich gut und flug! große frage! Allwissender, wie schwer für mich! Gieb, daß ich mir die wahrheit sage: Nur eitle thoren schmeicheln sich; Von wahrer weisheit bleibt entfernt, Wer 719.W mich, mein herz Mel. Die tugend wird durch's. ie ich sich nicht selbst recht kennen lernt. 2. Ich bin ein werk von deis nen Händen; Geschaffen, Gott, zu beinem preif'; Dazu mein leben anzuwenden, Will mein vorsaß hin! Mich warnet heimzu prüfen, Mich zu erforschen, wer ich bin! Wie blick' ich über seine tiefen Nachlässig und mit 524 Von den Pflichten gegen uns selbst. noll be mächtig mein gewissen Zur buße mich, und, Gott, zu dir. lich mein gewissen: Betrüg', o mensch, dich selber nicht! Ge neigt, mein unrecht nicht zu wis sen, Verträum' ich alles, was es spricht. 6. Der du die herzen prüfft, bekehre, Erleuchte, beff're, leite mich Auf deiner ebnen bahn, und lehre Mich dann ein recht vertraun auf dich! Dir laß mich ganz mein leben weihen! Vor dir sey herz und wandel rein! So werd' ich die gefahr stets scheuen, Betrogen von mir selbst zu feyn. 2. Ich wandle ruhig auf dem pfade Des leichtsinns und der eitelkeit. Gott, durch den mißbrauch deiner gnade Stärk' ich mich in der sicherheit. Nach tau send froh vollbrachten sünden Denk ich einmal an Jesum Christ, Und hoffe, dich versöhnt zu finden, Weil er für mich gez storben ist. 3. Ausschweifend bleiben mei ne triebe, Und unerleuchtet mein verstand; Mein Herz ist leer von deiner liebe, Mit meinen pflich ten unbekannt; Mein glaub' ist todt und ohne früchte; Mein wandel ohne besserung: Und dennoch hoff' ich im gerichte, Gott, von dir begnadigung! 4. Ich unbesonnener! wie lange Werd' ich mich selber hintergehn? Ich nahe mich dem untergange, Und will doch die gefahr nicht sehn. Erwecke, Gott, mich aus dem schlafe! Ach, groß ift freilich meine schuld! Doch, eile nicht mit mir zur strafe, Und hab', o Vater, noch geduld! 5. Ob ich mich vor mir selbst verhehle: Verhehl' ich mich vor dir doch nicht; Denn in der tiefe meiner seele Ist alles deinen augen licht. Reiß mich aus meinen finsternissen; Entfalte du mein Herz vor mir! Dann treiIn eigner Melodie. 720. er bin ich von natur, Wenn ich mein in'res prüfe? O wie viel gräul läßt mich mein herze sehn! Es ist verderbt; darum Verbirgt mir's feine tiefe, Und weigert sich, die prüfung auszustehn. 2. Der weisheit erster schritt Ist, seine thorheit kennen; Und diesen schritt, wie oft verwehrt mir's ihn? Voll eigenlieb' und stolz Will sich's nicht strafbar nennen; Der reu' entgehn, doch nicht den fehler fliehn. 3. Ich finde zwar in mir Ein wachendes gewissen; In der vernunft noch fenntniß meiner pflicht; Ich kann mein auge nie Der tugend ganz verschließen, Und oft scheint mir ein stral von ihrem licht. Idig! 115001907 4. Ein schwaches licht, das mir Den reiz der tugend zeiget, Und vom verstand nicht bis zum Herzen dringt! Vergebens lehret er; Das herz bleibt unge Von der Selbsterkenntniß und Selbstprüfung. 525 beuget, Beherrscht von lüsten, die es nie bezwingt. die pflicht: So eil' ich, ihn zu richten; Sein bloß versehn heißt ungerechtigkeit. 5. Ein richter in mir selbst Stört oft des Herzens ruhe; Er Flagt mich an; ich steh' erschroden still, Und billige nicht mehr Das böse, das ich thue, Und thue nicht das gute, das ich will.mol 6. Verstellung, die ich doch An meinem nächsten hasſe, Erlaub' ich mir; und halt' es für gewinn, Wenn ich in falschem licht Mich andern sehen lasse, Und scheinen kann, was ich mir selbst nicht bin. 7. Ich weiß, daß der besitz Der güter dieser erden Mich nie vollkommen sättigt und erfreut; Doch bleiben sie mein wunsch; Und, um beglückt zu werden, Erring' ich mir die last der eitelfeit. dit 38. Ich weiß, wie groß es ist, Aus überlegung handeln: Und handle doch aus sinnlichem gefühl. Durch falschen schein getäuscht, Eil' ich ihm nachzuwandeln, Und leidenschaft und irrthum steckt mein ziel. 9. Ein gegenwärtig gut Versäum' ich zu genießen; Flieh', was mich sucht, und suche, was mich flieht. Im glücke bin ich stolz, Verzagt in kümmernissen, Und ohne ruh' um ruhe stets bemüht. 10. Mein nächster hat ein recht Auf viele meiner pflichten: Doch wird dieß recht so oft von mir entweiht. Versagt er mir 11. Nicht liebe gegen Gott Heißt mich dem nächsten dienen; Mehr eigenlieb' und niedrer eigennuß. Aus ihnen fließt bes trug, Verstellung; und in ihnen Fand immer neid und stolz und härte schutz. nellosi 12. Gott ehren ist mein ruf. Wenn ich den ruf betrachte: Was find' ich dann für mängel meiner pflicht! Die wunder der natur, Die Gott zu lehrern machs te, Stehn vor mir da, und dieſe hör' ich nicht. 13. Und, heißt ihr anblick mich Auf seine weisheit schließen, Auf güt' und macht: so schließt nur mein verstand. Das Herz bleibt ungerührt, Betäubt bleibt das gewissen, Und Gott, mein Herc und Vater, unerkannt. 14. Er schenkt mir so viel glück. Gebrauch' ich seine gute Zu meinem heil, und geb' ich ihr gehör? Nein; durch den mißbrauch selbst Verschließ' ich mein gemüthe Der dankbarkeit und liebe desto mehr. me 15. Oft sagt mir mein verstand, Daß des Allmächt'gen gnade Das größte gut, der trost des lebens ist, und welche schulden ich Auf mein gewissen lade, Wenn sie mein Herz für menschengunst vergißt. 16. Und doch, o Gott, wie oft Geb' ich dieß glück der seelen, Dir werth zu seyn, für kin 526 pm Von den Pflichten gegen uns selbst. noER bewahre mich Vor stolz und übermuth. dischen gewinn, Für eine schmei chelei, Für lüste, die mich qualen, Für eitelkeit, für tand, für nichts dahin! 17. Gott ist der Herr der welt. Auf seine hülfe bauen, Ist meine pflicht: doch wann gehorch' ich ihr? Bald bebt mein Herz vor furcht, Und bald ist das vertrauen, Das mich beseelt, nur ein vertraun zu mir. 18. Dieß ist des menschen Herz. Wer hat dieß herz verkehret? So kam es nicht, o Gott, aus deiner hand! Der mensch durch eigne schuld Hat seine würd' entehret; Und beides fiel, sein Herz und sein verstand. 19. Doch, so verderbt wir sind, So schwach, uns selbst zu heilen: So steuret Gott doch der verdorbenheit; Läßt durch sein heilig wort Uns neue fraft ertheilen, Licht der vernunft, dem Herzen reinigkeit. 20. Und du willst dieser kraft, O mensch, dich widersetzen? Sie beut sich an; du aber wehrest ihr? Und willst des größten glücks Dich selber unwerth schäBen? Erkenne dich; noch steht dein heil bei dir! Von der Demuth. 721.Ha Mel. O Gott, du frommer. err, der du alles giebst, Von dem ich alles habe! Was ist mein stand, mein glück, Und jede gute gabe? Es ist nicht mein; es ist Ein unverdientes gut. Darum 2. Wenn ich vielleicht der welt Mehr, als mein nächster, müße, Und wenn ich mehr verstand, Als er besitzt, besize: Bin ich drum mehr, als er? O nein! wer schenkte mir Verstand und tüchtigkeit? Gott, alles kömmt von dir! 3. Wenn mir ein größ'res glück Nach deinem rath begegs net, Und deine gütigkeit Mich mehr, als andre, segnet: Giebt diese deine huld Mir wohl zum stolz ein recht? Bin ich darum nicht auch, Was andre sind, dein fnecht? 4. Wenn ich, geehrt und groß, In hohen würden stehe, Und andre neben mir In kleinerm glüde sehe: Wer machte sie gering? Und wer erhöhte mich? Ist nicht mein nächster oft Viel würdiger, als ich? 5. Wie könnt' ich mich, o Gott, Des guten überheben? Was ich besitz', ist dein. Du sprichst: so hab' ich leben; Du sprichst: so bin ich nichts. Nichts, was ich hab', ist mein; Drum laß mich ewig fern Von stolz und hochmuth seyn! 722.H In eigner Melodie. Soft err, lehre mich, wenn ich der tugend diene, Daß nicht mein herz des stolzes sich erkühne, Und nicht auf sie vermessen sey! Herr, lehre mich, wie oft ich fehle, merken: ( hala) Von der Demuth. 527 Was ist der mensch bei seinen| mich sehn in meines Lebens pflichbesten werken? Wann sind sie von gebrechen frei? ten, Und im gehorsam meinen ruhm? 7. Wer gab mir muth, Herr, dein gebot zu lieben? Wer gab mir kraft, es freudig auszuüben? Und in versuchung schild und sieg? Weß ist der quell, der mich mit weisheit tränkte? Und weß der freund, der mich zum guten lenkte? Und mir den fehler nicht verschwieg? 2. Wie oft fehlt mir zum guten selbst der wille! Wie oft, wenn ich auch dein gebot erfülle, Erfüll' ich's minder, als ich soll! Sind lieb' und furcht stets die bewegungsgründe Der guten that, der unterlass'nen sünde? Und ist mein Herz des eifers voll? 3. Gedenke nicht der sünden meiner jugend; Gedenke nicht der unvollkommnen tugend Der reifern jahre meiner zeit! Wenn ich noch oft aus stolz nach tugend strebe; Aus menschenfurcht mich lastern nicht ergebe: Was ist dann meine frömmigkeit? 4. Wenn ich den geiz aus furcht vor schande fliehe; Aus weichlichkeit mich wohlzuthun bemühe; Und mäßig bin, gefund zu seyn; Wenn ich die rach' aus eigennuße haffe; Der ehrsucht pfad aus trägheit nur verlasse: Was ist an dieser tugend dein? 5. Und, Gott, wie oft sind uns sre besten triebe Nicht frömmigfeit, nicht früchte deiner liebe; Nur früchte der natur und zeit! Wann fühlen wir der tugend Mel. In allen meinen thaten. ganze würde? Wann ist bein 723.Was ich nur gutes eine leichte Und dein gebot zufriedenheit? 6. Doch, Herr, mein Gott, wenn auch zu deiner ehre Mein herze rein, rein meine tugend wäre; Weß ist denn dieses eigenthum? Wer ließ mich früh zur tugend unterrichten? Mein glück habe, deine milde gabe, Du Vater alles lichts! Mein daseyn und mein leben Ward mir von dir gegeben, und ohne dich vermag ich nichts. 2. Mit einsicht, luft und kräften Zu müßlichen geschäften Beglückt mich deine huld. Sie treibt 8. Du triebst mich an, daß ich das gute wählte, Und riefst mich oft, wenn ich des weg's verfehlte, Durch stimmen deines Geist's zurück; Zogst mich durch freuz, durch wohlthat auch, von sünden; Und ließest, wenn ich rief, mich gnade finden, Und gabst zu meiner beff'rung glück. 9. Was ist der mensch, daß du, Gott, sein gedenkest, Gerechtigkeit in deinem Sohn ihm schenkest, Und zur belohnung selbst ein recht? Und wenn ich nun durch deines Geistes gabe Des glaubens kraft und seine werke habe: Wer bin ich? ein unnüßer knecht! 528 Von den Pflichten gegen uns selbst. zu guten thaten, Und läßt sie mir| werde. Wer, wenn ihn Gott zu gerathen; An fehlern bin allein ehren seßt, Sich seiner gaben ich schuld. unwerth schätzt, An dem hat er gefallen. 3. Hat Gottes milde vaterhand Fünf zentner dir gegeben; Kannst du durch ansehn und verstand Des nächsten glück erheben: Was bist du? immer Gottes fnecht! Dein vorzug giebt dir nie ein recht, Den kleins sten zu verachten. 4. Der Herr von göttlicher ges walt Ist auf der welt erschienen, Arm, niedrig und in knechtsgestalt; Warum? um uns zu dies nen! Er wehrte dem, der ihn erhob, Und wählte für der menschen lob Selbst schmach, um sie zu retten. 3. Das glück, deß ich mich freue, Verschafft mir deine treue, Du Herr der ganzen welt! Du ordnest unsre tage, Ihr glück und ihre plage, Wie's deiner weisheit wohlgefällt. 4. Sollt ich mich denn erheben, Wenn mir in diesem leben Viel gutes widerfährt? Hast du mich vorgezogen: Was hat dich denn bewogen? Bloß deine huld, und nicht mein werth! 5. Ich bin viel zu geringe Der huld, die ich besinge; Und werd' es ewig seyn. O laß mich's nie vergessen! Nie laß mein Herz vermessen, Nie stolz sich seines glückes freun!6. Mein glück aus deinen händen Auch nüßlich anzuwenden, Und mit bescheidenheit; Dein treuer knecht zu werden: Das sey mein fleiß auf erden; Dort meine luft und herrlichkeit. Mel. Nun freut euch, lieben. 724. er glaubig ift B und demuth liebt, Ist hoch bei Gott geachtet, Wenn er, was recht und gut ist, übt, Und andre nie verachtet. Gott ehrt ihn wieder; sein gebet Wird nimmer von dem Herrn verschmäht, Der auch aufs niedre schauet. 2. Den stolz verfolgen schmach und spott; Wie oft schon auf der erde! Denn ihm, ihm widerstehet Gott, Daß er erniedrigt 5. Ich bin dein jünger, Heis lang, ich Bekenne deinen namen; Sey du mein beispiel; stärke mich, Dein vorbild nachzuahmen! Du rufft ja allen menschen zu: Lernt demuth; und ihr werdet ruh' Für eure seelen finden! 6. Erhab'ner Gott, ich klag' es dir, Gebeugt mit reu' und wehs muth: Mein Herz ist stolz; gewähre mir Des christen schmuck, die demuth! Laß mich von allemstolze rein, Nicht eitler ehre geizig seyn; Dich nur, nicht mich erheben. 7. Nimm deines Sohnes des muth an Zur tilgung meines stolzes! Für mich ward er dir unterthan Selbst bis zur schmach des holzes. Doch gieb zugleich Von den Pflichten gegen die Seele. 529 mir seinen finn! Ich selbst bin Mel. Kommt her zu mir. nichts; und was ich bin, Bin ich 726.Dein heilig wort, o durch deine gnade. Gott, meiner feele hohen werth. Gieb, daß ich ihn empfinde; Daß ich in meiner prüfung zeit Ihr heil auf dich, auf heiligkeit Und wahre tugend gründe! 2. Wie hast du nicht an sie gedacht! Wie viel hat deiner gnade macht nicht an ihr glück gewendet! Du schufft ste, Herr, dein bild zu seyn; Sie fiel; du hast, ste zu befrein, Ihr deinen Sohn gesendet. 3. Sie soll ihm folgen; soll nun frei Sich machen lassen, ihm getreu Und glücklich schon auf erden; Soll friede haben; soll, o Herr, Stets heiliger, zufriedener, Und ewig selig werden. Mel. Mach's mit mir, Gott. 725. Gott, mein Bater, steh' mir bei, Daß ich, weil ich hier walle, Ein schüler Jesu Christi sey, Damit ich dir gefalle! Laß mich durch ihn gerecht und rein, Und auch, wie er, demüthig seyn! 2. Wer Christum und den himmel sucht, Muß sich vom stolz entfernen; Er muß durch deines Geistes zucht, Auch Christi demuth lernen. Vom himmel ist noch weit entfernt, Wer ste nicht liebt, wer ste nicht lernt. 3. Ja, alles, was ich bin, bin ich Durch deine freie gnade. Durch diese gnade leite mich Der demuth stille pfade! Verleihe ste zum schmucke mir; Denn nur durch sie gefall' ich dir! 4. Du bist der Herr; ich bin dein- knecht. Wie bald bin ich nicht erde! Gieb, daß ich allezeit gerecht Vor dir erfunden werde; Und zeig' im glanze deines lichts Mir deine hoheit und mein nichts! Von den Pflichten gegen die Seele. * 198 Namentlich: von der Wichtigkeit der Seelsorge; von dem Werth und der Bewahrung eines guten Gewissens; von der Wachsamkeit; von der Ablegung des irdischen und Uebung des himmlischen Sinnes. 4. Mit großer treue willst du sie Durch dieses kurzen lebens müh' In deinen himmel führen. D, laß sie nicht durch eigne schuld Dieß große heil, das deine huld Ihr geben will, verlieren! 5. Wenn sie in fünden blieb, und nicht Dem uns erwartenden gericht Und seinem fluch' entrönne: D, welch ein elend träfe mich! Und, ach, was hülf' es, wenn auch ich Die ganze welt gewönne? 6. Mit dir, mit dir vereint zu seyn, Und ewig deiner mich zu freun: Das müss', o Gott, sie wählen! Laß du, o ihr Erlöser, ste Aus leichtsinn oder trägheit nie Dieß große ziel verfehlen! 7. In meiner ganzen pilgerLI ● 530 Von den Pflichten gegen uns selbst. schaft Laß sie, gestärkt durch dei-| mich dem, was eitel ist, Der ne kraft, Nach deinem kleinod du mein licht und führer bist, trachten! D, wenn sie dieses einst Daß ich der welt entriffen, hier erhält, Sind alle leiden dieser Dir leb', und einst auch sterbe dir! welt Wie nichts dafür zu achten. Geist, unser Gott! Zeig' uns im Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. tod' das heil des Herrn; Dann folg' ich ihm zum grab' auch gern! in lib 727.M² ein glück in mei ner pilgerzeit, Den hohen werth der ewigkeit 4. Dein, Vater, Sohn und Erkennet meine seele. Du riefft Geist, nur dein Will ich, will keimich, Vater, aus dem nichts nes andern seyn, Damit ich selig Zum frohen anschaun deines werde! Der erde weisheit tröstet lichts. Dieß dankt dir meine fee- nicht Im sterben einst und im le. Doch, nicht in dieser welt al gericht; Da schützt kein glück der lein Mich deiner güte, Gott, zu erde. Du, o mein Vater, du verfreun: Auch in der ewigkeit giebst mir jede schuld; du, Jesu, durch dich Beglückt zu werden, liebst, Wie einen bruder mich; schufst du mich; Drum starb für und du, O Geist des Herrn, rufft mich Mein Herr und Gott, einst mir zu: Du hast gekämpft; mein Herr und Gott, Dein Ein- Nun ruh' und sey, nun ruh' und geborner meinen tod. ansey Ganz selig; denn du warst 2. Du trugst aus freier lieb' getreu! ladnja silig dummod und huld, O mein Verföhner, Mel. Sey lob und ehr' dem.g meine schuld Und meiner stras 728.Nach meiner felle Laß, fen bürde. Wie du am ölberg nicht In Gottes furcht barem gericht, Auf daß ich selig würde! Ich bin auf deinen tob getauft. Ein heil, so theuer mir erkauft, Das sollt' ich von mir stoßen? ich Hingehen und vers leugnen dich? Nein! ach, ich lieb', O Jesu Christ, o Jesu Christ, Dich, der du mein Versöhner bist! 3. Zwar seh' ich noch, o Geist des Herrn, Was auf mich wartet, nur von fern, Nur dunkel noch im glauben; Noch wandl' ich nicht im schauen hier, Allein mein heil ist groß bei dir. Herr, stärke diesen glauben! Entreiß 12 Herr, mich eifrig ringen; Und in der gnade kurzen zeit, Was du befiehlst, vollbringen! Wie würd' ich sonst vor dir bestehn? Wer in dein reich wünscht einzugehn, Muß hier deinerbe werden. TR 2. Erst, wenn die letzten stun den nahn, Erst, wenn wir sterben sollen, Zu dir sich wenden; deine bahn Erst dann betreten wollen: Das ist der weg zum leben nicht, Den uns, o Gott, dein unterricht, Den Jesus Chris stus lehret. oblidri 950 3. Du rufft uns hier zur heis 531 Von den Pflichten gegen die Seele. ligung. So laß denn auch auf| Ist, Herr, ein rein gewissen! Wer erden Des herzens wahre besserung Mein erst geschäfte werden! Gieb dazu weisheit, lust und trieb! Kein ruhm und preis sey mir so lieb, Als deine lieb' und gnade. mus gal dieses hat, der hat auch muth, Wenn andre zagen müssen. Sein ruhig herz erzittert nicht; Das schreckt kein tod und kein gericht, Denn er hat deinen frieden. 4. Gewönn' ich auch die ganze welt, mit allem, was den sinnen, Was jeder bösen luft gefällt: Was würd' ich, Gott, gewinnen? Was hülfe jeder reichthum mir? Was aller ruhm, wenn ich mit dir Mein ewig heil 2. Er, deines beifalls sich bewußt, Rühmt bloß sich deiner gnade. Dein friede wohnt in seiner brust; Wer ist denn, der ihm schade? Er baut auf dich in jeder noth, Womit die zukunft ihn bedroht; Gewiß von deinem schuße.gidu verlöre? adist 5. Was leitet zur zufrieden heit? Verklärt schon dieses leben? Was kann mir trost und freudigkeit Auch selbst im tode geben? Nicht menschengunst, kein irdisch glück; Dein heil nur, ein getroster blick In jenes le bens freuden. 6. Nach diesem kleinod, Herr, laß mich Vor allen dingen trachten; Und, ist die welt mir hin derlich, Die welt mit muth verachten! Daß ich auf deinen we gen geh', Und im gericht dereinst besteh', Sey meine größte sorge. 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht Vor trägheit mich beschüßest? Mich nicht zur treu' in dieser pflicht Selbst kräftig unterstüßest? O, stärke mich, mein Gott, dazu: So find' ich hier schon wahre ruh', Und dort ein ewig leben! Mel. Sey lob und ehr' dem. 729. welch ein un schäßbares gut 3. Verfolgt ihn lästerung und spott: Er, heilig und unschuldig, Befiehlt auch seinen namen Gott, Vergiebt, und bleibt geduldig. Er strebt mit größerm eifer nun, Was recht und löblich ist, zu thun; Gott wird die unschuld retten. lisd 4. Sein geist sieht mit zufriedenheit Der bessern welt entgegen. Die giebt ihm muth und freudigkeit Auch auf den rauh sten wegen! Wird auch gleich hier sein werth verkannt: Ist hier doch nicht sein vaterland; Er wird im himmel leuchten. 5. Bewahre denn, mein Va ter, mir Ein unverleßt gewissen; Und meine seele werde dir Durch keine sünd' entriffen! Mit dir, o Gott, versöhnt zu seyn, Und dein gesetz nicht zu entweihn, Sey meine größte sorge! 6. Dir zu gefallen, meinem Herrn, Müss ich auf deine lehren, Müff ich auf ihre warmung gern, Als deine stimme L12 KHUMBAT 532 Von den Pflichten hören! Erinnr' ich mich an eine schuld: So laß mich eilen, deine huld Durch reu' und glauben suchen. 7. Mit dieser wohlthat segne mich, Und stärke meine seele, Daß sie vor sünden hüte sich, Und nie aus vorsatz fehle; Denn, wer nur reines Herzens ist, Muß, weil du rein und heilig bist, Durch Jesum selig werden! In eigner Melodie. Alor 730.Be esitz' ich nur Ein ruhiges gewis9. Was kann im glück Den ochwerth des glücks erhöhen? Ein ruhig herz versüßt im wohlergehen Dir jeden frohen augenblick. 10. Was kann im schmerz Den schmerz der leiden stillen? Im schwersten kreuz mit freuden dich erfüllen? Ein in dem Herrn zufriednes Herz. sen: So ist für mich, wenn andre zagen müssen, Nichts schreckliches in der natur. 2. Dieß sey mein theil! Dieß soll mir niemand rauben. Ein reines herz von ungefärbtem glauben, Der friede Gottes nur ist heil. 3. Welch ein gewinn, Wenn meine sünde schweiget; Wenn Gottes Geist in meinem geiste zeuget, Daß ich sein kind und erbe bin! 4. Und diese ruh', Den trost in unserm leben, Sollt' ich für luft, für lust der sinne geben? Dieß Laffe Gottes Geist nicht zu! 5. Welch eine pein, Mich selber zu verklagen, Der sünde fluch mit mir umher zu tragen! In diese stürzt' ich mich hinein? 6. Laß auch die pflicht, Dich selber zu bestegen, Die schwerste seyn; sie ist's: doch welch vergnügen Wird sie nach der vollbringung nicht! 7. Welch glück, zu sich mit Ad gegen uns selbst. wahrheit sagen können: Ich fühlt' in mir des bösen lust entbrennen: Doch, dank sey Gott! ich schützte mich! 8. Und welch gericht, Selbst zu sich sagen müssen: Ich konnte mir den weg zum fall verschließen: Und doch verschloß ich mir ihn nicht! 11. Was giebt dir muth, Die güter zu verachten, Wornach mit angst die niedern seelen schmachten? Ein ruhig herz, das größte gut. The bird 12. Was ist der spott, Den ein gerechter leidet? Sein wahrer ruhm! denn, wer das böse meidet, Das gute thut, hat ruhm bei Gott. 13. Im Herzen rein Hinauf gen himmel schauen, Und sagen: Gott, du Gott, bist mein vertrauen! Welch glück, o mensch, kann größer seyn? d 14. Sieh! alles weicht; Bald wirst du sterben müssen. Was wird alsdann dir deinen tod versüßen? Ein gut gewissen macht ihn leicht. 15. Heil dir, o christ, Der diese ruh' empfindet, Und der sein glück auf das bewußtseyn Von den Pflichten gegen die Seele. 533 gründet, Daß nichts verdamm-| 6. Bet' auch ernstlich; das lich's an ihm ist! 16. Laß erd' und welt,( So kann der fromme sprechen,) Laß unter mir den bau der erde bres chen: Gott ist es, dessen hand mich hält! orted frod Time Mel. Straf mich nicht in. begehrt Gott von seinen findern. Er erhört sie; er gewährt Hülfe selbst den fündern. Ruf ihn an; Denn er kann, Denn er will vom bösen Ewig dich erlösen. als 731.Ma ache dich, mein geist, bereit: Wache, bet' und strebe, Daß dir Gott beständigkeit In der tugend gebe: Denn wie leicht Irrt und weicht, Wer sich sicher träumet, Und zu streiten säumet! 7. Die erhörung des gebets, Kann uns nicht entstehen. Darum, christen! laßt uns stets Wachen, kämpfen, flehen! Euch ist schon Euer lohn Bei dem Herrn bereitet; Wacht nur, betet, streis tet! in patin di Mel. Wer nur den lieben. 090 ch 732. fchmachte nicht ruhm 2. Sage nicht: noch hab' ich zeit; Jetzt noch darf ich schlafen. Denk' an tod und ewigkeit; Denk' an ihre strafen. Sieh! der tod, Der dir droht, kann dich leicht in fünden Unbereitet finden. 3. Wache, daß der wahrheit licht Dich erleuchten möge. Wer nicht sehn will, findet nicht Got tes ziel und wege. Hin und her Tappet er; Träumt und wähnt in sünden Ruh' und glück zu finden. 4. Viele feinde jauchzten gern Froh bei deinem falle. Wach' und kämpfe mit dem Herrn: So bes stegst du alle. Meide ste; Haff und flieh' Die betrügereien Ihrer schmeicheleien. 5. Nimm dein eignes herz in acht; Denn es liebt die fünde. Daß, wenn ihre lust erwacht, Sie nicht überwinde. Leicht betrügt Sie, und stegt, Wenn wir selbst uns heucheln, Fest zu seyn, uns schmeicheln. schäzen; Dieß alles ist für mich zu klein. Was meine seele soll ergößen, Das muß, wie sie, unsterblich seyn. Ein glück, das augenblicke währt, Ist das nicht, was mein herz begehrt. 2. Wie eingeschränkt ist alles wissen! Wie unerforschlich die natur! Umhüllt mit dicken finsternissen, Verlier' ich leicht der weisheit spur. Wie bald bin ich, der mensch von staub, Des wahnes und des irrthums raub! 3. Ich sah's und sprach: ich will mein leben Den freuden meiner sinne weihn; Will meis nem herzen alles geben, Was fähig ist, mich zu erfreun. Ich that's: bald fühlt' ich überdruß, Und efel folgte dem genuß. 4. Denn was ist alle luft auf erden? Ein raub der zeit! auch zeuget sie Oft bittre sorgen, viel beschwerden; Und, was sie giebt, befriedigt nie. Man hofft, ges Von den Pflichten gegen uns selbst. 534 nießt, und wünschet mehr; Und das getäuschte herz bleibt leer. 5. Was sind der menschen größte würden? Was ohne tugend jede macht? Ein glänzend elend, schwere bürden, Und sklaverei, gehüllt in pracht. Auf jes der höhe kann ich klein, Doch edel selbst im staube seyn. 6. Im alter ist, wie in der jugend, Das beste, müh' und eitelfeit. Wie oft entbehret selbst die tugend Bald achtung, bald zufriedenheit! Wie oft ist des verdienstes lohn Verachtung, kummer oder hohn! 7. Oft seh' ich unmuth im gesichte Der unterdrückten unschuld glühn; Sie wird vom frevler im gerichte Verfolgt oft und verdammt durch ihn. Der fromme stirbt; auch da erscheint Kein freund, der seinen tod beweint.hilth] werden ewig leben; Die fünder ewig elend seyn. Dieß, seele! stärke deinen muth; Denn Gott ist stets gerecht und gut. 11. Erwarte nur die frohen tage Der dir gewissen seligkeit; Denn dort verwandelt deine klage Dein Vater in zufriedenheit, Wenn er dich hier nach seinem rath, Wie feines gold, geläutert hat. 12. Entreiß dich denn der ers de lüften; Erhebe dich zur ewigkeit! Geht gleich dein weg durch rauhe wüsten: Wie kurz ist deiz ner prüfung zeit! Bald führt dich deines Gottes hand Hin in dein wahres vaterland. 13. Schwer ist der tod vielleicht den reichen; Doch fromme dulder wird er freun. Dann wers den schmerz und jammer weichen; Denn du wirst ewig selig seyn. Hier ist nur müh' und eitelkeit; Dort wahre ruh' und 8. Wie oft seh' ich sich fünder brüsten, Die fest und unerschüt- feligkeit. au tert stehn! Sie folgen allen ih- bulg dut ren lüsten, Als könnten sie nicht Mel. Ich dank' dir schon durch. untergehn. So freveln fie voll 733. Erhebe bich, und funie Dein gan Und Gottes strafe nicht. ads signos 9. Doch, wenn auch keine noth noch plage Den frechen sünder hier erschreckt: So wird er doch an jenem tage 3ur rechenschaft von Gott erweckt; Und dann wird seiner nicht geschont, Und nur die tugend wird belohnt. 10. Dann wird Gott einem jeden geben Nach seinem thun: freud' oder pein. Die frommen zes glück auf erden. Hier ist viel eitelkeit und müh'; Ein christ muß himmlisch werden. thu 2. Was bist du hier? du bist ein gast, Ein fremdling hier, ein wandrer. Wenn du dir viel erworben hast, So erbt dein gut ein andrer. 3. Was bietet uns das laster an? Bloß täuschungen der sinnen. Wer einen himmel hoffen 201 NOT hi Von den Pflichten kann, Der streb, ihn zu gewinnen. 4. Wer Gott erkannt hat, der erhebt Sein herz zum unsichtbaren; Thut recht, und sucht sich, weil er lebt, Vor sünden zu bes wahren. 97139 5. Giebt ihm sein Gott ein irdisch glück: Er freut sich deß und denket: Dank für den frohen augenblick Dem Vater, der ihn schenket! dord blbom down 6. Er preist ihn, wenn er fröh- 734.Mein leib ift dein lich ist, Für alle seine freuden; Für alles, was sein Gott beschließt; Auch selbst für seine leiden. 130 001 1910 1 geschenk; du haft sein leben Zum dienste meiner seele mir gegeben. Ihn soll ich, Gott, erhalten; vor gefah7. Die last der leiden, die ihn ren Auch ihn bewahren. drückt, Schlägt seinen muth nicht2. Ich soll ihn pflegen; soll nieder. Der Herr,( gedenket er,) beglückt Den, den er prüft, schon wieder.aut fim 9 and zu edeln werken Durch nahrung ihn und auch durch freude stärfen; Soll ihn durch keine weichlichkeit entehren; Nicht selbst zerstören. dierou 3. Du gabst ihn mir zum werkzeug vieler freuden; Doch auch zur buldung segensvoller leiden, Daß er auch unter ihrer schmerzen bürde Verherrlicht bürbe würde. 4. Ich soll, damit er kraft dazu gewinne, Ihn waffnen gegen jede lust der sinne, Ihn stärken, daß er nicht der tugend mühe Verzärtelt fliehe. 8. Im himmel ist des Vaters haus; Da theilt zum gnadenlohne Gott treuen knechten fronen aus. Kämpf' auch um deine frone! bud 60 gegen die Seele. 535 12. D hilf denn, mein Erlöser, mir, Daß ich mich dir ergebe, Hilf, daß ich jetzt und ewig dir Zu ehren denk' und lebe! Von den Pflichten gegen den Leib. $ 3101 9. Wo mich kein schmerz mehr treffen kann, Dahin wird er mich führen; Da bet' ich mit den en geln an; Da werd' ich triumphiren.com ay 10. Da wohnt Gott, Vater, Sohn und Geist, Mit licht und glanz umgeben. O welch ein heil, das er verheißt! Wo Gott lebt, soll ich leben! og nk ting 90 11. Da soll ich dir, o Jesu Chrift, Wenn du mir nur auf erden Im glauben alles, alles bist, An klarheit ähnlich werden. Namentlich: von der Erhaltung des Leibes; von der Mäßigkeit; von der Keuschheit; von der rechten Gebrauch der Sinne. DocMel. O liebster Jesu, was. 5. Drum will ich seiner warten, ihn erquicken: Doch müff er nie die seele niederdrücken Zur sinnlichkeit, zur trägheit, zu den lüften, Der schmach des christen. 6. Nie müff ich ihn durch 536 Von den Pflichten gegen uns selbst. schwelgeret entehren, Nie seine freuft zugleich; Wer ist, wie du, kraft durch müssiggang verzeh so mild, so reich? ren! Er sey im alter, wie in früher jugend, Ein siß der tugend. 7. Schleicht auch der krankheit gift in seine glieder: So heil' ihn, Gott, erhalt und stärk' ihn wieder: Dann will ich hier durch ein erneuert leben Dich, Herr, erheben. STORI 8. Gieb mir geduld in allen seinen schmerzen; Daß ich voll trostes dann in meinem Herzen Auf deine hülfe harr', und seine plage Mit muth ertrage! 9. Zerstör' ich ihn nur selbst nicht, Gott, so werde Mein leib erst wieder, was er erst war, erde! Er wird im grabe schlummern, nicht vergehen: Soll auferstehen; 10. Soll dann zum anschaun jener schönern sonne Der bessern welt hervorgehn; und voll wonne Soll er empfinden, frei von allen leiden, Des himmels freuden. mualid Mel. Wer nur den lieben. Tolloge 4. Du giebst, daß ich nicht mangel leide, Was nöthig ist; auch mehr als brod; Giebst zum bedürfniß auch noch freude, Für einen jeden sinn, o Gott! Wie ist, zum wechsel im genuß, So reich, so groß dein überfluß! 5. So will ich denn mit freuden effen, Was deine vaterhuld mir schenkt: Nie aber auch, o Herr, vergessen, Daß sie mich ſpeis't, daß sie mich tränkt; Und daß sie keine lust mir wehrt, Als die, die schadet und zerstört. 6. Drum will ich mäßig im genusse Der gaben deiner gute seyn, Und nichts von deinem überfluffe, O Gott, durch schwelgerei entweihn; Denn mäßigung 735.Wiemannichfaltig und nüchternheit, Das ist die beste - mi 3. Du segnest auen und ges filde Mit unerschöpfter fruchtbars keit, Die jährlich sich durch deine milde, Daß keiner darben mög', erneut; Daß jeder mensch, von sorgen frei, Gesättigt werd' und dankbar sey. Womit uns, Gott, die erde nährt, Die alles gute, was wir haben, So reichlich, weil du's willst, ge währt! D, alles, was dein mensch genießt, Beweis't, wie gut und mild du bist! mure 2. Du giebst uns brod, damit wir leben; Giebst, unire herzen zu erfreun, Den hügeln traubenvolle reben; Dein segen füllet sie mit wein. Du nährest und er 7. Die schwelgerei zerstört die kräfte, Zeugt arbeitsscheu und müssiggang, Haß gegen nüßliche geschäfte, Betrug und mißmuth, streit und zank; Erniedrigt unter's thier hinab, Und stürzet vor der zeit in's grab. 8. So sollt' ich, was du giebst, entehren? Und, treulos gegen jes de pflicht, Ich selber meinen leib zerstören Und schänden? nein! 1 Von den Pflichten gegen den Leib. 537 das will ich nicht; Will deine ga-| werth. Reinen Herzen fließt der ben nicht entweihn; Will mäßig, quell Jeder wonne rem und hell, will enthaltsam seyn. Denn sie hoffen voll vertrauen, Selbst dein antlig, Gott, zu schauen. 6. Daß sie keusch und züchtig leben, Unbefleckt an geist und leib, Rein vor dir, laß alle streben, Jungfrau, jüngling, mann und weib! Vor verführung schütze sie! Und ihr herz gehorche nie Eis ner schändlichen begierde; Heis ligkeit sey ihre zierde! 7. Laß sie fröhlich und gesellig, Sanft, und willig, zu ers freun, Liebenswürdig und gefäls lig, Aber nur durch tugend, seyn: Hold, und ohne schmeichelei, Stets bescheiden, und doch frei, Ohne frechheit, stets bedächtig, Immer ihrer selber mächtig! Mel. Werde munter, mein. 736.Sifrig sey und fest mein wille, Reines herzens, Gott, zu seyn; In der unschuld heitern stille Deiner gnade mich zu freun! Keine freude dieser welt, Wenn sie noch so sehr gefällt, Laß mich wider mein gewissen Wünschen, suchen und genießen! 2. Weiß ich doch, daß deine güte Viel zu reich und freundlich ist, Als daß sie aus neid vers biete, Was das leben uns verfüßt. Uns zum besten nur gebeut Dein gesetz bescheidenheit, Zucht und ordnung im genusse, Mäßigung im überflusse. 13. Unsre kindheit, unsre jugend, Unser alter darf sich freun. Auch die freude, Gott, ist tugend, Aber heilig muß sie seyn! Nicht ein taumel, der bethört, Der ges fühl und kraft zerstört, Der im sturme wilder lüfte Paradiese macht zur wüste. 4. Nur in unbefleckten herzen, Nur in einer keuschen brust Toben nie der reue schmerzen, Wohnen wahre ruh' und lust. UnbeHerrschte sinnlichkeit Tödtet die zufriedenheit; Sie vergiftet alle freuden, Und verwandelt sie in leiden. 8. Laß die frechheit wilder fits ten Nimmer unser Herz entweihn! Thronen laß, palläst' und Hütten Jeder tugend wohnung seyn! Jeder strebe, wer ein christ, Wes sen wunsch dein himmel ist, Daß sein haus schon auf der erde Deis nes himmels vorhof werde! 9. Dann umfahn uns heil und segen; Göttliche zufriedenheit Leitet uns auf unsern wegen Zu noch größrer seligkeit; Bis zum heiligthum auch wir Aus dem vorhof gehn zu dir, Reiner herzen opfer bringen, Ewig dir, o Gott, lobsingen. Mel. Es ist gewißlich an der. 5. Sittigkeit und unschuld schmücket Mehr als schönheit; ste vermehrt Jede luft, die uns Gott, dein tems entzücket, Jedes glückes reiz und pel seyn Mit allen seinen glies 737.M Dein leib soll, 538 Von den Pflichten dern. Ihn soll ich dir zum dienfte weihn: Zum dienst auch meis nen brüdern. Gieb, daß ich dieß dein heiligthum Für ste, und, Herr, für deinen ruhm Stets unbefleckt bewahre!@ 8 gegen uns selbst. schwerdt zerstört, Als pest und glut zerstören.am thin mad 7. In diesem taumel, Gott, vergißt Der trunkene verbrecher, Daß du allgegenwärtig bist, Ein eiferer, ein rächer; Verstockt sich, 2. Gieb eine keusche seele mir, höhnt mit frechem spott Die tu Daß ich mit meinem leibe Nie gend und dein wort, o Gott, Und frevle; daß er immer dir, D Gott, Jesum, den Erlöser. im sonne geheiligt bleibe; Daß rein und 8. Und dieser leib, den er entfeusch mein auge sey, Und sitt sam; daß ich's immer frei zu dir erheben könne! weiht, Der wird einst auferstes hen. Dann wird er ihn in ewigfeit Bedeckt mit schande sehen; Wird selbst sich fluchen; auch wird er Der wollust opfer um sich her Ihm ewig sluchen hören. 3. Auch meine lippen schände nie, Was schändlich ist, zu hören; Nie laß der unschuld rechte sie Durch freche scherz' entehren! Bestimmt zum opfer des gebets Und deines lobes, rede stets Mein mund, was nützt und bessert! 4. Mein ohr laß dir nur offen seyn, Taub bei der wollust bitten; Mein Herz und meine sitten rein, Wie Josephs herz und sitten; Daß ihrer stimme schmeichelei mir nicht durch ihre zauberei Der unschuld würde raube! 9. Heil dem, der deiner nie vergißt; Nicht, Gott, dein werk zerstöret; Der immer reines herzens ist; Der deinen tempel ehret! Heil ihm! auch er wird auferstehn; Wird, Herr, dein antlig ewig sehn, Verklärt, wie Jesus Christus. ol 5. Da, wo sie wandelt, haucht fie gift. Welch elend, das die sklaven Unheiliger begierden trifft In tausendfachen strafen! In tiefe sinkt, Wer 10. Mein leib soll, Gott, dein tempel seyn mit allen seinen glies dern. Ihn soll ich dir zum dienfte weihn; Zum dienst' auch mei nen brüdern. Gieb, daß ich dieß dein heiligthum Für sie, und auch für deinen ruhm Stets unbe fleckt bewahre! dois mé Mel. Fürwahr, mein Gott. mart er reiz ihren zauberbecher trinkt, Vers 738. Dzu widerstreben, strict in ihren netzen! Dieß, jugend,( liebst du glück und leben,) Laß täglich deine weisheit seyn. Entflieh' der schmeichelnden begierde; Stets sey die keuschheit deine zierde; Der wolluft freuden werden pein. bes 6. Ach, wo die unschuld fleucht, da flieht Der tugend ruh' und stille; Da, wo der wollust flamme glüht, Fehlt selbst der gute wille. Sie wüthet, tödtet und verheert Mehr segen, als das Von den Pflichten gegen den Leib. 2. Laß, ihr die nahrung zu verwehren, Nie speis' und trank dein Herz beschweren, Und sey ein freund der nüchternheit. Versage dir, um leicht zu stegen, Auch öfters ein erlaubt vergnügen; Beherrsche deine sinnlichkeit. 3. Laß nicht dein auge dir ges bieten; Und sey, versuchung zu verhüten, Stets schamhaft gegen deinen leib. Entflieh' des witzlings freien scherzen, Und such' im umgang edler herzen Dir bei spiel, wit und zeitvertreib. 4. Der mensch verläßt, zur arbeit träge, Leicht seines Gottes sichre wege; Wer müssig ist, den schütet nichts. Der schutz der unschuld sind geschäfte. Entzeuch der wollust ihre kräfte Im schweiz Be deines angesichts.dds on 5. Erwacht ihr trieb, dich zu bekämpfen: So wach' auch du, thn früh' zu dämpfen, Eh' er des bessern wahl dir wehrt. Leicht ist es, anfangs ihn ersticken, Viel schwerer ist's, ihn unterdrücken, Wenn ihn dein Herz aus trägheit nährt. 6. Oft fleiden sich des lasters triebe In die gestalt erlaubter liebe; Und so verbirgt dir's die gefahr. Ein langer umgang macht dich freier; Und oft wird ein verbotnes feuer Aus dem, was erst nur freundschaft war. 539 ben, und kleine fehler dir erlauben, Und hast dich, eh' du's glaubst, entehrt. 8. Doch, du magst dich auch nicht entehren; Magst immer dir die that verwehren; Ist drum dein Herz schon tugendhaft? Ift's sünde nur, die that vollbringen? Sollst du nicht auch den trieb bes zwingen, Nicht auch den wunsch der leidenschaft? ficion 7. Dein fühlend Herz wird fich's verzeihen; Noch wird's des lasters ausbruch scheuen, Zu dem es seinen trieb doch nährt. Du wirst dich stark und sicher glau9. Begierden sind es, die uns schänden; Und ohne daß wir sie vollenden, Verlegen wir schon unsre pflicht. Wenn du vor ihnen nicht errötheft; Nicht durch den geist die lüste tödtest: So rühme dich der keuschheit nicht. 10. Dent' oft,( beginneft du zu wanken,) Den großen mächtigen gedanken: Die unschuld ist der seele glück! Einmal verscherzt und aufgegeben, Verläßt sie mich im ganzen leben, und keine reu' bringt sie zurück. 11. Denk' oft bei dir: der wols luft bande Sind nicht nur dem gewissen schande, Sie sind auch vor der welt ein spott. Und, könnt' ich auch in finsterniffen Den gräul der wollust ihr verschließen: So sieht und findet mich doch Gott. A 12. Die wolluft fürzt des lebens tage; Und seuchen werden ihre plage, Wenn keuschheit heil und leben erbt. Ich will mir dieß ihr glück erwerben. Den wird Gott wiederum verderben, Der feinen tempel hier verderbt.d 13. Wie blühte jenes jüng Von den Pflichten gegen uns selbst. 540 lings jugend! Ach! er vergaß den weg der tugend; Und seine kräfte sind verzehrt. Verwesung schåndet sein gesichte, Und predigt schrecklich die geschichte Der lust, die seinen leib verheert. und tugendhaft, zu meiden schand' und sünde! Bewahre meinen mund, daß mir, Zu schmeicheln frechen fündern, kein wort entfalle, welches dir Und deinen frommen kindern Mißfall' und ihnen schade! 14. So rächt die wollust an den frechen Früh' oder später die verbrechen, Und ruh' und fries den raubt sie dir. Ihr gift wird dein gewissen quälen; Sie rau bet dir das licht der seelen, Und lohnt mit thorheit dir dafür. 3. Verleih', daß mein gehör, o Gott, Auf nichts, was deiner ehre Zuwider ist, auf keinen spott, Auf keine lästrung höre! Laß frecher spötter gall' und gift Mich nimmermehr berühren! Wen ihrer zungen bosheit trifft, Den kann sie leicht verführen, Auch wider dich zu freveln. 15. Sie raubt dem Herzen muth und stärke; Raubt ihm den eifer edler werke, Den adel, welchen Gott ihm gab; Und unter deiner lüfte bürde Sinkst du von eines menschen würde Zur niedrigkeit des thiers hinab. 4. Auch fündige mein auge nicht! Laß es nichts arges treiben! Ein unverschämtes anges sicht Laß ferne von mir bleiben! Was ehrbar ist, was zucht erhält, Wornach selbst engel trachten, Was menschen nützt, und dir gefällt, Das laß auch mich hoch achten, Und alle frechheit Haffen! 16. Drum fliehe vor der wollust pfade, Und wach' und rufe Gott um gnade, Um weisheit in versuchung an. Erzittre vor dem ersten schritte; Mit ihm sind schon die andern tritte Zu einem nahen fall gethan. Stand Jul 5. Nie reize die verführung Mel. O Gott, mein Schöpfer. mich Zum schlemmen und zum Gott, wenn du prassen! Laß mich, gehorsam gemich nicht res gen dich, Stets, was du hasfest, gierst, Du, Vater meines Lebens, haffen! Was nur die welt für Mich nicht den weg der tugend freude schätzt, Das stürzt uns führst: So leb' ich hier verge- ins verderben. Wer an der fünbens. In übertretung bin ich de sich ergößt, Der kann dein todt; Der sünde ganz ergeben. reich nicht erben; Den wird sie Wer dir nicht dienen will, o Gott, ewig quälen. Dem fehlt zum wahren leben Die heiligung des Geistes. 739. 2. Ach, darum gieb mir licht und kraft, Mir, deinem schwa chen finde, zu werden fromm 6. O selig ist, wer nichts begehrt, Als was uns ewig freuet; Was, deines wohlgefallens werth, Uns nicht im tode reuet; Was, Gott, zu deinem himmel I Von der Arbeitsamkeit 2c. GER 541 5. Dein eifer, Gott, belebe mich Zum fleiß in allen pflichten! Laß mich, mit kraft gestärkt durch dich, Mit freuden sie verrichten! Ein herz, das sich des guten freut, Giebt auch zur arbeit munterfeit, Erleichtert alle lasten. führt, Wo, frei von allem leiden, Wer dir gehorcht hat, triumphirt, Belohnt mit deinen freuden, Die ewig, ewig währen! Von der Arbeitsamkeit und dem Verhalten gegen irdische Güter. der Gr Mel. Wo Gott der Herr nicht. 740.3 ur arbeit, nicht zum müssiggang, Sind wir, o Gott, auf erden. Drum müff' ich auch mein lebenlang Kein knecht der trägheit werden! Gieb mir verstand und lust und kraft, Geschickt und auch gewissenhaft Mein amt hier zu verwalten! 2. Hast du ein amt: so warte sein. Das ist, o Herr, dein wille. Laß dieses willens stets mich freun, Daß ich ihn gern erfülle! Hilf mir, daß ich von zeit zu zeit An einsicht und an tüchtigkeit Zu meinen pflichten wachse! freuden mich zu stärken. 6. Laß mich vor dir, durch dich regiert, Mit einem Herzen wan deln, Das geiz und ehrsucht nie. verführt, Gewissenlos zu handeln! Mich deines dienstes stets zu freun; So nüßlich, als ich kann, zu seyn: Das sey mir ehr' und reichthum! UM ORN 4. Vorsichtig laß mich seyn, und nicht In eitelkeit und träumen Die zeit zur übung meiner pflicht Verschwenden und versäumen! Mich meinen pflichten ganz zu weihn, Das müsse meine sorge seyn, Mein ruhm und mein vergnügen! 7. Dir zu gefallen, sey mein zweck Bei allem, was ich thue; So wall' ich sicher meinen weg, Und mit gewissensruhe! Wer, Heiligster, dir nicht gefällt: Was nüßet dem die ganze welt Mit allen ihren schätzen? 3. Du wollest selbst vor weich lichkeit Und trägheit mich bewahren! Laß nimmer aus gemächlichkeit Mich meine kräfte sparen! Wenn sie erschöpft find, 741.6ott, welcher bas dann will ich reine stille vermögenschafft, neuer arbeit 8. Es sey mein irdischer beruf zum höheren berufe, Für den mich deine gute schuf, Mir eine sichre stufe! Zu jener würde sey er's mir, zu der die heiligen von dir Erwecket werden sollen! Mel. Nun freut euch, lieben. Das gute zu vollbringen, Giebt auch zur arbeit muth und kraft, Und läßt sie uns gelingen. Wer ste mit Gott nur unternimmt, Wird, was sein Vater ihm bestimmt, Durch fleiß und treu' erstreben. 3310. 20:32 2. Wer nur zu Gottes ehre lebt, Wer ernstlich nur auf erben Zuerst nach seinem reiche strebt, 542 Von den Pflichten Und sucht, gerecht zu werden, Den wird auch segnen Gottes hand, Beglücken seinen fleiß und ftand, Und geben, was ihm nüßzet. 3. Gott ist der frommen schild und lohn; Er krönet sie mit gnade, Daß ihnen keiner feinde Hohn Und list und mißgunst schade. Mit seinem schutz bedeckt er ste, Erleichtert ihres lebens müh', Und stärket ihre Hoffnung. 4. Hilf mir, o Gott, daß ich auf dich Bei meiner arbeit schaue! Mit licht und weisheit segne mich, Daß ich dir stets vertraue! Nach dem, was mir dein wort gebeut, Nach deines reichs gerechtigkeit Laß mich vor allem trachten! 5. Laß müssiggang und trägheit mich, Weil du ste hasfest, meiden; Thun, was du willst, gestärkt durch dich, Gehorsam und mit freuden; Daß ich in meinem stande treu, Und meinen brüdern nüßlich sey, Und dir zur ehre lebe! 6. Sey überall, mein Gott, mit mir! Die werke deiner häns de Befehl' ich, o mein Vater, dir, Bis ich sie selig ende; Damit, zu deines namens preis', Einst mir die frucht von meinem fleiß In deinen Himmel folge! Mel. Auf dich hab' ich gehoffet. ch 742. weiß, mein Gott, gefällt nur dir Mein thun und werk: so glückt's auch mir; Von dir kömmt glück und segen. Ich wandle dann, wenn du mich führst, Auf lauter guten wegen. gegen uns selbst. 2. Es steht in feines menschen macht, Daß das geschehy', was er bedacht, Und er sich dessen freue. Gefällt er Gott, so schafft auch der, Daß rath und that gedeihe. 3. Oft denkt der mensch, und denkt's voll muth, Dieß sey ihm, jenes sey ihm gut: Und täuscht sich doch und fehlet. Oft sieht er auch für schädlich an, Was Gott zum heil ihm wählet. 4. So fängt auch oft ein weis ser mann Ein werk, das gut ist, fröhlich an, Und bringt's doch nicht zu stande. Er meint, er bau' ein festes haus, Und baut's auf lauter sande. 1556 5. Wie mancher ist in seinem sinn Schon über alle höhen hin, Und, hat er ste erstiegen, Sieht er bestürzt, wie leicht, wie sehr Der menschen blicke trügen. 6. Ach, darum fleh' ich, Herr, zu dir: Send', o mein Vater, sende mir Dein licht, um gut zu wählen! Du bist mein Gott; du giebst's auch gern Den bitten frommer seelen. 1097 7. Gieb mir verstand aus deiner höh'; Auf daß ich nie aus stolz besteh' Auf meinem eignen willen! Sey du mein rath, mein freund, und laß Mich, was du willst, erfüllen! 8. Laß mich, eh' sich mein herz entschließt, Erkennen, was mir schädlich ist! Was dir verhaßt ist, wehre! Mein einzig ziel, mein bestes theil Sey deine lieb' und ehre! test Spaal 30% 9. Ist, was ich thu', ein werk Bon als Von der Arbeitsamkeit 2c. 543 von dir: So segn' es, und ist's| Mel. Ach Gott, vom himmel. bloß von mir: So laß mich's nicht vollenden! Was thust, zerrinnet doch: Kann nimmer gut sich enden. mis 10. Denn, wenn es dir gefällig ist, Was sich zu thun mein herz entschließt, So soll kein feind es hindern. Du stegest leicht: das glaub' ich fest mit allen deinen Findern. 11. Dann eilst du her, und machst mir leicht Das, was mir sonst unmöglich beucht; Denn du bist stark und weise; Vollendest ſelbst, was du begannst, Zu deinem ruhm und preise. 3. Gieb, daß ich nicht in übers 12. Ist schwer der anfang mei ner pflicht: Getrost, ich will mir muth Und stolz gestürzet werde; Denn alles mir geschenkte gut kraft und licht Und muth von dir erflehen! Wer dir vertraut und Verlaff ich, wie die erde. Nie betet gern, Dem muß es glückreiz' ein irdischer gewinn Mein lich gehen! His herz zu üppigkeiten hin, Die beff're sorgen hindern! hd 13. Oft ist der weg zum guten steil; Doch immer findet wonn' und heil Der, der ihn freudig gehet. Er wird von Gott, weil er ihm folgt, Beglücket und erhöhet. 743& aß mich,& Gott, o gewissenhaft Mein irdisch gut verwalten! Gewähre mir verstand und fraft, Umweislich haus zu halten, Wie es mir nüßt und dir gefällt, Daß ich die schätze dieser welt Im leichtsinn nie verliere! 2. Mein hab' und gut kommt ja von dir Und deinem milden segen. Nicht mir zum fallstrick gabst du mir Mein irdisches vermögen. Du gabst's für mein und andrer wohl; Drum hilf mir, daß ich's, wie ich soll, Nach deiner vorschrift brauche! 14. Fehlt der und jener segen mir: Den kann dein kind, und mehr bei dir, Mein reichster Vater, finden. Gilt's streit und kampf: ich halte stand, Und werd' auch überwinden. 4. Was hülfe mir die ganze welt Mit allen ihren schätzen: Verblendete mich gut und geld, Mich dir zu widersetzen? Vers schmäht' ich, was dein wort bes gehrt, Was mir ein ewig heil ges währt: Wie elend würd' ich werden? Morerted 5. Ach, meine seele trachte hier Nach deines Geistes gaben! Wie reich bin ich, o Gott, in dir, Kann ich nur diese haben. Besiz' ich, Höchster, deine huld, Bin ich voll glauben und geduld: Was fehlt dann meinem glücke? 15. Dir, Herr, sey aller ruhm gebracht! Ich will auch deine hülf' und macht Vor aller welt erheben; So lang' ich bin, zur eh6. Den geiz laß ferne von mir re dir Nach deinem willen leben.| seyn, Die wurzel alles bösen! 544 Von den Pflichten gegen uns selbst. fod hold Von unruh', von gewissenspein beruf, Zu dem uns beine gute Kann reichthum nicht erlösen. schuf. Der reichthum hilft im tode nichts, Auch nichts am tage des gerichts; Da schützt er keinen fünder. 7. Laß mich die güter dieser zeit Nie schwelgerisch verschwen. den! Du gabst ste, ste mit sparsamkeit Und nützlich anzuwenden. Gieb mir die klugheit, daß ich hier Durch sie dem nächsten, so wie mir, Des lebens müh' erleichtre! 8. Es kommt ein tag der rechenschaft; Dieß laß mich stets erwägen! Drum brauch' ich, Gott, gewissenhaft Den mir vertrauten segen. Wohl dem, der mild ist; denn er hat In seinem reichthum eine saat Zu einer ew'gen ernte! is Mel. Mach's mit mir, Gott. 744.Mohl bem der beff're schäße liebt, Als schätze dieser erde; Der, reich in Gott, sich täglich übt, Daß er vollkommen werde, Und durch den glauben, deß er lebt, Sich über diese welt erhebt! 2. Gott wehrt es seinen fin dern nicht, Hier güter zu besigen. Er giebt sie, und gebeut die pflicht, 3um guten sie zu nüßen. Sie sollen ihren fleiß erfreun, Sein lohn und auch sein antrieb seyn. 3. Doch, nach den gütern dies ser zeit Mit ganzer seele schmachten; Nicht erst nach heil und seligkeit Und wahrer tugend trach ten: Das ist, o Herr, nicht der 4. Der geiz erniedrigt unser herz Und seine besten triebe. Die liebe für ein schimmernd erz Vers drängt der tugend liebe. Wer: sey mein gott! zum golde spricht, Der achtet nie gesetz und pflicht. 5. Es bring' der geiz auch viel an sich: Er läßt's doch nicht ges nießen. Die habsucht wächst und martert dich, Und quält auch dein gewissen. Der kleinste schmeis chelnde gewinn Reißt leicht zu jedem frevel hin. 6. Du wirst, wenn du sein sklave bist, Nicht achten treu' und glauben; Arbeiter ihres lohns durch list Und tyrannei berauben; Wenn wittwen oder waisen flehn, Selbst ihren thränen widerstehn. 7. Dein durch den geiz verhärtet herz Schmeckt nie bes wohlthuns freuden; Dich rühret keines andern schmerz, Und keines bruders leiden; Hältst nicht, was ihm dein wort verspricht, Und achtest selbst auf eide nicht. 8. Du bist ein vater: doch aus geiz Wirst du bei deinen kindern, Bethört durch deines goldes reiz, Was ihnen nüßet, hindern; Und, hast du sie nur reich gemacht: So hältst du ſie für wohl bedacht. 9. Du hast ein richterliches amt: Aus geiz wirst du verbrechen, Wie laut sie auch das recht verdammt, Verschonen, und nicht rächen. Wie leicht erkauft der Von der Zufriedenheit mit seinem Zustande. 545 unschuld feind Sich dann an dir| noth: Sollt' ich drum verzagen? nicht einen freund! Der es schickt, der kann's auch wenden! Er weiß wohl, Wie er soll Meinen kummer enden. 10. Aus geiz verlierst du muth und geist, Die wahrheit frei zu lehren; Verstummst, wo sie dich reden heißt, Wenn spötter ste entehren; Und wirst, wie sie, um schnödes geld, Ihr schmeichler, und die pest der welt. 5. Gott hat mich in guten tas gen Oft ergößt: Sollt' ich jetzt Auch nicht etwas tragen? Er ist gütig; schärft mit maßen Sein gericht; Will auch nicht, Die ihm traun, verlassen. 11. Fern sey's von mir! steh', Gott, mir bei, Daß ich mir gnügen lasse, Und ewig, als abgöt terei, Den geiz- verdamm' und haffe! Ein weiser und zufriedner muth Sey dieses lebens bestes gut! Von der Zufriedenheit mit seinem Zustande. 300 In eigner Melodie. arum sollt' ich mich denn grämen? Hab' ich doch Christum noch! Wer will mir den nehmen? 745. W und wird nicht beben. 8. Kann uns doch der tod nicht tödten, Sondern reißt UnWer will mir den himmel rausern geist Aus viel tausend nöben? Den erwarb, Als er starb, Jesus meinem glauben. then; Und die frommen, welche leiden, Wandeln gern Hin zum Herrn Und zu seinen freuden. 2. Armuth sey schon, oder werde Noch mein loos: Arm und bloß Kam ich auf die erde. Ich verlaff auch, wenn ich sterbe, Würd' ich gleich noch so reich, Was ich hier erwerbe. 3. Leib und seele, glück und leben Ist nicht mein; Gott allein Hat es mir gegeben. Soll's zu ihm auch wiederkehren: Geb' ich's gern Meinem Herrn; Will ihn arm auch ehren. 6. Spötter mögen mich verachten! Schmerzt in noth Gleich der spott: Will ich's doch nicht achten. Laßt sie spotten, laßt sie lachen: Gott, mein heil, Wird in eil' Sie zu schanden machen. 7. Unverzagt und ohne grauen Soll der christ, Wo er ist, Seinem Gott vertrauen. Muthvoll bleibt er, wenn sein leben Selbst der tod Schon bedroht; Glaubt 4. Hab' ich eine laft zu tragen; Sendet Gott Schmerz und 9. Da kann mich nichts mehr verletzen; Frei von schmerz, Wird mein Herz Sich an Gott ergößen. Hier ist doch kein glück zu finden, Welches bleibt. Der, der glaubt, Wird es dort empfinden. 10. Was sind dieses lebens güter? Eine hand Voller sand, Kummer der gemüther. Und sind sie gleich Gottes gaben: Werd' ich doch Beff're noch Dort von Christo haben. 11. Gieb, mein hirt, mir diese Mm 546 Von den Pflichten gegen uns selbst. freuden! Du bist mein; Ich bin| 6. War Josephs reine fromdein; Niemand soll uns scheiden. migkeit Vergebens? hat es ihn Darum hast du ja dein leben, gereut, Auf seinen Gott zu traun, Und dein blut Mir zu gut In Der nie von seinen frommen den tod gegeben. weicht, Wenn seine hülf auch oft verzeucht? 12. Du bist mein, weil ich begehre, Ewig dein, Gott, zu seyn, Dich nur lieb' und ehre. Du bist mein, weil ich dir lebe, Weil ich hier Mich zu dir Schon im geist erhebe. im nogam O his In eigner Melodie. 746.23 arum betrübst du dich, mein Herz, So tief bekümmert, so voll schmerz Bloß um ein zeitlich gut? Vertrau' auf deines Gottes rath, Der alle ding' erschaffen hat. 2. Dich lassen kann und will er nicht. Er weiß ja wohl, was dir gebricht. Die ganze welt ist sein. Ich auch in einer jeden noth Bin dein, mein Vater und mein Gott! 3. Weil du mein Vater bist, und ich Dein find bin: tröstest du auch mich; Du hast ein vaterherz. Ich, staub und asche, habe hier Ja keinen trost, als nur bei dir.i doim 4. Der fünder trotz' auf ehr' und gut: Ich trau' auf meinen Gott voll muth. Mein spotte, wer da will; Ich bin der frohen zuversicht: Wer Gott vertraut, den läßt er nicht. 5. Ging Jacob aus des vaters hauf Nicht dürftig, leer und ein sam aus; Ein flüchtling, oft getäuscht? Doch, sehet! überhäuft mit glück kam er nach Canaan zurück. TOSITT 7. Der fromme keusche jüngling litt, Weil er für seine keuschheit stritt: Gott aber macht' ihn frei; Und er den vater und zugleich Die brüder, die ihn haßten, reich. 498 8. Elia, wer erbarmte sich In dürr' und mangel über dich? Wer half auf deiner flucht? Wer gab für dich der wittwe brod In Sidon? und auch öl? dein Gott! 9. Als Daniel gefangen war; Wer schloß, wo nun kein helfer war, Der löwen rachen zu? Wer sorgt, daß den, der Gott verehrt, Auch selbst das feuer nicht verzehrt? 19 10. Gott, deine güt' ist, was sie war, Auch ohne wunder of fenbar. Dir will ich stets vertraun. Kann ich mich deiner gnad' erfreun: Was brauch' ich groß und reich zu seyn? 11. Mir mangle reichthum, glück und pracht, Wenn Jesus mich nur selig macht. Was acht' ich jede noth? Der erde glück währt kurze zeit, Und hilft doch nicht zur seligkeit. 115051 12. Dir, Chrifte Gottes Sohn, sey preis, Daß ich aus deinem worte weiß, Was ewig selig macht! Gieb, daß ich nun auch fest und treu In diesem meinen glauben sey! 8 Von der Zufriedenheit mit seinem Zustande. 547 13. Ich bringe Lob und ehre| cher bist; Raubet, was des andir, Daß du ein ewig heil auch dern ist, Bald gewaltsam, bald mir Durch deinen tod erwarbst! mit list! Ach, dieses heil gewähre mir; Und ewig, ewig dank' ich dir! Mel. Singen wir aus herzens. 747.3 weierlei bitt' ich 6. So entferne denn von mir, Was mich scheiden kann von dir: Armuth, die verzweiflung lehrt; Reichthum, der das Herz beschwert! Das ist, Vater, was ich will; Das ist meiner wünsche ziel! Nicht zu wenig, nicht zu viel! Mel. Die tugend wird durch's. von dir; Zweiers lei gewähre mir, Der du alle menschen liebst, Gern, und allen reichlich giebst: Was mir gut ist, ſchenke mir; Das nur bitt' ich, 748.Entehre nicht, mein Gott, von dir; ich sterbe, gieb es mir! g 2. Gieb, daß ferne von mir sey Lüge und abgötterei; Armuth ohne linderung; Reich thum ohne mäßigung! Wer zu arm ist und zu reich, Frevelt leicht, und wird zugleich Sorglos für dein himmelreich. Herz, Den Gott, der dich zum glück erschuf. Des lebens mühe zu ers tragen Und froh zu seyn, ist dein beruf. Erdulde standhaft die beschwerden, Die keine vorsicht hindern kann, Daß sie dir einst zum segen werden; Und bete Gottes willen an. 3. Gieb mir denn mein täglich brod! Darum bitt' ich dich, mein Gott! Heilige geschäftigfeit Segne mit zufriedenheit! Wenig, und ein herz voll muth, Das das rechte fröhlich thut, Ist der erde größtes gut. 4. Stolz durch glück und überfluß, Möcht' ich leicht, aus überdruß Dir zu dienen, meinem Gott, Lästernd fragen: wer ist 3. Hat andern deines Vaters Gott? Denn das Herz ist frech segen Mehr guter anvertraut, heit voll; Weiß oft nicht, wenn als dir: So denke fröhlich: mehr ihm ist wohl, Wie es sich erhe- vermögen Verweigert er aus gü ben soll.mygte mir. Weiß er nicht besser, was 5. Wird die armuth allzu groß, Fühlt der mensch sich nackt und bloß: Ach! wie leicht vers gißt er nicht Dein gesetz und dein gericht; Fragt nicht, ob du rå2. Gott hat dir selbst dein loos beschieden. Nimm's dankbar an aus seiner Hand. Erfülle jede pflicht zufrieden, Die seine Huld damit verband. Er giebt dir munterfeit und kräfte, Und nährt und stärkt dich väterlich: Sie brauchen; das ist dein geschäfte, Und dieß ist glück und ruhm für dich. mir nüßet, Was meinem nächsten müßt, als ich? Wenn er mich nährt, wenn er mich schützet, Wie gütig sorgt er dann für mich! 4. Du prangest nicht in hoMm 2 548 Von den Pflichten hen würden; Beneide nicht der Großen glück. Sie seufzen unter schweren bürden; Oft stürzet sie ein augenblick. Dir ist kein überfluß gewähret; Ihn wünschen, ist ein selbstbetrug. Wer gern, was er nicht braucht, entbehret, Der ist beglückt und reich genug. 5. Du hast ja, Gott, zum fros hen leben Mir, was ich brauch' und mehr, verliehn. Laß täglich sich mein Herz bestreben, Was unzufrieden macht, zu fliehn! In demuth laß mein herz sich üben! Stets deiner güte, Herr, mich freun, Dich fürchten, dir vertraun, dich lieben, Müss' ewig meine freude seyn! In eigner Melodie. gegen uns selbst. nen segen Vertheilt er stets mit weiser hand; Nicht so, wie wir's zu wünschen pflegen; Doch so, wie er's uns heilsam fand. 2. Ja, flage! Gott erlaubt die zähren. Doch denk' im flagen auch zurück: Ist denn das glück, das wir begehren, Für uns auch stets ein wahres glück? 3. Nie schenkt der stand, nie schenken güter Dem menschen die zufriedenheit. Die wahre ruhe der gemüther Ist tugend und genügsamkeit.pin napanse 4. Genieße, was dir Gott be schieden; Entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder stand hat feinen frieden; Ein jeder stand auch seine laft. 5. Gott ist der Herr; und seiSe 6. Willst du zu denken dich erkühnen, Daß seine liebe dich vergißt? Stets giebt er mehr, als wir verdienen, Und niemals, was uns schädlich ist. 7. Verzehre nicht des lebens kräfte In träger unzufriedenheit. Besorge deines stand's geschäfte, Und nüße deine lebenszeit. 8. Bei pflicht und fleiß sich Gott ergeben; Ein ewig glück in hoffnung sehn: Dieß ist der weg zu ruh' und leben. Herr, lehre diesen weg mich gehn! Mel. O liebster Jesu, was. D 749.Duflagft, und füh- 750.Du forgft, o Gott, die beschwerden Des stand's, in dem du dürftig lebst. Du strebest, glücklicher zu werden, Und siehst, daß du vergebens strebst. was helfen unsre sorgen Für den doch ungewissen andern morgen? Ach, unzufriedne machen ihrem Herzen Vergebens schmerzen! 2. Es ist umsonst! wir köns nen nichts erzwingen, Wenn wir auch nächte durch mit fummer ringen, Und noch so früh mit ängstlichen geschäften Uns selbst entkräften. 3. Mein glück beruht, o Gott, auf deinem segen. Vertrau' ich dir, geh' ich auf deinen wegen: So wirst du mir,( Was brauch' ich mich zu fränken?) Was noth ist, schenken. 071019 4. Laß mich mit dem mir ans vertrauten pfunde Nur redlich wuchern; deiner hülfe stunde Wird schon erscheinen; du wirst Von der Zufriedenheit mit seinem Zustande. 549 mir begegnen; Du wirst mich| felmüthig; Nicht des meeres ſegnen. wellen gleich. Sen getroft; denn er ist gütig. Bist du dürftig; er ist reich. Fürchte nichts; denn der weiß rath, Der auch kraft zu helfen hat. 5. So fördre denn die arbeit meiner hände! Gesegnet sey ihr anfang und ihr ende! Gieb rath und kraft, Damit, was ich vollbringe, mir auch gelinge! 3013, 6. Gewähre mir nur deines Sohnes gaben, So mögen an dre, Gott, mehr reichthum haben! Ist mir doch auch dein ewig reich beschieden! Ich bin zufrieden! 6. Ja, du kennst die noth der armen. Ach, mein Gott, fie drückt auch mich. Doch, ich kenne dein erbarmen, Und vertrau' allein auf dich. Stark durch diese zuversicht, Zag' ich auch im mangel nicht. in onl Mel. Gott des himmels und. Mel. Auf dich hab' ich gehoffet. 751.Weicht und quält 752.ey, feele, stark nicht, ihr sorgen! Mein versorger lebt und wacht; Meinem Herrn ist nichts verborgen, Was den christen traurig macht. Was mein Gott beschließt und thut, Ehret ihn und ist mir gut. 2. Eher noch, als berge waren, War mein schicksal ihm bekannt, Und den lauf von meinen jahren Lenket täglich seine hand. Nichts geschieht von ohngefähr; Alles kommt von oben her. 3. Zähl', o seele, meine tage Bis auf die geburt zurück: Zähle fummer, müh' und plage; Zähl' auch freude, heil und glück. Sag', ob Gott nicht immerdar Weise, mild' und Hülfreich war? 4. Widme Gott dein thun und leben; Trau' auf ihn, und sorge nicht. Er ist Vater; er wird ges ben, Was zum leben dir gebricht. Geh' getroft zu ihm und sprich: Gott, mein Vater, fegne mich! 5. Bet', und sey nicht zweiund unverzagt, Wenn dich ein stiller fummer plagt. Befiehl Gott, was dich kränket. In jeder noth Vertrau' auf Gott, Der deiner stets gedenfet. 2. Kein leiden kömmt von ohngefähr; Es kömmt von deinem Vater her; Sein rath hat's so ersehen. Drum sey nur still; Was er auch will, Laß immer gern geschehen. 3. Kannst du des leidens dich nicht freun: So soll's dir doch nicht schädlich seyn; Gott kann sein kind nicht haffen. Wer ihn nur liebt, Sich ihm ergiebt, Den wird er nicht verlaffen. 4. Wie lange währt der frommen leid? Nicht ewig, Herr, nur furze zeit. Nach überstandnem leide Erquickest du Ihr herz mit ruh', Und einst mit ew'ger freude. 5. Drum hab', o seele, guten muth! Vertraue Gott, daß alles gut Nach aller trübsal werde. 550 Von den Pflichten Er ziehet dich Durch noth zu sich, Zum himmel von der erde. 6. Gott ist dein Gott; er ist getreu; Und steht dir, als ein Vater, bei In allem freuz auf erden. Der leiden heer Wird nie zu schwer Durch ihn dem chriften werden. m gegen uns selbst. Will ich nicht meinen tagen Selbst ihren werth entziehn. Zur freude meines Lebens Soll feiner, Gott, vergebens Und ungenügt vorüber fliehn. pub 4. Ich will mich stets bestres ben, Für andrer glück zu leben; Will, wen ich kann, erfreun; Mit mitleidsvollem herzen Gern lindern ihre schmerzen, Das soll mein glück auf erden seyn.ind 7. Es haben ja zu aller zeit Mehr heilige durch traurigkeit Zum Himmel wandeln müssen. Warum willst du hier nur von ruh', Und nichts von trübsal wissen? 5. Laß, weil ich leb' auf erden, Mich immer lautrer werden; Nie thun, was einst gereut. 8. bet, und sieh' auf dei- Einst führe meine seele, Die ich nen Gott; In aller deiner angst dir, Herr, befehle, Zu deiner und noth Laß, wie er will, es gewonn' und herrlichkeit! hen. Sein will' ist gut; Be- Von der Kürze und dem rechhalte muth; Gott wird dich einst erhöhen. ten Gebrauche der Lebenssa 19 9. Der du ein Gott des troftes bist, Laß jeden, der hier traurig ist, Doch deinen troft empfin- 754.Dugabft mir, C' Hilf, den du liebst, Und fend übst, Den unmuth überwinden! ger, dieses leben Nicht für den augenblick der zeit. Du hast es mir, o Gott, gegeben Zur saatzeit für die ewigkeit. Hier ist bloß meiner prüfung ort; Belohnung und bestrafung dort. Mel. In allen meinen thaten. 753.W enn ich nur Gott gefalle, So lang' ich hier noch walle, Und menschen nüßlich bin: So seh' ich voller freuden Auch selbst in schweren leiden Auf meiner laufbahn ende hin. 2. Mir mag, o Gott, auf er den Glück oder unglück werden; Ich nehm' es dankbar an. Es kömmt aus Gottes händen, Der leicht, was fränket, enden, Und meinen geist erfreuen kann. 3. Durch ungerechte klagen zeit. 43 Judt du bind Mel. Wer nur den lieben. 2. Du schenktest mir verstand und willen; Die wahrheit zu erkennen, licht; Kraft, deinen wil len zu erfüllen; Und lehrtest selbst mich jedepflicht. Zur tugend gabst du mir gefühl, Und freiheit, was ich wählen will. in 3. Der leib ist oft der seele bürde: Doch schmücktest du auch dieß ihr haus, Daß sie durch ihn auch fröhlich würde, Mit Von der Kürze und dem Gebrauche der Zeit. 551 tausendfachem segen aus. Und| großen werke Nur allzu schwach wie viel luft giebst du nicht hier und sinnlich ist! Laß mich, das Durch jeden meiner finne mir! eitle zu verschmähn, Stets auf mein ewig kleinod sehn! 4. Du hast mich aber lassen wissen, Daß dieß mein irdisch Haus zerbricht. Ich soll zwar diese welt genießen, Doch als genöff' ich ihrer nicht. Ich soll der sinne lüste fliehn, Wenn sie mich zu der erde ziehn. 10. Laß, Gott, schon in gesunden tagen Mich oft zu meinem grabe gehn, Und da, bei freuden und bei plagen, Auf dich und deine zukunft sehn; Daß ich, dir bis zum tode treu, Des hö hern lebens fähig sey! Mel. Wer nur den lieben. 5. Dein unterricht sey nicht vergebens! Gieb, Vater, daß ich ihm getreut, Und im genuffe 755.Der lebte tag sent von meines lebens Bei dir wohnen würdig sey! Vollkommne freude wohnt nicht hier; Wohnt nur im himmel, Gott, bei dir. deinen Eilt immer näher, mensch, herbei. Ohn' über ihre flucht zu klagen, Erkauf und brauche sie getreu. hast; sie flieht! nisoni pidi 6. Erneuern willst du einst Nimm, mit erkenntlichem gedie erde; Einst einen neuen him- müth Der zeit wahr, die du mel baun. Laß, daß ich immer frömmer werde, Mich auf das unsichtbare schaun; Stets allen lüsten widerstehn, Und nur auf deinen wegen gehn! 2. Getäuscht von tausend eitelkeiten, Versäumst du deines lebens zweck; Verschiebst dein heil auf ferne zeiten, Und wirfst so sorglos jahre weg. Und bist du denn, o sterblicher, Des nächsten augenblickes herr? m7. Wohl mir, wenn ich es freudig wage, Der großen Hoffnung werth zu seyn, Und dieser kurzen prüfung tage Nur dir und meiner pflicht zu weihn; Wenn nie mein fuß den pfad verliert, Der mich zu deinem himmel führt! 8. Wohl mir, wenn ich den hang zur fünde, Die lust des fleisches und der welt Und jede locung überwinde, Wodurch, was fündlich ist, gefällt; Wenn ich ein treuer kämpfer hier, Dort steger bin, gekrönt von dir! 9. Gieb du mir deines Gei ftes stärke, Der du in schwachen mächtig bist; Mir, der zu diesem 3. Ein ewig glück einst zu bes ßen, Sollst du des furzen lebens zeit Als deine faatzeit weißlich müßen, Und thun, was dir rufet dir dein Herr gebeut. Er so freundlich zu:„ Nur Eins ist noth! was säumest du?" 4. Drum eil' und rette deine seele, Und denke nicht: ein andermal! Sey wachsam, bet' und überzähle Der menschentage kleine zahl. Sey fromm und wandle vor dem Herrn, Wär' auch dein ende noch so fern.d 552 Von den Pflichten gegen uns selbst. 5. Mit jedem dir geschenkten| besten theils; Stellt euch dieser morgen Erwecke dich, gewiffen- welt nicht gleich; Seyd an guhaft Für deiner seele heil zu sors ten werken reich. gen, Und suche Gottes licht und kraft. Sprich: o mein Gott, ich will allein Mein leben deinem dienste weihn! 6. Erleucht' und stärke meine feele, Weil ohne dich sie nichts vermag! Du giebst, daß ich, was gut ist, wähle, Aus gnaden mir auch diesen tag. Was ist nicht jede stunde werth, Die deine langmuth mir gewährt! 7. Wohl mir, hab' ich aus al len kräften Nach deinem reiche hier gestrebt; In Gott gefälligen geschäften Die pilgertage durchgelebt; Wenn ich einst gläubig sagen kann: Du nimmst mich, Gott, zu ehren an! 8. Mein sprachlos flehn bei meinem ende Vernimmst du, herzenskündiger! In deine treuen vaterhände Befehl' ich meinen geist, o Herr! Er schwingt, wenn seine hütte fällt, zu dir sich über grab und welt. Mel. Nun kommt der heiden. 756.Chriften, unser Leben eilt; Ohne rast und unverweilt Strömet seine kurze zeit In das meer der ewigfeit. 2. Habt auf eure stunden acht; Wirket gutes: denn die nacht, Wo man nichts mehr wirken kann, Bricht, eh' ihr's noch fürchtet, an. 3. Jßt noch währt der tag des heils. Trefft die wahl des 4. Wisset, für die ewigkeit Giebt euch euer Herr die zeit. Weh' euch, wenn ihr sie verderbt, Und in euren sünden sterbt! 5. Die versäumniß eurer pflicht Straft sein ewiges gericht; Und den mißbrauch jeder kraft Eine strenge rechenschaft. 6. Dieß empfindet, wer ein christ, Wer es in der wahrheit ist. Eingedenk der ewigkeit, Nußt er weislich seine zeit. 7. Jede stund', in der sein geist Sich der erde mehr ents reißt, Geht zu seinem Vater hin; Wird ihm ewiger gewinn. 8. Jede stunde, wo er nüßt, Waisen hilft und wittwen schützt, Dauert unverloren dort Stets in seinem lohne fort. 9. Wohl dem, der an Jesum gläubt, Muthig kämpft, sein fleisch betäubt, Gott und seinem nächsten lebt, Und hinauf zum himmel strebt! 10. Wohl ihm! er entschläft im Herrn, Ruhig, und getroft, und gern; Schaut, entriffen dem gericht, Ewig, Gott, dein angesicht. 757.S Mel. Jesus, meine zuversicht. mein Schöpfer, Herr der zeit, Gieb mir, recht sie anzuwenden, Weisheit; und entschlossenheit, Keine stunde zu verschwenden, Von der Kürze und dem Gebrauche der Zeit. 553 Die mir deiner gute rath Für mein heil geliehen hat. zeit, Sehe, Vater, und empfinde Meiner thorheit strafbarkeit. Ach, vergieb auch diese fünde! Laß mich jede stunde nun Eifrig deinen willen thun! 2. Ach, so manch' ist schon dahin, Ungenugt von mir, vers schwunden! Schnell, wie pfeil' und blitze, fliehn Jahre, monden, tag' und stunden. Klug ist, wer die schnelle zeit Heiligen geschäften weiht. 3. Führe mich nicht ins gericht Für den mißbrauch dieser gabe! Wiederbringen kann ich nicht, Was ich schon verloren habe. Ach! auch nicht ein augenblick Kehrt von seiner flucht zurück! 4. Aber, o mein Gott, du schenkst mir noch zeit und raum zur buße. Weil du meiner noch gedenkst, Fall' ich reuig dir zu fuße. Schone, schone, rette doch Mich durch Jesum Chriftum noch! Onts 5. Ich, verschwender deiner editor vyd 6. Laß zur übung meiner pflicht, Keinen augenblick mich säumen, Nie vergessen dein ges richt, Nie in eitler Hoffnung träumen! Nur für meine selig keit Giebst du dein geschenk, die zeit. 7. Säen muß ich hier mit fleiß' Zu der ernte jenes lebens; Säen will ich, denn ich weiß, Diese saat sey nicht vergebens. Ewig freut sich seiner saat, Wer hier wohl gefäet hat. 8. Diese weisheit lehre mich, Daß ich dir mich ganz ergebe, Daß ich, weil ich bin, für dich Und für meinen nächsten lebe: Denn, so erb' ich nach der zeit Deines himmels seligkeit! 0 554 Von den Pflichten gegen den nächsten. S pindum ski IV. Von den Pflichten wahrer Christen gegen doini bilinspun mening sid 390/ Esp ig ihre Nebenmenschen. 05/215 S 4. Wahre Christen lieben ihre Nebenmenschen so aufrichtig und ernstlich, als sich selbst. Sie beweisen durch ihre redliche Sorge für ihre Seelen, für ihr Leben, für ihr Eigenthum, und für ihre Ehre, daß sie gerecht, dienstfertig, wohlthätig und barm= herzig gefinnt sind. In ihrem ganzen Umgange mit ihren Nebenmenschen befleißigen sie sich der Aufrichtigkeit, der Wahrs haftigkeit, der Verschwiegenheit, der Redlichkeit in ihren Verträgen und Zusagen, der Bescheidenheit, der Leutseligkeit, der Friedfertigkeit und Einträchtigkeit. Sie sind gegen ihre Wohlthäter dankbar, ihren Freunden vorzüglich ergeben, und aufrichtig beflissen, ihren Feinden und Beleidigern zu vergeben und wohl zu thun. Sie beten gern für alle Menschen, und bezeigen auch nach ihrem Tode ihre Achtung und Liebe für sie.on 02 6 Von der Menschenliebe überhaupt. Mel. Mach's mit mir, Gott. 758. o jemand spricht: ich liebe Gott! Und haßt doch seine brüder: Der ist ein lügner; liebt er Gott: So liebt er auch die brüder. Gott ist die lieb'; und will, daß ich Den nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wer dieser erde güter hat, Und sieht die brüder leiden; Und macht den hungrigen nicht satt, Läßt nackende nicht kleiden: Der haßt des christen schönste pflicht, Und hat die liebe Gottes nicht. 3. Wer seines nächsten ehre schmäht, Und gern sie schänden höret; Nach ihren fehlern forscht und späht, Und nichts zum besten kehret; Verleumdern niemals widerspricht: Der liebt auch seinen bruder nicht. 4. Wer, wenn er auch mit rath und schuß Den nächsten unterstüßet, Doch nur aus stolz, aus eigennuß, Aus weichlichkeit ihm müßet; Nicht aus gehorsam, nicht aus pflicht: Der liebt auch seinen nächsten nicht. Von der Menschenliebe überhaupt. 555 5. Wer keinem hilft, der nicht| dein jünger seyn, Und dich in gebückt Vor seinem stolz erschei- brüdern nicht erfreun? eg net; Wer keinen dürftigen erquickt, Der im verborgnen weinet; Wer färglich giebt, und viel verspricht: Der liebt auch seinen nächsten nicht. 11. Ein unbarmherziges gericht Soll über den ergehen, Der lieblos seinem nächsten nicht In noth eilt beizustehen. Drum gieb, daß meiner pflicht ich treu, Barmherzig, Gott, und hülfreich sey! 57.54 6. Wer seinen bruder, wenn er fehlt, Auch, wenn sein fehl ihn reuet, Doch erst mit bittern Mel. Ach Gott, vom himmel. Flagen quält, und ſäumt, eh' er 759. Wenn ich mit mehr verzeihet: Der noch nicht der liebe pflicht; Der liebt auch seinen nächsten nicht. irin 7. Denn, wer ihn liebt, der denkt und sinnt Auf alles, was ihm dienet; Wohlthätig, mit leidsvoll, gelind, Und sanft und leicht verfühnet. So lieben, ( denn so liebt der Herr,) Das ist dein glück; das fordert er. 8. Gott hat durch seinen eignen Sohn Uns alle retten las sen: Nun sollten wir, dem fluch entflohn, Uns selbst einander haffen? Einander martern, ach! aus neid? Aus habsucht, stolz und eitelkeit? 9. Du, Gott, vergiebst mir jede schuld; Schenkst mir so viele gaben: Und ich, ich sollte nicht geduld Mit meinem bruder haben? Ihm nicht verzeihn, wie du vergiebst? Und ihn nicht lieben, wie du liebst? 10. Nehm' ich mich deiner frommen an, Des kleinsten auch von diesen: So stehst du's, mein Erlöser, an, Als hätt' ich's dir erwiesen. Wie könnt' ich doch kraft, Wenn ich wie engel red's te; Der jünger Jesu wissenschaft Und wundermacht selbst hätte; Und hätte doch kein liebreich herz: Was wär' ich? nur ein tönend erz; Nicht Jesu wahrer schüler.com 2. Gäb' ich mein ganzes ei genthum Den dürftigen und armen, Und that' es aus begier nach ruhm, Nicht aber aus erbarmen; Ließ ich, doch ohne liebe, mich Für sie auch brennen: was könnt' ich Dadurch für mich gewinnen? 3. Die wahre lieb' ist langmuthvoll, Wohlthätig und gefällig; Hilft willig, wo sie helfen soll; Nie hart, noch ungesellig. Sie haffet streit und bitterkeit; Kennt weder eifersucht noch neid; Thut gern, was andre freuet. 4. Sie, die nie aufgeblasen ist, Selbst mild in wort und mienen, Entfernt von eigenmuß und lift, Will nur den brüdern dienen. Nie schnell zum zorne, hört sie nicht, Was bosheit und 556 Von den Pflichten verleumdung spricht; Kehrt alles gern zum beſten. 5. Sie freut sich nie der bitterkeit, Sucht nur das recht, und liebet, Was wahr und gut ist, und verzeiht, Wenn jemand sie betrübet. Sie, zum erbarmen bald erweicht, Glaubt gern das beste; hoffet leicht; Kann alles unrecht dulden. 6. Wenn andre gaben kurze zeit, Und nur dieß leben währen: So bleibt die lieb' in ewigkeit, Und wird sich noch vermehren. Wenn wir uns einst vor Gott erfreun, Wird jeder durch die lieb' allein Vollkommen selig werden. 7. Du machtest, Jesu, selber dich Zum vorbild wahrer liebe. Dir will ich folgen; gieb, daß ich Die lieb' am nächsten übe; Daß ich in allem, wo ich kann, Barmherzigkeit an jedermann, Wie ich mir's wünsch', erweise! Mel. Nun danket alle Gott. gegen den Nächsten. 3. Dieß sey mein Gottesdienst! Auch unbemerkt von ihnen, Müss ich den brüdern gern Mit rath und hülfe dienen! Mich treibe nicht allein Ihr dank zum wohlthun an! Nein! was ich brüdern thu', Das werde dir gethan! 4. Ein trunk, mit dem mein dienst Dem durstigen begegnet; Ein blick voll trost, womit Mein Herz bedrängte segnet; Ein rath, mit dem mein mund Im fummer andre stärkt: Nichts bleibt, so klein es ist, Dir, Vater, unbemerkt. 2. Seh' ich des armen noth, D Herr, so laß mich eilen, Von dem, was du mir giebst, Ihm Hülfreich mitzutheilen! Doch laß mich nicht aus stolz Ihn segnen und erfreun; Ich müss es immer thun, Dir ähnlicher zu seyn! 5. Sucht eines andern neid Unfrieden anzurichten: So laß mich eilen, gleich Der brüder zwist zu schlichten! Aus schmähsucht kränket nie Ein chrift des nächsten ruh. Er rühmt verdienste gern; Gern deckt er fehler zu. 6. Die rach' ist dein, o Gott: Du sprichst: ich will vergelten! 760.23ie ebel ist ein Drum laß mich stille ſeyn, Wenn schelten! Herz, Das alle menschen liebet; Das ihre luft erfreut, Und ihre noth betrübet; Ein herz, das eigennuß Und neid und härte flieht; Und sich um andrer glück, Wie um sein glück bemüht! Gieb, daß ich dem verzeih', Der mir zu schaden sucht; Den liebe, der mich haßt; Den segne, der mir flucht! 7. Noch höher müff ich, Herr, Mit meiner liebe streben! Ihr ziel sey nicht allein Sein glück in diesem leben; Noch stärfer müsse mich Sein ewig heil erfreun; Und seine seligkeit Auch meine sorge seyn! 8. Laß, wenn sein glaube wankt, Mich ihn im glauben 557 Von der Menschenliebe überhaupt. stärken; Ihn reizen, wo ich kann, 5. Wenn mein herz, vom Zu allen guten werken; Ihn hang zur sünde Hingeriffen, warnen, wenn er sich Von dir verirrt, und ihn, Wo ihn verführung lockt, Ermuntern, gleich zu fliehn! dich verkennt, Und zu haß und rach' entbrennt: Ueberwind', o überwinde, Meinen haß, und laß mich sehn In den tod für uns dich gehn! 9. Erweckt und stärke, Herr, Selbst meine kräft' und triebe, Durch deine lieb' und furcht, Zur wahren menschenliebe! Wer nicht den nächsten liebt, Geht nicht zum himmel ein. Laß die se wahrheit mir Stets gegenwärtig seyn! 6. Deine thränen, wie ste floffen, Als dein aug' um mich geweint, Laß mich sehn, o menschenfreund! Und dein blut, vor Gott vergoffen, Ausgeschüttet, Herr, für mich, Und von Gott verlassen dich! dud Mel. Ach, was soll ich fünder. 7. Dringe dann zu meinen 761.Sollten menschen, ohren, Wort des Herrn: ich meine brüder, Mir, o Gott, nicht theuer seyn? Sollt' ich sie nicht gern erfreun? Sie sind alle Christi glieder; Chrifti, der für alle starb, Allen Gottes huld erwarb. liebte dich; Wer den bruder liebt, liebt mich! Wer nicht lies bet, ist verloren; Gottes zorn bleibt über ihm! Gottes zorn bleibt über ihm! 1th 1901 2. Er hat all' aus Einem blute Stammen lassen; alle sind Gottes; jeder ist sein kind; Alle sind mit Einem blute Ihm erkauft durch seinen Sohn, Erben alle Einen lohn. Um geduld batst, und die last Unsrer schuld getragen hast; Unfer Mittler und Vertreter! Es versöhnte Gott durch dich Eine fünderwelt mit sich. 8. Laß mich's hören, daß ich übe, Was dein wille mir gebeut, Nachsicht, sanftmuth, gütigkeit; Daß ich, wie du liebtest, liebe, Feurig liebe; mild, getreu, Sanft und leicht versöhnlich sey! 9. D ihr meines hauptes glies der, Christi, der für alle starb, Allen gnad' und huld erwarb; Lieben will ich euch, ihr brüder; Für euch beten, euch erfreun, Wohlthun, dulden, und verzeihn! 3. Gottes finder wollt' ich Hassen? Lieblos, unbarmherzig seyn? Meinem feinde nicht verzeihn? Seine schuld ihm nicht erlassen? Und der Herr erläßt mir doch meine schuld, und trägt 4. du Der bu für bie übelthäter 762. ben nächsten reb Mel. O liebster Jesu, was. ilf, Gott, daß ich lich liebe: Durch lieblos richten nimmer ihn betrübe; Ihn nicht verleumde, noch durch tück' und ränke Sein wohlseyn kränke! 558 Von den Pflichten gegen den Nächsten. 2. Auch gieb, daß ich, der ich| barmen. Du kamst, gering und felbst täglich fehle, Mit nachsicht arm zu seyn, Von jeder noth seine fehler gern verhehle, Und, uns zu befrein, Und starbst zum wenn er fällt, auf mich, der ich heil uns armen. noch stehe, Mit vorsicht sehe! Arth 3. Hilf, daß ich flüglich ihn zu bessern trachte; Geringe, schwach' und arme nicht verachte! Hat doch für alle, Gott, dein Sohn sein leben Dahin gegeben. 1090 4. Aufrichtig schätzen müsf ich alle gaben, Die andre deiner huld zu danken haben! Mein herz bewahre sich bei ihrer freude Vor allem neide! od 5. An lieb', an güte laß mich dir auf erden Stets ähnlicher, o mein Erlöser, werden! Nur gieb mir auch zum edelsten geschäfte Selbst luft und fråfte! 3. Auch jetzt, da du erhöhet bist, Erbarmst du dich der sünder; Bist ewig, was dein Vater ist, Ein freund der menschenkinder. Du schaffst den Deinen trost und ruh; Und die verirrten suchest du Auf deinen weg zu leiten. Du hörst der seufzenden gebet, Und brauchst nur deine majestät, Um segen auszubreiten. 4. Laß denn in meiner pilgrimschaft mich auf dein vorbild sehen! Erfülle mich mit lust und kraft, Dem nächsten beizustehen; Betrübter Herzen trost zu seyn; Mich mit den fröhlichen zu freun; Mit weinenden zu klagen! Nie müff' ich dem, der meinen rath, Der meine hülfe nöthig hat, Was er bedarf, versagen! Mel. Ein lamm geht hin. 763.Dr er du die liebe selber bist, Und gern uns menschen segnest; Selbst dem, der, Herr, dein feind 5. Laß mich mit brüderlicher noch ist, Mit gnade doch begeg- huld Des trägen fleiß erwecken; nest! O bilde meinen sinn nach Und seine fehler mit geduld Und dir, Und laß mich, mein Erlö- liebe gern bedecken! Kränkt eiser, hier Auf deinem wege wan- ner mich: laß mich, o Herr, deln! Die können keine christen Verzeihn, und selbst beleidiger seyn, Die, dir zu folgen, sich Mit lieb' umfahn, als brüder! nicht freun, Nicht menschen- Und, kann ich ihre herzen hier freundlich handeln. Nicht mehr gewinnen: gieb sie mir In deinem Himmel wieder! Von der Sorge für des Nächsten Seele. 2. Dein leben in der niedrigkeit War aller menschen segen; Dir folgten lieb' und freundlichkeit Auf allen deinen wegen. Was du nur sprachst, war warnung, rath, Und heil, und troſt: 764.La, Sefu, med Mel. Alle menschen müssen. o mich empfinden, Wel Errettung und er the Von der Sorge für che seligkeit es ist, Daß du mir, um mich von sünden Zu befrein, erschienen bist; Daß ich Gottes wege walle; Daß du liebreich, eh' ich falle, Die gefahr mir of fenbarst, Mich ergreifest, mich bewahrst; ist des Nächsten Seele. 559 6. Hilf mir dann sein Herz erweichen; Und, wenn meine bitten nicht Bis zu seinem herzen reichen, Sey mein beiſpiel ihm ein licht; Daß an mir er sehen möge, Wie so lieblich Gottes wege Jedem, der sie lieb gewinnt Und sie geht, wie gut sie sind; bot d 2. Daß, durch deinen Geist getrieben, Dein erretteter sich freut, Ueber alles dich zu lieben, 7. Sehn müff er an meinen Dich und deine seligkeit; Daß ich willig unterlasse, Was du mir verbeutst; und Hasse, Was vor dir ein gräuel ist, Weil du meine hülfe bist! freuden, Wie beglückt die from men gehn, Wie so freudig selbst durch leiden, Weil auf Gottes weg sie sehn; Daß er doch der lust der erde Sich entreiß' und heilig werde, Selig auch, wie ich, zu seyn, Ewig deiner sich zu 3. Ach, wie könnt' ich dieß empfinden, Und doch fühlloß menschen sehn In der sklaverei freun. der fünden Wege des verderbensin dall gehn; Und nicht rufen, daß ste's hören: Gilt, ihr brüder, umzu kehren, Wenn ihr selig werden wollt, Was ihr werden könnt und sollt! In do do 5. Von des irrthums finsternissen Selbst errettet, soll auch ich Unterweisen deß gewissen, Der von deinem wege wich; Soll ihm zeigen, was ihn blende; Und, daß er zu dir sich wende, Vor dem falle warnen ihn; Bitten, weil er kann, zu fliehn. Von der Sorge für des Nächsten Leib, für sein Eigenthum und seine Ehre. Mel. In allen meinen thaten.d 4. Auch für meiner brüder 765.Dein, Gott, ist un seelen, Und nicht für mein heil allein, Soll ich sorgen; wenn ste fehlen, Wo ich kann, ihr führer seyn. Wenn ste sündigen und sterben, Und ich rief nicht vom verderben, Wo ich konnte, sie zu dir: Forderst du ihr blut von mit. llom 2001 ID 8 leben; Denn du haft's uns gegeben; Du nimmst dich seiner an. Und diese große gabe, Die soll ich bis zum grabe So treu beschützen, als ich kann. 1993 2. Nicht meiner lüfte willen, Nur deinen zu erfüllen, Soll mich mein leben freun; Soll's keinem, Herr, verkürzen. Es in gefahr nie stürzen, Und aus gefahren es befrein. 38 3. Beglückt durch deinen fes gen, Soll ich der franken pfles gen; Das fordert dein gebot, Das denen, die in nöthen Nicht 560 Von den Pflichten gegen den Nächsten. helfen, oder tödten, Der zukunft| neide, Und vom eigennuße rein strenge strafen droht. 4. Sind wir nicht alle brüder, Nicht alle Christi glieder, Nicht all', o Vater, dein? Wie kann ich sie verachten, Sie darben sehn und schmachten, Und fühllos, hart und grausam seyn? Eures segens, eurer freude, Eures glücks und ruhms mich freun; Froh, daß unser Gott euch liebt, Euch so mild und reichlich giebt; 5. Ich soll den nächsten lieben: Nicht Haffen und betrüben Noch quälen darf ich ihn; Und nie in meinen freuden Vor meines nächsten leiden, Um nur nicht mit zu leiden, fliehn. 4. Allen helfen; eifrig ihnen Wohlthun, wie mein Heiland that; Schaden wehren; allen dienen, Dem mit hülfe, dem mit rath; Willig, jedes unrechts feind, Aller menschen wahrer freund. 6. Nein, Gott, ich will des armen Mich liebevoll erbarmen, Des b.inden auge seyn; Den schwachen unterstüßen; Die in gefahr sind, schüßen; Únd, kann ich, sie daraus befrein. 7. Ich will, sie zu erfreuen, Selbst müh' und schmerz nicht scheuen; Auch das ist dein ges bot. Hat doch dein Sohn sein leben Für mich dahin gegeben, Für meine rettung, in den tod! Mel. Gott des himmels und.d 766.heuer, wie mein eignes leben, Wie mein nam' und eigenthum, Sey mir, menschen, euer leben, Euer eigenthum und ruhm; Alles, was euch Gottes rath Gab, und noch bestimmet hat. nism 2. Strebt schon in der zeit der jugend Nach verdiensten; werbt, gewinnt Durch geschäftigkeit und tugend, Die die besten schäße sind; Werdet angesehn und reich: Alles, alles gönn' ich euch. 3. Immer will ich, frei vom 5. Lasset uns einander lieben, Gern einander glücklich sehn; Keinen fränken und betrüben, Keinen drücken, keinen schmähn; Alle zwietracht, allen streit Flies hen, weil es Gott gebeut. 6. Laßt uns halten treu' und glauben; Fliehn, was andern schädlich ist; Arm' und schwache nicht berauben Durch gewalt, betrug und lift. Welch ein gräul vor Gott ist nicht Falsches maaß und falsch gewicht! buls 7. Laßt uns nie, was wir vers sprechen, Widerrufen, weil's uns reut; Nie, was zugeſagt ist, brechen, Oder schänden unsern eid; Von betrug und tücken rein, Lieber arm, als treulos seyn. Hald 8. Haffen laßt uns alle lü langen, Falschheit, schmähsucht, heuchelei; Offenherzig seyn, vers schwiegen; In der freundschaft fest und treu; Jedernehme, wo er kann, Der verleumdeten sich an. 9. Laßt uns gutes gern be lohnen, Wie's uns unser Gott Von der Sorge für des Nächsten zeitliches Glück. 561 belohnt; Und der brüder fehler| Wenn du dich frech erkühnst, Die schonen, Wie der Herr auch unschuld selbst zu schmähn! unser schont. Ach, er schont; mit welcher huld, Welcher langs muth und geduld! 10. Also laßt, von Gott getries ben, Uns einander gern und treu, Uns als seine kinder, lieben, Oh ne zwang und heuchelei! O wie selig werden wir Dann nicht werden dort und hier! 5. Wenn du der frommen lachst; Wenn du die tugend schändest; Dem würdigen das lob, Das er verdient, entwens dest: Verleumder! sieht's nicht Gott, Wie zügellos dann du Ihn in den Seinen schmähst? Dein richter hört dir zu. 6. Die thränen zählt der Herr, Die von gekränkten frommen, Mel. O Gott, du frommer. 767.Wenn du des näch- Die du entehret haft, Wehklasten ehr' Und achtung suchst zu schmälern, Und von nichts lieber sprichst, Als von des bruders fehlern; Aus ehrsucht oder stolz Verkleinerst seinen ruhm, Und seine schwachheit schmähst: Wo bleibt dein christenthum? gend vor ihn kommen. Es kommt, es kommt ein tag, Wo Gott einst vor gericht Im angesicht der welt Auch dir dein urtheil spricht! durls 2. Wenn du aus argwohn bloß Von ihm nur böses denkest, Und durch ein falsch gerücht Ihm hadest und ihn fränkest; Wenn leichtsinn, neid und haß Ihn vor der welt entehrt: Bist du dann ferner noch Des christennamens werth? sont f 7. Du müsseft ferner nie Des nächsten ruhm verlegen! Du müsfest, was du ihm Entzogst, ihm bald ersetzen! Des nächsten ehre sey Dir theuer, wie dein ruhm! Beschütz' und rette ſte Stets, als ein heiligthum! 8. Wie hoch verbeut Gott uns Den mißbrauch unsrer zungen! Enthalte ste, o Herr, Von allen lästerungen! Wer in den menschen dich Und deine gaben ehrt, Den ehrst auch du, und der Ist solcher ehre werth. 3. Wer, wenn er lästrer hört, Und unter spöttern fizet, Aus scheuer menschenfurcht Nicht andrer unschuld schüßet; Wer aus gefälligkeit Selbst ein verleumder ist, Und nichts zum besten kehrt: Ist dieser auch ein christ? Von der Gerechtigkeit. Mel. Alle menschen müssen. 768.Aer Uler meiner brüder 4. D mensch, bedenke doch: rechte Sollen, Gott hört an jedem orte, Wo du Gott, mir heilig seyn! Wenn zugegen bist, Ein jedes deiner ich sie zu fränken dächte, Ihres worte. Ach, er, der alles steht, fummers mich zu freun, Ueber Wie sollt' er dich nicht sehn, sie mich zu erheben, Oder üppis Nn 562 Von den Pflichten gegen den Nächsten. mal Treffen deine pfeile fie. Und, wenn du nicht eilen solltest, Wenn du, richter, säumen wolltest: Harrt dann mein am grabe nicht Ein noch schrecklicher ges richt? Onog sinl 7. Nein; ich will gerecht und di billig Gegen meine feinde seyn; Keinen drücken: lieber willig Jedem, der mich kränkt, verzeihn. Hab' ich macht: ich will sie nuzen, Die bedrängten zu beschüBen; Eilen, wo verlass'ne flehn, Ihnen liebreich beizustehn. 8. Sichern will ich meine rechte, Aber sanft und mit geduld. Wir sind alle deine knechte; Und wie groß ist deine huld! Du vergiebst so viele schulden: Sollt' ich denn kein unrecht dulden; nicht gelind seyn; mich nicht freun, Wie mein Vater, zu verzeihn? ger zu leben: Welchen haß verdient' ich nicht! Welch ein schreckliches gericht! 2. Könnt' ich, taub bei ihren klagen, Ihnen das aus eigensinn, Oder neid und geiz versagen, Was ich ihnen schuldig bin; Könnt' ich ohne treu' und glaus ben Andern ihren segen rauben: Welchen haß verdient' ich nicht! Welch ein schreckliches gericht! 3. Jedes unrecht will ich hafsen; Will gerecht seyn, kein tyrann; Jedem geben, jedem lassen, Was er hat, und fordern kann. Lieber will ich unrecht leiden, Als begehn, und will mit freuden Lieber niedrig seyn und bloß, Als durch unrecht reich und groß. 4. Willst du mich vor andern segnen, Mir verleihen mehr gewinn: Sollt' ich ihnen hart begegnen, Weil ich reich und mächtig bin? Darum, weil so oft verbrecher, Ohne furcht vor dir, o rächer, Obgleich alle welt sie haßt, Fest doch stehn, wie ein pallast? 9. Ungerecht will ich nie handeln; Immer billig; will auch gern Schonen, dulden; und doch wandeln Froh die wege meines Herrn. Er, der richter aller welten, Wird mich schonen, mir vergelten, Wenn er mich vollendet hat, Was ich meinen brüdern that. 5. Würden der bedrängten zähren, Würden ihre seufzer nicht Rettung, Gott, von dir begehren, Und beflügeln dein gericht? Würd' ich nicht stets zittern müss sen? Würde nicht selbst mein ge1909( 61 Von der Dienstfertigkeit. Hintag Mel. O Gott, du frommer. NILA wiſsen Ueber mich um rache 769 Dienstfertig soll ich schrein, Und feyn? 6. Eines unterdrückten thränen: D, wie furchtbar sind nicht die! Eh' es ungerechte wähnen, 11:30 Wohl der dieß erkennet; Der, diese pflicht zu thun, Aus menschenliebe brennet; Und, zwingt ihn gleich kein amt Zu dem, was Von der Dienstfertigkeit.do 563 fie gebeut, Doch ihr mit luft Von der Barmherzigkeit und gehorcht, Auch ohne ruf unde Wohlthätigkeit.ro eid! sto mom 2. Der brüder welt, denkt er, Braucht meine bienft und kräf- 770.Daften treben, Mel. In allen meinen thaten. t aß stets noch chris te; Ihr müßen ist für mich Das beste der geschäfte! Denn nichts ist, was dem Herrn An men schen mehr gefällt; Und darum ihren brüdern müßen, Sie ſegschuf er uns Zu bürgern Gi- nen, sie beschüßen: Das ist, o ner welt. Gott, dein werk allein. dist 11529 3. So denkt der menschenfreund, Und das ist sein bestreben, Er suchet, weil er lebt, Für andrer wohl zu leben. Er, feines hohen rufs Zum wohlthun sich bewußt, Verbreitet überall zu friedenheit und luft. 4. Er sieht der brüder noth: Und kann die noth nicht sehen, Ohn' ihnen gleich mit rath Und hülfe beizustehen. Er trägt bie bürde mit, Die seine brüder drückt; Voll freude, wenn sein trost Die traurigen erquickt. 5. Was ihre nothdurft heischt, Regt jeden seiner triebe, Auch ohne ruhm und lohn, Zu werken wahrer liebe. Nicht stolz, nicht eigennuß Wirkt ſeine gütigkeit; Er übt sie, weil ihm Gott, Was andern nützt, gebeut. 6. Solch eines sinnes laß Mich, Gott, durch Christum werden: Denn das war Christi sinn; Das war sein thun auf ers den! Was that er nicht für uns! Ihm will ich ähnlich seyn, Umseiner ewig mich Und seines heils zu freun! Nicht bloß für sich zu leben, Und wohlzuthun sich freun; Gern 2. Daß sie bei ihren klagen Nicht, eh' sie wohlthun, fragen: Was wird uns, Gott, dafür? Solch eine reine milde, Die ste zu deinem bilde Verklären soll, entspringt von dir.is 3. Dir ähnlich, gehn und streuen Sie ihre saat, und freuen, Gesä't zu haben, sich; Und preis sen, daß sie gaben Für andrer wohlfahrt haben, alles guten geber, dich! si 4. Nicht, um gesehn zu werden, Erleichtern sie beschwerden; Beglücken bloß aus pflicht. Nicht stolz noch übermüthig, Sind sie, weil du's bist, gütig; Beschämen, wenn sie geben, nicht. 5. Des dankes frohe zähre Ift ihres herzens ehre; Ist feligkeit für ste. Fließt feine, doch zufrieden, Wird nie ihr herz ermüden; Dir nachzuahmen säumt es nie. 6. Sie, aller menschen freunde, Sie sorgen selbst für feinde, Voll großmuth, voll geduld. Du hilfst ja in gefahren, D Gott, auch undankbaren; Selbst böse ſegnet deine huld. Nn2 564 Von den Pflichten gegen den nächsten. 7. Die fröhlich geben, werden 6. Heil und glück auf unsern Erfahren, selbst auf erden, Wie wegen, Innige zufriedenheit, werth ste, Gott, dir sind; Weit Huld bei menschen, Gottes se mehr noch in dem lohne, Den gen, Folgen auf barmherzigkeit; einst vor deinem throne Ihr men- Und dereinst zum gnadenlohne schenfreundlich herz gewinnt. Schenkt ihr Gott des himmels Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. frone, obisp 771.28 ohlzuthun und 7. Laßt uns eilen, unsre gaben, Weil es zeit ist, auszustreun! Was wir hier gefäet haben, Ernten wir einst reichlich ein. Seyb barmherzig! liebt die armen! Gott will eurer sich erbarmen! stad Mel. Mir nach, spricht Christus. mitzutheilen, Christen, das vergesset nicht! Mitleidsvoll und willig eilen, Armen beizustehn, ist pflicht; Pflicht, die Jesus selbst uns lehs ret, Und die Gott, den Höchsten, ehret. adlim niet p 109 2. Speiſet die, bie hunger lei- 772.Barmherzigkeit Und durstig sind, tränft; Eilt, die nackenden zu kleiden; Tröstet die, die kunimer fränkt: Schwache sucht zu unterstützen; Unterdrückte zu bes schüßen. od trdidous 3. Nicht nur denen, die euch lieben, Oder euch um hülfe flehn; Allen eilt, von Gott getrie ben, Nach vermögen beizustehn. Führt zu unverhofften freuden Die auch, die im stillen leiden. 4. Und dieß sey dir keine bürde, Keine laft, beglückter christ! Hoheit ist es, ruhm und würde, Wenn du mild und hülfreich bist. Welch ein ruhm für dich, erlös'ten, Ärme brüder Jesu trösten! 5. Und was schafft's für sanfte freuden, Der verlaff'nen helfer seyn! Sehn, wie sie in ihren leis den Sich durch uns gestärkt erfreun! Ein betrübtes Herz erquicken: Welch ein himmlisches entzücken! Wenn ihr betrübte sehet; Denn, helft ihr dem bedrängten nicht, Wenn er um hülfe flehet: So könnt ihr euch des ruhms nicht freun, Nachfolger eures Herrn zu seyn. 903ud 2. Kränkt euch nicht eures nächsten schmerz; Fühlt ihr nicht seine leiden: So kennt nicht euer hartes herz Die edelste der freuden; So kennet ihr den Vater nicht; Denn ihr versäumt die schönste pflicht. 3. Ach, rührt euch nicht der waisen noth, Und nicht der wittwen zähre: So seyd ihr noch entfernt von Gott, Verleugner seiner lehre; So seyd ihr, wie der böse knecht, Der nicht vers gab, noch nicht gerecht. 4. Ist's geiz, ist's trägheit, die's euch wehrt, Den aus der noth zu reißen, Den ihr sein leid euch klagen hört: Wie könnt Von der Barmherzigkeit und Wohlthätigkeit. 565 ihr christen heißen, Die Jesu| seyd's, wie er! Gebt den dürftiwünschen gleich zu seyn, Und gen und armen; Was ihr gebt, arme gern, wie er, erfreun? empfängt der Herr! Helft; und eilt, auch ungesehen, Euren brüdern beizustehen! om ditagis Seyd ihr denn nicht den prie- 4. Hülfreich zu bedrängten eis stern gleich, Die fühllos die verlen, Sie beschüßen und erfreun, meiden, Die ste im blute liegen Kummer lindern, wunden heisehn, Und eilend doch vorüber len, Wohlthun, trösten und vers gehn? said mi zeihn, Und dieß ohne stolz verrichten: Was für edle, große pflichten! 5. Seyd ihr bei andrer noth zu weich, Und scheuet ihre leiden: 6. Wohlan! ihr, die ihr christen heißt, Seyd's nicht bloß nach dem namen! Bemüht euch, habt ihr Jesu Geist, Sein mit leid nachzuahmen! Kommt; tragt sein joch: es ist nicht schwer; Und seyd barmherzig; seyd's, wie er! derin 7. Wißt, wer, wie er, barmherzig ist, Empfängt vor seinem throne, Weil er der armen nicht vergißt, Ein ewig heil zum loh- 774. Sreblichen entſchluſsne. Doch den, der fühllos diese pflicht Nicht achtet, kennt der Herr einst nicht. uhl Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. ses, Die milden gaben deines überflusses Zum besten meiner brüder anzuwenden Mit treuen 773.eyb barmherzig! händen. menschen, höret, Hört das heilige gebot, Das uns Jesus Christus lehret: Seyd barmherzig! seyd's, wie Gott! Gebt, so wird auch euch gegeben, Was euch noth ist, heil und leben! 2. So viel menschen, so viel brüder; Denn Gott ist's, der alle schuf. Wir sind alle Christi glieder; Allgemein ist Gottes ruf. Seine sonne läßt er scheinen Auch den bösen, wie den seinen. 5. Herr, wir geben von dem deinen, Was uns deine huld verlieh. Für die brüder, wenn sie weinen, Fehle unser mitleid nie; Daß, wenn wir zu dir uns naHen, Wir auch troft und Hülf empfahen! hisce s Mel. O liebster Jesu, was. 3. Gleicht dem Vater im erbarmen! Seyd barmherzig! 2. Ist, Gott, dein eigner Sohn doch nicht erschienen, Daß er sich dienen ließe; kam, zu dienen, Und ward ein knecht der menschen, um vom bösen Sie zu er lösen. dust a dist 3. Er brauchte seine größ' und macht, um armen zu helfen und sich kranker zu erbarmen; VerIornen heil und gnade zu erwerben; Für uns zu sterben. 4. Wie liebreich trug er unsrer ftrafen bürden, Daß wir vor Gott gerecht und selig würden, 566 Von den Pflichten gegen den Nächsten. Wie ward die welt so herrlich, Dir zur ehre, Durch seine lehre! nicht von Gott Nachsicht und erbarmen. 2. Soll ein üppiger genuß, Sollen schwelgereien, Gottes reichen überfluß, Seine gab' entweihen? Soll er Gott nicht ähnlich seyn? Hat er nicht die gaben, Um die brüder zu erfreun, Wels che mangel haben? 3. D, im himmel schaut der Herr Auf der armen plagen; Ihre thränen zählet er, Höret ihre klagen; Sieht auch, daß das harte herz Kummerfreier reichen Keine thräne und kein schmerz Mildern und erweichen. 4. Ach! das urtheil ist gefällt: Jammer und verderben Sollen sie in jener welt, Nicht den himmel, erben; Sollen nicht, wo Gott ist, seyn, Nicht bei den erlös'ten, Weil sie arme nicht er freun, Nicht verlaff'ne trösten! 5. Reiche, hört's: erbarmet euch, Fleht zu euch der arme; Daß sein Gott auch über euch Sich dereinst erbarme, Weil ihr, da er zu euch schrie, Auf sein schreien hörtet, Den bedrängten halft, und sie Tränktet und er nährtet! 6. Mitleidsvoll und hülfreich seyn; Seiner miterlös'ten Rets ter werden, und sich freun, TrauDank in ihrem 775. W güter hat Wenn angesicht, Und in ihren blicken Mel. Christus, der uns selig. des lebens Wonne sehn: wen rührt das nicht! Reiche! welch entzücken! 5. Daß nun die menschen wieder menschen werden; Daß eigennuß und tyrannei auf erden nicht mehr so furchtbar sind, als wären's götter: Das that der retter; 6. Der große retter, der des wohlthuns freuden Uns fühlen lehrt', der sich entschloß, zu leiden, Der liebe vorbild durch sein göttlich leben Der welt zu geben. 7. D, wie verschönert sich nicht Gottes erde, Wo, daß er sanft und mild und gütig werde, Sein jünger strebt, zu ehren seinen namen, Ihm nachzuahmen! 8. Ich will denn auch durch ein wohlthätig leben Mich zu der ähnlichkeit mit ihm erheben! Gieb kraft, daß ich das glück, was ich besiße, Für andre nüße; 9. Nicht suche nur, was mein ist; meinen brüdern, Die du er löst hast, deines leibes gliedern, Mit rath und hülfe beisteh'; als len, allen, Dir zu gefallen! 10. Denn darum giebst du uns so viele gaben, Daß alle segen auszutheilen haben, Daß je der glücklich werd', und, frei vom neide, Der menschen freude. sein nächster schmachtet, Und nicht hilft mit rath und that; Seines grams nicht achtet; Unempfindlich bei der noth Der verlass'nen armen: Der erwarte 7. Aber, wer den armen liebt, Geb' aus freier liebe! Sey nicht mürrisch, wenn er giebt, Daß er nicht betrübe! Lieblich sey,( das Von der Barmherzigkeit und Wohlthätigkeit. 567 5. Ihm stralt nicht deiner sonwill der Herr,) Wie der thau, ne licht; Ihn freut dein schösein segen; Eh' er seufzen hört, ner erdkreis nicht; Und ihm ist eil' er Armen mild' entgegen! der mit aller pracht So dunkel, als die mitternacht. 8. Christen, wenn ihr in der zeit, Mild', wie Gott, gesinnet, Schätze für die ewigkeit Sammlet und gewinnet: D, wie groß wird euer lohn, Euer glück auf erden, Und wie groß, durch Got tes Sohn, Einst im Himmel werden! le moch 6. Was soll er dann beginnen, Gott? Verzagen in der herben noth? Verleugnen dich? soll er allein Nur leiden, er nicht glücklich seyn? 7. Willst du ihn nie beglücken? ja! Du willst es, Herr! dein auge sah Vor der geburt der welten schon Sein leiden und auch seinen lohn. 8. Er schau' in deine zukunft hin, Und sage zu sich selbst: ich bin Ein wandrer, nicht auf lange zeit; Wohin? zu Gottes seligkeit. 9. Jesus saget dann zu euch: Kommt, getreue knechte! Erbet meines Vaters reich! Kommt, zu meiner rechte! Was ihr meinen brüdern gabt, In dem er sten leben, Sie zu trösten, alles habt Ihr auch mir gegeben! Mel. Vor deinen thron tret'. 776.2 er arm und dürftig ist, o Herr, Ach, welche lasten trägt nicht der, Wenn nicht des reichen überfluß Ihn sättigt, wenn er darben muß! um 2. Wie elend ist, wer alt und schwach, Umher irrt, ohne hüll' und dach, Oft kaum hat seinen biffen brod! Wie groß ist, Vater, diese noth! 3. Wie groß, wenn kinder um ihn stehn, Wenn sie um brod zum vater flehn, Der seufzend unter müh' und fleiß' Doch wes der rath noch hülfe weiß. 4. Wenn er, der sie mit sorge nährt, Der sich durch stillen gram verzehrt, Hinwellt, und seine thräne rinnt, Weil er nicht weiß, was freuden sind. 9. Er ring', und strenge, wie ein mann, Die ganze kraft des fleißes an, zu schaffen, daß er rein und frei von aller schuld der trägheit sey. 10. Dann flag' er menschen seine noth, Mit zuversicht zum treuen Gott; Nicht zornig, wenn der mensch nicht hört; Gewiß, daß endlich Gott ihn hört. 11. Noch sind auch christen, welche mild', Wie Gott, sein Vater, sind; sein bild. Hilft einer: nun, dem dank' er dann; Gott, der ihn sandte, bet' er an. 12. Und unter arbeit, fleiß, geduld Und zuversicht wird Gottes huld Ihn trösten; Gott sein helfer seyn, Und völlig ihn und bald befrein. 13. Dann, wann er ausge ftritten hat, Sieht er, daß auch 568 Von den Pflichten sein rauher pfad Ein weg zu Gott war; aus der zeit Ein sich rer weg zur seligkeit. Von der Aufrichtigkeit, Wahr8. Wohl ihm! Gott, aller lügen feind, Der Gott der wahrs haftigkeit, Verschwiegenheit, ist sein freund. Er fürchte heit und Treue. nichts; er wird bestehn, Wenn alle lügner untergehn. 9. Mit ihm ist Gott! mit ihm ist Gott! Träf' ihn verleumdung oder spott, Träf ihn der haß der ganzen welt: Was achtet's der, der Gott gefällt? 10. Er wird vor seinem anges sicht Einst stralen, wie der ſonne licht, Die früh in voller herrlichfeit Hervorglänzt, und die nacht zerstreut. Mel. Vor deinen thron tret'. 777.' ufrichtig, redlich, offen, frei, Ist stets ein christ der wahrheit treu, Die er im reden nie verletzt, Und über alles liebt und schätzt. 2. Er irrt zwar auch, wird oft vielleicht Getäuscht von heuchlern; doch er fleucht Der schleichenden verstellung list, Die Gott und ihm ein gräuel ist. 3. Er haft verleumdung, schmeichelei, Und glatter worte täuscherei; Betrügt mit ſeinem auge nicht; Spricht, wie er denkt; denkt, wie er spricht. 4. Er rühmt für feinen preis der welt Der Großen laster, und enthält Sich auch des scheines von betrug; Klug, aber ohne falschheit flug. 5. Was aus der liebe quelle fließt, Was seinen brüdern nützlich ist, Und wohlgefällig Gott, dem Herrn, Das redet er, und redet's gern; 6. Entdeckt nicht alles, was er denkt; Verschweigt, was schadet oder fränkt; Nimmt gern des irrenden sich an, Wenn ihn sein rath erleuchten kann. 7. Er spricht mit wahl und vorbedacht; Scheut aber keines menschen macht, Wenn wahrs gegen den Nächsten.. heit und gerechtigkeit Der un schuld rettung ihm gebeut. Von der Bescheidenheit und Demuth gegen Andere. Mel. Wer nur den lieben Gott. on dir diese 78. V welt gerufen, Stehn, Schöpfer, alle menschen hier Auf vielerlei verschiednen stufen An kräften sich nie gleich vor dir; Nie gleich einander an gestalt, An neigung, ständen und gewalt. 2. Nicht jeder hat, was andre haben; Und das ist güte; denn du giebst Dem diese, jenem andre gaben, Weil du uns all', o Vater, liebst; Denn alle sollen glücklich seyn, Und einer sich des andern freun. 3. Beglücken, Herr, und glücklich werden, Ist aller ruf, ist aller loos. Nur darum, Gott, ist der auf erden Gering und arm, der reich und groß, Der Von der Bescheidenheit und Demuth gegen andere. 569 hat mehr kraft, der mehr verstand; Denn jener braucht, was der erfand. gern Erkennt und schätzt und ehrt, der ehret Der niedrigkeit und hoheit Herrn. Wohl, wohl ihm! denn bescheidenheit Ist aller stände herrlichkeit. 4. Verschieden sind auch unsre freuden; Verschieden aller last und müh', Und aller deiner finder leiden. Der duldet jene, die ser die. Verschieden ist des Vaters zucht; Verschieden auch gewinn und frucht. 5. Wer hat mich andern vors gezogen? Wer wieder andre menschen mir? Du thust's, durch freie huld bewogen; Denn alles gute kommt von dir. Ich gab dir nichts zuvor, und ich Bin alles, was ich bin, durch dich. 6. Und ich, ich sollte nicht be scheiden, Ich stolz und übermüthig seyn? Ich den nicht achten, den beneiden? Mich, weil er mehr empfing, nicht freun? Als wär' ich,( hätt' ich mehr, als er,) Auch beſſer dann, auch ſeliger. 7. Laß, Gott, in meinem gan zen leben, Mich meines glücks und vorzugs nicht zu andrer kränkung überheben; Verkennen nie der demuth pflicht! Nicht bloß auf meinen vorzug sehn; Nicht andrer gaben stolz verschmähn! 8. Ja, meine brüder will ich ehren, Wie arm, wie niedrig sie auch sey'n. Sie können meiner nicht entbehren; Ich kann mich ohne sie nicht freun. Nimmt keis ner meines glücks sich an: Wie arm, wie niedrig bin ich dann! 9. Wer eitler ehre gern entbehret, Und tugend an geringen 10. Sie schmückt das alter; giebt der jugend Reiz, liebenswürdigkeit und werth, Und glanz und hoheit jeder tugend, Die eitlen schimmers gern entbehrt; Denn demuth und bescheidenheit Ist unsre wahre herrlichkeit. 11. Gieb, Herr, zu allen deinen gaben Auch diese; laß, vom stolze rein, Uns alles brauchen, was wir haben, Uns durch einander zu erfreun! Dann werden all' in deinem reich An seligkeit einander gleich. von der Leutseligkeit und Gefälligkeit. maso Mel. Wer nur den lieben. 779. 79. icht mürrisch, fins fter, ungesellig Ist, wer ein chrift zu seyn sich freut; Ist ohne schmeichelei gefällig; Vereinigt ernst und freundlichkeit; Ist traurig mit den traurigen, Und fröhlich mit den fröhlichen. 2. Es liegt in feinem seiner blicke, Als wie in einem hinter halt, Auflaurend schadenfrohe tücke, Und haß in lächelnder gestalt. Sein blick, kein blick der heuchelei, Ist liebreich, offen, gut und frei. 3. Sein antlig, heiter, wie der morgen, Wird trüb', und seine freud' entflieht, Wenn er beküms 570 Von den Pflichten gegen den Nächsten. od mal merniß und sorgen In seines bruders auge sieht: Und stralt in neuer Heiterkeit, Wenn ein getröfteter sich freut. berden, In allen thaten laß, o Herr, Uns aller menschen freude werden, Dir, Heiland, immer ähnlicher; So werden wir uns ewig freun, Und Gottes wahre finder seyn! Von der Friedfertigkeit und Einträchtigkeit. 780.er Mel. O liebster Jesu, was. er lebenwill, und glücklich, der bes trübe Nie seine brüder, nie den geift der liebe; Stets such' er selbst die eintracht; treu, verschwiegen, Ein feind von lügen! 2. Er sey gerecht, daß er im frieden bleibe, Nie seine rechte bis zur Härte treibe; Stets ruhig, selbst im eifer feiner mächtig, Und stets bedächtig! 3. Er freue sich nicht, wenn mun die, die irren, Aus eifer, recht zu haben, sich verwirren; Nie stolz; stets frei, daß er ste leicht gewinne, Vom eigensinne! 4. Im tadel sanft; nie bitter im verweise; Stets herzlich in des bruders ruhm und preise; Stets sorgsam, wenn er fehler sucht zu bessern, Nichts zu vergrößern! 5. Nachgebend, wo nicht recht und wahrheit leiden; In jedem streite sittsam und bescheiden; Auch schonend, wenn er siegt; holdselig, gütig; Nicht übermüthig! 4. Bescheiden, sittsam, ehrerbietig Ist, wer ein jünger Jesu ist: Nie sllavisch, auch nicht übermüthig, Wenn er vor andern glücklich ist. Er ist, weil er, wie Jesus, liebt, In allem, was erfreut, geübt. 17719 5. Er schleicht, für fromm erklärt zu werden, Nicht traurig, heuchlern gleich, einher; Doch fündereizende geberden Haßt, wie sein Gott ste haßt, auch er; In seinem blick auch keusch und rein, Stets fröhlich, ohne frech zu seyn. 6. Durch liebliche gespräch' erheitert Er auch des blöden angesicht; Und jedes herz fühlt sich erweitert Und freudenvoller, wenn er spricht; Denn, was er sagt und was er thut, Ist anmuthvoll, ist wahr und gut. 7. Er möge warnen und gebieten: Man folgt ihm gern, wenn er gebeut; Denn auch im strafen und verbieten Vereint er ernst mit freundlichkeit; Und, tröstet er: wie leicht vergißt Sein bruder, was sein fummer ist! 8. Nicht rauh, noch hart, noch menschenfeindlich, Nein, eifrig, jeden zu erfreun, Und sanft, und anmuthvoll, und freundlich Soll jeder jünger Jesu seyn. Ach, wären wir's! ach, glichen wir, 6. Demüthig, wie auch Chrivorbild aller liebe, dir! stus war; stets billig; zu tragen 9. In allen worten und ge- schwache, sie zu schonen, willig; Von der Dankbarkeit gegen Wohlthäter. 571 gute Und wohlthun, Vater, gleich zu seyn, Und mich mit willigem gemüthe Durch ihren rath und troft erfreun: Mit reichem segen segne dann, Die ich nicht wieder fegnen kann! Nicht träge, die gefallnen aufzuheben; Schnell zum vergeben! 7. Daß brüder sich mit brüdern nicht entzweien; Eil' er, vers dacht und mißtraun zu zerftreuen; Und lindre flüglich unmuth, und die schmerzen Gefränkter Herzen! 8. Versöhnlich, lock' er feinde selbst zur reue, Entgegen eil' er ihnen und erfreue, Noch, eh' fie bitten, ohne selbsterhebung, Sie mit vergebung! 9. Er wird in sicherheit und friede wohnen; Ihn wird man preisen; wenn er fehlt, ihn schonen; Ihn, wenn er spricht, zu warnen und zu lehren, Mit freu den hören. 10. Sein beifall lohnt; ſelbst liebreich in verweisen, Von kränfung fern, bereit, verdienst zu preisen, Wird er nicht fehler, die er straft, vergrößern; Wird gern sie bessern. 11. So wird zum segen jeder seiner tage; Nach seinem tode ſeufzt der brüder klage: Ach! der war gut, nie stolz, nie übermüthig, Stets sanft, stets gütig! 12. Frohlockend geht er und empfängt am throne Des Sohnes, dem er folgte, seine frone. Da wohnt er, Gott, in einem höhern frieden; In deinem frieden! Von der Dankbarkeit gegen Wohlthäter. Mel. Wer nur den lieben. 781. W enn menschen streben, dir an 2. Es zeuge meiner freude zähre Von meines Herzens dankbars teit, Mit was für eifer ich begehre, Was ihre herzen, Gott, ers freut; Mit welcher inbrunst mein gebet Für sie zu dir, mein Vater, fleht! 3. Ich will mich aller ihrer freuden, Und ihres glücks von herzen freun; Voll kummer über ihre leiden, Gern, wie ich kann, ihr tröster seyn; Und, kann ich tragen ihre noth: Mit freuden o Gott! 4. Ich will sie lieben, will sie ehren, Will über mein bedürfniß schweren, Stets sittsam, überläfie Mit meinen klagen nie be stig nie; Wenn ihre hand auch andern giebt, Nie mürrisch, nei disch und betrübt.nim 5. Kann ich, was ihnen schadet, hindern; Befördern, was ihr wunsch begehrt; Erleichtern, was ste drückt, und lindern, Was fte bekümmert und beschwert: Frohlocken will ich, Vater, dann, Wenn ich's durch deinen beistand fann. 6. Und, kann ich's nicht: o Gott, fo bringe Mein brünstiges gebet zu dir; Und, was sie wünschen, das gelinge; Denn, Herr, sie thaten wohl an mir! Auf je 572 Von den Pflichten gegen den Nächsten. den komme freud' herab, Der freude giebt und freude gab! 7. Umfahe sie mit deiner güte; Und deine huld verlaß ste nie! Sey stets ihr helfer, und behüte Vor widerwärtigkeiten sie; Und, trifft sie doch gefahr und schmerz: So tröst' und heile selbst ihr Herz! 8. Im tode nimm ste mit er barmen Zu deines reiches erben an! Sie haben, weil sie lebten, armen Mit deinen gaben wohl gethan; Und diese flehn an deis nem thron: Groß, herrlich, ewig sey ihr lohn! Von den Gesinnungen christlicher Freunde. Mel. Vor deinen thron tret'. 782.5 welch ein segen ist ein freund, Der, Gott, durch dich mit mir vereint, Mich zärtlich und vertraulich liebt, Mit mir sich freuet und betrübt! at 2. Der, fest vereinigt, erst mit dir, In Einem Geiste dann mit mir Der tugend hohes leben lebt, Mit mir nach Einem ziele strebt! 3. Gedanke, neigung, will' und that Sind Eins in beiden, nur den pfad, Den wir in deis nem lichte sehn, Getreu, und Hand in hand zu gehn. 4. Der Herzen heil und besserung, Nicht eitler lüste sättigung, Der wahren liebe voll gefühl Ist unsre sehnsucht, unser ziel. 5. Wir theilen brüderlich dein licht, Das uns erleuchtet, jede 1084 pflicht Uns zu erleichtern; jede kraft, Gleich fromm zu seyn, gleich tugendhaft. 6. Er, in gefahr zu irren, hört Auf meiner liebe ruf, und kehrt, Durch meine wachsamkeit gerührt, Zurück vom wege, der vers führt. 7. Und wenn ich strauchle: ( denn wie leicht Fällt nicht der schwache mensch!) so reicht Er seine bruderhand auch mir, Und führet mich zurück zu, dir. 8. Stets durch einander weiser, Herr, Stets edler und vollkommener, Verabscheun wir die schmeichelei, Von täuschung fern, vom truge frei. 9. Kein streit, fein mißtraun, kein verdacht, Nichts, was uns froh und traurig macht, Auch nicht des glückes unbestand Trennt unsrer liebe festes band. 10. Wir theilen alles, lust und leid, In inniger vertraulichkeit; Und jedes zärtlichkeit versüßt Dem andern, was ihm schmerzlich ist. 11. Trennst du auch selber freund und freund: Die herzen bleiben doch vereint Durch liebe, durch gebet, durch rath, Und, wo wir können, durch die that. 12. Vollenden wir den pilgerlauf: So nimmt uns, Gott, Ein himmel auf. Unendlich ist die ses ligkeit, Die uns zugleich vor dir erfreut. 13. Da hab' ich ewig jeden freund, Der sich mit mir durch dich vereint, Mir herz um Herz, Von den Gesinnungen christlicher Freunde. 573 o Vater, giebt, Mich zärtlich,| Ihr tod müsf als ihr leben seyn! treu und ewig liebt. d nism Sanft ruh' im grabe ihr gebein! Mel. O ewigkeit, du donnerwort. 783.0 u, welchen keine welt umschließt, Der du allgegenwärtig bist Mit allem deinem segen! Wo meine lieben sind, auch da Bist du, mein Gott; bist ihnen nah Auf allen ihren wegen. Du übersiehst, o Gott, fie nie; Ach, segne, Vater, fegne fie! fulmis Ach! fern von meiner ſeite!Bis einst dein erntetag erscheint, Der wieder mich und sie vereint! - 6. D, wie gedenk' ich dein so gern, Du tag des lebens, tag des Herrn! Wann wird dein licht erscheinen? Tag, der auch die mir wieder giebt, Die ewig meine ſeele liebt, Die seligen, die meinen! Wie wird sich unser Herz dann freun! Gott! welch ein anblick wird das seyn! Von der Liebe und Sanft2. Du selber trenntest ste von mir: Da seufzte laut mein Herz zu dir; Da flossen meine thränen! Ich suchte ste, und fand sie nicht! Du menschenfreund, mein angesicht Verfiel von meinem muth gegen Feinde. In eigner Melodie. and ſehnen; Doch du gabſt mir auch 784.Nie will ich dem zu suchen, trost und ruh': will ihr Gott seyn! sagtest du. 3. Ja, sey und bleib' ihr freund, ihr Gott! Ihr schuß, ihr retter aus der noth, Auf den sie sicher trauen! Laß sie im glanze deines lichts, Die gnade deines anges sichts, Wo sie auch leben, schauen; Und gieb zu ihrer pilgrimschaft Bei jedem schritte neue fraft! Der mir zu schaden sucht. Nie will ich meinem feinde fluchen, Wenn er aus haß mir flucht. 12. Mit gute will ich ihm begegnen; Nicht drohen, wenn er droht. Wenn er mich schilt, will ich ihn segnen; Dieß ist des Herrn gebot. 14. Bau' ihnen Häuser; segne ste! Belohne ihres fleißes müh', Sey auch mit ihrem samen! Geduld. dort miste in suid gul 3. Er, der von keiner fünde wußte, Vergalt die schmach mit huld, Und litt, so viel er leiden mußte, Mit sanftmuth und gesegnet sey durch sie das land, In welches ste dein wink gesandt; Mach' herrlich ihren namen! Laß ste in fried' und wohlergehn Einst ihrer finder finder sehn! 5. Gieb, daß einst ihrer werke ruhm, Ihr unverleßlich eigenthum, Sie noch im tod begleite! 4. Will ich, sein jünger, wieder schelten, Da er nicht wiederschalt? Will ich mit liebe nicht vergelten, Wie er den haß vernodosud galt? 5. Mit muth verleumdung dulden müssen, Ist eine schwere pflicht: Doch lohn auch, wenn 574 Von den Pflichten gegen den Nächsten. ein gut gewissen Für unsre ehre spricht. 6. Dieß will ich desto mehr bewahren: So bessert mich mein feind, Und lehrt mich, weiser zu verfahren, Indem er's böse meint. 7. Ich will mich vor den fehlern hüten, Die er von mir erfann; Und auch die fehler mir verbieten, Die er nicht wissen kann. VISO 8. So will ich mich durch sanft muth rächen, An ihm das gute sehn, Und dieses gute von ihm sprechen: Wie könnt' er länger schmähn? 9. In seinem haß ihn zu ermüden, Will ich ihm gern verzeihn, Und, als ein christ, bereit zum frieden, Bereit zu diensten seyn. 10. Und wird er, mich zu untertreten, Durch güte mehr erhißt: Will ich im stillen für ihn beten, Und Gott vertraun; Gott schützt! ord 100) opp Mel. Kommt her zu mir, spricht. ört, die ihr mich 785.verfolgt umb 3. Die unschuld schmücke nur mein herz; Und jeden nicht verdienten schmerz Soll mir ihr trost versüßen. Es sey mein troft bei hohn und spott: Im himmel mein erbarmer, Gott, In mir ein gut gewissen! 151 4. Trug nicht mein Heiland meine schuld Mit unaussprechlicher geduld, Um Gott mich zu verfühnen? Für seine mörder bat der Herr; Am freuz, am freuze selbst bat er: Vergieb, e Vater, ihnen! il giusto saim 5. Sein hohes beispiel lehre mich Geduldig seyn, und brüderlich Mit feinden umzugehen! Erwachen stolz und rachbegier: So lenke mich, o Herr, zu dir Und auf dein kreuz zu sehen! 6. Nie rege sich in meiner brust Des hasses und der rachgier lust! Laß willig mich vergeben. Wer unrecht gern und leicht vergißt, Wer hier dir ähnlich wird, der ist Dein erbe; der wird leben. delthun verfolgt und Mel. Mach's mit mir, Gott. ſchmäht, Hört mein aufrichtiges 786.Der. bu, be tobe dem nah', für die, Die gebet: Herr, segne, chen! Es schmerzt mich, daß ihr herz mich haßt; Doch schone ste; laß diese last mich froh zu tragen suchen. dich erwürgten, batest! Der du vor deinem Vater sie, Du menschenfreund, vertrateft! Wann werd' ich doch dir ähnlich seyn, Und meinem feinde gern vers zeihn? 2. Du retteft gern aus jeder noth; Errett' auch meinen feind, o Gott; Vergieb ihm sein verbrechen! Und, wenn mit überlegter lift Ein Judas mich verräth und küßt: So wollest du's nicht rächen! 2. Ich wollte hoffen, trost im tod', Huld im gericht zu finden? Zu dir einst flehen: richte, Gott, Mich nicht nach meinen sünden! Und hörte nicht die stimm' in mir: Von der Liebe gegen die Feinde.. 575 Wie du vergiebst, vergiebt Gott| himmel nur ein feind Dankbare dir! freudenthränen weint! 3. Gottes, schalle mir Durch meine ganze ſeele: 787.net, per bu für Mel. O liebster Jesu, was. err, mein Versöhdu Wie du vergiebst, vergiebt Gott dir! Erwäg's, mein herz, und wähle! Der wählt den segen, wer vergiebt; Und der den fluch, wer rache liebt. mich littest, Und noch zur rechten Gottes für mich bittest! Erweck' in mir, du muster wahrer liebe, Der sanftmuth triebe! dron 4. Sey, seele, werth der seligfeit, Dich selbst zu überwinden Duld' und vergieb; denn Gott verzeiht, Und straft nicht deine sünden. Nicht rache; segen rufe du, Begnadigte! dem feinde zu. 5. Auch mein beleidiger hat theil Am Heiland aller fünder; Mit blut erkauft auch ihn zum heil Der todesüberwinder. An mich und ihn ergeht der ruf Des Gottes, der uns beide schuf. 6. D, könnt ihn meine fanft muth noch Zur seligkeit bekeh ren! Ihn, der mich haßt, das fanfte joch Der liebe tragen leh ren! Wie göttlich würd' es mich erfreun, Der retter meines feind's zu seyn! 7. Wie würd' er mir am weltgericht mit heißen thränen dan fen! Mein freund und bruder, ewig nicht Von meiner seite wanken, Und Gott erhöhen, des sen hand Uns für die ewigkeit verband! 8. Wie gern will ich, Gott, auf dein wort Haß und verfolgung leiden: Wie gern verzeihn, da du mir's dort Vergiltst mit folchen freuden! Wenn mir im 2. Wann hast du jemals haß mit haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, als dich frevler scholten. Du segneteft mit wohlthun nicht bloß freunde; Nein, selbst auch feinde. 3. Wie könnt' ich, Jesu, mich den deinen nennen, Und doch nen? Ich sollte jemals haß mit von rachgier gegen andre brenhaß vergelten? Ich wieder schel ten? 4. Wer nicht vergiebt, der wird für seine sünden Auch nicht bei dir, o Herr, vergebung fins den; Und dein ist nur, wer feinden gern verzeihet, Und sie erfreuet. 5. So heilige denn meiner seele triebe, Mein Heiland, durch den geist der wahren liebe! Vertilge durch die lust zu deinem namen, Der rachgier samen! 6. Wenn brüder mich aus haß und bosheit plagen: Laß mich sie klug, doch stets mit sanftmuth tragen; Und, wenn sie mich noch so empfindlich kränken: An dich gedenken! 7. Erwecke, Jesu, dann in meinem Herzen Aufs neue das gedächtniß deiner schmerzen! 576 Von den Pflichten gegen den Nächsten. Was hast du nicht in deiner lei| du mir; Herr, ich seh's, und den stunden Für mich empfun- folge dir. den! 4. Laß zugleich, o Gottes Sohn, Gern für meinen feind mich beten! Du hast unter schmach und hohn Bei dem Vater uns vertreten, Der du immer gutes thatst, Und für deine mörder batst! 8. Laß mich mit sanftmuth meinem feind begegnen; Den, der mir flucht, wie du, voll groß muth segnen; Und mache gegen alle, die mich haffen, Mein Herz gelaffen! 9. Will zu der rachsucht mich die furcht verführen, Als würd' ich sonst mein ganzes glück verlieren: Herr, so laß mich, ihr zu widerstehen, Auf dich dann sehen! 10. Du schüßzest den, der reddir Und überlich all nach deinem vorbild handelt. hier auf erden Dir ähnlich werden! meinen feind auch liebe, Und, wenn ich beleidigt bin, Mich nicht räch' und ihn betrübe; Un muthsvoll weil er mich fränkt, Und auf mein verderben denkt! 2. Du, der liebe höchstes bild, Lehre, Jesu, mich ihn segnen, Und, wie zornig er mich schilt, Sanft und freundlich ihm begegnen, Wenn er gleich mein elend sucht, Mich verleumdet, und mir flucht! 5. Dann, wenn ich, wie du, verzeih', In geduld, wie du, mich übe, Und, von aller rachsucht frei, Herzlich meine Haffer liebe, Dann,( verfolgt mich auch ein feind,) Ist und bleibt doch Gott mein freund. is ous Mel. Straf' mich nicht in. Mel. Jesus, meine zuversicht. 788.Gnen fint, daß ich Welche nicht vergeben. ieb mir, Jesut, dei 3. Gieb mir muth und wil ligkeit, Meinem Haffer zu verzeihen, Wie dein Vater mir verzeiht; Und auch luft, ihn zu erfreuen! Solch ein beispiel gabst 789. wird fie feyn Gure qual, verbrecher, Die dem bruder nicht verzeihn; Selber ihre rächer! Gott wird nicht Im gericht Denen einst vergeben, 2. Schreck', o Sohn, mein stolzes herz; Schreck's von deinem kreuze, Daß mich keiner rachsucht schmerz, Mir zu machtig, reize! Voller ruh', Sanft, wie du, Laß mich alles dulden; Mich nicht auch verschulden! 3. Ohn' erbarmen wird ste feyn Eure qual, verbrecher, Die dem bruder nicht verzeihn; Selber ihre rächer! Gott wird nicht Im gericht Denen einst vergeben, Welche nicht vergeben. 4. Hören, hören laß sie mich Diese donnerstimme; Wenn in schnellem zorn auch ich, Wie mein feind, ergrimme! Stark, Von der Fürbitte für alle Menschen. 577 wie du, Laß mich ruh', Laß mich| Vor des Teufels Trug und Lift weisheit finden, Und mich überwinden! Behüt' uns, Herr, Herr, unfer Gott! 5. Ausgeschüttet warest du, Heiligster, wie wasser; Höhnend riefen dir noch zu, Da noch deine haffer; Doch erscholl Liebevoll Deine stimme: Vater! Ach, vergieb's, mein Vater! JUTSC emu sodr Von der Fürbitte für alle strai Menschen. SONO 51197 Die Litanei. 790. Ewiger! Erbarme dich! Herr! Herr! Erbarme dich! Ewiger! Erbarme dich! Herr! Herr! Erhör' uns! Herr Gott, Vater im Himmel, Erbarm' dich über uns! Herr Gott, Sohn, der Welt Heiland, Erbarm' dich über uns! Herr Gott, heiliger Geist, Erbarm' dich über uns! Sey uns gnädig, Verschon' uns, Herr, Herr, unser Gott! 800 Sey uns gnädig! no schl@ s019 Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! SGS Vor allen Sünden Behüt' uns, Herr, Herr, unfer Gott! Vor allem Irrthum Behüt' uns, Herr, Herr, unfer Gott! Vor allem Uebel 6MM Vor einem bösen schnellen Tod' Behüt' uns, Herr, Herr, uns fer Gott! Tack Vor Pestilenz und theurer Zeit Behüt' uns, Herr, Herr, unfer Gott! Behüt' uns, Herr, Herr, unser Gott! deris Vor Krieg und Blutvergießen Behüt' uns, Herr, Herr, unser Gott! Vor Aufruhr und Zwietracht Behüt' uns, Herr, Herr, unser Gott! Vor Hagel und Ungewitter Behüt' uns, Herr, Herr, unfer Gott! ardags Vor Feuer und Wassersnoth Behüt' uns, Herr, Herr, unser Gott! SIIS Vor dem ewigen Tod' Behüt' uns, Herr, Herr, uns fer Gott! Durch deine heilige Geburt Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! 19 Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! Durch dein Kreuz und deinen Tod Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! dry sto namis( 2 Durch deine Auferstehung und Himmelfahrt om our Hilf uns, Herr, Herr, unser med Gott! indste mille In unsrer letzten Nothsd Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! Do naidumise 578 Von den Pflichten Am jüngsten Gericht Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! Wir armen Sünder bitten, Du wollest uns erhören, Herr, Herr, unser Gott! Und deine heilige christliche Kir che regieren und führen! Erhör' uns, Herr, Herr, unfer Gott! Alle Lehrer in Kirchen und Schulla fer Gott! len im heilsamen Worte Seine Räthe und Bediente mit und heiligen Leben erhalWeisheit und Treue auss rüsten! Sten! Erhör' uns, Herr, Herr, unser Gott! Allen Rotten und Aergernissen wehren! Erhör' uns, Herr, Herr, unl- fer Gott! Alle Irrige und Verführte wiederbringen! Erhör' uns, Herr, Herr, unser Gott! Den Satan unter unsere Füße treten! Erhör' uns, Herr, Herr, unfer Gott! boilfeld Treue Arbeiter in deine Ernte senden! Erhör' uns, Herr, Herr, unfer Gott! @bmw 10 Deinen Geist und Kraft zum den Worte geben! e gegen den Nächsten. Allen Kaisern, Königen und Fürsten Fried' und Eintracht geben! Erhör' uns, Herr, Herr, undocfer Gott! Unsern König leiten und schügen, und ihm eine friedlische und glückliche Regierung geben! Erhör' uns, Herr, Herr, uns Erhör' uns, Herr, Herr, unser Gott! ome lide Allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten! Erhör' uns, Herr, Herr, unser Gott! Erhör' uns, Herr, Herr, un ser Gott! Diese ganze Stadt, den Rath, ( dieses ganze Amt, unsre) die Schule und Gemeine fegnen und behüten! C Erhör' uns, Herr, Herr, unfer Gott! Janu Alle Seefahrende vor Gefahr beschirmen! Erhör' uns, Herr, Herr, unser Gott! Alle Deiche, Dämme und Schleusen vor Schaden bewahren! Erhör' uns, Herr, Herr, uns ser Gott! Allen Schwangern und Säugenden fröhliche Frucht und Gedeihen geben! Erhör' uns, Herr, Herr, unser Gott! Aller Kinder und Kranken pflegen und sie warten! Erhör' uns, Herr, Herr, unser Gott! Alle unschuldig Gefangene los und ledig machen! 579 Von der Fürbitte für alle Menschen. Erhör' uns, Herr, Herr, un| Herr! Herr! Erbarme dich! ser Gott! In Ewiger! Erbarme dich unser! Alle Wittwen und Waisen verAmen! This 80 [ nou theidigen und versorgen! Erhör' uns, Herr, Herr, unser Gott! 0ml- 1001 Allen, die in Noth und Gefahr sind, mit Hülfe erscheinen! Erhör' uns, Herr, Herr, unand fer Gott! Aller Menschen dich erbarmen! Erhör' uns, Herr, Herr, unser Gott! Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben, und sie bekehren! Erhör' uns, Herr, Herr, unfer Gott! Die Früchte auf dem Lande und die Fische im Wasser segnen und bewahren! Erhör' uns, Herr, Herr, unthe fer fer Gott! Und uns gnädiglich erhören! Erhör' uns, Herr, Herr, uns fer Gott! im O Jesu Christe! Gottes Sohn! Erbarm' dich über uns! O du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt! Erbarm' dich über uns! O du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt! Erbarm' dich über uns! O du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt! Verleih' uns steten Frieden! Herr! Herr! Erhör' uns! Ewiger! Erbarme dich! Eine andere Litanei. 791.Ewiger! Erbarme dich! Herr! Herr! Erbarme dich! Erbarme dich! Ewiger! Herr! Herr! Erhör' uns! Herr! Gott! Vater! und Schöpfer! d Erbarm' dich über uns! Herr! Gott! Sohn! Weltverföhner! mid GmG sig Erbarm' dich über uns! Geist des Vaters und des Sohns! Erbarm' dich über uns! Schau, wir sind Staub! a du bist ewig, ewig, Gott! Wir sind auch ewig! o list Herr! Herr! Gott! Ausgeföhnter! Vor unserm Stolze, Vor unserm Leichtsinn, Vor unsrer Trägheit, Vor unserm bösen Herzen Behüt' uns, Herr, Herr, unfer Gott! fer Gott! Sun Bla Vor aller Empörung gegen dich, Vor aller Feindseligkeit gegen imunsre Brüder Behüt' uns, Herr, Herr, unfer Gott! 179 Vor dem Gifte der Spötter deiMihines Worts, Vor den Finsternissen des Aberglaubens Behüt' uns, Herr, Herr, uns ser Gott! Vor zu schwerer Anfechtung, Do2 580 Von den Pflichten gegen den Nächsten. Vor der Seele Tode, Vor dem ewigen Tode optar Behüt' uns, Herr, Herr, unfer Gott! 1100 Erhör' uns, Herr, Herr, unfer Gott! Die noch nie bekehrten oder wies In der abgefall'nen Sünder, Die wähnen, daß sie leben, und todt sind, 191 0 Erweck' aus ihrer Seele Tode! Erhör' uns, Herr, Herr, unser Gott! amod Die es nicht lernen wollen, daß sie bekehrt werden müssen, Laß nicht die Feinde des Kreuzes Christi Ho Nach dem Tod' erst, und dann Durch deine heilige Geburt smHilf uns, Herr, Herr, unser Gott! Durch dein unschuldiges Leben Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß Hilf uns, Herr, Herr, unser 19 Gott! Durch deinen Tod am Kreuze Hilf uns, Herr, Herr, unser 16 Gott! Weil du vom Tode auferstandst, Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! gian 3 Weil du zu deinem Vater gingst, Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! Weil du zu seiner Rechten herrschest, this? 70 Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! jomaso In unserm Todem lids 12 Hilf uns, Herr, Herr, unser hid Gott! Im Weltgerichte H 15 3020 20 Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! 8101 udsen Erhör', erhör' uns, Herr! Herr! Gott! barme herzig! und gnädig! und treu! und geduldig! dzo Erhalte deine unsichtbare Kirche, Durch deine nicht erforschte, aber göttliche und allmächtige Vorsehung! zu spät, es lernen; Laß auch sie eilen, und ihre Seele retten! ST Erhör' uns, Herr, Herr, unfer Gott! Erhalt' uns in deiner Heiligung! Führ' uns selbst deinen schmalen Weg Durch die enge Pforte Zum ewigen Leben! 331 Erhör' uns, Herr, Herr, unfer Gott! onu 00: 0 Laß es uns mit gewisser ZuverIndo ficht wissen, hd Q Es mit freudigem Glauben empfinden, m n2 ud Daß wir auf deinem schmalen Wege mindre Durch die enge Pforte Zum ewigen Leben wandeln! Erhör' uns, Herr, Herr, unser Gott! Laß es uns recht innig lernen, Durch viele theure, himmlische Erfahrungen lernen, Wie leicht deine Laft, ng Wie sanft dein Joch sey! Von der Fürbitte für alle Menschen. Erhör' uns, Herr, Herr, unfer Gott! Wenn es unserm schwachen Her zen zu schwer, 5103 Wenn es uns keine leichte Last Und kein sanftes Joch mehr scheint, Oder, wenn wir wirklich dein Kreuz Auf uns nehmen und dir folgen müssen: Dann überzeug' uns mächtig, Daß der Weg, den du uns führst, Für uns der beste Weg Mus Zum ewigen Leben sey! Erhör' uns, Herr, Herr, unfer Gott! 0511 e D, daß wir, du Liebe! Der uns zuerst geliebt hat, Der für uns gehorsam bis zum Sm Tode ward, 00 Bis zum Tod' am Kreuze; D, daß wir von ganzer Seele, Sijpl 29112 Aus ganzem Herzen, Aus allen Kräften, Erbarmer! slis dich liebten! had s 581 Erhör' uns, Herr, Herr, un pilfer Gott! bu n Laß uns unsre Feinde lieben, Segnen, die uns fluchen, n Für die beten, die uns beleidi mi gen und verfolgen, Daß wir vollkommen seyn, wie Sadu! in? old us to Erhör', erhör' uns! O Jesu Christe! Gottes Sohn! Erbarm' dich über uns! du Lamm Gottes, daß der du Welt Sünde trägt! dill Erbarm' dich über uns! E O du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt! Erbarm dich über uns! . Erhör' uns, Herr, Herr, unfer Gott! bu dung un du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt! Gieb uns deinen Frieden! Herr! Herr! Erhöre uns! Erbarme dich! Ewiger! Herr! Herr! Erbarme dich! Ewiger! Erbarm' dich unser! Mogging Amen! S Glaubens, ing llor gas Hilf uns kämpfen und ringen, und überwinden! Mel. Wenn wir in höchsten. ür 792.& ir infern nächsten beten wir, D, daß wir unsre Brüder, after, wie für uns, zu dir. Gieb, Für die du, wie für uns, binder du aller Vater bist, Gieb jeGehorsam bis zum Tode wardst, dem, was ihm selig ist! Bis zum Tod' am Kreuze; 2. Dir opfert unser lobgeDaß wir ste, wie uns selber, sang, Anbetung, ehre, preis und sed liebten! dank, Daß du auch unsre BrüErhör' uns, Herr, Herr, under liebst, Und ihnen so viel gusofer Gott! bise Loto uen bid tes giebst. Laß uns aufsehn auf dich, Anfänger und Vollender unsers Itistpil 3. Dank, daß du auch an fie gedenkst, Den Eingebornen ih nen schenkst; Zu deinem himmel sie auch schufst, Zum glaus ben sie, zur tugend rufft! tid 582 Von den Pflichten gegen den nächsten.! 4. Daß mit dem glück der zeit sie auch Durch ihren heiligen gebrauch Gesegnet sind; daß nach dem tod' Auch sie dich sollen sehn, o Gott! 31172 5. Deß freun wir uns, und danken dir, Und beten brünstig, Gott, zu dir; Laß stets sie deine finder seyn, Und ewig deiner huld sich freun! 6. Nimm ihrer väterlich dich an, Und leite ste auf deiner bahn, Und mache sie für deinen ruhm Zu deinem erb' und eigen thum! 7. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren glück; Und wer von dir sich führen läßt, Den mach' im glaus ben treu und fest! 8. Entreiß des lasters tyrannei Die fünder; mache, Gott, fie frei, Daß fie mur deine pfade gehn, Und einst dein vaterantlitz ſehn! 9. Gieb allen einen frohen muth! Bewahr' ihr leben und ihr gut; Ihr haus; ihr bestes eigenthum, Des guten namens glück und ruhm! di andr and med 10. In ihrer noth verlaß sie nie; Und sind sie traurig: tröste fie! Gieb ihnen hier zufriedenheit; Dort deines himmels fe ligkeit! si 11. Wir all', einst deinen en geln gleich, Erhöhn, versetzet in bein reich, Dich ewig! ewig danfen wir, D unser aller Vater, dir! dragin aug Fürbitte für Zweifler und Ungläubige. Mel. Erbarm' dich mein. Is Gott dich deis 793.218 Welch licht kam, Jesu, da hers nem volke gab, ab! Der falschen götter dienst verschwand; Da ward dein Va wer ihr Schöpfer ist, Und sah, ter recht erkannt; Die welt sah, daß du ihr Heiland bist; Die völker eilten voll begier Nach licht, o Menschenfreund, zu dir. 2. Nun hat die welt dein göttlich licht; Und achtet seines segens nicht. Verhaßt ist, Jesu, ihr dein wort; Weit pflanzt sich diese feindschaft fort. Mit bitterkeit, mit hohn und spott Empöret sie sich wider Gott, Und stürzet sich mit frechem sinn In aller laster abgrund hin. 3. Auch manchen bessern fes felt doch Gepriesner vorurtheile joch. Von deiner wahrheit ungewiß, Verweilt er in der finsterniß. Er spottet deiner lehre nicht, Und glaubt und fürchtet dein gericht; Uebt manches gute werk, und ist Dir nahe, Herr, und doch kein christ. an M 4. Herr, nicht mit fleiß' bes thört er sich; Erbarm', erbarme seiner dich! Nicht stolz, noch bosheit, bloßer wahn Entfernt ihn noch von deiner bahn. Sein herz will gut seyn: sein verstand Hat nur noch nicht dein heil erfannt. Das laß ihn suchen; 583 Bon Von der Fürbitte für alle Menschen. leit' ihn nur, Geift Gottes, auf| re; Seine nachwelt flag' und des glaubens spur! all thin traure; Wo sein grab ist, weine dann, Wer, was gut ist, schäs gen kann! 5. Zeig' ihm, daß seine tugend nicht Gerecht ihn mach' im weltgericht; Daß er von sünd' und schuld nicht frei Vor Gott und im gewissen sey! Laß ihn des Mittlers wunder sehn, Und seine lehre recht verstehn! Er prüfe sie gewissenhaft; Dann stegt in ihm der wahrheit kraft. 6. Wohl ihm dann! seine see le wird Sich's nicht verhehlen, daß sie irrt. Er wird zum kreuze Jesu fliehn, Gerecht zu seyn vor Gott durch ihn. Bekennen wird er's öffentlich: Er glaub', o Jesu, nun an dich; Auch wird ihn nichts so sehr erfreun, Als dieses heil, ein christ zu seyn. 7. Für jede seele, die von dir Aus irrthum weichet, beten wir! Auch die mit fleiß' dir widerstehn, Laß, Herr, auch die nicht untergehn! Entreiß des lasters tyrannei Ihr thöricht herz, und mach' es frei! Dann glauben ste, dir, Herr, zum ruhm, Auch an dein Evangelium! 2. Unvergeßlich sey sein name! Nur die fünder treffe schmach! Jeder folg' ihm; ies der ahme Seiner tugend thaten nach! Sanft und heiter stral er immer, Wie der abendröthe schimmer Sanft und lieblich Gottes welt, Eh' es nacht wird, noch erhellt!@fisibilgung 3. Denn so kehren seine thas ten Segnend in die welt zurück; Bleiben immer reiche saaten. Für der nachwelt heil und glück. Gott, der richter aller welten, Wird ste öffentlich vergelten: Jebe bringt er einst ans licht; Bloße fehler straft er nicht. 4. Darum schaue diese keiner, Um sie zu enthüllen, an; Denn wo lebt auf erden einer, Der nicht irre gehen kann? Der mit immer reinem triebe Seine tu gend übt aus liebe? Wen der tugend werth erfreut, Hüllt dieß in vergessenheit. Ishiges mind 5. Preift den segen ew'ger liebe, Daß sein tod, der euch bes trübt, Reiz zum guten, luft und triebe, Aehnlich ihm zu werden, giebt! Preift, daß Gottes hohe gnade Ihn der tugend sichre Mel. Alle menschen müssen. er mit luft und Wandeln ließ, und bis 794. eifer strebte, ans grab Dazu licht und kraft ihm gab! Von den Gesinnungen des Christen über den Tod der Frommen. 130920 Nüßlich seiner welt zu seyn; Wer nicht bloß für sich nur leb6. Also ehret edle brüder, te; Menschen suchte zu erfreun: Wenn sie nun im frieden ruhn; Deß gedächtniß bleib', und dau-| Dem so wird man einst euch 584 Von den Pflichten gegen den Nächsten. wieder, Wenn ihr ihnen folget,| nehmt es alle!) Sehe zu, daß thun. Fort zu pflanzen eure na er nicht falle! dig god men, Eurer tugend nachzuah- 4. Richtet nicht! denn wer men, Euer beispiel zu erneun, kann wissen, Wer von ihnen, Wird sich eure nachwelt freun. wie ein brand Noch des zornes flamm' entriffen, Bei dem Herrn erbarmen fand? Ueberschaut ihr alle pfade Seiner wunderbaren gnade? 7. Wenn ihr sterbet, wird sie flagen: Wieder starb ein edler mann! Gott, belohn' ihn! wird sie sagen, Nimm auch ihn zu ehren an! Laß ihn deinen himmel erben! Laß uns seines todes sterben! Preis und unvergänglichkeit Dem, der gut zu ſeyn sich freut! 5. Hättet ihr durch sie gelitten, Was ein mensch nur leiden kann, Und ihr hörtet ihre bitten: Brüder, flaget uns nicht an! Würd' euch euer herz nicht brea chen? Wolltet, könntet ihr euch rächen? 6. Seufzt ein fünder: habt ich bin! Kämt ihr nicht mit offerbarmen, Seht, wie jammervoll nen armen Zu dem jammervollen hin? Würd' euch euer herz nicht brechen? Könntet, wolltet thous not Von den Gesinnungen des Christen über den Tod derer, die in Sünden gelebt haben. libir Mel. Herr, ich habe mißgeh. 795.Richtet nicht, wenn ihr euch rächen? Rufet nach dem tode nicht Ueber ste herab verderben, Gottes don ner und gericht! Welch ein jam mer, bloß zu wissen, Wie sie dann erzittern müssen! ngse 7. Und ihr habt ihn nicht ers schaffen, Habt ihn nicht mit blut erkauft; Aber Gott hat ihn erschaffen, Gott hat ihn mit blut erkauft. Er, der Gott ist, kann erretten; Kann im tode noch erretten. 2. Fluchet ihnen nicht; fie follten Kinder Gottes seyn, wie wir; Konnten's werden, wenn sie wollten; Jeder war ein mensch, wie ihr. Daß sie nach dem tod' auch leben: Wer kann's denken, und nicht beben? 8. Aber heilig dunkel decket, Was Gott thun kann oder will. Durch der fünder tod erschrecket, Stehe, wer noch irret, still. Kehrt zurück zu seiner gnade, Auf der tugend sichre pfade! 3. Wer darf richten? wer vers 9. Laßt nicht erst des grabes dammen? Wißt: es ist ein Eis niger, Welcher richten und verdammen Und vergeben kann: der Herr! Wer da steht,( vers schrecken,( Ach! wie furchtbar sind nicht die!) Euch zur heilis gung erwecken; Eilet und bes schleunigt sie! Die nur, welche Von d. Gesinnungen d. Christen über d. Tod d. Sünder. 585 Heilig leben, Dürfen nicht im| nes frühlings freun! Bekehr' ich tode beben. nur im alter mich: Erbarmet Gott schon meiner sich! 10. Er ist nur für die ein schlummer, Die, was Gott gebietet, thun, Um, befreit von allem fummer, Bis die ernte kömmt, zu ruhn. Selig sind sie, Gottes erben, Die des Herrn sind, eh' sie sterben! 3. Noch da er's sprach im fres chen muth, Da stocket ihm ein tröpflein blut; Und, wie ein sturm, reißt ihn in's grab Ein schreckenvoller tod hinab; surtsanze 4. Und ins gericht! ich zittre, Gott! Vor einem bösen schnellen tod' Bewahre mich; vor sicherMel. Christ, der du bist der. 796.Ah, wer auf spåte heit, Und vor dem mißbrauch meiner zeit! sidston buße hofft, Erwäg', erwäge doch, wie oft Der sünder plötzlich vor's gericht Gerufen wird, und frevle nicht! 5. Damit ich wachsam sey, und nicht Geh' unbereitet ins gericht: Erfülle mich mit furcht 2. Ich, sprach er, will erst und scheu, Bis einst mein ende fröhlich seyn; Ich will mich mei- selig sey! asb mnd V. Von den Pflichten der Christen in allen Ge sellschaften, besondern Zeiten, Lebensarten und Umständen. ud ad fnd sin 5) Wahre Christen suchen allezeit das Beste der häuslichen, bürgerlichen und kirchlichen Gesellschaften, worinnen sie leben; und thun nach den Vorschriften Gottes in allen besondern Uem-= tern, Lebensarten, Zeiten und Umständen zu seiner Ehre alles Gute, wozu sie Vermögen und Gelegenheit haben. S alspt bod bilo o # 13 Lieder für die christlichen der Ehen, Durch ihre freuden unStände, Gesellschaften und ser glück erhöhen, Wenn Mann und Weib, vereinigt, deinen wilLebensarten. len Getreu erfüllen. Vom Hausstande. 2. Wie viele ströme sanfter, füßer triebe Entquellen nicht der Lieder für Eheleute. Mel. O liebster Jesu, was.dehelichen liebe; Damit durch sie, 797.0 u willst, o Gott, von volk zu volk, die erde Ges du stifter auch segnet werde! ( 12. 586d Lieder für die christlichen Stände, 3. Daß aller fräfte, Herr, zu Einem ziele Hinstreben müssen; einig im gefühle Der alles seg nenden so milden triebe Der menschenliebe. 4. Nur darum sollten hier aus Einem blute Wir all' entsprins gen; all' aus Einem blute, Zu Eines Gottes findern schon auf erden Vereint zu werden. 5. Daß deine menschen doch dieß fühlen möchten! Was würde von geschlechten zu geschlechten Für heil und wonne sich durch alle zeiten Umher verbreiten! thi Slim big 6. So wird's geschehn; nur sey du stets mit ihnen, Und gieb, daß Mann und Weib dir willig dienen, Und, was du, Herr, gebeutst, mit feſtem willen, Und froh erfüllen! ansdo? dno 34 schufft, Und sie im glücke, wie im leiden, zu großer pflichten übung rufft! Gieb, daß sie beide dir sich weihn; Sich deiner über alles freun! mit 7. Daß sie, einander treu, sich nie betrüben, Die tugend mehr, als lust der sinne, lieben, Sich selbst genug, durch wahre from me freuden, Im glück und leiden; 8. Daß ihre finder sie zu deiner liebe Früh bilden mögen, und zur menschenliebe; Daß sie, für's glück der welt ste zu erziehen, Vor eifer glühen! 9. Wie werden sie dich, stifter auch der Ehen, mit welchem danke, Vater, dich erhöhen, Daß wir entspringen all' aus Einem blute; Nur Einem blute! 798. Mel. Wer nur den lieben. on dir sind, Gott, der Ehe freuden. Du, der du Mann und Weib er2. Grhalte sie auf deinen wegen; Nimm alles ihres thuns dich an; Und laß sie jedes glückes segen Mit dank aus deiner hand empfahn, Wenn ihr vereis nigtes gebet Zu dir um gnad' und Hülfe fleht! 3. Es sey durch deines Geis stes triebe Geheiligt dir ihr geist und leib! Wohl ihnen, wenn mit treuer liebe Das Weib den Mann liebt; er das Weib! Wenn immer gleiche zärtlichkeit Ihr reines herz vor dir erfreut! 4. Wohl ihm, wenn er in schweren tagen Mit frohem sinne ihrer pflegt; Wenn er des lebens last und plagen Für sie mit festem muthe trägt. Wohl ihr, wenn sie nach kräften strebt, Ihn zu erfreun, für ihn nur lebt! 5. Wenn sie, geschäftig seinen willen Mit zärtlicher gefälligkeit 3u seiner freude zu erfüllen, Sich über seine freude freut; Wenn er ihr bitten, sey's auch schwer, Doch gern erfüllt, mehr freund, als herr; 6. Wenn sie mit liebevollem herzen Mitleidig seinen kummer theilt; Und er, gerührt von ihren schmerzen, Sich fühlt, sich zu ermannen eilt; Und nun, durch ihren troft erquickt, Muthvoller duldet, was ihn drückt! 7. Wenn sie einander, wo sie Gesellschaften und Lebensarten. 587 fehlen, Sanftmüthig nachsehn| Gott fürchten, ihm geweiht; und verzeihn; Wenn sie mit im mer frommen seelen Im guten sich zu wachsen freun; Wie wächst, mit jedem augenblick, Mit ihrer tugend auch ihr glück! 18. Wenn sie dann mutter wird; er vater; Er an sein Herz Freut eures glücks euch, laßt nicht ab zu danken dem, der sie euch gab! Lobsingt dem Herrn! 2. Dank sey dem höchsten Vater, dank, Daß es euch durch ihn gelang, Dem himmel bürger zu erziehn; Deß freuet euch, und preiset ihn! Lobsingt dem Herrn! säugling drückt: Heil ihr, der mutter! heil dem vater, Den deine beste gab' entzückt! Was wallet, Gott, für hohe lust Durch ihre liebevolle brust! 3. Der segen eurer zärtlichkeit, Deffen ihr vor ihm euch freut, Ist seine gabe, sein geschenk; Deß bleibet ewig eingedent, Und dankt dem Herrn! FUSO 4. Wenn Söhn' und Töchter um euch her Blühn, und täglich eifriger, Was gut ist, lieben: welche lust Durchströmet täglich eure brust! Lobsingt dem Herrn! 5. Rinnt dann, ihr freudenthränen! rinnt, Daß fie fromm und glücklich sind; Die töchter keusch und sanft und gut; Der sohn zu thun voll luft und muth, Was Gott gebeut! 6. Schaut in die zukunft froh hinaus! Gott bauet ihnen auch ihr haus; Auch er wird Mann und Vater seyn; Auch sie wird Weib und Mutter seyn; Lobsingt dem Herrn! 9. Gesegnet laß sie so auf ers den, Gesegnet auch im himmel seyn! Laß ihren samen heilig werden; Laß ste ihn deinem dienste weihn, Und eifervoll sich nur bemühn, Dem himmel bürger zu erziehn! 10. Laß nichts die hohe hoffnung mindern, Dir einst zu sagen: hier sind wir! Hier sind wir, Gott, mit unsern findern! Sie folgten uns, fie folgten dir! Nimm uns mit unsern findern an! Laß uns, laß sie dein reich empfahn! Bond stand 11. Von dir sind, Gott, der ehe freuden; Du, der du Mann und Weib erschufft, Und sie im glücke, wie im leiden, zu großer pflichten übung rufft! Wohl ihnen, wenn sie dir sich weihn! Ihr glück wird groß und ewig seyn! Lieder für Ueltern. Mel. Gelobet seyst du, Jesu. 799.0 ie ihr beglückt mit tindernseyd, Die 7. Gesegnet wird auch ihr geschlecht; Denn das ist der frommen recht Und segen; also wird belohnt Ein jedes haus, wo tugend wohnt! Lobsingt dem Herrn! 8. Ihr könnt auch wohl noch enkel sehn Auf den pfaden Gottes gehn; Sie euren frommen kindern gleich, Und einst versam 588 Lieder für die christlichen Stände, melt all um euch, Bei Gott,| verstehn, Wenn sie auf euren bei Gott! hip beg wandel sehn, Was gut, was bös ist; leicht gerührt Von dem, wozu ihr ste verführt! bil 7. Erwägt: ihr herz ist schwach und weich; Drum rühmt vor ihren ohren euch Der übertretung eurer pflicht In eurer frühen jugend nicht! d 8. Muthwillen lobet nie, nie preift Des knaben schadenfrohen geist, Als wär' es nur ein muntres Herz, Und lügen nur ein spiel und scherz! ngais e 19. Erweckt für's gute ihr ges mat Mel. Herr Jesu Chrift, dich. 800.Groß ist, ihr Ael- fühl; Ihr herz zu bilden, sey das tern, eure pflicht! Verzärtelt eure finder nicht; Gewöhnt sie schon in früher zeit Zu müßlicher geschäftigkeit. ziel, Nicht bloß zum anstand vor der welt, Nein, nur zu dem, was Gott gefällt! sind m 2. Wohl euch, wenn keiner je vergißt, Was aller weisheit an fang ist! Daß liebe gegen Gott, und scheu Vor ihm, die beste flugheit sey! 10. Gewöhnt sie an der tugend müh', An ernst, an fleiß; und lehret ste, Daß arbeit keine sklaverei, Das ste das glück des menschen sey! toplot to the 3. Lehrt sie, wenn ihr verstand erwacht, Gott kennen, seis ne lieb' und macht; Lehrt sie auf seine werke sehn; Und, was ste lernen, auch verstehn! 11. So nehmt euch ihrer seelen an! Gott richtet einst, und fordert dann, Wenn ihr nicht, was ihr thun sollt, thut, Von eurer hand der finder blut. 9. Wenn ihr dann hingeht: redet dann Segnend eure lieben an: Bleibt gut und fromm, so werdet ihr Auch selig sterben; froh, wie wir! Auch froh, wie wir! 10. Die ihr beglückt mit findern seyd, Die Gott fürchten, ihm geweiht: Freut eures glücké euch, laßt nicht ab zu danken dem, der sie euch gab! Lobsingt dem Herrn!!! 4. Besorgt für ihren leib, und mehr Für ihren geist, schaut stets umher, Was ihrer unschuld schaden kann, Und führt sie früh zur tugend an! 5. Erstickt durch unterricht und zucht Der ersten sünden keim und frucht, Damit sie Got tes ebenbild Früh werden; liebreich, sanft und mild! 6. Gedenkt, daß kinder leicht 12. Erwägt's, und fürchtet sein gericht, Um auch vor seinem angesicht Euch ewig ihrer zu erfreun; Denn sie sind sein ges schenk, und sein! Mel. Freu' dich sehr, o meine. 801.orge bu für meine du du selber gabst sie mir. Zwar ich weiß es, sie sind fünder, Aber auch versöhnt mit dir; Für die zeit und ewigkeit Durch die taufe Gesellschaften und Lebensarten. 589 das gift des lasters nicht Ihr unschuldig herz verderbe, Froh sie segne, wenn ich sterbe! dir geweiht; Dein zu seyn, und dir zu leben, Dir, o Vater, über geben. wie 2. Ihr gelall hast du gehöret, Ihre schwachheit unterstützt, Sie erhalten, sie ernähret, Und sie väterlich beschützt. Die sich deines anschauns freun, Engel ach ten's nicht zu klein, Unbemerkt oft, vor gefahren Diese kleinen zu bewahren. de 7. Laß sie jeden tag auf erden ( Darum bitt' ich dich, o Herr!) Weiser stets und besser werden; Andern immer nützlicher! Gieb vom glücke dieser welt Ihnen das, was dir gefällt; Nur, daß weder stolz noch freude Sie von deiner liebe scheide! sang 3. Sollt' ich dir für diese güte Nicht von Herzen dankbar seyn? Mit frohlockendem gemüthe Ihrer mich vor dir nicht freun? O, wie theuer sind ste mir; Sie, ein segen, Gott, von dir. Ja, sie sind's; und wie viel segen Schenfest du mir ihrentwegen! 4. Du, mein Schöpfer und Erhalter, Bist von kindheit auf| 9. Der triumphtag der ges mein Gott; Bist mein Gott einst auch im alter; Sey auch meiner finder Gott! Segne sie; behüte sie; Deine huld verlaß ste nie! Laß sie, dir zum wohl gefallen, Frühe deine wege wallen! 8. Keins von meinen findern werde Elend durch des lasters lohn; Keins den freunden zur beschwerde; Keins der feinde spott und hohn; Nüßlich laß der welt ste seyn; Laß sie keine arbeit scheun; Sich des mangels zu erwehren, Stets sich ihres fleißes nähren! Ung rechten Sey ein wonnetag auch mir! Hilf, daß zu des richters rechten Keins mir fehle, Herr, vor dir; Dann frohlock' ich: Richter, steh! Hier bin ich; hier sind auch die, Die dein Vater mir verliehen, Sie zum himmel zu erziehen! u stola drit Lied bei der Taufe eines Kindes. Mel. Nun lob' mein' seel' den. 5. Ach, mein Gott, was für gefahren Warten ihrer in der welt, Wenn nicht, Herr, sie zu bewahren, Deine hand fie führt 802.Geweiht zum ei stenthume Ift feyn, Aller lüste reizung scheun, Nur auf deinen ruf sie achten, Aller spötter spott verachten! 6. Gieb, daß sie mit ernst dir dienen; Sey mit ihnen; nimm auch nie Deinen guten Geist von ihnen; Leit' auf deine wege sie; Damit ich, voll zuversicht, Daß dieses find nun, Gott geweiht. Erzieh' es dir zum ruhme, O Vater der barmherzigkeit! Verlängert deine liebe Sein leben; so verleih' Durch deines Geistes triebe, Daß es, dir immer treu, Den hohen werth der tugend Schon früh empfinden lern'! Lieder für die chriftlichen Stände, 590 Es folg' in seiner jugend, Es folge stets dir gern! pidabir 2. Auch wir sind Gott geweihte Durch unsre taufe; der gedank' Ermuntr' uns auch noch heute zu einem neuen lobgesang; Entflamm' uns zum vertrauen, Mit kindlich frohem sinn Gen himmel aufzuschauen, Zu unserm Vater hin; Erweck' uns, zu ermessen, Was uns sein wort verspricht, Und nimmer zu vergeffen Der ihm gelobten pflicht! 3. Du Vater von uns allen, D, lehre du uns selber thun Nach deinem wohlgefallen; Laß dei nen segen auf uns ruhn! Du wirst zu diesem leben, Wie du bisher gethan, Was wir bedürfen, geben. Verleih' uns nur alsdann Die beste deiner gaben, Daß wir durch Jesum Christ Theil an dem erbe haben, Das unverwelklich ist. 5. Im glauben mache sie ges wiß; Bewahre ste vor ärgerniß, Und wider der verführung list, Weil Jesus ihr Erlöser ist! 6. Hilf, daß sie dich an jedem ort Vor augen haben und dein wort, Und sich besleißen jederzeit Der tugend, zucht und frömmigkeit; 7. Daß wir in ihnen christen sehn, Die freudig deine wege gehn, Und bürger einst, voll luft und muth, zu thun, was edel ist und gut! 8. Erhör' uns, Vater, Sohn und Geist, Wenn dich auch find und säugling preis't! Wie dans ken einst, o Bater, wir mit allen unsern findern dir! than Anis dos Lied für Kinder. zamis Mel. Mach's mit mir, Gott. 804. Herr, mein Bater, dein gebot Sey mir ins Herz geschrieben: Den ältern sollst du bis zum tod' Gehorchen, und sie lieben! O, dieser lieben theuren pflicht Vergeffe meine seele nicht! 2. Von meiner ersten kindheit an Erzeigten sie mir gutes; Mehr als ich je vergelten kann, Erzeigten sie mir gutes. Noch immer sind sie für ihr kind So zärtlich, noch so gut gesinnt. no 3. Nun, weil ich lebe, will ich sie Auch wieder zärtlich lieben; Gern ihnen folgen, und sie nie Fürbitte für Kinder. 19Mel. Christ, der du bist der. ie finder, deren wir uns freun, Sind alle, Gott und Vater, dein; Sind deine beste gab', o Herr! Bewahre sie, Barmherziger! 2. Wenn treuer ältern liebe fucht, Sie aufzuziehn in deiner zucht: So steh', damit sie glück lich sey, Mit deiner weisheit ihnen bei! 4. Gesegnet sey ihr unterricht! Laß sie durch deines wortes licht Dich recht erkennen; leite fie; Gefährlich irren laß sie nie! shall 3. Gieb allen kindern lernbegier; Zum guten lust und furcht vor dir; Und laß sie meiden ohne zwang Troß, eigensinn und müssiggang! Gesellschaften und Lebensarten. 591 gensinne! Erzurnen und betrüben; So hange zum gewinne, Vom etwerd' ich ihre freude seyn, Und einst, o Gott, auch ewig dein! Lied für Hausherrschaften. Mel. O liebster Jesu, was. 805.Degen ie menschen mö 8. Laß jeden denn auf deine rechte sehen, Um seinem Hause klüglich vorzustehen! Gieb jes dem auch zu diesem edlen werke Licht, muth und stärke! Lied für Bediente. gen herrschen oder dienen: Du bist ihr Herr, o Gott, und du giebst ihnen, Diri Mel. O liebster Jesu, was. zu gehorchen, als getreue tnech 806. te, Gesetz' und rechte. icht alle können herrschen; viele sollen Gehorchen, wenn sie glücks lich werden wollen, Und willig, ( forderst du es, Gott, von ihnen,) Den brüdern dienen. 2. Laß ste, die dir noch mehr gehorchen müssen, Als men schen, wo es fordert ihr gewissen, Thun, was du liebst, mit lust, dir zu gefallen, Dir treu vor allen! 3. Gieb ihnen ein gehorsam herz und treue, Daß jeder seines rufs von dir sich freue! Mit eifer laß sie ihrer Herren willen Mit luft erfüllen! 4. Laß nichts fte mit betrügerischen Händen Veruntreun, nichts verderben, nichts entwenden; Und keiner sey, wer lohn empfängt und pflege, Zur arbeit träge! emotsiens 5. Laß sie der demuth pflichten nie vergessen, Daß keiner, selbstklug, trozig und vermessen, Sich billigen befehlen widersetze, Sie nie verlege! 2. Und diese heiligen gesetze sollen Sie halten, wenn sie glücklich werden wollen; Vereinigt alle durch der liebe bande In jedem stande. 11.102 3. Wer seinem hause vorsteht, soll sich hüten, Was er befiehlt, tyrannisch zu gebieten; Mit härte zu beherrschen, die ihm dienen, Sich nie erkühnen; 4. Soll denken beim gebrauche deiner gaben, Daß herren ihren Herrn im himmel haben, Und, die ihm unterthan sind, nimmer frånken, Mit liebe lenken; 5. Soll ihnen den verheißnen lohn nicht schmälern; Wohlthätig, nachsichtvoll bei ihren fehlern, Und wie so leicht er selber könne fehlen, Sich nie verhehlen; 6. Soll liebreich seyn, geduldig und gelinde, Daß er vor seis nem richter gnade finde, Daß der, wie er belohnt, auch ihn belohne, Wie er schont, schone. 7. Doch, Gott, wie leicht, wie leicht wird, wer regieret, Zum mißbrauch seines ansehns nicht 6. Auch, was sie nicht verstehn, laß sie mit freuden Vollbringen; mit gelaffenheit auch verführet, Von eitelkeit, vom Leiden; Nicht gleich( sie haben 592 Lieder für die chriftlichen Stände, auch viel zu bereuen;) Um rache| Gott! Früh lehre diese dein ges schreien! bot, Fleiß, demuth, dienstbefliss senheit, Zur tugend luft und willigkeit! 6. Bewahre sie vor ärgerniß; Und mach' auch ihren gang ges wiß. Auf deinen wegen leite fie; Verlaß sie in versuchung nie! do 7. Daß, wer sie sieht, sich ih rer freu' Und gern ihr rath und beistand sey; Daß sie, hier glücklich, sich auch dein, O Gott, in deinem himmel freun! mallo! Für junge Leute, die in kümmerdolichen Umständen sind. pin Mel. Herr Jesu Christ, mein's. 377. Wenn sie denn freudig, dir zum wohlgefallen, Ihr werk verrichten: wohl dann ihnen als len! Wie werden sie im himmel und auf erden Gesegnet werden! 8. Und, müßten sie auch har ten Herren dienen: Mit wonn' und ehre, Gott, vergiltst du's ihnen. Des lebens abend kömmt; dann ruhn die müden In deinem frieben. llout med bil 9. Verherrlicht, werden sie empfahn vom Sohne Des him mels seligkeit zu ihrem lohne; Und, treu erfunden, in dein reich 808.So früh bringt, Gott, Für Wittwen und Waisen. Mel. Wenn wir in höchsten nöthen. Gott, erbarme 807.5 orväterlich Der wittwen und der waisen dich! Sey ihr versorger; schütze ste; Verzagen laß ste, Vater, nie! 2. Sey selbst ihr Vater, trost und rath! Die wittwe, welche finder hat, Soll, dir ste zu erziehn, sich freun; Keusch, fittig, still, untad'lig seyn; 3. Fromm, lehrreich, nur ges schwäßig nicht, Für ihr geschlecht ein scheinend licht, Dir still erges ben, voll geduld, Voll Hoffnung, Herr, auf deine Huld! ne hand In einen fummervollen stand; Und, ach! auf einer dunklen bahn Tret' ich den lauf des lebens an. 2. Ich faffe deinen rathschluß nicht; Doch sey es, Vater, meis ne pflicht, Im dunkeln auch auf dich zu sehn, Und willig deinen pfad zu gehn. minal' 3. Wie treulich du mit mir es meinst, Dieß, o mein Gott, erfahr' ich einst; Vielleicht noch in der prüfung zeit; Gewiß in deiner ewigkeit. tolds) anno! 4. Gieb stärke, daß ich dir getreu In meinen frühen leiden sey! Laß nur der tugend weg mich gehn, Und stets auf deine hülfe sehn! 4. Es nehme, wer ste segnen kann, Sich ihrer mild und liebreich an: Wohl dem, der sie bei glückt und ehrt; Denn er ist dir und menschen werth! id 5. Hilf ihnen! sey der waisen Für Jünglinge.o Mel. Ermuntre dich, mein. hisl ch komme vor dein angesicht, Du 809. Gesellschaften und Lebensarten. 12 593 Schöpfer meiner jugend! Ver- Für Jungfrauen.id bin wirf mein kindlich flehen nicht Uma Mel. Ermuntre dich, mein.m weisheit und um tugend! Mein 810.hwill in ftiller einich samkeit Mein herz zu dir erheben. Nur deinem dienste sey's geweiht; Dir ewig, Gott, ergeben! Vernimm, o Vater, mein gebet, Das dir um licht und stärke fleht, Mit treue deinen willen, Mit freud' ihn zu erfüllen! 2. Du pflanztest, Herr, in meine brust Verlangen nach vergnügen; Laß mich den hang zu jeder lust, Die du verbeutst, besiegen! Dein unausbleibliches gericht Vergesse meine seele nicht; Und weder glück noch leiden Laß, Herr, von dir mich scheiden! 2. Preis dir und dank, mein Schöpfer, Gott! Du gabst mir meine seele. Preis dir und dank, mein Mittler, Gott! Du starbst für meine seele. Preis sey dem Geiste, dank und lob, Der mich zu seinem licht erhob, Der mich zur wahrheit führet, Erleuchtet und regieret! Jag anis 3. Wenn, Vater, sich auf meiner bahn, Mich in ihr netz zu ziehen, Verführer meiner seele nahn, So laß mich flüglich fliehen! Ihr beispiel, Herr, entfer- 3. Ich bin, o Herr, mein Gott, ne nicht mein herz von dir und dein kind; Mein heil ist's, dich meiner pflicht! Ihr spotten und zu lieben. O mache mich dir ihr lachen Laß nie mich wankend gleichgesinnt In allen meinen machen! dustrieben! Laß meine seele keusch 4. Der tugend heilige mich und rein, Stets deiner liebe wohganz, Mein Schöpfer und Er- mung seyn, Und suchen, dir vor halter! Sie werde meiner jugend allen, O Vater, zu gefallen! o glanz, Und einst mein trost im alter! Erhalte mein gewissen rein; Laß keinen meiner tage seyn, Der nicht zu deiner ehre Von mir geheiligt wäre! bor bill 4. Vor eitler selbstgefälligkeit Bewahre meine jugend! Stets sey ihr schmuck bescheidenheit, Und ihre schönheit tugend! Kein schmuck gefalle mir, wie sie! Den gieb mir! gieb, daß ich mich nie Für unbescheidne blicke, Um sie zu reizen, schmücke! iga 5. Ach, lehre mich den werth der zeit, Daß ich sie nie verschwende; Daß ich mit weiser thätigkeit zum guten sie verwende! Laß meiner jugend fleiß und müh' Umsonst nicht seyn, und ſegne sie; Und auch durch mich auf erden Dein werk gefördert werden! dd hin 5. Die lust zur eitelkeit laß nicht Mein junges herz entzünden! Sie streitet wider meine pflicht, Und locket mich zu sünden. Was hilft das prangen vor der welt, Wenn, Gott, mein herz Pp barmer, weiche nicht von mir, Damit ich deine wege Unsträflich wandeln möge! du Lieder für die chriftlichen Stände, 594 nicht dir gefällt? Drum will ich mich bescheiden In zucht und demuth Fleiden. 6. Auch sey mein auge, wie mein Herz, Unsträflich; nie entzünde Ein freier, unsittsamer scherz Geheime luft zur fünde! Die unschuld sey mein liebster 2. Gott, was bin ich, bin ich pom misommar thil ruhm; Ein guter ruf mein eigen thum, Den jeder gern mir gönne, Den niemand lästern könne! auch vorwärts einen blick. Was siehst du? meine bahre! Nun bin ich alt; Wie bald, wie bald Ist meine zeit verschwunden! Ach, nur stunden Währt hier mein aufenthalt! Wie schnelle furze stunden! 7. Gieb, daß in stiller häuslichkeit Ich immer thätig bleibe, Und nie in prunk und eitelkeit Die edle zeit vertreibe! Der um gang, der verführung droht, Sey mir mehr schrecklich, als der tod; Laß seine wilden freuden, Wie eine pest, mich meiden! dr durch dich. Du bist nur güt' und gnade; Mit vaterhånden trugst du mich Auf jedem meiner pfade. Wie dank' ich dir? Denn du haft mir In meinem langen leben Viel gegeben. Was geb' ich dir dafür? Wie soll ich dich erheben? n chat in JISUR 3. Du, meines Lebens quell und kraft, Mein Vater, sey gepriefen! Du hast in meiner pil8. Mit wahren frommen müff' grimschaft Dich groß an mir beich mich Durch frömmigkeit verwiesen; Du, du hast mich Oft binden; Und, ihrer liebe werth, wunderlich, Und doch stets wohl durch dich Der freundschaft glück geführet, Wohl regieret; In jeempfinden! Laß diesen umgang der noth hab' ich Mit dir noch sanft und rein, Mir lehrreich triumphiret. spids durch ihr beispiel seyn, Daß mich, 4. Mein Gott und meine zuwenn ich mich freue, Nie mein vergnügen reue! 2082 9. Ach, sende deine hülfe mir, Dieß fleh' ich, Herr, erhöre Mein brünstiges gebet zu dir, Daß ich dich ewig ehre! Dir weih' ich, Gott, mein lebenlang Der unschuld und der tugend dank; Und will, zu dir erhoben, Dich einst vollkommner loben! versicht, Mein Schöpfer und Erhalter, Mein treuer Gott, verlaß mich nicht; Verlaß mich nicht im alter! Erlaß voll huld Mir jede schuld! Du wollest vor gefahren Mich bewahren; Und ich müff' in geduld Stets deine fraft erfahren! 5. Bald, Gott, erlöse mich; ich bin Vom langen kampfe müde! Nimm meine seele zu dir hin; Mel. Ich ruf zu dir, Herr. Bei dir ist freud' und Im Alter. in friede! 811.Sie, feele, hinter Schleuß meinen lauf; Ich hoffe dich zurück Auf die durchlebten jahre; Doch send' drauf: Mein leib wird nach dem sterben Nicht verderben; Ich Gesellschaften und Lebensarten. 595 steh' einst wieder auf, Den him- ner laufbahn ende Sint' ich in mel ganz zu erben! Den Sim Jesu hände; Denn er hat mich mit Gott versöhnt. Vom obrigkeitlichen Stande und der bürgerlichen Gesellschaft. citat Mel. In allen meinen thaten. 812.6ott hat in meinen Vom tagen Mich våterlich getragen, Von meiner jugend auf; Hat mich auf meinen wegen Geleitet, und zum segen Fürbitte und Danksagung für Gelenket meines Lebens lauf.odden König. Bole 2. Ich hatt' oft große sorgen; do Mel. Herr Gott, dich loben. Doch), wie ein heitrer morgen 813.Der Welten Herrdunkle hab' ich stets erfahren: Der Herr weiß zu bewahren, Und führt durch finsterniß zum licht. 3. War menschenrath verge bens, So kam der Herr des lebens, Und half und machte bahn. Ihn ließ ich thun und rathen; Denn er thut große thaten, Und nimmt sich aller mächtig an. 14. Bis zu des alters tagen Will ich dich heben, tragen, Und dein erretter seyn!" Dieß hat mir Gott versprochen; Hat nie sein wort gebrochen; Deß will ich auch als greis mich freun. 5. Er wird in meinem alter Mich tragen; mein erhalter Ist gütig und getreu. Bin ich gleich schwach und müde: Bei ihm ist trost und friede; Er steht auch meiner schwachheit bei. 6. Nach wenig bangen stunden Hab' ich ganz überwunden; Ich bin dem ziele nah, Dem ziele meiner leiden. O welche hohe freuden Erwarten meine seele da! 7. Ich harre froh und stille, Bis meines Gottes wille Mich nach dem kampfe frönt. An meiDir, Vater, danken wir. Es schuf der Herr, der Herr ersind hält, sit amed Der Herr beherrscht auch unsre Welt. Fluch oder Segen strömt ins udald Land, il fo Allmächtiger, aus deiner Hand. Der Reiche Schicksal wägst du ab; Du warst es stets, der alles gab. Gott! Schöpfer! unser Gott! Erhalter! unser Gott! disle Herr! Herr! Herr! unser spars Gott! Immig Jehova Zebaoth! 3war hältst du hier noch nicht Gericht, Belohnest, Vater, hier noch nicht: Doch deiner Oberherrschaft sds Macht, in que Die alles Widerstrebens lacht, Hast du der Erde kund gethan; Dich beten alle Völker an. Gerechte Herrscher, Gott! giebst Jabispadu asan ingiais 79 Dem einen Volf, und Füll' und idanda Ruty.d 10 ospai@ Tyrannen, Richter! sendest du, Und all' ihr Weh, dem andern zu. Pp2 596 Lieder für die chriftlichen Stände, Du siehst: so ist es gut! und füllft| Mel. Lobt Gott, ihr chriften. Dein Maaß; und herrscheft, wie 814. freue ich Der du willst. to tim Aufs lieblichste fiel unser Loos! Wir ruhn in eines Königs Schooß', König, Gott, und sey Geheiligt und regiert durch dich, Dir, seinem Herrn, getreu! Der unser Freund und Vater ist, 2. Begnadigt, Herr, mit deiWeil du sein Gott und Vater bist; ner kraft, Und deines Geistes Ach, laß ihn leben, leben, Gott! voll, Gedenk' er stets der rechenDer Enkel erst seh' seinen Tod! schaft, Die er dir geben soll! Noch lange sey Gerechtigkeit Sein Thun; noch lange Menschlichkeit! 3. Er fördre willig deinen ruhm: Er denke gern daran, Sein reich sey auch dein eigenthum, Und er dein unterthan! 4. Der über christen, Gott, von dir Zum Herrn verordnet ist, Sey deiner kirche schutz und zier, Der beste mensch und chrift! 5. Groß und voll müh' ist seine pflicht, Und er ein mensch, wie wir; Ach, er bedarf vor andern licht, Und rath und kraft von dir! 6. Er suche dich; wenn er bes gehrt, Dir ähnlich, Gott, zu seyn: So müff' er, in dein bild verklärt, Sein volk, wie du, erfreun! 7. Er lieb' auf seinem throne dich; Dein erster, treuster sohn! Er sey den lastern fürchterlich; Der tugend lust und lohn! 8. Beglückter völker liebe sey Der ruhm, den er verdien'; Und keiner ihrer seufzer schrei' Um rache wider ihn! He a 9. Fern sey für ihn das hohe ziel, Nach dem er wallen soll! Gott, mache seiner tage viel, Und jeden ehrenvoll! 1991 10. Sein thron besteh' unwandelbar! Sey seiner freunde freund; Sey sein beschüßer in Erhalt' in deiner Weisheit ihn! Zu deiner Hülfe laß ihn fliehn, Wenn er sie fühlt, der Herrschaft Last, Mit der du ihn begnadigt haft! Einst leucht' er( dort belohnst du ganz!) In einer bessern Krone Glanz! Wie schmal, wie steil sein Weg to auch sey: Bleib' er dir, Oberherrscher, treu! Er habe, Gott! er habe Theil Im Himmel einst am ew'gen Heil! nds noods 1 Wir lassen, unser Gott, dich nicht, in Du giebst uns denn die Zuvers sicht, Daß unser inniges Gebet Für ihn, für ihn, umsonst nicht fleht: Gott fegne, Gott behüte dich! Mit seiner Gnad' umstral' er dich! Der ewig ist, deß Angesicht Umleuchte dich mit seinem Licht! Dir geb' er Frieden; Frieden hier; In jenem Leben Frieden dir! duo Amen! £ 412 Gesellschaften und Lebensarten. 597 gefahr; Und seiner hasser feind!| Durch unrecht zwingen: dann gebeut Dem siege, sie zu schützen! 11. Er wünsche nie der Helden ruhm! Doch zeuchter in den frieg, zu schützen unser eigen thum: So folg' ihm muth und steg! dot pase bise 12. Sein werd' in jedem flehn zu dir Mit lieb' und dank ges dacht! Erhör' es, Gott; dann jauchzen wir, Und preisen deine macht! 5. Es müsse, Gott, auf jedem thron Dein wort verehrer finden! Auch fürsten laß auf deinen Sohn Der zukunft Hoffnung gründen! Sie auch sind fünder, Gott, wie wir! Laß Gnade denn auch sie vor dir In ihrer schwachheit finden! b sie ging 131 300 Mel. Sey lob und ehr' dem. 815.0 u gründest, Allges waltiger! Der weltbeherrscher thronen, Daß wir, o aller fürsten Herr! In sichern hütten wohnen. Preis beiner huld, die sie erhält! Dein ist ihr reich, und dein die welt; Du beherrscher. 6. So weit dein reich, die erde, geht, Flehn darum deine christen. Erhöre gnädig ihr gebet, Du Vater aller christen! So weit dein reich, die erde, geht, Laß jeden deine majestät In seinem fürsten ehren. 3. Gieb, Vater, daß sie, dir getreu, Dir ähnlich, uns regie ren! Nie müsse stolz, nie schmei chelei Zu lastern ste verführen! Laß sie ihr eignes Herz durchschaun; Voll furcht vor dir, sich ſelbst nicht traun, Und dich um weisheit bitten! is 4. Gieb frieden; halte sie zurück Von ungerechten friegen! Ihr ruhm sey ihres reiches glück, Sein segen ihr vergnügen! Wenn aber völker sie zum streit bie Von den Pflichten des obrigkeitlichen Standes. sid 2. Unendlicher! regiere sfie, 816. Würst, wer könig Mel. Vom himmel hoch da. ion er herrscht, wer Daß sie dir willig dienen! Verlaß mit deiner huld sie nie; Nicht ihr geschlecht nach ihnen! Huld, welche wohlzuthun fich freut, Und weisheit und gerechtigkeit Sey ihre schönste frone! ist, Der wisse, daß du richter bist; Der mächtige, daß sein beruf Sey von der macht, die alle schuf! 2. Er, wie der unterthan, dein knecht, Sey, Gott, dein bild, und sey gerecht; Um menschenherzen zu erfreun, Ein segen seines volks zu seyn! 3. Nie brauch' er seine größ' und macht Zur üppigkeit und eitlen pracht; Nie zu des armen druck und last, Den du, wie ihn, geschaffen hast! um drepur 4. Nie flamm' und stral' in seiner hand Sein schwerdt durch ein verödet land; Er sey die lieb und lust der welt; Für ehrenbogen nie ein held! chisig m 598 Lieder für die chriftlichen Stande, 5. Nie stürz' er fremde thro-| 113. Verloren rechn' er jede nen um; Des friedens ölzweig zeit, Wo er nicht wohlthut und sey sein ruhm! Doch, heischt der erfreut! Doch werd' auch wonSeinen schutz den frieg: So ne jeder schmerz, Den er geheilt folg' ihm muth zur schlacht, und hat, für sein herz! m steg! Hrading do mat 14. So herrsch' er; jeder opfre 6. Für andrer jammer voll| dann Ihm gut und blut, als gefühl, Sey schnelle hülfe, Herr, unterthan; Mit freuden bring' sein ziel! Nie frecher lüste sättigung, Nie sllavische vergötte rung! by mistisur d es, wer als chrift, Solch' eines herrschers würdig ist! busi 7. Der unschuld rechte beug? er nicht! Als ging' er selbst in dein gericht, So müsf er richten, und allein Des trugs und fres vels schrecken seyn! 8. Er zeige, daß nur der, der frei Die wahrheit spricht, sein liebling fey; Denn, hört ein fürst die schmeichler an: Wie leicht, wie leicht wird er tyrann! 13dhom Von den Pflichten der Unterthanen. Jeder bürger, sich bewußt, Daß er nicht regieren kann, Sey ein guter unterthan! onsd 2. Nie vermessen, strebe er, Nie aus stolz nach macht und ehr'; Recht zu handeln, dazu hat Jeder macht in wort und that. 9. Er ehre dich; doch brauch' er nie Gewissenszwang auch wider die, Die anders glauben; 3. Der ist niedrig; der ist groß; weil, wer irrt, Durch zwang doch nur ein heuchler wird au Ungleich ist der menschen loos. Schäme deines rufs dich nicht; Nöthig ist doch jede pflicht. 4. Schön ist's, gut zu herrschen; schön, Jeden guten weg zu gehn, Den ein guter führer Leweist, Den dein Gott dich wanra islado 10. Verdienste heb' er gern empor; Sey überall selbst aug' und ohr; Und sehe, nie getäuscht durch list, Was wahr, was recht und nützlich ist! Mel. Nun kommt der heiden. 817.Wer gehorcht, der thu's mit 11. Sein eignes beispiel wir- deln heißt! ke mehr, Als sein gesetz; weit um sich her Verbreit' es lust zu dem, was gut und recht ist, und zur tugend muth! 12. Er seinem rufe sich zu weihn, Soll der verlaff'nen zuflucht seyn, Der armen reichthum in der noth, Einschirm der schwachen, gleich wie Gott! si 5. Zur gemeinen wohlfahrt sey Dem gesetze stets getreu! Wer ihm gern gehorchen kann, Der nur ist ein freier mann. 6. Schaue Jefum Chriftum an; Er, wie du, ein unterthan, Und doch aller fürsten Gott, That, was das geseß gebot. 7. Selbstbeherrschung ist ſo ( 599 Gesellschaften und Lebensarten. schwer. Irrt dein herrscher, strau3. Nicht wähn' er, weil er groß. chelt er: So verdamm' ihn nicht, und frei Vor den geringern ist, und sprich: Er ist auch einer sey Erhaben über recht und mensch, wie ich! pflicht, und rechenschaft gebühr' ihm nicht! bus 12 4. Er sehe, mehr beglückt von Gott, Nicht mit verachtung oder spott Auf den, von dessen schweiß er lebt, Der ihm erwirbt, was ihn erhebt! diff doll a 5. Er haffe grausamkeit und zwang; Verprasse nicht durch müssiggang, Was Gott ihm giebt, beglückt zu seyn Mit andern, aber nie allein! Joons 8. Ach, wie oft verführt ihn nicht Zur vergessenheit der pflicht, Schmeichelnd oder ränkevoll, Der, den er beglücken soll! 9. Ruhm, dem lob und ruhm gebührt! Schoß und zoll dem, der regiert! Gieb, als gäbst du's Gott dem Herrn, Was dir auf gelegt wird, gern! 10. Ordnung und gerechtigfeit, Schuß und fried' in sicherheit: Welch ein glück, das, wer es hat, Nur durch seine fürsten hat! 6. Froh neben ihm, mit ihm vergnügt Sey, wer ihm seine fels der pflügt! Wohlthätig soll er seyn, denn er Ward darum nur des armen herr! ali 7. Er, dem Gott gab mehr macht und zeit Zu höhern thaten, sey bereit, Auch mehr zu thun für volk und staat, Von dem er seinen vorzug hat! sa c 18. 2 Verächtlicher, als sklaven, ist Im tod' einst jeder, der vergißt, Daß er des vaterlandes wohl Auch mehr, als andre, fördern soll. moan dit schn 9. wenn er's nicht verDoch, med mi pol dan Mel. Vom himmel hoch da.is höher durch 818.Weburt schon ist, gist, so freut Der niedrige fich Als seine brüder, kenn' als christ, Des bessern abels werth und pflicht; Den fühl' er, den entehr' er nicht! ohne neid, Weil der der welt zum segen lebt, Den Gott mehr segnet, mehr erhebt; of histo 11. Lebe selbst gewissenhaft; Ihres wandels rechenschaft Laß dem Herrn, und steh' mur du, Daß du selbst gerecht seyst, zu! 12. König, fürst, und unter than, Betet Gott, den Höchsten, an! Fürchtet ihn, denn sein gericht Wird gerecht seyn; sündigt nicht! Von den Pflichten der höhern 14 Stände. dermost 2. Er, sind ihm brüder unter than, Er sey ihr Vater, kein tyrann: So mild und liebreich, als gerecht; Er ist, wie sie, auch Gottes fnecht! 10. Und spricht in seinem to de dann: Das war ein edler, großer mann! Er, durch der tugend glanz verklärt, War seines glücks und vorzugs werth! 600 Lieder für die christlichen Stände, Vom Stande des Landmanns.| beut: So lebst du ohne zwang und Mel. Erschienen ist der herrliche. streit, Vor schmeichlern sicher, wie ein mann, Der 8 schmeicheln haßt, und betest an Nur deinen Gott. ohl dir, o landmann! denn dein stand Ist auch von Gott; er schuf das land Für deinen fleiß, und väterlich Beglückt und segnet er auch dich. Lobsinge Gott! 2. Lobsinge Gott! denn herrlicher Und schöner und gesegneter Wird jede flur und jedes feld Durch deinen fleiß für Gottes welt, Und auch für dich! 3. Im schweiße deines anges sichts Arbeitest du: doch, wann gebricht's Dir, wenn du thust, was Gott gebeut, An segen, an zufriedenheit? Was brauchst du mehr? 4. Dir lächeln freudig au' und flur. In deiner hütte wohne nur Die unschuld, die nie arges thut; Und Gottes wohlgefallen ruht Und wohnt bei dir! 5. Was hat der reiche mehr? mehr pracht, Mehr ansehn, und mehr glanz, mehr macht, Und auch mehr sorg' und überdruß; Bei allem seinem überfluß, Mehr furcht und gram. 6. Nicht mehr gesundheit, ruh' und kraft, Doch eine größre rechenschaft; Und, bist du fromm und gut, so wirst Du selig, wie der reichste fürst, Wenn er gut ist. 7. Mühseligkeit ist aller loos, Der mensch sey niedrig oder groß: Doch kommen wahre ruh' und luft Auch gern, und nur in 9. Dein brod stärkt kräftig deinen leib; Zur arbeit stärkt's auch kind und weib. Im schatten effen sie's mit dir, Vergessen frohen finnes hier Des tages last. 10. Ist's auch nicht köstlich, dein gewand, Gewirkt von deines weibes hand: Beneide du kein feierkleid, Das oft ein herz voll sorg' und neid Und gram verhüllt. 11. In seiner werke herrlichfeit Siehst du Gott täglich; dich erfreut Der sonne glanz, der fanf te mond. Wald, thal und berg und flur belohnt Dir deinen fleiß. 12. Sich', Gottes ernten freuen sich Auf deine sichel; freue dich! Du bist ein mann für's vas terland! Du nährst es, und von deiner Hand Lebt herr und fürst! 13. Dich ruft's vom pfluge, der es nährt, Zu seinem schutz auch, und das schwerdt Hat kraft und steg in deiner hand; Du bist ein mann für's vaterland! Deß freue dich! 14. Wohl dir! dein stand ist auch vom Herrn! Geh' hin, sey glücklich! baue gern Das feld; denn er, er schuss für dich; Er segnet und beglückt auch dich! Lobsinge Gott! Für die Gelehrten. Mel. Wenn wir in höchsten. edle zeit wahrdeffen bruft, Der Gott gefällt. 820.Die ihres Lebens e8. Thu' gern, was das ges Gesellschaften und Lebensarten. 601 heit und der weisheit weiht;| forscher glitt; Zeigt auf der unWohl euch! wenn, was ihr lernt und wißt, Nicht täuschung, wenn es wahrheit ist; is a bl tersuchung bahn Des wahnes täuschung redlich an! 2. Wenn ihr, von wahn und irrthum frei, Den fesseln düstrer sklaverei, Den vorurtheilen euren geist, Voll lernbegier und muth, entreißt;@ Step 8up 10. Vergeßt nicht, daß ihr ewig seyd; Und lernt für zeit und ewigkeit. Gedenkt an eure rechenschaft; Seyd weis und seyd auch tugendhaft! dy dim Ennam 3. Wenn ein vielfassender verstand, Was schon der weisen vorwelt fand, Zum dienste höh'rer wahrheit braucht, Und tiefer in ihr meer sich taucht; bus 11. Von Gott kömmt alle wahrheit her, Die ihr durchschaut; die lehrt euch Er. So leit' ein mehr erhellter sinn Zu ihm uns alle näher hin! 4. Forscht um des selbstruhms willen nicht, Noch von gesetz, von recht und pflicht Euch loszureißen; nein! allein, Vollkommner durch mehr licht zu seyn! 12. Wohl einem solchen weisen mann! Ihn ehre fürst und unterthan! Die ferne nachwelt ehr' ihn gern; Denn er, er ist ein licht vom Herrn! dualp rist Für die, welche Handlung und din Gewerbe treiben. 5. Wer Gottes wunder in der welt Für andrer augen mehr erweit Mel. Sey lob und ehr' dem. ist ein volk, her Sichtbarer macht: wie groß 821.2, wo ist der! dag geber aller gaben, Wir nicht aus deiner milden hand, Was all' ers freun kann, haben? Wie weislich, Gott, vertheilst du nicht, Was dieser hat, und dem ges bricht, Um alle zu beglücken? Jod 7. Lernt, was uns schändet, uns entehrt; Durchschaut der tugend ganzen werth, Und was für zeit und ewigkeit Uns freude giebt, die nie gereut! 10 2. Wie mild beweisest du nicht dich Den völkern aller lande! Wie fest verknüpfen sie nicht sich Durch deiner güte bande! Vom oft ergießt sich durch den nord Stets unerschöpft dein segen fort Zum westen und zum fübden. 98. Macht für die laster keinen bund Mit wahn und irrthum; euren mund Entweihe kein ver- 3. Du führst der handlung mess'ner spott Der wahrheit; denn sie ist von Gott! fühnen lauf Auf strömen und in meeren; Thust täglich neue quel9. Theilt, was ihr lernet, willen auf, Geschäftige zu nähren; lig mit; Zeigt, wo vor euch der Zeigst überall und allezeit Zur 6. Lernt immer heller, was beglückt; Was menschen adelt, hebt und schmückt; Was jedes volk und jeden staat Erhoben und erniedrigt hat! 602 Lieder für die christlichen Stände, nothdurft, zur bequemlichkeit,| fleißes werth, Nicht, was der Dem fleiße sichre wege. wollust flammen nährt. doe 4. Du giebst auch weisheit 4. Ift förderung der tugend und verstand, Daß, wer nur will, ste finde; Daß aller arbeit, land mit land Und volk mit volk verbinde; Hier durch des landmanns müh' und schweiß; Dort durch der weisen künstler fleiß; Durch umtausch, durch gewerbe. nicht Für einen jeden bürger pflicht? Nicht auch für euch? dürft ihr allein Verderber guter sitten seyn? s@ buscal 5. Wer, Herr, durch ste gewinnen kann, Der segne seine brüder, Wenn er durch ihren fleiß gewann, Durch seinen fleiß sie wieder; Er sey zu seinem nuhen flug; Doch nie durch arglist und betrug; Durch treu' und guten glauben! od bil Tis 5. Gebt nie aus lobsucht, nie aus geiz Dem lafter schönheit, schmuck und reiz! Nur das ist eures fleißes werth, Was auch der tugend freude mehrt. no iber 6. So dürft ihr eurer kunst euch freun, Und ihres segens; fromm und rein Und Heilig, schämt ihr im gericht Vor Gott euch eurer werke nicht. 39 Für alle Arbeiter. Mel. Christ, der du bist der. ihr auch ohne 823.Die the fact time wissenschaft Und ohne kunst gewissenhaft Des fleis ßes eurer händ' euch nährt, Auch ihr seyd Gott und menschen werth. 3TAHT 3053 2. Auf keine höhen hingestellt, Nüßt ihr doch eurer brüder welt, Mel. Wenn wir in höchsten. 822.Die ihr geübt in Seyd froh, habt hülle, dach und fünften seyd, Die nothdurft und bequemlichkeit Und freud' uns geben: Gott mit euch! Seyd glücklich, und, wenn Gott will, reich! brod, Und minder, als der reiche, noth; tem and impl 153. Habt weib und kind; seyd zwar nicht reich, Und nährt mit Gott doch sie und euch. Was hat vor euch der reiche mehr? İhr schlaft, und werdet satt, wie er. 2. Seyd nie dem laster feil; nie sinnt Auf werke, die nur schädlich sind; Und wendet eure funft nie an Zu dem, was euch einst reuen kann! 6. Verleih', daß jeder redlich fey In allem thun und Handel; auch dir getreu In seinem ganzen wandel! Mit luft, o Vater, wendest du Dem lande deinen segen zu, Das solch ein volk bewohnet.si Teltut Für die Künstler. 4. Was haben fürsten mehr? viel pracht; Für euch zu sorgen, thron und macht; Viel glanz um 3. Was bloß der frechheit sich, und auch dafür Mehr pflichphantafei Begehrt, und ihre ten und geschäft', als ihr. schwelgerei, Das ist nicht eures 5. So dankt denn Gott für Gesellschaften und Lebensarten. 603 euren stand; Genießt der gaben| Herr der schlacht! Führ' uns seiner Hand Durch nützliche ge- durch sie des friedens glück, Und schäftigkeit, In heiliger zufrie- sie gefrönt mit sieg zurück!! denheit! 5. Daß ihnen jüngling, mann und greis Entgegen fauchze; daß der preis Für überwundne tyrannei Der dank des ganzen volkes sey! de 16. Klagt nie, daß Gott nicht mehr euch gab; Auf alle wartet tod und grab. Dann sollt auch ihr ganz selig seyn, Und ewig dort des Herrn euch freun.ill 8 7. Nur, daß ihr strebt, gewis senhaft Und fromm zu seyn durch Gottes fraft; Im glauben wil lig, bis zum tod' zu halten, was euch Gott gebot! stig 38. Wer viel empfing, o Herr, von dir, Viel forderst du von dem schon hier. Doch wer im kleinen treu nur ist, Den lohnest du, o Jesu Christ! billbruk Von den Pflichten der Kriegsleu Briegslene te, und Fürbitte für sie. Mel. Wenn wir in höchsten. ie ihr, weil's 8. So segnen wir zur schlacht ihr brüder, seyn! Kämpft! fürcheuch ein: Gott wird mit euch, tet Gott! der giebt euch muth, Zu fürchten keiner feinde wuth. 9. wahre chris 824. flicht und recht sten! seyd Nie grauſam in der schlacht! verzeiht! Raubt keines bürgers hab' noch gold; Vergnügt mit unterhalt und fold! 531 gebeut, Zur schlacht für uns gerüstet seyd, Von unsern herrschern ausgesandt Zum kampfe für das vaterland; and oil p 2. Der Herr mit euch! der Herr mit euch! Denn ihr vertheidigt volk und reich! Wir knien hier und bitten ihn, Euch muth zu geben, nie zu fliehn. 13. Inbrünstig bitten wir: be wahr' In jeder drohenden gefahr Das heer der brüder, das den streit, Den tod für's vaterland nicht scheut! 6. Und sicher, wie das vaterland, Sey auch ihr haus und heerd! ihr stand, Den jeder bürger preisen soll, Dem fürsten werth und ehrenvoll! The Mod op7. Und das gefühl, welch glück es sey, Abwenden tod und sklaverei Vom vaterlande, von dem thron, Und Gottes beifall sey ihr lohn! 4. Umgieb sie, Herr, du Gott der macht! Dein ist der sieg, du 10. Daß ja nicht einer frevel treib'! Und jeder schone greis und weib, Und find und säugling, und den mann, Der euch nicht widerstehen kann! 11. Wer vor euch bebt mit angst und flehn, Den laßt in euch den bruder sehn, Den tröster, der nie blut vergießt, Wenn schon der feind entwaffnet ist d 12. Dann seyd ihr wahre helden! seyd Bertheidiger der menschlichkeit! Der völker heil! Lieder für die christlichen Stände, 604 dem fürsten werth! Vom vaterlande hoch geehrt! ad 13. Mit euch ist Gott, der euch bewacht, Und, fallet ihr auch in der schlacht, Die kron' euch giebt, die der erwarb, Der für uns all' am freuze starb! Für Seefahrende. Mel. O liebster Jesu, was. o ich auch bin, will ich dem Herrn vertrauen; Ich will mein heil auf diesen felfen bauen. Auch in den höchsten, schrecklichsten gefahren Kann er bewahren! 825. sturm ste schleudert, wieder In ihrer meere tiefste tiefen nieder Sich wie gebirge stürzen, will ich's wagen, Nicht zu verzagen! 89.4.1 Sey alles sturm und auf ruhr und getümmel; Er schuf das meer, den erdkreis und den himmel. Was er gebeut im himmel und auf erden, Das muß auch werden! di du 7. Und sinkt am friedevollen ufer nieder, Und ruft: frohlockt mit mir dem Herrn, ihr brüder! Er ist der Herr des meers! Gott ist der retter Im sturm, im wetter! 5. 3um sturme spricht er: ruh'! er ruft der stille: Komm wieder! allgewaltig ist sein wille; Der sturm gehorcht; die wogen finken nieder, Und ruhen wieder. no 6. Wer taumelnd niederfank und angstvoll klagte, Den abs grund offen sah und schon verzagte: Frohlockt, belastet mit der völker segen, Dem land' entgegen; 8. Im donner ist er's, und wenn erd' und himmel Schon einzustürzen drohn, und im getümmel Empörter wogen! Gott, dem Herrn der meere, Sey preis und ehre! dull stodnet 2. In seinen donnern, in den ungewittern, Vor denen selbst der welten säulen zittern, Unde fondo länder. da, wo, bergen gleich, empörte wellen Zum himmel schwellen! 3. Und wenn 9. Anbetung sey ihm! auch in oceanen Bahnt schiffen seine güte sichre bahnen! Frohlockt, frohlocket ihm! dem Herrn der meere, Sey preis und ehre! Für die Bewohner der Marsch826.Wie fegensvoll fu Mel. Wer nur den lieben. st find An unsern meeren! Gott, wie reich Durch deine macht, durch deine milde! Herr, was ist deiner gute gleich? Von ganzem Herzen danfen wir Für ihren segen, Vater, dir! 10 gel tipur 2. Beschütze, Gott, uns deich' und dämme; Und, daß das leicht empörte meer Nicht diese fluren überschwemme, Sprich zu den wellen: bis hieher! Laß ihren sturm( du kannst es thun!) An ihren vollen ufern ruhn! 3. Du hast dieß erbtheil uns gegeben; Von dir kömmt alles gute her. Du schenkest uns zum frohen leben Gefild' und au'n und land und meer. Auch, was der fleiß dem meere nimmt, Ist dein, und uns von dir bestimmt. Gesellschaften und Lebensarten. 605 zu erfreun!! Ond mo sm 4. Das wollest du uns, Gott, lein Zum preis', und auch, sie bewahren, Und unsern findern! steh' uns treu In allen stürmen und gefahren, Womit das meer uns dräuet, bei! Um deine hülfe flehen wir, Voll Hoffnung und vertraun zu dir! do Vom Lehrstande. 18 int Pflichten der Lehrer und Fürbitten für sie. Mel. Wenn wir in höchsten. as amt der lehrer, Herr, ist dein; Dein soll auch dank und ehre seyn, Daß du der kirche, die du liebst, Noch immer treue lehrer giebst. 7. Daß jeder, so belohnt von dir, Frohlocke: ja, Gott ist mit mir! Am throne werd' ich wonnevoll Die schaun, die ich hier leiten soll! i na ne 6. Und, ift ihr wort dein wort, o Herr! So laß uns weiser, hei liger Und besser werden, dir al 8. Ermahnen, warnen, strafen sie: So weigre, wer sie hört, sich nie, Zu hassen, was du uns verbeutst; Zu thun, was du durch sie gebeutst! asit 9. Auch dann sey uns ihr unterricht, Wenn sie selbst straucheln, doch ein licht; Wir achten's hoch, du nimm dich dann Auch ihrer schwachheit gnädig an! menor model de 2. Gesegnet sey ihr amt und stand! Sie pflanzen, Herr, von dir gesandt, Von zeit auf zeit dein heilig wort, Und licht mit ihm und tugend fort. 10. Fern sey von uns der frevel, Gott, Durch undank sie, durch haß und spott Zu kränken, daß sie, was sie thun, Mit seufzervollen herzen thun! 3. Wie freut ein guter lehrer 11. Ach, wenn sie seufzten, sich, Wenn er, erleuchtet, Gott, durch dich, Den jüngern Jesu gleichgesinnt, Viel' seelen für dein reich gewinnt! 64. Wohl uns, wenn du auch uns so liebst, Daß du uns treue führer giebst, Die weise sind, und tugendhaft, In lehr' und that voll geist und kraft! würde nicht Dein zorn uns treffen, dein gericht? Sagt nicht dein wort( es trifft auch mich): Wer sie verschmäht, verachtet dich? vill are risijsdit. 12. Nein, Gott, wir wollen sie erfreun, Dankbare fromme hörer seyn! So führst du auch einst uns zugleich Mit ihnen in dein ewig reich. 5. Laß ihres unterrichts uns Hörer feyn; Selbst forschen, ob dein 828. bas uns erhellt; Mel. Es ist gewißlich an der. ein ist das licht, wort auch lehrt, Was uns ihr unterricht erklärt! Dein, Gott, das amt der lehrer. Welch ein geschenk für deine welt, Für deines worts verehrer! Dieß lehr' uns deiner be 606 Lieder für besondere Zeiten ter mund; So wird dein recht| 17 Auch laß, was ärgern kann, uns allen fund, Uns fund der ste fliehn; Laß sie die finder lieweg zum lebendoj n ben; Wie pflanzen, sie für dich erin2. D, welch ein amt, wenn ziehn; Sie früh im guten üben; gegen wahn Und lasterdienst ste Mit den geübtern weiter gehn, streiten, Und seelen auf der wahr- Daß sie im kampfe wohl bestehn, heit bahn Zu dir, o Gott, hin Von dir zurück nie weichen!« leiten! Wie edel! aber auch wie schwer! Dieß laß sie sehn, und täglich mehr Den hohen ruf empfinden! 8. Trifft sie verfolgung oder spott: So laß sie dann mit freuden, Mit unerschrocknem und muth, o Gott, Für deine wahr3. Gieb ihnen deiner weisheit leiden! Du sendest ste; ste heit licht; Mehr' ihnen alle gaben, Die sie für unsern unter richt Von dir empfangen haben! Laß ihre lehren wahr und rein, 9. Belohne sie; und auch Fest ihren eignen glauben seyn, Ihr leben fromm und heilig! ehren dich; Umsonst empört die Hölle sich, Die wahrheit zu vertilgen! id chute fot ning schon hier; Dein segen fey mit ihnen! Doch laß ste, ohne 4. Gieb, daß mit sanfter nach- lohnsucht, dir Und ihren brüsicht sie Der schwachen einfalt dern dienen! Laß sie von keitragen; Keimt nicht der same nem je betrübt, Von allen heiligleich, doch nie An seiner frucht gen geliebt, Geehrt von allen verzagen! Laß sie fortbaun ohn' werden! duagus dan adi unterlaß, Doch nie mit bit- 10. Wenn sie mit eifer und terkeit und haß Des lasters schand' entblößen! og misd 5. Gieb, daß mit selbstgefühl und lust, Wenn sie uns unter weisen, Sie, ihres segens sich bewußt, Der tugend werth uns preisen; Daß nicht allein ihr unterricht, Daß uns selbst ihres beispiels licht Auf deine wege leite! chiar plot med br 6. Laß sie den irrenden zurück Zu deinem lichte führen; Ihn eifrig für sein wahres glück Beschämen und auch rühren! Laß fie geduldig seyn, gelind, Nicht stolz noch hart; und nie gesinnt, Wie miethlinge von hirten! getreu, Durch deines Geistes gaben Einst von der sünde tyrannei Befreit viel' seelen haben: So laß am tage des gerichts Im glanze deines angesichts Sie leuchten, wie die sterne!!! ddy Lieder für besondere Zeiten und Schickungen Gottes im menschlichen Leben. Mel. Lobt Gott, ihr christen. ch finge dir mit Herz und mund, Herr, meines herzens lust! Wie gut du bist, sey allen kund, Und allen, was du thuft! pil 829. und Schickungen Gottes. 607 2. Du, aller gnade quelle, saat. So sammelt, sich zu freun, bist Voll lieb und freundlich. feit; Giebst allen, was uns selig ist, Und unser Herz erfreut. Der christ für jede gute that Einst seinen fegen ein. di 3. Was sind wir, Gott, was has ben wir, Das du nicht alles giebst? Ach, alles gute kömmt von dir, Der du so hoch uns liebst! 12. Wohlauf, mein herz! frohlock' und sing', Und habe guten muth! Denn Gott, der Schöpfer aller ding', Ist selbst und bleibt dein gut. hom 10 S 4. Wer giebt uns, was in dei- i13. Er ist dein schatz, dein erb' ner welt Uns nähret und ergötzt? Wer ist es, der uns au' und feld Mit thau und regen nett? up und theil; Dein licht, wo licht gebricht; Dein schirm und schild, bein rath, dein heil! Dein Gott verläßt dich nicht! Forn 5. Des frühlings pracht ist, Herr, von dir; Des sommers frucht ist dein; Und, was dein herbst giebt; wessen wir Im winter uns erfreun. 14. Was härmst du, da des Herrn ich bin, Dich gramvoll tag und nacht? Wirf deine sorg' auf ihn doch hin; Er hat dich ia gemacht! imani 80 ndalur dann 6. Wer hält den krieg von uns zurück? Wer schützt vor 15. Hat nicht von jugend auf peft und brand? Und, o, des dein Gott Dich väterlich eredlen friedens glück- Wem nährt? Und oft in mancher nadankt's das vaterland? idhen noth Dir seinen schuß ge7. Wer wärmet uns in fält' währt? Period und frost? Wer schützt vor sturm 16. Er hat noch niemals was und wind? Wer schafft es, daß uns öl und most Noch nie versteget sind? versehn In seinem regiment; Und, was er thut und läßt geschehn, Das nimmt ein gutes end'. mandro 11 Jam 17. So laß denn, was er will, ihn thun, Und lerne fröhlich seyn; Dann wirst du hier in frieden ruhn, Und dort dich ewig freun. dind coule 8. Das, Gott, thust du; von jahr zu jahr Ernährst du uns so treu; Und stehst uns immer in gefahr Mit deiner gnade bei. 9. Du trägst uns fünder mit geduld; Du züchtigst väterlich; Und bitten wir: erlaß die schuld! Erbarmst du unser dich. 10. Du zählst des christen thränen; siehst Den kummer, der ihn drückt; Und er, ob du auch schon verziehst, Wird endlich doch erquickt. 11. Die ernte folget auf die 18. Denn, was er will und was er thut, Und was er dir gebeut, Ist für dein irdisch leben gut: Gut für die ewigkeit.did Frühlingslieder.c Mel. Sey lob und ehr' dem. elobt sey, der den enn 830.6 frühling schafft, 608 Lieder für besondere Zeiten Gott, der den erdkreis schmü-| Ich preise dich, ich singe dir! det. Preis sey ihm, ehre, stärk' Denn du bist, wo ich bin, bei und fraft, Der, was er schuf, mir Mit allmacht, lieb' und beglücket! Der Herr erschafft; gnade. der Herr erhält; Er liebt und 7. Du rufft die wolken in das segnet seine welt. Lobsinget ihm, land, Und stillst den durft der geschöpfe!& gnid lerde, Daß mit den gaben deiner hand Der mensch gesegnet werde. Du machest hagel, thau und wind, Die deiner allmacht boten sind, zu unsrer freude quellen. hund 2. Eh' noch der mensch den Herrn verließ, In jenen bessern tagen War noch die erb' ein paradies, Frei von der sünde plagen. Nun hat sie sünd' und straf' entstellt: Doch ist sie noch des Schöpfers welt, Ein vorhof ſeines Himmels. 3. Das land, das erst erstorben lag, Erwacht und lebt nun wieder. Es strömt an jedem neuen tag' Sein segen neu hernieder. Der wurm, der in dem staube webt, Der vogel, der in lüften schwebt, Erfreut sich seines le bens.' 8. Selbst wenn, vom donnersturm bedräut, Erschrockne länder zittern: Strömt stärfung, segen, fruchtbarkeit Aus nacht und ungewittern. Dann bricht die sonne neu hervor, Und alles jauchzt zu dir empor, Vor dem die wetter schweigen. 9. Von dir kömmt, was uns hier erfreut, Du brunnquell aller gaben! Dort wirst du uns 4. Der erde antlitz ist ver- mit seligkeit In reichen strömen jüngt; Erheitert glänzt der him- laben. Wohl, wohl den menmel; Gebirg' und thal und wald schen, die schon hier Sich dir ererklingt Von freudigem getüm geben, und einst dir In Christo freudig sterben! mel. Und voll erbarmen schaut herab, Der allen seyn und leben gab, Auf ſeiner ſchöpfung werke. 831. Hottes fe Mel. Sollt' ich meinem Gott. öher hebt sich sonne; 5. Doch unbeseelt Sind auen und gefilde; Auch hast du nicht die thier' erwählt zu deinem ebenbilde. Der mensch nur freuet deiner sich, Kennt, fühlet und empfindet dich, Und hofft ein ewig's leben. Früher stralt ihr segnend licht; Alles leben athmet wonne; Wonn' ist jedes angesicht. Lächelnd senkt der Lenz sich nieder In die wälder, auf die flur. Die erstorbene natur Lebet wieder, wirket wieder. Opfre meinem Schöpfer dank! Preis' ihn fröhlich, mein gesang! 6. Lobsinget ihm; er ist uns nah'! Singt, alle seine heere! Der Herr ist allenthalben da, Im himmel, erd' und meere. 0:00 Good thi 2. Reine winterstürme heulen und Schickungen Gottes. 609 Durch die luft zerstörend her.| und dank! Preis ihn fröhlich, Unsre vollen segel eilen Wieder mein gesang! thord ohne furcht auf's meer. Wie die nebel mun entfliehen! Wie verjüngt die erd' jetzt ist! Wie der bach so fröhlich fließt! Fröhlich au' und garten blühen! Opfre meinem Schöpfer dank! Lobe, preis' ihn, mein gesang! 6. Diese herrlichkeit der erde Ist ein schatten von dem licht, Das ich ewig schauen werde Dort vor Gottes angesicht. Auch das freudenreichste leben Hier auf erden ist nur tod Gegen jenes, das dort Gott Uns verheißen hat zu geben. Bring' ihm fröhlich deinen dank! Preis' ihn ewig, mein gesang! 3. Fröhlich bei der arbeit, wal let Nun der landmann auf sein feld; Und sein herzlich lied er schallet Jubelvoll dem Herrn der welt. Er vertraut bie ſaat ber erde; Ehrt durch fromme zuversicht Seinen Gott, und zweifelt nicht, Daß er reichlich ernten werde. Opfre meinem Schöpfer dank! Preis ihn fröhlich, mein gefang! 4. Wie die heerden auf den feldern Ruhig weiden; wie so mild Gott sie nährt; wie in den wäldern Freier hüpft und scherzt das wild! Hört der vögel frohe chöre! Hier, der lauten nachtis gall, Dort, der frühen lerche schall! Alles bringt dem Schöpfer ehre. Bring' auch du ihm Lob und dank! Preis ihn fröhlich, mein gesang! Mel. Christus, der ist mein. G 832.i ich soll mein lied erheben, Dich, Vater der natur! Hier ehr' und dank dir geben Auf dieser stillen flur! verblüh; Der ihr samen giebt, eh' sie Welkt und sich zur erde senket. Bring' auch du ihm lob 2. Ich ehre dich im sturme; Ich seh' dich auf der au', Im wallfisch und im wurme, Im regen und im thau.itori stag 3. Es lispelt mir die quelle, Die durch die wiese fließt, Von dir in jeder welle, Daß du ihr Schöpfer biſt. 4. Wenn die erhitzten Lüfte Der abendwind erfrischt, Und sanfter blüten düfte Still in einander mischt; 5. Wenn dir die wälder sinodsi gen: So hör ich deinen ruf, 5. Glänzend und im feierklei Dir auch mein lob zu bringen, de Prangt die blütenreiche flur; Der so viel schönes schuf. Jede blume lächelt freude, Sommerlieder. Preis't den Schöpfer der natur, Mel. Lobt Gott, ihr christen. Der den thau schafft, der fie zu 833.0er erbe mütterli cher schooß Hat reiche frucht gebracht. Preist Gott; denn seine huld ist groß. Erhebet seine macht! Qq 610 Lieder für besondere Zeiten 2. Seht sie in ihrer vollen| gelt brod! Speis't, reiche! gern pracht Vom frühling erst vera jungt! Wie reich ist sie durch Gottes macht! Lobsingt dem Herrn! lobsingt! die armen; ste Sind auch, wie ihr, von Gott. bah) sude 12. Gin solcher darf gefällt ihm wohl; Und er verheißt, daß euch Stets saat und ernte segnen soll; Denn er ist ewig reich. 3. Wie schön der sommer ist; wie er Auf allen fluren prangt! Wie reich wird flur und au' um her! Lobsinget Gott und dankt! 4. Die heerden hüpfen; freudevoll Mäht schon der mäher ab Den segen, der ste nähren soll, 13. Er sammelt einst uns våterlich, Uns ewig zu erfreun, Wenn wir ihm folgen, auch zu sich In seine scheuern ein. Mel. Wie wohl ist mir, o freund. Den Gottes mild' ihm gab. 5. Wie hold und gütig Gott! Lobsingt, lobsingt dem Herrn! Er giebt uns unser täglich brod, Und mehr noch, und so gern! 834.Weit um mich her alles freude! Wie schön ist, Schöpfer, deine welt! Wie prangt in seinem feierkleide Gebirg und that und wald und feld! Wie heilig wird mir jede stätte! Wohin ich geh', wohin ich trete, Bist du so nahe, Gott, und ich Erblicke dich auf | allen fluren; In allen deinen creaturen Erblick' ich, aller Vater, dich. 6. Des regen fleißes lust und lohn, Die ernten, voll und schwer, Erwarten ihren sammler schon. Wie fröhlich sammelt er! 7. O danfet, danket Gott, und liebt Den Herrn! er ist so gut; Den Herrn, der uns so reichlich giebt, Und so viel gutes thut! 8. Macht eure tenn' und scheuer voll! Der Herr, an huld so reich, Der Herr that euren vätern wohl, Und segnet nun autch euch. 9. Der güte quell versteget nie, Und fleußt von jahr zu jahr; Sie bleibt so groß und reich, als sie Seit ihrer schöpfung war. 10. Genießt mit froher danks barkeit Den segen eures Herrn; Und wenn ihr seiner huld euch freut, So gebt, wie er, auch gern! 11. Kein armer darb'; er seufze nie: Ach! mir nur man 2. Das murmeln in beredten bäumen Ruft: fröhlich müßt ihr Gott erhöhn! Die zeit in schwermuth zu verträumen, Ist wahrlich diese welt zu schön! Mir sagt, beglänzt vom morgenthaue, Die flur, der garten und die aue: Wie segnet unser Gott so gern! Mir sagt das rauschen seiner fluthen: Gott ist der urquell alles guten Der bach sagt lispelnd: lobt den Herrn! 3. Wie beugen sich der saaten spitzen! Wie schwellen sie von segen an, Daß kaum der halm die ähre stüßen, Die reiche last kaum tragen kann! Hier sam und Schickungen Gottes. 611 verlangt Von seiner frucht befreit zu seyn, Um Gottes menschen zu erfreun. meln emsig schon die bienen Viel ernten, um auch uns zu dienen, Von Gottes schönen blumen ab. Dort spinnt der seidenwurm, und webet, Eh' er verwandelt wieder lebet, Sich seine hüll' und auch sein grab. 3. Der sänger in den lüften schweigt, Der hin in ferne lande fleugt, Wo Gott schon eine neue figfaat Und frucht für ihn bereitet hat; 4. Wie hast du, Gott der güt' und stärke, So väterlich an uns 4. Denn er ernährt, was gedacht! Wie viel und groß sind deine werke! Wie schön, wie wunderbar gemacht! Zum vollen fröhlichen genuffe Empfängt von deinem überflusse, Was le- 5. Auf traubenvollen Hügeln bet, seine speis', o Gott! Ge- schallt Des winzers lob, und wiebirge geben, thäler geben, Was derhallt Von berg' auf berg'; allen nöthig ist zum leben- denn most und wein Giebt uns Den thieren gras; uns wein und brod! der Herr, uns zu erfreun! ent 5. Weit um mich her ist alles freude. freu' auch, meine feele, dich In Gottes schönem weltgebäude! Wie reichlich seg net er auch mich! Laß dessen lob umher erschallen, Der dir so wohlthut, allen, allen So wohl thut! der so freundlich ist! Stimm' ein in der geschöpfe chöre: Dir, Gott, sey preis, dir dank und ehre, Der du so mild und gütig bist! plus im Herbstlied. Mel. Herr Jesu Christ, mein's. 835.tillächelnd, wie ein frommer greis, Der sterben will voll bank und preis, Daß Gott ihn segnet': also naht Der herbst, den Gott gerufen hat. dond 2. Der segenreiche garten prangt mit vollen zweigen, und fleugt und webt, Daß alles fröhlich sey, was lebt, Daß seine ganze schöpfung dank Und jubel sey und lobgesang. 6. Wie liebevoll, wie mild und gut Ist Gott, der so viel wunder thut! Der jüngling sey, der mann, der greis Sey fröhlich, sey sein ruhm und preis! 7. Auch, wenn du alterst, sorgt für dich Dein Herr und Gott; wie väterlich! Er, der, wenn sich dein abend naht, Doch noch für dich viel' freuden hat. JUIST 8. Froh kannst du sterben, wenn du nur, Wie seine segnende natur, Gesegnet haft; wenn er die frucht, Die er verlangt, umsonst nicht sucht. 9. Auch die natur verblüht und stirbt; Nur, daß ihr same nicht verdirbt, Und schöner auflebt, wenn ihr freund, Der lebenvolle lenz, erscheint. 10. So blühst und reifst du in der zeit Zu größerer vollkommenheit. Nur sey ein guter saQq2 Lieder für besondere Zeiten 612 me; sey Gott auch bis in den tod getreu! auch er Ist deines segens diener, Gott! O du wohlthäter auch durch noth!) ato null 9. Wie viele freuden haben Winterlied. Mel. Herr Jesu Christ, dich. 836.2uch für den win- wir Auch jetzt, o milder Gott! ter danken wir, Herr, unser Gott und Vater, dir; Nicht für der felder segen nur, Auch für den schlummer der natur. Lido dit dus von dir, Der du so väterlich uns trägst, In unsrer hütt' uns wärmst und pflegst! 12 A 2. Ein silberfarbenes gewand Schmückt berge, hügel, thal und land. Wie schön sie sind! wen freuet nicht Der tiefern sonne 11. Auch jeder wechsel deiner mildres licht? 10. Durch alle zeiten, Vater, sey Dir, wer dich findlich ehrt, getreu! Laß jeden deinen ruhm erhöhn, Und freudig deine wege gehn! szeit Entflamm' uns zu der dankbarkeit, Die deinen willen gern erfüllt; Denn du bist immer gut und mild. 3. Die erde pfleget mütterlich Die ihr vertraute saat, die sich Im nahen lenze segenvoll Enthüllen und uns nähren soll. 4. Doch nicht geräuschvoll; still, geheim. So nährt der tus gend ersten feim Ein vater mit verborgner lust In seiner schwachen finder brust. 5. So thut, was andre segnen kann, Ein guter und bescheidner mann; Sucht, wenn sein thun nur Gott gefällt, Nicht das geräusch des ruhms der welt. 6. Doch wachsen soll der tugend saat, Und blühn, was er im stillen that, zu reichen ernten in der zeit, zu reichern in der ewigkeit; 7. Wie unsrer fluren saat 12. Du bleibst stets mächtig, Gott! und groß. Wir werden, wenn der erde schooß Auch uns bedeckt hat, dich zu sehn, Aus unsern stillen gräbern gehn; 13. Und auferweckt das feierkleid Der himmlischen unsterb lichkeit Anlegen, und vor deinem thron Dich preisen, Gott! und deinen Sohn; 14. Daß nun hinfort kein wechsel ist, Daß du in allen alles bist; Ein Gott, der, wenn der fromm' erwacht, Ihn ewig, ewig selig macht. Sur Saatzeit. In eigner Melodie. durch dich Im stillen keimet; 837.Diefen famen fegne Gott, er väterlich, von menschen nicht bemerkt, Durch deine mild', o Gott, gestärkt. 8. Es brause fürchterlich um Her Des winters sturm; auch er, Spo ruh' in dieser erde, Keim' und unser täglich brod Unter Gottes augen werde. 2. Wenig stretten wir nur und Schickungen Gottes. 613 hin; Reichlich giebt es Gott uns gefäet haben, So reichlich wiewieder. Für den herrlichen ge- der gaben! winn Singen wir ihm freudenlieder. tissidid, som 3. Dieses hoffen wir; denn Gott Sieht und merkt auf unsre bitte; Giebt uns täglich unser brød: Giebt es uns in unsre hütte.@nsmisur de 4. Gnädig gieb es,( bitten wir,) Weil wir auf der erde leben! Vater, lob und dank dafür Wollen wir im himmel geben! 5. Denn im himmel wirst du ganz Deine gnad' uns offenbaren, Wenn wir sehn in seinem glanz, Was wir sind, und was wir waren. nirid 6. Dort im Himmel werden wir, Herr, vor deinem angesichte, Freudig ernten, so wie hier, Deines segens volle früchte. SHIEL Danklied für die Ernte. og 838. Gott lobfingen, Mel. Nun laßt uns Gott. Dommt, laßt uns Gott lobsingen, Und preis und dank ihm bringen Für seiner ernte gaben, Die wir gesammelt haben. teme Amman 2. Der Herr hat uns gegeben, Was noth ist uns zum leben, Zum freudigen genusse Aus ſeinem überflusse. 3. Die scheuern sind voll segen; Denn er gab thau und regen; Der frucht, der wir uns freuen, Schuß, wachsthum und gedeihen. 4. Frohlocket feiner milde, Daß auen und gefilde, Was wir 5. Frohlockt ihm, dem erretter! Oft drohten sturm und wetter Den untergang der saaten; Und doch sind sie gerathen. 6. Sie sprosten auf und grünten, Ob wir's gleich nicht verdienten, Und schmückten die gefilde Durch seine vatermilde. 7. Denn immer soll gebären, Uns alle zu ernähren, Daß jeder dankbar werde, Der reiche schooß der erde. E 8. Mit freudigem gemüthe Bewundert Gottes güte, Die jeden fleiß belohnet, Die uns so trägt, so schonet. Talon 9. Lohnt' er nach unsern thaten, So würden alle saaten Im keime schon verderben, Und wir vor hunger sterben. 10. Doch er ist immer gütig, Barmherzig und langmüthig, Und schafft, daß stets die erde Verjüngt und fruchtbar werde. 11. Auf! preiset seine gnade, Und wandelt seine pfade, Daß seine mild' und treue Euch, weil ihr lebt, erfreue! dal and one 12. Wir pflügen, sä'n und ernten. D, daß wir dankvoll lernten, Ihm ähnlich, uns der armen Mitleidig zu erbarmen! 13. Theilt aus, thut wohl, erquicket, Wen noth und mangel drücket! Er wird euch länger schonen, Wird's ewig euch belohnen. 14. Er sey von uns erhoben, Bis wir, ihn dort zu loben, Ge 614 Lieder für besondere Zeiten bracht in seine scheuern, Ein| bracht. Ich flehte nicht zu dir ewig fest ihm feiern! ding Lied vor bevorstehenden Reisen und auf Reisen. vergebens: Du hast mich väterlich bewacht. Durch deine gnade bin ich hier; Dein schutz und schirm war über mir. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 839. Dir fleh' ich, Gott! beweise, Wie treu du bist, an mir! Beglücke meine reise; Denn ich vertraue dir! Auf allen meinen wegen Begleite väterlich Mit deinem heil und segen, Mit deinem schuhe mich! ir fleh' ich, Gott! 2. Nun kann ich wieder mit den meinen Mich deiner gut' und hülfe freun; Mit ihnen frohe zähren weinen; Dir meines dankes opfer weihn. Mein thun gelang, o Gott, durch dich; Du schüßtest, du beglücktest mich.d 2. Ich bin in deinen Händen; Deß soll mein Herz sich freun; Denn du kannst hülfe senden, Wo mir gefahren bräun. Bin ich bei dir in gnaden: So fürcht' ich nichts, o Gott! Du wehrest allem schaden, Mein Helfer in der noth! 3. Sey ewig, Gott, sey hochgepriesen! Denn wie viel gutes hast du mir Auf meiner reise nicht erwiesen! Mein armes lob gefalle dir! Ich will mein wohl auf dich nur baun; Es ist so gut, dir, Herr, vertraun! Bei'm Gewitter. Mel. O liebster Jefu, was. 3. So will ich denn mein le 841. Pommt, laßt uns ben Dir freudig, dir mein gut, O Vater, übergeben, Und deis ner treuen hut! Erhalte meine kräfte; Beglücke meinen fleiß, Und meiner pflicht geschäfte Zu deinem ruhm' und preis! Gott und seine größ' erheben; Vor ihm, und nicht vor seinem donner beben; Und flehn zu ihm, der schrecken kann und schützen In seinen blizzen. innt der 4. Laß dir auch meine lieben2. Sie können tödten uns und Zur hut befohlen seyn; Nichts unsre Heerden; Zerstörer seyn, müsse sie betrüben; Dein trost doch auch wohlthäter werden; fie stets erfreun! Sehn wir uns Drum sollen wir, wenn sie die fröhlich wieder Im glück und luft erschüttern, Nicht heidnisch wohlergehn: Wie sollen unsre zittern; lieder Dann deine huld erhöhn! Danklied nach zurückgelegten p) Reisen. Mel. Wer nur den lieben. 3. Nicht wähnen, daß wir nur erbeben sollen, Wo donner unter seinem throne rollen; Nicht, daß, wo blize flammen, dann 840.Dank bir, o Bater, zur rache Sein zorn erwache. meines Du hast mich froh zurückge 4. Sie zeugen, Gott, wie alle deine werke, Von deiner weis und Schickungen Gottes. 615 12. Weil wir noch hier sind, sey von uns erhoben! Dann werden wir mit neuer kraft dich loben; Dir bringen, Herr, für alle deine werke, Preis, dank a heit, deiner huld und stärke. Gleich herrlich ist im sturm und in der stille Dein rath und wille. 5. Von tiefer ehrfurcht, Herr, vor dir durchdrungen, Sehn güte wir in den erschütterungen, und stärke! Daß die natur geschmückt wird und belebet, Selbst, wenn sie bebet. Sonds dry In allen Krankheiten. Mel. Es ist gewißlich an. 842.3 ch, mein erbarmer, bitte dich: Hilf mir und allen franken, Und segne jeden, segne mich, Mit heiligen gedanken! Gieb uns gelaffenheit und ruh'; Und unser bester arzt sey du; In schmerzen unser tröster! sing or 6. Fruchtbarer wird sie dann; wie deine frommen, Geprüft zu werden, oft in trübsal kommen. Wir leiden, durch geduld zu edlen werken Uns mehr zu stärken. 7. Dann reifen fröhlicher der tugend saaten zu mannichfaltigern und schönern thaten. Sie werden, wenn die trübsal sie bewähret, Nur mehr verkläret. 2. Belohne, treuer Vater, die, Die liebreich meiner pflegen! Für ihre treue segne sie mit deinem besten segen! Gieb, wenn zur unzufriedenheit Mein schmerz mich reizt, mir freudigkeit, Ges duldig ihn zu tragen! 8. So stralt, wenn donner die natur erschüttern, In größrer schönheit sie nach ungewittern; Als schmückte sie nun eine neue fonne Mit neuer wonne! dm 9. Verderbenschwangre dünst' entfliehn; und seuchen, Die uns und unsern Heerden brohn, entweichen; Auch athmen wir, von leichtrer luft umgeben, Mehr fraft, mehr leben. 3. Soll meine frankheit tödtlich seyn; Soll ich die welt verlassen: So müss in Christi blut' ich rein, Im glauben dich umfassen, Und freudig und voll zuversicht, Vom tode, Vater, durch's gericht Zu deinem leben 10. So steigt, wenn einst am dringen! hd some größten aller tage Für fromme 4. Doch, willst du noch genicht mehr seyn wird leid und klage, Empor aus deines weltgerichts getümmel Ein neuer himmel. Modif sundheit mir Zum längern leben schenken: So laß mich täglich, Gott, vor dir An deine Hülfe denken, Daß ich in meiner pils gerzeit Mit immer neuer freudigkeit Auf deinen wegen wandle! 11. Wir werden dann zu einem neuen leben Hervorgehn; werden dir entgegen schweben, In diesen neuen himmel aufges nommen Mit allen frommen. 5. Du siehst, wie wenig ich vermag: Du müsseft selbst mich. leiten; Mich selbst auf meinen 616 Lieder für besondere Zeiten letten tag Durch deinen geist be-| Und zu des Sohnes bild erneut, reiten, Daß über alles, alles ich Geh' ein in deine freude! Dich lieb', und, dankvoll gegen dich, Dir lebe, Gott, dir sterbe! 3d Fürbitte für Kranke. lls 6. Den kranken, der durch dich genes't, Den lehre heilig les ben! Der müsse dir, von dir erMel. Herr Jesu Christ, du. lös't, Sein herz zum opfer gealle bitt' ben! Er wandl' in wach843.ich bich Mit brii- ſamkeit, Nie mehr verführt zur derlichem Herzen. Erbarmt dein sicherheit, Der ewigkeit entgegen! herz nicht ihrer sich: Wer lin- Danklied nach überstandener dert ihre schmerzen? Erleichtre, Krankheit.d Sier Mel. Aus meines Herzens. was sie drückt, o Gott; Sey ihr erretter in der noth; Laß ihre 844.21s in der krankheit seelen leben! 2. Sind die noch frank: so heile sie, Und laß sie nicht verderben! Ach! kranke fünder laß doch nie In ihren sünden sterben! Gieb, daß sie, durch den tod erschreckt, Und schnell aus ihrem schlaf erweckt, Erst ihre ſeele retten! 3. Daß sie den werth verlorner zeit, Den gräuel ihrer sünden, Und dann auch deine freund lichkeit Und ihren troft empfinden; Gewiß, daß auch im tode noch Ihr bester theil, die seele, doch Erhalten werden solle! 4. Drum hilf auch, daß sie deiner huld Sich freudig überlassen, Und sich in hoffnung zur geduld Ermuntern, und sich fassen! O möchte doch dein will' allein Ihr will' und ihre freude seyn, Was du für sie beschließest! 5. Den kranken, der nun sterben soll, Laß, Vater, selig sterben! Er eile, frei und wonnevoll Zu deines himmels erben! Sein geist, von fünden ganz befreit, seele fast versant, Und nun aus vollem Herzen Mein flehn zum himmel drang: Da hörte Gott mein flehn, Der treue, der erhalter! Nun soll auch den erhalter Mein dank und lob erhöhn! 2. So lag ich einst, ich armer, In sünden, ihm ein gräul, Verwundet, ohn' erbarmer, Entfernt von trost und heil. Gott ging vorbei, und sah' Mein elend und verderben, Und sprach: du sollst nicht sterben; Denn ich, dein heil, bin da! minden markast 3. Ich wasche dich im blute Des Eingebornen rein. Es floß: mein eifer ruhte; Du bist verföhnt, und mein. Dein schmuck sey heiligkeit; Und deines lebens ehre, zu thun, was ich dich lehre! Brich niemals deinen eid! 4. Herr über tod und leben, Du meiner väter Gott! Wie soll ich dich erheben? Mein heil, mein Herr, mein Gott! Was kann des staubs gefang? Wer hat dich gnug erhoben? Zu und Schickungen Gottes. 617 schwach ist, dich zu loben, Des| der! Denn du allein Kannst höchsten engels dank. uns befrein: Errett' uns, deine kinder! dichir nish 5. Und doch, von dir zu schweigen, Wär' eine frevelthat. Ich will's, ich will's bezeugen, Wie Gott errettet hat. Hört's, menschen: Gott nur kann Vergeben und erretten! Ach, wenn wir Gott nicht hätten: Wer hälf' 6. Doch, willst du uns noch uns armen dann? 5. Wir übergeben volk und land In deine treue vaterhand; Entferne jede plage! Erquic' uns, Herr! Allmächtiger, Gieb wieder heitre tage! er nicht befrein: So laß uns, Gott, geduldig seyn, Und dir uns ganz ergeben! Laß, sterben wir, Uns dort vor dir In deiner wonne leben! 6. D, laßt uns ganz ihm leben; Ganz Gottes eigenthum; Und jedes tags bestreben Sey seiner gnade ruhm! Ihm opfern unsre zeit Vor seinen augen wallen, Ihm dienen und gefallen: Ist ehr' und seligkeit. 7. Gieb allen sterbenden dein heil, Und laß sie, Gott, ihr beff'res theil Im himmel nicht verlieZur Zeit ansteckender Seuchen.ren! Laß sie den tod Aus jeder Mcl. Auf dich hab' ich gehoffet. noth Zu deinem throne führen! 845.3 n unfern nöthen 8. Laß unser gläubiges gebet, fallen wir, Voll Das, Herr, zu dir um gnade reu' und demuthsvoll, vor dir fleht, Dir, Vater, wohl gefallen; In unserm jammer nieder; Und unser dank Und lobgesang Denn seuch' und tod Umgiebt Frohlockt: Gott hilft uns allen! uns, Gott, Und würget unsre Mel. Auf dich hab' ich gehoffet. brüder. u, Gott, bist unfre 2. So viele sanken schon in's grab, Wie schnell, wie ungewarnt! hinab. Wie ist um hülf' uns bange! O schone noch; Befrei' uns doch Von unserm untergange! 3. Ärzt, kunst und vorsicht retten nicht; Wir haben keine zuversicht, Als nur zu deiner güte. Dem tod', o Herr, Gebeut, daß er nicht mehr, nicht weiter wüthe! 4. Wir glauben an den Sohn und dich; Und darum schaue väterlich Auf tiefgebeugte sünWenn uns dein auge nicht bewacht: Wer wacht, wer hilft uns armen? Erretter, dir, Dir flehen wir; Du wollest dich erbarmen! 2. Der seuchen gift verbreitet sich Weit um uns her; erbarme dich! Laß uns nicht plötzlich sterben! Entzeuch dem tod' Uns, der uns droht; Entreiß' uns dem verderben! desconf 3. Du bist ein Gott, der gern verzeiht; Laß uns denn noch barmherzigkeit Vor deinem throne finden; Und dein gericht V 618 Lieder für besondere Zeiten tilg' uns nicht In unbeweinten| untergang uns brohen. Nun fünden! wüthet seiner seuchen Heer Durch unser vaterland nicht mehr; Sie sind vor dir entflohen. 4. Kein reichthum schüßt, fein stand, kein ort; Hier weinen wittwen; ältern dort; Und da verwais'te kinder. Die feuch' erreicht Auch den, der fleucht; Den frommen, wie den fünder. 5. Deß alles sind wir werth: doch wir Beweinen's, Gott, und flehn zu dir, Du wollest uns vergeben! Dein volk will gern Dir, unserm Herrn, Gehorchen, dir nur leben. 2. Wir sahen dort und sahen hier So viele brüder sterben, Und allenthalben waren wir Umfangen vom verderben. Da war kein schonen; stündlich war Furchtbarer, näher die gefahr, Und alle kunst vergebens. Den würger trieb fein arzt zurück: Auch ihm schien jeder augenblick Der letzte seines lebens.miste 3. Zu dir, du menschenretter, schrien Der Deinen bange herzen. Du hörtest uns; die seuchen fliehn! Du heilest unsre schmerzen. O du erbarmer voll geduld! Nach unsrer übertretung schuld Hast du uns nicht gelohnet. Gezüchtigt,( o, wir preisen dich!) Gezüchtigt hast du våterlich, Und väterlich geschonet. 6. Auch glauben wir an deis nen Sohn. Um Jesu willen duld' und schon', Und laß uns trost erscheinen! Streck' aus die hand, Und laß das land Nicht länger hülflos weinen! 7. Sen mit den sterbenden; laß sie Dein antlig schaun nach angst und müh'! Die lebenden bewahre! Lindr' ihren schmerz, Daß bald ihr herz, Wie gern du 4. Wir wollen, der du uns hilfst, erfahre! befreist, O Gott, dich ewig loben! Sey ewig, Vater, Sohn und Geist, Von deinem volk erhoben! Es bete dich, Erretter, an; Und jauchze, wer nur danken fann, Und diene deinem namen, Und rühme: Gott ist unser Gott! Frohlockt! er hilft uns in der noth! Frohlockt ihm! Amen! 8. Das ganze volk frohlockt dir dann, Und betet dich, Erretter, an, Und preiset deine gnade. Dann wandeln wir, O Gott, vor dir Mit freuden deine pfade. Danklied nach ansteckenden 934039 Seuchen. Mel. Ein lamm geht hin.id 847.Mirkommen, Hel- Amen! fer, dir gefang Und ruhm und preis zu bringen. In theurer Zeit. Des ganzen volkes lauter bank 848.Du, befter to Mel. Von Gott will ich nicht. troft der armen, Gott, warst mit uns! in welcher noth! Schöpfer jeder welt, Du Vater Wir sahen überall den tod, Den voll erbarmen, Der alles trägt dir lobsingen. Du und Schickungen Gottes. 619 und hält! Schau her auf unsre| chen, Sie nicht verschmähn, noch noth; Erbarme dich der deinen! sprechen: Es nähr', es segn' Die armen gehn und weinen, euch Gott! Und schmachten, Herr, nach brod. 7., Laß einen jeden eilen, Mildthätig jeden tag Bedrängten auszutheilen, Was seine hand vermag! Einst steht das Jesus an, Wenn sie die brüder retten Und sättigen, als hätten Sie das ihm selbst gethan. 8. Laß jede frucht gerathen, Uns wieder zu erfreun; Und allen unsern saaten Gieb wachsthum und gedeihn! Mit milder vaterhand Gieb wärm' und thau und regen; So kehrt dein reicher segen Zurück in unser land! 9. Die frohen armen sollen, Errettet aus der noth, Dir jauchmapu o zen! alle wollen wir dir frohlocken, Gott! Denn du errettest gern, Und hast mur lust am leben. Dich wollen wir erheben, Dich fröhlich, unsern Herrn! In Feuersnoth. 849.6bes feuers fraft Mel. Wenn wir in höchsten. ott, macht verderben 2. Ach, unser sündlich leben Verklagt vor dir uns hart: Doch, dulden und vergeben Ist treuer väter art. Ach, Vater, wir vergehn! Du, bester aller väter, Ver schonst auch übertreter, Wenn sie um gnade flehn. 3. Wir flehn zu dir voll reue Und auch voll zuversicht. Verwirf uns, Gott der treue, In unserm fummer nicht! Dein überfluß entwich Von allen unsern auen: Und doch sehn voll vertrauen Wir, Vater, nur auf dich.a 4. Ach, end', Erretter, ende Der zeiten schweren lauf; Thu' deine milden hände, Der allmacht schätz' uns auf! Du sättigst ja, o Gott, Was lebt, mit wohlgefallen; Gewähre denn uns allen Auch, was uns mangelt, brod! 5. Der du auch uns erschufest, Hör' unser angstgeschrei! All mächtiger, du rufest Dem Nichts, damit es sey. Du kannst ja, ( dir ist's leicht,) Uns retten, uns ernähren; Kannst jedem mangel wehren, Der, wenn du willst, entfleucht. 6. Den reichen gieb erbarmen; Gefühl für andrer schmerz; Und, zu erfreun die armen, Ein mitleidsvolles herz, Damit ste mild ihr brod Trostlosen brüdern bre- 8pt Zum segen und schafft! Mit welcher schrecklichen gewalt Verwüstet's! und wie leicht, wie bald! 2. Ach, diese häuser hat's verzehrt! So vieler armen glück zerstört! Auch dieß hat deine Hand gethan; Wir weinen, Herr, und beten an! 3. Wir weinen: doch verehren wir Auch deine huld; sie half auch hier, Und hielt der flammen Lieder für besondere Zeiten 620 schnellen lauf, Der übrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern brüdern seufzen wir In ihrem jammer, Gott, zu dir! Laß sie nicht hülflos! tröste die, Die du gebeugt haft! ſegne ſie! 5. D gieb, daß, wer verschont ward, nicht Vergesse seiner schönsten pflicht, Der pflicht, betrübte zu erfreun, Barmherzig und auch mild zu seyn! 6. Was du uns nimmst, das kannst du, Gott, Auch wieder geben; jede noth In heil verwandeln; weis' und gut Ist alles, was dein wille thut. 7. Gieb unterwerfung und geduld, Daß wir auf deine vaterhuld Mit fester zuversicht vertraun, Dich, wo kein leid ist, einst zu schaun! 8. Schüß' unser ganzes vas terland Vor mangel, seuchen, krieg und brand! Gieb, weil du unser Vater bist, Uns allen, was uns selig ist! conti Most In Wassersnöthen. Mel. Was mein Gott will. 850.W¹ ir sind in noth; Laß uns, o Gott, Die fluth nicht über: Nimm acht; Wehr' ihrer macht; Du kannst die wogen hemmen! Verbirg jeßt nicht Dein angesicht; Gedenk' an uns in gnaden! Gott, wenn uns ist Dein arm bes schützt: Was kann das meer uns schaden? 2. Ach, hilf uns, Herr, Allmächtiger, Um Jesu Christi willen! Ach, du allein Kannst uns befrein; Kannst sturm und wellen stillen. Erbarme dich! Hilf väterlich! Beschüß' uns gut und leben! Dann wollen wir Dir, Gott, dafür Dank, preis und ehre geben. Mel. Auf meinen lieben Gott. 851.2, unsre noth ift groß! Gott, wir fliehen bloß Zu dir und deiner güte, Daß sie uns jetzt behüte. Eil', in der fluth gefahren Uns mächtig zu bewahren! 2. Sieh' an, sieh' an die noth, Das elend und den tod, Den wir vor augen sehen; Hilf, daß wir nicht vergehen! Laß uns, o Gott, nicht sterben; Hilf, ehe wir verderben! 3. Vergieb uns unsre schuld, Und habe noch geduld! Ach, laß um Jesu willen Sich sturm und wellen stillen! Wir wollen, weil wir leben, Dir preis und ehre geben! Danklied nach Wassersnöthen. Mel. Nun danfet alle Gott. 852. Lob, preis und bank sey dir, Allmächtiger, gesungen! Du haft des meerès fluth Durch deine macht bezwungen. Die wellen braus'ten, Gott, Schon über uns daher. Du sprachst: nicht weiter! da Gehorchte sturm und meer. 2. Wie tobten ste! doch du und Schickungen Gottes. 621 Bewiesest an uns armen, Als und pflicht Uns mit unerschrowir um hülfe schrien, Dein mäch tiges erbarmen; Bewiesest, daß du nie Von Herzen uns betrübst, Und züchtigst du uns gleich, Uns väterlich doch liebſt. 3. Das that dein arm, o Gott, Der jeder fluth gebieten, Der meere zähmen kann, Wie furchtbar sie auch wüthen. Du schüBest; du erhältst; Du hilfft in jeder noth; Du bist der fluthen Herr, Du bist der meere Gott. 4. Dir, Allgewaltiger, Laß uns nie widerstreben! In heiligkeit laß uns Nur dir zu ehren leben; Der du zum sturme sprichst: Zerstöre nicht! zur fluth: Verschone land und volk! Und zu den wellen: ruht! in In Kriegszeiten. 01 Mel. Singen wir aus herzens. 853.11 m erbarmen flehen wir; Um erbar men, Gott, zu dir! Um erbarmen flehn wir, Herr! Gnädiger! Allmächtiger! Hör' uns, rett' uns! hilf, o Gott! Hilf; denn allenthalben droht Uns verwüstung, schwerdt und tod! ckenheit Streiten heißt, und muth gebeut! Wird doch auch gerechter muth Leicht zur rache, leicht zur wuth! Was vergießt er? brüderblut! dimus 3. Ach, o Gott, wer zittert nicht, Wenn auch unschuld, recht 4. Zagend möchten wir vergehn, Wenn des krieges gräul wir sehn! Um erbarmen flehen wir; Um erbarmen, Gott, zu dir! Denk' an uns in gnad' und huld; Nicht an unsrer laster schuld! Rett' uns bald, und gieb geduld! 10 105. Alle, fürst und unterthan, Knien vor dir und beten an! Was ist unsrer waffen macht, Wenn dein eifer, Herr, erwacht? Willst du in's gericht mun gehn: Ach, wie könnten wir bestehn? Wir verzagen, wir vergehn! 6. Hoherpriester, Jesu Chrift, Der du hingegangen bist, Durch das kreuz, durch deinen tod, In das heiligthum zu Gott! Um erbarmen flehen wir, Um des Vaters huld zu dir! Um errettung flehen wir! 2. Ach, des frieges flammen glühn! Friede, lust und segen fliehn! Der zerstörer zieht das her! Stürmet, brausend wie das meer! Wie ein hagelsturm, verzehrt Er die länder; blut be- 8. Der du, Allgewaltiger, gehrt, Blut und tod, sein durstig schwerdt! 7. Send' herab von deinem thron' Deinen friedensgruß, o Sohn, Der zu brüdern feind und freund Durch der liebe band vereint! Deinen frieden und sein glück Sende, Herr, zu uns zurück! Deinen frieden und sein glück! Sprichst zum meere: bis hieher! Sprich, was unser flehn begehrt: Fahr' in deine scheid', o schwerdt! Sprich zur zwietracht, Herr, Lieder für besondere Zeiten 622 entweich'! Zur verwüstung sprich: entfleuch! Denn die welt ist, Gott, dein reich. dum 9. Ach, die völker beten dann Deine macht frohlockend an; Und mit harfen in der hand Dankt das volk und jedes land. Hör uns! hör uns! flehen wir; Um erbarmen, Gott, zu dir! Um den frieden flehen wir! Danklied für den hergestellten Frieden. Mel. Lobt Goft, ihr christen. 854 Bringt ehre Gott, her, Und jubel und gesang; Ihm ( mächtig, gnädig, mild ist Er!) Der wonne lauten dank! 2. Das land ist frei, das land ist frei Von jedem gräul des friegs, Von der gedrohten sklaverei, Vom jammer selbst des fiegs! of Hamisa 3. Der friede kehrt von Gott zurück; Der freude ruf voran; Mit ihm der völker luft und glück. Das hat der Herr gethan! 4. Der Herr hat sich zu uns geneigt. Wir waren's zwar nicht werth; Doch ruht der sturm; der donner schweigt! Zur pflugs schaar wird das schwerdt. 5. Mit feierfleidern angethan, Bringt ruhm und preis ihm her! Kniet hin vor ihm, und betet an! Wo ist ein Gott, wie Er! 6. Wie Er ein Vater, der so reich An huld und mitleid ist! Jauchzt! er erbarmt sich über euch! Fließt, freudenthränen, fließt! 7. Des find's gewimmer drang vor ihn; Der mutter angstgeschrei. Und, seht! des frieges wetter fliehn; Sie fliehn, und wir sind frei. DIST Thuet 8. Der greis, verjüngt, wie schwach er war, Eilt hin, zum dank entbrannt, Mit seiner tochter zum altar, Den säugling an der hand; 9. Und danket, daß er vater ist; Daß du der keuschheit schuß, Des säuglings schild, o Vater, bist, Der schwachheit wehr und truß; 10. Daß du das glück der menschen liebst, und fröhlichkeit für schmerz, Und friebliche ges danken giebst Den fürsten in das Herz. 11. Die nationen sind verfeind noch einen bruder haßt söhnt; Nun werd' auch, wo ein und höhnt, Sein Herz mit ihm vereint! 12. Nun, weil des frieges stürme ruhn, Laß uns aus dankbarkeit Mit eifer, Gott, und freudig thun, Was dein gesetz gebeut! 13. So viel hast du an uns gethan, O Allgewaltiger! Dich bete froh der erdkreis an, Und jauchze dir, o Herr! Holide und Schickungen Gottes. 623 Bitte um Erhaltung desain| für uns könnte streiten, Denn Friedens. du, unser Herr Gott, alleine. In eigner Melodie. 855. Verleih'uns frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern zeiten! Es ist doch ja kein andrer nicht, Der 2. Gieb unserm König und aller obrigkeit Fried' und gut regiment! Daß wir unter ihnen Ein geruhiges und stilles leben führen mögen, In aller gottseligkeit und ehrbarkeit! Amen! 316com VI. Ueber das Wachsthum und die Beständigkeit poder wahren Christen im Glauben und in der Gottseligkeit. ar In eigner Melodie. 856. chruf zu dir, Herr Jesu Chrift, Um eifer, kraft und stärke Zum glauben, der so schwach noch ist, Zur übung guter werke. Gieb, daß im wahren glauben treu, Ich dir mich ganz ergebe, Dich erhebe, 6) Wahre Christen bestreben sich, im Glauben und in der Gottseligkeit immer geübter und standhafter zu werden. Sie befleißigen sich, zur Beförderung ihres Wachsthums in allem Guten, der öftern Betrachtung der heiligen Schrift und ihrer Lehren; der recht= schaffenen Abwartung des öffentlichen und besondern Gottesdien= stes, und des rechten Gebrauchs der Taufe und des Abendmahls. Sie beschäftigen sich oft im Stillen mit Gott und seiner Allgegenwart; mit dem Andenken an Jesum, ihren Erlöser; und mit Ue= bung einer gewissenhaften Selbsterkenntniß. Sie hüten sich vor allen schädlichen Zerstreuungen, und lernen, ihre Sinnlichkeit immer mehr beherrschen. Sie erwägen oft die großen Wohlthaten der Tugend; und suchen alle Gelegenheiten und Beispiele dazu ohne Saumseligkeit zu nüßen; alle Gelegenheiten und Beispiele zum Bösen forgfältig zu vermeiden; und auch in dem Umgange mit andern Christen nach dem Beispiele derer, die schon selig sind, immer weiser und besser zu werden. Dem nächsten nützlich sey, Und, wie dein wort lehrt, lebe! 2. Ich bitte, Gott, noch mehr, für mich; Hilf, daß, bewahrt vor sünde, Ich alle Hoffnung stets auf dich Und deine gnade gründe! Gieb, daß ich meine zuversicht Auf dich nur möge bauen, 624 Vom Wachsthum und der Beständigkeit Dir vertrauen, Auf meine wer-| nie sind sie die triebe, Deren wirte nicht: Um ewig dich zu schauen! kung dir gefällt. Wer das gute, das er übt, Nicht mit reiner seele liebt, Richter, dem giebst du die krone Der gerechten nicht zum lohne. 3. Gieb, daß ich meinen feinden gern Auch ihre schuld erlasse, Und ähnlich Jesu, meinem Herrn, Sie nie verfolg' und has fe! Laß meinen glauben mich, o Gott, Durch deines wortes lehren Stets vermehren, Auch in gefahr und spott, Dich freudig zu verehren! SIG OHN 4. Laß weder lust noch furcht von dir Mich, weil ich lebe, scheiden! Beständigkeit verleihe mir Im glück und auch im leiden! An guten werken reich, werd' ich Einst deinen himmel erben, Se lig sterben, Ob sie gleich nichts für mich Verdienen noch erwerben. sa dis 5. Ich streit', und will dein jünger seyn. Hilf, o Herr Christ, mir schwachen! Auf dich verlaff' ich mich allein; Du kannst mich stärker machen. Wenn sünde mich versucht: will ich Doch nimmer dich verlassen; Will sie hassen. Du wirst, du kannst auch mich, Mein Heiland, nie verlassen. Mel. Freu' dich sehr, o meine. ott, ich will mich ernstlich prüfen, Ob ich redlich bin vor dir. Du kennst meines Herzens tiefen; Ach, entdecke sie auch mir! Laß mich sehen, ob ich treu Dir in meinem wandel sey; Ob ich, recht zu thun, mich übe, Weil ich dich von Herzen liebe! 3. Die um deiner liebe willen Wandeln, wie dein wort gebeut, Diese, diese nur erfüllen Das gesetz der frömmigkeit. Nicht nur das, was wir gethan, Auch die quelle stehst du an. Deine liebe soll uns dringen, Gute werke zu vollbringen. 2. Eitelkeit und eigenliebe Sind die götter dieser welt; Aber 4. Wie ein nebel, so verschwinden Meine tugenden vor mir. Strafst du sie gleich nicht als sünden: Stammen sie doch nicht von dir. Deine liebe trieb mich nicht Zur erfüllung meiner pflicht. Ohne, Gott, an dich zu denken, Ließ ich mich zum guten lenken. 5. Ich gehorchte deinem rechte, Daß mir diese folgsamkeit Huld und gunst bei menschen brächte, Und den ruhm der frömmigkeit. Wenn ihr beifall mich erhob: D wie süß war mir dieß lob! Dieß allein ließ ich mich treiben, Meiner tugend treu zu bleiben. 6. Ach, wie konnt' ich dich vergeffen! Dir, mein Gott, nicht dankbar seyn! Deine liebe nicht ermessen! Mich nicht deines beifalls freun! Meinen lohn hab' ich dahin; Gitler ruhm ward mein gewinn. Und zu dir konnt' ich mich schwingen, Und ein ewig bid fob erringen. 100 7. Gott, der du in deinem Sohne Reich bist an barmherzig im Glauben und in der Gottseligkeit. 625 keit; Gott, mein Vater, ach, ver-| Und seinem zorn entflieh' Ich schone Der nicht lautern fröm- übertreter nicht. D Gott, wie migkeit! Ich bekenne meine schuld! bebt dann mein gebein Vor deiAch, bedecke sie mit huld! Laß nes feuereifers dräun! Wie mich deine liebe rühren Und mein haff ich mein verbrechen Aus ganzes herz regieren! furcht, du werdest's rächen! 8. Gieb, daß alle meine werke 5. Ach, haßt ich es allein Aus Früchte deiner liebe sey'n! Sie lieb' und dankbarkeit: Viel näerfülle mich mit stärke, Ganz her wär' ich dann Der wahren mein leben dir zu weihn! Ich bin heiligkeit! Dann, ob sich regt Gottes eigenthum; Dieß sey mir'in meiner brust Die dir verhaßder höchste ruhm! Was ist mir te böse luft; Dann würd' ich ihdas lob der erde, Wenn ich seiner re sünden Gewisser überwinden. würdig werde? 6. O du Barmherziger, Der du die liebe bist, Mein Vater und mein Gott, Du Vater Jesu Christ! Laß mich dich lieben; ziehe mich mit meiner ganzen seel' an dich! Laß mich die sünde hassen Aus furcht, dich zu verlassen! hio giard 7. Die liebe, nicht die furcht, Ist böser lüste tod; Mit feindschaft denkt ein knecht, O Herr, an dein gebot; Er bebt und übertritt es noch; Du strafst ihn, und er fündigt doch. Herr, nur in deinem finde Wohnt steter haß der sünde. 8. Nichts ist mir dann die welt Mit ihren lüsten werth! Du bist's, dein himmel ist's, Was dann mein herz begehrt! Mich dir und deinem dienst zu weihn, Wird unaussprechlich mich erfreun! Nichts wird von dir mich trennen, Nichts mich verführen können! 9. Mit freude, nicht mit furcht, Gott, denk' ich dann an dich, Und weiß, du sättigest Mit deiRr Mel. O großer Gott von. 858.3" m staube bet' ich an, Unendlicher, vor dir! Herr, geh' nicht in's gericht Mit einem wurm, mit mir! Wie heilig bist du! wie gerecht! Und was bin ich und mein geschlecht? Ach! oft ein missethäter, Wie alle meine väter. 2. Strebt mühsam mein gemüth Nach seiner heiligung: D, wie so schwer macht mir Das flersch die besserung! Ach, wie der staub den edlern geist Dahin zum dienst des eitlen reißt, Daß ich die lust zur fünde Stets überwiegend finde! 113. Ich kämpfe wider mich Und meine böse lust: Doch, ach, ein treulos herz Schlägt mir in meiner brust, Wiegt mich in sicher heit; und nun Eil' ich, was ich nicht will, zu thun; Dann straft, von furcht zerrissen, zu spät mich mein gewissen. 4. Gott sah es; denk' ich dann: Gerecht ist sein gericht; 626 Vom Wachsthum und der Beständigkeit ner gnade mich; Bedeckest alle meine schuld mit deiner väterlichen huld, Und wirst mir einst das leben Der ewigkeiten geben! Mel. Wachet auf, ruft uns. err! welch heil kann ich errin-. 4. Wenn die feel' in tiefe ftille Versunken ist; wenn ganz ihr wille Der wille deß ist, der sie liebt; Wenn ihr inniges vertrauen, Ihr freudig hoffen fast zum schauen Empor steigt; wenn sie wieder liebt, Und nun wahrgen! In welche höh'n darf ich mich schwingen! Mein wandel soll im himmel seyn. bu haftig weiß, Dein kampf und D du todesschweiß, Gottversöhner! wort voll heil'gen bebens, Voll Dein blut am kreuz, Dein tod wonne, wort des ew'gen lebens: am kreuz Versöhn', o Herr, vers Im Himmel soll mein wandel föhn' auch sie: ſeyn! Ich sink erstaunend hin, föhn auch sie: Empfinde, wer ich bin, Wer ich seyn kann! Ich trage noch Des todes joch; Im himmel soll mein wandel seyn! 2. Schwing dich denn in dies se höhen, Und lern' im lichte Gottes seherr, Wer du, versöhnte feele, bift. Mit dem göttlich sten entzücken Wirst du in dies sem licht erblicken, Wer, seele, dein versöhner ist. Du, durch ſein opfer rein, Und stark, dich ihm zu weihn, Siehst in Jesu Des Vaters Sohn, Des glaubens lohn, Ihn, unsern Herrn und unsern Gott. 5. D, dann ist ihr schon gege ben Ihr neuer nam' und ewig's leben: Im himmel ist ihr wandel dann! Stark, den streit des Herrn zu streiten, Sieht sie die frone schon von weiten, Die fron' am ziel, und betet an: Preis, ehr', und stärk', und kraft Sey dem, der uns erschafft, Ihm zu leben! Für uns verbürgt, Bist du erwürgt! Anbetung, ruhm und dank sey dir! 859. H frieden! Du haft's vollbracht! Des irrthums nacht, Der sünde dunkl're nacht ist hin! toime 3. Wort vom anfang! wunderbarer! D du der gottheit of fenbarer! Den erdkreis deckte dunkelheit: Du erschienst, du licht vom lichte; Wir schaun in deinem angesichte Nun deines Vaters herrlichkeit. Nicht wahrheit nur, auch ruh' Stralst du uns, Gottmensch, zu; Seelen6. Preis sey dem, der auf dem throne Der himmel sist; preis sey dem Sohne; Gott und dem Lamme preis und dank! Weisheit sind, und gnad', und stärke, Herr, Herr, und wunder deine werke! Dir und dem Lamm sey preis und dank! Wie stralt dein angesicht Von huld! doch, im gericht Bist du heilig. Lobsingt dem Herrn, Die ihr dem Herrn Gestorben seyd, und sterben sollt! 627 im Glauben und in der Gottseligkeit. Mel. Chriftus, der uns selig. da ich schon durch dich Gottes 860. Sollt ich jetzt noch, huld genieße; Da ich weiß, auf da mir schon wessen wort Ich die Hoffnung gründe, Daß auch ich unfehlbar dort Gnad' und leben finde! 7. Nicht das leben, nicht der tod, Trübsal nicht, noch freuden, Mein Erlöser und mein Gott, Soll von dir mich scheiden! Welt und sünd' und eitelfeit Und des eitlen liebe, Alles überwind' ich weit, Herr, durch deine liebe! llegim of Deine gut' erschienen, Dich verlaffen, Gottes Sohn, Und der sünde dienen? Mit den lüften dieser zeit Wieder mich beflecken? Und nicht mehr die süßigfeit Deiner liebe schmecken? 2. Hab' ich doch allein bei dir Meine ruh' gefunden! Mitt ler, heiltest du doch mir Alle meine wunden! Und ich sollte dein gebot, Wie die fünder, hasMel. Ein lamm geht hin. ald ſen? Und mein recht an beinen 861.Wenn ich, o Gott, tod Wieder fahren lassen? von dir geführt, 3. Nein! ich bin und bleib' ein christ; Halt' auf deine lehren; Lasse mir nicht macht noch lift Meinen glauben wehren. Fielen tausend ab, nicht ich! Mag's die welt verdrießen! Sie wird mein vertraun auf dich Mir doch gönnen müssen. Auf deinen wegen wandle; Wenn ich, durch deinen Geist regiert, Nach deiner vorschrift handle; Wenn mir mein herz das zeugniß giebt, Daß meine seele mehr dich liebt, Als alles gut auf erden: Laß deiner huld, durch sicherheit, Durch stolz und durch vermessenheit, Mich dann nicht unwerth werden! iz gills 2. Wie leicht erliegt ein sichrer sinn, Bekämpfet durch die lüste! Sieht ruhig auf gefahren hin, Wovor er zittern müßte! Vollkommen glaubet er zu seyn; Denkt, diese sünde sey nur klein, Und jene pflicht nicht wichtig. Nun ist er seinem falle nah'; Fällt schrecklich; aber glaubt noch da, Er wandle fest und richtig. arad 3 Wie schwach ist nicht der mensch; wie bald Zur sünde fortgeriffen! Wie leicht wird nicht sein eifer kalt; Nachgebend Rr2 4. Zeigt sie mir ein heil, wie du? Bringt sie kraft den müden? Den bedrängten troft und ruh'? Sündern Gottes frieden? Giebt sie mir die zuversicht, Daß tch, trotz dem grabe, Deiner ewige keiten licht Zu erwarten habe? 5. Rettet sie mich, wenn vor Gott Einst die völker stehen, Und das leben und den tod Ihm zur seite sehen? Wenn der sichre, nun zu spät, Aus dem schlaf erwachet, Und der spötter, der hier schmäht, Glaubt, und nicht mehr lachet? 6. Dwie thöricht, wenn ich mich Noch verführen ließe, Jesu, 628 Vom Wachsthum und der Beständigkeit sein gewissen! Weh' ihm, wenn| dir geführt, Auf deinen wegen er vermessen ist; Wenn seiner wandeln; Durch deinen guten schwachheit er vergißt; In sich Geist regiert, Nach deiner vornur stärke siehet! Ach, ihn be- schrift handeln. Ich werde nicht stegt in jedem streit Der irr- durch sicherheit, Durch stolz und thum und die sinnlichkeit, Wenn durch vermessenheit Von deinen er nicht flüglich fliehet. rechten weichen. Heil allen from men! heil auch mir! Wir werden( preis und dank sey dir!) Des glaubens ziel erreichen. Mel. Gott der Vater wohn'. 4. Wer sich mit stolzem muth erhöht, Kann nicht vor dir bestehen. Wer seine niedrigkeit gesteht, Den wirst du, Gott, erhöhen. Veracht ich andre neben 862. Du hast dieſes les mir: tugend bens zeit 3um dir, Wie groß ich sie auch finde. Mein glaube selbst beleidigt dich; Denn ohne demuth macht er mich Nicht rein von meiner sünde. isd 5. Ach, lehre mit behutsamfeit Auf meine bahn mich schauen! Und nie, o Gott, in sicherheit Auf meine tugend trauen! Wenn dies versuchun gen mir drohn: Zeig' in der fer ne mir sie schon, Daß ich mich zeitig rüfte! Aufmerksam mache meinen blick Auf diese welt, auf zeit und glück, Und auf die macht der lüfte! ndira siste 6. Mein glaube, meine frömmigkeit, Und was ich an mir habe Von tugend und rechtschaf fenheit, Ist alles deine gabe. Ich bin nur staub, den du er ſchufft, Den du begnadigst, und berufst, In deinem reich zu leben. Laß mich, entfernt von stolzem wahn, mit demuth deine gab' empfahn, Und dir die ehre geben! 7. So werd' ich, Gott, von heil uns, Gott, gegeben. Plötz lich folgt die ewigkeit Auf unser flüchtig leben. Allenthalben droht gefahr, Ch' wir an's ziel gelangen. Herr, laß an dir uns hangen, Bis wir ans ziel gelangen! Ach, es reizt uns immerbar Die welt zu ihren sünden. D, lehr' uns überwinden, Uns selbst, die welt, die sünden! Richt' auf uns dein angesicht; D Gott, verlaß uns schwache nicht! 2. Ach, die kürze dieser zeit Laß täglich uns betrachten, Und den werth der seligkeit Unendlich theuer achten! Groß und schwer ist unsre müh', Eh' wir den lauf vollenden! Wer darf mit vollen händen Die edle zeit verschwenden? Er verliert auf ewig ste; Wird ewig sich mit thränen Nach ihrer rückkehr sehnen; Umsonst sind seine thränen! Er verlor mit seiner zeit Das heil der ganzen ewigkeit. 3. Nie verführ' uns lüsternheit Nach reichthum, luft und im Glauben und in der Gottseligkeit. 629 ehre; Als wenn unsre seligkeit| keit; Bring' uns zu deinem frieBloß glück auf erden wäre! den! Zeig' uns jenen großen Steh' uns bei, damit wir nicht Vom rechten wege weichen; Laß uns das ziel erreichen; Nie tråge seyn, nie weichen: Unser ziel ist dort im licht, Wo du, den wir verlangen, Vor uns bist hingegangen, Uns wieder zu empfangen. Unsre pilgrimschaft ist hier; Und unser vaterland bei dir. 4. Laß der welt, o Gott, nicht zu, Daß sie dein volk verführe, Mel. Auf meinen lieben Gott. Und die herzen mehr, als bu, 863. Mir, ruft der Herr Mehr rühre! sey Bis in Wenn sie locket, stärk' uns dann, Ihr alles zu versagen, Mit ihr den kampf zu wagen, Und ihren haß zu tragen! Sie mag reizen, wie sie kann; Ihr beispiel mag entzünden, Die noch in ihren sünden Des lebens freude finden: Wir, des himmels bürger schon, Wir kennen sie und ihren lohn. lohn, Der deine kinder frönet! Auch er, der uns versöhnet, Stritt einst, und ward gekrönet. Laß uns, wie er that, dein Sohn, Mit deinem wort uns rüsten! Das fleisch mit ſeinen lüsten Beherrsche nie uns christen! Einst am ziele danken wir Dir ewig, o Erretter, dir! 5. Ja, dein heil ist werth, daß wir Darnach mit weisheit trachten, Und der erde güter hier Für nichts dagegen achten; Aller sünden freuden fliehn, Und deinen weisen willen Zu unserm heil erfüllen, Nicht der begierden willen; An dich glauben und an ihn, Den du dahingegeben, Uns sterblichkeit und leben Der sünderwelt zu geben. Unsers kampfes last und müh)', Wie herrlich, Gott, belohnst du sie! den tod getreu! Zu deiner treue lohne Sollst du des lebens krone, Worin die Meinen prangen, Aus meiner Hand empfangen. 2. Doch, weichen darfst du nicht; Dieß fordert deine pflicht. Dich hab' ich mir erworben; Für dich bin ich gestorben; Bes reit, von allem bösen Dich ewig zu erlösen. 13050 30mm 3. Wohin, wohin von dir, Jesu, gingen wir? Nein, retter unsers lebens, Die welt lockt uns vergebens; Sie kann mit keinen schätzen Dein heil uns, Herr, ersetzen. 4. Daß doch so viele schon Dich, Jesu, wieder flohn; Erst glaubten, und mit freuden; Und dann, bedroht mit leiden, An dir, o Herr, verzagten, Und deinem dienst entsagten! 5. Ach, jeder hüte sich! Herr, 6. Hilf uns, Gott, in unserm wir verließen dich? Wir wollten streit, Und laß uns nicht ermü- dein nicht denken? Dir.unser den! Führ' uns bald zur ewig- Herz nicht schenken? Und du hast 630 Vom Wachsthum und der Beständigkeit doch dein leben Für uns dahin-| kannst Mich reinigen und läugegeben! 6. Nein! mache mich getreu, Daß ich nie menschen scheu', Und nie der tugend mühe Und leiden mich entziehe; Und nie in einer plage An deinem schutz verzage! tern; Den geist, wenn licht ihm fehlt, Mit deinem licht erheitern. Wenn eine leidenschaft Erwachen will, kannst du Durch mein gewissen ihr Gebieten, daß sie ruh'. 7. Wer mit dir leidet, soll Mit dir auch wonnevoll Einst leben; soll nicht sterben; Soll deinen himmel erben; Begnadigt schon auf erden, Um selig dort zu werden. Nach dem 117. Pfalm. Mel. O Gott, du frommer. 864.5 err, höre mein gebet, Und laß es dir gefallen! Es ist mein ganzer ernst, Auf deiner bahn zu wallen. Ergreife, leite, Herr, Den schwachen, der dir fleht, Weil seine bitte nicht Aus falschem munde geht! 2. Gieb, daß ich redlich mich In jeder tugend übe! Der glaube, den du willst, Soll fruchtbar durch die liebe In wahrer heiligkeit, In guten werken seyn. Ich will's; ich will dir, Gott, Mein ganzes leben weihn! 3. Doch täuscht mein Herz sich oft, Mir immer unergründlich; Bleibt nach der Heiligung Doch immerfort noch sündlich. Das wollen hab' ich wohl; Zum thun auch licht und kraft: Wie unvollkommen bleibt's Dennoch; wie mangelhaft! is 4. Du kennst mich ganz; du 5. Ach, darum wollest du Mich läutern, mich belehren; Der trägheit des gemüths, Der luft zur fünde wehren; Mich, wo gefahren sind, Erschrecken, und zum streit Ermuntern, wo dein wort Zu streiten mir gebeut. 6. Erhalte meinen gang Auf deinem pfad' und leite Mit deiner rechten mich, Damit mein fuß nicht gleite! Mein auge laß allein Auf deine wege schaun! So hilf mir; denn du bist Meir Heiland, mein vertraun! 7. Ich bin, dein pilger, hier Umringt von vielen sündern. Ihr beispiel könnte leicht Der tugend eifer mindern. Bewahre deinen knecht Vor ihrer schnöden lust; Ihr gift entweihe nie Die dir geweihte brust! 8. Bewahre mich, wenn sie Verstrickt von eiteln lüften, Sich ihrer sünden freun, Mit ihren lastern brüsten! Des fünders lachen wird In weinen einst verkehrt; In trauren seine lust, Wenn er sich nicht bekehrt. 9. Ich aber werde, Gott, Dir nicht umsonst vertrauen; Einst, wenn ich treu dir bin, Dein selig antlitz, schauen; Und, wenn mein staub erwacht, Von deiner won im Glauben und in der Gottseligkeit. 631 ne satt, Frohlocken, daß mein| dann meine leiden, Und werden Herz Sich dir geheiligt hat. im freuden! dispers Mel. O liebster Jesu, was. Mel. Wer nur den lieben. 865.J ch habe, Gott, mir 866. Der weife fagt zu ernstlich vorges nommen, Nie wieder auf der fünder pfad zu kommen, Nur dir zu folgen, deinem Sohn ergeben, Nur dir zu leben. seiner seele: ist ein richter; Gott ist der! Wenn ich verkehrte wege wähle, So richtet und verdammet er. Sollt' ich, durch meinen Mittler rein, Auf's neu' ein gräuel Gottes seyn? 2. Du stehst, o Gott, ob ich's auch redlich meine. Gieb, daß nicht bloß, was ich seyn soll, 2. Der weise, nun zur tugend scheine, Mit aller kraft beflissen, deinen willen Ganz zu erfüllen. 3. Wenn deine furcht mich überall begleitet, Und meinen gang, wo mich kein mensch steht, leitet: Wie sicher werd' ich deine wege wallen! Wie kann ich fallen? 4. Laß auch im dunkeln mich dein auge scheuen; Verschleuß mein ohr der fünde schmeicheleien, Als ob dein blick verlarvter laster werke Nicht seh' und merfe. 5. Gieb eifer, kraft und muth zu meinen pflichten; So mag die welt, wie ihr's gefällt, mich richten. Giebst du mir beifall, dann will ich mit freuden Verachtung leiden. 6. Du achtest nicht das ansehn der personen; Wirst alles billig richten und belohnen; Mit herrlichkeit und ehre deine finder; Mit schmach die fünder. tüchtig, Durch seines Jesu licht und kraft, Bleibt heilig, denkt und wandelt richtig, Stets redlich und gewissenhaft; Und wächst im guten fort, und übt Es fröhlich, weil er Jesum liebt. 3. Ach, Adam fiel, und seine finder Sind auch gefallen, sind entweiht; Gefallen alle, thoren, fünder, Und achten nicht, was Gott gebeut. Untüchtig sind sie alle nun, Und können nicht, was recht ist, thun. 4. Da sandte Gott zu Adams kindern Den Mittler, seinen Sohn, herab, Der für sie litt, und allen sündern, Heil, leben, licht und weisheit gab. Er gab den Geist aus Gott, und nun Kann, wer ihm folgt, was gut ist, thun. 5. O sünder, wollet ihr nicht merken, Wie gut der Herr ist? wollt ihr nicht, Durch ihn erneut zu guten werken, Der weißheit folgen und der pflicht? Soll's, denn umsonst seyn, daß er euch Vergebung anbeut und 7. Bald, bald vollend' ich meiner prüfung stunden. Werd' ich im tode nur bewährt erfunden: Wie schön verwandeln sich sein reich? 632 Vom Wachsthum und der Beständigkeit 6. Empfanget seines Geistes| quicket, oft bedenke, Wenn ich gabe; Lernt weisheit, lernet mich fränke! glauben, lernt, Wie gut es der gerechte habe, Der von den la stern sich entfernt. Er fürchtet tod und zukunft nicht; Denn Gott ist seine zuversicht. In 7. Ach, daß ste täglich weiser würden, Im glauben treuer stets, o Herr; Stets freier von der sünde bürden; Im guten immer fertiger! Die Engel würden fröhlich seyn, Und sich des heils der menschen freun! 6. Daß ich, gestärkt durch jede gute rührung, Und täglich weiser unter deiner führung, Stets näher, und bewahrt vor jedem falle, Zum ziele walle! ftets auf erden Im guten wachsen, stets vollkommner werden! Verleihe mir zu diesem besten werke Selbst licht und stärke! 7. Auch gieb, daß ich's oft fühle, wie so nahe Du, Gott, mir seyft, damit ich kraft empfahe, Durch deine gegenwart zu edlen werken Mein Herz zu stårken! Juan 8. Auch sey mir Jesu vorbild gegenwärtig, Daß ich zu allen driMel. O liebster Jesu, was.hil guten thaten fertig, Und willig 867.Dich ruf ich an, ſen, zu ehren deinen namen, Gott! Ihm nachzuahmen! 9. Und was ich denk' und anschau', oder höre, Laß mich zur beffrung brauchen; das belehre, Daß treibe mich, was recht ist, nur zu wählen, Um nie zu fehlen! 2. Dein wort,( ich mög' es lesen, oder hören,) Erhebe täglich mehr durch seine lehren Den trägen geist, daß ich auf deinem wege Nie wanken möge. 10. Gs stärke mich der trost, vor deinem throne Auch zu empfahn der überwinder krone, Und der gedanke: Gott wird einst dich richten! Zu allen pflichten. 3. Gieb, daß ich's ernstlich, gern und oft betrachte, Und treu auf deiner wahrheit eindruck ach te, Und ihn auch oft erneure, in gefahren Mich zu bewahren! 4. Gieb, daß ich's tief in mein gedächtniß fasse; Daß ich von ihm mich täglich leiten lasse; Und, immer edler, gegen jede 11. So werd' ich, Vater, täglich mehr auf erden Im guten wachsen, immer treuer werden, Und so empfahn, zu meinem besten werke, Mehr licht, mehr stärke! biz piala 30 Mel. Christ, unser Herr, zum. fünde Mehr Haß empfinde! 868.Wenn iemals zwei fel auch in mir 5. ich, was rührt, was es verdammet, Was meiner tugend eifer mehr entflammet, Was tröftet und er Sich wider deine lehren, Und ihren ursprung, Gott, von dir, Und ihren werth empören: im Glauben und in der Gottseligkeit. 633 Dann hilf, damit mir nicht dein du so gern auch hier Vor trug licht Leichtsinnige gedanken Verdunkeln; daß ich ihnen nicht Nachhängen mög' und wanken, Und, Herr, dein wort verläugund wahn bewahrest, In einem hellern lichte mir Dich völlig offenbarest; Dich, wie du bist, zu schauen. nen! 2. Wenn stolz und luft zur 869.W Gott, bein wort Mel. O liebster Jesu, was.d lehrer, sünd', und spott Der zweifel wahn erzeugen: So laß sie nie mein herz, o Gott, Zur übertretung neigen! Sch müsse, wenn sie mir sich nahn, Schon darum alle haffen, Weil sie mich reizen, deine bahn Abtrünnig zu verlassen; Und schnell sie unterdrücken! uns lehren, Da will ich dich mit Jesu jüngern ehren. Gieb, daß ich da mich zu des lasters haffe Entzünden lasse! 2. Wohl mir, wenn ich alsdann für meine brüder Ein beispiel bin; und meine brüder wieder Für mich ein beiſpiel werden, dir mit ihnen Getreu zu dienen! 3. Dann zeige mir die tugend sich In ihrer ganzen würde; Dann laß mich sehn, daß ste für 3. Wenn wir dich da mit eimich kein joch sey, feine bürde; Und, würde sie's, doch sanft und leicht Dem, der auf dich sich stützet; Daß der, der feft steht und nicht weicht, Durch deine macht beschüßet, Glückselig werden müsse! mam nem munde loben: Wie fühlen wir uns dann zu dir erhoben! Ein neuer eifer, was du willst, zu wählen, Durchflammt die seelen. n m 4. Wie ftärkt mich da zumschnellen pilgerlaufe Nicht die erinnerung an meine taufe! Wenn ich erwäge, wem ich angehöre, Wen ich verehre! 4. Und, zweifl' ich aus unwissenheit, Alus mißverstand der lehren: So müsf' ich, Gott, mit redlichkeit Mehr licht von dir begehren! Ich müsse dann mit ernst und fleiß Nach mehr erkenntniß streben, Erweitern meiner einsicht kreis, Und gern nach dem auch leben, Was ich 6. Ich fünder soll durch ihn mehr einsehn lerne! 5. Mit seinem himmel will der Herr der welten Der tugend edle mühe mir vergelten; Will, was nur er hat, mir zum lohne geben, Ein ewig leben! geheiligt werden; Ich soll, vereint mit seinem Sohn auf erden, Einst sterben, wie er starb, und auferstehen, Dich, Gott, zu sehen. and also re 7. Ich soll, dem ziele sichrer 5. So werd' ich, Gott, mehr wissenschaft, Mehr licht von dir empfangen, mehr eifer auch, mehr muth und kraft, Dem guten anzuhangen; Bis du, der A 634 Vom Wachsthum und der Beständigkeit mich zu nahen, Hier feinen leib,| thume Uns jeder erdegedanke! und hier sein blut empfahen; Hier fühl es unser Herze ganz, In trübsal trost; zu jedem gu- Daß es im staub ein fremdling ten werke Licht, muth und stärke. ist! Laß, Herr, zu unserm vaterlande Hinauf die hohe seele steigen! Hinauf zu Gott! hinauf zu Gott! Mel. Wer nur den lieben. 871.Damit bein pilger auf der erde Im guten immer eifriger, Stets weiser, stets auch besser werde: So leite du mich selbst, o Herr, Und laß, zu wandeln deine bahn, Dein find mehr licht und kraft empfahn! 8. Wie könnt' ich dann auf deinen wegen wanken? Wie noch in werken oder in gedanken Den Herrn verleugnen, deß ich mich getröste, Der mich erlös'te! 9. Nur müss' ich, mich zu sichern vor gefahren, Treu deines geistes rührungen bewahren! So wird mein herz für dich und ihn auf erden Zum tempel wer» den! dad smism cok Mel. Komm, Heiliger Geist.d 870. Erheb uns zu bir, du, der ist, Und uns zu dir, 2. Daß ich mich nie von ihr entferne, Gieb mir dein licht; und gieb, daß ich Mich täglich besser kennen lerne; Wenn ich mich täusche, warne mich; Daß nicht mein herz durch heuchelei Und stolz selbst sein verführer sey! Tbim diis war, und seyn wird, Ewiger! Du Unerforschter und Bekann ter! Du, aller himmel Erstaunen! Vor dem sein fnie der en gel beugt, Und nieder seine krone wirst! S du, vor dem bald sünder weinen, Bald lobgefang zu stammeln wagen, Unendlicher! Unendlicher! agi 2. Entreiß' uns der welt; weck' uns auf Von unsrer eitel feiten traum! Es ruh' auf uns des sabbats stille, Damit im Himmel wir wandeln! O sey, wie du verheißen hast, Versöhner, mitten unter uns; Denn, steh! in deinem großen namen Sind wir versammelt, anzubeten, O du, der uns bei Gott ver tritt! 3. Es fliehe von uns, was die zeit Nur angeht, und nicht ewig ift! Zu klein sey hier im Heilig3. So oft ich, Herr, zu dir nur flehte, Empfing ich neue fraft von dir. Gieb denn zum eifer im gebete Stets deines Geistes antrieb mir; Daß ich, von seiner glut entbrannt, Nun übe, was mein herz empfand! 4. Verbotner lüste schmeicheleien Verführen und verblenden leicht: Doch, wer kann dort vor dir sich freuen, Wenn er sie hier nicht haft und fleucht? Ach, keiner lüste reiz und wahn Entferne mich von deiner bahn! 5. Um mich zu sichern vor gefahren, Laß vor der selbstzerstreuung mich Mein leicht ver im Glauben und in der Gottseligkeit. 635 2. Gieb mir gelegenheit, dich, Herr, zu preisen, Und, daß ich dein sey, andern zu beweisen! Laß dann auch mich( weil's schwer ist,) nicht verweilen, Sie zu ereilen; IESC INinaitz sin 3. Daß ich im trägen schlummer eitler träume Die edle zeit der aussaat nicht versäume; Daß ich ste, mir zum ewigen besize, Mit eifer nütze! avn 4. Was du gebeutst, mag muth und eifer heischen: Nur laß der feigheit wahn mich nimmer täuschen: Als fehlt' es mir zu göttlichen, geschäften An zeit und fräften! wildert Herz bewahren; Auf nichts mehr achten, als auf dich, Auf deine stimm', auf dein ges bot, Auf dein gericht, auf meinen tod!" 6. Auch laß mich täglich mein gewissen Vor dir erforschen; laß es rein, Vor selbst gesuchten- finsternissen Gesichert, immer wachsam seyn! Stets aufmerksamer, zeig' es mir, Was recht ist, Gott, und gut vor dir! 7. Wenn ich mich des entschlusses freue, Nur dir zu folgen; gieb, daß ich Den besten vorsatz oft erneue, Nichts mehr zu lieben, Gott, als dich: Gieb, was dein knecht von sich nicht hat, Auch zum entschlusse selbst die that! 8. Zum ziele schneller hinzueilen, Laß nie mich meiner prü fung zeit Mit dir und mit der sünde theilen; Und keine stunde werd' entweiht; Und keine, die ich nützen kann, Klag' einst vor dir, o Gott, mich an! 5. Nein! laß mich standhaft, laß mich muthig ringen, Schnell näher zu dem ziele fortzudringen, Daß meinen glauben ich zu deinem preise Der welt beweise! 6. Daß ich des lasters täuschung mich entziehe, Schnell, wo gefahr zu fallen droht, entfliehe; Und, muß ich streiten, für ieder zukunft freude Treu kämpf 9. O, laß durch segnende ge- und leide! schäfte Für meinen nächsten und für mich, Mich nützen alle meine fräfte, Stets aus gehorsam gegen dich: So werd' ich stets vollkommner hier, Zum preise dir, zum segen mir! Mel. O liebster Jesu, was. 872. Laß, Herr, im guten meinen fleiß zu stärken, Mich nüßen zeit und ort zu edlen werken; Und hilf, daß ich der fünde reiz und freude Vorsichtig meide! 7. Mich reize nur des guten beispiels rührung, Und nie das beispiel schimmernder verführung; Daß ich, der ich allein dir angehöre, Nur dich auch ehre! 8. Hilf, soll ich leiden, daß ich nicht verzage! Und, stralt der glanz des glücks auf meine ta ge: So laß mein herz in meinem frohern leben Sich nicht erheben! O 9. Ich müsse stets mich mehr beherrschen lernen; Freiwillig, 636 Vom Wachsthum und der Beständigkeit selbst, was reizt, von mir ent- herz sich dann Zu der tugend fernen: Damit ich täglich über kämpfen an. meine finne Mehr macht gewinne! thum 5. Mehr empfind' ich deine liebe, Wo mich kein geräusch zerstreut; Stärker deines Geistes triebe; Mehr der zukunft herrlichkeit; Heller seh' ich dein gericht; Mehr die würde jeder pflicht. 10. Daß leidenschaften nicht auf meinen wegen Mich hin und her, wie stürme, werfen mögen: So werd' ich immer edler, sichrer, freier, Dir stets getreuer: 11. So wird mich nichts in meinem Laufe hindern; Und ich empfahe dann mit deinen findern, Wenn du sie krönen wirst, von deinem Sohne Auch eine frone.t Mel. Gott des himmels und. a, stille 7. Wenn in dir 873. Sich fliehen; Will stille Meine leidenschaften ruhn, durch eingezogenheit Dem geräusche mich entziehen, Das mich störet und zerstreut. Ruhig will ich, und allein, Gott, mit dir beschäftigt seyn. Werd' ich fester; strebt mein wille, Froher, was du willst, zu thun; Hat auch dann durch deine huld In der trübsal mehr geduld. 2. Nicht aus wahn noch aberglauben, Oder nur aus ei gensinn; Nicht, der welt den fleiß zu rauben, Den ich brüdern schuldig bin; Weder wild noch menschenscheu; Nicht aus stolz noch gleißnerei: 8. Und so kehr' ich, theure brüder! Freudiger zu dem zurück, Was mein amt ist; lebe wieder Unter euch für euer glück, Um euch nüßlicher zu seyn, Um mich auch mit euch zu freun. 3. Nur zu prüfen mehr im stillen, Wie entschlossen, wie getreu, Deinen willen zu erfüllen, Meiner feele wille sey; Weiser noch zu werden, Herr, Und im beten eifriger. 4. Jeder täuschung dann entrissen, Seh' ich näher, Gott, mein ziel; Freier sieht auch mein gewissen, Wo ich siegte, wo ich fiel; Mehr auch flammt mein 6. Wohl mir, Gott! denn ich gewinne Dann für meine pilgrimschaft Ueber alle meine finne Mehr gewalt, mehr licht und kraft; Deiner gnade mir bewußt, Mehr, zum guten, muth und luft. SH 10 9. Aber meine feel' erhebet Nun zu dem, was sie erfohr, Zu dem himmel, dem sie lebet, Sich mit leichterm flug' empor, Daß, von jeder bürde frei, Sie auch bald ganz selig sey. In eigner Melodie. 8 874.Hier ier legt mein Herz vor dir sich nieder; Mein geist sucht seinen ursprung wieder. Entzeuch dein im Glauben und in der Gottseligkeit. 637 2. Die welt, dem rauche gleich, Den jede luft verwehet, Vergehet, schatten gleich, Wie ihre lust vergehet: Mein Jesus aber bleibt. Wenn alles bricht und fällt: Er ist mein starker fels. Was frag' ich nach der welt? enthus liebreich angesicht, Mein Vater, deinem kinde nicht! 2. Du siehst, ich fühle mein verderben. Laß täglich mich der sünde sterben, Und mache meinen willen frei, Zum guten fertig und getreu! 3. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe; Daß ich mich, dir zu folgen, übe: Doch ist die liebe nicht so rein, Als sie doch sollt', o Jesu, seyn! 4. Noch muß ich immer mehr auf erden Durch deinen Geist geheiligt werden; Noch freudiger, um zu bestehn, Auf deinen guten wegen gehn! 5. Die macht der lüste zu bezwingen, muß ich mit noch mehr eifer ringen; Noch treuer kämpfen, eh' mein geist Sich ihrer herrschaft ganz entreißt! 3. Die welt fucht ehr' und ruhm Bei hocherhabnen leuten, Und merkt nicht, wie so leicht, Wie bald auch diese gleiten. Ich wähle Chrifti schmach. Wenn ihm mein herz gefällt, Wenn mich mein Heiland ehrt: Was frag' ich nach der welt? 7. Dann werd' ich immer treuer streiten, Und meine fron' am ziel erbeuten, Und fühlen, Gott, wie wahr es ist, Daß du mir alles, alles bist! 4. Die welt mag ihre luft Mir noch so sehr erheben: Sie lockt und reizt mich nicht, Mein erb' ihr preis zu geben. Ich freue mich des Herrn. Wenn ihm mein herz gefällt: Wie selig bin ich dann! Was frag' ich nach der 6. Ach, darum stärke meine seele, Daß sie, was dir gefällt, nur welt? wähle, Und drück' es tief in mei- 5. Was frag' ich nach der nen sinn, Daß ich durch dich nur welt? Auch ich bin Jefu erbe; ſelig bin! Ich bin sein eigenthum, Und bleib' es, wenn ich sterbe. Ich weiß es, was er mir Im himmel aufbehält. Da ich sein erbe bin: Was frag' ich nach der welt? Mel. Ein lamm geht hin. Mel. O Gott, du frommer. 875. as frag' ich nach 876. Lobsinget Gott, und an! Preift der welt; Nach allen ihren schäßen: Kann ich, mein Jesu, nur Mich stets an dir ergößzen. Veglückt dein friede mich, Jesu, dann gefällt Mir nichts so sehr, als du. Was frag' ich nach der welt? ihn mit harf und pfalter! Ihm danke, wer nur danken kann, Dem Schöpfer, dem Erhalter! Gott ist die liebe! rühmt es laut, Geschöpfe, die ihr ihm vertraut, Die ihr ihn kennt und ehret! Rühmt es, daß seine gütigkeit 638 Vom Wachsthum und der Beständigkeit Mit jedem morgen sich erneut,| Herzigkeit An meinen brüdern Und ewig, ewig währet! übe. 2. Daß außer dir nicht alles leer Von freud' und leben bliebe, Schufst du der himmel ganzes heer, Und unsre welt, aus liebe: Du selbst bedurftest ihrer nie; Unendlicher, du ließest ste Zu ihrem heile werden. Du aber sättigest dich nun Mit wollust, allen wohl zu thun Im himmel und auf erden. 3. Kein mensch, kein engel ſelbst, ermißt Die größe deiner fegen; Wie gütig deine weisheit ist In allen ihren wegen. Gott, deine gute reicht so weit, Als deines reichs unendlichkeit; So weit, Herr, als dein leben. Ach, was sind wir, die deine macht Aus todtem staub hervorgebracht, Uns ewig heil zu geben? 4. Undankbar wichen wir von dir, Und wählten uns verders ben; Gehorchten unsern lüften hier, Durch die wir ewig sterben. Du fandtest deinen Sohn, o Gott; Unsterblichkeit ward uns sein tod, Den er für uns gestorben. Versöhnt bist du, erlöst sind wir! Preis, ewiger Erbarmer, dir, Daß er für uns gestorben! 5. O Vater, welchem feiner gleicht An liebe, wie an stärke! Kein dank, kein lobgesang er reicht Die wunder deiner werke. Doch ist dir's angenehmer dank, Dir ist es mehr, als lobgefang, Wenn ich, wie du liebst, liebe, Und meine kräft' in dieser zeit Durch wohlthun, durch barm6. Du bist die liebe! dank sey dir, Daß ich dich so erkenne; Und dir zum ruhm, zum troste mir, Dich, Gott, die liebe nenne! Auch ich will ganz die liebe seyn, Will glücklich machen, will erfreun, Will segnen, und dir gleichen! Von diesem Heil und dieser pflicht, O Gott, du liebe, laß mich nicht, So lang' ich lebe, weichen! 7. Ich liebe dich, und traue dir; Du kannst mich nicht verlassen. Du bleibst mein freund, du hilfft auch mir, Ob tausende mich hassen. Zum throne deiner liebe fleht, Allmächtiger, mein laut gebet, Und weiß, daß du es hörest. Was hat dein himmel, das du nicht Dem, der dich liebt, mit zuversicht, Zu seinem heil gewähreft? si Mel. Jesu, meines lebens. esu, meiner feele leben, Meines herzens höchste freud'! Ich will dir mich ganz ergeben, In der zeit und ewigkeit. Freudig will ich dich bekennen, Will von dir mich nimmer trennen. Ich bin dein, und du bist mein! Ich will feines andern seyn! 2. Deine hand hat mich bereitet; Hat, von meiner kindheit an, Mich umfangen, mich geleitet Treuer, als fein vater kann. Auch in meinen reifen jahren Hab' ich deine huld erfahren im Glauben und in der Gottseligkeit. 639 Du bist mein, und ich bin dein!| kraft! Wenn mich dann noch Ich will keines andern seyn! sünden kränken, Laß mich voll vertrauen denken: Du bist mein, und ich bin dein! Auch im tode will ich's seyn! 3. Oft verkannt' ich in der jugend Meiner seele wahres glück: Doch du führtest mich zur tugend, Führtest mich zu Gott zurück. Ohne dich wär' ich verdorben; Wär' in sünden längst gestorben: Doch du halfst mir; ich bin dein! Ich will feines andern seyn! 4. Irr' ich: suchst du mich mit liebe; Fall' ich: richtest du mich auf; Stärkst mich, wenn ich mich betrübe; Lenkst zum besten meinen lauf. Bin ich arm: giebst du mir gaben, Welche keine sünder haben. Du bist mein, und ich bin dein! Ich will keines andern seyn! 5. Wollen lästerer mich schänden: Du bist meine herrlichkeit; Und ich find' in deinen händen Meinen schutz und sicherheit. Niemals hab' ich was begehret; War es gut: du hast's gewähret! Du bist mein, und ich bin dein! Ich will feines andern seyn! 6. Immer zeigt dein Geist mein erbe Zum getrosten kampfe mir; Und, wenn ich noch heute sterbe, Führt er mich gewiß zu dir, Vom gefühle meiner leiden Zum genusse deiner freuden. Du bist mein, und ich bin dein! Ich will keines andern seyn! 7. Meine Hoffnung, meine freude Sey in meiner pilgrimMel. Nun fommt der heiden. 878.S esu, Jesu, komm zu mir; Denn ich sehne mich nach dir! Meiner seele trost und ruh', mein Heiland, bist mur du! 2. Tausendmal begehr' ich dich; Denn nur du erretteſt mich! Tausendmal ruf ich zu dir: Jesu, Jesu, komm zu mir! 3. Was ist aller größe pracht, Reichthum, ansehn, glück und macht Gegen dich? du kannst allein Mehr, als alles dieß, erfreun! 4. Ach, du littst und starbst für mich! O wie brünstig lieb' ich dich, Daß du für mich littst und starbst, Und mir Gottes reich erwarbst! pidlnd 5. Ich, auf deinen tod getauft, Theuer bin ich dir erkauft! Welche wonne, welch ein ruhm, Dein zu seyn, dein eigenthum! 6. Darum sehn' ich mich nach dir! Eile, Jesu, komm zu mir! Du, mein Heiland, sollst allein Meiner seele wonne seyn! 7. Wär' ich doch, o Gottes Sohn, Schon bei dir, im himmel schon! Wann, mein heil, erscheinst du mir? Eil', und führe mich zu dir! Mel. Herzlich thut mich. 101 ſchaft, Sey, wenn ich von hine 879.Schaß über alle nen 640 Vom Wachsthum und der Beständigkeit wenn ich mich An deiner lieb'| mehr tödten kann: Wie werd' ergöße: D, wie beglückt bin ich! ich triumphiren! Wie selig bin Wie müssen auch die leiden Der ich dann! furzen pilgerzeit Verschwinden vor den freuden Der nahen ewigfeit! 2. Komm! wohn' in meinem Herzen! Verbinde dich mit mir! Denn mit wie großen schmerzen Erkauftest du es dir! Dir müss' es angehören Mit allem, was es ist; Dich über alles ehren, Der du sein retter bist! 3. Wer kann mein Herz beglücken, Als deine huld allein? Wer selbst im tod' erquicken? Wer da mein tröster seyn? Dir will ich mich ergeben; Bei dir ist sicherheit Vor jeder noth, ist leben, Ist trost und seligkeit. 4. Nie müff' ich trostlos klas gen! Giebst du auch, Jesu, mir Hier manche last zu tragen: Ich hange doch an dir! Ich will ge duldig leiden; Von dir, mein Herr und Gott, Von dir soll mich nichts scheiden, kein glück, fein schmerz, fein spott! 5. O herrlichkeit der erde, Vergebens lockst du mich! Wenn ich nur selig werde: Wie gern entbehr' ich dich! Wo Jesus hütten bauet, Da, da ist's gut zu seyn. Wenn ihn mein aug' einst schauet: Wie will ich dann mich freun! 6. Sey denn in jedem leide, Im tode sey mit mir; Und fomm, o meine freude, Und führe mich zu dir! Wenn mich kein leid mehr rühren, Kein tod Mel. O liebster Jesu, was. 880.n beiner liebe, Gott, nicht zu erkalten, Will ich mich stets zu deinen findern halten, Durch sie erleuchtet, freudiger mit ihnen Nur dir zu dienen! 2. Der heiligung gemeinschaft, Herr, verbinde Üns in dem kampfe wider jede sünde; Daß der versuchung keiner un terliege, Daß jeder stege! 3. Laß ihren eifer in der tus gend werken mir vorbild seyn und meinen eifer stärken, Um nicht, wenn sie dein werk mit eifer treiben, Zurück zu bleiben! 4. Laß mich mit lust den rath der weisen hören! Gieb, daß sie, mir geneigt, mich gern belehren; Und, brauch' ich trost, mich, ihren miterlös'ten, Mitleidig trösten! 5. Daß sie mich liebreich warnen, eh' ich falle; Und mir's entdecken, wenn ich richtig walle, Wie ich der wahren tugend hindernisse Bestegen müsſe.i 6. Sind wir nicht darum deine finder, brüder, Und alle, Vater, Eines leibes glieder, Daß wir, um Einen himmel zu bestgen, Einander nützen? 7. Nur darum laß, Erbarmer, uns zusammen Einander stets zur tugend mehr entflammen; Und, so vereint,( o, laß im Glauben und in der Gottseligkeit. 641 es uns gelingen!) Zum himmel| das schwerdt. Zum tode gingen dringen! pas profte Von jeder plag umringt, Von jedes elends müh'. Mel. Mit fried' und freud'. erth ist es ja die fron' am ziel, Nach ihr zu streben. Ein ewig ſelig leben will Gott uns geben. Dieses kurzen lebens 881.Merth die ist nichts dagegen! di 2. Auf! laßt um's heil der ewigkeit Uns muthig streiten; Uns auf das leben nach der zeit Zubereiten! Sind wir schwach: Gott stärfet uns; Mit ihm wird's uns gelingen! ised 3. Ist nicht der Mittler, un ser Herr, Für uns gestorben? Hat nicht den steg, das leben, er Uns erworben? Sandt' er uns 14. Dort ist kein feind; nur Giner hier: Die lust zu sünden! So stark er ist: ihn werden wir Ueberwinden. Wer nur ernstlich streiten will, Der muß das felb behalten! 3. Verscheucht in wüstenei'n, Auf berg', in tiefe flüfte, Ein spott der ganzen welt, Vers scheucht in dunkle grüfte; Nur zeit entflohn des nicht ſeinen Geiſt, Im ſtreit uns 883.2ch, wie hat mein ang 882.Ders schaar, Die Mel. Nun danfet alle Gott. es o Gottversöh1 zeugen seiner lehre, Von sündern einst verkannt, Und nun des himmels ehre Gegeißelt wurden fte; Zerfleischt noch mehr von spott, Von schmach; und litten's gern Um Jesum, ihren Gott. 2. Wenn das gefängniß sie, Die fette gnug gepeinigt: So wurden sie zerhackt, Zerstochen und gesteinigt, So würgte fie feindes wuth, Des peinigers; denn bald Trank doch das schwerdt ihr blut. 4. Da so viel märtyrer Uns rings umher umstralen: So werfen wir von uns Der fünde laft und qualen; Der sünde, die uns ganz Den geist, das herz umringt, Bis uns zur kron' am ziel Der große lauf gelingt. Mel. Alle menschen müssen. Wie gefleht am gnadenthron! Noch von deiner angst durchdrungen, Siegft du, meine seele, schon? Oder säumt des Helfers rechte Stets noch? werden meiner nächte, Meiner leiden immer mehr? Immer meiner thränen mehr? Idal misd thi 2. Nah' ist meines Helfers rechte; Sieht sie gleich mein auge nicht! Weiter hin im thal der nächte Ift mein retter und mein licht! Ja, dort wird mir Gott begegnen! Dort wird mich sein antlit segnen! Jeßt, jetzt ist die prüfungszeit; Jeßt sey, seele, stark zum streit! 3. Was empfand des helden seele, Abrams, der's vom Herrn empfing, Und nunmehr von S8 642 Vom Wachsthum und der Beständigkeit 2c. Mamres höhle Nach des opfers| gen Ward deß mund zum lobberge ging! Tief war seiner sees gesang, Der, umringt von bän le wunde! Heiß der prüfung gern plagen, Zeugend mit dem bange stunde! Nicht erst fünf- tode rang. Selten bracht' ein tig; ste war da! Nah' des kna- schnelles ende Sie in ihres Vaben tod; ganz nah'! 150 od ters hände. Viele dunkle tage lang Starben sie, scholl ihr ge sang. dimengest ne 8. Schau auch dieser helden glauben, Meine seele, glaubend an! Laß nichts deine krone rauben; Leid' und klimm zu ihr hinan! Keine trübsal, keine lei den, Weder tod noch leben schei den, Nichts, was jetzt und künfitig ist, Scheidet mich von Jesu Christ! musi 1792 4. Konnt' er dessen rath ergründen, Der das opfer ihm bes fahl? Keinen ausgang konnt' er finden; Ueberall war nacht und qual! Dennoch traut' er dir, o retter, Dir, Jehova, Gott der götter! Er führt mich die dunkle bahn, Er, der staub er wecken kann! 1708 5. Abraham! so scholl die stimme In des überwinders ohr. D, du jener gnade stimme, Ruf auch meine seel' empor! Schau, Herr, wie ich lieg' und flehe, Und vor trauren fast vergehe! In der trüben stunde graun Lehre mich gen himmel schaun! 9. Alle zeugen Christi sahen Ihn nicht in des himmels höh'n; Nicht die märt'rer alle sahen Ihn zur rechten Gottes stehn: Denn sie hatten auch gefündigt; Nicht durch thun den stets vers fündigt, Der für ihre missethat 6. Fast zu denen hin versam- Zu des Vaters rechte bat. melt, Die im Herrn entschla10. Dennoch stritten sie mit fen sind, Hab' ich sonst dein lob muthe, Da die trübe stunde gestammelt: Vater warst du! kam; Priesen den in ihrem blus ich dein kind! Aber jetzt, von dir te, Der sie so der erd' entnahm. erschüttert, Schmachtet meine Keine trübsal, keine leiden, Wes feel', und zittert: Dennoch, der tod noch leben scheiden, Vater, harr' ich dein; Dennoch nichts, was jetzt und fünftig wirst du Vater seyn! ift, Scheidet mich von Jesu Chrift! E 03107 mad m 1160 7. In der christen ersten ta him drlar trad maps Jast 1892 Imatgyel gims 105 gmining Lises), mas 10 sundlad. bod, omkran 8002 8 200 man compag. 800. its 10 9122 de min mo& red amordig plast min dallgxiams 97 stgrirar digmisfisg diur sda3 sendile and nok 643 CHI da VII. Von der christlichen Vorbereitung zum Tode und dessen getroster Erwartung. duld hid Sunt monisan nad 7) Wahre Christen suchen stets sich auf die künftige Seligkeit sorgfältig vorzubereiten. Sie denken oft und ernstlich an die Unausbleiblichkeit des Todes, und an die darauf folgende gewisse Belohnung und Bestrafung ihres Verhaltens in ihrem irdischen Leben. Sie stärken sich durch das Undenken an die Ewigkeit, im Abscheue vor allen Sünden, im Glauben an Gott und an ihren Erlöser, und in freudiger Ausübung ihrer Pflichten. Sie richten auch ihr Thun und Lassen zu guten Folgen desselben nach ihrem Tode adrein, damit sie mit einem ruhigen Gewissen, ohne Furcht vor dem zukünftigen Gerichte, in der Erwartung einer fröhlichen Auferstehung sterben und ewig selig werden mögen. In eigner Melodie. ein leben ist ein 884.Me prüfungsstand; Der himmel ist mein vaterland! Ich finde keine ruh' auf erden; Ich suche meines Gottes stadt, Die er mir dort erbauet hat; Da werd' ich ewig selig werden. Mein leben ist ein prüfungsstand; Der himmel ist mein vaterland! 2. Wie schatten vor der sonn' entfliehn, So fliehet meine zeit dahin. Hier ist der ort nicht, den ich wähle; Ich eile nach der ewigkeit. Ach, mache mich dazu bereit; Bewahre, Vater, meine seele! Gieb, daß ich, als ein wahrer christ, Stets suche, was im himmel ist! ad 3. Der tugend hindernisse, Gott, Sind viele; trübsal, noth und spott Muß hier so oft, wer fromm ist, leiden. Der weg ist schmal, und weit das ziel; Und doch sind seiner feinde viel, Und wenig oft der tugend freuden; Und dennoch soll's ihn nie gereun, Dein pilger hier, o Gott, zu seyn! crud 4. Hilf darum mir, o Jesu Christ, Der du mein heil gewor den bift! Hilf mir, du führer aller frommen! Laß auf der selbstverleugnung pfad', Den auch bein fuß gewandelt hat, 582 644 Von der christlichen Vorbereitung zum Tode Mich näher stets zum ziele kom-| es nur durch Christi blut, D men! Streit' ich mit dir nur standhaft hier: So herrsch' ich ewig auch mit dir! 5. Verleihe mir beständigkeit; Laß mich mit unerschrockenheit, Mit muth auf deinen wegen gehen! Fall' ich, mein Gott: so hilf mir auf! Hilf mir vollen den meinen lauf! Laß in der noth mich fest bestehen; Getrost auf deinen schuß vertraun, Und felig einst dein antlig schaun! Mel. Wer nur den lieben Gott. 885.2 er weiß, wie nahe mir mein en de, Wie nahe tod und grab mir ist? Wer, wann ich meinen lauf vollende, Als du, der du mein richter bist? Ach, mache du's durch Christi blut, D Gott, mit meinem ende gut! Gott, mit meinem ende gut! 5. Gieb mir ein brünstiges verlangen Nach deinem himmel; laß, o Gott, Mich fest an meinem Heiland hangen: So überwind' ich leicht den tod; So machst du's einst durch Christi blut, O Gott, mit meinem ende gut. 6. Ich bin dein kind durch meine taufe, Und Jesu leib und blut giebt mir Auch freudigkeit und kraft zum laufe Auf deiner ebnen bahn zu dir; Du aber machst es durch sein blut Gewiß mit meinem Ende gut. 7. Nur gieb, daß weder schmerz noch freude Von deiner liebe mich, mein Gott, Und deines Sohnes liebe scheide, Nichts, weder leben noch der tod; Dann machst du es durch Christi blut Gewiß mit meinem end' auch gut! 138 8. Dann komm' es heut' noch, oder morgen; Das überlaff' ich, Vater, dir. Du wirst für meis ne seele sorgen; Ich bin bei dir; du bist bei mir! Durch deine gnad' und Christi blut Machst du's mit meinem ende gut! 2. Es kann vor nacht leicht anders werden, Als es am frühen morgen war. So lang' ich walle noch auf erden, Bin ich auch stündlich in gefahr. Doch mach' es nur durch Christi blut, O Gott, mit meinem ende gut! 3. Ach, laß mich nicht in eiteln träumen, In lasterhafter sicherheit, Die zeit der heiligung versäumen, Der rettung und der gnade zeit; Und mach' es einst Ing durch Chriſti blut, Gott, mit 886.Viele find 34 O meinem ende gut! Mel. Jesus, meine zuversicht. zu Gottes heil In der beffern welt berufen; Viele können einst im licht Erben mit dem Mittler werden: Aber, ach, nur wenige, Wenige sind außer4. Laß mich noch in gesunden tagen Mein Haus bestellen, daß ich, dir Geheiligt, stündlich könne sagen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir! Und mach' wählt! do und dessen getrofter Erwartung.do 645 2. Bin ich in der kleinen zahl?| Jesus Christ dem sieger giebt, D du schauervolle frage! Aller Und mit ihm den neuen namen, fragen größte, du, Die mir mark Welchen feiner kennt, als der und bein erschüttert! Meiner Von dem geber ihn empfäht; stunden letzte ruft Mir auf dich die antwort zu. ons to 3. Laß die antwort wonne seyn, Herr des todes und des lebens! Mittler! in mein zittern mischt Oft sich sanfter ahnung schauer. Meiner stunden letzte sey Wonn', und mehr, als ahnung, mir! 9. Wo die überwinder macht, Wie von seinem Vater Jesus Selbst empfangen hat, empfahn, Und wie morgensterne glänzen; Wo in weißen kleidern sie Leuchten, und deß würdig find! mit List 4. Viele laufen nach dem ziel: Einer mur erlangt das klei nod. Um des überwinders haupt Stralet nur des Himmels frone; Er nur legt das feierkleid Deiner unschuld, Jesu! an. 10. Aus des Lebens buche bin wird Ausgetilget nie ihr name. Jesus nennet sie vor Gott, Und vor seiner engel heeren; Pfeiler werden ewig sie In dem tempel Gottes stehn. 18 5. Muß nicht( denk' ich das,) mein Herz Zittern? ist nicht dieß das zittern, Dieß die furcht, womit ich soll Schaffen, daß ich selig werde? Wer ist fühn und fromm genug, Furchtlos da hinauf zu schaun, 6. Wo die laufbahn endet? wo An dem ziel das kleinod stralet; Ach, ein kleinod, das so leicht Er auch nicht erlangen konnte! Mit Heilvollem zittern laß, Mittler! stets dahin mich schaun, oleading ghd 7. Wo der baum des lebens blüht, In dem paradiese Gottes; Wo des andern todes leid Nicht erreichet den, der stegte, Der, bis in den tod getreu, Jes nes lebens fron' empfing; 18. Wo geheimes manna labt; Wo ein gnadenvolles zeugniß 1981977 11. Auf des tempels pfeiler schreibt Jesus seines Vaters namen, Und Jerusalems, die Gott Neu vom himmel nieders sendet, Und den neuen namen selbst, Der vor allen ihn erhöht. 12. Ach, wer überwindet, soll Auf des Mittlers throne sizzen!- Ueberwunden hat er selbst, Und sitzt auf des Vaters throne! Laß mit furcht und zittern stets, Herr, nach dir empor mich schaun! 13. Viele sind zu Gottes heil In der bessern welt berufen; Viele können einst im licht Erben mit dem Mittler werden: Aber, ach, nur wenige, Wenige find auserwählt! sidsjomad Mel. Alle menschen müssen. 887. Menschen ist's ges zu sterben; Ihre herrlichkeit verblüht. Kei 646 Von der christlichen Vorbereitung zum Tode ner von des himmels erben Les bet, der den tod nicht sieht. Staub wird dieser leib von ers de; Aber, daß er himmlisch werde, Wird er zur unsterblichkeit Einst erwecket und erneut. 2. Wollt' ich länger hier vers weilen, Als es meinem Gott gefällt? Seinem reiche zuzueilen, Ring' ich nach der bessern welt. Jesus tilget meine sünden; Stärkt mich, hilft mir überwinden. Auch aus meiner letzten noth Rettet mich sein blut und tod. 3. Und wer kann mich ihm entreißen? Mein ist er, und ich bin sein! Ich( er hat es mir verheißen,) Soll mich ewig seiner freun. Ja, durch ihn soll's mir gelingen, Mich zu ihm empor zu schwingen; Im gerichte zu beftehn; Seine herrlichkeit zu sehn. 4. Sein ist seligkeit und leben! Viele schaaren liegen schon, Ihren retter zu erheben, Hingeworfen an den thron, Wo sie 6. Vaterland verklärter from men! Gottes herrlichkeit in dir Hat kein sterblich ohr vernommen, Und kein herz empfand ste hier. Freudenernten schenkt Gott denen, Welche säen hier mit thränen. Alle thränen trocknet er; Schmerz und gram sind dort nicht mehr. 7. Ich entbrenne vor verlans gen, Dieß verheißne land zu sehn; Jene krone zu empfangen; Auch am throne dort zu stehn. Diese hütte, die zerstäube! Denn ich weiß, an wen ich gläube! Sterben ist auch mein gewinn; Denn ich geh' zum Vater hin! 8. Welche tröstung, das zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll, Jauchz' ich in den kümmernissen, Die ich hier noch dulden soll: Leicht und kurz sind diese leiden! Gott verwandelt sie in freuden, Wenn ich christlich sie ertrug, Bis Er sprach: es ist genug! lacrim Mel. Fürwahr, mein Gott. mit der engel heeren Tiefanbe 888. Mas forgft bu tend ihn triumph, mit preif und dank, Daß er tod und grab bezwang. ängstlich für dein leben? Es Gott gelassen übergeben, Ist wahre ruh' und 5. Die ihr glaubt und recht deine pflicht. Du sollst es lies hier handelt! Seht des glauben, weislich nützen, Es dankbens dunkelheit Dort in licht bar, als ein glück, besigen, Verund schaun verwandelt, Und in lieren, als verlörst du's nicht. wonne jedes leid. Seht, ste weihn ihm neue lieder, Werfen ihre kronen nieder, Opfern ihm, durch ihn befreit, Preis und dant in ewigkeit! 2. Der tod soll nicht dein herz erschrecken: Doch, dich zur weisheit zu erwecken, Soll er dir stets vor augen seyn. Er soll den wunsch, zu leben, mindern: ad und dessen getrofter Erwartung. na 647 Doch dich in deiner pflicht nicht leiden kommen. Sprich: alle hindern; Vielmehr dir kraft da- trübsal eines frommen Ist zeitzu verleihn. 103 lich, und dem glauben leicht! Ich leide: doch von allem bösen Wird mich der tod bald, bald erlösen; Er ist's, der mir die krone reicht! sind 3. Ermattest du in deinen pflichten: So laß den tod dich unterrichten, Wie wenig deiner tage sind. Sprich: sollt' ich gutes wohl verschieben? Nein! meine zeit, es auszuüben, Ist kurz, und sie verfliegt geschwind. 4. Denk an den tod, wenn böse triebe, Wenn lust der welt und ihre liebe Dich reizen; und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht auch heute sterben? Und könnt ich auch die welt erwerben: Beging' ich doch solch übel nie. 3: 2 9. Denk an den tod, wenn freche rotten Des glaubens und der tugend spotten, Und laster stolz ihr haupt erhöhn. Sprich bei dir selbst: Gott trägt die frechen; Doch endlich kommt er, sich zu rächen; Und plößlich werden sie vergehn. 5. Denk an den tod, wenn ruhm und ehren, Wenn deine schäße sich vermehren, Daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk' an die eitelkeit der erde, Wie leicht sie dir entrissen werde; Daß du darum dich nicht betrübst. himptoomantisd 10. Dent' an den tod zur zeit der schrecken, Wenn pfeile Gottes in dir stecken; Du rufst, und er antwortet nicht. Sprich: sollte Gott, mein Gott, mich hassen? Er wird im tod' mich nicht verlassen; Dann zeigt er mir sein angesicht. Mor 6. Denk an den tod bei frohen tagen. Kann deine lust sein bild vertragen: So ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein vergnügen zu versüßen: Welch glück werd' dort genie11. So suche dir in allen fällen Dein ende lebhaft vorzustellen; Dann wirst du selbst den tod nicht scheun; Dann wird er dir ein trost in flagen, Ein weiser freund in guten tagen, Ein schild in der versuchung seyn. Mel. Aus meines herzens. fühlt buße gen, Wo ich unendlich leben soll! 889. Wichmerzen, Hört 7. Denk' an den tod, wenn deinem leben Das fehlt, wonach die reichen streben. Sprich: bin ich hier, um reich zu seyn? Heil mir, wenn ich in Christo sterbe! Dann ist ein unbeflecktes erbe, Dann ist des himmels reichthum mein. seinen richter drohn: Und gläubet doch von herzen An Jesum, seinen Sohn? Sein Gott erläßt voll huld, Damit er nicht verderbe, Den zweiten tob nicht sterbe, Ihm seine ganze schuld. 2. Wer will auf Jesum hö8. Dent' an den tod, wenn ren? Er wird ihn seinen pfad, adot 890 ip unit hast 648 Von der christlichen Vorbereitung zum Tode Den besten weg ihn lehren;| Wie sie, die nur dein arm er. Den, den er selbst betrat. Er hält, Sich selbst verwüsten und wird nach dieser zeit In seiner wonne wohnen. Wie wird ihn Gott belohnen! Mit welcher seligkeit! die welt; Wie sie, voll frevels sich nicht scheun, Der frommen peiniger zu seyn; Und deine po starke rechte droht Den übertretern schmach und tod. appi 2. O du barmherziger, der sich So gern erbarmt, erbarme dich! Geh' mit den frevelnden noch nicht In dein verdammendes gericht! Groß, groß ist ihre missethat, Die deinen zorn entzündet hat! Herr, größer noch, als ihre schuld, Sey deine langmuth und geduld! 3. Nimm ihnen, weltregierer, bald Die stolze schädliche gewalt, Mit der sie ungestraft dich schmähn, Und wider dich ihr haupt erhöhn! Wenn dann, von dir erniedriget, Um gnade der verbrecher fleht, So hör' ihn, und verwirf ihn nicht Im zorn von deinem angesicht! idust 4. Laut rufet deiner christen schaar Zu dir, der ist und ewig war! Für unsre feinde beten wir, Du, aller menschen freund, zu dir! Der du, o Mittler, ihre laft, Wie unsre schuld, getragen haft, Sey ihr vertreter! rechne du Den sündern ihre schuld nicht zu! 5. Ob ihre fünde lange noch Dich schmäht: erbarm' dich ihrer doch! Laß dich's, Unendlicher, nicht reun, Barmherzig ohne maaß zu seyn! Wenn noch, nah' an des todes nacht, Der sünder aus dem schlaf er 3. Es hat's kein ohr vernommen, Kein auge hat's gesehn, Auch kann's das Herz des from men Nicht fassen noch verstehn, Was Gott in seinem rath Ihm nach der wallfahrt leiden, Für herrlichkeit, für freuden Dort zubereitet hat. chor 4. Mit unverwandten blicken Seh' ich auf meinen Herrn. Er zeucht mich aus den stricken Der sünd', und hilft mir gern. Er scheine, Heiland, mich Mit liebe zu umfassen! Ich armer bin verlassen Und elend ohne dich. 5. Ach, groß sind meine fünden! Groß meines Herzens angst! Laß mich vergebung finden, Der du den tod be zwangst! Sieh' meinen jammer an! Vergieb, und laß mich leben! Du kannst allein vergeben, Was ich nicht büßen fann. ich ( 501 6. Bewahre meine seele; Denn sie ist, Jesu, dein; Daß ste, was gut ist, wähle, Um ewig dein zu seyn! Erlöse, Herr, vom tod' Erbarmend alle fünder! Erlöse Gottes finder Aus aller ihrer noth! Mel. Erbarm' dich mein'. 890.V⁰ on deinem throne siehest du, Du rächer, Gott, den sündern zu, sd und beffen getroster Erwartung. 649 wacht, Gott, so erhöre fein gebet,| ihrer lüste satt, Kürzte selbst sein Und sage nicht: es ist zu spät! leben Durch seine missethat. 6. Durch deine gute wird Strafe nicht, nicht gnade, Nichts vielleicht Bald sein verhärtet herz hielt den frevler auf. Auf des erweicht. Laß deinen segen auf lasters pfade Blieb unverrückt. ihm ruhn, Und eil', ihm täglich sein lauf. Herr, erbarme dich! wohlzuthun! Beschämt erschre- Mittler, erbarme dich! Gott, erde dann sein herz, Erfüllt mit barme dich! frommer wehmuth schmerz, Und lerne deinem dienst sich weihn, Und dankbar deiner gnade seyn! 7. Ach möchten dort, die hier dich schmähn, Mit uns zum leben auferstehn! Ach, stelltest du sie dann in's licht Mit uns vor deinem angesicht! Der du zum tode keinen schufft, Der du zum leben alle rufft, Du Vater der barmherzigkeit, Verwirf sie nicht in ewigkeit! 4. Aus dem langen schlummer Weckt ihn der krankheit schmerz; Nie empfundner kums mer Beklemmt sein bebend herz. Ihn, der bosheit rächer, Den richter, der ihn ruft, Hört nun der verbrecher, Und bebt, daß er ihn ruft. Herr, erbarme dich! Mittler, erbarme dich! Gott, erbarme dich! 891. Mel. O, wir armen sünder. Pief in todesschmer zen Liegt nun der spötter da; Ohne trost im her zen Ist er dem richtstuhl nah'; Nahe dem verderben, Daß dein gesetz ihm droht! Ach, laß ihn nicht sterben; Ach, nicht den zweiten tod! Herr, erbarme dich! Mittler, erbarme dich! Gott, erbarme dich! 2. Der du für ihn littest In tiefster seelenangst, Selbst den tod bestrittest, Und siegreich ihn bezwangst! Er verwarf dein leis den! Allein hat das gebet Dei ner letzten leiden Nicht auch für ihn gefleht? Herr, erbarme dich! Mittler, erbarme dich! Gott, er barme dich! 3. Er, der fünd' ergeben, Nie 5. Möchte doch der fünder Zu dir, o Mittler, fliehn! Todesüberwinder, Ach, du verträtst auch ihn! An des grabes stufen, Den tod im angesicht, Möcht' er jetzt noch rufen: Mein Gott, verwirf mich nicht! Herr, erbars me dich! Mittler, erbarme dich! Gott, erbarme dich! 6. Ihm entflieht die stimme; Nur seine seele fleht. Hör' auf ihre stimme; Sprich nicht: es ist zu spät! Laß ihn nicht verderben; Erlaß ihm seine schuld! Zeig' ihm noch im sterben Die größe deiner huld! Herr, erbars me dich! Mittler erbarme dich! Gott, erbarme dich! 7. Jesus Christus, flehe Für ihn den richter an; Für den sünder flehe, Der nicht mehr flehen kann! Herr, auf deinen namen Schenk' ihm noch zuversicht! 650 Von der chriftlichen Vorbereitung zum Tode Sprich, o Vater, Amen! Wer gläubt, stirbt ewig nicht! Herr, erbarme dich! Mittler, erbarme dich! Gott, erbarme dich! 8. Hört den Gott der götter, Wie furchtbar er euch droht! Gilt! vielleicht, ihr spötter, Seyd ihr schon morgen todt. Last von euren sünden! Kehrt bald zu Gott zurück! Schwer ist's, gnade finden Im letzten augenblick! Herr, erbarme dich! Mittler, erbarme dich! Gott, erbarme dich! Mel. Herr Jesu Christ, mein's. 892.ie ficher lebt ber mensch, der staub! Sein leben ist ein fallend laub; Und dennoch schmeichelt er sich gern, Der tag des todes sey noch fern. 4. Wir leben hier zur ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; Und unsers lebens kleinfter theil Ist eine frist zu unserm heil. 6. Weil denn der tod dir täglich dräut, So sey doch wacker und bereit, Und forsche nach, ob du ein christ Durch glauben und durch tugend bist. tou 9. Daß ihr nicht voll schreden Einst rufen müßt: stürzt 7. Ein seufzer in der letzten ein, Felsen, uns zu decken! So laßt die sünd' euch reun; Weil ihr umzukehren Noch zeit habt, ruft und fleht; Noch will Gott euch hören; Noch hören das gebet: Herr, erbarme dich! Mittler, erbarme dich! Gott, erbar me dich! noth, Ein wunsch, durch des Erlösers tod Vor Gottes thron gerecht zu seyn: Dieß macht dich nicht von sünden rein. 8. Ein herz, das Gottes stimme hört, Ihr folgt, und sich vom bösen kehrt; Ein gläubig herz, von lieb' erfüllt: Das ist es, was vor Gott einst gilt. 5. Der tod bringt seelen vor's gericht; Da bringt Gott alles an das licht, und macht, was hier verborgen war, Den rath der Herzen offenbar. 3. Sprich nicht: ich denk' in glück und noth Im Herzen oft an meinen tod! Der, den der tod nicht weiser macht, Hat nie mit ernst an ihn gedacht. 9. Die heiligung erfordert müh'. Du wirkst sie nicht, Gott wirket ste; Du aber ringe stets nach ihr, Als wäre sie ein werk von dir. 10. Der ruf des lebens, das 2. Der jüngling hofft des du lebst, Dein höchstes ziel, nach greises ziel; Der mann noch sei- dem du strebst, Und deiner tage ner jahre viel; Und zu viel jah- rechenschaft, Ist tugend durch ren noch ein jahr, Wer längst des glaubens kraft. schon reif zum tobe war. 11. Ihr alle seine tage weihn, Heißt eingedenk des todes seyn; Und wachsen in der heiligung, Ist wahr tod'serinnerung. 12. Wie oft vergeff' ich diese pflicht! Herr, geh' mit mir nicht und dessen getrofter Erwartung.do 651 in's gericht, Und lehre selbst mich, 5. Es sey mem ruhm, dir was der tod Den unbekehrten werth zu seyn, Was du gebeutst, fündern droht; zu üben; Mein höchstes gut, mich dein zu freun, Von Herzen dich zu lieben: Mein troft, auf deinen schuß zu traun; Und meine hoffnung, dich zu schaun! 13. Damit ich lernen mög', ob ich Auch dich verehre, Gott, nur dich; Ob ich auch deinem rufe treu, Ob ich dir ganz ergeben sey! 14. Daß ich zu dir um gnade fleh', Und jeder sünde widersteh', Und gläubig in des todes nacht Einst rufen könn': es ist vollbracht! Mel. Mach's mit mir, Gott. 893.Balb, ober ſpät des todes raub, Wall' ich, o Gott, auf erden, Ich sterb, licher: doch dieser staub Soll einst unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ew'ges theil, Vor dir verwerfung oder heil. 2. Mit furcht und zittern soll der christ Nach seinem heile ringen; Verachten, was auf erden ist; Hinauf zu dir sich schwingen; Getroft den pfad der trübsal gehn, Und standhaft in versuchung stehn. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß; Noch bin ich in den schranken; Noch nicht am ziele, und mein fuß Beginnet oft zu wanken. Herr! stärke mich durch deine fraft In meiner schweren pilgerschaft! 4. So lang' ich als ein fremdling hier In diesem leben walle: So schaff' ein reines Herz in mir, Ein herz, das dir gefalle; Und leite mich auf ebner bahn Durch deinen Geist zu dir hinan! 6. Die freche thorheit dieser zeit Soll nie mir meinen glaus ben, Den süßen trost der ewigkeit, Des himmels hoffnung rauben. Was lindert sonst des lebens noth? Und was versüßt mir einst den tod? 7. Wie zaghaft sind wir von natur! Wie eitel unsre werke! Muth schenket uns der glaube nur; Und nur durch Christi stärke Sind wir getrost in traurigkeit; Getrost, und überwinden weit. 8. Heil mir! ich bin sein eigenthum! Nichts soll von ihm mich scheiden; Nicht wollust, güter oder ruhm; Nicht schmach, nicht tod, noch leiden! Ich bin durch Jesu blut erkauft; Ich bin auf seinen tod getauft. 9. Dort ist nicht schmerz und angst, wie hier; Dort tröſtet er die feinen. Nur freudenthränen werden wir Vor seinem throne weinen. Er, der für uns sein leben gab, Er trocknet unsre thränen ab. 10. Dort schauen wir, und beten an Vor seinem angesichte. Wir, die wir hier im dunkeln sahn, Dort wandeln wir im te. Wir werden, wie er ist, ihn 652 Von der christlichen Vorbereitung zum Tode sehn, Und seine wege ganz ver-| Dann erschreckt dich kein gericht; stehn. Gott ist deine zuversicht. 11. Ihr, die ihr ihn erhabner preis't, Ihr engel, meine brüder! Dann singet mein verklärter geist In eure jubellieder; Und eurer hohen harfen klang Ertönt in meinen lobgesang. 12. Du, der du uns dieß heil erwarbst, Laß, Jesu, mich's ererben! Der du für deine menschen starbst, Laß, Jesu, dir mich sterben! Gieb, daß ich dir im leben treu, Getreu bis in den tod dir sey! 6. Ueberwind' ihn durch vers traun. Sprich: ich weiß, an wen ich gläube; Und ich weiß, ich werd' ihn schaun Einst in diesem meinem leibe. Er, der rief: es ist vollbracht! Nahm dem tode seine macht. 7. Tritt im geist zum grab' im arab oft hin, Siehe dein gebein versenken. Sprich: Herr, daß ich erde bin, Lehre du mich selbst bedenken! Daß ich täglich weiser sey; Bis zum tode dir getreu! Mel. Wenn mein stündlein. Mel. Jesus, meine zuversicht. 894.Mein eine lebenszeit 15 verstreicht; Stündlich eil' ich zu dem grabe. Und was ist's, was ist's vielleicht, Das ich noch zu leben habe? Denk', o mensch, an deinen tod! Säume nicht; denn eins ist 895.W enn einst mein noth! sterbend auge bricht, Mein letzter hauch verschwindet, Mein leib erstarrt, und selber nicht, Daß er ent schläft, empfindet; Wenn meine lieben um mich stehn, Und mich in dir entschlummern sehn, Und meinen tod beweinen: 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, Wünschen wirst, gelebt zu haben; Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir menschen gaben, Nichts wird dich im tod' erfreun: Diese güter sind nicht dein.si slag 5. Ueberlaß des todes zeit Gott allein; und bet' und wache, Daß er dich zur ewigkeit Fertiger im guten mache. Üebe dich, bereit zu seyn; Lerne, dich des todes freun. 3. Nur ein herz, das gutes liebt, Nur ein ruhiges gewissen, Das vor Gott dir zeugniß giebt, Wird dir deinen tod versüßen. Dieses herz, von Gott erneut, Giebt zum tode freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten noth Freunde hülflos um dich beben: Dann wird über welt und tod Dich dieß reine Herz erheben: 2. Dann, Gott, empfange meinen Geist, Der sich zu dir erhebet, Der dankbar deine gute preist, Daß er nun ewig lebet! Dann tröste, die betrübt um mich Mit thränen klagen; laß sie sich Mehr meiner wonne freuen! 3. Mein hingefallner leib bleibt hier; Ihn wird das grab do und dessen getrofter Erwartung. m 653 verschließen. Heil mir! das grab| 4. Gieb mir den glauben Siwird dennoch dir Ihn wiederge meons Und Jacobs freuden! Laß ben müssen! Du kommst, Er- mich beim anblick jenes lohns wecker! deine macht Hat meinen Fröhlich scheiden! Segne, Herr, ftaubsd hervorgebracht, kann behüte mich! Herr, gieb mir deimeinen staub erneuern. isd nen frieden! 10 Mel. Straf mich nicht in. 897.Chrift, fey wachſam, sey bereit! 4. Was sollt' ich trauern, daß im tod' mein leib in staub vermodert! Ich weiß ja, daß ihn einst mein Gott Vom tode wieder fodert. D hoffnung, daß nach kurzer ruh' Mein leib erwacht, wie groß bist du! Und welch ein trost im tode! 5. Des todes schmerzen, Gott, will ich, Wenn er nun fommt, verachten; Und, meinen blick gewandt auf dich, Nach meinem ziele trachten, Und mich dem ziele freudig nahn, Mein himmlisch kleinod zu empfahn, Das Jesus mir bewahret.se ging Mel. Mit fried' und freud'. 896.ott, ott, dem ich lebe, deß ich bin, Dem einst ich sterbe! Getrost und freudig geh' ich hin; Denn zum erbe, Das dort aufbehalten ist, Führt mich der weg des todes. 2. Ihn werd' ich schauen, dem ich hier Geglaubet habe. So hohe freuden gab er mir Schon am grabe; Wie wird dann, o dann mir seyn, Wenn ich ihn schauen werde? and? 3. Mich schrecke nicht des todes qual, Der gräber grauen! Der letzte weg durch's dunkle thal Führt zum schauen. Nun geh' ich im frieden hin, Wenn Gott mich ruft zum grabe. pfe, bet' und wache! Nah' ist tod und ewigkeit! Nah' ist lohn und rache! Säume nicht, Deine pflicht, Gottes ruf zu hören, Und dich zu bekehren. 893 2. Noch ruft nicht zum weltgericht Deines richters stimme. Noch sinkt dieser erdball nicht Vor des richters stimme; Aber bald Tönt und schallt Gottes ruf dir: werde, Was du einst warst, erde! 3. Kommt nun, wenn dein Herz nicht wacht, In der fünde freuden Deines lebens letzte nacht: Was wirst du dann leiden? Ach, dein herz, Durch den schmerz Deiner schuld zerriffen, Wird verzagen müssen. 4. Wenn vor deinem antlig sich Jede sünd' enthüllet; Wenn dann jede, jede dich Ganz mit graun erfüllet; Dich nichts dann Stärken kann, Keine deiner freuden: Was wirst du dann leiden? 5. Ach, wie bang' um trost und ruh' Wirst du dann nicht flagen! Wie umringt mit angst wirst du Dann nicht flehn und zagen: Rette, Gott, Mich im tod'! Hilf, vergieb, und rette, Schöpfer! Vater! rette! rolase 654 Von der christlichen Vorbereitung zum Tode 6. Noch, noch wandelst du, o chrift, Auf des Lebens pfade; Nahe dir zur rettung ist Noch des Ew'gen gnade! Eil' ihr zu, Daß du ruh' In dem Herrn em pfindest, Und vergebung findest! nen, starb, Und den himmel mir erwarb. bored ovim 3. Müde nun von vielen leiden, Wünsch' ich aus der welt zu scheiden; Nun zu sterben gern bereit, Wenn des Vaters ruf gebeut.st In eigner Melodie. 899.2llenthalben, wo ich stehe, Sig' und ausruh' oder gehe, Sehn' ich mich zu Jesu hin, Dessen eigenthum ich bin. nd te endr 4. Ewig, ewig werd' ich leben! , wie will ich ihn erheben, Wenn mein glaube triumphirt, Wenn er mich zum himmel führt! 898.2 Mel. Wenn mein stündlein. enn du mich ru fest, Herr, zu dir, Und ich des todes pfade Nun wandeln soll: dann sey mit mir, O Jesu, deine gnade! Daß nicht des zweifels bunkelheit In mir des glaubens freudigkeit Mit angst und graun verfinstre! 5. Frei vom tod' und frei von fünden, Werd' ich Gottes wonn' empfinden. Ach, wie werd' ich dann mich freun! Mich verlangt, bei ihm zu seyn. 2. Weil du vom tod' erstanden Werd' ich im grab' In eigner Melodie. thorou wie selig send ihr nicht bleiben. Unsterblich sind, 900.ch, the fome o Jesu Christ, Die deinem worte glauben. Ich weiß: weil ich bein jünger bin, Führst du mich, wo du bist, auch hin; Drum sterb' ich einst mit freuden. ihr men! Durch den tob seyd ihr zu Gott gekommen; Ihr seyd ents gangen Jeder noth, die uns noch hält gefangen. 3. So fürcht' ich nicht des todes nacht; So mag das grab mich decken. Du, Herr des les bens, haft die macht, Mich wieder zu erwecken. An jenem tage rufst du mir; Denn ich auch, Jesu, bin von dir Erlös't zum ew'gen leben! 2. Führen wir doch hier ein pilgrimsleben, Wo uns schrecken, forg' und furcht umgeben. Und unsre freuden? Leicht verwandeln diese sich in leiden. 3. Ihr hingegen ruht in eurer kammer, Sicher und befreit von jedem jammer; Und neue leiden Unterbrechen niemals eure freuden. Glor pin 4. Jesus Christus trocknet eure thränen. Ihr habt schon, wonach wir uns noch sehnen; Habt schon die krone, Die uns vorbehalten wird vom Sohne. 2. Hin zu ihm, dem Einge- 5. Ach, wer wollte denn nicht bornen, Welcher selbst für mich gerne sterben, Um den Himmel verlornen, Gott mich zu versöh- für die welt zu erben? Zu Gott sda und dessen getrofter Erwartung. me 655 nicht eilen? Sich im jammer| lebens Auch meinen namen ein. länger hier verweilen? 6. Komm, o Jesu, uns von allem bösen Und vom eiteln gnädig zu erlösen! Bei dir, o sonne, Ist der frommen herrlichkeit und Dein blut kann nicht vergebens Für mich vergossen seyn. Dir trauet meine seele! Dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner seele, Der du mein leben bist! wonne. Mel. Valet will ich dir geben. 901.& ern will ich, Gott 902.Suversicht! Dut Mel. Mach's mit mir, Gott. err, du meine ergeben, Verlass ſen diese welt, Sie, für ein beff, res leben, So bald es ihm gefällt. Nichts ist, was mich betrübet; Ich soll ja Gott, und den, Den meine seele liebet, Ich soll ja Jesum sehn! lebst: auch ich soll leben. Mir wirst du, was bein wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein jünger kömmt nicht in's gericht, Dieß stärket meine zuversicht! 2. Er ruft zur zeit der schmerzen Uns voll erbarmen zu: Kommt her, beladne herzen, zu mir, und findet ruh'! Dieß wort aus deinem munde, Laß, Herr, mich zu erfreun, In meiner letzten stunde Mir troft und leben seyn! d 3. Mit dir muß mir es glüden, Den kampf zu überstehn. Ich will mit festen blicken Nach deinem freuze sehn; Wie im gericht für fünder Du mit dem tode rangst, Und wie du, überwinder, Allmächtig ihn bezwangst. 2. Hier geh' ich oft in thränen hin, Den samen auszustreuen. Der ernte feliger gewinn Wird mich bei dir ers freuen. Ich leide: doch verzag' ich nicht; Denn du bist meine zuversicht! 3. Sinkt einst mein müder leib in staub: Gott wird ihn neu beleben. Er werde der verwesung raub! Gott wird ihn wieder geben. Dieß ist im finstern thal mein licht! Dieß stärtet meine zuversicht! 1500 4. In diesem glauben stärke mich! Laß mich den trost empfinDen, Den großen trost, daß ich durch dich Den tod soll überwinden! Selbst die verwesung schreckt mich nicht; Denn du bist meine zuversicht! 4. Der frohe fiegsgedanke: Wo ist dein stachel, tod? Giebt kraft, daß ich nicht wanke In meines todes noth. So ist, ob ich gleich sterbe, Doch sterben mein gewinn. Ich bin des himmels erbe. Du fagft es, baß 903. Mit Mel. Komm, Gott, Schöpfer. ch weiß, mein ende nahet sich; ich's 5. Du schreibst in's buch des jedem pulsschlag bringt die zeit, in's buch bes 656 Von der christlichen Vorbereitung zum Tode Die oft so ungemüßt verstrich, Mich näher hin zur ewigkeit. 2. Herr, lehre mich der stunden werth, Die du mir schenkest, ganz verstehn! Laß keine, die mir noch gehört, Von mir entweiht vorüber gehn! 3. Daß keine dort mir schrecklich sey, Und zeuge wider mich, o Herr! Vor dir ist niemand fehlerfrei; Verwirf mich nicht, barmherziger! 4. Und, wenn, von dir gesendet, dann Die richterliche stund' erscheint: So nimm dich meines geistes an, Du, fein Erlöser, und sein freund! start. 5. Mich stärke, wenn mein Herz erbebt, Des glaubens felsenfestes wort: Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! Sein bin ich ewig, hier und dort! 6. Es sey mein herzlicher entschluß, Mein leben meiner pflicht zu weihn, Und hier bei jedes glücks genuß Mich dankbar seiner huld zu freun! 2. Salem, die du droben bist, Wo der Unsichtbare wohnet, Wo mein Mittler Jesus ist, Und die seinigen belohnet; Salem, nie gedenk' ich bein, Ohne deiner mich zu freun. 3. Er, dein könig, der mich hier Auf der bahn des friedens leitet; Er, mein Heiland, hat in dir Meine stätte mir bereitet; Und an allem deinem heil Hat auch meine seele theil. d 7. Mein ende komm' früh oder spät: Wie es mein lieber Vater schickt, In dessen hand mein leben steht; Ich weiß, daß mir's mit Jesu glückt! 4. Nahe sey mir oder fern Dieses heil, was ich verlange; Ringen will ich, daß vom Herrn Ich, was er erwarb, empfange. Freudig seufzet dann mein geist: Bande der natur, zerreißt! 5. D, wie wohl wird's dann mir seyn, Wann ich dich einst in der nähe, Die du kommst, mich zu befrei'n, Stunde meiner heimfahrt, sehe! Wann den leib des grabes gruft, Und die seel' ihr Schöpfer ruft! 6. Todesschrecken, ihr sollt dann Meinen glauben nicht erschüttern. Nur der übertreter kann Froh nicht sterben, und muß zittern. Gottes fromme zittern nicht; Denn sie dringen durch's gericht. 904. Mel. Jesus, meine zuversicht. ier ist nur mein prüfungsstand: Hier ist nicht mein bleibend erbe. Dort, dort ist mein vaterland; Das erreich' ich, wenn ich sterbe. Preis und dank für 7. Daß ich diese freudigkeit Einst in meinem tod' empfinde, Mache stegreich mich im streit, Jesu, wider welt und fünde! Stärke mich im kampf und lauf! Nimm mich endlich gnädig auf! sistit In eigner Melodie. ein müder leib meinen tob Bring' ich meinem 905. Meruht einst im Vater, Gott da und dessen getroster Erwartung. naft und 657 grabe: Ein todter staub, mit 2. Daß ich's könne, laß mich ftaub bedeckt. Heil mir! un streben, Frei von sünd' fehlbar ist die hoffnung, die ich glaubensvoll Und gerecht vor habe, Daß Gott ihn wieder er- bir zu leben, Auszurichten, was weckt! ich soll! Dieß zu thun, gieb licht und stärke, Daß im fleiße guter werke Ich beständig, dir getreu, Jeder tugend vorbild sei! 1997 3. Allen will ich nützlich werden; Ungehorsam keiner pflicht; Nie ein ärgerniß auf erden, Auch nach meinem tode nicht! Sees len lange nach dem sterben Durch sein beispiel zu verderben, Sie zu reizen, dich zu fliehn: Welch ein fluch! wie fürcht' ich ihn! 2. Der Sohn des Herrn, an den ich glaube, Starb auch, wie ich, und überwand. Ich bin's gewiß, daß er lebendig aus dem ftaube, Der Gott sich geopfert, erstand. 3. Dein leben ist mir meines lebens Unwandelbare zuversicht. Vom tode hilfst du mir, Erlöser; denn vergebens Starbst und erwachtest du nicht. 4. Erfülle mich, so lang' ich lebe, Mit sehnsucht nach der ewigkeit; Daß aus dem staube sich mein geist zu dir erhebe, Vom zwang des eiteln befrei'tí 5. Daß auch mein leib vom dienst der erde, Von ihren sün den unbefleckt, Durch deiner liebe macht unsterblich werde, Die einst vom tod' ihn erweckt. 6. Fließt eilend hin, ihr, meine tage! Getroft vollend' ich meinen lauf! Ins reich der ewig feit, ins leben ohne klage, Nimmt dann mein schöpfer mich auf! 4. Aber, welch ein hoher se gen( D, wie sehnlich wünsch' ich den!) Ist es, auf der tugend wes gen Seinem tod' entgegen gehn! Auch nach ihm noch brüdern dienen; Ein beweis, ein dent mal ihnen, Welche seligkeit es sey, Gott zu folgen, gern und treu! 5. Dieß begehr' ich; will auf erden Immer streben, gut zu seyn; Solch ein denkmal einst zu werden, Deß sich die gerechten freun; Das den sünder reiz' und locke, Damit er sich nicht verstocke, Und sich sehne, Gott, dahin, Wo ich ewig selig bin! Mel. Alle menschen müssen. 906.Dir ir zu leben, dir zu sterben, Ewig, Vater, dein zu seyn, Und mit 6. Daß auch das, was ich vers deines himmels erben Deiner wonne mich zu freun; Einst mit ruhigem gewissen Dieß mein auge, Gott, zu schließen: Diese gnade wünsch' ich mir; Die erbitt' ich mir von dir! laffe, Erben nicht zu zwist und streit Reizen möge, nicht zum haffe, Noch zur ungerechtigkeit, Will ich, weil ich lebe, sorgen; Denn mein tod ist mir verbors gen. Hab' ich so mein haus Tt 658 Von der christlichen Vorbereitung zum Tode bestellt: Scheid' ich freudig von| Sieb'n und siebzig mal mein bruder Auch beleidigt: will ich doch Sieb'n und siebzig mal vergeben. Mein vorgänger, der viel mehr Duldete, gebeut es mir. der welt. 7. In den letzten augenbliden Nicht mehr sorgen dürfen; dann Sagen können voll entzücken: Vater, Vater, nimm mich an! Der ich dir mun meine feele Und die meinigen befehle, Komme! welch ein ende! Gott! Gieb mir einen solchen tod! Mel. Jesus, meine zuversicht. 907.P ilger sind wir; wallen hier, Got tes stadt, nach dir gen himmel. Schmal und rauh ist unser weg Dort hinauf, und eng' die pforte. Fern ist unser lohn; und ach! Der, der weicht, empfäht ihn nicht. 6. Und, der mich beleidigte, Ist er nicht ein erbe Gottes? Trägt er nicht dereinst am thron Palmen? stralt im stegsgewande? Welche wonn' alsdann, daß ich Dem, den Gott belohnt, vergab? 019098 Juale 7. Wenn der vorsicht weg mit mir Sich auch ganz in nacht verlieret: Will ich doch, ohn' einen laut Klage, ganz mich unterwerfen. Mein vorgänger, den viel mehr Nacht umgab, gebeut es mir. 8. Und welch himmlisch labsal wird Nach dem todesschlaf mich lezen, Wenn aus so viel nacht herauf Ich zum erb' im lichte komme! Ach, wie träumenden wird mir's, Wenn dieß licht mir leuchtet, seyn! Mel. Ich hab' mein' fach' Gott. 2. Viele seh' ich vor mir her Nach des zieles fronen eilen. Warum säum' ich? war mir denn Ernster jemals ein gedanke, Als der lohn am ziel; und ach! Daß, wer weicht, ihn nicht empfäht! pod 3. Warum saum' ich? leitet mich, Pilger, mitgenossen, brüber! Giebt ein wort des Mitt 908. Noch schauen wir im dunkeln lers euch Stärkung auf dem schmalen wege: O, so ruft von eurer höh' Mir dieß wort des Herrn herab! 4. Daß auch ich mich stärk' und froh Nach des himmels kleinod eile; Daß mein herz auch standhaft sey, Und zur that der vorsatz werde; Daß mir sanft des Mittlers joch, Leicht mir seine lasten sey'n! 5. Wenn an Einem tage mich wort'; Noch reißt uns wahn und irrthum fort; Und unser wankender verstand Hat, abgewandt Von Gott, oft Gottes rath verkannt. 2. Auch selber der, der weiser denkt, Sich nicht in jeden abgrund senkt, Zwar forscht, doch mit bescheidenheit: Dringt doch nicht weit, Umringt von tiefer dunkelheit. sdu und beffen getrofter Erwartung.* 659 3. Uns decket dunkelheit vom| tode rührt kein leid ihn an. Vera Herrn. Am grab' hier, sollen borgnes manna nährt den seliwir nur fern Des Ewigweisen gen. Ein neuer nam' ist sein, rathschluß sehn, Von weitem den er nur kennt. Der steger stehn, Und noch ins heiligthum hat der morgensterne glanz. Mit nicht gehn. Jesu richtet er im weltgericht; Er wird mit weißen kleidern angethan. Sein name steht im lebensbuch; genannt Wird er vom Herrn, vor engeln, und vor Gott. Getödteter, gieb uns zum streite kraft! Zum streite kraft, o du getödteter! Zum überwinden, auferstandner, kraft! Ein pfeiler, soll der sieger ewig stehn In Gottes tempel; auf dem throne ruhn, Auf dem onder überwinder erstling herrscht. Mel. O ewigkeit, du donnerwort. um berge voller 4. Doch, wenn, vor Gott auch tief gebeugt, Die kühne wißbegierde schweigt: So tras gen wir der sünde joch, So fliehn wir doch Des Gottverföhners sanftes joch. indvid 5. Ach, wir, der übertretung raub! Wir ew'gen seelen und wir staub!- Du Heiliger! was wären wir Vor dir, vor dir: Entflöhn wir gläubend nicht zu dir! 6. Hier wird der sohn der sterblichkeit Nie von der fünde 910. 3 flammen nicht, ganz befreit. Ach, möchten's schwachheitsfehler seyn, Die uns entweihn! Und keine missethaten ſeyn! Wir kamen nicht zur finsterniß, 3um dunkel nicht und wetter, Zum Halle der posaunen nicht, Zu jener worte stimme nicht, Vor der die hörer flohen, Zum anschaun jener schrecken nicht, Vor denen Moses selbst ers schrack: 7. D, der uns arme nicht verstößt! Wie wollen wir, vom leib erlös't, Vom leibe dieses tod's, uns dein, Gott, Mittler, freun! Wie dir uns, du Vollender, weihn! 8. Noch schauen wir im dunkeln wort'; Noch reißt mit sich die fünd' uns fort. Leit' uns durch unsre prüfungszeit; Mach' uns bereit, Vollender, zu der ewigkeit! poolenis. Mel. Jesaia, dem Propheten. 909. Wer überwindet, der empfäht, vom baum Des Lebens, speise der unsterblichkeit. Vom andern Mel. Wachet auf, ruft uns. 2. Ach, wir sind zum berge Sion Und unsers Gottes stadt gekommen, Dem himmlischen Jerusalem; Zu der engel heer; zu schaaren Der erstgebornen und vollkommnen; Zu Gott, zu Gott, der richter ist; Zu ihm, der mit dem Herrn Den neuen bund gemacht, Jesu Christo; zu seinem blut, Das gnade fleht, Um rache nicht, wie Abels, ruft! Tt2 660 Von der christlichen Vorbereitung zum Tode Mel. Wachet auf, ruft uns. betet an! Der erbarmer schließt 911.6ott ist heilig! fters mun wieder Den himmel auf, ben, sterben, und nennt uns brüder! Doch nicht in todesangst verderben, Soll unser sündiges geschlecht. Denn es rief des rich ters stimme, Es war auch unsers Vaters stimme: Wer stirbt für sie? wer macht gerecht? Ich schwör': ich will verzeihn! Will wieder Vater seyn! Ich, Jehova! Da stieg der Sohn Herab vom thron, Und wollt's, und ward ein menschensohn! Die einst sterbet, betet an! O dient dem Sohne gern; Daß einst der glanz des Herrn Euch erscheine! Er ist das licht! Wer schauet nicht In ihm des Vaters angesicht? ipind 5. Ach, erniedrigt und erwürget Ist er geworden; uns verbürget; Ein Lamm, das aller sünde trug! Leiden mußt' er, mußte klagen Für uns vor unserm richter zagen, Als der der heerde hirten schlug! Wie jede wunde floß, Als er sein blut vergoß! Blut des bundes, mach' 2. Er erschien, uns gleich zu werden, Gleich andern menschen an geberden, zu thun, was Gottes rath gebot; An gestalt ein knecht, um fünder Gott zu gewinnen, neue kinder; Für uns gehorsam bis zum tod'! Der 16. Immer wären noch die Vater, Gott, ist Gott; Des sünder Unausgeföhnt, des zormenschensohn ist Gott; Auch nes finder, Gebar uns ihn MaJehova! Er, unser ruhm Und ria nicht! Danket! dankt! er eigenthum, 3ft mensch und ward geboren! Wer an ihn Gott, und schafft uns um.gläubt, wird nicht verloren; uns rein! Wir wollen dein, Dein ewig, Gottversöhner, seyn! 3. Wunderbarer, rath, be- Sieht nicht den tod, nicht das zwinger, Und ewig Vater, frie- gericht; Denn sein ist rach' und debringer, So heißet er; der lohn; Der richter ist der Sohn, macht uns frei. Herrschaft ist Unser Mittler! Die ihm verauf seiner schulter; Der Herr- traun, Die sollen schaun, Wie scher bricht auf unsrer schulter gut es ist, auf ihn vertraun! I Der sünde hartes joch entzwei. Des todes bande bricht Der Herr entzwei, und spricht: Ich, Jehova, Mach' alles neu; Ich mach' euch frei; Dem Vater seyd und mir getreu! 4. Betet an! er ist gekom men! Wir sind nun wieder angenommen! Gefallne menschen, $ 12 7. Himmel, rühm's, und rühm's, o erde, Daß jeder mund voll dankens werde, Und jede seel' ein lobgefang! Ehre sey Gott in der höhe! Und friede hier! der Vater sehe Mit wohlgefallen unsern dank! Heil sey ihm, macht und ruhm! Der Mittler schafft uns um! Lobet, 661 sda und dessen getrofter Erwartung.d lobt Gott! In heiligkeit Seyd| tod Versöhnte Gott Die ganze ihm geweiht, Von ewigkeit zu fünderwelt mit sich. ewigkeit! 77 3. Sollt' ich nicht mit danfen kommen? Dir, du erretter deiner frommen, Dir sollt' ich nicht mein loblied weihn? Du haft bis zum tod' gekämpfet, Und sterbend meinen feind ges dämpfet; Dein sieg, du siegesfürst, ist mein! Lob, preis und dank sey dir! Du halfft vom tode mir, Ueberwinder! Mein lobgesang, Mein heißer dank Erhebt sich ewig, Gott, zu dir! 4. Betet ihn, den überwinder, Sterben werden wir: doch sterben Den zweiten tod nicht, nicht verderben; Wir, sein er rettetes geschlecht; Denn es rief des richters stimme, Es war auch unsers Vaters stimme: Wer stirbt für sie, wer macht gerecht? Ich schwör': ich will verzeihn! Will wieder Vater seyn! Ich, Jehova! Da kam und litt Der Sohn, und stritt, Und stegt'; und wir, wir erben mit! 8101 plan 4020 15 Mel. Wachet auf, ruft uns. 912.6 r, der stegreich im gerichte, Verklärt, mit sieg im angesichte, Aus seiner todeshöl' einst ging: From me, wißt's, und wißt, ihr sünder: Er ist des todes überwinder, Der preis und macht von betet, betet ihn, ihr fünder, In glaubensvoller demuth an! Werft euch mit mir vor ihm nieder, Die er errettet, meine brüder, Und rühmt's, was er an uns gethan! Glaubt alle; sein gebot Ist uns befehl von Gott! Mitgenossen! Er ftritt allein! Dringt mit ihm ein, In seinen himmel ein, vor Gott! Gott empfing! Sein offnes 5. Wenn wir unsern tod einst grab war leer, Da lagen um ihn her Seine feinde. Preis ihm und dank! Er, er bezwang Den tod; mit ihm des abgrunds Heer. schmecken, Wo sind dann alle seine schrecken? Wo ist sein stachel? was ist er? Jesus lebt; und unsre glieder Belebt des stegers allmacht wieder; Auch unsre gräber werden leer! Sein eigenthum sind wir; Die seinen läßt er hier Nicht im staube; Er kommt und ruft: Verlaßt die gruft! Steht auf, entschlafne! folget mir! 6. Tag des Lebens tag der wonne, An dem uns todten Gote tes sonne Hervorbricht nach des grabes nacht! D, was werden 2. Du bist's, der für mich verbürgte, Der fürst des Lebens, und erwürgte, Der du die macht dem todę nahmst! Du, du bist's, dem ich vertraue, Den ich einst auf dem throne schaue, Von dem du zu den fündern kamst! Du kämpftest nicht für dich; Du siegtest, Herr, für mich, Mich verlornen. Durch deinen 662 Von der christlichen Vorbereitung zum Tode wir empfinden, Wenn nacht und| winn. Mir ist Gottes huld ers finsterniß verschwinden, Und worben, Dessen kind und erb' plöglich unser aug' erwacht! ich bin. Frei von allem weltgeVollender, führe du Uns diesem tümmel, Schau' ich bald enttage zu; Uns, die deinen! Die zückt zum himmel, Und mit untodesbahn Gingst du voran; schuld angethan, Vater, Sohn Wir folgen dir in deine ruh'. und Geist, dich an. 7. Held, vor dem die Hölle bebet, Der selbst den tod sah, und nun lebet, Nun lebt und herrscht in ewigkeit! Dir hat dein Gott steg und leben, Dir hat er seine welt gegeben, Und alle seine herrlichkeit. An allem deinem heil Hat dein erlöster theil Durch den glauben. Des glaubens licht Verlösch' uns nicht: So sehn wir ewig, Herr, dein heil! 4. Mir ist aus des todes banden,( Freue, meine seele, dich!) Mir ist Jesus auferstanden, Und erweckt dereinst auch mich. Wenn ich fromm gelebet habe, Ruft er mich aus meinem grabe; Und verherrlicht betet dann Leib und seel' ihn ewig an. 5. Ewig, ewig werd' ich leben, Und mit allen seligen Deinen ruhm, o Gott, erheben Und enthüllt dein antlitz sehn; Werde, selig mit den deinen, WonIn eigner Melodie. 913.A lle menschen müs- nevolle thränen weinen, Wo, o sen sterben; Al- Vater, Sohn und Geist, Dich ihr dreimal heilig preist. 6. Wo die patriarchen wohnen, Bei den jüngern meines Herrn, Welche nun auf ihren thronen Siegreich prangen, wär' ich gern; Möcht' ich, ach! so gern mit ihnen Gott und seinem Sohne dienen; Seiner herrlichkeit mich freun; Möchte gern bei Jefu seyn! 7. O Jerusalem, du schöne! Ach, wie lichtvoll stralst du mir! Welch ein lieblich lobgetöne Hallt und wiederhallt in dir! der großen freud' und wonne! Geh' mir auf, du beff're sonne! Komm, und ende meinen lauf! Großer tag des Herrn, geh' auf! les fleisch vergeht wie heu; Was nur lebet, muß verderben, Soll es anders werden neu. Auch des frommen leib wird erde, Daß er einst unsterblich werde; Frei von dem, was hier be schwert, Und, wie Christi leib, verklärt. 2. Darum will ich dieses leben, Wenn es meinem Gott gefällt, Meinem Vater wiederges ben, Gern verlaffen diese welt; Denn ich bin durch Christi leis den Doch ein erbe seiner freuden; Bin erlöst, und fürchte nicht Sünde, tod und weltgericht. 3. Jesus ist für mich gestorben, und sein tod ist mein ges und dessen getrofter Giwartung. 663 8. Mocht' ich doch, sie zu em- ber freuden Uns in vollen strópfangen, Diese große herrlich- men fließt, Gott in allen alles keit, Hier nur thun, und nur ist! verlangen, Was im tobe selbst erfreut! Ja, ich will zum ziele dringen; Will um meine frone ringen; Sicher meines gnaden lohns, Zu der rechten seines throns! sandal 9. Welche jubel werd' ich hören, Daß er starb und auferstand, Und wie will ich dann ihn ehren, Daß er stritt und überwand! Geh' mir auf, du Mel. Wie schön leuchtet der. beff're ſonne! Gile, führe mich 914. Mie herrlich iſt die neue zur wonne, Die kein ende nehmen kann! Großer tag des Herrn, brich an! ndi ber Gott den frommen vorbehält! Wer konnte sie erwerben? Du, 10. Nicht mehr sterblich, neu Jesu, der du sie erwarbst, Als geboren, Geh' ich bald in Sa- du für deine menschen starbst, lem ein! Gottes stadt, zu dei- Ach, hilf mir ste ererben! Einen nen thoren! Ewig seiner mich Stral nur Ihrer sonne, Ihrer zu freun; Da zu wohnen, frei wonne, Gieb mir schwachen, von leiden, Wo der lautre quell| Mir mein ende leicht zu machen! ara EL 818036 TLS Uld to sch 18 ili plan tus ibin dau do ton 100 sta bilds sdmor 11. Lob und dank und preis und ehre Dem, der unaussprechlich liebt! Jauchzt ihm, aller himmel Heere; Ihm, der unaussprechlich liebt! Preis't den Vater aller finder! Preis't den Retter aller fünder! Preist den Geist der gnade! preis't Gott, den Vater, Sohn und Geist! T TEN aysundey medalstisorga ng AND JUN spuns bons£ 10 nisur 3000 888 darpar lamp tonis Bux cer BUTIS madnap 3000 in spl ser Jubilas dron 5151300 TOS fod i sin br dock extod Jak slv 2 Thad us name si nchino 911) our nadiodies!! saihar medfied piso 2010 enigt ved oppim mispind did 2000 ans nood and mi SOC dellep disor sid 116 tad 600 wo 29 and monil on de abru da dolam ndo biz shart ma omis sirf malloc si al Belin talin ni dal mode and m Jipili tom bir du inn das do schoon 330 soll di rod lok nad 1] is Ash tia, 17 ladog ad numer ch, daß ich Gottes weg.. 394 Uch, die zweifelnden gedanken 587 Uch! ewig wird die strafe... 562 Uch, Gott, ruf deinen richterblick, 424 Uch, Gott und Herr, wie... 442 Uch, Gott vom himmel, sieh. 479 Ach, Gott, wie manches... 512 Uch, Jesu wundervoller held. 314 Ach, sünder waren wir... 234 Ach, unsre noth ist groß!... 851 Uch! wann werd' ich von der. 449 Uch, wer auf späte buße hofft. 796 Uch! wer, Gott, vermag zu.. 172 Uch, wie hat mein herz.... 883 Uch, wie ist der menschen... 667 Uch, wie viel böses wohnt in. 168 Ach, zürne nicht, und dein.. 439 Allein Gott in der höh' sey.. 108 Allein zu dir, Herr Jesu... 454 Alle menschen müssen sterben. 913 Allenthalben, wo ich stehe,.. 899 Aller meiner brüder rechte... 768 Allmächtiger, der seinen. 704 2018 Gott dich deinem.... 793 Us in der Krankheit...... 844 Also hat Gott die welt geliebt, daß er aus... Also hat Gott die welt geliebt, hunt Register über die Gesänge mpir dondal 1200 nach dem Alphabet. ✦ 217 had choi 81+8 bilmed store spremiq oil 2 und fünder 182 Amen! Lob und preis und... 635 Um kreuze rief der Sohn... 267 Adis sdot mi, annopanima bpCups 914951 mu matrignin bdul schbak B Bab 19 numer 2m tage, da mein Heiland.. 556 Unbetend stand der seher: 600 Anbetung, jubel und gesang 138 2n dir allein, an dir hab' ich 427 Auch diesen frohen morgen. 16 Auch für den winter danken.. 836 Auch fünder können selig. 355 Auf, auf mein herz, mit... 307 2uf, christen! preist mit mir 612 Auf Christi himmelfahrt. 320 17 550 Auf deine weisheit bauen,... 677 Auf dich, o Vater, schauen Auferstehn, ja auferstehn. Auf ewig ist der Herr mein.. 515 Auf felfen liegt der grund... 280 Auf Gott, und nicht auf... 673 Auf ihrem felsengrunde 485 2uf meinen Gott verläßt 347 ♦ ♦ ♦ Auf meinen lieben Gott.... 513 Auf, meine seele, finge;. 496 Auf, mein herz, ermanne... 514 Aufrichtig, redlich, offen, 777 2uf, schicke dich ,. ... 214 Aus deiner quelle, Schöpfer.. 102 Uus dunkler tiefe, Herr,.. 441 Uus erde ward mein leib.... 134 Uus ganzem Herzen lieb' ich.. 648 Aus gnaden soll ich selig... 494 Uus meines herzens grunde.. 8 Aus feines irrthums...... 356 Uus tiefer noth schref ich... 452 Numer Bald, ald, oder spät des todes. 893 Barmherzigkeit ist. 772 Befiehl du deine wege..... 671 Beginnt ein lied voll dank. 181 Begrabt den leib in seiné... 545 Bekenner Chrifti, fegt, 310 Bekenner Jesu, werdet 243 Bereite dich, o chrift, 264 Besih' ich nur ein ruhiges 730 Betet an, ihr menschen, 129 Betet an! laßt une lobsingen. 122 Nuarinu Bet oft und gern ,. 694 • ♦ ♦ .. .. ♦ ✦✦ ♦ ♦ 31000 → Register. Christen, unser leben eilt, Christ fuhr gen himmel Christ ist erstanden, Christ, sey wachsam, Christ, unser Herr. Christus, Christus tröstet Christus, der uns selig.... 242 871 Bringt ehre Gott, bringt 854 Der du uns mit deinem blute. 571 Chrift! alles, was dich... 674 Der du zu Gott erhöhet biſt ,. 316 Christe, du Lamm.... 277 Der erde mütterlicher schooß 833 ♦ 665 75000: 10 Numer 370 Dein wort, o höchster, ist Dein wort, zum licht der... 368 Der am kreuz ist meine.... 262 Der auferstehung tag 294 Der du allein unendlich bist.. 71 Der du beschlosseft, als du. 184 Der du, dem tode nah, 0786 Der du die liebe selber bift, IODIT, ✦ ◆ 285 897 386 304 ♦ ♦> 763 Der du, Gott, an uns... 352 Der du, Gott, die wahrheit.. 99 Der du mich als ein Vater.. 640 Der du, o Gott, mein 2 590 Der geist, den uns der Sohn. 339 756 317 Der glaub' ist feste zuversicht. 461 Der hang zum bösen wohnt.. 171 Der Herr, der uns bei Gott. 636 Der Herr ist Gott! der. 186 und Der Herr ist Gott! ist Der Herr ist Gott! fingt it Gott und.. Der Herr ist Gott 10.0 Der Herr ist in den höhen Der Herr ist meines lebens Der Herr liebt unser Leben Der hölle pforten sind. ♦ ♦ ♦ ◆ ♦ Damit dein pilger auf Dank dem milden 19 675 383 827 288 255 Der lette meiner tage. 255 NK 535 + ◆ ♦> 50 Der lette tag von deinen 755 402 Der Sohn, der uns bei.... 324 100 770 770 Der Sohn ist meine. ✦✦ adid ✦✦ ✰✰✰✰ Apiz 573 Der spötter heere rüsten sich Dank dir, o Vater meines. 840 Danket Gott! erhebt ihn!... 601 Das amt der lehrer, Herr, Das heil ist da!.. Das jahr, das nun vergangen. Das ist mein leib! so sagte Daß stets noch christen Dein bin ich, Herr, Deine heilige geburt,... Deine schöpfung, erd' und. 163 Deines Gottes freue dich,... 657 Dein, Gott, ist unser leben.. 765 Dein heilig wort, o Gott... 726 726 Dein heil, o christ, nicht.693 Dein ist das licht, das uns.. 828 Dein sind wir, Gott, von... 524 Dein Sohn gebot, zu beten.. 14 279 Der spötter strom reißt viele 377 Der tag ist wieder hin, 25 866 ✦ 733103 Der weise sagt zu seiner. Der welten Herrscher, dir,.. 813 Der wollust reiz zu 738 Des ewigen und der sterblichen 218 Des Gottverföhners schaar.. 882 Des lebenden glückseligkeit... 548 14 Des morgens erste stunde 5 Radni 630 ✦✦✦✦ 606 ♦ ◆ t .. --> omnole ♦ → ♦ ♦> 64 104 .. 463 486 666 Numer Des Vaters und des Sohnes. 334 Dich beten, Gott, die P 37 Dich bet' ich an, erstand'ner 302 Dich fürchten, Gott, dich 595 Dich, Heiland, loben wir! 281 Dich, Herr und Vater. 616 0130 536 Dich krönte Gott mit Dich ruf' ich an, Gott! laß.. 867 Dich soll mein lied erheben,.. 832 .592 Die dich nicht kennen,. Die erd' ist, Jesu Christe,... 185 Die ganze schrift mit allen 362 Die himmel preisen Gottes.. 60 Die himmel rühmen des.... 126 Die ihr auch ohne wissenschaft 823 Die ihr beglückt mit kindern. 799 Die ihr des Lebens edle zeit.. 820 Die ihr geübt in künsten seyd. 822 Die ihr seine laufbahn lauft,. 400 Die ihr, weil's pflicht und 824 Die kinder, deren wir uns 803 Die menschen mögen...... 805 Dienstfertig soll ich seyn!... 769 Diesen samen segne Gott... 837 Dies ist der tag, den Gott.. 216 Dieß ist der tag, an welchem. 35 Dieß sind die rechte, welche.. 381 Die sonne sinket nieder;. Die sonne stand verfinstert,.. 269 Dir dank ich heute für mein. 620 Dir, Davids Gott, dir.... 203 Dir flehen wir, der weisheit 376 Dir fleh' ich! Gott, beweise ,. 839 Dir, Gott, dir will ich 618 30 237 Dir, Gott, sey preis und... 133 Dir, Herr und Vater, dienen. 45 Dir, Jesu, ist kein lehrer Dir, Vater, dir, mein heil, Dir versöhnt von deinem Dir zu leben, dir zu sterben.. 906 Dort hängt, durch viele.... 261 ... .. ◆ ♦ .. Register. .. • .. .. 11 695 Du, befter troft der armen, Du bist ein mensch, ◆ .. 2010 200 156 271 Du bist erblaßt, mein heil, Du bist, o Gott, gerecht, 96 Du bist, o unermeßlicher,... 107 Du bist's, dem ehr' und ruhm 619 Du bist viel gnädiger, 431 ... 699 Du, deß sichy alle himmel Du gabst mir, Ew'ger, dieses. 754 Du Geist des Vaters, 340 417 846 199 Du gingst, o Heiland hin, Du, Gott, bist unsre hülf Du, Gott, du bist der Herr.. 57 Du gründeft, Ullgewaltiger!.. 815 Du haft den Kindern Jacobs Du haft dieses Lebens zeit... Du hast mir, Gott, dein Du, Herr, haft mir das leben Du herrschest hier, o Gott, Du flagst, o christ, 691 Du flagst, und fühlest die... 7-19 CHARIA 429 Du rächer, Gott, wie. 300 Durch Adams sünde kam... 192 178 Durch Udams sünde wurden 605 Durch dich, o großer Gott, 03: Du sagst: ich bin ein christ.. 569 750 Du sorgft, o Gott;. ✰✰✰ 602 ... Du unsichtbarer, dessen ... 783 Du, welchen keine welt Du willst, o Gott, du stifter. 797 543 Du woll'st erhören, Gott ,. ... 736 ifrig sey und fest mein Ein' feste burg ist unser. 483 84 Ein fels ist Gott, Ein herz, o Gott, in leid... 688 Ein Lamm geht hin und trägt 247 Eins ist noth! ach, Herr, 651 484 549 Ein starker schuß ist unsre Einst reift die saat, Einst selig dort zu werden, Ein zeuge des Herrn war... 585 475 ✦✦ Numer · ♦ + + ✦✦ ✦✦✦ ✦ ✦✦ 848, ..> 862 MEAS 374 23 554 EU Numer Endlich muß ich mich. ... 423 Entehre nicht, mein herz,... 748 Entflohen sind auch dieses.. 24 Erbarme dich, o Gott! 447 .. Er, der siegreich im gerichte 912 Erforsche, prüfe, Herr.. 241 Erhalter, menschenhüter! 22 Erhalt' uns, Herr, bei.... 482 Erhebe dich, und suche nie.. 733 Erheb', erheb', o meine seele. 124 Erhebt den Herrn, dankt 300 Erhebt den Herrn, ihr ♦ ♦ .. ◆ ... ✰✰✰ 198 187 Erhebt euch, feinde Gottes, 231 ✦ → Erheb' uns zu dir, du, der ist 870 Erinn're dich, mein geist,... 283 Er ist erstanden, 308 207 ◆ ◆◆ 190 ✰✰✰ +. Ho 2 Er ist gekommen!.. Erkühnt sich schon der. 492 Erniedrigt hatte sich bereits.. 265 Erschienen ist der siegestag!.. 287 Erwachet harf und psalter!.. Erwürgt, erwürgt ist er, 270 Erzeig' an mir, erbarmer,.. 440 Es jauchze Gott und preise.. 151 Es ist gewiß ein köstlich. 687 Laky Es ist vollbracht! 1001590 268 97 Es kommt das heil allein... 493 Es sey mein ernstlicher Es war noch keine zeit, 125 Es werde Gott von dir.... 132 Es wolle Gott uns gnädig.. 477 Es woll' uns Gott genädig.. 476 Ewiger! Erbarme dich.... 790 Ew'ge liebe, mein gemüthe.. 179 Ewig, ewig bin ich dein... 389 Pallet nieder, fallet nieder ,. 611 389 .. Register. .. ♦ V... ♦ 733$ → Fleug auf, mein pfalm.. 137 Freue dich, o meine seele!... 538 Freue, feele, dich, und preise, 408 Freiwillig hast du's dargebracht 291 Fröhlich laßt uns Gott.... 228 Frohe, sanft erquickte seele, Frohlockend dank ich, Vater, Frohlocket Gott! lobsingt... 204 Frohlockt ihr christen, preis't. 290 Frohlockt, lobsinget Gott!. Für alle güte sei gepreis't, 230 26 Für alle kranken bitt ich dich. 843 Für unsern nächsten beten.. 792 Fot ebeugte fünder, hört!... 443 Gedanke, der uns leben. 190 Gedenk, o meine seele, 135 Geist der kraft, der zucht,.. 348 Geist des Vaters, komm. 343 Geist Gottes, komm. Geist vom Vater und vom Gelobet feyst du, Herr, mein Gott, gelobt für deines. Gelobet feyst du, Herr, mein 349 ✰✰ Gott! gelobt für unsers... 633 Gelobet feyst du, Jesu Christ, daß du mensch. .. ♦ Gelobet feyst du, Jesu Christ, von aller menschen zungen. 631 Gelobt sen, der den frühling 830 Gelobt sey Gott! die zeit ,... 215 Gelobt sey Gott! ihm will.. 607 Gelobt seyst du, o Gott, ... 369 Gepriesen, Gott, sey dein 28 95 534 802 Gerechter Gott, vor dein... Gern will ich, Gott ergeben, 901 Getrost und freudig geh' ich Geweiht zum christenthume Gieb, Gott, daß ich dich Gieb mir, Jesu, deinen.... 788 Gieb, Gieb, o Herr, daß wir die.. 712 Gieb reu' und leid, 578 420 ♦ Glaubet! glaubt! er ist das.. 401 Gott, bester Vater deiner... 643 Gott, deine gnad' ist unser.. 497 Gott, deine güte reicht so... 703 Gott, deinen heiligen 644 667 Numer 411 36 ✦ ◆ ✦✦ ✦✦✦✦ .. ✦✦ + Coup ✦✦✦ ♦ ➜ 222 1370 ✦ ♦ ♦ ♦ 354 wood ✦> Had 407 ♦ 668 Numer 121 4 Gott, deine weise macht... 142 Gott, dem ich lebe, déß ich. 896 Gott, der du unser Vater 698 Gott der jüden, Gott der.. 232 Gott, der kein böses thut, 165 Gott der Vater wohn' uns Gott des himmels und der Gott, dessen macht des.... 849 Gott, dir gefällt kein 1710 Gott, du kennst von ewigkeit. 70 Gott, durch welchen alle...: 617 Gottes tag, du wirst bald... 541 Gottes wille, Gottes rath... 683 Gott, gieb einen milden. 345 Gott, grenzenlos, undenkbar 79 Gott hab' ich alles heimgestellt 522 Gott hab' ich mich ergeben 682 Gott hat in meinen tagen... 812 Gott hat noch nie sein wort Gott hat's erfüllt!. 2594 98 ✦✦✦ + Gott, hilf, du könig deiner Gott, hilf mir, daß ich ✦ --> ♦ + ✦✦ Regifter. 421 → Jonge 488 488 100 + ◆◆◆ Gott, ich darf zu dir mich.. 120 120 100 Gott, ich will mid) ernstlich 857 Gott, ihr menschen, gab... 145 Gott ist ein schuk in nöthen, Gott ist getreu! sein herz ,. .. 100 Gott ist heilig! sterben, Motor 911 0910372 Gott ist mein hort! 372 Gott lebet noch, ich sorge... 162 Gott, meine ganze feele 609 Gott, meine seele singe dir;.. 148 Gott sey dank in aller welt, 210 Gott sey gelobet u. geb., der uns 409 Gott sey gelobet u. geb., daß er 410 Gott ser preis und dank... 46 Gott, unferm Gott allein Gott, unserm Gott sey lob. Gott, unser Vater, der du.. 700 700 Gott Vater, sende deinen... 344 Gott, Vater, Sohn und. 118 ♦ 1950 ... Numer .. 378 741 Gott, vor dessen angesichte. 93 Gott, warum erwachst du.. Gott, welcher das vermögen Gott, welch verderben..... 175 Gott, weltrichter, richte.... 119 Gott, wer ist dir zu vergleichen 85 Gott, wie du bist, so warst. 67 Gott, wie verderbt ist von 167 Gott, wie viel langmuth Gott will ich dienen, Gott, wo ist weh', Großer Mittler, der zur... 325 Groß, Herr, ist meiner seele 434 Groß ist des Höchsten güte! 615 Groß ist des Höchsten name 472 Groß ist, ihr Weltern, eure. 800 92 646 hod173 205 481 481 ✦✦ 133356 ✦ ✦✦ ✦✦ ✦ ♦ Stip 1041 ♦ abe on inte 660 Habe INUICH deine Lust am. Spalt im gedächtniß.... 415 eiland, deine menschenliebe.. 236 Heil deinem volke, dem du.: 373 Heilig, heilig ist dein wille, 645 Heilig, heilig sey der eid Speil uns! heil uns!. 638 Selft, Gottes güt' uns preisen 51 Serr, allerhöchster Gott, 714 ✦✦✦ 458 DINOSA 322 Serr, auf erden muß ich 49 Herr, deine kirche danket Herr, der du alles giebst, 721 701 367 ✦✦ ++ ** 90730 Herr, der du unser Vater... Herr, dir sey preis!. allor allacro 902 105 Sperr, dir trau' ich; auf der 670 Herr, du bist meine...... Herr, du erforschest mich,. Herr, du regierst, daß alles.. 140 46 Sperr, eifr' um deines 109 Sperr, es ist von meinem Ipd th Snijd 379 390109 32 ✦✦ 47 Herr Gott, dich loben wir.. 598 Herr Gott, dich loben wir 599 framtids Herr, Herr, du hast uns... 183 perr, höre meine worte, .. 455 ◆◆ Herr, höre mein gebet, und laß es dir gefallen!'. 669 Numer S Ja, Vater, du beschlossest... 176 Sa, zur Stille will ich fliehen 873 Ich armer mensch, ich armer. 438 Sch armer mensch, ich komm. 426 Ich bin des festen, redlichen 774 Ich bin ein christ!.. 639 Sch bin ein pilger in der zeit. 523 ♦ ◆ ✦ BUCJA Ich bin getauft auf deinen.. 390 Sch bin getauft, und in dein- 392 Ons wangu. Sarco 453 245 Ich bin ja, Herr, in deiner.. 526 525 Ich bin mir, Gott, bewußt.. 169 Sch bin's voll zuversicht.... 519 40 Culto kan 722 Sch danke dir für deine liebe. 413 ROHODA FOTODER 511 Sch darf,( du willst es selbst). 717 ... 864 Herr, höre mein gebet, und laß mir trost erscheinen! ✦✦✦ Numer ♦ 1356 190 200 437 252 wint w 39 Herr, ich bin dein eigenthum. 553 Herr, ich habe mißgehandelt. 428 Herr Jesu Christ, dein Herr Jesu Christ! dich zu Herr Jesu Christ, du Herr Jesu Christe, deine Herr Jesu Christ, ich weiß Herr Jesu, gieb uns deinen. Herr, lehre mich, wenn ich Herr, mache meine seele. Herr, mein Erlöser, nur Herr, mein Heil, dein. Herr, mein licht, erleuchte Herr, mein Versöhner, Herr, ohne glauben kann Amigos Herr, stärke mich, dein 240 Herr, welch heil kann ich... 859 Herr, wie du willst, so.... 708 Herr, wie lange muß ich... 588 Herr, wir singen deiner 91 Herr, wo ist solch ein Gott.. 711 Hier ist nur mein.. jom Santiag MUS 200 AGHIMEAC 459 380030 ➜ + + ◆◆ PISMO ✦+ Register. ✦✦ + ✦✦ Alama + ✦✦✦ + kon 709 282 ♦ 371 + STINE 787 Hier legt mein herz vor dir Hier sind wir, dich zu ehren, Hier sind wir, Gott, 48 41 10 Hilf, Gott, daß ich den.... 762 10 ani bu 12 Hilf, Herr Jesu, laß.. Hilf mir, mein Gott, Hilf, wenn der wahren 480 Himmel, erde, luft und meer. 127 Hin an dein kreuz zu treten.. 259 Hochbegnadigt von dem.... 629 Höher hebt sich Gottes... 831 pört, die ihr mich verfolgt.. 785 2a! Christus ist mein Leben 530 Ja, durch glauben und.. 195 Sauchg', himmel! erde, 180 904 874 54 580 ✦✦ ◆ Sch erhebe mein gemüthe... 450 Ich freue mich; denn Jesus. 305 000 000 Sch freue mich, mein Gott,.. 658 Sch freu', ich freue Sch fürchte Gott:. 931100 mich in.. 659 CHAIRM4090 596 Ich glaub' an Gott,..... 112 Ich, Gott, dein tiefgefall'nes. 166 Sch habe, Gott, mir ernstlic). 865 Ich habe, Herr, entlastet 416 Ich habe nun den grund... 191 Sch hab' in Gottes herz und. 155 Sch hab' in guten stunden 690 + NORDI Ich hoff' auf keine hülfe 669 MUSIA BUNG Ich komme, heil der welt, zu. 456 modo au Sch komme, Herr, mein. 444 Sch komme, Herr, und • 457 Ich komme vor dein angesicht, du 809 Ich komme vor dein angesicht, ..> verwirf, o Gott, mein 702 Sch lobe dich und preise dich, 75 842 Sch, mein erbarmer, bitte. Sdh nahe, Jesu, mich zu dir ,. 399 Sch preise dich, o Herr,.... 397 Sch preise dich, und singe dir. 189 Sch ruf zu dir, Herr Jesu.. 856 732 Ich schmachte nicht nach Sch sehne, Gott, mein. 63 ... 670 Numer 20 Ich finge dir mit herz und. 829 Ich singe, meiner seele lust,.. 147 Id) soll zum leben dringen,.. 470 Ich staub, vom staube, wer.. 446 Ich such' in Gott mein glück. 581 Ich weiß, an wen ich glaube ,. 465 Ich weiß, an wen mein herz. 516 Ich weiß, daß Gott ist.... 59 Ich weiß, mein ende nahet 903 Ich weiß, mein Gott,... 742 Ich weiß und bin's gewiß,.. 471 Ich will den bund mit.... 398 Ich will in stiller einsamkeit. 810 Ich will mein ganzes herz 608 Ich will, mein Gott, 146 Ich will, o Jesu, dich. o Jesu, dich..... 396 Ich will von meiner. Jehova stand auf Sinai, Jesu Christe, deine wunden,. 249 Jesu, der du meine feele 451 Jesu, Jesu, komm zu mir... 878 Jesu, Jeſu, stärke mich,. Jesu, meine freude! Jesu, meiner feele leben, Jesu, meiner feelen licht, Jesu, meines Lebens leben. 272 Jesus Christus hat sein leben. 404 Jesus Christus sprach: bewahre, 251 Jesus Christus, unser Heiland, der den tod 100 309009 $ 195 FA 91151 425 380 aß deinen Geist mich stets, 254 877 Lasset uns beweinen, 448 274 Laß, Herr, im guten meinen. 872 Laß mich, o Gott, gewissenhaft 743 Laß, o Jesu, mich empfinden. 764 Laß, o Jefu, nicht vergebens 405 10 Last Gott uns preisen, Laßt uns mit danken treten.. 628 Laßt uns unsers vaterland's,. 561 286 Jesus Christus, unser Heiland, SMR03 der von uns.. 403 Jesus ift gekommen!. 212 ✰✰✰ ... 43 Jesus ist mein hirte! 502 Jesus kommt, von allem... 558 Jesus lebt! mit ihm leb' ich. 301 Jesus, meine zuversicht,.... 551 Jest leb' ich; ob ich morgen. 521 Ihm, der das licht entstehen 9 Ihr kinder Gottes, freuet... 315 Laßt unter Gottes arm uns, 589 Lernt, menschen, wie gerecht. 193 Liebreicher Gott, du hast.. 579 Liebster Jesu, wir sind hier,.. 42 Liebster Jesu, wir sind hier,.. 790 Litanei Litanei( eine andere)...... 791 188 Lob, ehre, preis und dank. ..623 Lob, ehr' und preis dem Ihr mitgenossen! auf zum... 584 Lobet Gott, denn Jesus Lobet Gott, denn Sesus.... 289 584 ◆◆ ◆◆◆◆ ◆◆ ♦ .. ... ... .. Register. wood an sood and and ...+ ♦ 656 663 Sm ftaube bet' ich an, Numer 858 In allen meinen thaten.... 160 In deiner liebe, Gott, nicht.. 880 In deiner stärke freue sich. 814 In des Vaters, in des Sohns 395 In stiller ruh entschlummerst. 273 Sn unsern nöthen fallen wir. 845 Sft Gott für mich; so dräue. 665 aum war ich, treuer Gott 388 König, dem kein könig.. 326 Rommet, laßt uns niederfallen 128 Komm, Gott, Schöpfer, 335 Komm, heiliger Geist, Gott, 332 Komm, heil'ger Geist, Herre Komm, Schöpfer, komm, Kommt her, verkündigt 331 336 603 Kommt, ihr menschen, laßt.. 568 Kommt, kommt, den Herrn.. 80 Kommt, laßt uns Gott erheben 625 Kommt, laßt uns Gott lobsingen 838 Kommt, laßt uns Gott und.. 841 bands 327 Kommt, menschen, her Laß ✦✦ ♦ ◆◆ • ♦ ♦ ✦ ♦♦♦ Register. 671 Numer Numer 852 Mein leib ist dein geschenk.. 734 Mein leib soll, Gott, dein.. 737 Mein lieber Gott, gedenke... 161 Mein müder leib ruht einst.. 905 Mein Vater, lehre mich stets. 29 Mein Vater und mein richter. 540 Menschen ist's gefeßt, zu... 8 887 Mich drücket des gesetzes 10.433 Mir nach! spricht Christus.. 655 Mir, ruft der Herr, mir sey. 863 Mit ernst, o menschenkinder.: 209 Mit fröhlichem gemüthe... 614 Mitten wir im Leben sind... 528 Müde, sündenvolle seele,.... 406 ach dir verlangt, 652 Nach Lob, preis und dank sey dir, Lob, preis und ehre bringen.. 114 Lobsinget Gott; erheb' ihn Lobsinge, meine seele,... 300 Lobsinget Gott, und betet an; 88 es dank', es rühm', es... 83 Lobsinget Gott, und betet an; Int DENAR preis't ihn mit harf und.. 876 Lobsingt dem Herrn, dem... 201 Lobsingt dem Höchsten!.... 626 Lobfingt dem Sohne! preiset. 293 Lobsingt! denn Gottes huld.. 491 Lobsingt, ihr völker, preis't.. 474 Lobsingt, lobsinget Gottes... 220 Lobsingt, lobsingt dem..... 206 Lobt den Herrn, o Gottes... 297 Lobt Gott, den Retter!... 610 Lobt Gott, ihr christen,... 221 Lobt unsern Gott mit.... 139 Mad ache dich, mein geist, 731 Mach's mit mir, Gott ,. 533 Mächtig faßt mich angst vom. 436 Mag doch der spötter heer. 462 Mein auge sieht, o Gott, zu 153 Meine lebenszeit verstreicht. 894 Meinen Heiland lass ich nicht 391 Meinen Jesum laff' ich nicht. 466 Mein erst gefühl sey preis... 1 Mein fels und meine zuversicht 637 Mein gebet steigt täglich zu.. 706 Mein glaub' ist meines lebens. 661 Mein glück in meiner pilgerzeit, 727 Mein Gott, du wohnst in... 366 Mein Gott, mein herz ergeb'. 572 Mein Gott, nun ist es wieder 13 Mein Gott, zu dem ich 435 Mein Heiland nimmt die... 495 Mein hort ist Gott! ihn laff'. 159 Mein Jesus lebt; mag ich.. 311 Mein Jesus liebet mich... 503 Mein leben ist ein prüfungsstand 884 + Nach einer prüfung... 559 Nach meiner seele seligkeit... 728 Nacht und schatten decken... 634 Nacht und stille schließen... 27 Nicht alle können herrschen. 806 Nicht, daß ich's schon..... 582 Nicht mürrisch, finster,.... 779 Nicht nur streiten, überwinden 586 Nicht um ein flüchtig gut... 350 Nie kann ich meines Gottes.. 154 Nie will ich dem zu schaden 784 Nimmt Gott, dem wir... 144 Noch erleuchtet mich dein... 7 Noch immer wechseln... 141 Noch schauen wir im dunkeln. 908 Nun bitten wir den heil'gen. 333 Nun, christen, laßt uns Nun danket alle Gott, ...* 624 Nun danket all' und bringet. 622 Nun erfahr' ich's in der that, 298 Nun ist auferstanden..... 303 Nun laßt zu Gott uns treten. 53 Nun triumphiret Gottes.... 299 Nur nie verzagt, wenn euch.. 197 ♦ + Christe, eingeborner,... 650 O christenheit, sey.... 229 672 Numer ure Numer O du allerbeste freude, 342 ilger sind wir, wallen... 907 pil Preis dem todesüberOdu, den Jesus uns 353 Oft blühn verbrecher auf,... 158 Oft denkt mein herz, wie... 583 O Gott, bei dir ist heil... ... 387 O Gott, du bist die liebe,... 89 O Gott, du milder Gott,... 707 O Gottes Sohn, Herr Jesu. 460 O Gott, erbarme väterlich.. 807 O Gott, mein Schöpfer... 716 641 D Gott, mein Vater, steh' 725 Ri Richte ichtet nicht, wenn sünder. 795 Rühme, seele! dein.... 412 Rühmt, christen, euren Gott- 196 chaffet, schaffet, menschenB0763 565 ✦✦ ✰ ✰ ✰ 464 363 65 kinder, Schaß über alle schäße, 879 Schön ist die tugend, mein.. 103 Schuf mich Gott für.... 136 Schweiget, bange zweifel Schweigt, verächter ,. Schwingt, heilige gedanken. Seele, komm zum Golgatha.. 258 Seht, welch ein mensch!..* 256 Seinem eignen herzen. 174 Sein ewig's leben....... 560 Selbst engel sind gefallen,... 164 Selbst Jehova fordert gaben,. 200 Selig sind des himmels... 547 Seyd barmherzig! menschen.. 773 Send fröhlich, die ihr. 295 Sen gesegnet! Amen!..... 544 Sey mir, o tag des Herrn.. 292 Sey mir tausendmal gegrüßet, 250 Sey, seele, stark.... 752 Sieh, seele, hinter dich.... 811 Singt unserm Gott ein 152 Sink' ich einst in jenen... 34 So früh' bringt, Gott, mich. 808 So gehst du, Jesu, millig... 244 Sohn, der du für uns starbft. 266 Sohn, der uns verheißen ... 211 .. •• ✦✦ Register. O Gott, von dem wir alles.. 18 O Gott, wenn du mich nicht. 739 O großer Gott du reines ◆ 351 O großer Gott, von macht,.. 430 O haupt voll blut..... 257 O heil'ger Geist, zeuch in... 341 Oheil'ger Gott, allmächt'ger. 306 O Herr, mein Gott, durch.. 149 O Herr, mein Vater, dein 804 Ohn' erbarmen wird sie seyn. 789 O Jesu Christ, du Heiland.. 227 O Jesu Christ, mein Leben,.. 653 Jesu, dessen treu'...... 235 O Jesu, du mein Herr.... 531 O Jesu, Jesu, Gottes... 649 O Jesu, meine wonne,... 414 O Jesu, meine zuversicht... 170 Okönig aller frommen,.... 233 Okönig, dessen majestät.... 445 O Lamm Gottes, im staube.. 276 O Lamm Gottes, unschuldig 275 O liebster Jesu, was hast du. 248 O mein Schöpfer, Herr der.. 757 O Schöpfer, jedes deiner... ... 76 D tag, der uns des Vaters.. 338 O tod, wo ist dein stachel... 296 O welch ein segen ist ein... 782 O welch ein unschäßbares..729 O welt, sich hier dein leben, 260 O wie selig send ihr doch... 900 + ✦ same winder!. ✰✰✰✰ + 284 115 113 Preis ihm! er schuf ,. Preis sey dem Vater!. Preis't, menschen, Gott durch. 150 Preis und anbetung bringet.. 627 Quelle der vollkommenheiten, Gott! mein ✦✦✦ ♦ ✰✰ 673 Numer Numer Sohn Gottes, du mein.... 278 Go hoff' ich denn mit festem. 517 So jemand spricht: ich liebe. 758 Soll dein verderbtes herz... 365 Sollt ich an deiner macht, 82 Sollt' ich jest noch, da mir. 860 Sollt' ich meinem Gott nicht fingen?.. ... 621 Sollt' ich meinem Gott nicht trauen? 678 Sollten menschen, meine... 761 Sorge du für meine Einder!.. 801 Sorglos lebt in seinen.. 357 So schnell fliehn unsre tage.. So tret' ich freudig an ,. Verleih uns frieden gnädiglich. 855 Versucht und prüft es selbst, 467 Viele sind zu Gottes hell... 886 Vollendet freudig euren lauf.. 329 Vom geräusch der welt geschieden 509 Vom himmel kam der Geist.. 337 Vom himmel komm' ich her.. 225 Vom himmel ward der.... 224 Vom ziele fern, wornach ich. 577 Von deinem throne siehest... 890 Von dir auf diese welt gerufen, 778 Von dir, o Vater, nimmt. 686 Von dir sind, Gott, der ehe. 798 31 Von furcht dahin gerissen,... 246 Von ganzem Herzen lieb' ich.. 632 Von ganzem Herzen rühmen.. 473 Von ganzer feele preis ich.. 705 Bon Gottes throne fließt... 330 Bon Gott will ich nicht.... 666 Vor allen laßt auf Jesum... 654 Vor dir ist alles offenbar... 69 ach' auf, mein herz,... Ma Machet auf, ruft euch ♦-- 15 86 33 So wahr ich lebe! spricht... 418 So weit nur deine sonnen. So wird die woche denn Stärke, die zu dieser zeit,... 542 Stärke, Mittler, stärke sie.. 393 Staub, bei staube ruht ihr.. 546 Sterbend für das heil der... 319 Stilllächelnd, wie ein frommer 835 3 422 Wachet auf! ruft uns die... 552 Wachet auf vom schlaf,.... 328 Wann hat den Gott verlassen, 684 Warum betrübst du dich, 746 ✦ Warum sollt' auch ich nicht.. 520 Warum sollt' ich mich denn.. 745 Warum verschmähen menschen. 563 94 Was bös ist, hasfest du... Was frag' ich nach der welt. 875 Was Gott thut, das ist wohlgeth. 679 Was hilft es mir, ein chrift. 469 Bas ich nur gutes habe,... 723 as ift's, daß ich mich quäle? 689 as keine weisheit in der... 117 Was mein Gott will, gescheh'. 681 Was soll ich ängstlich klagen ,. 510 Was sorgft du ängstlich für.. 888 Uu --> Register. ✦• Pausend jahre sind vor dir. 52 11b Theuer, wie mein.... 766 Zief anbetend, tief im staube. 123 Tief in todesschmerzen..... 891 Treu ist Gott! nehmt's doch. 157 Triumphire, Gottes stadt,... 489 Trostvoll, o mein Heiland, ist. 384 eber aller himmel heere.. 318 Um erbarmen flehen 853 Um gnade für die fünder... 263 Umsonst, umsonst verhüllst. Unerforschlich sey mir immer Unermeßlich, ewig ist Gott. 66 Unsern Gott, den Gott der.. 143 Uns menschen ist der Sohn.. 223 Mate ater unser im himmelreich, 697 Vergangen ist auch. 73 78 12 .. •> ✰✰✰ 674 Register. som Numer Weicht, ihr berge, fallt, ihr. 101 Weicht und quält mich nicht. 751 Weit um mich her ist alles. 834 Welch eine hohe seligkeit.... 498 Welch hohes beispiel gabst. 239 Wem weisheit fehlt, der... 77 Wen wird, o Gott! die... 567 Wenn auch widerivärtigkeiten.- 685 Wenn Christus seine kirche.. 487 Wenn der gedanke mich.... 309 Wenn du des nächsten ehr'.. 767 Wenn du mich rufest, Herr. 898 Wenn einst mein sterbend... 895 Wenn, Gott, die feinde.... 490 Wenn ich am fuße deines... 696 Wenn ich am ziel des lebens. 537 Wenn ich auf Gottes wegen 555 Wenn ich einst von jenem... 16 Wenn ich mit mehr als... 759 Wenn ich nur Gott gefalle,.. 753 Wenn ich, o Gott, von dir.. 861 Wenn ich, o Schöpfer! deine. 81 Wenn jemals zweifel auch in. 868 Wenn meine zeit gekommen.. 532 Wenn menschenhülfe dir.... 668 Wenn menschen streben, dir.. 781 Wenn mich die fünden kränken 253 Wenn, Mittler, meine pilgerzeit 527 Wenn sich, o Gott, mein... 58 Wenn wir unsern lauf vollbracht 131 Wenn wir vor kummer fast.. 692 Wenn zur vollführung..... 570 Wer arm und dürftig ist,... 776 Wer bekehrt, wer gläubig... 507 Wer bei dem namen Gottes.. 715 Wer bin ich? eine große.... 718 Wer bin ich von natur, 720 Wer des lebens güter hat,.. 775 Wer durch den glauben.... 359 Wer fühlt der buße schmerzen, 889 + 3 Rumer Wer gehorcht, der thu's mit. 817 Wer giebt gebeugten, bangen. 358 Wer gläubig ist und demuth. 724 Wer gleicht dir, Gott!... 68 Wer Gottes wege geht,.... 574 Wer Gottes wort nicht hält. 468 Wer hat den glauben, dessen 566 Wer herrscht, wer fürst, wer. 816 Wer höher durch geburt..... 818 Wer in dem schatten Gottes. 676 Wer keine furcht vor menschen 597 Wer leben will, und glücklich, 780 Wer mit lust und eifer . 794 Wer, o mein Gott, aus dir. 506 Wer nur den lieben Gott läßt 672 Wer rief die sonn' und schuf. 55 Wer schwach ist, der vertrau'. 202 Werth ist es ja die tron' am. 881 Wer überwindet, der empfäht. 909 Wer weise werden will, der.. 593 Wer weiß, wie nahe mir... 885 Wer will Gottes auserwählte. 500 Wer zählt der Engel heere,.. 130 Wie begnadigt send ihr.... 501 Wie dank' ich, Jesu, dir für. 557 Wie darf, wer, Vater, dich. 647 Wie edel ist ein herz, das... 760 Wie ein geschwäß des tag's... 21 Wie fürcht' ich mich, mein 719 Wie getroft und heiter,.... 518 Wie gnädig warst du, Gott,. 713 Wie Gott belohnt, belohn',.. 312 Wie Gott mich führet, will.. 680 Wie groß bist du, o Gott!.. 594 Wie groß ist des Allmächt'gen. 87 Wie groß, wie angebetet ist, 361 Wie herrlich ist die neue welt. 914 Wie klein, Erlöser, ist hier.. 478 Wie leicht verirren menschen. 194 Bie leuchtet uns der morgenstern 662 ◆ + ✦✦ Numer 564 Wie liebt uns Gott so väterlich 219 Wie mannichfaltig sind die 735 Wie schön ist Gottes welt... 604 Wie schnell ist doch ein jahr. 56 56 Wie segensvoll sind die gefilde. 826 Wie selig bin ich, wenn.... 591 Wie selig, Herr, ist der. Wie felig ist, wer gläubet,.. 505 Wie sicher lebt der mensch,.. 892 Wie soll ich dich empfangen?. 208 Wie soll ich dich würdig loben, 613 Wie sollt' ich meinen Gott.. 642 Wie treu, mein guter hirte,.. 238 Wie viele freuden werden... 90 Wie wird mir dann, ach!... 539 Wie wohl ist mir, o freund.. 664 Willst du die buße noch,.... 419 Wir danken freudig dir für.. 20 Wir, der erde pilger..... 529 529 Wir erscheinen hier vor dir ,.. 44 Wirf, blöder sinn ,... 213 20 Wir freuen uns, Herr Jesu.. 313 Wir fühlen dich zwar:..... 116 Wir glauben all an Einen... 110 eige dich uns ohne hülle.. Wir gläuben all' an Gott. 111 Wir haben das geset des... 382 Wir kommen, Helfer, dir... 847 847 Wir liegen hier zu deinen... 432 .. 432 Wir menschen sind zu dem,.. 364 Beuch ein zu deinen.... 346 3euch uns nach dir, 321 3u Gott, o seele, schwing' 106 3um berge voller flammen... 910 3ur arbeit, nicht zum müffiggang 740 3weierlei bitt' ich von dir... 747 ♦ ◆◆ Register. →→ 675 Numer Wir schauen, Herr der.... 323 Wir sind in noth; laß uns,.. 850 Wir singen dir, Immanuel.. 226 Wo deine lehrer, Gott, dein. 869 Wo find' ich Gott, den meine. 61 Wohl dem, dem seine..... 499 Wohl dem, der besfre schäße. 744 Wohl dem, der Christo.... 508 Wohl dem, der gottesfürchtig. 576 Wohl dem, der Jesu Christo. 375 Wohl dir, o landmann!.... 819 Wohl euch, ihr gläubigen,.. 504 Wohl uns, wenn wir..... 360 Wohl, wohl dem menschen ,,. 575 Wohlzuthun und mitzutheilen ,. 771 Wo ich auch bin, will ich dem 825 Wo ist die stätte des verstandes? 74 Wo ist ein volk, wo ist ein.. 821 Wort aus Gottes munde,... 385 Wo sind die weisen, die mich. 72 Wo tönt der psalm, der dich. 62 ♦ .. ara 01002 Anhang Stridsin sid, mob * sobitad@ sid mdnu du prudem mod tim. Isi ug muitonims- lismlub - morblinisflock piersicum.nmd and dr slugsnam ad galo dau hin oru misliq noilopmou não gnulmm nedmanidagna( budgmn? 90 naptónmped, onu saigslinded miglicing Mapollo allgemeinen Gesangbuch -alph imüdiger sg budemjs sni der Herzogthümeri dadion sind uomo mad savou ind als nusonin ni pulmo i moldstad d mollcar o ambizid. indian Schleswig und Holstein, og ni 75da8condong non pulmina mag ni ding on memudodat ons borgino mas] mU pod njima? som mi dny 81902 enthaltend totus drastaid 1910 AHO MO abou spinis mon die Evangelien und Episteln, Leidensgeschichte, Gebete, die Augsburgische Confession und Uebersicht 390 019390 minei der Verfasser von den Liedern. Opinidas apsodds biogdun Jain2 dedi old asjal 298. bands( 10 734 2 gimeachw non DO IN DRU Preis ungebunden 7 ß R. M. Di Stereotyp Ausgabe. 070Dopunsthand m2 TS- mid 005019 im Ba 3M508 CON S Gebrudt im Königlichen Zaubftummen Inßitut ju@chleswig AUTOCE Wir, Christian der Siebente c., thun kund hiemit, daß Wir auf geschehenes allerunterthänigstes Ansuchen die Waisenhäufer zu Schleswig, Flensburg und Tundern, die Meldorffische Urmen- Schule und das Schulmeister- Seminarium zu Kiel mit dem Druck und Verlag der dem neuen Schleswig- Holsteinischen Ge sangbuch anzubindenden Sammlung von Evangelien, Episteln und Collecten privilegirt haben. Privilegiren und begnadigen auch ge= dachte fünf Pia Corpora mit dem alleinigen Druck und Verlag der Sammlung von Evangelien, Episteln und Collecten, in eben na denjenigen Formaten, worin das in unsern Herzogthümern Schleswig und Holstein einzuführende neue allgemeine Gesangbuch ge druckt worden und wie es nach wie vor unverboten bleibet, solche Sammlung in andern als den vorgeschriebenen Formaten zu drucken; so wollen und befehlen Wir hiedurch, daß außer obbe: meldeten Piis Corporibus Niemand, wer der auch sei, erwähnte Sammlung in den Formaten des neuen Gesangbuchs, weder in Unsern Königreichen und Herzogthümern noch sonst in Unsern Landen zu drucken und in Unsere Herzogthümer oder zugehörige Lande einzuführen und daselbst feil zu bieten und zu verkaufen befugt, auch ebensowenig Jemanden einige wider Verhoffen auzu druckende Exemplarien einzuführen und Berhalb La feil zu haben und zu verkaufen gestattet beimlich and oder fein, vielmehr etwanige Contravenienten von der Obrigkeit des Orts mit der Confiscation aller Eremplarien zum Besten der Pior. Corporum, und einer außerdem noch an Unsern Fiscum ju entrichtenden willkührlichen Brüche bestraft werden sollen. Wornach sich männiglich allerunterthänigst zu achten. Urkundlich unter Unserm Königl. Handzeichen und vorgedruckten Insiegel. Gegeben auf Unserm Schlosse Fridensburg, den 27. Juni 1787. Christian Rex. md 10. Schack. maandsaut Rathlau. A. G. Carstens. Schüß. T. C. Krück. Privilegium für die Waisenhäuser zu Schleswig, Flensburg und Tundern, die Meldorffische Urmen- Schule und das Schul meister Seminarium zu Kiel auf den alleinigen Verlag der Evangelien, Episteln und Collecten in eben denjenigen Formaten, worin das in den Hergogthümern Schleswig und Holstein einzuführende neue allgemeine Gesangbuch gedruckt worden. i da iberne majorso anno co] enfinds) sut aid squid ad trdot 100 uyuci562 adid mi redro lain su sidrunidbits ( estudiad naive na musia $ 5660 3100 900 mod sit ep@ smids 15040 Wo BAD 16 me sim bipp Bebid ind il ed edd Evangelium am 1. Sonntage des Advents. DEX 300 dau roll semico did th madison MOON 580 231 barsd. conu b) 000 tu Cipt f mun daif 191522 mar Die bisher gewöhnlichen Evangelien und Episteln. der da kommt im Namen des Herrn, Hosianna in der Höhe! Matth. 21, v. 1 bis 9. D a sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zween, und ſprach zu ihnen: hin vor Röm. 13, v. 11 bis 14. ieben Brüder! Weil wir solches daß euch liegt, und bald werdet ihr eine die Stunde da ist, aufzustehen vom Eselin finden angebunden, und ein Schlaf, sintemal unser Heil jetzt näFüllen bei ihr; löset sie auf und her ist, denn da wir's gläubten; die führet sie zu mir. Und so euch je= Nacht ist vergangen, der Tag aber mand etwas wird sagen, so sprecht: herbei kommen: so lasset uns ableder Herr bedarf ihrer; sobald wird gen die Werke der Finsterniß, und er sie euch lassen. Das geschah aber anlegen die Waffen des Lichts. LasAlles, auf daß erfüllet würde, das set uns ehrbarlich wandeln, als am gesagt ist durch den Propheten, der Tage, nicht in Fressen und Saufen, da spricht: Saget der Tochter Bion: nicht in Kammern und Unzucht, Siehe, dein König kömmt zu dir nicht in Hader und Neid; sondern sanftmüthig, und reitet auf einem ziehet an den Herrn Jesum Chriftum, Efel und auf einem Füllen der last- und wartet des Leibes, dod) also, baren Eselin. Die Jünger gingen| daß er nicht geil werde. porde hin, und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und brachten die Efelin und das Füllen, legten ihre Kleider darauf, und setzten ihn darauf. Uber viel Volks breitete die auf den Weg; die Undern hieben 3weige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna, dem Sohne David! gelobet sey, Epistel am 1. Sonntage des Advents. Ev. am 2. Sonnt. des Adv. 000 hols Luc. 21, v. 25 bis 36. Und es werden Zeichen geſchehen nen; und auf Erden wird den Leuten bange seyn, und werden zagen; und das Meer und die Wafferwogen werden brausen; und die Menschen werden verschmachten vor Furcht 1 2 Evangelien und Episteln. und vor Warten der Dinge, die sus Christus sey cin Diener gewesen kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden fie sehen des Menschen Sohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfähet zu geschehen: so sehet auf, und hebet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume, wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihr's an ihnen, und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies Ulles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dies Geschlecht wird ich sage euch: Dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Uber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen, und mit komme der Beschneidung, um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung, die den Vätern geschehen. Daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: darum will ich dich loben unter den Heiden, und deinem Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volk. Und abermal: Lobet den Herrn alle Heiden, und preiſet ihn alle Völker. Und abermal spricht Sefaias: Es wird seyn die Wurzel Jesse, und der auferstehen wird, zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott f aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. ni 1212 Ev. am 3. Sonnt. des Adv. Matth. 11, v. 2 bis 10. aber Johannes GefängGorgen der Nahrung und: oven an die Werte Shriſti hörete, wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, die auf Erden wohnen. So send nun wacker allezeit, und betet, daß ihr würdig werden möget zu entfliehen diesem allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. a tot Ep. am 2. Sonnt. des Adv. sandte er seiner Jünger zween, und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johannes wieder, was ihr se= het und höret: Die Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Aussäßigen werden rein und die Tauben Röm. 15, v. 4 bis 13. hören, die Todten stehen auf und ieben Brüder! was aber zuvor den Armen wird das Evangelium geschrieben ist, das ist uns zur geprediget. Und selig ist, der sich Lehre geschrieben, auf daß wir durch nicht an mir ärgert. Ni d Geduld und Trost der Schrift Hoff- Da die hingingen, fing Jesus an nung haben. Gott aber der Geduld zu reden zu dem Volke von Johanund des Troftes gebe euch, daß ihr nes: Was send ihr hinausgegangen einerlei gesinnt send unter einander in die Wüste zu sehen? Wollt ihr nach Jesu Christo; auf daß ihr ein- ein Rohr sehen, das der Wind hin müthiglich mit einem Munde lobet und her wehet? Oder was send ihr Gott und den Vater unsers Herrn hinausgegangen zu sehen? Wolltet Jefu Chrifti. Darum nehmet euch ihr einen Menschen in weichen Kleiunter einander auf, gleich wie euch dern sehen? Siehe, die da weiche Christus hat aufgenommen zu Got- Kleider tragen, sind in der Könige tes Lobe. Ich sage aber, daß Je Häusern. Oder was send ihr hin Evangelien und Epifteln. 3 ausgegangen zu sehen? Wolltet ihr| Und die gesandt waren, die waren einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ists, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. von den Pharisäern, und fragten ihn, und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch) getreten, den ihr nicht kennet. Der ist's, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dieses geschahe zu Bethabara, jenseits des Jordans, da Johannes taufete. Ep. am 3. Sonnt. des Adv. 1 Cor. 4, v. 1 bis 5. afür halte uns jedermann, nämlich für Christi Diener und ich für Chrifti Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun suchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sic treu erfunden werden. Mir aber ist es ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem richte ich 5591 36 Ep. am 4. Sonnt. des Adv. phil. 4, v. 4 bis 7. mich selbst nicht. Ich bin mir wieben Brüder! Freuet euch in nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget, der Herr ist's aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr komme, welcher auch wird an's Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Her zen offenbaren: alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. Ev. am 4. Sonnt. des Adv. und Joh. 1, v. 19 bis 28. o nd dies ist das Zeugniß Johannis, da die Juden fandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten. wer bist du? und er bekannte und läugnete nicht; und er bekannte: ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich bin es nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Untwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Jesaias gesagt hat. dem Herrn allewege, und abermal sage ich: Freuet euch! Eure Lindigkeit lasset kund seyn allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget nicht, sondern in allen Dingen laffet eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. 13. he Ev. am heil. Christ: Tage. Luc. 2, v. 1 bis 14. s begab sich aber zu der Zeit, gustus ausging, daß alle Welt geschäßzet würde. Und diese Schabung war die allererste, und geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schäßen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land, zur Stadt David, die da heißet Bethlehem; darum, daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, feinem vertrauten 1* Evangelien und Episteln. 4 Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebähren sollte. Und sie gebahr ihren ersten Sohn, und wickelte und immel fuhren, sprachen die da gen ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Heerde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel spruch zu ihnen: Fürchtet euch nicht; siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volke wiederfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewidelt, und in einer Krippe liegend. Und alsobald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobeten Gott und sprachen: Ehre sey Gott in der Höhe und Friede auf Erden, und den Hirten unter einander: Laßt uns nun gehen gen Bethlehem, und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kund gethan hat. Und sie kamen eilend, und fanden beide Mariam und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegend. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es tam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte, und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehreten wieder um, preis feten und lobeten Gott um alles, was sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. 500 601 Ep. am 2. Christ- Tage. Tit. 3, v. 4 bis 7. Menschen ein Wohlgefallen! teit und Leutseligkeit Gottes, a aber erschien die Freundlich01100 Ep. am heil. Christ: Tage. -15: 00 Ind un Tit. 2, v. 11 bis 14. ist erschienen die heilsame GnaEs züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unfers Heilandes Jesu Christi; der sich felbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller UngerechEv. am 2. Christ- Tage. Luc. 2, v. 15 bis 20. tigkeit, und reinigte ihm ſelbſt ein zum fleißig wäre zu guten Werken. astumise minist ste 3h12 unsers Heilandes, nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er und selig, durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen no Bod über uns reichlich durch Jesum Christum, unsern eiland, auf daß wir durch desselben Gnade gerecht und Erben seyn des ewigen Lebens, nad) der Hoffnung. Fallend 89 naloge nis ud i thin as Ev. am Sonnt. nach dem Sheil. Christ- Tage. tail amateuc. 2, v. 33 bis 40. jouabe und fein Vater und Mutter wun sich das von ihm geredet ward. Und Simeon ſegnete man sie, und sprach zu Maria, ſeiner Evangelien und Episteln. 5 Upp Mutter: Siehe, dieser wird gesetzt| nes in eure Herzen, der schreiet: zu einem Fall und Auferstehen vie- 2bba, lieber Vater! Also ist nun ler in Israel, und zu einem Zeichen, hie kein Knecht mehr, sondern eitel dem widersprochen wird,( und es Kinder. ( und es Kinder. Sind's aber Kinder, so wird ein Schwert durch deine Seele find's auch Erben Gottes durch Chridringen), auf daß vieler Herzen Ge- ftum. est danken offenbar werden. Und es des druho war eine Prophetin, Hanna, eine Ev. am Neujahrs- Tage. Tochter Phanuel, vom Geschlecht Affer, die war wohl betaget, und ud hatte gelebt sieben Jahr mit ihrem Luc. 2, v. 21. Und da acht Tage um waren, daß ihrer das ( Sid Ep. am Sonnt. nach dem heil. Christ- Tage. do Gal. 4, v. 1 bis 7. C ieben Brüder! ich sage aber: so lange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Sagungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe, und unter das Geſet gethan, auf daß er die, so unter DON ward sein Name genennet Jesus, welcher genennet war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. 91000 und war nun eine Wittwe bei vier und achtzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, dienete Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbe trat auch hinzu zu derselbigen Stunde, und preisete den Herrn und redete von ihm zu Ul- d len, die auf die Erlösung zu Jeru- a Gal. 3, v. 23 bis 29. falem warteten. Und da sie es Ul- he denn aber der Glaube kam, les vollendet hatten nach dem GeEp. am Neujahrs- Tage. seg des Herrn, kehrten sie wieder nach Galiläa zu ihrer Stadt Nazareth. Uber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei - ihm. nadst sat 30% verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte offenbaret werden. Also ist das Geset unser 3uchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Buchtmeister. Denn ihr seyd alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wie viel euer getauft sind, die haben Christum angezogen. Sie ist kein Jude noch Grieche, hie ist kein Knecht noch Freier, hie ist kein Mann noch Weib, denn ihr feyd allzumal Einer in Christo Jesu. Seyd ihr aber Christi, so seyd ihr ja Ubrahams Saamen, und nach der Verheißung Erben. Sodor Ev. am Sonnt. nach dem neuen Jahr. Matth. 2, v. 13 bis 23. a fie aber hinweg gezogen was ren, EnTid daß wir die Kindschaft empfingen. gel des Herrn dem Joseph im Traum, Weil ihr denn Kinder send, hat und sprach: Stehe auf, und nimm Gott gefandt den Geift seines Soh- das Kindlein und seine Mutter zu. 6 Evangelien und Episteln. E dir, und fleuch in Egyptenland, und| Ep. am Sonnt. uach dem e bleib' allda bis ich's dir sage; denn neuen Jahr. manis ug es ist vorhanden, daß Herodes das umzubrinKinolein gen. Und er ſtund auf und nahm euch begegnet, nicht befrem1 Petr. 4, v. 12 bis 19. hr euch die Hine, fo das Kindlein und seine Mutter zu sich, bei der Nacht, und entwich in Egyptenland, und blieb allda, bis nach dem Tode Herodes, auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. Da Herodes nun fahe, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig, und fchickte aus, und ließ alle Kinder zu Bethlehem tödten, und an ihren ganzen Gränzen, die da zweijährig und darunter waren, nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernt hatte. Da ist erfüllet, das gesagt ist von dem Propheten Jeremia, der da spricht: Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei gehöret, viel Klagens, Weinens und Heulens. Rahel beweinte ihre Kinder, und wollte sich nicht trösten lassen; denn es war aus mit ihnen. Da aber Herodes gestorben war, siehe, da er schien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum in Egyptenland, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und zeuch hin in das Land Israel; fie sind gestorben, die dem Kinde nach dem Leben stunden. Und er stund auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich, und kam in das Land Israel. Da er aber hörete, daß Archelaus im jüdischen Lande König war, anstatt seines Vaden,( die euch widerfährt, daß ihr versuchet werdet) als widerführe euch etwas Seltsames; sondern freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zur Zeit der Offenba= rung seiner Herrlichkeit Freude und Bonne haben möget. möget. Selig send ihr, wenn ihr geschmähet werdet über dem Namen Christi, denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruhet auf euch. Bei ihnen ist er verlästert, aber bei euch ist er gepreiset. Niemand aber unter euch leide als ein Mörder, oder Dieb, oder Uebelthäter, oder der in ein fremd Umt greifet. Leidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht; er ehre aber Gott in solchem Fall. Denn es ist Zeit, daß anfahe das Gericht an dem Hause Gottes. So aber zuerst an uns, was wills für ein Ende werden mit denen, die dem Evangelio Gottes nicht gläuben? Und so der Gerechte kaum erhalten wird, wo will der Gottlose und Sünder erscheinen? Darum, welche da leiden nach Gottes Willen, die sollen ihm ihre Seelen befehlen, als dem treuen Schöpfer, in guten Werken. d. mit Ev. am 1. Sonnt. nach der Erschein. Christi. Luc. 2, v. 41 bis 52. ters perodes, fürchtete er sich, das und ſeine Eltern gingen alle Jahr hin im Traume empfing er Befehl von Gott, und zog in die Derter des Galiläischen Landes; und kam und wohnete in der Stadt, die da heißet Nazareth, auf daß erfüllet würde, das da gesagt ist durch die Propheten: Er foll Nazarenus heißen. din misd gen fest. Und da er zwölf Jahr alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußtens nicht. Sie od meinten aber, er wäre unter den Evangelien und Episteln. 7 Gefährten und kamen eine Tage-| ein jeglicher, nach dem Gott ausge= reise, und suchten ihn unter den Gefreundeten und Bekannten. Und da sie ihn nicht funden, gingen sie wieder nach Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich nach dreien Tagen, funden sie ihn im Tempel sigen mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörte und sie fragte. Und alle, die ihm zuhöreten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entfagten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, pi dein Vater und ich haben dich mit theilet hat das Maaß des Glaubens. Denn gleicher Weise, als wir in einem Leibe viele Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben: also sind wir viele Ein Leib in Christo, aber unter einander ist einer des andern Glied, und haben mancherlei Gaben, nach der Gnade, die uns gegeben ist. Soh. 2, v. 1 bis 11. Schmerzen geſucht. Und er ſprach und nd am dritten Tage ward eine zu ist's, daß mich Hochzeit zu Cana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. Jefus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesett, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen je in einen zwei oder drei Maaß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie fülleten sie bis oben an. Und er sprach zu ihnen: Schöpfet nun, und bringet's dem Speisemeiſter, und sie brachten's. Is aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam,( die Diener aber wußten's, die das Wasser geschöpfet hatten) rufet der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann giebt zum er= sten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringern; du haft den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Sesus that, geschehen zu Sana in Galiläa, und offenbarete gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich seyn muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstunden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Ulter und Gnade bei Gott und den Menschen. ori sunt Ep. am 1. Sonnt. nach der Erschein. Christi. $ 16 356 Ev. am 2. Sonnt. nach der Erschein. Christi. dat un Röm. 12, v. 1 bis 6. non ch ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmherzigkeit Got durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sen, welches sen euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Verneuerung cures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sey der gute, der wohlgefällige, und der voll kommene Gottes Wille. Denn ich lage, durch die Gnade, die mir ge= geben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von ihm halte, denn sich's gebühret zu halten, sondern daß er von sich mäßiglich halte, 8 Evangelien und Episteln. seine Herrlichkeit. Und seine Jün-| sondern gehe hin, unb zerge dich h ger gläubeten an ihn. ihn. nd allodi dem Priester, und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat, zu einem n Zeugniß über sie. Da aber Jesus einging zu Capernaum, trat ein Johauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause, und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Kind gesund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte, noch wenn ich sage zu einem: Gehe hin, so gehet er; und zum andern: Komm her: so kommt cr; und zu meinem Knechte: Thue das, so thut er's. Da das Jesus hörete, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgeten: Wahrlich, ich sage euch: Solchen Glauben habe ich in s rael nicht funden. Aber ich sage euch: viele werden kommen vom morgen und vom Abend, und mit Abraham, Isaac und Jacob im Himmelreich sitzen. Aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird feyn Heulen und Zähnklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du gegläubet hast. Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. 2 Ep. am 2. Sonnt. nach der pop Erschein. Christi. $ Röm. 12, v. 7 bis 16. at jemand Weissagung, so sey sie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Umt, so warte er des Amts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet jemand, so warte er des Ermahnens. Giebt jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret jemand, so sey er sorgfältig. Uebet jemand Barmherzigkeit, so thue er es mit Luft. Die Liebe sey nicht falsch. Hasset das Urge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sey herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seyd nicht träge, was ihr thun sollt. Send brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Send fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübfal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Nothdurft an; herberget gerne. Seg= Segnet, die euch verfolgen, segnet, und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen und weinet mit den Weinenden; habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. on wa 121000 Ev. am 3. Sonnt. nach der Erschein. Christi. Matth. 8, v. 1 bis 13. D a aber Jesus vom Berge herabging, folgte ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Ausfähiger kam Röm. 12, v. 17 bis 21. betete ihn sprach: Herr, ieben Brüder! nicht ſo du willst, kannſt du mich wohl selbst für flug. Bergeltet Niereinigen; und Jesus streckte seine mand Böses mit Bösem. Fleißiget Hand aus, rührete ihn an und euch der Ehrbarkeit gegen Jedersprach: Ich will's thun, sey gerei- mann. Ist es möglich, so viel an niget. Und alsobald war er von sei- euch ist, so habt mit allen Mennem Aussa rein. Und Jesus sprach schen Frieden. Rächet euch selber zu ihm: Siehe zu, sage es Niemand, nicht, meine Liebsten, sondern gebet Ep. am 3. Sonnt. nach der Erschein. Chriſti. Evangelien und Episteln) 9 Raum dem 3orn; denn es stehet| Böses. So ist nun die Liebe des geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, ſo speise ihn: dürftet ihn, so tränke ihn; wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt ſammeln. Laß dich nicht das Böſend Jeſus legte ihnen ein ander überwinden, Matth. 13, v. 24 bis 30. 3000 das Böse mit Gutem. op o Matth. 8, v. 23 bis 27.stand Gleichniß vor, Das Himmelreich ist gleich einem Mcnschen, der guten Saamen auf seinen Acker säete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind und fäete UnEraut zwischen den Waizen, und ging davon. davon. Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch nd Jesus trat in das Schiff, und das Unkraut. Da traten die Knechte und seine Jünger folgten ihm. Und zu dem Hausvater, und sprachen: siehe, da erhob sich ein groß unge- Herr, hast du nicht guten Saamen ftüm im Meer, also, daß auch das auf deinen Acker gesäet? Woher hat Schifflein mit Wellen bedecket ward, er denn das Unkraut? Er sprach zu und er schlief. Und seine Jünger ihnen: das hat der Feind gethan. traten zu ihm, und weckten ihn auf, Da sprachen die Knechte: Willst du und sprachen: Herr, hilf uns, wir denn, daß wir hingehen und es ausverderben. Da sprach er zu ihnen: aäten? Er sprach: Nein! auf daß Ihr Kleingläubigen, warum seynd ihr ſo furchtsam? und stand auf, und be- ihr nicht zugleich den Waizen mit ausraufet, so das Unkraut ausdräuete den Wind und das Meer; gätet. Laffet beides mit einander da ward es ganz stille. Die Men= wachsen, bis zu der Erndte, und um schen aber verwunderten sich, und die Erndtezeit will ich zu den Schnitsprachen: Was ist das für ein tern sagen: Sammlet zuvor das UnMann, daß ihm Wind und Meerkraut, und bindet es in Bündlein, gehorsam ist? daß man es verbrenne; aber den Waizen sammlet mir in meine Scheuren. 8791 Ev. am 4. Sonnt. nach der Erschein. Christi. asciist mapiliad Ep. am 4. Sonnt, nach der Erschein. Christi. Röm. 13, v. 8 bis 10. L ieben Brüder! seyd Niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet; denn, wer den andern der Gefet erfüllet. Denn das gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht tödten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch 3eugniß geben; dich soll nichts gelüften; und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfaffet: Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Gesetzes Erfüllung. 12 52 immen oust astused him adr Ev. am 5. Sonnt. nach der bibi Erschein. Christi. 1902 315130/611961, dador. Ep. am 5. Sonnt. nach der Erschein. Christi. Smit Col. 3, v. 12 bis 17. Podcas ieben Brüder! ſo ziehet nun an, als Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth, Geduld, und vertrage einer den andern, und vergebet euch unter einander, so jemand Klage hat wider den andern; gleichwie Chriftus euch vergeben hat, also auch ihr. Ueber alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkom 10 Evangelien und Episteln. natispate Bicy menheit. Und der Friede Gottes re- schen Sohn von den Todten aufergiere in curen Herzen, zu welchem standen ist. sesi 831 bibe ihr auch berufen send in Einem Leibe, und send dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen, in aller Weisheit, lehret und vermahnet euch selbst mit Pfalmen und Lobgesängen, und geistlichen und lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und alles was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. 304 on Ev. am 6. Sonnt. nach der Erschein. Christi. 115 tod Matth. 17, v. 1 bis 9. Ep. am 6. Sonnt. nach der Erschein. Christi. Ting) 11 nd nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrus und Jacobus und Johannes, seinen Bruder, und führete sie beiseits, auf einen hohen Berg, und ward verkläret vor ihnen; und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß, als ein Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Mofes und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete und sprach zu Jesu: Herr, hie ist gut senn; willst du, so wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, Moses eine, und Elias eine. Da er noch also redete, siehe, da überschattete fie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprad): Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe, follt ihr hören. Da das die Jünger höreten, fielen sie auf ihr Ungesicht und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührete sie an, und sprach: Stehet auf, und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen aufhuben, sahen sie niemand, denn Jesum alleine. Und da sie vom Berge herab gingen, gebot ihnen Jesus, und sprach: Ihr sollt dies Gesicht niemand sagen, bis des Men 2 Petr. 1, v. 16 bis 21. ieben Brüder! wir haben nichtwir euch kund gethan haben die Kraft und Zukunft unsers Herrn Jesu Christi, sondern wir haben seine Herrlichkeit selbst gesehen, da er empfing von Gott dem Vater Ehre und Preis, durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herrlichkeit dermaßen: Dies ist mein lieuber Sohn, an dem ich Wohlgefalten habe. Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes prophetisches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet, als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunkeln Orte, bis der Tag an= breche, und der Morgenstern aufgehe in eurem Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschieht aus eigener Auslegung. Denn es ist noch nie keine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht, sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem heiligen Geist. Ev. am Sonnt. Septuagesimä. dnpion Matth. 20, v. 1 bis 16. D as Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu miethen in ſeinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Taglohn, fandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde, und sahe andere an dem Markt müßig stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch ge= Evangelien und Episteln. 11 ben, was recht ist. Und sie gingen| also, daß ihr es ergreifet. Ein jeghin. Ubermals ging er aus um die fechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die eilfte Stunde aber ging er aus, und fand andere müßig stehen, und sprach zu ihnen: was stehet ihr hie den ganzen Tag mäßig? Sie sprachen zu ihm: es hat uns niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht seyn wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinberges zu seinem Schaffner: rufe die Arbeiter und gieb ihnen den Lohn, und hebe an von dem letzten bis zu dem ersten. Da kamen, die um die eilfte Stunde gedinget wa= ren, und empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die Ersten tamen, meinten sie, sie würden mehr empfahen, und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murreten sie wider den Hausvater und sprachen: Diese letzten haben nur Eine Stunde gearbeitet und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hiße getragen haben. Er antwortete aber, und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht. Bist du nicht mit mir eins worden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesen Legten geben, gleich wie dir. Oder habe ich nicht Macht zu thun, was ich will, mit dem Meinigen? Siehest du darum Scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Legten die Ersten, und die Ersten die Letzten seyn. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. licher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges; jene also, daß fie eine vergängliche Krone empfahen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als auf's Ungewisse, ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet, sondern ich betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht den Andern predige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder! nicht verhalten, daß unsere Väter sind alle unter der Wolke gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle unter Moses getauft mit der Wolke. und mit dem Meer, und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen, und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken; sie tranEen aber von dem geistlichen Fels, der mit folgte, welcher war Christus. Uber an ihrer vielen hatte Gott keinen Wohlgefallen, denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. shiulains 30 dig? S Ep. am Sonnt. Septuagesimä. 1 Cor. 9, v. 24 bis 27, 10, v. 1 bis 5. ieben Brüder! wisset ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber Einer erlanget das Kleinod. Laufet nun Ev. am Sonnt. Seragesimä. Luc. S, v. 4 bis 15. Dª a nun viel Volks bei einander war, und aus den Städten zu ihm eilete, sprach er durch ein Gleichniß: Es ging ein Säemann aus, zu säen seinen Saamen; und indem er fäete, fiel etliches an den Weg und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen es auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufging, verdorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen gingen mit auf und erstickten es. Und etliches fiel auf ein gut Land, und es ging auf und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre! Es fragten ihn aber seine Jünger, und sprachen: Was dieses Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ist's gegeben, zu wisfen das Geheimniß des Reiches Got 12 Evangelien und Episteln. tes, den andern aber in Gleichnis| Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht fen, daß sie es nicht sehen, ob sie habe ich zugebracht in der Tiefe des es schon sehen, und nicht verstehen, Meeres. Ich habe oft gereiset, ich ob sie es schon hören. Das ist aber bin in Fährlichkeit gewesen zu Wasdies Gleichniß: der Saame ist das ser, in Fährlichkeit unter den MörWort Gottes. Die aber an dem dern, in Fährlichkeit unter den JuWege sind, das sind die es hören; den, in Fährlichkeit unter den Heidarnach kommt der Teufel, und den, in Fährlichkeit in den Städten, nimmt das Wort von ihrem Her- in Fährlichkeit in der Wüste, in Fährzen ,, auf daß sie nicht glauben und lichkeit auf dem Meere, in Fährselig werden. Die aber auf dem lichkeit unter den falschen Brüdern; Fels sind die, wenn sie es hören, in Mühe und Arbeit, in viel Wa= nehmen sie das Wort mit Freuden chen, in Hunger und Durst, in viel an, und die haben nicht Wurzel; Fasten, in Frost und Blöße, ohne eine Zeitlang glauben sie, und zu was sich sonsten zuträgt, nämlich: der Zeit der Unfechtung fallen sie ab. daß ich täglich werde angelaufen, Das aber unter die Dornen fiel, sind und trage Sorge für alle Gemeidie, so es hören, und gehen hin, un- nen. Wer ist schwach, und ich werter den Sorgen, Reichthum und Wol- de nicht schwach? Wer wird geärlust dieses Lebens, und ersticken und gert, und ich brenne nicht? So ich bringen keine Frucht. Das aber auf mich je rühmen soll, will ich mich dem guten Lande, sind, die das Wort meiner Schwachheit rühmen; Gott hören und behalten in einem feinen und der Vater unsers Herrn Jesu guten Herzen, und bringen Frucht Christi, welcher sey gelobet in Ewigin Geduld. keit, weiß, daß ich nicht lüge. Zu Damascus, der Landpfleger des Königs Areta verwahrete die Stadt der Damascer, und wollte mich greifen, und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nüße; doch will ich kommen auf die Gesichte und Of fenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo, vor vierzehn Jahren,( ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ich's nicht; oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich's auch nicht; Gott weiß es;) derselbige ward entzückt bis in den dritten Himmel. Ind ich kenne denselbigen Menschen,( ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht: Gott weiß es.) Er ward entzückt in das Paradies, und hörcte unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen; von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheit. Und Ep. am Sonnt. Seragesimä. 2 Cor. 11, v. 19 bis Cap. 12, v. 9. Shr hr vertraget gerne die Narren, dieweil ihr klug seyd; ihr vertraget, so euch jemand zu Knechten macht, so cuch jemand schindet, so euch jemand nimmt, so euch jemand troget, so euch jemand ins Angesicht streichet. Das sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach worden. Worauf nun jemand kühn ist ( ich rede in Thorheit) darauf bin ich kühn. Sie sind Ebräer, ich auch. Sie sind Israeliten, ich auch. Sie sind Abrahams Saamen, ich auch. Sie sind Diener Christi,( ich rede thörlich,) ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Todesnöthen gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche weniger cins. Ich bin dreimal gestäupet, einmal gesteiniget, dreimal habe ich Evangelien und Episteln. 13 so ich mich rühmen wollte, thäte ich| Sohn Davids, erbarme dich mein! darum nicht thörlich; denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht Jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl in's Fleisch, näm-. lich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe: dafür ich dreimal dem Herrn geflehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in dem Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. Jesus aber stund stille, und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihm brachten, fragte er ihn und sprach: Was willst du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich schen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sey sehend! dein Glaube hat dir geholfen. Und alsobald ward er sehend, und folgete ihm nach, und preisete Gott. Und alles Volk, das solches sahe, lobete Gott. date and do Fad Ev. am Sonnt. Quinquagesimä oder Estomihi. Luc. 18, v. 31 bis 43. Fr r nahm aber zu sich die 3wölfe, und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden; und er wird verspottet und geschmähet und verspeiet werden; und sie werden ihn geißeln und tödten; und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was das gesaget war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege und bettelte. Da er aber hörete das Volk, das durchhin ging, forschete er, was das wäre. Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Die aber vorne an gingen, bedräueten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie vielmehr: du Ep. am Sonnt. Quinquagesimá oder Estomihi. 1 Cor. 13, v. 1 bis 13. Lieben Brüder! wenn ich mit Menschen und mit Engel 3ungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz, oder eine Elingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte, und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntniß, und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Urmen gäbe und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir's nicht nüße. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibet nicht Muthwillen, sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungeberdig, sie suchet nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, fie trachtet nicht nach Schaden; sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit, sie verträget alles, sie gläubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und die Sprachen aufhören werden, und das Erkenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unfer Weifsagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhö 14 Evangelien und Episteln. 16 ren. Da ich ein Kind war, da redete| niederfällst und mich anbetest. ich wie ein Kind, und war klug wie ein Kind, und hatte kindische Unschläge. Da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort, dann aber von Ungesicht zu Ungesicht. Jegt erkenne ich's stuckweise, dann aber werde ich's erkennen, gleichwie ich erkannt bin. Nun aber bleibet Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. Ev. am 1. Sonnt. in der Fasten, Invocavit. Matth. 4, v. 1 bis 11. O a ward Jesus vom Geift in die Wüste geführt, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brod werden. Und er antwortete, und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht vom Brod allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Da führete ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellete ihn auf die Sinne des Tempels, und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an ei= nen Stein stoßest. Da sprach Jefus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott deinen Herrn nicht versuchen. Wiederum führete ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigete ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit, und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, so du Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es stehet geschrieben: Du sollst anbeten Gott deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel, und siehe, da traten die Engel zu ihm, und dieneten ihm. Ep. am 1. Sonnt. in der Fasten, Invocavit. o 2 Cor. 6, v. 1 bis 10. ieben Brüder! wir ermahnen aber Lieb euch, als mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfahet. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jegt ist die ange= nehme 3eit, jetzt ist der Tag des Heils. Lasset uns aber niemand irgend ein Wergerniß geben, auf daß unser Umt nicht verlästert werde, sondern in allen Dingen lasset uns beweisen als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübfalen, in Nöthen, in engsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Worte der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken; durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte; als die Verführer, und doch wahrhaftig, als die Unbekannten und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertödtet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Urmen, aber die doch viele reich machen; als die nichts inne haben, und doch alles haben. Fasidi Evangelien und Episteln. Ev. am 2. Sonnt. in der Fasten, Reminiſcere. Matth. 15, v. 21 bis 28. 15 wie die Heiden, die von Gott nichts dwissen, und daß niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist nd und entwich in die Gegend Tyrus und Sidon. Und siehe, ein cananäisches Weib ging aus derselbigen Gränze, und schrie ihm nach, und sprach: Uch Herr, du Sohn Davids, erbarme dich mein; meine Tochter wird vom Teufel übel geplagt! Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine baten ihn, und sprachen: Laß ſie doch von dir, denn ſie ſchreiet S uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gefandt, denn nur zu den verlornen Schafen von dem Hause Israel. Sie aber kam, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brod nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr; aber doch effen die Hündlein von den Brosamlein, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib! dein Glaube ist groß; dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. Lauspol o an Ep. am 2. Sonnt, in der Job Faften, Reminiscere. mdon med sit SUA 1 Thess. 4, v. 1 bis 7. na Lieben ieben Brüder! wir bitten euch und ermahnen in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollet wandeln und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Hei ligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein Jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Luftfeuche, zuvor gesaget und bezeuget haben. Rächer über das wie wir Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. isi is dat die be Go. am 3. Sonnt. in der Fasten, Oculi. Luc. 11, v. 14 bis 28. au 2esus trieb einen Teufel aus, der Jefus war stumm; und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibet den Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehreten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jegliches Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andere. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr saget: ich treibe die Teufel aus durch Be= elzebub. So ich aber die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben fie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter seyn. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewapneter seinen Pallast bewahret, so bleibet das Seine mit Frieden. Wenn aber ein StärEerer über ihn kommt, und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammlet, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geift von dem Menschen ausfähret, so durchwandert er dürre Evangelien und Episteln. 16 Stätten, suchet Ruhe, und findet ihrer nicht, so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wenn er kommt, ſo findet er's mit Besemen gekehret und geschmücket. Dann geht er hin, und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind, denn er selbst, und wenn sie hinein kommen, wohnen sie da; und wird hernach mit demselben Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Weib im Volk die Stimme, und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast. Er aber sprach: Sa, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren! SND tigkeit, und Gerechtigkeit und Wahrheit. Ep. am 3. Sonnt. in der note Faften, Oculi. Ev. am 4. Sonnt. in der Fasten, Latare. u Joh. 6, v. 1 bis 15. arnach fuhr Jesus weg über Eph. 5, v. 1 bis 9. me Lieben Brüder! so fend nun Gotz das Meer an der Stadt Tiberias in Galiläa. Und es zog ihm viel Volks nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg, und sagte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es wat aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hub Jesus seine Augen auf und siehet, daß viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippus: wo kaufen wir Brod, daß diese effen?( Das fagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte.) Philippus antwortete ihm: 3wei hundert Pfenninge werth Brods ist nicht genug unter fie, daß ein jeg= tes Nachfolger, als die lieben licher ein wenig nehme. Spricht zu Kinder, und wandelt in der Liebe, ihm einer seiner Jünger, Andreas, gleichwie Christus hat uns geliebet der Bruder Simonis Petri: Es ist und sich selbst dargegeben für uns ein Knabe hier, der hat fünf Gerzur Gabe und Opfer, Gott zu eie sten- Brode, und zween Fische; aber nem süßen Geruch. Hurerei aber was ist das unter so viele? Jesus und alle Unreinigkeit, oder Geiz, aber sprach: Schaffet, daß sich das lasset nicht von euch gesagt werden, Volk lagere. Es war aber viel wie den Heiligen zustehet; auch Gras an dem Ort ,, da lagerten sich schandbare Worte und Narrenthei- bei fünf tausend Mann. Jesus aber dinge oder Scherz, welche euch nicht nahm die Brode, dankete, und gab ziemen, sondern vielmehr Danksa- sie den Jüngern, die Jünger aber gung. Denn dass sollt ihr wissen, denen, die sich gelagert hatten; desdaß kein Hurer, oder Unreiner, oder selbigen gleichen auch von den Fi Geiziger,( welcher ist ein Gögendie- schen, wie viel er wollte. Da sie ner) Erbe hat an dem Reiche Chri- aber satt waren, sprach er zu seinen sti und Gottes. Lasset euch niemand Jüngern: Sammlet die übrigen verführen mit vergeblichen Worten; Brocken, daß nichts umkomme. Da denn um dieser willen kommt der sammleten sie, und fülleten zwölf Born Gottes über die Kinder des Körbe mit Brocken von den fünf Unglaubens. Darum seyd nicht ihre Gersten- Broden, die überblieben deMitgenossen. Denn ihr waret wei- nen, die gespeiset wurden. Da nun land Finsterniß, nun aber send ihr die Menschen das Zeichen sahen, das ein Licht in dem Herrn. Wandelt Jesus that, sprachen sie: Das ist wie die Kinder des Lichts. Die wahrlich der Prophet, der in die Frucht des Geistes ist allerlei Gül- Welt kommen soll. Da Jeſus nun Evangelien und Episteln. merkte, daß sie kommen würden, und ihn haschen, daß sie ihn zum Könism ge machten, entwich er abermal auf Joh. 8, v. 46 bis 59. den Berg, er selbst allein. wisdopin esus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich ei ner Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort: darum höret ihr es nicht, denn ihr seyd nicht von Gott. Da antworteten die Juden, und sprachen zu ihm: geschrieben, daß Abraham zween Söh- Sagen wir nicht recht, daß du ein ne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren, der aber von der Freien, ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas. Denn das sind die zwei Testamente, eins von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist die Ugar. Denn Ugar heißet in Urabia der Berg Sinai, und langet bis gen Serusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie, die ist unser aller Mutter. Denn es stehet geschrieben: Sen fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierest, und brich hervor, und rufe, die du nicht schwanger bist, denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber, lieben Brüder, sind Isaacs, nach der Verheißung, Kinder. Uber gleichwie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgte den, der nach dem Geiste geboren war; also gehet es jetzt auch. Aber was spricht die Schrift: Stoße die Magd hinaus, mit ihrem Sohn, denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Schn der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder! nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. x1000) Samariter bist, und haft den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel haft. Abraham ist ge= storben und die Propheten, und du sprichst: so jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist? und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, von welchem ihr sprechet: er sey euer Gott und kennet ihn nicht. Ich aber kenne ihn, und so ich würde fagen: ich kenne sein nicht, so würde ich ein Lügner, gleich wie ihr seyd. Uber ich kenne ihn, und halte ſein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sahe ihn, und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht funfzig Jahr alt, und hast Ubraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich. Da hoben ffe Steine auf, daß 2 Ep. am 4. Sonnt. in der Fasten, Lätare. Gal. 4, v. 21 bis 31. 17 Ev. am 5. Sount. in der Fasten, Judica. Fasten, Judica. bi pred 13NOT agt m die ihr unter dem Gesege sein wollt, habt ihr das Geset nicht gehört? Denn es steht atro bid- rol $ 80% mi listke nist ad spod of stb/ cut nomic mi bine in 18 Evangelien und Episteln. sie auf ihn würfen. Uber Jesus ver-| ein Mensch erfunden. Er erniedrigte barg fich, und ging zum Tempel sich selbst, und ward gehorsam bis hinaus, mitten durch sie hinstrei- zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. chend. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jefu sich beugen sollen alle Kniee, derer die im Himmel und auf Erden, und unter der Erden sind, und alle 3ungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sey, zur Ehre Gottes, des Vaters. €$ 130dap Jebin abo Omadun Ep. am 5. Sonnt. in der Faften. mato Ebr. 9, v. 11 bis 15. d hristus aber ist kommen, daß er sen ein Hoherpriester der zukünftigen Güter, durch eine größere und vollkommnere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist. Auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn ſo der Ochſen und der Bocke Nor dem Feſt aber der Ostern, erkennete, daß seine Blut, und die von der Kuh geſprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit, wie vielmehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den todten Werken, zu dienen dem Lebendigen Gott! Und darum ift er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. Ev. am grünen Donnerstage. Joh. 13, v. 1 bis 15. Ev. am Sonnt. Palmarum. Matth. 21, v. 1 bis 11. ( S. am ersten Sonnt. des Udvents.) 3183193 Beit kommen war, daß er aus diefer Welt ginge zum Vater; wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebete er sie bis an's Ende. Und nach dem Abendessen( da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Ischarioth in's Herz gegeben, daß er ihn verriethe) wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte Ulles in seine Hande gegeben, und daß er von Gott kommen war, und zu Gott ging, stund er vom Abendmahl auf, legte feine Kleider ab, und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hub an den Jüngern die Füße zu waschen. und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zit Simon zu Petro, und derselbe sprach zu ihm: Herr, solltest du mir die Füße waschen? Jesus antwortete und in jeglicher sey gesinnet, wie Je- sprach zu ihm: Was ich thue, das sus Christus auch war. Wel weißest du jest nicht: Du wirst's cher, ob er wohl in göttlicher Geaber hernach erfahren. Da sprach ftalt war, hielt er es nicht für einen Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst Raub, Gott gleich seyn, sondern äudu mir die Füße waschen. Jesus Berte sich selbst, und nahm Knechts- antwortete ihm: Werde ich dich gestalt an, ward gleich wie ein annicht waschen, so hast du kein Theil derer Mensch, und an Geberden als mit mir. Spricht zu ihm Simon Ep. am Sonnt. Palmarum. dund Phil. 2, v. 5 bis 11.1987 Evangelien und Episteln. 19 Petrus: Herr, nicht die Füße| Leibe und Blute des Herrn. Der allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein: Und ihr seyd rein; aber nicht Ulle. Denn er wußte seinen Verråther wohl, dar um sprach er: Ihr seyd nicht Alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Klei: der, und setzte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißet mich Meister, und Herr, und saget recht daran; denn ich bin's auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollet ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. 0 Mensch prüfe aber sich selbst, und also esse er von diesem Brod und trinke von diesem Kelch; denn welcher unwürdig isfet und trinket, der isset und trinket ihm selber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Dars um sind auch so viele Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Theil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht sammt der Welt verdammt werden. 6 10050 Disne Ep. am grünen Donnerstage. I Cor. 11, v. 23 bis 32. habe es empfangen, das ich euch gegeben habe: Denn der Herr Jesus in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete und brach es, und sprach: Nehmet, effet, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigengleichen auch den Kelch, nach dem Abendmahl, und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blute; solches thut, so oft ihr es trinket, zu meinem Gedächtniß. Denn so oft ihr von diesem Brode effet, und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brod iffet, oder von dem Kelch des Herrn trinket, der ist schuldig an dem G Am Charfreitage albin wird statt eines Evangeliums ein 300F Abschnitt aus der Leidensgeschichte Jesu verlesen und als Predigttert gebraucht. Ep. am heiligen Charfreitage. 158 pds Jesaias 53. Aber ber wer glaubet unserer Predigt? Und wem wird der Urm des Herrn offenbaret? Denn er schießt auf vor ihm wie ein Reis, und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt noch Schöne; wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Ullerverachtetste und Unwertheste, voller Schmerzen und Krankheit; er war so verachtet, daß man das Ungesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn nichts geachtet. Für2* Evangelien und Episteln. 20 wahr, er trug unsere Krankheit, und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplaget, und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missethat willen verwundet, und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Friede håtten, und durch seine Wunden sind wir geheilet. Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sahe auf seinen Weg; aber der Herr warf unser aller Sünde auf ihn. Da er gestraft und gemartert ward, that er seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführet wird, und wie ein Schaf, das verstummet vor feinem Scherer, und seinen Mund nicht aufthut. Er ist aber aus der Ungst und Gerichte genommen; wer will seines Lebens Långe ausreden? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er um die Missethat meines Volkes geplaget war. Und er ist begraben wie die Gottlosen, und gestorben wie ein Reicher; wiewohl er niemand Unrecht gethan hat, noch Betrug in seinem Munde gewesen ist. Uber der Herr wollte ihn also zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuld- Opfer gegeben hat, so wird er Samen haben, und in die Lange leben; und des Herrn Vornehmen wird durch feine Hand fortgehen. Darum, daß seine Seele gearbeitet hat, wird er seine Lust sehen, und die Fülle haben; und durch sein Erkenntniß wird er, mein Knecht, der Gerechte, viel gerecht machen; denn er tråget ihre Sünden. Darum will ich ihm große Menge zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben; darum daß er sein Leben in den Tod gegeben hat, und den Uebelthätern gleich gerechnet ist, und er vieler Sünde getragen hat, und für die Uebelthäter gebeten. Ev. am heil. Ostertage. Marc. 16, v. 1 bis 8. Und da der Sabbath vergangen war, kauften Maria Magdalena, und Maria Jacobi und Salome Specerei, auf daß sie kämen und salbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbather sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie ſprachen unter einander: Wer walzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin, und wurden gewahr, daß der Stein abge= wälzet war, denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sißen, der hatte ein langes weißes Kleid an; und sie entfaßs ten sich. Er aber sprach zu ihnen: sum von Nazareth, den GekreuzigEntseget euch nicht. Ihr suchet Jeten; er ist auferstanden, und ist nicht hie; siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin und sa-, get es seinen Süngern und Petrus, daß er vor euch hingehen wird in Galiläa, da merdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gin= gen schnell heraus, und flohen von dem Grabe, denn es war fie Bit 1 Evangelien und Episteln. tern und Entseßen ankommen, und fagten niemand nichts, denn sie fürchteten sich. Ep. am heil. Ostertage. 1 Cor. 5, v. 6 bis S. Guer uer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr uer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig den ganzen Teig versäuere? Darum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig send, gleichwie ihr ungesäuert seyd. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum laffet uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schalkheit, ſondern in dem Süßteig der Lauterkeit und der Wahrheit. Ev. am Oftermontage. Luc. 24, v. 13 bis 35. und nd siehe, zween aus ihnen gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerufalem sechzig Feldwegs weit, deß Name heißt Emmaus; und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten, und befragten sich mit einander, nahete Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er aber sprach zu ihnen: Was sind das für Neden, die ihr zwischen euch handelt unterwegs und send so traurig? Da antwortete einer, mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen geschehen ist? Und er ſprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk, wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten 21 überantwortet haben zur Verdammniß des Todes und gekreuziget. Wir aber hofften, er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschrecket etliche Weiber der Unsern, die sind frühe nen Leib bei dem nicht funden, kommen und Grabe gewesen, haben seifagen, sie haben ein Gesicht der Enund etliche unter uns gingen hin zum gel gesehen, welche sagen: er lebe. Grabe, und funden's also, wie die Weiber sagten, aber ihn funden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: ihr O Thoren und trägen Herzens, zu ihr Thoren und trägen Herzens, zu gläuben alle dem, das die Propheten geredet haben! Mußte nicht Chrie ftus solches leiden, und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fing an von Moses und allen Propheten und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kas men nahe zum Flecken, da sie hingingen, und er stellte sich als wollte er weiter gehen. Und sie nöthigten ihn, und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will bend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brod, dankte, Da brach es und gab es ihnen. wurden ihre Augen geöffnet, und erkannten ihn; und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie ftunden auf zu derselbigen Stunde, kehreten wieder gen Jerusalem, und funden die Elfe verfammlet, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, und Simon erschienen. Und erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, daß er das Brod brach. Tim studen Evangelien Ep. am Ostermontage. Apostelgesch. 10, v. 34 bis 41. 22 etrus aber that seinen auf und ſprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansieht, sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat, und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum, ( welcher ist ein Herr über alles,) die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte. Mie Gott denselbigen Je sum von Nazareth gesalbet hat mit dem heiligen Geist und Kraft; der umher gezogen ist, und hat wohlgethan und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Beugen alles deß, das er gethan hat im jüdischen Lande und zu Jerufalem. Den haben sie getödtet und an ein Holz gehängt. Denselbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen haben, nachdem er auferstanden ist von den Tod ten. borg? Ev. am 1. Sonnt. nach Ostern, Quasimodogeniti. Joh. 20, v. 19 bis 31. JUTA und Episteln. euch! Gleichwie mich der Vater ges fandt hat, also sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an, und den heiligen Geist, welchen ihr die Sünde erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Thomas aber, der 3wölfen einer, der da heißt 3willing, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sey denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmale, und lege meine Finger in die Nägelmale, und lege meine Hand in seine Seite, will ich es nicht gläuben. Und über acht Tage waren abermal feine Sünger darinnen, und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschloffen waren, und tritt mitten ein, und spricht: Friede sey mit euch! Darnach spricht er zu Thomas: Reiche deine Finger her, und siehe meine Hände! und reiche deine Hand her, und lege sie in meine Seite, und sey nicht ungläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete, und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen hast, Thomas, fo gläubeft du; selig sind, die nicht sehen, und doch gläuben. Auch viele andere Zeichen that Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buche. Diese aber sind geschrieben, daß ihr gläubet, Jesus sey Christ, der Sohn Gottes, und daß ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen. Am fm Abend aber desselbigen Sabbaths, da die Jünger versammlet, und die Thüren verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jefus, und trat mitten ein, und Ep. am 1. Sonnt. nach Ostern. 1 Joh. 5, v. 4 bis 10. spricht zu ihnen: Friede sey mit euch! Und als er das sagte, zeigte Alles, was von Gott geboren ist, er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß fie den Herrn sahen. Da sprach Jefus abermal zu ihnen: Friede sey mit die Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne, der da gläubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Evangelien und Episteln. Dieser ist es, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus; nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist es, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort, und der heilige Geist, und diese drei sind Eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: der Geist, und das Wasser, und das Blut, und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer, denn Gottes Beugniß ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohne. Wer da gläubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. Ev. am 2. Sonnt. nach Ostern, entre Misericordias Domini.i d Joh. 10, v. 12 bis 16. Jah ch bin ein guter Hirte. Ein guter Hirte lasset sein Leben für die Schafe. Ein Miethling aber, der nicht hirte ist, deß die Schafe nicht eigen sind, sieht den Wolf kommen, und verläßt die Schafe, und fleucht und der Wolf erhascht und zerstreut die Schafe. Der Miethling aber fleucht; denn er ist ein Miethling und achiet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Vater, und ich laffe mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle, und dieselbigen muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird Eine Heerde und Ein Hirte werden. +23 gelaffen, daß ihr follt nachfolgen feinen Fußstapfen, welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden. Welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohete, da er litte; er stellete es aber dem heim, der da recht richtet, welcher unsere Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seyd heil worden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seyd nun bekehret zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen. Ep. am 2. Sonnt. nach Ostern. D 1 Petri 2, v. 21 bis 25. enn dazu send ihr berufen, sintemal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild Ev. am 3. Sonnt. nach Ostern, Jubilate. JUML 24 7920 Joh. 16, v. 16 bis 23.8 Jet esus sprach zu seinen Jüngern: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, das er sagt zu uns: Ueber ein Kleines, fo werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, daß er sagt: Ueber ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach) zu ihnen: Davon fraget ihr unter einander, daß ich gesagt habe: Ueber ein Kleis nes, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so were det ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weis nen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig seyn, doch cure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat fie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist kommen; wenn sie aber das Kind geboren hat, denket fie nicht mehr 24 an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit: aber ich will euch wieder sehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Evangelien und Episteln. Ev. am 4. Sonnt. nach Ostern. Joh. 16, v. 5 bis 15. Ep. am 3. Sonnt. nach Ostern. Nuber mich fandt hat, und nie un gehe ich hin zu dem, gesandt mand unter euch fragt mich: Wo gehest du hin? sondern, dieweil ich Herz voll Trauerns geworden. Aber solches zu euch geredet habe, ist euer ich sage euch die Wahrheit. Es ist euch gut, daß ich hingehe; denn ſo ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. und wenn derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde, und um die Gerechtigkeit, und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht gläuben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht fehet. Um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. d) habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er eud) verkündigen. Derselbige wird mich verklären, denn von dem Meinen wird er es nehmen, und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum habe ich gesagt: er wird es von dem Meinen nehmen, und euch verkündigen. 1 Petr. 2, v. 11 bis 20. Lieb ieben Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrimme, enthaltet euch von den fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Uebelthätern, eure guten Werke sehen, und Gott preifen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Send unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen; es sey dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Uebelthäter, und zum Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen; als die Freien, und nicht, als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott, ehret den König. Ihr Knechte, send unterthan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist Gnade, so jemand um des Gewissens willen zu Gott das Uebel verträgt, und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missethat willen Streiche leidet? Uber, wenn ihr um Wohlthat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. ge gepredigt wird, werden jedes Jahr auf Königlichen Befehl von den derzeitigen Generalsuperintendenten vorgeschrieben. Text am Buß- und Bettage. Die Terte, über welche am Bußtas $ 11500507 310. Ep. am 4. Sonnt. nach Ostern. Sac. 1, v. 16 bis 21. rret nicht, lieben Brüder! Ulle pop und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei wel Evangelien und Episteln. 25 chem ist keine Veränderung noch| Ep. am 5. Sonnt. nach Ostern. Bechsel des Lichts und der Finsterniß. Er hat uns gezeuget nach sei- Jac. 1, v. 22 bis 27. nem Willen, durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Creaturen. Darum, lieben Brüder! ein jeglicher Mensch sen schnell zu hören, langsam aber zu reden, und langsam zum 3orn, denn des Menschen Born thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen ſelig machen. Ev. am 5. Sonnt. nach Ostern, bu Rogate. d end aber Thäter des Worts, und nicht hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn ſo jemand ist ein Hörer des Worts, und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Manne, der sein leibliches Ungesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, geht er von Stund an davon, und vergiffet, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Gefeß der Freiheit, und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbige wird selig seyn in seiner That. So aber sich jemand unter euch lässet dünken, er diene Gott, und hält seine 3unge nicht im Saum, sondern verführet sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der: die Waisen und Wittwen in ihrer Trübsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt erhalten. Joh. 16, v. 24 bis 30. ahrlich, wahrlich, ich sage euch: so ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sey. Solches habe ich zu euch durch Sprüchworte geredet; es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprüch- r worte mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. Un demſelbigen Tage werdet ihr bitten Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will. Denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum daß ihr mich liebet, und gläubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und kommen in die Welt: wiederum verlaffe ich die Welt, und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus, und sagst kein Sprüchwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge wissest, und bedarfst nicht, daß dich jemand frage. Darum gläuben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. d Ev. am Tage der Himmelfahrt Christi. Marc. 16, v. 14 bis 20. uleht, da die Eilfe zu Tische sa= Ben, offenbarte er ſich, und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht gegläubet hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Und sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt, und predigt das Evangelium aller Creatur. Wer da gläubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht gläubet, der wird verdammt werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da gläuben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen 3ungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödtliches trinken, wird es ihnen nicht Evangelien und Episteln. 26 schaden. Auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird es bes ser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und sißet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus, und predigten an allen Orten; und der Herr wirkte mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Ep. am Tage der Himmelfahrt Chrifti. Upostelgesch. 1, v. 1 bis 11. ie erste Rede habe ich zwar ge= than, lieber Theophilus, von allem dem, das Jeſus anfing, beides zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nach dem er den Aposteln,( welche er hatte erwählet,) durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte; welchen er sich nach seinen Leiden lebendig gezeiget hatte durch mancherlei Erweisungen, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Uud als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret( ſprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen kommen waren, fragten ihn, und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat; heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Beugen seyn zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erde. da er solches gesagt, ward er auf Und gehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahrend, siehe, da stunden bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. slik diss Ev. am Sonnt. nach der Himmelfahrt Christi, Eraudi. Joh. 15, v. 26. 27. 16, v. 1 bis 4. wird, welchen ich euch ſenden Menn aber der Eröfter kommen werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seyd vom Unfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann týun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, meinen wird, er thue Gott einen Dienst daran; und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater noch mich erkennen. Uber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ichs euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch vom Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. Ep. am Sonnt. nach der Himmelfahrt Christi. 1 Petr. 4, v. 8 bis 11. Lieben we wichtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe, denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seyd gastfrei unter einander, ohne Murmeln, und dienet einander ein jeglicher mit der Gabe, die Evangelien und Episteln. 27 er empfangen hat, als die guten| het auf und laffet uns von hinnen Haushalter der mancherlei Gnade gehen. UR Gottes. So jemand redet, daß er es rede als Gottes Wort. So jemand ein Umt hat, daß er es thue, als aus dem Vermögen, das Gottol darreichet, auf daß in allen Dingen idg aze Ep. am heil. Pfingsttage. Upostelgesch. 2, v. 1 bis 13. and c der der erfüllet war, waren sie alle einmüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und man sahe an ihnen die Zungen zertheilet, als wären sie feurig; und er sagte sich auf einen jeglichen unter ihnen, und wurden alle voll des heiligen Geistes, und fingen an zu predigen mit andern 3ungen, nach dem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerufalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen, und wurde bestürzt, denn es hörte ein jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsagten sich aber alle, verwunderten sich und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, darin wir geboren sind? Parther und Meder und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamia, und in Judäa, und Capadocia, Ponto und Asia, Phrygia und Pamphylia, Egypten und an den Enden der Libyen bei Cyrenen, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenoffen, Greter und Araber; wir hören sie mit unsern 3ungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entfaßten sich aber alle, und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. sid od nase dromisi Christ, welchem sen Ehre und Gewalt, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. siste baagt das die Ev. am heil. Pfingsttage. Joh. 14, v. 23 bis 31. Resus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebet, der wird mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin; aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derfelbige wird euch alles lehren, und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt giebt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Ihr habt gehört, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer, denn ich. Und nun habe ich es euch gesagt, ehe denn es geschiehet, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde nun nicht mehr viel mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber auf daß die Welt erkenne, daß ich den Bater liebe, und ich also thue wie mir der Vater geboten hat: ste= 28 Evangelien Ev. am Pfingstmontage. Joh. 3, v. 16 bis 21. Iso hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet, wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Men schen liebten die Finsterniß mehr, denn das Licht, denn ihre Werke waren böse. Wer Urges thut, der has set das Licht, und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn sie sind in Gott gethan. Ep. am Pfingstmontage. Apostelgesch. 10, v. 42 bis 48. er Herr hat uns geboten, zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle die an ihn gläuben, Vergebung der Sünden empfahen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Worte zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petrus kommen waren, entfaßten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegoffen ward. Denn sie höreten, daß sie mit 3un gen redeten, und Gott hoch preiseten. Da antwortete Petrus: Mag auch jemand das Wasser wehren, daß diefe nicht getauft werden, die den heiliund Episteln. gen Geist empfangen haben, gleich wie auch wir? Und befahl, sie zu taufen in dem Namen des Herrn. Ev. am Sonnt. Trinitatis. Soh. 3, v. 1 bis 15. s s war aber ein Mensch unter den Pharisäern, mit Namen Nicodemus, ein Oberster unter den Juden, der kam zu Jesu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott kommen, denn niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sey denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sey denn, daß jemand von neu em geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sey denn, daß jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Got tes kommen. Was vom Fleisch ge= boren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dichs nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du horest sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt und wohin er fährt; also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nicodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie, mag solches zugehen? Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel, und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Beugniß nicht an. Gläubet ihr nicht, wenn ich euch von irdi Evangelien und Episteln. 29 schen Dingen sage: wie würdet ihr in seinem Schooß, rief und sprach: n gläuben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? und niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder kommen ist, nämlich, des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat: also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß alle, die an ihn gläuben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Vater Abraham, erbarme dich mein, und sende Lazarus, daß er das NeuBerste seines Fingers ins Wasser tauche, und kühle meine 3unge, denn ich leide Pein in dieser Flamme. Ubraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet und du wirst gepeiniget. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, daß, die da wollten von hinnen hinabfahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: so bitte ich dich, Bater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Ubraham aber sprach zu ihm: Sie haben Moses und die Propheten, laß fie dieselbigen hören. Er aber sprach: Nein, Vater Ubraham, sondern wenn einer von den Todten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Moses und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht gläuben, ob je mand von den Todten auferstünde. 8 Ep. am Sonnt. Trinitatis. Röm. 11, p. 33 bis 36. welch eine Tiefe des Reichthums, beide der Weisheit und Erkenntniß Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor ge= geben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm, und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm sen Ehre in Ewigkeit. Umen. Ev. am 1. Sonnt. nach Trin. Luc. 16, v. 19 bis 31. Ep. am 1. Sonnt. nach Trinit. 1 Joh. 4, v. 16 bis 21. ott und wer in der kleidete sich mit Purpur und Föstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Urmer, mit Namen teiebe bleibet, der bleibet Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische ficlen, doch kamen die Hunde, und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schooß; der Reiche aber starb auch, und ward begraben. 2018 er nun in der Hölle und in der Qual war, hub er seine Augen auf, und sahe Ubraham von ferne, und Lazarus in Gott, und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns; auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus, denn die Furcht hat Pein; wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Laffet uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebet. So jemand spricht: Ich 30 Evangelien und Episteln liebe Gott, und hasset seinen Bru-| Ep. am 2. Sonnt. nach Trinit. der, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er fieht, wie kann er Gott lieben, den i 1 Joh. 3, v. 13 bis 18. Weber, ob euch die Welt haffet. erwundert euch nicht, meine Brü do 130 er nicht sieht? Und dies Gebot ha= ben wir von ihm: daß wer Gott Wir wissen, daß wir aus dem Tode liebet, daß er auch seinen Bruder in das Leben kommen sind, denn wir liebe. riad ind End lieben die Brüder. Wer den Bruang day cd moniad ni der nicht liebt, der bleibt im Tode. notams 80108 od pogod: du Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Ev. am 2. Sonnt. nach Trinit. Zodtschläger; und ihr wisset, daß dein Todtschläger nicht hat das ewige Luc. 14, v. 16 bis 24. Leben bei ihm bleibend. Daran has war ein Mensch, der machte ben wir erkannt die Lizbe, daß er ein groß Abendmahl, und lud sein Leben für uns gelassen hat, und viele darzu, und sandte seinen Knecht wir sollen auch das Leben für die aus zur Stunde des Abendmahls, Brüder lassen. Wenn aber Jemand zu sagen den Geladenen: Kommt, dieser Welt Güter hat, und siehet denn es ist alles bereitet. Und sie seinen Bruder darben, und schleußt fingen an alle nach einander sich zu sein Herz vor ihm zu, wie bleibt entschuldigen. Der erste sprach zu die Liebe Gottes bei ihm? Meine ihm: Ich habe einen Ucker gekauft, Kindlein, lasset uns nicht lieben mit und muß hinaus gehen, und ihn be- Worten, noch mit der Zunge, sonsehen; ich bitte dich, entschuldige dern mit der That und mit der mich. Und der andere sprach: Ich Wahrheit. habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jest hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: ich habe ein Weib Luc. 15, v. 1 bis 10. md2 genommen, darum kann ich nichts naheten aber zu Jeſu allerlei daß Ev. am 3. Sonnt. nach Trinit. Knecht und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führe die Urmen und Krüppel, und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landftraßen und an die Zäune, und nöthige sie, herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sa ge euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken werden. ihn hörten. Und die Pharifäer und Schriftgelehrten murreten, und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an, und isset mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichniß, und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eines verlieret, der nicht laffe die neun und neunzig in der Wüste, und hingehe nach dem verlornen, bis daß er es finde? Und wenn er's funden hat, so legt er's auf seine Achseln mit Freuden. Uud, wenn er heim kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, ich habe mein Schaf funden, das verloren war. Sch sage euch: Also wird auch Freude im Himmel seyn über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und Evangelien und Episteln. 31 neunzig Gerechten, die der Buße| sig Maaß wird man in euren Schoos nicht bedürfen. Oder welch Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus, und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn funden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen, und spricht: freuet euch mit mir denn ich habe meinen Groschen funden, den ich verloren hatte. Also auch sage ich euch, wird Freude seyn vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. 86 85d abilonis 3d sed shippnis es 0151082 67 ordu Ep. am 3. Sonnt. nach Trinit. eines geben; denn eben mit dem Maaß da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie ein Meister, so ist er vollkommen. Was siehst du aber einen Splitter in deines Bruders Uuge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Spalt stille, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zeuch zuvor den Balken aus deinem Auge, und befiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. 80 1 Petr. 5, v. 6 bis 11. o demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle cure Sorge werfet auf ihn; denn er forget für euch. Seyd nüch-| Ep. am 4. Sonnt. nach Trinit. tern und wachet, denn euer Widerfacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe, und suchet, welRöm. 8, v. 18 bis 23. FOTOS chen den er verschlinge; dem widerstehet ieben Brüder! ich halte es dafür, fest im Glauben, und wisset, daß eben dieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnaden, der nns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jefu, derselbe wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Demselben sey Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! daß der Herrlichkeit nicht werth sey, die an uns soll offenbart werden. Denn das ängstliche Harren der Creatur wartet auf die Offenbarung der Kinder die Creatur uns terworfen ist der Eitelkeit, ohne ihren Willen, sondern um deßwillen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Creatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Creatur sehnet sich mit uns, und ängstigt fich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft, und warten auf unsers Leibes Erlösung. Ev. am 4. Sonnt. nach Trinit. Luc. 6, v. 36 bis 42. D arum seyd barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet; verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet so wird euch gegeben. Ein vollgedrückt, gerüttelt und überflüs 32 Evangelien und Episteln. Ev. am 5. Sonnt. nach Trinit.| barmherzig, freundlich. Bergeltet Luc. 5, v. 1 bis 11. nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltworten, sondern dagegen segnet, und wisset, daß ihr s begab sich aber, da sich das zu das Wort Gottes; und er stund am See Genezareth, und sahe zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Neße; trat er in der Schiffe eines, welche Simone war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom Lande führete. Uud er sagte sich, und lehrete das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatte aufgehört zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe, und werfet eure Netze aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet, und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Net auswerfen. Und da sie das thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Nek zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im andern Schiffe waren, daß sie kämen und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen und füllten beide Schiffe voll, also, daß sie sunken. Da das Simon Petrus sahe, fiel er Jesu zu den Knien, und sprach: Herr! gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch; denn es war ihn ein Schrecken angekommen, und alle, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den fie mit einander gethan hatten. Desselbigen gleichen auch Sacobus und Johannes, die Söhne 3ebedaus, Simons Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgten ihm nach. Ep. am 5. Sonnt. nach Trinit. 1 Petr. 3, v. 8 bis 15. ds Endlich aber feyd alleſammt gleich gesinnet, mitleidig, brüderlich, gen beerbet. Denn wer leben will und gute Tage sehen, der schweige seine Bunge, daß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen, und thue Gutes; er suche Frieden, und jage ihm nach. Denn die Uugen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht des Herrn aber siehet auf die, so Böses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so send ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Troßen nicht, und erschrecket nicht; heiliget aber Gott den Herrn in euren Herzen. Ev. am 6. Sonnt. nach Trinit. Matth. 5, v. 20 bis 26. enn ich sage euch: Es sey denn eure Gerechtigkeit besser, denn die der Schrifgelehrten und Pharisäer: so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, daß zu den alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber tödtet. der soll des Gerichts schuldig seyn. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder saget: Racha: der ist des Raths schuldig; wer aber saget: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Ga= be auf dem Ultar opferst, und wirst allda eingedenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe: so laß allda vor dem Ultar deine Gabe, und gehe zuvor hin, und verföhne dich mit deinem Bruder, und alsdann fomm, und opfre deine Gabe. Sen willfertig deinem Widerfacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Evangelien und Epifteln. 33 Wege bist, auf daß dich der Wider-| Volks, denn sie haben nun drei Tas sacher nicht dermaleinst überantwors ter dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und du werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir wahrlich: Du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den letzten Heller be= zahleft. loving sit ge bei mir verharret, und haben nichts zu essen; und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmach ten, denn etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antwors teten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüste, daß wir sie säts tigen? Und er fragte sie: Wie viel habt ihr Brod? Sie sprachen: fieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brode, und dankte, und brach sie, und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vorlegten; und fie legten dem Volke vor. Und hatten ein wenig Fisch= lein; und er dankete, und hieß dieselbigen auch vortragen. Sie aßen aber und wurden satt, und huben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei vier taufend, die da gegessen hatten, und er ließ sie von sich. Ep. am 6. Sonnt. nach Trinit. Wi Röm. 6, v. 3 bis 11. isset ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christum getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferwecket von den Todten, durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber sammt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode: so werden wir auch der Auferstehung gleich seyn, dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch sammt ihm geFreuzigt ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen; denn wer ge= storben ist, der ist gerechtfertigt von der Sünde. Sind wir aber mit Chriz res Fleisches. Gleichwie ihr eure sto gestorben, so glauben wir, daß Glieder begeben habt zum Dienste wir und wir auch mit ihm leben werden: und der Unreinigkeit, und von einer Unwissen, daß Christus von den Todten erweckt, hinfort nicht stirbt; der gerechtigkeit zu der andern; also beTod wird hinfort über ihn nicht herr- gebet nun auch eure Glieder zum schen. Denn daß er gestorben ist, das ist er der Sünte gestorben, zu einem mal; daß er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben send, und lebet Gott in Christo Jesu, unserm Herrn. um der Schwachheit willen euDienste der Gerechtigkeit, daß sie Günde Knechte waret, da waret ihr heilig werden. Denn da ihr der hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? frei von der Gerechtigkeit. Was Welcher ihr euch jest schämet, denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber seyd von der Sünde habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig frei und Gottes Knechte worden, werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünund hatten nichts zu essen, rief den Sold; aber die Gabe Gottes Jesus seine Jünger zu sich, und ist das ewige Leben, in Chrifto Jesu, ſprach zu ihnen: Mich jammert des unserm Herrn.ind Ev. am 7. Sonnt. nach Trinit. bub Marc. 8, v. 1 bis 9. Ou der Zeit da viel Volks da war, 3 ERNST Ep. am 7. Sonnt. nach Trinit. Röm. 6, v. 19 bis 23. 34 Evangelien und Episteln. Ev. am 8. Sonnt. nach Trinit.| Geist empfangen, durch welchen wir made Matth. 7, v. 15 bis 23.ibibige Geist giebt Zeugniß unserm od 9 rufen: Ubba, lieber Vater! Dersel911 07 Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. ehet euch vor, vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. Un ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen? oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringt gute Früchte, aber ein fauler Baum bringt arge Früchte. Ein Ev. am 9. Sonnt. nach Trinit. Luc. 16, v. 1 bis 9. guter Baum kann nicht arge Früchsr sprach aber auch zu ſeinen Jungern: war ein und Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen, und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweisfaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr Uebelthäter! mit 3i99pinismi 39 displitb pilo adno ad ug isipiibers Ep. am 8. Sonnt. nach Trinit. sans Röm. 8, v. 12 bis 17. ad sind wir nun, lieben Brüder, Schuldener, nicht dem Fleische, daß wir nach dem Fleische leben; denn wo ihr nach dem Fleische lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet; sondern ihr habt einen kindlichen & der hatte einen Haushalter, der ward vor ihm berüchtigt, als hätte er ihm feine Güter umbracht. Und er forderte ihn, uud sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten, denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter seyn. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? mein Herr nimmt das Umt von mir, graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Umte gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Del. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, sege dich, und schreibe flugs funfzig. Darnach sprach er zu dem Undern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Waizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, und schreibe achtzig. Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er so flüglich gethan hätte, denn die Kinder dieser Welt sind klüger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Ges schlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten.and ag obal Evangelien und Episteln. 35 Ep. am 9. Sonnt. nach Trinit.| keinen Stein auf dem andern lassen, 1 Cor. 10, v. 6 bis 13. op D as ist aber uns zum Vorbilde geschehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleich wie jene gelüstet hat. Werdet auch nicht abgöttische, gleich wie jener et liche wurden, als geschrieben stehet: Das Volk sagte sich nieder, zu essen und zu trinken, und stund auf zu ſpielen. Auch Lasset uns nicht Hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. Laßt uns aber auch Christum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret aud) darum, daß du nicht erkennet hast die Seit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften, und sprach zu ihnen: Es stehet geschries ben: Mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber habt es gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Vornehmften im Volk, trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten, und funden nicht, wie sie ihm thun sollten, denn alles Volk hing ihm an, und hörete ihn. Ep. am 10. Sonnt. nach Trinit. nicht, gleich wie jener etliche murrez 1 Cor. 12, v. 1 bis 11.( 01 misais Gaben aber ten, und wurden umbracht durch de ben Berderber. Solches alles widers will ich euch, lieben Brüder, V on den geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt kommen ist. Darum, wer sich läßt dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betreten. Uber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, sondern machet, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es Fönnet ertragen. nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden, send gewesen, und hingegangen zu den stummen Gößen, wie ihr geführet wurdet. Darum thue ich euch kund, daß niemand Jesum ver= fluchet, der durch den Geist Gottes redet, und niemand kann Jesum eis nen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es find mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geist. Und indes sind mancherlei Uemter, aber es ist Ein Herr. Und es sind manchers lei Kräfte, aber es ist Ein Gott, der da wirket alles in allen. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben, durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben, zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; einem andern der Glaube in demselbigen Geist; einem andern die Gabe gefund zu machen, in demselbigen Geist; einem andern Wunder zu thun; einem andern Weissagung; einem andern Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem andern, die 3* Ev. am 10. Sonnt. nach Trinit. DANC und Luc. 19, v. 41 bis 48. 201 on nd als Jesus nahe hinzu kam, sahe er die Stadt an, und weis nete über sie, und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Uber nun ist es vor deinen Augen verbors gen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich, und deine Kinder mit dir, eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten ängsten, und werden dich schleifen, und Evangelien und Epifteln. 36 Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirket derselbige einige Geist, und theilt einem jeglichen seines zu, nachdem er will. pied adid Traugaus no ent du Ev. am 11. Sonnt. nach Trinit. ood Luc. 18, v. 9 bis 14. & r sagte aber zu etlichen, die sich und daß er auferstanden sey am brite ten Tage nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen; darnach ift er gesehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf einmal, derer noch viele leben, etliche aber find entschlafen; darnach ist er gesehen worden von Jacobus, darnach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der Geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Upostel heiße, darum, daß ich die Gemeine Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnaden bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht ver geblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnas de, die mit mir ist. mus wären, und verachteten die andern, ein solches Gleichniß: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pha= risäer stund und betete bei sich selbst alfo: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin, wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von allem das ich habe. Und der Zöllner stund von ferne, wollte auch seine Augen nicht auf heben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott fey mir Sünder gnädig! Ich sage Marc. 7, v. 31 bis 37. euch, biefer ging hinab gerechtfer- nd da er wieder ausging von tigt in sein vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden, nnd wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. 1-2 do 15 By dots 1979cbnom dni da 8 Ep. am 11. Sonnt. nach Trinit. phod TO ( 102 1 Cor. 15, v. 1 bis 10. 13 ch erinnere auch aber, lieben Brüder! des Evangelii, das ich euch verkündigt habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet, welcherge= stalt ich es euch verkündiget habe, so ihr es behalten habt, es wäre denn, daß ihrs umsoust gegläubet hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben fey für unsere Sünde nach der Schrift: und daß er begraben sey, den Grenzen Tyrus und Sidon, kam er an das Galiläische Meer mitten unter die Grenze der zehn Städs te. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders, und legte ihm die Finger in die Ohren, und spüßte und rührte seine 3unge, und sahe auf gen Himmel, seufzete, und sprach zu ihm: Hephata! das ist, thue dich auf! Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner 3unge ward los, und redete recht. und er verbot ihnen, sie sollten es niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten, nnd verwunderten sich über die Maßen, und sprachen: Er hat alles wohl gemacht, die Tauben macht er hörend, und die Sprachlosen redend. 225158 Ev. am 12. Sonnt. nach Trinit. Evangelien und Episteln. 37 Ep. am 12. Sonnt. nach Trinit. Du hast recht geantwortet; thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder, die zogen ihn aus, schlugen ihn, gingen davon, und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbe Straße hinab zog, und da er ihn sahe, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bei der Stätte und sahe ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reisete, und kam dahin, und da er ihn sahe, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden, und goß darein Del und Wein, hub ihn auf sein Thier, und führte ihn in die Herberge, und pflegte sein. Des andern Tages reisete er, und zog heraus zween Groschen, und gab sie dem Wirthe, und sprach zu ihm: Pflege sein; und so du was mehr wirst darthun, will ich dirs bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dünket dich, der unter diesen dreien der Nächste sey gewesen dem, der unter die Mörder gefallen der die 2 Cor. 3, v. 4 bis 9. 100 & in in solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott, nicht, daß wir tüchtig sind, von uns selber etwas zu denken, als von uns selber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott, welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tödtet, und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Ungesicht Moses, um der Klarheit willen seines Ungesichts, die doch aufhöret: wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das Umt, das die Verdammniß predigt, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit predigt, überschwängliche Klarheit? Ev. am 13. Sonnt. nach Trinit. Cabriol Luc. 10, v. 23 bis 37. Resus wandte sich zu seinen Jünzigkeit an ihm that. Da sprach) Jesus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. 1ST Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr sehet, und haben es nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und haben es nicht gehöret. Und siehe, da stund ein Schriftge= Ep. am 13. Sonnt. nach Trinit. Gal. 3, v. 15 bis 22. lehrter auf, verſuchte ihn, und ſprach menschlicher Weiſe reden. VerBrüder! will nach thun, daß Er Meister, was ich das ewige Leben ererbe? aber sprach zu ihm: Wie steht im Gefeße geschrieben? Wie liefest du? Er antwortete und sprach: Du sollt Gott, deinen Herrn, lieben von gan= zem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften, und von ganzem Gemüthe, und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: achtet man doch eines Menschen Tes stament nicht,( wenn es bestätigt ist,) und thut auch nichts dazu. Nun ist je die Verheißung Ubraham und seinem Saamen zugesagt. Er spricht nicht: durch die Saamen, als durch viele, sondern als durch Einen, durch deinen Saamen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: das Evangelien und Episteln. 38 Testament, das von Gott zuvor bes stätigt ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durchs Geset aufhören, welches gegeben ist über vierhundert und dreißig Jahre hernach. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben; Gott aber hat es Abraham, durch Verheißung frei geschenkt. Was soll denn das Gefeg? Es ist dazu kommen um der Sünde willen, bis der Saame käme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellet von den Engeln durch die Hand des Mittlers; ein Mittler aber ist nicht eines Einigen Mittler, Gott aber ist einig. Wie? Ist denn das Gefeß wider Gottes Verheißungen? Das sey ferne! Wenn aber ein Geset gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gefeße. Über die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da gläuben. Ep. am 14. Sonnt. nach Trinit. Gal. 5, v. 16 bis 24. Och sage aber: Wandelt im Geift, so werdet ihr die Lüfte des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüftet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch; dieselbige sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollt. Regieret euch aber der Geist, so seyd ihr nicht unter dem Gefeße. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Ubgötterei, Sauberei, Feindschaft, Has der, Neid, Zorn, 3ank, 3wietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fres sen und dergleichen, von welchem si ich euch habe zuvor gesagt, und sablage noch zuvor, daß die solches thun, werden das Reich Gottes nicht er ben. Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmuth, Keuschheit. Wider solche ist das Geset nicht. Welche aber Christo angehören, die kreugigen ihr Fleisch sammt den Lüften und Begierden. pvang Ev. am 14. Sonnt. nach Trinit. Luc. 17, v. 11 bis 19. 11 nd es begab sich, da Jesus rei fete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samaria und Galiläa. Und als er an einen Markt kam, be gegneten ihm zehn ausfähige Männer, die stunden von ferne, und erhuben ihre Stimme, und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser! Und da er sie sahe, sprad) er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den prieſtern, und es gefcha. riter. Jesus aber antwortete, und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein worden, wo sind aber die neune? pat sich sonst keiner funden, der wieder umkehre und gebe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. rein. Einer aber unter ihnen, da er sahe, daß er gefund worden war, kehrte er um, und preisete Gott mit lauter Stimme; und fiel auf sein Ungesicht zu seinen Füßen, und dankte ihm und das war ein SamaBm Ev. am 15. Sonnt. nach Trinit. Matth. 6, v. 24 bis 34. Niemand kann zween Herren dies nen; er wird hassen, und den andern lieben, oder er wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und 39 Geist, die ihr geistlich seyd, und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Geseß Christi erfüllen. So aber sich jemand lässet dünken, er sey etwas, so er doch nichts ist, der betrügt sich selbst. Ein jeglicher aber prüfe sein Selbstwerk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben, und nicht an einem andern. Denn Evangelien und Episteln. trinken werdet; auch nicht für eu ren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn die Speise und der Leib mehr denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an, sie fäen nicht, sie erndten nicht; sie sammlen nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Send ihr denn nicht viel mehr denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusehen möge, ob er gleich darum forget? und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachfen, fie arbeiten nicht, auch ſpinnen fie nicht; ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als der felbigen eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet, und morgen in den Ofen geworfen wird, sollte er das nicht vielmehr euch thun? ihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes, und nach seiner Gerechtigein jeglicher wird seine Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Frret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten; denn was der Mensch säet, das wird er erndten. Wer auf sein Fleisch fäet, der wird von dem Fleisch das Verderben erndten; wer aber auf den Geist fäet, der wird von dem Geist das ewige Leben erndten. Lasset uns aber Gutes thun, und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch erndten ohne Aufhören. Als wir denn nun 3eit haben, so laffet uns Gutes thun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Blad ng t am 16. Sonnt. nach Trinit. DUD Luc. 7, v. 11 bis 17.6 nd es begab sich darnach, daß er Feit, so wird euch solches alles zu- 11 eine Stadt, mit Namen Nafallen. Darum sorget nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Geine forgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. in, ging, und seiner Jünger gingen viele mit ihm, und viel Volks. 21s er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Todten heraus, der ein einiger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Wittwe, und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sahe, jammerte ihn derselben, und sprach zu ihr: Weine nicht, und trat hinzu, und rührete den Garg an; und die Träger stunden, und er sprach: Jüngling, ich sage dir: stehe auf! Und der Todte richtete sich auf, und fing an zu reden; und er gab ihn seiner Ep. am 15. Sonnt. nach Trinit. Gal. 5, v. 25. 26. 6, v. 1 bis 10. o wir im Geiste leben, so lasfet uns auch im Geiste wandeln. Laffet uns nicht eitler Ehre geizig seyn, unter einander zu entrüften und zu haffen. Lieben Brüder! so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilt würde, so helfet ihm wieder zurecht mit fanftmüthigem Ev. 40 Evangelien und Episteln. Mutter. Und es kam sie alle eine vor ihm, der war waffersüchtig. Furcht an, und preisten Gott, und Sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und die fe Rede von ihm erscholl im ganzen jüdischen Lande und in alle umliegende Länder. napdain Ep. am 16. Sonnt. nach Trinit. Und Jesus antwortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäs ern, und sprach: Ist es auch recht, auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an, heilete ihn, und ließ ihn gehen, und antwortete und sprach zu ih nen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er ihn nicht alsobald herauszeucht am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Untwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merks te, wie sie erwählten, oben an zu sigen, und sprach zu ihnen: Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sebe dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer denn du von ihm geladen sey, und so denn kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem, und du müßtest dann mit Schaam unten an siken. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin und sehe dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spre che zu dir: Freund, rücke hinauf, dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sigen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, der soll erhöhet wers den. D Eph. 3, v. 13 bis 21. au arum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübsale willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derohalben beuge ich meine Knie gegen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe, nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden, auf daß ihr begreifen möget mit ale len peiligen, welches da sey die Breite, und die Länge, und die Tieund di fe, und die Höhe, auch erkennen, daß Christum lieb haben viel besser ist, denn alles Wissen, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottes Fülle. Dem aber, der überschwänglich thun kann über alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sen Ehre in der Gemeine, die in Chrifto Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Umen. is dAN # 19201 Ev. am 17. Sonnt. nach Trinit. Luc. 14, v. 1 bis 11. und nd es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharifäer, auf einen Sabbath, das Brod zu essen, und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch Ep. am 17. Sonnt. nach Trinit. s Eph. 4, v. 1 bis 6. 9 omist ieben Brüder! so ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sich's gebührt eurem Beruf, darinnen ihr berufen seyd, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld; und vertraget einer den andern in der Lies be; und send fleißig zu halten die Einigkeit im Geist, durch das Band des Friedens. Ein Leib und Ein Geist, wie ihr auch berufen send auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Evangelien und Episteln. 41 Herr, Ein Glaube, Eine Taufe, Ein| also, daß ihr keinen Mangel habt Gott und Vater unser aller, der da ist über euch alle, und durch euch alle, und in euch allen. an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi, welcher auch wird euch fest behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich send auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seyd zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn. fod dosp.08202 On to Chul Ev. am 18. Sonnt. nach Trinit. dr Matth. 22, v. 34 bis 46. a aber die Pharisäer hörten, daß D er den Sadducäern das Maul gestopfet hatte, versammleten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Geset? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollt lieben Gott deinen ganzer Seele und von ganzem Gemüthe. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere ist dem gleich: Du sollt deinen Nächsten lieben als dich selbst. In diesen zween Geboten hanget das ganze Geset und die Propheten. Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragte fie Jesus, und sprach: Wie dünket euch um Christo? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn, da er faget: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn, sehe dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? So nun David ihn einen Serrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. = 770 Ep. am 18. Sonnt. nach Trinit. 1 Cor. 1, v. 4 bis 9. ch danke meinem Gott allezeit eurethalben, für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr send durch ihn an allen Stücken reich gemacht, an aller Lehre, und in aller Erkenntniß, wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig worden ist, ona studin idno udomadair Ev. am 19. Sonnt. nach Trinit. Matth. 9, v 1 bis 8. a trat Jeſus in das Schiff, und in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sahe, ſprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sen ges trost, mein Sohn! deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etlis che unter den Schriftgelehrten spras chen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanten sahe, sprach er: Warum denket ihr so Urges in eurem Herzen? Welches ist leichter zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben oder zu fa= gen: Stehe auf und wandle? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe, auf Ers den die Sünde zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein Bett auf, und gehe heim. Und er stund auf und ging heim. Da das Volk das sahe, verwunderte es sich, und preifete Gott, der solche Macht den Menschen ges geben hat. 03 ND Ep. am 19. Sonnt. nach Trinit. Eph. 4, v. 22 bis 26. G 20 leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüste in Irrthum sich verderbet, erneuert euch aber im Geist eures Gemüths, und Evangelien und Episteln. 42 gichet den neuen Menschen an, der nad Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und HeiligFeit. Darum leget die Lügen ab, und redet die Wahrheit, ein Jegli cher mit seinem Nächsten, fintemal wir unter einander Glieder sind. 3ürnet und sündiget nicht; lasset die Sonne nicht über euren 3orn unter gehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite, und schaffe mit den Händen etwas gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Und Ev. am 20. Sonnt. nach Trinit. Matth. 22, v. 1 bis 14. und nd Jesus antwortete und redete nd Jesus antwortete und redete abermal durch Gleichnisse zu ihnen, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit und seine Knechte aus, daß sie den Gästen zur Hochzeit riefen, und sie zu besehen, und sahe allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an, und sprach zu ihm: Freund! wie bist du herein kommen und hast doch kein hochzeitlich Kleid an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werfet ihn in das äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Denn viele sind berufen, aber wenig sind auserwählet. Ep. am 20. Sonnt. nach Trinit. Eph. 5, v. 15 bis 21. 20 sehet nun zu, wie ihr vorsich tiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen, und schicket euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sey des Herrn Wille, und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folget, sondern werdet voll Geistes, und redet unter einander von Psalmen und Lobgesängen, und geistlichen Liedern, finget und spielet dem Herrn in eu rem Herzen, und saget Dank allezeit für alles Gott und dem Bater, in dem Namen unsers Herrn Jesu Chribem Namen unsers Herrn Jesu Chriti, und send unter einander unterthan in der Furcht Gottes. wollten nicht kommen. Ubermal ist Ev. am 21. Sonnt. nach Trinit. Sohn fandte er andere Knechte aus, und fandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh gefchlachtet, und alles bereit, fommet zur Hochzeit. Aber sie verachteten das, und gingen hin, einer auf seinen Ucker, der andere zu seiner Handthierung. Etliche aber grif fen seine Knechte, höhneten und abon Joh. 4, v. 47 bis 54. mom tödteten sie. Da das der Könignon Frank lag zu Capernaum. nd es ein deß hörete, ward er zornig, und schickte fein Speer aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren es nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen, und brachten zusammen, wen sie funden, Böse und Gute, und die Tische wurden alle voll. ging der König hinein, die Gäste aus Dieser hörte, daß Jesus kam Judäa in Galiläa, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab käme und hülfe seinem Sohne, denn er war todtkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so gläubet ihr nicht. Der Königische Sprach zu ihm: Herr, komme hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch gläubte dem Worte, Da Evangelien und Episteln. 43 Matth. 18, v. 23 bis 35. das Jesus zu ihm sagte, und ging Ev. am 22. Sonnt. nach Trinit. hin. Und indem er hinabging, bes gegneten ihm seine Knechte, ver= Fündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschete er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm worden war. Und sie sprachen zu ihm: gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: dein Sohn lebet. Und er gläubete mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Beichen, das Jesus that, da er aus Judäa in Galiläa kam. dal 1922 nodar Ep. am 21. Sonnt. nach Trinit. Re Eph. 6, v. 10 bis 17. Quleht, meine Brüder! seyd stark 3ute in dem Herrn, und in der Macht feiner Stärke. Siehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die listigen Unläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herrn der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Und deßwillen so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Widerstand thun, und alles wohl ausrichten und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit, und an Beinen gestiefelt, als fertig zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seyd. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feurige Pfeile des Bösewichts, und nehmet den Helm des Heils und das Schwerdt des Geistes, welches ist das Wort Gottes. res do mudofse Om ads s dzia of sub drocart D arum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm eis ner vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da er's nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder und betete an und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir's alles bezahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbige Knecht hinaus und fand einen seiner Mits knechte, der war ihm hundert Groschen schuldig, und er griff ihn an und würgte ihn und sprach: bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir's alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin, und warf ihn in's Gefängniß, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt, und kamen und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich, und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich bir erlassen, dieweil du mich batest: solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen ein jeglicher seinem Bruder feine Fehler. Radhus, Told 19 Sabin, asdo sdap nie nation Evangelien und Episteln. 44 Ep. am 22. Sonnt. nach Trinit. Phil. 1, v. 3 bis 11. ch danke meinem Gott, so oft ich euer gedenke,( welches ich allezeit thue in allem meinem Gebet für euch alle, und thue das Gebet mit Freuden,) über eure Gemeinschaft am Evangelio vom ersten Tage an bisher, und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen bis auf den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen halte, darum, daß ich euch in meinem Herzen habe in diesem meisprach er: Ihr Heuchler, was vers fuchet ihr mich? Weiset mir die Zinses- Münze. Und sie reichten ihm eis nen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das hörten, verwunderten sie sich, und ließen ihn und gingen davon. din Ep. am 23. Sonnt. nach Trinit. Phil. 3, v. 17 bis 21. nem Gefängniß, darinnen ich das get mir, lieben Brüder! und sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe: nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi, welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer die irdisch gefinnet sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. 300 Evangelium verantworte und be träftige, als die ihr alle mit mir der Gnade theilhaftig seyd. Denn Gott ist mein 3euge, wie mich nach euch allen verlanget von Herzensgrund in Jesu Christo; und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Er kenntniß und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beste sey, auf daß ihr seyd lauter und unanstößig bis auf den Tag Christi, er füllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen( in euch) zur Ehre und Lobe Gottes. Ev. am 23. Sonnt, nach Trinit. Matth. 22, v. 15 bis 22. a gingen die Pharisäer hin und hielten einen Rath, wie sie ihn fingen in seiner Rede, und fandten zu ihm ihre Jünger sammt Herodes Dienern und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und du frageft nach niemand, denn du achtest nicht das Unsehen der Menschen. Darum sage uns, was dünfet dich? Ift's recht, daß man dem Kaiser 3ins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, Am Reformationsfeste. ( Die Texte werden jährlich vorgeschrieben.) Ev. am 24. Sonnt. nach Trinit. Matth. 9, v. 18 bis 26. a er solches mit ihnen redete, siehe! da kam der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr! meine Tochter ist jetzt gestorben; aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stund auf und folgte Evangelien und Epifteln. 45 ihm nach, und seine Jünger. Und| Ev. am 25. Sonnt. nach Trinit. ibin siehe! ein Weib, das zwölf Jahr den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm, und rührete seines Klei= des an; sprach sich selbst: möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um, und sahe sie und sprach: Sei getrost, meine Toch ter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sahe die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mägdlein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein und ergriff sie bei der Hand: da stund das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. odsus ispunsmi.] onn Ep. am 24. Sonnt. nach Trinit. Matth. 24, v. 15 bis 28. ont von gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehe an der heiligen Stätte,( wer das lieset, der merke darauf!) alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist, und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen, und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit! Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbath; denn es wird alsdann eine große Trübsal fenn, als nicht gewesen ist vom Anfang der Welt bisher, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht wür den verkürzet, so würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet. So alsdann Jemand zu euch wird Tage an, da wir es gehört sagen: Siehe, hier ist Christus, oder haben, hören wir nicht auf, für euch da, so sollt ihr es nicht glauben. zu beten und zu bitten, daß ihr er- Denn es werden falsche Christi und füllet werdet mit Erkenntniß seines falsche Propheten aufstehen, und gro= Willens, in allerlei geistlicher Beis- ße Zeichen und Wunder thun, daß heit und Verstand; daß ihr wandelt verführet werden in den Irrthum würdiglich dem Herrn zu allem Ge-( wo es möglich wäre,) auch die Uusfallen, und fruchtbar send in allen erwählten. Siehe, ich habe es euch guten Werken, und wachset in der zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu Erkenntniß Gottes, und gestärket euch sagen werden: Siehe, er ist in werden mit aller Kraft, nach seiner der Wüste, so gehet nicht hinaus. herrlichen Macht, in aller Gedulo Siehe, er ist in der Kammer, so und Langmüthigkeit mit Freuden. glaubet es nicht. Denn gleichwie der Und danksaget dem Vater, der uns Blig ausgehet vom Aufgang, und tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil scheinet bis zum Niedergange, also der Heiligen im Licht. Welcher uns wird auch seyn die Zukunft des Men= errettet hat von der Obrigkeit der schen Sohns. Wo aber ein Nas Finsterniß, und hat uns verseßt in ist, da sammlen sich die Adler. das Reich seines lieben Sohnes, and Cel. 1, v. 9 bis 14. erohalben auch wir von dem hid and is ander d mot spp ristol med Menn ihr nun ſehen werdet den der dawelchem wir haben die Erlösung Ep. am 25. Sonnt. nach Trinit. durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. du 1 Thess. 4, v. 13 bis 18. 11 ir wollen euch aber, lieben Brüder! nicht verhalten von W 46 Evangelien und Epifteln. denen, die da schlafen, auf daß ihr| bekleidet. Ich bin frank gewesen, nicht traurig send wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestore ben und auferstanden ist, also wird Gott auch die da entschlafen sind, durch Jesum mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldge schrei und Stimme des Erzengels, und mit der Posaune Gottes her niederkommen vom Himmel; und die Todten in Christo werden auferste= hen zuerst, darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn seyn allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander. do alise Ev. am 26. Sonnt. nach Trinit. ne Matth. 25, v. 31 bis 46. enn aber des Menschen Sohn und ihr habt mich besucht. Ich bin gefangen gewesen, und ihr send zu mir kommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich gespeiset? Oder durstig, und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen, und beherberget? Oder nackend, und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen, und sind zu dir kommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrs lich, ich sage euch, was ihr gethan habt einem unter diesen meinen ge= ringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht gekleidet. Ich bin krank W lichkeit und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sißen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit. Und wer den vor ihm alle Völker versammlet werden; und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Unbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr ndon habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin mich mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nackend, oder krank, oder gefangen und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antwors ten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben.990 bru od bit coise 20 Ep. am 26. Sonnt. nach Trinit. Follmant 2 Petr. 3, v. 3 bis 14. nd wiffet das auf's erste, daß in den legten wer= Evangelien und Episteln. 47 den Spötter, die nach ihrem eige-| Ev. am 27. Sonnt. nach Trinit. nen Lüsten wandeln, und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Sukunft? Denn nachdem die Bäter Matth. 25, v. 1 bis 13.dnd ann wird das Himmelreich gleich wie seyn zehn Jungfrauen, die ih aus re Lampen nahmen und gingen dem Bräutigam entgegen. Uber fünf unter ihnen waren thöricht und fünf waren klug. Die Thörichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen nicht Del mit sich. Die Klugen entschlafen sind, bleibt es alles, es vom Anfang der Creatur gewesen ist. Aber muthwillens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vor Seiten auch war, dazu die Erde aus Wasser und im Wasser bestanden durch Gottes Wort. Dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sündfluth verderbet; also auch der Himmel jekund und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und Verdammniß der gottlosen Menschen. Eines aber sey euch unverhalten, ihr Lieben, daß Ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahr wie Ein Tag. Der Herr verzeucht nicht die Verheißung, wie es etliche für einen Verzug achten, sondern er hat Geduld mit uns, und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen, als ein Dieb in der Nacht, an wel chem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hiße zerschmelzen, und die Erde und die Werke, die darinnen sind, werden verbrennen. So nun das alles soll zergehen, wie follt ihr denn geschickt seyn mit heiligem Wandel und gottseligem Wefen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hiße zerschmelzen werden? Wir warten aber eines neuen Himmels und ei aber nahmen Del in ihren Gefäßen, sammt ihren Lampen. Da nun dar Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig und entschliefen. Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: siehe! der Bräutigam kommt, gehet aus ihm entgegen. Da stunden diese Jungfrauen alle auf, und schmückten ihre Lampen. Die Thörichten aber sprachen zu den Klugen: Gebet uns von eurem Del, denn unsere Lampen verlöschen. Da antworteten die Klugen und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche; gehet aber hin zu den Krämern, und kaufet für euch selbst. Und da sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam, und welche bereit waren gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Thüre ward vers schlossen. Zulegt kamen auch die andern Jungfrauen, und sprachen: Herr, Herr, thue uns auf: Er antwortete aber, und sprach: Wahrs lich, ich sage euch, ich kenne euch nicht. Darum wachet, denn ihr wiss set weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. 790 27/ 241 Ep. am 27. Sonnt. nach Trinit. 1 Theff. 5, v. 1 bis 11. on und Stun1 ner neuen Erde, nach seiner Verhei- en, lieben Brüder, ist nicht Bung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Darum, meine Lieben, dieweil ihr darauf warten sollet, so thut Fleiß, daß ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich, im Frieden erfunden werdet. Noth euch zu schreiben, denn ihr selbst wisset gewiß, daß der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht. Denn wenn sie werden sagen: Es ist Friede, es hat 48 Leidensgeschichte. keine Gefahr, so wird sie das Ver-| des Nachts trunken. Wir aber, die derben schnell überfallen, gleichwie wir des Tages sind, sollen nüchtern der Schmerz ein schwangeres Weib, und werden nicht entfliehen. Ihr aber, lieben Brüder, seyd nicht in der Finsterniß, daß euch der Tag, wie ein Dieb ergreife. Ihr send allzumal Kinder des Lichts und Kinder des Tages, wir sind nicht von der Nacht, noch von der Finsterniß. So laffet uns nun nicht schlafen, wie die andern, sondern lasset uns wachen und nüchtern seyn. Denn die da schlafen, die schlafen des Nachts, und die da trunken sind, die sind seyn, angethan mit dem Krebs des Glaubens und der Liebe, und mit dem Helm der Hoffnung zur Seligkeit. Denn Gott hat uns nicht ge= setzt zum 3orn, sondern die Seligkeit zu besigen durch unsern Herrn Jesum Christum, der für uns gestorben ist, auf daß, wir machen oder schlafen, zugleich mit ihm leben sollen. ben sollen. Darum ermahnet euch unter einander, und bauet einer den andern, wie ihr denn thut. ang adid A. Die dra sada thus m do wa distad 96 gut nionid Leidensgeschichte Jesu Christi, aus den vier Evangelien zusammengefaßt. HOMES sind merite dnit mch myd 90 310 3350 890 depus sinis slo per lommig sid ms Borodint 1. Eingang. vor kam gen da der Verstorbene, welchen Jesus auferweckt hatte von den Todten. Daselbst machten sie ihm ein Abendmahl im Hause Simonis, des Uussäßigen; und Martha dienete, Lazarus aber war der einer, die mit ihm zu Zische saßen. Da trat zu ihm Maria, die hatte ein Glas mit einem Pfund Salbe von ungefälschter, köstlicher Narden. Und sie zerbrach das Glas, goß es auf sein Haupt und salbete seine Füße, und trocknete mit ihrem Haar seine Füße; das Haus aber ward voll vom Geruch der Salbe. Da sprach seiner Jünger einer, Judas, Simonis Sohn, Ischariothes, der ihn hernach verrieth: warum ist diese Salbe nicht verkauft um dreihundert Groschen und den Armen gegeben? Das sagte er aber nicht, daß er nach den Urmen fragte, sondern er war ein Dieb, und hatte den Beutel und trug, was gegeben ward. Es waren auch etliche der andern Jünger, die wurden unwillig und sprachen: was soll doch dieser Unrath? Dieses Wasser hätte mögen theuer verkauft und den Armen gegeben werden. Und sie murreten über sie. Da das Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Laffet sie mit Frieden, was bekümmert ihr das Weib? Sie hat ein gut Werk an mir gethan. Denn Urme habt ihr allezeit bei euch, und wenn ihr wollet, könnet ihr ihnen Gutes thun; mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat gethan, was sie konnte. Daß sie dies Wasser hat auf meis 2. Letztes Mahl Jefu mit den Jüngern. 49 nen Leib gegossen, ist sie zuvorgekommen, meinen Leib zu salben zu meinem Begräbniß. Wahrlich ich sage euch: wo dieß Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtniß, audy bas fager das sie jest gethan hat. ¹) bin Des andern Tages, viel Volks, das auf das Fest kommen war, da es hörete, daß Jesus kommt gen Jerusalem, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrieen: Hosianna, gelobet sey der da kommt im Namen des Herrn, ein König von Israel! Jesus aber überkam ein Eselein und ritt darauf, wie denn geschrieben stehet: ,, fürchte dich nicht, du Tochter 3ion, siehe, dein König kommt reitend auf einem Eselsfüllen." Das Volk aber, das mit ihm war, da er Lazarum aus dem Grabe rief und von den Todten auferweckete, rühmete die That. Darum ging ihm auch das Volk entgegen, da sie höreten, er hätte ſolches Zeichen gethan. Die Pharisäer aber sprachen unter einander: ihr sehet, daß ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läufet ihm nach. 2) THE Es war aber nahe das Fest der süßen Brode, das da Ostern heißet. Und Jesus sprach zu seinen Jüngern: ihr wisset, daß nach zween Tagen Ostern wird, und des Menschen Sohn wird überantwortet werden, daß er gekreuziget werde. Damals versammelten sich die Hohepriester und die Schriftgelehrten und die Ueltesten im Volk in dem Palaste des Hohes priesters, der da hieß Kaiphas, und hielten Rath, wie sie Jesum mit List griffen und tödteten. Sie sprachen aber: ja nicht auf das Fest, auf daß nicht ein Aufruhr werde im Volk! Und fürchteten sich vor dem Volke. 3) Da ging hin der Zwölfen einer, mit Namen Judas scharioth, und redete mit den Hohepriestern und Hauptleuten, wie er ihn wollte überantworten und sprach: was wollt ihr mir geben? ich will ihn euch verrathen. Da sie das höreten, wurden sie froh und gelobten ihm Geld zu geben; und ste boten ihm dreißig Silberlinge. Und er versprach sich; und von dem an suchte er Gelegenheit, daß er ihn überantwortete ohne Rumor. 4) 15 07 US BU402 in 1891 ud 4900 29 dit m2. Das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern.d bi 901501 m ersten Tag aber der süßen Brode, auf welchen man mußte opfern willst du, daß wir dir bereiten das Osterlamm zu essen? Und er sandte seiner Jünger zween, Petrum und Johannem, und sprach zu ihnen: gehet in die Stadt; siehe, wenn ihr hineinkommet, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Krug mit Wasser; folget ihm nach in das Haus, da er hineingeht, und saget dem Hausherrn: der Meister lässet dir sagen, meine Zeit ist hier, ich will bei dir Ostern halten mit meinen Jüngern; wo ist die Herberge, darin ich das Osterlamm essen möge? Und er wird euch einen großen Saal zeigen, der bereitet ist; daselbst richtet für uns zu. Und die Jünger gingen aus und kamen in die Stadt und funden es, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Osterlamm. 5) Um Abend aber kam er mit den 3wölfen, segte sich nieder, und die zwölf Apostel mit ihm. Und er sprach zu ihnen: mich hat herzlich verlanget, dieß Ofterlamm mit euch zu essen ehe denn ich leide. Denn id) 1) Joh. 12, 1-8. Matth. 26, 6-13. Marc. 14, 5-9. 2) Joh. 12, 12-15 u. 17-19. 3) Matth. 26, 1-5. Marc. 14, 1. 2. Luc. 22, 1. 2. 4) Matth. 26, 14-16. Marc. 14, 10. 11. Luc. 22, 4-6. 5) Matth. 26, 17-19. Marc. 14, 12-16. Luc. 22, 7-13. 8 88 E 4 50 spanLeidensgeschichte. estra S fage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon essen werde, bis baß erfüllet werde im Reich Gottes. Und er nahm den Kelch, dankete und sprach: nehmet denselbigen, theilet ihn unter euch; denn ich sage euch: ich werde nicht trinken von dem Gewächse des Weinstocks, bis das Reich Gottes komme. ¹) Es erhub sich auch ein 3ank unter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den größesten gehalten werden. Er aber sprach zu ihnen: die weltlichen Könige herrschen, und die Gewaltigen heißet man gnädige Herrenz ihr aber nicht also; sondern der größeste unter euch soll sein wie der jüngste, und der vornehmste wie ein Diener. Denn welcher ist der größeste? der zu Tische siget, oder der da dienet? Jste nicht also, daß der zu Tische sizet? Ich aber bin unter euch wie ein Diener. Ihr aber send es, die ihr beharret habt bei mir in meinen Anfechtungen. Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mirs mein Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinken sollt über meinem Zisch in meinem Reiche, und sitzen auf Stühlen und richten die zwölf Geschlechte Israels. 2) al sus2 dall Und Jesus, da er erkennete, daß seine Seit kommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Bater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda, Simonis, Jscharioth, ins Sperz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott kommen war und zu Gott ging, stund er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Danach goß er Wasser in ein Becken, hub an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro; und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: was ich thue, das weißest du jest nicht, du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: nimmermehr sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Theil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt! Spricht Jesus zu ihm: wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seyd rein; aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl; darum sprach er: ihr seyd nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder und sprach abermal zu ihnen: wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißet mich Meister und Herr, und faget recht daran, denn ich bin es auch; so nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Wahrlich, wahrlich ich sage euch: der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr, noch der Apostel grö= ßer, denn der ihn gesandt hat. So ihr solches wisset, selig send ihr, so ihrs thut! Nicht sage ich von euch allen. Ich weiß, welche ich erwählet habe. Sondern daß die Schrift erfüllet werde: der mein Brod isset, der tritt mich mit Füßen." Jetzt sage ich es euch, ehe denn es geschiehet, auf daß, wenn es geschehen ist, ihr glaubet, daß ich es bin. Wahrlich, wahrlich ich sage euch: wer aufnimmt, so ich jemand senden werde, 1) Luc. 22, 14-18. Matth. 26, 20. Marc. 14, 17. 2) Luc. 22, 24-30. - 2. Leßtes Mahl Jefu mit den Jüngern. 51 der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. ¹) affolding Da Jesus solches gesagt hatte, ward er betrübt im Geist und zeugete und sprach: wahrlich, wahrlich ich sage euch: einer unter euch wird mich verrathen! Da sahen sich die Jünger unter einander an, und ward ihnen bange, von welchem er redete. Und sie wurden sehr betrübt und huben an, ein jeglicher unter ihnen und sagten zu ihm: Herr, bin ichs? und der andere: bin ichs? Er antwortete und sprach: einer aus den 3wölfen, der mit mir in die Schüssel tauchet. Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische saß an der Brust Jesu, welchen Jeſus lieb hatte; dem winkte Simon Petrus, daß er forschen sollte, wer es wäre, von dem er sagte. Denn derselbige lag an der Brust Jesu, und sprach zu ihm: Herr, wer ists? Jesus antwortete: der ists, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er tauchte den Bissen ein und gab ihn Juda, Simonis, Ischarioth. Und er sprach: zwar des Menschen Sohn gehet dahin, wie es beschlossen ist und wie von ihm geschrieben stehet; doch wehe demselbigen Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verrathen wird! Es wäre demselben Menschen besser, daß er nie geboren wäre! Da antwortete Judas, der ihn verrieth, und sprach: bin ichs, Rabbi? Er sprach zu ihm: du sagst es. Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: was du thust, das thue bald. Dasselbige aber wußte niemand über dem Tische, wozu ers ihm sagte. Etliche meineten, dieweil Judas den Beutel hatte, Jesus spräche zu ihm: kaufe was uns noth ist auf das Fest; oder daß er den Armen etwas gebe. Da er nun den Bissen genommen hatte, ging er sobald hinaus. Und es war Nacht. 2) Da aber Judas hinausgegangen war, spricht Jesus: nun ist des Menschen Sohn verkläret, und Gott ist verkläret in ihm. Ist Gott vers kläret in ihm, so wird ihn Gott auch verklären in ihm selbst und wird ihn bald verklären. ³) auch Da sie aber aßen, nahm Jesus das Brod, dankete und brachs und gabe den Jüngern und sprach: nehmet, effet! Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird, das thut zu meinem Gedächtnis. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete und gab ihnen den und sprach: trinket alle daraus! das ist mein Blut des neuen Testaments, welches für euch und für viele vergoffen wird zu Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. Und fie trunken alle daraus. Und er sprach zu ihnen: wahrlich ich sage euch, daß ich hinfort nicht trinken werde von diesem Gewächs des Weinstocks, bis auf den Tag, da ichs neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich.*) Liebe Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen; und wie ich zu den Juden sagte, wo ich hingehe, da köns net ihr nicht hinkommen. Und ich sage euch nun: ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch unter einander liebet wie ich euch geliebet habe, daß auch ihr einander lieb habet. Dabei wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seyd, so ihr Liebe unter einander habet. Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehest du hin? Jesus antwortete ihm: da ich hingehe, kannst du mir diesmal nicht folgen; aber du wirst mir hernachSana smis 1) Joh. 13, 1-20.- 2) Joh. 13, 21-30. Luc. 22, 21-23. 3) Joh. 13, 31, 32. Luc. 22, 19. 20. Matth. 26, 21-25. Marc. 14, 18-21. 4) Matth. 26, 26-29. Marc. 14, 22-25. 4* - 52 speto Leidensgeschichte. sots.S mals folgen. Petrus spricht zu ihm: Herr, warum kann ich dir dießmal nicht folgen? Ich will mein Leben für dich lassen! Jesus antwortete ihm: solltest du dein Leben für mich lassen? Simon, Simon, siehe, Satanas hat euer begehret, daß er euch möchte sichten wie den Waizen! Ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre; und wenn du dermaleins dich bekehrest, so stärke deine Brüder. Er sprach aber zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängniß und in den Tod zu gehen. Er aber sprach: Petrus, ich sage dir, der Hahn wird heute nicht krähen, ehe denn du dreimal verleugnet hast, daß du mich kennest! E Und er sprach zu ihnen: so oft ich euch gesandt habe ohne Beutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr auch je Manget gehabt? Sie sprachen: nie keinen. Da sprach er zu ihnen: aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desselbigen gleichen auch die Tasche; wer aber nicht hat, verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwert. Denn ich sage euch: es muß noch das auch vollendet werden an mir, das geschrieben stehet: ,, er ist unter die Uebelthäter gerechnet." Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: es ist genug. 2) diar Siddofc duz 319170073ND Comi 1790 3. Kampf in Gethsemane und Gefangennehmung. Song) und nd da sie den Lobgesang gesprochen, und Jesus noch vieles( Joh. Cap. 14-17) zu ihnen geredet hatte, ging er hinaus über den Bach Kidron an den Delberg nach seiner Gewohnheit. Es folgten ihm aber seine Jünger nach an denselbigen Ort. Da sprach Jesus zu ihnen: ihr werdet euch in dieser Nacht alle an mir ärgern. Denn es stehet geschrieben: ,, ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Heerde werden sich zerstreuen." Wenn ich aber auferstehe, will ich vor euch hingehen in Galiläam. Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: wenn sie auch alle sich an dir ärgerten, so will ich doch mich nimmermehr ärgern! Und Jesus sprach zu ihm: wahrlich ich sage dir: heute in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen! Petrus aber redete noch weiter: ja, wenn ich mit dir auch sterben müßte, wollte ich dich nicht verleugnen! Desselbigen gleichen sagten auch alle Jünger. 3) Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hofe, der hieß Gethsemane; da war ein Garten, darein ging Jesus und seine Jünger. Judas aber, der ihn verrieth, wußte den Ort auch; denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Süngern. Und als er dahin kam, sprach er zu ihnen: feget euch hie, bis ich dorthin gehe und bete. Betet, auf daß ihr nicht in Unfechtung fallet! Und nahm zu sich Petrum und Jacobum und Johannem, die zween Söhne Zebedät, und fing an zu trauern, zu zittern und zu zagen und sprach zu ihnen: meine Seele ist betrübt bis in den Tod. Bleibet hie und wachet mit mir! Und ging hin ein wenig und riß sich von ihnen bei einem Steinwurf und Eniete nieder, fiel nieder auf fein Ungesicht und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüberginge, und sprach: Abba, mein Vater! es ist dir alles möglich; willst du, so nimm diesen Kelch von mir, doch nicht wie ich will, sondern wie du willst. Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend und sprach zu Petro: Simon, schläfest du? Könnet ihr denn nicht eine Stunde 1) Joh. 13, 33-38. Luc. 22, 31-34. 2) Luc. 22, 35-38.-83) Mattb. 26, 30-35. Marc. 14, 26-31. Luc. 22, 39. Joh. 18, 1. .05. - fam 3. Gethsemane. Gefangennehmung. 53 mit mir wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in unfechtung fallet; 3um andernmal der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. ging er wieder hin, betete und sprach: mein Vater, ists nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn, so geschehe dein Wille! Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkete ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang und betete heftiger. Es ward aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde. Und er kam wieder und fand sie abermals schlafend vor Traurigkeit; denn ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Und er ließ sie und ging abermal hin und betete zum drittenmal und redete dieselbigen Worte. Und er stund auf vom Gebet und kam zum drittenmal zu seinen Jüngern und sprach zu ihnen: ach, wollt ihr nun schlafen und ruhen? Es ist genug! Siehe die Stunde ist hie, daß des Menschen Sohn in der Sünder Hände überantwortet wird. Stehet auf, lasset uns gehen; siehe, der mich verräth, er ist da. 1) sodaion Und alsobald da er noch redete, siehe da kam Judas, der Zwölfen einer, welcher zu sich genommen hatte die Schaar und der Hohepriester und Pharisäer Diener mit Fackeln und Lampen, mit Schwertern und mit Stangen, und ging vor ihnen her. Als nun Jesus wußte alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: wen suchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus spricht zu ihnen: ich bins! Judas aber, der ihn verrieth, stund auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: ich bins, wichen sie zurück und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermal: wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazareth. Jesus antwortete: ich habe es euch gesagt, daß ichs sey. Suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen! Auf daß das Wort erfüllet würde, welches er sagte: ich habe der keinen verloren, die du mir gegeben hast Der Verräther aber hatte ihnen ein Zeichen geges ben und gesagt: welchen ich küssen werde, der ists, den greifet und führet ihn gewiß! Und alsbald trat er zu Jesu und sprach: gegrüßet seyst du, Rabbi, Rabbi! und küsfete ihn. Jesus aber sprach zu ihm: mein Freund, warum bist du kommen? Juda, verräthst du des Menschen Sohn mit einem Kuß? 2) d ni jazdsian tiss Da traten sie hinzu und legten die Hände an Jesum und griffen ihn. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, follen wir mit dem Schwert drein schlagen? Und einer aus ihnen, Simon Petrus, hatte ein Schwert und zog es aus und schlug nach des Hohepriesters Knecht und hieb ihm sein recht Ohr ab. Und der Knecht hieß Maldhus. Jesus aber antwortete und sprach: lasset sie doch so ferne machen. Und er rührete sein Ohr an und heilete ihn. Und zu Petro sprach er: stecke dein Schwert in die Scheide; denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen. Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Oder meinest du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschickte mehr denn zwölf Legionen Engel? Wie würde aber die Schrift erfüllet? Es muß also gehen! 3) i topping Bu der Stunde sprach Jesus zu den Hohepriestern und Hauptleuten des Tempels und den Weltesten, die über ihn kommen waren: ihr seyd - - - 2) Job. 1) Joh. 18, 1. 2. Matth. 26, 36-46. Marc. 14, 32-42. Luc. 22, 40-46. 18, 3-9. Matth. 26, 47-50. Marc. 14, 43-45. Luc. 22, 47. 48. 3) Job. 18, 10. 11. Matth. 26, 50-54. Marc. 14, 46. 47. Buc. 22, 49-51. 54 prin Leidensgeschichte.dis ausgegangen als zu einem Mörder, mit Schwertern und mit Stangen, mich zu fahen. Bin ich doch täglich geseffen bei euch und habe gelehret im Tempel, und ihr habt mich nicht gegriffen und keine Hand an mich gelegt. Über dieß ist eure Stunde und die Macht der Finsterniß- Dieß ist alles geschehen, daß erfüllet würden die Schriften der Propheten. donDa verließen ihn alle Jünger und flohen. Und es war ein Jüng ling, der folgete ihm nach, der war mit Leinwand bekleidet auf der bloBen Haut, und die Jünglinge griffen ihn. Er aber licß die Leinwand fahren und floh bloß von ihnen. ¹) dan, ajoid ou tour nopul 4. Jesu Berhör vor dem hohen Rath. Petri Verleugnung. and Thu JOHN ie Schaar aber, und der Oberhauptmann, und die Diener der Juden nahmen Jefum und bunden ihn und führeten ihn aufs erste zu Hannas, der war Kaiphas Schwäher, welcher des Jahrs Hohepriester war. Es war aber Kaiphas, der den Juden rieth, es wäre gut, daß ein Mensch würde umgebracht für das Volk. Und Hannas fandte ihn gebunden zu dem Hohepriester Kaiphas, dahin zusammenkommen waren alle Hohepriester und Weltesten und Schriftgelehrten. Simon Petrus aber folgte Jesu nach, und ein anderer Jünger. Derselbige Jünger war dem Hohepriester bekannt und ging mit Jesu hinein in des Hohepriesters Palast. Petrus aber stund draußen vor der Thüre. Da ging der andere Jünger, der dem Hohepriester bekannt war, hinaus und redete mit der Thürhüterin und führete Petrum hinein. Und er ging hinein und setzte sich bei den Knechten, auf daß er sähe, wo es hinaus wollte. Da sprach die Magd, die Thürhüterin, zu Petro: bist du nicht auch dieses Menschen Jünger einer? Er leugnete aber und sprach: id) bins nicht, ich kenne ihn nicht, weiß auch nicht, was du sageft! Und er ging hinaus in den Vorhof, und der Hahn krähete. Es stunden aber die Knechte und Diener und hatten ein Kohlfeuer gemacht mitten im Palast, denn es war kalt, und wärmeten sich. Petrus aber stund bei ihnen und wärmete sich). 2) Aber der Hohepriester fragte Jesum um seine Jünger und um seine Lehre. Jesus antwortete ihm: ich habe frei öffentlid) geredet vor der Welt. Ich habe allezeit gelehret in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden zusammen kommen, und habe nichts im Verborgenen geredet. Was fragest du mich darum? Frage die darum, die gehöret haben, was ich zu ihnen geredet habe: siehe, dieselbigen wissen, was ich gefagt habe. Uis er aber solches redete, gab der Diener einer, die dabei stunden, Jesu einen Backenstreich und sprach: sollst du dem Hohepriester also antwor ten? Jesus antwortete: habe ich übel geredet, so beweise es, daß es böse sen; habe ich aber recht geredet, was schlägest du mich? ³) Die Hohepriester aber und die Weltesten und der ganze Rath suchten falsch Beugniß wider Jesum, auf daß sie ihn zum Tode brächten, und funden feines. Und wiewohl viele falsche Beugen hinzutraten, funden fie doch keines; ihr Zeugniß stimmte nicht überein. 3ulest traten herzu zween falsche Zeugen und sprachen: wir haben gehöret, daß er sagte: ich will den Tempel, der mit Händen gemacht ist, abbrechen und in dreien Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht sey. Uber ihr Beugniß stimmte doch nicht überein. 1) Matth. 26, 55, 56. Marc. 14, 48-52. Luc. 22, 52. 53. 24. 15-18. Matth. 26, 57. 58. 69. 70. Marc. 14, 53, 54, 68. 3) Joh. 18, 19-23. 2) Joh. 18, 12-14. Luc. 22, 54-56. sich Pilatus. 55 Da stund der Hohepriester auf unter fie und fragte Jefum und sprach: antwortest du nichts zu dem, was diese wider dich zeugen? Aber Sesus schwieg still und antwortete ihm nichts. Und die Weltesten des Volks, die Hohepriester und Schriftgelehrten sprachen: bist du Christus, fage es uns! Er aber sprach zu ihnen: sage ichs euch, so glaubet ihrs nicht; frage ich aber, so antwortet ihr nicht, und lasset mich doch nicht los. Da fragte ihn der Hohepriester abermal und sprach: ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sageft, ob du sevest Christus, der Sohn Gottes, des hochgelobten? Jesus sprach zu ihm: du fagests, denn ich bins! Doch ich sage euch): von nun an wird es geschehen, daß ihr sehen werdet des Menschen Sohn sißen zur rechten Hand der Kraft Gottes und kommen in den Wolken des Himmels. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: er hat Gott gelästert! Was dürfen wir weiter Beugniß? Siehe, jest habt ihr seine Gotteslästerung gehört. Was dünket euch? Sie verdammten ihn alle und sprachen: er ist des Todes schuldig! ¹) Simon Petrus aber stund und wärmete sich. Da sah ihn eine andere Magd und sprach zu denen, die da waren: dieser war auch mit dem Jesu von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: bist du nicht seiner Jünger einer? Und er leugnete abermal und schwur dazu: ich kenne den Menschen nicht! Und über eine kleine Weile traten hinzu, die da stunden und sprachen zu Petro: wahrlich, du bist auch einer von denen, ein Galiläer; denn deine Sprache verräth dich und lautet gleich also. Spricht des Hohepriesters Knechte einer, ein Gefreundter deß, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: sah ich dich nicht im Garten bei ihm? Da verleugnete Petrus abermal, hub an, sich zu verfluchen und zu schwören und sprach: ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr saget! Und alsbald krähete der Hahn zum andernmal. Und der Herr wandte sich und sah Petrum an. Da gedachte Petrus an die Worte Jesu, da er zu ihm sagte: ehe der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Und Peging hinaus, hub an zu weinen und weinete bitterlich. 2) and Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn, speieten aus in sein Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten. Etliche aber schlugen ihn ins Ungesicht, verdeckten ihn und sprachen: weissage uns, Christe, wer ifts, der dich schlug? Und viel andere Lästerungen sagten sie wider ihn. 3) Des Morgens aber hielten alle Hohepriester und die Weltesten des dod sie Volks einen Rath über Jesum, daß sie ihn tödteten.*) di sport G und 100 S 5. Verhandlungen vor Pilatus. nd der ganze Haufe stund auf und bunden Jesum und führeten ihn von Kaiphas vor das Richthaus, und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontio Pilato. Und es war frühe. 5) Und Da das sahe Judas, der ihn verrathen hatte, daß er verdammet war zum Tode, gereuete es ihn und brachte herwieder die dreißig Silberlinge den Hohepriestern und den Weltesten und sprach: ich habe übel gethan, daß ich unschuldig Blut verrathen habe! Sie sprachen: was gehet uns das an? da siehe du zu! Und er warf die Silberlinge in den 091290 LO HENDI 1) Matth. 26, 59-66. Marc. 14, 55-64. Luc. 22, 67-71. Matth. 26, 71-75. Marc. 14, 69-72. Luc. 22, 58-63. Marc. 14, 65. Luc. 22, 63-65. 28. Matth. 27, 2. Marc. 15, 1. - 2) Joh. 18, 25-27. 3) Matth. 26, 67. 68. 5) Joh. 18, - L ( 4) Matth. 27, 1. Marc. 14, 1. Luc. 23, 1. 56 Leidensgeschichte. Tempel, hub sich davon, ging hin und erhenkte sich selbst. Aber die Hom hepriester nahmen die Silberlinge und sprachen: es taugt nicht, daß wir fie in den Gotteskaften legen, denn es ist Blutgeld! Sie hielten aber ei nen Rath und kauften einen Töpfersacker darum zum Begräbniß der Pilger. Daher ist derselbige Ucker genennet der Blutacker bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das gesagt ist durch den Propheten( Jeremia), da er spricht: ,, fie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlet ward der Verkaufte, welchen sie kauften von den Kindern Israel; und haben sie gegeben um einen Töpfersacker, als mir der Herr befoh len hat." ¹) hod. ON 300 mi mund Die Juden gingen aber nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern Ostern effen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus und sprach: was bringet ihr für Klage wider diesen Menfchen? Sie antworteten und sprachen zu ihm: wäre dieser nicht ein Uebelthäter, wir hätten dir ihn nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: so nehmet ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem Gesch. Da sprachen die Juden zu ihm: wir dürfen niemand tödten;- auf daß er= füllet würde das Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes er sterben würde. 2) 102 opred Und die Hohepriester und Weltesten fingen an, ihn zu verklagen und sprachen: diesen finden wir, daß er das Volk abwendet und verbeut den Schoß dem Kaiser zu geben und spricht: er sen Christus, ein König. ³) Da ging Pilatus wieder hinein in das Richthaus und rief Jesum und sprach zu ihm: bist du der Juden König? Jesus antwortete: redest du das von dir selbst, oder habens dir andere von mir gesagt? Pilatus ant wortete: bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohepriester haben dich mir überantwortet; was hast du gethan? Jesus antwortete: mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, meine Dies ner würden darob kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde; aber nun ist mein Reich nicht von dannen. Da sprach Pilatus zu ihm: so bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: du sagests, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt kommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: was ist Wahrheit? Und da er das geſagt, ging er wieder hinaus zu den Juden und spricht zu ihnen: ich finde keine Schuld an diesem Menschen.*) Die Hohepriester aber und die Weltesten beschuldigten ihn hart. Und da er von ihnen verklagt ward, antwortete er nichts. Da fragte ihn Pilatus abermal und sprach zu ihm: antwortest du nichts? Hörest du nicht, wie hart sie dich verklagen? Und er antwortete ihm nicht auf ein Wort, also daß sich auch der Landpfleger sehr verwunderte. 5) Sie aber hielten an und sprachen: er hat das Volk erreget damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen Land, und hat in Galiläa angefangen, bis hicher. Da aber Pilatus Galiläam hörete, fragte er, ob er aus Galiläa wäre? Und als er vernahm, daß er unter Herodie Obrigkeit gehörte, übersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war. Da aber Herodes Jesum sah, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst gern gesehen; denn er hatte viel 1 FOTOS( 2 1) Matth. 27, 3-10. 2) Joh. 18, 28-32. 3) Luc. 23, 2.- 4) Joh. 18, 33-38. Matth. 27 11. Marc. 15, 2. Luc. 23, 3. 4. 5) Marc. 15 3-5. Matth. 27, 12-14. - - - 5. Pilatus. 57 von ihm gehöret und hoffete, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancherlei; er antwortete ihm aber nichts. Die Hohepries ster aber und Schriftgelehrten stunden und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit seinem Hofgesinde verachtete und verspottete ihn, legte ihm ein weiß Kleid an und sandte ihn wieder zu Pilato. Auf den Tag wurs den Pilatus und Herodes Freunde miteinander, denn zuvor waren sie sinander feind. ¹) un nou się such an ough strey sopi Pilatus aber rief die Hohepriester und die Obersten und das Volk zusammen und sprach zu ihnen: ihr habt diesen Menschen zu mir ge bracht, als der das Volk abwende. Und siche, ich habe ihn vor euch verhöret und finde an dem Menschen der Sachen keine, der ihr ihn be schuldiget; Herodes auch nicht, denn ich habe euch zu ihm gesandt, und siehe, man hat nichts auf ihn gebracht, das des Todes werth sey. Darum will ich ihn züchtigen und loslassen. 2) de mig Auf das Osterfest aber hatte der Landpfleger die Gewohnheit, dem Volk einen Gefangenen loszugeben, welchen sie begehrten. Es war aber zu der Zeit ein Gefangener, genannt Barrabas, ein sonderlicher vor andern, welcher war um des Aufruhrs willen, so in der Stadt geschehen war, und um eines Mords willen ins Gefängniß geworfen. Und das Volk ging hinauf und bat, daß er thäte wie er pflegte. Da sie nun versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: ihr habt eine Gewohnheit, daß ich euch einen auf Ostern losgebe; welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe? Barrabam? oder Jesum, von dem gesagt wird, er sey Christus, der Juden König? denn er wußte wohl, daß ihn die Hohepriester aus Neid überantwortet hatten. 09231150p pirusni pigon 1107 Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; ich habe heute viel erlitten im Traum von seinetwegen. 3) Aber die Hohepriester und Weltesten überredeten und reizeten das Volk, daß sie um Barrabas bitten sollten, und Jesum umbrächten. Da antwortete der Landpfleger und sprach zu ihnen: welchen wollt ihr unter diesen zween, den ich euch soll losgeben? Da schrie der ganze Haufe und sprach: hinweg mit diesem; und gieb uns Barrabam los! Barrabas aber war ein Mörder. Da rief Pilatus abermal zu ihnen und wollte Jesum loslassen und sprach: was soll ich denn machen mit Jesu, von dem gesagt wird, er sey Christus? Sie riefen alle und schrieen: kreuzige, kreuzige ihn! Er aber sprach zum drittenmal zu ihnen: was hat denn dieser Uebels gethan? Ich finde keine Ursache des Todes an ihm. Darum will ich ihn züchtigen und loslassen. Aber sie schrieen noch vielmehr: kreuzige ihn! Und ihr und der Hohepriester Geschrei nahm überhand.*) Britt Da nahm Pilatus Jesum und geißelte ihn. Und die Kriegsknechte des Landpflegers nahmen Jesum zu sich und führeten ihn hinein in das Richthaus, und sammelten über ihn die ganze Schaar. Und sie zogen Jesum aus, und legten ihm einen Purpurmantel an und flochten eine Krone von Dornen und setzten sie auf sein Haupt, und ein Rohr in seine rechte Hand. Und beugten die Kniee vor ihm und spotteten ihn und sprachen: sey gegrüßet, lieber Judenkönig! und gaben ihm Backenstreiche und ſpeieten ihn an und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt. 5) - 1) Luc. 23, 5-12. 2) Luc. 23, 13-16. 3) Matth. 27, 15-19. Marc. 15, 6 bis 10. uc. 23, 17. Joh. 18, 39. 4) Matth. 27, 20-23. Marc.- 15, 11-14. Suc. 23, 18-23. Joh. 18, 40. 5) Joh. 19, 1-3. Matth. 27, 27-30. Marc. 15, 16-19. - - Leibensgeschichte. Da ging Pilatus wieder heraus und sprach zu ihnen: sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. 20lso ging Jesus heraus und trug eine Dornenkrone und Purpurkleid. Und er spricht zu ihnen: sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohepries fter und die Diener sahen, schrieen sie und sprachen: kreuzige, kreuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: nehmet ihr ihn hin und Freuziget ihn; denn ich finde keine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: wir haben ein Geset und nach dem Geseg soll er sterben; denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. ¹) Da Pilatus das Wort hörete, fürchtete er sich noch mehr und ging wieder hinein in das Richthaus und spricht zu Jesu: von wannen bist du? Uber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: redest du nicht mit mir? Weißest du nicht, daß ich macht habe, dich zu kreuzigen, und macht habe, dich los zu geben? Jesus antwortete: du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben; darum, der mich dir überantwortet hat, der hats größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn los ließe. Die Juden aber schrieen und sprachen: läsfest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich selbst zum Könige macht, der ist wider den Kaiser. Da Pilatus das Wort hörete, führete er Jesum heraus und setzte sich auf den Richtstuhl an der Stätte, die da heißet Hochpflaster, auf ebräisch aber Gabbatha. Es war aber der Rüsttag in Ostern. Und er spricht zu den Juden: sehet, das ist euer König! Sie schrieen aber: weg, weg mit dem, kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: soll ich euren König freuzigen? Die Hohepriester antworteten: wir haben keinen König, denn den Kaiser. 58 do Da aber Pilatus sahe, das er nichts schaffete, sondern daß viel ein größer Getümmel ward, nahm er Wasser und wusch die Hände vor dem Volk und sprach: ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten; sehet ihr zu! Da antwortete das ganze Volk und sprach: sein Blut komme über uns und über unsere Kinder! Pilatus aber gedachte dem Volke ge= nug zu thun und gab ihnen Barrabam los, der um Aufruhr und Mords willen war ins Gefängniß geworfen, um welchen sie baten; Jesum aber, den er hatte geißeln lassen, übergab er ihrem Willen, daß er gekreuziget würde. 2) pla01 datar Se 6. Kreuzigung und Tod Jesu.my) 150050 Ind nd da sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpurmantel aus und zogen ihm seine eigenen Kleider an, nahmen ihn und führeten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten. Und er trug sein Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißet Schädelstätte, auf ebräisch Golgatha. Und als sie ihn hinführeten, ergriffen sie einen Menschen, der vorüberging, mit Namen Simon von Cyrene, der vom Felde kam, der ein Vater war Alexandri und Rufi; den zwangen sie, daß er Jesu sein Kreuz trüge, und legten das Kreuz auf ihn. 3) 1891 A MONTO SHOC Es folgeten ihm aber nach ein großer Haufe Volks und Weiber, die klagten und beweineten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern wei1 YS 1) Joh. 19, 4-15. 2) Matth. 27, 24-26. Marc. 15, 15. Luc. 23. 24. 25. Joh. 19, 16. 3) Matth. 27, 31. 32. Marc. 15, 20. 21. Luc. 23, 26. Joh. 19, 16. 17. - 12 ben 6. Freuzigung und Tod. 59 net über euch selbst und über eure Kinder! denn siebe, es wird die Beit kommen, in welcher man sagen wird: selig sind die Unfruchtbaren, und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gefäuget haben! Dann werden sie anfahen zu sagen zu den Bergen: fallet über uus! und zu den Hügeln: decket uns! Denn so man das thut am grünen Holz, was will am dürren werden? ¹) Es wurden aber auch hingeführt zween andere, Uebelthäter, daß sie mit ihm abgethan würden. 2) 1255 andgood f( 2 und da sie an die Stätte mit Namen Golgatha kamen, gaben sie ihm Myrrhen im Wein zu trinken; und da ers schmeckete, wollte ers nicht trinken und nahms nicht zu sich. 3) mad 24),( homoc Ullda kreuzigten sie ihn und mit ihm zween Mörder, einen zu seiner Rechten und einen zur Linken, Jesum aber mitten inne. Da ward die Schrift erfüllet, die da sagt: ,, er ist unter die Uebelthäter gerechnet." Und es war um die dritte Stunde, da sie ihn kreuzigten.*) 2009 131 Jesus aber sprach: Bater! vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. 5) and MUTDO - und oben zu seinen Häupten hefteten sie die Ursach seines Todes beschrieben. Pilatus nämlich schrieb eine Ueberschrift und setzte sie auf das Kreuz; und war geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese Ueberschrift lasen viele Juden; denn die Stätte war nahe bei der Stadt, da Jesus gekreuziget ist. Und es war geschrieben auf ebräische, griechische und lateinische Sprache. Da sprachen die Hohepriester der Juden zu Pilato: schreibe nicht, der Juden König; sondern, daß er ge= sagt habe: ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: was ich ge= schrieben habe, das habe ich geschrieben. 6) Die Kriegsknechte aber, da sie Jesum gekreuziget hatten, nahmen fie seine Kleider und machten vier Theile, einem jeglichen Kriegsknecht ein Theil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war ungenähet, von oben an gewirket durch und durch. Da sprachen sie unter einander: laffet uns den nicht zertheilen, sondern darum loosen, weß er seyn soll, auf daß erfüllet würde die Schrift, die da sagt: sie haben meine Kleider unter sich getheilet und haben über meinen Rock das Loos geworfen." Solches thaten die Kriegsknechte. Und sie saßen allda und hüteten sein.) Das Volk aber stund und sahe zu. Und die vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe und sprachen: pfui dich, wie fein zerbrichst du den Tempel Gettes und bauest ihn in drei Tagen! Hilf dir nun selber; bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuz! Deßgleichen auch die Hohepriester spotteten sein sammt den Schriftgelehrten und Aeltesten und sprachen: andern hat er geholfen, und kann ihm selber nicht helfen. Ist er Christus, der Auserwählte Gottes, der König von Ifrael, so steige er nun vom Kreuze, daß wir sehen, so wollen wir ihm glauben. Er hat Gott vertrauet, der erlöse ihn nun, lüftets ihn; denn er hat gesagt: ich bin Gottes Sohn. 8) - - Uber der Uebelthäter einer, die da gehenket waren, lästerte ihn und sprach: bist du Christus, so hitf dir selbst und uns. Da, antwortete der andere, strafte ihn und sprach: und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, 1) Luc. 23, 27-31. 2) Luc. 23, 32. 3) Matth. 27, 33. 34. Marc. 15, 23. 5) Luc. 4) Matth. 27, 38. Luc. 23, 33. Joh. 19, 18. Marc. 15, 25. 27. 28. 23, 34. 6) Matth. 27. 37. Luc. 23, 38. Marc. 15, 26. Joh. 19, 7) Job. 19, 23. 24. Matth. 27, 35. 36. Marc. 15, 24, Luc. 23, 34. 35. 36. Matth. 27, 89-45. Marc. 15, 29-32. 19-22. 8) Luc. 23, - 60 do Leidensgeschichte. 10 der du doch in gleicher Verdammniß bist? Und zwar wir sind billig dars innen, denn wir empfangen, was unsere Thaten werth sind; dieser aber hat nichts ungeschicktes gehandelt. Und sprach zu Jesu: Herr! gedenke an mich, wenn du in dein Reich) kommest. Und Jesus sprach zu ihm: wahrlich ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese seyn! ¹) Es stund aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter, und seiner Mutter Schwester, Maria, Kleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sah und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn! Darnach spricht er zu dem Jünger: siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. 2) id Und es war um die sechste Stunde, und es war eine Finsterniß über das ganze Land bis an die neunte Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus laut und sprach: Eli, Eli, lamma asabthani? Das ist: mein Gott! mein Gott! warum hast du mich verlassen? Und etliche, die dabei stunden, da sie das höreten, sprachen sie: siehe, er rufet dem Elias.) and Danach als Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, spricht er: mich dürstet. Da stund ein Gefäß voll Effig; und bald lief einer unter ihnen, nahm einen Schwamm und füllete ihn mit Effig und steckte ihn auf ein Rohr von Ysopen und tränkete ihn. Die andern aber sprachen: halt, lasset sehen, ob Elias komme und ihm helfe? 4) tadi Jolier TOU? Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: es ist volls bracht! Und rief abermal laut und sprach: Vater! ich befehle meinen Geist in deine Hände. Und als er das gesagt, neigte er das Haupt und verschied. 5) Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke von oben an bis unten aus. Und die Erde erbebete, und die Felsen zerrissen, und die Gräber thaten sich auf, und stunden auf viele Leiber der Heili gen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen. 6) Über der Hauptmann, der dabei stund gegen ihm über, und die bei ihm waren und bewahreten Jesum, da sie sahen das Erdbeben, und daß er mit solchem Geschrei verschied, erschracken sie sehr und preiseten Gott und sprachen: fürwahr, dieser ist ein frommer Mensch und Gottes Sohn gewesen! Und alles Volk, das dabei war und zusahe, da sie sahen, was da geschah, schlugen sie an ihre Brust und wandten wieder um. 7) Es stunden aber alle seine Verwandten von ferne, und die Weiber, die ihm aus Galiläa waren nachgefolget und hatten ihm gedienet, und sahen das alles; unter welchen war Maria Magdalena, und Maria, des kleinen Jakobs und Joses Mutter, und Salome, die Mutter der Kinder Zebedäi, und viele andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen waren. 8) asandilydall had 2) Joh. 19, 25-27. Die Juden aber, dieweil es der Rüfttag war, daß nicht die Leichname am Kreuze blieben den Sabbath über( denn desselbigen Sabbaths 3) Luc. 23, 44. 45. Matth. 27, 45 4) Joh. 19, 28. 29. Matth. 27, 48. 49. Marc. 15, 36. 5) Joh. 19, 30. Luc. 23, 46. Matth. 27, 50. Marc. 15, 37. 6) Matth. 27, 51-53. Marc. 15, 38. Luc. 23, 45. 7) Matth. 27, 54. Marc. 15, 39. Luc. 23, 47. 48 8) Matth. 27, 55, 56. Marc. 15, 40, 41. Luc. 23, 49. CHARD 1) Luc. 23, 39-43. bis 47. Marc. 15, 33-35. - PAR L M 7. Begräbniß. 61 Tag war groß), baten sie Pilatum, daß ihre Beine gebrochen, und sie abgenommen würden. Da kamen die Kriegsknechte und brachen dem erBeine und dem andern, der mit ihm gekreuziget aber zu Jeſu tamen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht; sondern der Kriegsknechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer, und alsbald ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein 3eugniß ist wahr; und derselbige weiß, daß er die Wahrheit sagt, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde: ,, ihr sollt ihm kein Bein brechen." Und abermal spricht eine andere Schrift: ,, sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben." 1) 7. Begräbniß Sesu.sin( to 1650 100 stingr Inam Un nd siehe, am Abend, dieweil es der Rüfttag war, welches ist der Vorsabbath, kam ein reicher Mann von Arimathia, der Juden Stadt, mit Namen Joseph, ein ehrbarer Rathsherr. Der war ein guter, frommer Mann und hatte nicht gewilliget in ihren Rath und Handel; er wartete auch auf das Reich Gottes und war ein Jünger Jesu, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden. Der wagte es und ging hinein zu Pilato und bat ihn um den Leib Jesu. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon todt war, und rief den Hauptmann und fragte ihn, ob er längst gestorben wäre? Und als ers erkundet von dem Hauptmann, befahl er, man sollte Joseph den Leichnam geben. Und er kaufte eine reine Leinwand, kam und nahm den Leichnam Jesu herab. 2) Es kam aber auch Nicodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesu kommen war, und brachte Myrrhen und Uloen unter einander bei hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jesu und bunden ihn in leinene Zücher mit Spezereien, wie die Juden pflegen zu begraben. boat bir du vedn 3) spill Es war aber an der Stätte, da er gekreuziget ward, ein Garten, und im Garten ein neu Grab, das eigene Grab des Joseph, welches er hatte lassen in einen Fels hauen, in welches niemand je geleget war. Daselbst hin legten sie Jesum um des Rüsttags willen der Juden, weil der Sabbath anbrach, und das Grab nahe war. Es folgeten aber die Weiber nach, die mit ihm kommen waren aus Galiläa, Maria Magdalena und Maria Joses. Die seşten sich gegen das Grab und schaueten zu, wo und wie sein Leib geleget ward. Und Joseph wälzete einen groક્રુપ, Ben Stein vor die Thüre des Grabes. Und sie kehreten um und bereite= ten die Spezerei und Salben. Und den Sabbath über waren sie still nach dem Geses. 4) mandato Des andern Tages, der da folgt nach dem Rüfttag, kamen die Hohepriester und Pharisäer sämmtlich zu Pilato und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß dieser Verführer sprach, da er noch lebete: ich will nach dreien Tagen auferstehen. Darum befiehl, daß man das Grab vers wahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn und sagen zum Volk: er ist auferstanden von den Todten; und wäre der legte Betrug ärger denn der erste. Pilatus sprach zu ihnen: da habt ihr die Hüter; gehet hin und verwahrets, wie ihr wisset. Sie gingen hin und verwahreten das Grab mit Hütern und versiegelten den Stein. 5) 1) Joh. 19, 31-37. 2) Matth. 27, 57-59. Marc. 15, 42-46. Luc. 23, 50 bis 53. Joh. 19, 38. 3) Joh. 19, 39. 40. 4) Joh. 19, 41. 42. Matth. 27, 60. 61. Mare, 15, 46. 47. Luc. 23, 53-56. 5) Matth. 27. 62-66. - - 62 •( 1) Bindings sadi andmutalice si usted bonisosial sld smp: Oc madhon Gebete für rechtschaffene Christen. Adminsbordop anis 379 d nechod dm 4 390 dll pbt To fi Iduci adi on I. stadi asal di 100 Ro * 018 Allgemeine Gebete. not join spiseksid mer ant dalo du 19 tamis fim spied ng anur 2 amongoo Doctor Martin Luther's Morgensegen. pot nu Desselben Abendsegen. eß walte Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist, Amen! Ich danke dir, mein himmlischer Bater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Ges fahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Uebel, daß dir all mein Thun und Leben gefalle; denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele, und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sen mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde! Umen. 10 do its d sid aede mispler& Desselben Desselben ish nad your 1601 cop SUN 17030102 07 med dato GADER eß walte Ich danke dir, mein himmlischer Bater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünden, wo ich Unrecht gethan habe, und mich diese Nacht gnädiglich behüten; denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sey mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde! Amen.- por Capalop mih ni psijel STAN Tischgebet. Tischgebet. hordne dunder endgeste sizeste on Vor dem Essen( Benedicite). aidon najavob onu ox dinden d Aller ller Augen warten auf dich, Herr, und du gibst ihnen ihre Speiſe zu seiner Beit; du thust deine Hand auf und sättigst alles, was le= bet, mit Wohlgefallen. Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum, uns fern Herrn, Umen! and want we offunt auction day nigd Tut Tim diw thi stadal com se dore and mom Nach dem Effen( Gratias).10 Nach dem Essen( Gratias). mon noid bon anket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Der allem Fleische Speise gibt, der dem Viehe sein Futter gibt, den jungen Raben, die ihn anrufen: er hat nicht Luft an der Stärke des Rosses, noch Gefallen an jemandes Beinen. Der Herr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten und die auf seine Güte warten. Wir danken dir, Herr Gott, Vater, durch Jesum Chriftum, unfern Herrn, für alle deine Wohlthat, der du lebeft und regierest in Ewigkeit. Amen. za10 sodat dit dus spe std dummer dig und dau de dim to s bim bi odg mansid sich 3dr habe 65soMplop om maniad tur sim uo sdag for and illud 2 and 3 gün Tägliches Ge be t.exe is sla mitchi ug 39 Banner bilinan nabur sel poslom timed mod noboorte him motdot colle om dashuh? ands adsor sprint -fun. duudidishie dhim ud ilmodtollis of 1 bn nedroffee gedigt. Psalm 50, 14. Opfere Gott Dank, und bezahle dem Höchsten deine Gelübde. sblared dne lad ni' ud sid bilmade a more and of fiduc ch! du lieber Herr und Gott! ich lebe, aber ich weiß nicht, wie Ach! du lange? ich muß sterben, und weiß nicht, wann? Du, mein himmlischer Vater, weissest es. Wohlan! soll dieses Stündlein oder dieser Tag ( diese Nacht etwa die leste Nacht) meines Lebens sein, Herr! dein Wille geschehe, der ist allein der beste, nach demselben bin ich bereit im wahren Glauben an Christum, meinen Erlöser, zu leben und zu sterben. Allein, lieber Gott, gewähre mir nur diese Bitte, daß ich nicht möge plößlich in meinen Sünden sterben und verderben. Gieb mir rechtschaf fene Erkenntniß, Reue und Leid über meine begangenen Sünden, und stelle sie mir noch in diesem Leben unter Augen, damit sie mir nicht am jüngsten Tage unter Augen gestellet und ich dadurch vor Engeln und Menschen zu Schanden werden möge, sondern verleihe mir so viel Zeit und Raum zur Buße, daß ich meine Uebertretung von Herzen erkennen, bekennen und derselben Vergebung und Trost aus deinem seligmachenden Worte erlangen möge. 600 Uch, barmherziger Vater, verlaß mich nicht! nimm ja deinen heiligen Geist nicht von mir! Mein Herz und meines Herzens Zuversicht ist dir, o Herzens- Kündiger, wohl bekannt; in derselben erhalte mich zum ewigen Leben. Laß mich sterben, wann du willst; verleihe mir ein vernünftiges, sanftes und seliges Ende, Amen. Herr Jesu, nimm meine Seele in deine Hände und laß sie dir befohlen sein. Amen. onu dis e No 191 10 od big slad stuse sim pd 1390/130 ' don hie of ons ns67901 sllad sol ng montom nt sadler Jaja bi timodtod 1 mind, istennőpap dis day bon min 30 he boud is wisd com moton mi didiet agrizd sibir tibi nomen monimellor manis dol em si sizoor an tim doim 302 .com medo jadal and on II. Gebete für die Wochentage coup suo flool wo door mallied asiad ni aunadspsg yn 300 301 30 310 Bigg Badi mboo nadon érimera Morgengebet am Sonntage. mene punda suis dat crot 199 Tad sud) D du Vater des Lichts, der du das natürliche Licht dieser Welt uns scheinen läsfest, sende doch auch heute und allezeit das wahrhaftige Licht, Jesum Christum, in mein Herz, und laß ihn darin leuchten und alle Finsterniß vertreiben, damit ich dich, o ewiger Gott! in deinem lieben Sohn erkenne und liebgewinne. Siehe, ich bin durch die Sünde in der Finsterniß der Eitelkeit gefangen und verdunkelt: Darum lehre du mich selber durch deinen heiligen Geist aus deinem heiligen Wort, wie ich mich zu dir bekehren und dir im Glauben gehorsam werden könne. So 64 Morgen und Abend- Gebete werde ich mich erst recht mit Lob und Dank zu dir wenden, und dir in deinem Lichte dienen und gefallen können. O Herr Jesu Chrift! du Sonne der Gerechtigkeit, gehe du mir auf als ein Morgenstern, und schenke mir dein Heil unter deinen Flügeln, damit mir alle Tage meines Lebens zu rechten Sonntagen werden. Lehre mich aufwachen vom Schlafe meiner natürlichen Sicherheit, und aufstehen von allen todten Werken und bösen Gesellschaften, damit du mich, Jesu, erleuchten mögest. Du bist ja der Glanz der Herrlichkeit, adh! so laß mich nicht mir selber leben, sondern dir, der du für mich gestorben und heute wieder auferstanden bist. O brich an, du helles Licht, in meinem Herzen, und herrsche über alle deine Feinde in uns, die du in deiner Auferstehung bezwungen haft! Und du, o Heiliger Geist! schicke unsere Herzen heute, daß sie deine Tempel werden, darinnen du den ganzen Tag lehren könneft. Heilige alle Gedanken und Sinne, dein Wort zu fassen und zu behalten, auch dir ohne Falsch zu gehorchen und in täglicher Buße diese ganze Woche und allezeit fortzugehen. Halte, selbst deinen Sabbath oder Ruhetag in uns, und habe dein Werk in unsern Herzen, daß wir dir gefällig seien in Beit und Ewigkeit. Amen.id day draf not monism ni bilgölg od aniam di di du feiminnor onst hiteut' ist der Tag der heiligen Ruh, i bonim s ispna 20 Der Sabbathstag erschienen; in spo mohlombi 10000 of si Uch, lieber Gott, gieb nimmer zu, iz mag Daß ich der Welt mög' dienen, Gieb Undacht, Inbrunst, Kraft und Stärk' de nad 3u üben lauter heil'ge Werk', potreste mufe mu dasthomes proir ok and co Laß mich heut' alles meiden, bison& em Was mich von dir kann scheiden! 196 dni 108 silied marked of Uman gidne angrice 2016 mpiars Abendgebet am Sonntage. sopleidin on mein ir sei allein Preis und Lob gebracht, o heiliger Herr und Gott! der du mir heute dein Licht hast lassen helle werden und so viel Gnad' an Seel und Leib gegönnet. Uch! bewahre du selber in meinem Herzen, was dein Geist durch dein Wort in mich gepflanzet hat, damit ich viel Früchte bringe in Geduld zum ewigen Leben. Vergieb mir Ulles, worin ich deinem vollkommenen Willen nicht nachgelebet haben mag. Laß mich auch den neidischen Feind, diese Nacht oder sonst nicht sichten, noch des Guten, so du mir gezeiget hast, berauben. Auch wollest du sonst aus Gnaden wachen über alles, was du mir gegeben, und in deiner heiligen Ordnung anvertrauet hast. Sei mein Licht in meiner Seele, wenn's dunkel wird, und meine Kraft bei aller Schwachheit, mein Schuß, Heil und Leben. In dein liebevolles Herz, Herr Jesu! ergebe ich mich ganz, du einiges Heil meiner Seelen. Seße dein Gnadenwerk in mir doch beständig fort, und laß mich auch im Schlafe mit dir reden. Erinnere mich des gehörten Wortes stetiglich, daß alle meine Sinne und Gedanken zu dir gerichtet bleiben, damit es immerfort Sonntag, und ein heller Schein deines Lichts in meinem Gemüthe bleibe, der du meine einige Ruhe und Seligkeit sein willst ewiglich. Umen, durch deinen heiligen Geist. Umen. dc mojodse nedvole sid du nedelad sid us chim auf alle Tage in der Woche. Der Sabbath ist vergangen, bin und is Ich habe mein Verlangen op do zad op msisid Nach Herzenswunsch erfüllt, ads tim nagon zid o Gott hat mich unterweiset, t Mit Lebensbrod gespeiset, allo mi socat pum mi slidis cantound Und meiner Seele Durst gestillt.drop70) ogla bi foss dieta din di - Jobin Ginas -70% spilid, smisd imm hisloug odod dru Jur64, 1903 in didis u dan nothin ua mbildnet Gott ruft durchs Wort im Herzen, Drum leg' ich ohne Schmerzen Auch meinen Leib zur Ruh', Denn allen Sündenschaden bim mamose mais Deckt Icfus nun in Gnaden silnou isa pacides Mit seiner Lieb' und Treue zu. 65 sbours sdsid as Ein neuer Tag, ein neues Leben bi spot du sie dostnbm' 1 masse noc prop onu sidual ni and sibin sid diu disem anissadol onu jochtonla antisd Bank ddin Dediche tantsid 301 ir nemmsins bim boil panid o Morgengebet am Montage. ei diesem Anfang der Woche rufe ich zu dir, o heiliger Vater! im mit 500 od animo aid bin and re c) id minsdag in odojot topm deinem heiligen Geist erfüllen, damit ich allein das denke, rede und thue, was du selber in mir willst und wirkest. Ach! vereinige meine Gedanken und Begierden mit dir durch die Liebe Christi, und reinige mein Gewisfen durch sein Blut, damit ich in deinem heiligen Gehorsam einhergehe. Siehe, ich übergebe mich dir auf die ganze Woche, ja auf mein Lebelang; stärke mich mit deiner Kraft, mache mich aufrichtig, dir und meinem Nächsten in Liebe zu dienen. Lehre mich wider alle Verführungen meines verderbten Herzens und böser Menschen streiten. Mache mir die Eitelkeit recht bitter, daß du mir desto süßer werdest. Hilf mir die Last dieser Woche tragen; leite mich, wie ein lieber Vater, und mache mich kindlich gehorsam. Gehe mir mit deiner Weisheit voran, und sprich selbst deinen Segen über meine Arbeit, damit ich fröhlich und getroft darinnen, aber auch gewissenhaft und treu sei. Ja, werde du selbst in mir und allen meinen Dingen Unfang, Mittel und Ende zu deinem Preis und meinem Heil. Umen. OND de Pad Geht mit der neuen Woche an; i sold Gott will mir heut' aufs neue geben, Was mir sonst niemand geben kann. Denn hätt' ich seine Gnade nicht, Wer gäbe sonst mir Trost und Licht? So segne Unfang, End' und Mittel, Damit die Woch' voll Segen sei; Es heißet ja dein Ehrentitel: Der reiche Gott von großer Treu!" Hilf, daß ich gläubig weiter geh, Und nie im Guten stille steh. Abendgebet am Montage. Latestone dair mudd bar zu dir wenden, und deine Gnade also von Neuem suchen. Daran 5 pladsar 68 das est founded Shotamla HOD netim 66 Morgen- und Abend- Gebete erinnere du mich selber durch den Geist deiner Zucht, worin ich etwaa diesen Tag über oder sonst von dir abgewichen sei. Laß mich stets wieder zu dir nahen mit gebeugtem Herzen, und komme mir mit deiner Erbar-: mung zuvor in allem meinem Elend, damit mich die Finsterniß nicht un- m bewaffnet überfalle. Nimm mich von Neuem auf in deine heilige Fürsorge wider alle Feinde, vornämlich die unsichtbaren, und habe zugleich Dank für die heutige Bewahrung und Hülfe in meinem Beruf. Lehre mich erkennen, wie ich ohne dich unmöglich kann sicher bleiben, und wie sic du hingegen Macht genug habeft, alle deine Kinder zu erleuchten und zug schüßen. Das Fleisch laß in Züchten rein sein, von allen sündlichen Lüsten. Laß mich dir all das Meine anvertrauen, in deinen Namen mich b einergeben, in dir sanft ruhen, und mit guten Gedanken und Entschlie Bungen wieder aufwachen zu einem hellen und fröhlichen Tag deiner Gnade in Christo Jesu, meinem Herrn und Heiland. Umen. Treuster Jesu! wache du, sine op im ni dan and day oder nomos im onnis 90spodni moja Weil ich jego will einschlafen; prisins mslio 1997 Gönn' mir und den Meinen Ruh; epiled siis nº une in mode Bleib', o Hirte, bei den Schafenim mi dal ud and Schließ die Thüre selbsten zu, ud aid sim adigo Treuer Jesu, wache du! mis du sud no d sada nism un Treuster Jesu, steh' uns bei, him sospadi chi si iar du vid Daß in uns der Geist und Glaube, bim stroll ignol Wenn wir schlafen, wacker sei, ada ni mibe ms Und der Feind uns ihn nicht raube; add90 mism Deine Hülfe mach' uns frei; od 1193) Treuer Jesu, steh' uns bei. noroc Tisdals 22 abo223 asisid liodap bildni sadit nap manis odnflicts bus 3500 Morgengebet am Dienstage. to neniam alle deine du mich unter dem Schatten deiner Flügel haft ruhen lassen. Desto mehr laß nun auch diese fünftige Zeit über mich zu deiner Liebe erwecket werden, daß ich nicht begehre zu leben, ohne nur in dir, und was ich noch lebe, blos im Glauben deines Schnes lebe, ja, daß Er mein wahres Licht und Leben werde. Hiezu übergebe ich mich dir ganz von Neuem zu deiner Regierung und Heiligung. Laß du den lebendigen Glauben und dadurch Christum in meinem Herzen wohnen, daß er die Früchte des Glaubens in mir wirke, als Liebe, Hoffnung, Demuth, Sanftmuth und dr Geduld. Lehre mich, keine Lust verlangen, als nur deine Liebe, keine Vortheile, als die Schäße deiner Gnade, keine Ehre als deine Kindschaft, wenn ich in dir von Neuem geboren werde, laß mich ja nicht ängstlich sorgen für das Zeitliche, denn du wirst mich nicht verlassen noch versäu men. Heilige und segne das Werk meiner Hände selbst und neben mir auch Ulle, die dich suchen. Ja, breite deine Barmherzigkeit über alle Menschen aus, und hole einen Jeden herum aus seinem Verderben, in sonderheit die Feinde deiner Wahrheit. Insbesondre empfehle ich deiner Gnaden- Regierung die Meinigen, wie auch meine Obern und Vorgesette. Erbarme dich des allgemeinen Elendes in allen Ständen und mache der Bosheit und Nergerniß ein Ende. Hilf auch allen Nothleidenden und sei medite sid simi sbn102 og sid sim bhn sbom d fidis tbhgl dau nirod, horing onts Jo dau sim at fjoloj auf alle Tage in der Woche. 67 uns Allen gnädig, daß du uns deinen Frieden gebeft im Namen Jesu. Umen. diplo the maid su bio o dia ou dun en Juan do edon Das walt' Gott Vater, und Gott Sohn, buansdisld dan. Und heiliger Geist im höchsten Thron: no po marton mad Damit fang' ich die Arbeit an, olivolatod mint mol Hilf, daß ich sie vollenden kann. 18 ou sugge nt Was ich verrichte, groß und klein, Dabei laß deinen Gegen sein Cannes 350 398975 mansic atsi Pol G Und alle Unschläg' so regier', doond nogle ug biust ou note Tun Daß alles recht und wohl ich führ.red on monch bin onsor Sms all dan( 19 meilled med mi Abendgebet am Dienstage. W iewohl ich deine Güte, o himmlischer Bater! nicht völlig erkenne, die ich nur heute, geschweige mein Lebelang, genossen habe: so wols lest du doch meinen schwachen Dank in Gnaden annehmen und noch dieses zu deinen vorigen unzähligen Wohlthaten hinzuthun, daß du mich in Christo gnädiglich mit meinem Lobopfer ansehest. Dir sei insonderheit Dank, daß du mir etwa heute eine 3üchtigung und Demüthigung zuge schicket hast, meine Secle von der Welt abzuziehen. Du hilfft immer eine Last nach der andern überstehen und trägst dabei viel Geduld, regiereft uns auch mit vielem Verschonen. Laß uns ja deine Gnade nicht wegwerfen, noch auf Muthwillen ziehen, sondern mache uns rechtschaffen vor deinem Ungesicht und prüfe, wie wir's meinen. Ja, laß uns täglich in deiner Liebe und Erkenntniß wachsen, und was versäumet ist, ersche du selbst. Nimm uns nun in deinen Frieden auf und wirke die nöthige Zuversicht auf deine Bewahrung. Bleibe du in und bei uns, daß kein Feind einbreche. Erbarme dich aller deiner Kinder, ja aller deiner Ge schöpfe, und morgen öffne uns Herz und Mund, dich dafür zu loben und in deiner Kraft einher zu gehen, bis endlich der Abend unsers Lebens kommt und dein ewiger Tag anbricht, da keine Nacht und Finsterniß ist. Umen. 1917 giding 3tlisd insrbial ni doen in tun sicr is stiran er pislio bid ping Bella ister ie of amu misoled sim Mein Vater, ich befehle Dir Habe, Leib und Seele Und schlaf in sichrer Ruh; Und schlaf in sichrer Ruh; Ich trau' auf deine Gnade; Wer ist wohl, der mir schade? illa Ullmächtiger! mein Schuß bist du! jam nd Morgengebet an der Mittewoche. allowedsit his mi mo mi, naj bim in natur o dann im 302 30 A 201 u bir, o himmlischer Vater! wende ich meine ersten Gedanken jetzo und erhebe mein Herz zu dir, damit ich in dir nunmehr allein leben, und vor dir wandeln möge. Sei du ferner meine Burg und Zuversicht, wie du es diese Nacht ja so treulich wareft, dafür dich mein Gemüth preisen und anbeten soll. Nun wache heute fürder über mich, über meine Sinne und Glieder, vornämlich über mein Herz. Gieb mir ja eine tägliche Buße über alle meine Verderbniß und übrige Unreinigkeit. Laß mich in dir reden und wirken nach deinem Wohlgefallen, in dir essen und trinken, regen und bewegen. Und weil du deinen Namen, o Herr, ein festes Schloß nenneft, so laufe ich mit Ullen, die du im Glauben deines Sohnes gerecht machest, dahin. In diesem ergebe und opfere ich dir auch 5* 2323779 68 Morgen- und Abend- Gebete Alles, was du mir geschenket hast, auch alle meine Mitchristen, sie seien nahe oder ferne, auf daß wir allesammt dein ewig Eigenthum werden und bleiben, auch dich also, als Einer, mögen anbeten. Laß deinen Geist den ganzen Tag an uns arbeiten und züchtigen, damit wir in den Schranten deiner Gebote fortlaufen und der Feind uns nicht könne von dir trennen. Segne uns in Chrifto Jesu mit Allem, was dir gefällt und gieb uns so viel Kraft als Weisheit zu dem Stand, darin du uns zu deinen Dienern gesehet hast. Uch! zeige uns die Fußstapfen deines Sohnes, ihm treulich zu folgen; bewahre uns vor allen bösen Leuten, und laß sie uns nicht schaden noch verführen. Dein guter Engel führe uns auf Weg und Steg, und helfe uns wandeln auf dem Weg zur Ewigkeit, durch Chriftum in dem heiligen Geist. Umen. amisd di docis! mai Der du alle deine Werke lour of gilio, dad tons Liebest, Gott, von Ewigkeit; und sun of sid esid bon cu Du bist auch mit Huld und Stärke is bad sid within ud andmu Ihnen nahe in der Zeit. nipisod and eat simotni ist Deine Güt' und deine Treu pidist mit jedem Morgen neu. 196 fiid va G AMO dud haid id Du gewährst mir neue Stunden ibir adam stilod noblidar big and tole dowisiere im bilgidont offide zime rd god nDC Zur Vollbringung meiner Pflicht. bun Sur prolpea Hilf, daß ich werd' treu bor erfunden; So bin ich voll Zuversicht, Wenn mein Richter nun erscheint, Wenn mein Richter nun erscheint, Der erhöhte Menschenfreund. Er drücket mir die Augen zu; Sani Ich fürchte nicht die finstere Nacht, on si chiWeil Jesus um mein Bette wacht. fogol manied you des 9029, snied ui snied Tue 15thoue. son oid stier mis od 196 **@ omid walls Abendgebet am Mittewochen. ammele, o Gott! alle meine Kräfte und Gedanken nur in dir zufammen, als in dem wahrhaftigen Lebensquell, damit ich dir würz diglich danken könne durch Jesum Christum, deinen Sohn, weil du mich heute gnädig regieret und mir beigestanden haft. Nun empfehle ich dir auch in solchem Vertrauen mein ganzes Wesen und Leben, wie auch als les andere zu deiner Verwaltung. Ja, ich fliehe wider alle meine Feinde in dein liebevolles Herz, und suche meine Befriedigung in dir allein, weil mich sonst im Himmel und auf Erden nichts stillen und vergnügen kann. So wirke du nun allein in meinem Gemüth, damit keine andere Gewalt mir etwas anhaben, und weder böse Geister noch sonst etwas Feindseliges zu mir nahen können. Schleuß du selbst deinen Tempel, mein Herz, mit deinen feurigen Roffen und Wagen, als mit einer Ringmauer ein, so kann ich wohl sicher ruhen und mit allem zufrieden sein, wie du mit mir verfahren willst. Denn ich bin einmal dein, und dein Sohn hat mich so theuer erkauft, auf daß ich zugleich mit ihm leben solle, ich wache oder schlafe. Darum lebe, schlafe und ruhe ich nicht mir, sondern dir. Das schaffe du selbst in mir durch Christum im heiligen Geist allezeit. Umen. Rage abil Ich lege mich in Jesu Bunden, 20 3-8, puWenn ich mich leg' zu meiner Ruh; with da moils Ich bleib' im Schlaf mit ihm verbunden, auf alle Tage in der Woche. Morgengebet am Donnerstage.. un segne mich ferner die ewige Liebe des Vaters in dem Blute Jesu N Christi durch die Kraft des heiligen Geistes! Dank und Lob sey dir du dreieiniger ewiger Gott, für deinen so beständigen Schuß, Rath und Trost, den du mir noch nie haft fehlen lassen in aller Gefahr und auch in dieser Nacht. Wie sollte ich mich nicht ferner dir allein aus ganzer Macht anvertrauen, der du so unzählige Pfänder deiner Liebe mir gegeben? Ich befehle mich dir billig mit Allem, worin du mich zum Haushalter geordnet hast. Du wolleft doch meines Sinnens und Beginnens Unfang und Ende seyn; laß es Alles zu deinem Lobe gereichen, und dem Nächsten zu Dienst in deiner Liebe. Bende dagegen von mir ab die bös sen Begierden und Kräfte arger Geister und Menschen; begütige auch die Feinde vor mir, wie Esau vor Jacob, und laß mich in deinem Weinberg treulich arbeiten, als ein gehorsam Werkzeug deiner Gnade. Laß keine Sicherheit noch Heuchelei mich einnehmen. Schenke mir ein freudig Gemüth in seliger Einstimmung mit deinem Willen, und halte deine Liebe beständig über mir, daß deine Gnadensonne nicht untergehe, sondern mich von Anfang bis zu Ende regiere in Christo Jesu, meinem Herrn. Umen. 17 but uproste Ju Halt im Jeſu, weiche nicht von mir, $ 12) obtai said n hoe Jesu, laß mich nicht verderben, Jesu, leite mich zu dir! Jeſu, laß mich selig sterben! Jeſu, bleib wenns Herz auch bricht! Jesu, dich, mehr will ich nicht. 69 spo) de gene sabo build off is nonspropre rot d- 9000 mott ih smiss sie dan ih prk maging manis Jubla 3er usar misdribar adail blo * 3 dim mollizzAbendgebet am Donnerstage.this and billeux 300uD chi Bod oot 3039 200 hin- chil Bod o soll ich mich nun hinwenden, o Gott meines Lebens! als zu dir, da nun die Finsterniß und so manches Böse einbricht? Deffne mir doch dein freundlich Herz in Christo Jesu, und laß mich an seiner Brust ruhen. Denn ich will nun meinen Schlaf nur in deiner Liebe und Vereinigung vornehmen, damit er in dir gesegnet und heilsam sey. Verhüte du doch selbst, daß mich keine böse Kraft berühre, und zerbrich alle Pfeile, die etwa auf mich zuschießen möchten. Laß auch den Satan mich durch keine böse Lust reizen, sondern das Fleisch in 3üchten rein seyn. Dagegen zünde deine Liebe in mir an, so kann ich die ganze Nacht mit dir im Gemüthe zu thun haben, o mein Licht und Heil, wenn gleich der Leib schläft. Deswegen versenke ich mich ganz und gar in deine Erbarmung und begehre nur in deiner Gnade zu ruhen nebst allen meinen Freunden, an denen du sowohl als an mir Urmen deine Barmherzigkeit wollest groß machen in Beit und Ewigkeit. Amen. Biar bia Der Abend kommt, so komm' auch du Mit deinem Licht und Segen, Mein Gott! daß ich mich zu der Ruh Mög' fröhlich niederlegen, Denn ohne dich und deine Macht Wird mir die Finsterniß der Nacht Voll Furcht und Schrecken werden. dns 20077 70 Morgen- und Abend- Gebete Doch deine Flügel sind bereit In Schuß mich einzuschließen, Daß ich gewünschte Sicherheit Im Schlafe kann genießen; 2006 la otulamad ald dedos dnm t du dro auch cho mad Die starken Helden lagern sich Mit Waffen um und neben mich; gang dus nisl Vor wem sollt' ich mich fürchten? spsg the ads19 mi bd ng pinSchläft nun der Leib gesegnet ein, bin nised( 62 ins prsnipse dis und kann in Frieden liegen, androio 331iod head diu, moh So laß die Seele wachend sein, son ami pon Table is base nadisios& no Und sich in dir vergnügen. vid gold do sim std: do opitings Dies ist ihr höchster Trost und Ruhm, = nl& 07 nied Daß fie dein werthes Eigenthum shur Jim od dni 30 sdon mnls In Christo Jesu bleibet. lnstido diught and aldusat mis sim sinec nadsnnis bir bmd bor tindahl ann? odsi smind stlod dnn Morgengebet am Freitage. pils) ni dhim and bible u lebendiger, gnädiger Gott und Schöpfer! meine Augen sollen auf dich sehen und in deinem Licht dich, du wahres Licht, an diesem Morgen suchen; du bist mir ja näher, als ich selber. Du lebendige Quelle alles Segens, von dir hole ich nun ferner, was mir Noth thut. Zuvor aber sage ich dir Dank aus allen meinen Kräften, in Jesu Christo durch deinen Geist, wegen deiner väterlichen Hut und Wacht in diefer vergangenen Beit. Nimm nun mein armes, unwerthes Herz zu ei nem Morgenopfer durch eben denselben Hohenpriester an, und gieße deine Liebe darin aus durch deinen Geist, so werde ich den ganzen Tag in solcher Liebe wandeln können. Ich kann ja, wie du weißt, nicht einen Augenblick ohne dich bestehen: darum vereinige meinen Willen mit dir, daß sich nichts in und an mir ohne dich rege, geschweige daß ich außer deiner Regierung etwas wirke. Was ich aber versehe, das verbessere du durch deine vollkommene Liebe und hilf mir in wahrer Buße unverrückt fortgehen, wie du es von mir verlangest. Ich entsage williglich allem Urgen und überlasse mich und alles andere deiner Regierung und heiligen Ordnung, du wirst's in Allem wohl machen, und mir endlich durch alle Trübfale und Mühseligkeiten hindurch helfen in dein Himmelreich. Dir sey in Ullem Ehre und Preis. Amen. 2007 bord Shre 2 retch 2 maisivad no 130 10/2 Wie preis' ich, o mein Herr Jesu! Dich ist die Für dein Erbarmen doch würdiglich, Für dein unsägliches Dulden und Tragen, i monillo Für deine Schmerzen, für deine Plagen, Jinleigh mand sand mom für deinen Tod? jo Dich will ich preisen an jedem Tag, Wo ich nur gehen und stehen mag; Dir will ich weihn all' meine Gedanken, Mit Lieb und Sehnsucht dich ganz umranken in Ewigkeit. old 15] diss gad dnu prem ndmus Uch, mein Herr Jesu! erfüll' mein Herz Mit heißem, bitterem Sündenschmerze Und stärke mich durch dein Sterben und Leiden, d 18 mi mdom Bong flour schodm auf alle Tage in der Woche, du sogro 71 *]( bub Daß ich die fleischliche Luft kann meiden hus be apison floor matial pe mit festem Muth.dubim 810 Idaut to nadgil moniso hand name Abendgebet am Freitage. D er Abend ist nun herbeigekommen, o mein lieber, frommer Gott und Vater! und wir sind allzuschwach, uns selbst zu helfen oder zu verwahren. Darum stärke du uns doch durch die Kraft des Glaubens und widerstehe allen feindlichen Mächten, die uns mit List oder Gewalt scha= den können. Und weil uns das äußerliche Licht nun entzogen ist, so blicke uns desto mehr inwendig an mit dem ewigen Licht deiner Gnaden, damit wir in unserer Noth und Gebrechlichkeit allezeit Rath und Zuflucht bei dir suchen und finden. Kehre unser Herz und unsern Sinn zu dir, daß wir nicht irre gehen. Hast du uns aber heute von dir abtrünnig gefunden, so rufe uns wieder mit deiner heiligen züchtigenden Gnade zu dir und bringe alles Verwirrte zurecht. Erhalte uns wider alles Urge, daß wir dir zu Lobe und Dienst leben, so wollen wir dich rühmen und nichts uns selber zuschreiben, sondern dir allein die Ehre geben. Das wollest du uns selbst lehren, und dazu alle deine Gläubige regieren, ja deine ganze Gemeine in der Welt dir befohlen seyn lassen, und einem jeden Glied das Maaß seines Leidens helfen überwinden, bis es Alles vollendet werde und wir zur ewigen Ruhe kommen in Christo, deinem Sohne, der unser Friede worden ist. Amen.o bi da 6 1509 shox 3600 1 thuis med 90 To state of T an piddal hid Herr, ruhig schlaf ich eins Auf dein Verdienst und Leiden; Es kann mich keine Pein Von deiner Liebe scheiden; Du hast mich dir erkauft, Mein Hort und Fels bist du, Und unter deinem Kreuz Erquickt mich süße Ruh. sid of re aid min modustao od Se mhin bn nod dng mag maidong ma garbid ando uh2 me Morgengebet am Sonnabend. bba, mein lieber Bater! hilf, daß ich dich diesen Morgen und allezeit im was dein Wille ist. Erleuchte mich mit deinem heiligen Geist und reinige mein Gewissen von allen tobten Werken, dir, dem lebendigen Gott, heut und allezeit zu dienen, durch das Verdienst deines Sohnes Jesu Christi. Gieb, daß ich nichts in mein Gemüth fasse, als was dir wohlgefällt. Siehe, ich bin dein, und du hast mich deinem Sohne in der Buße gegeben: fehe du solche täglich in mir fort durch deinen heiligen Geist, daß ich wider alles Böse ernstlich streite und mir mein Christenthum einen rechten Ernst seyn laffe. Wende von mir ab alle unnüße und böse Worte und Werke, sey durch dein Wort ein Richter der Gedanken und der Sinnen des Herzens. Auch bewahre meinen Fuß, daß ich nicht auf verbotenen Wegen gehe. Denn du weißest, lieber Vater, wie viel Feinde um und um nach meiner Seele stehen, und wie leicht ich berücket und beflecktet werde. Herr, es soll auch dein Ruhm allein seyn, wenn du meine Hülfe wider das Straucheln seyn wirst, und mein Glaube dadurch gestärket wird, daß ich dir ewiglich anhange und nicht von dir 72 Morgen- und Abend- Gebete auf alle Tage in der Woche. weiche. Ich will auch deine Wunder andern erzählen, die du auch so wohl als mich zu dir ziehen und an Seilen deiner Liebe leiten wolleft durch deinen lieben Sohn in Kraft des heiligen Geistes. Umen. Mein Denken und mein Thun, Mein Wollen und mein Lassen dan 300 min 330 ug do. Soll gläubig auf dir ruhn, 3906.25 dna amaduni 81 Und deinen Will'n umfassen: = 0( b7 10: 8 de Gicb ein bescheiden Theil of Um Kreuz und auch am Heil. Die Woche neigt sich nun Mit diesem Tag zu Ende; Drum hilf, daß ich mein Thund In deiner Kraft vollende, Daß morgen mich dein Tag apaiantacioGesammelt finden mag. dag 9 7 bid adag puLaß mich die kurze Zeit mogocims donald Jounus du dip ni i Dodant dome OTH 310 400 nolis seusdiar om odjad an abild matbul aid ind 3bln sind Gott, habe Dank für deine Treu, Und steh' auch diese Nacht mir bei. Das Ende dieser Woche spricht: D Mensch, vergiß dein Ende nicht. our of 30 23 091 googide Des Lebens weislich theilen, Und nach der Ewigkeit monis dit los ald Mit frohen Schritten eilen, anton So leb' ich, wie du willt, So sterb' ich, wann du willt. Abendgebet am Sonnabend. un sey dir, o Vater im Himmel! alle Ehre allein gegeben, daß du mich bis hieher geführet, und sowohl den Tag als die ganze Woche haft vollenden lassen. Ich bekenne dir zum Preis, daß ich nicht einmal am Leben bleiben, geschweige ruhig hätte leben können, wo dein Auffehen nicht meinen Odem bewahret hätte. Wer sollte sich nun einem sol= chen gnädigen Herrn und Vater nicht anvertrauen? Uch! so ziche all' mein Innerstes nach dir, daß ich in dir und du in mir bleibest, und ich ohne dich, Herr Jesu, nichts thue, ja nicht ruhe, bis ich dich lebendig in mir wohnend und wirkend habe. O! schaff' ein neues Herz in mir, durch wahre Bekehrung zu dir, laß die Kraft deiner Liebe stärker seyn als meine thörigte Eitelkeit und als Alles in der Welt, damit ich durch dich in allem weit überwinde, was mich anficht und beunruhiget. deine Linke unter mein Haupt und befriedige Leib und Seele durch unverdiente Barmherzigkeit, die mir besser ist, denn das Leben. mir auf deinen erbarmenden Schoos der Gnaden und bedecke mich in deiner Hütte zur bösen Seit. Ja wenn mir mein Feind am nächsten seyn möchte, so sen du mir doch noch viel näher und beweise, daß du der Hüter Israels bist, der nicht schläfet noch schlummert. Aber laß mich auch nicht sicher werden, sondern erwecke meinen Geist, zu dir zu seufs zen und auch beim Schlaf an dir zu hangen. So soll mich nichts von dir trennen, denn ich lasse dich nicht, du segneft mich denn und alle, die es mit mir begehren. Amen. blind.i Lege deine Thue todas tun mits sonis? dou ugarim 06 the pose bid sol ug sld sier and Sru Stain and jolloor Gebet vor der Beichte. 20 hand Wohlan, mein Glaube hält dich fest, som min Und wenn du einst mich rufen läßt, So bin ich in dir wohlgemuth, Denn Ende gut macht Ulles gut. 18 biar 73 indne de diar ( 1973 III. Gebete für besondere Anlässe. Gebet vor der Beichte. Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz, prüfe und erfahre, wie ichs meine. Siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege. Vor dir, o Ullwissender, liegen alle meine Gedanken, alle Regungen meines Herzens, alle meine Worte und Werke bloß und ents deckt. Dein Uuge schauet in das Innerste meiner Seele. O mein Gott! gieb mir das Verderben meiner Seele recht lebhaft zu erkennen, damit ich dich als meinen Arzt suche, der allein die Wunden des Gewissens zu hei len vermag, Groß und zahllos sind die Wohlthaten, die ich von dir empfangen habe, und noch täglich empfange. Aber ach, so oft bin ich gegen die rührenden Beweise deiner Huld und Gnade gleichgültig geblieben, so oft habe ich die Gefühle des Dankes gegen dich in meinem Innern ers stickt, so oft bin ich dir, meinem größten Wohlthäter, durch Ungehorsam gegen deine heiligen Gebote, durch sündliche Gedanken, Worte und Werke mißfällig geworden. Ich bin erlöst und mit dem Blut deines Sohnes erkauft. Aber ach, ich habe es bisher nicht ernstlich bedacht, daß Jesus Christus mich bis zum Tode geliebt und sich selbst für mich dargegeben hat. Ich habe die Größe seiner Liebe und den hohen Zweck seines heiligen Leidens und Sterbens nicht tief genug beherzigt. Ich habe mich meinem Heiland nicht zu feinem Eigenthum hingegeben, nicht ihm, der für mich am Kreuze gestorist, sondern mir selbst, meinen Lüsten und Begierden gelebt; ich habe nicht ihn, der für mich geduldet und geblutet hat, sondern die Welt und das, was in der Welt ist, geliebt. Dein Geist, o Gott, hat mir bisher auf dem schlüpfrigen Wege fo oft die hand geboten, um mich zum Himmel zu leiten. So oft hat er mein Herz ergriffen, so manche gute Rührung in meinem Innern erweckt, mich so oft auf mein ewiges Heil aufmerksam zu machen gesucht. Aber ach, ich habe die Hand dieses göttlichen Führers zurückgestoßen, ich habe das Werk seiner göttlichen Gnade in mir vereitelt, ich habe die guten Eindrücke, die er in mir weckte, durch Leichtsinn und Eitelkeit geschwächt und erstickt, ich habe seine Warnungen und Drohungen, seine Verheißunz gen und Ermunterungen verachtet. Ich habe muthwillig widerstrebt dem guten Geiste, der mich Gott und meinem Erlöser heiligen, und auf die Ewigkeit vorbereiten wollte! Ich habe das große Gebot meines Heilandes: liebe deinen Nächsten wie dich selbst, oft und viel durch Gesinnungen, Reden und Thaten übers treten. Ich habe die unseligen Triebe des Stolzes, der Selbstsucht, des Neides, des Bornes und der Rachsucht in mir genährt. Ich war so oft nur auf das meine, nicht auf das, was des andern ist, bedacht. Ich war fogar gegen die Noth und das Elend meiner Mitmenschen oft gleichgils 74 Die Beichte. Gebet nach der Beichte. tig und unempfindlich. Ich habe durch ergernisse und durch böses Bets spiel, durch leichtsinnige, sündliche Worte und Handlungen Unsegen und Unheil gestiftet, und mich an dem Gewissen und Herzen meiner Brüder und Schwestern verfündigt. 2000AT JU Ich bin für die Ewigkeit geschaffen; aber ach, ich habe das wichtige Gebot meines Heilandes: trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, außer Augen gefeßt. Ich habe unter irdischen Geschäften, Genüssen, Sorgen und Zerstreuungen die Sorge für das Ewige hintangefcht. Allwissender! ich will dir meine Sünden bekennen, und meine Verschuldungen nicht verhehlen. Ja, Vater, ich habe gesündigt vor dir, und bin nicht werth, daß ich dein Kind heiße. Erwecke selbst in mir Gefühle der tiefsten Reue, und des innigsten Ubscheues gegen alles Böse. Laß mich Gnade und Vergebung finden an dem Altar der Beichte, an welchem ich mein verwundetes Gewissen durch den Hinblick auf das Kreuz meines Erlösers heilen will. Komm mir selbst, Herr Jesu, mit deinem holden Worte entgegen: sey getroft! deine Sünden sind dir vergeben. Laß dir, o Gott, die aufrichtigen Gelübde neuer Treue und neuen Gehorfams, welche ich dir darbringe, wohlgefallen, und gieb mir Kraft, sie zu erfüllen. Schaffe in mir ein reines Herz und gieb mir einen neuen, gewissen Geist. Tröste, erquicke und stärke mich durch deine Hülfe, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Erhöre das Flehen der Deof bi muth und des Glaubens um Jesu Christi willen. Amen. Taske Die Beichte. A Umächtiger Gott, barmherziger himmlischer Vater, ich bekenne und beklage es vor dir, daß ich ein armer fündiger Mensch bin. Ich habe deine heiligen Gebote vielfältig mit Gedanken, Worten und Werken übertreten, habe mich vielfältig wider dich und meine Nebenmenschen verfündigt und dadurch deinen Born und deine Strafe leider! wohl verdient. Uber alle meine Sünden sind mir von Grunde des Herzens leid und reuen mich sehr. Ich nehme daher nun meine Zuflucht zu deiner großen Barmherzigkeit, o Vater im Himmel, und zu dem theueren Verdienste meines Herrn und Heilandes Jesu Christi, und bitte dich daß du um deines lieben Sohnes willen, mir alle meine Sünden vergeben und meine Zur Stärkung meines Uebertretungen mir nicht zurechnen wollest. schwachen Glaubens laß mich das heilige Abendmahl, nämlich den Leib und das Blut meines Herrn und Heilandes Jesu Christi genießen. Mit deiner Hülfe, o Gott, will ich mein ganzes Leben bessern; unter dem Gnadenbeistand deines heiligen Geistes, will ich dir leben und dir dienen in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Amen. Mar - Gebet nach der Beichte. TO dm 108 110. rug ankend erhebt sich mein Herz zu dir, dem Gott des Trostes, dem Bater der Barmherzigkeit. Du hast deinen Sohn in die Welt gefandt, die Sünder selig zu machen. Du hast mich, dein reumüthiges Kind, aufs neue deiner alles verzeihenden Liebe und Gnade versichert, und den Trost deines Evangeliums von dem gekreuzigten Heiland aller sterblichen Sünder meinem Herzen nahe gebracht. Ich dagegen habe mich dir und meinem Erlöser Jesu Christo aufs neue zum Gehorsam verpflich Gebet vor der Abendmahlsfeier. Seufzer während derselb. 75 tet. Befestige in mir diese heilige Entschließung, nach deinem Wohlges fallen zu wandeln. Meine Schwäche und Gebrechlichkeit kennest du, Ulls wissender. Kräftige mich mit himmlischer Stärke zum Kampf gegen alle Versuchungen meines Herzens und der Welt, und mache mich immer aufmerksamer auf die Zucht deines Geistes. Bewahre mich doch davor, daß meine äußere Undacht nicht Heuchelei sey, und daß ich dir nicht mit falschem Herzen diene. Laß mich machen und beten. Segne mir besonders das heilige Mahl, das ich feiern will zum Wachsthumn in der Gnade und Erkenntniß deines Sohnes, meines Erlösers; segne es mir zur Förderung des Fleißes in der Gottseligkeit, welche die Verheißung hat nicht nur für dieses, sondern auch für das ewige Leben. Amen. SUD SIGM Gebet vor der Abendmahlsfeier. esegnet sey mir die heilige Stunde, in welcher ich das Gedächtniß des Leidens und Sterbens meines Erlösers begehen, und die feierlichste und rührendste Versicherung von deiner Liebe, himmlischer Vater, empfangen soll! Verkläre durch deinen Geist in meiner Seele die Größe dieser Liebe, die den Eingebornen für uns alle dahingegeben hat. D Mein Herr und Heiland Jesus Christus! wie liebreich ist dein Herz, wie holdselig ist deine Einladung, und wie heilsam sind deine Wunden! Du bist das wahre Himmelsbrod, das meine Seele zu speisen vermag. Darum bitte ich dich, du wollest auch jest meine Seele bei deinem heiligen Mahle erquicken. Sey du, o Heiland, meine Gerechtigkeit, wenn meine Sünde mich anklagt; sey mein Fürsprecher, wenn Gottes Gesek und mein Gewissen wider mich zeuget; sey mein Hohepriester und bitte für mich, wenn ich schwach in der Undacht bin; sey du mir Licht und Leben, wenn ich Tod und Finsterniß in mir fühle; sey du mir Schuk und Sieg, wenn Drangsal über mich kommt. O mein getreuer Herr und Hirte! laß meine Seele bei deinem Tische deine ganze Liebe und Freundlichkeit empfinden, womit du mich bis zum Tod am Kreuz geliebet haft; laß sie schmecken deinen göttlichen Trost, die Kräfte der zukünftigen Welt, die Freude des ewigen Lebens. Sa laß meine Seele immerdar durch dich erquickt und getröstet werden, auch in der legten Stunde, damit sie mit guter Zuversicht bei meinem Abschied von dieser Welt sich dir befehle, und mit Fried und Freud eingehe in die ewige Herrlichkeit. Umen. 18 $ 5 Seufzer unter dem Genusse des heiligen Abendmahls. err Jesu! der Genuß deines heitigen Leibes stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Herr Jesu! der Genuß deines heiligen Blutes stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Jesus Christus, mein Herr und mein Gott! gieb mir von deinem Todesschmerz den tiefsten Eindruck in mein Herz! Rufe meiner Seele auf das kräftigste die Worte zu: ,, auch für dich ist mein Leib gegeben!" ,, auch für dich ist mein Blut vergoffen!" Mein Herr und Heiland! du bist mein und ich bin dein. Laß mich der Welt und der Sünde absterben, und dir ewig angehören; wie du littest, laß auch mich leiden; wie du starbest, auch mich sterben. Führe mich einst durch die Nacht des Todes hinüber zu deinem ewigen Lichte! 76 Gebet nach der Abendmahlsfeier und christlicher Eltern. Gebet nach der Abendmahlsfeier. en gepriesen, barmherziger Vater, daß du deinen Sohn Jesum Chriftum auch für mich sterben ließest, und mir bei der Feier seines Todes die feierliche Versicherung von deiner Gnade, und von der Vergebung aller meiner Sünden gegeben hast. Lob und Dank sey dir, göttlicher Erlöser, für das theuerste Pfand deiner Liebe, das ich bei dem Genusse deines heiligen Mahles empfangen habe. Treuer Heiland, der du dein Leben am Kreuze für mich dahin gabst, verherrliche deine Kraft in meiner Schwachheit, und nimm von mir alle Unruhe des Herzens! Beige mir die Wunder deiner Gnade, und gieb mir eine göttliche Gesinnung. Nimm hin meine Seebe, die du mit deinem Blut erkauft hast. Feßle mich an dein Kreuz, und laß mich an demselben der Sünde absterben. Mache mich heilig und unbefleckt, und weihe mich ganz zu deinem Eigenthum. Gieß deine Liebe aus in mein Herz durch deinen heiligen Geist, damit ich dich aus allen Kräften liebe und in dir lebe. Deine Gnade begleite mich durchs ganze Leben. Wohl mir, treuer Hirte, wenn ich einst da seyn werde, wo du deine Erlösten auf Himmelsauen weiden und zu lebendigen Wafferquellen führen wi. 2; wohl mir, wenn ich dort in der Schaar der vollendeten Gerechten ein höheres Mahl des Dankes und der Freude bei dir in den Wohnungen des Vaters feiern, und in ewiger Unschuld und Seligkeit vor deinem Himmelsthrone wandeln werde! Umen. Gebet christlicher Eltern. ott, Schöpfer und Vater aller Menschen! Deine allmächtige Güte hat auch die Kinder, die durch die engsten Bande des Blutes mit mir verbunden sind, ins Leben gerufen. Deine Liebe hat sie mir geschenkt, und meinem Herzen den stärksten Trieb der Liebe gegen sie eingepflanzt. Du hast ihr geistiges und leibliches, ihr zeitliches und ewiges Wohl meiner Sorge anvertraut. Du machst mich zu deinem Werkzeug, diefe Kinder, die nach deinem Ebenbilde geschaffen, und dir und deinem Sohne Jesu Christo durch die heilige Taufe geweihet sind, zu deinem Preise für die Erde und für den Himmel zu erziehen. Du selbst bist der allein weiſe Vater und Erzieher deiner Menschen. Was vermag ich schwacher und kurzsichtiger Mensch ohne deine Kraft und Weisheit? Ich kann nur pflanzen und begießen; du, du allein mußt das Gedeihen geben. Uch so gieb mir neue Treue, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit in Erfüllung meines elterlichen Berufs, und segne meine redliche Bemühung, meine Kinder zu deinem Wohlgefallen zu bilden. Gieb mir den Geist der Weisheit und Einsicht, um zu wählen, was gut und heilsam ist. Lehre mich in Geduld eine Saat in die Herzen meiner Kinder ausstreuen, die für ein ewiges Leben reift. Mache gut durch deine allesvermögende Gnade alle Feh ler und Versäumniffe bei dem großen wichtigen Geschäfte der Erziehung. Bewahre mich davor, daß ich denen, für deren Seele ich machen soll, durch Leichtsinn und unvorsichtigkeit ein Wergerniß gebe. Nimm sie in deine treue Obhut und Leitung. Wache über ihre durch das theure Blut deines Sohnes erkauften Seelen; schüße sie vor Verführung der Welt und ihres eigenen Herzens. Wende alles von ihnen ab, was ihrem Leben und ihrer Gesundheit Gefahr bringen möchte. Laß sie Gnade vor dir und vor den Menschen finden. Bilde sie zu nüßlichen Mitgliedern der mensch Walter Köster Buchbinderei 3550 Marburg 1000 Berlin 61 Tel. 0 64 21/2 12 77030/7 86 30 10 nches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 13/14 5 6 17 Farbkarte# 13 Green 3 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 17 17 16 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8